Dienstag, 9. April 1935 Nr.84 Erstes vlatt 185. Jahrgang Gießener Anzeiger Der Wahlsieg -er NSDAP, in Danzig 236 733 Liste Weise (früh. Deukschnationale) 3 Polen 2 talangriff" g< Ueberhaupt h 139 043 38 015 7 990 31 525 9 691 382 8 310 44 12 2 9 (38) (13) (5) (10) (4) (2) NSDAP SPD. Kommunisten Zentrum Die Berechnung der Mandate nach dem Proportionalsystem ergibt folgende Verteilung der Sitze im W s t a g ; die allerdings noch geringfügigen Verschiebungen unterworfen sein kann: Es ergibt sich daraus, daß unter Berücksichtigung der höheren Wahlbeteiligung alle Oppositionsparteien Verluste erlitten haben. Nur di e NSDAP, hat sechs Mandate gewonnen, und die Polen haben ihre beiden Sitze behauptet. sein würden, wie in der Vergangenheit, werfe bereits einen Schatten auf die Konferenz. — „Daily Herald" schreibt: In Stresa würden Macdonald und Simon höchstwahrscheinlich feststellen, daß sich die Ansichten der Franzosen und Italiener mit ihren eigenen Ansichten keineswegs decken. militärischen Maßnahmen gegen einen Angreifer einverstanden sei. Die Sorge, daß die Antworten der britischen Minister ebenso ausweichend (109 029) (37 882) (14 566) (31 336) (13 596) (-) (6 743) 237 016 13 482 234 956 1 7777 Wahlen vom 28. Mai 1933): NSDAP. SPD. Kommunisten Zentrum Liste Weise Liste Pietsch Polen Wahlberechtigt waren Abgegebene Wahlscheine Gültige Stimmen Ungültige Stimmen Insgesamt Macdonald, Flandin und Mussolini treffen sich in Slresa. Mehrstündige Beratungen des britischen Kabinetts, aber anscheinend keine Entscheidung für einen klaren Kurs. nichts genützt, daß der ehemalige Senatspräsident Dr. Rauschning noch unmittelbar vor der Wahl in einem offenen Brief das Eingreifen ausländischer Stellen forderte und sich zum offenen Landesverrat hergab, um nach verlorener Schlacht über die Grenze zu flüchten. Sie haben ihre „unbeeinflußte Feststellung" der wahren Volksstimmung gehabt mit dem Ergebnis, daß die Zahl der nationalsozialistischen Stimmen eine weitere starke und stetige Steigerung erfahren hat und daß die Bewegungsfreiheit der anderen Parteien, die diesen in dem aufgelösten Volkstag zu gering war, nunmehr die weitere Einschränkung er» suhr, die sie verdient. Denn worauf es gerade in Danzig auf diesem vorgeschobenen Posten des Deutschtums allein ankommt, ist die H e r st e l l u n g eines einheitlichen Willens, einer einheitlichen Gesinnung und eines einheitlichen Deutschtum-Begriffes, der sich mit dem deckt, was wir im Reiche darunter verstehen und wie mir ihn im Reiche haben. Die erneute Niederlage der Parteien im Danziger Wahlkampf ist zu groß und zu eindeutig, als daß es interessant sein könnte, sie im einzelnen zu analysieren. Nur an einer Teilschlappe kann doch nicht vorübergegangen werden, das ist die Dezimierung der Kommunistischen Partei, die von den 14 566 Stimmen, die bei der 1933er-Wahl auf sie gefallen waren, nicht weniger als 7685, das sind rund 53 v. H. verloren hat. Das ist jedenfalls bas wichtigste Ergebnis der Wahl, daß die Danziger Bevölkerung in ihrer überwältigenden Mehrheit begriffen hat, worauf es anfam zu zeigen, daß sie nur eine Aufgabe hat, ihr Deutschtum. Sin Ausruf des Senalspräsidenten. Danzig, 8. April. (DNB.) Der Präsident der Freien Stadt Danzig, Arthur Greiser, hat nach- * stehenden Aufruf an die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig erlassen: An die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig! Der vom Senat der Freien Stadt Danzig gewünschte und von der nationalsozialistischO Bewegung parlamentarisch herbeigeführte Appell an die Danziger Bevölkerung hat mit dem gestrigen Tage den Beweis erbracht, daß noch mehr als bisher die übergroße Mehrheit der Danziger Bevölkerung hinter der nationalsozialistischen Partei und Regierung steht. Damit hat die Danziger Bevölkerung eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß sie m i t d e m Treiben und Wühlen der Opposition nicht einverstanden ist. Die Oppositionsparteien haben dadurch ein für allemal das Recht verwirkt, im Namen der Danziger Bevölkerung Schriften und Beschwerden an irgendeine Stelle zu richten. Formal mögen sie im Recht sein, moralisch sind sie gerichtet. Durch den eindeutigen Vertrauensbeweis der Danziger Bevölkerung, der durch die Abgabe von 30 000 Stimmen mehr als in den Volkstagswahlen im Mai 1933 zum Ausdruck gekommen ist, wird die Regierung nach der Neubildung ihre schwere und verantwortungsvolle Aufbauarbeit nunmehr mit gestärkter Kraft fortsetzen und, vom Vertrauen des Volkes getragen, vollenden. Der Senat dankt der Danziger Bevölkerung durch erhöhte Pflichterfüllung. Das Volk hat gesprochen. Die Arbeit geht weiter! Für ein deutsches Danzig im nationalso- zialistischen Geist! Heil Hitler! Millionen Russen hätten die Waffen strecken müssen, der Krieg wäre wahrscheinlich Ende 1915 mit einem vollen deutschen Siege zu Ende gegangen. Ungeheuer mußte die seelische Enttäuschung für den feinnervigen Ludendorff sein, als ihm diese Möglichkeit entglitt und alles in einem verlustreichen „ordinären Frontalangriff" gegen die russische Armee versandete. Ueberhaupt hatte Ludendorff bereits jetzt nicht nur gegen den Feind, sondern auch gegen die verhängnisvolle Militärbürokratie Krieg zu führen. Nachschub, rivalisierende und dienstältere Unterführer, versagende und ewig mißtrauische Verbündete, gegnerische Uebermacht, ohnmächtiges Beobachtenmüssen der Sabotage durch Heimatbehörden, Krisen der Schlacht und Krisen der Nerven, es hätte bei Gott keines zweiten Menschen Kraft diese ungeheure Anspannung und diesen schmerzlichen Druck aus- Ludendorff. Zum 70. Geburtstag des Jeldherrn am 9. April 1935. Von Friedrich Wilhelm Heinz. General Erich Ludendorff wird am 9. April 70 Jahre alt. Man muß weit zurückgehen in der deutschen Geschichte, um ein zweites Schicksal zu finden, so groß, so einsam, so tragisch, wie das des Generals Ludendorff. Ja, in Glanz und Schatten, in Aufstieg und Sturz scheint dieses Leben mehr der Ursage als der Gegenwart anzugehören. Wie ein Findlingsblock aus fernster Zeit ragt die Erscheinung des Generals in das 20. Jahrhundert, eine wahrhaft nibelungenhafte Gestalt, umwittert vom eisigen Hauch der echten Tragödie ganz im gehalten. Es gab viereinhalb Jahre lang Alltag für Ludendorff. Ohne Urlaub hielt er auf seinem Posten aus. Friedrich der Große hatte Dichtung und Philosophie als Freunde im Feldlager. Ludendorffs Tageslauf aber war ausgefüllt mit Arbeit, Vortrag, Gesprächen, summendem Hasten, Denken, Sorgen, Vere Als im Mai 1933 der Nationalsozialismus aus den damaligen Wahlen in Danzig mit einer Mehrheit von etwa 56 Prozent als unbestrittener Sieger hervorging, war bereits das innerpolitische Kräfteverhältnis im Freistaat eindeutig bestimmt worden. Dennoch wollten sich die Reste der ehemaligen Systemparteien, die in Danzig unter dem Schutze des Völkerbundes noch ein Dasein im Trüben fristen konnten, mit dieser Tatsache nicht abfinden. Vielmehr haben sie seit jener Wahl kein Mittel unversucht gelassen, der Welt immer wieder zu „beweisen", daß allein sie das Recht hätten, im Namen der Danziger Bevölkerung zu sprechen. Nun — der Nationalsozialismus hat nicht gezögert, diese Parteien ihre Behauptung wirklich unter Beweis stellen zu lassen, und er hat kurzerhand die A u f l ö s u n g des 1933 gewählten Volkstags und die Neuwahlen vom 7. April, die sonst erst im Jahre 1937 fällig gewesen wären, veranlaßt; offenbar aber nicht zum Vergnügen jener Quertreiber, die ja entgegen ihrer zur Schau getragenen Miene ihrer Sache alles andere als sicher waren. Nun haben die „berufenen Wortführer der Danziger Bevölkerung" ihre Klärung der innerpolitischen Verhältnisse, wenn diese auch anders ausgefallen ist, als sie es sich gewünscht hätten. Von rund 230 000 abgegebenen Stimmen hat die NSDAP, nicht weniger als rund 140 000 auf sich vereinigen können. Im Verhältnis von 6:1 sind die anderen Parteien gegen die NSDAP, aufmarschiert, im Stimmenverhältnis von 2:3 haben sie als Besiegte das Feld räumen müssen. Es hatte ihnen frage mit, daß die britische Regierung auf der Konferenz in Stresa durch den Ministerpräsidenten und durch den Außenminister Sir John Simon vertreten sein werde. Nach den hier vorliegenden Berichten ist nunmehr sicher damit zu rechnen, daß auch der französische Ministerpräsident Flandin zu der Konferenz von Stresa fahren wird, so daß die drei beteiligten Länder England, Frankreich und Italien sämtlich durch ihre Regierungschefs vertreten sein werden. Heber die beiden insgesamt mehr als vier Stunden dauernden Beratungen des Kabinetts am Montag berichtet „Daily Telegraph", Macdonald und Simon würden bei ihrer Reise nach Stresa von dem parlamentarischen Privatsekretär Edens, Lord Cranborne, und dem Sachverständigen des Foreign Office, William Strang, begleitet werden, die beioe an Edens letzter europäischen Reise teilgenommen haben. Im allgemeinen hätten die Minister den Eindruck, daß das Gefühl der Sicherheit in Europa und besonders in Osteuropa nicht aus regionaler Grundlage erhöht werden könne. Infolgedessen werde ein Plan erwogen, der Europa als Einheit behandele. Eine besondere Erklärung über die Unverletzlichkeit von Grenzen sei möglich. Um aber der.Erklärung größere Wirksamkeit als Abschreckungsmittel gegen einen Angriff zu geben, werde angeregt, di e in der Dölkerbundssatzung vorgesehene Aktion deutlicher zu bezeichn en. Soweit Osteuropa in Betracht komme, scheine die britische Regierung überzeugt zu sein, daß der Ost Pakt in seiner ursprünglichen Form schwerlich durchführbar sei. Hinsichtlich Oesterreichs seien sich die Minister klar darüber gewesen, daß in Stresa ein Versuch gemacht werden dürfte, den in verschiedenen Protokollen vorgesehenen Pakt sofort abzuschließen. Eine Anregung, daß die europäischen Hauptmächte sich zusammentun sollten, um den Frieden aufrecht zu erhalten, habe anscheinend keine Zustimmung gefunden. Die britische Regierung sei der bestimmten Ansicht, daß Erfolge nur möglich seien, wenn jede ins Auge gefaßte Aktion auf einer Völkerbund s g r u n d l a g e beruhe, um jeden Anschein eines gegen einen bestimmten Staat gerichteten Systems zu vermeiden und Deutschland den Beitritt mit allen damit verbundenen Vorteilen zu ermöglichen, falls es sich zur Rückkehr in den Völkerbund entschließen sollte. Man sei der Meinung, daß in derselben Weise eine neue Erörterung des Problems der Begrenzung der Rüstungen ermöglicht werden könnte. „News Chronicle" erklärt, trotz der ßänae der Beratungen habe das Kabinett keine Entscheidung erreicht. Die Mehrheit der Minister habe sich indessen für weitere Bemühungen zur Beruhigung Europas mit Hilfe des Völkerbundsfystems und gegen eine Einkreisung Deutschlands durch ein Bündnis benachbarter Staaten ausgesprochen. Leider seien noch immer keine Zeichen dafür bemerkbar, daß die Regierung, die sich so eifrig um die nächsten Parlamentswahlen kümmere, sich darüber klar sei, mit welcher Spannung der Rest der Welt auf ein Zeichen Großbritanniens warte. Wenn ein energischer Fingerzeig Englands ausbleibe, der bezwecken würde, die Völkerbundssatzung praktisch wirksam zu machen, dann sei zu erwarten, daß Italien für ein Vorgehen der Großmächte allein eintreten werde. Dies würde von Deutschland unvermeidlicherweise als Einkreisungspolitik aufgefaßt werden und gerade zu den Bündnissen und Gegenbündnissen führen, die Großbritannien nicht wünsche „Corning P o st" schreibt, die anscheinende Abneigung der Regierung, sich für den einen oder anderen Weg zu entscheiden, verursache zunehmende Sorge in beinahe jedem Lande Europas, eine Sorge, die nicht einer gewissen Gereiztheit entbehre. In preußische Edelmann, der vor der Geschichte die Verantwortung trägt, und auf der andern Seite die dämonische Schöpferkraft des mit allen Härten und Schroffen des Charakters ausgestatteten Genies. Tannenberg wurde zu einer der vollkommensten Vernichtungsschlachten der Weltgeschichte. Der Weg in die russische Flanke, diese in ihrer Kühnheit größte strategische Operation des Weltkrieges, zerschlug die russische Dampfwalze. Keine napoleonische ober friderizianische Schlachten- oder Feldzugskonzeption weist solche strategisch großartige Momente und Lösungen auf, wie der H e rb st - seldzug in Polen. Dann folgte die zweite Vernichtungsschlacht in Masurens Winterkälte. Un« aufhaltsam verlegte sich das Schwergewicht von Westen nach Osten. Aber schon jetzt begann die Tragödie. Ludendorffs Plan für den Sommerfeldzug 1915, der die Russen von Norden und Süden in eine gewaltige Zange nehmen sollte, wurde von Falkenhayn verworfen. Menschlich-Allzumenschliches ist nun einmal auch im Kriege nicht ausrottbar. Der von Hindenburg gutgeheißene Plan hätte die größte Vernichtungsschlacht der Erdgeschichte herbeigeführt. Viele Das amtliche Ergebnis. Danzig, 8. April. (DNB.) Das Wahlamt hat am Montag gegen 14 Uhr das nachstehende vorläufige amtliche Ergebnis der Wahlen zum Danziger Dolkstag bekanntgegeben. Danach erhielten Stimmen (in Klammern die Ergebnisse der gewordene und dezimierte Brigade. Sein kühner Wille riß die Truppe mit sich, kaltblütig im furchtbarsten Feuer stehend, erzwang er die Schlachtentscheidung. Fast ganz allein, ohne seitlichen Anschluß auf beiden Seiten, durchstieß er den Fortgürtel und nahm die Zitadelle. Das höchste Glück des Soldaten, siegreich als Führer im Feuer gestanden zu haben, war Ludendorff zuteil geworden. Im Westen ging es noch immer voran, im Osten drohte die Katastrophe. O st p r e u ß e n lag dem russischen Zugriff offen. Das Vertrauen in die bisherige Kriegsführung war erschüttert. Da trafen Generaloberst von Moltke und sein General- quartiermeifter General von Stein eine Entscheidung von höchster historischer Tragweite. H i n- b e n b u r g übernahm bie Führung gegen bie vordringenden Russen, Ludendorff wurde sein Ge- neralstabsches. Hindenburgs gläubige Zuversicht und eiserne Ruhe übernahm die Verantwortung, Luden- borffs geniale Strategie unb harte Willenskraft ersann die kühnen Pläne, die die stolzen Siege er- kämpfen halsen. Beide, Hindenburg und Ludendorff, ergänzten sich. Keiner war ohne den andern denkbar. Aus der einen Seite der ruhige, gottgläubige französischen unb italienischen Kollegen gefragt werben, ob Großbritannien an das Kollektivsystem glaube, unb ob es mit wirtschaftlichen unb im Notfall mit Sinne ber Antike: geloben mit vulkanischen Energien, wikiimerhast im Tatendrang, Schicksalstrotz auf der Stirn, unbändiges Freiheitsaefühl im Herzen, und doch unter dem unerbittlichen Gesetz der Vorsehung stehend. Wir wissen, baß es überhaupt nicht so weit her ist mit unserer vielgerühmten „Freiheit des Willens". 9n uns wirken die heimlichen Befehle unseres Bluterbes, unser Weg ist bestimmt durch Erlebnis unb Haltung unserer Vorfahren, unser Schicksal wirb erfüllt In den Grenzen von Volk unb Nation, von denen es keine Loslösung gibt. Blut ist ein ganx besonderer Saft! Der General Erich Ludendorff aber hak in seinen Adern rollen — von großmütterlicher Seite her — dasBlutder Wasa- k ö n i g e, deren Geschichte zurückreicht in die Zeit, da der Drachenbug der Wikingschiffe 400 Jahre vor Columbus bie amerikanischen Gewässer durchfurchte, da Byzanz, Rom, Paris und London erzitterten vor den seefahrenden Normännem, da Normannenreiche entstanden im nördlichen Island, im südlichen Sizilien, nicht zu vergessen der Staatengründung des Wikings Rurik an der fernen Wolga. Es ist das Blut der Sagas, das Blut des „Alles oder Nichts?", das im „Feldherrn des Weltkriegs" ^^e^ junge Landwirtssohn aus Kruszewnia im ehemaligen Posen, der Kadett unb Offizier Erich Ludendorff, es ist von ihm nicht mehr be- richtet als ein starker und selbstbewußter Charakter, eine unermüdliche Arbeitskraft, ein kühner Flug der Gedanken und eine außergewöhnliche soldatische Begabung. Für Männer dieser Präaung stand die Generalstabskarriere offen, unb so sehen wir Luden- borff früh als Lieblingsschüler bes großen Graf en Schliessen am Werk. Von ber dazwischen he- genben Frontdienstzeit bekennt Ludendorff, sie fet bie schönste seines Lebens gewesen. Langsam öffnet sich ber Vorhang vor jenem flammenüberzuckten Welttheater, bas mit der „Marokko- krise" begann und im Walde von Compcegne einen vorläufigen Aktschluß nehmen sollte. 1913 verlangte ber bamalige Chef der Aufmarschabteilung tm Großen Generalstab, Erich Ludendorff, drei neue Armeekorvs von Reichskanzler unb Reichstag. Der im Grunbe pazifistische Bethmann-Hollweg blieb Sieger über den jungen Oberstleutnant Ludenborff. Dieser Mußte in bie Verbannung, er wurde als Chef der Operationsabteilung, für welchen Posten er vorgesehen war, gestrichen. Nur ein Armeekorps wurde bewilligt. Die beiden andern fehlten ein Jahr darauf an der Marne, wo sie die Kriegsentscheidung herbeigeführt hätten. Ludendorfs selbst fehlte im Großen Hauptquartier, wo statt feines ungebrochenen Siegeswillens grauer Pessimismus umging und ' zur unglückseligen Sendung des Oberstleutnants Hentsch führte. Und doch hatte ber Kriegsgott persönlich bie Pforten bes Ruhmestempels vor Lubenborff aufgestoßen, bamals, als schwache Friebensbrigaben Lüttich erstürmten. Auf bem Weg zu feiner Dienststelle stieß Generalmajor Erich Lubenborff auf eine führerlos London, 8. April. (DRV.) Ministerpräsident I Stresa würben Macdonald und Simon von ihren Macdonald teilte im Unterhaus auf eine An- frnmnfifrbon unh itattpnUMen Kvlleaen aefraat wer- Erscheint täglich, außer M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte Ä ▲ IkA ▲ A A ▲ JkA AA A ▲ ▲ ▲ AA bis 8'/,Uhr des Vormittags liUPNPNpr sw V•VIIVIIW WIMVmvV ra» von einzelnen Nummern Wx Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt < M < < Stellen-, Vereins., gemein- General-Anzeiger sm Sberhessen e@= Postscheckkonto' behördliche Anzeigen6Rpf. gtonifMrtam Main liess vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- unb Steindruckerei 8. Lange in Stehen. Schristleitung und SeschSftrstelle: Schulftrahe 7 M-Ngenabschlüff-Staffel 8 zweifeln. Und doch blieb sein Denken immer Kampf, seine Seele immer Steg. Bismarck konnte in Weinkrämpfe fallen, wenn es gar nicht mehr weiterging. Ludendorff mußte alles innerlich mit sich abmachen. Von sieben Uhr morgens bis spät in die Nacht hinein saß er vor den Karten oder am Schreibtisch, kamen die Meldungen und gingen die Befehle hinaus. Hart wurde seine Sprache und knapp sein Befehlsstil. Er war das Hirn einer kämpfenden Weltmacht geworden, die Nüchternheit des preußischen Generalstäblers verabscheute Phrasen und tönenoe Redensarten, das Blut der Wasakönige träumte einen Herrentraum, der die letzte Weichheit weaschliff. Es gab keinen Willen neben dem seinen. Eine völlig neue Form der Kricgsführung, ganz dem Ludendorffschen Er- oberertum entsprechend, entstand. Weitausgreifende Pläne umspannten einen Kriegsschauplatz vom Kaspischen Meere bis zu den Orkney-Inseln, von der Murmanküste bis nach Syrien und Mesopotamien. Und dies soll immer und immer wieder festgestellt werden: Ludendorff hätte in diesem Raum alexan- dergleich gesiegt, wenn er nicht allein geblieben wär-, unverstanden im Letzten auch von seinem Kaiser, befehdet von einem feigen Parlament, abgelehnt von einer im Leerlauf arbeitenden Bürokratie. Man muß wirklich an Hannibal denken, wenn man Ludendorffs Leistung und Leben würdigen will. Auch hier ein Einsamer vor einer Heimat, die den Sieg nicht will. Als Hindenburg und Ludendorff 1916 den Oberbefehl über die gesamte deutsche Armee übernahmen, war es bereits zu spät. Verdun, die Sommeschlacht und die Angriffsschlachten des Ostens hotten zu ungeheure Blutopfer gefordert. Rumänien marschierte gegen uns auf. Eine Stimmungskrise hatte die Front ergriffen. Die Kriegswirtschaft der Heimat war total zerrüttet. Eine Katastrophe zeichnete sich ab. Ende 1916 aber war Rumänien zerschmettert, das elastische und blut-eriparende Verteidigungssystem der Westfront geschaffen, das „Hindenburgprogramm" aufgestellt, — das dann wieder vom Reichstag verwässert wurde — und, was das allerwichtigste war: der Soldat der Front hatte wieder Vertrauen in seine Führung gefaßt. Was im modernen Krieg unmöglich schien, das schaffte Ludendorff, nämlich das Vertrauensverhältnis des einfachen Soldaten zu seinem Führer. Wenn in Bunker und Unterstand ein Befehl geflattert kam, der die Unterschrift Ludendorffs trug, dann atmete der -voldat auf. Ludendorff ordnete mit ungeheurem Instinkt für das Richtige immer das Notwendige und Mögliche an. Nach dem schweren Abwehrjahr 1917, in dem Ludendorff zwangsläufig in die Politik hineingezwungen wurde, weil kein anderer da war, der eingriff, versuchte der Feldherr Erich Ludendorff nochmals im März 1918 ine Schlachtentscheidung im Angriff. Sie scheiterte an einer Kette von Umständen, für die nicht Ludendorff, für die überhaupt kein Mensch verantwortlich ist. Die Vorsehung wollte nicht den deutschen Sieg, sie zerriß nicht den seidenen Faden, an dem er Ende März 1918 hing. Ludendorffs letzte Tragödie begann. Niemand weih, was in den Monaten des Erlahmens und dann des Zusammenbruchs deutscher Kraft im Herz und in der Seele dieses großen Deutschen vor sich gegangen ist. Alle menschlichen Deutungen müssen hier versagen. Schließlich opferte ihn sein Kaiser einem Wunsch der Sozialdemokratie. „Ähr Abgang wird mir ermöglichen, mir mit Hilfe der Sozialdemokratie ein neues Reich zu errichten!" — „Majestät, in vierzehn Tagen hat Deutschland keinen Kaiser mehr!" Das war der Abschied des FeDherrn Ende Oktober 1918. Sein prophetisches Wort ging in Erfüllung. Wenn nun das deutsche Volk dem großen Feldherrn zum siebzigsten Geburtstag seine ehrfurchtvollen Grüße Mr bringt, so tut es dies in tiefer Dankbarkeit vor der gigantischen Leistung dieses Mannes, der ein ganger und spannungsweiter deutscher Charakter ist. Wir Soldaten haben unter Ludendorff die größten Siege der Weltgeschichte erkämpft. Wir Soldaten der grauen Fahre grüßen dich, Feldherr, wie mir die schneebedachten Granitberge Islands, der Insel Thule unsrer Saga, grüßen: roetterumtobter Fels über dem Feuer der Tiefe! Glückwünsche für Ludendorff. Reichsminister Dr. Goebbels hat General Lu- dendorH. zu seinem 70. Geburtstag folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Dem großen Feldherrn des Weltkrieges, der vier Jahre lang die schwerste Verantwortung trug, die jemals auf Menscyenschul- tern lag, dem mutigen Bekenner einer neuen völkischen Weltanschauung, dem unerbittlichen Streiter Die Fron! gM Ludendorff. 13on Franz Schauwecker Vor dem deutschen Volk steht im Hintergründe alles Geschehens groß und seltsam fern die Gestalt Erich Ludendorffs. Man verspürt eine unbezwingliche Neigung, seinem Namen den Titel „General" beute nicht mehr voranzusetzen, weil man es fühlt, daß Ludendorff über Rangabgrenzungen der Art hinausgewachsen ist und schon in einem geschichtlichen Raum lebt, den man nicht mehr anrühren kann. Die militärische und soldatische Leistung Ludendorffs vor dem Kriege und im Kriege ist unantastbar. Sie steht in der Geschickte endgültig fest. Die Schlacht bei Tannenberg, die Auflockerung der Front, die elastische Vertiefung der vorderen Linie, der große Befehl von Flandern bis nach Palästina, vom Nördlichen Eismeer bis zu den Alpen — all das kennt jeder Deutsche. Aber all.dies ist nicht so teuer, nicht so persönlich verbunden wie die Wirkung, die von dem Mann und Menschen ausstrahlt. Wichtiger und stärker ist der Grund und Boden all dessen: der E h a r a k t e r dieses Mannes Erich Ludendorff. Und hier ist für mich eine Verpflichtung gegeben, von dem Mann und Führer Ludendorff zu sprechen als einer der vielen Millionen, die Jahre hindurch unter feinem Sefebl gestanden haben. Diesen Mann und seinen Willen haben wir alle bis zum letzten Musketier und Kanonier zu spüren bekommen. Wir haben ihn während des ganzen Krieges gefühlt, des Tages, des Nachts, im Wachen, im Marschieren, auf Posten, im Gefecht, im Lazarett und auch noch im Schlaf. Er saß uns jederzeit und überall im Nacken. In jeder Patrone steckte sein Kommando, in jedem Blick über Kimme und Korn blitzte sein sachlich kaltes Auge, auf jedem Marsch im weglosen Dunkel saß uns feine harte Faust im Rücken. Keiner von uns konnte sich ihm entziehen. Wenn wir vortorkelnd Schweiß in Strömen vergossen und keuchend vom Vorsprung im Schützenloch lagen, liebten wir diesen Ludendorff und zugleich verfluchten wir ihn, japsend nach Luft, dreckbespritzt von oben bis unten im Kampf gegen die überstaatlichen Mächte zum 70. Geburtstage meine ergebensten und aufrichtigsten Glückwünsche." Der Reichsverband deutscher Offiziere gedenkt in seiner Verbandszeitschrift mit folgenden Worten des 70. Geburtstages des Generals Ludendorff: „An seinem 70. Geburtstag gedenken wir dankbar des großen Soldaten Ludendorff, insonderheit feiner treibenden Kraft bei der letzten Heeresvorlage vor dem Weltkrieg, des tapferen Frontsoldaten und energischen taktischen Führers bei Lüttich, des Organisators und Strategen von höchster Initiative und fast übermenschlicher Arbeits- und Willenskraft im ganzen Kriege. Sein Name kann in Deutschland nur mit dem Andenken an den Weltkrieg überhaupt vergessen werden. Graf von der Goltz." * Der Bundesführer des K y f f h ä u s e r b u n d e s, Oberst a. D. Reinhard, richtete an General Ludendorff folgendes Glückwunschtelegramm: „Eurer Exzellenz, dem großen Feldherrn des Weltkrieges, namens der im Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser vereinigten drei Millionen Soldaten ehrerbietigste und treukameradschaftliche Glückwünsche zum 70. Geburtstag auszusprechen, gereicht mir zur ganz besonderen Ehre und Freude. Die Taten der deutschen Armee im Weltkriege bleiben für alle Zeiten mit dem Namen Eurer Exzellenz untrennbar verbunden. Mit Stolz erfüllt es uns alte Soldaten, in einer Armee gedient und gekämpft zu haben, die einen solchen Feldherrn den ihren nannte." * Der Reichskriegsopferführer Oberlindober hat an General Ludendorff folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Die in der Nationalsozialistischen Kriegsopfer- Versorgung vereinigten Frontkämpfer und Kriegsopfer entbieten Ew. Exzellenz zum 70. Geburtstag ihre aufrichtigen Glückwünsche. Diese gelten dem Bezwinger von Lüttich ebenso, wie sie Den Dank für den Feldherrn in sich schließen sollen." Die Ehrung der Wehrmacht. Aus Anlaß des 70. Geburtstages des Generals der Infanterie Ludendorff werden der Reichs- wehrminister Generaloberst v. Blomberg und der Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr v. Fritsch Dem Feld- Herrn am 9. April persönlich die Glückwünsche der Wehrmacht überbringen. Am Tage der Feier werden um 8 Uhr vormittags Doppelposten des Reichsheeres vor dem Hause des Generals Ludendorff in Tutzing aufziehen. Um 11 Uhr nimmt eine Ehrenkompanie mit den Fahnen des ehemaligen Füsilierregiments General Ludendorff (Niederrheinisches) Nr. 39 in Anwesenheit des Befehlshabers im Wehrkreis VII sowie der übrigen Vorgesetzten der Truppen Aufstellung. Eine Abordnung des ehemaligen Füsilierregiments 39 ist an der Ehrung beteiligt. Der Reichswehrminister und der Chef der Heeresleitung werden gemeinsam mit General Ludendorff die Front der Ehrenkompanie abschreiten. Danach findet ein Vorbeimarsch der Truppe statt. Der Reichswehrminister hat außerdem für den 9. April bei allen Truppenteilen Appelle angeordnet, bei denen die militärischen Leistungen des Feldherrn Ludendorff gewürdigt werden. Frühlingsbesuch in Giresa. Bilder von einer Ztalienreise. Don pg. Or. Ernst Guyot. Wir fahren über den Luganer See. Das erste Dörfchen taucht auf. An der Anlegestelle des Dampfers stehen etwa zehn italienische Soldaten. Sie plaudern miteinander, lachen, machen Witze und haben im übrigen keine weiteren Funktionen. Sie sind eben da. Auf der zweiten Station dasselbe Bild, ebenfalls auf der dritten usw. Auch auf den Grenzstationen am Sirnplon stehen junge Burschen in Uniform auf dem Bahnsteig. Sie tragen einen merkwürdig kleinen Revolver und als Schulterriemen einen breiten Patronengurt. Sie schauen gelangweilt nach den Reisenden, fühlen sich als Hüter ihrer Heimatgrenze. So zeigt Italien schon an der Grenze dem Fremden, daß es eine Militärmacht ist. In Venedig trägt jeder zweite Mann eine Militär- uniform. Unmöglich, sie alle zu unterscheiden. Alle Farbentöne sind hier vertreten. Eigentümlich, am wenigsten sieht man die berühmte schwarze Uniform der Faschisten. Die unzähligen Marinesoldaten tragen eine wundervolle blaue Uniform mit einem breiten roten Hosenstreifen und jeder fühlt sich als ein General. Die große Mütze sitzt ihnen schief auf den Ohren, sie rauchen Zigaretten und grüßen ihre Vorgesetzten überhaupt nicht oder für unsere Begriffe unvorstellbar nachlässig. In Gardone kommt ein solcher Soldat auf unser Schiff. Er liest in der Zeitung und legt sich dann in seiner schönen Uniform langwegs auf die Bank und hält in der warmen Mittagssonne sein Schläfchen. Als ihm die Mütze vom Kopfe fällt, müssen wir lachen. Ein Offizier, der auch an Bord ist, „stellt ihn gerade". Dieses Bild erscheint uns typisch für Italien. Von Porlezza aus müssen wir, um an den Corner-See zu kommen, ein Stück mit einer Kleinbahn fahren. Auf dem Bahnsteig sehen wir drei Soldaten, die sich herzlich verabschieden und sich abküssen. Die beiden Zurückgebliebenen laufen dem Zug noch ein Stückchen nach, rufen und schütteln ihren scheidenden Kameraden heftig die Hand. „Nach Abessinien" sagt der Schaffner. Der Krieg bildet das Hauptgesprächsthema im heutigen Italien. Man redet davon in den Caf6s und auf den Bahnsteigen, der Portier im Hotel spricht davon und der Kellner fragt besorgt, ob es denn war sei, daß Deutschland wieder Krieg anfinge. Auf einem Höhenweg am Garda-See komme ich mit einem Arbeiter ins Gespräch. Er erzählt mir, daß Deutschland 26 Divisionen mobilisiert habe und daß es bereits an der Grenze aufmarschiert sei. Aber In jedem von uns war Luvendorff. Wir waren e i n T eilvon i h m. Seine Persönlichkeit erstreckte sich über Die ganze Armee und ergriff auch noch den letzten Soldaten. Dies war vorwiegend ein Willensvorgang. Es war der Triumph einer unerschütterlichen Energie, die ihre Hand nach der Welt aus- ftredte. Es handelte sich hier um ein modernes Wikinger- tum jener Kraft, welche sich selbst bestätigt, indem sie sich selbst betätigt. Es war ein Vorgang jenseits aller moralischen Werte, und das heißt: jenseits aller überalterten und verkrümmten Vorurteile. Uns selbst, den Soldaten der Kampfzone, war das unbewußt, und das besagt vielleicht viel mehr, als wenn es uns bewußt gewesen märe. Jedenfalls war es so, und heute vermögen wir es zu erkennen. Es war ein Zwang und ein Trieb, der uns in jene Bahn trieb, welche Ludendorff uns vorzeichnete. Wir fragten nicht danach, ob sie richtig oder falsch sei — wir folgten dem magischen Hinweis seiner Stimme, seines Blickes, seiner Hand. Uns war mancher Bericht aus seinem Kriegsleben bekannt. Ob er richtig oder falsch war, ist im Grunde genommen gleichgültig. Er hatte seinem eigenen Burschen nicht einmal das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen, weil er als Bursche nicht in der vordersten Linie gekämpft hatte. Seine Auffassung war hier so, daß ieder Frontsoldat sie mit einem befreiten Seufzer begrüßte: Gott sei Dank, endlich mal, das ist richtig. Wir wußten, daß Erich Ludendorff, der Allmächtige, in den vier Jahren des Weltkrieges, in den Jahren, welche die Nerven eines Mannes auf das äußerste beanspruchten, sich selber kaum zwei Wochen Urlaub zugestanden hatte. Beinahe jeder einfache Musketier war in dieser Zeit sechs, acht, zehn Wochen zu Hause gewesen — der höchste Führer war indessen unterbrochen im Dienst. Das war Dienst: das war Pflicht; das war Preußentum. Wir alle kannten sein Gesicht, und wir kennen es noch. Dies Gesicht war hart bis zur Grausamkeit; es war von einer eisig abweisenden Sachlichkeit; es war mit anderen Worten: soldatisch, gefährlich, männlich. Es peitschte uns auf zu den letzten Leistungen, welche Jünglingen und Männern möglich er hat nichts dagegen, wenn es Krieg gibt. Er ist doch arbeitslos und bekommt dann als Soldat wenigstens gut zu essen. Ich bin bestürzt: Kann es ein besseres und gleichgültigeres Kanonenfutter geben, als diesen verbitterten und ausgehungerten Bergbewohner? Die Angst vor Deutschland, die übertriebenen Märchen von den Rüstungen und den Flugzeug- geschwadern, die über Deutschland kreisen, danach fragt jeder Italiener, der in uns den Deutschen erkennt. Die Panikstimmung in der Bevölkerung ist schon so groß, daß einige Zeitungen Schilderungen aus dem Weltkrieg bringen, aus denen hervorgeht, daß auch der deutsche Soldat Schwächen hat und eben auch nur ein Mensch ist. Aber nicht nur die Regierung und ihre Presse fürchten das deutsche Volk. Auch das italienische Volk selbst ist bereits in diesem neuen Geiste erzogen. Der Italiener glaubt, was in seinen Zeitungen steht und in keinem Land wird die Presse von allen Vevölkerungsschichten so eifrig studiert, wie in Italien. Der Oberkellner unseres Hotels in Venedig lächelt ungläubig, wie so viele andere, als wir ihm auf feine besorgte Frage erklären, daß Deutschland nicht daran denkt, mit Gewalt Südtirol zurückzuerobern und daß wir auch niemals Wien „einnehmen" werden. Hier liegt in der Tat der Angelpunkt der deutsch-italienischen Beziehungen. Es ist die ungeheure Furcht des italienischen Volkes, daß eines Tages das Hakenkreuzbanner am Brenner weht und daß ein starkes und mächtiges Deutschland das Donaubecken beherrscht und seine Ansprüche gegen Italien anmeldet. Man weiß nicht, ob hieraus ein schlechtes Gewissen sprickt ober Sie Interessen, die Italien an Oesterreich hat. Wir trafen auf einem Dampfer auf dem Corner- See einen österreichischen Fabrikanten und zwei junge Oesterreicher. Sie freuen sich kindlich, wieder einmal mit Deutschen sprechen zu können und sie erzählen, daß italienische Firmen überall in Oesterreich Straßen bauen, daß italienische Waren Oesterreich überschwemmen, daß überall italienische Kunst- inftitute errichtet werden. Sie sagen aber auch mit bitterer Miene, wie rücksichtslos ihr schönes Südtirol i t a l i f i e r t wird, wie alles, was deutsch ist, entlassen wird und wie dort große Fabriken, die nur italienische Arbeiter einstellen, errichtet werden. „Ich bin ja auch Italiener , sagt der eine, „denn ich bin aus Bozen". Sie erzählen weiter, wie aus Anlaß der Fertigstellung der Straße von der italienischen Grenze, Die Stadt Graz eine italienische Kraftfahrabteilung einlud und wie von der ganzen Abteilung nur vier Mann mit erheblicher Dieser Mann, der so viel von seinen Truppen verlangte, war gegen sich selbst schonungslos bis zur Härte. Außerdem war er einer der in der Lehrzeit des preußischen Offiziertums fleißigsten Offiziere, im Wesen schlicht und anspruchslos, erfüllt von einem großen Ehrgeiz. Und überdies war er persönlich von einer sehr großen Tapferkeit. Als Generalmajor geht er im Kamps voran und steht im Kugelregen, bringt als Erster allein in bie Zitabelle von Lüttich ein. Damals war er 49 Jahre alt. Und nach Krieg und Rückkehr ins Privatleben stand er mit 58 Jahren zum zweitenmal im Feuer, aber Diesmal im Feuer der eigenen Landsleute, damals, als die Polizei vor der Münchener Feldherrnhalle auf bie Abteilungen des „Kampfbunbes" schoß. Felbherrnhalle — dies Wort erhielt hier einen Sinn von blutigster Tragik. Wenn der Erste Generalquartiermeister und der große Feldherr des Weltkrieges Erich Ludendorff nun siebzig Jahre alt wird, so verbindet sich damit für seine Person nicht die Vorstellung des Altgewordenseins. Wo viele in diesem biblischen Alter Greise sind, ist dieser Mann jung. Das Feuer eines unermüdlich tätigen Geistes, die unbeugsame Energie eines auf Kampf und Entschlossenheit, Tapferkeit und Treue beruhenden Wesens, die Unerschütterlichkeit eines in sich selbst unbeirrbaren Charakters verleihen diesem Siebzigjährigen eine Jugend, bie selbst aus der Zurückhaltung eines im eigenen Kreise tätigen Lebens sich selbst denen noch mitteilt, welche seit dem Schluß des großen Krieges nicht viel mehr von ihm wissen mögen. Es geht von der Tatsache des Daseins dieses Mannes eine zugleich stumme und kraftvolle Wirkung aus, die sich immer rein und fest in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat, in einen Dienst, der den ganzen ' Menschen mit Tat und Verzicht, rastloser Arbeit und Folgerichtigkeit erfordert. Nur tapfere Menschen sind jung. Ludendorff tnar immer tapfer, mag es im Feuer ober in ber Gesinnung, im Entschluß ober in ber Durchführung dieses Entschlusses gewesen sein. Die letzte Wirkung, die ein Mensch erreichen kann, ist nach Arbeit und Leben vielleicht die Erscheinung selbst, bas heißt: bie Tatsache, daß dieser Mensch, so wie er ist unb war, bagewesen ist, baß Verspätung in Graz ankamen, ba bie Straße mit Nägeln unb Glas bestreut worden war. Sie versichern immer wieder, daß zum wenigsten 80 v. H. des österreichischen Volkes für einen Anschluß an Deutschland sei und daß die Zustände heute in Oesterreich nur von Gewalt diktiert seien unb keinen bauernden Bestand haben könnten. „Jeder Erfolg des Nationalsozialismus im Reich findet fein tausendfältiges Echo in unserem Oesterreich und ist die beste Propaganda", so sagt uns der österreichische Fabrikant beim Abschied: „Stärker als alle Gewalt sind die Bande des Blutes." Am Lago Magaiore ist eben Frühling, es blüht und grünt und leuchtet weiß und rot von den Büschen und Bäumen. Als wir in Strefa aus- fteigen, merken wir sofort, daß hier etwas besonderes vor sich geht. Italien rüstet schon jetzt, die Staatsmänner von England und Frankreich würbig au empfangen. Auf dem kleinen Bahnhof, ber nur insgesamt drei Gleise hat, arbeiten fieberhaft mehrere hundert Männer, sie legen Anschlußgleise, bepflastern ben Bahnsteig mit kleinen Plättchen. Die Halle wirb weih unb ber Bahnhof selbst ganz in Rot angelegt. Die Fensterläden, bie Bahnhoss- schilde werben neu bepinselt, Palmen werben ausgestellt, kurz, ber äußere Rahmen biejer Stresaer Konferenz wirb nichts zu wünschen übrig lassen. Man munkelt zwar noch, baß bie Beratungen in der „Villa della Azalee" stattfinden werden. Die Vorbereitungen auf der etwa 200 Meter von Stresa entfernt liegenden weltberühmten Insel „I s o l a Bella" zeigen jedoch mit aller Deutlichkeit, daß Italien feine ausländischen Gäste in dem Prunkschloß des Prinzen Borromae im Lago Maggiore zu empfangen gedenkt. In ben herrlich ausgestatteten Sälen biefes Schlosses, mit ben munberbaren Gemälbegalerien unb in bem herrlichen terrassenartigen Garten, ber in ber Welt seinesgleichen sucht, soll also bas Schicksal Europas für mehrere Jahre entschieben werben. Die Haltung Italiens bei biefer bedeutungsvollen Konferenz ist klar unb einbeutig. Auf bas italienische Volk hat bas Auftreten einer starken unb selbstbewußten beutschen Militärmacht wie ein Blitz aus dem heiteren Himmel gewirkt. Man ist offensichtlich von der Ueberzeugung durchdrungen, daß nur eine festgefügte Front — Rom, Paris, London — in der Lage ist, den europäischen Frieden gegenüber einem angeblich hoch gerüsteten Deutschland au wahren. Aus vielen Gesprächen, die ich mit Italienern hatte, klang immer wieder ber Respekt, aber auch bie Furcht vor ber beutschen Intelligenz, ber Disziplin, bem Organisationstalent unb ber Kriegstüchtigkeit durch. Uns sechs Deutsche, bie wir auf ber Terrasse ber Jsola Bella sitzen, hat mehr bie Neugierde hierher getrieben, ben Ort zu sehen, an bem in ben nächsten Wochen Weltgeschichte gemacht wirb, als bas stimmungsvolle Lieb Paul Linckes: ,Zsola Bella im Lago Maggiore, In sel ber Schönheit, nichts kommt bir gleich." Hoffen wir, bah auch bie Männer biefer Dreierkonferenz sich etwas von ben Schönheiten biefes herrlichen Fleckchen Erbe beeinfluffen lassen unb baß ihnen ber erwachte Frühling zum Bewußtsein bringt, baß neben ber Natur auch bie Völker unb bas Blut ehernen Gesetzen unterstehen, bie sich nicht vergewaltigen lassen. Kurswechsel der französischen Mrinepolilik. Ausbau der Schlachtflotte. ßonbon, 9. April. (DNB. Funkspruch.) Der Marinekorresponbent bes „Daliy Telearaph" schreibt, in ber französischen Flottenpolitik sei ein grunblegenber Wechsel eingetreten. Der oberste Marinerat habe bie Entscheidung getroffen, daß künf- tig bie Großkamvfschiffe bas Rückgrat ber französischen Marine bilben müßten. Jnsolgebessen sei ben anberen interessierten Mächten mitgeteilt worben, daß Frankreich s i ch n i cht auf die Dauer mit dem Washingtoner Verhältnis für Großkampfschiffe von 1,75 französischen gegenüber 5 britischen, 5 amerikanischen und 3 japanischen Großkampfschiffen b e ■ gnüyen könne. Diese Aenderung bedeute, daß bie französische Marine nicht mehr wie bisher ihr Hauptinteresse ben U-Booten unb leichten Ueberwasserfahrzeugen zu- roenbe, von benen sie nach Kriegsende eine große Anzahl gebaut habe. Unter Einschluß der im Bau befindlichen bAw. vom Parlament bewilligten Fahr- Aeuge werde Die französische Schlachtflotte nach den jetzigen Plänen bestehen aus zwei Schlachtschiffen von 35 000 Tonnen, zwei Schlachtkreuzern von 26 500 Tonnen, drei Schlachtschiffen von 23 000 unb er gelebt unb gewirkt unb sich so verhalten hat, wie er es nun eben tat. Dieses Bewußtsein ist um ben Feldherrn und um den Mann Erich Ludendorff. Die Soldaten bes großen Krieges unb ber grauen Heere grüßen ihn. Am Vorabend des Geburtstages in Tutzing. Föhn veitscht ben Starnberger See unb zerreist die Wolken, so daß die schneebedeckte Alpenkette zeitweise scharf hervortritt und die Benedikten- wand herüberleuchtet auf bas trotz seiner Schlichtheit eindrucksvoll unb massig wirkenbe Haus Ludendorffs, ein richtiger deutscher Herrensitz, der Land und See weithin beherrscht. Leider fetzt mit zunehmender Dämmerung starker Regen ein, vermag aber der Begeisterung der zahlreichen Menge keinen Abbruch zu tun, die sich vor dem Hause des Generals staut, um den großen Heerführer am Vorabend feines 70. Geburtstages zu ehren. Um 19.30 Uhr überbringt eine Abordnung des Kyffhäuferbundes dem General die herzlichsten Glückwünsche. Unmittelbar danach kommen Vertreter der alten Schützen von Tutzing, denen gegenüber ber General bie Hoffnung ausbrückt, daß das neue Heer vom Geiste ber alten Wehrmacht beseelt sein möge. Später marschiert mit brennenben Fackeln ber Lieberkranz von Tutzing auf. Hunberte brängen sich vor bem Tor bes Gartens, bas ber General barauf öffnen läßt. Mit sichtlicher Ergriffenheit lauscht er bann mit feiner Familie ben Choren „Wo gen Zimmel Alpen ragen" unb „Deutschlanb mein Deutschlanb , bie machtvoll ben Sturm unb Regen übertönen. Der General bankt für die Aufmerk, samkeit unb fordert auf zur Einigkeit und Ge- schlossenheit. Es folgen bei Scheinwerferlicht Vorführungen des Turnvereins Tutzing, für dis General Ludendorff ebenfalls mit markigen Worten dankte. Im Haufe Ludendorffs sind schon ganze Korbe von Glückwunschtelegrammen und Briefen aus allen Schichten des deutschen Volkes eingegangen. Unendlich groß ist auch bie AnzM ber Geburtstagsgeschenke. drei Schlachtschiffen von 22 500 Tonnen. Die letzten sechs Fahrzeuge seien modernisiert wor- den oder ihre Modernisierung stehe bevor. Abge- sehen davon würden noch drei ältere 18000- Tonnen-Schiffe derDanton-Klasse in Reserve gehalten. Verstärkung der japanischen Lustverteidigung. T o k i o, 8. April (DNB.) Die japanische Heeresverwaltung hat die Absicht, sofort einen Vier- jahresplan zur Verstärkung der Luftverteidigung aufzustellen. Der Plan sieht die Errichtung zahlreicher Fliegerschulen sowie d i e Aufstellung neuer Luftfahrtregi^ m e n t e r und Luftverteidigungskorps vor. Ganz Japan soll in drei Luftverteidigungsabschnitte eingeteilt werden, die ihre Befehlsmittel- punkte in Tokio, Osaka und auf der japanischen Südinsel Kiufchiu haben werden. Zu dem letztgenannten Abschnitt werden auch die Hafenstädte Modschi und Schimonoseki gehören, die sich an strategisch äußerst wichtiger Stelle, nämlich an der Meerenge, die die Hauptinsel von der Insel Kiuschtu trennt, gegenüberliegen. Mit der Aufstellung von fünf neuen Flugabwehrabteilungen soll sofort begonnen werden. Reservistenübungen in Oesterreich. Wien, 6. April. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Das Bundesministerium für Landesverteidigung hat, wiederholt geäußerten Wünschen entgegenkommend, verfügt, daß Bundesangehörige, die in der bewaffneten Macht der österreichisch-ungarischen Monarchie im Berufsstand oder nicht berufsmäßig gedient haben und keine höhere Charge als die eines Hauptmanns innehatten, in der Heit vom 15. Mai bis 15. September 1935 zur Teilnahme an Truppenübungen des Bundesheeresherangezogen werden können. Die Teilnahme erfolgt ausschließlich a u f eigenes Ansuchen und auf eigene K o - st e n in Zeitabschnitten von vier Wochen. Die Mitnahme eines Reitpferdes, Kraftrades oder Kraftwagens auf eigene Kosten ist gestattet. Der neue Erzieher. Reichsminister Rust eröffnet die nationalpolitischen Lehrgänge in Godesberg. Godesberg, 7. April. (DNB.) In Bad Godesberg wurden die nationalpolitischen Lehrgänge für Bezirksleiter, Lehrgangsleiter und Heimafsesso- ren, die vom Ob er Präsidenten der Rheiprovinz, Abteilung Höheres Schulwesen, in Verbindung mit dem Institut für Geschichte und Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn durchgeführt werden, durch den Reichserziehungsminister R u st eröffnet. Der Minister betonte, er wolle nicht mehr den Typ des Philologen der Vergangenheit, vielmehr solle vom nächsten Jahre an der Philologe zuerst die Hochschule für Lehrerbildung besuchen. Hier solle er sich überprüfen, ob er zum Lehrer und Erzieher berufen ist. Der Lehrertyp müsse eine Wandlung durchmachen. Das L a n d j a h r solle dazu dienen, daß das in unserem Volk in der Zeit des Marxismus verlorengegangene Gemeinschaftsgefühl wieder geweckt werde. Durch Wanderungen, die der Lehrer mit feinen Jungen unternimmt, sollen diese die Liebe zur deutschen Landschaft finden. Der Lehrer der Vergangenheit müsse ein für allemal im Gedächtnis der Jugend ausgelöscht sein. An seine Stelle gehöre der nationalsozialistische Erzieher, der der Jugend Führer und Kamerad sein müsse. Humboldt-Gedenkfeier der Berliner Universität. Anläßlich des 100. Todestages Wilhelm von Humboldts, des geistigen Schöpfers der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität, fand in der Aula der Universität in Gegenwart des Reichserziehungsministers Rust eine Feier statt, auf der Reichsminister Rust eine Ansprache hielt. In der kurzen Zeit, in der Humboldt als der verantwortliche Leiter für Kultus und Unterricht in Preußen tätig war, habe er das Größte und Bleibendste während seines ßanzen schöpferischen Lebens geschaffen: die Berliner Universität. Was einst Humboldt aus rationalem Nützlichkeitsdenken erlöste, das wollen wir nicht verstoßen-, was er einst organisch zusammenfügte von der Plattform seiner Weltanschauung, nämlich die Lehre und Forschung, wollen wir nicht auseinanderreihen I (Lebhafter Bestall.) Die Vorstellung von der Einheit der Wissenschaft wissen wir geborgen im völkischen Denken. Ich betonte die absolute Notwendigkeit der Zusammengehörigkeit der alten und der jungen Forscher (Beifall.) Das ist meine persönliche innere Ueberzeugung: Nur das Wissen wird uns gehören, das wir uns durch eigenes Forschen erwerben. Ich möchte gerade die deutschen Erzieher ängstlich hüten vor jener Bildung, die nicht aus den letzten Quellen sich ableitet. (Erneuter Beifall.) Anschließend hielt Professor B a e u m l e r die F e st r e d e, in der er ein abgerundetes Lebensbild Humboldts gab. * Der Staatskommissar von Berlin Dr. Lippert hat am Grabe Humboldts im Schloßgarten von Tegel einen Kranz niedergelegt. Für die Familie legten u. a. Exzellenz von Humboldt, das Oberhaupt des Hauses von Humboldt, sowie Geheimrat von Heinz, der heutige Besitzer des Tegeler Schlößchens, und im Auftrage des Deutsch- Jbero-Amerikanischen Institutes General von F a u p e l Kränze nieder. Kunst und Wissenschaft. Der Geiger Franz von vecsey f. Der berühmte ungarische Geiger Franz von Vecsey ist in Rom im Alter von 41 Jahren nach einer Operation an Herzschwäche gestor - den. Vecsey war 1893 in Budapest geboren und ist bereits, ein Wunderknabe, mit 10 Jahren in Berlin öffentlich aufgetreten. Zahlreiche Konzertreisen .machten ihn später in der ganzen Welt bekannt.' Franz v. Vecsey ist auch als Komponist für Violinstücke hervorgetreten. Oie neue Geschästsverteilung der hessischen Landesregierung LPD. Frankfurt a. M., 8. April. Durch Verwaltungsverordnuna des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung vom 25. März 1935 wird u. a. bestimmt: § 1: Mit Wirkung vom 1. März 1935 führt die Hessische Regierung Die Bezeichnung „Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung". Die bisherigen Bezeichnungen: „Der Hessische Staatsminister", „Das Personalamt des Hessischen Staatsministers" und die Ministertalabteilungen la bis le, II, III und IV fallen weg. § 2: Die Landesregierung gliedert sich im Wege innerer Geschästseinteilung in folgende Verwaltungsabteilungen: Abteilung PA. — Personal-, Perfonaletats- und Besoldungsangelegenheiten mit Unterstelluna der Hauptregistratur und Hauptkanzlei, Hauptpoststelle, staatliches Turn- und Sportamt. Abteilung la — Polizei Abteilung Ib — Innere Verwaltung Abteilung Id — Finanzverwaltung einschl. Forst- und Bauverwaltung Abteilung le — Landwirtschaft Abteilung II — Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum Abteilung III — Arbeit und Wirtschaft Abteilung IV — Vertretung Hessens beim Reich. § 3: Die Geschäfte der in § 2 bezeichneten Abteilungen werden von Abteilungsleitern geführt. Als Abteilungsleiter gelten die Geschäftsleiter der seitherigen entsprechenden Ministerial- abteilungen sowie der Leiter des seitherigen Personalamts des Staatsministers. Sie find gemäß der überlieferten Hebung in demselben Umfang zeichnungsberechtigt wie seither, es sei denn, daß ich allgemein oder im Einzelfall Gegenteiliges anordne. § 4: Politisch wichtige Verfügungen sowie solche von sonst grundsätzlicher Bedeutung werden von mir unterzeichnet. Dasselbe gilt grundsätzlich für den gesamten Schriftwechsel mit der Reichsregierung und deren Mitgliedern sowie mit Landesregierungen und deren Mitgliedern. Näheres hierüber bestimmen die Ausführungsvorschriften. $ür eine Zusammenfassung der deutschen Goldatenverbände. Hagre uff), 8. April. (DNB.) In drei Rie - s e n k u n d g e b u n g e n , die am 6. und 7. April in Hof, Bayreuth und Bamberg stattfanden, kam spontan der einmütige Wunsch aller Frontsoldaten zum Durchbruch, an Stelle der zahllosen Krieger- und Militär- vereme am Geburtstage des Führers einen einzigen deutschen Soldatenbund unter nationalsozialistischer Führung zu erhalten. In unerschütterlicher Treue ständen bereits alle deutschen Kriegsopfer geschlossen unter der Führung des Pg. Oberlindober hinter dem unbekannten Soldaten des Weltkrieges, dem Volkskanzler Adolf Hitler. So wie ehemals in nahezu 20 Organisationen zersplitterter Kriegsopferorganisationen, die sich gegenseitig bekämpften, zu einem großen Verband nach dem großen Tag von Potsdam im Jahre 1933 zusammengeführt werden konnten, so hoffe man auch, ein großes Einigungswerk aller Front- 'soldatenorganifationen zur Tatsache werden zu lassen. Für Uneinigkeit und Zerrissenheit gebe es im Dritten Reich keinen Raum mehr. Für die Riesenkundgebungen hatte die Gauleitung Bayerische Ostmark eine Reihe von führenden Mitgliedern der NSDAP, als Redner gewonnen. Große Bauprojekte in der Stadt des Reichsparieitages. Nürnberg, 8. April. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Reichsministers K e r r l, der vom Führer zur Leitung des Zweckverbandes „Reichsparteitag Nürnberg berufen ist, fand die erste Sitzung dieser Körperschaft statt. Zunächst wird sofort mit folgenden Arbeiten begonnen, die bis zum Reichsparteitag 1935 fertigeftellt fein sollen: In der Luitpoldarena sollen die Tribünenanlagen mit entsprechenden Unterführungen zu einem einheitlichen geschlossenen Bild zusammengezogen und die Holztribünen durch massive Erd- und Steintribünen ersetzt werden. Das jetzt im Luitpoldhain noch stehende Straßenbahndepot wird abgebrochen und an anderer Stelle neu errichtet. Die Zeppelinwiese wird unter Hinzunahme der Geländeteile erweitert, auf denen noch Spielplätze untergebracht sind, es werden auch hier an Stelle der bisherigen Holztribünen massive Erd- unb Steintribünen errichtet, wobei die Hauvt- tribüne in monumentaler Ausgestaltung auf die Ostseite verlegt wird. Zu dem Sofortprogramm gehört neben verschiedenen Straßenbauten und Massenlagern vor allem auch die Errichtung einer im breiten Straßenzug gehaltenen Unterführung des Bahnkörpers südlich des Dutzendteichbahnhofes in der Richtung Stadion— Regensburger Straße und Lüftungs-' und Luftkühlungseinrichtungen in der Festhalle. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Lordsiegelbewahrer Eden seine aufrichtige Anteilnahme an dessen Erkrankung ausgesprochen und seine besten Wünsche für baldige Wiederherstellung übermittelt. * Der Führer und Reichskanzler hat die Schirmherrschaft über die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger übernommen und gleichzeitig der Gesellschaft seine An erkennung für ihre bisherige Arbeit und seine besten Wünsche für weitere Erfolge in ihrem Rettungswerk ausgesprochen. * Der Führer und Reichskanzler hat den Reichsminister Hanns K e r r l zum Leiter der Re i ch s st e l l e zur Regelung des ßanbbebarfs der öffentlichen Hand ernannt. * In der Verwaltungsratssitzung der BIZ. wurde mitgeteilt, baß der Beigeordneten - Generaldirektor Hülle von feinem Amt, das er fünf Jahre lang bekleidet hat, zurücktreten wird, um in das Reichsbankdirektorium einzutreten. Der Verwaltungsrat beschloß, den Posten des Beigeordneten-General- direktors dem Reichsbankdirektor Paul Hechler zu übertragen, der am 1. Mai i>. I. nach Bafel übersiedeln wird. In der Aula der Berliner Universität wurde das SA.-Seminar für SA.-Führer und weltanschauliche Ausbildungsreferenten durch den Gruppenführer der SA. Berlin-Brandenburg, Obergruppenführer von Iagow, feierlich eröffnet. Mit einer Ehrung der Toten der Bewegung und einem Vorbeimarsch der Feldzeichen und des Ehrensturmes vor dem Obergruppenführer schloß die Feier. * Der Präsident des Freistaates Irland D e V a - l e r a bat die Einladung zur Teilnahme an der Feier des Reaierungsjubtläums Georg V. abgelehnt. De Valera hat den britischen Ministerpräsidenten dahingehend unterrichtet, daß ihm eine Teilnahme unter den bestehenden Umständen nicht möglich sei. Der irische Oberkommissar in London, Dulanty, wird im Auftrage des Freistaates an den Feierlichkeiten teilnehmen. ♦ Der Negerführer Marcus G a r v e y ist von 3a- meioa nach England abgefahren, wo er das Hauptquartier seiner „Organisation der farbigen Völker" zu errichten gedenkt. Er beabsichtigt, als Arbeiterkandidat für das britische Unterhaus aufzutreten, und zwar entweder in Kensington ober Battersea (beides Stadtteile von London). * Zwischen Polen und der englischen Schiffswerft Samuel White, Cowes, wurde ein Vertrag über den Bau zweier Torpedoboots- Zerstörer unterzeichnet. Die Torpedobootszerstörer werden eine Wasserverdrängung von je 2000 Tonnen haben, 114 Meter lang und 11 Meter breit sein. Sie Strafanträge im Berliner Rundfunk-Prozeß. Berlin, 8. April. (DNB.) In der 70. Sitzung des Rundfunk-Prozesses am Montag, stellte Oberstaatsanwalt Reimer folgende Strafanträge: Gegen den früheren Reichsrundfunk-Kommissar Staatssekretär a. D. Bredow wegen fortgesetzter Untreue, fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Beihilfe zum Parteiverrat IV2 Jahre Gefängnis und 30 000 Mark Geldstrafe. Die erlittene Untersuchungshaft von einem Jahr drei Monaten soll dem Angeklagten angerechnet werden. Gegen den früheren Direktor der Reichsrundfunk- Gesellschaft Dr. Magnus wegen fortgesetzter Untreue und handelsrechtlicher Untreue drei Jahre fünf Monate Gefängnis und 15000Mk. Geldstrafe. Die Untersuchungshaft von einem Jahr und fünf Monaten soll angerechnet werden. Gegen den früheren Berliner Rundfunkintendan- ten Dr. Flesch wegen fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Beihilfe zum Parteiverrat 2V2 Jahre Gefängnis (unter Anrechnung von 11 Monaten Untersuchungshaft) und 6000 Mark Geldstrafe. Gegen Dr. Jäger-Leipzig wegen fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Anstiftung zur Untreue ein Jahr drei Monate Gefängnis und 6000 Mark Geldstrafe. Gegen Dr. Kohl- Leipzig wegen fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Beihilfe zur Untreue zehn Monate Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe; gegen Paul Korte-Köln acht Monate Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe; gegen Emil Z 0 rek - Breslau 8 0 0 0 Mark Geldstrafe; gegen Dr. Hans Otto- Leipzig 2000 Mark Geldstrafe. Der Oberstaatsanwalt erklärte u. a.: Wie groß auch die Verdienste der Angeklagten Bredow und Magnus bei Ausgestaltung Der Organisation des Rundfunks gewesen sein mögen, eine Aufrechnung dieser Verdienste mit den Handlungen, die sie auf die Anklagebank gebracht haben, fei im Strafverfahren unzulässig. Besonders strafverschärfend kommt bei diesen beiden Angeklagten die Tatsache in Betracht, daß sie die Hauptverantwortlichen dafür gewesen seien, daß die Korruption im Rundfunk ein solches Ausmaß annehmen konnte. Bredow sei allerdings einer der wenigen, bei denen die Hauptverhandlung in keinem einzigen Falle ergeben habe, daß er sich felbft auf Kosten des Rundfunks bereichert hätte. Ob man diese Tatsache aber als besonderes Verdienst buchen könne, erscheine zweifelhaft, wenn man sich vor Augen halte, daß Bredow ein Gesamteinkommen von mindestens 160 000 Mark jährlich hatte und damit einer der höchst verdienenden Männer Deutschlands war. Bei einer Persönlichkeit wie Bredow, bei dem das Wort „verdienen" durchaus groß geschrieben wurde, sei es psychologisch erklärlich, daß er der Geldgier seiner Umgebung keinen Widerstand entgegensetzte. Bei ihm sei der Treuebruch als solcher der allerschwerste, da er als Rundfunkkommissar des Reichspoftministers eingesetzt war und ihm in dieser Eigenschaft die nachdrückliche Verpflichtung auf erlegt war, die Belange der Reichspost bei der Reichsrundfunkgesellschaft nachdrücklichst zu vertreten. Magnus habe unter Außerachtlassung der Interessen der Reichspost und der Öffentlichkeit bewußt die Interessen der Privataktionäre einseitig vertreten und die Methoden der Bereicherung auch für «sich selbst angewandt, obwohl sein Einkommen aus den Jahren 1927 bis 1932 die enorme Höhe von 515 060 Mark erreichte. Im Falte Flesch habe die Menschenkenntnis des Angeklagten Bredow vollständig Schiffbruch erlitten. Er hätte wissen müssen, daß er es bei Flesch mit einer Persönlichkeit zu tun hatte, die die besten Anlagen zum Hochstapler besaß. Diese üblen Anlagen habe Bredow noch dadurch gefördert, daß er ihm jagte, in Berlin müsse man bei allen Vergnügungen die Frackschöße des Rundfunkintendanten sehen. So habe Flesch die ihm angeborene Vergnügungssucht geradezu als Beruf aufgefaßt. Aus aller Welt. Starke Steigerung der Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen. Im März setzte die Kraftfahrzeugfaison mit einem ft arten An schwellen derZulas- sungszifsern ein. Im ganzen wurden im Reich 29 683 Kraftfahrzeuge, 69 v. H. mehr als im Vormonat, neu zugelassen. Mehr als verdreifacht hat sich dabei die Zahl der Kraftrad Zulassungen (10 435), während an P er- sonenkraftwagen (15 818) gegenüber dem Vormonat ein Drittel mehr in den Verkehr gelangte. An Lastkraftwagen und Kraftomnibussen wurden 2168 (plus 11 v. H.), an Dreirad fahrzeugen 873 (plus 44 0. H.), an Zugmaschinen 389 (plus 43 v.H.) erstmalig zugelassen. Im Vergleich zum Mürz des Vorjahres lag die Gesamtzahl der Neuzulassungen ebenfalls um 6 9 0. H. höher, wobei die stärkste Steigerung hier auf die Personenwagen entfiel. Ein Leistungsjubiläum bei Mercedes-Benz. Am 6. April 1935 beging die Gefolgschaft des Werkes Gaggenau der Daimler-Benz AG. feierlich die Fertigstellung des 10 OOOften Diesel-Nutzkraftwagens. In einer der mächtigen Werkshallen fanden sich Arbeiter und Angestellte mit zahlreichen Gästen vor dem festlich bekränzten „Diesel-Täufling" zusammen. In den Ansprachen des Betriebsführers Direktor von Jungenfeld, des Bezirkswalters der Deutschen Arbeitsfront Fritz P l a 11 n e r und des Vorstandsmitgliedes der Daimler-Benz AG., Direktor Dr. Kissel, kam zum Ausdruck, mit welcher Hingabe hier an der großen Aufgabe gearbeitet wird: Bestes zu leisten für das Werk und für Deutschland. Der Diesel-Motor, wie der auf die Erfindung von Daimler und Benz zurückgehende moderne Fahrzeugmotor überhaupt, ist eine der bedeutsamsten Beiträge deutschen Geistes zur Entwicklung der Menschheit. Seine wirtschaftliche Bedeutung ist außerordentlich, da der mit Rohöl betriebene Dieselmotor gegenüber dem Vergasermotor bei unbedingter Zuverlässigkeit und mindestens gleicher Einfachheit der Bedienung eine Kostenersparnis von 70 bis 80 v. H. bringt! Da Deutschland dringendes Interesse daran hat, seine Treibstoffeinfuhr einzuschränken, ist die Durchsetzung des Dieselmotors auch von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Kreuzer „Karlsruhe" in Mexiko mit großer Sympathie empfangen. Der mexikanische Staatspräsident Cardenas empfing den Kommandanten des Kreuzers „Karlsruhe", der im Hafen von Mexiko-Stadt vor Anker liegt. Anschließend gab der deutsche Gesandte ein Frühstück. An dem Essen nahm auch der Chef des Vundesdistrikts teil, der in feiner Tischrede die herzlichste Sympathie Mexikos für das deutsche Volk zum Ausdruck brachte. Der Deutsche Fußballklub „Germania" hatte zu Ehren der deutschen Gäste ein Freundschaftsspiel mit der Fußballmannschaft des Kreuzers „Karlsruhe" veranstaltet, das mit einem Siege der Deutschamerikaner von 2:1 ausging. Die Besatzung der „Karlsruhe", die in deutschen Bürgerquartieren untergebracht war, hat den.denkbar besten Eindruck hinterlassen. Die mexikanische Presse berichtet darüber begeistert. Treffen der Inhaber des Goldenen Militärverdienstkreuzes. Die Bezirksführer der Kameradschaft der Inhaber des Preußischen Goldenen Militärverdienstkreuzes waren in Potsdam zu einer Tagung zusammengekommen. Im Konzerthaus konnte der Reichsführer Major Ramcke eine große Zahl von Ehrengästen begrüßen, u. a. Regierungspräsident Dr. Fromm, Oberbürgermeister Friedrichs, Oberst Busch als Vertreter des Standortältesten, Oberstleutnant von Falkowski von der Landespolizei, ferner Exzellenz von Gronau, General Thaisjen und Major Soldau für die Ritterschaft Pour le nterite. Oberbürgermeister Friedrichs bezeichnete die Anhaber der hohen Kriegsauszeichnung als die Männer des Ordens der Tapferkeit. Exzellenz von Gronau übermittelte die Güße der Ritterschaft des Ordens Pour le nterite, Oberst Busch wies auf die Erziehung der jungen Soldaten zur Achtung vor den alten Frontkameraden hin und Regierungspräsident Dr. Fromm bezeichnete die Inhaber des Goldenen Militärverdienstkreuzes als die Tapfersten der Tapferen. Nach der Mitteilung, daß der Präsident des Reichstreuebundes Oberpräsident und Gauleiter Schwede die Ehrenkameradschaft angenommen habe, wurde der Film „So war der Krieg" vorgeführt. Am Sonn- tagvormittag fand eine Führung durch die Ställe der Landespolizei, die Besichtigung des Schlosses Sanssouci und Kranzniederlegung an der Gruft Friedrich des Großen statt. Preis des Reichswehrministers zur Mellhundeausstellung in Frankfurt a. 2IL Das deutsche Rassehundewesen ist mit dem Reichsheer eng verbunden, das frühere deutsche Kartell für Hundeweten (DKH.), das im Reichs verband für das Deutsche Hundewesen (RDH.) aufgegangen ist, hatte im Weltkriege gegen 30 000 Hunde, die in der Hauptsache als Meldehunde ausgebildet worden waren, Zur Verfügung gestellt. Diese vaterländische Tat wird im Reichswehrministerium nicht vergessen, mancher, der sich Verdienste um das Heereshunde- wesen erworben hat, ist im Besitze der großen Plakette des einstigen Kriegsministeriums. So hat auch der Reichswehrminister neben dem Reichs- Minister des Innern einen Preis für die Welt- Hundeausstellung zur Verfügung gestellt. Dieser Preis fällt an die beste Zuchtgruppe der »SÄnnlm ftP Reichssportwerbewoche vom 26. Mi bis 2.3nni Sine Verordnung des lieichssportführers. Im Zuge der allgemeinen unb olympischen Sportwerbung, die in dem von mir in Gemein/schaft mit den Reichsministern Dr. Frick und Dr. Goebbels herausgegebenen „Aufruf zur deutschen olympischen Schulung" und den von den zentralen Stellen ergangenen Erlassen ihre Stütze findet, wird in der Zeit vom 26. Mai bis 2. Juni eine Reichs- Sportwerbewoche durchgeführt. Sie steht unter dem Leitsatz „Vom Breitensport zur Höchstleistung". Sämtliche an der olympischen und allgemeinen Sportwerbung mitwirkenden Gliederungen und Formationen des deutschen Volkes sollen an dieser Aktion teilnehmen, sei es durch aktive sportliche Beteiligung, sei es durch Aufmärsche und Kundgebungen bei gemeinsamen Veranstaltungen. Die Woche muh den einheitlichen Willen des gesamten deutschen Volkes zum Ausdruck bringen, in Zukunft -die Leibesübungen zur Gewohnheit zu machen. Im gemeinschaftlichen Zusammenwirken wird es in Zukunft gelingen, die für die praktische Durchführung unserer Ziele erforderlichen Sportstätten und Schwimmanlagen auszugestalten und neu zu schaffen. Die Reichs-Sportwerbewoche soll eine weitere Etappe bilden in unserem unablässigen Kampf, auch den letzten körperlich befähigten Volksgenossen zu gewinnen, sei es in den Vereinen oder in den vom Sportamt „Kraft durch Freude" geschaffenen Kursen. Die ReichsSportwerbewoche soll eine notwendige Ergänzung für die ideelle olympische und allgemeine Sportwerbung darstellen, die sich zum Ziele gesetzt hat, in der Gesamtheit des deutschen Volkes das Verständnis für die sportliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Bedeutung der kommenden Olympischen Spiele zu erwecken und zu vertiefen. Ich ersuche die Fachomtsleiter, mir umgehend Vorschläge über die Mitwirkung der angeschlossenen Vereine einzureichen, die in einer noch einzuberufen- den gemeinsamen Sitzung zu einem einheitlichen Programm gestaltet werden sollen. Die Reichs-Sportwerbewoche muß in allen Orten in Deutschland der Oeffentlichkeit ein anschauliches Bild darüber vermitteln, welche praktischen Möglichkeiten allen deutschen Männern, Frauen und Kindern gegeben sind, praktische Leibesübungen zu betreiben und darüber hinaus den Befähigten die Wege vom planmäßigen Breitensport zur Höchstleistung zu weisen. Die Organisierung der Reichs-Sportwerbewoche obliegt dem Amt für Sportwerbung des Propaganda-Ausschusses für die Olympischen Spiele, das die hierfür erforderlichen Richtlinien und Werbemaßnahmen und Werbemittel in Zusammenarbeit mit mir und den weiteren Formationen und Gliederungen herEsgiebt. 9.23.: gez.: Breitmeyer. Dientth und rass en — deutsche Schäferhunde, Airedale-Terrier, Dobermannpinscher, Rottweiler, Boxer und Riesenschnauzer —. Jeder Hund der Gruppe muß jedoch ein Ausbildungskennzeichen besitzen, d. h. er muß den Nachweis erbringen, daß er feine Prüfung als Schutz- oder Polizeihund mit Erfolg bestanden hat. Weitere Preise haben u. a. gestiftet der Schirmherr des Kongresses Reichsinnenminister Dr. Frick für die beste deutsche Zuchtleistung, der Reichsstatthalter in Hessen, I. Sprenger, die Könige von Schweden und Belgien, Ehrenpreise der Konsulate in Frankfurt a. M. und zahlreiche Staatsmedaillen und Staatspreise der Länderregierungen; 32 Nationen beteiligen sich am Kongreß und fast ebensoviele an der Weltausstellung. Bisher sieben Todesopfer des Autounglücks von Lhateau-Thierry. Die Zahl der Toten des Automobil- Unglücks von Chateau-Thierry ist inzwischen auf sieben gestiegen. Bisher sind vier Kinder und drei Erwachsene das Opfer des Rennwagens geworden. Von den 25 Verletzten befinden sich 4 in besorgniserregendem Zustand. Schiffsunglück auf dem Bodenfee. — Zwei Schiffer ertrunken. Auf der Höhe von Lindau ist auf dem Bodensee das Lastschiff „Rhein" gesunken, das der Schweizer Firma Müller 6- Co. in Güttingen (Thurgau) gehörte. Zwei Mann der Besatzung konnten gerettet werden; sie wurden in das Krankenhaus eingeliefert. Die beiden anderen Schiffer sind ertrunken. Ihre Leichen konnten bisher nicht gefunden werden. Bei dem sehr starken Seegang brach das Steuerruder und das Schiff kenterte. Die Unfallstelle ist als sehr gefährlich bekannt. Schon wieder ein Eisenbahnunglück in Sowjet- Rußland. — Acht Todesopfer. Aus Omsk wird gemeldet, daß sich bei dem Dorf Dschenmantus ein schweres Eisenbahnunglück ereignet hat. Die Zahl der Toten beträgt bisher acht. Elf Waggons wurden zertrümmert, ebenso sind beide Lokomotiven vollkommen zerstört. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Schuld an dem Zugzusammenstoß die verantwortlichen Beamten trifft, die ihren Dienst nachlässig ausgeführt haben. Auf derselben Eisenbahnstrecke sind in den letzten drei Tagen mehrere Eisenbahnunfälle vorgekommen. Die oberste Staatsanwaltschaft hat angeordnet, daß die betreffenden Beamten binnen sieben Tagen abzuurteilen sind. Schweres Unwetter auf den Philippinen. Die Provinzen Samar und Albay auf den Philippinen sind von einem schweren Taifun heimgesucht worden, der ungeheuren Schaden anrichtete. Man befürchtet, daß zahlreiche Personen ums Leben gekommen sind. In Borongan an der Ostküste von Samar wurden 25 Personen getötet und fast alle Gebäude zerstört. In Catbalogan, der Hauptstadt von Samar, sind vier Todesopfer und zahlreiche Verletzte zu beklagen. Der Schaden wird dort allein auf mehrere hunderttausend Dollar geschätzt. Auch die Hauptstadt von Albay, Legaski, hat schwer gelitten. Zahlreiche Häuser sind dort in Mitleidenschaft gezogen worden. Bisher sind 60 Todesopfer >des Taifuns geborgen worden. Die gesamte 21000 Köpfe zählende Einwohnerschaft von Borongan ist obdachlos. Orkan über der Halbinsel Yucatan. Ein gewaltiger Orkan hat die mittelamerikanische Halbinsel Pucatan heimgesucht. Der Sturm hob einen Personenzug aus den Schienen und stürzte die Wagen um. Drei Tote und 20 Verletzte sind zu beklagen. Innerhalb weniger Minuten zerstörte der Orkan die Telephon- und Lichtleitungen der Hauptstadt Merida und richtete beträchtliche Schäden an den Häusern an. Riesige Unterschlagungen in Leningrad. — Zwei Millionen staatlicher Gelder vergeudet. Die Staatskontrolle der Sowjetunion ist einer neuen riesigen Unterschlagung auf die Spur gekommen. In verschiedenen Leningrader Werken wurden systematisch Unterschlagungen und Diebstähle begangen, die im verflossenen Jahr die Gesamtsumme von über 2 Millionen Rubel erreicht haben. Obwohl eine Reihe von Schuldigen gefaßt und festgestellt wurde, haben die Unterschlagungen auch in diesem Jahre nicht aufgehört. Allein im Monat Februar erreichten sie die Höhe von 90 000 Rubeln. Den Behörden wird vorge- worsen, daß sie nichts tun, um die Verantwortlichen dem Gericht zu übergeben. Eine Reihe von Untersuchungsrichtern hätten die Akten schon seit über 8 Monaten „auf Eis gelegt". Zunehmendes Räuberunwesen in der Sowjetunion. Wieder fünf Todesurteile vollstreckt. Das Räuberunwesen in Sowjetrußland nimmt immer größeren Umfang an, und die Unsicherheit steigt ständig. Vier Personen, die sich als amtliche Vertreter ausgegeben hatten und in der Wohnung einer Parteigenossin angeblich eine Haussuchung abhalten sollten, überfielen diese und ermordeten sie. Bei der Verhaftung wurde einer von ihnen erschossen, die übrigen drei wurden zum Tode verurteilt. Ebenso wurden gegen zwei Arbeitslose wegen mehrfacher Ueberfälle auf Straßenbahnschaffner das Urteil gefällt. An allen 5 Angeklagten ist das Urteil bereits vollstreckt worden. Blutiger Kampf mH eingeborenen Räubern in Indien. Weite Gebiete des im nördlichen Vorderindien gelegenen Fürstentums Gwalier wurden seit längerer Zeit von einer Räuberbande heimgesucht, deren Führer sich aus eigener Machtvollkommenheit zum absoluten Herrscher des ganzen Landstriches gemacht hatte. Schließlich wurden Truppen zusammengezogen, um die Bevölkerung, die unter den ständigen Raubzügen der gefürchteten Bande schwer zu leiden hatte, von dieser Landplage zu befreien. Es gelang den Truppen auch, die Bande in den festungsartigen Schlupfwinkel des Räuberhauptmannes einzukreisen, jedoch spotteten die starken Mauern der Räuberburg zwei Tage lang allen Bemühungen der Angreifer. Erst in der dritten Nacht konnte nach zahlreichen vergeblichen Feuergefechten eine kleine Bresche in die Umfassungsmauer gebrochen werden. Hierdurch wurde es möglich, Bomben in das Innere oer Burg zu werfen, was einen Teil der Räuber zu einem Ausfall veranlaßte. Unter dem heftigen Feuer der Belagernden fanden sämtliche Räuber, die den Fluchtversuch gewagt hatten, den Tod. Die durch dieses Ereignis eingefchückterten Belagerten sandten hierauf ihre Frauen und Kinder aus der Festung, wodurch die Belagerer veranlaßt wurden, vorübergehend das Feuer einzustellen. Diese Gelegenheit benutzte der Räuberhauptmann, um mit wenigen Getreuen im Schutze bei Dunkelheit in bie benachbarten Kornfelber zu entfliehen. Trotz der sofort aufgenommenen Verfolgung konnte er noch nicht ergriffen werben. Den Truppen gelang es schließlich, bie Burg zu stürmen unb 14 Frauen, vier Kinber unb zwei Räuber gefangen zu nehmen. Der blutige Kampf kostete bie Räuber fünf Tote, währenb auf feiten der Truppen ein Soldat getötet wurde. Ein Balkon mit hochzeilsgäften abgeslürzl. — Ein Todesopfer, fünfzehn verletzte. Während einer jüdischen Hochzeit in Lodz stürzte ein Balkon, auf dem sich die Hochzeitsgesellschaft befand, aus dem dritten Stockwerk ab unb zertrümmerte auch die Balkone der beiden darunter liegenden Stockwerke. Eine Person fand den Tod, 15 mußten mit teilweise sehr schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Das Brautpaar wurde geringfügig verletzt. „Graf Zeppelin" vor den kapverdischen Inseln. Nach Mitteilung der Deutschen Seewarte in Hamburg stand das Luftschiff „Graf Zeppelin" am Montag um 11 Uhr MEZ. etwa in der Mitte zwischen Kap Blanco an der afrikanischen Westküste und den Kapverdischen Inseln. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 148 Stundenkilometer. Wetterbericht des Reichswelterdienfies Ausgabeorl Frankfurt. Eine Zufuhr milder subtropischer Luft brachte uns am Montag zum ersten Male seit längere* Zeit wieder übernormale Temperaturen. Mit Luftdruckfall hat gleichzeitig in der Nacht zum Dienstag wieder sehr ergiebige Regentätigkeit eingesetzt, die jetzt auch auf die hohen Gebirge übergreift. Es besteht allgemein für West- unb Süddeutschland Hochwassergefahr, die besonders in letzterem stärkere Ausmaße annehmen wird. Vorerst kann mit der Zufuhr feuchtwarmer subtropischer Luft weitere Niederschlagstätigkeit, anschließend jeboch durchgrei« fenbe Besserung erwartet werben. Aussichten für M i ttw o ch : Zeitweilig Aufheiterung, boch immer noch einzelne Regen« fälle, bei lebhaften südwestlichen Winden recht mild. Aussichten für Donnerstagr Bei südlichen und südwestlichen Winden recht mild und häufta aufheiternd, aber noch nicht ganz trocken. Lufttemperaturen am 8. April: mittags 11,9 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 9. April: morgens 5 Grad. Maximum 12,6 Grad, Minimum 1,4 Grad. — Crdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Aprile abends 6,9 Grad; am 9. April: morgens 5 Grad Celsius. — Niederschläge 3,3 mm. — Sonnenschein- dauer 3,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Derantworllich für Politik: Dr. Friedrich W. Lang*, für Feuilleton: Dr. Hans Thyviot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HL 35: 11229. Druck und Vertagt Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei DL Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. PREISE; 1.80 u. 3.35 ’/2 Liter 5.40 ^^SEBALDS HAARTINKTUR sie schafft volles Haar PREISE: 1 80 u. 3.35 'l.2 Liter 5.40 Stadttheater (Heften Statt Karten geben ihrs Vermählung begannt Tschaikowsky 2070D 01567 Wollen Sie auch ein solches Heim besitzen? 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April (935 immer die seit langem bewährten Erbsen schüttelt, Sallen-Handball-Turnier der Gießener Turnerschaft. Die Gießener Turnerschaft in der Ortsgruppe Gießen des RfL. veranstaltet am kommenden Sonntag, den 14. April, ihr 4. Hallenhandballturnier in der Volkshalle, lieber 40 Mannschaften kämpfen in zwei Gruppen im Pokalsystem um den Sieg. Von der Gruppe I seien folgende erste Mannschaften genannt: Tgde. Friedberg, Tv. Wetzlar, Tuspo. Marburg, Kurhessen Marburg, TC. Kassel, Tv. Roth, Tv. Goßfelden, Tv. Münchholzhausen, Tv. Kirchgöns, Tv. Lützellinden, Spielv. 1900 Gießen, VsB.-R. Gießen- Miv. Gießen usw. — In der Gruppe II stehen die Spielmannschaften der Kreisklasse im Wettbewerb. Wir kommen auf die bevorstehende. Veranstaltung noch zurück. Deutsche Handball-Meisterschaft ^l93S. Beginn der Gaugruppen-Spiele am 28. April. Am Sonntag nach Ostern rüsten die Handballmeister der sechzehn deutschen (Baue zum ersten Gang um die deutsche Meisterschaft. Bekanntlich hat man diesmal mit dem alten Brauch der Ausscheidungsspiele gebrochen und die sechzehn Meister wie im Fußball in vier Gruppen untergeteilt. In den Gruppen wird der Gruppenmeister nach Punkten ausgespielt, allerdings nicht mit Dor- und Rückspiel, sondern nur in einer einfachen Runde. Die Spieltage der Gaugruppen sind der Doppeljubiläum am Gießener Stadttheater. Seleuchtungsmeister Ludwig Keim erzählt au« dem Vierteljahrhundert seines hiesigen Wirkens. 28. April, 5. und 12. Mai. Die vier Gruppensieger treffen sich am 26. Mai zur V o r s ch l u ß r u n o e und das Endspiel wird am 16. Juni durchgeführt. Bei Punktgleichheit zwischen zwei Mannschaften entscheidet bei den Gruppenspielen das Torverhältnis und, falls dieses ebenfalls gleich ist, wird ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Sind am Schluß der Runde alle drei Mannschaften punktgleich, so wird der Gruppensieger durch das Los ermittelt. Handball im Gau XII (Nordhessen). Gau klasse. Kurhessen Kassel — T v. Wetzlar 5:5 (3:2). Die Gäste traten mit Ersatz an, so daß der erhoffte Sieg nicht zustande kam. Das unentschiedene Ergebnis war, nach den beiderseitigen Leistungen zu urteilen, der gerechte Ausgang. Tv. Eschwege — Iura Kassel 11:2 (4:2). Die Kasselaner sind durch verschiedene Herausstellungen außerordentlich geschwächt, so daß der klare Sieg der Turnermannschaft in jeder Weise berechtigt ist. Tv. Kirchbauna — 1900 Gießen 11:4 (4:0). Obwohl die Gießener mit viel Ersatz antraten, hätte das Ergebnis nicht so hoch auszufallen brauchen. Bezirksklasse. Tv. Pohl-Göns — Tv. Kesselstadt 4:4 (2:2). Durch diesen erneuten Punktoerlust ist Kesselunermüdliche Arbeit während der Proben und während der Aufführungen selbst, — eine Arbeit, die nicht nur eine gediegene technische Durchbildung und große Erfahrung, sondern auch künstlerische Feinfühligkeit und Verständnis für die besonderen Aufgaben einer Inszenierung erfordert. Herrn Keim macht es Freude, die atmosphärischen (Stimmungen einer Szene im Bühnenbild zu erfassen und zur Geltung zu bringen, den Schauspieler in seinen Aeußerungen wirkungsvoll zu steigern, den dramatischen Höhepunkt eines Schauspiels mit seinen Mitteln effektvoll zu untermalen. Natürlich hat er, ehe die Probenarbeit beginnt, auch selber schon das Stück gelesen und sich ein Bild von den Spezialaufgaben gemacht, die bei der Inszenierung auf ihn warten. Er arbeitet — aus langjähriger Erfahrung — meist selbständig und nach eigenem Ermessen; er unterbreitet dem Spielleiter seine Vorschläge im einzelnen und verständigt sich mit ihm über die beleuchtungstechnischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten. Es gibt auch so eine Art Regiebuch für den Beleuchter und seine Leute, in dem jede einzelne Nuance mit der entsprechenden Stromstärke, mit ihren Licht- und Farbwerten genau und reinlich verzeichnet steht, damit es hernach „im Ernstfall" aufs Stichwort klappt. Das ist ein weites und interessantes Arbeitsgebiet, das Meister Keim zu verwalten hat. Ihm untersteht der gesamte maschinelle Apparat der Bühne; er läßt Sonne und Mond auf- und untergehen, er läßt die Wolken ziehen, er macht Blitz und Wetterleuchten, Regen und Schnee. Da gibt es komplizierte und sinnreiche Apparate, welche die Bühnentechnik erfunden hat, um dem Besucher eine möglichst vollkommene Illusion zu verschaffen. Aber es hat uns doch interessiert zu hören, daß man noch An unserem Stadttheater wurde dieser Tage in einer internen Feier eines zweifachen Jubiläums gedacht, wie es auch an großen Bühnen gewiß nicht häufig verzeichnet und begangen werden kann: Herr Ludwig Keim, der Leiter des gesamten beleuchtungstechnischen Apparates an unserer Bühne, konnte mit Beginn der laufenden Spielzeit auf eine 25jährige Tätigkeit als Beleuchtungsmeister des Gießener Stadttheaters zurückblicken und gleichzeitig seine 30jährige Zugehörigkeit zum Theater überhaupt feiern. Das scheint uns ein willkommener Anlaß zu sein, die Aufmerksamkeit der Oeffent- lichkeitz schlechthin und des Theaterpublikums im besonderen auf die verdienstvolle und oerantwortungsreiche Arbeit eines Mannes zu richten, der wie manche andere „vom Bau" hinter den Kulissen steht und kaum jemals selber in das Licht der berühmten Scheinwerfer zu treten Gelegenheit findet, die er zu betreuen hat. Im Programmheft und in der Theaterbesprechung wird seine Arbeit meist nur kurz registriert. Das Publikum pflegt mit schöner Selbstverständlichkeit hinzunehmen, was ihm da geboten wird; von der Tätigkeit des Spielleiters, des Schauspielers, des Bühnenbildners und sogar der Souffleuse hat der Durchschnittsbesucher wenigstens eine ungefähre Vorstellung. Nur in den seltensten Fällen wird er sich aber vermutlich Gedanken darüber machen, daß ein Beleuchtungseffekt während der Vorstellung, der seine Aufmerksamkeit vielleicht eine Minute lang so nebenbei beschäftigt hat, in einer zähen und unverdrossenen Arbeit von vielen Stunden immer aufs neue erprobt, berechnet und verbessert worden ist. Wer diese Arbeit recht würdigen wollte, müßte sich mal während einer Vor- tellung oder einer Probe zu Herrn Keim auf )en Beleuchterstand verfügen; dann würde er taunen und Respekt bekommen vor der Präzisionsarbeit, die hier Abend für Abend geleistet wird. Dazu haben wir nun heute keine Zeit — wir kennen ja selber auch den Betrieb schon ein wenig —, deswegen besuchen wir Herrn Keim für diesmal nur in seinem Arbeitszimmer im Theater, gratulieren ihm zu seinem Jubiläum und lassen uns dann ein wenig von seiner Arbeit erzählen. Ludwig Keim ist geborener Pfälzer; er begann feine Bühnentätigkeit am Stadttheater in Kaiserslautern; von hier aus bewarb er sich im Jahre 1909 um die Stelle des Beleuchtungsmeisters am Gießener Stadttheater und erhielt unter 148 Mitbewerbern den Vorzug. Ein Dierteljahrhundert lang — unter den Intendanten Steingoetter, Dr. Drasch und Hanns König — hat Ludwig Keim hier auf feinem Posten gestanden; nur der Weltkrieg unterbrach feine Tätigkeit. Nach seiner Rückkehr aus dem Felde ging Herr Keim sogleich an die inzwischen dringend notwendig gewordene Umgestaltung des gesamten Beleuchtungsapparats an unserer Bühne. An Stelle der primitiven Bogenlichtscheinwerfer wurden die während des Krieges aufgekommenen starkkerzigen Halbwatt - Lampen eingebaut, die gesamte Beleuchtungseinrichtung, im Zusammenhang mit dem Einbau eines Rundhorizontes, grundlegend umgestaltet und modernisiert. Das ist der den Anforderungen eines neuzeitlichen Bühnenbetriebes entsprechende ebenso komplizierte wie leistungsfähige Apparat, mit dem wir noch heute arbeiten, und den Herr Keim mit seinen drei engeren Mitarbeitern bis auf den heutigen Tag mustergültig betreut hat. Daß er nebenbei auch, ebenfalls seit 25 Jahren, das Amt des Hausverwalters bekleidet, mag im Vorübergehen erwähnt werden. Die sachgemäße Betreuung des empfindlichen und verzweigten Beleuchtungswesens an einer modernen Bühne erfordert eine hingebungsvolle und um das Geräusch eintönig rauschenden Regens täuschend ähnlich hervorzubringen. Besondere Anforderungen an den Beleuchtungsapparat stellen naturgemäß die Klassiker, auch Opern und vor allem die Weihnachtsmärchen, denn den Kindern muß was geboten werden, und Kinder nehmen es bekanntlich genau, sehen auf „Echtheit" und naturgetreue Wirkungen. Ein besonders schwieriges Kapitel ist ferner etwa die bühnengerechte Darstellung der Wolfsschlucht im „Freischütz". Aber Herr Keim erzählt uns auch von zwei modernen Stücken, die ganz ungewöhnliche Anforderungen an sein technisches Können stellten: so war „Der Brückengeist" von Julius Maria Becker, der bei einer Aufführungsdauer von nur fünfzig Minuten sechzig verschiedene Beleuchtungen erforderte, eine seiner heikelsten Aufgaben; und welche Schwierigkeiten die Inszenierung des Kriegsstückes „U-Boot 116" auch in beleuchtungstechnischer Hinsicht machte, dürfte jedem Laien, der diese Aufführung hier gesehen hat, ohne weiteres klar geworden sein. Uebrigens werden auch Schallplatten- und Radioübertragungen während der Aufführung von Herrn Keim betreut. Für effektvolle Projektionswirkungen im Bühnenbild, wie wir sie x. B. zu Beginn der Spielzeit im „Zigeunerbaron" sahen, hat sich ein neuerdings im zweiten Rang eingebauter Projektionsapparat ausgezeichnet bewährt. Endlich fei nicht vergessen, daß Herr Keim auch sozusagen, wie die Nachrichter sich ausdrückten, Chef der Abteilung für Spuk und Gespenster ist, und daß endlich alle Beleuchtungskörper auf der. Bühne selbst seiner Obhut unterstehen: vom Kienspan bis zur Gaskrone, vom feurigen Becher im „Faust" bis zu den Fackeln der Genien in „Traum ein Leben". Wer aber im „Vetter aus Dingsda" den prächtigen Mond am Abendhimmel aufsteigen sieht, her mag — neben Darstellern und Musikern, Kapellmeister, Spielleiter und Bühnenbildner — einen Augenblick des Beleuchtungsmeisters gedenken, der nun feit einem Vierteljahrhundert aus reicher Erfahrung und echter Liebe zur Kunst dem Stadttheater gedient hat. Aus meinem Notizbuch. Äon Peter Bamrn. In einer Zeitung fand der Chronist folgende Anzeige: Pension findet älterer Herr oder Dame bei Berlin. Großer Obst- und Ziergarten. Eigene Sternwarte auf Wunsch zur Verfügung. Der Mann, der diese Annonce ausgesetzt hat, ist einer von denen, von denen man sagt, daß sie ins Leben passen. Er weiß Bescheid. Erst einmal verkauft er den Leuten einen Himmel, der ihm gar nicht gehört. Aber selbst das tut er nur freibleibend. Und zweitens hat er begriffen, daß man mit Sternen nur ältere Leute an den Pensionsofen locken kann. Aeltere Leute gucken gern einmal in den Mond und machen sich erhabene Gedanken am liebsten in den Ferien. Die Jungen wollen die Sterne erobern, die Alten wollen sie nur betrachten. Ach, welch ein Paradies muß das fein. Der Ziergarten erfreut das Auge. Im Obstgarten kann man frühe Pflaumen pflücken ohne Berechnung und in der Sternwarte kann man sich feinen Saturn besehen, der so schön in Opposition zur Venus steht und das ganze siebente Haus in eine Ruine verwandelt hat. Wieviel angenehmer ist es, zu wissen, daß die Milchstraße schuld ist, als daß man seine eigenen Dummheiten verantwortlich machen muh. Der Himmel gewährt uns immer Trost. Astrologisch betrachtet befreit er uns von allen Vorwürfen, die wir uns allenfalls machen würden. Und astronomisch betrachtet veranlaßt er uns, in Lichtjahren zu rechnen, und dann erscheint es bis zum nächsten Ersten nicht mehr so ewig weit. Nur ist die menschliche Seele so nachlässig eingerichtet, daß sie von dem nicht Gebrauch macht, was sie alle Tage umsonst haben kann, bis einer kommt und es ihr für einen Groschen verkauft. * Es ist die Zivilisation/die den Menschen an den wesentlichsten Genüssen verhindert. Es gibt keinen größeren Genuß auf der Welt als rasiert zu sein, wenn man sich eine Woche lang nicht rasiert hatte. Aber wann kommt man schon einmal dazu. Niemand ist bereit, eine Woche als Jungbiber herumzulaufen, nur eines Genusses wegen. Und zwar weil überhaupt niemand bereit ist, für seine Genüsse wirkliche Opfer zu bringen. Träumen wir nicht alle davon, einmal im Leben ausschlafen zu können! Aber wie soll man das machen? Dreizehn Stunden ist das allermindeste, um wirklich auszuschlafen. Man konnte das Sonntags tun. Nun ist es aber völlig unmöglich, irgend- wo in der W"lt länger als bis zehn Uhr zu schlafen, i Dann bringen die Aktivitätswellen der Umwelt I mit Macht selbst in die süßesten Träume ein. Man müßte also um neun Uhr am Abend vorher schlafen gehen. Das aber gerade ist die Zeit, in der der Mensch Der Zivilisation am muntersten zu sein pflegt. Samstag abend um neun wirft er sich in Schale und geht aus, um jeden Preis! Selbst am Ausschlafen hindert uns die Zivilisation. Und das Problem konnte so lange nicht gelost werden, bis einer auf die geniale Idee kam, die Zivilisation selbst in den Dienst der guten Sache zu stellen. Dieser Mann, dessen Einfall geeignet ist, die Neurasthenie aus dem Leben der Großstadt auszumerzen, nahm sich am Samstagabend einen Schlafwagen nach Basel. Ab Berlin 21 Uhr. An Basel 10 Uhr vormittags. Dann aß er zu Mittag, ruhte einige Stunden im Hotel und nahm sich um 20 Uhr den Schlafwagen ab Basel. An Berlin 9 Uhr vormittags. Auf diese Weise hatte er von Samstagabend bis Montagfrüh achtundvierzig Stunden geschlafen. Es ist bedauerlich, daß die Reichsbahn diese Gesundungsmethode durch keinerlei Ermäßigung unterstützt. Aber für feine Genüsse muß man eben Opfer bringen. Sollte einer den zynischen Vorschlag machen wollen, diese Methode zu verbessern und zu verbilligen, etwa dadurch, daß man den Schlafwagen während der Nacht auf das Rangiergeleis des Anhalter Bahnhofs schiebt, so sei ihmv ersichert, daß er weder das Wesen der Neurasthenie noch das Wesen der Zivilisation auch nur im geringsten verstanden hat. Das Wesen der Zivilisation besteht darin, die Genüsse kompliziert zu machen. Und das Wesen der Neurasthenie besteht darin, dieser Komplikation zu bedürfen. Glücklich sein kann der Naive mit seiner Kultur. Der Neurastheniker mit seiner Zivilisation ist unglücklich. Aber nur, wenn er wirklich unglücklich ist, ist er wirklich glücklich. Wilhelm Bendow gastiert im Lichtspielhaus. Jrn Lichtspielhaus gibt gegenwärtig der durch seine Filmtätigkeit auch in Der Provinz bekanntgewordene Berliner Kabarettist und Komiker Wilhelm Bendow mit seinem Ensemble em auf mehrere Tage berechnetes Gastspiel. Den ersten Teil des Programms bildet die Kabarett-Revue „Eine tolle K i st e", bestehend aus Gesang und Tanz, aus Vorträgen mit Klavierbegleitung und etlichen Sketch-Szenen. Die einzelnen Nummern werden durch den Ansager miteinander verbunden. Als Ansager stellt sich Hermann L a d e w i g vor, der nicht nur die Vortragsfolge geziemend anpreist, I sondern auch mit allerlei alten und neueren Ge- schichtchen und Witzen das Publikum auf eigene I Faust zum Lachen bringt. Die sechs Girls vom BBB.-Ballett sind sauber aufeinander eingespielt und machen ihre Sache im wechselnden Kostüm und bunten Scheinwerferlicht recht ordentlich: Kabarett- tanz mit leichtem artistischem Einschlag. Hildegard K r e t s ch m a r fand mit zwei Spitzentänzen, das Tanzpaar Achim und Irma mit einem argentinischen Tango freundlichen Anklang. Lisel S t e r - narb bringt mehrere Couplet-Vorträge („Jung und alt", „Im Tunnel"), zuletzt ein Potpourri „Wem Gott will rechte Gunst erweisen". (Was den rein textlichen Teil dieser Revue angeht, so darf man sagen, daß er alles in allem auf einen recht munteren Ton gestimmt ist; wir finden, daß das Programm durch die Streichung etlicher grober Geschmacklosigkeiten nichts von seinem weltstädtischen Charakter verlieren würde.) Wilhelm Bendow persönlich erscheint in drei Sketch-Nummern, zuerst „Auf der Rennbahn", wo er, wie man in Berlin zu sagen pflegt, den Dußligen markiert; dann produziert er sich als Zauberkünstler und Dompteur, aber bloß mit einem niedlichen, kleinen Dackel; zuletzt als hamburgische Theaterbesucherin mit Tochter auf Stammplätzen im „Lohengrin". Sofie Lingen brachte zuerst zwei Solo-Vorträge auf berlinerisch, dann mit Hermann ßaöeroig ein groteskes Duett unter dem Titel „Die Nacht im Walde" mit reichlich massiven Pointen. Zum Schluß noch einmal das ganze Ensemble mit dem Finale-Gesang „Eine tolle Kiste". Das Haus war am ersten Tage gut besucht und schien sich bestens A amüsieren. Das Kabarett-Programm wurde durch ein Filmlustspiel „Betragen ungenügend" ergänzt, in dem Anny Onbra die Hauptrolle spielt und als ausgelassener Kobold und Anstifterin einer Mädchen-Klasse einen tollen Reigen unwahrscheinlicher Situationen um einen bedauernswerten Professor entfesselt. —r— Zeitschriften. — „D i-e Kun st", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur, bringt in ihrem Aprilheft die Fortsetzung bes reichillustrierten Artikels „Das Wandbild". Ein kritischer Bericht von Mrich Chri- stofsel über „Münchner Kunst" (Zur Sonderausstellung in der Neuen Pinakothek) mit vielen schönen Bildwiedergaben und eine Würdigung des künstlerischen Schaffens des Malers Hans Gött bilden den Hauptinhalt des Heftes. Es folgen weitere Aufsätze über „Kann Kunstkritik helfen?" von Fritz Hellwag, „Gedanken zur Porträtplastik" von Heinrich Moshage, „Zur künstlerischen Photographie: Hein Gorny", ein Nekrolog über Max Liebermann u. a. m. Der zweite Tell über Wohnkultur und Kunsthcmdwerk bringt „Zw"i Landhäuser des Architekten Erwin Hinderer, Schaan" und zwei, interessant^ illustrierte Aufsätze „Nicht ,Zimstadt auf den zweiten Platz zurückgefallen. Der erwartete harte Kampf kam, wie schon das Ergebnis besagt, zustande. Die Gäste hatten Glück, denn um ein Haar hätten sie beide Punkte in Pohl-Göns lassen müssen. Endspiel um die Meisterschaft der Frauen. Tuspo Hanau 1860 — Hessen- Preu- ßenKassel 1:2 (1:2). Das Ergebnis kommt überraschend. Der Sieg der Kasseler Mannschaft war verdient. Vorbereitungen für das Gaufest des NfL. in Gießen. Die kreismännerlumwarke bei der Arbeit. Am Samstag und Sonntag fand in Gießen ein Lehrgang der Kreismännerturnwarte des Gaues Nordhessen unter Leitung von (Baumännerturnmart Otto Dahms (Bad Wildungen) statt. Mit praktischer Arbeit wurde begonnen. Die allgemeinen Freiübungen für das Gaufest des Reichsbundes in Gießen, die schon recht gut klappten, waren zunächst Gegenstand der llebung. Dann wurden die Pflichtgeräteübungen sämtlicher Wettkämpfe durchgeturnt, dabei konnten kleine Unklarheiten richtiggestellt werden. Die Kreismännerturnwarte werden den Uebungsstoff in den Kreisvorturnerstunden weitergeben an die Vereine, in denen der Blick aller Arbeit in den nächsten Monaten stark auf das Gießener Gaufest gerichtet sein wird. An die Turnstunde schloß sich eine Tagung an. Die Pflichtlieder der DT. 1935, von denen vor allem „(Betreu allezeit" besonders gefiel, wurden geübt. Eine lebhafte Aussprache wies Wege zur Hebung des Geräteturnens. Im nächsten Winter sollen in allen Kreisen einheitlich Rundenkämpfe im Geräteturnen durchgeführt werden, was allgemein K begrüßt wurde. Die Lehrgangsteilnehmer an utschen Turnschule werden in Zukunft stärker zur Mitarbeit herangezogen werden müssen. Für die Folge können zu den DT.-Lehrgängen nur noch solche Turnwarte und Vorturner zugelassen werden, die die Kreisvorturnerstunden regelmäßig besucht haben, Eingehend wurde die Grundschulung im Geräteturnen besprochen; sie wird in allen Tum- kreisen des Gaues einheitlich einsetzen. Olympia-Vergleichsturnen. Oie besten Einzelturner. Bei dem Olympiavergleichsturnen am Sonntag in der Volkshalle erzielten folgende Turner die höchsten Wertungen: 1. <5 d) ö f if m a n n (Wieseck) mit 139,5 Punkten; 2. Oskar Metz (Kassel), 134 Punkte; 3. Richard Seht (Großen-Linden), 133,5 Punkte; 4. Walter Kehrer (Kassel), 132,5 Punkte; 5. Friedrich Zülch, 132,5 Punkte; 6. Karl Schick (Gießen); 7. Walter Fink (Kassel), 129 Punkte. Die beiden Gießener Turner Ludwig und Heinrich Herbert konnten sich mit 127,5 bzw. 127 Punkten auf guten Plätzen behaupten. DfB.-Reichsbahn Gießen. VfV.-Reichsbahn III — Sportverein Wer darf II 4:2 (3:1). Die erste Mannschaft von Werdorf trat in Gießen nicht an, sodaß der Dritten in Werdorf eine Mannschaft gegenübertrat, die sich aus Spielern der ersten und zweiten Elf zusammensetzte. Trotzdem kamen die Gäste, die in allen Mannschafts- teilen eine gute Partie lieferten, zu einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg. VfB.-Reichsbahn 1. Jgd. — Sportverein Werdorf 1. Jgd. 3:2. Die Hiesigen, die nur mit zehn Mann in Werdorf antraten, errangen einen Sieg, für den in erster Linie die überragende Arbeit ihres Torhüters verantwortlich ist. Waren die Gäste in der ersten Halbzeit überlegen, fo konnten die Werdorfer in der zweiten Halbzeit zeitweise -die Gießener ein- schnüren. Die Tore waren größtenteils Einzel- leiftungen. merfluch?, aber Raumbeziehung" und „Mietwohnungen, die noch fehlen", in denen das Problem der praktischen Raumgestaltung behandelt wird. Bildwiedergaben von Erzeugnissen der Kunstgewerbeschule Offenbach a. M., ferner Kunstschmiedearbeiten Carl Wylands beschließen das reichhaltige Aprilheft. — Die viel umstrittene Frage, ob man sogenannte „wilde" Tiere halten und wie man mit ihnen umgehen 'soll, behandelt ein reich illustrierter Artikel in der neuen Nummer der Leipziger „ Illustrir -> t e n Zeitung". „In Bismarcks Heimat" betitelt sich ein weiterer Aufsatz dieses Heftes, der anläßlich des 120. Geburtstages des Altreichskanzlers erscheint. Ein ausgezeichneter Bericht aus Schönhausen, dem Sitz der Bismarcks seit 1562; modern gesehene Photos begleiten den Text. Außerdem enthält diese Nummer einen mehrseitigen Beitrag über Ludendorff zu seinem 70. Geburtstag. Mode, Kunst und Unterhaltung kommen in zahlreichen anderen Beiträgen zu Worte. Auch die Tagesgeschichte ist mit treffend gewählten Bildern vertreten. Hochschulnachrichten. Der Privatdozent Dr. Werner Weber in Göttingen ist beauftragt worden, im Sommersemester 1935 an der Universität Frankfurt den beurlaubten ordentlichen Professor der Mathematik Dr. Carl Siegel, der als Gastprofessor an der Universität Princeton (USA.) wirkt, in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Der ordentliche Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie an der Universität Frankfurt, Geh. Regierungsrat Dr. Otto zur Straßen, ist mit Ende März dieses Jahres wegen erreichter Altersgrenze von den amtlichen Pflichten entbunden worden, ist aber gleichzeitig beauftragt worden, die Aufgaben feiner bisherigen Professur im laufenden Sommersemester vertretungsweise wahrzunehmen. Der nichtbeamtete Professor der Botanik in Frankfurt Dr. Fritz Overbeck ist beauftragt worden, vom Sommersemester 1935 an in Hannover an der Tierärztlichen Hochschule die Botanik für Tierärzte und an der Technischen Hochschule die Botanik und Gräserkunde in Vorlesungen und Uebungen zu vertreten. Der bekannte Rassenforscher Professor Dr. Hans K. F. Günther von der Universität Jena soll den an der Universität Berlin neu zu errichtenden Lehrstuhl für Rassenkunde und Völkerbiologis übernehmen. Professor Dr. Robert Fricke, Ordinarius für organische Cl)emie an der Unincrfität Greifs- wqld, ist an die Technische Hochschule in S tu 11- g L versetzt worben. 11 Ballons der Deutschen Freiballon-Meisterschaft gelandet. Don den am Sonntagabend gestarteten 13 Ballons der Deutschen Freiballon-Meisterschaft, die gleich- !ig als Ausscheidungsrennen zum Gordon- Benu 1 Rennen gilt, sind bis Montagabend elf Landemeidungen eingegangen. Der Ballon „Stra- gula" (Führer Becker) ist am Sonntagabend 19.17 Uhr in der Gemarkung Dettingen bei Aschaffenburg glatt gelandet. Der Ballon „Stadt Delbert) (Führer G r o s st e i n b e ck) ging am Sonntag um 20.15 Uhr bei Bad Berka in Thüringen nieder, womit er ca. 230 Kilometer zurückgelegt hat. Der Ballon „Roland" (Führer Brick- w e d d e) landete bei Weißwasser in der Nähe von Görlitz am Montagmorgen 3,07 Uhr. Trotz der herrschenden Dunkelheit ging die Landung glatt vonstatten. Ballon „Hannover" (Führer Schäffer) landete um 2.45 Uhr am Montagmorgen bei Bernsdorf in der Oberlausitz. Der Ballon ,Bo- chum 2" (Führer Dr. Scholl) erreichte Wlocla- weck-Neermcy in Polen, was eine Entfernung von ca. 780 Kilometer bedeutet. Eine Strecke von 810 Kilometer erreichte der Ballon „Deutschland" (Führer Götz jun.), der in Briesen bei Thorn niederging. Der Ballon „Ernst Brandenburg" mit Dr. Burghard als Führer erreichte am Sonntag 22 Uhr Blankenburg am Harz. Nur bis Karlstadt a. M. kam Ballon „Wicküler" (Führer K i e b e l e r), der bereits um 19.25 Uhr am Sonntag niederging. Die bisher weiteste Strecke von etwa 1040 Kilometer erreichte der Ballon „Chemnitz 8" auf seiner Jungfernfahrt, die er am Montagnachmittag 14.30 Uhr bei Dlugossen, Kreis Lyck in Ostpreußen, beendete. Der Ballon „Nordmark" (Führer Dr. P e r l e w i tz) landete am Montag 9.35 Uhr im Weichselgebiet bei Nyeszama, ca. 800 Kilometer Entfernung. Ebenfalls über 1000 Kilometer brachte der Ballon „Wilhelm v. Opel" (Führer D e k u - Darmstadt) hinter sich, der 110 Kilometer nordöstlich von Warschau landete und die Landemeldung aus Przosnys-Krzasnoysz aufgab. Neue Olympia-Kernmannschaft der Boxer. 43 Boxer in acht Gewichtsklassen. Nach Abschluß der vom Deutschen Amateur- Boxverband in allen Gewichtsklassen durchgeführten Prüfungskämpfe ist nun die neue Olympia- Kernmannschaft der Boxer aufgestellt worden. Erfreulicherweise hat man nicht daran festgehalten, in jeder Klasse eine feste Zahl von Boxern ein^u- teilen, sondern es wurden ohne Rücksicht auf eine begrenzende Zahl die Boxer in die Mannschaft eingereiht, die sich bei den Prüfungskämpfen am talentiertesten erwiesen habey. So wurden acht Fliegengewichtler, sieben Federgewichtler, sechs Schwergewichtler, je fünf Leicht- und Halbschwergewichtler und je vier Bantam-, Welter- und Mittelgewichtler in die Kernmannschaft berufen, so daß diese aus 43 Boxern besteht. Die einzelnen Gewichte wurden in zwei Gruppen untergeteilt, die in Benneckenstein zu zwei getrennten Trainingskursen vereinigt werden. Don den deutschen Meistern des letzten Jahres sind alle mit Ausnahme des erkrankten Weltergewichtlers Campe-Berlin und des zum Berufssport übergetretenen Halbschwergewichtsmeister Pürsch-Berlin wieder in der Kernmannschaft vertreten. An der Zusammensetzung der Mannschaft kann sich allerdings mit der Zeit noch manches ändern. Cambridge siegt zum 46. Mole. Der 87. große Ruderkampf zwischen den Achter- Mannschaften der führenden englischen Universitäten Oxford und Cambridge hat mit einem neuerlichen Sieg des Cambridge-Bootes geendet. Cambridge gewann das Rennen in 19:48 sehr leicht mit 4Vz Längen Vorsprung gegen Oxford. Dadurch hat „Hellblau" seinen zwölften Sieg in ununterbrochener Reihenfolge feiern können. Von den bisher überhaupt ausgetragenen Begegnungen hat Cambridge 46, Oxford nur 40 Siege zu verzeichnen. Einmal, im Jahre 1877, gab es zwischen beiden Booten ein totes Rennen. 130 000 Zuschauer wohnten am Samstag dem Spiel zwischen Schottland und England bei, das die Schotten auf Grund besserer Stürmerleistungen mit 2:0 (1:0) gewannen. Die beiden Tore erzielte der Linksaußen Duncan. Waldlauf der SA. Durch einen Fehler beim Umbruch w-irde der Bericht über den Waldlauf der SA.-Standarte 116 entstellt wiedergegeben, insofern, als der Text nicht in der richtigen Reihenfolge zu lesen war. Der Anfang des Berichts lag auf der dritten Spalte, 16. Zeile von unten, war bis zur vierten Spalte zu lesen und dann unter dem Bilde weiter zu verfolgen. Wirtschaft. Schweine mittelmäßig, geringer Ueberstand (24 Stück). frankfurter Getreidebörse. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 623: Vorschriften bei Einzahlungen zugunsten spanischer Gläubiger bei der Deutschen Verrechnungskasse. 624: Ab 6. April 1935 wird die Notierung des Belga an der Berliner Börse wieder ausgenommen. Von diesem Tage an können Einzahlungen im Wege des deutsch-belgischen Verrechnungsabkommens vom 5. September 1934 wieder geleistet werden. Sämtliche Forderungen, deren Gegenwert noch nicht ein- bezahtt worden ist, werden nach der neuen Parität zum lehtbekannten Berliner Mittelkurs des Einzahlungstages berechnet werden. — Dieselbe Regelung gilt voraussichtlich auch für Forderungen, die zwar bereits eingezahlt, deren Ueberwsisung jedoch durch die Unterbrechung des Zahlungsverkehrs eingestellt wurde. Eine amtliche Bekanntmachung in dieser Frage steht bevor. 625: Verwendung ausländischer Forderungen bei Ankäufen auf Messen und Ausstellungen des Auslandes. 626: Neuer Einzahlungskurs für Postanweisungen nach Dänemark. 627: Ursprungszeugnisse für Postpakete mit Handelswaren nach Griechenland erst vom 1. Mai an erforderlich. Nhein-Mainische Mittagsbörse. Still, schwächer. Frankfurt a. M., 8. April. Die Börse hatte einen sehr stillen Wochenanfang. Einige Glattstellungen der Spekulation, sowie eine gewisse Zurückhaltung in der Auftragserteilung der Bankenkundschaft verursachten zumeist leichte Kursrückgänge. Das Fehlen von Abschlußziffern bei der IG. Farbenindustrie enttäuschte vielfach, desgleichen der nur unveränderte Dividendenvorschlag. Der Blick auf die Außenpolitik, so die Vorbereitungen für Stresa, veranlaßten ebenfalls Zurückhaltung. IG. Farben zunächst 1 v. H. unter Samstagsschluß, dann nochmals 0,50 v. H. schwächer. Scheideanstalt — 0,50 v. H., Erdöl aber noch 0,40 v. H. fester. Durchweg schwächer lagen Montanwerte, die 0,50 bis 1,25 v. H. verloren, so Buderus 0,50 v. H., Ilse Genuß 0,90, Mannesmann 0,90, Rheinbraun 1,25, Stahlverein 0,50 v. H. Kaliwerte vollkommen still. Am Elektromarkt blieben AEG. und Betula gut behauptet, Licht & Kraft gewannen 0,25, aber Gesfürel 1, Schuckert 0,90, Siemens 0,50 v. H. niedriger. Von Verkehrswerten Hapag, Nordd. Lloyd 0,40 bzw. 0,50 v. H. schwächer, dagegen Allg. Lokal & Kraft 0,40 v. H. freundlicher. Zellstoffwerte leicht gedrückt, so Waldhof 1,13/ Aschaffenburg 0,50 v. H. Don Maschinenwerten Eßlinger auf die Dividendenzahlung 3 v. H. höher gesucht, im gleichen Ausmaße auch deren Genußrechte. Im einzelnen Heidelberger Cement um 0,75 v. H., Daimler 0,75, Hanf Füssen 0,13, Reichsbankanteile 0,50 v. H. niedriger. Im Freiverkehr Adlerwerke etwa 92. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen durchweg eine Kleinigkeit freundlicher, so Zinsvergütung und Kommunale Umschuldung je 5 bis 10 Pf., Späte Schuldbücher bei 96,25 behauptet. Stahloereinsbonds 0,13 v. H. abgeschwächt. Don Auslandsrenten traten Mexikaner im Anschluß an festere Auslandskurse und in Erwartung einer baldigen Neuregelung hervor, Silbermexikaner um 0,15, Goldmexikaner um 0,50 v. H. erhöht. Im Verlauf blieb die Börse farblos. Teilweise wurden die Anfangsverluste leicht aufgeholt, so bei Schiffahrtswerten, IG. Farbenindustrie um 0,25 bis 0,40 v. H.. Im einzelnen lagen Klein Schanzli um 4, Rheag um 1,50 v. H. höher Im Freiverkehr: Frankfurter Hof 48, Growag 80, Pokorny 106, Torpedowerke 100, Pfandbriefe still und ohne Veränderung. Mexikaner behaupteten ihre Anfangsgewinne, desgleichen deutsche Anleihen. Tagesgeld bei 2,50 v. H. angeboten. Abendbörfe behauptet. Die Abendbörse war gegenüber dem schwachen Mittagsschluß behauptet. Umsätze blieben sehr gering, Sonderbewegungen lagen nicht vor. Farbenindustrie 145,75 bis 145,65, Hapag 11 v. H. freundlicher, AKU., aus schwächere Auslandkurse bei 52,90 angeboten nach 53,40. Am Rentenmarkt konnten Mexikaner die festeren Mittagskurse nicht ganz behaupten, Gold-Mexikaner 0,25 v. H. schwächer, deutsche Renten ruhig aber gut gehakten. Zinsvergütung 89,55. Am Schluß der Abendbörse hörte man: Gold- Merikaner 12,13, IG.-Farben 145.50, AKU. 52,75 Geld. Kurse: AEK. 35,50, Betula 137, Bemberg 116,25, Daimler 92, Deutsche Erdöl 106,50, Deutsche Linoleum 155, Licht und Kraft 124,75, JG -Farben 145,75 bis 145,65, Gesfürel 121, Hanfwerke Füssen 83,40 bis 83,25, Holzmann 90, Junghans 89, Schuckert 104, Siemens & Halske 150,25, Weftd. Kaufhof 33,50, südd. Zucker 167,25, Deutsche Reichsbahn-VA. 121,75, Hapag 32,25, Nordd. Lloyd 33,65, Buderus 94,13, Harpener 105,50, Klöckner 91,50, Mannesmann 79,50, Rheinbraun 209, Rheinstahl 106,50, Stahlverein 78,50. Altbesitz 111,90 Geld, 4proz. Rumänen 4,10. Irankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt, 8. April. Austrieb: 1036 Rinder, darunter Ochsen 231, Bullen 122, Kühe 447, Färsen 236, Kälber 523, Schafe 40, Schweine 3870. Ueber- stand 24 Schweine. Notiert wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42, b) 39 bis 41, c) 36 bis 38, Bullen a) 39, b) 36 bis 38, b) 32 bis 35, d) 26 bis 31, Kühe a) 37 bis 40, b) 30 bis 36, c) 24 bis 29, d) 17 bis 23, Färsen a) 42, b) 39 bis 41), c) 34 bis 38, d) 30 bis 33. Kälber a) 57 bis 60, b) 39 bis 41, c) 42 bis 50, d) 30 bis 41. Lämmer und Hämmel b2) Weidemafthämmel 38 bis 39, c) 34 bis 37. Schweine al) 50 bis 52, a2) 50 bis 52, b) 49 bis 52, c) 47 bis 51, d) 44 bis 49, g) Sauen 45 bis 47, g2) 40 bis 44. Marktoerlauf: Rinder mittelmäßig, ausverkauft; Kälber lebhaft, ausverkauft; Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Frankfurt, 8. April. Am Getreidemarkt zeigte sich weiter unveränderte grofee Nachfrage nach Futtermitteln. Das Mehlgeschäft verlief ruhig. Das Weizenangebot Wetterauer Herkunft war klein, das Roggenangebot dagegen größer. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 209, W XIII 213, W XVI 217, Roggen R XX 169, R XIII 173, R XV 177, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebietes. Futtergerste G IX 171, G XI 174, G XII 176, Hafer H XIII 169, H XIV 171, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200. Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05, Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,50, Weizenfuttermehl 13,75, Weizenkleie W XIII 10,87, W XVI 11,08, Roggenkleie R XIII 10.14, R XV 10,38, Mühlen-festpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Fabrikpreis ab süddeutsche Fabrikstation. TrockSdschnitzel 9,65, Heu 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 5 bis 5,40, do gebündelt 5 bis 5,40. Kartoffeln: Industrie, hiesiger Gegend 3 Mark, gelb- fleischige hiesmer Gegend 2,80 bis 2,90 per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Lmkertagung in Gießen. Am Samstag und Sonntag fand in der Wirtschaft von F a u l st i ch zu Gießen ein Bienen- seuche-Lehrgang der Kreisfachgruppe Gießen in der Reichsfachschaft Imker statt, zu dem Vertreter aus über 50 Gemeinden der Kreise Gießen, Wetzlar und Friedberg erschienen waren. Kreisgruppenvorsitzender Bod endender (Gießen) begrüßte die Teilnehmer und wies auf die Wichtigkeit der Tagung hin. Kursusleiter Dr. F r e u d e nst e i n von der Lehr- und Versuchsanstalt am Zoologischen Institut der Universität Marburg sprach am Samstag über Vienenkrankheiten. Um alle im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht gesteckten Ziele zu erreichen, muß jeder Bienenzüchter ein scharfes Auge auf das Heer der Feinde und Schädlinge haben, die sowohl die junge Brut als auch die ausgewachsenen Bienen befallen und unter Umständen den erhofften Erfolg des Jahres in Frage stellen können. Neben dem Schimmelpilz, der die Waben und die Pollen befällt, ist besonders der Erreger der Kalkbrut gefährlich, der die Brut zum Absterben bringt und sie in steinharte Mumien verwandelt. Daneben tritt in manchen Gegenden die sog. Trockenbrut, die harmlos verläuft, aber als bösartige Trockenbrut, auch Steinbrut genannt, größere Schäden anrichten kann. Die eifrigste Arbeit von Immen und Imkern wird zur Erfolglosigkeit verdammt, wenn die Faulbrut mit ihren schlimmen Folgen auf dem Bienenstand auftritt. Ist man im Zweifel über das Krankheitsbild, so wende man sich an den Bienenseuchensachverständigen des Bezirks. Die Faulbrutbekämpfung muh sich auch auf sog. „wilde Völker" erstrecken, die in hohlen Bäumen und Felsspalten zu finden sind. Der Sonntagmorgen war den Feinden der ausgewachsenen Bienen gewidmet, vor allem der Nosemaseuche, auch Darmkrankheit genannt. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen dem normalen Wintertotenfall nach den ersten Ausflügen und dem Massensterben, das durch den Nosemaerreger hervorgerufen wird. Beim vorzeitigen Abgang von Jungbienen liegt Verdacht auf die Maikrankheit vor, die durck Pollenverstovfung verursacht wird. Im Osten unseres Vaterlandes richtet die Milbenseuche starken Schaden an. Welche der verschiedenen Krankheiten im einzelnen Falle oorliegt, kann nur durch mikroskopische Untersuchungen festgestellt werden. An beiden Tagen wurde durch Fragen der Kursusteilnehmer viel zur Klärung der Verhandlungspunkte beigetragen und dem Leiter des Lehrgangs durch reichen Beifall gedankt. Der Kreisgruppenversammlung am Sonntagnachmittag auf der „Bergschenke" ging eine Besichtigung des in jeder Hinsicht vorbildlichen Bienenstandes des Vorsitzenden G. Bodenben- d e r voraus. Kreisfachgruppenvorsitzender Bodenbender konnte eine stattliche Versammlung begrüßen; über 100 Bienenzüchter hatten sich eingefunden, darunter auch der Landesfachgruppenvorsitzende S e y d e l, Darmstadt, der zu Beginn grundlegende Ausführungen über den Aufbau der Organisation gab. Er forderte die Ortsgruppenvorsitzenoen auf, alles zu tun, um einen tüchtigen Nachwuchs heranzubilden, der das begonnene Werk zu vollenden habe. Der anschließende Vortrag von G. Bodenbender befaßte sich mit dem Thema „Königinzucht auf jedem Stand." Der Redner hob die hohe Bedeutung einer hochgezüchteten Stockmutter hervor, die allein die Gewähr für gute Volksentwicklung und reichen Honigertrag sei; er gab Anweisung über die notwendigen Geräte, führte die Begattungs- und Schlüpfkästchen praktisch vor und forderte, nur rassische Stämme zu züchten. Der zweite Vortrag über „Wanderung mit Bienen" wurde von dem Obmann für das Wanderwesen des Landesverbandes Hessen-Nassau, Lehrer B r a u n - Rodheim v. d. H., gehalten. Wir stehen, so führte der Redner u. a. aus, im Zeichen der Erzeugungsschlacht und müssen alles daransetzen, den Bedarf des deutschen Volkes an Bienenhonig aus eignen Ernten zu decken. In Trachtpausen muß der fort» fchrittliche Imker in ergiebige Trachtgebiete wandern, wo Massenttachten die Unkosten leicht aufwiegen. Mehr als seither sollte auch die Obstblüte ausgenutzt werden. Der Redner kam dabei auf die jüngste Verordnung der hessischen Regierung zu sprechen, wonach das Spritzen mit Giftmitteln in die offene Blüte verboten ist. Mit der Mahnung, alles zu tun, um die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes auch auf bienenwirtschaftlichem Gebiete erringen zu helfen, schloß der Vortragende seine Ausführungen. Beide Vorträge fanden reichen Beifall und hatten eine rege Aussprache zur Folge. Die Tagung wurde nach Besichtigung verschiedener Ausstellungsgegenstände in üblicher Weise geschlossen. Preußen. Kreis Wehlar. oo Hörnsheim, 7. April. In der hiesigen alten Schule wurde eine Ausstellung von Schülerinnen-Handarbeiten gezeigt, bei der man alle Arten von Handfertigkeitsarbeiten des Handarbeitsunterrichtes in guter Ausführung sehen konnte. Die Ausstellung wurde von unserer Einwohnerschaft stark besucht, die dadurch ihr reges Interesse für dieses Arbeitsgebiet der Mädchen bekundete. Allgemein wurde anerkannt, daß den Schülerinnen unter der Leitung der Handarbeitslehrerin Frau Koch eine gute Grundlage für das Leben gegeben wird. — Unsere Gemeinde läßt als Notstandsarbeit die Straße Hörnsheim— Lang-Göns instandsetzen. Die Ausführungen der Arbeiten wurde dem hiesigen Bauunternehmer Otto Müller übertragen. Das Steinmaterial wird von Erwerbslosen unserer Gemeinde in einem Steinbruch bei Niederkleen gebrochen und von den hiesigen Landwirten im Frondienst angefahren. Das Klopfen der Steine wird von unseren Arbeitslosen besorgt. Durch diese Maßnahme der Gemeinde ist erfreulicherweise wiederum für mehrere Wochen Arbeitsgelegenheit geschaffen worden. Sprechstunden ver Redaktion. 11.3 0 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt O.2J1. | xöerlm Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« Börse Schluß« turs Schlußk. Abend- Börse Schluß- lurs Schlußk. Mittag- Börse Gchluß- kurs Schlußk. Abend- Börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag« Börse Datum 6.4. 8.4. 6-4. 8-4. Datum 6.4. 8.4. 6-4 8-4. Datum 6 4 8 4 64. 8.4. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 6Va% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-AblöI.«Schuld mit Auslos.-Rechten ..... 100 96,25 101,5 112,13 99,4 97,25 96 100,13 92,25 114,25 96 100,75 101,25 96 96 105,8 26 1,1 7 6,5 6,75 11,65 M 100 96,25 101,5 111,9 99,7 97,25 96 100,45 114,65 100,5 101,25 96 96 105,8 25,5 1,1 7,25 6,55 6,5 12,25 8,5 100,13 96,25 101,75 112 99,9 96,75 114,5 101,1 96 96 105,9 25,75 1,05 7,2 11,75 100,13 96,25 112,65 99,75 97 115 100,1 96 96 105,8 25,75 1,13 7,25 6,55 12 4% desgl. Serie 11 ............ 8,5 4,4 4,15 33 33,25 34,4 82,5 108,5 86,75 89,5 89,5 160,5 36,13 137 109,5 124,75 88,5 122,5 122,5 106 153 122 95,65 107,5 105,75 128,9 92 81,13 8,5 4,4 4,1 33,25 32,25 33,65 82,5 107,5 85,25 89 89 158,75 35,5 137 108,75 124,75 87,5 121 122 104 150,25 121 94,13 106,5 105,5 128 91,5 79,6 8,7 6,65 4,25 33,2 33,13 27 34,4 83 108,25 86,5 89,5 89,5 160 36,13 137,4 109 125,13 89,13 122,5 122,5 106 153,25 121,75 95,5 107,5 105,25 96,25 155 128,5 92,25 81 4,4 6,5 4,15 33,25 32 26,25 33,25 82,4 108 85,25 89,5 89,5 159,25 35,4 137 108,25 124,75 87 121,13 122,5 104 150,25 121,25 94,25 107 106,5 95 153,5 129 91,13 79,75 Manskelder Bergbau....... 8 101,75 100,13 209 106,5 78,5 15,25 113,25 112,75 156 145,65 213,5 103 110 96 90 119,9 52,75 116,25 115,5 81 92 155 33,5 150 36 101,5 109 209,5 108,5 80,75 15,4 112,5 113 157 148,4 103 111 95,75 90,65 108,5 53,9 117 116,5 82,25 129,25 93,5 155,5 88,5 34,4 242 164 151 1 99,25 108,25 209 106,75 78,65 15,13 112,5 113 156 145,65 101,5 108,75 96,5 89,5 106,5 53,4 117,5 115 81 128,75 91,75 155 88 33,5 238 163,5 150 36 I 167 5% Rumän. vLreinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.Brelnh.Rentev.l913 4% RumäniWevercinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Kokswerke............. 5 Pbönix Bergbau.............O Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl................8% Vereinigte Stahlwerke........O Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3- G. Färben-Industri«.......7 Scheideanstalt.......... 9 210 108,5 80,75 15,13 112,25 113 148,5 214,5 103,25 110,65 96 91 119,75 54 117,13 117 81,5 93,75 155 34,5 238 151 36,4 93,5 168 4l/i% Deutsche Reichspostschahan« Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ Hamburg-Amertka-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dtsconto« Gesellschaft...,............0 Dresdner Bank.....w........0 Reichsbank ................ 12 ACG ..................u *¥i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehem. Hess. Landes-Hhpo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen^ Provinz-Anleihe mit Goldschmidt .......... o Rütgerswerke ...............4 Metallgesellschast.............* Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 ya% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 5’/,% ehem. 4'/r% Franks. Hhp^ Bank-Liqu.-Psandbriefe....... Philipp Holzmann...........O Bekula.................... 10 Elektr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten L Guilleaume......... O Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert K Co...... 4 Zementwerk Heidelberg ......6 Cementwerk Karlstadt....... 4 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................O Zellstoff Waldhof ............O Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren......... O Deutsche Linoleum...........6 Lrenstetn L Koppel...... O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade.................... O 6yz% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr.Landespfand- briefanst., Gold Komm. OBI.VI Steuergutsch.Verrechnungsk. 85-89 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... Siemens L Halske...... 7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus ......... O Deutsche Erdöl..............* Harpener...................O Accu mul atoren-Fabrü.......12 Conti-Gumnu ..............8 Gritzner................. O Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ......... • 4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 44% deSgl. von 1913.......... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 6 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klücknerwerke .............sü Mannesmann-Röhre« ........ O 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4^Mrktsche Bagdadbahn-Anleihe Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 6.April 8. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Lire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,79 53,89 53,41 53,51 Danzig..... 81,20 81,36 81,13 81,29 London ..... 12,045 12,075 11,96 11,99 HelsingforS.. 5,315 5,325 5,285 5,295 Paris ...... 16,40 16,44 16,39 16,43 Holland .... 167,13 167,47 167,43 167,77 Italien..... 20,58 20,62 20,58 20,62 Japan ...... 0,705 0,707 0,699 0,701 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,54 60,66 60,12 60,24 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,93 10,95 10,86 10,88 Stockholm... 62,12 80,72 62,24 61,69 61,88 Schweiz .... 80,88 80,72 33,93 80,88 Spanten.... 33,95 34,01 33,99 Prag....... 10,39 10,41 10,38 10,40 Budapest ... — — Neuyork... 2,487 2,491 2,482 2,486 Bantnoten. Berlin, 8. April Geld Brief Amerikanische Noten...... 2,434 2,454 Belgische Noten.......... 41,82 41,98 Dänische Noten ......... 53,20 53,42 Englische Noten ......... 11,925 11,965 Französische Noten....... 16,33 16,39 Holländische Noten....... 167,02 167,68 Italienische Noten........ 20,66 20,74 Norwegische Noten ...... 59,91 60,15 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schwing — Rumänische Noten....... — — Schwedische Noten....... 61,48 61,72 Schweizer Noten......... 80,24 80,56 Spanische Noten......... 33,46 33,60 Ungarische Roten ........ It r&trtt ,? xn 'ÄA riÄ Äl11 2370 "BZ M Sei. Lf£“9»«ntfeie ypreis ab 13, N^^brik- Ä «4 'f 50 ho. ruhig. Rodenden- tanb.“ in9 einer hach, allein die @e. \ reichen hanig- l,e notwendigen Schlüpfkästchen ^e Stämme zu M" landemesen des hm Braun- ehen, so führte Erzeugungs- n, den Bedarf lig aus eignen mutz der fach chtMete roan- >sten leicht auf- ch die Obstblüte m dabei auf bie i Negierung zu t Tiftmitteln in I der Mahnung, eiheit des beut’ tschastlichem Geier Vortragende p sanden reichen rache zur Folge, igung verschiede- ücher Weise ge- evattion. Zamstagaach' in der hiesigen :ellung von ten gezeigt, bei sertigkeitsarbeiv ater Slusführu' arhe von unsere ladurch ihr reges der Mädchen bekannt. daß den der Handarbeit?- nmilage A das lerne* W •a6e f)ör"5' tfcat. Die M» «*** «2 bertragen- ®"! lofen unterer ®' Niederkleen ge« Landwirten m ipfen der Steine ^beforgt. ifi erfreut* ch n W* „!furf_n® ■ s^r 41,93 0.2 3,047 53,41 81,13 H'8 5.2 16,39 167,43 20-58 0.699 5,649 60,17 18.$ io-5 LZ 5,93 10.38 2,Ur 1662 42-06 0,203 3,053 53,Z. 81,29o 1119 5.29 16,5 167.77 20-62 0,701 5,661 60,24 49,05 10,68 61.8« 80. 33-$ 10,40 2,486 Seid — 6.88 .VÖ 46 i 91 Nr. 84 Drittes Blatt (Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag. 9. April 1935 Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Gießener Kreishaushalt für 1935 Nach dem Beschluß des Kreistages ist der Voranschlag des Kreises Gießen für das Rechnungsjahr 1935 mit einer Gesamtsumme von je 770 149 RM. in Einnahme und Ausgabe sestgestellt worden. Von dieser Summe entfallen auf die Betriebsrechnung je in Einnahme und Ausgabe 594 920 RM., auf die Vermögensrechnung je in Einnahme und Ausgabe 175 229 RM. In der Betriebsrechnung kommen auf die einzelnen Kapitel folgende Summen: Allgemeine Verwaltung: Einnahme 6785 RM., Ausgabe 25 491 RM., Polizeiwesen: Einnahme 58122 RM., Ausgabe 60 252 RM.; Schulwesen: keine Einnahme, Ausgabe 3600 RM.; Kunst und Wissenschaft: keine Einnahme, Ausgabe 4100 RM.; Bauwesen: Einnahme 3324 RM., Ausgabe 16 966 RM.; Allgemeine Förderung der Wirtschaft: keine Einnahme, Ausgabe 4700 RM.; Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen einschl. Erwerbslosen- und Wohnungsfürsorge: Einnahme 136135 RM., Ausgabe 322 054 RM.; Anstalten und Einrichtungen: Einnahme 1963 RM., Ausgabe 11414 RM., Finanz- und Steuerwesen: Einnahme 383 675 RM., Ausgabe 141977 RM.; Grundstücksverwaltung: Einnahme 310 RM., Ausgabe 10 RM.; Kapitalvermögen und Kapitalschulden: Einnahme 4606 RM., Ausgabe 4356 RM. In der Vermögensrechnung kommen auf den Reste- und Ausgleichsstock je in Einnahme und Ausgabe 160 315 RM., auf den Kapitalien- und Erneuerungsfonds je in Einnahme und Ausgabe 14 914 RM. Oie Lahn führt Hochwasser. Die anhaltenden Schnee- und Regenfälle der letzten Tage sowie der kräftige Landregen, der feit gestern fast ununterbrochen anhielt, hatten zur Folge, daß unsere heimischen Bach- und Flußläufe sehr viel Wasser führen. In erster Linie hat sich der Wasserstand der Lahn stark erhökst. An verschiedenen Stellen trat das Wasser bereits über die Ufer. Heber die Wehre stürzt es mit großer Gewalt. An der Lahnbrücke hat der Fluß eine stattlicke Preite erreicht. Ein großer See ist an der Mündung der Wieseck in die Lahn entstanden. Ausgedehnte Wiesenflächen sind dort überschwemmt. Einzelne Bäume und Leitungsmaste stehen tief im Wasser. Die Wieseck führt in ihrem Lauf oberhalb der Stadt nicht so viel Wasser, wie man vielleicht nach den Regenfällen annehmen könnte, in der Stadt jedoch erscheint ihr Stand sehr hoch. Diese Erscheinung ist darauf zurückzuführen, das der hohe Wasserstand der Lahn die Wieseck aufstaut. Symphonie-Konzert im Gtadttheater. Am Donnerstag, 11. April, findet im Stadttheater das 4. Symphonie-Konzert statt. Ausgeführt wird das Konzert von dem Orchester des Stadttheaters Gießen und der Gießener Reichsheerkapelle. Die Leitung des Konzerts hat Ober- musikmeister Ernst K r a u ß e. Als Solist wurde für diesen Abend einer der besten Solo-Cellisten Deutschlands verpflichtet, das Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig August Eichhorn. Das Programm sieht die Aufführung folgender Werke vor: Brahms „Tragische Ouvertüre"; Dvorak, „Opus 104, Konzert in bt-Moll für Cello"; Tschaikowsky, „Fünfte Symphonie". Das Konzert dauert von 20 bis 22 Uhr. Die Veranstaltung ist außer Abonnement. (Sieye heutige Anzeige). Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 9. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 25 bis 30, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Feldsalat 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 30 bis 35 Pf., Honig 40, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 30, Radieschen 10 bis 15 Pf. Helchsbund Volkstum und Heimat. Ottering Gießen. Im Winter 1934/35 trat der Reichsbund Volkstum und Heimat zum ersten Male in unserer Stadt an die Öffentlichkeit. Mit einer stattlichen Reihe von Veranstaltungen, die durchweg gut besucht waren, legte der junge Bund Zeugnis ab von dem ernsten Streben, den Sinn für Heimatliebe und Bodenständigkeit au wecken und die Heimatidee als Gemeinschaftsidee in weiteste Kreise unserer Bevölkerung zu tragen. Wertvolle Heimatarbeit wurde hier in Gießen schon seit Jahrzehnten von verschiedenen Vereinigungen geleistet: Oberhessischer Geschichtsverein, Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Gesellschaft Liebig-Museum, den Wandervereinen und den Heimatvereinigungen. Das Verdienst des Reichsbundes Volkstum und Heimat ist es, diese oft nebeneinander arbeitenden Verbände zu gegenseitig befruchtender Arbeit zusammengefaßt und ihre Arbeit auf eine breitere Basis gestellt zu haben. Mit ihrer Eingliederung haben diese Verbände zugleich dargetan, daß sie ihre Arbeit bewußt in den Dienst des neuen Deutschland stellen, denn „Volkstum und Heimat", „Blut und Boden" bilden die Grundpfeiler der nationalsozialistischen Weltanschauung. Bei den Veranstaltungen des verflossenen Winters fand in erster Linie das starke heimatgeschichtliche Interesse unserer Bevölkerung Berücksichtigung. Stadtbaurat G r a v e r t sprach in drei Lichtbildervorträgen über „Die Entstehung unserer Stadt", über „Die Entwicklung der hessischen Städte" und über „Alte und neue Straßen um Gießen". Universitäts-Professor Dr. Rauch zeigte unsere schönen Fachwerkbauten im Lichtbild und fand mit der Betonung bodenständiger handwerklicher Kunst viel Anklang. Der Schiffenberg wurde an Ort und Stelle von Reg.-Baurat Kuhlmann und Bibliothekar Dr. W a l b r a ch baulich und historisch erläutert. Eine wertvolle Stickerei- und Spitzen- W e r k s ch a u , die vierzehn Tage lang im Turmhaus am Brand gezeigt wurde, fand das Interesse der Frauenwelt, 2710 Personen besuchten diese Ausstellung. Zwei weitere Heimatabende unter Mitwirkung unseres Heimatdichters Georg Heß und des nassauischen Mundartdichters Rudolf Dietz fanden großen Anklang; dabei zeigte der Volks- t a n z k r e i s , was er an stillen Winterabenden an hessischen und deutschen Volkstänzen erarbeitet hatte. Auch der S i n g k r e i s legte in feinem „kleinen Bachabend" Zeugnis ab von ernster Winterarbeit. Der Naturschutzgedanke fand Berücksichtigung in einem Vortrag von Universitäts-Prof. Dr. Funk über den „deutschen Wald" und in einem Vortrag von Dr. K. R. Fischer über „Die Einbürgerung des Uhus im Vogelsberg", wobei ein Paar aus Rumänien eingeführter Uhus der Oeffentlichkeit gezeigt wurde. Das Fachamt Naturschutz wies in zahlreichen Aufsätzen in der Zeitung auf den Schutz der Frühlinasboten hin und trat an die Forst- und Polizeibehörden mit dem Ersuchen heran, m Zukunft alle Naturschänder unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Das Fachamt Tierschutz leistete in zahlreichen Fällen der stummen Kreatur Hilfe im Benehmen mit der Polizei und zeichnete sechzehn treue Tierpfleger mit Diplomen aus. Sämtliche Gießener Gesangvereine wirkten bei den Veranstaltungen des Reichsbundes Volks- tum und Heimat mit und stellten sich damit in anerkennenswerter Weise in den Dienst Der Heimat- und Volkstumsarbeit. Die vielseitige und ernste Heimatarbeit in diesem Winterhalbjahr fand ein erfreulich starkes Echo in allen Bevölkerungsschichten und hat den Heimatbund so recht volkstümlich gemacht. Er umfaßt rund 800 Mitglieder. Der Monatsbeitrag beträgt 25 Pf., dafür wird die 32 fettige Monatsschrift „Volk und Scholle" geliefert und freier bzw. ermäßigter Eintritt zu allen lokalen Veranstaltungen gewährt. Anmeldungen nimmt die Ortsringleitung, Weserstr. 4, entgegen. vornottzen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Der Nobelpreis". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Gastspiel von Wilhelm Bendow „(Eine tolle Kiste", Film-Lustspiel „Betragen ungenügend". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Artisten . — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz von 16 bis 17 Uhr. — Ortsgruppe Gießen der DBS. Bausparer: 20 Uhr im Hotel Viktoria Monatsversammlung. — — Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, zum erstenmal ine Komödie: „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergman; Spiellettung hat Wolfgang Kühne; Mitwirkende: Damen: Decker, Pflug, Stirl; Herren: Dieten, Göbel, Löser, Lüpke, Neuhaus. ♦ ** In den Ruhestand getreten. Am 1. April ist Förster Geisel zu Gießen in den Ruhestand getreten. Er hat seit über 30 Jahren die Försterei Gießen bes Stadtwaldes bewirtschaftet. Er war wegen seines ruhigen, freundlichen Wesens und seiner Zuverlässigkeit allgemein beliebt bei Vorgesetzten, Arbeitern und der Bevölkerung. *♦ Die Ortssatzungen über die Erhebung einer Filialsteuer und einer Warenhaus st euer für das Rechnungsjahr 1935 liegen gegenwärtig im Stadthaus, Bergstraße, zur Einsichtnahme offen. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei. ** Die Abführung der Lohnsteuer ab 1. Januar betrifft eine Bekanntmachung der Finanzämter Gießen, Alsfeld, Hungen und Grün- berg in unserem heutigen Anzeigenteil. Aus diese wichtige Bekanntmachung sei an dieser Stelle besonders hingewiesen. ** Vereinigung ehemaliger Angehöriger des LJR. 116. Man berichtet unst Am Samstag fand die gut besuchte Hauptversammlung der Vereinigung ehemaliger Angehörigen des LJR. 116 bei Kamerad Schrader (Seewiese) statt. Der Führer der Vereinigung, Kamerad Wilhelm Bopf, gab einen Heberblick über die Ereignisse des letzten Jahres und erwähnte besonders das jedem Soldaten erfreuende Ergebnis der Saarabstimmung und die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Er schloß mit einem Sieg-Heil auf Führer und Volk. Alsdann berichteten der Schriftführer, Kamerad S t u d t, über das Vereinsleben des vergangenen Jahres und der Rechner, Kamerad Fr. Schneider, über die Jahresabrechnung, die mit einem kleinen Heberschuß abschließt. Durch Zuruf wurde Wilhelm Bopf wieder zum Führer bestimmt und durch ihn der bisherige Vorstand be- ftätigt. Die rege Aussprache ergab, wie das bei der 116er Landwehr Heberlieferung geworden ist, volle Einmütigkeit in allen die Vereinigung betreffenden Angelegenheiten. Besonders begrüßt wurde es allerseits, daß Kamerad S t u d t, einer unserer ältesten und treuesten Kameraden in der Vereinigung, wieder vollkommen genesen ist und sein Amt weiter versehen kann. Eine ursprünglich geplante gemeinsame Fahrt an die Westfront wurde wegen der Zeitverhältnisse auf nächstes Jahr verschoben. Um 11 Hhr schloß der Vorsitzende die von kameradschaftlichem, soldatischem Geist beseelte Versammlung. Deutscher Gemeiudetag, Kreisabteilung Gießen. Zu einer Bürgermeisterversammlung der Kreisabteilung Gießen im Deutschen Gemeinde- tag am Samstag im „Hotel Hindenburg" zu Gießen waren auch die Ortsgruppenleiter der Partei erschienen. Der Obmann der Kreisabteilung, Bürgermeister Euler- Wieseck, konnte u. a. auch den Leiter des Amtes für Kommunalpolitik bei der Kreisleitung, stellvertretenden Kreisleiter Hopfenmüller, ferner Oberregierungsrat Dr. Schön- h a l s begrüßen. Der Kreisjägermeister, Oberforstmeister Nico- laus-Gießen sprach zunächst über die neue Jagd- und Pachtordnung und die dadurch bedingten sofortigen Maßnahmen, sowie über die Zuständigkeit des Kreisjägermeisters, der im weitaus größten Teil erst die Genehmigung zu erteilen hat. Obmann Bürgermeister Euler- Wieseck verlas dann einige Rundschreiben über die kommunalpolitische Schulung der Bürgermeister durch die Gauschule in Bad Soden i. T. Der Leiter des Amtes für Kommunalpolitik bei der Kreisleitung, stellvertretender Kreisleiter Hopfenmüller, unterstrich die Bedeutung dieser Schulungsarbeit und forderte zu reger Inanspruchnahme auf. Reg.-Rat Weber vom Kreisamt verlas einige ministerielle Ausschreiben, u. a. über die Förderung der Schafzucht zur Ausnützung der gegebenen Futtergrundlage und mit dem Ziele der Selbsterzeugung des deutschen Wollbedarfes. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein umfassender, fast zweistündiger Vortrag des Leiters der Landesdienststelle Hessen/Hessen-Nassau und Geschäftsführers des Amtes für Kommunalpolitik im Gau Hessen-Nassau, Dr. G ö b (Frankfurt) über die Deutsche Gemeindeordnung. Der Redner führte etwa folgendes aus: Durch die Deutsche Gemeindeordnung ist die Arbeit in den Gemeinden auf eine völlig neue Grundlage gestellt worden. Die Bedeutung dieses Gesetzeswerkes kann man daran erkennen, wenn man bedenkt, daß die nationalsozialistische Regierung hierdurch das Problem der Verwaltungsreform mit dem Ziele der Verwaltungsvereinfachung und Verbilligung, das feit Jahrzehnten keine Lösung finden konnte, nunmehr mit einem Schlage gelöst hat. Das Gesetz zeichnet sich aus durch übersichtlichen Aufbau und klare, deutliche Sprache, die auch dem einfachsten Staatsbürger die 7Nög- tichkeit gibt, den Inhalt des Gesetzes zu verstehen. Ganz bewußt hat die Regierung nicht alle einzelnen kommunalpolilifchen Fragen geregelt, sondern ein Rahmengesetz geschaffen, um den einzelnen Landesteilen die Möglichkeit zu NIVEA CREME Die Zfflandstöchier und ihre Freier. Vornan von J. Gchneider Ioerstl. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 26 Fortsetzung Nachdruck verboten! So kam es, daß Klaudine, die durch das Um» Parkieren einen Zeitverlust von zwanzig Minuten hereinbrachte, in einem Paris eintraf, das ihr •einen leichten Schauder verursachte. Die Nebel- Lecke hatte sich noch tiefer gesenkt und tauchte die -ganze Bahnhofshalle in ein novernberhaftes Dun- Fel, aus dem nur die elektrischen Lampen als um» fflorte Sonnen aufleuchteten. Durch die Verspätung des Expreß waren die «Geleise verstopft und die Ankunft der Züge hatte lsich verschoben. Die Bahnsteige waren voll Men- ßchen, die sich drängten, stießen, die fragten und mutmaßten. Klaudme schob sich mit Gewalt vorwärts, immer den Bügeln ihres Lederkoffers krampfhaft fefthaltend, damit er ihr nicht aus der Hand gerissen wurde. Und niemand, der sie er» wartete. Das Schlimmste aber war, sie hatte keine Adresse, nicht den geringsten Aufenthaltspunkt, wohin sie sich wenden sollte. Als sie sich glücklich aus dem Strom der hin- und herflutenden Relfenden gerettet hatte, blieb sie für ein paar Minuten stehen und überlegte. Niels hatte einmal in einem seiner Briefe an Bob die Rue Pvonne angegeben. Vielleicht hatte sie Glück. Als sie in einer Taxe saß, fühlte sie eine gewisse Erleichterung. In die Rue Nvonne einbiegend, fragte der Chauffeur nach der Nummer. Klaudine schüttelte nur den Kopf. Sie wußte sie Glicht. „Fahren Sie mich nach der Hauptpost", entschloß sie sich. Hier herrschte trotz der frühen Vormittagsstunde ichon lebhafter Betrieb. Der Beamte, an dessen Schalter sie trat, war äußerst entgegenkommend. Klaudine erklärte ihm, daß sie ein Telegramm abgeschickt habe. „Niels Pöttmes, Paris — poste centrale. Ankomme Paris Sonntag acht Uhr iünfzehn, Klaudine." Wo die Depesche aufgegeben worden sei und wann, wollte der Beamte wissen. „In München. Samstag nachmittag fünfzehn Ihr." Der Beamte verständigte sich mit seinem Kollern am Depeschenschalter. Die Angaben stimmten. Das Telegramm wäre er Deutschen Stenographenschaft, Herr K. H. Kuhl, war ebenfalls anwesend. Der Ortsgruppenführer, Herr Graf, hieß in seiner Begrüßungsansprache alle herzlich willkommen. Er betonte, daß das Gemeinschaftsgefühl in der Ortsgruppe der Deutschen Stenvaraphenfckaft vorherrsche, da neben ernstem und fleißigem Scyaf- fen auch die Geselligkeit gepflegt werde. Die heutige Veranstaltung fei als Abschlußfeier der in voriger Woche beendeten Kurse, gleichzeitig aber auch als Auftakt der nach Ostern beginnenden neuen Unterrichtsstunden gedacht. Er richtete sodann einen Appell an alle Anwesenden, für die Ortsgruppe zu werben und betonte, daß es heute mehr denn je erforderlich fei, die Kurzschrift und das Maschinenschreiben gründlich zu beherrschen, denn es bestehe heute schon ein Mangel an guten und leistungsfähigen Stenotypistinnen und Stenotypisten. Die Ortsgruppe habe in dem jüngsten Leistungsschreiben sorgfältige Ausbildung bewiesen. Insgesamt konnten für 110 Arbeiten Urkunden ausgestellt werden. Die Höchstleistung betrug 280 Silben. Eine ganze Anzahl hervorragender Arbeiten konnten mit Ehrenpreisen bedacht werden. Der Ortsgruppenführer forderte alle Mitglieder auf, fleißig zu üben, damit die Ortsgruppe auf der Kreistagung in Wetzlar (1. bis 2. Juni 1935) und anläßlich des Deutschen Stenographentages in Frankfurt a. M. (2. bis 5. August 1935) wieder an der Spitze marschiere. Auch machte er auf die Handelskammer- Oie Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gietzen. Am Mittwoch, 10. April, abends 8 Uhr, findet im (£af£ Leib eine Kundgebung anläßlich der Verlrauensratswahlen stall, bei der der Gau- fchulungswalter pg. Demmer, Frankfurt a. M. sprechen wird. Mir bitten, daß die Betriebs- gemeinschaften einschließlich der Mirtschafts- führer, in denen Verlrauensräte gebildet werden, sich an dieser Kundgebung beteiligen. Kreiswaltung der DAF. Prüfung, die am Sonntag, 14. April, in Gießen ftattfinoet, aufmerksam. Die Veranstaltung selbst nahm einen guten Verlauf. Die Kapelle Sau« bertshäuser sorgte für gute Tanz- und Unterhaltungsmusik. Weitere namhafte Kräfte füllten die Zwischenpausen durch Gesangseinlagen, heitere Vorträge usw. aus. Leistungsschreiben — Schnellschreiben. Ergebnis des Leistungsschreibens. 280 Silben. Hervorragend und Ehrenpreis! 1. Willi Briickman. 200 Silben. Sehr gut und Ehrenpreis: 1. Dora Kern. 160 Silben. Hervorragend und Ehrenpreisk 1. Emma Reitz, 2. Anna Damm, 3. Johanna Graf (Frau), 4. Anni Schmittdiel. Sehr gut: 5. Irmgard Schalch. 140 Silben. Hervorragend und Ehrenpreis: 1. Karl Meister, 2. Hildegart Keller (Frau). Sehr gut: 3. Hermann Blum, 4. Anneliese Fuhrig, 5. Otto Keßler. Gut: 6, Heinrich Wahl, 7. Theodor Schwarz. 120 Silben. Hervorragend und Ehrenpreis:' 1. Erika Wigandt, 2. Ruth Wintterlin, 3. Walter Zulauf. Sehr gut: 4. Walter Müller, 5. Hildegard Eisenacher, 6. Gretel Ockel, 7. Grete Schmidt, 8. Helm. Müller, 9. Karl Hofmann, 10. Albert Klinkel, 11. Wilhelm Schmidt. Gut: 12. Karl Heinz Kuhl, 13. Adam Krug. 100 Silben. Hervorragend und Ehrenpreis: 1. Elly Fink, 2. Anni Schnez. Sehr gut: 3. Willi Arnold, 4. Elli Philipp, 5. Max Throm. Gut: 6. Wilhelm Hammann. 80 Silben. Hervorragend und Ehrenpreis: 1. Willy Kunert, 2. Anni Derzbach, 3. Herta Schmitz. Hervorragend: 4. Peter Rottländer, 5. Josef Fuchs, 6. Wilhelm Schaefer. 7. Heinrich Wilhelm Fischer, 8. Hans Haas, 9. Walter Häll- mayer, 10. Artur Heinz, 11. Hildegard Siebert, 12. Ludolf Henn, 13. Ernst Philipp Krause, 14. Ewald Reusch. Sehr gut: 15. Gertrud Petri, 16. Karl Nachtigall, 17. Alois Mobs, 18. Elle Georg, 19. Kurt Rupp. Gut: 20. Wilhelm Erich, 21. Irmgard Wacker. 60 Silben. Gut: 1. Ernst Riemenschneider. Schön- und Richligschrelben. Hervorragend und Ehrenpreis: 1. Karl Heinz Kuhl, 2. Walter Hällmayer, 3. Franz Koch. Hervorragend: 4. Herta Schmitz. Sehr gut: 5. Elli Fink, 6. Otto Wilhelm, 7. Willi Brück- mann. 8. Willi Arnold, 9. Emma Reitz, 10. Greis Schmidt, 11. Ernst Riemenfchneider, 12. Anni Dermbach, 13. Heinrich Wahl, 14. Walter Zulauf, 15. Walter Müller, 16. Irmgard Wacker, 17. Hildegard Siebert, 18. Willi Kunert, 19. Hildegard Eisenacher, 20. Karl Hofmann, 21. Emmy Zimmermann, 22. Erika Wigandt, 23. Otto Keßler, 24. Karl Meister, 25. Beter Rottländer. Gut: 26. Hans Haas, 27. Arthur Heinz, 28. Gertrud Vetri, 29. Ewald Reusch, 30. Fritz Reh, 31. Ludolf Henn, 32. Else Georg. 33. Georg Sckaaf. 34. Elisabeth Lotzenius, 35. Mar Throm, 36. Albert Klinkel, 37. Karl Nachtigall. 38. Theodor Schwarz, 39. Josef Auchs. 40. Karl Fuchs. 41. Wilhelm Hammann, 42. Anni Schnez, 43. Lina Juna 44. Hermann Blum, 45. Alfred Huber, 46. Elli Bhiliyp. 47. Dora Korn. 48 Helmut Müller, 49 Ruth Mintttrlin, 50 Johanna Graf (Frau), 51. Gretel Ockel, 52. Alois Mobs. 53. Kurt Runp, 54. Heinrich Wilhelm Fischer, 55. Marie Bick. Elternabend des BdM. und der HI. in Heuchelbeim. Am Sonntag veranstalteten der VdM., die Jungmädel und die Hitlerjugend von Heuchelheim in der Heuchelheimer Turnhalle einen Elternabend. Nach dem Einmarsch der Mädel und Jungen begrüßte die Gruppenführerin Gerta R e i d t 'hie Besucher und sprach von den Aufgaben des BdM. auf körperlichem und weltanschaulichem Gebiet und von dem Zweck des Elternabends, des ersten in Heuchelheim. Dann begannen die Darbietungen: Sprechchöre, Lieder und Gedichte des BdM., deren Grundgedanken Verbundenheit mit Deutschland und Liebe zum Vaterland waren. Nach einer kurzen Pause bot die HI. Vorführungen ähnlichen Inhalts, die besonders dem Lebenskreis der Bauern, Arbeiter und Landsknechte entnommen waren. Am Schluß des vaterländischen Teils richtete der Scharführer der HI., A. Hartmann, noch einige Worte an die Zuhörer. Er sprach von dem Verhältnis zwischen Hitlerjugend und Elternschaft und streifte kurz die Ausgaben der HI.: Pflege des wahren Sozialismus, Erzielung starken Vaterlandsgefühls, Ueberwindung der Reaktion, Weitertragen und Vollendung des Nationalsozialismus. Die darauffolgende Pause wurde durch Musik- Kare Suppe mii Gemüse. Für 4 Personen. _ e" „ 71 Bündchen Suppengrün (Mohrrübe, Porree sLauchs, SeNerie), l’/« Liter Wasser, 4 Maggis FleischbrühwükfeL ©up|>ettgTön ijuhen, in Streifchen schneiden, waschen und im ungesalzenen Wasser in i 5 Minuten weichkochen. Inzwischen Maggi'g Fteischbrühwürfet in etzvasGemusebruhe austösen, diese starke Fleischbrühe zum Gemüse schütten und 3 Minuten durchkochen. Rach Belieben feingehackte Petersilie boruberstreven. iftll. 1Twj>jMC. ■ftiv OiuM'! MAGGI Fleischbrühe 3 würfel104 1 S,*?1 PrüMge »end der etwa Kapelle Kren Au! uur Besichtige Les Fachlehre -Perücken und -Jer -aarsabnl iceffelü hatte. Mission, die au mann \W< Grünberg) ui : Arbeiten abae tzchaufrisi kurzer Pause LossprechlwS 4 » Ä Mag ifef! sfe fes ÄffS Unter der^ Unter feierliche der Schüler u . Innungsvorsto । gefeiten und d ite Fnnungslc gebracht Im •erinnerte Dbei niger Unterbrc ■fünfte nunm iben Werdegan -Hitler habe * sin. Dafür sei meister empsa Meistern des . den Freispruch Gesellenbrief ii 3ubenfrd 5. Lang.g ®°n jeher eine «is vor einige Meisen, aus de 'Pickenbach * eingebrannt ' wurden hier \ :len errichtete • •'•ebner mit s cer Reichstag- -Alsseld und 'waren, oerbo: 'bei 50,- RM der Lnmd ®er Spieß rou "waren in Lan 'warst etwa 4 SM wurde । »r. B o er ab NM 1850... Opel U Ctr. ab NM 2850.-. Opel 6 3ylinbcr ab RITI 3600.- ab Merk flbam Opel 0.6. RGffcIshelm a. M. Vorführungen zweier Mädel des Gießener BdM.< Feierstunden der Friseurinnung rinnerte Obermeister Götz daran, daß nach 150jäf)» tiger Unterbrechung ein alter Brauch der damaligen Obecheffen Spätestens in Tageny^ irzbach, 3. heck Peter RoManbtr, laefer. 7. Heinrich . 9. Walter HA Hildegard Sieberi Philipp Kroch, 15. Gertrud Petri Mobs, 18. R 0. HBltyelm Erich, l5: r Sora Sen lichem Stil gehalten. Die Mädel tanzten Volkstänze, fangen Lieder und führten Singspiele auf, die Jungmadel boten ebenfalls Volkstänze und zeigten em Märchenspiel. Nach dem Schlußlied sprach Ortsgruppenleiter Hitler habe Ordnung auch im Handwerk geschaf- fn. Dafür sei das Handwerk dankbar. Der Obermeister empfahl den jungen Gehilfen den besten Öeiftem des Handwerks nachzueifern, nahm bann bn Freispruch der Lehrlinge vor, überreichte ihnen kesellenbrief und Ausweise und sprach Urnen Glück- Mit dem Lied der Hitlerjugend wurde der Abend beschlossen. hrenpreisi >br gut:3.» >x Throm. 0uf: brenprels; «erfin, 3. Walter Muller, 5. Hilde- <• Trete Schmidt iann, 10. Albi- Tut: 12. Kai! brauchen Sie Ihren neuen lüagen. Denn Oftern auch für Sie die Ofterfahrt gesichert-ein schöner :er Brauch der damaligen unfte nunmehr neu auflebt und dem Lehrling en Werdegang wie in alter Zeit vorschreibt. Adolf hrenprets- Seh! Innehefe $ubri« ''""Preist ?-5s 9 Icl|i^elben. Reiben». un» »tt S5 m. n. grriben. 5brenpteis: )ällmayer,3.^aij rta Schmiß, kck ?Im, 7. Willi la Reih. 10. fc er. 12. Slnni Walter 3* Wacker. 17. htldr- rt 19. Hildegm. l.'lkmny Mmen !to Wn. 24. Ka^ Gut: 26. W Gertrud W- , 31 Ludolf hew auf. 34. 6 Albert W Stfroari. 39.^1 ^ilbelm jno 44. hermB i Philipp- 47. N