Nr. 58 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, Y.MSrzi935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilage«: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen NM.1L5 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. w -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Krankstirt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnnk und Verlag: SrShl'sche UnIoerfilStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Sch ulst rohe l Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabfchlüste Staffel B Das deutsche Recht auf Sicherheit. Krankreich auf -emWege zur zweijährigen Dienstzeit (Eigenbericht von unserem ständigen pariser v. G.-Äerichterstatter. Wenn auch durch den vorläufigen Aufschub der Berliner Reise Sir John Simons der Fortgang der europäischen Befriedungsaktion eine Verzögerung erleidet, so kann anderseits der Aufschub der deutsch-englischen Besprechungen wenigstens die Wogen der Erregung wieder glätten, die die Veröffentlichung des englischen Weißbuches mit seinen Anklagen gegen Deutschland, just am Vorabend des geplanten Besuches, im Reiche auslösen mußte. In jedem Falle wäre die Atmosphäre der für diese Woche geplanten Berliner Besprechungen durch das Weißbuch, das mit dem Geist der Londoner Vereinbarung vom 3. Februar nicht in Einklang zu bringen ist und mit seinen Anwürfen einem Rückfall in die Kriegs- und Panikpsychose gleichkommt, die man glücklich überwunden glaubte, kompliziert worden. Handelt es sich bei dem „bedauerlichen Dokument", als das Lord Robert Cecil das Weißbuch bezeichnete, und das Lord Snowden für ein „Machwerk des Quai d'Orsay" erklärte, um einen bösen Taktfehler der englischen Regierung, oder sind ihm tiefere Beweg- und Hintergründe beizumessen? Trifft die erste Annahme nicht zu, dann muß der Glaube an den Willen der anderen Seite, Deutschland gegenüber die volle Gleichberechtigung gelten zu lassen, der schwersten Belastungsprobe ausgesetzt werden. Das englische Weißbuch will der Welt zur Begründung der geplanten umfangreichen Rüstungen Englands weismachen, „daß nicht nur die Kräfte, sondern auch der Geist, in dem die Bevölkerung und insbesondere die Jugend Deutschland, organisiert werden, das allgemeine Gefühl der Unsicherheit, das bereits unzweifelhaft erzeugt worden ist, begründen und fördern". Der deutsche Anspruch auf ein bestimmtes Maß von Verteidigungswaffen, diese Forderung der Billigkeit, nachdem die anderen Mächte nicht nur nicht abgerüstet, sondern ihre Rüstungen ins Ungemessene gesteigert haben, soll die englische Hochrüstungspolitik rechtfertigen! Während Deutschland besonders apostrophiert wird, wird auf die Rüstungen „in der ganzen Welt" nur summarisch verwiesen. Das sowjstrussische Säbelgerassel, Mussolinis Kriegsfanfaren, Frankreichs Bestrebungen zur Wiedereinführung der zweijährigen Dienstzeit, alles das berührt Endland anscheinend erst in zweiter Linie. Wenn das zu einer Mittlerrolle berufene England in tendenziöser Umkehrung des Sachverhalts sich die französische Beweisführung zu eigen macht, so erscheinen Zweifel nicht unberechtigt, ob bei den anderen Mächten überhaupt der Wille zur praktischen Verwirklichung der deutschen Gleichberechtigung besteht. Bedürfte es noch eines Beweises für die B e - rechti^ung der deutschen Forderung nach Sicherheit, so liefert ihn die Feststellung des englischen Weißbuches, „daß noch ein weiter Weg zu gehen sei, bevor man völlige Sicherheit finden könne, ohne im Hintergründe die Mittel zur Selbstverteidigung gegen einen Angriff zu besitzen". Der Satz, die Annahme der britischen Regierung sei verfrüht, „daß die bestehende internationale Maschinerie für die Aufrechterhaltung des Friedens hinreichend und daß ein Sichverlasfen auf ältere Derteidigungsmethoden nicht mehr wesentlich sei", bedeutet ein glattes Eingeständnis, daß das System von Versailles, daß das ganze System der Sicherheitspakte und internationalen Verträge einschließlich des Völkerbundes versagt hat. Der Zusammenbruch des so hoch gepriesenen Kollektivsystems der Friedenssicherung wird offen zugegeben. Die im Gange befindlichen Verhandlungen haben aber keinen anderen Zweck, als neue, weitere Pakte zustande zu bringen. Die Beweisführung des englischen Weißbuches von der Unwirksamkeit der bestehenden Einrichtungen zur Friedenserhaltung führt auch das neue Pakt- s y st e m, mit dem Frankreich Europa zu überziehen plant, ad absurdum. Die erstrebten neuen Pakte werden die endgültige Sicherung ebensowenig bringen, wie die bisherigen. Wenn der Völkerbund drohende Konflikte, wie den japanisch-chinesischen und den südamerikanischen, nicht zu verhindern vermochte, so wird das auch dem von Frankreich ausgeklügelten, noch viel verwickelteren Paktsystem nicht gelingen. Als wirksame Mittel zur Sicherung des Friedens haben sich bisher nur die zweiseitigen Nichtangriffsverträge erwiesen, Verträge, die eine innere oder äußere Bereinigung zwischen Einzelstaaten bedeuteten. Wiederholt hat der deutsche Führer und Reichskanzler die deutsche Bereitschaft betont, mit allen Nachbarstaaten zweiseitige Nichtangriffsverträge nach dem Muster des deutsch-polnischen abzuschließen. Frankreich hat einen solchen Vertrag jedoch abgelehnt und versteift sich auf das System mehrseitiger Pakte. England ist ihm bisher auf diesem Wege gefolgt, wenn es auch hinsichtlich des Ostpaktes nach einem vermittelnden Ausweg sucht dergestalt, daß der Ostpakt den Charakter eines Nichtangriffspaktes erhalte, während die gegenseitige Unterstützung in einer besonderen Klausel dem Pertrage angegliedert werden solle; über deren Annahme und Ablehnung jeder Staat nach eigenem Ermessen entscheiden könnte. ,. , . . . s Die englische Aufrüstungspolitlk roirö ohne Zweifel starke Rückwirkungen haben, in erster Linie in F r a n k r e i ch , wo der Feldzug für die Einführung der zweijährigen Dienstzeit m verstärktem Maße eingesetzt hat. „Das Wettrüsten hat begonnen", so stellte der „Daily Herald , das Blatt der englischen Arbeiterpartei, fest. Wenn von amtlicher englischer Seite die „Ueberholung der brr- Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, 7. März. Marschall Pstain hat durch einen Aufsatz in der „Revue des deux Mondes“ das Zeichen zu einer verstärkten Vorbereitung der öffentlichen Meinung auf die Erhöhung der Dien st zeit gegeben und, wie nicht anders zu erwarten war, die schon seit längerer Zeit betriebene Pressepropaganda für die Einführung der zweijährigen Dienstzeit belebt. Die Befürworter dieser Maßnahme glauben, soweit sie außerhalb des parlamentarischen Betriebes stehen, der ursprünglich sehr starke Widerstand gegen das Verlassen der einjährigen Dienstzeit sei soweit geschwächt, daß der Verabschiedung einer entsprechenden Vorlage kaum ernste Hindernisse mehr entgegenstünden, wobei das Beispiel anderer Mächte von den Drahtziehern der französischen Militärpolitik mit Erfolg ausgenutzt worden ist. Das englische Weißbuch, das sicher nicht ohne Wissen der interessierten französischen Kreise zustande gekommen ist, wurde sofort von der französischen Presse als Rechtfertigung einer Verlängerung ter Dienstzeit in Frankreich ausgelegt. Es handelt sich hierbei um einen größeren Fragenkomplex, als man auf Grund der üblichen Anspielung auf die Gefahr der rekrutenarmen Jahre annehmen könnte. 3n Wirklichkeit geht es nicht mehr nur darum, den Ausfall an wehrpflichtigen jungen Leuten durch neue gesetzgeberische Maßnahmen auszu» gleichen. Frankreich ist darüber hinaus bestrebt, im Hinblick auf die über kurz oder lang zu erwartenden internationalen Verhandlungen über Rüstungsbeschränkungen einen möglichst günstigen Ausgangspunkt sicherzustellen, der der Regierung erforderlichen Falles Abstriche gestatten würde. Hinzu kommt, daß das kunstvoll erdachte Sicherheitspaktsystem, durch das Frankreich alle europäischen Gefahren nach seinem Gesichtspunkt zu bannen gedachte, in Wirklichkeit nicht so leicht durchzuführen ist, wie die Theorie die französischen Urheber hoffen ließ. Ohne daß damit eine Auflockerung der französischen Paktpolitik, etwa unter dem Einfluß eng- licher Zurückhaltung gegenüber dem Ostpakt, vorausgesagt werden soll, kann festgestellt werden, daß die Priorität internationaler paktmähiger Bindungen, die von einer Reihe französischer Regierungen vertreten wurde, insofern erschüttert worden ist, als die Verfechter der Auffassung, daß Frankreich vor allem stark sein müsse, ihren Standpunkt allmählich in den Vordergrund gerückt haben. So wie die Dinge heute liegen, ist mit ein er Erhöhung der Dien st zeit zu rechnen; offen bleibt nur die Frage des Zeitpunktes und — wenn man will — auch des Ausmaßes. Obgleich gerade in diesen Tagen die angebliche Dringlichkeit einer Heraufsetzung der Dienstzeit in Schrift und Wort betont worden ist, sollte man annehmen, daß der Ministerpräsident F l a n d i n die gesetzgeberische Verankerung dieser innerpolitisch immerhin noch umstrittenen Angelegenheit bis nach den Kommunalwahlen im Mai zu vertagen versuchen wird. Diese Wahlen haben zwar nicht die Bedeutung der Kammerwahlen, können aber dennoch als Anzeichen für die im nächsten Jahre fällige Befragung der Volksmeinung über die Zusammensetzung des Parlaments gewertet werden. Die Regierung hat Interesse daran, ein Wiederaufleben des Linkskartells durch eine Rückentwicklung der Radi- kalfozialisten nach links zu vermeiden, und sie muß darauf bedacht sein, den radikalsozialistischen Flügel ihrer Mehrheit vor einer zu starken Belastungsprobe gegenüber seinen Wählern im Lande zu bewahren. Wenn die Kommunalwahlen vorüber sind, wäre eine Wahl zwischen der angeblichen militärischen Gefahr, die eine Heraufsetzuna der Dienstzeit in den Augen der verantwortlichen Leiter der französischen Geschicke erheischt, und der parlamentarischen Gefahr, die ein derartiger Schritt zur Folge haben könne, immerhin leichter. Außerdem würde der Ausfall der Wahlen einen Fingerzeig auf das anzuftrebende Ausmaß der Dienftzeitverlängerung geben, denn zwischen der gegenwärtig gesetzlichen einjährigen Dienstzeit und den von petain und feinen Gesinnungsgenossen geforderten zwei Jahren besteht die Möglichkeit einer Abstufung. Bei der Einführung der einjährigen Dienstzeit im Jahre 1928 war ursprünglich ein Ausgleich für die rekrutenarmen Jahre durch bestimmte Sparmaßnahmen hinsichtlich der wehrpflichtigen Klassen und durch erhöhte Einstellung von Längerdienenden und Berufssoldaten vorgesehen. Ein Gesetz aus dem Juli 1932, das, wenn auch nachträglich, vom Obersten Kriegsrat gebilligt wurde, ermächtigte den französischen Kriegsminister, das wehrpflichtige Alter von 21 Jahren bis zu drei Monaten heraufzusetzen. Im Dezember 1933 wurde die Grenze einerseits auf vier Monate erhöht, und dem Kriegsminister anderseits das Recht eingeräumt, nötigenfalls das wehrpflichtige Alter herunterzusetzen. Der damalige Kriegsminister D a l a d i e r befand sich mit dieser Vorlage im Widerspruch zum Obersten Kriegsrat, erreichte in der Kammer aber eine Mehrheit von 449 gegen 147 Stimmen. Die Grundlage der damaligen Berechnung war etwa folgende: durch den Geburtenausfall wahrend des Krieges rechnete man London. 9. März. (DJ1B. Funkfpruch.) Die englischen Blätter sind der Ansicht, daß weder von deutscher, noch von englischer Seite ein neuer Schritt in der Frage der deutsch - englischen Verhandlungen vor der großen Rüsiungs- aussprache im Unterhaus am Montag zu erwarten sei. Der Wunsch nach einem baldigen Sfattfinten des Berliner Besuches wird jedoch zwischen den Zeilen zum Ausdruck gebracht. Inzwischen werden Einzelheiten über den geplanten Besuch des englischen Lordsiegelbewahrers Eden in Moskau und Warschau mitgeteilt. Die presse rechnet damit, daß Eden wahrscheinlich gegen Ende dieses Monats nach Moskau reifen und auf der Rückfahrt auch die polnische Hauptstadt besuchen werde. „Man hofft", so meldet die „Times", „daß der Reise Edens ein Besuch Sir John Simone in Berlin vorangehen wird." Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" meldet, die englische Regierung sei nach wie vor sehr darum bemüht, mit den Besprechungen, die sich aus den römischen und Londoner Verhandlungen ergeben, vorwärts zu kommen. Die Minister seien der Ansicht, daß der Aufschub des Berliner Besuches das übrige Besuchsprogramm nicht aufhalten dürfe. Jeder einzelne Besuch werde als individuell und als in keiner Weise abhängig von den vorher in einer anderen Hauptstadt erzielten Ergebnissen betrachtet. Gleichzeitig sei es klar, daß ein baldiger Meinungsaustausch in Berlin wertvoll sein würde. England sei durchweg gegen ein Bündnissystem gewesen, das den Anschein einer Einkreisung Deutschlands erweckte. Ls sei nicht die Absicht, so fährt der Berichterstatter fort. mit einem Rückgang der jährlichen Rekrutenkontingente ab April 1936. (Die Rekruteneinstellung erfolgt in Frankreich bisher noch in zwei Abschmt- ten: im April und im Oktober). Während man für die normalen Jahre einen hohen Durchschnitt von 250 000 Mann annahm, befürchtete man für die kritischen Jahre ein Sinken auf rund 116 000. Es bestand die Absicht, durch die Abänderung der bisherigen Rekrutierungsbestimmungen einen als ausreichend erachteten Durchschnitt von 200 000 Rekruten sicherzustellen. In den letzten Jahren vor dem rekrutenarmen Zeitabschnitt (1936 bis 1940) sollte durch Heraufsetzung des wehrpflichtigen Alters auf 21 Jahre, eine, zwei, drei und schließlich vier Monate eine Rekrutenreserve für die kritischen Jahre geschaffen werden, wobei jeder Monat etwa 20 000 Mann ergeben sollte. 80 000 Rekruten waren somit zur Ausfüllung der befürchteten Lücke bestimmt. Ferner sollte durch die Herabsetzung des wehrpflichtigen Alters bis auf 20 Jahre in den rekrutenarmen Jahren eine Vorwegnahme von Wehrpflichtigen ter späteren, wieder normalen Klassen erfolgen. Wie seinerzeit aber die Einführung der einjährigen Dienstzeit an die Bedingung geknüpft wurde, daß zur Verstärkung des Heeres ein bestimmtes Kontingent von Berufssoldaten eingestellt würde, so hatte die Beibehaltung der einjährigen Dienstzeit in den gefährdeten Jahren einen Ausbau dieser Maßnahme zur Voraussetzung. Marschall P6tain erklärte noch im Juli 1934 als Kriegsminister, daß er entschlossen sei, den Rahmen des Gesetzes über die einjährige Dienstzeit nicht zu verlassen, es sei denn, daß außerordentliche Ereignisse daß der Besuch Edens in Moskau in der Hauptsache eine Vorbereitung für einen nachfolgenden Besuch des Außenministers Sir John Simon sein werde. Eden werde die volle Ermächtigung haben, jedes Problem, das mit dem Hauptthema in Zusammenhang steht, zu erörtern. Seine Berichte und Bemerkungen würden von der englischen Regierung im Hinblick darauf erwogen werden, weitere konstruktive Vorschläge vorzubringen. Eden werde sich in Moskau hauptsächlich mit Litwinow unterhalten, da Stalin selbst selten aktiv in die außenpolitischen Geschäfte eingreife. Der außenpolitische Mitarbeiter der „News Lhro- uicle" meldet, es sei nach wie vor beabsichtigt, daß Eden den Außenminister nach Berlin begleiten soll, falls der Zeitpunkt der Berliner Reise nicht mit den Moskauer und Warschauer Besuchen Edens zusammenfalle. Französisch-englische Lustfahrtgespräche in Paris. Paris, 8. März. (DNB.) Der englische Luft- fahrtminister Lord Londonderry ist am Freitagnachmittag auf dem Luftwege aus London in Paris eingetroffen. 1 Der Vizemarschall des englischen Luftfahrtwesens, Sir John Salmen, weilt gegenwärtig ebenfalls in Paris, um angeblich mit den zuständigen französischen Stellen über Fragen der Z i» villuftfahrt zu verhandeln. Wie gerüchtweise verlautet, sollen diese Besprechungen aber ausgedehnt worden sein und in gewissem Sinne eine Fortsetzung der Fühlungnahme gebildet haben, die zuerst General W e y g a n d und später F l a n d i n gelegentlich ihres Londoner Besuches mit den englischen Luftfahrtkreisen genommen haben. Edens Ausgabe in Moskau und Warschau „3eber einzelne Besuch individuell." tischen Streitkräfte" mit der „augenblicklichen Unfähigkeit Großbritanniens, in angemessener Weise internationalen Verpflichtungen, wie denen des Locarnovertrages nachzukommen , begründet wird, so kann das zusammen mit dem englischen Eingeständnis von der Unwirksamkeit der bisherigen internationalen Friedenssicherungen das Gefühl der deutschen Sicherheit kaum erhöhen. In gleicher Weise, wie es die englische Regierung für sich in Anspruch nimmt, ihre eigene Rostung auf einen Stand zu bringen, der sie gegen mögliche Gefahren sichert, hat auch D e u t s ch l a n d nicht nur das Recht, sondern auch d.e unabweisbare Pflicht, diejenigen Maßnahmen zu treffen, die es für seine Sicherheit für notwendig erachtet. „mangel an tlarer Uhrmg." a 0 n b o n , 8. März (DNB.) In einer in Woodford (Grafschaft Essex) über das Aufrüstungs-Weiß, buch der englischen Regierung gehaltenen Rede frug ßorö Allen of Hurtwood, ob die Regierung nicht auch ein Weißbuch veröffentlichen könne, in dem sie Vorschläge für eine wirksamere internationale Zusammenarbeit entwickelt. Die Regierung habe dem Land einen Einblick in die aanzen Probleme der Landesverteidigung und der Landessicherheit gegeben. Die F r i e d e n s b e w e - g u n g sollte mit einer begründeten Darlegung ihres Standpunktes erwidern. Lord Allen erklärte weiterhin, daß nach seiner Meinung Sicherheit nicht durch nationale Rüstungen gewährleistet werden könnte, und warf der Regierung Mangel an klarer Führung vor, weil sie keine Vorschläge mache, um die internationale Sicherheitsorganisation wirksam zu gestalten. Der Redner schloß: „Während meines Besuches in Deutschland habe ich erkannt: wie hoch das Ansehen Englands ist. Wir haben keine Feinde in Europa und werden von jeder Nation geachtet. Unter diesen Umständen können wir sicherlich tatkräftigere Bemühungen machen, um die internationalen Einrichtungen im Interesse der von allen gewünschten Sicherheit zu beleben." „Deutschland fürchtet sich nicht." Berliner Eindrücke einer französischen Journalistin. Paris, 9. März. (DNB.-Funkspruch.) Die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre" ist in Berlin eingetroffen und sendet ihrem Blatt ihren ersten Bericht. Sie kann nicht umhin, festzustellen, daß die Wirtschaftslage in Deutschland keineswegs so unentwirrbar aussehe, wie man das in Frankreich häufig darftelle. Die Methoden Dr. Schachts hätten Wunder gewirkt. Hinsichtlich der Führung der deutschen Außenpolitik hat die Berichterstatterin den Eindruck gewonnen, daß sich Deutschland vor einer Einkreisung nicht fürchte. Deutschland fürchtet sich üb er Haupt vor nichts mehr. Nicht einmal vor Sowjetrußland. Deutschland fühle sich stark. Es wolle nach feinem Belieben leben, gleichviel ob allein ober innerhalb der Völkergemeinschaft, aber es wolle für die Zukunft keine Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des bestehenden Zustandes eingehen. Amerikas Aufrüstung. Washington, 8. März. (DNB.) Der Senat nahm am Freitag den gesamten Heeres- haushalt im Betrage von 400 Millionen Dollar an. Der Haushalt sieht eine Erhöhung des omeri» konischen Heeres um 46 250 auf 165 000 Mann vor. Ferner wurden 19 Millionen Dollar für 547 weitere Flugzeuge und 6 Millionen Dollar für die Mechanisierung des Heeres bewilligt. Die Vorlage geht jetzt an das Repräsentantenhaus zurück, da noch einige kleinere Meinungsverschiedenheiten ausgeglichen werden müssen. 41 weibliche Fliegerkommandeure in Sowielrußland. Moskau, 8. März (DNB.) Die sowjetrussische Presse veröffentlicht noch einige Angaben über die fliegerische Ausbildung der Frauen in Sowjetrußland, die über die Erklärungen des Vorsitzenden der Ossoaviachim vom Donnerstag hinausgehen. Nach den Mitteilungen der Blätter sind bis jetzt 41 Frauen als Flieger- fommanbeurc im sowjetrussischen Fliegerkorps tätig. Zur Ausbildung in der Roten Wehrmacht sind zwei Frauen in die Militärakademie aufgenommen worden. besondere Maßnahmen erfordern würden. Gleichzeitig kündigte er eine erhöhte Werbung für die Einstellung von Berufssoldaten an. Den gleichen Standpunkt vertrat sein Nachfolger General M a u- r i n in der Kammer. Weltanschauung und Politik. Neichsleiter Bosenberg über die neue Sendung des deutschen Schrifttums. Inzwischen wird von den Vertretern der Dienstzeitverlängerung geltend gemacht, daß die Maßnahmen zur Förderung der Einstellung von Berufssoldaten die erhofften Ergebnisse nicht gezeitigt hätten. Bon dem Generalstab war ursprünglich eine Mindestzahl von 102105 Berufssoldaten für die Truppen des Mutterlandes und der Kolonien, außer den Luftstreitkräften, vorgesehen worden. Zu Beginn des Jahres 1933 war eiy wesentlich höherer Bestand vorhanden, was die zuständigen Stellen augenscheinlich in der Durchführbarkeit der zur Aufrechterhaltung der einjährigen Dienstzeit geplanten Maßnahmen bestärkte. Seither hat die Zahl der Berufssoldaten aber wesentlich abgenommen, und im Jahre 1934 konnte das Kriegsministerium nur etwa 21000 Neueinstellungen buchen, eine Zahl, die um etwa 5000 niedriger war, als die Voranschläge zur Erhaltung des Standards. Außerdem hatte P e t a i n bei der Rekruteneinstellung im Oktober 1934 die durch die Sparmaßnahmen eigentlich für die rekrutenarmen Jahre vorbehaltene Reserve von 80 000 um rund 60 000 verringert, um dem angeblichen Erfordernis zur Besetzung der Befestigungsanlagen entsprechen zu können. Es entstand also eine erhöhte Notwendigkeit, die nunmehr für die vier kritischen Jahre genügende Reserve von rund 20 000 Rekruten durch eine Erhöhung der Zahl der Berufssoldaten zu ergänzen. Unter Berücksichtigung der mehrjährigen Dienstzeit der Berufssoldaten glaubte man an unterrichteter Stelle, mindestens weitere 20 000 Neueinstellungen fordern zu müssen. Damit wäre unter Zugrundelegung des Standards von 102105 und der durch ein besonderes Gesetz vom Mai 1933 vorgesehenen 15 000 Spezialisten die Zahl von 130 000 bis 140 000 Berufssoldaten erreicht. In der Praxis hat sich trotz der Wirtschaftskrise aber keine genügende Anzahl junger Männer dazu entschlossen, einer freiwilligen Dienstzeitverlängerung zu entsprechen. Die Folge davon war ein von der Kammer verabschiedetes Gesetz, das die Bestimmungen über die Einstellung von Berufssoldaten soweit auflockert, daß der Berichterstatter den Grundsatz aufstellen konnte: Alle irgendwie brauchbaren Kräfte der Armee müssen ihr erhalten, bzw. zugeführt werden. Es wurde den Kommandostellen empfohlen, in der Ausmusterung nicht zu wählerisch zu sein. Zum Beispiel sollte Analphabetentum nicht als triftiger Grund für die Ablehnung eines Wiederein- stellungs- oder Dienstverlängerungsantrages anerkannt werden! Gegen eine Beibehaltung von unbrauchbaren oder unliebsamen Elementen machte sich aber der Widerstand der Kommandostellen geltend, wofür sie sich den Vorwurf zuzogen, daß sie durch „Sabotage der Ausnahme-Maßnahmen ein Festhalten an dem Gesetz über die einjährige Dienstzeit erschwerten". Es wurde sogar behauptet, und für einige Stellen trifft das wahrscheinlich auch zu, daß die kommandierenden Generale alles getan hätten, um die von ihnen gewünschte zweijährige Dienstzeit so schnell als mög- licb unentbehrlich erscheinen zu lassen. Das etwa ist der sachliche Rahmen, in dem sich der Kampf um die zweijährige Dienstzeit abspielen wird. Von ihren Gegnern wird geltend gemacht, daß die Sonderbestimmungen, die die Erhöhung der Dienstzeit auch in den rekrutenarmen Jahren verhindern sollten, nicht sinngemäß befolgt worden seien, von ihren Befürwortern wird dagegen behauptet, daß im Hinblick auf die außenpolitische Lage eine untragbare Schwächung der Heeresstärke eintreten müsse, wenn eben die Dienstzeit nicht erhöht werden sollte. Die Reichsnotarkammer. Zwei Minister sprechen in der Eröffnungssitzung. Berlin, 8. März. (DNB.) Die Eröffnungssitzung der Reichsnotarkammer am heutigen Freitag gestaltete sich zu einem für die Zukunft des deutschen Rechtslebens besonders bedeutsamen Ereignis. Der Einladung des Präsidenten der Kammer, Pg. Notar Wolpers, Lennep, folgend, waren die Führer des deutschen Rechtslebens in Partei und Staat erschienen. Notar Wolpers schilderte den gegenwärtigen zersplitterten Zustand des Notariats im Reiche und hob besonders hervor, daß hier die nationalsozialistische Revolution endgültig den Boden für eine e i n = ■ heitliche Neugestaltung geebnet hat. Er' dankte den erschienenen Reichsministern Dr. Frank und Dr. G ü r t n e r dafür, daß sie durch die Schaffung der Reichsnotarkammer diese Vereinheitlichung eingeleitet hätten. Im Anschluß daran schilderte Reichsminister Dr. Gärtner die Entstehung der gegenwärtigen Buntscheckigkeit auf dem Gebiete des Notariatswesens und begründete zugleich die Notwendigkeit der Vereinheitlichung dieses volks- verbundensten Teiles der deutschen Rechtspflege, die zwar mit schonender Hand, aber in unbeirrbarer Verfolgung des gesteckten Zieles durchgeführt werde. Sodann umriß er die der Kammer gestellten Aufgaben, deren wichtigste zunächst sei, die gesetzgeberische Vereinheitlichung des Notariats vorzubereiten. Anschließend nahm der Neichsjuristenführer Reichsminister Dr. Frank, das Wort. Nachdem er unter allgemeinem Beifall betont hatte, daß die Schaffung der Reichsnotarkammer ein nationalsozialistisches Verdienst sei, entwickelte er von hoher Warte die Stellung des Notars innerhalb der Volksgemeinschaft. Er bezeichnete den Notar als das Vertrauensinstrument, das die Brücke zwischen Staat und Volk darstelle, und versicherte, daß alles geschehen werde, um ihm seine wichtige und wertvolle Mission zu erleichtern. Die Vertrauensstellung des Notars im Rahmen der Volksgemeinschaft lege diesem im besonderen Maße oie Verpflichtung auf, den Nationalsozialismus als den Inbegriff seines eigenen Lebens dienstlich und außerdienstlich zu sehen und in die Tat umzusetzen. Hierauf wurde in die Arbeitstagung eingetreten, die sich mit den Grundfragen der Neuordnung des Notariats befaßte. Die beiden Reichsminister beteiligten sich hierbei lebhaft an der Aussprache zu den aufgeworfenen Fragen. Wie der Informationsdienst der Deutschen Ar- beitsfront mitteilt, läßt es sich der Schöpfer der durch Freude", Reichsorganifations- leiter, Dr. L e y, nicht nehmen, die erste große Allan- tlkfahrt deutscher Arbeiter nach Lissabon und Madeira mitzumachen. Er wird an Bord des Dampfers „Der Deutsche" an dieser Aktion der Deutschen Arbeitsfront teilnehmen. Berlin, 9. März. (DNB.) Die Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttumes hält vom 8. bis 10. März in Berlin eine Arbeitstagung ihrer Hauptlektoren und Landesstellen ab. Eingeleitet wurde diese Arbeitstagung am Freitagabend durch eine große öffentliche Kundgebung im Preußenhaus. Nach einer Minute stillen Gedenkens für den verstorbenen Staatsminister Gauleiter S ch e m m eröffnete der Leiter der Reichsstelle, Pg. Hagemeyer, die Kundgebung. Er umriß Zweck und Ziel der Arbeitstagung. Sie habe die Aufgabe, einen einheitlichen Stil, eine einheitliche Haltung auf dem Gebiete der Weltanschauung zu verwirklichen. Reichsletter Alfred Rosenberg sprach über das Thema: „W eltanschauung und Politik bauen den neuen nationalsozialistischen Staa t". Er sprach zunächst von dem Kampf, den die Nationalsozialistische Partei um die deutsche Selbstverwirklichung und Selbstgestaltung geführt hat. Dabei sei der geistige Gesundungsprozeß Voraussetzung für die politische Gesundung gewesen. Seit 1933 habe sich der Stil des Kampfes geändert. Während der Kampf der vorausgegangenen 14 Jahre unmittelbar und angreifend fein mußte, waren ihm nach der Machtergreifung andere Formen gegeben, die mehr innerlich und gestattend fein mußten. Rosenberg ging dann auf die neue Sendung öes deutschen Schrifttums ein und erklärte u. a.: Das Schrifttum, das 14 Jahre lang nur in einer Zeitungspolemik zur Geltung kommen konnte, ist heute berufen, jene innere Formung des deutschen Menschen vorzunehmen, die durch Worte vorbereitet und durch die Schrift für die Zukunft festgehalten und weiterverbreitet werden soll. Die Sturzflut der politischen Ereignisse hatte eine Sturzflut des deutschen Schrifttums zur Folge. Es mußte gesiebt und abgestoßen werden, was unfruchtbar bleiben mußte. Die Reichsstelle für Förderung des deutschen Schrifttums hat hier wirkungsvoll eingegriffen. Durch die Hände ihrer 500 Lektoren und 30 Hauptlektoren geht heute nahezu zwei Drittel der ganzen deutschen Buchproduktion. Hand in Hand mit der Reichsstelle arbeitet im besten Einvernehmen die Kommission zum Schutze des nationalsozialistischen Schrifttums. An diesen beiden Stellen hat sich eine große geistige Sichtungsarbeit der Partei schon vollzogen, und die kommenden Zeiten werden diese Tätigkeit weiter ausbreiten Diese Stellen sind nicht ein Index- Kollegium, sondern sie bezwecken eine wirkliche und ehrliche Förderung, um das herauszugreifen, was unmittelbar lebensfördernd ist. Es ist so viel in Deutschland an Geistesgut in 50 Jahren zerstört worden, daß es größte und edelste Aufgabe für jeden ist, das ringende geistige Leben wieder herauszufinden und es mitten in unser Dasein zu stellen. Wir wollen keinem Talent eine nur mißgünstige und kritisierende Welt gegenüberstellen, sondern wir wollen förderndes Verständnis erwecken. Es soll nicht mehr so sein, daß Dichter und Künstler erst verhungern müssen, damit man ihnen nach hundert Jahren ein Denkmal stellt. Im Rahmen der ganzen schaffenden Nation ist der Reichsstelle die Aufgabe zugewiesen, das deutsche Schrifttum auf allen Gebieten zu fördern. Immer klarer wird sich das innere Wollen der großen Umwälzung Herausstellen. Dann wird auch auf deutschen Schulen und Hochschulen ein anderer Geist, eine andere Lehrmethode und ein anderes Lehrziel aufgestellt werden können. Die Erziehung kommender Geschlechter muß in eine sichere und eindeutige Bahn geführt werden. Wir haben die Pflicht, dieser Jugend zu helfen, damit sie begreift, daß das 20. Jahrhundert ihr neue Aufgaben und neue Pflichten schenkte. Deutschlands Wiedergeburt geht politisch mit großen Schritten vor sich. Dieses innere stolze Erwachen in der Politik ist begleitet von einer Ausgestaltung in Wort und Schrift, und in dieses große Leben hinein ist unsere Arbeit gestellt. Das ersehnte Ziel bleibt ein einziger starker deutscher National st aat, gegründet auf einer einzigen starken deutschen Nationalkultur. Haussuchungen in Gupen-Malmedy. Neuer Druck gegen die Heimattreue Bevölkerung. Aachen, 8. März. (DNB.) Arn Donnerstag gegen 9 Uhr setzte in Eupen-Malmedy ganz plötzlich und unerwartet eine Haussuchung s- a f 11 o n ein, und zwar sowohl in den drei Städten Eupen, Malmedy und St. Vith, wie auch in verschiedenen Ortschaften innerhalb der neubelgischen Kreise. Diese Haussuchungen stützten sich auf eine Anordnung der Brüsseler Behörde, die die Aktion mit dem Gesetz über die Betätigung öer Parteimilizen begründet. Den Personen gegenüber, bei denen die Haussuchungen vorgenommen wurden, rechtfertigte man das' Vorgehen damit, daß sie unter dem Verdacht stünden, gegen dieses Gesetz verstoßen zu haben. Dieses Gesetz über bie Parteimiliz besagt, daß das Tragen von Uniformen verboten ist. Die Organisationen und Parteien als solche werden von dem Gesetz nicht berührt. Die Haussuchungen erfolgten unter der Leitung des Generalstaatsanwalts von Lüttich in Verbindung mit einer Anzahl von Gendarmen. Die Wohnungen wurden vom Keller bis zum Dach und bis in die letzten Winkel durchsucht. Selbst die Mülleimer wurden durchwühlt. In verschiedenen Fällen hat man auch allerhand Material mitgenommen, so deutsche und belgische Tageszeitungen und Zeitschriften, zahlreiche Bücher und sogar bei einem Mitglied des Eupener Stadtrates Material, das der Stadt Eupen gehört. Außerdem wurden 55 Rucksäcke und 55 Brotbeutel — in der belgischen Presse als „Patronentaschen" bezeichnet! — beschlag- nahmt. Gewisse belgische Blätter wissen also nichts Besseres zu tun, als von der Beschlagnahme solcher Rucksäcke und Brotbeutel als von der „Beschlagnahme von militärischen Ausrüstungsgegenständen" zu reden, obwohl jedes Kind in Euven weiß, daß diese Sachen nur zum Reisen und Wandern in den Ferien benutzt werden. Auch verfielen an einigen Stellen eine Reihe von Windjacken und ein paar Stiesel der Beschlagnahme. Irgend etwas Belastendes ist aber nirgendwo zutage gefördert worden. In Eupen ist auch eine Verhaftung vorgenommen worden, und zwar handelt es sich um den Diplom-Ingenieur Neuhaus, der dem Gefängnis zugeführt wurde. Es verlautet, daß bei ihm eine Schreibmaschine beschlaanahmt wurde. Man kann annehmen, daß die Begründung „Verstoß gegen das Gesetz über die Parteimiliz" nur ein Vorwand war, um erneut gegen die Heimattreue Bevölkerung vorzugehen. Als Veranlasser dieser Aktion kommen wohl bestimmte Personenkreise von Neu-Belgien in Betracht, die es immer wieder für nötig erachten, übergeordnete Stellen in Brüssel und Lüttich zu Maßnahmen zu veranlassen, die vollkommen überflüssig und unbegründet sind. Die Aktion richtete sich fast ausnahmslos gegen Personen, die in der Heimattreuen B e - wegung tätig sind, deren Ziel es ist, innerhalb des belgischen Staates, dem Eupen-Malmedy zu- geteilt wurde, für die Erhaltung b e r deutschen Sprache und Kultur und für die sonstigen Rechte der Bevölkerung im Rahmen des Gesetzes einzutreten. Von einer Parteimiliz ober illoyalen Tätigkeit kann überhaupt keine Rebe sein. Denn ber Heimatbund betreut lebiglich bie Erhaltung ber Sitten unb Gebräuche ber Heimattreuen Bevölkerung. Der Bevölkerung hat sich naturgemäß eine große Erregung bemächtigt, lieber« all wirb bas Vorgehen eifrig besprochen. Zügelloser Haß gegen das Deutschtum. Fünf Todesurteile und schwerste Zuchthausstrafen im Memelländer Prozeß beantragt. k o w n o, 8. März. (DRV.) Im m e m e l t ä n - der Prozeß ergriff am Freitag Generalstaatsanwalt Monstavicius das Wort. Er beschäftigte sich besonders eingehend mit den Angeklagten aus der 71 e u m a n n - Partei. Dann stellten die Vertreter der Anklage folgende Strafanträge: Gegen die Hauptangeklagten aus der sogenannten I e s u t t i s - Gruppe (ein Fall, der durch die Verhandlung nicht geklärt ist, in dem aber die Anklage einen sogenannten Fememord erblickt hat) prieh, Wannagat, Boll, Gottschalk und Lepa die Todesstrafe durch Erschießen. Gegen den Mitangeklagten dieser Gruppe, Jakschtat, wurde lebenslängliches Zuchthaus beantragt. Lebenslängliches Z u.ch t h a u s wurde ferner beantragt gegen die beiden Angeklagten der sogenannten D a l l a t - Gruppe, wobei es sich um einen Vauernstreik handelt, der aber von der Anklage als ein politischer Anschlag hingestellt wurde. Gegen die Hauptangeklagten aus der sogenannten 71 e u m a n n - Gruppe, d. h. die Mitglieder der Sovog, Tleumann, Vertuleit, Rademacher und sechs weitere Hauptführer dieser Partei wurden je 15 Jahre Zuchthaus beantragt, gegen die sogenannten Gruppenführer je 12 Jahre und gegen alle übrigen Mitglieder der Tleumann-Partei, einschließlich des litauischen Spitzels Mollinnus, je 8 Jahre Zuchthaus. Gegen die Mitglieder der sogenannten Saß- Gruppe, d. h. die christlich-sozialistische Arbeitsge- mienschaft ((£52L) wurden folgende Anträge gestellt: Gegen die Hauptangeklagten Saß und von der Koppe je 12 Jahre Zuchthaus, gegen die Kreisleiter je 10 Jahre Zuchthaus und die Führer der sogenannten Stammeskreise je 10 3af)re Zuchthaus und die anderen 6 bis 9 Jahre Zuchthaus. Die prozeßkomödie. Seit über zwei Monaten verhandelt das Kownoer Kriegsgericht gegen 126 deutsche Mernelländer, bie angeflagte finb, verbotenen Verbinbungen angehört, ferner durch einen Ausstanbsversuch bie litauische Staatssicherheit gefährbet zu haben. Weiter wirb ihnen vorgehalten, sie seien an brei Fernemorben schulbig unb hätten Terrorakte begangen. Die An- geschuldigten gehörten ber Christlich-Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft unb ber Sozialistischen Volksgemeinschaft an. Beibe Organisationen sollen bem Zweck bes litauischen Staates wibersprechen. Selten ist wohl eine Anklage auf fabenscheinige- ren Grünben aufgebaut worben. Die primitivsten Rechte ber Angeklagten würben burch ben Vor- sttzenben gebrochen, bie seltsamsten logischen Bocksprünge machte ber Ankläger, aber trotzbem hat sich bis jetzt herausgestellt, baß bie Angeschulbigten mit ber Behauptung Recht hatten, baß sie niemals aufrührerische Aktionen unternahmen. Das Gericht hat im Laufe ber Verhanblung biefe Beschulbigung auch mehr und mehr eingeschränkt. Ferner ist ber Versuch, harmlose Jagdgewehre als Aufstandswaffen anzusehen, schon dadurch hinfällig geworben, baß zu bem Besitz biefer Jagbwaffen eine Genehmigung ber litauischen Regierung erforderlich war und auch eingeholt worden ist. Auch ist der Versuch, eine geheime Verbindung nachzuweisen, kläglich gescheitert. Die beiden angeklagten Parteien waren nicht geheim. Ihre Programme sind in aller Oeffentlichkeit mitgeteilt worden, der litauische Kriegskommanbant im Memelgebiet hat selbst die Satzungen beider Parteien bestätigt und damit die Organisation legalisiert. Man kann nicht rechtmäßiger vorgehen, als es die beiden Parteien taten. Ißenn im Uederschwang des nationalen Gefühls hier und da vielleicht in Worten zu viel getan rourbe, so ist das noch lange keine Geheimbündelei. -°QB man in Kowno nur darauf lauerte, um unter Bruch von Recht und Gerechtigkeit unb Statut die Memel - Deutschen zu malträtieren und dann noch vor Gericht zu stellen, ist in der Gerichtsverhandlung einwandfrei festgestellt worden. Denn nicht die 126 Memelbeutsche stehen vor Gericht und sollen verurteilt werben, das gesamte Memel- deutschtum sitzt dort auf ber Anklagedank, unb Ankläger sind diejenigen, die kraß die Memelverpflich- tungen brachen. Als ber Landtag künstlich beschlußunfähig gemacht wurde, als die ßitauifierung Memels immer brutaler begann, haben die Memelländer sich vergeblich an die Garanten des Memelstatuts gewandt. Sie haben umsonst immer wieder in Genf beim Völkerbund Klage erhoben. Sie fanden überall wohlwollende Worte, aber keine Taten. Und diese Situation nützt Kowno aus. Unb die Welt sieht teilnahmslos zu, wie der bornierte Nationalismus eines Staates, der doch nur ber Versailler Konjunktur sein Dasein verdankt, sich über bie einfachsten Grunbsätze internationaler Moral und über die im Memelstatut feierlich eingegangenen Verpflichtungen der Signatarmächte hinwegsetzt. Wo bleiben die Garantiemächie? Berlin, 9. März. (DNB. Fuakspruch.) Der „Völkische Beobachter" schreibt zu den StrafantrR» gen im Memelprozeß: Die von sinnlosem Haß diktierten Anträge der Kownoer Generalstaatsanwälte werden im Memelgebiet und darüber hinaus überall dort, wo Deutsche wohnen, tiefstesEnt- setzen Hervorrufen. Die memelländische Autonomie ist bekanntlich von England, Frankreich, Italien und Japan garantiert worden. Die immer wiederholten Notrufe des Memeldeutsch- tums über die litauische Vergewaltigung haben bis jetzt zu nichts anderem geführt, als einigen vorsichtigen diplomatischen Vorstellungen in Kowno, deren Ergebnis gleich Null gewesen ist. Die heute in Kowno gestellten fünf Blutanträge werden ber Prüfstein dafür sein, ob die Garantiemächte endlich bereit sind, ihrerPflicht nachzukommen oder nicht. Das Leben von fünf Menschen, denen man in einem wochenlangen Prozeß vergeblich eine Schuld nachzuweisen suchte, steht auf dem Spiel. Ihre unb die Schuld der anderen Angeklagten ist nur, daß sie Deutsche sind und Deutsche bleiben wollen und im Bewußtsein ihres Rechtes jene Freiheiten für sich fordern, die ihnen in einem internationalen Abkommen garantiert worden sind. Der Kownoer Prozeß wird für Deutschland eine Prüfung darauf sein, was von solchen interna« tionalenGarantienzu halten ist. Deutschland wartet jetzt auf eine Antwort der Unterzeichnermächte. Zuchthaus für Kuriere der Schwarzen Front. Berlin, 8. März. (DNB.) Am Freitag wurde in dem Prozeß gegen die acht männlichen unb weiblichen Anhänger ber „Schwarzen Front" vom Volksgericht bas Urteil gefällt. Die männlichen Angeklagten erhielten ausnahmslos Zuchthausstrafen, unb zwar ber 32jährige Helmut Mül- I e r aus Zittau brei Jahre brei Monate; ber 29- jährige Walter Kramer aus Dresben, ber 40- jährige Emil Gepp aus Drtranb unb ber 29jäh- rige Eitel Fritz Kahlert aus Dresben je brei Jahre unb ber 21jährige Johannes Cieslak aus Seifhennersdorf zwei Jahre acht Monate. Auf diese Strafen wird bie Untersuchungshaft in Höhe von sieben bzw. acht Monaten Gefängnis angerechnet. Bei ben brei mitangeklagten Frauen hielt ber Senat nur eine Fahrlässigkeit für oorliegenb. Er stellte baher bei zwei von ihnen bas Verfahren ein, währenb bie britte eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten erhielt, bie aber als burch bie Untersuchungshaft verbüßt gilt. In ber llrteilsbegrünbung betonte ber Vorsitzenbe, für bas Gericht stehe außer Zweifel, baß Otto Strasser als Leiter ber „Schwarzen Front" bas Ziel verfolge, bie rechtmäßige Regierung Abolf Hitlers auf gewaltsamem Wege zu beseitigen unb an ihre Stelle eine Regierung zu setzen, bie bie Verwirklichung ber nationalbolschewi- stischen Enbziele Otto Strassers de- beuten würde. Ein Unternehmen aber, das in dieser Weise auf die gewaltsame Aenderung der derzeitigen durch den Nationalsozialismus geschaffenen verfassungsmäßigen Grundlagen hinziele, müsse als hochverräterisch angesprochen werden. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Gefahr der rücksichtslosen Angriffe, die von Otto Strasser gegen das Staatswesen Adolf Hitlers gerichtet werden, feien für die Helfer und Anhänger der „Schwarzen Front" nachdrückliche Strafen am Platze, die zugleich abschreckend wirken sollen. Für die männ- ichen Angeklagten seien daher nur Zuchthaustrafen in Frage gekommen. Das Gericht halte es wch der Beweisaufnahme für erwiesen, daß die ünf männlichen Angeklagten in Kenntnis der hochverräterischen Ziele Otto Strassers Hetzschriften der „Schwarzen Front", die sie bei „Treffs" im Auslande erhalten haben, in Deutschland haben verbreiten helfen. 60 Kommunisten wegen Hochverrats verurteilt. Düsseldorf, 8. März. (DNB.) Die Justizpressestelle teilt mit: Nach zehntägiger Verhandlung wurde in einer in Düsseldorf vor dem Zweiten Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm gegen 71 Angeklagte verhandelten Hochverrats- a ch e das Urteil gefällt. Unter Freisprechung von 11 Angeklagten wurde ein Angeklagter zu lebenslänglichem Zuchthaus, je ein weiterer Angeklagter zu 15 Jahren bzw. 10 Jahren Zuchthaus und 13 weitere Angeklagte zu Zuchthausstrafen von 9 bis 4 Jahren verurteilt. Die restlichen Verurteilten erhielten Strafen von 4 Jahren Zuchchaus bis zu 5 Monaten Gefängnis. Die Hauptbefchuldigten waren als Funktionäre vom Ausland aus mit dem illegalen Aufbau der KPD. in Westdeutschland beauftragt worden und haben einen organisatorischen Zusammenhalt aufzubauen versucht. Sie mußten deshalb wegen schwerer Gefährdung des Staatswohles unb zur Abschreckung für ihre im Ausland itzenden Gesinnungsgenossen mit ben schwersten Freiheitsstrafen bestraft werben. Weitere Verurteilte hatten sich in ber Neubilbung ber f o m m u n i ft i • chen Gewerkschaftsbewegung, ber sog. Einheitsfront, in Westbeutschlanb betätigt unb mußten baher mit schweren Strafen belegt werben. Der größte Teil ber Verurteilten hat sich auf Grunb ber früheren Zugehörigkeit zur KPD. verleiten lasen, sich ber illegalen KPD. anzuschließen unb zum Teil auch in unteren Funktionen tätig zu werben. Schwere Kämpfe in Griechenland Italienische Kriegsschiffe auf der Fahrt zum Aegäischen Meer. diesen drei Gebieten sich gleichzeitig die ersten wichtigen Aufstandsversuche in Verbindung mit dem Vorgehen auf Kreta gezeigt hätten. Französische Neutralität. Die Negierung schildert die Lage. Athen, 9. Rlärz. (DRV. Funkfpruch.) In einer am Freitagabend von General kondylis herausgegebenen Verlautbarung wird mitgeteilt, daß das schlechte Wetter, verbunden mit starken Regenfällen, weiter anhält. Einem Geschwader von 20 Regierungsflugzeugen fei es gelungen. in Serres den Bahnhof und Truppenansammlungen von Aufständischen mit Bomben zu belegen und Erkundungsflüge über der Ebene von Serres, die zum größten Teil überschwemmt Ui dl O § tu X kJ r CD > Z m RUM AfV/£/v Uv S* BULGaRIEN k Ph'lippopel fei, auszuführen. Wenn der Regen andauere, werde der hochgehende Strymon-Fluh über die Ufer treten. Die Verlautbarung fährt dann fort: „U n - fere Armee ist in einer ausgezeichne- t e n Form. Wir werden unsere Bemühungen fortsehen, eine Möglichkeit zu finden, den Skrymon zu überschreiten." Ministerpräsident Tsaldaris gab am Freitagabend der Presse gegenüber einige Erklärungen über die Lage: „Sobald das schlechte Wetter aufhören wird", erklärte der Ministerpräsident, „wird die Unterdrückung der Aufstandsbe- wegung in Mazedonien unmittelbar darauf erfolgen, wenn sich nicht inzwischen die Rebellen zerstreut haben sollten, was ich für sehr wahrscheinlich halte." Die Reglerüng wird die Ordnung völlig und mit einem Mindestmaß von Verlusten wieder Herstellen, und zwar diesmal so endgültig, daß in Zukunft die Ruhe des griechischen Volkes gewährleistet ist. Die Regierung ist stolz auf das ihr vom ganzen Lande entgegengebrachte Vertrauen und auch auf die allgemeine Mißbilligung, die dieser Aufstand von Wirrköpfen gefunden hat. Angriffe griechischer Negierungsflugzeuge Sofia, 9. Rlärz. (DRB. Funkspruch.) Wie aus P e t s ch r i t s ch gemeldet wird, griff heute früh ein Geschwader von aus Saloniki kommenden Flugzeugen die Stadt Dem ir hissar, die sich in den Händen der Aufständischen befindet, an und belegte sie mit zahlreichen Bomben. Trotz heftiger Beschießung der Regierungsflugzeuge durch die aufständische Artillerie konnten diese den Rückflug unbeschadet antreten. Rach den bisher vorliegenden Meldungen soll in der Hauptsache nur Sachschaden angerichtet worden fein. In Thrazien sollen die A u f st ä n d i s ch e n durch etwa 2 5 000 Freiwillige oerffärft worden sein. Man spricht weiter davon, daß Teile der Regierungstruppen zu den Aufständischen über gegangen seien. Bericht aus Belgrad. Belgrad, 8. März. (DRB.) Obwohl die südslawische Presse keinesfalls einen Sieg der Aufständischen in Griechenland begrüßen würde, geht aus ihren Berichten hervor, daß sich die Lage der Regierungsstreitkräfte nicht nur in Maze d o n i e n , sondeni auch auf den Inseln des Aegäischen Meeres allmählich verschlechtert. Seit Donnerstag nachmittag ist in Mazedonien eine große Schlacht im Gange, wobei aber nicht die Regierungstruppen, sondern die Aufständischen die Angreifer zu fein scheinen. Die Schlacht scheint sich auch zugunsten der Aufrührer zu entwickeln. Der Kanonendonner, der ursprünglich an der griechisch-bulgarischen Grenze deutlich hatte vernommen werden können, verlor sich im Laufe des Freitag immer weiter nach Süden. Rachrichten aus Saloniki besagen, daß die Stadt, in Verteidigungszustand verseht wird. Trotz des ungünstigen Wetters sollen mehrere Flugzeuge der Aufständi- d i s ch e n die staatlichen Gebäude in Saloniki bombardiert haben. Die Flugzeuge der Regierungstruppen beschränken sich dagegen auf das Abwerfen von Flugzetteln. In Belgrad ist man der Meinung, daß das ernsteste Hindernis für die griechischen Regierungskruppen der Munitionsmangel ist. Dieser Umstand und nicht das Wetter soll an der Untätigkeit gegenüber den Aufständischen schuld fein. Da alle großen Munitionslager Griechenlands im Rorden und Rordosten des Staates errichtet worden waren, befinden sie sich seht im V e s i h der Aufständischen, die die Verteilung der Waffen und der Munition unter der mobilisierten Bevölkerung beendet zu haben scheinen. Griechische Banknoten verbrannt. Athen, 8. März (DNB.) Der Wirtschaftsminister Pesmatzoglou hat angeordnet, daß in allen Städten, die von Aufständischen bedroht werden, die Banknoten verbrannt werden. Nach Telegrammen von den Inseln Chios und S y r o s sind die dortigen Bankleiter der Anordnung nachgekommen. Sie haben insgesamt Banknoten in höhe von 150 Millionen Drachmen (3,531 Millionen RM.) den Flammen übergeben. Kommunistenverhaffungen in Griechenland. Paris, 8. März (DNB.) Nach einer Havas- Meldung aus Athen hat die Polizei vorsichtshalber in Athen und einigen Städten der Provinz viele bekannte K o m m u n i st e n , die als gefährlich für den sozialen Frieden angesehen würden, verhaftet. Ilaliem'scheKnegsWffe entsandt Rom, 8. März. (DNB.) Im Hinblick auf die Ereignisse in Griechenland sind der Kreuzer „Trento" und die Zerstörer „21. da Mosto" und „21. Piga- fetta" nach dem Aegäischen Meer ausgelaufen. Sie werden zunächst einen Hafen des Dodekanes anlaufen. Die Entsendung von italienischen Kriegsschiffen in das Aegäische Meer wird in hiesigen politischen Kreisen mit der Zuspitzung des Bürgerkrieges in Griechenland begründet, dessen Wechselfälle trotz der bisher beobachteten Zurückhaltung der Presse von der italienischen Regierung von Anfang an mit lebhaftem Interesse verfolgt wurde. Die vor zwei Tagen von der griechischen Regierung verhängte Sperre der italienischen Luftverbindung nach Griechenland, Rhodos und der Türkei hatte dazu noch besonderen Anlaß gegeben. Der Entschluß des Generals P last i r a s, von Brindisi nach Mailand zu gehen, war in Italien, das, wie „Giornale b'Jtalia" betont, gegenüber den Vorgängen in Griechenland völlig neutral bleiben will, mit Genugtuung verzeichnet worden. Das erwähnte Blatt sieht in der Entsendung der Kriegsschiffe eine Vorsichtsmaßnahme, die sich ausschließlich auf die Interessen der italienischen Staatsangehörigen in Griechenland beziehe. Italien könne dem befreundeten griechischen Volke nur wünschen, daß es bald innerpolitisch wieder zu ruhigen Verhältnissen zurückkehren könne. Die Aufstandsbewegung, gegen die die Regierung von Athen zur Zeit vorgehe, ist nach Ansicht des Blattes von langer Hand auf breiter Grundlage vorbereitet worden. V e n i s e l o s habe bei der Rückwanderung von IV2 Millionen Griechen aus der Türkei für ihre hauptsächliche Unterbringung in lebenswichtigen und strategischen Punkten Griechenlands gesorgt, so in Athen, Saloniki und Ost-Thrazien. Diese Rückwanderer hätten zugleich eine Grundlage für seine persönliche Politik bilden sollen. Es sei nicht möglich, festzustellen, inwieweit sich diese Rechnung heute als stichhaltig erweise. Bemerkenswert sei jedoch, daß gerade in Paris, 8. März. (DNB.) Die über die Lage in Griechenland eintreffenden Nachrichten haben in hiesigen politischen Kreisen einige Beunruhigung ausgelöst. Die von der Türkei und anscheinend auch von Bulgarien getroffenen oder in Aussicht gestellten Vorsichtsmaßnahmen lassen die Besorgnis aufkommen, daß die zunächst rein inner- griechischen Angelegenheiten außenpolitische Auswirkungen haben könnten, denen die an dem Frieden auf dem Balkan und dem Mittelmeer interessierten Mächte nicht gleichgültig gegenüberstehen könnten. Man hofft allerdings, baß folgenschwere Verwicklungen vermieden werden, und legt deshalb größten Wert auf die Feststellung, daß sich Frankreich — genau wie England — vollkommen neutral verhalten und weiter alles unterlassen werde, was einer Stellungnahme für eine der beiden griechischen Parteien gleichkommen würde. Das Echo in England. London, 9. März. (DNB.-Funkspruch.) Die englische Presse beschäftigt sich in ausführlichen und teilweise sensationellen Berichten und Kommentaren mit der Lage in Griechenland und auf dem Balkan. In einem Leitartikel richtet die „Times" scharfe Angriffe gegen Veniselos und schreibt in diesem Zusammenhang: „Was auch das Endziel der Aufständischen sein mag, ihr Vorgehen hat die Besorgnis, mit der die Freunde, Nachbarn und Gläubiger Griechenlands feine gegenwärtige Lage betrachten, vorübergehend verstärkt. In England bringt man dem Wider st and der verfassungsmäßigen Regierung Griechenlands gegen den Versuch, eine Diktatur zu errichten, ein Mitgefühl entgegen, das durch die Erinnerung an die Dienste, die Veniselos der Sache der Alliierten während des Weltkrieges geleistet hat, nicht abgeschwächt worden ist. Diese Erinnerung wird nur die Enttäuschung der vielen Bewunderer dieses bemerkenswerten Mannes über dies tragische Ende einer großen Laufbahn verstärken." Der diplomatische Mitarbeiter der „Morning Post" meldet, daß die politischen Kreise Englands eine ernste Haltung gegenüber der Lage in Mazedonien und besonders angesichts ihrer möglichen Auswirkungen in anderen Balkanländern einnehmen. Man betrachte es als besonders unheilvoll, daß der griechische Aufstand gerade in dem Augenblick ausbrach, als Griechenland sich in Finanzverhandlungen mit dem Auslande und besonders mit den britischen Gläubigern befand. Die bulgarischen Einberufungen. S 0 f i a, 8. März (DNB.) Wie zu der gemeldeten Einberufung von Heeresangehörigen von amtlicher Seite versichert wird, handelt es sich bei den zur Dienstleistung herangezogenen Soldaten nicht um solche, die bereits aus dem Heeresdienst entlassen worden waren, sondern um die für b i e Wintermonate beurlaubten Mannschaften. Aus aller Wett. Explosion und Großfeuer in einer Teerfabrik. In der unmittelbar an der Bahnlinie Frankfurt am Main—Kassel liegenden Mitteldeutschen Teerprodukten- und Dachpappenfabrik Grifte (Bezirk Kassel) ereignete sich aus bisher unbekannter Ursache eine folgenschwere Explosion. Die gesamte Fabrikanlage war in kurzer Zeit ein einziges Flammenmeer. Den vereinten Bemühungen der Wehren gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf einen Getreideschuppen und eine hinter der Fabrik liegende Ziegelei zu verhindern. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der großen Rauchentwicklung, der schlechten Wasseroerhältnisse und der großen Hitze sehr schwierig. Das Wasser mußte aus der 200 Meter entfernten Eder herbeigeschafft werden. Da sich im Augenblick der Explosion kein Arbeiter in der Fabrik befand, sind, soweit bisher bekannt, keine Menschenleben der Explosion und dem Feuer zum Opfer gefallen. Wahrscheinlich muß mit dem Totalverlust der Fabrik gerechnet werden. Der Schaden, der schätzungsweise 200 000 Mark beträgt, ist nur zu einem Teil durch Versicherung gedeckt. Der älteste Pflug der Welt. Museumsdirektor Professor Dr. Jacob-Friese n in Hannover übergab dieser Tage den ältesten Pflug der Welt, der aus der Zeit um 3400 vor Christi Geburt stammt, also über 5000 Jahre alt ist, der Oeffentlichkeit. Er wurde vor einigen Jahren im Kreise Aurich beim Torfstechen gefunden und durch den Lehrer Kettler in Georgsfeld geborgen. Er war vollständig in dem „schwarzen Torf", dem älteren Bleichmoostorf, eingebettet, der an dieser Stelle 90 Zentimeter mächtig ist. Wegen der Einzigartigkeit des Fundes und wegen seiner großen Bedeutung für die deutsche Vorgeschichte wurde er dem Landesmuseum tn Hannover überwiesen, wo er jetzt nach jahrelanger fachmännischer Behandlung in einem großen Schaukasten ausgestellt wird. Riesige Fleifchdiebstähle im Aachener Schlachthof aufgedeckt. Nach eingehenden Ermittlungen ist es gelungen, eine Diebes - und Hehlerbande zu fassen, die es jahrelang verstanden hat, im Aachener Schlachthof große Fleischmengen zu entwenden. Es war keine Seltenheit, daß ganze Schweine und Rinder, Speckseiten usw. auf einmal aus den Kuhl- räumen spurlos verschwanden. Bisher wurden vier Personen feftgenommen bie in die Sache verwickelt sind, es steht aber fest, daß noch mehr Personen zu dieser raffinierten Diebes- und Hehlerbande gehören. Feuer im Ballfaal. — Aber keine Panik. In Düsseldorf brach in dem mit 1200 Personen besetzten großen Saale des Zoo aus bisher ungeklärter Ursache Feuer aus, das leicht katastrophale Ausmaße hätte annehmen können. Beim Eintreffen der Feuerwehr wurde die Dekoration der Buhne und ein Teil der aus akustischen Gründen angebrachten Deckenschürze brennend vorgefunden. Die Entleerung des Saales, wo der Hausball (früher Köcheball) stattfand, vollzog sich ohne Panik, sogar ziemlich geordnet, dank der zahlreichen Ausgänge und dank dem Eingreifen des Personals, so daß keinerlei Verletzungen der Besucher vorgekommen sind. Der Feuerwehr gelang es in kurzer Zeit, die Gefahr für den großen Saal abzuwenden. Doppelselbstmord auf den Schienen. Auf den Gleisen der Reichsbahnstrecke zwischen Vallendar und Bendorf (Rheinprovinz) wurden die Leichen eines jungen Mädchens und eines jungen Mannes gefunden. Der Kopf war beiden vom Rumpf getrennt. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß es sich bei den Toten um einen ^jährigen Mann und ein gleichaltriges Mädchen aus Rheydt handelt. Nach den Abschiedsbriefen zu urteilen, handelt es sich um einen gemeinsamen Selbstmord. Verwilderte Kuh greift drei Radfahrer an. — Ein Toter, ein Schwerverletzter. Eine verwilderte Jungkuh, eine sogenannte Starke, die vor einiger Zeit von dem Gute Schwartorf bei Waren (Mecklenburg) entwichen war und sich nicht hatte wieder einfangen lassen, griff auf der Kargower Feldmark drei Radfahrer an. Das Tier brachte dem einen Radfahrer tödliche Verletzungen bei und verletzae den zweiten schwer. Der dritte konnte flüchten und einen Förster zu Hilfe rufen. Der Beamte hetzte feinen Hund auf die Kuh, so daß diese von ihrem zweiten Opfer abließ, worauf er sie erschießen konnte. Der Schwerverletzte mußte sofort dem Krankenhaus zugeführt werden. Schneefalle in Süditalieu. Die neue und für Italien um diese Jahreszeit ungewöhnliche Kältewelle hat nach ben Regengüssen der letzten Zeit bis weit nach Süditalien hinein ganz unerwartet noch einmal Schneefall gebracht. Der Vesuv und die Höhen um ben Golf von Neapel liegen im Schnee, während in t>en Nie- berungen d i e Mandelbäume in Blüte stehen. In der Nacht kam es in Neapel selbst zu leichten Schneefällen. Auf den Gebirgszügen Mittel- und Sübitaliens ist überall ausgiebig Neuschnee gefallen. Von Süditalien werden besonders aus ben Provinzen Bari und Tarent Schneefälle gemeldet. Französischer Pfarrer von feiner Haushälterin ermordet. — Die Täterin begeht Selbstmord. Einem ungewöhnlichen Verbrechen ist der Ortsgeistliche von Maincy bei Melun (unweit von Paris) zum Opfer gefallen. Er wurde mit durchschnittener Kehle 10 t in seinem Bett aufgefunben. Als Täterin konnte seine langjährige Haushälterin ermittelt werben, die sich nach vollbrachter Tat im Treppenhaus erhängt hat. Ueber die Beweggründe werden allerlei Permutungen geäußert. Man behauptet, baß bie Täterin schon lange Zeit infolge schwerer Schicksalsschläge an Schwermut gelitten habe. Furchtbare Explosion in einem portugiesischen Venzinlager. In einem Benzinlager in Alcanena (Portugal) ereignete sich eine gewaltige Explosion. Ein Mann würbe auf ber Stelle getötet, ad)t weitere liegen im Sterben. THaffenoergiffung durch verdorbene Lebensmittel auf Iava. — 80 Todesopfer. Auf Java sind in der Ortschaft Koboemen 80 Personen nach dem Genuß vergifteter Lebensrnittel g e ft 0 r b e n. Die verdorbenen Waren sind beschlagnahmt und zur eingehenden Untersuchung nach Batavia in ein Laboratorium gebracht worden. Feuergefechl zwischen Zollbeamten und Schmugglern. Aus Mukben wird berichtet: In ber Nacht zum 8. März versuchte eine Gruppe von Schmugglern in Pingk 0 w (Newzhwang) zu lanben; sie würben aber von ber Zollwache überrascht. Es kam zu einem Feuergefecht, bei bem vier Zollbeamte getötet unb fünf verletzt würben. Ein Schmugglerboot kenterte, bas nach Mitteilung ber Polizei"15 Tote und Verwunbete an Borb hatte. Zwei Boote ber Zollpolizei gingen in See unb konnten neun Schmuggler gefangennehmen. Verboten und aufgelöst. Hamburg, 8. März. (DNB.) Die Polizei teilt mit, Auf Grund des § 1 der Berordnun des Reichspräsidenten zum Schutze von Volt und Staat vom 28. Februar 1933 ist die „Evangelisch-kirchliche Gemeinschaft" in Hamburg für das gesamte Hamburgische Staatsgebiet verboten und a u f g e l ö st worden. Das Verbot ist erfolgt, weil ber Prediger der Gemeinde, ber vom Mischen zum evangelischen Glauben übergetreten war, unter bem Deckmantel bes Christentums einen unheilvollen, talmudisch-Mischen, ja sogar gesunbheits- gefährbeten Einfluß auf beutsche Volksgenossen ausgeübt hat. Er hat von ber Gemeinbe, bie ihn nur als ben armen, unterstützungsbebürftigen Prebiger kannte, Gelb unb Sachspenben jeher Art angenommen, so baß er sich ein Vermögen von über 60 000 RM. zusammentragen konnte. Oer Prozeß gegen Rintelen. Wien, 8. März. (DNB.) Die Fortsetzung ber Zeugenvernehmung im Rintelen-Prozeß am Freitagvormittag brachte nichts Neues. Rebakteur Maurer von ber „Reichspost" bestätigte bie Angaben, bie bereits früher Dr. Funber über eine Unterrebung, bie Maurer mit Rintelen hatte, gemacht hat. Der Neffe bes Angeklagten, Hermann Rintelen, gab Auskunft über bie Tätigkeit Rintelens am 23. unb 24. Juli. Er war bamals fast bauernd mit bem Angeklagten zusammen. Es sei ausgeschlossen, baß der Angeklagte irgendwelche Besprechungen oder Fühlungnahmen mit Nationalsozialisten gehabt habe. Der Staatsanwalt wandte sich dann dagegen, daß durch verschiedene Zeugenaussagen der Eindruck entstehen könne, als ob das gespannte Verhältnis zwischen R i n t e« l e n und Dollfuß einseitig von Dollfuß' Seite aus bestanden habe. Er beantragte zum Beweis dafür, daß diese Spannung wechselseitig gewesen sei, bie Labung bes Leiters ber amtlichen Nachrichtenstelle, Hofrat Weber, ber ein intimer Freunb von Dollfuß gewesen sei. Der Derteibiger protestierte energisch gegen biese Ladung unb führte aus, daß die Frage des Verhältnisses zwischen Dollfuß unb Rintelen ja nicht zur Entscheidung stehe, sondern die Frage, ob Rintelen an bem Putsch beteiligt gewesen fei, unb hierfür fei es boch von ziemlich nebensächlicher Bebeutung, ob zwischen biefen beiben Staatsmännern eine mehr ober weniger große Spannung bestauben habe. Im weiteren Verlauf bes Prozesses würbe ber Direktor ber amtlichen Nachrichtenstelle, Hofrat Weber, vernommen, ber befunbete, baß Bundeskanzler Dr. Dollfuß bem Angeklagten ziemlich mißtrauisch gegenübergeftanben habe. Sobann würben abermals umfangreiche Verlesungen vorgenommen, barunter auch ein Brief bes Bischofs von Seckau in Steiermark, H a w l i k 0 w f k i, ber sich recht günstig über Rintelen äußert unb ihm bas Zeugnis eines guten Katholiken, eines tüchtigen Organisators unb einer starken Persönlichkeit ausstellt. Aehnlich äußert sich ein anberer Priester in seiner Aussage. Die weiteren Verlesungen behanbelten nebensächliche Dinge. Der Verteibiger erklärte sich schließlich bereit, den oft genannen Stubenten Spitzy, bem bie Rolle eines Kronzeugen zukäme, nach Wien zu bringen, boch müßte ihm freies Geleit zugesichert werben. Er beantragte baher, baß ber Gerichtshof bie Erteilung eines solchen freien Geleits beim Bunbeskanzleramt erwirke. Der Staatsanwalt sprach sich scharf gegen diesen Antrag aus, und ber Gerichtshof lehnte ihn nach kurzer Beratung ab. Die Verhandlung würbe fobann auf Samstag vertagt. Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeorl Frankfurt. Das mächtige europäische Hochbruckgebiet hat sich weiter verstärkt unb zeigt bei Süd-Norwegen einen Barometerstand von mehr als 790 Millimeter. Deutschland liegt an seiner Südseite im Bereich einer kalten Nordost-Strömung, die jetzt auch uns weitere Frostverschärfung gebracht hat unb sich auf ganz West- unb ©Übeuropa auswirkt. Bei über- miegenb heiterem Wetter treten immer roieber einzelne Schneefchauer auf. Der Witterungscharakter bleibt vorerst erhalten. Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter unb nur vereinzelt auftretenbe Schneefälle, bei lebhaften nörblichen unb östlichen Winden. Fortdauer der Fröste. Aussichten für Montag: Im wesentlichen Fortdauer des vielfach heiteren Frostwetters. Lufttemperaturen am 8. März: mittags —2,4 Grad Celsius, abends —4,3 Grad; am 9. März: morgens — 6,2 Grad. Maximum —1,4 Grad, Minimum — 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. März: abends 0,5 Grad; am 9. März: morgens 0,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,3 mm. — Sonnenscheindauer 8,2 Stunden. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, —13 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Bewölkt, —14 Grad, 42 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Sauerland. Winterberg: Bewölkt, —13 Grad, 45 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski unb Nobel sehr gut. Schwarzwal b. Felbberg: Heiter, —17 Grab, 195 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski unb Nobel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter, —13 Grab, 70 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verharscht, Ski unb Rvbel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich W. Sange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für ben übrigere Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodo? Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck unb Verlags Brühl'iche Universitäts-Buch- unb Steinbruckerek R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr Zgr Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig Ihre Vermahlung zeigen an Eleliro-Ingenieur | Verkäufe Karola Wüstenhöfer, geb. Flett DieWehrmacht im Kampf 0939 Statt Karten! Hans CRinn und Frau Sylva, geb. Schulz 1406 A geben ihre Vermahlung bekannt \ MlliW MORGEN SONNTAG niKiwüi 1**1! Marburg, den 9. März 1935 0963 Anfang abends 8 Uhr! 1350 D Flugplatz-Cafe ab Samstag, den 9. März wieder eröffnet C. Pffell 1371 D und zum Bauen Äbermann 2323 - Eierhändler WW.MlÄWlVermietungen^ Vermiete FRANKFURT A. M. Herren und Damen %AfE EID E DRUCKSACHEN W C HX D EL Brühl'sche Druckerei u. Vollg. iseeD [Stellengesuche] Eintritt frei! 0971 Sie sind herzlich eingeladen. | Kaufgesuche | Bergschenke ng. unt. 0917 a. d. G. A. Sonntag,den 10.MärzI 935 ab 3Vz Uhr 0968 1358 D tert. Künstlerkonzert Flaschen zu unentbehrlich. HESA-Eierlegemischfutter Vertreter Farben und lacke Wir können es beweisen [Verschiedenes] iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmi iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii nachMannheim. Bild erb. u. Sx Frankfurt a. Main. isseV WAHDEÜfR CONTINIHTAI CHROM Wolf Netter&Jocobi Werke Aadolf hitler- POLYTECHNIKUM FRIEDBERG LH. kreundl. möbl. Zimm. m. elektr. Siebt z.vernr.0984 Lahnstr. 131. Karl Jockel 6., Tranks. Str. 27. hdes 34/35 NeuUnivers.Masch.f Tischler, Teilz., wie Hobel-Kreis. Bohr- u. Fräßm.500br. RM.900 ferner Bandsägen, Comb. Fräßen, Abrichten, Dickten u. Comb. neu und gebr. günstig, Horizontal Referenzen erforderlich. Schrift!. Angebote unter 1397V an die Geschäftsstelle des Gieft. Anzeigers. Bedeutendes Großunternehmen sucht iür den Vertrieb ihrer Spezial-Auto- und Motoren-Oele für den dortigen Bezirk einen Brück Camberg/Nassau. Win deut Evtl. Spesen - Zuschuß. Zuschriften u. F.DI. 80191 an Ala Anzeig.-A.-G., Frankfurt a. DI. für mein Büro zu Ostern gesucht 50)001111 Gerichtsvollzieh. Wernerwall 33. niken gesucht. Schr. Ar Gießen, Dolfstraße 15 Günst. Gel. [0982 üß. 333 (1405V) Näh.NeustadtSp a. d. Gieh. Anz. Mädchen z. 15. März oder 1. April gesucht, das in all. Hausarbeiten perfekt, zuverl., ehrlich u. bescheiden ist, zu 2 Erwachsenen mit 2jähr. Kinde. Schr. Ang. unt. 1401V a.d.G.A. Wollen Sie ein neues Garten- svalier herstell, oder ein neues Gartenhäuschen aufstellen, so fragen Sie erst bei Phil. Döll, Zimmergeschäft, Rödgen b.Giehen. [0949 Kennst du HESA nicht, so kaufe HE SA nur zur Probe ein, Und du wirst, wie viele andere, Sehr damit zufrieden sein. BoutlnieneVertretera.Verlrelennnen z. Verkauf eines erstkl. Haushaltgerätes f. Stadt u. Land gesucht V orzustellen: Haack, Bleichstr. 13 p, nachm. zwischen 4—6 Uhr. 1390V Heu,E»roh Oickwurz und Kuhwagen zu verkaufen bei W.Schleenbecker in Bieber bei Rodheim, sossk Büfett massiv Eiche, ölt. Form, billig zu verkaufen. [0974 Moltkestr. 21. Lastzug fährt Mittwoch KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. gesucht. Versand direkt ab Fabrik, jei günstigen Provisions-Auszahlungen. Angebote unter Dl 133 (1362V) an den Giehen. Anzeiger. 3Zimm,u.Küch., Nähe Giehen, sofort zu verm. Schr. Ang. unt. 0817 a. d. G. A. Samenhaus HESEMANN Gießen, Lindenplatz, Ruf 3851 Kellner1 23 Jahre alt, gute Garderobe, Grütze 1,72, sucht Stell, als Cafs- od. Hotelkellner, auch aushilfsw. Kanzleiberg 7. Darlehen 0958 „WemWg", Agent. Giehen, Franks. Str. 43. Zwecksvaruntern. Nur einmal zu vergeben! Inf. Krankheit verk. Existenz f. Hessen für 650 Mk. (einschl. kleinem Lager). Leichte Fabrikat., zirka 200% Reinverd. Schr. Ang. unt. 0952 a. d. G. A. Tages? maddien zum 15. März oder 1. April gesucht. Borzustell. 11-12 Uhr. [0975 Hitlerwall 12 p. Stube-Küche Büroräume Lagerräume Garagen ab 1. April 1935 zu vermiet. [0907 Marburger Strafte 34. Eiserne Gartentüre gestohlen worden. Wiederbringer erh. Belohnung. [0954 Alicenstr. 331. Gebrauchter Zwillingswagen gesucht. [095i Plockstrafte 5. Oickwurz verkauft [0955 Kathar.Seuling Alten-Buseck, Daubringer Strafte 30. Auto fährt n. Woche v.Mainz,Darm- stadt und Frankfurt nach Gieften und zurück und nimmt Güter jeder Art auf. Schr. Ang. unt. 0977 a. d. G. A. Neu Hergericht. 5-M-Blm. m. Bad, Balkon, Garten und Zubehör, in südlich, geschützter Lage Grünbergs, mit herrlicher Aussicht, zu vermie- 15iähr. Mädch., m. gut. Hand- schr., etw. Bork, i. Büroarb.,sucht Lehrst, in fein. Svezialgesch.od. Büro, auch als Svrechst.-Hilfe. Schr. Ang. unt. 0970 a. d. G. A. 3-Mobog. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 0976 a. d. G. A. 1,95 RM, 3,70 RM, 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 RM», Zu haben in nachstehenden Drogerien : C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Griinberg: Karl Schott u. sämtL Filialen. Laubach: Solms-Lau- bacher Drogerie Karl Klein. 274V Lehrling (männlich oder weibl.) z. baldig. Eintritt gesucht. Bed.:Grundlage in Stenographie u.Maschinenschr. Fortbildungsschulfrei. Schr. Ang. unt. 1376va.d.G.A. Eisenbahn- FahrbeamlenVerein Sonnt., 10.März, nachmitt. 3 Uhr, find, unsere diesjährige [1357V General- verfammlung verbunden mit d. Ehrung u.Ueber- reichung d.Jubiläumsgeschenke an die Jubilare im Vereinslokal „Stadt Wetzlar" statt. - Erschein, eines jed. dienstfreien Kollegen isr Pflicht. Ter Vereinsführer. Heuer Adler-Trumpf in den Adlerwerken n. Wahl auszusuch., Umstände halber um 200 DU. unter Kaufpr. z. haben Schr. Ang. unt. 0905 a. d. G. A. Garten in der Schützen- strahe gelegen, z. verpachten. [0004 Näheres: Wetzlarer Weg 55, 3. Stock links. SaatooMii neuere Nachbauten, verkauft zu billigsten Preisen Ernst Köhler Bettenhausen Lich-Land. »giv llblechkonstruldlonen Fahrradständer * Regale H Stahltore ♦ zu Gunsten des WHW., ausgeführt von 5 Musikkorps (200 Mitwirkende) unter Leitung des Obennusikmeisters Krauße. Eintrittskarten zum Preis von 0.50,1.— u. 1.50 RM. Vorverkauf bei den Ortsgruppenamtsleitungen der NSV., bei der Kreisamtsleitung Gießen, Löberstraße 9, Musikhaus Challier und Zigarrenhaus Moeser. — Die Volkshalle ist geheizt. Wohn-u.Schlalzimni. in gutem Hause, schöne Lage, zu vermieten. Schr. Ang. unt. 0993 a. d. G. A. oder verkaufe neuesLandhaus mit Nebenraum und Garten. Eignet sich als eine grotze Wohnung und zwei kleine mit je 3 Zimm, und Küche. Schr. Ang. unt. 1330V an 0. Gieh. Anz. iiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiii Kräft., ehrliches MÄDCHEN das Ostern die Schule verlätztu. gewillt ist, den Haushalt zu erlernen, zum 15.April gesucht. Vorzustellen zwischen 17 und 19 Uhr. [i39iv Gr.Steinw.26 1. Blaue Jacke, helle Jacke, dunkelblauer Trenchcoat- Mantel, lilagrauer Anzug u. 3 Hüte zu verkaufen. [0979 Gr. Steinweg 19 Aelteres Mädchen im Kochen verf., das selbständig arbeiten kann, in kleinen, ruhigen Haushalt (2 Personen) gesucht. Schr. Ang. unt. 1368va.d.G.A. Neu umgelegter Garten m. Obstbäumen, am Aulweg, Gröfte 640 qm, zu verp. [1407D Edm. Richter, Wilhelmstr. 2. die nur Private besuchen, für den Verkauf von Kleiderseiden zu verkauf. [0959 LaunSbach 4 u. Krofdorf 30. Mk. WO.- gegen monatlich. Rückzahlung ges. Schr. Ang. unt. 0965 a. d. G. A. Einen Kaufmann oder einen abgebauten Beamten könn. wir in unserem Autzendienst unterbringen. Wer Fleift und guten Willen besitzt und mit MenschenjedenStandes umgehen kann,wird im Rahmen unserer altangesehenen Gesellschaft vorwärtskommen, um so mehr, als wir zur Werbung wertvolles Adressenmaterial liefern. Bewerbungen mit näheren Angaben sind zu richten unter B 111 (1355V) an den Giehener Anzeiger. Fräulein, 37 I., ev., selbständ. im Haushalt, Jucht zum 15. März, evtl. spät. Stelle bei älterem Ehepaar in Gieften. Schr. Ang. unt. 1412V a.d.G.A. Weift emailliert, neuwertiger 95 x75 tiefgeb., zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 0980 a. d. G. A. öffentliche Handels-Lehranstalt der Industrie- und Handelskammer Gießen Llebigstraße 16 (Alte Klinik) Fernruf 2480 Höhere Handelsschule: Schulgeld RM.19.-, Abschluß entspricht der „Prüfung für praktische Kaufleute“. Zweijährige Handelsschule: Schulgeld RM.17.-, Abschluß mit „Mittlerer Reife“. Gründliche fachliche Schulung u.Erweiterung der Allgemeinbildung und nationalpolitischen Erziehung. Keine Nebengebühren. Keine Kurse. Eintritt nur an Ostern. Anmeldungen bis spätestens 15. April 1935. Verspäteter Eintritt nicht möglich. Prospekte kostenlos. es9D Markensirma sucht zur Mitnahme ihrer Keks- und Zwieback-Erzeugnisse gut eingeführten SfltöHinfaufs-Mlung eines erstklassigen Herren- Konfektions -Geschäftes mit 9tonet Maftschneidcrei wird intelligenter, gewandter jung. Mann aus guter Familie als Lehrling gesucht. Schriftliche Angebote unter 1373V an d. Gieft. Anz. Gebrauchtes MlNM (mögl. steuerfr.) gesucht. Schriftl. Ang. mit Preis u.0929a. d.G.A. Mutreinigunglm Frühjahr mit Reichels Wacholder „Medüo" wirkt durch Anregung von Niere, Leber und Darm, Unreinigkeiten u. Schärfen auflösend, ableitend und ausscheidend, erneuernd, wie ein Filter auf den inneren Menschen, packg. v. RM1.- an. 3n Drogerien und Apotheken erhältlich. | Stellenangebote | Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnis- abschrtsten dem 8c- werbungsjchretben bet- legen I — Lichtbilder undBewerbungsunler- lagen müßen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Fräulein sucht zum 1. Avril pass. Wirkungskreis . zur selbst. Führung eines srauenl. Haush. Schr. Ang. unt. 0978 a. d. G. A. LerftUttgsfähigev Vertreter z. Verkauf von Röstkaffee gesucht. Provisionsansvrüche usw. mit näh. Angaben über versönl. Verhältnisse u. seitherige Tätigkeit erbeten unt. Nr. 1395V a. d. GietzenerAnzeiger. lioterM Ludwigstraßelö WüLtoing (fortbildungsschulfrei) für das Büro einer mittleren Fabrik in Giehen v. Ostern oder früher ge- als Aufkäufer von gröfteren Eiermengen i. Umkreise von 50 km um Giehen gesucht. Gute Verdienstmöglichkeit. Beilrts-ßleroetroettuiigs- GeMsskUWske.s.m.b.s..GieW Telefon Nr. 2689. isseD [Hausmädchen in allen Haus- u Küchenarbeiten durchaus erfahr., sucht v. 15. 3.35 pass. Stell, i. gut. Hause, a. Hotel, Restaur. Erstkl. Zeugnisse vorh. Schr. Ang. unt. 0986 a. d. G. A. 22jähr., tüchtige Sfenotiipiftin m. gut. Zeugn., sucht in christlich. Gesch. i. Gieften Anstellung. Eintritt ab 15.März. Ausk. d. Geschst. d.G.A. [1408V wwn Gieften U04D Sonnt., 10. März 19 bis 21.30 UHL Autz. Abonnem., Kl.Pr.0,50-2,50 Frischer Wind aus Kanada. Heit. Begebenheit in 4 Tagen v. Müller-Nürn- berg. Drenst.,12.März 20 bis 23 Uhr Salambo. Mittw., 13.März 19.30 bis 22.30 Salambo. Tonn., 14. März 20 bis 23 Uhr Salambo. Freit.» 15. März 20 bis 23 Uhr Salambo. Samst.,16.März 20 bis 23 Uhr Salambo. Sonnt., 17.Märr 19 bis 21 Uhr Die Heimkehr des Matthias Bruck. Su«s.VS«kevmeiftev sucht gutgehende VaUkeret zu kaufen. Mittel vorhanden. Angebote unter NT 9307 an Anzeigengcscllschaft m. b. H. Aelt., im Kochen u. art. Hausarb. durchaus erfahr. Mädchen sucht Stelle in kleinerem Haushalt. Beste Zeugnisse vorhanden. 0950 Näheres: Goethestr. 22. Haus mit Werkstatt, f. jed. Betrieb passend, im Zentr., sehr bill. z. verk. Schr. Ang. unt. 0988 a. d. G. A. Men an der Lahn od. in der Nähe zu pachten gesucht. 1394V Tern, Steinstr. 13. Sehr billig zu verkaufen: Zimmertüren versch. Grötzen, Regale,klLheke, gr. Ladentisch, Leitern, Waren- ständ., Atravv., Herrn- u.Tam.- Büst.,kl.Waren- schrank. Näheres Q99oHitlerw.431 Wölls- oder MnWs direkt v. Besitzer gegen Barzahl, z. kaufen gesucht. Schriftl. genaue Ang. unt. 1403D an d. Gieh. Anz. Fabrikbesitz. Solin 26 I. alt, evgl., solid u. gesund, wünscht a. dies. Wege zw. Heirat, da es ibm an Da- menbekcmntschaft fehlt, eine evgl., nicht üb. 23 I. alte nette, blonde Dame a. ähnl. Familienkr. ken- nenzulern. Nur ernstgemeint.Zu- tchrift. m.neuest. 40 nim f. techn. Untern» a. erststell. Hpp., gut. Objekt, von kul., promptem Zinszahler ges. Zinsen nach Uebereinkunft. Schr. Ang. unt. 0985 a. d. G. A, Desholb'aber nicht verzweifeln9 Doppelherz ist das bewährte Kräftigungsmittel füralle.diesich mott und elend fühlen. Doppel* herz erneuert Blut und Körpersäfte. Bei Schlaf- Y losigkeit,Nervositätund V®’l Mattigkeit als Kräftigungsmittel Säemaschine (verstellb.Schubrad) 2 Meter Vorder- u. Hintersteuer, in gut. Zustande, sehr billig abzugeben. Schr. Ang. unt. 0992 a. d. G. A. Laden mit 2 Schaufenstern, in best. Lage, evtl, mit Wohnung, per 1. Avril 1935 zu vermieten. Schr. Angeb. u. 0969 Fahrrad-Anhänger z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 0987 a. d. G. A. Laden mit einem od. zwei Schaufenster» von leistungs- fähiger Firma 9b VII ttf F Ausführliche schriftliche Angebote unter 0983 an den Gieh. Anzeig. WMi mit sämtl. Zubehör sofort zu verpachten, auch a. Filiale geeign. Schr. Ang. unt. 0989 a. d. G. A. Schreibmaschine Remington Nr. 7 gebr., fehlerfrei, zu verkaufen. RM.35- [0978 Fochtmann, Marb. Str. 49 8 Zu verkaufen: iSchreibmasch.- Tisch m.Stuhl 1 Koviervresse versch. Tische. Zu erfr. in der Geschäftsstelle d. Gieh.Änz. [0072 gut eingeführten i Provisionsvertreter 6-Zylinder Opel 8/40, 6fach bereift, sehr gut erhalten, z. verkaufen. 1379V Näheres: Ederstrafte 3. Mleil m. Kückenben. in Nähe der Kli- Fallboole Gelegenheitskauf Schwarzhauvt Einer, fünffach Haut: 98,- Mk., Hart Zweier: 116,- Mk. 1393V Beide fabrikneu. Sporthaus Schwan. la Mlsliite billig abzugeben eventuell gegen schwerenWallach zu tauschen. i2s«v Frankfurter Strafte 159 v. Ein Vogelsberg, sprungfähiger Herdbuchbnllen guter Abst., zu verkaufen. 1409V Heinr.Häuserlll Burkhardsfelden «e W gegen bar zu kaufen ges. Schriftl. Ang. mit Beschreib. unt. 0958 an d. Gieh. Anz. Wohnung, Wartweg 30 4 Zimmer, Küche, Bad, Veranda nn Erdgeschoft, 1 Zimmer i. 2. St. (Zentralheizung) ab 1. April an ruhige Mieter abzugeben. 0942 Näheres im 1. Stock. MeilsUym ges.F.Lag.100b. 150 - bar erf., s. zweckl. Verk. d. Vertr. Zuschr. u. E.FL60 (1389V) an d. Gieh. Anz. Foto gesucht. Schriftl. Ang. m. näherer Beichreib. und Preis unt. 0962 an d. Gieft. An;. Gut erhaltener Herd z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 0956 a. d. G. A. SeiöWnleöe 800 x 800 mm,, gut erhalt., billig z. verkaufen. 0994 Carl Baum, Hammstr. 10. sucht. Schriftl. ... ----Ang. u. 1375V an d. Gieh. Anz. an 0. Gieft. Anz. daß fleißige und gewissenhafte Mitarbeiter (auch im Nebenberuf) monatlich 50.- bis 200.- RM. und mehr verdienen können. Die Leistungsfähigkeit und das Ansehen unserer Firma, planmäßige Einführung u. laufende Ünterstützg. durch große Propaganda usw. bereiten Ihnen den Weg zum besseren Weiterkommen. Schriftliche Angebote unter 1384V an den Gießener Anzeiger erb. Am Samstag, dem 9. März 1935, 20 Ehr, veranstaltet die Wehrmacht in der Volkshalle Gießen ein GROSSIKOMZ1ERT Einfach möbl. Zimmer mit voller Pension sofort zu vermiet. Schr. Ang. unt. 0957 a. d. G. A. Gut möbliertes Doppel- Lohnenden Verdienst erziel, bei Privatkundschaft eingef. Vertret.sow.Herr.o.Damenm.gr. Bek.- 0. Kundenkreis d. Vertr. uns. Qualilats-Röstkaffees Provagandaunterstütz., hohe Prov. ristkol., Kommissionslieferung. iseiv L F. 6. Kadelbach M. G. m. d. H., Bremen. Gefir. 1863, Grob-Rösterei, Postiach 475. liMataia wenig gebraucht, gibt ab UM Horst-Wessel* Wall 31. Frühjahrskur Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hoffheim I.Taunus 4 bei Frankfurt a. M. Telefon 214 / L n. IL Klasse I Ermäßigte Preise Prospekte durch S.-R. Dr. M. Scholze-Kahleyss Nervenarzt Löberstrafte 14 Sonntag, den 10. März, 20 Uhr: (WOIW (gcöBetesDetiatnatotium^OioO“ Mitwirkung: Gesangchor und Streickauartett. Tüchtiger, branchekundiger Verkäufer zum Besuch d. Malerkund- schäft gesucht. Schriftl. Angeb. an: Seitens & Spindler, Usingen tz Drei schöne Bttrorfiüme Bahnhofsnähe, z. 1. April, evtl, später z. vermiet. Schr. Ang. unt. 1378va.d.G.A. Schöne Eoger- raumlhotelten zum Teil mit Oberlicht, in der Nähe des Marktplatzes, geeignet für verschiedene Zwecke, preisw. zu verm. [v9si Zu erfragen: Marburger Strafte 5p. Mutter u. Tocht. suchen kleine Wohnung inruhigemHause für I.Maieventl. später. Schriftl. Angeb. unt.0936 an den Gieh.Anz. Alleinstehend.Herr sucht zum 1. Mai od.a.l.Juni 1935 zwei leere oder auch möbl. Zimmer in der Nähe des Bahnhofs. - Dampfheiz. und Mitben. d. Bad. gern gewünscht. Schr. Ang. unt. 1360va.d.G.A. | Wohnungstausch | Wohn.-Tausch. Geboten: schöne 6-Zimm.-Wohn. mit Bad usw. Gesucht: schöne 3-Zimm.-Wohn. m. Bad u. evtl. Heizung. Schr. Ang. unt. 1398Da.d.G.A. m. kl. Wohnz. u. evtl. Küchenben. z. vermieten.v98i Ebelstr. 261 r. mööl. IBoDn- U. Schlafzimmer mit 2 Betten u. kleine Küche sof. zu vermiet. 0991 Marllvl. 15, Laven öl Nr. 58 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 5amstag,Y.März;yZ5 Wehr und Waffen. Oie Dicke Bertha. Wer erinnert sich nicht mit Begeisterung und Stolz an die Tage des August 1914, als die Oberste Heeresleitung die Nachricht verbreitete, daß e s m i t Hilfe der 42-Zentimeter-Mörser, der „Dicken Bertha", gelungen sei, die modernen Forts der Festung Lüttich in Staub und Asche zu legen und zur Uebergabe zu zwingen. Die ganze Welt horchte auf. Es dürfte deshalb am Platze fein, dieser fast sagenhaft gewordenen Waffe zu gedenken und an ihre Leistungen und Erfolge zu erinnern, die im Gesamtbild des Kriegserlebnisses in den Hintergrund getreten sind. Das Werden und Vergehen dieser herrlichen Waffe, die der Soldatenmund mit dem Scherzwort „Dicke Bertha" belegte, und zwar nach dem Namen der Erbin des Hauses Krupp. Frau Bertha Krupp von Bohlen und Halbach ist für die meisten in geheimnisvolles Dunkel gehüllt, und es ist deshalb mit Freuden zu begrüßen, daß Oberstleutnant a. D. Karl Justrow es sich zur Aufgabe gestellt hat, in seinem soeben erschienenen Buch „Die Dicke Bertha und der Krieg" den Schleier zu lüften, der über diesem Geschütz auch heute noch schwebt, damit die kommende Generation sich ein Beispiel daran nehme, um später ein Gleiches und vielleicht noch Besseres auf diesem Gebiet der.Technik zu leisten. Zur Beruhigung der Gemüter kann gesagt werden, daß die Konstruktion dieses Geschützes den Feinden in seinen konstruktiven Einzelheiten nicht bekannt geworden ist, da sowohl sämtliche Geschütze als auch die Konstruktionszeichnungen rechtzeitig vernichtet werden konnten Der g e i st i g e Vater der „Dicken Bertha" war demnach der Techniker, der tatsächliche Vater die Firma Krupp. Neben dem Techniker ist auch noch der Chemiker zu nennen, der für den geeigneten Sprengstoff zu sorgen hatte. Als die Heeresverwaltung mit der Forderung der Konstruktion eines wirkungsvolleren Geschützes an die Firma Krupp herantrat, haben die Direktoren Dreger und Professor Rausenberger diese Konstruktion unter völliger Aufgabe der Beweglichkeit des Geschützes übernommen. Im Mai 1909 führte Krupp das 42-Zentimeter- Gefchütz zum ersten Male vor Die Geschoßfrage war damals noch wenig geklärt. Bei diesem Probegeschütz war eine dickwandige Panzergranate von 1160 Kilogramm mit einer 25-Kilogramm-Spreng- ladung und -einer Schußweite von 12 500 Meter vorgesehen. Die Vorführung dieses Geschützes befriedigte^ wenig. Der -^2-Zentimeter-Mörser wurde daher ^erst im Frübfahr 1911 unter dem Decknamen „Kurze Marine-Kanone" eingeführt. Auf Vorschlag des Vorsitzenden der Artillerie-Prüfungs-Kommission (APK.) General Siegel kam nun die Konstruktion und Erprobung einer wirkungsvolleren Langgranate von nur 930 Kilogramm Gesamtgewicht mit einer Sprengladung von 110 Kilogramm und 14 200 Schußweite zur Ausführung. Auch das dazu benötigte Geschütz wurde von Krupp konstruiert. Es hatte eine größere Beweglichkeit und konnte ohne Geleiszuführung und Bettungsgrube in die Feuerstellung gebracht werden. Um die Jahreswende 1913/14 konnte dieses erste Versuchsgeschütz erprobt und dem Kaiser in Kummersdorf vorgefübrt werden. Von der Vielseitigkeit der Prüfung aller Konstruktionsteile kann sich der Nichtfachmann kaum einen Begriff machen. Es seien hier nur einige erwähnt: Rücklaufbremsen, Zusammensetzung und Menge der Bremsflüssigkeit, Vorholvorrichtungen, Schraubenverschluß, Verbrennungsart des Pulvers, Bestimmung des Pulvers usw. Man muß dabei berücksichtigen, daß die Pulvergase einen Druck bis zu 4 000 000 Kilogramm ausüben, und daß Vorkehrungen getroffen werden mußten, daß Bedienungsmannschaften und Konstruktionsteile keinen Schaden nahmen. Welche Summe von Arbeit mußten hier die , Arbeiter der Stirn" leisten! Außerordentlich schwierig war auch die Frage zu lösen: Wo sollten die Geschoß- und Schußweite- Versuche vorgenommen werden, zumal hierbei auch die Frage der Geheimhaltung der Hebungen zu be- Kurzkurse für amerikanische Reserveoffiziere. X)0ti Major a. D von Belli. Man nennt zuweilen Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. An diesen Ausspruch wird man erinnert, wenn man in der Fgchzeit- schrift der Kavallerie der Vereinigten Staaten folgenden Satz liest: „Ein amerikanischer Durchschnitts- junqe mit ausreichender Schulbildung kann in 14 Tagen die Bedienung jeder Waffe der amenkani- fchen Armee erlernen. In derselben Zeit kann er etwas einmarschiert werden, sei es zu Fuß, zu Pferd oder auf dem Rücksitz eines Kraftfahrzeuges. Er kann lernen, feinen Offizieren zu gehorchen, und die hauptsächlichsten Obliegenheiten eines gemeinen Soldaten im Kriege zu erfüllen." Diefe Behauptung überrascht, besonders aus der Federern e s Generals, also eines Fachmannes, der sich zett- lebens mit dem Soldatenhandwerk beschäftigt hat Ganz so schnell, wie es hier behauptet wird, scheint der Durchschnitt der amerikanischen Jugend die militärische Ausbildung im allgemeinen aber doch nicht in sich ausnehmen zu können. Zwischen der Knegs- eiklärung im Frühjahr 1917 und dem <£rfci)einen stärkerer amerikanischer Truppen an der Front in Frankreich sind in Wirklichkeit erheblich mehr als 14 Tage vergangen. Immerhin weichen die amerikanischen Anpcylen über die Möglichkeiten einer Kurzbildung von unseren Ansichten auch sonst ziemlich ab. Dies sehen wir z. B. an der Art und Weise, wie die Ausbildung der amerikanischen Reserve- Offiziere gehandhabt wird. Die Vereinigten Staaten unterhalten im Frieden nur eine sehr kleine reguläre Armee mit mehrjähriger Dienstzeit. Daneben besteht eine freiwillige Miliz, die im Vergleich mit der gewaltigen Bevölkerungszahl ebenfalls als f e h r klein zu bezeichnen ist. Als dritte Wehrorgani- fation besteht daneben eine stattliche Zahl von Reserve-Offizieren, die schon im Frieden in Regimenter zusammenge- foßt sind, zu denen es aber im Frieden keine Mannschaften gibt. Diese Reserve-Ossiziere er- rücksichtigen war. Der Versuchsplatz der APK. in Kummersdorf hatte nur eine 10 Kilometer lange Geschoßbahn, außerdem sehr ungünstige Grundwasserverhältnisse, so daß jedes der blind verfeuerten Geschosse unweigerlich in die Tiefe versacken mußte und für Messungen und Untersuchungen verloren ginge. Auch die Verhältnisse auf dem Meppener Schießplatz waren ähnlich, vielleicht noch ungünstiger. Die eigentliche Prüfung der Wirkung (Haltbarkeit des Geschosses beim Aufprall und die Größe der praktischen Sprengwirkung) konnte aber nur durch den Versuch festgestellt werden. Endlich mußten aber auch die nötigen Ziele aufgebaut werden mit den nötigen Wand- und Deckenstärken. Auf Grund der Kriegserfahrungen kann man heute sagen, daß die tief in die Erde versenkte Betonkasematte in dem Wettstreit zwischen Beton und Geschoß den Sieg über die Geschoßwirkung davon- aetragen hat. Für die Verstärkung der am Ort gefesselten Betonbauten gibt es keine Beschränkung, für die Geschütze ist dagegen die äußerste Grenze erreicht. Das 42-Zentimeter-Kaliber wurde im Krieg nicht überschritten. Anfang 1912 konnte das erste 42-Zentimeter- Geschütz, nachdem die geschütztechnischen Versuche befriedigt hatten, der ÄPK. zur Verfügung gestellt werden. Wohin aber mit dem Geschütz? Man fand zwischen Jüterbog und Kummersdorf eine geeignete Geschützstellung, von wo man über das zivile Gelände hinweg auf den Jüterboger Platz schießen konnte. Das Geschütz arbeitete in allen Teilen ausgezeichnet, obwohl beim ersten Schuß beinahe ein schwerer Unfall vorgekornrnen wäre. Mit diesen Versuchen war aber noch nicht die Sprengwirkung der Granate gegen moderne Festungsbauten erprobt. Das Risiko eines normalen Beschüsses mit scharfgeladenen Geschossen konnte unter diesen Verhältnissen nicht übernommen werden, denn die Längenstreuung belief sich auf etwa 300 Meter, die Breitenstreuung auf rund 40 Meter. Ganz außerordentliche Schwierigkeiten bereitete auch die Konstruktion des Geschosses, des Zünders und der Sprengladung. Große Sorge bereitete auch die Beseitigung des Mündungsfeuers und -rauches, wodurch auch die beft getarnte Geschützstellung dem Feinde verraten werden konnte. Häufig wurde der Rauch in Form eines immer größer werdenden rotierenden und unheimlich heulenden Ringes hoch in die Luft geschleudert. Im Kriege konnte hier nur Täuschung des Feindes stattfinden, indem man in einigem Abstand von der eigentlichen Geschützstellung eine Scheinbatterie aus mächtigen Blechröhren, sogenannte Rauchring-Rohre aufstellte, mit denen man künstliches Mündungsfeuer und Rauchringe erzielte. Um nun unter allen Umständen einen praktischen Beschuß mit scharfgeladenen Granaten auf gefechtsmäßige Entfernungen gegen ein entsprechendes Ziel durchzuführen, wurde kurz vor dem Kriege der neue Pionier-Uebungsplatz Markendorf bei Jüterbog gebaut. Auch hier mußte der Beschuß von außerhalb durchgeführt werden. Alles war vorbereitet, um die Friedensvorbereitungen durch einen großen Wirkungsbeschuß zu krönen. Da brach der Krieg aus. Die „Dicke Bertha" wurde ins Feld ae- schickt, ohne ihren wichtigsten Versuch durchgeführt zu haben. Das Ziel-Fort ist dann später dem Versailler Friedensdiktat zum Opfer gefallen. Wie groß war nun in Wirklichkeit die Wirksamkeit der Geschosse der „Dicken Bertha"? Da das Geschütz mit verschiedenen Ladungen schießen konnte, die der jeweiligen Schußentfernung angepaßt waren, so war die Auftreffwucht bei Verwendung der größten Ladung und der dazu gehörigen größten Geschwindigkeit natürlich am größten. Sie betrug im Höchstfall 6000 mt bei dem eingebauten Geschütz, 3500 mt (Metertonnen) bei dem fahrbaren Geschütz. Zum Vergleich mit anderen Geschoßgrößen betrug Der Marschallfiab im Tornister. Dom Or. Unteroffizier zum Hauptmann. In der Zeitschrift des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten teilt Regierungs- Praktikant P u tz k e- u. a. mit: Der Unteroffizierstand kann heute mit Stolz schon darauf verweisen, daß es eine nicht geringe Anzahl ehemaliger Unteroffiziere gibt, die bereits Stabsoffiziere find ober a l s Komp.- Chefs in der Wehrmacht für das Vaterland dienen. In den meisten dieser Fälle handelt es sich um Unteroffiziere, die während des Weltkrieges wegen Tapferkeit zum Offizier befördert worden find. Wenn sie heute noch in der deutschen Wehrmacht Dienst tun, dann ist das Beweis dafür, daß sie nicht nur tapfer, sondern auch tüchtige und befähigte Soldaten sind, die alle Eigem'chaften eines tüchtigen Offiziers besitzen. Neben diesen prächtigen Frontkämpfern gibt es aber and) solche, die sich in den Jahren nach dem Kriege mit einer Zähigkeit empor- gearbeitet haben, die allgemeine Anerkennung verdient. Das gilt u. a. für Willi Reib ert, der den Angehörigen der Wehrmacht durch die Herausgabe seines Instruktions - Buches „D e r Dien st unterricht im R e i ch s h e e r" schon bekannt geworden ist. Kamerad Reibert wurde im September 1900 in einem oberhessischen Dörfchen bei Friedberg geboren. Nach vollendetem 15. Lebensjahre trat er in die Kgl. Preuß. Unteroffiziervorschule Weilburg -ein. Im Oktober 1917 versetzt zur 3. Komp. Unteroff-Schule Wetzlar, wurde er einer der ersten Gefreiten des Jahrganges. Von Mitte 1919 ab gehörte er als Oberjäger den Marburger Jägern an. Im Jahre 1921/22 unternahm Reibert den ersten Versuch, die Osfizierslauf- b a h n einzuschlagen. Irgendwie klappte es nicht. Nun setzte er alles in Bewegung, um ans Ziel zu gelangen. Durch Privatunterricht, den Besuch der Heeresfachschule und einem verhältnismäßig kurzen Besuch der Oberrealschule erreichte er in kurzer Zeit das erste Ziel, das Abitur. In dieser Zeit saß Kamerad R. nicht nur hinter französischen Vokabeln usw., sondern dieselbe Zeit wurde auch noch dem Jnstruktionsbuch gewidmet Dieses Buch brachte ihm die persönliche Anerkennung des damaligen Chefs der Heeresleitung, des Generalobersten Heye, ein. Bald war er Unteroffizier, Feldwebel und Oberfeldwebel. Der Oberfeldwebel wurde Student, und nach dem 6. Semester bereits Referendar. Zum Oberfeldwedel und Referendar kam die Würde eines Doktors der Rechte hinzu. Im Frühjahr 1934 legte er das große Staatsexamen ab das ihm die Ernennung zum Regierungsassessor einbrachte. Das Reichswehrministerium aber hat das unermüdliche Streben des Dr Oberfeldwebels belohnt, indem es ihn zum Hauptmann und Komp. - Chef im 15. Jnf.- Regiment ernannte. Die deutschen obersten militärischen Führungen haben das Wort vom „Marschallstab im Tornister" immer zu verwirklichen versucht. Nur Dummheit und Böswilligkeit konnten in der Vergangenheit dem deutschen Offizierkorps unterstellen, es wehre sich gegen die nicht zünftigen Eindringlinge. Kein Wort war törichter als dieses. Wenn alle Stände Deutschlands so aufgeschlossen jedem tüchtigen Könner ihres Faches gegenüberstünden, dann würde das sicher nicht zum Schaden der Berufsstände ausschlagen, so wie wir auch wissen, daß die dem Unteroffizier- und Mannschaftsstande entstammenden Offiziere der deutschen Wehrmacht jederzeit unter Beweis stellen werden, daß sie würdig und fähig sind, die Achselstücke zu tragen. gangen sich größtenteils aus den an vielen Mittelund Hochschulen bestehenden Reserve-Offizier-Ausbildungskorps. Sie müssen sich im Kriegsfälle ihre Truppe im Laufe von Monaten aus neueinge stellten Rekruten bilden. Jedem der nur aus Reserve-Offizieren bestehenden Regimenter wird im Frieden ein aktiver Offizier a l s Lehrkraft beigegeben. Dieser und der Reginäentskommandeur, der selbst der Reserve angehört, müssen zusammen versuchen, die Offiziere des Regiments neben ihrem bürgerlichen Beruf zu freiwilligen Planübungen, Vorträgen, taktischen Aufgaden und dergleichen zusammen zu bekommen. Die sinzige praktische Ausbildung bilden daneben vierzehntägige Lagerübungen. Aber nicht einmal diese finden regelmäßig jedes Jahr statt, weil die bewilligten Geldmittel dazu nicht ausreichen. Während der vierzehn Uebungs- tage werden die Resi'.roe-Offiziere entweder zu einem aktiven Truppenteil, der ihnen als Uebungs- truppe dient, eingezngen ober sie üben für sich allein. Zuweilen werden die Reserve-Offiziere auch als Ausbildungspersonal bei den freiwilligen Sommerkursen für junge Leute, den sogenannten militärischen Bürgerausbild.^ngslagern, verwendet. Die den Reserve-Regimentern zugeteilten aktiven Offiziere schildern dann itnb wann in Fachzeitschriften den Verlauf solcher Hebungen, so daß wir ein Bild davon bekommen, was in dieser kurz bemessenen Ausbildungszeit getrieben wird. So hat z. B. kürzlich der zürn 315. Pionier-Regiment kommandierte aktive Major in der Zeitschrift „The Military Engineer" den Verlauf der Hebung 1934 in etwa folgender Weise geschildert: C£s waren 53 Offiziere zu dem vierzehntägigen Ueßungslager eingerückt. Als Hebungstruppe stand zeitweise ein aktives Pionier-Bataillon zur Verfügung. Die Offiziere wurden ihrer beabsichtigten KriegsverwPndung entsprechend auf alle Führer- und Hnter führerstellen eines kriegsstarken Pionier-Regiments eingeteilt. 5.30 Hhr begann der Dienst mit Leibesübungen. Es qab ferner R e i t u n t e r r i ch t, da die Pionier- Offiziere im Kriege beritten sind. 14 Tage sind zwar sehr kurz, um reiten zu lernen. Wir wissen aber aus der Erfahrung des Weltkriegs, wie überraschend schnell sich manche Kriegsosstziere mit dieser Schwierigkeit abgefunden haben. Die Vorliebe des Amerikaners für militärische Aeußerlichkeiten zeigt sich darin, daß trotz der wenigen zur Verfügung stehenden Tage mit den Mannschaften des aktiven Pionier-Bataillons formell exerziert wurde, um den Offizieren Gelegenheit zum Kommandieren zu geben. Seltsamerweise wurde auch auf den Gebrauch des Degens zu Fuß wie zu Pferd Zeit verwendet. Revolverschießen wurde sportmäßig betrieben. Die praktische Ausbildung in der Feldbefesti- g u n g erfolgte in der Weise, daß jedem Offizier Gelegenheit gegeben wurde, die Lage von Befestigungsanlagen für einen Zug im Gelände zu bestimmen. Im übrigen bestand dieser Teil der Ausbildung großenteils in Anschauungsunterricht. Dazu waren von der regulären Truppe Musterstücke aller Arten von Hnterständen und sonstigen Anlagen geschaffen worden. Die Herstellung von Drahthindernissen wurde praktisch durchgeführt. Erst bauten aktive Mannschaften ein Muster. anschließend wurden Bautrupps aus den Offizieren zusammengestellt Auch die Zerstörungsarbeiten wurden praktisch vorgeführt. Es wurden Schienen unterbrochen, Bäume gefällt, Minen gesprengt usw. Vom Maschinengewehr wurden der Mechanismus, die Pflege und das Gurten der Patronen gezeigt. Die Offiziere schossen ferner selbst mit dieser Waffe am Schießstand. Auf Befehl von höherer Seite wurde besonderer Wert auf die Bekämpfung von Tief-Fliegern gelegt. Dazu wurde eine Stunde theoretischer Hnterricht an der Wandtafel erteilt; anschließend wurde mit dem schweren Maschinengewehr gegen Luftziele geschossen. Der taktischen Verwendung von Maschinengewehren und Minenwerfern waren zwei Unter* richtsstunden gewidmet. Ein halbtägiger Hebungsritt führte den Offizieren das Verteidigungssystem einer Infanterie-Division vor. Die ganze Gliederung nach der Tiefe von den Vorposten bis zu den Reserven wurde im Gelände gezeigt. In der Haupt- widerstandslinie wurde die Lage der Beobachtungsstellen und der Stützpunkt bestimmt. Ein Stützpunkt wurde in allen Einzelheiten durchgesprochen. Auch Zeit- und Arbeitsbedarf-Berechnungen fehlten nicht. Für den Bau einer Schiffsbrücke mangelte es an dem nötigen Gerät. Immerhin die Auftreffwucht 2000 mt bei einer 30,5-cm-, 600 mt bei einer 21-crn- und 200 mt bei einer 15-cm-Gra- nate. Die Leistung der Detonationsgase betrug bei der 42,0-cm-Grcmate 38 000 mt 30,5- „ 14 000 „ 21,0- „ 6 000 „ 15,0- „ 1 500 „ Die Wirkung der 42-cm-Granate war also ganz gewaltig. Die reine Bewegungsenergie der 42-cm- Granate kommt, um ein Vergleichsbild zu gewinnen, derjenigen von 4 je 50 Tonnen schweren v-Zug- roagen bei 90 km Stundengeschwindigkeit gleich. Der l)-Zug würde an dem Betonblock glatt zerschellen, ohne den Block zu zertrümmern, während die Granate sich mit ihrer Hartstahlspitze in den Beton eingräbt und ihn vernichtet. Dabei muß die Zündvorrichtung so eingerichtet sein, daß die Granate erst krepiert, wenn sie tief eingedrungen ist. Während sich die 42-cm-Granate bei den älteren belgischen und nordfranzösischen Forts gut bewährte, hat sie sich gegen die neuzeitlichen und tiefversenkt angelegten Betonräume, insonderheit gegen die Außenwerke der Festung Verdun, als machtlos erwiesen. So steht z. B. fest, daß das Fort Manon- viller, 12 km östlich von Luneville, dessen Betonkasematten durch den Beschuß mit der 42-cm-Granate keineswegs zerstört war, Ende August 1914 nur deswegen die weiße Fahne hißte, weil die Lüftungsanlagen zerstört und starke Gasschwaden der 42-cm-Gefchoffe in das Fort eingedrungen waren und auf die noch kriegsungewohnte Mannschaft lähmend eingewirkt hatte Die „Dicke Bertha" durfte, da sie kostbar und nur schwer zu ersetzen war, nur gegen stärkste Ziele Verwendung finden, denn jeder Schuß kostete 1500 RM. (1000 RM. Munition und 500 RM. Amortisation). Das Geschütz selbst kostete fast eine Million RM. einschließlich Troß und Zubehör und besaß nur eine Lebensdauer von 2000 Schuß. Die dicke Wand der 42-cm-Granate zersprang in rund 15 000 Splitter, so daß die Wirkung z. B. im Kampf gegen befestigte Städte ganz ungeheur gewesen wäre. Leider wurde im Krieg eine Anzahl 42-cm-Geschütze durch Rohrkrepierer verloren, wobei das Rohr vollkommen auseinandergerissen wurde. Die Hrsache wird auf das Geschoßmaterial, auf den Zünder oder die Sprengladung, nicht aber auf die Geschütz- konstruktion zurückgeführt. Bei Beginn des Krieges standen nur zwei 42- Zentimeter-Eifenbahnbatterien (Gamma-Gerät) zu je zwei Geschützen, eine fahrbare 42-Zentimeter- Batterie (M.-Gerät) zu je zwei Geschützen zur Verfügung. Kurze Zeit darauf folgte dann noch eine Halbbatterie zu einem Gamma- Geschütz. Die Tatsache, daß Offiziere und Mannschaften im Frieden nicht genügend eingearbeitet werden konnten, hat uns im Kriege viel Lehrgeld gekostet. Bei den Kämpfen um die Forts von Lüttich am 12. August und den folgenden Tagen hat die fahrbare Batterie (M.-Gerät) ihr Wort mitgesprochen. Sie hat bis zum 6. Oktober nicht weniger als sechs Forts niedergekämpft und damit die Heberlegenheit des M.-Geräts über das Gamma-Gerät klar bewiesen. Sie war es, die den Ruhm der „Dicken Bertha" begründet hat. Nach einem glücklichen Treffer in das Munitionslager des Forts Loncin flog dieses auf einmal in die Lust. Die Eisenbahnbatterien waren zu schwerfällig und zu solchen Glanzleistungen nicht befähigt, sie konnten nach Zerstörung der Eisenbahnen im Feindesland den Operationen zunächst nicht mehr folgen. Von den Eisenbahnbatterien wurde je eine am rechten und linken Flügel unserer Heeresfront in Belgien bzw. Lothringen eingesetzt, gegen Antwerpen und gegen das oben erwähnte Fort Manonviller. Dieses wurde nach 158 Schuß in eineinhalb Stunden zur Hebergabe gezwungen. Weiter wurde die „Dicke Bertha" gegen Befestigungen an der serbischen und russischen Grenze verwendet. Inzwischen mar ihre Zahl verdoppelt worden. So wurden u. a. neun der 40 mächtigen Brückenbogen bei Dammerkirch mit 50 standen Faltboote zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe wurde ein 15 Meter langes Stück einer Brücke gebaut. Der Gasschutz wurde theoretisch und praktisch gelehrt. Eine mit Tränengas durchsetzte Nebelwand wurde erst mit, dann ohne Maske durchschritten. Heber den Nachschub an Pioniergerät wurde Hnterricht erteilt, ebenso über die Wasserversorgung einer Division. Dabei wurden die fahrbaren Geräte, um Wasser trinkbar zu machen, vorgeführt. Den Höhepunkt bildete eine dreitägige Rahmenübung. Eine Division sollte nach gelungenem Flußübergang eine Brückenkopfstellung ausbauen. Die Offiziere mußten die nötigen Erkundungen ausführen und die zu erstattenden Meldungen oder die zu erteilenden Befehle schriftlich ausarbeiten. Die Hauptwiderstandslinie wurde am Ende des Tages abgegangen. Dabei erhielt jeder Gelegenheit, über seine Maßnahmen vorzutragen. Am folgenden Tage wurde die Instandsetzung des Wegenetzes hinter der Front zum L»hr* gegenstand gemacht. Abends wurde ein notwendig werdender Rückzug über den Fluß angenommen. Dies gab Anlaß zur nächtlichen Anlage von Laufstegen und zum Bau einer Schiffsbrücke am dritten Vormittag. Die nötigen Erkundungen und fchrift- ' liehen Arbeiten wurden durchgeführt. Auch die Geselligkeit kam zu ihrem Recht. Dieser Punkt spielt bei der Freiwilligket, auf der das ganze System beruht, eine nicht unbedeutende Rolle. Im Falle des 315. Regiments ist der angestrebte Zweck der geselligen Veranstaltungen jedenfalls erreicht. Das Regiment ist so beliebt, daß sich junge Leute, die noch dem Reserve-Offizier-Aus- bildungskorps einer Schule angehören, bereits vormerken lassen. Es ist klar, daß eine Ausbildung, deren praktischer Teil auf solchen, nicht einmal alljährlich stattfindenden kurzen Sommerübungen beruht, keine feste Grundlage für den Ernstfall ergeben kann. Wo aber alles nur freiwillig geleistet wird, und wo vor allem keine drohende Kriegsgefahr ein höheres Maß von Abwehrbereitschaft nötig macht, muß sich die Wehrmacht mit dem Erreichbaren begnügen. Es ist immerhin beach. tenswert, was sie aus der äußerst kurzen verfügbaren Zeit herauszuholen versteht. „Hat man sein typisches kommt." stab ausgeübte Praxis Frankreichs. Daß endlich Deutschland die Eingeborenen in seinen Kolonien bedrückt haben foU, ist eine Lüge, die schon vor Jahren der jetzige Lord Snowden eine „kostspielige und unwahre Weltpropaganda" genannt hat. Hiernach beginnt der positive Teil des Funkspruchs. Er lautet: „Was sind die berechtigten Ansprüche Deutschlands? Daß es einen Zugang zu den Tropen mit ihren Rohstoffen braucht, daß es ein Gebiet für seinen Bevölkerungsüberschuß notwendig hat, daß nach den vorgeschlagenen Friedensbedingungen die Eroberung keinen Rechtsanspruch der Gegner begründet." In diesen Sätzen liegt der Kern des hier abgegebenen Gutachtens über die Frage der deutschen Kolonien. Wäre beim Friedensschluß danach verfahren worden, so wäre Deutschland heute noch als Kolonialmacht ungeschädigt. Die Siedlungsfrage mag hier auf sich beruhen, weil sie für die Entwicklung der Kolonien als Rohstofflieferanten weder positiv noch negativ entscheidend ist. Auch auf die Fortsetzung des Funkspruchs über die Interessen der Eingeborenen in den Kolonien gehen wir nicht weiter ein. Wollte jemand die deutsche Kolonialverwaltung vor dem Kriege kurz charakterisieren, so brauchte er sich da zu nur derselben Sätze, die im Funkspruch als Forderung auftreten, in der einfachen Berichtsform zu bedienen. Mehr als einer von unseren Kriegsgegnern hätte Anlaß gehabt, wenn ihm der Funkspruchkatalog über die „Interessen der Bevölkerung" vorgehalten wurde, zu bekennen: Gott sei mir Sünder gnädig! Oberst House war ein Gegner Deutschlands, aber er war ein ehrlicher Mann. Darum mußte er anerkennen, daß Deutschland eigene koloniale Rohstoffgebiete nötig hat. Eine Ergänzung zu den Sätzen Houses gab im Januar 1926 der damalige Vizepräsident der französischen Deputiertenkammer, Ferdinand B u i s s o n , mit den Worten: „Die Reichsregierung muß ihren Industrien ein genügendes Absatzgebiet verschaffen. Das ist nur durch Wiedergewinnung der Kolonien möglich. Deutschland muß durchaus seine überseeischen Besitzungen zurückbekommen, um seine Produkte absetzen zu können." Buision ist aber keineswegs der einzige Franzose mit solcher Einsicht. Gerade vor einem Jahr veröffentlichte der damalige französische Innenminister, frühere Ministerpräsident Charakter, so hat man auch Erlebnis, das immer wieder Fr. Nietzsche. Schnelligkeit des Verkehrs, die Humanisierung des Strafrechts, die Befreiung des einzelnen Individuums von der Bevormundung durch den Staat und die Kirche (Pressefreiheit, Glaubensfreiheit u. a. m.) als Fortschritt schlechthin zu bewerten und einen Zustand, der diese Errungenschaften nicht aufweist, als kulturlos, als Barbarei oder als Rückständigkeit zu betrachten. Will man feststellen, was bei all diesem Fortschritt wertvoll ist, so muß man zuvor eine Rangordnung der Werte aufstellen, an denen gemessen bestimmte Erscheinungen daraufhin beurteilt werden können, ob sie als Fortschritt anzusprechen sind oder nicht. Eine solche allgemeingültige Rangordnung aufzustellen, ist aber nur dann möglich, wenn sie vom Standpunkt einer be stimmten Welt- und Lebens- anschauung aus erfolgt. Solange nicht eine Einheitlichkeit der weltanschaulichen Grundlagen erzielt ist, wird der Beoriff „Fortschritt" stets Zweifel- haft erscheinen müßen, jedenfalls niemals eine innere Zustimmung aller oder der Mehrheit, die zu einem bestimmten Kulturkreis gehören, finden. Selbst gegen Erscheinungen, die ganz eindeutig als Fortschritt zu bewerten sind, können von einem anderen weltanschaulichen Standpunkt Skepsis und Zweifel geltend gemacht werden. So gilt im allgemeinen als unbestreitbar, daß die leibliche und geisti-ge Gesundheit ein erstrebenswertes Ziel, ein unbedingter Wert ist, wenngleich (hier beginnen schon die Zweifel!) ein Mensch noch nicht viel Wert zu haben braucht, wenn er nichts anderes als „gesund und munter"* ist, und leidende Naturen geistig außerordentlich produktiv sein können („Aus meinen großen Schmerzen, mach' ich die kleinen Lieder", Rob. Schumann). Descartes, Chopin, Nietzsche u. a. hervorragende Geister waren rhr lebtaglang kränklich und körperlich leidend. Ein Fortschritt wird aber doch wohl dann oor- , liegen, wenn d i e Bevölkerung eines Landes im Laufe der Zeit gesünder geworden ist, d. h. wenn die Zahl der Erkrankungen und der Todesfälle während einer bestimmten Zeitspanne abgenommen hat. Auch das kann nicht schlechthin gelten. Denn es ist schwerlich erstrebenswert, daß । durch einen sehr großen Aufwand von Mitteln ein sieches Leben auch dann aufrechterhalten wird, ' wenn aller Lebenswille geschwunden, eine, Ge» . nesung ausgeschlossen erscheint, und der betreffende lediglich eine Quelle des Schmerzes und der Sor- : gen für feine Umgebung ist. Eine Aufrechterhaltung minderwertigen und siechen Le- i bens erfolgt doch immer auf Kosten der Jungen und Rüstigen, die zumindest die Mittel aufbringen : müssen, um die Siechen zu erhalten. Wir sehen Schuß ie hervorragenden Leistungen der „Dicken Bertha in da^ nichtige Licht zu stellen, und wie der Verfasser sehr richtig sagt: „Die körperliche Ertüchtigung geht zwar der geistigen voran: mens sana in corpore sano. Jrn Geiste aber ruht die Macht, welche alles lenkt und leitet, welche die Materie zur Konstruktion formt, welche unter Anerkennung einer höheren Macht nicht gegen die Natur der Dinge handelt und welche allein die militärische Schwache zu überwinden vermag, unter der wir leiden. Möge die heutige Jugend nicht blind an den Erfahrungen der Vergnngenhe.it voruberge-hem $ Zwanzig Jahre Stahlhelm. Vor nunmehr 20 Jahren schlug die Geburtsstunde des deutschen Stahlhelms. Im Februar 1915 wurden die er st en Formationen des deutschen Frontheeres an der Westfront mit bem Stahlhelm ausgerüstet. Der mittelalterliche „Schalle r" fand seine Auferstehung. Der Stahlhelm verdrängte die Pickelhaube und niit ihr all' die anderen Helmformen. Ein seltsamer Weg führt bis zum Stahlhelm. Dom Schalter angefangen Über Pelzmützen, Dreispitz und Pickelhaube hinweg wieder zurück zum Ritterhelm. Unendlich vielen hat er das Leben gerettet. Oberst Bauer, der damalige Abteilungschef in der Obersten Heeresleitung, schreibt in seinen Erinnerungen: Die Einführung des Stahlhelms war ein alter Lieblings- gedanke von mir. Bei einem Versuchsschießen gegen Dr. Schacht hat in seiner Rede auf der Leip- 1 ziqer Frühjahrsmesse gesagt, es zeige sich immer klarer, daß für einen Industriestaat der Besitz l kolonialer Rohstoffgebiete als Ergün- : zung der heimischen Wirtschaft unerläßlich ist; unser Transferproblem wäre auch viel leicht, wenn wir einen erheblichen Teil unseres Rohstoffbedarfs innerhalb eines eigenen kolonialen Währungsbereichs erzeugen könnten. Dieser Appell an die Vernunft des Auslandes wird die deutsche Kolonialfrage hoffentlich ein Stück weiterbringen. Dr. Schacht hat aber Vorgänger sogar unter unseren früheren Kriegsgegnern, an die zu erinnern wichtig und interessant ist. Gleich der erste und — durch den Zeitpunkt, zu dem er sprach — bedeutendste ist Wilsons Vertrauensmann in Europa während des Weltkrieges, Oberst House, in seinem Lyoner Funkspruch vom 19. Oktober 1918. Der Funkspruch ging auf Ersuchen Wilsons nach Washington und bezog sich auf die praktische Durchführung der Vierzehn Punkte. Von diesen lautete Punkt 5 bekanntlich: „Freie weitherzige un- bedingt unparteiische Schlichtung aller kolonialen Ansprüche, unter strengster Beobachtung des Grundsatzes, daß bei der Entscheidung aller solcher Souoeränitätsfragen die Interessen der betreffenden Bevölkerung gleiches Gewicht haben müssen, wie die berechtigten Ansprüche der Regierung, deren Rechtstitel bestimmt werden." Daraufhin fürchtete man in Frankreich, alle Kolonialfragen sollten als offene behandelt werden. Oberst House stellt in seinem Funkspruch zunächst fest, daß es sich nur um die mit dem Krieg zusammenhängenden kolonialen Ansprüche handle. Danach untersucht er die „berechtigten" Ansprüche England und Japans (von Frankreich ist merkwürdigerweise nicht die Rede) gegen eine Rückgabe der Kolonien an Deutschland, und stellt fest, diese Mächte hätten ein Einspruchsrecht 1. gegen die Verwendung der Kolonien als Häfen für Unterseeboote, 2. gegen die Bewaffnung und Unterdrückung der Eingeborenen, und 3. gegen „Intrigen", die ihren Ausgang vom deutschen Kolonialbesitz nehmen könnten, lieber diese Einwände ist kein Wort zu verlieren. Deutsche koloniale Intrigen hatesnie gegeben, koloniale U-Boots- Häfen kommen auch nicht in Frage und die Bewaffnung afrikanischer Eingeborener zur Verwendung außerhalb der Kolonien ist die im größten Maß- Diese Frage zu stellen, ist heute möglich, denn der Fortschrittglaube, von dem unsere Väter noch erfüllt waren, ist erschüttert und zwar nicht nur in Deutschland, sondern im ganzen westeuropäischen Kulturkreis. Aber zunächst kommt es darauf an, festzustellen, was unter „Fortschritt" zu verst e h e n ist. Darunter versteht man den Willen des Einzelmenschen sowohl, wie der menschlichen Gesellschaft als Ganzes, immer vollkommenere Daseinsformen zu schaffen und in aufsteigender Linie, sich von einem Naturzustand entfernend, seinen Geist und seine Fähigkeiten immer mehr auszubilden und zu vervollkommnen. Daß den Fortschritt zu fördern und ihm zu „dienen" Aufgabe und Pflicht jedes Menschen und auch des Staates sei, galt und gilt auch heute wohl noch als kaum zu bestreitende Selbstverständlichkeit. Zweifel stellen sich erst dann ein, wenn man danach fragt, was denn eigentlich Ziel und Zweck dieses Fortschrittes ist, worin die Vervollkommnung bestehen soll, wann wohl der Fortschritt zum Abschluß gekommen sein wird, was eigentlich als Endziel, als Ideal vorschwebt — denn es kann doch nicht ein sinnvolles Fortschreiten ins Leere geben. Sobald man auf diese Fragen keine bündige Antwort erhält, entstehen weitere Zweifel. Zum Beispiel die Frage, wie sich die einzelnen Kulturkreise (die Antike, der deutsche, der französische, der englische Kulturkreis) z u e i n - ander verhalten; ob sie unabhängig von einander bestehen oder sich gegenseitig beeinflussen, ob das 19. Jahrhundert unbedingt einen Fortschritt gegen die vorhergehenden darstellt und so weiter. Ja man fragt sich — ob es i n n e r h a l b der einzelnen Kulturkreise ein Aus und Nieder und em schließliches Absterben gibt; ob hier bestimmte Gesetzmäßigkeiten obwalten und, wie Spengler behauptet, jede Kultur bestimmte, bei den einzelnen Kulturen gleiche Züge aufweisende Stadien durchläuft und unvermeidlich in einer zivilisatorischen Verflachung und schließlich in einen „Untergang" der einzelnen Kulturen ausmündet uud die Vorstellung, daß es unaufhörlich „aufwärts" und „vorwärts" gehe und die Menschheit „immer besser und vollkommner" werde, gänzlich abwegig Ist. Um zu diesen Fragen Stellung zu nehmen, betrachten wir die Erscheinungen, die wir gewohnt sind als kulturellen Fortschritt der Neuzeit, insbesondere des 19. Jahrhunderts, zu bezeichnen. Wir haben uns gewöhnt, vor altem die Steigerung der produzierten Gütermengen, die Leichen etwa im Jahre 1900 hotte ich gesehen, wie s e l b st kleinste S p r e n g s p l i 11 e r von wenigen Milligramm noch den Lederhelm und das Schädeldach durchschlugen .. Wiederholt habe ich deshalb später im Generalstab die Einführung eines Stahlhelms vorgeschlagen — zuletzt 1912, jetzt (Anfang 1915) kam mir Geheimrat Bier (der berühmte Mediziner) zu Hufe, der in einem Bericht anschaulich die Wirkung dieser kleinsten Sprengstücke im Gehirn schilderte: Siechtum, Verzweiflung, Selbstmord. F a l k enhayn griff die Idee des Stahlhelms, als ich sie ihm vortrug, mit Energie auf, das Kriegsministerium erhielt entsprechende Anweisung, ich selbst gab Krupp kurz an, wie ich mir den Helm dachte.. Er ist dann im wesentlichen auch so geworden ... Sehr bald griffen auch d i e Gegner diesen Gedanken au:' und somit wi^de er für den Weltkrieg die bestimmende „Behauptung" des Soldaten. Nach Friedensschluß haben alle Armeen ixn Stahlhelm beibehalten. Verschiedenartig ist seine Form; ohne Ueberhebung kann aber gesagt werden: An sinngemäßer Formenschönheit kommt keine der vielen Arten dem deutschen Stahlhelm gleich. Für uns Frontsoldaten ist er zum Symbol geworden; unter ihm haben wir vier Jahre an der Front gekämpft. Der Bund der Frontsoldaten hätte für fein Wollen und Wirken kein männlicheres, soldatischeres und schöneres Symbol finden können als den Stahlhelm. In seinem Namen und Zeichen hat er vierzehn Jahre um ein besseres Deutschland gerungen, sein Zeichen leuchtet im Verein mit dem Hakenkreuz den alten Frontsoldaten im NSDFB. (Stahlhelm) vorauf. und Kolonialminister Albert Sarraut einen Artikel, in dem er erklärte: „Vielleicht konnte man die Wegnahme der deutschen Kolonien gesetzlich (!) legitimieren, aber diese Wegnahme war sicher nicht weitblickend. Deutschland wurde se iner Rohmaterialländer und der Märkte, deren es zur Erholung seines europäischen Gebiets bedurfte, beraubt. Und mehr als das; die Wegnahme der Kolonien hat Deutschland aus der Reihe jener Kräfte ausgeschlossen, die der Verteidigung kolonialer Unternehmungen überhaupt dienen, wahrend doch diese Unternehmungen, soweit ich sehe, gewissen Attacken ausgesetzt sind." Deutlicher und bündiger noch als Sarraut äußerte sich im März vorigen Jahres Lord Rot her - mere in seiner Zeitung „Daily Mail : Man habe Deutschland ein dreifaches Unrecht zugefugt, indem man ihm erstens seine kolonialen Rohstoff- quellen raubte, zweitens jede koloniale Einwanderung unter deutscher Flagge unmöglich machte, drittens Deutschland beschuldigte, es sei u n «= geeignet, über Eingeborene zu herrschen. „Das Erste war ungerecht, das Zweite war u n k l u g , das Dritte war unwahr!" — in diese Worte faßte der Presielord seine Sätze zusammen, und er schloß daran die Forderung, die britische Regierung möge ihren Mandatsbefitz an einstigen deutschen Kolonien dem Völkerbund zurück- Kolonialwirtschast — Kohstoffwirtschast Don Or. Paul Rohrbach. geben, damit er an Deutschland übertragen werden könne. Das ist nur eine kleine Auswahl aus den Stimmen im Lager unserer früheren Kriegsgegner im Sinne der jetzt von Dr. Schacht — nid)t ^um erften Mal, aber noch nie mit solchem Nachdruck ausgestellten These, daß allein ,!chon wirtschaft s- und währungspolitische Grunde die Notwendigkeit deutschen Kolonialbesitzes beweisen. Einer unserer alten kolonialen Sachverständigen, Geheimrat S ch l ü p m a n , hat die praktische Kolonialformel aufgestellt: „Jede Mill i o n Geviert- filometer an Kolonialbesitz mittlerer Güte und mittleren Entwicklungsstandes gibt jahraus, jahrein f u r 1 00 000 bis 200 000 Volksgenossen zu Hause und auf See Arbeit und verbessert unseren jährlichen Außenzahlungsabschluß um hundert bis zweihundert Millionen Reichsmark." Unsere alten Kolonien umfaßten drei Millionen Geviertkilometer! Vor zehn Jahren schon, im April 1925, schrieb das südafrikanische Regierungsblatt „Die Burger" in Pretoria: „Da also bewiesen ist, daß Deutschland seine Kolonien nicht schlecht verwaltet hat, so fallen auch die Gründe weg, aus denen es feiner Kolonien beraubt wurde." Solche Worte setzen den moralischen und rechtlichen Schlußpunkt unter Schachts wirtschaftliches Argument für die Kolonien. Gibt es kulturellen Fortschritt? Don Dr. Roderich von Ungern-Sternberg. Beethoven, Brahms, Reger. Zum IV.Solisten-Konzert des Gießener Konzertvereins. Hatte Beethoven bis zum Jahre 1806 gelegentlich der Freitagszusammenkünfte des Schup- panzigh - Quartetts beim Fürsten Lichnowsky Gelegenheit zum Studieren der Klangwirkungen feiner Werke gehabt, so trat in demselben Jahr, in dem auch die drei Quartette op. 59 entstanden, eine Trennung von feinem Mäzen ein. Dieser hatte Beethoven zwingen wollen, auf seinem schlesischen Gut Troppau vor französischen Offizieren zu musizieren. Beethoven fand in dem russischen Gesandten Grasen R a s u m o w s k y einen neuen Gönner, der außerdem sich das Schuppanzigh-Quartett verpflichtet hatte. Ihm widmete Beethoven die drei Quartette op. 59. Nach den sechs Quartetten op. 18 hatte Beethoven eine längere Pause auf diesem Gebiet eintreten lassen, nicht etwa weil fein Interesse für diese Gattung ermüdet war, sondern weil seine innere Entwicklung dem Erschließen und Neu-Fundieren der symphonischen Form (Eroika) wie auch zum Opern- schafsen hindrängte („Leonore"). Es ist für das Schaffen Beethovens eigentümlich, daß am Abschluß einer Entwicklungsperiode das Streichquartett jedesmal das Erworbene und wertmäßig Neu-Erschlofsene als einen geistigen Niederschlag zusammenfaßt. In der Symphonie war er über die formale Durchgestaltung des Werkes hinaus zu einer durch ein außermusikalisches Geschehen bedingten Gestaltung vorgedrungen. Der Leonoren- stosf hatte ihm bisher unbekannte Gründe tiefer menschlicher Leidenschaft eröffnet. Das Tor seines Innern war geweitet, und es drängte ihn, das vorausgegangene Erkennen in schärfster logischer Abstraktion kundzutun. Die vier instrumentalen Individualitäten des Streichquartettes wurden ihm Sprecher. Da Farbwirkungen wie auch eine durch die verschiedenen Orchesterinstrumente ermöglichte Klangintensität dem Streichquartett fehlen, so wird der Schaffende hier zu äußerster Konzentration seiner Ausdruckswerte gezwungen, wenn er ihnen die beabsichtigte Auswirkung geben will. Im Vergleich zu den vorausgegangenen Quartetten zeigt op. 59 Beethoven auf dem Höhepunkt des Instrumentalen mit einer Reife und Vielseitigkeit, ohne die in den Spätwerken sich zeigende subjektive Droblematik. Hier drängt die Fülle des Erlebens sich in den Rahmen des Streichquartetts, wie man es bisher dieser Form noch nicht gugemutet hatte. Das vom Cello eingeführte Hauptthema des ersten Allegros gibt diesem Kopfsatz ebenso das Gepräge wie das kraftvoll kontrastierende Gegenthema. Im schöpferischen Auswirken der gebundenen Kräfte steigert sich das mezza voce eingeführte Hauptthema zu höchster klanglicher Apotheose trotz der Beschränkung auf vier Instrumente. Ob man in dem wiederum vom Cello angeführten Allegretto vivace e sempre scherzando ein Dorausahnen des Som- mernachtstraumspukes erkennen will, ob dieses Scherzo den Ausdruck subjektivsten Phantasiespieles darstellt: es bindet in sich die schärfsten Kontraste vom ausgelassensten Humor bis zu versinkender Schwermut. Das f-Moll-Adagio molto e mesto gibt menschlichem Trauergefühl Ausdruck in einem organisch geschlossenen Stimmungsverlauf, der den einzelnen Instrumenten ausdrucksvolle Kantabilität gibt und die melodische Linie in feiner Figuration umkleidet. Eine fast konzertante Episode führt direkt hin zum Finale, dem in unverbrauchter Lebenskraft ein russisches Thema das Motto gibt. ♦ Eins der stärksten Brahms' schen Kammermusikwerke ist das Klavier-Quintett f-Moll op. 3 4. Es gehört zu den Schöpfungen des Meisters aus den sechziger Jahren und kann als typisches Beispiel für den Stil des etwa Dreißigjährigen gelten. Es hat Jahre gedauert, bis das f-Moll- Quintett feine jetzige Form erhielt. Dreimal^wurde cs umgearbeitet. Entscheidend für die geistige Sphäre dieses im Keimen begriffenen Werkes war ein Aufenthalt am Fuße von Sickingens Ebernburg; ein Zug des Geistes Ulrich von Huttens möchte einem im ersten Satze spürbar erscheinen. Als Streichquintett (2 Celli) vollendet Brahms das op. 34 in Hamm bei Hamburg, und es begleitet ihn auf feiner Fahrt nach Wien 1862. Eine Aufführung in privatem Kreife überzeugt hier Brahms von der Notwendigkeit einer Umarbeitung. Es wird zu einer Sonate für zwei Klaviere, und Brahms selber spielt sie mit läufig zusammen in einem Konzert der Wiener Sing-Akademie. Endlich im Sommer 1864 entschließt er sich unter dem Einfluß des Urteils von Clara Schumann zu der kontrastierenden Gegenüberstellung des Streichquartetts zum Klavier. Der innere Grund zu dieser mehrfachen Bearbeitung lag zweifellos in dem ungewöhnlichen Reichtum des thematischen Materials. Vier Themengruppen beherrschen den Kopfsatz, stark von einander unterschieden durch die Ausdruckswerte; mannhaftem Krastgefühl steht beinahe elegische Weichheit gegenüber. Fast träumend erschließt sich das Andante un poco Adagio mit seiner volksliednahen Terzen- und Sechstengebundenheit des Seitenthemas. Drohende unheilgebundene Mächte prallen im Scherzo aufeinander; um so lichtvoller das Trio mit seiner ans Volkslied gemahnenden melodischen Linie. Eine ähnliche Situation wie. im beginnenden Finale der E-Moll-Symphonie von Joh. Brahms erschließt die Einleitung des Schlußsatzes des Quintetts; da gärt es in dem Ueb'rrfchneiden der Themen, bis sich das Allegro non troppo herauskristallisiert und dem Abschluß des Werkes das typische Gepräge gibt. Es war für Max Reger eine persönliche Notwendigkeit der inneren Entwicklung, daß er die Ausdrucksformen des Barock wieder mifteben ließ. Das Plus seiner ungemein starken Schaffenskraft hob ihn dabei weit aus der Reihe der Nachahmer historischer Formen heraus. Denn ihm gelang es, diese historischen Formwerte, die für die meisten als ein Mittel strenger Tonsatzdisziplin galten, lebensnah und lebensstark werden zu lassen, indem er die formalen Teilvoraänge mit den Mitteln einer bis zum äußersten gesteigerten Chromatik intensivierte und ihnen damit eine neue Bedeutung verlieh. Was er in seinen großen Orgelwerken gegeben hatte, das wurde in eigenartiger Durchdringung zu größtem schöpferischen Wert 'm seinen Variationswerken. Während die Dariatwnen bei Beethoven und auch bei Brahms darauf hinzielen, dem Thema einen neuen Charakter abzuyewinnen durch Neu- und Umbildung des Materials, so charakterisiert sich Reger durch eine bis dahin in diesem Grade noch nicht beobachtete Kunst, das Thema aufzulösen und durch eine immer wieder aufs neue bewunderungswürdige Figuration im neuen Lichte erscheinen zu lassen. Die harmonischen Teilvorgänge werden durch eine unerschöpfliche Fähigkeit im modulatorischen Ausdeuten in höchstem Grade traftgebunben und spannungserfüllt. Seiner Variation über ein Thema von Bach op. 81 ?egt er die Einleitungstakte (Oboe) zu einer Arie aus einer Himmelfahrtskantate (Nr. 128) von Joh. Heb. Bach zugrunde. Er selber bezeichnet das Werk als ein kolossales, „das Beste, was ich je geschrieben habe." Die Schwierigkeit von op. 81 kennzeichnet er dadurch, daß er, dessen hohe picmistische Fähigkeiten noch in aller Erinnerung sind, es für unmöglich erklärte, dieses Werk im Gewandhaus selber zu spielen, well sein Können dafür nicht ausraiche. Das choralmätzige Thema wird zunächst in strenger Weise variiert; von Variation zu Variation gesteigert; immer freier gestalten sich die Durchbildungen, getragen von den vielfältigsten Stimmungen, in breiter Kantilene, in fast impresfionistifcher Gelöstheit, in starker Erregung, in gesteigertster Klang- entladung, und dann wieder die Reger eigentümliche Weichheit. Der Wechsel der so mannigfaltigen Erregungen und klanglichen Spannungen findet feine Krönung in einer Fuge, deren Klangmassen sich immer höher türmen und deren thematischer Bau immer reicher und vielseitiger sich auswächst. Dr. H. Afrikanischer Totentanz. « In einem Dorf am Nigerstrom dröhnen die Trommeln. Weithin sind die Schläge zu hören, die den Tod des Häuptlings in der Trommelfprache verkünden. Im Dorf, in dem der Häuptling residierte, geht es wie in einem Bienenschwarm zu. Im Krale des Toten tanzen Jünglinge, Männer und Greife zu Ehren des Verstorbenen den Totentanz. Sie tanzen ohne Unterbrechung bei einem wilden und wehmütigen Gesang. Hin und wieder bricht einer der Tänzer zusammen, es wird nicht weiter daraus geachtet. Die Weiber bereiten inzwischen das Trauermahl und bringen sich im Schmerz um den Toten Wunden bei. Der Tote liegt in feiner Hütte auf dem aus Riemen geflochtenen Totenbett. Noch immer raffeln die Trommeln die Trauerkunde, und der Tanz der Männer wird immer wilder und fanatischer. Frauen reichen den Tänzern Schalen mit narkotischen Tränken, die von den Männern, ohne daß sie im Tanz aufhören, getrunken werden. Die Männer und die Weiber rufen im Schein der Fackeln unaufhörlich den Namen des Toten. Sie rufen den Toten, wollen ihn zwingen, vor ihnen zu erscheinen. Dann wird die Matte des Totenhauses zurück- geschlagen, und von Fackelträgern begleitet, erscheint der Tote, so wie ihn jeder Neger im Kral kennt. Er schreitet langsam durch die Reihen der Männer und Frauen, spricht mit ihnen, lacht, verkündet fein Testament und hält unter dem Gerichtsbaum Gericht. So wandelt der Häuptling tagelang unter den Seinen, tröstet sie und erteilt Ratschläge. Dann verschwindet er wieder hinter der Matte des Totenhauses, in dem der Medizinmann noch immer an dem Leichnam seine Zeremonien vollzieht. Wieder dröhnen die Trommeln und Pauken, während die S ch w e st e r des Toten dessen Kleider und Waffen wieder ablegt und sie auf den Leichnam legt. Die Neger sprechen von einem „Totenurlaub", der es dem Toten gestattet, nach einmal in dem Leib des Menschen, der ihm am ähnlichsten war, unter Den Seinen zu erscheinen. Erst wenn dieser Urlaub abgelaufen ist, wird der Tote, dessen Seele dann wieder zu ihm Zurückgekehrt ist, beigefetzt oder verbrannt. Englands neuer Militärattache für Berlin r < * ■> V* VW Oberstleutnant Hotblack vom Royal Tank Corps (Königliches Tankwagen-Korps) wurde zum britischen Militärattache in Berlin ernannt. Unser Photo zeigt Oberstleutnant Hotblack, der im Mai sein Amt antritt, mit dem Cap, der charakteristischen Mütze der Angehörigen des Lankkorps. Arbeitsdienstes fiier ist besonders bemerkens- des bietet, 'fwJNI O RA E*8W* ta «fanftdw» Feehgeidte#*!». Troubadour Ri&nz» vw*e**»*”£. wird: schem NORA-T roubadour 6 Kreil Superbe! «OE mit Röhren ■M Zö3«e für Wediielitra* Der Arbeitsdienst Von Oberarbeitsführer Mütter, Brandenburg. Not hat dem deutschen Werkmann die ihm lange versperrte Tür zu unseren Zimmern und Kammern ausgetan. Es liegt im Zuge der Zeit, sich der brachliegenden Arbeitskraft des deutschen Schreiners und Töpfers und Handwerkers zu erinnern und sich der prachtvollen Nutzhölzer unserer Wälder und anderer deutscher Werkstoffe zu bedienen, die — von deutschen Zeichnern und Künstlern geformt — dem Heim sinnvollen Gehalt verleihen. Allenthalben regt sich in deutschen Landen das Bestreben, zurückzufinden zum Volkstum, zur bodenständigen, urwüchsigen, organisch gewachsenen Ausdruckskraft, wie sie sich im Bauerntum am reinsten und schönsten erhalten hat. Natürlich '.st es unmöglich, ein Haus durchweg mit roh gehobelten Tischen und buntem Steingut auszustaffieren-, zu viel des Guten ist nicht minder ein Kennzeichen snobistischer Wichtigtuerei, wie geschmacklose Zusam- auch der undeutschen, wesensfremden Bestandteile)^ — als Ganzes ist jedoch der deutsche Mensch seiner eigentlichen Wesensart gemäß der gleiche geblieben und heute auf bestem Wege, den oben gekennzeichneten Fortschrittsglauben aufzugeben. Das bedeutet keinesfalls, daß wir den technischen Fortschritt ablehnen sollen. Im Gegenteil — wir haben alle Veranlassung, ihn weiter zu fördern. Nur wird die kulturelle Bewertung dieses Fortschritts davon abhängen, zu welchem Zweck die technischen Errungenschaften verwandt werden. Man wird sie billigen und sich ihrer freuen können, wenn sie nicht in Widerstreit geraten zu den höchsten Werten, die man in sich trägt oder zu der Lebensführung, die man für geboten hält. An sich stellen technische Errungenschaften noch keinen kulturellen Fortschritt dar, denn ein solcher kann nur dann als objektiv gegeben erachtet werden, wenn wir in bezug auf d i e Fragen, die für unser seelisches Gleichgewicht von Bedeutung sind, Klarheit und Sicherheit ge- winnen, und das ist niemals ohne Berücksichtigung der Nassenoeranlagung und nur im Zusammenhang mit der geschichtlichen Tradition möglich. wert, daß der Durchbildung der Arbeitstechnik sehr erheblich Raum gegeben wurde Das vergangene Jahr war zugleich das Jahr des Durchsetzens des Gedankens des Arbeitsdienstes im Volk. Hierbei hat der Aufmarsch des Arbeitsdienstes auf dem Parteitag in Nürnberg ganz wesentlich beigetragen. Dieser Aufmarsch wird dem Arbeitsdienst unvergessen bleiben, gab doch der Führer seiner Freude über das Geleistete Ausdruck, und rief dem Arbeitsdienst zu: „Es ist ein großes Unterfangen, ein ganzes Volk zu diesem Arbeitsbegriff und zu dieser neuen Arbeitsauffassung zu erziehen. Wir haben es gewagt, und es wird uns gelingen, und ihr seid die ersten Zeugen dafür,daß dieses Werk nicht mißlingen kann. Durch eure Schule wird die ganze Nation gehen! Die Zeit wird kommen, da kein Deutscher hineinwachsen kann in die Gemeinschaft dieses Volkes, der nicht zuerst durch eure Gemeinschaft gegangen ist." Es war der schönste Lohn, der dem Arbeitsdienst gegeben werden konnte, diese mit Jubel aufgenommenen Worte des Führers, dem wir Arbeitsmänner treu ergeben sind, und dem wir alle Zeit zu folgen bereit stehen. Das Jahr 1934 ist aber auch das Jahr des Beginns, der planvollen Arbeietn des Arbeitsdienstes geworden. Mir haben angesetzt zu dem großen Vorhaben im Sprottebruch, im Rbin und Havelluch, an der Niers, an der Nordseeküste Schleswigs ufw. Das kommende Jahr wird den Großeinsatz des Arbeitsdienstes im Emsland sehen Mit Stolz sehen wir darauf zurück, daß es dem Arbeitsdienst vergönnt gewesen ist, sein Teil um die Rückgewinnung d er Saar beizutragen Trotz der Schikanen der Regierungskommission unter Herrn Knox haben nicht weniger als 20 000 junge Deutsche von der Saar bei uns Dien st getan und sind als überzeugte Deutsche Ende des Jahres 1934 in ihre Heimat zurückqefahren, bewußt, mitzuhelfen, das Saarland zum Reich zurückzuführen. Reichsarbeitsdienstführer Hierl darf mit tiefer Genugtuung auf das Erreichte zurückblicken! Der Abschluß der Entwicklung ist aber noch nicht erreicht: er wird erst erreicht sein, wenn die allgemeine Arbeitsdienst pflicht zur Einführung gelangt. Auf die oft gestellte Frage, wann denn nun mit der Einführung zu rechnen sei, ant- mnrfen mir- Dos entscheidet allein der Führer!" NORA-Rienzi rückkopplungtfreier Zweikrebw «AO Mi» Röhren »M ZVO.- KirWediieUlroe NORA-600 7 Kreil Superhel mit Kurzwelle en r mit Röhren RM VvOi" für Wechselstrom Das Jahr 1934 Ist für den Arbeitsdienst ein ausgesprochenes Aufbaujahr gewesen. Hatten wir im Jahre vorher, nach der Machtergreifung durch den Führer, die Hände voll zu tun, den Freiwilligen Arbeitsdienst des verfloßenen Systems mit all seinen Unzulänglichkeiten und seiner gefährlichen Entwicklung, die er nahm, aus der Äelt zu schaffen und das Ganze einigermaßen neu zu ordnen und auf gesunde Beine zu setzen, so konnten wir gemäß den Richtlinien, die Hierl als Beauftragter der Partei für einen nationalsozialistischen Arbeitsdienst aufgestellt hatte, im vergangenen Jahre an die eigentliche Aufbauarbeit Herangehen, nachdem es 1933 gelungen war, auch noch den o r ° ganisatorischen Rahmen zu schaffen. Es hat auch im vergangenen Jahre an Kinderkrankheiten nicht gefehlt. Wir stießen nur noch auf Widerstand, viel Nichtbegreifen, Nichterkennenwol- len. Jedoch der tatkräftigen Führung des Reichsarbeitsführers und Staatssekretärs Hierl, feiner zähen, zielsicheren und ruhigen Hand gelang es, fast alles aus dem Wege zu schaffen. So hat uns das Jahr 1934 im wahrsten Sinne des Wortes den Weg zu einem großzügig aufgezogenen, leistungsfähigen, von echtem nationalsozialistischem Leben erfüllten Arbeitsdienst frei gemacht Don größter Bedeutung war, daß es gelang, den Arbeitsdienstpaß für die jungen Arbeitsmänner als wertvolles Dokument in ihrer Hand durchzusetzen. Wir haben schon im vergangenen Jahre immer wieder mit Genugtuung erleben dürfen, daß die junge Männerwelt Deutschlands Wert darauf legt, sich den Arbeitspaß als Dokument ihres Willens, Volk und Staat gedient zu haben, zu erwerben. Es ist ferner gelungen, den Arbeits- d a n k aufzuziehen, der die große Aufgabe der Fürsorge der ausscheidenden Kameraden und der Hilfe für ernste Notfälle der diensttuenden Kameraden hat. So jung die Organisation Arbeitsdank ist, ihre Entwicklung läßt die schönsten Hoffnungen zu. Sehr großen Wert hat der Reichsarbeitsführer darauf gelegt, das Führerkorps des Arbeitsdienstes geistig, seelisch und in Hinsicht auf die Leistung vorwärtszubringen, und es ist keine Uebertteibung, wenn wir heute feststellen, daß außerordentlich viel erreicht ist. Das gleiche gilt auf dem Gebiete des Ausbaus der Schulen und Grundlagen neuzeitlicher Heimaekaltuna Seuifcher Hausrat aus deutschem Werkstoff. Es wird schon aus finanziellen Gründen leider nicht möglich sein, daß nun jede Familie und j e • des junge Ehepaar den unzeitgemäßen Hausrat und das widersinnige Gerümpel zum Alttrödler trägt. Aber es ist notwendig, die Aufgaben deur» scher Heimkultur der Jugend nahezubringen und dafür zu sorgen, daß die neue Generatton aus der Zeit des Umherirrens in den Stilen aller Zeiten und Völker auf den einen geraden Weg gelentt hin zu deutsch geformtem Hausrat aus deut- Werkstoff und aus deutschen Werkstätten! NORA-Undine Ein kreis 2 Röhren-Empfänaer RM 137.■ u. RM 162 .50 veranlagten Stämmen unseres Volkes hat sich nun, unter dem Einfluß der liberal-individualistijchen Jdeenwett, eine Auslese der besonders .^Zeitgemäßen" vollzogen und diejenigen, die eine ausgesprochene Empfänglichkeit (Reaktionsfähigkeit) für die neuen Ideen aufwiesen, rückten auf der ganzen Linie bahnbrechend vor und drückten der ganzen Zett ihren Stempel auf. Daß durch diese Vorgänge die Wesensart, der Charakter, also der rassenmäßig verankerte Kern des deutschen Menschen eine Umbildung erfahren haben, wird man schon deshalb nicht behaupten können, weil sich doch verhältnismäßig sehr bald erwies, daß dem größten Teil des deutschen Volkes die liberal-individualistische Fortschrittsidee nicht wesensgemäh war, denn nirgends in der westeuropäischen Kulturwelt ist heute die Ablehnung des Liberalismus und Kapitalismus, die den Eigennutz zum Prinzip der Wirtschaft cr- hoben hatten, so allgemein wie in Deutschland. Die „modernen" Umwelteinflüsse und die durch sie ausgelösten geistigen Reizwirkungen hatten zwar eine besonders üppige Entfaltung einzelner Teile der deutschen Bevölkerung gezeitigt (z. T. allerdings ohne Bezugnahme aus Die p u gegongten de» Menschen zu einem noch Abstammung und ge- schichtlich-m Werdegang bestimmten L-benskr-.s einer Volksgemeinschaft, nicht gesagt wer den Jedoch gewinnt man hiersur. von unserer süngsten Vergangenheit, die dem Fortschrlttswahn unbedingt huldigt-, ausgehend, s-st- Anhaltspu^te wenn inan sich daraus besinnt, daß uns Deutschen die aus der englisch-französischen ^uMrungsphilo» sophie beruhende FortschrittSidee im Erunde g ar nicht wesensgemäh war. Man konnte sch allerdings fragen, wie es denn möglich gewesen if, daß dieser Fortschrittsglaube zu uns gedrungen und Fuß gefaßt hat? Darüber kann man Auf fchluh unter Zuhilfenahme der ®rtfcnrünl^-' uns die Rassenlehre vermittelt, gewinnen Das deutsche Volk besteht, wie ledes andere Volk, aus verschiedenen Rassen mit unterfd)teb d) Eigenschaften. Unter den rassenmäßig verschieden menftellung und Verwendung noch so ehrlich empfundener und gearbeiteter Gebrauchsgegenstände. Unendlich groß ist die Vielgestaltigkeit und Fülle der Gestaltungsmöglichkeiten, auch wenn man von dem Grundsatz ausgeht, ausschließlich Erzeugnisse deutscher Gaue zu verwenden Aus deutscher Kastanie, deutscher Eiche, bayerischer Zirbelkiefer — um nur einige gangbare Holzarten zu nennen — lassen sich feingemaserte, anheimelnde Möbel Herstellen. Den Boden schmückt der Teppich aus natur- farbiger, handgeknüpfter Heidschnuckenwolle. Deutsches Leinen für Vorhänge oder für den Tisch, Steingut und Zinn für die Borte an der Wand, Deckenleuchten aus mattem Messing mit deutschen Glas- oder Porzellanschalen, Binsengeflecht an den bequemen Holzstühlen, auf denen Polsterkissen mit handgewebten Bezügen zum Ausruhen einladen, bunte Klinkerverkleidung, handgeschmiedete Beschläge, tausendfältige Artikel des keramischen Kunstgewerbes, das sind nur einige wenige jener Produkte deutschen Gewerbefleißes, unter denen die Auswahl schon schwer fällt. Längst hat auch die Bearbeitung des Werkstoffes selbst neue Wege eingeschlagen. Das Sandstrahlgebläse festigt weichere Hölzer und hebt aus ihnen die harten Jahresringe plastisch hervor. Zur Polsterung wird gummiertes Roßhaar herangezogen, das kantige Linienführung der Kissen und zugleich natürlichste Federung ermöglicht. Handmalerei auf Geschirr und Wandbespannung, einfache Webmuster auf Stoffen aller Art, das sind einige erwähnenswerte Kleinigkeiten. Die Formgebung der Möbel hingegen ist'ein Gebiet, das des Schweißes der Edlen bedarf. Zweckmäßigkeit, klare, vernunftgemäße Raumteilung, straffe Zusammenfassung, harmonische, zielbewußte Einstellung auf deutsche Art und Sitte sind die Grundelemente des fünft» lerischen Schaffens, in denen Vorkämpfer der na» tionalsozialistischen Kultur, wie Professor Schultze- Naumburg, den Sinn deutschen Wesens erfüllt sehen.___ gung empfinden. — Wir kommen also zum Schluß, daß es nicht möglich ist, einen allgemeingültigen Begriff des kulturellen Fortschritts zu bilden, daß die ganze Vorstellung von dem unbegrenzten „Aufwärts" und „Vorwärts" ein Wahngebilde darstellt und daß es vollkommen abwegig ist, auf der unsicheren Grundlage einer Hinbewegung auf ein unbestimmtes Ziel, ohne jede Vorstellung von einem Ideal und einer Vollendung eine Weltanschauung aufzubauen. Jede Weltanschauung muß auf absoluten Werten beruhen und von eindeuttg verpflichtenden Normen beherrscht sein. Was gut und böse ist, muß unbedingt feststehen.. Diese Werte können Gott, Vaterland, Familie, ja, sie können auch das eigene Ich jein. Nur muß man sich in letzterem Fall darüber klar sein, daß die unvermeidliche Kollision aller Ichsüchtigen das Zusammenleben außerordentlich schwierig, wenn nicht völlig unmöglich gestalten muß und aus diesem Grunde die Aufstellung ü b e r p e r s ö n l i ch e r Normen für das Gemeinschaftsleben ganz unerläßlich ist und diese Normen unvermeidlich an höheren Werten als an der Ichsucht des einzelnen orientiert sein müssen, sei es nun das Gebot der Nächstenliebe ober der Begriff Vaterland und Volkstum. Stehen aber solche Normen fest, dann kann, weltanschaulich gesehen, der Wunsch nach Fortschritt gar nicht lebendig werden, jedenfalls nur von sehr untergeordneter Bedeutung für unser seelisches Gleichgewicht sein. Denn ob ich, beispielsweise, als religiös gebundener Mensch vier bis fünf Jahre länger lebe infolge einer ausgezeichneten Gesundheitspflege oder ob ich nach Hamburg in zwei ober fünf Stunden gelange, ist völlig belanglos. Alle technischen Errungenschaften sind, vom Standpunkt einer in Überpersonlichen ober übersinnlichen Vorstellungen verankerten Weltanschauung an sich belanglos (irrelevant). Nicht ein ewiges Suchen unb Neugestalten (Fortschritt als Prinzip), sondern ein sicheres Ruhen im Mutterboden einer klaren Weltanschauung gibt eine sichere innere Haltung, ermöglicht auch eine persönliche Stellungnahme zu den Geschehnisien des Tages. Wie eine Weltanschauung, die dem einzelnen Menschen ein geistig seelisches Lebensfundament '■ ! gestaltet fein soll, kann allaemelngulttg, Bezugnahme auf bie 3ugebörigteit tur gegeben. Das gewaltige Ringen gegen Arbeitslosigkeit und ot hat dem deutschen Werkmann die ihm lange Briefkasten der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) I. y. 1. G. Wenn dem Mieter neben der Benutzung der Mieträume auch ein Gartenanteil überlassen wurde, dann ist der Vertrag als einheitliches Ganzes zu behandeln. Sie können infolgedessen auch nicht die Rückgabe des Gartenanteils verlangen, sondern können nur den ganzen Vertrag zum nächst zulässigen Termin kündigen, falls das Mieter- schutzgefetz keinen Hinderungsgrund bildet, was aus Ihrer Anfrage nicht hervorgeyt. TB. S. k. Sie können ohne die Erlaubnis Ihres Nachbarn ein Oberlicht an Ihre Brandmauer anbringen lasten. Das Fenster darf im Erdgeschoß nicht unter 2,60 Meter, in den übrigen Stockwerken nicht unter 1,90 Meter über den Fußboden des Raumes angebracht werden, dem es Licht verschaffen soll. Das Fenster darf nicht zum Deffnen eingerichtet sein und muß mit einem Gitter versehen werden, dessen Stäbe höchstens 10 Zentimeter voneinander entfernt sind. Außerdem kann der Nachbar noch Verschluß mit einem Drahtgitter verlangen. Ein Hausbesitzer. Maßgebend dafür, was die Mieter an den Rechtsanwalt zu zahlen haben, ist der Pfändungs- und Ueberweifungsbefchluß, der Ihnen zugestellt worden ist, und der Inhalt des Mietvertrags. — Wenn die Aussagen des Rechtsanwalts eine Beleidigung darstellen, steht Ihnen die Möglichkeit offen, Privatklage gegen ihn zu erheben. Ein anderer Grund, gegen den Rechtsanwalt vorzugehen, ist aus Ihren knappen Angaben nicht ersichtlich. Eine Beschwerde an das Ministerium ist Zwecklos. K 999. Bei Altwohnungen ist die Umlegung des Wassergeldes nur möglich, wenn ein 3prozentiger Nachlaß auf die Miete eintritt. Die Umlegung erfolgt im Verhältnis der Friedensmieten des Anwesens. In der Regel soll sie zu Beginn eines Kalenderjahres wirksam werden. Im Laufe des Jahres ist die Umlegung nur mit Zustimmung der beteiligten Mieter möglich. Für jede Wohnung einen besonderen Wassermesser zu setzen, ist nicht angängig. Die weiteren Beanstandungen durften sich durch gütliche Vereinbarung mit dem Hausbesitzer regeln lassen. E. G. An dem Koffer Ihres Mieters erwerben Sie ein Eigentumsrecht nicht, Sie haben vielmehr nur ein Vermieterpfandrecht daran. Nach Fälligkeit Ihrer Forderung können Sie den Koffer im Wege öffentlicher Versteigerung durch einen Gerichtsvollzieher verkaufen la ff en. Den Verkauf haben ©ie dem Mieter vorher anzudrohen. Nach Ablauf eines Monats nach der Androhung darf der Verkauf erfolgen. Können Sie die Adresse Ihres Mieters ohne übermäßig großen Zeitverlust nicht feststellen, so bedarf es der Androhung nicht. Sie können den Koffer bann ein Monat nach Fälligkeit Ihrer Forderung versteigern lassen. also, wie unendlich schwierig es ist, selbst dann, wenn es sich um Leben, um Sterben, um die Fortschritte der Medizin handelt, zu sagen, ob und wann ein allgemeingültiger Fortschritt vorliegt. Nur wenn man von einer bestimmten Weltanschauung ausgeht, ist die Stellungnahme sofort gegeben: für einen überzeugten Christen z. B., für den Mitleiden, Nächstenliebe und Opferwilligkeit absolute Werte sind, können Zweifelsfragen gar nicht aufkommen, wenn es sich um die Aufrechterhaltung siechen Lebens handelt. Ist hiermit schon die berechtigte Skepsis getzen die Allgemeingültigkeit des Begriffes „Fortschritt" ?egeben, so kommt noch hinzu, daß der einzelne ubjektiv vieles von dem, was man als Fortschritt bezeichnet, als ihm höchst unangenehm, rundweg ablehnen wird. Beispielsweise werden die technischen Errungenschaften der Gegenwart, die allgemeine Technisierung unseres Lebens von sehr vielen Menschen, die sich nach Naturnähe, nach innerer Sammlung und Beschaulichkeit sehnen (romantisch oder grüblerisch veranlagte Naturen) als etwas Widerwärtiges empfunden. Diese verschiedene Bewertung erstreckt sich auf unzählige Einzelheiten unseres Lebens: Während die einen die Leistungen des Flugzeugs bestaunen, werden andere die „aanze Fliegerei^ wegen des von ihr verursachten Lärms nur als eine schwere Belästi- ml« Röhren für Wecheeletrom , , , ... - . herrliche Edelholzgehäuse für hervorragenden, selektiven und klangschönen Fernempfang Rmidfunkproaramm Sonntag, 10. INärz. 6.35 Uhr: Hasenkonzert. 8.20: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. Der Frühling aus dem Oratorium „Die Jahreszeiten" von Josef Haydn. 10.25: Chorgesang. 11.10: Walter Erich Schaefer lieft aus feinem Drama „Der Kaiser und der Löwe". 11.25: Hausmusik alter Meister, musiziert von ju- aendlichen Spielern. 12: Mittagskonzert I. 13: Das Volk erzählt. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Kinderfunk. „Die sieben Raben." Märchenspiel von Josef Steck. 15: Stunde des Lande». 16: Nachmittagskonzert. 18; Jugend packt an! Wir Jungarbeiter. Eine Feierstunde mit Liedern und Gedichten. 18.30: Fasse dich kurz! Heiterer Einakter. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Sportbericht. 20: Reichssendung: Georg Friedrich Händel Alcina, Oper. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebe- zirk. 22.20: Schallplattenplauderei. 22.40: Sport- spiegel des Sonntags. 23: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 11. März: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgensprnch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I der Kapelle des NSDFB. 13: Nachrichten und Nach- richten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters Mannheim. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Von der Deutschen Arbeitsfront: Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Ein Bericht von Dr. Pawe» litzki, Neustadt an der Haardt. 15.50: Deutsche Frühjahrsmodelle 1935. Ein Blick in die Werkstätten des Städtischen Modeamtes, Frankfurt a. M. 16: Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württem» berg-Hohenzollern. 18: Jugend pgckt an! Als ich Maurerlehrling war. Gebietsführer Karbach unter- hält sich mit seinem früheren Meister Peter Schneider. 18.15: Welche Literaturgeschichte soll ich kaufen? (II.) Vortrag von Privatdozent Dr. Hermann Gum- del. 18.35: Katechismus für Sprachsünder. Das Leben spricht. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Seine Glanzrollen. Es singt Adolf Bogel. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Kammermusik. 23: Don Hamburg: Unter- haltungsmufik des Orchesters des Reichssenders Hamburg. 24 bis 2: Nachtmusik. „Nur keine Angst, das gefundene und überlieferte Gut der Vorfahren zu verwenden, und Mut, das selbst gefundene Neue mit ihm zu verbinden." Adolf Hitler. Wie auf allen Gebieten des Lebens, so ringt der deutsche Mensch auch in der Gestaltung seines Heims nach neuen Ausdrucksformen. Er ist bestrebt, den Geist der Zeit einzufangen und eine feinem inneren Wesen entsprechende Wohnkultur zu finden. Man braucht nicht erst auf die schwierige Devisen- lage des Reiches zu verweisen, um dabei zur B e - vorzugun g deutscher Hölze r in ihrer unverfälschten Natunschönhett zu gelangen. Es ist auch kaum noch nötig, solider deutscher Handwerksarbeit das Wort zu reden, deren seelenvolle Sprache eindringlicher zum Herzen spricht, als es die Massenfabrikation auch bei bestem Willen vermag. Und wenn sich dazu gerade die Schlichtheit und gemütvolle Klarheit gesellt, die dem Entwurf deutschfühlender und rassisch bewußt- ter Künstler eigen ist, dann sind die architektonischen und stilistischen Grundlagen einer neuen Wohnkul- Die schönste, noch. Ueberjä Würdigkeiten. $ Geistvollste, Mi strahlen. Sage, noch munberbi Laß das haar Frau in ein, wird. — N>< uni Vornan ^Pyn'ghf by J 'Bon der t\t?xVid)e $)ai Stellung anz aufs neue, wankend wei Immer näher Abreise gchr Aeltefte im ß dir noch das die Mutter pl ändern ... n weggeht... Was olles 1 Es ist noch 5 wird ... dani bleibt noch < x ®cit dreihuni oem yrchen M und , als |ud) , dreihm °"ds,° geh'» 05 fflut Yer d-r dritte " ^wmen - - "'J'" Schwie Dann war Ä'S'J -;L»S iS? waren. Ö«'Ä« c:S c?S« Am«. SÄ* LrrÄ Sie huter bi|t jä'fetn5’’” Ws i»ek Mine^ vdn. «** 1^6 ein aU5 herö°rbr^ eines Lachen # So hüU, zindZwanzE gekommen- v g.s< ein 3#* mehr 9* v-rg-b p* „Fn^ Du bist Ms! Dns noch! Aber ° vorbei mi: °e sich über sich und auch n,ch nicht versteh' qen ihn ist,!' weil Männer es sie selbst f Was sagen das ist ja ga Sich verlieren mehr: es stt wenn der 6| rosige helligk „Ich glaub- vertrauen ko, werber. Der jung an Iah: Erfahrungen, jedem äufnet), daß man ihn i[t und gestäl Worten für st Arbeitgeber: Sie machen ja Noch!Alsc Oberheffen Gedenket der hungernden Doge!! Schützt die Tiere vor der Kälte! fachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die sammlung geschlossen. gen nicht bestätigt worden. Kahn sagt selbst, daß et allein als Täter in Frage komme und daß Wohl« fahrt unbeteiligt sei. Eine eingehende Nachprüfung der Angaben beider Beschuldigter ergab, daß ein dringender Tatverdacht gegen Wohlfahrt nicht mehr besteht. Er steht offensichtlich mit der Brandstiftung in keinerlei Verbindung; der Oberstaatsanwalt hat deshalb die Aufhebung des Haftbefehls gegen Wohl« fahrt und dessen Entlassung aus der Untersuchungshaft in die Wege geleitet. Das Motiv der Tat ist in erheblichen wirtschaft« lichen Schwierigkeiten zu suchen. Büchertisch. — „D e r Kampf ums Matterhorn." Ein Tatsachen-Roman von Carl Haensel. In Leinen gebunden 2,85 RM.' Verlag I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. — (238) — In einer sorgfältig ausgestatteten billigen Volksausgabe, mit 16 ausgezeichneten Matterhornbildern nach Aufnahmen von Walter Mittelholzer, Professor Dyhrenfurth u. a. liegt der berühmte Tatfachenroman von Carl Haerrsel „Der Kampf ums Matterhorn" vor. Der erbitterte und tragische Wettkampf des englischen Touristen Whymper mit dem italienischen Bergführer Carrel um die Erstersteigung des großen Berges, dieser mit übermenschlichen Anstrengungen und unter Aufbietung alles hochalpinistischen Könnens geführte Wettkampf wird von Haensel sachlich und doch mit großer innerer Spannung geschildert. So entstand eine moderne Heldendichtung, deren Helden, die einsame, ungeheuer aufragende Felspyramide des Matterhorns und der einsame von den Bergen besessene und Willensstärke Whymper, jeden in ihrer Größe und Schicksalsverflochtenheit überwältigen und ergreifen. — Professor K. A. Eckhardt: „Das Studium der Rechtswissenschaft". Kartoniert 1,— RM. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. — (24) — Die Schrift Professor Eckhardts, des Referenten im Reichswissenschaftsministerium, enthält die „Richtlinien des Studiums für die Rechtswissenschaft", dem ein Semesterplan angefügt ist, und das Referat des Verfassers, in dem kurze Erläuterungen über den Inhalt und das Ziel der einzelnen Vorlesungen gegeben werden. Diese Veröffentlichung wird allen Studenten und Dozenten willkommen sein, die sich mit der Neuordnung des juristischen Studiums vertraut machen wollen. Insbesondere kommt dem Referat eine besondere Bedeutung zu insofern, als der Verfasser hier Begründungen für die Gestaltung der Studienreform gibt. Oer Reichstheaterzug in Heuchelheim. □ Heuchelheim, 8. März. Am gestrigen Donnerstag war der Reichstheaterzug der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in unserem Dors zu Gast. Am Nachmittag machten die großen Kraftwagen eine Propagandafahrt durch die Straßen und fanden bei der Einwohnerschaft allgemeine Bewunderung. Am Abend wurde in der Turnhalle die Operette „Der Vetter ans Dingsda" von Eduard K ü n n e ck e gegeben. Die Aufführung stand auf hoher künstlerischer Stufe und zeigte, daß es das Bestreben des Theaterzuges ist, auch dem flachen Lande gute Theaterkunst zu zeigen. Alle Darsteller spielten ihre Rolle gut und ernteten starken Beifall. Die musikalische Begleitung wurde von dem Landes-Symphonie-Orchester unter der Leitung von Paul Cornelius sehr gut ausgeführt. Die Besucher waren sehr befriedigt, und man hofft, daß der Theaterzug der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" noch öfter in Heuchelheim zu Gast sein wird. 50 Jahre DHE. in Lich. [Q ß i d), 8. März. Für das am 16. Juni in unserer Stadt abzuhaltende Jubelfest des 5 0 jähri - gen B e st e h e n s des V H C. - Z w e i g v e r - eins Lich werden jetzt schon Vorkehrungen getroffen. Die einzelnen Arbeitsausschüsse sind bereits gebildet und haben ihre Tätigkeit begonnen. Unter dem Vorsitz des Lehrers H i l d tagte heute der Presseausschuß und verteilte seine Arbeit unter die einzelnen Mitglieder. Vor allem wird Wert' darauf gelegt, den aus weitem Umkreis zu erwartenden Gästen eine bebilderte Festschrift in die Hand zu geben, die sie mit den Sehenswürdigkeiten und Schönheiten unserer Stadt und der Umgegend bekannt machen und ihnen eine bleibende Erinnerung an die Festtage bieten soll. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 8. März. In besonderer Anerkennung ihrer Verdienste um die Förderung des Tierschutzes hat der Gau Rheinfranken- Nassau-Hessen des Reichsbundes Dokstum und Heimat zwei treuen Tierpflegern unserer Gemeinde Ehrenurkunden verliehen. Der Ortsringführer des RVH. überbrachte heute dem Fuhrmann Heinrich Naumann, der vier Jahrzehnte als Fuhrmann im Bergwerk und jetzt feit vier Jahren bei Metzgermeister Wilhelm Hin ter - l a n g tätig ist, und dem Fuhrmann Emil Funke, der auf eine neunjährige Tätigkeit bei Kohlenhändler Wilhelm Jung III. bzw. Philipp Weigel zurückblicken kann, die künstlerisch ausgestattete Urkunde unter Würdigung ihrer Verdienste um die Bestrebungen des Tierschutzes. Preußen. Zuchtvieh-Ausstellung und -Versteigerung in Wehlar. Der Reichsverband der Rinderzüchter Deutschlands, Abteilung 5, mittedeutsches Rotvieh, veranstaltet am kommenden Donnerstag, 14. März, in Wetzlar die 63. Ausstellung und Zucht- vieh-Versteigerung für mitteldeutsches rotes Höhenvieh. In Verbindung mit der Rotviehversteigerung findet ein Zucht-, schweineverkauf des Schweinezuchtverbandes Biedenkopf-Wetzlar statt. Näheres in der heutigen Anzeige. Geständnis eines Brandstifters. LPD. Frankfurt a. M., 8. März. Zu dem Brand des Geschäftshauses der Firma Veit Wohlfahrt auf der Zeil in Frankfurt a. M. teilt der Oberstaatsanwalt beim Frankfurter Landgericht mit: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei sind zu einem gewissen Abschluß gelangt. Das Ergebnis geht dahin, daß der von vornherein bestehende Verdacht, daß das Feuer vorsätzlich angelegt ist, seine endgültige Bestätigung aefunöen hat. Unter dem Eindruck des erdrückenden Beweismaterials hat von den beiden beschuldigten Geschäftsinhabern Julius Kahn und Friedrich Wohlfahrt der erstere — Julius Kahn — ein Geständnis dahin abgelegt, daß er das Feuer vorsätzlich am Abend des 2. Februar angezündet hat. Der im Anfang besteh-nde Verdacht, daß Friedrich Wohlfahrt an der Brandlegung beteiligt fei oder wenigsten ein Vorwissen § Großen-Linden, 8. März. Wie man erfährt, soll in der neuen Schule im Dachstock ein Raum für Schulungen geschaffen werden. Hierzu werden auch der Singsaal sowie die Küche für die MädchenfortbLdungsschule benötigt. In der alten Schule sollen Umänderungen für die Räume der Bürgermeisterei und des Gemeinderechners vorgenommen werden. J) Lollar, 8. März. Mit Beginn dieses Monats trat Lehrer Pg. Jacobi in den wohlverdienten Ruhestand. Seit seinem Abgang vom Lehrerseminar in Friedberg war er ununterbrochen an der hiesigen Volksschule segensreich tätig und erfreute sich allgemeiner Wertschätzung. Schon seit Jahren ist er ein Anhänger Adolf Hitlers. Seit dem Tode von Rektor Keller lag tue Leitung der hiesigen Schule in seiner Hand. Mit Bedauern und mit besten Wünschen sieht die Gemeinde Lollar den beliebten, tüchtigen Lehrer aus seinem Amte scheiden. + Grünberg, 9. März. Am Freitagabend gastierte hier der Theaterzug des Reichspropagandaamtes der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Gegeben wurde die Operette von Künne cke „Der Detter aus Dingsda". Die wohlgelungene Aufführung hinterließ allgemein einen guten Eindruck und erntete reichen Beifall. Daß auch auf dem flachen Lande Bedürfnis nach guten Theatervorstellungen vorhanden ist und ein solches Gastspiel freudig begrüßt wird, bewies der sehr starke Besuch. Die geräumige Turnhalle war ausverkauft. Kreis Alsfeld. * Groß-Felda, 8. März. Die Holzfällerei ist zu Ende, lieber 50 Arbeiter haben dabei seit Mitte November lohnenden Verdienst gefunden. Die Mehrzahl der Holzfäller findet im Sommer als Bauarbeiter Beschäftigung. — Eine Reihe hiesiger Vereine hielt in den letzten Wochen Generalversammlung ab, die in den üblichen Formen stattfanden. Der Turnverein unterhielt auf einem Familienabend feine Gäste mit einem reichen Programm. Eine eifrige Werbetätigkeit zeigt der hiesige O b st - bauöerein. Er erstrebt vor allem einen erhöhten Anbau von Obstbäumen. Auf seine Veranlassung wurden in den letzten Jahren mehrere hundert Öbstbäume bestellt und angepflanzt. Einige Mitglieder haben sogar Obstbgumstücke angelegt. st. Kirtorf, 8. März. Dieser Tage fand bei Kamerad Schaaf die Generalversammlung des diesigen Kriegervereins statt. Der Vereinsführer Heinrich Schäfer gedachte zunächst des verstorbenen Reichspräsidenten, dann des Generalleutnants v. Horn und des im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieds Th. R e i ch m a n n. Die Toten wurden in der üblichen Weise geehrt. Sodann gab der Vereknsführer einen Ueberdlick fiberlnon der Bandlegung hatte, fft durch W (Frmftfffflie das Wirken des Vereins im vergangenen Jahr---- und betonte, daß der Verein an allen bedeutsamen nationalen Veranstaltungen teilnahm. Eine besondere Ehrung wurde sodann dem Ehrenmitglied Karl Otto zu dessen 80. Geburtstag zuteil. Der Rechner Ludwig Schombert trug die Jahresrechnung vor, die geprüft und für richtig befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vereinsführer ernannte den Kameraden Otto Faul- d r a t h zum ersten Schießwart mit dem Auftrag der Gründung einer Schießabteilung. Freiherr Schenck forderte die Kameraden auf, auch die schlechteren Schützen, der Schießabteilung beizutre- tcn. Diese Anregung wurde begrüßt und alle Mitglieder erklärten ihren Beitritt zur Schießabteilung. Im weiteren Verlauf des Abends wurde beschlossen, das 60jährige Bestehen des Vereins in diesem Jahre voraussichtlich am 2. Pfingftfeiertag mit einem Preisschießen und einer kameradschaftlichen Feier zu begehen. Mit dem Worte: „Alles für Deutschland und Adolf Hitler" und mit einem drei- *■ *■' Ver- 1864a von beiiwich I | //|f locbSTcmet D6r Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht,Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Richard Rein „Der Naturforscher“ ist die allgemein verständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern *f Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u bedeutenden Mitarbeitern ausallenGebieten d.Naturwissenschaften. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. - Probehefte und Werbeblätter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Brennholzversteigerungen der Stadt Gießen. A. Montag, den 11. März 1935, 9% Uhr beginnend, aus der Abt. 45a (Stadtwald) und 19a (Philosophenwald), Försterei Rödgen: 30,5 rm Buchen- und Hainbuchenscheiter 1. Kl. 137,2 „ Eichenscheiter 1. Kl. 24,1 „ Eichenscheiter 2. Kl. 10,7 „ Kiefern- und Fichtenscheiter 2. Kl. 17,9 „ Buchen- und Hainbuchenknüppel 98,3 „ Eichenknüppel 12,6 „ Kiefern- und Fichtenknüppel 3,9 „ Eschenknüppel 1720 Wellen Buchen- und Hainbuchenreisig 2. und 3. Kl. 22,0 rm Eichenstammreisig 1. Kl. 55,0 „ Buchen- und Eichenstöcke Das Holz aus dem Philosophenwald kann nicht vorgezeigt werden; vorherige Besichtigung wird daher empfohlen. Zusammenkunft: Grünberger Straße, 8. Schneise. B. Mittwoch, den 13. März 1935, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 40b, 44a und 45c (Sladtwald), Försterei Rödgen: 3,9 rm Buchenscheiter 1. Kl. 53,8 „ Eichenscheiter 1. Kl. 6,4 „ Kiefern-, Eschen- u. Erlenscheiter l.Kl. 3,4 „ Buchenknüppel 36 7 „ Eichenknüppel 4,6 „ Kiefern- und Fichtenknüppel 32,7 „ Erlen- und Eschenknüppel 3,2 „ Birkenknüppel 100 Wellen Buchenreisig 3. Kl. 21,9 rm Eichenstammreisig 1. Kl. 11,3 „ Fichtenstammreisig 1. Kl. 14.2 „ Erlen- und Eschenstammreisig l.Kl. 1265 Wellen Kiefernstammreisig 2. Kl. 17,2 rm Eichenstöcke. Das Holz aus der Abt. 40b kann nicht vorgezeigt werden, vorherige Besichtigung wird daher empfohlen. Zusammenkunft: Grünberger Straße, 7. Schneise. C. Freitag, den 15. März 1935, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 49 (Stadtwald) und 1b, 2b, 3, 4b und 6a (Stolzenmorgen), Försterei Rödgen: 1,8 rm Buchenscheiter 1. Kl. 4,8 „ Eichenscheiter 1. und 2. Kl. 5,4 „ Kiefernscheiter 2. Kl. 165,7 „ Fichtenscheiter 1. und 2. Kl. 2,3 „ Eichenknüppel 7,7 „ Kiefernknüppel 93,7 „ Fichtenknüppel 2,8 „ Buchen- und Eichenstammreisig 1. Kl. 5,2 „ Fichtenstammreisig 1. Kl. 125 Wellen Buchenreisig 3. Kl. 930 „ Fichtenreisig 3. Kl. Das Holz aus dem Philosopstenwald kann nicht vorgezeigt werden; vorherige Besichtigung .wird daher empfohlen. 1380C Zusammenkunft: Anneroder Weg, 12. Schneise. Gießen, den 8. März 1935. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Die Arbeiten für 40 000 cbm Erdbewegung bei dem Ausbau der Schlageterstraße sollen auf Grund der RDO. öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen und Angebotsvordrucke sind ab Montag, den 11. März 1935, bei uns erhältlich. 13690 Angebote sind spätestens zum Eröffnungstermin am Montag, dem 18. März 1935, vormittags 10 Uhr, an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der erschienenen Anbieter erfolgt. Gießen, den 8. März 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt, G r a v e r t. 137QA bei uns der An- 13650 tag. den 18. März 1935, 10 Uhr, portofrei einzureichen, wo anschließend die Oeffnung geböte erfolgt. Zuschlagsfrist: 8 Tage. Arbeitsbeginn: Sofort nach Zuschlag. Gießen, den 7. März 1935. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbauamt. fjeftfmachvolle 77erarßeitung der fjardinen gißt jedem Skaum erft die anheimelnde, gemütliche ffote. Uerfäumen SJie nicht\ fidj hierfür fadjmännifch 6 erat en 311 lajfen. ffadjmännifdjer 3Zat und gepflegter fjefdjmach find wichtige fiteIfer 6ei dem TOunfdj, cSie ßeftens 3U bedienen. f3itte ßefidjtigen m Caf6 Amend eine Schaupartie gegen Billardmeister Sommer (Gießen). Der Erlös der Veranstaltung wird der Winternothilfe zugeführt. Lütgehetmann beteiligte sich schon an der Weltmeisterschaft gegen internationale Klasse und wird in diesem Jahre um die Deutsche Meisterschaft mitspielen. Dieses 21jährige Spieltalent berechtigt zu den größten Erwartungen. Billardmeister Sommer, der schon seit Jahren zu den Spitzenspielern der Berussmeister Deutschlands zählt und wiederholt an der Deutschen Meisterschaft sowie an internationalen Kämpfen erfolgreich teilnahm, wird einen ebenbürtigen Gegner finden. GerätemannschastSkampf in ft'r ofdorf Rodhcim/Bieber — Kinzenbach — Krofdorf. Am kommenden Sonntag kommt dieser Kampf erstmals, in den Räumen der Turnhalle zu Krofdorf, zur Durchführung. Der Wettbewerb unterscheidet sich von den bisherigen Kämpfen in der Zusammensetzung der Mannschaften, die nicht aus acht aktiven Turnern bestehen, sondern aus vier Aktiven, zwei Jugendlichen und zwei Altersturnern. Das Interesse wird durch diese Zusammensetzung sicher gehoben und läßt zunächst aller auch kein Urteil über den Ausgang im Voraus zu, zumal die. Mannschaften ihre Kräfte in einem solchen Kampf noch nicht gemessen hallen. Geturnt werden je eine Kürübung an Darren, Reck und Pferd, sowie eine Kürfreiübung. Die Wertung erfolgt in der üblichen Weise. 3m Segelflugzeug nach Saabrücken. Eine schöne Leistung vollbrachte am Freitag der Segelflieger Fischer von der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt. Er startete um 11.45 Uhr in Darmstadt mit seinem „Windspiel" mit der Zielrichtung Saarbrücken und traf dort gegen 14.15 Uhr ein. Fischer legte also die 140 Kilometer lange Strecke in 2V2 Stunden zurück. Die Leistung ist schon deshalb besonders zu bewerten, weil ein Segelflug im Winter besondere Anforderungen stellt. Die Wetterbedingungen waren gut. NordhesienS Boxer in Bremen. Am 12. März führt der BFC. Heros Bremen zusammen mit dem Norddeutschen Lloyd in Bre- mm eine Amateurboxveranstaltung gegen den Gau Nordhessen durch. Kurze Sportnotizen. Europameister Herber-Baier und die übrigen europäischen Eiskunstläufer hatten bei ihrem ersten Auftreten in Neuyork einen außcr- oewöhnlichen Erfolg zu verzeichnen. Die Darbie- tungen wurden von einer zahlreichen Menschenmenge begeistert ausgenommen. Au5 Würzburg kommt die Kunde, daß sich der deutsche und Europa-Meisterschafts-Vierer ohne Steuermann des Würzburger Ruderoereins wieder in vollständiger Besetzung mit Rudolf E ck st e i n , Toni Rom, Markin Karl und WM Menne zum Training verpflichtet hat. ♦ Der Engländer Campbell hat nun endlich am Strande von Daytana Beach einen Weltrekord erreicht. Nach mehreren Fehlversuchen unternahm er am Donnerstag einen neuen Versuch, der auch gelang. Mit seinem „Blue bird“ erreichte er für die Meilenstrecke mit 445,593 Stundenkilometern einen absoluten Schnelligkeits-Weltrekord. Vom Büchertisch des Sportlers. Das Jahrbuch der Turnkunst 19 3 5. — (50) — Später als in früheren Jahren kommt diesmal das Jahrbuch der Turnkunst 1935 in die Hände seiner Freunde. Dafür enthält es aber auch die Ergebnisse der letzten Bestandserhebung, so daß das Jahrbuch ein volles Bild der Entwicklung der Deutschen Turnerschaft im vergangenen Jahre gibt. Der Reichssportführer und Führer der Deutschen Turnerschaft, von Tschammer und Osten, hat dem Jahrbuch ein Geleitwort vorangestellt, in dem er betont, daß er gerade von den Turnvereinen vollen und frohen Einsatz erwartet, denn die turnerischen, gelänßesportlichen und politisch-kulturellen' Grundlagen sind die llreitesten Pfeiler, auf denen der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen stehen muß. Auch die Ausführungen des Reichsdietwarts über Turnertum und Nationalsozialismus betonen die Bedeutung der weltanschaulich-politischen Haltung des deutschen Turners. Grundlegende Ausführungen über das Männer- und Frauenturnen geben der Oberturnwart Martin Schneider und die Frauenführerin Henni W a r n i n g h o f f. Daß die Entwicklung der Turnerschaft von Koburg zu Koburg, die Arbeit des letzten Jahres mit den vielen Gauturnfesten, Werbewochen, die Saartreuestaffel ufw. nicht zu kurz kommen, versteht sich von selbst. Das ungeheure Arbeits- und Aufgabengebiet der Deutschen Turnerschaft erhellen die Berichte der Fachwarte. Das reiche Zahlenmaterial ist im gleichen Maße wie früher vorhanden. So ist das Jahrbuch nicht nur unentbehrlich für die Rückschau auf vergangene Zeiten, sondern auch wegweisend für die Zusammenarbeit, die auf dem Gebiete der Leibesübungen besonders dem Turner im neuen Staate erwächst. Eröffnung der großen Wassersport-Ausstellung 1935. In Deutschlands größtem Ausstellungsraum, in der Halle I am Kaiserdamm, wurde am Freitagvormittag die große Berliner Wassersportausstellung 1935 feierlich eröffnet. Der Slaatskornmifsar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert. begrüßte die Gäste und führte dann u. a. folgendes aus: Der Wassersport hat im allgemeinen in unserem Vaterlande und insbesondere in der Reichshauptstadt einen geradezu stürmischen Aufschwung genommen. Heute bevölkern Tausende von Faltbootfahrern die Gewässer unserer inneren und weiteren Umgebung. Die Rudervereine haben ihre Mitgliederzahlen vervielfacht und der Motorboot- svort, früher eine Luxusangelegenheit für wenige Begüterte, ist dank der Anstrengungen der Industrie auch für die weniger bemittelten Kreise in den Bereich des Möglichen gerückt. In politischer Hinsicht ist der Geist der deutschen Wassersportler, von wenigen Ausnahmen abgesehen, immer gut gewesen. Zum Schlüsse seiner Rede sprach Dr. Lippert allen an der Ausstellung Beteiligten, insbesondere dem Reichssportführer, den Dank für die tatkräftige Förderung aus. Nach den" mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Staatskommissars Dr. Lippert sprach Reichssportführer von Tschammer und Osten, der die Gestaltung des Wassersports richtungweisend behandelte. Er sagte u. a.: Die Männer, die vor nunmehr 50 Jahren angefangen haben, das deutsche Volk für den Wassersport zu gewinnen, sind mehr gewesen als Männer des Sports; sie haben Naturverbundenheit, Heimatliebe und Mannesgut großziehen helfen. Mit besonderer Freude darf ich deshalb feststellen, daß diese Saat im nationalsozialistischen Staat vielfältig aufgegangen ist. Im Segel-, Ruder-, Kanu- oder Motoryachtsport hat die Beteiligung gewaltig zugenommen. Im gleichen Maße haben sich beachtliche sportliche Erfolge eingestellt im Inland sowohl wie im Ausland. In steigendem Maße hat sich darum auch das Ausland an den deutschen Veranstaltungen beteiligt Mit herzlichem Dank begrüße ich es, daß die deutsche Reichsmarine ihrer Verbundenheit mit dem Kamerad am Schraubstock! Kamerad hinlerm pflüg! Kamerad am Schreibtisch! Du gehörst in die Front der schaffenden deutschen Jugend. Melde dich zum zweiten Reichsberufswettkampf! Wassersport durch eine Sonderschau Ausdruck gibt. Denn die Eigenschaften, die wir von den Wassersportlern verlangen müssen, finden in der deutschen Reichsmarine ihre letzte sinnvolle Vollendung. 3n diesen Ausstellungshallen sollen die Bedeutung des deutschen Wassersports, der Charakter und die Haltung der ihm dienenden Männer und Frauen, aber auch die Schaffenskraft und der Gewerbefleih des deutschen Volkes gleicherweise sichtbar Ausdruck finden. In dieser Sinngebung erkläre ich die Wassersportausstellung 1935 für eröffnet. Im Anschluß daran fand die erste Führung der Ehrengäste durch die Schau unter fachkundiger Leitung statt. Kunvfunkprogramm Dienstag, 12. Marz. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. Die Erze*j§m$:tiacl>f fordert LeBiunqszucbt in der Rindviebbaitung. Die Nachzucht des Stalles darf nur aus Leistungstieren stammen! Kälber, die aus Tieren ohne Leistung stammen, dürfen nicht im Stall verbleiben. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Für die Frau! 16: „Bunter Nachmittag." In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.30: Rhein, Ruhr und Saar in schwerer Zeit. 18.45: Olympia-Ausstellung Berlin. Funkbericht.. 19: Unterhaltungs- konzert des Rundfunkorchesters. 19.50: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.15: Konzert. Werk von Georg Friedrich Händel. 21: Gedenkstunde für die Opfer der Arbeit an der Saar. 21.20: Divertimenti für Blasinstrumente von W. A. Mozart. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Volksmusik. Akkordeon-Virtuosen Brox spie- len. 23: Wir bitten zum Tanz. Briefkasten der Redaktion. h. Sch., Gießen. Die Meldung als Landespolizeioffiziersanwärter in Hessen ist an folgende Adresse zu richten: „Der Reichsstatthalter in Hessen, Landesregierung, Abteilung I a, Darmstadt." Die gleiche Anmeldung für Preußen müssen Sie an den Herrn General der Preußischen Landespolize-i in Berlin richten. Vogtsche Privat-Handelsschulen G:i.e:0e Einjährige Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekunda- und Prima - Reife, Schulgeld RM 19.— keine Nebengebühren. Zweijährige Handelsschule für Schulentlassene m. 8|ähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM 17.—, keine Nebengebühren. Ein- u. halbjährige Handelsfachschule Schulgeld RM19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i.Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handelsfachern. Anmeldungen für das neue S Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schulgebäude Goethestr. 32, in Herborn v. 8-13 Uhr im Schulgebäude Schlageterstr. 11. Wieicn- Luzerne- Timothee- Strotz all, Sorten liefert lede Menge 390. MM K Mtzen frankfurter Straße 60. Tel. 3571 lllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllll tun=u langn-nng VurivpVIl und unkündbar. Wer Bargeld braucht, fiebere sieb das Reeln nur Bartredite dureb Zwecksvar-Bertrag bei der Dn on-Rliewenio,e.G.ni.b.H ,M.-Gladbach Agentur: Frau Else Wagner,Lollar,Schulstr.1 Dem Reichöbeaustragten f. 3roetf= svarunternelnnungen unterstellt. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Aufforderung. Alle, dieAuskunst über Leben oder Tod des unbekannt wo abwesenden Eetetfitugoonirti5a.ö.£umdfl geboren daselbst am 30. Avril 1878 geben können, wollen alsbald Mit- teilung, sväteit. bis 1.August 1035, an den unterzeichneten gerichtlich bestellten Abwesenheits - Pfleger geben. 1353D Treis a. d. Lda., 8. Februar 1935. Euler, Bürgermeister. ■ v \ ■ . -■ ' I Müd er Mahren I im Dienste der I deutschen Hausfrau ■ Wüster enthärten! I Auch zum Einweichen der Wäsche vorzüglich bewährt. Verrühre vor Bereitung der Waschlauge stets einige Handvoll Henko Bleich-Soda im Wasser und lasse Henko eine Viertelstunde wirken! Waschkrast und Schaum- bildung werden dadurch wesentlich erhöht! Eewinnauszug 5. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klassen.Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 25. Ziehungstag 8 März 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 6000 M 23680 93972 12 Gewinne zu 3000 M 177641 273047 301598 332800 333044 337766 16 Gewinne zu 2000 M 34442 66824 193677 232846 234861 248027 306367 397123 42 Gewinne zu 1000 M 24576 26862 34544 35185 95408 103320 107810 128504 133818 136305 176778 190180 195532 213510 247811 256822 267758 346731 370948 372684 389200 112 Gewinne zu 500 M 454 13464 20551 26493 30382 32917 41854 46330 52145 57076 57229 58363 59086 63626 65518 81996 92238 97652 97999 102205 103479 113083 125950 1275.78 138643 155797 165610 168136 168199 172689 174686 179021 180859 211150 213372 226457 240138 250892 263642 280485 289667 319608 331356 331624 336873 339216 343782 345237 349861 349868 350003 371779 379530 393907 397169 399682 344 Gewinne zu 300 M 1822 2181 2895 596'1 8726 12239 13877 15795 16330 17352 18073 21196 22275 22887 25251 28022 28285 34249 35597 40811 41095 42627 42731 45729 46290 46552 46722 47177 47212 49988 51035 53814 57874 61080 65478 73274 73869 80260 84231 85255 89989 92361 92399 93368 93767 94815 98637 99369 105058 106101 111120 112512 113785 114208 115535 120915 1'22421 123697 125676 129300 130210 133952 134340 137427 139175 141663 143436 145261 145730 1 <15823 150981 152558 154515 154714 162662 162996 163386 168544 168837 168856 170478 170605 170745 175259 178460 183431 184702 186003 187200 190560 194998 197134 200906 203093 204539 211300 212331 219497 221792 222669 223777 223806 225981 230187 239676 243766 246692 247299 247618 247756 249386 256533 257171 260973 261017 262738 265096 266491 266576 269367 271007 272400 272895 277225 279913 280618 284362 289982 290112 294537 295347 296613 298414 298489 298597 299135 301508 303879 305756 306828 311026 311188 315720 316498 317408 323999 327025 327189 329367 333282 333288 337679 338203 341768 343466 344639 346261 350755 363592 366312 366560 366716 368617 372410 373254 373300 373663 380299 381462 385020 389646 399956 In der heutigen Nachmittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 188938 67940 88697 95686 97819 4245 17216 17351 24077 103521 156675 349821 29225 139070 187476 237067 122848 345078 25933 41777 59544 83570 41351 141379 192811 260488 35416 319377 107228 179280 232116 310492 116867 1840^8 235852 316012 26031 43222 60318 86002 105920 131871 153171 181850 195538 211008 226422 238805 250587 264521 282254 293921 314283 339338 361395 389763 13696 21561 28872 43893 67499 91261 11060 1 7837 27358 43355 66869 86717 107869 133618 153701 183606 197001 212416 228614 240893 256890 271034 283231 295921 317425 342529 363124 398745 14723 23024 39080 55241 78968 127279 149180 165203 191004 203034 224106 233008 244683 263072 273934 290073 313312 328679 356979 366632 23517 40238 57734 80572 14202 21929 37144 48687 78658 95997 55973 149529 204977 273753 349038 121391 137417 158824 190968 202175 214630 229873 243516 260283 273881 220056 307774 328632 346916 366513 105220 128165 149627 170897 192521 203643 225765 237243 249959 263303 275830 293245 313994 331535 357885 372028 109800 134603 158579 184894 197737 213532 228979 241937 258904 272860 287459 301503 323772 345701 365507 399692 10 Gewinne zu 3000 M. 270099 307669 8 Gewinne zu 2000 M. 211125 20 Gewinne zu 1000 M. 252909 261288 296272 385023 _ _ 64 Gewinne zu 500 M. 85651 178261 230988 308065 349882 2 Gewinne zu 10000 M. 96923 4 Gewinne zu 5000 M. 18765 259542 --- . ------• 4658 6721 346694 347785 ________ ______ 276 Gewinne zu 300 M. 2304 2423 2796 3227 10331 ----- ----- ----- . 15484 16351 17011 20 Taqesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 32752 37714 63488 104655 141799 174683 199830 235653 266839 398792 Im Gewinnrade verblieben: 100 Tagesprämien zu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je loOOOOO, 2 zu e 50000, 2 zu je 30000, 2 zu je 20000, 12 zu e 10000, 22 zu je 50( 0, 54 zu je 3000, 118 zu e 2000, 284 zu je 1000, 652 zu je 500. 2628 zu e 300 Mark. | Einspaltige | Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht! T über den Naturschutz aus der Feder des Leiters der deutschen Raturschuhbewegung geht jeden einzelnen Dolksgenoffen an. Ss gilt, die natürliche Schönheit unserer Heimat in lieoevoller Sorge und naturverbundener Gemeinschaftsarbeit zu erhalten für uns nnd für die, die nach uns fein werben. Zu beziehen durch jede Suchhandlung! Hugo Berrnühler Verlag » Berlin-Lichterfelde Nr. 58 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 9. März 1935 Oer Weg vom Ton zum Baustein. Neber die Förderbahn zum Kollergang. Ln pressen und tausend Hitzegraden. Die Kettenförderbahn. q .3 Auf dem Lagerplatz. »WKW f 1 W W Nundgang durch einen Industriebetrieb der Gießener Bauwirtschast. w w WMWtzW- - • „ -" Blick in eine der Tongruben. ZW W i i ■ ■TW! <** Ein Teil des Werkes, von der Grube aus gesehen. Eine wichtige Schlüsselstellung im Wirtschaftsleben nimmt bekanntlich das Baugewerbe ein. Die Bedeutung dieser Position haben wir im negativen Sinne vor einigen Jahren und in positiver Hinsicht seit der Machtübernahme durch den Führer und Volks- kanzler Adolf Hitler zur Genüge gesehen; früher ging es mit dem zunehmenden Stillstand des Baugewerbes auch mit zahlreichen anderen Industrien immer mehr bergab, feit zwei Jahren ist an die Stelle jenes Niederganges mit dem kräftigen Wiederaufleben der Bautätigkeit auch eine erheblich vermehrte Beschäftigung in den verwandten Gewerbezweigen zu verzeichnen. Aeußere Merkmale dieses Aufschwungs sind u. a. die starken Baumaterialtransporte, die auf Lastautos und auf Pferdegespannen unsere Straßen passieren, um den Männern der Wasserwaage und der Maurerkelle, den Zimmerern usw. immer neuen Stoff für ihre Arbeit zuzuführen. Den reichen Segen dieser Wirtschaftsbelebung des Baugewerbes und der anhängenden Betriebszweige verspürt aber auch die Gesamtheit unseres Volkes, so daß wir alle miteinander guten Grund haben, uns über diese Aufwärtsentwicklung zu freuen. Die Erzeugnisse aus der heimatlichen Erde im engeren Sinne des Heimatgedankens stehen bei der Bautätigkeit an hervorragender Stelle. Es handelt sich dabei in erster Linie um einen der Grundstoffe, den B a ck st e i n und die verschiedenartigen weiteren Produkte der Z i e g e l st e i n i n d u st r i e. lieber deren Entstehung in der modernen Fabrikationsweise wissen nur wenige Volksgenossen Bescheid, denn die hier und da in einer Feldgemarkung noch wahrnehmbare Backsteinbrennerei kann man heutzutage als technisch überholt ansehen. Einen interessanten Einblick in den Arbeitsgang der neuzeitlichen Ziegelsteinherstellung bot uns dieser Tage die Leitung der Gailschen Tonwerke in Gre- Der fertig geformte Stein erhält den Glasurüberzug. ßen, in deren großem Betriebsgebäude am Schif- fenberger Wald, beiderseits der Bahnlinie Gießen— Lich, der neuzeitliche maschinelle Betrieb der Ziegelsteinindustrie, daneben für Spezialerzeugnisse auch noch die handwerkliche Herstellungsweise als Qualitätsarbeit im Gange ist. Wenn man die Entstehung des Ziegelsteins verfolgen will, muß man zunächst einen Blick in die große Tongrube werfen, die unmittelbar bei dem umfangreichen Betriebsgebäude am Rande des Waldes den hauptsächlichsten Rohstoff für die Herstellung der gebrannten Steine, den Ton, liefert. In der Grube sind im Tagebau auf langgestreckten Absätzen des Erdreichs die Arbeiter mit dem Abbau der sowohl in den Farben, als auch im Fettgehalt verschiedenartig beschaffenen Tonarten beschäftigt. Der Ton wird mit Hacken losgelöst und beim Abbau gleich einer ersten Sortierung nach Qualität unterzogen. Von den Abbaustellen 'aus wird das Produkt in der langen und breiten, stellenweise etwa 15 Meter tiefen Grube auf einer Förderbahn bis zu einer Sammelstelle gefahren, von wo aus der Transport mit der langgestreckten, bis zum vierten Stockwerk des hochgelegenen Betriebsgebäudes hinaufführenden Kettenbahn auf Wagen, die an einer Kette in ständigem Kreislauf (bergauf beladen mit Ton, bergab leer) verkehren, zur ersten Vcrarbeitungsstation im sog. Kollergang erfolgt. Sobald die Kettenbahnwagen mit ihrer Ladung oben vor dem Kollergang angelangt sind, löst sich der Wagen automatisch von der Führungskette ab, sein Inhalt wird durch Umstürzen der Kipplore auf einen Beschicker geworfen und dann der Wagen wieder in den Leerlauf bergab eingeschaltet. Vom Beschicker aus wird der Ton auf einem Förderband dem Ko Hergang zugeführt, den man ungefähr mit dem Behälter einer Kaffeemühle vergleichen < kann. In diesem runden Bebälter wird der Ton, | der hier in genau bestimmter Zusammensetzung mit Sand gemischt wird, durch ein Doppel - System von schweren Kollerwalzen zerkleinert und durch den durchlöcherten Boden des Kollergangs auf einen Sammelteller hinab gedrückt zu einem Walzwerk, von dem aus die Masse zu dem Tonschneider gelangt. Hier tritt nun eine Zweiteilung im Arbeitsvorgang ein, je nachdem ob der mit Sand ge- mischte Ton zu Kkinkersteinen, oder zu anderen, hochwertigeren Erzeugnissen der Ziegelsteinindustrie verarbeitet werden soll. Der Tonstrang kommt — ähnlich wie der Vorgang der Wurstherstellung mit einer Wurstmaschine — in langgestreckter geformter Masse aus der Ziegelpresse heraus und wird dann durch eine maschinelle Schneidvor- richtung in das Format der Ziegelsteine geschnitten. Dabei wird jeder geformte Stein von Arbeitern in einen Gerüstrahmen gelegt, der in etwa zehn übereinander angeordneten Etagen eine große Menge dieser Steine aufnehmen kann. Diese hochbeladenen Rahmen werden, nachdem sie durch einen Aufzug nach der einen Stock höher gelegenen Etage der Trockenkammern befördert worden sind, durch wenige Griffe der Arbeiter als Ganzes maschinell gehoben und bis zu einer der Trockenkam- mern gefahren, deren jede bis zu 3600 Steine Zum Trocknen aufnehmen kann. In triefen Trockenkammern verbleiben die Steine etwa sechs Tbge, bis sie durch die Zirkulation von Warmluft soweit getrocknet sind, daß sie zum Brennen in den Ringofen eingesetzt werden können. Neben den Trockenkammern ist aber noch ein Trockenofen vorhanden, der aus drei Tunneln von je 54 Meter Länge besteht. Der geformte nasse Stein, der durch den Trockenofen zum Trocknen durchbefördert werden soll, wird auf Etagenwagen, deren jeder etwa 120 Steine faßt, in einen der langgestreckten Tunnels hineingefahren, den er in einem Transportweg von etwa zwei Tagen Dauer passiert. bis er am anderen Ende des Ofens bei einer Temperatur von etwa 100 Grad Wärme wieder ans Tageslicht kommt. In diesem Trockenofen wird I Trocknungsprozeß gleichfalls durch Zirkulation von Warmluft unter zusätzlicher Heizung etwa des letzten Viertels des 54 Bieter langen Tunnels vor» genommen. Als dritte Trocknungsmöglichkeit bestehen noch die gewöhnlichen Trockengerüste, auf denen der Stein etwa zehn Tage lang liegen muß, bis er soweit getrocknet ist, daß er ebenfalls in den Ringofen wandern kann. Das im Trockenofen in zwei Tagen, oder in den Trockenkammern in sechs Tagen, oder auf den Trockengerüsten in zehn Tagen getrocknete Ziegel- stemmaterial erfährt seine Vollendung durch den Brand im Ringofen. Dieser Ofen stellt ein großes Gewölbe dar, das sich inmitten des Betriebsgebäudes in einem langgestreckten Rechteck befindet und in eine Anzahl sog. Kammern untergeteilt ist, deren jeweiliger Zugang von außen her vor dem Brennen der Steine mit einer dicken Abschlußmauer fest verschlossen wird. In diesem Ringofen brennt das Feuer ständig in einer ganzen Reihe von Kammern, die bis zur Decke des Gewölbes voll getrockneter Steine fitzen. Hier wird das Feuer bis zu 1300 Grad gesteigert, die Unterhaltung des Brandes erfolgt mittels kleiner Kohlenzufuhrschächte von der Decke des Ringofens aus, wobei in genau zu beachtenden Zeiten immer wieder kleine Mengen bester Nußkohle zugeführt werden müssen, um durch ausreichende Erhaltung der Hitzegrade dem Stein die erforderliche Festigkeit durch den Brand zu geben. Wer durch diesen kleinen Kohlenzufuhrschacht in eine solche brennende Kammer des Ofens hineinblickt, sieht dort bei dem tagelang währenden Höchststand des Feuers geradezu in Weißglut hinein, die durch ein sinnreiches Kontrollverfahren ständig genau reguliert werden kann. Von den Kammern des Ofens ist natürlich immer nur ein Teil in vollem Brand, während die übrigen entweder nach der Fertigstellung der gebrannten Steine ausgeräumt. Maschinengeformte Steine werden vollendet. Automatisches Adjchneiden gg der Ziegelpresse, Die gchttmtea Steias kommen bi deg Trockerrotss. ÜM Ävmnotss. Geschichten aus aller Welt habe weil LPD. Frankfurt a. M., 8. März. Die Leitung der Großen Deutschen Luftschutz- ausstellung hatte zu einem Selbstschutz- nachmittag eingeladen, bei dem Oberleutnant a. D. Lenz den Beweis erbrachte, daß die Ausstellung nicht nur dazu dient, dem deutschen Volke die Gefahr zu zeigen, in der sich ein Land befindet, das von hochgerüsteten Nachbarstaaten umgeben ist, sondern daß der Wert dieser Ausstellung darin liegt, daß sie den Se lbst schütz zu zeigen und zu lehren als ihre vornehmste Aufgabe betrachtet. Und diese Beweisführung ist gelungen. Der Leiter der Ausstellung wies in seinem Dortrag zunächst auf die Bedeutung des Luftschutzes hin, der sich allein schon durch die Tatsache bestätigt, daß sich führende Männer des Nationalsozialismus werbend für die Ideen des Reichsluftschutzbundes einsetzen. Wenn hierdurch die Bedeutung des Luftschutzes genügend gekennzeichnet ist, so ergibt sich hieraus (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Der Hai, der nicht sterben wollte. (th) Kapstadt. Als Tim Guldenbuik mit seinen Negern in der Hout-Bucht bei Kapstadt seine Netze hereinholen wollte, ruckte es darin so erheblich, daß die Neger ausreißen wollten. Die Seeschlange persönlich? Em Wal etwa gar? Man hievte das Netz ganz vorsichtig. Ein Hai war's! Aber was für ein Hai! Unter Brüdern seine 8,20 Meter lang und 5 Tonnen schwer. Das war ein Fang. Aber man hatte ihn noch gar nicht. Das Tageslicht, dem man den Hai entgegenbrachte, fachte seine Lebensgeister an. Er begann zu toben und zu tanzen. Er wickelte sich in das Netz. Er rollte sich und drehte einen Salto. Dann hüpfte er 1,50 Meter hoch aus dem Wasser, so daß alle Schifflein ringsumher in Gefahr gerieten. Man holte die Gewehre. Nur gute Schüsse. Schüsse, die sonst tödlich sind: 5 Schüsse, — der Riese tobte weiter. 10 Schüsse — kaum ein Ermatten zu verspüren. 12 Schüsse — er wurde ein wenig matter. Mit dem 13. Schuß brachte man ihm das Ende. Man hatte sich volle drei Stunden mit ihm herumgeschlagen. . Aber dafür war es auch der größte Hai, den man seit langem aus dem Meere zog. Ein Elefant verliebt sich in einen Polizisten. (ut) London. Ein Elefantenabenteuer im friedlichsten England, fernab von strahlender Sonne und dichtem Dschungel. Der Elefant gehörte zu einem Wanderzirkus, dessen Ställe aber offenbar nicht massiv genug gebaut waren, um den Dickhäuter dauernd zu beherbergen. Jedenfalls brach er eines Mittags aus und marschierte neugierig, alles genau betrachtend, durch die Straßen der Stadt Leyton. Zwar holte er sich in einem Gemüseladen ein paar Rübchen aus einem Korb und zwölf Apfelsinen aus einer Kiste, doch sonst war er ein sehr anständiger Zirkuselefant. Plötzlich hatte er den Verkehrspolizisten von Leyton gesehen, dem die Aufgabe oblag, auf der Hauptstraße für guten Durchgangsverkehr zu sorgen. Der Elefant stand ganz still und schaute ihm aus der Ferne zu. Dann kam er langsam auf den immer noch seine Pflicht brav erfüllenden Beamten zu. Der zuckte mit keiner Wimper, obwohl ihm ein wenig unheimlich wurde. Doch der Elefant tastete ihn ganz zart mit seinem Rüsiel ab, faßte ihm auch wohl mit dem Rüssel um den Hals und machte ihm „schöne Augen". die weitere Notwendigkeit, zu beweisen, daß Luftschutz auch Sinn und Zweck hat. Denn wir aus dem TRunb des Redners hören, daß 1914 von den im Westen Deutschlands abgeworfenen 33 Bomben 52 Zivilisten gelötet wurden, so errechnet sich aus der Zahl der Verluste an Menschenleben die Verhältnisziffer 160. Wenn sich aber 1918 aus der Zahl von 8000 abgeworfenen Bomben nur noch die Verhältnisziffer 15 errechnet, fo ist mit der Gegenüberstellung 160 zu 15 die Wirksamkeit des Luftschutzes bewiesen, auch für die heutigen Verhältnisse, wenn wir den verstärkten Kampfmitteln den verstärkten Keller, sprich Schutzraum, gegenüberstellen. Und wenn wir weiter aus dem vorbildlichen Kartenmaterial ersehen, daß Frankfurt in der Kriegszeit mit 102 Bomben eingedeckt wurde und die Stadt Karlsruhe Dem Elefantenwärter, der lärmend seinem entsprungenen Riesen nachgelaufen war, blieben Mund und Nase offen, als er das sah, denn der Elefant war — einfach in den Beamten verliebt und „kares- sierte" mit ihm so, wie es bei einer ersten Ele- fanten-Liebeserklärung üblich ist. Man konnte ihn nur mit Mühe von der „neuen Liebschaft" trennen, und immer wieder wandte sich der Elefant noch einmal um, um nach dem Verkehrspolizisten von Leyton zu schauen. Wer möchte bestreiten, daß es auch in England Dschungelabenteuer gibt ...? Die Maschinenstürmerinnen. (z) Marseille. Im Marseiller Gerichtsgebäude ging es kürzlich äußerst lebhaft zu. Nicht weniger als 54 „Bräute" ergossen die Schale ihres Zornes über einen Heiratsschwindler, der ihnen unter den schönsten Versprechungen ihre letzten Ersparnisse und noch manches andere abgelistet hatte. Was aber den größten Zorn dieser enttäuschten Heiratslustigen hervorrief und was sie dem Betrüger auf keinen Fall verzeihen wollten, war die Tatsache, daß er — als moderner Mann — die modernsten Hilfsmittel zu seinem „Betrieb" gebraucht und seine Liebesbriefe auf einer elektrischen Maschine vervielfältigt hatte! Obwohl der Mann zu einer hohen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, stürzten sich die enttäuschten Bräute auf die als „belastendes Moment" bereitgestellte Maschine und ruhten nicht eher, als bis jie in winziae Stückchen zertrümmert vor dem Justizpalaste lag... Stachliges Abenteuer. Dr. R. D. R o m. lieber die Autostraße bei Asti in Norditalien bummelte ein Igel. Zweifellos gehörte er nicht auf diesen gefahrvollen Weg, so wie das berühmte Morgensternsche Huhn nicht in die Bahnhofshalle gehörte, aber er war anscheinend ein recht leichtsinniger Igel, der seelenruhig auf die andere Chausseeseite zu marschierte, obwohl jeden Augenblick ein Ungeheuer heranbrausen und ihm den Garaus machen konnte. Ehe der Stachlige den sicheren Graben erreicht hatte, brach das Schicksal über ihn herein. Der Igel hatte keine Zeit mehr zu quietschen, da war er schon von einem Wagenrad plattgedrückt. Aber auch dem Auto bekam dieser Zusammenstoß nicht gut. Ein Stachel des Igels durchbohrte den Reifen, der Wagen kam ins Schleudern und landete im Sttaßengraben. Zwei von den Jnsasien kamen mit dem Schreck davon, während der dritte schwer verletzt wurde. gekommen war. Warum hatte denn aber der Zug mitten auf der Strecke so plötzlich angehalten? Voller Neugierde kletterten die Fahrgäste aus den Abteilen und liefen nach vorne. Vor der Lokomotive spielte sich eine herzzerreißende Szene ab. Auf den Schienen lag ein zerlumpter, ausgehungerter Zigeuner mit fünf nackten Kindern und jammerte ... Er sich überfahren lassen wollen, schluchzte er, er keinen Ausweg aus seiner Not mehr ge= Ziegelsteinbetriebes, z. B. der hochwertigen Fassadensteine, Fußboden- und Wandplatten, säurebeständige Steine, Chamottesteine usw. wird der Rohstoff Ton in feinerer Mahlung und Zusammensetzung hergerichtet, nachdem er verschiedene Zwischenstationen passiert hat und dann durch die Zie- gelpresie gegangen ist. Der Trocknungs- und Brennprozeß spielt sich in der gleichen Weise ab wie beim Klinkerstein, nur ist die Zeit der Trockendauer je nach dem Erfordernis des jeweiligen Stemfabn- kates verschieden. . Einen weiteren Spezialbetrieb stellt Die Herstellung der Glasursteine dar, bei der ein großer Teil reiner Handarbeit zu leisten ist, sowohl bei der Formung der Steine, als auch beim Aufbringen der Glasur. Das Brennen der Glasursteine wickelt sich technisch in ähnlicher Art wie beim Klinkerstein ab, es erfolgt aber in einem besonderen Glasurofen, der auf diesen Spezialzweck eingerichtet ist. Reiche Be» rufserfahrung und große Handfertigkeit der Ar- beiter in diesem Spezialzweig spielen dabei eine bedeutsame Rolle. Auf den Lagerplätzen der Gailschen Tonwerke sieht der Besucher am Schlüsse seiner mehrstündigen Wanderung durch den interessanten Betrieb eine überaus große Reichhaltigkeit der Fertigfabrikate, die Zeugnis ablegt für die Vielseitigkeit der Anforderungen, denen die moderne Ziegelsteinindustrie in der gesamten Bauwirtschaft gerecht werden muß. Man überfährt nicht ungestraft einen Igel. Hier läßt sich eine andere „stachlige" Geschichte anschließen, die sich in Arizona zutrug und em bißchen harmloser auslief. . , . Heber der Hochfläche von Arizona geriet em Flugzeug in Brand. Dem Piloten blieb nichts anderes übrig, als sein Heil in der Flucht zu suchen. Er sprang mit seinem Fallschirm ab, und alles wäre glatt gegangen, wenn er nur richtig auf der Erde gelandet wäre. So setzte er sich aber daneben, nämlich auf einen Riesenkaktus. Ein Kaktus ist noch niemals ein sanftes Ruhekissen gewesen. Diese schmerzliche Erfahrung machte auch der unglückliche Fallschirmspringer. Entsetzt hopste er wieder in die Höhe, und wirklich tat ihm der Schirm noch den Gefallen, ihn von dem stachligen Sitz herunterzuholen und ihn em Endchen weiter zu tragen, wo sich der Pilot seine Kehrseite rieb und darauf wartete, daß man ihn auffande. Er fühlte sich nicht zum Fakir geboren, nut einem Nagelbrett bzw. einem Stachelsitzkissen wollte er nichts zu tun haben. Nie wieder auf einem Kaktus landen — das hat er sich oorgenornrnen, als er einige Tage lang im Krankenhaus auf dem Bauch mußt hätte. Seine Frau sei ihm vor kurzem gestorben, und nun könne er seine Kinder nicht mehr satt machen, von irgendeiner anständigen Bekleidung ganz zu schweigen. Die Fahrgäste schwiegen ergriffen. Dann zog einer seine Geldbörse. Fast alle fühlten sich von die- fern Jammer ans Herz gepackt und spendeten reichlich. Es kam eine ganze Menge Geld zusammen. Der Zigeuner wußte sich vor Freude und Dankbarkeit nicht zu lassen, ließ das Geld in seinen Lumpen verschwinden, packte seine nackten Gören zusammen und zog unter vielen Bücklingen ab. — Als sich dieser Fall auf den rumänischen Eisenbahnstrecken zum drittenmal wiederholt hatte, griff die Polizei ein. Sie konnte aber nur die fünf immer noch unbekleideten Zigeunerkinder fassen. Ihr pfiffiger Papa hatte das Weite gesucht und war über die Grenze nach Ungarn gegangen, wo es ebenfalls Eisenbahnstrecken gibt ... Das Gramen. Da. Praa. In der Psychiatrischen Klinik tritt ein KcrnNdat an den Prüfungstisch, verbeugt sich vor dem Examinator und dem neben ihm sitzenden Dekan der Medizinischen Fakultät, der erst kurze Zeit in Prag tätig und dem Kandidaten deshalb noch nicht bekannt ist. Noch ist'der Kranke, an dem der Prüfling feine Kunst beweisen soll, nicht in den Saal gebracht worden, da wird der Examinator ans Telephon gerufen und bittet den jungen Kandidaten, doch schon immer mit der Untersuchung des „Falles zu beginnen. Der angehende Doktor betrachtet sich mit unverhohlener Aufregung den vor ihm sitzenden Dekan und geht gleich medias in res. „Können Sie mir sagen, was wir heute für einen Tag haben?" Jetzt ist die Reihe, ängstlich zu werden, an dem Dekan. Aber er begreift und beschließt bei sich, ein Scherz- chen zu riskieren. „Mittwoch", sagt er, obwohl heute Samstag ist. Der Kandidat hat einen Bleistift herausgezogen und notiert. „Wieviel ist 17 mal 23?" lautet die nächste Frage. Wie aus der Pistole geschossen, antwortet der Dekan: „798". Der Kandidat findet, daß dies heftig vorbei- geschossen,ist und macht Notizen. Auf die Fragen nach der Geschichte der Tschechoslowakei, nach geographischen Begriffen, ja, nach den alltäglichsten und gewöhnlichsten Dingen bekommt er ebenfalls recht verwirrte Antworten. Nur ab und zu tut ihm der „Kranke" den Gefallen, „lichte Momente" zu haben. Aber daß er der Dekan X. sein will, hält der junge Mediziner denn doch für Anzeichen von Größenwahn und schließt in diesem Sinne sein ; Protokoll ab. Sein Gesicht muß unbeschreiblich gewesen fein, als er dem zurückkehrenden Examinator siegesbewußt • das Ergebnis seiner Untersuchung bekanntgibt, und ■ der Professor einen unerwarteten Lachanfall be» , kommt, der sichtlich ansteckend auf den „Kranken" - wirkt. oder durch die Neueinsehung von getrocknetem Steinmaterial für den nächsten Brand hergerichtet werden. Wenn der Steininhalt einer Kammer fertig gebrannt ist, muß der von außen her vermauerte Zugang zur Kammer aufgebrochen werden, um m die Kammer hineingelangen und ausraumen zu können. Sobald eine geräumte Kammer wieder mit neuem getrocknetem Steinmaterial zum Brennen beschickt worden ist, wird der Zugang erneut fest vermauert, damit die Flamme in vollem Ausmaße zur Wirksamkeit gelangt. Der ganze Arbeitsvorgang — vom Zeitpunkt des Einsetzens der getrockneten Steine in die Kammer über die mehrtägige Brenndauer hinweg bis zu dem Zeitpunkt des Ausräumens der Kammer — erstreckt sich auf eine Zeitdauer von rund 14 Tagen. Nach befcj Brennen werden die nunmehr fertig» gestellten Steine auf den Wagen der Förderbahn hinausgefahren auf einen der großen Lagerplätze vor dem Betriebsgebäude, von wo aus sie entweder mit der bis unmittelbar in die Fabrik hineingeführten Reichsbahn, oder mit Lastautos, oder mit Pferdefuhrwerken zu den Baustellen abtransportiert werden, auf denen sie ihre letzte Verwendung beim Bauwerk finden. In ähnlicher Weife vollzieht sich der Arbeitsgang bei der Fabrikation der Deckenhohlsteine (Hourdis), Dränröhren, Dachfalzziegel und bergt Bei den verschiedenartigen Spezialfabrikaten dieses Oer Lustschuh als Selbstschutz. Ein aufschlußreicher Nachmittag in der Lustschutzausstellung in Frankfurt. lag. Das Vermögen im Kochtopf. (d) Neapel. Einem Barbier in Neapel erschien eines Nachts im Traum seine Großmutter und gab ihm den guten Rat, die Nummern 10, 22 und 74 im Lotto zu spielen. Am Morgen bevor er zur Arbeit ging, händigte der Barbier seiner Frau 5 Lire aus mit dem Auftrag, sie auf die geträumten Nummern zu setzen. Die Frau aber war nicht abergläubisch und kaufte für das Geld einen neuen Kochtopf. Nun wollte es aber das Verhängnis, daß die Nummern der Großmutter tatsächlich gezogen wurden. Als der Barbier erfuhr, daß der Einkauf des neuen Kochtopfs ihn um ein Vermögen gebracht hatte, zerschmiß er nicht nur diesen — sondern aller Hausrat, der nicht niet- und nagelfest war, wurde ein Opfer seiner berechtigten Wut. Verkehrsstörung. R. D. 93 u f a r e ft. Als der Zug beinahe die ungarisch-rumänische Grenze erreicht hatte, gab es einen Ruck, die Fahrgäste purzelten durcheinander, und es erhob sich ein großes Geschrei. Die Bestürzung legte sich aber bald, als bekannt wurde, daß niemand zu Schaden Geschichten von Segelschiffen. Don Heinrich Hauser. Kompaß und Krinoline. Der Kapitän eines Ostindienfahrers schreibt 1856: „Auf der letzten Reise fand ich eines Tages bei der Sonnenbeobachtung mein Schiff gut dreißig Meilen von feinem Kurs. Mein ernsthafter Tadel den Wachoffizieren und Steurern fruchtete nichts: am nächsten Tag fand ich die gleiche Erscheinung und den Irrtum noch gesteigert. Augenscheinlich lag der Fehler am Kompaß, obwohl Sternbeobachtungen ergaben, daß er mindestens nachts korrekt zeigte. Tief beunruhigt, schwer besorgt und außerdem übermüdet von der schlaflosen Nacht, betrat ich nach dem Frühstück das Deck. Da sah ich in der Nähe des Kompasses eine Dame sitzen, die dort, wie schon die letzten Tage, zu nähen pflegte. Vorsichtig näherte ich mich in dem Verdacht, es läge vielleicht die Schere am Kompaß und bewirke eine Ablenkung. Das war indessen die weite Krinoline der schönen Dame, und obwohl von außen nichts zu sehen war, lag der Fall nun klar! Allen Mut zusammennehmend, rief ich mit so wenig Tadel in der Stimme wie möglich: „Madame, Sie haben durch lokale Anziehung mein Schiff um vierzig Meilen von seinem Kurs gebracht." So war es denn auch wirklich, denn in der Krinoline waren Stahlbänder, eiserne Reifen und sogar Spiralfedern eingenäht, deren Nähe den Kompaß naturgemäß beeinflußt hatte." Bringt Besatzung — lebend ober tot! In den norbamerikanischen Häfen pflegte gemeinhin ein großer Teil der Mannschaft europäischer Schiffe auszureißen. (Das ist übrigens bis zu unseren Tagen so geblieben). Die Schiffe gerieten dadurch in große Leutenot, und die „Heuerbase", die Stellenvermittler der Seeleute, bekamen 35 Dollar für jeden Mann, den sie stellen konnten. Um nun überhaupt Leute an Bord zu schaffen, wurden sie vorher an Land sinnlos betrunken gemacht und wie Warenballen an Bord des Schiffes gebracht, das dann schnell in See ging, damit die Kerle nicht wieder ausreißen konnten. Der Kapitän des britischen Schiffes „St. John" schreibt 1848 hierüber: „Gleich nach dem Auslaufen berichtete mir mein Steuermann, daß die Heuerbose von New Orleans zwei Tote als Mitglieder der Besatzung an Bord gebracht hätten. Bei der Untersuchung der Leichen in ihren Kojen sand ich sie so steif und starr, daß sie unmöglich erst an Bord gestorben fein konnten. Dergleichen soll sich schon wiederholt ereignet haben." Von Hortbrot, Schildkröten und Sonntagspudding. Ueber Solzfleisch, Hartbrot und die dazugchöri- gen Würmer hot wohl jeder in Seeromanen Ausführliches gelesen. Skorbut galt als die unvermeidliche Krankheit tanger Segeffchiffreisen in einer Zeit, die nichts von Vitaminen wußte-, oft genug wurden große Tele der Besatzung von ihm hin- gerafft. Seit Jahrhunderten konnte man ober schon Zitronensaft als Vorbeugungsmittel: in dringenden Fällen wurde, wenn irgend möglich, Land an» gelaufen. Fand mon dort keine frffchen Früchte oder Gemüse, so grub man die Potienten bis zu den Schultern in die Erde ein, das soll auch geholfen haben, wenn man den Berichten glauben darf. Als idealer Frischproviant galten Schildkröten, die sich jahrelang im Laderaum lebend halten ließen. Ein alter Kapitän schreibt 1880: „Das Ding, dos der Koch am Sonntag als Pudding auf den Tisch brachte, hat wahrscheinlich mehr dazu beigetragen, alle Seeleute mit vierzig Jahren umzubringen, als irgendeine andere Drangsal". Im übrigen gibt es Hartbrot auch heute noch an Bord der größten und luxuriösesten Ozeandampfer: im Notproviont der Rettungsboote. An die Pferde. Geschrieben für ein Hferdebuch. Don Kar! Benno von Mechow. Wendet euch nicht ab, wir wollen euch grüßen! Wir möchten neben euch treten, den Arm über euern Hals legen und an eurer Seite bleiben. Wir finden, daß wir glücklich sind, wenn wir so stehen. Was kann uns Besseres geschehen? Wir sind eure Kameraden. Was bleibt uns Menschen, wollen wir, blind und taub wie wir sind, aus der Zeit hinaus in das große Leben schauen? Ein Kindergesicht, stumm zu uns aufblickend, das Gesicht eines Menschenkindes, ja — und dann eure Augen, ihr Pferde! Was haben mir sonst? Wendet euch nicht ab, wir sind nicht voller Dunkel und Stolz. Wir haben nicht im Sinn, die Brille vor die Nase zu rücken, den spitzen Stift aus der Tasche zu holen und unserer eigenen Herrlichkeit zu schmeicheln, indem wir über euch schreiben: ein Erwachsener neigt sich zu einem Kinde und ist doch s o groß? Nein, das ist nicht unser Wille. Kehrt uns also nicht eure Kruppe entgegen, laßt bas ärgerliche Spiel mit den Ohren, tut nicht, als wolltet ihr uns beißen! Laßt das, tomnrmt näher, kommt heran! Neigt die Köpfe zu uns nieder, leiht uns eure Ohren her, erlaubt, daß wir euch die Schabrine auf die Stirne ziehen und glätten, daß unsere Hand euer trockenes Gesicht hinabglettet und auf den Nüstern ruht, daß sie um eure sammetweiche Schnauze spielt und ein klein wenig zärtlich tut. Ihr seid dann leicht heiter bewegt, ihr werft eure Oberlippe über den Vorderzähnen hoch, und es ist, als ob ihr lacht. So haben wir oft miteinander gespielt, Erholung und Spiel von gleich zu gleich. Wir haben mit euch Pferden gelebt, haben euch geritten und gefahren — gut, mittelmäßig und schlecht — und haben euch immer geliebt. Nun wollen wir euch grüßen, euch danken, euch ehren ... Sofern der Mensch ein Tier ehren kann. Ihr schaut uns an, was ist das mit euren Augen, was ist euer für uns fo stummes Leben? Wie lebt dies große, wunderbare Leben in euch? Wir wissen, daß wir nichts wissen. Oft aber scheint es uns, daß ihr mehr seid als wir. Was vermögen wir zu eurer Ehre? Ihr schaut wieder so verächtlich, ihr schüttelt die Ohren, und nun wollt ihr auch noch gähnen! Ihr traut uns nicht recht, ihr wißt von einer Mode unter den Menschen, die Mode heißt: das Tier. Der Mensch entdeckte das Tier, photographierte es tausendmal und stellte es hinein zum anderen Getändel seiner überlauten Muße. Stolz spricht er: „Tiere sehen mich an!" Nichts davon, wir sind uns nicht wichtig, wir sind eure Kameraden. Wir wünschen, euch zu ehren, indem wir von eurem tausendfältigen Leben erzählen, ein Gleichnis zu gewinnen. Da sollt ihr aufstehen und sprechen aus euch selbst, ein jedes in seiner eigenen Sprache. Denn Feins von euch Pferden gleicht in Wesen und Schicksal dem anderen. Mit der Type umgreift man euch nimmer und nie, ihr seid nicht eine Summe von Motoren! Ja, euer Schicksal, wie sieht es doch aus? — Wir Menschen tragen das unsere durch das Leben, aus der Geburt in den Tod. Wir tragen, so groß wir auch tun. Was wir tragen, es hat uns keine körperliche Gestalt. — Ihr aber, wer lastet auf eurem Rücken, wer regiert vom Bock aus mittels Zügeln euren Hals? Wer steht zugreifend bei eurer Geburt, wer setzt den Tod oft mitten hinein in eure Tage? Euer Schicksal, sieht es nicht aus wie ein Mensch! Wir sind euch verpflichtet, wir wissen es. Aus den großen Städten seid ihr verschwunden. Die Straßen der Welt, unzählbare Jahre von euch beschritten, wurden mit einem Panzer verhärtet. So raubte man euren empfindlichen Hufen den federnden Boden und die Fühlung mit der lebendigen Erde. Ihr brauchtete sie, im Schritt und im Galopp. Nun muß man auf einsame Aecker flüchten, euch wiederzufinden. Es gibt Menschen, die von euch nur die Formel kennen, mit der sie die Kraft ihrer Vehikel messen, — die nichts wissen vom guten, tauberen Geruch eures schweißigen Halses, von eurer empfindsamen, heißen Lebendigkeit. Es gibt Leute, die sagen, ihr stürbet aus. Wir glauben das nicht. Wir glauben, daß ihr alt werdet, so alt wie die Welt, daß ihr alle Maschinen überlebt. In euch lebt das ewige Leben dieser Erde. Wir nahmen, wir nehmen unseren Anteil daran: Wir kennen ein Wort, ein Kommando, einen zündenden Aufruf. Wenn wir ihn hörten, fuhr der Blitz in unsere Glieder und wir fanden uns auf unserem Wellentanz von Abenteuer zu Abenteuer am Eingang frisch aufbrennenden Geschehens. Wir enden mit diesem Wort unseren Gruß, es lautet wie unser Anfang, es lautet: An die Pferde! 3eiffd>riften. — „Das Innere R e i ch". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul A l v e r d e s und Karl Benno von Mechow. Preis 1,80 Mark, vierteljährlich 4,80 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — Das Märzheft beginnt der bekannte Musikhistoriker H. I. Moser mit einem lebendigen Aufsatz über Georg Friedrich Händel, den er in feiner Eigen- bebeutung neben Bach sehr schön charakterisiert. Manche treffenbe Bemerkung über Händels und Bachs Kunst findet sich dann in den klugen Gedanken E. von Cranach-Sicharts „über wechselseitige Beziehungen der Künste". Neben Gedichten von Fr. L. Barthel, Georg Britting, Fritz Diettrich, Günter Eich und Wladimir von Hartlieb steht eine eigenartige Erzählung von Jochen Klepper: „Das Ende". Einen Schmuck des Heftes bedeuten die Wiedergaben der klaren Bilder Werner Peiners, über dessen Schaffen E. A. Dreyer einleuchtend berichtet. Einen wertvollen Beitrag bedeuten Karl Heidkamps Ausführungen über das Hobeitszeichen Friedrich Wilhelms I. Als dichterisches Werk hohen Ranges weiß Ernst Wiechert Wolfgang Seidels Novellen „Abend und Morgen" bekannt zu machen. — Aus Anlaß des 250. Geburtstages von Johann Sebastian Bach hat die Leipziger „I11 u st r i r t e Zeitung" eine große Bach-Sondernummer herausgegeben. Arthur Brausewetter würdigt in eisern Einführungsaufsatz das Genie Bachs, K. A. Findeisen schreibt in seinem Auffatz „I. S. Bachs Erdenwallen" den Lebensgang. Dr. Karl Geiringer berichtet über die Familie Bach und bietet in feinen Ausführungen einen wertvollen Beitrag zur Familiengeschichte und zur Frage der Begabungsvererbung. Professor I. Müller-Blattau weist in dem Aufsatz „Bach und die Musik seiner Zeit" gewissermaßen das musikalische Milieu Bachs auf, und Ipo- masfantor Professor Straube gibt eine ausführliche Hebersicht über die „Geschichte der Bach-Bewegung . Daneben verdienen die Illustrationen der Nummer besondere Erwähnung: fünfzig, zum Teil wenig bekannte Bilder ergänzen den Text aufs glücklichste. — Wirtschaft 11,02 (Mühlenpreis), Roggenkleie R XV 10,32 I bis 9,5, B 9, C 8 5 (Mühlenpreis), Sojaschrot 13 ab süddeutsche Fabrik.1 Ä^en Blick scheint die Frage berechtigt, zu erhöhen. Es ist zur Genüge bekannt, daß unsere Pph^m.bH»r^ermn9frrUn9h der Bezuge ausländischer Industrie in bedeutendem Umfange von ber Zufuhr Lebensmittel in Verfolg der Erzeugungsfchlacht den ausländischer Rohstoffe abhänat. Ebenso klar ist es V. Daten für den 9. März * Die Einzelhandelsumsätze im Ja. n u ar. Die Umsätze des Einzelhandels lagen nach den Untersuchungen der Forschungsstelle für den handel beim RKW. im Januar 1935 im Gesamt- durchschnitt um 9 v. Sy über Vorjahreshöhe. Nicht unerwähnt soll die Tatsache bleiben, daß auch mit dem König der Kampfstoffe, dem „Lost" experi. mentiert wurde, der bekanntlich in 10 bis 20 Minuten die dicksten Kleider und die dicksten Rindleder- sUefel durchdringt. Am interestantesten war der Schluß: das Abdecken von Brandsätzen. Um die Wirkung von Brandbomben zu demonstrieren, deren Herstellung und Anwendung Deutschland verboten ist, wurden Brandsätze verwendet. Da lag die sogenannte Corn- bination. In diese wurde man hineingesteckt, dann bekam man eine Gasmaske auf und den Stahlhelm darüber, einen Spaten in die Hand, wurde neben den Sandhaufen geführt und nun wurde man dar- über belehrt, wie man auch gegen diesen ärgsten Feind im Wege des Selbstschutzes sich zu helfen vermag. ErzeugiWsschlacht Mert Zndustrteekport und Rohstoffversorgung. Wochenbericht vom Frankfurter Produttenmarkt. Rhein-Mainische Mittagsbörse. freundlich. 1152: Krönung Friedrichs I. von Hohenstaufen „Barbarossa" als Deutscher König in Aachen; — 1846: der Asienforscher Gottfried Merzbacher in Baiersdorf geboren (1926 gestorben); — 1850: Generaloberst Josias von Heeringen in Kassel geboren (1926 gestorben); — 1879: Martin Mutschmann in Hirschberg (Saale) geboren; — 1888: Kaiser Wil. Helm I. in Berlin gestorben (1797 geboren). Daten für den 10. März. 1606: der brandenburgische Feldmarschall Georg RelchsfreiHorr v. Derfflinger in Neuhofen in Ober- Österreich geboren (1695 gestorben): — 1772: der Schriftsteller Friedrich o. Schlegel in Hannover geboren (1829 gestorben); — 1776: Königin Luise von Preußen in Hannover geboren (1810 gestor- &®n); — Dichter Joseph Freiherr von Eichendorfs in Lubowitz geboren (1857 gestorben); — 1813: Stiftung des Eisernen Kreuzes durch Friedrich Wilhelm III. Es handelt sich lediglich darum, daß wir ungestört die wirtschaftliche Säule unseres Binnenmarktes, unserer gesamten Volkswirtschaft und der ganzen deutschen Jlation aufbauen und verbreitern können. Denn ohne eine gesunde Landwirtschaft ist eine deutsche Volkswirtschaft und das ganze deutsche Volk undenkbar! Der neue Weg, den wir beschritten haben, führt in erster Linie zur Beseitigung der überaus gefährlichen Abhängigkeit Deutschlands von der Zufuhr ausländischer Lebensmittel. Man muß sich klar machen, daß das Ausland in dem Falle gar kein Interesse an der Bezahlung seiner Lebensmitteleinfuhr durch deutsche Jndustrieerzeugnisse hat, wenn es weiß, daß das deutsche Volk ohne diese aus. ländischen Lebensmittel verhungern würde. Ganz anders liegen aber die Dinge, wenn sich das Ausland klar gemacht hat, daß das deutsche Volk nur eine bestimmte zusätzliche Einfuhr fremder Lebens- •pittel braucht und nicht restlos auf sie angewiesen ist. Verhält es sich so, so werden unsere ausländischen Lieferanten ein sehr begreifliches Interesse an der Abnahme der deutschen Jndustrieerzeugnisse haben. Diese Lage haben wir heute, und es gibt keinen besseren Beweis für das soeben Gesagte und die handelspolitischen Erfolge der deutschen Bauern- Politik, als die Reihe der auf der Grundlage der Marktordnung abgeschlossenen handelspolitischen Abkommen mit dem Ausland. Die nalionalfozialislische Agrarpolitik hemmt also in keiner Weise die Ausfuhr der Industrie, sondern ist im Gegenteil in der Lage, diese zu fördern und anzuregen. Das Gleiche gilt für die im Gang befindliche Lrzeugungsschlacht, die eine Steigerung unserer landwirtschaftlichen Eigenproduktion erstrebt. Dazu kommt noch unsere überaus schwere Deoisen- lage, aus der sich die Notwendigkeit ergibt, unsere Eigenversorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen sogar mit 310, so ergibt sich für uns daraus der Beweis, daß Luftschutz lebensnotwendigkeit geworden ist, wenn wir an die sich immer noch steigernden Rüstungen des Auslandes besonders zur Luft denken und über die Tatsache nicht hinwegsehen dürfen, daß selbst hochgerüstete Staaten, die über alle erforderlichen Abwehrmittel verfügen, den Luftschutz teilweise gesetzmäßig in ihr Abwehrprogramm eingebaut haben. — Oberleutnant a. D. Lenz leitete dann zu den Kampfstoffen über und machte durch Vorzeigen der- selben im Original damit bekannt, daß es nicht angängig ist, nur von Gasen zu sprechen, sondern daß es erforderlich ist, da es sich vornehmlich um Flüs. sigkeiten oder kristallinische Körper handelt, die als Dämpfe, Nebel, Staube oder Rauche vorkommen, von Kampfstoffen zu sprechen. Auch gegen di- Wirkung dieser Kampfstoffe gibt es den wirksamen Selbstschutz — wenn man ihn kennt. Frankfurt a. M., 8. März. Die freundliche Tendenz des gestrigen Tages vermochte sich auch auf die heutige Börse zu übertragen, wobei vor allem auch eine zunehmende Geschäftsbelebung zu verzeichnen war, da sich das Privatpublikum stärker beteiligte. Die schon an der Abendbörse wirksamen günstigen Wirtschaftsnachrichten wirkten fort, zumal eine ganze Reihe neuer Anregungen hinzukamen. So die wieder achtprozentige Dividende bei Conti- Gummi, die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung bei Deutsche Telefon und Kabel, die neunprozentige Umsatzsteigerung des Einzelhandels im Januar und die weitere Erholung des englischen Pfundes. Am Aktienmarkt erfuhren die Kurse eine durchschnittliche Besserung von 0,50 bis 1 v. H. Spezialwerte traten wieder mehr hervor. So AEG. mit 34,13 bis 34 (33), Zellstoff Waldhof mit 108,75 (107) und im Freiverkehr neue Stahlverein-Aktien mit 75,75 (75). Feste Haltung wiesen außerdem wieder Valutawerte auf, Chade A — C 198,50 (197,50), Conti Linoleum Zürich 150,13 (147) und Kunstseide AKU. mit 54,50 (54,13). Conti-Gummi fliegen auf 150 (149), waren also nur mäßig höher, weil man mit der unveränderten Dividende gerechnet hatte. Der Montanmarkt zog außer von der bereits bekannten Wiederaufnahme der Dividendenzahlung bei Mittelftahl von dem lebhafteren Eisen- geschaft im Februar Nutzen und brachte meist Kursgewinne bis zu 0,75 v. H., darüber hinaus erhöhten sich Harpener auf 99 (97,50). Elektroaktien lagen im großen und ganzen ruhig und nicht ganz einheitlich, aber meist etwas fester, nur Lechwerke Augsburg gingen auf 97,65 (98,50) zurück. Sonst eröffneten: Hanfwerke Füssen 79 (78,25), Zellstoff Aschaffenburg 81,90 (81,50), Hapag 30,40 (30,13), Norddeutscher Clopb 33,75 (33,25). Reichsbank und Bank für Brauindustrie lagen unverändert ebenso Gebr. Junghans und Moenus-Maschinen. IG. Farben setzten zunächst mit 140 unverändert ein, zogen aber später bei lebhafterem Umsatz auf 140,90 an, Scheideanstalt bröckelten 0,25 v. H. ab. Der Rentenmarkt lag im Hinblick auf den April-Kupon -Termin ebenfalls freundlich, aber wenig lebhaft. Altbesitz 112 (111,65), Stahlverein. ®onbs 98,40 (98,13), späte Reichsschuldbuchforderungen 96,65 (96,50), Zinsvergütungsscheine lagen mit 90.50 unverändert, währendKommunal-Umschuldung nur knapp gehalten waren. Von fremden Werten Anatolier 35,40 (35,25). 3m Verlaufe ließ das Geschäft etwas nach und die Kursentwicklung war nicht mehr ganz einheitlich, aber doch überwiegend noch fest. Besonders die später zur Notiz gekommenen Papiere zeigten Erhöhungen von durchschnittlich 1 v. Sy, so Holzmann, Acht und Kraft, AG. für Verkehrswesen, Buderus- Gifen. Zellstoff Waldhof setzten ihre Aufwärtsbewegung auf 110 (108,75), AEG. auf 34,25 (34), Conti- Lmolemn Zürich auf 153,50 (150,13) fort, dagegen gingen Chade auf 197,50 (198,50) AKU. auf 54 (54,50), IG. Farben auf 140,50 (140,90) und Mannesmann auf 76,50 (76,75) zurück Am Rentenmarkt blieben späte Reichsschuldbuch- forberungen gefragt und erhöhten sich auf 9713 (96,65), ferner Altbesitz auf 112,25 (112) und Reichs- babn-VA. auf 119,75 (119,50). Der Pfandbriefmarkt lag ebenso wie Stadtanleihen bei mittleren Umsätzen nicht ganz einheitlich, aber zumeist gut behauptet. Staatsanleihen waren ruhig. Anatolier Eisenbahn I stiegen auf 35,40 bis 35,65 (35,25) und Oesterrei- l So ist es klar, daß auch unsere Industrie alles Interesse daran hat, wenn wir möglichst wenig Devisen für den Bezug ausländischer Lebensmittet ausgeben und möglichst viel selbst erzeugen. Das gibt den Unternehmern und der Arbeiterschaft der Industrie eine entsprechende Sicherung ihrer Beschäftigung. Man Halle sich doch vor Augen, daß die gesteigerte Selbstversorgung mit Lebensrnitteln 1933 im Der- gleich ZU 1928 zu einem sehr wesentlichen Rückgang des ausländischen Lebensmittelexportes geführt und uns die Ersparnis von 4 Milliarden Reichsmark Devisen ermöglicht hat. Daher liegt die Erzeugungsschlacht auch vollkommen im Interesse der deutschen Industrie und ihrer Arbeiterschaft. Export der deutschen Industrie nach dem Ausland schädigen und Hunderllausende von deutschen Arbeitern in ihrer Existenz gefährden könnte? Diese Fragestellung betrachtet aber die Dinge falsch, denn es kann nie und nimmer der Sinn der nationalsozialistischen Agrarpolitik und der Erzeugungsschlacht sein, den deutschen Warenaustausch mit dem Ausland zu zerstören. Am Getreidegroßmarkt blieb der Geschäftsverkehr auch zu Beginn des neuen Monats verhältnismäßig klein. Das Angebot in Brotgetreide blieb im Vergleich zur Nachfrage reichlich und fand bei den Mühlen kaum Unterkommen. Die Weizenmüh- l e n bekundeten für Sachfe-Saale-Weizen etwas Kauflust, dagegen blieben Angebot aus Hessen-Nassau und der näheren Umgebung unberücksichtigt, ebenso norddeutsche Durchschnittsqualitäten, obwohl sie unter Festpreis offeriert wurden. Die Festpreise haben sich im März um weitere 1,50 Mark erhöht. Besonders stark angeboten blieb Roggen, wäh- renb hierfür die Aufnahmeneigung verschwindend klein war. Selbst die Landmühlen hielten im Einkauf sehr zurück. Die Ursache liegt in dem fortdauernd unbefriedigendem Roggenmehlgeschäft. Roggenmehl kostet ab 1. März für März- April für bas Festpreisgebiet RXIII 23,70 (bisher 23,60), R XV 24,10 (24), ab 1. Mai 23,80 bzw. 24,20 Mark je Doppelzentner, zu denen noch 0,50 Mark Fracht-Ausgleich hinzukommen. Das Weizenmehlgeschäft liegt zwar auch sehr ruhig, es läßt sich aber doch eher etwas verkaufen. Um die Monatswende herum hatte sich der Abruf etwas verstärkt. Hier gelten nunmehr folgende Preise: März-April W XIII 27,60 (27,50), WXVI 28,05 (27,95) zuzüglich 0,50 Mark Fracht- ausgleich, ab Mai: 27,70 bzw. 28,15. Am Futtergetreidemarkt hielt der An- gebotsmanael unvermindert an. Hafer war nur im Austausch gegen Kraftfuttermittel erhältlich, eine Bedingung, die angesichts des Mangels in diesen Artikeln kaum zu erfüllen ist. Fu Her g erste blieb bei sehr knappem Angebot ebenfalls stark gesucht. Oelhaktige Futtermittel waren ebenso wie Kleie im freien Markt nicht zu haben, höchstens bei Mitbezug von Mehl wurde letztere in geringen Mengen mitgegeben. Die kleinen von der RfG. freigebrachten Mengen Kraftfuttermittel wurden an die Landwirtschaft über die bekannten Verteilungsstellen verteilt. Für Kleie haben sich die Preise im Einklang mit dem Rohprodukt wie folgt erhöht. Weizenkleie WXIII 10,82 (10,73), W XVI 11,02 (10,95), Roggenkleie R XIII 10,08 (9,99), R XV 10,32 (10,23) Mark je Doppelzentner. Wei- zenfuttermehl erhöhten sich auf 13,25 (13) Mark. Mainz, 8. März. Es notierten (je 100 Kilogramm loko Mainz) in Mark: Weizen W XVI 21,60, Roggen R XV 17,60, Hafer HXIV 17,30 ab Station, Futtergerste GXI 17, Weizenkleie W XVI i chische Goldrente auf 27 (26,50). — Tagesgeld unverändert 3 v. H Abendbörse fest. Die Abendbörse blieb unter Bevorzugung von Spezialwerten fest und batte in den einschlägigen Werten auch ziemlich lebhaftes Geschäft, wenngleich es starken spekulativen Charakter trug, dagegen Publikumskäufe nur in kleinem Umfange Vorlagen. Besonders Hapag mit 31,25 bis 3175 (30,90), Nordd. Lloyd mit 34,25 (33,75), AEG. mit 35 bis 35,13 bis 34,90 (34,75) und Daimler mit 54 bis 54,25 (53,50) waren gesucht und fest. Höher lagen außerdem u. a. IG. Farben, Zellstoffaktien und Conti Linoleum Zürich mit 154,75 (153,50, Berliner Schluß 155). Dagegen konnten sich Junghans, Holzmann, AKU. und die meisten Elektrowerte im Vergleich zum erhöhten Berliner Schluß nicht voll behaupten. Montanwerte lagen uneinheitlich bei kleinen Veränderungen, neue Stahlverein im Freiverkehr mit 75,90 aber noch gesucht. Am Kassamarkt lagen die drei Großbankwerte mit 183,25 einheitlich je 0,25 v. Sy fester. Renten waren sdagegen fast geschäftslos, etwas Beachtung fanden späte Schuldbücher mit 97,25 und zertif. Preußen mit 61,50. U. a. notierten: Altbesitz 112, Stahlbonds 98,75, 4 v. Sy Schweizer Bundesbahn 164 (164,50), 3,50 v. Sy do. 155 (156), Gelsenkirchen 75,50, Mannesmann 76,25 bis 76,65, Rheinstahl 94,75, AKU. 54,13, AEG. 35 bis 35,13 bis 34,90, Betula 142, Conti Gummi 149, Daimler 54 bis 54,25, Deutsche Erdöl 101, Licht & Kraft 120, IG. Farben 141,25, Holzmann 88,65, Rheag 116,50, Metallgesellschaft 90,75, Schuckert 99,25, Zellstoff Waldhof 110,75, Aschoff. Zellstoff 82,50, Hapag 31,25 bis 31,75, Nordd. Lloyd 34,25, AG. für Verkehrswesen 83 Mainzer Gekreidemartt. stakion. Tendenz: Brotgetreide schleppend, Brau- und Jndustriegerste geschäftslos. Futtermittel weiter sehr gefragt. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M. 8. März. Die Zufuhren in deutscher Butter wurden etwas geringer, reichten aber für die noch nicht nennenswert lebhafter gewordene Nachfrage vollkommen aus. Die Qualitäten haben sich etwas gebessert, trotzdem bevorzugt der Konsum holländische Butter und zahlt gern die im Einzelhandel um 1 bis 2 Pfennig pro Pfund höher liegende Spanne gegenüber deutscher Butter. Holländische Butter war bei den Importeuren etwas billiger angeboten, für deutsche Sutter blieben die Preise unverändert. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt am Main (Großhandelsoerkaufspreise an den Eiiizel- handel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 126 bis 130, Kochbutter 115 bis 120. Holländische Markenbutter 144 bis 148. Frankfurter Eiermarkt. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Am Schlachtviehmarkt setzten sich in der abgelaufenen Woche neue Preiserhöhungen durch, die zum Teil größeres Ausmaß erreichten. Das Geschäft nahm auf allen Märkten einen lebhaften Verlauf, so daß glatt geräumt wurde. Neben der vorsichtigen, der Nachfrage angepaßten Beschickung sind ?9 bereits saisonbedingte Einflüsse, die dem Markt m dieser Woche das Gepräge gaben. Großvieh wurde nach lebhaftem Geschäft ausverkauft, der Auftrieb blieb mit 1124 etwa der gleiche wie in der Vorwoche (1128). In allen Gattungen, am stärksten aber bei Ochsen und Bullen, zogen die Preise um 2 bis 3 RM. an. Kälber erzielten einen Mehrpreis von bis zu 5 b's 6RM gegen die Vorwoche, und die Zufuhr räumt * 1436 roUrbe na$ stottern Geschäft ge- Hämrnel und Schafe fanden bei bis 2 RM. höheren Preisen (außer für geringe Schafe) und bei weiter verminderter Zufuhr (141 gegen 167) lebhaften Absatz. Am Schweinemarkt war das Geschäft wohl gleichfalls gut, ohne aber besonders lebhaft zu sein. Auch zeigten die Preise gegen die letzten Notierungen keine Veränderungen. Die Beschickung von 4177 (4058) wurde jedoch vollständig ausverkauft. ausländischer Rohstoffe abhängt. Ebenso klar ist es, daß es längere Zeit bauern wirb, bis auf den verschiedensten Gebieten in erheblichem Umfange die neuen deutschen Werkstoffe verwandt werden können. Daher müssen mir immer wieder an Devisen sparen und noch einmal sparen, um uns den Bezug der lebenswichtigen inbuftrieCen Rohstoffe aus dem Ausland zu sichern. Frankfurt a. M., 8. März. Wie erwartet, hat sich das Geschäft nach dem Ultimo leicht belebt, zumal sich die Preise im Einzelhandel den letzthin erfolgten Ermäßigungen, denen anfangs der Woche eine nochmalige bis zu Pf. pro Stück gefolgt ist, angepaßt haben. Man nimmt an, daß, wenn sich diese Verbilligungen bis ins letzte Detailgeschäft ausgewirkt haben, der Konsum sich mehr dem Eierverzehr zuwendet. Die jetzige Absatzlage entspricht im übrigen durchaus der Jahreszeit. Die Anlieferungen in deutschen Eiern blieben ausreichend, obwohl die Neu-Produktion noch nicht in vollem Gange ist, dagegen kommen ausländische Eier nur in beschränkten Mengen herein. Es notierten in Pf- pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Einzelhandel): Deutsche Handelsklasseneier 8 10, A 9,5, B 9, C 8,5, D 8; Holländer, Dänen, Flandern Kl. S 9,5 bis 10, A 9,25 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse an. — Reichsbankdiskont 4 v. Sy, Frankfurt a. M Berlin Datum 7.3 73 Datum 112 111,5 112 111,65 96,75 96,25 97 97 96 96 96 96 99,5 99,5 94 4 112.65 113 96 96 99.75 99,65 54,13 99,75 99,75 97 97 147 77 40,5 149 150 34,25 35,75 8,5 8,5 165,25 166 Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende 7 7 O O 0 S 6 o] o| 40,65 197,5 99,9 96,25 99,9 96,25 102 9, O 103,9 53,9 117,5 107,5 81,75 126 88,5 147 85 40,5 197 159,5 149 O 6 4 Schlußkurs 97 105,9 97 105,9 Schluß« fürs Buderus ..... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener .. Oj Schuckert&Qo. ... Siemens 8 HalSke. LahmeyerSCo. ., Schultheis Patzenhofer ....... 4I Aku (Allgemeine Kunstseide) .. o| .. 6 .. O . 12. 3'/r' .. 0 .. 0 .. 5 ; 5 7yz 103,65 54,4 116,5 110,5 81,25 125,75 90,13 152.13 85 40,65 198 54,13 116,5 110,75 82,5 26,75 1,2 7,6 7,05 7,25 10,4 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 &Vt% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4,/e% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I 6% ehern.8% Hess. Bolksstaät 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4&% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12.... B%% ?hem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui W4 ehern. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr R 6 Oberhcssen Prootnz.Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. änl leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4-4% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriefe... ehem. 4%% Rheinische HyP^Bank-Liou.-Goldpfe. ... •¥1% ehem. 8% Pr.Landespfand^ briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4’/i% ehem. 7% Pr. Landespfand. brtesanst., Gold Komm. £51.VI Steuergutsch.BerrechnungSk. 85-39 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Mente ».1903 s14%Rumän.vereinh.Mentev.i9i3 4% Rumänische vereinh. Rente . »¥*% Anatolier .............. 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4-/2% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4^T^rkische Bagdadbahn-Anleihe Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 54,25 150,5 7,9 7,15 7,4 10,25 35,4 91 100 96,25 101,75 Marisfelder Bergbau .. Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rhetnstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Ltavi Minen ........ Kaliwerke Ascherslüben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Hoesch Eisen—Köln-Neuesseo Alse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse...... Klöcknerwerke....... Mannesmann-Röhre»...... I- G. Farben-Jndustrie Schetdeanstalt........ Goldschmidt ......... RütgerSwerle........ Metallgesellschaft...... LE.G....................... Bekula.................... 10 Elektr. Liefern ngsgesellscha ft... 5 Licht und Kraft ........... Felten L Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5 Rhein. Wests. Elektr..........- 100 I 96,25 101,75 O U7,25 0 107 O 81,5 7 — O 52,75 vemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstetn L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade.............. Accumul atoren-Fabrik Conti-Gummi........ 0 197,5 12 - 8| 149 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Baak..............0 Retchsbank ...........'''''12 Schlußk. Abend- börsc 8 d Gritzner....................o| Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker .....9! Schlußk. Mittag- börse 8.3 Frankfurt L.M. Berlin Schluß» furt Schluß!. Abend- Mrfc Schluß» turs Schloßt. Mittag« bSrie Datum 7.3 8-3 7.3 8 3 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- fort Schlußk. Abend- börse Schluß- kurt Schlußk. Mittag- börse 7.3 8.3 7 3 | 8 3 93 92,5 92,5 93 — — 104,75 105,25 209 208,25 208,25 208 93,9 94,75 94 95 —— —— 74,75 75,9 12,13 12 12,13 12 111,75 111,75 111,75 112 110,5 113 110,75 113 147 — 147,25 147 140 141,25 140 141 207 206,75 89,5 91,75 89,5 91,75 104,5 105,65 104,75 105,5 90 90,75 90,25 90 87,25 88,65 1 87,5 89 117 116,5 127 1 127 1 — 8,5 8,5 — — 4,4 4,3 4,6 4,4 6,75 6,75 6,7 6,7 4,05 4 4 4 35,25 35,75 35,25 35,5 30,13 31,75 29,9 30-9 — — 26,25 26,5 33,25 34,25 32,75 34 84 83 84,5 83 115,25 115,5 115,5 115,75 82,5 83,25 82,25 82-75 82 83,25 82 83 82 83,25 82 83 167 166,5 '67 166,5 33 34,9 32,65 34,9 142,25 142 142,75 142 106,65 107 107 108 119 120 119 120,75 86,5 88 86,5 89 114,5 115,5 114,4 115,5 115,75 116,5 112,75 116,5 — —— 98,5 99,25 98,5 99,25 139,5 140 139,25 140.5 121,5 — 121,75 122 91,4 91,75 91 91,75 99,5 101 99,75 100,75 4,75 75,5 —— 97,5 98,5 97,25 98,25 — —— 86,25 87,75 — 147 145,25 150 125 126,25 126 126 66,25 86,25 86 86,5 76,13 76,65 75,9 76,13 112,75 112,5 95,5 95,5 — — 99,9 100 97 97 97 97 105,9 105,9 26,75 27,5 — 1,2 7,65 8 7,2 7,25 7,3 10,4 10,5 — — Lombarbzinsfuß 5 d. Sy Devisenmarkt Berlin — raukfurt a. M. 7-Mörz 8. Mär, Amtliche Notierung Amtliche Jlotleruna «Selb 1 Dries Geld Brief Buenos Sitte-. 0,633 0,637 0,638 0,642 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,196 0,198 0,196 0,198 Sosta ...... Kopenhagen. 3,047 51,98 3,053 52,08 3,047 52,20 3,053 52130 Danzig..... 81,12 81,28 81,12 London ..... Helstngfort.. 11,625 5,135 11,655 5,145 11,69 5,155 1L72 5,165 Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien ü&lo..... ; Wien....... 16,43 168,33 21,14 0,683 5,649 58,49 16,47 168,67 21,18 0,685 5,661 58,61 49,05 10,57 60,14 80,88 33,99 10,40 16,43 168,25 20,98 0,687 5,649 58,76 48,95 10,61 60,28 80,72 33,93 16,47 168,59 21,02 0,689 5,661 58,88 Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Epaoteu.... 10'55 60,02 80,72 33,93 10,38 49,0$ 10,63 60,40 80,88 33,99 Budapest ... 10,38 10,41 Neuyork... 2,455 2,459 I 2,455 2,459 Banknoten. _______ Berlin, 8.März Seid Äriel ‘ Amerikanische Noten.............. 2,407 2742? Belgische Noten.................. 57,96 58^20 Dänische Roten ................. 52,00 52,20 Englische Noten ................. 11,655 16.42 167,83 11,695 Holländische Noten............... 16,48 168 51 Italienische Noten................ 21,26 21 ’ 34 Norwechsche Noten .............. Deutsch Lesterreich, ä 1OO Schilling 58,60 58,84 Rumänische Noten............... _ Schwedische Noten............... 60,07 60 31 Schweizer Noten................. 80,44 8(1 76 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 13,49 33/63 Baumwoll Saison reitender CARLNOWÄCK FERTIG UND (0, GIESSEN SELTERSWEG 81 Gießen. Piockstraße 14-16 Berufsgruppenamt zu tätigen. 136 ? d 1402 a lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll fOir Sitten um 3fiten unvetßindlicfien 33esucfi! 1372 A born, Fernruf 2594. 1351D 1096 A llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll IIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII,IHI"IIIIIIIIIIIII 1388A JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER Mitte März beginnen neue Lehrgänge in Kurzschrift, Maschinenschreiben u. Diktat für Anfänger, Fortgeschrittene, Redeschrift-Anfänger u. Praktiker. Anmeldungen sind bis längstens 15. März beim Ein neues Fahrrad Zur Erzeugungsschlacht nur das beste Saatgut! Verlangen Sie bitte kostenlos meine diesjährige Haupt-Preisliste über Gemüse- und Blumensamen, landwirtschaftliche Sämereien. Gartenbedarfsartikel aller Art usw. Achenbach- Garagen Wochenendhäuser, Schupp., Fahrradständer, zerleg- und versetzbar, a. Stahlblech od. Beton. OehLlchenbach GmbB.Weidenan Sieg Postfach 150. 78V SamenhausHeinrich Hahn Bahnhofstraße / Ecke Wolkengasse Telephon 3403 Crapo“ der allein richtige Draht für Sie I Doppelt starke Zinkauflage in inniger u. dichterVerbindung mit dem Drahtkern geben allen Drahtgeflechten, Stacheldrähten, Krampen usw. aus „CRAPO“ fast unbegrenzte Lebens- dauer. „CRAPO“ mit der blauen | n ASaRaii A1? Schutzmarke ist zu haben bei: V« ndUSvl j wJlwOdi TelefonNr.214o,2146 Ausführl. Druckschrift auf Wunsch. Wiederverkäufer für alle ausw. Plätze werden nachgewiesen. Neuaposiolische Gemeinde Gießen. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, 10. März. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 13. März. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Vaplisten-Gemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, 10. März. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30 Uhr: Evangelisation; Prediger Fey. Die Heilsarmee (Grabenstraße 11). Sonntag, 10. März. 9 Uhr: Heiligungsversammlung; 14: Kindergottesdienst; 20: Oeffentliche Versammlung. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244,45, Notruf leie- ^Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 S^t a^d tp^o st am t: Für Schließfachabholer 1 itätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Frl. Dr. Gürtler, Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Breuning. Apotheke: Pelikanapotheke. Immen- md< MWOtzch abjumeb. Bestell erb. wir v.Vostk. Dampisägewerk Lollar B.NuhnA.G.,Lollar. Deutsche Arbeitsfront, Berufs^nippenanit Gießen, Lonnslraße 18 Hauptgottesdienst. — Garbenleich. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Hausen. 13: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Cid). 9.30: Missionar Ruff, Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst; 20: Missionar Ruff, Lichtbildervortvag, Kollekte. — Rieder-Bessingen. 14: Missionar Ruff, Kollekte. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Langs- darf. 11: Hauptgottesdienst. — 7Nün;enberg. 11: Hauptgottesdienst mit Kollekte; 19.30: ^Pa^isions- aottesdienst mit Kollekte. — Trais-TUunzenberg. 13.30: Gottesdienst mit Kollekte. — Hungen 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kmdergot- tesdienst; 10: Hauptgottesdienst, Pfarrer Heinemann, Brauerschwend; 18: Pfarrer Heinemann. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst, Pfarrer Hememann, Brauerschwend; 14: Kindergottesdienst; 20: Pfarrer Heinemann. — Dirberg. 10: Gottesdienst. — Harbach. 10.30: Festgottesdienst. — Veüsberg. 13.30: Kreisverbandstagung der Evang. Frauenhilfe, Festpredigt, Propst Knodt. 16: Nachversammlung. Montag, 11. März. Lollar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Kirtorf: 20: Gustav-Adolf-Frauenverein. Mittwoch, 13 März. Gießen. Iohanneskirche. 18 Uhr: 2. Passionsan- dacht, Pfarrer Ausfeld. — Lich. 20: Passionsandacht. — Bettenhausen. 20: Passionsandacht. — Langsdorf 20: Passionsandacht. — TNünzenberg. 20: u. m. b. H. Gießen, Marktplatz Mercedes Mk. 182.- schonf.montl.M.7.90 FranzVogMCo., Gießen Seltersweg 4417«6A Der Stolz der Hausfrau ist eine schöne moderne Küche Wunderbare Auswahl in allen Preislagen finden Sie im DaubringerStr.21 Fernruf ,101. Lieferung frei, Aufbewahrung frei. Annahme v. Ehe- bedarfsdeckungs- scheinen. 1354D Nun ^°^en,und meine Da € Prüteher^=hen Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 10. März. Jnookavit. Gießen. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgememde Propst Knodt; 18: Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Propst Trommershausen; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 18: Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Zohannes- saal, Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Pelruskapelle. 9.30: Pfarrer Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Gemeindesaal, Liebigsfr. 56. 14: Taubstummcn- gottesdienst, Feier des heiligen Abendmahls, Pfarrer Bechtolsheimer. — Wiefeck. 10: Gottesdienst. — Großen Buseck. 10.30: Gottesdienst; 19: Lit. Gemeindefeier in der Kirche (Vortrag, Lichtbilder, Kirchenchor). — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Alten-Vufeck. 10: Gottesdienst. — Albach. 9.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Steinbach. 10.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst, 2. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst und Kate- chismuslehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die älteren Verheirateten; 11: c- ■ l . 11 . _v• — rx Ctoinhorn 1 9 4S' dfacfi SYlaß lassen Sie ßesonders vorteilfiaft in derVorsaison ar Seiten. — 2)ann fiafien Sie die recfite fiNluße, aus der vielseitigen 3luswafil unserer erlesenen 3rüfijafirs-3feufieiten ganz nacfi 3fitem Gescfimacfi zu wäfilen. 2)ie 3-acfiHräfte unserer angesefienen Scfineiderei mit ifiter jafirzefintelangen Srfafirung stefien aujmerfisam zu 3fiter Verfügung und die SPreise für unsere vollendete 3lusfüfirung und6estef)erar~ Seitung sind den/ißar niedrig ßemessen Mer nur Miele Vertreter für den Platz Gießen: Fahrradhaus Aßmann, Neustadt 20 frühjahrs Neuheiten Q'^altiger A4S' Mäntel, und Kostüme schöne Stone . undnesiQP gtQ nicht bei wir w 1333 a iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiimii LMsverHüllli Her linöeijüöitet flentfWs e.B. Abteilung 5 - Mitteldeutsches Rotvieb SZ.MWM üoö 3nBltMtiorag UMtWeWestolesSWeiiM am Donnerstag, 14 Mörz 1935, norm. 11 Hör, in iDeölar taön.üene ülarttönlle Auftrieb: 55 Bullen, über 12 Monate alt, mit Leistungsnachweis aus den Zuchten der Unterverbände Bredenkopf-Wetzlar, Oberhessen, Kurhefsen und Westfalen. Günstigste Gelegenheit zum Erwerb erstklassiger Zuchttiere bei niedrigen Preisen - 20°/o Frachtermäßigung! In Verbindung mit der Rotviehversteigerung: Lu