Nr. 263 Erster Vlatt 185. Jahrgang Samstag, y. November 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte w 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrantsurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sch« Uulverfiläts-Vuch- und Steindruckerei v. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.250/„ mehr. 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An der Spitze des Zuges neben Adolf Hitler General Ludendorff, der erste SA.-Führer Hermann Göring, Oberstleutnant K r i e b e l. Dann der treue und verdiente S ch e u b n e r - R i ch- t e r, des Führers Begleiter Körner, Landgerichtsrat von der Pfordten, der alte Kämpe Hutmacher B a u r i e d l, Ludendorffs Bursche Neubauer und dann wir: Arbeiter, Studenten, Offiziere, Bürger, Handwerker, alt und jung. Die ■ SA. singt: „O Deutschland hoch in Ehren". Dröhnend steigt das Lied von Deutschlands Ehre und Treue gen Himmel ... An der Jsarbrücke: Die erste Sperrkette bayerischer Landespolizei. Göring durchbricht sie mit einem Wort. Und vor seinen Blicken weicht der Gegner. Die vom Bund Oberland und die von der Reichskriegsflagge jauchzen: „Hakenkreuz am Stahlhelm, schwarzweihrotes Band, Hitlers Sturmsoldaten werden wir genannt." Und es ist, als ob dieses Lied uns an stählernen Strängen zum Siege zöge, der Entscheidung entgegen, dem Triumphe zu! Wir marschieren auf der Straße nach Deutschland, ins Herz der Nation!! Um uns ballen und drängen sich die Menschen- massen: Arbeiter in Hemd und Hose, Bürger im Bratenrock, Jungen und Mädels, die alle wissen: Jetzt marschieren sie dem Schicksal entgegen! Die ganze Stadt ist unterwegs. München ist auf den Beinen! Jeder grüßt uns. Jeder bejaht unseren Willen. Jeder ist mit uns und in uns! Denn: die Stadt, die den Verrat der Kahr-Lassow-Seißer nicht wahr haben wollte, war aufgewühlt vom Erleben, alarmiert vom Geschehen, verbunden mit uns und unserem Willen. Tosender Jubel brauste uns entgegen. Rasende Freude. Ueber uns und um uns. Die Polizei — gegen uns befohlen — läßt uns überall passieren, kein Karabiner droht und kein Gewehrlaus. Im jauchzenden Rasen der Massen lähmt tiefste Ergriffenheit diese Beamten, die mit uns fühlen und lieber mit uns marschieren möchten. Aus Haus und Tor, von Fenster und Balkon bricht die Begeisterung draußen auf uns herab. Residenzstraße: Tief gestaffelt stehen die Menschen an Hauswand und Mauer. Und wir marschieren... Vorvei am Nationaltheater. Und nun: Feldherrnhalle. In diesem Dom der -Erinnerung wird die Tradition der Kämpfer Tilly -und Wrede gewahrt. Das Armeedenkmal: Ein Krieger, der den Frieden beschützt, verkörpert Einheit und Ehr- und Wehrhaftigkeit des bayerischen Volkes. Machtvoll lagern vor der Halle die beiden gewaltigen Löwen. Die Spitze unseres Zuges hat Len Odeonsplatz erreicht. Im Marschtakt dröhnt -jetzt das Lied der Heimat auf, und mitten hinein in unser „Deutschland, Deutschland über alles!" Fracht die erste Salve. Auch vor Langemarck ist beste deutsche Jugend ■gefallen mit diesem Lied auf den Lippen. Jedoch: ,65 waren die Kugeln der Feinde, die deutsches Leben verlöschten! Hier aber stehen doch Deutsche gegen Deutsche! Brüder gegen Brüder! Aber der erste Aufschrei bricht schon aus unseren Reihen. Zum Nachdenken ist jetzt keine Zeit. «Ein erstes Verröcheln, ein kurzes, kindhaftes Ster- lben und Abschiednehmen in einem. Durch die peit- -fchenden Gewehrkugeln spritzt das Kommando: Hinlegen!" Aber schon hämmert die erste MG- -Garbe in unsere Kolonnen. Adolf Hitler und »General Ludendorff stehen aufrecht im Infanterie- Feuer. Sie leben beide! Wenige kurze Aufschreie mach. Starres Entsetzen, Verzweiflung ob des Un- ffaßbaren. Aber sonst: Kaum ein Stöhnen der tödlich Verwundeten, die in ihrem Blute liegen. Beseh! zum Halt, während Adolf Hitler und Luden- Lorff weiterschreiten. Dicht bei mir haucht Claus von Pape, der Siebzehnjährige, sein Leben aus, Scheubner-Richter stirbt stumm, von der Pfordten verzückt am Boden, Körner, Neubauer, Bauriedl sind bereits verschieden. — Männer unter ihnen, Die vier Jahre im Krieg als Offizier oder Mann \ ün vorderster Linie lagen, die anderen: Freiwillige, deutsche Jugend. Schwärzester Verrat, dunkelste Reaktion, verirrtes und verführtes Brudervolk hatten die erste, gottgewollte Front der im Geist des Führers erstandenen deutschen völkischen Gemeinschaft, der Nation der Zukunft, niedermähen lassen! Fünf Jahre nach dem Verrat marxistischer Verbrecher nun neuer Verrat feiger und rückständiger Bürger- feelen! Eine Stunde tiefster deutscher Schmach, in der — so schien es uns damals — Deutschland endgültig seine Ehre verloren hatte. * Aus der Monatsschrift „Das neue Deutschland". Mein treuer Kamerad Faust war mit Theodor Casella zusammen im Kriebsministerium gefallen. 400 Mann der „Reichsknegsflagge" hatten gegen zwei Jnfanteriebataillone, ein Pionierbataillon, eine Minenwerferkompagnie, drei Batterien, zahlreiche Panzerwagen und fast gegen die gesamte Landespolizel München sowie acht auswärtige Hundertschaften ihren Mann gestanden bis zum ehrenvollen Abzug. Der jetzige Reichsführer SS. Himmler war dort der Fahnenträger. Als wir unseren „toten Kameraden Faust am Abend auf einer ^Feldbahre durch die Straßen Münchens trugen, da zogen arme Proleten den Hut und greife Mütter weinten um diesen Sohn des Volkes! Unser Herrgott aber hatte den Führer vor der tödlichen Kugel bewahrt. Neben Adolf Hitler war alles gefallen, alles, was um ihn ging. Wer von uns mag die Gefühle in Worte zu fassen, die unsere verwundeten Herzen zu sprengen drohten. Unbändige Wut, verbittertste Verzweiflung machten uns stumm. Am Abend des 10. November standen wir zu Tausenden in der Türkenstraße der Reichswehr gegenüber Hohnlachend rissen wir Hemd und K agen auf und zeigten den starr stehenden, stummen Soldaten die nackte Brust: „Schießt 4 Wind peitscht durch regennasse Straßen. Letztes Laub fällt von den Bäumen. Weißer, dünner Nebel liegt über Stadt und Land: November. Und während in der Natur das letzte Leben erstirbt, während sich still — wie schützend — der Nebel über die kahlen Aecker und Felder breitet, da treten überall im Lande stumm und schweigend unsere Kolonnen an. 9. November, Heldengedenken! Ein Tag im Jahr sei den Toten geweiht. Ein Tag im Jahr für die, aus deren Blut wir das Reich bauten, die starben, auf daß Deutschland, auf daß wir leben. Und wenn wir sie Tag für Tag und Stunde für Stunde tief in unseren Herzen tragen, und wenn uns ihr Opfer die Kraft gibt zu neuer Arbeit, zu neuem Kampf, so soll dieser eine Tag ganz dem Gedenken an sie gehören. Wir wollen hingehen an ihre Gräber, wir wollen gehen in die dunklen und engen Straßen der Städte, in denen sie fielen, und unsere Fahnen — ihre Fahnen — die Fahnen des Sieges, senken in stiller Ehrfurcht. Dor der Feldherrnhalle in München werden unsere Kolonnen stehen und der ersten 16 Toten der Bewegung gedenken, die die Treue zum Führer mit ihrem Blut besiegelten, wie so viele Hundert nach ihnen. Ein grauer Novembertag vor 12 Jahren war es, als hier die Schüsse über den Platz peitschten. Zum zweiten Male wurde Deutschland an einem grauen Novembertage verraten Und mit den Schüssen vor der Feldherrnhalle schien die Hoffnung des Reiches endgültig zusammenzubrechen. Das Feuer der Gewehre und Maschinengewehre hallte wider durch ganz Deutschland, und mit den rollenden Salven des 9. November 1923 schien der letzte Glaube an die Größe des Reiches auf immer begraben. Die Reaktion triumphierte! Doch der Glaube war stärker als der Terror. Der Wille stärker als Gewehre: Aus dem Blute der Toten wuchs die Macht der Lebenden hinweg über Verbote und Verfolgung und Haß und Opfer und Sterben schwang sich sieghaft und strahlend der Adler der nationalsoziali- stischen Revolution, und aus den Gräbern der Gefallenen wuchs neu und stark: Das Dritte Reich! Und wenn am 9 November 1935 in München die Namen der Arbeiter und Gelehrten, der Stu- doch! Schießt uns doch auch nieder!" — Aber kein Abzug regte sich, kein Mündungsfeuer blitzte auf, denn die Herzen der Soldaten waren bei uns wie die des Volkes! Und dann Nacht um Nacht, in der wir zusammenhockten, Tage--da der Führer als „Hochverräter" gefangengesetzt. Göring, schwer verwundet, wurde über die Grenze gebracht — dank der Heldentat seiner unvergeßlichen Frau, die in jeder Stunde mit ihm war. Später: Der große Prozeß vor dem Münchener Volksgericht. Die Urteile. Und der wiedererwachende Wille! Dieser 9. November 1923 war Todes- und Geburtstag zugleich. Diese leuchtende Erkenntnis: Dieser 9. November 1923 war ja Sieg! Sieg unseres Führers! Jeder von uns fühlte, wußte: das Blut dieser Toten floß nicht umsonst! Marxismus und Reaktion gilt der Kampf! Weiter, vorwärts für Hitler! Er lebt, er wird uns weiterführen! Morgen schon oder übermorgen. Mit uns die Wahrheit, mit uns die Jugend. Unser die Zukunft. Denn: jede Bewegung, jede Idee ist soviel wert, als Menschen bereit sind, für sie zu sterben! — Handeln wir in dieser Verpflichtung. Hergbert Menzel denten und Offiziere, die Namen derer, die hier fielen, ausgerufen werden, dann antworten die, die ihr Erbe tragen. Für jeden der 16 gefallenen Hel den antworten Tausende von Kämpfern der jungen Garde des Führers. Für jeden der Toten stehen tausend und aber tausend junge Soldaten zu neuem Kampf bereit, auf daß das Werk vollendet werde. Der Geist der Gefallenen lebt weiter im Geiste der nationalsozialistischen Jugend, eine junge Generation ist bereit zu neuem Einsatz, zu neuem Opfer für die Idee! v Darum, Kameraden: Nach der Stunde des Gedenkens hebt höher die Fahnen und tragt sie voll Stolz wieder hinaus in das Land. Denn nicht nur Heldengedenken ist für uns der 9. November des Jahres, nein, zugleich auch Gelöbnis der Arbeit und Erfüllung unserer Pflicht gegenüber der Gesamtheit der Bewegung. Und deshalb schließen wir immer wieder aufs neue an diesem Tage den Bund, der die nationalsozialistische Jugend in unwandelbarer Treue mit der nationalsozialistischen Bewegung verbindet. Gleich einem Symbol findet an diesem Tage unsere jahrelange Arbeit einen Abschluß dadurch, daß wir Tausende unserer Kameraden in die Gliederungen der Bewegung überführen. So bedeutet der 9. November für uns nicht nur Heldengedenken, sondern auch Ziel unserer Arbeit. Und an diesem Tage, der dem Gedächtnis der Toten geweiht ist, steht die nationalsozialistische Bewegung immer wieder herrlicher und größer und geschlossener da, denn an diesem Tage strömt durch die Jugend unverbrauchte, frische Kraft in ihre Gliederungen, an diesem Tag wird der Bund zwischen alt u n b jung geschlossen. So ist es und so soll es Jahr für Jahr bleiben: Am Tage der toten Helden wachst neues Leben durch die Jugend! Und wieder marschieren dann unsere Kolonnen durch den nebelgrauen November. Im Herzen das Gedächtnis an die Toten der Bewegung und den unerschütterlichen Glauben an bte Sendung der Idee. Und wieder wehen unsere Fahnen, und hinter ihnen marschieren all' die vielen Kämpfer der Bewegung, marschiert das ganze deutsche Volk. Felöherrnhalie Wie ihr schritte! zu öer Helöherrnhaüe, Erste Zeugen DeutschlanöS neuer Tat/ Davon sagen nun öie Mütter alle, Unö ihr weröet immer wieöee Saat. Wie ihr schrittet, folgten Männer, Knaben,- Dhne Enöe war öer Dpfergang. Deutsch-anös Hoffnung wuröe oft begraben, Aber immer neu öie Trommel klang. Wie ihr schrittet zu öer Kelöherrnhalle, Das soll ewig unvergessen sein. Äeht, wir kommen, unö wir Sanken alle, Unö wir holen euch in unsre Reihn. Tag Hörprüfung. Don Michsmimster Or. Wilhelm Zrick. Die Morgenausgabe des „Völkischen Beobachters" vorn 9. November 1923 enthält einen Aufsatz über den heroischen Versuch des Führers, eine nationale Regierung zur Rettung des deutschen Volkes zu bilden, der mit folgenden Worten eingeleitet ist: „Ein düsterer regnerischer Novemberabend über München, doppelt niederdrückend für das Gemüt in dieser furchtbaren Zeit des tiefsten Elends und der größten Schmach für das deutsche Volk. Fröstelnd eilt man durch die Straßen, und die Erinnerung steht auf, daß just vor fünf Jahren die von Juden und Juden» genossen gemachte Revolution jenen heimtückischen Dolchstoß gegen unser unbesiegtes Frontheer von rückwärts führte, der es fällen sollte, wie Hagen den Siegfried. Fünf Jahre grauenhaftester Schmach und Schande, wie sie nur je einem Volke aufgelastet hatten, nach einem unerhört heldenhaften siegreichen Ringen gegen eine Welt von Feinden. Und kein Ausblick auf die Zukunft will sich zeigen, alles in Nacht und Nebel gehüllt, in das starrende Eis mutloser Verzweiflung ..." Das war die Stimmung jener Tage. Es ist nötig, diese lebenswahre Schilderung der seelischen und materiellen Not des deutschen Volkes aus der historisch gewordenen Folge des „Völkischen Beobachters" vom 9. November 1923 nachzulesen, um den Beweggrund der geschichtlichen Handlung des Führers voll zu begreifen, und es ist vielleicht nicht unangebracht hinzuzufügen, daß diese Ausgabe des „Völkischen Beobachters" am Kopf den Vermerk trägt: „Preis: 8 Milliarden M a r k". Er beleuchtet wirkungsvoll den unerhörten wirtschaftlichen Jammer, in dem das deutsche Volk zu versinken drohte. In Berlin aber saß eine Koalitionsregierung aller Systemparteien, der Marxist Ebert war Reichspräsident, ,und Juden, Marxisten und Zentrumsangehörige bildeten die Regierung des Reichs und der Länder. Die Kommunisten stachelten die verzweifelte Masse auf, und die zersetzenden partikularistischen und monarchistischen Elemente glaubten, ihre Zeit sei gekommen. In schamlosester Weise übten die Nutznießer des Novemberverbrechens nackten Landesverrat, verschoben das Nationalvermögen und taten nichts, um der Not eines schändlich betrogenen Volkes zu steuern. Den monarchistischen Kreisen in Bayern schien gerade diese Zeit besonders geeignet, um ihre reichsfeindlichen Pläne zur Ausführung zu bringen. Ueber die letzten Hintergründe ihrer politischen Bestrebungen herrscht noch Dunkel. Wir wissen nur, welche Rolle die „Mainlinie" in der politischen Auffassung und in dem Kampfe jener Tage spielte, wie weit der Gedanke eines vom übrigen Reich losgelösten süddeutsch-alpenländischen, separatistischen Staates bereits gereift, und wie sehr die Sprengung des Reiches in die Nähe der Verwirklichung gerückt war. Diese reichsfeindlichen Pläne machten die Tat des Führers zunichte. Seine Bewegung war unter einem unerhörten Aufwand von Energie nach mehrjährigem Kampfe in den ersten zehn Monaten des Jahres 1923 zu einer gewaltigen Massenorganisation angewachsen, die besonders in München und Oberbayern zu einem entscheidenden Schlag ausholen konnte. In den ersten Novembertagen 1923 stand beim Führer der Entschuß fest, die Pläne der Separatisten zu vereiteln, den Marxismus aufs Haupt zu schlagen und das Reich zu retten, — und wenn er sich selbst und die Bewegung in dis Bresche werfen müßte. Als die Bewegung am 9. November unter den Kugeln der Reaktion niederbrach und ein geschichtlicher Entschluß, ebenso wie eine stolze Bewegung vernichtet wurden, schien es, als ob auch die tragende Idee des Nationalsozialismus auf dauernde Zeiten ausgelöscht worden sei. Daß es anders kam, ist das alleinige Verdien st des Führers. Der Marsch zum Odeonsplatz ist trotz der Salven der Reaktion derer st eMarschder Bewegung in öie Weltgeschichte geworden. Das Blut der Opfer des 9. November ist nicht umsonst geflossen. Es hat die Nation aufge- rüttelt und aufgerufen und hat sie nicht mehr zur Ruhe kommen lassen, bis es durch den Sieg der Bewegung und die Aufrichtung des nationalsozialistischen Reiches der Freiheit und der Ordnung gerechtfertigt war. Am 9. November 1935, nach 12 Jahren des Kampfes um Deutschlands Freiheit wird der Führer, umgeben von seinen alten Kämpfern und den Männern der Bewegung, die toten Kameraden vom Odeonsplatz, denen man selbst das gemeinsame Begräbnis einst verweigerte, zur ewigen Ruhe und zum ewigen Gedächtnis an Deutschlands schwerste Kämpfe in die Ehren, tempel am Führerhaus geleiten. In diesen Ehrentempeln werden die ersten Opfer des Kampfes um Deutschlands Zukunft ruhen als eine dauernde Mahnung an öie ganze Nation, öie Einigkeit öes Reiches unö öie Reinheit öer Iöee als höchstes Vermächtnis zu bewahren unö bereit zu sein, sie bis z u m ^Tode zu schützen. !«' M- HW I MW M E. bereffte er, meist auf eigenen Schiffen, sömtttchs Erdteile, wurde aktiver Offizier und machte den Weltkrieg bei den Totenkopfhusaren mit. Mit zahl« reichen Auszeichnungen kehrte er aus dem Felde zurück. In München trat er dem Bund Oberland bei, mit dem er zur Feldherrnhalle marschierte. Seine Asche wurde auf sein Gut übergeführt, das in Westfalen in der Nähe der holländischen Grenze liegt. Max Erwin v. Gcheubner-Mchter wurde als Reichsdeutscher am 9. Januar 1884 in Riga geboren, studierte Chemie und promovierte in München zum Dr.-Jng. Er ging als Freiwilliger an die Westfront und wurde während des Krieges zeitweilig im diplomatischen Dienst verwendet. Bei der Befreiung Livlands und Estlands kämpfte er mit, blieb nach dem Zusammenbruch als Vertreter des Reiches unter Lebensgefahr in Riga und er- warb sich große Verdienste um die Deutschbalten. Er wurde verhaftet und entging mit knapper Rot dem Vollzug des gegen ihn gefällten Todesurteils. In München gründete er eine eigene Zeitschrift „Der Aufbau". Lorenz ZRiffcr v. Gtransty geboren am 14. März 1899, war Ingenieur, kam als junger Offizier in den letzten Kriegsjahren an die Flandernfront und rückte mit dem Freikorps Epp nach München zur Befreiung der Stadt von der Räteherrschaft. Stranskn mar einer der ersten Anhänger der Partei, gründete auswärts zahlreiche Ortsgruppen und war auch als Redner tätig. Als Sturmführer bei der 6. Kompanie fiel er am 9. November. Wilhelm Wolf wurde am 19. Oktober 1898 geboren. Er besuchte die Fachschule für Kellner. Im Felde erblindete er vollständig, wurde aber nach einem Jahr wieder sehend. Nach dem Kriege arbeitete er im väterlichen Geschäft und trat beim Freikorps Oberland ein. Am 9. November traf ihn, wenige Tage vor seiner Hochzeit, die tödliche Kugel. Karl Kuhn Oskar Körner Anton Hechenberger Martin Faust über. Er fiel als Zugführer der 6. Theodor v. d. Pfordten Klaus v. Pape Kurt Neubauer Karl Laforce Gauleiter Sprenger beim Verteilen von Flugblättern in Merenberg bei Weilburg im Jahre 1925. — (DND.) Lorenz Ritter v. Stransky M. E. o. Scheubner-Richter Wolf Wilhelm Johann Rickmers November durchbohrt. entstammte im Oktober rer den Bürgerbräukeller und am 9. 1923 fällt er, von zahlreichen Schüssen aktiv bei der zur NSDAP. Kompanie. Die Bewegung sollte ein- imfassen. Kein Opfer war am 8. August 1900, wurde im Kadettenkorps erzogen und trat 1917 als Fahnenjunker in das bayerische Feldartillerie-Regiment 7 in München Anhänger und Mitkämpfer, Peter Gemeinder, Pg. Linder, Pg. Gimbel und Pg. Rings« hausen. Sie alle wußten, wie notwendig es war, die nationalsozialistische Weltanschauung an das Volk heranzubringen und neue^ und immer mehr Kämpfer zu gewinnen. den einen Drang: Weiter vorwärts, koste es, was es wolle! Der Glaube an ein neues, großes, herrliches Vaterland, wie es Adolf Hitler verhieß, wuchs überall empor. Dagegen konnte kein Verbot der NSDAP, oder eine andere Maßnahme der marxistischen Regierung etwas nützen. Es gab keinen Einhalt mehr. Unaufhaltsam wurde weiter gekämpft und gewonnen. So ging im Februar 1925 nach der Neugründung der NSDAP, die von Pg. Sprenger geführte „Deutsche Partei" mit ihren Mitgliedern zur NSDAP, über. Die Zeit des Neu« aufbaues begann. Wieder standen die Parteigenossen Gemeinder, Linder, Ringshausen und Gimbel dem Gauleiter, Pg. Sprenger, als treueste Stützen zur Seite und haben im zähen Kampf ausgehalten, bis das siegreiche Ende herbeigeführt war. Sie, die mit Sprenger opferten und kämpften, sind auch heute noch seine treuesten Mitarbeiter. Wilhelm Ehrlich wurde am 19. August 1894 in Glowno, Provinz Posen, geboren und rückte als Kriegsfreiwilliger ins Feld. Er wurde Leutnant der Reserve und mit dem E. K. I ausgezeichnet, einmal verwundet und verschüttet. Nach dem Weltkrieg kämpfte Wilhelm Ehrlich im Grenzschutz Ost, war beim Kapp-Putsch dabei und arbeitete als Vertrauter des Grafen Helldorf im Rheinland. Im Augenblick seiner Verhaftung konnte er gerade noch den Franzosen entkommen. In München, wo Ehrlich als Bankbeamter Räumung des Wehrkreiskommandos von der Reichskriegsflagge unter tiefer Anteilnahme der Bevölkerung durch die Stadt in feine Wohnung getragen, wo er seinen Verletzungen erliegt. Anton Hechenberger geboren am 28. September 1902, war von Beruf Schlosser und diente eine Zeitlang in der Reichswehr. In München gehörte er dem deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund an, trat aber bald zur Partei über. Als Angehöriger der 6. Kampanie der Sturmtruppe marschierte er zur Feldherrnhalle. Oskar Körner hatte die Mitgliedsnummer 743 und war schon am 5. Februar 1920 in die Partei eingetreten. Körner stand dem Führer besonders nahe, der in der ersten Kampfzeit manche Besprechung in Körners Wohnung abhielt und auch manche Stunde der Ausspannung im Kreise seiner Familie verlebte. Körner wurde am 4. Januar 1875 in Oberpeila geboren, wurde Kaufmann, kämpfte an der Westfront und trat nach Kriegsende in München der Einwohnerschutzwehr und dem deutsch-völkischen Schutz- . unb Trutzbund bei. Ebenso wie Rudolf Heß wurde auch Oskar Körner in der großen Saalschlacht im Hofbräuhaus verwundet, als er den Ordnungsdienst ausübte. Zahlreiche auswärtige Ortsgruppen wurden von ihm gegründet, und später war er zweiter Vorsitzender der P a r- t e i. Am 8. November besetzt Körner mit dem Füh- Theodor Easella einer Offiziersfamilie. Sein Vater fiel 1914 als Major. Casella war geboren hatte beim Leibregiment gedient und kehrte als Offiziersstelloertreter aus dem Felde zurück. Er war geboren am 4. Mai 1879 in Aschaffenburg und von Beruf Hutmacher. Bauriedl wirkte zuerst Einwohnerwehr mit und trat 1923 überwunden. Der „Storch", das Verkehrslokal der NSDAP., mitten in der Frankfurter Altstadt, war bald Freund und Feind bekannt. Und oft haben wir uns auf dem Heimweg durch eine hundertfache Uebermacht durchschlagen müssen. Aber niemand vermochte uns deswegen von diesen kleinen Lokalen fernzuhalten, in denen wir viele unvergeßliche Stunden in treuer Kameradschaft verlebten, mitten unter unseren ältesten und treuesten Kämpfern. Nicht nur in Frankfurt a. M., in der Großstadt, wurde gearbeitet, sondern bis in das klein st e Dorf des Hessen- und Nassauerlandes wurde der Kampf getragen. Dort, wo es am mal unser ganzes Volk umfassen. zu groß, keine Mühe wurde gescheut, kein Hindernis wirkte hemmend oder lähmend. Sie alle spürten nur gefährlichsten war, finden wir den Gauleiter Pg. Sprenger und oft an seiner Seite seine treuen Aus den Ansünsen der Bewegung im Gau Hessen-Aaffau. Bon A. Gimbel. leitung der NSDAP, am Königsplatz. Ihre Namen stehen in Erz gegossen auf der Ehrentafel an der Feldherrnhalle, und Adolf Hitler widmete ihnen den ersten Band seines Werkes „Mein Kampf". Ihren Lebensweg zu schildern, ist eine Ehrenpflicht. Felix Allfarth stammte aus L e i p z i g, wo er am 5. Juli 1901 geboren wurde. Er machte die kaufmännische Lehre bei den Siemens-Schuckert-Werken durch und kam erst im Sommer 1923 zu den Bergmann-Werken nach München. Drei Monate_oor seinem Tode schloß er sich der NSDAP, an und siel, kaum 22 Jahre alt, am 9. November 1923. Allfarth gehörte auch der jungen SA. an. Andreas Bauried! an der Feldherrnhalle unmittelbar neben dem Führer. Die beiden Söhne Körners sind seit vielen Jahren SA.-Männer. Karl Kuhn wurde in Heilbronn am 26. Juli 1897 als Sohn eines Spenglers geboren und schmuggelte sich zu Beginn des Weltkrieges von London zurück nach Deutschland, indem er sich in einem Kohlenschiff versteckte. Er kam sehr bald an die Front und wurde 1917 verschüttet, so daß er für lange Zeit seine Sprache vollständig verlor. In München war er als Oberkellner tätig, während er dem Bund Oberland und der NSDAP, angehörte. An der Feldherrnhalle erhielt Kuhn einen Kopfschuß und starb einige Stunden später. Karl Laforce siel als erstes und jüngstes der Opfer an der Feldherrnhalle. Er marschierte in den ersten Reihen und wird von allen als der beste und treueste Kamerad gerühmt. Am 28. Oktober 1904 geboren, war er gerade 19 Jahre alt, als ihn die tödliche Kugel traf. Mit 17 Jahren war er schon SA.-Mann geworden; im Sommer 1923 kam er als einziger Ungedienter zum Stoßtrupp des ehemaligen Regi- Schon seit vielen Jahren wird immer wieder, wenn der November in das Land zieht, eine Erinnerung in uns wach, die uns die Ereignisse des Jahres 1923 neu vor Augen stellt, eine (Erinnerung an jene Tage, an denen sich die ersten hoffnungsrohen Kämpfer für die nationalsozialistische Idee vor der Feldherrnhalle in München verbluteten. Aber nicht nur in Müchen, auch in anderen Städten waren des Führers Kampfrufe auf fruchtbaren Boden gefallen. Wir hatten in Frankfurt a. M. schon frühzeitig eine Gruppe aktiver nationalsozialistischer Kämpfer, die bereits 1922 vor die Oeffent- lichkeit trat. Auch unser Anfang war sehr schwer. In kleinen Lokalen in der Altstadt, im „Storch", im „Kompostelhof", in der Liederhalle, in „Gräfs- Garten" und in der „Neuen Eule" mußten wir uns zu den ersten Versammlungen zusammenfinden, um bei einem kleinen Kreis von Anhängern und Neugierigen dem Nationalsozialismus weitere Möglichkeiten' zur Ausbreitung zu schaffen. Unermüdlich war diese kleine Gruppe der Partei bestrebt, neue Anhänger zu werben und dieses wertvolle Gedankengut weiter in das Volk hineinzutragen, es auf« zurutteln aus feinem Zustand des Allesübersicher- gehenlassens und es vor dem sicheren Untergang zu bewahren. Die Vorläufer der SA. zeichneten sich schon in Gruppen ab und sorgten dafür, daß man auch auf der Straße den Nationalsozialismus zeigte und weiter verbreitete. Im Spätsommer des Jahres 1923 kamen die ersten blutigen Auseinandersetzungen mit Kommune, die uns von der Straße zu drängen versuchte. Aber nichts vermochte unsere Kraft zu lähmen. Wir alle waren von dem Glauben an unseren Führer beseelt und hofften mit ihm auf ein neues Deutschland. Wir wollten kämpfen, bis dieses große Ziel erreicht war. Nichts konnte uns davor zurückschrecken. Unser Gauleiter, Pg. Sprenger, war ein tatkräftiger Kämpfer, der selbst als Reichsbeamter sich nicht vor den Folgen seines Handelns fürchtete, die ihm unter dem alten System drohten. Nachdem er die Führung übernommen hatte, gesellte sich mancher Anhänger zu ihm, der ihn entweder aktiv unterstützte im täglichen Kampf für die Partei, oder aber durch Bereitstellung von Mitteln, an denen es in den ersten Jahren unseres Kampfes immer fehlte. Je aktiver und sicherer wir den Kampf führten, um so gehässiger wurden die Gegner. In Hessen wurde die Partei bereits am 5. Mai 1923 verboten und damit die in der NSDAP, zusammengefaßten Kräfte angeregt, sich im besetzten G e- b i e t mit besonderer Hingabe am Kampf zu beteiligen. Dort, wo uns die französische Besatzung die Durchführung von Versammlungen verbot, versammelten wir unsere Anhänger in den nächstgelegenen Ort des nicht besetzten Gebietes. Wir ließen uns durch nichts unterkriegen. So finden wir schon in den ersten Jahren unseres Kampfes überall dort, wo der Nationalsozialismus einige Anhänger zu verzeichnen hatte, einen bis zum höchsten gesteigerten Aktivismus. Die Nachricht, die uns am 9. November 1923 die „Niederschlagung der Hitlerbewegung" verkündete, machte uns nicht mutlos und verzagt, sondern steigerte unseren Kampfeswillen um so mehr. Die NSDAP, wurde hauptsächlich unter dem Namen „D i e Deutsche Partei" weiter geführt. Sie war als Verbotspartei aufgebaut und war von der Reichsleitung als solche anerkannt. Die SA. ging m den „Turnoerein Schill" und der „Tum» und Sportvereinigung 1923" auf. Der völkische soziale Block führte im Frankfurter Hippodrom im Mai 1924 eine von 6000 Menschen besuchte Kundgebung durch, unter denen sich etwa 4000 Gegner eingefunden hatten mit dem Versuch, die Versammlung, die als Wahlkundgebung für den völkischen sozialen Block angesetzt war, zu sprengen. Eine von kommunistischer Seite geworfene Handgranate war das Signal zu einem erbitterten Nahkampf von der Empore, auf der sich unsere alten Mitkämpfer befanden. Die Kommunisten wurden buchstäblich mit Stühlen zugedeckt. Sie haben an jenem Tag eine schwere Niederlage erlitten, während die „alten Knochen" (ältesten Kämpfer), die an dieser Versammlung teilgenommen haben, diesen Kampf zu den besten ihrer Erinnerungen rechnen. Von da an trat manche Familie geschlossen in die Kampfgemeinschaft ein. Die Bewegung wuchs unaufhaltsam weiter. Es gab kein Zurückdrängen mehr, und manches stürmische Ereignis wurde stolz ein. An der Westfront wurde er schwer verwundet und mehrfach ausgezeichnet. In München belegte er Vorlesungen an der Universität. Die Mittel für sein Studium suchte er sich als Bankbeamter zu verdienen. Mit dem Freikorps Epp rückte Casella zur Niederwerfung der Räterevolte in München ein und kämpfte dann in Oberschlesien und im Ruhrgebiet. Nach München zurückgekehrt, wurde er Sturm« führer bei der Reichskriegsflagge. Am 9. November 1923 wirkte er aktiv an der Besetzung des Wehrkreiskommandos mit. Als er im Hofe des Wehrkreiskommandos seinem schwerverwundeten Kameraden Martin Faust zu Hilfe kommen wollte, traf ihn ein Schuß in den Rücken tödlich. Casella gehörte der Partei seit ihren ersten Anfängen als Mitglied an. Oie gefallenen Helden des 9. Roveniber4923. Am 9. November 1923, 12 Uhr 30 Minuten, fielen vor d e r Feldherrnhalle sowie i m Hofe des ehemaligen bayerischen Kriegsmini st eriums in München di» ersten sechzehn Opfer der nationalsozialisttschen Bewegung, die nunmehr am 12. Jahrestag ihres Todes aus ihren verstreuten Gräbern auferstehen, um in ein gemeinsames Ehrengrab übergeführt zu werden. Dieses Grab, das ihnen damals die bayerische Regierung verweigerte, erhebt sich in den beiden Ehrentempeln zwischen den Neubauten der ReichsFelix Allfarth Andreas Bauriedl arbeitete, stieß er zur Gruppe Roßbach und zur NSDAP. Martin Faust geboren in Hemau in der Oberpfalz am 27. Januar 1901, rückte als Siebzehnjähriger freiwillig zur Marine ein. In München als Bankbeamter tätig, trat er 1920 in die R e i ch s k r i e g s f l a gg e ein und wurde 1923 bei ihr Zugführer. Im Hofe des Wehrkreiskommandos wird er am 9. November 1923 schwer verwundet. Er wird nach der Theodor Casella Wilhelm Ehrlich ments München. Laforce war bei einer Versicherung in die Lehre gegangen und wurde in dieser Zeit schon Horst-Führer bei den Adlern und Falken. Kurt Neubauer stammt aus bem Kreis Bromberg und ist am 27. März 1899 im Hopfengarten geboren. Ohne Wissen seiner Eltern rückte er mit 16 Jahren in Graubenz als Kriegsfreiwilliger ein, kam bald ins Feld, wo er sich zahlreiche Auszeichnungen erwarb, und meldete sich nach Beendigung des Krieges sogleich bei der Sturmabteilung Roßbach. Mit ihr kämpfte er im Baltikum, in Oberschlesien und im Ruhrgebiet. 1921 wurde Neubauer Diener bei General Ludendorff in München und fiel an dessen Seite am 9. November. Er wurde in Solln bei München beerdigt. Klaus v. Pape gehörte ebenfalls zu den ersten Anhängern Adolf Hitlers. Auch er, geboren am 16. August 1904, fiel, als er an der Spitze des Zuges zur Feldherrnhalle marschierte, in der Hand eine wehende schwarzweiß- rote Fahne und auf den Lippen das Deutschlandlied. Klaus v. Pape war. von Beruf Kaufmann. Theodor v. d. pfordren war Rat am Obersten Landesgericht M ü n ch e n. Geboren am 14. Mai 1873, stieß der 50jährige zu Adolf Hitler und wurde einer seiner glühendsten Anhänger. Während des Weltkrieges wurde er als Offizier schwer verwundet. Don der Pfordten war einer der ersten Akademiker, die in der Bewegung in Wort und Schrift für echte Volksgemeinschaft sich einsetzten. Er war Herausgeber mehrerer juristischer Zeitschriften und wurde vor allem auch durch seine Vorträge im Eucken-Bund bekannt. Johann Hickniers wurde am 7. Mai 1881 als Sohn eines Reedereibesitzers in Bremen geboren. In feiner Jugend Opfergang und Siegeszug. Ganz Deutschland ehrt in München die Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung vom 9. November. Sie Aufbahrung der Gefallenen. München, 8. Nov. (DNB.) Auf drei großen Münchener Friedhöfen sind am Freitagnachmittag die 16 Gefallenen des 9. November 1923 feierlich aufgebahrt worden. Die einheitlichen edelgeformten Zinnsäi^e tragen als einzigen Schmuck ein dunkelrotsamtenes Bahrtuch, auf dessen Mitte von weitem Grund das Hakenkreuz aufleuchtet, das Sieges- Eichen, für das sie in den Tod gegangen sind. Zu üßen des Hakenkreuzes trägt das Bahrtuch in oldenen Lettern den Namen der Gefallenen. Dor ,'bem Sarg ist ein Korb mit riesigen weißen Chrysanthemen niedergelegt. Punkt 12 Uhr zog unter feierlichem Orgelklang ie Ehrenwache der SA. auf, die das bishe- ige Wachkommando der SS.-Standarte „Deutsch- i'nb" ablöste Die Ehrenwache mit den Fahnenträ- ern der die Namen der Gefallenen tragenden raditionsstürme nahm hinter den Särgen Aufstellung. Die Angehörigen der Gefallenen wohnten dem Aufbahrungsakt bei. Schon lange vor der Stunde, die für die feierliche Ueberführung in die nördlich des Siegestores gelegene Leopoldstraße vorgesehen war, säumten dichte Menschenmengen die Straßen, die von den Friedhöfen in die Stadt hereinführten. Das Licht der Schaufenster erlosch, die Straßenbeleuchtung wurde ausgeschaltet. Tommelwirbel kündete das Herannahen der Trauerparaden. Die von sechs Pferden gezogene Lafette mit dem Sarg, der mit dem Bahrtuch geschmückt war, wurde auf dem ganzen Weg von sechs alten Kämpfern in ordengeziertem Braunhemd, entblößten Hauptes geleitet. Ehrenstürme der SA., der SS., der NSKK., eine Abteilung des Arbeitsdienstes mit geschultertem Spaten und eine Bereitschaft politischer Leiter marschierten verhalte- nen Schrittes in dem Ehrenkondukt. Zu beiden Seiten des Marschweges standen in Abständen von je zehn Metern SA.Männer mit Fackeln. < W x^Wc- ilE /■SV: ■ - "A vNfc i 1 Seit Donnerstagnachmittag standen die Zinksärge der 16 Gefallenen in den Hallen des Wald-, Ost- und Nordsriedhofs in München, wo SA.-Männer die Ehrenwache hielten. (Bildtelegramm: Scherl-Bilderdienst-M.) Feierliche Trauerparade Tiefe Dunkelheit — nur durchbrochen durch die lrdernüen Fackeln der spalierbildenden SA. — lag über den Straßen, als gegen 22 Uhr die drei großen Trauerzüge mit den gefallenen halben des 9. November 1923 sich in der Ludwig- straße zum gemeinsamen Zug durch das Ziegestor in die Feldherrnhalle ver- einigten. Beim Einschwenken in die Leopold- straße wurden die Lafetten mit den 16 Särgen von bm Abordnungen der SA., SS und NS^K., des Arbeitsdienstes und der Politischen Leiter empfange. Auch die 3000 Unterführer aus dem gan- , n Reim waren bereits von der Kundgebung im j rtus Krone heranmarschiert, ebenso die alten . ärnpfer, die gerade das große Erlebnis der führerrede im Bürgerbräukeller hinter sich hatten. . i ihnen gesellten sich die Riesenkolonnen der |) 0 0 0 Fahnenträger und der Abordnungen, Je die Standarten der Bewegung aus dem ganzen 5/lch nach München gebracht hatten. Kurz vor dem | eqestor nahmen je 8 der Lafetten auf der west- lihen und östlichen Seite der Leopoldstraße Auf- fjiUung. Dann setzte sich langsam und feierlich die Teauerparade in Bewegung, um die 16 ersten Äutopjer des Kampfes für das Dritte Reich durch dos Siegestor zu geleiten. Die B l u t f a h n e, gefolgt von sämtlichen Standarten, flatterte dem ncchtlichen Zuge voran. Eimug durch das Siegestor. Unter Trommelwirbel hat die Spitze des Zuges das Siegestor erreicht. Es liegt eine tiefe Symbolik darin, baß die Männer, die im Kugelregen der Reaktion vor zwölf Jahren zusammenbrachen, nun doch als Sieger durch das Siegestor in die Stadt München einziehen; einziehen, wie nie Fürsten in diese Stadt einzogen. Und nun wird das Wort wahr, das der Führer auf das Mahnmal in der Feldherrnhalle setzte: „U nd ihr habt doch gesiegt!" Dumpf dröhnen die Trommeln unter den Bogen des Tores und dann tritt aus dem Bogen heraus die Spitze des Zuges, voran Gruppenführer Helfer. Hinter ihm. breit und tief gestaffelt, dunkelrot leuchtend im Fackelschein, der die ganze breite Lud- wigstraße bis hinauf zur Feldherrnhalle erfüllt, die Standarten der Bewegung, die so manchen Namen eines Toten tragen. Hinter den Standarten die B l u t f a h n e , und nun kommen, von je sechs Pferden gezogen, je acht auf einer Straßenseite, d i e Lafetten heran. Mit Hakenkreuzfahnen verhangen stehen auf ihnen die Särge der 16 ersten Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung Nun erstirbt auch das letzte Raunen in den dicht gedrängten Menschenmassen hinter den Spalieren. Ergriffen sind die Gesichter und die Arme heben sich zum stummen Gruß. Langsam und feierlich geht der Zug die Straße weiter hinauf zur Feldherrnhalle. Hinter den Lafetten quillt ein breiter, fast unübersehbarer roter Strom durch das Siegestor: die Fahnen der Bewegung, die aus allen Teilen Deutschlands hier zusammenfluteten, um den Männern, die für die erste Fahne fielen, das Geleit zu geben. Und auch hier wieder eine tiefe Symbolik: Aus der einen blutgetränkten Fahne wurde dieser unendliche rote Strom! Hinter den Fahnen schreitet das Führerkorps der Bewegung, 3000 Mäner aus allen Formationen. Die mitternächtliche WecheKnnde vor der Zeldherrnhatte. Am Odeonsplatz spiegelt sich das gleißende Licht bar Bogenlampen in dem. düsterroten Stoffgrund, her die Sockel der Gebäude ringsum meterhoch oer- kliidet. Es mischt sich mit dem Widerschein der Dpferflammen, die aus den hochragenden, rot um- tl( ibeten Pylonen zum nächtlichen Himmel lodern. D« Stätte des Opfers von 1923 krönt sieghaft das 6jmbol der Bewegung, das silberne Hakenkreuz, bis sich leuchtend von dem dunklen Grunde des kmentuches über den silbernen Runen des Sieges abhebt. Opferflammen krönen auch die letzten Py- loien, die am Ende des Marschweges jenes Opfer- ,’uges von 1923 dis Namen Horst Wessel und Herbst Norkus tragen. Aw Mahnmai hält die SS. bi. Ehrenwache, in Gesicht und Haltung lebendige Birförperung des Willens zum Siege, des Wissens ur» den Endsieg Im Hintergrund der Feldherrnhalle erblickt man 16 Pylonen, auf denen sich vom roten Grund in Ai'ld die Zeichen der Bewegung abhebön. Hier wird oufgebahrt werden, was sterblich an den Kämpfern ton 1923 war. Die Zeichen der Bewegung wal- len in langen Bahnen herab von den Gebäude, dieses klassischen Platzes, sie leuchten von den gewaltigen Masten vor der Feldherrnhalle, wo sie sich mit dem Symbol der Jugend vereinen, deren gr»ßter Stolz es ist, des Führers Namen zu tragen. Dis Tribünen, die den Platz rings umgeben, füllen sich mit den Angehörigen der Gefallenen, mit den Tosten des Führers, unter ihnen auch die biploma- tiffjen Vertreter des Auslandes mit den Vertretern der Partei und ihrer Gliederungen, soweit sie nicht in der Trauerparade marschieren. Dor der Halle zieht der Ehrensturm der Leibstandarte Adolf Hitler mit einem Spielmannszug und seinem Musikzug auf. Um 23.30 Uhr erscheint der Stellvertreter des Führers mit dem Stabschef der SA., dem Reichsführer SS., dem Korpsführer des NSKK., dem Reichsjugendführer und der Reichsarbeitsführer, um an den Stufen der Halle die Trauerparade zu erwarten. Und nun hebt eine Totenehrung an, wie sie kein Volk in der Geschichte jemals seinen Gefallenen bereitet hat, eine Totenehrung, die in dem Bekenntnis zu dem Opfer dieser Gefallenen die Bewegung selbst und in ihr das deutsche Volk, dessen Träger und Führer die Bewegung ist, ehrt Der Führer ehrt seine gefallenen Mitkämpfer. Im gleißenden Licht der Scheinwerfer fährt der Führer durch das Siegestor und bann durch die Front der Kolonnen, durch die Fahnengasse zum Odeonsplatz. Ueber dem roten Teppich, über den man soeben die toten Kameraden trug, schreitet er zur Feldherrnhalle hinüber. Vor jedem Sarg verweilt der Führer einen Augenblick mit dem deutschen Gruß. So hält er letzte Zwiesprache mit denen, die ihr Leben für die Idee und damit für Deutschland gaben, letzte Zwiesprache mit seinem Fahnenträger von damals, der sterbend noch die Fahne der SA. umklammerte, ehe sie seinen Händen entfiel, letzte Zwiesprache mit denen, die in der gläubigen Inbrunst begeisterter Jugend oder im gläubigen Bekennermut des Mannesalters die ersten Blutzeugen der deutschen Freiheit wurden. Das Lied vom guten Kameraden erklingt. Kein Laut unterbricht die weihevolle Stille. Kein Laut, als der Führer die Halle verläßt. Noch einmal ein Augenblick von unerhörter Eindruckskraft, als die Front der Halle im gleißenden Licht gewaltiger Scheinwerfer aufleuchtet und in diesem gleißenden Schein die Ehrenwache der Hitlerjugend an den Särgen aufzieht. An der Stätte des Opfers, aus dem die Saat der deutschen Freiheit entsproß, ruhen die toten Helden noch einmal aus auf ihrem letzten Wege, der sie als ewige Wache für Deutschland in feierlichem Siegeszug am Jahrestag ihrer Hingabe einholen wird zur höchsten Ehrung, die das Reich feinen ersten Blutzeugen zu geben hat. Noch einmal ziehen, nachdem Der Führer und sein Stellvertreter mit der Führer- gruppe den Platz verlassen haben, die Mitkämpfer von damals, die Fahnen der Bewegung, die gesamte Führerschaft der Partei und ihrer Gliederungen und die politischen Leiter in feierlichemZuge an der Halle vorüber, noch einmal zu grüßen, was sterblich an den Helden war. Dann wird das deutsche Volk seine Toten grüßen, die starben, damit Deutschland lebe. Sie alle aber nehmen als letzten Blick von der Stätte einer Totenehrung, wie sie gewaltiger und erschütternder noch nicht erlebt wurde, die Worte mit, die sich im Schein der Opfer- flammen und der Fackeln widerspiegeln: „Und ihr habt doch gesiegt!" Ausbohrung in der Feldherrnhalle. In der Halle flammen die Opferfeuer auf, die zu Häupten jedes der Gefallenen in der Stunde feines Einzuges lodern werden, die Bogenlampen verlöschen und über dem weiten Platz spielt nur von dem plötzlich aufkommenden Nachtwind zu lodernder Glut entfacht, der Widerschein der Opferfeuer. Und fast in der gleichen Sekunde flammen die Fackeln auf, deren Träger die Straße der Iraner» Sarabe zu beiben Seiten säumen, burch bie nun er Zug der Toten feinen Weg zur Stätte ihres Opfers nimmt. Lanbsknechtstrommeln fünben mit dumpfen Wirbeln das Herannahen des Zuges. Dann erklingt Musik, während die Menschen in ehrfürch- tigern Schweigen verharren. Und gleichsam den Toten zum letzten Gruße entgegen wehen die Fahnen, wie von Geisterhänden bewegt, in dieser Mitternachtsstunde im Winde. Das ganze Geschehen dieser Stunde ist wie eine Symphonie heldischen Einzuges in Walhall. Die Trauermusik schweigt. Wieder beherrscht der dumpfe Klang der Trommeln die Stunde, kein Laut unterbricht mehr die weihevolle Stille. Trommeln und immer wieder Trommeln, bis die Spitze des Zuges den rotsamtenen Teppich erreicht hat, über dem die toten Helden ihren Einzug in bie burch bie Opfer geweihten Stätte halten werben. Letzter Wirbel der Trommeln, bann erklingt der Präfentiermarsch, während sechs Mitkämpfer jeden der Särge von der Lafette nehmen und in die Feldherrnhalle tragen. Der Zug der alten Kämpfer nimmt Aufstellung vor der Halle, bann erscheinen bie zehntausend Fahnen der Bewegung, wäyrenb das Horst-Wessel-Lieb getragen über den Platz schwebt. Das Volk grüßt seine Toten. Große Teilnahme der Bevölkerung an der Heldenehrung. München, 9. Nov. (DNB. Funkspr.) Als in der dritten Morgenstunde des Samstag nach Been- biguna ber Aufbahrungsfeierlichkeiten an ber Felb- herrnhalle ber Vorbeimarsch ber Fahnenträger unb ber Formationen feinen Abschluß gefunben hatte, strömten Tausenbe unb aber Tausenbe von Menschen aus allen Zugangsstraßen auf ben weiten Platz. In Ehrfurcht zog das Volk an den 16 Särgen vorbei, bie bie sterblichen Ueberrefte ber Gefallenen des 9. November 1923 bergen. Bleich fiel bas Monb- licht auf bas benkwürbige nächtliche Bilb. Im Flacker- schein ber Pylonen entboten die Zehntausend den toten Freiheitskämpfern den letzten Gruß, bevor sie in ihre Ruhe- und Ruhmesstätte in den Ehrentempeln der Bewegung übergeführt werden. Wohl die meisten von diesen Volksgenossen können sich noch ber schicksalhaften Tage unb Stunben bes 8. unb 9. November 1923 erinnern; um so stärker wirkte nun biefe nächtliche Stunbe auf ihre Seele. Stunbe um Stunbe verrann, ber Morgen graute, aber ber lange Zug berer, bie mit bem Deutschen Gruß an ben Särgen vorüberzogen, hatte noch längst kein Enbe gefunben. Immer neue Menschen strömten herbei, um ben Gefallenen ihre Ehrenbezeugung zu erweisen, um baburch an Siefen unvergeßlichen Stunben teilzuhaben. Unb als es aus einem bleischwer über ben Morgen laftenben November-Himmel gegen 8 Uhr zu regnen anfing, marschierten bie Menschen immer noch mit erhobener Hanb vorbei, an ben Stan- barten ber Bewegung, bie bie ganze Nacht über bie Ehrenwache hielten, um ber Verdunbenheit Aus- bruck zu geben mit benen, bie ba in ihren Särgen in ber Felbherrnhalle ihres triumphalen Einzuges in bie „Ewige Wache" harrten. Bis 10 Uhr vormittags, um welche Stunbe der Platz für den öffentlichen Zugang wieder gesperrt wurde, ergoß sich der Strom des Volkes unablässig von der Brienner Straße her, an der Aufbahrungsstätte vorbei in der Richtung zur Residenzstraße. Die Erkenntnis aber nahm jeder, der an dieser Heldenehrung teilnehmen durfte mit: daß ber Marschtritt biefer 16, bie mit bem Führer vor 12 Jahren an biefer benkwürbigen Stätte für Deutschland Freiheit kämpften unb fielen, bas ganze beutsche Volk h i n e i n g e f ü h r t hat in ein neues Reich ber Einigkeit, ber Freiheit unb ber Ehre. Ote Münchener Feier im Echo der Auolandsvresse London, 9. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die führenden Londoner Morgenblätter widmen ben Feierlichkeiten am Dorabenb bes 9. November in München breiten Raum unb veröffentlichen ausführliche Melbungen ihrer Berichterstatter, bie ben bezwingenben Einbruck roieberaeben, ben bie mitternächtliche Feier vor ber Felbherrnhalle unb bie Kunbgebung im Bürgerbräukeller selbst auf kühle auslänbische Betrachter gemacht. „Daily Mail" hebt in ihren Schilberungen hervor, wie bas gesamte Reichskabinett unb bie Parteiführer ben Toten einen einbrucksvollen Tribut gezollt haben, unb wie bie ganze Bevölkerung Münchens währenb ber Nacht in ununterbrochenen Pilgerzügen zur Felbherrnhalle ihren Weg genommen hat. Fast sämtliche Pariser Morgenblätter veröffentlichten ebenfalls ausführliche Berichte von ber Ueberführung ber sterblichen Hülle ber Opfer bes 9. November 1923 in bie Felbherrnhalle von München. Sie schildern den Aufmarsch der S2L, SS. und HI., bie bis zur Feldherrnhalle Spalier bildeten, und die feierliche Ueberführung der sechzehn Särge und schließlich die Ankunft des Füh- rers, der sich vor seinen Kameraden und treuen Gefährten verneigt habe, die ihr Leben für bie Auferstehung bes Dritten Reiches gaben. Die Gefallenen im Gau Sessen-Aassan. Das Gaupresseamt gibt aus Anlaß des 9. November die Liste der gefallenen Parteigenossen im Gau Hessen-Nassau bekannt: 1. Wilhelm W i 1 h e 1 m i, Singhofen, gestorben 6. 3.1927. 2. Karl Ludwig, Wiesbaden, gestorben 10. 4.1927. 3. Heinrich Kottmann, Darmstadt, gestorben 12.5.1928. 4. Kath. Grünewald, Lampertheim, gestorben 3. 8.1929. 5. Erich Jost, Lorsch, gestorben 5. 8.1929. 6. Hans Hobelsberger, Biblis, gestorben 17.11.1931. 7. Hans Handwerk, Frankfurt a. M., gestorben 5. 7.1932. 8. Heinrich Grasmeher, Steeden, gestorben 11. 7.1932. 9. Christian Crößmann, Pfungstadt, gestorben 26. 2.1933. 10. Josef Dieser, Frankfurt a. M.-Höchst, gestorben 28. 2.1933. 11. Andreas Weidt, Höchst i. O., gestorben 3. 3.1933. 12. Peter Fries, Darmstadt, gestorben 17. 3.1933. 13. Wilhelm Hofmann, Wölfersheim, gestorben 18.4.1933. Oberbannführer potthoff Führer des Gebietes Hessen-Nassau. LPD. F r a n k f u r t a. M., 8. Nov. Der Reichs- jubenbführer hat ben bisherigen kommissarischen Führer bes Gebiets Oberbannführer Herbert P o 11- hoff mit Wirkung vorn 9. November 1935 m i t der Führung des Gebiets 13 Hessen- Nassau beauftragt. Befördert wurden ebenfalls mit Wirkung vom 9. November 1935: In der Gebietsführung: Bannführer Paul W a g ne r, kommissarischer Führer bes Jungvolks im Gebiet, zum Oberjungbannführer. In ben Abteilungen ber Gebietsführung: Unterbannführer Zeruhn, Leiter ber Verwaltungsabteilung, zum Bannführer; Unterbannführer Ab am, kommissarischer Leiter ber Personalabteilung, zum Bannführer; Unter- bannführer Buß, Bezirksjugenbpfleger, zum Bannführer; Gefolgschaftsführer Feser, Leiter ber Ge- sunbheitsabteilung, zum Unterbannführer; Scharführer Wehn, kommissarischer Leiter ber Kulturabteilung, zum Gefolgschaftsführer. Ferner würben beförbert: Unterbannführer Garben, Führer bes Bannes 98 Hanau, zum Bannführer, unb Gefolgschaftsführer Koschemann, kommissarischer Führer bes Jungbannes 115 Darmstabt, zum Stammführer. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Jranffurt Vom Atlantik ziehen fortgesetzt kleinere Störungsgebiete über Frankreich hinweg ostwärts. Sie bedingen auch bei uns wechselhaftes und zeitweise auch regnerisches Wetter. Doch hat sich immer wieder zwischen zwei aufeinanderfolgenden Störungsgebieten mit Druckanstieg vorübergehende Besserung eingestellt. Eine Aenderung ber bestehenden Witterungsverhältnisse ist zur Zeit noch nicht absehbar. Aussichten für Sonntag: Zeitweise auf« heiternd, doch keine Besserung, noch immer Fortdauer ber unbeständigen und zeitweise auch regnerischen Witterung, bei lebhaften Winden aus südlicher Richtung mild. Lufttemperaturen am 8. November: mittags 10,1 Grad, abends 8,1 Grad; am 9. November: morgens 6.7 Grad. Maximum 10,3 Grad, Minimum 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. November: abends 8,3 Grad; am 9. November- morgens 7,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein, bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. MonatsbeAugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 PL Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zell P PrelsIP« Nr. H nnpt L fluni 1QAK Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamleifen,Glückwünsche u. Geschenke danken recht herzlich Ludwig ßofmann VI. und Frau Marie, geb. Moos. Gasthaus „Zum Löwen". Lollar, den 9. November 1935. 6479 D Reelle Bezugsquelle Neue Gänsefedern mit Daunen,ungerissen, doppelt gereinigt Pfd.2.-, allerbeste Qualität 2.50, nur kleine Federn mit Daunen 3.50, Halbdaunen 5.- u. 5.50, gereinigte, gerissene Federn mit Daunen 3.25 u. 4.25, hochpr. 5.25, allerf. 6.25, la Volldaunen 7.- u. 8.-. Für reelle, staubfr. Ware Garantie. Vers. geg. Nachn. ab 5Pfd.portofrei. Pa.Inlette mitGarantie billigst.Nichtgefall. auf m.Kosten zurück. Willy Manteuffel, Gänsemästerei, Neutrebbin 26d (Oderbr.). Ältestes und größtes Bettfedern-Versand- geschäft des Oderbruches. 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Während auf der Südfront der italienische Bormarsch von der Somaliküste her durch die Wüste Ogaden nur sehr langsam oonstatten geht und nach einigen erfolgreichen Gefechten am W e b i Schebeli ins Stocken geraten zu sein scheint, haben im Norden die italienischen Truppen nach sehr sorgfältigen Vorbereitungen das nächste strategische Ziel, die alte befestigte Stadt M a k a l l e, anscheinend erreicht. Einzelheiten darüber sind im Augenblick noch nicht bekannt und die verworrene Berichterstattung über die Einnahme von Adua mahnt zur Vorsicht und warnt vor Spekulationen, die vielleicht erst in Wochen in den Bereich des Möglichen rücken. Denn soviel kann jedenfalls schon heute mit einiger Sicherheit gesagt werden, nur zwei militärische Ereignisse könnten auf dem ostafrikanischen Kriegsschauplatz ausschlaggebende Bedeutung gewinnen, das ist einmal die Unterbrechung der Eisenbahn von Djibouti nach Addis Abeba oder gar die Verbindung der eritreischen Truppen mit dem von der Somaliküste aus angesetzten italienischen Expeditionskorps. Beides aber sind strategische Ziele, die auch nach der Einnahme von Makalle volle vier Wochen nach Beginn der Operationen noch in weiter Ferne zu liegen scheinen. Besonders interessant sind Meldungen vom nördlichen Kriegsschauplatz, die von einem Vormarsch der rechten' italienischen Heeressäule zwischen Setit und Takazze auf das alte abessinische Kulturzentrum G o n d a r wissen wollen. Damit würden die italienischen Streitkräfte in das Grenzgebiet des von Aegypten und England gemeinsam beherrschten Sudan gelangen. Wenn auch Gondar noch nördlich des vielgenannten Tana-Sees liegt und der Blaue Nil, der als Wasserspender für die Baumwollplantagen des Sudan der politisch empfindlichste Nerv dieser Gegend ist, den Tana-See nach Süden zu verläßt, so würde doch eine Fortsetzung der militärischen Operationen in diesem Teil Abessiniens die italienisch-britische Spannung bestimmt nicht vermindern. Man ist ohnehin auf beiden Seiten enttäuscht über das magere Ergebnis, das die Besprechungen zwischen dem Duce und dem britischen Botschafter in Rom Sir Eric Drummond gehabt haben. Der unermüdlichen französischen Vermittlung war es gelungen, Mussolini zur Zurückziehung einer italienischen Division aus Libyen zu bewegen. Italien hatte diese Geste gemacht, ohne eine Gegenforderung zu stellen, aber man hatte in Rom doch vermutet, daß England dieses Zeichen guten Willens mit einer Verminderung seiner Mittelmeerflotte beantworten werde. Davon war indessen keine Rede. In London wurde vielmehr erklärt, daß die italienische Truppenmassierung in Libyen, die man als beabsichtigte Verstärkung des zweiseitigen Drucks auf Aegypten empfinde, durch den Abtransport von nur einer italienischen Division nicht ausreichend abgeschwächt sei, um England zum Verzicht auf seine flottentaktischen Vorsichtsmaßnahmen im Mittelmeer zu veranlassen, zumal diese italienische Division nur nach Tripolis verlegt sei und die drei in Libyen verbliebenen immer noch das Dreifache des Normaletats darstellten. Enaland wünscht die Gelegenheit des Daseins großer Teile seiner Heimatflotte im Mittelmeer zu einer grundsätzlichen Klärung zu benutzen, die weit über den Abessinienkonflikt hinaus Italiens Einstellung 3um Mittelmeerproblem überhaupt einbezieht. Führende Persönlichkeiten des Faschismus haben ebenso wie die italienische Regierungspresse mit überraschender Offenherzigkeit sich über die kolonialpolitischen Ziele verbreitet, die Italien mit der Einverleibung Abessiniens in sein ostafrikanisches Kolonialreich verfolge. Eine rege italienische Propaganda in Aegypten und Arabien hat das übrige getan, um die öffentliche Meinung Englands hellhörig zu machen und auch die britische Diplomatie aus der zu Beginn des Abessinienkonflikts beobachteten lässigen Nonchalance aufzuscheuchen. Sobald sie erkannte, daß das hier entwickelte imperialistische Programm des Faschismus keine Zukunfsmusik irgendwelcher unverantwortlicher Phantasten war, sondern daß hinter ihm die geballte Kraft eines unter zielbewußter Führung zu höchster Energie zu- sammengerissenen Volkes stehe, setzte die brittsche Diplomatie mit ihrer Gegenaktion ein. Die führenden britischen Staatsmänner haben in ihren Wahlreden immer wieder versichert, daß Englands Stellung im Abessinienkonflikt ausschließlich bestimmt werde durch seine Treue zum Völkerbund und zu den durch den Völkerbundspakt übernommenen Verpflichtungen, daß England keine eigensüchtigen Interessen verfolge und niemals eine Sonderaktion außerhalb des Rahmens der in Genf beschlossenen Sanktionsmaßnahmen gegen das als Angreifer bezeichnete Italien beabsichtige. Es ist schwer, etwas gegen diese Auffassung vorzubringen, da der Zwang, die Lebensinteressen des britischen Weltreichs an einer seiner Schlagadern unter allen Umständen und mit allen tauglichen Mitteln zu schützen, mit der Pflicht, das Ideal des Völkerbundes vor einer weiteren, vielleicht tödlichen Erschütterung zu bewahren, in eine gemeinsame Linie ausmündet. England brauchte sich also nur auf seine Pflicht als Völkerbundsmitglied zu besinnen und den bislang von Frankreich behaupteten doktrinären Standpunkt einzunehmen, um ein außerordentlich brauchbares Instrument zur Verteidigung seiner Interessen in die Hand zu bekommen. Das zweite Werkzeug war seine Flotte. Und mit diesen beiden, den vom Völkerbund beschlossenen Sanktionen und der um beträchtliche Teile der Heimatstreitkräfte verstärkten britischen Mittelmeerflotte (nach unterstrichen durch die britisch-französische Abrede über eine militärische Zusammenarbeit) soll nun Italien gezwungen werden, nicht nur auf die Frage nach seinen Zielen in Ostafrika Rede und Antwort zu stehen, sondern auch über seine Flotten- mtitif, seine Stellung im Mittelmeer, in Aegypten Arabien und Vorderasien Auskunft zu geben. Unter diesem dovpelten Druck will England den ehemaligen Freund und Bundesgenossen veranlassen, seine Kolonialpolitik den Bedürfnissen nach Sicherheit des britischen Weltreichs, die man in London selbstverständlich nur in einer unbedingten Heber» leqenheit im Mittelmeer und an den Gestaden des Roten Meeres sieht, anzupassen. Hierüber scheinen, wenn man aus den spärlichen Andeutungen schließen darf, die britisch-italienischen Verhandlungen in Rom zu gehen. Das Problem ist in seiner Gesamtheit weiträumig genug, um vielerlei Möglichkeiten für eine Lösung zu bieten, die England, Italien und dem Völkerbund gerecht wird, die also Italiens Vrestige als Großmacht schont und seine kolonialen Wünsche hinlänglich berücksichtigt, ohne Englands Interessenbereich zu berühren. Daß eine solche Lösung „im Rahmen des Völkerbundes^ liegen wird, Ein Brief des Führers an Franz Seldle. Berlin, 8. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an den Bundesführer des NSDFB. (Stahlhelm) folgendes vom 7. November 193£ datiertes Schreiben gerichtet: Mit dem heutigen Tage ist der Neuaufbau der deutschen Wehrmacht durch die Vereinigung des eingezogenen ersten Rekrutenjahrganges auf das Dritte Reich und feine Flagge gekrönt worden. Die deutsche Wehrmacht ist damit wieder für alle Zukunft dieTräger in derdeutschen Waffe und die Hüterin ihrer Tradition. Gestaltender Wille und Ausdruck der politischen Macht ist die V a r t e i. Unter diesen Umständen halte ich die Voraussetzungen für eine Weiterführung des „Stahlhelm" als nicht mehr gegeben. Denn das Ziel des Stahlhelm war, die Tradition des alten Heeres zu hüten und sie zu verbinden mit dem Streben nach der Wiederherstellung eines starken Reiches, das in einer neuen Wehrmacht den eigenen sicheren Schutz und Schirm seiner Freiheit besitzen soll. Nun nach der Erreichung dieses Zieles möchte ich Ihnen als dem Führer des Stahlhelmbundes und allen seinen Angehörigen ausrichtigen Dank sagen für d i e Arbeit und die großen Opfer, die Sie gebracht haben im Dienste dieses Ideals. Um den alten Mitgliedern des NSDFB., die schon vor der Machtübernahme für die Befreiung des Reiches gekämpft haben, die Möglichkeit zu geben, an dem weiteren Ringen um die Ausgestaltung des nationalsozialistischen Dritten Reiches teilnehmen zu können, hebe ich für diese die sonst bestehende allgemeine Mitgliedssperre der NSDAP, auf. Die Heber» nähme solcher alter Stahlhelmmitglieder kann nicht korporativ, sondern nur durch Einzelanmeldung erfolgen. Außer den allgemeinen Bedingungen für die Aufnahme in die NSDAP, und ihre Gliederungen, der SA., SS., des NSKK. erachte ich noch besondere Hebereinkommen für notwendig, die mit dem Reichsschatzmeister bzw. mit den Führern dieser Gliederungen auszumachen sind. Die letzte Entscheidung über die Aufnahme in d i e NSDAP, trifft der Reichsschatzmeister im Einvernehmen mit den zuständigen Hoheitsträgern der Partei (Gauleiter, Ortsgruppenleiter usw.) Heber ie Aufnahme ehemaliger Stahlhelmer i n d i e SA. entscheidet der Stabschef der SA. Heber die Aufnahme e h em ali ge r Stahl- Helmer in d i e SS. entscheidet der Reichsführer SS. lieber die Aufnahme ehemaliger Stahlhelmer in das NSKK. entscheidet der Korpsführer des NSKK. Diese werden nach pflichtgemäßem Ermessen entscheiden. Um jenen Mitgliedern des Stahlhelm, die nicht den Willen zur politischen Tätigkeit oder Mitarbeit in sich empfinden, die Möglichkeit einer Fortführung der Pflege ihrer soldatischen Erinnerungen zu geben, empfehle ich den Eintritt in den Kyffhäuserbund. Die Liquidation des NSDFB. (Stahlhelm) und seiner wirtschaftlichen Einrichtungen und Unternehmungen hat durch die Bundesführung oder deren Beauftragten zu erfolgen. Der Reichsschatzmeister der NSDAP, ist bereit, bei dieser Liquidation ausschließlich beratend mitzuwirken, allein ohne jede Uebernahme sich daraus etwa ergebender vermögensrechtlicher Verpflichtungen. Indem ich Ihnen, Pg. S e l d t e und Ihren einstigen Mitkämpfern noch einmal für ihre große idealistische Arbeit und die vielen Opfer zur Wiederaufrichtung eines neuen Reiches danke. dafür werden dann schon Frankreich und England sorgen, sobald erst die materiellen Grundlagen für eine Einigung gefunden sein werden. Es ist allerdings unwahrscheinlich, daß man schon, wie die Engländer es hoffen, bis zum 18. November, dem Tage des Inkrafttretens der Sanktionen, soweit sein wird. Auch in Rom glaubt man nicht an eine so baldige Einigung, so sehr man sie auch wünschen möchte; denn die italienischen Militärkreise scheinen sich darüber klar zu sein, daß die Zeit mit den Abessiniern ist, und daß die Schwierigkeiten für die italienische Kriegführung erst kommen, wenn ihre Truppen weiter ins Innere Vordringen und dort dann auf die inzwischen erheblich besser ausgerüsteten und an den modernen Krieg gewöhnten abessinischen Hauptkräfte stoßen werden. Die Genfer Sanktionsdrohung hat inzwischen das italienische Volk zu Heller Empörung entflammt. Sie richtet sich begreiflicherweise in erster Linie gegen England, in dem man in Rom die Triebfeder der ganzen Sanktionspolitik des Völkerbundes sieht. Die Demonstrationen gegen englische Läden in den italienischen Großstädten und die Boykottbewegung gegen britische Waren, die seit einigen Tagen sich auch auf Waren französischer Herkunft erstreckt, sind ein Beweis, wie schnell ein Land in der Volksstimmung vom traditionellen Freund, mit dem man sich seit einem halben Jahrhundert auf Gedeih und Verderb verbunden glaubte, zum bitter gehaßten Feind werden kann. Es ist sicher, daß diese Volksstimmung eine diplomatische Lösung nicht erleichtert, besonders wenn die Sanktionen tatsächlich in Kraft treten und auf die Kriegführung Italiens wie auf das tägliche Leben des italienischen Volkes ihre Wirkung ausüben werden. Italien ist zu äußerstem Widerstand und allen nur möglichen Gegenmaßnahmen entschlossen. Dabei kommt ihm zustatten, daß das Netz der Sanktionsländer ja keineswegs so lückenlos ist, um einen schnellen Erfolg zu verbürgen. Oesterreich, Ungarn und die Schweiz haben sich, obwohl sie Mitglieder des Völkerbundes sind, auf Grund ihrer besonderen Stellung zu Italien von vornherein von den Sanktionen ausgeschlossen. Die Schweiz führte im Vorjahr 9 v. H. ihrer Gesamtausfuhr nach Italien aus, die Einfuhr aus Italien betrug etwa 8 o. H. der Gesamteinfuhr, womit die Schweiz in der italienischen Kundenliste an dritter Stelle stand. In der Handelsbilanz Oesterreichs steht Italien als Abnehmer österreichischer Waren an zweiter Stelle, während Oesterreichs Einfuhr aus Italien beträcht- bin ich zugleich überzeugt, daß die Geschichte auch in fernen Zeiten diesen Beitrag zur Erhebung der deutschen Nation nie vergessen wird. Die Würdigung muß aber eine um so höhere sein, je einheitlicher und geschlossener das Resultat aller Anstrengungen zur Wiederaufrichtung eines neuen Reiches fein wird. Was heute daher vielen ehemaligen Stahlhelmmitgliedern als ein schweres Opfer erscheinen mag, ist nichts anderes als die geschichtliche Aufwertung der bisherigen Arbeit und Leistungen. Denn vor der Zukunft unseres Volkes werden wir nur dann gut bestehen können, wenn es uns gelingt, das uralte Hebel deutscher Zersplitterung nicht als Grundzug unseres Wesens weiter zu erhalten, sondern erfolgreich zu überwinden. E i n Volk, e i n Reich, e i n politischer Wille und ein Schwert! Sie und Ihre Mitkämpfer bitte ich, nun auch weiter mitzuhelfen an diesem gewaltigen Werk deutscher Lebensbehauptung. gez. Adolf Hitler. Seldtes Antwort an den Führer. Der Bundesführer des NSDFB. (Stahlhelm) richtete an den Führer und Reichskanzler folgendes Antwortschreiben: Mein Führer! Mit aufrichtiger Dankbarkeit bestätige ich den Empfang Ihres heutigen Schreibens. Mit mir danken Ihnen meine Kameraden vom NSDFB. für die hochherzigen Worte der Anerkennung, die Sie dem Kampfe des Bundes für die innere und äußere lich geringer ist. Ungarn nimmt etwa 10 v. H. der Ausfuhr Italiens auf. Man hat natürlich nichts unversucht gelassen, auch die Mächte in den Kreis der Sankttonen einzubeziehen, die dem Völkerbund nicht angehören oder Genf den Rücken gekehrt haben. Das ist nicht gelungen. Brasilien, das in dem letzten Jahrhundert die größte Zahl feiner Einwanderer (1,4 Millionen) aus Italien erhalten hat und in dessen Handelsbilanz Italien als Kunde an fünfter Stelle steht (Kaffee, Kakao und Gummi) hat bereits erklärt, an den Sankttonen nicht teilnehmen zu wollen. Die Vereinigten Staaten haben ihre Neutralität verkündet und Präsident Roosevelt hat vor dem Waffenexport nach beiden kriegführenden Ländern ausdrücklich gewarnt und auch ein Ausfuhrverbot kriegswichtiger Rohstoffe angedroht. Aber sowohl Kupfer, wie Baumwolle und Stahl sind noch im vergangenen Monat an Italien geliefert worden, wenn auch im Ganzen der Handelsverkehr zwischen beiden Ländern im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen ist. Das liegt aber wesentlich an der amerikanischen Forderung nach Barzahlung, der die Italiener nur durch Verwendung des italienischenBesitzes an amerikanischen Wertpapieren entsprechen konnten. Da dieser aber nur etwa 25 Millionen Dollar beträgt, wird es hier bald zu Schwierigkeiten kommen. Die Verschiffungen an Petroleum lagen in den beiden letzten Monaten 600 v. H. über denen des Vorjahres. Wie die Oelzufuhr allerdings unter der Wirkung der wachsenden italienischen Devisenknappheit sich weiter entwickeln wird, steht dahin. Das Deutsche Reich hat sich durch Erörterungen in der internationalen Presse genötigt gesehen, noch einmal seine strikte Neutralität und auch seine Nichtbeteiligung an irgendwelchen Sanktionen ausdrücklich zu verkünden, obwohl beides sich für Deutschland aus der politischen und wirtschaftlichen Gesamtlage von selber ergab. Das bereits zu Beginn des Abessinienkonflikts erlassene Waffenausfuhrverbot nach beiden kriegführenden Ländern kennzeichnet am besten Deutschlands Haltung, die nur die eines kühlen Beobachters in einem Streit ist, an dem das Reick politisch gänzlich uninteressiert ist, den es nur oeshalb bedauert, weil er geeignet ist, die Gesundungserscheinungen in der Weltwirtschaft zu hemmen. Deutschlands Interesse geht nur dahin zu verhindern, daß die infolge der Sanktionsmaßnahmen zu befürchtende Verknappung der Rohstoffe nicht den Aufbau der deutschen Wirtschaft berührt und Preissteigerungen auf dem Welttebensnnttelmartt auch unsere ErnährungsBefreiung der deutschen Nation gezollt haben. Dieser unser aller Dank ist um so herzlicher und freudiger, als er dem Manne und Frontsoldaten gilt, der dem deutschen Volke seine innere und äußere Freiheit wiedergeschenkt hat, die in der Wiederherstellung der Wehrhoheit ihren lebendigsten Ausdruck fand. Hierdurch hat auch das Wollen und Ringen des Stahlhelm den Abschluß gefunden, den meine Kameraden und ich allzeit mit heißem Herzen und nach bestem Wissen und Gewissen erstrebt haben. Meine Kameraden und ich sind besonders dankbar dafür, daß Sie die Reinheit unseres Wollens anerkennen, indem Sie den Angehörigen des Stahlhelms den Eintritt in die Partei und ihre Gliederungen ermöglichen. An dem historischen Tag, an dem durch Ihren Befehl die wieder erstandene Wehrmacht die von Ihnen gegebene Fahne aufzieht, wollen wir alten Kameraden des NSDFB. (Stahlhelm) es als einen symbolischen Akt ansehen, wenn wir am gleichen Tage unsere alten Fahnen einziehen und unsere Ziele für erreicht erklären. Wir tun dies mit dem Dank des Kämpfers, der es noch erleben darf, daß feine Ziele und Ideen Erfüllung und Gestaltung fanden. Ich danke Ihnen nochmals für das Wohlwollen und die Anerkennung, die Sie meinen Kameraden und dem Bunde zuteilwerden ließen. Ich melde Ihnen, mein Führer, hierdurch die von mir befohlene Auflösung des NS.-Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm). Heil Hitler! Gez. Franz Seldte. wirtschaft in Mitleidenschaft zieht. So ist die deutsche Politik einzig und allein auf die Sicherung des Friedens gerichtet, weder kriegerische Verwicklungen noch anormale wirtschaftliche Verhältnisse kann das deutsche Volk bei seiner friedlichen Aufbauarbeit gebrauchen. Makalle und Gorrahai in italienischer Hand. Ausgangspunkt für weitere Operationen. Asmara, 8. Nov. (Funkspruch des kriegsbe- richterflallers des DNB.) Am Freitagfrüh zogen die italienischen Truppen in Makalle ein. Als erste rückten eine Abteilung Infanterie unter der Führung des Oberst Broglia, ferner Bersaglieri und Mannschaften des Ras G u g f a mit wehenden Fahnen in die Stadt ein. Die italienischen Truppen bezogen unterhalb des alten, heute zerfallenen italienischen Forts, das im Jahre 1896 geräumt werden mußte, Viwack. Ras Gugfa nahm im Namen Italiens Besitz von seinem Schloß Makalle. Die Besetzung von Makalle erfolgte ohne daß die italienischen Truppen auf feindlichen Widerstand geflohen wären. Eingeborenenpakrouillen des Korps Maravigna haben südlich und westlich von Aksum Streifzüge in die Gegend des Tasa* n a s e e s unternommen, wo es zu kleineren Zusammenstößen mit abessinischen Banden kam, die in die Flucht geschlagen wurden. Einiges Vieh blieb dabei in italienischen Händen. General de Bono hat folgendes Telegramm gesandt: „Unsere Fahne, die am 22. Januar 1896 von der Festung Makalle herabgenommen werden muhte, flattert jetzt von neuem dank der nationalen und eingeborenen Truppenabteilungen über diesem Fort." Gorrahai, auf das sich die Bemühungen der italienischen Truppen an der Südfront während der letzten Wochen immer mehr konzentrierten, ist von den Truppen der Armee des Generals G r a; i a n i Freitag mittag ebenfalls beseht worden. Damit haben die Italiener einen der wichtigsten strategischen Punkte an der Südfront in ihre Hand bekommen. Mit der Besetzung Ma kaltes haben die italienischen Truppen eine wichtige Ausgangs* Aufruf Franz Seldtes an feine alten Stahlhelmkameraden. Berlin, 8. Nov. (DNB.) Franz Seldte hat an feine alten Stahlhelmkameraden einen Aufruf gerichtet, in dem er sagt: „Kameraden! Ich habe den Auflosungs befehl für sämtliche Gliederungen des NSDFB. (Stahlhelm) g e • mäß der Willenskundgebung des Führers mit Wirkung vom 7. November 1935 bekanntgegeben. Wir danken dem Führer und Frontsoldaten Adolf Hitler für die ehrenden Worte der Anerkennung, die er für die Arbeit aller Kameraden im Dienste des Vaterlandes und im Befreiungskämpfe ausgesprochen hat. Wir danken dem Führer besonders dafür, daß er in Anerkennung der Leistung der Kameraden d i e Partei den alten Kameraden öffnet und ihnen die Zugehörigkeit zu der von ihm geschaffenen Bewegung und die weitere aktive Mitarbeit zum Wohle des Vaterlandes in der Partei und ihren Gliederungen ermöglicht. Denn wir alle haben nur das eine Ziel gehabt und haben nur das eine Ziel, zumWohle Deutschlands wirken zu können. Als die Gründer des Stahlhelms am 13. November 1918 zu Magdeburg sich gelobten, ungesäumt und unerschüttert den Freiheitskampf gegen innere und äußere Feinde aufzunehmen, mußte aus dem Erleben des Krieges und aus dem Frontgeist heraus bie Gründung eine soldatische sein. Wir stellten keine politischen Ziele auf, sondern erhoben die soldatische Forderung nach der Wehrhoheit mit ihrer allgemeinen Dienstpflicht. Fast 300 tote Kameraden und weitere über 4000 verwundete Kameraden mußte der Bund auf seinem schweren Wege verzeichnen. Wir haben dann unserem Wege eine neue Richtung gegeben, als der Führer und Frontsoldat Adolf Hitler seine nationalsozialistische Bewegung zum Siege führte. Wir schwenkten ein. Mit dem Wiedererstehen der Wehrmacht ist die Aufgabe des NSDFB. (Stahlhelm) erfüllt, um so mehr als die Armee keine neue Armee ist, sondern jene ruhmvolle stolze Armee, die wir mit bildeten, die für sich in Anspruch nehmen kann, Trägerin und Hüterin einer einzigartigen Tradition zu sein. Wir alten Stahlhelmkameraden rollen unsere Fahne ein am 7. November 1935, wenn am gleichen Tage die neue vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht verordnete ^Kriegsflagge der deutschen Wehrmacht am Maste 'auffteigt. Ich danke allen Kameraden für ihre Kameradschaft, für ihre Arbeit, ihren opferbereiten, selbstlosen Einsatz und für ihre Treue für den Bund, für das Reich, für den Führer. Möge unser Geist der Front und der Kameradschaft immer der (Bei ft der deutschen Wehrmacht sein und bleiben, damit sie immer für den deutschen Führer und für das deutsche Volk Schutz und Trutz in Friedenszeit und in Notzeit ist. Frontheil! (gez.) Franz Seldte."' stellung für ihre weiteren Operationen gewonnen. Die Danakil-Abteilung steht augenblicklich bei Az bi. Sobald sämtliche Truppen um Makalle konzentriert sind und der Nachschub gesichert ist, dürfte der Vormarsch in Richtung D e s s i e angetreten werden. Voraussichtlich wird der westliche Flügel dem Lauf des Flusses Takazze folgen, um dann westlich nach dem Tana-See vorzustoßen. Die italienischen Blätter stellen die Einnahme von Makalle vom militärischen und moralischen Standpunkt aus in eine Reihe mit Adua und Adigrat, da es auch hier darum gegangen fei, eine Stellung wiederzuerkämpfen, mit der bittere Erinnerungen der italienischen Kolonialgeschichte verknüpft sind. Gorrahai in Ogaden ist ein äußerst wichtiger strategischer Punkt, da er alle Karawanenstraßen nach den verschiedenen Himmelsrichtungen sowie den Zugang zu den Hauptwasser st ellen beherrscht. Mit der Besetzung dieses Ortes würde für die italienischen Truppen die Gefahr vermieden, künftig Kämpfe in der ungesunden Tiefebene von Gorrahai zu führen. Die Einnahme von Gorrahai öffne den Weg nach Harrar. Man rechnet mit abessinischem Widerstand auf der Linie Gondar-Debra, Tabor-Socota, Amba- Alagi und Quorum. Die römischen Besprechungen gehen weiter. London, 9. Nov. (DNB. Funkspr.) Das Reu- tersche Büro wendet sich gegen eine Meldung, wonach ein englisch-italienisches Flottenabkommen abgeschlossen worden sei, und erklärt, diese Meldung müsse auf einem Mißoer st änd- n i s im Zusammenhang mit den Besprechungen der italienischen Flottensachoerständigen in London oder mit den Unterredungen zwischen Sir Eric Drummond und Mussolini in Rom beruhen. Es werde jedoch auf Grund des in den englisch-italienischen Besprechungen erzielten Fortschrittes voraussichtlich eine weitere Zusammenkunft zwischen Mussolini und dem britischen Botschafter in Rom am Samstag stattfinden. Man hoffe, daß dann ein weiterer Schritt zur Milderung der englisch-italienischen Spannung im Mittelmeer zustande komme. Ein endgültiger Beschluß sei jedoch noch nicht erzielt worden. Deutsche kehren aus Abessinien heim. Ein schwedischer Jnstruktionsoffizier berichtet. An Bord der „Usambara", 8. Nov. (DNB.) Mit dem Dampfer „Usambara" der Woer- mann-Linie kehrte eine Gruppe von Deutschen, die in Abessinien ansässig waren, in die Heimat zurück. Ein Vertreter des DNB. hatte während der Fahrt von Cuxhaven nach Hamburg Gelegenheit, mit den Heimkehrern über ihre Eindrücke in Abessinien zu sprechen. Herr Elb ers arbeitete am Bau von Missionsgebäuden, auch im Inneren des Landes. Mit dem Ausbruch der Feindseligkeiten hörten jedoch die notwendigen Rohstofflieferungen, in der Hauptsache Holz, völlig auf, so daß man die Arbeiten e i n st e l l e n mußte. Er berichtet, daß noch viele Deutsche in Abessinien geblieben seien, die meisten hätten allerdings ihre Frauen und Kinder zurückgeschickt. In Addis Abeba und ebenso an der Eisenbahnlinie nach Dschibuti merke man vom Krieg nicht viel. Lediglich die einzige große Eisenbahnbrücke, die Hawasch-Brücke, sei stärker bewacht. Für die Europäer bestehe keine besondere Gefahr. Der Negus tue alles, um den Ausländern seinen Schutz angedeihen zu lassen. Mit der „Usambara" ist auch einer der schwedischen A u s b i l d u n g s o f f i z i e r e, Oberleutnant Nyblom, nach Europa zurückgekehrt, um Offizier der schwedischen Armee zu bleiben. Einige seiner schwedischen Kameraden seien in Addis Abeba geblieben. Er schätzt die Zahl der nach europäischen Richtlinien ausgebildeten abessinischen Soldaten auf 150 000 bis 200 000 Mann. Besonderer Nachdruck wurde der Ausbildung der Garde gewidmet. Ihre Stärke habe vor dem Kriege 4000 bis 5000 Mann betragen. Jetzt fei sie ganz bedeu- dend vergrößert worden. Die kaiserliche Garde, die nach europäischen Gesichtspunkten durchaus als wertvolle Truppe anzusprechen sei, sei bis jetzt noch nicht in den Kampf eingesetzt worden. Die Erfahrungen bei der Ausbildung der Truppen seien recht gut gewesen. Die Abessinier seien sehr intelligent und stellten sich in denkbar kürzester Zeit von ihren Donnerbüchsen auf die modernen Schußwaffen um. Die Ausbildung erstrecke sich nicht nur auf das führende Do.lk der Amhara, sondern auf alle Stämme. Die Ausrüstung der irregulären Truppen, die oft in Zügen von 30 000 Mann und mehr in der Hauptstadt einträfen, erfolge ebenfalls mit modernen Gewehren, soweit welche vorhanden seien. Frau S o l t e k, die Gattin eines deutschen Innenarchitekten hat den Eindruck gewonnen, daß von einer inneren Uneinigkeit der abessinischen Stämme keine Rede sein könne, obwohl die Freundschaft zwischen den unterworfenen Stämmen und den Amharen nicht sehr groß sei. Das A u f - reten von Regenfällen zu dieser Jahres- zeit sei ein merkwürdiges meteorologisches Ereignis, das seit einer Reihe von Jahren nicht mehr vorgekommen sei. D e rp fle a u n g s so r g e n bei den abessinischen Truppen geoe es nicht. Wenn nichts anderes da sei, genüge eine Handvoll gerösteter Kichererbsen. Auf der Eisenbahn nach Dschibuti sei die Zuggeschwindigkeit gegenüber früher wesentlich erhöht worden. Die Züge seien jetzt ständig überfüllt. Abessinische Rüstungsaufträge in England/Belgien und der Tschechoslowakei. London, 9. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Reuter meldet, daß die abessinische Regierung einer bekannten britischen Rüstungsfirma große Aufträge auf Munition, sowie auf die modernsten Infanterie- und Maschinengewehre erteilt habe. Aufträge in gleicher Höhe seien in Belgien und der Tschechoslowakei untergebracht worden. In der Tschechoslowakei seien u. a. Feldartilleriestücke bestellt worden; einige der belgischen Waffenlieferungen seien bereits in Djibuti eingetroffen. Oer Führer spricht zur alten Garde. Oie Erinnerungsfeier im Bürgerbräukeller. München, 8. Nov. (DNB.) Ein Abend der alten Kameradschaft im historischen Saal des Bürgerbräukellers hat den denkwürdigen Tag des 9. November 1923 erhebend eingeleitet. Da sitzen jene Männer, die vor Jahren in diesem Saale Zeugen eines Augenblicks von geschichtlicher Bedeutung waren, als Adolf Hitler zum erstenmal den Versuch machte, das deutsche Schicksal zu wenden. Durcheinander sitzen hohe und höchste Würdenträger des Staates, zahlreiche Angehörige des Führerkorps der Partei, eine Fülle von einfachen Männern, die noch heute so wie vor 12 Jahren an der gleichen Stelle ihre Pflicht tun. Sie alle tragen das höchste Ehrenzeichen des neuen Deutschland, den Blutorden. Zwischen den Trägern des Braunhemdes sitzen auch viele Männer im grauen Rock, die das gleiche Ehrenzeichen auf der Brust tragen und schon damals in den Reihen des Führers marschierten. Markante Gesichter sieht man unter der alten Garde. Männer und Namen, die mit dem 9. November und dem ersten Erhebungsversuch für immer verknüpft sind. Man sieht Obergruppenführer Göring, den Obersten SA.-Führer von 1923, Brigadeführer Berchtold, den ehemaligen Führer des Stoßtrupps Hitler, Reichsführer Himmler, der vor zwölf Jahren die Fahne trug, Christian Weber, Oberstleutnant K r i e b e l, den ehemaligen „Oberland"-Führer Dr. Weber, Standartenführer Maurice. Auf der Galerie haben die Gäste Platz genommen, die Reichsleiter, Gauleiter, Obergruppenführer und Gruppenführer der SA., SS. und NSKK., die Gauarbeitsführer und die Obergebietsführer der Hitlerjugend. Dazu namhafte Vertreter der Wehrmacht und die Hinterbliebenen der 16 Gefallenen. Einer der alten Kämpfer von 1923, Sturmbannführer Grimminger, trägt die Blutfahne in den Saal, die benetzt ist mit dem Mut der 16 Gefallenen von 1923. Der Führer, begleitet von drei Blutordensträgern, Julius Schreck, Julius Schaub und Ullrich Graf, der am 9. November an der Feldherrnhalle sich schützend vor Hitler warf, und aus zahlreichen Wunden blutend auf das Pflaster sank und seinem Stellvertreter Rudolf Heß trifft im Bürqerbräukeller ein. Hermann Göring und Christian Weber begrüßen ihn. In Vertretung des damaligen Führers des „Regiments München" Obergruppenführer Brückner, der noch an den Folgen einer Operation leidet, meldet Gruppenführer Helfer dem Führer das Regiment München, dessen ehemalige Kompanie- fübrer in der Halle angetreten sind. Obergruppenführer Hermann Göring kündigt an, daß der Führer nun zu seinen alten Kämpfern sprechen wird. Als der Führer dann beginnt, war säst jeder Satz unterbrochen von Stürmen der Zustimmung und des Beifalls. Brausend hängt sich der Beifall an den letzten Satz, als der Führer geendet hat. Hell und ehern wie aus einem Munde jauchzt dem Führer das Sieg-Heil seiner Getreuen entgegen. Dann erklingt, einem heiligen Gelöbnis gleich, das Lied der Deutschen und das Horst-Wefsel- Lied. Heilrufe und immer wieder Heilrufe huldigen dem Führer. Tausende von Armen strecken sich ihm entgegen. Der Führer drückt vielen alten ergrauten Kämpfern die Hand, ehe er den Saal verläßt, und in diesem Händedruck liegt noch einmal die Erinnerung an das Ringen um Deutschland. Die Kundgebung des Saales pflanzt sich fort auf die Straße. Stürmische Heilrufe, die den heißen Dank eines ganzen Volkes umschließen, folgen dem Führer auf seiner Fahrt durch das nächtliche München, durch die Hauptstadt der Bewegung. 0er Nachwuchs der Partei. Ein Spalier lodernder Fackeln empfing den Reichsjugendführer Baldur von Schirach mit feinem Stabe, den Obergebietsführer Klein, die Gauführerin des BDM. Hilde Königsbauer an den Stufen des Löwenbräukellers, an dem sich um 19 Uhr Hitler-Jungen und Mädel aus dem ganzen Reich als Vertreter all der Jungen versammelt hatten, die am Jahrestag des 9. November 1923 von dem Stellvertreter des Führers in den Orden der Nationalsozialistischen Partei ausgenommen werden. Feldzeichen der HI. und des Jungvolks grüßten in dichter Fülle von den mit rotem Tuch geschmückten Wänden des Saales, dessen Stirnfront 16 Opferlichter auf schwarzem Grunde zierten, unter ihnen die Kampfrune, über ihnen in leuchtenden Lettern die Worte: „Und ihr habt doch gesiegt!" In den Vorderreihen des Saales schimmerten die weißen Blusen der 6000 BDM.- Mädel, hinter ihnen die braunen Reihen der 1200 Hitler-Jungen. Oer Reichsjugendführer erklärte in einer kurzen Ansprache: Aus der großen Zeit des Kampfes um die Macht habe die Bewegung gelernt, daß sie nur von den Schaffenden des Volkes getragen werde und daß sie nur stark sei in sich selbst. Die Jungen sollten sich keiner Selbsttäuschung hingeben darüber, daß die Mächte, die einst gegen die nationalsozialistische Bewegung standen, nun wirklich überwunden seien. Niemand in der Welt werde uns helfen, wenn wir uns nicht selbst zu helfen bereit seien. Auch die kommenden Jahre werden uns nur schenken, was wir erarbeitet und erkämpft haben. Jeder von euch wird mit der ganzen Kraft des Glaubens und des Bekenntnisses sick einsetzen müssen. Und wenn große Stürme über unser Volk hereinbrechen, dann werdet ihr die Fahne mit der gleichen Liebe und Treue verteidigen und behaupten müssen wie die Männer vom 9. November. Das ist die Lehre des Opfers von der Feldherrnhalle. Ihr müßt noch Großes leisten, wenn Deutschland wirklich die nächsten Jahrtausende überdauern soll. Morgen schreitet euch ein Mann voran, der schon einmal den Männern des 9. November vorangegangen ist. Schaut aus ihn, seid in der Zu» fünft die Träger seines politischen Willens: Unser Führer Adolf Hitler — Siegheil! Das adagio cantabile von Beethoven schloß den ersten Teil des Abends der Jugend, die im vollen Bewußtsein der Ehre, die ihr als Nachwuchs der nationalsozialistischen Bewegung durch die Heran- ziehung zu den erhabenen Feiern des 8. und 9. November zuteil wird, den Worten des Reichsjugend. führers gefolgt war. Die politischen Leiter hören die Znhrerrede. Taufende von politischen Leitern und Dienstgraden der Gliederungen versammelten sich am Freitagabend im Z i r k u s g e b ä u d e, um die Uebertragung der Rede des Führers aus dem Bürgerbräukeller mit anzuhören. Das Gebäude erstrahlte im Licht der Schein- werfer und Pylonen, die der grünverkleideten Front des Baues mit seiner Flaggengala ein feierliches Aussehen verlieh. Durch das weite Portal leuchtete durch die Reihen des Ehrenspaliers den in mustergültiger Ordnung einziehenden Formationen das mächtige Hoheitszeichen des Reiches auf der Tribüne entgegen. An den Wänden prangte das flammende Rot, mit dem die Eingänge verklebet waren, und das Grün der tannenumwullllenen und blumen- geschmückten Säulen des gewaltigen Zirkusrundes gab dem ganzen einen feierlichen und würdigen An- blick. Auf der Bühne und zu ihren beiden Seiten haben die Fahnenabordnungen bereits Aufstellung genommen, und in kurzer Zeit haben sich die Ränge bis zum letzten Platz gefüllt, als Gauleiter Wagner eintritt. Der Gauleiter ließ die Ereignisse des 9. Novembers vorüberziehen und sagte zum Schluß: Wenn am Königsplatz unsere Toten vom 9. November 1923 die „Ewige Wache" bezogen haben werden, dann werden wir vor aller Oeffentlichkeit beschwören, daß diese Toten nicht gestorben sind, sondern daß sie in uns auferstanden sind und in uns leben, solange wir selbst leben, und daß sie in unserer Jugend leben, solange es deutsche Jugend gibt. Die Geschehnisse dieser Tage werden in der Tradition der Partei weiterleben und sie werden in die Seele des Volkes gepflanzt werden auch für die kommenden Geschlechter. Ewig ist unser Deutschland und ewig ist die nationalsozialistische Weltanschauung. Ewig ist das Werk Adolf Hitlers! In tiefer Ergriffenheit folgten dann die Führer der Partei aus dem Reich der Uebertragung der Feier aus dem Bürgerbräukeller. Der Beifall, der den Führer dort wiederholt in seiner Rede unter- brach, hallte auch hier wider und bildeten den begeisternden Ausdruck für die Einheit zwischen Führer und Partei. Ehrenunterstützungen für die Schwerbeschädigten der Partei. Berlin, 8. Nov. (DNB.) Der Führer hat zum 9. November folgende Verfügung erlassen: „In dem opferwilligen Kamps unserer Bewegung haben viele Nationalsozialisten schwerste körperliche Schädigungen davongetragen. Ihnen für diesen Einsatz im Dienste der nationalsozialistischen Idee zu danken, ist eine Ehrenausgabe der NSD7l^. — Ich bestimme daher unter dem 9. November 19’5: 1. Für die Schwerbeschädigten der Partei, die b-i ihrer freiwilligen Pflichterfüllung im Kampfe um das Dritte Reich einen dauernden, schweren, die Erwerbstätigkeit für immer einschränkenden körperlichen Schaden davongetragen haben, wird Radio • Photo o3 D ■ Hmi « Se,tersweg 67 OSMIESÄ Telephon 3170 Die Fahnen. Von Zranz Echauwecker. Kurz nach dem Kriegsende wurden die Fahnen eines alten Regiments, das wie alle dem Schicksal der Auflösung verfallen war, einem neuen Unter« kunftsort zugeführt. Zu diesem Zwecke mußten sie durch einige Straßen der großen Stadt, in der das Regiment seit Jahrhunderten gestanden hatte, hin- durchgetragen werden. Die Ueberführung der Fahnen war der letzte Dienst, den die Soldaten erweisen konnten. Die drei Fahnen, flankiert von drei Offizieren und gefolgt von einer Kompanie, zusammengestellt aus allen Kompanien des Regiments, traten ihren letzten Weg an. Es war ein Heller Wintertag, ein Tag von jener kristallenen Reinheit, wie sie sonniger Kälte eigen zu sein pflegt. Die fernsten Dinge waren klar und kalt nahe; das fernste Geräusch war weitab, aber es war dicht und rein. Das Gerücht von dem Fahnenmarsch mußte sich auf eine geheimnisvolle Weise durch die Stadt verbreitet haben, obwohl der Befehl im Geheimen gegeben worden war; denn kaum war die Kompanie eine Straße weit gekommen, da waren die Bürgersteige links und rechts von Menschen erfüllt, die schweigend auf den stummen Vorbeimarsch der flatternden Symbole einer ehemals großen Macht starrten. Ich selbst befand mich eingekeilt in einen Hausen von Menschen, der in Gesicht, Blick, Gebärde und Wort dem zuzugehören schien, das man gemeinhin „Janhagel" nennt. Es fielen ununterbrochen die beleidigendsten, die hohnvollsten Aeußerungen über Soldatentum, Krieg, Preußen, Deutschland. Wohin ich sah, wurde ich breites Grinsen, wütenden Haß, maßlose Erbitterung gewahr. Ich merkte es an all dem: es nähert sich etwas, das so groß und stark ist, daß es das Innerste aufrührt und es zutage bringt. Und ich sah: hier wallte die Grundsuppe der Ehrfurchtslosigkeit und Gemeinheit und stieg hoch, um überzulaufen ... Einige Kerle bückten sich und hebelten mit ihren Stöcken Steine aus dem Pflaster, andere probierten mit zwei in den Mund gesteckten Fingern gellende Pfiste. Jeder bereitete sich auf feine Manier für den Empfang der Fahnen vor. Plötzlich wurde fern an der Straßenecke die Spitze eines kleinen Zuges sichtbar. Mit einem Schlage standen dort drei Fahnen im Wind. 3m gleichen Augenblick begann neben mir ein Gemurr, das sich im Nu zu lauten Rufen steigerte. Ein Hagel von unflätigen Beschimpfungen prasselte durch einen Schwall von Gelächter. Die Leute schienen durch eine Epilepsie von Haß und Wut überfallen zu sein. Indessen kamen die Fahnen langsam und stetig heran. Hinter ihnen kroch der kleine graue Zug der Soldaten. Die vereinzelten Beschimpfungen und Schreie fteiaerten sich zu einem geschlossenen Lärm, und das Lachen zerschmolz zu einem einzigen Gejohl.. Die Fahnen näherten sich ohne Zögern gleichmäßig. Ich konnte die Gesichter der Fahnenträger und der Offiziere erkennen. Es waren die Gesichter der Front. Es waren muskulöse, derbe, kantige, hagere Gesichter, versteinte Kinnbacken, entfleischte Wangenknochen, harte Stirnen mit Falten wie Risse. Das Gejohle wurde zum Getobe. Jemand neben mir hob einen schweren Stein auf. Die Fahnen waren nur noch hundert Meter entfernt. Der Fahnenträger biß die Zähne zusammen. Der Offizier rechts blickte aus schmalen Augen zu dem rasenden Haufen hinüber. Es war ein Blick von äußerster Kälte und Leere. Die Soldaten schritten fast langsam, aber es machte den Eindruck, als sei keine Macht der Welt imstande, ihre Bewegung aufzuhalten. Sie schienen sich unter einem zwingenden Gesetz vorwärtszubewegen. Ihr Marsch machte einen unbeteiligten Eindruck. Es war kein größerer Gegensatz denkbar als dieser schweigende Marsch und das wilde Chaos der Raserei, auf das er losging, und das ihn erwartete. Im nächsten Augenblick mußte ein Unglück geschehen, ein Totschlag, ein Straßenkampf. Die Fahnen waren auf zwanzig Meter heran, auf zehn Meter, auf zwei. Sie schwebten feierlich über der grauen Kolonne und ihrem unberührten Schritt. Ich wandte mich zu dem Mann, der den Pflasterstein erhoben hielt. Ich stierte den Mann neben mir an, der unaufhörlich gellende Pfiffe ausstieß. Ich stemmte mich gegen den schnauzbärtigen Alten, der seit Minuten eintönig denselben Fluch heroor- stieß. Der schwere Schritt der Truppe hallte. Die Fahnen standen neben mir, sie flatterten alle drei, vom Winde gezogen, über unseren Köpfen. Die Soldaten marschierten vorbei. Es war nichts zu vernehmen, weder Musik, noch Geschrei, noch Gepseif, nur der schwere Schritt des Marsches. Dazwischen war nur ein einziges sonderbar durchdringendes Geräusch vernehmbar: das Rascheln und Knistern des seidenen Tuches der Fahnen. Unter dem allgemeinen Schweigen der Menge wurden die drei Fahnen vorbeigetragen. Viele hatten die Hüte abgenommen. Die drei Männer neben mir starrten dem Zuge mit finsterem Schweigen nach. Der Pflasterstein polterte auf die Erde. „Na ... ja..." sagte der schnauzbärtige Alte und schlug mit der Hand durch die Luft. Der Mann mit dem Stein zuckte die Achseln, während der dritte den Atem scharf von sich stieß. Aus dem Hintergrund würgte eine Stimme: „Wenn diese verdammten Lappen nich wären...!" Dann verschwanden die Fahnen, und die Menge zerstreute sich. Heroische Anekdote. Von Oskar Bischoff. Man schrieb den 5. Januar 1813. Von allen Türmen der Stadt Petersburg läuteten die Glocken die Abendbetstunde ein. Freiherr vorn Stein und Ernst Moritz Arndt bestiegen den Schlitten, der sie nach Westen bringen sollte. Sorglich wickelten sie sich in die dicken Wolldecken; ein schneidend kalter Wind pfiff durch die Straßen und trieb den Schnee vor sich her, daß man nur zehn Schritte weit sehen konnte, die kleinen, zotttgen Pferde legten sich mächttg in die Zugstränge, daß der Schlitten knirschte und über die menschenleeren, verschneiten Sttaßen flog. Bald war die Ebene erreicht. Nach einer Weile sagte der Kutscher, das man das „Leichenfeld des Krieges", die große Sttahe, die das fliehende französische Heer gezogen war, erreicht habe. Schwere Bauernschlitten, mit zwei, oft auch nur mit einem mageren Pferde bespannt, begegneten den Reisenden. Kranke und marode, gefangene Deutsche, denen Qual, Hunger und Entbehrung unauslöschbar tiefe Runen in das bleiche Antlitz gegraben hatte, hockten zusammengekauert in den Fahrzeugen, die zerfetzten und schmutzigen Decken krampfhaft über die vor Kälte zitternden Knie gezogen. Hinter jedem Schlitten stampften im Schnee, die noch gehen konnten, von einigen Dutzend berittenen Kosaken mit kurzen Peitschen getrieben. Mit derben Flüchen knallten die Lederriemen auf die Köpfe und Rücken der Todeskandidaten, wenn der Zug ins Stocken kam oder es nicht nach den ungezählten Wünschen der rohen Führer ging. Hohläugig und frierend stapften die Unglücklichen, die den Tod in allen ihren Zügen trugen, über das Leichenfeld oder wanden sich zähneklappernd in den Decken. Aus diesen jungen Leuten, die noch nicht einmal die nötige Kraft und Energie hatten, sich aufrecht zu erhalten und zu jedem Schritt wie lahme Gäule gezwungen werden mußten, sollte die Deutsche Legion rekrutiert werden. Hiep, an dieser Todeskarawane, die der Tod nach Norden führte, sahen die beiden deutschen Männer den ganzen Jammer des deutschen Schicksals und die Blutschuld deutscher Fürsten leibhaftig vor Augen. Wie Schatten zogen die Todgeweihten vorüber; lange, für die beiden Reisenden eine Ewigkeit, denen durch das Schauen dieser Begegnung die Augen und die Herzen wund waren, weil sie nicht helfen konnten. Endlich war das Ziel: Pleskow am Peipussee, erreicht. Müde stiegen. Stein und Arndt aus dem Schlitten und sahen mit windheißen Augen einander an: jeder war bleich, mit einem Ausdruck elenden Entsetzens in den Zügen. Das Leichenfeld des Krieges, auf dem der Tod vagabundierte und vor wenigen Stunden eine Schar deutscher Brüder in die Starre führte, war ein unerträglicher und doch unvergeßlicher Anblick. Beim Abendessen erfuhr Stein, daß Chasot, der General dieser „Deutschen Legion", am Typhus tödlich erkrankt darniederliege. Der Freiherr legte das Messer aus der Hand und befahl, daß man ihn an das Sterbelager des Tapferen bringe Mit unruhiger Kühle tat man, wie befohlen. In einem auf freiem Feld erbauten Barackenlager waren die Typhuskranken untergebracht. Stein und feine Begleiter betraten die Hütte, in der der General auf hen Tod wartete. Scheu und vorsichtig blieben die Begleiter einige Schritte von dem Sterbelager ent- fernt stehen, während Stein ohne Zögern mit gro- feen Schritten ganz nahe an den Sterbenden heran- ging und ihm frei in die fiebrigen Augen sah. Ein starres, maskenhaftes Lächeln lag um die Mund- romfel des Generals. Einer aus der abseitsstehenden ©ruppe warnte den Freiherrn, den Sterbenden zu berühren. Eine Weile war Schweigen in dem engen Raum; nur das röchelnde Atmen des (Ster- benöen schnitt in die beunruhigende Stille. Dann nef Stein mit erhöhter Stimme voll Unerschrocken» heit: Ei was, Lebensgefahr! Wir stehen immer zwischen Leben und Tod, aber auf diesem Felde ftebt man doppelt dazwischen!" -r- Bückte sich und küßte den Sterbenden auf die verkalkende Stirn. Hochschulnachnckten. Die Vertretung des durch die Entpflichtung von Prof. Dr. Paul Ä r n d t an der Universität Frankfurt freigewordenen Lehrstuhls für wirtschaftliche Staatswissenschaften wurde für das WS. 1935/36 dem Dr. rer. pol. E. Egner in Leipzig übertragen. Professor Dr. Kurt G o e r 11 l e r, Ordinarius füf Anatomie an der Universität Hamburg, ist zum 1. November in gleicher Eigenschaft an die Universität Heidelberg berufen worben. aas Mitteln der Partei alljährlich ein Betrag von einer halben Million Reichsmark für Ehrenunterstühungen zur Verfügung gestellt. 2. Die Verteilung dieses Betrages erfolgt je nach Schwere der Körperbeschädigung sowie nach Lage der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Antragsteller. 3. Die Ausführungsbestimmungen erläßt der Reichsschahmeister der NSDAP. München, 9. November 1935. (gez.) Adolf Hitler." Gauleiter Wagner vor der presse. Oer Verlauf der Feier des heutigen Tages. Gewaltige Baupläne. München, 8. Nov. In dem Saal des Künstlerhauses fand am Freitagnachmittag ein Presseempfang statt, bei dem Reichspressechef Dr. Dietrich die in- und ausländische Presse herzlich begrüßte. Auch Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern, Staatsminister Adolf Wagner, hieß die Presse herzlich willkommen. München bedeute für das neue Deutschland mehr als irgendeine andere Stadt des Reiches, weil die Mauern dieser Stadt die Heimat unseres Führers geworden sind, weil ausgehend aus dieser Stadt die nationalsozialistische Bewegung erstand und weil Deutschlands Wiedergeburt hier ihre Wiege fand. So ist es begreiflich, daß der Führer hier begann, die n a t i o - nalsozialistische Kultur und Baukunst besonders zu pflegen. Was hier in den letzten zweieinhalb Jahren entstand, ist echter und wahrer Ausdruck nationalsozialistischen Kunst- und Kulturwillens. Das, was jetzt seiner Vollendung entgegengeht, ist aber nur ein Anfang dessen, was geplant ist. Ein Verwaltungsbau soll noch entstehen, dessen Ausmaße so groß sind, wie der jetzt der Vollendung entgegengehende Führerbau einschließlich des V e r w a l t u n g s b a u e s Eine mächtige Halle wird erstehen, die ein Fassungsvermögen von 60 000 Menschen haben wird. München wird als eine der nächsten Bauten ein Museum bekommen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat — ein Museum für Zeitgeschichte, in dem alles zusammengetragen wird, was irgendwie mit der Entstehung der nationalsozialistischen Weltanschauung und mit der deutschen Wiedergeburt zusammen- hänat. Schließlich wird München als Hauptstadt der deutschen Kunst eine neue Oper bekommen, die noch in diesem Herbst begonnen.wird und die die größte Oper der Welt, ja auch die schönste Oper des Erdballes sein soll. So glaube ich, daß das Gesicht dieser Stadt vielleicht schon nach einem Jahrzehnt so ausgeprägt nationalsozialistisch sein wird, wie kaum das Antlitz einer anderen Stadt sein kann. Opsergang und Siegeszug. Morgen wird der Führer mit seinen Getreuen vom historischen Bürgerbräukeller zur Feld- herrnhalle ziehen durch die Straßen des 9. November 19 23. Und auf diesem Zuge werden alle die Kameraden dabei sein, die im Reich für die nationalsozialistische Bewegung gefallen sind. Alle diese Kameraden werden ihre Ehrung finden durch die Pylonen, die ihren Namen tragen, und jedesmal, wenn der Führer an der Spitze des Zuges an einem der Pylone vorbeigehen wird, wird der Name eines der Toten erklingen. Die Klänge des Horst-Wessel-Liedes werden den Zug begleiten, denn mit dem Horst-Wessel-Lied auf den Lippen sind die meisten unserer Kameraden gefallen. Dieser Opfergang wird an der Feldherrnhalle sein Ende finden. Don der Feldherrnhalle ab soll das Deutschlandlied erklingen als Sinnbild dafür, daß die Toten für Deutschland und seine Wiederauferstehung gefallen sind, und unter den Klängen des Deutschlandliedes wird der Zug der Toten nach dem K ö n i g s p l a tz vor sich gehen. Das Spalier werden die gesamten Hoheitsträger der Partei uni) die sämtlichen Dienstgrade der SA., der SS., des NSKK. und unserer Jugendorganisationen bilden. Und durch unsere Fahnen werden unter den Klängen des Deutschlandliedes unsere Toten dorthin gebracht werden, wo ihre letzte Ruhestätte für die kommenden Jahrhunderte sein wird. Ewige Wache. Wir haben bewußt diesem Teil der Feier e i n triumphales Gepräge gegeben. Es liegt dem Soldaten nicht, daß bei seinem Tode getrauert werde. Der sterbende Soldat will keine Trauer bei seinem Ende. Die klingende Musik des Marsches ist die schönste Musik an seinem Grabe. Das Blut dieser Gefallenen wird wachen über die Reinheit und Sauberkeit der nationalsozialistischen Weltanschauung und über die Größe des deutschen Vaterlandes. Aus diesem Grunde werden die Ehrentempel für diese Männer den Namen „Ewige Wache" tragen, und unsere Toten werden beigesetzt, unter den Klängen der „Vergatterung", des Trommelwirbels, der geschlagen wird, wenn die Wache aufzieht und für den Wachdienst verpflichtet wird. Der Sprecher der Partei wird die Wache aufrufen, und die gesamte angetretene SA., die gesamte HI., ganz München und mit ihm ganz Deutschland werden rufen: Hier! Einigung in der Evangelischen Kirche von Nassau-Hessen. Darmstadt, 8. Koo. (LPD.) Die Hessische Landesregierung — Pressestelle — teilt mit: Nach zweimaligen Besuch des Herrn Reichs- minisiers für kirchliche Angelegenheiten, kerrl, in Darmstadt und nach langwierigen Besprechungen ist es endlich gelungen, aus den einst widerstrebenden Parteien einen gemeinsamen Landeskirchenrat, bestehend aus folgenden Personen, zu bilden: 1. Landesbischof Dr. Lic. Dietrich; 2. Präsident der Landeskirchenkanzlei Kipper (Darmstadt); 3. Oberkirchenrat a. D. Müller (Darmstadt); 4. Oberkirchenrat Pfarrer Zentgraf (Bingenheim, Wetterau); 5. Dekan Schäfer (Michelstadt LO.); 6. Pfarrer von Betnus (Wiesbaden); 7. Fritz Freiherr von Krane (Wiesbaden); 8. Rechtsanwalt Dr. Bußmann (Frankfurt am Main); 9. Pfarrer Lenz (Münzenberg in Oberheffen). Die Bevölkerung unseres Gaues wird diese Tatsache mit wirklicher Freude begrüßen, war doch der andauernde Streit für jeden, der es ehrlich meinte mit Deutschland und seiner evangelischen Kirche, unerträglich geworden, ganz davon abgesehen, daß er mit Recht von der Mehrzahl der Volksgenossen als unwürdig empfunden wurde. Wir wollen dem Herrn Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten herzlich dafür danken, daß es ihm mit Hilfe des Reichskirchenausfchuffes gelang, einen Weg zu finden, den alle begehen können. Gerne anerkennen wir das Sichbefcheiden der einzelnen kirchlichen Strömungen und ihr Rnterordnen unter die Notwendigkeiten der Allgemeinheit wie auch so manches der Sache wegen persönlich gebrachte Opfer. Das nunmehr in Darmstadt endlich Erreichte beweist uns, daß dort, wo deutsche Männer zusammenkommen, auch eine gemeinsame Marschrichtung gefunden werden kann, wenn es alle ehrlich meinen. Persönliche Ansichten dürfen ruhig und immer vorhanden sein, denn wie öde wäre für uns alle eine Uniformität des Geistes. Niemals aber darf die Verschiedenartigkeit der Meinungen über ein Problem zur Gefahr für das öffentliche Leben, für die Einigkeit unseres Volkes und damit für den Bestand unseres Vaterlandes werden. So ist die endliche Einigung der Evangelischen Kirche in Nassau-Hessen für uns eine Verheißung. Wir wollen gerne Vergangenes vergessen, dürfen jedoch bei dieser Gelegenheit auch nachdrücklichst betonen, daß eine Wiederholung der jetzt Überwundenen Zustände für den nationalsozialistischen Staat vollkommen undiskutabel wäre. Kunst und Wissenschaft. Frau Elisabeth Förster-Nietzsche -fr. Die Schwester des Philosophen Friedrich Nietzsche, Frau Elisabeth F ö r st e r - N i e tz s ch e, ist am Freitag gegen 19 Uhr in Weimar g e st o r b e n. Sie war die Hüterin des Nietzsche-Archivs in Weimar. Elisabeth Förster-Nietzsche wurde am 10. Juli 1846 in Röcken bei Lützen geboren. Schon als Kind hing sie mit Liebe an ihrem Bruder Friedrich, dem späteren großen Philosophen. Zeit ihres Lebens zeichnete sie ein unverrückbar fester Glaube an ihren Bruder und an dessen Berufung aus. Die Erhaltung seines philosophischen Werkes ist fast ausschließlich ihr Verdienst. Als sie im Jahre 1885, 39jährig, den Forschungsreisenden Bernhard F ö r st e r geheiratet hatte, dauerte es nicht lange, daß sie an der Seite ihres Mannes nun auch die Gefahren, die dessen Beruf mit sich brachte, teilte. Sie ging mit ihm nach Paraguay. Dort gründeten beide die deutsche Kolonie Nueoa Germania. Nach dem Tode ihres Mannes, der 1889 starb, kehrte sie 1893 nach Deutschland zurück, wo sie zunächst in Naumburg lebte, mit ihrem geliebten Bruder Friedrich zusammen. Ihr ganzes Leben stand nunmehr im Dien st e ihres Bruders und seines Werkes. 1896 siedelte sie mit dem bereits Schwerkranken nach Weimar über. Am 25. August 1900 starb hier, von ihr gepflegt und behütet, der Bruder. Den Schmerz über den Verlust des Bruders überwand sie, indem sie sich von jetzt ab fast ausschließlich dem von ihr bereits im Jahre 1897 mit Unterstützung treuer Freunde gegründeten Nietzsche-Archiv widmete und die Verehrung, die sie nun dem Lebenden nicht mehr schenken konnte, durch ihre Schrifte.l über Nietzsche, durch die Herausgabe des Briefwechsels ihres Bruders und anderer Werke dem Toten zollte. 1921 verlieh ihr die Universität Jena den Titel eines Ehrendoktors der Philosophie. Arbeitsring für hessische Heimatforschung. Wie im vorigen Winter, so veranstaltet auch diesmal der „Arbeitsring für hessische Heimatforschung an d e r Philippsuniver- s i t ä t" in Marburg eine öffentliche Vortragsreihe im großen Hörsaal des Landgrafenhauses. Es sind folgende Vorträge festgelegt: 14. Nov.: Prof. Claussen: „Salzpflanzen in Hessen", 21. Nov.: Prof. Oelkers: „Dauer- Waldwirtschaft", 28. Nov.: Zeichenlehrer Lotze: „Jagd und Jagdtiere in Hessen", 12. Dezbr.: Dr. Düring: „Das hessische Dorf- und Stadtbild", 16.Jan.: Prof. Wehrle: „Von der Wirtschaft in Kurhessen", 23. Jan.: Regierungsrat F a b r i c i u s : „Flureinteilung und Verkoppelung", 6. Febr.: Prof. Martin: „Das hessische Bauernbaus", 13. Febr.: Dr. Kippenberger: „Das hessische Kunsthandwerk und seine landschaftlichen Voraussetzungen". Ein Preisausschreiben für Landjugend. Die Reichsschrifttumsstelle beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda veranstaltet in Gemeinschaft mit dem Hauptblatt des Reichsnährstandes, die „Nationalsozialistische Landpost", einen Wettbewerb für d i e deutsche männliche und weibliche Landjugend. In diesem Preisausschreiben wird die Landjugend aufgefordert, kurze fesselnde Schilderungen aus dem eigenen Erleben niederzuschreiben und an die Reichsschrifttumsstelle, Berlin W 8, Mohrenstraße 65, bis zum 31. Dezember 1935 einzusenden. Angefordert werden: 1. die Schilderung eines eigenen Erlebnisses aus dem Kampf der Bewegung; 2. die Schilderung eines eigenen Erlebnisses aus der Notzeit des Bauern der Nachkriegsjahre bis zur Machtergreifung; 3. die Schilderung eines eigenen Erlebnisses aus der Zeit nach dem 30. Januar 1933, und zwar aus dem Alltagsleben, aus der Feierabend- und Festgestaltung sowie bei den Leibesübungen auf dem Lande. — Nähere Auskünfte erhalten die Teilnehmer bei der Reichsschrifttumsstelle. Für die Sieger sind wertvolle Preise von insgesamt 1000 Mark ausgesetzt. Chargieren unerwünscht. — Ein Erlaß des Reichserziehungsministers Berlin, 9. Nov. (DNB. Funkspr.) Reichserziehungsminister Rust hat in einem Erlaß folgendes bestimmt: Im Zeitpunkt der Ueberführung großer studentischer Verbände in die Reihen der Bewegung sowie der Auflösung zahlreicher Korporationen muß das Chargieren der noch bestehenden Korporationen bei feierlichen Anlässen als unerwünscht bezeichnet werden. Die Studenten nehmen künftig in der Uniform der Bewegung oder ihrer NS. - G l i e d e r u n- g e n an den akademischen Feiern teil, soweit sie diesen Organisationen angehören. Marxistische Geheimorganisationen in Wien aufgedeckt. Wien, 9. Nov. (DNB.) Wie aus verläßlicher Quelle verlautet, ist es am Freitag der Wiener Polizei gelungen, eine große marxistische Geheimorganisation unter den Ange st eilten der städtischen Straßenbahnen und Elektrizitätswerke aufzudecken. Die Aufdeckung gelang dadurch, daß der Polizei zufällig eine geheime Mitgliedsliste in die Hände fiel. Es sollen an 10 0 0 Fe st nahmen erfolgt fein. Bei zahlreichen Verhafteten wurde als Erkennungszeichen ein Eingroschenstück, in das die Mitgliedsnummer eingeritzt war, aufgefunden. Kleine politische Nachrichten Die deutsche Gesandtschaft in Brüssel ist beauftragt worden, aus Anlaß des Lütticher Aus- bürgerungs Urteils vom 24. Oktober bei der belgischen Regierung V o r st e l l u n g e n zu erheben. Das Präsidium des Memelländischen Landtages wurde Freitag vormittag vom Gouverneur Kurkauskas empfangen. * Der Verbandsführer des Landesmannschaftlichen Senioren-Conoents (LSC.), Dr. K r u f ch e (Breslau), hat diesen Verband a u s g e l ö st. * Der Präsident der unabhängigen Karelischen Sowjetrepublik Guelling ist seines Amtes enthoben worden. Guelling hatte diese Stellung seit Gründung der Karelischen Sowjetrepublik im Jahre 1923 bekleidet. Aus aller Wett. Oer Mordprozeß Alberding. Im Mordprozeß Alberding vernahm das Rudolstädter Schwurgericht am zweiten Verhandlungstage die ersten Zeugen. Durch die Aussagen des Weimarer -Kriminalrates, der die Ermittlungen in der Mordsache leitete, kamen noch einmal die bei der Auffindung der Leiche gemachten Feststellungen zur Sprache. Der medizinische Sachverständige Professor Giese, Jena, äußerte sich eingehend über die Leichenuntersuchung. Bei dem Toten habe es sich um einen 21- bis 22jährigen Menschen gehandelt, während Alberding 43 Jahre alt ist. Aus der Tatsache der Gesichtszertrümmerung und der abgehackten Füße der Leiche sei auf Grund Der kriminalistischen Erfahrung zu folgern, daß der Tote keine Aehnlichkeit mit Alberding aufwies. Dann wurde die Frau des Angeklagten vernommen. Sie kann sich auf vieles angeblich nicht mehr besinnen, und erst auf Vorhalten des Vorsitzenden gibt sie dieses und jenes zu. Bezeichnend für die Moral des Angeklagten ist die Antwort, welche die Frau auf die Frage, wovon sie eigentlich gelebt habe, gab. Frau Alberding erklärte, sie habe eine reichliche Unterstützung vom Wohlfahrtsamt erhalten, aber auch von ihrem Geliebten, einem jetzt in Marburg lebenden Arzt, habe sie Geld bekommen. Als ihr Mann hinter das Verhältnis gekommen sei, habe er dem Arzt mit einer Klage gedroht, davon aber Abstand genommen, als ihm von dem Mann 3000 Mark gegeben wurden. Die Vernehmung der Zeugen wird am Samstag fortaesetzt. Der Kampf um die Schach-Weltmeisterschaft. Im Kamps zwischen A l j e ch i n und E u w e um die Weltmeisterschaft im Schach wurde die am Vortage abgebrochene Partie fortgesetzt. Sie schwebte im Stadium eines Endspiels, in dem Al- jechin zwar einen Bauern mehr hotte, der Gewinn aber noch zweifelhaft war. Durch vortreffliche Behandlung des Endspiels gelang es Aljechin, feinen materiellen Vorteil siegreich zur Geltung zu bringen. Nach 65 Zügen mußte Euwe die Partie a u f- geben. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 6, Euwe 5, Remis 5. Die nächste Partie wird in Eindhoven ausgetragen. Der Vorstand der Würzburger Mehgergenoffenfchaft in Schutzhaft. LPD. Würzburg, 8. Nov. Die Gaube- triebsgemeinfchaft Handwerk teilt mit: „Der Vorstand der Metzgergenossenschaft und der ehemalige Stadtrat der BVP., Trost, hatte widerrechtlicherweise große Mengen Fleisch und Fett für sich zurückgehalten und sein Amt bei der Zuteilung der einzelnen Fleischrationen an die Metzgermeister weitgehend mißbraucht. Bei einer plötzlichen Kontrolle durch die Politische Polizei wurde diese Tatsache festgestellt und Trost hierauf in Schutz- Haft genommen." EmAamewurdezumHegn'ff Äon Dr. Paul Harms. Unter den Nachrichten, die das Wunder des Rundfunks täglich mehrmals in jedes Haus trägt, kehren regelmäßig auch die wieder, die uns den jeweiligen Standort des „Graf Zeppelin" melden. Dieses Luftschiff ist für den Mann im Haus» rock, der den Nachrichten lauscht, „der Zeppelin", ober noch kürzer „der Zepp". Ein Name ist hier zum Begriff geworden, und zwar zum Begriff eines friedlichen Kulturträgers, der entfernte Völker untereinander näherbringt, als irgend ein anderes Verkehrsmittel von heute es könnte. In weniger Tagen als es vordem Wochen dauerte, trägt der Zeppelin während der günstigen Jahreszeit Menschen und Güter, Sachgüter und Geistesgüter, von Kontinent zu Kontinent, von Europa nach Südamerika und umgekehrt. Er überwindet Zeit und Raum in einem Maße, das vor einem Menschenalter noch unvorstellbar war, zugunsten des Verkehrs zwischen Kulturvölkern. Und ehe das Jahr zu Ende geht, wird auch ein „großer Bruder" so weit sein, daß er sich ebenfalls auf den Dienst im friedlichen Völker- verkehr vorbereiten kann. Für uns Menschen von heute, denen das alles schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, ist es lehrreich, gelegentlich einen Rückblick in jene Kampfzeit zu tun, in der der Name, der uns bereits zum Begriff geworden ist, noch der umstrittensten einer war. Unter den Aussätzen, die aus dem Nachlaß des Für st en Philipp Eulenburg jüngst veröffentlicht worden sind, befindet sich auch einer aus dem Dezember 1890, der eine Begegnung mit dem Grasen Zeppelin schildert. Er war Eulenburgs Nachbar bei einer Hasenjagd und erschreckte bei dieser Gelegenheit den sensitiven Diplomaten „durch die genaue Schilderung eines lenkbaren Luftschiffes, das er erfunden haben wollte". Die Art, wie Zeppelin dabei „mit seiner geladenen Doppelflinte allerhand Linien und Richtungen zeigte, die sich auf das Luftschiff bezogen", erinnerte Eulenburg an den Besuch eines--Irrenhauses. Der Anstaltsarzt hatte ihm dort zwei Verrückte gezeigt, die eifrig an einem Luftschiff bauten und dazu bemerkt, gerade dieser Wahnsinn komme oft vor. Einige Jahre später ist in Rominten beim Kaiser wieder die Rede auf den Grafen Zeppelin aekommen. Der Kaiser — so berichtet Eulenburg — yabe erklärt: „Ja, Zeppelin, das ist eine üble Sache. Immer wieder hat er einen Beitrag vom Kriegsministerium beantragt und erhalten. Das hat nun ein Ende. Die Versuche des Kriegsministeriums sind viel aussichtsvoller. Zeppelin ist ja halb verrückt mit seinem Projekt! Er tut mir leid — aber immer wieder für eine, durch das Kriegsministerium als völlig aussichtslos erklärte Sache Geld zu zahlen, ist Unsinn!" Fürst Philipp Eulenburg war, wie immer man ihn sonst auch beurteilen mag, ohne Zweifel ein geistig hochstehender Mann. Dazu vorurteilsfrei in einem Maße, wie es gerade in seinen Kreisen nicht alltäglich war. Nur: die Technik, die erste Großmacht der Zeit, war ihm zeitlebens ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. „Mir fehlt der Sinn für Mechanik", bekannte er von sich selbst, und fügte hinzu, er habe schon als Knabe „gegen jedwede Maschine mit Oelgestank eine tiefinnerliche Abneigung" empfunden. Der Graf Zeppelin aber sah in Eulenburg offenbar nur den Freund des Kaisers, den zu gewinnen für sein Lebenswerk von wesentlicher Bedeutung werden konnte. Was er nicht wissen konnte, war, daß dieser Mann, wie übrigens viele seiner Zeitgenossen mit gleichem Bildungsgang, gerade für das, worauf es ankam, minderbegabt war. Und wie das oft fo geht: wer etwas, wofür ein anderer begeistert ist, nicht versteht, hält leicht den anderen für dumm. Der Kaiser hatte seinem Freunde Eulenburg den offenen Sinn für technische Fragen voraus. Bei ihm kamen die Hemmungen anderswo her. Ein einfacher Privatmann wollte eine Sache besser verstehen als das Kriegsministerium? Dessen Versuche waren doch „viel aussichtsvoller"! Da war auch der Kaiser mit den Worten „verrückt" und „Unsinn" schnell bei der Hand. Und den Großen und Größten dieser Erde stand allein und unverstanden der Mann mit feinem fanatischen Glauben gegenüber, mit einem Glauben, der Berge versetzen kann. Ein Glück für das deutsche Volk, daß dieser Mann so „verrückt" war, möglich machen zu wollen, was alle Maßgeblichen für unmöglich erklärt hatten. Denn als dem Manne nun, im Sommer 1908, der Nachweis gelungen war, daß fein Luftschiff zwölfstündige Fahrten zu machen und auch auf festem Boden zu landen imstande sei, und als das Luftschiff, das diesen Beweis erbracht hatte, durch die Mißgunst der Umstände in Brand geriet, da flammte im deutschen Volk blitzartig die Erkenntnis auf: hier war doch eine T a t geschehen! Eine unanfechtbare, beweiskräftige Tat — in einer Zeit der hochtönenden Worte, denen sonst keine Taten zu folgen pflegten! Und nun raffte sich das parteizerrissene deutsche Volk, das so schwer zu einheitlichem Handeln zu bringen war, selbst zu einer Tat auf: es legte dem Grafen Zeppelin 6 Millionen Mark als das Ergebnis freier Sammlung auf den Tisch, damit er sein Werk vollende. Hier ist der Punkt, von dem aus der Name Zeppelin dem deutschen Volke zum Begriff werden sollte. Zum Begriff eines Verkehrsfortschritts, wie ihn kein anderes Land der Welt bisher erreicht hat. Bis es dahin kam, bedurfte es freilich noch einer langen Entwicklung. Hatten wir anfangs den Luftschiffbau fast nur unter dem Gesichtspunkt gesehen, der Heeresleitung ein neues und wirksames Kriegswerkzeug zu verschaffen, so nötigte uns das Versailler Diktat, das Luftschiff ganz und gar nur als Verkehrsmittel zu werten. Und diese Nötigung hat sich als — ungewollt — segensreich erwiesen. Die Länder, für die das Luftschiff in letzter Linie nur wert hatte, sofern es sich für kriegerische Zwecke ausnutzen ließe, haben damit wenig Glück gehabt. Der deutsche Zeppelin dagegen, der nur friedlichen Verkehrszwecken zu dienen hatte, hat eine Leistungsfähigkeit bewiesen, die kaum noch übertroffen werden kann. Seit Jahren macht er seine Fahrten zwischen Friedrichshafen und Südamerika mit einer Regelmäßigkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt. Vorher hat er den Erdball umkreist. Und so nebenbei hat er eine Fahrt in die Arktis unternommen. Wenn er sich später der Erforschung noch unbekannter Gebiete im Innern des südamerikanischen Festlandes widmen soll, so wird er auch das leisten. Er war eben eine echte Führernatur, der Graf Zeppelin, er hatte den Glauben und er hatte die Tatkraft, die sich nicht entmutigen läßt, vielmehr gerade aus Mißerfolgen den Ansporn zu immer neuen Anstrengungen holt. Dadurch hat er DasGeheimnis gufenVerdauun9 Bu f fff Ch-Sfl f X TabL^O Pfg. die Menschheit zu einem Kulturfortschritt zu führen vermocht, von dem wir Menschen der Gegenwart doch erst die Anfänge erleben. Als Deutsche aber dürfen wir stolz darauf sein, daß der Glaube und die Tatkraft des Führers auf diesem Weg in seinem Werk ungebrochen fortleben. Wir dürfen aus der Rückschau auf die Anfänge des Zeppelinverkehrs aber auch eine Lehre zi-hen. Wo wir auf einen, den braven Durchschnitt verblüffenden Glauben an das Neue und Ungewohnte In Valparaiso wurde das „Deutsche Haus" feierlich eingeweiht. Wir veröffentlichen aus dem vom Verband Deutscher Vereine im Ausland herausgegebenen, in der Verlagsanstalt Otto Stollberg, Berlin, soeben erschienenen Buche „Wir Deutsche in der Welt" mit Erlaubnis des Verlages folgenden Beitrag über das Deutschtum in Chile. Deutscher Tag in Valparaiso! Immer mehr Menschen strömen herein zur Feier, mühsam komme ich durch. Aber wie? Bin ich in Deutschland? Der Eingang ist flankiert von zwei Reihen blonder Jungen, in weißen Hemden, kurzer Hose, eine schwarze Rune am Arm. Andere flitzen hin und her, führen jeden an seinen Platz. Und nachher bei der Feier, der Sprechchor, der Singchor der Deutschen Schule, Mädels und Jungens in der gleichen Tracht, hell und freundlich klingen ihre Stimmen, wenn sie das Bekenntnis zu Deutschland singen. Und ebenso begeistert stimmen sie ein in die Rufe, die am Ende das Theater durchtönen: „Viva Alemania — viva Chile!" Ich fragte meine Nachbarn, die mir sagten, es sei eine Gruppe vom „Deutschen Juqend- b u n d". Ich horchte auf, einmal als alter Wandervogel, dann als Schicksalsgenosse des neuen Deutschland und verfolgte die verheißungsvolle Spur. Nach ein paar Tagen führte mich mein Weg nach der Stadt Concepcion — auf dem Caracolberg hinter der Stadt steht ein großer Bismarckturm und sieht hinüber nach der Bucht von Coronel, wo Graf S p e e die Engländer schlug. Hier traf ich in der Deutschen Schule den jungen Schöpfer dieses Zukunftswerkes, einen Reichsdeutschen. Er schilderte mir die dramatische Entwicklung, wie das deutsche Gefühl im deutschen Blute erwachte, erst unbewußt und zögernd, dann unter seinem Antrieb stärker und bewußter, kämpfend mit Hemmungen, bis dann der befreiende Durchbruch ins Wander- vogelleben und das völkische Bewußtsein stürmisch vollzogen wurde. Erst war es eine Schülergruppe. Dann machten sie sich selbständig und erkannten ihre Besonderheit zunächst in der deutschen Sprache. Sie waren doch keine Chilenen, sie hatten eine Sprache für sich, etwas Besonderes mußte mit ihnen los sein! Es kamen Wanderfahrten — und siehe da, das deutsche Blut regte sich, die Natur wuchs ihnen ans Herz. Daraus folgte der neue Stil, die passende „Kluft", wie man beim Wandervogel sagt, und es kam die innere Wandlung, die sie nun erst aus dem Lateinamerikanertum und auch aus der älteren Generation entschieden heraushob: aus eleganten jungen Herren wurden die „deutschen Naturburschen" mit schlichtem Gemüt. Sie fühlten neue Verpflichtungen gegen sich und ihre Art, und stärkere, tiefere Bindungen zum deutschen Wesen erwuchsen ihnen als ihren Vätern. Aber es war noch nichts Gesichertes, wie mir der bescheidene Anreger dieser gewaltigen Sache berichtete, es fehlte noch die Bestätigung, daß es auch in diesem Boden eine lebendige Pflanze war. Da erschien ein junger Mensch aus Valdivia, der Deutschland nie gesehen hatte, Deutschchilene mit Leidenschaft — und riß mit Leidenschaft die verwandte Jugend durch dasselbe Bekenntnis hin. Einer der ihren. Die Gruppen trafen sich an einem See, erlebten ihr gemeinschaftliches Ideal, traten mutig vor die Oeffentlichkeit, rissen dadurch die Zögernden mit — uno fanden 1933 den endgültigen völkischen. Zusammenhang durch die ungeheure Welle der Hitler- bewegung. Ein paar Tage darauf, an einer kleinen Bahnstation im Süden, sah ich sie. Um zu ermessen, welch unerhört fremdes Element damit im Lande auftritt, muß man das fassungslose Staunen der Chilenen — ich meine der Chilenen von Rasse — miterlebt haben beim Anblick dieser Schar von unbekümmerten Jungen und Mädchen in zünftiger Tracht, mit offenem Hals und freien Knien, mit schweren Schuhen, aber frohen Augen, wie sie aus dem Wagen kletterten, sich um ihren Wimpel sammelten und erst einmal ein munteres Lied schmetterten, ehe sie zur Sonntagsfahrt dem Vulkan entgegenzogen. Es war der staunenden Hörerschaft — dieser Mischung aus Romanen und Indianern — aber auch nichts, schlechterdings gar nichts an dem Phänomen verständlich und faßbar, am Ende lächelten sie höflich und stellten wieder einmal die Unbegreiflichkeit des „Alemanes" mit leisem Achselzucken fest. Dabei muß bemerkt werden, daß der größere Teil dieser Jungen immerhin auch Chilenen waren im staatsbürgerlichen Sinn und mit aller Entschiedenheit das auch jederzeit zu bleiben gedachten, denn Deutschland ist ihr Ursprung, aber Chile ist ihr Land. Als ich dann in der schönen, durch deutsche Arbeit hochgekommenen Stadt Valdivia dem jungen chiledeutschen Führer gegenüber saß, wurde ich von Staunen gepackt und begriff, warum die Jungen und Mädel ihren ,.Addo" vergötterten. Dieses Temperament war nicht mehr südlich — das südliche Temperament ist übrigens eine Fabel von seltener Unrichtigkeit, doch das gehört nicht hierher — das war schon wieder deutsch. Er konnte überhaupt nicht stillsitzen, wenn er auf seine Sache kam, und er kam sofort darauf. „Don Santiago bis Puerto Montt ist die beste Jugend schon bei unseren Fahnen — bald werden sie alle dabei fein", meinte er mit überzeugender Sicherheit. „Wir sind besondere Leute, wir DeutHinter flatternden Wimpeln in Chile Von Berndt Dietrich. stoßen, da empfiehlt es sich, mit den Worten „verrückt" und „Unsinn" vorsichtig zu sein. Und eine weitere Lehre heißt: Leute, die aur Technik kein Verhältnis haben, passen heute nicht mehr an Stellen, die für die Staatsführung mitverantwortlich sind. Sie mögen sonst geistig so hoch stehen, wie sie wollen — mit ihrer rein „musischen" Bildung können sie der Stellung schwerlich gerecht werden, die die Großmacht Technik im Leben von heute nun einmal einnimmt. Entdeckungen aus der Goethe-Welt dte schönsten Perlen vor uns ausbreitete. Dieser letzte Band zeigt jo recht, was wir verlieren sollen. Der Herausgeber selbst schreibt über den vielseitig interessierten Schriftsteller Dittmar, den ersten „Wetterpropheten", der als solchen auch in Beziehungen zu Goethe trat und über eine Unterredung mit ihm in Weimar 1786 sehr amüsant berichtet hat. Ihm verdanken wir auch eine Aeußerung Goethes über Laoater, den Züricher Phyfiognomen, der grabe kurz vor- her auf der Durchreise Goethe besucht hatte — em letztes Zusammensein der Jugendfreunde, deren Entfremdung nun eine dauernde werden sollte. Zwei andere Beiträge über die Weimarer Fürstengruft und den Plan eines Grabmals für Schiller und Goethe ergänzen sich. Für Goethes künstlerische Arbeit an der Weimarer Bühne bemerkenswert sind neue Urkunden aus den Weimarer Theater- akten, in der Hauptsache Notizen Goethes über Droben, bei denen er selber die Regie gehabt hat. Dem letzten Porträtisten des Dichters, Heinrich Matthaey, widmet Fritz Löffler eine biographische Studie. Aus dem Leipziger Bekanntenkreis des Studenten Goethe wird uns Christian Wilhelm Steinauer vorgestellt. Für Goethe als Politiker bezeichnend ist ein Beitrag über feine Beziehungen zu dem oranischen Minister Hans von Gagern, der in der Zeit der Koalitionskriege und dann wieder mehr als zwanzig Jahre später in Goethes Gesichtskreis trat. Ein Porträt aus dem Kreise des Weimarer Hofes zeichnet Werner Deetjen mit dem Freiherrn von Seckendorfs. Am Schluß des Bandes stehen Anton Kippenbergs Worte, die er zur (Eröffnung einer Berliner Ausstellung „Goethe und seine Welt" 1932 gesprochen hat. — Kurt Bührens: D i e flämische Bern e g u ng . Europäisches Problem oder innerbelgische Frage? Volk und Reich Verlag, Berlin W 9, ßeinenbanb 4,50 Mark. —(413) — Der Verfasser gibt eine Gesamtschau ber flämischen Bewegung, bie frei ist von aller Illusion unb von ben tatsächlichen, Belgien beherrschenben Kräften unb nicht von Wunschbildern ausgeht. Die Entwicklung Belgiens läßt sich nur von innen heraus betrachten. Inhaltlich geht bie Darstellung von ber Mentalität ber Flamen unb Wallonen aus unb roenbet sich bann ber flämischen Frage unb ihren Ursprüngen im engeren Sinne zu Da sich biese Frage in ihren einzelnen Bestanbteilen jeboch nicht gänzlich für sich behanbeln läßt, folgt zwangsläufig eine Umschreibung ber belgischen Kräfte in ihrer Gesamtheit. In einem eigenen Abschnitt: Die Wirtschaftskraft ber flämischen Provinzen wirb erschöpfenb bie tiefgreifend Strukturverlagerung Belgiens behan- bett, bie von ber Wallonei nach Flanbern weist. Der lebte Abschnitt bient ber Behanblung außenpolitischer Vorgänge unb ber besonberen kulturellen Stellung bes heutigen Flamentums. Zahlreiche Karten und graphische Darstellungen zu geschichtlichen, wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Vorgängen bereichern das Buch. — Jngeborg Maria Sick: Zwei Königskinder. Ein fremder Vogel II. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Seinen 5,60 Mark. — (365) — Jngeborg Maria Sick, die uns letztes Jahr in dem Buch „Ein fremder Vogel" so reizvoll über ihre Kindheit berichtet hat, erzählt nun in einem in sich abgeschlossenen Bande die Geschichte ihrer großen Liebe. Die Melodie des alten Liedes von den durch das „viel zu tiefe" Wasser getrennten Königskindern fchwebt über dem Buche unb wirb der Verfasserin gewiß manche neuen Freunde gewinnen. schen tn Chile hier — aber Deutsche sind wir auf alle Fälle. Unb seit unsere Jungen zu Wandervögeln geworden sind, ist das erst richtig offenbar geworden. Es war wie ein Wunder. — Wissen Sie, daß fünfzig von uns am Jahresende nach Deutschland kommen werden, als Gäste der Hitlerjugend? Schon jetzt ist der große Streit und die Qual, wen wir aussuchen sollen. Er strahlte. Später kam ich durch ein paar deutsche Bauerndörfer, ganz im Süden, am Clanquihuesee. Der Regen fiel in Strömen, aber schon von weitem verkündeten Plakate, daß der Jugendbund kommen würde, um Lieder zu fingen, feine Stücke zu spielen und so auch in den Herzen und Köpfen dieser hartgesotteten Seebauern Begeisterung und jugendlichen Schwung zu wecken. Die Dorfjugend lauschte wie einer Offenbarung, was es für sie ja auch war, und den Alten sah man an, wie sich längst Vergangenes in ihnen rührte und längst vergessene Gefühle der Volksverbundenheit aufgeschüttelt wurden bei den alten, lieben Volksliedern und den zündenden Worten des begeisterten Führers. Die ganze Hoffnung der Zukunft liegt in diesen jugendlichen Eiferern für das deutsche Volkstum — im „Deutschen Jugendbund Chiles". Büchertisch. — Dr. Gerh. Venzmer: Kampf den Bazillen. Gegen Bakterien, Seuchen und ansteckende Krankheiten. Verlag Knorr 6- Hirth, München. Geb. 2,90 Mark, Seinen 3,90 Mark. — (423) — Die Grundbegriffe ber Erbgesundheitspflege unb Rassenhygiene sind heute Gemeingut jebes deutschen Polksgenossen. Nicht aber im gleichen Maße volkstümlich geworben ist bis heute der Kampf gegen bie übertragbaren Krankheiten, ber anbere Eckpfeiler bes großangelegten Werks unserer Dolksgesunb- heitspflege. Hier eine Sücke auszufüllen, fetzt sich bas neue Buch Gerharb Venzmers zur Aufgabe. Es klärt uns auf über bie unheilvolle Bebeutung ber Ansteckungskrankheiten unb über ben ungeheuren Schaben, ben sie an Blut unb Gut ber Volksge- sunbheit unb bem Volksvermögen zufügen! Wie sehr bie Menschheit sich seit bem Aufschwung ber Wissenschaften gegen diese Schäden gewehrt hat, und in welch hervorragender Weise gerade auch deutscher Forschergeist erfolgreich an diesem Abwehr- kämpf beteiligt ist, weiß Venzmer fesselnd zu erzählen. Aber das Buch enthält auch 'ahlreiche, auf den neuesten Ergebnissen der Fo yung fußende Hinweise für Erkennung, Bekämi ung und Verhütung der übertragbaren Krankheiten. — Jahrbuch ber Sammlung Kippen- b e r g. 10 Banb 1935. Mit acht Tafeln im Insel- Verlag zu Seipzig. — (245) — Der Herausgeber der für den Goethefreund geradezu unschätzbaren Buchreihe Anton Kippenberg erklärt in einem Vorwort zu diesem 10. Bande, daß es vorerst der letzte sein solle, da andere Aufgaben, so besonders der Nachtragsband zum Katalog feiner Sammlung, seine Zeit beanspruchen. Aber Kippenberg muß auch von dem sinkenden Anteil sprechen, den das Jahrbuch wie ähnliche Veröffentlichungen und Bestrebungen erfahren mußte, er glaubt eine Zeit der „Goethe-Ferne" feststellen zu müssen, ist aber zuversichtlich genug, davon überzeugt zu sein, daß die Nation sich wieder ihres größten Dichters erinnern werde, der auch der deutschesten einer war. Uns indessen bleibt nur übrig, Abschied zu nehmen von einem guten Freund, ber Jahr für Jahr mit „anmutiger Gelehrsamkeit" aus ber einzigartigen, schier unerschöpflichen Sammlung neuer MsküoMe Mut- iniffenW in retV Max Reissner, Berlin-Halenseela Zugehörig zum Einzelhandel. 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Nur die Pferd und Wagen — sind unten ihre Felder, knallen mit ihren Stille, rufen ihren Pferden zu — sich nicht viel. Die Ufer gehören des Tages nicht, und wieder ein anderer stürmt > am Steuer des Flugzeuges die Sonne und den1 Himmel. Manch einer lebt eine tief befriedigende i Bauern — mit wegs, bestellen Peitschen in die aber sonst regt den Wildenten, für Beton den Zement nicht annehmen würden, wenn ihre Oberfläche noch durch Sand oder Erde verunreinigt wäre. Der untere Teil der glatten Front der Verarbeitungsanlage an der Witzmarer Straße ist nur dreimal unterbrochen. Aus der Mauer ragen Rutsch- Schütten heraus. Der bereinigte und gesiebte Sand gleitet auf diesen geneigten Rutschen direkt in den Lastkraftwagen. Diese Schütten sind unterteilt, gewissermaßen gelenkig. Wird der vordere Teil der Schütte durch eine einfache Vorrichtung hochgezogen, so versiegt im Augenblick der feuchte Sandstrom, er ist aber ebenso rasch auch ins Gleiten zu bringen. Der Lastkraftwagen bringt das in der bisher geschilderten Art gewonnene Baumaterial direkt an die Baustelle. So ist also auch die Lahn ein Arbeitsfeld, ein Teil unserer Heimat, einbezogen in das weitverzweigte und ineinander verkettete wirtschaftliche Leben der Volksgemeinschaft, Stätte, da Volksgenossen Arbeit und Verdienst ftnben während einer langen Zeit des Jahres. Von Flusses Grund gehoben, werden Sand und Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit her Schriftleitung.) B. in Jt Nach § 166 Satz 1 des Versicherungsvertragsgesetzes ist ein Versicherungsnehmer einer Lebensversicherung berechtigt, an die Stelle des bezugsberechtigten Dritten ohne dessen Zustimmung einen anderen zu setzen. Nach Satz 2 gilt dies auch dann, wenn die Bestimmung des Dritten im Vertrag erfolgt ist. Dieses Widerrufsrecht ist unabt hängig davon, daß der Versicherungsnehmer etwa nicht selbst aus eigenen Mitteln die ganze Versicherungssumme bezahlt; ein Ausschluß dieses Widerrufsrechts kann nur in dem Versicherungsvertrag, oder durch Erklärung des Versicherungsnehmers gegenüber der Versicherungsgesellschaft erfolgen (vgl. Reichsgerichtsentscheidung Band 142 Seite 416) ließen sich weder durch das Geräusch des hämmernden Motors, noch durch Rufe oder Pfiffe aus ihrer beschaulichen Ruhe stören. Der Führer des Motorbootes wußte auch sehr dramatisch von einer stürmischen Fahrt bei Hochwasser zu erzählen, bei der einmal ein vollbeladener Kahn „absoff" und sich die beiden Insassen des Motorbootes nur dadurch vor einem kalten Bade retteten, indem sie die Taue kappten, bie den sinkenden Kahn mit dem Motorboot verbanden Erst wenn die Sonne längst hinter dey Höhenzügen des Biebertales verschwunden ist, ruht der Motor, machen sich die Arbeiter, die den Bagger bedienen, auf den Heimweg. Hin und wieder, wenn auch selten genug, bekommen die Arbeiter auf dem Bagger Besuch. Dieser Tage war es eine Mädchenschulklasse, die mit ihrem Lehrer den schönen Tag dazu benützte, einen Ausflug entlang dem Ufer der Lahn zu machen. Mit großen Augen beobachteten sie den Bagger bei seiner Arbeit, sie wären sicherlich auch gerne darauf herumgeklettert, aber das konnte ihnen natürlich nicht erlaubt werden. So zogen sie denn singend weiter und noch lange hörten die Arbeiter auf dem Schiffe das Lied und das Lachen der Mädchen, die über den Launsbacher Steg marschierten, um dann wieder am anderen Ufer stadteinwärts zu wandern. Interessant ist es zu beobachten, wie das Motorboot den schwerbeladenen Kahn zu Tal führt. Das Motorboot zieht den Laftkahn nicht etwa hinter sich her. Vielmehr ist das Boot fest und längsseits mit dem Kahn verbunden. Der Motor läuft, das Wasser rauscht hinter der Schraube auf, aber — niemand steht am Steuer des Motorbootes! Beide Nun war also so recht ein Tag, einmal den Leuten ! nachzugehen, die jahraus, jahrein weitab von der Betriebsamkeit der Stadt m wenig unterbrochener Einsamkeit am und im Fluß arbeiten, ihrem Broterwerb, ihrer Pflicht nachgehen: den Leuten auf dem Bagger einer hiesigen Firma, die aus dem Flusse Sand und Steine für Pauzwecke holen läßt. * Wie ein Untier liegt der Bagger im Wasser, getragen von einem großen eisernen kastenförmigen Unterbau, festgehalten (vom Ufer aus) von Ankern, deren schwerster sechs Zentner wiegt. Einmal trifft man den Bagger mitten im Fluß an, ein andermal arbeitet er am Ufer, sofern es die zuständige Behörde wünscht oder für zweckmäßig hält. Immer aber fördert er den groben Sand zutage, auch Steine in allen Größen, Kies, Steine und wieder Sand. Die wuchtigen Becher, die an einer starken endlosen Kette befestigt sind, treibt der zehnpferdige Dieselmotor immer wieder in den Grund, sie heben das triefende Erdreich aus dem Wasser, das rasch abläuft, tragen es auf den höchsten Punkt der Maschine, stürzen es dann auf eine schräge Rutschbahn und tauchen dann gurgelnd und glucksend wieder in das Wasser. Ein monotoner, aber kraftvoller und Auf der Lahn ist es still geworden. Die Ruderboote gleiten seltener auf und ab. Die Paddler haben bas Sportjahr beschlossen. Längst vergessen ist, daß man in der Lahn auch baden kann. Hin und wieder verirrt sich ein Spaziergänger die Ufer entlang bis an *" wäre, das andere schwer beladene Fahrzeug um die vielen Kurven der Lahn zu dirigieren. Talwärts — bis zum Kies- und Sandwerk (Rüb- famen) geht die Fahrt! Unter dem Elevator wird das beladene Schiff vertäut und nun beginnt wieder ein Becherwerk feine Arbeit. Das Erdreich wird hochgehoben, grobe Steine werden in einer sortierenden Siebwalze ausgeschieden, geklopft, dann wieder mit dem Stande vereinigt imb begeben sich nun — alles geschieht automatisch — in eine große rotierende Trommel, in der das Material gewaschen und wiederum gesiebt wird, je nach der verschiedenartigen Einstellung der Maschine. Die Steine werden'bei diesem Arbeitsgang wiederum ausgeschieden. Jene Steinbrocken, die durch ihre zufällige Lage durch den Klopfgang gingen ohne zerkleinert zu werden, passieren diesen Klopfgang ein zweites Mal. Interessant ist es, zu hören und zu sehen, wie diese Steine, die mancherlei Verwendung finden, sorgfältig in einem Spritzwaschverfahren gewaschen werden müssen, da sie sonst bei der Verarbeitung zum dunklen Rot der Buchen, Büsche und Bäume in ihrer herbstlichen Pracht. In herrlichem Gegensatz kontrastierte das Laubgelb mit dem zarten Blau des Himmels, das sich im Wasser spiegelte. Jede Biegung des Flusses eröffnete ein anderes Bild. Von links grüßte die Burg Gleiberg von der Höhe. Unter welch mannigfaltigen Bedingungen und Upiftänben arbeiten hoch unsere Volksgenossen! Der eine sitzt Jahr um Jahr im kleinen Büro, xur Winterszeit möglichst im überheizten Raume, her anbere steht auf Gottes gewachsenem Erbboben her Heimat, nur ben weiten Himmel wie eine Glocke über sich: dieser Volksgenosse arbeitet seine Schicht tief im Schacht und sieht für Stunden bas Licht , ben großen und kleinen Tauchhühnern, dem Bläßhuhn, den Fasanen, die sich während Nacht und Morgen an den Ufern aufhalten und gegen Mittag nach der Badenburg ziehen. Neuerdings tauchen auch die Elstern in größerer Anzahl auf und fliegen, kommt man ihnen nahe, strichgerade in die Bäume an den Wiesen. Die Tage sind nun herbstlich grau und trist. Aber an jenem Tage, da diese Bilder aufgenommen wurden, war einer jener unbeschreiblich schonen Herbsttage, an denen die Sonne das gelbe dürre Laub der Büsche und Bäume in pures Gold verwandelte. Der Himmel wölbte sich -glasklar über dem Land. Spiegelglatt lag die Wasserfläche vor dem Bug des Motorbootes, das die Fluten schnitt. Von ben Ufern her leuchteten im lebhaften Spiel her Farben vom hellsten Gelb bes bürren Schilfes bis ben Enten, bie brüben auf einer kleinen Schilfinfel saßen, ein Wilbentenehepaar, sinb " beiter bie Hanb über bie Augen, schaut über bie silberglänzenbe Wasserfläche flußabwärts — ob nicht halb bas Motorboot kommt, bas einen anbe- ren leeren Kahn heraufbringt, um ben vollen bann flußabwärts zu ziehen. Der Wechsel vollzieht sich rasch. Der leere Kahn wirb roieberum längsseits des vollen bugsiert, der volle abgeschleppt und dann der leere unmittelbar am Bagger vertäut. Das alles vollzieht sich in ruhiger Selbstverständlichkeit. Und wenn dann das Motorboot wieder mit seiner Last flußabwärts zieht, dann nimmt der Bagger, der seine Tätigkeit kurz unterbrach, die Arbeit wieder auf In zwei Arbeitsschichten des Tages vollzieht sich dieses kleine Schauspiel mehrere Male. Der Führer des Motorbootes, der jahraus, jahrein die Lahn hinauf und hinab fährt, erzählte von [einen vielen Fahrten bei Wind und Regen und im Sonnenschein, er sprach von den Tieren, die das Wasser und seine Ufer bevölkern. Die bet= Existenz zwischen hohen Bücherregalen, und der j andere steht am Schraubstock ober am Schmiebe-1 feuer, um auf feine Weife her Gemeinschaft zu i bienen. Unb roieber anbere erringen — mit her; Natur als Gegenspieler — auf befonbere Weise ihren Lebensunterhalt. Es fei hier nicht an ben Bauern gebucht, sondern einmal an Männer, denen her Fluß, unsere Lahn, das Arbeitsfeld ist. zweckmäßiger Kreislauf! Die menschliche Hand tut zu und ab, führt den Bagger mit Hilfe einer Winde, deren Zugseil zum Anker führt, stückweise vorwärts, seitwärts, rückwärts, eben dahin, wo der Mensch das vermutet, was er gerne haben mochte: guten Sand, Kies und Steine! Auf diese Weise, durch diese Arbeit ist die Lahn schon ein großes Stück weit — mit staatlicher bzw. mit behördlicher Genehmigung selbstverständlich — ausgeräumt worden. Die Arbeit, so weit sie nach der Flußtiefe wirkt, hat natürlich ihre Grenzen, jene Grenzen, die der Maschine an sich gezogen sind — und die andere da, wo Sand und Kies aufhören. Unter dem lockeren Sand und dem Flußgeröll liegt Lette. Dafür besteht kein Interesse. So zieht der Bagger Meter um Meter flußaufwärts. Längsfeit liegt ein schwerer Kahn. Das geförderte Erdreich gleitet auf der Rutschbahn in diesen Kahn, der Zentimeter um Zentimeter tiefer sinkt bei ruhigem Wasser bis dicht unter den Rand über den Wasserspiegel. Wenn bann ber Kahn schwer genug beloben ist, bann hält wohl ber eine ooer anbere ber Ar- Steine Bestanbteile von Mauer unb Haus. Menschliche Intelligenz unb Maschinenkraft ringen auch hier ber Natur ab, was bes Menschen Wille für Boote werben vom Laftkahn aus gesteuert, ba [ ucl uv ^ucll das Steuer ber kleinen Motorjacht zu schwach 1 sich beanspruchen zu müllen glaubt. Zu unseren Silbern: Oben links: Sanb unb Steine förbern bie Baggereimer vom Grunb bes Flusses zutage. Oben rechts: Am Kieswerk: ber Lastkahn liegt unter bem Elevator. Mitte: Links oben: Tief liegt bas schwer be labene Boot im Wasser. — Rechts oben: Motorboot unb Lastkahn, zusammengebunben, gleitep flußabwärts. — Links unten: Auf fchräaer Rutsche Sleitet bas geförberte Material in ben Lastkahn. — nten rechts: Der wuchtige Bagger am Ufer ber Lahn. Links: Auch ein Steuermann: am Steuer bet Baggerfette. Rechts: Der Lastkraftwagen unter ben Sand- unb Kiesfilos bringt bas Material sofort an bie Baustelle. — (Aufnahmen 17]: Neuner, Gießener Anzeiger.) die „Eroicck Wirtschaft lich, das Geschäft erreichte jedoch kein nennenswertes Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Sranffurt a. M. Serkin kur» Datum 7-11. 7.11. 113,3 113,3 130 6| Banknoten. Serlin, 8-Jlooember Gritzner I 281 88 I 203 1 0 MainKaftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker 1O| Schluß« turs 112,7 100,7 Diese Feier wird deutschen Jugend zu Versprechen, daß die der Frontgeneration 7 9 6 6 148,4 212,5 104 112,25 103,75 53,25 104 109,5 76,5 91,5 138 24,25 290,5 156,25 0 6 5 0 7 0 8 0 0 100,65 97 97 107,75 100,75 97 97 107,7 113,25 96,25 100,5 100,75 97 97 107,7 100,5 97,75 T/i 77. 12 .. 8 Mansselder Bergbau .. Kokswerke........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 41 88,5 7 116,25 Schultheis Pahenhofer Aku «Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Langemarck bringen und das deutsche Jugend das Erleben übernimmt. Wilhelm Ufermann. 1,25 9,65 9,5 9,65 10,65 9,7 9,5 9,65 10,75 30 1,25 9,7 9,55 9,75 10,75 Wr4 30 1,25 9,7 9,6 10,75 5' 118 6 - 12! 214,5 4 105,25 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatürente v. 1910 4/i% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Langemarck - unser Erbel Altes Heer und Hitler-Lugend feiern den Tag von Langemarck. Übertragung als Reichssendung von Berlin. t G. Farben.Jndustrte cheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 113,25 96,25 100,65 100,75 97 97 107,75 | Frankfurt a.M. I Berlin von Beethoven. das Bekenntnis der ganzen Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade .............. Accumulaioren-Fabrik Contt-Gummi ...... 01 79,5 O| 18,65 5j 127 121,25 Langemarck in einer Front mit den Fahnen des alten Heeres gezeigt. . Am morgigen Sonntag wird der Reichsjugend- führer um 15.45 Uhr einen Kranz zum Gedächtnis der bei Langemarck gefallenen Kameraden niederlegen. Die Feier selbst findet in der Volksbühne zu Berlin statt und wird von 16.30 bis 17.30 Uhr a l s Reichssendung vom gesamten deutschen Rundfunk übertragen. Eberhard Wolfgang Möllers Kantate „Die Briefe der Gefallenen" mit der Musik von Georg Blumen- saat leitet die Stunde ein. Die Ausführung obliegt der Spielschar der Hitler-Jugend. Mittelpunkt ist eine Rede des Reichsjugendführers Baldur von Schirach. Zum Abschluß spielt das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Professor Dr. Peter Raabe mit 112,65, Zinsvergütungsscheine mit 90,70 und Späte Schuldbuchforderungen mit 97,25. Am Auslandsrentenmarkt hatten mexikanische Anleihen auf festere Auslandskurse ziemlich lebhaftes Geschäft. 5 v. H. innere 5 (4,85), 4 v. H. Gold von 1904 7,25 (6,75), 4V2 v. H. Irrigation 6,80 (6,50). In der zweiten Börsenstunde war die Haltung widerstandsfähig, und die Kurse lagen auf dem ermäßigten Stand etwa behauptet. Etwas niedriger lagen noch Hoesch mit 89,50 nach 90, Reichsbank gingen auf 175,75 (176,25), AG. für Verkehrswesen auf 76,25 bis 76,13 (77,50) und Klöckner auf 84,25 (85,25) zurück. Südd. Zucker konnten sich auf 203 (202,50) erholen, Thür. Lieferung zogen auf 123 (122) an. Renten lagen später ruhig und unverändert. Von Industrie-Obligationen erhöhten sich 6 v. H. Stahlverein aus 103 (102,75) und 4,5 v. H. do. auf 93 (92,50). Pfandbriefe lagen ruhig und behauptet. Stadtanleihen tendierten überwiegend etwas höher. Auslandsrenten lagen, still, auch in Mexikanern wurde das Geschäft ruhig. Tagesgeld war leicht mit 2,50 (2,75) o. H. Abendbörse geschäftslos. An der Abendbörse bestand nach den Abschwächungen im Mittagsverkehr starke Zurückhaltung; auf den meisten Marktgebieten hatten die notierten Werte nur nominellen Charakter, blieben aber im Vergleich zum Berliner Schluß ziemlich unverändert. Etwas niedriger lagen Rheinstahl mit 104,13 (104,40), Metallgesellschaft mit 103,50 (104,25), Ges- sürel mit 121,50 (122), Conti Gummi mit 156,25 (156,75), ferner ließen Scheideanstalt um 1 v. H. auf 209 nach. Auch IG. Farben konnten sich mit 146,40 (146,50) nur knapp behaupten. Am Rentenmarkt waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Etwas Interesse hatten zertif. Poung- Gulden zu 84,50 bis 85. Von Ausländsanleihen lagen Mexikaner nicht ganz behauptet. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,65, 4,5 v. H. Stadt Hanau 89, 6 v. H. Stahlverein 102,75, IG. Farbenbonds 122,40, 6 v. H. Krupp 102,75, 4,5 v. H. Frankfurter Hyp. Gold R 6 96,25, 5,5 v. H. Rhein.-Westf. Boden Liquid. 100,60, 4 o. H. Rumänen 4,80, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 191, 5 v. H. Tehuantepec 5,95, 4,5 v. H. Rat. Mex. 4,65, Monopol-Griechen 25, Commerzbank 82,75, DD-Bank 82,50, Dresdner Bank 83, Harpener 106,40, Rheinstahl 104,13, Laurahütte 20, Stahlverein 77,40, AKU. 53, Bekula 141,25, Bemberg 103,25, Conti Gummi 156,25, Scheideanstalt 209, Deutsche Linoleum 137,75, Licht & Kraft 128,50, IG. Farben 146,40, Feinmechanik Jetter 80, Gesfürel 121,50, Goldschmidt 104, Holzmann 88,50, Mainkraft 87,40, Metallgesellschaft 103,50, RWE. 120, Schuckert 117, Südd. Zucker 203, Reichsbahn-Vorzugsaktien 122,50, AG. für Verkehrswesen 76,25, Hapag 15. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 8. Rov. Am Gemüse- markt war das Angebot reichlich, sehr starke Zufuhren hatten Blumenkohl, Spinat, Wirsing und Karotten. Dagegen war das Angebot in Zwiebeln bei reger Nachfrage immer noch knapp und die Preise zogen weiter an. Im übrigen blieben sie bei schleppendem Geschäft imr^ränbert. Mit Ausnahme von Zwiebeln verblieben Ueberständc. 11. a. notierten: Blumenkohl 15 bis 40, Eskarol 3 bis 8, Feldsalat 20 bis 30, Gewürze! (großes Bündel) 25 bis 35, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln 3,30 bis 3,50, Oberkohlrabi 3 bis 4, Unterkohlrabi 5 bis 6, Kopfsalat 4 bis 8, Lauch 2 bis 6, Meerrettich 35 bis 45, Rettich 5 bis 10, Rosenkohl 20 bis 23, Rote Rüben 5 bis 6, Rotkraut 4 bis 6, Sellerie je nach Größe 5 bis 28, Spinat 3 bis 6, Schwarzwurzel 17 bis 22, holl. 25, Haustomaten 20 bis 25, Frei- Phtlipp Hovmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Die rhein-mainische Wirtschaft im Oktober. Fwd. Nach den Berichten der che m i s ä; e n In- d u st r i e des rhein-mainischen Wirtschaftsgebietes bewegten sich deren Umsätze im Berichtsmonat in den üblichen Grenzen; die chemisch-pharmazeutische Industrie stellt eine weitere Umsatzsteigerung sowohl im In- wie auch im Auslandgeschäft gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat fest. Im Eisen st einbergbau hielten sich Förderung und Belegschaftsstand auf der bisherigen Höhe. Das Automobilgeschäft im Rhein-Main-Gebiet zeigte keine wesentlichen Aenderungen gegenüber dem Vormonat. Die Motorenindustrie berichtet von etwas besserem Auftragseingang. In der e l e k t r o - t e ch n i s ch e n Industrie hält sich, soweit bis jetzt zu übersehen ist, der Auftragseingang auch im Oktober auf der befriedigenden Vormonatshöhe. Im Baugewerbe ist nach wie vor eine befriedigende Laae zu verzeichnen. Die Offenbacher Lederindustrie kann im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft im großen und ganzen von einer zufriedenstellenden Beschäftigung berichten. In der S ch u h i n d u st r i e war dagegen der Auftragseingang unzureichend. Im Maschinenbau war der Eingang von Exportaufträgen in Gerbereimaschinen weiter zufriedenstellend, der Jnlandabsatz ließ etwas nach. Die landwirtschaftlichen Maschinenfabriken arbeiten nach Beendigung der Weinlese abgeschwächt. Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1236: Keine Devisengenehmigung für die Bezahlung deutscher Waren in Litauen. 1237: Bekanntmachung KP 56 der Ueberwachungs- stelle für unedle Meolle, betr. Kurspreise. 1238: Zuschläge zu dem besonderen niederländischen Einfuhrzoll. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse schwächer. Frankfurt a.M., 8. Nov. Entgegen den vorbörslichen Erwartungen eröffnete die Börse am Aktienmarkt in schwächerer Haltung. Es lagen größere Verkaufsorders vor, während die Auf- Mahmeneigung gering war. Ueberraschend schwach lagen besonders Montanaktien. Die Ausführungen in der Generalversammlung von Hoesch (Köln-Neu- essen) wurden stark beachtet, während die weitere Zunahme des Ruhrkohlenabsatzes und die erhöhte Abschlußtätigkeit auf den Auslandsmärkten der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie ohne Wirkung blieben. Stark gedrückt waren hauptsächlich Stahlverein mit 78 bis 77,50 (79,50), Mannesmann mit 79,75 (81,25) und Rheinstahl mit 104 (105,25), Hoesch gaben 1 v. H. und Harpener 0,40 v. H. nach. Die Umsätze waren hierbei ziemlich lebhaft. IG. Farbenindustrie gingen auf 148 bis 147 (148,40) zurück, Scheideanstalt verloren etwa 2 v. H. Am Elektromarkt setzten AEG. 0,65 v. H., Licht und Kraft, Gesfürel und Siemens je 1 v. H. niedriger ein, RWE. hielten sich unverändert. Sonst eröffneten noch niedriger MAN. mit 90 (91), Südd. Zucker mit 202,50 (203), Westdeutsche Kaufhof mit 24 (24,25), AKU. mit 53 (53,25), Hapag mit 15,25 bis 15 (15,25) und Nordd. Lloyd mit 16,75 (17). Etwas freundlicher lagen Reichsbank, Daimler Motoren und Deutscher Eisenhandel mit je plus 0,50 v. H. Am Rentenmarkt war die Haltung freund- 7.1L 100,5 97,75 101,5 112,65 100,5 97 96,25 100,5 91,75 Am 11. November 1914 gab die Oberste Heeresleitung den historischen Bericht über das heldenhafte Sterben der jungen deutschen Regimenter bei Langemarck: „Westlich Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesang .Deutschland, Deutschland über alles* gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie ein." Das war, wie es die Frontgeneration uns Jungen erzählt, der heldenhafteste Tag des Großen Krieges. Es wurden Schlachten geschlagen, die ebenso mörderisch und blutig waren. Und doch war dies Sterben von Langemarck anders. Regimenter von Jungarbeitern, Schülern und Studenten gingen in den feindlichen Kugelregen und trugen als einzige Wappnung und einzige Wehr den Glauben an Deutschland in sich, der stärker war als die Kriegsroutine der Gegner und stärker als das Grauen des Todes, der um jeden der jungen Krieger reiche Ernte einbrachte. Langemarck, das bedeutet den urewigen, reinen und starken deutschen Wehrgeist. In die- senWorten erfüllt sich der Sinn eines jahrtausendealten Volkes, dessen Willen zur Freiheit jung blieb wie am ersten Tage seines Daseins. Hier stand nicht zur Entscheidung Gewinn oder Verlust einer Schlacht. Bei Langemarck wurde im Feuerofen der Granaten und Schrapnells der Geburtstag eines ganzen Volkes gefeiert. So ist für uns Jungen Langemarck das Symbol unseres eigenen Geistes. Und wenn wir. an diesen stolzen Tag unserer Geschichte denken, ist uns die Erinnerung nicht das Grauen des Krieges. Langemarck ist für uns nicht die Stätte unbarmherzigen Sterbens. Denn keiner der jungen Helden von Langemarck ist tot — jeder von ihnen lebt tausendfach in dem Heer der Jungen, die dieses Erbe antraten. Wenn je der Sieg einer Schlacht mit unerhörten Opfern ewig sein kann, ist es d i e E n t- scheidungsschlacht ewigen Deutschtums überhaupt, die bei Langemarck geschlagen wurde. Wir Jungen haben ein Recht, das Erbe von Langemarck für uns zu beanspruchen. Es steht uns zu, weil wir in ebenso jungen Jahren bewie- sen haben, daß wir gleichen Geistes und gleichen Opfers fähig sind. Wir reden von Langemarck nicht in paritätischem Phrasenschwulst. Dies Sterben war bar jeden Pomps und es ist nicht feil jeder Rede. Von Langemarck sollen nur die sprechen, die am Erleben der Front teilhatten — und die, die gleiches Blut opferten für ein gleiches Ziel. Anderen steht die Rede davon nicht an, und man wird die Falschheit spüren, die zwischen Wort und Tat liegt. Damals wie heute bedeutet Langemarck Opfer und Einsatz. Beides haben wir, die Jugend des Führers, mit dem Leben und Sterben der Jugend von Langemarck gemeinsam. Opfer und Einsatz haben nur ein Bekenntnis: Deutschland! Langemarck, das war die erste sozialistische junge Gemeinschaft. Da starben Deutsche. Nicht Protestanten und Katholiken, nicht Jungarbeiter und Akademiker. Angesichts des Todes wurden sie Vorbilder für uns als die e r ft e n Soldaten des Dritten Reiches. So sagt uns Langemarck alles, was wir uns täglich mühen, in unserem Leben zu erfüllen. Wo wir die sozialistische deutsche Gemeinschaft leben, leben wir Langemarck. Wo wir wahr und treu sind, sind wir unseren besten Kameraden nah. Wo Deutschland und sein Volk uns Religion werden, leben wir im Glauben derer von Langemarck. Wo wir die Fahne halten und zum Siege tragen, erheben wir das Opfer von Langemarck zur Ewigkeit. Das sei unser Ziel. Weil wir Langemarck in uns tragen, haben wir das Recht, die Stätten, an denen diese Helden ruhen, in unseren Schutz und in unsere Pflege zu nehmen. In dem Tempel, in dem wir Deutschland ehren, schwören wir zu Langemarck und nehmen die Stätten, an denen unsere besten Kameraden ruhen, in unsere Obhut. Ihr Blut und ihr Geist lebt in unseren Herzen, in denen auch der Name Horst Wessel und Herbert Norkus brennt. Der Reichsjugendführer veröffentlichte einen Aufruf zur Uebernahme des Kemmelfried- hofesdurchdieHitler - Jugend. Er machte der deutschen Jugend diese Patenschaft über eine Ehrenstätte des alten Heeres zu einer heiligen Verpflichtung und sagte: „Ich erwarte von der ganzen deutschen Jugend, daß sie diesem Werk in Treue dient, denn die Treue zu unseren großen Toten ist die Treue zum deutschen Vaterland." Wie sehr die deutsche Jugend gewillt ist, das Erbe der Front zu leben, beweist auch die Lange-, Uly, oas ivescyasl erreicyie sevocy rem nennenswerter, m a r ck - F e i e r, zu der der Jugendführer des | Ausmaß. Die Kurse lagen unverändert, so Altbesitz Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. landtomaten I 12 bis 18, II 8 bis 10, Weißkraut 3,50 bis 4, Wirsing 4 bis 6, Weiße Rüben 5 bis 7, Zwiebeln 6,75 bis 7,50. Der Obst markt verzeichnete reichliches Angebot in Aepfeln, Birnen waren weniger, aber ausreichend zugeführt. Für schöne Früchte war das Geschäft lebhaft, sonst langsam. Die Preise zogen weiter leicht an. Ausländische Erzeugnisse waren ausreichend angeboten, das Geschäft war zufriedenstellend. U. a. notierten: Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 22, Wirtschaftsäpfel 12 bis 18, Goldparmänen I 25 bis 30, II 20 bis 24, Boskop I 25 bis 30, II 20 bis 25, Anhalter 15 bis 18, Schafsnasen 12 bis 17, Birnen I 22 bis 27, II 16 bis 20, Kochbirnen 10 bis 14, Diehls Butterbirnen 20 bis 24, Vereins Dechant I 22 bis 27, Mollebusch I 22 bis 25, II 16 bis 20, Pastoren I 16 bis 18, II 12 bis 15, Bananen, Kiste 25 Pfund, I 6,50 (Bros.), II 5,50 bis 6,00, Haselnüsse 35 bis 45 (itaL), Melonen 30 (span.), Trauben 19 bis 22, holl. 40, ital. 28 bis 32, span. 32 bis 38, bulgar. 30 bis 35, Walnüsse 38 bis 45 (ital), Zitronen 3 bis 5. Die in Mark angegebenen Preise sind Großhändler- bzw. Erzeugerpreise an den Kleinhandel und verstehen sich je 100 Pfund, 100 Stück oder 100 Bündel ab Verkaufsstand Großmarkthalle. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 8.Non. Das Geschäft hat sich im neuen Monat wieder belebt. Deutsche Frischeier waren nur wenig am Markt. Etwas stärker waren die Zufuhren aus Holland, die Hauptmengen kamen jedoch vom Balkan, insbesondere aus Bulgarien. Der Koysum bevorzugt die kleinen, billigeren Eier. Kühlhauseier blieben lebhaft gefragt. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier (Frischware) S 12,25 bis 12,50, A 11,50 bis 11,75, B 10,75 bis 11, C 9,75 bis 10, D 9,25; Holländer S 12,25 bis 12,50, A 11,50 bis 11,75, B 10,75 bis 11, C 9,75 bis 10; Bulgaren 9,75 bis 10,75; Kühlhauseier S 11, A 10,25 bis 10,50, B 9,50 bis 9,75, C 9 bis 9,25, D 8,50 bis 8,75. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 8. Nov. Am Buttermarkt hat sich die Lage gegen die letzten Tage nicht verändert. Auf Grund der ergangenen Anordnungen rechnet man im Großhandel bald mit einer leichten Entspannung. Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufs- preise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145—148, feine deutsche Molkereibutter 143—146, deutsche Butter 142. Holländische Butter 145—148. Die Anfangspreise verstehen sich für Butter im Faß, während der Endpreis den Zuschlag für aus- geformte Butter darstellt. Wochenbericht vom Frankfurter Echlachtviehniarkt. Der Schlachtviehmarkt nahm in der ersten No- vemberwoche bei unterschiedlicher Beschickung im ganzen einen lebhaften Verlauf. Die Nachfrage des Konsums in den Fleischläden hat sich nach dem Ultimo merklich gehoben, was anderseits belebend auf den Einkauf der Metzger am Diehhof wirkte. In Großvieh war die Zufuhr mit 842 (1073) weiter etwas verringert, das Angebot war jedoch ausreichend, und bei lebhaftem Geschäft wurde der Markt geräumt. Die Qualität hat sich durch den erhöhten Anteil an Weidevieh weiter gebessert. Die Preise haben sich leicht erhöht. Im K ä l b e r geschäft ist eine gewisse Beruhigung zu verzeichnen, die nicht zuletzt mit den in letzter Zeit merklich erhöhten Preisen zusammenhängen dürfte. Eine weitere Abschwächung der Preise trat jedoch nicht ein, die verminderte Zufuhr von 977 (1051) Tieren wurde ausverkauft. Am Schweinemarkt ist eine weitere beachtliche Zunahme des Angebots (1766 gegen 1428) festzustellen, auch kamen Fettschweine in größeren Mengen an den Markt. Bei unveränderten Preisen erfolgt weiterhin Zuteilung. Hämmel und Schafe hatten mit Rücksicht auf den Eintopf-Sonntag starken Zutrieb (629 gegen 339), wurden aber bei leicht erhöhten Preisen lebhaft geräumt. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Nach dem Monatswechsel und dem Inkrafttreten der um 2 RM. per Tonne höheren Festpreise hat sich das Angebot der Landwirtschaft in Brotgetreide verstärkt, zumal Kontingentsmarken stärker als bisher in die Hände der Landwirtschaft gekommen sind. Da auch die Feldarbeiten nahezu beendet sind, dürfte sich das Angebot in den nächsten Wochen noch vergrößern. Indessen ist Weizen bei den Mühlen kaum anzubringen, da diese mit weiteren Andienungen der Reichsstelle rechnen. Angesichts der ziemlich bedeutenden Erhöhung der November- Bermahlungsquote ist es aber nicht ausgeschlossen, daß die Mühlen in absehbarer Zeit größeren Bedarf bekunden. Das Roggenangebot läßt sich dagegen besser absetzen, wenngleich die Grohmühlen Deutschen Reiches und der Langemarck-Ausschuß eingeladen haben. So wird diese Feier, an der zum erstenmal die gesamte deutsche Jugend maßgeblich beteiligt ist, die gute Tradition weiterpflegen, die der Langemarck-Ausschuß über viele Jahre deutschen Niederganges gehütet hat. Seit dem Jahre 1928 bereits hat der Langemarck-Ausschuß dafür gesorgt, daß an ungezählten Orten im Reich der Tag von Langemarck festlich begangen wurde. Schon damals wurde in der Front der Fahnen des alten Heeres die Hakenkreuzfahne mitgetragen. Und allen Angriffen zum Trotz hat der jetzige Leiter des Referates Langemarck in der Reichsjugendführung, Oberbannführer M o k a, die Fahne der deutschen Revolution am Feiertag von börse 8.11 • 100,4 97,75 101,5 112,65 100,5 97 96,25 100,65 91,75 Schluyk. Ulllfog» börse 8-11. 100,5 97,75 102 112,9 100,75 97 Schluß» kurs 7.11 Scblußk. Mittag« börse 8.11. Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten französische Noten..............! Holländische Noten............... -italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten .. Schweizer Noten ....... Spanische Noten ..... Ungarische Noten Datum 6% Deutsche Reichöanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5/1% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Mlös.-Schuld mit Auslos.-Nechten ............. 4‘/»% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4/.% ehern. 8% Hessische Landes' bank Darmstadt Gold R. 12.... b*/i% ehem. 4 /,% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiqui 4'/,% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4*4% ehem.8% Franks. Hyp.-Vank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 654% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbrtese....... 554% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpsc 454% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R 19 454% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanst., Gold Komm. Obl.Vl Steuergutsch.VerrechnungSk. 84-38 börse 8-11. Frankfurt a. M Serkin Schluß« für» Schlupf. Abend- börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 711. 8.11 7-11 8-11 4% vesgl. Serie 11 ............ — — 10,4 11 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,85 — 6 — 454%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,5 8,5 8,6 8,6 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,85 4,8 4,75 4,75 2 54% Anatolier............. 39 4 39,5 39,13 39,5 Hamburg-Amertka-Paker .....0 15,25 15 15,4 15,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — — — Norddeutscher Lloyd .........0 17 16,75 16,75 16,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 77,5 76,25 77,5 —— Berliner Handelsgesellschaft ... 6 110 108,75 109,5 109 Commerz- und Privat-Bank ... 0 83,75 82,75 83,75 83 Deutsche Bank und Disconw« Gesellschaft................0 83,5 82,5 83,5 82,5 84 83 84 83 Reichsbank ................12 176 175,25 176 176,5 ifl.U G .....................0 36,75 35,75 36,25 35,75 Bekula.................... 10 141,25 141,25 141,4 141,25 Dektr. Lieferungsgesellschaft... 5 108,25 107,75 107,75 107,5 Licht und Kraft ........... 654 129,5 128,5 129,5 128,25 Felten & Guilleaume......... 4 103 —— 102,75 103 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 122,5 121,5 122,75 122 Rheinische Elektrizität ........ 6 128,5 — 128,5 128,5 Rhein. Wests. Elektr..........6 121,25 120 121 120,25 Schuckert L Co............... 4 118 117 118 117,13 Siemens L Halske............7 163 162 162,25 162,5 Lahmeyer L Co..............7 124,25 122,5 124,25 122,75 Buderus .............. 4 98 98,5 99 99,25 Deutsche Erdöl......... 4 101,75 101,75 102,65 101,5 Harpener...................0 106,9 106,4 108,5 108 I Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. : 91 89,5 91 89,25 Ilse Bergbau ............... 6 152,5 152,5 — 150,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 125 125 125,5 126 । Klocknerwerke ............... i 85,25 83,75 85 84,25 Mannesmann-Röhren....... 0 81,25 79,65 81 80 1 7.November 8 November Amiliche Geld | kokierung Äries Amiliche Geld Notierung 1 23 rief Buenos Lire. 0,673 0,677 0,672 0,676 Brüssel..... 41,99 42,07 42,02 42,10 Rio de Jan. 0,141 0,143 0,141 0,143 Sosta ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,57 54,67 54,62 54,72 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,22 12,25 12,23 12,26 Helsingsors.. 5,385 5,395 5,39 5,40 Paris ...... 16,37 16,41 16,37 16,41 Holland .... 168,77 169,11 168,80 169,14 Italien..... 20,20 20,24 20,20 20,24 Japan...... 0,713 0,715 0,715 0,717 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,36 61,48 61,41 61,53 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,09 11,11 11,095 11,115 Stockholm.. 62,99 63,11 63,04 63,16 schmelz ... 80,81 80,97 80,81 80,97 Spanien... 33,93 33,99 33,94 34,00 Prag...... 10,265 10,285 10,265 10,285 Budapest .. — — — steuyork .. 2,486 2,490 2,486 2,490 118 118,75 118,5 — 114 113,25 — 215 —— 104,13 105 104,25 77,4 79 77,4 18,5 18,65 18,5 126,5 126,75 126,75 121 121 121,65 — 178 177,5 146,4 148,4 146,5 209 — — 104 103,75 104 111.5 112,5 111,25 103,5 103,5 104,25 88,5 89 88,5 116,5 - — 130 - — _ 102 101 53 53,25 53,13 103,25 103,5 103,25 109 109,5 109 76 77 76,25 — 125,5 125 91 91.9 90,5 137,75 137,5 138 — 77,75 76,75 23,75 24,25 24 294 291 293,5 — —— 170,25 156,25 156,5 156,75 27,25 I 28,13 I 27,25 87,75 — 203 I 205,25 203 Geld »rief 2,438 2,458 41,88 42,04 54,41 54,63 12.195 12,235 16,32 16,38 168,38 169,0, 19,46 19,5? 61,25 61,4j — — — 62.87 63,1, 80,63 80,9? 33,58 33,7’ — als Käufer kaum in Frage kommen; dafür find die Landmühlen aber weniger versorgt und bekunden laufend kleine Nachfrage. Futterweizen wird nicht gekauft, da die Mischfutterfabriken bekanntlich zur Abnahme gewisser Mengen Futterweizen aus Beständen der RfG. verpflichtet wurden Futterroggen ist kaum angeboten, da die Landwirtschaft selbst ytoggen verfüttert. Der Futtergetreidemarkt hat keine Veränderung gebracht. In Hafer ist das hiesige Anae- bot nach wie vor sehr knapp, ostdeutscher Hafer wird wegen des hohen Preises kaum gekauft. Futtergerste ist weiterhin stark begehrt und nur in ganz unzulänglichem Umfang angeboten. Auch Jndu- striehafer und -gerste waren kaum erhältlich. Für Braugerste waren die verarbeitenden Werke wegen der hohen Preise nur selten Käufer, das Angebot in eiweißarmen Qualitäten war aber auch gering. Am Futtermittelmarkt waren die Um- sätze mangels Angebots sehr klein. Kleie und ölhaltige Artikel waren nicht angeboten. Für Kleie rechnet man aber infolge der höheren Vermahlungsquoten mit einem besseren Anfall. Nachmehle waren reichlich anaeboten, die Preise werden jedoch für zu hoch erachtet. Trockenschnittel wurden zugeteilt, die ersten Mengen konnten in den Konsum gebracht werden. Von freien Futtermitteln blieben Mischfutter mit hohen Trägern, soweit die Preise hierfür nicht zu hoch gehalten waren, stark gefragt. Am M e h l m a r k t haben sich die Abrufe in Weizenmehl Ende der letzten Woche etwas verstärkt, nach der kleinen Preiserhöhung im neuen Monat war das Geschäft wieder sehr ruhig. Roggenmehl verzeichnete laufend Absatz, ein lebhafteres Geschäft nach der Preisermäßigung um 0,20 RM. je 100 Kilogramm war noch nicht zu bemerken. SJL-tfpont Fußball der heimischen Mannschaften. Spiele der Bezirksklaffe. VsB.-Reichsbahn Gießen — SV. 05 Wetzlar; DC. Sinn — Bissenberg; Naunheim — 1900 Gießen; Niedergirmes — W.-Steinberg. Trotzdem die VfB.er den Vorteil des eigenen Platzes haben, werden sie gegen Wetzlar wohl kaum einen Sieg erringen können. Wir trauen den Sin- nern, zumal auf eigenem Gelände, zu, den Bissenbergern zumindesten einen Punkt abnehmen zu können. 1900 Gießen wird in Naunheim um eine Niederlage kaum herumkommen. In Niedergirmes treffen die Steinberger auf einen Gegner, der sich von ihnen nicht schlagen lassen sollte. Großkampf auf dem Waldsportplatz. VfB.-R. — Wehlar. Die Gießener haben am Sonntag die Wetzlarer im Verbandsspiel als Gegner. Die Gäste, Meister der vorjährigen Spielserie der Bezirksklasse, haben auch im Laufe dieser Verbandsrunde nur eine Niederlage gegen den Tabellenführer Naunheim zu verzeichnen. Die Wetzlarer stützen sich auch dieses Jahr auf ihre bewährten Kräfte und sind als eine harte und schnelle Mannschaft bekannt. Die überragenden Leute ihrer Mannschaft sind die Gebrüder Benner in der Verteidigung und Wohlgemuth als Sturmführer. Die anderen Spieler verfügen über Durchschnittskönnen. Besonders bemerkenswert ist noch der Kampfgeist der Gäste. Demgegenüber müssen die Gießener durch das Fehlen von Szpo- nick, Hauptfeld und Fehling in veränderter Aufstellung antreten. Man hat gut daran getan, die Hintermannschaft in stärkster Aufstellung spielen zu lassen. Der Sturm ist eine Verleaenheitslösung. Die Ersatzleute Greber und L. Schmiot haben schon öfters in der 1. Mannschaft gestanden und sollten vom Lampenfieber frei sein. Die Hauptsache für die Hiesigen ist, daß sie unentwegt kämpfen und sich auch nicht durch Erfolge des Gegners entmutigen lassen. Für die Gießener bedeutet em Spielverlust ein Zurückfallen in die Mittelgruppe der Tabelle. Schiedsrichter ist Müller, Frohnhausen. Die 2. Mannschaft hat in Großen-Buseck keine Gewinnaussichten. Die 2. Jugend fährt nach Launsbach. Die Gastgeber werden ihren Sieg auf hiesigem Gelände wiederholen können. Die 1. Schülerelf trägt in Gießen ihr Pflichtspiel gegen Lollar aus. Das Vorspiel, als Gesellschaftsspiel ausgetragen, endete unentschieden. Spielvereinigung 1900 Ziehen. Naunheim Liga — 1900 Liga. Am Sonntag muß die Ligamannschaft von 1900 nach Naunheim. Dies dürfte wohl der schwerste Gang in der diesjährigen Pflichtrunde sein. Naunheim ist auf eigenem Platze sehr gefährlich. Das vertraute Gelände und das heimische Publikum sind zwei Machtfaktoren von großer Bedeutung für die Gastgeber. Aber auch das spielerische Können ist nicht zu unterschätzen. Besonders der Sturm verfügt über ein gewaltiges Schußvermögen. Hauptsächlich der Linksaußen Keusch und der Mittelstürmer Harter sind Leute, die selten hart und placiert zu schießen vermögen. Auch der Mittelläufer beteiligt sich mitunter am Toreschießen. Durch sein stetes Nachdrängen hinter dem Sturm ist ihm mitunter Gelegenheit gegeben, durch zu schwach abgewehrte Bälle zu Erfolgen zu kommen. Die Hintermannschaft dagegen ist nicht ganz sattelfest. Sie zehrt gewissermaßen an den Erfolgen der Fünferreihe. Hier liegt also die einzige Erfolgsmöglichkeit für die Blauweißen. Gelingt es ihnen durch entsprechend taktisches Spiel den Sturm der Gäste lahmzulegen, dann ist es nicht ausgeschlossen, daß sie selbst zu Erfolgen kommen können. Die Aufstellung der Mannschaft für diesen Kampf bereitete gewisse Schwierigkeiten. Koch und Schmelz sind zum Heeresdienst eingezogen. Zeiler mußte durch eine Verletzung, die er sich im Spiel gegen VfB. zugezogen hat, das Krankenhaus aufsuchen. Schalch wurde im Spiel gegen Nieder-Girmes verletzt. Dörr mußte in das studentische Kameradschaftslager einrücken. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände wurde folgende Mannschaft vorgesehen: Fischer; Schad, Livvert; Hammer, Mcmk, Heilmann; Wilhelmi, Jäger, Langsdorf, Schäfer, Henkelmann. Ein Sieg wäre mehr als eine Ueberrafchung, doch ein Teilerfolg ist auch anerkennenswert. Grünberg I — 1900 II. Dem spielerischen Können der Blauweißen werden die Grünberger großen Eifer entgegensetzen. Ob es unter diesen Umständen zu einem Sieg für 1900 reicht muß man abwarten. Großen-Linden I — 1900 III. Entsprechend ihrer Leistung vom Dorsonntag sollte den Junioren auch hier em Sieg möglich sein. Jedoch nur dann, wenn wie in Garbenteich mit Ernst an die Aufgabe herangegangen wird. , FCTeutonia^ Watzenborn-Gfeinberg Am morgigen Sonntag stehen vier Mannschaften der Teutonen in Punktekämpfen. Die 1. Mannschaft muß die Reise nach Wetzlar-Niedergirmes antreten. Niedergirmes, eine ausgesprochene Kampfmannschaft, konnte erst am vergangenen Sonntag im Kampf gegen die Liga-Mannschaft der Spielvereinigung 1900 in Gießen sein Können unter Beweis stellen. Die Schülermannschaft ist bei der gleichen des Sportvereins 1928 Garbenteich zu Gast. Zum ersten Male stehen sich diese Mannschaften gegenüber. Eine Voraussage des Spielausgangs ist nicht möglich. Auf eigenem Platze empfängt die 2. Mannschaft der Teutonen die 2. Mannschaft vom DsR. Lich zum Verbandsspiel. Obwohl die Einheimischen genötigt sind, voraussichtlich einige Leute an die 1. Mannschaft abzugeben, sollte sie doch immer noch so stark sein, den Gegner mit einer Niederlage, wenn auch knapp, heimzuschicken. Dor diesem Spiel stehen sich die Juaendmann- schaften von Watzenborn-Steinberg und oer Spielvereinigung 1900 Gießen gegenüber. Da es hier um die Spitzengruppe der Tabelle geht, wird wohl jede Mannschaft alles daran setzen, beide Punkte zu erhalten. Hrpisk'affenspiele des Sonntags Heuchelheim — Fleihbach (Gesellschaftsspiel; Bender, Fellingshausen); Großen-Buseck — VfB.-R. II (Keller, Naunheim); Lollar — Leihgestern (Kaletsch, Wetzlar); Grünberg — 1900 II (Beck, Flensungen); Sportfreunde Wetzlar — Leun (Kleemann, Bissenberg); Burgsolms — Stockhausen (Deis, Nauborn); Hermannftein — Holzhausen (Offenbacher^ Gießen); Werdorf — Nauborn (Rüspeler, GiHen); Allen- dorf — Garbenteich (Niersbach, WeUar); Grünin- gen — Lich (Rüspeler, Gleiberg); Großen-Linden gegen 1900 III (Erb, Gießen); Steinberg II gegen Lieh II (Seitz, Heuchelheim); Tv. 1846 Gießen gegen Fellingshausen (Hillebrecht, Großen-Buseck); Wißmar — Vetzberg (Hofmann, Wieseck); Lollar II gegen Rodheim II (Pieh, Londorf); Heuchelheim II gegen Launsbach (Weil, Vetzberg); Treis — Londorf (Bücher, Gießen); Rüddingshaufen — Flensungen (Bender, Treis); Sportfreunde Wetzlar II gegen Waldgirmes (Koob, Garbenheim); Niedergirmes II — Sportfreunde Wetzlar III (Spieß, Nauborn); Bieber — Großen-Linden II (Lotz, Launsbach). Heuchelheim hat sich Fleißbach, ein spielstarker Verein aus dem Dillkreis verpflichtet. Die Gäste sind unMannt, doch traut man den Einheimischen einen Sieg zu. Allendorf empfängt Garbenteich zum Revanchekampf und wird versuchen, die im Vorspiel erlittene Niederlage wettzumachen. Der eigene Platz dürfte den Platzherren ein Plus geben, das Garbenteich durch besseres Spiel ausgleichen sollte. Lich reift nach Grüningen und muß auf der Hut fein, denn zuhause ist Grüningen nicht zu unterschätzen. Die größere Spielerfahrung der Licher sollte jedoch ausschlaggebend sein. Die Gießener Turner erwarten Fellingshausen. Die Gäste spielen einen guten Fußball, während die Turner sich zu keinen einheitlichen Leistungen aufraffen konnten. Die Gießener müssen mit allem Ernst bei der Sache fein, sonst könnte der Gegner sich die Punkte mit nach Hause nehmen. Die Vetzberger gehen einen schweren Weg, denn gegen Wißmar sollten die Gäste keine Chancen auf Sieg haben. Heuchelheim II spielt gegen Launsbach. Hier treffen zwei gleichwertige Gegner aufeinander, eine Vor- misfage ist nicht möglich. Bei dem Lokalkamvf Treis gegen Londorf haben sich die Kräfteverhält- niffe sehr zugunsten von Londorf verschoben, man rechnet mit einem Siege der Gäste. Flensungen reift nach Rüddingshaufen und wird dort kämpfen müssen, wenn das Spiel nicht zu hoch verloren werden soll. Bieber ist wieder auferstanden und spielt im Freundschaftsspiel gegen die zweite Mannschaft von Großen-Linden. Beide Partner sind Neulinge, man kann daher auf das Ergebnis gespannt sein. Sportverein 1920 Lollar. Der kommende Sonntag sieht vier Mannschaften im Kampfe, und zwar spielen: Lollar I — Leihgestern I. Lollar II — Rodheim II. Lollar III — Staufenberg I. VfB.-R. Gießen Schüler — Lollar Schüler. Die erste Elf tritt auf eigenem Platze Leihgestern gegenüber. Lollar tritt in derselben Aufstellung wie gegen 1900 Gießen II an, also ohne Schaaf und König. Trotzdem sollte die Elf in der Lage sein, einen glatten Sieg zu erringen. Die zweite Elf tritt Rodheim II im Punktspiel ebenfalls auf eigenem Platze gegenüber. Der Gegner ist in Lollar noch unbekannt, dürfte aber wohl nicht stark genug sein, die in ziemlich starker Aufstellung antretenden Lollarer zu besiegen. Die dritte Elf tritt auf eigenem Platze dem Gegner der zweiten Elf vom vergangenen Sonntag, dem SpV. Staufenberg, gegenüber. Nachdem Staufenberg am letzten Sonntag so katastrophal gegen die Lollarer Reserve verlor, hält man auch die Dritte für stark genug, um auf eigenem Platze einen knappen Sieg zu erringen. Die Schüler haben in Gießen einen sehr schweren Stand A. f. 3t Lich. Am morgigen Sonntag trifft die erste Mannschaft auf die gleiche vom Sportverein Grüningen; obwohl Grüningen bisher für sich noch keine Punkte erringen konnte, darf Lich das Spiel nicht schon als gewonnen betrachten. — Die zweite Mannschaft trifft in Steinberg auf die gleiche der dortigen Teutonen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Lindens erste Elf empfängt die dritte der Spielvereinigung 1900 Gießen zum fälligen Pflichtspiel. Beide Mannschaften zeigten am letzten Sonntag schöne Spiele. Man rechnet mit einem Unentschieden oder einem knappen Sieg der Gäste. — Die Jugend trägt voraussichtlich ein Gesellschaftsspiel gegen die gleiche von Klein-Linden aus. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Am kommenden Sonntag weilt die Jugendmann- schäft zum fälligen Verbandsspiel in Heuchelheim und tritt dort der zweiten Jugendmannschaft des Spv. 1920 gegenüber. Nach den in den letzten Spielen gezeigten Leistungen zu urteilen, müßte die Mannschaft eigentlich in der Lage fein, die beiden Punkte für sich zu erkämpfen. Handball im kreis VIII (Lahn-Dill). Am kommenden Sonntag herrscht seit Zeit wieder einmal m allen Klassen Hochbetrieb. Alle angesetzten Spiele haben für die zukünftige Gestaltung der Tabellen mehr oder weniger wichtige Bedeutung und aus dem Grunde allein schon ist überall mit harten Kämpfen zu rechnen. Gauklasse: Tv. Eschwege — 1900 Gießen. Die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 fährt zum fälligen Verbandsspiel nach Eschwege. Der Ausgang des Spieles ist für die 1900er von großer Bedeutung, um den Anschluß an die Spitzengruppe nicht zu verpassen. Eschwege ist durch Einziehung verschiedener Spieler nicht mehr die Kampfmannschaft wie im vorigen Jahre. Trotzdem darf das Spiel nicht auf die leichte Schulter genommen werden, zumal Eschwege auf eigenem Platz immer noch einen achtbaren Gegner abgibt. 1900 tritt mit derselben Mannschaft an, die in den letzten Spielen bewiesen hat, daß sie zu kämpfen versteht. Tv. Lich — 19 0 0 Gießen. Die 2. Mannschaft von 1900 fährt zum fälligen Verbandsspiel nach Lich. Das Vorspiel in Gießen ging verloren. Bei guter Mannschaftsaufstellung werden die 1900er ehrenvoll abschneiden. Bezirksklasse: TV. Münchholzhausen — TV. Wetzlar. Wetzlar tritt zur Zeit wieder in erklassiger Besetzung an, so daß es auch Münchholzhausen auf eigenem Platz nicht gelingen dürfte, Lorberen zu ernten. TV. Lützellinden — VfB.-Reichsbahn Gießen. Wenn sich die Gießener nicht bald auf sich selbst besinnen und endlich einmal mit einer einheitlichen Mannschaft auf den Plan treten, geht noch manches Spiel verloren. Mtv. Gießen — Tv. Roth. Die Erste des Mtv. empfängt die gleiche des Tv. Roth. Die Gäste stehen mit acf)t Punkten an zweiter Stelle der Tabelle, während der Mtv. mit fünf Punkten einen Mittelplatz einnimmt. Allerdings muß hier berücksichtigt werden, daß der Mtv noch mit zwei Spielen im Rückstand ist, relativ also noch besser steht als Roth. Die Spielstärke beider Mannschaften wird gleich sein. Die Gäste sind als kampfkräftige Mannschaft bekannt, die über einen guten Sturm verfügt. Es ist noch in guter Erinnerung, daß im vorigen Jahre der Mtv. beide Spiele gegen Roth verlor. Das allein dürfte für die Hiesigen am Sonntag ein Grund mehr fein, um alle Register des Könnens zu ziehen, und damit die Schlappen des Vorjahres wieder auszumerzen. Wenn sich der Mtv. in der Form präsentiert wie in den beiden letzten siegreichen Spielen gegen Hochelheim und Heuchelheim, bann sollte ein Erfolg durchaus im Bereiche der Möglichkeit liegen. Allerdings muß mit dem zähen Siegeswillen der Gäste gerechnet werden. I. Kreisklasse: TV. Holzheim — TV. Niedergirmes. In diesem Spiel treffen zwei Gegner aufeinander, die sich in bezug auf Schnelligkeit und Technik ziemlich die Waage halten werden. Vielleicht kann Holzheim den Vorteil des eigenen Platzes ausnutzen und so zu einem knappen Sieg kommen. Eine Vorhersage ist jedenfalls recht schwer. TV. A tz b a ch — TV. Gr. -Rechtenbach. Es ist kaum anzunehmen, daß die Gäste den Siegeszug der Einheimischen aufhalten werden, zumal sie, wie verlautet, mit Ersatz antreten müssen. TV. Garbenheim — TV. Dorlar. In diesem Lokaltreffen messen sich Mannschaften, die schon oft gegeneinander gestanden haben. Wer der Glücklichere sein wird, ist schlecht zu sagen. II. Kreisklasse: TV. Allendorf (Lda.) — TV. Wißmar. Die Platzbesitzer sind gut; aber auch die Gäste können Handball spielen. Es ist jedenfalls ein ausgeglichenes Spiel zu erwarten, bei dem beide Mannschaften gleich große Chancen haben. TV. Beuern — TD. Londorf. Die Mannschaft des TV. Beuern spielt einen ausgezeichneten Es gibt wenig Landvereine, die in bezug auf System, Schnelligkeit und vor allem Technik an sie heranreichen. Das morgige Spiel wird sicher gewonnen werden. Tv. Ebersgöns — T v. Grüningen. Ebersgöns wird natürlich beftreibt sein, das Ergebnis des Vorspiels gründlich zu revidieren. Es ist möglich, daß das auch gelingt, zumal Grüningen mit Ersatz antreten muß, die Einheimischen aber an Spielstärke in der letzten Zeit außerordentlich gewonnen haben. Tv. Garbenteich — Tv. Hausen. Garbenteich hat das Vorspiel verloren. Ob sich das allerdings wiederholen wird, ist kaum anzunehmen, denn Garbenteich hat in der letzten Zeit recht gut gespielt, während man Hausen eigentlich schon besser gesehen hat. Tv. Romrod — Tv. Nieder-Ohmen. Die Gäste werden naturgemäß keine allzu großen Chancen haben, ihr Kampfgeist kann aber vielleicht doch mit dazu beitragen, daß es eine ausgeglichene Partie gibt, bei dem der Glücklichere als Sieger den Platz verlassen wird. Tv. Alsfeld — Tv. Burggemünden. Burggemünden, wird, ersatzgeschwächt, wie es nun einmal ist, gegen die zur Zeit sehr gut zusammenspielenden Alsfelder kaum etwas ausrichten können. Wir rechnen mit einem knappen aber sicheren Erfolg der Einheimischen. Tv. Homberg — Tv. Bernsfeld. Die Hornberger haben Bernsfeld, das zu feinem ersten Spiel antritt, zu Gast. Daß es hier zu einem sicheren Sieg der Platzbesitzer kommen wird, daran zweifelt niemand. Tv. Erda — Tv. Heuchelheim II. Nach dem klaren Sieg der Gäste im Vorspiel geht man sicherlich auch nicht fehl, wenn man sie am Sonntag wieder als Sieger bezeichnet. Jugend: Tv. Dutenhofen — Tv. Münchholzhausen; Spv. 05 Wetzlar — Tv. Garbenheim; Tv. Wetzlar — Tv. Wetzlar-Niedergirmes; Tv. Lang-Göns II — Tv. Grüningen; Tv. Lang-Gons I — Tv. 1846 Gießen; Tv. Garbenteich — Tv. Lützellinden; Mtv. Gießen — 1900 Gießen; Krofdorf — Ruttershausen; Staufenberg — Wißmar; Lich — Holzheim. Amtsgericht Gießen. Ein hiesiger Einwohner erhielt wegen Uebertre- hing des Forst- und Feldstrafgesetzes durch Strafbefehl eine Geldstrafe. Vor Eintritt in die gestrige Hauptverhandlung nahm der Angeklagte seinen gegen den Strafbefehl eingelegten Einspruch zurück. Eine weitere Sache wurde zwecks Ladung eines Zeugen abgesetzt. Wieder ein betrügerischer Weingroß- händler verhaftet. LPD. Frankfurt a. M., 8.Nvv. Wegen Betrugs ist der Inhaber der Weingrvßhandlung Sae- mann 6- Co., S. Saemann, Frankfurt a, M., Schöne Aussicht, festgenommen worden. S. hat bis in die jüngste Zeit gleiche Weine unter verschiedenen Bezeichnungen und Preise n in den Handel gebracht, wobei recht erhebliche Preisdifferenzen entstanden. U. a. gelangte ein eigenes Gewächs des Saemann unter fünf verschiedenen Bezeichnungen zum Versand. Dabei ist der Weinberg nur vier Ar groß und bringt nur einen Ertrag von etwa 200 Liter. Ein ausländischer Wein wurde als Oberingelheimer verkauft. Die Vertreter des S. erhielten bis zu 50 v. H. Provision. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. D. Ihre Briefkastenanfrage wird durch den Arttkel „Das neue Erbschaftssteuerrecht" in unserem heutigen Blatte beantwortet. Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden reich bebilderten Bücher: Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tiei- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einführungstext von K. Gerhard und O. Wolff.. .Leinen RM 4.80 Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm vön K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer v. P. F. Weckmann-Wittenburg. Mit 64Kunst- drucktafeln.................Gebunden RM 4.— Heimatschutz undHeimatpflege.VonRektor Hermann Wille. Brosch. RM. 1.80, geb. RM. 2.95 Naturschutzund Ingenieurwerk. VonDr.W. Lindner. Brosch. RM. 2. -, geb. RM. 3.— Vom deutschen Weidwerk. Von Prof. Dr. Koepert. Broschiert RM. 2.50, gebunden RM. 3.50 Heimatschutz.V.E.Rudorff.Br,RM2.-,gb.RM.3.- Naturdenkmäler aus der Vogelwelt. Von v. Lucanus. Brosch. RM. 2.—, gebunden RM. 3.— Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Broschiert RM. 2.—, gebunden RM. 3.- Naturschutz und Forstwirtschaft Von Forstmeister Feucht. Brosch. RM. 2 —, geb. RM. 3 — Naturschutz und Arbeitsschule. Von W Schoenichen .Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Die Kamera im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger . Brosch. RM. 2.50, geb. 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Lda. 10: Hauptgottesdienst: 11: Katechismuslehre. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn- Steinberg. 9.30: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Haufen. 10.30: Gottesdienst. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst: 14: Stiftspfarrer Naumann. — Jlieber- Defsingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Cangs- borf. 10: Kindergottesdienst: 11: Hauptgottesdienst; 20: Abendgottesdienst zur Eröffnung der Winterarbeit der Evangel. Frauenhilfe. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Wünzenberg. 11: Gottesdienst: 20: Bekenntnisqottesdienst mit Kollekte. Trais-Munzenberg. 9: Gottesdienst; 18.30: Bekennt- nisgottesdienst mit Kollekte. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 19.30: Gottesdienst zur Eröffnung der Winterarbeit der Frauenhilfe. — Cangd. 10: Gottesdienst, anschließend Kindergottesdienst. — Göbelnrod. 10: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Kranken. — Veilsberg. 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Anschließend bis z.17.11., tagt. 15.30 u. 20.30 Uhr spricht Evangelist Stähler Jedermann ist herzlich eingeladen. o48o? Bettuchhalbleinen, 150 cm breit, erprobte Qualitäten................p. m 1.85, 1.48 12.30: Gottesdienst, anschl. Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten. — Kirtorf. 10: Kindergottesdienst; 20: Abendgottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 18.30: Abendgottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 9. November. Gießen. 16.30 uno 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 10. November. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Jungfrauen-Kongregation; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Pre- digt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Messe, Hochamt mit Predigt. Montag, den 11. November. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 13. November. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Evangel. Stadtmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 10. November. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Iahresfest; 20.15: Evangelisations- Vortrag. Montag, 11. Nov., bis Samstag, 16. November. 15.30 Uhr: Bibelftunde; 20.30: Evangelisations- Vortrag. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1. — Ederstraße 13. Sonntag, den 10. November. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 13. November. 20.30 Uhr: Gottesdienst. vefsenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. » Feuerwache: Telefon 2244'45, Notruf Tele- son 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließsachabholer I bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Sanitätsrat Dr. Schliephake, Dr. Ma- lech. Zahnarzt: Dr. Metz. 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Gießern Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; ll:Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker; 17: Propst Knodt. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 17: Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannes- saal, Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Anthes. — petrus- kopelle. 9.30: Pfarrer Trapp. — Saat der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Gemeindesaal (Liebigstr. 56). 14: Taubstummengottesdienst, Pfarrer Bechtolsheimer. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahles. — Alten-Buseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Abendmahl III. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 9: Gottes- dienst, hl. Abendmahl für Jugendliche. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottes, dienst; 11: Beichte und Abendmahl für die Bur- Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungs- text von K. Gerhard und O.Wolff. T~> BahnstationGroßen- Deuern Buseck. Telephon 53 Hier einige Beispiele: PRÜFEN SIE bevor Sie Ihre Möbel kaufen , Möbel und Preise von Rud. Sommeriad Wieseck Sonntag, 10. 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