- ! I WU 'v-< ~ yfcj MM L W MM 1 inben. 5BMMK Mittwoch, 9. Oktober M5 185. Jahrgang r 256 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen gjs.'K'Ä /w* * ♦ r:nx”±:! Beilagen: Die nnuftriert. 07 ▲ A Kä A AA A AA AAA A * A « b.s8>/,Uhrd°-D°rm.tt°g- Siebener Familienblätter AWA T OkW WW YW VIWN Grundpreise für 1mm hohe Heimat im Bild - Die Scholle « WM ■ O ■/ |V ■ 9 MW ■ V f I I I Z ■/ WM I ■/ ■ für Anzeigen von 22 mm Monats Bezugspreis: W W WW Kf UM U< ■ W U< ■ / ■ II "MW^ BI I Bf ■ Breite 7 Rpf., Mit 4 Beilagen RM. 1.95 ■ W W W W W^ W W W W W W von 70 rnrn Brette Ohne Illustrierte „ 1.80 I @ Wkr" W B W/ W 9L W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr .. „ -.25 ™ M W W V ■ ^f ▼ ^F vorh.Dereinbg.25°/g mehr. »ÄM: KF V «w*** nfolge höherer Gewalt — e ee x|a < < ** Stellen--, 93ereins», gemein« WM General-Anzeiger für Oberhe fen rieten: »njetget Siegen w ’ behördliche Anzeigen SRps. Stan«urtÄ"‘n 11686 vru-k unbVerlag: vrühl'sche Univerfitätrvllch- und Steindruckerei R.Lange in Stehen.Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 Menge.abichiüsieStaffel8 hauptomtsleiter Hilgenfeldt. — (Scherl-M.) unsere Opferbereitschaft warten. Als schaffende deutsche Menschen wollen wir es n i ch t z u l a s s e n, daß andere hungern und frieren in einer Zeit, in der uns die Möglichkeit eines gesicher- ten Daseins gewährleistet wird. Kameraden! Die Not der anderen ist auch unsere Not, und wir die wir in der Deutschen Arbeitsfront vereinigt sind, wollen es als unsere Ehrensache betrachten, ein leuchtendes Vorbild der Opferwilligkeit zu sein und zugleich damit unsere Pflichterfüllung unter Beweis stellen, die wir der Nation schuldig sind. . Arbeiter der Stirn und der Faust! Auch in diesem Jahre werden wir der Welt ein Beispiel echten Z u s a m m e n h a l t e n s geben, werden ihr zeigen, daß das schaffende deutsche Volk mit eisernem Willen bereit ist, auch diejenigen über den kommenden Winter zu bringen, die unserer Hilfe bedürfen. Die Gemeinschaft, die wir in der Deutschen Arbeitsfront immer und immer predigen, werden wir jetzt auch praktisch beweisen. Jeder einzelne opfert nach bestem Können. Keiner wird sich dieser Ehrenpflicht entziehen. Wir alle, die wir in der Deutschen Arbeitsfront, der Gemeinschaft der Schaffenden, zusammengeschlossen sind, werden mit allen Kräften dazu beitragen, daß auch in diesem Jahr das Winterhilfswerk ein voller Erfolg wird, ein Beweis dafür, daß die Gemeinschaft keinen notleiden läßt. EineUnlerredung mttHilgenseldt Berlin, 9. Okt. (DNB.) Ein Mitarbeiter des „Völkischen Beobachters" hatte eine Aussprache mit dem Reichsbeauftragten für das WHW., Hilgen- f e l b t, über die kommenden Aufgaben des WHW. Hilgenfeldt erklärte dabei u. a.: Grundlage der Geldspenden bilden wieder die monatlichenLohn- und Gehaltsopfer und die ebenfalls monatlich durchzuführenden Eintopf- und Reichs- straßensa mmlungen. Daneben erfolgen außerdem Sammlungen auf Reichs - und Geldsammellisten. Die Landwirtschaft bildet die Grundlage der Nahrungsmittelspende für das WHW. So wie die Eintopfsammlungen für das Aufkommen von Geldspenden großen Wert besitzen, so sind auch die Pfund- jammlungen für die Nahrungs- und Genußmittelbeschaffung die wichtigste Spendenart. Kleidersammlungen werden ebenfalls wie im Vorjahr durchgeführt, und zwar setzen sich für die Ausbesserung der gebrauchten Kleidungsstücke die NSV., die NS.-Frauenschaft, das Deutsche Frauenwerk und der weibliche Arbeitsdienst ein. Der erste Eintopfsonntag ist der 13. Oktober, die weiteren der 10. November, der 8. Dezember, der 12. Januar, der 9. Februar und der 8. März. Das Straßenabzeichen und die T ü r p l a k e 11 e für den Oktober ruft uns zu „Mit vollen Segeln in den Kampf für das WHW.". Das Abzeichen für ben November trägt bie Aufschrift „Der kostbarste Ebelstein — bas opferbereite beutsche Herz". Ganz hervorragenb ist bie weihnachtliche Plakette gestaltet, bie allen Volksgenossen eine beutsche Weihnacht wünscht. Unter ben Glocken, mit bem WHW.-Abler geschmückt, ein holzgeschnitzter Reiter, bet als Abzeichen verkauft wirb. Zum 150jährigen Tobestag Friedrich des Großen ruft bie Januarplakette auf mit ber Inschrift „Seib Sozialisten ber Tat". Der Kopf bes Königs ist in Gußeisen als Januarabzeichen ge- g en. Der Nationalsozialismus regiere nicht nur mit der Macht, sondern der Vollzug der Macht sei auch für das Volk da. Den besten Schutz der Regierung bilde immer bie Liebe bes Volkes. Immer werbe bie Regierung bemüht fein, bem Volk bas Leben erträglich zu machen. Das Arbeiisprogramm des Mnterhilsswerks Am 13. Oktober erster Eintopf-Sonntag. — Künstlerisch wertvolle Türplaketten für jeden Wintermonat. heute eröffnet ber Führer bas Winterhilfswerk. Dies irt bie Türplakette für Oktober. — (Scherl-Bilber- bienft-M.) Reichsminifter Dr. Goebbels im Hauptamt ber NS.-Volkswohlfahrt in Berlin in der Unterhaltung mit bem Hauptamtsleiter für bas Winterhilfswerk, Hilgenfelbt. — (Weltbilb-M.) „Die Schaffenden helfen!" Dr. Leh ruft die Arbeiter der Stirn und der Faust zum WinterhilfHwerk auf. Berlin, 8. Okt. (DNB.) Der „Angriff", bie Tageszeitung ber Deutschen Arbeitsfront, oeröffent- licht folgenben Aufruf von Dr. Robert Ley: Kameraben ber Deutschen Arbeitsfront! Betriebsführer unb Gefolgschaften! Der Führer eröffnet am 9. Oktober 1935 bas Winterhilfswerk bes beutschen Volkes 1935/36. Wer jahrelang bie Not am eigenen Leibe verspüren muhte unb jetzt dank ber nationalsozialistischen Staatsführung roieber in Arbeit unb Brot gekommen ist, kann ermessen, was es bebeutet, wenn Millionen hilfsbebürftiger Volksgenossen auf Berlin, 8. Okt. (DNB.) Das Winterhilfswerk bes beutschen Volkes 1935/36 wirb, wie bereits mitgeteilt, am heutigen Mittwoch burch ben Führer unb Reichskanzler eröffnet. Die segensreichen Wirkungen dieses gewaltigen Werkes find in dem soeben veröffentlichten Rechenschaftsbericht klar unb einbrucksvoll jebem Volksgenossen sichtbar geworben. In den Räumen des Hauptamtes der NSV. am Maybach-Ufer in Berlin-Neukölln, das auch die Organisation des WHW. beherbergt, wird nach einer kurzen Sommerpause wieder mit Hochdruck gearbeitet, um für die großen Aufgaben des dritten Winterhilfswerkes gerüstet zu sein. Am Dienstagnachmittag stattete Reichspropagandamini- ster Dr. Goebbels, unter dessen Aufsicht bie NSV. unb bamit auch bas WHW. steht, ben Einrichtungen bes Winterhilfswerkes einen emftun- biqen Besuch ab. Unter Führung bes Reichsbeauftragten für bas WHW., Hauptamtsletter Hil - genfelbt, besichtigte ber Minister bie einzelnen Abteilung, insbesondere d i e O r g a n i s a t i o n s- unb Verwaltungsstelle, sowie bie Abteilungen Kohlenversorgung und Gra- p h i k Er nahm Einsicht in bie großen Plane sowie in bie Statistik unb ließ sich über viele Einzelheiten Auskunft geben. Die gewaltigen Zahlen, mit benen bas Winter- hilfswerk arbeitet, müssen immer roieber Staunen erregen. Beispielsweise geht ein Viertel ber gefamten Hausbrand - Versorgung Deutschlands, nämlich 2 645 000 Zentner, durch das Das Mntechilsswerk ist gemstel. Aeichsminister Dr. Goebbels besucht die Einrichtungen der Hauptverwaltung. rann. Dor ben Vertretern des Millionenheeres von freuen Helfern, die in den beiden vergangenen Zahlen die Hauptlast des Kampfes getragen haben, die »hne klingenden Lohn und unter Aufopferung ihrer Kräfte das Winterhilfswerk durchgeführt haben, hat ber Führer heute ben Befehl zum Vormarsch gegeben Durch ben Aether unb burch die Zeitungen bringt sein Appell an jebes Ohr, und es darf m Me ern Augenblick in deutschen Landen keinen Men- !chen geben, der bie Stimme der Nation nicht hort, tier sich ausschliehen möchte aus der gemeinsamen und rasten, nicht eher dürfen wir uns zufrieden geben, bis auch ber letzte beutsche Volksgenosse dem Elend entrissen ist. Wie geschlossen das deutsche Volk hinter dem Gedanken des Winterhilfswerks steht, beweisen einige Zahlen aus dem vergangenen Jahr: Es wurden im letzten Winter 357 086 104 Sachspenden verteilt. Der Eintopf allein brachte einen Ertrag von 30 Millionen. Es gab kaum einen Menschen, der sich aus dieser überwältigenden Front gegen den Egoismus ausgeschlossen hätte. Das ganze Volk war eine Einheit, ein wahres Volk von Brüdern, in einem Willen zusammengeschmiedet durch die vorbildliche Persönlichkeit seines Führers, der in seinem untadeligen Charakter selbst das schönste Beispiel für die Art eines deutschen Menschen gegeben hat und immer wieder aufs neue gibt. Heute, da Deutschland mit unwiderstehlichem Schwung zur Höhe strebt, darf es in seiner Entwicklung nicht durch vorübergehende materielle Verhältnisse auf- gehalten werden. Es ist die selbstverständliche Pflicht jedes national empfindenden Menschen, aus innerster Freiwilligkeit das Winterhilfswerk zu fördern. Es wird immer nur ein kleiner Bruchteil sein von dem, was uns der Führer geschenkt hat. Front der Anständigkeit und wahren Opferbereitschaft. Es darf auch niemanden geben, der sich damit beruhigt, daß die Zahl ber Arbeitslosen schon so gering geworben wäre und nunmehr eine Hilfeleistung im früheren Ausmaß nicht mehr nötig sei. Wer so denkt, betrügt nur sich selbst, aber vor dem Gewissen des Volkes ist er nicht entschuldigt. Denn so groß auch der Erfola des Winterhilfswerkes in den beiden vorigen Jahren gewesen sein mag, so gewaltig auch die Fortschritte sind, bie die nationalsozialistische Regierung auf allen Gebieten ber Wirtschaft verzeichnen kann, so sehr auch bie Steuereingänge und bie Sparkasseneinlagen gewachsen fein mögen: bie N o t unb Bedürftigkeit im Volke sind noch riesengroß. Allerdings liegt es nicht im Charakter des Deutschen, seine Not öffentlich auf ber Straße zu zeigen unb laut nach Hilfe zu schreien. Aber gerade deshalb soll man sich nicht darüber hinwegtäuschen, daß ver - st eckte Sorgen und verschämte Armut in den deutschen Städten noch in einem Maße verborgen sind, für bas manchem bie Begriffe fehlen mögen. Unsere Anstrengungen und unser Eifer darf deshalb nicht verringert, sondern er muß verdoppelt werden. Nicht eher dürfen wir ruhen WHW. Fast auf allen Gebieten ist das WHW. zum Hauptfaktor der Wirtschaftsankur- belung geworden. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die glänzende Organisation und die Tatsache, daß die meiste Arbeit durch freiwillige Helfer geleistet wird, die Kosten insgesamt also außerordentlich gering find, während in der Systemzeit bekanntlich die Kosten der Organisation den Erfolg der Arbeit oft in Frage stellten. Nach der Besichtigung hielt Reichsminister Dr. Goebbels eine Ansprache an bie G e - folgschaft. Er erklärte babei, baß er einen außerorbentlich guten Einbruck schon bei einem früheren Besuch gewonnen habe. Er habe nach seinem jetzigen Besuch bie feste Ueberzeugung, daß die solide und moderne Organisation und die seelische Haltung des deutschen Volkes auch dem dritten Winterhilfswerk einen großen Erfolg sichern werde. Das deutsche Volk sei gerecht, es habe die großen Leistungen ber na- tionalsozialistischen Regierung vor Augen unb werbe stets alle notroenbigcn Opfer bringen. Wohin es führe, wenn eine Regierung sich scheue, vom Volk Opfer zu verlangen, habe bie Systemzett gezeigt. Die nationalsozialistische Regierung wolle nicht auf Kosten bes Wohlergehens ber nächsten Generation ihre Aufgaben erfüllen. Damit bie Opfer nicht allzu schwer fielen, sei bas Winterhilfswerk eingerichtet worben. Der Minister hob ben Wert bes WHW. für bie Moral bes Volkes hervor. Wenn einmal schwere Seiten über bas beutsche Volk kommen sollten, bann würbe bieses Hilfswerk seine Früchte tra- Oie -ritte Schlacht gegen Hunger und Kälte Heute eröffnet der Führer das Winterhilfswerk 1935/36. lanb. Seit ber letzte Winter gewichen ist, hat sich im biefem Deutfchlanb Großes unb Einbrucksvolles ereignet: bie Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und ber Arbeitsbienstpflicht war bie Folge inner unaufhaltsamen aufftrebenben nationalen i Entwicklung, einer Entwicklung, bie auf bem gepesten Weg zur Freiheit führte. Das freie unb itohe Deutfchlanb bes Nürnberger Reichsvartei- mges, bas sich für alle Zeiten aus feinen Fesseln relöft hat, appelliert zum brüten Mal an bas Herz, bie Gesinnung unb ben Jbealismus ber beutschen Volksgenossen. Hat uns ber Führer etwas gegeben, oas wir ihm nie mit materiellen Gütern zuruckzahlen limnen, bie Ehre unb Freiheit ber Ration — so liegt es jetzt an uns, einen, wenn auch nur kleinen tzmb bescheibenen B e w e i s u n s e r e r D a n k b a r- f e i t zu erbringen, indem wir alles tun, um unseren von Hunger unb Kälte bebrohten Volksgenossen m helfen. Niemanb barf in biefem Winter ber beut- Ichen Wiebergeburt hungern ober frieren. Das beutsche Volk I)at mobil gemacht, nicht um mit Tanks unb Kanonen militärische Siege auf frembem «oben zu erringen, fonbern um ber Not Im eigenen ßanbe Herr zu werben. Nicht eine Mobilmachung ber waffenfähigen Männer, fonbern eine Mobilmachung aller Her 3 en in Deutfchlanb hat ftattgefunben. Die brüte Schlacht gegen Hunger unb Kälte, gegen bie Entbehrungen Kes Winters ist eröffnet. Währenb anbernorts bie Heere aufmarschieren, gewaltige Kriegsflotten sich in Bewegung fetzen, bombenbewehrte Flugzeugge- Ichwaber über friebliche Länber hinwegbraufen unb ihre tobbringenbe Last über ben Menschen abwar- hen, beginnt unsere Nation ben Felbzug gegen ben inneren Feinb, gegen Egoismus unb Gleichgültigkeit im eigenen Volk. Nicht in einem kriegerischen Erfolg nach außen sieht bas Deutsche Reich einen Beweis seiner Kraft ober ein Mittel zur Verbesserung leines Lebensstanbarbs, fonbern ber Nationalsozialismus ist bavon überzeugt, baß nur burch bie Festigung bes inner en Zusammenhalts, burch bie Stärkung ber Hilfsbereitschaft enter ben Volksgenossen ein auf bie Dauer wirksamer unb befriebigenber Erfolg erzielt werben fertigt. Alle beutschenNotstanbsgebiete finb für bie Herstellung ber Sammelabzeichen für die Reichssammeltage berücksichtigt worden. Don den einkommenden Betrögen wird nach einem genauen Plan bie Verteilung vorgenommen. 3,3 Millionen finb für Naturalien- tieferung an bie Wohlfahrts stellen vorgesehen unb 2,2 Millionen Mark stehen für bie Saatguthilfe, bie auch vom WHW. geleistet wirb, zur Verfügung. Um ben Fleischmarkt etwas zu entlasten, werben sechs Millionen Pfunb Fleisch verteilt unb runb 500 000 Zentner Gemüse, in erster Linie Weißkohl, Rotkohl unb Mohrrüben, zur Ausgabe gelangen. Zusätzlich ber Svenben ber Bauern hat bas Winterhilfswerk sechs Millionen Zentner Kartoffeln zugekauft, weitere 1,5 Millionen folgen im Frühjahr. An Mehl unb Brot soll jeber Hilfsbebürf- tige im Winter wenigstens acht Pfunb Mehl erhalten, wovon wenigstens zwei Pfund zum Weihnachtsfest zur Verteilung gelangen müssen. Das Beschaffungsvorhaben des diesjährigen WHW. sieht 19,5 Millionen für Bekleidung vor, 7,4 Millionen für Wäsche, 2,6 Millionen für Stoffe und Tuche und nicht weniger als 12 Millionen Mark für Schuhwerk. An Kohlen kommt die erste Serie von 5,5 Millionen Zentnern zur Ausgabe. Weitere sieben Serien folgen bann in regelmäßigen Abständen. Das Weihnachtsfest und insbesondere der dritte Jahrestag der nationalsozialistischen Revolu- tion, ber 3 0. Januar 1936, werben Höhepunkte für bie Betreuung ber Hilfsbebürftigen bilden. Mit Ausnahme bes Verkaufs ber Lose für bie Winterhilfswerkslotterie ist am 30. Januar 1936 jegliche Sammlung verboten. Zur Verteilung gelangen Kohlengutscheine, Nahrungs- unb Genuß- mittel, Bekleibungsftücke, Weihnachtsbäume für Familien mit Kinbern, außerbem Spielzeug unb an- deres. Zum Heiligabend find die Gröber der für die nationalsozialistische Bewegung gefallenen Kämpfer zu schmücken. »er i esset, ser ist: meiden, er, die erdruß großer mit EM' beiden^ mit zwei 150 ww t,l Ker* NPS, stanbo) n sosor* >er en s®‘ 15-214«, [nuf-S ' sotSlk tb gegd s 5506 D traße U-C. Meret 10.45: 11.45: ichten. bezirk. Mit- Mt in n. 16: Span« I. 17: diener Unter« Der . 20: i. Das Nach« bezirk, mchte. Mobilmachung der Herzen. Es ist der nationalsozialistischen Bewegung in sehr kurzer Zeit gelungen, im deutschen Valk bas leben- lige Bewußtsein einer sozialen unb karnerabschast- Ichen Zusammengehörigkeit unb praktischen Der- tunbenheit zu wecken unb eine Einheitsfront ber Nächstenliebe zu schaffen, wie sie in solchem Um- jstng, solcher Geschlossenheit unb solcher Wiberstanbs- baft kein zweites Mal auf ber Welt zu finben ift. k s ist eine gewaltige Front gegen ben gefährlichsten söinb bes allgemeinen Wohles: eine stets opfer- breite Kampfgemeinschaft gegen ben Egoismus. Wieber steht ein Winter vor ber Tür, ber iritte Winter im nationalsozialistischen Deutsch- Welche Gühnemaßnahmen wird der Völkerbund heute gegen Italien beschließen? Frankreich bremst. Paris, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Aufmerksamkeit der Pariser Presse gilt der Frage der Sühnemaßnahmen. Es zeigen sich bereits die beiden Richtungen, die sich in dieser Frage herausbilden. Frankreich will die Sühnemaßnahmen begrenzen und ihre Höchstgrenze i n Staffelungen erreichen. England hingegen wünscht unbegrenzte Maßnahmen wirtschaftlicher und finanzieller Art und zwar in voller Schärfe vom ersten Tage an. Eine besondere Schwierigkeit ergibt sich aus der Tatsache, daß mehrere Nachbarn Italiens als Lieferanten bei Sühnemaßnahmen große Verluste erleiden würden, die man entweder ausgleichsn muß oder aber vermeiden kann, indem man die Freiheit der einzelnen Staate n in der Anwendung von Sühnemaßnahmen beachtet. Einig scheint man sich bisher schon darüber zu sein, sofort eine Kreditsperre gegen Italien wirksam werden zu lassen, die mit einem Verbot der Lieferung von Waffen, Kriegsmaterial und Kriegsroh st offen verbunoen werden soll. Gleichzeitig dürfte-das in England und Frankreich bestehende Waffen- a u s f u h r v e r b o t nach Abessinien aufgehoben werden. Die britische Abordnung und der Völkerbundspräsident Benesch hätten den Wunsch, so berichtet das „Oeuvre", zu einer „friedlichen Blockade" gegen Italien zu schreiten, wenn der Zweck der wirtschaftlichen und finanziellen Sühnemaßnahmen nicht innerhalb von sechs Wochen erreicht sei. Die Engländer seien der Auffassung, daß allerdings schon bte wirtschaftlichen und finanziellen Sühnemaßnahmen genügen würden, da von allen europäischen Staaten die Wirtschaft Italiens am leichte st en zu zerstören sei. Im übrigen mache sich in den Kreisen der englischen Abordnung ein starker Friedenswille bemerkbar. „Petit Parisien" meint, Laval werde sich streng im Rahmen wirtschaftlicher und finanzieller Maßnahmen halten. Eine Begrenzung dieser Maßnahme sei ihm schon durch die Vermittlerrolle auferlegt, die er übernehmen wolle, sobald Verhandlungsmöglichkeiten auftauchten. Laval wolle dem Völkerbund und Frankreich zugleich treu bleiben Das Blatt glaubt, daß trotz des ungünstigen Eindrucks, den der Ratsbeschluß in Rom gemacht habe, Italien sich nicht aus Genf zurückziehen werde. „Figaro" vertritt mit Zähigkeit den Standpunkt, daß es Lavcrls Aufgabe in Genf sei, zu vermitteln. Vielleicht sei es doch möglich, Italien die ge- [erbeten Zugeständnisse zu machen. Laval arbeite Ebenfalls mit seiner ganzen Kraft unb Geschicklichkeit an ber Vorbereitung von Verhandlungen, wenn deren Stunde vielleicht auch noch nicht gekommen. „Paris S o i r" stellt fest, daß der Völkerbund zum ersten Male die Finger in das Räderwerk der finanziellen und wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen stecke. Man verstehe deshalb, daß er ein gewis- s e s Unbehagen verspüre, ehe er sich auf unbekanntem Gebiet vorwage. Es gebe zahlreiche Länder, die schon jetztvon Wirtschaftskrisen betroffen und deshalb gar nicht die Forderungen des Paktes mit den Notwendigkeiten ihrer Handelsbilanz in Einklang bringen möchten. Das bedeute für die Durchführung der wirtschaftlichen und finanziellen Sühnemaßnahmen Schwierigkeiten. Man wolle jedoch nicht sagen, daß die vom Völkerbund zu ergreifenden Maßnahmen vor vornherein zum Mißerfolg verurteilt seien, denn daran glaube nicht einmal Italien. England um die Einheitlichkeit der Aktion besorgt. L o n-b o n, 9. Okt. (DNB. Funkspr.). Wie „Daily Telegraph" aus Genf meldet, hat Laval bei einer direkten Fühlungnahme mit Rom sich überzeugen müssen,daß Mussolini nicht geneigt ist, seinen Feldzug auf den Anfangserfolgen beruhe« zu lassen. Englische Anfragen in Rom hätten denselben Eindruck hervorgerufen. Bis gestern habe man in London noch geglaubt, daß Mussolini jetzt seine Friedensoedinaun- g e n zu Papier bringen werde. Dies habe sich also nicht b e st ä t i g t. Die britische Regierung habe in Paris klar dargelegt, wie ernst sie die Lage beurteile. All das habe anscheinend die französische Regierung überzeugt, daß ein Vorgehen des Völkerbundes notwendig sei, um Italien zu bremsen. Zunächst werde man sich über die Stellungnahme ber bem Völkerbunb nicht anaehörenben Staaten burch Anfrage bei Den Regierungen Klarheit zu schaffen suchen. Man glaube, baß bie Vereinigten Staaten vielleicht einer praktischen Unterstützung ber Sühnemaßnahmen zustimmen würden. Man sei über die Stellungnahme verschiedener Länder beunruhigt. Insbesondere werde bie Erklärung des polnischen Außenministers Beck mit großer Spannung erwartet, ebenso sei man sich noch über die Stellungnahme Oesterreichs, Ungarns und besonders der Schweiz im Unklaren. Die englische Hochkirche zum Abessinienkonstikt. London, 9. Okt. (DNB.) Die Stellungnahme der englischen Kirchen zum italienisch-abessinischen Konflikt wurde auf dem Kirchenkongreß in Bournemouth eingehend besprochen. Der Erzbischof von Canterbury, Dr. Lang, erklärte, er sei entrüstet darüber, baß eine europäische Großmacht ihre feierlichen Verpflichtungen unter bem Völkerbunbs- und Kelloggpakt mit zynischer Verachtung behandele. Wenn jemals ein nicht herausgeforderter Angriff stattgefunden habe, so sei es das Vorgehen Italiens m Abessinien. Manche Kreise seien der Ansicht, daß man unter feinen Umständen zur Anwendung von Gewalt gegen den Angreiferstaat schreiten dürfe. Er teile diese Ansicht nicht. Im Notfall müsse selb st die Anwendung von G e w a l t m a ß n a h m e n gegen Italien gebilligt werden. „Die Sicherstellung des Friedens innerhalb des Staates und zwischen den Staaten kann nur durch die Verteidigung und Behauptung ber Gerechtigkeit und bes Rechtszu- ftandes erzielt werben. Dies kann unter Umftänben sowohl im nationalen wie im internationalen Leben die Anwendung von Gewalt mit sich bringen. Das fei jedoch kein endgültiges Heilmittel. Dem italienischen Bedürfnis nach Ausdehnung unb nach einem besseren Zugang zu b e n Rohstoffgebieten müsse volles Gewicht gegeben werben. Die Zeit sei jetzt gekommen, eine internationale Konferenz einzuberufen, um unparteiisch unb großmütig eine g e ■ rechtere Verteilung Der wirtschaftlichen Quellen in ben unentwickelten Erbteilen zu erwägen. Der Erzbischof verkünbete, baß er zusammen mit anderen Organisationen einen Aufruf zur Unter st ützung des Roten Kreuzwerkes in Abessinien erlassen werde. Der Bischof von Chichester, Dr. Bell, lobte die feste Haltung des Völkerbundsrats, erklärte jedoch, daß bie meisten Schwierigkeiten ber letzten Jahre auf bie Ungerechtigkeit ber Friedensverträge sowie auf die Nichterfüllung der Völkerbundsverpflichtungen in der Frage der Abrüstung und der Revision der Verträge zurückzuführen seien. Eine kritische Stimme London, 9. Okt. (DNB. Funkspruch). Der ultra- konservative englische Abgeordnete und frühere Erste Lord der Admiralität A m e r y sprach sich entschieden gegen eine Anwendung von Sühnemaßnahmen aus. Die abessinische Angelegenheit sei eine „lokale Tragödie", die nicht in einen Weltkrieg verwandelt werden dürfte. Das englische Volk würde ohne Zögern zu einem Krieg bereit fein, wenn seine Freiheit ober die Exi- stenz bes britischen Reiches bebroht wären. Es wolle aber seine Söhne nicht für bie Theorie eines allgemeinen Friedens sterben lassen, der nur auf bie Gefahr eines Weltkrieges hin burchaejetzt werben könnte. Ein vollstänbiger Wirtschaftsboykott Italiens könne nicht wirksam sein, solange sich bie Vereinigten Staaten, Deutschlanb unb Japan nicht bar- an beteiligten. Das einzige Ergebnis wirtschaftlicher Sühnematznahmen würbe ber Austritt Italiens aus bem Völkerbunb [ein. Im Gegensatz zu Amery erklärte ber ihm politisch nahestehenbe Winston Churchill, baß bie große Masse ber öffentlichen Meinung Englanbs bie Politik ber Regierung im italienisch-abessinischen Streit unterstütze. Derhastunaen auf Malta London, 9. Okt. (DNB.-Funkspruch.) In Malta sind am Dienstag drei italienische unb ein britischer Staatsangehör ia er wegen angeblicher Spionage von Den britischen Behörben verhaftet roorben. Die Polizei veranstaltete Haussuchungen in ben Büros mehrerer Schiffahrtsgesellschaften, bie in geschäftlicher Verbinbung mit italienischen Linien stanben. Ein führender maltesischer Schiffahrts-Agent, der zu einem Verhör auf die Polizeidirektion gebracht worden war, regte sich so sehr auf, daß er vom Schlag getroffen wurde, und starb. Der italienische Gesandte ans Addis Abeba ansgewiesen. Fremdenflucht aus der abessinischen Hauptstadt aus Furcht vor Fliegerangriffen. Genf, 8. Okt. (DNB.) Der abessinische Vertreter hat dem Generalsekretär des Völkerbundes in einer Note mitgeteilt, daß die abessinische Regierung sich veranlaßt sehe, den italienischen Gesandten in Addis Abeba unb bas gesamte Personal ber Gesanbtschaft zum Verlassen bes abessinischen Gebietes aufzuforbern. Abessinien habe trotz bes Ausbruches der Feindseligkeiten zunächst dem italienischen Gesandten ein weiteres Verbleiben in Addis Abeba gestatten wollen. Der Gesandte habe aber die ihm gewährte Gastfreundschaft dazu mißbraucht, um einen Sender in Betrieb zu halten und der abessinischen Regierung innere Schwierigkeiten zu verursachen. Die italienische Gesandtschaft in Addis Abeba sei ein S p i o n a g e z e n - t r u m unb ein Herb von Intrigen unb Komplotten gegen bie öffentliche Drbnung in Abessinien geworden. Die Note versichert, daß die abessinische Regierung alle Maßnahmen zur höflichen Behandlung unb zum Schutze ber italienischen Beamten bei ber Ausreise aus bem abessinischen Gebiet treffen werbe. * Der italienische Konsul in Gonbar (Nord- Abessinien) ist mit seinem Stabe in Gallabat a n ber Sudangrenze eingetroffen. Er war von einer 45 Mann starken abessinischen Wache begleitet. Sobald die Straßen befahrbar sind, wird sich ber Konsul im Kraftwagen nach Asmara in Eritrea begeben. 130 italienische Untertanen haben am Dienstag bie Stabt Direbaua verlassen. Aus ber abessinischen Hauptstadt sinb 110 Europäer, unter ihnen viele Armenier, aber auch deutsche F a - milien, mit dem Frühzug nach Dschibuti a b g e r e i ft. Am Mittwoch werden weiter zahlreiche Ausländer Abessinien verlassen. In Addis Abeba haben keinerlei fremdenfeindliche Kundgebungen ftattgefunben. Die mit dem besonderen Schutz der in der abessinischen Hauptstadt lebenden Fremden betraute Polizeitruppe hat bisher auch nicht den geringsten Anlaß zum Einschreiten gehabt. Die Disziplin ber Bevölkerung von Abbis Abeba ist auffallenb gut. Selbst Italiener, bie allerdings nur in Begleitung eines Doppelpostens die Stadt besuchen dürfen, werden von der Bevölkerung überhaupt nicht beachtet. Trotz dieser vollkommenen Sicherheit, in ber sich die Ausländer hinsichtlich der Gefahr frenv benfeindlicher Ausschreitungen befinden, ist z. T. eine überstürzte Abreise von Fremben aus Abbis Abeba zu beobachten, bo man in ausländischen Kreisen mit italienischen Luftangrif - f e n auf bie Landeshauptstadt unb unter Umständen auch mit ber Zerstörung ber Eisenbahn Dschibuti — A bdis Abeba, der einzigen bequemen Verbinbung mit ber Außenwelt, rechnet unb ber Gefahr bes Abgeschnittenwerbens burch rechtzeitige Flucht entgehen will. Die AeulralM der Vereinigten Staaten. Es gibt Leute, bie dennoch aus der Geschichte etwas lernen. Präsident Roosevelt hat erklärt, daß bie amerikanischen Bürger roeber Abessi - niennoch Italien Waffenliefern bürfen unb ebenso ist es verboten, ben beiden Mächten Teile von Waffen oder Kriegsmaschinen auszuhändigen. Damit find die USA. neutral und den Kriegsgewinnlern ist wenigstens das Waffengeschäft verboten worden. Allerdings erstreckt sich dieses Verbot nicht auf Rohstoffe. Nordamerika könnte erhebliche Mengen Eisen und Kupfer, vor allem nach Italien liefern, wenn Italien sie bezahlen könnte. Aber die Verhandlungen in den Vereinigten Staaten über Kredite für die Rohstoffkäufe sind zum Leidwesen der Italiener gescheitert, und alle Versuche, auf privatem Wege eine Anleihe zu erhalten, sind vergeblich gewesen, da Italien seine alten Kriegsschulden noch nicht bezahlte unb ein Gesetz biefen Schuldnern Kredite sperrt. Der Kampf um diese Politik der Vereinigten Staaten ist seit dem Kriege nicht eingeschlummert. Im Kriege selbst hat gerade Amerika der Entente Riesenmengen von Waffen geliefert; es hat dabei Unsummen verdient, aber schließlich mußte es, aus ber Gefahr heraus, baß bie Entente unterliegen unb bamit bie Summen fchulbig bleiben würbe, gegen bie Mittelmächte in den Kampf eingreifen. Aus Dollarrücksichten haben bie USA. ben Sieg ber Mittelmächte verhindert, darüber können alle Proklamationen der einzelnen Grupven nicht hinwegtäuschen. Wenn z. B. noch im Mai amerikanische Heimkrieger auf ber Iuristentagung mit Pathos oerf.ünbeten, Amerika sei 1917 s'-big- lich für bie Demokratie unb Freiheit in ben Krieg gezogen, unb ber frühere Außenminister Stimson behauptete. Amerika habe bie inbivibuelle Freiheit gegen ben germanischen Terror oerteibigt, bann weih man, was bavon zu halten ist. Am 6.'September 1915 veröffentlichten ber amerikanische Staatssekretär Lansing unb ber damalige Schatzsekretär Mc. A d o o einen Briefwechsel, in dem betont wurde, es sei notwendig, den Kriegführenden, b. h. ben Ententemächten große Kredite zu bewilligen, um bie Weiterführung ber Kriegsexporte an bie Alliierten zu gewährleisten, benn sonst werbe, wie es in ben Briefwechsel wörtlich heißt, „eine höchst kritische Lage entstehen burch inbustrielle Depression, Arbeitslosigkeit unb brachliegenbes Kapital unb alles, was bamit zusammenhängt." Die riesigen amerikanischen Kriegsgewinne sinb Amerika nicht gut bekommen. Man braucht nur einige Daten zu verzeichnen. Der unter bem Namen Bethlehem Steel bekannte Rüstungskonzern erzielte bis zum Kriegsjahre 1914 einen Jahresgewinn von 6 Millionen Dollar, in ben folgenden Jahren, vier Kriegsjahren, aber von 50 Millionen Dollar! Der Umsatz der United Staates C o m p a n y belief sich bis 1914 auf 105 Millionen Dollar. Er stieg in den Kriegsjahren auf 250 Millionen Dollar jährlich und die Gewinne waren dementsprechend. Die CentralLeatherCom» p a n y arbeitete bis 1914 mit dem bescheidenen Gewinn von 1 Million Dollar, aber bie gleiche Gesellschaft wies allein für 1916 einen Nutzen von nicht weniger als 15,5 Millionen Dollar auf. Und daß bie Fleischer, Baumwollprobuzenten, Farmer ben Krieg gründlich ausnutzten unb dementsprechenb ganz Amerika in ein Lanb ber Kriegsgewinnler verwanbelt würbe, ist bekannt. Auf die Dauer hat aber dieser Reichtum den Vereinigten Staaten keinen Segen gebracht. Die Kredite hat die Entente nicht zurückgezahlt, die Länder Europas, die sonst vor allem die Agrarprodukte Amerikas abnahmen, haben sich unter dem Zwange der Not auf die Steigerung der Erträge aus dem eigenen Boden geworfen. Und während Europa sich langsam wieder hocharbeitet, ist gerade in den Vereinigten Staaten als Folge des Zusammenbruchs der Weltwirtschaft und nachdem Der erste Rohstoffhunger der europäischen Länder gestillt worden war, eine Krise ausgebrochen, gegen die alle Mittel nichts halfen. Diese Erfahrungen aus dem Weltkriege haben zu dem jetzigen Verbot der amerikanischen Waffenausfuhr geführt. Es sind weniger ideelle Gründe, obgleich gerade die Amerikaner diese in den Vordergrund schieben, als sehr reale Ueberlegungen; denn der Krieg ist auf die Dauer kein gutes, sondern ein schlechtes Geschäft, das wenigstens haben die Amerikaner aus der Geschichte des Weltkrieges und der nachfolgenden Jahre gelernt. Für und wider dieAussuhrsperre. Keine Warenkredite für Italien. Washington, 9. Okt. (DNB.) In Washington wurde am Dienstag bekanntgegeben, daß die Ein-und Ausfuhr bank sich gegen bie Gewährung von Kreb11en für Warenverkäufe an Italien entschieben habe. Dieser Entschluß sei bereits im August gefaßt worben, also zu einer Zeit, als Italien erst seinen Einmarsch in Abessinien vorbereitet habe. Damals hätten mehrere Gesuche um Finanzierung von Baumwollverkäufen und auch anderer Erzeugnisse an Italien Vorgelegen. Von der Bankleitung wurde betont, daß die Bank dieselbe Stellungnahme gegenüber Abessinien einnehmen würde, falls etwa von diesem Lande Gesuche um Finanzierung von Warenverkäufen gestellt werden sollten. Der Zweckverband zur Entwicklung des Hafens von Neuyork (Conference for deve- lopment of the port of New York) hat an Präsident Roosevelt ein Telegramm gerichtet, in dem gegen bie Ausfuhrsperre mit bem Bemerken, baß bieses Embargo einen unbesonnenen schweren Schlag für ben HanbelNeuyorks bebeute, scharf protestiert wirb. Dieser Protest würbe von mehreren Senatoren mit einem Lob ber Neutralitätspolitik Roosevelts beantwortet. Mit bem Hinweis, baß ber Frieden billig erkauft fei, selbst wenn ein Verlust von 50 Millionen Dollar im Exporthandel mit Italien eintreten sollte, wird gefordert, daß die neuen Gesetze streng st ens burchgeführt werben müßten. Das Volk erinnere sich noch an das Motto ber ersten Kriegsjahre von ber Freiheit der Meere, das den Vereinigten Staaten schließlich den Krieg gebracht habe. Präsident Roosevelt habe den Mut, mit veralteten Ideen zu brechen. Die Hafenbehörden von Neuyork schätzen den jährlichen Handelsumsatz mit Italien auf über 100 Millionen Dollar. Roosevelt fordert Achtung vor amerikanischem Eigentum. Warnung vor Bombenabwürfen auf armrrtanischeGebäude inAddisAbeba. Washington, 8.Okt. (DNB.) Staatssekretär Hüll teilte mit, daß er bereits am 5. Oktober i n Rom Schritte unternommen habe, um Bombenabwürfe a u f bie amerikanische Gesanbtschaft unb amerika- nische Häuser in Abbis Abeba zu Der- hinbern. Das Gesanbtschaftsbach sowie bie Dächer der bärtigen Krankenhäuser, Schulen unb anberef st'W Die Oberleitung ber abessinischen Truppen in ber Provinz Dessie hat ber Kaiser von Abessinien dem Kronprinzen Asfou übertragen. Unser Bild zeigt den Kronprinzen mit seinem jüngeren Bruder, dem Herzog von Harrar. — (Scherl-Bilderdienst-M.) amerikanischen Gebäude seien mit dem Sternenbanner bedeckt oder mit den Farben der amerikanischen Nationalflagge angemalt worden. Der amerikanische Botschafter in Rom habe ber italienischen Regierung bies mitgeteilt, sowie unter Überreichung eines Stabtplanes von Abbis Abeba nachdrücklich gefordert, daß bie Kommanbeure an ber Front hiervon oerftänbigt würben. Die amerikanische Regierung erwarte, baß man amerikanisches Eigentum respektiere; sie glaube, baß banach beim italienischen Front- fommanbo fein Zweifel Darüber bestehen könne, welche Plätze unter keinen Umständen angegriffen werben bürfen. Keine wesentlichen Veränderungen aus dem Kriegsschauplatz A b b i s 21 b e b a , 8. Okt. (DNB.) Nach abeffini- schen Melbungen haben sich befehlsgemäß bie abessinischen Truppen sowohl auf ber Norb- als auch auf der ©übfront vom Feinbe gelöst. Im Norben schreitet bie Vorwärtsbewegung italienischer Truppen westlich bes Takase-Flusses fort. In ber Provinz Tigre würbe 21 f fum von b en Italienern genommen. Die langsam auf Tekelearnirnanot vorgehenben Italiener stehen drei Kilometer südlich von Abi- ar a t. Im Gebiet des M u s s a Ali sind keine Truppenbewegungen festzustellen. An ber Somalisront rücken die italienischen Truppen in zwei Richtungen vor. Ausgehend von ihrer Basis in Dolo bewegen sie sich gegen ben Canale-Doria-Fluß. Die zweite Vormarsch, linie geht von Gorahai-Walwal in ber Richtung auf Sassabaneh. In biefem Abschnitt würbe Ado von italienischen Streitkräften am Montag besetzt. An ber ©übfront herrscht hauptsächlich Flie- gertätigfeit. Abessinische Melbungen von ber Norbfront besagen, baß Massenüberläufe eingeborener Eritrea-Truppen nach Abessinien begonnen haben. Im Gebiet von Makale gingen 50 Eritrea-Askaris unter Führung ihres Vorgesetzten zu ben Abessiniern über unb brachten Kanonen unb Maschinengewehre mit. Ein ähnlicher Uebertritt erfolgte bei Agarne, wo 200 eingeborene italienische Soldaten mit Maschinengewehren übertraten. Von zuständiger Seite wird mitgeteUt, daß die belgische Regierung den hier weilenden belgischen Ausbildungsofsizieren die Erlaubnis erteilt hat, in Abessinien zu bleiben. Die Offiziere werden die Ausbildung ber abessinischen Polizei übernehmen. Der italienische Heeresbericht. les sch jat ab Jtr glö mm B Mgm । bin i (Wl’r große Etrab i ißier foi lachen ilchenj üunb r «ls ih 'Lung «us z rtiejcue Iforgfäl ton Drei Ber 0 gäbe c Berte. 1 mußter Hungen Albst ®iird)c|i Bie De Ken’, en Itiit be »rechne Nenn, Les Fc War g Biee, b Militari |t aus hie V • hem £ Die ( Bebeuhl ; Kumarn i Weit । i iS- fein! ' Derben, fls Deu jiauptun Dare H Nichte. : Mopsei fiter l Am Iber gi nciä)-l ■ rrelyc- I V'N fache Die i Lorai ; M ( Pul! l unter- »Knien ilerfuc Ibls n llinb b Ium 3 Mti ffierfü h Der ! pic sc Dberl Lis- heuO' Ke R Mnö Ate ' MM W % «E Deutsch ingeno Sera, Deutsch übten vas I Hur $ romm "vor- Lhrist' | hinten ; vorbei i Die b" jjnonar< Rom, 8. Okt. (DNB.) lieber den Fortgang der italienischen Operationen in Abessinien besagt der am Dienstagmittag ausgegebene amtliche Heeresbericht u. a.: „Im Verlauf des 7. Oktobers haben bie Truppen die jenseits von Adua besetzten Stellungen aus gebaut unb bie Verbindungslinien unb ben Zubringerbienst organisiert. Zahlreiche Pionierab- i teilungen unb eine große Anzahl Arbeiter haben die rück w ä rfigen Verbindungen derart in- i standgesetzt, daß die Kraftwagenkolonnen bereits regelmäßig bis an die Front herankommen können. ; Sin Gegenangriff auf Om-Ager wurde von den aus den Grenzgebieten von Tessenei stammenden Askaris zurückgefchlag e'n." Französische Truppen zum Schuh der Eisenbahn. Paris, 9. Okt. (DNB. Funkspruch). In Djibuti ist eine französische Truppenabteilung von 43 Offizieren unb 1000 Mann eingetroffen. Weiter ist eine Abteilung von 200 französischen Kolanialsalbate» mit Maschinengewehren in Direbaua eingetroffen, um nötigenfalls ben Schutz ber Angestell» ten ber französischen Eisenbahnlinie zu übernehmen. W 7151 ^^Z^^WV^WWWW ir^»3MLW i= als aus en in ba inien dem In|er Lilb m Bruder 'dienst-M. n Steil färben der wordeir habe der wie unter dis Abeba ibeure an >ie ameri' n ante- ere; sie Arorit- 1 tÖXtir \a^r inde- rnW j) abelfm? ß die abe'l Kultur und Arbeit. Or. Ley spricht in der Opelwerk-Hochschule in Rüsselsheim. Gesunder Mensch—gesundes Volk! Eine gemeinsame Aktion des Hauptamtes für Volksgesundheit, der Deutschen Arbeitsfront undderSozialversicherungSträgerzur Hebung der Volksgesundheit Don P. G. Vings, preffereferent im Hauptamt für Volksgesundheit. Der Uebergang über die Donau und Le folgenden Operationen in Serbien unter der Überleitung des Generalfeldmarschalls v. Mack en - j-n waren eine der glänzendsten Waffentaten des c-oßen Krieges und werden in der wissenschaftlichen Arategie als ein Beispiel der Verbindung genialer Ehrung mit höchster soldatischer Leistung für irn- iMi sortleben. Die Serben hatten nach dem unglücklichen Feldzug der Oesterreicher im Vorjahre die Menzüge südlich des Donaulaufes stark verschanzt inb rechneten um so weniger mit einem Angriff, es ihnen die Entente die rechtzeitige Entsen- bung einer Hilssarmee von Saloniki oii s zugesagt hatte. Unter dem Schutze von Artille- refeuer waren schon vom 19. September ab die ! sorgfältigsten Vorbereitungen für den Uebergang ' cn drei Stellen getroffen worden, der sich dann mit ter Genauigkeit einer mathematischen Rechenauf- ' 3u Der, e Dache, 1 anderes Diese Tatsache ist auch für das heutige Deutschland der bleibende Gewinn aus der Erinnerung an die Taten der deutschen Heere auf dem Balkan, die mit der Überschreitung des in Deutschland entsprin- § enden Flusses in den Oktobertagen vor zwanzig ahren dort begannen, wo er zum ersten Male südslawisches Gebiet berührt. Der politische Zusammenhang mit dem Dölkergemisch der Donaumonarchie hatte Deutschland in den Versuch seiner kriegerischen Lösung des geschichtlichen Problems des Donauraums hineingezwungen. Das Problem ist auch durch den Ausgang des Weltkrieges nicht g e l ö st und besteht fort. Aber wie sich Bulgarien und Süd- slawien darüber klar zu werden beginnen, daß sie durch das viele zwischen ihnen vergossene Blut z usammengeführt werden müssen, so werden sich auch die Fragen, die der Lauf des großen, im Herzen Europas entspringenden und durch vieler Völker Länder bis an die südöstliche Grenze Europas Ziehenden Flusses der politischen und wirtschaftlichen Vernunft stellt, nach anderen Gesetzen und unter anderen Voraussetzungen regeln, und von den Ereignissen des Oktobers 1915 wird nur noch die Erinnerung an menschliche Tat und Leistung Zurückbleiben. Sn VÄ „„ 43 Off Ä# ortgan« b besagt bet ie Heeres l haben bn । Stellung" ien und del Pioniers er habe» ' derart J fl,n bereit men * ei stanune" Engen räumen und leisteten erst in Belgrad srlbst einen hartnäckigen, bis zum Handgemenge dLrchgeführten Widerstand. Am 8. Oktober zoaen d« Verbündeten in Belgrad ein, und es begann der t nzentrische Vormarsch, dessen strategischer Gedanke rit den erprobten Marschleistungen der Infanterie i chnete, von der man ohne Uebertreibuna sagen Inn, daß sie die rasche vollständige Durchführung d s Feldzugsplanes ermarfchierte. In nur 42 Tagen vor ganz Serbien besetzt, die serbische Ar- pee, deren tapfere Gegenwehr von der deutschen militärischen Kritik stets lobend anerkannt worden \l, aus dem Lande manöoeriert und das Ziel, I»e Verbindung mit Bulgarien und Bei der Eröffnung des Wintersemesters der Opelwerk-Hochschule sprach dann Dr. Ley über das Wesen der deutschen Kultur. Arbeit und Kultur ist nicht mehr zweierlei. Für uns ist Kultur die Summe der geleisteten Arbeit von Menschen gleichen Blutes, gleicher Rasse. Ist aber die Kultur die Summe aller Arbeitsleistungen der Jahrtausende, sind aber der Bauer, Arbeiter, Dichter und Philosoph alle Kulturträger, dann ergibt sich für uns der Begriff der Arbeit an sich. Das Primäre der Arbeit ist die Rasse. Arbeit und Rasse hängen zusammen. Die Größe der Arbeit wird ausgedrückt durch die Größe der Disziplin. Der allgemeine Ausdruck der Rasse ist das künstlerische Schaffen. Deutschland hat die besten Soldaten und Arbeiter der Welt, deswegen, weil seine Rasse dem Deutschen die größte Disziplin gibt. Rur die Kultur erfüllt die Voraussetzung zur Führerschaft. Wir können niemals eine Führerschaft züchten, denn wer Führer sein will, muß eine Gefolgschaft hinter sich bringen können, andernfalls er höchstens ein guter Sachwalter sein kann. Die Gefolgschaft muß zum Führer ein grenzenloses Vertrauen besitzen. Der Nationalsozialismus ist die Lehre der Vernunft und der Klarheit. Wer seine Weltanschauung sein eigen nennt, wird auch seine klaren Begriffe finden. Kultur ist damit Klarheit, Vernunft, Leistung, Gehorsam, das Volk und seine Arbeit. Das Volk wird für uns etwas Religiöses. Wir weifen nicht die schmutzige Hand des schaffenden Menschen zurück, denn in seinen Augen sehen wir die Rasse, das Heiligste. Die Rede Dr. Leys klang in ein freudiges Bewußtsein aus, daß Deutschland, das seine wirt- schastliche und kulturelle Kraft wiedergefunden hat, für alle Zeiten frei sein wird. LPD. Rüsselsheim a. M., 8. Okt. Vor dem mit den Fahnen der Bewegung geschmückten Ehrenmal im Fabrikhof der Opelwerke waren annähernd 16 000 Gefolgschaftsmitglieder zu einem Betriebsappell angetreten. In der ersten Reihe standen d i e Iubilare des Werkes, die in 50jähriger Werksarbeit dem Betriebe verbunden sind und denen als äußeres Zeichen der Ehrung von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der am Dienstag in Rüsselsheim weilte, persönlich eine goldene Ehrennadel verliehen wurde. Dabei führte Dr. Ley u. a. aus: Schon die Tatsache, daß sich 16 000 Mann eines Betriebes gemeinsam mit dessen Vorstand und Aufsichtsrat in diesem Fabrikhof zusammenfinden, zeigt, daß sich in Deutschland ein Wandel vollzogen t)at. Wir Nationalsozialisten werden im Kampf um Deutschlands Schicksal niemals hinter, sondern stets vor der Front stehen. Wir werden niemals kapitulieren, wenn es auch einmal schwere Sorgen gibt. Das Leben ist zwar hart, aber trotzdem bejahen wir dieses Leben. Wenn ich euch im Augenblick auch keinen höheren Lohn bringen kann, so kann ich doch jeden von euch an seinem Arbeitsplatz aufrichten und dafür sorgen, daß ihr anstänteig behandelt werdet. Dr. Ley wandte sich an den deutschen Betriebs- f ü h r e r, dessen vornehmste Aufgabe die Sorge um die Nöte seiner Mitarbeiter zu sein habe. Betriebsführer sein, heiße wetteifern m der Sorge um die Treue und Liebe zu den Menschen, die zu führen seien. Von der Gefolgschaft aber verlangte Dr. Ley das Wetteifern um die Kameradschaft untereinander. Niemals könne man von der Gemeinschaft mehr verlangen, als man ihr selber geben wolle. Der deutsche Arbeiter habe wieder seine Ehre und den Adel der Arbeit erhalten, er müsse als wahrer Sozialist Kamerad seinen Kameraden sein. SeuWand und der Balkan.! Bis zum Weltkrieg waren die Beziehungen des i eutschen Reiches zu der Staatenwelt des Balkans, :e (ich im 19. Jahrhundert in den zahlreichen Un- < ohängigkeitskämpfen gegen die Türkei geformt I Latte, nur sehr lose und beschränkten sich auf den j friedlichen Verkehr des Handels und eine geistige i Teilnahme an dem nationalen Erwachen besonders ! fc»s serbischen, bulgarischen und griechischen Volkes. 1 Ser Handel Deutschlands hatte allerdings i ir.it der wachsenden weltwirtschaftlichen Bedeutung 1 Deutschlands hauptsächlich mit Bulgarien i unb Rumänien einen beträchtlichen Umfang ' angenommen. Aber Versuche in der Bisrnarckschen i Sera, bie von Oesterreich-Ungarn ausgingen, die .teutsche Politik in die Balkanhändel und Rivali- ' iiten mit Rußland hineinzu^iehen, wurden durch fas klassische Wort adyewiesen, daß der Balkan !ftr Deutschland nicht die Knocken eines einzigen xommerschen Grenadiers wert (ei. Deutsches Blut rar auf dem Balkan in der Tat seit den Zeiten tes Prinzen Eugen und seinen für die europäische lllhristenheit geführten Türkenkriegen in jenen „weit fnten" liegenden Ländern nicht mehr vergossen v orden, Erst der Weltkrieg mit seiner Notwendigkeit, Le deutsche Kraft für Die Erhaltung der Donau- ronarchie einzusetzen auch dort, wo unmittelbare Rutsche Interessen nicht Vorlagen, führte zu poll- Hch-militärischen Zusammenstößen Deutschlands mit Serbien und Rumänien, die sich dem Ring der , (egner angeschlossen hatten und zur Waffenbrüder- jfgaft zwischen Deutschland und Bulgarien. In die- fin Oktobertagen werden es zwanzig Jahre, seit sich 1-efer Umschwung in den Beziehungen Deutschlands feim Balkan vollzog und unter hervorragender Be- iiiligung deutscher Truppen und Heerführer zu militärischer N i e d e r z w i n g u n g <5 er» He n 5 und Rumäniens führte. Die Erobe- nng des Balkans ist durch den Ausgang des Kriegs scheinbar eine historische Episode geblieben; sie tit aber, abgesehen von Der Erinnerung an eine ter glänzendsten militärischen Leistungen der Kriegs- z-schichte doch ihre bleibenden Spuren in ten Beziehungen der Seite an Seite ober als Geg- isr kämpfenben Völker hinterlassen. Am 6. Oktober 1915 meldete ber Heeresbericht mit ter gewohnten Knappheit, baß beutsche unb öster- r ich-ungarische Truppen bie Save und Donau an mehreren Stellen überschritten und auf dem jen- jiitigen Ufer festen Fuß gefaßt hätten. Dieser ein- jiche Satz enthielt eine Reihe gewaltiger Vorgänge, I e in langsamer militärischer und diplomatischer horarbeit herangereist waren. Am 6. September 1915 r ar endlich in Sofia der Bündnisvertrag Bulgariens mit b-e n Mittelmächten isiterzeichnet unb Damit ein zäher Kampf mit der §mtentediplomatie beendet worden, die nichts un= Ersucht gelassen hatte, um Bulgarien mindestens c s neutrale Barriere zwischen den Mittelmächten inb der mit ihnen verbündeten Türkei zu erhalten. ’ m 3. Oktober lehnte Bulgarien ein dahin zielendes Ultimatum Rußlands ab unb stellte feine Äuppen bem Balkanfelbzug der Verbündeten zur L erfügung. flössen. Weder die Kämpfe, in denen sich zum ersten Male in ihrer Geschichte die Deutschen und bie fübslawischen Serben gegenübertraten, noch die dreijährige Besetzung des Landes, sonst eine der härtesten Belastungsproben in den Beziehungen zwischen Völkern haben bittere Gefühle nicht hinterlassen. Wenn in Deutschland vielfach durch die langjährige Hahpropaganda zwischen Serbien und Oesterreich-Ungarn ungünstige Urteile über dieses Volk bestanden, so hatte der deutsche Soldat Gelegenheit, die hervorragenden militärischen und menschlichen Eigenschaften des Serben kennenzulernen, während dieser, anfänglich beeinflußt durch die Presse seiner Verbündeten, bald die gerechte und saubere Verwaltung und das menschliche Betragen der Deutschen schätzen lernte. Die beiden südslawischen Völker, das der B u l g a r e n , die an unserer Seite fochten, und das der ©erben, bie burch bie Zusammenhänge ber Politik zu unseren Feinden würben, haben aus bem Kriege, so verschieden sein Ausgang und Schicksal für sie war, keine anderen Gefühle in die Zukunft mitgenommen, als die der Hochachtung für das deutsche Volk, dem sie sonst wohl immer wesensfremd gegenübergestanden hätten. löst 3' ßibe vollzog und nur unbedeutende Verluste for- italienisch" terte. Unter dem Druck des gelungenen Uebergangs bluffe: rußten die Serben fast kampflos ihre starken Stel- P . r,---tmh (öir+öieM o r ft in p f n r n h Es kann nicht bestritten werden, daß in dieser Beziehung schon vieles geleistet worden ist. Schon haben eine intensive Propaganda, praktische Anleitung und tätige Hilfe es vermocht, daß weite Kreise unseres Volkes ihre Pflicht, nicht nur zur Gesundheit, sondern zur Anstrebung der gesundheitlichen Höchstentwicklung, erkannt haben. Aber es ist immer noch weit bis zur Erreichung des letzten und höchsten Zieles: die Gewinnung aller für die neue deutsche Gesundheitsidee. Mit dieser Feststellung wird aber zugleich die Pflicht unterstrichen, noch stärker als bisher auch auf diesem Gebiete der nationalsozialistischen Menschenführung aktiv zu werden und neue Wege zu suchen, um an jeden Volksgenossen heranzukommen, ihn der nationalsozialistischen Gesundheitsführung zu gewinnen. Als ein Mittel dazu muß man auch jene große Aktion betrachten, die das Hauptamt für Volksgesundheit, in der Reichsleitung der NSDAP, gemeinsam mit der D e u t s ch e n Arbeitsfront und den Sozialversicherungsträgern demnächst in die Wege leiten wird. In dieser Aktion will das Hauptamt, gestützt auf Öen Organisationsapparat d e r DAF., mit seinen 20 000 zugelassenen Aerzten, die als besonders qualifiziert und vertrauenswürdig in jeder Beziehung anzusehen sind, zunächst einmal einige Jahrgänge deutscher Frauen und Männer einer genauen Untersuchung auf ihren Gesundheitszustand unterziehen. Das soll zur Anlegung von Gesundheitsstammbüchern für diese Volksgenossen führen. Damit ist der nationalsozialistischen Führung von Volk und Staat nicht nur die Möglichkeit gegeben, sich ein genaues Bild über die noch vorhandenen Kräfte des Volkes zu I machen, sondern sie kann nun auch, an Hand der gewonnenen Erkenntnisse, die Wege und Notwen« digkeiten bestimmen, die angetan sein tönnnen, dem einzelnen bei seiner gesundheitlichen Weiterentwicklung und damit der Nation zur höchsten Steigerung ihrer Kraft zu helfen. Natürlich ist es unbedingt erforderlich, daß dem Willen des Nationalsozialismus zum gesunden Volk das Wollen des einzelnen hilfreich bei Seite steht. Der Nationalsozialismus wünscht keine stumm ergebene Herde, über deren Schicksal irgendwer bestimmt. Er will vielmehr, wie schon zu Eingang betont, die Verantwortung jedes einzelnen und damit seine Mitarbeit am gemeinen Wohl. Aus dieser Tatsache aber wächst auch für jeden einzelnen neue Verpflichtung! In diesem Falle, in Verbindung mit der geplanten Aktion, heißt das, daß sich niemand dem Ruf sich zur Verfügung zu stellen, ein klares Bild über die Kräfteverhältnisse innerhalb unseres Volkes gewinnen zu helfen, entziehen, verschließen darf. Hier muß sich jeder als ganz besonders der Gemeinschaft verantwortlich fühlen und bewußt und bereit den Weg gehen, den nationalsozialistischer Staat und Partei (um vor ie langst 1 Italiener ion Adv inb feint italienischer zehenb vor >gen ber Vormarsch r Nichtuni «lütt wurd! m Montoi jchlich rbftont bt- i gehöre' essinien w kale gingen res Borge* rächten Äfl* ähnlicher ^geborene? hren über* leteilt, M iben betgv bniser- iben. 2)« zeigen. Wir haben, als wir im schlimmsten Chaos den Kampf um Deutschland begannen, unsere Kraft gezogen aus dem Glauben an den deutschen Menschen. Unser Aufbauwerk der letzten zwei Jahre wurde ebenfalls getragen von diesem Glauben; und gefördert von dem Bewußtsein, daß wir mit unserem Glauben recht behielten. Wir wissen auch jetzt, vor dem Beginn der neuen Maßnahmen zur einheitlichen Gesundheitssteuerung der Nation, daß die deutschen Volksgenossen, die es angeht, sich ihrer Pflichten bewußt sind und damit, von sich aus, alles tun werden, um das Gelingen des großen Werkes zu garantieren. ie m Orient, erreicht. Die Einzelheiten des serbischen Feldzuges, seine Bedeutung als Voraussetzung für den Krieg gegen Rumänien im folgenden Jahre und für die Möglichkeit eines noch dreijährigen Widerstandes gegen bie feindliche Koalition kann hier nicht ausaefuhrt «erden. Der schließliche Zusammenbruch Bulgariens und Oesterreich-Ungarns, a!s Deutschland im härtesten Kampfe um bie Behauptung im Westen stand, machte jede unmtttel- bire Wirkung dieser glänzenden Waffentaten zu- n chte. Aber das von Freund unb Feind habet goopferte Blut ist doch nicht umsonst ge- Der Nationalsozialismus will in seiner Menschenführung in allen Dingen Wege gehen, die den einzelnen als Derantwortungsträger gegenüber der Nation bestimmen, um so aus der Vielheit der einzelnen Bereitschaften jenen Block aus Glauben und Willen zu schmieden, auf dem allein unser Staat verankert werden kann. Schon immer predigten wir, daß nur in einem gesunden Volk auch ein gesunder Geist wohney könne und daß darum die richtige gesundheitliche Betreuung der Volksgenossen die Voraussetzung sei für ihr richtiges Funktionieren als Einzelmensch und damit als Glied der Gemeinschaft, auch als Träger des Staates. In logischer Weiterentwicklung dieser Idee mußte der Nationalsozialismus dazu kommen, vor allem auch auf gesundheitspolitischem Gebiete ebenso grundlegende Umwälzungen anzustreben, wie auf allen anderen Gebieten unseres völkischen Lebens. Ihm durfte es nicht mehr genügen zu wissen, daß den Volksgenossen in Krankheitsfällen die notwendige Hilfe zur Verfügung stand. Vielmehr mußte er anstreben, daß sowohl die gesundheitlichen Betreuer der Nation, die Aerzte und die Angehörigen der ärztlichen Hilfsberufe, als auch die Volksgenossen selbst, zu dem Wollen gelangten, den Stand ber Gesundheit, den man mit dem Begriff „nicht krank" umreifet, nicht als das zu erreichende Ziel zu betrachten, sondern nur als eine der Etappen, von denen aus, klar und zielbewußt geleitet, die Arbeit weitergeführt wurde. So allein konnte man dazu gelangen, die gesundheitliche, körperliche und damit auch geistige, völkische Höchstentwicklung des einzelnen zu erreichen, um so die Allgemeinheit auf einen Stand der Leistungsfähigkeit zu bringen, der garantiert, daß alle allen Anforderungen des Lebens gewachsen sein würden. Schulklassen erobern die Heimat. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Mehr und mehr gewinnt der Gedanke, sich durch Wandern die Heimat zu erobern, Raum in den Schulen. Man läßt die Schüler selb st Wesen und Kultur unseres Volkes entdecken, die sich zu einem wichtigen Teil auf die Landschaft gründen und ihren Niederschlag in Baustil und Einrichtung der Häuser, in Tracht und Sitte und Sprache gefunden haben. Es gilt also, die wesentlichen Züge der einzelnen deutschen Naturbilder nachzuzeichnen, geo- logische Entstehung, Vegetation und Kultivierung festzustellen, außerdem aber den deutschen Menschen in allen seinen Eigenarten kennenzulernen. Dies ist der l e b e n b i g ft e Unterrichtsstoff, den es gibt, und er läßt sich nur burch eigene Anschauung und eigenes Erleben durcharbeiten. Auf diese selbständige Arbeit weist der soeben beendete Leistungswettkampf des Gaues Brandenburg im Reichs verband für Jugendherbergen die Schüler und Schülerinnen hin. In geschichtlicher und in naturgeschichtlicher Beziehung sollten Potsdam und Umgebung, die Umgebung des Müggelsees, die Rüdersdorfer Kalkberge, Ber- nau, das Schiffshebewerk Finow und das Kloster Chorin „studiert" werden und die Ergebnisse der Wanderungen in Bild ober Schrift niedergelegt werden. Um von vornherein jedem ungesunden Ehrgeiz die Spitze abzubrechen, wurden nicht die Einzelarbeiten, sondern die Arbeiten der ganzen Klassen bewertet. Auch die Preise sollen keine Einzelauszeichnungen, sondern B e - lohnungen für die Klasse sein. Sv darf die Klasse, die den ersten Preis zuerkannt bekommt, vierzehn Tage in der Jugendherberge Buckow in der Märkischen Schweiz wohnen. Die anderen Preise sind ähnlich gestaltet. Schon jetzt, nach der ersten Durchsicht der Arbeiten, läßt sich feststellen, daß die Schüler und Schülerinnen sehr eifrig bei der Sache waren und zum Teil ganz Vorzügliches geleistet haben. Mit Papier und Tusche, mit Plastelin, sogar mit Nadel und Faden wurde gearbeitet und man darf behaupten, daß die Kinder den Sinn des Preisausschreibens verstanden haben. Aehnliche Wettbewerbe lassen sich überall durchführen. „Nationale Tarnung" der kommunistischen Jugendorganisationen M o s f a u , 8. Okt. (DNB.) Auf ber Tagung der Jugend-Komintern wurde die Aussprache über das Referat des Tschechen Michal, „Jugend und Einheitsfront", abgeschlossen. Michal gab sehr offenherzig die Richtlinien bekannt, nach denen die kommunistischen Jugendgruppen in den einzelnen Ländern aroeiten sollen. Danach steht die zukünftige Ar- beit im Zeichen gerissenster Tarnung, um auf diese Weise einen möglichst großen Kreis von Jugendlichen mit dem kommunistischen Gift zersetzen zu können. So sollen die Ländersektionen der Jugend-Komintern künftig einen „nationalen Charakter" tragen und im Programm unb Aufbau den Besonderheiten eines jeden Landes Rechnung tragen. Die kommunistischen Jugendver- dände mühten vor allem auch den jugendlichen Interessen, wie Sport, Wandern, Singen, Tanz oder fremdsprachliches, technisches und wissenschaftliches Studium, entgegenkommen. Ernennungen der Linier- offiziere und Mannschaften. Vie Bestimmungen über Ernennungen der Unteroffiziere und Mannschaften des Heeres sind durch eine Anordnung des Reichskriegsministers (Heeres- Derordnungsblatt 29) neu gefaßt worden. Darin wird bestimmt, daß Beförderungen zu überzähligen Dienstgraden keine Gebührniserhöhung bewirken. Es dürfen befördert werden: zu überzähligen höheren Dienstgraden: a) Unteroffiziere und Mannschaften ausnahmsweise als Belohnung für Taten, die besonderen Mut oder besondere Umsicht erfordern; b) zum überzähligen Gefreiten: Schützen usw., die sich freiwillig auf ein zweites Dienstjahr verpflichtet haben, bei Mangel an freien Planstellen mit Beginn des zweiten Dienstjahres: c) zum überzähligen Unteroffizier: Gefreite, die für die Unteroffizierlaufbahn in Betracht kommen, beim Mangel an freien Planstellen mit Beginn des dritten Disnstjahres. Beförderungen als Belohnung spricht auf begründeten Antrag der Truppe nur der Oberbefehlshaber des Heeres aus. Sie kommen im allgemeinen nur in Frage, wenn von einer Belohnung in Form anderer Auszeichnungen, z. B. durch Verleihung der Rettungsmedaille, abgesehen wird. Beim Ausscheiden aus dem aktiven Wehrdienst dürfen bei einwandfreier Führung und Eignung am Entlassungstage zu D i e n st - graden des Beurlaubten st andes befördert werden: a) zum G e f r e i t e n d. R.: bis zu e i n e m Drittel der jährlich nach mindestens einjähriger Dienstzeit ausscheidenden Schützen usw.: d) zum Unteroffizier d. R.: bis zu zwei Drittel der jährlich nach mindestens zweijähriger Dienstzeit ausscheidenden Gefreiten sowie Obergefreiten und Stabsgefreiten: c) zum Feldwebel d. R.: Unterfeldwebel nach mindestens achtjähriger Dienstzeit und einjähriger Unterfeldwebeldienstzeit: d) zum Oberfeldwebel d. R.: Feldwebel nach siebenjähriger Dien st zeit und einjähriger Feldwebeldienstzeit. Weiter sind noch Ernennungen vorgesehen, wobei unter Ernennung die Verleihung einer zusätzlichen Dienstbezeichnung zu verstehen ist; z. B. Unteroffizier-Anwärter d. R. Zum Reserveoffizier-Anwärter dürfen am Entlassungstage ernannt werden Schützen usw., die beim Ausscheiden aus dem aktiven Wehrdienst zum Gefreiten d. R. befördert werden und nach ihren militärischen Leistungen und ihrem Charakter als Reserveoffizier-Anwärter geeignet sind. Schützen usw., die beim Ausscheiden aus dem aktiven Wehrdienst zum Gefreiten d. R. befördert werden, können bei Eignung am Entlassungstage zum U n t e r o f f i - zieranwärter d. R. ernannt werden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat den stellvertretenden Präsidenten des W e r b e r a t e s der Deutschen Wirtschaft, Dr. Heinrich Hunke, zum Ministerialrat ernannt. * Im Auswärtigen Amt hat der Austausch der Ratifikationsurkunden des zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossenen Abkommens stattgefunden, durch das die Fortsetzung des seit 1924 bestehenden deutsch - amerikanischen Handelsvertrages ohne die Bestimmungen des Art. 7 über die gegenseitige Meistbegünstigung im Warenverkehr vereinbart worden ist. * Die Thonfolgerin der Niederlande, Prinzessin Juliana, hat als Vorsitzende des niederländischen Roten Kreuzes 10 0 0 Gulden zugunsten der Errichtung eines holländischen Feldlazaretts in Abessinien gestiftet. Lansbury ist von seinem Posten als Führer der Oppositionellen Arbeiterpar- t e i Englands zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig der stellvertretende Fraktionsführer der Partei, Major Attlee, gewählt. Der (jkunö für den Rücktritt Lansburys ist die Tatsache, daß er die mit überwiegender Mehrheit angenommene Entscheidung seiner Partei, Sühnemaßnah- men gegen Italien zu fordern, nicht billigte. 27 neue Jugendherbergen. Berlin, 8. Okt. (DNB.) Am Sonntag, dem 20. Oktober 1935, wird der Iugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach die feierliche Einweihung der Paul-oon-Hinden- burg-JugendHerberge in Hannover vornehmen. Gleichzeitig damit verbunden find Einweihungen, Richtfeste und Grundsteinlegungen von weiteren 26 Jugendherbergen im ganzen Reich. Eingeweiht werden die Jugendherbergen: Deutsche Iugendburg, Stahleck am Rhein, Iugendburg S t o r k o w bei Berlin, Jugendherberge Sulau (Schlesien), Jugendherberge Kandern im Schwarzwald, Jugendherberge Laufenburg in Baden, Jugendherberge F l a - tow in der Grenzmark, Jugendherberge Bad W i l d u n g e n , Jugendherberge Steinberghaus bei Kassel, Jugendherberge Wiesbaden, Jugendherberge E i l e n b e r g , Jugendherberge Arneburg in der Provinz Sachsen, Jugendherberge Königsberg in Ostpreußen, Jugendherberge L a u k n e n in Ostpreußen, Jugendherberge Wittlich in der Eifel, Jugendherberge Oppenheim, Jugendherberge Neckarsteinach, Jugendherberge Osnabrück, Jugendherberge G e - Aus all Fünf Schlächtereien in Berlin geschlossen. Der Polizeipräsident von Berlin teilt mit: In den letzten Tagen sind bei Aufkäufen von Schweinefleisch außerhalb Berlins die festgesetzten Höchstpreise wiederholt überschritten worden. Ich habe wegen dieses Verstoßes gegen die Preisfestsetzungsbestimmungen und der damit verbundenen Gefährdung der Preisgestaltung fünf Berliner Schlächtern die Fortführung ihrer Betriebe untersagt und gleichzeitig die Schließung ihrer Geschäfte angeordnet. Ich mache alle beteiligten Kreise erneut darauf aufmerksam, daß ich jeden weiteren Fall eines Verstoßes gegen die Preisfestsetzungsbestimmungen mit gleichen Maßnahmen ahnden werde. Zuchthausstrafen in einem Hochverratsprozeß. In einem Hochverratsprozeß gegen insgesamt 16 Angeklagte vor der Großen Strafkammer in Braunschweig wurde das Urteil gefällt. Wegen Beihilfe zum Hochverrat wurde August M e r g e s — 1918 einmal „Volkskommissar und Ministerpräsident von Braunschweig" — zu 3 Jahren Zuchthaus und Walter Maaß zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus verurteilt. Ein Teil der übrigen Angeklagten erhielt Gefängnisstrafen. — In der Urteilsbegründung hob das Gericht hervor, daß der Angeklagte Merges durch die Beweisaufnahme als überführt gelten muß, mindestens zu einer illegalen Zeitschrift redaktionelle Beiträge geliefert zu haben. Jüdische Banknotendiebe in Danzig gefaßt. Vor ungefähr 15 Jahren verschwand im Danziger Hafen auf einem englischen Dampfer, der in England hergestellte 1000-Zloty-Banknoten mit sich führte, ein Paket dieser Noten im Werte von einigen Millionen Zloty. Da der D i e b st a h l unaufgeklärt blieb, wurden sämtliche in London hergestellte Zloty-Banknoten aus dem Verkehr gezogen v e l s b e r g in Westfalen, Jugendherberge Dahn in der Pfalz, Jugendherberge N e ir n f i r d) e n im Saarland. — Das Richtfest wird gefeiert in den Jugendherbergen Adolf - Hitler - Jugendherberge in Berchtesgaden, Otto - Weddigen - Jugendherberge bei Wilhelmshaven, Jugendherberge Titisee im Schwarzwald. — Der Grundstein wird gelegt zu den Jugendherberaen Baldur-von- Schirach-Jugendherberge in Urfeld am Walchensee, Jugendherberge Hohen st ein in Ostpreußen, Jugendherberge Pillau in Ostpreußen. Die Veranstaltung in Hannover am Sonntag, den 20. Okt., wird in der Zeit von 10 bis 10.30 Uhr a u f alle deutschen Sender übertragen. Die G e s a m t k o st e n der vorerwähnten Bauten belaufen sich annähernd auf 2 Millionen Mark. Ein Teil dieser großen Summe wurde durch die verständnisvolle Mitarbeit und Mithijfe von Staat, Gemeinden und Industrie aufgebracht. Der Restbetrag der Baukosten wurde aus dem Erlös des Reichswerbe-und Opfertages 1 9 3 5 bestritten. Jeder einzelne Spender zu dieser jährlich einmal stattfindenden Sammlung wird sich freuen, zu sehen, wie s e l b st die klein- sten Spenden Großes zu lei st en vermögen und wie diese Beträge nicht durch Verwaltungskosten aufgezehrt sind, sondern sich umgesetzt haben in Beton, Zement und Ziegelsteine. Ueber 2000 Bauleute und Handwerker, Architekten und Bauleiter arbeiteten bzw. arbeiten in kameradschaftlicher Verbundenheit an der Erstellung dieser 27 Häuser der Jugend. 32 000 Arbeitsstunden erforderte ihre Fertigstellung. Manchem Volksgenossen konnte Hammer, Säge, Kelle, Pinsel und Zeichenstift in die vielleicht jahrelang untätige Hand gegeben werden. Die Häuser, die unter der planenden Hand tüchtiger Architekten entstanden sind und sich harmonisch einfügen in die sie umgebende Landschaft, sind Ausdruck eines neuen Gestaltungswillens der Jugend. er Wett. und für ungültig erklärt. Vor einigen Tagen konnte nunmehr von der Danziger Kriminalpolizei eine Frau fest genommen werden, die auf einer Bank zwei 1000-Zlotynoten einwechseln wollte, wobei es sich herausstellte, daß es sich um Noten aus dem damaligen Diebstahl handelte. In Verfolg der Angelegenheit ergab sich, daß die Frau, um Devisen zu Hamstern, diese Noten vor der Guldenabwertung von der staatenlosen Jüdin Frieda Lub- f a n i tz k i gekauft hatte. Daraufhin verhaftete die Polizei diese Jüdin, die dann auch nach anfänglichem Leugnen eingestand, die Noten zusammen mit ihrem Mann, dem staatenlosen Juden Lub- sanitzki, bewußt in den Handel gebracht zu haben. Bei der Haussuchung fand die Polizei in der Wohnung des Juden noch weitere 37 1000-Zlotyscheine, die sämtlich von dem damaligen Diebstahl herrührten. Darlehnsschwlndeleien im Großbetrieb. Die VI. Große Strafkammer des Berliner Landgerichts trat in einen umfangreichen Prozeß gegen 13 Angeklagte ein, denen Darlehnsvermitt- lungs fchwi n d eleien größten Ausmaßes vorgeworfen werden. Sie sollen nach den Ermittlungsergebnis rund 200 Personen in verschiedenen Teilen des Reiches um mehr als 150 000 Mark geschädigt haben. Als geistiger Anführer bei den Betrügereien bezeichnet die Anklage den 39jährigen Johann Weitenthaler aus Berlin. Er gründete zusammen mit einem Mitangeklagten die Mitteleuropäische Wirtschaftsgesellschaft in Berlin-Wilmers- dorf. Dieses Unternehmen befaßte sich angeblich mit der Beschaffung billiger Kredite im Ausland. Die Geldsuchenden haben aber feinen Pfennig Kredit erhalten, obwohl ihnen im voraus die sog. „E m i s s i o n s k o st e n" für die angebliche Auflegung der Anleihe im Auslande abgeknöpft worden waren. Um den Anschein größter Vertrauenswürdigkeit zu erwecken, wurden ein nicht mehr im Amt befindlicher Rechtsanwalt und ein früherer Notar als „Treuhänder" eingeschaltet. Die 93er- Handlung wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. „Aus Versehen" erschossen. Auf dem Pfaffenbrucher Hof bei Bassenheim, unweit von Koblenz, erhielt der dort beschäftigte Peter Johannes aus Haufen bei Mayen den Auftrag, ein Gewehr nach Saffig zu bringen. Die Ehefrau des Gutspächters nahm das Gewehr aus dem Schlafzimmer und übergab es im Hausflur einer Hausanbestellten, die dem Johannes die Wajfe an die Haustür bringen sollte. Bei dem Hinreichen des Gewehres ging plötzlich ein Schuß los, der den jungen Mann traf und tödlich verletzte. Wie die Ermittlungen ergaben, wußte weder die Hausfrau noch die unglückliche Schützin, daß die Waffe geladen war. Drei Menschen bei einem Autounglück verbrannt. In Harburg-Wilhelmsburg ereignete sich ein furchtbares Verkehrsunglück. Ein mit vier Personen besetzter Hamburger Kraftwagen stieß mit einem Straßenbahnzug zusammen. Die Insassen des Kraftwagens wurden schwer verletzt. Als Passanten versuchten, die Verletzten, die die Besinnung verloren hatten, aus dem Wagen zu befreien, e x - plädierte der Benzintank. Drei der Autoinsassen verbrannten, bevor Hilfe möglich war, der vierte wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft. Der Deltmeisterschaftskampf im Schach. Ärn Schachweltmeisterschaftskampf Aljechin — Euwe wurde in Amsterdam die dritte Partie gespielt. Dr. Aljechin eröffnete mit dem Königsbauern, Euwe verteidigte sich französisch. Durch vortreffliche Behandlung der Eröffnung und des Mittelspiels gewann Aljechin ziemlich bald einen Bauern in überlegener Stellung. Im weiteren Verlaufe verfehlte er zwar einen schnellen Weg zum Gewinn; er behielt aber ein materielles Ueber- gewicht von zwei Bauern. Die Partie wurde beim 40. Zug abgebrochen und vertagt. Aljechin dürfte der Sieg kaum noch entgehen können. Wetterbericht des Belchswetterdiensles. Ausgabeork Frankfurt. Mit großer Geschwindigkeit ist der von Westen heranziehende und weit nach Süden reichende Ausläufer des Island-Wirbels über uns hinweggegangen. Die dabei an feiner Vorderseite einströmende feucht-warme subtropische Luft wurde durch rasch nachstoßende kühlere Meeresluft abgeschoben, wobei auch in unserem Bezirk in der Nacht zum Mittwoch rasch Bewölkungszunahme und Regenfälle einsetzten. Bei Irland ist ein neues Störungsgebiet in Entwicklung, doch kann vor seinem Eintreffen bei uns zunächst mit Witterungsbesserung gerechnet werden. Die Gesamtwetterlage hat aber durch diese Entwicklung wieder eine größere Neigung zu Unbeständigkeit bekommen. Aussichten für Donnerstag: Abgesehen von Dunst- oder Nebelbildung zunächst wieder vielfach aufgeheitert, dann jedoch wieder neu einfetzende Verschlechterung mit Regenfällen, bei meist südlichen Winden ziemlich mild. Aussichten für Freitag: Unbeständiges und zu Niederschlägen neigendes Wetter. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodo-r Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Dru - WM MM ■ ■ : < •;<< " ’ ' ' MM »MW und । schon Am die h ein r oben BM wie Herb am Zwe! wie! fällt Weg W' Mit erste Laß M End getc hau A ihre uns um daß sem wol Gel bau rifd hab her, U Die ein' aus Au Bä 2lf. rod. mit nes auck und K bleil diese feite wun wert Di noch D( blau> jema wie gleich gar i Ersch chara Abb6 erwei ausgc Er die B weise nicht, 6rur und flleic S'il ^nn KQöj °r de Neues für den Büchertisch vor 6 um der dem ganzen Reiche zeigen in schönen Bildern die Vielfalt des deutschen Volkstums. Marken von dieser Vollkommenheit in Bild, Ausführung und Farben haben einen gar nicht zu unterschätzenden Werbewert für Deutschland. Wir haben keine Bedenken, zu erklären, daß es die schönsten Marken sind, welche die Deutsche Reichspost bisher herausge- geben hat. an der Memel. Aus dem gleichnamigen Buch von Heinz Gerhard. 18.45: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 19: Bunte Grenzlandstunde. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Es blauen die Berge, es leuchtet der Firn... Ein Stück Volksmusik aus den Alpen. 20.50: Kämpfende Wissenschaft I. „Insulin". Ein Hörbild um den Forscher Banting. 21.35: Erlebtes Spanien. 22: Nachrichten, auch aus dem Sende* bezirk. Sportbericht. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2t Nachtkonzert. Erkältung prompt Zahnweh bekommt, der kann damit rechnen, daß er einen latenten Entzündungsherd an seinen Zähnen herumträgt, und er ist gut beraten, wenn er sofort etwas dagegen tut. Ist ein Zahn nicht mehr zu retten, dann her- aus mit ihm! Die Brücken und Platten sind heute so, daß das Kauen und das äußere Ansehen keine Not leiden. Man erhält einen Zahn natürlich so lange es geht, denn auch der beste fünft- liehe ersetzt niemals den natürlichen vollkommen. Seitdem man aber Zähne aus Porzellan brennt, die ganz genau in der Farbe der natürlichen ge- Großstadt. >(undfunkprogramm. Donnerstag, 10. Oktober. Die Leute, die uns auf den Zahn fühlen Zum großen Zahnärzte-Kongreß in Berlin. Band kostet 1,— Mark. — (287). — — Theodor Heinz Köhler: Sonne über A ehren. Mit 21 Federzeichnungen und farbigem Einband von Siegfried Kortemeier. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., Berlin. Gebunden 2,80 Mark. — (156) — Ein Junge, der im Verkehr und Tempo einer Großstadt aufgewach« sen ist, geht aufs Land. In dem kleinen Gebirgs- darf, das sich lang im Tal hinstreckt, arbeitet der Junge auf einem größeren Gut. Um ihn ist Fremdes und Neues, aber er beißt die Zähne aufeinander und hält durch. Er lernt die Arbeit kennen und schätzen, er sieht, wie das Dorf eine große und feste Gemeinschaft ist. Er sehnt sich danach, Glied dieser Gemeinschaft zu sein, merkt aber, wie er ihr als Städter fernsteht. Aber durch stille Tat wird er ihresgleichen. Er lebt sich mehr und mehr ein, bis er schließlich nie wieder fort möchte. Dann kommt er auf Urlaub zurück in die Großstadt. Er sieht neben Luxus, Pracht und Palästen, Elend, Not, Mietskasernen und Asphalt und er erkennt seine Aufgabe: auf dem Lande stark genug werden, sich da einzusetzen, wo seine Heimat ist — in würdigen Büchlein die gehörige Einführung gt- geben, indem er den Leser mit dem Wunderlande der Tropen und mit Leben und Werk der Maria Sibylla Merian ein wenig bekannt macht, deren farbige Stiche hier nach mehr als zweihundert Jahren eine verdiente Neuentdeckung erfahren haben. — DasJahrder Pflanze — eine Bilde r f o l g e. (Band 1: „Erstes Blühen", Band 2: „Im Glanze des Sommers".) Verlag der Gartenschönheit Berlin-Bern. 88 Seiten. Preis pro Band 1,75 Mark. — (243/244) — Mit großer Freude wird der Blumen- und Gartenfreund diese beiden Bändchen in die Hand nehmen, die in anregenden Bilderfolgen alle Schönheit bergen, ine in einem gutgepflegten Garten zu finden sein mag. Selten dürfte die unerschöpfliche Erfindungskraft der Natur so überzeugend daraetan sein, wie in diesen beiden Büchern, an denen sichtlich nicht nur der Fachmann, sondern vor allem der Lichtbildner mit großer Liebe gearbeitet haben. Jede der Blumenarten, die das Buch in abwechslungsreicher Folge Zeigt, fit nicht nur sehr klar und dabei stimmungsvoll beschrieben, sondern vor allem in der Wirkung auf das Auge im Bilde völlig künstlerisch ersaßt. Hervorgehoben zu werden verdient dabei, daß von der Technik her der Naturtreue der Darstellung keinerlei Gewalt angetan wurde. Es wurde auf alle Effekte verzichtet, die nicht von der Blume selbst kamen. Die farbigen Wiedergaben überraschen burdb ihren Glanz und ihre Lebendigkeit. Die beiden Bändchen müssen für jeden, der sich der Schönheit der Blume noch nicht völlig bewußt wurde oder bewußt werden konnte, eine Offenbarung sein. — Die drei Bild-Bücher, die soeben im Verlag Ullstein erschienen, sind etwas ganz Neues: Jeder der drei Bände zeigt auf 64 Seiten in großem Format Bilder über Bilder. Der erste Band „S a ch e n z u m L a ch e n" bringt Karikaturen von Barlog, Koch-Gotha, Girod und Möllendorf, Heine lustige Blätter und große, oft mehrere Seiten um- fassende Bilder-Geschichten. — Die beiden anderen Bände enthalten Photographien, die auch für jeden Kamera-Freund eine „Fundgrube" sind: „Weltreise durchs Tierreich" bringt Bilder der besten Photographen, herrliche Tierbilder aus Afrika, Asien, Amerika und den großen Tiergärten der Welt. — Das „Rätsel Indien" endlich zeigt Aufnahmen des bekannten Photographen Harald Lechenperg, die mit ihren Erklärungen einen klaren Begriff von diesem merkwürdigen Stück Asien geben, das man erlebt, fast wie auf einer Reise. Jeder halten sind und auf die Wurzel aufgeschliffen wer- den, läßt sich auch für den Kundigen nicht mehr von außen sesfitellen, was echt und was „falsch" ist. Auch verfärbte Zähne, die an sich noch gesund sind, werden lebend und schmerzlos beschliffen und ihnen wird ein Porzellanzahn aufgesetzt, mit dem man beißt, wie mit einem anderen. Als eminenten Fortschritt können wir buchen, daß das vielfach kaum mehr zu beschaffende Gold in der Zahnbehandlung durch Stahl ersetzt wird, ein nichtrostendes, zähes und hartes Material, das für Kronen und Brücken und Platten in Anwendung kommt. Ein geschickter Zahnarzt wird alle diese Manipulationen, selbst die Aufklappung des Zahnfleisches, um einen Eiterherd an der Wurzel des Zahns zu beseitigen, schmerzlos ausführen können. Alles wird unter lokaler Betäubung gemacht und vom ganzen Schmerz bleibt nur das Gefühl beim Einstich der dünnen Nadel übrig. Voraussetzung ist allerdings, daß der Zahnarzt sein Handwerk von Grund auf versteht und mit den wissenschaftlichen Neuerungen vertraut ist. Insofern hat die Allgemeinheit ein großes Interesse daran, daß der Zahnärztetag in Berlin recht fruchtbar wirkt. Sie wird es buchstäblich am eigenen Leibe zu spüren bekommen... — Gorch Fock. Ein Leben im Banne der See. Das erste umsassende Lebensbild des Dichters, geschrieben von seinem Bruder Jakob Kinau. I. F. Lehmanns Verlag, München 2. Geb. 5.50 Mk. — (123) — Der Bruder Gorch Focks erzählt in diesem Buche zunächst von den gemeinsamen Kindheitsjahren; Finkenwärder ersteht uns, wie es einmal war und wie es später wurde. Gorch Fock oder Jan Kinau, wie er eigentlich hieß, durfte nicht zur heißgeliebten See. Er, der werdende Dichter der See, mußte zuerst in die Krämerlehre nacy Geestemünde, wo er allerdings in ständiger Verbindung mit der Heimat war. Dann trennte ihn das Schicksal noch weiter vom Meer und führte ihn ins Binnenland nach Meiningen, dessen berühmtes Schauspiel ihn gefangen nahm und zusammen mit Thüringens herrlicher Landschaft ihn einen Augenblick an seiner Liebe zum Meer irremachen konnte. Bald aber brach der „Wiking" in ihm wieder durch, der Dichter der See reale seine Schwingen. Halle, Bremen, Hamburg berührte sein weiterer Lebensweg. Bald ist er in Der Öffentlichkeit bekannt. In Kurzgeschichten, in Gedichten, in seinem berühmten Roman „Seefahrt ist not", als Führer des plattdeufichen Vereins „Quickborn" tritt er für die See und für niederfächfifche Art ein. Ein inniges Verhältnis verbindet ihn mit der Mutter, deren Briefe zu den schönsten Stellen diefes Buckes gehören. Für seine äußerlichen und innerlichen Lebenskämpfe schöpfte er zu Hause in Finkenwärder immer neuen Mut. Später helfen ihm sein treuer Lebenskamerad und die geliebten Kinder. Der Krieg kommt, Gorch Fock wird Infanterist. „Was tut Gorch Fock in Rußland und Serbien?" klagt er in feinem Kriegstagebuch. Endlich aber ruft ihn die See. Kurz vor der Skagerratfchlacht kommt er zur Marine und wird* auf die „Wiesbaden" kommandiert. Sie wird fein Schicksal: in der Schlacht findet er den Heldentod. Die „Mordsee" hat ihn, wie so manchen seiner Vorfahren, hinabgezogen. „In Gorch Focks Leben eindringen, heißt in deut« sches Wesen eindringen." Jakob Kinau tut es mit der Liebe des Bruders. So entsteht keine herkömmliche Beographie, aber ein mit tiefem Verständnis geschriebenes Buch, das für die große Gorch-Fock- Gemeinde ein Schatz bedeuten wird. Möge das vortreffliche Buch die weiteste Verbreitung finden! — Th. Carlyle und H. St. Chamberlain, zwei Freunde Deutschlands. Don D. Dr. Wilhelm Vollrath. Steifunfichlaa 2 Mk. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (268) — Thomas Carlyle und H. St. Chamberlain haben das deutsche Volk gekannt, und da „ihre Bekanntschaft gründlich und umfassend gewesen ist, haben sie nicht anders gekonnt als Freunde Deutschlands zu werden". Leben und Werk Carlyles ist so er- füllt vom Verständnis des deutschen Schicksals, daß wir in ihm in der schweren Zeit der Einigungskriege den treuesten und tatkräftigsten Freund Deutschlands sehen müssen; seinem mutigen Brief an die „Times" gelang es die Aufregung des englischen Volkes über die deutschen Siege zu be« ruhigen. Schon vorher hatte er begonnen, das Leben Friedrichs des Großen zu schreiben. Bismarck hat ihm für dieses Werk eigenhändig gedankt. — Chamberlains Gestalt steht uns zeitlich näher; Goethe, Kant, Richard Wagner, die Grundlagen des 19 Jahrhunderts — Männer und Probleme, die ihn in seinen Bann zogen. Wie Carlyle im deutsch-französischen Krieg, so ließ Chamberlain im Weltkrieg sein Herz für das deutsche Volk sprechen. Ein Ge- _ Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Morgenmusik. 8.10: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. Volksliedersingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Mitten im Werktag. Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Des Friedländers Kopf. Eine Erzählung von Alfons von Czibulka. 16.45: Deutsche Gespräche. Forschung als Dienst am Volk. Don Priv.-Dozent Dr. H. O. Kneser. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Das aktuelle Buch. 18.35: Kameraden setz gegen das Lügen, einen unerbittlichen Kampf gegen Die Verbreiter der Greuelmärchen forderte er, als das Ausland auch noch mit vergifteten Waffen gegen feine Wahlheimat in den Vernichtungskrieg eintrat. Gegen Ende feines Lebens, als er den heutigen Führer Deutschlands tennengelernt hatte, schreibt er ihm: „Gottes Schutz sei bei Ihnen". Das kleine Buch ist ein Baustein zum großen Werk des Führers: der Befriedung Europas. — Diemar Moering: Die Irdische. Gedichte. 35 Seiten. Verlag Die Rabenpresse, Berlin. — (284) — Der junge Lyriker Moering, den wir unfern Lesern bereits mit Gedichten und Prosabeiträgen vorgestellt haben, der sich auch durch mehrere Buchveröffentlichungen schon einen Namen gemacht hat, legt hier einen schmalen Band vor, den die um die junge Generation in Deutschland verdiente Rabenpresse verlegte. Die Gedichte, obwohl recht unterschiedlich in der äußeren Form und Gestalt, runden sich zu einem Kreis, zu innerer Geschlossenheit in dem allen gemeinsamen (alten und ewigen) Thema der Liebe. Alle diese Strophen — mögen sie bildhaft schlicht und verhalten oder in barocker Fülle und hymnischer Gebärde sich darbieten — kreisen in Glück und Ueberschwang, in Dankbarkeit, inniger Gemeinschaft und tiefer Betätigung um die Eine, die Irdische", die liebende und geliebte Frauengestalt... und finden in ihr zugleich den Zugang zur großen Natur, zur mütterlichen Erde und zu der Gottheit in ihr und allem Geschaffenen. Nicht jedes dieser Gedichte spricht uns mit gleicher Dringlichkeit an, aber es sind einige darunter (.Liebe", „Sturz und Verklärung"), um deren willen man das kleine Buch liebgewinnt. —y— — Helmut Paulus: Mutterschaft. Ein Gedicht-Zyklus mit 15 Zeichnungen von Gunter Böhmer. Kart. 1,80 Mark, Pappband 2,50 Mark. Werner Plaut Verlag, Düsseldorf, — (322) — Diese Gedichte sind getragen von einer tiefen Ehrfurcht vor der Frau und ihrer Seftimmung.1 Es fchwingt in ihnen das Bekenntnis zu allem Mütterlichen und zu allem Lebendigen. In den Bildern von Gunter Böhmer finden sie eine würdige Ergänzung. — Das kleine Buch der Tropenwunder. Kolorierte Stiche von Maria Sibylla M e - r i a n. Geleitwort von Friedrich Schnack. Im Insel-Verlag zu Leipzig. (Insel-Bücherei Nr. 351.) — (270) — Im Jahre 1699 reiste die deutsche Naturforscherin und Kupferstecherin Maria Sibylla Merian aus Frankfurt, eine Tochter des durch feine Städtebilder bekannten Kupferstechers und Verlegers Mathäus Merian, nach Surinam, einem Teil des südamerikanifchen Landes Guayana. Die Frucht dieser aus mehr als einem Grunde bemerkenswerten Reise war das 1705 in Amsterdam erschienene Werk über die Insekten von Surinam. Diese erste Ausgabe liegt der Wiedergabe des kleinen Tropenwunderbuches zugrunde. Auf den lebendig und naturgetreu kolorierten Stichen entfaltet sich eine bunte und fremdartige Welt von tropischen Blumen, Früchten und Insekten: Granatapfel-Blüte und Ananas, Banane und Zitrone, Maniok und Nachtschatten, Dschungelblüte und Pampelmuse,. Indianisches Buschauge und kleiner Atlas, Pallisaden- spinner und Pfeilritter, die Blaue Sonne und der Pfauenspiegel, Surinamischer Laternenträger und Leiermann-Zikade — das sind einige der auf den Tafeln wiedergegebenen Pflanzen unD Infekten. Friedrich Schnack, Dichter, Weltreifender und Schmetterlingskenner, hat dem hübschen und merkhöchsten Wert, die 40-Pfennig-Marke. Die Postkarte zu 6 Pfennig zeigt auf ihrer Marke vor den Fahnen Der HI. und des Jungvolks ein Mädel vom BDM — Alle diese Marken werden mit einem Aufschlag verkauft, der in die Kassen der Deutschen Nothilfe also der NSV., fließt. Diese Nothilfemarken 1935/36 brauchen sich nicht vor der Oeffentlichkeit zu schämen. Bäuerinnen aus 1500 deutsche und 200 ausländische Zahnärzte sind, worüber wir bereits berichtet haben, augenblicklich in Berlin zum „Deutschen Zahnärzte tag" versammelt. Gegenstand der Serba iw hingen ist in erster Linie die „Prothese", der Zahnersatz. So lang es Menschen gibt, solange gibt es Zahnkrankheiten Snd ein lückenhaftes Gebiß wird zu keiner Zeit als ein Vorzug angesehen worden sein. Kein Wunder, daß sich die Zahnheilkunde sehr früh entwickelte. Andererseits ist es aber verwunderlich, daß die Zahnbehandlung lange Zeit im Technischen ihre Hauptaufgabe sah und das Wissenschaftlicke vernachlässigte, was erst seit etwa einem Jahrzeynt in einem rapiden Tempo aufgeholt worden ist. Denn nichts ist einleuchtender, als daß zur Zahnbehandlung eine genaue Kenntnis der anatomischen, physiologischen und biologischen Verhältnisse gehört, genau so gut, wie die Kenntnisse für den Arzt unerläßlich sind und durch keine außerordentliche Anlage ersetzt werden können. Zahnweh ist noch heute ein Schrek- k e n für die Menschen, ganz besonders für die, die . den Zahnarzt so lang als möglich meiden und ihn erst aufsuchen, wenn ein Krankheitsprozeß schon sehr weit vorgeschritten fit. Wer es sich zur Gewohnheit macht, seine Zähne von Zeitzu Zeit und schon ehe er von Schmerzen geplagt wird, von einem gewissenhaften Zahnarzt n a ch s e h e n zu lassen, Der wird normalerweise ohne Zahnweh durchs Leben gehen können. Das garantiert ihm heute die Zahnheilkunde. Die verbreitefite Krankheit der Zähne, an der buchstäblich alle Menschen leiden, fit die Karies, die Zahnfäule. Durch Beschädigung des glasurharten Zahnschmelzes wird das Dentin, das Zahnbein, freigelegt. Jecker sollte wissen, daß er das, was noch keine Krankheit ist, schon spüren kann. Er empfindet nämlich kalt und warm plötzlich viel intensiver als zuvor. Geht das bis zum Schmerz, dann ist es hohe Zeit, zum Zahnarzt zu gehen! Versäumt man das, dann finden gewisse Bakterien auf dem organischen Zahnbein, dem Dentin, eine Möglichkeit, sich festzusetzen. Es entsteht, ohne daß man etwas merkt, ein Loch. Es wird immer tiefer und trifft schließlich den „N e r v". Jetzt treten die heftigen, sehr bekannten Schmerzen auf, die Pulpitis, eine Entzündung. Da der Zahnnerv zu den reizbarsten Nerven gehört, sind die Schmerzen danach. Wilhelm Busch hat sie sehr schön beschrieben und jeder kann sie aus eigener Erfahrung mitfühlen. Aber es gibt eine Hilfe. Der Zahnarzt öffnet den Pulpakanal, und sofort klingt die Entzündung ab, die Schmerzen hören auf. Die Karies fchreitet aber weiter, wenn nichts getan wird; der „Nerv" im Innern des Zahnes verfault und der hohle Zahn birgt eine Menge der gefährlichsten Bakterien. Man sollte es nicht für möglich halten: Es gibt Menschen, die sonst auf Sauberkeit den größten Wert legen, aber sie gehen lange Zeit mit einem faulenden Zahn in der Welt herum, der trotz aller Spülungen riecht. Tut man nichts, dann ist eines Tages die gefürchtete Wurzelhautentzündung da, die, wenn wieder nichts Durchgreifendes geschieht, zu den gefährlich st en Komplikationen führen kann. Dor allem jedoch bringt sie die bekannten „wahnsinnigen" Schmerzen mit sich und die geschwollenen Backen und Fieber, sie ist eine richtige Krankheit und nicht mit einem warmen Umschlag abzutun. Die gefährliche Wurzelhautentzündung tritt auch dann auf, wenn ein Zahn nicht sachgemäß plombiert ist, das heißt, wenn die Pulpenreste nicht höchst säuberlich aus den Kanälen entfernt sind. Hier ist die Lage besonders übel. An der Wurzel sitzt ein Eiterherd, der gewöhnlich keine Schmerzen verursacht, der aber plötzlich, infolge von Erkältungen, akut wird und zu gefährlichen Folgen führen kann. Zunächst nimmt die Lymph- bahn die giftigen Stoffe der Eitererreger auf, die Drüsen (z. B. am Unterkiefer) schwellen, dann aber treten die Gifte in die Blutbahn und können dort sehr übel wirken. Man ist erst in neuer Zeit darauf gekommen, daß viele hartnäckige Rheuma- f ä 11 e , um nur diese zu erwähnen, auf solche Eiterherde an den Zähnen zurückzuführen sind. Wer alfo derartigen Verdacht hat, der gehe auch ohne Schmerzen zum Zahnarzt und lasse sich eine Röntgenaufnahme machen. Wer bei einer Kurz vor Ausbruch der Feindseligkeiten haben die Abessinier die einzige Eisenbahnlinie von Dschibuti nach Addis Abeba mit Befestigungen ausgebaut, um sie gegen Angriffe wirksamer schützen zu können. — Unser Bild zeigt Abessinier beim Ausbau von Fallgruben und Schützengraben. — (Scherl-Bilderdienst-M. — Ufa-Wochenschau.) Auf Anordnung des abessinischen Kaisers wurden die Schulen in Harrar und Djidjiga geschlossen, da man bereits in den nächsten Tagen den AngriffderJtaliener erwartet. Dieses Bild gewährt einen Ueberblick über Harrar, das mit 40000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Abessiniens ist. — (Scherl-Bild erdienst°M.) ttr.2"6 Drittes Via» (üiefjeitct Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien) Mittwoch,». Mob« (»ZS ent- Nichts ohne den Befähigungsnachweis! Wenn Handwerksmeister ihr Geschäft nicht mehr selbst ausüben können oder wollen, so wird das Geschäft verkauft. Ein Käufer findet sich. Aber eine Uebernahme des Geschäfts durch den Käufer ist nur jene Frömmigkeit, die weit über das Kirchliche hinausreicht, die sich dem Urgrund der Welt verbunden weih, und die in den biblischen Legenden ihr schönstes und klarstes Gleichnis gefunden hat. Oft ist eine große Trauer in ihm, eine Lebensangst, die Schwermut der Sehnsucht — aber dann wieder ist er ausgelassen, außer Rand und Band sozusagen, von einer überströmenden Daseinsfreude und Heiterkeit. Ich kenne kaum jemanden, der so lachen kann wie er. Er hat jenen Humor, der, zärtlich beinah, mit den Schwächen der Mitmenschen und der Unzulänglichkeit des Lebens spielt. Ob er die Sentimentalität eines kleinen Dienstmädchens oder das tragische Pathos eines Hofschauspielers a. D. parodiert, immer schwingt da eine Nachsicht mit, eine leise Liebe: so sind wir nun einmal — auch ich, auch du. Allen Rummel, allen Betrieb, alle Diktate der Mode verachtet er mit einer fast grimmigen Unbedingtheit. Er haßt den Lärm, die großen Worte und das schmeichlerische Geflüster der Neunmalklugen. Mit einer ungeheuren Strenge und Aufrichtigkeit gegen sich selbst geht er seinen Weg. Ein Begnadeter und ein Demütiger zugleich. Man soll nicht den Ast absägen . Dor mehr als hundert Jahren betrat der erste Elefant nordamerikanischen Boden, ein Ereignis, das damals größtes Aufsehen erregte. So ist es nicht verwunderlich, daß die kleine Stadt in den Staaten, in der „Old Bet", jener berühmte dickhäutige Besucher, verstarb, ihm ein Denkmal setzte. Man schuf eine Holzfigur, die genau die Größe und den Umfang des Elefanten hatte und ihm nach Aus- sagen derer, die ihn als Kind gesehen hatten, zum Verwechseln ähnlich war. Dieser hölzerne „Old Bet ließ den Wandel der Zeiten an sich oorüberzrehen, Kriegswirren, Hungersnot, Krankheit, alles ging an ihm vorüber, und auch Regen und Sonnenschein eines Jahrhunderts konnten ihn nicht mürbe machen. Was dem Elefanten aber die ganze Zeit über größtes Unbehagen bereitete, das war die FamiNe Specht. Zuerst hatte sich der hölzerne „Old Bet ehrlich gefreut, als ein Spechtenpärchen heranflog, an seinen Rücken klopfte und hämmerte und sich schließlich in ihm einnistete: dann kamen die Heinen Spechte, die sich in dem guten „Old Bet wie zu Hause fühlten, und als sie ihre ersten Flugversuche machten und zaghaft um den Elefanten herumslat- terten, kam er sich vor wie ein Großvater, der tue Spiele der Enkelkinder überwacht. Aber nach einigen Jahren rckaren die kleinen Spechte erwachsene Leute und kamen in bester Gesellschaft wieder; sie hatten sich inzwischen verheiratet und richteten sich im Rie- senkörper von „Old Bet" häuslich ein. Der Elefant dachte zuweilen, für seine alten Tage sei der Lärm doch etwas zu laut und er hätte wohl ruhigere Tage verdient; schlimmer noch war, daß ihn seine beflügelten Freunde rundum beklopften und sich immer tiefer in ihm einnisteten. Bald sah „Old Bet" aus, als hätte er unter Maschinengewehrfeuer gestanden; überall waren Spechtslöcher; sogar in seine Kniegelenke hatten sich Pärchen niedergelassen, die hier ihre Flitterwochen verbrachten und ein Eheleben mit reichem Kindersegen. Was half es „Old Bet", daß er zuweilen tief aufstöhnte. Die Spechte wichen nicht von ihren angestammten Nistplätzen und kümmerten sich wenig darum, daß ihr alter Freund von Jahr zu Jahr gebrechlicher wurde. Was die Weltgeschichte, die über ihn hinwegbrauste, nicht vollbracht hatte, das gelang den Spechten: sie zwangen den „Old Bet" eines Tages in die Knie. Ganz langsam sank er vornüber, seine durchlöcherten Beine konnten den schweren Körper nicht mehr tragen. Die Spechte kamen erstaunt aus ihren Schlupflöchern hervor, besahen sich die Bescherung und taten als hätten sie keine Schuld daran. Die Bewohner jener kleinen Stadt aber, in der im Jahre 1827 dem ersten Elefanten auf amerikanischem Boden ein Denkmal errichtet wurde, haben sich entschlossen, ihm noch einmal durch Eisenträger auf die Beine zu helfen. Aber ob „Old Bet" so noch ein paar Jahre in Holzgestalt weiterlebt, das hängt allein von der Einsicht der Spechte ab. Wissen sie denn nichts von der Mahnung, man solle nicht den Ast absägen auf dem man sitzt. Programm: Einmarsch der Fahnen und der Ehrenabteilungen. Musikstück des Musikzuges der SA.-Standarte 116. Es spricht: Oer Führer des Jungvolks für das Gebiet Hessen-Nassau. 250 Hitler-Zungen singen ihr Lied: „Vorwärts, vorwärts..." Es spricht: nicht. Es kam plötzlich auf ihn zu; es war da — warum, woher: nein, er weiß das nicht. Er ist kein Intellektueller, kein Mensch, der auf dem harten und schweren Wege des Denkens zur Erkenntnis kommt. Er fühlt sich immer ein bißchen hilflos, wenn er mit Menschen zusammen ist, die genau die Architektonik des Weltgebäudes zu beschreiben und erklären vermögen, die mit klugen Worten ihre Welt- und Kunstanschauung darstellen, belegen, verteidigen können. Er kann das gar nicht. DerTänzerHarald Kreutzberg Don Sans Jürgen Witte. Zum bevorstehenden Tanzgastspiel von Kreutzberg wird uns aus dem Stadttheaterbüro der folgende Aufsatz zur Verfügung gestellt. 1. 2. 3. 4. 5. worüber dann nach sachverständiger Prüfung schieden wird. Für der Tarifordnung widerspre- chende private Vereinbarungen ist kein Raum mehr. Einen rechtswirksamen Tarif- lohnoerzicht gibt es nicht mehr. Diese Entscheidung bedeutet das Ende der Ausgleichsquittung. Aber auch der stillschweigende Verzicht, die Verwirkung tariflicher Ansprüche während des laufenden Arbeitsverhältnisses, ist nunmehr ausgeschlossen, da hierauf dieselben Rechtsgrundsätze Anwendung finden. Daß es nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses keine Verwirkung tariflicher Ansprüche gibt, sondern nur die Verjährung dieser Ansprüche eintreten kann, hat das RAG. schon früher entschieden (RAG. 188/34). Bei alledem ist noch zu beachten, daß ein Unternehmer oder Führer des Betriebes sich bei untertariflicher Bezahlung nicht nur gemäß § 22 AOG. strafbar macht, sondern auch in ein Verfahren vor dem sozialen Ehrengericht aemäß § 36 Absatz 1 Ziffer 1 und 3 gezogen werden kann. Großkundgebung der NGDA))., Kreisleitung Gießen in der Dolkshalle, am Mittwoch, dem 9. Oktober, 20 Uhr. Die Kundgebung steht im Zeichen her HI.-Werbung. SA-Gruppenführer pg. Prinz August Wilhelm von Preußen über „Wie steht der Kamps der nationalsozialistischen Bewegung um Deutschland?" 6. Schlußwort: Kreisleiter pg. Klostermann. 7. Deutschlandlied, Horst-Wessel Lied. 8. Ausmarsch der Fahnen und Ehrenabteilungen. Wir laden nochmals alle Volksgenossen zu dieser Kundgebungei n. Eintrittskarten sind im Vorverkaus und ab 19 Uhr an der Volkshalle zu haben. Zeder, der im Kamps der nationalsozialistischen Bewegung für Deutschland Mitarbeiten will, nimmt an dieser Kundgebung teil; er reiht sich damit ein in die geschlossene Front gegen die Feinde des neuen Deutschland. heil Hitler! Schmelz, Kreispropagandaleiter. Nachprüfung der Wareneingangsbücher durch Gieuerbeamte. Ein Aufsatz von Staatssekretär Reinhardt in der „Deutschen Steuerzeitung" enthält die wichtige Mitteilung, daß die Finanzämter angewiesen sind, in den nächsten Wochen Betriebsprüfer und geeignete Veranlagungsbeamte zu allen Gruppen der zur Führung eines Wareneingangsbuches verpflichteten Gewerbetreibenden zu schicken. Die Steuerbeamten werden durch Stichproben feststellen, ob mit der Führung des Wareneingangsbuches recht- zeitig am 1. Oktober 1935 begonnen ist und ob die Eintragungen laufend und rechtzeitig, d. h. regel- mäßig noch am Tage des Erwerbs der Ware gemacht werden. Bei diesen Stichproben wird nur geprüft werden, ob das Wareneingangsbuch formell ordnungsmäßig geführt ist. Ist eine Prüfung der materiellen Richtigkeit des Wareneingangsbuchs wird nicht eingetreten. Jedoch sind die Beamten an- gehalten, verdächttge Fälle dem Finanzamt zur Betriebsprüfung zu melden. ©porfamt „«rast durch Freude" Anläßlich der Großkundgebung in der Volkshalle fallen heule alle KdF.-Sporlkurse aus! Morgen folgende KdF.-Sportkurse: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer: Von 14 bis 18 Uhr, Universitats- sportplatz. Reichssportabzeichen, für Frauen und Männer: Von 17.30 bis 18.45, Universitätssportplatz. t , Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Don 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten- Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Achtung! Letzte Abnahmeprüfung für das Reichsfporkabzeichen! Die letzte Abnahme in diesem Jahre für die leicht- athletischen Gruppen für das Reichssportabzeichen Der schmale, kahl geschorene Kopf, die klugen, blauen Augen mit den dichten Brauen darüber: jemand hat einmal gesagt, Harald Kreutzberg sähe wie ein junger Abbe aus. Ein sonderbarer Der- nleid) — und doch, wenn man es genauer bedenkt, gar nicht unrichtig. Er trifft nicht allein die äußere Erscheinung Kreutzbergs, er hat auch für ihn als charakterologischen Typ eine gewisse ^^gkeitt Abbä — man könnte hier den Begriff vielleicht noch erweitern: ich meine das Eremitische, das em sehr ausgeprägter Zug in Kreutzbergs Wesen ist. Er liebt die Bilder, die Blumen, die Landschaften, die Bücher — am fernsten sind ihm merkwürdigerweise die Tiere —, aber im Grunde bedarf er ihrer nicht, im Grunde geht ihn die Welt nichts an 'm Grunde ist ihm das rauschende Leben und Erfolg und Karriere und alles, was damit zusammenhangt, gleichgültig. Er hat keinen Sinn für das Feierliche. 6r langweilt sich auf „Gesellschaften"; er bekvmnü ^Ugsuß", wie er bas ironisch nennt, wenn er sta? einen Abend lang in jener Welt, in der man sich angeblich nicht langweilt, aufhalten muh. Er ist, ohne das als interessantes Attribut vor sich hertragen zu wollen, ein wenig geselliger Mensch. Wirklich glücklich ist er nur, wenn er auf der Bühne steht und auf nichts mehr hört als auf Die Stimme in seinem Inneren, die ihn treibt zu tanken und der er auch dann noch folgen mußte, wenn er ihr entfliehen wollte. Glücklich ist er auch, wenn er am spaten zlbeno ober in ber Nacht — nach ber Vorstellung ober anftrenaenben Proben — allein in seinem Zimmer fiüt Niemand ist bei ihm, alles ist still, die Lampe brennt und er sitzt da und denkt nach und träumt fo vor sich hin. Und wie er tiefer und tiefer m feine Träume versiinkt, kommen die Einfälle und die Bilder und Gestalten zu ihm, die er durch seinen Tanz zum Leben erlösen soll. v u Dann ist er wie ein Mensch, der aus ber We unb aus ber Zeit weit geflohen ist, um mit Gott Zwiesprache zu halten. Ein Abbö. Em Eremit. Em fchwürme?ischer Träumer; vielleicht auch em D.cht-r. wen^Mige^Interviewer vmm°7 und auf ihn fragen Ä denn düs bloß gemach, habe, und wie er benn barauf gekommen fei. Er weiß es selbst möglich unter ber Voraussetzung, daß dieser auch seine Meisterprüfung in dem betreffenden Handwerk bestanden hat. Denn um einen Handwerksbetrieb führen zu können, muß man im Besitz einer Handwerkerkarte fein, die nur dem ausgestellt wirb, ber in bie Hanbwerksrolle bei ber Hanbwerks- fammer eingetragen ist. Diese Eintragung kann bekanntlich nur bann erfolgen, wenn nachgewiesen werben kann, baß bie Meisterprüfung beftanben ist. Die Gewerbepolizei darf nur bemjenigen bie Genehmigung zur Uebernahme eines Handwerks- betriebes erteilen, ber im Besitz einer Handwerker- farte ist. Von dieser Vorschrift kann niemals eine Ausnahme gemacht werben. Selbst wenn ber Verkauf schon perfekt ist, bie notroenbigen Voraussetzungen, bie hier erörtert würben, aber fehlen, ist keine Ausnahme möglich. Wer einen Handwerks- betrieb führen will, hat ben Befähigungsnachweis zu erbringen, b. h., er muß bie Meisterprüfung bestauben haben. Urlaub unb Krankmeldungen von Beamten. ,Die Landesregierung hat an alle unterstellten Behörden folgende Verfügung erlassen: „Ich habe Anlaß, darauf hinzuweisen, daß jeher Beamte sich nach Beendigung seines Urlaubs bei ber Stelle zurückzumelden hat, die ben Urlaub erteilt hat. Die Melbung kann je nach Lage ber Sache münblich ober schriftlich als Anzeige über ben Wiederantritt bes Dienstes erfolgen. Das gleiche gilt auch für bie Krankmeldungen. Ich ersuche, alle Beamten hierauf aufmerksam zu machen." Aus derProviuzialhauptstadt. Oie Schönheit des Herbstes. Die Blätter der Walbbäume hängen noch und leuchten in herrlichen Farben. Ob sie dieses Jahr durch die große Trockenheit etwas zäher geworden sind unb beshalb nicht abfallen wollen? Aber es fehlten ja bis jetzt bie starken Herbststürme, unb bie ersten Nachtfröste finb noch nicht gekommen. So hängen bie Blätter noch ziemlich fest unb zeigen sich nun in ihrer ganzen Schönheit. Schau nur hinaus in bie Wälber! Wie aolbne Flächen, burchwirkt mit bunflen Streifen, so erscheinen sie aus ber Ferne. Doch kommst bu näher, bann erkennst bu bie einzelnen Bäume. Vor ben Tannen stehen Laubbäume. Sie geben bem bunflen Walb ben Hellen, golbnen Rahmen. Unb bann wie- ber umgekehrt: Um große ausgebehnte Laubwälber lagern sich bie grünen Tannen unb Kiefern unb zaubern so ganz wunberbare Bilber vor unser Auge. Aber auch ba, wo bie Baumbestänbe durcheinander- stehen, ist ber Walb nicht minber schön. Das Auge wirb nicht satt, immer roieber hinzuschauen unb biese Schönheit einzufangen. Auf bem Boden liegen schon golbne Blätter. Die Wiesen am Walbranb finb bamit überberft. Auf allen Waldwegen knackt unb knistert es. Die Eicheln unb Bucheckern finb schon gefallen. Am schönsten finb bie Buchen. Da stehen einige, bie in allen Farben prangen. Tief unten beginnt ein milbes Gelb, bas sich bann immer mehr nach oben zu in ein leichtes Rot, bann in ein bunfleres Braun verwanbelt unb schließlich an bem Gipfel wie eine rote leudjtenbe Flamme zum blauen Herbsthimmel aufbrennt. Aber auch bie Birkenreihe am Walbranb ist schön. Die zarten hängenben Zweige unb Aeste ber schlanken Bäume neigen sich wie golbne Ruten tief zur Erbe herab. Unb plötzlich fällt uns ber Frühlingstag ein, an bem uns unser Weg auch hier vorbeiführte unb bie ersten zarten Blättchen ber Birken, ber Maibäume, erschienen. Mit ganz anbern Gefühlen haben wir bamals biese ersten Boten bes Frühlings begrüßt. Wir wußten, daß nun die schöne Jahreszeit anbrach, die Zeit bes Blühens unb Wachsens. Unb nun stehen wir am Enbe bes Sommers. Die Blätter haben ihre Arbeit getan. Sie sind mühe, unb schon ber leiseste Wind- hauch wirb sie vom Baum wehen. Auch bie Obstbäume wollen in biesem Herbste mit ihrer Farbenpracht nicht zurückstehen. Wir haben uns, wenn bie Früchte geerntet waren, nie viel um sie gekümmert. Ihre Blätter fielen ab, ohne daß sie erst ein buntes Kleid anzogen. Aber in diesem Jahr ist es so, als ob sie uns daran erinnern wollten, baß sie auch noch ba seien. In lichtestem , Gelb, in flammenbem Rot stehen Birn- unb Kirsch- i bäume, auch einzelne Apfelbäume. Die paar mürrischen Gesellen, bie noch ihr bunteigrünes Laub > haben, heben um so mehr bie bunten Bäume hervor. Unter unfern Schritten raschelt bas gelbe Laub. Die Lust duftet herb. Hier unb baf strecken noch einige Pilze ihr Köpfchen hervor. Die Farnkräuter auf bem Walbboben finb ganz braun geworben. Auch für sie beginnt nun ber Winterschlaf. Die Bäume an ben Straßen, Kastanien, Platanen und Akazien, haben ihr buntes Kleid angezogen unb wetteifern mit ihren Farben. So finb bie Straßen mit golbenen Rahmen umgeben. Nur bie Erlen am Bach behielten ihr festes grünes Laub, sie hatten ja immer Wasser genug. Aber auch hier wirb eines Tages ber Sturm bie Aeste unb Zweige kahl blasen. Kann man an sonnigen Herbsttagen im Zimmer bleiben? Muß man ba nicht hinauswanbern unb diese Stunben genießen unb bankbar annehmen wie seltene Geschenke? Balb werben auch biese Herbst- tounber verschwunden sein, unb kalte Schneewinbe werden durch bie kahlen Baumkronen sausen. Darum jetzt hinaus in ben Walb, so lange er noch sein golbnes Kleib trägt! Gg. adio • Photo ?63:D l|LI Seltersweg 67 lUSSÄ Telephon 3170 Uraufführung in Bad-Nauheim. In Bad-Nauheim fand im Rahmen ber Veranstaltungen ber NS.-Kulturgemeinbe bie Uraufführung von Otto Rombachs Schauspiel „Ein Mann an ber Wenbe" statt. Der Dichter hat mit warmem Herzen nach bem Schicksal bes großen Barockbilbhauers unb Baukünstlers Anbreas Schlüter ein Schauspiel geformt. Mit feiner Sprache ist bas Urbild bes Stückes als ein Mann herausgestellt, ber Preußens Zukunft ahnte, ber auf ber Höhe feines Ruhmes burch Neid und Mißgunst beim König in Ungnade fiel und das Land verließ. Preußen hat in jener Stunde ein Ehrenmal gewonnen — das des großen Kurfürsten — und ein Genie verloren. Unter der Spielleitung des Intendanten Werkhäuser wurde das Stuck vom Frankfurter Künstlertheater gut gespielt. Die tragende Rolle wurde von Hugo F i r m b a ch verkörpert. Die Bühnenbilder schuf Paul Schönte. Der anwesende Autor wurde lebhaft gefeiert. L. Vornoti en Tageskalender für Mittwoch. NSDAP. Kreisleitung Gießen: 20 Uhr Großkundgebung in der Volkshalle. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Der Prinz von Homburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein falscher Fuffziger" Stadttheater Gießen. Heute, 19.30 Uhr, als 2. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement Wiederholung des heroischen Schauspiels: „Der Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist in der Besetzung der Spielzeit-Eröffnungsvorstellung unter der Spielleitung des Intendanten. Ende: 22 Uhr. Verzicht unb Verwirkung von arbeitsrechtlichen Ansprüchen. Das Reichsarbeitsgericht (RAG. 16/35) hat nunmehr entschieden, daß seit dem Inkrafttreten des AOG. die Tarifordnung autoritativen Charakter hat und unter strafrechtlichem Schutz steht. Soweit die wirtschaftliche Not eines Betriebes für diesen die Tariflöhne nicht mehr tragbar erscheinen laßt, ist ber Unternehmer jederzeit in der Lage, bei dem Treuhänder der Arbeit die Herausnahme seines Betriebes aus ber Tariforbnung zu beantragen, Unb er ist in solchen Augenblicken wie ein Kind, bas argwöhnisch und mit leisem Neid die Erwachsenen beobachtet. . Ader dann ist plötzlich wieder jene Stimme in rbm. Und indem er sie vernimmt indem er auf sie hört, indem er sich ihr fast willenlos hmgibt kommt eine wunderbare Klarheit über ihn. Gleichsam äum7nd erkennt er sich unb die Wett Aber er ist au* keiner von denen, bie, ihrer „Intuition ge- wiß alle Bilbungswerte leugnen, bie alles Wissen m t hochmütiger Ironie ablehnen. Er liest sehr vie Er bilbe™sich in ber Stille. Aber biese Bildung ist für ihn kein dekoratives Emblem. Also spricht er "^i™fein Zufall, daß in feinen Tänzen die religiösen Themen immer wiederkehren. Er hat Einzahlungen für -as Winterhilfswerk 1935/36 sind auf bas Konto 2938 bei der Deutschen Dank und Viskonto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen, oder auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. 2U. 16114 zu tätigen. Kreisamlsleltung Gießen der JISD. findet am kommenden Samstag, 12. Oktober, pünktlich ab 16 Uhr auf dem Unioersitätssportplatz statt. Teilnahmeberechtigt sind nur die Inhaber der KdF.- Jahressportkarte. Leistungsbuch mit eingeklebtem Lichtbild ist mitzubringen. Das Schwimmen für das Reichssportabzeichen wird am kommenden Dienstag, 15. Oktober, pünktlich um 21 Uhr im Volksbad abgenommen. Leibesübung ist Dolkssache! (Sin Jahr verheiratet. Die junge Frau klagt: Er hat keinen Sinn mehr für Rosenduft, für Tanz und Theater, für Mond und Wald. Besuch der Mutter heißt „dicke Luft"; Küsse am Morgen lassen ihn kalt. Er hat für alles, was Liebe betrifft, nur einen äußerst begrenzten Sinn. Dauerwellen und Lippenstift nimmt er als lästige Ausgaben hin. Ein kleines Muttermal am Hals, das oft er geküßt, das ihn entzückt, beguckt er kritisch. — Gegebenenfalls wird es auch taktvoll überblickt. Rur eine Sorge ist's, die er kennt, daß feine Frau, wenn er Mittags kommt, pünktlich mit reichlichem Essen rennt, das seinem schwachen Magen frommt. Und daß, wenn er einen Kater hat, sie ihm einen kühlenden Umschlag macht, und sie nicht fragt, wer in der Stadt noch zu so später Stunde wacht! Und daß sie pünktlich den Wecker stellt, und früh ihn aus den Federn treibt... Man fragt sich oft, wo in der Welt die strafende Hand des Schicksals bleibt! Puck. Reit- und Fahrturnier in Gießen. Am kommenden Samstag und Sonntag findet in Gießen auf dem Turnierplatz an der Rodheimer Straße das vom Derkehrsverein Gießen, der Reiterstandarte 147 Gießen und dem SA.-Reitersturm 6/147 veranstaltete Reit- und Fahrturnier statt. Auch die Wehrmacht der Garnison Gießen wird sich an diesem sportlichen Ereignis aktiv beteiligen. In unserem heutigen Anzeigenteil wird die Bevölkerung von Stadt und Land eingeladen. Näheres in der Anzeige. * **' Von der Landesuniversität. Der technische Assistent an der Chirurgischen Klinik der Landesuniversität, Peter Schmidt, wird mit Ablauf des 30. November 1935 unter Anerkennung seiner dem Reiche geleisteten treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. — Der Dozent Dr. Walther Bolz in Berlin ist beauftragt worden, in der Ve> terinär-Medizinischen Fakultät der Universität Gießen im Wintersemester 1935/36 die Vertretung der durch das Ausscheiden des Professors Pfeiffer freigewordenen Professur für Veterinär-Chirurgie und -Augenheilkunde wahrzunehmen. ** Personalien vom Hauptzollamt Gießen. Mit Wirkung vom 1. November 1935 treten der Vorsteher des Hauptzollamtes Gießen, Oberzollrat Horn, und die Zollsekretäre Kopp und Haberkorn in den Ruhestand. Die „Fach- schäft Reichszolloerwaltung im RDB., Kreis Gießen" I veranstaltet zu Ehren ihrer aus dem Dienst scheidenden Amtskameraden am kommenden Samstagnachmittag eine Abschiedsfeier, zu der Landesfinanzamtsdirektor Mohr vom Landesfinanzamt Darmstadt fein Erscheinen zugesagt hat, an der fick ferner sämtliche Zollbeamten der Provinz Oberyessen beteiligen werden. ** Eine Siebenundachtzigjährige. Am morgigen Donnerstag, 10. Oktober, kann Frau Katharina Hahn Wwe., Schiffenberaer Weg 39, in körperlicher und geistiger Frische ihren 87. Geburtstag begehen. Die hochbetagte Frau hat zwölf gesunden Kindern das Leben geschenkt. Sehr gut erinnert sie sich noch der Kriegsjahre von 1866 und 1870/71, wie auch des Weltkrieges. An der national- sozialistischen Bewegung des Dritten Reiches nimmt sie regen Anteil. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird Die südwestliche Fahrbahnhälfte der Licher Straße von der Neuen Kaserne „Am Kugelberg" bis zur Grenze der Heil» und Pflegeanstalt vom 9. Oktober ab auf die Dauer von 14 Tagen für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Der Oberhessische Kun st verein in Gießen beginnt, wie uns vom Vorstand mitgeteilt wird, das Ausstellungshalbjahr 1935/36 mit einer Gesamtschau von Werken friesischer Künstler der Gegenwart. Mit dieser Ausstellung wird der Versuch gemacht, auch einmal die Künstler anderer Landschaften geschlossen zu zeigen. ** Flaschenpfand beim M i l ch k a u f. Die Milchoerteilungs- und Verrechnungsstelle Gießen macht in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte darauf aufmerksam, daß nach einer Anordnung des Milchversorgungsverbandes Rhein - Main sämtliche Milchoerteiler verpflichtet sind, von ihrer Kundschaft ein Flaschenpfand in Höhe von 20 Pf. je Flasche zu erheben. Die Abgabe von Milch in Flaschen ohne Flaschenpfand ist nicht statthaft. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich! ** Ankauf von volljährigen Pferden für den Truppendienst. Wie aus einer Bekanntmachung der Landesregierung — Abteilung le — hervorgeht, finden Märkte zum Ankauf von volljährigen Pferden für den Truppendienst im Herbst 1935 statt. Am 24. Oktober wird in unserer engeren Heimat ein solcher Markt in Staufenberg (Südausgang des Ortes, Straße nach Daubringen), um 11 Uhr abgehalten, ein weiterer Markt folgt am 25. Oktober, 9 Uhr, in Alsfeld auf dem Lindenmarkt. ** Eine seltene Trachtenschau bot der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) seinen Mitgliedern im „Pfälzer Hof", zu der Gäste aus Westpreußen und dem Riesengebirge erschienen waren. Der hier schon bekannte Lichtbildner Hans- Ulrich S i e g e r t aus Hirschberg, der in den nächsten Tagen hier einen Lichtbildervortrag über den tausendjährigen Kamps des Schlesiers um fein Volkstum halten wird, war mit Riesengebirglern in Tracht erschienen. Die schwarze, kleidsame Tracht des Mannes und die bunte Frauenkleidung fanden große Bewunderung. Die Frauen zeigten die schönen schlesischen Trachtenhauben und die handgefertigten Stickereien, die in Hirschberg zu Hause sind. Herr S i e g e r t gab dazu die Erläuterungen. Bekanntlich wird die allgemeine deutsche Trachtenschau 1936 in Hirschberg im Riesengebirge stattfinden. Der Abend war ausgefüllt mit schlesischen Dialektvorträgen, die reichen Beifall fanden. ** Kleiderdieb st ah l. Am gestrigen Dienstag früh gegen 3.30 Uhr wurde von bis jetzt noch unbekannten Tätern ein Erkerschaufenster des Konfektionsgeschäftes des Schneidermeisters Schneider, Neustadt, mit einem großen Stein eingeschlagen. Es wurde aus der Schaufensterauslage ein grau-grüner, großkarierter Winterulster, ein schwarz gestreifter und ein grau gestreifter Anzug gestohlen. Da der Inhaber des Geschäftes durch das Geräusch geweckt wurde und sofort nach dem Tatort eilte, mußte der oder die Täter beschleunigt die Flucht ergreifen, wobei eine der gestohlenen Hosen „In Löbers Hof" verloren ging und dort aufgefunden wurde. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Sine Mraenseier der HI in der Oberrealschule. Am aeftrigen Dienstag fand in der Ober- realschule zu Gießen eine Morgenfeier der H I. im Rahmen der Werbeaktion statt, lieber den Verlauf der Feier geht uns folgender Bericht zu: Die Morgenfeier am Dienstag stand im Zeichen der Werbung unserer Staatsjugend. Nach dem Hitlergruh leitete der Direktor der Anstalt, Oberstudiendirektor Leonhardt die Feier mit einer kurzen Ansprache ein. Er wies darauf hin, daß es für die Schule selbstverständliche Pflicht ist, die Staatsjugend in ihren Bestrebungen zum Wohl von Volk und Vaterland zu unterstützen. Die Werbung der HI. habe mehrfachen Sinn. Wenn sie nur dem Zweck dienen soll, die Außenstehenden in die Staatsjugend als ehrliche und selbstlose Kämpfer hineinzuführen, dann sei eine Werbung an der Oberrealschule überflüssig, da über 96 Hundertstel der Schülerinnen und Schüler bereits durch die HI. er- f a ßt seien. Die Werbung habe zum anderen den Zweck, diejenigen, die bereits das braune Ehrenkleid tragen dürfen, zu mahnen an ihre Pflichten und Aufgaben, die der Führer jedem Träger des Braunhemdes als unabweisliches Gebot gestellt habe. Niemand verschanze sich dahinter, er könne das eine nur tun, wenn er das andere lasse. Wer so denke, ziehe besser das Braunhemd aus, da er in dem Augenblick bei der einen Aufgabe versagen werde, in dem diese schwer und lästig werde. Zum Dritten seien die alten Kämpfer zur regsten Mitarbeit verpflichtet. Sie müssen nicht bas kleine Wort „alt" in den Vordergrund schieben und tatenlos die Hände in den Schoß legen, sondern als Kämpfer sich der Aufgabe bewußt bleiben, die sie dermaleinst übernommen haben. Zum Zeichen, daß die Schule die Ziele der Staatsjugend würdigt und dauernd im Auge behält, wurde die Fahne der HI. gehißt, die in Zukunft neben der Reichsflagge am Schul» geoäube wehen soll. Der Iunggenosse P e u s ch (11II) trug einen Vorspruch vor, dem sich das Lied „Siehst du im Osten das Morgenrot" anschloß. Ein Sprechchor bot die Lesung: Unser Glaube. Oer Iugendführer und Iugendwalter Fritz (O I) betonte in feiner Ansprache nochmals den Zweck der Werbung durch die HI. Die Staatsjugend wolle die Fernstehenden in ihre Reihen eingliedern und jedem zum letzten Mal Gelegenheit geben, mit sich ins Gericht zu gehen und seinen Anschluß an die deutsche Staatsjugend zu finden. Zum anderen will die HI. während der zwei Wochen ihre Reihen fester schließen, um allen Gefahren und Nöten gerüstet und daher , beruhigt entgegensehen zu können. Seine Rede schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Die Feier klang mit dem Lied der HI. „Vorwärts, vorwärts" aus. HI. marschiert weiter! Die Propagandawelle braust über das Land, packt an, rüttelt auf und reißt mit, was jung und begeisterungsfähig ist. Sie reinigt die Atmosphäre von Flaumachern, Quertreibern und Dunkelmännern, überzeugt die Aufrechten und Schaffenden, wie die Hitlerjugend wirklich ist, was sie will und was sie t u t. Ihre Haltung, ihr Wollen, ihre Arbeit wird offen dargelegt. Sie braucht keine Mauern, hinter denen sie irgendwem „Gefälliges" treibt, noch hat sie es nötig, sich in geheimen „Exerzitien" zu ergehen. Sie marschiert und arbeitet Seit den „Fanalen der Jugend", die eine Aktion unerhörten Ausmaßes schlagartig eröffneten, heißt es für den letzten Pimpf nur noch Dienst. Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo Fanfarenrufe, Trgmmeldröhnen, Marschtritte erschallen und frisch- frohe Lieder zu hören sind. Lastwagenzüge rollen durch das Land und verkünden den Rus: „Hinein in die HI!" Radfahrkolonnen durcheilen die Straßen, über denen Transparente die Lauen aufrütteln. Wie aus dem Boden gestampft stehen plötzlich Segelflugzeug - Werkstätten, Bastelecken, übende Motorscharen, werbende Spielmanns- und Musikzüge da und bieten den staunenden Volksgenossen eine einzigartige Schau der Arbeit und des Könnens. Oeffentliche Lichtbildabende, Feierstunden und überfüllte Kundgebungen zeigen allen des Führers Jugend bei ihrer ernsten THifarbeif am Werke deutscher Kultur. Jeder Tag bringt etwas Neues und jeder Tag überbietet noch die Leistungen des vorhergegangenen. Auch der heutige Tag wird wieder Die HI. an der Front sehen. Neben Platzkonzerten in Frankfurt a. M., Wetzlar, Weilburg, Hanau, Gelnhausen usw., neben öffentlichen Heim- und Singabenden im Bereich der Banne 115 (Darmstadt), 118 (Worms), 166 (Bad Homburg v. d. H.), 249 (Odenwald), 288 (Eltville), neben Turn- und Sportabenden, Kundgebungen im Bereich der Banne 87 (Westerwald), 116 (Gießen), 303 (Dill-Eder) ist vor allem zu nennen: Oie große Iunqarbeiterkundgebung in Frankfurt, wo der Leiter des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Axmann, im Hippodrom zur Iungarbeiterschaft über die Ziele Der HI. und ihren Einsatz für Die schasfenDe Deutsche Jugend sprechen wirD. Gebietsführer Potthoff und Der Gauwalter Der DAF. Pg. Becker werDen ebenfalls Das Wort ergreifen. Eine Großkundgebung in der Gießener Volkshalle. wo Gruppenführer Prinz August Wilhelm unD Gebietsjungvolkfuhrer Wagner als Redner Aur JugenD unD Den Deutschen Volksgenossen Die Aufgaben Der HI. unD ihre Arbeit klarstellen. Pimpfe auf Fahrt. heißt ein ElternabenD, den Wiesbadener Jungvolk- jungen im Rahmen einer Großkundgebung veranstalten und wo sie von ihrer schönen Fahrt in Den NorDen Deutschlands, an die Küste Der Nord- und Ostsee, in Lichtbild und Wort erzählen. Der Donnerstag steht im Zeichen der Detriebsappelle. Im Werk Der Maschinenfabrik MAN. in Mainz» Gustavsburg wird Gebietsführer Potthoff um 7 Uhr, in Den Opelwerken zu Rüsselsheim um 16 Uhr Appelle Der Iungarbeiterschast Durchführen unD auch Den letzten noch nicht erfaßten Jungen Der geschlossenen Einheit Der HI. zuführen. Betriebsappelle, Die von Feierstunden Der HI. umrahmt sinD, finden ebenfalls statt in Wetzlar und anderen Orten.Des Bannes 88 sowie in Hanau unD Offenbach. Man sicht, Die HI. kennt keine Rast unD scheut keine Arbeit, wenn es gilt, die Einheit der deutschen Jugend nicht nur zu propagieren, sondern trotz aller Hindernisse allein durch ihre Arbeit und ihren Einsatz herbeizuführen. 7 Gchwertworte des Iungvolkjungen. Sie sind in einer Einheit entstanden, und ihren Trägern wurden sie Bekenntnis. Die Jungen lebten in ihnen und wurden darum stark. Jetzt gehen Die Schwertworte Durch Das ganze Reich. In ■ allen Heimen stehen sie, in Ost unD West, in SüD und Bergwände. Von Anton Schnack. Die Watzmann-Ostwand. Kalkgraue, zerrissene Wand: viele Stunden wirst du meine Gefahr sein! Meine Hand wir sich in Deine Felsrisse klammern, mein Fuß wirD mühsam unD tastend einen Spalt oDer einen vorspringenden Stein suchen unD mein Ohr wirD unmittelbar an Deine himmelstürmende Mauer gepreßt sein. Höre ich Dein gewaltiges Herz? Höre ich Den Atemzug Des in Dir schlafenden grausamen Ur- zeitenkönigs Watzmann? Ich höre nichts als mein eigenes Herz. Auf fein eigenes Herz muß man sich verlassen, wenn man Dich bezwingen will. Eintau- sendachthunDert aufgetürmte Steinmeter, glatt, ge- sährlich, DrvhenD, steigen vor meinem Blick unD meiner Eroberungslust empor. Oh DemütigmachenDe Steinnacktheit, SteinwilDheit, Steinunzugänglichkeit! Auf Deinem Gipfelgesims scheint unmittelbar Das Dach Des Himmels zu ruhen. In welcher Stunde wirst du mich fällen? In der ersten schon, wo ich noch voll Erregung und Unruhe bin? In der zweiten, wo ich ganz aus Wille, Kraft und Anspannung bestehe? In der dritten, wo kopfgroße Steine mit heulendem Schwung über mir, neben mir und unter mir roegfliegen und in Den arauDämmemDen AbgrunD hinabpoltern, aus dem Das Auge Des Dunkelgrünen Königssees blitzt. Die WanD hat nach mir gezielt, wie sie schon nach vielen gezielt, manchen gefällt, hinabgestoßen und zerschmettert hat. Fünf StunDen werDe ich an ihren Steinrippen hängen, vielleicht werbe ich müDe unD ich muß sechs ober sieben klettern, bis ich die aufgesprungene Handfläche in den Gipfelrand legen kann. Vielleicht läßt sie mich überhaupt nicht mehr los? Wer weiß es: viel Blut hat sie schon getrunken und in ihre Steinritzen eingesaugt, Blut, das kühn, männlich und tapfer war. Der wilde König im Berg liebt das Blut, immer war er durstig danach, immer hat er zerschmettert, zerrissen, zerfetzt, heute genau so wie in längst vergangenen Urzeitentagen. Mit Haß, Abscheu, Zorn im Herzen habe ich ihre heimtückische Randkluft überquert, die einen der ersten Besteiger der großen Wand zerschmettert hat: Christian S ch ö l l h o r n. Die Ersten haben immer die größte Gefahr zu bestehen. Wo sein Tod und seine Vernichtung waren, ist unser herrliches (Erlebnis. Darum weitersteigen, aufwärts, empor, furchtlos, vorwärts! Südwand der Marmolata. Stehe ich vor dem durchfurchten kaminzerklüfte- ten Wandgesicht, gedenke ich der verwegenen Beatrice Tomasson. Bewunderungswürdig ihr Mut und »hr Stahlwille, mit denen sie in diese furchtbare Wand einstieg, die in sechshundertvierzig Metern wie ein Brett aus der Erde wächst und für jeden Schritt und Handgriff den Tod, den Absturz, die Zerschmetterung bereithält. Ich gedenke auch der Führer Z a g o n a l und B e t e g a l, die mit der Frau in die Unzulänglichkeit Der Kamine, Pfeiler, Terrassen, Ueberhänge, Schluchten, Rinnen, Rampen und Schuttbänder hineinstiegen. Ich gedenke auch der Bergsteiger Fritz Käst und Walter Stößer, die die Wand auf der noch schwierigeren, nackteren und ganz grausamen Süd- westkante bezwangen. Eine Kante, die das Blut aus den Gefäßen jagt und das Herz zum Stocken bringt. Es scheint unmöglich, in diese Höllenabstürze einzusteigen und womöglich noch eine Nacht Darin zu verbringen. Schwierigkeiten ohne Ende, Schluchten, Pfeiler, brüchige Steilwände, Kanzeln, sperrende Blöcke, Kamine über Kamine, mürbe Eisrinnen, aus denen es klirrt und sintert, trügerische Schuttbänder, aus denen es ununterbrochen rieselt. Sie ist das Schwerste. Und doch hat sie menschlicher Mut, menschliche Todesverachtung, großartiges Selbstvertrauen und nichterlahmender Wille bedungen. In die Verlorenheit, in das Nichts der Luft geht der Aufstieg. Wer an der Kante hing, hing allein. Allein in der erbarmungslosen Fremdheit und Feindlichkeit der Bergwand. Allein im streichenden Windzug, der eisig nach den Muskeln greift. Allein über dem lauernden Abgrund, den ein bleiernes Schweigen ausfüllt und dessen finstere Ruhe nicht einmal das niederrinnende Eiswasser und der dumpfe Steinschlag stören können. Die Schleierkante an der Ci ma della Madonna. Ich werde ihren abweisenden, kühlen Stolz, ihre Ueberirdischkeit nie vergessen. Wenn ich sie erobern wollte, ich könnte es nicht. Andere konnten es: als erste Gunter Langes und Erwin M e r l e t. Der ganze Berg besteht aus Drei Stücken, von Denen Das eine klein unD abgestumpft ist, Die anderen streben empor wie gotische Türme. Zusammen Das BilD einer Steinfestung, Die mit unzugänglicher ablehnenDer Brust Himmel unD ErDe trennt. Im Valle della Vecchia weht ein kühler Wind, Der in Abständen nach oben streicht und Die Nebelbänke auflöst. Aus der Hauptschlucht über Dem Kar rauscht Gepolter: wieDer rollt ein Stück aus Dem Fleisch Des Berges zu Den HunDerttausenDen von Steintrümmern, Die seit unzählbaren Jahren WinD, Wasser unD Eis aus ihm herausgerisien haben. Ich ahne es: wer Den kühnen Turm Der Schleierkante begeht, geht zur Hälfte in Der Luft. Das Lach der Tiefe gähnt mit entsetzlicher Anziehungskraft herauf, Der Fels ist alles, was man hat. Aber Der Fels ist trügerisch, gemein, unberechenbar, unD wer ihn übermunben hat, hat etwas Großartiges getan, was wir alle wollem er hat Den Tod besiegt. D i e Untersberg-Südwand. Ich liebe sie mehr als alle anderen: wuchtiger, schwieriger, großartiger, eisiger, abweisenDer, stolzer und prächtiger sind Die WänDe Der Cima della Madonna, Die Stufen Der Drei Zinnen, Die über» irDisch funkelnDe Spitze Des Matterhorns, Die breit- gebaute NorDwanD des kleinen Lafatscher, bie kalte Brüstung ber nörblichen Sonnenspitze, bie unheimlich abgebrochene Westwanb des Totenkirchels und vieler noch. Die Untersberg-Südwand ist kein Absturz von besonderer Größe und Mächtigkeit; aber bie Volkssage hat ben ganzen llntersberg unb seine Wanb verzaubert und geheimnisvoll gemacht: hinter ihr schläft der Kaiser Karl der Große. Und in welcher Pracht und Herrlichkeit thront er, schon ein Jahrtausend schlafend: marmorene Wände fassen den hochgewölbten Thronsaal ein, wo der ins Gotthafte wachsens Kaiser des Mittelalters sitzt, eine Edel- steinkrone auf dem erhabenen Haupt und das goldene Reichszepter in den Händen. Um ihn, verstreut in den riesigen und weiten Räumen des Berg- inneren, liegt ein ganzes Heer, Fürst neben Fürst, Mann neben Mann, alle schlafend, aber alle in Waffen unb Rüstung unb ben Augenblick ermar- tenb, wo Karl ber Große ihnen bas Zeichen zum Aufbruch gibt. Dann öffnen sich bie gewaltigen Steintore bes Berges unb das ganze Heer strömt hinaus, um auf Dem benachbarten WalserfelDe Die blutigste unb größte Schlacht ber Weltgeschichte zu schlagen. Nach gewonnenem Siege reitet ber sagenhafte Kaiser, bie vom Blute bampfenbe Siegesfahne in ber Hand unb auf einem breibeinigen Schimmel sitzend, in eine unbekannte Ferne, um nie mehr zurückzukehren; benn Deutschlanb wirb von nun an in großer Pracht, Herrlichkeit unb Bestänbigkeit bastehen. Ich sah ben sommerlichen Dollmonb auf ber Wanb liegen, metallen brannte ihre Brust. Ich lag über ihr, Den Kopf nach unten gebeugt unb fühlte bie Unheimlichkeit ihres inneren Lebens. Tönten nicht Fanfaren unb Trommelschläge in ihr? Hörte ich nicht Waffenklirren? Stieg nicht leises Stimmengemurmel an mein Ohr? Donnerte unb krachte es nicht in ihren Gewölben? Der Bergwinb sauste hohl in ber Tiefe, schlief ein unb kam nach einer Weile wieder. Die Nachtluft war warm, ber Föhn wühlte in ihr unb wechselte ihre Farben. Die Bergwelt ringsum hatte ein gläsernes Aussehen ange- 3°.9en: schön war sie, unirbisch, ungreifbar, merk- roürbig, Landschaft eines Traumes. Die Wanb stürzte in bie Dunkelheit hinunter, bie bie Endlosig- feit zu sein schien. Ieben Augenblick konnte sie sich öffnen unb eine Flut golbenen Lichtes ausspeien, worin bas Schwert Des Kaisers blitzte unb funkelte. Zeitschriften. — Die Oktoberfolge von Westermanns Monatsheften gibt eine Würbigung bes Malers Georg Ehmig. Dr. Hermann Ullmann be> hanbelt in einem Beitrag „Außenbeutfchtum unb deutsches Schicksal", eine Frage, bie sich Westermanns Monatshefte schon lange zu einer wichtigen Aufgabe haben werben lassen. Es sei hingewiesen auf Den „Deutschen Uebersee-Preis" für eine im Druck noch.nicht veröffentlichte Niederschrift, die als Roman, Erzählung oder Tatsachenbericht ein heutiges Schicksal, Erlebnis oder Lebensbild in Uebersee schildert. Volkstumsfragen werden weiterhin behandelt in Beiträgen wie: „Volksart im Spiegel der Sprache", „Kinder denken und dichten" und „Der Arbeitsdienst singt". Ein lustig bebilderter Aufsatz zum 125jähriaen Jubiläum der Oktoberwiese in München plaudert launig von dieser „Mordsgaudi". Eine andre Plauderei über Die Wunderinsel „Bali" öffnet Den Vorhang, vor Dem Die Sehnsucht lauert nach fernen Zonen. Michael PrawDin erzählt fef- selnD von Dem Europa überrennenDen Mongolensturm unter Tschingis-Chan. Der ehemalige faifer- lich-russische Handelsattache in Kopenhagen, Alex- anber von Andreevsky, förbert in seinen Erinnerungen bisher unbekannte Tatsachen als Dokumente aus ben diplomatischen Geheimakten bes Weltkrieges zutage. Naturwissenschaftlich eingestellte Leser werben mit Genuß von Dr. Loeser erfahren „Warum Vogel unb Fische wanbern". — Die „BerlinerMonatshefte", Zeitschrift zur Vorgeschichte und Geschichte bes Weltkrieges herausgegeben von Dr. h. c. 2I(freb von Wegerer (Quaderverlag, Berlin W 15) bringen in ihrem Oktoberheft einen Aufsatz von Carl Mühlmann „Der Eintritt Bulgariens in ben Weltkrieg Herbst 1915" Das Auf und Ab der militärischen Ereignisse wäh- renb bes ersten Kriegsjahres spiegelte sich im Wechsel Der bulgarischen Neigung für die Mittelmächte ober Entente, bis schließlich Bulgarien den Anschluß an Deutschland und dessen Bundesgenossen vollzog. Der englische Historiker Sir Raymond Beazley und der Historiker unserer Gießener Universität Prof. Gustos R o l o f f befassen sich mit dem ungemein unö schwierigen Kapitel der deutsch-englischen Beziehungen vor Dem Kriege. Eine befonbers wichtige Veröffentlichung bildet die Wiedergabe von Dokumenten aus Den neuesten Bänden der russischen Aktenpublikation. Sie zeigen, daß Die Drei Groß- wächte Rußland, England und Frankreich sich bereits im Herbst 1914 für einen Diktatfrieden aus» sprachen, der die völlig Zertrümmerung der militärischen und wirtschaftlichen Macht Deutschlands zum Ziele hatte. Eine ganz andere Aufnahme sanden dagegen Friedensbestrebungen auf deutscher Seite, wie aus der Behandlung des FrieDensvermittlungs- Vorschlages des Königs von Dänemark hervorgehk Oberheffen g, 8. Okt. Rechtsanwalt Lind, ich Gießen verzogen ist, verkaufte schlossen. * Gründer der von hier nac _ „ v v sein 5) a u s für 14 300 Mark an Dr. med. Ringshausen aus Butzbach. Fritz Hille (Gotha), einem geborenen Gründer- ger, als Redner, ferner ein Gastspiel des Gießener Stadttheaters am 27. Oktober und ein von der NS.- Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" vorgesehenes Winzerfest am 2. November in der Turnhalle. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise ge- Zweite Woche „63. an die Front!" Auf nach Limburg am 13. Oktober: Der Relchsjugendführer spricht! Oie Geuchengeschichte Oberhessens Ein Ausschnitt. Don Obermedizinalrat Professor Or. H.Miewe. ansteckungen zurückzuführen waren. Die vereinzelten Fälle aus den Jahren 1889 bis 99 kamen auf einem Hofgute vor. Bad-Rauhe im hatte, abgesehen von 4 bzw. 5 Todesfällen in den Jahren 1884 und 1890 (die Zahl der Erkrankungen ist unbekannt) und 4 Erkrankungsfällen im Jahre 1912, immer und vereinzelte Typhusfälle aufzuweisen. In der Stadt Friedberg wurde die Höchstzahl von Erkrankungen (8 Fälle) im Jahre 1880 erreicht. In den anderen Jahren, von 1874 bis 1918, handelte es sich immer nur um einzelne Fälle. Zusammenstellung der Typhus- und Paratyphusfälle nach Orten und Jahren: Assenheim 1874, 1902. Bad-Nauheim 1875, 84, 86, 88, 89, 90, 91, 95, 96, 1901, 03, 05, 07, 08, 09, 12, 13, 14, 16. Bodenrod 1894, 95. Bönstadt 1875. Bruchenbrücken 1884, 87, 1901, 03, 05. Büdesheim 1874, 78, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 95, 97, 99, 1903, 05, 10. Burg-Gräfenrode 1887, 90. Butzbach 1874, 75, 79, 84, 86, 89, 97, 98, 1903, 15, 17. Dorheim 1881, 89, 90, 92, 95, 96, 99. Dorn- Assenheim 1899. Dortelweil 1903. Fauerbach v. d. H. 1875, 87, 1906. Friedberg mit Fauerbach und Friedberg-Burgwald 1874, 79, 80, 86. 87, 89, 90, 91, 92, 95, 96, 1902, 08, 17, 18. Gambach 1894, 1905. Groß-Karben 1874, 1902. Harheim 1874. Heldenber- gen 1879, 99, 1915. Hoch-Weisel 1874, 94. Holzhau- sen 1874, 75. Ilbenstadt 1886. Kirch-Göns 1874, 87, 88, 92, 95, 98, 1906, 08, 09. Klein-Karben 1886, 87. Massenheim 1904. Melbach 1899. Münster 1890. Münzenberg 1875, 80, 89, 90. Nieder-Erlenbach 1907. Nieder-Eschbach 1900, 09, 11, 13. Nieder-Flor- stadt 1874, 75, 87, 1907. Nidder-Mörlen 1875. Nie- oer-Rosbach 1875. Nieder-Weisel 1889, 94, 97, 1918. * Nieder-Wöllstadt 1898. Ober-Erlenbach 1874, 86, 1902, 10. Ober-Eschbach 1874, 75, 86, 95, 1901, 12, 13. Ober-Mörlen 1874, 78, 84, 86, 89, 1909. Ober- Rosbach 1875, 78, 79. Ober-Wöllstadt 1890, 1909, 13. Ockstadt 1898, 1913. Okarben 1892, 99, 1901. Oppertshofen 1889, 98, 1900, 01. Offenheim 1875. Petterweil 1890, 1902. Pohl-Göns 1889, 98. Rendel 1875, 86, 87, Rockenberg 1874, 79, 84. Rodheim 1892, 1917. Rödgen 1884, 86. Schwalheim 1884. Södel 1902. Staden 1874. Steinfurth 1875, 88, 89, 92. Vilbel 1874, 79, 81, 86, 87, 90, 94, 1900, 01, 05, 06, 11, 12. Weckesheim 1874, 84, 96, 99, 1903. . Wisselsheim 1899. Wölfersheim 1874. Wohnbach 1874. Langenhain 1894. (Schluß folgt.) immer mehr zuruck. Bis zum Jahre 1918 kamen im Kreise Alsfeld in 71 verschiedenen Ortschaften lnsgesamt 1192 Typhusfälle vor, darunter waren 229 Todesfälle. Die Zahl der Erkrankungs- und Todesfälle ' ist sicher noch größer, weil bis zum Jahre 1865 genaue Zahlenangaben gewöhnlich fehlten. Wenn m den Berichten von 1826, 1829/34 geschrieben wurde, „das kontagiöse Nervenfieber stellte in Dannenrod Schwarz und Dockenrod große Verheerungen an", ferner „diese Krankheit war ver- heerend und suchte sich ihre Opfer unter den blu- und stärksten Menschen aus , dann muß Zahl der Erkrankungen sehr groß gewesen sem. Rack den Berichten handelt es sich vorwiegend um Typhuserkrankungen. Wir schließen das auch aus den recht hohen Sterblichteitszifsern in den emzel- nen Jahren. Die ersten sicheren Paratyphuserkran- nen . < l k wurzelt unb alle feine Kräfte immer wieder aufs Neue aus dieser Verwurzelung im Volk zieht, so ruht die faschistische Idee im Staat. So wie der Nationalsozialismus zu seinen Propheten und Vorläufern Männer zählt wie Herder, Fichte und Arndt — um nur einige zu nennen —, Männer also, für die das Volk stets das Primäre gegenüber dem Staat waren, so zählt der Faschismus zu seinen geistigen Darkämpfern Machiaoelli, Hobes und Hegel. Und gerade aus der Gegensätzlichkeit der geistigen Herkunft beider Ideen erklärt sich manches, wenn'nicht sehr vieles sogar, für die heutige politische Gegensätzlichkeit zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien. Für eine Beginn des eigentlichen Turniers in verschiedenen deutschen Städten» adgehalten werden sollen. Zu diesem Zweck würden die gemeldeten Länder in zwei Gruppen eingcteilt. Die eine Gruppe würde acht Mannschaften umfassen, die auf Grund ihrer Spielstärke ohne weiteres am Olympia-Turnier teilnahmeberechtigt sind. Die zweite Gruppe mit ber restlichen, beliebig großen Anzahl von Länber- Vertretungen müßte bie Ausscheibungsspiele um bie übrigen acht Plätze bes Berliner Turniers erlebigen. Beim Berliner Turnier selbst, bas am 3. August auf verschiebenen Vereinsplätzen ber Reichshaupt- ftabt seinen Anfang nimmt, wirb bie Vorrunbe „gesetzt" werben, womit nach Möglichkeit vermieben werben soll, baß zwei „Favoriten" schon in ber ersten Runbe aufeinanber treffen. Bei ber Zwischen- runbe werben bie Paarungen ber acht Treffen bann allerbings burch bas Los ermittelt. Ebenso wirb mit ber'Vorschlußrunbe verfahren. Falls roiber Erwarten weniger als 16 Melbun- gen eingehen sollten, so wirb vor bem 30. Juni 1936 bekanntgegeben, welches Austragungssystem zur Anwenbung gelangt. Das Programm der Eissportler für den Olympia-Wmter. Es war zu erwarten, baß ber fommenbe Olympia-Winter bem beutschen Eissport einen ganz be- sonbers starken 2luftrieb geben würde, und das Ergebnis der Fachwarte-Tagung ber Eissportler neu und was im Tiefsten das Erde Roms ist, an bem Europa zu tragen hat. Es ist kein Zufall, baß in ber faschistischen Staatslehre z. B. Thomas von Aquino eine bebeutenbe Rolle spielt. Denn Thomas von Aquino war es ja gerabe, ber ben stark mit germanischen Elementen burchsetzten Katholizismus bes Mittelalters romanifierte, bas heißt rationalisierte. Unb weil die faschistische Staatslehre eine Staatslehre ber Vernunft ist, deshalb wirb sie auch nie vergessen, welche Grenzen ihr in ber praktischen Politik gezogen finb. Es ist baher kaum denkbar, daß sich das heutige Italien aus imperialistischem Ueberschwang in ein Abenteuer einlassen wird, dessen Ausgang es nicht übersieht. Das bedeutet aber nicht, daß es in der großen Linie von dem Ziel ablassen wird, das es sich gesetzt hat. Die liberaliftischen und demokratischen Widersacher des Faschismus haben ein dumpfes Gefühl dafür, welche ungeheure Kraft in einem Staat steckt, der in sich etwas völlig Neues und Gegensätzliches verkörpert. Sie haben auch erkannt, daß eine Idee, bie infolge des von ihr oertünbeten staatlichen Jntegralismus im Imperialismus ausmünben muß, such einen cäsarifchen Charakter annehmen muß. Der Schöpfer des römischen Imperiums war Cäsar. Mit ber Eroberung Galliens legte Cäsar ben Grundstein zum römischen Weltreich. Soll der faschistische Imperialismus mehr sein als nur eine Forderung, so hat er eine Eroberung zu vollziehen, die von gleichem Gewicht und gleicher Bedeutung ist wie die Eroberung Galliens durch Julius Cäsar. Hier liegt der tiefste Grund für die Ziele, die das faschistische Italien in Abessinien verfolgt. Ob es möglich sein wird, einige hunderttausend Italiener in Abessinien anzusiedeln oder nicht, ist demgegenüber völlig gleichgültig. Aber zwischen der Forderung unb ber Verwirklichung liegt bie Auseinanbersetzung mit dem angelsächsischen Imperialismus, einem Imperialismus, der auf völlig anderen Grundlagen beruht, der, geschichtlich gesehen, kein Imperialismus des Staates, sondern ein I m - perialismus der Rasse ist. WUMMel Vornan von Anny von panhnys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. Das Olympische Fußball-Turnier. Maßnahmen der FIFA für die Austragung. — 16 Länder-Mannschaften werden in Berlin erwartet. Ueberaus wichtige Beschlüsse über die Durchführung des Olyrnpia-Fußball-Turnieres 1936 in Berlin wurden auf der Vorstandssitzung der FIFA am Wochenende in Paris gefaßt. Der Fußball-Wettverband rechtfertigte zunäch t gegenüber Pressemeldungen feine Haltung, wonach er feine offizielle Zustimmung zur Teilnahme am Olympischen Turnier bereits im Januarheft seines Organs „World- Football" veröffentlicht habe. Der Entschluß, den angeschlossenen National-Verbänden die Ermächtigung zur Teilnahme zu geben, war auf dem Kongreß 1934 in Rom vorbereitet unb in der Sitzung im letzten November sanktioniert worben. Im diesjährigen Septemberheft mürbe lebiglich noch einmal an ben Beschluß erinnert. Mit ber Durchführung bes Berliner Turniers würben wieber bie FIFA-Müglieber Dr. Baumens (Deutschlanb) unb I. Lotfy (Hollanb) betraut, bie schon das Olympische Fußball-Turnier 1928 in Amsterbam leiteten. Da bie generellen Melbungen ber ßänber an bas IOC. bis zum 20. Juni 1936 erfolgen müssen, hat bie FIFA ben enbgültigen Melbeschluß für bas Olympische Turnier auf ben 18. Juni 1936 festgesetzt. Für ben Fall, baß mehr als 16 Melbungen eingehen, finb Ausscheibungsspiele geplant, bie vor L*Arc de Triomphe". Das Rennen endete nicht mit munnal-Umschulduna gewannen bis 20 Pf., fpSte dem Siege des heißen Favoriten Brantome, jon- Schuldbücher mit 86 etwas freundlicher. Dollar- dern wurde von der Stute Samos unter Jockey bonds bis 0,50 v. $). fester, ^"blandsrenten ohne Mball-SchiedsrichterbewegungimKreiseGießen Wirffchast Anläßlich des Sibbritt vor Peniche und Corrida gewonnen. Der Toto zahlte für diese Ueberraschung löfaches Geld. Hering und Hornfischer konnten beim internationalen Ringerturnier in Stockholm im Feder- und Schwergewicht Turniersiege erringen. Schwartzkopf, Schäfer und Laudien belegten im Leicht-. Welter- und Mittelgewicht den zweiten Platz und nur der Berliner Halbschwergewichtler Seelenbinder blieb unzlaciert. mäßig fortschreitende Beseitigung der Arbeitslosigkeit spiegelt sich auch in der Mitgliederentwicklung der Berufskrankenkasse der Kaufmannsgehilfen sichtbar wider. Sie hatte einen Reinzuwachs von 23 282 Mitgliedern. Ende 1934 zählte sie 445 265 Stamm- und 190 057 Familienversicherungen mit einem Gesamtversicherungsbestand von 802 334 Personen. Der Familienversicherung gehörten Ende 1934 insgesamt 163 011 Kinder an. Tausenden von ihnen wurden wiederum Kuren zur Hebung und Festigung der Gesundheit gewährt. Die Jahresabrechnung für 1934 weist einen Beitragseinzug von rund 39 457 000 Mark aus. Der Aufwand für Versicherungsleistungen stellt sich auf 35 394 000 Mark. Davon entfallen auf Krankengeld 1547 000 Mark, ärztliche und zahnärztliche Behandlung 19 735 000 Mark, Arzneien und Heilmittel 5 542 000 Mark, Krankenhauskosten 6 005 000 Mark, Sterbegeld 763 000 Mark. Die Zahl der Versicherungsunfälle betrug in der Stammversicherung 806 442. in der Familienversicherung 586 618 Mark. Die ordentliche Rücklage belief sich am Schluß des Geschäftsjahres auf 6 445 000 Mark, die Schadensreserve auf 2170 000 Mark. — Die Berufskrankenkasse der weiblichen A n g e st e l l t e n , Hamburg, legt ebenfalls ihren Geschäftsbericht für 1934 vor. Sie schloß das Jahr mit 161 008 Mitgliedern ab (gegenüber 132 314 zu Beginn 1934). Davon waren 150 494 Versicherungspflichtige, 10 514 Nichtversicherungspflichtige. Die Beitragseinnahmen betrugen rund 9140 000 Mark, die Versicherungsleistungen erforderten 8 420 000 Mark, die Rücklage beträgt 1807 000 Mark. Zu verzeichnen waren insgesamt 352 768 Dersicherungsfälle, davon 22 948 mit Arbeitsunfähigkeit verbundene. Nhein-Mainische Börse. Renten fester. Allen eher schwächer. Frankfurt a. M., 8. Okt. Die Börse lag ziemlich ruhig. Für Aktien lagen Meinungskäufe vor, wobei Meldungen aus der Wirtschaft, wie die «Steigerung des Düngemittel-Absatzes, und verschiedene Dividenden-Erklärungen anregten. Nach anfänglich zumeist etwas freundlicheren Kursen trat für Aktien im Verlaufe ein leichter Rückschlag ein, wobei die Hauptwerke 0,50 bis 1 v. H. wieder verloren. Dabei mürbe auf die internationale Politik bezüglich des Abessinier-Konfliktes verwiesen. Renten blieben dagegen weiter freundlich und zeigten für Deutsche Staatsanleihen Kursbesserungen von 0,25 bis 0,40 v. H. Altbesitz eröffneten mit 110,75 gut behauptet, Zinsvergütungsscheine, Kom- der Ausbildungszeit bildet die Prüfung. Anschließend sorgt eine monatliche Zusammenkunft, in der die Fälle aus der Praxis für die Praxis eingehend erörtert werden, in Verbindung mit allgemein anerkannten Regelauslegungen, daß ------ - . . besonders gelagerte Fälle eine einheitliche Entschei- diese in der am Samstag tm Katholischen Vereins, bunq erfahren. All diejenigen, die so oft auf dem haus, Liebigstraße 20, stattfindenden Versammlung Sportplatz ihre höchste Aufgabe darin sehen, den I der Ortsgruppe ausgehandigt. Die Schiedsrichterbeweauna der Ortsgruppe Gießen wurde mit Recht im Jahre 1932 als vor- bildlich bezeichnet. Abgänge, wie Speckhardt, Kunze, Kohler, Michel rissen aber eine Lücke, die, da der Nachwuchs von den Vereinen nur mangelhaft ge- stellt wurde, nicht so bald ausgefüllt werden konnte. Aber wie aller Niedergang nur ein Ansporn zu er- neutem Aufbau ist, so hat auch die Ortsgruppe Gießen und darüber hinaus die ganze Schieds- richterbewegung des Kreises eine Neugruppierung erfahren, und die Leistungsfähigkeit wurde erhöht. Nach der DFB.-Ordnung haben die Vereine die Pflicht, für jede aktiv tätige Mannschaft einen Schiedsrichter zu stellen. Durch eingehende Auf- flärungsarbeit hat man in den Vereinen allmählich eingeseyen, daß das Amt eines Schiedsrichters in seinen mannigfachen Anforderungen nur die Besten gebrauchen kann. Eine regelmäßige Ausbildung und persönliche Betreuung eines jeden Anwärters läßt diesen langsam sich das geistige Rüstzeug erarbeiten. Betrauung mit leichteren Spielen läßt bald erkennen, ob der Anwärter auch fähig ist, das Er- lernte in der Praxis zu verwerten. Den Abschluß sterschast die Fußballmannschaften von Wales und Schottland gegenüber. Der Kampf endete unentschieden mit 1:1; das Endergebnis stand schon bei der Pause fest. Beim Winter-Olympia 1936 werden den Ski-Läufern insgesamt vier Schanzen zur Verfügung stehen, da nun auch noch die große Kochel- berg-Schanze und die Schanze auf der Hochalm überholt dzw. ausgebaut werden. Mit einer U e b e r r a f cf) u n g endete am Sonntag in Paris gelaufene mit 400 000 Francs ausgestattete, über 2400 Meter führende „Prix de Meisterschaftsspiele der Gauliga. Im Gau Nordhessen wird Hessen Hersfeld am Sonntag — wenn alles gut geht — 10:0 Punkte aufweisen können. Der Spielverein Kassel, hat nicht das Zeug dazu, die Hessen in Hersfeld zu besiegen. Offen ist das Spiel Kurhesien Kassel —Germania Fulda, dagegen neigen sich die Siegchancen im Spiel VfB. Friedberg — SV. Bad-Nauheim den Hausherren zu. Die Deutschen in Norwegen. Vom Fachamt Skilauf ist beabsichtigt, die deutsche Kernmannschaft in der Zeit vor Weihnachten auf zwei Wochen nach Norwegen zu schicken, um dort noch einmal, kurz vor den Winterspielen, im Mutterlande des Skisports Erfahrungen zu sammeln. Herbstfeldberglauf der Skiläufer. Der Herbstfeldberglauf des Ski-Klubs Taunus wirb am 27. Oktober schon zum achten Male ausgetragen. Diesmal wird in fünf Klaffen gelaufen, Jugend von 14 bis 16 Jahren und Jugend von 16 bis 18 Jahren etwa 2 Kilometer mit 50 Meter Steigung, Jungmannen von 18 bis 20 Jahren 4,5 Kilometer mit 100 Meter Steigung, Männer von 20 bis 32 Jahren und Altersklasse über 32 Jahre je 8 Kilometer mit 300 Meter Steigung. Mit dem Einzellauf ist eine Mannschaftswertung ver- bunben. Die hierzu gemeldeten Läufer eines Vereins müssen der Männerklosse angehören und min- beftens schon bei einem Bezirks- ober Gaurennen des DSD. gestartet sein. Die Wertung erfolgt nach Punkten entsprechet der Reihenfolge im Zielein- lauf. Gekämpft wird im Mannschaftslauf um den Wanderpreis der Ski-Abteilung des Rhönklubs Frankfurt, der 1933 und 1934 vom Ski-Klub Schmitten gewonnen wurde. Der Start für die Männer- und Altersklasse erfolgt am Sandplacken, die Strecke führt über den Großen und Kleinen Feldberg zum Ziel an der Straße Sandvlacken-Feldberg in Höhe der unteren Sprung- hügelschneise. Die Jungmannen starten am Sprunghügel, die Jugend am Kleinen Feldberg. Das Ziel ist hier das gleiche wie in der Männerklasse. Der Lauf ist offen für alle Mitglieder des Fachamts Skilauf. ' Kurze Sportnotizen. Seinen fünften Sieg beim Warschauer Reitturnier kannte Oberleutnant Brandt am Montag, dem Schlußtag des Turniers, feiern. Oberleutnant Brandt gewann auf „Derby" das abschließende Jagdspringen um den „Preis der Sieger" vor dem polnischen Rittmeister Zosled auf „Donesfe . Der englische Fußballverband beschloß, den am 4. Dezember zum Austrag kommenden Länderkampf gegen Deutschland in London durchzuführen. Als Schauplatz des Treffens wurde die 80 000 Zuschauer fassende Anlage der Tottenham Hotspurs im Londoner Vorort White Hart Lane gewählt. Die Aufstellung der englischen Mannschaft wird am 25. November erfolgen. Vor 40 000 Zuschauern standen sich am Samstag in Cardiff im Kampf um die fiänbermei- 1 v. H. Im Verlaufe wurden die Umsätze am Aktienmarkt sehr gering, die Kursabbröckelung setzte sich noch fort, so am Farbenmarkte bis 150,75 nach 152,50 Anfangskurs. Rheinstahl um 1,50 gegen gestern abend schwächer, Renten blieben gut gehalten. Pfandbriefe und Stadtanleihen ruhig und unverändert. Tagesgelb knapper, aber noch 2,75 v. H. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse waren kaum Umsätze zu verzeichnen. Die Berliner Schluhkurse lagen eher etwas leichter. IG. Farben waren etwas angeboten und notierten mit 150,50 0,50 v. H. schwächer. Am Rentenmarkt herrschte eher weitere Nachfrage, Altbesitz hörte man mit 111 bis 111,25. Auch 6 v. H. zertifizierte Preußen waren eher gesucht. Kornmu- nal-Um'schuldung, späte Schuldbücher und Zinsvergütungsscheine lagen unverändert. Der Verlauf der Börse war eher etwas schwächer. Von später notierten Werten waren Ges für el um 0,50 v. H. schwächer, Mannesmann unverändert. Renten waren weiter ruhig und ohne Veränderung. Altbesitz zogen auf 111,25 an. IG. Farben schlossen 150,50. Es notierten: Altbesitz 111,25, 6 v. H. Stahlbonds 102, Farbebonds 123, 4 v. H. Rumänen 4,75, Adca 75, Commerzbank 88,40, DD.-Bank 89. Dresdner Bank 89, Reichsbank 171, Harpener 111,75, Mannesmann 85, Stahlverein 80,75, Lemberg 107, Conti Gummi 152, Scheideanstalt 237, Deutsche Linoleum 146,50, Licht & Kraft 130,25, IG. Farben 150,50, Gesfürel 122, Goldschmidt 105,75, Lahmeyer 133, RWE. 122,75, Siemens 167 Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 8. Okt. Der Gemüse- markt war mit allen Arten gut beschickt, besonders aber in Blumenkohl, Escariol, Spinat, Tomaten, Weißkraut und Wirfi z. Erstmals am Markt war Feldsalat, allerdings ch in geringen Mengen. Bei unveränderten Prei n, außer Tomaten, die etwas hoher lagen, wa. der Geschäftsgang nicht voll befriedigend. Ueberstand blieb in Escariol, Spinat, Tomaten und Weißkraut. Der Obst- und Südfrüchte mv r k t hatte reichliches Angebot in Aepfeln, genügendes in Birnen und Zwetfchen. Die Nachfrage nacy schönem Obst war gut, im übrigen nicht befriedigend. Bei besonders guten Auslesen wurden die notierten Preise überschritten, im allgemeinen lagen sie aber unverändert. In ausländi- chen Trauben herrschte noch gutes Angebot, dagegen ür Pfirsiche stark zurückgehend. Bei ziemlich lebhaftem Geschäft lagen die Preise unverändert. Es notierten: Blumenkohl 20 bis 45, Buschbohnen 16 bis 18, Stangenbohnen 18 bis 20, Escariol 4 bis 8, Feldsalat 40 bis 45, Gewürze!, großes Bündel 25 bis 40, gelbe Kartoffeln 330 bis 350, Kohlrabi 4 bis 6, Kopfsalat 4 bis 10, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 35 bis 45, Petersilie 20, Steinpilze 25 bis 35, Pfifferlinge 40 bis 42, Rettich 4 bis 8, Radies 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 6, Sellerie, je nach Bündelgröße 8 bis 35. Blätter-Spinat 8 bis 10, Wurzel 4 bis 7, Schnittlauch 30, Schwarzwurzel 16 bis 18, Tomaten I 10 bis 12, Tomaten II 60 bis 82, Weißkraut 2 bis 4, Wirsing 4 bis 7, Weiße Rüben 8 bis 9, Gärtner-Zwiebeln 5 bis 6, Pfälzer oder Sachsen 425 bis 550. Aepfel I 18 bis 25, Aepfel II 12 dis 16, Wirt- schaftsäpfel 8 bis 12, Edel-Wirtfchaftsäpfel 18 bis 25, Goldparmänen I 22 bis 25, Goldparmänen II 15 bis 18, Schafnase 10 bis 14, Birnen I 18 bis 22, Birnen II 12 bis 16, Kochbirnen 5 bis 8, Gellert- birnen I 20 bis 22, Gellertbirnen II 12 bis 16, Mollebusch I 18 bis 22, Mollebusch II 15, Pfirsiche (brutto), italienische 25 bis 35, Quitten 18 bis 24, Trauben (brutto) 15 bis 16, italienische 18 bis 22, spanische 22 bis 25, ungarische blaue 16 bis 18, ungarische Helle 18 bis 20, bulgarische 21 bis 25, Zwetschen 17 bis 20, Walnüsse 27 bis 40. gestrigen Betriebsappells der Opel- roerte, auf dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach, machte der Betriebsführer Dr. Fleischer einige Angaben über die Winterbeschäftigung des Anregung, 4 v. H. Ungarn Gold um 0,2, 4 v. H. Rumänen um 0,1 v.H. niedriger. Am Aktienmarkt eröffneten IG- Farben 152,50 (152,50), verloren aber im Verlaufe wieder diesen Anfangsgewinn, Metallgesellschaft wieder um 1,50 v. H. fester, Erdöl um 0,50 v. H., Goldschmidt 013 v H schwächer. Don Elekttowerten verloren Siemens 1,50, RWE. 1, AEG. 1, aber Gesfürel 0,50, Felten 0,75, Elektrische Lieferungen 0,25 v. H. fester. Am Zellstoffmarkt blieben Aschaffenburger behauptet, während Waldhof von der letzttägigen größeren Steigerung wieder 2,25 v. H. hergaben. Montanwerte fast 'sämtlich schwächer, dabei verloren Hoeschwerke 1,50, Rheinbraun 1,75, Mannesmann 0,50, Stahlverein 0,75 v. H. Gut gehalten waren wieder Harpener. Schiffahrtswerte zogen eine Kleinigkeit an. Im einzelnen Aku gut gehalten, von Bauwerten Jul. Berger 0,90, Holzmann 0,50 v. H. schwächer. Zement Heidelberg aber 1 v. H. fester. Daimler bei etwas größeren Umsätzen um 1,25 v. H. abgeschwächt. Reichsbankanteile gewannen bet den Deutschen Gerätemeisterschaften in Frankfurt a. M. zu turnen hat. Zur großen Freude der Lehrgangsleitung konnte feftgefteUt werden, daß der größte Teil der Turner in der Lage sein wird, diese schwierigen Uebungen zu meistern. Wenn der Blick einerseits auf die in Hersfeld stattfindenden Gaumeisterschaften und die Deutschen Meisterschaften in Frankfurt a. M. gerichtet mar, so wurde damit aber nicht die Vorturnerschulung vergessen. Alle Teilnehmer konnten sich von Gießen wertvolles Rüstzeug für die Winterarbeit mit nach Hause nehmen; für die Schulung in den Kreisen und Vereinen wurden vielfache Anregungen gegeben, die sich auch segensreich bis in die kleinsten Zellen turnerischer Arbeit auswirken werden. Eine besondere Dietstunde brauchte für den Lehrgang nicht angesetzt zu werden. Nach der anstrengenden Schulung, die am Samstag erst um 21 Uhr beendet mar und Sonntag um 8 Uhr roieber auf- iienommen rourbe, gab es eine Dietstunbe ganz be« onberer Art: in freubiger Teilnahme hörten alle äe Uebertragung bes Staatsaktes auf bem Südeber g. Damit hatte der Lehrgang, der alle Teilnehmer im Geiste bester Kamerabschaft vereinigt hat, seinen mürbigen Ausklang gefunben, wie er eindrucksvoller nicht hätte fein können. Kußballkämpfe im Gau Nordhessen. Gaukampf Vaden—Nordhesfen. In Mannheim kreuzen am Sonntag im Kampf der Vorrunde um den Bundespokal Baden und Nordhesfen die Klingen. Beide Gaue rechnen auf den Sieg und beide können es auch mit gutem Gewissen. Die Badener, weil sie in ihrer Mannschaft das Beste haben, was ihnen augenblicklich zur Verfügung steht, und die Nordhesfen, weil ihr Können in den letzten Jahren wirklich große Fortschritte gemacht hat. Auch in Mannheim wird man mit größter Erbitterung um den Sieg streiten. Keine Kirmenbewerbungen an die Neichsauögleichstelle. Fwd. Der Reichsausgleichstelle für öffentliche Aufträge im Reichs- und Preußischen Wirtschastsmim- fferium gehen in zunehmendem Maße Anträge von Firmen zu, die sich um öffentliche Aufträge bewerben. Es wird darauf verwiesen, daß die Reichsausgleichstelle für öffentliche Aufträge selbst keine Aufträge vergibt, daß es vielmehr in erster Linie ihre Aufgabe ist, mit den Beschaffungsressorts die grundsätzlichen Fragen der Auftragsverteilung zu behandeln, auch soweit die Reichsausgleichstelle bei größeren Vergebungen unmittelbar mitwirkt, sind für die Prüfung von Firmenbewerbungen ihre Außenstellen (Auftragsstellen) zuständig, und zwar jeweils diejenige Auftragsstelle, in deren Bezirk die Firma ihren Sitz hat. Unmittelbares Einreichen von Bewerbungen bei der Reichsausgleichstelle hat also lediglich eine Verzögerung der Erledigung zur Folge. Die Beschäftigung der Adam Opel AG. Schiedsrichter in irgendeiner Form herabzuwürdi- gen, sollten eingedenk dieser Tatsache sein, welche Arbeit jeder Schiedsrichter an sich und die Gemeinschaft leisten muß, um tatsächlich das Amt aus füllen zu können. Auch hier gilt der Satz, daß kein Mensch unfehlbar ist. Um auch schon den Jugendlichen einen Begriff von der Tätigkeit und der Verantwortung des Schiedsrichters zu geben und um sie besonders erkennen zu lassen, daß dieser 23. Mann wohl Richter, aber darüber hinaus ihr Kamerad ist, hat man die Oberjungführer durch Schiedsrichtertätigkeit herangezogen. Sie sollen auch Mittler des von ihnen Erlernten vom Schiedsrichterwesen zwischen den Schiedsrichterarbeitsgemeinschaften und ihren Mannschaften fein, um hierdurch diesen die Grundlage zu geben, eine gefällte Entscheidung auf ihre Richtigkeit wirklich nachprüfen zu können. Der Sportkreis Gießen umfaßt 84' Schiedsrichter, davon entfallen auf die Ortsgruppe Gießen allein 48. Dies läßt die zielbewußte Arbeit der Kreisführung erkennen, die nichts unversucht läßt, den Bestand weiter zu schulen, damit sich auch Schiedsrichter mitüberdurchschnittlicherLeistung herausschälen. Der Deutsche Fußballbund hat angeordnet, daß die bis jetzt gültigen Ausweise eingezogen werden, an dessen Stelle werden neue Ausweise ausgegeben. | Die Schiedsrichter der Grupve Gießen erhalten Werkes. Die Opel AG. beschäftigt auch heute noch über 18 000 Mann, die während der Wintermonate wiederum auf ihren Arbeitsplätzen verbleiben sollen. Während im vergangenen Jahr schon im September Wechselschichten mit gekürzten Arbeitszeiten für einen Teil der Belegschaft vorgenommen wurden, ist diesmal erst einige Wochen später hiermit zu rechnen. Das Werk hofft, daß sich diese Maßnahme in' den kommenden schwachen Wintermonaten nur für kurze Zeit als notwendig erweist. (Die Tagesproduktion der Opelwerke beträgt bekanntlich immer noch über 450 Wagen; der Export ist nach wie vor recht erfreulich, zumal demnächst die 10 000-93agen- Grenze im Ausfuhrgeschäft erreicht ist.) Die in der nächsten Woche einsetzenden Umstellungen im Werk sind zum Teil auf die Verlagerung der Lastwagenprvduktion nach Brandenburg zurückzuführen. Die freiwerdenden Werkräume werden von der Personenwagenfabrikation anschließend belegt werden. In dem neuen Werk Brandenburg dürfte die Fabrikation in wenigen Wochen mit einer Belegschaft von einigen hundert Mann aufgenommen werden. ♦ Berufskrankenkasse der Stauf- mannsgeqilfen, Hamburg. Die plan- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H Frankfurt