185. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Ur. 157 Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 9. Juli 1935 Lo^mags' und"Feiertags jflF * < M »nnayme °°n »nzeigea 431*A**AM U4A4AA4A «ÄS Heimallm Bild Di-Schalle « HW ■ jlNJ IBII MW MM MM «tunOprelfe fün mm tjöHe »sä 111 lr hr 11r I Zi I mw Ohne Illustrierte 1.80 ST B M vH wBl. ■ H ZU H B Bk B B B von 70 mm Breite von einzelnen Nummern ek ä B M infolge höherer Gewalt Lrmähtgte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberheffen MW poftschecklonto: V V • 1 < gen, Bader-, Unterrichts-u. gtantfnrt am Main 1168s VnlL und Verlag: vrühl'sche Universilätz-Vuch. und Stetndruckerei «.Lange in Gießen. Schrisileitnng und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B Wo steht Frankreich im Abessinienkonflikt? Ernste Schwierigkeiten in Scheveningen Der Bankrott des Keüoggpakts 1. 2. a) 4. in Berlin, 8. 3uli. (DJIB.) Zum Aufbau der Kriegsmarine auf den im Flottenabkommen mit England festgelegten Stand von 35 v. f). des englischen Deplacements sind folgende Neubauten a u f Stapel gelegt oder werden im Laufe des Jahres 1935 auf Stapel gelegt werden: Zwei Panzerschiffe von je 26 000 Tonnen Wasserverdrängung mit 28-Zentimeter-Ge- fchühen, zwei Kreuzer von je 10000 Tonnen Wasserverdrängung mit 20-Zentimeter-Geschühen, 3. 16 Zerstörer von je 1625 Tonnen mit 12.7-Zentimeter-Geschühen (Stapellegung 1934 und 1935), Amerikas Antwort auf die Anrufung des Kellogg-Paktes durch Abessinien ist in Addis Abeba übergeben. Sie weist, wie schon mitgeteilt, auf die in Gang befindliche Völkerbundsaktion hin. „Herold Tribüne" bemerkt, der Kellogg- reich angeblich so viel gelegen ist. Allerdings nur, wenn Genf sich als gefügiger Arm des Pariser Willens verwenden läßt. Frankreich erkennt sehr wohl die Gefahr, in die es durch eine stillschweigende oder offene Duldung der italienischen Ansprüche seine eigenen, stets überlaut verkündeten Grundsätze einer friedlichen und starken Dölkerbundspolitik bringt. Die aus einem unruhigen Gewissen geborenen Versuche, in aller Eile England die Verantwortung für das Funktionieren des Völkerbundes und für den vorauszu- sehenden Mißerfolg zuschieben zu wollen, sind weder ein Zeugnis starker Position, noch einer zielsicheren außenpolitischen Linie. 20 Unterseeboote zu je 25 Tonnen. Das erste dieser U-Boote ist am 29. Juni in Dienst gestellt. Zwei weitere find zu wasser. 6 U-Boote zu je 500 Tonnen, 2 U-Boote zu je 750 Tonnen. Bau des ersten Flugzeugträgers, die Pläne der 1936 und in den folgenden Flammen geraten wird." Oer Führer bei einer Krafiwagen transport bunq her Wehrmacht geführt. Die Stimmung war sehr pessimistisch. Man erwägt die Möglichkeit, daß die Beratungen ergebnislos abgebrochen werden müssen. Avenol in London emnetroffen London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol, ist gestern abend in London eingetroffen und wird heute Vormittag mit dem Staatssekretär des Aeußern, Sir Samuel Hoare und dem Völkerbundsminister Eden Besprechungen haben. Am Donnerstag wird er den Premierminister B a l d - w i n aufsuchen. „Daily Telegraph" rechnet mit der Möglichkeit, daß wegen des drohenden Zusammenbruches der Arbeiten des italienisch-abessinischen Versöhnungsausschusses in Scheveningen die Einberufung einer Sondersitzung des Völkerbundsrates am 25. Juli oder unmittelbar danach unbedingt notwendig werde. H a a g, 8. Juli. (DNB.) In den Beratungen des italienisch-abessinischen Schlichtungsausschusses haben sich Schwierigkeiten ergeben, die einen so ernstlichen Charakter zu tragen scheinen, daß die Fortsetzung der Arbeiten des Ausschusses i n F r a g e gestellt ist. Bestimmte Darlegungen des Vertreters der abessinischen Regierung, des französischen Juristen Prof. Gaston Jöze haben starke Meinungsverschiedenheiten heroorgerufen. Nach Ansicht der italienischen Ausschußmitglieder brachte der Vertreter der abessinischen Regierung Tatsachen zur Sprache, für die der Ausschuß nicht zuständig sei. Das Plädoyer Prof. Jeze mußte unterbrochen werden, um dem Ausschuß auf Wunsch der italienischen Mitglieder Gelegenheit zu geben, diese Angelegenheit zu klären. Die Meinungsverschiedenheiten sind noch nicht beigelegt. Vom- Palasthotel, dem Hauptquartier der italienischen Abordnung, wurden zahlreiche TelephongesprächemitRom Pakt sei einet jener evangelistischen Anwandlungen des amerikanischen Volkes entsprungen und einem widerstrebenden Europa aufgezwungen worden. Die demokratische „Times" meint unter der Ueberschrift „Kellogg-Pakt im Ostafrika-Grab beerdigt", daß Abessinien ebenso wie China erfahre, daß der Antikriegspakt keinerlei Wert ass nationales Verteidigungsmittel habe. Der Kellogg-Pakt sei das erste Opfer im Konflikt zwischen Italien und Abessinien. Die Amerikaner hätten der Welt den Kellogg-Pakt gegeben, um Frieden unter den Nationen zu bewahren, und der Kaiser von Abessinien scheine zu denken, daß er sich daher an uns wenden solle. Man habe ihm eine Antwort gesandt, die den Kaiser ungefähr an dem Punkte beließe, an dem er sich befunden habe, ehe. er seinen Appell an die große amerikanische Republik geschickt habe. Es sei jedoch „rührend" zu sehen, daß Washington den Abessiniern eine Note schicke, worin die Ueberzeugung ausgesprochen wird, daß Italien keinen Versuch unternehmen werde, Abessinien zu erobern, während gleichzeitig die amerikanischen Bürger aufgefordert würden, Abessinien zu verlassen. Zeichnet sich somit bereits die Linie der französischen Diplomatie für die nächsten Wochen ab, so jedoch auch die peinliche Frage, wie der von Frankreich sonst bei jeder Gelegenheit zitierte Völkerbund einen Bruch seiner Satzungen durch einen großen Mitgliedsstaat und die tatsächliche Zustimmung Frankreichs dazu sanktionieren könnte. War es nicht stets Frankreich, das in allen Abmachungen und Verträgen automatische Sanktionen wirtschaftlicher und militärischer Art zu verankern versuchte? Heute aber versucht man, England den Antrag auf Anwendung der vorgesehenen Sanktionen zuzuschieben und damit die Verantwortung für einen neuen Ohnmachtsanfall der Genfer Ein- richtung, an dessen kraftvoller Wirksamkeit Frank- Grafenwöhr (Oberpfalz), 8. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler begab sich am 8. Juli nach Grafenwöhr, wo er der vom kommandierenden General des 4. Armeekorps, Generalleutnant List, geleiteten Kraftwaqentransport- übung beiwohnte. Der Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg und der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie, Freiher von Fritsch, nahmen ebenfalls an der Uebung telL Oie amerikanischen Missionare bleiben in Abessinien. London, 9. Juli (DNB. Funkspruch). „Daily Telegraph" meldet aus Addis Abeba, die dortigen amerikanischen Missionare hätten erklärt, daß sie ihre Arbeit in den Krankenhäusern unter keinen Umständen aufgeben würden, wie ernst auch der italienisch - abessinische Streit sich gestalten sollte. Sie würden einer Weisung der amerikanischen Gesandschast, das Land zu verlassen, nicht Folge leisten. Der amerikanische Geschäftsträger habe bisher eine solche Weisung nicht erteilt, obwohl seine Regierung ihn dazu ermächtigt habe. Die abessinische Regierung habe bereits alle notwendigen Schritte zum Schutze des Lebens und Eigentums der Ausländer in Erwägung gezogen. b) c) Der ebenso gramm andere Nationen veranlassen sollte, ihre Flotte entsprechend zu vergrößern, würde Großbritannien gezwungen sein, durch besondere Neubauten das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Abgesehen von der Tonnage der künftigen Kriegsschiffe seien die britische und die amerikanische Baupolitik in vollem Einklang miteinander. Die Zusammenziehung des größten Teiles der amerikanischen Kriegsflotte im Stillen Ozean rufe in England kein Unbehagen hervor, sondern werde a l s Gewähr gegen einen Krieg angesehen. Somit werde das amerikanische „Vinson-Pro- gramm", dessen Ziel es sei, daß jedes Kriegsschiff jeder Kategorie sich innerhalb der Altersgrenze befinden müsse, britischerseits mit Gleichmut betrachtet. Für die britischen Baupläne würden für die Zeit nach Ablauf der Verträge, d. h. nach dem 31. Dezember 1936, folgende drei Aenderun- g e n in Betracht gezogen: 1. Vergrößerung der Kreuzerflotte von 50 auf 60 Fahrzeuge; 2. Energischer Ausbau der U-Boot-Ab- wehr st reitkräfte; 3. Beträchtliche Vergrößerung der Marineluftwaffe. Alle Schlachtschiffe und Kreuzer würden je 2 Flugzeuge erhalten. Anfang August werde eine Neuverteilung der G r o ß k'a m p f s ch i s f e der britischen Heimat- und Mittelmeerflotte vorgenommen werden. Die Mittelmeerflotte wird dann 5 Schlachtschiffe der gleichen Klasse sowie 3 Schlachtkreuzer umfassen und die Heimatflotte 7 Schlachtschiffe. Sobald Schiffe verfügbar sind, wird die Heimatflotte durch ein weiteres Kreuzer- Geschwader verstärkt werden. Die Reorganisation der Mittelmeerflotte und besonders die Verlegung der Schlachtkreuzer nach Malta bildet die b e ft e Antwort auf Meldungen in der Festlandspresse, nach denen Großbritannien die beinahe völlige Zurückziehung jei'ner Seestreitkräste aus dem Mittelmeer ins Auge gefaßt haben soll. Erlebnis nndGesialtung 23 on Helmut Streiter. Indie— „Die aus den Gruben und Zechen werden kommen und Denkmäler des Erlebens hinstellen, an denen der Geist der Menschheit in Flammen geraten wird!" Wie eine Fanfare klingt dieser Satz, den einmal Hör st Drehler-Andreß prägte, über unsere Zeit hinweg. Ein sieghafter Optimismus, ein felsenfester Glaube an die Erneuerung unseres Lebens findet hier eine prophetische Formulierung: „Die aus den Zechen und Gruben werden kommen!" Sie haben lange, lange gewartet, die „aus den Zechen und Gruben", daß das Signal einer neuen Zeit aufklang. Jetzt ist diese Zeit da, die Zeit des Erlebens! Der Strahl der Freude leuchtet hinein in die Werkhallen, in die Kontore, in die Bergwerke, in die Schreibmaschinensäle. Die Arbeit, vorher nur als Fron, als Zwang, als Ausbeutung, als Unterdrückung empfunden oder propagiert, erscheint heute als höchstes sittliches Bekenntnis zur Nation. Der Arbeiter steigt auf zum Repräsentanten der Volksgemeinschaft: Was der Mensch für die Gemeinschaft wert ist, das ist er durch seine Arbeit. Als Arbeiter sieht der neue deutsche Mensch die Welt. Aus dem Geiste der Arbeit erlebt er sie neu. Und das Volk wartet darauf mit Sehnsucht, mit stürmischer, fordernder Sehnsucht, daß sich das neue Erleben in Werken des Geistes ver-. dichtet zum Bekenntnis, zum künstlerisch geformten und gebändigten Stil. Die Natur ändert sich nicht. Sie ist ewig. Die Tatsachen der Liebe, der Treue, der Tapferkeit, des Mutes, der Ehre und der Gerechtigkeit —sie ändern sich nicht. Auch sie sind ewig. Sie liegen festver- anfert in der menschlichen Seele. Nur die E inst e l l u n g zu diesen ewigen Wahrheiten, Tatsachen und Ideen ist Veränderungen unterworfen. Nur die Arten des Erlebens wechseln. Das ist der Sinn und die Bedeutung aller Umbrüche. „Die aus den Zechen und Gruben" streben ans Licht des Tages. Sie treten ein in eine fremde Welt. Und sie erleben diese Welt. Ihre Kraft, hundertfach erprobt in Generationen, die ihre Sehnsucht vererbten vom Vater auf den Sohn, trifft jetzt auf ein erschütterndes, aufwühlendes Erlebnis: die Freude. Da liegt ein Bergsee. In diesem See kann man baden. Man kann die Fische schwimmen sehen. Dunkel spiegeln sich die Wälder. Rot glüht der Berg. — Das ist eine Situation, die hundertfach bekannt ist. Aber: jetzt wird ein Arbeitskamerad aus dem Kohlenschacht in diese Situation hin- eingestellt. In den Augen eines Häuers, eines Fördermannes sieht das anders aus als aus der Perspektive eines Vergnügungsreisenden. Darauf kommt es an. In einem Auserwählten von den vielen Volksgenossen, die als arbeitertümliche Menschen sich heute ehrfurchtsvoll den Wundern der Natur nähern, wird dieses Erlebnis zum Gedicht. Aber in diesem Gedicht schwingt der Rhythmus des Bergwerks, des Zeichensaals oder des Kantors mit. Und der Rhythmus der schaffenden Gemeinschaft! So kommen wir zur neuen Kunst! So kommen wir zu den „Denkmälern des Erlebens" im neuen Geiste und in der neuen Form. Wird es nun begreiflich, was diese Idee „Kraft durch Freud e", aus der heraus solche Erlebnisse erst möglich wurden, nicht für den Handarbeiter — das ist viel zu eng gesehen! —. sondern für den A r - beiter überhaupt bedeutet? Wird es nun be- areiflich, daß ohne die Möglichkeit, das Leben in feinen tausend Variationen kennenzulernen, eine neue Lebensform des ganzen Volkes gar nicht denkbar wäre? Die gesamte kulturschöpferische Arbeit, die aus dem Geiste der nationalsozialistischen Idee „Kraft durch Freude" geleistet wird, ist gleichbedeutend mit einer Bereitung des Bodens, auf dem das Gebäude einer neuen deutschen Kultur sich erheben wird. Hier werden dem schassenden Menschen die erlebnismäßigen Voraussetzungen zu einer höheren Form der geistigen Betätigung gegeben. Landschaft und Heimat in ihrer Vielseitigkeit und Mannigfaltigkeit sowie die künstlerischen und kulturellen Formen, die sich bisher entwickelten, werden ihm Zum inneren Besitz, zur inneren Selbstverständlichkeit. Und, was das Entscheidende ist, der schaffende Mensch wird diese Erscheinungen nach neuen Gesichtspunkten werten. Dabei wird sich vieles, auf das wir heute noch glauben nicht verzichten zu können, als nebensächlich erweisen. Anderseits werden neue Gesichtspunkte auftauchen, an die niemand dachte. Eins ist jedenfalls heute schon gewonnen: Jeder deutsche Arbeitsmensch ist in die Lage versetzt, E r - (ebniffe zu sammeln, sei es auf den „Kraft- durch-Freude"-Reisen, auf dem Sportplatz, in den Werkscharen, sei es in Theatern, Konzerten oder Gemäldegalerien. Der Weg zum Erleb.nis ist frei. Die Gestalter und künstlerischen Verdichter dieser Erlebnisse werden kommen. Und sie werden „Denkmäler hinstellen, an denen der Geist der Menschen Jahren nach dem Grundfah der qualitativen Gleichberechtigung auf Stapel zu legenden weiteren Schlachtschiffe werden vorbereitet. Englands Jliarinepolltik. Keine Rivalität im Flottenbau mitAmerika. London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Jrn „Daily Telegraph" wird über die künftige britische Flottenbaupolitik ausgeführt, daß Großbritannien unter keinen Umständen b i e Vereinigten Staaten als Konkurrenten betrag t e n werde. Welche Höhe bas amerikanische Bauprogramm nach Ablauf ber Verträge auch erreichen werbe, es werde keine britische „Antwort" darauf geben. Nur wenn das amerikanische Pro- Gchiffsneubauten der Kriegsmarine Oie praktische Durchführung des Londoner Ilottenabkommens. Unbehagen in Paris. Von unserem Roe.-Berichierfkaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 7. Juli 1935. lieber bas sonst so heitere, selbstzufriedene und selbstsichere Frankreich hat sich seit einigen Wochen cjne Stimmung bes Unbehagens gelegt, die allmählich auch dem letzten Bürger und Zeitunasleser fühlbar geworden ist. Wohin sein durch Die Leitartikel einer regierungsbeeinflußten oder oppositionellen Presse gelenkter Blick schweift: er sieht nur Schwierigkeiten finanzieller, währungspolitischer, innerpolitischer und außenpolitischer Natur. Das ist ein eigenartiger Zustand für den Franzosen, der seit 1918 gewohnt war, sein reiches und starkes Land außenpolitisch an der Spitze der Nationen und wirtschaftlich im goldgeschützten Windschatten der Krise zu sehen. Die Ereignisse der letzten Wochen aber haben die Erkenntnis dämmern lassen, daß weder die Goldbarren in den Kellern der Bank von Frankreich, weder das kunstvolle Bündnis- und Paktsystem der französischen Diplomatie, weder die im Halbdunkel abgeschlossenen militärischen Absprachen, noch das phrasenreiche Berufen auf die Heiligkeit von Verträgen, die längst auch von anderen als nicht mehr. unbedingt anwendbar erkannt sind, einen Beharrungszustand zu sichern vermögen, sofern der Anschluß an die weltpolitische Entwicklung verlorengeht. Frankreich sieht sich heute außenpolitisch — ein- oeftanben ober nicht eingestanden — vor einem Trümmerfeld der verpaßten Gelegenheiten. Es hat dem Lebenswillen, dem natürlichen Sicherheitsbedürfnis und dem adäquaten Recht auf nationale Ehre feines östlichen Nachbarn nicht Rechnung tragen wollen und erntet dafür in diesem Sommer die Früchte seiner diplomatischen Distelsaat. Laval muß die unerfreuliche Ernte in die Scheuern bringen, für die Barthou das Feld bestellt hat. Mehr als die deutsche Rüstungsanglei- ch u n g bekümmert die Franzosen ein mögliches Ausbrechen Englands aus einer Front, die man für Jahrzehnte durch Verträge und Abkommen, durch angeblich gemeinsame außenpolitische Interessen und durch das sentimentale Berufen auf eine Waffenbrüderschaft gesichert glaubte, ohne daran zu denken, daß auch ein Weltkrieg in der Geschichte der Jahrhunderte nur eine Episode bedeuten kann, wenn der englische Waffengefährte vorher 400 Jahre lang in anderer Front zu finden war. Das deutsch-englische Flottenabkommen hätte Frankreich belehren können, daß eine gesunde nationale Rea 1 po 1 itik der Friedensaufgabe besser zu dienen vermag, als eine nebelhafte, komplizierte und gefährliche Politik einer in verschlungenen Beistandspakten sich ausdrückenden Vielheitsideologie, die letzten Endes nur dazu bestimmt fein sollte, im Stillen die französische Vorherrschaft .auf dem Kontinent dauerhaft zu untermauern. Hinter dem schlecht verhehlten Unmut über eine „britische Eigenmächtigkeit" verbirgt sich eine vielleicht nicht ganz unberechtigte Angst, daß die Politik von Versailles überhaupt praktisch vor chrem wohlverdienten Bankrott steht. Selbstverständlich ist die französische Regierung nicht willens, angesichts des Druckes auf ihre außenpolitischen Absichten die Hände in den Schoß zu legen. Zwar hat man berinneren Sorgen genug, zwar weiß man, daß bas außenpolitische Ansehen des Kabinetts nicht das stärkste ist, aber die französische Diplomatie verdiente ihren Namen nicht, wenn sie nicht versuchen würde, sich durch einen wohlüberlegten Hebelzug aus der verrannten Situation herauszuheben. Der Punkt, wo man den Hebe! anzusetzen für richtig hält, ist Abessinie n. Als vor wenigen Tagen der englische Völkerbunds- minifter Eden in Rom mit Mussolini über eine Jnteressenabgrenzuna mit dem Ziel auf friedliche Beilegung des ostafrikanischen Streitfalls verhandelte, zeigte Paris sich verschnupft, daß England es nicht für notwendig gehalten habe, die französische Regierung vorher über den Vorschlag der Errichtung eines abessinischen Hafens in Britisch- Somali in Kenntnis zu setzen, weil durch eine zweite Eisenbahnlinie von Addis Abeba nach der Küste der französische Hafen von Dschibuti wirtschaftlich stark in Mitleidenschaft gezogen würde. Heute beginnt man bereits, sich dieses Vorschlags zu freuen, nachdem er dank Italiens weiter gerichteten Ansprüchen keine Aussicht auf Verwirklichung hat, sich aber diplomatisch gegen England ebensosehr auszuwerten lassen scheint, wie ein angeblich im Archiv des Völkerbundes schlummernder englisch-italienischer Briefwechsel über eine zu planende Aufteilung der abessinischen Einflußsphären. Der Quai d'Orsay hat mit sanfter Hand nachgeholfen, sich dieses Briefwechsels zu erinnern, um Großbritanniens moralischen Rückhalt zu schmälern, wenn es die Innehaltung der Völkerbundsverpflich- tungen von Italien verlangen sollte. Kein Zweifel, daß Frankreich innerlich in der Abessinienfrage auf der Seite Italiens steht, dessen politische Freundschaft und militärische Machtmittel man sich um so mehr sichern möchte, nachdem die französisch-britische Freundschaft immerhin eine gewisse Belastung erfahren hat. Paris möchte im Abessinienstreitfall hinter den Kulissen die Rolle eines Schiedsrichters spielen, nachdem kaum die 1 Vorwürfe in der französischen Presse verklungen sind, daß England wieder zu seinem Dorkriegsgrundsatz des Gleichgewichts der Kräfte zurückkehren wolle. 11 Arbeit und Kunst Kunst ist Nur wer allein in oder mit den deutschen Schiffen aufs Meer. Wir wollen den gerechten Lohn. Dieser ist jedoch nicht eine Bargeldfrage, sondern vielmehr die gesamte Stellung eines Menschen in der sozialen Ordnung eines Volkes an sich. Gerechtigkeit und Ehre, nicht Mitleid, sind die Grundlagen unserer Sozialauffassung. Korporationen am Scheidewege Eine Erklärung des Reichsamtsleiters Derichsweiler. die Summe, die unsere Kultur ausmacht, positive Arbeit leistet und sich nickt zersetzender Kritik ergeht, ist ein Kul- Oie Hamburger Reichsiagung der 7!G -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" schalkungaller fonstlgenEinflüsse ausschließlich im Dienste der nakionalsozialistl- scheu Bewegung stehen. Es versteht sich von selbst, daß bei ihnen genau so wie bei allen anderen Gemeinschaften, die sich in die Bewegung eingegliedert haben, streng und konsequent auf praktische Bewähruna natio- nalsozialistischen Gei st es gesehen wird. Korporationen, die sich nicht.entschließen wollen oder können, diesen Weg zu gehen, die ihr sogenanntes Eigenleben höher stellen als den Nationalsozialismus und sich damit bewußt oder unbewußt zum Werkzeug der Reaktion machen, die sich infolgedessen bis zum 10. Juli nicht gemeldet haben, werden ebenso selbstverständlich außerhalb jeglicher Zusammenarbeit mit dem NS D. - Studentenbund stehen. Eine Mitgliedschaft von Angehörigen des NSD.-Studen- tenbundes in solchen Korporationen wird ausgeschlossen sein. Diese werden nach dem Grundsatz bewertet und behandelt werden: Wer nicht für mich ist, der ist wider mich. Heue Ausnahmebestimmungen für die Studentenschaft. Berlin, 8. Juli. (DNB.) Der Reichser- ziehungsminister hat folgende Ausnahmebestimmungen für die Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen erlassen: Stück 1: Auf Grund des Reichsgesetzes über die Bildung von Studentenschaften an den wissenschaftlichen Hochschulen vom 22. April 1933 sind ausnahmslos nur diejenigen Studenten und Studentinnen an deutschen Hoch- und Fachschulen in die deutsche Studentenschaft, bzw. deutsche Fachschulschaft aufzunehmen, die ihre Zugehörigkeit zum deutschen Volkstum und arische Abstammung nach den Ausnahmebestimmungen der NSDAP, nachweisen. Bis zum 1. Oktober 1936 genügt es, daß die Angaben aus dem Ahnennachweis bis zu den Großeltern e i n s ch l. durch die Vorlage deren Geburts-(Tauf- und Trau-)Urkunden oder einen Ahnenpaß belegt werden. In Zweifelsfällen kann der urkundliche Nachweis bis zum Jahre 1800 gefordert werden. Stück 2: Legt jemand, der die deutsche Reichsangehörigkeit nicht besitzt, aber teilweise von volksdeutschen Ahnen abstammt, Wert auf die Zugehörigkeit zur Reichsschäft, so kann er ausgenommen werden, wenn der Nachweis bei den nichtdeutschen Ahnen hinsichtlich ihrer arischen Abstammung nach den Aufenthaltsbestimmungen der NSDAP, geführt wird. Hinsichtlich des Nachweises für die deutschen Ahnen gilt Stück 1 der Ausnahmebestimmungen. Wer als G a st in die Reichsschaft der Studierenden ausgenommen wird, wird durch weitere Bestimmungen in dem Erlaß geregelt. Am Montagnachmittag fand in der Musikhalle eine Gemeinschaftstagung „Arbeit und Kun st" statt. Zu der Tagung hatten sich die Leiter der NS.-Gmeinschaft „Kraft durch Freude", sowie der DAF. eingesunden. Ferner sah man führende Persönlichkeiten des kulturellen Lebens. Einleitend spielte das Leipziger Gewandhausorchester die Leo- noren-Ouvertüre von Beethoven. Sodann führte der Reichsamtsleiter Pg. D r e h l e r - A n d r e ß u. a. aus: Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" habe die Vertreter des deutschen künstlerischen Lebens zu ihrer ersten Reichstagung geladen, weil sie die Notwendigkeit erkannt habe, die deutsche Künstlerschaft mit Auffassungen bekanntzumachen, die sich aus der besonderen Art der Aufgaben dieser Organisation ergeben. Der Nationalsozialismus solle die Kun st erneuern. Das gelinge jedoch nur, wenn mit einer künstlerischen Gestaltung begonnen wird, für die sich in gleicher Wei se der Kün stl e r und der deutscheArbeiter allerStände und Berufe b e g e i st e r t. So, wie die politische Auferstehung vom Volke ausgegangen sei, so werde auch die kulturelle Auferstehung in gleicher Weise vom Volke ausgehen. Reichöorgani ationsieiter Or. Ley führte dann u. a. aus: Bisher war die Kunst und ihr Genuß das Vorrecht einiger weniger Menschen in unserem Volke, Kunst genießen dürfen war gebunden an Geld, an Besitz. Wir wollen dafür sorgen, und mit Hand anleaen, daß das anders wird, denn wir sind der Ueverzeuguna, daß Arbeit und Kunst sich nicht ausschließen, sondern letzten Endes ein und dasselbe sind. Arbeit und Kunst sind nichts anderes als die Bestätigung der ewigen Gesetzmäßigkeit in unserem Volke. Arbeit und Kunst treffen sich beide in dem Begriff Kultur. Kultur ist die Gesamtsumme der geleisteten Arbeit eines Volkes im Laufe seiner Geschichte. Jeder Deutsche, der an der Urbarmachung unserer Wälder mitgeholfen hat, jeder Maurer, der an der Errichtung all unserer Dome und herrlichen Bauten mitgewirkt hat, sowie die unzähligen anderen Schaffenden im Volke, ihre Arbeit und ihre München, 8. Juli. (DNB.) Reichsamtsleiter Derichsweiler äußerte sich in einer Unterredung mit einem Vertreter des DNB. zu den Vor- g'ängen in Heidelberg und ähnlich gelagerten Fällen. Er ging dabei auf die gelegentlich oes Reichsappells am 25. Juni herausgegebenen Richtlinien für den NS D. -Studentenbund ein, nach denen die weltanschauliche Erziehung der Korporationsstudenten ih der Praxis durchgeführt wird. Danach benennt die Korporation, die bereit ist, sich in den Dienst der nationalsozialistischen Bewegung und ihrer Jugenderziehung zu stellen, bis zum 10. Juli drei Studentenangehörige, die sie als besonders geeignet für die weltanschaulich-politische Schulung erachtet. Diese werden im Laufe des Sommers in dreiwöchigen Lagern des NSD. -Studentenbundes geschult. Aus ihren Reihen wird dann vom Hochschulgruppenführer im Benehmen mit dem Aktivenführer der betreffenden Korporation ein entsprechend qualifizierter Schulungsleiter bestimmt. Die nach reiflicher Ueberlegung erlassenen, von allen zuständigen Stellen der RSDAP. ausdrücklich gebilligten Richtlinien vom 25. 3uni bleiben in vollem Umfange bestehen. Sie bilden die unverrückbare Grundlage für die Regelung des Verhältnisses zwischen Partei und Korporation. Der 10. 3uÜ ist der Stichtag, an dem klar seskgestelll sein wird, welche Korporation sich der politisch-weltanschaulicher) Erziehungsarbeit der Bewegung und damit des RSD.-Studentenbundes zur Verfügung stellen und unterstellen, und welche nicht. Auf keine Korporation wird ein Zwang ausgeübt. Der Nationalsozialismus kann nicht erzwungen werden. Jede Korporation muß sich aber darüber klar sein, daß sie eine absolut eindeutige Entscheidung zu treffen hat. Die Frage, vor die sie gestellt ist, lautet: Was steht Euch höher, die Weltanschauung des Nationalsozialismus oder Eure vermeintliche Korporations- und Verbandsinteressen? Die Vorfälle in Heidelberg, wo sich die Reaktion so offen enthüllt hat, zwingen dazu, eine unbedingt klare Entscheidung herbeizuführen. Es kommt selbstverständlich nicht darauf an, daß nur eine äußere Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekundet wird, hinter der sich lediglich der Wunsch verbirgt, die Korporation als solche zu erhalten und dann im alten Geiste fortzufüyren. Das Entscheidende ist nicht ein Lippenbekenntnis, sondern die freudige Bereitschaft zu einer sozialistischen Gesamtlebenshaltung. Der RSD.-Sludenlenbund ist bereit, auf dieser Grundlage mit jeder Korporation z u- fammenzuarbeiten, da er in den Korporationen organl sche Formen des deutschen Gemeinschaftswillens und damit brauchbare Zellen des neuen nationalsozialistischen Letz e n s st i l s erblickt. Dagegen kommt für ihn eine Zusammenarbeit mit verbänden, also rein organisatorischen Zusammenschlüssen von Korporationen, nicht mehr in Frage. Diejenigen Korporationen, die sich bis zum 10.3uli gemeldet haben, werden also unter AusWie DNB. zu diesem Erlaß des Reichserziehungsministers erfährt, werden damit zum erstenmal die Ausnahmebestimmungen der NSDAP, auf Organisationen an gewendet, die unter staatlicher Führung stehen. Der Erlaß bedeutet einen weiteren Schritt Hamburg, 8. Juli. (DNB.) In der großen Ausstellungshalle des Hamburger Zoo fand am Montag eine Arbeitstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt, zu der sich die Gauwarte, Schulungswarte und Propagandawarte aus dem ganzen Reiche eingefunden hatten. Der Stabsleiter der DAF., Dr. von Renteln, stellte von der nordischen Auffassung her die Frage nach dem Sinn des Lebens. Das Leben fei ein ewiger Kampf, der das Schicksal über die kleinen Wünsche jedes Einzelnen von oben her meistern müsse. Nur wer den Grundsatz des Kampfes bejahe, könne freudig das Leben zwingen. Aus dieser kämpferischen Grundhaltung heraus sei auch die NSG. „Kraft durch Freude" entstanden. Diese Gemeinschaft sei die sormhafte Verkörperung der heroischen Einstellung zu leben, nämlich die Schaffung der Freude durch die Kraft. Die Aufgabe der Organisation sei es, allen Volksgenossen die Tore zu öffnen zu diesem Erlebnis der Freude. Deshalb müßten auch diejenigenn Menschen erfaßt werden, die bisher nur- die grauen Fabrikgebäude kannten und die keine Vorstellung von den reichen Kultur- gütern der Nation hätten. Der Leiter des Amtes „Reifen, Wandern und Urlaub", Pg. Dr. Lafferentz, betonte, daß es dem Amt gelungen sei, bereits im ersten Jahre des Bestehens der NS.°Gemeinschaft eine beträchtliche Anzahl von Urlauberzügen in Fahrt zu setzen. In diesem Jahre seien bis zum 1. Juli insgesamt über eine Million Arbeitskameraden auf eine längere oder kürzere Reise geschickt worden. „Wir glauben, daß es uns gelingen wird, in diesem Jahre insgesamt dreieinhalb bis viereinhalb Millionen zu bewegen. 60 000 „Kd F."- Seefahrer haben bis zum 1. Juli Hochseefahrten an die Südküste Englands und nach Norwegen gemacht. In diesem Sommer werden wir bestimmt auf 150 000 Seefahrer kommen. Diese Entwicklung ist zu einem großen Tell durch den Erfolg der Reisesparkarten ermöglicht worden. Die augenblickliche Gesamtsumme unseres Reise- fparkontos beträgt rund 5 Millionen Mark." Für den verhinderten Leiter des Amtes „Schönheit der Arbeit", Dg. Speer, sprach Pg. Kretzschmer. Das Amt gäbe von Anfang an die Gestaltung der Arbeitsstätten als eine Kulturaufgabe betrachtet, die dem gesamten deutschen Volke gestellt werden müsse. An den Ingenieur müsse appelliert werden, sich in stärkerem Maße als bisher der Aufgabe anzunehmen, Gesundheit und Sicherheit des deutschen Arbeiters zu gewährleisten. Doch auch an den Arbeiter selb st müsse appelliert werden, sich der Verbesserung und der Pflege seines Arbeitsplatzes in jeder Weise anzunehmen. Arbeiter, die diese Arbeit sabotierten, gehörten nicht in die Betriebsgemeinschaft. Für die Idee „Schönheit der Arbeit" seien seit Gründung des Amtes bereits 125 Millionen RM. in den deutschen Betrieben aufgewendet worden, und doch stehe man erst am Anfang. Reichssportführer v. Tschammer und Osten betonte, daß die sportliche Organisation der DAF. eine wertvolle Quelle der Lebenskraft und Leistungs- fähigkeit des deutschen Volkes darstelle. Zwischen den Sportämtern der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und dem Reichsbund für Leibesübungen dürfe es keine Rivalität geben. Beide Organisationen arbeiteten nach den von ihm herausgegebe- nen Richtlinien auf das Engste zusammen. Es gelte, sonders auch die L a n d g e m e in b e n , in die Arbeit einzubeziehen. Weiter fei der Neubau von Uebungsstätten, Turnhallen, Schwimmbädern usw. notwendig. In Zukunft werde es keine Leibesübun- aen und keinen Sport der Bürgerlichen und der Arbeiter mehr geben, nur deutsche Leibesübungen, deutschen Sport und deutsches Turnen für alle Volksgenossen. Der Leiter der Abteilung „W e r k s ch a r e n", Pg. G o h d e s , sprach über Aufgaben und Ziele dieses jüngsten Kindes der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Die Werkscharen sollen künftig allein Träger des kulturellen Gedankengutes in der Feierabendgestaltung der DAF. innerhalb der Betriebe fein. Die Werkschar werde allmäylich bienationalsozialistische Elite des Betriebes werden. Innerhalb von fünf Monaten fei es gelungen, im gesamten Reich rund 1400 Werkscharen mit etwa 40 000 Mitgliedern aufzustellen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, erklärte sodann: „Kraft durch Freude" ist das Werk des Führers. Der Führer hat mir den Befehl gegeben, dafür zu sorgen, daß d i e N e r v e n des schaffenden Volkes gesund erhal- ten und gestärkt werden, und zu diesem Zweck wurde die NSG. ins Leben gerufen. Zwei Mil- l i o n e n Volksgenossen haben bereits im ersten Jahr der neuen Organisation auf großen Reisen und Fahrten Erholung gefunden und chr deutsches Vaterland und die' Welt kennengelernt: im nächsten Jahr roetben es bereits vier Millionen sein. Wir wissen, baß allein b i e Gemeinschaft fähig unb in ber Lage ist, Freube zu vermitteln. An bie Gemeinschaft bes Volkes und ber Rasse sind auch bie Werte ber Kultur unb ber Kunst gebunben; sie können nicht im luftleeren Raum ein Leben für sich führen. Kraft durch Freude ist der verkörperte Nationalfozialis- mus. Der Sünde steht bei uns gegenüber die Disziplin. Der Buße steht bei uns gegenüber ber Stolz! Dem Schwachen unb ber Schwäche stellen wir den Starken und das Starke gegenüber, und dem Genuß, der die gemeinen Triebe befriedigt, steht bei uns gegenüber die Freude. Es handelt sich hier um zwei Welten, die einander ausschließen. Alle, die glauben, daß dieses Leben lebenswert ist, und daß sie. in diesem Leben eine heilige Mission zu erfüllen haben, sind Nationalsozialisten. Wir wissen genau, daß dieses Leben kein Paradies ist. Das Leben ist Kampf, und Kampf ist Leben. Wir kennen keine Welt und keine Vorstellung, bei der die einen in ewiger Faulenzerei ihren Genüssen frönen und bie anberen ewiger Verbammnis verfallen sein sollen. Wir kennen in ber Ewigkeit ben Kampf als ben Ausbruck unseres Glaubens unb unseres Lebens. Das ist altgermanifches Denken, unb bas ist unser Glaube! Wir verlangen ben Urlaub nicht aus Milleid, wie wir überhaupt nichts aus Mitleib verlangen, sondern weil der schaffende Volksgenosse seine Kräfte behalten muß, was ja auch wieder dem Unternehmer zugute kommt.' Wir werden in kürzester Zeit — bie Gesetze sind bereits in Vorbereitung — dazu kommen, daß nicht allein der turträger in Deutschland. Unb hier scheidet sich bie Rasse von ber Rasse, hier scheiden sich die Geister. Nachdem der Redner bann ben Sinn ber NSG. „Kraft burch Freude" auch für den schaffenden Künstler unterstrichen hatte, kam er auf die Führerpersönlichkeit Adolf Hitlers zu sprechen und schloß: Der Künstler, der Arbeiter und der Politiker sind in der Person der Führers vereint und so gestaltet sich in dieser Einheit die deutsche Seele zur Harmonie. Starker, langanhaltender Beifall 'dankte Reichs-, organisationsleiter Dr. Ley. Die Egmont-Ouver- türe von Beethoven beschloß die eindrucksvoll verlaufene Kundgebung. 6in$eflfPielattWW. Den Abschluß der Reichstagung bildete am Montagabend eine Aufführung des Festspiels „Deutsche Heimkehr" von Wilm Geyer in der Hanseaten-Halle. Während die Scharen der Zuschauer den ungeheuren Raum füllten, konzertierte der auf 150 Mann verstärkte Gauspielzug mit den Hamburger Lobeda-Chören unter Leitung von Mu- sikzugführer Schlottmann und Chorleiter Hanne- mann. Unter brausendem Jubel betrat Reichsorga- nifationsleiter Dr. Ley an der Spitze der Ehrengäste, unter ihnen viele führende Persönlichkeiten des Staates, der Wehrmacht und der Bewegung, die Halle. In atemloser Stille entwickelte sich dann die eindrucksvolle Handlung des. chorischen Spieles. Wilm Geyers festliches Werk rafft die Fülle der äußeren und inneren Erlebnisse unserer Zeit in einem sinnbildlichen Geschehen zusammen. Alles was an tiefster Not, an Glauben und endlicher Erlösung die Jahre von 1929 bis heute erfüllte, findet hier einen starken und sinnfälligen Ausdruck. Die Aufführung des Festspieles, bei der 2000 Laienspieler und 30 bedeutende Schauspieler in einer großen Einheit mitwirkten, stand unter der Leitung von Helmut Hansen vom Deutschlandfender. Sämtliche Mitwirkende zeigten hervorragende Leistungen. In ergriffenem Schweigen lauschten die Tausende von Zuhörer, bis sie zum Schluß mit den Spielern in das -jubelnbe Bekenntnis zum neuen Deutschland und zu seinem großen Führer ein- stimmten. Urlaub geduldet, sondern daß er g e f o r d e r t wird, und baß berjenige, ber ben Urlaub erhält, ihn auch unterallen Umständen antreten muß. Wir werden darüber hinaus den Urlaub organisieren unb dafür sorgen, daß der Urlauber nicht während der Ferien in seinem Haus sitzen bleibt, sondern daß er hinausgeht ins deutsche Land war, die Grundsätze des nationalsozialistischen Par» teiprogramms in ihrer Organisation zu verwirklichen, hat sich somit auch hier wieder in bie erste Reihe gestellt. Reue Richtlinien für Privatschulkonzessionen. Berlin, 6.Juli '(DNB.) Reichsminister Rust hat neue Richtlinien für die Erteilung non Unter» richtserlaubnisscheinen und Privat» schulkonzessionen aufgestellt. Bereits durch frühere Anordnungen waren deutsche Reichs- angehörige nichtarischer Abstammung von ber Erteilung privaten Unterrichts an Äugenbliche ausgeschlossen, sofern es sich nicht UM Frontkämpfer oder solche Personen handelt, deren Väter ober Söhne im Kriege gefallen finb, ober um solche Antragsteller, die schon vor bem Kriege Privatunterricht erteilt bzw. eine Privatschule geleitet haben. Nun können auch Antragsteller arischer Abstammung, bis mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet finb, zum Privatunterricht an Jugenbliche grunbsätzlich n i ch t m e h r zugelas sen werden. Ausgenommen sind Antragsteller, die Frontkämpfer sind, mit einem Frontkämpfer verheiratet finb, deren Väter ober Söhne im Weltkriege gefall e n finb ober bie schon vor b e m K r i e g e Privatunterricht erteilt bzw. eine Privatschule geleitet haben, sofern bie Ehe oor bem 2. Iuli 1933 geschlossen ist. Wer nach dem 2. Juli 1933 eine Ehe mit einem nichtarischen Ehe- Partner einging, wirb zum privaten Unterricht an arische Jugenbliche nicht mehr zugelassen. Alle Privatschulleiter unb Privatlehrer einschl. ber Leiterinnen unb Lehrerinnen finb verpflichtet, bem Kreis- schulrat van ber Eingehung ber Ehe Mitteilung zu machen. Sie verlieren bie Unterrichtserlaubnis, wenn sie mit einer Person nichtarischer Abstammung bie Ehe eingehen. Nachzensur aller vor -er nationalsozialistischen Erhebung zugelaffenen Filme. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Im Zeichen vorüber» gehenber Filmknappheit ergibt sich für bie Film- inbuftrie bie Notwenbigkeit, auf ältere Ton» filme unb sogar Stummfilme zurück- zugreifen. Hierbei ist es wieberholt vorgekommen, daß Filme zur Vorführung gebracht worben finb, bie auf Grund des im liberalen Staat gelten* ben Lichtspielgesetzes zugelassen worben waren. In verschiebenen Fällen ist sogar bie Vorführung von Filmen mit nichtarischen Mitwir* Eenben festgestellt worben, bereu Zulassung in heutiger Zeit nicht mehr in Frage kommt. Um alle Filme, bie mit bem Geist ber neuen Zeit nicht vereinbar finb, vom Umlauf in ben beutschen Lichtspieltheatern auszuschließen, bebarf es einer grundsätzlichen Regelung dahin, daß alle vor der nationalsozialistischen Erhebung für Stumm- und Tonfilme erteilten Zulassungen außer Kraft treten. Den Herstellern dieser Filme bleibt es überlassen, bie für eine Vorführung geeignet erscheinenben Filme einer Nachprüfung burch bie Filmprüfstelle unterziehen zu lassen, für bie bie Bestimmungen bes von ber nationalsozialistischen Regierung erlassenen Lichtspielgesetzes maßgebenb finb. Eine Wieberzulassung von Stummfilmen kommt nur ausnahmsweise in Frage. HL -Rottenführer und OL.-Hordenfühi er. Der Reichsjugenbführer hat bie Einführung neuer Dien st ränge für bie Hitler-Jugenb und das Deutsche Jungvolk verfügt. Als neuer und unterster Diensttang, also als Rang zwischen dem Hitler-Jungen uno dem Kameradschastsführer, wird bei der Hitler-Jugend ber Rottenführer ein- geführt. Entsprechen!) erhält bas Deutsche Jungvolk ben neuen Rang bes Horbenführers zwischen bem Jungvolkjungen unb bem Jungenschaftsführer. Als Kennzeichen trägt ber HJ.-Rottenführer eine silberne Litze auf beiben Schulterklappen, ber DJ.* Horbenführer einen silbernen Winkel auf dem linken Unterarm. Wegen Verbreitung marxistischer Hetzschriften festgenommen. Dresden, 8. Juli (DNB.) Die Polizei ist Personen auf die Spur gekommen, die sich dazu hergegeben haben, Material, das ihnen ein früherer SPD. - Funktionär zu- st e 111 e , 3 u verbreiten. In der Angelegenheit, die restlos geklärt werden konnte, mußten acht Personen in Haft genommen werden. Unter ihnen befanden sich zwei katholische Geistliche. Der frühere Marxist hatte vermutet, daß er katholischen Kreisen willige Abnehmer für feine Hetzschriften finden werde und Geriet auf dieser Suche auch an Pfarrer Schwarz (Dresden-Johannstadt) und an Pfarrer Center (Dresden-Neustadt, Albertplatz). Es ist festgestellt worden, daß Kenter aroße Mengen solcher Hetzschriften erhalten hat, Die er bereitwilligst annahm und an katholische Kreise weitergab. Religionslehrer beurlaubt. Neuß, 8.Juli (DNB.) Der am Gymnasium in Neuß bisher als Religionslehrer tätige Prof. Hecker ist mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Dieser Maßnahme liegen Vorgänge zugrunde, die sich vor einer Kundgebung, in der Pfarrer Münchmeyer sprach, ereignet haben. Prof. Hecker hatte u. a. zu den Schulkindern gejagt, es sei eine Schande für Neuß, daß Pfarrer Münchmeyer in Neuß spreche, und es fei weiterhin eine Schande, daß die Werbeplakate für die Münch» meyer-Kundgebung an einer katholischen Schule angebracht würden. Auflösung staatsfeindlicher Organisationen in Danzig. Danzig, 8. Juli. (DNB.) Der Danziger Polizeipräsident hat den „Bund nationaler Beamter" unb bie Danziger Gruppe ber internationalen Bibelforscher mit sofortiger Wirkung a u f g e I ö ft. Beide Organisationen hatten sich staatsfeinblicher Betätigung schuldig gemacht. Den sogenannten „ernsten Bibelforschern" konnte erst vor wenigen Taaen in einem Gerichtsverfahren kommunistische Zersetzunystätiakeit nachgewiesen werden. Bei den Angehörigen Des „Bundes nationaler Beamter" handelt es sich um ausgesprochen reaktionäre Elemente, die sich nickt gescheut Haden, trotz ihrer Eigenschaft als Staatsveamte bzw. Pensionäre vor wenigen Tagen in einer Veranstaltung die Danziger Regierung in der übelsten Weise zn verunglimpfen und zu verleumden mit der ausge* vorwärts bei ber Durchführung des Arierprinzips, sprochenen Absicht, die Autorttät der Regierung zu Die Studentenschaft, die schon von jeher beftrebt1 untergraben. i r : r 1 i i r P P li ei B (T il i I i • s- G t i K R 3J E er L Li dei Ka Pr< vier her Au° nun bei fair 3tir ÄQ| erstellt -^lchg Set, Taste. !** «r Üb fen mei 67 ba nie mit J» i oerve hat. D te$ie Kunst und Missenschaff. Darmstädter Kunstschau 1935 „Deutsche Meister-. Zur Eröffnung der von der NS.-Kulturgemeinde Darmstadt und dem Kunstverein für Hessen veranstalteten Darmstädter Kun st schau 1935 „Deutsche Meister" fand auf der Mathilden- höhe eine Feier statt. Der Leiter der NS.-Kultur- aemeinde Darmstadt Dr. Maser dankte in seiner Begrüßungsansprache der Landesregierung und der Stadtverwaltung für ihre Hilfe beim Aufbau der Ausstellung und Frau Bergmann-Küchler (Frankfurt a. M.), die ihre Thoma-Sammlung zur Verfügung stellte. Ministerialrat Ninashausen stellte seiner Rede ein Bekenntnis zu dem Worte: „Deutsch sein heißt wahr sein!" voran. Diese Ausstellung habe auch einen erzieherischen Wert für unser Volk: sie lehre uns, das Edle und Wahre zu wollen, niemals den Schein zu suchen. In diesem Sinne möge sie über unsere engere Heimat hinaus wirken. Oberbürgermeister W a m b o l d t richtete Worte des Dankes an alle, die tätige Mitarbeit beim Zustandekommen der Ausstellung leisteten. Der künstlerische Leiter der Ausstellung, Professor Beyer, erklärte dann die Ausstellung für eröffnet und brachte ein dreifaches Sieg-Hell auf den Führer aus. Dem Andenken der Sängerin Marie Millich. In Dresden wurde für die Kammersängerin Marie Wittich an dem Hause Comeniusstraße 63, wo sie bis zu ihrem Heimgang 31 Jahre lang gelebt hat, mit einer schlichten Feier eine Gedenk- täfel enthüllt. In den Ansprachen wurde betont, daß die verstorbene Künsllerin, die aus Gießen gebürtig war, eine der bedeutendsten deutschen Wagner-Sängerinnen gewesen sei. Besondere Ver- dienste hat sich Marie Wittich während ihrer Tätigkeit an der Dresdener Oper erworben; hier begann ihr Siegeszug, der sie auf zahlreichen Gastspielen nach Amsterdam und Prag, nach Paris und London führte. Als Vertreter des Hauses W i t - t i ch und Testamentsvollstrecker der Künstlerin zeichnete Rechtsanwalt Dr. Oppermann ein Charakterbild der berühmten Sängerin. Deutsche Filme auf der Internationalen Filmkunstausstellung in Venedig. Für die 3. Internationale Filmkunstausstellung, die vom 10. bis 25. August in Venedig stattfindet, hat der Herr Re'ichsminister für Volksaufklärung und Propaganda noch angeordnet, daß außer den bereits genannten Filmen „Triumph des Willens", „Der alte und der junge König" und „Hermine und die sieben Aufrechten" noch der Luis-Trenker-Film „Der verlorene Sohn" in den Wettbewerb um den Preis des Duce gestellt werden soll. Abschluß der Königsberger Chemiker-Tagung. Die fachlichen Beratungen der 48. Hauptver- sammluna des Vereins Deutscher Chemiker in Königsberg nahmen ihren Fortgang. Im Mittelpunkt des Interesses standen wiederum Berichte über zahlreiche wissenschaftliche und technische Fortschritte. Besondere Beachtung fanden hier die Referate von Dr. H. Wolf und H. Welsch, die sich mit den Leichtbaustoffen beschäftigten. Ebenfalls lebhafte Beachtung fanden die neuen Untersuchungen von Professor Dr. S. Hilpert, die sich mit der Zusammensetzung der pflanzlichen Gerüstsubstanz beschäftigen. Schließlich ist der Bericht Dr. F. A. S ch w i e i e s über ein neues Anstrichverfahren hervorzuheben. Die Beratungen fanden mit einer allgemeinen Sitzung, auf der chemische Tagesfragen behandelt wurden, ihren Abschluß. Besondere Beachtung fand unter diesen ein Bericht von Prof. Dr. Kuhn- Heidelberg über die neuesten Untersuchungen auf dem Gebiete der Vitamine. Prof. Kuhn, der bereits im Vorjahre.mit der Bayer-Denkmünze für Forschungen auf diesem Gebiet ausgezeichnet wurde, ist es gelungen, aus der Milch das sogenannte Lacto- navin, ein Vitaminbestandteil, zu isolieren, und diesen Stoff synthetisch herzustellen. Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Beziehungen zwischen Magnetismus und Chemie, mit der Kautschukverwendung, mit Fragen der Papierfabrikg- tion und mit keramischen Problemen. — Den Abschluß des Reichstreffens bildete eine Weihestunde am Tannenbergdenkmal. Aus aller Wett. Oer neue Bischof von Berlin. Eichstätt, 7. Juli. (DRB.) Der zum Bischof von Berlin ernannte bisherige Bischof von Eichstätt, Konrad Graf von Preysing, Iteht im 55. Lebensjahre. Nachdem er das Gymna- ium in Landshut absolviert hatte, widmete er sich lern Studium der Rechtswissenschaften und wurde Rechtspraktikant im Ministerium des Aeußeren in München und Legationssekretär an der bayerischen Gesandschaft beim Quirinal in Rom. 1908 schied er aus dem bayerischen Staatsdienst aus, studierte Theologie in Innsbruck und promovierte zum Dr. theol. 1913 wurde er Benefiziumsprovisor an der Münchener Frauenkirche und Sekretär des Kardinals von Bettinger. 1917 übernahm er das Predigeramt an der Münchener Pfarrei St. Paul, vier Jahre später wird er Pfarrer an der Münchener Frauenkirche. 1918 organisierte er die Seelsorge der in der Schweiz internierten deutschen Austauschgefangenen. 1928 erfolgte feine Ernennung zum Domkapitular in München und 1932 wurde er Bischof von Eichstätt. Nationalsozialistische Führung der deutschen Volksgruppe in Rumänien Bukarest, 8. Juli, (DNB.) Die Hauptver- sammlung des Verbandes der Deutschen in Groß- Rumänien hat nach jahrelangem innervölkischem Kampf nunmehr auch bei der deutschen Volksgruppe in Rumänien eine Klärung gemacht. Der Vorkämpfer für das nationalsozialistische Gedankengut unter dem Deutschtum Rumäniens, Rittmeister a. D. Fritz F a b r i t i u 5 , ist mit 49 von 67 Stimmen zum Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen in Groß-Rumä- n i e n gewählt worden. Eindeutig haben sich damit die Vertreter sämtlicher Siedlungsgebiete hinter jenen Mann gestellt, der in der Erneuerungs- bewegung organisatorisch Hervorragendes geleistet hat. Die Deutsche Jubiläumsrosenschau in Mainz. Die in Verbindung mit der Feier des 50jährigen Bestehens des Vereins der deutschen Rosenfreunde erstellte DeutscheIubiläums-Rosenfchau wurde im Mainzer Stadtpark in Anwesenheit des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Barth begrüßte die Gäste. Nachdem Professor Dr. Ebert die Grüße des Reichsnährstandes und der deutschen Rosenzüch- ter überbracht batte, sprach für die Gesellschaft für Die Aenderungen im Strafrecht. Neue Bestimmungen zum Schuh der Wehrkraft. Berlin-, 8. Juli. Das jetzt im Wortlaut amtlich bekanntgegebene Gesetz zur Aenderung des Strafgesetzbuches, das mit dem 1. September 1935 in Kraft tritt, enthält noch eine Reihe wichtiger aktueller Bestimmungen. Vor allem werden die Strafbestimmungen für Verletzung der Wehrpflicht und der Wehrkraft neu gefaßt. Wehrpflichtige, die vor Erfüllung der aktiven Dienstzeit ober im Beurlaubtenstande, nach Erfüllung der aktiven Dienstpflicht, ohne Erlaubnis das Reichsgebiet verlassen, werden mit Gefängnis von einem bis sechs Monaten bestraft. Ehrenstrafen und Geldstrafen sind daneben möglich. Auch der Versuch ist strafbar. Wer einen deutschen Soldaten zur Fahnenflucht verleitet oder die Fahnenflucht ihm erleichtert, wird mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, in besonders schweren Fällen mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren be- straft. Die gleiche Strafe droht denjenigen, der einen Deutschen zum Heeresdienst einer aus- ländischen Macht anroirbt oder ihren Werbern zuführt. Wer sich vorsätzlich durch Selbstverstümmelung usw. zur Erfüllung der Wehrpflicht untauglich macht, wird mit Gefängnis nicht unter einem Jahr bestraft. Wer Wehrmittel oder Einrichtungen der deutschen W e hrmacht beschädigt ober zerstört, erhält Gefängnis nicht unter einem Monat, in befonbers schweren Fällen ist auf lebenslängliches Zuchthaus ober Tobesstrafe zu erkennen. Bei Neufassung ber Bestimmungen bes Strafgesetzbuches gegen bic Gefährdung bes Eisenbahnverkehrs, ber Schiffahrt ober Luftfahrt bringt bas Gesetz als neues Strafbelikt ben Begriff ber Gemeingefahr in Anwendung. Gemeingefahr bedeutet eine Gefahr für Leib ober Leben, sei es auch nur eines einzelnen Menschen ober für bedeutende Sachwerte, die in fremdem Eigentum stehen, ober deren Vernichtung gegen das Gemeinwohl verstoßt. Wer eine Gemeingefahr dadurch herbeigeführt, daß er die Sicherheit des Be- Das innerpolitische Leben im Frankreich der dritten Republik wurde genährt von einer Unzahl von Parteien, Organisationen und Verbänden, die, untereinander wieder verschachtelt, durch mannigfache wirtschaftliche und geistige Interessen, nur selten eine große und starke Persönlichkeit zur Führung des Staates gelangen ließen. Nur in Zeiten äußerster Not, wie in gewissen Perioden des Weltkrieges und der Nachkriegszeit, wenn der Staat oder feine Finanzen kurz vor dem Bankrott standen, überwand ber Franzose seine angeborene Scheu vor ber Autorität unb gab einem Manne vom Range Poin- cares ober Clämenceaus bas Ruder in die Hand, um es ihm aber sofort wieder zu nehmen, sobald er das Staatsschiff aus den Schären unb Untiefen ber politischen Gefahrenlinie ins freie Meer hinausgesteuert hatte. Steht ber Franzose heute roieber vor der Notwendigkeit, sein politisches Geschick vorübergehend ober sogar enbgültig einem autoritären Regime an- Auoertrauen? Die Ereignisse ber letzten Woche weisen ben französischen Bürger scheinbar in eine solche Richtung. Das von Doumergue begonnene, von Flanbin unb Laval fortgesetzte Kabinett ber nationalen Einigkeit besteht nur noch bem Nam^n nach. Die parlamentarische Mitte, auf bie es sich stützen sollte, ist längst zerbrochen, unb ihre einzelnen Teile fliehen nach rechts ober links, wohin es sie gerabe treibt. Ja, in biefem Lanbe ber parlamentarischen Ueberspitzung sind jetzt sogar Ansätze zur Bilbung eines Zwei-Par- teien-Systems vorhanben. Die seltsame zentrifugale Wirkung ber halbautoritären Regierungen von Dou- meraue bis Laval hat es zustande gebracht, daß sich auf Der einen Seite alle Linksgruppen von den Kommunisten bis zu den Radikalsözialisten zur „Front commun" zusammengeschlos- f e n haben und daß auf der anderen Seite die anti- parlamentarischen nationalen Verbände mit mehr ober weniger faschistischem Charakter immer mehr an Einfluß unb Ansehen sowie an zahlenmäßiger Stärke gewinnen. Unter biefen Bünben sind bie Feuerkreuzler (Croix de Feu et Briscards) in letzter Zeit immer mehr hervorgetreten. Wenn es auch nicht wahrscheinlich ist, daß sie sich in absehbarer Zeit durch einen revolutionären Akt an bie Spitze bes Staates stellen werben, so rechtfertigt es doch ihre immer stärker roerbenbe Ausdehnung, baß man die Bewegung orgfam im Auge behält. Der Führer der Feuerkreuzler, Oberst o e l a R o q u e, hat auf der letzten Veranstaltung des Bundes sehr scharfe Worte gebraucht unb angefünbigt, baß er sich alsbalb in bie Ereignisse einschalten unb ben Befehl übernehmen werbe. Morgen, übermorgen ober in vierzehn Tagen könne er ben Mobilmachungsbefehl gegen bie Linke geben. Das ist eine sehr selbstbewußte Tonart, bie biefer oerbiente ehemalige Frontkämpfer hier an- chlägt, unb selbst wenn man ben reinen Propa- ;andazweck einer solchen Rebe in Rechnung stellt, o bleibt boch etwas, was aufhorchen läßt. Wenn man bie Möglichkeiten ber Feuerkreuzler abwägt, so muß man allerbings in Betracht ziehen, baß große Teile bes französischen Volkes bem ziemlich unklaren Erneuerungsprogramm bes Obersten be la Roque noch mit größtem Mißtrauen gegenüberstehen. Die Anhänger bes Croix be Feu, bie man etwa auf 300 000 beziffern kann, rekrutie- Gartenkultur Müller - Klein (Berlin). Der Präsident bes Vereins beutscher Rosenfreunbe, Hans Eckert (Würzburg) bankte allen, bie sich um bie Schau verbient gemacht haben. Sein Sieg-Heil auf ben Führer würbe begeistert ausgenommen. Nach bem Gesang bes Deutschlanbliebes unb bes Horst- Wessel-Liedes erklärte ber Präsibent bes Vereins beutscher Rosenfreunde die Schau für eröffnet. Es olgte ein Rundgang durch bie in voller Blüte tehende Schau, bie als ein Meisterwerk neuzeitlicher Gartenkunst bezeichnet werben darf und deren Besuch für jeden Rosenliebhaber zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden dürfte. Großangelegle Devlsenschiebung an der belgischen Grenze aufgedeckl. An ber Zollstation Steinebrück (neubelgische Grenze) gelang den Beamten der Zollfahndungs- teile Trier und des Hauptzollamtes Prüm ein guter Fang. Aus bem Reich kehrte ein mit 20 Per- onen besetzter Reifeomnibus zurück, der nach Belgien einfahren wollte. Die Insassen, die sämtlich triebes einer Eisenbahn, Schwebebahn, der Schifffahrt ober Luftfahrt gefährbet, wirb mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren, in befonbers schweren Fällen mit bis zu lebenslangem Zuchthaus ober Tobesstrafe bestraft. Gefängnisstrafe unb in befonbers schweren Fällen Zuchthaus ist auch für Beeinträchtigung ber Sicherheit bes Betriebes einer Straßenbahn vorgesehen. Wer öffentlich die NSDAP., ihre Gliederungen, Hoheitszeichen, Standarten ober Fahnen, ihre Abzeichen ober Auszeichnungen beschimpft ober böswillig unb mit Ueberlegung verächtlich macht, wird mit Gefängnis bestraft. Die Tat wird nur auf Anforderungen des Reichsjustizmi- nifters verfolgt, der die Anordnung im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers trifft. Die Strafbestimmungen gegen Unzucht zwischen Männern sind erheblich bis zu Zuchthaus bis zu 10 Jahren verschärft worden. Neu eingefügt wird in das Strafgesetz eine Bestimmung über den Schutz vor Waldbränden. Danach wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten und Nebenstrafen bedroht, wer Wald-, Heide- oder Moorflächen durch verbotenes Rauchen, Fortwerfen brennender ober glimmenber Gegenstänbe ufw. in Branbgefahr bringt. Neu ist weiter bie B e - brohung bes Automatenmißbrauchs mit Gefängnis bis zu 1 Jahr. Schließlich ist von befonberer Bebeutung ber neue Paragraph 330 c, wonach berjenige mit Gefängnis bis zu 2 Jahren ober Gelbstrafe bebroht wirb, ber bei Unglücks- fällen ober gemeiner Gefahr ober N o t nicht Hilfe leistet, obwohl bies nach ge- funbem Volksempfinden feine Pflicht ist. Schließlich ist ber Schutz ber Iagb unb Fischerei verstärkt unb bas unbefugte Uniformtra» gen sowie bie falsche Namensangabe unter Strafe gestellt worben. — Ein befonberes Gesetz, zur Aenderung bes Gerichtsverfassungs- gesetzes macht die Stellung von Richter und Staatsanwall freier als bisher. ren sich fast ausschließlich aus den bürgerlichen Kreisen. Die Arbeller, Bauern unb Angestellten beharren bei ihren alten Parteien, benn ber Franzose ist von Natur aus allen plötzlichen Neuerungen unb Beschränkungen feiner inbioibuel- len Freiheit grundsätzlich abgeneigt. Dazu kommt, baß bie Feuerkreuzler kein feftumriffenes Programm mitbringen, sondern sich bisher auf die Werbekraft gewisser Schlagworte verlassen haben, die ben Kampf gegen bie parlamentarische Korruption, gegen bas Doppelspiel ber Großbanken, gegen bas Frei- maurertum unb anbere unterirbischen Organisationen sowie überhaupt gegen alle fremben Einflüsse in Frankreich zum Ziele hatten. Der rasche Aufstieg ber Bewegung, bie 1927 gegründet und von bem Parfumfabrikanten Francois Co t y zunächst unterstützt wurde, dann im Jahre 1930 unter bie Leitung bes Obersten be la Roque trat unb erstmalig zu Beginn bes Jahres 1934 die Aufmerksamkeit ber breiten Öffentlichkeit auf sich lenkte, ist vor allem auf ihr energisches Auftreten im Staviski-Skandal zurückzuführen. Eine geschickte Propaganba hat es verstanden, die Opfer, bie bie Unruhen des 6. Februar den Feuerkreuzler gekostet hat, dem Volke als Blutzeugen für bie Wahrheit und Rechtschaffenheit ber neuen Idee zu präsentieren. Es hängt auch jetzt wieder von dem Maße des Erfolges ober Mißerfolges ab, das die gegenwärtige Regierung bei ihren Sparmaßnahmen uno bei ihrem Kampf für Ordnung unb Sauberkeit in ber Verwaltung erzielt, ob die Feuerkreuzler an bie Macht kommen ober ob sie dasselbe Schicksal erleiden, das schon so vielen Bünden mit einer ähnlichen Ideologie beschiel) en worden ist. Das Außenpolitische spielt bei der Frage nach dem Einsatz der Feuerkreuzler fast gar keine Rolle. Die finanziellen Probleme sind für den französischen Durchschnittsbürger sehr viel wichtiger. Gelingt es Laval nicht, ben brohenden Staatsbankerott abzuwenden, dann ist die Stunde ber Feuerkreuzler viel- leicht gekommen. Oberst de Io Avcque über feine plane. Paris, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Führer ber Feuerkreuzler, Oberst b e la Rocque, erklärte einem Vertreter bes „Excelsior", baß bie Feuerkreuzler auf Anregung ber Regierung sich bereit erklärt haben, am Abend bes 1 4.1uli bie symbolische Geste bes Entfachensberewigen Flamme am Grabe bes Unbekannten Soldaten am Triumphbogen vorzunehmen, obwohl sie eigentlich am vorigen Sonntag, bem 7. Juli, „an ber Reihe" gewesen wären. Oberst be la Rocque entwickelte bann bie Folgerungen seiner Bewegung auf sozialem unb wirtschaftlichem Gebiet: Ausgleich unb Aussöhnung ber Bevölkerung, berufsständische Regelung, selbstänbige, vom Staat kontrollierte Wirtschaft, Reinigung ber Arbeitgeber- unb Arbeitnehmer-Verbänbe von ihren politischen Schlacken. Die Feuerkreuzler sinb jebe Stunbe bereit, um bas französische Volk vor revolutionären Unternehmungen zu schützen. Wir hoffen, unser Vaterland im Fortschritt und Frieden sichern zu können. Wir verfügen über eine ungeheure moralische Macht. Unsere physische Macht hatten wir in Bereitschaft. belgischer Staatsangehörigkeit waren, hatten vor ihrer Reise nach Deutschland in Luxemburg sich Registermark-Reiseschecks über hohe Beträge ausstellen lassen und gaben bei ber Paßkontrolle an, die Gelber in Deutschlanb ausgegeben zu haben. Dennoch schöpften die Beamten Verdacht und fanden bei einer genauen Durchsuchung bes Kraftwagens im gefüllten Benzintank mehrere Blech- bösen, in benen an die 5 0 0 0 Mark in deutschen Banknoten enthalten waren. Das Geld, das den einzelnen Wageninsassen gehörte, wurde beschlagnahmt. 20 belgische Staatsangehörige (9 Frauen unb 11 Männer) mürben feftgenom« men unb nach Erlaß eines Haftbefehls ins Amts- gerichtsaefängnis Prüm eingeliefert. Der Omnibus würbe beschlagnahmt. Der Reiseleiter, ein Belgier, ber wahrscheinlich bie Reisenben zu dieser Devisenschiebung verleitete, konnte über bie Grenze, bie nur einen Meter vom Zollhaus entfernt ist, entkommen. Es handelt sich bei dem Entkommenen um einen lcmggefuchten Devisenschieber, der seine dunklen Geschäfte schon fett Jahresfrist durchführt. Vor einiger Zeit wurde er an ber elsässischen Grenze beobachtet, ohne daß es gelang, ihm eine Devisenschiebung nachzuweisen. Auszeichnung für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr. Der Führer und Reichskanzler hat u. a. folgende Auszeichnungen verliehen: a) bie Rettungsmedaille am Bande: bem kaufmännischen Angestellten Kurt Schuch in Oberlahnstein; bem Sägemeister Anton Wiebemann in Frankfurt a. M.; b) bie Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr: bem Regierungsmebizinalrat Dr. Paul Baetge in Kob- lenz; bem Kaufmann Otto Buscher in Worms; bem Polizeiverwaltungssekretär Wilhelm Feuerbach in Griesheim bei Darmstabt; bem Maschinentechniker August Letmathe in Worms; bem Babemeister Ernst Müller in Gießen; bem Arbeiter Georg Roth in Klein-Steinheim; bem Lagerverwalter Wilhelm Zimmermann in Frankfurt a. M. Ein braver Hitlerjunge. Der Hitlerjunge Herbert Stahlheber aus Dehrn befanb sich mit mehreren Kameraben beim Baben in ber Lahn unb bemerkte, wie plötzlich einem 9jährigen Jungen bie Kräfte verließen. Kurz entschlossen schwamm ber 14jährige Hitlerjunge zur Unfallstelle unb rettete ben kleinen Jungen vor bem Tobe bes Ertrinkens. 2% monatige Seereife des Segelschiffes „Gorch Fock". Das Segelschulschiff „Gorch F o ck" hat Kiel zu einer zweieinhalbmonatigen Seereise mit Offiziersanwärtern an Bord verlaßen. Das Schiff kreuzt zuerst in der westlichen, später in der nördlichen Ostsee, um bann zum Besuche ber Ostmesse Königsberg anzulaufen. Ueberfchwemmungskataslrophe in Staate Neuyork. Andauernde Wolkenbrüche haben im mittleren unb östlichen Teil bes Staates Neuyork zu einer Hochwafferkatastrophe geführt. Weite Gebiete sinb überflutet. Zahlreiche Häuser, Brücken und andere Bauten wurden zerstört und megge» schwemmt. Der Verkehr ist vielfach unterbrochen. Die Telephon- und Lichtleitungen nach zahlreichen Orten sind zerstört. Der Sachschaden beträgt nach ben bisherigen Schätzungen über zehn Millionen Dollar. Befonbers schwer würbe bie Stabt Jthaca, ber Sitz der Cornell-Universität, betroffen, die zum größten Teil von den Wassermafsen überflutet ist. In der Nähe dieser Stadt ertranken sechs Personen, die sich gerade auf einer Brücke befanden, die von den Fluten weggespült wurde. Zwei andere wurden vom Blitz erschlagen. In vielen Orten steht das Wasser über einen Meter hoch, in mehreren Dörfern bes Mohawktals brei bis vier Meter hoch. Der Delaware-Fluß ist über feine Ufer getreten unb hat mehrere Brücken fortgeriffen. Nach Meldungen aus Albany nimmt bie Ueberschwem- mungskatastrophe immer größere Ausmaße an. Zahlreiche Dämme sinb geborsten. Dutzenbe von Ortschaften sind von der Außenwelt vollständig abgeschnitten. Tausende von Menschen sind obdachlos. In mehreren Fällen wurden Wohnhäuser mitsamt den Einwohnern weggespült. Bisher werden 3 0 Todesopfer gemeldet. In Binghamton stieg der Chenogo-Kanal um sieben Meter. Heber hundert Menschen werden vermißt. Schweres Unwetter in Ostttrol. Im Osttirol ging über das Dillgrattental ein schweres Gewitter nieder, das mit Hagelschlag unb Wolkenbruch oerbunben war. Der Hagel verursachte überall großen Schaben, unb mehrere Brücken würben vom Hochwasser zerstört. Im Pustertal würben ungeheure Geröll- unb Holzmengen zu Tal geschwemm.. Im Zillertal würben burch ben letzten Regen bei Zell gewaltige Erbrüt s ch e verursacht. Im Rieb in Oberinntal steht bas Hochwasser bes Inn in ben meisten Kellern ber Ortschaft. Fährschiff fährt gegen ein Bollwerk. Ein Schiffsunglück ereignete sich an der Westküste Jütlands. 350 Mitglieder ber „Vereinigung ber Waffenbrüber" aus Aarhus unb Umgegend hatten mit einer Eisenbahnfähre einen Ausflug in der Nordsee unternommen. Bei der Einfahrt in den Hafen von Thyborön wurde dis Fähre von einer starken Strömung erfaßt. Der Lotse verlor bie Herrschaft über bas Schiff, bas nun in voller Fahrt gegen bas Bollwerk stieß. Die Passagiere wurden wild durcheinander geworfen. 17 von ihnen, darunter vier Schwerverletzte, mußten in ärztliche Behandlung genommen werden, während zahlreiche wettere Ausflügler mit geringfügigeren Verletzungen davonkamen. Das Bollwerk wurde stark beschädigt, während die Fähre fast unbeschädigt blieb. Ueberfall auf schwimmende Spielhölle. Bei Longdeach (Kalifornien) überfielen nachts Piraten die acht Meilen vorn ©tränt) verankerte Luxusjacht „Monte Carlo". Den Piraten fielen über 22 000 Dollar Bargeld und Schmucksachen von großem Wert in die Hände. Die Luxusjacht „Monte Carlo", die ausschließlich Spielzwecken dient und in deren Räumen auch Tanzfeste veranstaltet wurden, liegt außerhalb der Hoheitsgrenze und war der Ausflugsort leidenschaftlicher Spieler. Die fünf Piraten, die den verwegenen Ueberfall auf die Jacht während der Nacht, als die Besatzung schlief, durchführten, waren schwer bewaffnet, und es gelang ihnen mit Leichtigkeit, die Mannschaft ber „Monte Carlo" in Schach zu halten. Auto vom Zuge überfahren. Auf der Strecke der Oberbruch-Bahn zwischen Diebersborf und Seelow bei Müncheberg würbe einem durch keine Schranke gesicherten, aber über» sichtlichen Bahnübergang der Wagen des Berliner Bezirksbürgermeisters Lach von einem Per - f o n e n 3 u g überfahren. Lach und einer feiner Begleiter wurden getötet. Die Gattin des Begleiters trug eine Gehirnerschütterung davon. Lastautounglück fordert zwei Todesopfer. Ein mit 15 Personen, darunter vier Kindern, besetzter Lastkraftwagen fuhr zwischen Lauenstein und Kupferhammer an der bayerisch-thüringischen Grenze gegen einen Baum. Dabei fiel ber Wagen um, und die Insassen stürzten zum Teil eine hohe Böschung hinunter. Eine Frau Hedwig Wolf aus Nieder-Roßla bei Apolda wurde auf der Stelle getötet, ber Rentner Ernst Fricke aus Nieber-Roßlu starb auf bem Transport ins Krankenhaus Saal- felb. Eine weitere Frau aus Nieder-Rohla ist sehr schwer verletzt, ihr Zustand ist hoffnungslos. Ferner haben noch fünf Personen schwere Verletzungen erlitten. Explosionsunglück in einer bulgarischen Stadt. In ber sübbulgarischen Stadt Pasardschik brach in einer Waffengroßhandlung ein Feuer aus, das m kürzester Zett auf das ganze Gebäude und in: er sind die Feuerkreuzler? Ist hier ein Ansatzpunkt für eine innerpolitifche Erneuerung in Frankreich? ein anliegendes Lager mit Explosivstoffen Übergriff. 9n dem Augenblick, als die Feuerwehr anrückte und die Bekämpfung des - Brandes aufnehmen wollte, flog das Puloerlager in die Luft. Zwei Feuerwehrleute wurden auf der Stelle getötet und 7 weitere, darunter auch der Feuerwehrkoman- dant, lebensgefährlich verletzt. Ein Polizeibeamter, der sich in dem Gebäude befand, wird vermißt. Zahlreiche weitere Personen trugen leichtere Verletzungen davon. Erst in den späten Abendstunden konnte das Großfeuer gelöscht werden. Gasflaschen geraten in Brand. Än Walsum (Ruhr) geriet ein mit Gasflaschen beladener Lastkraftwagen in Brand. Die Insassen des Wagens, der Fahrer, der Beifahrer und die Braut des Beifahrers konnten sich zwar durch Abspringen im letzten Augenblick vor dem sicheren Tode retten, erlitten aber so schwere Brandwunden, daß sie sofort ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Der Brand löste gleichzeitig eine Explosion aus. Durch « die umherfliegenden Eisen- und Holzsplitter wurden vier Feuerwehrleute und ein Landjäger, die zur Hilfeleistung herbeigeeilt waren, verletzt. Sie mußten ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden. Der Lastkraftwagen brannte vollständig aus. Kraftwagenunglück fordeck zwei Opfer. Der SS.-Scharführer Schramm aus Westerstede und sein Freund Hermann Eilers aus Halstrup hatten einen Ausflug mit einem gemieteten Kraftwagen nach Bad Zwischenahn (Oldenburg) unternommen. Auf der Rückfahrt fuhr Schramm mit dem Wagen aus bisher nicht geklärter Ursache gegen einen Baum. Beide Insassen wurden getötet. Gefährlicher Brand beim Hauptbahnhof von St. Gallen. Im Eilgutschuppen des Hauptbahnhofes St. Gallen brach ein Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit über den Dachstuhl des Gebäudes ausbreitete. Der Feuerwehr gelang es, die in dem Büro des Zollamtes untergebrachten Kontrollpapiere für Waren, die noch unverzollt in der Schweiz liegen, zu retten, wodurch Zolleingänge von einigen hunderttausend Franken gesichert werden konnten. Im Güterschuppen selbst befanden sich verhältnismäßig wenig Waren. Der weslliche Teil des Gebäudes ist völlig eingeäschert, der östliche Teil derart beschädigt, daß er abgetragen werden muß. Bei den Löscharbeiten wurden drei Feuerwehrmänner und ein Polizist verletzt. Lin zweifacher Lustmörder in Wien verhaftet. Die Wiener Polizei hat einen zweifachen Lust - mörder dingfest gemacht. Vor einigen Tagen wurde auf der Sophien-Halde bei Wien die Leiche einer Frau gefunden, die einem Lustmord zum Opfer gefallen war. Als vermutlicher Täter wurde bald darauf ein gewisser Josef Höller verhaftet, der nach hartnäckigem Leugnen zusammenbrach und die Tat gestand. Die Polizei trug weiteres Material gegen ihn zusammen. Darauf legte er das Geständnis ab, daß er bereits vor einem Jahr im Schottenwald bei Wien eine Frau ermordet habe. Das Urteil im Hamburger Kommunistenprozeh. Der Dritte Strafsenat des Preußischen Kammergerichts, der sich seit über vierzehn Tagen mit dem Hamburger Feuerüberfall auf einen Fackelzug der Nationalsozialisten am Abend des 6. März 1933 befaßte, verkündete das Urteil. Die beiden Haupttäter, die Angeklagten Walther R e s ch k e und Hinrich ©eins, wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Weitere 18 Angeklagte wurden zu Strafen verurteilt, die zwischen anderthalb und fünfzehn Jahren Zuchthaus liegen. Sämtlichen Angeklagten wurden auch die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Zwei weibliche Angeklagte wurden freigesprochen. Preußen. Kreisverbandstreffen der Posaunenchöre in Hörnsheim. O Hörnsheim, 8. Juli. Der K r e i s v e r - band der Posaunenchöre hielt hier am Sonntag sein Verbands fest ab, das sich auch diesmal wieder eines zahlreichen Besuches erfreute. Vormittags war die Probe der Chöre. Anschließend fand ein F e st g o t t e s d i e n st statt, bei dem der stellvertretende Bundeswart des Westbundes, Pfarrer Frick- Bonn, die Festpredigt hielt. Am Nachmittag stellten sich die Chöre am Ortseingang nach Großen-Linden auf. In zwei Gruppen zog dann der F e st z u g mit Marschmusik durch unfern Ort. Am Kriegerehrenmal legte Pfarrer Frick einen Kranz nieder. Pfarrer Frick gedachte der im Weltkrieg gefallenen Brüder und der heutigen Zeit. Er ließ seine Gedächtnisrede ausklingen in den Gruß an den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches. Mächtig erklang von den Posaunen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Auf dem Festplatz wurde nach einem Posaunenvortrag die Feier mit Schriftverlesung und Gebet durch Prediger T r i p p l e r - Groß-Rechtenbach eröffnet. Kreispräses Pfaxrer Koch- Lützellinden begrüßte die große Festversammlung und wies auf die hundertjährige Geschichte des Verbandes hin. Die erste Festansprache von Prediger I u n g - Großen-Linden behandelte das Thema: „Das Evangelium, unser Fähnlein". Die zweite Festansprache hielt Inspektor C l a s s e n - Elberfeld über das Thema: „Christus unser Feldherr". Als dritter Redner sprach Pfarrer Frick- Bonn. In seinem Schlußwort ging der Kreispräses, nach einigen Dankes- worten an alle Mitwirkenden, auf den Geisteskampf der Jetztzeit ein. Die Ansprachen waren umrahmt von Vorträgen der Posaunenchöre, die hell und klar erklangen. Nach dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser, Gebet und Segen, sang die große Festversammlung stehend ein Lied von Spitta. Dillkreis. Lpd. Herborn, 8. Juli. An einer Straßenkreuzung inmitten der Stadt ereignete sich am Sonntag vor acht Tagen ein schwerer Verkehrsun- fall, bei dem der 27jährige Heu mann getötet und der 23 Jahre alte Karl R e ch m a n n aus Bad Soden lebensgefährlich verletzt wurde. Nunmehr ist auch Rechmann, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, seinen Verletzungen erlegen. Gemarkungsrundgang der Wiesecker Bauernschaft. — W i e s e ck , 8. Juli. Die hiesige Bauernschaft veranstaltete gestern einen Gemarkungsrundgang, zu dem sich eine stattliche Teilnehmerzahl eingesunden hatte. Nach der Begrüßung durch den Ortsbauernführer Roden hausen übernahm Landwirtschaftsdirektor Dr. Lung von der Bäuerlichen Werkschule Gießen die Führung durch die Feldmark. Die Kartoffelschläge zeigen in diesem Jahre einen recht unterschiedlichen Stand, der selbst bei gleichem Saatgut und gleicher Abbaustufe auf die verkehrte Lagerung und Pflege zurückzuführen.ist. Wichtig ist auch die Düngung, die mit den anfallenden Wirtschaftsdüngern nicht befriedigt werden kann, sondern durch schwefelsaures Ammoniak, Kali und Superphosphat ergänzt werden muß. Jeder Bauer soll im Laufe der Zeit instand gesetzt werden, sein Saatgut selbst heranzuziehen, wobei die ländlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaften und der landwirtschaftliche Ortssachberater Hand in Hand arbeiten müßten. Im Zeichen der Erzeugungsschlacht muß jede Kartoffelstaude ein Voll- träaer sein. Gewarnt wurde vom Anbau der locker- fleischigen Kartoffelsorten „Sickingen" und „Goldwährung" und die Sorte „Parnassia" als Massenfutterkartoffel empfohlen. Da im Jahre 1940 letztmals Pflanzgut der allbekannten Speisekartoffel „Industrie" geliefert wird, gilt es, sich schon jetzt umzustellen. Als Nachfolgerin dürfte wohl „Ackersegen" in Frage kommen, die sich durch hohe Ernteerträge auszeichnet und dabei frohwüchsig und krebsfest ist. Die Sorte „Erdgold" baut zu schnell ab, und die Züchtungen der Pom- merschen Saatbaugefellschaft sind fast durchweg für die hiesige Gegend nicht gut geeignet. Mehr muß noch die Unkrautbekämpfung durchgeführt werden, wobei der Redner besonders die mechanischen Methoden empfahl und den Unkrautftriegel als neuartiges Gerät in seiner Wirkungsweise erklärte. Um die Erträge der Futterrüben zu steigern, muß das Verziehen beizeiten vorgenommen werden. Einen breiten Raum nahm der Grünfutterbau ein. Die Luzerne bedarf reichliche Dorratsdüngung mit Kali, Phosphorsäure und Kalk, während sie den Stickstoff aus der Luft aufnimmt. 'Nur heimisches Saatgut thüringischer, fränkischer und rheinhessischer Herkunft garantiert für erfolgreichen Anbau, während ausländische Züchtungen versagen. Der Weizenbau kann in unserer Gemarkung mit seinen durchschnittlich leichten Böden nur mit Aussicht auf Erfolg betrieben werden, wenn die richtige Sortenwahl durchgeführt wird. Nicht die anspruchsvollen Sorten der Wetterau kommen hier in Frage, sondern „Krafts Siegerländer" mit braunem Kolben. Im Roggenbau sollte der Klosterroggen ganz durch den „Petkuser" ersetzt werden. Alles Getreidesaatgut muß gegen die verschiedenen Krankheiten gebeizt werden. Nachdem noch viele Anftagen aus der Versammlung heraus vom Rundgangführer beantwortet worden waren, schloß der Ortsbauernführer mit herzlichen Dankesworten an den Leiter die aufschlußreiche praktische Unterweisung. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das schon gestern über der Nordsee liegende Hochdruckgebiet hat seine Lage beibehalten, schwächt sich aber langsam weiter ab. Dabei liegt über ganz Südveutschland heiteres Wetter, so daß die ungehinderte Sonneneinstrahlung die Temperaturen rasch weiter ansteigen läßt. Gleichzeitig schwächt sich der Luftdruckgegensatz weiter ab, so daß späterhin Neigung zu örtlicher Gewitterbildung aufkommen wird. Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch überwiegend heiter bei weiterem Ansteigen der Tagestemperaturen, später Gewitterneigung, schwache Winde aus südlicher Richtung. Tagestemperaturen am 8. Juli, mittags 21,4 Grad Celsius, am 8. Juli, abends 14,6 Grad, am 9. Juli, morgens 13,9 Grad, Maximum 22,8 Grad, Minimum 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Juli, abends 22,3 Grad, am 9. Juli, morgens 17,5 Grad, Sonnenscheindauer 14,1 Stunden.. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. ßGoldene Medaille Wir zeigen die glückliche Geburt Statt Karten, eines gesunden Mädels an Erica und Willi Znderihal Gießen, den a. Zull 1935. 4023 D Hof Graß, den 8. Juli 1935. Semr-Mm Einzigartige Gelegenheit I KäUfgeSUChe | ...... » 4016 D Spottbillig verk. Frau Dr. Man 02931 von der Reife zurück uns sofort mitzuteilen <894 0 k\\ommerxpronen( sowie alle übrigen Aenderungen, die gegenüber den eingeholten Angaben für das Adreßbuch 1935 entstanden stnd,bitten wir zeigen den Erfolg der Arbeit-- schlacht.^LDas für den Wiederaufbau kämpfende Millionen- Heer deutscher Arbeiter wird von der H. S.V. betreut. Deshalb sollte jeder deutsche Industrie- Betrieb die Firmen-Mitglied, schäft der M.J.V, erwerbe«. Ala Anzeigen MeMlellWsl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Sieben, SUMM N. 7 Oberhessischer Adreßbuchverlag Ärühl sche ilniversitäts-Buch- und Steindruckerei, R.^ange, Gießen, Schulstraße 7/9 — Ruf 2251 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Juli, nachmittags 3 Uhr, ab Hof Graß in Hungen statt Guaopict ilumlnroLack hitze- und wetterfest fürHeizkörp. Dächer Eisengel änd. USW. 4014D 1 kg BH. 2.75 b. mehr billig. Kreuz-Drogerie Bahnhof8traße53 Fernspr. 3405 Personenstands-Veränderungen Haushaltungsgrundungen, Todesfälle V 8 Sloewer-Greil (Vorführwagen), Lim., 8/28 PS. Ford-Limousine zu verkauf. [40i8d Otto Göbel LCo. Gießen, Schif- Tcnbetg. Weg 24 Fernsvrech.3021 Heute morgen verschied unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Oekonomierat Oswald Klingelhöffer im 96. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Weiß, geb. Klingelhöffer Ida Beyer, geb. Klingelhöffer Rudolf Weiß Eduard Beyer, Oberforstmeisten | Wohnungstausch | Wohnungstausch 2-3-Zimmer-W. i.Bubbach gegen gleiche in Gießen zu tauschen ges. Schriktl. Ana. u. 4019Oa.d.G.A. ■■■■ Schweizer Bellachini-Schau heute Eröffnungsvorstellung in Gießen Caf6 Leib, 8.30Uhr. - Mittwoch, 4Uhr u.8.30 Uhr. Donnerstag, 8.30 Uhr, lotste Vorstellung In Gießen. Vorverk.: Zigarreng. W. Moeser, Seltersw. 38. Moroni 200 cem, DKW. gebr.,i.s.gut.Zu- stande, preiswert zu verkauf. 021.22 Bornemann Sonnenstrabe 5. Die Gebäude Erlengasse 15 sollen auf Abbruch vergeben werden. Angebotsformulare hierfür sind auf dem Büro des Unterzeichneten,wo auch nähere Auskunft erteilt wird, erhältlich, zr. W^hrum, Architekt. Friedrichstraße 53 Wohnungswechsel Umzug, Wegzug, Zuzug Alleinsteh.Frau in fest. Position, sucht von Selbstgeb, a kurze Frist icc LNk. gegen Sicherheit und zeitg.Zinsen. Rückz. innerhalb 2Monaten. Schr. Angeb. u. 02913 an d. Gieß. Anz. Bretter Sperrholz Latten ,,„l Dachpappe Carbolineum Happel&Co. MOhlstr.18,Ruf3925 11 u Haulunreinigkeiten durtfi DcDnxkreys Ja Drula Bleichwachs Xt restlos beseitigt werden (M225M) " *iur oD Nettes, solides LUödchen f. Gastwirtschaft zumBedienenu. Hausarb., nicht unter 25 Jahren, ges. Off. mit Bild u. Gehaltsanspr. .Kuhlen Grund' Friedberg i. H. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er« mätzigten Grund« preis von 5 pf. für dleMllimeier« zelle veröffentlicht bes. Umständ. w. Fabrikgrundstück 3Stockw.,450cirn H.Arbeits-u.Bü- ror., gr. Lagert., 4-Z.-Wohn.,stark mass. Schieferd., Lader. M. 21000 feuervers.F. jed. Zw.geeign.5M. Bahnst. 0. Weiß- brodt, Villmar a. Lahn Dreschmaschine 68" Tramm. Lg. etwa60Ztr.schw. 4 Jahre gebr^zu jed. annehmbar. Preis, etwa 450 RM. sof. zu verk. Event. Zahl.-Erl. Fr. Achenbach Niederscheld (Dilikreis), Fern* gpr.Dillenbnrg577 200 ccm Iriumph'inotorraö elektr. Licht und Boschhorn, fahrbereit, umständehalber z. verkauf. Watzenborn- Steinberg Günther-Groen- hofstraße 18. 02919 Land aufenthalt Umg. Gießens f. 10 jährig.Jungen der mäßig. Vergütung gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 02923 a. den Gießen. Anzeig. Tanzen lehrt in Einzel- stund. u. Kursen Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Ruf 383o. 3915D llllllllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVarbindung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren eo vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Poetkarten, Rechnungen, QeschÄftekarten Ihre« Hauses beurteilt. Logen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert t Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII8 DKW. (143 ccm) billig abzug. 02011 Kläranlage 84. fiüöjenWonl gut erhalten, bill. zu verkaufen. Zu erfrag, in der Geschäftsst. d. G.A. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießonerAnselgor Gut erhalt. Auto zu kauf, gesucht. Schr. Angeb. mit Preis unt. 02909 andenGieß.Anz. Slommes Klarier (Tastatur) Schr.Angeb.unt. 02908 and.G.A. Mod. gebraucht. Kinderwagen zu kauf, gesucht. Preisangeb.unt. 02910 and.G.A. Einen Wagen Wiesenheu zu kaufen gesucht Otto Huhn Rittergasse. 02020 | Vermietungen"] In unserem Neubau Aulweg 28, der voraussichtlich i. Nov. bezugsfert. wird, haben wir 6 Wohnungen m. je 3 Zimmern u 2 Wohnungen m. je 2 Zimmern u.Zubehör sowie etwas Gartenanteil zu vergeben. Wir bitten unsre Mitglieder, die Interesse an den Wohnung, hab., ihre Bewerbung, bis Ende d. Mts. schriftlich einzureichen. 40170 BaugenoffenWt 1884.e.G.m.v.6. Gietzen. Hch. Schneider Rud. Hahn. Simmet! m.Gasu. Wasser an einzelne Pers, zu vermiet.Schr. Ang. unt. 02918 an ü. Gieß. Anz. [Verschiedenes | Darlehen Hypotheken d. Deutsch. Volksnotwende 02au Allg. Zweckspar- Sesell. Stuttgart en. - Ag. Gießen Frankl. Straße 43. Sikkuid bestes Bolz- Konservierungs- mittel, geruchlos, Gegen tou$D Haus-Schwamm, Schimmelbild., Modergeruch u. feuchte Wände. Billig! Anweis, und Preise durch Kreuz-Drogerie Bahnhofetraße53 Fernspr. 3405. Mündlich können (Sie e§ mir wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Ur. 157 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, Y.Zuli 1935 S.Jl.-fpOTt Schwierige Geländeprüsun« der Mvtvrschrer der HZ. WL f Dm Harz führten die Motorfahrer der HI. in Mannschaften zu je drei Fahrern eine interessante und aufschlußreiche Geländeprüfung durch. Korpsführer Hühnlein wies bei dieser Gelegenheit in einer Rede auf die Bedeutung des Motorsports besonders hin. Den wertvollen Wanderpreis des Korpsführers gewann die Mannschaft des Gebiets Westruhr, Niederrhein, Bann 17 (Keil, Stall und Bachmann). Unser Bild zeigt einen der schwierigsten Telle der Fahrt, die Wasserdurchfahrt bei Romkerhall. (Presfebild-Zentrale °M.) Deutsche Rekorde beim Gchwimmländerkamps Deutschland—Frankreich. w I-W H X Zum ersten Male wurde, wir berichteten bereits kurz darüber, zwischen Deutschland und Frankreich ein Schwimm-Länderkampf auf der Grundlage des olympischen Programms ausaetragen, bei dem die deutsche Mannschaft mit 114,5:73,5 Punkten überlegen siegte. Erfreulicherweise konnte der Bremer Freese drei neue deutsche Rekorde herausholen, und zwar im 500-m-Kraul und auf den Zwischen» strecken 800 m und 1000 m. Die Berlinerin Ruth H a l b s g u t h erzielte im 4OO-m-Kraul und auch im 3OO-m-Kraul neue deutsche Höchstleistungen (Schirner-M.1 Turnfest des Tumkreises Wel.ewu-Voaeisberg m Vad-Aauheim. Das 1. Kreisturnfest, das im Rahmen der Jahrhundertfeier des hessischen Staatsbades und aus Anlaß des 75jährigen Bestehens der Turngemeinde Bad-Nauheim am Samstag und Sonntag durch- Seführt wurde, nahm einen eindrucksvollen Verlauf. eher 700 Turner und Turnerinnen beteiligten sich an den turnerischen Wettkämpfen und an den Wettbewerben im Schwimmen und am Bezirkstennisturnier des Bezirks Gießen. Den Höhepunkt erreichte das Fest, als Sonntaanachmittag nach dem wirkungsvollen Festzuge auf der v.-Tschammer- und-OstentKampfbahn die Massendarbietungen der Turner und Turnerinnen von 3000 begeisterten Zuschauern stattfanden. Stellvertretender Kreisleiter Bürgermeister Vieth- Friedberg, Kreisdirektor Dr. Straub- Friedberg und Ortsgruppen» leiter Beigeordneter Götz sprachen unter Anerkennung der Arbeit der DT. in Vergangenheit und Gegenwart zu den Turnern und Turnerinnen aus Wetterau und dem Vogelsberg. Schöne Bilder boten die Volkstänze der Turnerinnen, sowie die allgemeinen Freiübungen der Turner und Turnerinnen. Kreisoberturnwart Dr. S i e g e r t - Stockheim nahm nach einem erhebenden G e f a l - lenen-Gedenken die Siegerverkündigung vor, mit der das schöne Fest turnerischer Arbeit würdig ausklang. Oie Ergebnisse. In einem Auszug aus der umfangreichen Siegerliste nennen wir nachstehend jeweils den 1. Sieger und im weiteren noch die Preisträger aus den Vereinen im Verbreitungsgebiet des „Gießener Anzeigers". Volksturnen. Dreikampf Turner-Oberstufe (31 Bewerber, 22 Sieger): 1. K. Iehner, Tgm. Friedberg, 65 P.; 4. W. Wenzel, Tv. Glauberg, 56; 6. W. Volkheimer, Tv. Nidda, 50; 8. W. Hirzel, To. .Hirzenhain, 47; 12. B. Willers, Tv. Nidda, 43; 13. W. Geist, To. Nidda, 40; 15. R. Bender, Tv. Schotten, 38. Dreikamps Turner-Unter st ufe (45 Bewerber, 36 Sieger): 1. K. Becker, Tv. Nieder- Eschbach, A. Roth, Tv. Ober-Mörlen, 55 P.; 3. H. Kleinschmidt, Tv. Eichelsdorf, E. Rollberg, Tv. Stockheim, 52; 4. H. König, Tv. Glauberg, 51; 5. W. Höqy, Tgm. Laubach,50; 6. K. Dieterich, Tschft. Büdingen, O. Peter, Tv. Groß-Eichen, 48; 8. Arku- larius, Tv. Schotten, 46; 10. A. Peter, Tgm. Laubach, 44; 14. Gg. Hahn, Tv. Groß-Eichen, 40; 18. 21. Löffler, Tv. Eichelsdors, Gg. Spamer, Tv. Schotten, R Geist, Tv. Hirzenhain, 36; 19. Heinz Uhl, Tschft. Büdingen, 35. Dreikampf, Jugendturner, 16 bis 17 Jahre (42 Bewerber, 26 Sieger: 1. G. Weiß, Tv. Münzenberg, 74 P.; 6. K. H. Walter, Tschft. Büdingen, 56; 10. K. Birks, Tv. Glauberg, 50; 12. R. Eberle, Tv. Münzenberg, 46; 13. L. Wittekind, Tschft. Büdingen, 45; 16. A. Hofmann, Tv. Eichelsdorf, R. Herröder, T.- u. Spv. Ober-Seemen, 39; 19. W. Brünner, Tgm. Laubach, 35. DreikamPf, Jugendturner, 14 bis 15 Jahre (38 Bewerber, 13 Sieger): 1. H. Imhoff, Tv. Schotten, 72 P.; 2. H. Helfrich, Tv. Stockheim, 60; 11. Hans Stein, Tgm. Laubach, 38; 13. A. Edelmann, Tv. Eichelsdorf, 35. Dreikampf, Turnerinnen über 18Jahre: 1. Erna Petermann, Tv. Nidda, 59 P. Dreikampf, Turnerinnen unter 18 Jahre (43 Bewerberinnen, 27 Siegerinnen): 1. Hede Lang- louis, T.° u. Spv. Butzbach, 66 P.; 12. M. Schmidt, Tgm. Laubach, B. Schmidt, Tv. Wenings, 45; 13. E. Grandsomme, Tv. Wenings, L. Heuser, Tv. Wenings, 44; 14. Lina von Eiff, Tgm. Laubach, A. Schepp, Tv. Gedern, 42; 15. Ida Scharf, Tgm. Laubach, 41; 17. H. Högy, Tgm. Laubach, E. Schmidt, Tgm. Laubach, 38; 18. E. Neun, Tv. Wenings, 37. Dreikampf, Alters tu rner, 30 bis 40 Jahre (28 Bewerber, 27 Sieger): 1. Gustav Hof- mann, Tgm. Friedberg, 68; 8. O. Adam, Tv. Schotten, 56; 9. H. Haas, Tv. Schotten, 55; 10. H. Tack, Tv. Nidda, 54; 12. H. Hügel, Tv. Nidda, 52; 16. W. Reichert, T.- u. Spv. Ranstadt, 45; 18. Hch. Neumann, Tv. Schotten, 39; 19. K. Aermel, Tv. Stockheim, Otto Schenk, To. Eichelsdorf, 36. Dreikampf, Altersturner über 40Jahre (25 Bewerber, 20 Sieger): 1. A. Popp, Tgm. Friedberg, 88; 3. L. Haas, Tv. Wenings, 83; 7, O. Hertel, Tv. Schotten, 76; 11. Hrch. Straub, Tv. Schotten, 67; 17 W Hölzinger, Tv. Stockheim. Turnerische Mehrkämpfe (Geräte, und Volksturnen). 12-Kampf-Turner-Oberstufe: 1. R. Kraft, Tschft. Büdingen, 216; 2. Hrch. Eichenauer, Tv. Dauernheim, 189; 4. O. Michel, Tv. Dauern» heim, 154. 12-Kampf-Turner°Unterstufe(60Be- werber, 52 Sieger): 1. Hrch. Haas, Tv. Schotten, 212; 2. Gg. Spamer, Tv. Schotten, 211; 3. Karl Bauer, Tv. Schotten, 207; 6. O Peter, Tv. Groß- Eichen, 204; 7. Ä. Harth, Tschft. Büdingen, 203; 10. K. Jmmelt, Tv. Freienseen, 197; 11. W. Rib» stein, Tv. Schotten, 195; 13. W. Finger, Tschft. Büdingen, 191; 14. E. Rollberg, Tv. Stockheim, 190; 16. H. Akularius, Tv. Schotten, H. Neun, Tv. Wenings, 188, 17. Gg. Rahn, Tv Groß-Eichen, 187; 27. H Hofmann, Tv. Wenings, 173; 30. H. Becker, Tschft. Büdingen, 170; 33. Gg. Weber, Tv. Wenings, 164; 35. P. Werner, T. u. Spv. Ranstadt, W. Döpp, Tv. Wenings, 154. Siebenkampf, Jugend st ufe (55 Bewerber, 34 Sieger): 1. L. Wittekind, Tschft. Büdingen, 131; 2. ' G. Weiß, Tv. Münzenberg, 129; 4. A. Sauer, Tv Freienseen, 125; 7. A. Schreiner, Tv. Freienseen, 121; 9. E. Eberle, Tv. Münzenberg, H. Helferich, Tv. Stockheim, 118; 10. R. Heeröder, T. u. Spv. Ober-Seemen, 117; 16. K Birx, To. Glauberg, 106; 18. H. Heun, To. Wenings, 101; 20. E. Heller, Tv. Schotten, 99; 23. Hrch. Reiber, Tv. Schotten, 95; 24. Hrch. Kempel, T. u Spv Ober- Seemen, 91. Dreikampf, Altersklasse 32 bis 40 Jahre (acht Bewerber): 1. H. Fark, Tv Nidda, 47; 2. W. Ger- lach, Tv. Stockheim, 46; 3. K Wolf, Tschft Büdingen, 44; 5. O, Reinhardt, Tv. Geiß-Nidda, 41; 6. Hrch. Neumann, Tv. Schotten, 40; 7 G. Kraft, Tv. Bleichenbach, 37. Dreikampf, Altersklasse über 40 Jahre (neun Bewerber): 1. Philipp Geiß, Tv. Ober-Eschbach, 53. Neunkampf, Turnerinnen - Oberstufe: 1. Elli Langbein, T.- u. Spv. Butzbach, 164 Punkte; 2. Els. Faatz, Tgm. Bad-Nauheim, 147; 3. Gertrud Kessel, Tv. Nidda, 131 Punkte. Neunkampf, Turnerinnen - Unterstufe (36 Bewerber, 26 Sieger): 1. A. Ruppel, T.- u. Spv. Butzbach, 153 Punkte ; 3. Frieda Peter, Tgm. Laubach, 150; 5. Marie Wolf, To. Stockheim, 142; 7. M. Rohn, Tv. Stockheim, 139; 10. A Lo- rey, Tschft. Büdingen, 132; 17. Klara Sommerlad, T - u. Spv. Griedel, 118; 18. P. Bär, Tv. Stockheim, M. Kimmes, Tv. Griedel, 117; 20. Erna Leider, Tgm. Laubach 112; 21. Erna Koch, Turnv. Stockheim, HO Punkte. Jugendturnerinnen (104 Bewerber, 98 Sieger): 1. Elli Adler, Tv. Petterweil, 147 Punkte; 8. L Schön, Tschft. Büdingen, 136; 13. A. Appel, Tv. Ober-Seemen, 129; 14. A. Kraft, To. Bleichenbach, 128; 15. Anna Strauch, Tv. Ober-Seemen, Luise Knöß, Tv. Schotten, 127; 16. E. Naumann, Tv. Bleichenbach, 126; 17. E. Stipper, Tv. Ober- Seemen, 124; 18. H. Schäfer, Tv. Schotten, 123; 19. Lina Herröder, Tv. Ober-Seemen, 122; 22. G. Wolfschmidt, Tv. Schotten, Anna Bickel, Tv. Bleichenbach, 119; 23. H. Bauer, Tv. Geiß-Nidda, 118; 26. E. Becker, Tv. Geiß-Nidda, 114; 27. Frieda Dönges, Tv. Bleichenbach, 113; 27. Berta Grauling, Tv. Bleiechenbach, 113; 28. Marie Klein, Tv. Geiß- Nidda, 112; 29. H. Ohly, T.- u. Spv. Griedel. 111; 30. L. Spamer, To. Schotten, HO Punkte. Turnerinnen - Gemeinschaftskampf, Kl. 1: 1. Rang: Tgm. Bad-Nauheim; 2. T -u. Spv. Butzbach; 3. Tgm. Friedberg. Turnerinnen ; Gemeinschaftskampf, Kl. 2: 1. Tv. Groß-Karben, 2. To. Kefenrod, 3. To. Geiß-Nidda, 4. Tv. Ober-Seemen, 5 Tv Stockheim, 6. Tv. Massenheim I., 7. Tv. Massenheim II., 8. To. Nieder-Wöllstadt. 9. Tv. Düdelsheim, 10 Tv Steinfurth, 11 Tv Okarben Der Festzug zum Kreis-Turnfest in Sinn. 81 W - Mk. f. I Uv. M '• I Mit alten Fahnen, in schöner weißer Turnertracht zogen Turnerinnen und Turner des Kreises Lahn- Dill durch das Städtchen. (Aufnahme: Bauer-Sinn.) /Runö um Schotten" am 21. Juli 1935. Die Ausschreibung. Nachdem der Umbau der Strecke für die Motorradrennen „Rund um Schotten", durch den im vorigen Jahr diese traditionelle Veranstaltung ausfallen muhte, beendet ist, präsentiert sich in diesem Jahre die Rundstrecke, die im Herzen des Vogelsberges gelegen ist, in einer Verfassung, die auch den erhöhten Anforderungen eines modernen Rennens gerecht wird. Das Rennen, das — mit Ausnahme der Klasse D/E für Lizenzfahrer (Soloräder bis 1000 ccm) für alle Klassen ausgeschrieben ist, findet am 21. Juli statt und wird in allen Klassen für die deutsche Straßenmeisterschaft gewertet. Die Soloräder haben 8 Runden (140 km), die Seitenwagenmaschinen 5 Runden (90 km) und die Ausweisfahrer in allen Klaffen 5 Runden (90 km) zurück- zulegen. Lizenz- und Ausweisfahrer werden getrennt gewertet. Das Rennen wird abgebrochen, sobald der Erste jeder Klasse das Ziel durckfahren hat; die übrigen Fahrer haben die angefangene Runde zu beenden, die Bewertung erfolgt nach Zeit und zurückgelegter Strecke. Die drei schnellsten Lizenzfahrer jeder Klasse erhalten Preise in Höhe von 300, 200 und 100 Mark; und außerdem Zusatzprämien der Betriebsstoffgesellschaften in der Abstufung von 200, 100 und 50 Mark ohne Rücksicht darauf, welcher Betriebsstoff und welches Oel in dem Einzelfall benutzt wurde. Die Ausweisfahrer erhalten Ehrenpreise, deren Zahl sich nach der Beteiligungsziffer in den einzelnen Klassen richtet. Als Betriebsstoff ist nur ein Gemisch von Benzin und Benzol zu gleichen Teilen zugelassen. Die Rennen der Lizenzfahrer sind für die Reklame freigegeben. Teilnahmeberechtigt ist jeder Inhaber einer internationalen Fahrerlizenz bzw. eines nationalen Fahrerausweises für 1935. Meldeschluß ist am 12. Juli; Meldungen sind zu richten an den Veranstalter: Der Deutsche Automobil-Club Sportabteilung Berlin W 62, Budapester Straße 9. Das offizielle Training findet in den Tagen vom 18. bis 20. Juli statt. O e neue deutsche Meeresmeisterin. Am Sonntag wurde in Zoppot die Deutsche Meeresmeisterschaft über eine 3000 Meter lange Strecke ausgetragen. Den Titel errang die Dresdener Schwimmerin Käthe Hanicke. (Scherl-M.) Oer Sieger im internationalen Fünfkamvf d .M. MV .... \ w ..«• W -. . ■ Bei dem Internationalen Modernen Fünfkampf in Budapest konnte — wir berichteten bereits kurz darüber — die deutsche Mannschaft zum erstenmal die schwedischen Fünfkämpfer, die 25 Jahre lang für unbesiegbar galten, entthronen und den Sieg an sich bringen. Als bester Fünfkämpfer der Welt qualifizierte sich der deutsche Vertreter Oberleutnant Handrick, den unser Bild im Gespräch mit dem Generalmajor von Reichenau, dem Vertreter des Reichskriegsministers, zeigt. (Schirner-M.) Kurze Sportnotizen. Einen neuen Schwimm -Weltrekord über 880 Yards stellte Ralph Flanagan in Detroit auf. Er blieb mit 10:07,6 Min. 7,8 Sek. unter der bisherigen Höchstleistung von Ja.ck Medica. Bei der gleichen Veranstaltung schwamm Adolph Kiefer die 100-Meter-Rücken in der neuen Weltbest-Zeit von 1:07,8 Minuten. Die fünfte Etappe der „Tour von Belfort nach Evian (318 Kilometer) brachte im zweiten Teil der Strecke (Genf—Evian) ein über 58 Kilometer gehendes Zeitfahren. In Genf war Archamdaud- Frankreich als Erster eingetroffen. Die Deutschen hatten sich bis dahin sehr gut gehalten; Stach wurde Vierter, Thierbach, Hodey, Umdenhauer und Roth placierten sich in gleicher Zeit hinter dem Berliner. Das Zeitfahren gewann Di Paco-Italien vor Magne, Archambaud und Maes. Thierbach belegte als bester Deutscher den 14. Platz. Hunhfunfprogramm. Mittwoch, 10. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9; Nachrichten. 10: Sendepause. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert des Kleinen Funkorchesters. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht 15: Nachrichten. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Zeit und Leben. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht. 18.45: Saardienst. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bauernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichs- fenbers Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Singende Jugend. 20.45: Bunte Stunde. 22: Nachrichten 22 15: Nachrichten aus oem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Sommerblauer Ohio. Schicksalskampf zwischen dem weißen und dem rotep Mann. 23c Tanz» und Unterhaltungsmusik. jedoch nicht mehr als RM. 6,70. von 21 bis 22 chzeum. Der Kursus in Lol- $ Wirtschaft 950: 951: 952: 953: von 957: // 958: 103 959: Die be- Abendbörse nahm infolge nur kleiner Publi- 960: 961: Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse Banknoten. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. o enen Dividende an. — 954: 956: Abkommens über den Warenverkehr bis zum Abwicklung der Forde- dem alten rumänischen des des o 4 0 0 113,25 115 108,25 160 131,4 103 93,75 . S . 6 '4 47,4 140,5 120,9 136 107,75 131,25 134,5 127 181,5 136 114,5 107,9 160 130,25 103 92,9 36 39,4 87,75 118,25 92,75 94 94 191 47,75 140,9 120,4 136 108,75 130,25 141 135,25 126,5 180,75 136,5 0 o 0 0 5 0 0 0 12 108,75 112,9 115 107,65 130,5 102,75 92,5 36,25 39,65 88,25 118 93 . 94 94 191 48 141 121,25 135,75 109 131 142,25 135,75 127 181,5 136,5 35 38 88,25 116,25 92,5 93,75 93,75 190,5 48 140,75 120,25 136 108,25 131,65 140 134,4 128 181,5 136 Allein Die: L. da che in bi E tij ij iai tel er Erf den Iah Freiverkehr erhöhten sich Kleyer auf Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse behauptet. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der Festsetzung der rumänischen Einfuhrbewilligung für das 3. Vierteljahr. Die Dokumente für die brasilianische Devisenzuteilung. Deutsche Postreiseschecke berechtigen bis auf weiteres nicht mehr zur Abhebung im Gebiet der Freien Stadt Danzig. Verlängerung des Termins für die Einfuhr nach Italien im 2. Vierteljahr. knmsbeteiligung einen stillen Verlauf. Bei fester Grundstimmung war die Kursentwicklung im Ver- gleirb zum Berliner Schluß nicht ganz einheitlich, die Veränderungen hielten sich indes nach beiden Seiten im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. Niedri- Richtlinien für die rungsrückftände aus Außenhandelsregime Verlängerung des deutsch-französischen 31. Juli 1935. *% Cefieteftd)l|d)f Oolbrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrcnle 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *%% desgl. von 1913 ........ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I................. Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ..........- Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19.30 Uhr Männerbadeverein, Mittwochs von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr Volksbaü Gießen, Samstags von 16 bis 18 Uhr Lollar, Lahnbad. '.rote °ufc Mior der । verste Mo 109,4 113 115,5 107,65 161 131,75 103,25 93,65 35,4 33,5 38,13 88,25 117 92,75 93,75 93,75 190,5 Diese Preise verstehen sich je Zentner, und zwar im geschlossenen Gebiet, waggonfrei Verladestation oder frei Bezirksabgabestelle, im nicht geschlossenen Gebiet waggonfrei Verladestation oder frei lieber» gabestelle am Erzeugungsort. Die Anordnung trat am 7. Juli 1935 in Kraft. Kartoffelwirtschaftsverband Hessen Nassau: gez.: I. A. Bolle Der Vorsitzende der Hauptoereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft: gez.: Höppner. c) für blaue, rote und weiße Sorten mindestens RM. 6,20, flibt Auskunft: Wirtschaftswerbung auf den Messen in Zagreb und Utrecht. Anbietung von einem Ausländer geschenkter Zins- und Gewinnanteilscheine. Verrechnungspflichtige Warensendungen müssen bei der Einfuhr nach Niederländisch- Jndien von Rechnungsabschrift begleitet sein. Regelung des Verbrauchs von Kautschuk, Regenerat und Altgummi bei der Herstellung von technischen Gummiwaren. Anordnung Nr. 27 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest. Richtpreisanordnung 25 für unedle Metalle. gaben. Im (102). Die Zndustne- und Handelskammer Gießen Durch die Hochspannungsleitung getötet. Friedberg, 8. Juli. (LPD.) Bei Rodungs» arbeiten im Spieswald bei Holzhaufen wurde durch einen Sprengschuß ein Holzstück gegen die Hochspannungsleitung geschleudert. Der Draht riß und fiel zu Boden. Der Sprengmeister K r e i t e r wollte telephonisch den Unfall melden und überstieg ein Weidekoppel. Beim Berühren des Drahtzaunes erhielt er jedoch einen Schlag und wurde getötet. Reichswettkampf der SA im Bereich der Brigade -141/Oderhefsen Oer Erzeugermindestpreis für Hühnereier. Wie der EierverwertungsverbandHes- s e n mitteilt, wurde der Erzeugermindestpreis für Hühner mit Wirkung vom 4. Juli 1935 im Einvernehmen mit dem Reichskommissar für Preisüberwachung für den Bezirk des Eieroerwertungsverbandes Hessen auf 1,25 Mark je Kilogramm festgesetzt. Dieser Preis versteht sich ab Hof des Erzeugers Der festgesetzte Preis ist ein Mindesterzeugerpreis und darf seitens der Aufkäufer nicht unterboten, wohl aber Überboten werden. Der stückweise Aufkauf ist nicht statthaft. Die Preisfestsetzung vom 4. März 1935 wird durch diese neue Anordnung aufgehoben. Frühkartoffel-preiSfestschung ab 7. Juli 1935 LPD. Die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft gibt folgende Anordnung bekannt: Auf Grund des § 7 der Satzung der Hauptoereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft — Reichsnährstands-Verkündigungsblatt Seite 253 — a) für lange, gelbe Sorten mindestens RM. 7,00, jedoch nicht mehr als RM. 7,50, b) für runde, gelbe Sorten mindestens RM. 6,60, jedoch nicht mehr als...... . RM. 7,10, N Fran Diese einen Rom berei Irin scaf sie fc ney- (3ru sich mit D hing brod SoDi wöhr schen voll" aus weil Stan einen Derg rich wir 8u Y Wille einen besser J*9en sich t von 20 bis 21 Uhr für Jüngere, Uhr für Aeltere im Lyzeum. Der ordne ich hiermit mit Zustimmung des Reichs- Ministers für Ernährung und Landwirtschaft, ' Reichskommissars für Preisüberwachung und Reichsnährstandes folgendes an: Die Erzeugerpreise für Speise-Frühkartoffel tragen bis auf weiteres: lar wird verlegt; die genaue Uebungszeit wird noch bekanntgegeben. Reifen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 21 bis 22, Dienstags von 21 bis 22, Mittwochs von 20 bis 21, Freitags von 20 bis 21, Freitags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für die Reitkurse Montags und Freitags von 21 bis 22 Uhr können noch Anmeldungen fchrifllich mit Angabe der gewünschten Uebungszeiten auf dem Sportamt abgegeben werden. Fernruf 2919. Reichsfportabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Universitätssportplatz am Kugelberg. Dieser Kursus läuft vorerst über acht Stunden. Anschließend wird die Prüfung für das Sportabzeichen abgenommen. Erwerbt das Reichssportabzeichen! Leichtathletik. Für Frauen und Männer gemeinsam. Samstags von 15 bis 17 Uhr Unioersitätssportplatz am Kugelberg. A.E.G....................... Bekula.................... io Aektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... Felten & Guilleaume o Rheinische Elektrizität 5 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckerl L Co............ 4 Siemens L Halske ’ 7 Lahme yer L Co.............* 7 Der «er fe v-lin, lin, । nächsten Wochen bis zu dem Reichsparteitag beschloß die Führerbesprechuno. Die SA. in Oberhessen ist rastlos und unermüdlich am Werk. Ihr Bekenntnis zum Führer ist die T a t und ihre Tat ift Opfer. Gportturse des Sportamts Gießen »Kraft durch Freude". Das neue Sportprogramm für das Vierteljahr Juli — September ist eingetroffen und kann unentgeltlich auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Aus den neuen Programmen ist alles Wissenswerte über die KdF.-Sportkurse zu ersehen. KdF.-Sportkurse erhöhen die Lebensfreude und machen stark und widerstandsfähig. Der Stützpunkt Gießen hat bisher folgende Kurse eingerichtet: Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit. Dienstags von 19 bis 21 Uhr, Donnerstags von 16 bis 18 Uhr, Unioersitätssportplatz, Freitags von 20 bis 21.15 Uhr, Lyzeum, Damm- ftrahe. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Eintritt jederzeit. Donnerstags ♦ Bad-Nauheim, 7. Juli. Dieser Tage fand im Parteilokal „Pfälzer Hof" in Bad-Nauheim eine Besprechung aller SA.-Führer der Brigade 147 bis zum Sturmbannführer statt. Die Führerbesprechung galt der Durchführung des vom Obersten SA.-Führer angeordneten Reichswettkampfes der SA. Der Führer der Brigade 147 Oberhessen, Oberführer Schmidt, führte in seinen einleitenden Worten an die SA.-Führer etwa folgendes aus: Nach der beendigten Umorganisation ist an die SA. eine schwere und große Aufgabe gestellt wor- den, die darin besteht, den Ausbildungsstand der SA. im Rahmen eines Reichswettkampfes darzu- stellen. Wir sind stolz darauf, daß der Führer an die SA. diese Aufgabe gestellt Hat, die den Beweis erbringen soll, daß die SA. befähigt ist, die Schule der Partei zu werden, wie sie es in der Kampfzeit bereits praktisch war. Die Größe der SA. hat von jeher in der freiwilligen Dienstleistung gelegen. Während eine Vielzahl von Volksgenossen und getaner Berufsarbeit ihre Ruhe pflegt, zieht der SA.- Mann nunmehr Jahr um Jahr sein Braunhemd an, stellt sich ins Glied und tut unbelohnt und oft ungewürdigt still und pünktlich seine Pflicht. Diese Tat des unbekannten SA.-Mannes ist es, die im Reichswettkampf der SA. einmal der Oeffentlichkeit klar gemacht werden soll. Es muß daher von allen Volksgenossen und insbesondere von allen Arbeitgebern erwartet werden, daß sie dieser Leistung ihrer Arbeitskameraden im Braunhemd die Achtung entgegenbringen, die sie auf Grund ihrer stillen Leistung für Volk und Staat verdient haben. Der Reichswettkampf wird in erster Linie diese freiwillige Einsatzbereitschaft in den Einheiten werten. Es wird von jedem einzelnen SA.-Mann abhängen, ob feine Einheit aus dem Reichswettkampf ausscheidet oder nicht, da 75 Prozent der Soll- Stärke jeder Einheit bei jeder der sieben Hebungen mindestens angetreten fein muß. Die Durchführung des Reichswettkampfes wird in den Einheiten der Trupps durchgeführt, und fast alle Bewohner Oberhessens werden so die Möglichkeit haben, die SA. bei ihren verschiedenartigen Leistungsprüfungen zu sehen. Es ist vorgesehen, fortlaufend Berichte über den Stand des Reichswettkampfes der SA. im Bereich der Brigade 147 (Oberhessen) erscheinen zu lassen. Abschließend betonte Oberführer Schmidt, daß er von den Sturmbannführern, auf denen die Hauptarbeit der Organisation ruht, vorbildliche Arbeit erwartet, und daß er zu seinen oberhessischen SA.-Männern das Vertrauen hat, daß sie in restloser Pflichterfüllung ein wuchtiges Zeugnis für den SA.-Geist ablegen würden. An die Worte des Führers der Brigade 147. schloß sich eine eingehende Erläuterung der vom Stabschef erlassenen Ausführungsbestimmungen an, die Befehlsausgabe für den Dienftbetrieb der Ilse Bergbau ........... 31fe Bergbau Genüsse . Klöcknecwerke .......... Mannesmann-Röhre» . ger lagen Schiffahrtswerte, Hapag 36 (36,25), Nordd. Lloyd 39,40 (39,65), AG. für Verkehrswesen 87,75 (88,25), Aku 67,75 (68), ferner gaben die meisten Montanpapiere leicht nach, so Klöckner auf 103 (103,25), Rheinstahl auf 115,25 (115,90) und Stahlverein auf 89,50 (89,75). Kali Aschersleben gingen auf 128,25 (129,50) zurück. Hoesch Eisen zogen dagegen auf 108,25 (107,65) an, außerdem notierten die Mehrzahl der Elektroaktien etwas höher. Am Einheitsmarkt lagen Schantung Han- dels-AG. weiter fest mit 80 (78). Der Rentenmarkt blieb bei behaupteten Kursen vernachlässigt. Don Stadtanleihen gaben 4,5- (7)prozentige Frankfurter auf 91,50 (91,75) nach. Im Freioerkehr lagen zerti- fixierte Dollar-Preußen ohne neues Motiv wieder fester mit 66 bis 66,25 (65,25 bis 65,50). U. a. no- tierten: Altbesitzanleihe 112,75, Reichsbahn-VA. 123,65, 4,5proz. Stahlverein 92,25, JG.-Farben- Bonds 128, 4proz. Ungarn Gold 11,25, 3,5proz. Schweizerische Bundesbahn 178,50, Braubank 127,50, Commerzbank 92,75, Reichsbank 191, Pfälz. Hyp.- Bank 87,65, Kali Aschersleben 128,25, Klöckner 103, Mannesmann 93,75, Hoesch 108,25, Rheinstahl 115,25, Stahloerein 89,50, Aku 67,75, AEG. 48, BMW. 126,75, Berger 119,50, Bemberg 122. Ehern. Albert 110, Deutsche Eisenhandel 102,50, Deutsche Erdöl 113,25, Scheideanstalt 240, Deutsche Linoleum 168, Licht & Kraft 135,75, Eßlingen Maschinen 85, JG.-Farben 155, Felten 109, Gessürel 131, Hans- werke Füssen 87, Holzmann 95,50, Mainkraft 95,75, Metallgesellschaft 117,50, RWE. 135,75, Süddeutsche Zucker 192, AG. für Verkehrswesen 87,75, Schantung 80, Hapag 36, Nordd. Lloyd 39,40. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Juki. Auftrieb: Rinder 649 (gegen 565 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 60 Ochsen, 75 Bullen, 350 Kühe und 164 Färsen, ferner wurden 1 Kuh und 1 Färse dem Schlachthof direkt zugeführt. Kälber 574 (576), Schafe 24 (37), Schweine 3432 (3487). Notiert wurde pro Ztr. Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 1. Juli 42), b) 42 (42), c) 41 (41), d) 36 bis 40 (36 bis 39). Bullen a) 42 (42), b) 42 (41 bis 42), c) 40 bis 41 (39 bis 40), d) 36 bis 38 (37 bis 38). Kühe a) 42 (41 bis 42), b) 36 bis 41 (37 bis 41), c) 30 bis 36 (30 bis 36),d) 22 bis 29 (22 bis 29). Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41), c) 39 bis 41 (40 bis 41), d) 32 bis 38 (33 bis 39). Kälber a) 58 bis 60 (57 bis 60), b) 52 bis 57 (51 bis 56), c) 42 bis 51 (41 bis 50), d) 30 bis 41 (28 bis 40). Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 36 bis 38 (36 bis 37). Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 51 (46 bis 50), a2) 50 bis 51 (46 bis 50) b) 50 bis 51 (46 bis 51), c) 49 bis 51 (45 bis 51), d) 46 bis 50 (42 bis 50), Sauen ?1) 45 bis 47 (44 bis 46), g2) 40 bis 44 (40 bis 43). Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe langsam, ausverkguft. Schweine lebhaft ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Juli. Am Brotgetreidemarkt war das Geschäft klein. Weizen wurde nicht angeboten, während für Roggen in Erwartung der neuen Ernte Zurückhaltung bestand. Am Futtergetreidemarkt fehlte Hafer weiterhin, für Futter- •gerfte bestand kein Interesse. In neuer Wintergerste lag noch kein Angebot vor. Der Futtermittelmarkt lag ruhig, die Nachfrage für ölhaltige Artikel sowie für Kleie hielt bei fehlendem Angebot an, dagegen wurden Nachmehle kaum beachtet. Das Mehlge- schäft blieb still. In neuem Heu wurden Umsätze nicht bekannt. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 210, W13 214, W16 218; Roggen R9 170, R 13 174, R 15 178, Großhandelspreise der Müdlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G 9 172, Gil 175, G12 177; Hafer H13 170, H14 172, Großhandelspreise ab Station. Weizenmehl W13 27,70, W16 28,15. Roggenmehl Type 997 R13 23,80, Type 815 R 13 24,30, Type 997 R 15 24,20; Type 815 R 15 24,70 plus 0,50 Mark Frachtaus- gleich. Weizennachmehl 17 Brief; Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13; Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot 13; Palmkuchen 13,30; Erdnußkuchen 14,50; Treber 16,50. In Erwartung der neuen Ernte war Heu und Stroh geschäftslos und wurde nicht mehr notiert. Kartoffeln: Erstlinge 8,10 (8,10) Mark pro 50 Kilogramm bei Waggonbezug. * Ankauf gezogener Auslofungs- rechte der Anleiheablöfungsfch u l d des Deutschen Reiches. Die zur Einlösung am 1. Oktober 1935 gezogenen Auslosunysrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs werden bereits vor dem Fälligkeitstage, und zwar vom 1. August 1935 an, unter Abzug eines zum jeweiligen Reichsbankdiskontsatz zu berechnenden Diskantes, frei von Provision, angekauft. Der Ankauf der Auslosungsrechte erfolgt durch die Reichsbank- anftalten, in Berlin durch die Noftrobörsenabteilung der Reichshauptbank, Jägerftraße 55. Die Inhaber der Auslosungsscheine, die vor dem 1. Oktober 1935 in den Besitz des Einlösungsbetrages gelangen wollen, können schon jetzt ihre Stücke der nächstgelegenen Reichsbankanstalt zum Ankauf übergeben, Die Auszahlung des Einlösungsbetrages unter Abzug des Diskantes erfolgt nach Prüfung der Stücke vom 1. August 1935 ab. Der Ankauf der ausgelasten Schuldbuchforderungen erfolgt zu denselben Bedingungen durch die Reichsschuldenverwaltung. Rhein-Mainische Börse. Alttkagsbörse: Tendenz fest. Frankfurt a. M., 8. Juli. Bei verhältnis- mäßia kleinen Umsätzen infolge des Materialmangels fetzte sich die Aufwärtsbewegung der Aktienkurse auch zum Wachenbeginn fort. Spezielles Interesse wandte sich wiederum den Montanwerten zu, da die letzten günstigen Mitteilungen aus der Eisen- und Stahlindustrie weiterwirken und beim Publikum neue Kaufaufträge auslösten. Die Nachfrage stammte hauptsächlich aus dem Rheinlande. Gesucht waren besonders wieder Stahlverein mit 89,90 bis 90,75 (89), ferner Mannesmann mit 94 (92,90) und Klöcknerwerke mit 104 (103) sowie Nheinstahl mit 115 (113,75). Außerdem gewannen Buderus und Harpener je 0,50 v. H. Schwächer lagen Rhein. Braunkohlen mit minus 2,50 v. H. Kali Aschersleben erhöhten sich um 1,75 v. H. und Westeregeln um 1,25 v. H. Im übrigen empfing die Börse van der weiter günstigen Entwicklung bet den Sparkassen Anregung. IG.-Farben, Scheideanstalt, und Goldschmidt zogen je 1 v. H. und Rütgers- werke 1,50 v. H. an. Am Elektromarkt waren Felten mit plus 1,75 v. H. stärker befestigt; Schuckert gewannen 1 v. H., im übrigen hielten sich die Besserungen im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H., etwas ermäßigt waren Siemens (minus 0,50 v. H.). Don sonstigen Spezialwerten stiegen Aku auf 69 (68), Metallgesellschaft auf 117,50 (114,75). Reichsbankanteile, Schissahrts- und Verkehrswerte lagen bis 0,65 v. H. höher, ferner zogen Süddeutsche Zucker 0,75 v. H., Daimler 0,65 v. H., BMW. 1.13 v. H. und Muag 0,40 v. H. an. Zellstosfwerte tagen ruhiger und behauptet, Conti Gummi gaben 0,25 v. H. nach. Der Rentenmarkt blieb stark vernachlässigt, und die Kurse wiesen kaum Veränderungen auf. Altbesitzanleihe bröckelten leicht ab. Mäßig höher lagen Zinsvergütungsscheine mit 90,35. Die Börse blieb unter kleinen Schwankungen auch im Verlaufe fest. Neben Mvntanwerten waren Elektroaktien und insbesondere Schiffahrtspapiere beachtet und weiter befestigt. Hapag stiegen auf 36,50 nach 35,65 und Norddeutscher Lloyd auf 40 nach 38 50. Fest lagen außerdem Eßlingen Maschinen, Moenus Maschinen, Hanfwerke Füssen, Dt. Linoleum und JG.-Farben bei Erhöhungen bis zu 1,50 v. H. Rheinische Elektro Mannheim stiegen auf 142,25 (140). Renten biteben weiterhin vernachlässigt. Etwas fester lagen am Markte der Industrie-Obligationen die diversen Stahloereins-Bonds, Hoesch und Krupp blieben behauptet. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen bei zumeist unveränderten Kurien sehr ruhig. Don fremden Werten zogen Ungarn Gold auf 11,70 (11,50) an, während Mexikaner bis 0,40 v. H. nach- 109 I 109,25 112,5 ..... 8ubetu< ..... Deutsch? Erd KI Gelsenkirchener Harvener Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reiciisanl. von 1934 6yz% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«Abtös.«Schuld mit Auslos.Rechten ........... 4x/»% Deutsche RetchSpostschatzan. Weisungen von 1934, I. «% --em.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) /,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4K% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 < !4% ehem. 7% Pr. Landespfand- oriefanst., Gold Komm. Lbl.VI Steuerautsch.Berrechnungsk. 85-39 4 o. H ? Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Frankfurt a.3L Berlin Schluß- kurs Schluß«. Abend« börse Schluß« turs Schlußl Mlttag- börle 6 7 8 7 6.7 8-7. 100,4 100,25 100,25 100,25 97,65 97,5 97,5 97,25 104 104 102,75 103 112,9 112,75 113 112,75 100,4 100,13 100,4 100,4 97,75 97,5 97,25 97,4 96,25 96,25 96,25 — 101 101,13 — — 92,5 92,5 — — 127 127 — — 116,5 116,25 116,5 116,25 96,25 96,25 — — 101,13 101,25 — — 101,25 101,25 101,4 101,25 97 97 — 97 97 97 _ 97 107,2 107,25 107,2 107,25 — 32,5 32,5 32,5 1,8 1,8 —— 1,75 11,5 11,25 11,9 11,4 11,25 11,13 11,25 11,13 11,4 11,5 11,3 11,3 12,65 12,65 12,5 12,25 — — — — Frankfurt a. M. Berkin Schluß« kurs Schlupf. Abend« börse Schluß« kurs Schluß!. Mittag« börse Latum 67 8 7 6 7 8.7- Mansselder Bergbau .. .. 8 120 120 120 120 Kokswerke ........... .. 6 — 125,25 124,25 Phönir Bergbau...... .. O — — Rheinische Braunkohlen • • • • . 12 229 228 227 227,25 Rheinstabl.......... 8’/t 113,75 115,25 114,5 115,9 Bereinigte Stahlwerke. .. O 89 89,5 89 89,65 Olavi Minen ........ .. 0 18 18 18 18,13 Kaliwerke Aschersleben. .. 5 128 128,25 128,23 129 Kaliwerke Westeregeln . ...... .. k> 125,75 127,5 125,25 126,5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... IVt 190 194 190 194,5 I. G. Farben-Jndustri» .. 7 153 155 153 155 ScheideanstaU........ .. 9 239 240 —— — Goldschmidt ......... .. O 108,5 109,5 108 109,4 Rütgerswerke ........ .. 4 122 123,5 122,5 122,75 Merällgeiellschafl...... .. 4 114,75 117,5 115,9 117,5 Philipp Holzmann .... .. O 95 95,5 95,5 95,5 Zementwerk Heidelberg .. 6 119,75 120 — Eementwerk Karlstadt.. ..... .. 4 — Schultheis Patzenhofer .. 4 — _ 113,65 113 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 68 67,75 67,75 67,9 Bemberg............ .. O 121,5 122 121,5 121 Zellstoss Waldhof ..... .. 0 123,5 124,5 123,5 123,75 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 92 92,5 92,75 92,75 Dessauer Gas ........ .. 7 — — 144,65 144,5 Daimler Motoren..... .. O 98,4 165,75 98,5 98,4 98 Deutsche Linoleum .... .. 6 168 165,5 168,5 Lrenstetn & Koppel ... .. O — 90,75 91,25 Westdeutsche Kaufhof.. . M • .. 0 36,65 36 35,9 35,4 Chade ............... .. 0 295 294 295 294 Accumulatoren-Fabrik. . 12 176 177,5 176,75 178 Eonti-Gumm,........ .. 8 160 160 160,25 160,75 Gritzner............. .. o 40 40,5 40,25 40,25 Mainlraftwerke Höchst a.DL. .. 4 95 95,75 süddeutscher Zucker .. .. • 191,25 192 192,5 192 • Frankfurt a. M Berlin Gchluß- kurs Schluvk. Abendbörse Schluß- turs Schlußk. Mittagbörse Datum 6 7 8-7 6 7 8 7 4% vesgl. Serie II ............ — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,75 8 7,9 7,6 4tz%Rumän.vereinh.Renlev.l913 10,65 10,3 10,4 4% Rumänische vercinh. Rente .. 6,13 6,1 6,1 6,1 2 V*% Anatolier ............... 39,75 39,6 39,9 39,75 6-Juli 8. Juli Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld 1 Bries Buenos Aire-. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,76 54,86 54,84 94,94 Danzig..... 46,905 47,005 46,905 47,005 London ..... 12,265 12,295 12,28 12,31 Helitngfors.. 5,405 5,415 5,415 5,425 Paris ...... 16,405 16,445 16,405 16,445 Holland .... 168,89 169,23 168,78 169,12 Italien..... 20,50 20,54 20,50 20,54 Iavan ...... 0,719 0,721 0,721 0,723 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,64 61,76 61,72 61,84 Wien....... 48,95 49 05 49 05 Lissabon.... 11,13 11,15 11 zi 4 11,16 Stockholm... 63,24 63,36 63,32 63,44 Lchioeiz .... 81,13 81,29 81,13 81,29 Spanien.... 34,00 34,06 34,00 34,06 Prag....... Budapest ... 10,34 10,36 10,34 10,36 Reutzvrk ... 2,479 2,483 2,476 2,480 Berlin, 8 Juli Geld Ariel Amerikanische Noten.............. 2,428 41,72 2,448 Belgische Noten.................. 41,88 Dänische Noten ................. 54,78 55,00 Englische Noten ................. 12,245 12,285 Französische Noten............... 16,355 16,415 Holländische Noten............... 168,36 169,04 Italienische Noten................ 19,86 18,94 Norwegische Noten .............. 61,51 61,75 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,10 63,36 Schweizer Noten................. 80,90 81,22 Spanische Noten................. 33,64 33,78 Ungarische Rote® ••••••••••••••»• Nr. 157 Drittes Blatt Stetzen« Anzeiger (General-Anzeig« für Gderheiien) Dienstag, 9. Juli 1155 Ein Kaktus prangt in 118 Blüten... Die Kakteenfreunde, die ihre Pflanzen mit viel L»ebe hegen und pflegen, hoffen in jedem Jahre, daß ihre Lieblinge Blüten treiben möchten. Mancher harrt jahrelang vergeblich. Schließlich erscheinen ein oder mehrere Blüten und die Freude darüber ist groß. Im schönen Gegensatz der Farbe schmücken dann die Blüten die festen dunkelgrünen Blätter. Bei vielen Kakteenarten herrscht ein dunkles kräftiges Rot vor. Die Blüten sind vielgestaltig und schön in ihrer Form. In diesen Tagen erlebte nun eine Freundin dieser exotischen Pflanzen, die Frau des Buchbindermeisters Noll jr., in der Mäusburg, die seltene Erschei- nung, daß ihr Kaktus eine überraschende Fülle von Blüten trieb, so viele, daß fast alles Grün der Zweige darunter verschwand. Insgesamt konnte die Besitzerin der Pflanze, die eine durchaus normale Pflege genoß, nicht weniger denn 118 Blüten zählen. Die Pflanze, die sieben Jahre alt ist, hatte in den ersten Jahren nicht geblüht, dann einmal 5, später 20 Blüten gezeigt. Der Kaktus, der sicherlich schon vielen Mitbürgern unserer Stadt aufgefallen ist, steht auf einer kleinen Veranda des Hauses Noll in der Mäusburg und ist von der Wagengasse aus zu sehen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Das Standesamt verbuchte 1933: und 1934: Lebendgeburten..... 383 502 Totgeburten....... 12 10 Sterbefälle...... . . 382 331. Die vorstehende Erhebung des Reichsgesundheitsamtes behandelt nur die „Ortsansässige n", also nicht die Geburten und Sterbefälle derjenigen Personen, die ihren Wohnsitz auswärts haben, die aber trotzdem in unserer Stadt ein Kind zur Welt brachten oder starben. Eine Gegenüberstellung der Lebendgeburten mit den Sterbefällen ergab, daß 1934 in der Stobt Gießen 171 wiegen mehr als Särge gezimmert werden mußten. Wenn die Zahl der Totgeburten nicht wäre, dann würde das Geburtenergebnis noch günstiger ausgefallen sein Nur wenn alle Volksgenossen sich des Ernstes der Sachlage bewußt werden und bleiben, ist damit zu rechnen, daß die trotz allen erfreulichen Ansteigens der Geburtenziffern immer noch nicht beseitigte Gefahr für Deutschlands völkischen Fortbestand eines Tages endlich als bekämpft gelten kann. Lastauto fährt in eine Schafherde. Trais-Horloff, 8. Juli. Auf der abschüssigen Straße zwischen den Kreisorten Steinhelm und Trais-Horloff fuhr ein mit Pflastersteinen beladener Lastwagen in die Schafherde der Gemeinde Stein- heim. 18 Tiere wurden auf der Stelle getötet, fast ebensoviele mußten n o t g e s ch l a ch- t e t werden. Der Schäfer konnte sich gerade noch im letzten Augenblick retten Gau-Gingtreffen im Kloster Arnsburg. ■ I Geburtenzunahme in Gießen. Bevölkerungspolitische Jahresbilanz 1934: Gießen verzeichnete sor Geburten und 331 Todesfälle. E. E. — Friedrich, der Große schrieb in seinen „Politischen Testamenten vom Jahre 1768" die schwerwiegenden Worte „Auf das Wachstum der Bevölkerung muß die erste Sorge der Regierung gerichtet sein, da eine starke Volkszahl den wahren Reichtum des Herrschers bildet". Diese Worte des aroßen Herrschers hat sich der Nationalsozialismus bekanntlich zu eigen gemacht. Daß der vom Nationalsozialismus aufgenommene „Kampf dem Geburtenrückgang" erfolgreich verläuft, beweisen die Erhebungen des Reichsgesundheitsamts in eindeutiger Weise. Im ersten Jahre der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik setzte bereits eine schwache Geburtenzunahme ein. Ihre stärkste Auswirkung fand die Geburtenzunahme jedoch durch die Bereitstellung von Ehestandsdarlehen, wodurch die Zahl der Eheschließungen ganz gewaltig anstieg. Der Erfolg ist jetzt da: in den deutschen Stadtgemeinden mit mehr als 15 000 Einwohnern wurden im Jahre 1933 rund 337 500 Kinder lebend geboren, dagegen im Jahre 1934 rund 452 500. Innerhalb Jahresfrist ergab sich also eine Geburtenzunahme von rund 115 000. Die Reichsregierung ist nach wie vor weiter bemüht, den Geburtenstand zu heben durch gerechten Steuerausgleich, durch Ehestandshilfe, durch Förderung der in zahlreichen Städten eingeführten Patenschaften, durch den Ausbau der Mütter- und Wöchnerinnenhilfe, durch bevorzugte Behandlung kinderreicher Familienväter bei Arbeitsbeschaffungen und vieles andere mehr. wie steht es um die Geburtenzunahme in Gießen? Bei der überragenden und vordringlichen Bedeutung, die die Nachwuchsfrage für Deutschlands Gegenwart und Zukunft hat, ist die Beobachtung der Geburtenentwicklung in den Stadtgemeinden mit mindestens 15 000 Einwohnern eine dringende Notwendigkeit. Die Beobachtung der Geburtenzunahme auf dem platten Lande ist dagegen nicht so wichtig, weil das platte Land von jeher einen ziemlich hohen Geburtenüberschuß aufzuweisen hat, was in vielen Stadtgemeinden leider nicht immer der Fall war. Manchesmal wurde sogar ein Sterbeüberschuß verbucht. Betrachten wir nun einmal die bevölkerungspolitische Entwicklung in Gießen: Der Singkreis im herrlichen Raum der Arnsburger Kirchenruine. (Aufnahme: Nebeling-Gießen.) * Kloster Arnsburg, 8. Just. Vogelgezwitscher, Waldesrauschen, das ist ein Zweiklang, wenn er zusammenklingt, jeden zur Freude stimmen muß. Und wenn dann noch junge musikbegeisterte Menschen gleichsam zu diesem Orgelpunkt singen und spielen, dann muß es einen Zusammenklang geben, der jedes Herz höher schlagen läßt. So war es von vorne herein ein glücklicher Griff der hessischen Singkreife, Kloster Arnsburg mit seiner wunderbaren Ruine als Tagungsort für das diesjährige Treffen zu wählen. Den Auftakt bildete eine Abendmusik im Kapitelsaal. Beim Scheine von Fackeln erklang der „Feuerspruch" von Heinrich Spitta für Chor und Streichkörper und Walter Reins Abendmusik „Der Mond ist aufgegangen". Die geräumige Scheune des Klosters lud die Teilnehmer zur Nachtruhe ein. Der Sonntagmorgen versammelte wieder alle Teilnehmer zu ernstem Musizieren. Es wurde ae- arbeitet und mußte sehr gearbeitet werden, wollte man das Ziel der Tagung erreichen. So sah man oder vielmehr hörte man bald hier, bald da Gruppen, die gemeinsam sangen, auf Instrumenten spielten in edlem Wettkampf. Und als man sich am Nachmittag zum Schlußsingen im Kapitelsaal fand, da konnte man mit Stolz sagen, es wurde ae- schafft. Was da erklang war edelste Volksmusik. Eine Polonaise von I. S. Bach, gespielt von Streichern und Flöten, eröffnete die Vortragsfolge. Es folgte ein Chor aus einer Weihnachtskantate von I. S. Bach „Ich will den Herren loben". Dann schritt man in langer Reihe zu den Klängen einer Polonaise von W. A. Mozart hinüber in den weiten Raum der Kirchenruine. Der zweite Teil des Singens brachte dann als Höhepunkte der Tagung die „Serenata im Walde zu singen" von Joh. A. P. Schulz und einen Chor von W. Peters „Jubilate". Mit der Flaggeneinholung fand die Tagung ihren Abschluß. Man mag wünschen, daß allen Teilnehmern an diesem gemeinsamen Erleben edelsten deutschen Musikgutes Ansporn erwächst zu eifriger Weiterarbeit im Dienste für Volkstum und Heimat. Und wer von den anderen gerne mittun möchte, der schließe sich dem Gießener Singkreis an, der wöchentlich einmal seine Uebungsstunüen hat. NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack „Die scharlachrote Blume." Lichtspielhaus. Die mehr oder weniger anspruchslose Unterhaltung im Sommer-Programm wird erfreulich durchbrochen von einem englischen Film im Verleih der Bavaria, der im Ursprungsland einen außergewöhnlichen Erfolg erzielte und auch in seiner deutschen Fassung mit dem Prädikat „künstlerisch wertvoll" ausgezeichnet wurde. Dieser Film ist für uns aus zwei Gründen interessant: einmal deswegen, weil er die immerhin seltene Gelegenheit bietet, den Stand der ernsthaften britischen Produktion an einem repräsentativen Beispiel kennenzulernen und Vergleiche anzustellen; seit der Historie von Heinrich VIII. („Ein König und sechs Frauen")'haben wir unseres Wissens hier keine solche Probe mehr zu Gesicht bekommen. Außerdem um des Stoffes willen: wir erleben ebenfalls eine Historie, einen Kostümfilm, und zwar einen großen Stils, dessen Handlung aber die Spannung und das erregende Tempo eines modernen Kriminalstücks in sich trägt. * Es handelt sich um eine Fabel aus der Zeit der französischen Revolution, spielend abwechselnd in Frankreich und England etwa um das Jahr 1792. Diese Fabel fand ihren literarischen Niederschlag in einem Roman der Baronesse Orczy. Aus diesem Roman machte Alexander K o r d a (der durch den bereits erwähnten Film „Ein König und sechs Frauen" in Deutschland bekannt wurde) „The scarlet Pimpernell", die „Scharlachrote Blume"; sie blüht im Wappen der englischen Familie Blake- ney; Sir Percy Blakeney ist der Führer einer Gruppe von jungen britischen Aristokraten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit allen Mitteln, mit Gewalt und List, zum Tode verurteilte französische Adlige der Guillotine zu entreißen und nach England in Sicherheit zu bringen. Die Aktion des „roten Pimpernell" gelingt in zahlreichen Fällen auf eine erstaunliche Weise. Die französischen Revolutionsmänner kennen den gefährlichen Abenteurer, der sich seinen Verfolgern geschickt zu entziehen versteht, nur unter eben jenem Decknamen, der bald in London und in Paris in aller Munde ist.. Der Kampf um Leben und Tod erfährt eine außerordentliche (Steigerung und Verschärfung dadurch, daß es dem wichtigsten französischen Gegenspieler, dem leidenschaftlichen Revolutionär Chau- velin, gelingt, Lady Blakeney, Sir Percys Gemahlin, die zunächst von der Aktion ihres Mannes nichts ahnt, auf die Seite seiner Gegner zu zwingen und sie an der Entdeckung des „Roten Pimpernell" persönlich mitwirken zu lassen. Vollends unheimlich und aufregend ist es, die Entscheidung dieses erbitterten Krieges im Dunkel mitzuerleben, der mit allen Mitteln geführt wird und noch glücklich endet, als der atemlose Zuschauer bereits alle Hoffnung auf einen guten Ausgang hat fahren lassen Die Leistung des Regisseurs Alexander K o r d a ist aller Ehren wert und hat uns persönlich einen stärkeren Eindruck hinterlassen als seinerzeit die Inszenierung der Historie vom Blaubart. Dabei ist die- ser Eindruck ohne Zweifel dadurch beeinträchtigt, daß man den Film doch sozusagen in der zweiten Fassung erlebt. (Die deutsche Synchronisierung besorgte Curt Wesse; sie ist technisch sicher so sauber, wie sie kann, doch ergeben sich trotzdem für den deutschen Zuhörer manche Schwierigkeiten bei der Aufnahme des Textes.) Korda, um auf ihn zurückzukommen, inszeniert eine Historie in großem Rahmen; er entfaltet einen Aufwand an Kostüm, an Architektur, an bewegter Statisterie, der entschieden etwas Imponierendes an sich hat. Ihm gelingt es, vor dem Beschauer ein Bild jener wilden Zeit zu entrollen, dessen Realistikinan sich kaum entziehen kann; aber er kontrastiert die Pariser Revolutionsszenen, Kerker und Guillotine, Befreiung, Flucht und Verfolgung sehr wirksam mit einer Schilderung der Londoner Gesellschaft, die von den Stürmen jenseits des Kanals nur oberflächlich berührt scheint, und die dennoch einen der entschlossensten und erfolgreichsten Aktivisten als Gegenspieler auf den Plan stellt. Diesen, Sir Percy Blakeney, gibt Leslie Howard, ein Schauspieler, den die deutsche Kritik als den englischen Gründgens bezeichnet hat; und sicher ist dieser Vergleich nicht ungeschickt: Howard hat etwas von der kühlen, glatten, gefühlsverhaltenen Art, die den deutschen Darsteller auszeichnet, die auch gerade für diese (übrigens echt komödiantische) Rolle ungemein dienlich ist; Howard versteckt den Pimpernell in der Maske eines blasierten Dandy (ganz im Stil jener Zeit), er gibt ihn als einen Gentleman-Abenteurer und Verwandlungskünstler, der sich den schwierigsten Situationen gewachsen zeigt und dessen Finten die wilde (Spannung des Zuschauers zuletzt geradezu mit liebens- würoigem Humor entlasten. Merle Oberon — man erinnert sich ihrer wohl noch als einer der sechs Frauen Heinrichs VIII. — spielt die Lady Blakeney, eine schöne und kluge Dame, schauspielerisch geschmeidig eingefügt ins Intrigenspiel, im äußeren Bilde bald an ein Porträt von Reynolds, bald an eine kleine Madonna von Dan Eyck, bald an eine moderne Japanerin merkwürdig erinnernd. Sehr gut, interessant und ausdrucksvoll in Sprache und Maske Raymond M a s s e y als Chauvelin. Von Öen, vielen anderen sei noch der Robespierre von Ernest Milton hervorgehoben. ♦ Der Film läuft seit gestern und sei der allgemeinen Beachtung empfohlen. Im Beiprogramm: die Wochenschau, ein Kulturfilm „Deutsches Lied — deutsches Land" und ein farbiger Mickymaus- Scherz (wie sich %ie Amerikaner das „Rotkäppchen" vorstellen.) — r — Das Schicksal unserer Schwalben. • Seit einiger Zeit wird in Deutschland ein beträchtlicher Rückgang des Schwalbenbestandes beobachtet, über dessen Gründe die verschiedenartigsten Ansichten geäußert worden sind. Unter ihnen werden vor allem immer wieder erwähnt: der Vogelfang in südlichen Ländern, klimatische Einflüsse, die Errichtung von Hochspannungsleitungen, Futtermangel bei ungewöhnlich kühler Witterung, Wandlungen in der Bauweise der Häuser und der Mangel an Pfützen, an deren Rändern die Schwalben ihren Stoff für den Nestbau finden. Bei der Schriftleitung der im Hugo Bermühler Verlag erscheinenden Zeitschrift „Der N a t u r f o r s ch e r ", in der über dieses Thema von Diplomlandwirt F i n u s bereits eingehend berichtet wurde, ist inzwischen eine Anzahl von Aeußerungen namhafter Dogel- kenner und -liebhaber eingegangen, denen wertvolle Aufschlüsse zu entnehmen sind. Dr. Schütz, der Leiter der Vogelwarte Rossitten auf der Kurischen Nehrung, mißt der allgemeinen Klimalage eine ausschlaggebende Rolle zu und glaubt, daß „eine mehrere Jahre hindurch folgende Ungunst des Wetters zu einer bestimmten Phase der zweiten Brut so starke Abgänge summieren kann, daß der ganze Bestand unhaltbar zuruckzugehen scheint". Andererseits ist aber auch an verschiedenen Stellen eine Zunahme zu erkennen, so daß nicht von einem gleichmäßigen Sinken gesprochen werden kann. Forstmeister Dr. H a e n e I, der Leiter der Vogelwarte Garmisch, führt die meisten Opfer neben den Witterungsverhältnisfen auf die neuzeitliche Drahtüberspannung in der ganzen Welt zurück, an der sich zahlreiche Vögel die Flügel verletzten, worauf sie meistens umkommen. Die große Gefahrenquelle, die bisher in dem in Südeuropa weitverbreiteten Vogelfang bestand, ist durch die neuere italienische Vogelschutzgesetzaebung, zum mindesten auf der Apennin-Halbinsel, wesentlich eingebämmt worden. Einige Hauptursachen für den Rückgang der Schwalben sind nach der Auffassung dieses Vogel- sachverständigen in der veränderten Bauweise der Häuser und in der Zunahme der Motorisierung auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens zu suchen. An den heute üblichen glattwandigen Häusern kann die Mehlschwalbe ihr Nest nicht mehr so fest anbringen wie früher; außerdem bewirken die ipimer« währenden Erschütterungen der Gebäude durch vorüberfahrende Lastkraftwagen ein Abbröckeln der Nester. — Oberingenieur Fritz Gabriel, Berlin, spricht den allzustarken Radiosendungen einen großen Teil der Schuld an dem Schicksal unseres Schwalbenbestandes zu, denn sie seien geeignet, „das Orientierungsvermögen der Tiere in dem Maße zu behindern, daß sie, namentlich bei Eintritt ungünstigen Wetters oder anderer Erschwerungen, einfach nicht imstande fein würden, ihrem Zuge nach dem Süden zu folgen..Auch von anderen Seiten wird immer wieder auf die Gefahren hingewiesen, die den Schwalben gerade von den Hochspannungsleitungen drohen. Zeitschriften. — „D i e Kun st", Monatsschrift für Malerei, Plastik und Wohnkultur, bringt über Mich. Pacher zur 500. Wiederkehr seines Geburtsjahres einen Aufsatz über die große Kunst des Südtiroler Malers und Bildschnitzers. Eine Fülle herrlicher Reproduktionen begleiten die kenntnisreichen Ausführungen. Im nächsten Aufsatz „Der Bauer in der deutschen Kunst" bringt Karl Eberlein an Hand einer Reihe vorzüglicher Bildwiedergaben die verschiedenen Auffassungen der Künstler über die Gestalt des Bauern zur Sprache. Der zweite Teil über Wohnkultur bringt „Neue Raumausstattung" von Architekt Adolf C. Rüdenauer, Stuttgart. Der Baulustige findet in dem Artikel „Das Wohnhaus und seine Zweckbestimmung" wertvolle Anregungen und Bildbeispiele von Ein- und ZweifamiliemHäusern. Die Technik und Schönheit des Gobelins und seine dekorative Wirkung behandelt Dr. Franz Otlmann, während in „225 Jahre Meißner Porzellan" von Willi Münch-Khe ein anderer Zweig des Kunsthandwerkes nicht weniger Interesse beansprucht. Von besonderem Reiz für jeden kunstsinnigen Beschauer sind die stilvoll modellierten Tierplastiken von Professor Max Esser und andere Erzeugnisse des Meißner Werkes. Ein reich illustrierter Aufsatz „Gartengestaltung" von Otto Valentien beschließt die Fülle dieses Panoramas der Schönheit und Schaffensfreude. Tages und der Nacht läßt immer immer neue RASIERCREME ' macht das Rasieren zum Genuß, Große, langreichendeTube5C Pf. Oie hessischen Vermessungsund Kulturbaubeamten im Ried Spaten für das Vaterland einrücken dürfen. Un- gewohnt ist das Bild, das sich gegenwärtig wieder da und dort auf den Straßen bietet — junge Menschen mit dem Rekrutenstrauß am Rockausschlag. Man sieht es ihren Gesichtern an, daß sie sich darauf freuen, einem Vaterlande, dem die Ehre wieder geschenkt wurde, dienen zu dürfen. Die Aelteren unter uns sehen ihnen heiter und bewegt nach, der Zeit gedenkend, da sie selber begeistert Arm in Arm Starken halt, wird selber stark. Der Feige zieht den Feigen mit sich hinab. Das Unwetter ließ am Aberck) nach. Jo fuhr mit einigen Männern nach dem anderen Ufer hinüber, um nach Bert zu seh.en. Sie fanden chn unter den Trümmern des Bootshauses. ihnen herüber. „Bert!" schrie sie, „Bert stand unter dem Baum!" Sinnend steht man auf dem Boden, wo die Gebäude des Erbhofdorfes im Entstehen begriffen find, hier werden bald deutsche Dauern eine Heimat finden und ihr Leben und Kämpfen und dasjenige kommender Geschlechter wird sich auf dem jetzt noch die Reste der ursprünglichen Pflanzendecke tragenden Boden abspielen. In den vergangenen Zeiten war ein solches Ereignis, das Entstehen einer Bauernsiedlunq auf deutschem Boden, ein seltenes Erlebnis. Wir meinen, mehr als die Arbeit an sich ist die Kürze der Zeit zu bewundern, in der das ganze Programm hier im Ried durchgeführt wurde und, in der die Unmenge von Arbeit bewältigt worden ist. Dem Kundigen brauchte Landeskulturrat Reich nicht erst zu versichern, welcher Aufwand an Energie von den leitenden Stellen aufzubringen war. um die Arbeiten zur Durchführung zu bringen. Nur dank der der ihr zuteil gewordenen Unterstützung durch den Reichsstatthalter und die Reichsreaierung war es möglich, das gesteckte Ziel zu erreichen. Einzigartig in Deutschland ist, wie die Leiterin des Frauen -Ar beitsdien st lagers Bürstadt betonte, dieses Laaer insofern, als hier die Zahl der Arbeitsdienstwilligen fast stets 110 bis 120 beträgt. Alle anderen Frauen-Arbeitsdienst- lager Deutschlands haben eine bedeutend geringere Belegstärke, fiter werden eben viele fleißige Frauen- Hände zum Bekämpfen des Unkrautes, zu Pflanz- arbeiten usw. auf dem Siedlungsland gebraucht und die Abteilung Bürstadt hilft mit zu dem Er- folg des großen Unternehmens. Daneben kommen die aus den Städten stammenden Arbeitsdienst- willigen wieder mit der Natur in Berührung und lernen ihre auf dem Lande lebenden Volksgenossen, denen sie entfremdet waren, wieder verstehen. Nach einer Besichtigung der sauberen Räume des Lagers führte die Fahrt noch der alten Kaiserstadt Worms, wo die Teilnehmer im gemütlichen Beisammensein noch einige Stunden verbrachten. über die Bahnsteige rollen, bringt Menschen unter das Glasdach über den Gleisen. Odyssee des Schienenstrangs. Jede Stunde des neue Züge durch die Straßen zogen und stolz darauf waren, die Waffe fürs Vaterland tragen zu dürfen. Dem Betriebsführer, der für den ungestörten Fortgang seines Betriebes verantwortlich ist, drän- gen sich dabei noch andere Gedanken auf. Er muß daran denken, rechtzeitig Ersatz zu schaffen, damit das Räderwerk seines Betriebes reibungslos auch dann läuft, wenn das Vaterland die jungen Volks- genossen für sich in Anspruch nimmt. Die Stellen- wintte er nicht? Jo wollte doch nicht etwa dort unter den Blitzbäumen bleiben. Sie fürchtete sich, jetzt mit dem Boot auf den See zu fahren, aber wenn er winkte, würde sie kommen. Der Regen überschüttete das schlanke, zarte Mädchen, das noch im Badeanzug war; der Sturm blies es fast ins Schilf. Warum winkte Jo nicht? Bert rief aufgeregt, sie solle sich doch unter das Dach stellen. „Wir können unmöglich jetzt auf den (Seer rief er. „Das wäre Selbstmord!" Maria wußte nicht, was sie tun sollte, sie stellte sich eine Weite neben Bert, vom Sturm war sie ganz außer Atem. Bert legte seinen Arm um das Mädchen, aber er zuckte bei jedem Blitz, der in ihrer Nähe einschlug, zusammen. Er hat ja Angst, dachte Maria. Und sie streifte seinen Arm ab. „Du hast ja Angst!" sagte sie nun laut zu ihm und sah ihn verächtlich an. Dann schritt sie hinunter zum Boot, sprang hinein und stieß mit dem Riemen ab. Sie mußte sich auf dem Sitz festklammern, daß sie nicht aus dem schau- kelnden Boot stürzte, aber sie tat doch ein paar Ruderschläge und brachte den Bug in die Richtung zur Pappelinsel. Er will uns schonen, deshalb gibt er nicht das Zeichen, dachte sie. Guter Jo! „Bleib doch, bleib doch!" schrie Bert unter dem Dach. Er rührte sich nicht von der Stelle. Der Sturm wehte auf die Insel zu. Mit dem Riemen konnte sie gar nichts anfangen, das Boot drehte sich wie auf einem Strudel, aber die Hauptsache war, daß es auf die Insel zutrieb. Sie sah Jo braun unter den Pappeln stehen, er winkte ihr. Die Blitze schossen bün- delweise aus dem schwarzgrauen Himmel, der Donner dröhnte in ihren Ohren, die Wellen klatschten und aischteten. Sie legte sich stach auf den Boden des Bootes und schloß die Augen. Der Mut verließ sie, sie weinte hilflos. Fünfzig Meter von der Insel hieb sie nun vorbei und konnte nicht ans Ufer kommen. Da sprang der Mann ins Wasser. Er kämpfte sich durch die Wellen, er packte den schaukelnden Bordrand und schwang sich hinein in das Boot. In diesem Augenblick waren sie ganz in helle Flammen aehüllt. Es hatte in eine Pappel auf der Insel in ihrer Nähe eingeschlagen. Maria schrie auf und sank ohnmächttg zusammen. Jo ruderte mit gewaltigen Stößen von der Insel weg nach dem jenseitigen Ufer. Der Wind half nach, aber der See wollte fein Ende nehmen; immer noch war das Ufer fern. Maria kam wieder zu sich, eine Spritzwelle schlug über das Boot weg. Da sah sie drüben am Strand, wo das Bootshaus stand, den großen Baum mitten entzweibrechen. Sein mächtiges Astwerk brach über das Bootshaus nieder, die Hellen Bretter hüpften wie Brettchen umher, der Sturm trug das Krachen des Holzes zu Der Mann mit den 500 Sprachen. Dor mehreren Jahrzehnten ließ der Korrektor einer großen Londoner Druckerei, George E. H a y , ein Buch herausgeben, das sich „Das Vaterunser in 300 Sprachen^ betitelte. Als es jedoch so weit war, daß die Korrekturen gelesen werden konnten, hatte sich Hay in der Zwischenzeit weitere 200 Sprachen angeeignet. So erschien das Vaterunser also in 500 Sprachen. Dieser George E. Hay ist wohl das größte Sprachgenie des britischen Reiches und vielleicht der ganzen Welt. Er besuchte die Volksschule und lernte im Selbstunterricht Latei- msch, Griechisch und Hebräisch. Als er von einem wissenschaftlichen Verlag angestellt worden war, beschäftigte er sich intensiv mit der ägyptischen Hieroglyphen- und der assyrischen Keilschrift und war in der Lage, alte Papyrusse zu entziffern, mit . denen selbst berühmte Gelehrte nicht fertig wurden. Neben vielen toten Sprachen kennt Hay aber auch alle Sprachen, die in Asien und Afrika gesprochen werden. 66 Jahre lang war Hay Korrektor in einer großen Londoner Druckerei und ist jetzt in den Ruhestand getreten. Der 81jährige wird aber immer weiter lernen, und sein größter Wunsch ist, vor seinem Tode alle Sprachen zu kennen, die überhaupt auf der Erde gesprochen werden. Sochschuluachnchten. Professor Dr. Georg Popp von der Frank- für ter Universität ist auf seinen wiederholten Antrag von dem ihm im Jahre 1919 erteilten Lehrauftrag für gerichtliche Chemie und naturwissenschaftliche Kriminalistik mit Ende des Sommer- semesters 1935 entbunden worden. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volks- bildung hat ihm Anerkennung und Dank für seine verdienstvolle akademische Wirksamkett ausgesprochen. Professor Dr. Popp gehört wetterhin dem Lehrkörper der Universität als Honorarprofessor an. Bert war ein guter Schwimmer, aber Maria erlahmte bald; sie hatte sehr zarte Glieder. Bert packte sie um den Leib und trug sie, auf dem Rucken schwimmend, so wie man eine Ertrinkende rettet, zuruck aum Strand. Er küßte sie, und sie ließ es geschehen. Dann lagen sie nebeneinander tm Gras zwischen Sauerampfer und Tausendschön. ,Komm doch mit nach Berlin!" bettelte Bert. ,^Jch bringe dich an die Bühne, bringe dich zum Film. Die ganze Welt steht dir offen. Du wirst Karrtere machen. Komm doch mit mir!" Maria sah den Hellen Himmel über sich. Sie hörte die schmeichelnde Stimme neben sich, und sie dachte, daß es wie ein Traum* wäre, wenn sie, em Landmädchen, über den kleinen Kreis hinausdränge, wenn sie von Tausenden, von Hunderttausenden vielleicht bewundert würde. Wenn sie Jos Frau würde, bann bliebe ihr weniger, dachte sie Er konnte es nie lange in der Stadt aushatten, er war im Wald zu Hause. Hier malte er seine Bilder; Sturm, Gewitter, Abendrot, Waldbrand, Holzfäller, Bauern, das waren seine Motive. Was fängt eine Frau damit an? Im Atelier wollte er allem sein, auch im Wald war er am liebsten allem. „Wozu brauchst du mich eigentlich?" hatte sie ihn gefragt. — „Das kannst du fragen?" hatte er gestaunt. „Du lockst die Farben aus mir heraus, öu gibst mir die Ideen, die Stimmungen. Ohne dich wäre ich längst kein Künstler mehr." Und nun war Bert da, Bert aus der großen Welt, die er mitbrachte, die er verlockend vor ihr ausbreitete. Er schmiedete Pläne, die sich sogar ausführen lassen sollten; er tat, als brauche sie nur ja zu sagen Ihr Kopf summte von all den zärtlichen und werbenden Worten, ihre Lippen brannten von einen Küssen. Was für ein toller Tag, für ein schwuler, föhniger Tag war das nur! Plötzlich zerriß ein Windstoß die Sülle. Es geht unheunttch schnell im Gebirge mit dem Gewitter, fix ?-cn fuf)ren mit tausend Fingern über die glatte Seeesläche, dann kamen Faustschläae hinter- Die ersten Wellen rauschten ins Schilf; die 5lQtter v Boume wirbelten an den Zweigen, die der Wind peitschte. Die Stämme knarrten und schwankten, das Rohr raschelte und zischte. Der Himmel bezog sieh mit jagenden Wolken, die ersten dicken Regentropfen platschten, der erste Blitz, der erste rollende Donner war da! Und dann kam der Wolkenbruch hernieder, der Sturm und das Toben auf dem See. Alles in wenigen Augenblicken, ein Ueberfall, eine Ueberrumpelung. Bert war unter das etwas vorstehende Dach des Bootshause« gesprungen, Maria lief zum Strand. Sie sah nach der Pappelinsel, ob die blaue Jacke wehte. Warum Vermittlung der Deutschen Arbettsfront ist khm bet der Beschaffung des nötigen Ersatzes behilflich. Ihr ausgezeichnetes Sichtbogensystem, das restlos über alle Fähigkeiten des Bewerbers Auskunft gibt, erleichtert jedem Betriebsführer die Auswahl der nötigen Arbeitskräfte, seien es nun Kaufleute oder Techniker, Korrespondenten ober Konstrukteure. Sie hilft Betriebsführern wie Gefolgschaftsmitgliedern völlig kostenlos und steht jederzeit mit Rat und Hilfe zur Derfüaung. Ihre Arbeit ist gemeinnützig und auf das Ziel gerichtet, jeden Volksgenossen an die richtige Arbeitsstelle zu bringen. Auskunft erteilt jederzeit die Abteilung V, Arbeitseinsatz (Stellenvermittlung), der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berusserzie- hung, Gießen, Lonystraße 18, Fernsprecher 3275, die auch Bewerbervordrucke an Arbeitskameraden, die ihre Stellung wechseln und damit ihre Leistungsfähigkeit steigern wollen, abgibt. RSDAv - Amt für Dolkswohlfahrt. kreisamlsleilung Gießen. Verwandtschaftsverschickung für Kinder. Die die Gauamtsleitung der RS.-Volkswohlfahrt Frankfurt a. 21L bekannt gibt, ist die für Anfang dieses Monats geplante und vorgesehene Verwandt- schaftsverschickung der Kinder, zu der auch eine ganze Reihe von Meldungen bei der hiesigen Kreisamts- leitung vorliegen, aus technischen Gründen um eine kurze Zeit verschoben worden. Die Reichsbahn hat dabei wegen lleberlaslung durch den üblichen Ferienverkehr den Ausschlag gegeben. Die Kinder werden jetzt in der Zeit vom 20, bis 25. Zull d. 3. auf die Reife geschickt. Der vorge» sehene Ferienurlaub von 4 Wochen wird garantiert, wenn dabei auch die betr. Kinder die Schulferien überschreiten. Dozenten -er Lan-esuniversität erwerben das SA.-Gportabzeichen. Innerhalb der Dozentenschaft der Universität Gießen wurde im Sommer-Semester 1935 ein Trainingskurf us *um Erwerb des SA.-Sportab- zeichens durchgeführt, an dem sich eine große Zahl von Professoren und Dozenten beteiligte. Der Kursus wurde nunmehr mit den Prüfungen für das SA.-Sportabzeichen abbeschlossen. Unter den Professoren, die das Abzeichen erworben haben, befinden sich der Rektor der Universität Professor Dr. Pfähler und der Kanzler Professor Dr. Hummel. Eine gan* hervorragende Leistung, die weit über den Durchschnitt selbst der jüngeren Bewerber hinausreicht, vollbrachte der fast 50jährige Professor der Medizin Dr. Hildebrand mit einer Gesamtpunktzahl von 789 Punkten. Er überschritt damit die Mindestpunktzahl von 480 Punkten ganz erheblich. Familientag der Familie Zmmel vom Rhein. Gewitter über dem Gee. Äon Zohan Luzian. Der See hatte schon eine eifengraue Farbe, als fie das Boot losmachten und vom Landungssteg zwischen dem jungen Schilf abstießen. Maria saß vorn im Boot; der Wind ließ ihr Helles Haar wehen, mit dem gebräunten Arm strich sie durch das warme Wasser. Bert ruderte, und Jo saß am Steuer. Er hatte sein Fischgerät mitgenommen. Auf der Pappelinsel war sein Platz; er wußte dort eine Stelle, wo es Schleien und Brachsen unb Nerflinge gab. Ein paar Fische würden zum Abendbrot willkommen sein. Jo hatte straffe, harte Züge, aber feine Augen konnten fröhlich lachen. Er fürchtete sich vor nichts, er war ein Jäger, ein Abenteurer t)ier in den Wäldern. Bert kannte mildere Freuden; er war ein Schauspieler, der seine Ferien am See verbrachte und schwärmerische Reden und schöne Gefühle liebte. Bei der Pappelinsel sprang Jo aus dem Boot und erklomm den Uferrand, an dem gelbe Schwert- Wien leuchteten. Er hieb sich eine Gasse durch das Schilf und rief zurück: „Holt mich gelegentlich wieder ab, zum Sauerquartier paßt diese Gegend nicht recht!" — „Um sechs, wenn das Wetter o bleibt", antwortete Bert. — „Es sieht nach aller- Hand Geboller da oben aus, die Fische werden beißen. Hört mal, wenn ich hier meine Jacke von der Pappel wehen lasse, ist Holland in Not, verstanden?" Maria schwenkte ihren Bademantel wie eine Fahne durch die Luft, und sie riefen schallend über das Wasser zurück, daß sie kommen würden. Es war ein schwankes Licht auf dem See, föhnige Luft, hellsichtige Luft. Die Wolken waren große, gelbgraue Ballen, weißgraue Ballone, die im Azur dahintrieben bis zu den weißen Alpenbergen am Horizont, die alle Schleier des Sonnendunstes ab- geworfen^ hatten, die nackt und klar am Rande des Himmels lagerten. Der Wind war sprunghaft und launisch, aber die Schwüle konnte er nicht zerblasen. Die Hitze dampfte aus dem Wasser und brodelte über den Wäldern ringsum, die Sonne war fiebrig weiß. Maria wies auf eine kleine sandige Bucht. Ein fremdes Bootshaus stand dort, aber niemand zeigte sich' und Bert ruderte darauf zu. Sie zogen düs Boot gemeinsam ein Stück auf den Strand, der ihnen nicht gehörte, den sie aber fröhlich in Besitz nahmen. Sie sprangen ins Wasser und schwammen weit hinaus. Das Wasser war weich; es umschmeichelte die Haut mtt wärmeren und kälteren Schichten des großen Sees. Die urkundlich recht alte rheinhessische Familie Jmmel, z. Zt. vornehmlich seßhaft in Dexheim, Westhofen, Leiselheim, Mainz und Gießen hielt am Sonntag in der Nibelungenstadt Worms bei guter Beteiligung ihren ersten Familientag ab. Mündliche Überlieferungen regten längst vor dem Beamtengesetz zur Erforschung der Famiüengeschichte an. Besondere Verdienste erwarben sich dabei Dr. Richard Jmmel, Forstassessor und wissenschaftlicher Assistent am Forstwissenschaftlichen Institut Gießen und Flurnamenforscher Lehrer Hans Jmmel, Gießen. Ihren Ursprung nimmt die Familie in der freien Reichsstadt Worms, wo sie „als angesehene Worm- ser Familie Ainella" Glied der patrizischen Hausgenossen und Münzer war, bereits 1203 urkundlich als Laienzeugen auftraten und in feudalrechtlicher Stellung im 13. und 14. Jahrhundert geblüht hat. Der bedeutendste Vertreter war „Wernherus Amella gener C. Dirolsi". Diese nicht alltägliche Siegelumschrift umringt das Wappentier, einen nach rechts schreitenden, geflügelten Drachen. Seitenzweige verpflanzen sich nach Duntzensheim bei Straßburg, Während am Donnerstag der Reichsstatthalter mit anderen Regierungsstellen die Meliorationsarbeiten im Ried einer Besichtigung unterzogen hatte, waren am Samstag sämtliche bei dem Hessischen Feldbereinigungs- und Meliorationswesen tätigen Beamten und Angestellten von Landeskulturrat R e i ch zu einer Besichtigungsfahrt durch das Ried einaeladen worden. Von Darmstadt aus führten eine Anzahl Kraftwagen die mehr als 300 Teilnehmer zunächst in den unweit Griesheim gelegenen Teil des Rieds. Hier erläuterte Landeskulturrat Reich die schon getroffenen und noch im Gange befindlichen Maßnahmen. Weithin zieht sich der die Wässer der (Seitengräben ausnehmende tiefe Vor- fhitgraben, der zuerst, als Grundlage für alle weiteren Arbeiten geschaffen werden mußte. Ein Kanal aus 1,20 Meter weiten Betonröhren bildet den unteren Teil des die aus dem Gebiet zum Abfluß gelangenden Wassermengen dem Rhein zuführenden Vorfluters. Zum Schutz gegen das Verhindern des Wasserablaufes durch Pftanzenwuchs ist das Grabenprofil des Vorfluters, soweit Sohle und unterster Teil der Böschungen in Frage kommen, mit Zementplatten ausgelegt worden. Nachdem die Entwässerung stattgefunden hatte, folgten die übrigen Maßnahmen, wie Vermessung und Einteilung des Geländes und zuletzt noch der Umbruch und die Bestellung der Felder. Große Flachen der „hessischen ponllnlfchen Sümpfe“ wie das Ried einmal bezeichnet wurde, auf denen früher nur Schilf und Sauergräser ihre Lebensbedingungen fanden, sind heule mit Getreide bestellt, das den Verhältnissen nach eine gute Ernte verspricht. Der Naturfreund wird bedauern, daß durch die Kulttvierungsrnaßnahrnen manche Standorte sette- ner, hier im Ried schon lange festgestellter Pflanzen vernichtet werdech Aber durch die grundlegende Aenderung der Standortsbedingungen als Folge der Meliorationsarbeiten lassen sich die Pflanzenvorkommen nicht erhalten, selbst wenn man es beabsichtigte. Ungehindert schweift der Blick über die weite Ebene, wo in der Ferne Pappelreihen den Lauf des Rheinstroms anzeigen. An Gegenden Hollands erinnert das sich hier dem Auge darbietende Bild. Dort finden sich, hauptsächlich in den Gemüsebau treibenden Gegenden ähnliche Boden- und Grunb- wasserverhättnisse vor, wie hier im Ried. Die Läden dieser Gemüsefelder sind heute, durch die schon Jahrhunderte währende sorgfältige Bearbeitung und Bewirtschaftung zu so hoher Ertragsfähigkeit gelangt, daß auf ihnen mitunter drei Ernten in einem Jahr erzielt werden. Diese außergewöhnliche Erträge ermöglicht mit ein gleichmäßig hoher Grundwasserstand, welcher unabhängig von den Schwankungen der Niederschläge macht. Die gleichen Boden- und Grundwasserverhältnisse liegen auch im Ried vor und wer diese holländischen Gegenden je kennengelernt hat, wird keinen Augenblick daran zweifeln, daß im Laufe der Jahre im hessischen Ried ähnliche Verhältnisse wie in Holland geschaffen werden können. Das Reuland im Ried ist Zukunftsland. Der weitere Verlauf der Fahrt führte an dem Altrhein und „dem Kühkopf" vorbei, dessen Flache zum Naturschutzgebiet erklärt ist. Auf dem Kuhkopf sind noch große Reiherkolonien vorhanden, zahlreich schlagen die Nachtigallen im Frühjahr, das schöne Blaukehlchen ist hser keine Seltenheit, auf stillen Wasserflächen führt der stattliche Hauben- Aus der Provinzialhauptstadi. Zauber -es Bahnhofs. Wenn die Zeit des großen Reisens gekommen ist, tritt über Nacht wieder der Bahnhof in unser aller Blickfeld. Wie ein Magnet zieht dieser Bau die Gedanken und Wünsche arbeitsmüder Menschen an sich, die aus den Straßen dorthin sehnen, wo Wälder und Wiesen, Wasser und Himmel sind. Der Bahnhof ist das Tor, das wir durschreiten müssen auf dem Weg zu jenem Paradies, das Reisen heißt, er ist die Brücke in die Weite der Welt, der Vorhof zu sonnenseligen Ferientagen. Deshalb auch ist der Bahnhof nicht nur ein Bauwerk schlechthin, er hat vielmehr seltsame und reizvolle Eigenschaften, die nur ihm allein gehören. Schon in der lärmerfüllten Halle ist deutlich die Magie der Ferne zu spüren. Der Bahnhof ist das Haus, zu dem man nur geht, um es wieder zu verlassen, die Veränderung und der Wechsel führen das große Wort, das „Hier" ist nichts, die „Ferne" ist alles. So inhaltsschwer aber der Begriff des Bahnhofs uns neuen Menschen mit dem alten Wandertrieb auch ist — an sich ist der Bahnhoi nur ein Weg zum Ziel, nur ein Mittel zum Zweck. Eine, ganz einzigartige Spannung umschwebt die Anlage seiner Räume und Mauern, geboren aus Heimwehr und Fernensehnsucht, aus Abschiedstränen und Ankunftsläcyeln, aus dem Dröhnen rollender <>üge und stampfender Lokomotiven. In der Gewölbtheit seiner Hallen erlebt der Bahnhof täglich neue Abenteuer und Schicksale, sieht er täglich den bränaenben Strom eiliger Menschen auf seinen Treppen unb Bahnsteigen, unb zwischen Fahrkartenschalter und Zugabfahrt begeben sich mancherlei Komödien und Dramen des Meisens. Don hier ziehen die Ritter des zwanzigsten Jahrhunderts stolz und kühn mit Sportmütze und Dulkankoffer dem Abenteuer entgegen, und hier endet auch still unb abgeklärt so manche Unb stets sinb es roieber anbere Gesichter, die aus den Fenstern der stählernen Wagen blicken, neugierig ober gelassen, reifefiebrig ober gelangweilt. Kein Augenblick ist hier dem anderen gleich, ewig burdwittert Unraft unb Lärm, Rufen unb Rädergebröhn diese Stätte. All jene ruhelose, lebhaft bewegte Geschäftigkeit findet ihre Höhepunkte auf den Bahnsteigen, wenn die stürmenden Ungetüme der Züge hereinbrausen. Das Rufen der fliegenden Verkäufer, das Geschrei nervöser Menschen, das harte Klappen zugeschlagener Wagentüren und das grelle Zischen oerfirömenben Dampfes mischt fich zu einer erregenden Symphonie, zu einem trudelnden Gewühl, durch das nur die rote Mütze des Stationsvorstehers tröstlich leuchtet, ein ruhender Pol in der Erscheinungen Flucht. In den Wartesälen klappern. Tassen und Teller dhne Unterlaß, eilen die Kellner, werden Kurs- bücher durchblättert unb erste Kartengrüße an die Daheimgebliebenen geschrieben. Für Stunben nur kann bet Bahnhof seinen Gästen Heimat sein, unb doch hat er für die, so in seinen Mauern zwischen zwei Zügen verweilen, eine kleine Labenstadt aufgebaut. Man kann Blumen unb Zeitungen erstehen und Schokolade aller Marken bekommen. Ja, die Männer, die mit langgezogenen Rufen vor. den Zügen Milch und Zigaretten, Würstchen und Apfelsinen einhertragen, bilden geradezu einen wesentlichen Bestandteil der Bahnhofsstimmung. Das bemerkenswerteste Gesicht des Bahnhofs ist aber gewiß das seiner so unglaublich organisierten Technik. Großartig das vielfach verschlungene Gewirr der Schienen, die Verknotungen der Drähte unb Leitungen, bie Schnitte ber Weichen in ihrer klaren Mathematik. Da sinb- die automattsch gesteuerten Signale, die Stellwerke mit Hebeln und Schaltern, da sind die Aufzüge und Versenkungen, die Lokomotivschuppen und Drehscheiben, da ist dieser ganze, ewig unter Hochdruck arbeitende Apparat, ein Gigant technischen Geistes. Rechtzeitig Vorsorge treffen! Die Deutsche Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung (Abteilung Arbeitseinsatz), teilt mit: Tausende junger Volksgenossen werden in kurzer Zeit wieder zum Dienste mit der Waffe oder dem Als sie dann das Ufer erreicht hatten, nahm Jo ie auf die Arme wie ein kleines Kind. Sie um- chlana feinen Hals und schmiegte sich an ihn. Gott teht dem Starken bei, dachte sie. Wer zu dem taucher seine Jungen umher, in den an den Altrhein grenzenden Wiesen westlich von Erfelden nistet noch der große Brachvogel — eine Seltenheit für Mitteldeutschland — und viele andere sonst nicht häufige Vögel besitzen hier eine Zufluchtsstätte. Im nahen Arbeitsdanklager wurde allen Teilnehmern ein einfaches Mittagessen verabreicht; es gab Würstchen mit Speckerbsen und von älteren Teilnehmern wurde festgestellt, daß die Letzteren genau noch so gut schmeckten wie damals, als sie regelmäßig auf dem Speisezettel ihres Truppenteils gestanden hatten. Der letzte Abschnitt der Besichtigung war dem Teil des Riedes gewidmet, ber durch ben anfangs erwähnten Besuch bes Reichs- stattyalters • in ber Öffentlichkeit bekannt geworben ist. Vom Lorscher Wald aus führte Lanbestulturrat Reich über bie große, mit lanbwirtfchaftlichen Nutzpflanzen verfchiebenster Art bestellte Meliorationsfläche. Diese Wanberung über das neue Kutturlanb hinterließ bei allen Teilnehmern ben Einbruck, baß hier im Rieb burch bas Zusammenwirken von praktischer und geiftiger Arbeit, von seither abseitsstehenden, arbeitslosen unb roieber ber Arbeit unb bem Verbienst zugeführten Volksgenossen unb ben geistig arbeitenden Männern ber Felb- dereinigungs- unb Kutturbaubehörben Werte geschaffen worben sinb, bie bem Willen bes Führers entsprechen unb bem beutschen Volk zum Nutzen gereichen. 0 oi Öl st m S tH la IT e b 5 i t j S II öt ÖO' liu sch aü M liei ner br( ha! 6ii bei DOI fin bu be |an teil ins be be be ba in m K b A bt oc w: 2li Ql es ar be un gei D01 son bili <äd in os Mppk bürd, von ft re Le füi bei gee ber M M ber gen an unb Der unti bei anb in Lu 1 drei Sl !* Gieß Mir Hers «sch, ri/ati onif Ntyf mit be vieler ’ "Non Die Ze Werft hervor, Mer “Mein i SretsQn Nung W »alter puppe leiter. . Diese !?« 8i e'«em, ?!Wie' l'm bit fg» t, Ä 8 bis \ Oppenheim und Dexheim. Als freie Leute sitzen sie auf größeren Gütern und bleiben auf fünf Jahr- Hunderte in Freud und Leid mit Grund und Boden auf Gedeih und Verderb verwachsen. In den höchsten Gemeindeämtern gestalten sie als Bürgermeister, Gerichtsmänner, Almosenpfleger u. a. die Geschicke der engeren Heimat. Eine besondere Be> deutung weit über die heimatliche Flur hinaus er» langte der Maire (= Bürgermeister) Adam 3m« mel, 1801/26, dessen Briefwechsel in französischer Sprache mit dem Präfekten Jeanbon Saint Andr6, dem Vorsteher des Departements Donnersberg zu Mainz, noch zum Teil erhalten ist. Wohlverstandene Freiheit, gepaart mit starkem Verantwortungsbewußtsein ließ die Familie Anhänger und unerschrockene Verfechter der Rechte der Münzer, der Reformation und der Reform des Freiherrn von Stein werden. Erst zunehmende Landnot trieb einen Teil der jüngeren Generation um die Jahrhundertwende in die Beamtenlaufbahn, ohne daß sich bas Erbgut der innigen Naturverbundenheit auch nur im geringsten geschmälert hätte. Bei aller Bescheidenheit blickt die Familie mit berechtigtem Stolz auf die seit 1428 lückenlos nachweisbare Ahnenreihe und freut sich des beglückenden Sternes am Farni- llenhimmel. Ihre Verbundenheit mit den unvergessenen Vorfahren und die Verbundenheit unter sich brachten die Erschienenen durch das Symbol der Handkette stehend zum Ausdruck. Zur ferneren Er- Haltung und Stärkung des Familiensinns und zur Sicherung der weiteren Gemeinschaftsarbeit wurde der Zusammenschluß im Verband „Familie Jmmel vom Rhein" vollzogen; Sitz Gießen, Beethoven« strahe 8 p. Gründung einer Ortsgruppe des Bundes der Körperbehinderten. Im Hotel Hovfeld fand eine von der Ar- beitsgemeinschaft des Reichsbundes der Körperbehinderten einberufene Versammlung statt. Als Vertreter der NSDAP, und NSV. nahm Pg. F r a n k an den Verhandlungen teil, die Stadt Gießen war durch Verwaltungsinspektor Rothermel, das Kreisamt und Kreisfürsorgeamt durch Verwaltungsoberinspektor Hüll, die Deutsche Arbeitsfront durch Pg. A. Adam, die hiesige Ortsgruppe des Bundes der Arbeitsopfer durch A. Helfenbein vertreten. Nach einer kurzen Einleitung und Begrüßung der Erschienenen durch E. Erb sprach zunächst der Landeswalter des Reichsbundes der Körperbehinderten, Pa. Benne (Frankfurt a. M.), über das Thema: „Was will eine Selbsthilfeorganisation im neuen Staate?" Er führte dabei u. a. folgendes aus: Im Jahre 1919 sei der Selbsthilfebunü der Körperbehinderten von Schwerbehinderten gegründet worden. Unter den Begriff „Körperbehinderte" fielen keine Kriegs- und Arbeitsopfer, die für ihre Beschädigungen eine Rente erhielten. Der Bund der Körperbehinderten umfasse in der Hauptsache Leidensgefährten, denen von keiner anderen Seite als von öffentlicher Hand Mittel zur Verfügung gestellt würden. Der Bund und seine Tätigkeit fänden volle Anerkennung im Dritten Reich und insbesondere auch durch den Führer. Ihm gebühre Dank, daß es heute möglich sei, die Körperbehinderten als anerkannte vollwertige Arbeitskräfte in die Reihen der gesunden Volksgenossen zu bringen. Es müsse unter allen Umständen mit dem Gedanken aufgeräumt werden, daß der Körperbehinderte keine vollwertige Arbeitskraft sei. Er wolle kein Mitleid, sondern Anerkennung. Eine gründliche Schulausbildung sei für jeden Behinderten die beste Grundlage für sein späteres Leben. Nach vollständiger Schulausbildung sorge der Bund für Unterbringung in einer geeigneten Lehre. Hier begegne man noch oft großen Vorurteilen. Man müsse aber berücksichtigen, daß der Behinderte, wenn er keine ausreichende Ausbildung erhalle, sich später auch keine Lebensexistenz schaffen könne und der Wohlfahrtsfürsorge anheimfalle. Nach Beendigung der Lehre bemühe sich der Bund, den Körperbehinderten in geeigneten Stellen unterzubringen. Der Bund gebe dem Behinderten ferner Gelegenheit, sich weiter- zubilden und an allen kulturellen Gütern teilzunehmen. Ein besonderes Gebiet sei die Aufnahme der Schwerbehinderten in das Leben der Volksgemeinschaft durch Ermöglichung der Teilnahme an Versammlungen, Ausflügen, Besuch von Theater und Konzerten, Beschaffung von Rundfunkgeräten. Der Bund sorge auch für rechtzeitige ärztliche Hilfe, unterstütze die Behinderten auch mit Rat und Tat bei der Beschaffung von Prothesen, Korsetts und anderen Hilfsmitteln. Auch die Beeinflussung der in Frage kommenden Gesetzgebung lasse sich der Bund angelegen sein. Der Redner schloß seine Ausführung mll einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Anschließend hieran sprach zunächst Verwallungs- inspektor Rothermel. Er betonte, daß die Stadt Gießen die Tätigkeit des Bundes der Körperbehinderten mit besonderem Interesse verfolge. Seither sei die Arbeit für die Körperbehinderten dadurch erschwert gewesen, weil in Gießen keine Organisation vorhanden gewesen sei. Das Wohlfahrtsamt habe sich der Körperbehinderten seither schon in weitgehendem Maße angenommen, da rechtzeitige Hilfe von besonderem Vorteil sei. Sie werde die Arbeit des Bundes und der zu gründenden Ortsgruppe jederzeit unterstützen, und zwar nicht nur durch Fürsorge, sondern auch durch Unterbringung von Körperbehinderten. Pg. A. Adam (Deutsche Arbeitsfront) betonte, daß sich die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront mit denen des Bundes der Körperbehinderten in vieler Hinsicht decken würden und daß seine Organisation es als eine Selbstverständlichkeit betrachte, die Bestrebungen des Bundes nach Kräften zu unterstützen. Verwaltungsoberinspektor Höll hob hervor, daß die Unterbringung von Behinderten schwer fei, daß aber im Dritten Reich auch auf diesem Gebiet erfolgreiche Arbeit möglich sein dürste, Kreisamt und Kreisfürsorgeamt sicherten dem Bund weitgehende Unterstützung zu. Zum Schluß brachte der Vertreter des Bundes der Arbeitsopfer, A. H e l f e n b e i n, die Bereitwilligkeit zur Unterstützung der Bestrebungen zum Ausdruck. Nach einem kurzen Dcmkeswort nahm der Landes- Walter, Pg. Benne, die Gründung der Ortsgruppe vor und berief E. Erle zum Ortsgruppenleiter. Dieser sicherte tatkräftige Arbeit im Interesse des Bundes und der Körperbehinderten zu. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und dem Horst- Wessel-Lied wurde die Versammlung geschlossen. Anschließend sand noch ein zwangloses Zusammensein der Tellnehmer statt. Gießener Dochenmarktpreije. ♦ Gießen, 9. Juli. Aus dem heuttgen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 155 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Gelbe Ruben, das Bündel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün, deutsche) 40 bis 45, Puffbohnen 15 bis 18, Erbsen 15 bis 23, Mischgemüse 8 dis 10, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln, das Bündel 7, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln (neue) 10 bis 18, (alte) 4Vz Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Pfirsiche, das Pfund 55 bis 60 Pf., Himbeeren 35 bis 45, Kirschen 40 bis 45, Heidelbeeren 35, Stachelbeeren 18 bis 35, Johannisbeeren 18 bis 25, Erdbeeren 35 bis 50, Nüsse 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 60, Einmachgurken 6, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bündel 8 bis 10. Vornotizen — TageskalenderfürDienstag: NSG. „Kraft durch Freude", 19 bis 21 Uhr,' Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb auf dem Universitätssportplatz; 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die scharlachrote Blume". L. U. Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitge- teilt: Professor Dr. G e r t h s e n, Direktor des Physikalischen Instituts in Gießen, und Dozent Dr. W. S ch o p p e r, Oberarzt am Pathologischen Institut in Gießen, wurden zum Mitglied der William - G. - Kerckhoff - Stiftung in Bad-Nauheim ernannt. L. U. Ehrenpreise für Markenmilch des Univ ersitäts-Versuchs gutes Unterer Hardthof. Die Pressestelle der Landesuniversität teilt mit: Bei der diesjährigen Reichsnährstandausstellung in Hamburg wurde dem Universitätsversuchsgut Unterer Hardthof für seine am Preisbewerb beteiligte Markenmilch ein 1. Preis, der Siegerehrenpreis und der Ehrenpreis des Milchwirtschaftsverbands Hessen zuerkannt. ** Hohe Auszeichnung für Bademeister Ernst Müller. Dem hiesigen Bademeister Ernst Müller, dem Sohn des Bade- anstaltsbefitzer Philipp Müller, wurde vom Führer eine yohe Auszeichnung zuteil. Er erhielt die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr. Ernst Müller hatte, wir berichteten s. Zt. darüber, im August des Jahres 1933 während eines Ferien- aufenthaltes an der Ostsee unter dem Einsatz des eigenen Lebens einem Manne das Leben gerettet, der sich sehr well in die See hinausgewagt hatte. ** 50 Jahre im Gesangverein Groß- scher Männerchor. Arn gestrigen Montag konnten die Gebrüder Ludwig und Geora Beim- dorn, Gießen, Schiffenberger Weg, auf eine 50- jährige Mitgliedschaft im Gesangverein Großscher Männerchor (gegründet 1848) zurückblicken. Beide sind Mitgründer des früheren Gesangvereins „Ge- müllichkeit" Gießen (gegründet 1885) und haben sich um das deutsche Lied sehr verdient gemacht. Wenn beide auch nicht mehr akttv singen, so hatten sie doch ihrem Gesangverein stets die Treue. ** Unfälle. In der Nacht zum Sonntag kam der Arbeiter Hermann Will, Gießen, Settersweg 52, der bei der Main-Weser-Hütte in Lollar beschäftigt ist, und sich mit dem Rad unterweas nach Lollar befand, schwer zu Fall. Er erlitt erhebliche Kopfverletzungen und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Ein weiterer Unfall ereignete sich auf der Straße Gießen—Leihgestern. Der Arbeiter Willi Becker, Gießen, Seltersweg 30, stürzte vom Rad, erlitt Rippenbrüche und eine Gehirnerschütterung. Er mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Klinik gebracht werden. Oberheffen. Oekonomierat O Mingeihöffer t- * Hungen, 9. Juli. Gestern vormlltag starb auf Hof-Graß der in weiten Kreisen der oberhessischen Bevölkerung sehr bekannte und hochgeschätzte Oekonomierat Oswald Klingelhöfser im Alter von 96 Jahren. Der Verstorbene wurde zu Batten- bcrg geboren, kam von dort aus in die hiesige Gegend und zwar nach Bellersheim, um schließlich als Verwalter auf das Hofgut Graß, des Grafen Wal« bersborff, überzufiebeln, bas bem bamaügen Pächter Puth unterstanb. Klingelhöfser heiratete eine Tochter bes Pächters unb übernahm später bas Gut selbst in Pacht. In ber Zeit seines jahrzehntelangen Wirkens auf dem Gute entwickelte er ben lanbwirtschaftlichen Betrieb zu großer Vollkommenheit. Seine reichen Erfahrungen, bis er im Laufe feiner intensiven lanbwirtschaftlichen Tätigkeit sammeln konnte, waren nicht nur ihm selbst, sondern auch vielen Landwirten seiner Umgebung wertvoll. Er wurde gerne gehört und seine Ratschläge ebenso gerne befolgt. Bis in sein hohes Alter war er von einer überraschenden körperlichen und geistigen Frische. Noch, bis vor wenigen Jahren konnte man ihn den Weg von Hof Graß nach Hungen zu Fuß zurücklegen sehen, um dort in seiner Eigenschaft als Direktor der Molkerei-Genossenschaft Hungen seiner Arbeit nachzugehen. Der Molkerei- Genossenschaft stand er lange Zeit erfolgreich vor, solange, bis ihn fein zunehmendes Alter veranlaßte, von diesem Posten zurückzutreten. Dem Verstorbenen wird nicht nur innerhalb seiner Familie, sondern in weiten Kreisen der oberhessischen Bauernschaft ein ehrendes Andenken bewahrt werden. Die Beerdigung findet ^morgen in Hungen statt. .In diesem Zusammenhang ist es interessant, darauf hinzuweisen, daß sich das Hofgut Graß seit bereits vier Generationen in der Pacht der Familie befindet. Der Schwiegersohn des Verstorbenen, Landwirt Rudolf Weiß, der das Gut lange Jahre bewirtschaftete, übergab es vor kurzem seinem Sohne, Werner Weiß. Da der jetzige Pächter des Gutes einen Sohn hat, ist zu erwarten, daß das Gut auch für die nächste Generation im Besitz der Familie bleibt. prämienmarff in Alsfeld. <> Alsfeld, 8. Juli. Vom herrlichen Sommerwetter begünstigt, fand am vergangenen Montag der über die Grenzen Alsfelds hinaus bekannte Prämienmarkt unter sehr guter Beteiligung der Bevölkerung aus Stadt und Land statt. Bereits in den Vormittagsstunden füllte eine dichtgedrängte Menschenmenge den Lindenplatz, woselbst der Prämienmarkt stattfand und die übrigen Straßen der Stadt, die mit Krämerbuden dicht besetzt waren. Gegen 8 Uhr vormittags eröffnete Büraermeister Dr. Völsing in feierlicher Weise den Markt mit einer Ansprache, die umrahmt wurde von Fanfarenmärschen der Alsfelder Hitlerjugend. Alsdann begann die Arbeit der einzelnen Prämiierungskommissionen. Es waren aufgetrieben: 117 Pferde, 139 Stück Rindvieh, darunter 38 Bullen für die B"llenauktion. Ziegen waren 30 Stück aufgetrieben, Eber 37, Schafe 16 Stück und 432 Ferkel. Nach Beendigung der Prämiierung fand die Vorführung sämtlicher preisaekrönter Tiere statt, wobei Landstallmeister Dr. Denker mittei- len konnte, daß das gezeigte Pferdematerial guali- tativ und guantitativ wesentlich besser sei als im Vorjahr, wie überhaupt die Pferdezucht im Kreis Alsfeld mit an der Spitze stehe. Erfreulich fei insbesondere die Zunahme der bodenständigen Pferdezucht. Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen) sprach über die Prämiierung des Hessischen Fleckviehs und des Rotviehs. Anschließend folgten eine Eberauktion und eine Bullenauktion des Tierzuchtamts Gießen der Hessischen Bauernkammer. Bei den Versteigerungen wurden durchweg sehr gute Preise erzi-tt. Dos Höchstgebot bei Bullen betrüb 1280 RM. Ab 15 Uhr fanden r e i t e r s p o r t li ch e Vorführungen eines SA. -Sturmes auf dem Fest- vlatz statt, die eine große Menschenmenge angelockt hatten. Die Darbietungen waren recht vielseitig und fanden beim Publikum großes Interesse. Mit dem Prömienmarkt war eine Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen, sowie eine Kaninchenausstellung verbunden. Abends fand in der Festhalle Konzert und Tanz durch die hiesige SA.-Kapelle in der gewohnten Weise statt. Cönbfrde Gießen 00 Klein-Linden, 8. Juli. Die Ortsgruppe Klein-Linden der NSG. „Kraft durch Freude" unternahm am letzten Sonntag eine mit Sorgfalt vorbereitete Autobusfahrt guer durch den Taunus. Früh um 7 Uhr verließen die Teilnehmer, die sich aus Arbeitskameraden der verschiedensten Berufe zusammensetzten, unser Dorf. Die Fahrt führte durch das herrliche Ufatal nach Usingen zur Saalburg. Diese wurde eingehend besichtigt und auch dem Staatlichen Saalburgmuseum ein Besuch abgestattet. In Königstein, wo man um die Mittagszett anlangte, war von der dortigen Ortsgruppe der DAF. bzw. der NSG. „Kraft durch Freude" alles aufs beste für den Besuch vorgerichtet worden. Der Ortsgruppenwalter der dortigen DAF. begrüßte die Reiseteilnehmer und führte sie durch die Stadt. In einem freundlichen Gasthof wurde gemeinsam zu Mittag gegessen. Der Orts» walter der NSG. ,Kraft durch Freude" Königstein gab seiner Freude über den Besuch der oberhessischen Arbeitskameraden Ausdruck und machte auf die Hauptsehenswürdigkeiten des Höhenluft- und Nervenkurorts aufmerksam. Unter sachkundiger Führung wurden am Nachmittag die alten Festungsanlagen der Burg Königstein, der Kurgarten und der Märchenhain einer Besichtigung unterzogen. Aus der Rückfahrt wurden noch Bad Homburg und Bad- Nauheim Besuche abgestattet. Am Sonntagabend langten die Reiseteilnehmer hochbefriedigt von den vielen Eindrücken in unserem Dorfe an. Dem örtlichen Ortswalter der NSG. „Kraft durch Freude", Pg. Neuser, der diese Fahrt angeregt und auch für die glatte Durchführung Sorge getragen hatte, wurde der Dank ausgesprochen. In den Herzen aller aber, die diese Fahrt miterlebt hatten, klang der Dank an den Führer unseres Volkes wider. * W i e s e ck, 8. Juli. Der hiesige Heizer Friedrich Weiß, 35 Jahre alt, dem durch einen unglücklichen Zufall eine Wagendeichsel heftig gegen den Leib stieß, mußte mit dem Verdacht auf innere Verletzungen in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. wg. Großen-Buseck, 8. Juli. Nunmehr wurde das letzte Heu in unserer Gemarkung für das Gemeinde-Faseloieh eingeerntet. Da der Heu- oorrat infolge des geringeren Ausfalls im vergangenen Jahre nicht ausreichte, wurden dieses Jahr mehr Morgen, zirka 35 Stück, im Verlaufe der vergangenen Woche an die Wenigstnehmenden das Mähen, Machen und Heimfahren, vergeben. Hierbei wurden durchschnittlich von der Gemeinde 18 bis 22 Mark bezahlt für den Morgen. Dieser Tage fand ein Gemarkungsrundgang, an dem sich eine größere Zahl Landwirte beteiligte, statt. Landwirtschaftslehrer Nau, der den Rundgang leitete, erklärte den Landwirten verschiedene Krankheiten bei Hackfrüchten, Winter- und Sommergetreide, sowie die richtige Bekämpfimg derselben. Hierbei betonte er, daß als wichtigster Punkt, das öftere Wechseln des Saatgutes sehr wichtig sei. Auch sprach er von den wichtigsten Sorten der Hackfrüchte und des Getreides für unsere Landwirte. Auf dem abgetriebenen Schwalbenwald, der jetzt zu Ackerland angerodet ist, beantwortete er den Landwirten sehr eingehend ihre Fragen über die richtige Düngung dieser Boden. Seine Ausführungen wurden mit dem größten Interesse verfolgt. * Queckborn, 8. Juli. Der hiesige Arbeiter Heinrich Döring erlitt bei seiner Arbeit eine schwere Quetschung der rechten Hand. — Der 18 Jahre alte Landwirt Albert (Börner zog sich einen Unterschenkelbruch des rechten Beines zu und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. y Watzenborn-Steinberg, 8. Juli. Die Heuernte hat auch in unserer Gemeinde ihren Abschluß gefunden. Der Ertrag war gut. Das Futter für das Gemeinde-Fafelvieh wurde von der Gemeinde selbst übernommen. Es wurden auf 15 Morgen Wiesen 300 Zentner Heu geerntet. Bei der Einbringung fanden mehrere Personen Beschäftigung. ^Watzenborn-Steinberg, 8. Juli. Dieser Tage ereignete sich an der Straßenkreuzung bei der Gastwirtschaft „Zur Wilhelmshöhe" ein De r - kehrsunfall. Ein von Leihgestern kommender „Bulldogg" mit beladenem Anhänger stieß mit einem von ©rüningen kommenden vollbesetzten Postomnibus zusammen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt; von den Insassen wurde glücklicherweise niemand verletzt. Beide Fahrzeuge konnten ihre Fahrt fortsetzen. ch Lich, 8. Juli. Am Samstag gegen Abend kehrte unsere Hitlerjugend, stark gebräunt von ber Sonne und neu gestärkt an Leib und Seele, aus dem HJ.-Zeltlager Finsterloh bei Wetzlar heim. Dank des Entgegenkommens der Lehrherren und Meister und infolge der regen Wirksamkeit ihres Gefolgschaftsführers Wilhelm Lerch, war es fast 70 der zur Gefolgschaft Lich und Umgegend gehä- renben Mitgliedern möglich gewesen, ben wohltuenden Einfluß eines solchen Zeltlagers an Körper und Geist zu erfahren. Unter den Klängen des Mufik- zuges der HI. und begrüßt von der Einwohnerschaft marschierte die Gefolgschaft in die Stadt ein. — Um einem weiteren Rutschen bes Eisenbahndamms vor dem Fuchsstrauch entgegenzutreten, läßt die Reichsbahnverwaltung gegenwärtig vor dem Eingang in den Wald Riegel in den Damm einziehen. Die Stelle direkt am Eingang in den Wald, die in früheren Jahren öfters durch Rutschen tn Gefahr kam, ist durch bas Einbauen von starken Riegeln keiner Ge- fahr bes Rutschens mehr ausgesetzt. Eine weitere Arbeitsbeschaffung hat Die Bahnverwaltung bamit in bie Wege geleitet, baß sie die über bie Wetter am Schloßgartenausgana führende Eisenbahnbrücke mit neuem Anstrich versehen läßt. Beide Arbeiten fleben einer Reihe von Arbeitern für längere Zeit Arbeit und Verdienst. * Dorf-Gill, 8. Juli. Arn morgigen Mitt» woch findet in Dorf-Gill das alljährliche Mis» f i o n s f e ft der Pfarrei Holzheim-Dorf-Gill statt, das abwechselnd in den beiden Gemeinden gefeiert wird. Die Leitung des Festes hat Pfarrer Saun- Hardt- Holzheim. Als Redner sind gewonnen die Pfarrer V e i d t - Frankfurt a. M., Weber- Al. tenftabt, , Missionsinfpektor Viering- Barmen unb Missionar Brinkschmidt- Ehringshausen. s. Lang-Göns, 7.Juli. Vor 50 Jahren trat unsere Hebamme, Frau Elisabeth Wenzel, als Zwanzigjährige in den Dienst der Gemeinde. Aus diesem Anlaß wurde heute in der Turnhalle mit geladenen Gästen das seltene Jubiläum gefeiert. Etwa 250 Frauen waren erschienen, darunter zahlreiche Kolleginnen der Jubilarin aus der Umgegend, amtliche Vertreter und Vertreterinnen, Die Gäste wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Der Posaunenchor eröffnete die Feier mit dem Choral „Lobe den Herren". Darauf hielt der Drts- geistliche, Pfarrer Wahl, eine Ansprache, in der er auf die schwere aber auch schöne Aufgabe der Hebammen hinwies und die hohen Verdienste von Frau Wenzel und ihrer Tätigkeit in der Gemeinde, Frau Wenzel hat rund 900 Kinder zur Welt „gebracht", besonders heroorhob. Seine Ansprache schloß mit einem dreifachen „Hoch" auf die Jubilarin. Gemeinsamer Gesang „So nimm denn meine Hände" folgte. Die Führerin der Fachschaft von Hessen sprach sodann die besten Glückwünsche aus und überreichte eine Ehrengabe an Frau Wenzel, zugleich auch an Frau Schneider, Hebamme zu Holzheim, die vor einigen Tagen ebenfalls ihr 50. Jubiläum feiern konnte und heute nach Lang- '©öns gekommen war. Die Fachschaftsleiterin der Ortsgruppe, Frl. Schäfer (Hausen) wünschte ebenfalls Glück. Im Namen der politischen Gemeinde überbrachte Beigeordneter Faber ein Ehrendiplom und einen Geldbetrag. Seine Ausführungen schlossen mit einem „Sieg-Heil!" auf ben Führer. Die Nationallieder folgten. Im Laufe des Nachmittags trugen bann noch einzelne Kinder paffenbe Gedichte vor, ber Gemischte Chor, unter Leitung von Karl Boller, fang brei Lieder, der Posaunenchor spielle und Volkslieder wurden gemeinsam gesungen. Den Dank für alle Gaben an alle Spender sprach im Namen der Jubllarin Pfarrer Wahl aus. Frau Wenzel feiert am nächsten Donnerstag ihren 70. Geburtstag. — Zum Schluß erwähnte Bürgermeister Wenzel, ein Sohn ber Jubilarin, baß bie Zahl ber Geburten in Lang- ©öhs in ber letzten Zeit sehr gering gewesen sei. Die Gemeinbe Lang-Göns zähle zur Zett 1994 Einwohner. Diese Höhe sei aber in ber Hauptsache durch Zuzug erreicht worben. Es müßte dafür ge- sorgt werden, daß das zweite Tausend bald voll werde. Für den 2000sten Ortsbürger sei eine Prämie von 50 Mark ausgesetzt worden. s. L a n g - G ö n s, 8. Juli. Am heutigen Montag fand die Musterung der Jugendlichen aus den Jahrgängen 1914 und 1915 in Gießen statt. An die alte Sitte anschließend, hatten die Burschen einen Wagen mit Waldesgrün geschmückt und fuhren gemeinsam mit Gesang nach der Stadt. kreis Bübingen. tt Ober-Widdersheim, 8. Juli. In diesen Tagen wäre im Hartbasaltsteinbruch der Firma Joh. Nickel beinahe ein in Geiß-Nidda wohnhafter Arbeiter Alfred Bopp, der auf unerklärliche Weise zwischen zwei mit Steinen beladenen Rollwagen geriet, ums Leben gekommen, wenn nicht die Arbeitskameraden im letzten Augenblick zugegriffen hätten. Immerhin wurde der Brustkorb derart gedrückt, daß ärztliche Hilfe sofort in Anspruch genommen und er nach Hause gefahren werden mußte. — Ein anderer Arbeiter wurde durch einen beim Zurichten der rauhen Bruchsteine abspringenden Teil im Nacken unb Hinterkopf der- art verletzt, baß er arbeitsunfähig würbe. Aerzt- liche Hilfe war halb zur Stelle. Kreis Schotten. = Laubach, 7. Juli. In ber Jugenbherberge im alten Kasino bahier, welche fett bem 12. Mai als BDM.-Lager bient, fand heute nachmittag um 3 Uhr bie Eröffnung eines Jungmäbellagers statt im Beisein von Jungvolk, BDM. unb zahlreichen Laubacher Einwohnern. Die Jungmädeluntergau- führerin hatte bieje sowie bie Eltern ber Lager- Teilnehmerinnen in einem Aufruf herzlich einge- laben, um ihnen einmal zu zeigen, was in einem solchen Lager getrieben wirb, damit sie in Zukunft ihre Kinder noch einmal so ruhig und gerne dorthin schicken. Die Jungmädel führten Turn- und sonstige Sportübungen vor, sangen Lieder im Kreis und tanzten in bunten Dirndlkleidern, begleitet von einer Ziehharmonika, schone alte Volkstänze. Zum Schluß wurde ein stimmungsvolles Märchenspiel aufgeführt. Der gemeinsame Gesang eines Liedes beschloß die Feier. Man kann nur wünschen, daß unser Laubacher Jungmädellager in der schonen romantischen Jugendherberge noch recht vielen Teilnehmerinnen durch die Pflege alter deutscher Sitten und Weisen zum Erlebnis deutschen Volkstums und deutscher Volksgemeinschaft werden möge. — Laubach, 8. Juli. Dieser Tage besuchten die Kandidaten des Friedberger Predigerseminars mit ihren Professoren unter Führung bes ober- hessischen Denkmalpflegers Geh. Hofrat Pros. Dr. W a l b e • Darmstadt unsere Stadt und besichtigten die alt-ehrwürdige Stadtkirche. Der vorzügliche Kenner hessischen Kirchenbaues gab interessante Erläuterungen über die Baugeschichte und die architektonischen Feinheiten bes Gotteshauses. Die auswärtigen Gäste fuhren bann weiter in bie um« liegenden Ortschaften Freienseen unb Gonterskirchen, um auch bort bie Gotteshäuser zu besichtigen. Kreis Alsfeld. G Aus dem oberen Ohmtal, 8. Juli. Obwohl das Getreide noch lange nicht reif ist, vernimmt man eben von Zeit zu Zeit in ben Orten das bekannte Brummen ber Dreschmaschinen. Es wirb auch tatsächlich gebroschen, unb zwar Raps ober übfamen. Dem Aufruf zum vermehrten Del- fruchtanbau ist in unserer Gegenb immerhin Folge geleistet worben, wenn auch vorerst nur in bescheidenen Ausmaßen. Schweinemarkt in Alsfeld. = Alsfeld, 8. Juli. Anläßlich des gestern statt- gefundenen Prämienmarktes, mit dem auch ein Schweinemarkt verbunden war, wurden 432 Ferkel aufgetrieben, darunter 214 Händlerschweine. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Tiere 22 bis 26 Mark, für acht bis zehn Wochen alte Tiere wurden 26 bis 30 Mark bezahlt. Der Handel war flott, es verblieb geringer Ueberftanb. Böcklin will fliegen lernen. Gin Maler als Pionier des Segelfluges. Ts ist wohl nur wenigen bekannt, daß der be» rühmte deutsche Maler Arnold Böcklin, der uns durch seine unvergänglichen Bilder bezaubert, ein ebenso ungewöhnliches wie interessantes Stecken- pferd hatte: er war einer der wenigen, die sich zu seiner Zeit mit leidenschaftlichem Eifer mit den Problemen des Segelfluges auseinandersetzten. Es ist kaum eine Überraschung, daß sich ein Künstler wie Böcklin, der in den Gefilden einer erdentrückten Phantasie zu Hause war, au einem der menschlichen Urprobleme und Wunschträume mit aller Macht hingezogen fühlte: der Gedanke, gleich einem Bogel hoch über der Erde, losgelöst von aller irdischen Materie, beseligt dahinzugleiten, ließ den Künstler nicht zur Ruhe kommen. Das Flugproblem, mit dem sich schon vor undenklich langer Zeit die besten Köpfe der Menschheit gequält hatten, übte auch auf einen Mann wie Böcklin seine magische Wirkung. Der berühmte Maler wollte ernstlich eine Art Segelflugzeug erfinden, er zeichnete eine Menge von technischen Plänen und theoretischen Entwürfen, er zergrübelte seine Phantasie, und wenn ihm auch der große Wurf versagt blieb, so war er doch einer der geistigen Pioniere des Flugwesens. In zahlreichen Briefen, die uns erhalten geblieben sind, im persönlichen Verkehr mit Freunden und Bekannten, im lebhaften Austausch der Meinungen, im Privatleben überhaupt: immer erfüllt Arnold Böcklin diese ewige Sehnsucht. Sein Vorbild mag Leonardo de Vinci ge- gewesen sein, der geniale Italiener, der die geistige Entwicklung einer Welt mit seinem Genie umspannte. Auch Leonardo de Vinci wollte „fliegen lernen". Auch er zeichnete eine Anzahl von Flugskizzen, um das Problem zu lösen. Die Anregung dazu gab die Bewegung und die Art des Vogelfluges. Leonardo de Vinci hatte den Dogelflug studiert — Böcklin tat das gleiche. „Ich möchte probieren", schreibt er in einem seiner Briefe, ob ich ein wenig von dieser langweiligen Erde loskommen kann." Der bekannte „dichtende Flieger" Peter Supf, der das Erlebnis des Fliegens in seinem dichterischen Schaffen in einer mitreißenden und eindrucksvollen Weise gestaltet hat, schildert uns in seinem Werk „Buch der deutschen Fluggeschichte" das Ringen des Malers Arnold Böcklin um seine Idee. Er berichtet uns von zahlreichen Flugversuchen, die Böcklin unternommen hat; diese Versuche sind zwar alle gescheitert, aber sie beweisen uns die große Initiative und die unermüdliche Zähigkeit des deutschen Künstlers. . „Jenseits aller Vergleichsmoglichkeiten , so erzählen Ferdinand Runkel und Carlo Böcklin, „kam ihm überhaupt kein Gedanke an einen Mißerfolg. Er träumte und sprach vielmehr schon davon, wie er einmal auf seinen Jkarusflügeln sich zu den Wolken aufschwingen und vom Südwind über die Alpen würde tragen lassen von Morgen bis Abend in einem Fluge von Italiens Seen bis zur deutschen Ostseeküste." * Böcklin baute sich seine „Flugzeuge" nach eigenen Entwürfen. Wir wissen nicht, wie die Apparate, die er gemeinsam mit seinen Freunden in mühevoller Arbeit zusammenbastelte, ausgesehen haben, nur das eine wissen wir: es waren nicht die verrückten Experimente eines blutigen Laien, sondern durchaus sinnvolle und vernünftige Versuche, allerdings noch außerordentlich primitiv. Schon im Jahre 1853 baute Böcklin, wie Peter Supf erzählt, einen kleinen Flugapparat. Er interessierte sogar Papst Pius X. für seine Erfindung. Mit diesem Apparat stellte der Maler zwei Jahre später in Rom Versuche an. Einmal soll Böcklin mit einem primitiven Fluggestell im Gleitflug über einen Festungsgraben geflogen sein. Ein großer Flugversuch wurde dann bei Florenz unternommen. Wenn wir lesen, welche Vorbereitungen dazu getroffen wurden, glauben wir uns in die heutige Zeit versetzt, in die Atmosphäre einer Segelflugstation. Für die damalige Zeit war dieser Flugversuch eine unerhörte Sensation. Die tollsten Gerüchte waren im Umlauf über den merkwürdigen Deutschen, alle Bauern in der Umgebung sprachen von nichts anderem, der Maler Böcklin war der Held des Tages. Er hatte nach seinem „Laienverstand" mit Hilfe seiner Frau und eines italienischen Tapezierers einen Apparat konstruiert. „Ein regelrechter Dreidecker", wie Supf sagt, „von erstaunlich modern anmutender Konstruktion." * „Feierlich und ernst gestimmt, verstummte bald alles unter den stillen Sternen, zu denen der Meister morgen — ein Lebender noch — hinaufsteigen sollte. Früh kroch man in das Zelt, in das Stroh hinein. In der ersten Morgenstunde weckte Solde die Schläfer. Man sprang auf und trat gespannt vor Erwartung in den schon hellen und heißen Tag Warum verkeimst du mich, Barbara? Roman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (6.) 80 Fortsetzung Nachdruck verboten! Barbara erbleichte. Was steckte hinter den Worten Bannoschs? Sie wollte schon etwas Heftiges erwidern. Diese Herabsetzung Eckehards in Bannoschs Worten tat ihr weh, als wäre sie gegen sie selbst gerichtet gewesen. Aber sie wollte erst wissen, wohin Bannosch zielte. So erwiderte sie dann harmlos: „Natürlich, Graf! Das war eine rein geschäftliche Besprechung. Ich habe mich ja die ganzen Wochen nicht um die Arbeiten auf meinem Gut kümmern können. Darum bat ich Herrn von Mackenroth, da Oberinspektor Rockesch an diesem Tage gerade nicht da war." „Sie sind mit Ihrem Inspektor Mackenroth sehr zufrieden, gnädige Frau?" „Gewiß — außerordentlich!" „Dann werden Sie sich sicherlich auch sehr freuen, daß er in eine private Beziehung zu Ihnen tritt?!" „Wieso privat, Graf?" In Barbara war alles gespanntes Warten. Sollte Josef Bannosch schon irgend etwas ahnen von dem, was sich bisher doch nur schweigend zwischen ihr und Eckehard entwickelt hatte? Run, dann hatte sie eine gute Gelegenheit, Bannosch in seine Schranken zurückzuweisen. Wenn er hören würde, daß sie sich ganz zu Eckehard bekannte, würde er wohl vorsichtiger sein. In ganz verwundertem Ton fragte Josef Bannosch: „Aber doch durch die Beziehung Herrn von Macken- roths zu Ihrer Freundin, Fräulein Gerwig, meine gnädigste Frau. Ich nehme an, Sie wissen davon. Es sollte vielleicht noch ganz geheim bleiben. Aber Liebe und Jugend sind oft unvorsichtig. Ich habe das junge Pärchen auf der Karpener Wiese beobachtet. Sie waren ja ganz in ihr Glück versunken und hörten nichts, was um sie herum vorging." Behaglich begann Josef Bannosch die Situation von damals auszumalen, wobei er an beabsichtigten llebertreibungen nicht sparte. Barbara saß da und hatte das Gefühl, als ob ihr jemand das Herz zufammendrückte. Magdalena und Eckehard? Sie hätte es in den Wochen des Krankseins, im Glück der Genesung, in der Seligkeit jener kurzen Minute mit Eckehard vollkommen vergessen. Es war wie eine Fieberphantasie, die vor der Klarheit des Tages verblichen war. Run kam es wieder, tückisch, einen giftigen Schmerz durch ihre Seele jagend. Sie schloß die Augen. Der Mann vor ihr sollte das Leid nicht sehen. Niemand sollte wissen, was in diesen Augen in ihr zusammenbrach. Josef Bannosch beobachtete Barbaras Gesicht. Ein triumphierendes Leuchten glimmte in seinen Augen auf. In diesem Augenblick öffnete Barbara die Lieder, sah diesen Blick. Wie eine Erleuchtung ging es durch sie. Bannosch hatte das alles nicht aus uneigennützigen Motiven hinterbracht. Irgend etwas war hinter feinen Worten, was sie nicht ungeprüft hinnehmen durfte. Magdalena hatte ihre Freundschaft in diesen Tagen des Krankseins ihr so warm und hilfsbereit gezeigt; sie hatte wenigstens ein Anrecht darauf, daß man sie fragte. Das gleiche Anrecht hatte Eckehard. Sie dankte ihm ihr Leben. Er konnte das eine von ihr fordern: offene Aussprache. „Ich hoffe, gnädige Frau", vernahm sie Bannoschs Stimme, „daß ich Sie mit dieser Nachricht nicht überrascht habe ober gar beunruhigt?" Immer noch sehr bleich, aber gefaßt, erwiderte Barbara: „Keineswegs, Graf. Nur, Sie sehen, eine längere Unterhaltung strengt mich doch noch sehr an. Ich bin immer noch Rekonvaleszentin. Ich glaube, es ist Zeit für mich, daß ich mich wieder ein bißchen zur Ruhe lege." Graf Bannosch sprang auf. „Oh, verzeihen Sie tausendmal, gnädigste Frau! In der Freude, mit Ihnen plaudern zu können, habe ich ganz die notwendige Rücksicht auf Ihren Gesundheitszustand außer acht gelassen. Darf ich Sie vielleicht hineinführen?" „Danke, Graf! Wenn Sie nur die Freundlichkeit hätten, drinnen im Haus zu sagen, daß jemand kommen möchte, mich zu holen. Auf Wiedersehen! Grüßen Sie, bitte, Ihre Verwandten." Sie streckte ihm abschiednehmend die Hand entgegen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als nach ehrerbietiger Verabschiedung zu gehen. Er war von dem Ergebnis der Unterredung mit Barbara nur halb befriedigt. Offenbar hatte die Nachricht von Mackenroths Beziehung zu Magdalena sehr erschütternd auf Barbara gewirkt. Aber ob sie die notwendigen Konsequenzen daraus zog? Ihr Gesicht war so rätselhaft gewesen. 34. Kapitel. Barbara hatte sich mit Aufbietung aller Kräfte gehalten, bis Graf Bannosch fort war. Nun lehnte sie in ihrem Sessel. Er schien zu schwanken. Die ganze Welt schien sich um sie zu drehen. Wie in einem Wirbel kreiste alles um sie. So fand sie Magdalena, die vom Fenster aus Graf Bannosch hatte fortgehen sehen. „Nun, Liebstes, wie geht es dir?!" rief sie schon von weitem. „Ich hatte schon Sorge, daß die Unterhaltung viel zu lange dauerte. Du weißt, Schonung und nochmals Schonung hat der Professor empfohlen. Aber was ist dir denn?" fragte sie erschreckt, als sie nun, dicht herangekommen, Barbaras leichenblasses Gesicht mit den geschlossenen Augen sah. Angstvoll schlang sie die Arme um die Freundin: hinaus. Wie ein riesiger, plumper Vogel lag die Flugmaschine auf dem gelben Felde, die Flügel der Senke zugekehrt, den Schwanz in bei Höhe ... Am anberen Morgen kündete ein dumpfes Grollen eines jener furchtbaren toskanischen Gewitter an, die mit Hagel und Sturm Felder und Saaten vernichteten und ganze Wälder entblätterten. Aber Böcklin bestand, nachdem der gestrige Tag verloren war, auf feinem Fluge. Plötzlich heulte ein Windstoß durch die heiße, unbewegte Stille. Zugleich mit einem zweiten brach ein schier unerträglicher Donnerschlag los, ein Blitz zuckte und Hagel prasselte fürchterlich nieder. Böcklin erzählte später, es sei ihm gewesen, als schlüge jemand mit einem Stock auf die Knöchel feiner Hand, die die Leinwand hielt. Und diese Leinwand vermochte schließlich nicht dem Gewicht der Hagelkörner zu widerstehen. Sie barst und nun liefen Regen, Eis und Hagel den Männern zwischen Kragen und Hemd am Leib hinab und bildeten ba einen regelrechten Eispanzer. Böcklins ältester Sohn flüchtete in ein Bauerngehöft unb erzählte erschreckt, wie sich bicht hinter ihm der künstliche Vogel unter den Windstößen in die Luft erhoben, und er gefürchtet hätte, dieser könnte, vom Hagel getroffen, auf ihn niederstürzen und ihn unter seinen Riesenflügeln begraben. Der Flugapparat, das mühselige Werk so vieler anstrengender und arbeitsreicher Wochen, lag mit zerbrochenen Flügeln, eine schmutzige Trüm- mermasse, ein wüster Haufen von Stangen und Leinwandfetzen, am Fuße des Campo Caldo, wohin er, ohne seinen Erfinder zu tragen, allein geflogen war, das zerstörte Schwingenpaar des Ikarus." * Böcklin schrieb auch zahlreiche theoretische Aufsätze über hie Idee des Fliegens, in denen er seine Gedanken über den Bau unb bie Konstruktion eines motorlosen Flugzeuges entwickelte. Er hatte für alles, was mit ber Jbee „Fliegen" zufammenhing, ein brennenbes Interesse. Er suchte Verbindung mit Gelehrten unb Technikern, um ihnen seine Pläne vorzulegen unb mit ihnen über sein Lieblingsthema zu bebattieren. So hat Böcklin im Laufe seines Lebens einige hervorragende Männer besucht unb sich mit ihnen über bas Fliegen unterhalten, barunter ben berühmten Gelehrten Helmholtz. „Im Anfang, so äußerte sich Helmholtz über Böcklins Besuch, „glaubte ich es mit einem dilettantischen Schwärmer zu tun zu haben, benn alles, was er vorbrachte, war so unwissenschaftlich ausgebrückt, wie nur irgenb möglich. Als ich aber bann bie ganze Sache prüfte, überraschte mich bie Klarheit, mit welcher ber Maler, ohne positive mathematische Kenntnisse, Formeln zum Ausbruck brachte, bereu Richtigkeit ich anerkennen mußte." Dr. Franz Dietrich. „Barbara, ist bir schlecht? Soll ich bir etwas holen? Ach, ich mache mir ja bie bittersten Vorwürfe, baß ich bich hier fo lange unten gelassen habe. Ich hätte ben Besuch des Grafen abkürzen müssen. Aber um Gottes Willen Barbara!" Aus Barbaras Augen liefen Tränen über bas blaffe Gesicht. In tiefster Angst erfaßte Magbalena bie Hänbe ber Freundin. „Barbara! Hat dir Graf Bannosch irgend etwas erzählt, was bich bekümmert, was bir weh tut? Ich bitte bich, sage es mir boch. Dann wirb bir leichter sein. Du weißt boch, wie innig ich bich liebe, wie ich nichts anberes wünsche, als baß bu glücklich unb zufrieben bist." Barbara sah aus tranenschimmernden Augen zu Magdalena auf. „Magdalena", ihre Stimme zitterte, „ich bitte dich, sage mir die Wahrheit: Stimmt es, was Graf Bannosch mir erzählt hat?" „Was hat er dir erzählt?" Auch Magdalena war jetzt sehr bleich und zitterte: „Daß du und Eckehard — daß ihr beide —" Magdalena konnte immer noch nicht verstehen. „Daß wir benbe Freunde sind — meinst du bas, Barbara? Ja, das find wir. Die Sorge um dich, bie Angst um dein Leben hat uns beide zueinander geführt." „Nur Freundschaft — nichts anderes?" Jetzt verstand Magdalena. Ein wunderbares Lächeln erhellte ihre Züge. „Etwas anderes? — Ich schwöre dir, Barbara: nein! Ich schätze Mackenroth! Ich verehre ihn beinah! Und einen Tag, ein einziges Mal, an deinem Festabend hier auf Schedlowitz, war es mir, als ginge von seinem Wesen ein eigentümlich gefährlicher Bann aus. Aber bald" — ihre schüchterne Stimme wurde klar, voll — „hatte ich mich selbst gefunden. Ich wußte, ein Mann wie Eckehard von Mackenroth ist nichts für mich. Er braucht einen großzügigeren Menschen neben sich, einen Menschen wie dich, Barbara!" Barbaras Gesicht war von glühender Röte bedeckt. Sie schüttelte mit dem Kopfe. Aber Magdalena umfing das Gesicht der Freundin, sah ihr tief in die Augen unb sagte: „Gesteh es bir doch endlich zu, Barbara, daß du ihn liebst, wie er bich, Barbara!" „Wie er mich?" kam es flüsternd zurück. „Ja! Wie er dich! Ich weiß es, Barbara. Er hat es mir gestanden, damals, als er hinausritt in Sturm und Unwetter, um dich zu suchen. Du bist das Höchste, was er im Leben kennt. Mach ein Ende mit all ben Mißverständnissen! Sprich frei unb offen zu ihm, da er es nicht wagt —" „Warum wagt er es nicht?" kam es ganz leise von Barbaras Lippen. „Weil er den Abstand zwischen seiner jetzigen Stellung und dir bdtter empfindet. Und bu, Barbara —" Sie Dollenbete nicht. Sie wollte ber Freunbin in biefer Stunbe nichts Zunahme des Flugverkehrs im Mein-Main-Sebiet. F r a n r f u r t a. 5R., 8. Juli. (LPD.) Der deutsch. Luftverkehr steht nach wie vor im Zeichen einer guten Aufwärtsentwicklung. Bekanntlich konnte btt Deutsche Lufthansa in ber ersten Hälfte bes laufenden Jahres ihre Beförderungsleistungen beträchtlich steigern. In Frankfurt a. M. hat ber Personenverkehr um annähernd 60 v. H. gegen das Vorjahr zugenom- men. Diese Verkehrssteigerung ist vor allem der Neugestaltung des Sommerflugplans sowie auf den Einsatz weiterer Großverkehrsflugzeuge zu verdanken. Auch die Inbetriebnahme des Großluftweges Amsterdam — Frankfurt — Mailand und dis Einrichtung des Sonntagsdienstes nach Halle—Leipzig-Berlin hat den Aufschwung begünstigt. Besonders erfreulich und kennzeichnend für dis Bedeutung, die Frankfurt als Flugzentrum für das gesamte Rhein-Main-Gebiet heute erlangt hat, ist die Tatsache, daß auch die Städte der weiteren Umgebung — insbesondere auch die Badeorte — eine wesentlich höhere Zahl an Flugreisenden hierher entsenden als in den früheren Jahren. Beachtlich gestiegen ist in unserem Bezirk auch das Post- aufkommen für den deutschen Südamerika-Flugdienst. Gröffnung der Ausstellung „Scholle und Heim^ in Mainz. LPD. .Mainz, 8. Juli. In der Mainzer Stadthalle wurde am Samstag mit einer kurzen Feier die Ausstellung „Scholle und Heim", die in engem Zusammenhang mit der Deutschen Jubiläums-Rosenschau steht, eröffnet. Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Dr. Barth, stellte in feiner Ansprache die Bedeutung der Ausstellung für das Wirtfchafts- und Verkehrs- leben heraus. Gleichzeitig hob er hervor, daß diese Ausstellung von Mainzer Bürgern ohne Unterstützung amtlicher Organe aufgebaut worden sei. Anschließend folgte ein Rundgaug durch die reich beschickte Ausstellung, die alles, was mit Haus, Hof und Heim irgendwie in Zusammenhang steht, in übersichtlicher Form vor Augen führt. Besonderes Augenmerk ist den Neuheiten auf hauswirtschaftlichem Gebiet und dem Schmuck des Heims gewidmet. Daten für den Iv.Juli. 1509: der schweizerische Reformator Johannes Calvin in Noyon geboren (gestorben 1564); — 1584: Wilhelm I., Prinz von Oranien, ber „Schweiger", Statthalter der Niederlande, in Delft ermordet (geboren 1533:); — 1824: ber Staatsmann Rubolf v. Benningsen in Lüneburg geboren (geft. 1902). sagen, was sie beschämen konnte. Doch Barbara von Stechow hatte schon verstauben. „Sprich es ruhig aus, Magdalena! Ich habe in meinem törichten Stolz und Hochmut alles getan, um diese scheinbare Kluft zwischen ihm und mir noch zu vertiefen. Ach, bu weiht ja nicht, warum. Wer eine solche Liebesenttäuschung erlitten hat wie ich, ber zweifelt an allem. Ich habe einmal geglaubt, daß Albert von Stechow mich wirklich liebte. Ich habe ihm bas reinste Vertrauen, die größte Hingebung geschenkt. Dann habe ich sehen müssen, wie alles mir gegenüber Verrat und Lüge war. Und dann tarnen die anderen und sagten mir: Eckehard ist ebenso. Er will dich um deines Geldes willen. Er will dich wegen deiner Güter. Du selbst bist ihm nichts! — Kannst du verstehen, Magdalena, was so etwas in einem durch Leid mißtrauisch gewordenen Gemüt anrichten kann?" Magdalena strich beschwichtigend die Hände Barbaras. „Doch, ich kann es verstehen, Barbara. Aber nichts ist schlimmer als unausgesprochene Dinge zwischen Menschen. Siehst bu, auch mir gegenüber —" Sie unterbrach sich. Nun verstand sie alles. Nun begriff sie, was plötzlich zwischen Barbara unb sie getreten war. Man hatte Barbara vermutlich auch in bezug auf sie selbst mit Mißtrauen erfüllt. Die Aussprache jetzt war bie Klärung bes Rätsels. Tief schaute sie der Freundin in die Augen. „Glaubst bu mir jetzt, Barbara?" flüsterte sie. Barbara von Stechow nickte. „Ich glaube dir!" Die Hände der beiden legten sich ineinander. In ihrem festen Druck waren Erneuerung und Besiegelung ihrer Freundschaft. „Nun aber genug!" Magdalena bemühte sich, die Erschütterung in sich niederzukämpfen. „Jetzt heißt es ins Bett. Und ganz schön ruhen! Komm, Liebes!" Don der Freundin unterstützt, ging Barbara dem Hause zu. Auf ihrem Antlitz lagen Friede und Ruhe. Gerade wie sie in die Halle hineintraten, kam das Stubenmädchen ihnen eilig entgegen: „Fräulein Gerwig, ich suchte Sie schon überall. Es ist Besuch für Sie ba!" „Wo ist er denn?" fragte Magdalena Gerwig. Eine heiße Blutwelle schoß ihr in die Stirn, als sie jetzt im Hintergrund ber Halle bie hohe schlanke Männergestalt auftauchen sah, die zogernb näher kam. Da vergaß Magdalena Gerwig alles. Mit leuchtenden Augen lief sie auf ben jungen Mann zu, streckte ihm beide Hände entgegen. „Willkommen!" sagte sie. „Tausendmal willkommen!" Auch die grauen Augen in dem schmalen, feinen Gesicht bes jungen Mannes leuchteten auf. „Fräulein Magbalena!" sagte er stockenb. Unb noch einmal: ,^Fräulein Magbalena!" Beide wußten nichts anderes zu sagen. Sie standen ba und schauten sich an. Aber Barbara las in ben Mienen ber beiden alles, was der Mund noch verschwieg. lFortsetzung folgt!) Mit Ofiekla 3R»e MaMoetade ßittLy&J condern die Marmelode wird außerdem noch billiger I aus 4 Pfund Obst und 4 Pfund Mucker etwa' 8 Pfund f&GgGfli: 4 Pfd. Obst einer Sorte oder 4 Pfd. Obst mehrerer Sorten, beliebig gemischt, zerkleinern u. miß 4 Pfd. Zucker zum Kochen bringen. Hierauf 10 Minuten durchkochen, dann 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfg. hinzurühren - fertig! Für Erdbeer- und Süßkirsch. Marmelade nur 31/« Pfd. Obst und 3'/r Pfd. Zucker nehmen. — Rezepte für alle Früchte bei jeder Packung. Trocken-OpekU (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für Tortenüberguß oder etwa 2 Pfund Marmelade 22 Pfennig, für 31/» Pfund Marmelade 43 Pfennig und für 1 Pfund Marmelade 82 Pfennig, Früher nahm die Hausfrau meist auf 4 Pfund Obst etwa 3 Pfund Zucker, das waren zusammen 7 Pfund. Sie mußte Jedoch fast immer eine Stunde und oft noch länger kochen; dann war aber ein Drittel bis fast die Hälfte verkocht. Sie erhielt also aus den 7 Pfund Obst und Zucker nur etwa *xh bis 5 Pfund Marmelade. Heute Jedoch mit Opekta bekommt die Hausfrau aus 4 Pfund Obst und 4 Pfund Zucker tatsächlich das volle Gewicht von 8 Pfund Marmelade in die Gläser, da ja In 10 Minuten fast nichts verkocht. Mit Opekta gibt es also ungefähr 3 Pfund Marmelade mehr. Dadurch hat man nicht nur das Opekta umsonst. (Mn® Ofteita J aus 4 Pfund Obst und 3 Pfund Zucker nur etwa 4^2 Pfund