m.107 Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 9. Mai 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat tm Bild - Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprecharischlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: firanffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und Zteindruckerei K. Lange in Gietzen. 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In dem Vorwort hebt der Reichsjustizminister ausdrücklich hervor, daß als Grundlage für die Beratung im Strafrechtsausschuß nicht nur amtliches Material gedient hätte, sondern auch das gesamte neuere Schrifttum. Die Aufgabe, die der Führer und Reichskanz- l e r dem Strafrechtsausschuß gestellt hat, ist für die Volksgemeinschaft, sowie für den Volksstaat so wichtig und bedeutsam, daß tatsächliche alle Veranlassung besteht, daß sich auch die öffentliche Meinung mit der Gestaltung des neuen Strafrechts beschäftigt. Dieses neue Strafrecht muß auch ein Teil des neuen Staates fein, muß von seinem Geist und von seinem Wesen erfüllt sein, zumal das Strafrecht auch der Sicherung und der Verteidigung von Volk und Staat dient. Das kommt auch darin zum Ausdruck, daß der V o l k s f ch u tz dem Staats- fchutz vorangestellt ist, denn die Ausgangsstellung ist der Schutz der deutschen Volksgemeinschaft. Wie sich dieser Schutz vollziehen soll und muß, das kann und darf nur aus den wichtigsten Rechtsquellen, dem Volksempfinden, sowie der deutschen Sittenordnung abgeleitet werden. Daß der Landesverrat, der immer auch ein Treu- bruch gegen Volk und Staat ist, am härtesten bestraft wird, ergibt sich nicht nur aus der nationalsozialistischen Staatsoerfassung, das ist auch bedingt durch die germanische Rechtsauffassung?Das neue Strafrecht sieht von einer Generalklausel ab, um dafür die einzelnen Tatbestände zu bezeichnen, wobei der Strafrahmen aber fo gefaßt ist, daß, wie es der Führer und Reichskanzler gefordert hat, künftig Landes - und Volksoerrat mitaller Rücksichtslosigkeit ausgetilgt! werden. Zwischen Landes- und Hochverrat kann es in einem völkischen Führerstaat, wobei der Auftrag vom Volke ausgeht, keinen Unterschied geben. Denn der Hochverrat, der sich gegen das Staatsgebiet, gegen die rechtliche Grundordnung sowie gegen die höchste Führung richtet, ist ein Volksverbrechen schlechthin. Er muß, wie der Landesverrat, von der härtesten Strafe getroffen werden, zumal bann, wenn sich der Angriff gegen den Führer selbst richtet, ebenso gegen die Staatsordnung. Daraus folgt weiter, daß neben dem Landes- und Hochverrat noch der Begriff des Volksverrats eingeordnet werden muß, der in dieser Form und in diesem Inhalt vom neuen deutschen Strafrecht geschaffen ist. Volksverrat ist, wer sich gegen das höchste Volksgut auflehnt, wer also das deutsche Volk, wer seine große Vergangenheit, wer seine großen Männer und Helden, wer die großen Taten des Volksheeres beschimpft und verleumdet. Das Höch st e G u t des Mannes ist sein Volk! Das ist ein Satz, in dem sich germanisches Denken und Fühlen ausdrückt, so daß, wer dies höchste Gut angreift, auch die Ehre seines Volkes tödlich verletzt. Wie es kein Volk und keine Nation ohne geschichtlichen Werdegang geben kann, so gibt es auch kein Volk und keine Nation, dessen Werdegang sich ohne Symbole und Erinnerungszeichen vollzogen hat. Auch diese genießen künftig Schutz, denn ein Volk, das seine große Vergangenheit und seine großen Toten nicht ehrt, ist selbst ohne Ehre und'Würde. Wir haben ja im N o - vemberstaat erlebt, wie die große Vergangenheit eines großen Volkes besudelt und beschimpft, wie dieser Volksverrat begangen wurde, teils von Fremdrassigen, teils aber auch von Abtrünnigen des deutschen Volkes. Die staatliche und politische Knochenerweichung des Novemberstaates führte ja auch dazu, daß der Volksverrat, daß die feige Beschimpfung der großen Vergangenheit des deutschen Volkes entweder straflos ausging, oder nur so gering bestraft wurde, daß darin förmlich ein Anreiz lag, den Volksverrat zu wiederholen. Das ist leider auch geschehen; denn es gab sogar gewisse Zeitungen und Zeitschriften, die, von lästigen Ausländern geleitet, sich nur die eine Aufgabe gestellt hatten, das nationale Ehrgefühl des deutschen Volkes zu vergiften. Im Novemberstaat war es leider möglich, die Toten des großen Krieges zu beschimpfen, sowie die Führer des deutschen Volksheeres als „Raubtiere" und „Massenmörder" zu bezeichnen. In den sogenannten westlichen Demokratien Frankreich und England wurde unmittelbar nach dem Kriege für die toten und lebenden Helden des Krieges das Denkmal des unbekannten Soldaten errichtet, während in Deutschland es Jahre dauerte, bis auch nur in bescheidener Form ein Erinnerungsmal für unsere großen Toten aufgestellt werden konnte. Der Zweck des neuen Strafrechtes ist die Gewährleistung der Sühne für Untaten, die Sicherung des deutschen Volkes vor llntaten, endlich die Stärkung des gesunden, sittlichen Arbeits- und Aufbauwillens des deutschen Volkes. Mit diesem Satz umschreibt Staatssekretär Dr. Freister Wesen und Inhalt dessen, was künftig als deutsches Strafrecht gelten soll. Wer eine Untat begeht, die Sühne heischt, der muß damit rechnen, daß diese Sühne hart und unerbittlich ausfällt. Aber das Maß der Strafe kann noch gesteigert werden durch die Vernichtung oder Verminderung der Ehre des Täters Als Ehrvernichtung sieht das Gesetz die A e ch t u n g vor, also ein Verfahren, das den Rechtsbrecher für immer aus der Volksgemeinschaft aus stößt. Aber das greift sch-m über das neue Strafrecht an sich hinaus, das berührt unmittelbar schon das Strafver- Die Konferenz der Balkanstaaten in Bukarest. Gowjetrußland und Italien im Hintergrund. Von unserem ständigen L.-Berichierstaiter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bukarest, 6. Mai 1935. Die Konferenz der Balkanpakt st a a - t e n findet in diesem Jahre zwischen dem 9. und 12. Mai in B u k a r e st statt. Die Außenminister Rumäniens, Jugoslawiens, Griechenlands und der Türkei treten in einem Augenblick bedeutungsvoller internationaler Besprechungen zusammen und werden zwangsläufig zu allen Gegenständen dieser Besprechungen Stellung nehmen müssen, die die Interessen ihrer Staaten unmittelbar, oder mittelbar berühren. Im engeren Nahmen ihres Jnteressenkreises wird sich demgemäß die Bukarester Balkankonferenz auch mit der Frage der Aufrüstung Bulgariens zu befassen haben. Eine scharfe Trennung zwischen Bulgarien, Ungarn und Oesterreich ist hierbei um so weniger möglich, als zwei Mitglieder des Balkanbundes, Rumänien und Jugoslawien, gleichzeitig Mitglieder der Kleinen Entente sind. Die Ereignisse der letzten Zeit haben auch in Mittel- und Südosteuropa die Erkenntnis reifen lassen, daß die Aufrechterhaltung der Rüstungsbeschränkungen auch für die Unterzeichner der Friedensverträge von St. Germain, Trianon und Neuilly nicht mehr möglich sein könne. Schon jetzt geht der Kampf nicht mehr um die starre Aufrechterhaltung der militärischen Klauseln der Friedensverträge, sondern um die Ungarn und Bulgarien zu gewährenden Konzessionen. Ebenso wie sich Ungarn gegenüber der Kleinen Entente nicht mit einer Erhöhung seines Rüstungsstandes begnügen will und, dem Beispiel Deutschlands ' folgend, volle Gleichberechtigung fordert, scheint auch Bulgarien entschlossen zu sein, seine Beziehungen zu den Balkanbundstaaten nur auf Grund voller Gleichberechtigung neu regeln zu wollen. Gegen die volle Gleichberechtigung wird sich aber der Balkanbund, ebenso wie die Kleine Entente, mit letzter Energie zu wehren versuchen. Daß die volle Gleichberechtigung sowohl für Ungarn, als auch für Bulgarien gegenwärtig nur theoretischen Wert hat, da vor allem die finanziellen Mittel zur Verwirklichung der bestehenden Rüstungspläne fehlen, mildert nichts an der Schärfe des Kampfes. Nicht ausgeschlossen erscheint es, daß an diesem Punkte der Besprechungen der Balkankonferenz von Bukarest versucht wird, in der Frage der Aufhebung der Demilitarisierung der Meerengen eine Verbindung zwischen den Wünschen Bulgariens und denen der Türkei herzustellen. Schwerlich ist aber jedenfalls anzunehmen, daß die Balkanstaaten vor der Erledigung der bulgarischen Rüstungswünsche geschlossen für die türkischen Meerengenwünsche eintreten könnten. Anzunehmen ist vielmehr, daß Griechenland, Jugoslawien und Rumänien nur dann diese Forderungen der Türkei unterstützen würden, wenn bereits Bulgarien vollen oder teilweisen Erfolg erlangt haben sollte. In diesem Falle könnte also die Aufhebung der Demilitarisierung der Meerengen von den Balkanstaaten als eine Art Kompensation für die Erfüllung der bulgarischen Wünsche gefordert werden. Ein grundsätzliches Eintreten der Balkanpaktstaaten für die bekanntermaßen von Sowjetrußland nachdrücklich unterstützten Wünsche der Türkei könnte schon deswegen schwerlich angenommen werden, weil vor allem Jugoslawien und Rumänien allzu sehr auf dem Boden der Friedensverträge st e h e n, als daß sie selber gegen das von ihnen heilig gesprochene Prinzip ihrer Unabänderlichkeit verstoßen könnten. Jedenfalls werden auch hier die Brücken ersichtlich, die von den eigentlichen Balkan fragen zum Problem der sowjetrussischen Europapolitik führen. Die Entwicklung des Verhältnisses Sowjetrußlands zu Europa und, des näheren, die Gestaltung der Beziehungen der Balkanbundstaaten zur Räteregierung werden in der Tat auch auf der Bukarester Balkankonferenz eines der wichtigsten Besprechungskapitel bilden. Seitdem die letzte Balkankonferenz tagte, haben sich nicht nur viele Große, sondern auch manche Kleine Europas in der besinnungslosen Bekämpfung Deutschlands bewogen gefühlt, den Weg nach Moskau einzuschlagen. Das, was man noch vor nicht allzu langer Zeit eine „Kulturschande" nannte, ist heute „Dienst an der Menschheit und am Frieden" geworden. Der Wind hat sich mit gleicher Schärfe in Bukarest, wie in Paris gewendet. Von den vier Staaten, die an der Bukarester Balkankonferenz teilnehmen, ist die Türkei immer der nächste und engste Freund des Sowjetstaates gewesen. Rumänien geht in den Flitterwochen der Wiederaufnahme seiner Beziehungen zur Moskauer Regierung. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß diese beiden Staaten alles daransetzen werden, um die Zurückhaltung Griechenlands und die Ablehnung Jugoslawiens gegenüber Sowjetrußland zu mildern bzw. zu wandeln. Es liegt große Wahrscheinlichkeit dafür vor, daß die Türkei und Rumänien versuchen werden, gemeinsame Richtlinien für die Ausgestaltung der Beziehungen der Balkanpaktstaaten zu Sowjetrußland sestzulegen. Mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit ist aber auch anzunehmen, daß Tewsik Arras und Nikolaus T i t u l e s c u auf einen sehr starken und vielleicht auch unnachgiebigen Widerstand der Vertreter Griechenlands und Jugoslawiens stoßen werden. Zu erwarten ist ferner, daß auch die Frage der Neuregelung der Beziehungen der Balkan st aatcn zu Italien auf Grund der Besserung des italienisch-jugoslawischen Verhältnisses und des Uebergangs Italiens in das Lager der Friedensvertrags - Verteidiger behandelt werden wird. Die besondere Zurückhaltung, deren sich sowohl die rumänische Presse, wie die Blätter der übrigen Staaten des Balkanbundes und der Kleinen Entente gegenüber ben Besprechungen von Venedig und den Vorbereitungen zur Donaustaatenkonferenz von Rom befleißigen, ist ein genügendes Anzeichen dafür, daß man, im Vertrauen auf den erwarteten oder schon vollzogenen Sineswandel, eine Verstimmung Italiens vermeiden möchte. Schließlich ist anzunehmen, daß die politische Berlin, 8. Mai. (DRB.) Der König von England Hal das Glückwunschtelegramm des Führers und Reichskanzlers mit einem Telegramm erwidert, welches in Ueberfehung wie folgt lautet: „Ich danke Ihnen, Herr Reichskanzler, aufs Wärmste für die Glückwünsche, die Sie so freundlich waren, mir gelegentlich meines silbernen Jubiläums in Ihrem eigenen Ramen und im Ramen des deutschen Volkes zu übermitteln. Ich bin Ihnen besonders dankbar für Ihre freundliche Erwähnung meiner Bestrebungen und der Bestrebungen meiner Regierung im Interesse des Frie- d e n s. Die Sache des Friedens liegt mir sehr am Herzen und ist das ständige Ziel, das meine Regierung vor Augen hat. Ich erwidere Ihre guten Wünsche für den Erfolg dieser Sache und vertraue darauf, daß ich damit nicht nur die Gesinnung meines eigenen Volkes, sondern die der ganzen zivilisierten Welt zum Ausdruck bringe. Georg R. 1.“ Dank an die Machte und die Dsmmwns. London, 8. Mai. (DNB.) König Georg empfing am Mittwoch im Thronsaal des altehrwürdigen St. James-Palastes die diplomatischen Vertreter der ausländischen Mächte und die Abgesandten der britischen Dominions und Kolonien, um ihnen und damit der Welt für die Glückwünsche zu seinem silbernen Regierungsjubiläum zu danken. Als der König in der Uniform eines Admirals in Begleitung der Königin und des Herzogs von Gloucester und mit einem Geleit berittener Leibgardisten vom königlichen Schloß durch die Mall Balkankonferenz von Bukarest auch dazu dienen soll, die auf der wirtschaftlichen Konferenz der Balkanpaktstaaten nicht erfolgte Behebung bedeutender Schwierigkeiten zu fördern. Die Balkankonferenz von Bukarest fällt mit der rumänischen Nationalfeier des 10. M a i zusammen. Es wird großes militärisches Gepränge entfaltet werden. Die Balkanbesucher Rumäniens werden als Gäste König Carols II. der prachtvollen Heerschau beiwohnen, die sich alljährlich am Nationalfeiertag abspielt. Zweifellos wird das Schlußkommunique der Balkankonferenz auch ein Friedensbekennt» n i s enthalten. Begleitspiel zu diesem Friedensbekenntnis aber wird die Parade der Abteilungen aller Truppengattungen sein, das Rattern der Batterien, der Hufschlag der Eskadronen, der Gleichschritt der Infanterie und das Brausen der Flugzeuggeschwader. Der griechische AußenMUifter in Belgrad. Belgrad, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die griechische Abordnung für die Konferenz des ständigen Rates der Balkan-Entente traf, mit dem griechischen Außenminister M a x i- m o 5 an der Spitze, am Mittwochabend in Belgrad ein. Maximos wurde bei feiner Ankunft durch den Ministerpräsidenten und Außenminister I e f t i t s ch begrüßt. Nach den üblichen Vorstellungen zogen sich Jeftitfch und Maximos in den Wartesaal zurück, wo sie bis zur Abfahrt des Zuges nach Bukarest Besprechungen führten. Ministerpräsident Jeftitfch verließ am Mitt- i wochabend ebenfalls Belgrad, um sich zur Teil- I nähme an der Balkan-Konferenz nach B u k a r e st | zu begeben. fuhr, wurde er von einer nach Zehntaufenden zählenden Menge stürmisch begrüßt. Der Empfang im St. James-Palast begann mit einer Ansprache des brasilianischen Botschafters de O l i o i e r a als Doyen des diplomatischen Korps. In seiner Antwort sagte König Georg u. a. er und die Köm- gi seien tief gerührt durch die Wärme und Aufrichtigkeit der Glückwünsche des diplomatischen Korps. „Es ist eine Freude für mich, und wie ich hoffe, ein glückliches Vorzeichen für die Zukunft, daß Abgesandte aus jedem Teil des Erdballes heute hier in Freundschaft und Vertrauen versammelt sind. Ich bete zu Gott daß die Einmütigkeik, die Sie heule an dieser Stelle zusammengebracht hat. ein Sinnbild eines dauerhaften Friedens in der gesamten Welt sein möge." Dann begrüßen die vier Ministerpräsidenten der britischen Dominions Kanada, Australien, Südafrika und Neuseeland den Monarchen mit kurzen Ergebenheitsadressen. Der australische Ministerpräsident Lions erklärte u. a.: „Australien liegt weit entfernt von den Gestaden Englands, aber unsere Ergebenheit gegenüber der Krone und der Person Ew. Majestät wird durch die Tausende von Meilen von Land und See, die uns von Euch trennen, nicht verringert." In seiner Erwiderung erklärte der König u. a.: „Wir grüßen die Ministerpräsidenten der Dominions, die jetzt a l e i ch b e r e ch t i g t e Partner im englischen Weltreich sind, in unserer gemeinsamen Heimat. Wenn Sie zurückkehren, nehmen Sie bitte jeder zu seinem Volk eine Botschaft der Zuneigung zu allen Mitgliedern dieser großen Familie mit, deren Oberhaupt ich mit so Diel Stolz und Dankbarkeit bin. Mit gesundem Menschenverstand und Vertrauen auf Schild und Panier haben wir trotz mancherlei Schwierigkeiten unsere Erbschaft der Ksnig Georg an den Führer. Die Antwort auf den deutschen Glückwunsch. — Bekenntnis zur Sache des Friedens. fahrensrecht, sowie das Strafvollzugsgesetz. Aber entscheidend ist, daß das neue Strafrecht den Schutz der Volksgemeinschaft teils neu geschaffen, teils neu ausgebaut hat. So wird jede Störung des Volks friedens mit Strafe bedroht, ebenso die Angriffe auf die Volksgesundheit, was insofern gesetzestechnisch ein Fortschritt ist, als hier alles zusammengefaßt wird, was bisher in Sondergesetzen verstreut war. Endlich aber bedeutet der Schutz der Arbeitskraft eine völlige Neuschöpfung, zumal sich in diesem Abschnitt auch das Gesicht ausprägt, das der nationalsozialistische Staat trägt. Durch diesen Schutz der Arbeitskraft soll klar zum Ausdruck gebracht werden, daß der deutsche Arbeiter als wichtig st es Glied des nationalsozialistischen Staates gilt. Nur ein Staat, der die Arbeitskraft der Nation erhält und schützt, bahnt sich auch den Weg in die Zukunft. Die Arbeitskraft ist neben der Ehre, neben Leben und Freiheit des Menschen das höchste Rechtsgut. Arbeitstagung evangelischer Kirchenführer. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Am Sitz der Reichskirchenregierung versammelten sich unter der Leitung des N e i ch s b i s ch o f s am Freitag evangelische Kirchenführer zu einer Arbeitstagung. Nach einem Referat von Professor Witte über Ziele und Bestrebungen der neuheidnischen Bewegung verlas der Reichs- b i s ch o f ein an die Gemeinde gerichtetes Wort, in dem er gegenüber diesen Bestrebungen zu einer würdigen, dem besonderen Wesen der Evangelischen Kirche entsprechenden Haltung auffordert. Im weiteren Verlauf der Arbeitstagung wurden nach längerer, von gegenseitigem Vertrauen getragener Aussprache die entscheidenden kirchlichen Fragen, in besonderer Weise die künftige Gestaltung des Frauenwerks der Deutschen Evangelischen Kirche, behandelt. 10 t>. 6. der freiwerdenden Beamtenstellen für alte Kampfer. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat angeordnet, daß im Rechnungsjahr 1935 von den im Dienste des Reiches, der Länder und Gemeinden sowie der Körperschaften des öffentlichen Rechts frei werdenden planmäßigen Beamten stellen des unteren und des einfachen mittleren Dienstes 10 v. H. mit solchen für die betreffende Laufbahn geeigneten Nationalsozialisten zu besetzen sind, die bis zum 14. September 1 930 ihren Eintritt in die Partei erklärt haben. Wieder eine Lüqe ae @ ♦ ^'WHÄA- D^W HMMM 2^/E ‘-■%. >- ’ > Ä r 1 rv 1 : . f £-Ä, „>*v # 'z <■ Y/"'"'<^'< 3* ' - ■:.. 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Militärische Trauerseier für General Höring Scherl-Bildmaterndlenst Aus aller Welt Italiens Mobilisierung gegen Abessinien erdrückenden Beweismaterials ist gegen Mai 1935 richterlicher Haftbefehl Grund des R. am 6. ergangen. Oer neue deutsche Volksschullehrer. Minister Hust spricht bei der Eröffnung der HanS-Schemm-Hochschule. ,Graf Zeppelin" von Pernarnbuco nach Rio unlerwegs. Jeder einzelne der uniformierten Polizei der staatlichen Exekutive muh in seinem Innern und Aeuheren llniformkräger lm wahrsten Sinne des Wortes fein. daß alle Anzeichen auf einen italienischen Feldzug gegen Abessinien hindeuteten. Das sei ein Beweis dafür, daß Mussolini zur Zelt nicht an die Möglichkeit eines Krieges in Europa glaube. Das Blatt schildert die Besitz ergrei- fung Abessiniens durch Italien als eine Lösung, die nicht nur im Interesse Italiens liege, sondern zweifellos allen Reibereien in jenem Teile der Welt ein für allemal ein Ende bereiten würde. Das mit kolonialem Besitz gesegnete England brauche auf den kolonialen Ehrgeiz anderer Mächte nicht eifersüchtig zu sein. Ls sei zwar richtig, daß das Quellwasser des Blauen 3111 in Abessinien entspringe und dah die Aufschliehung des englisch - ägyptischen Sudans von diesem Fluh abhänge, aber die Beziehungen zwischen Grohbritannien und Italien seien äuherst harmonisch. Das Quellwasser des Blauen Nil werde in italienischen Händen ebenso sicher sein, wie unter dem gegenwärtigen Regime. Es gab früher Zeiten, in denen der „Schutzmann" sich nur dann den nötigen Respekt zu verschaffen glaubte, wenn er über einen mächtigen Schnauz- bart, einen beträchtlichen Leibesumfang und eine uct xyuillH uvs, grimmige Amtsmiene verfügte. Wir kennen diese mteqertruppe Otto komische Gestalt aus den Witzblättern der Bor-1 jm r‘' ' kriegszeit zur Genüge und, ohne die Verdienste der alten Schutzmannschaft schmälern zu wollen, muß ich erklären, daß es unser ganzes Bestreben ist, im Gegensatz dazu unsere heutige Polizei innerlich jung und elastisch zu erhalten. Die neue Haltung der deutschen Polizei Oie Aufgaben des eingegliederten Feldjägerkorps. merksam, aber verschiedenartig kommentiert. Der „Star" ist ebenso wie der „Manchester Guardian" der Meinung, daß die italienische Regierung offenbar nach wie vor die Methoden vorzuziehen scheine, unter dem Druck von Mobilisierungsmaßnahmen zu verhandeln. Es sei lächerlich, zu behaupten, so schreibt das letztgenannte Blatt, daß die italienischen Kolonien gefährdet seien. Der Plan Mussolinis laufe darauf hinaus, Abessinien einzuschüchtern, um Zugeständnisse zu erhalten. Falls Abessinien es ablehne, sich einschüchtern zu lassen, oder falls irgendein sogenannter Zwischenfall den italienischen Stolz verletze, sei die Möglichkeit eines Krieges nicht ausgeschlossen. Line ernste Weigerung des Völkerbundes, die abessinischen Beschwerden anzuhören, oder eine weitere Weigerung Italiens, den Streitfall auf friedlichem Wege zu regeln, würde wahrscheinlich dem Völkerbund als auch Italien einen härteren Schlag versehen, als man sich jemals habe träumen lassen. Der „Evening Standard" ist der Ansicht, Todessturz in einen 40 Meter tiefen Schacht. Auf der Eisensteingrube Eupel (Kreis Altenkirchen) war der 21jährige Bauarbeiter Leyen- weber aus Eicherhof mit Maurerarbeiten in dem Schacht beschäftigt und wollte mit einem Arbeitskameraden aus dem Schacht ausfahren. Beim Verlassen des Förderkorbes tat der junge Mann einen Fehltritt und stürzte etwa 40 Meter tief In den Schacht, wo er mit zerschmetterten Gliedern t o t liegen blieb. Ein Mädchenmörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Landshut verurteilte den 23jährigen Johann H a s l b e ck aus Geisenhausen wegen Mordes an der 17jährigen Fabrikarbeiterin Maria Lehrhuber zum Tode. Haslbeck hatte mit der Lehrhuber ein Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Er beschloß, sie umzubringen, und führte diese Tat am 23. Februar 1935 in rohester Weise aus. Er hat das Mädchen mit einem Hammer erschlagen und schließlich auf einen Bahndamm geschleppt, um es überfahren zu lassen und so einen Selbstmord vorzutäuschen. Eine Tänzerin ermordet. — Selbstmordversuch des Täters. Eine 26jährige Hamburger Tänzerin wurde in ihrer Wohnung in St. Pauli ermordet aufgefunden. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß der Tod durch Erwürgen eingetreten ist. In dem Zimmer der Toten wurde ein Schreiben aufaefun- den, in dem sich der frühere Bräutigam der Toten, der 32jährige Johannes Pister, der Tat bezich- tigt. Pister konnte verhaftet werden. Er hatte nach der Tat die Flucht ergriffen. Der ehemalige Verlobte der Tänzerin bewohnte das Nebenzimmer. Aufklärung des Reichenhaller Giftmordes. Der geheimnisvolle Giftmord in Bad Reichenhall hat jetzt seine völlige Aufklärung gefunden. Wie demeldet, war dort die 13 Jahre alte Bauerntochter Therese Enzing er nach dem Genuß von Cremeschnitten gestorben. Die Sektion der Leiche hatte das Vorhandensein eines starken Giftes erwiesen. Die polizeilichen Nachforschungen ergaben nun, daß nicht, wie ursprünglich gemeldet, das Mädchen selbst ein Paket mit Cremeschnitten gefunden hatte, sondern sein 20 Jahre alter Bruder, als er sich in Begleitung seiner Braut, Franziska Schober, befand. Diese hatte das Paket gegen B e r l i n, 8. Mai, (DNB.) Der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant der Landespolizei D a l u e g e , machte am Mittwochabend über den Deutschlandsender als Abschluß eines Funkberichtes über die Arbeit der deutschen Polizei bemerkenswerte Ausführungen. Generalleutnant D a l u e g e kam zunächst auf die mit der Einaliederung des Feldjägerkorps zusammenhängenden Fragen zu sprechen und erklärte: „Es ist klar, daß niemand von diesen alten Kämpfern der Bewegung verlangen kann, daß sie das Wissen und Können mitbringen, was sich ein Polizeibeamter im Laufe von Jahren angeeignet hat. Ohne Zweifel sind die Schwierigkeiten, die auf die Kameraden vom Feldjägerkorps warten, groß. Das, was der Polizeibeamte In jahrelanger praktischer Tätigkeit gelernt hat, wird jetzt vom Feldjägerkorps in verhältnismäßig kurzer Zelt verlangt. Aber ich habe die Erfahrung und bin der festen Ueberzeugung, daß die Männer des Feldjägerkorps es leisten werden; genau wie Tausende und aber Tausende von alten Kämpfern, die seit 1933 in alle Zweige der Polizei eingegliedert worden sind. Die alten Kämpfer haben sich immer mit ganzer Kraft in die ihnen gestellten Aufgaben hineingekniet und sie bezwungen. So wird es auch diesmal sein! Es sei nicht beabsichtigt, die Feldjäger im Ein- zeldienst auf der Straße einzusetzen. Dazu sei die Materie für die Kameraden des Feldjägerkorps zu neu. „Vielmehr ist vorgesehen, das Feldjägerkorps in verstärktem Maße für die motorisierte Straßenpolizei einzusetzen. Wir haben hierin bereits mit den jungen, disziplinär tadellos erzogenen, äußerst beweglichen Kräften des Feldjägerkorps die besten Erfahrungen. Selbstverständlich ist bis zur völligen Verschmelzung mit der Schutzpolizei noch eine gewisse Uebergangszeit notwendig, in der die Feldjäger ihre bisherigen Funktionen noch ausüben, bis diese endgültig von der Schutzpolizei übernommen werden." Auf die neue innere und äußere Gesamthaltung der deutschen Polizei übergehend führte Generalleutnant D a l u e g e aus: „Das soldatische Denken und Fühlen läßt sich In der neuen Polizei des nationalsozialistischen Staates nicht mehr verleugnen. Wenn der Angehörige des deutschen Polizeikorps auch Beamter ist, so wird und muh er sich immer als Soldat fühlen, das verlangt der Dienst von ihm. Jeder Volksgenosse soll sich im klaren darüber sein, im Polizeibeamten in erster Linie einem Wanne gegenüberzustehen, der gehorchen, aber auch gerecht und wenn es sein muß unbeeinflußt streng zu handeln gelernt hat. Die Mobilisation von drei neuen Divisionen in Italien wird von der italienischen Presse mit einer Propaganda gegen Abessinien begleitet, für die jeder natürliche Grund zu fehlen scheint, es sei denn, Italien beabsichtige, verspätete, aber gründliche Rache für die Niederlage von A d u a im Jahre 1896 zu nehmen, in der Ras Menelik die Italiener schlug. Wenn Italien von einer Beeinträchtigung seines Prestiges durch Abessinien spricht, so sind das Behauptungen, für die die Presse die Beweise noch schuldig bleibt, denn der K a i s e r von Abessinien hat bisher nichts getan, um Italiens Würde anzutasten. Er hat sich als Mitglied des Völkerbundes an den Völkerbund gewandt und ein Schiedsgerichtsverfahren vorgeschlagen, dem Italien und seine Verbündeten auswichen, und der Völkerbund hat nach der beliebten Methode den italienisch-abessinischen Konfliktsfall a u f die lange Bank geschoben. Wenn die italienische Presse behauptet, es handele sich um Vorsichtsmaßregeln, bann müßte doch Abessinien a g - gresive Gelüste haben. Aber Abessinien hat es weit von sich gewiesen, die italienischen Kolonien zu beanspruchen, und wenn nomadisierende Stämme gelegentlich in ein übrigens umst ritte n e s Grenzgebiet einmarschierten, so kann man doch darin nicht plötzlich einen Angriff auf die italienische Nation erblicken, da überall, wo die Grenzziehung sehr unbestimmt ist, und zumal in afrikanischen Gegenden, solche Grenzüberschreitungen vorkommen und seit 1896 sehr häufig vorgekommen sind, ohne daß das empfindliche Italien darüber in Zorn geriet. Aber seit dem Abkommen mit Frankreich ist Italien in der Beziehung höchst empfindlich geworden. Es behauptet setzt, es habe die Pflicht, die Zivilisation dort zu verbreiten, wo „Sklaverei und barbarische Anarchie herrschten". Die Italiener steigern sich anscheinend in große Erregung hinein, und es scheint in Rom wirklich an jenem abkühlenden Geist zu fehlen, der die Dinge zur Wirklichkeit zurückführt. Die Abessinier sind als Mitglieder des Völkerbundes durchaus berechtigt, den Schutz des Völkerbundes gegen eine Bedrohung an- xurufen und ihm zum unterbreiten, ob er Italiens Vorgehen billigt. Denn die Großen und die Kleinen finb, wenigstens in der Th e o r i e, vor dem Völker- München, 8. Mai. (DNB.) In Pasing vor München fand am Mittwoch die feierliche Eröffnung der Hans-Schemm-Hochschule für Lehrerbildung statt. «eichserziehungsmmister Sufi führte dabei u. a. aus: Die deutsche Schule kann ihre Aufgabe nur ableiten aus den großen Lehren des deutschen Schicksalsweges. Die Erziehung der Vergangenheit sah nur die Menschheit und das Individuum. Wir kennen keine Menschen an sich. Wir sehen den deutschen Menschen. Wir sehen lm Kinde ein wesen aus unserem Blut, auf dieser Scholle gewachsen, und wir sehen das Endziel der Erziehung: ein Volk mit einem Willen, mit einer Gesinnung, mit einem Charakter. Eine Bewegung, die aus den Tiefen des Volkes aufgestiegen und auf seinen breiten Schichten aufgebaut ist, wird das neue Erziehungswerk nicht bei der höheren Schule beginnen, sondern bei der Volksschule. Dort wird das Schicksal entschieden. Wenn da aus dem deutschen Schicksalsbewußtsein, aus dem wiedererwachten natürlichen Gemeinschaftsgefühl, aus den heimatlichen Kräften heraus die Jugend erzogen wird, dann ist die F e st u n g des deutschen Lebens errichtet, dann steht Deutschland. Die Aufgabe erkennen wir als gottgegebenes Gebot, und wir werden ihr nie untreu werden. Am Anfang kann nicht ein neuer Lehrplan stehen. Auch die Methode ist nicht das entscheidende. Wir sind Suchende und haben den Mut, es zu sein. Suchen heißt aber auch forschen. Die völkische Erziehungslehre selbst muß erst entwickelt werden. Adolf h i t l e r yat über sein Programm wenig gesprochen, er hat nur die Marschrichtungspunkte aufgezeigt, dafür aber feine Bewegung und seine Macht sich geschaffen durch die Prägung eines neuen lebendigen Typus des politischen Kämpfers, des S A. - M a n n e s. Auch für die Schule ist entscheidend der neue Lehrertypus, der hier in Erscheinung tritt. Daß die Bildungswerte nicht vernachlässigt werden dürfen, ist selbstverständlich, denn Dilettantismus ist der Tod jedes Unternehmens. Der Typ des neuen Dozenten muß ein Stück SA. - Mann in sich verkörpern, er muh aber auch den Trieb zur Erforschung der wissenschaftlichen Wahrheit in sich tragen, er muß sein Fach hochschulmäßig vertreten können. Da gibt es keine Vergleichspunkte, denn es muß Neues geschaffen werden. Das Ist die Aufgabe der Hochschule für Lehrerbildung. Von Bayern aus Ist der Nationalsozialismus zur breiten Volksbewegung geworden. Ein Sproß aus bayerischem Stamm gab uns den Führer. Nun geben Sie hier in Bayern auch der Jugend den neuen Führer! Anschließend schilderte der Rektor der neuen Hochschule, Dr. Abb, wie er seine Aufgabe auffasse. H i t l e r g e i st müsse sich mit P e st a l o z z i- G e ist verbinden. Die neue Hochschule wolle körperlich, charakterlich und geistig gesunde, deutsche Männer und Frauen für den Volksschullehrerberuf und damit für Führer und Vaterland erziehen. Auf dem Prag-Friedhof in Stuttgart wurde die Leiche des Artillerieführers III in Oppeln, Generalmajor Höring, mit großen militärischen Ehren eingeäschert. Zu gleicher Zett fand die Einäscherung der Gattin des Generalmajors Häring, seines siebenjährigen Töchterchens und des Oberleutnants per Fliegertruppe Otto Braun statt, die mit drei anderen Personen bei dem schweren Flugzeugunglück Fichtelgebirge ums Leben gekommen waren. An der Trauerseier nahm auch der Chef der Heeres- leitung, General v. Fritsch, teil. sich in den Grenzgebieten seiner Kolonien ein Zustand der Bedrohung und aktiver Feindseligkeit verewige. Abessinien sei sowohl gegenüber Italien, als gegenüber dem Völkerbund vertragsbrüchig. Die abessinische Frage müsse daher auch als europäisches Problem betrachtet und gelöst werden. Englische Urteile. London, 8. Mai (DNB.) Die Meldungen über die erneuten Verstärkungen der italienischen Garnisonen in Eritrea und .Somallland werden in der englischen Presse auf» Das Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" befindet sich Es gibt genug Mittel und Wege hierzu. Auch verlauf der Reise von Pernambuco nach Rio de Ja- Sport nimmt in der politischen Ausbildung einen netto. Am Mittwoch um 19.30 Uhr MEZ. stand es immer größeren Raum ein. Und wenn sich heute 180 Kilometer südöstlich von Bahia (Brasilien), die neue innere und äußere Haltung unserer Po- Weihe des Bischofs der deutschen Altkatholiken, lizei bereits in den ersten Umrissen auszuprägen Unter außerordentlich starker Teilnahme auch aus- begmnt, so kann ich ohne Ueberhebung sagen, daß (änbifdjer altkatholischer Kirchen würbe der erwählte m absehbarer Zett das Bild sich vervollständigt und $ . ' •' f der Altkatholiken des Deutschen das deutsche Volk über eine Polizei verfügt, die em Reiches, Erwin Kreutzer, in der Schloßkirche zu Vorbild in der Welt sein wird. Mannheim zum Bischof geweiht. In den althergebrachten Formen der altkatholischen Bischofsweihe " “ vollzog sich in ernster Feierlichkeit die Konsekration, die Bischof Dr. Adolf Kuery (Bern) vornahm. _ _ _ ’• Von den assistierenden Bischöfen hielt Bischof Jo- bund absolut 9^ W«™. her »ölftrbunb ^n™5äf"e° “taÄ de- hier, wie es den Anschein hat, ferne Pflicht rme- . x•' .f. ho« herum oerfäumt und Italien sich da- Recht nimmst und gegen Abessinien vorzugehen, dann enthüllt er sich > abermals als ein Instrument der Mächtigen, ^yorven. . Italien hat den Abessiniern zum Vorwurf gemacht, Sicherheitsverwahrung für einen Mittäter sich Waffen zu besorgen, also n i ch t w e h r l o s zu bei der Ermordung Horst Wessels, ein, und es hat ihnen das als Verbrechen an- Die 13. Strafkammer des Berliner Landgerichts gemünzt. Es kann anscheinend auch seine Truppen- gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anoerstärkungen nicht abdrosseln. Will es den Krieg ordnung der nachträglichen Sicherheitsver- im Spätsommer? Alle Zeichen deuten darauf hin, wahrung gegen den 33jährigen Josef Kan- aber ein solcher Krieg wäre vor allem gleichbedeu- dulski, einen der Mittäter bei der Errnor- tend mit einer Krise b e s Völkerbundesdung Horst Weisels, statt. In ber Verhand- selbst. hing gegen ben mehrfach vorbestraften Verbrecher, Rom spricht von Vertragsbruch Horst Wessel- mit der unverständlich milden Strafe ölhoffiniOMÄ von 5 Jahren und 1 Monat Zuchthaus daoonge- -ilVvJ JUllwl" kommen war, lebte noch einmal die Erinnerung Rom, 8. Mai, (DNB,) Die Genehmigung des an die furchtbare Tat kommunistischer Meuchel. Voranschlages für das Kolonialminifterium und die Mörder auf, der nationalfozialistifche Freihetts- Haushaltsrede des Staatsfekretärs L e f f ° n a wer- kämpfer anfangs 1930 zum Opfer fiel. Als der zu den von der g-famten Preffe groß aufgemacht. In « Jahren Zuchthaus verurteilte Ali Hohler den den Stellungnahmen der römifchen Blätter wird tödlichen Schuß auf Horst Weffel abgab, stand übereinstimmend gegen Ab-ffinien der Vor- Kand ul f ti fünfer^m unb £ai.(pater aus brn rourf ber N i ch t - i n h«, l tu n g b-s Freunb- W°fch°fchrank ,m Zimmer Horst Weffels °me P,° fchaftspoktes vom Jahre 1928 erhoben. Das st°l- gestohlen, Kanbulsk, ist seit 1918 im ganzen h a l b a m t l i ch ° „G i o r n a l e b' I t a l i a" sagt, f^smal wegen Diebstahls vorbestraft und ohne in ganz Ab-ffinien werbe gegen Italien mobilisiert^ persönliche Not immer wieber straffällig geworben, di- in beschleunigter Form erfolgten großen Rü- Da er von fernem v-rbrech-rischen Hang nicht ab. stungslieferungen, von benen man nicht genau zubringen war, mußte er als „gefährlicher Ge- wiffe, mit welchen Mitteln unb Krebiten sie b-n wohnh-itsverbrecher angesprochen werben vor verschiebenen Lieferanten bezahlt werben, stammten dem bte Oeffentlichkeii burch Anorbnung ber Sicher- - so behaupten „Giornole b'3talia" — aus allen hcitsoerwahrung em für all- mal zu schützen ist, Länbern, Italien könne nicht weiter zulasten, baß Ein gemeiner Racheakt. — ein Trinkgelb von einer Dritten an der betreffenden Stelle niederlegen lassen, nachdem sie die Creme- schnitten vorher vergiftet hatte. Als die beiden das Paket fanden, veranlaßte die Schober ihren ahnungslosen Bräutigam, das Paket mit nach Hause zu nehmen unb sich den Inhalt gut schmecken zu lassen. Der junge Mann schenkte die Süßigkeiten aber seiner 13jährigen jüngsten Schwester, die dann nach lOftünbigen Schmerzen qualvoll starb. Die Schober wollte sich wegen irgenb einer Angelegenheit ani hrem Bräutigam rächen. Nach ihrer Verhaftung legte sie ein volles Gestänbnis ab. Der 63jährige Pater bes verstorbenen Mäbchens, ber auch von ben Süßigkeiten gekostet hatte, liegt noch schwer barnieber, befinbet sich aber außer Lebensgefahr. Seine zweite Tochter ist wieber völlig hergestellt. Zum Word an dem Arbettsdlenstmann koch. Die Staatspolizeistelle Dortmunb teilt mit: Bei bem im Zusammenhang mit bem Morb an bem 2Irbeitsbienftmann Koch genannten Geistlichen hanbelt es sich nicht, wie einzelne Zeitungen berichtet haben, um ben Ortspfarrer, fonbern um ben Vikar R. aus Kirchhunbem. Gegen R. schwebten bereits seit einiger Zeit Ermittlungen wegen seiner unerhörten Hetze gegen Staat unb Bewegung, Auf Freiheit für die Einzelperson sowohl, als auch für unsere vielen Rassen erhalten. Die zahllosen und unsichtbaren Bande des Gefühls und der Ueberlieferung, die uns vereinigen, sind fein gesponnen, aber viele Fasern machen ein starkes Band, um uns in Zeiten des Unglücks zu verbinden. Es ist mein Gebet und mein fester Glaube, daß dieses geistige Band sich auch als das Band des Friedens erweisen möge." Die Srgebenheitsadreffe des Parlaments. London, 8. Mai (DNB.) Beide Häuser des englischen Parlaments nahmen am Mittwoch einstimmig die Ergebenheits - a d r e s s e an, die sie am Donnerstagvormittag in der Westminster-Hall dem K ö n i a anläßlich seines 25jährigen Regierungsjubiläums überreichen werden. In einer langen Rede bezeichnete Ministerpräsident Macdonald den König als einen sehr menschlichen Souverän, der von den Herzen seines Volkes Besitz ergriffen habe. Macdonald sagte unter dem Beifall des Hauses: „In der Welt um uns haben wir Kronen wanken und stürzen sehen, wir haben Volksfreiheit und repräsentative Einrichtungen zerbrechen sehen. Uns aber ist es gelungen, ohne Zersetzung fortzuschreiten und ohne Revolution unsere Jugend zu erneuern." Lauten Beifall riefen auch die Worte Macdonalds hervor, daß die englische Krone ein Band der dauernden Einigkeit zwischen England und den englischen Dominien fei. Auch der arbeiterparteiliche Oppositionsführer Lansbury schloß sich der Ergebenheitsadresse an und erklärte unter Beifall: „Die englische Verfassung funktioniert, und die Volksmassen gewinnen mehr und mehr die Anerkennung des Rechtes, sich an der Zukunft dieses Landes zu beteiligen." Lansbury sagte, daß er auch keine klassenkämpferischen Gründe gegen den König anführen könne; denn die Königsfamilie habe durch ihr Verhalten zur Beseitigung der Klassenunterschiede beigetragen. Auch der liberale Führer, Sir Herbert Samuel, und der „Vater des Unterhauses", Lloyd George, begleiteten die Adresse mit herzlichen Glückwünschen für das Königspaar. „3tl es zuviel, zu hoffen..." L o n d o n, 9. Mai. (DNB.-Funkfpruch.) In einem Leitartikel gibt die „Time s" ihre Genugtuung über die Anteilnahme Ausdruck, die auch im Aus- land an dem Regierungsjubiläums König Georgs genommen worden ist. Das Blatt verweist auf die Glückwunschtelegramme der Staatsoberhäupter und fährt dann fort: Der Reichskanzler, an den der König gestern eine huldvolle Antwort sandte, hat König Georg gebeten, seine Glückwünsche entgegenzunehmen und hat gesagt, daß das deutsche Volk mit warmer Anteilnahme alle Bemühungen seiner Majestät und der britischen Regierung für die Festigung des Friedens beobachte. Ist es zuviel, zu hoffen, fragt die „Times", daß die von allen Ländern der Welt so aufrichtig gezeigte Anteilnahme an dem Wohlergehen des britischen Herrscherhauses als ein neues Band dienen könne, das alle zivilisierten Staaten verknüpfe? Die englischen Lustrüstungen. London, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, die Frage des L u f t p a k t e s sei während der letzten zwei Monate ständig von der britischen, französischen und italienischen Regierung erwogen worden. Der ursprüngliche Vorschlag, ob der Pakt einen Plan zur Begrenzung der Luftrüstungen einschließen solle, habe im Hinblick auf Deutschlands „hohen Rüstungsstand" (!) eine Veränderung erfahren. Die britische, französische und italienische Regierung würden jetzt zu entscheiden haben, ob es zweckmäßig sein werde, das „Luftlocarno" von den übrigen Sicherheitsvorschlägen der Londoner Erklärung abzulösen. Sie müßten ferner erwägen, inwieweit über eine „Höchstgrenze" der Luftstreitkräfte verhandelt werden könne. Es verlaute, daß nach britischer Ansicht die Stärke der Luststreitkräfte erster Linie tninbe- i skens 1600 Maschinen — die Stärke der französischen Luftstreikmacht — betragen müsse. Inzwischen werde bekannt, daß mit der schnellen Vergrößerung der britischen Luftslreitmacht gute Fortschritte gemacht würden. Das Ziel werde sein, die hüchststärke binnen zwei Jahren zu erreichen. Es werde nicht für notwendig gehalten, sich wegen irgend einem Flugzeugtyp an den ausländischen Markt zu wenden. Ein großer Teil der neuen Flugzeuge werde aus schnellen Bombenmaschinen von großer Reichweite bestehen, also einer Klasse, in der gegenwärtig eine ernste Unterlegenheit vorhanden sei. Besondere Machtbefugnisse würden auch nachgesucht werden, um das Luftfahrtministerium zum schnellen Ankauf von Gelände für Flugplätze zu ermächtigen. Wahrscheinlich werde ein besonderer Aufruf an die Oeffentlichkeit erfolgen, in dem gebeten wird, diese wichtige' Aufgabe zu erleichtern. Ebenso werde ein allgemeiner Aufruf für die schnelle Rekrutierung geeigneter Mannschaften erlassen werden. England und die Dominien. Außenpolitische Anfragen im Unterhaus. London, 8. Mai. (DNB.) Angesichts der verschiedenen und z. T. widersprechenden Mutmaßungen über den Verlauf der z. Z. in London stattfindenden außenpolitischen Besprechungen zwischen dem englischen Kabinett und den Ministerpräsidenten der Dominien sah sich Macdonald veranlaßt, am Mittwochnachmittag im Unterhaus eine Erklärung abzugeben. Der Ministerpräsident wies auf die in einigen Morgenzeitungen veröffentlichten Berichte hin, wonach man vereinbart habe, daß die englische Regierung in Zukunft schnelle außenpolitische Entscheidungen treffen könne, ohne vorher mit den Dominien Rücksprache-zu nehmen. Es sei äußerst bedauerlich, daß in einer für das Vertrauen und die Verständigung im englischen Weltreich so wichtigen Frage derartige völlig unbegründete und schädliche Behauptungen aufgestellt würden. Es sei gänzlich unwahr, daß eine Aenderung der gegenwärtigen Verantwortlichkeit und außenpolitischen Verpflichtungen der Dominien erörtert oder erwogen worden sei Dieser Gegenstand sei überhaupt in keiner der Sitzungen erwähnt worden. Die englische Regierung hatte energisch an den auf den verschiedenen Weltreichskonferenzen niedergelegken Grundsätzen für das System der Konsultation über Vertragsverhandlungen und , die Führung außenpolitischer Angelegenheiten im allgemeinen fest. Diese Grundsätze, die in einem Bericht der Weltreichskonserenz von 1930 niedergelegt worden sind, seien durchaus anerkannt und ihre Anwendung sei unbestritten. (Beifall.) Es sei — besonders für die öffentliche Meinung in den Dominien — von allergrößter Bedeutung, daß über das gegenwärtige System keine falsche Auffassung vorherrsche. Die fraglichen Klauseln lauten wie folgt? „Jede in Verhandlungen stehende Regierung S. M. soll die anderen Regierungen S. M., falls diese interessiert sind, unterrichten und ihnen Gelegenheit zur Mitteilung ihrer Ansichten geben, wenn sie glauben, daß ihre Interessen berührt werden können. Jede Regierung S. M. sollte nach Erhalt solcher Informationen irgendwelche Ansichten mit angemessener Schnelligkeit äußern. Keine der Regierungen kann irgendwelche Schritte tun, die die anderen Regierungen S. M. in irgendwelche aktive Verpflichtungen ohne deren endgültige Zustimmung verwickeln könnten. Im Unterhaus wurden am Mittwoch auch mehrere außenpolitische Fragen zur Sprache gebracht. Außenminister Sir John Simon erwiderte auf eine Anfrage über den Stand der Luftpaktverhandlungen: „Die Angelegenheit wird keineswegs vernachlässigt. Ich möchte jedoch zur Zeit keine weitere Erklärung darüber abgeben." Der Abgeordnete Sir Williams Davidson bat den Ersten Lord der Admiralität um eine Versicherung, daß die gegenwärtige Flotten stärke Englands „angesichts der kürzlichen Ereignisse in „Deutschland" nicht weiter gemäß dem Vertrag von London verringert werde. Sir Byres M o n s e H erwiderte, die öffentliche Erörterung dieser Frage sei unerwünscht, aber er habe sich seit langem ausführlich mit ihr beschäftigt. Als der Abgeordnete die weitere Versicherung wünschte, daß einige der zur Verschrottung bestimmten Kriegsschiffe als Begleitschiffe für Lebensmitteltransporte in Kriegszeiten behalten würden, erhielt er keine Antwort. Im weiteren Verlauf der Fragezeit teilt Sir John Simon mit, daß die polnische Minderheitenfrage während des Besuches von Großsiegelbewahrer Eden in Warschau nicht erörtert worden sei. Sir John Simon sagte ferner, er glaube, daß der italienisch-abessinische Konflikt in diesem Monat vor den Völkerbund kommen werde. Eine andere Anfrage über die politische Lage in Tanger beantwortete Sir John Simon dahin, daß die englische Regierung mit dem gegenwärtigen Zustand in Tanger unzufrieden sei, daher würden z. Zt. Schritte unternommen, um an die anderen Unterzeichnerstaaten der Konvention von 1923 über die Organisation des Tangerstatuts heranzutreten. Eden wieder genesen. London, 8. Mai. (DNB.) Lordsiegelbewahrer Eden ist von seiner Krankheit, die er sich bei seiner Rundreise durch Europa zugezogen hatte, nunmehr völlig genesen. Er wird am Montag seine Tätigkeit im Foreign Office wieder aufnehmen. Das Echo in derenglischen provinz London, 8. Mai. (DNB.) Die gestrige außenpolitische Aussprache im Oberhaus wird von der englischen Provinzpresse sehr unterschiedlich beurteilt. „Liverpool Daily Post" begrüßt den Tenor der Aussprache und erklärt, man könne Deutschland nur in den Völkerbund zurückbringen, wenn d i e Versailler Mächte Deutschland als gleichberechtigt behandeln und die Militärklauseln des Versailler Vertrags beseitigen. Ferner müßten der Völkerbund und seine Satzungen den neuen Bedingungen angepaßt werden, die durch Deutschlands Wiederau f st i e g zu einer erstklassigen Macht, mit deren Bestrebungen Europa zu rechnen hat, geschaffen worden sind. „Birmingham Post" schreibt, die Oberhausdebatte sei schädlich und sogar gefährlich gewesen, weil sie in Deutschland einen vollkommen falschen Eindruck über die öfentliche Meinung Englands erwecken könnte. Der französische Luffsahttmimster in Rom. Paris, 8. Mai. (DNB.) Luftfahrtminister General D ö n a i n startet, von zwei Flugzeugen begleitet, Donnerstagfrüh zum Flug nach Rom. Er wird von Sachverständigen für Militär- und Handelsluftfahrtfragen begleitet. Dsnain will in Rom eine Reihe wirtschaftlicher, militärischer und technischer Fragen mit den maßgebenden italienischen Stellen besprechen. So soll, nachdem bereits Vorarbeiten geleistet sind, die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit Frankreichs und Italiens auf dem Gebiet der H a n d e l s l u f t f a h r t geschaffen werden, insbesondere für die Strecke Paris—Rom und für den Südamerikadienst. Auch die Frage der U e b e r • Biegung der verbotenen Zonen soll behandelt werden. Mit den militärischen Sachverständigen Italiens will General D 6 n a i n das in Strela in Aussicht genommene französisch- italienische Luftabkommen auf eine solide Grundlage stellen. Der Pariser Berichterstatter der „News Chro- nicle" meldet, ein hoher Beamter des Luftfahrtministeriums habe ihm erklärt, der Besuch des französischen Luftfahrtministers General Denain in Rom bedeute nur, daß er dort über einen M t - litärluftpakt rein defensiver A r t m i.t Italien verhandeln werde. Großbritannien werde auf dem Laufenden gehalten werden. Die Franzosen hoffen, daß dieser Pakt zu einem weiterreichenden Abkommen führen werde, an dem sich Großbritannien und auch Belgien und Deutschland beteiligen könnten. Diplomatische Besprechungen bei Laval. Paris, 8. Mai. (DNB.) Außenminister Laval hatte am Vorabend seiner Warschauer und Moskauer Reise eine ganze Reihe wichtiger diplomatischer Besprechungen. Er empfing zunächst den italienischen Botschafter ln Parts, der ihn wahrscheinlich über den Ausgang der Konferenz in Venedig unterrichtete. Anschließend hatte er eine Unterredung mit dem polnischen Botschafter C h l a p o w s k i über feinen Warschauer Besuch und schließlich mit den Gesandten Griechenlands und Südslawiens. Laval empfing außerdem den Apostolischen Nuntius. Japans Kampf gegen die Geheimverbände. Tokio, 8. Mai. (DNB.) Die Aktion gegen die politischen G e h e i rn v e r b ä n d e nimmt immer größeren Umfang an. Bisher sind bereits 2 5 0 0 Verhaftungen erfolgt. Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Besitzer des Sensationsblattes „Teito Nitschi-Nitschi", dem Erpressung und Gewalltätigkeit vorgeworfen wird. Schlechter Anfang zwischen Paris und Moskau. Die „falte Schulter"" für die Sowjets. Paris, 8. Mai. (DNB.) Nachdem sich fast sämtliche französischen Informationsblätter mit den Zeitungen solioarisch erklärt haben, denen die sowjetrusfische Botschaft in Paris die Einreisegenehmigung für ihre Berichterstatter anläßlich der Moskauer Reise Lavals verweigert hatten, teilt der „Temps" jetzt mit, daß der Zwischenfall geregelt fei. Die Sowjetbotschaft in Paris habe bekanntgegeben, daß das Visum für die Einreise nach Sowjetruhland keinem französischen Zeitungsvertreter verweigert wrrde. „Matin" lehnt diese nachträgliche Bereitschaft für sich, wie folgt, a b : Wir haben eine zu hohe Meinung von der journalistischen Aufgabe der Presse, um dieser oder jener Entscheidung einer Regierung zu antworten, die auf die Verräter von Brest-Litowsk folgte und die in der ganzen Welt die Revolution anzuzetteln sucht. Der „M a 11 n" wird den französischen Außenminister nicht nach Moskau begleiten. Sein Vertreter wird an der sowjetrussischen Grenze umkehren. „Journal" kündigt dieselbe Haltung an und schreibt: Wir sind gestern unterrichtet worden, daß die Sowjetbotschaft bereit ist, dem Sonderberichterstatter das Einreise-Visum nach Sowjetrußland zu bewilligen. Die Mitteilung enthielt keinerlei Andeutung und keinen Ausdruck des Bedauerns über das Vorkommnis. Sie ist uns gleichgültig. Wir lehnen das amtliche Visum ab. „Journal" und seine Mitarbeiter sind gewöhnt, durch den H a up tein- gang in ein Land einzutreten, nicht durch eine mit unbilliger Miene leise geöffnete Hintertür. Der Sonderberichterstatter des „Journal" wird daher Laval nur bis Warschau begleiten. „Petit Parisien" macht auf die Berichtigung des Irrtums „einer wahrscheinlich untergeordneten russischen Stelle" aufmerksam und erklärt, der Vorfall gebe den Regierungen, die die französische Presse nicht mit der ihr schuldigen Achtung behandeln wollen, eine Lehre. Eine Angabe darüber, ob das Blatt einen Berichterstatter nach Moskau entsendet oder nicht, findet sich in der Donnerstagausgabe des „Petit Parisien^ nicht. „F i g a r o" begrüßt den Erfolg des Protestes der französischen Presse, deren einheitliche Haltung die Sowjetregierung veranlaßt habe, ihren Irrtum anzuerkennen. Die Sowjets hätten begriffen, daß die Reise Lavals ohne die Begleitung französischer Journalisten viel von ihrem Interesse verlieren würde. potemkm nach Moskau abgereisi. Moskau, 8. Mai. (DNB.) Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Besuch des französischen Außenministers Laval in Moskau ist, wie die Amtliche Sowjetrussische Telegraphenagentur meldet, der Sowjetbotschafter P o t e m k i n am Mittwoch aus Paris nach Moskau abgereift, um an den Empfangsvorbereitungen teilzunehmen. Der in der Schwebe gebliebene südslawische Prozeß ien wäre, unterstreicht das christ- itt" in seinem heutigen gegen werde B u d a p e st, 8. Mai (DNB.) Ueber die Ergebnisse der Vorbesprechungen von Venedig liegen noch immer keine amtlichen Mitteilungen vor. Man betont lediglich, daß die Verhandlungen auf diplomatischem Wege fortgesetzt würden. Im allgemeinen besteht der Eindruck, daß die ungarische Regierung sich zur Teilnahme an Der Donaukonfe- renz nur unter bestimmten Bedingungen bereit erklärt ijabe, zu denen im wesentlichen die Betonung der friedlichen Revision nach Artikel 19 des Völkerbundspaktes, keine Schwächung des allgemeinen Minderheitenschutzes durch den Abschluß eines Nichteinmischungspaktes und keinerlei gegen Deutfch- land oder Polen gerichtete interna- tionale Vereinbarungen gehören sollen. In der Frage der militärischen Gleichberechtigung Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens konnten, wie jetzt verlautet, die bisherigen großen Schwierigkeiten nicht überwunden werden. Die allgemeine italienische Zusicherung auf eine zahlenmäßige Erhöhung des ungarischen Rüsttmgstandes soll von ungarischer Seite als ungenügend abgelehnt und die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gefordert worden sein. Die Schwierigkeiten in dieser Frage werden in hiesigen unterrichteten Kreisen nicht auf die Haltung der österreichischen Regierung zurückgeführt, die in der Frage der allgemeinen Wehrpflicht bisher keinen endgültigen, feftumriffenen Standpunkt eingenommen bat. Ungarn wegen Verletzung der Verträge formell zurückgezogen werden. Bedingungen Ungarns. Schuschniggs Begegnung mit Mussolini. „Hindernisse zwischen Venedig und Rom.-" — Das Verhältnis zwischen Rom und Belgrad. Englische Kommentare. London, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der „Time s" - Berichterstatter in Nom drückt Die Vermutung aus, daß auf Der bevorstehenden Zusammenkunft zwischen Bundeskanzler Schuschnigg und Mussolini besonders die Frage einer österreichischen Wiederaufrüstung und der Zukunft der Habsburger erörtert werden solle. Alles deute Darauf hin, Daß Italien sehr Darauf beDacht sei, Die römische' Konferenz soweit wie möglich im voraus vorzubreiten. Damit Die Ab- orDnungen Der neun teilnehmenDen Staaten ihre Arbeit in wenigen Tagen leisten könnten. Sehr bedeutsam sei die an den südslawischen Ministerpräsidenten und Außenminister 3ef- titfd) ergangene Einladung, am 18. Mai auf dem Wege nach Genf in Venedig mit Anlerslaatssekretär S n v i ch zusammenzutreffen. Soweit bekannt, sei dies die erste der Einladungen an Außenminister der kleinen Entente, mit denen gerechnet wurde. Daß sie dem südslawischen Minister galt, sei ein eindrucksvoller Hinweis auf die Besserung der Beziehungen, die allmählich zwischen Rom und Belgrad eingetreten sei. Der Berichterstatter Der „Corning P o st" in Rom sagt, einige Leute glaubten. Der österreichische Bundeskanzler komme nach Florenz, weil er mit Dem österreichischen Anteil an Den wirtschaftlichen Vorteilen, Die Italien auf Der Konferenz in Venedig Oesterreich unD Ungarn versprochen habe, unzufrieden sei. Andere Leute glaubten, daß das österreichische Kabinett dringend wünsche, die Frage einer Wiederherstellung Der Habsburger aus allen internationalen Erörterungen auszuschließen. AnDere Gerüchte besagten, Der unerwartete Besuch sei auf geheime Nachrichten über einen geplanten Staats ft reid) in Oe ste r reich zurückzuführen. Das die italienisch-südslawischen Beziehungen betreffe, so werde allgemein ein großer Fortschritt erwartet. Ls werde angenommen, daß bei dem Besuch von Jeflltfch ein Weg gefunden werden könne, um alle Mißverständnisse zwischen den beiden Ländern zu beseitigen. Wien, 8. Mai. (DNB.) Wie Die „Politische KorresponDenz" mitteilt, wird BunDeskanzler Dr. Schuschnigg einen kurzen Erholungsurlaub antreten. Er wird währenD Des Urlaubs voraussichtlich auch Dem Konzert Der Wiener Philharmoniker, Das bekanntlich im Rahmen Der Musikwoche in Florenz ftattfinDen wirD, beiwohnen. Nach Den bisher getroffenen Dispositionen roirb Der BunDeskanzler bei feiner Anwesenheit in Italien auch Gelegenheit haben, mit Mussolini zusammenzutreffen. Der BunDeskanzler wird Mitte Der nächsten Woche roieDer in Wien eintreffen. Die beabsichtigte Reise Des BunDeskanzlers nach Italien hat hier einigermaßen Aufsehen hervorgerufen, will man Doch Daraus Den Schluß ziehen, Daß Die Vorkonferenz in Venedig b e - DeutenDe Schwierigkeiten für Die bevor- stehende Konferenz in Rom zutage treten ließ, zu Deren Beseitigung nunmehr sogar eine Aussprache zwischen Dem österreichischen unD Dem italienischen Regierungschef notroenDig rourDe. WährenD im großen unD ganzen Die Wiener Presse bis jetzt Den Eindruck zu erwecken versuchte, als ob in VeneDig alles glatt gegangi " ■ - • -...... lichsoziale „Neuigkeitsweltblatt „Hindernisse zwischen Venedig und R o m" überschriebenen Leitartikel Die hauptsächlich zwischen Der Kleinen Entente und Ungarn aufgetauchten Streitpunkte. : Oas Ergebnis von Kowno. t Kowno, 9. Mai. (DNB.) Die Konferenz - der drei baltischen Außenmini st er, ! die am Montag begann, wurde am Mittwoch gegen 14 Uhr beendet. Der litauische Außenminister L o z o r a i t i s, Der lettische Vizeaußenminister Munters unD Der estnische Außenminister Seljamaa empfingen am Mittwochabend die Presse, um sie von Dem Ergebnis Der Konferenz in Kenntnis zu setzen. Sie gaben ihrer Befriedigung Darüber AusDruck, Daß Die Konferenz, Die völlig im Geiste Des Friedens verlaufen fei. Den baltischen Verband in Der Zusammenarbeit bei aktuellen außenpolitischen Fragen einen Schritt weiter gebracht habe. Ueber Den Abschluß Der Konferenz bringt Die Litauische Telegraphen-Agentur einen längeren amtlichen Schlußbericht. Danach ist es auf Der Konferenz auch nicht zum Abschluß nur eines einzigen Abkommens gekommen. Es wirb lediglich festgestellt, daß Die Bemühungen zur Sicherung Des Friedens in Oft- europa, Die anfänglich ihren AusDruck in dem GeDanken Des Ostvaktes gefunDen hätten, fortge- setzt roerDen mürben unD Daß Die Anstrengungen Der Mächte bisher insofern Ergebnisse gezeitigt hätten, Daß Die Mächte ihre Zustimmung zu Dem Oe- Danken eines kollektiven unD regionalen Sicherheitssystems gegeben hätten. Die Drei Staaten feien bereit, ihre aktive und ehrliche Mitarbeit jeder Aktion zu leihen, die Die Verstärkung Derartiger Sicherheitsgarantien in Osteuropa zum Ziele habe. Die drei Außenminister würden die Methoden ihrer Zusammenarbeit im Gei st e des D ö l k e r b u n d s p a k t e s prüfen und vertiefen. Sie seien entschlossen, sich gegenseitig nach den Bestimmungen des Arttkels 1 des baltischen Annäherungsabkommens vom 18. August 1934 politische und diplomatische l$Ufe zu leisten. Der neue deutsche Volksschullehrer. Minister Jtufl spricht bei der Eröffnung der HanS-Schemm-Hochschule. München, 8. Mai. (DNB.) In Pasing vor München fand am Mittwoch die feierliche Eröffnung der Hans-Schemm-Hochschule für Lehrerbildung statt. Reichserziehungsminister Rust führte dabei u. a. aus: Die deutsche Schule kann ihre Aufgabe nur ableiten aus den großen Lehren des deutschen Schicksalsweges. Die Erziehung der Vergangenheit sah nur die Menschheit und das Individuum. Wir kennen keine Menschen an sich. Wir sehen den deutschen Menschen. Wir sehen im Kinde ein wesen aus unserem Blut, auf dieser Scholle gewachsen, und wir sehen das Endziel der Erziehung: ein Volk mit einem Willen, mit einer Gesinnung, mit einem Charakter. Eine Bewegung, die aus den Tiefen des Volkes aufgestiegen und auf seinen breiten Schichten aufgebaut ist, wird das neue Erziehungswerk nicht bei der höheren Schule beginnen, sondern bei der Volksschule. Dort wird das Schicksal entschieden. Wenn da aus dem deutschen Schicksalsbewußtsein, aus dem wiedererwachten n a - türlichen Gemeinschaftsgefühl, aus den heimatlichen Kräften heraus die Jugend erzogen wird, dann ist die Festung des deutschen Lebens errichtet, dann steht Deutschland. Die Aufgabe erkennen wir als gottgegebenes Gebot, und wir werden ihr nie untreu werden. Am Anfang kann nicht ein neuer Lehrplan stehen. Auch die Methode ist nicht das entscheidende. Wir sind Suchende und haben den Mut, es zu sein. Suchen heißt aber auch forschen. Die völkische Er- ziehunaslehre selbst muß erst entwickelt werden. Adolf hitteryat über sein Programm wenig gesprochen, er hat nur die Marschrichtungspunkte aufgezeigt, dafür aber seine Bewegung und seine Macht sich geschaffen durch die Prägung eines neuen lebendigen Typus des politischen Kämpfers, des SA.-Mannes. Auch für die Schule ist entscheidend der neue Lehrertypus, der hier in Erscheinung tritt. Daß die Bildungswerte nicht vernachlässigt werden dürfen, ist selbstverständlich, denn Dilettantismus ist der Tod jedes Unternehmens. Der Typ des neuen Dozenten muß ein Stück S A. - M a n n in sich verkörpern, er muß aber auch den Trieb zur Erforschung der wissenschaftlichen Wahrheit in sich tragen, er muß sein Fach hochschulmäßig vertreten können. Da gibt es keine Vergleichspunkte, denn es muß Neues geschaffen werden. Das ist die Aufgabe der Hochschule für Lehrerbildung. Von Bayern aus ist der Nationalsozialismus zur breiten Volksbewegung geworden. Ein Sproß aus bayerischem Stamm gab uns den Führer. Nun geben Sie hier in Bayern auch der Jugend den neuen Führer! Anschließend schilderte der Rektor der neuen Hochschule, Dr. Abb, wie er seine Aufgabe auffasse. h i t l e r g e i st müsse sich mit P e st a l o z z t- Geist verbinden. Die neue Hochschule wolle körperlich, charakterlich und geistig gesunde, deutsche Männer und Frauen für den Volksschullehrerberuf und damit für Führer und Vaterland erziehen. Die neue Haltung der deutschen Polizei. Die Aufgaben des eingegliederten Feldjägerkorps. Berlin, 8. Mai, (DNB.) Der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant der Landespolizei D a l u e g e, machte am Mittwochabend über den Deutschlandsender als Abschluß eines Funkberichtes über die Arbeit der deutschen Polizei bemerkenswerte Ausführungen. Generalleutnant D a l u e g e kam zunächst auf die mit der Eingliederung des Feldjägerkorps zusammenhängenden Fragen zu sprechen und erklärte: „Es ist klar, daß niemand von diesen alten Kämpfern der Bewegung verlangen kann, daß sie das Wissen und Können mitbringen, was sich ein Polizeibeamter im Laufe von Jahren angeeignet hat. Ohne Zweifel sind die Schwierigkeiten, die auf die Kameraden vom Feldjägerkorps warten, groß. Das, was der Polizeibeamle in jahrelanger Funktionen noch ausüben, bis diese endgültig von der Schutzpolizei übernommen werden." Auf die neue innere und äußere Gesamthaltung der deutschen Polizei übergehend führte Generalleutnant D a l u e g e aus: „Das soldalifche Denken und Fühlen läßt sich In der neuen Polizei des nationalsozialistischen Staates nicht mehr verleugnen. Wenn der Angehörige des deutschen Polizeikorps auch Beamter ist, so wird und muh er sich immer als Soldat fühlen, das verlangt der Dienst von ihm. Jeder Volksgenosse soll sich im klaren darüber sein, im Polizeibeamten in erster Linie einem Manne gegenüberzustehen, der gehorchen, aber auch gerecht und wenn es sein muß unbeeinflußt streng zu handeln gelernt Hal. merksam, aber verschiedenartig kommentiert. Der „Star" ist ebenso wie der „ M a n ch e st e r Guardian" der Meinung, daß die italienische Regierung offenbar nach wie vor die Methoden vorzuziehen scheine, unter dem Druck von M o b il i sie run g s m aß n a hmen zu verhandeln. Es sei lächerlich, zu behaupten, so chreibt das letztgenannte Blatt, daß die italienischen Kolonien gefährdet seien. Der Plan Mussolinis laufe darauf hinaus, Abessinien einzuschüchtern, um Zugeständnisse zu erhalten. Falls Abessinien es ablehne, sich einschüchtern zu lassen, oder falls irgendein sogenannter Zwischenfall den italienischen Stolz verletze, sei die Möglichkeit eines Krieges nicht ausgeschlossen. Eine ernste Weigerung des Völkerbundes, die abessinischen Beschwerden anzuhören, oder eine weitere Weigerung Italiens, den Streitfall auf friedlichem Wege zu regeln, würde wahrscheinlich dem Völkerbund als auch Italien einen härteren Schlag versehen, als man sich jemals habe träumen lassen. Der „ E v e n i n g Standard" ist der Ansicht, daß alle Anzeichen auf einen italienischen Feldzug gegen Abessinien hindeuteten. Das sei ein Beweis dafür, daß Mussolini zur Zeit nicht an die Möglichkeit eines Krieges in Europa glaube. Das Blatt schildert die Besitzergreifung Abessiniens durch Italien als eine Lösung, die nicht nur im Interesse Italiens liege, sondern zweifellos allen Reibereien in jenem Teile der Welt ein für allemal ein Ende bereiten würde. Das mit kolonialem Besitz gesegnete England brauche auf den kolonialen Ehrgeiz anderer Mächte nicht eifersüchtig zu sein. Es sei zwar richtig, daß das Ouellwasser des Blauen Nil in Abessinien entspringe und daß die Aufschließung des englisch - ägyptischen Sudans von diesem Fluh abhänge, aber die Beziehungen zwischen Grohbritannien und Italien seien äuhersi harmonisch. Das Quellwasser des Blauen Nil werde in italienischen Händen ebenso sicher sein, wie unter dem gegenwärtigen Regime. Militärische Aauerseier für General Höring. Aus aller Welt Italiens Mobilisierung gegen Abessinien men mit auch und über i t a - Es gab früher Zeiten, in denen der „Schutzmann" sich nur dann den nötigen Respekt zu verschaffen glaubte, wenn er über einen mächtigen Schnauzbart, einen beträchtlichen Leibesumfang und eine grimmige Amtsmiene verfügte. Wir kennen diese komische Gestalt aus den Witzblättern der Vorkriegszeit zur Genüge und, ohne die Verdienste der "alten Schutzmannschaft schmälern zu wollen, muß ich erklären, daß es unser ganzes Bestreben ist, im Gegensatz dazu unsere heutige Polizei innerlich jung und elastisch zu erhalten. Jeder einzelne der uniformierten Polizei der staatlichen Exekutive muh in feinem Innern und Aeuheren Uniformträger im wahrsten Sinne des Wortes sein. Es gibt genug Mittel und Wege hierzu. Auch der Sport nimmt in der politischen Ausbildung einen immer größeren Raum ein. Und wenn sich heute die neue innere und äußere Haltung unserer Polizei bereits in den ersten Umrissen auszuprägen beginnt, so kann ich ohne Ueberhebung sagen, daß in absehbarer Zeit das Bild sich vervollständigt und das deutsche Volk über eine Polizei verfügt, die ein Vorbild in der Welt sein wird." lienischen Garnisonen in Eritrea und Somaliland werden in der englischen Presse auf» praktischer Tätigkeit gelernt hat, wird jetzt vom Feldjägerkorps in verhältnismäßig kurzer Zeit verlangt. Aber ich habe die Erfahrung und bin der festen Ueberzeugung, daß die Männer des Feldjägerkorps es leisten werden: genau wie Tausende und aber Tausende von alten Kämpfern, die seit 1933 in alle Zweige der Polizei eingegliedert worden find. Die alten Kämpfer haben sich immer mit ganzer Kraft in die ihnen gestellten Aufgaben hineinge- kniet und sie bezwungen. So wird es auch diesmal sein! Es fei nicht beabsichtigt, die Feldjäger im Ein- zeldienst auf der Straße einzusetzen. Dazu sei die Materie für die Kameraden des Feldjägerkorps zu neu. „Vielmehr ist vorgesehen, das Feldjägerkorps in verstärktem Maße für die motorisierte Straßenpolizei einzusetzen. Wir haben hierin bereits mit den jungen, disziplinär tadellos erzogenen, äußerst beweglichen Kräften des Feldjägerkorps die besten Erfahrungen. Selbstverständlich ist bis zur völligen Verschmelzung mit der Schutzpolizei noch eine gewisse Uebergangszeit notwendig, in der die Feldjäger ihre bisherigen als gegenüber dem Völkerbund vertragsbrüchig. Die abessinische Frage müsse daher als europäisches Problem betrachtet gelöst werden. Englische Meile. London, 8. Mai (DNB.) Die Meldungen die erneuten Verstärkungen der Die. Mobilisation von drei neuen Divisionen in Italien wird von der italienischen Presse mit einer Propaganda gegen Abessinien begleitet, für die jeder natürliche Grund zu fehlen scheint, es sei denn, Italien beabsichtige, verspätete, aber gründliche Rache für die Niederlage von A d u a im Jahre 1896 zu nehmen, in der Ras Menelik die Italiener schlug. Wenn Italien von „Graf Zeppelin" von Pernambuco nach Rio unterwegs. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" befindet sich auf der Reise von Pernambuco nach Rio de Janeiro. Am Mittwoch um 19.30 Uhr MEZ. stand es 180 Kilometer südöstlich von Bahia (Brasilien). Weihe des Bischofs der deutschen Altkatholiken. Unter außerordentlich starker Teilnahme auch ausländischer altkatholischer Kirchen wurde der erwählte Bischof der Altkatholiken des Deutschen Reiches, Erwin Kreutzer, in der Schloßkirche zu Mannheim zum Bischof geweiht. In den althergebrachten Formen der altkatholischen Bischofsweihe vollzog sich in ernster Feierlichkeit die Konsekration, die Bischof Dr. Adolf K u e r y (Bern) vornahm. Von den afsistierenden Bischöfen hielt Bischof Johannes von Deventer die Weihepredigt. Als Ehrengäste wohnten der Feier bei Vertreter des Reichsministers für Erziehung und Unterricht, des Reichsstatthalters von Baden und vieler anderer Behörden. Sicherheilsverwahrung für einen Mittäter bei der Ermordung horst Weffels. Die 13. Strafkammer des Berliner Landgerichts gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung der nachträglichen Sicherheitsverwahrung gegen Den 33jährigen Josef Kan- d u l f k i, einen der Mittäter bei der Ermordung Horst Wessels, statt. In der Verhandlung gegen den mehrfach vorbestraften Verbrecher, der im ersten Strafverfahren gegen die Mörder Horst Wessels mit der unverständlich milden Strafe von 5 Jahren und 1 Monat Zuchthaus davongekommen war, lebte noch einmal die Erinnerung an die furchtbare Tat kommunistischer Meuchelmörder auf, der der nationalsozialistische Freiheitskämpfer anfangs 1930 zum Opfer fiel. Als der zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilte Ali H ö h l e r den tödlichen Schuß auf Horst Weffel abgab, stand K a n d u l f k i hinter ihm und hat später aus dem Wäscheschrank im Zimmer Horst Wessels eine Pistole gestohlen. Kandulski ist seit 1918 im ganzen sechsmal wegen Diebstahls vorbestraft und ohne persönliche Not immer wieder straffällig geworden. Da er von feinem verbrecherischen Hang nicht abzubringen war, mußte er als „gefährlicher Gewohnheitsverbrecher" angesprochen werden, vor dem die Öffentlichkeit durch Anordnung der Sicherheitsverwahrung ein für alle mal zu schützen ist. Ein gemeiner Racheakt. — Aufklärung des Reichenhaller Giftmordes. Der geheimnisvolle Giftmord in Bad Reichenhall hat jetzt feine völlige Aufklärung gefunden. Wie bemeßet, war dort die 13 Jahre alte Bauerntochter Therese Enzinger nach dem Genuß von Cremeschnitten gestorben. Die Sektion der Leiche hatte das Vorhandensein eines starken Giftes erwiesen. Die polizeilichen Nachforschungen ergaben nun, daß nicht, wie ursprünglich gemeldet, das Mädchen selbst ein Paket mit Cremeschnitten gefunden hatte, sondern sein 20 Jahre alter Bruder, als er sich in Begleitung seiner Braut, Franziska Schober, befand. Diese hatte das Paket gegen einer Beeinträchtigung seines Presti - g e 5 durch Abessinien spricht, so sind das Behauptungen, für die die Presse die Beweise noch schuldig bleibt, denn der Kaiser von Abessinien hat bisher nichts getan, um Italiens Würde anzutasten. Er hat sich als Mitglied des Völkerbundes an den Völkerbund gewandt und ein Schiedsgerichtsverfahren Vorschlägen, dem Italien und feine Verbündeten auswlchen, und der Völkerbund hat nach der beliebten Methode den italienisch-abessinischen Konfliktsfall auf die lange Bank geschoben. Wenn die italienische Presse behauptet, es handele sich um Vorsichtsmaßregeln, dann müßte doch Abessinien aggresive Gelüste haben. Aber Abessinien hat es weit von sich gewiesen, die italienischen Kolonien zu beanspruchen, und wenn nomadisierende Stämme gelegentlich in ein übrigens umstrittenes Grenzgebiet einmarschierten, so kann man doch darin nicht plötzlich einen Angriff auf die italienische Nation erblicken, da überall, wo die Grenzziehung sehr unbestimmt ist, und zumal in afrikanischen Gegenden, solche Grenzüberschreitungen vorkommen und seit 1896 sehr häufig vorgekommen sind, ohne daß das empfindliche Italien darüber in Zorn geriet. Aber seit dem A b t c ... ein Trinkgeld von einer Dritten an der betreffenden Stelle niederlegen lassen, nachdem sie die Cremeschnitten vorher vergiftet hatte. Als die beiden das Paket fanden, veranlaßte die Schober ihren ahnungslosen Bräutigam, das Paket mit nach Haufe zu nehmen und sich den Inhalt gut schmecken zu lassen. Der junge Mann schenkte die Süßigkeiten aber seiner 13jährigen jüngsten Schwester, die dann nach lOftünbigen Schmerzen qualvoll starb. Die Schober wollte sich wegen irgenb einer Angelegenheit ani hrem Bräutigam rächen. Nach ihrer Verhaftung legte sie ein volles Gestänbnis ab. Der 63jährige Vater bes verstorbenen Mäbchens, ber auch von ben Süßigkeiten gekostet hatte, liegt noch schwer barnieber, befinbet sich aber außer Lebensgefahr. Seine zweite Tochter ist mieber völlig hergestellt. Zum Word an dem Arbeilsdienskmann koch. Die Staatspolizeistelle Dortmunb teilt mit: Bei bem im Zusammenhang mit bem Morb an bem Arbeitsbienstmann Koch genannten Geistlichen hanbelt es sich nicht, wie einzelne Zeitungen berichtet haben, um ben Ortspfarrer, fonbern um ben Vikar R. aus Kirchhundem. Gegen R. schwebten bereits seit einiger Zeit Ermittlungen wegen seiner unerhörten Hetze gegen Staat unb Bewegung, Auf Grunb bes erbrüdenben Beweismaterials ist gegen R. am 6. Mai 1935 richterlicher Haftbefehl ergangen. Tobessturz in einen 40 Meter tiefen Schacht. Auf ber Eisensteingrube Eupel (Kreis Altenkirchen) war ber 21jährige Bauarbeiter Leyen« roeber aus Eicherhof mit Maurerarbeiten in bem Schacht beschäftigt unb wollte mit einem Arbeits- fameraben aus bem Schacht ausfahren. Beim Verlassen bes Förberkorbes tat ber junge Mann einen Fehltritt unb stürzte etwa 40 Meter tief i n ben Schacht, wo er mit zerschmetterten ©fiebern t o t liegen blieb. Ein Mädchenrnörber zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Landshut verurteilte den 23jährigen Johann H a f l b e ck aus Geisenhausen wegen Mordes an der 17jährigen Fabrikarbeiterin Maria Lehrhuber zum Tode. Haslbeck hatte mit der Lehrhuber ein Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Er beschloß, sie umzubringen, und führte diese Tat am 23. Februar 1935 in rohester Weise aus. Er hat das Mädchen mit einem Hammer erschlagen und schließlich auf einen Bahndamm geschleppt, um es überfahren zu lassen und so einen Selbstmord vorzutäuschen. (Eine Tänzerin ermordet. — Selbstmordversuch des Täters. Eine 26jährige Hamburger Tänzerin wurde in ihrer Wohnung in St. Pauli ermordet aufge- funden. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß der Tod durch Erwürgen eingetreten ist. In dem Zimmer der Toten wurde ein Schreiben auf gesunden, in dem sich der frühere Bräutigam ber Toten, ber 32jährige Johannes Pister, der Tat bezich- tigt. Pister konnte verhaftet werden. Er hatte nach der Tat die Flucht ergriffen. Der ehemalige Der- lobte der Tänzerin bewohnte das Nebenzimmer. Zorn geriet. Aber seit dem Abkom- Frankreich ist Italien in der Beziehung höchst empfindlich geworden. Es behauptet setzt, es habe die Pflicht, die Zivilisation dort zu verbreiten, wo „Sklaverei und barbarische Anarchie herrschten". Die Italiener steigern sich anscheinend in große Erregung hinein, und es scheint in Rom wirklich an jenem abkühlenden Geist zu fehlen, der die Dinge zur Wirklichkeit zurückführt. Die Abessinier sind als Mitglieder des Völkerbundes durchaus berechtigt, den Schutz des Völkerbundes gegen eine Bedrohung an« -urufen unb ihm zum unterbreiten, ob er Italiens Vorgehen billigt. Denn bie Großen und die Kleinen sind, wenigstens in der T h e o r i e, vor bem Völker- Scherl-Bildmaterndienst Auf dem Prag-Friedhof in Stuttgart wurde die Leiche des Artillerieführers III in Oppeln, Generalmajor Höring, mit großen militärischen Ehren eingeäschert. Zu gleicher Zeit fand die Einäscherung der Gattin des Generalmajors Höring, seines siebenjährigen Töchterchens und des Oberleutnants der Fliegertruppe Otto Braun statt, die mit drei anderen Personen bei dem schweren Flugzeugunglück im Fichtelgebirge ums Leben gekommen waren. An der Trauerfeier nahm auch der Chef der Heeresleitung, General v. Fritsch, teil. bunt) absolut gleichberechtigt. Wenn ber Völkerbunb hier, wie es ben Anschein hat, seine Pflicht wiederum versäumt und Italien sich das Recht nimmt, gegen Abessinien vorzugehen, dann enthüllt er sich abermals als ein Instrument der Mächtigen. Italien hat den Abessiniern zum Vorwurf gemacht, sich Waffen zu besorgen, also nicht wehrlos zu sein, und es hat ihnen das als Verbrechen angemünzt. Es kann anscheinend auch feine Truppenverstärkungen nicht abdrosseln. Will es den Krieg im Spätsommer? Alle Zeichen deuten darauf hin, aber ein solcher Krieg wäre vor allem gleichbedeutend mit einer Krise des Völkerbundes selbst. Rom spricht von Vertragsbruch Abessiniens Rom, 8. Mai. (DNB.) Die Genehmigung des Voranschlages für das Kolonialministerium und die Haushaltsrede des Staatssekretärs Lesfona werden von der gesamten Presse groß aufgemacht. In den Stellungnahmen der römischen Blätter wird übereinstimmend gegen Abessinien der Vorwurf der Nichteinhaltung des Freundschaftspaktes vom Jahre 1928 erhoben. Das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" sagt, in ganz Abessinien werde gegen Italien mobilisiert; die in beschleunigter Form erfolgten großen Rüstungslieferungen, von denen man nicht genau wisse, mit welchen Mitteln und Krediten sie den verschiedenen Lieferanten bezahlt werden, stammten — so behaupten „Giornale d'Jtalia" — aus allen Ländern. Italien könne nicht weiter zulassen, daß sich in den Grenzgebieten seiner Kolonien ein Zustand der Bedrohung und aktiver Feindseligkeit verewige. Abessinien sei sowohl gegenüber Italien, benutz. Dor Begehung der Tat soll es Zwischen Pister und der Tänzerin, die die Verlobung gelöst hatte, zu einem Auftritt gekommen sein. Der Täter unter» nahm einen Selbstmordversuch und wurde auf Veranlassung der Polizei einem Krankenhaus zugeführt, wo er vernehmungsunfähig darniederliegt. Große Fabrikbrände in Schweden. Schweden wurde in letzter Zeit wiederholt von großen Feuersbrün st en heimgesucht. In einer der letzten Nächte sind nun erneut zwei große Fabrikgebäude im Westgötagebiet z. T. i n A s ch e g e- l e g t worden. So würden in Alingsos große Lager einer Schokoladenfabrik, einer Seidenweberei und einer Maschinenfabrik durch Feuer vernichtet. Der Schaden wird auf über eine halbe Million Kronen geschätzt. Ferner ist in Ulriceha eine Trikotagenfabrik im Werte von etwa 400 000 Kronen eingeäschert worden. In beiden Fällen ist die Ursache der Brände noch nicht geklärt. Sechzehn jüdische Studenten in Warschau wegen staatsfeindlicher Propaganda verhaftet. Die Warschauer Polizei verhaftete den aus neun Studenten bestehenden Gesamtvorstand der jüdischen studentischen Selbstverwaltungsorganisation einer Warschauer Maschinenbauschule, sowie weitere sieben jüdische Studenten. Man hatte bei einer Haussuchung im Büro der Selbstverwaltung eine Fülle illegaler staatsfeindlicher und umstürzlerischer Literatur, Flugblätter, Broschüren u. dgl. gefunden. Neues Erdbeben auf Formosa. — Bisher 19 Tote. Auf der Insel Formosa hat ein neues Erdbeben stattgefunden. Viele Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht. Bisher konnten 19 Tote geborgen werden. 20000 Vtmsparersamilien im Eigenheim. Zur Zeit arbeiten in Deutschland 50 endgültig zum Geschäftsbetrieb berechtigte private und 15 öffentlich-rechtliche Bausparkassen. Die Zahl der bei diesen 65 Kassen bestehenden Bausparverträge hat sich im Jahre 1934 von rund' 270 000 auf rund 280 000 erhöht, die der Gesamtvertragssummen von rund 2,3 Milliarden Reichsmark aus rund 2,35 bis 2,4 Milliarden Reichsmark. Die Neuzuteilungen betrugen über 125 Millionen Reichsmark (im Vorjahr 115 Millionen Reichsmark) und im 1. Vierteljahr 1935 sind schon wieder mindestens 20 weitere Millionen Reichsmark dazugekommen. Allein seit Januar 1933 sind es also jetzt 260 Millionen Reichsmark und seit der Gründung der Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde. Wüstenrot, Gemeinnützige G m. b. H. in Ludwigsburg (Württdg.) belaufen sich die Zuteilungen der deutschen Bausparkassen bisher auf insgesamt rund 700 rMllionen Reichsmark für 70 000 Bau- fporer-Eigenheime, wovon die GdF. Wüstenrot etwa ein Drittel (rund 227,75 Millionen Reichsmark) aufgebracht hat. Von den bisher zugeteilten Beträgen stammen laut Geschäftsbericht der Deutschen Bau- und Bodenbank rund 79 Millionen Reichsmark aus der bekannten Wechselkreditaktion und weitere 8 Millionen Reichsmark aus anderen Krediten der Deutschen Bau- und Bodenbank, und zwar wurden hiervon 43 Millionen Reichsmark im Jahre 1933 bewilligt und 44 Millionen Reichsmark im Jahre 1934, während über 600 Millionen Reichsmark von den Bausparern selbst aufgebracht worden sind. Den Betrag der von den Bausparkassen im Jahre 1934 auf Grund der Zuteilungen neu ausgezahlten Bausparsummen beziffert das Institut für Konjunkturforschung auf 130 bis 135 Millionen Reichsmark (im Vorjahr 65 Millionen Reichsmark), von denen 67,9 Millionen Reichsmark (i. V. 1,2 Millionen Reichsmark) auf Auszahlungen aus den Wechselkrediten entfallen. Zur Zeil warten mindestens 40 bis 50 weitere Millionen Reichsmark nur auf Abruf und werden zum größten Teil schon tn den nächsten Wochen dem Vaumarkte zufließen. Auch die Neuabschlüsse erhöhten sich von Monat zu Monat. Der monatliche Neuzugang bei 35 dem Reichsverband deutscher Bausparkassen regelmäßig Wald bringt Wohlstand 1932 berichtenden Bausparkassen betrug im Januar 1934 insgesamt 10 Millionen Reichsmark, im Juli war er auf 15 Millionen angestiegen und hat sich im Verlaufe des Jahres noch weiter erhöht, bis auf fast 20 Millionen Reichsmark im Dezember. Insgesamt betrug er allein bei diesen Kassen im Jahre 1934 über 180 Millionen Reichsmark, von denen wiederum 46,7 Millionen Reichsmark = 25,8 v. H. auf die GdF. entfallen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen hat sich die günstige Entwicklung auch im neuen Jahre fortgesetzt, so hat beispielsweise der Neuzugang der GdF. Ende April, also in vier Monaten, mit über 23 Millionen Reichsmark Neuabschlüssen schon bald die Hälfte des Neuzuganges des ganzen Jahres 1934 erreicht! Die Bausparkassen haben in den letzten Jahren wesentlich zur Befruchtung der Bautätigkeit beigetragen. Wie die Deutsche Bau- und Bodenbank in ihrem offiziellen Bericht über die Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft im Jahre 1934 ausdrücklich hervorhebt, entfallt auf die Bausparkassen der Hauptteil der von den organisierten Kreditgebern dem Baumarkte neu zugeführten Mittel. In kaum einem anderen Lande der Erde ist eine solche Waldvernichtung getrieben worden, wie in Nordamerika. Die ungeheuren Wälder des besten Nutzholzes schienen unerschöpflich zu sein. Man schlug darauf los, ohne Neuanpflanzungen oorzunehrnen. Oft genug hatten sich schon warnende Stimmen erhoben und auf die Gefahren der Vernichtung dieses nationalen Gutes hingewiesen. Man hatte sogar aus dem jährlichen Zuwachs des Weltwaldbestandes und dem alljährlichen Holzverbrauch der Menschheit errechnet, daß es unter solchen Wirtschaftsmethoden keine hundert Jahre mehr währen könne, bis Verletzte Stamm der Axt zum Opfer fiele. Nun ist man noch beizeiten, aber auch erst durch Schaden, klug geworden. Schon immer konnten sich in den jeden Waldes beraubten riesigen Ebenen Wirbelwinde ungehindert auswachfen und tobende Orkane ganze Städte in Trümmer legen. Der heiße Sommer des letzten Jahres ließ die Flüsse versiegen, weil die Vegetation fehlte, den im Boden aufgespeicherten Wasservorrat zu bewahren. Und weil aus dem gleichen Grunde der Regen nicht langsam von der Wurzelschicht der Bäume ausgenommen und den Vorratskammern zugeführt werden konnte, waren U-eberschwemmungska- t a st r o p h e n die Folge. Nun ist ein gewaltiges Aufforstungswerk geplant, das einen etrea 100 Meilen breiten Waldgürtel von der kanadischen bis zur mexikanischen Grenze und etwa 100 parallellaufende 35 Meter breite Waldbänder als Windbrecher vorsieht. Auch in S o w j e t r u ß l a n d, wo ein ähnlicher Raubbau getrieben wurde, ist ein forstwirtschaftliches Programm aufgestellt worden, das neben der Holzschlaggewinnung auch die Neuaufforstung festlegt. Südafrika hat Versuche gemacht, zusammenhängende Waldgebiete zu schaffen, und möglicherweise verfrüht diese Arbeit wieder aufgegeben. Die tatkräftige Regierung des waldarmen faschistischen Italiens hat längst umfangreiche Aufforstungen in die Wege geleitet. Und auch bas europäische Steppenland Ungarn, dessen waldreiche Grenzgebiete bei Kriegsende die Nachbarstaaten gern in Empfang nahmen, will aus der Pusta in einem langjährigen Arbeitsprogramm Kulturland, Wald, Feld und Wiese schaffen. Ueberall beginnt man der natürlichen stetig sich ergänzenden Quelle eines der wichtigsten Rohstoffe den Wert zuzumessen, der ihr zukommt. In Deutschland ist dieser zahlenmäßig überhaupt nicht darzustellende Wert längst erkannt worden. Eine hervorragende forstliche Gesetzgebung, die unter der nationalsozialistischen Regierung einen wertvollen Ausbau erfahren hat, sorgt nicht nur für den Bestand der Wälder, die mit rund 12 700 000 Hektar etwa ein Viertel der Gesamtfläche Deutschlands einnehmen, sondern trachtet nach dem Ziel höchster Flächenerträge und Ausdehnung der Bestandsfläche durch Aufforstung aller für andere Zwecke nicht brauchbaren Oedländereien. So sind bereits innerhalb Jahresfrist 16 000 Morgen neu aufgeforstet worden. In den preußischen Staatsforsten, die flächenmäßig mehr als die Hälfte der deutschen Staatsforsten betragen, und von jeher vorbildlich für die Forstwirtschaft gewesen sind, wird eine neue Bewirtjchaftungsart durchgeführt werden. Diese Bewirtschaftungsart geht von wald- baulichen Erkenntnissen aus, die sich in den letzten 30 Jahren immer mehr durchgesetzt haben. Nur wo Kunst und Wifsenschast. Der österreichische Dichter Emil Ertt f. In Graz ist nach längerem Leiden der österreichische Dichter Hofrat Dr. Emil Ertl im 76. Lebensjahr gestorben. Mit Emil Ertl ist einer Ihr Anteil hat sich von rund 22,75 v. H. im Jahre auf rund 40 v. H. im Jahre 1934 erhöht! das biologisch günstigste Gleichgewicht in der Gesamtheit der Flora besteht, darf die größte Zuwachsleistung ohne Bodenschöpfung erwartet werden. Vom 1. Oktober 1934 ab sollen Kahlschläge tunlichst vermieden werden. Künftig wird jedes Revier in drei Pflegeblöcke eingeteilt, deren jeder alle drei Jahre durchforstet wird, und zwar im Hinblick auf Einzelstammpflege. Aller Voraussicht nach wird so in Jahren und Jahrzehnten der Ertrag des Waldes erheblich steigen und -war so stark, daß nicht nur die bisherigen Ansprüche an die Forsten voll befriedigt werden können, sondern darüber hinaus noch ein Ueberschuß verbleiben wird. Wenn vom Wald als Rohstofflieferant der Wirtschaft gesprochen wird, so galt das bisher in erster Linie für alle die Betriebe, die aus dem Holz nichts anderes Herstellen, als h ö 1» zerne Dinge. Die gewerblichen und industriellen Betriebe dieser Art: Säge- und Papiermühlen, Bau- und Möbeltischlerei, Stellmacherei und Drechslerei, die Herstellung von Zündhölzern, Stöcken, Schirmen, Musikinstrumenten und was nicht alles aus Holz gemacht wird, beschäftigten nach der letzten Vorkriegsbetriebszählung fast 1700 000 Menschen in etwa 400 000 Haupt- und Nebenbetrieben. Eine immer steigende Bedeutung gewinnt das Holz nun auch für b i e chemische Industrie und hier ist dieser auf heimischem Boden wachsende Rohstoff geradezu unersetzlich geworden. Wenn wir einen Blick auf die Statistik der Rohstoffeinfuhr werfen, so sehen wir gewaltige Summen, die für Textilfajern ins Ausland abfließen. Im Jahre 1932 wurden beispielsweise Wolle, Baumwolle und Lein im Gesamtwert von rund 584 Millionen Mark eingeführt. Wir hatten einmal in Deutschland einen Anbau von Lein, der bis zu 170 000 Hektar Fläche betrug gegenüber 5000 Hektar heute. Wir hatten einmal einen Wollschafbestand von nahezu 30 Mill. Stück, 1932 waren es nur noch rund 3,5 Millionen. Die Entwicklung der Wirtschaft in der Welt spezialisierte die Erzeugung und auf diese Weise wurden wir gerade in Textilfasern abhängig vom Ausland. Das Holz ist künftig dazu berufen, gegen diese Rieseneinfuhrzahlen Sturm zu laufen. Schon hat der Seidenfaden aus Fichtenholz sich die Welt erobert und nicht nur der Naturseide, sondern auch der Baumwolle Kampf angesagt. Aus Buchenholz entsteht eine neue Faser, die Kunstwolle, die mit Naturwolle zusammen Verarbeitet wird. Schritt für Schritt wird Boden gewonnen von der Erzeugnis des heimischen Rohstoffes gegen die Auslandsfafer. Und unermüdlich wird daran gearbeitet, die Erzeugnisse weiter zu veredeln und neue Dinge zu entdecken. Dnn das ist gewiß, daß die Möglichkeiten der Umwandlung des Holzes in wirtschaftlich wertvolle Dinge noch unbegrenzt sind. Es ist eigentlich nicht nötig, noch auf andere Erfindungen hinzuweisen, die beispielsweise Spiritus oder Zucker aus Holz Herstellen oder lediglich Holzgas zum Antrieb von Motorfahrzeugen. Die riesenhafte Bedeutung eines für die eigene Wirtschaft ausreichenden Waldbesitzes ist gerade in unserer Zeit unverkennbar, in der der Güteraustausch der Welt sein Gleichgewicht verloren hat und dadurch Deutschland gezwungen ist, sich entsprechend umzustellen. Wir sind arm geworden durch den Krieg, aber nicht hoffnungslos arm, denn die Vorbedingungen zum Wohlstand find uns geblieben und dazu gehört nicht zuletzt der Wald. der bekanntesten österreichischen Schriftsteller dahingegangen. Seine Romantrilogie „Ein Volk an der Arbeit", bestehend aus den Romanen „Freiheit, die ich meine", „Auf der Weltmacht" und „Das blaue Guguckshaus" haben feinen Namen in Deutschland bekanntgemacht. Viel gelesen mürben auch seine Novellenbände. Ertl hatte am 11. März d. I. seinen 75. Geburtstag gefeiert. Jtt Schutzhast genommen. * Frankfurt a. M., 8. Mai. Vier Män- ner aus Großholbach im Kreise Montabaur mußten in Schutzhaft genommen merben, meil sie, bebauerlichermeise unkontrollierbaren Einflüssen folgenb, ihre Kinber versteckt und sie so von der Erfüllung der L a n d j a h r p f 1 i ch t fern« gehalten hatten. Nachdem die versteckten Kinder roieber zum Vorschein gekommen unb dem Landjahr zugeführt sind, mürben die Väter frei- gelassen. Die Kinder sind nunmehr glücklich, m enger Kameradschaft mit vielen anderen Kindern in einem Landjahr vereinigt zu sein. Ein tragischer llnglücksfatt. Unfreiwilliger Tod durch Erhängen. Beerfelden (Odenrnald), 8. Mai. (LPD.) In Güttersbach erlitt ein 9jähriger Knabe den Tod auf h ö ch st t r a g i s ch e W e i s e. Der Knabe hatte in der Mitte eines Stückes Holz ein etwa zrnei Meter langes Seil befestigt und bestieg feinen Baurn. An einem Ast befestigte er das andere Ende des Seiles, um dann diese Einrichtung rnohl als Schaukel zu benutzen. Vermutlich rutschte er nun ab, das Holz blieb oben hängen, das nach unten hängende Seil bildete eine Schlinge und in dieser fing sich der Kopf des Jungen, reo- burd) er den Tod des Erhängens fand. Kreis Wetzlar. + Kinzenbach, 8. Mai. Im Schulhause fand dieser Tage eine Sitzung statt, in der einem lange gehegten Wunsche der Kinzenbacher Elternschaft Gestalt gegeben wurde. Es handelte sich um die Gründung einer Kinderschule. Es wurde beschlossen, zu diesem Zwecke einen Saal zu mieten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Unter zeitweisem Auftreten nordwestlicher Winde wurden gestern frische polar-maritime Luftmassen nach Deutschland verfrachtet. Sie hielten die Temperaturen im Tagesdurchschnitt etwa 2 Grad unter dem Normalpunkt und ließen sie in der vergangenen Nacht, begünstigt durch kräftige Ausstrahlung, bis in Gefrierpunktnähe, vereinzelt auch etwas unter Null, zurückgehen. Die Lage des Hochdruckzentrums bei nördlichen Winden begünstigt auch weiterhin die Zufuhr verhältnismäßig kühler instabiler Luftmassen, so daß trotz häufiger Aufheiterung kein durchaus beständiges Wetter aufkommen wird. Voraussage für Freitag: Nach recht kühler Nacht wieder teilweise bewölktes Wetter, doch nur höchstens vereinzeltes Auftreten von kurzen Niederschlägen. Bei lebhaften nördlichen Winden auch tagsüber nur mäßig warm. Voraussage für Samstag: Häufige Aufheiterung, doch kein durchaus beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 8. Mai: mittags 8,9 Grad, abends 8,2 Grad; am 9. Mai: morgens 6,4 Grad. Maximum 11,3 Grad, Minimum 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Mai: abends 11,9 Grad; am 9. Mai: morgens 8,9 Grad. — Niederschläge 0,6 mm. — Sonnenscheindauer 0,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. 23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.--G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. IJchtspielhaus Gießen | Kaufgesuche"] [Verschiedene?] iiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiii u.at.läst.Haarew. nur d .die von mir angew.,einz.sich. Meth. unt. Gar. imm.mitd.Wurz. schmerzl.entfernt Frau B. Gulden. 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Alle Mitglieder der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes beteiligen sich daran! Die Deutsche Arbeitsfront. TlGGemeinschast „Kraft durch Freude". „Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk." Ein Vortrag von allgemeinem Interesse: „Neue Wege der Verbrechensbekämpfung. Am heutigen Donnerstag, abends 8 Uhr, hält in der Universität im Rahmen der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk" Prof. Gallas einen alle Volksgenossen interessierenden Vortrag über „Neue Wege der Verbrechensbekämpfung" Am 1 Januar 1934 ist das „Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der Sicherheit und Besserung" vom 24. November 1933 in Kraft getreten. Dieses Gesetz stellt die deutsche Strafrechtspflege vor völlig neue Aufgaben und ist somit von der größten Bedeutung. Es ermöglicht durch Einführung der Sicherungsverwahrung,' der Entmannung und anderer neuer Mißnahmen die Unschädlichmachung des Berufs- und Gewohnheitsverbrechertums, an dem die bisherigen Bekämpfungsmittel fast wirkungslos abgeprallt waren. Es ist für jeden Volksgenossen von Interesse, die Wege kennen zu lernen, auf denen der nationalsozialistische Staat dieser ärgsten Feinde der Volksgemeinschaft Herr zu werden sucht Die Entstehungsgeschichte, die Keine darf fehlen! Jede muß ihre ganze Kraft einsehen, das werk zu fördern. ..Das Ziel der weiblichen Erziehung muh unverrückbar die kommende Mutter fein", ruft uns mahnend der Führer zu. Frauen von Stadt und Land, beweist ihm Euere Treue. heil Hitler! Gez.: 3. Vrinkhoff. Gauamtsleiterin der VS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes. Bedeutung und die seitherige Anwendung des neuen Gesetzes wird daher in den Mittelpunkt des Vortrages gestellt. Volksgenossen, Arbeitskameraden, besucht die Vorträge an der Gießener Universität. Der Eintritt ist frei! Nächster Vortrag, Donnerstag, 16. Mai: Prof. Reinwein über „Die Wichtigkeit der Erforschung und Bekämpfung einer Seuche" Für die Fahrt nach Köln am kommenden Sonntag, 12. Mai, zum Fuhball-Länderspiel Deutschland—Spanien sind noch Karten zu haben. Preis der Karte 6,70 RM. Darin ist enthalten: Fahrpreis nach Köln, Fahrt zum Stadion, Mittagessen, Eintrittspreis ins Stadion. Es sind noch etwa 70 Karten auf der Geschäftsstelle Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer Nr. 8, zu haben. Fahrzeit: Abfahrt in Gießen 6.45 Uhr, Ankunft in Köln-Süd 9.41 Uhr; Abfahrt in Köln-Süd 19.00 Uhr, Ankunft in Gießen 22.14 Uhr Die Deutsche Arbeitsfront. — NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, Schanzenstr. 18, Zimmer Nr. 8, Rus Nr. 2919. Geschäftsstunden sind Montags bis Freitags von 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18.30 Uhr. Samstags von 10 bis 13 Uhr. Aus der Provinzialhauptstadl. Die drei Azius. Was der Volksmund in den Wetterregeln den drei Azius, nämlich den Eisheiligen Pankraz-, Ser- vaz und Bonifazius (12., 13. und 14. Mai) alles angedichtet hat, das geht, offen gestanden, auf keine Ochsenhaut. Auch die „kalte Sophia" (15. Mai) steht bei Gärtnern und Winzern in keinem guten Ansehen, indes, sie kann manchmal auch recht lieb, d. h. besser als ihr Ruf sein, was von ihren drei Kalendervorgängern nicht immer behauptet wird. „Pankraz und Servaz sind Weinmörder, spricht allüberall der Volksmund — Das ist zweifellos eine schwere Anklage „Pankraz und Servaz stehlen wie der Spatz", — das ist gewiß auch kein Kompliment. „Was Pankraz läßt unversehrt, wird oft von Urban (25 Mai) noch zerstört." — Das heißt doch wohl, was der Pankraz gelegentlich versäumt, holt Urban (wohl auch noch so ein heimlicher Eiskomplize?) ein paar Tage später nach „Pankraz, Servaz und auch der Bonifaz, schaffen Frost und Eis gern Platz." — Nein, sie schaffen dem Frost nicht Platz, sondern sie bringen das Eis mit, — aber nicht um den Maiwein zu kühlen. „Die drei Herrn Azius tun Gärtnern, Winzern und Weibern viel Verdruß." — Ja, und das Aergerliche ist: man hat keine Handhabe, um gegen das schändliche Treiben dieser drei Schlingel vor- zugehen? „Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost." — Das heißt, der Servaz steht auf der Grenze zwischen Winter und Sommer; seine Abdachseite hängt voller Eiszapfen, während ihm vorne schon dicke Schweißperlen in den langen Bart kollern. So sind die drei Azius offenbar dazu geschaffen, die Menschen nicht zum ungestörten Genuß von Lenzeswonne und Frühlingshoffen gelangen zu lassen. Mögen sie heuer glimpflich mit uns umspringen! Aus parteiamtlichenBekanntmacbunaen In einem Zellenabend der Zelle I (Liebigstraße), der am Samstag, 11 Mai, 20 30 Uhr, im Hotel Kobel stattfindet, wird Studien-Referendar Szczech über das Thema „Unsere Heimat in vorgeschichtlicher Zeit" sprechen. Das Erscheinen sämtlicher Parteigenossen ist Pflicht. AG.-Lehrerbund, ließen. Fachschaft höhere Schule. Fachgruppe Mathematik und Naturwissenschaften. Donnerstag, 17 Mai, 16 Uhr, im Realgymnasium (Physitsaal) Studienrat Dr. H e u s s e l: Das Abhörverfahren. (Der Feind hört mit.) Studienrat Fischer: Das Lichtmeßverfahren. Deutsche Arbeitsfront. Ortsgruppe Giehen-Ost, Licher Straße 17. Zahlstunden und Markenabgabe an die Block- walter finden nur noch jeden Donnerstag in der Zeit von 19 bis 21 Uhr statt. Für sonstige Angelegenheiten, Unterstützung usw., nur noch jeden Freitag in der Zeit von 19 bis 21 Uhr. Montags fallen die Sprech- und Zahlstunden aus. Am Samstag, 11 Mai, findet im Cafe Leib eine Amtswalter-Versammlung statt. Die Zellenwalter haben dafür zu sorgen, daß alle Block- und Be- triebsgemeinschastswalter erscheinen. Die Stärkemeldungen sind von den Zellenwaltern an Kamerad Römer abzugeben. Entschuldigungen sind ausgeschlossen. Zeitpunkt der Versammlung: 20 Uhr. Ebenso haben die Zellenwalter wegen Kassierungs- fragen am Donnerstag, 9. Mai, 20 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Licher Straße 17, zu erscheinen. Befuqnis des Treuhänders der Arbeit. (DAF.) Nach dem Gesetz vom 19. Mai 1933 ist der Treuhänder der Arbeit sowohl zu einer Ergänzung als auch zu einer authentischen Auslegung des Tarifvertrages befugt Diese Befugnis erstreckt sich jedoch nur auf die Regelung der Arbeitsbedingungen, die durch den Tarifvertrag zulässig war, d. h. was die Einstufung der Gefolgschaft anbelangt, nur die typische Einordnung der im Betrieb vorkommenden Beschäftigungsarten in den Tarif. Die Entscheidung über die Einstufung bestimmter Einzelpersonen bleibt, weil dies in das Gebiet der Anwendung des Tarifvertrages fällt, den Arbeitsgerichten überlassen Zahlen Sie Ihren richtigen DAI Beitrag? DAF. Es wird darauf hingewiesen, daß die der DAF. zu machenden persönlichen Angaben genau so gewissenhaft zu erfolgen haben, wie jeder Behörde gegenüber. Die Deutsche Arbeitsfront hat als Bindeglied des Staates die Aufgabe, den einzelnen Volksgenossen zu einem sich der Gesamtheit verantwortlich fühlenden Staatsbürger heranzubilden. Es ist darum als ein Mangel an Gemeinschaftsgeist anzusehen, wenn Volksgenossen bezüglich ihres Gehalts unrichtige Angaben machen, um dadurch ihren Beitrag zur Deutschen Arbeitsfront herabzusetzen. Zukünftig wird die DAF. alle Mitglieder aus- fchließen, die hiergegen verstoßen. Die daraus entstehenden wirtschaftlichen Folgen hat sich dann jeder selbst zuzuschreiben. Veranlassung zu diesem Hinweis gibt eine Mitteilung der Kassenverwaltung, wonach solche Fälle meist bei Behörden- und Büroangestellten festzustellen sind, während bei den Arbeitern der Faust mehr Ehrlichkeit zu finden ist. Tagung des NSLB. Gießen Land Der Bezirksverein des NSLB. Gießen-Land hielt am gestrigen Mittwoch eine Tagung mit den Arbeitsgemeinschaften „Volksschule" im Hotel Köhler ab. Der Vorsitzende Dr Reidt (Heuchelheim) begrüßte die Teilnehmer und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch im neuen Schuljahr durch die Arbeit der Mitglieder Ersprießliches geleistet werde. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen hielt Lehrer Merz (Leihgestern) einen sehr interessanten Vortrag über das Thema „R a s s e n p o l i t i s ch e Fragen im Erdkundeunterri cht" Er ging dabei von den einzelnen deutschen Stämmen aus, zeigte ihre Eigenarten, ihre Vorzüge und Fehler, um sodann über die eigentlichen Rassen zu sprechen. Das Kind solle im Erdkundeunterricht von der Heimat ausgehend zunächst feinen Gau kennenlernen, bann aber fein deutsches Vaterland. Weiterhin solle es lernen, über die Grenzen zu schauen nach den deutschen Brüdern und Schwestern im Bengt Berg. Scherl-Bildmaterndlpn«t Der berühmte schwedische Forscher und Tierschrift- steller Bengt Berg wurde, wie bereits gemeldet, auf Grund seiner wissenschaftlichen und literarischen Arbeit von der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. Auslande. Daß aber auch geographische Grundbegriffe und wichtige Namen das Gerüst des ganzen Erdkundeunterrichts bilden, wurde besonders erwähnt. Es fei dies das Einmaleins des Unterrichts in der Erdkunde. Aber erst durch die Erkenntnis der Raffenzugehörigkeit, zu Blut und Boden, lerne das deutsche Kind sein Vaterland über alles lieben. Der Vortrag wurde sehr beifällig ausgenommen, und der Vorsitzende dankte in warmen Worten. Nach einer kurzen Pause ging Dr. Reidt auf einige Fragen näher em. Es folgten darauf weitere Mitteilungen und eine Aussprache über die Fibelfrage. Die Versammlung, an die sich noch eine Besprechung der Lehrer, die zur Zeit mit dem Zusammentragen der Flurnamen in den Gemeinden beschäftigt sind, anschloß, wurde in der üblichen Weise geschlossen. Folgenschwerer VerkehrSunfatt. Gestern gegen 21.15 Uhr ereignete sich auf der Straße an der Waldschenke, unweit von Großen- Linden, ein schwerer Verkehrsunfall. Der Bergmann Karl Eichhorn aus Leihgestern, der sich zusammen mit seinem Schwager auf dem Wege zur Arbeitsstätte befand (beide führten ihre beleuchteten Fahrräder neben sich), wurde plötzlich von dem Motorradfahrer Karl F a u ft aus Rodheim a. d. B., der aus der Richtung von Großen-Linden kam, von hinten her angefahren. Eichhorn stürzte und erlitt eine Kopfverletzung, die glücklicherweise nur leichter Natur ist. Der Motorradfahrer fuhr noch etwa 20 Meter weiter, stürzte aber bann ebenfalls unb kam so heftig zu Fall, baß er einen Schäbelbruch erlitt unb bewußtlos liegen blieb. Die sofort herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen brachte beibe Verunglückte in bie Chirurgische Klinik. Der Motor- rabfahrer liegt schwer barnieber unb war bisher nicht vernehmungsfähig. Die polizeilichen Ermittlungen finb im Gange. CREME: 15 Pf.-RM 1.00 / OL: 35 P1.-RM 1.20 NIVEA; Gießener Giadiiheater. Giacomo Puccini: „Madame Butterfly". Wenn Puccinis „Butterfly" innerhalb eines Jahrzehnts zum britten Male auf ber Gießener Bühne erscheint, so erklärt sich bas einmal aus ber unableugbaren Beliebtheit biejer Oper, zum anbern aber gehört sie zu jenen Werken, bie sich ohne An- forberungen eines übergroßen Apparates in Szene fetzen lassen. Zwei gegensätzliche Welten: nüchternes Ameri- kanertum unb eine im wunschvollen Traumhaften lebenbe naive Frauenseele eines fernentrückten, da- her aber für ben phacktasievoll eingestellten Be- fchauer um so reizvolleren Laubes. Dieses exotische Milieu hat ber Oper von Anfang an bas Interesse der Hörer geweckt. Dann aber hält sich bie Hand- lunq frei von Sensationslust; bas Empfinben von Mensch zu Menschen tritt in seiner ethischen Auswirkung in ben Vorbergrunb. lieber bas typisierte Theatergeschehen hinaus rollt sich bas Schicksal eines Menschen vor uns ab; wir erleben bie Charakterentwicklung eines an sich primitiven, aber tn seinem Innern unverfälschten menschlichen Wesens, bas burch bie Verkettung roibriger Umstande zu helbischem Maß auswächst; weil feine Ehre befleckt würbe, gibt es sein bamit wertlos geworbenes Leben dahin. Indem die Geisha Cho-Cho-San, Butterfly g^ nannt, das Recht der abendländischen Welt für sich beansprucht und ihre Vereinigung mit Linkerton nicht nur als Scheinehe, sondern als einen rechtmäßigen Bund mit allen daraus resultierenden Verpflichtungen ansieht, verkennt sie ihre nach Stamrnesbrauch rechtlose Stellung als Geisha. Daß sie dem Linkerton durch die Liebe näher gekommen ist, bestärkt sie in der Täuschung, sich ihm als ebenbürtig zu betrachten. Sie muß an der Doppeldeutigkeit dieser Auffassung zerbrechen Die gleichen Textdichter, bie bas Libretto für die Oper „La Boheme" bearbeitet hatten, schufen nach dem „Butterfly"-Drama von DavibB e l a s c o, der Puccini in London kennengelernt hatte, ein stimmungsvolles Opernbuch, das die eigenartige märchenhaft-idyllische japanische Sphäre bildhaft werden ließ. Eine Zusammendrängung des Stoffes in zwei Akte, nach dem Vorschläge Puccinis, hatte den Erfolg ber Erstaufführung ber „Butterfly" so beeinträchtigt, baß bie italienische Presse von einem „Fiasko des Maestro Puccini" zu sprechen wagte. Die Verteilung auf drei Akte gab dem Werke erst ben verbienten Erfolg. Wenn je eine Oper, so hat gerabe bie „Butterfly" bie ganze Liebe seines Schöpfers erfahren. In ber langwierigen Genefungszeit nach einem schweren Autounfall war bie Arbeit an biefem Werk bas Mittel gewesen, bie physischen Schmerzen zu betäuben. Puccini, ber, wie er selbst einmal sagte, „die kleinen Dinge liebte", konnte hier Saiten voll Innigkeit anschlagen, und das rührende Schicksal der Butterfly rief den stärksten Gefühlsimpuls in ihm wach. Eine Fülle von Poesie ist über die Partitur ausgegoffen, und selbst m der kleinsten Szene weiß er durch den originellen Blickpunkt, den er ihr durch die Musik gibt, zu fesseln. Die Gestalt der Butterfly ersteht erst durch die Musik zu völliger Lebensnähe. Ihre Charakterentwicklung wird erst völlig greifbar durch die der Musik möglichen seelischen Einblicke. Die beiden sich gegenüber stehenden Anschauungen erhalten die ihnen zukommende Charakterisierung; so wendet sich z. B. nach der trefflichen Ausmalung der Umwelt der Geisha die Musik des ersten Aktes in dem großen Liebesduett mit dem Erwachen allgemein menschlicher Regungen abendländisch-musikalischen Ausdrucksmitteln zu. Die ostasiatische Sphäre bezeichnet Puccini durch besondere harmonische und melodische Mittel (Ganztonleiter); dazu kommt japanisches musikalisches Originalgut, das er mit erstaunlicher Ge- schicklichkeit seinem Melos organisch einzuschmelzen vermochte. Wenn im zweiten und dritten Akt das Sehnen und unermüdliche Warten Butterflys musikalischen Ausdruck gewinnt, so lassen sich Anklänge an Wagners „Tristan" nicht verleugnen; anderseits laßt uns diese Tatsache aber erkennen, wie lehr Puccini diesem Wagnerschen Werk innerlich verbunden war — Die diesmalige Aufführung in Gießen — Spielleitung: Paul Wrede — wurde ausschließlich von den eigenen Kräften des Theaters bestritten; sie wahrte ein abgewogenes Ebenmaß zwischen dem Szenischen, dem Spiel und dem Herauswachsen des Musikalischen. Im Mittelpunkt des Interesses stand Maria Perry als Butterfly Liebevoll nahm sie sich der Stimmungsgebundenheit der einzelnen Episoden an. Das Fühlen des erwachenden Weibes schwang sich im Liebesduett in breitem Bogen aus, weit gespannt in einer von hohem Affekt gefüllten Kantilene. All die Momente des Sehnens, des Hoffens und Erwartens ließ sie aus tiefstem Innern.miterleben; in der Erwartungsarie des zweiten Aktes großem Ausmaß zustrebend. Rührend schlicht in der Wiegenliedszene, wuchs sie in dem Konflikt zwischen Enttäuschung, Mutterliebe und Ehre zu höchstem dramatischen Format aus; die erschütternde Größe des Schicksalserlebens restlos bekräftigend. Eine Leistung, die nun alle die auf Maria Perry gesetzten Hoffnungen endlich voll erfüllte. Als getreue Vertraute von liebevoller Sorgsamkeit und der inneren Ergebenheit, Leid und Freud der Herrin zu teilen, gab Therese Steinkamp die Suzuki; auch im Klang der Stimme die mitschwingende Innerlichkeit bezeugend. Für die Partie des Linkerton erschien das stimmliche Material Heinz Weisers angemessen und zu größten durchschlagenden Akzenten fähig. Nur wäre zu wünschen, daß er in der Zukunft auch den mittleren dynamischen Graden ein gründliches Studium zuwende. Die dramatischen Bindungen standen bei ihm für die Durchführung feiner Rolle im Vordergründe. Der gestrige Eindruck läßt für die Zukunft Heinz Weisers weitgehende Erwartungen zu. Dem Konsul Sharpleß verlieh Karl Tank Züge gewinnender Väterlichkeit und mitfühlender Anteilnahme am Wohl und Wehe Butterflys; in gesanglicher Hinsicht stieg er sichtlich im zweiten und dritten Akt. Eine Jntrigantennatur mit teuflischer Echtheit stellte Heinrich Hub mit dem Goro hin, indem er jeden Zug bei angemessenem gesanglichen Können sinngemäß darstellerisch ausnützte. Ein jeder der Träger auch der kleineren Rollen setzte sein bestes Können gewissenhaft ein, um dem Ganzen zu dienen. Die sorgsame Abstimmung und der Bewegungsausgleich im Spiel (das Erscheinen der Geishas, die Hochzeitszeremonien u. a. m.) verstärkten den geschlossenen Eindruck der Vorstellung, wie die Bühnenbilder (Karl Löffler) in ihrer farbigen Pracht und reichen Ausstattung das Auge erfreuten. Ganz besonders aber erschloß die Beleuchtung (Ludwig Keim) den Stimmungsgehalt der Szene und gab damit der strömenden Lyrik Puccinis den Untergrund. Wohlausgeglichene Chöre (Anton R ä d l e r) voll im Einklang mit der Handlung schwingend (Schluß des zweiten Aktes) erwiesen sich ebenso wichtig für das Erstehen des Werkes, wie das Orchester unter Fritz Cujes sicherer Führung mit bestem Bemühen und Gelingen an allen Pulten für die Klangwerdung der Oper einfetzte, impulsiv und temperamentgebunden die dramatischen Akzente unterstreichend, wie im Erschließen der klanglichen Reize der Partitur fein nachgebend. Dem allseitigen Wollen dankte ein stürmischer Beifall des leider nicht voll besetzten Hauses. Dr. H. Zeitschriften. — Das neue Heft des inneren Reiches" (Verlag Albert Langen/Georg Müller, München) wird eröffnet mit einem Brief des frühverstorbenen Philosophen Heinrich von Stein. Stein war Freund und Schüler Wagners und Nietzsches und schreibt hier Gedanken nieder, die gerade heute nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht von Bedeutung sind. Unter den dichterischen Beiträgen ist an erster Stelle zu nennen eine handlungsreiche Erzählung Friedrich Grieses „Die Wagenburg", spielend zur Franzosenzeit vor hundert Jahren und getragen von jener bäuerlich-patriarchalischen Frömmigkeit, die den Grundzug des Gneseschen Schaffens bildet. Eine kurze Erzählung „Die Grenze" von dem Steiermärker I. F. Per- konig kündet vom stillen Kampf der Grenzdeutschen. Mit Gedichten sind Adolf v. Hatzfeld, Emil Barth und Heinrich Zillich vertreten Im Aufsatzteil behandelt Horst Lange den kurz vorm Kriege dahingerafften Dichter Georg Heym, von dem dieses Heft überdies ein bisher unveröffentlichtes Dramen* Fragment „Atalanta" veröffentlicht. Ei» großer Aufsatz von U. Christoffel über „Die romantische Landschaftsmalerei", stellt, unterstützt von einer Reihe von Bildwiedergaben, die deutsche Sonderart dieser Malerei heraus.' — Ein für die Erkenntnis der tiefen Wirkungen des Volkstums auf geistige und künstlerische Ausdrucksformen wertvolles Heft bietet die „D e u t fche Zeitschrift" (Verlag Callwey, München) in ihrer April-Mai-Ausgabe In erster Linie ist hier der Aufsatz „Volk und Volkstum in evangelischer Sicht" von Gerhard May zu nennen, der bewußt werden läßt, daß die evangelische Kirche der Reformationszeit ganz und gär auf die Wirklichkeit des Volkes ausgerichtet ist, daß „der eigentlichen Intention der lutherischen Reformation die Volksund Volkstumkirche entspricht" In dem Aufsatz „Die deutschrömische Kunst des 19. Jahrhunderts bringt Ulrich Christoffel von neuem in Erinnerung, daß' die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts in Rom ihre Anfänge erlebt und dort ihre Heimat gefunden hat, daß sich aber gerade hier in Rom gegen alles Römische und Italienische eine von mittelalterlicher Idealität erfüllte deutsche Charakterkunst herausbilden konnte, die vor dem Forum der Welt um die höchsten Ziele der Kunst kämpfte. Weiter sind zu erwähnen eine begeisterte Darstellung Würzburgs, seiner natürlichen und künstlerischen Schätze von Josef Hofmiller und ein umfangreicher Literaturbericht über „Volk und Volkstum" von Joses Dünninger. Oer erste wandernde Handwerksgeselle in Gießen. Die alten schönen Bräuche des Handwerks leben wieder auf. Alte Zunft- und Innungsfitten sollen dazu beitragen, die Leistungen der Berufsstände zu vertiefen und den Gesichtskreis des Heranwachsenden Handwerkers zu erweitern. Aus diesem Grunde hat der Reichshandwerksmeister Pg. Schmidt vor kurzem einige Hundert ausgesuchter Gesellen des Bäcker-, Konditoren- und Metzgerhandwerks auf die Wanderschaft geschickt. Am Donnerstag, 2. Mai, kam aus Kassel über Marburg hier in Gießen der erste dieser Handwerksgesellen, der Konditor Hans Poppe, an. Die Bäcker-Innung nahm sich seiner an und konnte ihm für einige Tage in dem Gießener Kondidtorbetrieb (Kaffee Huber-Seltersweg) Arbeit vermitteln. Auch der Kreishandwerksmeister Pg. S t ü h l e r ließ es fich nicht nehmen, diesen ersten Sendboten neuen und doch so alten Handwerksbrauchs zu empfangen. Am Dienstag hat der junge Handwerksgeselle sein Bündel wieder geschnürt und ist weiter gewandert das Lahntal hinunter. Vorher aber war er noch einmal Gast im Handwerkerkreise. Der Kreishand' werksmeister, der Obermeister der Bäcker-Innung und sein Beirat, der Obermeister der Maurer und der Konditormeister L. Huber, der den jungen Mann beschäftigt hatte, hatten sich zusammengefunden, um dem Ärbeitskameraden die besten Wünsche auf seine weitere Wanderung mitzugeben. Als äußeres Zeichen kameradschaftlicher Verbundenheit und als Erinnerung, daß er in Gießen der erste wieder zunftgemäß wandernde Handwerksgeselle war, überreichte der Kreishandwerksmeister dem Gesellen eine Plakette des Führers mit folgender Widmung: „Dem ersten wandernden Handwerksgesellen durch unseren Kreis, Kreishandwerkerschaft Gießen, 6. Mai 1935." Achtung! Wer handelt mit Eiern? LPD. Die Landesbauernschaft Hessen- Nassau teilt mit: Diele Anfragen und Feststellungen beweisen, daß das Gesetz sowie die Verordnungen auf dem Eiermarkt noch nicht richtig beachtet werden. Zum Teil werden die gesetzlichen Bestimmungen aus reinem Eigennutz umgangen, zum Teil haben sich auch viele aus reiner Nachlässigkeit noch nicht um die Bestimmungen gekümmert. Alle diese im Handel Tätigen sehen bei vorsätzlichen oder fahrlässigen Vergehen gegen das Gesetz einer ft r e n g e n richterlichen Bestrafung entgegen. Wir weisen daher noch einmal ganz kurz darauf hin, was in der Hauptsache zu beachten ist. Kiepenhändler und -Händlerinnen! Ihr dürft nur dann vom Erzeuger kaufen, wenn Ihr den vom Eieroerwertungsverband Hessen, Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstr. 55, ausgestellten grünen Eierübernahmeschein besitzt und bann nur nach Gewicht! Solange Ihr den Schein noch nicht besitzt, dürft Ihr nicht aufkaufen! Auch wenn Ihr schon einen Antrag gestellt und die Gebühren bezahlt habt. Ebenfalls müßt Ihr die auf dem Schein angegebene Gültigkeitsdauer beachten, denn Ihr dürft nach Ablauf dieser Gültigkeitsdauer den Schein nicht weiterbenutzen, auch wenn er noch nicht voll ausgenutzt ist. Weiter müßt, Ihr darauf achten, daß Ihr auf einen Uebernahmefchein nicht mehr Eier aufkauft, wie auf demselben angegeben ist. Ihr müßt also im Bedarfsfalls rechtzeitig einen Nachantrag stellen, wenn Ihr zu wenig beantragt habt. Sämtliche Eier, die Ihr zum Zwecke des Verkaufs an Wiederverkäufer in Kosten transportiert oder sonst anbietet, müßt Ihr vorher bei einer Kennzeichnungsstelle standardisieren lassen. Ebenso alle Mengen über 1800 Stück in Kiepen und Körben, wenn sie an einem Tage verkauft werden. Bäckereien, Ladengeschäfte, Konsurn- und Werkoereine usw. ! Wir können Euch nicht wahllos neue lieber- nahrnescheine geben, weil dann dadurch viele kleine Kiepenhändler ums tägliche Brot gebracht werden. Auch muß dadurch eine Störung der Marktordnung vermieden werden. Wir wollen alle davor bewahren, wegen eines Verstoßes bestraft zu werden. Fragt uns, wenn Ihr irgendwelche Zweifel habt. Wir geben jedem Auskunft und Rat. Wir warnen aber diejenigen zum letzten Mal, die vorsätzlich aus Eigennutz die Gesetze nicht beachten. Gebt jedem diese Zeitung weiter, damit er weiß, was er darf und was er nicht darf. Und wenn Euch etwas unklar ist, wendet Euch an den Eieroerwer- tungsoerband Hessen, Frankfurt a. M., Bocken- heimer Landstraße 55, Fernsprecher 733 57, der Euch die richtige Auskunft geben kann. Quälerisches Rupfen von Geflügel ist verboten. Immer wieder wird beim Reichstierschutzbund darüber Klage geführt, daß Geflügel beim Rupfen mißhandelt wird. Die Tiere erleiden dabei oft schmerzhafte Verletzungen der Haut, die teilweise mehr oder weniger starke Blutungen zur Folge haben. Nicht selten beobachtet man im Anschluß an das Rupfen Mattigkeit der Tiere, Entkräftung und andere, übrigens auch in wirtschaftlicher Beziehung schädliche Erscheinungen. Derartige Quälereien sind unnötig und werden in Zukunft nach § 1 des Reichs-Tierschutzgesetzes strafrechtlich verfolgt. Das Geflügel hat, ebenso wie alle anderen Haustiere und auch die wildlebenden Tiere, heute ein gesetzliches Anrecht auf Schutz vor roher Mißhandlung. Beim Rupfen des Geflügels dürfen nur die sog. reifen Federn, d. h. diejenigen, die ohne erhebliche Schmerzen gewonnen werden können, entfernt werden. Jede darüber hinausgehende rohe Behandlung der Tiere ist verboten. Bei 'der Beseitigung derartiger Tierquälereien kommt es auf die Mitarbeit aller Volksgenossen an. Jeder ist berechtigt, bei der zuständigen Polizeibehörde ober dem nächsten Orts-Tierschutzverein Anzeige zu erstatten. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9' Wirsing (gelb), das Pfund 20 bis 25, neuer 28 bis 30, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 50 bis 85, Unterkohlrabi 8 bis 10, Mischgemüfe 15 bis 20, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln keine vorhanden, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 85, Suppenhühner 80 bis 85, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 70 bis 80, Salat 20 bis 35, Salatgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 20 bis 45, Radieschen 10 bis 15 Pf. VornoNzen. — Tageskalender für Donnerstag. NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", 20 Uhr, Univerfitätsgebäude, Vortrag: „Neue Wege der Verbrechensbekämpfung". — NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Sportkurse, 20 bis 21 Uhr, Lyzeum: Fröhliche Gymnastik und Spiele für Jüngere, 21 bis 22 Uhr, Lyzeum: Fröhliche Gymnastik und Spiele für Aeltere. — Stadttheater, 20 bis 22,45 Uhr: „Der Graf von Luxemburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lockvogel". — Astoria« Lichtspiele, Seltersweg: „Der Judas von Tirol".— Gas-Gemeinschaft, 20 lujr, Caf6 Leib: Bunter Gas- abend. heule abend findet im Saale der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstrahe 18, um 20.30 Uhr, die feierliche Llebergabe der Beteiligungs- Urkunden und der Ehrenpreise an die Kreisbesten aus dem RBWK. statt. Zu dieser Feierstunde sind alle Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen, die Mitglieder des Ehrenausschusses und die Gruppenwellkampfleiter eingeladen. Gäste sind willkommen. Die Deutsche Arbeitsfront. Frihges kreisjugendwalter. Die Bannführung 116. Heid, Abteilungsleiter III. Die Kreisbesteu sind: Gruppe Kaufmanns, und Burogehilfen, Vehördenangestellte. Techniker. Heini Happel, Gießen, Willi Stephan, Gießen, Helmut Fleischmann, Gießen, Helmut Weiß, Trohe. Gruppe Dentisten. Erich Kinkel, Gießen, Wilhelm Ziegler, Gießen, Karl Becker, Hausen. Erich Schlau- braff, Gießen. Gruppe Friseure. Fritz Meurer, Erich Wagner, Ludwig V o l k m a n n, Otto Kaufmann. Gruppe Holzarbeiter. Fachschaft Schreiner: Karl B o n a r i u s , Gro- ßen-Buseck, Hans Kümmel, Wieseck, Paul Stein, Klein-Linden, Albert Müller, Gießen. Fachschaft Wagner: Heinrich Schlund, Oppenrod, Erich Hildebrand, Heuchelheim, Paul ©paar, Gießen, Erwin Müller, Lang-Göns. Fachschaft Küfer: Ludwig L i n k m a n n, Queck- born, Karl Menges, Großen-Linden. Fachschaft Polsterer: Willi Stürmer, Gießen, Heinrich Veloff, Wieseck, Otto Hirz, Watzen- born^Steinberg, Hermann Brückmann, Atzbach. Fachschaft Modellschreiner: Fritz Hühnergar t h, Burkhardsfelden. Gruppe Lebensmittel- und Tabakwerkberufe. Fachschaft Metzger: Ludwig Becker, Gießen, Heinrich Vogel, Gießen, Hermann Maurer, Reiskirchen, Wilhelm Weller, Gießen. Fachschaft Bäcker: Wilhelm Greif, Gießen, Wilfried Heil, Gießen, H. Axt, Gießen, Walter Kr ö ck, Gießen. Gruppe Mhrstand. Fachschaft Jungbauern: Adolf T a r n s ch i ck, Gießen, Heinrich Seipp, Großen-Buseck, Willy Jockel, Hungen, Karl H. I u n g , Holzheim, Heinrich Jager, Göbelnrod, Otto Graulich, Stangenrod. Wilhelm Stein, Rüddingshausen, Albert Erb, Weitershain. Fachschaft Gartenbau: Heinrich Müller, Al- lendorf a. d. Lahn, Artur Sack, Utphe, Emil Eichenauer. Gruppe Stein- und Erdarbeiter. Otto Böhler, Ober-Ohmen, Erwin Port, Grünberg, Fritz Bremer, Georg Neuling, Karl G e r l a ch, Otto H a u r , Karl Orb, Ernst Seipp, Wilhelm Henkel, Heinrich F o r t b a ch. Gruppe Druck- und Papierarbeiter. Fachschaft Schriftsetzer: Heinrich Schäfer, Daubringen, Georg Degenhardt, Gießen, Ernst G- Messerschmidt, Friedberg, Karl Walther, Daubringen. f Fachschaft Buchdrucker: Siegfried Fritz, Bad- Nauheim, Andreas E ck, Ober - Wöllstadt, Otto Weiß, Großen-Linden. Gruppe Lederarbeiter. Fachlckaft Schuhmacher: Anton Reu schling. Fachschaft Gerber: Ludwig Meißner. Die Gasgemeinfchaft Gießen stellte sich in Verbindung mit der Ortsgruppe Gießen Der Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen, mit Unterstützung der E d e k a - G e - schäfte und der Metzger-Innung wieder einmal in den Dienst der Arbeitsbeschaffung. Sie tat es mit einer großzügigen Werbeaktion, in der Unterhaltsames und Belehrendes in idealer Form miteinander verquickt wurden. Die Bunten Abende, die die Vereinigung bisher veranstaltete, waren schon immer als Erfolge zu bezeichnen, deren Auswirkungen das einschlägige Gießener Gewerbe zweifellos gespürt haben wird, der gestrige Bunte Abend 'aber gestaltete sich besonders angenehm dadurch, daß man aus früheren Veranstaltungen gelernt batte, nicht mehr Karten ausgab als Sitzplätze vorhanden waren und außerdem das Programm zeitlich be- schränkte. Or. Görres vom hiesigen Gaswerk hieß die zahlreichen Teilnehmerinnen herzlich willkommen und wies auf die nächste Haus-Werbeaktion sowie auf verschiedene Vergünstigungen hin, die mit dem Neuerwerb eines modernen Gasherdes verbunden sind. Die Arbeit der Gasgemeinschaft wolle, so führte er u. a. aus, einen Beitrag bedeuten für die im Sinne des Führers durchzuführende Arbeitsschlacht. Nachdem er den Mitwirkenden des Abends schon im voraus herzlichen Dank für ihre Unterstützung sagte, schloß er seine Ausführungen. Dann sprach Stau Johanna Kalbfleisch über das Thema „W ege zurbilligen Küche". Die Rednerin machte zunächst auf das billigste Kochgut, die Kartoffel, aufmerksam und sprach über — Stadttheater Gießen, Heute, 20 Uhr, Aufführung der Operette „Der Graf von Luxemburg" von LehLr. Leitung haben Wrede-Cuje- v. Rabenau. * ** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat April gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden gellend zu machen. Gruppe Bauarbeiter. Fachschaft Maler: Karl Leicht, Krofdorf, Walter Magel, Steinbach, Wilhelm Kehl, Klein- Linden, Karl Rinn, Gießen. Fachschaft Maurer: Karl Wagner, Saasen, Walter Jung, Steinberg, Gustav Abel, Gleiberg, Friedrich Weber, Dutenhofen. Fachschaft Glaser: Hugo Wagner, Großen- Linden, Georg Meier, Gießen, Willi Stein- müller, Großen-Buseck, Karl Pfeiffer, Gro- ßen-Bufeck. Fachschaft Dachdecker: Erich Schmidt, Heuchelheim, Karl Hofmann, Heuchelheim, Wilhelm K o l w e s, Großen-Linden, Kurt Heek, Gießen. Gruppe Bekleidungsberufe. Fachschaft Schneider: Georg Hansel, Lich, Heinrich Friß Will, Heuchelheim, Karl Martin, Hochelheim, Wilhelm Menz, Burkhardsfelden. Die Sieger im Metatlgewerbe werden einige Tage später ausgezeichnet. Die Ehrung ist wegen technischer Schwierigkeiten zurück- gestellt worden. Kinderpflegerinnen. Irma Bill, Hermannstein. Friseusen. Elly Rockel, Gießen, Hedwig Heim, Gießen, Elisabeth Lehrmund, Gießen, Olga Otto, Mendorf a. d. Lda. Hausgehilfinnen. Gertrud H o r e y f e ck, Heuchelheim, Margarete Lewandowski, Gießen, Marianne Schüß - ler, Gießen, Gerda Reidt, Heuchelheim, Lilli Kunze, Gießen, Lini Nahrgang, Allendorf an der Lumda, Frieda Wallenfels, Allendorf an der Lumda, Katharine Konrad, Allendorf an der Lumda, Luise Reinhardt, Allendorf an der Lumda, Minna R e i ch a r t, Weitershain, Hilde Schmidt, Hungen, Hildegard Schäfer, Hungen, Emma Walz, Hungen, Hermine Metz, Hungen, Luise Roth, Steinheim, Erna Niklas, Rodheim, Lina Hock, Holzheim, Marie Wagner, Watzenborn, Marie Philipp, Watzenborn, Marie Schupp, Großen-Linden, Emmi Jung, Großen-Linden, Marie Arnold, Leihgestern, Tabakarbeilerinnen. Emilie Schäfer, Wieseck, Toni Kreiling, Wieseck, Toni Brück, Leihgestern, Anna Happel, Annerod, Emmi Rohrbach, Wieseck, Margarete Siegfried, Rödgen, Luise B ö tz, Alten- Buseck, Marie Sieger, Rödgen, Regine Huhne r g a r t h , Burkhardsfelden, Lina Sommer- l a d, Beuern, Käthchen Damm, Reiskirchen, Elisabeth Schneider, Nordeck, Maria Schmidt, Nordeck, Marie Pfeil, Treis a. d. Lda., Greta Euler, Treis a. d. Lda., Luise Will, Treis an der Lumda, Marie Schneider, Leihgestern, Ottilie Lang, Klein-Linden, Marie Reitz, Leihgestern, Ottilie Burk, Watzenborn, Anna Schneider, Garbenteich, Else Börner, Heuchelheim, Marianne D o l k m a n n, Heuchelheim. e Nährstand. Liesel Dörrschuck, Friedelhausen, Emmi Balser, Göbelnrod, Marie Wolf, Lich, Marie L u h , Großen «Linden, Hedwig Kohlgeyer, Hungen, Christine Hinter, Burkhardsfelden, Elfriede Weber, Bellersheim, Marie Becker, Mufchenheim. Lina N i e b e r g a l l, Geilshausen. Bekleidung. Frieda Rösser, Wieseck, Anneliese Meinige r, Gießen, Anni Stephan, Gießen, Emmi Frank, Gießen, Luzie N e u b e r, Großen-Buseck, Gretel Leinweber, Gießen, Paula Hardt, Wetzlar, Elli Runzheimer, Allendorf a. d. Lda., Marie Junker, Queckborn, Frieda Maurer, Ober-Ohmen: deren vielseitige Verwendung. Sie erinnerte ferner an die Graupen aus deutscher Gerste und schließlich an ein weiteres wertvolles und billiges Kochgut, an die Nudeln, die als sehr sättigend und nahrhaft bezeichnet werden müßten. Zu einer Zeit, da die Kartoffel nicht mehr Den hohen Wert habe, wie nach der Ernte, dürften Nudeln in keiner Küche fehlen. Kochgut müsse aber, so betonte die Vor- tragende, richtig behandelt werden. In sehr klaren Darlegungen hörte man von guten und billigen Fleischspeisen und der Möglichkeit auch hierzu die Nudeln in verschiedenartigster Form zu geben. Nachdem die Vortragende Die Bereitung oerschieDener Salate erläutert unD praktisch vorgeführt hatte, wies sie noch auf Die Möglichkeit sparsamen Kochens Durch Die Verwendung neuzeitlicher GasherDe hin. Zum Schluß forDerte sie Dazu auf, mit Der Zeit zu gehen unD sich Dessen bewußt zu sein, Daß in Der einschlägigen JnDustrie mit allen Kräften gearbeitet werbe, um Die größte Leistung zu erzielen unb ber Hausfrau in weitgehenbem Maße Die Arbeit zu erleichtern. Mit ber Bitte um tatkräftige Unterstützung ber Arbeitsschlacht Des Führers fanb Der artregenDe und von einem umfaffenDen Wissen um Die Haushalttechnik getragene Vortrag seinen Abschluß. Der weitere Verlauf Des Abends brachte eine Fülle der unterhaltsamsten Darbietungen. Herr Nieren hatte die Ansage übernommen und tat es mit der an ihm bekannten und geschätzten lebhaften und unmittelbaren Art. Seine ausgeprägte Fähigkeit zum Humor aus der Situation heraus schuf sehr rasch Den Kontakt von der Bühne zum Publikum. Lebhafter Beifall begleitete jeden seiner kurzen Auftritte. Zunächst sah man, von Schülerinnen der Tanzschule Maja von Rabenau zierEhrung der Kreisbesten aus dem Reichsberusswettkamps 1935. Vunle Abende der Gießener Gasgemeinschast. Oberhessen. Gedenkfeier für Oberforstmeister H. Kirchner. Bad-Nauheirn, 8. Mai. (LPD.) Hier fand in ber Parkneuanlage die feierliche Einweihung eines Dem verstorbenen Oberforstmeister Hugo Kirchner gewidmeten Gedenksteins statt. In Anwesenheit Der Gattin Des Verstorbenen, Der Vertreter Der Ortsgruppenleitung Der NSDAP., des Hessischen StaatsbaDes und der Stadtverwaltung würdigte Baurat Dr. K ö st e r die unvergeßlichen Verdienste Hugo Kirchners, ber an ber Aufforstung bes Frauenwalbes unb an ber Anlegung ber Neuanlagen hervorragenden Anteil hatte. Forst- assessor Schäfer nahm bas Denkmal — einen gewaltigen Steinblock mit einer erzenen Inschrift — in die Obhut der Staatlichen Kurverwaltung unb gelobte. Dem Lebenswerk des Toten ein treuer Hüter zu fein. Landkreis Gießen. 4- Treis (Lda.), 9. Mai. Die Ehevaare Landwirt Johannes L e m m e r und Elisabetha, geb. Wolf, und Steinhauerme»ster Wilhelm Nickel unb Dorothea, geb. Göbel, dahier, begingen gestern ihre silberne Hochzeit. Beide Paare wurden vor 25 Jahren in einem Trauungsgottes- dienst in ber hiesigen Kirche getraut. — Der Lanbwirt Philipp Will II., ber älteste hiesige Einwohner, ist gestern 86 Jahre alt geworben. Der Jubilar ist noch sehr rüstig unb macht sich noch in Haus und Hof nach Kräften nützlich. & Steinbach, 8. Mai. Die Verzettelung des Kirchenbuches von Steinbach, um- foffenb bie Jahre 1743 bis 1807, Inhalt Geburten unb Taufen, Trauungen unb Beerdigungen und Konfirmanbenverzeichnis, ist nach 10 Wochen Arbeit von bem freiwilligen Helfer Herrn Heinrich Haas, Kriminalfekretär i. R., vollenbet worden. 2)a3 Buch, das auch die Einträae von Schiffen- berg enthält, da der Schiffenberg damals zu Steinbach gehörte und der Pfarrer allsonntäglich dort predigte, wurde gleichzeitig mit ber Verzettelung von Herrn Haas registriert. Der freiwillige Helfer hat nunmehr bie Verzettelung des A l - bacher Kirchenbuches in Angriff genommen. Das von 1785 bis 1807 geht. Es enthält die Taufen und Geburten, Trauungen und Beerdigungen der Gemeinde Albach. Das Buch ist von dem damaligen Pfarrer Friedrich Brück jun. zu Rödgen mit Register versehen worden. Albach gehörte damals zur Pfarrei Rödgen. * Hungen, 8. Mai. Die diesjährigen Lieder- tage des Sängerkreises „ Eha11ia " werden in zwei Bezirken abgehalten. Für den nördlichen Teil bes Kreises finbet ber ßiebertag am 12. M a i in We11erfeld , für Den südlichen Teil am 2 6. M a i in Inheiden statt. An beiden Veranstaltungen fingen jeweils 14 Vereine. Feder Verein wird ein Soldaten- und ein Volkslied oortragen. Ferner sind drei Massenchöre vorgesehen. Die Wertung hat Musiklehrer Blaß (Gießen) übernommen. lich getanzt, ein Menuett nach einer Mozartschen Melodie, das starken Anklang fanb. Heini Göbel probuzierte sich als Schuljunge und rezitierte formvollendet das von der Schulzeit her so gut bekannte Gellertsche Gedicht „Die Brücke". Schließlich las er auch noch einen luftigen Schulaufsatz „Der Mar- garethentag" vor und sicherte sich damit viel Beifall. Fräulein Hansi Salzmann sang zwei Sieder und erntete dankbaren Beifall. Maja von Rabenau hat ihren Schülerinnen einen Küchentanz einstudiert, der wiederholt werden mußte. In einer sehr ansprechenden Form wurde dann ebenfalls von den Schülerinnen der Tanzschule Rabenau die vielseitige Verwendungsmöglichkeit eines modernen Gasherdes dargetan. Paul Nieren unterstützte die ansprechende Werbeoorführung nach besten Kräften. Theo Zinn brachte zwei Tylophon-Soli zu Gehör unb fand dankbare Zuhörer. Nachdem man noch zwei Mädchen im Wäschermädeltanz bewundern konnte und Maja von Rabenau einen rassigen Csardas getanzt hatte, brachte Hans Seitz eine luftige und von Jnstallationsmeister Bastian in mundartliche Reime gebrachte Schilderung der Eindrücke, die ein oberhestifcher Bauer von einem bunten Abend der Gasgemeinschaft mit nach Hause brachte. Ein zweites lustiges Mundartgedicht löste ebenfalls herzliches Lachen aus. Selbstverständlich fehlte auch bei dem gestrigen Bunten Abend die Kostprobenoerteiluna nicht, für die von der hiesigen Metzgerinnung das Fleisch und von den Edekageschäften die Zutaten zur Verfügung gestellt worden waren. In aufopfernder und selbstloser Weise hatten die Damen der Reichsgemeinschaft die ausgezeichneten Speisen vorbereitet. Zahlreiche junge Damen stellten sich für die Kostprobenoerteilung zur Verfügung und walteten sehr rasch und geschickt ihres dankbaren Amtes. Ein gemeinsam gesungenes Lied, das sehr gut zum Sinn der Veranstaltung paßte und von Jnstalla- tions» und Spenglermeister L i ch versaßt worden war, beschloß in launiger Weise Den Abend. Der heutige Donnerstag abend bringt eine Wiederholung Der Veranstaltung. Oberhessisches Schwurgericht. Am gestrigen zweiten Verhandlungstag befaßte sich bas Gericht mit einem Fall Der versuchten Kinbestötung. Vor ben Schranken Des Gerichts ftanD ein junges MäDchen aus Gießen. Die Angeklagte hatte ein uneheliches KinD geboren. Um ihrem gerade weggehenden Vater diese Tatsache zu verheimlichen, wickelte sie das Kind in eine Kolter. Der Weggang des Vaters verzögerte sich jedoch etwas. Als man danach von dem Kind die Kolter entfernte, war es tot. In ber gestrigen Beweisaufnahme konnte nicht festgestellt werden, ob bas Kind, bevor man es in bie Kolter legte, lebte. Zugunsten der Angeklagten, die neben dem Kindesvater auf das Gericht einen guten Eindruck machte, nahm man an, daß das Kind schon vorher tot war. Infolgedessen war die Angeklagte lediglich wegen Tötungsversuchs zu bestrafen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis st rase von 7 Monaten unter Anrechnung von 2 Monaten 3 Wochen erlittener Untersuchungshaft. Schöffengericht Gießen. Wegen Beleidigung eines hiesigen SA.-Mannes wurde der Wilhelm O r t m ü 11 e r aus Gießen zu 3 Wochen Gefängnis und in die Kosten bes Verfahrens verurteilt. Dem Beleibigten wurde außerdem die Publikationsbefugnis zuge- fprochen. Der Heinrich Thamer aus Alsfeld beleidigte in Gegenwart von Arbeitskameraden die alten Kämpfer und wurde deshalb zu 100 RM. Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefängnis verurteilt. inel» 2. von Anweisung für Vas Verfahren bei der Lagdverpachtung Das Werk der Reichsauto-ahn und die Rhein-Mainische Wirtschaft Reichsautobahn an dem Ufer des Mains am 23. September 1933 das Ziel ausgestellt/ das im Rhein- Main-Gebiet zuerst erreicht wurde: „Den zweckmäßigsten ID eg, da» deutsche Volk wieder in den Prozeß der Arbeit zurückzuführen, sehe ich darin, durch große monumentale Arbeiten irgendwo zunächst die deutsche wirt- schaft wieder in Ganz zu sehen. Es ist unser Ziel, die Konsumkraft der Massen langsam zu heben, um auf diese Weife dann die Produk- tionsstätten mit Aufträgen zu versehen und die deutsche wirtschaft wieder in Bewegung zu fetzen.- men, die mit Dorbereitungsarbeiten in Höhe insgesamt 507 000 Mark zum Zuae kamen. 174 Arbeiter waren am 7. September beschäftigt, und zwar besonders mib Aushub von Mutterboden, Aushub der Fundamente, Einrichtung von Bau- stellen. Mitte September erfolgte eine weitere Vergebung an eine Tiefbausirma in Frankfurt in Höhe von über 850 000 Mark; die Zahl der Arbeiter war auf 300 gestiegen. Ende September erfolgten weitere Vergebungen an zwei Frankfurter Firmen von annähernd 1 Mill. Mark. Arbeiter waren nun schon fast 1000 am Werk. In der ersten Monatshälfte des Oktober waren Arbeiten in das Rhem- Main-Gebiet von über 1 Mill. Mark neu vergeben worden. Die Zahl der direkt am Bau Beschäftigten war über 1000 gestiegen und stieg weiter bis zum 31. Oktober 1933 auf 1504, während die zweite Million für Aufträge in diesem Monat hinaus- Im „Hessischen Staats-Anzeiger" vom Mittwoch, 8. Mai, sind folgende Bestimmungen des Landesjägermeisters für das Land Hessen veröffentlicht, die wir nachstehend im Wortlaut wiedergeben: Mit Ermächtigung des Reichsjägermeisters be» timme ich für das Land Hessen folgendes: 1. Die Mindestgröße bestehender Eigenjagdbezirke Oie Aussühmng -es Reichsjag-gesetzes Anordnungen für das Land Heften. Sprenger. Oie gemeinfchaft'ichen Jagden An die Kreisämter und Jagdvorsteher der gemeinschaftlichen Jagdbezirke. Nachdem am 1. April 1935 das Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934 (RGBl. I. S. 549) nebst seinen Ausführungsbestimmungen in Kraft getreten ist, bemerke ich hinsichtlich der gemeinschaftlichen Jagden und ihrer Verpachtung das Folgende: Durch das neue Reichsjagdrecht find die Rechtsverhältnisse der sogenannten Gemeindejagden wesentlich verändert worden. Nach dem bisherigen hessi- chen Jagdrecht hatte die Gemeinde das Jagdaus- übungsrecht an allen Grundflächen in einer Gemeindegemarkung, soweit nicht etwa Dritte ein Eigenjagdrecht in Anspruch nehmen konnten; der Ertrag der Jagd floß in die Gemeindekasse, das Jagdausübungsrecht bildete also einen Bestandteil des gemeindlichen Vermögens. Nach dem neuen Reichsjagdgeseh ist nun in den sogenannten gemeinschaftlichen Jagdbezirken jagdausübungsberechtigt die I a g b g e- n o f f e n f d) a f t, die au» allen Grundstückseigentümern des Bezirkes besteht. Die Auswirkungen der Reichsautobahn auf arbeitsmarktpolitischem und wirtschaftlichem Gebiet sind außerordentliche gewesen. Wenn im Laufe der Zeit weitere Strecken der Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet fahrbar sind, dann wird man in noch stärkerem Maße auch die verkehrspolitische Seite der Straßen Adolf Hitlers erkennen, die ge- rade dieses Wirtschaftsgebiet in einer Weise verbindet und mit anderen Gebieten zusammenbrmgk, die Entfernungen zusammenschrumpfen laßt. Schnei- lere Verbindungen bringen immer besseren Absatz der Güter. Auch im Rhein-Main-Gebiet wird das Wort der Römer zur Wahrheit werden: Via — Vita, wo eine Straße ist, da ist auch Leben. Der Reichsjägermeister Göring veröffentlicht, ebenfalls im „Hessischen Staatsanzeiger", folgende Ausführungen: 1. Bei der Verpachtung gemeinschaftlicher Jagdbezirke sind die nachstehenden Vorschriften zu beachten: 2. Ort und Zeit der Ausbietung sind mindestens zwei Wochen vor der öffentlichen Ausbietung oder dem Ablauf der Bietungsfrist für die Abgabe der Gebote in den Verkündigungsblättern der Deutschen Jägerschaft durch den Jagdvorsteher zu ver- öffentlichen. Die Anzeige ist dem Kreisjägermeister zur Weiterleitung zu übersenden. Die Frist ist ae- wahrt, wenn die Anzeige in einem der Derkündi- gungsblätter am 15. Tage vor dem Derpachtunas- termin erschienen ist. Ist der Bieterkreis aus die Jagdgenossen beschränkt, so muß dies in der öffentlichen Bekanntmachung angegeben werden. In die- em Falle genügt die ortsübliche Bekanntmachung der Verpachtung. Die Kosten der vorgeschriebenen Anzeige hat bei Abschluß des Vertrages der Jagd- Pächter, kommt ein Vertrag nicht zustande, der Verpächter zu tragen. Dieser trägt auch die Kosten für etwaige Anzeigen In den Tages- und sonstigen Zeitungen. 3. Die Verpachtung hat nach dem Musterjagd- diese nutzt auch die Jagd in den gemeinschaftlichen Jagdbezirken. Für eine Uedergangszeit von fünf Jahren, also bis zum 1. April 1940, verbleibt der Ertrag der genossenschaftlichen Jagd jedoch noch der Gemeinde; nach Ablaus dieser fünfjährigen Heber, gangszeit muß der Ertrag der Jagdnutzung unter die Jagdgenossen verteilt werden (vergl. § 67 Abs. 1 des Reichsjagdgesetzes und der Ausführungsverordnung dazu). Die Gemeinde als solche hat das Jagdausübungsrecht nach der neuen Gesetzgebung nur auf ihrem eigenen Grundbesitz, soweit er einen E ig " n jagd- bezirk bildet, was vor allem für größere (Btmeinbe. Waldungen zutresfen wird; vorausgesetzt ist, daß die im Eigentum der Gemeinde stehende Grundfläche mindestens 150 Hektar im Zusammenhang umfaßt. Die Angelegenheiten der Jagdgenossenschaft wer- den von dem Jagdvorsteher verwaltet, der die Genossenschaft gerichtlich und außergerichtlich vertritt. Jagdvorsteher ist der Vorsteher der Gemeinde. Nach § 10 Abs. 4 der Ausführungsverordnung zum Reichsjagdgesetz hat, falls der Leiter der Gemeinde selbst Ortspolizeibehörde ist, sein Vertreter das Amt als Jagdvorsteher auszuüben. Da nun im Lande Hessen auf Grund der auf- rechlerhallenen Bestimmungen der früheren Städte- und Landgemeindeordnung der Bürgermeister Ortspolizeibehörde ist, so kann er allgemein nicht als Jagdvorsteher tätig werden, vielmehr hat dieses Amt sein zuständiger Vertreter auszuüben. Das wird regelmäßig der Erste Beigeordnete sein. Auch dieser ist als Jagdvorsteher ausgeschlossen, wenn er selbst als Pächter oder Mitwächter des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes auftreten will (§ 10 Abs. 4 der Ausführungsverordnung zum Jagdgesetz), oder wenn die Voraussetzungen der Ziffer 9 der unten abgedruckten Anweisung des Reichsjägermeisters für das Verfahren bei der Jagdverpachtung vorliegen. In diesem Falle wird er von dem Zwei- ten Beigeordneten vertreten. Um die Nichtigkeit von Jagdverpachtungen zu vermeiden, muß diese Vorschrift genau befolgt werden. Soweit etwas bisher Bürgermeister als Jagdvorsteher Rechtshandlungen hinsichtlich der Verpachtung von gemeinschaftlichen Jagdbezirken vorgenommen haben sollten, werden sie von ihrem zuständigen Vertreter zu wiederholen sein. Der Jagdvorsteher ist nicht Jagdbehörde im Sinne des Reichsjagdgesetzes; er untersteht nicht der Dienft- aussicht der Jägermeister, sondern der der Ge- Die beabsichtigte Art der Verpachtung hat der Jagdvorsteher dem Kreisjägermeister vorher zur Genehmigung schriftlich anzuzeigen. Dem Antrag auf Genehmigung hat er den Musterjagdpachtvertrag, der vorher entsprechend auszufüllen und hinsichtlich etwaiger Sonderbestimmungen zu ergänzen ist, beizusügen. Die Vordrucke für Musterjagdpachtverträge können von den Verlagen der Derkündigungsblätter der Deutschen Jäger- schast bezogen werden. Soll die Jagd meistbietend verpachtet werden, was die Regel fein wird, so hat der Jagdvorsteher gleichzeitig die Bekanntmachung der Jagdverpachtung, die nach der Anweisung in den Derkündigungsblättem der Deutschen Jägerschaft veröffentlicht werden muß, in dreifacher Ausfertigung dem Kreisjägermeister vorzulegen. In dieser Bekanntmachung sind Ort und Zeit des Versteigerungstermins oder der Ablauf der Bietungsfrist, ferner Ort und Zeit der Auflegung der Pachtbedingungen anzugeben. Der Kreisjägermeister gibt dann die Bekanntmachung zur Veröffentlichung an die Verkündigungsblätter der Deutschen Jägerschaft weiter. Nach Ziffer 2 der Anweisung müssen zwischen dem Tag der Ausgabe der Verkündigungsblätter und dem Tag der Versteigerung oder dem Zeitpunkt des Ablaufs der Bietungsfrift mindestens zwei Wochen liegen. Zur Wahrung der Frist ist es daher notwendig, daß die Vorlage an den Kreissägermeister mindestens etwa vier Wochen vor dem Versteigerungstermin oder vor dem Ablauf der Bietungsfrist erfolgt. Bei der Festsetzung der Termine ist daraus genau zu achten, da Nichteinhaltung der Bekanntmachungsfrist die Derwachtung nichtig macht und das Verfahren dann evtl, wiederholt werden muß. Soll die Verpachtung auf den Kreis der Jagdgenossen beschränkt werden, so kann von der Veröffentlichung in den amtlichen Verkündigungsblättern der Deutschen Jägerschaft abgesehen werden, jedoch muß die Beschränkung des Bieterkreises öffentlich bekanntgegeben werden. hat der kreisjägermeister die Art der Verpachtung und die Pachtbedingungen genehmigt, jo hat der Jagdvorsteher die Pachtbedingungen zwei Wochen lang öffentlich auszulegen. Ort und Zeit der Auslegung der Pachtbedingungen und die Art der Verpachtung sind rechtzeitig öffentlich bekanntzugeben. Diese öffentliche Bekanntmachung wird nach dem Verfahren zu erfolgen haben, das für Bekanntmachungen in Ge- meinde- ober sonstigen öffentlichen Angelegenheiten üblich ist. Dadurch sollen auch die Rechte der Jagdgenossen gesichert werden, damit sie von den Pachtbedingungen Kenntnis nehmen und etwaige Ein- Wendungen dagegen geltend machen können. Wegen des Einspruchsrechts der Iagdgenossen und der Entscheidung darüber sei auf Abs. 9 des § 11 der Ausführungsverordnung zum Reichsjagdgesetz verwiesen. Der Zuschlag der Jagd muß vom kreis,ager. meister schriftlich genehmigt werden. Auch bei freihändiger Verpachtung oder Verlängerung des Pachtvertrages hat der Kreisjägermeister den Vertrag zu genehmigen. Soweit noch nicht geschehen, haben die Jagdvorsteher das Erforderliche wegen der Verpachtung der Jagden zu veranlassen; dabei sind die Vorschriften genau zu befolgen, da eine Nichtbeachtung nach § 15 des Reichsjagdgesetzes den Vertrag nichtig macht (vergl. auch Ziff. 13 der Anweisung). Sprenger. meindeaufsichtsbehörde, also des Kreisamts und meiner Aufsicht. Die Kassengeschäfte der Jaadge- nossenjchaft werdep von der Gemeindekasse geführt. Die Genossenschaftsjagd muß in der Regel verpachtet werden. Die Verpachtung der Jagden ist in den §§ 12 und 13 des Reichsjagdgesetzes und in den gleichen §§ der Ausführungsverordnung geregelt. Nähere Vorschriften über Art und Verfahren der Verpachtung hat der Reichsjägermeister in der unten abgedruckten Anweisung erlassen. Danach können die gemeinschaftlichen Jagdbezirke meistbietend verpachtet werden, und zwar entweder durch öffentliche Versteige- , r u n g ober durch Abgabe schriftlicher Gebote. Die meiftoietenbe Verpachtung kann auf den Kreis der Jagdgenossen beschränkt werben. Unter bestimmten Voraussetzungen kann bie Jagb auch freihändig verpachtet ober das laufende Pachtverhältnis im letzten Drittel der Pacht- zeit verlängert werden (vergl. § 12 Abs. 7 der Ausf.VO. zum Reichsjagdgesetz). mit der Geschichte unseres Bergstädtchens seit über 100 Jahren verbunden ist. Früher war mit dem Gasthaus die P o st h a l t e r e i verbunden, und bis spät in die Nacht hinein brannten oft die mächtigen Petroleumlampen, wenn der Postillon des Abends die, Gäste von der entfernten Bahnstation brachte. Manches Kännchen „Ulrichsteiner Fruchtbranntwein" mag damals durch die Kehlen der Reifenden geronnen sein, wenn ein Vogelsberger Wusterwetter ober Novembernebel sie xu längerem Aufenthalt zwang. Die heutige Zeit des Kraftverkehrs bringt zwar manche Umstellungen, der Freund unserer Heimat weiß aber trotzdem daneben die Tradition zu schätzen, die in solchen Häusern noch lebendig ist. * Wetterseld,8. Mai. Die Dampf mölke- r e i Wetters eld G. m. b. H., der 590 Genossen angehören, hielt am Sonntag im Neußschen Saale ihre gut besuchte Hauptversammlung ab. Das Vorstandsmitglied Bürgermeister Krauß gedachte ein- leitend der Toten des vergangenen Jahres. Anschließend wurden die Jahresrechnuna und die Bilanz vorgetragen, die mit einem Umsatz von 36 632,52 Mark abschließen. Die Genossenschaft hatte im Laufe des Jahres einen Mitgliederzuwachs von 137 Personen zu verzeichnen. Die Milchlieferung belief sich auf 2 740 527 Liter. Der Reingewinn betrug 1041,15 Mark; er wird restlos für den Ausbau der Molkerei verwandt. Der Vorstand wurde entlastet, Vorstand und Aufsichstrat wurden wiedergewählt. Nachdem die Einheitssatzung verlesen und gutgeheißen worden war, jprach Geschäftsführer Buche nauer über die Bedeutung des Neubaues für die Genossenschaft. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Alsfeld ss. Grebenau, 8. Mai. Obwohl man hier in unserer Gegend das Vorkommen der Wühl- maus in den letzten Jahren nur vereinzelt fest- stellen konnte, ist sie jetzt zu einer wahren Land- plage geworden. Uederall, fast von jedem Gartenbesitzer, hört man Klagen über große Wühlmaus- schaden, ganz besonders an den jungen Obstbäumen. Da sich die Wühlmaus sehr rasch und zahlreich vermehrt, dürfte es sich empfehlen, die Bekämpfung von allen Gartenbesitzern mit allen nur möglichen Mitteln durchzuführen. Pachtvertrag zu erfolgen, jedoch können mit Zustimmung des Kreisjägermeisters Sonderbestimmungen, die die ordnungsmäßige und pflegliche Behandlung der Jagd nicht hindern, getroffen werden. 4. Für die öffentliche Ausbietung gelten folgende Vorschriften: Die Ausbietung hat in der Regel in derjenigen Gemeinde stattzufinden, in der der Jagdvorsteher feinen Wohn- ober Amtssitz hat. Von die- fer Bestimmung kann jeboch abgewichen werben, wenn bies zur Erzielung eines günstigeren Angebots angezeigt ist. 5. Der Dersteigerungstermin beginnt mit ber Feststellung der ordnungsmäßigen Bekanntmachun- gen und dem Verlesen der Pachtbedingungen. Alsdann hat ber Verpächter zur Abgabe von Geboten aufzuforbern und sich davon zu überzeugen, daß die Bietlustigen die Voraussetzungen des § 12 Abs. 4 des Gesetzes erfüllen. Soweit eine Bietungssicherheit verlangt wird, darf diese den Betrag von 150 Reichsmark nicht übersteigen. 6. Ein Gebot erlischt, wenn ein Hebergebot abgegeben wird, jedoch bleiben die drei bestbietenden Personen an ihr Gebot gebunden. Der Jagdvorsteher darf die Versteigerung erst schließen, wenn auf seine Aufforderung zur Abgabe höherer Gebote kreis Jriebberg. 4- Butzbach, 8. Mai. Im kleinen Saale des .^effitoen Sjofes" hielt gestern abend die Orts- gruppe der NSDAP- ihre Monatsversamm- lung ab, die sehr gut besucht war Nach der Begrünung durch Ortsgruppenleiter Schneider und nach einem gemeinsamen Lied hielt Studienrat S ch w e i s q u t h einen interessanten Vortrag über „Hakenkreuz und Hakenkreuzfahne". Ausgehend von der Bedeutung des Hakenkreuzes bei den Volkern, besonders den Trojanern schon etwa 2000 Jahre vor Christi Geburt, zeigte er die Grunde auf, die unseren Führer dazu bestimmten, die Hakenkreuzfahne als die Fahne des Dritten Reiches aus- xuerfehen. Anschließend sprach Bürgermeister Dr. Mörschel über die „Politische Lage". Beide Vorträge fanden reichen Beifall. Ortsgruppenleiter Schneider gab noch wichtige Rundschreiben bekannt und schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler die Versammlung. Anschließend wurde das Horst-Wessel-Lied gesungen. — Endlich ist einem dringenden Bedürfnis Rechnung getragen worden. Die Provinzialdurchgangs st raße Butzbach —Niederweisel, die einen immer stärker werdenden Durchgangs- verkehr aufweist, hat in den letzten Wochen eine Verbreiterung erfahren. Die seitherige Fahr- bahn ist um einen Meter nach der einen Straßenseite verbreitert worden. Es wurden die einbeto» nierten Randsteine herausgerissen und einen Meter seitlich neu in Beton gesetzt. Der dazwischenliegende Streifen erhielt ein Packlager, darüber eine Betonschicht und als Abschluß ein kräftiges Steinpflaster. Die Arbeiten sind von der Firma Bausch (Gießen) ausgeführt und nunmehr beendet worden. Die Verbreiterung der Hauptstraße soll noch zwischen Butzbach und Gießen im Laufe des Jahres erledigt werden. Kreis Schotten. ± Groß-Eichen, 9. Mai. Am gestrigen Mitt- woch, 8. Mai, feierte der Mühlenbesitzer Ernst Lang und Frau Lina, geb. Schombert, das Fest dersilbernenHochzeit. § U I r i d) ft e i n , 8. Mai. Schon seit dem Jahre 1823 besteht hier das G a st h a u s „Darm- ftäbter Hof", das zu Beginn dieses Monats feinen Besitzer wechselte. Ein Verwandter des bisherigen Wirtes übernahm damit ein Haus, das gegeben wurde. Dabei ist zu beachten, daß nach dem willen des Generalinspektors für das deutsche Strotz enwesen die Vergebungen nicht nur an Groß- firmen gelangten, sondern besonders auch mittlere und Heinere Unternehmer berücksichtigt wurden. Der nächste Monat war für die Hnternehrner noch günstiger. Auf Grund der Ausschreibungen wurden Auftrage von 3 314 507 Mark vergeben, wobei allein bei einer Vergebung 15 kleinere hessische Firmen beteiligt waren. Außerdem waren Mannheimer, Heidelberger, Darmstädter, Mainzer, Frankfurter, Langener, auch eine Saarbrücker Firma des Bau- und Maschinengewerbes beteiligt. Etwas über 2000 Arbeiter arbeiteten in Tag- und Nachtschichten. Mitte Dezember war die Zahl der Arbeiter schon auf 3150 gestiegen, für weitere 3,5 Mill. Mark Aufträge waren vergeben. Das Einsetzen des Frostes erzwang die Verlangsamung bzw. vorübergehendes Aussetzen der Arbeit. Trotzdem fanden noch 1500 Arbeiter Ende Dezember Arbeit und Verdienst. Mit Nachlassen der kalten Witterung wurde das bisherige Tempo in der Arbeit weiter fortgesetzt. Ulan kann sich einen ungefähren Begriff hier- von machen, wenn man sich vergegenwärtigt, datz bis zum 31. Marz 1934 an Leistungen und Lieferungen ein Gesamtbetrag von über 18 Mill. Mark vergeben war, der fast restlos der Wirtschaft im Rhetn-Maingebiet zugute kam. Heber 6000 Arbeiter fanden ausreichenden Verdienst bei dem Bau; 4000 Beschäftigte kann man annehmen, die indirekt durch die Vergebung der Arbeiten und Lieferungen In den Arbeitsprozeß eingegliedert wurden. Die Aufgaben, die in technischer Hinsicht, aber auch unter Berücksichtigung der Lage der heimischen Wirtschaft, an die oberste Bauleitung unter ihrem Leiter, Direktor Puckel, gestellt und die in unermüdlicher Arbeit bewältigt wurden, sind bisher außerordentlich groß gewesen. Gab doch gerade der Frankfurter Bezirk das Vorbild für andere Strecken, fei es in Brückenbauten, Heberführungen und besonders in den Fahrbahndeckenarbeiten. „ . e- cm Es würde ermüden, wollte man Monat für Monat aufzählen, welche ungeheuren Summen der Wirtschaft zugeflossen sind. Auch für den weniger wirtschaftlich Geschulten ergibt sich die gewaltige Größe und Auswirkung des Werkes des Führers durch die Erkenntnis der Tatsache, daß_ innerhalb eines einzigen Jahres für über 25,5 VHll. M. Lieferungen vergeben wurden. Bis zum 30. September 1934 betrug die Anzahl ber Tagewerke 1286 555 bei einem Arbeiterstand von 7101 Mann. Mit diesen Kräften wurden im ersten Baujahr folgende Leistungen erzielt: 1470 Stück Bohrlöcher, 1 812 200 Quadratmeter Rodung, 2356861 Quadratmeter Mutterbodenabtrag, 5251007 Kubikmeter Erd- und Felsbewegung einschließlich Fundamentaushub, 1584 Tonnen Stahlkonstruktio- nen, 4779 Tonnen Betoneisen, Sprundwände usw„ 91418 Kubikmeter Beton für Bauwerke, 135 000 Quadratmeter Beton für Fahrbahndecken und 8250 Quadratmeter Fahrbahn-Schwarzdecken. Der Führer hat beim Beginn des Baues der beträgt 75 Hektar. Neuzubildende Eigenjagdbezirke müssen einen land-, forst- und ftschereiwirtschaftlichen Raum von mindestens 125 Hektar umfassen. 3. Die Mindestaröße gemeinschaftlicher Jagdbezirke wird auf 250 Hektar festgesetzt. Darmstadt, den 29. April 1935. Franks urt a.M., 8. Mai. (LPD.) Der Referent i beim Generalinspektor für das deutsche Straßen- i toejen, Dr. Carl Birkenholz, gibt in der „Rhein- ■ Mainischen Wirtjchaftszeitung" anläßlich der Er- < Öffnung der Main-Neckar-Autobahn höchst interessante Zahlen vom Bau der Frankfurter Strecke bekannt, die die große arbeitspolitische und wirtschaftliche Bedeutung des Autostraßenbaues für das Rhein-Main-Gebiet erkennen lassen. Diese Ausführungen sind auch in Anbetracht der Führung der Reichsautobahn durch Oberhessen von besonderem Interesse. Wir entnehmen dem Aufsatz folaende Angaben: Die Reichsautobahnen waren als Notstandsarbeiten begonnen worden, d. h. die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gab für jedes geleistete Tageswerk eine Grundförderung. Die Anerkennung vom 20. Dezember 1933 belief sich auf 720 000 Tagewerke. Hiervon entfielen rund 520 000 Taaewerke auf Grbberoegunqsarbeiten und 200 000 Tagewerke auf Bauwerke. Für Erledi- gung dieser Arbeiten waren bis zum 1. Juli 1934 150 Arbeitstage eingesetzt, so daß seinerzeit mit 4000 Arbeitskräften für die 720 000 Tagewerke zu rechnen war. Die Verkettung der Arbeitskräfte war durch das Landesarbeitsamt Hessen, das hier auch für die weiteren Strecken der Reichsautobahnen geradezu vorbildliche Arbeit leistete, fo vorgenommen worden, datz die benachbarten Arbeitsämter in Anbetracht ihrer Arbeitslosen- Ziffern nach einer bestimmten Schlüsselzahl berücksichtigt wurden. Außerdem wurden Gemeinden, die bis zu 10 Kilometer von der Baustelle entfernt lagen, je nach ihrer arbeitsmarktpolitischen Lage besonders berücksichtigt. Entgegen jeder bürokratischen Engherzigkeit wurde auch insofern Entgegenkommen gezeigt, als zum Teil wertvolles Ackerland gegeben und deshalb unter Hmständen eine höhere Beschäftigungszahl der betreffenden Gemeinde gerechtfertigt war. In den ersten Monaten der beginnenden Arbeit war das Arbeitsamt Offenbach als „Ausgleichsstelle für die Reichs- autobahn" bestimmt worden. Die gesamte Organisation der Vermittlung von Arbeitskräften für die Autobahn lief hier zusammen. rj_ ££ Seit Jahren war keine große Arbeitsbeschaffungs- maßnahme in Hessen durchgeführt worden Kein Wunder, daß jeden Tag Hunderte von Arbeitsuchenden bei den Vermittlern wegen Arbeit auf der Autobahn vorfprachen. Ein ganz anderes Bild eines Arbeitsamts ergab sich plötzlich. Das Arbeitsamt war keine „Stempelstelle" mehr, bei dem die Hauptsache die Hnterstühungsauszahlung war, sondern eine Arbeitsbeschaffungsstelle. Die Auslese der Arbeiter für die Autobahn geschah in erster Linie unter dem Gesichtspunkt, daß nut dem SA.-Mann die nationalsozialistische Revolution gewonnen wurde, jo daß er vor allen anderen das Recht für Arbeit an den Straßen Adolf Hitlers hatte. Hunderte feit Jahren arbeitsloser SA.-Manner haben dadurch in den Septembertagen 1933 Arbeit und Verdienst bis heute erhalten. Es muß gesagt werden, daß die Betriedssührer ohne weiteres Verständnis hierfür hatten, auch wennderSA.- Mann kein Tiefbauarbeiter, sondern früher kaufmännischer Ange st e 111 e r war. Die Anforderungen mußten Schlag aus Schlag gehen, sie mußten an die wichtigen Baustellen geleitet werden, und oft verlangte eine Firma um 16 Uhr fernmündlich 50 bis 100 Mann, die am andern Morgen früh in der Gegend von Mitteldick stehen sollten. Unmögliche Dinge wurden möglich gemacht, weil alle Stellen mit größtem Eifer bestrebt waren, an dem gewaltigen Werk mitzuhelfen. Daß es aber in so unglaublich kurzer Zeit fertig sein würde, das haben damals wohl die wenigsten geahnt Die Hoffnungen, die die rheinisch - mainische Wirtschaft auf den Bau der ersten Autobahn setzte, sind bei weitem übertroffen worden. Der (Beneraünfpeftor für das deutsche Straßen- wesen, Dr.-Jng. Todt, gab das Tempo des Baues an. Anfang September 1933 wurden Die ersten Arbeiten vergeben. Es waren neun Frankfurter Fir- niemand mehr bietet. Sobald die Versteigerung geschlossen ist, darf ein Gebot nicht mehr abgegeben werden. Der Jagdvorsteher hat sich den Zuschlag an eine der drei bestbietenden Personen binnen zwei Wochen vorzubehalten. Der nachträgliche Eintritt in das Höchstgebot ist unzulässig. Der Zuschlag kann nur mit Genehmigung des Kreisjägermeisters erteilt werden. Der Jagdvorsteher soll vom Zuschlag an den Höchstbietenden nur abweichen, wenn dies durch besondere Umstände geboten ist. Er bedarf hierzu der schriftlichen Zustimmung des Kreisjägermeisters. Nichtortsansässige Bieter dürfen bei der Erteilung des Zuschlages ortsansässigen Bietern gegenüber benachteiligt werden. Erfolgt binnen zwei Wochen kein Zuschlag, so sind die drei bestbietenden Personen an ihre Gebote nicht mehr gebunden. Der Pachtvertrag kommt mit der Unterzeichnung der Vertragsurkunde zustande. 7. Bei der Ausbietung durch Abgabe schriftlicher Gebote werden die Bieter 14 Tage nach Ablauf der Bietungsfrist frei, wenn ihnen bis dahin nicht der Zuschlag erteilt ist. Für die Genehmigung des Pachtvertrages durch den Kreisjägermeister, insbesondere auch beim Abweichen vom Höchstgebot, gelten die gleichen Vorschriften wie bei der öffentlichen Ausbietung. 8. lieber den wesentlichen Hergang der öffentlichen Ausbietung ist ein Protokoll aufzunehmen. 9. Für die freihändige oder durch Verlängerung des laufenden.Pachtverhältnisses erfolgende Verpachtung gelten folgende Vorschriften: Der Jagdvorsteher darf nicht mitwirken, wenn er mit dem Pächter verwandt oder verschwägert ist oder wenn er an der Anpachtung wirtschaftlich interessiert ist. Der Pachtvertrag bedarf der Genehmigung des Kreisjägermeisters. 10. Die Derpachtungsart und die Durchführung der Verpachtung von Eigenjagdbezirken ist in das Ermessen des Jagdberechtigten gestellt. Der Pachtvertrag muß nach Form und Inhalt den Vorschriften des Gesetzes entsprechen und bedarf der Genehmigung des Kreisjägermeisters. 11. Nachträgliche Vertragsänderungen bedürfen der Zustimmung des Kreisjägermeisters. 12. Dem Kreisjägermeister und dem zuständigen Finanzamt ist je eine Abschrift des Pachtvertrages und etwaiger Nachträge zu übersenden. 13. Jagdpachtverträge, die gegen die vorstehenden Bestimmungen verstoßen, sind nach § 15 des Reichsjagdgesetzes nichtig. Berlin, den 27. März 1935. Der Reichsjägermeister: gez.: Göring. angefordert wurden, als auf Grund der Raum- oerhältnisie im Kölner Stadion ausgegeben werden können. Deutschland trägt mit dem Spiel in Köln sein 112. Länderspiel aus, und die jahrelang ungünstige Bilanz dieser Spiele ist endlich aktiv gestaltet worden. Man wird den Kampf in Köln und das Treffen gegen die Tschechoslowakei am 26. Mai in Dresden als die schwersten Spiele unserer Ländermannschaft in diesem Jahre betrachten müssen. Beide Mannschaften für Köln sind erst in letzter Stunde bekanntgeworden, ein Beweis dafür, welche Bedeutung man in beiden Ländern diesem Kampfe beimißt. Keines der Länderspiele in diesem und dem vorigen Jahre war so offen wie das Kölner Spiel. Weitere Kämpfe um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft sollte der 12. Mai eigentlich ein Ruhetag fein. Es sind aber zwei der für den 19. Mai vorgesehenen Treffen auf diesen Sonntag vorverlegt worden. Das wichtigste von ihnen ist Der Kasseler Kampf Hanau 93 gegen Spvgg. Fürth. Da in der Gruppe 3 alle Vereine punktgleich sind und wieder von vorne anfangen müssen, hat dieser Kampf erhöhte Bedeutung. Der Ausgang des Treffens ist offen. Im zweiten Spiel begegnen sich in der Gaugruppe 2 Stettiner SC. und Schalke 04 in Stettin. Der deutsche Meister, dessen Gruppensieg ohnehin feststeht, wird sich in diesem Spiel auch noch die nötigen Punkte holen und es auf eine Endscheidung nach dem Torverhältnis nicht ankommen lassen. Nordhessen —Bayern am 19. Mai. Die Gaue Bayern und Nordhessen bringen ihren Fußball-Rückkampf am 19. Mai 1935 in Hanau auf dem Platz des FC. Hanau 93 zum Austrag. Das Vorspiel in Würzburg endete 1:1 unentschieden und war für den Gau Nordhessen ein großer Erfolg. Das 2. große Zahnradrennen 1935 in Gießen. Beste west- und südwestdeutsche Fahrer am Start. 9.A.-'Svot< lers, die der ganz besonderes Ereignis. Spaniens Ruf als eins der besten Fußball-Länder des Kontinents ist auch durch Niederlagen der letzten Zeit nicht ins Wanken Purkert (Hamburg), Paduschek, Danz, Stamm, Kneller, Kerp (alle Köln), Zacharias, Müller (Koblenz), Gelpke, Chiappini (Neuwied), Hohbein, Gafsenmeyer (Frankfurt), Göbel (Wetzlar), Mebus, Faust, E. Muhl, K. Muhl (alle Gießen). Was das Programm anbetrifft, so ist es durch ein Omnium sowie durch ein Mannschaftsoerfol- gungsrannen erweitert worden. Als erstes Rennen steigt das Fliegerhauptfahren über 1000 Meter. In vier Vorläufen werden die acht Besten ermittelt, die vier stärksten Fahrer kommen dann über die Zwischenläufe in die Endläufe. Im e r ft e n V o r l a u f treffen aufeinander: Tertilde, Paduschek, Gelpke, Göbel und K. Muhl. Hier werden Tertilde und Paduschek die ersten Plätze belegen. Im zweiten Vorlauf starten: Schmidt, Danz, Kerp, Chiappini und Mebus. Der dritte V o r - lauf bringt Ehlers, Stamm, Zacharias, Hohbein und Faust an den Start. Im vierten Vorlauf kämpfen um die Plätze: Purkert, Müller, Gaffen- meyer, E. Muhl und Weber. Bei dem vorhanden war. An den Start gehen folgende Fahrer: Tertilde, Schmidt (Dortmund), Ehl Hach der Pause. Nach Wiederbeginn standen sie jedoch wieder in der Elf und erwiesen sich auch voll aktionsfähig. Nach zwei Minuten schoß Damminger nach guter Vorarbeit von Lehner zum Führungstor für Deutschland ein. Nun begann eine ständige Bedrängung des irischen Torraumes, die nur durch gelegentliche Vorstöße des irischen Sturmes unterbrochen wurde. Die beiden irischen Verteidiger und der Torwart kämpften aber mit dem Mute der Verzweiflung und es gelang ihnen auch, bis fast zum Schlußpfiff ihr Heiligtum reinzuhalten. Alles glaubte bereits an den 2:1-Sieg Deutschlands, ja die Massen beginnen schon abzuwandern, da ging Lehner in der 37. Minute noch einmal allein durch und stellte das Ergebnis auf 3:1 für Oer Spielverlauf. Die ersten 25 Minuten gehörten den Iren, auch in der 19. Minute durch ein Selbsttor deutschen Verteidigung in Führung gehen konnten. Mitte der ersten Halbzeit kam dann die deutsche Elf allmählich in Schwung. Es wurde flacher gespielt und kombiniert und dadurch gewannen die Aktionen des deutschen Sturms an Zweckmäßigkeit. Immerhin dauerte es noch bis zur 31. Minute, bis Damminger nach einer zu kurzen Abwehr des irischen Torhüters ausgleichen konnte. Bis zur Halbzeit hatten beide Länder noch Chancen, die jedoch keine Verwertung fanden. Auf feiten der Iren gab es zwei Verletzte, und zwar mußten der Verteidiger Dunne und der Torwart Foley für einige Minuten vom Feld. Omnium handelt es sich um ein hier noch nicht gezeigtes Rennen. In drei verschiedenen Wettkämpfen, und zwar in einem Rundenzeitfahren, Punktefahren und Fliegerrennen wird der beste Fahrer nach Punkten ermittelt. In diesem Rennen gehen an den Start: Tertilde, Purkert, Kerp und Hohbein. 3m 2er rNannfchaftsverfolgungsrennen, ebenfalls ein auf der Gießener Bahn noch nicht gezeigtes Rennen, finden wir die Mannschaften Paduschek-Danz, Stamm-Kneller, Zacharias-Müller, Mebus-Faust am Start. Um den Fahrern, die in den ersten drei Rennen keine Plätze belegen konnten, noch eine Siegeschance zu bieten, läuft ein Punktefahren über 25 Runden mit Wertungen in jeder zweiten Runde. Den Höhepunkt und zugleich den Abschluß der Veranstaltung bildet ein Deutschland. Auch in den letzten Minuten lag der deutsche Angriff noch vorn, doch konnten die Iren mit Glück und Geschick weitere deutsche Tore verhindern. Zwei Minuten vor dem Abpfiff hatte auch Buchloh noch einmal eine gefährliche Sache zu klären. Dann gab der ausgezeichnete tschechische Schiedsrichter C h r i ft das Zeichen zum Schluß des Kampfes. In der Kritik der deutschen Mannschaft muß die Leistung der beiden Außenstürmer hervorgehoben werden. Lehner erwies sich wieder als der gefährliche Durchreißer und Fath glänzte mit seiner Technik. Ausgezeichnet spielte auch Siffling, der wieder die Verbindung zur Läuferreihe übernommen hatte. Lenz hatte ein großes Arbeitspensum zu verrichten, er war vor der Pause allerdings verschiedene Male nicht richtig im Bild. Damminger bewies seine Schußkraft und Geistesgegenwart mit seinen zwei Toren. In der Läuferreihe war Goldbrunner der beste Mann, Bender und C i e l i n s k i genügten aber auch den Anforderungen. Neuling T i e f e l führte sich recht vielversprechend ein und Janes war wieder die Ruhe selbst. B u ch l o h im Tor mußte den ersten Treffer halten. Das Glanzstück der irischen Elf war die Hintermannschaft mit dem ganz hervorragenden Torwart. In der Läuferreihe verdiente Hutchinson die beste Note und im Sturm war der Halblinke- Moore der gefährlichste Spieler. Und am Sonntag Deutschland-Spanien. Nachdem am gestrigen Mittwoch mit der Mannschaft des Irischen Freistaates die 19. Nation mit Deutschland in Länderspielbeziehungen trat, wird dieser Kreis am Sonntag um ein weiteres Land erweitert. In Köln findet das erste Länderspiel Deutschland — Spanien statt. Nach dem unvergleichlichen Siegeszuge der deutschen Fußballer in den beiden letzten Jahren ist dieser Kampf ein Am kommenden Sonntag veranstaltet der Gießener Radfahrer-Verein 1885 sein zweites diesjähriges Bahnrennen auf der Aschenbahn der Spielvereini- gung 1900. Die Meldungen sind derart stark ein» gegangen, daß eine große Anzahl überhaupt nicht berücksichtigt werden konnte. Das Meldeergebnis zeigt aber auch, welchen Ruf die Gießener Bahnrennen in Radsportkreisen gefunden haben. Aus der Fülle der Meldungen wurden nun die besten Fahrer ausgesucht, und man kann sagen, daß eine solche Besetzung bei keinem der bisherigen Bahnrennen Deutschland gestaltete auch den ersten Fußball- Länderkampf gegen Irland erfolgreich. Mit 3:1 wurde die Mannschaft von der „Grünen Insel" am Mittwoch im mit 35 000 Zuschauern vollbesetzten Dortmunder „Rote-Erde"-Stadion verdient geschlagen. Die deutsche Elf lag meist im Angriff und nur seiner ausgezeichneten Verteidigung und dem überragenden Torwächter Foley haben es die Iren zu danken, daß die Niederlage so knapp ausfiel. Deutschlands Mannschaft konnte allerdings erst nach der Pause voll befriedigen, vor dem Wechsel wurde ziemlich zusammenhanglos und nervös gespielt. ?r letzten Zeit nicht ins Wanken Eine-Stunde-Mannschaftsrennen gekommen, und es ist verständlich, daß zu diesem nach Sechstage-Art. Die zehn Mannschaften sind Spiel mehr als die dreifache Zahl von Karten'wie folgt zusammengestellt: Tertilde-Schmidt (Dort- 3:1-Sieg gegen Irland. 35000 Zuschauer beim Länderkampf Deutschland—Irland im Dortmunder Stadion »Rote Erde". mund), Ehlers-Purkert (Hamburg), Paduschek-Danz (Köln), Stamm-Kneller (Köln), Kerp-E. Muhl (Köln, Gießen), Zacharias-Müller (Koblenz), Gelpke-Chi» appini (Neuwied), Hohbein-Gassenmeyer (Frankfurt), Göbel-K. Muhl (Wetzlar, Gießen), Mebus-Faust (Gießen). Mit Tertilde-Schmidt startet die zur Zeit stärkste deutsche Amateur-Mannschaft, die 1934 nicht weniger als 52 Sieae erringen konnte. Die beiden Hamburger zählen ebenfalls zu den besten deutschen Mannschaften. Purkert stellte in Köln-Hürth einen neuen Bahnrekord von 39,15 km auf und ist Sieger im Goldpokal von Bremen. Ehlers ist Hamburger Gaumeister. Den Kölnern Paduschek - Danz geht ebenfalls ein guter Ruf voraus. Die Fahrer Stamm- Kneller gelten auch als starke Fahrer. Kerp (Köln) fährt diesmal zusammen mit E. Muhl, da Schorn infolge seines großen Spurtsieges im Rennen „Rund um Krefeld" am Sonntag bei „Rund um Köln" starten muß. Eine starke Mannschaft, die sicher auch etwas mitzureden hat, Jft Hohbein - Gafsenmeyer (Frankfurt). Mit Gelpke - Chiappini startet eine kampfesfreudige Neuwieder Mannschaft. Zacharias- Müller, Göbel und die Gießener Mebus, Faust, und Gebrüder Muhl siyd alte Bekannte auf der Gießener Bahn, die man schlecht missen möchte. Das Hockey-Turnier in Brüssel. England Gruppensieger. Am Mittwoch wurde bei dem Brüsseler Hockey- Länderturnier auf dem Platz von Union St. Gil- loise in dem Spiel zwischen England und Spanien der Sieger der Gruppe A ermittelt. Die Briten kamen zu einem sicheren 4:0-(l:0-)Sieg und sicherten sich somit den ersten Platz in dieser Abteilung. Der Gruppenzweite, Spanien, trifft nun am Freitag mit Deutschland zusammen, während England zum Gegner in der Vorentscheidung Holland hat. Im letzten Spiel der Gruppe A standen sich Belgien und Oesterreich gegenüber. Die Belgier beendeten den Kampf, der allerdings für die Entscheidung keine Bedeutung mehr hatte, mit 3:1 (1:1) zu ihren Gunsten. Kurze Sporiuotizen. Beim Eifel-Rennen am 16. Juni wird das Programm noch umfangreicher und vielseitiger als bei seinen Vorgängern fein. Bei den Wagen werden erstmals Rennwagen und Sportwagen an den Start gehen, und die Motorradrennen werden in zwei Abschnitten, in einem internationalen Rennen für Lizenzfahrer und einem nationalen Wettbewerb für Ausweisfahrer durchgeführt. Major Campbell ging bei einem Autorennen auf der Brooklandbahn in einem Kleinwagen an den Start und belegte mit einem Stundenmittel von 134,380 Kilometer in feiner Klaffe den ersten Platz und zugleich den sechsten Platz in der Gesamtwertung aller Kategorien. Marie-Luise Oie Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an August Wagner und Frau Marie, geb. Lenz £id) (Gießener Straße 6), den s. Mai 1935 275kl) Geschäfts - Eröffnung Allen einschlägig. Verbrauchern von Gießen und Umgebung hiermit zu Kenntnis, daß ich in der Wagengasse (Nähe Marktplatz) ein Spezialgeschäft für technische Maschinen-Bedarfsartikel im Groh- und Kleinhandel eröffnet habe. - Auf Grund 15 jähriger Branchekenntnisse bin ich in der Lage, gut, preiswert und prompt zu bedienen. 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Kämpers | in dem „Europa“-Film 2754 A I Der Judas von Tirol |T U. reiches . und anderen zeitgemäßen Aufgaben der Technik. ■>» Nachdruck verboten! • 17. Fortsetzung. Sie tal 2.65 eie IH. j j.Wocb6 luni wird ielseitiger i Wagen sagen an n werden dien senilen Wett« ;em Auto- tleinwagen mbenmittel den ersten er Gesamt- Ge- sie iHom iinp6r8 275»a i ijij] 9 : .5 । und der oben sitzende Photograph die Hände für Ausnahmen frei haben will. Aber es geht alles glatt vonstatten. Die Pyramidenvon Gizeh — es sind drei große und einige kleinere — machen auch auf den Menschen des technischen Zeitalters einen gewaltigen Eindruck. 10 000 Mann sollen 30 Jahre hindurch jeweilig während der dreimonatigen Ueberschwem- mungszeit des Nils an der Fertigstellung der Cheopspyramide gearbeitet haben. Auch von der anderen Seite des Flusses und selbst von Assuan holte man einen sehr großen Teil der etwa 2 300 000 Steine herbei, deren seder einen Inhalt von über einem Kubikmeter besitzt. In den steil aufsteigenden Gängen zur Schatz- und Grabkammer im Innern der Pyramide ist das Gedränge sehr groß, trotzdem wir zwei Gruppen unter Führung zweier deutscher Archäologen gebildet haben. Einem der Beduinen, die hier als Führer tätig sind, scheint das Gedränge nicht zu behagen. „Eins, zwei, drei", zählt er auf deutsch ab, „meine Gruppe, Platz für meine Gruppe" und ein zufriedenes Lächeln geht über sein Gesicht, als die bezeichneten drei Seemänner ihm folgen; die Chance für ein Backschisch ist gestiegen. Draußen ist es nicht anders. Als ich aus dem Eingang zum Innern der Pyramide, in Schweiß gebadet, heraus komme und die Stufen hinabzusteigen beginne, ruft ein Dragoman hinter mir her: ,,Mann, Mann, komm hoch, komm hoch!" Seine deutschen Sprachstudien scheinen noch nicht sehr weit gediehen zu sein, sonst würde er wissen, daß man im Auslande jeden Deutschen grundsätzlich mit „Herr Doktor" oder „Herr Baron" anspricht. Der Mann zeigt nach oben, er will mich auf die Spitze der Pyramide führen. Beim Blick nach oben sehe ich, wie die munteren Blaujacken die Steigung im Sturm nehmen, sie bemühen sich anscheinend, eine Pyramidenbesteigungsrekordzeit aufzustellen. Bon der Spitze der 137 Meter hohen Cheopspyramide hat man einen selten schönen Rundblick über das Delta, das Niltal, die Stadt und d i e :r Hockey, i St. ®if. > Spanien )ie Briten iinb sicher- Abteilung, am Frei» ) Englanb illanb hat. : sich Bel- elgier be- bie Ent- ! 3:1 (1:1) Wüste. Der Aufstieg hat sich trotz des leichten Muskelkaters am nächsten Tage gelohnt. Wie mit dem Messer abgeschnitten trennt sich das grüne, fruchtbare Tal mit den darin eingestreuten Palmenwäldern von der gelben Wüste ab. Dort, wohin die Nilwasser in der Ueberschwemmungszeit kommen, wuchern die Pflanzen, dann aber hört kraß jede Vegetation auf. Nicht aber die Schönheit! Die Wüste hat ihr eigenes Gepräge, weit dehnt sie sich von Hügeln und Bergrücken durchzogen aus. Es klingt zunächst für uns sonderbar, wenn unsere Landsleute erzählen, daß sie ihr Wochenende in der Wüste verbringen. Aber man versteht es, sobald man das Wohltuende dieser unendlichen Weite und Einsamkeit einmal erlebt hat. Nichts wächst dort und doch lebt die Wüste, wir spüren es einige Stunden später, als wir vom Baktaschi- Kloster über sie hinwegsehen und auf das unbeschreibliche Farbenspiel der untergehenden Sonne blicken. Nach der Besichtigung der Pyramiden habe ich das Glück, von einem deutschen Richter zu einer Fahrt durch Kairo eingeladen zu werden. Er ist ein besonderer Kenner der Stadt. Zunächst führt der Weg zu der ältesten Moschee Kairos, Ibn Tulun, die mit einem großen und einem kleinen Minarett geschmückt ist. Um den über 8000 Quadratmeter großen Hof, in dessen Mitte der Brunnen für rituelle Waschungen steht, ziehen sich, bis zu fünf Reihen nebeneinander, Säulengänge entlang. Mein Führer erklärte die Unterschiede der Bauart der Moscheen während der einzelnen Bauperioden. Weiter geht die Fahrt vorbei an der Zitadelle, in der ägyptisches und englisches Militär liegt und über der die ägyptische und englische Flagge wehen, hin zum B a k t a s ch i - K l o st e r, dem Kloster eines türkischen Derwischordens. Wir werden von einem der Klosterbrüder begrüßt und man gewährt uns gern Einlaß. Ein kleines Paradies haben sich hier die Derwische auf dem nackten Felsen des Mokat- tamgebirges geschaffen, und prachtvoll ist der Blick, den wir von dort aus über die Zitadelle hinweg auf die Stadt und darüber hinaus auf das Land haben. Wir ziehen uns Ueberschuhe an und betreten die Felsengrotte — wahrscheinlich ein noch vom Pyramidenbau herrührender Steinbruch — in der die Derwische zur letzten Ruhe bestattet werden, auch das Grab des Stifters des Ordens sehen wir. Auf dem Rückweg zur Stadt blicken wir noch einmal zurück auf die auf den Mokattam-Höhen gelegene G i j u s ch i - M o s ch e e, die sich der Emir el-Gijusch dort hoch oben im Jahre 1085 erbaute, um auch noch im Tode seine im Tale in sieben Mausoleen begrabenen Lieblingsfrauen sehen zu können. Dieser Winkel von Kairo ist vielleicht das Schönste von all dem Schönen, was. die Stadt in Hülle und Fülle aufzuweisen hat. Nach der Besichtigung einer weiteren Moschee fahren wir durch die Stadt, durch das Europäer- und Araberviertel. Kairo ist Residenz und Großstadt in unserem Sinne, wenn man nebenher auch die Ruhe des Orients empfindet. Am Abend finden wir uns alle zusammen mit unseren deutschen Landsleuten, die wir zu einem Teil schon im Laufe des Tages kennengelernt haben. Die deutsche Kolonie hat sich seit 1921. nachdem sie während der Kriegszeit schwer gelitten hatte, langsam neu gebildet. Es sind etwa fünfhundert Reichsdeutsche, die in Kairo leben, die deutsche Sprache wird jedoch unter Hinzuzählen der Oesterreicher, Schweizer und solcher Aegypter, die in Deutschland über eine gewisse Zeit gelebt haben, von rund 2000 Menschen hier gesprochen. In Kairo Messungen besitzen, bei denen die Schallentwicklung größer ist. Nach der Reichs-Straßenverkehrs-Ord- nung darf aber das Fahrtgeräusch in einer bestimmten Entfernung und bei 40-Kilometer-Stun- dengeschwindigkeit bei vollbelastetem Motor 8 5 Phon nicht über st eigen. Das Problem, dem sich die Technik hier gegenübergestellt sieht, besteht darin, die Auspuffgeräusche des Kraftfahrzeuges verlustfrei abzudämpfen. Es ist ein Irrtum des Kraftradfahrers, wenn er glaubt, durch Entfernen der Auspufftöpfe noch einige Kilometer mehr aus seiner Maschine herausholen zu können. Er hat nur darauf zu achten, daß die Töpfe in Ordnung gehalten und gesäubert werden. Außerdem muß er sich einige dumme Angewohnheiten wieder abgewöhnen, die die Aus- vuffanlage willkürlich verändern und dadurch verschlechtern. Wer häufig für den Zündstrom bei Vollgas die Kurzschließeinrichtung unbegründet benutzt, darf sich nicht wundern, wenn er sich im Stadt sind in einen deutschen Verein zufammenge- faßt, der mehrere Gruppen umschließt. Auch ein deutsches archäologisches Institut, dessen Leiter gleichzeitig einen Lehrstuhl als ordentlicher Professor für Aegyptologie an der hiesigen Universität inne hat, befindet sich in Kairo. Ebenso hat Aegyptens Hauptstadt eine deutsche Kirche und Schule, die räumlich nahe beieinander liegen. In der Schule, in der man einige Räume als Vereinsräume eingerichtet hat, empfangen uns unsere Landsleute. Der Platz im Gebäude reicht nicht aus, und man hat infolgedessen auf dem Schulhof ein riesiges Zelt aus Kelimteppichen aufgebaut. Solche Zelte sehen wir des öfteren auch am nächsten Tage in der Stadt, es ist anscheinend üblich, sie für besondere Festlichkeiten zu errichten. Das farbenfrohe Bild gibt uns allen sofort auch eins frohe Stimmung. Wir sitzen zusammen mit unseren Gastgebern, erzählen und fragen nach diesem und jenem und es ist schon recht spät, als wir auf die Uhr sehen. Ein Teil scheint keine Uhr bei sich gehabt zu haben, jedenfalls wollen wir es zu ihren Gunsten annehmen, denn sonst wären sie wohl nicht etwa zum Wecken in ihrem Wigwam gelandet. Am folgenden Tag ist zunächst ein Besuch des ägyptischen Museums vorgesehen. Jahrtausende der Geschichte des ewigen Stromlan- des ziehen hier an uns vorbei, und staunend stehen wir vor den steinernen Denkmälern, die Zeugen dieser Geschichte sind. Dann fahren wir hinaus zu den Ruinen Alt-Kairos upd dem Stadtviertel der Kopten, das innerhalb der teilweise noch erhaltenen Mauern der Römerfeste Babylon liegt. Durch zwei Meter breite Gassen, die wie ausgestorben daliegen. Dann aber tritt hier und da eine Frau aus einer Türe und deutet auf das auf ihr rechtes inneres Handgelenk gezeichnetes Kreuz. Sie will uns zeigen, daß sie C h r i st i n ist. Auch die Kopten- kirche besuchen wir, wo sich die Krypta befindet, in der Maria bei ihrer Flucht nach Aegnpten einen Monat mit dem Christuskinde gelebt haben soll. Weiter gelangen wir auf unserem Wege zur Sul- tan-Hason-Moschee. In Alexandrien hatte unterdessen die Zeit auch kaum ausgereicht für das Programm, das die Deutschen für die Besatzung vorgenommen hatten. Ein Ausflug nach Aboukir und die Einweihung eines neuen ^Bootshauses des Deutschen Svortvereins hatte stattaefunden, Sport war getrieben. Filme waren vorqeführt worden usw. Wie im Fluge waren auch hier die Tage vergangen. iige irben 1.95 Irenes Augen weiteten sich vor Staunen, blieb stehen. „Welch seltenes Bild, Sie mit Ihrer Frau mahlin zu sehen, Herr Morland!" sagte galant. Sie lächelte geschmeichelt. Freds Blick suchte Liane. In dem Kreis dieser meist jungen, hübschen und eleganten Frauen wirkte sie wie ein kleines Mädchen. Sie war sicher ebenso hübsch wie die meisten; ihr feines Gesicht aber zeigte einen fast leidenden Ausdruck, auch schien sie ihm unvorteilhaft gekleidet. Das dunkle Kleid machte sie noch schmächtiger und durchscheinender. „Hast du Kopfschmerzen, Liane?" fragte er sie, als er zufällig ihren Blick auffing. „Nein!" log Liane. Aber sie stand bereitwillig auf, als er sie aufforderte, nach Hause zu gehen. „Kleinchen muß zu Bett!" spottete Irene, als ihre Hand verabschiedend in der der Freundin lag. „Seien Sie nur recht fürsorglich zu Liane, Herr Morland." „Ich werde mir alle Mühe geben! erwiderte Fred mit verbindlichem Lächeln. Aeußerlich wurde das Leben des jungen Paares seit diesem Tage anders. Fred sorgte dafür, daß es ihr an Abwechslung nicht fehlte'. Er begann fast jede Stunde ihres Tages einzuteilen, bestimmte ihre Kleidung, wünschte sie heiter und fröhlich zu sehen, machte Besuche mit ihr und knüpfte überall Verkehr an. Sie wurden allgemein mit offenen Armen auf- aenommen. Nachdem man sich erst ein wenig verwundert, daß das junge Paar plötzlich Derkehv suchte, fand man bald nichts natürlicher, als daß ch°!.D°nz " I (ton, ch!-W. rankfurt), 'U5: Sauft Lr Zeit nicht ''e beiden putschen -tl) einen I* Sieger lmburgsr inj geht otanun- rp (Köln) a Schorn >en„Runb m Köln" «icher auch ifienmeper üet eine Marias« 5» Faust, auf der möchte. rüsten. Lianes Wangen wurden rot, und ihre Augen verloren den müden Blick. Sie war wirklich zufriedenzustellen!, dachte Fred. Wie kam sie nur auf die unglückliche Idee, sich das Auto zu kaufen? Gerade als sie die Gallusanlagen erreicht hatten, trafen sie Kurt Lechner mit seiner Frau. Der Motorradfahrer Md die „MMmwoche". Bei den Kraftwagen, besonders bei den Personenkraftwagen, ist die Technik im Kampf gegen £ e n Lärm verhältnismäßig schnell zu Ergebnissen gekommen. Teilweise rollen die Kraftwagen so geräuschlos an, daß man sie kaum noch hört. Die Motorräder sind dagegen, wie die vorjährige Berliner Fahrtgeräuschmessung ergab, noch zu 83 v. H. nicht ausreichend gedämpft, wenn es daneben auch schon Krafträder gibt, die es an Gleichmäßigkeit und Lautlosigkeit des Auspuffgeräusches mit den Personenkraftwagen aufnehmen können. Dies find aber meist die teuren Krafträder, die zur Schalldämpfung die kostspieligen „g e - räuschlosen" Auspufftöpfe benutzen, während die kleinen billigen Krafträder meistens Auspufftöpfe einfachster Art und mit kleinsten Ab- l| sich diese Ehe endlich besser anließ. Die kleine Liane war ihm gegenüber zwar noch reichlich schüchtern und unbeholfen, er aber hatte neben seiner höflichen Aufmerksamkeit eine fast väterlich besorgte Fürsorge für sie, die man ihm kaum zugetraut hätte. Liane hätte mit ihrem Leben nun ganz zufrieden fein können, wenn sie nicht deutlich die Beweggründe gefühlt hätte, die Fred zu feinem veränderten Benehmen veranlaßten. Er will, daß ich gut aussehe! dachte sie zuweilen mit leiser Bitterkeit. Als seine • Frau darf ich nicht schlecht aussehen. Ich soll fröhlich sein, lieber unsere Ehe soll nicht mehr gesprochen werden. Er Glaubt, ich leide noch immer unter dem Urteil der Menschen. Don meiner Liebe will er nichts wissen. Er lehnt sie noch immer ab, will, daß auch ich sie vergesse. Sie gesundete nicht an den vielen Abenden, die sie außerhalb des Hauses verbrachten. Sie war viel glücklicher, wenn sie allein ober nur mit Ernst Schröder zu Hause waren. Wie schön war es, wenn Ernst sich ans Klavier setzte, wenn er seine meist schwermütigen Fantasien dem Instrument entlockte, oder wenn er mit seiner vollen warmen Baritonstimme sang. Zuweilen begleitete ihn auch Fred. Sie mochten früher oft am Klavier gesessen haben. Ganz mühelos spielten sie sich wieder zusammen ein. Sie war betroffen, als Fred ihr einen Tag vor Weihnachten den Tod einer entfernten Verwandten meldete, deren Beerdigung er notgedrungen bewohnen mußte. Da er zu dieser Reise das Auto benutzte, glaubte sie ganz fest an eine Notlüge von seiner Seite, um da das Fest feiern zu können, wo er auch sonst feine Feiertage verlebte. Fred hatte Frau Widemann von seiner Reise mitgeteilt, sie gebeten, sich feiner Frau anzunehmen. Liane konnte nun nicht anders, als die Tage bei der Tante zu verbringen. Das ganze Widemannfche Haus war voller Menschen. Liane wäre am liebsten weggegangen. Frau Widemann aber hätte ihr das gewaltig übelgenommen, und Fred hätte ihr Vorwürfe gemacht. Am zweiten Feiertag war auch Irene geladen. Sie kam, wie schon immer, elegant, verwöhnt und hatte sich nun schon so an den liebenswürdig-herablassenden Ton gegen Liane gewöhnt, daß es immer schien, sie spräche mit jemand weit unter ihr Stehenden. „Du bist wieder allein? Merkwürdig, dieser plötzliche Todesfall in der Familie deines Mannes!" warf sie hin. „Warum merkwürdig?" „Ja, glaubst du wirklich an den Todesfall? Hast du dir noch nie Gedanken gemacht über feine sonntäglichen Ausflüge?" „Woher willst du davon wissen?" fragte Liane betroffen. (Fortsetzung folgt!) '< ii |! en>n 9,9Qnau ^strQ$t "schieden großer Allmählich vergrößerte sich der Kreis, andere Bekannte des Ehepaares Lechner kamen hinzu. Die Herren saßen zusammen. Mit Kurt Lechner konnte man schwer über etwas anderes reden als über das Geschäft. Er kam auch jetzt sofort auf dieses Thema zu sprechen. „Ich habe eine Neuheit für Sie, Herr Morland! Sie wird Ihnen gefallen. Bei genügender Abnahme werde ich sie Ihnen reservieren." „Sie wissen, daß ich für Neuheiten immer zu haben bin", antwortete Fred, „und möchte Sie nur bitten, sich bald definitiv an mich zu wenden, damit ich sie für die kommende Saison noch verwenden kann." Kurt versicherte, sehr bald Muster vorzulegen. Er begann, umständlich Art und Farbe des neuen Leders zu beschreiben. Fred hörte zuerst etwas interesselos zu. Er war gewohnt, daß Kurt Lechner seine Ware stets in allen Tonarten anpries, wurde aber bald aufmerksamer, da es sich wirklich um eine Neuheit zu handeln schien, die das Ansehen lohnte. Irene brachte ihren Mann endlich wieder auf andere Gedanken. „Daß du immer und immer wieder an das leidige Geschäft denken mußt", klagte sie. „Sie haben ganz recht, gnädige Frau. Im Beisein so vieler schöner Frauen sollte man wirklich nicht an das Geschäft denken!" erwiderte Fred befindet sich der Sitz der Landesgruppe des König- Aegypten der NSDAP., die Deutschen der spottend. „Ja, denken Sie, gnädige Frau, meine Frau hat Ausgehgelüste bekommen." „Die Sie als gehorsamer Ehemann selbstverständlich erfüllen müssen." „Wir sind immer Sklaven der Frau!" gab er lachend zurück. „Es wird auch wahrhaftig Zeit, daß Liane einmal Wünsche äußert." „So anspruchslos war sie doch sonst nicht!" lachte Irene. „Wo soll es denn hingehen?" erkundigte sich Liane. „Wir sind auf der Suche nach einem Kino. Nirgends gibt es etwas Richtiges." „Bei meiner Frau ist es nicht leicht, das Richtige zu finden!" warf Kurt neckend in die Unterhaltung ein. „Sie geht in der Woche nur viermal ins Kino, die anderen Abende ist sie bestimmt im Theater oder in Gesellschaft." „Uebertreibe doch nicht so!" wehrte Irene ab. „Dürfen wir uns anschließen?" fragte Fred. „Vielleicht können wir helfen, das Geeignete zu finden." „Ach, gehen wir lieber ins .Rumpelmayer'! Dort läßt es sich besser plaudern!" meinte Irene. Ihre Begleiter waren damit zufrieden. So traten sie in das Kaffeehaus. „Sie schulden uns immer noch einen Besuch, Herr Morland!" sagte Irene, als sie sich gesetzt hätten. „Es tut mir sehr leib, gnädige Frau, daß Sie mich gleich daran erinnern müssen. Selbstverständlich werden wir's nachholen." „Reichlich spät. Aber ich weiß ja, daß Ihre Sonntage immer sehr stark in Anspruch genommen sind." „Nicht mehr als andere Tage!" sagte Fred kühl und sah die schöne, strahlende Irene prüfend an. War das das Mädchen, das er einmal in einer warmen Sommernacht geküßt hatte? Sie war auffallend gekleidet, der Silberfuchs lag breit auf ihren Schultern, der Hut faß fehr kokett auf dcn braunen Haaren; um den Hals, an den Händen glitzerten die Brillanten. Bin ich schuld an der Veränderung?, fragte sich Fred. Vielleicht! Aber ich habe ihr nie Hoffnung gemacht und hätte sie wohl auch kaum lieben können... — • W« Os Ne PeS«i 'Nen Bet n Spie( SÄ Elster, '* in n ^°Ien verhält, „Ich kann doch nicht überall allein hingehen!" schluchzte Liane. Er blieb vor ihr stehen, runzelte kühl die Stirn. „Warum nicht? Erst recht kannst du jetzt überall allein hingehen. Als Frau kannst du dir weit größere Freiheiten erlauben. Eine Frau gewinnt immer an Freiheit, wenn sie verheiratet ist. Den meisten ist die Ehe überhaupt nur der Weg zur Freiheit." „Davon weiß ich allerdings nicht!" brach es auf- schluchzend aus Liane hervor. Unfähig, länger seine Worte zu ertragen, wollte sie aus dem Zimmer flüchten, doch sie sank kraftlos wieder auf hm Stuhl zurück. Wie immer, wenn jetzt die Tränen kamen, konnte sie sich nicht beruhigen, ihr ganzer Körper zitterte und bebte wie in einem Wem- krampf. Jetzt merkte auch Fred, daß er zu weit gegangen war. Das Mädel mußte man wirklich mit Glacehandschuhen anfassen. Zorn wollte sich regen, aber er bezwang sich und sagte einlenkend: „Nimm das Leben nicht so tragisch, Liane. Es lohnt nicht. Aber wenn du Wünsche nach einem Verkehr gehabt hast, hättest du dich längst an mich wenden sollen. Du hättest mich nie unzugänglich für deine Wünsche gefunden. Nun aber beruhige dich endlich." Liane aber konnte sich nicht fassen. Sie zitterte noch immer am ganzen Körper. Er stand betroffen, etwas ratlos vor ihr. Sie wir wirklich überzart, kränklich. Man durfte ihre Kraft nicht an dem Maßstab anderer messen. „Es wird Zeit, daß du ein neues Leben beginnst", nahm er endlich das Wort. „Wie können dir deine Nerven so jeden Dienst versagen. Komm, geht in dein Zimmer; lege dich noch eine, Weile nieder, bis du dich ganz beruhigt hast . . ." Am nächsten Abend schon fragte Fred nach ihren Wünschen. Ob sie fortgehen wollte und wohin. Liane war so glücklich über die plötzliche Wendung, daß sie ganz wunschlos war. Ihr lag nichts daran, auszugehen. Aber nach dem Abendessen sagte Fred: „Mache dich fertig, Liane. Wir bummeln ganz einfach mal durch die Straßen und sehen, wohin wir kommen." Wie lange war Liane nicht mehr mit freudig glänzenden Augen von einem Schaufenster zum anderen geeilt! Ganz festlich kam ihr die Kaiserstraße mit ihren hell beleuchteten Fenstern vor. Der Abend war kalt, der Winter begann sich zu sind. Schon vor dem Kriege war das Deutschtum in Alexandrien stark vertreten und in Vereinen zusammengefaßt. Nach der Machtübernahme traten diese einer alles umfassenden Organisation, der „Gemeinschaft der deutschen Vereine in Alexandrien" bei. Die Stadt zählte vor dem Kriege etwa 1000 Reichsdeutsche, jetzt find es rund 500. Auch das deutsche Schulwesen steht in großer Blüte, eine Volksschule, eine im Ausbau befindliche Realschule, eine höhere katholische Mädchenschule und ein Kindergarten sorgen hier für die Erhaltung und Verbreitung deutschen Wesens. Ohne Zweifel gehört ein zweitägiger Besuch der Hauptstadt Aegyptens mit zu den größten Erlebnissen unserer Reise. Zwei Tage sind dafür angesetzt, eine Zeit, die bei weitern nicht reicht, um alle Sehenswürdigkeiten Kairos bewundern, geschweige denn, sich in sie vertiefen zu können. Aber die vorzügliche Organisation eines deutschen Unternehmens und nicht zuletzt die Aufopferungsfreudigkeit unserer Landsleute machen wirklich sehr Vieles möglich. Im Laufe des Vormittags des 4. April bringt uns der Zug in mehreren Sonderwagen van Alexandrien nach Kairo. Die Fahrt führt durch das Nildelta. Weit breitet sich die Ebene zu beiden Seiten des Bahndammes aus. überall von Kanälen durchzogen. Hunderte von Nilbarken liegen oder fahren auf ihnen, beladen mit dem Gold Aegyptens, mit feiner Baumwolle. Häufig sieht man die charakteristischen Schöpfräder, die das Wasser aus den Kanälen auf das Flachland fördern. Man hat über Jahrtausende diese Bewässerungsart beibehalten. Auf den Stationen, bei denen wir halten, steigen Händler mit Apfelsinen ein und unter lautem Geschrei bieten sie ihre Ware an; der Zug hat sich schon lange in Bewegung gesetzt und dabei bereits eine beträchtliche Geschwindigkeit ausgenommen. Aber das stört den Händler nicht, geschickt springt er vom fahrenden Zuge ab, dreht sich um, winkt und lacht, anscheinend hat er ein gutes Geschäft gemacht, obgleich wir seine Preise gewaltig drückten. Man versteht eben zu handeln im Orient! Mittags kommen wir in Kairo an, wo wir von einigen Deutschen — darunter Herren der Gesandtschaft — herzlich begrüßt und anschließend auf drei Hotels verteilt werden. Kaum ist das Mittag- * Vgl. den letzten Bericht in Nr. 92 des „Gießener Anzeiger" vom 18. April._____________________ VIII. 3n Alexandrien und Kairo. Don Korvettenkapitän (3ng.) Weber.') Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! An Bord des Kreuzer „Emden", Mitte April 1935. Am 2. April werfen wir östlich von Rosette Anker, um unser Schiff nach dem langen Seetörn zu überholen. Am nächsten Tage laufen wir in Alexandrien ein. Der erste Abend bringt uns mit der deutschen Kolonie Alexandriens zusammen. Als wir die mit Flaggen geschmückten Räume des Windsor- Hotels betreten, glauben wir uns nach Hause versetzt und Gäste eines deutschen Abends der NSDAP, zu sein, denn überall sieht man Braunhemden. Das ganze Bild vom Deutschtum Aegyptens, das sich uns hier und auch später in Kairo bietet, ist ein außerordentlich erfreuliches. UeberaU steht ein fester Zusammenschluß und ein offenes Bekenntnis zum deutschen Vaterlande im Vordergründe. Kein Wunder also, wenn wir uns schon nach kurzen Minuten sehr nahegekommen sind und fröhlich zusammen- sitzen. Bei dieser Gelegenheit lernen wir auch d i e Eltern des Reichsmini st ers Rudolf Heß kennen, die später des öfteren unsere (Säfte IMMUMll.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). essen beendet, geht es mit Autobussen nach Gizeh zu der dort liegenden Pyramidengruppe hinaus. Man kann heute bequem bis zum Fuße der Cheopspyramide fahren, aber wir wollen die Gelegenheit, auf einem Kamel zu reiten, nicht verpaffen. Deshalb wird vorher Halt gemacht und die Besteigung der Wüstenschiffe beginnt. Lachen, Rufen und Gestikulieren hort und sieht man überall. Das ist so das Rechte für den Seemann. Der eine oder andere sieht mit gemischten Gefühlen in die Tiefe, und thront doch ziemlich hoch oben und etwas wacklig ist die ganze Angelegenheit auch. Vor allem dann, wenn die Tiere im Trab laufen 2749* Laufe der Zeit mit schweren Triebwerks- und Maschinenschäden herumzuschlagen hat. Und wer bei seinem Zweitakter die Äuspuffanlage insofern ändert, als er das Mundstück erweitert oder die inneren Ablenkbleche entfernt usw., der ändert damit den Staudruck, der durch die Bauart und Anbringung der Auspuffanlage für die Maschine genau bemessen ist, beeinflußt damit aber auch den Spülvorgang ungünstig. Die Maschine wird zwar zum Viertaktlaufen gebrockt, sie verbraucht dabei aber mehr Brenn st off, und ihre Lebensdauer wird baxu durch den gestörten Verbrennungsprozeß erheblich herabgemindert. Der Endeffekt ist also ein größeres Geräusch, aber keine Leistungssteigerung. Die heutigen Konstruktionen der Auspufftöpfe führen durch ihre besondere Bauart die Geräuschdämpfung der Auspuffgase ohne merkbaren L e i st u n g s v e r l u st auf ein erträgliches Maß zurück. Als Werkstoff wird häufig ein nichttönendes Metall verwandt, das zugleich als günstiger Wärmeableiter fungiert und ein lärmendes Mitschwingen der Dämpferwandungen vermeidet. Von „Verbesserungen" solcher Schalldämpferanlagen soll der Kraftradfahrer lieber seine Finger lassen. Er beschränke sich nur auf eine sachgemäße Pflege der Auspuffanlage. Nach 8000 bis 10 000 Kilometer ungefähr ist die Anlage auseinanderzunehmen und zu reinigen. Die Rückstände entfernt man mit einem Spezialreinigungsmittel oder durch Ausglühen und Ausklopfen. Außerdem muß von Zeit zu Zeit die Dichtheit der Auspuffleitung in ihrem gesamten Verlaufe untersucht werden. Ist die Auspuffleitung verstopft, dann wird der Motor überhitzt, die Auspuffoentile werden gefährdet, und die Leistung läßt nach. Trägt der Kraftfahrer allen diesen Anforderungen, die die Maschine an ihn stellt, Rechnung, fährt er vernunftgemäß, dann wird auch das Auspuffgeräusch seines Fahrzeuges niemals die vorschriftsmäßige Stärke überschreiten. Die Technik tut das ihre, um auch die übrigen Geräusche des Kraftrades zu dämpfen: die Ketten, Ventile, das Ventilgestänge werden gekapselt, die Getriebegänge möglichst geräuscharm gemacht usw. Die Zeit steht nahe bevor, da jedes Kraftrad so geräuschlos wie ein Personenkraftwagen über die Straße gleiten wird. Kampf 6MN den „lausenden Berg". Als vor kurzem am Tatzelwurm der große Erdrutsch geschah und als sich am Sonnwendjoch der Erdsturz ereignete, da kam es einem wieder erschreckend zum Bewußtsein, welche Gewalt die Elerv.ente immer wieder haben. Das Gebiet der Kalkalpen wird besonders stark von solchen Erdrutschen heimgesucht. Dabei sind die Katastrophen der letzten Zeit nicht so umfangreich und verheerend wie zum Beispiel die Ereignisse in den Fahren 1714 und 1749, als von den Diablerets in den Berner Alpen solche Erdmassen zu Tal gingen, daß von der ganzen Kette nur noch drei Hörner übrig blieben. Wind und Wetter und vor allem das Wasser arbeiten daran, das Gebirge umzugestalten und auch ober gerade die schroffsten Höhen allmählich abzutragen. Es müssen nicht immer bedeutende Ursachen sein, die eine Katastrophe in so großem Ausmaße herbei- führen. Schon der kleinste Wildbach kann unter Umständen einen Erdrutsch bewirken. Wer ihn freilich in trockenen Zeiten sieht, wird wenig Achtung vor seiner Mächtigkeit haben. Das harmlose Wässerlein verwandelt sich aber in der Schnee sch melze in einen tobenden Wassersturz, der Geröll, Schlammmassen, Sträucher, Wurzelwerk und ganze Bäume mit sich reißt und auch Ansiedlungen bedroht. Da sich diese Erfahrungen schon durch Jahrhunderte wiederholen, hat sich schon seit langem bei den gefährdeten Gebirgsbewohnern ein bestimmtes hanowerksmäßiges Können herausgebildet in der Art, wie man der Wucht des Schlamm- und Steinstroms, der „Mure", begegnet und sie eindämmt. Eine wichtige Hilfe gegen den Wildbach ist der W a l d b e st a n d , der leider in der letzten Zeit zurückgegangen ist. Wo also ein Wildbach gebändigt werden soll, ist dringend Aufforstung geboten, wodurch die Erde befestigt wird. Bei der „Wild- bachverbauun-g" wird der Wasserlauf in eine Reibe von Stufen aufgelöst, die das Bett des Baches treppenförmig umformen. Querwerke aus Flc-chtwerke, Baumstämmen oder Steinen, in ihrer Wirkung zwischen Wehren und Talsperren stehend, brechen die Wucht des fallenden Wassers. Handelt es sich um größere Wildbachgefälle, dann müssen häufig höhere Talsperren eingebaut werden. Die durch diese Querwerke entstehenden beckenförmigen Räüme dienen dazu, das vom Wasser mitgeschleppte Geröll zu sammeln. Dadurch vermindert sich die Geschwindigkeit und die Stoßkraft des Wassers, und bis zu einem gewissen Grade ist der Bach gebändigt. Wo es auf die Dauer nicht möglich ist, die Geschiebemengen zurückzuhalten, sollen sie wenigstens unschädlich gemacht werden. An Stellen, wo die Ufer leicht unterwaschen werden können, werden außer den Querwerken auch Längswerke angelegt, die neue Uferlinien schaffen. Der Kurzwellensunk im Tornister Kürzlich wurde südlich von Berlin ein Versuch mit einer tragbaren Kur zweiten st ation gemacht, die ausgezeichnet arbeitete. Zwei Männer, die je einen Tornister trugen, gingen getrennt voneinander über ein Versuchsfeld. Aus dem einen Tornister schaute ein kurzer Stock mit einem kleinen Kupferzylinder heraus, an dem ein paar Drähte befestigt waren, während der andere Mann einen Fernsprechhörer mit Mikrophon in der Hand hielt und in ihn hineinsprach. Solche Geräte haben im Sprechoerkehr eine Reichweite von 13 Kilometer, im Telegraphenverkehr sogar eine von über hundert Kilometer. Sie teilen sich in drei Traglasten von je 23 bis 24 Kilogramm Gewicht. Der eine Tornister nimmt Sender und Empfänger auf, der zweite das notwendige Zubehör und der dritte eine leicht auf- stellbare Tretmaschine, die mit einem Stromerzeuger gekuppelt ist, so daß das gesamte Gerät von einem großen Elektrizitätswerk unabhängig ist. Kleinere Geräte, die in ähnlicher Weise jedoch mit geringerer Reichweite gebaut werden, werden hauptsächlich im Hochgebirge oder im schwierigen Gelände verwandt. Auch für die Funkbenchterstattung kommen sie in Frage. Der Hauptwert der Anlage besteht darin, daß sie ein richtiges Gegensprechen ermöglicht, wobei das Umschalten von Empfangen auf das Senden und umgekehrt völlig selbsttätig geschieht. Spricht der Träger in das Mikrophon, dann schaltet es sich auf Senoen um. Es kommt dabei natürlich darauf an, daß die beiden Sprecher sich nicht gegenseitig ins Wort fallen, sonst ist eine Verständigung unmöglich. Im allgemeinen arbeiten beide Senoer auf einer Welle, aber es gibt auch Funkgeräte, bei denen von einer Welle zur anderen, vom Senden zum Empfang mit der Hand um» geschaltet werden kann. Wirtschaft. Die Zrrdustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 736: Neufassung der deutschen Devisenrichtlinien über die Anlage von Sperrguthaben. Sonderdruck zum Preise von 80 Pf., zuzüglich Versandkosten, von der Eildienst für amtliche und private Handelsnachrichten GmbH., Berlin W 9, Potsdamer Straße 10/11 erhältlich. 737: Bestimmungen über die Zuteilung von rumänischen Einfuhrbewilligungen für das zweite Vierteljahr 1935. 738: Verbot der Einfuhr bestimmter Maschinen in Rumänien. 739: Errichtung und Führung von Ausländer- Sonderkonten zugunsten ausländischer Transithändler. 740: Norwegische Bestimmungen über die Einfuhrdeklaration für deutsche Waren. Der Eisenerzbergbau an Lahn, Dill und in Oberheffen. Forderung und Absatz im Eisensteinbergbau zeigen im April eine anhaltend steigende Entwicklung. Die Vorräte sind entsprechend weiter gesunken. Die Tiefbohrungen und Untersuchungsarbeiten zeigen steigende Fortschritte. Es sind bisher mit 31 Bohrungen insgesamt 3550 Meter abgebohrt worden. Voraussichtlich werden noch eine Reihe von seinerzeit versoffenen Gruben in Betrieb genommen, so daß die monatliche Förderung nach einer gewissen Anlaufzeit um etwa 25 000 Tonnen erhöht werden kann. Diese Förderungssteigerung wird durch den Ausfall einiger demnächst ausgebeuteter Gruben wieder eingeschränkt, so daß, auf lange Sicht gesehen, mit einer absoluten Steigerung von jährlich 200 000 Tonnen gerechnet werden kann. Damit erreiche dieses Eisenerzgebiet wieder eine Förderung von jährlich 1 Millionen Tonnen, wie sie der Normalförderung der letzten 60 Jahre entspricht. Raubbau müsse, wie im Lagebericht der Bezirkswirtschaftskammer ausgeführt wird, vermieden werden. Die vom Reich genehmigte Beihilfe von 800 000 Mark für die gesamten Gruben an Sieg, Lahn, Dill, in Thüringen, Oberhessen und am Rhein ist bekanntlich wieder in den Etat 1935/36 eingesetzt worden. Es kann erwartet werden, daß dieser Betrag künftig für zusätzliche Untersuchungs- und Aufschlußarbeiten entsprechend des einstimmigen Antrages der Bergbautreibenden verwandt wird. In erster Linie sollen die Bohrungen weiter betrieben werden. Insgesamt sind zehn Bohrgeräte in Betrieb gesetzt, so daß auf diesem Gebiete ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen ist. Der Rest der Summe soll auf die bereits bewilligten Aufschlußarbeiten verteilt werden. Der Gaaienstand Anfang Mai. FWD. Das Aprilwetter war allgemein kühl und naß. Aus Westfalen und der Rheinprovinz wurden bereits zu viele Niederschläge gemeldet. Die Bestellungsarbeiten sind infolge des nassen Wetters erheblich verzögert worden. Der Stand der beurteilten Feldfrüchte hat sich im Vergleich zur gleichen Zeit des Vorjahres nur unwesentlich verändert. Winterroggen hat sich mit der Note 2,6 (2,5) um einen Punkt verschlechtert, dagegen Klee mit 2,9 (3,0) um einen Punkt verbessert. Winterweizen weist mit 2,4, Winterspelz mit 2,3 und Wintergerste mit 2,5 den gleichen Stand wie im Vormonat auf. Die infolge Auswinterung und sonstiger Schädigungen vorgenommenen Umpflügungen beim Getreide bewegen sich zwischen 0,5 und 0,6 v. H. der entsprechenden Anbaufläche, also in normalen Grenzen. Lediglich beim Klee sind größere Umpflügungen vorgenommen worden. Sie sind jedoch mit 2,9 wesentlich geringer als im Vorjahr. Die beim Raps vorgenommenen Umpflü- gungen sind auf 2,0 v. H. der Anbaufläche geschätzt worden. Mahl- und Schrotlöhne für die Lohn- und Umtauschmüllerei. Der Vorsitzende der Hauptvereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft, Reichshauptabteilungsleiter III Karl Detter, hat die Getreioewirtfchafts- verbände angewiesen, Bestimmungen über Mahl- und Schrotloyne für die Lohn- und Umtauschmüllerei zu treffen. Die Mahl- und Schrotlöhne sind generell für das ganze Reichsgebiet sowohl für Barlöhne als auch für Naturallöhne festgesetzt worden und gelten für Selbstversorgung, Deputatempfänger uno Empfänger eines ßeibgeoinges. Die Anordnung ist bis zum 18. 5. 1935 zu verkünden und tritt mit dem 14. Tage nach dem Tage der Verkündung in den Wochenblättern der Landesbauernschaften in Kraft. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Behauptet. Frankfurt a. M., 8. Mai. Die Börse wies nach den gestrigen Rückgängen überwiegend leichte Erholungen auf, ohne aber von nennenswerten Umsätzen begleitet zu fein. Die Zurückhaltung der Kulisse dauerte fort, auch bei der Kundschaft war keine Neigung zu Neuanschaffungen vorhanden. Die Grundstimmung war freundlich, wobei die Tendenz von günstigen Abschlüssen aus der Industrie etwas Anregung erhielt. . Starke Beachtung fand die gestrige Aussprache im englischen Oberhaus, in der überwiegend gegen den Ratsentschluß vom 16. April Stellung genommen wurde. Ferner haben die kräftigen Bemühungen, den Schweizer Franken stabil zu halten, Eindruck gemacht. Am Aktienmarkt stellten sich meist kleine Gewinne von durchschnittlich 0,50 v. H. ein. Von chemischen Werten waren besonders die stark gedrückten Rütgerswerke erholt auf 112,40 (110,75), auch Deutsche Erdöl zogen 0,65 v. H. an, Scheideanstalt lagen unverändert, während IG. Farben 0,25 v. H. verloren. Am Elektromarkt lag das Kursniveau ziemlich behauptet, etwas fester notierten AEG. (plus 0,40 v. H.), Geffürel (plus 0,25 v. H.) und Schuckert (plus 0,75 v. H.) Elektr. Lieferungen und Felten bröckelten noch etwas ab.. Der Montanmarkt lag fast geschäftslos, Harpener und Rheinstahl waren knapp, Mansfelder Bergbau und Stahlverein dagegen gut behauptet. Befestigt waren Reichsbankanteile mit 161,50 (160), AG. für Verkehrswesen mit 85 bis 85,50 (84,50), Hapag mit 32,75 (32,50), Hanfwerke Füssen mit 83 (82,40), AKU. mit 53 (52,75) und Zellstoff Aschaffenburg mit 83 (82,40), andererseits bröckelten Nordd. Lloyd 0,40 v. H., Moenus Maschinen 0,40 v. H., Bank für Brauindustrie 0,50 v. H. ab. Der Rentenmarkt lag ruhig und uneinheitlich. Für Altbesitz erhielt sich im Hinblick auf die Nähe des Auslosungstermins etwas Nachfrage zu 115,13 (115), Zinsvergütungsscheine lagen mit 89,50 unverändert, während Kornrnunal-Urnschuldung 0,10 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. verloren. Von fremden Werten eröffneten 5 v. H. innere Mexikaner mit 6 v. H., 4 v. H. Rumänen mit 4,25 v. H. unverändert. Fest lagen Bagdad I und II mit je 9,50 (9). Da auch in der zweiten Börsenstunde die Auftragserteilung aus der Kundschaft klein blieb, vermochte sich das Geschäft kaum zu beleben. Die Haltung blieb aber freundlich und eine Reihe von Werten, darunter IG. Farben, Geffürel, Felten, AKU., waren bis 0,50 v. H. höher. Sehr fest und bei etwas größeren Umsätzen lagen AG. für Verkehrswesen, die auf 87 nach 85,50 anzogen. Ferner waren Deutsche Linoleum auf 154,25 bis 155 (154,50) befestigt, andererseits gingen Südd. Zucker um 1 v. H. und Gement Heidelberg um 0,65 v. H. zurück. Am Kassamarkt blieben Klein, Schanzlin angeboten, Taxe 90 bis 92 (1. K. 97,50). Renten entwickelten sich auch später uneinheitlich. Altbesitz gingen auf 115 (115,13), Kommunal-Um- schuldung 5 Pfg., 5 v. H. Stahlverein 0,25 v. H. zurück, während Zinsvergütung auf 89,65 (89,50) erhöht waren. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und unverändert, einzelne Liquidationspfandbriefe bröckelten etwas ab. Stadtanleihen lagen schwächer und gingen bis 0,50 v. H. zurück. Auslandsrenten hatten kleines Geschäft und nur wenig veränderte Kurse. — Tagesgeld blieb zu 2,50 v. H. unverändert. Abendbörse: behauptet. An der Abendbörse entwickelte sich nur kleines Geschäft. Die Stimmung blieb im Anschluß an die leichten Befestigungen im Mittagsschlußverkehr freundlich, verschiedentlich ergaben sich weiter kleine Besserungen von etwa 0,25 v. H. Lediglich Montan- aktien wiesen gegen den Berliner Schluß noch leichte Rückgänge auf, Stahlverein allerdings zogen 0,40 v. H. an. Etwas höher waren ferner Geffürel mit plus 0,90 v. H. auf 124,90, dagegen gingen Goldschmidt auf 97,25 (98) zurück. Großbankaktien lagen unverändert. Am Rentenmarkt herrschte fast Geschäftsstille, Altbesitzanleihe wurden 10 Pfennig und Zmsver- gütungsscheine 5 Pfennig hoher bezahlt; im übrigen traten keine Aenderungen ein. Fremde Werte lagen im ganzen ruhig. Wetter erhöht waren Schweizer Bundesbahn - Anleihen, vierprozentige 169 (167), dreieinhalbprozentige 161 (160). Im Freiverkehr wurden Adlerwerke mit 91,75 bis 92 (91) gehandelt, FMA (Pokorny) gingen auf 108 (110) Brief zurück. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 115, 4,5 v. H. Stahlverein 92,50, 6 v. H. Stahlverein 101,50, 5,5 v. H. Rheinische Hypotheken-Liquidation 101, Reichs- bahn-VA. 122,90, Adca 83,50, Commerzbank 93, VV-Bank 93,50, Dresdner Bank 93,50, Frankfurter Hypotheken-Bank 93, Harpener 105,50, Klöckner 90,25, Mannesmann 78,90, Mansfeld 105,50, Rhei- nifche Braunkohlen 213,50, Rheinstahl 105,50, Stahlverein 80,50, AKU. 53,75, AEG. 38, Bekula 133,75, Conti Gummi 148, Scheideanstalt 220, Licht und Kraft 122,25, IG. Farben 143, Felten 94, Geffürel 124,90, Goldschmidt 97,25, Holzmann 90,75, Metall- aesellschaft 97, Rheag 123,50, Schuckert 103,50, Siemens 153,50, Aschaffenburger Zellstoff 82,50, AG. für Verkehrswesen 87, Norddeutscher Lloyd 35,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Mai. Der Getreidegroß, markt lag weiterhin sehr ruhig. Weizen fand gute Aufnahme, dagegen büeb das starke Roggenangebot unverkauft. Hafer und Futtergerste sowie reine ölhaltige Artikel und Kleie blieben sehr gesuchtem übrigen waren Futtermittel leichter erhältlich. Das Mehlgeschäft blieb unbefriedigend, insbesondere die neue Type 815 findet nur wenig Interesse. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W XII 210, WXIII 214, WXVI 218; Roggen RIX 170, RXIII 174, R XV 178, Großhandelspreis der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 172, G XI 175, G XII 177; Hafer H XIII 170, H XIV 172, Großhandespreis ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl Type 790 W XIII 27,70, W XVI 28,15; Rog» genmehl Type 997 RXIII 23,80, Type 815 RXIII 24,30, Type 997 R XV 24,20, Type 815 R XV 24,70, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleick. Weizennach- mehl 17,25; Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie WXIII 10,92, WXVI 11,13; Roggenkleie RXIII 10,20, R XV 10,44, Mühlenfestpreis ab Mühlen- ftation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13; Palm- kuchen m. M. 13,30; Erdnuhkuchen m. M. 14,50; Fabrikpreis ab südd. Fabrikstation. Treber 19; Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20; Heu 10,25 bis 10,50; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt ober gebündelt) 4,80 bis 5. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 88 Rinder (25 Ochsen, 21 Bullen, 42 Kühe), 979 Kälber, 69 Schafe, 389 Schweine. Es kosteten: Kälber 34 bis 60 Mark, Hümmel 38 bis 40, Schafe 33 bis 36, Schweine 40 bis 50 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Schweinemarkt in Nidda. [J] Nidda, 8. Mai. Zum heutigen S ch w e i n e- markt waren insgesamt 462 Ferkel und 2 Läuferschweine aufgetrieben. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel 20 bis 22 RM., sechs bis acht Wochen alte 25 bis 27 RM. und acht bis zehn Wochen alte Tiere 32 RM. Der Markt wurde geräumt; es herrschte lebhafte Nachfrage. Sprecystunoen oer Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Datum 6% Deutsche Neichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1984 6*/2% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöf.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4x/i% Deutsche ReichSpostschahan- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 trückzahlb. 102%)............ 4/t% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold N. 12........ 6ya% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Ltaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlof.-Rechten 4¥i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 5y2% ehem. 4'/r% Franks. Hyp.° Bank-Liqu.-Pfandbriese....... W/o ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4ty% ehem. 8% Pr.Landespfan» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- onefanst., Gold Komm. £61.VI Steuergutsch.Berrechnungök. 35-39 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Leswrrcichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4yt% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-AiUeihe Teriö l Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt 0.3JL Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Gchluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse 7.5. | 8.5. 7.5. 8.5. Datum 7-5. 8.5. 7-5. 8-5. 100,65 100,4 100,25 100,25 4% desgl. Serie II ............ 9 9,5 10 _ 36,75 96,75 97 97 6% Ruinäu. vereint). Rente v. 1903 4,5 4,5 4,65 4,65 101,9 102 101,9 101,9 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,7 6,75 4% Rumänische vercinh. Rente .. 4,25 4,3 4,3 4,35 115 115 114,9 114,9 2&% Anatolier .............. 36,75 36,9 36,9 37 100,3 100,4 100,5 100,5 Hamburg-Amerika.Paket .....0 32,5 32,75 32,65 32,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 28 27 98,25 98,25 98 98,25 Norddeutscher Lloyd .........0 35,75 35,25 35,75 35 A.G. für 'Verkehrswesen Akt. .. 0 84,5 87 84,4 86,9 96,25 96,25 — — Berliner Handelsgesellschaft ... 5 111,65 111,25 1'1,25 111,5 Commerz, und Prival-Bank ... 0 92,75 93 92,75 93 100,4 100,5 —— Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 94 93,5 94 93,5 92 92 —— Dresdner Bank...... o 94 93,5 94 93.5 — 120 — 119,65 Retchsbank ...... 1*2 160 161,25 161 161,4 116 116 116,25 116,13 A.C.G......................0 37,13 38 37,13 37,9 Bekula.................... 10 133,25 133,75 133,4 133,75 98 96 96 —— Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 106,5 106,25 105,5 106,25 Licht und Kraft ........... ßy, 122,25 122,25 122,25 122,25 100,9 100,8 —— — Felten & Guilleaume.........0 93,9 94 93,75 94 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 124 124,9 122 124,13 101 101 100,9 101 Rheinische Elektrizität ........5 123,75 123,5 123,25 123,5 Rhein. Wests. Elektr..........6 _ — 96,75 96,75 96,75 96,75 Schuckert L Co........ 4 102,5 103,5 102,5 103,9 96,75 96,75 96,75 96,75 Lahmeyer L Co.............. 7 122 121 121,25 121 105,9 105,9 105,9 105,9 Buderus ...................o 99,13 99,4 99,5 99,25 28,5 27,5 28,9 27,75 Deutsche Erdöl...... 4 106^75 1Ö7 107,65 107,25 1,15 — 1,13 Gelsenkirchener..............0 8,2 8,1 8,05 8 Harpener................... o 106 75 105,5 106,75 105,5 7,75 7,75 —— Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 94,25 94,4 7,9 7,9 7,9 7,65 Ilse Bergbau ............... 6 —- 149,75 146,5 150 13,75 13,75 13,9 13,75 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 123,5 123,5 123,25 123,65 Klocknerwerke ............. eyt 90 90,25 90,25 90,5 öi Manneömcmn-Rdhre» ....... ö 18,75 78,3 to- 73.25 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 7.5. 8.5. 7.5. 8.5. Mansfelder Bergbau .. 105,5 105,5 105,75 Koköwerke........... .......6 — 115 115,13 Phönix Bergbau...... .......0 — — Rheinische Braunkohlen Ryetnstahl .......... .....12 212,65 213,5 212,5 213,5 .....8'/,' 105,65 105,5 105,4 105,4 Vereinigte Stahlwerke. .......0 80 80,5 80,25 80,13 Otavi Minen ........ .......0 18,13 17,9 18,5 17,9 Kaliwerke Aschersleben. .......5 119 119 119,5 118,65 Kaliwerke Westeregeln. .......5 120,25 119,5 120,5 119,5 Kaliwerke Salzdetfurth .....?y2 166 165 165 165 3,. ®- Forben-Jndustrie .......7 142,5 143 142,75 143 Schetdeanstalt........ .......9 220 220 — Goldschmidt ........, .......0 98,25 97,25 98 98 Rütgerswerke........ .......4 110,75 112,25 111,25 111,75 Metallgesellschaft...... .......* 97,25 97 96,75 97 Philipp Holzmann .... 90,75 90,5 91,25 Zementwerk Heidelberg ......6 116 115,4 — Lementwerk Karlstadt.. .......4 - — Schultheis Patzenhoser ....... 4 _ _ 108,4 109 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,75 53,75 52,75 53,9 Bemberg............ .......0 111,4 111,4 110,5 112 Zellstoff Waldhof..... .......C 114 113,75 113,5 113,75 Zellstoff Aschaffenburg .......0 82,5 82,5 83 83 Dessauer Gas ........ .......7 — — 124,25 124,25 Daimler Motoren..... .......0 91 91 90,75 90,75 Deutsche Linoleum .... .......6 154,5 154,75 155 154,5 LrensteinL Koppel ... .......0 87,25 86,9 Westdeutsche Kaufhof.. .......0 35,4 35,75 35,75 35,65 Chade............... .......0 277 277 277,5 276 Accumulatoren-Fabrü. ......12 — 162 Conti-Gummi........ ....... 8 147,9 148 147,75 148 Grttzner.......... .......0 36,25 - 35.9 35,75 Mainkraftwerke Höchst o.S)L... 4 Süddeutscher Zucker t ■ 93 168,5 16M i i6a Ließ,« Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 7.Mai 8 Mai Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierunq Geld | Brief Buenos Atce. Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schwei- .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 0,658 41,98 0,201 3,047 53,83 46,89 12,055 5,325 16,38 167,93 20,53 0,710 5,649 60,59 48,95 10,94 62,17 80,39 33,92 10,365 2,488 0,662 42,06 0,203 3,053 53,93 46,99 12,085 5,335 16,42 168,27 20,57 0,712 5,661 60,71 49,05 10,96 62,29 80,55 33,98 10,385 2,492 Bantnoten 0,658 41,98 0,201 3,047 53,66 46,89 12,015 5,305 16,38 168,13 20,53 0,707 5,649 60,39 48,95 10,91 61,96 30,39 33,95 10,36 2,486 0,662 42,06 0,203 3,053 53,76 46,99 12,045 5,315 16,42 168,47 20,57 0,709 5,661 60,51 49,05 10,93 62,08 80,55 34,01 10,38 2,490 Berlin, g.Mai Geld Briet Amerikanische Noten.............. 2,438 41,82 53,50 11,98 16,32 167,71 20,11 60,18 61,75 80,16 33,48 2,458 41,98 53,72 12,02 16,38 168,39 20,19 60,42 61,99 80,48 33,62 Belgische Noten.................. Dänische Noten ............... Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Note«