L(84 Äunb 'Mbriefe ,'Kwachex Renten Änderte '^rindert. ^äftsstille, 1 Zinsver- übrigen S Iö9en iNweizer l69 (167), ireiverkehr gehandelt, lef Zurück. 4.5 v. fi «150, 5 5 (61, Reich;, rzbank 93, ürankfurter ' Klöckner )5L0, Rhei- 6^0, Ctahl- kula 133,75, .Licht und il. Tesfürel '75, Metall- ert 103,50, toff 82,50, cher ßlotjb “ «eines A°n di« W "°w° Montan- och leichte Ku 0,40 mit hen lagen ^treidegroß- sand gute ogSenange- sowie reine gesucht, Um «ältlich. Das efonbere die reffe, es übrige je W XII 210, 170, RXin Mühlen des G IX 172, 170, HXIV Werner- hr. Weizen- 28,15; Rog- 815 R XIII W24,70, ISWjennadj= Äeizentteie leie RXUI b Mühlen- 13; Palm- . M. 14,50; Treber 19; 15 bis 10^0; ßt ober ge- irft bericht.) Um rauftrieb: 88 , 979 Kälber, Wer 34 bis ? 33 bis 36, laus bei allen a. vchweine- nb 2 «er. is zu sechs ,chs bis acht bt bis zehn tarkt wurde ge^__ tion. mslagaach- 5 5 18 3 13 >7 19 J9 35 J1 )6 !9 )5 )6 16 41,98 72 h Ä e0.<2 n-8 P 42,06 0,203 3,053 53,76 46-99 12,045 ,315 16,42 168, 20,57 0,709 5,66] 60,5 49,0 10,93 62,08 60,55 34,01 10,38 2,490 t a.nL g.Wi__ Ur. 108 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zrettag.lO. Mai 1035 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimattm Bild - Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Bellagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanschlüffe Unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Stehen. 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Der freiwillige Tod des leitenden Direktors kennzeichnet wohl am besten die ungeheure Ueberraschung, die in Rußland der Berkaus der Bahn ausgelöst hat. Kein Mensck in Rußland, die Generaldirektoren der Nordmandschurischen Bahn mit einbegriffen, hatte diese Wendung vorausgeahnt. Erst kurz vor dem Eintritt des Ereignisses war durch den Chabarowsker Sender an alle roten und weißen Russen die eindringliche Warnung ergangen, sich für einen solchen Berkaus einzusetzen, da jeder Fall der Begünstigung mit Er- schießsn geahndet werde. Die Niederlage, die Rußland hier erlitten hat, geht nicht Rußland allein an, sie trifft die kaufmännischen Kreise Europas kaum viel weniger. Es wäre verfrüht, die tiefeinschneidenden Folgen des Besitz- wechsels schon heute im Näheren skizzieren zu wollen. Daß sie von ganz beträchtlicher Tragweite sein werden, liegt außerhalb jeden Zweifels. In der Halbmillionenstadt C h a r b i n , die von heute auf morgen zu den japanischen Hoheitszeichen hat hinüberwechseln müssen, fühlt man die Folgen mit ungeheurer Beklemmung voraus, mit einer Beklemmung, die auf schwerste seelische Erschütterung hin- ausläuft. Es vergeht kein Tag, da nicht patriotisch empfindende Leute freiwillig aus dem Leben scheiden, weil sie sich in die neue Wendung nicht hineinfinden können. Charbin beherbergt rund achtzigtausend Russen, wobei weiße und rote Russen etwa gleichstark vertreten sind. Es gab unter den weißen Russen freilich gar manchen, der, als der Bahnverkauf drohte, mit einem gewissen inneren Behagen dem Besitzwechsel entgegensah, allerdings nur, weil man die Hoffnung auf eine Bessergestal- tung der rein persönlichen Verhältnisse Daran knüpfte. Man muß wissen, daß die weißen Emigranten, an denen Chardin so reich ist, sich mit den oerzweifelndsten Sorgen um das bißchen Leben herumschlagen. Man hat Hunger, Entbehrung und Elend, solang man überhaupt denken kann. Das stille Liebäugeln mit der großen Wendung ist menschlich also wohl schon verzeihlich, denn man sagte sich: die Japaner werden die alten Bahnbeamten und Bahnangestellten nach Hause schicken und sie durch „weiße" ersetzen. Kaum jemals jedoch sind menschliche Sehnsüchte schlimmer und schmählicher enttäuscht worden. Bereits 24 Stunden nach vollzogenem Besitzwecksel brachten die Japaner ihre eigenen Leute in hellen Haufen ins neue Gebiet. Die Sonderzüge nahmen kaum ein Ende. Ungezählte Scharen von Beamten, von Büropersonal, von Arbeitern rückten an und die Russen machten lange Gesichter. Allerdings wollen die Japaner in den am meisten bedrohten Gegenden auch Russen einsetzen. Vorläufig beruht das freilich erst auf Hörensagen. Sollte es aber wirklich zur Tat werden, dann kann es nur ein sehr schwacher Trost sein, denn die Leute, die man hier als Grenzschutz einstellen wird, werden gegen das starke japanische Aufgebot nur ein bescheiden kleines Häufchen bleiben. Sicherlich hätten die Japaner auch nach den Grenzgebieten ihre eigenen Leute beordert, wenn das japanische Menschenmaterial dem Partisanenkrieg gewachsen wäre. Da jedoch allein schon die seelische Verfassung des Japaners sich der Ausbildung zum Jäger widersetzt, wird man hier wohl auf den russischen Söldner angewie- s e n sein. Aber nicht einmal dem russischen Söldner wird es wohl zu Mute fein, wenn er sich die allgemeine Lage vergegenwärtigt. Die Sonderzüge, die aus Japan herangerollt kamen, haben nicht nur Bahnpersonal herbeigebracht, es sind auch riesige Scharen japanischer Geschäftemacher eingetroffen, die sich mit einem wahren Heißhunger auf Charbin gestürzt haben. Es war, als ob ein Heuschreckenschwarm die Stadt überfalle. Da die Fahrkartenvorräte der Bahnhöfe dem Riesenansturm auch nicht vergleichsweise gewachsen waren, mußte man die meisten Ge- schäftlhuder, die gen Charbin zogen, auf ihre bloße Visitenkarte hin fahren lassen. Den weißrussischen Kaufleuten und Krämern ist es angst und bange, denn was werden wird, das ist schon heute klar und deutlich zu übersehen. Die japanischen Abenteurer, die sich jetzt in Chardin breitmachen, haben reichliche Kapitalien dzw. reichlichen Kredit mitgebracht, und es wird nicht lange dauern, bis auch der letzte weißrussische Händler und Krämer vor ihnen die Klinge strecken muß. Der weißrussische Kaufmann hat bislang mehr vegetiert als gelebt, und es bedarf nur noch eines leichten Lufthauches, bis er umfällt. Die Tragödie ist ohnehin nicht aufzuhalten, da den fpotthaft niedrigen Warenpreisen der Japaner niemand Konkurrenz bieten kann. Was hier vom Weißrussen gesagt ist, gilt vom europäischen Geschäftsmann überhaupt. Er wird, wenn Charbin nach und nach immer mehr japanifiert wird, auf die Dauer den Kürzeren ziehen müssen. So wie es in Dairen der Fall war, wird Charbin eines Tages durch und durch japanisch geworden sein, alles, was nach europäischem Handel aussieht, wird gnadenlos ersticken. Der Japaner ist in diesem Punkte erschreckend- unverdrossen. Er bedient sich zwar nur legaler Mit- Die Außenminister des Valkanbundes tagen in Bukarest. Giresa ohne Balkanmächte. — Widerstand gegen das Aufrüstungszugeständnis an Oesterreich, Ungarn und Bulgarien. Bukarest, 10. Mai. (DNB.) Der türkische, der südslawische und der griechische Außenmini st er sind zur Tagung des Balkanbundes in Bukarest eingetroffen, dessen Sitzungen morgen beginnen. Aus Anlaß des rumänischen Nationalfeiertages werden die drei Außenminister morgen früh einer militärischen Truppenparade bewohnen und hierauf Frühstucksgäste des Königs fein. Die Konferenz des Balkanblocks erregt in der üdflawifchen Presse großes Interesse. Das halbamtliche Blatte „Vreme" schreibt: Die vier Außenminister Des Balkanblocks würden in erster Linie über die Lage beraten, die infolge der Koner e n z von Stresa entstanden sei. Dabei nehme die Frage der Aufrüstung Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens die wichtigste Stelle ein. Punkt 6 der Erklärung, die die Großmächte in Stresa gemacht hätten und die o h n Mitwirkung der unmittelbar interessierten Staaten zustande gekommen sei, werde den entschieden- sten Wider st and des Balkanblocks Hervorrufen. Auf der Konferenz in Bukarest werde daher über die Rüstungfrage und im Zusammenhang damit über d i e Sicherheitsfrage Beschluß gefaßt werden. Auch die Frage des D o - naupattes fei zu erörtern, obwohl sie Griechenland und die Türkei nicht unmittelbar berühre. Man glaube aber trotzdem an ein einheitliches Auftreten des Balkanblockes in dieser Angelegenheit. Schließlich müßten auch d i e Pläne der Habsburger Gegenstand der Verhandlungen sein. Was den Plan eines Mittelmeerpaktes angehe, so sei man davon überzeugt, daß dieser ebenfalls nicht ohne Zustimmung der Staaten des Balkanblocks zustande kommen werde. Die Politik der Tüttel. Freundschaft mit Moskau und den vorderasiatischen Mächten. Ankara, 10. Mai. (DNB.) Anläßlich des vierten großen Parteitages der republikanischen Volkspartei hielt der türkische Staatspräsident Kemal A t a t ü r ck eine bemerkenswerte außenpolitische Rede. Er erklärte u. a., daß der vierte Parteitag mit einer Zeit aufstrebender Entwicklung im ganzen Lande zusammenfalle und zählte die Erfolge auf, die auf allen Gebieten erzielt worden feien. Zur Außenpolitik übergehend erklärte er, die Türkei verfolge das Ziel, den internationalen Frieden zu erhalten und gute Freundschaft mit allen Nachbarn zu bewahren. Unter starkem Beifall hob Atatürck die dauerhafte und ehrliche Freundschaft zwischen der Türkei und der Sowjetunion hervor, und erinnerte vor allem an die Unterstützung, die Sowjetrußland den türkischen Forderungen in der Meerengenfrage gewähre. Die türkisch-sowjetrussische Freundschaft werde auch weiterhin dem internationalen Frieden bienen.' Den Balkanpakt berührend, unterstrich der Staatspräsident die Bedeutung dieses Paktes, der die Aufgabe habe, die Unruhe auf dem Balkan zu beseitigen. Nach einer Bezugnahme auf die Freundschaft zwischen der Türkei und Iran (Persien) und die freundschaftlichen Beziehungen zu Afghani st an und zu allen übrigen benachbarten und entfernter liegenden Ländern, versicherte Atatürck, daß die türkische Republick nichts weiter erstrebe, als ein nützliches und friedfertiges Mitglied der großen Dölkerfamilie zu fein. Atatürck schloß mit dem Wunsch, daß es dem Völkerbund gelingen möge, Das internationale Vertrauen zu festigen und die Wunde der Vergangenheit zu heilen. Rumänien im ftanzösischen Fahrwasser. Titulescu begrützt die neuen Pariser Freundschaften. Bukarest, 9. Mai. (DNB.) Der Minister des Auswärtigen, Titulescu, gab ein Frühstück zu Ehren Paul-Bo neours. Dabei hielt Titulescu eine Rede, Die sich sehr betont gegen Den Revisions- geDanken roanDte. Rumänien fühle sich in Ver - teiDigung Des FrieDens mit Frankreich soliDarisch unD werde Frankreich treu bleiben. „Europa", so führte Titulescu weiterhin aus, „muß sich daran gewöhnen, Die politischen Schöpfungen, Die aus Dem Weltkrieg hervorgegangen finD, als Wirklichkeiten zu betrachten, Deren Wirklichkeitscharakter noch im stän- Digen Zunehmen begriffen ist. Diese politischen Schöpfungen haben es nicht nötig, irgenb jemanDen gegenüber erst ihr Lebensrecht zu erhärten, sie werben sich niemals abbrosseln lassen. Unser mobernes Leben braucht bie großen nationalen Einheiten sowohl vom wirtschaftlichen Stanbpunkt aus, wie aus Grünben ber Sicherheit. Aber man muß auch wissen, auf welchen Wegen biefes wichtige Ziel anzustreben ist. Wenn man versuchen wollte, unter bem Dorwanb, Gerechtigkeit zu üben, bas roieber aufzubauen, was längst abgetragen ist, so wäre bas nicht nur ein vergebliches Bemühen, fonbern es würbe auch noch bebeuten, baß man ben Stanb ber Dinge er ft künstlich roieber schafft, aus ßonbon, 10. Mai. (DNB.-Funkfpruch.) Der Berichterstatter bes „Daily Telegraph" in Abbis Abeba melbet: Der Kaiser von Abessinien, ber am Donnerstagabenb nach ber befestigten Stabt Har- r a r abgereift ist, teilte mir vor feiner Abreise in einer Unterrebung mit, baß er, wenn Italien feine kriegerischen Vorbereitungen fortsetze, Die allgemeine Mobilmachung anorDnen werbe. Der Kaiser erklärte, er habe seine Politik, bie trotz ber militärischen Vorbereitungen unb ber feinbseli- gen Propaganba Italiens barauf abgezielt habe, eine schiebsgerichtliche Entscheidung Herbeizuführen, noch nicht aufgegeben. Abessinien habe viel aufs Spiel gesetzt, indem es auf eine allgemeine Mobilmachung als Gegenmaßnahme gegen Italiens Vorgehen verzichtete. Er hoffe immer noch, daß auf der Sitzung des Volkerbundsrates vonz 20. Mai ein entscheidender Fortschritt in Richtung auf eine friedliche Losung erfolgen werde. Der Kaiser fügte hinzu: „Wenn Dies aber nicht der Fall ist und wenn Italien seine militärischen Vorbereitungen fortseht, dann müssen wir mobil ma- chen. Aethiopien wird sich niemals mit einem 3 u ff a n b inoffiziellen Krieges abfinben, wie er vorhanben war, als Japan seine Operationen in Mandschu- kuo burchführte. Dir werben von vornherein Wiberstanb leisten." Wie der Berichterstatter weiter meldet, haben die Reden in der italienischen Kammer, die sich gegen Paris, 9. Mai. (DNB.) Außenminister Laval ist am Donnerstagabend mit dem Nordexpreß nach Warschau abgereist. In seiner Begleitung befanden sich seine Tochter, der Generalsekretär des Quai d'Orsay, Leger, und sein Kabinettschef R o ch a t. Nach einer amtlichen polnischen Mitteilung wird der vorgesehene Empfang des französischen Ministers bei Marschall Pilsudski nicht st a 11 f i n b e n. Die amtliche Verlautbarung besagt, baß. Marschall Pilsubski mit Rücksicht auf seinen Gesunbheitsstanb auf ärztliches Anraten auf die geplante Besprechung mit Laval verzichten müsse. * Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Sejm unb zugleich Vorsitzenber ber polnisch-französischen parlamentarischen Gruppe in Warschau, Fürst Janosz Rabziwill erklärt im „Czas", Regierung wie öffentliche Meinung Polens begrüßen den Besuch Lavals. Man wünsche bie Beseitigung ber auch zwischen Freunben immer möglichen Mißver- ftänbniffe, vor allem aber wünsche man eine solche Angleichung ber Politik beider Staaten, daß sie dem seinerzeit Der Weltkrieg hervorgegangen ist. Das einzige Verfahren, was wirklich angängig ist, besteht Daran, Daß bie Staaten sich auf ber Grundlage ihrer großen allgemeinen Interessen zusammenschließen. Deshalb begrüßen w i r auch mit aufrichtiger Freude zwei für Frankreichs auswärtige Politik der letzten Zeit besonders hervorstechende Ereignisse, nämlich die Annäherung zwischen Frankreich und Italien unb bie Annäherung zwischen Frankreich unb Sowjetrußlanb. Die Unterzeichnung bes Beistanbpaktes zwischen Paris und Moskau ist ein Ereignis von solcher Wichtigkeit, daß alle künftigen Folgen, bie sich baraus für eine Neuorganisierung bes Friedens ergeben, im Augenblick noch gar nicht übersehen werden können. Denn dieses Ereignis scheint berufen, für bie künftige Organisation ber Sicherheit in Europa bieGrunb- lage abzugeben. Abessinien znm Widerstand entschlossen. Der Ausgang der Genfer Ratstagung soll abgewartet werden. Lavals Besuch in: 'M arschau. Kein Empfang bei pilsudski. — polen und der Beistandspakt. auch im Falle heute nicht sehr wahrscheinlicher Möglichkeiten grunbsätzliche Konflikte. ober gar tragische Gegensätze zwischen Polen unb Frankreich ausschlössen. Jrn Zusammenhang mjt Dem französischsowjetrussischen Pakt, nach bem auch Sowjetrußland verpflichtet sei, Frankreich bewaffnete Hilfe zu leisten, wirft Fürst Rabiziwill bie Frage auf, ob bie französische Öffentlichkeit glaube, baß bie polnische Ost grenze s i ch vor ben Millionen ber Roten Armee öffnen würbe, beren Hauptziel bie Verbreitung ber fommunifti- scheu Weltrevolution fei, unb baß bie Stäbe biefer Armee in Krakau, Posen, Wilna ober Warschau sich nieberlassen konnten Derartige Möglichkeiten würbe Polen nicht zulassen. Jeber Versuch, bie westliche ober bie östliche Grenze Polens zu überschreiten, würbe immer auf energischen polnischen Wiberstanb stoßen. Die Notwenbigkeit, sich einem solchen Versuch im Osten zu wibersetzen, würbe es Polen gleichzeitig praktisch unmöglich machen, Frankreich an ber Westgrenze zu Hilfe zu kommen. Man müsse von ber polnischen Regierung erwarten, baß sie bie heute bie Regierung Abessiniens richteten unb befonbers bie Rebe Des Unterstaatssekretärs für Die Kolonien, Lessona, Der Abessinien ein LanD Der Räuberei unD Sklaverei nannte, in AbDis Abeba bie lieber* zeugung heroorgerufen. Daß Italien zum Kriege entschlossen ist. Italien gegen Waffenlieferungen an Abessinien. Rom, 9. Mai. (DNB.) Das halbamtliche „Gior- nale D'Jtalia" nimmt nochmals mit besonDerem NachDruck gegen Die Waffenlieferungen europäischer Rüstungs - Fabriken an Abessinien Stellung, bie ber Regierung in Rom namentlich genau bekannt seien; auch sei sie über bie gelieferte Waffenmenge, sowie über bie Vermittler unterrichtet. Die italienische Regierung habe bei ben ßänbern, bie biefe Waffenlieferungen zulassen, bie notroenbigen Schritte unternommen, was ausreichenb fein werbe. Die Welt müsse aber wissen, baß bie Freunbschaft Italiens von ber Haltung abhänge, bie jebes Lanb in ber Belieferung Abessiniens mit Kriegsmaterial einnehme. * Stockholm, 10. Mai. (DNB.) Zu ber Melbung bes „Giornale b'Jtalia" wirb ber schwebifchen Telegraphenagentur von zustänbiger Seite erklärt, baß kein schwebisches Rüstungsmaterial nach Abessinien ausgeführt worben ist unb auch keinerlei Lizenzen für solche Ausfuhren erteilt worben finD. tel, aber er ruht nicht eher, bis er g a nz am Ziel ist. Wie wenig man etwas auf Rücksichtnahme gibt, bas ist jetzt schon an einer Reihe hochstmerkwürbiger Konkurrenzkampfmethoben klar geworben, Metho- ben, so eigenartig unb ausfallenb, baß selbst Zeitungen bes japanischen Fesllanbes überrascht unb erstaunt taten. Auch bie Stimmung Der „roten" Russen ist nach Dem Verkauf Der norDmanDfchurischen Bahn erheblich gesunken. Aus Moskau ist Befehl an sie ergangen, roieDer in Die alte Heimat zu- rückzukehren, Doch nur die allerwenigsten zei- gen sich gewillt, Dem Befehl nachzukommen, obwohl Moskau ausDrücklich versichert hat, Daß in RußlanD genügenD Lebensmittelvvrräte unD genügenD sonstige BeDarfsartikel für Das tägliche Leben vorhanDen feien. Die Botschaft aus UDSSR, scheint jeDoch auf wenig Gläubigkeit gestoßen zu sein, denn Neunzehntel aller roten Russen wollen von einer Rückkehr nichts wissen. Die wenigen aber, Die Dem Moskauer Befehl Folge zu leisten sich anschicken, finD jetzt gezwungen, ihre GrunDstücke zu Preisen loszuschlagen, Die wie ein Hohn klingen. Ein Vermieten Der GrunDstücke scheiDet ohne weiteres aus, Da es sich mit Der Charbiner Eigengesetzlichkeit nicht verträgt. Zwischen Vermieten unb Verschenken wäre herzlich wenig Unterschieb. So ist es schon besser, wenigstens etwas zu retten unb bleibt Der Erlös auch nur eine Bagatelle. Es kommt hinzu, Daß Den Russen, Der roieDer Die Heimreise antritt, in Diesem Augenblick Das Bar- gelD — unD wäre Die Summe noch so gering — mehr reizt Denn je zuvor. Darum schlägt man nicht nur Die GrunDstücke los, fonDern zugleich auch alle anDere Habe, an Die man nicht unbedingt gebunDen ist. Selbst Generationen lang gehütete Kostbarkeiten gibt man fort Man macht gar keinen Hehl Daraus, Daß man Das GelD, Das Durch Die Veräußerungen hereinkommt, einer neutralen Bank überweist. Später, wenn man roieDer in UDSSR, sitzt, will man sich Die Beträge ratenweise nachschicken lassen. Dieser Rückhalt scheint Den Russen taufenbmal wertvoller zu sein als alle schonen Illusionen, Die man in Moskau in Szene gesetzt hat, um Den Abrücken- Den Die Heimat wohlgefälliger zu machen. Wie wenig man Den Moskauer Illusionen traut, Das lehren aber noch prägnanter bie umfangreichen „Einbeckungs- fäufe" unb „Einbeckungsumtausche", bie bie heim- kehrenben Russen noch kurz vor ihrer Ueberfieblung tätigen. Noch nie finb Kleibungsstücke, Wäsche, Nähmaschinen, Küchengeräte unb begleichen begehrter gewesen als in biefen Tagen. Wer vorsorgt, hat später keine Enttäuschung. Eine alte Wahrheit, Die nicht einmal Moskau umzustürzen vermag. glücklicherweise nur theoretischen Möglichkeiten klar vor jenen zum Ausdruck bringe, die sie angehe. Die Lleberprüsung einer allen Freundschaft. Paris ist Pessimistisch. Paris, 10. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Der Warschauer Aufenthalt Lavals beschäftigt die Pariser Öffentlichkeit mehr als das eigentliche Reiseziel Moskau. Es handelt sich um die Bereinigung der französisch-polnischen Beziehungen nach dem Abschluß des französisch-sowjetrussischen Beistandpaktes. Vorsichtig hütet sich die französische Presse vor all zu großen Erwartungen. „Oeuvre" schreibt, Laval werde in Warschau wahrscheinlich eine ziemlich zurückhaltende Aufnahme finden. Es scheine, daß die polnische Regierung Anweisung gegeben habe, jede spontane Kundgebung der Bevölkerung zu verhindern. Man werde also diesmal nicht wieder den Ruf: „Es lebe Frankreich!" hören, den man bei dem letzten Besuch Barthous in Warschau doch immerhin vernommen habe. Die gesamte polnische Politik nehme ihre Richtung aus Deutschland hin. Das wichtigste von dem Besuch Lavals zu erhoffende Ergebnis wäre, wenn es dem französischen Außenminister gelänge, Polen zu irgendeiner Teilnahme an dem geplanten Ostpakt zu bestimmen. Das französisch-polnische Militärbündnis, das vor der großen Neuentwicklung der internationalen Politik abgeschlossen wurde, sei heutzutage ziemlich schwer anwendbar. Laval werde in Warschau darauf Hinweisen, daß der französisch-russische Beistandspakt keineswegs gegen Polen gerichtet sei, denn er sei nur f ü r den Fall eines Angriffes Deutschlands gegen Rußland oder gegen Frankreich unterzeichnet. Selbst in dem Falle, daß Polen Sowjetrußland angreifen würde, dürfte Frankreich nach den Bestimmungen des französisch-sowjetrussischen Vertrages seinem Sowjetverbündeten keine andere Hilfe leisten, als die im Artikel 16 der Dölkerbundssatzungen im Falle einer Verletzung dieser Satzungen vorgesehene Hilfe. Je nach der Aufnahme, die diese Erläuterungen Lavals in Warschau finden, werde sich der Außenminister eine Vorstellung von einer Teilnahme Polens an einer Organisierung der Sicherheit machen. Man müsse jetzt Klarheit gewinnen, ob Polen unter dem bestehenden Zustand in Frieden leben wolle oder ob es irgendwelche anderen Ziele habe: in diesem Falle müsse man allerdings annehmen, daß Polen mit Deutschland stärkere Bindungen habe, als es eingestehe. Laval in Berlin durchgefahren. Berlin, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Laval hat am Freitagvormittag ^Berlin auf seiner Fahrt nach Warschau mit dem Nordexpreß durchfahren. Bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof Zoologischer Garten um 8.32 Uhr stieg der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, in seinen Wagen, um ihn bis nach Frankfurt a. d. Oder zu begleiten. Auf dem Schlesischen Bahnhof, wo der Expreß einen Aufenthalt von 20 Minuten hatte, waren der russische Botschafter und Mitglieder der französischen Botschaft zur Begrüßung erschienen. Von deutscher Seite war Legationsrat von R i n t e l e n , der Leiter der Abteilung Westeuropa des Auswärtigen Amtes, zugegen. Um 9.14 Uhr setzte der Nord-Expreß vom Schlesischen Bahnhof seine Fahrt fort. Emsige diplomatische Tätigkeit Roms. Bundeskanzler Schuschnigg in Florenz. — Jeftitsch in Venedig erwartet. Rom, 9. Mai. (DNB.) Der österreichische Bundeskanzler ist Donnerstag nachmittag in Florenz eingetroffen. Die italienische Presse unterstreicht den privaten Charakter dieses Besuches, wenngleich gutem Vernehmen nach am Samstag eine Begegnung zwischen Schuschnigg und Mussolini stattfinden wird. Die Nachricht von einer in der nächsten Zeit stattfindenden Begegnung des südslawischen Außenministers Je ft it sch mit Mussolini oder Staatssekretär S u v i ch wird in zuständigen italienischen Kreisen bestätigt. Die Zusammenkunft findet wahrscheinlich Samstag, den 18. Mai, in Venedig statt, wo Jeftitsch auf der Durchreise zu der Tagung des Völkerbundsrates in Genf Halt macht, lieber Die weitergehende italienische Absicht einer vorbereitenden Aussprache mit den Außenmini st ern der Kleinen Entente im Hinblick auf die Donaukonferenz in Rom sind noch keine näheren Angaben zu erhalten. Was will der französische Lustfahrtminister in Rom? Parts, 9. Mat. (DNB.) Zur Romreise des französischen Luftfahrtministers General Denain schreibt der „Paris Midi", die Besprechungen dienten zwei Zielen. Das eine Ziel sei der Ausbau der Luftverbindung Paris — Rom und die Frage der Einrichtung eines regelmäßigen Luftdienstes zwischen Europa und Südamerika. Für diese Fragen sei der Direktor der italienischen Zivilluftfahrt, General Pellegrini, zuständig. Das andere Ziel fei weit wichtiger, da es sich hierbei um die Aufrechterhaltung der österreichi- schen Unabhängigkeit handele. Hierüber wurden Besprechungen mit dem Leiter des italieni- chen Militärflugwesens, General Valle, statt- inden. Die Stresa-Konferenz habe bereits grund- ätzlich eine französisch-italienische Zusammenarbeit vorgesehen. Die bevorstehende Besprechung in Rom könne in dieser Hinsicht einen gegenseitigen Beistandspakt ins Auge fassen. Oesterreich dementiert die Entsendung italienischen Militärs nach Wien. Wien, 9. Mai. ängler Bayreuther Festspieldirigent. Die Leitung der Bayreuther Vühnenfest- spiele gibt bekannt, daß bei den Festspielen 1936 Wilhelm Furtwängler als Hauptdirigent mitwirkt. keine Vergebung des Schillerpreises 1935. Der 1859 gestiftete staatliche Schillerpreis in Höhe von 7000 Reichsmark, Der alle sechs Jahre für das beste dramatische Werk eines lebenden deutschen Schriftstellers zur Verleihung kommt, sollte am Todestage Schillers wieder verliehen werden. Reichsminister Rust hatte daher der Satzung des Preises entsprechend eine Preisverteilungskommission berufen, die sich aus Dr. Hermann Stehr, Dr. Rudolf G. Binding, Dr. Agnes Miegel, Werner Beumelburg, Reichsbra- maturg Dr. Rainer Schlösser, Universitätsprofessor Dr. Petersen unb Staatsschauspieler Friebrich Kayßler zusammenfetzte. Mit Rücksicht Darauf, Daß mit Der Verleihung dieser außergewöhnlichen staatlichen Anerkennung nur ein im nationalsozialistischen Geiste schaffender Dichter größten Formats in Frage kommen kann, ein entscheidendes Uebergewicht aber zur Zeit noch bei feinem Werke bzw. keiner Dichtererscheinung vorliegt, hat die Kommission vorgeschlagen, den Preis als solchen diesmal nicht zu vergeben, sondern nach Artikel 11 her Satzung als Werkhilfen ober in anberer Weife für bramatifche Dichter zu ver- menben. Reichsminister Rust hat sich in seiner Eigenschaft als preußischer Minister für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung Diesem Vor- schlag angeschlossen unb hat bem Ministerpräside» M' lvelde"- Das1 i-ranl bild unt« hlai l^e r Ssy K-S! LSÄx ^geordnete, Zs» «T0De vermut paar auf dem hatte, Md .nents von de 3n der Unter Abfassung hat der Erschütterur Stehen, biegsam Umständen >m - Die Regierungsc ljende Aend' nnö infolgedess wickelter un gesehen. Wir erk daß sich unser formen als den, um jede ftondzuhalt bat ihre Metho bewahren. 'freie und n : seid heute mehr ( : unb einem M gemacht, und x Inn lie!" König Ge „Die Krone i das d i e s e g r und Nassen streut sind, v e . denen Furch! mich wieder mir bantbar feir, Miede über einen herrschen und dc Flagge der Frei daß ihnen jemar Emfranzösi Nürnberx fand die er buna der a französisch beschädigte Fr, und der Frank chen. Bereits E Herkules-V der Saalbau d< ™9 polizeili ere.n großen S Hebung du ^ale der Stadt lanlichkeiten der ^res und der "Sn 'm herku S&ä her K« d'° Ru,ik KB lene du°ww^ Ä S M. ll^ldi a-rtr^chm llNt V e,t59i Sri Ach ß;n V- das 5« entla?Kfcr u Auf t.-/wine < aJ de, Nir Mein ?He ^ben 4. Venen Furch! u n riegsvorbereitung Bild-Schema im Durdileuditungsapparal Erste deutsche Kundgebung der antijüdischen Weltliga EinfranzösischerFrontkämpfersprichtzusammenmitLuliusEtreicherinMmberg ERNTEN 30 BIS 32 ♦ MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M Fabrikations- H. F.APH.F.REEMTSMA CIGARETTENFABRIKEN ALTONA-BAI ifterp« Die Cigaretten sq methoden. die zui e r Doppelt fermentierte Tabake ergeben bei der Durchleuchtung ein reines klares Bild isamagen unseres technischen Muster- Xmt. völlig neuen Methoden hergestellt !er dieser Mischung beruht darauf, daß s i ch wieder in der Welt regen, wollen wir dankbar sein, daß eine ruhige Regierung und Friede über einem so großen Teil der Erdoberfläche herrschen und daß so viele Millionen unter der Flagge der Freiheit ihr täglich Brot essen, ohne daß ihnen jemand Furcht einjagt. Es ist mir eine Aus solchen vollkommenen Blättern wird die Mischung für die » R 6 « Cigarette hergestellt -aller flttuif eri# M i 6er auch i Mnister- und bei der chmü 6 le desNund- >S 1935. Uetpreiä eW !5 lebenden 'eit auf die ime In den- je der Vörie Abnahme gesprochenen lengeweM b Verkehrs- herrschte die Verhältnis^ ging In den nrtschaft die l den mehr 100 jlirulf. griffen. 2(pril ein jen 3at)re dticher .xx \\\. Lin es Meits- ungen blei- wurde, den hend so- itsleben “t“*t 370 Wnt eim l'nspektL Probe, Rekord. !>?• Sie 0 ft e n. ^ebg, ! 1 Atzend- i ■ Aeichg. itemdienst Mainzer Parlament und Krone. „Englands historische Jtegierungsform hat sich als angemessen erwiesen. Nürnberg, 10. Mai. (DNB.) In Nürnberg fand die erste große deutsche Kundgebung der antijüdischen Weltliga statt, in der der französische Schriftsteller und schwerkriegsbeschädigte Frontkämpfer Jean Boissel- Paris und der Frankenführer Julius Streicher sprachen. Bereits Stunden vor der Kundgebung mußte das Herkules-Velodrom, der Kulturvereinssaal und der Saalbau des „Deutschen Hofes" wegen Ueber- füllung polizeilich gesperrt werden. In drei weiteren großen Sälen wurden deshalb noch Parallelkundgebungen durchaeführt. Außerdem wurde die Kundgebung durch Lautsprecher auch in drei große Säle der Stadt Fürth übertragen. Führende Persönlichkeiten der Bewegung, Vertreter des Reichsheeres und der Landespolizei, der Behörden usw. .waren im Herkules-Saalbau, der mit den Symbolen des Deutschen Reiches und mit der Trikolore geschmückt war, erschienen. Mit brausendem Jubel wurden der Frankenführer und Jean Baisse! bei ihrem Erscheinen begrüßt. Zu Ehren des Gastes spielte die Musik die französische Nationalhymne. Oberbürgermeister Jakob (Fürth) eröffnete im Namen der antijüdischen Weltliga die Kundgebung, indem er es als keinen Zufall bezeichnete, daß diese erste Kundgebung gerade in Nürnberg, der Hochburg des Antisemitismus, stattfinde. Nach weiteren einleitenden Worten des Frankenführers trat dann Jean Baisse! ans Rednerpult. Seine Rede, die oft von Beifallsstürmen unterbrochen wurde, wurde anschließend in deutscher Übersetzung bekanntgegeben. Er führte u. a. aus: Mehr als jemals habe ich das Vertrauen gehabt, daß der Tag der Wahrheit kommen werde, an dem die Lügen fliehen, jene dummen Grundsätze, die aus Frankreich und Deutschland Erbfeinde machen wollen. Lüge ist es, wenn interessierte Verleumdungssucht Deutschland als den allein Verantwortlichen und Schuldigen am Weltkrieg hinstellen will. Und nochmals Lüge ist auch jener Schänd- vertrag, welcher den Lebensrechten und höherem Menschlichkeitsgefühl überhaupt nicht Rechnung trägt. Jene Kräfte, die sich gegen eine Verständigung mit Deutschland wehren, sind nicht Frankreich, das denkt, das arbeitet und das leidet und duldet. Ich bin heute zu euch gekommen, als Franzose, als Frontkämpfer und Kriegsbeschädigter, um den Feind zu entlarven, der unser Feind und euer Feind ist: Alljuda. Meine Rede soll ein Bekenntnis sein, e i n Ruf für den Frieden, ein leidenschaftlicher Appell an mein Vaterland. Wir haben 4'/r Jahre im Felde gekämpft. W i r alle waren am Ende die Betrogenen. Und da dieser Krieg niemals für einen edlen Zweck geführt wurde, hat er sich als eine ungeheure Niederlage für die ganze Welt erwiesen. ent. jnenfesi' pielen 1936 upldiri' Quelle des Stolzes und der Dankbarkeit, daß die vollkommene Harmonie unseres Parlamentssystems mit unserer konstitu- tionellen Monarchie die Stürme überlebt hat, die in Kürze jetzt andere Reiche und andere Freiheiten zerstört haben. Ich danke dem allmächtigen Gott, der mir und meinem Volke bisher beigestanden hat und ich bete, daß wir weiterhin die Sache der Freiheit und des Fortschrittes in einem Geiste des Friedens, der Duldung und der Verständigung verfechten mögen." Unter den Klängen der Nationalhymne und vom lauten Beifall der Abgeordneten beider Häuser begleitet, verließ das Königspaar das Parlament. Englands Luftverteidigung. Höchste Anspannung der Flugzeugfirmen. London, 10. Mai (DNB. Funkspruch). Die Tatsache, daß die mit Ungeduld erwartete Unterhausdebatte über die Wehrfrage bis zum 22. Mai aufgeschoben worden ist, wurde in den Wandelgängen des Parlaments lebhaft erörtert. Man nimmt an, daß Baldwin die Aussprache eröffnen wird. Die Frage der Luftverteidigung wird im Vordergrund stehen. Die Blätter nehmen an, daß auch von den im Innenministerium ausaearbeiteten Plänen über einen zivilen Luftschutz die Rede sein wird. Die Minister seien sich darüber klar, daß auch bei noch so großer Vervollkommnung der Vorbereitungen ein vollkommener Schutz der Zivilbevölkerung nicht gewährleistet werden könne. Dennoch müsse natürlich die Zivilbevölkerung durch geeignete Maßnahmen an Disziplin gewöhnt werden. Das Luftfahrtministerium hat den englischen Flugzeugfirmen in einem vertraulichen Schreiben Richtlinien für die angekündigte Beschleunigung der Luftaufrüstung erteilt. Die Firmen werden aufaefordert, ihr Erzeugungstempo zu beschleunigen und keine ausländischen Aufträge ohne vorherige Rückfrage beim Ministerium auszuführen. In dem Schreiben wird ferner angefragt, welchen H ö ch st u m s a tz die betreffenden Firmen erzielen können. Es wird in Aussicht gestellt, daß die Königliche Luftflotte auf mindestens zwei Jahre hinaus zur Abnahme dieser Höchsterzeugung, die das Doppelte oder Dreifache der jetzigen Erzeugung darstellen würde, bereit sei. gende Entscheidung getroffen, die die Be statt- guna des Führers und Reichskanzlers gefunden hat: Der e r st e P r e i s, mit dem die Ausführung des Standbildes verbunden ist, wurde v o r e r st nicht erteilt. Dafür wurden zwei zweite Preise in Höhe von je 2000 Mark vergeben, und zwar wurden sie dem Entwurf des Prof. Fritz K l i m s ch (Berlin) und dem des Prof. B a g d o n s (Dortmund) zuerkannt', diese beiden Bildhauer sind gleichzeitig aufgefordert worden, unter Beachtung der vom Schiedsgericht abgegebenen gutachtlichen Aeußerungen neue Entwürfe zu schaffen, von denen das Schiedsgericht alsdann einen zur Ausführung dem Führer und Reichskanzler Vorschlägen wird. — Der dritte Preis von 1500 Mark wurde der Arbeit des Bildhauers Max Bez- ner (Berlin), der vierte Preis (1000 Mark) dem Entwurf des Prof. Ludwig Cauer (Bad Kreuznach) zugesprochen. deutsche ebenso wie das französische Volk d i Kräfte der Verteidigung allein de Aufrechterhaltung des Friedens wid men. Leider kenne und verstehe Frankreich das neue Deutschland noch nicht. Das zu erreichen, bedürfe es einer beharrlichen weiteren Aufklärungsarbeit. Als Baisse! in seiner Rede noch einmal au das gigantische Aufbauwerk Adolf Hitlers zu sprechen kam, grüßte er mit leidenschaftlichen Worten die Bewegung, ihre Toten und den Führer. „Ich grüße heute ihre Fahnen und ihre Toten! Ich grüße den Führer und seine Truppen! Ich grüße das Hakenkreuz, das schon den Weg um die Welt gemacht hat!" Diese Cigaretten werden In den Faculka betriebes In Altona-Bahrenfeld nacl^i Der ungewöhnlich zarte und reine Cha? sämtliche Tabake zweima|f*npri|p-tM(Np^e "'^ausschließlich ohne Mundstück hergestellt. Pre'ClJgplppolerleflz^Rtlmlr^llaus folgenden Distrikten: Sja/^eVolÄ^PavWTä, >EJh, r. SteZrgiKÄemlh. stüeun • .....- Silo- !°meiet DasparlamenIhuldigldemKönig [London, 9. Mai. (DNB.) König Georg, ion der K ö n i g i n begleitet, nahm am Donnerstag n der 500 Jahre alten W e st m i n st e r h all die iubiläumsglückwünsche der beiden Häuser des Parlaments entgegen. 464 Lords und 455 Unterhausabgeordnete, sämtliche Kabinettsminister, die Ministerpräsidenten der englischen Dominien, indische Fürsten und hohe englische Würdenträger waren in ter Halle versammelt, in der vor etwa 300 Jahren König Karl I. von den Richtern Cromwells zum Lode verurteilt worden war. Als das Königspaar auf dem erhöhten Thronstuhl Platz genommen hatte, wurden die Adressen des Parlaments von dem Lordkanzler als dem Vertreter des Oberhauses und vom Sprecher des Unterhauses verlesen. In der Unterhausadresse heißt es u. a.: „Unsere Verfassung hat sich als stark genug erwiesen, um ;)er Erschütterung eines großen Krieges zu wider- tehen, oiegsam genug, um sich den wechselnden Umständen im Weltreich und der Welt anzupassen. Die Regierungszeit Ew. Majestät hat t i e f s ch ü r- lende Aenderungen im Zustand der Welt und infolgedessen das Auftauchen verwickelter und ungewohnter Probleme gesehen. Wir erheben ehrerbietig darauf Anspruch, daß sich unsere historischen Regierungs- rormen als angemessen erwiesen ha- jen, um jeder herankommenden Krise st a n d z u h a l t e n. Unsere überlieferte Politik !)at ihre Methoden geändert, um ihre Hauptzüge zu bewahren. Britannien bleibt wie immer eine freie und wohlgeordnete Nation. Ihr eid heute mehr als ein Souverän. Aus einem Staat und einem Weltreich habt Ihr eine Familie gemacht, und Ihr seid das Haupt der F a - m i l i e!" König Georg sagte in seiner Antwort u. a.: „Die Krone ist das historische Sinnbild, das diese große Familie von Nationen und R a s s e n , die über alle Teile der Erde verstreut sind, vereinigt. In diesen Tagen, in ^yiung auf .Hrenfelo Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den Rechtsanwalt Professor Dr. Friedrich Grimm, MdR., um ihm für die erfolgreiche Wahrnehmung der deutschen Interessen im Kairoer Judenprozeß seinen Dank auszusprechen. * Die türkische Presseabordnung hat an den Führer und Reichskanzler beim Ueberfliegen der deutschen Grenze ein Telegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Beim Ueberfliegen der deutschen Grenze in einem deutschen Flugzeug entbieten wir dem großen Führer des befreundeten Volkes unsere tiefste Verehrung und Hochachtung. Die große Gastfreundschaft, vor allem aber der Empfang bei Ew. Exzellenz während unserer lötägigen Deutschland- reise wird uns in dankbarer Erinnerung bleiben und zu den schönsten Erlebnissen unseres Lebens zählen." Unsere vereinten Armeen hätten ausziehen müssen zum Kampfe bis auf Öen. Tod gegen die Weltgeißel des Weltjuoentums; dann wäre es nicht soweit gekommen, daß die geheimen Mächte, die allein Verantwortlichen am Weltkriege, die Freimaurer und das Judentum, sich von neuem ausbreiteten, um einen Frieden zu konstruieren, dessen alleinige materielle Nutznießer sie sind. Und dann der Kommunismus! Er hat nur Den Zweck und geheimen Wunsch, den Planeten Erde in ein großes Gefängnis zu verwandeln, in dem die Juden die Gefängnisaufseher wären. Der Kommunismus, wie ihn der Jude predigt, ist eine große Gleichmachung nach unten, nach dem Nichts. Boissel ging dann auf die nationalsozialistische Revolution ein und bezeichnete den Frontkämpfer Adolf Hitler im Hinblick auf fein Ringen um die deutsche Seele als einen Titanen. Uebergehend auf das in Frankreich herrschende Vorurteil eines neuen militärischen Deutschlands erklärte Boissel weiter, er seinerseits wisse, daß das na kommt, J9 „«lieg $5^ >'/s Neichsdrm •r# ■it iciSV s-s & fuk fV jen empfohlen, dem Vorschläge der Kommission zuzustimmen. Der Ministerpräsident hat die Zu- siimmung erteilt. Demgemäß wird die Preissumme ler Notgemeinschaft des deutschen Schrifttums zur Zerteilung an notleidende Schriftsteller überwiesen Derben. Das Hindenburg- Standbild im lannenberg-Nattonaldenkmal. Das Schiedsgericht im Wettbewerb zur Krängung von Entwürfen für ein Hindenburg-Stand- litb im Tannenberg - Nationaldenkmal, bas am Mai 1935 unter bem Vorsitz bes Staatssekretärs Dr. Meißner unb weiterer Beteiligung ber Heren Generalmajor a. D. von Hinbenburg, Professor unb Präsident ber Reichskammer ber bil- enben Künste H o e n i g (München), Professor M e- e s (Berlin), Professor Walbschmibt (Stutt- $art), Bildhauer Isenbeck (Berlin) unb Regie- ungsbaumeifter a. D. Johannes Krüger (Berlin- kharlottenburg), zusammengetreten war, hat fol- Wie die Litauische Telegraphenagentur aus Memel meldet, hat der Gouverneur des Memelgebietes zwei Erlasse herausgegeben, von denen einer die Legislaturperiode des bestehendenLandtags für beendet erklärt, während der andere die Neuwahl für den 2 9. September festsetzt. Zur Festsetzung dieses Wahltermins erklärt die Litauische Tele- gra^henagentur, daß dieser Zeitpunkt mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft gewählt worden sei. Die belgische Regierung hat im Parlament angekündigt, daß sie die diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland aufzunehmen gedenke. Der stellvertretende Ministerpräsident, der Sozialist V a n d e r v e l d e, sei beauftragt worden, diese Frage zu prüfen. Man spricht davon, daß die Regierung beabsichtige, eine Delegation nach Sowjetrußland zur Anknüpfung der Beziehungen zu entsenden. Eine Entscheidung scheint aber noch nicht getroffen zu sein. * Der argentinische Außenmini st er hat überraschend die Vertreter Chiles, Brasiliens, Perus und der Vereinigten Staaten zu einer vorbereitenden Konferenz geladen, um den vermittelnden Ausschuß zur Beilegung des Chaco-Konfliktes zu bilden. Uruguay soll zugezogen werden. Aus aller Welt. Dreizehn Menschen von sinkenden Fischerbooten gerettet. Der Dank des Führers für die mutige Tat. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphierte an den Führer und Reichskanzler: „Station Pillau berichtet: Am 8. Mai bei schwerem NO.-Sturm mit Hagelböen und grober See 13 Menschenleben von vier sinkenden Fischerfahrzeugen durch Motor-Rettungsboot .Konsul Kleyenstüber" gerettet." Der Führer und Reichskanzler hat hierauf mit folgendem Telegramm geantwortet: „Der Besatzung des Rettungsbootes „Konsul Kleyenstüber" spreche ich zu der tapferen Rettungs- Um die Schallplatte im Rundfunk. Im Prozeß der Schallplattenfabriken gegen die Reichrundfunkgesellschaft, in dem die Entscheidung des Gerichts am 28. Mai verkündet werden soll, begründete der Rechtsvertreter der sieben klagenden deutschen Schallplattenfirmen, unter denen an erster Stelle die Karl Lindström AG. steht, den Klageantrag. Es liege nicht im Sinne des Klägers, daß dem Rundfunk die Sendung schlechthin untersagt werden solle. Die Schallplattenindustrie verlange lediglich eine angemessene Entschädigung. Die Industrie habe in den letzten Jahren nach Einführung des elektrischen Aufnahmeverfahrens überaus wertvolle Arbeit geleistet. Sie habe hochwertige Schallplatten von Gesangs- und Or- chesteraufführungen sowie sonstiger künstlerischer Darbietungen geschaffen. Diese Leistungen seien nur unter Aufwendung großer Ko st en und Mittel möglich gewesen. Nur habe sich aber als Folge der Rundfunksendung ergeben, daß das Publikum mit Schallplatten übersättigt worden sei. Ein sehr starker Absatz- schwund bei der Schallplattenindustrie habe daher in den letzten Jahren eingesetzt. Das Publikum sei daran gewöhnt, daß es die wertvollsten Schall- platten, sowie auch ständig wiederkehrende Tanzmusik vom Rundfunk dargeboten erhalte. Damit entfalle für den einzelnen Rundfunkhörer der Anreiz zum eigenen Erwerb von Schallplatten. Bei dieser Sachlage müsse die Beibehaltung einer entschädigungslosen Verwendung von Schallplatten für deren Hersteller ruinös verlaufen. Der Rechtsvertreter der Reichsrundfunkgesellschaft widersprach diesen Ausführungen. Es sei zwar zuzugeben, daß ein Absatzrückgang bei der Schallplattenindusttie stattgefunden habe. Diese Entwicklung sei aber in erster Linie auf die Weltwirtschaftskrise zurückzuführen, die die in ihren Produktionsanlagen übermäßig aufgeblähte Schallplattenindustrie besonders scharf getroffen habe. Man habe nun nach einem Weg gesucht, um den geschäftlichen Ausfall durch Subventionen a u s z u g l e i ch e n und sei dabei auf den Rundfunk als Ausbeutungsobjekt verfallen. Der Prozeßkrieg gegen den Rundfunk sei international angezettelt worden von dem früher in Deutschland tätigen, jetzt im Ausland lebenden Rechtsanwalt Dr. Baum. Für wie wichtig die Industrie den Rundfunk als Propagandamittel für ihre Erzeugnisse gehalten habe, gehe aus zahlreichen Beschwerden hervor, mit denen einzelne Firmen darüber Klage geführt hätten, daß sie gegenüber anderen Wettbewerbern im Spielplan des Rundfunks benachteiligt worden seien. Eine Berufung auf das Wettbewerbsgesetz müsse entfallen, weil die Reichsrundfunkgesellschaft eine öffentlich-rechtliche Körperschaft sei, die als wirtschaftlicher Wettbewerber für die Schallplattenindustrie damit ausfalle. Der Rundfunk habe in erster Linie kulturelle Erziehungsaufgaben 3u leisten und sei damit zur Sache des ganzen deutschen Volkes geworden. Wer ihn angreife, greife auch den Staat an. tat Dank und Anerkennung aus. Gleichzeitig verleihe ich ihr die Rettungsmedaille am Bande. Gez. Adolf Hitler." Degen gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht des Landgerichts Neu-Rup- pin verurteilte den 39jährigen Wilhelm Büttner aus Perleberg wegen gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode und wegen Totschlags in einem Fall zu 8 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der Ehrenrechte auf Lebensdauer. Büttner, der bereits wegen Unterschlagung und Sittlichkeitsverbrechen verschiedentlich vorbestraft war, hatte auf seiner letzten Arbeitsstelle in Dall- min wieder ein Sittlichkeitsverbrechen begangen. Um der Strafe zu entgehen, wollte er feine Familie verlassen. Nach seinen Angaben vor Gericht habe aber seine Frau vorgeschlagen, mit den Kindern gemeinsam aus dem Leben zu gehen. Zuerst habe man bei Wittenberge in die Elbe springen wollen. Aber man habe dann in einer Schutzhütte im Perle- tzerger Forst Mhrsre Tage zugebracht Und zuerst die hungernden und frierenden Kinder erwürgt. Schließlich, so behauptete der Angeklagte, habe sich seine Frau erhängt und er habe, da er ihre Oralen nicht habe mitansehen können, seiner Frau einen M e s s e r st i ch in den Hals versetzt. Ziellos sei er darauf bis zu seiner Verhaftung in Usingen im Taunus umhergeirrt. In der Urteilsbegründung sagt das Gericht, daß es selbst ebenso wie die Sachverständigen nicht im geringsten daran zweifele, daß Büttner mit voller Ueberlegung gehandelt habe. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Von dem bei Nordengland liegenden Hochdruckgebiet erstreckt sich ein Rücken über Deutschland nach dem Balkan. Unter seinem Einfluß herrscht bei absteigender Luftbewegung in ganz Deutschland heiteres Wetter. Bei der derzeitigen Luftdruckver- teiluna wird sich jedoch voraussichtlich bald wieder eine Zufuhr kälterer Luftmassen aus Nordeuropa einstellen, zumal die neue Wärmezunahme den Ab- bau des kontinentalen Teiles des Hochdruckgebietes begünstigt. Voraussage für Samstag: Zeitweilig Aufkommen von Bewölkung, doch im ganzen freundlich und tagsüber ziemlich warm, überwiegend nördliche und östliche Winde. Voraussage für Sonntag: Voraussichtlich wieder etwas unbeständigeres und kühleres Wetter. Lufttemperaturen am 9. Mai: mittags 16,1 Grad Celsius, abends 7,9 Grad; am 10. Mai: morgens 8,3 Grad. Maximum 16,8 Grad, Minimum 3,3 Grad. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Longe, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. ^TäglichSEBALDS HAARTINKTUR sie schafft volles Haar PREISE: 1.80 u. 3.35 'l2 Liter 5.40 2767 V 2778 D Gießen (Dammstraße 47), den 10. Mai 1935. 02016 i MASS Die Beerdigung findet am Samstag, 11. Mai, vormittags um 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 27n6D Ihren neuen Maßanzug für Pfingsten 2774 D Kriegeneranait Gießen. Vertrags-Lieferant der Heeres - Kleiderkasse. 2788 A ts Jetei nur 22 Doppel pap. 40 £■/ Hochstätter-Tapeten sind schön 2781 D gut und preiswert ■ Wir betrauern das Ableben unseres Bundesbruders Jungborn für das Blut Wacholder-Satt Glas v. 90 an Versand n. aus«. KräuterbaDS Jung i. d. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres heben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Rinn, geb. Renner. Heuchelheim, den 10. Mai 1935. In tiefer Trauer: H. Schmidt, Ober eich meister, und Kinder. c Ur. 168 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag.lü. HW35 Wahrschauen auch SJlXfpOTt Gauveronstaltung Die Kurhessenfahrt wird als Reichswehr in diesem sportlichen Kampf abschnei- gegen 14 Uhr zu erwarten sein. Keine Wiederholung des Spieles Ampeln ersetzt sind. Dann hat Verkehrsregelung vor den alten technisch nichts mehr voraus. Polizei Hamburg —Darmstadt 98. Der Beschluß des Fachamtsleiters, Brigadeführer Hermann, das Spiel um die Deutsche Handball- Meisterschaft zwischen Polizei Hamburg und Darmstadt 98, das die Hessen am 28. April in Hamburg mit 9:7 gewannen, zu wiederholen, wurde aufgehoben und das Treffen als gültig erklärt, so daß die zwei Punkte den Darmstädtern zufallen. nach den Sportgesetzen der Obersten nationalen Sportbehörde (ONS.) durchgeführt. Neben den Ausweisfahrern als Nachwuchs werden bekannte Lizenzfahrer am Start teilnehmen. Die Wertung der Fahrt erfolgt nach Klassen entsprechend der Stärke der Fahrzeuge. Die Sieger erhalten als Preise wertvolle Plaketten. Für die Mannschaften sind außerdem Sonderpreise vorgesehen, sofern sie den Mannschaftswettbewerb vorschriftsmäßig durch gemeinsame Lösung der gestellten Aufgaben durchführen. Die Fahrt beginnt um 9 Uhr vormittags mit der vorherigen Abnahme der Fahrzeuge. Der Start erfolgt, wie eingangs erwähnt, an der Hessenkampfbahn in Kassel. Der Musikzug der Motorstandarte 47 wird am Start ein Platzkonzert veranstalten. Die Rückkehr der ersten Fahrer wird den werden. Die Fahrer bekommen interessante Aufgaben zu lösen, wobei die Leistungen auf nicht geringer Höhe liegen müssen. Besonders wird die erfolgreiche Durchführung der Fahrt für die Teilnehmer von ihrer guten Kartenkunde und der Fähigkeit, sich im Gelände zurecht zu finden, abhängig sein. Allerdings werden die Fahrer von Spezialfahrzeugen besonders gewertet und nicht zusammen mit den Fahrern normaler Gebrauchsfahrzeuge. Durch große rote und weiße Flagg.en zeigen sie an, ob ein Schleppzug oder ein Einzelschiff kommt. Werden zwei Flaggen gesetzt, sowohl die große rote als auch die große weiße, dann bedeutet das, daß ein Floß zu Tal treibt. Kleine weiße, rote und blaue Zusatzflaggen, die an einem zweiten Mast aufgezogen werden, kündigen dabei den jeweiligen Standort des Talschiffes an. Je weiter das gewahrschaute Fahrzeug stromab fährt, um so mehr der Zusatzflaggen werden wieder eingezogen. Hat es endlich die letzte der Wahrschaustationen, das Bankeck unterhalb der Lorelei erreicht, so werden auch die letzten Flaggen eingeholt, damit die Bergschiffe erkennen können, daß nunmehr das Fahrwasser wieder vollkommen frei ist. Die Bergschiffe haben die Verpflichtung, die Flaggensignale unbedingt zu beachten. Sie müssen, wenn die Wahrschauer ihnen Talschiffe ankündigen, die Fahrrinne freigeben und vor besonders engen Stellen des Fahrwassers gar vor Anker gehen, bis das Talschiff die gefährliche Stelle passiert, hat. Gefahren des Stromes. Früher waren Karambolagen in der Rheingebirgsstrecke keine Seltenheit. Die eigenartigen, sehr starken Strömungen und Strudel trieben die Schiffe mit solcher Gewalt stromab, daß sie dem Ruder des Schiffes oft nicht mehr gehorchten und auf bergwärtsfahrende, in der Navigation ebenfalls behinderte Schiffe aufliefen. Seitdem jedoch die Rheinpolizei den Wahrschaubetrieb einheitlich geregelt hat und alle Verstöße gegen die Wahrschausignale unnachsichtlich verfolgt, sind Schiffszusammenstöße auf der. Rheingebirgsstrecke recht selten geworden. Immerhin kommt es auch heute noch vor, daß Unfälle geschehen. Sei es, daß irgend welche Strömungen einen Kahn plötzlich mit solcher Gewalt packen, daß das Schleppseil reißt und der Kahn hilflos auf die Klippen treibt, daß ein Bergschiff Oer Rhein bekommt Verkehrsampeln Wahrschauer, die Verkehrspolizisten des Rheins. (Sin Äerichi von Martin Oey. Nachwuchsfahrer vom NSKK. dar. Es wird interessant sein, zu sehen, wie die jungen Fahrer des Kraftfahrkorps gegen die wohlgeschulte noch lustig flatternden Wahrschauflaggen durch die großstädtische Kurheffenfahrt des Nationalsozialist. Krafifahrkorps, Motorbrigade Hessen. Wie kürzlich bereits gemeldet wurde, findet am 12. Mai die Kurhessenfahrt 1935 als Geländeorientierungsfahrt statt. Bei der Motorbrigade Helfen, in deren Händen die Durchführung der Veranstaltung liegt, sind die Meldungen zur Teilnahme bis heute bereits zahlreich eingegangen. Es wird ein starkes Feld am Start sein, der an der Hessenkampfbahn in Kassel stattfindet. Beachtlich ist das große Interesse der Reichswehr und die erhebliche Zahl von Meldungen, die von dieser Seite eingegangen sind. Die Fahrer der Reichswehr stellen eine starke Konkurrenz für die versucht, eine besonders enge Stelle des Fahrwassers noch vor dem angetünbigten Talschiff zu passieren und dabei karamboliert. In solchen Fällen wird das Fahrwasser der ganzen Gebirgsstrecke für alle Schiffe gesperrt. Die Wahrschauer setzen ihre tarierten Sperrflaggen: und dann ruht jegliche Schiffahrt, bis das auf Grund gelaufene Schiff entweder aus der Fahrrinne abgeschleppt ober auch gesprengt worben ist. Elektrische Signale. So einfach, wie ber Laie immer meint, ist bie Schiffahrt auf bem Rhein, zumal in ber Gebirgsstrecke, also auch heute noch nicht. Trotz jahrhunberte- langer Regulierungsarbeiten ist ber Rhein eben auch heute noch kein Kanal, sonbern immer noch ein lebenbiger Strom, besten Tücken nur durch gespannteste Aufmerksamkeit gebannt werden können. Auf eine streng gehandhabte Verkehrsregelung kann darum nicht verzichtet werden; und auf der Rheingebirgsstrecke werden die Wahrschauer wohl niemals verschwinden. Im Gegenteil, die Strombauoerwaltung bemüht sich, den Nachrichten- und Signaldienst der „Rheinoerkehrspolizisten" immer weiter und zuverlässiger auszubauen. Seit längerer Zeit schon stehen die einzelnen Wahrschauen in ständiger telephonischer Verbindung miteinander, und neuerdings beginnt man sogar, die alten, bei diesigem Wetter und in der Dämmerung oft unzuverlässigen Flaggensignale durch starke, bei Tag und Nacht immer sichtbare Scheinwersersignale zu ersetzen. Vor kurzer Zeit wurde erst auf der Wahrschau Ochsenturm eine elektrische Signalanlage eingebaut, deren Blinklichter den Schissen heute statt der alten Flaggen weithin über den Strom melden, ob das Fahrwasser frei ist oder nicht. Als zweite Wahrschaustation soll demnächst der Binger Mäuseturm mit modernen Verkehrsampeln ausgerüstet werden. Da sich die elektrischen Wahrschausignale bisher bei jeder Witterung als überaus zuverlässig bewährt haben, wird es nicht mehr allzulange dauern, bis alle heute (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten!) Was sind „Wahrfchauer"'? Die Schiffahrt kennt die Verkehrsregelung durch Flaggen- und Lichtfianale schon seit uralten Zeiten, und die Rheinschiffahrt hat gar schon vor hundert Jahren Verkehrsposten eingesetzt, die man geradezu als Vorläufer der modernen Verkehrspolizei betrachten kann. Die alten Rheinfchiffahrts-Verkehrs- regler hießen wie heute noch ihre Nachfolger — Wahrfchauer. Sie schauten wahr, schauten voraus, eine Bezeichnung, die man ganz wörtlich nehmen muß, denn sie liefen den stromaufwärts fahrenden Schiffen voraus, um ihnen vom Ufer aus an krümmungsreichen, unübersichtlichen Rheinstrecken die entgegenkommenden, zu Tal fahrenden Schiffe anzuzeigen. Besonders wichtig waren die Wahrschauer von jeher in der gefährlich st en Strecke der R h e i n s ch i f f a h r t, in der Durchbruchsstrecke durch das Gebirge, von Bingen bis St. Goar, dort, wo sie sich — während sie überall am Rhein sonst längst überflüssig geworden sind — noch bis auf den heutigen Tag erhalten haben. Allerdings laufen die Wahrschauer jetzt nicht mehr wie noch vor fünfzig Jahren den Schiffen am Ufer voraus. Sie find vielmehr seßhaft geworden, haben sich an bestimmten Uferstellen niedergelassen und geben sich ihre Signale von Mann zu Mann weiter. Ja, seit 1928 sind die Wahrschauer, die früher freie Gewerbetreibende waren, sogar staatlich fest a n g e st e l l t worden. Sie bekommen heute ein festes Gehalt, und damit sind die Gebühren in Fortfall gekommen, die sie bis dahin von jedem gewahrschauten Schiff erhoben hatten. " Mit der Verstaatlichung ist auch der ganze Wahr- schauhetrieb, der früher mit recht primitiven Signalen arbeitete, nach einheitlichen, in der Rheinschiffahrtspolizeiverordnung genau festgelegten Richtlinien zu einem sicher und zuverlässig arbeitenden Nachrichten- und Verkehrsdienst ausgebaut worden. Zwischen Mäuseturm und Lorelei. Heute gibt es an der Rheingebirgsstrecke insgesamt noch neun Wahrschaustationen. Die erste ist auf dem sagenumwobenen Mäuseturm, kaum 200 Meter oberhalb des Binger Lochs untergebracht. Alle zu Tal fahrenden Schiffe müssen durch Flaggensignale dem Wahrschauer auf dem Mäuseturm anzeigen, daß sie über Bingen hinaus durch das Binger Loch oder das unmittelbar danebenliegende „zweite Fahrwasser" weiter rheinabwärts fahren wollen. Erst wenn der Wahrfchauer auf dem Mäufeturm durch Flaggen- oder Korbzeichen signalisiert, daß das gewünschte Fahrwasser frei ist, dürfen die Schiffe ihre Taffahrt über Bingen hinaus beginnen. Haben sie jedoch einmal den Mäuseturm passiert, dann dürfen sie ihre Fahrt ungehindert bis zu der letzten der Wahrschaustationen, dem Bankeck unterhalb der Lorelei, fortsetzen. Sie haben auf der ganzen Gebirgsstrecke unbedingtes Vorfahrtsrecht. Damit es nun auf der an Felsverfetzungen reichen, stark gekrümmten und unübersichtlichen Gebirgsstrecke in dem nur schmalen Fahrwasser nicht zu Zusammenstößen mit entgegenkommenden, zu Berg fahrenden Schiffen kommt, signalisieren die übrigen acht Wahrschaustationen den jeweiligen Standort des Talschiffes allen Bergschiffen auf viele Kilometer voraus. Und zwar ist das so geregelt, daß die nächste der auf dem Weg rheinab liegenden Wahrschauen, die Station auf dem Ochfenturm bei Oberwesel, das Talschiff ankündiqt, sobald es die Pfalz bei Caub erreicht hat. Alle weiteren Stationen nehmen das Ochfenturmfignal sofort auf. Fußball-Länderkampf Deutschland-Spanien. Die beiden Mannschaften. Nach dem Länderspiel gegen Irland hat der Deutsche Fußballbund am Mittwochabend die deutsche Reichself bekanntgegeben, die am kommenden Sonntag in Köln auf Spanien trifft. Die deutsche Elf steht: B u ch l o h (VfB. Speldorf); Janes (Fort. Düsseldorf), Busch (Duisburg 99); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Münzenberg (Alem. Aachen), Bender (Fort. Düsseldorf); Lehner (Schwaben Augsburg), Hohmann, Rasselnberg (beide VfL. Benrath), Conen (Fv. Saarbrücken), Fath (Wormatia Worms). Ersatz: Jü- rissen (Oberhausen), Tiefel (Eintracht Frankfurt), Goldbrunner (Bayern München), Zielinski (Union Hamborn) und Lenz (Bor. Dortmund). Auch die Spanier haben jetzt ihre Vertretung bekanntgegeben. Insgesamt kamen 17 Spieler nach Deutschland, darunter auch Ricardo Zamora, der allerdings nicht dos Tor hüten wird, sondern nur als Ersatzmann mit nach Köln fuhr. Die spanische Mannschaft: Eizaguirre (FC. Sevilla); Z a b a l o (FC. Barcelona), Ouincoces (FC. Madrid); Pedro Regueiro (FC. Madrid), Ci- lauren (Athletic Bilbao), Lecue (Betis Sevilla); D a n t o l r a (FC. Barcelona), Luis Regueiro (FC. Madrid), Lang ar a (FC. Oviedo). Irarast o r r i, Gorostiza (beide Athletic Bilbao). Ersatzspieler sind Ricardo Zamora, Areze, Pedrol, So- ladrero, Martinez und Gonzales. Die spanische Nationalmannschaft hat am Donnerstag von Godesberg aus dem Führer und Reichskanzler folgendes Begrüßungs - Telegramm gesandt: „An den Führer und Reichskanzler, Berlin, Reichskanzlei. Die spanische Fuftball-National- mannschaft grüßt Deutschland und seinen Führer. Die Führer der spanischen Fußball-Nationalmannschaft im Godesberger Hof." DFÄ.-Gchisdsrichter-Appell auf dem Waldsportplatz. Wie wir hören, hat der Kreisführer für Samstag, 18 Uhr, einen Schiedsrichter-Appell angesetzt, zu dem alle Schiedsrichter und Anwärter der Ortsgruppe Gießen in Sportkleidung zu erscheinen haben. Bekanntlich haben die Schiedsrichter des Kreises Gießen einheitliche schwarze Kleidung, die sehr gut von den Kleidungen der Spieler absticht. Der DFB. legt großen Wert auf das Auftreten des Schiedsrichters, wobei als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird, daß er die Fußballregeln beherrscht. Anschließend an diesen Appell sollen die Schiedsrichter unter Beweis stellen, inwieweit sie den körperlichen Anforderungen eines Fußballspieles gewachsen sind und Ausdauer besitzen. Es wird hier mit Genugtuung festgestellt, daß die zuständigen verantwortlichen Stellen in bezug auf das Schiedsrichterwesen für den Nachwuchs und Weiterbildung besorgt sind. Um die Kreisjuaendmeisterschafi des DFB. 1900 1. Jugend — Spv. Wetzlar 1. Jugend. Die Jugendmannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen weilte am vergangenen Sonntag in Marburg und absolvierte ein Spiel gegen den dortigen VfB., aus diesem Grunde siel das Spiel gegen Wetzlar aus. Am Sonntag wird nun das Vorspiel und am Sonntag darauf das Endspiel um die Ermittlung des Jugendkreismeisters erfolgen. Eine Spielverlegung kann nicht mehr stattfinden, da ber Gaujugendführer angeordnet hat, daß am 20. Mat der Kreisjugendmeister ermittelt fein muß, damit die weiteren Spiele ihren Fortgang nehmen können. Die neue Rennformel. Der Sportausschuß der AJACR. hat für dis Jahre 1937/38/39 eine neue Rennformel für die Der „Vater der deutschen Musik". Die Marburger Heinrich-Schütz-Feier. Die Auseinandersetzung zwischen dem von Renaissance-Geist getragenen mittelländischen Musikempfinden und den nordisch-gotischen musikalischen Ausdruckskräften führte bei Heinrich Schütz zu einer zukunftsträchtigen Stilneubildung, und das folgende Jahrhundert läßt in den beiden Großmeistern des Hochbarock Bach und Händel die persönliche, individuell geprägte Aneignung und Umschmelzung von außen kommender Anregungen erkennen. Die ersten bestimmenden Eindrücke nimmt Heinrich Schütz in seinem ersten italienischen Aufenthalt bei Giovanni Gabrieli in Venedig auf. Als Deutscher fühlt er in sich die Kraft zur Aus- einanderseFung mit dem dort erfahrenen Chorstil. Eine zweite Reise, zwei Jahrzehnte später, gibt ihm die Fähigkeit, in seiner inneren Entwicklung zu dem durch Monteverdi zu kühnster Tertinterpretation gesteigerten rezitativischen Stile Stellung zu nehmen. Als einer markanten starken Persönlichkeit werden ihm die fremden Elemente zum Anreger der Schöpferkraft, und so gewinnt er die Möglichkeit, einen neuen Stil zu prägen, der einmal dem deutschen Musikempfinden und ebenso auch dem deutschen Sprachgefühl artgemäß ist. Bis in sein hohes Alter hinein erleben wir ihn in dem Reichtum seiner Werke zugleich als einen bewußten Neuerer, der trotz aller für ihn modernen, neuen Einflüsse in typisch deutscher Werkgebundenheit eine gründliche Satztechnik im alten Sinne als das tragende Fundament ansieht. Heber seine praktische Wirksamkeit als Musiker und schaffender Tonsetzer hinaus wird er zum Organisator des Musiklebens an Fürstenhöfen in Deutschland und in Dänemark (ähnlich wie sich auch Richard Wagner in seiner Dresdener Zeit um die Organisationsfragen des Orchesters bemühte). Heinrich Schütz muß es erleben, wie in der Zwangsläufigkeit des Dreißigjährigen Krieges feine musikalischen Einrichtungen in seiner Hauptwir- fungsftätte Dresden in ihrem Bestände bedroht werden; aber ungebrochen bleibt sein Wille, sich für das Fortbestehen der Kunstübung einzusetzen. Den ihm anvertrauten Mitwirkenden wird er zum fürsorglichen Berater und Beistand in allen Notfällen. Diese kraftvolle, allen Widerständen, selbst körperlicher Art, trotzende Bersönlichkeit, wurde ;um führenden Träger protestantischen Musik-Geistes. „Den Vater der deutschen Musik" und „Vater der deutschen Musikanten" ehrte sein Grabstein mit den Worten: „Saeculi sui Musicus excellentissimus“*. * Wenn sich gerade Marburg mit einer Schütz- Feier in die Reihe der Veranstaltungen des Bach- Händel-Schütz-Jahres einfügte, fo hatte das feinen berechtigten historischen Grund in der Tatsache, daß gerade hier das entscheidende Wort für die Zukunft von Heinrich Schütz fiel. Der Landgraf von Hessen, Moritz der Gelehrte, der sich nicht nur als ein eifriger Förderer der Tonkunst erwiesen hatte, sondern auch selber als Tonsetzer Beachtliches leistete, ließ gelegentlich eines Aufenthaltes in Marburg feinen ehemaligen Kapell- fnaben und jetzigen <5tubenten der Rechte an der Marburger Universität das Anerbieten stellen, ihn zur Ausbildung in der Musik nach Italien zu schicken. Als Hüter des Schütz-Gedenkens nennt die Bibliothek der Stadt-Pfarrkirche die Gesamtausgabe der Schützschen Werke ihr eigen. Seitdem Universitätsdirektor Prof. Dr. Hermann Stephani führenden Einfluß auf das Marburger Musikleben gewonnen hat, wurde bei jeder möglichen Gelegenheit das Erbe Heinrich Schützens gewahrt. So konnte sich im Laufe der Jahre eine Chorgruppe heranbilden, die sich u. a. auch schon für das Passionswerk Schützens eingesetzt hat. Damit war der chorische Anteil der hiesigen Feier gewährleistet. Ebenso hat aber auch das ausführende Soloquartett eine schon seit vielen Jahren bestehende erfolgreiche Verbundenheit mit dem Marburger Musikleben bezeugt. Der seiner Zahl nach nicht sehr stark besetzte Chor hat dafür eine überaus gründliche musikalische Durchbildung feiner Mitglieder in die Waagschale zu werfen. Und so wurde diese Gemeinschaft unter Stephanis Führung zu einem Ausdrucksmittel, das im ernsten Wollen letzten Darstellungsmöglich- feiten zustrebt. Einem hochkultivierten Piano mit feinstem klanglichen Ausgleich steht die Fähigkeit des Aufsteigerns zu hohen deklamatorischen Akzenten gegenüber. Gefügig eingehend auf den Willen des Dirigenten, läßt diese Chorgemeinschaft äußerste, ja fast inbrünstige Hingabe jedes einzelnen an den Aufgaben offensichtlich werden. Im besonderen gab die Nortragsfolge eine Auswahl aus dem Schützschen Chorschaffen, angefangen von den polyphonen Cantiones sacrae des Jahres 1625 bis zum Höhepunkt des Motettenstils in der Geistlichen Chormusik 1648; vornehmlich berücksichtigt waren die Psalmlieder nach Texten von Dr. Cornelius Becker. Den hohen Anforderungen des deklamierend charakterisierenden Chorstils wurde der Chor ebenso gerecht, wie er bei liebevoller Auswertung der zahl* Berühmtester Musiker seiner Zeit. reichen Feinheiten in abgewogenem Ausgleich das allgemein musikalische Grundgeschehen lebendig werden ließ. Die schwebenden Klänge des „Dul- cissime et benignissime Christe“, die innerliche Steigerung in der sechsstimmigen Motette „3d) bin ein rechter Weinstock" dienten ebenso dem Werke, wie sich die Psalmlieder in besonderer Unmittelbarkeit und Frische äußerten. Stets spürte die Auffassung des Dirigenten nach jeder Richtung hin dem Wesenskern des einzelnen Werkes nach; zuweilen im bewußten, vergeistigenden Durchgestalten den ursprünglichen musikalischen Nerv verschleiernd. Von ganz besonderem Eindruck aber waren die zusammenfassenden Chöre in der biblischen Szene vom Pharisäer und Zöllner und im Gleichnis vom Sämann. Das Wesen des von Schütz geschaffenen neuen deklamatorischen Stiles ließen die Sologesänge erkennen (Adelheid La Roche, Düsseldorf [(Sopran , Irmgard Reimann - Rühle, Berlin [Alt, Prof. Dr. Hans Hoffmann, Hamburg [Tenor, Paul Gümmer, Hannover [Baßj). In den Teilen aus den Symphoniae sacrae, die den rezitativischen Stil der Italiener in der darstellenden Umformung und organischen Kraft für das Deutsche erweisen, hatten die Solisten Gelegenheit, das völlige Aufgehen in dieser stark bildhaft durchdrungenen und stellenweise mit stärkstem dramatischem Pulsschlag erfaßten musikalischen Textgestaltung zu zeigen. Ganz besonders nahe aber schien Professor Hoffmann diesem Stil zu stehen. Das deutsche Konzert „Ich werde nicht sterben" wurde durch ihn zum Ausdruck höchster religiöser Affektgebundenheit und belegte unbestreitbar, daß Schütz in solcher Formung auch uns Heutigen sich restlos zu erschließen vermag. Genau so, wie das Konzert für Tenor und Baß: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil" in seinem sachlichen Stil ohne jedes opernhafte Pathos von einer überwältigenden Lebenskraft kündete. Der Osterdialog für vier Soli und Orgel: „Weib, was weinest du" wurde zum letzten Erschauern bei dem Erkennen des Auferstandenen durch Maria; die Chromatik jener Stelle bleibt jedem unvergeßlich, der sie einmal in sich aufgenommen hat. Die biblische Szene vom Pharisäer und Zöllner, deren erzählender Teil überaus charakteristisch den beiden Frauenstimmen zugeteilt war, ließ das Gebet der beiden Männer im Tempel mit fast realistischer Dramatik erleben, den einen mit vielen Worten (Baß), den andern mit dem inbrünstigen Flehen „Gott fei mir Sünder gnädig" (Tenor). Das deutsche Konzert für vier Soli, Streicher, Orgel und Chor „Es ging ein Sämann" (aus dem dritten, bedeutendsten Teil der Symphoniae sacrae, 1650) weilt die Erzählung dem Soloquartett zu, das hier in einen überaus kunst- und ausd'-ucks- | reichen Satzgefüge die überzeugende Prah» seines I hohön Könnens abzulegen vermochte. Die Ermahnung, „Wer Ohren hat zu hören, der höre", ließ Solisten, Chor und mitwirkende Instrumente sich in solcher Eindringlichkeit vereinigen, die Erschütterung auszulösen vermochte. In den begleiteten Werken war Kirchenmusikdirektor August Wagner an der Orgel berufener Träger des basso continuo. Die Streichinstrumente, die Schütz in den Zwischenspielen und mit charakterisierenden melodischen Figuren heranzieht, wurden sorglich von Lili Gebhard und den beiden Söhnen des Konzertleiters betreut. Dr. H. „Lockvogel.'" Ein Abenteuer-Film der Ufa, geschrieben von Ludwig von Wohl und PH. I. M a y r i n g. Eine internationale Verbrecherbande ist hinter einem kostbaren Smaragdschmuck her, welcher von einem Juwelier erstanden und in Paris wieder verkauft werden soll. Der Transport der Kostbarkeit an ihren Bestimmungsort geschieht auf dem Seeweg über Marseille, was der Juwelier für besonders ungefährlich hält, zumal er nicht ahnen kann, daß sowohl der Reeder als auch der Kapitän des Dampfers mit der Gaunerbande unter einer Decke stecken. Diesen Herren, die von keinerlei Hemmungen beschwert sind, kommt es nicht darauf an, den Dampfer mit einer Höllenmaschine zum Sinken zu bringen, um sich in den Besitz des Schmuckes zu fetzen, der ihnen zuvor schon gelegentlich eines simplen Raubüberfalles durch die Lappen gegangen ist. Man sieht: hier wird mit Sensationen nicht gespart, und es ist eine unterhaltende und gelegentlich sogar etwas aufregende Sache, diesem Abenteuer als unbeteiligter Zuschauer beizuwohnen, dessen Spannung nur durch den Umstand etwas gelockert wird, daß der Fall stellenweise ins Groteske abgelenkt und im Stil einer Kriminalkomödie behandelt wird. Das trifft vor allem auf Viktor de Kowa zu, der den jungen Juwelier spielt: mächtig aufgedreht und jungenhaft vergnügt, aber reichlich harmlos und unvorsichtig, wo es sich doch um so kostbare Steine handelt. Der Regisseur Hans S t e i n h o f f verdeckt die Unwahrscheinlichkeiten des Vorganges nach Möglichkeit mit einem spritzigen Tempo und sensationellen Effekten. Der Lockvoael namens Delia ist Hilde Meißner: die verführerische und geheimnisvolle Dame, welche von den Verbrechern vorgeschickt wird, um sich an den Juwelier heranzumachen und den Schmuck zu kapern. Eine talentierte, offenbar von Brigitte Helm nicht unbeeinflußte Leistung. Seh? nett und lustig die kleine Jessie V i h r v g, die hier ausgiebig Gelegenheit findet, ihr sprudelndes Temperament spielen zu lassen. Vorn großen Enf-mble: Tiedke, Rasp, Meftermeier und Sima. Mu^'k baut non Fr. M R u st und Schütze. — $er Film läuft seit gestern in Lichtspielhaus. großen Auto-Rennpreise aufgestellt. Das Höchst- gewicht der zuzulassenden Wagen wird auf 750 Kilogramm ohne Reifen und Ersatzrad, aber mit Wasser, Del und Brennstoff für 300 Kilometer beschränkt. Der Hubraum und der Vergaser unterliegen keinen Vorschriften. Diese neue Formel bedeutet eine Gewichtseinschränkung um rund 150 Kilogramm gegenüber der bisherigen Höhe des Gewichts. Auf der gleichen Sitzung wurde von dem Sportausschuß beschlossen, eine neue Rekord- Kategorie, für Rennwagen mit Diesel- Motoren, zu schaffen. Kurze Sportnotizen. Ein Fußball-Länderkampf mit Dänemark wird in diesem Jahre nicht stattfinden, da Dänemark die deutsche Einladung für den 3. November nach Hamburg abgelehnt hat. Einen tschechischen 5:1 (3:1) - Sieg ergab das am Donnerstag in Prag zwischen einer Kombination Slavia-Sparta und der englischen Elf von Manchester City ausgetragene Spiel. Die ersatzgeschwächten Prager überspielten durch genaue Kombination ihre Gegner glatt und siegten auch der Höhe nach verdient. Manche st er City, die bekannte englische Berufs-Fußballelf- trat am Dienstag in Wien vor 25 000 Zuschauern gegen Rapid an und kam mit 5:1 (2:2) zu einem überlegenen Siege. Eine schwere Bestrafung erfuhr die Handball-Abteilung des TuFV. Niederpleis, die in der Gauklasse des Gaues Mittelrhein spielte. Wegen schwerer Verfehlungen bei einem Meisterschaftsspiel wurde die Mannschaft aus der Gauklasse aus- aeschlossen und außerdem darf fein Spieler des Vereins bis Ende 1935 repräsentativ Verwendung finden. Daneben wurden noch einige Spieler mit langen Sperren belegt. Gottfried von Cramm,der im Vorjahre bei den internationalen Tennismeisterschaften von Frankreich im Endspiel gegen den Australier Jack Crawford den Meistertitel errang, hat auch zu den diesjährigen Meisterschaften vom 18. Mai bis 3. Juni wieder gemeldet. Emil Benecke, der Kapitän der deutschen Reichs-Wasserballmannschaft, soll als Schiedsrichter die Länderkämpfe am 30. Juni in Paris zwischen Frankreich und Holland sowie am 25. August ebenfalls in Paris zwischen Frankreich und Belgien leiten. In der Zeit vorn 3. bis 10. Juni veranstaltet der DSD. im Düsseldorfer Rhein-Stadion einen Frauen - Olympia - Sprinkurs, an dem die besten deutschen Springerinnen teilnehmen sollen. Vier Mercedes-Benz-Wagen werden beim Avus-Rennen am 26. Mai an den Start gehen. Gesteuert werden die vier Wagen von Caracciola, Fagioli, v. Brauchitsch und Geier. Wirischast. Die Fndustrie- uttb Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 741: Neue italienische Einfuhrvorschriften. 742: Die von der Reichsstelle für den Außenhandel herausgegebene dritte Auflage des „Merkbuch für den deutschen Außenhandel" ist soeben erschienen. Die Druckschrift ist von der Eildienst für amtliche und private Handelsnachrichten GmbH., Berlin W 9, Potsdamer Straße 10/11, zum Preise von 2,85 Mark, zuzüglich 30 Pf. Versandkosten (Postscheckkonto Berlin Nr. 161177), zu beziehen. 743: Neuer Einzahlungskurs für Postanweisungen nach Danzig. 100 Danziger Gulden = 47,50 Reichsmark; 1 Reichsmark = 2,10526 Danziger Gulden. 745: Erleichterungen für den Reiseverkehr mit Kraftwagen nach Frankreich. Billige Hypotheken für den Klein- wohnungs- und Kleinsiedlungsbau. In einem Erlaß des Reichswirtschaftsministers betr. Zinssätze für Hypotheken, der soeben im Ministerialblatt für Wirtschaft und Recht veröffentlicht worden ist wird, die Mahnung an die Adresse der Kreditinstitute ausgesprochen, den veränderten Verhältnissen am Kapitalmarkt auch in den Bedingungen für die langfristigen Neuausleihungen Rechnung zu tragen. Es wird dabei auf die Wichtigkeit der Unterstützung gerade des Kleinwohnungsund Kleinsiedlungsbaues durch billige Hypotheken hingewiesen. Der Ausschuß, der über die lieber» nähme von Reichsbürgschaften für den Wohnungsbau und für die Kleinsiedlung entscheidet, wird Reichsbürgschaften in Zukunft nur noch dann genehmigen, wenn die Zinssätze für die erststelligen und die zu verbürgenden nachstelligen Hypotheken — von besonderen Ausnahmefällen abgesehen — den Satz von 5 v. H. nicht überschreiten. Innerhalb dieser 5 v. H. kann ein Verwaltungskostenbeitrag vereinbart werden, von dessen Erhebung Sparkassen und Versicherungsunternehmungen aber absehen sollten. Die Vereinbarung eines Disagios bei der Auszahlung der Hypotheken erscheint grundsätzlich unerwünscht, bei einem jährlichen Tilgungssatz von 1 v. H. darf jedoch ein Disagio von bis zu 2 v. H. vereinbart werden. Der Reichsarbeitsminifter und der Reichsfinanzminifter machen die Ueber- nahme von Reichsbürgschaften von der Innehaltung der vorbezeichneten Bedingungen abhängig. Commerz- und Vnvatbank BA In der gestrigen Hauptversammlung machte das Mitglied des Vorstandes, Direktor Harter, u. a. folgende Ausführungen: Auch bei der Commerz- und Privatbank liege das Schwergewicht des Kreditgeschäftes beim Kleinkredit. Das kurzfristige Kreditbedürfnis der Wirtschaft hätte jederzeit in vollem Umfange befriedigt werden können. Klagen über unzureichende Kreditverforguna der Wirtschaft oder einzelner ihrer Teile müßten, soweit der kurzfristige Kredit in Frage kommt, als unbegründet bezeichnet werden. Wenn Kreditanträge abgelehnt wurden, so geschah es nur deshalb, weil entweder bei den Kreditsuchenden die nach Lage ihrer Verhältnisse begründete Forderung nach bankmäßiger Sicherung nicht erfüllt werden konnte oder ein wirtschaftlich begründetes Kreditbedürfnis nicht anzuerkennen war. Der Betriebsgewinn weife zwar gegen das Vorjahr eine Steigerung auf, zu der aber einmalige Sondergewinne wesentlich beigetragen hätten. Die Verhältnisse im Bankgewerbe hätten noch nicht jenen Grad von Konsolidierung erreicht, der zu einer allgemeinen Rentabilität erforderlich fei. Während auf der einen Seite eine Vereinfachung des Geld- und Ueberweifungsverkehrs angeftrebt werden muffe, fei es notwendig, daß auf der anderen Seite durch entsprechende Gebühren diese Arbeit an sich rentabel sei. Bis zu dieser Lösung glaube man die Erträgnisse zur inneren Stärkung verwenden zu müssen. Es sei im gegenwärtigen Augenblick schwer, über die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung etwas vorauszusagen. Er glaube aber, zu der optimistischen Auffassung berechtigt zu sein, daß die deutsche Wirtschaft auch die gar nicht zu leugnenden Schwierigkeiten erfolgreich überwinden werde. Jedenfalls würden die Banken nach wie vor alle Maßnahmen der Reichsregierung zur Hebung der deutschen Wirtschaft nachdrücklichst unterstützen. Seit Beginn des neuen Geschäftsjahres habe sich das Geschäft der Bank weiterhin befriedigend entwickelt. Die auf der Tagesordnung stehenden Punkte wurden einstimmig genehmigt. Der Betriebsgewinn von 14,3 Millionen Mark wird wie folgt verwendet: 12,5 Millionen Mark werden zur Stärkung der Rückstellung benutzt, während 500 000 Mark zur Erhöhung des Penfionsfonds verwendet werden, 1,3 Millionen Mark verbleiben zum Vortrag. * 4,5prozentige 91 e i d) s f d) Amerikanische Noten.............. 2,438 41,82 53,61 12,02 16,32 167,79 20,01 60,37 61,34 80,16 33,48 2,458 41,98 53,83 12,06 16,38 163,47 20,09 60,61 62,18 80,48 33,62 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten ............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ m.108 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag. 10. Mai (935 Aus der Provinzialhauptstadt. Der Radfahrer im Straßenverkehr. Regeln, die beachtet werden müssen! Durch unvorschristrnäßiges und unzweckmäßiges Verhalten der Radfahrer sind in letzter Zeit wiederholt Verkehrsunfälle heroorgerufen worden, bei denen die Radfahrer selbst erhebliche Schäden erlitten haben, aber oft auch andere Personen erheblich gefährdet wurden oder zu Schaden kamen. Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegen das disziplinlose Verhalten vieler Radfahrer rück- sichtslos einzuschreiten und wegen Ver- kehrsübertretungen und mangelhafter Beschaffenheit der Fahrräder Anzeigen zu erstatten. Bei Mängeln am Fahrrade hat der Radfahrer damit zu rechnen, daß das Fahrrad aus dem Verkehr gezogen und sichergestellt wird. Wer als Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften verstoßen hat, erweist sich als ungeeignet zum Führen von Fahrrädern und hat zu gewärtigen, daß ihm das Radfahren verboten wird. Radfahrer weißt du: Daß du zur Vermeidung von Verkehrsunfällen von Grundstücken aus nur dann, und zwar vorsichtig auf die Straße fahren darfst, wenn der Verkehr es erlaubt? Daß das Anfahren und Halten, soweit nicht be- sondere Umstände entgegenstehen, nur auf der rechten Seite der Fahrstraße gestattet ist: daß erhöhte Bankette und Bürgersteige nicht mit dem Fahrrade befahren werden dürfen, wenn sie nicht als Radfahrweg bezeichnet sind? Daß du die Fahrstraße nicht benutzen darfst, wenn ein Radfahrweg vor- Händen ist? Daß das ständige Nebeneinanderfahren in den belebten Straßen verboten ist? Daß Kraft- und Schienenfahrzeuge an Kreuzungen und Einmündungen von Straßen bevorrechtigt sind? Daß das Fahrrad, auch wenn es geschoben wird, in Einbahnstraßen nur in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung bewegt werden darf? Daß weder die Lenkstange losgelassen noch die Füße beim Fahren von den Tretkurbeln entfernt werden dürfen und du dich nicht an andere Fahrzeuge anhängen darfst? Daß du Zeichen zu geben hast, wenn du die Fahrtrichtung ändern oder anhalten willst? Daß ein zu schnelles und unvorsichtiges Fahren strafbar ist und du an Haltestellen der Straßenbahn auf den Ein- und Aussteigeverkehr besondere Rücksicht zu nehmen und wenn notwendig, zu halten hast? Daß der Rückstrahler am Hinteren Schutzblech oder an der linken Hinterrad-Strebe so angebracht sein muß, daß er sich nicht höher als 50 Zentimeter über dem Erdboden befindet und der Lichtkegel der Lampe so geneigt sein soll, daß er 20 Meter vor deinem Fahrrade auf die Fahrbahn fällt (Blendgefahr). Werde dir über diese Fragen klar, handle richtig und helfe Unfälle verhüten. Die Frostschäden. In der Nacht zum 2. Mai hatten wir in Gießen 2L bis 4 Grad kalt. In tiefliegenden Wiesen und i* angrenzenden Gärten soll die Temperatur noch tiefer gesunken sein. Als ein Glück ist es zu betrachten, daß die Entwicklung der Obstblüte gegen andere Jahre noch weit zurück war. Süßkirschen, selbst die im Schutze des Waldes stehenden Vogelkirschen, sind fast restlos erfroren, ebenso die Mehrzahl der Pflaumensorten und Reineclauden. Zwet- schen haben weniger gelitten. Sauerkirschen waren meist noch zurück, so daß die Frostgefahr an ihnen vorübergegangen ist. An den Blüten der frühblühenden Aepfel- und Birnensorten, wie Baumanns Renette, Boskop, Charlamowski, Gravensteiner, Ge- I r MU n Ehrung der Sieger im Mchsverusswetlkamps. Die Verteilung der Preise. — (Aufnahme: HI.) Amtswatter-Appell der DAF. Am Samstag, 11.2Uai, abends 8 Uhr, findet im Cafe Leib ein Amtswalter-Appell statt, zu welchem alle Block- und Zellenwalter sämtlicher Gießener Ortsgruppen zu erscheinen haben. Die 0(5IB. geben Stärke-Meldung ab. Kreiswallung der DAF. Deutsche Arbeitsfront. Ortsgruppe Giehen-Ost, Licher Straße 17. Zahlstunden und Markenabgabe an die Block- walter finden nur noch jeden Donnerstag in der Zeit von 19 bis 21 Uhr statt- Für sonstige Angelegenheiten, Unterstützung usw., nur noch jeden Freitag in der Zeit von 19 bis 21 Uhr. Montags fallen die Sprech- und Zohlftunden aus. Am Samstag, 11. Mai, findet im Cafe Leib eine Amtswalter-Versammlung statt. Die Zellenwalter haben dafür zu sorgen, daß alle Block- und Be- triebsgemeinschaftswalter erscheinen. Die Stärkemeldungen sind von den Zellenwaltern an Kamerad Römer abzugeben. Entschuldigungen sind ausgeschlossen. Zeitpunkt der Versammlung: 20 Uhr Ebenso haben die Zellenwalter wegen Kassierungs- fraaen am Donnerstag, 9. Mai, 20 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Licher Straße 17, zu erscheinen. Amt für Bottswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Güd. Lebensmittelopferring. Die nächste Lebensmittelsammlung wird am Montag, 13. Dienstag, 14. und Mittwoch, 15. Mai, durchgeführt. Wir bitten die Hausfrauen, die Pakete bereitzuhalten und die Mitgliedskarte der Sammlerin zum Quittieren vorzulegen. Am gestrigen Abend hatten sich im Saale des Hauses der Deutschen Arbeitsfront die Sieger des zweiten Reichsberufswettkampfes aus dem' Kreise Gießen versammelt. Die Jnnungsmeister und die Führer der verschiedenen Berufsgruppen waren sämtlich anwesend, um an diesem Taae, der den Reichsberufswettkampf im Kreise Gießen offiziell beendete, ihre Verbundenheit mit der Jugend zu bezeugen, die durch eine HI.-Gefolgschaft und eine HJ.-Fahnen- und eine BdM.-Mimpelgruppe vertreten war. Das Lied des deutschen Arbeiters, „Es pfeift von allen Dächern", war der Auftakt der schlichten Kundgebung. Sodann sprach Pg. W e h r u m von der Deutschen Arbeitsfront einige kurze Begrüßungsworte, wies auf die Bedeutung, die der Reichsberufswettkampf für das deutsche Volk hat, nochmals hin und ermahnte besonders die Sieger dieses edlen Wettstreites deutscher Arbeit, sich auch fernerhin mit ganzem Können und ganzer Kraft in den Dienst der Sache zu stellen. Hierauf überreichte der Kreisjugendwalter der DAF., Pg. F r i tz g e s, den Siegern und Siegerinnen des Berufswettkampfes die Urkunden mit den Preisen, die teils aus weltanschaulich politischen Büchern, teils aus Fachliteratur zur Weiterbildung und hauptsächlich aus Handwerkszeug bestanden. Freudige Ueberraschung konnte man auf den Gesichtern derjenigen Jungen erkennen, die an den Tisch herantraten, um das ihnen zugedachte Arbeitsgerät, das doch für ihre eigene Handwerkskiste eine beträchtliche und praktische Vermehrung bedeutet, entgegenzunehmen. Ein Sprechchor über den singenden, dröhnenden Rhythmus der Arbeit, von der Gefolgschaft 4/116 der HI. zum Vortrag gebracht, fügte sich gut in den Rahmen dieser Feierstunde ein Der Sozialamtsleiter im Bann 116 der HI., Pg. Heid, dankte in den Schlußworten den Teilnehmern und denen, die mit der Durchführung dieser zweiten Olympiade der deutschen Arbeit betraut waren. Das Lied der Jugend beschloß den Abend. heimrat Oldenburg, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Diel, Gräfin von Paris u. a., sind die Griffel auch an den Blüten schwarz, die äußerlich nicht gelitten haben. Die Blüten der freistehenden Pfirsich sind auch unter Schutzdecken erfroren. Am Spalier hat der Frost, soweit die Bäume schon abgeblüht hatten, nichts geschadet, aber die meisten Sorten zeigen nach dem Frost auffallend viel rote Flecken als die ersten Anzeichen der pilzlichen Kräuselkrankheit. Auch sonst hat der^Frost im Garten mancherlei Schaden angerichtet. Die ersten Schosse der jungen Spargelanlagen sind erfroren, alle Hortensien, die diesmal gut durch den Winter gekommen sind, sehen schwarz aus. Leider ist die Gefahr noch nicht vorüber. Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Da jetzt das Hauptobst (Aepfel) schon in Blüte steht, kann der Schaden noch größer werden, falls noch ähnliche Spätfröste kommen sollten. Stachelbeeren hatten schon abgeblüht. Himbeeren sind noch zurück. Dagegen stehen zur Zeit die Johannisbeeren, rote und schwarze, in Blüte, denen sowohl stärkere Fröste, wie länger anhaltender Regen schaden können. Zwecklose Bewerbungen Bei den Dienststellen der Wehrmacht gehen fortlaufend Gesuche ein um Anstellung als Beamter, Angestellter, Arbeiter und ähnliches. Diese Bereitwilligkeit zum Dienst in der Wehrmacht ist zu begrüßen. Da aber der Bedarf im allgemeinen bereits gedeckt ist, sind derartige Bewerbungen zwecklos. Bei dieser Sachlage ist es leider auch nicht möglich, auf die zahlreichen Gesuche stets einen Bescheid zu erteilen. Auch Nachfragen sind zwecklos. Gesuche, au die nicht innerhalb von vier Wochen ein Bescheid erfolgt, können als erledigt betrachtet werden. Gparerbund und Äeninerbund. Vom Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, wird uns berichtet: Zu Beginn eines gemeinsam veranstalteten Vor- tragsabends am vergangenen Dienstag im „Hessischen Hof" gedachte zunächst der Ortsgruppenführer des Sparerbundes, H. L o r e n z, mit anerkennenden Worten der Tätigkeit zweier kürzlich verstorbener langjähriger Sparerbundsmitglieder, zu deren Ehren sich die gutbesuchte Versammlung von ihren Plätzen erhob. Darauf erinnerte der Versammlungsleiter an den Tag der Nationalen Arbeit, 1. Mai, an dem gerade die deutschen Sparer und Rentner nicht gedankenlos vorübergehen könnten, sei doch in erster Linie durch die unermüdliche Arbeit und die große Sparsamkeit vieler Generationen Deutschland bis zum Jahre 1914 zu großer Blüte und Macht gelangt und auch während des Weltkrieges der Feindbund von Deutschlands Grenzen ferngehalten worden. Auch im jetzigen Deutschland sei das Sparkopital das beste Grundkapital für das Deutsche Reich. Nach einer kurzen Berichterstattung über die kürzlich unter Leitung des Landesverbandsführers Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Werner stattgehabten Landestagung in Darmstadt gab Herr Lorenz noch Aufschluß über die in letzter Zeit für die Dorkriegspfandbriefgläubiger unternommenen Schritte, über die neuesten Erfolge bei der Ab- KHFFEE HÄH jetzt in der luftleeren Dose: stets frisch wie am Tage der Röstung W-MU M Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Irene lachte belustigt, 30g die Freundin in eine Sofaecke, setzte sich neben ste. „Du hast kein Talent, dich zu verstellen, Kleinchen. Deine Worte verraten mir, daß dein Mann dich wirklich jeden Sonntag allein löst. Bist du noch nie auf den Gedanken gekommen, ihm zu folgen?" „Nein!" „Aber du kennst doch das Ziel seiner Fahrten — nicht?" „Ich finde dich reichlich indiskret, Irene." „Verzeih! Es will so scheinen! Aber meine Freundschaft zu dir gebietet mir, offen gegen dich zu sein. Ich habe immer gewußt, daß deine Ehe mit diesem Manne keine leichte sein wird, daß er dich aber belügen und betrügen würde, das habe ich ihm eigentlich nicht zugetraut." „Ich verstehe kein Wort von dem, was du sagst." „Ich werde dir schon erklären; laß mir nur Zeit. Es ist schon ziemlich lange her, als ich an einem Sonntagmorgen nicht mehr schlafen konnte und früh aufstand. Ja, es war noch ein warmer Tag. Ich lehnte ganz gedankenlos am Fenster, als ich das Auto von deinem Mann vorbeifahren sah. Natürlich dachte ich mir nichts dabei. Zufällig aber mußte mein Mann am nächsten Sonntag verreisen. Ich brachte ihn in aller Frühe zur Bahn. Da begegnete uns dein Mann wieder. Es machte mir nun Spaß, ihn noch ein drittes Mal zu beobachten, und tatsächlich sah ich ihn am nächsten Sonntag wieder mit seinem Auto vorbeifahren. Na, mich ging's ja weiter nichts an, und schließlich vergaß ich meine Beobachtung wieder, bis ich am letzten Sonntag wieder daran erinnert wurde. Da unternahm ich nämlich mit meinem Wagen nach dem Mittagessen eine Ausfahrt und war kaum von unserem Hause entfernt, als das Auto deines Mannes an mir vorüberfuhr. Ich folgte ihm erst gedankenlos; bis es mir schließlich Spaß machte, ihm nachzufahren. Dein Mann hatte schärfstes Tempo, und du weißt ja, wie gern auch ich so dahin flitze. So sausten wir Darmstadt zu, fuhren die Bergstraße entlang. Da, mit einem Male blieb sein Wagen kurz vor Bensheim stehen. Ich lenkte schleunigst ab, beschrieb einen regelrechten Kreis, kam nach einigen Minuten wieder auf die Landstraße zurück und sah ihn nicht mehr. Ich war so frech, in der nächsten Tankstelle mein Benzin nachfüllen zu lassen, kam mit dem Mann in ein Gespräch, bedauerte ihn, daß er den schönen Sonntag dort sitzen müsse, und dergleichen mehr. Schließlich brachte ich heraus, daß er vor wenigen Minuten eine kleine Reparatur gehabt hatte, und daß der Herr mit seinem Wagen wohl jeden Sonntag an ihm vorbeifahre. Da wurde es mir zur Gewißheit, daß es sich nur um deinen Mann handeln konnte, und ich wußte, was ich wissen wollte. Ich fuhr dann zurück, da es für mich ohnehin höchste Zeit wurde." Liane starrte die Freundin mit vor Entsetzen geweiteten Augen an. Sie begriff kaum, daß es hier um sie und ihren Mann ging; sie erkannte nur die raffiniert angelegte Spionage Irenes. Unwillkürlich wich sie vor der schönen Frau in die Ecke des Sofas zurück. „Tja, Kleinchen! Das ist keine angenehme Entdeckung für dich. Aber mache dir nichts daraus. Ein Mann, der das fertigbringt, ist wahrhaftig nicht wert, daß man sich über ihn erregt. Ich würde mich jedenfalls nach diesem Benehmen richten. Aber... mache, wie du denkst. Neugierig bin ich nun wirklich, ob er meiner Silvestereinladung Folge leistet. Ich glaube nun fast, er weiß wieder eine Ausrede und sagt ab. Dabei wird es recht schön werden. Ich habe eine neue, reizende Bekanntschaft gemacht. Tue mir wenigstens die Liebe an und komm allein!" Liane nickte wie mechanisch. Die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Ihr graute plötzlich vor der Freundin. Sie entschlüpfte, so bald es ging. Erst auf dem Heimweg verwischte sich der deprimierende Eindruck, den Irene bei ihr hinterlassen, und quälende Gedanken tauchten auf. Irene mußte ja recht haben, so furchtbar es war, den Verdacht auszusprechen, ja, ihn nur auszudenken. Es konnte nicht anders sein: Fred verbrachte die freien Stunden bei einem geliebten Menschen. Nein, nicht bei einem geliebten Menschen! Was nützte es, sich selbst etwas vorzutäuschen? Er verlebte die Stunden mit einer Frau, konnte kaum erwarten, bis die Stunde des Wiedersehens kam. Daher seine Unruhe, sein schnelles Verabschieden. Er schöpfte aus diesem Beieinandersein Lebensfrische und Fröhlichkeit. Kam er nicht immer erfrischt und fröhlich wieder zurück? Aber — hatte er wirklich eine Ehe schließen können, wenn eine andere sein ganzes Denken und Fühlen beherrschte? Hatte er diese andere zu seiner Frau machen wollen und war durch das törichte „Ja!" des kleinen Mädchens daran gehindert worden? Verachtete er sie darum so tief, weil er von ihr in Fesseln gezwungen war, die die Verbindung mit einer anderen verhinderten? Liane war es, als ob ein Abgrund sich vor ihr auftat, in den sie versank. Es war eine furchtbare Nacht, die Liane erlebte. Wilde Selbstvorwürfe wechselten ab mit schweren Beschuldigungen gegen Fred. Der Morgen brachte ihn zurück. Sie hörte das Auto kommen, hörte die Haustür gehen, vernahm seinen eilenden Schritt auf der Treppe. Sie lauschte an ihrer Tür. Ein Klirren von Porzellan wurde plötzlich hörbar, dann ertönte seine lochende Stimme: „Lieber Himmel, Betty, haben Sie mich denn nicht kommen sehen? Um ein Haar läge die ganze Bescherung auf der Erde. Und nun machen Sie fix, ich will ein Bad haben." Er trat in das Nebenzimmer — sein Schlafzimmer — ein. Liane hörte ihn hantieren. Sie glaubte, seine fröhlichen, leichten Bewegungen zu sehen, und sie floh vor den furchtbaren Gedanken, die auf sie eindrangen, aus ihrem Zimmer. Eine halbe Stunde darauf kam er an den Früh- stückstisch. Er sah frisch aus. Man sah ihm die gute Laune förmlich an. Er begrüßte sie lebhafter als sonst. Ihr aber blieb der Gruß in der Kehle stecken. Sie starrte auf seine Krawatte. Sie war neu. Liane hatte sie nie zuvor gesehen. Sie war ein Geschenk... Liane hielt sich am Tisch fest. Ihr war, als müsse sie umsinken. Sah sie schon überall Gespenster? „Nun, hast du dich gut bei Frau Widemann unterhalten?" fragte er heiter. Sie nickte stumm. Er fragte nach diesem und jenem. Ihre Schweigsamkeit schien ihm nicht aufzufallen. Er frühstückte mit bestem Appetit, machte durchaus nicht den Eindruck, als ob er von einer Beerdigung käme. „Was hast du erlebt? Wie war es bei der Beerdigung?" fragte sie endlich. Er sah fast verwundert auf. „Beerdigung? Ach so! Nun, die verlief natürlich wie jede andere." Liane wußte nun ganz genau: die -Beerdigung war ein Vorwand gewesen, um sie verlassen zu können. In seinem Leben gab es etwas, was er verschwieg — vielleicht verschweigen mußte. Warum aber hatte sich sein Gesicht plötzlich verdüstert? Warum stand er jäh auf und verließ sie mit kühlem Gruß? Sie wartete förmlich auf eine neue Ausrede von feiner Seite, die ihn auch Silvester wieder entführen würde. Aber die Ausrede kam nicht. So folgten sie beide der Einladung Irenes. In der geräumigen Etagenwohnung waren alle Zimmer hell erleuchtet. Ein ganz intimer Kreis war geladen, der immerhin aus zwanzig bis dreißig Personen bestand. Verschiedene Gäste waren bereits anwesend, als sie kamen. „Das ist recht, daß Sie uns die Ehre geben, Herr Morland!" sagte sie. „Das war selbstverständlich, gnädige Frau!" gab Fred zurück. „Ich hatte fast mit einer Absage gerechnet Sie waren auch die letzten Feiertage abwesend." „Leider mußte ich meine Frau allein lassen. Um so selb^verständlicher ist es, daß ich chr diese Stunden widme." „Ich staune noch immer, in Ihnen Talente zum treubesorgten Ehegatten zu entdecken!" lachte Irene silberhell auf... „Oh, gnädige Frau, ich glaube fast. Sie haben nie daran gezweifelt." Irene biß sich auf die Lippen. Andere Gäste drängten hinzu, das Paar zu begrüßen. Eine Bewegung Freds schreckte sie aus ihren Gedanken. Sie sah ihn an und erstarrte. Fred hatte die Augen weit aufgerissen. Sein Gesicht war erblaßt. Wie gebannt sah er auf die Frau, die gerade am Eingang der Tür erschienen war. „Frau Kommerzienrat Marckart!" stellte Irene gerade vor, und man sah ihr die Freude an, die schöne Fremde bei ihren Gästen einzuführen. Die Fremde war der Typ einer Dame aus der besten Gesellschaft; ein sehr gepflegtes Aeußeres ließ schwer das Alter bestimmen. Sie war schlank und biegsam von Gestalt, die kaum an Mittelgröße heranreichte, dazu mit gesuchter Einfachheit gekleidet, die wohltätig von Irenes immer Übereleganter Kleidung abstach. Sie hatte ein blasses, eher interessantes, als schönes Gesicht mit unregelmäßigen, pikanten Zügen, den halb verschleierten Augen, dem kleinen, blutroten Munde. Habe ich recht gesehen!, dachte Liane. Schon hatte das Gesicht ihres Mannes wieder den kühlen, fast hochmütigen Ausdruck. Irene führte den Gast von einem zum andern. Nun stand die Fremde vor Fred. War es nicht, als ob die leichtverschleierten Augen plötzlich hell wurden, als ob der Blick aufsprühte? Eine leichte, fast zwitschernde Stimme klang auf: „Herr Morland — Morland? Sollte ich diesen Namen nicht kennen? Wahrhaftig! Liebe Iren», hier brauchen Sie nicht vorzustellen, wir sind ja alte Bekannte. Nein, diese Ueberraschung, Sie nach so langen Jahren wiederzusehen!" Freds Anlitz war eisige Abwehr. Seine Stimme klang spröde. „Ich glaube, mich erinnern zu können, gnädige Frau!" „Natürlich, Herr Morland! Ich habe Sie sofort erkannt. Nein, wie klein die Welt ist! Hier, nach so vielen Jahren, trifft man sich wieder. Wie mich das freut! Und nun haben Sie eine so entzückende, kleine Frau!" Lianes ganzes Wesen war Abwehr. Ein instinktives Gefühl der Abneigung bemächtigte sich ihrer. Sie gab der Fremden nur die Fingerspitzen. Kein Zweifel war mehr in ihr: diese Frau hatte in dem Leben Freds eine Rolle gespielt. Fred hatte sie sofort erkannt! Warum gab er so zögernd diese Bekanntschaft zu? Gab es wirklich Geheimnisse in dem Leb.n ihres Mannes, die er vertuschen wollte — vielleicht vertuschen mußte!? (Fortjetzung folgt 1) EX ■; w- NJxAFi neinscha bonnt auf^ u versd ein prat iüi töö^ öi LÄ»'° & 6«6 S*i, Mederbet °r»B- Elgt Jto&tfjn vei Fulda^ Magsstur iigteit schwere die notice straße auf fahr, von fit! St. 58 I Zur Noe Creme Mattseidei fädig und Reklame]] Mattseide sehend, ft Mk 1.95, FlormitS Strumpf, । Mk. 1.25 Flor mit kebrauct 2.30.2.2' Mt>e der grieger' Jung, Jahre lang Kriegeroere- und eine © e ’fcaV, J OM01 AB AL hi L°»7 Bades und paPP',1 b,S weg - w Urkunde ^hbe d habe der Richter sogar auf die Strafe verzichten können und nur Erziehungs- und Fürsorgemaßregeln anordnen können. Auch im neuen Staate halte man daran fest, daß der jugendliche Verbrecher erzogen werde, selbst die Strafe könne mitunter erzieherisch wirken. Heute hätten wir nun das Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der Sicherheit und Besserung bekommen, das am 1. Januar 1934 in Kraft getreten sei. Dieses Gesetz kenne die Geisteskranken, die nicht für ihre Tat sühnen könnten, da sie ja nicht ganz verantwortlich seien. Daher würden sie vom Richter in Heilanstalten eingewiesen. Auch die Rauschsüchtigen und die vermindert Geisteskranken würden eine Sühne für ihre Tat erfahren, aber die Gemeinschaft müsse vor diesen Tätern gesichert werden. Einmal sei jeder der Gemeinschaft sittlich verantwortlich, daneben werde er noch in einer Heilanstalt wie ein Kranker behandelt. Die gefährlichsten Gewohnheitsverbrecher seien die Angehörigen einer Verbrecherbande. Diese würden sowieso schwerer bestraft, dann kämen sie in Sicherheitsverwahrung. Auch gegen Bettler, Dirnen usw., die belästigend der Gemeinschaft gegenüber sich betrügen, greife der neue Staat energisch ein. Durch Einweisung in Arbeitshäuser sei eine Heilung möglich, wenn sich der Täter an ordentliche Arbeit wieder gewöhnt habe. Die gefährlichste Klasse sei die der Sittlichkeitsverbrecher, bei denen auch die Oberhessisches Schwurgericht Ziehung der Waffe wurde angeordnet. Reue Wege der Vrrbrechensbekämpsung lösung der Genußrechte, Hauszinssteuerfrage und Umtausch von alten Staatsanleihen in Neubesitzanleihe, deren Frist am 30. September d. I. ablaufe. Darauf sprach der Ortsgruppenführer des Rentnerbundes, W. M a d e s , über die Rentnerfrage. Anschließend ergriff Vorstandsmitglied Fr. North an Hand von zahlreichen schönen Lichtbildern das Wort zu dem Thema „Deutsche Kolonialarbeit". In eineinhalbständigen sehr interessanten Ausführungen schilderte er Land und Leute unserer früheren Kolonien, wobei er auch die Namen Bismarck, Adolf Lüderitz, Dr. Gustav Nachtigal, Dr. Karl Peters, v. Lettow-Vorbeck und noch viele andere lobend hervorhob. Die Lüge von der kolonisatorischen Unfähigkeit Deutschlands wies er ganz entschieden zurück. Die Rückgewinnung der Kolonien habe neben der Sicherung der Versorgung der Heimat mit kolonialen Rohstoffen und der Erschließung eigener überseeischer Absatzgebiete für die heimische Arbeitsbeschaffung vor allem ayd) den Zweck, dem Ab- Der Führer sagt: „3n meinem Staat ist die Mutter die wichtigste Staatsbürgerin“. Die Mütterschulungslehrgänge belehren die Frauen über ihre Pflichten in Familie, Haus und Volk. Darum gebt für die Haus- und Straßensammlung des Reichsmütterdienstes im Deutschen Frauenwerk am 10. und 11. Mai. Gefängnisstrafe von einem sechs Monaten unter Anrechnung von drei Monaten erlittener Untersuchungshaft. Die EinHerr Lang ist ein geborener Gießener. Das Ehepaar hat vier Söhne, die gegenwärtig sämtlich im Reichsheer dem Vaterlande dienen. ** Die Köln — Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil den Frühjahrsfahrplan ihrer Rheindampfer für die Zeit vom 12. Mai bis 22. Juni. Der Fahrplan bringt eine wesentliche Erweiterung, so daß jetzt schon alltäglich, vor allem aber auch an Sonn- und Feiertagen, zahlreiche Fahrtmöglichkeiten von Mainz ab geboten werden. Die mehrtägigen Rheinreisen mit und ohne Verpflegung und Uebernachtungen stehen an jedem Montag und Donnerstag von Mainz aus zur Verfügung der Rheinfahrer. Näheres in der Anzeige. dern, da sie sonst unter Umständen den Verlust ihrer Ansprüche auf die bisherige Unterstützung zu gewärtigen haben. ** Rückständige Strom- und Gasgelder aus dem Monat März können noch bis zum 15. Mai ohne weitere Kosten für die säumigen Zahler beglichen werden. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe. ** Silberne Hochzeit. Gärtnereibesitzer Adolf Dönges und Frau Anna, geb. Bendt, Marburger Straße 67, können am morgigen Samstag das Fest der silbernen Hochzeit begehen. — Am 12. Mai feiern der Reichsbahnobersekretär i. R. Ludwig Lang und Ehefrau in Offenbach a. M., Grenzstraße 22, das Fest der silbernen Hochzeit. die Wirtschaft zurück. Der Angeklagte, der bis dahin noch in der Wirtschaft war, hörte, daß Vogt die Nacht schlafend im Stalle verbringe, und nun ging er dorthin. Nachdem Vogt auf die Aufforderung des Angeklagten nicht reagierte, gab dieser Vogt eine Ohrfeige, die diesen veranlaßte, einen Besen zu ergreifen und auf den Angeklagten einzuschlagen. Es kam nun zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf der Angeklagte dem Vogt eine Stichwunde an den Hüften beibrachte. Der herbeiaerufene Arzt ordnete am folgenden Morgen die Ueberführung Vogts in die Klinik an, wo er am 4. Febr. verstarb. Nach eingehender Beweisaufnahme, die sich bis in die späten Nachmittagsstunden erstreckte, beantragte der Vertreter der Anklage wegen Verbrechens im Sinne der §§ 223, 223a, 226 eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren und die Einziehung der Waffe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer ~ '" ' " ' "'rund Am gestrigen Sitzungstage verhandelte das Gericht gegen den Wilhelm Bender aus Lich wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, an deren Folgen der Ludwig Vogt aus Lich verstarb. Der 25jährige Angeklagte stand mit dem Verstorbenen in engen freundschaftlichen Beziehungen. Am 20. Januar 1935 weilten beide nachmittags in dem Anwesen des Getöteten. Der Angeklagte unternahm später mit anderen Freunden eine Autotour und kam erst in der Nacht wieder mit Vogt in einer Wirtschaft zusammen. Dort kam es mit dem Zeugen Sch. und Vogt zu Beschimpfungen. Nachdem der Nachtwächter und auch der Angeklagte die Gäste zum Nachhausegehen aufgefordert hatten, setzten sich die Differenzen zwischen Sch. und dem Angeklagten auf der Straße fort und arteten in Tätlichkeiten aus, die jedoch bald wieder beigelegt wurden. Sch. ging schließlich mit dem Getöteten nach Hause. Dieser legte sich jedoch nicht zu Bett, sondern begab sich, wie er das öfters zu tun pflegte, in den Stall. Nachdem Sch. der Aufforderung, das gleiche zu tun, nicht nachgekommen war, verließ er die Hofreite und begab sich wieder in strömen des deutschen Vevölkerungsüberschusses in fremde Länder Einhalt zu gebieten und die deutsche überseeische Abwanderung, soweit sie in Zukunft noch stattfinde, in eigene nationale Siedlungsgebiete überzuführen. Nur durch eigenen Kolonialbesitz werde der Weg zur wirtschaftlichen Gesundung wieder freiwerden. Nach den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Herrn North wurde die gutbesuchte Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Hessen-Sonderzug des VOA. nach Ostpreußen Die Ostmark des deutschen Volkes steht im Brennpunkt der Aufmerksamkeit unseres Gesamtvolkes. So ist es selbstverständlich, daß der Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) feine diesjährige Pfingsttagung im Osten abhält. Königsberg in Ostpreußen ist als Tagungsort erkoren. Aus allen deutschen Gauen werden gegen Ende der Vorpfingstwoche Sonderzüge anrollen, die volksdeutsche Kämpfer und volkstumsbegeisterte Jugend nach Osten fahren. Auch aus Hessen fährt ein Sonderzug zu stark ermäßigten Preisen am Mittwoch, 5. Juni 19 35, ab Frankfurt gen Osten. Rückkunft: Sonntag, 16. Juni. Fahrt nach Marienburg; dort Eröffnungsfeier der Pfingsttagung (Freitag vor Pfingsten). Pfingstfamstag bis Montag Tagung in Königberg mit aufrüttelnden Großkundgebungen und großem Festzug aller deutschen Gaue. Dienstag nach Pfingsten: Seefahrt nach Danzig. Mittwoch: Danzig und Zoppot. Donnerstag: Hin- denburggedenkfeier am Tannenbergdenkmal. Freitag: Fahrt nach Masuren (Lötzen). Samstag und Sonntag: Rückfahrt. Jeder volksbewußte Deutsche ist herzlichst eingeladen, an der Fahrt in den deutschen Osten teilzunehmen. Jeder Teilnehmer wird heimkehren erfüllt von unvergeßlichen Eindrücken und in dem Bewußtsein, durch seine Teilnahme an der Ostlandfahrt des VDA. seine innere Verbundenheit mit der Ostmark bekundet zu haben. Landschaftsbilder von außerordentlichem Reiz, Städte uralter deutscher Kultur, das blaue Ostmeer, die spiegelnden masurischen Seen und die rauschenden Wälder des Landes werden für immer in der Seele der Ostlandfahrer haften, machtvolle Kundgebungen jedes deutsche Herz höher schlagen lassen. Der deutsche Osten ruft! Anmeldungen sind spätestens bis 15. Mai 1935 bei der nächsten VDA.-Gruppe, oder an den Landesverband Hessen, Darmstadt, Landgraf-Philipps-Anlage 7, Fernruf 2208 zu richten. Bei diesen Stellen ist auch jede weitere Auskunft zu haben. Daten für den tO. Mai 1631: Tilly erobert und zerstört Magdeburg; mit Ausnahme des Domes wird die ganze Stadt in Asche gelegt; — 1871: Friede von Frankfurt a. M.; — 1904: der Afrikareisende Henry Morton Stanley (James Rowland) in London gestorben (geboren 1841); — 1925: der Historiker Karl Lamprecht in Leipzig gestorben (geboren 1856). Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Sportkurse, 18 bis 20 Uhr: Sport- und Spielnachmittag (Universitätssportplatz Kugelberg), 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körperschule (Männer und Frauen) im Lyzeum, 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele (Heil- und Pflegeanstalt). — Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr: „Madame Butterfly". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lockvogel". — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Der Judas von Tirol". — Reichsverband Deutscher Baumeister, 20 Uhr, Hessischer Hof: Versammlung. — Stadttheate.r Gießen. Heute 20 Uhr: Wiederholung der Oper: „Madame Butterfly" von Puccini. Dauer von 20 bis 22,45 Uhr. — E i n öffentlicher Vortrag über neuzeitliche Bodenbearbeitung findet am morgigen Samstag, 11. Mai, auf dem Versuchsgelände der Hauptstelle für Pflanzenschutz (Senckenbergstraße 7) statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige besonders aufmerksam gemacht. * ** Warnung vor unbegründetem Zuzug von Unter st ützungsempfängem in das Saargebiet. Wiederholt ist bereits darauf aufmerksam gemacht worden, daß ein Zuzug von Arbeitern und Angestellten in das Saar- geöiet ohne die nach der Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt vom 1. März 1935 erforderliche Zustimmung des für die Arbeitsstelle zuständigen Arbeitsamts mit mannigfachen wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist. Es erscheint auf Grund der Erfahrungen in den letzten Wochen nicht nur erforderlich, diese Warnung zu erneuern, sondern sie muß auch auf die bisherigen Unterstützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung, der Krisenfürsorge und Wohlfahrtspflege ausgedehnt werden. Der Präsident der Reichsanstalt hat aus diesem Grunde die Arbeitsämter angewiesen, die Unterstützungsempfänger durch einen deutlich sichtbaren Aushang in den Amtsräumen davor zu warnen, eigenmächtig in das Saargebiet abzuwan- Am gestrigen Abend setzte Prof. Gallas mit einem Vortrag „Neue Wege der Verbrechensbekämpfung" die von der NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst für bas deutsche Volk" fort. Der Redner führte u. a. ungefähr folgendes aus: Jede Volksgemeinschaft und jeder Staat müsse sich nach außen und nach innen verteidigen. Nach außen durch eine Schutzwehr, die den Gefahren von den Nachbarvölkern vorbeuge, nach innen durch Gesetze, die die Rechtssicherheit eines Staates gewährleisten. Die Verteidigung nach außen sei Aufgabe der Wehrmacht. Aber auch nach innen gelte es, einen Angriff gegen die Angehörigen des eigenen Volkes zu führen. Da mitunter eigene Volksgenossen die Grundlage des Zusammenlebens bedrohen, sei es Aufgabe der Gemeinschaft, sich gegen Verbrecher, die sich in den eigenen Reihen befänden, zu wehren. Zwei Wege der Bekämpfung gebe es. Der erste sei, wohl der geläufigere, man schritte gegen den ein, der sich versündigt habe. Dies sei Aufgabe des Staates, ober kurz Sache bes Strafrechts. Der zweite Weg feien Maßnahmen, bie ber Staat ergreife, um ben verschiebensten Verbrechen vorzubeugen. Ziel seines Vortrags fei es, bie Neuerungen, bie burch ben nationalfoziali- tifchen Staat gebracht worben feien, vorzutragen. Das „Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher unb über Maßregeln ber Sicherheit unb Besserung" vom 24. November 1933 zeige beutlich, auf welche Weise ber nationalsozialistische Staat gegen biese Schüblinge eingreife. Dieses Gesetz sei nicht aus bem Nichts entstauben, fonbern es fei ein Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit unb Erfahrung. Das große Verdienst des neuen Staates fei es, daß er das in die Wirklichkeit umgefehl habe, was früher aus Mangel an Energie versäumt wurde. Das frühere Strafgesetzbuch habe nur Strafen gekannt (Zuchthaus, Geldstrafen usw.) unb ber Sinn ber Strafe habe in ber Buße für bas vergangene Verbrechen gelegen. Dem Verbrecher werbe ein Leib angetan, bas bas Unrecht roieber gutmache, unb so werbe bie beleibigte Volksgemeinschaft wieher versöhnt. Hier sei man zu bem Ergebnis gekommen, baß bas Strafmaß sich nach ber Tat gerichtet hätte. Niemanb sollte höher bestraft werden, als er es verdiene. Seit im Jahre 1882 bie Reichskriminalstatistik eingeführt worben fei, habe sich gezeigt, baß bie Zahl ber Verbrecher ftänbig zunaym. Obwohl sehr häufig Zuchthausstrafen verhängt würben, fei doch keine Minberung ber Kriminalität eingetreten. Immer roieber bieselben Verbrecher hätten sich strafbar gemacht. Sogar ber jugenbliche Verbrecher habe an Zahl zugenommen. Dies sei besonbers bebauerlich, weil bann aus einer solchen Jugend meistens die Schwerverbrecher entstanden seien. Die Wissenschaft habe sich lange bemüht, wirkungsvoll gegen dieses Verbrechertum einzuschreiten. Man habe zunächst versucht, den Grund dieser Kriminalitätsvermehrung zu erforschen, und sei zu bem Ergebnis gekommen, baß biese Entstehung einmal auf persönlichen, meist angeborenen Eigenschaften beruhe. Dann sei bie Umwelt (Milieu) ober beibe zusammen wirkende Kräfte ber Kriminalitätsentstehung. Die Gelegenheitsoerbrecher seien meist ganz normale Bürger, bie keine schlechten Eigenschaften hätten, aber bie irgenbeine Gelegenheit ober ein Straucheln zu kleineren Sünbern gemacht habe. Bei biefen Leuten, bie zum ersten Male mit bem Gesetz in Konflikt gekommen seien, genüge bie bisherige Strafe. Eine anbere Gruppe sei bie der Verbrecher, bie abnorme Eigenschaften hätten unb sozusagen geborene Verbrecher seien. Hierher gehören zuerst bie Geisteskranken unb bann die Berufsverbrecher, bie bas Gegenteil des ordentlichen Bürgers seien. Diese gefährlichste Gruppe, die von vornherein mit einer antisozialen Einstellung auf bie Welt gekommen sei, würben sogar, ba sie kein Empsinben für Strafe hätten, bie Gemeinschaft als ihren Feind betrachten. Weitere Gruppen seien die ber Sittlichkeitsverbrecher, ber haltlosen Verbrecher ober zusammengefaßt die Gewohnheitsverbrecher. Zu diesen Gruppen komme noch eine, nämlich die von jugendlichen Tätern. Aber auch der normale Jugendliche sei etwas anderes für das Strafrecht als der Erwachsene, weil er noch nicht die sittliche Reife erlangt habe. Die Erziehung sei hier wirksamer als eine Strafe. Die Wissenschaft habe wohl dem Gesetzgeber Vorschläge zur Verhinderung der Kriminalität gemacht, aber bas einzige, das mir in der Nachkriegszeit bekommen hätten, fei das Jugendgericht gewesen. Hier Oberheffen Am nächsten Donnerstag wird Professor ’Rein« wein über „Die Wichtigkeit der Erforschung und Bekämpfung einer Seuche" sprechen. Der Besuch dieser Vortragsabende dürfte noch besser werden. Die Haus- und Straßensammlung findet am 10. und 1L Mai statt. Durch den Erwerb von Plaketten des Reichs- mütterdienstes dankt ihr der deutschen Mutter. Strafe nichts helfe. Hier werde die Entmannung verordnet. Nun gebe es noch eine Möglichkeit, der Entstehung von Verbrechen oorzubeugen. Man könne nämlich verhindern, daß Personen mit solch anormalen Trieben auf bie Welt kämen. Die Sterilisation sei eine Maßnahme, um in bieser Beziehung erbkranken Nachwuchs zu verhindern. Da gerade die Minderwertigen sich am meisten vermehren, sei die Gefahr gegeben, daß ein gaüzes Volk zugrunde gehe. Die letzten preußischen Verordnungen hätten gewisse Bedingungen in dieser Richtung auferlegt. Ein solcher Versuch, der sich wirkungsvoll schon gezeigt hatte, werde wohl später auch ins Gesetz ausgenommen werden. Eine andere Methode zur Verminderung der Kriminalität seien die Aufklärung unb ber Selbstschutz ber Opser. Es werbe gezeigt, wie man sich z. B. gegen Betrug sichere unb wie man sich vor anberen Verbrechertricks hüten könnte. Gerade der nationalsozialistische Staat habe durch seine sozialen Maßnahmen viel dazu beigetragen, die Zahl von Verbrechern zu vermindern. Das wirksamste Mittel sei wohl bie Erziehung gur; Volksgemeinschaft. Dies müsse in erster Linie bei ber Jugenb in Kraft treten. Der Dienst in ber Hit- lerjugenb z. B. habe baburch, baß er ben arbeitslosen Jungens roieber Lebenzroeck unb -ziel angebe, sehr viel zur Verminderung ber Verbrechen gewirkt. Wenn ber heutige Staat eine Hauptaufgabe in ber Erziehung zur Gemeinschaft sehe, bann werbe er baburch mit bazu beitragen, bie Kriminalität zu verringern. Die Ausführungen von Professor Gallas würben mit großem Beifall aufgenommen. Pg. E h r i st, als Kreisleiter ber NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen und leitete dann eine kurze Aussprache ein. Tödlicher Unfall im Gieinbruch. wg. Großen-Buseck, 9. Mai. Heute vormittag ereignete sich im Steinbruch am Dickebecher ein schwerer Unfall. Der Erdarbeiter Otto Dambmann von hier geriet unter nieder- brechende Gesteinsmassen unb erlitt einen Bruch bes rechten Oberschenkels, schwere innere Verletzung en, ferner Wunben am Kopf unb am Rücken. Durch bie Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen würbe der bedauerns- merte Mann in bie Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Noch im Laufe bes Spätnachmittags e r - lag er ben Verletzungen. Die Hinterbliebene Frau verlor in bem Verunglückten ihren zweiten Mann burch Unfall. Landkreis Gießen. X Wiefeck, 10. Mai. Ihren 80. Geburts- t a g kann am 11. Mai unsere Mitbürgerin Frau Katharina Keßler Wwe., geb. Rau, feiern. Die geistig sehr rege Frau ist infolge eines Beinbruchs seit Jahren an bas Zimmer gefesselt. wg. Großen-Buseck, 9. Mai. Heute morgen würbe eine Wiese, bie ber Provinz Oberhessen gehörte unb in unserer Gemarkung liegt, meiftbietenb d e r ft e i g e r t. Höchstbietenber war Straßenwart Karl Jäger von Reiskirchen, ber für 2117 Quabratmeter 1400 Mark bot. — Am morgigen Samstag veranstaltet ber Gefangne r- e i n „Germania" aus Anlaß bes Besuches eines Gesangvereins aus (Zunders- heim a. Rh. ein Konzert. Am Sonntag wirb man auf bem hohen Berg einige kamerabfchaftliche Stunben mit ben Gästen verbringen. *!* Ruttershausen, 9. Mai. Im Saale ber Gastwirtschaft von Schön hielt vor einer zahlreichen Zuhörerschaft, worunter die Belegschaften ber hiesigen unb benachbarten Zigarrenfabriken der Firma Rinn unb Cloos mit ihren Angehörigen fast vollzählig vertreten waren, Obermeister Wobker aus Heuchelheim einen Vortrag über seine Reise mit bem „Kraft burch Freude"-Schift „Der Deutsche" nach Mabeira. In fesselnder Weise gab er einen Bericht über ben Verlauf ber Fahrt unb seine Einbrücke, der bestens unterstützt wurde durch sehr gute Lichtbilder, zum größten Teil selbstaufgenom- mene Photographien, die ein anschauliches Bild vermittelten von ben Schönheiten ber Fahrt unb ber herrlichen Natur Madeiras, aber auch von ber guten Kameradschaft der Fahrtteilnehmer. Gespannt folgten die Zuhörer ben Ausführungen bes Redners, unb in manch einem ber Besucher mag ber Wunsch erwacht fein, auch einmal an einer berartigen Fahrt teilnehmen zu können. Reicher Beifall dankte bem Redner. Im Anschluß an ben Vortrag fanb ein gemütliches Beisammensein der Arbeiter ber Zigar- renfabrif statt, bei bem Herr Wobker nochmals das Wort ergriff, um eindringlich darauf hinzuwei- sen, daß jeder feine Pflicht tun müsse, wie der Führer, wenn unser Vaterland wieder befferen Zeiten entgegen gehen soll. Vieles sei schon erreicht, vieles werde noch erreicht werden. Er wies auf alles hin, was der Arbeiter jetzt schon unserem Führer zu danken hat, und schloß mit Sieg-Heil! auf den Führer. > Steinbach, 9. Mai. Der hiesige Friedhof ist Eigentum ber Evangelischen Kirchengemeinbe Steinbach. In bem Vertrag von 1905 ist bas Benutzungsrecht geregelt, unb in ber Friedhofs- orbnung von 1925 finb genaue Bestimmungen über ben Friebhof getroffen. Da ein Teil bieser Bestimmungen anscheinend in Vergessenheit geraten ist, hat ber Kirchenvorstanb, bem bie Verwaltung ber Friedhofsangelegenheiten obliegt, bie Bürgermeisterei gebeten, bei ber schärferen Durchführung ber Fried- yofsorbnung zu helfen. Flurschütz H. Ätzbach V. würbe im Einvernehmen mit bem Kirchenvorstanb zum Friebhofsaufseher ernannt, er übt bie Polizeigewalt auf bem Friebhof unter Aufsicht ber Bürgermeisterei aus, bie bie Hanbhabung ber Polizei auf bem Friebhof innehat. Es ist zu hoffen, baß nunmehr in bem neueröffneten Teile bes Fried- Hofes genau nach bem Lageplan belegt unb damit eine bessere Ordnung bes Friebhofes erreicht wirb. = Steinbach, 10. Mai. Zur Ehrung ber Kreisbesten aus bem Reichsberufs- wettkampf 1935 ist noch nachzutragen, baß in ber Gruppe Leberarbeiter, Fachschaft Schuhmacher, ber im Gießener Anzeiger von gestern genannte Kreisbeste Anton Reusch 1 ing ber Sohn bes hiesigen Milchhänblers Anton Reuschling ist. Außerbem würben noch von Steinbach Walter M a g e l, Fachschaft Maler, Marie Balser, Fachschaft Setleibung ausgezeichnet. * Watzenborn-Steinberg, 9. Mai. Die freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hielt bieser Tage eine Prüfung ber neu eingetretenen Mitglieber ab. Regierungs-Mebizinalrat Dr. Kor - t u m nahm bie Prüfung vor unb dankte zum Schluß ben Mitgliebern für bas Interesse, bas sie ber eblen Sache zuwanbten. Er bankte ferner bem Kreiskolonnenführer Kratz unb bem Zugarzt Dr. Fabel für ihre mühevolle Arbeit. Die geprüften Mitglieber ber Sanitätskolonne Watzenborn-Steinberg würben burch Handschlag verpflichtet. = Lich, 10. Mai. Ihren 80. Geburtstag kann morgen in voller körperlicher unb geistiger Rüstigkeit Frau Helene O ß w a l b, geb. Dietz, feiern. Kreis Friedberg. L B ab-Nauheim, 9. Mai. Die im Jahre 1913 gegrünbete, bem Gauverbanb Hessen ange» hörende hiesige Abteilung ber Deutschen Ko- lonialgesellschaft hielt bieser Tage eine Vorstanbssitzung ab. Zu Seren Beginn roibmete ber Ehrenvorsitzende, Dberftleutnannt a. D. Leß» ner, bem langjährigen 1. Vorsitzenben, Ober» ftubienbireftor Dr. Knieriem, ber bekanntlich einen Ruf als Professor an bie Hochschule für Lehrerbilbung in Frankfurt a. d. O. erhalten ha^ kauft jeber deutsche bas ^ammelabzeichen des KeichsmMerbienstes im Deutschen ^rauenroerk.- warm empfundene Worte des Dankes für dke in langen Jahren geleistete treue, zielbewußte und erfolgreiche Arbeit im Dienste der kolonialen Sache. Als Nachfolger Dr. Knieriems ist Pg. Dr. med. Horst H a h n d o r f f, ein Verwandter des großen deutschen Afrikaforschers und Kolonialpioniers Hermann v. W i ß m a n n , zum Leiter der Abteilung berufen worden. Oberstleutnant Leßner dankte dem neuen Vorsitzenden in herzlicher Weise, weil er trotz starker beruflicher und sonstiger Inanspruchnahme sich zur Uebernahme des'Amtes bereiterklärt habe, versprach freudige Unterstützung und Mitarbeit des Vorstandes und übergab Dr. Hahndorff die Leitung der Abteilung. Im Anschluß daran wurde über die zukünftige Arbeit gesprochen, u. a. auch über die Frage der Errichtung einer Kolonial-Ehrenburg auf dem Johannisberg. Kreis Büdingen. werden. Der Fahrer vermochte jedoch seinen Wagen noch auf die linke Straßenseite Herumzureißen. Ein im gleichen Augenblick aus entgegengesetzter Richtung kommender auswärtiger Personenwagen konnte nicht mehr rechtzeitig abgebremst werden und fuhr mit voller Wucht gegen einen Baum. Der Fahrer und die beiden Mitfahrer mußten in schwerverletztem Zu st and in das Landeskrankenhaus eingeliefert werden. Auch die Radfahrerin, die von einem der beiden Kraftwagen gestreift wurde und zu Fall gekommen war, trug erhebliche Verletzungen davon. Der Kampf mit der Kuh. LPD. Limburg, 9. Mai. Eine w i l d g e w o r - d e n e Kuh brachte das ganze Westerwalddorf Fußingen in Aufregung. Die Kuh war einem Treiber durchgegangen und tobte zunächst in verschiedenen Gärten und Gehöften umher. Alle Versuche, das Tier wieder einzufangen, scheiterten zu- nächst, und je mehr Leute sich einfanden, desto kühner wurde der „Angriffsmut" und Die „Sprung- tunst" des Tieres. Auch der Gendarmeriewachtmeister war dem Tier gegenüber machtlos, so daß schließlich noch die Feuerwehr zu Hilfe aerufen wurde. Der Gendarmeriebeamte hatte aber Dann den guten Gedanken, die Kuh mit einem Lasso etnfangen zu lassen. An einer langen Stange wurde die Schlinge angebracht und mit List und Tücke um die Hörner der Kuh gelegt. Aus gesicherter Stellung hinter einem Baum her zogen nun die Feuerwehrleute mit vereinten Kräften die Kuh heran und legten sie schließlich in Fesseln. So wurden nach vierstündigem Kampf nun doch die Dorfbewohner Herr des wilden Tieres. Die Olynipiavorbereitmigen der deutschen Reiter. $ Bad Salzhausen, 9. Mai. Des verstorbenen Oberforstmeisters Hugo Kirchner, dem $u Ehren man in diesen Tagen in Bad-Nauheim in Anbetracht seiner Verdienste um die Neuanlagen des Kurparkes einen Gedenkstein setzte, gedenkt man auch hier in Dankbarkeit wegen seiner großen Sorgfalt und Liebe zur Ausgestaltung unseres Bades und Kurparkes. Ihm zu Ehren bezeichnete man den Weg von der bekannten mächtigen Silberpappel bis zum Landgrafenteich als „Kirchner- w e g". 8 Wallernhausen, 9. Mai. Dieser Tage wurde der fast 80jährige Ehrenführer des hiesigen Kriegervereins, Wagnermeister Theodor Jung, der den Verein seit seiner Gründung 30 Jahre lang leitete, zur letzten Ruhe gebettet. Der Kriegerverein erwies ihm durch starke Beteiligung und eine Salve die letzten Ehren. Radfahrerin verschuldet schweren Unfall. Fulda, 9. Mai. (LPD.) In den heutigen Nachmittagsstunden ereignete sich durch die Fahrlässigkeit einer Radfahrerin ein folgenschwerer Unfall. Die Radfahrerin fuhr ohne die notwendige Aufmerksamkeit aus einer Seitenstraße auf die Hauptstraße und geriet dabei in Gefahr, von einem Personenwagen überfahren zu Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei, dessen Arbeitsausschuß unter Führung des Inspekteurs der Kavallerie, Generalleutnant Knochen- Hauer, steht, mit Oberlandstallmeister i. e. R. G. R a u als Generalsekretär, arbeitet seit längerer Zeit intensiv an der Vorbereitung der deutschen Reiter auf die Olympischen Spiele 1936. Die Reiterkämpfe bestehen oei den Spielen aus drei Prüfungen, nämlich 1. einer fünfteiligen Vielseitigkeitsprüfung mit ganz außerordentlichen Anforderungen an Reiter und Pferd, 2. aus einer großen Dressurprüfung und 3. aus einem großen Jagdspringen. An jeder einzelnen Prüfung können für jedes Land drei Reiter und drei Pferde teilnehmen. Ausbildungsstätte für die deutschen Reiter ist die Kavallerieschule in Hannover, die unter Führung des Generalleutnants Freiherrn von Dalwigk steht. Die Ausbildung der für die Olympischen Spiele in Betracht kommenden Reiter ist von der Kavallerieschule entsprechend den drei verschiedenen Prüfungen untergeteilt in drei Abteilungen: 1. Dresiurpferde (Leiter Major Gerhard, dem der Schulstall der Kavallerieschule unterstellt ist); 2. Vielseitigkeitspferde unter Rittmeister von M e tz s ch, dem Leiter des sogenannten Vielseitigkeitsstalles; 3. Springpferde unter Leitung des Oberstleutnants Freiherrn von Waldenfels, dem der Springstall untersteht. Seit dem 1. Oktober des Vorjahres ist für die Dresiurpferde in Hannover auch noch der bekannte Reitmeister Oskar L ö r k e als Ausbildner gewonnen worden. Außerdem werden, bedingt durch persönliche und örtliche Verhältnisse, einige Dressurreiter und Dressurpferde unter Leitung der Reitmeister Major a. D. Bürkner und Richard W ä t g e n in Berlin ausgebildet. Für jede der drei großen olympischen Prüfungen stehen neun bis zwölf Reiter und je zehn bis sechzehn Pferde zur Schulung. Die endgültige Auswahl erfolgt kurz vor den Spielen auf Grund der gezeigten Leistungen. Das deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei veranstaltet neben der laufenden (Erprobung, die durch die vielen Prüfungen innerhalb des Turniersports dauernd stattsindet, auch noch große Sonderprüfungen für diejenigen Reiter und Pferde, denen eine Vertretung der deutschen Interessen an den Olympischen Spielen voraussichtlich anvertraut werden kann. So haben bereits im Jahre 1934 vier Vielseitigkelts- prüfunaen in Hannover und Wiesbaden sowie in Berlin-Potsdam und in Berlin-Döberitz stattgefunden, desgleichen einige große Dressurprüfungen. In diesem Jahre ist die erste große Dressurprüfung mit Olympischen . Bedingungen beim Dortmunder Reichsverbands-Turnier vor sich gegangen und brachte einige der besten in Vorbereitung stehenden Reiter und Pferde vor das große Publikum. (Eine zweite große Dressurprüfung ist für den 24. Mai in Hannover angefeht. Eine große internationale Dressurprüfung steht für den 13. Juli in Berlin an. Vielseitigkeitsprüfungen veranstaltet das Komitee in diesem Jahre vom 22. bis 24. Mai in Hannover, vom 20. bis 22. Juni in Berlin-Ost, vom 11. bis 13. Juli in Berlin-West und im September in München. Das Komitee ist Dorf jeher eine der stärksten Stützen des deutschen Reitsports gewesen. Es erwirbt Pferde, die für die Olympischen Spiele in Betracht kommen oder sichert sich solche Pferde durch Mietverträge. Zur Zeit gehören dem Komitee von bekannten Dressurpferden, Dielseitigkeitspferden und Springpferden, die für die Olympischen Spiele in Betracht kommen oder zur Ausbildung der Reiter gebraucht werden, u. a. die folgenden: Alp, Tora, Maientag, Artus, Derby, Prinz, Pendel, Fleiß. Durch Mietverträge find u. a. Burgsdorff und Lausbub gesichert. Der Reichsfporkführer ist Mitglied des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei und nimmt an allen Einzelheiten der Ausbildung von Reiter und Pferd den regsten Anteil. (Er hat j bereits in mehreren grundlegenden Fragen, ! deren Lösung den Reitern und Pferden in ' hohem Maße zugute kommen würde, entscheidend eingegriffen. Dem Arbeitsausschuß des Deutschen Olympiade- Komitees für Reiterei ist auch die Durchführung der reiterlichen Wettbewerbe und des Polospiels bei den Olympischen Spielen übertragen. P Mitesser, Flechten und Hautausschlag verseh winden durch MMinol fitrbo-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme, (54 u. 75 Pfg.) Slriimple ein praktisches Geschenk für die Mutter! Mattseidenstrümpfe, besond. fein- fädig und elastisch, alle Farben Reklamepreis Mk. 1 — Mattseidenstrümpfe, elegant aussehend, feinste Qualitäten Mk. 1.95, 1.75, 1.45, 1.35 FlormitSeide, feinster Strapazierstrumpf, sehr dankbar im Tragen Mk. 1.25, 1.10 Flor mit Seide, sehr elegant, im Gebrauch unverwüstlich 2.50,2.20,1.90,1.75,1.60,1.35 2782 A M. G. 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