zu den auf wurde htnen. m. ‘h* I ffh 630: i I. Choral. 7. R r£Se*. KL bmi™ her zu R™- 20.10: ?'7 lustig, staufen, ö F einh TUH " krf **. am m äBigtefl für dl* Pf. Aü’S’% ;**• isef | den _ Ur. 54 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag. 9. Februar M5 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Krontfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnlverfitStz-Vuch- und Steindruckerei N.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/2Ut)r des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermühigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüste Staffel B Anderer Leute Sorgen. Das beherrschende außenpolitische Problem Europas, die deutsch-französische Verständigung, hat durch die Londoner Vereinbarungen zwischen Frankreich und England über eine Grundlage weiterer Besprechungen mit Deutschland und den andern Locarnomächten einen neuen starken Auftrieb erfahren. Dem widerspricht keineswegs die Tatsache, daß es in der Presse stiller geworden ist und mehr als vage Kombinationen niemand bieten Zann. Die Erörterung ist zunächst den diplomati- Ichen Verhandlungen von Kabinett zu Kabinett Vorbehalten. Das Problem ist ja, wie wir hier am Dienstag in unserer Besprechung der Londoner Abmachungen gezeigt haben, in seinen Einzelheiten verwickelt und vielseitig genug, um zu seiner Durchdringung und Klarlegung die ungestörte Aufmerksamkeit und konzentrierte Arbeit der Staatsmänner und Diplomaten zu erfordern. Es wäre daher auch nur erfreulich, wenn in allen Ländern die Presse soviel Selbstbeherrschung aufbringen würde, um nicht, wie leider so oft bei früheren Gelegenheiten, durch tropfenweise Indiskretionen und falsche Auslegungen halber Informationen dazu beizutragen, daß eine günstige Atmosphäre zerredet wird und nach einem guten Start die weiteren Verhandlungen auf dem Umweg über die sogenannte „öffentliche Meinung" mit psychologischen Hemmungen belastet werden. Der Gegenstand der Erörterungen ist so delikat, aber das Ziel der Befriedung Europas so groß, daß es sich auch für Parteien und Presse in England und Frankreich lohnen würde, den verantwortlichen Staatsmännern vertrauensvoll Zeit zu lassen, statt ihnen auf Schritt und Tritt nachzuspüren, ob sie auch nicht von dem um Fingerbreite abweichen, was man selber als „nationale Belange" empfindet und was häufig genug doch nichts anderes ist, als kleinliche Rechthaberei und eigensüchtige Kirchturmsinteressen. Der Führer und Reichskanzler hat alle Empfänge abgesagt, um sich voll und ganz den großen außenpolitischen Problemen widmen zu können. Die leitenden Staatsmänner anderer Länder haben es nicht so gut, denn dort hat die parlamentarische Maschinerie nur auf das Ende der Konferenz gewartet, um die verantwortlichen Minister in die Zange zu nehmen und ihnen erschöpfende Auskünfte, Erklärungen und Erläuterungen zu entreißen zu einer Zeit, wo Schweigen das Gebot der Stunde wäre. Zwar Macdonald wie Fl and in find parlamentarische Routiniers genug, um unbequeme Fragen mit ungefährlichen Gemeinplätzen zu begegnen, aber auch sie müssen froh fein, wenn Oppositionsparteien und -presse zur Rechten und Linken ihre außenpolitischen Anmarschwege nicht unter Störungsfeuer legen. Dazu kommen für beide inner- politische Sorgen, die ihre Aufmerksamkeit vordringlich beanspruchen. Zn Frankreich hat die Erinnerung an den 6. Februar 1934 die Gemüter doch mehr erregt, als man angenommen hatte. Die Frontkämpferorganisationen, die vor einem Jahre gegen eine korrupte, durch den Staviskyskandal bloßgestellte Parlamentsherrschaft demonstriert hatten, aber aus dem Wege zur Deputiertenkammer auf der Place de la Concorde, dem Eintrachtsplatz, von Polizei und Mobilgarde gestellt und zusammengeschossen waren, hatten diesmal auf irgendwelche Aufzüge verzichtet und nur in Maueranschlägen festgestellt, daß das Programm der Säuberung des Staatsapparats und der Reformen im Sinne eines autoritären Regimes, für das ihre Kameraden vor einem Jahre geblutet hatten, in den Anfängen stecken geblieben ist. Tatsächlich hat ja Dou - mergue, der damals als Retter in der Not von feinem Landsitz nach Paris geholt worden war, um durch gemäßigte Reformen die öffentliche Meinung zu beruhigen und das demokrattfche Regime als solches vor allzu radikalen, d. h. den Parteien abträglichen Experimenten zu bewahren, selbst mit seinem recht zahmen Programm, das lediglich dem Ministerpräsidenten aus der farblosen Rolle des President du conseil, des Vorsitzenden des Ministerrats, heraushelfen und ihn zum tatsächlichen Ersten Minister machen wollte, vor dem Widerstand der Radikalsozialisten die Segel streichen müssen. Zu einem guten Teil waren es Fehler der Taktik, die Doumergue hatten scheitern lassen, zum andern die nicht unbegründete Abneigung der Linken, einen ausgesprochen reaktionären Kurs zu decken. Flandin, jünger, beweglicher und aufgeschlossener für die große Teile des französischen Volkes heute bewegenden polittschen Ideen, hat das ihm von seinem Vorgänger übernommene Problem taktisch geschickter angepackt. Er hat auf das Grundsätzliche vorerst einmal verzichtet und praktisch im engen Rahmen der Wirtschaftspolitik den Hebel der Reformen angesetzt, um vor allem der Katastrophe der Landwirtschaft zu steuern und durch Einsparungen in der Verwaltung den Staatssäckel zu entlasten. Don den großen, den Schäden auf den Grund gehenden und sie mit der Wurzel ausräumenden Reformen, für die am 6. Februar 1934 die Frontkämpfer auf die Straße gegangen waren und die das eingeschüchterte Parlament ihnen damals aus dem Munde Doumergues verheißen hatte, ist Flandin heute natürlich weiter entfernt denn je. Die Parteien haben inzwischen auch schon längst wieder ihre alte Herrschsucht und Selbstzufriedenheit wieder- gewonnen, um der Regierung mit den üblichen parlamentarischen Mätzchen Schwierigkeit zu machen, wo sie können. So hat Flandin am Donnerstag nur eine Mehrheit von 45 Stimmen gehabt, mit deren Hilfe er einen sozialistischen Vorstoß gegen die Sparverordnung abwehren konnte. Das mag ein Ergebnis des Augenblicks fein, da Flandin mit feiner persönlichen Teilnahme an der kirchlichen Trauerfeier für die Februar-Gefallenen in Notre Die Londoner Vereinbarung die Grundlage einer freien und gleichen Aussprache zwischen allen interessierten Rationen. Oer britische Außenminister spricht in Paris. Paris, 9. Febr. (DNB.) Die englische Handelskammer in Paris hielt unter dem Vorsitz des englischen Außenministers Sir John Simon ihr Jahresbankett ab, an dem Ministerpräsident Flandin und Handelsminister M a r - chandeau teilnahmen. In einer Ansprache hob Sir John Simon die starke Abhängigkeit der Wirtschaftsbeziehungen von den polittschen Bedingungen hervor. Europa leide gegenwärtig unter einer Wirtschaftslähmung, die zum großen Teil auf das politische Mißtrauen und die politische Ungewißheit zurückgehe. Vertrauen sei aber unerläßlich für den Aufschwung des Geschäftslebens, nichts würde mehr zur Wiederherstellung des Wirtschaftsvertrauens in Europa beitragen als der politische Ausgleich und das gute Einvernehmen unter den Mächten. Er wolle die Gelegenheit benutzen, um zu sagen, mit welcher Freude der Besuch der französischen Mini st er in London ausgenommen worden sei. „Wir glauben", fuhr Sir John Simon fort, „nicht nur zum Wohle unserer beiden Länder, sondern auch zum Wohle der Welt und des Friede ns gearbeitet zu haben. 3n Anwesenheit von Ministerpräsident Flandin, der mir nicht widersprechen wird, darf ich lagen, daß das von uns in der vergangenen Woche in London vollbrachte Werk gegen kein Land gerichtet ist. Unsere Absicht ist nicht zu einem beschränkten Abkommen zu gelangen, sondern wir suchen im Gegenteil durch die Anregung eines Planes, der als die Grundlage einer freien und gleichen Aussprache zwischen allen interessierten Rationen dienen kann, für den Frieden und das Wohlergehen aller zu arbeiten und das Friedensgebäude auf festere Grundlagen zu st eilen. Wenn man erkennt, daß uns dieser Geist beseelt, und wenn die, die wir zur Beratung eingeladen haben, uns ihre Mitarbeit im gleichen Geiste gewähren, dann kann im Iahre 1935 ein großer Schritt zur politischen Befriedung und Wiederherstellung des Wlrtschaftswohlstandes vollzogen werden." Sir John Simon forderte die Franzosen zu einem stärkeren Besuch des englischen Jnselreiches auf, damit sich ein besseres Verständnis zwischen den beiden Nationen anbahne. Es bestünden zwar gewisse Unterschiede zwischen dem britischen und dem kelttschen Geist, aber nichtsdestoweniger sei eine Gefühlsgemeinschaft zwischen den beiden Ländern vorhanden, die eine viel größere Bedeutung habe als die bestehenden Gegensätze. Beide Völker seien nicht nur dem gleichen polittschen auf dem demokratisch-parlamentarischen System beruhenden Ideal zugetan, sondern sie hätten auch nach vierjährigen blutigen gemeinsamen Anstrengungen sich gemeinsam der Aufgabe gewidmet, unter freier und gleicher Mitwirkung der anderen Staaten die Grundlage eines dauerhaften Weltfriedens zu schaffen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe sei die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England wesentlich. Die Ansprache Sir John Simons klang in den Sätzen aus: „Es ist unmöglich, aus unseren Herzen die lebendige Erinnerung an unsere gemeinsamen Anstrengungen zu reißen oder unsere immer wieder erneuerten Entschlüsse zu vergessen, Seite an Seite für den Frieden und die Sicherheit der Welt zu wirken. Ihr Franzosen werdet unsere auf eurem Boden gefallenen Toten behalten und g>ir unsere (Erinnerung und unseren Glauben." Handelsminister Marchandean beschäftigte sich im wesentlichen mit den französisch- englischen Wirtschaftsbeziehungen, streifte aber auch die französisch-englischen Besprechungen in London, die günstige, fruchtbringende Ergebnisse gezeitigt hätten. Die Einigung sei vollzogen worden im Hinblick auf die Engverknüpfung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und England. Sir John Simon verdiene den besonderen Dank der französischen Regierung, weil er unermüdlich für die Aufrechterhaltung und Vertiefung des französisch-englischen Einvernehmens arbeite, was für das Wohlergehen beider Nationen und die Wahrung des Weltfriedens unerläßlich fei. Wenn man mit Bedauern feftfteüen müsse, daß der französisch- englische Wirtschaftaustausch zurück- gegangen fei, könne man andererseits nicht verkennen, daß verglichen mit dem Rückgang der Wirtschaftsbeziehungen Frankreichs zu anderen Ländern dies immer noch als ein günstiges Ergebnis gewertet werden müsse. Damit werde ein gewisses Vertrauen gerechtfertigt, das durch den glücklichen Ausgang der Londoner Besprechungen gefördert werden dürste. Der Minister führte weiter aus, daß Ministerpräsident Flandin nach seiner Rückkehr aus London als einen entscheidenden Schritt für den Frieden der Welt die Bekräftigung französisch-englischen Willens bezeichnete, gegen den Luftkrieg d i e Schutzwehr der Allianz der friedlich gesinnten Völker zu errichten. Es sei jetzt auch wohl höchste Zeit, gegen d i e Wirtschaftskrise die Schutzwehr der Allianz zu errichten, die aus grausamen Erfahrungen gelernt hätte, daß das Wohlergehen nicht von eigensüchtigen engherzigen Auslegungen eines Autarkieregimes zu erwarten sei, das in Widerspruch stehe zur normalen Entwicklung der Erzeugung. Die Handelsbilanz'Frankreichs be- weise, daß nicht Frankreich der Vorwurf gemacht werden könne, mit schlechtem Beispiel in der Errichtung einschränkender, prohibitiver Maßnahmen im Wirtschaftsaustausch oorangegangen zu sein. Nicht nur auf dem Gebiete des politischen Friedens, sondern auch auf dem des Wirtschaftsfriedens gingen England und Frankreich mit gutem Beispiel voran. Muster. Reichsmimster Dr. M ü n st e r, 9. Febr. (DNB.) In der mit einer nach vielen Tausenden zählenden Menschenmenge dicht besetzten Münsterlandhalle fand Freitagabend eine Kundgebung zugunsten des WHW. statt, auf der Reichsminister Dr. Goebbels eine großangelegte Rede hielt. Der Minister traf um 19.02 Uhr, von Berlin kommend, auf dem Bahn- Hof i n M ü n ft e r ein, wo er von Reichsstatt- Halter und Gauleiter Dr. Meyer auf dem Bahnsteig empfangen wurde. Der Minister begab sich dann in Begleitung des Gauleiters durch die Hauptstraßen der Stadt, in denen SA., SS., Arbeitsdienst, NSDFB. und HI. Spalier bildeten, unter den lebhaften Heilrufen der zahlreichen Menschenmenge zu Fuß zum Rathaus, wo Ehrenformationen der Partei und der Untergliederungen Aufstellung genommen hatten. Auf dem Prinzipalmarkt fand eine kurze Begrüßung der führenden Männer der NSDAP., der Behörden und der Wehrmacht des Staates statt. Der Minister schritt sodann die Front der Ehrenformationen ab. Die Kundgebung in der Münsterlandhalle wurde nach dem Einmarsch der Fahnen durch Fanfarenbläser der Hitlerjugend und einer kurzen Begrüßungsansprache des Gauleiters eröffnet. Reichs- minifter Dr. Goebbels wurde bei feinem Erscheinen mit lebhaften, nicht endenwollenden Heilrufen empfangen. In seiner großen, fast zweistündigen Rede befaßte sich Dr. Goebbels mit allen aktuellen Fragen der Innen- und Außenpolitik und des Staats- und Parteilebens, wobei er zunächst einen Rückblick auf das in den letzten zwei Jahren Erreichte gab und in großen Zügen die Probleme aufzeigte, deren endgültige Lösung nächstes Ziel der Regierung sein werde. Er befaßte sich mit der Wirtschaftsankurbelung, die nicht abgebrochen werden dürfe, mit der s v z i a l e n B e s s e r- stellung der breiten Massen, der Reichsreform, der Lösung der Devisen- und R o h sto f f f r a g e und der endgültigen Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Zur Frage Partei und Staat unterstrich der Minister mit Nachdruck, daß die Partei als Trägerin der Idee niemals verschwinden würde. Augenblicklich bleibe das Ziel die Erreichung der deutschen Gleichberechtigung. Gerade weil es den Frieden wolle, müsse das deutsche Volk dieses Ziel erreichen. Die Ausführungen des Ministers wurden immer und immer wieder von dem tosenden Beifall der vieltausendköpfigen Menschenmenge unterbrochen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die eindrucksvolle Kundgebung. Dame die antiklerikalen Radikalsozialisten verärgert hatte. Sie haben sich am folgenden Tage bei der Abstimmung in der Kammer revanchiert. Auf der Rechten ist man enttäuscht über das Ausbleiben der großen Staatsreform und nimmt ihm zudem noch übel, daß er durch seinen Innenminister für den 6. Februar alle Kundgebungen untersagt hatte. So ist Flandin in der wenig beneidenswerten Lage, sich in ständigen Gefechten mit Rechts und Links durchkämpfen zu müssen und eine einstmals recht ansehnliche Mehrheit dahinschwinden zu sehen, weil die Eigensucht der Parteien in kurzsichtiger Verblendung sich gegen Reformen stemmt, die zur rechten Zeit durchgeführt, dem Regime schärfere Eingriffe ersparen konnten. In England hat die Nationalregierung nicht minder schwere Sorgen. Im Unterhaus hat es Skandalszenen gegeben, wie sie bisher im britischen Parlament nicht Brauch waren. Die Hetzreden der kleinen unabhängig-sozialistischen Gruppe fanden auf der Tribüne tosende Zustimmung, ein Schauspiel, das peinlich an kontinentale Gepflogenheiten erinnerte. Auch wir haben ja noch nicht vergessen, was einst sich unsere Kommunisten in derartigen Inszenierungen geleistet haben. Aber für England ist dies immerhin ungewöhnlich. Der Grund ist die Unzulänglichkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Es sind immer noch zwei Millionen Menschen ohne Beschäftigung, und der Plan der Regierung, der vor allem den Bau von 250 000 Häusern vorsieht, um dem Baugewerbe Arbeit zu geben und gleichzeitig mit dcn berüchtigten Slums, den Elendsvierteln im Londoner Osten, aufzuräu- men, reicht nicht annähernd hin, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Immerhin befindet sich die britische Wirtschaft nach langen Jahren tiefster Depression im Ausstieg, und auch die Staatsfinanzen haben ich unter der geschickten Hand des Schatzkanzlers Neville Chamberlain so glücklich gestaltet, daß die Nationalregierung darangehen kann, einen neuen Haushaltsplan vorzulegen, der auch in den Steuern der Gesundung, der Staatsfinanzen Rechnung trägt. Das soll der Regierung den Rückhalt geben für bie Neuwahlen zum Unterhalts, die fpAestens i» »äch- ften Jahre fällig werden, je nach dem taktischen Bedürfnis aber auch vorverlegt werden können. Trotz dieser unleugbaren Erfolge der Nationalregierung mehren sich die Stimmen der Kritik im Lande. Die Opposition wendet sich zumeist gegen das Haupt der Nationalregierung pevsönlick, gegen ben Premierminister Macdonald, nachdem frühere Angriffe gegen den Staatssekretär des Auswärtigen, den Liberalen Sir John Simon, dem man Beteiligung an Rüstungsbetrieben nachgesagt hatte, verstummt sind und durch die Attachierung des Lordgeheimsiegelbewahrers Anthony Eden an das Foreign Office die Außenpolitik beweglicher und ideenreicher gestaltet worden ist. Gegen Macdonald wenden sich von der einen Seite seine alten Freunde von der ßabourpartei, die ihm Verrat an der Sache des arbeitenden Volkes und an den Idealen des Sozialismus vorwerfen, und von der andern Seite die Diehards, die radikalen Konservativen, denen es gegen ben Strich geht, daß sie unter der Führung eines ehemaligen Sozialisten in den Wahlkampf ziehen sollen. Die Auseinander- sitzungen über die Arbeitslosenversicherung, die den einen zu weit geht und ben andern zu dürftig erscheint, und über die Jndienbill, die das gleiche Schicksal hat, geben schon einen Vorgeschmack über die Einstellung der Parteien zur Nattonalregierung. Die Jndienbill, das Gesetz, das die langen Erörterungen über die künftige staatsrechtliche Gestaltung Indiens im Rahmen des Empire zum Abschluß bringen und der Weiterentwickelung Indiens zum Dominion den Weg ebenen will, diese Jndienbill wird von der Arbeiterpartei abgelehnt, weil sie Indien nicht sofort Selbstverwaltung verleiht. Noch größer ist aber der Widerstand der radikalen Konservativen um Winston Churchill und Lord Lloyd, den ehemaligen Oberkommissar in Aegypten. Sie sehen in dem Eingeständnis der Regierung, daß di« Jndienbill auf das Dominionftahit als Endziel zu- steuert, bereits die Preisgabe Indiens überhaupt. Wie sehr übrigens die Jndjenpolitik der Regierung auch bei denen umftrittten ist, zu deren Gunsten sie durchgekämpst wird, sieht man daraus, daß ziemlich gleichmäßig mit der Jndiendedatte im britischen Unterhaus die gesetzgebende Versammlung in Delhi mit 74 gegen 58 Stimmen einen Antrag annahm, der die britische Regierung aufforderte, ihre Vorschläge für die Vollmachten der Provinzgouver- neure und die Einrichtung der zweiten Kammern in den Provinzen zu streichen, wenn nicht das ganze Reformwerk unannehmbar bleiben solle. Diese vielfache Kritik an der Nativnalregierung hat nun soeben ihren sichtbaren Ausdruck gesunden in der Nachwahl zum Unterhaus in dem bislang den Konservativen bombensicheren Wahlkreis Waver» tree, einem Stadtteil von Liverpool, dem Mittelpunkt der Baumwollindustrie von Lancashire. Da hier natürlich die Jndienpolittk infolge der engen wirtschaftlichen Verflechtung ein besonderes Interesse fand, nicht minder aber auch bei der zahlreichen Arbeiterbevölkerunq Liverpools das Problem der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, so hat die Nachwahl von Wavertree symptomatische Bedeutung. Die mit dem Macdonaldkurs unzufriedenen konservativen Ultras hatten zum ersten Male sich offen fepariert und mit Randolph Churchill, Winstons 23jähri- gern Sohn, einen eigenen Kandidaten gegen den offiziellen Kandidaten der Partei ins Feld gestellt. Berücksichtigt man, daß der ganze Parteiapparat und mit Ausnahme der „Daily Mail" Lord Rvt- hermeres sämtliche konservative Zeitungen gegen die Kandidatur des jungen Churchill eingesetzt wurden, sind die zehntausend Stimmen, gemessen an den drei- zehntausend des offiziellen Parteikandidaten ein beachtlicher Erfolg, der der Nationalregierung wie der konservativen Parteileitung einiges zu denken gegeben haben wird. Der tertius gaudens, der sich freuende Dritte mar bei diesem Zwist innerhalb der konservativen Partei der Labour-Kandidat, der mit fünfzehntausend Stimmen das Rennen machte und damit seit den letzten Unterhausmahlen schon den neunten Sitz für die Labour-Partei eroberte. Baldwin, der Führer der Konservativen, hat also alle Ursache, seinen Kurs zu überprüfen und sich die Frage vvrzulegen, ob nicht Macdonald für das konservative Parteischiff im kommenden Wahlkampf eine Belastung darstellt, die chm gefährlich werde» kann. Die Churchills, Vater und Sohn, gleich un- << 3U- Verschiedene Vertreter Bevölkerungsteile, n i ch t t ü r k i - also Armenier, des „Giornale d'Jtalia // lidjen Realism #iaenen c Wie sieht es in der Wirtschaft aus? 1933 schuf Oie Gaarsammlung der Studentenschaft. 5er Sn 400=3, Abordnun boldt-Z dem peru Am 5. K xr,Äorl der Besii Ehre, ge, W Oer Iieichsverkehrsminister 60 ZaKre Am 9. Februar vollendet Reichspost- und Reichs- verkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübe- n a ch sein 60. Lebensjahr. Freiherr von Eltz- Rübenach wurde in Wahn (Rheinland) geboren. Er studierte Maschinenbau und arbeitete danach praktisch in den Eisenbahnwerkstätten des Direk- s ch e r ui,u uiiiiciuci, Griechen und Juden, haben sich ebenfalls um Parlamentssitze beworben, und zwar auf Wunsch des Staatspräsidenten selbst. Drei von ihnen — j e ein Jude, Armenier und Grieche — sind Abgeordnete geworden. Berlin, 8. Febr. (DRB.) Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt mit: Das halbamtliche „Giornale d'Italia" berichtet unter der Ueberschrift „Eine Goebbels- Rede über das Aktionsprogramm für die Rückkehr aller Deutschen ins Reich" u. a., daß Reichsminister Dr. Goebbels „unlängst in einer Rede erklärt habe, im Propagandaministerium seien bereits alle Maßnahmen getroffen; sobald das Außenpolitische und das Wehrpolitische Amt vom Führer ihre neuen Direktiven erhalten haben,! würden wir alle geschlossen einen Kampf entfalten, der die Welt in Verwirrung setzen könnte. Er glaube, daß zuerst die M e m e l f r o n t und das deutsche Oe st erreich herankommen. Nichts aber schließe aus, daß diese Aktion auch gleichzeitig geführt werde. Wir müßten mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln den Weg für die Rückkehr aller Deutschen ins Reich öffnen. In Zukunft dürfe es in Europa nur ein einziges Deutsches Reich geben. Das würde nicht nur vom Führer vertreten, sondern auch vom gesetzmäßigen Träger der deutschen Waffen, der deutschen Reichswehr. ItdUttpQtl Dffl Sie feierlii Krottenkopf wehrfoldaten riesiger Ante der kirchlich! lkhrenfalut Kranzniederl Ministers le< ralleutnant Klängen de die Sarge krajtwagen Heimatorte sämtlich mit Einstimmigkeit durchgekommen. Die unabhängigen Abgeordneten sind mit den Stimmen der Volkspartei und auf ausdrückliche Empfehlung der Staatsleitung und der Partei gewählt worden. Ihnen fällt die Rolle einer unabhängigen Kritik - ** *• ~ ' ........ Bei den Maiwahlen werden mindestens drei Parteien um den Erfolg ringen: Die Regierungspartei mit dem Liftenträger I e f t i t ch, •i ov t i s ch - s e r b i f ch e Bauernpartei mit Matschekan der Spitze und die sog. Volks- parter mit dem jetzigen Abgeordneten Hod- 1 ch e r a als Listenführer. Dr. Matschet teilte Jo- wanonntsch mit, er habe die Absicht, im Wahlbünd- ni9 rnit den serbischen Landwirten für die Verwirklichung der kroatischen Ziele im Rahmen des südslawischen Staates zu kämpfen, d. h. mit anderen Worten, er werde sein autonomistisches Programm gegenüber der zentralistischen Verfassung aufrecht'erhalten Er fugte jedoch hinzu, daß die Wahrscheinlichkeit nur gering sei „unter dem jetzigen Regime" sein Programm durchsetzen zu können. Er scheint demnach entschlossen zu sein, den Kampf um die kroatischen Forderungen mit der alten Entschiedenheit wieder aufzunehmen. Wahlen in der Türkei. Istanbul, 9. Febr. tfu)C tttttcnijohhf senkung der Pfandbriefe ist festzustellen, I T ' .V V daß die Zahl der Einsprüche verschwindend gering Wahlbündnis zwischen ist und das ist aus mehreren Gründen erfreulich. Kroaten und serbischer Landwirte-Partei bas Verständnis der Pfandbriefinhaber o ct-c. x s. . rrrVrurt b,c wirtschaftliche Notwendigkeit solcher Maß. . JrQo< 8. Febr. (DNB.) die innenpolitische nahmen, es zeugt für das Vertrauen, das man der Wirtschaftspolitik Dr. Schachts entgegenbringt. Dann aber wirkt die Zinssenkung wie auch ihre Aufnahme äußerst anregend auf die gesamte Wirtschaft. Die größte der Aufgaben bestand darin, in einer Zeit wirtschaftlichen Aufstieges an eine Zinssenkung heranzugehen, wobei eine Verknappung des Kapitalmarktes nicht nur vermieden werden wußte, sondern im Gegenteil mit der Durchführung eine Befruchtung erzielt werden sollte. Die Schuldner können jetzt allmählich an den Abbau ihrer Verpflichtungen Herangehen und damit zu einer größeren Bewegungsfreiheit gelangen, die Gläubiger erhalten wieder die Verfügungsmöglichkeit über ihre Kapitalien, die Unternehmertätigkeit aber erhält eine kräftige Förderung. Man darf auch annehmen, daß jetzt so manche Geldsumme, die bisher nutzlos zurückgehalten wurde, den Weg auf den Kapitalmarkt antritt. Sk istim ' 20 be"-„st (einen erst -s.' :5® s& tonte Motwe geliefert L>eb >i! N” nilhra*" Origens Kunst und Wissenschaft und Aus aller Welt weni WeX andern. i- x e n. Seine Leiche konnte noch nicht gesun := den. Das Paar hatte sich seit vormittags >, | aus einer Bierreise befunden. BejMdUmg Schneefall, —16 Pulverschnee, Ski Grad, 80 cm Ge- i und Rodel sehr Ites Wetter Ansteckung WLoidemie schnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Grad, 180 cm Gesamt-schneehöhe, und Rodel sehr gut. Harz. Schierke: Heiter, —15 ( sarntschneehöhe, Pulverschnee, Ski gut. EMI einefl verltW diese Ui Manche An Stelle des aus gesundheitlichen Gründen von der Leitung des Regensburger Stadttheaters zurückgetretene,. Direktors Linnbrunner wurde Dr. Rudolf Meyer, zuletzt zweiter Spielleiter und Dramaturg an den Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M., mit der künstlerischen und geschäftlichen Leitung des Regensburger Stadttheaters betraut. der ge- Ser Maler Max Liebermann -fr. Professor Dr. h. c. Max Liebermann, der frühere Präsident der Preußischen Akademie der Künste, ist im 88. Lebensjahre in Berlin g e st o r - den. Am 20. Juli 1847 in Berlin geboren, erhielt er seinen ersten Unterricht bei Steffeck in Berlin, malte später als Schüler von Pauwels in Weimar und wurde tn Paris von Munkaczy und vor allem von den französischen Impressionisten Manet, Cour- bet und Millet in seiner Entwicklung entscheidend beeinflußt; auch eine Studienreise nach Holland hinterließ nachhaltige Eindrücke und hat zahlreiche markante Motive für später berühmt gewordene Bilder geliefert Liebermanns erster großer Wurf waren die „Gänserupferinnen" von 1874, denen Menzel mit drastischen Worten seine Anerkennung aussprach. Uebrigens hat Liebermann auch von dem unbestechlichen Realismus Menzels für die Entwicklung seines eigenen Stils, der sich bald immer freier und persönlicher ausformte, manches gelernt. In Liebermanns Malerei bildete sich am entschiedensten der Charakter der neuen impressionistischen Sehweise aus, die in der Schule von Barbizon entdeckt und zu höchster Feinheit und malerischer Kultur gesteigert worden war. Bon Liebermanns Hauptwerken, die man in den Galerien von Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Amsterdam findet, seien genannt die Amsterdamer Waisenmädchen, das Münchener Bierkonzert, das Tischgebet, die Netzflickerinnen, die Reiter am Strande, die badenden Knaben, die'Frau mit den Liegen, die Holländische Dorfstraße, die Bildnisse Virchow, Bode, Bürgermeister Petersen und Hindenburg, dazu zahlreiche Selbstporträts aus den verschiedensten Lebensaltern Außerdem hat Liebermann ein reiches graphisches Werk hinterlassen und auch als Illustrator vielfach anregend gewirkt. Liebermann, der bereits 1898 mit Walter L e i st i k o w zusammen die Berliner Sezession gegründet hatte, sammelte in späteren Jahren das reichshauptstädtische Kunstleben in der Berliner Kunstakademie, die er als Präsident vertrat; hier wie in der Sezession war er um die Förderung junger aufsteigender Talente sehr bemüht. Reichspräsident v. Hindenburg verlieh Liebermann zum 80 Geburtstag den Adlerschild des Reichs; auch war er Ehrenbürger der Stadt Berlin, lange Jahre Präsident der Preußischen Akademie der Künste und Vizekanzler der Friedensklasse des Ordens Potir le merite. Präsident Roosevelt ernannte Admiral G r a y - s o n zum Nachfolger des kürzlich verstorbenen Präsidenten des amerikanischen Roten Kreuzes Payne. Admiral Grayson war Marinearzt und wurde später Hausarzt des früheren Präsidenten Wilson, der ihn zum Vizeadmiral beförderte. Kleine politische Nachrichten. Wie Havas meldet, hat der französische Landwirtschaftsminister C a s s e z den Oberpräsidenten von Ostpreußen Koch empfangen, der sich im Einvernehmen mit seiner Regierung mit ihm über ein Angebot der deutschen Getreidestellen zum A n - kauf von französischem Futtergetreide unterhalten habe. Der Gesandte C o u l o n d t e, Direktor im Außenministerium, und der Direktor für Landwirtschaft B r a s s a r t hatten an der Unterredung teilgenommen. Uel W Wchutz ■d) Me Mfer ■omb Merien notmen in der 1. Abteilung in Achtellosen in Berlin, in 2. Abteilung in Achtellosen in Heyen-Nassau spielt. Schweres Eisenbahnunglück in Kanada. — Neun Tote, zwölf Verletzte. häufige Erip; die ErkältuM sehr leickM allgeMM Nachmittag des Entführungstages gesehen. In dem Wagen hätten sich ein Mann und eine Frau befunden, an der Rückseite des Wagens sei eine Leiter angebunden gewesen. Hauptmann habe sich nicht in diesem Kraftwagen befunden. Der Zeuge hob noch hervor, daß er beim Tanken des Kraftwagens Gelegenheit gehabt habe, sich die Leiter genau aN- zufehen, und er glaubt, in der zur Entführung benutzten Leiter diese seinerzeit an dem Kraftwagen angebundene Leiter wieder zu erkennen. Anschließend wurde bekanntgegeben, daß die Beweisaufnahme beendet ist. Insgesamt haben über 50 Entlastungszeugen für Hauptmann ausgesagt. Ein 300 000-Mark-Gewinn gezogen. In der letzten Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie entfiel auf die Nr. 6 6 4 3 8 ein Gewinn von 300000 Mark. Das Los wird Der südafrikanische Ministerpräsident H e r tz o g teilte mit, daß die Erklärung des Verteidigungsministers Pirow, die südafrikanische Regierung sei nicht bereit, an irgendeinem allgemeinen Plan für die Verteidigung des britischen Weltreiches teilzunehmen, die Politik der Regierung darstelle. zern kauften besonders Schweden, Polen Tschechen. Frankfurter Dramaturg wird- Thealerdirektor in Regensburg. waren. In einer zweiten Wohnung fand man einen Mieter tot auf, während im gegenüberliegenden Zimmer eine betagte Witwe mit schweren Vergiftungserscheinungen im Bett lag. Auch im Nebenhause wurde eine Mieterin t o t aufgefunden; mehrere Personen wurden in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Hauptzufuhrrohr geplatzt war. Die Gasgesellschaft scheint keine Verantwortung zu treffen, dagegen wird man prüfen, ob die kürzlich durchgeführten Straßenbauarbei- ten, bei denen das Gaszusuhrrohr freigelegt wurde, I auf Wetterbericht des Reichswetlerdiensies. Ausgabeort Frankfurt. Während sich in den Küstengebieten eine leichte Milderung eingestellt hat und die Fröste dort meist nicht unter —5 Grad Celsius herabgehen, hat die Ausstrahlung in dem fast wolkenlosen Südwest- deubschland eine Verschärfung des Frostes und stellenweise Temperaturen bis —15 Grad Celsius hervorgerufen. Das von England nach Skandinavien sich erstreckende Hochdruckgebiet wird jetzt durch starke Wirbeltätigkeit im Norden abgeschwächt, bleibt aber bis zum Montag für unser Wetter noch maßgebend. Von Süden her dringen jedoch in den höheren Schichten etwas wärmere Luftmassen vor und bringen voraussichtlich schon zum Sonntag Bewölkung und Schneefall. Aussichten für Sonntag: Zeitweise noch heiter, aber namentlich gegen Mittag hin Bewölkungszunahme und einzelne Schneefälle, bei östlichen Winden Fortdauer des Frostwetters. Aussichten für Montag: Ausgeglichenere Temperaturen und bei meist wolkigem Himmel etwas geringere Frostgrade, einzelne Schneefälle. Temperaturen. Am 8. Februar, mittags —2,3 Grad Celsius; abends —5,6 Grad; am 9. Februar, morgens —8,8 Grad; Maximum —0,8 Grad, Minimum — 9,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 8. Februar, abends —0,1 Grad; am 9. Februar, morgens —0,6 Grad. Sonnenscheindauer 7,4 Stunden. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: heiter, —15 Grad, 50 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoh-erodskopf: Heiter, — 18 Grad, 58 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Sauerland. Winterberg: Heiter. —14 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulver- (fianftavin' »»ASTIUl-ERri f Trauerparade für die In den Bergen tödlich verunglückten Reichswehrsoldaten. Die feierliche T r a u e r p a r a d e für die vier am Krottenkopf tödlich verunglückten Reichswehrsoldaten fand in Landsberg am Lech unter riesiger Anteilnahme auf dem Friedhof statt. Nach der kirchlichen Aussegnung und einem dreifachen Ehrensalut erfolgten an den Särgen zahlreiche Kranzniederlegungen. Im Auftrage des Reichswehr- minifters legte der Führer im Wehrkreis VII, Generalleutnant Adam, vier Kränze nieder. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurden die Särge sodann in die bereitstehenden Leichenkraftwagen getragen, die die Verunglückten in ihre Heimatorte brachten. Kreuzer „Karlsruhe" in Peru. Der Kreuzer „Karlsruhe" hat anläßlich der 400-Jahrfeier der Stadt Lima mit einer Abordnung an der Grundsteinlegung des Humboldt-Denkmals und an einer Parade vor dem peruanischen Staatspräsidenten teilgenommen. Am 5. Februar hat der Staatspräsident dem Kreuzer „Karlsruhe" einen Besuch abgestattet und nach der Besichtigung des Schiffes an einem ihm zu Ehren gegebenen Frühstück an Bord teilgenommen. Fast 6,5 Millionen Rundfunkteilnehmer in Deutschland. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Februar 1935 6 439 232 gegenüber 6142 921 am 1. Januar. Im Laufe des Monats Januar ist eine Zunahme um 296 311 Teilnehmer (4,8 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Februar befinden sich 453 845 Teilnehmer, denen die Rundfunkgebühren erlassen sind, darunter 304 346 Arbeitslose. Die erste Delthundeausstellung in Frankfurt a. M. Fast sämtliche kynologischen Gesellschaften der Länder Europas entsenden Delegierte zu dem 3. k y- nologischen Weltkongreß in Frankfurt a. M. vom 22. bis 25. April. Von den überseeischen Staaten haben sich bis jetzt Amerika, Ceylon und Japan gemeldet. Die Zahl der Nationen, die an dem Kongreß teilnehmen, hat sich damit auf 33 erhöht. Rußland nimmt mit mehreren russischen Rassen an der ersten Welthundeausstellung in Frankfurt a. M. vom 26 bis 28. April teil. Damit erhöht sich die Zahl der Sonderausstellungen für die verschiedenen Rassen der Welt von 140 auf 145. Norwegen, Dänemark und Schweden haben während der Dauer der Weltausstellung die Oua- rantänevorfchriften außer Kraft gesetzt. König Gustav von Schweden hat zu dem großen internationalen Hundetreffen einen prächtigen Ehrenpreis zur freien Verfügung der Ausstellungsleitung gestiftet. Entlastungszeugen für Hauptmann. Bei der weiteren Zeugenvernehmung im Hauptmann-Prozeß wurde Brevoort Bolmer. der Besitzer einer Tankstelle in der Nähe von Lindberghs Landsitz, vernommen, durch dessen Aussagen der Angeklagte Hauptmann st a r k entlastet wird.' Der Zeuge sagte aus, daß ein grüner Kraftwagen mit mehreren Personen vor der Entführung des Lindbergb-Kindes mehreremale an feiner Tankstelle vorgefahren fei. Zum letztenmal habe er diesen Kraftwagen am Bei Neunkirchen (Saar) fand man nachts am Südufer der Blies eine hilferufende Frau in halber Höhe der Uferböschung sich krampfhaft an einem Strauch festhaltend. Man befreite sie aus ihrer gefährlichen Lage und erfuhr von ihr, daß sie von dem pensionierten Bergmann E i s e l, mit dem sie sich auf dem Heimwege befand und der vollständig betrunken gewesen sei, beim Stürzen mit in bie Tiefe gerissen worden sei. Da die Blies noch Hochwasser führt, ist Eisel offenbar sofort von der Strömung fortgerifsen worden und e rtrun = Seine Leiche konnte noch nicht gefunden wer- ' " ......... ; 11 Uhr der Anlaß zu diesem bedauerlichen Unglücksfall gewesen sind. Schon seit einigen Tagen hatte man in dem ganzen Viertel einen starken Gasgeruch festgestellt, ohne daß sich jemand gefunden hätte, die zuständigen Behörden zu benachrichtigen. Die Filmschauspielerin Annabella von einem Bären angegriffen und verletzt. Die französische Filmschauspielerin Annabella, die auch geleaentlich in Berlin gefilmt hat, wurde in Paris beim Drehen einer Zirkusszene von einem Bären angegriffen und zu Boden geworfen. Nur dem sofortigen Eingreifen ihres Ehemannes, John Murat, und einiger anderer Darsteller ist es zu verdanken, daß Annabella keine schweren Verletzungen davontrug. Sie erlitt jedoch einen doppelten Fußgelenkbruch und mußte in eine Klinik übergeführt werden. Autounfall der Filmschauspielerin Gretel Theimer. Die Filmschauspielerin Gretel Theimer wurde m der Nähe von Steinhagen bei Bielefeld bei einem Kraftwagenunfall erheblich verletzt. Sie und ihr Gatte, der Tenor Artur Hell, wollten in Osnabrück gastieren. Auf der Fahrt von Bielefeld stieß ihr Wagen mit einem anderen Wagen zusammen. Während Artur Hell, der am Steuer saß, mit geringen Verletzungen davon kam, erlitt die Filmschauspielerin einen Bruch des linken Armes, einen Schlüsselbeinbruch und Quetschungen am Kopf. Sie wurde ins Bielefelder Krankenhaus eingeliefert, wo sie mit großen Schmerzen, jedoch ohne Gefahr für ihr Leben, darniederliegt. Dank für die Hilfsbereitschaft der Norweger beim Unfall des Dampfers „Dresden". Heiken in organisatorischer Beziehung sind durch eine Verfügung des Reichsbauernführers geregelt. Dem Reichsnährstand steht nunmehr das Recht zu, die Finanzgebarung, die Personal- und R e o i s i o n s v e r h ä l t n i s s e der Zusammenschlüsse einheitlich zu ordnen. Der Reichsbauernführer gibt den Zusammenschlüssen die Satzung, die der Genehmigung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft bedarf. Im übrigen wacht er darüber, daß bei Durchführung der Marktordnung die wirtschaftlichen Bedürfnisse der einzelnen Marktgebiete gebührend berücksichtigt werden, daß die Tätigkeit der Zusammenschlüsse sich mit Gesetz und Satzung in Einklang befindet uno daß endlich die ständischen Aufgaben des Reichsnährstandes und die Notwendigkeiten von In Anerkennung der bervorraaenden Verdienste und der Hilfsbereitschaft Der norwegischen Bevölkerung bei dem Seeunfall Des Dampfers „Dresde n" im Juni vorigen Jahres hat der Führer und Reichskanzler die nachstehenden Auszeichnungen verliehen: Die Rettungsmedaille am Bande den Kapitänen Sverre Thor- k i l d f o n des Dampfers „Kong Harald" und Lars Pallesen des Dampfers „Kronprinzeß Märtha"; das Verdienstkreuz des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes den Herren Direktor Peder Elias Pedersen, Zahnarzt Lauritz W a t h n e, Direktor Aksel Lund, Vizekonsul Sigve Gerhard, Konsul Jakon Dreyer. Das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes den Herren Seelotsen Sivert, Bertoldus, Thomassen, Seelotsen Tolles T. H ö i n e s , Ordförer Hans G i l j e, Ordförer Anton Salomonsen, Gemeindepfarrer Ivar Aasen, Dr. med. Johann Torkildsen, Fylkesmann John N o r e m , Oberst E. Lilje- d a h l, Major Einar Sörensen, Polizeimeister Ola K v a l s u n d. Die Genannten sind in den der Unfallstelle nahegelegenen Ortschaften Stavanger, Haugesund, Skuoesnes und Kopervik ansässig. Außerdem erhielten weitere 15 norwegische Bürger dieser Ortschaften besondere Dankschreiben und Die Fischer leger I. Kovik und Sohn je ein Geldgeschenk. Explosion In einer Opiumfabrik in Schanghai. — 15 Todesopfer. Infolge einer Alkohol explosion wurde ein im Herzen Schanghais gelegenes Haus völlig zerstört. Bei den Aufräumungsarbeiten entdeckte die Polizei, daß sich in dem Haufe die größte bisher in Schanghai feftgeftellte Opiumfabrik befand. Bei der Explosion wurden 15 Personen getötet. 30 000 Malariakranke auf Ceylon. Die letzten Meldungen aus dem Malaria- Gebiet auf Ceylon sprechen von 30000 Kran- k e n. Die Krankenhäuser der betroffenen Bezirke sind sämtlich überfüllt. In Kurunegala, wo die Krankheit besonders schwer auftritt, erkrankte auch das gesamte Krankenhauspersonal. 27 Negerinnen verschüttet. In Fort Mall in der britischen Kolonie Kenya (Ostafrika) wurden 27 Frauen vom Stamme der Kikuyu bei der Gewinnung von Töpferlehm verschüttet. Die sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen blieben bei sämtlichen Verschütteten vergeblich. Verwegener Ueberfall rumänischer Eisenbahnräuber. Auf einen Perfonenzug in der Nähe von Ploesti (Rumänien) wurde ein verwegener Banditenüberfall verübt. Maskierte Räuber sprangen auf den Postwagen, hielten drei Zugbeamte, die sich ihnen entgegenstellen wollten, mit vorgehaltenen Pistolen in Schach und warfen den ganzen Inhalt des Wagens durch die Türen hinaus auf das Eisenbahngelände. Nachdem sie die drei Beamten geknebelt und gefesselt hatten, schmuggelten sich die Räuber unter die Fahrgäste des Zuges und vermochten an der nächsten Eisenbahnstation unbehelligt den Zug wieder zu verlassen. Die Beute ist offenkundig von Spießgesellen der Räuber aufgelesen worden. Der Raubüberfall wurde dadurch entdeckt, daß der Postbeamte der Station Campina vergeblich auf die Meldung des Begleiters des Postwagens wartete. Als man die Türen des Wa- aens öffnete, fand man die drei Beamten geknebelt und gefesselt vor Vater und Schwester mit der Axt niedergeschlagen. Selbstmord des Täters. Ein furchtbares Familiendrama spielte sich in der Wohnung des Polizeihauptwachtmeisters im Ruhestand Josef 91 e n n a ft in Lübben im Spreewald ab. Der etwa 30jährige Sohn Gerhard bedrohte Vater und Schwester mit der Axt und verletzte sie auch so schwer, daß eine sofortige Ueberführung in das Krankenhaus notwendig war. Die Verletzungen des Hauptwachtmeisters sind so schwer, daß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Darauf schloß sich der Sohn in fein Zimmer ein, begoß die Möbel mit Spiritus und setzte alles i-n Flammen. Die sofort alarmierte Feuerwehr konnte den Brand nach angestrengter Tätigkeit lokalisieren. Bei den Aufräumungsarbeiten wurde die völlig verbrannte Leiche des jungen Mannes geborgen. Gerhard Nennast stand kurz vor seinem Doktorexamen. Trauriges Ende einer ausgedehnten Vierreife. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mvnatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf„ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. NSDAP. Der Bundesfchulungsreferent des NSDFB. (Stahlhelm) gehört zumStabedes Reichsfchulungsleiters der NSDAP., die übrigen Schulungsreferenten des NSDFB. (Stahlhelm) zum Stabe des Gau- bzw. Kreisschulungsleiters der NSDAP." Diese Vereinbarung ist als Anordnung des Reichsschulungsleiters der NSDAP, an sämtliche Schulungsdienststellen der Vartei und von der Bundesleitung des NSDFB. (Stahlhelm) an sämtliche Dienststellen und Schulungsreferenten des Bundes geleitet worden. Gesamtwirtschaft und Gemeinwohl Berücksichtigung finden. Unberührt hiervon bleibt selbstverständlich die staatliche Oberaufsicht des Reiches und die Zusammenarbeit des Reichsnährstandes mit anderen staatlichen und politischen Stellen. Diese Neuregelung bedeutet einen wesentlichen Schritt vorwärts. Die großen nationalen Ziele: Sicherung der Nahrungsfreiheit des deutschen Voltes und Höchststeigerung der deutschen Erzeugung verbinden sich mit der sozialistischen Forderung, dem gemeinsamen Handeln aller an einem Wirtschaftstreislauf beteiligten Wirtschaftsgruppen im Dienst des Ganzen zum verneinen Nutzen. So schafft die neue Verordnung Die Grundlage für eine weitere Fortbildung der Marktordnung Des Reichsnährstandes. Oie Schulung im TlSOI». (Stahlhelm). (Fkp.) Eine der wichtigsten geistigen Aufgaben, die der NSDFB. (Stahlhelm) im Dritten Reich übernommen hat, ist die S ch u l u n g s e i n e r K a - meraben und der ihm nahestehenden Kreise im Sinne der Im Fronterlebnis wurzeln- öen nationalsozialistischen W e ltan- chauung. Sie soll ihnen das geistige Rüstzeug ür ihre Aufgabe, zuverlässige Kä.mpfer ü r das Dritte Reich und bewußte und ein« atzbereite Träger des Staates im bewährten Geist der Front zu sein und zu bleiben, schmieden, erhalten und schärfen. In Ergänzung der von dem Bunde für diese Arbeit aufgestellten Schulungsrichtlinien ist nunmehr zwischen der Bundesleitung des NSDFB. (Stahlhelm) und dem Reichsschulungsleiter der NSDAP., Dr. Max Frauendorfer, folgende Vereinbarung getroffen worden: „Die weltanschauliche Schulungsarbeit im NSDFB. (Stahlhelm) erfolgt nach den Grundsätzen des Reichsschulungsamtes der NSDAP. Um die notwendige Einheitlichkeit zu gewährleisten, wird der Bundesschulreferent des NSDFB. (Stahlhelm) vom Reichsfchu- l u n g 51 e i t e r der NSDAP, bestätigt, die übrigen Schulungsreferenten des NSDFB. (Stahlhelm) von den zuständigen Gauschulungsleitern der Gute preise bei der Versteigerung in Sibyllenort. Großer Betrieb herrschte am ersten Tag der Versteigerung in Schloß Sibyllenort. Im Park waren hunderte von Wagen aufgefahren. Daneben wurde ein ständiger Pendelverkehr mit Kraftomnibussen von Breslau nach dem Schloß unterhalten. Etwa 400 ernsthafte Interessenten haben sich allmählich aus den vielen Besuchern der beiden Vortage herausgeschält. Gleich zu Beginn gab es insofern eine Ueberraschung, als eine kleine Tischglocke, die mit einer Taxe von 1,00 Mark an- gesetzt war, 22,00 Mark brachte. Die Sensation des Vormittags war zweifellos die Versteigerung der beiden hawaifchen Tabakspfeifen, für die ein Erstgebot von 15,00 Mark vorlag, obwohl sie nur mit 2,00 Mark angesetzt waren. Der Erlös betrug aber 220 Mark. Auch sonst wurden die ausgebotenen Gegenstände fast durchweg wesentlich Überboten. Eine Prunkvase, die wegen ihres Risses mit 880 Mark Taxwert angesetzt war, erzielte immerhin 2050 Mark. Pendeluhren, die mit 20 Mark angesetzt waren, brachten 60 bis 100 Mark. Auch bei den Möbeln erzielte man oft das drei- bis vierfache des Taxwertes. Ein Mahagoni-Rvkoko-Sekretär ging von 400 auf 790 Mark, ein Rokoko-Schreibtisch von 300 auf 1100 Mark empor. Zwei Schreibtische mit reichen Elfenbein-Intarsien erzielten statt der an- gesetzten Taxe von je 200 Mark 430 und 920 Mark, eine geschnitzte Banktruhe erzielte 760 Mark. Der Spielwagen des Königs von Rom, des Sohnes Napoleons, der mit 150 Mark angesetzt war, erzielte das Höchstgebot von 650 Mark. Bei den Gardinen sind die Taxen sogar um das sechs- bis siebenfache Überboten worden. Grundsätzlich wurde kein Stück unter dem Taxwert abgegeben. An dem Erwerb sind Ausländer sehr stark beteiligt. Außer Schwei- Bei Fort William (Ontario) ist der kanadische Expreß auf der Brücke über die Kakabaka-Fälle mit einer Arbeiterlore zusammengestoßen. Dabei wurden neun Personen getötet und zwölf verletzt. Mehrere Todesopfer der Grippe in französischen Garnisonen. Die Grippe-Epidemie hat in den verschiedenen französischen Garnisonen in den letzten Tagen wieder zahlreiche Todesopfer gefordert. Vier Soldaten des 126. Infanterieregimentes in Brive sind im Krankenhaus gestorben. In der Garnison in Bourges sind ebenfalls zwei Todesopfer zu beklagen. In der Garnison in Caen sind_ wieder zwei Soldaten an Grippe gestorben. Nach übereinstimmenden Meldungen aus den verschiedenen Garnisonen ist die Grippe-Epidemie jedoch im Rückgang begriffen. Schweres Gasunglück in Frankreich. — Bisher drei Tote und sieben Vergiftete. Ein bedauerlicher U n g l ü rf s f a 11, der bisher drei Todesopfer forderte, während sieben Personen mit lebensgefährlichen Vergiftungs- e r f ch e i n u n g e n ins Krankenhaus geschafft werden mußten, ereignete sich in Clermont-Ferrand. Der Pförtner eines Mietshauses bemerkte starken Gasgeruch. In einer Wohnung, die von einem alten Ehepaar und ihrem Dienstmädchen bewohnt wird, fand er alle drei Bewohner bewußtlos auf Die Ehefrau war bereits tot, während bei den anderen beiden Wiederbelebungsversuche erfolgreich Vor Ansteckung (bayepJ schützen kB/ Vermietungen Walltorstr. 38 p. MlVohg. Gießen-Süd oo. 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Februar 1935, 9 bis 11 Uhr, in der alten Pestaloz-ifchule, Wernerwall 8, 2. für alle Mädchen: Mittwoch, den 20. Jebruar 1935, 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule, Schillerstraße 8. Bei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein mitzubringen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1935 das 6. Lebensjahr vollendet haben. Es können jedoch zu derselben Zeit auch solche Kinder angemeldet werden, die bis zum 30. September 1935 das 6. Lebensjahr vollenden, und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, den 7. Februar 1935. _________Stadtschulamt. I. D.: N e b e l i n g.________ Gpar- u. Oartehnskaffe Lollar e.S.m.b H. in Lollar. Die Mitglieder unserer Genossenschaft werden zu der am Sonntag, dem 17. Februar 1935, nachmittags 4 Uhr, im Gasthaus „Zum Schwanen" bei Herrn hch. hettche, Lollar, stattfindenden 755V ordentlichen Generalverfammlung ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts des Vorstandes 1934. 2. Bericht des Aufsichtsrats. 3. Vorlage und Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz per 31. Dezember 1934. 4. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates. 5. Beschlußfassung über die Gewinnverteilung. 6. Bericht über die ges. Revision. 7. Annahme des genossenschaftlichen Einheits- statutes. 8. Ersatzwahl zum Vorstand. 9. Ersatzwahl zum Aufsichtsrat. 10. Verschiedenes. Die Rechnung liegt von heute ab acht Tage zur Einsicht der Genossen im Geschäftslokal offen. Lollar, den 9. Februar 1935. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Gez.: Tauberi. Bervachtuna der Restauration „Zur Liebigshöhe" in Gießen (Provinz Oberhessen). Die „Liebigshöhe", am Endpunkt einer Straßenbahnlinie, an dem Festplatz der Stadt und in der Nähe der Kasernen gelegen, ist einer der schönsten landschaftlichen Punkte der näheren Umgebung Gießens. Sie grenzt an ein von vielen Spaziergängern besuchtes Wäldchen, besitzt mehrere Wirtschaftsräume, einen kleineren und einen größeren Saal mit Bühne, einen größeren Garten mit Terrasse, Stall und Wirtschaftsgebäude und einige von der Stadt unterhaltene und betriebene Tennisplätze. Die Verpachtung erfolgt vom 1. April 1935 ab zunächst auf 5 Jahre. Die Verpachtungsbedingungen nebst Plan und Inventarverzeichnis liegen im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 16, zur Einsicht offen, können aber auch gegen Erstattung der Selbstkosten in Höhe von 3,— RM. von der unterzeichneten Behörde bezogen werden. Die Bewerber müssen eine Sicherheit in Höhe des jährlichen Pachtpreises leisten können. 604C Pachtangebote mit Preisangabe werden bis zum 15. Jebtuar 1935 an die unterzeichnete Behörde erbeten. Gießen, den 30. Januar 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: vr. Hamm. Brennholzversteigerung. Aus dem Gemeindewald Krofdorf-Gleiberg kommen am Montag, dem 18. Februar 1935, vormittags von 10 Uhr ab bei Gastwirt Eduard Moos, Krofdorf, öffentlich meistbietend zum Verkauf: 798D Distrikte: 7c Seiles, 14a Leschenwalo, 15b, 16 Seileshau, 21 Altehau: Eiche: 124 rm Scheit und Knüppel, 687 rm Reisig, Buche: 357 rm Scheit und Knüppel, 613 rm Reifig.__________________________ Holzversteigerung im Albacher Gemeindewald. Mittwoch, den 13. Februar, sollen im Distrikt Roterde versteigert werden: 785D Scheiter: Buche 120 rm, Eiche 10 rm, Fichte 10 rm. Knüppel: Buche 160 rm, Eiche 60 rm, Fichte 20 rm, Gartenpfosten 8,3 rm. Knüppelreiser: Eiche 20 rm. Wellen: Buche 2500. Stöcke: Buche 10 rm. Zusammenkunft 10 Uhr auf der Straße Albach— Oppenrod in der Roterde. Bürgermeisterei Albach. Lenz. I Brennholz-Bersteigerungen der Siadi Gießen. A. Mittwoch, 13. Februar 1935, 9% Uhr beginnend, aus der Ableitung 44b sStadtwald), Försterei Rödgen: 52,2 rm Buchenscheiter 1. Kl. 108,3 „ Eichenscheiter l.Kl. 3,0 „ Eichenscheiter 2. Kl. 20,2 „ Buchenknüppel 55,5 „ Eichenknüppel 3,0 „ Fichtenknüppel 1220 Wellen Buchenreisig 3. Kl. 39,0 rm Eichenstammreisig 1. Kl. 12,9 „ Fichtenstammreisig 1. Kl. 12,0 „ Buchenstöcke 41,0 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Alter Anneröder Weg, siebente Schneise. B. Freitag, 15. Februar 1935, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 52 und 53 (Stadtwald), Försterei hochwart: 807C 53,0 rm Buchenscheiter 1. Kl. 4,0 „ Eichenscheiter 1. Kl. 157,0 „ Buchenknüppel 17,0 „ Eichenknüppel 5,0 „ Buchen, und Eichenstammreisig 1. Kl. 179,0 „ Buchenreisig 3. Kl. 2800 Wellen Buchenreisig 3. Kl. 33,0 rm Buchenstöcke 2 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Wannschneise — 9. Schneise. Gießen, den 9. Februar 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Brennholzverkauf des Forstamts Krofdorf. Am Donnerstag, dem 14. Februar, von 9 Uhr ab bei Gastwirt Bender zu Krofdorf: Revierförsterei Krofdorf, Disttikt 17b, 18a, 18c, 19, 25. Eiche: 115 rm Scheit, 68 rm Knüppel 61 rm Reis III. Buche: 219 rm Scheit, 75 rm Knüppel, 951 rm Reis III. Reoierförsterei Waldhaus, Distrikt 38a, 49. Eiche: 53 rm Scheit, 27 rm Knüppel, 20 rm Reis, unaufgearbeitet (38). Buche: 305 rm Scheit, 108 rm Knüppel 70 rm Reis III. Aenderungen vorbehalten. 762D Bekanntmachung. Die im Januar 1935 stattgefundenen Brennholz» Versteigerungen (Nr. 2 bis 9) wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 15. Februar 1935 in Empfang zu nehmen. 775C Gießen, den 7. Februar 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Wn-SlWMolWeMnW der Gemeinde Reiskirchen (Kreis Wetzlar) am Mittwoch, dem 13.d.M., vormittags 10 Uhr. Zusaimnenk. Straße Honigrn.—Reiskirchen, am Waldausgang. Distr. Ahwald. 18 Eichenstämme, Kl. 2 = 5,36 fm, Wagnerholz 9 3 = 4 27 15 „ „ 4 = 12,89 „ hierunter 20 fm 16 „ „ 5 = 16,46 „ gute Schreinerware 2 rm Eichen-Küferholz 1. Kl. Reiskirchen (Kreis Wetzlar), den 9. Februar 1935. Held, Gemeindeschulze.757V Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichschen Oberförsterei Cid). Montag, 11. Februar, werden in der Hard versteigert: rm Sdjeittjol): Buche 92, Eiche 3, Fichte 3; Knüppel: Buche 35, Eiche 9, sonst. Laubh. 11, Fichte 19; Stockholz: Buche 24; Dellen Reisholz: Buche 2500 (dabei 1000 gute Forstwellen), Eiche 400, sonst. Laubholz 500; fm Stammholz: Esche (2.) 5,78, (1.) 3,15; rm Ruhrollen: Esche 5,7; Stück ausgesuchte Derbstangen: Fichte I. 169, II. 91, III. 66, Bohnenstangen: Fichte 1260. Zusammenkunft: 10 Uhr: Waldeingang oberhalb Kolnhausen. 648V Dienstag, 12. Februar, werden im Münchwald versteigert: rm Scheitholz: Buche 87, Eiche 2, Fichte 25; Knüppel. Buche 142, Eiche 19, sonst. Laubholz 2, Nadel 21; Wellen Reisholz: Buche 1600, Eiche 200, Kiefer 100; Schlagreiser: Fichte: 11 Lose; Stück ausgesuchte Derbstangen: Fichte I. 130, II. 135, III. 55; Reisslängen: IV. 30 und 5 rm Gartenpfosten. Außerdem kommen aus Distrikt Graudorn 1100 Buchen-, 100 Birken-Wellen und zirka 200 Stück Gartenpfosten (nicht vorgezeigt) zum Ausgebot. Zusammenkunft 10 Uhr: Schlagweg Lich—Burkhardsfelden, Waldeingang. Das für den 4. Februar ausgeschriebene Brennholz in der Schmerhüte unb dem Muckenwäldchen wird am 11. Februar verkauft. — Treffpunkt: 9 Uhr Bahnwärter Haus. f Samsfag,9.$ebruarl955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 34 Zweiter Blatt Hier sand die Reichswehr-SkipairoMe den Tod vertrauen. Die ersten Jahrhunderte nach der Zeit- Treiben doch nur ein Beweis dafür, wie tief in der Menschennatur das Bedürfnis nach einem geistig-seelischen Halt wurzelt. Nur wer diesen Halt nicht in sich s e l b st zu finden vermag und in der S ch i ck s a l s a e m e i n - schäft mit Menschen gleicher Art und Rasse, in die er hineinaeboren ist — nur der wird einen krankhaften Hunger verspüren, alle möglichen „Geister" mit Augen zu sehen und mit Ohren zu hören. Und an Marktschreiern und Scharlatanen, die diesen krankhaften Hunger in derberer oder feinerer Form auszubeuten verstehen, wird es diesen Bedauernswerten dann auch nicht fehlen. Geisterseher. Äon Or. Paul Harms. So alt wie die Kulturmenschheit ist das Problem Körper und Geist. Die tiefsten Denker aller Völker haben lebenslang damit gerungen — und Hanswurste und Luftikusse lösen es im Handumdrehen. Für sie gibt es eigentlich gar kein Problem. Für sie gibt es eben nur — Körper, und was andere Leute Geist nennen, das ist für sie so eine Art von verdünntem Körper, der in dem handgreiflichen Körper drinsteckt, wie der Spiritus in der Flasche. Stirbt der irdische Körper, so schwebt der Geist ab, so wie der weltweise Spötter Wilhelm Busch es in der Frommen Helene dargestellt hat: Hier sieht man ihre Trümmer rauchen, Der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen. Helene, die nach altem Brauch, nicht nur Sorgen, sondern auch Likör hatte, hat die Petroleumlampe umgeworfen, ist elendiglich verbrannt, und ihre Seele, ein langgezogenes, windiges Schattenbild von ihr, entschwebt durch den Kamin. Das ist zum Lachen. Nur wenn alte Welt- onschauungen in Trümmer gehen und neue sich emporarbeiten, dann ist das Treiben der Geisterseher gar nicht zum Lachen. Brennholz« genehmigt. t,rebm« IMi iiewcii 78Od iL,lü.Febr, 21.45 Mr: tzten Male! Abonnem. ne Preise: bis 2,20 M Land des ächelns. 1. Operette franzLehar, 12. Ä jis 23116t: r goldene tierrot. 13. tiebt., •22.30111)11 jolbctte ?rrot. 4. Sebu ,2N W. >oien des ^v.Bredow 22.30 Mr: Hosen des nv.Predow ,16. Seht., , 22.30 W. Hosen der nv.'Lrcdow it.17.5cbt., iis 22 Mr. t goldene Vierrot. lZagnerholz runter 20 hn te Schrei^' wäre **1 tr) am ®il1- Zusawmenl. ldausgang. Wende, als Heidentum und Christentum mach miteinander rangen und das junge Christentum sich mit äußerster Anstrengung gegen das Eindringen hellenischer Philosophie zu wehren hatte, waren angefüllt mit Geisterbeschwörungen, Sterndeuterei und gewerbsmäßigem Mundersum. Aehnliches wiederholte sich, als die Aufklärung gegen die Reste mittelalterlicher Weltanschauung-zu Felde zog. Nie stand der Aberglaube io in Blüte wie in den Jahren, da die Herrschaft des „Patriarchen" Voltaire und der geistesverwandten Enzklopädisten unbestritten war. Während der Glanz des Sonnenkönigs von der „Lichterstadt" Paris aus Europa überstrahlte, wimmelte es nur so von Geisterbeschwörern und Goldmachern, nach Art des elsäßischen Juden Simon Wolff, der sich Graf St. Germain oder des Si- mlianers Josef Balsamo, der sich Gras Caglw- lstro nannte. Weibliche Teufelsbeschwörer gab es auch genug. Es ist da eine erbauliche Geschichte überliefert: Damen der vornehmsten Pariser Ge- iellschaft wollten eine „schwarze Messe" veranstalten, wie man das nannte. Die Hexe, die ihnen den Teufel zitieren sollte, verlangte, daß sie sich völlig entkleideten, denn die höllische Etikette lasse es nicht =u daß Weiblein anders als splitterfasernackt vor ! Seiner schwärzlichen Majestät erschienen. Und also geschah es. Die Närrinnen wurden in ein Zimmer sinqeschlossen und die Hexe — verschwand mit ihren Kleidern und ihrem Schmuck. Andern Tags erst konnte die Polizei die gerupften Gänse befreien. Wie tief die Zeitströmung ging die den Schwin- !del trug, mögen wir daraus ersehen, daß selbst starte Geister zu tun hatten, um sich von ihr zu befreien: Goethe versuchte es mit Humor in «Groß Kophta, Schiller mit Ernst tm Fragment kdes Geistersehers; eine reine Freude ist weder das •eine noch das andere. Kaltschnäuzige Abenteurer Dagegen, wie der mit allen Hunden gehetzte Venezianer Casanova nutzten ine Leichtgläubigkeit Joerabe der vornehmen Welt rücksichtslos aus um jfich ohne Arbeit einen reich bemessenen Lebens- mnterhalt zu verdienen. Andere wieder, wie der Llpothekerlehrling Böttger m Dresden und der Chemiker Kunkel auf der P^uenmsel beiPots- °dam haben bei allem blauen Dunst, den ste ihren ffürltlicken Auftraggebern notgedrungen vormachen »mißten, bleibenden Nutzen gestiftet; jener indem er en tftetd* ,t h°rd°-!' K,. 66, W® ÄS •ft g SW* fP""11- Gießener Giadiiheater. Felix,Kleinert,Goetze: „DergoldnePierrot" Das Stadttheater bringt, sicherlich um der Faschingsstimmung in unserer Stadt etwas Nachdruck zu verleihen, in diesen Tagen eine Karnevalsoperette. Gewissermaßen, um einmal zu zeigen, was man in der Faschingszeit straflos alles an- stellen kann — sofern es, wie in dieser Operette, nicht schief geht. In große geistige Unkosten wird man dabei nicht gestürzt, denn die Textdichter, Oskar Felix und Otto Kleinert, haben es nicht darauf abgesehen, dem Publikum das Rätsel auf- zuqeben, wer denn nun eigentlich der goldene Pier- rot ist Das Publikum weiß es von Anfang an ganz genau, nur die auf der Bühne wissen es nicht Das ist auch im wirklichen Leben häufig so daß die Beteiligten all das nicht wissen, über was die anderen längst tuscheln. Aber — man atmet ordentlich befreit auf — drei Minuten, bevor sich der Vorhang senkt, erfahren es auch die auf der Bühne, wer der goldene Pierrat ist. Und -war durch einen einfachen Umstand: die junge Frau die ihren eigenen Mann an ihrem Hochzeitstag verführen, bzw. seine Treue prüfen will hat nur eine winzige Kleinigkeit in ihrem schlauen Plan vergessen ... Welche Kleinigkeit, das darf, lieber Leser und hochgeschätzte Leserin, an dieser Stelle aus begreiflichen Gründen nicht verraten Das, was dem Libretto an Handlung zu eigen ist ist'unterhaltsam genug ausgedacht, um in der engen Verbindung mit all den bekannten Arabesken der Operette das Interesse für einige Stunden wachzuhalten. . Die Tochter eines stadtbekannten rheinischen Wem- qutsbesitzers gestattet sich den Scherz, zur Faschings- icit als qoldner Pierrot die ganze Stadt und insbesondere den würdigen Elferrat zu nasführen. Ein gesundes Volk aber scheidet solchen Krankheitsstoff mit der Zeit von selbst wieder aus. Der Frühlingssturm der Freiheitskriege hat seinerzeit olles weggefegt, was von der Geisterseherei des 18. Jahrhunderts noch Übrig war. Und vor dem Glauben an uns selbst, den uns die Erneuerung Deutschlands durch Adolf Hitler zurückaegeben hat. wird rasch genug der ganze Wust von Aberglauben hinschwinden, der in der Stickluft des Versailler Systems bei uns ins Kraut geschossen war. Denn „Geister sieht und hört immer nur, wer vom Geiste des Zusammenlebens in völkischer Schicksals- gemeinschast nie einen Hauch verspürt hat. sen. Seit Adolf Hitler dem Deutschen Volke d e n Glauben an sich selbst zurückgegeben hat, ist der wildeste Spuk jener Zwischenzeit verflogen. Als ein Nachhall hat sich bis in die letzten Tage nur noch die Sekte des Käse-Doktors Josef Weißenberg ausgelebt, der das Geschäft erst unter schwarz-weiß-roter Flagge getrieben hatte und dann unter dem Hakenkreuz fortzusetzen versuchte. Diese Dreistigkeit hat ihm den Hals gebrochen, ein behördlicher Eingriff hat dem Schwindel, als er gemeingefährlich zu werden anfing, das verdiente Ende bereitet. Erstaunlich bleibt aber immer wieder, was für Leute und wieviel Leute darauf hereingefallen find, nachdem ein Zusammenstoß mit dem Strafrichter wegen Kurpfuscherei nur die Wirkung gehabt hatte, dem „Meister" in den Augen derer, 'die nicht alle werden, eine gar zu billige Märtyrerkrone zu verschaffen. Es lohnte sich nicht, sich mit dieser „irdischen Hülle des heiligen Geistes", wie er sich m edler Selbstbescheidung nannte, überhaupt zu beschäftigen, wenn feine Kurpfuscherei an Körpern und Seelen nicht typische Züge aufwiese, die für das Gewerbe der Geisterseher kennzeichnend sind. Dies läßt sich nämlich nur ausüben an Menschen denen die Ehrfurcht abgeht für alles, was sich außerhalb der Sinnenwelt begibt. Wenn wir des 18. Januars gedenken als des Tages, seit dem es zuerst wieder ein Deutsches Reich gab, dann spuren wir das lebendige Wirken des Schöpfers dieses Reiches noch heute. Aber das genügt den Geistersehern und ihrer Jüngerschaft nicht. Sie können sich unter dem „Geiste Bismarcks" nur etwas vorstellen, wenn sie annehmen, daß da ein s ch a tt en l) a ftes Ct = was eine Art von verdünnter Körperlichkeit des gewaltigen Reichsgründers immer noch unter uns umherschwebe und nur darauf warte, von Herrn Josef Weißenberg „z i t i e r t" zu werden. Nur wenn sie einen Schatten sich bewegen sehen oder wenn sie eine Stimme hören, und wäre es auch nur die plärrende Stimme eines hysterischen Mediums, verspüren sie „Geist". G e i ft a ber , der nur mit den geistigen Organen der Menschenseele verspürt werden kann, bleibt ihnen ewig f C(5(T läuft alles immer wieder auf die alte Erfahrung hinaus: die Geisterseher sind die gröbsten M a t e r i a l i st e n. Geist, der sich nicht „materialisieren" läßt, ist für sie nicht da. Und was bei den Jungem Ehrfurchtslosigkeit gegenüber allem Unsinnllchen und Uebersinnlichen ist, das steigert sich beim "^st^r zur Frechheit, womit er das Bedürfnis schwacher Seelen nach Materialisierung des Unsinnllchen ausbeutet. Denn zu guter letzt ist das ganze, tolle neuen Roman sich zu bekräftigen der unter Segelfliegern im Rothaargebirge spielt unb im nächsten 3ahr als „Worpsweder Kalender erscheinen soll. Hausmann hat selbst in diesem Segelflieger-Lager gelebt. Es war eine glückliche Zeit, und er brauchte eigentlich nur aufzuschreiben, was er sah und was geschah - „aber ist das nun meine Geschichte? Nein, wir haben sie gemeinsam gemacht . So wird aus jenem einleitenden Bekenntnis zur Gemeinschaft ein noch bestimmteres Bekenntnis zur Kameradschaft jugendlichen Lebens und junger Herzen. Dabei handelt es sich, wie wir horten, um die Frage, ob ein sogenannter Intellektueller unter so verwegenen und gegenwartsnahen Kameraden Platz habe. Die Probe, die gelesen wurde, war echter Hausmann, frisch, anschaulich, mit Begeisterung und mit Humor erzählt Ein wenig Zustandsschilderung, ein wenig Gespräch, eine winzige Philosophie unter jungen Leuten im Lager, ;}art unö öerb m einem. Und eine herrlich anschauliche Schilderung vom Erlebnis des Fliegens und Schwebens im• ^oium, welches allerdings leider mit einem „erstklassigen Bruch" ein jähes Ende findet. * Dann hörten wir aus dem „Salut gegen Himmel" bas drittletzte Kapitel von der Fohre Hier kommt jene besondere Seite in Hausmanns dichterischem Wesen zum Vorschein, die wir bereits am beuteten: ein neues, starkes, brüderlich auf die Kreatur zugehendes und sie umfassendes Naturgefuhl, das nichts (ober nur wenig) Literarisches an sich hat. Hier haben wir bie bramatische Schilberung vom gemeinsamen Kampf einer Baumes unb eines Menschen gegen ein über den Wilseber Berg in Der Lüneburger Heibe hinfegenbes Unwetter; auch hier mieber Objektivität ber Betrachtung unb Beobachtung, mit persönlichstem Gesühlsausbruch gemischt: Realistik unb Lyrik in einem. * Reine Lyrik aber, unverstellt unb unvermischt, musiziert melobisch in ben brei Schichten über „bas ewige Thema" (bu unb ich), die ebenso sparsam wie kritisch ausgewählt waren: "Die Braut , „Heimkehr" und „Tröstliches Lied"; in den beiden letzten vor allem, „Du mußt mir glauben" mit den wundes bar einfachen und zarten Schlußzeilen, und „Ich möchte eine alte Kirche fein", ift das Beste, das künstlerisch Reifste und Persönlichste enthalten, was Hausmann bisher gegeben hat. Als beschwingten Ausklang des Abends hörten wir zwei große Abschnitte aus der Bremer Jungens- gesch chte „Ontje Arps", die vor Jahren erschienen und auch im Gießener Anzeiger abgedruckt worden ist: sie gehört zu den frühesten und schönsten Erzählungen Hausmanns, erfüllt vom Duft einer Goethe-Bund. AweiterDichterabend: Manfred Hausmann. In ber Neuen Aula las gestern abenb Mcmfreb Hausmann aus eigenen Werken. Unsere Leser Bennen ihn aus mancherlei Beiträgen in ber Unter» lhaltungsbeilage; wir brachten gestern von ihm eine Schilderung jener denkwürdigen Freiballonfahrt, kw^che, dichterisch verwandelt, in dem Buche „Abel rniit der Mundharmonika" eine beträchtliche Rolle »vielt und wir dürfen auch an die vor Jahren erschienenen Berichte von der großen Vagabunden- üvanderung durch das heimliche und unheimliche Deutschland erinnern, m denen der Grund gelegt «nurbe 3u „ßampioon" unb „Salut gegen ßimme Den beiden Büchern, die Hausmann recht eigentlich bekannt gemacht haben. * Nun erschien er gestern pe>r(önlid) aut bem ’&>• tiq ist? aber er hat sich dann später in und um Bremen herum heimisch und sogar ansässig gemacht und das hat natürlich abgefarbt. Hausmann ist ohne Zweifel eine der begabtesten und persönlichsten Erscheinungen einer Dichtergeneration in Deutschland die heute zwischen Dreißig und Vierzig s h • gehört zu den reinsten und innerlichsten Ly , bie aus bieser Generation hervorgegangen sind aber wirklich bekannt und fast volkstümlich m mit feinen erzählenden Büchern geworden, in o sich Realismus und Romantik mischen, kühle, k Beobachtung unb erstaunliche Blickscharfe nut ein ausgeprägt subjektiven Haltung begegnen, m ben man sprachliche Leichtigkeit, ursprüngliches Temperament, gesunben, etwas trockenen Humor unb do allem ein neues, unverfälschtes, erwanbertes und erlebtes Naturgefühl finbet. * Hausmann verfügt übrigens über eine sehr plastische unb kultivierte Art zu sprechen unb vvrzu- lejcn; er begann ben Abenb mit einer kurzen Vorbemerkung, bie an einige Sätze bes Schriftstellers B. Trcwen angeknüpft war: eine sehr sympathische Einleitung, Hausmann betonte hier, er wisse wohl, wie fragroürbig bas wirklich Eigene in „eigenen Werken" fei, er bekannte sich bescheiben zu einer an jeglichem Werk mitschafsenben Gemeinschaft, die alles Geschriebene unb Gestaltete burchbringe; vielleicht, so meinte er, ist nur ber Schimmer bes lieber; wirklichen unb bes Traumhaften in meinen Büchern mein eigen — vielleicht. * Eine berartige Betrachtung ber Dinge schien uns vor allem in bem zuerst gelesenen Kapitel aus einem bas Porzellan, bieser, inbem er ben Phosphor unb ein prächtiges Rubinglas fanb. Von ber Stimmung bes Zweifels unb bes verzweifelten Suchens, wie es bie europäische Gesellschaft vor bem großen Gewitter ber französischen Revolution beherrschte, ist uns ein Abglanz wie- bergekehrt in ben Jahren nach Kriegs- schluß. In jenen Jahren, ba Deutschlanb einen alten Glauben verloren unb sich zu einem neuen noch nicht burdjgerungen hatte. Die Autorität bes christlich-monarchischen Staates, ber seinen Bürgern einen festen Halt gegeben hatte, war erschüttert, als ob sie eine Karikatur auf bie Aufklärung bes 18. Jahrhunberts liefern wollten, trieben Apostel eines wurzellosen, internationalen Kultur-Bolschewismus auf beutfchem Boben ihr wüstes Wesen. An allen Straßenecken ber Hauptstäbte würben „Horoskope" feilgeboten, in allen Hinterhäusern weissagten Hellseherinnen, unb gerissene Schieber wie bie Gebrüber Sklarek hielten sich für ihren Hausgebrauch eine „weise Frau" von bewährtem Ruf. Unb was ift nicht in jenen trüben Jahren mit bem Anschein gespreizter Wissenschaftlichkeit „prophezeit" worben! Wenn bie erste Zeit erfüllt war, bachte schon niemanb mehr daran, und wenn auch — die Propheten wären um eine faule Ausrede nicht verlegen gewesen, und ihre Gläubigen hätten sich ohnedies nicht an ihnen irremachen las- schen Armee" betitelten Aufsatz in der in Santiago de Chile erscheinenden angesehenen Wochenzeitschrift „Westküsten-Beobachter". Der Verfasser gibt zunächst bie verschiedenen Gründe an, die Chile, bas ja oft „bas Preußen Südamerikas" genannt wird und sich selbst nicht ungern so nennen hört, bewogen haben, bei ber großen Heeres- re f o r m vor einem halben Jahrhundert gerade einen beutschen Offizier zu Rate zu ziehen. 1858 mürbe ber preußische Artillerie-Hauptmann C. Körner für die chilenische Armee verpflichtet. „Er war bamats Lehrer an ber Artillerie- und Ingenieur-Schule von Charlottenburg. Als besonders befähigter Schüler der Kriegsakabemie, besaß er die Eigenschaften, die die chilenische Regierung von bem beutschen Offizier forderte, der ihr bei der Erneuerung der Armee zur Seite stehen sollte. Als Körner nach Chile kam, wurde er zunächst zum Unterdirektor der Escuela Militär ernannt unb be- Geheimnisvoll taucht sie auf unb verfchwinbet wieher. Bis sie ber Zufall in ausgelassener Faschingsstimmung an einen Mann bringt, ber mit tobernsten Absichten extra aus Berlin gekommen ist. Das mußte benn fast fahrplanmäßig Verwirrungen geben, bie sich erst im letzten Bilb (im Interesse ber Spannung bis zum Enbe) lösen bürfen. Die Hanblung wirb unterstützt unb wirkungsvoll ausgestaltet burch bie einfallsreiche Musik, bie Walter W. Goetze geschrieben hat. Man hört manches ausgelassen fröhliche unb von echter Karnevalsstimmung getragene Duett, manche musikalisch sehr stimmungsvolle' Szene, einen flotten ßänbler, einige geschickt eingefügte chorische Untermalungen, bie bem Komponisten alle Ehre machen. Tanzein- lagen in reicher Fülle, von Hübe Plank einftubiert, bringen immer mieber Schwung auf die Bühne. Die Aufführung (Spielleitung Paul W r e b e) paßte sich in allen Teilen der Faschingszeit an. An die Regie waren dabei außerordentliche Anforderungen gestellt. Die Faschingsstimmung wurde schon rein äußerlich bis in den Zuschauerraum getragen. Vor der Bühne hingen farbige Lampen, Kränze mit vielen bunten Bändern geschmückt. Der Bühnenbildner (K. Löffler) hatte alle Register gezogen und gab der Handlung immer wieder an» beren Hintergrunb. Die Beleuchtung (L. K e i m) erhöhte ben Augenschmaus unb ging mit ber Farbe verschwenberisch um. Das Orchester (Leitung Fritz C u j e) biente der Aufführung mit vieler Hingabe unb großem Geschick. Die Darstellung ließ keine Wünsche offen. Karl Volck, als lebens- unb abenteuerlustiger Weingutsbesitzer, fuib sich hier mieber in einer seiner ureigensten Rollen. Er traf in jeber Situation die richtige Tonart. Maria Perry, seine Tochter, stimmlich ausgezeichnet bisponiert, mürbe ihrer Aufgabe als ausgelassener Pierrot, wie auch als brave Bürgerstochter vollauf gerecht. Ihr stand Hansi Salz mann gegenüber, die als Grit Was- coni, Filmstar frisch aus Hollywood importiert, ihr aanzes quecksilbriges Temperament entfalten konnte. Den ernsten Freier unb verhaltenen Abenteurer gab Heinz Weiser mit großer Sicherheit Mimisch unb gesanglich erschien er aber stets ber Oper naher als ber Operette. Karl-Lubwig Linbt als Ferbi, unternehmungslustiger junger Mann, gab ber Filmschauspielerin an Temperament unb Frechheit nichts nach. Will Q u a b f l i e g, ber Prinz Carneval, gefiel mit bem tabellos roiebergegebenen Vorspruch. Die zahlreichen Nebenrollen waren nicht weniger ‘ gut besetzt. Der Abend brachte viel Gelegenheit zu herzlichem . Lachen. Angeregt ging man nach Hause. N. • Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Santiago de Chile, 23.Januar 1935. (Durch Luftpost.) „Die chilenische Armee ist st o l z darauf, durch die direkte Unterstützung der deutschen Instrukteure unb infolge der von unseren Offizieren in Deutschland erhaltenen Ausbildung sich als ein Spiegelbild der deutschen Armee betrachten zu dürfen, naturgemäß innerhalb der Möglichkeiten, die Bevölkerung unb wirtschaftliche Verhältnisse be= bingen. Besonders stolz aber sind wir wenigen chilenischen Offiziere, die wir bie beutschen Operationen im Weltkrieg aus nächster Nähe haben verfolgen bürfen, unb bie wir bas Eiserne Kreuz auf ber Brust tragen." Mit biefen Worten schließt ber chilenische Divi- sionsgeneral i. R. Guillermo Novoa einen „Deutsche Mitarbeit in ber Entwicklung ber chileni- flaren Septemberlanbschaft unb von ber echten Heiterkeit unb Poesie in ben Begegnungen unb kleinen Schicksalen ganz junger Menschen. Wer gestern nur bie Einleitung hörte unb bann bie erregenbe Schilberung vom Kamps um bie Burg unb von ber Blutsbrüberschast, ber wirb bie Notwenbigkeit emp- funhen haben, bie Erzählung als Ganzes auf sich wirken zu lassen .. noch einmal vom ersten Flitz- bogenschuß bes Knaben Ontje Arps bis zu bem kleinen, tröstlichen Epilog: „Gesegnet seien bie Schmerzen ber Jugenb!"— Der Saal war gut besetzt, unb bie Hörerschaft bankte bem Dichter mit herzlichem Beifall. —y— D-r Srottentopf bei Garmisch-Partenkirchen, auf dem eine aus etnem Unteroffizier unb brei Mann bestehende Skipatrouille des Reichsheeres, die eine Uebungsfahrt unternahm, in soldatischer Pflichterfüllung im Schneesturm den Tod fanb. Ein Spiegelbild der deutschen Armee. Wie Chile sich ein modernes Heer nach deutschem Muster schuf. Don unserem Or. I.-Äerichterstatter. T)/» ihr,e eNervö$e, 'M eben . iS '■so r«; U°vr°. nirt er St> Mio. •* JA siimtL ;n„tel9en "'n., 7; für die »^entlieht ce' umsicht. 151« ut -vemiat ungskr.b. M Herrn "w.niIv esteu um. Uonnte,ev. ritehen ein uskamerad lUe. Möbel aiche vorh. Ang. mit. 'erefne j| ichssach- pe Zinker achgr.Gieh. t.io.b/X ii 2 Uhr reshauvt- ammlung ließen bei stick. Ick lealleMit- :r. [782D denkender. Dann wirb es gemeingefährlich. Menschen, bie ben inneren Halt verloren haben unb sich, nörgelnb unb oerbrossen, in bie neue Zeit nicht finben kön- uen, sinh bann in Massen geneigt, sich frommen eher erst recht unfrommen Betrügern anzu- Deutsche" olle für deutsches Erzeugnis. Wiederaufbau der heimischen Schafzucht. - Steigerung und Verbesserung der Wollerzeugung. — Vermehrter Verbrauch von Hammelfleisch. gönn mir Dortragen über die verschiedenen Zweige des militärischen Könnens in dieser wichtigsten militärischen Erziehungs-Anstalt Chiles. In dem Plan, den sich die Regierung für die Neu-Organisation des Heeres ausgearbeitet hatte, spielte die Gründung der Kriegs-Akade- m i e eine große Rolle. 1887 wurde diese militärische Hochschule, — berufen, General st absoffi- ziere auszubilden und diejenigen Offiziere vorzubreiten, die später das Armee-Oberkommando bilden sollten, — gegründet. Körner und Oberstleutnant Boonen Rivera waren die Seele der neuen Kriegs-Akademie. Boonen Rivera war eben aus Deutschland zurückgekehrt, wo er ein mehrjähriges Kommando in der deutschen Armee erfolgreich beendet hatte. Diese beiden hochgebildeten Stabsoffiziere begnügten sich aber nicht nur damit, als Lehrer in der Kriegsakademie zu arbeiten, sondern sie verfaßten gleichzeitig eine ganze Anzahl wertvoller Werke kriegsgeschichtlicher, taktischer und operativer Natur So wurde der Leitfaden für die deutsche Kriegsschule übersetzt und gleichzeitig das Buch „Taktik" von Lettow-Dorbeck einem größeren chilenischen Leserkreis zugänglich gemacht." Mitten in diese wissenschaftliche Arbeit fiel 1891 der Konflikt zwischen dem damaligen Präsidenten Balmaceda und dem Kongreß, der mit Körners Hilfe durch die siegreichen Gefechte von Concon und Placilla zugunsten des Kongresses entschieden wurde. „Die neue, auf Grund des Sieges des Kongresses an die Spitze Chiles tretende Regierung ernannte Körner zum Oberkamman- dierenden der Armee. Dieser begann sofort mit der endgültigen Organisation, mit der Ausbildung der improvisierten Scharen des Parlaments- Heeres. Er berief das beste Element der Offiziere der alten Armee, von denen viele seine Schüler in der Escuela Militär und in der Kriegs-Akademie waren, und begann mit der Ausarbeitung der taktischen und verwaltungstechnischen Dienstvorschriften für die Truppe. Gleichzeitig schlug er dem neuen Präsidenten, dem Admiral M o n t t, die Verpflichtung einer Anzahl junger deutscher Offiziere vor, die bestimmt sein sollten, ihn in der gewaltigen Arbeit der Ausbildung zu unterstützen, 1894 trafen in Chile 40 begeisterte deutsche Instrukteure ein. Ich will nur einige Namen nennen, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind: Rogalla von Biber st ein und Hans von Below arbeiteten in der Escuela Militär, Hermann, einer der beliebtesten deutschen Offiziere, die in Chile gedient haben, und der vorzeitig hier in Chile aestorben ist, dient« in der Unteroffizierschule, Kellermeister v. der Lund und Bansa in der Kriegsakademie, Graf v. der Schulenburg in der Artillerie. Bertling und v. Oven in der Infanterie, der bekannte Rennreiter Graf Königsrnarck, der Schöpfer der Reitkunst in Chile, und o. Bischofshausen in der Kavallerie, S i e p m a n n bei den Ingenieuren. Diesen jungen deutschen Offizieren dankt Chile die Ein- führung der deutschen Ausbildungsform in das Heer. Mit ihnen gelangten auch die deutschen Reglements zur Einführung, ihre praktische Anwendung wird die Regel. Die Offiziere lernen mit der Karte und im Gelände zu arbeiten, die Instruktion trennte sich in Einzelausbildung und Truppenausbildung-, taktische Uebungen, Schießübungen und Manöver fanden Eingang in das chilenische Heer. Alles das führte zu einer vollkommenen Veränderung der bis dahin in der Armee gewohnten Methoden und Ausbildungsformen. Um das Können und das Wissen der chilenischen Offiziere noch weiter zu heben, entschloß sich schon in jenen Zeiten die chilenische Regierung, eine große Anzahl ihrer Offiziere nach Europa zu schicken, damit sie in den Heeren der Großmächte weiter ausgebildet würden. Das führte dazu, daß bis zum Ausbruch des Weltkrieges ungefähr 3 0 0 ch i - lenische Offiziere durch die Armee Deutschlands, die in jeder Beziehung als Modell bevorzugt wurde, gegangen waren Ein großer Prozentsatz bei einem Offizierkorps von nur 1000 Köpfen. 1906 machte das chilenische Heer einen neuen großen Schritt nach vorwärts durch die Rückkehr einer größeren Anzahl in Deutschland besonders durchgebildeter chilenischer Stabsoffiziere, unter denen sich Männer wie Pinto Concha, Berguno und Jorg« Barc«lö b«sonders auszeichneten. Diesen Die Texttirohstoffe, die vornehmlich zur Bekleidung dienen, müssen zu einem hohen Teil aus dem Auslände bezogen werden. Dies war bei der Schafwolle früher nicht der Fall. Deutschland besaß um die Mitte der oorigen Jahrhunderts rund 28 Millionen Schafe, die nicht nur den Wollbedarf der eigenen Textil-Industrie decken konnten, sondern es auch ermöglichten, nicht unbeträchtliche Wollmengen zu exportieren. Dieses Bild hat sich grundlegend geändert. Die deutsche Schafhaltung befand sich in den letzten Jahrzehnten i m ständigen Rückgang, so daß am Anfahg des Jahres 1934 nur noch rund 3,4 Millionen Schafe in Deutschland gehalten wurden. In der Zeit von der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zur Jetztzeit hat die deutsche Textil-Industrie außerordentlich zugenommen und sich zur zweitgrößten Indu- striearuppe Deutschlands emporgearbeitet. Daraus ist ohne weiteres das starke Mißverhältnis zwischen dem ständig steigenden Rohstoffbedarf dieser Textil-Industrie und dem immer kleiner werdenden Wollanfall aus heimischer Erzeugung zu erkennen. Deutschland erzeugt daher zur Zeit nur noch 7 bis 8 v. H. des Woll- bedarfs der Industrie im eigenen Lande, ist also nahezu ganz von Der Wolleinfuhr abhängig. Die nach der Errichtung des Dritten Reiches einsetzende neue Agrarpolitik hat die Mißverhältnisse sofort erkannt, die durch die so außerordentlich starke Abhängigkeit in der Rohstoffversorgung vom Auslande liegen. Es wurden daher Wege gesucht und gefunden, die deutsche Schafhaltung organisch wiederaufzubauen und damit die deutsche Wollerzeugung wieder in Bahnen zu lenken, die zu einer erheblich vermehrten Rohstofferzeugung im eigenen Lande zu führen haben. Es ergibt sich nun die Frage, ob es im Rahmen der landwirtschaftlichen Betriebe Deutschlands möglich ist, die Schafhaltung wiedereinzuführen und schon bestehende Herden beträchtlich zu vergrößern. Dies muß unbedingt bejaht werden. Das Schaf ist — wie bereits erwähnt — ein Tier, das keine Ansprüche an besonders hochwertiges Futter stellt und zum großen Teil als Verwerter sonst verlorengehender Futtermittel anzusehen ist. Es ist also ohne weiteres möglich, daß zunächst einmal die vielen kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe, die wir in Deutschland haben, wieder wie in Väterszeiten zur Schafhaltung zurückkehren. Wenn jeder Bauernhof wieder 2 bis 3 Schafe aufnehmen würde, was ohne weiteres möglich wäre, so würde dies allein schon den deutschen Schafbestand schlagartig verdoppeln. Es bestehen daneben aber auch weitere Möglichkeiten, im mittleren und im Großbetrieb Schafherden wieder neu zu errichten, da die Futtergrundlage ohne weiteres gegeben ist und da auch heute noch in Deutschland neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen weite Oedländereien und sonstiges schwer nutzbares Land zur Verfügung stehen, das' besonders für die Schafhaltung geeignet ist. Es ist also für die nächsten Jahre mit einer sich langsam ist die Organisation der chilenischen Arme«, so wie sie in großen Linien heute noch besteht, zu verdanken. Unter ihrer Leitung entstand der Gene- ralstab der Armee, der seinem Vorbild, dem deutschen Generalstab, nachgebildet wurde: in die Divisionen wurden Brigaden eingefügt; die Ausbildungsvorschriften wurden vervollständigt und eine entsprechende Verwaltungsorgonisatton geschaffen. Gleichzeitig damit wurden in Deutschland Generalstabsoffiziere verpflichtet, die als Berater im Generalstab der Armee, im Kriegsministerium und als Lehrer auf der Kriegsakademie Verwendung finden sollten. Die Namen dieser, von Hartrott, Mohs, von Kiesling, Haenlein, werden ewig lebendig bleiben in den Reihen des Heeres als diejenigen der wirklichen Schöpfer des Hohen Kommandos in der weitgehendsten Bedeutung dieses aufbauenden, größer werdenden Schafhaltung zu rechnen, wodurch bereits der Prozentanteil der Eigenerzeugung an Wolle am Gesamtbedarf der deutschen Textil-Industrie nicht unwesentlich gehoben werden kann. Daneben besteht aber auch eine weitere Möglichkeit, die deutsche Wollerzeugung zu steigern. Es ist durch züchterische Maßnahmen ohne weiteres eine gewisse Steigerung der Wollleistung und damit der Wollerzeugung jedes einzelnen Tieres zu erreichen, d. h., es können die z. Z. in Deutschland gehaltenen Schafe auch ohne eine wesentliche zahlenmäßige Vermehrung mehr Wolle liefern, wenn jeweils nur die leistungs- fähigsten Tiere vermehrt und die schlechten Wollträger beizeiten ausgemerzt werden. Aber nicht nur an der Vermehrung der Wollerzeugung, sondern auch an der Verbesserung derselben muß in den nächsten Jahren gearbeitet werden. Die in Deutschland erzeugte Wolle ist an sich qualitativ hochwertig. Nur ist noch anzustteben, daß möglichst qualitativ einheitliche Wollmengen angeliefert werden, da diese eine hohe technische Verwendungsmöglichkeit besitzen. Auch dieses Ziel der Vereinheitlichung der deutschen Wollerzeugung ist durch entsprechende züchterische Maßnahmen ohne weiteres zu erreichen. Der zu vermehrende Schafbestand Deutschlands bringt naturgemäß auch einen größeren Anfall von S ch a f f l e i s ch mit sich. Es wird der Mitarbeit aller deutschen Volksgenossen bedürfen, um für dieses Fleisch den nötigen Absatz zu finden. Jrn Gegensatz zum Ausland, vor allem zu Frankreich und England, ist der Verbrauch an Hammelund Schaffleisch in Deutschland zur Zeit sehr gering, was wohl teilweise mit daraus zurückzuführen ist, daß die Möglichkeiten der Zubereitung des sehr schmackhaften und gesunden Schaffleisches vielerorts nicht bekannt sind. Die Viehzählung im Dezember des vergangenen Jahres hat gezeigt, daß die schon getroffenen Maßnahmen, durch die vor allen Dingen für die deutsche Wolle ein für lange Zeiten hin garantierter Festpreis gezahlt wird, nicht unbeträchtliche Erfolge erzielt haben. Die ständig zurückgegangene deutsche Schafhaltung hat erstmalig im Januar 1934 ihren Stillstand erreicht; es konnte sogar eine kleine Vermehrung gemeldet werden. Die vom Reichs- bauernführer Darre auf allen Gebieten der landwirtschaftlichen Rohstofferzeugung in Gang gesetzte Werbung zur vermehrten Erzeugung hat auch auf die Werbung zur Vermehrung der deutschen Schafhaltung übergegriffen. Es steht zu erwarten, daß die in jedem einzelnen Bauerndorf und jedem einzelnen deutschen Bauern gegebenen Anregungen wesentlich dazu beitragen, dem gesteckten Ziel in kürzester Zeit nahezukommen. Dieses Ziel einer gesteigerten Wollerzeugung in volkswirtschaftlichem Interesse und mit Rücksicht auf eine ununterbrochene Arbeitsmöglichkeit für Zehntausende deutscher Volksgenossen ist bei weiterem Einsatz aller Kräfte in absehbarer Zeit sehr wohl zu erreichen. Wortes. Eine der größten Leistungen des Generalstabes war auch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahre 1900. 1900 verließ General Körner, weil er die Altersgrenze erreicht hatte, den aktiven Dienst, nach- dem er ein Dierteljahrhundert sich der Aufgabe ge- widmet hatte, eine moderne chilenische Armee zu schaffen. Die Regierung ernannte ihn, um sich seine Dienste so lange als möglich zu erhalten, zum Präsidenten der in Deutschland unterhaltenen Artillerie - Prüfungskommission. Die Kommission entschied sich damals für das Kruppsch« Material und stattete die chilenische Armee mit dem ausgezeichneten Material aus, das heute in der chilenischen Feldartillerie trotz der vielen vergangenen Jahre noch im Gebrauch ist. Die Reste des 1920 in Deutschland verstorbenen Generals Körner kamen nach Chile und sind hier unter einem Denkmal begraben, das ihm die Regierung im Allgemeinen Friedhof setzen ließ und das die Aufschrift trägt: „Si vis pacem para bellum". (Wenn du den Frieden willst, bereite dich für den Krieg vor.) Ferner tragen zwei schöne Straßen Santiagos seinen Namen." General Novoa berichtet dann weiter über seinen eigenen Aufenthalt in Deutsch» land als chilenischer Militär-Attachö bei der Ge» sandtschaft in Berlin, wo er „Zeuge war der kameradschaftlichen Freundschaft, mit der die chilenischen Offiziere in Deutschland immer und überall auf- Senommen wurden." Er fährt fort: „General b a n e 3 wollte als Kriegsminister zuerst und bann als Präsident der Republik die Ausbildung der Armee auf die größtmöglichste Höhe bringen und gedachte dies besonders durch den Ausbau der Waffenschulen, der Kriegs-Akademie und des Gene- ralstabes zu erreichen. So wurde zunächst der schon früher in Chile gewesene deutsche Generalstabsoffizier Hans von Kiesling als Berater in den Generalstab berufen. Dieser war im Jahre 1924 nach Chile zurückgekehrt und hatte sich gerade für Chile wertvolle Kriegserfahrungen an der Westfront, ferner als Divisions-Kommandeur in Palästina erworben. Später wurde u. a. auch Oberst Hans von Knauer berufen, ein ebenso ausgezeichneter Kenner der Geodäsie wie Generalstabsoffizier. Auch der Schöpfer der kartographischen Landesaufnahme in Chile war ein deutscher Offizier, Felix Deiner!, der 1894 als Adjutant Körners nach Chile kam und der hier nach mehr als dreißig Dienstjahren als aktiver Oberst in Santiago verstorben ist. von Kiesling und von Knauer dienen heute noch als chilenische Generale im, Heere, ebenso wie der Generalstäbler Oberst Max K a l b f u s." Der Verfasser weist schließlich auch auf den Besuch hin, den 1929 der damalige Chef der deutschen Heeresleitung, Generaloberst Wilhelm Heye, der chilenischen Armee gelegentlich der großen Manöver von Linares abgestattet hat. Dieser Besuch, meint General Novoa, und die freundliche Aufnahme, die der Gegenbesuch des Generals D i a z , des damaligen chilenischen Oberkommandierenden, in Deutschland gefunden hat, haben beide dazu beigetragen, die Beziehungen zwischen den beiden Armeen zu vertiefen. „Die chilenische Armee ist stolz darauf, sich als Spiegelbild der deutschen Armee betrachten zu dürfen!" Es ist kein Unberufener, der so urteilt, sondern ein altgedienter und hochverdienter Soldat. General Guillermo Novoa gehört einer der vornehmsten und edelsten Familien Chiles an. Einer seiner nächsten Verwandten war der chilenische Außenminister Jovino Novoa, der in der Mitte des vorigen Jahrhunderts den ersten Handelsvertrag zwischen Preußen und Chile schloß. Der jetzige Oberkommandierende des chilenischen Heeres, General Oscar Novoa, der übrigens auch zwei Jahre nach Deutschland kommandiert war, zählt zu der gleichen Familie. Deutschland hat heute noch viele Feinde. Daß es aber auch aufrichtige Freunde hat, dafür sind die Ausführungen des Generals Novoa im „Westküften-Beobachter" ein sprechendes Zeugnis. Chile hat in den schweren Jahren des Weltkrieges sich für die deutsche Mitarbeit am Aufbau feiner Armee dankbar erwiesen Es ist weder den Lockun- gen noch den Drohungen der Alliierten erlegen, sondern hat feine Neutralität kraftvoll und mit Ausdauer gewahrt. Auch heute ist Chile einer der besten und ehrlichsten Freunde Deutschlands, was gerade wieder bei dem Besuch des Kreuzers „Karlsruhe" äugen- und sinnfällig in Erscheinung trat. Daten für den 9. ftebrimr. 1789: Franz lauer (Babelsberger, Begründer der deutschen Kurzschriften München'geboren (aefforb-m 1849); — 1834: der Dichter Felix Dahn in Hamburg geboren (gestorben 1912); — 1875- der Reichs- Minister für Post und Verkehr, Frhr. von Eltz- Rübenach, in Wahn im Rheinland geboren; Daten für den 10. Februar. 1850: der Generaloberst Alexander von ßinfingen in Hildesheim geboren; — 1'901: der Hygieniker Max von Pettenkofer in München gestorben (geboren 1818); — 1923: der Physiker Wilhelm Konrad Röntgen m München gestorben (geboren 1845); Geschichten von der „Kleinen Exzellenz". Zum 30 Todestage Menzels am 9 Februar. Adolph von Menzel, der wie kaum ein zweiter dem Geist der preußisch-deutschen Geschichte ein« unvergängliche malerische Deutung gegeben hat, war nicht nur einer der größten Künstler seines Jahrhunderts, er war auch einer der klügsten Menschen und ein« eigenartige Persönlichkeit, um die sich schon zu Lebzeiten eine ganzer Kranz von Anekdoten rankte. Die „k l e i n e E x z e l l e n z", wie Menzel in feinem Alter als stadtbekannte Berliner Persönlichkeit allgemein genannt wurde, liebte es, eine stachelige Hüll« zur Schau zu tragen und di« innere Weichheit und Güte, die so oft im Leben enttäuscht worden war, hinter bärbeißiger Brummigkeit zu verstecken. Wenn ein Besucher kam, der ihm nicht paßte, so pflegte er zu sagen: ,^Hier ist nichts zu sehen, ich bin keine Menagerie." Aber wie viele haben doch, wen sie in dem Hinterhaus« der Sigis- mundstraße die vier Treppen bis zu seinem Atelier emporgeklettert waren, freundlichen Einlaß und einen hilfsbereiten Berater gefunden. Den (Eintritt fuchte er allerdings auf alle Weise zu erschweren, hauptsächlich durch Zettel, auf denen etwa zu lesen stand: „Man bittet, nicht zu klingeln" oder „Bin nicht zu Hause". Don einem merkwürdigen Anschlag dieser Art wird uns aus seinem letzten Lebensjahr berichtet. Ein paar Tage vor der letzten Feier seines Geburtstags schickte Pvof. H. sein Dienstmädchen zu ihm, um ihn für Freitag zum Abendessen bitten zu lassen. Das Mädchen kümmerte sich nicht um die an der Tür hängenden Zettel, son- dem klingelte heftig und richtete, als Menzel erschien, seinen Auftrag aus. Statt jeder Antwort wies Menzel stumm auf den einen Zettel an der Tür und verschwand Die Magd aber las staunend die Worte: „Freitag bin i'ch krank. Menzel", und berichtete das getreulich zu Hause. Woher kam diese Prophezeiung? Menzel wußte, daß er am Donnerstag, seinem Geburtstag, beim Essen und Trinken zuviel des Guten tun würde und hatte sich deshalb schon vorher für Freitag allen Besuchern gegenüber „krank gemeldet" Eines der schönsten Ereignisse im Leben des Meisters war wohl der Besuch der berühmten Schauspielerin Eleonore Düse in seinem Atelier, die damals in Berlin ihre ersten großen Triumphe feierte. Die große Tragödin war von der Macht, die von den Werken des kleinen Mannes ausging, jo hingerissen, daß sie sich in einer edlen Aufwallung ihres Gefühles plötzlich niederbeugte, die verrunzelt« Hand des Greises ergriff und mehrmals leidenschaftlich an die Lippen führte. Das geschah mit so plötzlicher Unwiderstehlichkeit und mit einer so hinreißenden Bewegung, daß Menzel es ruhig geschehen ließ und in seiner Verlegenheit kein Wort herausbrachte. Als die große Schauspielerin aber gegangen war, wollte ihm der Vorfall nicht aus dem Sinn; er schüttelt« immer wieder den Kopf und sagte schließlich nachdenklich: „Etwas war dabei - W >. a -s doch nicht richttg. Eigentlich hätte ich ihr doch wohl die Hand küssen müssen." Zahllos sind die Geschichten, di« von dem unermüdlichen Eifer des Schaffens berichten, der in diesem kleinen Körper mit Riesenmacht wirkte. Da hören wir, wie er, müde im Chausseegraben sitzend, seinen verstaubten Stiefel mit der umgekrempelten Hose zeichnet, wie er das kaltgewordene Stück Eierkuchen, das er auf dem Teller hat liegen lassen, ab- konterfeit und wie er 1871 beinahe den Einzug der Sieger über dem Abzeichnen eines Mäuschen versäumt hätte. Anton o. Werner erzählt, daß er in den Sitzungen der Akademie der Künste bei langen Beratungen ausrief: „Lassen Sie mich zufrieden. Ich verstehe nichts davon und höre auch nichts, denn das Studium des Tintenfasses da vor mir beschäftigt mich weit mehr als alles, was Sie sagen." Ihm war das schärfste Auge und die sicherste Hand zuteil geworden, mochte er nun mit der Linken den Bleistift oder mit der Rechten den Pinsel führen, zugleich befaß er eine fast wissenschaftliche Kuhle der Beobachtung. Als ihn einmal Otto Hach oor einem Blatt mit einem schönen Frauengesicht fragte: „Exzellenz habe doch wohl auch einmal ein Herz für die Frauen gehabt?", da wehrte er mit feinen feinen, nervös zuckenden Fingern ab: „Nein, nein, Herz nicht, nur Auge!" Und Meyerheim gegenüber klagte er einmal, daß man von ihm verlange, er solle jede Dame, die in sein Atelier komme, wie eine Art höheres Wesen behandeln. „Ich verstehe das nicht", fuhr er fort und richtete an öen Freund die Frage: „Sehen Sie denn ein weibliches Krokodil mit anderen Augen an als ein männliches?". • 2^mrcü,r?ie geschmeichelt fühlten, wenn er sich in Gesellschaften, in Denen auch sein Bleistift nie ruhte, zeichnete, konnten bittere Enttäuschungen erleben. So blickte er einstmals viel nach einer eleganten Frau und warf hastige Striche aufs Papier. Als man ihm aber Dann neugierig über Die Schul- Ar sah, war es Die Rückseite, Die ihn gefesselt hatte. Gin andermal in Kissingen hatte er sich über einen Herrn und eine Dame geärgert, Di« ihn anstarrten. Er zog sein Skizz«nbuch und begann eifrig zu zeichnen, wobei er ab unD zu Di« Dame ins Auge faßte Darauf trat Der Herr auf ihn zu und sagte roütenD: „Die Dame läßt es sich verbitten, von Ihnen ge- zeichnet zu werden." Menzel aber hielt ihm voll Seelenruhe sein Skizzenbuch hin, worauf sich Der andere verwirrt zurückzog. Was er da erblickt hatte GansCinC musterhaft ausgeführte wohlgenährte Menzel, der Unermüdliche, besaß eine unbarmherzige Selbstkritik und hat oft Meisterwerke un- Dollenöet gelassen, weil er sich nicht mehr imstande suhlte, Die letzte Hand Daran zu legen. So erging es mm mit seinem wundervollen Leuthen-Bild, an Dem Der leere Fleck in Der Mitte, Der die Gestalt Friedrichs enthalten sollte, nie ausgefüllt worden ist Er hat sich oft deswegen mit seinem Alter und Dem Nachlassen seiner Augen entschuldigt, aber der Wahrheit kam wohl ein Bekenntnis am nächsten Das er dem amerikanischen Botschafter Andrew White machte. „Es ist die Beratung Friedrichs mit seinen Generälen unmittelbar vor Der furchtbaren Schlacht", sagte er. „und Männer sehen nicht so aus unmittelbar vor einem Kampf, in Dem die ganze Eristenz ihres Daterlandes auf Dem Spiele steht." Aus einem anderen Grunde vollendete er [ein herrliches Bild, das die Bestattung Der März- Gefallenen darstellte, nicht. „Niemals werde ich dieses Bild zu Ende malen", erklärte er einem Be- suchen „Es stellt Die Bestattung Der beim Aufstand am 18. März 1848 Gefallenen dar. Bis ich an diese leere Stelle hier kam, glaubte ich an das, was ich malt«. Als ich jedoch so weit war, sagte ich mir: -Es hat keinen Zweck. Deutschlands Einigkeit wird nicht aus Straßenkämpfen hervorgehen! Und daher werde ich dieses Bild nie vollenden." C. K. Zeitschriften. — In zwei Aufsätzen des Februarheftes der „Zeitwende" (Wichern-Verlag, Berlin-Span- bau) sprechen Walter Künneth über „Paulus, ein Apostel für unsere Zeit" und Helmuth Schreiner über „Das Ende des Mythus". Neben diesen tief in die geistige Diskussion der Gegenwart eingreifenden Aufsätzen enthält das Heft'noch eine bunte Fülle von Beiträgen, die alle irgendwie das Zeitgeschehen berühren. Reizvoll ist es z. B., sich durch Eugen Kalkschmidt zeigen zu lassen, mit welcher Meisterschaft Bismarck auf dem Instrument Der öffentlichen Meinung zu spielen verstand, während im Blick auf die kirchliche Lage in Deutschland Das lebenDige BilD sehr lehrreich ist, Das Johannes Schattenmann von Den „Kirchenproblemen in Amerika", Den Vorzügen wie Gefahren Des amerikanischen Freikirchenwesens zeichnet. In Der „Umschau"' wirD von Oskar Söhngen Die Problematik Des „Evangelischen GottesDienstes im RunDfunk" behandelt unD Die heute so wichtige Frage „Staat und Erziehung" berührt, während Die abschließenden „Randbemerkungen" gepflegte Bücherhinweise aus den verschiedensten Lebensgebieten enthalten. Alles in allem ein gegenwartsnahes, in mannigfacher Weife anregendes Heft der bekannten evangelischen Monatsschrift. Sochschulnachrichten. Der Ordinarius der Alten Geschichte an der Universität Marburg, Professor Dr. Anton von Bremer ft ein, ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Der besonders auf dem Gebiete Der klassischen Altertumskunde tätig gewesene Gelehrte war ordentliches Mitglied Des deutschen und österreichischen archäologischen Jnstttuts; von 1906 bis 1912 war er Sekretär des österreichischen archäologischen Instituts in Athen. Vier K-neratonen des Hauses Vernadoile. ... ' 0 r/z I K M Ein Bild von der Taufe des jüngsten Sprosses des schwedischen Königshauses, der kleinen Prinzessin Margarete Desiröe Viktoria, einer Tochter des Erbprinzen Gustav Adolf von Schweden und der Erbprinzessin Sybille, einer geborenen Prinzessin von Sachsen-Koburg-Gotha: König Gustav von Schweden mit seiner Urenkelin, links Kronprinz Gustav Adolf und dahinter dessen ältester Sohn Erbprinz Gustav Adolf. weiter versuchen, den modernen Schiffen den Sieg abzuringen bei den Regatten?" So ist das Geschenkprogramm der englischen Nation um einen Punkt kleiner. Aber die Segler und Jachtfahrer werden den König wohl verstehen ... Die Falsche — und doch die Richtige. (Da.) Athen. Die griechische Sitte des Brautraubes ist uralt. Seitdem Paris dem Menelaus die Helena weggeholt hat, gehört es sozusagen zum guten Ton, seine Ehe auf so romantische Weise zu schließen. Und es ist wohl anzunehmen, daß die Mädchen im allgemeinen nichts gegen diese gewaltsame Entführung einzuwenden haben, wenn sie sich auch anstandshalber zuerst tüchtig wehren und es ihrem stürmi- schen Freier nicht leicht machen. „ Selten ist aber eine Entführung mit so merkwürdigen Umständen verknüpft gewesen, wie es jetzt auf der Insel Kephalonia geschehen ist. Da lebte Marianne Rocca, schön und reich, und darum heftig umworben von allen Burschen des Dorfes. Ja, die Freier kamen von weit her, und der junge Souris Melas, der die Marianne am glühendsten verehrte, sah ein, daß er schnell handeln mußte, wenn er seinen Rivalen zuvorkommen wollte. Seine beiden Freunde unterstützten ihn dabei in einer wahrhaft großzügigen Weise. Sie drangen in das Schlafzimmer Mariannens ein, wickelten das überraschte Mädchen in eine Decke und brachten es schnell aus dem Haus. Ehe die Hausbewohner ihnen auf den Fersen waren, erreichten die Räuber das Versteck in den Weinbergen, wo Souris Melas seine Braut erwartete. Als er aber das Mädchen zu Gesicht bekam, da war es gar nicht Marianne, sondern ein noch viel schöneres Mädchen, nämlich eine Freundin, die bei Marianne zu Besuch war . Die Liebe ist oft wandelbar. Souris Melas sah die Schöne an und — vergaß seine erste Liebe. Ja, er fiel vor dem geraubten Mädchen auf die Knie nieder und schwor, sie persönlich habe er wirklich gemeint. Er kenne sie schon länger und liebe sie und habe sie darum entführen lassen. Das Mädchen war hingerissen genug von seiner Begeisterung, um diesen kleinen Schwindel nicht zu merken. Zwar wurde seine große Liebe noch einmal auf die Probe gestellt, als ihm das Mädchen erklärte, es habe keinerlei Vermögen. Melas erklärte sich dennoch bereit, die Schöne zu heiraten, allerdings mußte er die Hochzeit noch ein paar Wochen aufschieben, da er genötigt wurde, erst einige Zeit wegen „nächtlicher Ruhestörung" ins Kittchen zu wandern. Ein Friseurmuseum in Wien. (h) W i e n. In der Mollardgasse in Wien, im Hause des Coiffeur-Syndikats, hat man das erste Friseur- und Barbiermuseum der Welt eingerichtet. Man trug alles zusammen, was an alten, d h. natürlich historischen Dingen aufzutreiben war. Bis in die geschichtlichen Vorzeiten und die vorgeschichtlichen Steinzeiten hinein: Große und kleine Messer, Scheren, Brenn- und Lockengeräte. Hier erkennt man erst, was der Mansch im Laufe der Jahrhunderte ,.in eifrigem Suchen und Streben" für seine Eitelkeit nicht alles getan hat. Dort liegen Perücken des 18. Jahrhunderts für di" mehr oder weniger kahlköpfigen Herren — und Damen, hier begeistern sich mit einem eigenartigen Geschmack begabte Menschen an den Schmuckstücken, die aus Menschenhaar geformt sind Das ganze Haus will man dem besagten Zweck in Kürze einräumen Berufskollegen aus Amerika und Australien haben versprochen, auch Eingeborenen- geräte zu senden, die für die Verschönerung des Menschen in Anwendung gebracht wurden, oder noch werden. In der Eitelkeit unterscheiden sich Völker und Zeiten übrigens wenig voneinander — das Figaro-Museum von Wien verrät es. Geschichten aus aller Welt. Rundfunkprogramm. der 15.30: Wir filmen den Kronschnepf! Von einer Tier- heitsträume — Jugendlust — Flegeliahre Cme filmerkursion in deutschen Landen erzählt E. Schulz- kleine Stunde vom unbeschwerten Leben. 22: Rach- Kampfhenkel, Berlin 1545: Mit Nordseefischern richten 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. beim Krabbenfang. Ein Fahrtbericht. 16: Nachmit- > 22.20: Lieder von Hugo Wolf. 23: Orchesterkonzert tagskonzert 18: Bücherfunk „Politische Romane | der Dresdener Philharmonie. 24 bis 2: Nachtmusik. Die Trauben sind mir zu sauer." seits mit der Hoffnung auf eine Belebungder sichweigerten.eineneueAn lei h e ohne stockenden Industrieproduktion durch vorherige Regulierung der Vorkriegsanleihe zu gewähren. den „schreiberischen" Längewert der einzelnen Namen abgaben. Aber plötzlich trafen gleich Blitzen aus heiterem Himmel bei den Schriftleitungen der am Streit beteiligten Zeitungen Telegramme eines Herrn aus Chikago ein, der den Rekord des kürzesten Familiennamens in den Vereinigten Staaten für sich beanspruchte, denn dieser Mann heißt kurz und verletzend: A. A. — Mister A, dessen Name übrigens die Spitze des Chikagoer Telephon- und Adreßbuches ziert, hatte früher einmal einen anderen Namen, hat sich aber, da ihm aus diesem Namen geschäftliche Mißhelligkeiten entstanden, mit Der Grund lag darin, daß die Russen die Ver« z i n s u n g einer amerikanischen Anleihe aus der Zarenzeit ohne die Gewährung einer neuen Anleihe ablehnten, während die Amerikaner Die stürmische Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, die russischerseits mit der Hoffnung auf riesige B a r- und Warenkredite in USA., amerikanischer riesige Aufträge aus Rußland genährt wurde, hat einer jähen Entfremdung Platz gemacht. lockten: „21" sei nur ein „künstlicher" Name daher nicht wettbewerbsfähig. So geht denn „Kampf" munter weiter... Der Goldfisch als Lebensretter. R. D Montreal. Wir alle wissen, daß das Leben oft eine viel größere Phantasie aufbringt, als mancher Schriftsteller. Hierher gehört auch die Geschichte von dem Goldfisch, der seiner Besitzerin das Leben rettete. . In der Nähe von Montreal in Kanada lebte die 70jährige Mary Gibson. Sie hatte dort ein kleines Haus, unter dessen Fenstern ein Bach hinfloß. Wegen ihrer Freundlichkeit, tätigen Hilfsbereitschaft und herzlichen Gutmütigkeit war die alte Frau bei ihren Nachbarn sehr beliebt. Der Besitzer des angrenzenden Grundstücks, ein gewisser John Higgins, hatte die alte Dame besonders in sein Herz geschlossen. Er besorgte für sie die Einkäufe in der Stadt und plauderte mit ihr oft stundenlang über dies und das Frau Gibsons besondere Liebe — und ihr häufigstes Gesprächsthema — waren ihre beiden Kanarienvögel und der schöne stattliche Goldfisch, dessen Bassin auf dem Fensterbrett stand, unter dem der Bach dahinplätscherte. An der Seite des Fensters hing der Käfig mit den Kanarienvögeln, und hier war der Lieblingsplatz der alten Frau. Eines Tages nun wollte Higgins einige Forellen greifen. Er ging zum Bach, und nach wenigen Minuten stutzte er und erschrak sehr: in dem Wasser schwamm der Goldfisch Mary Gibsons. Mit geübter Hand griff ihn Higgins, warf ihn in den Wassereimer, der hinter ihm stand, und rannte zu dem Haus der alten Frau hinüber. Er kam gerade zurecht, um die tief erschöpfte und fast schon bewußtlose Frau aus den Händen eines Einbrechers zu befreien Bei dem Kampfe der alten Frau, die an ihrem Lieblingsplatz am Fenster gesessen hatte, mit dem Räuber war das Goldfischglas aus dem Fenster gestürzt und in den Bach gefallen. Glücklicherweise kam die alte Frau ohne ernsthaften Schaden davon. Laßt mir die alte Jacht!" (—) London. Zum bevorstehenden Regierungsjubiläum des Königs bereitet man allerlei Geschenke und Ueber- raschungen vor. Bei den größeren Dingen freilich erkundigt man sich vorsichtshalber nach den Wünschen des Jubilars in dieser oder jener Beziehung. So legte man ihm auch nahe, sich zu seinem Ehrentag doch eine neue Jacht schenken zu lassen. Die alte sei ja schließlich schon gut ihre 40 Jahre alt! König Georg V. ist bekannt dafür, ein stiller, friedlicher Mensch zu fein, den so leicht nichts aus der altenglischen Fassung bringt. Hier aber überschlug sich seine Ruhe: „Schenkt mir, was ihr wollt, aber laßt mir meine Jacht, meine schöne alte Jacht Sie ist jetzt mit mir in jedem Regattarennen dabei gewesen. Und nun soll ich sie verschrotten lassen? — Nein, die ,Britannia' (so heißt die Jacht) wird behördlicher Einwilligung den verkürzten Namen zulegen dürfen. Kaum aber hatte er das eingestanden, als die Herren Re, Ur, Ek, Sy und Py froh- und des Umbruchs". 18.15: „Die kleine Exzellenz." Adolf von Menzel zum 30 Todestag. 18.35: Katechismus für Sprechsünder. 19.40: Der Zeitfunk bringt: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Kammermusik. 20.40: Herr Doktor, Herr Pfarrer, Herr Apotheker. Stammtischbericht aus einer kleinen Stadt. 21.10: Unterhaltungskonzert 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Volksmusik Dienstag, 12. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 615: Gymnastik 1. 6.30: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Kriemhilds Rache. Eine Funkdichtung. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst 12: Mittagskonzert I. 13: Zeitangabe Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau 16: Bunter Nachmittag. Bilder aus Norddeutschland In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.30: Zur Eröffnung der großen internationalen Automobil-Ausstellung am 14. Februar 1935. Eine Vorschau. 18.50: Unterhaltungskonzert 19.50: Erzeugungsschiacht. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 21: „Kindheitsträume — Jugendlust — Flegeljahre" Eine (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) 1 Die perfekten Bräute. j (u) Tokio. ! Wenn diese neunzehn Mädchen auch noch einen Mann finden, dann ist alles in bester Ordnung! < Denn sie haben soeben die „Braut-Schule" in Dairen mit Erfolg absolviert. Das ist ein Studium, zu dessen Abschluß man nur schwer das Zeu^is bekommt. Die japanischen Frauenvereine, die einen 1 Zerfall des japanischen Familienlebens kommen sehen, hatten diese Schule gegründet, in der den Mädchen alles, aber auch alles Nötige für das Eheleben beigebracht wird. Erst nannte man sie „Schule des Lebens". Doch da kam kein einziges Mädchen. In die „Brautschule" von Dairen kamen sie dagegen schon lieber. In dem Zeugnis heißt es: „... können wir die Absolventin als theoretisch und praktisch perfekte Braut auch für die höchsten Ansprüche empfehlen ..." Wie gesagt: Nur der Mann fehlt noch... Aber das steht nicht in den Zensur. Auch Aberglauben hat sein Gutes . . . (ht) Charbin. In der mandschurischen Großstadt Charbin, die soeben die Halbmillionengrenze überschritten hat, haben die hier lebenden 80 000 Russen zum ersten Male wieder mit großem Pomp das „Fest der Wasserweihe" feiern können. Die Abhaltung dieser Feier hatten vor zwei Jahren die chinesischen Stadtbehörden, die den Russen schon lange nicht „grün" sind, verboten, so daß also damit zum ersten Male, seitdem es Russen in der Mandschurei gibt, die Weihe des Wassers des Sungari-Flusses, der an Größe und Länge die Donau übertrifft, hatte unterbleiben müssen. Der Zufall wollte jedoch, daß im letzten Frühiahr der Sungari aus seinen Ufern trat und die Stadt Charbin mit einer verheerenden Überschwemmung heimsuchte, bei der zahllose Menschenleben zugrunde gingen und Millionenwerte vernichtet wurden. Darob ist den guten Chinesen, deren Aberglaube ja sprichwörtlich ist, der Schreck dermaßen tn die seidenen Hosen gefahren, daß sich diesmal das chinesische Stadtoberhaupt auf allgemeinen Wunsch seiner treuen Untertanen genötigt gesehen hat, persönlich beim russischen Archimandriten vorzusprechen und ihn dringend zu bitten, doch diesmal wie in früheren Jahren immer das Fest der Wasfer- weihe abzuhalten. Es geschah. Und der feierlichen Zeremonie wohnten diesmal beinahe mehr Chinesen als Russen bei. Denn nochmal für nichts und wieder nichts die ganzen Sojabohnen wegschwemmen lassen? — Dann schon lieber mit den Christen zusammen den Fluhgott befänftigenl In der Kurze liegt die Würze. (th) Neuyork. Ist Has Feld der Rekorde in den Vereinigten Staaten nun endlich abgegrast? Nein — denn soeben hat wieder ein neuer Rekordspleen zu erbitterten Kampagnen geführt: Wer in den Vereinigten Staaten besitzt den kürzesten Namen? Den Anstoß zu dieser leidenschaftlichen Auseinandersetzung gab eine Veröffentlichung des Herrn H P. Re in Golewater (Michigan), der von sich behauptete, sich des kürzesten Familiennamens m USA. erfreuen zu dürfen. Diese kühne Behauptung rief sofort die Herren I. Ur in Torrington (Connecticut), die Brüder E. und I. Ek in Duluth fota), den Polizisten E. Sy und die Farmer 21. und M. Au im Staate Iowa auf den Plan. Sie wollen sich von diesem anspruchsvollen Mister Re nicht die Butter vom Brot nehmen lassen — unö daraus entspann sich in der Presse eine erbitterte Fehde zwischen den einzelnen „Champions , wobei zahlreiche Sachverständige ihre Werturteile über 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I 6.30: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik 9: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.15 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II 14.15: Nachrichten 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. Sonntag, 10. Februar: 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.20: Gymnastik. 8.45- Choralblasen 9: Eevangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. 10.15: Chorgesang. 11: Bekenntnisse zur Zeit. „Der politische und der unpolitische Deutsche" Von Umv -Prof. Dr. Ernst Krieck 11.15: Hausmusik. Neue Madrigale für gemischten Chor. 12: Mittagskonzert I 13: Das Volk erzählt 13.15: Schall und Platt „stottern ab" 14: Lachender Kinderfunk. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 17.11: Damensitzung. 19.30: Sportbericht 19.45: Aennchen von Tharau. Ein Funkspiel. 21.30: 13 Meisterkonzert des deutschen Rundfunks Wilhelm Backhaus spielt. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntag. 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik Illontag, 11. Februar. tat if) Ml ö miiillilliniill»l| I g lunyi 146 Oll DEUTSCH! WELTMARKE TELE FUN KEN Telefunken stellt Ihnen zwei Geräte der Telefunken-Meisterklasse zur Wahl: TELEFUNKEN-»€onmtißer«(ein 3-Röhren-Gleichlaufempfänger) m.Röhren RM222,--{-Sperrkreis RM5,* TELEFUNKEN-^Hlcifletfupct« (ein Super mit Kurzwellenteil) RM 284,- bzw. RM 289,- mit Röhren. Beide Geräte sind auch auf Teilzahlung erhältlich. Oberhessen. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 6. Febr. In einer gut besuchten Bauernoersammlung im „Darmstädter Hof", die von Ortsbauernführer Pg. Stein geleitet wurde, sprachen gestern abend Bezirksbauern- führer Pg. Straub und Pg. Dr. G ü n t h e r von der Bäuerlichen Werkschule Nidda über die Erzeugungsschlacht. Während Pg. Straub den Zweck und die politische Ausgabe der Erzeugungsschlacht darlegte, zeigte Dr. Günther, welche praktischen Maßnahmen der Vogelsberger Bauer treffen könne, um durch Ertragssteigerung sich selbst und dem deutschen Volke Vorteile zu verschaffen. U. a. wurde auch die Anlage von Kartoffelsäuerungsgruben eingehend besprochen. Die beiden Redner fanden viel Aufmerksamkeit. Nach kurzer Aussprache wurde die Versammlung von Pg. Stein in der üblichen Weise geschlossen. * Götzen, 8. Febr Dieser Tage feierte die Freiwilllige Feuerwehr zu Götzen ihr zehnjähriges Bestehen. Zu der schlichten Feier, die bei Kamerad R e u n i n g stattfand, hatten sich Regierungsrat Schwan, Kreisfeuerwehrinspektor Eberheim, Kreis-Verbandsvorsitzender Stang und noch verschiedene Führer unserer Nachbarwehr von Schotten eingefunden. Kommandant Fritzges leitete die Feier ein. Der Rechner und Schriftführer Reuning erstattete dann für die verflossenen zehn Jahve einen Tätigkeitsbericht der Wehr. Kamerad Reuning schilderte kurz alle Erlebnisse von Anfang an bis zur Gegenwart. Der Bericht fand seinen Abschluß, in dem man des allver- ehrten Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler gedachte. Dann beglückwünschte Reg.-Rat Schwan die Wehr zu ihrem 10jährigen Stiftungsfest und wies besonders darauf hin, daß sie stolz darauf sein dürfe, zu den ersten Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Schotten zu zählen. Ferner brachte er zum Ausdruck, daß er nicht als Behörde des Kreisamtes Schotten anzusehen sei, sondern als Feuerwehrmann im Kreise der Kameraden weile. Der Kommandant Fritzges ließ nun durch Reg.-Rat Schwan allen Kameraden, die Mitbegründer unserer Wehr waren, zum Zeichen der Dankbarkeit und Treue eine silberne Litze überreichen. Diese Ehrung schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler. Anschließend beglückwünschte der Mitbegründer der Wehr und Kreisverbandsvorsißende Stang die Wehr zu ihrem Jubiläum. Er schilderte, wie leicht es damals war, in unserer kleinen Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr mit 34 Mitgliedern zu gründen. Seinem Vorredner schloß sich der Kreisfeuer- wehr-Jnspektor E b e r h e i m an, indem er ebenfalls seine Glückwünsche darbrachte. Zum Schlüsse entbot Bürgermeister Heid von Seiten der Gemeinde die Glückwünsche. Der Kommandant dankte für alle guten Wünsche. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes schloß die eindrucksvolle und schlichte Feier. rl. Gedern, 7. Febr. Im Gasthaus „Zum Löwen" fand die Hauptversammlung des hiesigen Kriegervereins statt. Nach Begrüßung und Totenehrung sprach der Vereinsführer, Kamerad Diehl, über die besonderen Schwierigkeiten der Vereinsarbeit im vergangenen Geschäftsjahre. Die Umgliederung im Kriegervereinswesen hat auch hier einige Kameraden veranlaßt, auszutreten. Die Schwierigkeiten können jetzt als überwunden betrachtet werden. Der Verein steht, getragen von dem allgemeinen volksdeutschen Auftrieb, nun gefestigter und bedeutungsvoller im Volksleben, denn je. Der Weiterbestand der Kriegervereine war der Wille des Führers, der den Kyffhäuserverband mit der ehrenvollen Aufgabe betraute, aus den Vereinen die SA.-Reserve II zu bilden. Der Rechnungsführer des Unterverbandes, Kamerad Bähr (Altenstadt), gab ein Stimmungsbild von der Deutschen Weihestunde des Kyffhäuserbundes am 20. Januar in Berlin und wies auch darauf hin, daß der Dienst des alten Soldaten am Volke noch nicht zu Ende ist. Der Führer des Unterbezirks Ortenberg, Kamerad S ch n i e r l e, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Verein tüchtig in der Reihe marschiere und teilte eihige neue Richtlinien für die Zukunft mit. Da der seitherige Rechnungsführer,Kamerad Maar, sein Amt niedergelegt hat, ernannte der Dereins- führer den Kameraden Junker zu seinem Nachfolger. Die Prüfung der Rechnung ergab keine Beanstandung, dem Vorstand und Rechner wurde Entlastung erteilt. Für 40jährige Mitgliedschaft konnte den Kameraden H. H a a s II. und K. Braun I. Ehren - Urkunden feierlich überreicht werden, für 25jährige den Kameraden K. Müller IV., H. Schweitzer und W. G e r l a ch I. Die Kameraden Diehl und Gruner warben für eine Fahrt an das Kyffhäuserdenkmal, für die sich eine größere Anzahl der Kameraden einzeichnete. Nachdem Kamerad S ch n i e r l e noch über die volksdeutsche Idee des Dritten Reiches gesprochen hatte, schloß der Vereinsführer den dienstlichen Teil des Abends in der üblichen Weise. Im kameradschaftlichen Teil erfreute man sich noch an mancherlei humoristischen Vorträgen und alten Soldatenliedern. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 6. Februar. Auf Einladung des Ortsverbandes Alsfeld der NS. - Kulturgemeinde hielt Dr. Alfred Kaufmann (Gießen) einen sehr interessanten Lichtbildervortrag über „Aegypten, das wiedererwachte Pharao n en land". Nach einleitenden Begrüßungsworten des Obmanns der NS.-Kulturgemeinde Alsfeld, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g , in denen dieser der Erwartung Ausdruck verlieh, daß der Besuch der Veranstaltungen der NS.-Kulturgemeinde auf Grund der Güte der Darbietungen in Zukunft sich hoffentlich noch steigern werde, gab Dr. Kaufmann zunächst einen Ueberblick über die bedeutende Schlüsselstellung Aegyptens in weltpolitischer Beziehung. Sehr interessant waren die Ausführungen über die Beschaffenheit und die Bewirtschaftung dieses merkwürdigen Landes, in dem es mit Ausnahme des Nildeltas überhaupt nicht regnet. Mit Staunen und Bewunderung hörte man von dem gewaltigen Bewässerungssystem, welches das sonst öde Nilgebiet in ein dicht besiedeltes Kulturland verwandelt hat. Besonders die Baumwollkultur ist unter englischer Herrschaft in großem Maßstab in Aegypten eingeführt worden. Aegypten liefert die beste Baumwolle. Die Darstellung des Vortragenden über die Geschichte und Entwicklung des ägyptischen Volkes, das auf eine 6000jährige Vergangenheit zurückblicken kann, ergab die überraschende Tatsache, daß sich dieses alte Kulturvolk bis auf die Gegenwart in feiner alten Reinheit und in feiner Lebensweise wie vor Tausenden von Jahren erhalten hat. Als ehemaliger evangelischer Pfarrer und Leiter der deutschen Schule in Alexandrien, bei dem auch der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der Sproß einer dortigen angesehenen deutschen Kaufmannsfamilie, in die Schule gegangen ist, gab Dr. Kaufmann sodann einen interessanten Einblick in das Wesen der dortigen deutschen Kolonie, wo Dr. Kaufmann als eifriger Förderer des Deutschtums sich große Verdienste erwarb. Seine Schilderung war ein begeisterter Ausklang auf das Deutschtum im Ausland. Eine große Anzahl von dem Redner selbst aufgenommenen ausgezeichneten Lichtbilder ergänzten den vortrefflichen Vortrag. Don besonderer Schönheit waren dabei die Bilder von der altägyptischen Baukunst. Der Vortrag war in jeder Beziehung ein hoher, künstlerischer Genuß. Dr. Kaufmann verstand es ausgezeichnet, feinen Vortrag recht anregend zu gestalten. Der lebhafte Beifall kam aus dankbarem Herzen und war wohlverdient. # Ober-Ohmen, 8. Febr. Dieser Tage gelangten hier die Grundstücke eines bäuerlichen B?triebs zum A u s g e b o t. Die Kauflust mar jedoch sehr gering; es wurden für den Morgen Acker — abgesehen von einzelnen Ausnahmen — Gebote weit unter 400 Mark abgegeben. Bei Wiesen lagen die Gebote ungefähr auf der gleichen Höhe. Homberg, 6. Febr. Für die im Bezirk Homberg gelegenen Schulen fand in der Stadthalle ein Puppenspiel des VDA. statt. Die Darsteller, Herr und Frau Müller aus Solingen, verstanden es meisterhaft mit ihrer schön ausgeftat« teten Bühne und trefflichem Puppenmaterial zu begeistern. Den Schülern wurde auf diese Weise das Wesen des VDA. anschaulich vorgeführt. Sie folgten mit gespannter Aufmerksamkeit * Gontershausen, 8. Febr. Im Reichmann- scheu Saale wurde dieser Stage eine Brennholz- oerfteigerung der Försterei Gontershausen abgehalten. Es wurden bezahlt: Buchenscheite 22 bis 28 Mark, Buchenknüppel 15 bis 19 Mk., Hainbuchenscheite 12 bis 16 Mk., Eichenscheite 10 bis 18 Mark, Eichenknüppel 8 bis 12 Mark und Buchen- stöcke 12 bis 16 Mark je 4 Raummeter. Reisig 1. Kl. kostete 1 bis 2 Mark, 3. Kl. 50 Pf. bis 1 Mark. ft. Kirtorf, 6. Febr. Die Sammlung für den VDA. durch den Verkauf der Kornblumen brachte hier ein Ergebnis von 18,80 RM. Bei der Geldsammlung für das Hilfswerk „Mutter und Kind" wurden in Kirtorf 19,00 RM., in Lehrbach 6,00 RM. und in Erbenhausen 5,00 RM. gespendet. — Den hiesigen Schulkindern und den Schulen aus der Umgegend wurden durch die Aufführungen der VDA.-P ü p p e n f p i e l e einige schöne Unterhaltungsstunden im Saale der Gastwirtschaft „Zum offenen Helm" bereitet. Die Aufführung wurde von den Kindern mit großer Freude hingenommen. Preußen. Holwersteioerunq mit Gesangseinlage LPD. Herborn, 8. Febr. Bei der ersten diesjährigen Holzversteigerung, die unter starker Anteilnahme von Interessenten im Gemeindezimmer stattfand, kam es zu einer nicht alltäglichen Begebenheit. Als die Holzpreise stark in die Höhe getrieben wurden, fetzte plötzlich das Licht aus und die Versteigerung mußte unterbrochen werden, so daß auf die letzten Gebote der Zuschlag nicht sogleich erteilt werden konnte. Indessen setzte wie auf Verabredung der gemeinsame Gesang des Argonnerwald-Liedes ein Nachdem das Lied verklungen war, schien sich auch die Verärgerung über die hohen Holzpreise gelegt zu haben, denn das Licht trat wieder in Funktion und die Versteigerung konnte fortgesetzt werden. Todessturz vom frankfurter Dom. LPD. Frankfurt a. M., 8. Febr. Ein 24 Jahre altes Mädchen, das feit einigen Tagen in der Nervenanftalt untergebracht war und sich von dort heimlich entfernt hatte, stürzte sich gestern abend von der Galerie des Frankfurter Domes aus 40 Meter Höhe in die Tiefe. Es blieb völlig zerschmettert auf dem Pflaster des Dvmhafes t o t liegen. In den Kleidern des Mädchens fand man einen Abschiedsbrief an ihre Mutter. Kreis Dehlar. * Wetzlar, 8. Februar. Der Landrat hat die folgenden Wehrführer bzw. Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehren als Hilfspolizei- beamte bestätigt und vereidigen lassen: Wehrführer Straßenwärter Friedrich Schmidt VII. in Groß-Rechtenbech und Stellvertreter Zimmermann Anton Ludwig in Groß-Rechtenbach; Wehrführer Bürgermeister a. D. Karl Schmidt IX. in Waldgirmes und Stellvertreter Gastwirt Karl Weimer II. in Waldgirmes; Wehrführer Landwirt Friedrich B i e k in Hohensolms und Stellvertreter Maschinist Gustav Christian Wilhelm Hemmel- mann in Hohensolms; Wehrführer Bauunternehmer Friedrich Groh in Dorlar und Stellvertreter Kreisausschußsekretär Wilhelm Jung in Dorlar. # Niederkleen, 8. Febr Bei der im hiesigen Gemeindewald abgehaltenen gut besuchten Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheite 12 bis 13 Mk., Buchenknüvpel 10 bis 11 Mk., Eichenscheite 9 bis 10 Mk., Eichen- knüppel 8 bis 9 Mk. je Raummeter; Buchenwellen kosteten 12 bis 16 Mk., Eichenwellen 6 bis 7 Mk., gemischte Wellen 8 bis 9 Mk. je 50 Stück. Für Fichtenstangen 3. Klasse wurden 0,40, 4. Klasse 0,15, 5. Klasse 0,08, 6. Klasse 0,10 Mk. bezahlt. Die Preise lagen gegenüber dem Vorjahre um 30 v. H. höher. — Das Spritzen der Ob ft bäume wurde dieser Tage in Angriff genommen. Die Arbeiten, die unter der Aufsicht des Baumwärters Wilhelm Steiger ausgeführt werden, geschehen in Fronden hiesiger Einwohner. Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 9. Febr. In einem hiesigen Geschäft kam ein Fräulein dem Ofen zu nahe, bemerkte aber erst Augenblicke später, daß ihr Gewand, ein Schutzmantel, Feuer gefangen hatte. Im Nu standen auch die Kleider in hellen Flammen Nur geistesgegenwärtiger Hilfe war es zu verdanken, daß die erlittenen Brandwunden leichter Natur blieben Schweinemarkt in Gladenbach. § Gladenbach, 9. Febr. Der jüngst abgehaltene Schweinemarkt war trotz der großen Kälte sehr gut beschickt. Das Geschäft war bei langsamem Umsatz mittelmäßig. Es wurden für Ferkel 15 bis 20 Mark und für Läufer 27 bis 30 Mark be$at)tt. ©rippe und $£atarrften Selters-Sprudel Augusta Victoria mit heißer Milch gemischt: 6eiD wirkt schleim- und hustenlösend. Niederlage: Jean Weisel, Gießen. Sonnenstr 6,Tel.B888 Fritz Heinzerling, Gießen. Schiffenb. Weg 32,Tel.3259 Sonntag, den 10. Februar, auf der Eisbahn SiWeÄutoe Eishockey-Meisterschaften 9 Uhr: Vorspiele. 14 Uhr: Entscheidungen Teilnehmer: Forsthausstraße Frankfurt. Radevormwald, Kassel, Gießen. Nachmittags: Kunstschaulaufen Eintrittspreise: Erwachsene 50 Pf., Jugend 30Pf., Mitglieder frei 793D Oberhessischer Geschichtsverein Gießen Donnerstag, 14. Februar, 20K Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Lud- wigstraße 34, Vortrag mit Lichtbildern von Herrn Universitäts-Professor Dr. Frölich: Steinerne Zeugen mittelalterlich. Rechtslebens, besonders auf hessischem Boden Eintritt frei. Gäste willkommen 784 d Hes$. Onivmiläls-Bihliolhek GieDen Sämtliche aus derUniversitäts-Bibliothek von Nichtstudierenden vor dem 1. Januar 1935 entliehenen Bücher sind bis spätestens 2. März 1935 zurückzugeben. Gießen, den 9. Februar 1935. 761 d ________________________Die Direktion. WWlMkiWWz Gießen Sonntag, den 10. Februar 1935, nachmittags 3 Uhr, im „Frankfurter Hof : 7740 SrRSMlll-WMAW wWige Tagesordnung. Allgemein. lUMinen erroünfdji Der Borstand: Kart Zimmer, 1. Vorsitzender. 95 Vie Hausfrau lacht un- spricht erfreut: Es spart mir Nlühe Kruft un- Zeit Einer geehrten Einwohnerschaft von Wieseck, Gießen und Umgegend zur Kenntnis, daß ich den beliebten am Walde gelegenen Ausflugsort LÄSwtäsvÄvs' bei Wieseck ab heute übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, meinen werten Gästen stets das Beste zu bieten. Ich bitte mir das seither entgegengebrachte Vertrauen auch hierher übertragen zu wollen. Adam Döbus ■ Winterkur Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofhelm I.Taunue 4 bei Frankfurt a. M. Telefon 214 ) L a. II. Kiew / Ermäßigte Preise durch S.-R. Dr. M. Sclilzt-lahleist Nervenarzt Achtung! Hausfrauen! IM mit WllWeii MWmW Am Montag, dem 11.Februar, 3 Uhr nachmittags, sindet im CafS Leib, Gießen, Walltorstratze 36, ein Vortrag über Gelbstfärben / Entfärben / Entflecken / Entglänzen usw. von Kleidungsstücken und Stoffen durch eine Vortragsdame der bekannten Haushalt-Farben- Fabrik Gebr. Heitmann, Köln, statt. Während der interessanten praktischen Vorführungen wird u. and. auch die Herstellung reizender Batikarbeiten, wie Deckchen, Halstücher usw. gezeigt. Alle Hausfrauen und Interessierte sind herzlich willkommen. Der Eintritt zu der Veranstaltung ill frei. 777d < ---Gebr. Heitmann, Köln Gießener Konzertverein Sonntag, den 10. Februar 1935. 17 Uhr, in der Universitätsaula Drittes Solistenkonzert Maria Neuss (Violine) aus Berlin. Am Flügel: HeinzLamann. Richard Strauß. Sonate op. 18 — Tartini Teufelstriller, Sonate — Beethoven, Frühlings-Sonate — Stücke von Reger und Mozart. Der Bechstein - Konzertflügel ist vom Piano-Haus Schönau. Eintrittskarten: 1-, 1.25, 1.75 und 2.50RM. bei Ernst Challier, Neuenweg 10, und abends an der Kasse. Studenten Karte gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter und im Studentenheim. Deutsche Bühne halbe Preise. Erwerbslose 30 Pf. an der Abendkasse. 77oD D Wieseck Sonntag, den 10. Februar TsiltiV verbunden mit ■ ”Äld6 Kappensitzung bei Gastwirt HOHMANN Stimmungskapellel Bockbier im Ausschank! Turnverein von 1846 / Gießen Der diesjährige große Turner-Maskenball mit vielen Ueberraschungen zwei Tanzkapellen findet am 23. Februar 1935. 20.01 Uhr, m sämtlichen Räumen der Turnhalle. Steinstraße, statt. Der Turnrat. Vorverkauf und Eintrittspreise Für Mitglieder RM. -.80 (einschließlich Sportgroschen) im Papierhaus Jung, Seltersweg 29. Für Nichtmitglieder: RM. 1.10 (einschließlich Sportgroschen) im Papierhaus Jung, Seltersweg 29 und bei Friseur Gg.Wahl, Neustadt 27. 7^D , Bauerscher Gesangverein ---------------------E. V__ Unser diesjähriger 806 D Maskenball Wer will im Frühjahr ein Zahrraö kaufen?? Schreiben Sie uns, wir machen Ihnen einen Vorschlag, der Sie begeistert. **u.p. Stricker, Fahrradfabrik Bradiwede—ßieiefcld 824 findet am 2. März in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsvereins statt. DER VORSTAND. | Einspaltige | Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht! Deutsche Arbeitsfront Verwaltungsstelle 119/ Gießen 722 d Bekanntmachung Ab 11. Februar 1935 sind nachstehende Geschäftsstellen für die Gießener Ortsgruvven eröffnet worden. Ortsgruvve: Gießen -Mitte, Goethestraße 29; Gießen -Nord, Ederstraße (Wirtschaft Nobl); Gießen-Oft, Sicher Straße 17; Gießen-Süd, Frankfurter Straße 23 (Hinterhaus). Tie Geschäftsstunden der oben aufgeführten Ortsgruvven sind wie folgt festgesetzt: Montags, Donnerstags u. Freitags von 19 bis 21 Uhr. Beitragszahlung: Die nicht in Betriebsgemeinschaften erfaßten Mitglieder der DAF., welche wir als lose Mitglieder bezeichnen, zahlen ihre Beiträge bei der in ihrem Bezirk liegenden Ortsgrnvve. Die in den Betriebsgemeinschaften erfaßten Mitglieder zahlen nach wie vor ihre Beiträge bei der Betriebsgemeinschaft. Sämtliche Betriebsgemeinschaften in Gießen müssen bis zum 22. eines jeden Monats mit der Verwaltungsstelle abgerechnet haben. Unterstützungsanträge, sowie sonstige Anliegen der Mitglieder werden ebenfalls in den Dienststundeu der Ortsgruvven nur von den genannten losen Mitgliedern dort entgegengenommen. Wir bitten diese Anordnungen zu befolgen, damit eine regelmäßige Betreuung unsererMitglieder gewährleistetwerden kann. UlamliiDM? Rusen Sie 3119 an! «2D E. Zollinger Gießen Seltersweg 69H. Klaviertechniker und Stimmer. Strickmaschinen Nadeln, Ersatzteile. Revarat., Unterricht im Stricken. [sooD Paul Schröder. Badenburger Mühle. Tel. Lollar 17. Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FraozVogUCo., Gießen weiter6weg4417fi6A Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ur. 54 Drittes Blatt Samstag, y.8ebruarfyZ5 ist nur ziehen schung bis 25, bis 35 Ps. NhythmuS und Musik als Erziehungsmittel. Obstbau. Filmaufnahmen führten die praktische Auswirkung dieser Anregungen vor Augen. Ausgesuchte Landschaftsbilder führten zu den hauptsächlichsten Obstbaugegenden des Reiches. An den Arbeiten in Baumschulen wurde die richtige Pflanzenbehandlung, die Anpflanzung, Beschneidung, Düngung, Schädlingsbekämpfung und Bodenbearbeitung gezeigt. Es fehlte nicht an Beispielen für die sachgemäße und für die falsche Düngemittelanwendung. Den Abschluß des Vortragsabends bildeten Fragen der Erntearbeiten, Aussortierung und Verpackung. Der Redner erntete reichen Beifall. Sparerbund und Nentnerbund. Man berichtet uns: Bei einem gemeinsam veranstalteten Vortragsabend am vergangenen Dienstag im hessischen Hof" sprach nach Eröffnungsworten des Sparerbundsortsgruppenführers H. Lorenz zunächst der Führer des Rentnerbundes, Ortsgruppe Gießen, Herr W. Mades, über die neuesten Bestimmungen zum Rentnerhilfegesetz. Er erwähnte, daß das Gesetz nach dem neuesten Runderlaß vom 2. Januar 1935 wohlwollend durchzuführen sei. Für den Dermögensnachweis komme nur das in inländischer Währung angelegte Kapitalvermögen in Betracht. Habe der Antragsteller am Stichtag (1. Januar 1918) außer dem geglichen Mindestkapitalvermögen Grund- oder Betriebsvermögen besessen, so seien bei der Feststellung des Nettovermögens etwaige Schulden bei den Vermögenswerten abzuziehen, mit denen die Schulden in wirtschaftlichem Zusammenhangs stehen. Wurden die mit dem Grund- oder Betriebsvermögen zu verrechnenden 'Schulden dieses Vermögen uberstel- gen so sei der überschießende Betrag von dem Kapitalvermögen abzuziehen. Könne der Nachweis, daß am 1. Januar 1918 das gesetzlich vorgesehene Mindestvermögen vorhanden war, urkundenmaßlg nicht mehr erbracht werden, so könne der Nachweis durch sonstige Beweismittel (z. B. durch Vorlage von Briefen u. a. m.) geführt werden. Anschließend nahm Notar und Rechtsanwalt Luley das Wort zu dem Thema: „Die Falligkett * G i e ß en, 9. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostest i Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis Beispielen im Ballspielen. Mt einer Mädchenklasse der Grundschule gab er besitzer. _ r ., Den von der gutbesuchten Versammlung mit großem Interesse aufgenommenen Ausführungen der Redner folgte eine längere Aussprache. Vornotizen. Wie wir am Dienstag schon kurz berichteten, fand in den letzten Tagen in der neuen Pestalozzischule ein Lehrgang für rhythmische Erziehung statt. Leiter war der Pädagoge Otto B l e n s d o r f (Godesberg), die Teilnehmer waren Erzieher aller Schularten, Studenten der Musik u. a. Der Lehrgang hat Gelegenheit geboten, die ver- Gebiete der rhythmischen Erziehung in und ihrem natürlichen Zusammen- 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, frische Landeier 11 bis 13, ausländische 10 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 18 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 25 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 18 bis 25 Pf., Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Gänse 90, Enten 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 60 70 Pf., Blumenkohl 40 bis 60, Endivien 10 bis Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 schiedenen ihrem Aufbau und ihrem natürlichen Zusammenhäng zu erleben und ferner zu erkennen, daß die Berufsarbeit jedes Einzelnen davon berührt und befruchtet wird, in Schule, Hort und Heim, Kindergarten und Jugendpflege. Der Lehrgang hat den Teilnehmern aber auch vor Augen geführt, welch außerordentlich wichtige und wirksame Erziehungsmittel Rhythmus und Musik bei Kindern und Jugendlichen sind. Nach der körperlichen Seite hin er» — Tageskalender für Samstag. Licht« fpielhaus, Bahnhofstraße: „Abenteuer eines jungen Herrn in Polen". — Astoria-Lichtspiele, Selters« weg: „Pat und Patachon". — 14 bis 18 Uhr, Stickerei- und Spitzen-Werkschau im Turmhaus am Brandplatz. — Deutsche Stenographenschaft, Orts« gruppe Gießen, Maskenball im Klub. 23^x5.« Reichsbahn e. V. Gießen, 19.58 Uhr, Maskenball auf der „Liebigshöhe". — Tageskalender für Sonntag. Stadt« theater, 19 bis 21.45 Uhr: „Das Land des Lächelns". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Abenteuer eines jungen Herrn in Polen". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Pat und Patachon". — Gießener Konzertverein, 17 Uhr, in der Neuen Aula drittes Solistenkonzert „Maria Neuß". — Stickerei- und Spitzen-Werkschau, 14 bis 18 Uhr, im Turmhaus am Brandplatz. — Verein für Sterbeunterstutzung Gießen, 15 Uhr, ordentliche General-Versammlung im „Frankfurter Hof". — Reichsfachgruppe Imker, Ortsfachgruppe Gießen, 14 Uhr, Jahreshauptversammlung bei Faulstich, Bahnhofstraße. — ner Eisverein: Sstdwestdeutsche Eishockey-Meister» schast: 9 Uhr Vorspiel, 14 Uhr Entscheidungen. Nachmittags Kunstschaulaufen. — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt« theaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 10. Februar, 19 Uhr, zum letzten Mal die romantische Operette: „Das Land des Lächelns" von Franz Lehar; Leitung: Hub-Cujö-Bäulke. Dienstag, 12. Februar, die Faschingsoperette: „Der goldene Pierrot" von Walter W. Goetze; für die Gießener Bühne bearbeitet von Oberspielleiter Paul Wrede, musikalische Leitung hat Kapellmeister Fritz du je, choreographische Leitung Maja von Rabenau und Hilde Plank. - Mittwoch, 13 Februar, 19.30 Uhr, Wiederholung der Operette: Der goldene Pierrot". — Nächste Erstaufführung des Schauspiels bildet das Komödienspiel: „Die Hosen des Herrn von Bredow" nach dem gleichnamigen Roman Alexis von Paul Beyer bearbeitet. Spielleitung dieser Komödie hat Heinrich Hub. Aufführung an folgenden Tagen: Donnerstag, 14. Februar, als geschloffene Vorstellung für Die NS.-Kulturgemeinde, Rim- Deutsche Bühne, 20 Uhr. Freitag, 15. Februar, 20 Uhr. Samstag, 16. Februar,' als geschlossene Vorstellung für die NS.-Kul» turgemeinde, Ring Deutsche Bühne, 20 Uhr. — Verein für Sterbeunter st utzung. Morgen, Sonntag, nachmittag Generalversamm« lung im „Frankfurter Hof". (Siehe heutige An- Jn einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß für die Arbeitsfront m unserer Stadt Ortsgruppen errichtet worden sind, öiehl^re(ReA9ne2Tnefn Geschäftsstellen haben. Ferner ist aus der Mann - machung ersichtlich, wie die Geschaftsstunden est- gesetzt sind, außerdem enthält die Bekanntmachung noch Mitteilungen für die Beitragszahlung. Verufsgruppenamt. , Mitte März findet in Gießen die Kaufmannsgehilfenprüfung statt. Alle Lehrlinge der Wirt- schaftsgruppen Großhandel, Einzelhandel, Industrie, Banken und Sparkassen, Verkehrsgewerwe und Versicherungsgewerbe haben sich dieser Prüfung zu unterziehen. Die Lehrherren sind verpflichtet, Die Lehrlinge dem Prüfungsausschuß der Jndustrie- und Handelskammer Gießen auf dem vorgedruckten Anmeldebogen, der bei der Handelskammer zu erhalten ist, zu melden. 200 Mark Winterhilfespende ter Gastwirte. Das Winterfest der Gastwirte, das am Dienstagabend in den Räumen der Liebigshöhe zu Gunsten der Winterhilfe veranstaltet worden war, erbrachte den Betrag von insgesamt 230 Mark. 200 Mark wurden der Winterhilfe überwiesen und 30 Mark der Ortsgruppe Mitte zur Verfügung gestellt. Gießener Dochenmarktpreise. Zeige.) , . — Ein Vortrag für die Hausfrauen findet am kommenden Montagnachmittag rm Cafe Leib statt. Näheres in der heutigen Anzeige. • ** Das Fundfachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Januar gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim ^undbura während der Dienststunden geltend zu machen Soseß Magnus Wehnev ist der Verfasser unseres neuen VomanS, mit dessen Veröffentlichung wir übermorgen beginnen. Der Dichter wurde durch sein Kriegsbuch „Sieben vor Verdun" weithin bekannt; auch in unseren Vornan werfen gegen Ende stürmische Szenen aus dem großen Kriege ihren Feuerschein, aber das eigentliche Thema ist die Geschichte einer jungen Liebe und eines herben bäuerlichen Lebens in Deutschland. In der dramatssch bewegten Sand- lung haben sich Iugendeindrücke und spätere Erlebnisse Wehners verdichtet, der, als Kind eines Lehrers in der Vhön geboren, im Trichterfeld vor Verdun die tiefste Wandlung seines Lebens erfuhr, bald ernstlich zu gestalten begann und 1930 mit dem Dichterpreis der Stadt München ausgezeichnet wurde. In München lebt er noch heute als Schriftsteller und Theaterkritiken Seine Liebesgeschichte von der Aochzeitskuh beginnt am Montag, dem il.Fedruar in de« KamMeuvtättern obst und -gemüse stark einzusparen. Das , möglich durch intensiven Obst- und Gemüsebau. Die Zahl jener Obstbaumbesitzer, die ihre Obstbaume vom Großvater geerbt haben und ihre Erträge dem Lauf der Natur überlassen, ist noch viel zu groß. Obstbäume müssen ebenso sorgfältig behandelt werden wie der Wein. Der Sortenauswahl, der Bodenbehandlung muß ebenso Beachtung geschenkt werden wie sorgfältiger Baumbehandlung, der Schädlingsbekämpfung und der Düngung, wenn eine ertragreiche Ernte eintreten soll. Bei der Bo- denbehandluna ist Zuführung von Humus wichtigste Voraussetzung. Zum Gedeihen der Bäume ist Kalk erforderlich, der ein grundlegender Stoff für Baum und Frucht ist. Stickstoff, schwefelfaure Kalisalze, die den Geschmack der Frucht fördern, Kali und Phosphor, die Gewicht, Qualität und Haltbarkeit beeinflussen, sind die Bestandteile einer Volldüngung. Sorgfältigste Beachtung der Art der Anwendung, Einhaltung der Zeiten führen zu reichen Ernten. Nur bestes Obst soll verkauft, alles andere verarbeitet werden. In Sachsen hat man Sammelstellen mit strenger Kontrolle eingerichtet, die vorbildlich sind für den neuen Weg im deutschen Aus her proviuzialhauptsiadt. Glück. Die Menschen sind sich einig im Suchen nach Glück. Aber sie sind uneins in der Bestimmung dessen, was unter Glück zu verstehen ist. Viele sehen im Reichtum den Inhalt des Glücks. Darum drängen sie nach Besitz und hängen an ihm. Und machen schließlich doch die Erfahrung, daß ihr vermeintlicher Glückshimmel in Wahrheit die Holle ist. So schildert es jene Legende von dem reichen Mann, der sich nach seinem' Tode im Jenseits wünschen durfte, was sein Herz begehrte. Er wünschte sich ganze Keller voll Gold und wünschte sich damit in die qualvolle Hölle. Aber er konnte sich ja gar nichts anderes wünschen als das, wonach er auf Erden allzeit gestrebt hatte. Aehnlich ist es mit der Bestimmung des Glücks als Genuß. Wer in möglichst häufigem, möglichst vielseitigem Genuß des Lebens Glück au finden glaubt, wird noch immer die bittere Wahrheit des Dichterwortes erleben müssen: „Von der Begierde schwank ich zum Genuß, und im Genuß verschmacht ich vor Begierde." Es ist nun einmal so, daß der Genuß gröberer und feinerer Art stets anstelle der erwarteten Fülle eine Leere zurückläßt, die immer trostloser wird, bis der Mensch erkennt, daß er mitten in allem Genuß unglücklich ist. Von vielen wird die Arbeit als des Lebens Glück gepriesen. Mit dieser Bestimmung des Glücks kommen wir feinem wahren Inhalt schon näher. Freilich Arbeit als harte Fron ober Hetze ist das Gegenteil von^Glück. Und auch die rein aus Eigennutz getriebene Arbeit wird ihren Diener nie glücklich machen. Aber alle zum Besten des Nächsten geleistete Arbeit trägt in sich das Geheimnis der Glückseligkeit. Denn sie erzieht zu der herrlichen Erkenntnis und dem beseligenden Erlebnis, daß Glückseligkeit nicht im Glücklichsein, sondern im Glücklichmachen besteht. So meint es auch der Heiland, wenn er immer wieder von der Seligkeit des Dienens spricht und seine Jünger zu ihr heranbildet. in einer Stunde voller Freude und Leben Beispiele aus dem unerschöpflichen Gebiet der rhythmischen Gymnastik. m _ Wer nach diesen aezeichneten Vorbildern seinen Unterricht einstellt, bietet der Jugend „Licht — Leben — Liebe" in bester Form dar. Am Schluß des Lehrgangs dankte Turnlehrer Mohr unter dem Beifall der Teilnehmer Herrn Biensdorf für die vielen Anregungen, die er gegeben hat, und sprach die Hoffnung aus, daß der Arbeit reicher Segen für unsere Jugend beschieden sein möge. ©er Obstzüchter in der Erzeugungsschlacht. Der Obst- und Gartenbauverein Gießen hielt am Freitagabend im Cafe Leib einen Lichtbildervortrag ab. Der Vereinsleiter, Universitäts-Gartenbauinspektor i. R. Rehnelt sagte, daß ein Erfolg der Erzeugungsschlacht für den Obstanbau die Abwendung von den bisherigen Methoden und Mitteln erfordere, damit die noch sehr umfangreiche Oösteinfuhr aus dem Ausland zurückgedrängt werde; denn die Kosten hierfür trägt jeder einzelne Volksgenosse. Die Hauptversammlung am Sonntagnachmittag im Hopfeld wird den in Gießen ftarl vernachlässigten Spalierbau an Hauswänden behandeln, der für Gießen vielfach Bedeutung hat. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Vortrag nicht nur von den Mitgliedern, sondern auch von Freunden des Obstbaues besser besucht werden möge. Diplom-Landwirt Evelt aus Frankfurt a. M. gab zunächst eine Einführung zu dem neuen Obstbaufilm. Dem deutschen Obstbau fällt, so führte er u. a. aus, in der Erzeugungsschlacht die Aufgabe zu, die beträchtlichen Geldbeträge für das Ausland- Solch glückbringende Arbeit zum Besten unseres Nächsten wird sich stets aufbauen auf dem Glauben an eine sittliche Weltordnung. Ich kann nicht dauernd Liebe an andere ausgeben, wenn ich nicht eine ewig fließende Einnahmequelle solcher Liebe habe. Diese Kraftquelle ist der Glaube an den ewigen Gott als die unerschöpfliche Liebe. Das Erlebnis dieser ewigen Liebe verpflichtet zur Weitergabe dieser Liebe an andere durch gute Taten. Denn dies Erlebnis ist solch restlos beseligendes Glück, daß es den, der es erfahren hat, dazu treibt, andere glücklich zu machen. Und damit sind wir bei der rechten Bestimmung des wahren Glücks angelangt: es ist Vertrauen auf Gott und Dienst am Nächsten. Pfarrer Staubach, Watzenborn t. Nach langem Leiden ist gestern der evangelische Ortsgeistliche von Watzenborn-Steinberg, Pfarrer Robert Staubach, entschlafen. Der Heimgegangene entstammte einer Bauernfamilie aus dem Orte Bauernheim (Kreis Friedberg), wo er am 18. September 1878 geboren war. Seit 5. Oktober 1902 war er nach dem Abschluß seines Studiums an der Landesuniversität Gießen und seiner Seminarzeit in Friedberg zunächst Pfarrvikar in Arheilgen, am 20. Dezember 1903 wurde er Pfarrverwalter in Herchenhain, am 24. April 1904 Pfarrverwalter in Groß-Felda, am 11. Juli 1905 Pfarrassistent in Vilbel und am 21. Juni 1906 definitiver Pfarrer in Groß-Eichen (Kreis Schotten). Hier wirkte er als Pfarrer viele Jahre lang m reichem Segen, bis er am 3. April 1924 zum Pfarrer in Watzenborn-Steinberg (Kreis Gießen) ernannt wurde. Mit einer bewunderswerten Arbeitskraft und Hingabebereitschaft an den Dienst für die Gesamtheit' ausgerüstet, leistete er bei wiederholten Vakanzen den Dienst des Spezialvikars in Hausen, Leihgestern und Grüningen. Dem Vorstand des Oberhessischen Vereins für die Baseler Mission gehörte er als Rechner an. Als Vertrauensmann für die evangelischen Kirchenchöre des Dekanats Gießen konnte er in seinen alle zwei Jahren dem Dekanatstag vorgelegten Berichten immer wieder ein erfreuliches Wachstum der Kirchengesangvereins-Organisationen seststellen. In der örtlichen Gemeinde-Organisation leistete er Hervorragendes, das auch mancher Krise standhielt. . Seit langer Zeit war der nunmehr Verewigte schwer leidend, dennoch versuchte er seinen seelsorgerischen Pflichten und seinen weiteren Dienst zum Besten der evangelischen Gemeinden in aufopferungsvollster Weise nachzukommen. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man feststellt, daß er seine Kräfte bis zum letzten aufgerieben hat im Dienste der Nächstenliebe. Sein allezeit freundliches und hilfsbereites Wesen, sowie seine aufrechte deutsche Mannesart und seine charaktervolle Persönlichkeit haben ihm bei Lebzeiten überall große Wertschätzung gebracht und werden sein Andenken auch über das Grab hinaus in Ehren fortbestehen lassen. Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19, Gießen. Die Geigerin Maria Neuß (Berlin) spielt im dritten Solistenkonzert des Gießener Konzert- Vereins. der Aufwertungshypotheken nach dem neuesten Ge» fetz vom 20. Dezember 1934". Der Redner hob her- vor, daß anstelle der früheren einjährigen Kundl- gung die vierteljährliche Kündigung getreten |ei. Die Aufwertungsforderungen konnten jedoch nur zum Quartalsschluß mit dreimonatlicher Frist christlich gekündigt werden. Die Kündigung selbst müsse spätestens am dritten Werktag des betreffen- den Quartals dem Schuldner zugegangen sein. Das Hypothekenmoratorium sei grundsätzlich bis 1.3uti 1936 ausgedehnt. Bis spätestens 31. Dezember 1936 sei ine Kündigungsfrist gestellt. Am Schluß ferner Ausführungen machte der Redner noch auf dis Rechtsbetreuungsstelle am hiesigen Landgericht aufmerksam, die jedem unbemittelten Volksgenossen an jedem Mittwochnachmittag zur Verfügung stände. Als dritter Redner behandelte H. L o r e n z die neue Zinssenkung. Der neue niedrige Zinsfuß sei für die trebitnehmende Wirtschaft eine ganz andere Basis als der seitherige Zinssatz für hypothekarisch gedeckte langfristige Kredite. Die Zinssenkung werde sich auswtrken in einer Senkung der fixen Produktionskosten, d. h. in Verbilligung der Produktion und folglich in Preissenkung. Ausgenommen von der Zinssenkung seien die Liquidationspfandbriefe, folglich auch die Zinsen für die Auswertungshypotheken, welche die Deckung für die Liquida» tionspfandbriefe abgeben. Jedenfalls habe die Reichsregierung auch im Rahmen der großen Konversion die Interessen des Vorkriegskapitals wahr» zunehmen versucht. Was die Hauszinssteuerfrage anbetreffe, so müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die Hauszinssteuermilliarden eigentlich das Eigentum der Sparer und Hypothe» kengläubiger seien. Der Sparerbund erhoffe auch in dieser Frage bald eine Losung, die dem Sparer und Gläubiger ebenso gerecht werde, wie dem Haus- • ' : sie zu äußerster Disziplin, Selbstbeherr- l |U;UHg und körperlicher Gewandtheit und geben i Körperschule, Spiel und Tanz eine lebensvollere , und natürlichere Gestalt. Für jede Allersstufe wer- i den die ihr gemäßen körperlichen, musikattichen und - eelischen Äusdrucksformen gefunden. Nach der pa- . dagogischen Seite hin werden sie Hilfen zu einer i aus dem Sinnenerlebnis hervorgehenden Begnffs- bildunq und unterbauen somit den Sprech- und Sprachunterricht. Die rhythmische Erziehung will die durchgreifende körperliche Erziehungsmethode. Der gesamte Unterricht baut auf Selbstfinden und -Selbsterfinden auf. Die Erkenntnisse werden erarbeitet, nicht vermittelt, desgleichen wird auf mechanische Uebermittelung von körperlichen Hebungen durchaus verzichtet, da es sich lediglich um die Erfassung eines Arbeitsprinzips Handelt, durch das der Unterricht in der eignen Praxis lebendig und frei von jedem Schema sich gestaltet. „Erziehung zur Selbständigkeit", das Ziel der Arbeitsschule, wird nach dem Turnen Bensdorfs in der körperlichen Erziehung voll durchgefuhrt. Was Biensdorf bietet ist keine graue Theorie, sondern praktisches Miterleben für alle Kursteilnehmer. Biensdorf bringt eine auf Metrik fußende geistige Erziehung, die schon in der Grundschule elnsetzen muß und, wie die Körpertechnik, als selbständige DilAivlin neben dem Erlebenswege hergehen muß. Von Jugend auf sind dem Kinde viele Bewegungen vertrau? ganz von selbst, automatisch, hat das Kind alles aus dem Leben erlernt. Aus allem, was geschieht, erwachsen dem Erzieher die Aufgaben, die er zu leisten hat. Der Erzieher darf über dem Körperlichen nur das Seelische nicht vergessen und muß die Kinder dazu befähigen, aus ihrem eigenen Können Formen zu bilden. Der Leiter führte an praktischen Beispielen unter aktiver Mitarbeit aller Teilnehmer vor, wie Bewegung und Musik eine Einheit bilden, wie die Musik, ganz gleich mit welchen Instrumenten sie gespielt wird, jede Bewegung darstellen kann und umgekehrt, wie jede Bewegung sich ganz auf die Musik aufbauen kann. Der Leiter laßt die Erlebnisse der Kinder auf dem Schulwege im Gehen, Sehen, Stehen und Laufen in Bewegung ausdrücken, die den Körper dehnen, strecken und stahlen. Im Bewußtmachen dieser Bewegungen durch Musikinstrumente, Wort, Reim und Satz, Sprechmelodie und Lied zeigt er Wege zu eigenem Schaffen die der Jugend viel Freude machen und dabei das Hauptziel, die Ausbildung von Körper und Geist, nicht aus den Augen verlieren. Er stellt in Bewegung und Musik die Begriffe langsam und schnell dar, schafft Melodien und Worte dazu, zeichnet diese Melodien in Bewegungen in horizontaler und vertikaler Lage auf. Auch die dynamische Färbung findet die ihr gebührende Berücksichtigung. Der Leiter zeigte auch die pädagogische Behandlung des Kinder-Spiel- und Tanzliedes und feine Weiterführung zum selbstgeschaffenen Volkstanz in einer Reihe praktischer Darstellungen von Geschehenem aus dem alltäglichen Leben an den Beispielen „Meine Finger", „Wie die Tiere gehen , „Die Windmühle", „Die Katze und die Mause „Im Kahn", „Der Schuster", „Im Regen , „Die Frosche und der Storch", „Der Leiermann" und einigen PHOTO: ERNA STOLL (ffARtOTTENSuR^ I, wie an rangen des Redners. 9er Siudenlenfiihrer an die Studenten Gedenket der hungernden Vögel! Schützt die Tiere vor der Kalte! Auf Anordnung der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft wurde am gestrigen Freitag, allen deutschen Fach- und Hochschulen, auch von der Gießener Studentenschaft eine Sammlung unter dem Titel „Saarspende der Deutschen Studentenschaft" durchgeführt. Die Sammlung nahm frühmorgens ihren Anfang mit einem Appell der einzelnen Fachschaften in ihren Hörsälen. Hier erklärten die Fachschaftsleiter mit kurzen Worten den Sinn des Tages und forderten zur regen Opferbereitschaft auf. Bei der medizinischen Fachschaft sprach nach dem Fachschaftsleiter noch ein Dozent kurz über die letzten Ereignisse an der Saar. Den ganzen Tag über wurde eifrig gesammelt und die Saarspende-Abzeichen der Deutschen Studentenschaft (DSt.) verkauft. Die Sammlung schloß mit einer verständnisvolle Stüi Reicher Beifall lv Deutschtum und die völkische Pflege von jeher eine wertvolle Stütze. Dr. Kaufmann, der über 15 Jahre die deutsche Schule in Alexandrien leitete, zählte den kleinen Rudolf Heß zu seinen Schülern, und er war es, der neben dem Eliternhaus ihm zuerst von der Schönheit der Heimat und der Wesensart des Boltes erzählte, dessen Land der Schüler noch nicht kannte und dessen Sohn er doch war. Und so ist es denn auch nicht bloßer Zufall, daß viele heute im Deutsch, tum führende Männer durch die Schule des Aus- landsdeutfchtums gegangen sind. Abschließend erfflärte der Redner nachdrücklich, daß wir heute wieder mit Stolz auf die Leistungen des deutschen Volkstums im Auslande zurückblicken können, woraus uns die heilige Verpflichtung ent- Dank an die deutsche Saar! Oie Gießener Studentenschaft sammelt für die Saarspende der Deutschen Studentenschaft. Die Gießener Geflügelzucht im Zähre 1934 Ausblick auf das neue Arbeitsjahr. dort weiter bearbeitet zu werden. Keinerlei selbständige Industrie läßt die Mandatsmacht in diesem Lande aufkommen, um sich den guten Abnehmer auf die Dauer zu sichern. So stand denn England an erster Stelle der das Land beliefernden Nationen. Aber auch das deutfcke Erzeugnis erfreut sich dank feiner Güte eimr lebhaften Nachfrage, und in der Zeit vor dem Kriege stand Deutschland als einführende Nation an zweiter Stelle. Eine Reihe deutscher Importfirmen hatte sich in Alexandrien im Laufe der Zeit niedergelassen, unter ihnen die Firma Heß & Co., die mit an führender Stelle stand. Aus diesem deutschen Handelshause, das vom Großvater gegründet sich heute in der vierten Generation befindet, stammt Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers. In dieser Familie fand das stehe, diese Bestrebungen zu fördern durch b-as Opfer, damit bde fern von der Heimat Lebenden das Bewußtsein haben, im eigenen Lande stets die ........ "He ihrer Belange zu finden. »hnte die interessanten Ausfüh« ** Schulpersonalie. Ernannt wurde der Lehrer Dr. Hermann M e u e r an der Volksschule zu Atten-Buseck (Kreis Gießen), seither mit der kommissarischen Versetzung der Dienstgeschäfte des Kreisschulrats zu Schotten beauftragt, zum Kreis- fchulrat bei dem Kreisschulamt in Schotten mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ab. ** Str aßensperre. Wegen Ausführung von Kanalbauarbeiten werden der Heegstrauchweg, sowie der Alte Steinbacherweg vom Wald bis zur Mittelschneise auf die Dauer von zwei Monaten für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungs- schilder sind zu beachten. ** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Die Universitätsbibliothek fordert im heutigen Anzeigenteil auf, die von Nichtstudie- renben vor dem 1. Januar entliehenen Bücher spätestens bis zum 2. März zurückzugeben. Interessenten seien auf die Anzeige befonbers hingeroiefen. ** D ie Anmelbung der Abcschützen betrifft eine Bekanntmachung des Stadtschulamtes in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. ** Städtische Brennholzversteigerungen finden am kommenden Mittwoch, 13. Februar, und am Freitag, 15. Februar, jeweils 9.30 Uhr statt. Auf die heutige Bekanntmachung fei besonders aufmerksam gemacht. ** Brennholzoersteigerung im Gießener Stadtwald. Bei der gestern im Gießener Stadtwald durchgeführten städtisch-en Brennholz- Derftdgerung, bei der nur Eichenholz zur Versteige- gerung gelangte, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Scheite,. 1. Klasse 6,50 Mk., Knüppel, 1. Kl. 5 Mark, 2. Kl. 4,40 Mk., Reiser, 1. Kl. 2,50 Mark, Stöcke 4,50 Mk. und Rund scheite (Gartenpfosten) 9,50 Mark je Raummeter. ** Besichtigung des Liebig - Museums durch den F Ä D. Gestern nachmittag nahm eine Arbeitsgemeinschaft der Abteilung 222 des Freiwilligen Arbeitsdienstes eine Besichtigung des Liebig- Museums vor. Der Vorsitzende der Gesellschaft Liebig-Museum, Geheimrat Sommer, übernahm die Führung durch die einzelnen Räume und hielt dabei einen Einführungsvortrag über die Bedeutung Justus von Liebigs fürb ie beutsche Wissenschaft, die Entwickelung des Museums und dessen Bedeutung für eine volkstümliche Erziehung im Sinne der von der Gesellschaft Liebig-Museum beabsichtigten gemeinverständlichen volkskundlichen Vortragsreihen. Die in dieser Arbeitsgemeinschaft zusam- mengeschlossenen Führer des Arbeitsdienstes folgten interessiert den Ausführungen und bedankten sich für die ausgezeichnete Führung. Der Erfolg einer solchen Besichtigung ist vielversprechend, auch für die Stadt Gießen, weil diese jungen Menschen aus allen Teilen des Reiches stammen und sich Gießens und seines Liebigmuseums gern erinnern werden. ** Unglücklicher Sturz. Die in einem hiesigen Kaffeehaus beschäftigte etwa 25 Jahre alte Hausangestellte Elisabeth Etzel erlitt durch einen unglücklichen Sturz eine Gehirnerschütterung und mußte in die Klinik gebracht werden. — Der 50 Jahre alte technische Inspektor Heinrich Brühl, Liebigstraße 71, erlitt, ebenfalls durch Sturz, einen Bruch des rechten Oberschenkels. ** Verkehrsunfall. Am gestrigen Freitagmittag ereignete sich auf dem Kirchenplatz ein Verkehrsunfall. Der 19jährige Paul Georg aus Wiefeck, der auf dem Fahrrad unterwegs war, stieß mit der Straßenbahn zusammen und kam schwer zu Fall. Der Verunglückte erlitt Schädelverletzungen, die glücklicherweise nicht lebensgefährlich sind. Er mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** V. H. C. Gießen. Für den vergangenen Sonntag war — wie man uns berichtet — eine Wanderung durch den Stadtwald und den angrenzenden Staatswald vorgesehen. Am Samstag war bis in die Nacht hinein ein starkes Unwetter niedergegangen. Bis zum Sonntagmorgen halle sich der Himmel jedoch wieder aufgeklärt. Don der Uni- versitäts-Bibliothek wanderten wir am Alten Friedhof vorbei nach dem Anneröder Weg, bogen später nach der Wannschneise rechts ab, überquerten die Steinbacher Straße und ben alten Steinbacher Weg unb gingen zum Hirtenbrunnen, den die Altersvereinigung 1874/1924 schön hat Herrichten lassen. Schon in der Anlage sahen wir die Spuren des Unwetters. Viele Aeskd lagen auf der Erde. In den zum Teil stark benutzten und zerfahrenen Wald- schnersen stand das Regenwasser in großen Pfützen. Mächtige Fichten hatte das wilde Wetter aus der Erde gerissen- starke Wurzeln, die den Bäumen jahrelang Nahrung und Hall gaben, starrten wirr unb wuchtig 3um Himmel. Jetzt herrschte wieder friedliche Ruhe im Wald. Es ging ein erfrischend würziger Wind. An dem blauen Himmel zogen dichte, weiße Wolken, die Sonne strahlte durch die Schneisen und Lichtungen und legte sich schmeichelnd um die schlanken Stämme der Bäume. Beglückt von der Schönhell unseres Waldes wanderten wir weiter, zuerst zu dem Fünfzigerplatz der Altersvereinigung 1879/1929, stiegen dann hinauf zum Georgstempel, von wo wir durch und über die kahlen Bäume eine schöne Aussicht nach dem Schisfenberg, nach den Bergen des Taunus, nach unserer Stadt, nach Dünsberg, Hohensolms und Königsberg hatten. Die weiteren Höhen leuchteten schneebedeckt in ber Ferne. Nach diesem herrlichen Rundblick gingen wir an dem Ludwigsbrunnen vorbei, den die Altersvereinigung 1882/1932 hat fassen lassen, zum Forst- garten. Nach der Mittagsrast zeigte uns VHC.- Sniber Binz die Gartenanlagen, auch den Platz der Altersvereinigung 1883/1933. Wir wanderten dann zur Nikvlausquelle. Unterwegs hatten wir durch die Schneisen wiederholt einen schönen Ausblick zum Schisfenberg und kurz vor der Nikolaus- quelle auf Steinberg. Mitten durch den Wald tarnen wir daraus zur Theodorsruhe. Auch hier lagen wieder mehrere starke Fichten, vom Sturm aus der Erde gerissen. Ein mächtiger Baum lag unmittelbar neben ber Schutzhülle, die jedoch nicht beschädigt war. Langsam absteigend gingen wir nun durch den Bergwerkswald nach Klein-Linden. Beim Verlassen des Waldes lag überraschend schön vor uns Klein-Linden und im Hintergrund der Dünsberg, sowie unsere Heimatburgen. In Klein-Linden wurde Schlußrast gehalten. Es war eine schöne Wanderung, die uns wieder die Schönheiten der nächsten Umgegend von Gießen gezeigt hat. Pg. Schuster erteilte bann dem neuen Studen- tenischafts- und Hochschulgruppenführer der Landes- universität, cand. theol. Hans Stenger das Wort zu feiner ersten Rede an die Gießener Studentenschaft. Er führte u. a. folgendes aus: Am Sonntag, 3. Februar, wurde ich zum Führer des NSD.-Studentenbundes und der Gießener Studentenschaft ernannt. Ich danke zunächst Bernhard Edler von Graeve für seine langjährige, im Dienste der Studentenschaft geleiftete Arbeit unb wünsche ihm einen erfolgreichen Abscyluß seines Studiums. Ebenso danke ich allen Amtsleitern, die ihre Zeit und Kraft in den Dienst unserer gemeinsamen Sache gestellt haben. Ich bin mir der Schwierigkeiten, die ich mit diesem Amt übernommen habe, vollauf bewußt, habe es ober trotzdem im Interesse unserer Gemeinschaft für meine Pflicht gehalten, dasselbe zu übernehmen. Es wird meine vornehmste Aufgabe fein, jederzeit unsere gemeinsamen studentischen Interessen innerhalb des Aufbaues des nationalsozialistischen Staates zu vertreten. Die Durchführung dieser Ausgabe wird jedoch nur möglich sein in engster Fühlungnahme mit der Studentenschaft, die mir dazu ihr vollstes Vertrauen und ihre unbedingte Mitarbeit schenken muß. Durch Berufung sämtlicher neuer und junger Mitarbeiter glaube ich, die äußere Grundlage zu einem neuen Vertrauensverhältnis gelegt zu haben. Ich 'will hierdurch nicht ausdrücken, daß die seitherigen Amtsleiter, die teilweise ihre Aemter schon zur Verfügung gestellt haben, nichts geleistet hätten, sondern es liegt lediglich im Interesse des neuen Kurses der Arbeit ber. Studentenschaft, daß ich mir einen neuen Mitarbeiter st ab ernannt habe. Im Mittelpunkt der studentischen Verfassung, die uns der Führer am 7. Februar 1934 gab, steht das Führerprinzip. An Stelle des früheren unfruchtbaren Systems des Allgemeinen Studentenausschusses, der schon durch die Art seines Zustanoe- fommens und seiner Zusammensetzung nicht in der Lage war, eine für alle Teile bindende Gestaltung des studentischen Lebens zu gewährleisten, trat eine mit viel umfassenderen Rechten und Befugnissen ausgestattete Führung. Der NSDStB. ist der alleinige Hvheitsträger der NSDAP, innerhalb der Hochschule. Er ist somit nicht nur für die politische Schulung und die Haltung der Studentenschaft verantwortlich, sondern darüber hinaus für die gesamte nationalsozialistische Entwicklung der neuen deutschen Hochschule. Es liegt daher im Interesse der gesamten Hochschule, daß das Verhältnis zwischen Dozentenschaft und Studentenschaft so fruchtbar als möglich gestaltet wird. Diese uns gegebenen neuen erweiterten Rechte und Freiheiten verpflichten uns aber auf der anderen Seite dazu, unsere Aufgaben mit größter Disziplin und unter Hintansetzung der eigenen Person durchzusüh- ren. Denn Aufgehen in einer Gemeinschaft bedeutet nicht zügellose Freiheit, sondern erhöhte Verpflichtung innerhalb der Gemeinschaft. Die Umgestaltung des geistigen Lebens, die die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus mit sich brachte, bedingt natürlich eine völlig neue Form der studentischen Gemeinschaft. Diese neue Form kann jedoch nur auf dem Wege des Versuchs gefunden werden. Was sich also als nicht zweck- mäßig erwiesen hat, muß im Interesse der kommenden studentischen Generation wieder beseitigt werden. Ob man heute schon die zweckmäßige Form gefunden hat, ist noch nicht zu Übersehen. Jedenfalls ist es unsere Aufgabe, dabei immer das Endziel, den Gesamtaufbau unseres Volkes, im Auge zu behalten. Die schwere Aufgabe der Saarabstimmung ist von Regierung und Volk glücklich gelöst worden, jetzt steht uns die weit schwierigere der Rückgliederung bevor, weil sie von unserem verarmten Vaterland gewaltige Opfer verlangt. Der Rückkauf der Gruben ist zwar durch die Reichsbank gesichert, aber die eigentliche Rückgliederung, wie Uebernahme und Neuordnung der Organisationen usw., kann nicht allein von öffentlichen Mitteln getragen werden. Aus diesem Grunde hat der Saarbevollmächtigte des Führers, Gauleiter Josef B ü r ck e l, die Saär- spende proklamiert, um am eigentlichen Tage der Rückgliederung diese Spende dem Führer zu überreichen. Die heutige Saarspende der Deutschen Studentenschaft soll zeigen, daß die neue Art studentischer Gemeinschaft keine kalte, leerlaufende Organisation ist, sondern daß sie sich bewußt tätig in den Dienst an unserem Volke stellt. Allen Kameraden, die sich durch ihre heutige Sammlertätigkeit und ihre Spenden in den Dienst der Sache gestellt haben, danke ich aufs herzlichste. Besonders dankte er nochmals Dr. Kaufmann für feine treue Mitarbeit bei der Gießener finden» tenschastlichen Arbeit und seinen Kameraden Hans Fritz S ch u ft e r für die mustergültige Durchführung dieser Saarspende. Sein Sieg-Heil galt dem Führer und Kanzler Adolf Hitler. Die Sammlung ergab das schöne Resultat von 332,95 Mark. Der Geflügelzuchtverein Gießen hielt wie man uns berichtet - seine diesjährige Jahresversammlung im Hotel Hopfeld ab. Dank der zielbewußten und vorbildlich geleisteten Arbeit durch den Vereinsoorsitzenden, ist es im verflossenen Geschäftsjahr erreicht worden, daß ber Verein von dem unausbleiblich gewesenen Zerfall zurückgerissen und ihm wieder neues Leben eingehaucht wurde. Die Hauptversammlung war infolgedessen seit Jahren nicht so gut besucht wie diesmal. Mit herzlichen Begrüßungsworten, seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck gebend, eröffnete der Vorsitzende, Herr Bauer, die Versammlung und gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder, die in der üblichen Weise geehrt wurden. Der Schriftführer, Herr Heß, verlas die Niederschrift über die letzte Versammlung unb erstattete anschließend den Geschäftsbericht, aus dem zu entnehmen war, bafj sich im Verein in züchterischer Beziehung sowohl als auch in der Mttgliederzahl eine stetige Aufwärtsentwicklung bemerkbar gemacht habe. Der von dem Kassierer, Herrn Brauer, zur Verlesung gebrachte Kassenbericht ließ erkennen, daß der Verein wohl seinen laufenden Verpflichtungen nachgekommen ist, aber trotz sparsamster Wirtschaft kein nennenswerter Ueberschuß erzielt werden konnte. Die finanzielle Lage wird sich jebod) voraussichtlich im Geschäftsjahr 1935 wesentlich günstt- ger gestalten, da beträchtliche Ersparnisse an den seitherigen laufenden Ausgaben gemacht werden und mit einem erhöhten Eingang von Mitglieder- beiträgen gerechnet werden kann. Nach dem Bericht der Rechnungsprüfer ist die Kasfenführang in mustergültiger Ordnung. Aus dem Tätigkeitsbericht. den der Vorsitzende gab, ist besonders hervorzu- heben, daß das Interesse an den Monatsvevsamm- lungen durch lehrreiche Vorträge über Zuchtfragen, Stallbau und zweckmäßige Einrichtung, sowie Gerate, rationelle Fütterung, Krankheiten des Geflügels, Ungeziefer - Bekämpfung, Ausstellungsfragen u. a. m. geweckt wurde. Dor allem hat zur Wiederbelebung der gesamten Vereinstätigkeit die mit melen Mühen in Gang gefetzte Futterbeschaffung beigetragen. Diese Leistung der Dereinsleitung ist um so höher zu bewerten, als keinerlei Mittel aus ber Vereinskasse hierfür verfügbar waren. Das seit Juni vorigen Jahres allmonatlich einmal zur Ausgabe kommende, selbst zusammengestellte Legemehl l)at den Vorzug, daß es neben einer vorzüglichen Qualität sehr preiswert ist, da es zum Selbstkostenpreis an die Mitglieder abgegeben wird» Im Laufe des vergangenen Sommers wurden die Zuchtanlagen' der Mitglieder besichtigt und dabei manche wertvolle Aufklärung gegeben. Aus der Vereins kaffe wurden im vergangenen Frühjahr an 5 Mitglieder, die das Los bestimmte, Zuschüsse zur Beschaffung von Bruteier bzw. zum Ankauf von Zuchttieren gegeben. Es konnten hierdurch schon beachtliche Anfangserfolge in der Zucht erzieilt werden, die erst in ben nächsten Jahren voll zur Auswirkung kommen können. Im Svätherbst wurde eine Besprechung der Zucht- unb Ausstellungstiere durch einen Preisrichter im Beisein ber betr. Züchter durchgeführt, die manche wertvolle Aufklärung gebracht hat. Gemeinsam besucht wurden die Kreis- schau in Lang-Göns, die Reichskleintierschau in Frankfurt a. M. und die Allgemeine Ausstellung in Lollar. Mit durchweg guten bis sehr guten Erfolgen wurden die Ausstellungen in Hannover, Magdeburg, Lang-Göns, Frankfurt a. M., Kirchhain, Essen und Lollar von ben Mitgliedern Beim- born, Brauer, Sommer, Kreiling, Becker unb Bauer beschickt. Zusammenfassend kann gejagt werden, baß die Voraussetzungen für eine stetige Aufwärtsentwicklung der züchterischen Tätigkeit sowohl, als auch für den weiteren Ausbau des Vereins geschaffen find. Mit herzlichem Dank an seine Mitarbeiter beendete Herr Bauer ben Tätigkeitsbericht und gab anschließend das Arbeitsprogramm für das begonnene Geschäftsjahr, sowie die für die nächsten Jahre gesteckten Ziele bekannt. Es muß als selbstverständlich angesehen werden, daß die Mitglieder eines Geflügelzucht- Vereins keine Kreuzungshühner, sondern einen ein- heitlichen Stamm Rassehühner halten. Grundsatz ist und bleibt: durch Rasse zur Leistung! Im kom- menden Frühjahr wird eine ganz intensive Züchtertätigkeit einsetzen, und ich bin Überzeugt, so führte Herr Bauer aus, daß eine ganze Anzahl Mit- glieber darauf brennt, bis sie mit der Zucht beginnen können. Es muß deshalb jetzt schon begonnen werden, die Vorbereitungen für die Brat und Auf» zücht zu treffen. Wer Bruteier von auswärtigen Züchtern beziehen will, soll sich zunächst an den Vorsitzenden wenden, ber weder Zeit noch Mühe scheut, den Mitgliedern die Bruteier zu vermitteln und ihnen zum Erfolg zu verhelfen. Allen Mitgliedern wird zur Aufgabe gemacht, stets bemüht zu sein, dem Verein neue Mitglieder zuzuführen. Dies dürfte um so leichter sein, als gegenwärtig die Mitgliedschaft im Verein kein Opfer mehr bedeutet, sondern eher Vorteile bietet. So sehr uns einerseits neue Mitglieder willkommen sind, die vor allem Lust 0r. Kaufmann lebhaft begrüßt, stellte an den Eingang seiner interessanten Ausführungen die innige Freude, die die ganze deutsche Nation am Tage der Abstimmung des Saargebietes am 13. Januar 1935 empfunden hotte darüber, daß ein Stück Heimat zu feinem Volk zurückgefunden hat, das sich darum als so wertvoll erwies, weil es sich in feiner überwältigenden Mehrheit zum deutschen Mutterlande bekannte. Diese Treue bedeute über den Abstimmungserfolg hinaus einen unendlichen Nutzen für das gesamte deutsche Volk. Die Stimme des Blutes findet ihren Gipfelpunkt in dem Bekenntnis: „Volk will zu Volk". Darum gibt es in der ganzen Welt immer nur eine Heimat. Andere Völker kann man wohl sehr hochschätzen, und sogar lieben und voller Bewunderung die Errungenschaften ihrer eigenen, jedoch auch mit dem Boden verwachsenen Kultur zum Ausdruck bringen. Das ist eine unbestreitbare Tatsache, die uns alle an der Grenze lebenden Volksgenossen Immer wieder in das Bewußtsein rücken, daß sie sich in den Stunden des Entscheids über alle Bedenken hinweg zur Mutter Heimat bekennen. Und selbst draußen in anderen und fernen Ländern, ob sie sich in Siedlungen zusammengefunden haben, ober verstreut unter den übrigen Bewohnern des Landes aufhalten, sie bleiben doch bewußt Deutsche, der Seele und der Sprache nach ewig Deutsche. Uns, die wir im Jnlande wohnen, ist das ja alles selbstverständlich, und es gehört zum Ordnung der Dinge, wohin- aegen dieses Deutschbewußtsein im Ausländsdeutschen viel klarer und bewußter wird, weil er es tagtäglich und immer wieder gegen fremde Ein-' flüffe verteidigen muß. Unendlich schwer hat es der Deutsche im Auslande, insbesondere vor dem Kriege. Denn in Volk und Regierung fand er wenig Verständnis für feine und damit doch des ganzen Volkes Belange, wenn er im Auslande sich niederließ. Gering war die materielle Unterstützung des Staates für die Pflegestätten deutscher Kultur und deutschen Wesens; wir nennen nur Schule, Kirche usw. Dachte man doch vor dem Kriege und auch noch lange nachher eben nur staatlich, und der Begriff völkisch war nahezu unbekannt. Und das Volk dachte von den im Ausland lebenden Volksgenossen eben nur, daß sie hinausgezogen waren, sich eine andere Heimat zu suchen, ober bessere unb günstigere Lebensbebingungen sich zu schaffen. Viele dachten beim Ausländsdeutschen auch an den Außenseiter und verallgemeinerten ihn sogar. Und doch waren es vielfach wertvolle Bestandteile der Nation, die das Mutterland verließen, aber ihr Deutschtum da draußen in der Fremde nicht ablegten, sondern es stolz betonten, und wo die Unterstützung der Heimat und des Vaterlandes oer- sagte, da schlossen sich diese deutschen Volksgenossen zusammen unb trugen gemeinsam bie Lasten für ihre Schule unb ihr Kirchlein. Wie anders ist das alles geworden im neuen Staat, der sich auf fein Volk, auf feine Volkheit und auf fein Deutschtum besann und es stolz auf fein Banner schreibt, denn was heute für das Volk im Land geschieht, geschieht auch für die Volksgenossen da draußen, ob sie im Vörden, oder auf dem Baifan, ob sie in Palästina oder in Aegypten sich niedergelassen haben. Es ist eine wunderbare Wandlung, die in der Regierung und dem Volk eingetreten ist. Der Deutsche betont noch stolzer als zuvor sein Deutschtum, und die Gastländer ehren und schätzen ihn wieder. Besonders in Aegypten, dessen Einwohner über prächtigen Nationalstolz verfügen, fand sich schnell eine geistige Brücke zum nationalbewuß- ten Deutschen, schon aus dem nahen Grunde der Ablehnung der Entente. Sie hatten selbst als Na- Honaliften am ersten Verständnis für unseren zähen Mampf um die nationale Selbständigkeit unseres Volkes. Dr. Kaufmann machte sodann interessante Ausführungen über die wirtschaftliche Struktur Aegyptens, bie nicht nur vorwiegenb, fonbern ausschließlich lanbwirtschaftlich orientiert ist unb sich in oer Hauptsache auf bie Kultur ber Baumwollpflanze < r^n^' von dort als begehrter Handelsar- E Zugang in alle Länder der Erde findet um Kundgebung im Gießener Studenten- haus ab, wo sich gegen 20.30 Uhr Dozenten unb Stubenten sehr zahlreich in ber Tageshalle bes Gießener Stubentenhaufes versammelten. pg. Hans Intz Schuster, bem bie Durchführung dieser Aktion von der Studentenschaft übertragen worden war, begrüßte die Erschienenen und kam nochmals auf den 13. Januar d. I. zu sprechen. In unzweideutiger Weise habe sich das Saarvolk zu seinem Vaterlande, bem nationalsozialistischen Deutschlanb unb zu seinem Führer Aböls Hitler, bekannt. Nun solle balb bas lange Sehnen unb das bange Heimweh unserer Brüder unb Schwestern an ber Saar enbgültig in Erfüllung gehen. Unsere Volksgenossen an ber Saar hätten ihre Treue zum Reich unb Führer unter Beweis gestellt unb vor ber ganzen Welt ein Beispiel von echter beutscher Vaterlandsliebe gegeben. Wir müßten dem Saargebiet für diese feine Treue danken. Aus diesem Grunde sei diese Sammlung entstanden. Der Erlös dieser Spende werde als Ehrengabe der Deutschen Studentenschaft am Tage der Rückgliederung des Saargebietes an Gauleiter Bürckel übergeben werden. Mit großer Freude hätte die Gießener Studentenschaft es begrüßt, daß Dr. Kaufmann der Aufforderung zu einem Vortrage Folge geleistet habe. Dr. Kaufmann fei ja für die Gießener Studentenschaft kein Fremder mehr, denn er stehe schon lange im engen Konnex mit ber Gießener Stubenten- schäft. ftUpori Oberheffen Resultat Don IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Vevlas des GieSerrev Slnreisevs WAlUuMto ßlM, net ftuton* raten Hans )urd)füf)tung It dem W» Slusbewahvungs-LNappett zur Sammlung der (Zinzellieferungen. Preis: NM. 1.50 Mit dem plötzlich eingetretenen Frostwetter werden nun am morgigen Sonntag die schon für Beginn dieses Jahres vorgesehenen Eismeisterschasten des SWDERV. noch Durchgeführt werden können. Die Schauplätze der Wettkämpfe werden Gießen und Aschaffenburg sein. Der Gießener Eisoerein richtet die Meisterschaften in Eishockey aus, um die sich nach den vorliegenden Meldungen vier Mannschaften bewerben. Als Favorit gilt die Mannschaft vom SC. Forsthausstraße Frankfurt, die auf einer Wettspielreise durch die Schweiz äußerst günstige Ergebnisse erzielte und den anderen Mannschaften gegenüber stark im Vorteil ist. Neben Frankfurt gehen Vertretungen von Kassel, Radevormwald und Gießen in den Wettbewerb ,über deren Spielstärke wenig auszusagen ist, da sich diese im Eishockey von Jahr zu Jahr wandelt. Daß spannende Kämpfe zu erwar» ten sind, dafür bürgt der Begriff Eishockey, vor allem jetzt, wo das Spiel durch Umgestaltung der Abseitsregeln an Schnelligkeit und flüssigem, un- Zum Feldzug gegen Verschandelung der Heimatnatur! Naturschutz im Dritten Neich Einführung in Wes en und Grundlagen zeitgemäß.Naturschuharbeit v. pros.Dr. Walther Schoemchen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen und Leiter der Fachflelle Naturschutz im Neichsbund Volkstum und Heimat. Mit 24 Sildtafeln Preis: Gebunden NM. 3-60 Iu beziehen durch jede Suchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde eht der Betrieb nicht weiter! Ohne genügend Phosphor» saure keine guten Ernten, dünge im Frühjahr mit Superphos- Unterlassung der Phosphorsäure» ,g bedeutet Verzicht auf gute Erträge, Die deutschen Dünger Superphosphat, Ammoniak-Superphosphat, Am-Sup-Ka-Volldüngef sichern die Erträge und lohnen die Mühen des Landmannes. 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Wenn die Witterung, Schneefall oder Glatteis, die Einhaltung dieser Mindestdurchschnittsge- schwindiqkeiten unmöglich macht, tritt eine gleitende Wertung ein, bei der in jeder Wertungsgruppe — insgesamt elf — die beste Zeit als Grundlage für die Berechnung der Ergebnisse dient. hes c ir> ent. X übende» bie ,u bntien kn Süisfil). en-. L koin- ^Lwr‘ führte * W h°" A°Aui- nrfAüO« it "Atteln cä1; Siäe aufhörlichem Ablauf noch gewonnen hat. Die Vorkämpfe beginnen um 9 Uhr, die Entscheidungen fallen ab 14 Uhr. Außerdem hat sich der Gießener Eisverein bemüht, das ehemalige Meisterpaar im Kunstlauf, Ehepaar Trauth-Stuttgart, zu einem Schaulaufen zu gewinnen. Das Können des Meisterpaares steht auf einer sehr hohen Stufe. Beweis dafür ist das gute Abschneiden bei den Meisterschaften in Gar- rnisch. Die Meisterschaften im Kunstlauf und Eisschießen führen die Eissportler in Aschaffenburg zusammen. Der Gießener Eisverein beschickt davon das E i s- schießen mit seiner besten Mannschaft, die seit Jahren Meister des Verbandes ist und sich erst kürzlich wieder bei den Meisterschaften in Garmisch als beste außerbayerische Mannschaft erwies. Da die Kunstläufer in der Eishockeymannschaft spielen, mußte leider von einer Teilnahme an diesen Wettbewerben abgesehen werden. MenWitot Mus Zorsthaus bei Echzell (Oberhessen) Gegründet 1809 Wir nehmen Ihnen die Sorge für die Sr« ztehung Ihres Jungen ab Sei allen Vorzügen eines Landheims lehrplangemaßer Unterricht, in Heinen Klassen. Erziehung zu selbständiger Arbeit. Kameradschaft- lilbes Zusammenleben; viel Körperschule. Sexta — Untersekunda - Oberrealschule Aeolgymnassum. - Äeste Empfehlungen, profpeft frei. ^ttUNg: Dk. LlNiUS. 768 V ners wurden stigl und du- ben. Aus der FrühM on Zuschüsse zur Ankauf von erdurch $on it erzickwer- voll zur Aus- therbft wurd sstellungstlere er betr. 3^' le Aufklärung ben die Kreis- intierschnu Ausstellung in nuten Erfol- > Kirchs"' tern Beim- Kreiling. 'den, »fe s?- ,egoti”eM ausstellung durch alle deutschen Gaue gehen. Der Reichssportführer schloß mit der Aufforderung an alle zu weiterer Mitarbeit. An die Aussprache schloß sich die Vorführung eines olympischen Werbe- und Kulturfilmes. Ein Gang durch die Ausstellung folgte. Deutsche Siege in St. Moritz. Die Akademischen Veltwinterspiele. Akademischer Weltmeister in der Kombination Lang-Sprunglauf wurde bei den in St. Moritz ausgetragenen Titelkämpfen mit Rote 234 der Breslauer Gerhard S ch e p e. Auch auf dem zweiten und Liebe zur Sache haben und auch pünktllch ihre Beitragspflicht erfüllen, so unerwünscht sind uns solche Leute, die nur des wirtschaftlichen Vorteiles wegen die Mitgliedschaft erwerben wollen und zur Erfüllung ihrer Pflichten genötiat werden müssen. Die Beibehaltung der Futterbeschaffung ist eine Existenzfrage für unseren Verein und wird unter allen Umständen in der bisherigen Weise durchgeführt werden. Die Abhaltung einer Lokal- oder allgemeinen Ausstellung kommt nicht für uns in Frage, denn der Erfolg solch kleiner Schauen in einer Stadt ist meistens sehr zweifelhaft. Wenn wir in absehbarer Zeit mit einer Ausstellung an die Oeffentlichkeit treten, dann müssen unter Zusammenfassung aller verfügbaren Kräfte die Vorbereitungen bis ins kleinste so getroffen werden, daß diese Ausstellung für unsere Stadt ein Ereignis bedeutet und ein durchschlagender Erfolg in jeglicher Hinsicht erzielt wird. Oberster Grundsatz muh es für uns sein, die Aussteller so zufrieden- zustellen, daß sie von sich aus für die alljährliche Abhaltung einer Schau in Gießen eintreten. Die Voraussetzungen dafür sind einerseits durch die für diesen Zweck hervorragend geeignete Volkshall« als Ausstellungsraum und anderseits in dem ausgeprägten Ehrgeiz der Dereinsleitung zur Vollbringung von Höchstleistuygen gegeben. Der Vorsitzende hofft, zu erreichen, daß uns für 1937, anläßlich des vierzigjährigen Vereinsjubiläums, die Durchführung der Gauschau für die Landesfachgruppe Hessen-Nassau übertragen wird. Diese Schau soll der Auftakt sein, für die weitere Entwicklung des Vereins nach innen und außen. Es liegt uns fern und gehört auch nicht zu unserem Aufgabengebiet, kostspielige Vereinsfeste zu feiern, aber einmal im Jahr wollen wir im Sommer einen Familienausflug machen, der bestimmt Die erste Mannschaft fährt am morgigen Sonntag nach Grohen-Buseck, um das fällige Meister- schaftsspiel auszutragen. Für die Mannschaft aus Heuchelheim bedeutet dies keinen leichten Gang, zumal in letzter Zeit ein Formrückgang zu verzeichnen ist. Di- Heuchelheimer werden Voraussicht- lich mit Ersatz antreten. Trotzdem dürfen die hiesigen nicht von vornherein das Treffen Der- lorengeben Man erwartet von l-d-m einzelnen Spieler reftlofen Einsatz, da dieses Sp-l eventuell den Ausschlag hinsichtlich der Meisterschaft geben " Me zweite Mannschaft erwartet zu Lause die gleich- Elf vom VsB. Krofdorf-Gleiberg. Bei diesem Spiel sollten die Leute vom Sportverein sicherer Sieger bleiben. ____ of Die Gesamtveranstaltung gliedert sich in eine Startprüfung, eine B e l e u ch tu n g s p r u- und eine Z u v.e r l ä s s i g k e i t s - Fa h r t Platz fleht mit dem Münchener Dendl ein Deutscher mit 424,5. Jrn Staffellauf belegten die Deutschen hinter Italien den zweiten Platz. Deutsche ZRingerfiege in Schweden. Das internationale Ringerturnier in Stockholm wurde am Donnerstag vor ausoerkauftem Haufe fortgesetzt. Die deutschen Amateure schnitten sehr gut ab. Im Schwergewicht besiegte Hornfischer (Nürnberg) den Schweden N i l s s o n nach 2:05 durch Ueberrourf. Siebert (Darmstadt) gewann im Halbschwergewicht durch einen Fehlgrift feines Gegners Holmberg (Schweden) nach 6:14 Min. und Ehrl (München) bezwang im Leichtgewicht den Schweden G. Jönsson nach 2:13 Min. durch Eindrücken der Brücke. Kurze Sportnoiizeu. Fast zwei Millionen Mitglieder hat die Deutsche Turnerschaft nach ihrer neuesten Bestandsaufnahme. Die- genaue Ziffer am 1. Januar 1935 lautete 1 732 787 Mitglieder. Der größte Turngau ist der Gau Sachsen mit 311 000 Mitgliedern. Gegen kostbare Ehrenpreise wendete sich jetzt der Internationale Skioerband, nachdem ein italienischer Wintersportort für eine Skioeran- ftaltung Automobile als Ehrenpreise ausgesetzt hat. Der internationale Verband verlangt von den Landesverbänden, zu solchen Wettbewerben keine Meldungen abzugeben. Nur 2:0 siegten die Winnipeg Monarchs bet einem Eishockeyspiel in Bern. Die Weltmeister ftan- den dem HC. Davos gegenüber, der sich stark zur Wehr setzte und sich nur knapp schlagen ließ. Den 18-Kilometer-Langlauf beim Wintersportfest des deutschen Ostens gewann Gustav H ä u s e l e r - Schreiberhau in 1:24:23 vor Ernst Sender-Schreiberhau und Heinz Krebs- Krummhübel. Nur 16 von 56 ge ft arteten Fahrzeugen erreichten bei der in Verbindung mit der Titifeefahrt stattfindenden Deutschlandsahrt rechtzeitig das Ziel und zwar acht Wagen und acht Krafträder. Einen deutschen Bobfieg gab es in St. Moritz im Kampf um den Martineau-Pokal. Weltmeister Hans Kilian-Partenkirchen fuhr an beiden Tagen jeweils die Bestzeit und belegte mit 5:37,8 Min. für vier Fahrten den ersten Platz vor Bob „Deutschland 2" mit Fritz Grau am Steuer. Nennungsschluß kfl der 16. Februar. Die Teilnehmer müssen im Besitz des Nationalen Ausweises oder der Internationalen Lizenz für 1935 fein. Ausschreibungen sind bei der Gaugeschäftsftelle des DDAC. Gau III Frankfurt a. M., Goetheplatz 5, an» zufordern. Eröffnung der Olympia-Ausstellung durch den Neichssportführer. Das starke Interesse, das die vom Reichssport- führer und vom Propagandaausschuß für die Olympischen Spiele veranstaltete Olympia - Ausstellung findet, kam bereits bei der Eröffnung in Berlin am Freitagvormittag durch den Reichssportsührer zum Ausdruck. Der Reichssportsührer konnte insbesondere Reichsarbeitsminister S e l d t e, General von Reichenau als Vertreter des Reichswehrministers, Oberbürgermeister Dr. Sahm und Gruppenführer Uh land als Vertreter der SA. begrüßen. Außerdem sah man neben weiteren Abgesandten der Behörden die Führer der deutschen Sportverbände. Reichssportsührer von Tschammer und Osten umriß in seiner Eröffnungsansprache Sinn und Zweck dieser Ausstellung, dankte^ dem Reichspropagandaminister Dr. G o e b b e l s für die Unterstützung durch sein Ministerium und ferner allen, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. In seiner Rede wies der Reichssportsührer darauf hin, daß Olympia eine nationale Aufgabe sei. Das Werk der Bauten auf dem Reichssportseld, in Garmisch-Partenkirchen und Kiel sei geschichtliche Großtat Adolf Hitlers. Olympia-Vorbereitung fei eine Schulung für die gesamte Nation. Die größten und wichtigsten Teile Der Ausstellung würden im Jahre 1935 und im Frühjahr 1936 als Wanderin hoch. . Dozenten, i mög. Ietl neuen Pflichten unsere Kib unter ^chzusüh. "schäft be. kn erhöhte einschast. ns,. die die ^sozialisnius völlig neue Diese neue d-r Si-rfuchr nicht zweck- der kommen, beseitigt wer. Form ehen. Jeden. *er das End- 's, im Auge timmung ist löst worden, r Rückgliede- rannten Da. Rückkauf der gesichert, aber ernahme und , kann nicht lgen werden, wollmochtigte l, die Saar- en Tage der irer zu über- Autounfall bei Mücke. * Mücke, 9. Febr. In der letzten Nacht gegen 3 Uhr ereignete sich in der Nähe von Mücke an Der Bärenbrücke ein Autounfall, der zum Glück noch verhältnismäßig glimpflich verlief. Dort kam der kaufmännische Äbteilungsvorstand des Ueber- landwerks Friedberg, Bergmann, in Begleitung feiner Frau von Alsfeld her, um nach Friedberg zu fahren. An der Brücke muß das Auto, jedenfalls infolge Glätte der Straße, ins Schleudern geraten fein, Denn es fuhr gegen einen Brücken st ein unD rourDe Dabei fo umfangreich Demoliert, Daß es nicht mehr fahrbar war. Herr Bergmann unD feine Frau erlitten leichtere SchnittwunDen am Kopf unD Hautabschürfungen, im übrigen kamen sie mit Dem Schrecken Davon. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung konnten sie mit einem von Hungen herbeigerufenen Auto Die Heimfahrt fortsetzen. Landkreis Gießen. -Staufenberg, 6. Febr. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete im Saale von Zecher einen Deutschen AbenD. Der Vereinssührer F e y wies einleitend auf Die BeDeutung Des AbenDs hin. SoDann sprach KameraD FrieDrich Reuter aus Dornholzhausen über Die Pflichten Der alten SolDaten im Dritten Reich. Die Ausführungen Des Redners wurden sehr beifällig aufgenommen. Mit Dem gemeinsam gesungenen DeutschlanD- unD Horst- Wessel-Lied sanD Der anregenDe AbenD seinen Ab- roßen-Buseck, 8. Febr. Gestern fanD hier Die Beisetzung van Dr. LuDwig Freiherrn von NorDeckzurRabenauin VfB.'R. — Pohlgöns. Die lb-Mannschaft Der VfB.-R. empfängt am morgigen Sonntag Den Tabellenführer Der Bezirks- klasse,' Pohlgöns I, zum Rückspiel. Das Vorspiel wurde in Pohlgöns 9:4 verloren. Da Kramer von der la-Mannschaft als Mittelstürmer mit von Der Partie ist, Dürfte Die Id-Mannschafts auf eigenem Platze schwer zu schlagen sei. Pohlgons stellt eme eingespielte Elf, die zu gewinnen versteht. Der VfB -R muß in seinen Deckungsreihen aufopfernder spielen-, nur Dann ist Die Revanche möglich. Hessische Zuverlässigkeitsfahrt des DDAC. Mit Unterstützung der Motorbrigade Hessen des NSKK. veranstaltet Der Gau III ,.(9.ef6 fen) am 23. unD 24. Februar eine Gauzuoerlassig- keits-Fahrt, bie auch für Den Gau Westmark dazu beitragen wird, daß die bei uns schon vor- hanDene wahre Volksgemeinschaft sich noch inniger gestattet. Der bisherige Gesamtvorstand bleibt weiter im Amt. Als neue Mitglieder wurden aufgenommen: Heinrich H e 11 m o l d , Heinrich H ö b e l e r , Wilhelm Klein, Walter Aber- m -a n n , Heinrich M a n k e l und Wilhelm Benner. Ferner waren bereits in der vorhergehenden Versammlung Heinrich Gröninger und Wilhelm Meininger als neu« Mitglieder auf- genommen worden. Mit großer Spannung wurde eine Verlosung von Zuschüssen für die Beschaffung von Bruteiern bzw. Ankauf von Zuchttieren Durchgeführt. Der DorsitzenDe machte darauf aufmerksam, daß Die Zahlung Der Mitgliederbeiträge im vergangenen Jahre nicht so erfolgte, wie dies im Interesse einer ordentlichen Geschäfts- und Kassenführung erforDer- lich sei. Im neuen Geschäftsjahr ist die erste Beitragsrate bis spätestens 1. 4 und die zweite Rate bis 1.8. zu bezahlen Die Beitragserhebung wird künftig nach Bezirken durch die Mitglieder, die vom Kassierer noch bestimmt werden, durchgeführt. Es muß erwartet werden, daß bie-fen Mitgliedern, die sich in den Dienst der Sache stellen, der Beittag beim erstmaligen Vorzügen der Quittung ausge- händigt wird. Zum Schluß betonte der Vorsitzende noch, daß es Die Aufgabe Der Geflügelzuchtvereine sei, einerseits die Rassezucht zu erhalten und zu fördern, ander- seits durch zweckmäßige Ausklärungsarbett mitzuhelfen, daß aus Den vorhandenen Geflügelbeständen höhere Leistungen herausgeholt werden. Damit unterstützen wir die Bestrebungen der Reichsregierung, uns freizumachen von Der bisher noch notwendigen Einfuhr von ausländischen Geflügelprodukten. Die erste Jugend-Mannschaft erwartet die erste Jugend vom Spv. 05 Wetzlar. Hierbei werden die Einheimischen nicht viel zu bestellen haben. Heuchelheim stellt auch eine gute Jugendelf. Jedoch wird sich dieselbe gegen die körperlich kräftigere Wetzlarer Mannschaft (voraussichtlicher Kreismeister) nicht durchsetzen können. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am morgigen Sonntag wird die 1. Mannschaft Des Turnvereins Wieseck zu einem Freundschaftsspiel gegen Die aufftrebenDe Mannschaft Des Turnvereins Alten-Buseck zu Gaste fein. Wieseck roirD wohl, obwohl mit Ersatz, Den Gastgebern em überlegenes Spiel liefern, sollte jeDoch nicht in Den Fehler verfallen. Den Gegner leicht zu nehmen. Die 2. Mannschaft unD nach langer Zeit zum ersten Male Die JugenDmannschast von Wieseck werden in Allendors (Lahn) zu Gaste sein, um gegen die Dortige 1. unD neu erstanDene Jugend- Mannschaft zum Freundschaftsspiele anzutteten. Waldlaufstaffeltag am 24. Februar 1935 in Gießen. Für den Kreis Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Schotten) findet am 24. Februar vormittags eine Waldlaufttaftel- Veranstaltung statt. Durchlaufen wird eine Rund- sttecke von 1,5 Kilometer Länge im Philosophen- malDgelänDe bei Gießen, und zwar in der ^-Klasse dreimal, in Der 6-Klasse zweimal und in der Jugendklasse (Jahrgang 17/18) einmal von jedem Läufer. Drei Läufer bilden eine Mannschaft. Treffpunkt für alle Teilnehmer ist um 10 Uhr der 1900-Sportplatz (Umkleidehalle). Meldungen gehen bis zum 20. Februar 1935 an Kreisfachamtsleiter Gg. Richtberg, Gießen, Muhlstraße 32. Handball im Kreis VIII (Lahn-Dill). dem hinter dem Schloß gelegenen Erbbegräbnis statt. Die Teilnahme der Einwohner legte beredtes Zeugnis ab von Der Achtung und Wertschätzung, Deren sich Der Heimgegangene erfreuen Durfte. Sein stets freundliches und hilfsbereites Wesen hatte ihm einen Platz gesichert in Den Herzen vieler Gemeinde- güeDer. Mochten ihm auch Enttäuschungen und Undank manchmal nicht erspart bleiben, seine und seines Hauses hilfsbereite und volksverbundene Gesinnung blieb sich gleich. Wir Busecker wissen, was wir dem Heimgegangenen und seinem Hause in Kriegs- und Friedenszeiten zu danken haben. Sein frühes Grab ruft uns zu: „Wer treu gewirkt, bis ihm die Kraft gebricht, ach, den vergißt man nicht." <£ Reiskirchen, 6. Febr. Der hiesige Gesangverein „Harmonie" hielt am Sonntagabend sein Winterkonzert ab, bei dem die Gießener Reichswehrkapelle unter Leituna von Obermusikmeister Krautze mitwirkte. Nach einem einleitenden Marsch Der Reichswehrkapelle brachte Der Verein unter Leitung seines Chormeisters Karl Nicolai einige Chorwerke zu Gehör, Die von bestem Können zeugten unD recht starken Beifall fanDen. Hierauf erfreute Die Reichswehrkapelle Durch vortreffliche Musikstücke, Denen Die Zuhörer ebenfalls lebhaften Beifall fpenDeten. Der zweite Teil Des AbenDs rourDe roieDerum von Der Reichsroehrkapelle eingeleitet. AnschließenD erfreute Der Chor Durch feingestaltete Gesänge. Den Abschluß Des künstlerischen Teils Des AbenDs bil- Deten ChorDarbietungen mit Orchesterbegleituna. Sämtliche Vorträge stanDen auf hohem Niveau und brachten Den Besuchern einen schönen künstlerischen Genuß. Mit frohgestimmter Geselligkeit unD Tanz fanD Der Abend seinen Abschluß. 1900 - Sportverein 05 Wetzlar Der Bezirksklassenmeister in Gießen. Der Zufall will es, Daß der Meister nach endgültiger Sicherstellung seines Erfolges am letzten Sonntag in Naunheim, zum Schlußspiel dem Tabellenzweiten, Der Spielvereinigung 1900 Gießen, gegenübertreten muß. Daß sich Diese beiden Gegner einen überaus spannenden Kampf liefern werden, versteht sich von selbst. Jeder der Beteiligten will siegen, um zu beweisen, daß er der Bessere ist. In der Tat haben wir es mit Den beiDen besten und auch beständigsten Mannschaften der Gruppe zu tun, und es ist doch nur ein Zufall, Der Die Hiesigen, zur Zeit relativ mit Drei Verlustpunkten mehr, im geschlagenen Felde sicht. Die Gießener haben den zweiten Tabellenplatz bereits in Erbpacht und zwar jedesmal nur auf Grund grenzenlosen Leichtsinns in den ersten Spielen der Saison, denn in Der Rück- runDe rourDe ja bis jetzt kein Spiel verloren. Vielleicht, daß morgen bie Mannschaft im Treffen gegen den Wetzlarer Sportverein Dem Gegner den Vortritt lassen muß, Denn Wetzlar ist schnell, eifrig unD überaus schuhfreudig. 1900 hat immer noch m technischer Beziehung ein kleines Uebergewicht, vorausgesetzt, daß man sich vom Gegner nicht das hohe Spiel mit weiten Schlägen aufbrängen läßt, sondern konstant an schnellem flachem Zusammenspiel festhält, wie es so schön gegen Kassel 03 gezeigt würbe. Man nimmt an, baß die schwache Leistung am Sonntag gegen Biebenkopf nur eine Ausnahmeerscheinung gewesen ist. Interessieren wird gewiß, daß bei den Blauweißen für Kaps Lippert wieder in der Abwehr und für Schmidt Schlard im Tor steht, während Wetzlars Angriff von dem Repräsentativen Wohlgemuth geführt wird. Sonst wird 1900 das Spiel in der Aufstellung des Vorsonntags bestreiten. Da Horz infolge feiner Handverletzung immer noch aussetzen muß. Die Stärke Der Gäste liegt im Sturm, hinter Der eine foliDe Läuferreihe hergeht. Dem vorzüglichen Hüter hat Der Meister sehr viel zu verdanken. Die Gießener werden es nicht leicht haben, bei ihm zu Treffern zu kommen. Die Spielleituna hat wahrscheinlich Schiedsrichter Win gen selb (Fulda). 1900 A. h. — Wetzlar A. h. Dor Dem Ligaspiel wird es etwas zur besonderen Unterhaltung geben und zwar haben sich beiderseits die „Alten Herren" enftchlossen, in friedlichem Wettstreit die Klingen zu kreuzen. Wer kennt nicht die Wetzlarer Schindler, Waldschmidt, Wenthe und dergleichen oder Den Blauweißen „Avanti", die Bötz, Heinrich Klöß u. a., Darunter auch Den ehe- maligen Marburger Germanen Kuhl? Es wird lebhaft zugehen. Der Ausgang Des Spieles ist offen. Sportverein 1920 Heuchelheim Jahrgang 1934 Keimai im Vild Beilage zum Gießener Anzeiger in Ganzleinen gebundener Sonderdruck auf holzfreiem Papier. Preis: 10.- MASS-SCHNEIDEREI CIESSEN. PlOCKSTR. 7 * Odenhausen a. d. Lda., 8. Febr. Guts- Pächter Philipp Reinheimer und seine Ehefrau Anna, geborene Beuermann, feierten dieser Tage das Fest der silbernen Hochzeit. Ein Fackelzug bewegte sich am Abend vom Schulhaus bis zur Burg. Dort wurde das Jubelpaar durch den Gesang- und den Kriegeroerein, die NS.-Frauenschaft und die Frauenhilfe geehrt. Ein Mitglied der NS.-Frauenschaft trug einen Prolog vor. Die Vorsitzenden der beiden Vereine und die Leiterin der NS.-Frauenschaft ehrten durch Ansprachen. Der Jubilar dankte für die erwiesenen Aufmerksamkeiten mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer, Vaterland und Dorf. — Der Ortsbauernführer Ph. Reinheimer hatte zu einer Bauern- Versammlung in der Wirtschaft B e l l i n g eingeladen. Referendar Dietz vom Landwirtschaftsamt Grünberg sprach über Zweck und Ziel der Erzeugungsschlacht. Besonders empfahl der Redner den Anbau von Oelfrüchten und eiweißhaltigen Futterpflanzen, um die Einfuhr von solchen Produkten zu beschränken. Anschließend fand eine rege Aussprache über die Düngung der Felder und Wiesen, die Bearbeitung von Winter- und Sommergetreide, Kartoffelbau, Unkrautbekämpfung und Futtersilos statt. Auch über Bienenzucht wurden an den Redner Fragen gestellt und von ihm zweckdienlich beantwortet. Zuletzt wurden die Teilnehmer noch zu einer Rundfahrt zum Zweck der Besichtigung von Futtersilos in der Wetterau und im Kreise Wetzlar aufgefordert. In üblicher Weise wurde dann die Versammlung geschlossen. * Grünberg, 9. Febr. Die Oberrealschule Grünberg weist in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte auf die Anmeldetermine für Schüler und Schülerinnen und auf die Aufnahme-Bedingungen hin. Die Eltern seien auf die Anzeige besonders aufmerksam gemacht. + Grünberg, 8. Febr. Die erste Brenn- holzversteigerung der Stadt fand am Freitag in der Gastwirtschaft „Zum Rappen" statt. Vorzugsweise kam Fichtenholz zur Versteigerung, Buche nur in geringer Menge. Zwei Raummeter Buchenscheit kosteten 16 bis 17 Mark, Buchen- Mutter und Kind" wurden verkauft. Beide Erträge hatten sich eingefunden Der stellvertretende Zellenleiter Kullbrich leitete die Versammlung. Kreispropagandaleiter Schmelz qls Redner ließ die Zeiten des Kampfes bis zur Machtübernahme und die Leistungen der heutigen Regierung am geistigen Auge der Zuhörer vorüberziehen und gab in großen Zügen ein Bild von der Zukunftsarbeit des Nationalsozialismus. Unter vielem anderen betonte er, daß zur Erfassung des letzten deutschen Volksgenossen und zur Verwirklichung des Ideengutes der Bewegung kein Opfer zu groß fein könne, um später einmal nach dem Willen des Führers in Volksgemeinschaft in einem freien Deutschland leben zu dürfen. Die mit großer Spannung verfolgten Ausführungen dankten die Zuhörer mit lebhaftem Beifall und bewie- konnten dem Winterhilfswerk zugeführt werden. (D Grüningen, 8. Febr. Unter Leitung des Ortsbauernführers M a r ft e l l e r fand im Rat- Haufe eine gutbesuchte Bauernversammlung statt. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht hielt der Ortsbauernführer einen Vortrag über Kartoffelbau und Schafzucht. U. a. wurde die Frage behandelt: „Wie ist noch eine Steigerung der Erträge im Kartoffelbau möglich?" Allerdings führte der Redner aus, dürfte dies nicht durch eine Ausdehnung der bisherigen Anbaufläche, sondern nur durch eine Steigerung der Flächenerträge erfolgen. Einer der wichtigsten Punkte ist das Saatgut. * Hausen, 6. Febr. Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltete am Samstag ihr Winterfest. Neben der Einwohnerschaft nahmen auch zahlreiche Gäste von auswärts, insbesondere von Gießen, teil. Der erste Brandmeister eröffnete den Abend mit herzlichen Worten der Begrüßung. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier- Gießen sprach sodann über die Zwecke und Ziele der Freiwilligen Feuerwehren. Musikalische und rezitatorische Vor* Leihgestern, 8. Febr. Die 60. ordentliche Hauptversammlung des hiesigen Kriegeroereins fand bei Kam. Schröder (in Benders) statt. Zu dieser Versammlung waren der Bezirksführer, Kam. Oberleutnant B o n h a r d, und der Bezirks- fchießwart. Kam. Klein (Gießen), erschienen. Aus dem geschäftlichen Teil des Abends war zu entnehmen, daß im Verein ein guter kameradschaftlicher Geist herrscht, und daß das Schießwesen gepflegt wird. Der Tod hat dem Verein im laufenden Jahre einen Kameraden entrissen. Ein kleiner Teil der Mitglieder schied infolge Beitragserhöhung aus. In finanzieller Beziehung hat der Verein dieses Jahr die Belastungsprobe bestanden. Die Finanzlage kann noch als gut bezeichnet werden. Die beiden Kameraden, Bezirksführer B o n h a r d und Bezirksfchießwart Klein, hielten längere Ansprachen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Ein „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland beschloß den geschäftlichen Teil. Der gemütliche Teil in Form eines Bierabends mit dem Gesang alter Soldatenlieder hielt die Kameraden noch einige Stunden beisammen. "V Garbenteich, 8. Febr. Die hiesige Ortsknüppel 11 Mark, Fichtenscheit 7 bis 8 Mark, I sen ihren Opfersinn sofort durch eine Tellersamm- Fichtenstöcke 2 Mark. । lung für das Winterhilfswerk. In seinem Schlußwort dankte der stellvertretende Zellenleiter K u l l b a ch dem Redner und schloß den Abend mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. Gemeinsam wurde sodann das Horst-Wessel-Lied gesungen. träge wechselten in rascher Folge miteinander ab. Die Jugend wartete mit einigen frischen Liedern auf. Im Verlaufe des Abends gelangte auch ein Film zur Vorführung, der von Herrn S ch e Ilhorn- Offenbach gezeigt wurde. Zellenleiter Ph. Schardt hielt die Schlußansprache, in der er betonte, daß wir alle bereit seien, dem Führer bei seinem Aufbauwerk zu helfen. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer fand der Abend sein Ende. c>oEberstadt, 7. Februar. Die von der NS.- gruppe der NSDAP, hielt im Saale „Zum' Frauenschaft durchgeführte Lebensmittelweißen Roß" eine öffentliche Versammlung ab. Alle Sammlung erbrachte in unserer Gemeinde siebzig Organisationen der Partei und viele Volksgenossen; Pfund Wurst und Speck. Die Plaketten „Schützt k aUam X a Q aII am _ «iDitllnF nnX Cy t nX44 ws iivSam MArPniifl ffrlrn Art Robert Staubach, Pfarrer nach langem, schwerem Leiden im Alter von 56 Jahren von seinem Amt abgerufen, dem er mit großer Liebe und Aufopferung diente. Nach Gottes Ratschluß wurde heute mittag 12% Uhr mein lieber Mann, mein guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, unser Schwager und Onkel Watzenborn-Steinberg, Alzey, Ossenheim, Griesheim bei Frankfurt a. M., den 8. Februar 1935. Die Beerdigung findet am Montag, dem 11. Februar, nachmittags 3% Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Für die trauernden Hinterbliebenen: In tiefem Schmerz Clotilde Staubach, geb. Wagner. 809 D Nachruf. Robert Staubach 65 Pf. 75 Pf. 801 D tentee.. Fenchel- Honig .. Husten- Gegen Erkältung! Hustensaft, aus schw. Johannisbeeren . . 75 Pf. Knöterich-Hus- Freitag, den 8. Februar 1935, verschied dahier nach längerem Krankenlager unser langjähriger Pfarrer Zehn Jahre hat der Heimgegangene in selbstloser und hingebender Tätigkeit in unserer Gemeinde gewirkt. Pflichteifer gepaart mit Güte zeichneten ihn für seinen Beruf besonders aus. Wir werden dem Heimgegangenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. « Acaenbach- Garagen Wochenendhäuser, Schupp., Fahrradständer, zerleg- und versetzbar, a. Stahlblech od. Beton. Gebr.Acbenbacli GmbB.Weidenau Sieg Postfach 150. 78v Bonbons 35 Pf. USW. 773D Thalysia Hygiene-Anschluß Reformhans Selters weg 52 Telephon 4174 Der Kirchen vorstand im Namen der Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg. Zwecks Preisermäßigung wurde der gemeinschast. liche Bezug von Saatkartoffeln beschlossen. Von der Anschaffung einer Schafherde wurde Abstand genommen. Es wurde angeregt, auch in diesem Jahre wieder einen Troppschäfer hüten zu lassen. Anschließend fand eine rege Aussprache statt. <5 Villingen, 9. Febr. Gestern mittag brach im Mafchinenraum des hiesigen Sägewerks Trapp Feuer aus, das durch das energische Zugreifen der Arbeiterschaft und der hiesigen Feuerwehr bald gelöscht werden konnte. Der Schaden ist nicht sehr beträchtlich. Kreis Büdingen. —s— Schwickartshausen, 8. Febr. Unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Wilhelm Seemann, wurde vom Landesbischof mit sofortiger Wirkung auf die Pfarrstelle zu Wörrstadt (Rheinhessen) berufen. Pfarrer Seemann, ein gebürtiger Schweriner (Meckl.), studierte in Greifswald, Tübingen, Kiel und Rostock, bestand die theologischen Prüfungen Ostern 1925 und Herbst 1928 in Mecklenburg und wurde nach zweijähriger Vikarstätigkeit in seiner Heimatkirche 1928 Hilfsprediger in Stettin- Züllchow, von wo er am 1. Januar 1930 als Pfarr- assistent der evangelischen Gesamtgemeinde nach Gießen kam. Am 8. Dezember 1930 wurde er Verwalter, am 1. Januar 1932 Pfarrer im hiesigen Kirchspiel. Kreis Alsfeld. ss. Grebenau, 6. Febr. Bei einer Treibjagd auf Wildschweine in der Försterei Udenhausen wurde ein Keiler mit einem Gewicht von zirka 165 Pfund zur Strecke gebracht. Der glückliche Schütze war Karl Schmidt (Grebenau). — Bei der hiesigen Brennholzversteige- rung wurden nachstehende Preise bezahlt: Scheiter 1. Kl.: Buche je Raummeter 7 bis 7,50 Mk., Eichs 6 bis 6,50 Mk., Birke 5 bis 6 Mark. Knüppel: Buche 5 bis 5,50 Mk., Hainbuche 4,50 bis 5 Mark, Eiche 4 bis 4,50 Mk., Birke 3,50 bis 4,50 Mk., Kiefer 3 bis 4 Mk., Reisig l.Kl.: Buche 1,50 Mark, Hainbuche 1 Mk., Eiche 0,80 Mk., Kiefer 0,50 bis 0,80 Mk., Reisig 3. Kl.: Buche 0,50 Mark. Nachruf. Lieh, den 9. Februar 1935. äleiittolro 820 D durch 8110 Büro Kirchner, Sclterswea 8. Fernruf 4167. Am 6. Februar ist infolge eines Schlaganfalles Herr Bierverleger Georg Hebstreit in Gießen, im 75. Lebensjahr entschlafen. Unserer Firma hat der Verewigte in nahezu 40jähriger Tätigkeit wertvolle Dienste geleistet Wegen seiner unermüdlichen Arbeitskraft, seiner Fachkenntnisse, verbunden mit hervorragenden Charaktereigenschaften stand er sowohl bei uns, wie bei all denen, mit denen er in Berührung kam, in Achtung und hohen Ehren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Brauerei Ihring-Melchior, Kom.-Ges. TORPEDO nur RM. 188.— schon für «ss^ 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausen $ Co. Bahnhofstraße fiefienüb.Botel Schütz Die Beerdigung findet Montag, den 11.Februar, nachmittags 2 Uhr statt. 799 D Käthe Jung und Tochter Elfriede. Gießen (Dammstrafie 48), den 9. Februar 1935. 0522 HESA -Eiweißkraftfutter Hüthwohl. 767 ü Für die zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so plötzlichen und schmerzlichen Verluste unseres teuren Entschlafenen zuteil wurden, sowie für die zahlreichen Kranzspenden und die überaus trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Samenhaus HESEMANN Gießen, Lindenplatz, Ruf 3851 Hat ein Schwein mal steife Beine, dann hilft HESA nur alleine, lOOOfach bewährt, erprobt, HESA jeder Kunde lobt Etagen-Haus mit Wohnung von 3-4 Zimmer mit Bad, mögt. Zentral- oder Etagenheizung zu kauf, gesucht. Bedingung ist, daß spätestens per 1. Avril eine Wohnung frei wird. Ausführl. Angebote unter r.».lü58(751V)a.d.Gietz.Anz. Suche ein Kolonialwaren- u. Feinkost - Geschäft zu dachten oder zu kaufen. Möchte vor der eigentl. lieber» nähme erst 2 bis 3 Satire als Gehilfe darin tätig sein. Angebote mit Umsatz-Angabe unt. 803D an den Gießener Anzeiger. Todesanzeige Nach kurzer, schwerer Krankheit starb heute nacht 1 Uhr nach einem arbeitsreichen Leben, unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Johann Matthäus Eisenacher im Alter von 66 Jahren. In tiefer Trauer: Die trauernden Hinterbliebenen Ld.N.: Elisabethe Eisenacher, geb. Lauer. Reiskirchen, Gießen, Newyork, Reichenbrand i. S., den 9. Februar 1935. Fröbelseminar. Ostern beginnen unsere neuen Lehrgänge: 1. Staatlich anerkannte Ausbildung zur Kindergärtnerin-Hortnerin. 2. Hauswirtschaftliches Jahr als Vorseminar für das Kindergärtnerinnen - Hortnerinnen - S emmar. 3. Schule für Kinderpflege- und Haushaltgehilfinnen. Auskunft und Anmeldung: Montags, Donnerstags und Jreitags 12-1 Uhr, Gartenstratze 30. 763d Oberrealschule Grünberg (Knaben und Mädchen) Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Montag, den 18. Februar, und Dienstag, 19. Februar, von 11 — 13 und von 16—17 Uhr, im Direktorzimmer entgegengenommen. Vorzulegen sind Geburtsschein, letzter Impfschein und Abgangszeugnis. Ausnahme in Sexta erfolgt im allgemeinen nach 4 Grundschuljahren, bei besonders günstiger körperlicher und geistiger Entwicklung des Kindes mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde auch schon nach dreijährigem Grundschulbesuch. Vie Direktion der Oberrealschule in Grünberg Ironien-1? AlllüMch abzugeb Bestell, erb. wir v Postk. Dampüägewerk Lollar B.NuhnA.G.,Lollar, iiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiri Alle Sorten Saallortofiein orima Sandbodenware, 1 Ab« saat,sow.Roggcn Weizen u.Hafer- strob liefert 045» Hrch. Müller ir. Nieder-Breidenbach, Bestellungen erbet. im Gasthaus „Zum Lamm'* Gießen Horst Wessel Wall 7. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimill Dor Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht,Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Richard Rein „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitemaus allenGebietend.Naturwissenschaften. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. — Probehefte und Werbeblätter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Sivob aller Sorten Wiesen-Tymotbee- Geu liefert günstig Johann Mütter, Landesvrodukte, Gießen, Frankfurter Str. 60, Telefon 3571. 7Md Danksagung Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten herzlichen Dank. Besonders damten wir Herrn Pfarrer Bönning für die trostreichen Worte am Grabe, für die ehrenden Nachrufe und die Kranzniederlegungen, dem Gesangverein für den erhebenden Grabgesang und für die vielen Kranzspenden. Rödgen, den 9. Februar 1935. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Schmitt Wwe., Kinder u. Angehörige. - 0532 ' bl bald zehn vtadtgebi MM der Unit i M Lauwerk. 5 MM nach den Stito, Universit efitn Erbauer, ' im hessischen h M und in al! pdri/ertunjt, die d mlchast und ße' Hatte. Wir denk venigen, in ihrer 'nen Näuine im ^enckenbergsti Mitarbeiter d rlfl r schmier! ■ me mangelte 1 m, was si arbeiten unt Eckend mag 'in bei einer- m wie bk ■nben beenot 'Men mir in Kend Jahre, ?hWn 3nf ,elbHamng' Samstag, 9. Zebruar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) lt',34 viertes Blatt Arbeit am Hörsaaltisch. Das Physiologische Institut. — (Aufnahme: M. H. Mülberger.) iripenyen, in ihren Größenverhältnissen ungenügenden ' enSRäume im alten Physiologischen Institut in der jMh. ’■ Studenten im physiologischen Praktikum II. Unterricht im physiologischen Praktikum I. vorichmg W erotzm SAM An den Apparaten im Sgitengalvauometer-tkMM, feit bald zehn Jahren grüßt vorn Seltersberg m^es Stadtgebietes herab das Physiologische jriitut der Universität Gießen, ein repräsenta- ivl- Bauwerk. So schön und zweckmäßig dieses : Itil’itut nach den Anregungen und Plänen seines . teilrs, Universitätsprofessors Dr. B ü r k e r, von >en Erbauer, Regierungsbaurat Kuhlmann ;of Hessischen Hochbauamt, errichtet wurde, so be- ?!Nß und in allen Teilen unzulänglich war die i Ini rfunft, die dieser Zweig der medizinischen Wis- smshaft und Lehre an unserer Universität vorher Wit Wir denken bei dieser Niederschrift an die an der wissenschaftlichen Arbeit bei dem Leiter des Instituts und bei allen seinen Helfern und Studenten bemerken, eine großzügige innere Einstellung, die nur aus der reinen und opferfreudigen Liebe zur Wissenschaft und zur Arbeit im Dienste der Volksgesamtheit erstehen konnte. Wer heute die schönen und schaffensfreudig stimmenden Arbeitssäle und -Zimmer des neuen Physiologischen Instituts an der Friedrichstraße betritt, kann sich — abgesehen von Professor B ü r k e r und seinen älteren Mitarbeitern, sowie Bekannten aus jener Zeit — keine Vorstellung machen von der einstigen Mühsal der Arbeit dieses Zweiges unserer medizinischen Fakultät. Der Grundforderung eines wissenschaftlichen Instituts, das der Forschung und der Lehre zugleich dienen soll, nämlich eine räumliche Trennung in eine Forschungs- und eine Unterrichtsabteilung, damit die Ruhe und Konzentration der Forschungsarbeit von dem regen Betrieb des Unterrichts nicht gestört wird, ist in dem jetzigen Physiologischen Institut nach den Richtlinien seines Leiters in vollem Umfang Rechnung getragen worden. Ebenso ist in zweckmäßiger Weise in dem jetzigen Heim eine Abteilung für Verwaltung, Bibliothek und Sammlungen vorhanden, so daß sich für das ganze Haus eine Dreiteilung ergibt: In der Mitte die Forschung sabteilung, rechts mit dem großen Rundbau die Unterrichtsab* Leitung und links die Verwaltungsräume. Die Forschungsabteilung ist infolge der Verschiedenheit der anzuwendenden Forschungsmethoden räumlich in mehrere Unterabteilungen getrennt, da die empfindlichen physikalischen Apparate nicht durch chemische Dämpfe beeinträchtigt werden dürfen und die Haltung und Wartung lebender Tiere ganz andere Anforderungen an die Räume stellt, als die Herstellung und Aufbewahrung anatomisch-histologischer Präparate. Diese räumliche Trennung führte dazu, die physikalische Abteilung im ersten Obergeschoß, die chemische Abteilung, die unterdessen unter Leitung von Prof. Dr. F e u l - g e n als Physiologisch-chemisches Institut selbständig geworden ist, im zweiten Obergeschoß und die anatomisch-histologische ebenfalls dort unterzubringen, während die operativ-chirurgische Abteilung sich im Erdgeschoß befindet. Dazu kommen im Erdgeschoß noch Werkstätten, in denen der für Jnstitutszwecke erforderliche Bau von feinmechanischen Apparaten und die Vornahme von Reparaturen erfolgt. Außerdem sind hier ein erschütterungsfreier Raum für seine Registrierinstrumente, in dem die Apparate auf gewachsenem Boden aufgebaut find, und ein Raum für konstante Temperatur geschaffen. Ferner hat man auf dem Dache in Gestalt eines kleinen Turmes eine runde Plattform zum Studium der physiologischen Wirkung des Sonnenlichtes und anderer meteorologischer Faktoren errichtet. Das Dachgeschoß enthält noch Räume, die für Zwecke des Instituts für experimentelle Psychologie und des Instituts für Körperkultur dienen. In der U n t e r r i ch t s a b t e i l u n g ist das Kernstück der große Rundbau, der dem Institut den Namen „Engelsburg" eingetragen hat. Hier ist vor allem der große, sehr zweckmäßig gestaltete Hörsaal zu erwähnen, unter dem sich die Praktikums- und Vorbereitungsräume befinden. Die Form dieses Baues war bedingt durch die Notwendigkeit, möglichst viele nach Norden gelegene Fensterplätze für Mikroskopie zu gewinnen und um den Hörsaal amphitheaterähnlich zu gestalten Im Erdgeschoß dieser Abteilung befindet sich ein Ausstellungsraum, der an Sonn- und Feiertagen dem Publikum zugänglich gemacht werden soll, um dadurch weite Kreise der Bevölkerung mit der Arbeit des Physiologischen Instituts in enge Verbindung zu bringen und das Interesse der Laienwelt für diesen Zweig der medizinischen Wissenschaft zu wecken. Aus Mangel an Mitteln konnte dieser Raum noch nicht voll eingerichtet werden. In der gleichen Linie • liegt die dankenswerte Arbeit des Direktors des i Instituts, Prof. Dr. B ü r k e r, auf dem Gebiet der populärwissenschaftlichen Vorträge aus seinem Arbeitsgebiet, die er an vielen Sonntagvormittagen in uneigennütziger Weise zum Nutzen der vielen Zuhörer hält. Das erste Obergeschoß birgt die Praktikumsräume . für Biophysik und Biochemie, im zweiten Obergeschoß befindet sich der genannte große Hörsaal, anschließend ein großer Demonstrationsraum und ein kleiner Hörsaal mit den erforderlichen Nebenräumen. Die Verwaltungsabteilung im linken Flügel des Gebäudes enthält im Erdgeschoß die Wohnung des Jnftitutsmechanikers, zugleich Hausverwalters, im ersten Obergeschoß die Arbeitszimmer des Direktors und seiner Verwaltungsmitarbei- St« . mal steife Beine, nur alleine erprobt, ie lobt Treib. 2r Försterei Gewicht Fracht. Der (©rebenau) 'ersteige. Ä Leiter k H"ichi r. Knüppel-, bis 5 Mark -50 Mk, Kie> ! 1,50 Mark, efer 0,50 bis irt ein va reo- Geschah M ZS- miliar. unsere neuen nteÄusbildunS u-Hortnerm. m g°br § ZKmdnM' SS®* ,s^ . a flifli1116! 3t,sow.Roflge» menu.^arert oh liefert lh. Müller fr, ier-BreiiieM Wellungen er» i. im fiasthiii SamLamm1* Gießen ’st-Wessel-Wall 1, iiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiy Bl"' »l. Kraftfutter ESEMfcHN [atz,Ruf3851 Das physiologischeZnstiiui. Achn Jahre neuer Wirkungsstätte der physiologischen Wisienschaft an der Universität Gießen - I Das Recht im täglichen Leben Stück des geistigen Bc für ihn unentbehrlich. bi bei werden ihm eingebrachte Sachen beschädigt. Er irotz des vertragen HaftunasausLsse' verlangt Ersatz vom Wirt, obwohl dieser die Has-! spruch des Verletzten fü? aerecktfert 5 Äs 5öas sind nun im einzelnen die Voraussetzungen für das Tätigwerden des Dollstreckungsgerichts. In sachlicher Beziehung muß zunächst eine Maßnahme der Zwangsvollstreckung vorliegen, die sich nach Prüfung aller Umstände des Falles, insbesondere auch eines berechtigten Schutzbedürfnisses des Gläubigers, dessen Vorgehen gegen den Schuldner als eine bem gesunden Volksempfinden gröblich widersprechende Härte darstellt. Bei Prüfung der Vollstreckungsmaßnahme (z. B. Räumung, Herausgabe, Pfändung beweglicher Sachen, Lohn- und Gehaltspfändungen, Offenbarungseid) muß danach nicht nur die Lage des Schuldners berücksichtigt werden, es müssen vielmehr auch die Verhältnisse des Gläubigers in Betracht gezogen werden, die die Dollstreckungsmaßnahme als „eine gröbliche Härte" erscheinen lassen. Dem Gericht erwächst mithin die Aufgabe, den einzelnen Fall nach zwei Seiten hin Der Grundsatz der Vertragsfreiheit beherrscht das weite Gebiet der Schuldverhältnisse. Es ist möglich, über alles Verträge abzuschließen, was man Gegen- tand einer Parteivereinbarung nennen will. Es ist möglich, die vom Gesetz vorgezeichneten und geregelten Vertragstypen zu übergehen und sich neue zu schaffen, und es gibt bei dieser Freiheit nur eine Grenze: die des gesetzlichen Verbots selbst und die der guten Sitten. tung ausgeschlossen hatte, und er wird den Ersatz wohl bekommen: alle Gastwirte der Stadt haben gewissermaßen ein Monopol inne, das ihnen gemeinsam den Haftungsausschluß ermöglicht. Im Einzelfalle ist der Ausschluß zulässig; wenn aber alle davon Gebrauch machen, so liegt darin ein Mißbrauch der gesetzlichen Möglichkeit, ein Monopolmißbrauch vor, der im Einzelfall dem Reisenden wohl zur erfolgreichen Durchsetzung seiner Ansprüche verhelfen kann, obwohl diese vertraglich ausgeschlossen waren. । « - - - -u/unuiupuuajuiiuiii'5, der An- Hof- I spruch des Verletzten für gerechtfertigt- erklärt. vorhanden find, auch die örtlichen, den Verhältnissen näherstehenden Stellen diese Zahl für durchaus genügend erachten, besteht kein Grund, eine Ausnahme von der Regel eintreten zu lassen. Die Klage war daher als unbegründet abzuweisen. Ist ein Radioapparat pfändbar? o^ÄNnch hat das Oberlandesgericht Köln (I. W. « l • ?) "och einen Fall entschieden, bei dem eine 'sob^lkdirektlon von jedem, der ihre Räume betrat, die Erklärung verlangte, er werde sie vorkommenden' falls nicht für Schaden verantwortlich machen Nun hatte ein Fabrikfremder das Gebäude betreten weil erInteresse der Fabrik" ein Geschäft mit dieser abschließen wollte. Er kam zu Schaden. Die Fabrik war die einzige, mit der der Mann hätte arbeiten können; er und seine Berufsgenossen waren auf sie angewiesen; die Fabrik hatte auch hier gewissermaßen ein Monopol inne. Und auch hier wurde frntt Ana e. ______ t « < i-r . „. ' gen Bestand dieser Art von Handelsbetrieben bildet. Im einzelnen ist davon auszugehen, daß der Genuß von Spirituosen nicht zu den täglichen Bedürfnissen der Bevölkerung gehört, vielmehr das Kennzeichen einer immerhin gesteigerten Lebensführung darstellt. Der Handel mit Flaschenbranntwein, insbesondere mit Rum, Arrak, Weinbrand, Magenlikören usw. bildet daher, soweit städtische, auch kleinstädtische Verhältnisse in Frage kommen, in Geschäften, d i e im allgemeinen gehobenen Ansprüchen genügen, einen notwendigen Bestandteil, nicht dagegen in Geschäften, die überwiegend dem täglichen Bedarf dienen. Zu letzteren zählen im allgemeinen die Lebensmittelgeschäfte und Kolonialwarenhandlungen im Gegensatz zu den Feinkost-(Delikatessen-)Geschäften, Weinspezialhandlungen und Drogerien. Bei Anwendung dieses Gesichtspunktes ist aber das Geschäft des Klägers unzweifelhaft zu den gewöhnlichen Lebensmittelgeschäften zu rechnen. Nach Art und Umfang des Warenoertriebes, aber auch nach der ganzen äußeren Aufmachung der im übrigen gerichtsbekannten früheren Filialbetriebe der Fröhling-AG. ist diese Annahme gerechtfertigt. Ihr widerspricht auch nicht, daß in den Läden und in dem Geschäft des Klägers u. a. Delikatessen geführt werden; gegenüber dem Verkauf von Lebens- und Genußmitteln des täglichen Verzehrs und Bedarfs tritt der Umsatz in Feinkostwaren art- und mengengemäß so stark zurück. daß von einem Ueberroienen ober auch nur annähernder Gleichheit nicht die Rede sein kann. Mit der Verneinung des § 7 wird die Prüfung der Frage des Bedürfnisses erforderlich. Das Bedürfnis ist aber nach der Regelvorschrift des § 8 der Ausführungsverordnung zum Gaststättengesetz im vorliegenden Falle zu verneinen. Angesichts der Tatsache, daß in einer Stadt von rund 5000 Einwohnern über 50 Verkaufsstellen für Branntwein auf das Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen zu prüfen. ° ” Formell setzt das Einschreiten des Vollstreckungsgerichts einen Antrag des Schuldners voraus der an keine Form gebunden ist. Ein Tätigwerden des Gerichts von Amts wegen ist nach dem Wortlaut des Gesetzes ausgeschlossen. Das Verfahren selbst richtet sich nach den für das Erinnerungsverfahren geltenden Vorschriften. Beide Parteien haben für die Richtigkeit ihres Vorbringens den Be- % liefern, da eine Glaubhaftmachung gesetzlicher Bestimmung gemäß nicht ausreicht. Gegen die Entscheidung des Vollstreckungsqe- das unter analoger Anwendung der §8 766 2' 732 Abs. 2 ZPO. auch einstweilige Anordnungen treffen kann, steht den Parteien die sofortige bzw. die weitere sofortige Beschwerde zu. Gibt das Vollstreckungsgericht einem Antrag statt, 1° /ann es die Maßnahme ganz ober teilweise auf- heben, untersagen ober zeitweilig aussetzen. Es kann z. B. bie Pfänbung beweglicher Sachen auf- heben bie Zwangsversteigerung aussetzen, ober womöglich eine Pfänbung untersagen. Ha^ig aber wirb schon der Pfanbauftrag beim Gerichtsvollzieher sein, so baß ber Schuldner nicht mehr in der Lage ist, die Entscheidung des Voll- c ,^5"^N5richts rechtzeitig herbeizuführen. Für Lalle gibt das Gesetz dem Schuldner die Möglichkeit an die Hand, bei dem zuständigen Gerichtsvollzieher zu beantragen, die Zwangsvollstreckung bis zur Entscheidung des Vollstreckungs- gerichts aufzuschieben. Diesem Antrag kann der Gerichtsvollzieher entsprechen, wenn der Schuldner das Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen glaubhaft macht. Gegebenenfalls wird wohl schon der Eindruck, den der Gerichtsvollzieher in der Wohnung des Schuldners erhält, genügen, um sich von der Richtigkeit des schuldnerischen Vorbringens zu überzeugen. Das neue Vollstreckungsgeseh Don £>r. jur. Fritz Hübner. Unzulässiger veriraglicher Hastungsausschluß Don Dr. Ernst Behrendt. * S M \ w fc Sie »' i8‘k ff L " *,,5 SW te Ein lebhafter Streit war über die Frage entbrannt, ob ein Radioapparat gepfändet werden kann oder nicht. Nicht weniger als drei Ansichten standen sich gegenüber. Die einen hielten den Radioapparat für ein Luxusinstrument, das zwar dem Inhaber geistige Genüsse verschaffe, keinesfalls aber als unentbehrliches Hausgerät angesehen werden könne. Er sei daher pfändbar. (Tenius in Deutsche Justiz 34, S. 546.) Andere wollten darauf abstellen, ob es sich um einen bescheidenen Detektor- oder um einen wertvollen Röhrenapparat handele. Im letzteren Falle könne der Gläubiger pfänden, er müsse aber dem Schuldner ein billiges Gerät überlassen. (Witten i in DRZ. 34, S. 997.) | Die Entwicklung des Wirtschaftsverkehrs und der Technik haben die Lichtanlage zu einem unentbehrlichen Mittel der Kundenwerbung herausgebildet. Sie ist in der Regel ohne Inanspruchnahme des Luftraums über der Straße nicht möglich. Nach allgemeiner Vvlksanschauung erstreckt sich der Gemeingebrauch auch auf derartige Anlagen Dies ist ovm Reichsgericht ständig anerkannt worden. Der Straßeneigentümer muß die aus der Ausübung der Befugnisse des Anliegers sich ergebende Beschränkung seines Eigentums dulden. Der allgemeine Grundsatz, daß jedes Recht mit Pflichten verbunden ist und der Berechtigte auf bte Inter- essen der Allgemeinheit und der anderen Volks- genossen Rücksicht zu nehmen hat, findet jedoch in gesteigertem Umfange auf den Gemeingebrauch Anwendung. Das Reichsgericht hat ihn als den Gebrauch bestimmt, der jedermann zusteht, aber in bem gleichen Rechte aller übrigen feine natur- l'che Schranke findet. Der öffentliche Gebrauch muß daher rücksichtsvoll gegenüber den anderen Benutzern und schonend gegenüber dem Eigentümer ausgeübt werden. nicht festgesetzt, die Bierbezugspreise unterlagen der Bestimmung der Klägerin. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung war eine Vertragsstrafe von fünf rZem-Goldmark bzw. zehn Fein-Goldmark für jedes anderweitig bezogene Hektoliter Bier (bzw 100 Mch-n Bier) DorgeMen Bei Bertr-^widrigk-it Beklagten sollte tue Klägerin zur vorzeitigen Kunürgung des Darlchens berechtigt fein. Im ersten unb legten Bertrag hat sich der Beklagte der so or- tigen Zwangsvollstreckung unterworfen Die Darlehen sind sämtlich noch nicht zurück- gezahlt Es steht weiter fest, datz der Beklagte lau. send anderweitig Bier bezog und noch bezieht Es stt deshalb Klage auf Unterlaffung des Lfchanks und des Verkaufs fremdbezogenen Bieres bei Mei- düng einer gerichtlich für jeden Fall der Zuwider- handlung festzufctzcndcn Strafe erhoben worden Der Be tagte bestritt dos Bestehen des Unter.' lastungsonfpruchs und behauptete die Sittenwidrig, feit ber Vertrage. ö Der Klage wurde stattgegeben; die hiergegen Auch bie Anliegernutzung finbet ihre natürliche Begrenzung barin, baß sie die Benutzung der anderen Grundstücke und den Gemeingebrauch ber anöeren Wegebenutzer unb Anlieger nicht beeinträchtigen unb ben gleichmäßigen Gebrauch aller nicht behindern barf. Soweit bie zulässige Grenze überschritten ist, kann ber Anlieger, der hierdurch geschädigt wird, mit der Abwehrklage aus § 1004 des BGB. gegen den Störer vorgehen. Auch soweit er eine Beeinträchtigung feines Gemeingebrauchs Zu begrüßen ist die Entscheidung des Kammergerichts vom 15. Mai v. I., in der sich das erste preußische Gericht auf den Standpunkt stellt, daß ein Rundfunkapparat nicht gepfändet werden könne. Für die Auslegung einer Gesetzesbestimmung fei nicht die Zeit ihres Erlasses, sondern die der Anwendung maßgebend. Nach heutiger Anschauung diene der Rundfunk der Befriedigung unumgänglicher geiftiger Bedürfnisse. Der Rundfunk diene heute nicht nur der Unterhaltung der Hörer, sondern werde auch von der Regierung als Mittel zu staatsbürgerlicher Erziehung und Belehrung, sowie zur Schaffung der Einheit des deutschen Volkes benutzt; wichtigste Meldungen jeglicher Art würden durch ihn verbreitet. „Von alledem Kenntnis zu nehmen und die dadurch gegebenen Anregungen auf sich wirken zu lassen, ist für jeden Volksgenossen erfor- derlich^ Deshalb ist ein Rundfunkgerät heute ein Bedarfs jedes Volksgenossen und (8 W 3339/34.) Der Gigentumsbegriff und der Gemeingebrauch der Straße. Es handelt sich hier um die Frage, inwieweit Lichtreklameanlagen an der Straßenfront der Häuser angebracht werden dürfen. An sich erstreckt sich das Recht des Eigentümers eines Grundstücks auf den Raum über der Oberfläche unb auch auf ben Erdkörper unter der Oberfläche. Der (Eigentümer kann jedoch Einwirkungen nicht verbieten, die in solcher Höhe oder Tiefe oorgenommen wer- cr an der Ausschließung kein Interesse hat (§ 905 des Bürgerlichen Gesetzbuches). Die Bestimmung der Straße für den Verkehr und den öffent- lidjen Gebrauch gibt den Anliegern das Recht, im Luftraum über dem Bürgersteig Lichtanlagen zu unterhalten, wenn sie polizeilich genehmigt find unb Öen Verkehr nicht hindern. Die Stratzenanlieger sind auf Grund ihres räumlichen Verhältnisses zur Straße in gesteigertem Maße zu deren Benutzung imstande und auf ihre Inanspruchnahme angewiesen. Kraft des Gemeingebrauchs hat die Straße auch den aus dem geschäftlichen Verkehr der Anlieger erwachsenen Bedürfnissen zu genügen, soweit Dies mit den Anforderungen des Straßenverkehrs vereinbar ist und keine polizeilichen Gesichtspunkte entgegenstehen. Der allseits erörterte Fall Köppen, der sich Ende des vorigen Jahres in Berlin ereignete, hat den Gesetzgeber veranlaßt, ein weiteres, grundlegendes unb tief einschneidendes Gesetz auf dem Gebiete der Zwangsvollstreckung, das Gesetz zur Verhütung mißbräuchlicher Ausnutzung von Vollstreckungsmög- lichkeiten vom 13. Dezember 1934, zu erlassen. Die Praxis hat auch in diesem Falle wieder gelehrt, daß in Anbetracht der Vielgestaltigkeit des Lebens die schon bestehenden umfassenden Vollstreckungsschutzvorschriften keineswegs dazu angetan waren, eine dem gefunden Volksempfinden entsprechende Entscheidung herbeizusühren. Um das Vollstreckungs- geridjt jedoch von den seither bestehenden Bindungen freizumachen und ihm die Möglichkeit zu geben, eine allen Teilen gerechtwerdende Lösung zu finden, enthalt das Gesetz vom 13. Dezember 1934 eine sogenannte Generalklausel, die dem Richter eine erhebliche Bewegungsfreiheit gestattet, auf der anderen Seite aber nicht weniger Verantwortung auferlegt. Ein anderer Fall: Jemand zieht von einer Stadt m die andere. Er bedient sich dabei einer Trans- Portgesellschaft, der einzigen, die in dieser Gegend arbeitet. Die Gesellschaft schließt vertraglich jede Schadenshaftung aus, und der Umziehende muß oarauf eingehen, denn er hat keine andere Möglich- ?en ,Umzug Zu bewerkstelligen. Jetzt tritt ein Schadensfall ein. Er fordert von der Gesellschaft Ersatz und bekommt ihn, trotz des Haftungsausschlusses, denn die Gesellschaft übte ein Transport- wonopol aus und konnte Ersatzansprüche nicht restlos ausschließen, ohne sich eines Verstoßes gegen die guten Sitten schuldig zu machen. Schließlich hat das Oberlandesgericht Köln (I. W. Durch Urteil des Provinzialausschusses wurde die Klage als unbegrünbet kostenpflich - t ig abgewiesen. Aus den Urteilsgründen find die nachfolgenden Ausführungen besonders bemerkenswert: Nach dem Gaftftättengesetz müssen für die Erlaubniserteilung zum Kleinhandel mit Branntwein bestimmte persönliche und räumliche Voraussetzungen erfüllt fein, die, wie sich aus den Akten des Kreisamtes ergibt, vorliegend gegeben find. Darüber hinaus ist das Bedürfnis zu prüfen, wobei der Tendenz des Gesetzes streng zu verfahren ist. Von diesem Grundsatz macht §7 der Verordnung der Reichsregierung zur Ausführung des Gaststättengesetzes vom 21. Juni 1930 eine Ausnahme für diejenigen Handelsbetriebe, bei denen der Kleinhandelt mit Branntwein in fest verschlossenen, mit der Firma des Herstellers oder Händlers versehenen Flaschen einen der herrschen- d e n Uebung entsprechenden und notwendigen Bestandteil darstellt. In diesem Falle ist das Bedürfnis ohne Rücksicht auf die Zahl der vorhandenen Kleinhandelsbetriebe ohne weiteres anzuerkennen. Der Kläger nimmt diese Ausnahmevorschrift für sich in Anspruch. Seine dahingehenden Ausführungen treffen aber nicht zu. In Utbereinftimmung mit der gutachtlichen Auskunft der Industrie- und Handelskammer Gießen kann ihm zwar zugegeben werden, daß der Kleinhandel mit Flaschenspirituosen in feinem Geschäft wie überhaupt in per Mehrzahl aller Lebensrnittel- und Ge- Nußmittelgeschäfte der herrschenden Uebung entspricht. Der Gesetzgeber will aber nicht bei allen derartigen Geschäften die Bedürfnisfrage ohne weiteres bejaht wissen, sondern stellt als weiteres Erfordernis auf, daß der Branntweinkleinhandel auch einen notwendigen Bestandteil der Art des in Betracht kommenden Handelsbetriebs darstellt. Hierbei kann der Begriff der Notwendigkeit nur in dem Sinne verstanden werden, daß der Handel mit Spirituosen zum Wesen des betreffenden Handelsbetriebes gehören muß. Jede andere Auslegung verstieße gegen Sinn und Wortlaut des Gesetzes. Wollte man den Ausdruck „notwendig" auf die Bevölkerung beziehen, so würde dies die Einführung der Vedürfnisfrage bedeuten, die durch § 7 gerade ausgeschaltet werden soll. Stellt man auf die Existenz und Rentabilität des Betriebes und damit auf das persönliche Interesse des Geschäftsinhabers ab, fo käme man zu dem nicht befriedigenden und vom Gesetzgeber sicher nicht gewollten Ergebnis, daß den größeren und leistungsfähigeren Unternehmungen die Erlaubnis nicht gegeben werden dürfte, da sie die Abwanderung eines Teiles ihrer Kundschaft eher vertragen können als die kleineren Existenzen bzw. die Geschäfte bescheidenen Umfanges. Maßgebend hat vielmehr allein die Art des in Betracht kommenden Handelsbetriebes zu fein. Nur da, wo der Verkauf von Spirituosen in Flaschen zur (Eigenart und Wesenheit der betreffenden Branche gehört mit der Folge, daß bei feinem Fehlen oder Wegfall der Charakter des Geschäftes eine Beeinträchtigung erfahren würde, kann davon gesprochen werben, daß der Kleinhandel mit Branntwein einen notwendi- erhöht war , gM MSroßo-e i*«1093 m & waren Z>< ; < Mage fid ä Trotzdem Ik-rN'e a) eben • । bis 2 Mark hek Dchfrage xring. ILränbert. Kühe Are Nachfrage m | ui bis zu 2 Mark IMk nahm । 'M, es verb M Äs dem K a itb oo n insge mittelmW -gen die Dorwl -rkauft. Beste aren nur in rlten ober ti i Mark für be Am Schasr ■25 (183) Stüc W?m, später eti 'Markt ausverk Hammel kostetk 30 Mark je 1 Auf dem S ( ' f nächst lebhaftes «schickung 4273 1 E et) meine bliebt W Schweine V-.M nahezu i Tiere lagen z. l fette Tiere um 1 2Bas als gegen die guten Sitten verstoßend an- gesehen wird, das hat in der Rechtsprechung immer wieder geschwankt. Heute werden mit Recht die Grenzen, die die guten Sitten dem Handeln der Menschen setzen, enger gezogen, da man weiß, daß Recht und Moral dasselbe sein soll. Markante Fälle des Verstoßes gegen die guten Sitten sind bekannt: Ausnutzung fremder Notlage, Ausbeutung geschäftlich Unerfahrener u. ä. Weniger bekannt, aber nicht weniger wichtig ist der Verstoß gegen die guten Sitten, der durch die Ausnutzung eines Monopols begangen wird. Was das bedeutet, mögen folgende Falle zeigen: Ein Reifender kommt spät nachts in eine fremde Stadt. Er will ein Gasthaus auffuchen, dort bedeutet ihm aber der Wirt, daß er die Haftung gemäß § 701 ff. BGB. ablehne, d. h., daß er für öen Schaden nicht aufkomme, den der Reisende an einen eingebrachten Sachen im Hotel erleidet. Der Wirt ist hierzu berechtigt. Der Reisende will sich aber auf den Haftungsausschluß, der ihm gefährlich vorkommt, nicht einlassen, und sucht ein anderes Hotel auf. Hier erklärt ihm der Wirt dasselbe, und wohin sich der Gast in dieser Nacht auch wendet, u?wer besteht der Wirt auf dem Haftungsausschluß. Schließlich ist der Reisende gezwungen, trotz des Haftungsausschlusfes irgendwo zu übernachten. Da- wm Jrat Der Getreideg des neuen Mor ttar die Nächst, lm Vormonat. Besonders st -^ntereste, nad Mahlen um wurde. Für 1 war auch die preise von 1 Februar i oorgenommen wurde der ll 27,15) und st Doppelzentne Ende der W Preisen, jedoc insbesondere frage. .Das Roa. ober weiter s! und Weste/, *** mf Wutien. ^r Kleinhandel mit Branntwein im Lebensmittelgeschäst. Die Prüfung der Bedürfnisfrage bei dem Kleinhandel mit Branntwein in Verbindung mit einem Lebensmittelgeschäft hat ein Urteil des Provinzial- ausfchufses Gießen vom 17. November 1934, dem allgemeine Bedeutung zukommt, zum Gegenstand. Darüber lesen wir in der „Hessischen Gemeinde- Zeitung" Nr. 21 vom 1. Februar 1935 folgendes: Der langjährige Leiter eines Filialgeschäftes der Frohlmg-AG., welches hauptsächlich Lebensmittel und Kolonialwaren verkauft, hatte die Filiale erworben und sie als Einzelhandelsgeschäft in gleicher Art wie seither weiter betrieben. Aus Anlaß des Inhaberwechsels hat er alsbald nach lieber- nähme unter Vorlage von Plänen gemäß § 1 des Gaststättengesetzes beim Kreisamt um die (Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein in festoer- fchlossenen und etikettierten Flaschen nachgesucht, ist jedoch wegen mangelnden Bedürfnisses abschlägig bejchieden worden, nachdem die Ortspolizeibehörde, der Gemeinderat und der Reichseinheitsoerband des Deutschen Gaststättengewerbes sich gegen das Gesuch ausgesprochen hatten. Gegen den ablehnenden Bescheid des Kreisamtes hat der Kläger Klage erhoben und zu deren Begründung ausgeführt, das Bedürfnis habe ohne weiteres anerkannt werden müssen, weil vorliegend der Kleinhandel mit Branntwein einen der herrschenden Uebung entsprechenden und notwendigen Bestandteil der Art des in Be- . tracht kommenden Handelsbetriebes darstelle und , daher der § 7 der Verordnung der Reichsregierung zur Ausführung des Gaststättengefetzes Anwendung < zu finden habe. - eingelegte Berufung wurde zurückgewiefen. Der ; klagte hat insbesondere vorgetragen: Es fei bara, i fcstzuHalten, daß er sich der Klägerin gegenüber nn Zur Bierabnahme, also zu einer positiven Leistunc verpflichtet habe. Die sich hieraus ergebende Unter lassungspflicht hinsichtlich anderweiten Bierbezum sei nur die Kehrseite der Leistungspflicht und gab« daher keinen Anspruch. Das landgerichtliche Urteil legt die Zulässigkeii von Bierlieferungsverträgen mit der begrifflich N.enart der Verpflichtung des Wirtes zum aus, schließlichen Bierbezug von der da riehen ^gewähren, den Brauerei zugrunde. Es entspricht dies mit Rück, sicht auf die Zweckmäßigkeit solcher Verträge irr 'Sinne sowohl der Brauerei, als des Wirtes bei allgemeinen Anschauung und infolgedessen der allqe« meinen Meinung in Wissenschaft und Rechtsprechung Wohl können im Einzelfalle die Art und die A' sammenballung von Bindungen des Wirtes an ft. Brauerei eine abweichende Anschauung rechtfech gen. Im Fra gefalle liegt hierzu kein Anlaß vvi. Die vier Verträge find auf die durchaus übliche Zeit von zehn oder gar nur von fünf Jahren abgeschlossen Die Vereinbarung, daß der Beklagte über diese Zejj 010,0115 an den ausschließlichen Bierbezug von ber Klägerin gebunden ist, solange er die Darlehensverpflichtungen nicht erfüllt hat, kann eine Unfitt- Iidjfeit nicht ergeben, da sich der Beklagte durch die vertragsmäßige Zurückzahlung befreien kann. (Es hegt also keine sittenwidrige Knebelung des Beklagten vor. Die gesamten Verträge als Einheit mit 13jähriger Bindung erschienen auch nicht als sittenwidrig. (Dgl. OLG. München: Seufferts Archiv 80, 293; Bay. ObLG. 28, 185; 30, 113.) Das -gleiche ist von der Nachfolger klausel zu fagn 2>ie Bindung der Erben besteht ohnehin Eine Ab, gäbe des Wirtschaftsbetriebes befreit den Beklagten mcht. da er den Geschäftsübernehmer m gleicher Weise verpflichten müßte. Bei einer Existenzgefähr. düng des Beklagten stände ihm nach allgemeinen Regeln ein Kündigungsrecht zu. 2such die einseitige Fchsetzung des Bierbezuas- Preises belastet den Beklagten nicht, weil praktisch die Brauerei selbst durch die Brauereisozietäten in ihrer Entschließuna nicht frei ist und der Beklagte notfalls gegen Willkür durch 8 315 BGB. ae- schützt ist. Die Höhe der vereinbarten Vertragsstrafe löst allerdings gewisse Bedenken aus (siehe hierzu auch K ü n st l e r, Bierlieferungsvertr., 2. Aufl. S. 13 14 und S. 31). Sie sind jedoch nicht ausschlaggebend, ba sie sich mit etwa 12 v. H. des Verkaufspreises im Rahmen des Erträglichen halten. Nach § 343 BGB konnten übrigens überhohe Vertragsstrafen vom Gericht herabgesetzt werden. Hiernach ist die Verquickung von Bierlieferungs- mit Darlehensverträgen nicht sittenwidrig. Der Beklagte will nun eine Unsittlichkeit darin erblicken, daß es sich um kleine Darlehen handele, die die Klägerin sich hoch verzinsen und überdies durch wertbeständige Hypotheken besten Ranges, sowie durch die Dierbezugspflicht habe übermäßig sichern lassen. Die Zinsvereinbarung übersteigt jedoch nicht die derzeitige Ueblichkeit. Der festgesetzte Einheits- wert des Objekts schließt übrigens auch Verlust- gefahren nicht aus. Der der Klägerin zustehende Anspruch auf Unter- laffung anderweiten Bierbezugs kann nach dem klaren Vertragssinn nicht etwa bloß als Äehrfcite Der Verpflichtung des Beklagten zum ausschlieh- lichen Bierbezug bei der Brauerei angesehen wer- den. Weil keine Mindestabnahmepflicht vorgesehen ist können die Verträge nur so aufgefaßt werden, daß der beklagte Wirt primär hat verpflichtet werden sollen, an-derweiten Bierbezug zu unterlassen. Hier- mich ist der Unterlaffungsamspruch einklagbar. (Jur. Wochenschrift vom 24. Noo. 1934 S. 3012.) Darlehens- und Bierlieserungsverirag öaft ein mit einem Darlehensvertrag verbundener Bierliefcrungsoertrag nicht zum unsittlichen Knebe !Rin^^uA=Pr t'Urd)u Festlegung des ausschließlichen Bierbezugs für zehn Jahre bei Vermeidung einer Vertragsstrafe von 10 RM. je Hektoliter durch Ver- elnbarunq der Nachfolgeklausel und der einseitigen drelsfestietzung wird. Die Bierbezugsklauisel ent- n ! 7ncten prlmär Zu verfolgenden Anspruch aus r^e9 .Bruges fremden Bieres. Der ^Me'dung liegt folgender Tatbestand zugrunde: Die Parteien hatten vier zeitlich einander folgende Vertrage über Darlehensgewährung an den fügten gegen die Verpflichtung zum ausschließlichen Bierbezug von der Klägerin miteinander geschlossen, h €rÄ'°?tc hypothekarische Sicherstellung -^rlehensbetrage auf den Grundstücken des Beklagten, auf denen er fein Wirtschaftsgewerbe bc= Dn allen Fallen hat der Beklagte für sich, ?'""chfolger, Pächter, Käufer oder sonsti- gen Nutznießer der Wirtschaft, die Bierbezugspflicht WB «% bant$$ 8anbej 2Jwm. 7o, Wi ■stSs Ifhiih oon U16,.1 ; einen gun Sie kältere.. & usv- beg" 47, Seite 3008). Wirtschaft Angebot Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. n Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. Ui. kurs 7-2- 8-2 97 95-75 86.5 Banknoten. 51.75 127.5 l 126.75 3b25 8.2 8.2 95-75 99.75 leb- vor- 99.25 102 112.5 102 112.25 41 205-5 99.5 102 112-75 114.5 96 o 0 0 0 0 4 0 0 0 12 0 4 0 0 0 c 6 0 0 !' 0 0 0 73.25 50.5 143-5 93.75 105-25 95.5 In Wirklichkeit handelt es sich hier um nachbarrechtliche Streitigkeiten, die im ordentlichen Rechtswege ausgetragen werden müssen. Es liegt hier eine bürgerlich-rechtliche Streitigkeit vor; es wird nicht ausschließlich über Fragen des öffentlichen Rechts, sondern über die dem Gemeingebrauch entspringenden Rechtsbefugnisse einzelner und um private Belange gestritten. Die Art, wie das Leucht- 122.5 88.25 78.65 85-5 113-75 127 114.75 96 31 141.1 108 120 86 115-75 100 145 121-25 104 54.25 118 51.9 73 128.75 50.4 126.9 85 40.4 28.25 1.25 8.1 7.75 10.65 100.25 97 97 >04-9 Rheinische Elektrizität 5(Wert & (So. Siemens & Halske... Labmever &4o..... 115 96 96 100 99.75 97 97 104-9 97.5 95.75 99-75 112.5 114.5 96 96 100.25 100 97 97 104-9 72-75 . — I 50-13 i 28-13 1.25 8 1.75 7.7 10.65 27.9 1-2 8 775 7.75 33.65 87 114-25 87.5 87-5 87.5 - 167.5 82 I V? 35*5 I 31-5 1 Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse Klocknerwerke ........ Manneomann-Röhrnr........ Sonntag, den 10. Februar. 5. nach Epiphanias. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Pfarrassistent Balz; 17: Pfr. Becker. Feier des hl. Abendmahls für Matthäus- und Markusgemeinde. — 3o- hanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinder- tirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 17: Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Anthes. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Anthes. — Petrus- kapelle. 9.30: Studienrat Pfarrer Reinhardt. — Saal der Heuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemoinde, Pfarrer Ausfeld. — Wiefeck. 9.45: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Alten- \ Buseck. 10: Gottesdienst; 13: Gottesdienst. — Großen- Besonders für Weizen zeigte sich lebhafteres Interesse, nachdem die Ausgleichsabgabe für die Kühlen um 2 Mark auf 1,50 Mark ermäßigt 27-75 1-2 7-95 7-65 7.8 10-4 4VO Oesterretchtsche Goldrenke. . 4=20% Oesterreich!,'che Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4 2% desgl. von 1913.......... 5'6 abgest. Goldmexikaner von 99 i'o Türkische Zollanleihe von 1911 4Yo Türkische Bagdadbahn-Anleihe Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südain. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff ....... Norddeutscher Lloyd '21.(5. für Berkebrswesen Mt. berliner Handelsgesellschaft ... Eommerz- und Privat-Bank .. Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ Dresdner Bank ......... Reichsbank : dienst.— Steinbach. 10: Gottesdienst.— Albach. 12.30: Gottesdienst; Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst, 2. Abtlg. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Mainzlar: 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst mit anschließender Katechismuslehre. — Klein- Linden. 10: Gottesdienst 11: Kindergottesdienst. — Wahenborn-Steinderg. 13.45: Hauptgottesdienst. — Gardenteich. 10: Gottesdienst. — Hausen: 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 14.15: Stiftsdechant Kahn. — Hieder-Dessingen. 13: Stifts- dechant Kahn. — Birklar. 9.30: Hauptgottesdienst, Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst, Kollekte. — Dellenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst, Kollekte. — Münzenberg. 11: Gottesdienst. — Trais- Münzenberg. 9: Gottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Beitsberg. 9: Gottesdienst. — Wirberg. 10.30: Gottesdienst. — Harbach. 12 45: Gottesdienst — Ober-Gleen. 9.30: Kindergottesdienst; 10.20: Hauptgottesdienst. — Kirlorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst; 20: Missionsabendgottesdienst. Montag, den 11. Februar. Lollar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Dienstag, den 12. Februar. Kirtorf. 20 Uhr: Gustav-Adolf-Frauenverein. Mittwoch, den 13. Februar. Ober-Gleen. 19.15 Uhr: Bibelstunde. — Kirlorf. 20.30: Bibelstunde. 31.75 90 1651 Bon chemischen Werten setzten Farbenindustrie mit 143,25 (144), Scheideanstalt 0,25 v. H. und Rütgers- werke 0,75 o. H. niedriger ein, Metallgesellschaft zogen 0,25 v. H. an. Am Elektromarkt blieben Siemens und Lahmeyer sowie AEG. und Schuckert voll behauptet, Gesfürel bröckelt leicht ab. Schifffahrtsaktien lagen uneinheitlich, Hapag minus 0,13 d. H., Nordd. Lloyd plus 0,40 o. H. Sonst eröffneten Zellstoff Aschaffenburg, Westdeutsche Kaufhof, AG. für Berkehr bis 0,25 v. H. freundlicher. Gut behaup- tet lagen Moenus Maschinen, Reichsbank und Kunstseide AKU., letztere waren später auf 52 (51,25) erhöht, auch andere Dalutapapiere zogen an. Außerdem waren Bemberg auf 117 bis 118 (1. K. ca. 113) befestigt und im Freioerkehr zeigte sich für Muag zu 70 (gestriger Berliner Kurs 68) lebhafteres Interesse, während RWE. zu 116,50 (116) nur mäßig höher lagen. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft ebenfalls klein und die Kursgestaltung war weiter uneinheitlich. Die nach den ersten Kursen etwas befestigten Montanwerte bröckelten wieder ab, auch IG. Farben lagen unsicher, während AG. für Verkehr 0,75 v. H., Gesfürel 0,75 v. H., Metallgesellschaft 0,25 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 o. H., Licht & Kraft und Schuckert bis 0,50 v. H. anzogen. Fest lagen AKU. mit 53,50 (nach 51,25 bis 52), ferner Gebr. Junghans mit 82,40 (80). Arn Kassamarkt lagen Großbankaktien weiter fest. Der Rentenmarkt'blieb auch später sehr ruhig, die variablen Werte lagen auf Anfangsbasis behauptet, lediglich Altbesitz bröckelten etwas ab. Gold- und Liquidationspfandbriefe notierten bei kleinem Geschäft meist unverändert, während Kommunak-Obligationen teilweise bis 0,50 v. H. anzogen. Stadtanleihen lagen uneinheitlich, jedoch überwiegend etwas schwächer. Im Freioerkehr zeigte sich größeres Interesse bei festeren Kursen für Warschau-Wiener. — Der Geldmarkt lag außerordentlich leicht, der Satz für Tagesgeld wurde auf 2,90 (3) v. H. herabgesetzt. Abendbörse: sehr still. frage. Das Roggenmehlgeschäft blieb demgegen- Wer weiter schleppend, die Preise blieben im Süden mb Westen unverändert, während sie im Osten und teilweise auch in Mitteldeutschland etwas erhöht v-urden. Der R o g g e n einkauf der Großmühlen Dresdener Bank blieben zu 88 v. H. unverändert, Adca wurden auf 80 v. H. Brief (78,50) heraufge- setzt. Für Frankfurter Bank erhöhte sich die Taxe auf 109,50 bis 110 (heute mittag 107,75 rat.). Der Rentenmarkt lag geschäftslos und zeigte keine Kursabweichungen. Etwas freundlicher lagen Altbesitzanleihe mit 112,50 (112,25). U. a. notierten: Alt- besitzanleihe 112,50, 7 v. H. Stahlverein-RM.-An- leihe 97,50, Adca 80, Braubank 113, Commerzbank 86,75, vv-Bank 88, Deutsche Ueberseebank 70,50, Dresdner Bank 88, Rcichsbank 167, Buderus 92,25, Gelsenkirchen 72,40, Klöckner 88,25, Rheinstahl 97, Stahlverein 47,50, AKU. 54,50 bis 54,75, AEG. 31,50, Bekula 142, Gement Heidelberg 113,75, Scheideanstalt 205, Licht & Kraft 120,25. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M-, 8. Febr. Das Buttergeschäft blieb gleichfalls hinter den Erwartungen zurück, das scharfe Frostwetter blieb hierbei nicht ohne Einfluß. Holländische Butter war verhältnismäßig gut gefragt, auch deutsche Landbutter begegnete größerem Interesse. Innerhalb der Notiz haben sich die Preise etwas verändert, im wesentlichen blieben sie unverändert. Land- und Kochbutter zogen etwas an. Die Zufuhren waren klein, aber ausreichend. Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise): Deut- schs Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 145, Deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 120. Holländische Markenbutter 146 bis 148. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 8. Febr. Das Geschäft im Frankfurter Eiergroßhandel hat auch nach dem Monatswechsel nicht die erhoffte Belebung erfahren, die Nachfrage des Konsums beschränkte sich nur auf die Deckung des laufenden Bedarfs. In frischen Eiern sind die Zufuhren gering geworden, für das langsame Geschäft blieben sie jedoch ausreichend. In Kühlhauseiern geht das Angebot merklich zurück. Bei stetiger Grundtendenz blieben । die Preise der Vorwoche unverändert. Es notierten : in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Frischware): ; Deutsche Handelsklasseneier S 13 bis 13/4, A 12% - bis 13, B 12 bis 12%, C 11 bis 11%, D 10%; i Flandern S 12% bis 12%, A 11% bis 12, B 11V« , bis 11%, C 10% bis 11; Rumänen C 10'/« bis . 10%; Jugoslawen B 11% bis 11%, C 10% bis 11; i Deutsche Kühlhauseier S 10 bis 10'/«, A 9%, B9% i bis 9%, C 8% bis 8%, D 8 bis 8%. Donnerstag, den 14. Februar. Daubringen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Treis en der Lumda. Bibelstunde. Freitag, den 15. Februar. Mainzlar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 9. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 10. Februar. 5. Sonntag n. Erscheinung. Gießen. 6 30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grün- berg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 11. Februar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 13. Februar. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Neuapostolische Gemeinden. Sonntag, den 10. Februar. händelstraße 1: 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16 Gottesdienst. — Ederskrahe 13: 15: Gottesdienst. Mittwoch, den 13. Februar. 20.30 Uhr: in beiden Lokalen. Vaplislen-Gemeinde. Gartenstraße 13. Sonntag, den 10. Februar. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Falk. Donnerstag, den 14. Februar. 20.30 Uhr: Bibelstunde, Prediger Falk. Oeffentllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele- s°H a^ü p tp o st a m t: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. n M • Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Frau Dr. Marx, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Engelapotheke. Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein L Koppel .. Leonhard Tietz - Ebave.......- - • • •• ölccu mulat oren-Fab ril Lontt-Gummi....... blieb klein, wogegen die Landmühlen wieder Hafter tätig waren. Im allgemeinen wurde das liegende Angebot, das sich infolge der höheren Festpreise etwas verstärkt hat, ausgenommen. 99-13 102 112.75 I b 6 10 100 97 97 104-9 40.5 I 206-5 146 i 208 ' 205.25 - । 159-25 145-5 I 145-4 92 103.5 72-4 101.5 IchlaggebenL,! 'kaufsprchz- ich § 343 U agssttafen k Bierlieferm vidrig. Der L darin erbfirfn Mdele, die t» überdies dun Ranges, [ok ermäßig scheißt jedoch nifr esehte Einheit auch Aeckx ud) auf link: in neid) iwi als Kehrst m WsWch Wsihen nw .djt vorgesehen gefaßt werden, Achtet werden tertoffen. Hier- iftogbar. (3m 1012.) gramm. Khein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: Uneinheitlich. Fr a n k f u r t a. M., 8. Febr. Die Börse verharrte auch heute in außerordentlicher Zurückhaltung. Der Auftragseingang aus dem Publikum war wieder nur sehr klein, während die Kulisse ihre abwartende Haltung beibehielt. Angesichts der herrschenden Geschäftsstille kamen einige günstige Momente kaum zur Auswirkung, wobei wir neben günstigen Industrie-Abschlüssen vor allem auf die iprozentige Dividendenerhöhung beim RWE. und auf das nunmehr feststehende Endergebnis der deutschen Zinsumwandlung mit der überraschend geringen Zahl von Protesten verweisen. Am Aktienmarkt war die Haltung widerstandsfähig, obgleich die ersten Notierungen zumeist etwas niedriger einsetzten. Dagegen lag der R e n t e n m a r 11 wieder stark vernachlässigt bei nur knapp gehaltenen Kursen. Schwächer lagen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,75 (98,25) und Gemeinde-Umschuldung mit ! minus 0,25 v. H. Altbesitz, Reichsbahn-Vorzugsaktien, Zinsvergütungsscheine sowie Stahlvereins- Obligationen konnten sich behaupten. Am A k t i e n m a r f t zeigte sich für Montanwerke etwas Interesse bei zumeist gut behaupteten und fnäter bis 0,25 v. H. höheren Kursen. Bis 0,40 v. H. höher lagen Mannesmann, Buderus, Klöcknerwerke und Gelsenkirchen, Rheinstahl erhöhten sich um 0,75 v H., Phönix und Stahlverein lagen behauptet. celrend macht, stehen der Zulässigkeit des Rechtsreges keine Bedenken entgegen. Die Nutzungsbe- signisse der Anlieger gehören allerdings, wie der Gemeingebrauch selbst, dem öffentlichen Recht an. jie wirken sich aber als Ausweitung des Eigentumsinhalts an den Anliegergrundstücken aus und inö daher Ausflüsse des Eigentums. Für die Fest- Luung der Berechtigung gegenüber dem Wege- egentümer hot das Reichsgericht den Rechtsweg cjne Einschränkung zugelassen. Dasselbe muß auch dinn gelten, wenn der eine Anlieger unmittelbar g:gcn den Störer klagt und dessen Uebergriffe ab= retjrt. Die Verneinung des Rechtsweges würde L»m Geschädigten die wirksamste Waffe nehmen. ;ie Anrufung der Polizei würde nicht immer zum jiele führen, zumal diese dann nicht immer ein- jteift, wenn lediglich private Interessen im Streite jehen. Wollte man den Geschädigten darauf verweisen, daß er dcn Wegeeigentümer anhält, den inzulässigen Eingriff des Störers mit der Störungsloge zurückzuweisen, so würde dies zu einer Verdoppelung der Prozesse führen und würde ohne jringenben Grund den Eigentümer in einen Streit kneinziehen, der ihn selbst nicht berührt. ' Am Futtergetreidemarkt blieb das Angebot knapp, während die Nachfrage unvermindert antyielt. Hafer war nur im Tausch gegen andere Futtermittel zu haben. Da in letzter Zeit vielfach Saathafer zur Verfütterung gelangte, dies aber unter allen Umständen verhindert werden soll, machen die Getreidewirtschastsverbände den Saatzuchtbetrieben ein Umtauschangebot, wonach bei Ablieferung von Saathafer Futtermittel im Derhättnis 1:1 zur Verfügung gestellt, werden. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der zugeteilten Futtermenge wird aus inländ. Trockenschnitzeln, der Rest aus russischen -I 32.51 89.5 — 1651 -1 An der Abendbörse entwickelte sich kaum Geschäft, die Kulisse verharrte in ihrer Zurückhaltung, auch die Kundschaft bekundete kein Interesse. Die Stimmung war jedoch freundlich und die letzten Mittagskurse' konnten sich gut behaupten. Etwas fester lagen Gement Heidelberg, Zellstoff Aschaffenburg und IG. Farben, ferner blieben Kunstseide AKU. gefragt und zogen bis auf 54,75 (51,13 v. H.) an. Am Kassamarkt gingen Commerzbank bei kleinem auf 86,75 (87) zurück, OO-Bank und schild angebracht wird, darf aber nicht die zulässigen Grenzen des Gemeingebrauchs Überschreiten, d. h. die Anliegerbenutzung darf die Benutzung anderer benachbarter Grundstücke und den Gemeingebrauch der anderen Anlieger nicht beeinträchttgen. Leuchtschilder müssen insbesondere so angebracht werden, daß sie den Nachbarn die Möglichkeit lassen, ungehindert auch ihrerseits Reklame zu treiben. Es kann dem einzelnen nicht das Recht zugesprochen werden, die Straße im eigenen Interesse so stark auszunutzen, daß dadurch die gleichen Nutzungsrechte der Nachbarn zurückgedrängt werden (vgl. Juristische Wochenschrift, 63. Jahrgang, Heft 4% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 e» ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6V2% Doung-Anleihe von 1930 .. 3 eutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten shesgl. ohne Auslos.-Rechte...... 4% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4?o Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................ tV2% Hess. Landes-Hhpotheken- bank Darmstadt Liaui......... tDerhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten 3.eutsche Komm. Sammelabl. An- leige Sette 1 mit Auslos.-Rechten 4% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 4% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6Vg% ehem. 4Y2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... ehem. 4*/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 4% ehem. 8% Pr. Landespsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 tzaeuergutsch. Verrechnungskurs I. G. Farbrn-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke .. Meiallgciellschaft PbAvv Holz mann ... Zementwerk Heidelberg Sementroerf Karlstadt.. A.E.G o Bekula..................... 0 Elekrr. LteferrnigsgeseMchaft... 6 Licht und Kraft 6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Datum 4% desgl. Serie 11 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4i4%Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente . 8 H% Anatolier ............. 51.25 j 54.75 - ; 118 52 5* ’c nte den * at aW ttiM* urde. Für die erhöhte Nachfrage nach Wetze v ar auch die Neuregelung der Weizenmehl- greife von Einfluß, die mit Wirkung vorn 1 Februar von den Getreidewirtschaftsverbänden Borgenommen wurde. Für den hiesigen Bezirk v»urde der Preis für W XIII auf 27,50 (vorher 2i,15) und für W XVI auf 27,95 (27,15) Mark je oppelzentner erhöht. Daraufhin entwickelte sich linde der Woche lebhaftes Geschäft zu den alten ß reisen, jedoch erhielt sich auch zum erhöhten Preis, msbesondere für den April-Termin, etwas Nach- «M. UL'- M M, ön sich ech/ ies ©runbiti: und auch ® Der nicht verdick lenommen oj in JnteM §). Die W und den öfi* das Recht. 3 ÜichtanlaM chmtot W Straßenank eren W chnahme Hot die b erkehr der. genügen, g ^traßenvM Gesichts^ rt-hr- uni * Ä Anlagen- t mit« auf 1$ ande^ff^rh 5 Grttzner ^•ee™ *** ?! Mainkraftwerke Höchst a,M.... 4 Süddeutscher Zucker.........B| Schultheis Patzenhofer ....... 0 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. v Bemberfl..................0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............ 0 0 0 10 0 0 143-75 I 143.75 2055 205 93-25 ! 93.75 106 105.25 94 5 I 95 Oelkuchen, sowie aus Soyaschrot bestehen. Ferner müssen die Oelrnühlen ihren zum Verkauf freien Anfall an Oelkuchen und Soyaschrot der Reichsstelle anbieten, die ihrerseits diese Mengen im Interesse einer ordnungsmäßigen Verteilung den einzelnen Bedarfsgebieten zuteilen werden. Die Getteidewirt- schaftsverbände sollen hierbei eingeschaltet werden, die bestimmte Kontingente erhalten, um ihrerseits den Eintausch gegen Hafer vorzunehmen. Die auf diese Weise beschafften Hafermengen werden dann wiederum durch die Reichsstelle den Dedarfsgebie- ten zugeteilt werden. Vor allem wird da.durch der Landwirt, der im Besitz von verkaufsfähigen Haferüberschuhmengen ist, auf den Bezug von Oelkuchen rechnen können. F u 11 e r g e r st e war kaum angeboten. Auch in Mühlenabfällen hat das Angebot keine Vermehrung erfahren, selbst unter gleichzeitigem Bezug von Mehl war Kleie kaum erhältlich. Die Festpreise für Weizen- und Roggenkleie haben sich um 7 Pfennig und der für Trockenschnitzel um 12 Pfennig je 100 Kilogramm erhöht. Um 25 Pfennig je dz teurer stellte sich ferner Wei- zennachmehl mit 17 Mark. Oelhaltige Futtermittel waren nicht angeboten, die Preise blieben unverändert und haben fast nominellen Charakter. Das R a u h f u 11 e r m i 11 e l geschäft blieb recht klein, die Preise lagen unverändert. Heu südd. 11 Mark, Weizen- und Roggenstroh draht- gepreßt oder gebündelt 5 bis 5,40 Mark je 100 Kilo- j yujC(f. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottes- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die -öhe der zuletzt befchloflenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 d. SV Moen Gji de- “W ?us übliche en abv >9 L die J,n ^ne Un durch ä N ■ MrtsÄij klauselzusiz 6ine) f den Lektor mer m gleit». a(t) ollgemeir Dierbezv: t weil prnfr ejeifojietäten iö der Beklc: 315 BGB. i '^agsftrafe E Scylußk. Mittag. bärfe | 8-2 Gchiuß- lurs 7-2 vl 85.5 i 0 112-5 O| 127 I Wochenbericht vorn Frankfurter Schlachtviebmarkt. Der Beginn des neuen Monats hat auf den Absatz von Fleisch sowie von Fleisch- und Wurst- iaren einen günstigen Einfluß genommen. Hinzu im die kältere Witterung, die den Verzehr von ileisch usw. begünstigt. Da auch die Märkte zur ;it den jeweiligen Bedarfsverhältnissen entsprechend eschickt werden, wobei in dieser Woche die Zufuhren was erhöht waren, nahm der Markt einen guten »erlauf. Am Großv ie h ma r k t standen insgesamt 1165 legen 1093 in der Vorwoche) zum Verkauf. Schwere -chsen waren ziemlich stark vorhanden, während ie Nachfrage sich vorwiegend auf mittlere Tiere chtete. Trotzdem konnten sich die Preise für Ochsen er Klasse a) ebenso wie für die übrigen Klassen um bis 2 Mark heben. Für Bullen war diesmal die iad)frage geringer, die Preise blieben jedoch un- erändert. Kühe und Färsen verzeichneten lebhaf- re Nachfrage und waren besonders in der Klasse ) bis zu 2 Mark höher, als in der Vorwoche. Das Geschäft nahm im ganzen einen mittelmäßigen Erlauf; es verblieben nur 18 Ochsen als lieber- land. Auf dem Kälbermarkt entsprach der Auf- üeb von insgesamt 1444 (1468) der Nachfrage, bach mittelmäßigem Handel wurde der Markt bei egen die Vorwoche kaum veränderten Preisen aus- erkauft. Beste Mast- und Saugkälber (Klasse a) Daren nur in geringen Mengen aufgetrieben, erretten aber trotzdem keinen höheren Preis als D Mark für beste Qualitäten. Am Schaf markt stellte sich die Zufuhr mit 25 (183) Stück etwas höher. Nach zunächst ruhi- pm, später etwas lebhafterem Geschäft wurde der Fiartt ausverkauft. Die Preise lagen unverändert, Sammel kosteten 32 dis 37 und Schafe etwa 20 bis Mark je 1 Zentner Lebendgewicht. Auf dem Schwei nemarkt entwickelte sich zunächst lebhaftes Geschäft. Insgesamt betrug die Be- hickung 4273 (3770) Stück. Besonders mittlere ! rf)meine blieben gefragt, während geringe und dte Schweine vernachlässigt blieben. Die Preise (Kicben nahezu unverändert, mittlere und geringere lUere lagen z. T. etwa 1 Mark höher, während Iftte Tiere um 1 Mark zurückgingen. Wochenvenchl vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Der Getreidegroßmarkt hat sich auch mit Beginn L’s neuen Monats nicht stärker belebt, immerhin rar die Nachfrage der Mühlen etwas lebhafter als m Vormonat. 143.75 93.5 105.75 94-9 I | 851?| 103.9 51-13 112-5 52 72.5 128-5 50 13 127-5 85 5 40.5 Die hinter den Papieren Sronffurt 0.271. 2)crdn Sckiluß- lurs Schlußk. Abend- börsc (Schlußkurs (Schluß Miitaq- bör>e -Datum 7-2. 82 7-2. 8.2- Schluß- kurS (Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« bör^e Saturn 7.2. 8.2 7-2 8.2. Niansfelver Bergbau .. .......0 93 93 93 93-13 Kokswerke ........... .......0 — 103.4 102.65 .......0 57 56.75 56-75 56,75 Rheinische Braunkohlen .....10 211 202.5 209 209 Rheinstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ .......0 .......0 .......0 96.75 47-75 12-13 97 47-5 12-4 96.65 47.75 12-25 97-25 47.65 12-25 Kaliwerke Aschersleben. .......6 108 108 107.5 107-75 Kaliwerke Westeregeln. .......5 107.5 108 107-5 108 Kaliwerke Salzdelfurth .....?y2 1 155 155 155 155-5 7.$ebruar 8.Februar Amtliche Jlofieruna Amtliche Notierung Geld »rief Geld Dries Buenos Atre. 0.643 0.647 0-643 0-647 Brüssel ..... 58.17 58-29 58 17 58.29 Rio de 3an. 0-194 0196 0-194 0-196 Sofia ...... 3-047 3-053 3-047 3 053 Kopenhagen 54-51 54-61 54 46 54 56 Danzig..... 81-24 81-40 81.24 81-40 London ..... 12.205 12-235 12-195 12-225 Heliingfors.. 5-39 5.40 5.3&5 5 395 Paris ..... 16.415 16.455 16-415 16 455 Holland ... 168-28 168.02 168.26 168-60 .Italien..... 2130 21 34 21-30 21-34 Japan ..... 0.711 0-713 0.711 0.713 Jugoslawien 5-649 5-661 5.649 5 661 Oslo..... : 61.36 61-48 61.30 61 42 18-95 49-05 48-95 49.05 Lissabon ... 11 08 11-10 11-07 11 09 Stockholm.. 62-94 63 06 62.88 63-00 Schweiz ... 80-72 80 88 30.72 80 88 Spanien.... 34-03 34-09 34-03 34-09 Prag....... 10.40 10.42 10-40 10-42 Budapest .. — — — Neuyork... 2.500 2.506 2.500 2-506 8-2 4 65 7 4 3 35-25 8.6 4.75 7.4 4.25 36 7.2 4-25 35.75 31.4 31-25 31.65 — 28 28.75 33-75 335 34 88 87.5 88-25 116.5 114-75 116 86-75 86 87 88 86 88 88 86 88 167 1675 167 31-5 31 31.25 142 141.25 142 108-25 108 108.5 120-25 120 120 86 86.5 86.5 115-5 116.25 115.75 109.5 109 100.25 100-25 100.4 145-25 145-25 144-5 120 120.75 121 92-25 92-5 92.25 1029 103 65 103 72 4 72.65 72-5 101.5 101-75 101.25 88.75 89 144-5 144.75 144.75 122-65 122 25 122.5 88-25 88-25 88-25 78-13 78.65 78 Berlin, g.Februar Geld Bries Ameritaniime Roten.............. 2-453 2.473 57-96 58-20 54-25 54-47 Englische Noten ................. 12 16 12-20 Französische Noten ........ . .. 16 375 16 435 167-84 168-52 Italienische Noten................ 21-28 21.36 Norwegische Noten .......- • ■ 61.14 61-38 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — — 62-66 62-92 Schweizer Noten................. 80-44 80-76 Spanische Noten................. 33-79 33-93 — ,< e - : i M ■ Einjährige Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekunda- und Prima-Reife, Schulgeld RM 19.— keine Nebengebühren. Zweijährige Handelsschule für Schulentlassene m. 8|ähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (frühe_r Einjähr.-Exam. genannt). Für Mäddien auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM 17.—, keine Nebengebühren. Ein- u. halbjährige Handelsfachschule Schulgeld RM19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i.Maschinenschreiben.Steno- grophie und allen Handelsfächern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schulgebäude Goethestr. 32. in Herborn v. 8-13 Uhr im Schulgebäude Schlogeterstr. 11. Adolf Schäfer Frieda Schäfer, geb. Mank geben ihre Vermählung bekannt Wies eck (Karl Straße 8), den 9. Februar 1935 _____________________________________________________________760 D Modes tube Körner Gießen, Plockstraße 10, Telephon 3410 zeigt Montag, 11. Februar, nachmittags 3-6 Uhr, im Saale des »Hotel Schütz« die neuesten Frühjahrsmodelle und bittet um Ihren geneigten Besuch ________________________________________________________________808 D fitii"111”, Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von (Ltegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 2. Fortsetzung Nachdruck verboten! Als ich mich von meinem Entsetzen erholt hatte, schrieb ich den Brief an Sie", Helma deutet bei diesen Worten auf das Schreiben, das auf dem Tische lag, „und hier bin ich nun, um Sie um Ihren Rat, Ihre Hilfe zu bitten. Sie sehen mich in doppelter Verzweiflung, einmal über den Tod meines lieben Onkels und Pflegevaters — zum andern über diesen Diebstahlsoersuch. Und daß er gerade in der Todesnacht passiert war, ist ein besonders unheimlicher Zufall." Mit nachdenklicher Miene hatte Hopman der Erzählung des jungen Mädchens gelauscht. „Haben Sie von dem Diebstahl zu irgend jemandem gesprochen, gnädiges Fräulein?" „Nein. Aber ich habe den kostbaren Kelch in mein Safe in meinem Zimmer eingeschlossen, damit in meiner Abwesenheit nichts geschieht." Der Detektiv machte ein undurchdringliches Gesicht. „Habe ich vielleicht falsch gehandelt, Herr Doktor? Hätte ich vielleicht doch sofort die Polizei benachrichtigen sollen. Ich fürchtete so sehr einen Skandal. Soll ich die Benachrichtigung jetzt noch nachholen?" „Auf keinen Fall!" erwiderte Hopman lebhaft. „Sie haben in allem ganz richtig gehandelt, sehr richtig sogar für eine Frau — vielleicht in einem nicht , fügte er nachdenklich hinzu, „aber das ist nicht so schlimm. Fahren Sie, bitte, nun ruhig wieder nach Hause, gnädiges Fräulein! Ich komme morgen zu Ihnen hinaus. Und zwar werde ich als Käufer von Bibliotheksbüchern auftreten. Denn ich nehme an, daß Ihr Better die ganze Literatur, die sich im Laufe der Jahre bei Ihrem verstorbenen Herrn Onkel über dessen Spezialgebiet angesammelt hat, nicht behalten wird. Es wird ihn bei seinen andersgearteten wissenschaftlichen Neigungen nicht interessieren. Ich lasse mich unter dem Namen eines Professors Schröder bei Ihnen melden. Dann habe ich Gelegenheit, mich ein wenig im Schlosse umzusehen." Helma stand auf und reichte dem Detektiv die Hand: „Ich danke Ihnen, Herr Doktor, daß Sie sich des Falles annehmen wollen. Eine Last fällt mir damit vom Herzen. Glauben Sie, daß wir etwas von den Dieben, oder besser, von den gestohlenen Steinen entdecken werden?" „Was ich tun kann, gnädiges Fräulein, um Ihnen zu helfen", sagte Hopman herzlich, „wird geschehen. Seien Sie ruhig und sprechen Sie zu keinem Menschen von dem, was wir heute miteinander beredet haben." Artig begleitete er Fräulein von Bodenberg zur Korridortür. Als er ins Zimmer zu Martins zurückkam, trug sein Gesicht einen sehr nachdenklichen Ausdruck. „Diese Sache schmeckt nach allerlei Ueberraschun- gen, Martins, und nach nicht sehr angenehmen", meinte er. Und dann setzte er sich in seinen Sessel, steckte sich seine Pfeife an und begann mit geschlossenen Augen zu rauchen. Da ging Martins leise aus dem Zimmer. Wenn sein Freund Hopman ein Gesicht machte wie jetzt, dann durfte man ihn nicht anreden. Dann war er mit seinen Gedanken auf einer Fährte — die er mit dem Instinkt ahnte, noch ehe sein Denken sie klar erfaßt hatte. Helma von Bodenberg war mit dem nächsten Zuge nach Gernrode zurückgefahren. Mit müden Augen blickte sie in die schöne Herbstlandschaft hinaus, die sich vor ihren Blicken ausbreitete. Sie kannte jede Biegung des Weges, jeden Zug der sanften Höhen, über die der Zug in Kurven und Windungen hinwsgfuhr. Heute hatte sie kein Gefühl für die Schönheit der Heimat. Ihr Herz war bedrückt und die Sorge vor den kommenden Tagen lastete schwer auf ihr. Zum ersten Male seit ihrer Kindheit, daß sie allein alles tragen und verantworten mußte — denn bisher war sie immer des Rates und der liebevollen Sorge des Pflegevaters gewiß gewesen. Warum mußte er so plötzlich von ihr gehen? Sie schluchzte auf. Jetzt erst, nun die furchtbaren Erregungen dieser Tage nachließen, jetzt erst fühlte sie, wie entsetzlich mitgenommen sie von allem war. Und Schlimmes stand ihr noch bevor. Würde es gelingen,, die Nachforschungen nach den unbekannten Dieben erfolgreich zu gestalten? Wer weiß, ob die Beute nicht schon längst aus Schloß Gernrode fortgebracht war? Aber vielleicht gelang es Hopman, alles aufzudecken. Sie hatte nach der Rücksprache mit ihm ein unbegrenztes Zutrauen zu ihm gefaßt. Er würde ihr helfen, er würde die Verbrechen entdecken. — Der Gedanke allein an seine ruhige, dunkle Stimme, seine klaren grauen Augen flößte ihr Ruhe ein. Und leidlich gefaßt langte sie auf der Bahnstation an, die der Ausgangspunkt für die Bewohner von Gernrode war. Der kleine Wagen erwartete sie. Auf dem Bock saß der alte Kutscher, der seit Jahrzehnten im Dienste der Herrschaft von Gernrode stand. Sein Gesicht war blaß und verfallen; der jähe Tod des alten Herrn und Gebieters hatte den treuen Diener hart mitgenommen. „Na, mein guter Zimmermann, hat sich etwas Neues auf Schloß Gernrode ereignet?" „Nein, gnädiges Fräulein. Eine Menge Telegramme sind eingelaufen, und viele Kränze sind N des tz von erhalte« wehr Seine! kfores pole M UH (Nachdruck, unter Kanone iijm nicht un um den < jenes liberal» unb Parlan nun schon klebten ( |ftn Nevo! 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Da ging ein erstes Aufleuchten über das Gesicht des alten Kutschers. Er schnalzte leise mit der Zunge, die Pferde zogen an, und der Wagen rollte in schnellem Trabe die Ebereschenallee entlang und dem Schlosse zu. 4. Kapitel. Als der Wagen vor dem Schlosse hielt, dessen Fahne auf Halbmast gezogen war, trat aus dem Portal ein eleganter, schlanker Mann von vielleicht vierzig Jahren. Er hatte ein gutgeschnittenes Gesicht, in dem nur die Augen einen etwas unsteten Ausdruck hatten. Ehe Helma es verhindern konnte, war der Herr zum Wagen geeilt und faßte Helmas Hand, um sie sorglich aus dem Fond zu geleiten. „Oh, Mademoiselle", sagte er mit sanftem Dorwurf, „ich war heute früh ganz untröstlich, als ich von Ihrer Abreise in der gestrigen Nacht hörte. Warum haben Sie mir kein Wort davon gesagt? Ich hätte es mir zur Ehre angerechnet. Sie wenigstens zur Bahn zu geleiten." „Ich danke Ihnen", sagte Helma freundlich, „aber ich habe mich ganz plötzlich entschlossen, weil mein Schneider mir meinen Trauermantel so verpatzt hatte, daß ich ihn nicht tragen konnte. Da ich aber jetzt hier sehr schwer abkömmlich bin, wählte ich den Nachtzug, um mit dem frühesten die Besorgung erledigen und wieder zurückfahren zu können. Ich hätte Sie niemals so spät noch bemühen mögen, Senhor de Sanzo, denn auch Sie sind ja sehr mitgenommen von den Aufregungen." Die schwarzen Augen des Mannes schienen sich zu umfloren: „Das bin ich allerdings Mademoiselle. Der Tod Ihres von mir so hochverehrten Herrn Onkels, meines teuren Freundes, hat mich tief erschüttert. Ich kann es noch nicht fassen, daß der edle Mann nicht mehr unter uns weilt. Auf Schritt und Tritt glaube ich ihn vor mir zu sehen. Und meines Bleibens hier wird nun auch nicht mehr lange sein, nachdem mein Gastsreund uns verlassen. Sie werden das begreifen. Falls ich Ihnen nicht noch in irgendeiner Sache behilflich sein kann, werde ich in den nächsten Tagen abreisen." Bei diesen Worten hatte er, ehrerbietig an Helmas Seite gehend, das junge Mädchen ins Haus geleitet. Helma zwang sich, freundlich und gleichmäßig zu bleiben. Aber wieder war in den schönen Worten des Spaniers das zu Glatte, zu Süße, was sie abstieß. Unwillkürlich atmete sie auf. Ja, es mürbe gut sein, wenn dieser Schönredner das Schloß- v««. ließ. Ihre eigene Trauer um den teuren Toten mar viel zu tief und zu ehrlich, als daß sie sie mit so glatten Worten verbrämen lassen mochte, wie es der Südländer tat. Aber sie war höflich genug, ein paar Worte de, Bedauerns über die Absicht des Doktors de Sanzo zu äußern. Nun blieb sie an der schweren dunklen Eichentreppe stehen, die von der Halle in die obi» ren Gemächer führte: „Entschuldigen Sie mich heute bei Tisch, Senhor! Ich fühle mich doch durch die nächtliche Fahrt und das heutige Herumhetzen in der Großstadt sehr ermüdet. Ich werde mir einen kleinen Imbiß auf mein Zimmer bringen lassen und mich etwas au,, ruhen. Auch habe ich", fügte sie wie beiläufig hi», zu, „heute noch eine große Arbeit vor. Ein Biblio. phile aus der Hauptstadt interessiert sich für dir umfangreiche Kunstbibliothek meines verstorbenen Onkels. Falls mein Vetter geneigt wäre, sie verkaufen, da er sie ja für seine eigenen Fachstudien nicht brauchen kann, würde der Gelehrte aus Bar- lin sie gern erwerben. Jedenfalls bat er mich heute die Bibliothek besichtigen zu dürfen. Er kann jede Stunde ankommen." Ein Zucken ging über das Gesicht des Spanier,: „Falls Sie wirklich die kostbare Bibliothek zu verkaufen gedenken, Mademoiselle — vielleicht hätte ich auch an dem einen oder anderen Stück Interesse, zum Beispiel an dem Werke über die Symbolik der Reliefverzierungen an Kirchengeräten." „Nun, das können Sie ja dann am besten mit dem Gelehrten selbst besprechen. Uebrigens verkaufe ich ja ohne Zustimmung meines Vetters nichts. Es handelt sich nur um eine Dorbesichtigung, die zu nichts verpflichtet." Sie grüßte liebenswürdig und ging die Treppe hinauf. Der Spanier blickte dem jungen Mädchen mit einem eigentümlichen Gesichtsausdruck nach, dann wandte er sich um und ging langsam durch die Halle, in sein Zimmer. Ich muß mich beeilen?, dachte er bei sich. ♦ Helma saß in ihrem Zimmer beim Frühstück. Da trat das Stubenmädchen Fanny ein und überreichte ihr auf silberner Schale ein Telegramm. Helma öffnete, und ihr Gesicht trug einen erfreuten Aus» druck: „Fanny, unser junger Herr ist bereits wieder auf der Rückreise nach Europa. In kurzer Zeit wird er hier sein. Er kommt mit dem Schiff am Freitag in Hamburg an." Das Mädchen antwortete nicht. Auf ihrem hüb» schen Gesichtchen lag etwas, was Helma nicht deu» ten konnte — beinah etwas wie Schreck. Stumm verließ sie den Raum. (Fortsetzung folgt 1) Ala Anreisen-Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen / Schulfivatze r Statt Karten! Für die mir erwiesenen Auf» merksamkeiten zu meinem so. Geburtslage sage ich hiermit allen meinen herzlichsten Dank G i e ß e n, den 9. Februar 1935 Georg Äruflus __________________________________________________0 ->07 Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Heilmassage Heilgymnastik Kosmetische Massage Frau A. 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