WA M, • ' < , « • - • ■ A’^ykÄ! M*i« ‘ « $. C"^.. v." /'?& - .• — Nr. 287 Erstes Blatt Montag, 9. Dezember 1935 185. Jahrgang Siegener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Erscheint täglich, anher ÄÄH Ä ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags jflVr ▼ fV W V für die Mittagsnummer »£2£s ’* 444A4 AA4I ms VlbtzMA 4WIJCT ms infolge Sherer Gewalt w < Stellen-, Vereins., gem-in- WM General-Anzelger für Oberhesten -MW poftfchecttonto: behördliche Anzeigen 6Npf. Zrantfutt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitätsVuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: §chulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel b gewaltige Gemeinschaftsleistung zu erzielen, ohne unerhörte Belohnungen durch Gewinne einzelner Menschen. .Das, was wir auf der einen Seite in der Des Führers Dank an die Reichsbahn Der Führer und Reichskanzler umriß dann in einer oft von stürmischem Beifall unterbrochenen Ansprache die politisch einigende Bedeutung der Reichsbahn. Anknüpfend an die Darlegungen der Vorredner führte er aus, daß — ganz gleich, was auch die modernen Erfindungen an neuen Verkehrsmöglichkeiten geschaffen haben — die Bedeutung der Reichsbahn als Träger des Massentransportes sich erhalten werde. „Der Kraftwagen ist ein individuelles Transportmittel. Das Flugzeug ist das schnellere Transportmittel. Das unbedingt sichere Massentransportmittel ist und bleibt für absehbare Zeit nach wie vor die Eisenbahn. Wir können uns sehr wohl das heutige Leben vorstellen ohne Flugzeug und auch ohne Kraftwagen. Wir können uns das heutige Leben nicht vorstellen ohne Eisenbahn! Ausgehend von dem Gesichtspunkte des Nutzens für die Gesamtheit wird es unsere Aufgabe sein, den Verkehrsmitteln im einzelnen die ihnen zukommende Betätigung zu sichern." Darüber hinaus müsse man in der Eisenbahn, so wie sie sich in Deutschland entwickelt habe, das erste ganz große sozialistische Unternehmen sehen gegenüber den Gesichtspunkten der Vertretung rein kapitalistischer Einzelinteressen. Es sei das Eigenartige dieses Unternehmens, daß an der Spitze nicht die Frage des Gewinns, sondern die B e - friedigung des Verkehrsbedürfnisses stehe. Es habe stets das Prinzip verfochten, nicht Linien zu bauen dort, wo die Rentabilität absolut sichergestellt ist, sondern überall dort, wo das Bedürfnis nach einer Verbindung besteht, und den Ausgleich zu suchen zwischen den- die Entwicklung des Eisenbahnwesens einschalten. Erst der Weltkrieg zwang zu einer einheitlichen Führung des Betriebes aller deutschen Eisenbahnen unter militärischer Leitung. Nach Beendigung des Krieges fühlte das Volk instinktiv, daß die deutschen Eisenbahnen nicht wieder in eine Anzahl selbständige Ländereisenbahnen auseinanderfallen durften. Es ist ein lichter Punkt in der Verfassung von Weimar, daß sie, diesem Volksempfinden folgend, die Schaffung einer großen deutschen Reichsbahn vorsah. Schweren Prüfungen war die Deutsche Reichsbahn unterworfen, als die Reparationen auch sie in ihren Dienst zwangen. Unerhört waren -die Tribute, die sie aus der schwer ringenden deutschen Volkswirtschaft unter dem Drück ausländischer Verwaltungsbeteiligung und Kontrolle herauswirtschaften mußte. Auch diese Fesseln sind abgestreift. Ungehindert kann nun die Reichsbahn ausschließlich dem deutschen, dem Staats-, dem Reichsgedanken dienen, wie er einheitlich verkörpert ist im nationalsozialistischen Dritten Reich. Ein so stark und dicht besiedeltes Land wie Deutschland mit einer Wirtschaft und Kultur von solcher Mannigfaltigkeit braucht eine Vielheit voneinander ergänzenden Verkehrsmitteln und kann auf hochentwickelte Eisenbahnen nicht verzichten Was zu ihrer Vervollkommnung geschieht, ist nicht krampfhaftes Bemühen, beginnenden unabwendbaren Niedergang saufzuhalten, sondern Vorsorge für eine bessere Zu-- > kunit. dende Kraft auch im politischen Bereich. Es liegt in der Natur der Eisenbahnen, daß sie nicht nur Unternehmen des Transportgewsrbes sind, sondern auch Träger lebenswichtiger Interessen der Nation. Diesen Interessen das kapitalistische Gewinnstreben unterzuordnen, war die Aufgabe des Staates. Er mußte sich deshalb von Anfang an in jenigen, die an sich rentabel sind und denen, die nicht rentabel sein können. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß nicht etwa die Reichsbahn ein Opfer anderer Verkehrseinrichtungen wird, die sich noch nicht diesen größeren Grundsatz einer sozialistischen Leistung für die Gesamtheit zu eigen gemacht haben und nicht zu eigen machen können, sondern es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß in der Zukunft zwischen diesem sozialistischen Unternehmen und dem vorwärtsstürmen- den Reuen unserer individuellen Verkehrsbefriedigung eine Synthese gefunden wird. Unter keinen Umständen darf jedoch der Träger unseres gewaltigen Gesamtverkehrs irgendwie zu Schaden kommen. Die Reichsbahn sei aber auch der lebendige Beweis, daß Man sehr wohl ein Gemeinschaftsunternehmen führen könne ohne privatkapitali- stische Tendenz und ohne privatkapl- t a l i st i s ch e F ü h r u n g. Die Deutsche Reichsbahn sei das größte Wirtschaftsunternehmen, der größte Auftraggeber, den es überhaupt auf der Welt gibt. Die Deutsche Reichsbahn könne jeden Vergleich aushalten mit den rein privatkapitalistisch aufgezogenen Eisenbahnunternehmungen. „Wer im Frieden z. B. Gelegenheit hatte, die preußische Staatsbahn zu vergleichen mit den privaten Bahnunternehmungen anderer Länder, der muffte feststellen, daß dieser — im höchsten Sinne des Wortes sozialistische Gemeinschaftsbetrieb — der bestgeleitete, der bestorganisierte und auch kaufmännisch trotzdem rentabelste Betrieb gewesen ist. Dieser Betrieb hat dabei die größte Gemeinschaftsleistung erreicht, d. h. die Rentabilität entstand nicht durch eine rücksichtslose Ausnutzung des Materials, durch die schlechte Art des Unterbaues, durch eine betriebsunsichere Führung, durch eine außerordentliche Gefährdung der Reisenden, im Gegenteil, auf allen diesen Gebieten stand dieses Unternehmen weit an der Spitze alter ähnlichen Unternehmungen". Es sei sehr wichtig, sich dies in einer Zeit vor Augen zu halten, die nur zu leicht sich dem Extrem zuneige und auf der einen Seite meine, es bestehe überhaupt nur eine sozialistische Gemeinschaftswirtschaft, oder umgekehrt, es könne überhaupt nur eine kapitalistischen Einzelinteressen dienende Wirtschaft geben. Wir sehen die unendlichen Erfolge der kapitalistischen Wirlschaflsenlwicklung des vergangenen Jahrhunderts, aber wir haben in der Reichsbahn zugleich einen schlagenden Beweis, daß es genau fo gut möglich ist, ein Unternehmen auf einer anderen Basis mustergültig und beispielgebend aufzubauen. Und darin liegt ein unendlich großer Wert, wir können daraus lernen und für die Zukunft daraus aus dem einen oder anderen Gebiet auch Folgerungen ziehen, nicht einer Doktrin wegen, sondern einer nüchternen Erkenntnis entsprechend. Und drittens, diese Bahn sei ein unendlich sozialistisches Unternehmen in der ganzen Art ihrer Organisation. Sie sei der schlagende Beweis dafür, daß es möglich ist, eine unserer Armee sehen, das sehen wir hier auf wirtschaftlichem Gebiet; ein gigantisches Unternehmen, das sich wesentlich aufbaut auf Pflichtbewußtsein und Dienstfreudig- feit. Das werden Sie mir wohl alle zugeben, daß — ganz gleich, welchen Platz der einzelne in der Deutschen Reichsbahn einnimmt — im wesentlichen wirklich keine privatkapitalistische Entlohnung für die gegebene Leistung erfolgt, sondern daß dieses ganze Riesenunternehmen sich auch als Wirtschaftsunternehmen aufbaut auf Gedanken und Grundsätzen, die wir in unserer Verwaltung, in unserem Beamtenkörper und in der Armee kennen. Es ist eine Organisation unerhörtester Pflichterfüllung, angefangen vom Streckenarbeiter oder Weichensteller bis hinauf zur höchst beamteten Führung dieses Unternehmens." Das sei wichtig au wissen in einer Zeit, in der nur zu leicht unter den Einwirkungen der sonstigen Wirtschaftsentwicklung die Meinung vertreten werden könne, die Führung eines großen Wirtfchaftsunternehmens sei ohne privatkapitalistische Tendenzen überhaupt nicht denkbar. Dabei sei dieses nach ethisch und moralisch hochstehenden Gedanken geleitete und organisierte Unternehmen zugleich das f o r t s ch r i t t l i ch st e Verkehrsunternehmen, das es überhaupt gibt. (Stürmischer Beifall.) „Daß wir Ralionalfozialisten gerade diese Seite besonders begrüßen, ist selbstverständlich. Wir kämpfen für einen Staat, der aufgebaut fein soll auf dem Gedanken, daß Gemeinnutz vor Eigennutz stehen soll. Uns bewegt dabei ein ungeheures Maß von Idealismus. Manche sagen sogar, von einer nicht berechtigten Phantasie, einer Ideologie. Aber wir haben gewaltige Beispiele und begründete Unterlagen dafür in der Geschichte — dem Staat an sich, der Staatsverwaltung, dem Beamtenkörper. der Armee und hier in einem Wirtschaftsunternehmen „Deutsche Reichsbahn" — daß so eine Auffassung sicher realisierbar erscheint. Ich weih, daß nichts auf der Welt mit einem Schlage geht, daß alles feine Entwicklungszeit benötigt Aber ich bin der Ueberzeugung, daß eine solche Entwicklung denkbar und es unsere Aufgabe ist, einer solchen Entwicklung überall nachzustreben. Richt, um einer Doktrin zu dienen, wir wissen ganz genau, daß wir an keiner Stelle die Initiative der Persönlichkeil Kameradschastsabend der deutschen Eisenbahner. Nürnberg, 8. Dez. (NDB.) Als erste große Veranstaltung der Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahnen hielt die Reichsbahndirektion Nürnberg zu Ehren der Gäste aus dem Reich und aus dem Ausland am Samstagabend in vier großen Sälen einen Kameradschaftsabend ab, an dem neben den Nürnberger Eisenbahnern Abordnungen des Eisenbahnpersonals und der E i s e n b a h n v e t e r a n e n aus sämtlichen Reichsbahndirektionen in einer Gesamtstärke von über 1500 Mann teilnahmen. Im Herkules-Saalbau wandte sich der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. D o r p m ü l l e r , in einer Ansprache an alle Eisenbahner Deutschlands. — Im Namen der in der Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen zusammengeschlossenen deutschen Privatbahnen und Kleinbahnen und ihrer Gefolgschaften übermittelte Direktor N i t s ch m a n n von der Lübeck-Büchener Eisenbahn herzliche Glückwünsche an die Deutsche Reichsbahn. Der letzte Kommandierende der Feldeisenbahnendes Weltkrieges, Oberst a. D. Meixner, gab in feiner Glückwunschansprache einen Ueberblick über die Entwicklung der Feldeisenbahn-Formationen. Ehrung her Gefallenen. Die Jahrhundertfeier wurde am Sonntagvormittag durch eine Gedenk st unde für alle im Weltkriege gefallenen Eisenbahner am Ehrenmal im Verkehrsmuseum eingeleitet. Zu dieser Gedenkfeier hatten sich alle Abordnungen der ausländischen Eisenbahnverwaltungen sowie die Mitglieder des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn und Vertreter des Reichsverkehrsministeriums sowie die leitenden Beamten der Deutschen Reichsbahndirektionen eingefunden. Der Generaldirektor Dr. Dorpmüller hielt eine Ansprache, in der er u. a. erklärte, 25 573 Eisenbahner, das ist die Todesernte des großen Weltkrieges aus unseren Reihen. Not und Tod kennen keine Landesgrenzen. Der Schmerz der Mütter und der Frauen in den Ländern, die an unserer Seite oder gegen uns kämpften, sind nicht minder tief als in unserer Heimat. Darum wollen wir ihre Toten in unsere Ehrung mit einschließen. Dieser Kranz gilt allen im Kriege gefallenen toten Eisenbahnern. Das Andenken aller sei uns heilig. Bei diesen Worten legte Dr. Dorpmüller einen Lorbeerkranz nieder. Für die ausländischen Abordnungen legte der Verwaltungspräsident der London Midland and Scottish Rail- way, Sir Josiah Stomp, einen Lorbeerkranz nieder. Das Lied vom guten Kameraden klang durch die Halle, die Fahnen senkten sich zum Gruß und die Versammlung gedachte der gefallenen Eisenbahner der Welt. Ein historischer Zug. HundertZahre deutsche Eisenbahn. Oie Hundertjahrfeier der Reichsbahn in Nürnberg in Anwesenheit des Führers und vieler ausländischer Gäste. Bei schönem, wenn auch kaltem Wetter ging dann der Umzug der Eisenbahner aus allen Gauen des Reiches vor sich. Bei dem Vorbeimarsch erregte die an der Spitze befindliche Gruppe i n d e n hi st arischen Uniformen großes Interesse. Dieser Gruppe reihten sich die Eisenbahner in ben Amtstrachten der ehemaligen Eisenbahner der Länder an. Den Eisenbahnern der deutschen Privatbahnen folgten unter Vorantragung eines großen Reichsadlers die Vertretungen aller Direktionsbezirke der Deutschen Reichsbahn. Inmitten dieser Abteilungen marschierten auch die Gruppen mit den Betriebsfahnen der Fachschaften aller Reichsbahndirektionen und mit den schwarzen Fahnen der Bahnschutzabteilungen vorbei. Mehrere in den Zug eingegliederte Eisenbahner-Musikkapellen spielten fröhliche Marschweisen. Der Umzug hat anschaulich den Nürnbergern die Entwicklung vor Augen geführt, die im Laufe eines Jahrhunderts das deutsche Eisenbahnwesen genommen hat. Der Festakt. Im festlich geschmückten großen Saal des Industrie- und Kulturvereins hatten sich alle Ehrengäste und Abordnungen zum Festakt eingefunden, der durch die Anwesenheit des Führers und vieler Mitglieder der Reichsregierung ausgezeichnet wurde. Ganz Europa und eine große Anzahl überseeischer Länder hatten Abordnungen entsandt. Stehend empfing die Festversammlung den Führer und Reichskanzler. Das Städtische Orchester Nürnbergs eröffnete die Feierstunde mit dem Huldigungsmarsch von Richard Wagner. Nach kurzen Begrüßungsworten des Gauleiters Streicher führte Generaldirektor Dr. Dorpmüller u. a. folgendes aus: Unsere deutschen Züge durchlaufen täglich eine Entfernung, die zweieinhalbmal so groß ist, wie der Abstand von der Erde bis zum Mond Dahinter steht ein Heer von 630 000 Menschen mit schaffenden Händen und denkenden Hirnen. Die Dampflokomotive, mit der wir in diesem Jahre unsere Versuchsfahrten machten, und die bis zu 197,5 Kilometer erreichte, fuhr diese Geschwindigkeit nicht für sich allein. Sie schleppte an ihrem Zughaken einen Wagenzug von 250 ... hierauf das Wort nahm, hob insbesondere die Verdienste der Deutschen Reichsbahn um die politische Einheit des Reiches hervor. Durch die Eisenbahnen hat der nationale Gedanke in Deutschland eine mächtige Förderung erfahren. Ihr Eintritt in die deutsche Geschichte fällt in eine Zeit größter Zerrissenheit. Deutschland bestand aus 36 souveränen Einzelstaaten; eine zentrale Reichsgewalt fehlte. Die Eisenbahnen aber erweckten einen gewaltigen, über alle inneren Grenzen hinweg- gchenden Verkehr und dieser neue, das ganze Deutschland durchströmende Verkehr hatte verbin-1 kunft. Tonnen Gewicht. Wer also glaubt, die Zeit der Dampflokomotive sei vorüber, der zeige uns ein Verkehrsmittel, das diese Geschwindigkeiten fährt und diese Lasten dazu schleppt, ein Verkehrsmittel, das seine Bahn sich selber baut und Renten abwirft. Denn mit der steigenden Geschwindigkeit ist auch die Rentabilität der Eisenbahn gewachsen. Die Ersparnisse, die durch die Beschleunigung allein schon in den Jahren von 1929 bis 1935 erzielt worden sind, belaufen sich auf jährlich 25 Millionen. Unser Oberbau und unsere Brücken sind imstande, die höchsten Geschwindigkeiten zu tragen. Für die Hauptstrecken sind die Signalanlagen hierfür schon ausgebildet. Wir gehen wohlausgerüstet in das zweite Jahrhundert der Dampflokomotive hinein. So wollen wir eine große Arbeitsstätte bleiben für Hunderttausende unserer Volksgenossen. Wir wollen unsere Volkswirtschaft mit Milliardenaufträgen befruchten. Dem Volk aber wollen wir billige Frachten für seine lebenswichtigen Güter erhalten. Das fei das Gelöbnis an unserem heutigen Ehrentag. Reichsverkehrsminister Freiherr v. Elh-Rübenacb, bie lOOiährine überwältigende Entwicklung klar vor Augen führte, (afj.man der schwersten und schnellsten Einheit-. Bei der Parade der Eisenbahn, die Sie 1llvl°yr g° Nachbildung des „Adler", der ersten Lokomotive, die aus deutschem Boden verkehrte (rechts). — Schnellzuglokomotwen (links) und eine wayryensgeireu (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Nation opfert für ihre ärmsten Söhne. Der Tag der nationalen Solidarität in der Reichshaupistadi. hemmen dürfen. Das wollen wir nicht. Aber es ist nötig, daß als das große Schlußziel immer wieder der Leitgedanke aufgestellt wird: Die Leistungen des einzelnen haben in erster Linie der Gesamtheit zu dienen, und der Ruhen, der für die Gesamtheit abgeworfen wird, wird sich umsehen in den Teil des Ruhens, der auf den einzelnen trifft. Das ist ein Ideal, auf einzelnen Gebieten verwirklicht, auf anderen Gebieten in der Entwicklung begriffen, auf anderen Gebieten überhaupt nicht reif zur Entwicklung. Aber wir wollen uns hülen vor irgendeiner Doktrin, vor der einen wie vor der anderen. Die Deutsche Reichsbahn ist ein Beweis dafür! Und so möchte ich am heutigen Tage den Männern danken, die an diesem großen Gemeinschaftswerk tätig sind, den leitenden Männern, an der Spitze Ihnen, Herr Generaldirektor, und den Hunderttausenden von Beamten und den Hunderttausenden von Arbeitern. Indem sie an einem solchen Gemeinschaftswerk mitarbeiten, helfen sie mit, die Grundlage zu schaffen für einen Staat der Zukunft. Ich möchte ihnen allen danken, die in der Deutschen Reichsbahn als tätige Männer unseres Volkes nicht kapitalistischer Gesichtspunkte wegen ihre Pflicht erfüllen, sondern ihre Pflicht erfüllen als deutsche Volksgenossen/ Rach der mit stürmischer Zustimmung aufgenommenen Rede des Führers brachte der Reichsarbeitsdienst ein chorisches Festspiel „Die Straße ins Reich" zur Aufführung. Nach diesem stimmungsvollen Weihesviel und dem Scherzo aus der 7. Symphonie Ludwig v. Beethovens brachte der Fronkenführer ein Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler aus, in das die Versammelten brausend einstimmten. Das Deutschland- und Horst- Wessel-Lied bildeten den Abschluß der erhebenden Feierstunde. Die Parade der Äeichsbahnfahrzeuge. Rach dem Festakt fuhr der Führer zum Rangierbahnhof zur Parade der Reichsbahnfahrzeuge. Generaldirektor Dr. Dorpmüller meldete dem Führer alle Fahrzeuge bereit und nun entwickelte sich ein einzigartiges Schauspiel. In etwa einstündiger Parade fuhren auf den Gleisen die Reichsbahnfahrzeuge vorbei. Den Auftakt bildeten zehn neuzeitlicheEinheitsschnellzugsloko- Motiven, die neuesten Wunder des deutschen Lokomotivbaues. Ihnen folgte die Nachbildung der er st en deutschen Eisenbahn, der „Adler" mit fünf Personenwagen, voll besetzt mit Männern und Frauen in den Trachten der Zeit vor hundert Jahren und Eisenbahnbeamten in historischer Kleidung. Unter all den vielen Fahrzeugen, die vorbeirollten, erweckten besonderes Interesse: der Salonwagen des Für st en Bismarck aus dem Jahre 1872, die gigantische Borsig - Stromlinien -Lokomotive, die eine Geschwindigkeit von 190 Stundenkilometer entwickelt, der Henschel - Stromlinien - Dampfzug und die neuen Schnelltriebwagen, der Rheingold- Expreß, ein Sonderzug für Fahrten ins Blaue. Güterzuglokomotiven und Güterwagen aller Art, Spezialwagen für den Bahndienst, Gleiskraftwagen Schnellreiseomnibusse für Reichsautobahnen, Lastkraftwagen mit Holzgaserzeugern und Straßenfahr- ^euge zur Beförderung von Eisenbahnwagen. In besonders sinnreicher Weise huldigte die Reichsbahn dem Gedanken der Volksgemeinschaft mit der Vorbeifahrt eines „Kraft durch Freude"- Sonderzuges, dessen zehn Personenwagen mit fröhlichen Fahrgästen besetzt waren, die aus allen Gauen des Reiches und zum Teil in ihren heimischen Trachten nach Nürnberg gekommen waren. Die Vorführung gab ein eindrucksvolles Bild von dem gewaltigen technischen Fortschritt, ein glänzendes Zeugnis von deutschem Erfindergeist, von dem Können deutscher Ingenieure und von dem Fleiß deutscher Arbeit. Der Führer spricht in Landshut Die drittälteste Ortsgruppe feiert ihr 15jähriges Bestehen. Landshut, 8. Dez. (DNB.) Am Samstag und Sonntag feierte die Ortsgruppe Landshut der NSDAP., die drittälteste Ortsgruppe Deutschlands, ihr löjähriges Bestehen. Kurz vor 19 Uhr traf der Führer mit Reichsführer SS. Himmler und Reichsleiter Dr. Ley in Landshut ein. Dor dem Rathaus, das in Hellem Scheinwerferlicht taghell erstrahlte, nahm der Führer den nächtlichen Vorbeimarsch der nationalsozialistischen Gliederungen ab. Im großen Saal des Rathauses überreichte hierauf der Oberbürgermeister der Stadt, Pg. V i e l w e i b , selbst Träger des Blutordens, dem Führer die künstlerisch ausgestattete Ehrenbür gerurkunde, die der Führer mit Worten herzlichen Dankes entgegennahm. In der Jägerhalle spricht der Führer zu seinen alten Kämpfern. In ironischen, mit überlegenem Spott getragenen Ausführungen wendet sich der Führer, wiederholt unterbrochen von brausender Heiterkeit, an die „geistigen Zweifler", an diese „zweifelnden Thomase", die da glauben, daß die Bewegung vielleicht einmal in ihrer großen Aufgabe wankend werden könnte und rief ihnen zu: „Wer mit 5 oder 6 Mann ausgegangen ist, den Sieg zu erobern, der hat auch die Zuversicht, den Sieg zu halten." (Stürmische Zustimmung.) Nur einen einzigen Leitgedanken verfolge die Bewegung: nur das zu tun, was dem deutschen Volke nütze. (Erneuter anhaltender Beifall.) Dann spricht der Führer von der größten Aufgabe, die der Bewegung gestellt ist: Die Erziehung des deutschen Menschen. Man kann nicht sagen, wir sind ein Volk von Brüdern, wenn man nicht vorher i n dieser Brüderlichkeit aufgewachsen ist, sich in diese Brüderlichkeit hineingelebt und wenn man nicht vorher dieser Brüderlichkeit gedient hat. Das sei die Aufgabe der Partei, daß sie über alles, was sonst im Leben den Menschen trennt, etwas Einigendes setzt, daß sie d i e große gemeinschaftliche Plattform abgibt, auf die einmal alle treten müssen. Es wird niemals der Augenblick kommen, daß man sagen kann: das Werk ist fertig. Nein, mit einer Generation kann man fertig werden, aber die neue Generation tritt bereits an. Die Bewegung gibt damit dem ganzen Lebenskampf ein ewig neues, sich stets erneuerndes Ziel. (Stürmischer, nicht endenwollender Beifall.) Nach dem Horst-Wessel-Lied gelobt Gauleiter Dr. W ä ch t - l e r, daß die Bewegung hier in Landshut so wie bisher sich einsetzen werde für die großen Ziele der Partei und daß die Träger dieser Bewegung in unerschütterlicher Treue zum Führer halten werden. Berlin, 7. Dez. (DNB.) Die Idee des Tages der Nationalen Solidarität und der Gedanke der unauflöslichen Schicksalsverbundenheit hat im deutschen Volke tiefe Wurzeln geschlagen. Das Vertrauen, das der Führer in den Gemeinschaftssinn des Volkes gesetzt hat, ist nicht enttäuscht worden. Die R e i ch s h a u p t st a d t als der Sitz der Reichsregierung und zahlreicher Behörden spiegelte diesen Eindruck besonders lebendig und überzeugend wieder. 3800 Sammler appellierten an das soziale Empfinden der Berliner Bevölkerung, und das sprichwörtlich gute Herz des Berliners hat ihnen keine Enttäuschung bereitet. Punkt 16 Uhr setzte überall die große Sammelaktion ein. „Hermann schüttel mal, sehen kann dir f eener!" Der gute Berliner, der diesen Ruf ausstieß, hatte Recht, denn unter den Tausenden von Menschen, die sich in der Passage Unter den Linden drängte, war Ministerpräsdent Hermann Göring in der Tat nicht zu sehen. Ueberall nur hochgereckte Arme, um Spenden in die Büchse zu stecken, eine große Büchse mit einem riesigen Trichter, in den gut zehn Hände auf einmal ihren Obolus werfen konnten. Als diese Büchse gefüllt war, kam eine kleine Holztruhe ran, die einen noch grßeren Umfang hatte. Um 17 Uhr traf der Ministerpräsident am Wedding ein, von einer unübersehbaren Menschenmenge mit Jubel begrüßt. Hier bewies es sich wieder einmal, daß gerade die ärmere Bevölkerung immer zu Opfern bereit ist. Deshalb verlängerte der Minister die Sammeltätigkeit, und eine zweite Truhe füllte sich von den Groschen der Volksgenossen dort draußen am Wedding. Die nächsten Sammelstellen des Ministers waren Kaiser h o f und Bristol. (Sammler be m Führer. Der Führer lieh es sich nicht nehmen, nach Beendigung der Strahenfammlung eine grohe Anzahl von Helfern und Helferinnen dieses Tages in die Reichskanzlei einzuladen, wo er allen persönlich eine gröhere Spende für das Winterhilfswerk in die Sammelbüchsen gab. Ein geradezu lebensgefährliches Gedränge herrschte vor dem Columbus-Haus am Potsdamer Platz, wo jedermann Frau Magda Goebbels seinen Tribut entrichten wollte. Rasch bildeten SS.- Männer, Politische Leiter und Schutzleute eine Gasse, daß schließlich alle ordnungsgemäß „vorbei- aeschleust" wurden. Für jeden Spender fand Frau Goebbels ein herzliches Wort des Dankes. Reichs- jugendführer von Schirach und Reichsarbeits- führer H i e r l sammelten neben Musikzügen ihrer Formationen, SS.-Brigadeführer Botschafter von Ribbentrop vor dem „Fürstenhof". Auch Reichsführer-SS. Himmler, Reichsminister S e l d t e und viele andere Sammler ließen keinen durch, der nicht auch ein Scherflein gespendet hätte. Auch die Leute vom Film tauchten verschiedentlich zwischen der Potsdamer und der Leipziger Straße auf und wurden im Nu erkannt und umringt. Manches autogrammsüchtige Backfischherz schlug höher: aber es wurde nichts verschenkt. Eine Mark für ein Autogramm, so hieß es unerbittlich! Vor dem Haus Vaterland kündete frischer Gesang aus jungen Mädchenkehlen, daß hier die Reichsreferentin des BDM., Trude Mohr, ihr Standquartier aufgeschlagen hatte. In den Straßenzügen um die Gedächtniskirche im Berliner Westen ging es nicht minder hoch her. Minister Frick und seine Gattin konnten sich der Gebefreudigkeit kaum erwehren. Auch hier mußte die Polizei eine schmale Fahrbahn für die Fahrzeuge sreihalten; zumal auch der Chef der deutschen Polizei, Generalleutnant D a l u e g e in nächster Nähe bei den Klängen einer Polizeikapelle und den Fanfarenstößen der Hitlerjungen sammelte. Etwas weiter quittierte. Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk dankbar für zahlreiche Gaben, unterstützt von seiner Gattin und drei seiner Kinder. Der Korpsführer des NSKK. Hühnlein hatte zuerst die großen Automobil- und Kraftsportfirmen besucht, dann blockierte das NSKK. die Ecke der Rankestraße. Staatssekretär Lammers „überwachte" den Bahnhof Zoo, die Reichsfrauenführerin Frau S ch o l tz - K l i n k das „Capitol". Am Innsbrucker Platz wurde Reichsminister K e r r l sehr schnell erkannt. An der Pschorr-Ecke lockte ein großes Schild ,^)ier sammelt der Polizeipräsident Graf Helldor f". Vor dem Rathaus drängten sich Hunderte, um Staatskommissar Dr. Lippert ihre Spende zu geben. In der Spandauer Straße sammelte Oberbürgermeister Dr. Sah m. Auf dem Alexanderplatz gab es kein Durchkommen. Vor der Berolina hatte Frau Emmi Göring Aufstellung genommen. Jeder spendete mit fröhlichem Zuruf, und auf dem Denkmalsockel häuften sich die gefüllten Sammelbüchsen. Indessen hatte der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, seinen ergiebigen Standort auf dem Hermann-Platz gewechselt. Kaum war er auf dem Horst-Wessel-Platz eingetroffen, da wird das Gelände vor der Volksbühne auch schon von Tausenden überflutet. Schon eine Stunde vor Beginn der Sammlung war der Pariser Platz ein einziges wogendes Menschenmeer, das noch sorglich durch Absperrungsketten vom Adlon zurückgehalten wurde. Schlag 16 Uhr, nachdem Reichsminister Dr. Goebbels von feiner kleinen Helga das erste Scherflein in Empfang genommen hatte, konnte der erste Spender die „Hohle Gasse passieren", und nun riß Stunde für Stunde der Strom nicht mehr ab. Hier kam ein ganzes Volk in allen seinen Ständen und Schichten vorbei und opferte mit dem Gruß auf den Lippen: „Heil Hitler!" Da hatte sich eine Mutter mit ihren zwei Kinderchen auf dem Arm durch das Gewühl hindurchgewunden und lieferte nun dem „Doktor" durch die Händchen ihrer Kinder ihr Scherflein ab, ein Sparkassenbuch wurde dem Minister gereicht. Viele Menschen und viele Methoden des Gebens. Wenn doch nur alle, die im Ausland von „schlechter Stimmung" und „Unzufriedenheit" sprechen, hier Zeugen gewesen wären! Sie wären eines anderen belehrt worden, sie hätten gesehen: hier steht ein ganzes Volk, hier stehen die Deutschen schlechthin! Der Humor beherrschte die Stunde und Dr. Goebbels selbst trug nicht wenig dazu bei: „Wer Hosenknöpfe rein tut, wird eingelocht". Nun gab es keine Hosenknöpfe, es gab oft genua 50-Pfennig- und Markstücke. Aber es gab auch mehr. Wer dabei stand, konnte sich davon Überzeugen; Schecks mit mehrstelligen Zahlen. Natürlich bot diese persönliche Spende die beste Gelegenheit „schöne Grüße" loszuwerden. Und woher Oie Nachfolge Gchemms. Staatsminister Wächtler zum Gauleiter und NSLB.-Hauptamtsleiter ernannt. (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 7. Dez. (DNB.) Der Stab des Stellvertreters des Führers gibt folgende Verfügungen Ws W 1 ■ ■ I kamen die nicht! Aus Südwestafrika und aus der Tschechoslowakei, aus Tirol, Essen und Oesterreich, aus Ostpreußen und Velbert, aus Siebenbürgen und dem Sudetenland. Sie kamen von überall, wo auf der weiten Welt die deutsche Zunge klingt. Man sah auch ein japanisches Ehepaar, das sich die Mühe des „Durchkämpfens" bis zum Minister nicht hatte verdrießen lassen und spendete, wie überhaupt so mancher ausländische Geldschein und so manche aus- ländifche Münze in die Büchse fielen. „Devisen nehmen mir besonders gern!" sagte der Minister. Den Weihnachtsmarkt im Lustgarten hatten sich Stabschef Lutze und Obergruppenführer v. I a - gaw zum lohnenden Sammelbezirk erwählt. Zwischen Schloßbrücke und Brandenburger Tor sah man u. a. die Reichsleiter Amann, Bormann, Bouhler, Rosenberg, Dr. Dietrich, Hauptamtsleiter Hilgen» f e l d t und Obergruppenführer Brückner, vor der Universität deren Rektor Professor Krüger. Unmöglich, alle Sammler zu nennen, das aber kann gesagt werden, daß sie alle restlos und freudig sich einsetzten, um im Kampf gegen Hunger und Kälte eine siegreiche Schlacht zu schlagen. Das Ergebnis wird sich sehen lassen können! 3n Frankfurt. Auch in Frankfurt a. M. waren die führenden Männer der Partei und ihrer Gliederungen, Behörden, der freien Berufe, der Presse, des Rundfunks und des Theaters zur Sammelaktion angetreten. Auf allen Plätzen spielten Musikkapellen oder ließen Gesangvereine prächtige Chöre erklingen. Punkt 4.16 Uhr nahmen Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, Gaupropagandaleiter Müller-Scheld, Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs u. a. ihre Posten im Zentrum der Stadt, der Hauptwache und den dahin führenden Straßen, ein, von einer unübersehbaren Menge begeistert begrüßt. Im Nu war die erste Sammelbüchse des Gauleiters von großen und kleinen Münzen gefüllt. Jeder wollte der erste sein, der sein Opfer darbringt. SA.-Gruppenführer B e ck e r l e, der Treuhänder der Arbeit Schwarz, sie alle konnten kaum an alle die herankommen, die geben wollten. — Unter den 2000 Sammlern Frankfurts befand sich auch der schwedische Schriftsteller Bengt Berg. Auch er war ständig von einer großen Menschenmenge umringt, die dem schwedischen Gast den Dank für fein warmherziges Eintreten für das große soziale Werk Adolf Hitlers durch reichliche Spenden abftattete. Oer Reichsbauernführer sammelte in Goslar. Goslar, 7. Dez. (DNB.) Am Tag der Nationalen Solidarität sammelte Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister R. Walther Darre mit feinen engeren Mitarbeitern in der Reichsbauernstadt Goslar. Die enge Verbundenheit der Goslarer Bevölkerung mit den Männern des Reichsnährstandes und des Reichsernährungsministeriums fand ihren sinnfälligen Ausdruck in der begeisterten Anteilnahme aller Volkskreise. Auch der letzte Bergarbeiter, der jüngste Rekrut der Goslarer Garnison und die zahlreich nach Goslar geeilten Bauern der Umgebung spendeten nach besten Kräften. des Führers bekannt: „Ich ernenne hiermit den bisherigen stellvertretenden Gauleiter uno Staatsminister Fritz Wächtler (Weimar) zum Gauleiter des Gaues Bayerische Ostmark der NSDAP. Berlin, den 5. Dezember 1935. gez.: Adolf Hitler." „Ich ernenne hiermit den Pa. Fritz Wächtler (Weimar) zum kommissarischen Leiter des NS.-Lehrerbundes und Hauptamtsleiter bei der Reichsleitung der NSDAP. Berlin, den 5. Dezember 1935. gez.: Adolf Hitler." * Fritz Wächtler wurde 1891 in Triebes in Thüringen geboren. Nach Abschluß seiner Studien am Weimarer Lehrerseminar wurde er 1911 Lehrer in Vippach-Edelhausen im Kreise Weimar, von wo aus er 1913 als Einjährig-Freiwilliger zur MG- Kompanie des Infanterie - Regiments Nr. 94 einrückte. Im Kriege wurde er mehrere Male verwundet, er erhielt das Eiferne Kreuz 2. Klaffe, den Orden vom Weißen Falken und das Silberne Verwundetenabzeichen. Nach dem Kriege nahm er feine Lehrertätigkeit in Dippach wieder auf, wo er auch im Jahre 1926 die Ortsgruppe der NSDAP, gründete: auch als erster SA.-Führer dieses Ortes war er erfolgreich für die Bewegung tätig. 1929 wurde er mit fünf anderen Parteigenossen in den Thüringischen Landtag gewählt. Der damalige thüringische Innen- und 'Volksbildungsminister bestellte x k .7-. ■ v i ■ ik*s WM ■ . / . ■> Reichsminister Dr. Goebbels, der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und Ministerpräsident Göring beim Sammeln in Berlin. (Scherl-M.) Ml 1 -< M ' - M? ,,x, \ :4; r& ... J ren» gen, int)» 'ge- (en ?r* nb ter •Tat bet iben be- neb lÜfi' fein latio» und - mit L inern ings* i in Luch Aos» Qe» esien t den taats- )au* iflt* -n am rer in n ®° 0-* 4 ein' e ner« je, den eÖer- r I«"' f dU<9 grün' rourde IHN' thN' ttalienifchabessinifchen Streitfalles dienen davon unterrichtet. Wenn ihre Zustim- (Scherl-Bilderdienst.) un- Sie Operationen der italienischen Luststreillräste erneut immer nen. mein den. nicht Von einer Veröffentlichung dieser mutz vorläufig abgesehen Die englische Regierung ist ,7. fön- $or- wer- noch ihn zu seinem Fachberater, in der Partei wurde er als Gauschulungsleiter mit wichtigen Aufgaben betraut. Gleichzeitig war er Gauamtsleiter des NS.- Lehrerbundes, an dessen Gründung in Hof im Jahre 1927 er teilgenommen hatte. 1932 trat Wächt- ler als Volksbildungsminister in die thüringische Regierung ein, in der er bann 1933 auch noch das Innenministerium übernahm. giebige Rede Mussolinis, die einige Stunden nach den beruhigenden Meldungen des französischen Botschafters in Rom gehalten wurde, habe in Paris einen tiefen Eindruck gemacht. Die gemeinsamen Vorstellungen der britischen und der französischen Regierung bei Mussolini würden zum Ausdruck bringen, daß, wenn die jetzige Gelegenheit versäumt werde, keine so befriedigenden Bedingungen mehr ins Auge gefaßt werden könnten. Mussolinis Rede vom Samstag habe lieber« rasch ung und Mißbilligung auch im französischen Äußenrninisterium verursacht. Die unmittelbare Wirkung sei eine merkliche Versteifung der Lage aewesen, was zweifellos dazu beigetragen habe, Lavals Bedenken gegen einen gemeinsamen französisch-britischen Schritt in Rom zu überwinden. Wie auch Mussolinis Antwort auf den neuen Plan ausfallen möge, sie könne die Zusammenkunft Hoares und Lavals eines positiven Ergebnisses nicht berauben, nämlich der Wieder- Herstellung der französisch-britischen Solidarität. „Daily Herald" spricht die Befürchtung aus, daß der neue Pariser Friedensplan Vorschläge enthält, die dem Angreifer einen ungeheuren Gebietszuwachs als unmittelbare Folge feines Angriffes geben werden. Die Frage fei, was geschehen werde, wenn Mussolini den Plan annehme und der Negus ihn ablehne. Wenn die britische und die französische Regierung dann den Völkerbund auffordern würden, feine Verpflichtungen zu verleugnen und neutral zu bleiben, habe das Völkerbundssystem keine Zukunft. Gras Rüdiger v. d. Goltz. Zu feinem 70. Geburtstag am 8. Dezember. Der Weltkrieg neigte sich seinem Ende zu. Roch einmal versuchten die deutschen Heere im gewaltigen Sturm den Sieg an ihre Fahnen zu ketten. Während in Frankreich die deutschen Angriffsschlachten des Jahres 1918 tobten, vollzog sich hoch oben im Norden Europas, in Finnland, em Wunder. Eine deutsche Landwehrdivision unter General Graf von der Goltz landete am 3.April 1918 in einem kleinen finnischen Hafen, zwang die kommunistische Besatzung des Ortes zum Rückzug ihren Einzug hielten. Von Helsingfors aus mar- f(iperten die deutschen Bataillone zum umfassenden Angriff auf die bolschwestische Westarmee, während die finnischen Weißen Garden unter der Führung des Generals Mannerheim durch den deutschen Vorstoß soweit entlastet wurden, daß sie den Kampf mit der bolschewestischen Ostarmee aufnehmen konnten. Am 3. Mat 1918 war die Operation der deut- fchen Division vollendet. Als Beute zählte sie 25 000 Gefangene, 50 Geschütze, 200 Maschinengewehre, 4000 Pferde und 2 Panzerzüge. Ein strategisches Wunder war geschehen, eine Umfassung im freien Vor allem in moralischer Hinsicht fühle sich Italien durch die Sanktionen verletzt und beleidigt. Das Strafrecht des Völkerbundes werde zum ersten und einzigen Mal gegen Italien angewandt, das lediglich die Schuld trage, Sklaven aus ihrer Lage befreit zu haben, das auf weiten Gebieten in Ostafrika einen feit 50 Jahren anerkannten, unbestreitbaren Dorrechtsanspruch habe. Die Methode des wirtschaftlichen Erstickungstodes komme nur jetzt und gen das rohstoffarme Italien zur wendung. Die reichen Völker, die es auf diese Verletzbarkeit Italiens abgesehen hätten, hätten sich jedoch verrechnet. Sie hätten vor allem d i e seelischen Werte des neuen Italiens nicht in Rechnung gestellt, die es befähigten, auch die Materie in feinen Dienst zu stellen, um daracks die Mittel des Widerstandes zu formen. In Italien und in Ostafrika werde das Vorgehen fortgesetzt, bis die italienischen Truppen und die Schwarzhemden dem Vaterlande den entscheidenden Endsieg gebracht hätten. Amerikas Teilnahme an den Olympischen Spielen. Reuyork, 8. Dez. (DNB.) Die Amateur Athletik-Union, der Dachverband der nord- amerikanischen Leichtathleten, Schwimmer, Boxer und Ringer beschloß entsprechend der Zusage des Amerikanischen Olympia-Komitees auf feiner dreitägigen Jahresversammlung in Neuyork die T e i l- nähme an den Olympischen Spielen wisse zwar Hoares Worte zu würdigen, urteile aber nach den Taten. London, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) Hier wird nicht bezweifelt, daß die Vorschläge des britischen Außenministers auf einer für Montag einberufenen Sondersitzung des Kabinetts die Zustimmung der übrigen Minister finden werden. „Daily Telegraph" meldet aus Paris: Trotz der beobachteten Geheimhaltung könne gesagt werden, daß die französische Regierung der britischen Auffassung zuge stimmt habe, wonach eine praktische Lösung am aussichtsvollsten in Form einer italienisch - abessinischen Vereinbarung erstrebt werden würde, die einen für beide Seiten vorteilhaften Gebietsaustausch vorsehen würde. Ein solcher Plan würde Italien große Möglichkeiten für die Siedlung und die Durchführung von Kulturarbeiten in Südabessinien geben, und zwar in teilweise sehr fruchtbaren Bezirken. Abessinien würde den dringend gewünschten Zugang zum Meer erhalten. Wahrscheinlich werde es sich zeigen, daß in der schwierigen Frage der abessinischen Nordprovinz Tigre ein ganz neuer Vorschlag gemacht werde. Bei weitem nicht das unwichtigste Ergebnis der zweitägigen Besprechungen sei ferner die Tatsache, daß Laval sich jetzt bereiterklärt habe, gemeinsam mit Großbritannien eine letzte nachdrückliche Aufforderung an Mussolini zu richten. Bisher habe Laval sich bemüht, den Vermittler in einem angeblichen englisch-italienischen Streit zu spielen. In den letzten Tagen scheine er aber zugegeben zu haben, daß diese Stellungnahme falsch sei und den Streit eher verlängern als abkürzen werde. Die unnach - in Japan Tokio, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) In .ganz Japan wurden 30 Führer und über 500 Anhänger der Omotokyo - Sekte verhaftet. Es handelt sich um eine politisierende Sekte, die sich im Jahre 1892 vom Schintoismus, der japanischen Staotsreli- crion abspaltete. Die Sekte geriet später unter ihrem Führer Dibuchi in ein radikalnationales Fahrwasser. Dibuchi wurde bereits 1921 zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, später aber wieder begnadigt. Es gelang ihm, über eine Million Anhänger in Japan, Korea, Mandschukuo und China zu sammeln. In Japan allein gründete er über 1600 Ortsgruppen Das Programm der Omotokyo-Sekte sieht u. a. eine Aenderung der japanischen Verfassung auf her Grundlage des alten Kaisergedankens unter A b - lehnung des Parlamentarismus sowie eine Bekämpfung des Privateigentums vor. Bei den Maffenverhastungen in Kioto, dem Hauptfitz der Sekte, aber auch in Tokio und Osaka soll es gelungen fein, belastende Schriften, Bllder und Filme zu beschlagnahmen Gegen die Verhafteten soll die Anklage wegen Beleidigung des Kaisers, Verletzung der Verfassung und Ver- gehens gegen die Staatsrel.gwn erhoben werden. Paris, 9. Dez. (DNB. Funkspr.) Das französische Außenministerium hat in der Nacht zum Montag folgende Mitteilung veröffentlicht: „Sir Samuel Hoare und Laval haben die von ihnen feftgelegte Einigungsformel, die als Grundlage einer freundschaftlichen Regelung des italienisch-abessinischen Streitfalles dienen soll, nicht öffentlich bekanntgegeben, weil sie noch nicht zur Kenntnis der interessierten Regierungen gebracht worden ist. Alle Meldungen, die in dieser Hinsicht veröffentlicht werden, können nur als Mutmaßungen betrachtet werden." Trotzdem glaubt „O e u v r e", den Inhalt der Vorschläge wie folgt wiedergeben zu können: 1. Grundlage des Planes ist ein Gebietsaustausch zwischen Italien und Abessinien. Abessinien erhält den Hafen von A f s a b in Italienisch - Eritrea m i t einem „Korridor", der diesen Hafen mit Addis Abeba verbindet. Sollte Italien dieses Zugeständnis verweigern, ist die englische Regierung bereit, an Abessinien den Hafen von Zeila abzutreten. Auf diesen bereits früher gemachten Vorschlag hatte man seinerzeit verzichtet, weil er den französischen Hafen von Dfchibuti schädigen würde. Am Sonntag hat Laval jedoch keine Einwendungen mehr erwogen. 2. Die Provinz Tigre — mit Ausnahme der heiligen Stadt Aks um — wird völlig Italien zugesprochen. 3. Italien erhält die volle Gebietshoheit über die Provinzen Ogaden und Danakil. 4. Italien erhält ein Kolonisationsgebiet, das die A n s i e d l u n g von l1/» Millionen Kolonisten gestattet. Das Gebiet wird begrenzt im Rorden vom 8. Breitengrad, im Westen vom 36. Längengrad, im Süden durch die britische Kenya-Kolonie und durch den Sudan. 5. Der Negus soll gebeten werden, für den amharischen Teil Abefsiniens den Schuh des Völkerbundes zu fordern. Dieser würde durch die Entsendung technischer S a ch v e r st ä n d i g e r für die abessinische Verwaltung zum Ausdruck kommen, wobei auch italienische Sachverständige in Frage kommen sollen. (gemeinsame Aufforderung an Mussolini. Oer pariser Erfolg: die französisch-britische Solidarität wiederhergestellt. und marschierte sofort gegen das feit Monaten ter bolschewistischem Terror schmachtende Helsingfors, die Hauptstadt des Landes. Die Stadt, während des Krieges zur starken Festung ausgebaut, fiel beim ersten Sturm in die Hand der Deutschen, die unter Blumenregen, während stellenweise noch Feuergefechte in der Stadt andauerten, mung eingetroffen ist, wird es notwendig fein, die Formeln dem Gutachten der interessierten Regierungen und dem B e - schluh des Völkerbundes zu unterbreiten. Wir haben in dem Bestreben gearbeitet, so rasch wie möglich eine friedliche und ehrenvolle Lösung sicherzustellen. Wir sind beide mit dem Ergebnis, zu dem wir gelangt sind, zufrieden." Sir Samuel Hoare hat am Sonntagabend Paris verlassen; er fährt nach St. Moritz, wo er sich einige Tage zur Erholung aufhalten wird. P e - t e r f o n, der Leiter der Abessinien-Abteilung im Foreign Office, ist nach London abgereist, um dem Ministerpräsidenten Baldwin die von Laval und Hoare ausgearbeitete Einigungsformel für den italienisch-abessinischen Streitfall vorzulegen. Wenn Baldwin diesen Vorschlägen seine Zustimmung erteilt, wird Peterson am Montagabend wieder in Paris eintreffen. Der Unterstaatsfekretär im Foreign Office, Sir Robert V a n f i 11 a r t, wird noch einige Tage in Paris bleiben Die Vorschläge scheine, sei man ein wenig hoffnungsfreudiger ge- gewesen. Mussolinis Erklärungen in der Kammer Rom, 7. Dez. (DNB.) In der Kammer erklärte Mussolini u. a.: In den letzten Stunden sei vielleicht eine leichte Milderung eingetreten. Trotzdem müßte er vor einem ungerechtfertigten Optimismus warnen. Sachoerständigenberatungen seien noch keine politischen Verhandlungen, und selbst wenn olche beginnen würden, sei noch nicht gesagt, daß ie zu einem glücklichen Erfolge führen. Mit Genugtuung nehme man in Rom Kenntnis von dem Wunsch des Foreign Office nach einem st a r k e n Italien mit einer starken Regierung, was ja für die faschistische Regierung zutreffe. Seit 14 Jahren führe Italien einen hartnäckigen Kampf um seinen Platz in Europa und in der Welt. Aber Italien könne nicht so, wie es Hoare wünsche und wie er selbst es wünsche, stark sein, wenn nicht d i e Sicherheitsfrage für seine Kolonien in Ostafrika gelöst sei. Das italienische Volk Wird Mussolini der pariser Einigungsformel zustimmen? Das Ergebnis der Besprechungen zwischen Hoare und Laval wird Baldwin unterbreitet Felde. Graf Rüdiger v. d. Goltz ist Träger eines berühmten Namens. Er trat in die preußische Armee ein als Fahnenjunger beim 1. Garderegiment zu Fuß, das den Namen v. d. Goltz führte, bevor Friedrich der Große es als Kronprinz führte. 1914 war der Graf Kommandeur des Infanterie- Regiments Nr. 76, wurde im September schwer verwundet und erhielt bald nach seiner Rückkehr zur Truppe eine Brigade. Als Brigadeführer hat er sich dann in Ost und West herumgeschlagen. 1917 erhielt er die 37. Infanterie-Division und hielt an der Westfront die Ecke der deutschen Front. Mitten in der Vorbereitung zur großen Frühjahsoffensive 1918 wurde er nach Danzig zur 12. Landwehr-Division geschickt, die er dann in Finnland zu neuen Siegen führte. Innerhalb eines Monats befreite Finnland. Sein Wunsch, wieder an die Westfront zu kommen, wurde nicht erfüllt, er blieb in Finnland zur Organisation der finnischen Wehrmacht und um die Verbindung zwischen Finnland und Deutschland sicherzustellen. Unter seiner Führung wahrten die deutschen Truppen auch während der Revolution strengste Disziplin. Jeder Versuch, Meutereien nach Finnland hinüberzutragen, scheiterte an der Macht feiner Persönlichkeit. Im Dezember 1918 kehrte er auf dem Seeweg nach Deutschland zurück. Aber der Krieg war für ihn noch nicht beendet. Im Baltikum fand er neue Aufgaben. Im Kampf gegen die bolschewistische Flut, gegen Die lettische Regierung und revoltierende Soldatenrate eroberte er Kurland und Livland bis weit über Riaa hinaus zurück. Auch dann trat General v d. Goltz nicht im Bewußtsein erfüllter Pflicht ab sondern widmete seine Kraft weiterhin dem deutschen Volke. Als Führer des Reichsverbandes deutscher Offiziere arbeitete er für ben Wehraedanken und die Wiederaufrichtung der deutschen Wehrmacht. Zu seinem 70. Geburtstag soll das deutsche Volk sich dankbar jenes Mannes erinnern, der als letzter General des Weltkrieges mit der alten Armee siegte und als erster mit den Freikorps die Grenzen des Reiches vor der bolschewistischen Flut schützte. Gegen eine politisierende Sette Addis Abeba, 7. Dez. (DNB.) Neun Aerzte des amerikanischen Hospitals und des Roten Kreuzes haben in Dessie eine gemeinsame Erklärung über die Bombardierung der I Stadt verfaßt. In dieser Erklärung heißt es, die Die amtliche Mitteilung. Paris, 8. Dez. (DNB.) Die Besprechungen zwischen dem französischen Ministerpräsidenten und dem englischen Außenminister sind am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr abgeschlossen worden. Die beiden Minister gaben folgende amtliche Erklärung heraus: „Von demselben Geist der Versöhnung beseelt und im Gefühl einer französisch-englischen Freundschaft haben wir im verlaufe der langen Besprechungen die Formeln gesucht, die als Grundlage für eine friedliche Lösung des Kairo, 8. Dez. (DNB.) Sonntag kam es zu schweren Zusammenstößen. Schon in den frühen Morgenstunden machte sich in der Stadt eine “ ständig steigende Erregung bemerkbar. In der Nähe oer Medizinischen Fakultät ballte sich eine große Menschenmenge zusammen, in der Hauptsache Studenten, aus der heraus die Polizei mit einem Steinhagel beworfen wurde. Die Menge brachte auch Rufe aus nach Unabhängigkeit und den Erlaß einer Verfassung, griff die Autobusse und die Straßenbahnen an, bewarf sie mit Steinen, zwang die Insassen auszusteigen und steckte einige Wagen in Brand. Außerdem rissen die Ruhestörer Gaskandelaber um und zündeten das ausströmende Gas an, so daß meterhohe Flammen emporloderten. Die Polizei gab Schreckschüsse ab. Ein bei den Zusammenstößen verletzter britischer Oberstleutnant mußte sich einer Operation unterziehen. Es ist mit dem Verlust eines Auges zu rechnen. Außerdem sind ein britischer Polizeileutnant sowie zwei Polizisten verletzt worden. Italiener hätten mit drei Geschwadern Dessie überflogen und nicht nur Explosivbomben, sondern auch Brandbomben und Lufttorpedos abgeworfen. Die Aerzte erklären, daß die ersten Brand- und Explosivbomben ausschließlich auf die Ambulanzen und das Rote Kreuz, deren international anerkannte Abzeichen weithin sichtbar gewesen seien, abgeworfen worden seien. Fünf Bomben seien in das Hospital Taffari Makollen geworfen worden, in dem sich 65 Verwundete befunden hätten. Der Jnstrumentensaal sei vollkommen ausgebrannt, ebenso zwei Krankensäle. Die erste Krankenschwester, Fräulein H a o i g, sei schwer verwundet worden. Auch die Feldambulanz II und das chirurgische Zelt des Doktor Das- fius, das 200 Meter vom Hospital stand, sei v o l l - ständig zerstört und verbrannt. „Wir erklären nochmals", so heißt es weiter, „daß sich die Ambulanzen und das Hospital außerhalb der Stadt befinden und die Zeichen des Roten Kreuzes an vielen Stellen sichtbar angebracht worden sind. Wir protestieren vor der ganzen Welt und zeigen es sämtlichen Regierungen an, daß die Italiener Brand- und Explosivbomben auf unsere Lazarette abgeworfen haben. Wir beklagen Tote und Verwundete durch diese grausame Demonstration und fragen, mit welchem Recht das geschieht." Neue Unruhen in Kairo. Heuer Luftangriff auf Dessie. Addis A b e b a~, 12. Dez. (DNB.) Die Stadt Dessie wurde am Samstagmorgen erneut von italienischen Bombenflugzeugen heimgesucht. Gegen 8.30 Uhr erschienen 4 Caproni-Flugzeuge und warfen über 50 Bomben ab. Am Sonntag- morgen war Dessie zum dritten Mal das Ziel eines italienischen Luftangriffs. Der Angriff wurde von fünf dreimotorigen Brescia-Flugzeugen durchgeführt. Die Bomben dieser Flugzeuge sollen jedoch keinen besonderen Schaden angerichtet haben. Am Samstag wurden einige Tote unter der Bevölkerung gezählt. Einige Hauser sind in Flammen aufgegangen. Ein Flugzeug hat bei diesem Angriff eine ^lafdje abgeworfen, die einen an die Bevölkerung gerichteten Brief enthielt. In dem Brief heißt es u. a.: „Es lebe Italien! Es lebe der Duce! Es lebe der König! Wir führen drei Farben und das Liktorenbündel mit uns. Grüße der Zivilisation von Rom. Grüßt den Negus und fragt ihn, ob er seine Bisguits schon gegessen hat." Auf abessinischer Seite ist man sehr erregt, daß ein derartiges Schreiben abgeworfen worden ist. Man will es dem Völkerbund zusenden. Gin italienischer Bericht. Asmara, 9. Dez. (DNB.) Vom italienischen Hauptguartier liegt nun eine Stellungnahme zu den abessinischen Berichten über den großen Luftangriff auf die Stadt Dessie vor. Danach habe sich die Stadt in Verteidigungszustand befunden. Zehntausende von Bewaffne- t e n hätten die Straßen und die wichtigen Punkte besetzt gehalten, und zahlreiche Flugabwehrgeschütze seien im Schlosse, im italienischen Konsulat und auf den die Stadt beherrschenden Höhen aufgestellt gewesen. Sämtliche 18 italienischen Flugzeuge' seien von Geschossen getroffen worden. Bombenabwürfe seien nur auf militärisch wichtige Punkte erfolgt. Getroffen worden seien mir ein Puloerlager, das Schloß, der Flughafen, die Fernsprechzentrale, das italienische Konsulat und ein Militärlager. Das Krankenhaus des Roten Kreuzes habe, wie von italienischer Seite erklärt wird, keine Verwundeten enthalten, sondern Militärpersonen. Durch Aufklärungsflieger glauben die Italiener test- gestellt zu haben, daß die Abessinier T ä u - schungsversuche durch Hissung der Flagge des Roten Kreuzes allenthalben unternommen haben. Eine Erklärung ausländischer Aerzte. Die großen Blätter, die diese Einzelheiten als den tatsächlichen Inhalt der Vorschläge betrachten, enthalten sich einer Kritik. Mussolini fei bereits Sonntaaabend über den Inhalt der französisch-englischen Vorschläge unterrichtet worden. Man hofft, daß er sich z u Verhandlungen geneigt finden möge. Im Falle feiner Weigerung hält man das Jnkraftreten der Oelsperre zum frühestmöglichen Zeitpunkt für sicher. Der dem Außenminister nahestehende „P e ti t P a r i f i e n gibt ebenfalls die vom „Oeuvre" veröffentlichten Borschläge wieder. Das Blatt zweifelt aber, bafi diese' Vorjchläge von Mussolini als befriedigend angesehen werden. Der Ercelsior" spricht von einem großen Fortschritt. Italien sehe sich Vorschlägen gegenüber, die weit über die Pariser Dreier-Konferenz und desGenferFunf er -Ausschusses hinausgingen. Der eigentliche Smn ber Vorschläge bestehe barm, daß sie ebenso den Ge von Stresa zum Ausdruck brachten wie den Geist der Londoner Erklärungen und des Völkerbundes — Die Republique" meint, daß Mussolini schnell h a n d e"l n müsse, denn am 12. Dezember trete der Achtzehner-Ausschuß zusammen und am 1. Januar sollten die Oelmaßnahmen in Kraft treten. Eine zurückhaltendere Stellung nimmt der „Figaro em. Voch fei es nicht zu einer Ueberernftimmung gekommen, die zugleich Italien, Abessinien und den Völkerbund befriedige. Nachdem England sedoch am . Sonntag einige Zugeständnisse gemacht zu haben! Stadt aersaßt. 1 936 in Berlin. Der Beschluß wird den Wünschen der gesamten amerikanischen Sportwelt gerecht, für die Boykotthetzer bedeutet er eine empfindliche Niederlage. Kunst und Wissenschaft. Neuer Landesleiler der Reichsthealerkammer für Hesien-Nasiau und Kurhessen. Der Präsident der Reichstheaterkammer hat den Pg. Franz Xaver Wartenberg zum Landes- leiter der Reichstheaterkammer für Hessen-Nassau und Kurhessen ernannt. Wartenberg ist zur Zeit Disponent in der Vermittlungsstelle des „Bühnennachweises" in Frankfurt a. M. Er hat sich vielfach kulturell mit Erfolg betätigt und gilt als vorzüglicher Kenner aller Theaterfragen. Der ausgeschiedene ehemalige Landesleiter Kapellmeister Karl Kremer, der seine Geschäfte in mustergültiger Weise geführt hat, wird auch in Zukunft ehrenamtlich sowohl die Landesleitung als auch den L-an- deskulturwalter beraten. Die Goethe-Medaille für den finnischen Komponisten Jean Sibelius. Der Führer und Reichskanzler hat dem finnischen Komponisten Jean Sibelius in Helsingfors anläßlich seines 7 0. Geburtstages am 8. Dezember in Anerkennung der hohen Bedeutung seiner von Liebe zur Heimat erfüllten symphonischen Werke die Goethe-Medaille für Wissenschaft und Kunst verliehen. Ein Goelhebild auf Neuseeland gefunden. Dem Direktor des Goethe-Nationalmuseums in Weimar, Professor Dr. Wahl, ist es gelungen, ein seit mehr als IV- Jahrhunderten verschollenes Goethebildnis in Neuseeland festzustellen und für Weimar zu erwerben. Es handelt sich um ein Oelgemälde des Weimarer Malers Georg Melchior Kraus aus dem Jahre 1779, das Goethe in der Rolle des Orest und neben Corona Schröter als Iphigenie bei der Uraufführung der „Iphigenie" darstellt. Das Vorhandensein des Gemäldes war bisher aus einem 1805 in England entstandenen Stich nachweisbar. Auch dieser hatte sich seltsamerweise nur in einem einzigen Exemplar erhalten. Heber die merkwürdigen Schicksale des langst verloren geglaubten Bildes und den ebenso wunderbaren Weg seiner Feststellung und Zurückführung nach Deutschland wird das erste Heft der Vierteljahresschrift der Goethegesellschaft 1936 berichten, das auch eine farbige Wiedergabe des Gemäldes bringen wird. Erzverhültung durch elektromagnetische Dellen? Die Zeitung „Nischi Nischi" in Tokio berichtet über eine Erfindung des japanischen Ingenieurs Kikuchi, dem es gelungen fei, Energie durch elektromagnetische Wellen zu erzeugen, durch die Eisenerze usw. in kürzester Zeit zum Schmelzen gebracht würden. Das Blatt sagt, daß vielleicht die Einfuhr von Eisen vollkommen eingestellt werden könnte. Die „Japan Iron Manufacturing Co.“ in Fushun, die Schmelzöfen in Europa bestellen wollte, werde zunächst die praktische Anwendung der Erfindung abwarten. Eine Versuchsanstalt werde bei Tokio eingerichtet werden. Die „Japan Iron Works“ in Yawata wollten die neue Erfindung auswerten. Um die Schach-Weltmeisterschaft. Im Haag wurde die 27. Partie im Kampfe um die Weltmeisterschaft zwischen A l j e ch i n und E u w e gespielt. Nach dem 40. Zuge wurde die Partie in Gewinnstellung für Aljechin abgebrochen. Der Stand lautet jetzt 9:8 für Euwe bei 10 Remispartien. Tagung des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten. Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten hielt in Wiesbaden eines Bundesführertagung ab. Zu der Kundgebung waren über 3000 Teilnehmer aus allen Gauen des Reichs und auch eine Abordnung aus Danzig erschienen. Der Präsident des Bundes, Gauleiter und Oberpräsident Staatsrat Schwede-Koburg, verbreitete sich über die organisatorische Entwicklung, der Reichstreubund stehe getreu seiner soldatischen Grundhaltung dem Herrn Reichskriegsminister zur Verfügung und werde seine zu erwartenden Anordnungen durchführen. An den Ehrenmalen der 80er und der 27er und der Gefallenen der Kriege 1866 und 1870/71 wurden Kränze niedergelegt. Im Paulinenschlößchen waren Reichsstatthalter und Gauketter Sprenger und als Vertreter des Reichskriegsministeriums Oberst Henrici sowie die Spitzen der Partei und der Behörden erschienen. Präsident Staatsrat Schwede (Koburg) dankte für das große Interesse der Wehrmacht an den Bestrebungen des Bundes. Die Mitglieder des Reichsbundes würden in eiserner Disziplin der weiteren Befehle harren. Mit aller Entschiedenheit wandte der Bundespräsident sich unter stürmischer Zustimmung der Versammlung gegen die Gerüchte, die von einer Auflösung des Reichsbundes wissen wollten. Der Reichsbund werde neue Aufgaben im Interesse von Volk und Nation erfüllen. Durch den Führer sei Deutschland in allen feinen Entscheidungen auch nach außen wieder frei geworden. Die Aufgabe der heutigen Generation sei, sich der Größe ihrer Zeit würdig zu zeigen, damit sie später vor dem Richterstuhl der Geschichte bestehen könnte. Furchtbares Autobusunglück bei Schneidemühl. Auf der Strecke Schneidemühl—Firchau wurde bei dem in der Nähe von Schneidemühl befindlichen Schrankenposten der städtische Autobus von Schneidemühl von einer leerfahrenden Lokomotive erfaßt und etwa 80 Meter mitgeschleift. Hierbei wurden auf der Stelle vier Insassen des Autobus getötet, acht schwer und die übrigen leicht verletzt. Aerztliche Hilfe war in kürzester Frist an der Unfallstelle. Die Verletzten wurden nach Anlegung von Notverbänden sofort in das StÄ»tische Krankenhaus von Schneidemühl gebracht. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Umgestaltung der Großwetterlage machte weitere Fortschritte. Während sich über Ost- und Nordosteuropa hoher Druck aufbaut, verlagert sich die Hauptwirbeltätigkeit nach dem Mittelmeergebiet, so daß mit dem Aufkommen einer sich verstärkenden Ostströmung gerechnet werden kann. Süddeutschland verbleibt dabei zunächst noch im Bereich von Tiefausläufern, so daß anfänglich noch mit bewölktem Wetter und auch noch mit einzelnen Schneefällen gerechnet werden kann. Im übrigen Deutschland wird sich jedoch schon Aufheiterung durchsetzen, die Frostzunahme bedingt und auch auf den Südeck übergreifen wird. Aussichten für Dienstag: Anfänglich noch Neigung zu einzelnen Schneefällen, mittags jedoch aufkommende Aufheiterung, ansteigende Fröste, lebhafte östliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Häufig auf* heiternd, im wesentlichen trocken, östliche Winde. Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags 1,2 Grad Celsius, abends 1,0 Grad; am 9. Dezember: morgens —1,1 Grad. Maximum 2,1 Grad, Minimum — 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Dezember, abends 1,4 Grad; am 9. Dezember: morgens 1,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,9 mm. — Schneehöhe 2 cm. Dintersporl-Wetternachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, — 7 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Herchenhainer Höhe: Bedeckt, —5 Grad, 32 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —6 Grad, 15 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldb'erg: Nebel, —5 Grad, 17 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. — Großer Feldberg: Nebel, —6 Grad, 17 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 6 Grad, 100 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Statt besonderer Anzeige Mein lieber Mann ist gestern im 66. Lebensjahr nach schwerem Leiden entschlafen Gießen, Wiener-Neustadt, Augsburg, den 9. Dezember 1935 7136 D 05245 Statt besonderer Anzeige. Herr Franz Mobs im Alter von 47 Jahren. 7142 D In tiefem Schmerz: Gießen, den 7. Dezember 1935. 7135 D I 71430 m oa Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen wird gebeten abzusehen. Gießen (Ludwigstraße 60), den 7. Dezember 1935. Ob für die Hausfrau oder den Hausherrn: Schrme und praktische Geschenk«finden Sie stets in großer/Äuswahl bei 2lütßld|fC von 3 bis 20 v. S. erhalten Eie bet wiederholten Auf. nahmen einer Anzeige Heute morgen gegen 2 Uhr entschlief mein lieber Mann, mein treusorgender Vater, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Frau Eva Mobs, geb. Kübel Ursula Mobs. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Dezember, nachmittags 3 Uhr von der Friedhofshalle aus statt. In tiefer Trauer: Friedrich Kiefer Olga.Lenzi Familie Paul Lenzi. Nach kurzem, schwerem Leiden verschied sanft unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Anna Kath.Weimar, geb. Fuchs im 90. Lebensjahr, Im Namen der Angehörigen: Irma Jesionek Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 10. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Die trauernden Hinterbliebenen: Heinr. Weimar, Bäckermeister Jost Weimar, Polizeisekretär Konr. Weimar, Landwirt Joh. Weimar, Landwirt Georg Weimar, Landwirt Enkel und Urenkel Gießen, Kassel, Roth, den 8. Dezember 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 11. Dezember, nachmittags 2 Uhr in Roth statt, Nachruf. An den Folgen eines Unglücksfalles verschied heute unerwartet unser verehrter Chef J.B.Häuser Gießen Am Oswaldsgarten Ruf 2145/2146 Dr. med. Albert Jesionek ord. Professor an der Universität Gießen Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Dezember, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. 7141V Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Ludwig Kutscher. Lollar, den 9. Dezember 1935. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied unser lieber Horst Herr Franz Mobs Seifenfabrikant StMWler Gießen 7os7l) Dienst., lO.Dez., 20 b. 22.30 Uhr 11. Dienst.-Ab. Preise von 0.40 b. 2.50RM. Der Stern von Sevilla Trauerspiel von Love de Vega. Deutsche Bearb. und Uebersetzung o. Hans Schlegel Spielleitung: Der Intendant. Der heutigen Landauflage liegt ein Werbeblatt der Firma J. B. fläuser, Gieflen MÄ Sonntag früh 8/44 Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater Herr Otto Kutscher im 59. Lebensjahr. mäddien zum l.Jan.1936 oder später gesucht. Näh.in der Geschäftsst. des Gieß.Anzeig."^ Bekanntmachung. Die Zustellung der Steuerkarten 1936 ist beendet. Für Reichs- und Staatsbeamte, Angestellte und Arbeiter größerer Firmen gingen die Steuerkarten dem Arbeitgeber oder der zuständigen Behörde bzw. Kasse unmittelbar zu. Soweit Arbeitnehmer Steuer- karten nicht erhalten haben, wollen sie die Ausferti- gung im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 17, beantragen. Dortselbst erfolgen auch Berichtigungen der Steuerkarten bei Aenderung der Familienverhältnisse (Eheschließungen, Geburten usw.). Personen, die nach dem 10. Oktober 1917 geboren sind, und deren Arbeitslohn voraussichtlich 65 RM. monatlich oder 15 RM. wöchentlich nicht übersteigt, erhalten Steuerkarten nur auf Antrag ausgestellt. Auf der Steuerkarte sind auf der 4. Seite die Bestimmungen über die Höhe der Bürgersteuer usw. angegeben. Mit der Zustellung der Steuerkarte gitt die Burgersteuer als angefordert. Soweit Anspruch auf Befreiung von der Bürgersteuer besteht, sind Einsprüche im Stadthaus. Bergstraße 20, Zimmer Jlr. 27. vorzubringen. 71280 Es wird noch darauf hingewiesen, daß in Verlust geratene Steuerkarten nur gegen Zahlung von 1 RM. ersetzt werden. Gießen, den 9. Dezember 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, OberbürgermeisteL Keine Ursprungs« Zeugnisse, lortbem nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsuntev» lagen müssen zur Vermeidung von Verluste« auf der Rückseite Ra- men und Anschrift deS Bewerbers traaenl Junges gesund. Mädchen vom Lande zu 1'/,jährig. Kinde gesucht. Eintritt 15.12.Erstmädch. vorhanden. Angebote NN 7034Ö Frau Dr. Stock- Ziegenhain (Bezirk Kassel). | Verkäufe Verkaufe wegen Aufgabe meiner Landwirtschaft eine dunkelbr. Oldenburger Stute Friede. Sch tunk (Lambach 7ohD ‘önimti'trafie 8 | Kaufgesuche | Gebrauchter Flügel gut erhalten 3U taufen geW Schriftliche Angeboteunter Angabe von Preis, Fabrik und Herstellungsjahr u. 7147D an den Gießen. Anzeig. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. [Stellenangebote] Gewandt., jüng. Allzufrüh hat ein tragisches Geschick seinem Leben ein Ziel gesetzt und dem Werk einen Führer genommen, der durch sein Können und Wirken einen hervorragenden Anteil an dem Blühen der Firma hatte. Wir verlieren in ihm einen Chef von wahrhaft sozialer Gesinnung, von vorbildlicher Pflichttreue und großem Arbeitseifer; wir liebten in ihm einen Menschen mit offenem, geradem Sinn, mit frischem, erquickendem Humor und größter Hilfsbereitschaft. Seinem Tod gilt unsere tiefste Trauer, seines Lebens werden wir ehrend gedenken. Gießen, den 7. Dezember 1935. Die Gefolgschaft der Firma P. Jos. Mobs, Gießen und Aßlar. Nr. 287 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen) Montag, 9. Dezember (935 SJl.-tfpOTt und Lebendigkeit mehr als alles andere die meisten Kinder beschäftigt. Schon längst gibt es wohl keine Abart und Sonderform des Kraftfahrzeuges mehr, die nicht im Kleinen für das Kind nachgebaut wird, von der einfachsten und billigsten Blechausführung bis zum stabilsten Wagen, an dem auch nicht die kleinste „Schikane" fehlen darf. Besonders beliebt sind neuerdings ganz kleine, schwere motorlose Wagen, die, vermöge ihrer vorzüglich gelagerten Achsen, schon mit dem kleinsten Schwung viele Meter weit fahren können. Einem anderen kleinen Auto mit Federmotor ist durch eine wirklich geistreiche eingebaute Vorrichtung die Fähigkeit verliehen, niemals vom Tisch zu fallen. Es gibt eine kleine Garage mit einer im Dach verborgenen elektrischen Batterie. Der Wagen wird eingeschoben und an der Rückwand durch einen kleinen Elektro-Magneten festgehalten; man klopft auf den Tisch, und selbsttätig rollt der Wagen aus der Garage. Es gibt auch eine Auto-Reparatur w e rk st a t t, in der nichts fehlt, nicht der Werktisch und die Hebebühne noch die batteriebetriebene elektrische Handlampe. Auch die Autobahn ist vorhanden, mit einer und zwei Fahrbahnen, mit Ueberführungen und nach Wahl für Wagen ohne Antrieb oder mit Federmotor oder auch mit elektrischem Antrieb. Kleine Rennboote fahren mit eingebauten Federmotoren unvorstellbar schnell, und U-Boote mit Uhrwerken, mit Tiefrudern, mit Kommando-Turm und Periskop, mit Geschütztürmen und Rettungsboot tauchen unter und kommen wieder an die Oberfläche. — Flugzeuge alle? Größen und Ausführungsformen find nach wie vor sehr beliebt, und ein Zeppelin-Luftschi ff haben wir sogar schon mit eingebautem Maurermeister-Baukasten, der Steinchen in Ziegelsteinform enthält, die wesentlich kleiner sind als die des bekannten Anker-Steinbaukastens. Mit Hilfe zwischengelegter Papp-Streifen und eines beigegebenen Bindemittels kann man die Steinchen zu richtigen Häusern zusammenkleben und so bauen, wie der Maurer in der Wirklichkeit baut. Natürlich ist der Leim in Wasser auflösbar, fo daß man die Steine immer wieder verwenden kann. Unter den Baukästen darf auch nicht das L e h r s p i e l z e u g vergessen werden, die Sonderbaukästen für Elektrotechnik, Rundfunk, Optik und Chemie, mit deren Hilfe das Kind spielend manches bisher nicht einnehmbare Hindernis der Wissenschaft nehmen kann, indem es sich scheinbar recht komplizierte Dinge zusammenbastelt oder mit deren Hilfe es sich chemische Kenntnisse verschafft, die dem alltäglichen Leben nicht fernstehen, wie etwa die der Herstellung von Seife oder Kunstseide. Hübsch ist ein K l e i n k i n o zur Wiedergabe von Trickfilmen. Die Filme sind nur 25 Zentimeter lang, sie laufen trotzdem fünf Minuten. Sie haben zwei Bildreihen, eine oben und eine unten, die, während der Film durch den'Preßstoff-Projektor läuft, abwechselnd durchleuchtet werden, wobei zwei Lichtquellen und zwei Linsensysteme abwechselnd eingeschaltet werden. Als Antrieb dient ein Federmotor, als Stromquelle eine Taschenlampenbatterie. Selbstverständlich ist der Film unoerbrennbar. — Schließlich sind auch die kleinen Mädchen beim technischen Spielzeug nicht ganz vernachlässigt; außer dem elektrischen Backofen und dem elektrischen Küchenherd gibt es heute schon das elektrische Waffeleisen, und für die P Uppen st u b e haben wir die Heizsonne und die elektrische Krone mit drei und mehr Beleuchtungskörpern, alles angetrieben von der Lampen-Batterie, — ja, es gibt sogar eine kleine Brotschneidemaschine. dreimal zur Kapitulation. Die Spielvereinigungsleute waren zwar nicht müßig, hatten jedoch am gegnerischen Wurfkreis reichlich Wurfpech. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang es endlich Hammann, eine 5:4-Führung herzustellen. Große zweite Zpielhälfte der 1900er. Nach der Pause zogen die 1900er alle Register ihres Könnens. Die Hintermannschaft, in der Cremers und gegen Schluß auch der Torwart Enders hervorragten, zeigte sich fast allen Situationen gewachsen. Auch der Sturm, der durch die erstmalige Mitwirkung von Göing nicht unwesentlich an Durchschlagskraft gewann, nahm die Gelegenheiten besser als in der ersten Halbzeit wahr. Oft blieb der gegnerischen Hintermannschaft nur die regelwidrige Behinderung übrig. Die verhängten Strafwür,e wurden mit manchmal geradezu verblüffender Sicherheit von Krüger und Göing verwandelt. Daneben wurden geschickte Kombinationszüge noch erfolgreich von Schüler und Hammann abgeschlossen. Bettenhausen, zumeist in die eigene Spielhalfte zurückgedrängt, konnte sich nur noch auf Durchbrüche verlegen. Bei einem davon konnte der Rechts- Goethes Enkel spielen Eisenbahn. In einem der vielen neuaufgestellten Schränke des jüngst erweiterten Goethe-National-Museums zu Weimar steht die Spielzeugeisenbahn, mit der englische Freunde Goethes seine Enkel zu Weih- nachten 1829 erfreuten. Sie ist aus Pappe gearbeitet und mit Zinnrädern versehen und in vortrefflichem Zustand und wird, zum erstenmal farbig wiedergegeben, im Dezemberheft von Velhagen 6- Klasings Monatsheften gezeigt. Ihr Vorbild ist der „Rocket", die Rakete, die Stephen- son im gleichen Jahre 1829 gebaut hatte. Der kleine Spielzeugzug besteht aus der Lokomotive, dem Sender und einem Personenwagen, der noch ganz der Postkutsche gleicht. Den Kindern hat das zierliche Spielzeug viel Freude gemacht: „Sie kamen, um zu danken, sehr fröhlich." Bewundernswert ist, daß es trotzdem heil geblieben ist. Der weise Großvater erkannte das Gute und Böse der neuen Erfindung. Zu König Ludwig von Bayern, der die erste deut- sche Eisenbahn erbaute, äußerte er: „Das Innere der Städte umgeht sie, als wenn sie nicht beständen, und vom Genuß der schönen Natur kann nicht mehr die Rede sein; einer eingepackten, willenlosen Ware gleich, schießt durch die schönsten Naturschon- heiten der Mensch, Länder lernt er keine mehr kennen." Doch zu Eckermann pries er im gleichen Jahre 1828 die künftigen Eisenbahnen als die Mit- tel zu einem einigen Reich. In diesem Zusammenhang fiel das denkwürdige Wort: „Vor allem sei Deutschland eins in Liebe untereinander! Unb„immer sei es eins geg^n den auswärtigen Feind. werke der Feinmechanik dar. Unter den neuen Wagenarten seien Kesselwagen mit Füllschrauben und Ablaß-Hähnen, Bremserhäuschen und Drehgestellen, 4-achsige Gepäckwagen und Großgüterwagen mit Entlade-Vorrichtung genannt. Eine Eisenbahnbrücke kan durch Zwischenstücke beliebig verlängert werden. Signale zeigen grünes oder rotes Licht, je nachdem, ob im Stellwerk auf „Freie Fahrt" eingestellt ist oder auf „Halt" (wobei der Zug natürlich vor dem „Halt"-Signal stehen bleibt). Der elektrische Antrieb wird von Jahr zu Jahr besser durchgebildet. Er soll ja nicht nur den Strom für die Kleinbahn oder für den Baukastenmotor möglichst aus der Lichtleitung liefern und ihn auf die erforderliche niedrige Spannung umspannen, sondern er soll auch vollkommen ungefährlich und berührungssicher und radiostörsrei sein. Die Leistung der Transformatoren, der kleinen Umspannwerke für Wechsel- und Gleichstrom, ist gesteigert worden und ihr Regelbereich erweitert. Mit Hilfe einer vorgeschalteten neuen Drosselspule kann man den Motor ein- und ausschalten und ihm nach Belieben mehr oder weniger elektrische Kraft zu- führen. Es gibt einen kleinen Transformator, der nicht größer ist als eine Taschenlampen-Batte- rie und der den Lichtstrom auf etwa 4 Volt umspannt. Regulierwiderstände mit Schnellschalter, Kurzschlußsicherung und Feinregelung erlauben eine Einstellung von 15 verschiedenen Geschwindigkeiten der Kleinbahn. Elektromotor. • Im Jahr des 100jährigen Geburtstages der deutschen Eisenbahn fehlt natürlich nicht der Jubiläums-Zug, eine Nachbildung des „Adlers", der vor 100 Jahren zwischen Nürnberg und Fürth fuhr. Es gibt ihn in allen Größen, mit Uhrwerk und mit elektrischem Antrieb, mit der Lokomotive mit dem langen Schornstein, mit offenen und geschlossenen Wagen und mit den dazugehörigen Biedermeier-Fahrgästen. Fast grotesk wirkt neben dieser Erinnerung an eine längst vergangene Zeit die neuzeitliche Lokomotive, an der jede Einzelheit sorgfältigst nachgebildet ist. Wir haben die 6- achsige, ferngeschaltete S t r o m l i n i e n - L o kö rn otioe mit einem 4-achsigen Tender, mit elektrischen Stirnlampen und Steckanschluß für Wagenbeleuchtung. Wir haben Schnelltriebwagen, durch Uhrwerk oder elektrisch betrieben, vor- und rückwärtsfahrend, wir haben v-Zug-Dampf-Loko- motiven mit richtigen, doppelt wirkenden Zylindern und Schiebersteuerung, mit Sicherheits-Ventil, Dampf-Pfeife, Wasserablaßhahn, Federpuffern, Manometer, Wasferftands-Anzeiger und Speisepumpe. Wir haben den dreiteiligen Diesel-elektrischen Triebwagen mit Jnnenbeleuchtung. Wir haben die Zahnradbahn mit Böschungen und Brucken. Nicht nur jede kleinste Einzelheit des Zug- und Bahnhof betriebes ist für das Kind nachgebildet worden, sondern vom Stellwerk aus wird Oer Held. Im Jahre 1849 war's, im Kriege gegen Däne- mark. Der „alte Wrangel", — „Papa Wrangel , wie er allgemein vom Heere genannt wurde, — hatte den Oberbefehl über die preußischen Truppen. Eines Tages leitete er, mit seiner Suite auf einer Anhöhe haltend, das Gefecht. Da fiel ihm ein blutjunger Leutnant durch feine außerordentliche Bravour auf. Er bewahrte im stärksten Kugelregen Umsicht und Kaltblütigkeit und wußte feinen Zug meisterhaft zu führen. Nach beendigtem Kampfe ließ ihn Wrangel zu sich rufen und redete ihn mit folgenden Worten an: „Du haft dir heute red)t brav gehalten, mein Sohn. Das freut mir. Wie heißt denn du eijentlich?" „Zu dienen, ExMenz , war die Antwort „mein Name ist Hase! ,,Was? rief erstaunt der alte Eisenfresser, „ooch noch Hase? Na, bann freute mir um fo mehr, mein Sohn! Auto und Eisenbahn, Baukasten und Puppenherd Allerhand technisches Spielzeug zu Weihnachten. Von Dipl.-Zug. A. Lion. 1000’0 Handballsieg über Kassel-Hettenhausen 1900 - Tuspo Kassel-Bettenhausen 12:5 (5:4). Die Handballanhänger, die gestern auf dem Mtv - Platz Zeugen des Treffens Gießen 1900 — Kastel- Bettenhaufen waren, bekamen wieder ausgezeichneten Sport zu sehen. Während sich die Gäste als die erwartet gefährliche , Mannschaft entpuppten, warteten die 1900er mit einer Leistung auf, mit der sie in die vorderste Reihe der nordhessischen Gau- ligavereine gestellt werden können. Die Gießener Farben vertraten: Enders; Cremers, Funke; Mann, Knop, Hofmann; Göing, Betz, Hammann, Kruger, Schüler. Ausgeglichene erste Halbzeit. Die Gäste legten sich sogleich mächtig ins Zeug und erwirkten einen Freiwurf, der sie durch Menkel in Führung brachte. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn bald hatte 1900 durch Krüger ausgeglichen. Die Einheimischen kamen nun besser ins Spiel, und als sie durch weitere Tore von Hammann und Krüger einen 4:1-Vorsprung herausgeholt hatten, schienen sie den Bettenhäusern davon- gehen zu wollen. Diese Meinung wurde jedoch bald Lügen gestraft. Die Gäste machten sich wieder mehr frei und zwangen Enders im 1900er Tor noch Gitterträger-Brücken. Die besonderen Baukästen für Uhren, Beleuchtung^ und Fernfprecher-Anlagen, für Telegraphie werden immer weiter durchgebildet, ebenso die für Kanonen, für Flugzeuge und Kraftfahrzeuge. In die Flugzeuge können zum Teil richtig arbeitende Steuerungen eingebaut werden; mit einem Baukasten kann man bis zu 50 Flugzeug- Modelle zusammensetzen. Die bekannten Maschine n - B a u k ä st e n für Drehbänke, Bohrmaschinen, Laubsägen' sind verbessert worden und, abgesehen von dem V-o-PZ-Elektromotor, durch Sonderte,le für besondere Zwecke ergänzbar. Eltzenartig ist em Das spielende Kind will das, was es täglich sieht oder auch was es einmal gesehen hat, nachbilden und miterleben, will gleichzeitig seine Einbildungskraft sich ausleben lassen — und lernt durch beides. Die Umgebung des Kindes unserer Zeit, die es spielend im Kleinen nachformen unö erleben will, ist aber an allen Ecken und Enden mit Technik durchsetzt, und von Jahr zu Jahr wird deshalb das Spielzeug technischer, wird gleichzeitig aber auch das spielende Kind, was die Angleichung an die technische Wirklichkeit betrifft, anspruchsvoller. Und die Industrie folgt gern diesen vielfältigen Ansprüchen. Da ist es der Verkehr, der in feiner Vielfalt Aufwärts im Iugend-Spielbetrieb des Gaues Nordheffen. Eine erfreuliche Entwicklung der Jugendabteilungen hat sich nach den neuerlichen Feststellungen des Jugendwartes im Gau Nordheffen ergeben. Im Spieljahr 1934/35 beteiligten sich an den Pfücht- fpielen 276 Jugendmannschaften und rund 117 Knabenmannschaften mit rund 5650 Spielern. Das Spieljahr 1935/36 sah in den bisherigen Pflicht- spielen 477 Jugend- und 155 Knabenmannschaften mit rund 8800 Spielern. Dieser Aufschwung ist im wesentlichen auf die Neuorganisation des Jugendwesens im Deutschen Fußballbund zurückzufuhren. Der „Glub" wurde Pokalmeister. Schalke 04 verdient mit 2:0 (0:0) geschlagen. Das erste Pokalendspiel des Deutschen Fußball- Bundes, das am Sonntag vor 55 000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion stattfand, hatte ziemlich unter der unfreundlichen Witterung zu leiden. Durch Schnee und Regen — zeitweise schneite es auch während des Spieles — war der Boden sehr glatt geworden und stellte an die Spieler große Anforderungen in bezug auf Körperbeherrfchung und Ballkontrolle. Unerwarteterweise fanden sich aber die Nürnberger damit weitaus besser ab als die Schalter, die von der Mitte der ersten Halbzeit ab mehr und mehr in die Verteidigung gedrängt Selbst kleinste Holzklotz-Baukästen haben heute schon ein Laufwerk. Neuartige Baukästen versuchen wieder mehr die Flächenwirkung zu erzielen, die bei den meisten Metallbaukästen fehlt, die mehr das Grundsätzliche der Konstruktion und der Bewegung zeigen. Einer dieser Baukästen enthält neben Rädern und Klötzchen bemalbare und abwaschbare, mit Löchern und Schlitzen versehene Platten und gelenkige Verbindungsteile aus Metall. Häuser, Maschinen, Möbel, Schiffe und Flugzeuge können mit großer Aehnlichkeit und entsprechender Wirkung nachgebaut werden. Ein anderer Baukasten besteht hauptsächlich aus Platten mit Scharnieren und kleinen Stangen; er ist einfacher und nicht fo vielgestaltig. Zum Bau von besonderen Maschinengattungen gibt es heute besondere Zusatz k ä st e n ; so solche für Transport-Anlagen, also Bagger, Becherwerke, Elevatoren oder für Brückenbau. Uebrigens gibt es auch einen besonderen Brückenbaukasten zum Bau von langen Wesentliche, auf die großen Limen und Zusammen- hänge der europäischen Staats- und Kirchenpolitik I jenes 12. Jahrhunderts bedacht, in ein Dutzend Ka- . pitel, deren jedes eine für Konftanzes Leben als i Frau, als Mensch, als Fürstin und Repräsentantin des Reiches wesentliche, ja entscheidende Station < und politisch-diplomatische Konstellation umschreibt. Dabei hat Benrath, wie er gleich im voraus bemerkt, auf alle Milieuschilderung verzich et; und seine Gestalten sprechen, wie ebenfalls einleuchtend begründet wird, durchaus die Sprache unserer 3eit Es klingt zunächst befremdend, in einer, roenn auch politisch-psychologischen, Gestaltung der Stauferseu, auf Begriffe wie Nichtangriffspakt Reichswehr- fteuer, neutrales Schiedsgericht, Weftmachte, Aufrüstung und nationales Arbeitsprogramm zu stoßen, das klingt wie aus der Tageszeitung von heute, aber man gewöhnt sich daran, sobald man überhaupt erst einmal über die erften fünfzig Seiten hinweg und zu den eigentlichen Problemen des Buches vorgedrungen ist. Daß dies ohnehmi für den durchschnittlichen Leser eine nicht ganz leichte, leden- fallr Hingabe und Sammlung erfordernde Lektüre ist, braucht kaum betont zu werden, denn den meisten Lesern wird nicht nur der Stoff an sich seit ihrer Schulzeit ziemlich ferngerückt oder allenfalls nur: m den gröbsten Umrissen noch gegenwärtig Jem und das Eindringen in diese gewiß fesselnde, bunte►, bc- roeqte romantische, von dramatischer Spannung bebende Welt wird bestimmt nicht erleichtert wenn man anfangs immer wieder unterbrechen und bald vor- ba b zurückblättern muß, um sich erft einmal bie „dramatis personae“ ein,prägen, dw der kaiserlichen, der sizilischen, der päpstlichen, der wel- ischen oder der englischen Partei angeboren, und beren namentliche Aufzählung allein fast vier Seiten bean prucht; ober um sich auf ber Stammtet ber normännisch - hohenstaufischen Verwanbtschaft di- genealogischen Verhältnisse klarzumachen deren K-nntnss zum Verständnis des Buches unerläßlich ist Erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, wird der Leser die Leistung überschauen und wur- : “Jen können, wird er begreifen, wie hier der Stil der erwähnten Vorläuser sich wiederholt und m der Anwendung auf eine historische Gegebenheit auch : hier war vielleicht nur diese ->nz-g° : Sorm möglich, und da diese Form von Anfang b,s aanr zuletzt im Einklang bleibt Mit dem großen, weltgeschichtlich wie menschlich-seelenhast b^euten- ; "en Gegenstand-, läßt das Buch von der Kaiserin Konstanze die beiden modernen Romane Benraths weit hinter sich: es bietet keine Angriffsflächen wie diese und verliert nirgends an Niveau, fonbern es behält die Krast der Durchdringung bis zuletzt. * §°nry F/n^^einen° 8,5° "Deutsche und Berlin. - (368) - Durchbringung bebeutet hier nicht nur äußere Beherrschung bes Stoffes, bie ja selbstverstänbliche Voraussetzung ist, fonbern Sichtbarmachung ber Zusammenhänge unb Verbinbungslinien im politischen Raum, Ersühlung unb (Erhellung ber Kräfte unb Gegenkräfte im Innern, im Menschlichen unb Seelischen ber hcmbelnben unb leibenben Gestalten. Das führte ganz folgerichtig zurück zur Form von „Ko- bolnow": bie entscheibenben Szenen entwickeln sich im Gespräch, aus Rebe unb Gegenrebe, also im eigentlichen Sinne bramatisch, wie es ja ber inneren unb äußeren Situation ber Fabel entspricht. Briefstellen, Tagebuch-Aufzeichnungen unb sparsamste direkte Schilberung ergänzen bas Grunbgefüge ber Romanarchitektur, — wenn man überhaupt von diesem Buche als von einem Roman sprechen kann, in dem ja boch nichts „erfunben", fonbern nur Gegebenes, einmalig Unverrückbares nachgezeichnet, zufammengefchaut unb in feinen innersten Beweg- qrünben unb Triebkräften freigelegt würbe: Heinrichs Kampf um Sizilien, Konftanzes Kampf um ihr Erbe, beiber Kampf um ben ersehnten, spat geborenen Sohn, ben nachmaligen Kaiser Frieb- rich ii. —, vor allem aber Konftanzes Kampf roiber Heinrich: hier wirb in zwei äußersten menschlichen Gegenkräften ber Sinn aller Kämpfe biefes Staufer- jahrhunberts zusamengefaßt: „wie eine übernational-imperiale, ibeegeborene Staatsauffassung burch- brochen unb schließlich gesprengt wirb durch ein nationales, artgeborenes Staatsgefühl". Es sinb bannt nur ein paar Stichworte für jene erwähnten unb durch bie offizielle Geschichtsschreibung längst beglaubigten Gegebenheiten festgehalten. Das Buch selbst entwickelt mehr, als in einem räumlich begrenzten Referat beschrieben werben könnte. Es mag genügen, bie Bebeutung bes Buches bann zu erkennen, baß es einen gewichtigen Bestandteil mittelalterlicher beutscher Kaisergeschichte nicht nur neu unb mit neuartigen Mitteln nachgestaltet, son- bern ihn geistig-seelisch durchdringt erhellt unb so dem späten Betrachter aus unserer Zett beglaubigt. Hochstkuinacknchien Der Dozent für Physiologie an ber Universität Frankfurt, Prof. Dr. E. Lehnartz ist m , gleicher Eigenschaft in bie Mebizinische Fakultät ber Universität Göttingen überaetreten . Der Reichs- unb Preußische Wisienschaftsmimster r hat ben ao. Professor Dr. Hubert S ch r a b e an ber i Universität Heibelberg mft 2k"kung vom „ 1. November b. I. mit ber vertretungsweisen Wahr- • nehmung des neuerrichteten Lehrstuhls für neuere . Kunstgeschichte beauftragt. würben. Die 55 000 Zuschauer, unter benen sich auch zahlreiche Nürnberaer befanben, sahen biese „Sensation" mit wachsenbem Staunen, hatte man boch allgemein — unb nicht nur in Westbeutschlanb — mit einem klaren Erfolg ber „Knappen" gerechnet. Der „Club" aber, bie beutsche Traditions- Mannschaft, machte alle Hoffnungen ber Westdeut- schen burch eine glänzenbe Leistung zunichte unb entführte mit einem klaren unb oerbienten 2:0- (O.O)-Sieg ben ersten beutschen Pokalmeifter-Titel nach Sübbeutschlanb. Gin tragischer Todesfall. Herzschlag des Vereinsführers von Union Niederrad. Der Sübwest - ©auligaoerein Union Niederrod mürbe am Sonntag von einem herben Geschick betroffen. In ber Halle auf bem Sportplätze würbe vor bem Meisterschaftsspiel gegen ben FK. Pirma- fens ein von ben Spielern ber 1. Mannschaft bem Verein gestiftetes Bilb des kürzlich verstorbenen Spielers Arthur Bonfig enthüllt. Der Veremsfuh- rer Gewerbeschul-Direktor Bobe übernahm bas Bild mit Worten bes Dankes in bie Obhut bes Vereins. Mitten während seiner Ansprache brach Direktor Bode plötzlich zusammen und herbeigerufene Aerzte konnten nur noch ben Tob feft- steilen. Die Niederräber Union hat mit dem Ableben von Direktor Bode einen schweren Verlust erlitten. Die Kaiserin Konstanze. Ein neues Buch von Henri, Benrath. Benrath, dessen früher erschienene Romane ^Ball auf Schloß Kobolnow" und „Die Mutter der Wels- beit" wir seinerzeit ausführlich besprochen Haven, legt mit ber „Kaiserin Konftanze" ein drtttes Buch vor bas von ben beiben Vorläufern stofflich im gleichen Maße unb fchlechterbings unvergleichbar geschieben ist, wie es sich formal mit: i$neni berührt; das heißt: es setzt stilistisch mit erstaunlicher Konsequenz bie bort begonnene Linie fort. Erstaunlich auf den ersten Blick, weil eine Form, die ganz aus das Gegenwärtige einer Fabel geachtet zu fern schien, hier auf einen sehr fernen, völlig Asturischen unb historisch zu roertenben Stoff bezogen unb auf ein geschichtliches Thema projiziert würbe. Einen Stoff übrigens, wie man gleich dugeben muß, von sehr großem, ja entmutigenbem Umfana un^ Ausmaß. Benraths Vorwort beginnt: „Dieses Buch ist die bichterisch-gebrängte Darstellung ejnes h^mschen Frauenlebens, welches in ber zweiten Halste des zwölften Jahrhunberts verlief unb bie Kampfe dieser Zeit spiegelt." Das ist nicht zu viel gesagt unb sogar mit Bescheibenheit gesprochen, benn m Der Tat ist in ber Darstellung Konstanzes, ber Tochter König Rogers II. unb Erbin von (Selten, ber ben schen Kaiserin unb Gemahlin Heinrichs VI., emi meit- gefpanntes und sehr sigurenreiches Bild großer mittelalterlicher Politik und Geschichte entwickelt worben bergeftalt, baß zwar Äonftanae tmmer im Mittelpunkt unb Hauptträgerin ber Hanblung bleiot, daß aber zugleich auch bas Generalproblem Der mittelalterlichen Deutschen Geschichte, ber na ur- gegebene Gegensatz Zwischen Kaisertumiunb Rum, zu einem wesentlichen Bestanbtett solcher Ledens Beschreibung wirb. Von nicht geringerem Gewicht ist im Gefüge ber Szenen, im Neben- unb Gegen- einanber ber Gestalten ber eigentliche innere Motor alles besten, was geschieht: bie romantische Staufersehnsucht nach Dein ©üben, der Italien unb D-uttschlanb umgreifenbe Kaisertraum Heinrichs V Man sieht: eine Fabel von außerorbentlicher Svannweite; es lohnt sich, zu betrachten wie sie künstlerisch bewältigt würbe. Wir haben schon an- neheutet' es geschieht mit Mitteln, die Benrath zu- "j'iSiKr-“ * ?*3ä- ber Verkehr auch wirklich geregelt burch ben elektrischen Strom, ber geheimnisvoll Stellwerk unb Triebwagen oerbinbet. Aufsteckbare Fernumschalter schaffen heute bie Möalichkeit, Lokomotiven mit Hanbschaltung auf elektrische Fernschaltung umzustellen. Auf bemfelben Gleis können sogar zwei Züge, unabhängig ooneinanber, gesteuert werben: Die Stromzuleitung erfolgt auf verschiedenen Schienen, unb bie Stromabnehmer unter ben Lokomotiven können so versetzt werben, baß sie auf biefen verschobenen Schienen Kontakt haben. Kleine elektrische Miniatur-Bahnen bis zur Spurweite von 16,5 mm herunter stellen kleine Kunst- außen Schwan den einzigen Gegentreffer nach der Pause buchen. Das unter körperlichem Einsatz, jedoch stets fair durchgeführte Spiel wurde von AIth off (VfB.- Kurhessen Marburg) gut geleitet. Kußball im Sau Tlordheffen. Die Vorrunde der Meisterschaftsspiele im Gau Nordhessen wurde am Sonntag mit dem letzten noch ausstehenden Treffen VfB. Friedberg — Hanau 93 beendet. Der Gaumeister kam zu einem glatten 2:0= Sieg und liegt nunmehr mit Germania Fulda punktgleich hinter Hessen Bad Hersfeld. Die anderen beiden Begegnungen waren die ersten Rückspiele. Im Kasseler Lokaltreffen kam 03 gegen den an vorletzter Stelle in der Tabelle liegenden Spielverein nicht über ein Unentschieden von 1:1 (1:0) hinaus und hat nun den Anschluß an die Spitzengruppe endgültig verloren. Zu einem haushohen Sieg kam der Altmeister Borussia Fulda auf eigenem Platz gegen den Tabellenletzten SV. Bad- Nauheim, der eine 8:0-Schlappe einstecken mußte. Der Stand der Spiele. Spiele Tore Punkte Hessen Hersfeld 9 21:10 15: 3 Germania Fulda 9 16: 6 13: 5 1. FC. Hanau 93 9 23:12 13: 5 Borussia Fulda 10 33:12 13: 7 Kassel 03 10 15:12 11: 9 Kurhessen Marburg 9 18:23 8:10 VfB. Friedberg 9 11:17 7:11 Kurhessen Kassel 9 11:19 6:12 Spielv. Kassel 10 9:19 5:15 SV. Bad-Nauheim 10 10:38 3:17 Gau Südwest: Wormatia Worms — FD. Saarbrücken 3:0; Union Niederrad — FK. 03 Pirmasens 0:2; Borussia Neunkirchen — Eintracht Frankfurt 0:0; FSV. Frankfurt — Opel Rüsselsheim 3:0; Phönix Ludwigshafen — Kickers Offenbach, kampflos für Offenbach. Gau Bayern: Bayern München — ASV. Nürnberg 5:2; 1860 München — FC. München 4:3; Spvgg. Fürth — Wacker München 1:1; BC. Augsburg — FC. 05 Schweinfurt 3:2. Fußball-Ergebnisse der Dezirksklaffe. 1900 Gießen — SV. 05 Wetzlar 4:4 (2:0). Raunheim — W. Sleinberg 3:1 (1:1). Bissenberg — Sinn 3:1 (1:1). Dillenburg — Frohnhausen 2:0 (1:0). Die 1900er führten in der 1. Halbzeit gegen die Wetzlarer mit 2:0. In der 2. Halbzeit war jedoch Wetzlar tonangebend und schoß in kurzen Abständen 4 Tore. Kurz vor Schluß gelang es den 1900ern den Ausgleich zu erzielen. Watzenborn- Steinberg verlor erwartungsgemäß mit 1:3 in Naunheim. Naunheim siegte verdient auf Grund seiner besseren Leistung. Die Bissenberger siegten auf eigenem Platze verdient mit 3:1 und damit behalten sie den zweiten Tabellenplatz. Das Spiel Dillenburg gegen Frohnhausen leitete der Gau-Schiedsrichter-Referent Wingenfeld. Ein typischer Lokalkampf, der aber ohne jede Härte durchgeführt wurde. Trotzdem Frohnhausen im Feldspiel die bessere Mannschaft stellte, konnte Dillenburg das Spiel mit 2:0 für sich entscheiden. Abermals ein Unentschieden der Vlau-Weißen. 1900—Wetzlar 4:4 (2.0). Von 3:0 zum 4:4, das war die große lieber« raschung des gestrigen Spieles. 25 Minuten vor Schluß stand Der äußerst schnelle Kampf bereits 3:0 und wer mit einem klaren Sieg der Blau- weißen gerechnet hatte, wurde stark enttäuscht. Im Handumdrehen hatte Wetzlar, als Lippert durch eine schlechte Abwehrleistung den Gästen Gelegenheit zum ersten Gegentreffer gegeben hatte, durch einen schnellen Zwischenspurt den Vorsprung aufgeholt. Als es 7 Minuten vor Schluß gar 4:3 für Wetzlar hieß, wanderten bereits einige Zuschauer ab, denn sie konnten es nicht begreifen, daß eine Mannschaft, die bereits wie der sichere Sieger aussah, sich so aus dem Konzept bringen läßt. Wie war das möglich? Die Lösung ist schnell gefunden. In dem Gedanken, den Sieg in der Tasche zu haben, wurden die Blauweißen etwas leichtsinnig. Die vorher konsequent durchgeführte Deckung des gegnerischen Sturmes wurde aufgelockert. Da- durck kam Wetzlar stark zum Zuge und als der Vorsprung immer mehr zusammenschmolz, da erkannten sie ihre große Chance und nutzten die Verwirrung in der Hintermannschaft der Platzbesitzer redlich aus. Daß 1900 trotzdem noch zum Ausgleich kam, ist mehr dem Umstand zu danken, daß Wetzlar den Fehler beging, fast alle Spieler zurückzuziehen, als der eigenen Initiative. Der Spielverlauf war reich an spannenden Szenen. Rasch wechselten die Kampfbilder. In der 12. Minute kommt 1900 durch Zusammenspiel des rechten Flügels vor das Wetzlarer Tor. Wilhelmi schießt. Der Ball prallt von dem Verteidiger zurück an Wilhelmi. Der Torwächter will sich auf den Ball werfen, doch Wilhelmi schiebt unter feinem Körper hindurch vors leere Tor. Jäger erwischt das Leder und hebt es hoch ins Tor. Aufgemuntert durch diesen Erfolg ist 1900 weiterhin stark im Angriff, und wenige Minuten später war es Schmelz, der eine Vorlage von Schäfer in die äußerste linke Ecke lenkt. Gynia kann den Ball zwar noch berühren, aber von dem Pfosten springt der Ball ins Netz. Das war zuviel für Wetzlar. Mit schnellen Angriffen stoßen sie vor des Gegners Tor. Bange Minuten haben die Blauweißen auszustehen. Wohlgemuth und Blech haben aber verschiedentlich Pech mit ihren Schüssen. Ohne Pause geht das Spiel weiter. In der 55. Minute Strafstoß für 1900. Heilmann tritt! Hoch kommt der Ball vors Tor. Gynia fängt, doch das Leder entfällt chm und Wilhelmi, der nachgesetzt war, schießt ins leere Tor. Damit schien das Schicksal der Wetzlarer besiegelt. Doch weit gefehlt. Der wieder eingetretene Rechtsaußen der Domstädter, der einige Zeit infolge eines harten Aufpralles auf den Boden ausgeschieden war, geht mit einer weiten Vorlage ab. Lippert stoppt ihn, schafft den Ball aber nicht gleich weg. Im Nu sind drei Gegner bei ihm und ehe er weiß, was er machen soll, zicht das Leder dicht axn Pfosten vorbei ins Netz. Durch diesen Erfolg des Gegners ist 1900 etwas verwirrt. Besonders die Hintermannschaft ist außer Rand und Band. Wetzlar erkennt dies und mit äußerster Wucht stoßen sie vor des Gegners Tor. Wieder ist es die rechte Seite, die durchkommt. Lippert wird umspielt. Fischer läuft aus dem Tor! Der Halbrechte schießt und der Ball geht hoch ins leere Tor. Durch einen abermaligen Fehler von Lippert kommt Wetzlar zum Ausgleich. Blech hatte sich energisch eingesetzt. Die Spieler der Blauweißen sehen sich ver- duzt an. Doch Wetzlar läßt keine Zeit zur Besinnung. Mit unverminderter Kraft bricht ihr Sturm vor und als es Wohlgemuth gelingt, den Führertreffer zu erzielen, ist die Enttäuschung auf der Terrasse ziemlich groß. Als aber 1900 doch zum Ausgleich kommt, war die Enttäuschung auf Seiten Wetzlars. Wenige Minuten später beendet Rüspeler- Gleiberg den jederzeit spannenden Kamps. Schiedsrichter Rüspeler- Gleiberg hatte nicht immer das Geschick, zufriedenstellend zu wirken. „ $G.$eufoma * Watzenborn-Steinberg Die Teutonen unterliegen in Raunheim nach rassigem Kampf 3:1 (1:1). Wiederum nicht mit kompletter Mannschaft traten die Teutonen die Reise an. Trotzdem zeigte die Gesamtelf in Naunheim eine vorzügliche Leistung. Auch die Ersatzspieler schlugen sich über Erwarten gut. Naunheim versuchte die Niederlage, die es in Steinberg hinnehmen mußte, wieder auszugleichen. Vollständig gelang es ihnen nicht. Immerhin zeigte die Mannschaft, daß sie mit in die Spitzengruppe der Tabelle gehört. In der ersten Minute landete Naunheim schon den ersten Treffer, der in der vierten Minute durch Lang ausgeglichen wurde. Anschließend sah man ein ziemlich hartes Spiel. Bis zur Pause hatten die Teutonen eine kleine Ueberlegenheit zu verzeichnen. Der verdiente Führungstteffer wurde ihnen durch Abseitspfiff unterbunden. Auf der Gegenseite gab es dann einen heftigen Kampf im Strafraum. Der Mittelstürmer schlug den Ball mit der Faust zum Tor, der Erfolg wurde aber im letzten Augenblick noch vereitelt! Im Kampf um den Ball machte Schäfer wenig später „Hand". Der verhängte Elfmeterball wurde von Happel im Tor in prächtiger Manier gehalten. In der zweiten Spielhälfte setzte sich die Naunheimer Mannschaft weit mehr ein. Harter setzt sich mit letztem Körpereinsatz durch, Steinbachs rechter Verteidiger wurde dabei zu Fall gebracht, so daß jener placiert einsenden konnte. Nun hatte Naunheim ein Plus und doch schien bald darauf der Ausgleich zu fallen. Aber es sollte anders kommen! Karl Schäfer — wie immer in bester Form — setzte den Linksaußen Keusch vollständig matt und zog ihm stets mit dem Ball davon. Ein Strafftoß für Naunheim stellte das Schlußresultat her. Das Spiel selbst war stets fesselnd. Die Teutonen zeigten auch hier, daß sie dem Gegner ebenbürtig waren. Die Entscheidungen des Schiedsrichters gefielen allerdings nicht immer. SportlicheWeihe der Oeutfchlandhalle Funda-Hoffmann gewannen die „100 Kilometer". Dor 10 000 Zuschauern fanden am Samstagabend in der neu erstandenen Deutschlandhalle in Berlin die ersten Radrennen statt, mit denen auch der Winter-Radrennsport der Reichshauptstadt eingeleitet wurde. Irn Mittelvunkt des Eröffnungstages stand ein 100-Kilometer-Mann- schaftsrennen, dessen Helden das Paar Funda-Hoffmann wurden. Sie waren den übrigen 14 Paaren, unter denen sich zahlreiche bekannte und gute Mannschaften befanden, überlegen. Zeitweise lagen sie vier Runden im Dorteil. Gegen Schluß des Rennens kamen dann die Kölner Zims- Küster auf, den Sieg der Berliner konnten sie aber nicht mehr verhindern. Neuer deutscher Weltrekord im Gewichtheben. Weltrekorde im Gewichtheben erzielte am Sonntag der Freisinger Schwergewichtler Manger. Er verbesserte im Olympischen Dreikampf den auf 795 Pfund stehenden Rekord von Nosseir (Aegypten) auf 803 Pfund und im beidarmigen Drücken die Weltbestleistung des Oesterreichers Schildberg von 266 auf 267 Pfund. Den deutschen Rekord hielt hier Straßberger mit 265 Pfund. Deutscher Sechstagesieg in Neuyork. Einen deutschen Sechstagesieg gab es in Neuyork, wo Kilian - Vopel ihr viertes amerikanisches Sechstagerennen gewannen. Sie siegten mit Rundenvorsprung und 1400 Punkten nach 3824,640 Kilometer vor Walthour - Croßley (USA) und Peden- Testa. Schön - Pützfeld belegten mit zwei Verlust- runden den fünften Platz; Wissel wurde mit Grimm (USA) zusammen Achter, Hürtgen hatte am vorletzten Tag wegen Schlüsselbeinbruches ausscheiden müssen. HandballergebniffeimKreisLahn-Oill. Tv. Lützellinden — Tv. Heuchelheim 13:4 (9:1). Tv. Heuchelheim — Tv. Wetzlar 2:11 (1:6). Tuspo. Marburg — Tv. Münchholzhausen; Münchholzhausen nicht angetreten. Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar-Niedergirmes; kampflos für Niedergirmes. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Atzbach 8:3 (3:1). Tv. Hörnsheim — Tv. Dorlar; Dorlar nicht ange- treten. Dutenhofen — Tv. Allendorf (Lahn) 8:1 (3:1). Tv. Nauborn — Tv. Wetzlar 15:6. Tv. Ebers-Göns — Tv. Haufen; kampflos für Hausen. Tv. Straßebersbach — Tv. Ehringshausen; kampflos für Straßebersbach. Jugend: Tv. Dutenhofen — Tv. Wetzlar 5:8 (3:4); Tv. Niedergirmes — Spv. 05 Wetzlar 5:6 (3:3); Tv. Lang-Göns II — Tv. Garbenteich 5:2 (3:1); To. Gröningen — Tv. Holzheim 4:5 (3:4). Kurze Sportno«,zen 18 000 Zuschauer wohnten den Antwerpener Bahnrennen bei. Ronsse gewann ein Stundenrennen hinter Zweisitzerführung in neuer Rekordzeit, Brossy siegte in den Dauerrennen vor Gramer und Dictus. Bei den Olympia-Ausscheidungen der Turnerinnen in Magdeburg waren Schmitt (München), Sohnmann (Hamburg) und Erna Bürger (Eberswalde) die drei Besten. Högel (Wiesbaden) und Schowalter (Ludwigshafen) kamen als 7. bzw. 10. in die Olympia-Kernmannschaft. DerTenniskampfParis — Rot-Weiß Berlin war am Sonntagnachmittag bei einer 7:3- Führung der Franzosen bereits entschieden. G. von Gramm hatte als einziger Deutscher alle feine Kämpfe gewonnen. Im Einzel schlug er Borotra mit 4:6, 6:4, 0:6, 6:2, 7:5, im Doppel gewann er mit Kaj Lund zusammen gegen Borotra-Brugnon. Deutsche Jiu-Jitsu-Mei st er wurden bei den Kämpfen in München: Federgewicht: Preller (Hamburg); Leichtgewicht: Scholz (Breslau); Mittelgewicht: Lehmann (Berlin); Halbschwergewicht: Z u m m a ch (Berlin); Schwergewicht: Gasch (Berlin). Deutsche Eishockey-Siege gab es in München und Garmisch-Partenkirchen. Schwedens Auswahlmannschaft verlor am Samstag in München 0:3 gegen Deutschland und am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen nach hartem Spiel mit 0:1 Toren. Blau-Weiß Berlin wurde beim Hallen- tennis-Klubkampf gegen Stadionklubben Stockholm mit 3:0 Punkten bereits am zweiten Spieltage geschlagen. Menzel-Kuhlmann verloren ihr Doppel gegen Nyström-Söderström mit 3:6, 6:4, 1:6, 2:6. Die beiden ausstehenden Einzelspiele können an der Niederlage nichts mehr ändern. Wirtschaft. * Erhöhte Gewinnausschüttung an die Zeiß-Gefolgschaft. Wie bekannt, sind die Optischen und Mechanischen Werke Zeiß und das Glaswerk Schott und Genossen in Jena im Besitz der Carl-Zeiß-Stistung, die ihren Gewinn satzungsgemäß teils zur Eigenfinanzierung der Betriebe, teils für gemeinnützige Zwecke verwendet und im übrigen ihre Geschäftsangehörigen in besonderer Weise am Ertrag der Unternehmungen beteiligt. Soeben wird nun die Höhe der Gewinnbeteiligung bekannt, die für das Geschäftsjahr 1934/35 an die Gefolgschaft ausgezahlt wird. Bei der Firma Carl Zeiß beträgt die Ausschüttung 6 v. H. des gesamten Jahresverdienstes des einzelnen Gefolgschaftsmitgliedes gegen 5% v. H. im Vorjahr, während bei Schott und Genossen 7% (6) v. H. verteilt werden. Die Gewinnanteile werden noch vor Weihnachten ausgezahlt. * Die Neuzulassung von Kraftfahrzeugen im November. Der vorgeschrittenen Jahreszeit entsprechend, nahmen die Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen im November 1935 weiter ab. Insgesamt lagen aber die Zulassungsziffern immer noch um ein Drittel höher als im gleichen Vorjahresmonat. Im November 1935 kamen insgesamt 20 672 Kraftfahrzeuge, gegenüber dem Vormonat 25 v. H. weniger, neu in den Verkehr. Davon waren 11 235 Personenkraftwagen (13 v. H. weniger), 3671 Lastkraftwagen (21 v. H. weniger), 5132 Krafträder (43 v. H. weniger), 71 Kraftomnibusse und 563 Zugmaschinen. Nhein-Mainische Börse. Ruhig. Frankfurt a. M., 7. Dez. Die Börse lag am Wochenschluß nahezu geschäftslos. Anregungen lagen nicht vor, vor allem hat sich die Bankk und schäft vom Geschäft wieder- völlig zurückgezogen. Infolgedessen zeigte auch der berufsmäßige Börsenhandel keine Unternehmungslust. Die Grundstimmung war trotz der ausgeprägten (Stille freundlich. Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse indes zumeist um Bruchteile eines Prozentes ab. Etwas fester lagen Kunstseide AKU. mit 53,25 (53), während Bemberg ihren hohen Kurs der Abendbörse nicht behaupten konnten und um 0,75 v. H. auf 101,75 nachgaben. Von Elektrowerten ließen Siemens auf 168,13 (170,50), Schuckert auf 119 (120), Geffürel 0,25 v. H. nach, andererseits gewannen Licht & Kraft 0,75 v. H., Bekula und Lahmeyer lagen unverändert. Der Montanmarkt lag geschäftslos und die Kurse zumeist nur knapp gehalten, etwas höher nur Klöckner mit 80,50 (80). Höher gesucht waren Deutsche Erdöl mit etwa 105 (104), außerdem kamen Conti Linoleum Zürich nach Pause mit 129 (126,75) zur Notiz, Chade A bis C erhöhten sich auf 283 (282). Westdeutsche Kaufhof gaben auf die scharfen Umsatzrückgänge im Der- gleich zum Vorjahr bei den Warenhäusern auf 25,50 (26) nach, leicht ermäßigt waren ferner IG. Farben, Reichsbank und AG. für Verkehrswesen. MAN., Muag und Gebr. Junghans sowie Hapag lagen unverändert. • Am Rentenmarkt herrschte ebenfalls Geschäftsstille bei nur knapp gehaltenen Kursen. Altbesitz 111 (111,13), Kommunal-Umschuldung 88,35 (88,40), dann etwa 88,45. Späte Schuldbuchforderungen unverändert 97. Zertifizierte Dollar-Bonds bröckelten bei kleinem Umsatz etwa 0,25 bis 0,50 n. .ft. ab. Von Auslandsrenten blieben Mexikaner bei gut gehaltenen Kursen beachtet, obwohl die Umsätze erheblich nachgelassen haben. Im Verlaufe blieb Das Geschäft sehr klein. Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse weiter um etwa 0,25 v. H. ab, so u. a. IG. Farben, Siemens und einige Montanpapiere. Der größte Teil der Akttenwerte blieb aber mangels Umsätze unverändert. Weiter gesucht blieben AKU. und Deutsche Erdöl. Scheideanstalt blieben auch heute von der unveränderten Ausschüttung unberührt und lagen mit 219 unverändert. Arn Kassamarkt waren einige Hypothekenbankaktien gefragt und höher, ferner von Industriewerten Schramm Lack mit 77 (74,50). Am Rentenmarkt gingen Kommunal-Umschuldung auf 88,35 zurück, auch Altbesitz ließen auf 110,90 nach 111 nach. Ferner bröckelten zertifizierte Dollar-Bonds weiter etwas ab. Goldpfandbriefe und Stadtanlerhen lagen ziemlich unverändert, während Liguidattonspfandbriefe teilweise nachgaben. Von Mexikanern zogen 5 v. H. äußere Gold auf 14,25 nach 14 an, die übrigen Werte blieben behauptet. Schweizer Bundesbahn-Obligattonen stellten sich etwa 2 bis 3 v. H. höher. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M. 9. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1041 Rinder (darunter 133 Auslands-Rinder, 212 Ochsen, 57 Bullen, 641 Kühe, 131 Färsen), 419 Kälber, 60 Schafe, 2222 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 43 Mark, Bullen 42 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 43, Kälber 46 bis 74, Hämmel 44 bis 49, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder sehr rege, Kälber langsam, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franktun a. M. Berlin Schluß- fürs Schlußk. Abendbörse Schluß« lurs Schlußk. Wittag- börse Oafum 6.12- 7.12- 6.12. 7 12. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,5 100,5 100,65 100,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,25 97,25 97,25 97,25 5y,% Doung.AnIelhe von 1930 .. 102 — 101,75 101,65 Deutsche Anl.-Mlös.-Schuld mit Auslos.-Nechien ............. 111,13 111 111,3 111,4 4‘/i% Deutsche Reichspostschatz an Weisungen von 1934, 1....... 100,2 100,2 100,25 100,13 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 97,25 97,25 97 97 4¥i% ehern. 8% Hessische Landes- barst Darmstadt Gold R. 12.... 96,25 96,25 — 6y,% ehern. iy,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiaui 100,5 100,5 — —- 4%% ehern. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 93 93 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auölos.-Rechten ............. — _ Deutsche Komm. Sammelabl. An> leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,25 113,4 113,5 113,25 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 — _ 5¥i% ehern. 4>/2% Franks. Hyp.- Bank-Ltgu.-Pfandbriefe....... 100,6 100,55 _ _ 5y,% ehern. 4-/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 100,75 100,9 100,9 101,13 4%% ehern. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4%% ehern. 7% Pr. Landespfand- öriefanst., Gold Komm. Obi.VI 97 A7 97 97 Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 107,75 | 107,75 107,75 107,75 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberreute _ 27,25 28 27,« 1,25 1,25 1,3 —— 4% Ungarische Goldrente....... 9,6 9,6 9,7 9,55 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,6 9,45 9,6 9,5 4’4% desgl. von 1913.......... 9,5 9,5 9,75 9,65 5% abgest. Goldmexikaner von 99 14 14,3 14 14,13 4% Türkische Bagdaübahn-Anleihe Serie I..................... — — —— — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Echluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 6 12 7-12. 6-12- 7-12- 4% vesgl. Serie l! ......... _ 10,5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,9 5,9 6 4y>%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 8,5 8,5 9 8 9 4% Rumänische vereinh. Rente 2y«% Anatolier............ •• 4,95 39 4,975 39 4,9 39 4,95 39,25 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15 15 15 15,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 26,25 25.75 Norddeutscher Lloyd ........ 0 17 16,75 16,9 16.75 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 86 85,75 86 85 75 Berliner Handeisgefellschaft ... 6 113,25 114,5 114 Commerz- und Privatbank ... 0 84 84 84 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ 0 83,5 83,5 83,5 83,5 Dresdner Bank.............. 0 83,5 84 83,5 84 Reichsbauk ................ 1» 179 178,5 178.5 178 A.S.G...................... 0 36,13 36,13 36,13 36 Bekula.................... 10 134,5 134,5 134,75 134,75 Elektr. Lieferungsgesellfchast ... 6 111.5 110,75 111,13 110,75 Licht und Kraft ........... 6y> 132,25 133 132 133 Felten & Guilleaume......... 4 106 105,25 106,25 105,5 Gesellsch.f.Eleklr.Unteruehmung. 6 124 123,75 123,75 124 Rheinische Elektrizität ........ 6 — — — Rhein. Wests. Elektr.......... 6 130 130 130 130 Schuckert S Co............... 4 120 119 120.25 119,65 Siemens L Halske............ 7 170,5 168.13 169 167,75 Lahmeyer &&>.............. 7 121 121 122 122 Buderus ................... 4 95 94,9 94,5 94,9 Deutsche Erdöl ............. 4 104 105,5 104,75 105,5 C 102,5 82,25 102 82 102,75 82,13 102,5 81,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu . 3 Ilse Bergbau ............... 6 — 158 158 157 Ilse Bergbau Genüsse....... 6 127 126,25 126 126 Klöcknerwerke .............. 8 80 79,75 80,25 80,5 Mannesmann-Röhren........ 0 79,25 79 79,4 79,25 Frankfurt a. M. Berlin Schluß» fürs Schlußf. Abendbörse Schlußkurs Schlußf. Mittag» börse Datum 6 12. 7.12. 6.12. 7.12. ManSfelder Bergbau .. .......6 117 117 117,25 118 Kokswerke ........... ....... 6 114,25 113,65 Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... .....12 .......* 212 102,65 212 102 75 212,75 212,75 Bereinigte Stahlwerke. .......0 75,13 75 75,4 74,75 Otavi Vitnen ........ .......0 18 18 18 17,9 Kaliwerke Aschersleben. .......5 127 126,5 127 126,5 Kaliwerke Westeregeln. ....... 5 119,5 119,5 120 120 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 1V1 188 188,25 188,25 3- G. Farben-Industrte.......1 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschast............. 4 Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Gementroed Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhoser .......4 ”Iu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg............. 6 Zellstoff Waldhos ......5 Bellfioff Aschaffenburg .....” 0 Dessauer Gas............... Daimler Motoren n Deutsche Linoleum....... o Lrenstein L Koppel ....... 0 Westdeutsche Kaufhof........* 0 Ehade................... 7*/ Accumulatoren-Fabrtk....... 19 Lonti-Gummi................ Grihner................... Q Mainkrastiverke Höchst a.M.." 4 Süddeutscher Zucker........10, 149,4 148,75 149,5 148,9 219 219 — — 106,5 107,5 106,75 107,5 112,75 112,5 112,75 113 110 110 110,75 110 88 87,5 88 88 117,5 117,75 *—• 129 129 — _ _ 101,5 101 53 53 52,65 53,25 102,5 101,5 101,25 101,75 117 116,5 116,5 116,75 76,5 78,25 77 77,75 — — 124,13 123,5 91 90,5 90,75 90,5 138,5 137,5 138,5 138,5 —— 75,65 75 26 25,75 25,9 25,65 282 283 281 281,75 —— —— 167,4 168,5 158 158 158,13 158 26,25 26,25 26,9 87,75 87,5 200 200 201 200 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Banknoten. 6.Dezember 7.Dezember Amtliche Notierung Amtliche Jlotieruna Geld »rief Geld 1 23 rief Buenos Ai re. 0,682 0,686 0,681 0,685 Brüssel..... 41,98 42,06 41,89 41,97 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia...... 3,017 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,75 54,85 54,64 54,74 Danzig..... 46,80 46,90 46.80 46,90 London ..... 12,26 12,29 12,235 12,265 HelsmgforS.. 5,405 5 415 5,40 5,41 Paris ...... 16.36 16,41 16,39 16,43 Holland .... 168,50 168,84 168,56 168,90 Italien..... 20,13 20,17 19,98 20,02 Japan ...... 0,714 0,716 0,714 0,716 Jugoslawien 5,644 5,656 5,644 5,656 LSlo..... : 61,56 61,68 61,44 61,56 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,12 11,14 11,10 11,12 Stockholm... 63,21 63,33 63,09 63,21 Schweiz ... 80,44 80,60 80,54 80,70 Lpanten.... 33,93 33,99 33,97 34,03 Prag....... Budapest ... 10,265 10,285 10,28 10,30 Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Ser1in,7.Dezember Geld Dries Amerikanische Roten.............. 2,438 2,458 Belgische Roten.................. 41,75 41,91 Dänische Noten ................. 54,45 54,67 Englische Noten ................. 12,20 12,24 Französische Noten............... 16,34 16,40 Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling 61,28 61,52 Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten............... 62,92 63,18 Schweizer Noten................. 80,36 80,68 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ ltr.287 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 9. Dezember M5 M * . PWH f « 1 x I F «' X 1 II — U f 4 M beglückwünschen. Oberbürgermeister Ritter sammelt. Arbeiter spenden in die Sammelbüchse des Kreisleiters Klostermann. auch in Gießen völlig im Zeichen des ,,! Standartenadjutant Obersturmbannführer Münker (rechts), daneben Luise D e ck er (Stadttheater) und Sturmbannführer Bender sammeln. unseren erlebt. gefreut; unserer viele Rappen geritten, der viele Schellen an sich trug, die bei jedem Schritt gar so lustig klingelten. Und der Nikolaus hatte auch wirklich einen langen weißen Mantel an, einen großen weißen Bart und auch ein ganzes Bündel Ruten. Aber die brauchte er hier gar nicht, denn diese Kinderchen waren ja alle s o brav! Sie konnten alle dem Nikolaus auf seine Frage erklären, daß sie ganz artig seien; sie sagten chm auch hier und da, soweit er sie frug, — denn ungefragt darf ja kein Kind reden, am allerwenigsten zum Nikolaus — wie sie heißen; alle aber kannten sie freudig bekennen, daß sie auch singen könnten. Und auf Nikolaus' Frage, was sie dann singen könnten, antwortete im Namen aller ein Stadttheater-Int-ndant S ch n l tz e - G r i e s h e i rn und die Schauspielerin Aenne M a r k g r a f bei der Sammeltätigkeit. — (Aufn. [4]. Photo-Pfaff.) also konnte der „stolze Reiter" oder die „graziöse Reiterin" unbesorgt und selig vor Freunde im Sattel sitzen und reiten, reiten, reiten ...! Nach einigen Runden wechselte die Reihe um; andere saßen auf und erlebten die gleiche Freude; hierauf wurde wieder umgewechselt, und so ging das in fröhlichster Stimmung eine ganze lange Weile fort. Aber die Herrlichkeit des Reitens kann auch noch übertroffen werden — wenigstens für die Kinder. Und dieses höhere Glück kam dann in Gestalt des Nikolaus. Auf einem richtigen Pferd kam er „gerade vom Himmel herunter" in die Reitbahn der Gießener Artilleriekaserne herein, wo alle diese Kindlein ihn erhofften. Er kam auf einem schönen Kaserne. Den meisten Menschen ist dieses Wort nur Inbegriff strengen Mannestums, strammer Haltung auch in den Dingen des Gemüts. Man kann sich nicht vorstellen, daß in einer Kaserne auch einmal die Gedanken und Sehnsüchten der Kinde r w e l t herrschen und Gestalt gewinnen könnten. Und noch dazu durch Soldaten! Vielfach denkt man eben wohl kaum noch daran, daß es auch dem Frontsoldaten des Weltkrieges eine besondere Freude war, wenn er irgendwo einmal in einem Ruhequartier wieder Kindern begegnete und mit ihnen froh sein konnte. Diese Wertschätzung des Kindes ist aber auch nach dem Kriege bei unseren Soldaten immer vorhanden gewesen. Wir denken da nicht nur an die Weihnachtsfeiern, bei denen unsere Gießener Soldaten schon seit Jahren vielen Kindern Freude bereitet und ihnen fürsorgende Taten erwiesen haben; wir denken auch an die reichen Opferspenden, die Jahr für Jahr in unseren Gießener Kasernen für hilfsbedürftige Kinder aufgebracht würben. Ein neuartiges, ganz reizvolles und von feiner Stimmung erfülltes Erlebnis hat nun wieder gezeigt, daß die Kaserne auch den Kindern eine Stätte unvergeßlichen Jugenderlebens sein kann, daß durch Kinderglück die Soldaten selbst herzliche Freude erleben auch an dem Platze ihrer ernsten Waffenarbeit. Dieses Erlebnis hatten rund 120 Kinder dte der Kommandeur unserer I. Abt Art.-Rgt 9, Hauptmann Welte, als hilfsbedürftig und würdig sich von den Schulleitungen hatte benennen lassen und die er mit ihren Eltern zu einer Nikolausfeier der Kinder in der Artilleriekaserne am vorgestrigen nächsten Nikolaus ... Dann konnten die Kinder ihre „bunten Mer* mit Lebkuchen, Aepfeln und Nüssen den Begleitkanonieren anvertrauen, gemeinsam ging es aus der Reitbahn hinaus, wieder an den Kanonen vorbei, noch einmal durch einen Stall bei den schönen Pferdchen entlang, und dann ginge zum Kasernen« tor, wo „die Trennungsstunde schlug" ... Die Kinder und ihre Eltern haben bei Artilleristen eine herrliche Nikolausfreude Unsere Artilleristen haben sich nicht minder darüber hinaus aber haben sie sich und herrlichen deutschen Wehrmacht wieder Herzen erobert. Zu diesem herrlichen Erfolg seiner feinen psychologischen Arbeit ist besonders der Kommandeur unserer Gießener Artilleristen zu niedliches Kleinchen: „Ihr Kinderlein kommet.." Und dann sangen sie alle dieses schöne alte Weihnachtsliedchen der sonnigen Kinderzeit, alle sangen, die Kinder und auch die Soldaten. Das war ein packendes Erleben! Und weil die Kinderlein fo schön gesungen hatten, sollten sie nun auch vom Nikolaus ein Geschenk erhalten. Dem Nikolaus zu Pferde voran gingen jetzt in langem Zuge die Kleinen an der Hand ihrer soldatischen Beschützer wieder über den Kasernenhof zu einer zweiten Reitbahn. Hier konnten sie vor dem Eingang zwei große Kanonen bestaunen, die ihretwegen da aufgestellt und ringsum am Boden von Tannengrün umgeben waren. Dann aber ginge in die Reitbahn hinein. Die war jedoch dunkel; nur ganz weit vorne, am andern Ende der Bahn, erstrahlte ein großer Christ bäum im Scheine vieler brennender Kerzen, und rechts und links standen zwei langgestreckte, weiß gedeckte Tafeln, an denen die Kleinen mit ihren Soldaten Platz nahmen. Ein herrliches, gemütvolles Bild! Und dann fangen die Kleinen wieder ein Weihnachtsliedchen in die nur von den Christbaumkerzen erhellte Halle hinein. Hierauf kam aber auch ein flotter Soldatenchor mit einem schönen Lied zu Wort, und dann flammte das elektrische Licht auf. Der Reiter-Nikolaus verkündete den Kindern, daß er nun weiter reiten müsse, denn noch viele andere Kinder warteten auf ihn; da aber die Kindlein bei den Artilleristen in Gießen so brau feien, habe er noch etwas für sie bestellt, das nun kommen werde. Und nun« kam s i e! Von zwei Pferden gezogen und von einer ganzen „Löffel- aarde" gefolgt, von denen jeder einen anständigen Schöpflöffel 'trug, kam die Gulaschkanone in die Bahn hereingefahren. In der Nähe des Christbaums wurde Halt gemacht, und nun öffnete sich der Deckel des Kochkessels. Ein angenehmer Geruch nach kräftiger, guter Suppe durchzog schnell den weiten Raum der Bahn, und schon war auch die „Löffel- und Schüsselgarde" am Werk, aus dem Feldküchenkessel wanderte die gute Suppe in die Schüsseln und von da auf die Teller der Kleinen. Dann wurde von allen eifrig „gemampft", es schmeckte prächtig, vielen mundete es so gut, daß sie zu einem zweiten Schlag „kapitulier- ten". Und dabei am Tische saßen die Kanoniere und sorgten umsichtig mit viel Liebe und Freundlichkeit für ihre Schutzbefohlenen. Die Tische entlang gingen, freudestrahlenden Gesichts, der Kommandeur und seine Offiziere, die allesamt erfüllt waren von dem schönen Glück der Gastgeber, deren einzige Sorge nur darin besteht, es den Gästen so schön wie nur irgendmöglich zu machen. Der Kommandeur, Hauptmann Welte, sagte dann noch den Kindern, wie sehr er und seine Soldaten sich freuten, die Kleinen als Gäste des Nikolaus bet den Soldaten zu sehen, daß die Soldaten stets ein Herz für kleine Kinder haben und ihnen immer gern eine Freude bereiten, daß die Kleinen weiterhin brav und artig bleiben sollten I und die Soldaten nicht vergessen möchten, bis zum Links: Mit größtem Vergnügen holt er sich noch einen „Schlag" an der Feldküche ab. — Rechts: Die kleinen Gäste der Gießener Artillerie hoch zu Pferde. — (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff.) Kmder-Aikolaus-Soldaten. Herrliches Kindererleben bei einer Rikolausfeier in der Gießener Artilleriekaserne Samstagnachmittag eingeladen hatte Zu dieser Feier ging jedem Kinde eine hübsche Einladungskarte zu, auf deren erster Seite ein Nikolaus zu sehen war. deren zweite und dritte Seite die nachfolgenden reizenden Einladungsworte des Kommandeurs enthielten: Liebe kleine Kinderlein! Am 7 Dezember müßt Ihr um 16.30 Uhr in der Artillerie-Kaserne fein. An diesem Tage kommt dort nämlich der Nikolaus Bittet Eure lieben Eltern, daß sie Euch im Sonntagsanzuge herbringen. An der Wache stehen Soldaten und warten auf Euch Jeder Soldat nimmt eines von Euch an die Hand und führt Euch durch die Kaserne. Sie zei- zeigen Euch die Stuben, wo die Soldaten schlafen und die Stallungen, wo die guten Pferdchen stehen. Dann geht es in die Reitbahn Dort sind für Euch ganz zahme Pferdchen gesattelt, auf denen Ihr reiten dürft Dann wird der Nikolaus kommen und Euch Aepfel und Nüsse bringen. Für den lieben Nikolaus müßt Ihr dann ein nettes Liedchen fingen und dann elfen wir alle zusammen aus der Gulaschkanone. Ei. gibt das einen Spaß Wenn Ihr abends bann wieder im Bettchen liegt, dann träumt vom Nikolaus bei den Solbafen! Es versteht sich von selbst, daß einer so lieben Einladung kein Kinderherz widerstehen konnte Und so marschierten denn am Samstag gegen 16.30 Uhr viele Buben und Mädels mit ihren Mamas oder Papas in der Artilleriekaserne an, mit ihnen auch noch jüngere Geschwister, so daß schließlich m e h r Kinder da waren, als der Kommandeur eingeladen hatte. Ein Teil der Kinder hatte die vorgesehene Zeit gar nicht abwarten können, diese Ungeduldigen fanden sich schon gegen 14 Uhr in der Kaserne em. Aber das schadete nichts. Alle waren sie be, dieser Kinderfeier von Herzen willkommen. Kmberfreude strahlte nicht nur aus den Augen der Klemen, frohe Stimmung des Gemüts sah man auch dem Kommandeur, Hauptmann Welte, seinen Offizieren und den Unteroffizieren und Mannschaften an, die sich den Kindern in fürsorglichster Weise widmeten. Zunächst konnte an der Wache jedes Kind sein kleines Patschhändchen in die Hand eines Kanoniers legen, der nun durch die Kaserne bis zum Heimgang am Kasernentor der aufmerksame Begleiter seines Schützlings war. An der Hand dieses Kanoniers ping es durch die Kasernenräume, dann über den Kasernenhof, die Mama oder der Papa nebenher, ober auch hinterher. Dann kamen bie kleinen Besucher zu ben vielen Pferben in ben schönen Ställen, unb schließlich fanb ber erste Kind er marsch ins militärische Reich sein Ende in einer Reitbahn. Wie groß wurden hier vor Staunen die Augen der Kleinen. Da waren viele schöne Pferdchen alle gesattelt und fein geputzt, kleine Tannenzweige am Lederzeug hinter den Ohren. Und alle diese Pferd- chen standen so fromm und geduldig da, daß den Kleien wirklich auch jede Bangigkeit schwand, als sie hörten, daß sie hier die Freude des Re, t e n s auf einem lebendigen Pferde haben sollten. Das war für sie etwas doch ganz anderes als daheim auf dem Schaukelpferd, sofern überhaupt eines da ist! Schnell und begeistert waren die kleinen Reiter und Reiterinnen mit Hilfe ihrer Kanonierbelchutzer aufgefeffen", und dann gmg es stolz und glücklich, "von oben herab" lächelnd und über das ganze Ge- sicht strahlend, im Sattel auf Pferdchens Rucken rurch um die Reitbahn; ein Soldat führte das Mferd, rechts und links ging ebenfalls I« ein Soldat, Volksgemeinschast-Opfergemeinschast. Oer „Tag der nationalen Solidarität" in Gießen. - Gesamtergebnis: rund 5800 Mark ~ nm nnrneffrtnen Sarnstaa stand es ganz natürlich, daß am vorgestrigen Nachmittag WHW. am „Tag der nationalen Solidarität" mit» Sas Wochenende am ^geftr gen toamstag itano ^9 Sg^ehr eine ganz erhebliche Steige- zuarbeiten im Kampf gegen Hunger und Kalte, auch m ©ufcen ?°U’9 Solidarität"" Wenn rung erfuhr durch bie große Zahl ber Männer unb ferner auch burch bie Manner, bie mit Sammel- der hnraenm"mlnarfirniüaa m aüa meinen 'einen Frauen, bie an allen Straßenkreuzungen sich auf- büchsen von Haus zu Haus, treppauf unb treppak [tatteren Letteh^llr1>7n Str-ben bringt, fo war gestellt hatten, um mit den Sammelbüchfen für das pilgerten, um in den Wohnungen di« Lpferjp«^ Aus der Provinzialhauptstadt a , In >ts- 6 a ier t f Ich e 21 T E L r l t b ÖO i)Q Ül gl M ai w unalle na- d k! n f r 2 Krankheit der erst vor kurzer Zeit in den Ruhestand getretene frühere Direktor der Gießener Universitätsklinik für Haut- und Geschlechtskrankheit Prof. Dr. I e s i o n e k im Alter von 65 Jahren verstorben. Der Heimgegangene, der am 9. Januar 1870 in rr T te ö je S> L £ d 51 a ir n n 2 l di A w ne tei Ä S ei D bi 21 Professor Dr. Jesionek f. der Nacht zum Sonntag ist nach längerer son- auf und No- s stigen Körperschaften des öffentlichen Rechtes den nachstehenden Runderlaß des Reichs- Preußischen Ministers des Innern vom 17. vember 1935 aufmerksam: Baustein zum Gelingen des großen Werkes feres Führers beigesteuert. Darum wollen wir mit froher Genugtuung an diesen „Tag der tionalen Solidarität" zurückdenken. Der Stellvertreter des Führers hat in einem Runderlaß vom 24. August 1935 — Nr. 183/35 Das große Sammelwerk hatte in Gießen zwei Zentralen: am frühen Nachmittag im Saale des Caf6 Leib, wo die Sammelbüchsen in flotter Abwicklung des Andranges der Sammler ausgegeben wurden, am Abend in den Räumen der Deutschen Bank, wo die Sammler sich einfanden, um den Inhalt ihrer Sammelbüchsen abzuliefern. Bereits von 13 Uhr ab konnte man an allen Brennpunkten des Verkehrs die Politischen Leiter mit den Sammelbüchsen in eifriger Tätigkeit sehen. Bald darauf tra= ten auch die übrigen Sammler immer mehr in Aktion, und zwar sowohl bei der Haussammlung, als auch an den Straßenkreuzungen. Dabei entwickelte sich in vielen Fällen geradezu ein Wetteifer unter den Sammlern. Selbstverständlich wurde als einladendes Zeichen an den herannahen- den Spender überall kräftig mit dem Inhalt der Sammelbüchse gerappelt. Meist hatte schon dieses „ungesprochene Wort" den gewünschten Erfolg: die Fünfer, Zehner oder auch ein Fünfziger usw. purzelten mit angenehmem Gepolter in die Sammelbüchse. Jede Gabe, mochte sie so hoch sein, wie sie wollte, machte den Sammlern viel Freude, denn mit Recht sagte man sich, daß alles beiträgt zur Linderung von Not und Elend und daß dabei jeder Opfergabe die volle Wertschätzung dankbar er Menschen zuzuerkennen sei. Und erfreulich war es, zu bemerken, wie in den allermeisten Fällen, jp man kann schon sagen ausnahmslos, nicht nur einmal gespendet wurde, sondern die Spender und Spenderinnen immer und immer wieder in ihre Taschen grif- f e n, weil sie eben ganz erfüllt waren von der großen und begeisternden Idee des Tages, von der Freude am Opfern und Helfen. Allerdings wurde diese frohe und opferfreudige Stimmung auch durch die Sammler noch ganz bewußt und in netter Weise angefacht und wachgehalten durch freundliche Scherzworte, lachende Mienen und durch den geradezu unbändigen Sammeleifer, der sich da vor Augen aller Öffentlichkeit abspielte und allein schon so hinreißend war, daß die Spender und Spenderinnen mit Recht den Glauben hatten, in diesem edlen Wettstreit für das große Ziel des Tages nicht fehlen, oder etwa auf den zweiten oder dritten Platz landen zu dürfen, sondern unbedingt in der Front sein zu müssen. Dabei ergab sich auch manche schöne Episode der Verbundenheit durch das gemeinsame Werk; z. B. wenn eine Gruppe von Sammlern durch eine Kanne Tee mit Rum, den ein fürsorgliches Hausmütterchen den Männern mit den Sammelbüchsen vor ihrem Hause herausschickte, erquickt wurde; oder wenn an einer anderen Stelle Sammler in kameradschaftlicher Weise ein Tütchen Zuckergebäck verzehren konnten, das eine vorübergehende Frau neben ihrem Beitrag füe die Sammelbüchse noch für die Sammler selbst gestiftet hatte; oder wenn an einer anderen Stelle, nachdem das Geld in die Büchse gelangt war, dem Sammler noch eine gute rauchbare Zi- Mit einer sehr gut besuchten Feierstunde im Lichtspielhaus am gestrigen Sonntagvormittag eröffnete im Auftrage der Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeitsfront der Kreiswalter des Amtes für Arbeitsführung und Berufserziehung M e r t e s die Berufserziehungsarbeit des Winterhalbjahres 19 3 5 /36 und den Reichsberufswettkamps der HI. und der D A F. Vor dorn Hintergründe einer riesigen Hakenkreuzfahne stand eine Büste des Führers, flankiert von Fahnenabordnungen der HI. und NSBO. auf der Bühne. Ein Sprecher leitete über zu der Ansprache des Kreiswalters der DAF., Wagner, in der er die Deutsche Arbeitsfront als die deutsche Prüfungs- und Leistungsgemeinschaft darstellte. Das Prinzip dieser Gemeinschaft ist, dem deutschen Menschen den Platz anzuweisen, den er vermöge einer Vorbildung, seiner Fertigkeiten und seines Könnens bis zur Höchstleistung ausfüllen kann. Wenn unser Volk sich in der Dell nur auf Grund seiner Leistung auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet durchzusehen vermag, so ist dazu eine gesteigerte Gesamtleistung erforderlich, die gebildet ist aus der Summe der Linzel- leistungen. Damit ist gesagt, daß es auf die Leistung jedes einzelnen Volksgenossen ankommt. der Universitäts-Hautklinik war er viele Jahre lang auch Leiter der mit unserer Unioeufität durch Personalunion des ärztlichen Leiters verbundenen Lupusheilstätte des Hessischen Heilstättenvereins. Unter der Leitung von Professor I e s i o n e k wurde das Ansehen der Gießener Universitäts-Hautklinik und der Lupusheilstätte sowohl in der Fachwelt, wie auch bei der Bevölkerung von nah und fern in hohem Maße gesteigert. Um die zahlreichen Verbesserungen und die Erweiterungen in der Hautklinik und in der Lupusheilstätte hat sich Professor Jesionek durch seine rastlose und von ganzer Liebe für die hohe Aufgabe erfüllte Tätigkeit außerordentlich verdient gemacht. Die ärztliche Fachwelt, die Klinikerschaft in Gießen, die Kranken und auch die Bevölkerung brachten ihm für dieses segensreiche Wirken zum Besten der leidenden Menschheit hohe Wertschätzung entgegen. Seine wissenschaftlichen Arbeiten galten vornehmlich der Tuberkulose-Forschung, seine Veröffentlichungen über Lichtbiologie und noch mehr feine Biologie der gefunden und der kranken Haut wurden grundlegende und von der Fachwissenschaft weit- gehendst anerkannte Arbeiten. Von den interessierten medizinischen Kreisen wurde es immer dankbar begrüßt, daß er ihnen die Ergebnisse seiner ärztlichen Tätigkeit in weitem Maße zugänglich machte. Seine in den letzten Jahren vor dem Kriege entstandene Arbeit über „Praktische Ergebnisse auf dem Gebiete der Haut- und Geschlechtskrankheiten" ist zu einem viel gebrauchten Handbuch der dermatologischen Praxis geworden. Eine besondere Ehrung erlebte Zrofessor Jesionek noch am 6. Dezember 1933 in München, wo er nach der vierten Otto v. Bollinger- Gedächtnisvorlesung über „Antituberkuline" die Bollinger-Plakette überreicht erhielt und zum Ehrenmitglied des ärztlichen Vereins zu München ernannt wurde. Aber nicht nur den Aerzten und Wissenschaftlern hat Professor Jesionek im Verlaufe seines gesegneten Wirkens viel gegeben, auch den Kranken und seinen Mitarbeitern auf allen Gebieten der Klinikstätigkeit war er stets ein warmherziger Berater und Förderer, ein edler und allgemein beliebter Helfer in allen Lagen des Lebens. Seine hervorragenden menschlichen Charaktereigenschaften waren die gute Grundlage, auf der er diesen Teil seines Lebenswerks aufbaute. Unsere Gießener Universität hat dem Wirken des Verstorbenen viel zu verdanken; zur Steigerung ihres Ansehens hat er als Kliniker, Wissenschaftler und Mensch in hohem Maße beigetragen. Darüber hinaus wissen sich viele Patienten, denen er Hilfe leistete und Genesung brachte, ihm zu tiefem Dank verpflichtet. Und so wird das Andenken an diesen Gelehrten und Arzt nicht nur in den Kreisen der Universität, sondern bei vielen Volksgenossen in Stadt und Land in dankbarer Erinnerung fortleben. Dornoiüen Tageskalender für Montag. Stadttheater (Ring Deutsche Bühne): „Der Vogelhändler". — 4 Gloria-Palast (Seltersweg): „ik. Königstiger". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): "Der grüne Domino". — Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, Abt. Gießen: 20 Uhr in der Aula der Universität Vortrag von General von Lettow-Vorbeck. — Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Ausstellung oberhessischer Künstler. Die Landesregierung macht alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und DerReichsberusswettkampsderHlundderDAZ Eröffnung in Gießen. garre obendrein überreicht wurde, damit er sich bei dem kühlen Lüftchen auch „etwas ins Gesicht stecken" könne, und dergleichen andere nette Episoden. Die Stunden des Sammelns vergingen nur allzu schnell; daß die Sammler in den Hauptverkehrsstraßen stark in Anspruch genommen waren, zumal der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugsührer Herrmann am Kreuzplatz und am Selterstor durch gute Konzertmusik die Straßenpassanten erfreute, versteht sich von selbst; aber auch in den übrigen Straßen unserer Wohnviertel war im allgemeinen recht flotter Betrieb, da die Sammler hier schon die auf dem Wege zum Geschäftsviertel befindlichen Männer und Frauen mit freundlichem Gesicht und einladendem Winken mit der Sammelbüchse in Empfang nahmen, oder sie bei der Rückkehr von den Einkäufen noch einmal „abzukämmen" bestrebt waren und fast ausnahmslos dabei zum erhofften Erfolg kamen. Nur eines konnte die Sammler etwas verdrießen, wenn nämlich in ihrem Arbeitsbereich die „Konkurrenz" der Haussammler auftauchte, oder irgend ein anderer Sammler von einem benachbarten Bezirk als Irrläufer" sich in allzu großem Eifer bis in das fremde Revier verlaufen hatte. Einige „spitze", aber natürlich ganz kameradschaftliche Worte brachten es zuwege, daß die .Konkurrenz" schleunigst das Feld räumte und im eigenen Revier zu schaffen bemüht blieb. So ging der Sammelbetrieb Stunde und Stunde munter dahin, bis die Läden geschlossen wurden und nun der Verkehr auf den Straßen immer schwächer wurde. Da war es auch meist mit dem „Abkämmen" vorbei, und nun sah ein großer Teil der Sammler den Zeitpunkt zur Beendigung seiner Arbeit gekommen. Mit Sem Büchseninhalt klappernd wurde der Marsch zur Ablieferungsstelle, der Deutschen Bank, angetreten. Daß dabei unterwegs noch alle Register gezogen wurden, um oorbeikom- menbe Freunde und Bekannte, natürlich auch alle übriaen Volksgenossen, zur Benutzung der Sammelbüchse (selbstverständlich nur zum Geldeinwer- f e n) einzuladen, ist selbstverständlich. Und dabei hatte man in der Regel auch noch Glück, ja es kam vor, daß der Spender ober bie Spenberin nicht nur dem einen Sammler, ber bie Ansprache vornahm, den Inhalt ber Sammelbüchse bereicherte, sonbern auch ben anberen mitmarschierenben Sammlern nod) etwas in bie Büchse tat, alles um bes guten Zweckes willen. Unb bas war schön unb gut unb erfreute bie Sammler nicht äu knapp. Etwa von 19 Uhr ab herrschte bann in ben Räumen ber Deutschen Bank flotter Betrieb. Da sammelten sich bie Büchsen in großen Mengen an. Selbstverstänblich hatten die meisten Sammler ein lebhaftes Interesse daran, sogleich zu erfahren, wie hoch ber Inhalt ihrer Sammelbüchse ausgefallen war. Da mußten nun von ben Gelbzählern ber Abrechnungsstelle schnell bie Plomben von ben Sammelbüchsen entfernt unb ber Inhalt auf bie Zahlbretter ausgeleert werben. Da würbe sortiert unb gezählt, notiert unb gerechnet, unb schließlich nach einigen Minuten konnte ber interessierte Sammler hären, was er mit seiner Sammelbüchse zuwege gebracht hatte. Es versteht sich von selbst, baß babei jedem Inhalt der Büchse, ganz gleich wie hoch er war, die verdiente volle Wertschätzung zuteil ferer Stabt wieder eine sehr erfreuliche Bekundung der deutschen Volks- und Opfergemeinschaft war. Von jedermann, der da sammelte und spendete, ist zu sagen, daß sie ihre Pflicht gegenüber den hilfsbedürftigen deutschen Brüdern unb Schwestern und gegenüber dem Aufbauwerk unseres Füyrers und Reichskanzlers Adolf Hitler durch tatfrohes Handeln erfüllt haben. Unsere Gießener Bevölkerung hat an diesem Großkampftag der Winterschlacht ge- gegen Hunger und Kälte einen weiteren wertvollen Lindau im Bodensee geboren war, kam nach feinem Studium und nach verschiedener klinischer Tätigkeit in München am 1. April 1906 als außerordentlicher Professor für das Fach der Haut- und Geschlecht lrankheiten an die Hautklinik der Universität Gießen, deren Leitung er seit jenem Tage innehatte. Am 1. April 1920 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Neben seiner Tätigkeit als Direktor wurde, denn das Sammelergebnis stellte ja in sich die Leistung einer Arbeit bar, bie man gerne vollbracht hatte für bas große Werk unb bie auch von allen in biefer Weise gewürdigt wurde. Ein großer Teil der Sammler fetzte feine Tätigkeit in den Gaststätten noch mehrere Stunden lang fort, um schließlich gegen Mitternacht ebenfalls „den Laden zu schließen" und zur Abrechnungsstelle zu pilgern. Viele Stunden lang war nun hier beim Geldzählen und -rechnen, beim Sortieren und Verpacken zu tun, um das Ergebnis des Tages abschließend zu erledigen. Rückschauend darf heute festgestellt werden, daß der „Tag der nationalen Solidarität" auch in un- Der Kupferne Sonntag in Gießen. Mit dem gestrigen Kupfernen Sonntag hat das Weihnachtsgeschäft in unserer Stadt seinen Anfang genommen. Wenn man den gestrigen außerordentlich starken Publikumsverkehr in unserem Geschäftsviertel als Maßstab nehmen will, so darf man wohl auj einen guten Verlauf des Weihnachtsgeschäftes hoffen. Denn schon kurz nach der Mittagsstunde wurde es in den Hauptverkehrsstraßen ganz außerordentlich lebendig. Mit der Bahn und mit Kraftomnibussen, aber auch mit Personenautos kamen viele Volksgenossen aus der Umgegend herein, um sich hier auf dem Weihnachtsmarkt umzuschauen. In den Geschäftsstraßen herrschte bald ein erhebliches Gedränge, da natürlich die Schaufensterauslagen das große Interesse der Besucher erregten und auch schon zu einem ansehnlichen Teil von Weihnachtseinkäufen veranlaßten. Das Wetter war dem Weihnachtsbesuch günstig, denn um die Mittagszeit war es trocken und kalt, aber doch nicht zu kalt, sondern es herrschte eine durchaus annehmbare Temperatur. Erst etwa von 16 Uhr ab machte sich ein Wetterumschlag als Schneefall geltend, der dem Kupfernen Sonntag das erforderliche weihnachtliche Kleid brachte und doch die Freude an dem Bummel über den Weihnachtsmarkt nicht störte. Der lebhafte Verkehr hielt bis kurz vor der Gefchäftsfchluß- Stunde um 19 Uhr an. Mit ben Abendzügen kehrten dann die auswärtigen Besucher wieder heim. Soweit bis jetzt bekannt ist, verlief der starke Sonntagsverkehr erfreulicherweise ohne Unfall. Beamtenkinder und Jugendorganisationen der NSDAP. ; (nicht veröffentlicht) daraus hingewiesen, baß bet Führer der Partei die Aufgabe gestellt hat, alle deutschen Menschen zum nationalsozialistischen Denken und Handeln im Dienst am deutschen Volke zu erziehen, und daß im Rahmen dieser Aufgabe die Hitler-Jugend, die als Gliederung der Partei den Namen des Führers trägt, nach feinem Willen allein berufen ist, die deutschen Jungen und Mädchen nationalsozialistisch in Haltung und Lebensauffassung zu führen unb auf ihre einstige Aufgabe als Träger bes Reiches körperlich und geistig vorzubereiten. Es ist deshalb selbstverständlich, daß alle, die es mit ihrem Bekenntnis zum Führer unb seiner Bewegung ehrlich meinen, aus Verantwortungsbewußtsein gegenüber ber beutschen Zukunft ihren Kinbern ben Weg zur Hitler-Jugenb freigeben und so bas Werk bes Führers unterstützen. Ich erwarte bas insbefonbere auch von allen auf ben Führer unb Reichskanzler verewigten Beamten des nationalsozialistischen Staates. Oer provinzialausschuß als BerwaltungSgericht. In der Sitzung des Provinzialausschusses ber Provinz Oberhessen vom Samstag kamen solgenbe Verwattungsstreitsachen zur Verhanblung: Die Entscheidung der Klage des Otto Schaffner in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 20. August 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins wirb zum Zwecke weiterer Ermittlungen ausgesetzt. Neuer Termin wirb später bestimmt. Dem Kaufmann Walter Richter in Gießen wird auf seine Klage gegen ben Bescheib bes Kreisamts Gießen vom 14. Oktober 1935 bie für das Kalenderjahr 1935 nachgesuchte Legitimationskarte erteilt. Die Kosten des Verfahrens werden dem Kläger unter Zugrundelegung des Streitwertes in Höhe von 500 RM. zur Last gesetzt. Die Punkte drei bis acht der Tagesordnung betr. die Klagen der Juden David Fröhlich in Ulrichstein, Albert Reiß in Ulrichstein, Fritz Flörsheim in Alsfeld, Hermann Goldschmidt in Schotten, Nathan Katz in Schotten und Salo Stern in Schotten werden abgefetzt, weil die Genannten noch kurz vor dem Termin ihre Klagen zurückgenommen haben. Die Steuerkarte für 1936. Die Stadtverwaltung weist in ber heutigen Bekanntmachung barauf hin, daß die Steuerkarten für das Jahr 1936 zugestellt worden sind. Arbeitslose Personen wollen die Steuerkarten für den Fall, daß sie im Lause das Jahres in Arbeit kommen sollten, sorgfältig aufbewahren, da die Ausstellung einer neuen Steuerkarte nur gegen Zahlung von 1 RM. erfolgt. Auf Seite 4 ber Steuerkarte ergeben sich bie Bestimmungen über die Höhe der Bürgersteuer. Die Anforderung der Bürgersteuer gilt mit der Zustellung der Steuerkarte als bewirkt. Er führte u. a. aus, daß bie Zukunft beweisen muß, ob ber Deutsche bie bestmöglichste Leistung innerhalb bes Weltmarktes zu leisten imstande ist. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die HI. zum zweiten Reichsberufswettkampf aufgerufen, um Anregung unb go^erung für ben praktischen Beruf zu geben. Fachkräfte unb Hanbwerksrneister sollen bie Jugenb babei unterweisen. Wenn jetzt ber Appell an ben 3ungen unb bas Mäbel zur Beteiligung an ber zusätzlichen Berufsschulung unb bem zweiten Reichsberufswettkampf ergeht, bann hofft bie Führung, vatz die Zahl ber Teilnehmer wiederum das Maß überschreitet, wie es im vorigen Jahr im Kreise (piepen der Fall war. Jeder einzelne zeige durch Haltung und Auftreten, daß bas Volk mit Recht unb Stolz sage, baß bie HI. bie junge Garbe bes Führers sei. JÖlit breifachem Sieg-Heil auf ben Führer und mit bem Lieb ber HI. schloß die Veranstaltung. Darum darf bas Volk bie Auswahl bes Berufes des Einzelnen nicht dem Zufall überlassen, sondern muß um das Wohl bes Volkes und des einzelnen Volksgenossen willen, auf eine vernünftige Ordnung bedacht fein. Arbeit ist, entgegen der liberalen Auffassung, weder Ware noch Preis, sondern nach nationalsozialistischer Anschauung Sinn und Wert des Lebens. Nach dieser Anschauung wird auch der Wert des Menschen nicht bestimmt Nach der Art der Arbeit, die er ausführt, sondern nach dem W i e seiner Arbeitsleistung und aus der Erkenntnis, daß Arbeit D i e n st am Volke ist. Die meisten unzufriedenen Menschen kommen nur aus den verkehrt gewählten Berufen, in denen ie zu keiner Höchstleistung kommen können. Deshalb will das Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung dahin wirken, daß der junge Mensch chon in der Schule einen Einblick bekommt in die Berufe und in die Arbeit, um selbst ergründen zu können, wo und an welchem Platz seine Neigungen und Anlagen beste Entwicklung finden. In der Berufsausbildung hilft ihm dann der Reichsberuf s w e t tk a m p f, die ernste Leistungsschau des Volkes, weiter. In diesem Berufswettkampf erkennt der Einzelne die Lücken seines Könnens und eines Wissens, und es bietet sich ihm dann bie Möglichkeit, biefe zu schließen. Neben bem Reichsberufswettkampf werden die Lehrlings-, Gesellen- und Meisterprüfungen der Ansporn zu weiterer Leistungssteigerung sein. Das Leistungsprinzip ist nicht eine einmalige Leistungsschau, sondern der Nachweis dafür, daß der Einzelne dauernd ben ifjm zugewiesenen Platz ausfüllen kann. Vur rastlose Arbeit bes Einzelnen an sich erhöht bie Leistungsfähigkeit des Volkes. Dabei will ihm die Deutsche Arbeitsfront Berater und Helfer fein. Durch gemeinsamen Dienst an xSolf wird dieses in der Lage sein, den ihm zu- kommenden Platz im Rate der Völker zu verteidi- gen und zu erhöhen, auf das Deutschland ewig lebt. ej?1} öie mit Beifall aufgenommene Ansprache schloß sich b* ber Volksgenossen für bas große Werk ber Nächstenliebe abzuholen. Wohin man blickte, überall bemerkte man große Dienstfreudigkeit der Sammler und weitgehende Opferbereitschaft derer, die mit ihrer Gabe die Sammelbüchsen bereichern sollten. Auch bei dieser Gelegenheit wieder offenbarte sich, wie tief der Gedanke der Volksgemeinschaft und der Opfergemeinschaft in unserem Volke Wurzeln geschlagen hat. Da stellte sich der Arbeiter der Stirn mit dem Arbeiter der Faust in Reih und Glied, da trat nirgends ein sozialer Unterschied zutage, sondern allenthalben bekundete und erkannte man nur eines: d i e Gemeinschaft verdeutschen Menschen, bie Gemeinsamkeit ihrer Arbeit unb bie Einigkeit ber Zielsetzung, nämlich jeber an feiner Stelle alle Kraft einzufetzen zur Erringung bes bestmöglichsten Erfolges, ber ben hilfsbebürftigen Volksgenossen burch bas WHW. ben Lebenskampf erleichtern helfen soll. Lichtbildervortrag von Dipl.-Jng. König über „D a s Eisenhüt» tenmefen" an. In einem kulturhistorischen Ab- riB gab ber Redner einen interessanten Einblick in die Entwicklung der Erzoerarbeitung und Stahlgewinnung unter besonderer Berücksichtigung der heimischen Eisenverhüttung im Siegerland und im Dillgebiet. Der anschließend vorgeführte Werbe- Tonfilm der Buderusschen Eisenwerke, „Das Hohelied der Arbeit" bot einen interessanten Querschnitt durch eines ber größten industriellen Unternehmen Hessen-Nassaus, das zugleich eines der bedeutendsten der deutschen Gießerei-Industrie überhaupt ist. Mit einer lieber- sicht über die in Hessen und Nassau verstreuten Teil- unternehmen der insgesamt 8000 Volksgenossen be- jchästigenden Buderusschen Eisenwerke zeigte der Film zunächst die große Bedeutung dieses Unternehmens. Vom Beginn, der Erzgewinnung vor Ort, wo der Bergmann mit Pickel und Preßlufthammer das Erz der Tiefe aufreißt, über den Weg der Bereitung im Hochofen, zur Weiterverarbeitung zu verschiedenartigem Zweck bis zum Gebrauch war der mühsame Weg des Erzes durch vielfältige Ar- beitsftatten vorgezeichnet. Zahlen von erstaunlicher Höhe unterstrichen den wuchtigen Eindruck. So fördert Buderus jährlich 175 000 Tonnen Eisenstein, die 8750 Eisenbahnwaggons füllen. Die zwei Hochöfen der Sophienhütte in Wetzlar bereiten in 24 Stunden 11800 Zentner Eisen. Ihr Wasserverbrauch in dieser Zeit entspricht dem einer Stadt von 100 000 Einwohner. Die aus dem Hochofen angelieferte Schlacke bildet die Grundlage für einen weiteren Zweig, die Zementindustrie, die bisher 245000 Waggons wertvollen Klinker- und Portlandzement geliefert hat. Die Weiterverarbeitung des Eisens wurde in der Sophienhütte in Wetzlar gezeigt. Die Jahresproduktion an Röhren von 1000 Kilometern reicht zu einer Rohrleitung von Wetzlar bis Berlin und zurück aus. Die Spezialität des Werkes Staffel ist eine interessante Formengebung von Kanaldeckeln und Straßenrosten, die der Ludwigshütte in Biedenkopf der Sanitätsguß (Badewannen, Spülbecken u. a.). Einer der größten Betriebe, das Werk Lollar, wurde zum Spezialwerk für Heizungsanlagen entwickelt. Der Film zeigte die interessante Produktion in allen Einzelheiten und ihre Anwendung in jeder Art und in jedem Umfang. Dieser Film vom „Hohelied der Arbeit" unserer Volksgenossen ist ein eindrucksvoller Anschauungsunterricht für jeden Volksgenossen. Das Schlußwort sprach der Bann-Sozialstellenleiter der HZ. Heid Stadttheater Gießen. Heute von 20—23 Uhr als Vorstellung der NS.- Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne „Der Vogelhändler" Operette von Karl Zeller. Freier Kartenverkauf an ber Abenbkasse zu Tagespreisen. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrebe. Tänze: Thery Schultheis. Polizeidirektor Meusel nach Mainz berufen. Der Leiter ber Polizeibirektion in Gießen, Polizeibirektor Meusel, ist mit sofortiger Wirkung als kommissarischer Polizeibirektor nach Mainz versetzt worden. Polizeidirektor Meusel wirkte seit 3. Juli 1935 an der Spitze ber Gießener Polizei "nd hat sich durch seine gerechte und umsichtige Amtsführung das Vertrauen unb die Wertschätzung ber Gießener Bevölkerung, sowie ber ihm unterstellten Beamtenschaft in hohem Maße erworben. Man wirb biefen umsichtigen Leiter unserer Polizei in bester Erinnerung behalten. NSDAP., Gießen-Nord. Abteilung Hilfskasse. Bezahlung ber hilfskassenbeiträge für bas 1. Vierteljahr 1936 der SA. Angehörigen im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord. Am Montag, 9. Dezember, unb Mittwoch, 11. Dezember, in ber Zeit von 20.15 bis 23 Uhr, zahlen alle Angehörigen ber SA., SA.-Reserve, NSKK., Marine-SA., Reiter-SA. usw., bie nicht Parteigenossen finb unb im Bereiche ber Ortsgruppe Gießen-Norb wohnen, ben Hilfskassenbeitrag für bas 1. Vierteljahr 1936. Die Kassenstunben finb in ber Gewerblichen Be- rufsschule, Kirchstraße 16 (Eingang burch ben Schulhof), im Erbgeschoß. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wirb bei ber Hilfskasse in München abgemelbet Sorgen in Oberheffen Ratsherrensihungin Alsfeld. von 1500 Mark enthält Laut Entschließung des der Dienststelle Alsfeld des Kulturba Bürgermeisters wurde die vorgelegte Rechnung ge- Hessen darüber vorgelegte Voranschlag nehmiqt Einwendungen sind nicht erhoben worden. 5250 Mark wurde gebilligt und darau Bezüglich der Alsfelder Jugendher- ßung durch den Bürgermeister über Di b «rae die im Dachgeschoß der Bäuerlichen Werk- der Arbeiten in diesem Sinne getrosfl , , , “ ' , r . f.i ___s.