Won '■Jwi muitt, ,6c,m er di! chchrii», Md jiin, ■ « auf di- lnQ im Nu uen. Glückt hacksrüch. öftere Aus. nbj?»er. K L °br-r!7 /°dfah, f?lun. 1 «n 6tünen Sohn 4 gehen, er- -lte Tat sind Uddatsl, sfeln ist durch lg beeinflußt, kümmerlich, r in ties ge- en Kleeorten e Obstbäume •em teilweise ein betracht- d Zwetschen- an noch vor iachrtum der übrig. Vielhelfen. Dazu fommen der des lieber« Wt auf W itoermaUung Tiraszen- ourde kürzlich >t im Besitze i genügenden ;enheit wurde lathauses der Wal- Lcheinwerser- letzten Aden- n des Markt- ies Bild, als Ehrwürdigen des Turmes er Umgebung > ungewohnte lenge auf den soll nur bei erfolgen, eitern morgen ■ ünf Stück stgehalten )ie Annahme, das Eigentum wies sich bald Tages heraus, nenrob, ge; sich entfernt irte die Tiere 41,99 0,141 3,053 55,06 47,01 12,335 435 16,45 168,02 20,37 0,727 5,696 61,96 49,05 11,17 63,5 81,7 34,08 1041 2,484 63^7 81,20 33,80 lk a. 2H. 7.W »Hä 4I,?2 55, ll i'ilr 'L 61-87 91 39 47 94 91 05 25 41 68 33 2d 184 ,84 95 ,15 ,43 ,11 ,02 ,29 ÜO Ur. 184 Erstes Blatt Zreltag.y. August 1935 185. Zahrgaug Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Ä ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags jflHF A für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte 4 . A k ▲ ▲ ▲ ▲ bis 8'/,Uhr des Vormittags MlG MbnbMz ZUli vlUvi MM N Ä Nichterscheinen ▼ ▼ I I ▼ ■ ▼ ▼ ▼ ▼ ■ ▼ ■ ▼ ▼▼l ▼ ” schwieriger Satz mehr von einzelnen Nummern fy > BV '■CnjEr-" Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewatt Stellen-, Vereins., gemein- MM General-Anzeiger für Oberhessen ßMW Postscheckkonto: ’ behördliche Anzeigen 6Rpf. grontfiitt am Main 11686 Orutft uttö Verlag: Vrühl'sche UniverfitälrSuch- und Steindruckerei «.Lange in Sichen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-nabfchlüsie Staffel» Erstes Vildtelegramm von den Unruhen in Brest Paris, 9. Aug. (1.30 Uhr). (DRV.) Die Unruhen in Toulon haben Donnerstag abend einen sehr ernsten Charakter angenommen. Nach Einbruch der Dunkelheit ist es zu heftigen Z u - sammen st ätzen zwischen Ausrührern und Polizei gekommen. Um Mitternacht zählte man nach einer amtlichen Mitteilung bereits zwei lote unter den Ausrührern, einen schwerverletzten Polizeibeamten un- über 50 Verletzte, darunter 20 Ordnungsbeamte. Privatmeldungen, die zur Stunde nicht nachgeprüft werden können, sprechen gar von fünf Toten und über 1OO Verletzten. Von den Unruhen ist vor allem die untere Stadt betroffen. Gegen 21 Uhr, als Polizeikräfte Ansammlungen zerstreuen sollten und einige Revolverschüsse in die Cuff abgaben, prasselte aus den Fenstern der umliegenden Häuser ein Hagel von Wurfgeschossen aller Art auf die Beamten herab. Gleichzeitig wurden auf den Straften die Cadenscheiben eingeschlagen, Kolonialwarenläden geplündert, die Deckel der Kanalisationsschächte herausgerissen und gegen die Polizeipferde geschleudert. Kurz nach Mitternacht forderte der Präfekt ein Bataillon Infanterie an, da die berittene Mobilgarde in den engen Straften der Unterstadt gegen die Aufrührer nichts ausrichten konnte. Die Scheinwerfer der Kriegsschiffe leuchten ständig die Dächer der Häuser im Aufruhrbezirk ab. Die Aufrührer versuchten den Bahnhof zu stürmen, wurden aber von der Mobilgarde zurückgeschlagen. gehoben hat. Mit der gleichen Begründung hat die polnische Regierung ihre Zollverordnung vom 18. Juli 19 3 5 aus- gehoben. In einem ebenfalls von beiden Parteien unterzeichneten Zusatzprotokoll wird ferner folgendes bestimmt: „Der Senat der Freien Stadt Danzig und die polnische Regierung werden in Verhandlungen treten zwecks Abschluft einer Vereinbarung, welche die Auswirkungen der Danziger G u l d e n b e w i r t s ch a f l u n g auf den polnischen T r a n s i t h a n d e l und - verkehr durch das Gebiet der Freien Stadt Danzig und den freien Wirtschaftsverkehr zwischen Polen und Danzig beseitigen soll. Der Senat der Freien Stadt Danzig wird für eine vorübergehende Zeit die Guldenbewirtschaftung noch aufrechterhalten. Während dieser Zeit wird Polen keinen neuen Antrag auf ausschlieftliche oder bevorzugte Verwendung des Zloty in der Hafen- oder Eisenbahnverwaltung stellen, jedoch wird im Interesse der polnischen Wirt- schaff die Erhebung der Zollabgaben in Danzig während dieser Zelt in Zloty erfolgen. Rach diesem Zeitpunkt treten die Bestimmungen des Artikels 205, Absatz 2, des Warschauer Abkommens wieder in Kraft." Außerdem sind in den Besprechungen von beiden Parteien mündliche Erklärungen abgegeben Nächtliche Giraßenkämpfe in Toulon. Im Gcheinwerferlicht der Kriegsschiffe werden Genegalschützen zur Unterdrückung D a n z i g, 8. Ang. (DRV.) Am Donnerstag nachmittag ist zwischen der Danziger und polnischen Regierung ein Abkommen paraphiert worden. Danach macht die polnische Regierung die Zollverordnung vom 17. Juli rückgängig. Danzig hebt seinerseits die als Folge der volnischen Verordnung getroffene Maßnahme der Zollfreien Einfuhr bestimmter Waren auf. Die Abmachungen sind in den späten Abendstunden im Danziger Senatsgebäude von Senatspratzdent Greifer und Senatsrat Böttcher einerseits und von Minister Roman und Minister p a p e e an- derer^its unterzeichnet worden. Die Abwägungen werden in weiteren Einzelverhandlungen ihre Ergänzung finden müssen. Zn einem Zwischen beiden Parteien vereinbarten Kommunique wird dazu folgendes mitgetellt: ^Beseelt von dem Wunsche, alle Schw.-nqke.ten d,° n* in ter letzten Zeit im Danzig-polnischen Der- bältnis e aeb n hatten, aus dem Wege zur raumen x nollkommener Einigkeit, die m den letzten fahren des Zusammenarbeitens bewahrte Lime zwei fuhren ^'u ^spräche weiterhin einzu- b VnhPn fich die bevollmächtigten Vertreter ^nruias ^unb Polens zusammengefunden, um den B te^Ä fchwiengkeiten zu unter- suS- und eme ^osung ^ £ünn roeiter aU8. f^b k^r Danziger Senat indem & unb P°'^°°Uig R« trägt seine ^7uhV°inig-"W°«ng°..ung°'n°ui. Unser Bildtelegramm zeigt einen kleinen Ausschnitt aus den Straßenkämpfen im französischen Kriegshafen Brest. — (Scherl-M.) BerständigungzwischenDanzigundpolen Aufhebung der beiderseitigen Kampfmaßnahmen./Ergänzende Verhandlungen. traler Ausschuß soll die Beschäftigung ausländischer Arbeiter und Handwerker begrenzen. Eine andere Notverordnung bezweckt den Schutz der Sparer vor zweifelhaften Unternehmungen. Die Maßnahmen zur Preissenkung betreffen hauptsächlich den F l e i s ch m a r k t. Die Präfekten werden ermächtigt, Kleinhandelshöchst- preise für Fleisch festzusetzen. Die Gewinne solcher Firmen, die für die öffentliche Verwaltung arbeiten, werden mit einer vorübergehenden Sonder steuer belegt. Eine weitere Verordnung sieht vor, daß die lOprozentige Kürzungder staatlichen Bezüge in gewissen Fällen gemildert werden kann, so z. B. für über 65 Jahre alte Rentner mit weniger als 10.000 Franken Einkommen. Ferner wird die Regierung Ende des Monats eine besondere Verwaltungsorganisation ausarbeiten, um mißbräuchliche oder unmäßige Ausgaben zu unterdrücken. Amerikadampfer an der Ausreise verhindert. P a r i s , 9. Aug. (DRB. Funkspruch.) Der Personendampfer „C h a m p l a i n", der mit 24stün- diger Verspätung in der Nacht zum Freitag von Le Havre nach Amerika hätte abfahren sollen, hat wegen der Fortsetzung des Streiks der Besatzung seine Ausreise nicht antreten können. worden. Von Danziger Seite wurde erklärt: „Sollten sich im Zusammenhang mit den.Verhandlungen über die Auswirkungen der Danziger Gul- denoewirtschaftung auf den polnischen Transithandel und -verkehr durch das Gebiet der Freien Stadt Danzig und den freien Wirtschaftsverkehr zwischen Danzig und Polen Besprechungen zwischen den Leitern beider Notenbankinstitute als notwendig erweisen, so werden diese Besprechungen ausgenommen." Von polnischer Seite wurde erklärt: „Im Namen der polnischen Regierung bestätige ich im Hinblick auf die heutigen Abmachun- gen, daßdasHafenabkommen vom 5. August 1933 und vom 18. September 1933 die rechtliche und tatsächliche Grundlage für die Ab- Wicklung des Danziger Hafenverkehrs weiter bildet. Aussprache zwischen Veck und Greiser. D a n z i g, 8. August (DRB.) Die Pressestelle des Danziger Senats teilt mit: „Anläßlich eines Be- suches, der dem Hafen von Gdingen abgestattet wurde, traf der Präsident des Senats, Greiser, mit dem polnischen Außenminister Beck kurz vor dessen Abreise nach Helsingfors in Gdingen zusammen und hatte Gelegenheit zu einer längeren Rücksprache. Dabei wurden zwischen beiden Herren die interessierenden Fragen erörtert und in der Linie der bisherigen guten persönlichen und staatlichen Beziehungen völlige Uebereinstimmung erzielt." Kein Deutschunterricht im norwegischen Rundfunk. Oslo, 8. Aug. (DNB.) Die Sendeleitung des norwegischen Reichsrundfunks hat beschlossen, aus der Reihe der über den Rundfunk erteilten Sprachunterrichts st unden die deutsche Sprache zu verbannen und nur . noch die französische und die englische Sprache beizubehalten. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß angeblich der Rundfunk mit Sprachunterrichts- 'tunten übersättigt sei und man daher eine der Fremdsprachen vom Rundfunkprogramm absetzen müsse. * Bei der Einstellung gewisser norwegischer Kreise gegenüber dem Deutschland Adolf Hitlers bedeutet dieser Beschluß für die mit den Verhältnissen in Norwegen Vertrauten keine Ueberraschuna. Er liegt auf der Linie der Beschlüsse der roten Gemeinden Oslo und Bergen, die es seinerzeit ablehnten, der Nordischen Gesellschaft für das Nordische Musikfest in Lübeck norwegische Fahnen zur Verfügung zu tellen. Es ist daher nur natürlich, wenn m Ver- olg dieser Geisteshaltung gegen das neue Deutschland bei der Erwägung, welche von den drei Fremdsprachen vom Rundfunkprogramm zu streichen war, die Wahl auf die deutsche Sprache fallen mußte. Unglaubliche Behandlung eines reichsdeutfchen Schwerkriegsbeschädigten in der Tschechoslowakei. der Unruhen eingesetzt. Kundgeber, die sich zur Wehr setzten, zu umzingeln. Bei den heftigen Zusammenstößen ist ein Demonstrant schwer verletzt worden. In der Stadt ielbst soll Ruhe herrschen. Das Aotverordnungsreginie. Paris, 9. Aug. (DNB. Funkspruch.) 83 soeben neuerlassene Notverordnungen, von denen zunächst 41 veröffentlicht werden, bilden die Ergänzung der Verordnung vom 17. Juli Durch die damalige Verordnungsserie hat die französische Regierung das Gleichgewicht des Haushalts wiederherzustellen versucht und die Währung vor weiteren Angriffen geschützt. Die neue Serie der Notverordnungen ist dazu bestimmt, eine B e r u h i g u n g des Wirtschaftslebens zu bringen und die Lebenshaltungskosten zu senken. Auf diese Weise soll ein Ausgleich für die von der Bevölkerung verlangten Opfer und Lasten hergestellt werden. Die Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft richten sich zunächst gegen d i e Arbeitslosigkeit. So wird z. B. die Inangriffnahme weiterer öffentlicher Arbeiten in ganz Frankreich vorgesehen, besonders Straßenbauten, Beseitigung gefährlicher Kreuzungen von Straßen mit Eisenbahnkörpern und Arbeiten zur Verhinderung von Flußüberschwemmungen. Für diese Maßnahmen stellen die Verordnungen zunächst eine Milliarde Franken zur Verfügung. Ein zen° Bayreuth, 8. Aug. (DNB.) Die „Bayerische Ostmark" berichtet folgendes unerhörte Vorkommnis: Der in Fürth i. W. lebende Schwer- kriegsbeschädigte Josef Lack erb auer begab sich am 16. Juni nach dem nahegelegenen Ort Vollmau jenseits der Grenze zur Kirchweih. Beim Nachhausegehen verabschiedete er sich mit dem Deut- schen Gruß „HeilHitler!". Von der Frau eines tschechischen Zollbeamten herbeigerufen verfolgte ihn eine Eskorte von vier tschechischen Zollbeamten, die ihn nach Kubitzen brachten. Nach seiner Vernehmung wurde er g e f e s s e l t und in das Bezirksgericht nach Taus gebracht. Nach einem Tag Gefängnis konnte Lackerbauer feine Ver- nehmung nur dadurch erwirken, daß er d i e Alarmglocke zog. — Nach elf Tagen Einzel- haft wurde Lackerbauer unter dem Vorwand, tschechoslowakische Staatsbürger „provoziert" zu haben, nach Pilsen abgeschoben und dort zu eine m Monat Kerker und Landesverweisung verurteilt. Nach siebenwöchiger Kerkerhaft konnte Lackerbauer in schwerkrankem Z u - stände wieder nach Deutschland zurückkehren. Geradezu unglaublich war die Behandlung, die dem Deutschen zuteil wurde. Bei der Vernehmung wurde er von einem tschechischen Offizier in der gemeinsten Weise beschimpft. Oesterreichische Nationalsozialisten „beqnadiai". Wien, 8. Aug. (DNB.) Der Bund es Präsident hat vier zum Tode verurteilte österreichische Nationalsozialisten 3 u l an g e r e n Kerker strafen „begnadigt . Die vier waren wegen Vergehens g e g e n D a s Spreng st offgesetz angeklagt. Das Schwurgericht verurteilte seinerzeit einen von ihnen zum Tode und sprach die drei anderen aus Mangel an Beweisen frei. Der Verurteilte reichte die Nichtigkeitsbeschwerde em. Der Oberste Ge- richtshos verwarf diese Nichtigkeitsbeschwerde, hob aber gleichzeitig von sich aus die drei Freispruche auf und verurteilte d i e drei Freige - s p r o d) e n e n ebenfalls z u m Tode. Nunmehr hat der Bundespräsident die Todesstrafen t n schwere Kerker ft rasen umgewandelt, und zwar erhielt der eine 15, die übrigen drei \t 10 Jahre Kerker. Ein bekannter Wiener Sportler, der Weitspringer Alfred Bauer, wurde wegen Betätigung für Die aufgelöste Nationalsozialistische Partei verhaftet. Die Unruhen werden von der amtlichen französischen Rachrichtenagentur selbst als „tatsächliche Meuterei" bezeichnet. — Der S t e l l v e r t r e - le r des Bürgermeisters von Toulon ist in ! Dause der Unruhen angegriffen und niederge- ; (d) la gen worden; sein Zustand ist besorgniserre- I gend. Spät abends versuchten die Meuterer, das Gaswerk zu stürmen; sie wurden von Senegal-Schützen zurückgeschlagen. Die Polizei mußte immer und immer wieder gegen die Meuterer vorgehen, die zum Teil von den Fen- siern mit Gewehren auf die Beamten herabschossen. Schlieftich wurden Senegal- Schützen eingesetzt, denen es gelang, gegen 2 Uhr morgens die Straften zu säubern. Die Meuterer verteidigten sich mit grofter Zähigkeit und er richteten Barrikaden, in deren Schutz die Caben zahlreicher Straften geplündert wurden. Sämtliche Straßenlaternen im Unruhegebiet wurden zerstört, so daß die Kriegsmarine Scheinwerfer zur Verfügung stellen mußte, in deren Lichtkegel die Säuberungsaktion durchgeführt wurde. Etwa 50 Meuterer wurden festgenommen, unter ihnen em Italiener und mehrere nordafrikanifche Arbeiter. Die französische „Volksfront" bewundert die Aufruhrer. .-Bario, 9. »Uft ^tretet sämtlicher ^Linksgruppen von ^"Kommunisten brs NH» R°d»°l!°zi°l.stenEsaßt^.^° werde war schon bei ihrer 6ntfW vorauf sehen. Das ist auch prompt emge reten Am Don °or „Provokation-n", weil man nur bannt .dem Faschismus in die Hande fpiete . Se: chuh fordert zur Disziplin aus und v r anrt von neuem die Entwaffnung u nb 21 u f I o f u ng der.Kamvfbünde. Wie man steht, vouzieyr pcy find. Kommunisten Unruhen auch in Algier. u*’. g>—»«?«o» tesWÄ "Ä-: bie P o l i z e r Her A § te zu beklagen, Angreifer nicht einer verletzt wmde Acht Kommunkstef konntkn festgenommen werden. Auch in Brest erneut Tumulte. SfÄtÄ Zuchten, >i6 6i" M :-x t V <-■ -," : % mit Gegen Hetzer und Saboteure b fangenen verbreitet. Seinem Treiben wurde jetzt durch die Festnahme ein Ende bereitet. Koblenz. 8.Aug. Die Land es stelle Ko- len z - T r i e r des Propagandaministeriums teilt mit: Zungen, bk alle erst kürzlich aus dem Jungvolk zur Hitlerjugend überwiesen worden waren, also erst 14 bis 15 Zähre all sind, in Ruhe und Orb«, nung seinen Weg fortzusehen. Er bat sogar noch die Burschen, sie in in Ruhe zu lassen, als plötzlich ein, $ d) ufo fiel. Das war der Anlaß zu einem gemeinsamen Angriff der Burschen nach Muster der Mordkommune auf die Hillerjungen. Die verhetzten Stratzenräuber rissen den Hillerjungen die Klampfen vom Rücken und be* gannen eine Schlägerei. Der Gefolgfchaflsführer erhielt eine schwere Kopfverletzung durch einen Anschlag und Fußtritte gegen den Bauch. Er muhte mileinemAuto inskrankenhaus gebracht werden. Ein Kameradschaftsführer erhielt einen schweren Schlag mit einer Stangeüberdenkopf. Als der Gefolgfchafls- führer besinnungslos zusammenbrach, flüchteten die feigen Burschen und entkamen. Sie konnte« bereits von der Polizei ermittelt und festge«, nomtnen werden. DieKolpmgsamilieLüdmghausen aufgelöst. „Unser Ziel ist ein Sowjetdeutschland." Die kommunistischen Wühlmethoden werden in Moskau festgelegt. und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung § 14 des Polizeiverwaltungsgesetzes mit sofor- Unerhörte Frauenmißhandlungen in Amerika. Streikbrecherinnen in Texas nackt durch die Straßen getrieben. Der 2. Senat des Volksgerichtshofes verurteilte drei Kommuni st en wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu empfindlichen Zuchthausstrafen. Es wurden verurteilt: der 38jährige frühere kommunistische Landtagsabgeordnete Fritz G ä b - l er zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, der 36jährige Otto Trillitzsch zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust und die 35 Jahre alte Magdalena Sendhoff zu vier Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde bei Gäbler und Tillitzsch auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Der An- geklagte Trillitzsch hatte als sogenannter „I n st r u k - teur" im Sommer vergangenen Jahres eine urn- fangrelche hochverräterische Tätigkeit im B e z i r k K ö l n entfaltet, während Gäbler in B e r- lin im kommunistischen Sinne wirkte. Nach den Ermittlungen der Reichsanwaltschaft hat er sofort nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager seine hetzerische Tätigkeit wieder ausgenommen. Die Angeklagte Sendhoff hatte das staatsfeindliche Wir- ken Gäblers unterstützt. Feiger Leberfall auf Sttlerjungen Der Täter bereits festgenommen. Düsseldorf,^ Aug. (DRV.) Die © e b i e U - führung des Gebietes Ruhr-Rieber- rhein der Hitlerjugend teilt mit: Ein Gefotgfchaftsführer aus Krefeld hatte mit 15 Zungen feiner Einheit den Gautag in Essen besucht und befand sich auf der Rückfahrt nach Krefeld. Sämtliche Zungen hatten ihre Fahrräder bei sich und erreichten um 22.15 Uhr den Ort Böckum bei Krefeld, wo sie auf der Busch-Strahe von etwa 15 bis 20 jungen Leuten im Alter oon 20 bis 22 Zähren angepöbett und mit den Worten ».Treu heil" aufgehalten wurden. Der Gefolgjchaftsführer versuchte mit seinen scheu und katholischen Verbänden eine gemeinsame Arbeit in allen nationalsozialistischen Massenorganisationen und insbesondere in der Deutschen Arbeitsfront und wünscht die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über den Abschluß eines Abkommens für diese gemeinsame Arbeit. Und den Katholiken insbesondere ruft er zu: „Haltet euch fest aneinander! Wir sind bereit, alles, was uns in der Weltanschauung trennt, in den Hintergrund treten zu lassen und gemeinsam mit euch für Gewissensfreiheit und für die Herstellung der bürgerlichen Freiheiten zu kämpfen!" Offenbar fühlt dieser verlogene Demagoge aber selbst, wie unnatürlich die Worte Gewissensfreiheit und bürgerliche Freiheiten m seinem Munde klingen; deshalb versucht er, sich mit dem Anstimmen einer beweglichen Klage darüber, „wie tief Deutschland in den Augen der internationalen Welt durch den Faschismus im Ansehen gesunken sei", in ein gutes Licht zu setzen. Für Erreichung des Ziels hält er allerdings selbst die Zeit „noch nicht gekommen". Deshalb solle vorläufig eine „breite Volksfront" gegen den Nationalsozialismus für den Kampf gegen die „Reaktion", für die „Wiederherstellung der bürgerlichen Freiheiten", die Bewaffnung der Arbeiter und anderes mehr erreicht werden. jeden Kulturvolkes unwürdigen Ausschreitungen gegen wehrlose Frauen zu verhindern. Und die Öe Weltpresse, die diese Kulturschande als be« _ ose Affäre mit behaglichem Schmunzeln berichtet, läßt sich nun schon seit Monaten in epischer Breite über einen Fall aus, der sich in einer deutschen Stadt zugetragen haben soll. Dort sollen junge Männer der Dirne eines jüdischen Zuhälters das Haar abgeschnitten und sie mit einem Schild um den Hals durch die Straßen geführt haben. Es wird gar nicht behauptet, daß die Frau mißhandelt worden fei. Nur zur Abschreckung habe man sie durch die Straßen geführt. Was sagt die gleiche Weltpresse, die sich über diesen angeblichen Vorfall nicht genug erregen kann, zu den geradezu skandalösen Vorgängen in Texas? Woher nimmt man noch länger den Mut, gegen das nationalsozialistische Deutschland zu hetzen, wenn man im eigenen Lande unschuldige Frauen, die nur ihrer Arbeit nachgehen wollen, nicht vor schwersten Miß- Handlungen zu schützen vermag? tiger Wirkung aufgelöst worden. Zugleich wurde das Vermögen der genannten Landesverbände und ihrer Gliederungen vorläufig b e - schlagnahmt. In der Begründung des Verbots wird folgendes ausgeführt: „Die politische Entwicklung der genannten Landesverbände hat in den letzten Monaten, besonders aber in den letzten Wochen Formen angenommen, die geeignet sind, die Autorität des nationalsozialistischen Staates in Mißkredit zu bringen. Zahlreiche Auslassungen von Mitgliedern und Führern dieser Verbände bekunden eine oppositionelle, ja sogar staatsfeindliche Einstellung. Die für den NSDFB. auch in diesen Verbänden erlassenen staatlichen Anordnungen sind entweder nicht beachtet ober umgangen worden. Die bis in die jüngste Zeit hinein erfolgte Aufnahme von Mitgliedern aus den Reihen der Rotfrontkämpfer, dem marxistischen Lager und den verflossenen gegnerischen Parteien machen den NSDFB. zum Sammelbecken oppositioneller Kräfte. Die Auflösung der Landesverbände Berlin-Brandenburg und Pom-' mern ist aus Gründen der öffentlichen Sicherheit, Ruhe und Ordnung daher geboten." Die gleichen Gründe waren für die durch die zuständige Staatspolizeistelle verfügte Auflösung des Landesverbandes Ostmark maßgebend. Sin vergessener „Vorgang". Wenn in einem amtlichen oder bureaukratischen Betrieb eine Frage auftaucht, deren Lösung Kopf- !Zerbrechen macht, so pflegt man die Akten zu durch- töbern, ob nicht schon einmal Aehnliches dagewesen st, wie es behandelt wurde und welche Entwicklung es genommen hat. Man nennt dies einen „Vor- gan a". Es würde sich empfehlen, diese Methode auch bei manchen politischen Ereignissen anzuwenden, die der schnell vergessenden Zeit ganz neu und unerhört erscheinen. So wird die Spannung, die gegenwärtig zwischen der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland und der katholischen Kirche besteht, vielfach als eine Erscheinung kommentiert, die in der Unduldsamkeit und Kirchenfeindlichkeit des Nationalsozialismus ihren Grund hat. Die Propaganda des gegnerischen Auslandes bemächtigt sich dieses willkommenen Stoffes und füllt täglich die Spalten der Zeitungen mit Nachrichten über die „Kirchenverfolgung in Deutschland". Dies ist nicht weiter verwunderlich und muß ertragen werden. Aber auch viele deutsche Katholiken haben ein schlechtes Gedächtnis und leben unter dem Eindruck, als geschehe hier etwas Ungeheuerliches. Die Sprache des „O s s e r v a t o r e Romano", des amtlichen Blattes des Vatikans, gegen Deutschland wird immer heftiger und bestärkt so bei den Katholiken der ganzen Welt den Glauben, daß zwischen Nationalsozialismus und katholischer Kirche ein Kampf entbrannt sei, bei dem es keinen andern Ausweg als Sieg oder Vernichtung geben könne. Reuyork, 8. Aug. (DRV.) In Dallas in Texas streiken feit einiger Zeil die Schneiderinnen. Am Mittwoch kam es nun zu größeren Ausschreitungen von Streikenden gegen unorganisierte Streikbrecherinnen, denen die Kleider heruntergerifsen wurden. Sie wurden dann unbekleidet durch die Straßen getrieben und von den Streikenden mit den Fingernägeln blutig gekratzt. * Amerika tat sich bisher besonders etwas darauf zugute, der Frau eine besonders geachtete Stellung im öffentlichen Leben einzuräumen. Beleidigungen einer Frau wurden schwer geahndet. Um so erstaunlicher ist die geradezu unmenschliche, an schlimmstes Barbarentum erinnernde Behandlung, die arme Nähmädchen über sich ergehen lassen mußten, nur weil sie sich einer Lohnbewegung nicht angeschlossen hatten. Und nichts hört man davon, daß die Polizei in diesem freiesten Land der Welt in der Lage gewesen wäre, solche brutalen, eines Moskau, 9.August (DNB.) Die Hebung, die auf dem Komintern-Kongreß gehaltenen Reden später im Wortlaut zu veröffentlichen, kommt auch dem „deutschen" Kommunisten Walter zugute, dessen Bündnisangebot an die katholischen Verbände am Mittwoch demonstrativ beklatscht worden war. „Das Ziel unserer Politik ist ein Sowjet-Deutschland!" rief Walter aus. Außer der Ausnutzung aller „legalen Möglichkeiten", die sich den kommunistischen Agenten in Deutschland töten, müßten im Lager der Nationalsozialisten elbst „die Massen für einen Kampf gegen den Nationalsozialismus aktiviert, die Opposition getürkt und in den bourgeoisen Kreisen Unzufriedenheit geschürt werden." „Der Schlüssel zu unserer antifaschistischen Tätigkeit liegt in den national- ozialiftischen Massenorganisationen", rief Walter aus. Auch in der Hitlerjugend müsse fester Fuß gefaßt werden. Die „deutschen" Genossen sollten lüfjn den Weg der Entfaltung dieser gefährlichen, aber interessanten Arbeit betreten, denn — so fährt dieser Agitator im sicheren Moskau fort — „die Erfahrung hat gelehrt, daß die Organisation eines Streikes und des aktiven Widerstandes erst in einem Stadium möglich ist, wenn die illegalen Vorbereitungen dazu genügend fortgeschritten sind." Deshalb empfiehlt Walter den sozialdemokratt- Grohfeuer in Edaffa. In der mazedonischen Stadt Edassa wurden Dort einem Großfeuer 90 Häuser eingeäschert. Die Einwohner, besonders die Frauen und Kindes liehen aus der Stadt. Da der Wind sehr stark isH befürchtet man eine weitere Ausdehnung des Branf des. Ob Menschen zu Schaden gekommen sind, ist bisher unbekannt. Es ist unter diesen Umständen interessant und nützlich, an die Entwicklung zu erinnern, die i n Italien nach Errichtung des faschistischen Regimes im Jähre 1922 die Stellung von Staat und Kirche erfahren hat. Der erste Akt des Faschismus war die Verichtung und Aufhebung aller anderen Parteien. Davon betroffen wurde auch die katholische Volkspartei, die „P o p o l a r i", die nach der Aufhebung des in der Enzyklika „non expedit" enthaltenen Verbots politischer Betätigung für die katholischen Organisationen in der Politik des demokratischen Italiens eine wachsende Rolle gespielt und als stärkste Partei zusammen mit den Sozialisten den parlamentarischen Betrieb beherrscht hatte. Die Führer des politischen Katholizismus mußten sich damals unterwerfen oder, wie Don Sturz o, der Führer des linken radikalen Flügels in die Verbannung gehen. Die Parallele dieser Tatsachen mit den Vorgängen in Deutschland im Frühjahr 1933 brauchen nicht mehr ausgeführt zu werden, denn sie leuchtet ohne weiteres ein. Der Vatikan hatte sich in diese politische Katastrophe nicht weiter eingemischt, sondern nahm den Untergang der katholischen Partei in Italien einfach zur Kenntnis. Anders wurde dies erst, als Der Faschismus nach äußerer Befestigung seiner Macht an die Verwirklichung feines „Totalitätsanspruches" ging und zu diesem Zwecke dieErziehungundHeranbil- düng der Jugend für den Staat in Anspruch nahm. Er stieß hier alsbald auf die Widerstände der katholischen Jugendverbände, die unter der Leitung der „Katholischen Aktion" den kirchlichen Anspruch auf Erziehung der Jugend verkörperten, zugleich aber natürlich auch die Reste des politischen Katholizismus in sich schloß. Die Jahre 1926 bis 1931 waren von heftigen Kämpfen zwischen Staat und Kirche erfüllt, die das, was wir heute in Deutschland erleben, weit hinter sich lassen. Mit eiserner Konsequenz führte Mussolini die Zerschlagung der katholischen Jugendverbände und Die restlose Eingliederung der gesamten italienischen Jugend in die staatlichen Organisationen durch. Der Papst war gezwungen, von sich aus die Auflösung von ungefähr 500 Jugendlegionen der Katholischen Aktion zu verkünden; schließlich löste sie Mussolini in ihrer Gesamtheit auf. Es kam dann zu dem großen geschichtlichen Friedensschluß zwischen dem Vatikan und dem „kirchenräuberischen" Italien der savoyischen Dynastie, der dem Papst einen Schein feiner asten weltlichen Herrschaft zurückgab und die Beziehungen von Staat und Kirche durch ein Konkordat regelte. Aber unmittelbar nach dem Abschluß dieses Friedens kam es zu neuen heftigen Kämpfen, deren Gegenstand immer wieder die Erziehung der Jugend war. In Rom kam es im April 1931 zu großen antikirchlichen Kundgebungen, so daß sich kein Priester mehr auf der (Strafe zeigen konnte. Die Sprache, welche die beiden Vertragsteile, Mussolini in Reden und der Papst in einer berühmten antifaschistischen Enzyklika, anschlugen, können an Heftigkeit nicht übertroffen werben. Der eben geschlossene Frieden zwischen Kirche und Staat schien hoffnungslos zerstört. Mussolini hob entgegen den Bestimmungen des Konkordats die Katholische Aktion auf, hielt, der 3bee des Faschismus getreu, zähe und unbeirrt an ferner Forderung der staatlichen Erziehung der ganzen Jugend fest und — blieb schließlich Siege r: die katholische Aktion mußte von allen Dem Faschismus nicht genehmen Elementen gerei- ? ?l?.ef7cn' ihre Augenoorganifationen wurden den faschistischen emgegüebert und ihre Tätigkeit auf ” ° 5 e i" Religiöse beschränkt. Sportliche Tätigkeit wurde verboten. Abzeichen und Fahnen nur in den italienischen Nationalfarben gestattet Der Vatikan fügte sich in das Unvermeidliche, und feit dieser Zeit — es sind nun vier Jahre . ul oe r religiöse Friede in Italien wieder hergestellt, ohne daß man davon gehört hätte, daß die Religion daraus Schaden erlitten hat. Auch in diesem zweiten Abschnitt der italienischen Auseinandersetzung ist die Parallele zu den deutschen Vorgängen ohne weiteres ersichtlich. Erstaunlich ist eigentlich nur, daß der Vatikan sich offenbar bis heute nicht entschlossen hat, die Folgerungen aus seinem italienischen Erlebnis zu ziehen, das ihm nahelegen könnte, die Verzichte, zu denen er dort gezwungen wurde, hier freiwillig auszusprechen und so den Ka m p f z u vermeiden, der mit einer sicheren Niederlage enden wird. Denn wie der Faschismus sich selbst, seine Idee und seine Zukunst aufgegeben hätte, wenn er seinen Anspruch auf die Formung der Jugend nach feinem Bilde aufgegeben hätte, so wird auch der Nationalsozialismus in Deutschland in dieser mehr für die Zukunft als für die Gegenwart entscheidenden Fragen keine Nachgiebigkeit und Schwäche kennen. Oie argentinischen Gtahlhelmmit- glieder ans dem ASOFB. ausgetreten. Buenos Aires, 8.August (DNB.) Die Mit- Slieber des Stahlhelms im Landesverbcind r g e n t i n i e n beschlossen einmütig den geschlossenen Austritt aus dem Stahlhelm, weil sie zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß der > Stahlhelm nach Wiederherstellung Der Wehrhoheit ! des Reiches durch den Führer seine Aufgabe erfüllt i habe. Die Mitglieder wollen gleichzeitig durch den ! Austritt ihren ehemaligen Kameraden in Deutsch- i lani) Beispiel und Vorbild sein und sich für einen i In der Nacht zum Dienstag waren in Gladbeck Die vom Gau Westfalen-Nord der NSDAP, zum Aushang gebrachten P l a k a t e mit dem bekannten Aufruf gegen das verbrecherische Treiben des poli- tischen Katholizismus an verschiedenen Stellen gewaltsam abgerissen worden. Als Täter ermittelte die Geheime Staatspolizei den Pfarrer Reckmann und den K a p l a n H o l t k a m p von der St.-Jofephs-Pfarre, die sich nunmehr vor dem Schnellgericht zu verantworten hatten. Das Schnellgericht verurteilte den Pfarrer Reckmann z u o i e r Monaten Gefängnis und den Kaplan Holtkamp zu zwei Monaten Gefängnis. Eine mitangeklagte Ordensschwester des Katholischen Krankenhauses in Gladbeck wurde frei- gesprochen, da bei ihr lediglich der Versuch des Plakatabreißens vorlag. * Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Der Kaufmann Richard H ä b e r {e aus Stuttgart wurde durch das Landespolizeiamt wegen Verbreitung von Greuelnachrichten in Schutzhaft genommen. Er hat seit längerer Zeit zusam- men mit einem Ausländer planmäßig im In- und Auslande die ungeheuerlichsten Lügen - nachrichten über Zustände in Deutschland und insbesondere über angebliche Mißhandlung oon Ge- Münster, 8. August (DNB.) Die Staats, p o l i z e i st e l l e für den Regierungsbezirk Münster teilt mit: Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 ist hie Kolping. f a m i 1 i e (nach dem Gründer, Pfarrer Kolping, genannte katholische Gesellenvereine) im Bereich des Kreises Lüdinghausen (Reg.-Bezirk Münster) auf Grund der bekannten Vorfälle in Werne an der Lippe (heimtückische Verdächtigung der SA. durch Verbreitung gefälschter Flugblätter) mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden. Der Staatspolizeistelle Münster ist vom Dio« zesanpräsidium der katholischen (3 e ■ 1 sellenvereine folgendes Schreiben zugegangent 4 Münster, den 3. August 1935. Auflösungsurkunde. Auf Grund des § 5 des Generalstatuts schließe ich hierdurch mit sofortiger Wirkung die Kolpingfamilie Werne an der Lipps aus der Deutschen Kolpingfamilie aus. Die Kolpingfamilie in Werne ist auf. gelöst. Die Mitgliedsbücher und Stammkarten der bisherigen Mitglieder werden durch meine Beauftragten sofort eingezogen. Das Eigen, tum der Kolpingfamilie Werne wird dem Pfarr- dechanten Tenhagen in Werne zu freuen Händen übergeben. Ausschluß und Aufhebung haben ihre Begründung in einem schweren Verstoß gegen Artikel 4, Absatz 2, des Grundgesetzes der Deutschen Kolpingfamilie. . Gez.: Th. Rürth Reichspräses der Deutschen Kolpingfamilis und Generalpräses des Kolpingwerkes Köln. An den Herrn Leiter der Geheimen Staatspolizei, Recklinghausen, zur Kenntnisnahme ergeben^ übersandt. Hitler-Freiplatzspende. Dank an die alten Kämpfer der Bewegung. B e r l i n, 8. Aug. (DNB.) Die Reichsleitung der NSDAP., Hauptamt für Volks- Wohlfahrt, teilt mit: Bei der Werbung für die Hitler-Freiplatz-Spende zeigt sich immer wieder, daß ein Teil der Bevölkerung über Sinn und Zweck dieser Dankspende an die alten Kämper der Bewegung nicht unterrichtet ist. Vielfach wird die „Hitler-Freiplatz-Spende" mit der „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft" verwechselt. Zur endgültigen Klarstellung der Unterschiede sei hier kurz Ziel und Zweck beider Unternehmungen geklärt. Die Adolf-Hitler-Spende der deut- ch e n Wirtschaft ist eine zwischen den Beauftragten der deutschen Wirtschaft und der Reichs» leitung der NSDAP, vereinbarte Spendeaktion, dis ausschließlich von der Wirtschaft getragen wird. Sie bat den Zweck, der Partei und ihren verschiedenen Organisationen zu ermöglichen, die national- politischen Aufgaben im neuen Deutschland zu erfüllen. Dadurch wird die Wirtschaft gleichzeitig vor jeder Ueberdeanspruchung be. wahrt. Die Hitler-Freiplatz-Spende hat eins ganz andere Bedeutung. Sie wurde ins Leben gerufen, um "den alten Kämpfern der Bewegung, dis in den langen Jahren des Kampfes größten Entbehrungen ausgesetzt waren, heute eine Gelegenheit zur Erholung und Wiederaufrichtung ihrer ge- undheitlichen Lebensbedingungen zu geben. Man muß dabei bedenken, daß diese Menschen in den Kampfjahren nicht allein die ungeheure Erregung und die ewige Anspannung der Kampfbereitschaft getragen haben. Sie waren durch den Terror, durch die Verfolgung, durch die Aechtuna von feiten der Menschen ringsum aus ihren Arbeitsstätten vertrieben und hatten dann noch nicht einmal die armseligen Unterstützungsgroschen zum Leben, da sie auch Diese kleinen Beträge noch in fanatischem Opfergeist der Bewegung und ihren Kampfzielen zur Verfügung stellten. Als die Hitler-Freiplatz- Spende ins Leben gerufen wurde, ist diese Aktion der Dankbezeugung gegenüber den alten Kämpfern von einem großen Teil des deutschen Volkes freudig aufgenommen worden. Leider gibt es aber auch noch Menschen, die die heilige Santes- pflicht, die hier vorlieat, nicht erkannt haben. Gerade in der NSDAP, und ihren Gliederungen, in denen heute Millionen marschieren, die diese großen und schweren Opfer der Kampfzeit nicht mittrugen, muß es heute z u einer Seligen Pflicht werden, den alten Kämp« ern gegenüber helfende Kamerad- djaft zu üben und ihnen die Gelegenheit zu bieten, die in den vergangenen Kampfjahren zu Schaden gekommene Gesundheit wieder neu aufzubauen. Es ergeht deshalb der Ruf an alls Partei- und Volksgenossen in bet NSDAP, und ihren Gliederung en: Beweist eure Verbundenheit und Treue zum Führet damit, daß ihr seine Sorge um die alten Kämpfet auf eure Schultern nehmt! Helft diesen Kameraden der Tat, wieder starke, leistungsfähige Aufbaukräfts im gewonnenen neuen Reich zu werden! alle Frontkämpfer Umfassenden S ö kd ck k e n d u n d zur Verfügung halten. Der ehemalige Landes- sührer des Stahlhelms sandte an den Gauleiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Bohle, ein Telegramm, in dem er den Austritt mitteilt und bittet, dem Führer zu melden, daß alle Mitglieder erneutes Treuebekenntnis zum'Füh- r e r ablegen und sich für den neu zu gründenden Soldatenbund zur Verfügung halten. Der Entschluß der Stahlhelm-Mitglieder machte bei der Deutschen Kolonie tiefen Eindruck; er beweist, daß die auslanddeutschen Frontkämpfer nach Mackensens Beispiel in der Pflichterfüllung gegenüber den Sortierungen nach Einheit und Geschlossenheit des deutschen Volkes den deutschen Kameraden in der Heimat nicht nachstehen. Drei Giahlhelm-Landes- verbände aufgelöst. Berlin, 8. Aug. (DNB.) Wie das Geheime Staatspolizeiamt mitteilt, sind die Landesverbände Berlin-Brandenburg, Pommern und Ostmark des NSDFB. (Stahlhelm) einschließlich aller Untergliederungen auf Grund des § 1 der Verordnung zum Schutze von Volk Der Pater I f i d o r, mit dem bürgerlichen Namen Peter Hart, aus dem Franziskanerkloster Waldbreitbach, seinerzeit unrühmlich bekannt geworden durch einen Devisenschieberprozeß, wurde verhaftet, weil er als Leiter einer Irrenanstalt an Schwachsinnige den Auf - trag erteilte, in ber Dunkelheit die Plakate der Gauleitung gegen den politischen Katholi- zismus abzureißen. Er hatte diesen Schwach- innigen weiter einen Eimer Schusterschwärze mit» gegeben, um die Plakate gegebenenfalls zu übertreten und unkenntlich zu machen, alls ihre Entfernung nicht möglich sein sollte. Tesfln Das Programm -es Reichsparieitages 1935 9.00 Uhr: Erste Vorführung der Wehrmacht auf 10.00 annt: Dienstag, den 10. September von Nürn- er Irial kaufen kann. 11.30 12.00 12.00 f*tn Breiten mit größter Bestürzung ausgenommen. Der" 1892 gebaren- Minister geMrts IM» ju b.n Mitbegründern der Faschist'sch-n P-r. 7, unb in den Jahren des Aufbaues a l s p - r- »nlicker Freund und Mitarbeiter d-s Duce dem Faschismus größte Dienste geleistet. Er seist- sich besonders sür di- Iyndik°l>st.,ch°n Organ;- !ev. '’ • J__UAtxoihoU fnhonn für lanaere Aeit Großer Waldbrand In Südwestfrankrelch. 12.00 12.00 14.00 Uhr: Vorführung der Wehrmacht. 16.10 Uhr: Ansprache des Führers an die in Paradeaufstellung angetretenen Gruppen. berg"; von 10 bis der r der Zeppelinwiese. Uhr: Amt für Kommunalpolitik in der Kongreßhalle. Uhr: NS.-Lehrerbund im Apollotheater. Uhr: Amt für Volksgesundheit im Kulturvereinshaus. In Südwestfrankreich wütet ein großer Wald- brand Mehr als 500 Hektar Fichtenwald sind bereits verbrannt. Z w e i S ch l ö f f e r s ind in Gefahr. Mehrere Häuser mußten bereits aus Sicherheits- kolpingfamili» »wertes Köln, taats« lahme i 18 Uhr: Eintreffen Sonderzüge des Reichs- arbeitsdienstes auf dem Bahnhof Dutzendteich und Rangierbahnhof. Uhr- Tagung des Schulungsamtes im Die Dreierkonferenz tritt am 16. August in Paris zusammen i. fti Sl<2 * tun611 itk vetoegung. sleifung r AoNs. »Mtz \üx die c Meder, daß a und Zweit :en Kamp- cktet ist. Diel- we" mit der iirtschast" Der- ig der Unter« beider Unter« der deut« n den Beaus« i der Reichs« endeaktion, di» gen wird. Eis verschiedenen national« m Deutschland 'ast gleichzeitig chung be« nbe hat ein» ins Leben ge« öewegung, dl» größten Eni« ehre Gelegen« hing ihrer A neben. Man Staats, ea V,0" UNi met^lpin9. VNeich Vorfälle in ^rdachhgung Nugblätteri worden. v°m Dio, 'chen Te, äugegangem ugust 1935. schließ, urkuna die der Lipp, "gsamilie e ist auf. Stammkarten ch meine Be* « Eigen. 1 dem Pfarr« ■ Zu treuen Hebung haben n Verstoß ■ s Grund« Ute. . tischen Leiter. _ . .. A Don 7 bis 15 Uhr treffen die Sonderzuge der HI. am Bahnhof Dutzendteich em. Ab 18 Uhr: Eintreffen der Sonderzüge Der SA.. SS. und RSKK. Samstag, den 14 September. 10.00 Uhr: Der Führer sprich! zur hitterjugend in der Hauptkampfbahn des Stadions. bis 14.00 Uhr: Dritte Iahrestagung der Deutschen Arbeitsfront. Einsetzung des Reichsarbeits- und Dlrtschaflsrates in der LuitpoldHalle. ,, . Uhr: Tagung der NSV. im Kuliurnerems- italienischer Mister das Opfer eines Nugzeugungliilks. Auf dem Flug nach Ostafrika in der Nähe von Kairo abgestürzt. Acht Todesopfer.-Die Ursache des Unglücks noch nicht bekannt. •i». UZ! Stalen1 mpfbe«*» lernt, durch oon j* ।M 'S-blchEl i Stan*!® \\ •■HS «ottes fr'" l Ätz Sä 7n-°K tu" Mst •Ä ?ben- Rom, 8. Aua. (DRB.) Der italienische Minister für öffentliche Arbeiten Luigi Razza ist aus einer Dien st reise nach Ostafrika einem Flugzeugunglück zum Opfer gefallen. Auf der Strecke Rom—Massaua stürzte das Flugzeug, in dem sich der Minister befand, kurz nach einer Zwischenlandung 14 Kilometer hinter Kairo ab. Hierbei fanden vier Mann Be- atzung und außer dem Mini st er noch rrei Fahrgäste den Tod. An Bord befanden sich außer dem Minister noch dessen Privatsekretär Minasi ferner der bekannte Forscher Baron Fr anchettt und vier Mann Besatzung. Es handelt sich unt ern W a s s e r- fluazeug Savoia 81, das regelmäßig den Flugdienst Rom-Asmara versah Kurz nachdem das Sxeua Mittwoch abend Kairo verlassen hatte, ^ndte?er Bordfunker einen Funkspruch nach 9T«ninra die Maschine sei unter den besten Witte- mn"sv-rhäUMen ausa-fti-g-n, °n befind- sick alles wohl. Mit diesem Augenblick s e tz t e i e d e NI eitere Nachricht aus. Als das Flugzeug 7ur f-ftg-f-tzt-n Stund- nicht in Masiaua -mtraf, ^nurhflTilofort Nachforschungen angestellt. In stusaminenatbeii mit den ägyptifch-n Behörden tonnte bas Flugzeug Donnerstag nachmittag in d - r N ä h - ° ° n K - ir ° ° ufg - sunb - n wer- den Sämtlich- Insassen war-n tot. _ Di- Nachricht von dem Unglück wurde in romi- 15.00 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresies 15.00 Uhr: Einlaß zum Volksfest tm Sta d i o n s g e l ä n d e. Eröffnung des Volksfestes durch die Werkscharen der Deutschen Arbeitsfront. 131)0 Uhr: Eintreffen der letzten Sonderzüge der SA. und SS. Sonntag, de» 15. Seofemher. -« fJSÜÄwt r«‘" SA SS. und des NSKK. durch Wodan- straste — Allersberger Straße - Bahnhofs- platz — Frauentorgraben — Murrer —Lud- Miinffra^e __ Kaiserstraße — Fleischbrucke. 11.30 Uhr (ungefähr): V o r b e im°rsch vor dem Führer am Adolf-Hitler-Plag. 18 00 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. Montag, den 16. Septemder. Sonderlagungen. 9 00 Uhr- Gau- und Reichsleiter Gaupersonal- amts- und Gauorganisationsleiter im Opern 8 00 Gau- und R-ichspropagand-l°it°r im S0o R"°Ag?°rp°liti(cher Apparat im Katha- 9Oo"mmi(fion für Wirtschaftspolitik im 9.00 «Swt im großen Rathaus- saal Seit 1. August führt der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht eine neue Flagge. Es ist ein schwarz-weiß-schwarz gerändertes Quadrat, in dessen Mitte die Reichskriegsflagge, ebenfalls m Form eines Quadrates steht. In den vier Ecken be- finden sich, mit dem Kopf zur Mitte, je em schwarzer, rotbewehrter Adler der Wehrmacht. — (Scherl-M.) 200000 Stadtkinder brauchen Erholung. Die Kinderlandverschickung genehmigt. Berlin, 8. Aug. (DNB.) Der Reichsschatzmeister der NSDAP, hat im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern dem Hauptamt für Dolkswohlfahrt öie Tiurcf)- I führung der sogenannten "Kinder- l a n d v e r s ch i ck u n g" auf jederzeittgen Widerruf, innerhalb des Deutschen Reiches in der Zett vom 1. Juli bis 31. Oktober 1935 genehmigt. Die Kinderlandverschickung erfaßt die Freistellenwer- buna einerseits und die Freiplatzzuwetsung ander- feite. Eine Werbung von Geldspenden ist mit Rücksicht auf die allgemeine Sammelpause verboten. * 200 000 Kinder fuhren aufs Land, lernten Deutschland kennen, kehrten sonnverbrannt, mit blühenden Wangen und strahlendem Gesicht in die Heimat zurück. 200 000 Elternpaare waren aus Wochen die Sorge um ein hungriges Mäulchen los. 200 000 Mütter konnten einmal an sich selbst denken und zumindest ein wenia rasten in ihrem sonst ruhelosen Leben. Aber noch ist die Schlacht erst halb geschlagen! 200 000 andere Kinder warten noch und ihnen tut ein Landaufenthalt nicht we- nX$ e utscher Bauer hilf mit, den 200 000 wartenden Kindern für einige Wochen Stärkung und Kräftigung zu sichern. Trag Sorge, daß keines von ihnen enttäuscht in der Stadt Zurückbleiben muß. Deutschlands Bauern sehen ihren schönsten Lohn für die Aufnahme eines Stadtkindes im frohen Kinderlachen und im Wissen um die Erfüllung ihrer 'Pflicht an Deutschlands Zukunft. Berlin, 8. August. (DNB. Funkspruch.) Die lationalsozialistische Parteikorrespondenz gibt das olgende Programm des Reichsparteitages 1935 be- ationen ein unb b-kl-w-i- sodann für längere Zeit geräumt werden. Ein Mjähriger Mann, der ^Ram mtt zahlreichem Personal im Flugzeug N a ch K a i r o , UM die bisher völlig rätselhafte U r» fache des Unglücks zu untersuchen und insbesondere festzustellen, ob es sich, wie gerüchtweise verlautet, etwa um einen Sabotageakt gehandelt haben könnte. Wie das Unglück entdeckt wurde. I Rom, 9. August. (DNB. Funkspruch.) Wie „Corriere della Sera" aus Alexandrien berichtet, wurde dort erst am Donnerstagabend das tragische Ende des italienischen Ministers bekannt. Britische Flieger flogen die Strecke ab, konnten! aber keine Spur bis Port Sudan finden. Das Geheimnis wurde erst am Abend um 7 Uhr gelüftet, als ein englischer Flieger das Gerippe des Apparates kaum 2 0 Kilometer vom Flughafen von Asmara entfernt in der Wüste entdeckte. Zuerst hatte niemand vermutet, daß der Apparat in so unmittelbarer Nähe des Startplatzes abgestürzt war. Das Flugzeug war von den Flammen zerstört. Die Motoren hatten sich in den Wüstensand einge- bohrt. Der italienische Gesandte begab sich an die Unglücksstelle, um die Ueberführung der Leichen nach Kairo anzuordnen. Wie die „Egyptian Gazette" berichtet, soll nach einer ersten Prüfung das Unglück auf die Explosion des Benzin- tanks zurückzuführen sein. beaab gekommen. Gendarmerie und Truppen sind zum - ■' • Eindämmen des Feuers eingefetzt worden. P a r i s , 9. Aug. (DNB.) Funkspruch.) In amtlichen Kreisen wird bestätigt, daß die Dreierkonferenz über den abessinischen Streitfall am 16. August in Paris zusammentreten wird. Man gibt sich in London der Hoffnung hin, daß auch der Schlichtungsausschuß seine Arbeiten sobald wie möglich wieder aufmmmt. Das Amt eines fünften Schlichters ist dem griechischen Gesandten in Paris P o l i t i s angeboten worden; man zweifelt nicht daran, daß der griechische Diplomat annimmt. Der „Star" übt an der Tatsache Kritik, daß der Protest der britischen Regierung gegen die heftigen Angriffe der Halte- Nischen Presse lediglich bei dem diplomatischen Vertreter Italiens in London zur Weiterleitung nach Rom erhoben worden ist. Nach Ansicht des Blattes wäre es richtiger gewesen, die Vorstellungen durch den englischen Botschafter in Rom bei Mus- solini persönlich erheben zu lassen, obwohl der italienische Regierungschef sich kürzlich bei mehr als einer Gelegenheit außerstande erklärt habe, Sir Eric Drummond zu empfangen oder mit ihm Fragen zu erörtern, die London anzuschneiden wünsche. Für die Italiener bestehe die Gefahr, daß England und Frankreich die „faschistische Marionettenpartei i n O e st e r r e i ch in aller Ruhe ^rem eigenen Schicksal überlassen würden, sobald die Italiener in Abessinien alle Hände voll zu tun hätten. Auf dem Papier fei die Unabhängigkeit Oesterreichs 15.30 Uhr: Empfang der Pressevertreter im Kulturvereinshaus durch den Reichspreffe- chef der NSDAP., Pg. Dr. Dietrich. 17.30 bis 18 Uhr: E i n l ä u t e n des Parteitages durch die Glocken sämtlicher Kirchen Nürnbergs. 18.00 Uhr: Empfang der Spitzen von Partei und Staat im Rathaussaal. 19.30 Uhr: Im Opernhaus Festaufführung „Die Meirx * “r 1---- ---- “ Mtwoch, den 11. September. 11.00 Uhr: Feierliche Eröffnung des Parte i k o n g r e f f e s der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in der Luitpoldhalle. 16.30 Uhr: Grundsteinlegung zur Kongreßhalle. Es marschieren dazu auf: Je eine Abordnung politischer Leiter, SA., Reichsarbeitsdienst, NSKK., Flieger, SS., Hitlerjugend. Das Reichsheer und die Gruppe General Göring stellen je eine Ehrenkompanie. 22.00 Uhr: Kulturtagung im Opernhaus. 20.00 bis 21.30 Uhr:Stand konzert am Adolf- Hitler-Platz; ab 19.00 Uhr: Eintreffen der Sonderzüge der Politischen Leiter. Donnerstag, den 12. September. 40.00 Uhr: Appell des Relchsarbells- dlenst es auf der Zeppelinwiefe Vorbeimarsch vor dem Führer. Anschließend Marsch durch Regensburger Straße—Marienstraße— Königstorgraben —Königsstraße —Karolinenstraße — Ludwigstraße — Frauentorgraben — Bahnhofsplatz — Allersbergerstraße — Lang- wasfer. 14.00 Uhr: Tagung der Geldverwalter der HI. und des BdM. im Sitzungssaal des Rathauses. 17.30 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 20.30 Uhr: Aackelzug der Politischen Leiter durch Hainstraße — Regensburger Straße — Marientunnel — Bahnhofstraße. 21.00 Uhr: Abna hm e des Fackelzuges d'urch den Führer am Bahnhof. Der Fackelzug marschiert weiter durch Frauen- torgraben — Plärrerstraße — Fürther Straße — Willstraße — Deutsch - Herren - Straße, dort Abwurf der Fackeln. Freitag, den 13. September. Sondertagungen: 8.00 Uhr: Auslandsorganisation der NSDAP, im Apollotheater. 8.00 Uhr: NS.-Studentenbund im Katharinenbau. 8.30 Uhr: AmtfürBeamteim Opernhaus. 9.00 Uhr: R e i ch s r e ch t s a m t der NSDAP, und BNSDI. im Kulturvereinshaus. 10.30 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 13.00 Uhr: Tagung der Hauptschriftleiter der P arte i p r e s s e sowie der Presseamts le l- ter und Pressereferenten im großen Rat- hausfaal. 14.30 Uhr: N S. - K r i e g s 0 p f e r v e r s 0 r u n g im Kulturvereinshaus und Finanzwesen und Verwaltung im Sitzungssaal des Rathauses. 14.30 Uhr: Parteigerichtsvorsitzende ttn Opernhaus. 14.30 Uhr: Reichsarbeitsdienstfuhrer im Apollotheater. , _ ,. 17.00 Uhr: Appelle der Politischen Leiter auf der Zeppelinwiefe. o T. 20.00 Uhr: F r a u e n k 0 n g r e ß in der Luitpold- 7.00 Eintreffen der letzten Sonderzüge der Poli- In den letzten Tagen kann man in der schweize» m , . . , . I rischen Presse eine starke Erregung feststellen, die 17.00 Uhr: Borbe i_mar,bet ®™PP«n Dor sich gegen Tafiach-n bes 3r reb e n ti smu s tnt Fuhrer vuj bEr 3ePP mmieJe. Xiflin wenbet. Durch di- Untersuchungen, bte 18.30 Uhr: Fortsetzung unb Schluß bes Parteikon. 6ie inzwischen verbotene faschistische Zeitung M Uesses^ des Tessins „21 b u I a" geführt worden sind, ist 21.00 Uhr: Truppenteile der Wehrmacht haben auf einwandfrei bewiesen worden, daß dieses Blatt der Zeppelmwtese Viwak bezogen. finanzielle Zuweisungen vom italie- 21.30 Uhr: Es marschieren sämtliche am Re.chspar- ® Ministerium der Korporativ- teitag teilnehmeickten Musikkorps der Wehr-1 erhalten hat. Das steht natürlich in einem macht aus dem Biwak zum (3 r o ß e n ,*5 a p- frünen Widerspruch zu der Versicherung, die Musso» f e n ft r eich vor dem Juhrer auf deitni vor einem Jahre in einer Rede in Mailand linwiefe auf. Großer Zapfenstreich. Anschlie- abgegeben hat und in der er sagte: „Unsere Behend: Abtransport aller Formationen. Ziehungen in der Schweiz sind ausgezeichnet unb werden es bleiben, nicht nur während Der nächsten DieMbMeninder^WWdtdttdeweMg"LM«LPH rr r 1 'Kantons Tessin erhalten und verstärkt werde und das nicht nur in unserem Interesse, sondern vor allem im Interesse der Schweiz selbst und um ihrer Zukunft willen." Die Methoden, die der Schweiz von italienischer Seite angeraten wurden, um diese Jtalianität zu sichern unb zu stärken, hätten allerdings schon längst Anlaß zu ernsten Ueberlegungen und Schlußfolgerungen geben können. Es wird nämlich nichts anderes vorgeschlagen als die Herausnahme Ides Kantons Tessin aus dem Schweizer Zollgebiet, was natürlich nicht anders gemeint sein kann, als daß die italienische Zollgrenze bis zum St. Gotchard vorgeschoben würde. Begründet wird dieser Vorschlag damit, daß die wirtschaftliche Notlage viele Tessiner 3m Veräußerung oon Grund und Boden an nichtitalienische Schweizer veranlasse, was bei der Anziehungskraft der „schönen italienischen Sonne" zu einer allmählichen deutschen Durchdringung des Tessin führen müsse, auch wenn diese nicht planmäßig betrieben werde. _ r r, i Die faschistische Gruppe tm Tess in, die sich für diese Pläne einsetzt, stellt, wie es sich bei den letzten Kantonwahlen ergeben hat, nur eine ganz verschwindende Minderheit dar. Ihre Bestrebungen, die von der Zeitung , „A d u l a" unterstützt wurden, müssen vom Ge- Am Königsplatz in München, bas vor einigen Tagen vom Führer ben Ehrennamen Haupt- Muntt ber Schweiz aus als d^^rater,scher stabt ber Bewegung" erhielt, schreiten bte Neubauten für die V er w al tung s g eb aub e Mreb'n Nsmus b-tr°qt-t weroen. ber NSDAP, rüstig vorwärts. - Unser Bild zeigt links emen Teil bes Hauses bes Führers , bullungen Uber b^eFinanz u * s ’ ( 2l„, bann ben Ehrentempel unb bas Verwaltungsgebaube bas am weitesten vargeschrüten ael ernst" s Gesicht, unb bie ist. Der Platz selbst wirb, wie man b-utlich erkennt, mit großen Steinplatten ausgelegt. - Weltbüb-M.) Blaü» geben ebenso wie bie Mehrheit der Presse des Tessin ihrer Bestürzung und ihrer Entrüstung deutlichen Ausdruck. Vielleicht kommt man auf einigen schweizerischen Redaktionen bei dieser Gelegenheit auch einmal auf den Gedanken, mit diesen Vorgängen die vollkommen loyale Haltung der deutschen Reichsregierung zu vergleichen, die in der letzten außenpolitischen .Rede des Führers einen so überzeugenden Ausdruck gewährleistet, tatsächlich aber werde die gegenmär- fand. Dor längerer Zeit schon einmal hat das ttige Regierung in Wien oon italienischer Seite un-1 „Giornale d'Jtalia" vom Tessin als von „j e nem terstützt und kontrolliert. Es gebe keine Bürgschaft Zipfel der Lombardei" gesprochen. Die zur Aufrechterhaltung „dieser eigenartigen Lage". schweizerische Presse hat diese Entgleisung mit ' ' einigen Bemerkungen abaetan. Das Geschrei kann 3talicn erbalt keinen mevn man gar mH l und Monate hindurch angestimmt worden wäre, jn Slttlgrilfl wenn eine führende deutsche Zeitung von dem 111 deutschsprachigen Teil der Schweiz als von „jenem Washington, 8. Aug. (DNB.) Italienische Zipfel des künftigen Großschwaben" geschrieben Firmen hatten versucht, bei Neuyorker Banken ein-1 hatte, jährige Kredite für den Ankauf von ------ Baumwolle und anderer Ware zu erhal- ^eicbükrieaS'Minister's. ten; die Banken weigerten sich aber, ein län-1 Vit Flagge PCS JXCiajeintöviiiunntiv« geres als dreimonatiges Ziel zu geben. Darauf wandten sich die Italiener an die Außenhandelsbank und erklärten sich mit einer halbjährigen Zahlungsfrist zufrieden; aber dies wurde mit „Rücksicht auf die ungeklärten Verhältnisse in Italien" abgelehnt. Im Staatsdepartement dementiert man, daß irgendeine neue Politik gegenüber Italien beschlossen worden sei. Vielmehr habe man angesichts der finanziel l e n L a g e I t a l i e n s eine Kreditgewährung als zweifelhaftes Geschäft betrachtet, auf das man lieber verzichten sollte. Praktisch läuft die Entscheidung darauf hinaus, daß Italien in den Vereinigten Staaten fein Kriegsmate- KE -MA - "WW enggries ein. Sie wurden von der Bevöl- Wie Tomaten $4 Veranstaltung teilzunehmen. 4533 D marke N Lenggries, 8. Aug. (DNB.) 1400 deutsche Jungen aus der ganzen Welt fuhren am Mittwoch in Lc ~ Oie Ausländsdeutsche Jugend im Hochlandlager Langgries. Oer Tieichsjugendführer begrüßt die (Säfte aus aller Welt. kerung stürmisch begrüßt. Die Häuser strahlten in der Dämmerung im Lichte der unzähligen Fackeln. Die Omnibusse fuhren dann bis Langeneck, wo der Hilfszug Bayern Aufstellung genommen hatte. Don dort zogen nun die 1400 auslandsdeutschen Jungen mit wehenden Fahnen singend durch die Straßen, die von 4000 Hochlandjungen und -pimpfen umsäumt waren. Die Heilrufe endeten erst, als die 1400 Jungen aus allen Teilen der Erde ausgenommen waren in die große Gemeinschaft der 4000 Hochlandjungen, mit denen sie zehn Tage gusammenbleiben werden. Als der Reichsjugendführer Baldur von S ch i - dach eintraf, waren die Lagerbesatzungen in einem großen Viereck angetreten. Gebietsführer Klein meldete 4000 Jungen vom Hochland, Oberbannfüh- ter Minke feine 1400 Jungen. Dann ging unter Trommelwirbel die große Flagge am Lager- mast hoch, von den Tausenden mit erhobener Hand begrüßt. Während der Reichsjugendführer mit den Ehrengästen die Fronten abschritt, brausten Flieger über das Gelände und vollführten kühne Luftkünste. Einem Rundgang durch das Deutschlandlager schloß sich eine Kundgebung auf dem Thingplatz an. Der Reichsjugendführer hieß die deutsche Jugend aus 48 Nationen im Auftrage des Reiches und der NSDAP, willkommen und dankte allen, die zu dem Gelingen dieser Fahrt beitrugen, besonders Korpsführer Hühnlein und dem ganzen NSKK., das bei dieser und anderen Veranstaltungen der HI. stets seine freundschaftliche Haltung bewiesen habe. Dann führte er u. a. aus: Dieses Deutschland der Hakenkreuzfahnen, das Deutschland einer einigen Jugend, das Deutschland der Wehr und Ehre ist die Frucht einer ungeheuren Opferleistung von Hotel Traube, Weilburg Jeden Samstag und Sonntag nachmittags und abends KONZERT Kapelle „Gehrke“, Bad Homburg Bei günstigem Wetter im neu eröffneten, ideal gelegenen Schloßterrassen-Cafd Inhaber: W. Görtz. 4290d Nordwestdeutscher leistungsfähiger T extil-Grossist sucht für sofort einen Reise ^Vertreter der bei der Detailkundschaft gut eingeführt ist, sie regelmäßig und intensiv bearbeitet. Auto muß für Mitnahme der Kollektionen zur Verfügung stehen. Ausführl. Anerbieten unter 4538D an den Gießener Anzeiger erb. Ätta Änrekgett-SlkikerrseleMtbaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gietzen / Schulfivaste L Eindrücke im Güdchinesischen Meer Don unserem R.W.-Serichierstaiter. Aus alter Welt. 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Die mangelnde Tropenkleidung ist auch in Manila ergänzt worden, und riesige Manila- Strohhüte schützen gegen die drückende Sonne. Außer einigen Inselgruppen ist am Tage nicht viel zu sehen. Dafür wird nächtlicherweise der südliche Sternenhimmel studiert und dabei festgestellt, daß der uns Europäern so vertraute Große Bär allmählich wieder in höhere Regionen wandert, nachdem er fast hinter dem Horizont verschwunden war. Als neueste Errungenschaft an Kleidung tauchen die „Shorts", kurze Hosen aus leichtem Stoff, auf, die von beiden Geschlechtern gleichmäßig bevorzugt werden. Strümpfe gibt es schon lange nicht mehr, und Stiefel oder Schuhe sind von leichten Sandalen verdrängt. Auch zu den Mahlzeiten macht man es sich so bequem wie möglich, und einige Engländer vertauschen dankbar ihre festliche Abendkleidung mit leichten, bequemen Hüllen. Frühmorgens wird gebadet, und zwar nicht etwa in den engen Bade- Millionen, das Werk einer entschlossenen Kampfgemeinschaft von Nationalsozialisten. Ohne dieses Opfer, ohne diesen Einsatz wäret Ihr nicht hier. Es ist wichtig, diese Erkenntnis mitzunehmen, daß nur durch Opfer große Leistungen geschaffen werden. Dieses Lager ist sinnfälliges Symbol des Wollens der jungen Nation. Heute find es zwei Millionen, die in solchen Lagern sind: in den kommenden Jahren wird es keinen Jugendlichen in Deutschland geben, der nicht drei bis vier Wochen im Lager verbringt, nicht nur zur Erholung, obwohl dies auch bewirkt wird, sondern um die Jugend zusammenzuführen, die nicht Armut oder Reichtum, konfessionelle oder Klassenfragen sucht, sondern die nur die Kameradschaft der Jugend kennt. Das ist das gewaltige Erlebnis, das uns mit den Ausländsdeutschen verbindet, dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit und Schicksalsverbundenheit. Die HI. sieht keine religiösen Güter gefährdet, wenn sie gegen konfessionelle Sonderbündelei angeht und eine große Gemeinde aller Deutschen fordert, in der nicht gefragt wird nach Stand oder konfessioneller Einstellung, sondern nur nach dem deutschen Volkstum des Volksgenossen. Mit uns sind alle großen und guten Kräfte der deutschen Vergangenheit und die Besten der deutschen Zukunft. Und eines wissen wir gewiß: wenn dieser Kampf um die Einheit des Reiches 15, 50 oder 100 Jahre dauern mag, wir werden ihn durchkämpfen und bestehen, nicht um eines bürgerlichen Vereinsideals willen, nicht wegen eines Sonderzieles, sondern um unseres ewigen deutschen Volkes willen! Das Lied der Jugend schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Nachmittags entwickelte sich ein lebhafter Lagerbetrieb, der die Jungen aus dem bayerischen Hochland und aus allen möglichen Gebieten des Auslandes rasch genug zur innigen Kameradschaft zusammenführte. wannen, sondern in einem hochkomfortablen „Swimming Pool", den unsere wackeren Matrosen unter Oberleitung des vielbewanderten Bootsmanns aus einfacher Zeltleinwand herstellten. So entstehen 9 Quadratmeter Wasserfläche bei einem Wasserstand von 1,80 Meter. „Kopfsprung ist verboten", heißt es kategorisch auf einem Warnungsschild. Das hindert aber nicht, daß Passagiere und Mannschaft in schönster Eintracht sich in Schwimmkünsten zu übertreffen suchen. Um sich vom Seewasser zu befreien, begießen wir uns gegenseitig nach dem Bade mit Süßwasser, das in Gießkannen und Eimern bereitsteht. Später sammeln sich die Bridgespieler, die eigens für den Zweck der Ausübung dieser epidemieartigen Erscheinung auf die Weltreise zu gehen scheinen. Auch in den Häfen bleiben die Unentwegten an Bord, um keine Unterbrechung der Spielserie eintreten zu lassen. Daneben tauchen die Sportler auf, die den Bücherwürmern mit ihrer Unruhe und ihrem Getrampel auf die Nerven fallen. Sie stürzen sich in weitem Anlauf auf den Punching Ball, stoßen Holzscheiben über Deck oder werfen klatschende Tauringe aus einen Pfahl. Dazwischen hüpfen einige andere um den Ping-Pong-Tisch. Die Politikaster, Bücherwürmer oder Sprachstudenten vermerken diese unruhigen Gäste mit heftigem Unmut. Wer aber Reisebriefe fchreiben muß, der irrt grollend mit Papier und Bleistist von Winkel zu Winkel, wo er in stummer Versenkung in die großen Geschehnisse der Welt und Zeit Bogen nach Bogen bemalt. Freilich muß man hinreichend Seelengröße besitzen, wenn man häßlichen Bemerkungen oder Gesten gegenüber zurückhaltend sein will. Wie z. B. der in nautischen Dingen hocherfahrene Bootsmann, der Bei Schlaflosigkeit Herz- und Nervenschwäche nehmen Sie unser bekanntes, natürliches Kraftmittel: 42680 ENERGETICUM. Allein echt im Reformhaus, Kreuzplatz 5 Der ganze Wochenmarkt ist voller Gui ken! Jetzt sind alle Hausfrauen dabei, Gurken eüizüinaChen: Wichtig ist hierbei/gute Zutaten zu nehmen. Ich empfehle Ihnen: Reinen Weinessig... Ltr. 40 Pf. Kloster-Gewürz...Beutel 15 Pf. Citrovin- und Melita-Essig, Essig- Essenz, Cellophan, Salycil-Papier, sämtliche Gewürze. Preiswert und gut kaufen Sie diese Sachen bei 4544a 45UA sich mitfühlend nach der Ursache meiner Zurück, gez.ogenheit ^rkuüdigte und über-meine absonderliche Betätigung aufgeklart, seine Mannen mit den Worten belehrte: „Und er spinnt doch". Wenn gegen Abend ein schwaches Lüftchen über die weißen Planken geht, dann ist so recht die Zeit gekommen, für eine Neuordnung des Weltalls zu sorgen. Damit beschäftigen sich die gescheiten Männer aus allen Ländern, die etwas zu lagen haben. Die Philippinen werden nun also selbständig, dafür werden aber die Japaner... Ja, die Japaner. Was hier draußen nicht gerade sein will, daran sind die Japaner schuld.. Diese fleißigen und genügsamen Menschen, die mit unleugbarem Geschick hinter die Schwächen der „Fremden" gekommen sind, tauchen erst vereinzelt- dann in größeren Gruppen auf, unauffällig und unbeachtet. Bis eines Tages „der angerichtete Schaden nicht mehr gutzumachen ist", klagen die Holländer. Zucker, sagen die Japaner? Zucker brauchen n?ir nicht, wir haben in Formosa genug davon. Aber wir werden euch weiter abkaufen, wenn ihr uns unsre so billigen Webstoffe und tausenderlei kleine Bedarfsartikel abnehmt. Wenn ihr freilich mit Zollerhöhüngen gegen uns arbeiten wollt, dayn bedauern wir sehr. Verkauft euren Zucker, wohin ihr wollt. Aber nicht nach Japan. Aehnlich ist die Lage auf vielen anderen Gebieten. Japan ist Selbstversorger geworden, und nur noch in wenigen, allerdings lebens- 3m Internationalen Schachturnier in Vad-Nauheim. Am Dottnerstagvormittag wurden die unbeendeten Partien bis auf die Partie Arhues-Oppozienski zu Ende geführt. Sie verliefen durchweg so, wie die Voraussage lautete: Anderson gegen Richter und Grob gegen Anderson unentschieden, Bugolju- bow gewann gegen Arhues und Engels gegen Dr. Rödl. Die fünfte Runde am Nachmittag brachte Engels weiter einen wundervollen Erfolg über Oppozienfki. Arhues gewann gegen Grob, und Stoltz verlor erneut gegen Eliskases. Die Partien Richter gegen Dr. Rodel und Anderson gegen Bogoljubow werden am Freitag fortgesetzt. Richter steht etwas bester, hingegen dürfte die Partie An- d.erson-Bogoljubow unentschieden enden. Unter Berücksichtigung der wahrscheinlichen Ergebnisse führt Engels klar mit Punktvorsprung: Der Stand ist folgender: Engels 4 Punkte, Bogoljubow 3, Oppo- zienski, Anderson, Eliskases und Arhues . 2Vr Punkte, Richter IV2 Punkt und eine Partie mit GelSinnwahrscheinlichkeit, Stoltz 2 Punkte und Dr. Rödl sowie Grob IV2 Punkt. 30 Kilometer in 17 Stunden im Großen Bett geschwommen. Else K r a g h hat versucht, den Großen Belt zum erstenmal an dessen schmälster Stelle zwischen Hallskov Riff auf Seeland und Knudshoved auf Fünen (15 Kilometer) zu durchschwimmen. Einige Huickert Meter vom Lande entfernt mußte sie jedoch nach 17 Stunden i h r Vorhaben aufgeben. Else Kragh war kurz nach 5 Uhr bei Hallskov Riff nördlich von Korsör ins Wasser gegangen. Die 7 Kilometer bis Insel Sprogö legte sie in sechs Stunden -zurück. Bald darauf wurde sie aber von der Strömung nach Norden abgetrieben. Um 20 Uhr, als sie noch etwa drei bis vier Kilometer vom Land entfernt mar, bereitete hie einsetzende Ebbe neue Schwierigkeiten, die sie anfangs überwand. Nur einige hundert Meter vom Land entfernt mußte sie jedoch gegen 22 Uhr ihren Versuch aufgeben, Fünfhundert Frösche täglich gesucht. In Bielefeld sind vier Jungst örche aus Ostpreußen untergebracht, die sich dort einleben und im Ravensberger Land ihre zweite Heimat haben sollen. Bis die Störche ihren ersten Ueber- landflug machen können, müssen sie gefüttert werden. Bei dem starken Appetit der Tiere ist das nicht einfach. 5 0 0 Frösche j e Ta g sind eine Kleinigkeit für sie. Man hat schon alle umliegenden Teiche nach Fröschen abgesucht, so daß der Biele- elder Vorrat ziemlich erschöpft ist. Jetzt wendet man ich an die Schuljugend und fordert sie zum Frosch- ang auf. wichtigen Artikeln, auf das Ausland angewiesen. Japan fehlt es an Del, Baumwolle, Gummi, an gewissen Stahl- und Eisensorten, an Chemikalien üsw. Japan ist aber auf den Absatz eigener Produkte angewiesen, also richtet sich die Gesamtpolitik auf die Kontrolle nicht nur der Ab- satzmärkte, sondern auch auf die Sicherung der Ge- biete und Zonen, aus denen Japan seine für die Industrien lebenswichtigen Rohstoffe bezieht. Diese Politik trägt zum Teil aggressiven Charakter, da sie nicht allein mit diplomatischen Mitteln durchge- führt werden kann. Die Diplomatie bedient sich vielmehr militärischer Mittel, um ihren „Lebens- raum" zu sichern. Daß sich hierbei japanische Ansprüche mit den Interessen anderer Länder in diesen Zonen überschneiden, liegt in der Natur wirtschaftlicher Expansion, die sich auf Flotte und Heer stützt. Diese Expansion geht Hand in Hand mit einer Expansion des Verteidigungs-Radius auf folgenden Linien: 1. Formosa-Kurilen, 2. die vorgeschobene Außenstellung der Mandatsinseln int Südosten, 3. Formosa-Südchinesische See. Um diese Sicherungspolitik durckzuführen, kündigte Japan den Vertrag von Washington, in dem die ziffernmäßige Ueberlegenheit Englands und Amerikas festgelegt war. Unter diesen Gesprächen erreichten wir Hong, k 0 n g , die dem chinesischen Festland vorgeschobene Insel, den ostasiatischen Treffpunkt des Schiffsverkehrs der ganzen Welt. . Rundfunkprogramm. Samstag, 10. August: . 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30; Frühkonzert. Nachrichtens 8.10: /Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 9.45: Balladen aus dem Spessart. Von Guido Hartmann. 11: Werbekonzert. 11.30: Sozialdienst» 11.45 Bauernfunk. 12: Buntes Wochenende. „Landpartie ins Rosenrote". 13: Nach, richten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Aus der Wunderwelt der Natur. 15: Jugendfunk. „Wolkenbummler". Hörspiel aus dem Leben der Segelflieger. Von Kurt Iller und Ernst Gerhart Paulus. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Saardienst. Um das tägliche Brot. Die neue Getreidemarktordnung. 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 19.45: Die Wochenschau des Zeitfunks. 20: Nachrichten. 20.10: „Großer bunter Abend" im Kurhaus Bad Soden.22.30: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 23: Tanzmusik zum Wochenende. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die außerordentlich starke Erhitzung am Donnerstag, die im Westen und Süden des Reiches "die Temperaturen teilweise bis zu 35 Grad Celsius ansteigen ließ, hat den Abbau des Hochdruckgebietes beschleunigt. Dadurch wurde das Vordringen feuchtwarmer Meeresluft feit heute früh- begünstigt und gab Anlaß zu stärkerer Bewölkung und zu Regentätigkeit. Unter Druckanstieg, dringt zunächst noch kühlere Meeresluft nach und wird vorübergehend zum Aufbau eines Zwischenhochs führen. Die Gefamtwetter- läge bleibt unbeständig. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt und vereinzelt auftretende Störungen bei lebhaften westlichen Winden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 35: 9945. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprets RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. BieBewrR*-BesellsHaHi877 e. V. Sonntag, 11. August 1935,16 Uhr, unteres Bootshaus: FeieiWauie dreierRennboote durch den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Hieben anschließend Konzert, ausgeführt durch Angehörige des Musikzugs der Marine-Standarte 34, Gießen Abends Lampion-Auffahrt unserer Kanu-Abteilung Bengalische Beleuchtung der Lahnufer. Wir laden alle Mitglieder und Freunde unseres schönen , Sportes herzlichst ein, an dem Festakt und der Abend- V0Ure'S Erfrischung ^,ee;E,ApW"-schni^ XR. Wrbonbons Rolle ^K^wein, Himbeers.ruP Schlafzimmer und Küchen l kaufen Sie stets preis: wert ü n d gut bei Louis Vetter, Kaiseralleel9 Wenn Sie schöne glatte Scheiben, ohne Saftverlust, haben wollen, dann nehmen Sie auch das Tomatenmesser dazu. Es ist sehr billig. Dieses, wie auch Gurkenhobel, Gemüsedämpfer, Rohkosthacker und alle anderen Küchengeräte bekommen Sie bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten «Ml * Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Rheinische GdelpuMrik sucht Vertreter für hiesige Gegend. 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Q“a _---—pid jv\. —S6 Malzkaifee . • • • * * ' . „abM. — l 0 ei G fl et ei n ei id w bi u eir Do; Üb; Al- Ra es 2h £ lai da! La mi irt toi D ge Nr. 184 Zweites Matt Giehener Anzeiger (General-Anzelger für Gverhetzen)Zreitag, 9. August (935 Italiens Kolonie im Mittelmeer. Von unserem WEB Berichterstatter liche Führer, die diesem italienischen Plan ihre Hand liehen, bekamen die Abneigung der Jnsel- griechen zu spüren, woraus schließlich offener Aufruhr gegen die italienischen Herren entstand. Der Vorgang erinnert stark an den Aufruhr im benachbarten englischen Cypern. Er mußte den Italienern sehr zu denken geben und sie griffen mit unerbittlicher Strenge zu. Andererseits ist der Gebrauch der griechischen Sprache völlig ungehindert, das Regierungsblatt in Rhodos erscheint in italienischer und griechischer Sprache, und die Jnselstädte Seros, Calymnos, Coos haben sich in Sitten, Art und Bauweise völlig den griechischen Schlag bewahrt. Eine Ausnahme bildet Rhodos, der Sitz der Dodekanes-Regierung. Hier sind in schönster Harmonie mit dem ehrwürdigen Mauerwerk der Kreuzritterbauten Neubauten erstanden, die eine wohlgelungene Mischung von Venedig, Byzanz und Orient darstellen. Auf dem „Foro Jtalico" reihen sich Bankgebäude, Markthallen, Justizpalast, ein Klub, der Palast des Gouverneurs in abwechslungsreicher baulicher Folge aneinander, gutgeführte Gaststätten dienen einem zunehmenden Fremdenverkehr, im Getriebe der Menge herrschen die Uniformen der Land-, Marine- und Lufttruppen vor. An der Mauer des alten Mandraki-Hafens, wo einst der sagenhafte Koloß von Rhodos seine Beine spreizte, weht die italienische Trikolore. Bei Sonnenuntergang wird sie mit großer Feierlichkeit eingeholt, ein Kanonenschuß befiehlt Derkehrsstille — die Flagge des Eroberers verlangt den schuldigen Tribut. Als Beduine in das Königreich Saba. Hans Helfritz kehrt von der dritten Südarabien xpedit!on zurück. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Rhodos, Ende Juli 1935. Im Tripoliskrieg besetzen italienische Truppen eine Reihe türkischer Inseln im Aegäischen Meer, ohne wesentlichen Widerstand zu finden. Seither bildet diese Inselgruppe, die man nach ihren zwölf größten Inseln den „Dodekanes, die 3mölf- mfeln, nennt, einen der neuralgischen Punkte Südosteuropas und Kleinasiens. Italien hatte sich im Frieden von Ouchy 1912 verpflichten müssen, diese Inseln der Türkei zurückzugeben, hielt aber diese Zusage nicht, denn der bald darauf folgende Balkankrieg verwehrte es der Türkei, sich anders als mit wirkungslosen diplomatischen Protesten für das Schicksal der Inselgruppe einzusetzen. Als Italien in den Weltkrieg eintrat, lieh es sich im Pakt von London 1915 von den übrigen Feind- l inbmäd)ten fein Befitzrecht auf diese Unfein garantieren, nebst eines Einfluß- Gebietes in Südanatollen für den als sicher angenommenen Fall einer Aufteilung der Türkei. Die italienische Besatzung verblieb auf ben Inseln. Als nach dem Weltkriege der griechische Feldzug in Kleinasien begann und die Siegermächte barangingeh, sich Stücke aus bem niebergetämpften osmanischen Reich herauszuschneiden, traf Italien mit Griechenland» ein Sonber- abkommen, verzichtete auf bie Dodekanesinseln, die im Diktat von Sövres inzwischen tatsächlich Italien ausgeliefert worden waren, und unterstützte so das griechische Vorgehen gegen Smyrna und marschierte seinerseits auch gegen das klein- asiatische Festland in der Zone von Adalia zu. Sobald es sich aber zeigte, baß bie nationale Bewegung ber Türkei unter Kemal Atatürks Führung die Oberhanb gewann unb sich bis katastrophale Nieberlage der Griechen abzuzeichnen begann, schwenkten die Italiener um, kündigten das Dodekanes-Abkommen mit Griechenland und förderten, unter Verzicht auf ihre Einflußzone in Adalia, ben türkischen Freiheitskampf. Mit bem Erfolg, baß sie schließlich burch ben Friedens- Vertrag von Lausanne bie Inselgruppe des Dodekanes endgültig bekamen. Italien hatte somit einen theoretischen Anspruch auf eine Einflußzone, die gegen die erstarkende Türkei doch nicht zu halten gewesen wäre, gegen einen realen Landgewinn eingetauscht, der seither zu einer macht- politischen und militärischen Schlüssel st ellung erster Ordnung ausgebaut wurde unb im Mittelmeer in einer Reihe mit Gibraltar, Malta, Cypern unb Suez genannt mürben muß! In rastloser Tätigtest unb unter Aufwendung beträchtlicher Mittel hat bas faschistische Italien diese Inseln kolonisiert. Da die Inseln für Italien als Rohftossqebiet nur von geringer Bedeutung und auch nicht für die Ausnahme italienischer Menschenausfuhr geeignet sind, so sind bie Grünbe für ben auf bem Dodekanes betriebenen Aufwand wohl ausschließlich auf militärischem Gebiet zu suchen. Nur bie Insel Rhodos nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als sie mit viel Liebe und Geschick zu einem Mittelpunkt des Fremdenverkehrs ausgestaltet wird. Die gut erhaltenen Baulichkeiten, Paläste und Befestigungen aus der Kreuzritterzeit werden gleich einem historischen Naturschutzpark gepflegt; daneben fügt sich ein neuer Stadtteil mit allen den Einrichtungen an, bie ein neuzeitlicher Badeplatz hat, ber dabei übrigens den Vorzua der Billiakeit aufweisen muß. Das kann aber natürlich nicht ber Hauptzweck bes Besitzes sein. Die eigentliche Bestimmung bes Dodekanes tritt auf der Insel Seros zutage, die für ben Auslänber verbotenes Gebiet ist. Hier hat sich Italien einen von der Natur begün- ftigten Sammelplatz für eine qr ohe Luftflotte geschaffen. In einer von hohen Fel- en eingesäumten ruhigen Bucht, deren enge Ernährt durch Sperrnetze gegen feindliche U-Boote und »urch Batterien gegen Ueberfälle von der See und aus ber Luft gesichert ist, liegen mächtige, tief in ben gewachsenen Fels reichende Flugzeugschuppen am Stranb, erheben sich bie Kuppen großer in ben Fels versenkter Brennstofftanks. Die Türkei hat nie ein Hehl daraus gemacht, daß ihr diese enge Nachbarschaft mit Italien unbequem ist. Seitdem Mussolini seine viel beachtete asiatisch-afrikanische Expansionsrede hielt, hat sich in der Türkei die Ueberzeugung gefestigt, daß der italienische Dodekanes eines Tages das Sprungbrett Italiens zu einem Dorgegen gegen das s üb a n a t o l i s ch e F e st l a n b abgeben werde. Die meisten ber Inseln sink» ber anatolischen Küste auf 20 bis 40 Kilometer Entfernung vorgelagert. Don Leros aus beträgt die Luftlinie nach ber türkischen Hauptstadt Ankara 700 Kilometer, zu ben Dardanellen gar nur 300, — die Kriegs- Häfen ber Türkei, Jsmit unb Smyrna, die wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Knotenpunkte Eski SchehU, Afyon Karahistar, Konya, Kaisseri sind für italienische Bombenflugzeuge durchweg in zwei- bis dreistündigem Anflug zu erreichen! Wenn sich die türkische Regierung unlängst in einem Aufruf an die Nation gewandt hat, Mittel für den Ankauf von 500 Flugzeugen durch Volksopfer und Sammlungen zusammenzubringen, so geschah das wohl nicht zuletzt im Hinblick auf diese allzunahe italienische Nachbarschaft. Und es waren nicht nur wirtschaftliche Erwägungen, die bie Türkei veranlaßthaben, das Eisenbahnnetz um Smyrna in Staatsbetrieb zu übernehmen unb gründlich zu überholen, und von Aiyon eine Bahn nach Adalia ans Meer zu bauen! Weil aber die Verkehrswege der Türkei noch wenig ausgedehnt sind, die militärischen unb wirtschaftlichen Kraftquellen des menschenarmen Landes sich in wenigen Städten zu- jammenhallen, dies alles im Wirkungsbereich italienischer Flugzeuge liegt, so beschafft sich bie Türkei im Eiltempo eine eigene Suftjlotte. Sie verstärkt auch bie Zahl ihrer U-Boote unb hofft so in ber Lage zu sein, sowohl ber luftartilleristischen Vorbereitung wie auch der marinetechnischen Durchführung eines möglichen italienischen Handstreiches begegnen zu können. Im übrigen sollte der italienische Dodekanes nicht nur vom türkischen Standpunkt aus gewürdigt werden. Gerade jetzt fällt dem italienischen Luftflottenstützpunkt im östlichen Mittelmeer und dem damit verbundenen Flottenstützpunkt die Rolle einer Etappensicherung auf dem Wege nach Ostafrika zu! Nur 400 Kilometer südlich von Rhodos ziehen die italienischen Transportdampfer ihren Weg zum Kanal von Suez, nach Alexandrien sind es 600 Kilometer, nach dem englischen Stützpunkt Cypern 500 Kilometer. Alle diese Punkte liegen ebenfalls im Wirkungsbereich ber italienischen Wasserflugzeuge, bie im Dodekanes ihr wohl eingerichtetes Nest haben. Dieser Umstand verschafft Italien bei seinem ostafrikamschen Unternehmen einen beruhigenden Sicherheitsfaktor, der die dafür aüfgeroenbeten diplomatischen Mühen und geldlichen Opfer aufwiegt. . Daß dieser halbeuropäische Kolonialbesitz Italiens nicht sorgenfrei ist, beweisen die griechischen Aufstände, die letzthin in Calymnos mit scharfem Zugriff unterdrückt werden muhten. Wiewohl die Zwölfinseln seit Jahrhunderten in türkischer Hand waren, sind sie vorwiegend von Griechen bewohnt, die den geistigen Zusammenhang mit bem griechischen Mutterland vermöge des einigem den orthodoxen Glaubens innig wahren. Da im Orient gern mit Religion Politik gemacht wird, haben bie Italiener versucht, die Inselgriechen von der Athener Mutterkirche abzuspalten. Einige geist- Aus den Spuren verschollener Reiche. Im Jahre 1932 tauchte in der internationalen Forscherwelt ein neuer Name auf: ein sehr junger, sehr schlanker und blonder Mann, ein Pommer aus Greifswald, der damals von seiner ersten Expedition nach Hadramaut im südlichen Arabien zurückgekehrt: mit einer Menge wertvoller Kulturfunde und geschichtlicher Dokumente, die von den Kennern Arabiens mit Begeisterung ausgenommen und viel besprochen wurden. Dazu kam, daß dieser junge For- jcher Hans Helfritz, der mit einem Schlage durch (eine erste Entdeckungsreise bekannt geworden war, die erfolgreiche Expedition mit recht kärglichen und einfachen Mitteln durchgeführt hatte: er verdankte das glänzende Ergebnis in erster Linie seiner zähen Arbeit und seiner unerschöpflichen Willenskraft. Hans Helfritz war nicht der Mann, der sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht hätte. Er plante sofort eine neue Expedition, die ihn noch tiefer in das unentdeckte Südarabien hineinführen sollte, dorthin, wo sich heute die Reste der uralten unb sagenhaften Minäer- unb Sabäerreiche befinden. Der deutsche Forscher wollte diesen verschollenen Kulturen nachspüren und in jene geheimnisvollen Bezirke Südarabiens eindringen, die den Weißen seit vielen Jahrhunderten verschlossen waren. Ein gewaltiger Plan, vor dem sich die größten Hindernisse auf- türmten, Hindernisse, die nur dazu geeignet waren, den Unternehmungsgeist des jungen Forschers noch stärker anzuspornen. Er hatte bie Absicht, weiter vorzubringen, als es jemals einem Europäer gelungen war: in ben inneren Jemen, das ehemalige Königreich Saba. Dieses Land mit seiner verschollenen und geheimnisvollen Kultur lockte den blonden Pommern mit magischer Kraft. Er versuchte zunächst, nachdem er die zweite Expedition ausgerüstet hatte, mit dem König van Jemen in Verbindung zu treten, um von ihm die Erlaubnis zu seiner abenteuerlichen Entdeckungsfahrt zu erlangen. Aber seine Bemühungen waren vergeblich. Der König war nicht gewillt, die ungeschriebenen Gesetze der uralten Tradition zu durchbrechen. Diese Tradition aber erlaubte es keinem Europäer, den Boden des inneren Jemen zu betreten. Als Beduine versieM... Hans Helfritz war trotz des königlichen Verbotes fester denn je entschlossen, das ersehnte Ziel zu erreichen. Er kam auf den fantastischen und originellen Gedanken, sich als Beduine zu verkleiden unb machte den Versuch, auf einem großen Umweg Harib zu erreichen, bie Grenzstabt am hinteren Jemen, die noch kein Weißer vor ihm betreten hatte. Der Versuch gelang. Aber es war ein Weg ber härtesten Entbehrungen unb Strapazen. Helfritz mußte sich entschließen, vom Innern Arabiens aus nach Jemen vorzudringen. Der Weg führte ihn zuerst nach M a k a 11 a , von wo er n a ch Terim und Schibam im Wadi Hadramaut oorbrang, um von dort aus westwärts vorzustoßen. Die Freunde, die Helfritz während seiner ersten Expedition im Hadramaut gewonnen hatte, rieten dem jungen Forscher von seinem waghalsigen Vorhaben ab. Man warnte und bestürmte ihn, seinen aussichtslos jcheinenden Plan aufzugeben, indem man ihm die großen Gefahren und die Ungewißheit seines Schicksals ausmalte. Aber Helfritz hielt allen Ueberrebungstünften staub und klammerte sich zäher denn je an jein fantastisches Vorhaben. Schließlich mußten die Freunde nachgeben. Sie unterstützten den deutschen Forscher, so gut sie konnten, man rüstete eine Karawane aus — unb ber Marsch in bas Unbekannte nahm seinen Anfang. Es war ein granbioser Ritt durch die Wüste, der in seiner monotonen Endlosigkeit an die Ritte eines Sven Hedin erinnert. Hier bewies Helfritz seine außerordentliche Widerstandskraft. Nichts vermochte seinen triumphalen Vormarsch nach Jemen, in das Land der verschollenen Kulturen, aufzuhalten. Als Beduine verkleidet, erduldete er, ohne sich gegen sein Schicksal aufzulehnen, die fürchterlichsten Strapazen, Kilometer um Kilometer legte die kleine Karawane auf ihrem Weg durch die Wüste unter unsäglichen Mühen zurück, bis endlich, nach zwei qualvollen Wochen, wie eine Erlösung die Mauern und Türme von Harib auftauchten: bas Königreich Jemen war endlich erreicht! Drei Wochen gefangen! Aber die Freude sollte nicht lange dauern. Der junge Forscher, der trotz des ausdrücklichen Verbotes gewagt hatte, .sich gegen den Willen des Königs aufzulehnen, wurde entdeckt und drei Wochen gefangen gehalten. Diese Gefangenschaft hätte unter normalen Umständen sein Ende bedeutet, den tragischen Untergang eines kühnen unb fantastischen Unternehmens. Aber der Glücksstern, der Helfritz bis Harib begleitet hatte, blieb ihm auch fernerhin treu. Er wartete drei Wochen auf feine Befreiung, auf eine Nachricht vom König, bis endlich die Botschaft eintraf: er wurde aus seiner Haft entlassen, aber das Schicksal ber Expedition schien besiegest zu sein. Helfritz wurde unter militärischer Bedeckung nach — S a - naa gebracht. Obwohl ihn dort ein ungewisses Los erwartete, freute sich der junge Forscher dennoch über diesen Beschluß, denn ber Weg nach Sanaa führte durch das Innere von Jemen. Dieser Weg durch dos ehemalige Königreich Saba wqr ja die Erfüllung seiner Wünsche und Träume. Auf dem unbekannten Hochland von Jemen nahm die Kleinfilm-Kamera des jungen Gelehrten alles aufs Korn, was ihr in den Weg kam. Dazu leistete ihm der Phonograph vorzügliche Dienste. Mit feiner Hilfe gelang es Helfritz, die eigenartigen Gesänge und Kameltrei- nicht Das Jn goldenen Ketten. Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Er ahnte nicht, baß sein Geaner, durch zuneh- menbe Kränklichkeit an die nahe Auflösung gemahnt, 3U d-rselben Zeit auf ^'nselb"n E'nfall ae- rfet und sich einen ansehnlichen Sandsteinblock kaufte, um ihn ebenfalls in eine Bildnisbüste verwandeln und später als trotziges Gedenkzeichen auf feinem Grabe aufpflanzen zu lassen. Auch -dieser Auftrag wurde von dem damit betrauten Bildhauer zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgeführt, und auch dieser alte Kämpfer hatte, wenige Tage nach dem ersten, eine friedliche und befriedigende Todesstunde. Also daß der steingewordene Erste, aus noch kaum verwelkten Kränzen feierlich aufragend, den ersehnten Ausblick auf die Stadt plötzlich durch den steingewordenen Zweiten itnaus- weichlich wersperrt fand. So müssen sich nun, die im Leben ihren Anblick grimmig haßten, im Tode auf unabsehbare Zeit hinaus gerade ins Gesicht sehen Und sich wohl daran gewöhnen, da der tragischen Ironie dieses vom Schicksal erdachten Stein- .metzscherzes durch bie letztwilligen Verfügungen ber Betreffenben Dauerwirkung gesichert ift. Freilich muß der Erzähler bie Frage, wie sich bie verklärten Geister ber Herren mit biefer nach irdi- scheu Begriffen peinlichen Sachlage abgefunben haben, in Ermangelung zuverlässiger Nachrichten unbeantwortet lassen. Nun fügte es sich, daß bei bem einen ber Herren ein seit langem an ihm zehrendes Selben plötzlich zum offenen Ausbruch kam und er, ber m einem Kurorte Heilung gesucht hatte, den letzten feiner Erdentage in errechenbare Nahe geruckt say. Da kam ihm, als er das Ergebnis aller Lebensberechnungen, der abgeschlossenen und der noch nicht beglichenen, bedachte, der Einfall, durch einen Bild- bauer feine Büste in Sandstein anfertigen und sie später, nach Ueberführung feiner ^rgangl'chest Reste in die Heimat, auf fernem Grabe ausstellen zu lassen. So gedachte er dann als stolzes Wayr- zeichen vor der gewonnenen Einfahrt in fernen festen Hafen zu stehen und über das ©rab femes -reinbes allezeit unüberwunden fein Antlitz oer Stadt ^zuzuk/hren, die ihm vieles unb Schätzbare^ oerbantte0 Die Büste würbe fertig; er starb be friedigt, und alles geschah nach fernem Willen. Gute Feindschaft. Eine Anekdote von Karl LerbS Zwei ruhige, angesehen unb wichtige Bürger eines Oberweserstäbtchens, Angehörige der ersten Gesellschaftskreise, wurden gegen Ende des ver- floffenen Jahrhunderts aus inniaen Freunden zu erbitterten Feinden. Diese Feindschaft erwuchs aus einem Familienzwist, der durch eme ernste Meinungsverschiedenheit zwischen einem Teckelhunde einerseits und einer Angorakatze andererseits tn ibealer Konkurrenz mit ungenügenber Tatbe- ftanbsaufflärung über bas Einwerfen einer Fen- sterscheibe verursacht würbe. Die Feinbschast entwickelte sich, ba bie Herren unmittelbare Hausnach- barn waren, zu einer ständig genährten Flamme und brachte es, angesichts der bedeutsamen gesell- fchaftlichen Stellung beider Parteien zu bedrohlichen öffentlichen Auswirkungen in Parlament und Pres e; ja, es war sogar einer gerichtlichen Auseinandersetzung infolge kränkender Gebärden, bie vor dankbaren Zuschauern auf offener Straße verübt waren, nicht auszuweichen. Mit zunehmendem Alter zogen sich die Herren zwar vom offentWn Kampfplatz zurück, doch schwärte ihr Haß nun da es ihm fast ganz an Gelegenheit zum lyfreienben Ausbruch fehlte, nur um so giftiger in den Her- zen unb vergällte ihnen bie geruhsame Altersmuße. Ja, man berichtet von beiben eine Ziemlich gleich' lauknbe Aeußerung, wonach sie es tief Gebauerten, baß sie sogar auf bem Fnebhose noch infolge der Lage ihrer Erbbegräbnisse Nachbarn würden sem müssen, da sie nicht einmal nach Beendigung ihres irdischen Wallens irgendwelche Berührungspunkte wünschten und dringend hofften, daß em posthumes Wiedersehen sich auf gute Art und ohne Welterun- gen würde vermeiden lassen. ___ift ein sehr irreführender Titel, denn der Mammon, die Gier nach einem sorglosen Leben in Reichtum unb Glanz binden die schöne Sekre- tärin des Mr. Field an ihren Ches, sondern die grenzenlose Hochachtung vor der noblen Persönlichkeit des Reeders und das Wissen um die Opfer, die er seiner Liebe zu ihr gebracht hat. Mr. Field kann nicht los von feiner Frau, die ihn nicht freigibt unb ihm bamit bie Möglichkeit nimmt, Diane, feine Sekretärin, zu heiraten. Nur bas gibt Diane ben Mut, einem argentinischen Farmer, den sie auf einer Fahrt von Neuyork nach Buenos Aires kennen und in bem ungebundenen Leben auf feinem Rancho lieben gelernt hat, der in Jugend und Temperament bester zu ihr paßt, als ber viel ältere unb ernste Mr Field, bie Ehe zu versprechen. Nach ihrer Rückkehr will sie mit einem offenen Bekenntnis bie Verstrickung lösen, in bie sie geraten ist. Aber inzwischen bat bie durch ben Verzicht auf bie Kinber erkaufte Scheibung von seiner Frau Mr. Fielb ben Weg zur Heirat mit Diane freigemacht. Daß er alles opferte, um sie zu besitzen, schließt ihr den Mund. Sie heiratet Mr. Field, aber in allem Glanz ihrer ! gesellschaftlichen Stellung kann sie ihre Siebe nicht vergessen, und als Bradley, der Farmer, nach Jahren in Neuyork ihren Weg kreuzt, erzwingt sie eine Aussprache, um ihn zu bitten, sie zu vergessen. Bradley weiß nun, daß sie ihn noch immer liebt, und er ist entschlossen, sie von ihrem Manne zu fordern. Aber als er die beiden in ihrem Heim aufsucht und sieht, was sie ihrem Manne bedeutet, bringt er nicht über die Sippen zu sagen, weshalb er gekommen ist. Mr. Field indessen ahnt, was zwischen seiner Frau und dem Besucher steht. Er gibt Diane frei, dankbar für das kurze Glück, das sie ihm schenkte und Überzeugt, daß er nicht mehr verlangen darf, wenn das Lebensglück zweier junger Menschen auf dem Spiele steht, die füreinander geschaffen sind. Dies happy end kommt etwas überraschend und gewaltsam. Die Liebesgeschichte, die viel zarter ist, als der kvlpvrtagehaste Titel ahnen läßt, ist hineingestellt in den Rahmen eines überaus üppigen Gejellschaftslebens auf einem amerikanischen Luxusdampfer, im Getriebe der Weltstädte Neuyork und Buenos Aires und als wirkungsvoller Gegensatz auf einem argentinischen Rancho voller Sonne, Frohsinn und Uebermut. Mit viel Anmut, Grazie und Innigkeit, spielt Joan Crawford die schöne Diane, ein charmanter Liebhaber, männlich und selbstbewußt ist Clark Gable. Die schwierige Rolle des Mr. Field hat man Otto Krüger anvertraut, der mit sehr viel Delikatesse seine Aufgabe löst. — Im Beiprogramm sieht man einen sehr interessanten Film von der deutschen Uhren- inbuftrie und lernt in Glashütte bei der Herstellung einer Taschenuhr ein Wunderwerk der Präzision kennen. —e peierl, der „Windmacher". In diesen Sommertagen spähen wir häufiger nach dem Himmel als sonst. Wird die Sonne das Feld behaupten oder bringt der Westwind, der über die Fluren streicht, Regen ins Land? Der Himmel hat es nicht leicht, es allen recht zu machen. Jener wünscht einen kräftigen Wind für die Segelfahrt, dieser möchte sich in der Windstille von der Sonne bräunen lassen. Der Sommergast will heitere Tage und der Bauer braucht ein wenig mildtätigen Regen. Ja, wenn es Regenzauberer und Windmacher gäbe, dann könnte man vielleicht an diesem oder jenem Ort ein wenig Herrgott spielen und eben das Wetter herbeirufen, das gerade erbeten wird. So seltsam es klingen mag: Es hat einmal einen kleinen Jungen gegeben, der sich so als „Wetterzauberer" betätigte, und deshalb ben Spitznamen eines „Wind- machers" von seinen Kameraden erhielt. Unb er ist uns allen wohlbekannt: ber Peter! von der Krieg- lach-Alp. Der Dolksschriftsteller Peter Rosegge r hat selbst einmal erzählt, wie er sich als „Windmacher" betätigte unb habet viel Aufsehen erregte. Man muß es mit seinen eigenen Worten hören, um eine rechte Freude daran zu haben. „Ich konnte Wind machen, wirklichen Winb, wie er über die Berge hinstrich und über ben Bäumen rauschte", berichtete er. „Eines Sommertags war ich mit mehreren Nachbarshirten auf ber Hochmatte, wo wir unsere Rinder weideten. Es schien die warme Sonne, so daß wir unsere Joppen wegwarfen, unb plötzlich war es wieder so kühl, daß wir alle in die Joppen hineinschlüpften. Der Wind ging zeitweilig. „Buben!" rief ich vorwitzig aus, „ich kann Wind machen!" — „Geh, plausch nit." — „Auf Spaß und Ernst, ich kann Wind machen. Soll ich? Schaut's einmal!" Ich hob den befeuchteten Finger hoch: „Kein Lüfte! jetzt. Wetten wir, in einer Minute geht ber Wind!" — „Laß bich nit auslachen!" — Ich riß meine buntgestreifte Zipfelmütze vom Kopfe, hielt sie wie einen Sack an den Mund, unb mit bem Auge in ben Himmel auslugenb, wo just ein Wolkenballen sich ber Sonne nahte, rief ich in die Mütze: „Wind, Wind, komm geschwind! Lapi- papi—tschapilorum!" Dreimal sagte ich es und schleu. berte bann bie Mütze in die Luft. Da verdunkelte sich bie Welt, unb es strich ein kühler Winb. Dor Staunen sperrten sie die Mäuler auf, unb der Einfältigste von ihnen wollte vor mir niederknien. Als ber kalte Strich vorüber war unb die warme Sonne schien wie früher, begehrten sie, daß ich den Zauber noch einmal tue. Sie wollten mir wahrscheinlich drauf kommen, wie es gemacht wird. Ich blickte demütig gen Himmel, wo in der Sonnenähe keine Wolke war. „Jetzt nicht, Buben, ihr kunntet euch verkälten." Aber sie drängten so lange, bis wieder ein Wolkenfetzen der Sonne zustrich. „Na, meinethalben, wenn ihr schon durchaus wollt!" Unb in bie Zipeflmütze hinein: „Wind, Winb, komm geschwind! Lapipapi—tschapilorum!" Die Mütze in bie Lust geworfen. Husch, rauschte es roieber im Ahornbaum, es ging ber Winb. Balb wußte es ganz Alpel: der Kluppenegger-Peterl kann Wind machen. Die Ehre dauerte bis zum nächsten Sturm, ber bem Riegelberger einen schönen Lärchenbaum entwurzelte. Der Geschädigte kam in Begleitung bes „Fürstenstanbes" in unser Haus, fragte nach bem Peterl, unb hinter dem Rücken hielt er — ungebrannte Asche! Ich beeilte mich vor ihm, meinem Vater unb dem Ge- meindevorstand meine ganze meteorologische Wissen- schäft preiszugeben. „Wenn eine Wolke vor die Sonne geht, so streicht allemal ein kühler Wind ... ich kann nir dafür!" — „So hast du uns g’foppt!" schrie der Riegelberger. „Wird schier nit anderschter sein", entschied der Vorstand, wer sich nit einmal so viel auskennt bei Sonn' und Gewölk und Wind, zu dem sagt man halt nachher: Lapipapi-tschapi- lorum!" nach Schobua, einer der größten Städte des fabäifchen Reiches. Der Forscher hat viel Filmmate- rial sammeln können und wesentlich Neues zu seinen Spezialwissenschasten hinzugefügt. Dieses glänzende Ergebnis ist um so bewundernswerter, als 5)eifrig auch bei dieser dritten Expedition nach Südarabien ganz auf sich selbst angewiesen war: auf seine privaten Mittel, seine Initiative, seinen For- scherehrgeiz und seine unermüdliche Energie. ter hatte im übrigen trotz der lauernden Gefahren der Wüste k e i n e r l e i W a f f e n bei sich, Beweis eines seltenen persönlichen Mutes. Man darf mit Recht erwarten, daß es dem jungen Forscher gelingen wird, noch manche erfolgreiche Expedition nach Arabien, einem der interessantesten Lander der Erde, zu unternehmen. berlieder der eingeborenen Beduinen auf die Wachsplatte zu bannen. Er benützte die unfreiwillige Reise nach Sanaa, um alle Kulturdokumente zu sammeln, deren er habhaft werden konnte, und als er in der Residenzstadt des Königs von Jemen angelangt war, konnte er — jetzt zum zweitenmal — getrost ins Gefängnis wandern. Schließlich erhielt Helfritz die Erlaubnis, über choideda die Heimreise nach Europa anzutreten. Ohne Waffen nach Schobua. Die dritte Südarabienexpedition, von der Hans Helfritz soeben, reich beladen mit wertvollen Aufnahmen zurückgekehrt ist, führte den unternehmungsfreudigen Forscher im Januar von Genua aus über Aden in das Herz Südarabiens, vor allem Wirtschaft. * Diskontsenkung in Frankreich. Die Bank von Frankreich hat den Diskontsatz von 3,5 aus 3 v. H. gesenkt. Die Sätze für Monatsgeld wurden gleichfalls von 3,5 auf 3 v. H. ermäßigt. Der Zinssatz für Beleihungen von Wertpapieren betragt jetzt 4 v. H. gegen bisher 5 v. H. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse weiter ruhig. Frankfurt a. M., 8. Aug. Das Geschäft war auch an der heutigen Börse weiterhin klein, da nennenswerte Aufträge der Kundschaft nicht vorlagen. Auch besondere Anregungen fehlten. Bei nicht ganz einheitlicher Kursentwicklung war die Grundstimmung freundlich. Die Kurse lagen am Aktienmarkt wenig verändert. Einige Beachtung fanden die Untersuchungen des Instituts für Konjunkturforschung über die augenblickliche Entwicklung am Aktienmarkt. Danach hat der industrielle Produktionswert 65 v. H. des Standes von 1928 erreicht, während sich das Aktienkursniveau um etwa 58 v.H. hob. Die Rendite der Aktien lag im Ium bei 3,68 v. H. und die der Renten bei 4,72 o. H. Etwas Nachfrage erhielt sich für Elektroaktien. Lahmeyer, Mainkraft und Schuckert gewannen bis 0,50 v. H., Reag 1 v.H., dagegen ließen Siemens 0,75 v.H. und AEG. 0,25 v. H. nach. Am Montanmarkt waren die Veränderungen minimal. Fest lagen Rheinstahl mit 116,65 (115,50), Mannesmann und Mansfelder erhöhten sich um je 0,25 v. H., Harpener gaben 0,25 v. H. und Hoesch 0,50 v. H. nach. IG. Farben lagen ruhig und mit 158 v. H. unverändert, Deutsche Erdöl zogen 0,50 v. H. an. Schiffahrtswerte waren etwas angeboten, Hapag verloren 0,50 v.H., Nordd. Lloyd 0,13 v. H. Zellstoff- und Papierwerte bröckel- ten in Nachwirkung des Berichtes über die Lage dieser Industrie noch ab, Waldhof minus 1,13 v.H., Feldmühle minus 0,25 v. H., Aschaffenburger waren jedoch 0,25 erholt. Don sonstigen Werten ließen Reichsbank 0,40 v. H., Daimler 0,25 v. H. und Deutscher Eisenhandel 0,75 v. H. nach. Hanfwerke Füssen und Moenus Maschinen kamen gut behauptet zur Notiz. Am Rentenmarkt zeigte sich leichte Nachfrage. Altbesitz gewannen 17,5 Pf. auf 111,90, Zinsvergütungsscheine erhöhten sich auf 90,90 (90,85) und späte Reichsschuldbuchforderungen auf etwa 97,25 (97,13). 6 v.H. Stahlverein lagen 0,25 v.H. höher. Kommunal - Umschuldung und Reichsbahn- DA. notierten unverändert. Bon Auslandsrenten blieben 4 v. H. Rumänen mit 5,40 v. H. behauptet, 4 v.H. Ungarn Gold gewannen 10 Pf. auf 9,60. In der zweiten Börfenstunde blieben die Kurfs im wesentlichen gegen den Anfana unverändert. IG. Farben bröckelten auf 157,75 ab, ferner Westdeutsche Kaufhof mit 30 bis 29,90 (29,50). Tarif- werte lagen voll behauptet, etwas fester Elektrische Lieferungen mit 119 (118), Lechwerke mit 108 (107,40) und Licht und Kraft mit 137,50 (137). Thüringische Lieferung, , Gotha, lagen mit 124,50 unverändert. Fest lagen Rheinische Braunkohlen mit 225,75 (223). Süddeutscher Zucker gaben um 1 v. H. auf 198 und Deutsche Linoleum um 0,75 v. H. auf 157,50 nach. Am Kassamarkt kamen Dürr- werke Ratingen mit 52 (50,13) nach Plus-Ankündigung zur Notiz. Am Rentenmarkt veränderten sich die Kurse im allgemeinen nur noch wenig, es erhielt sich aber einiges Interesse zu Anlagezwecken. Zinsvergütungs- scheine fliegen auf 91 (90,90). Ferner lagen einige Umtausch-Obligationen etwas fester. Pfandbriefe wiesen nur kleine Veränderungen auf, Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich. Fremde Werte lagen still. — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. in Schiffahrtswerten vor, wodurch sich Hapug auf 16,50 (16,90) und Nordd. Lloyd auf 18 (18,50) ermäßigten. Ferner bröckelten Montan- und ine meisten Elektrowerte etwas ab, während chemische Werte behauptet blieben. Don Bankaktien gingen Rhein. Hyp.-Bank auf 137,50 (138) zurück. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr JtUl. Etwas fester lagen noch späte Reichsschuldbuchfoi^erungen mit 97,30 (97,25), Zinsvergütungsscheine blieben zu 91 gut behauptet, während Altbesitz auf 111,70 (111,90), 5,50 v. H. Rhein.' Hnp. Liquidation auf 101,50 (101,75) nachgaben. IG. Farben-Bonds waren zu 131,25 (131,50) angeboten. Am Auslandsrentenmarkt lagen ungarische Anleihen etwas fester. U. a. notierten: Altbesitz 111,70, 5,50 v. H. Rhein. Hyp. Liquidation 101,50, IG. Farben-Bonds 131,25, 6 v. H. Krupp 104, 7 v. H. Monopol-Rumänen 48, 4 v. H. Rumänen 5,30, 4,50 v. H. Ungarn von 1913 9,80, do. von 1914 9,80, do. von 1910 9,75, 4 v. H. do. Goldrente 9,90, Adca 80,50, Commerzbank 90,65, DD.-Bank 90,25, Reichsbank 188, Rhein. Hyp.-Bank 137,50, Harpener 117,50, Mannesmann 93,50, Hoesch 104,75, Rheinstahl 116, Stahlverein 87,65, AKU. 62,13, BMW. 126,50, Bekula 141,65, Berger 121,75, Conti Gummi 159,50, Scheideanstalt 240, Deutsche Linoleum 157,65, Licht & Kraft 136,75, IG. Farben 158, Feinmechanik Jetter 88, Gesfürel 129,25, Goldschmidt 111, Holzmann 94, Junghans 88,75, Lechwerke 108, Moenus 88,75, Rheag 142, RWE. 136, Schuckert 129, Zellstoff Waldhof 120, Rcheisbahn-VA. 123,75, AG. für Verkehr 87,25, Hapag 16,50, Nordd. Lloyd 18. $rantfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Aug. Auftrieb: 107 Rinder (gegen 112 am letzten Donnerstagmarkt), darunter 29 Ochsen, 17 Bullen, 4 Kühe, 57 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 2 Ochsen, 1 Bulle, 5 Färsen, 760 (925) Kälber, 97 (74) Schafe, 658 (503) Schweine. Notiert wurden in Mark pro 1 Zentner Lebendgewicht: Kälber andere a) 65 bis 68 (am 1 August 63 bis 65), b) 59 bis 64 (55 bis 62), c) 54 bis 58 (48 bis 54), d) 45 bis 53 (37 bis 47); Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 39 bis 40 (39 bis 40), c) mittlere 37 bis 38 (37 bis 38); Schafe e) beste 35 bis 36 (37 bis 38); Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54). Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft. Hämmel und Schafe mittelmäßig, Ueberstand. Schweine sehr flott, ausverkauft. Ueberstand: 31 Rinder, davon 8 Ochsen, 2 Kühe ünd 21 Färsen, 11 Schafe. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1316 Viertel Rindfleisch, 142 ganze Kälber, 5 ganze Hämmel, 649 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Bullenfleisch b) 70 bis 78; Kuhfleisch b) 60 bis 68, c) 50 bis 60; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72; Hammelfleisch b) 75 bis 78; Schweinefleisch b) 75 bis 80. Fettwaren: Speck diesiger Schlachtung, roh, unter 7 Zentimeter, 75 bis 80, Flomen 80 bis 83. Marktverlauf ruhig. Schwelnemarkt In Butzbach. * Butzbach, 8. August. Auf dem heutigen Schweinemarkt in unserer Stadt standen 370 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Tiere bis zu 20 Mark, sechs bis acht Wochen alte Ferkel 20 bis 26 Mark. Der Handel war leb- haft, der Auftrieb wurde geräumt. Schweinemarkt in Friedberg. Abendbörse sehr ruhig. Die Abendbörse litt wieder unter großer Geschäftsstille, da Aufträge nach beiden Setten nahezu fehlten. Die Haltung war etwa behauptet. In Anpassung an den etwas niedrigeren Berliner Schlußstand bröckelten die Kurse teilweise etmns ab. Einiges Angebot lag für Hamburger Rechnung LPD. Friedberg, 8. Aug. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 539 Ferkel aufgetrie- ben, die fast alle abgesetzt werden konnten. Pie Preise stellten sich wie folgt: sechs bis acht Wochen alte Tiere 15 bis 20 RM., acht bis zwölf Wochen alte 20 bis 32 RM. Mennig des psandbriefgeschästes im ersten Halbjahr 1935. Oie Boden- und Kommunalkreditinstitute im Juni. Fwd. Die etwas günstigere Gestaltung des Pfandbriefabsatzes, die schon im Mai zu verzeichnen war, hat auch im Juni angehalten. An inländischen Goldpfandbriefen sind 12,3 Mill. M. mehr verkauft worden, als aus dem Verkehr zurückgeflossen sind. Dazu kommen noch 13,8 Mill. Mark Osthilfe-Entschuldungsbriefe, die erstmalig an Gläubiger der landwirtschaftlichen Verschuldung ausgegeben wurden. Der Gesamtumlauf im Im land begebener Goldpfandbriefe hat sich dadurch um 26,1 Mill. Mark auf 6851,4 Mill. Mark Ende Juni erhöht. Allerdings sind gleichzeitig (abzüglich der Wiederverkäufe) 3,4 Mill. Mark Auslands- emiffionen und 4 Mill. Mark Liquidationspfandbriefe zurückgefloffen. Das gesamte Pfandbriefgeschäft (ohne Osthilfe-Entschuldungsbriefe) schließt im Juni mit einem Reinzugang von 4,9 Mill. Mark ab. Lin Rückblick auf das nunmehr abgeschlossene erste Halbjahr zeigt, daß sich das Pfandbrief- gefchäft seit Jahresbeginn merklich gebessert hat. In den drei Vorjahren überwogen im ersten Halbjahr erheblich die verhältnismäßig geringen Verkäufe. Diese Rettorückflüsse an Pfandbriefen betrugen jeweils Im ersten Halbjahr 1932 218,3, 1933 217,2, 1934 131 INill. Mark. Im ersten Halbjahr 1935 dagegen gehen die Verkäufe (ohne Begebung von Oslhilfe-Lnt- schuldungsbriefen) erstmalig — wenn auch nur um den geringen Betrag von 9,5 Mill. Mark — über die Rückflüsse hinaus. Auch im Umlauf der Kommunalobligationen hat sich im Juni die markttnäßige Bewegung — wenigstens im Verhältnis zum Vormonat — etwas günstiger gestaltet. Im ersten Halbjahr insgesamt sind die Nettorückflüsse an Kommunalobligationen und verwandten Schuldverschreibungen mit 92,3 Mill. Mark erheblich höher, als in den Vorjahren. Denn jeweils im ersten Halbjahr betrugen sie 1932 = 33,5; 1933 = 38,6; 1934 = 27,4 Mill. Mark. Diese Erhöhung ist zunächst darauf zurückzuführen, daß ein im August 1931 zwischen Zwei öffentlich-recht« lichen Anstalten im Umfang von 30 Mill. Mark durchgeführter Austausch von Kommunawarlehen in Kommunalobligationen im Mai 1935 rückgängig gemacht wurde. Vor allem fällt die außerplanmäßige Tilgung der kommunalen Umschuldungsanleihe ins Gewicht. Nachdem bis Ende 1934 bereits 32,5 Mill Mark aus dem Verkehr gezogen waren, sind im ersten Halbjahr weitere 42,7 Mill. Mark getilgt worden. Der Gesamtumlauf an Pfandbriefen, fiomrnu- nalobligationen und verwandten Schuldverschreibungen stellte sich Ende 3uni auf 14 035,2 Mill. Mark, davon 8776,3 Mill. Mark Gesamtsumme der Pfandbriefe und 5258,9 Mill. Mark Gesamtsumme der Kommunalobligationen einschl. Sachwertanleihen. Im Aktivgeschäft halten sich die Veränderungen in engen Grenzen. Einer Zunahme der städtischen Hypotheken um 7,3 Mll. RM. steht eine Abnahme der landwirtschaftlichen Hypocheken um 4,2 SwiH. gegenüber. Die Kommunaldarlehen haben sich um 5,3 Mill. RM. ermäßigt, die sonstigen Darlehen sich um 11,8 Mll. Mark erhöht. Der Gesamtbestand an Hypotheken, KommunÄ- Obligationen und sonstigen Darlehen betrug Ende Juni 16 418,1 Mill. Mark, davon 9832,6 Mill. Mark Hypotheken, 5961,2 Mill. Mark Kommunaldarlehen und 624,3 Mll. Mark sonstige Darlehen. Sie Entwicklung des Aktienmarktes. Fwd. Das Aktienniveau hat sich nach einer vorübergehenden Zurückhaltung der Börse in den Herbstmonaten des vergangenen Jahres von Monat zu Monat erhöht. Erst in den letzten Wochen haben, nach einem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung, leichte Schwankungen und Sonderbewegungen die gleichmäßige Aufwärtsbewegung häufiger unterbrochen, ohne daß man von einer allgemeinen Schwäche der Aktienkurse sprechen könnte. Die große Linie der Aufwärtsbewegung, die den Aktienmarkt schon seit dem krisentief Mitte 1932, von einem heftigen Rückschlag in der zweiten hälfte 1933 abgesehen, beherrscht, hält weiter an. Nach alter Erfahrung muß sich die Bewegung der Aktienkurse auf die Dauer in dem Rahmen halten, der durch die beiden Grundfaktoren: Die Ertragslinie der Industrie und den Zins auf anderen Gebieten des Geld- und Kapitalmarktes, besonders auf dem Rentenmarkt, gegeben ist. Vorübergehend können jedoch Sonderfaktoren den normalen Verlauf beeinflussen. Die Ertragslage der Industrie ist in groben Zügen durch ihr Produktionsvolumen bestimmt. Seit 1932 ergibt sich eine auffallende Übereinstimmung zwischen Produktionsentwicklung und Kursbewegung der Aktien. Produktionsindex, wie Aktienkurse hatten im Sommer 1932 ihren Tiefpunkt erreicht und sind seither in großer Linie gestiegen. Vergleicht man den gegenwärtigen Stand mit dem letzten Höchststand der Konjunktur, so zeigt sich, daß die Aktienkurse von dem Rückgang in den Jahren 1928—32 bisher etwas weniger aufgeholt haben, als die Produktion. Der industrielle Produktionswert hat im ersten Vierteljahr 1935 wieder 65 v. H. (die Produktionsmenge rund 90 v. H.) des Standes von 1928 erreicht, das Aktien- kursnioeau etwa 58 v. H. Das erste Ziel der RegierungspoliLik bestehl in der Erhöhung der Beschäftigung und der Erzielung eines bestimmten mengenmäßigen Produktionserfolges: Verbesserung der Versorgung, Verbesserung des Verkehrsnehes, dec Erzeu- gungskapazität von Landwirtschaft und Rohstoffindustrie. hierzu tritt die Notwendigkeit einer Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit deutscher Erzeugnisse auf dem Weltmarkt. Der Gesichtspunkt einer Verbesserung der industriellen Rentabilität und Liquidität, einer Festigung des bilanzmäßigen Status der Unternehmungen kann in diesem Rahmen nur soweit berücksichtigt werden, als es mit der Lösung der wirtschaftspolitischen Hauptaufgaben vereinbar ist. Die durchschnittliche Bewertung der auf dem Aktien- markt gehandelten Papiere ist zu einem Teil abhängig von dem Gesamtvolumen des Materialangebots und der Breite der als Käufer oder Aktienbesitzer in Frage kommenden Schichten. Im Verlaufe der letzten drei Jahre haben sich Anzahl und Nominalkapital sowohl aller deutschen Aktiengesellschaften als auch derjenigen Gesellschaften, deren Werte an der Berliner Börse notiert werden, stark vermindert. Gemäß dem Grundsatz der Dordringlichkeit des öffentlichen Kapitalbedarfes und der strengen Praxis der Zulassungsbehörden haben seit langem keine größeren Neuemissionen von Aktien stattgefunden, neuerdings ist verordnet worden, daß Kapitalerhöhungen von Aktiengesellschaften der Genehmigung des Reichswirtschaftsministers bedürfen. Anderseits ist durch die Neuzulassungen von Pfandbriefemissionen, durch die Ausgabe der — neuerdings halbamtlich notierten — Gemeinde-Umschuldungsanleihe, der Zinsvergütungsfcheine und einiger Serien von mittelfristigen Schatzanweisungen durch den Umtausch von Dollar-Bonds in Reichsmark-Obligationen usw. das Volumen der am deutschen Markt umlaufenden Rentenwerte nicht unerheblich erhöht worden. Eine wettere indirekte Verknappung des Angebotes an Aktien mag dadurch eingetreten fein, daß nach dem neuen Einkommensteuergesetz Kursgewinne, die bei einem Wiederverkauf von Aktien innerhalb einer Frist von zwölf Monaten (bisher in der Regel drei Monate) erzielt werden, als Spekulationsgewinne versteuert werden müssen, Kursgewinne durch Verkauf von Rentenwerten sind dagegen nicht mehr einkommen- steuerpflichtig. Dem auf diese Weise stark verminderten Angebot steht ein relativ fest umriffener Kreis von traditionellen Aktienkäufen und Aktienbesitzern gegenüber. 3m Zuge des gegenwärtigen Aufschwunges, bei steigenden Einkommen, Ersparnissen und Rückstellungen tritt die Neigung des Publikums und der Unternehmungen zum Erwerb von Aktien deutlich hervor. Diese Nachfrage, die auf die Beanspruchung von zusätzlichem Bankkredit r;ur in seltenen Fällen angewiesen ist, trifft häufig auf einen „leeren" Markt, so daß sprunghafte und ungesunde Kurssteigerungen nicht ausbleiben. Die Ausgabe der öffentlichen Kapi- talmarktpolitik wird darin bestehen, die Materialknappheit auf dem Aktienmarkt und die Materialfülle auf den Rentenmärkten in einer Weise zum Ausaleich zu führen, die die weitere Fortführung des Aufschwunges erleichtert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H.. Lombardzinsfuß 5,v.l> Frankfurt O.2J1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börsr Schluß- kurS Schluß!. Mittagbörse Datum 7.8. 8.8 7-8 8.8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 — — 101 101 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,4 97,4 97,65 97,65 b¥i% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlüs.-Schuld mit 103,65 103,25 103,25 103,25 AuZlot -Rechten 111,7 111,7 111,65 111,7 4«/,% Deutsche ReichSpostschatzan- 100,4 100,4 100,4 100,4 6% e^tn.8% Hess. Bolk'sstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 98 98 97,5 4¥t% ehem. Hessische LcmdeSbanI • 96,5 96,5 byt% ehem. Hess. LandeS-Hypo- ihekenbank Darmstadt ßlaui ... 4y.% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverichr. R.6 101 101 — 93 93 *• Oberhessen Provinz-Anlethe mit 127,5 125 Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4H% ehem.8% Frcmts. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar btS 1985 115,5 115,5 115,65 115,5 96,65 96,65 — — iy3% ehem. 4Yt% Franks. Hyp.- 101,1 101 — 6%% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,5 101,65 101,75 101,75 4%% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4K% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. Obi.VI 97 97 97 97 Kteuergutsch.Berrechnungsk. 85-39 107,4 107,4 107,4 107,4 4% Oesterreichtsche Goldrenre.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 28 1,425 28,5 29,25 1,5 29 1,5 4% Ungarische Goldrente ....... 9,5 9,25 9,9 9,75 9,5 9,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,25 9,9 *y,% desgl. von 1913.......... 9,4 11,5 9,8 11,25 - - - 9,4 6% äbgest" Goldmexikaner von 99 * Bagdadbahn-Aalethe 11,13 11,25 — Frankfurt d. JR Berlin Schiuß- furt Schluß!. Abendbörse Gchluß- turs Schlußk. mittag» börse Datum 7 8 8.8. 7-8. 8.8. 4% desgl. Serie 11 ............. 11,75 11,75 6,5 8,5 5,3 40 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1908 4Z4°/«>Rumän.vereinh.Rentev.lgl3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... 6,5 8,5 5,4 39,9 17,13 18,9 87,75 118,5 90,5 6,5 8,5 5,3 39,8 17 28 18,65 88 119 90,5 90,5 90,5 188 39,9 141 118 137 109,75 129,75 139,75 135,5 129,13 184 138,5 107,9 114,4 6,4 8,65 5,25 40,25 16,9 28 18,5 87,4 120 90,65 90,25 90,25 187,5 39,9 141,65 118 136,25 109,9 129,5 142 136 >29,4 184 137,9 107,75 114,75 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampsschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prival-Bank... 0 Deutsche Bank und Dis conto- 16,5 18 87,25 118,75 90,65 90,25 90,25 188 39,75 141,65 119 136,75 109,75 129,25 142 136 129 184,65 138 107,4 114,65 Dresdner Bank.............. 0 90,5 188,5 40 141 118 137 110 129,5 140 135,5 129 137,5 107,9 | 114,25 Retchsbank ..... 12 A.C.G......................0 Bekula................. 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume.........0 Ges-llsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co...... 4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co..............? vuverus ......... 0 Deutsche Erdöl .............. * Gelsenkirchener..... ..... .. o Harpener...................( Hoesch Eisen—Köln-Neueste« .. 0 Ilse Bergbau ............... e Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke........ %y ILlcniBei m lmn-Rö hreR,,,,,,,, < 117,5 1 105,13 I 175 132 102,5 n 63,25 117,5 104,75 175 134 101,5 83,1 117,65 105 173,5 132,75 102,5 83,25 117,5 105 172,75 133,25 101 63,5 Frankfurt a. M. | Berkin Schluß- kurS Schlußk. Abend- bSrse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse. Datum 78- 8.8. 7-8. 8-8- Mansfelder Bergbau.........8 Kokswerke........ 8 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl ........... 8% Bereinigte Stahlwerke........ 0 Otavt Minen ............... 0 Kaliwerke Ascheröleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln ........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth.....iy* g G. Farben-Jnbustrw.......7 Scheideanstalt.......... 9 Goldschmidt ...... 0 Rütgerswerke ......... 4 115,5 223 115,5 88,13 17,9 135-5 131 158 240 110,5 121,4 1113,75 115,75 225 116 87,65 17,9 135 131 199 158 240 111 121 113,5 115,13 151,5 223,75 115,75 88,25 18,13 135 131 199,75 158 110,5 121,25 113,75 115,5 121,75 224 116,13 87,65 18 135 130,25 199,5 158 111,5 121,25 113,65 Philipp Holz mann...........C Zementwerk Heidelberg ...... 1 Cementwerk Karlstadt.........4 Schultheis Patzenhofer .......4 Mu tAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ........... 6 OrensletnL Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade................. 0 Accumulatoren-FabrS....... IS Lonti-Gummi...............8 93,75 122,25 135 62,5 118,5 121 89,75 98,5 158,25 — 29,5 287 — 159,5 94 122,5 135 62,13 118,5 120 90 98 157,65 29,9 286,75 186,5 159,5 «e 111 62,4 718,65 120,9 89,75 134,75 98 158 88,75 29,65 287 186 159,25 111,75 62,13 118,4 120,13 90 135,25 97,5 157,25 88,25 29,75 287,5 186,5 159,75 Gritzner.................. O| 36,25 I 361 36 I 36 Moinkrafiwerke Höchst a.w— 4 — 101 I — — Süddeullcher Suda . fl 1891 1881 188 i 188 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Al. Banknoten. 7. August 8. August Amtliche Dotierung Amtliche Geld Notierung »rief Geld | Brief Buenos Aires 0,663 0,667 0,663 0,667 Brüssel..... 41,91 41,99 41,90 41,98 Rio de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,94 55,06 54,94 55,06 Danzig..... 46,91 47,01 46,915 47,015 London ..... 12,305 12,335 12,305 12,335 Helsingfor».. 5,425 5,435 5,425 5,435 Parts ...... 16,41 16,45 16,41 16,45 Holland .... 167,68 168,02 167,63 167,97 Italien..... 20,33 20,37 20,33 20,37 Japan ...... 0,725 0,727 0,725 0,727 Jugoslawien. 5,684 5,696 5,684 5,696 61,96 Oslo..... : 61,84 61,96 61,84 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,15 11,17 11,15 11,17 Stockholm... 63,43 63,55 63,43 63,55 Schweiz .... 81,11 81,27 81,10 81,26 Spanien.... 34,02 34,08 34,02 34,08 Prag....... 10,29 10,31 10,29 10,31 Budapest ... *■* — Reuyork.... 2,480 2,484 2,480 2,484 Berlin, ö-August Geld tÖneT Amerikanische Note»........«••••• 2,432 2,452 Kplgischi» Noten ................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,89 55,11 Englische Noten ................. 12-27 12,31 16,36 16,42 Holländische Noten 167.21 167,89 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noteu .............. 6b63 61,81 DeutsF Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten ............... schwedische Noten............... 63,21 63,47 Schweizer Sloten. 80,87 81,19 33,66 83,80 Ungarische Stotel Nr.M Dritter Blatt 5reitag, 9. August 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Um dem Uebelsland der mangelhaften Unter- Aus der Provinzialhauptstadt unter der Erde. N Die öeutfthe flrbeitofront n.9.=6emcinfchafl .Kraft öurdi freute" all diesen Aufgaben sei Geld, Geld und nochmals Geld erforderlich. Er bezifferte die erforderliche Summe auf 70 000 bis 80 000 Mark. Um die Finanzfrage einer weiteren Klärung zuzuführen, find im Zusammenhang mit dem erwähnten Artikel Derns die Mitglieder des VHC. aufgefordert worden, auf einer Zeichnungskarte dem Gesamtvorstand mitzuteilen, in welcher Höhe sie zur Finanzierung des Projektes beizutragen gedenken. Mit diesem Fragenkomplex beschäftigte sich eine Sitzung des erweiterten Vorstandes des VHC., die am gestrigen Donnerstag im Klubhaus auf dem Hoherodskopf unter Leitung des Führers des Gesamtvereins, Dr. Bruchhäuser- Ulrichstein, stattfand und zu der auch die Gauobmänner, sowie die Vertreter von Zweigvereinen er- Kein Platz dürfte für ein Sommerfest, ein Fest der Volksgemeinschaft, geeigneter sein. Die NS. - Ge» meinschaft „Kraft durch Freude" berichtet, daß sie im Vorjahre mit 600 bis 700 Besuchern gerechnet hatte — über 2500 Personen waren damals in Kloster Arnsburg. Es ist das Schöne, daß in Arnsburg Gebäude und Hof groß angelegt sind. Trotz der starken Besucherzahl konnte man im Vorjahre nicht von einer Ueberfüllung reden. Einen besonderen Anziehungspunkt wird in diesem Jahre das vom Gießener Stadttheater aufgeführte Lustspiel „Waldfrieden" von Ludwig Thoma jein. An der großen, grünen Wand im inneren Hof ist eine kleine Freilichtbühne aufgeschlagen. Dort wird eines der fröhlichsten Bauernspiele von Ludwig Thoma alle Zuschauer entzücken. Die gesamte Standartenkapelle unter Leitung von Pg. Her- Der Zug fährt in Gießen ab 22.55 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt am 21. August abends vyn Hamburg um 19.53 Uhr; so daß die Teilnehmer am 22. August um 5.48 Uhr wieder in Gießen ein- Urlaubszug Tlorbfee (Norwegen) vom 14. bis 22. August. Die Fahrkarten zu dieser Fahrt können in den Labyrinthe, und der Tag kann nicht lang genug sein, um alles das zu erleben und zu genießen, was da plötzlich aus dem Erdenschoß ans Licht drängt. Wunder des Erdenschoßes! Ja, das ist wohl der richtige Ausdruck für das, was sich den Kindern darbietet, und was sie immer wieder hinzieht zu den Sandbergen und Erdhöhlen, obgleich die Mutter oft recht böse mit einem „Junge, wie siehst du wieder aus!" dazwischenfährt. Sollen wir die Kinder wirklich schelten, wenn sie im Glück dieses aufgelockerten, aufgewühlten Straßenzustandes übermütig werden? Wenn sie nach Herzenslust auf den Sandbergen ihr kindliches Spiel treiben? Ist es wirklich nur kindliches Spiel, das sich uns darbietet? Ist es nur die Abwechselung, nur die Unordnung, nur das Anderssein, das die Kinder lockt? Liegt nicht vielleicht m diesem kindlichen Spiet" ein ganz tiefer Sinn? Wir in den Städten müssen einmal darüber nach- Oie aufgerissene Straße. In unserer Straße wird „gebuddelt". Wir Erwachsenen ziehen mißmutig die Stirn kraus, denn nichts ist unangenehmer für uns „Große", als wenn sich ein Dutzend kräftiger Arbeitsmänner daran machen, das Straßenpflaster oder das Pflaster des Bürgersteigs in Besitz zu nehmen, und nun alles „in Ordnung" zu bringen, was vor kurzem noch so glatt und eben und sauber und bequem dalag. Es entstehen tiefe Gräben, die mit schwankenden Brettern überdeckt werden. Man muß an den Häusern entlang schleichen, sich gegenseitig mühsam ausbiegen; man gelangt nicht ohne Turnerei zum gewohnten Briefkasten; Erdhaufen und Sandhügel erheben sich dort, wo man auf die Straßenbahn warten muß; lange Reihen von Tonröhren versperren den Weg zum Einholen und Einkäufen; kurzum: es ist ein Kreuz, wenn das Graben und Schaufeln tage- oder gar wochenlang kein Ende nehmen will, und besonders bei Regenwetter, die „Ijalbe Straße" an den Stiefeln und Schuhen klebt. Wie anders aber die Kinder! Gibt es für die Inge Birkmann. Die sentimentale nnd jugendliche Heldin des Stadttheaters. Ais Ergebnis der Beratungen kam man ZU dem Entschluß, die hausbau-Frage mit aller Tatkraft weiter zu verfolgen, da man der lleberzeugung ist, mit der Verwirklichung dieses Gedankens dem Verkehr im Vogelsberg und zugleich der heimischen Wirtschaft förderlich zu sein. In Kürze wird, wahrscheinlich in Gießen, eine neue Sitzung des erweiterten Vorstandes stattfinden, in der man endgültige Entschlüsse zu fassen beabsichtigt und in der auch der Zeitpunkt einer außerordentlichen Hauptversammlung des Gesamtvereins festgelegt werden soll. Diese außerordentliche Hauptversammlung wird wahrscheinlich im Spätherbst in Gießen abgehalten werden. Ein neuer$üf)rer durch denVogelsberg. denken. Wir müssen einmal mit Kinderaugen durch die Straßen unserer Städte gehen. Wir müssen einmal gesehen haben, daß es für die Kinder schon eine Seligkeit bedeutet, wenn auf dem Bürgersteig nur ein schmaler, kaum ein Meter breiter Streifen des Steinpflasters aufgerissen wird, um eneuert zu werden. Denn wenn wir genauer Hinsehen, wenn wir unsere Blicke die Straße hinauf- und hinabschweifen lassen, dann sehen wir nämlich plötzlich, wie alles, was wir sehen und mit unseren Füßen betreten, nur Stein, Stein, Stein ist! Die Erde, den Boden, wie ihn uns die Natur schenkte, sehen wir gar nicht mehr! Nur dort, wo der schmale Streisen aufgerissen ist, nur dort quillt urplötzlich die Erde hervor! Bisher ist es dieses Hervorquellen der Erde, das die Kinder suchen, dieses Urelement Erde, nach dem sie sich zurücksehnen, und das ihnen bis dahin verwehrt wurde, weil wir nun einmal in der Stadt gepflasterter Straßen und gepflasterter Wege bedürfen. v . Lassen wir drum geduldig die Kinder diese Erde suchen, dieses Paradies, aus dem wir Städter bereits vertrieben wurden... F. B Das Klubhaus des DHL. auf dem Hoherodskopf Um die Finanzierung eines Erweiterung«!- oder eines Neubaues. Ein neuer Führer durch den Vogelsberg. bringungsmöglichkeit der Besucher des hohe- rodskopfes gründlich abzuhelfen und dabei auch den nach dem Autoftrahenbau im Oberwald mit Recht zu erwartenden stärkeren Verkehr mit steigendem Besuch des hoherodskopfes Rechnung zu tragen, soll nach der Ansicht des Gesamtvorstandes des VHE. das Klubhaus in umfassender Weise erweitert und neugestaltet werden, ohne daß man aber etwa einen nicht in die Landschaft passenden Prachtbau errichten wollte. Auf der Hauptversammlung in Lich wurde von einem zeitgemäßen Anbau an das Klubhaus gesprochen, durch den Raum für 30 Betten für Pensionäre und länger Aufenthaltnehmende, ferner für 30 Betten für Skisportler geschaffen werden sollte. Weiter wurde erwähnt, daß man an einen' vom Hause abliegenden Autoparkplatz gedacht habe, durch den insbesondere die großen Autobusse von dem Hause ferngehalten werden würden. Als Bausumme — ohne die Inneneinrichtung — wurde in Lich ein Betrag von 40 000 Mark genannt. Mittlerweile ist in der Monatsschrift des VHC. „Der Vogelsberg", Nr. 8 vom August 1935, ein längerer Aufsatz von Ludwig Dem (Offenbach) als „ein offenes Wort an alle wahren VHCer" veröffentlicht worden, in dem die Klubhaus- Frage eingehend erörtert wird. Ludwig Dem bemerkt in diesem Aufsatz u. a., bei der Neugestaltung solle die freie Halde auf dem Hoherodskopf unverändert bleiben, auch eine Erweiterung des Jägerheimes oder ein Bebauen des eingezäunten umgebenden Platzes unter keinen Umständen in Frage kommen. Ebensowenig sei nach dem Urteil von Kennern an einen Ausbau des alten Klubhauses zu denken, da das Haus nicht unterkellert ist und die Balken im Untergeschoß durchweg nicht mehr einwandfrei seien. Auch der Plan einer Verbindung des neuen und des alten Klubhauses zu einem Ganzen oder der Anbau einer Glasterrasse entlang der Westwand des Altgebäudes werde hinfällig. Der» spricht bann von einem Neubau unb betont, baß bie Sachverstänbigen zu einem Neubau raten: „so auch Architekt 3 ü n g ft aus Frankfurt a. 2H., bet im Auftrag bes Reichs- verbanbes Deutscher Jugendherbergen bas Vater- Venber-Heim auf ber herchenhainer höhe umgebaut hatte unb in solchen Bauten langjährige Erfahrungen besitzt." Weiterhin wirb von Lubwig Bern betont, wenn griinbliche Arbeit geleistet werben solle, bann müsse auch bie Wasserversorgung neu geregelt werben, unb zu Einer der wichtigsten Beratungsgegenstände auf der diesjährigen 54. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen-Clubs am 16. Juni in Lich war die Frage eines Um- und Erweiterungsbaues des Klubhauses auf dem Hoherodskopf im Zusammenhang mit dem Autostraßenbau der Provinz Oberhessen durch den Oberwald. Die räumliche Unzulänglichkeit des jetzigen Klubhauses wird — mit Recht — schon seit langer Zeit von den VHCern und den übrigen Besuchern des Hoherodskopfes, besonders auch von Freunden des Wintersportes, außerordentlich unangenehm empfunden. Unter diesem Zustand leidet nicht nur der jeweilige Besucher, sondern nicht minder auch — und das ist noch viel wichtiger — das Interesse weiter Bevölkerungskreise am Besuch unseres Vogelsberges überhaupt und damit natürlich das Wirtschaftsleben im Kreise Schotten, der ohnehin als Notstandskreis bekannt ist, darüber hinaus aber auch das Wirtschaftsinteresse der gesamten Provinz Oberhessen. treffen. Sonntag, den 25. August: Sonberzug nach Heidelberg. Fahrpreis einschließlich Mittagessen 5 RM. Vetriebswanberwarte! Am Sonntag, den 11. August, findet in Kloster Arnsburg ein großes Sommerfest statt. Wanderungen an diesem Tage sind nach Kloster Arnsburg zu verlegen und so einzurichten, daß die Gruppen in den frühen Nachmittagsstunden eintreffen. Das Sommerfest ber NS. - Gemeinschaft „Kraft burch Freude" in Kloster Arnsbprg. Man kann sich kaum ein schöneres Fleckchen Erde in ganz Oberhessen denken, als Kloster Arnsburg. Stadtkinder etwas Schöneres und Herrlicheres, als wenn in der Straße alles drunter und drüber geht? Wenn das langweilige Einerlei endlich einmal abgelöst wird von wilder Romantik? Da geht es sofort auf die Sandhaufen, aus denen trutzige Burgen entstehen. Da gibt es Entdeckungsfahrten unter der Erde. Da gibt es Katakomben und Höhlen unter den Brettern, mit denen die Gräben zugedeckt sind, eben jene fchumnkende Bretter, die Dimststündm" °ü'f dHür°,"Schanzenftrahe 18II, UNS Erwachsenen so viel Kummer bereiten! Da o abaeholt werden. werden aus Steinen und Röhren geheimnisvolle 3 » fahrt in Gieken ab 22.55 Uhr. „Ich bin in Bremen am 24. August 1915 geboren. Zu Hause war eigentlich keine rechte Gelegenheit, Gedanken ans Theater aufkommen zu lassen, und als ich mit sechs Jahren gern tanzen lernen wollte, wurde mir sehr vernünftig und ernsthaft ausem- andergesetzt, daß so etwas unpassend sei. Aber dann kam ich 1922 in die Schule und als ich ein paarmal mit „Theater gespielt" hatte, wollte ich unde- dingt Schauspielerin werden. In dem „Krippenspiel", das in unserer Schule zur traditionellen Ausführung wurde, bin ich gewissermaßen alt Qeroor- den. Zuerst habe ick als kleinster Engel die Aus- führung verdorben, dann als jüngster Hirt mit anderen um ein Lagerfeuer gelegen und als Abschluß habe ich den Joseph gespielt und den Steckkontakt in der Strohhütte ein- und ausschalten müssen. Aber all das mit viel Ernsthaftigkeit! Es war denn auch nicht mehr so sehr schwer, die Erlaubnis zu bekommen aus der Unterprima abzugehen, das war im Januar 1933. Ich durfte dramatischen und sprachtechnischen Unterricht nehmen und sogar tm Schauspielhaus in Bremen kleine Rollen spielen. Im Juni 1935 habe ich in Berlin meine Prüfung gemacht. Dann ist es eigentlich schnell gegangen. Auf die Arbeit im Gießener Stadttheater freue ich mich unendlich und bin sehr froh, daß mir eine so große und schöne Aufgabe anvertraut wird!" Don den weiteren Beratungen des erweiterten Vorstandes ist der Beschluß hervorzuheben, einen neuen, kleinen und handlichen Führer durch .den Vogelsberg mit entsprechendem Karten- schienen waren. Um die Hausbau-Frage entspann 's material herauszuaeben. Der Gesamtoorstanb ist sich eine sehr gründliche Aussprache, in der das Für Herausgeber, die Bearbeitung wird durch oen und Wider nach allen Seiten hin gründlich erörtert Presseausschuß erfolgen. Für ben neuen Führer wurde. list eine Auflage von 3000 Stuck vorgesehen. in von Siebenhundert Lahre Limburger Dom. Don Ernst von Niebelschüh Herzensgeschichte. Niemand hat ihrer besonders acht. Eine Geschichte, wie so viele, viele ziemlich gleichgültig ist sie der übrigen Welt. Nur den zwei Menschen, die sie angeht, ist sie alles, alles. Die arme, kleine Geschichte! Längst im Zeitenstaub ist sie verweht. Regimneter sind über sie hm° wegmarschiert. Kanonen haben sie niedergebrüllt. Sie konnte nicht mehr zum Wort kommen. Wie ein Märchenanfang steht sie jetzt da, mit einer ganz einzigen Zeile: Es war einmal ... Und niemand kann dies Märchen jetzt zu Ende dichten. Niemand. Nur die Locke weiß es. Und die schläft und schweigt. Die kleine, aurikelbraune Locke der alten Truhe. Am 11. August wird der Kardinal-Erzbischof Köln die Weihe des wiederyergestellten Domes zu Limburg a. d. Lahn vornehmen, genau siebenhundert Jahre nach dem einzigen uns überlieferten Datum der Baugeschichte, der Altarweihe von 1235, bie aber nicht bie Vollenbung bes vermutlich kaum vor ber Jahrhunbertmitte fertiggestellten Bauwerks bezeichnet. Auch über ben Beginn ber Arbeiten — es hanbelt sich um einen frühgotischen Neubau — finb wir nicht unterrichtet; stilistisch gesehen spricht alles für bie erste Hälfte bes 13. Jahrhunderts, also bie große Zeit, in ber allerorten m Deutschland ber Bauehrgeiz ber Kirchenfursten unb Domkapitel seinen Höhepunkt erreichte. Dank einer unvergleichlich schönen Lage, mit feiner fiebentürmigen rauhen Bruchstemmasse auf steilem Felsen hoch über ber Lahn thronenb, gehört ber Limburger Dom zu ben bekanntesten, dem Deutschen am meisten ans Herz gewachsenen Bau- jeuaen unserer Vergangenheit; eine Rundfrage mürbe ihm wahrscheinlich bie meisten Stimmen erbringen. .Kunstgeschichtlich ist er ein (Blieb jener weitverbreiteten rheinischen Farnllie von Dom- unb Stiftskirchen, bie nicht mehr romanisch unb noch nicht gotisch finb. S,e sollten jedoch mcht im bem irreführenden Namen „Uebergangsstü belegt werden, wenn man unter „Uebergang" etwas versteht bas seine Erfüllung noch nicht gefunden hat In Limburg dagegen karm man -m Suchen und Tasten höchstens im Einzelnen beobachten, in ben Bogensormen etwa mit ihrem häufigen Wechsel Gertraude mag das wohl geheißenhaben. Kaum g,"ocke" eİwe S',’ die durch ? n Kindermärchen schaukelt. Jetzt ist der Nom- zerrissen. Eine tückische Kugel ist durch die rechte Kchen,"wo^nmn^die^sihön"n. schwarzen Jäger meu^st ber Wachau. Wer kann es heute nD?J°habe die Truhe umunbumgetramt; sie gab ni2z heraus. Nur ein Stuck von einer Feld. S »och einen zerschlissenen Reiterhandschuh und chn kleines, scharfes ^Sporenrad. Das war dann Um sie her liegt ein Geheimnis. K-M-s ^s die Gedwiken in Düsternis taucht, Ke - 5161^65, o Bitternis in bie Seele krallt. ne5, das sch (neuejrnnig- Wie ein dünnes Rosen- Jmmerhin em GeyeimM bie ßode herum. Oie Locke. Don Karl Burkert (GDS). In einer ganz zerwurmten Altvätertruhe, zwischen verschimmelten Büchern unb verblaßten Schriften zwischen einer hornenen Schnupftabakdose unb einem Trommelstock fanb ich etwas Goldenes, Schimmerndes: eine aurikelbraune Locke. Mit einem roten Seidenfaden war sie gebunden. In einen Brief war sie hineingefaltet, in einen Bnef, schon arg Zermürbt vom vielen Herumtragen in einem Waffenrock. Und der Brief ging so: .. „Herzliebster Friedrich! Heute Morgen hab ich mir diese Locke abgeschnitten. In wenigen Augenblicken reifet sie zu Dir. Drüben der Postwagen ist schon vor. Die Pferde stehen fertigj im Geschirr, Eilen muß ich schrecklich eilen. Und hatte Dir noch io Dieles m q n sagen. Unb doch erst gestern mein jy-6 ”S SäJ“- fM“9Dn5BatoLUb!V?CbmJ«nV“ü6C6l SatXb! Am 4. Erntemonb 1813. @ertrau von rund und spitz — das Ganze aber ist ein unüberhörbares Bekenntnis zu einer deutschen Sondergotik, wenn man bas Wort „Gotik" hier überhaupt gebrauchen will. Gerabe bas Kennzeichnende ber französisch-gotischen Kathebrale, bas Aufspalten ber tragenben Wanb burch Glas- fenfter in Verbindung mit einem Strebegerüst, gerabe bies fehlt. Was bem Limburger Dom ben Charakter gibt, ist umgekehrt bie gewaltige Mauer- tärte, bie zur Gliederung in bie Masse hinein auf- orbert, als Masse selbst jeboch erhalten bleibt. Man versuche einen Augenblick, sich ben Limburger Dom in Frankreich, inmitten ber gleichzeitigen Kathebralen von Chartres, Amiens unb Reims vorzuellen — es ist unmöglich. Alles ist anbers, unb worin bas „Anbere" besteht, lehrt wohl am besten ein Vergleich mit ber Kathedrale von Laon, bie bem Limburger Meister zweifellos als Dorbilb gebient hat. Die Gruppierung ber sieben Türme unb ber innere Aufbau in vier Geschossen, bas ist Laon sehr nahe verwanbt. Allein während bie französische Kathebrale ein gestreckter Langbau ist, brängt sich in Limburg alles eng nach ber Mitte zusammen, so baß fast ber Einbruck eines Zentralbaues entsteht. Gerabe in ber Uebernahme gewisser Einzelheiten zeigt ber deutsche Meister seine volle Freiheit unb Selbstän- bigfeit. Die Wieberstellung, gemeinsam von ber staatlichen Denkmalpflege unb bem Domkapitel durchgeführt, hat sich barauf beschränkt, bas farbige Raumbilb bes 13. Jahrhunberts von jüngeren Entstellungen zu befreien, b. h. moberne Farbschichten zu beseitigen, unter denen die alte Polichromie der Strukturglieder und Wandflächen gut erhalten verborgen lag. Neue mittelalterliche Fresken sind dabei nicht zutage gekommen, aber bie vorhanbenen üben erst jetzt bie beabsichtigte Wirkung aus, zumal ihnen bie Aufhellung bes bisher sehr bunklen Inneren burch neue, meist farblose Fenster sehr zustatten kommt. Von stärkster, magischer Anziehungskraft finb bie sieben neuen, ganz auf ein leuchtendes Blau abgeftimmten Figurenfenster in ben drei Rängen bes Chors, entworfen von bem Kölner Glasmaler Scheuer, ausgeführt von ben Werkstätten ber Firma Schächter in Köln. Zufammen- faffenb ist zu sagen: bie Erneuerung bes Limburger Domes — sie ist in ber Hauptsache ein Werk bes Bonner Architekten Weyres — charakterisiert sich als eine Wiebergutmachung ber Schöben, bie dem Bauwerk burch bie wenig rücksichtsvolle letzte „Wieberherstellung" ber Jahre 1870/71 zugefugt worben sind. Zeitschriften. — Im August-Heft der „K u n ft f a m m c r", ber Zeitschrift ber Reichskammer ber bilbenben Künste (Propylaen-Verlag Berlin W 35), schreibt Wil Kelter über bie Frage „Sinb Kunstausstellungen überrounben?" Freb A. Anaermayer erzählt eine Geschichte um ben jungen Leibi, ein großer Bilderartrkel schilbert bie Erzgieherei. Ferner berichtet bas Heft von Büchern, Bibliotheken unb der Papierherstellung, zeigt interessante Beispiele mo. berner Gebrauchsgraphik unb erläutert bie Zubereitung verschiedener „Malgründe". Dazu enthält bas Heft etwa 45 schöne Silber. Wie es kommt, baß bie weiten Gebiete bäuerlicher Besiedelung im Norben so viel weniger kulturelle Höchstleistungen heroorgebracht haben als in Süd- beutschlanb, zeigt ein Aufsatz „Bauer unb Städter im Spiegel einer biologischen Kulturgeschichte" im Augustheft „Volk unb Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW., Preis 70 Pf ). — Die Frage „Was versteht man unter Keimbahn?" beantwortet L. A. Schlösser an Hanb mehrerer Ab- bilbungen unb schafft bamit Klarheit über einen wesentlichen (Brunbbegriff ber Vererbungsforschung, ber bisher oft zu Mißverständnissen Anlaß gab. — Sehr lesenswert finb auch wieber bie kleineren Beiträge bieses Heftes „Das Schicksal von Hilfsschülern", „Japans Bevölkerungsentwicklung" „Rassenfeind, liche Auswirkung bes § 1594 bes deutschen BGB. gegen bas eigene Volk", sowie bie vielseitigen Mitteilungen „Aus Rassenhygiene unb Bevölkerungs- Politik." Das ganze Heft ist eine Funbgrube wertvollen Wissens auf bem Gebiete ber Rassenkunde unb Bevölkerungpolitik. Auch bie Bilberbeigaben oerbienen hervorgehoben zu werben. Das Augusthest ber Zeitschrift „Deutschland Erneuerung (Verlag J.F.Lehmann,München,Preis vierteljährlich 4 Mark) beginnt mit einem Aufsatz .Deutsch-englische Flottenbesprechungen". lieber „Die Arbeit ber Strafsenate am Reichsgericht" schreibt Reichsgerichtsrat Niethammer Betrachtun. gen, bie gerabe im Hinblick auf bie bevorstehende Reform des Strafrechts wichtig sind, lieber die „Agrarpolitik und ihre zwischenvölkischen Aufgaben" schreibt ber Hauptabteilungsleiter im Stabsamt bes Reichsbauernführers P. Beer. Ebenfalls mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigt sich Joachim Nehring in seinem Aufsatz: „Die wirtschaftspolitischen Be- Ziehungen zwischen Danzig unb Polen". „Die Politik Heinrich bes Löwen" schildert Hans Philipp. das 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Gestern noch müde Gesichter. Heute tolles Zungenlachen lu den Areizeltlagern der HZ. „Und ich darf niemals zu Dietrich davon sprechen?" aus ihnen zu arlas Ohr. Nun Neues zur Krastfahrzeugsteuer. Don Or. jur. et rer. pol. K. Wuth, Sachverständigem in Steuerfragen, Lierlin. Wir sanden zueinander. Roman von Klothilde v. Stegmann. Arheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.) rung, noch die nachstehend genannten drei Kameraden der HI. nachzutragen, denen ebenfalls Ehrenzeichen verliehen wurde: volkstümlichen, kolonialen Werbefest am kommenden Sonntag bekannt. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21.15 Uhr allgemeine Körperschule in der Schillerschule-, 20 bis 21 Uhr Reiten (Reitschule Schömbs, Brandplatz). — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „In goldenen Ketten". * ** Eine Sechzigjährige. Frau Berta Döring, Schloßgasse 12, kann am heutigen Freitag ihren 60. Geburtstag feiern. mann wird zu Konzert und Tanz ausspielen. Bei Bolksliedersingen, dem Kinderfest und Preisschießen werden alle Volksgenossen einen wirklich schönen Tag der Volksgemeinschaft verleben. Wie wir hören, sind der Eintrittspreis und das Tanzgeld, ebenso auch die Preise der Getränke und Speisen so niedrig gehalten, daß jeder Volksgenosse das Fest besuchen kann. Oie alte Garde der HZ. Unserem gestrigen Bericht über die Verleihung des Ehrenzeichens für die alte Garde der Hitler-Jugend sind, nach einer weiteren Mitteilung der Bannfüh- wirklich ein Paradies. Und meine Gemüseanlagen! Du, auf dem Markt heißt es immer: so feste Kohl- köpfe und so zarten Salat und Spinat wie an meinem Stande gibt es nirgends." Ihre Augen leuchteten vor Eifer. Karla sah sie immer nur kopfschüttelnd an. „Wenn du's mir nicht erzählen würdest, Marlen — es klingt wie ein Märchen: Gräfin Veltheim und einen Stand auf dem Markt. Nein, es ist kaum zu glauben!" „Du vergißt, daß ich nur dem Namen nach Grä- fin Veltheim bin — im übrigen bin ich Marlen Korda und will es bleiben." „Und es ist dir immer gelungen, diese Täuschung auftechtzuerhalten?" Marlen nickte. .^Jawohl!" „Und dein Bruder Georg?" „Dem hab' ich erzählt, daß ich von einer alten Gönnerin, einer schwedischen Dame, so reich bedacht worden bin." „Warum hast du ihm nicht wenigstens reinen Wein eingeschenkt?" „Unmöglich, Karla! Er würde nicht einen Pfennig von mir annehmen, wüßte er, wie ich zu dem Geld gekommen bin. Und du kannst mir glauben, mir selbst ist es hart genug geworden, das Geld auch nur anzurühren. Aber nun ist Georg auf gutem Wege; seine Erfindung wird in großem Maßstab in Amerika ausgebeutet. Er hat einen guten Vertrag und wird bald viel Geld haben. Dann erstatte ich das, was ich für ihn verwandt habe, auf Heller und Pfennig zurück." "2tber Marlen! Das hast du doch gar nicht nötig! Es ist doch dein gutes Recht, von diesem Geld zu nehmen! Marlen hob den Kopf mit einer stolzen Bewegung: „Ich erkenne dieses Recht für mich nur so lange an, als es um das Leben meines Bruders ging. Langer aber nicht. „Aber du hast doch Dietrich dafür auch etwas gegeben, nämlich die Möglichkeit, durch feine Heirat das Testament zu erfüllen und Herr auf Velt- !>E.zu werden. Wenn du die Dinge nur rein v Je^en willst, seid ihr doch beide quitt. Du gabst deine Einwilligung zur Heirat, er gibt dir die Rente." ” Da wich der stolze Ausdruck auf Marlens Gesicht. Lippen zitterten, ihre Augen verschleierten Das ist ein himmelweiter Unter- schied, Denn er verachtet mich, und i ch — ach Karla, auch ohne einen Pfennig Geld hätte ich alles getan, Herr auf 8)6^^ werden kann. Mein Leben hätte ich dafür gegeben, nicht nur meinen Namen. > „So sehr liebst du ihn, Marlen?" Ä Ww. Karlal" Marlen faß im Vestibül des Hotels mit einer Zeitschrift. Ab und zu schaute sie auf die Armbanduhr. Es war bereits eine halbe Stunde über die verabredete Zeit. Ob Georg immer noch in der Konferenz war? „Ach bitte, wanhte sie sich an den Geschäfts, führer, „ist das Konferenzzimmer noch von meinem Bruder, Herrn Ingenieur Korda, besetzt?" Der Geschäftsführer schaute auf die Tafel: „Jawohl, gnädiges Fräulein. Die Herren sind noch bei der Besprechung." Marlen wartete noch eine Weile. Dann erhob sie sich Sie mußte doch einmal schauen, wie lange die Sache noch dauerte. Sie verspürte plötzlich großen Hunger. Wenn Georg noch lange zu tun hatte, wollte sie sich einen kleinen Imbiß auf ihr Zimmer bringen lassen. Das Konferenzzimmer lag an einem großen, geU erleuchteten Gange neben den Lesesälen, den Schreib- und Rauchzimmern. Vor der großen Glastür hing außen ein dicker Friesvorhang, der Lärm und Schall absperrte. Marlen schob vorsichtig den Vorhang etwas zur Seite Durch das Glas der Tür konnte sie jetzt das Konferenzziffer überschauen. An einem gro. feen runden Tisch saß Georg mit zwei Herren. Papiere, Mappen lagen vor ihnen. Außerdem standen auf dem Tisch ein paar kleine Gläschen mit irgendwelchem chemischen Inhalt. Georg faß mit dem Rücken zu Marlen. Die bei. den anderen Herren aber konnte sie deutlich sehen. Welcher mochte Mister Beyer fein? Der ältere Herr mit dem sympathischen weißhaarigen Kopf und der frischen, rosigen Gesichtsfarbe, wie Ameri« kaner sie sich oft bis ins späte Alter bewahren? Oder jener andere Magere mit dem gelichteten Haarwuchs, dem schmalen Munde, dem langen amerikanischen Kinn und den kleinen, flinke« Mrtjchuvg fdetil . 18. Kapitel. Nachdem Marlen und Georg im Hotel angelangt, verabschiedete sich Georg von seiner Schwester. Er wurde im Konferenzzimmer des Hotels von Mister Beyer und dessen Anwalt erwartet. Marlen wollte inzwischen einen kleinen Bummel durch die Stadt unternehmen und sich dann wieder mit Georg zum Abendbrot zusammenfinden. ho?lzimmer war kühl und ruhig. Sie er- ftischte sich durch ein Bad, dann ging sie hinunter auf die Terrasse, um Tee zu trinken. Bald hatte sie einen angenehmen Platz gefunden, nicht zu nahe an der Straße und doch nahe genug, das Treiben draußen behaglich zu genießen. Sie kam ja sonst ie &a3u- Denn ihr Arbeitstag war so aus- gefullt, begann zeitig und endete so spät, daß sie abends immer todmüde ins Bett sank. Es war ja mcht nur die Betreuung des Gartengeländes allein das Gießen, Jäten, Neupflanzen, Ausroden' llmgraben und was alles dazu gehörte, einen Gärt- nereibetrieb richtig in Schwung zu halten. Es gab la au& öte Abrechnungen über die Verkäufe auf Dem Wochenmarkt, das Führen der Bücher, die Ueberlegungen, wie man den Absatz steigern konnte, und tausend Singe mehr. Wenn Marlen nicht den alten Franz gehabt hätte mit seiner Er- fahrung, fo wäre sie vielleicht doch mitunter nicht allem zu Rande gekommen. So aber gelang es 'N. angestrengtester Arbeit, das Notwendige immer wieder zu schaffen. Um so dankbarer aber empfand sie eine Aus- ruhestunde wie diese. Und sie hätte kein junger Mensch sein müssen, wenn das elegante Leben und Treiben hier ihr nicht doch Spaß gemacht hätte. Behaglich schlürfte sie ihren Tee und ließ die Augen umherwandern. Die bewundernden Blicke der Herren ringsumher schien sie nicht zu sehen. Wagte es aber einer einmal, allzu nahe und zu dreist an ihrem Tisch vorüberzugehen, ihr allzusehr ins Gesicht zu starren, so fixierte ihn Marlen mit einem so eisigen Blick ihrer schönen grauen Augen, daß der Kecke verlegen den Kopf nach einer anderen Richtung wandte. Marlen hatte es nicht bemerkt, daß ein älterer Herr mit einem jungen. Mädchen ein paar Reihen von ihr entfernt bei feinem Nachmittagskaffee qe- feffen hatte. Jetzt erhob er sich, winkte noch ein- mal zu dem jungen Mädchen herüber und ging dann langsam die Terrasse herab auf die Straße und auf ein Auto zu. Sie Terrasse hatte sich nun allmählich etwas qe» Öul, int Abendbrotzeit nahte schon» den Bettieb in vollem Umfang auftechtzuerhalten und in der Folgezeit zu feinem jetzigen Umfange auszudehnen. Bemerkt sei noch, daß Herr Hütten» b e r g e r seit Sezember 1934, durch Die Handwerks« kammer in Sarmstadt bestellt, Obermeister feiner Berufsinnung ist. ** Endlich Regen! Nach langen, heiße« Wochen und richtigen* Hundstagen, nach viel Son« nenschein und endloser Trockenheit, begann es heute morgen etwas zu regnen. Nachdem in den frühen Morgenstunden noch teilweise blauer Himmel durch die Morgenwolken schimmerte, verdichtete sich die Wolkendecke zusehends und es kam zu einem leichten Regen. Hoffentlich sind uns und insbesondere dem Bauern nunmehr einige gründliche Regentage belieben. ** Wohnhausbauten in der obere« Marburger Straße. Wie in anderen Stadtteilen, wird auch in der oberen Marburger Straße mit der Erbauung von Wohnhäusern begonnen. Sie Baufirma H. W. Rinn beabsichtigt, auf dem ihr gehörigen Sandgrubengelände nächst der Karls» ruhe sieben Zweifamilienhäuser, bestehend aus drei Zimmern, Küche, Bad und Nebenräumen zu errichten. Ein Zweifamilienhaus ist bereits fertiggestellt und bezogen worden, während in diesem Sommer noch zwei Wohnhäuser erstellt werden sollen. ** Ein folgenschwerer Verkehrsun« fall ereignete sich in der Licher Straße. Sie 70jährige Frau Röttger aus Schweinsberg, dis gegenwärtig in Gießen zu Besuch weitt, wurde von einem Motorrad angefahren und stürzte dabei zu Boden. Sie bedauernswerte Frau erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, außerdem verschiedene äußere Verletzungen. Auch der Motorradfahrer, de etwa 44jährige August Müller von Obermör- len, kam zu Fall und zog sich eine Gehirnerschütte- rung sowie Verletzungen am Kopf, an Armen und Seinen zu. Beide Verunglückte mußten von der Sanitätskolonne in ärztliche Behandlung gebracht werden. ** Mittwochs Sonntags - Rückfahrkarten nach Limburg. Anläßlich der 700» Jahrfeiern des Somes zu Limburg werden vom 14. August bis 11. September jeweils Mittwochs Sonntags-Rückfahrkarten der Reichsbahn nach Limburg mit eintägiger Gültigkeit von 0.00 Uhr bis 24 Uhr ausgegeben. ** Bootstaufe bei der Gießener Ru- dergese llschast. Am kommenden Sonntag findet im unteren Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft 1877 die feierliche Taufe dreier Rennboote durch Oberbürgermeister Ritter statt. Im weiteren Verlauf des Nachmittags und am Abend otgt geselliges Beisammensein. Näheres im heutigen Anzeigenteil. „Nein, Karla! Lieber soll er mich verachten. Lieber will ich unglücklich fein. Es gibt keine schrecklichere Demütigung als verschmähte Liebe!" Sehr ernst verabschiedeten sich die beiden Freundinnen voneinander. Karla, um zum Bahnhof zu fahren — Marlen, um ihren Bruder abzuholen. Während der ganzen Reife lag Karla schlaflos in ihrem Schlafwagenabteil. Sie Räder ratterten und fangen. Eine Melodie schien sich formen. Unablässig klang sie an K< formte sie sich zu Worten: „Sietrid) und Marlen, sie beide müffen Zusammenkommen! Sie müssen zusammenkommen!" sagte Karla plötzlich ganz laut und entschieden vor sich hin. Marlen hatte ihr verboten, mit Sietrid) übet sie ZU sprechen. Aber sie hatte ihr nicht verboten, mit einem anderen zu sprechen. Und Karla wußts schon, mit wem. Gefolgschaftsführer Willy Hanke, Scharführer Erich Schäfer, Scharführer Walter Krömmelbein. Hütet die Zunge! Die Zähne mahlen tagaus, tagein als Diener der Zunge das Essen klein. Den Zähnen wird oft die Arbeit schwer, die Zunge springt sorglos hin und her. Die Zunge, schwatzhaft und unbedacht, hat mir schon vielen Aerger gebracht. Die Zähne selbst packt oft eine Wut. Sie beißen die Zunge! Das tut ihr gut. Puck. Sparerbund Gießen. Man berichtet uns: In der letzten Monatsoer- fammlung des Sparerbundes am vergangenen Dienstag im „Hessischen Hof" sprach der Orts» gruppenieiter H. Lorenz eingehend über das Thema „Attuelle Sparer- und Rentnerfragen". Trotz wiederholter Warnungen hätten noch in den letzten Monaten zahlreiche Sparer ihre ganzen Ersparnisse nur in Aktien angelegt. Während an der Börse die festverzinslichen Werte stabile Kurse aufwiesen, entbehrten die Kurssteiaerungen der Aktien zum größten Teile einer fachlichen Begründung und beruhten häufig weniger auf stürmischen Käufen, als vielmehr auf der Knappheit des herauskommenden Materials. Sem ständigen Kurs- auftrieb folgte Mitte Juli eine Ueberraschuna, als bekannt wurde, daß einige Schiffahrtsgesellschaften aniert werden müßten und eine Zusammenlegung »er Aktien notwendig sei. Bis auf die Hälfte des eiterigen Kurses siel eine Anzahl Aktien. Durch nichts fei es begründet gewesen, daß die Sparer den Aktienbesitz vor dem Renten- oder Hypothekenbesitz bevorzugten. Niemand könne nach reiflicher Ueberlegung ernstlich behaupten, daß ein Aktienpapier eines Wirtschaftsunternehmens besser sei als ein Staatspapier oder ein Pfandbrief oder ein durch Sachwerte gedecktes Sparbuch. Wenn die Sparer die starken Kursschwankungen der letzten Zeit auf dem Aktienmarkt an der Börse einmal ruhia durchdenken würden, würden sie bald wieder ju solider Spareinlage zurückgehen, zumal auch ferner bei den meisten Aktien der Zinsertrag ge- ringer fei, als bei den anderen Kapitalanlagen und auch vorläufig eine weitere Zinssenkung undenkbar iei, weil der Kapitalmarkt den Bedarf nicht zu decken vermöge. Wenn sich auch durch die Inflation und die sogenannte Aufwertungsgefetzgebung bei den Sparerschichten eine gewisse Abneigung gegen Rentenwerte festgesetzt habe, so stehe doch fest, daß der jetzige Staat die kapitalpolittschen Sünden des vergangenen Nooemdersystems in weitgehendstem Maße wieder gutmacht und damit im eigenen, wohlverstandenen Interesse das Verftauen in die staatlichen und festverzinslichen Papiere wiederherstellt. Nach dem Hinweis auf den neuesten Erfolg des Sparerbundes mit lOOprogentiger Abfindung Der Inhaber der Genußrechte der Fürstenbergischen Hypothekaranleihe von 1913 statt der ursprünglich angebotenen 10 Prozent ging Herr Lorenz auf das Gebiet der Rentnerversorgung über. Auch hier habe der Sparerbund in letzter Zeit Eingaben an maßgebende Regierungsstellen gerichtet. Sie Rentner könnten nach den Aeußerungen auf der am 5. und 6. Juli in Berlin stattgefundenen Arbeitstagung überzeugt fein, daß die NS.-Volkswohlfahrt und damit die Partei hinter den Wünschen und Vorschlägen der Rentner für eine Zukunftsgestaltung der Rentnerhilfe stehe und die Loslösung von der öffentlichen Fürsorge erstrebe. Gegen Schluß der Versammlung gab Herr Tetzner, der Ortsgruppenführer der Vereinigung ür koloniale Wiedergewinnung, die kürzlich vollzogene Zugehörigkeit des Sparerbundes zur Kolo- nialen Arbeitsgemeinschaft und die Einladung zum Für die Kraftfahrzeug st euer vom 1. August 1935 ab sind einige Neuerungen zu beachten, die auf Grund der Surchführungsbestim- mungen vom 5. Juli d. I. gelten. IDagenarf und Sfeuerfarif. Zunächst ist bereits rückwirkend vom 1. April 1935 an für die sog. Kombinationswaaen, die sowohl zur Personenbeförderung, als auch zur Güterbeförderung eingerichtet sind, die Unterscheidung zwischen Personenkraftwagen und Lastkraftwagen festgelegt. Siefe Wagen gelten als Lastkraftwagen, wenn die für die Güterbeförderung verwendbare Nutzfläche zwei Quadratmeter übersteigt, andernfalls als Personenkraftwagen. Kraftfahrzeuge, die durch Auswechslung ihres Aufbaues zeitweilig zur Personen-, zeitweilig zur Güterbeförderung benutzt werden können, werden allgemein als Lastkraftwagen besteuert. Andernfalls darf der Fahrzeugeigentümer den zur Güterbeförderung geeigneten Aufbau nicht mehr verwenden und muß Dies dem Finanzamt anzeigen. Sie Eigenschaft als Personenkraftwagen geht in anderen Fällen für nach Bauart und Ausstattung zur Beförderung von Personen geeignete und bestimmte Kraftfahrzeuge nicht dadurch verloren, daß mit ihnen oder in einem mitgeführten Anhänger auch Güter befördert werden. Sie neuen Bestimmungen über die Kombinatiöns- roagen gelten bereits rückwirkend vom 1. April 1933 an. Unanfechtbar gewordene Steuerbescheide und Rechtsmittelentscheidungen aus der Zeit vor dem 1. August 1935 bleiben jedoch unberührt. Sind die Rechtsmittelfristen am 1. August noch nicht abgelaufen, so tritt der Bescheid an diesem Tage außer Kraft; das Finanzamt hat erforderlichenfalls einen neuen Bescheid entsprechend den nunmehrigen Bestimmungen zu erlassen. Steuert ar (en, deren Gültigkeitsdauer vor dem 1. August 1935 begonnen haben, bleiben grundsätzlich bis zum Ablauf gültig. Wenn sich jedoch für volle Monate nach dem 31. Juli 1935 eine geringere Steuer oder Steuerbefreiung nach den neuen Vorschriften ergibt, so wird die Steuer für volle Monate der Steuerkarte in entsprechender Höhe erstattet, sofern es sich um einen Betrag von mindestens fünf Mark handelt. Steuererleichterungen. Sie Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer auf Va kann nunmehr von 1. August 1935. an für — mit flüssigen Brennstoffen angetriebene — Personenkraftwagen bei einem Hubraum von mehr als 2400 ccm beantragt weroen, die vor mehr als fünf Jahren vor Beginn der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte erstmalig zugelassen waren. Mindestens wird die Steuer für einen Personenkraftwagen mit einem. Hubraum von 2400 ccm erhoben. Ser Ermäßigungsantrag ist spätestens bei Lösung der Steuerkarte zu stellen. Bezüglich laufender Steuerkarten gilt das oben Gesagte. Rechtzeitig neue Steuerkarte beantragen! Vor Ablauf der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte ist jeweils unaufgefordert beim Finanzamt die Erteilung einer neuen Steuerkarte zu beantragen, wobei zweckmäßig gleich der •Steuerbetrug zu überweisen ist. Unterläßt der Steuerschuldner die weitere Versteuerung trotz Aufforderung des Finanzamts, so beantragt dieses bei der Zulassungsbehörde die Einziehung des Kraftfahrzeugscheins und die Entfernung des Dienststem- pels auf den Kennzeichen (Zwangsabmeldung). Bei Fortbestehen der Steuerpflicht über die Gültigkeitsdauer der Steuerkarte hinaus wird für jeden an- gefangenen oder vollen Monat ein Zwölftel der Jahressteuer berechnet nebst einem Aufgeld von 8 v. H. für einen Zeitraum bis zu zwei Monaten, von 6 v. H. für drei bis fünf Monate, von 3 v. H. für 6 bis 11 Monate, mindestens insgesamt fünf Mark. Als Stichtag gilt der von der Zulaffungs- behörde mitgeteilte Tag der Einziehung des Kraftfahrzeugscheins und Entstempelung des Kennzei- chens. Aus Billigkeitsgründen kann das Finanzamt einen früheren Tag zugrundelegen oder von der Einziehung der Steuer absehen, letzteres, wenn glaubhaft gemacht wird, daß das Kraftfahrzeug nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte nicht mehr benutzt worden ist. Diederanmeldung des Kraftfahrzeugs. Für die Wiederbenutzung des Kraftfahrzeugs nach erfolgter Steuerabmeldung erteilt das Finanzamt die Zustimmung zur Wiederaushändigung des Kraftfahrzeugscheins nur, wenn die rückständige Steuer entrichtet, erlassen, niedergeschlagen oder gestundet worden ist und eine neue Steuerkarte gelöst wird. Von der vorherigen Einziehung des Steuerrückstandes kann das Finanzamt absehen, wenn die wirtschaftliche Existenz des Steuerschuldners dadurch in Frage gestellt werden würde, daß er das K r a f t- fahrzeug nicht benutzen kann. Sie neue Steuerkarte oder eine schriftliche Zustimmung des Finanzamts muß der Zulassungsbehörde zwecks Wiedererlangung des Kraftfahrzeugscheins vorgelegt werden. Einstellung eines anderen Kraftfahrzeugs und sonstige Veränderungen. Bei Einstellung eines anderen Kraftfahrzeuges, für das keine höhere Steuer zu entrichten ist, kann ebenfalls entweder die Umschreibung der bisherigen ober die Erteilung einer neuen Steuerkarte beantragt werden. Sas gleiche gilt, wenn sich während der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte infolge von Veränderungen des Kraftfahrzeugs (z. B. Einbau eines schwächeren Motors) die Steuer ermäßigt. Eine Verlegung des Wohnsitzes ist dem Finanzamt anzuzeigen, wenn dadurch ein an- deres Finanzamt zuständig wird. Der Steuerschuld- ner erhält von dem neuzuständigen Finanzamt für die bisherige eine andere Steuerkarte, ohne daß dafür eine Gebühr erhoben wird. Bei Aenderung des Kennzeichens durch die Zulassungsbehörde ist dem Finanzamt die Steuerkarte einzusenden, Das sie berichtigt. **DleSpr?SihstundendesRsichsKattH Halters in Hessen und des Personalamtes bet Hessischen Landesregierung fallen während des Mo* nats August aus. ** Geschäftsjubiläum. Am - morgigen Samstag, 10.August, kann die Firma Georg Hüttenberger, Waschanstalt und Rasenbleicherei, Gießen, auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken» Mit geringen Mitteln gründete Herr Hüttenbergeh der heute noch Besitzer und Inhaber des Geschäfts ist, sein Unternehmen. Srei Waschfrauen waren damals im Betrieb tätig. Jrn Jahre 1914, während der Mobilmachung, wurde die Wäscherei von Handarbeit auf maschinellen Betrieb umgestellt. Im Jahrü 1915 rückte Herr Hüttenberger zum Regiment Nr. 116 ins Feld, 1917, 1918 bis zum Ende des Krieges war er bei den Kraftfahrtruppen in Frankreich. In dieser Zeit mußte der Betrieb von feinet Frau unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen weitergeführt werden. Nach dem Kriege wurde das Geschäft weiter ausgebaut, und auch in den schweren Jahren der Inflation gelang es Herrn Hüttenberger, Marlen erhob sich auch; sie wollte in einem nahegelegenen Geschäft noch ein paar Kleinigkeiten besorgen. Sa hörte sie plötzlich ihren Namen. „Marlen! Marlen!" Wie elektrisiert wandte sich Marlen um. Sas war doch — ein glücklicher Schein lief über ihr Gesicht —, das war doch Karla? Wirklich, es war Karla, die sich jetzt erhob und eilig hinter Marlen herkam. „Karla!" „Marlen!" Sie Hände der beiden jungen Mädchen faßten sich fest und innig. Aus ihren Augen leuchtete die reinste Freude des Wiedersehens. Bald hatte Marlen an Karlas Tisch Platz genommen, und die beiden Freundinnen konnten nach langer Zeit einmal* wieder miteinander plaudern. „Hast du meinen Brief nicht bekommen?" fragte Karla. „Ich schrieb dir, daß wir heute durch Ber- lin kommen und ich dich unbedingt sehen möchte." Als Marlen verneinte, berichtete Karla, daß sie heute abend nach der Schweiz abreifen wollten. Ser Vater hätte noch eine Verabredung thit ein paar alten Regimentskameraden, sie wollte sich dann mit ihm am Bahnhof treffen. Marlen war enttäuscht. Wie schade, daß Karla chon abreiste! Jetzt erst fühlte sie ganz, wie sehr sie sich nach der Freundin gesehnt hatte. „Komm doch mit — oder vielmehr; komm doch nach, schlug Karla vor, „ du bist doch dein freier Herr. Was machst du überhaupt jetzt im Sommer in dem heißen, staubigen Berlin? Ueberall ist doch im Sommer die Welt schöner — du solltest nur leben, wie herrlich es jetzt draußen bei uns ist." Sie schwieg erschreckt. Marlens eben noch so Gesicht hatte sich umschattet — sicher dachte sie jetzt an Veltheim. „Dielen Sank, Karla, für deine Aufforderung, aber ich kann von hier nicht fort. Ich — ich habe hier zu tun." „3ft das so wichtig, daß es nicht für ein paar -Ochesi putzen könnte? Marlen, was tust du hier eigentlich? Ich habe dich so oft in meinen Briefen gefragt wie du eigentlich lebst. Saß du müßig ul h'.?as fan?« ich nicht glauben —- dazu kenne 1 'ch dich zu gut." Entschlossen antwortete Marlen: ! fi£Uh?aft recht, Karla. Und es ist ja auch keine : ^HnS*5rbeite.n T im Gegenteil! Wenn du balten ^.r^1, Geheimnis für dich zu de- etm^Mtfpfta5wdro?ite daß du mich um so etwas bittest, Marlen — das erste Mal ist es nicht 3Utn ©uten ausgeschlagen. Nun, sei nur ruhi?, h^hhMrfrhrn6n)lCi*e ba6 Marlens Antlitz Ach herb verschloß, .sich versprech' es dir ja." 1 1 ^^^lchtete Marlen Karla von ihrer Tätigkeit. „Schade, daß ihr schon heute abend abreist Karla. Sonst hattest du mein kleines Blumenreich teiuraal scheu müßen jetzt im Somme» $ & Oberheffen Der zieviel Aktive können zu den Olympischen Spielen? A A Volksturnwettkämpfe des Turnkreises Lahn-Dill. 8. Turnkreis Lahn-Dill führt feine Volks« Das Training für das Handballspiel Zum bevorstehenden Handballwerbetag im Gau XII. liner Organisationskomitee schon eine vorläufige Meldung abgegeben, natürlich immer unter dem Vorbehalt, daß ihnen die Aufbringung der dazu nötigen Gelder gelingen wird. So wollen die Vereinigten Staaten 327 Aktive nach Berlin schicken, die Japaner 230, Schweden etwa 225, Pern 49, Ungarn 248, die Schweiz etwa 100 weniger und Polen 103. Bulgarien hat 74 Aktive angekündigt und das kleine Estland immer noch 56. Angesichts dieser Ziffern fragt man sich: Wieviel Wettkämpfer könnte eine Nation, wenn die nötigen Gelder und die nötige« erMajfigeg Athleten dazu Zum Handballtraining gehört schließlich das Lau« fen mit dem Ball. Der Ball darf dabei dem Spieler niemals aus der Gewalt geraten. Er wird sinngemäß so zu Boden gespielt, daß er nicht höher als bis Brusthöhe kommt, so daß der Läufer, der mit etwas vorgebeugtem Oberkörper läuft, ihn stets unterhalb der Brust aufnehmen kann. Man wird zunächst langsam üben, in gerader Richtung, dann die Schnelligkeit vergrößern, hierauf versuchen, in einem großen Bogen zu laufen, dann den Bogen kleiner machen und schließlich auch scharfe Ecken auslaufen. Zweckmäßig zeichnet man sich auf dem Uebungsfeld mehrere Figuren mit Sägemehl oder 13 Nationen bei den Lmopameisterschaslen der Ruderer. 61 Boote mit 239 Meister-Rüderem werden in Berlin-Grünau starten! Ei« Jahr nur trennt uns noch vom Beginn der Olnmvischen Spiele 1936. Schon zum 20. Juni MchstenJahre-müssen.die Nationalen Olympischen Komitees eine allgemeine Meldeliste nach Berlin gegeben h ab en, in der die Sportarten und Wett« bewerbe angegeben sind, zu welchen sie Wettkänw- ler entsenden wollen. Bis zum 18. Juli müssen sie alsdann chre namentliche Einzel« und Mannichafts« nennung abgegeben haben. Da die Expedition nach Serlto ® ine umfangreiche SorhereUungsarbeit er. fordert, muffen ft* all-»-Nationalen Olympischen Komitees schon fefct allmählich darüber schlüssig werden, wieviel Wettkämpfer sie ungefähr zu den Ein hervorragendes Ergebnis, das noch über dem des Borjahres liegt, als die Europa-Meisterschaften in Luzern stattfanden! Es wird der größte Lärü)erkampf im Rudern sein, den Deutschland bisher erlebte. Wir haben in Den letzten Jahren eine ganze Reche von Ausland« Mannschaften auf deutschen Regatten am Start ye- sehen. Auch die Engländer waren dabei. 13 Nationen hat noch keine deutsche Regatta zum Wettkampf vereint! Reumann-Gießen bei der Meisterschaft im Streckenfahren. Am Sonntag wurde in Berlin die Meisterschaft im Streckensahren ausgetragen. Der Gießener Radfahrverein von 1885 hatte als einziger Verein des Gaues fein Mitglied Willi Neumann zu diesem Rennen gemeldet. Das Rennen führte über 240 Kilometer. Deutschlands Fahrer-Elite war vertreten. Von Anfang bis zum Ende wurde das Rennen in einem mörderischen Tempo gefahren. Die Amateure fuhren dabei die Strecke in einer um acht Minuten kürzeren Zeit wie die Berufsfahrer. Neumann, der sich schon bei der ersten Sprengung des Feldes nicht aus der Spitzengruppe verdrängen ließ, konnte zusammen mit 19 Fahrern das Ziel auf der Radrennbahn Wannfee erreichen. Als Neunter passierte er das Zielband und hat damit bewiesen, daß er mit zu den besten deutschen Straßenfahrern zählt. Neumann hat mit diesem Erfolg seinen Verein und die Stadt Gießen würdig vertreten. Am kommenden Sonntag startet Neumann bei dem Großen Äraßenpreis von Essen, der als Meisterschaftsrevanche angesprochen wird. Beim Handballtraining sind zwei Ziele im Auge zu behalten. Zunächst das Ziel, den Körper recht leistungsfähig zu machen, vor allem recht schnell und ausdauernd, so daß er mit Leichtigkeit auch dem schärfsten Tempo im Handballspiel gewachsen ist. Zweitens muß man aber auch darauf bedacht sein, das eigentliche Spielen zu verbessern, also das Laufen mit bem Ball, das Werfen, das Fangen, das Stoßen, das Fausten. Der erste Teil ist also im wesentlichen rein leichtathletisches Training. Beim Handball ist vor allem Schnelligkeit und Aus« Lauer nötig. Schnelligkeit erwirbt man sich am besten durch regelmäßiges Kurzstreckenlaufen und häufige Startübungen, die Startübungen verknüpft man zweckmäßig mit dem Bücken nach Gegenständen, die in einiger Entfernung vom Start niedergelegt und nach kurzem Lauf zum Startplatz zurückge- Schnelligkeit gegenüber den andepen Spielern au - fallen. Die nötige Balltechnik kann man sich im Laufe der Zeit im Wettspiel oder Uebungsspiel erwerben. Ein sehr wirksames Training zum Erwerben der nötigen Balltechnik ist das Fausten am Handballpendel. Der Ball wird dazu in entsprechender Höhe an einer Stange aufgehängt und nun vom Spieler zunächst in der Ruhelage, später in langsamer Bewegung, dann in schnellerer Bewegung immer in derselben Art und Weise gefaustet, bis die nötige Sicherheit erreicht ist. Der Vorteil dieser Art des Handballtrainings ist, daß der Ball immer wieder zum Schlagen zurückkommt, daß der Spieler den Schlag recht oft hinteneinander ausführen und daß er ein? lange Reihe genau gleicher Schläge ausüben kann. Mannschaft eine Plakette erhält. — Die Zahl der Wettkämpfer, die jede Nation in einen Wettkampf chicken kann, ist bei den einzelnen Wettbewerben verschieden. In den Einzelwettkämpfen der Leichtathletik, des Schwimmens, Reitens, Schießens und Fechtens sind es immer drei, im Gewichtheben zwei und in einigen Sportarten (Ringen und Boxen in den verschiedenen Gewichtsklassen, Radfahren) sogar nur einer. Beim Rudern und Segeln kann jede Nation ein Boot in jeder Bootsklasse an den Start bringen, beim Kanufahren dagegen zwei. Alles in allem ergibt sich auf diese Weise eine Maximal-Teil- nehmerziffer von 319 Männern und 52 Frauen für eine Nation. Nun kann sich jedoch ein Land nicht begnügen, ür jeden Wettkampf immer nur soviel Athleten zu chicken, als darin antreten dürfen, es müssen viel- nehr auch Ersatzleute da sein. Für die meisten Wettbewerbe dürfen daher mehr Athleten gemeldet werden, als später tatsächlich an den Start gehen bzw. mitspielen dürfen. Ls ist genau festgelegt, wieviel überzählige Nennungen in jeder Sportart und in jedem Wettbewerb vorgenommen werden dürfen. Im Fußball können beispielsweise 22 Mann genannt und mitgebracht werden, also das Doppelte der eigentlichen Spielerzahl. Würde ein wohlbegütertes Olympisches Komitee (wie es leider nur in Wunschträumen existiert) diese Möglichkeit des Mitbringens von Ersatzleuten voll ausnutzen, so könnte es noch 141 Männer und 6 Frauen mehr in die Expedition einreihen, die dann insgesamt 518 Köpfe zählen würde. Würden also die 50 Nationen, mit deren Teilnahme an den Olympischen Spielen man rechnen darf — 48 haben ja bereits zugesagt! — mit so vollzähligen Mannschaften in Berlin antreten, wie es ihnen nach den obigen Ausführungen gestattet ist, so ergäbe das die stattliche Heerschar von 25 900 Aktiven. In der rauhen Wirklichkeit der Wirtschaftssorgen wird aber wohl kaum ein Land eine so vollzählige Expedition ausrüsten können, selbst wenn das nötige Sportlermaterial dazu da wäre. Immerhin wird man mit annähernd fünftausend Teilnehmern rechnen können. Die Organisation, die durch diese Teilnehmerzahl erfordert wird, ist schon kompliziert genug; annähernd 1000 Kampfrichter mit einer gleichen Anzahl von Helfern werden tätig sein, um alle die verschiedenen Wettkämpfe in den vorgesehenen 16 Tagen abwickeln zu können. vorhanden sind, im Höchstfälle zu den Spielen entsenden? Im Programm der Berliner Spiele 1936 sind insgesamt 19 Sportarten gegenüber 14 in Los Angeles 1932 enthalten. In diesen 19 Sportarten werden 68 Einzelwettbewerbe und 33 Mannschaftswettbewerbe für Männer ausgetragen, und 12 Einzel« und 3 Mannschaftswettbewerbe für Frauen, alles in allem 116 Wettbewerbe. Ebensoviel olympische Meistertitel stehen also feil. An Siegerplaketten werden in jeder Klasse (Gold, Silber, Bronze) jedoch erheblich mehr ausgegeben, nämlich 267; die Ueberzahl rührt daher, daß bei Mannschaftswettbewerben jedes Mitglied der siegreichen bracht werden. „ „ Diel wichtiger indessen als Schnelligkeit, ist beim Handball wie bei jedem anderen Bewegungsspiel die Ausdauer. Und die kann man zweifellos durch Training ganz bedeutend verbessern. Sie wird am leichtesten durch längere Läufe von mäßigem Tempo erworben. Nur langsam sollen Tempo und Länge der Strecke gesteigert werden. Sehr gesund sind Waldläufe, weil sie in staubfreier Luft vonstat- ten gehen und weil man dabei durch den Wechsel des Geländes abgelenkt wird, so daß man ohne Mühe größere Strecken bewältigen kann. Dieses Waldlaufen, regelmäßig und systematisch betrieben rinöandÄpi^er viel Ausdauer^ mach/es chmkeim I Kreide°ab, in denen man"sich mit dem Ball bewegt. Müzine natürliche Schnelligkeit bis zum letzten Ovale Fiduren, kleine Vierecke und größere Vierecke Moment bis zur Höchstgrenze zu entfalten. Er wird werden sinngemäß verwandt. Man Hute sich aber dann gegen Ende des Spieles durch seine größere! immer vor zuviel Training. Spielen auf der olympischen Regattabahn mit den technifchen Einrichtungen der olympischen Spiele von außerordentlichem Wert: Für alle teilnehmenden Nationen und für den Deutschen Olympischen Ausschuß. Deshalb werden die Europa-Meisterschaften die Generalprobe der Ruderer für 1936 sein. — Die Meldungen im einzelnen: Vierer mit Steuermann: Belgien, Däne- mark, Deutschland, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Spanien, Tschechoslowakei, Ungarn. Zweier ohne Steuermann: Dänemark, Deutschland, Holland, Italien, Jugoslawien, Oesterreich, Polen, Schweiz, Ungarn. Einer: Deutschland, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Oesterreich, Polen, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei, Ungarn. Zweier mit Steuermann: Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Ungarn. Vierer ohne Steuermann: Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Jugoslawien, Oesterreich, Polen, Schweiz, Ungarn. Doppelzweier: Deutschland, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Polen, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn. Achter: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Jugoslawien, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei, Ungarn, sütterung gebraucht wird. In den trockenen Wiesenlagen steht nur stengeliges Grummetgras, das an Menge und Futterwert immer geringer wird. Im Gegensatz zu früheren Jahren fehlt der nährstoffreiche weiße Klee völlig. * Utphe, 9. Aug. Der hiesige 24jährige Landwirtschaftsgehilfe Otto P f a n n m ü l l e r erlitt gestern bei der Arbeit einen Unterschenkel- oruch und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. Kreis Ariedberg. 4- Butzbach, 8. Aug. Eine beträchtliche Zahl hiesiger Einwohner beteiligte sich am Sonntag an der herrlichen Fahrt an den Rhein, die von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" des Kreises Friedberg veranstaltet wurde. Mittels Sonderzuges fuhren die Teilnehmer über Frankfurt nach Mainz, von wo aus die Rheinfahrt mit dem Dampfer „Frauenlob" der Köln-Düsseldorfer Schiffahrtsgesellschaft erfolgte. In St. Goarshausen wurde die reizende Fahrt unterbrochen, nach einer kurzen Kaffeepause fortgesetzt. Bei schönstem Wetter ging die Reise an den ehrwürdigen Burgen, Ruinen, reizvollen Dampfern und Kähnen vorbei und endete am Deutschen Eck in Koblenz. Gegen Abend wurde die Reise mit Sonderzug durch das romantische Lahntal über Gießen beschlossen. Alle Teilnehmer waren des Lobes voll über die Eindrücke vom herrlichen Rheinsttom. + Maibach, 7. Aug. Durch bis jetzt noch nicht aufgeklärte Ursache entstand gestern in unserer Gemarkung ein Feldbrand, dem annähernd zwei kleine Morgen noch auf dem Halm stehender W ei - gen zum Opfer fielen. Der Eigentümer des Grundstücks, Gemeinderechner Maurer, bemerkte den Brand aus der Ferne und versuchte, wenigstens noch einen Teil des Weizens zu retten, was ihm aber infolge des mit rafertber Geschwindigkeit um turnwettkämpfe an zwei verschiedenen Tagen durch. Am 18. August werden die Vereine der Unterkreise Gießen und Alsfeld in Großen-Buseck zu den Wettkämpfen antreten, und am 25. August findet dieselbe Veranstaltung für die Unterkreise Wetzlar und Dillenburg in Haiger statt. Die Wettkämpfe für die beiden letztgenannten Unterkreise waren zuerst dem Turnverein Straßebersbach übertragen, der aber dann auf Wunsch des Turnvereins Haiger zu dessen Gunsten zurücktrat, weil der Tv. Haiger diese Veranstaltung mit der Feier feines 50jährigen Bestehens verbinden will. Die Wettkämpfe und Veranstaltungsfolge ist an beiden Plätzen die gleiche. Für den Vormittag sind für Turner und Turnerinnen, für die Jugend sowie für Schüler und Schülerinnen Mehrkämpfe (Fünfkampf, Dierkampf und Dreikampf) ausgeschrieben, deren Meldeschluß für Großen-Buseck auf den 12. August und für Haiger auf den 19. August festgelegt ist. Scherzstaffeln der Schüler und Spiele der Schülerinnen werden den Vormittag abschließen. Beim gemeinsamen Mittagsmahl, bestehend aus einem Eintopfgericht, werden sich alle an der Veranstaltung Beteiligten für die Nachmittagsarbeit stärken, die mit dem Festzug beginnt. Anschließend wird eine Reihe von Schauvorführungen erfolgen, und dann werden die allgemeinen Freiübungen, die zur Abwechslung einmal unvorbereitet geturnt werden, Aur Sieaerverkündung einleiten, die die 23 er- anstattung abschließt. Es ist damit zu rechnen, daß sich die Turner und Turnerinnen des Kreises an diesen, nach jeder Richtung hin volkstümlichen Veranstattungen recht rege beteiligen. Leichtathletik: DfB.-Reichsbahn — Tgde. Friedberg. Ein Klubkampf. Einen infereffanten Klubkampf trägt der VfB.- Reichsbahn kommenden Sonntag auf seinem Platze gegen die Turngemeinde Friedberg aus. Erstmalig nehmen an einem solchen Kampfe auch die „Allen Herren" teil. Die Tgde. Friedberg dürfte ein sehr schwerer Gegner sein, zumal beim VfB.- Reicysbahn Luh fehlt. In fast allen Turnvereinen wird eine starke Breitenarbeit geleistet. Da der Kampf vier Abteilungen umfaßt, werden die auf In Luzern 1934 waren es zwar auch 13 Nationen, aber nur 54 Boote; diesmal starten 61 Boote. Don den ordentlichen Mitgliedern des Internationalen Ruderverbandes fehlt nur Portugal. Drei Länder: Deutschland, Ungarn und Italien haben zu allen sieben Rennen gemeldet (Einer, Zweier ohne Steuermann, Zweier mit Steuermann, Doppelzweier, Vierer ohne und 23ierer mit Steuermann und Achter). Im Durchschnitt wird jedes Land m fünf Rennen starten. Im Achter und im Vierer sind je 11 Länder gemeldet. Da im Hauptrennen höchstens sechs Boote starten können, sind Vor- rennen und Zwischenrennen nötig, die am Freitag und Samstag, 16. unb 17. August, stattfinden wer- den. Diese Rennen werden schon einen Ueberblirf über die Leistungsstärke der Nattonen geben. Eine solche Uebersicht ist ein Jahr vor den Olympischen Landkreis Gießen. — Wieseck, 9.Aug. Auf dem hiesigen Dreschplatz am Ortsausgange nach Alten-Bufeck herrscht seit einigen Tagen reger Betrieb. Zwei, zeitweise auch drei Dreschmaschinen sind an der Arbeit. Im Gegensatz zu anderen Dörfern ist es hier üblich, alles Getreide auf dem Felde zu dreschen, nur einige größere landwirtschaftliche Betriebe machen eine Ausnahme. Zwanzig und mehr hochbeladene Erntewagen sind hintereinander aufgefahren und nehmen Platz bis in die Rabenauerstraße. Bei dem großen Zudrang und der gegenseitigen Hilfe Verwandter gehen die Drescharbeiten oft Tag und Nacht vor sich. Dem Körnerertrag nach zu urteilen, kann von einer Durchschnittsernte gesprochen werden. — Während die Baumftücke „Am Kaisersberg" wegen ihrer tiefen Lage schwer von den M a i f r ö ft e n heimgesucht wurden und deshalb fast keinen Behang zeigen, sind in den hochgelegenen Baumanlagen nack der Badenburg zu verschiedentlich mittelstark begangene Aepfelbaume anzutreffen. Leider wirkt sich die andauernde Trockenheit schlimm aus. Die Bäume werfen einen Teil der Früchte ab; meistens sind sie allerdings vom Apfelwickler angefressen. Neben Wintergold- parmänen und Landsberger Renette siüd es vor allem noch der Rote Trierische Weinapfel und der Rheinische Bohnapfel, die wenigstens einigermaßen tragen. Die Cdelsorten versagen völlig. Der Behang von Steinobst ist recht unterschiedlich, nur Mirabellen hängen voll und gehen der Reife ent« gegen. T Heuchelheim, 9. Aug. Ein folgenschwerer Zusammen st oß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Motorrad ereignete sich gestern gegen 18.30 Uhr auf der Straße zwischen Heuchelheim und Gießen. Der von Gießen kommende Motorradfahrer Kaitzer aus Kinzenbach fuhr auf einen entgegenkommenden Gießener Personenwagen auf. Bei dem Zusammenstoß wurde das Vorderteil des Motorrades vollständig zertrümmert, am ^öagen wurde der Kühler eingedrückt. Der Motorradfahrer erlitt erhebliche Verletzungen am Kopf und an den Händen und hat auch innere Verletzun- g e n davongetragen. Er wurde nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht. Die Insassen des Wa- aens, Vater und Sohn, blieben unverletzt. Die Ursachen des Zusammenstoßes sind nock nicht geklärt. Die Polizei nahm bald nach dem Unfall die Er» sich greifenden Feuers nicht mehr gelang. Zum Glück war die Ernte der Nachbargrundstücke schon geborgen, sonst wäre ein noch größerer Brand entstanden. kreis Schotten. » Steinberg, 8. Aug. Der Schlosserlehrling Albert Becker von hier zog sich beim Handballspiel mit einigen Kameraden, anscheinend durch einen unglücklichen Sprung, eine schwere innere Verlehung zu, die seine Ueberführung in die Klinik nach Gießen notwendig machte. Kreis Alsfeld. D Burg- und N i c b e r • © em ünb e n, 8. Aug. Begünstigt durch das herrliche Sommer- weiter schreitet die Ernte rasch vorwärts. Gerste und Roggen sind bereits eingefahren. Weizen und Hafer sind auch schon fast reftlos gemäht und teilweise schon zuhause. Seit vorige Woche brummt die Dreschmaschine im Ort. Zunächst handell es sich nur um „Notdrusch" raumbeschränkter Landwirte. Unbedingt erforderlich wäre ein durchdringender Regen für Kartoffel, Dickwurz und Klee. Auch für die Grummeternte wäre der Regen noch von Vortest. * Romrod, 9. Aug. Dieser Tage verende- ten in unserem Orte plötzlich hintereinander zw ei Pferde an der heimtückischen Pferdekrankheit Anämie. Den betroffenen Landwirten ist dadurch schwerer Schaden erwachsen, da gerade gegenwärtig jedes Gespann dringend gebraucht wird. Bereits vor zwei Jahren wurde auf zwei hiesigen Bauernhöfen das Auftreten der gleichen Krankheit festgestellt, der damals bestes Pferdematerial zum Opfer siel. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 9. Aug. Die Bürgermeisterei Lauterbach weist in einer Bekanntmachung darauf hin, daß die Schüttung der einzelnen Quellen für die Wasserversorgung der Stadt Lauterbach infolge der anhallenben Trockenheit e r • heblich 3urutfgegangen ist. Es ist deshalb das Besprengen der Gärten mit Wasserschläuchen, sowie jede unnötige Wasservergeudung verboten. mittlungen auf. I Lollar, 8. Aug. Fast allabendlich sieht man die Fliegerortsgruppe Lollar Mit ihrem selbsterbauten Segelflugzeug „Buderus II" (Typ Zögling) nach dem Uebungsgelände am Heibertshäuser Hof hinausfahren. Hier entwickelt sich unter der Leitung 1 von Ingenieur Scraback ein emsiges Treiben, i Rutscher, auch kleinere Flüge und Hopser^ werden von den begeisterten Segelsporilern ausgeführt. Bei j günstigen Windverhältnissen wird jeder einmal in die ; „Kiste" hineingesetzt, jeder darf proben und fein i Können zeigen, und jeder müht sich aber auch freu- ' big ab, das Flugzeug wieder zum Start hinaufzu- schaffen. Bei anbrechender Dunkelheit ziehen sie dann alle mit heiterer Miene nach Hause und freuen sich schon auf den nächsten Abend. )—( Aus der mittleren Wetterau, 8. Aug. Die Ernte ist gut geborgen. Nun wartet der Bauersmann auf Regen, damit er die Stoppeln pflügen und den ausgefahrenen Mist unterbringen kann. Die zu Beginn des Kornschnittes ausgesäten Stoppelerbsen sind, soweit sie überhaupt aufgelaufen sind, kaum gewachsen. Eben ist man fleißig daran, die Frühkartoffeln auszumachen. Die neueren Sorten, wie Flawa und Rabatz Frühgold, haben wohl reichlich angesetzt, die Knollen sind aber nur mittelgroß. Zufriedenstellend sind die Erträge der Odenwälder Blaue und der Böhms Allerfrühsten Gelben. Selten findet man in diesem Jahre hohle Knollen und faule Kartoffeln. Die Dickwurz stehen im Wuchs still, der Futtermais rollt die Blätter. Für den erstmalig in größeren Mengen angebauten Körnermais ist das Sonnenwetter günstig; die Puppen stehen zahlreich und vollent- wickelt an den Stengeln. Die Sorte Badischer Landmais scheint sich am besten für die hiesigen Verhalt- Nisse zu bewähren. Bekanntlich will man mit dem im Rahmen der Erzeugungsschlacht zum Anbau empfohlenen Körnermais die Einfuhr ausländischen Saatgutes erübrigen. Gut haben bis jetzt die Zuckerrüben die Trockenheit überstanden. Das ©rünfutter ist teilweise so knapp, daß schon Futterstroh untergeschnitten wird. In den Garten lechzen die Kulturen nach Feuchtigkeit. Nur bei reichlichem Gießen bringen die Stangenbohnen gute Erträge und die Gurken den guten Blütenansatz zur vollen Entwicklung. An den Kohlarten tritt die Kohlkropfkrankheit (Hernie) stark auf, massenhaft legen die Kohlweißlinge ihre Eihaufchen an die Blattunterseite ab. Da anzunehmen ist, daß Heuer eine zweite Generation zur Entwicklung kommt, gilt es, sofort den Kampf gegen diesen Femd aufzunehmen. Nur den W e i n s p.a l i er en kommt der dauernde Sonnenschein zugute. Die Gescheine sind vollbeerig, und bei den ausgesprochenen Fruy- forten, wie Blaue Frühburgunder, tritt öte Reifefärbung ein; Feinde und Krankheiten machen sich fast nicht bemerkbar. m Obbornhofen, 8. August. Die hiesige Ortsbauernschaft hielt oiefer Tage eine Versammlung im Gemeindehaus ab, bei Der Ortsbauernführer Heinrich Kullmann über di Getreidebewirtschaftung des laufenden Ernteiahre berichtete. Anschließend wurden die ßontmgentte rungsmarten verausgabt, die von den yetteideabli- fernben Bauern und Landwirten auf die gefüllten Fruchtsäcke aufzukleben sind — Nachdem schon in der vorigen Wocbe der letzte Hafer wurde, geht jetzt bas E i n f a h r e n d e r F r u ch t feinem Ende entgegen. Zeitweilig waren seither auf dem Gemeindedreschplatz m der alten Lehm kaute drei Dreschmaschinen tätig, um die Ernte der kleinen Landwirte auszudreschen. Vereinzelt wurde auch schon in den Scheunen vorgedroschen. Am besten hat dabei der Weizen gegeben. Es wurden je Normalmorgen 15—17 Zentner geerntet. A erster Stelle steht die Sorte Carsten, die auch das höchste Hektolitergewicht aufzuwelsen hat, dann fol- aen General von Stocken und Strubes Dlckkopf. berste erbrachte 14 bis 16 Zentner; hier war es die Sorte Ackermanns Jsaria, die mit der Sorte Ha - £ Da- Korn s-lbst hat bei der schnellen Reife hTnnhi Sen3 maren unb auch im Nachsommer Aus dem Rhein-Main-Gebiet. Leser wünschen, geschieht. — y — a W» im 68. Lebensjahr. Rudolf Aliendörfer. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 4542 D Gießen, Osthofen bei Worms, Magdeburg, den 8. August 1935. 8. August 1935 1. Ziehungstag 89755 90202 91634 92448 96301 99474 143823 150637 371630 372365 4098 5156 6173 93424 95994 98826 300 M. 2343 2577 4428 6686 7926 45j5 D Gießen, den 7. August 1935. 03341 98519 100537 102239 103696 104883 imiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini 111239 111468 Im Gewinnrade verblieben: 2 159786 237609 40299 53134 62639 83216 । 42846 ■ 54451 I 65016 l 83359 100996 Die Beerdigung findet Samstag, 10. August, vorm. 11% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzuseben. 118833 189925 233254 268541 289283 24091 40459 47985 53704 65031 76635 97939 < 109267 25039 40677 48187 55428 67616 80714 17529 38151 47239 51206 61385 72625 95235 31556 44803 58439 72408 88511 32431 46785 59941 74680 89668 192802 278303 322564 359193 154942 205579 111210 121232 132968 144300 157429 173434 187093 200218 209705 215560 225613 237994 243141 256811 269250 281575 283643 299070 307124 320403 332897 345900 352664 363264 374813 389554 110037 177015 272158 304731 351582 374473 43198 56424 67180 85329 101060 Eine Verwarnung hat Norwegens Eis- Kunstlaufweltmeisterin Sonja Henie vom Internationalen Eislaufverband erhalten. England hatte Disqualifikation beantragt, weil Sonja bei ihrer Amerikatournee von ihren Eltern begleitet wurde und eine solche Begleitung nach den Bestimmungen nur bei minderjährigen Läuferinnen gestattet sei. 53345 114803 189601 229352 264892 289233 390046 Gestern abend entschlief nach langem schweren Leiden unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter 100683 180622 226617 253576 283022 388586 36902 48196 62405 82364 112442 122469 135854 139567 154435 179445 199218 208461 217675 234421 247690 270113 277852 288713 293494 304657 328291 336357 349202 361316 368489 375889 389959 120531 197389 235272 270491 303824 117592 127205 136579 149004 158620 189012 201159 212093 219260 237529 253333 272466 279671 290813 297955 310652 330201 337465 353809 364282 371349 382615 393535 33118 47858 60537 79229 109553 115847 123456 136199 141179 155395 186306 200371 209991 218252 237353 248194 272161 278072 288953 296739 305598 328304 337196 350161 363529 371180 379447 392218 11168 25455 40773 48419 56351 68008 80765 131751 214610 240479 270550 332937 15233 28451 40936 49190 56758 70771 87125 137112 221061 241429 272587 343093 15486 32761 46392 50893 60139 72086 94005 111580 120242 131951 136759 152424 175703 196706 204911 215869 225828 241176 263068 274160 283553 292207 301185 320658 334865 340154 356073 367272 373149 386492 398519 18614 38806 47658 . 53584 63251 73445 97568 105875 111720 120372 134251 138165 153907 176591 196872 207609 216224 230350 242286 269678 275828 287064 293102 303539 327209 335103 343150 357820 367860 375498 388448 In tiefer Trauer: Hans Letzing, Pfarrer Marie Hoppe, geb. Letzing Sophie Aliendörfer, geb. Letzing Fritz Hoppe Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 195126 280310 326546 363883 118835 129133 136617 151785 169212 191682 203096 213373 223309 239288 257287 272630 282001 290991 300606 316393 333103 339069 355458 366393 372131 386173 396153 35 000 Jungen lebten bisher in den 34 Zeltlagern der hessen-nassauischen Hiller-Jugend. 35 000 Jungen sind stolze Träger des Lager- abzeichens. 35 000 Jungen erlebten die Kameradschaft der jungen Station. Alle Jungen sollen dieses Erlebnis haben, sollen Träger des Lagerabzeichens sein. Vetriebsfuhrer! Meister! helft ihnen dazu! Gebt Freizeit! sion geschleudert und völlig verstüm« m e l t. Der Tod trat auf der Stelle ein. Ein Verschulden her- Betriebsleitung, oder eines anderen Arbeiters dürste nicht in Frage kommen. Ein Zopfabschneider am Werk. LPD. W e st e r b u r g, 8. August. In verschie- denen Kreisorten treibt ein bisher noch unbekannter Mann sein eigenartiges Unwesen. Er macht sich an Mädchen im Alter von 10—12 Jahren unbemerkt heran, schneidet diesen blitzschnell die langen Haarzöpfe ab und ergreift alsdann auf einem Fahrrad die Flucht. Das Einkommen aus Lohn und Gehalt. (Fwd.) Die konjunkturelle Steigerung des Einkommens aus Lohn und Gehalt hält weiter an. Wie in jedem Jahre, hat das Einkommen aus Lohn und Gehalt vom ersten zum zweiten Vierteljahr 1935 zugenommen. Entscheidend ist aber, daß es im zweiten Vierteljahr, wie auch im ganzen ersten Halbjahr 1935 höher ist, als vor einem Jahre. Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung beträgt das Einkommen aus Lohn und Gehalt im zweiten Vierteljahr 1935 etwa 7,75 Milliarden Mark? Seit dem zweiten Vierteljahr 1934 ist es um über 3 v. h. gestiegen. Mit 15,06 Milliarden Mark in der ersten Hälfte des Jahres 1935 ist es um gut 4 v. h. höher als in der gleichen Zeit des Jahres 1934. Gegenüber dem ersten Halbjahr 1933 ist das Einkommen aus .Lohn und Gehalt um etwa 20 v. h. gewachsen. In der konjunkturellen ' Entwicklung des Einkommens aus Lohn und Gehalt heben sich bisher drei Abschnitte hervor. Im Laufe des ersten Halbsahres 1933 begann das Einkommen nach jahrelangem Rückgang wieder leicht zu steigen. Bis zur Mitte des Jahres 1934 trat dann eine starke konjunkturelle Zunahme ein. Von diesem Zeitpunkt an ist das Tempo der konjunkturellen Steigerung wieder langsamer geworden. 1429?7 185640 272730 313149 352895 383384 Frau Henriette Letzing Witwe geb. König Kurze Sportnotizen. Endkampfgegner bei den Deutschen Amateur-Boxmeisterschaften in Berlin sind in den vier leichten Gewichtsklassen vom Fliegen- bis Leichtgewicht: Färber (Augsburg) — Bruß (Berlin); Rappsilber( Frankfurt) — Stasch (Kassel); Miner — Büttner II. (beide Breslau); Schmedes (Dortmund) gegen Mänzyk (Bochum). * Die Strecke der englischen „Tourist Trophy" wird zum nächsten Jahre eine Aende- rung erfahren, nachdem bei den letzten beiden Motorradrennen fünf Todesopfer zu beklagen waren. Die Strecke wird eine Verkürzung erfahren, wobei die nie nebelfreien hügeligen Stellen vermieden werden sollen. gute Ernte sowie die durchweg ausgezeichnete Heuernte bewirkten, daß die noch vielfach geübte Kaufzurückhaltung aufgegeben wurde. Eine stärkere Geschäftsbelebung für Erntemaschinen ist zu erwarten. Schleifmaschinen und Schleifräder haben unverändert guten Auftragseingang und verlangen volle Beschäftigung. Das Automobilgeschäft im Rhein-Main-Gebiet, in dem bekanntlich weit mehr als die Hälfte der deutschen Automobilherstellung erfolgt, verzeichnet eine günstige Weiterentwicklung und höhere Auftragseingänge als im Vormonat. Das Exportgeschäft nahm einen befriedigenden Verlauf. Das Fahrradgeschäft habe einen erheblichen Aufschwung erfahren. In der elektrotechnischen Industrie hat sich der bisher erfteulich gute Auftragseingang noch erhöht und die bisher im Mai gelegene Höchstziffer eines Monatseinganges übertroffen. Auch das Auslandsgeschäft gestaltete sich günstiger als im Vormonat. Die chemische Industrie hat nach wie vor Umsätze, die über dem Jahresdurchschnitt 1934 liegen, die.Belegschaftszahlen sind gewachsen. Auch die chemisch- pharmazeutische Industrie berichtet über eine Zunahme der Gesamtumsätze, wobei an der Steigerung sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft Anteil habe. Ueber saifonmäßige ruhige Geschäftslage lauten die Berichte aus der Schuh- und Lederindustrie sowie aus der Lederwarenindustrie. Auch die große Basaltindustrie hatte im letzten Monat ruhigere Umsätze. Die Marmorindustrie dagegen hat einen stärkeren Auftrieb durch Aufträge für die großen Berliner Neubauten zu erwarten. Kunstausstellung in Groß-Gerau. LPD. Frankfurt a. M., 8. August. Die NS.- Kulturgemeinde teilt mit: Alle Künstler, die be- Verreist DR. PLOCH Vertreter die Herren: Dr. Wilhelm Klein Dr. Neumann-Spenge! Dr. Schäffer ab 12.8. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, oen BleßenerAnzelger 96 Gewinne zu 500 M. 13467 17652 18008 20746 26578 26598 31436 3.9837 39964 44961 ----- 54069 63029 76136 81820 88172 ------ In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. , gezogen 4 Gewinne zu 10000 M. 341599 351870 4 Gewinne zu 5000 M. 27584 137320 6 Gewinne zu 3000 M. 134294 159867 220890 30 Gewinne zu 2000 M. 30494 58956 79631 107508 141368 144553 148237 164067 175877 184239 203792 292222 299485 339675 389454 64 Gewinne zu 1000 M. 12336 16325 20249 56135 74879 90290 113120 135465 143533 145287 159511 182669 184096 195666 197751 230559 231419 236056 268517 272335 293429 298707 318211 329134 345136 363162 367002 367117 369744 373465 377184 394748 112 Gewinne zu 500 M. 8789 10045 11352 15280 19432 21683 22176 23842 30593 31604 33553 35241 52203 52608 56194 65536 86493 88462 292527 300690 333488 341280 ------------ _ Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 80000, 16 zu je 20000, 96 zu je 10000, 190 zu je 5000, 390 zu je 8000, 9, 0 zu je 2000, 2876 zu je 1000, 4792 zu je 500, 19178 zu je 300 Mark. Praxis vom 11. bis 31. August geschlossen Dr. A. Hofmann Kinderarzt Gießen, Frankfurter Str. 43 Fernsprecher 2633. 4530 D 408 Gewinne zu 9584 10438 414 Gewinne zu 300 M. 3998 4015 4098 5156 6173 9640 14392 15686 15871 17308 21974 25158 26756 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinne zu 5000 M. 126820 205135 287422 •4 Gewinne zu 3000 M. 109466 120254 20 Gewinne zu 2000 M. 36268 37990 81723 84769 172471 290993 294010 299071 305372 319770 60 Gewinne zu 1000 M. 6569 15835 27778 27786 42557 47428 48231 115762 120241 121716 149407 172312 183068 194471 203503 209681 214869 217119 251740 266293 289033 302390 321021 321982 331797 351567 372939 389467 389762 391707 Gewinnauszug 5. Klaffe 45. Preußisch-Süddeutsche (271. Preuß.) Klaffen-Lotterie Mädchen sucht Beschäftig, im Haushalt 2 bis 3 Stunden vormittags. Schr.Angeb.unt. 03331 a d.G.A. Beschästigungszuwachs im Rhein-Main-Sebiet. Fwd. Der Monat Juli verlief für die n)eitoer= zweigten Wirtschaftsgebiete des Rhein-Main-Be- zirkes durchweg recht günftig. Vor allem melden die verschiedensten Industriezweige auch von weiterer Steigerung ihrer Ausfuhr. Der Eisenerzbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen könne in absehbarer Zeit die Fördermöglichkeit wesentlich erhöhen. Im Phosphorit-Bergbau schreite die planmäßige Aufschließung des Gebietes fort. Die Gießereien berichten über Erhöhung der wöchentlichen Schichtzeit. Im allgemeinen Maschinenbau blieb der Auftragseingang unverändert gut Für Gerbereimaschinen ist er weiter gestiegen und gestattet eine volle Ausnutzung der Betriebe. Die bessere Geschäftstätigkeit hat sich in der Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen fortgesetzt. Die Aussicht auf eine Büchertisch. —- Wolfram Brockmeier: Einkehr und Wandlung. Gedichte. 104 Seifen. Propyläen-Verlag, Berlin. — (224) — Wir haben auf diesen Gedichtband bereits vor einiger Zeit in einem Aufsatz der Unterhaltungsbeilage nachdrücklich hingewiesen, früher auch Brockmeiers erste lyrische Sammlung „Sturm und Beschwörung" als eine der bemerkenswertesten Aeußerungen der jungen Dichtergeneration in Deutschland empfohlen. Brockmeier, der inzwischen mit der Verleihung des Dichterpreises der Stadt Leipzig auch eine erfreulichöffentliche Bestätigung seiner Leistung erfuhr, erweist sich in dem vorliegenden Bande wiederum als ein echter und reiner Lyriker; seine Gedichte bewähren sowohl eine unerläßliche Empfindlichkeit für Maß und Rhythmus als auch jenen Sinn für innere Musikalität, die sich dem Lesenden ganz unmittelbar mitteilt. Hier spricht ein neues, warmes Naturgefühl, das zu den schönsten dichterischen Eroberungen unserer Generation gehört, wo es wirklich erlebt und gefühlt ist und nichts mit Mode oder „Strömung" zu tun hat; wer Ohren, hat, zu hören, wird da sofort und untrüglich zwischen echt und unecht unterscheiden. Ein paar Gedichte, auf die wir besonders Hinweisen möchten: „Unio my- stica"; „Das verrufene Jahr"; „Ufa"; „Auf die Totenmaske eines Mädchens"; etliches aus der Gedichtfolge „Wunsch und Sein". — Ein paar Mal wird man an Claudius, Eichendorff, C. F. Meyer erinnert; das schadet gar nichts, wenn sich daneben und allenthalben die Persönlichkeit des jungen Dichters so klar, entschieden und eigentümlich äußert, wie das in diesem Bande, dem wir viele Nun nicht mehr zögern Samstag abend ist SchlußI Die -letzten Tage des Saison-Schluß-Verkaufs sind gekommen. — Es muß geschieden sein von fast allen Anziigen, Mänteln, einzelnen Röcken und Hosen, sonstigen Herren- und Knaben - Bekleidnngs- stücken, die der Saison-Räumung unterstehen. . Eine Gelegenheit, wie diese, müssen UJF ■ ■ ■ pv Gießen, Sie nützen .. Sie wird Ihnen sicher- ■ H WH W» jfaBP Selters lieh zur Ersparnis beim Einkauf. ■ ■ ■■■■■>■% weg breiter Grundlage arbeitenden Friedberger mit großen Aussichten in den Kampf gehen. Ihr bester Mann ist dqr Sprinter Junghans. Ferner der Alte Hetr Größ, der erst am vergangenen Sonntag Gaufestsieger wurde. Der VfB.-Reichsbahn stützt sich auf seine bekannten Leute. Jakob Pieh und Herrmann sollten in den Wurfübungen siegen können. Pfaff, Sobezak und Weber werden über 800 und 3000 Meter starten. Bei den Jugendlichen hat der VfB.-R. in Möll, Huppert, Kley und Nies sehr gute Eisen im Feuer. Wie sich die Frauen halten werden, kann man nicht voraussagen. Bei den Alten Herren wird der VsB.-R. auch ganz gut vertreten sein. Otto Luh bei den Deutschen Meisterschaften. Wie nicht anders zu erwarten war, strauchelten sehr viele Teilnehmer bei dem angesetzten Qualifikationsstoß. Jeder Stoßer mußte mit drei Strößen die verlangten 14,30 Meter hinlegen um überhaupt in den Vorkampf zu kommen. Luh erzielte hierbei 14,45 Meter und gelangte somit in den Dorkampf. Luh kam mit einem Wurf von 14,19 Meter in die Entscheidung. Leider konnte er an seine sonstige Form nicht anknüpfen und blieb so in Der Entscheidung mit 14,19 Meter Sechster. Luh kann mit dem Erfolg zufrieden sein. In dieser Woche fährt Luh nach Budapest, um an den Studentenweltmeisterschaften im Kugelstoßen teilzunehmen. Um die Meisterschaften im hechten. Bei den Fechtern fielen in Frankfurt zwei weitere Meisterschaftsentscheidungen. Am Mittwochabend gab es eine Ueberraschung durch den Degensieg des bisher unbekannten Nürnbergers H ö d i ck e und am Donnerstag- verlor Hermannia Frankfurt ihre im Vorjahre errungene Säbel-Mannschaftsmeisterschaft an den Frankfurter Turnverein 1860. Bor den Tennis-Entscheidungen in Hamburg. Die „letzten Vier" wurden jetzt bei den internationalen deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg bis auf das Gemischte Doppel in allen Wettbewerben festMtellt. Es sind dies im Fraueneinzel Hilde Sperling, Nelly Adamson, Cilly Außem, I. Jedrzejowska; im Männerdoppel Henkel/Denker, Pallada/Puncec, Hebda/Tarlowski und Kukuljevic/ Dr. Buß; im Frauendoppel Adarnson/Jedrzujowska, Couquerque/Schneider, Außern/Horn und Hardwick/ Noel. {Stellenangebote] Solides Mädchen od.emfach.Stütze f, alle Hausarbeit für kleinen Be- . amtenhaushalt in Landstädtchen i.d.NäheGfeßens gesucht. Besond. 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Bei, dem bereits gemeldeten tödlich verunglückten Autoinsassen handelt es sich um einen Heinrich Schnatter aus Frankfurt. Oer trockene Gommer als Feind der Schnaken. D a r m ft a b t, 8. Aug. (LPD.) Die seit längerer Zeit herrschende Trockenheit hat die Brutstätten der Schnaken — Wässerchen und Tümpel — au s g e-tr o d n e t, so daß aus dem Ried und von der Bergstraße, aus dem Odenwald und vom Altrhein die frohe Botschaft kommt, daß die Schnaken, diese Quälgeister, nicht mehr da sind. Aber, wer heute einen Gang durch die Felder, Wälder und Gärten unternimmt und die Folgen der Trockenheit sieht, wird den Wunsch der Bauern'und Gärtner verstehen, daß es bald und tüchtig regnen möge. Man will gerne dafür ein paar Schnakenstiche in Kauf nehmen. Selbstmord mit Nikotin. LPD. N e u - I f e n b u r b, 8. August. Auf selt- fame Weife machte hier em in einer Gärtnerei beschäftigter junger Gärtner stzinem Sieben ein Ende. Er nahm eine starke Nikotin- l ö f u n g, die zur Schädlingsbekämpfung diente, zu sich, was den sofortigen Tod des erst 20jäh- rigen Mannes zur Folge hatte. TödlicherBerkehrsunfallbeiNaunheim. LPD. Rüsselsheim, 8. August. Auf der Straße Rüsselsheim—Raunheim ereignete sich am Mittwochabend ein Verkehr s u nfall, der ein Todesopfer forderte. Ein Personenwagen, der in Richtung Raunheim fuhr, wollte einen, Motorradfahrer überholen, als dieser plötzlich, ohne ein Zeichen zu geben, links abbog, anscheinend um den Weg zur Mainfähre zu benutzen. Der Lenker des Kraftwagens konnte auf die kurze Entfernung nicht mehr bremsen, so daß ein Zusammenprall unvermeidlich war. Hierbei wurde der Motorradfahrer, ein Flörsheimer Einwohner, so schwer verletzt, daß er. bald darauf verstarb. Furchtbarer Betriebsunfall. LPD. Oberursel, 8. Aug. Am Mittwochnachmittag ereignete sich in der Ziegelei der Gebrüder Menges an der Homburger Landstraße ein grauenhafter Betriebsunfall. An einer Ziegelpresse war die Riemenverbindung mit der Haupttransmission gerissen. Der 34 Jahre alte Ziegeleiarbeiter Willi S ch e w e aus Oberursel stellte daraufhin zunächst vorschriftsmäßig sämtliche Maschinen ab. Bevor der Maschinist auch die Haupt- transmission abstellen konnte, faßte Schewe den zer- riffenen Riemen, anscheinend um ihn für die Reparatur in die richtige Lage zu bringen. Hierbei wurde e,r von dem Riemen erfaßt, in die TransmisFür die vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Heim gange unserer lieben Entschlafenen sagen wir hierdurch allen herzlichen Dank. Besonders danken wir den Herren Aerzten und den Schwestern der Univ.-Ohrenklinik Gießen für die überaus liebevolle Behandlung u. Pflege, die unserem lieben Vater dort zuteil wurde. In tiefer Trauer: Wilhelm Haus und Frau. MM 200 dem in gut. Zustand verkauft preisw. IBotnemann Sonnenstratze 5. 600 ccm (versteuert) 2 Lit. 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