185. Jahrgang Eichener Anzeiger LnglischeWimsche für eine Mstungsvereinbarung Der r Gauleiter Bürckel spricht heute im Rundfunk. Saarbevollmächtigte des Reichs zöfischen Plan verhalten werde. Nach einem Hinweis auf Mitteilungen der Botschafter Italiens und Frankreichs in Berlin und auf die Unterhaltung zwischen Mussolini und Laval und dem deutschen Botschafter in Rom gelegentlich des großen Empfanges im Palazzo Venezia geht Gayda auf das Äbrüftungspro- b l e m ein, bei dessen Behandlung die Zusammenarbeit Deutschlands mit Genf ih die Brüche gegangen sei, und betont nochmals, daß die italienische Denkschrift vom Januar v. I. auch heute vollkommen aktuell sei. Italien habe damals eine rung an der Saar. Ein Papierwarenqeschäft, wie es unzählige in Saarbrücken, im ganzen Saargebiet gibt. Sein Schaufenster fällt freilich nicht auf. Aber innen ist voll von Hakenkreuzfahnen, voll von schwarz-weißroten Fahnen, voll von Fackeln und Lampions, die alle die Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Deutschland tragen. Es ist verboten, Fahnen 'n den Schaufenstern anzupreisen. Aber man hat nicht bindern können, daß der Strom der Käufer in diesen Geschäften den ganzen Tag über nicht ab reißen will. Die deutsche Bevölkerung an der Saar rüstet für die Siegesfeier nach dem 13. Januar. Des Abends flammen schon seit der Vorweihnachtszeit in den Hauptstraßen Saarbrückens tausende und abertausende von Glühlampen, zu langen Ketten vereint, hell auf, und die Brücken über die Saar sind leuchtende, weit sich spannende Bögen über den Fluß, der so deutsch bleiben soll, wie er immer war. r lieber das, was sie am 13. Januar zu tun hat und tun wird, verliert die deutsche Bevölkerung nicht mehr viele Worte. Sie bat seit dem Tage, da sie in stummer Erbitterung die Regierung fremdländischer Menschen hinnahm, geduldig, in bewunderungswürdiger Zucht um der Sache willen, gewußt,' daß dieser Spuk fünfzehn Jahre dauern werde, keinen Tag länger. Run ist dies-r Tag gekommen. Die deutsche Bevölkerung tut ihre Pflicht. Die öffentliche Meinung der Welt, die an der Wucht dieser Tatsache vielleicht noch den einen oder anderen Zweifel hegte, hat sich am letzten Sonntag vor der Abstimmung davon überzeugen lassen müssen. In wenigen Tggen stand, wie aus dem Boden gestampft, das Heer der Saardeutschen, 350 000 Menschen auf d e m Wackenberg bei Saarbrücken. Die Sonderzüge hatten die Massen gar nicht heranschaffen können, und alle, die doch kommen konnten, fanden nicht Blaß. Der Wind trieb den ersten Schnee dieses Winters über den Blaß und hüllte die Berge in einen dichten grauen Schleier. Von den Kleidern troff das Wasser. Aber die Deutsche Front stand. Daß sie stand, daß sie an diesem Tage stand, mochte sein, was da wollte, das war das eindringlichste Zeugnis sur die Echtheit und die innere Kraft dieser Menschen. Monatelang war die Kundgebung der separatistischen „Einheitsfront", die dann am Nachmittage auf dem Kieselhumes vor sich ging, vorbereitet gewesen. Es ist bekannt, wie stark hier die Beteiligung war. In Hunderten und aber Hunderten Deutschen Feierstunden, auf Vaterländischen Abenden, bet turnerischen Veranstaltungen ist im Laufe der letz- ten Wochen die ganze Bevölkerung des Saargebiets zur Deutschen Front gekommen. Sie hatte nicht nötig gehabt, auch noch auf diese Weise zu zeigen, wie sie denkt und wie sie fühlt, so wenig wie sie am 6. Januar noch hätte zu marschieren brauchen. Aber da sie herausgefordert wurde, marschierte sie. Jede Gelegenheit, zu beweisen, was sie wollen, haben die Hunderttausende restlos erschöpft. Jyk politischer Instinkt ist in den vergangenen fünfzehn Jahren aufs äußerste geschärft worden. Auf dem Quartiernachweis der Deutschen ^rom meldete sich ein Mann aus dem Reich. Mit feiner Der römische Konsultativpakt der Ausgangspunkt sranzösischerVerhandlungenmlondonund Vertin von Deutschland angenommene Verstands- gungsformel vorgeschlagen, die die deutschen Ansprüche und die Notwendigkeit einer Abstufung des Abbaues der in den anderen Ländern vorhandenen Rüstungen in Rechnung gestellt habe. „Lavoro Faczista" schreibt, Deutschland werde nicht außerhalb der mit der italienisch-französischen Verständigung geschaffenen neuen Lage bleiben können. Wenn es sich nicht den Möglichkeiten zum Frieden und Wiederaufbau verschließen wolle, deren Notwendigkeit von seinen verantwortlichen Führern wiederholt verkündet worden sei. Zum Oe st erreich - und Donauproblem wird ausgeführt: „Die beiden Regierungen erklären ihre Uebereinstimmung, den meisten interessierten Staaten den Abschluß eines Ni ch t ° einmischungsvertrages in die gegenseitigen inneren Angelegenheiten und die gegenseitige Verpflichtung zu empfehlen, keine Aktion Hervorzurusen, noch zu begünstigen, die zum Zwecke hat, mit Gewalt die territoriale Unversehrtheit und das politische oder soziale Regime eines der Teilnehmerstaaten anzutasten. Der Vertrag, um den es sich handelt, soll zunächst zwischen Italien, Deutschland, Ungarn, der Tschechoslowakei, Südslawien und Oesterreich abgeschlossen werden, d. h. zwischen allen Nachb a r- staaten Oesterreichs und Oe st erreich selbst, und dem Beitritt Frankreichs Polens und Rumäniens offen fein, so daß er schließlich sich auf die Nachbarstaaten und Nachfolgestaaten sowie auf Oesterreich und Frankreich ausdehnen würde. Ferner kommen die italienische und französische Regierung in Erwägung der Notwendigkeit, die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs aufrechtzuerhalten, schon jetzt überein, daß im Falle, wo diese Unabhängigkeit und Unversehrtheit bedroht wäre, die beiden Regierungen sich untereinander und mit Oesterreich über die zu treffenden Maßnahmen konsultieren. Diese Konsultation würde später von Italien und Frankreich auf die übrigen Staaten ausgedehnt, um ihre Mitwirkung sicherwerden. Der britische Vorschlag gehe darauf hinaus, daß Frankreich nach Erhalt weiterer Sicherheiten in Gestalt seiner Vereinbarung mit Italien und der vorgeschlagenen Garantie über Oesterreich nunmehr Deutschland ein g e - wisses Maß von Aufrüstung zugestehen sollte. Die französische Zustimmung wurde natürlich von der Unterzeichnung der Garantie durch Deutschland abhängig gemacht werden. Anderseits werde eingesehen, daß Deutschland dies nur tun werde, wenn es eine Gegen- lei st u n g in Form der Anerkennung seiner Aufrüstung erhalte. Somit bilden die . Vereinbarung von Rom und die britischen Rüstungsvorschlage, mit denen die Italiener in weitem Maße einverstanden seien, Teile eines Zusammensetzspieles, dessen einzelne Stücke richtig gelegt werden mußten, um die Lösung zustande zu bringen. Heim zum Reich! Aus den letzten Tagen des Abstimmungs- kampses. Von unserem nach dem Saargebiet entsandten W.v.L.-Sonderberichterstatter. Saarbrücken, 8.Jan. Einsam knattert auf dem Gebäude der Eisenbahndirektion in Saarbrücken d i e blauweißschwarze Fahne. Der Präsident der Eisenbahn- direktion ist Herr Nicklaus, gegen den Rechtsanwalt Professor Dr. Grimm in einem grundlegenden Plädoyer vor dem Obersten Abstimmungsgericht die unwiderlegliche Anklage des Separatismus erhoben hat. Diese Fahne, die Fahne des Saargebiets, ist wahrscheinlich die einzige, die heute im Saargebiet aufgezogen ist. Das Volk an der Saar hat dieses Hoheitszeichen nie anerkannt. Es hat erst allein die schwarzweißroten Fahnen gehißt, jetzt zeigt es auch die Hakenkreuzfahne. Die englischen Truppen, die am 22. Dezember einmarschierten, am Tage, bevor das Flaggenverbot begann und die Deutsche Front, d. h. die ganze Saarbevölkerung, mit allen ihren Fahnen protestierte, haben von der ersten Stunde ihres Hierseins an erfahren: Dieses Land ist deutsch, es wird nie anders sein. Wir fuhren nach N e u st a d t an der Haardt, dem Sitz des Saarbevollmächtigten des Führers, Gauleiter B ü r ck e l, durch das enge Tal der Queich, in dem sich von Kaiserslautern nach Neustadt die hohen, dichtbewaldeten Berge der Pfalz so eng in- einanderschieben, daß die Straße sich krümmt und windet, und der Zug durch unzählige große und kleine Tunnel fährt. Zwei Saarländer saßen mit mir im Wagen, und sie erzählten: Hier haben die Separatisten damals einen Gastwirt ermordet, totgeprügelt wie einen Hund. Hier, in diesem Bürgermeisteramt, haben wir achtundvierzig Stunden gefangen gesessen, als die Separatisten das Dors be* etzten, und sie haben uns alle Stunden ein paarmal mit Knüppeln geschlagen. Kaiserslautern: Hier stehen die Kasernen, in denen während der Be- saßungszeit die Schwarzen einquartiert waren. Kein Deutscher durfte damals hier vorüberfahren. Jedes Dorf, jeder markante Punkt der Straße ist hier voll von Erinnerungen, und keine dieser Erinnerungen erhebt das Herz. Viele von denen, die damals im wilden Wirbel der Separatistenzeit unter den Par- - teigängern von Heinz Orbis waren, sitzen heute im Saargebiet. Man kennt sie alle. Sie begegnen einem zuweilen auf der Straße, und ihre Gegner von einst zeigen dann mit den Fingern auf sie. Seit damals wuchs die Abscheu gegen den Separatismus grenzenlos in der deutschen Bevölke- Lavals Meise aus Rom. Eine amtliche Mitteilung über die römischen Protokolle. Rom, 8.Jan. (DNB.) Der französische Außenminister Laval ist am Dienstagmittag nach P a - r i s a b g e r e i ft. Zu seiner Verabschiedung hatten sich u. a. Mussolini, Staatssekretär Suvich, der französische Botschafter und zahlreiche Behördenvertreter eingefunden. Vor dem Bahnhofsgebäude hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die Laval und Mussolini herzlich begrüßte. lieber die von Laval und Mussolini unterzeichneten italienisch-französischen Vereinbarungen ist eine ausführliche amtliche Mitteilung ausgegeben worden. In der Einleitung wird gesagt: „Der italienische Regierungschef und der französische Außenminister haben einen Vertrag zwischen Italien und Frankreich zur Regelung ihrer Interessen in Afrika, ferner einige Protokolle über die Probleme, die die beiden Regierungen angehen, unterzeichnet, und haben schließlich ihre Uebereinstimmung in bestimmten Fragen festgestellt." Die Inhaltsangaben betreffen sechs verschiedene Punkte, Oesterreich und das Donauproblem, Abmachungen über Libyen und Erythrea, Tunis-Konventionen, wirtschaftliche Interessen in den Kolonien, Rüstungsproblem und Schlußerklärung. In der amtlichen Mitteilung heißt es zur R ü ft u n g s f r a g e wie folgt: Die. italienische Regierung und die französische Regierung nehmen Bezug auf die Gleichberechtigungserklärung vom 11. Dezember 1932 und stimmen in der Anerkenntnis überein, daß kein Land durch einseitige Aktionen die Rüstungen betreffende Verpflichtungen abändern kann und daß für den Fall, daß eine solche Eventualität eintreten sollte, sie sich konsultieren werden." unter Hinweis auf die Entschließung vom Dezember 1932 Deutschland nicht unbeschränkt seine Aufrüstung forlset- z e n dürfe, ohne die llnterzeichner- mächte in Kenntnis zu sehen. Letztere würden sich dann bereitfinden, die Gleich- berechtigungDeutschlands auf dem Gebiete der Rüstung anzuerkennen, sobald sich Deutschland durch e i n i n - (emotionales Abkommen zur Ueber- nahme der Pflichten und Verpflichtungen der übrigen Rationen bekenne. In Rom glaube man, daß Laval auf dieser vernünftigen Grundlage in London verhandeln könnte, bevor er in den kommenden TRonaten nach Berlin reise. Englische Kreise erwarten, daß Frankreichs Sicherheitsbedürfnis durch die Aufnahme der Sowjets in den Völkerbund, durch das neue französisch-italienische Abkommen, durch die Hoffnung auf eine Rückkehr Deutschlands nach Genf und die Hoffnung, daß Polen und Deutschland schließlich doch dem Ostpakt beitreten könnten, hinreichend befriedigt sein dürfte, so daß man auf der Grundlage der englischen oder der italienischen Abrüstungsdenkschrift die Abrüstungsverhandlungen wieder aufnehmen könnte. Andernfalls hielte England ein internationales Abkommen auf folgender Grundlage für möglich: 1. Kontrolle des Waffenhandels; 2. Schaffung eines ständigen Abrüstungsausschusses; 3. Kontrolle der Herstellung und Verwendung chemischer Erzeugnisse im Kriegsfälle; 4. Veröffentlichung der Heeres- und Flotten-Haushaltspläne sämtlicher Großmächte. Den weg frei zur Verständigung Die Rede wird auf alle deutschen Sende übertragen. Ein Mittionenaustrag für die Saarwirtsckast. kanzlers, Gauleiter Bürckel, spricht am Mittwoch, um 20 Uhr, in einer öffentlichen Kundgebung in der Fruchthalle zu Kaiserslautern vor den Vertretern der in- und ausländischen Presse über das Thema: Am 13. Januar: Paris, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Auf Grund des am Dienstag in Rom veröffentlichten amtlichen Ueberblick über das Ergebnis der französisch-italienischen Verständigung gewinnen die Blätter den Eindruck, daß die erste im Rahmen der neu geschlossenen Freundschaft zu unternehmende Aktion der Abrüstungsfrage gelten werde. Der „Matin" meldet aus Rom, daß das französisch-italienische Abkommen darauf abziele, Deutschland wieder für d i e europäische Zusammenarbeit zu g ew innen. Deshalb habe man Berlin loyal über den Fortgang der Verhandlungen unterrichtet. Da die Abrüstungsfrage das Haupthindernis für die Mitarbeit Deutschlands sei, habe man sich über eine gemeinsame Haltung in dieser Frage ausgesprochen. Deshalb sei der Konsultativpakt auch auf die die Rüstung betreffenden Fragen ausgedehnt worden. Die unter Bezugnahme auf die Gleichberechtigungserklärung vom Dezember 1932 getroffenen Vereinbarungen wurden den Ausgangspunkt der Verhandlungen Flandins und Lavals in London bilden. Die französische Regierung werde in allen diesen Fragen einen vorher Zwischen Rom und Paris oereinbarten ©tanbpuntt vertreten. Daß Laval aus feinet realistischen Einstellung heraus nicht für die strenge Einhaltung der Auffassung der strikt ablehnenden französischen Role vom 17. April sei, deutet „Oeuvre" an. In Rom glaube man, daß der französische Außenminister mit Mussolini eine Deutschland abzugebende Erklärung ins Auge gefaßt habe, wonach zustellen. Die Tunis-Konventionen sollen, soweit die Staatszugehörigkeit in Betracht kommt, praktisch bis 1965 verlängert werden. Die Grenze in S u d l Y b i e n wird derart verlegt, daß sie künftig von Summo in nordöstlicher Richtung b-s zum 24. Längengrad mit Schnittpunkt auf Breite 18 Grad 45 Minuten geführt wird. Das abgetretene Gebiet umfaßt schätzungsweise 114 000 Quadratkilometer^ Durch die G r e n z b e r l ch 11 g u n g zwischen Ervthrea und Franzosisch-Somali- l and erhält Italien gegenüber der Meerenge von Bab-el-Mandeb einen Küstenstrich Mischen der Elua und Daadato. Frankreich überlaßt Italien ferner die Insel Doumerah. Heber die Schlußerklärung wird ausgeführt: „Der italienische Regierungschef und der französische Außenminister haben eine Erklärung a 11 g e m e i n e n E h a r a k t er s unterzeichnet, mit der aktenmähig festgestellt wird, daß die zwischen den beiden Ländern schweben- den Hauptfragen liquidiert sind und der Vorsatz der beiden Regierungen ausgespro- chen wird, die traditionelle 3* e u n schäft, die die beiden Rationen verbindet, zu entwickeln und in dem Geiste gegenseitigen Vertrauens an dem Merk des Tß \ c c r ' auf bau es z u f a m m e n z ua r b e i r e n. Außerdem wird darin festgelegt, daß die beiden Regierungen untereinander alle Ron« fultationen vornehmen werden, die Oie Utnffänbe erfordern sollten. • Der Direktor des halbamtlichen „Giornale d'Italia" geht besonders auf die Frage em, wie sich Deutschland zu dem italienisch-sran- Plant Laval einen Besuch in Berlin? Die Rüstungsfrage wieder in den Mittelpunkt der Erörterungen gerückt London, 9. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Groß- siegelbewahrer Eden hielt in Edinburgh eine Rede, in der er sagte, das französisch-italienische Abkommen stelle einen wichtigen Beitrag zu gefestigten Zuständen in Europa dar. Das „europäische Gleichgewicht" sei nicht mehr die Politik Großbritanniens. Unsere Außenpolitik gründet sich auf den Völkerbund und auf die Auf- re ch t e r h a l t u n g des Kollektiv - Frie- b e„Daily Telegraph" schreibt, der nächste Abschnitt der europäischen Verhandlungen, der mit den französisch - italienischen Vereinbarungen eröffnet worden ist, dürfte eine völlige Schwenkung Frankreichs in der Frage der deutschen Rüstungen offenbaren. Anscheinend sei die Regierung Flandin dazu bereit, wenn Deutschland seinerseits befriedigende politische Bürgschaften für die Aufrechterhaltung d e s Friedens gebe. Außerdem bleibe Frankreich dabei, daß ein gewisses Maß allgemeiner Kontrolle hergestellt werden müsse. Ferner bestehe es nachdrücklich darauf, daß Deutschland die geforderten Bürgschaften für ein Regime der Sicherheit geben solle. Auch solle es in den Völkerbund zu ruck kehr en. Großbritannien vertrete diese Ansichten nicht weniger entschieden. Aus diesem Grunde habe Simon Flandin und Laval vor ihrer Abreise nach Rom dringend aufgefordert, ihre Verhandlungen über die' Donaupakte mit Entschiedenheit zu betreiben. Da die französische Regierung anscheinend auch die Gefahren erkenne, die dadurch entstehen würden, wenn den Dingen weiterhin ihr Lauf gelassen würde, so sei während der nächsten Wochen mit höchst wichtigen Entwicklungen zu rechnen. Das englische Kabinett werde sich heute mit diesen Möglichkeiten befassen. „Morning Post" schreibt, im Anschluß an die Vereinbarungen von Rom solle ein umfassender Versuch unternommen werden, der Entzweiung 0?uro= pas ein Ende zu machen. Vor allem werde danach gestrebt, Deutschland auf dem Wege über ein Abkommen über die Rüstungsbegrenzung nach Genf zurückzubringen. Dieser Gedanke sei von Simon bei seinem Aufenthalt in Paris vor Weihnachten geäußert worden und habe einen per Beratungsgegenstände zwischen Laval und Musio- lini gebildet.' Simon und Eden wurden nächste Woche in Gens eifrig b a f ü r e i n t r e t en. Bei dem Londoner Aufenthalt Flandins und Lavals werde dieser Gedanke von neuem erwogen Nr. 7 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, Y.Jannar 1935 __ ä Annahme von Anzeige» Erscheint tag Uch,. außer • V für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags A a a a ▲ ▲ ▲ ▲▲ bis 8>/,Uhr des Vormittags »tob«« F-mili-nblSttn 1AM M ■ WW y Ag AgV «nmdpk-t,- mm w SU MMIM an jviflCt sm von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- MW General-Anzeiger für Oberheffen richten: Anzeiger Gießen v w 1 behördlicheAnzeigen6Rps. 8r«n«u°?tfÄa*nll686 Druck und Verlag: vrühl'sche UninerfitSts-vuch. und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und S-schSstrst-lle: Schulftrahe 7 M°ng°nab!chWes,°ff-i8 Berlin, 8. Jan. (DNB.) Wie der „Angriff" meldet, wird das Saargebiet als wirtschaftlichen Empfangsgruß des Gaues Ma i n- Franken auf Anregung von Gauleiter Dr. H e l - muth einen Lieferungsauftrag über 7500 Tonnen Wasserleitungsrohre im Werte von einer Million Mark erhalten. Die Wasserleitungsrohre werden bei den Entwässerungsarbeiten in den Hochmooren der Rhön Verwendung finden. Auf diese Weise wird sowohl der Industrie des Saargebietes als auch den Notstandsgebieten der Rhön geholfen. 11. nung die L 12. garantiert ent - 1. 2. 5. 6. 7. 8. 3. 4. in diesem Gebiete zu leisten, indem Konvention durch Enthalte dich auch nach Abgabe deines Stimmzettels jeder politischen Meinungs- äußerung durch Wort oder Gruß, bevor du nicht das Wahllokal verlassen hast. Präge dir diese Vorschriften gründlich ein. befolge sie auf das Genaueste, sorge dafür, dah deine Stimme nicht ungültig wird. Für das Winterhilfswerk des Saargebietes. Ehrendienst des BDA. für die Saar. Zur Zählung der Stimmen sind Delegationen der französischen und englischen Regierung, ferner öte Vertreter des Völkerbundes, der Regierungs- Immission, des Obersten Abstimmungsgerichtes, der Kreisgerichte, des internationalen Truppenkommanlassen wollen, habe sich kein Fleischer in Saarbrücken gesunden, der dieses Geschäft machen wollte. Im gleichen Atemzuge beteuerte er mit allen seinen billigen Eiden zum tausendsten Male, daß am 13. Januar die Saar sich für den Status quo entscheiden werde. Er kennt die Bevölkerung schlecht. Sie verzichtet dankend auf jedes Geschäft, auf jede Verbindung mit den Separatisten. Im ganzen Saargebiet weht heute keine einzige Fahne, außer der schwarzweißblauen auf dem Gebäude der Eisenbahndirektion in Saarbrücken. Um Mitternacht liegen die Straßen der fröhlichen Stadt Saarbrücken, deren Bewohner so gut zu leben verstehen, verlassen da. Die Einwohnerschaft ist in ihre Häuser verbannt. Aber am 13. Januar werden 530 000 deutsche Menschen an die Wahlurne treten, mehr als 50 000 werden dazu in Sonderzügen aus dem Reich zu ihnen kommen, wie ein gewaltiger Strom, der keinen Widerstand kennt, wird die Begeisterung über das ganze Land fluten, und dann werden wir wissen: Die Saar hat gesprochen. Sie will heim zum Reich! dos, die auswärtigen Konsuln eingeladen. Da nach Auffassung der Abstimmungskommission die Bevölkerung des Saargebietes nicht Objekt, sondern Subjekt der Volksabstimmung ist, werden auch Delegierte der politischen Parteien eingeladen, dem Akt der Stimmenzählung beizuwohnen. sie die loyale Innehaltung der Litauen sicherstellen. 9. Verlasse die Isolierzelle nichk eher, bis du den Stimmzettel ungefallel in den Umschlag gesteckl und diesen verschlossen hast. 10. Sprich mit niemandem mehr im Wahllokal, wenn du deinen Stimmzettel erhalten hast; sprich auch mit niemandem, bevor du nicht das Wahllokal verlassen haft. auf. Zum Schutze der Bevölkerung. Zum Schuhe der Abstimmung exerzieren sie seit Tagen den Transport der Wahlurnen, die bekanntlich in feierlichem, schwer bewaffnetem Zuge ins Wartburg-Hotel in Saabrücken gebracht werden sollen. In gewissen Cafss sitzen die Emigranten und haben dasselbe Leben wie einst am Kurfürstendamm in Berlin: sie leben in den Tag hinein, mit Geld und ohne Geld. An den Straßenecken stehen die Verkäufer mit den Zeitungen. Mit dem zehnjährigen Jungen des einen kam ich neulich in ein kurzes Gespräch. „Vater", so sagte er, „war lange arbeitslos. Da hat er einmal Geld genommen. Seitdem kommt er nicht mehr los." Er verkauft jetzt die Zeitungen der Separatisten. „Was aber werdet Ihr nach dem 13. Januar tun?" fragte ich ihn weiter. „Ich glaube", erwiderte er da, „Vater hofft auf Adolf Hitler, daß der allen verzeiht. Denn nach Frankreich werden sie uns ja doch nicht mitnehmen. Dorthin kommen doch nur die Führer." Matz Braun ließ neulich erzählen, als er zur Verpflegung der Polizeitruppen bei der letzten „Einheitsfront-Kundgebung Wurst habe aufkaufen Am Vorabend der Volksabstimmung des Saargebietes findet eine groß angelegte Saarwerbung durchden Volks b und für das Deutschtum im Ausland statt, der mit dieser Aufgabe vom Saarbevollmächtigten des Reichskanzlers betraut wurde. DerVerkaufdesJahrbuches 1935 „Unsere Saa r", dessen Reinertrag dem saarländischen Winterhilfs- w er k z u f l i e ß t, bedeutet eine ebenso wichtige DieWahrhett auf denKopf gestellt Der litauische Außenminister leugnet die Rechtsbrüche im Memelgebiet. Kowno, 8. Jan. (DRB.) Auf dem All-Litauischen Kongreß der Regierungspartei erklärte Außenminister Lozoraitis: Die Beziehungen Litauens zu Deutschland seien in ein Stadium getreten, das Litauen niemals wünschte. Die normale Durchführung des internationalen Memelstatuts werde gestört. Lozoraitis rief die Autorität der Gerechtigkeit und der Moral für die litauische Sache an und stellte fest, daß Litauen als Signatarmacht der Memelkonvention seine Unterschrift in gleicher Weise wie die anderen Signatarmächte respektiere. Litauen sei weit davon entfernt, mit dem Deutschtum zu kämpfen. Es lasse aber nicht zu, daß die Mehrheit der Einwohner, die Litauer seien, wegen ihres Litauertumes terrorisiert würden und es lasse nicht zu, daß sie entlitauifiert und die Autonomie verletzt werde. * Die Rede des litauischen Außenministers läßt in sehr bedauerlicher Weise erkennen, wie wenig die litauische Regierung den einwandfrei deutsch- stämmigen Charakter des Memelgebiet e s anzuerkennen bereit ist, wie wenig sie geneigt ist, die Bestimmungen des Statutes in loyaler Weise zu erfüllen. In einem Augenblick, in dem alle im Statut garantierten Rechte der Memelländer Tag für Tag aufs f ch w erste willkürlich verletzt werden, spricht der litauische Außenminister von Moral und Gerechtigkeit. Wenn die Mehrheit der Einwohner des Memelgebietes als litauisch bezeichnet werden, so genügt es, auf die Ergebnisse der letzten Wahlen hinzuweisen, die von 29 Abgeordneten nur 5 litauische Abgeordnete in den Landtag brachten, sowie auf die Haltung des Landtags gegenüber dem von dem litauischen Gouverneur eingesetzten gesetzwidrigen Direktorium. Es ist befremdlich, daß die Signatarmächte, die jede für sich durch Unterschrift der Memelkonvention d i e Mit das Schlimmste an der Saar waren die sogenannten Domanialschulen, Einrichtungen, die französische Grubenverwaltung auf Geheiß der Pariser Propagandazentrale schuf. «Mn und Zweck dieser „Bildungsanstalten" war es, im Laufe der fünfzehn Jahre, die nach den Bestlmmungen des Versailler Diktates die Völker- dundsverwaltung an der Saar zu dauern hatte, französisch gesinnte Saarländer hoch- z u z ü ch t e n , um dann im entscheidenden Augenblick nicht nur eine starke Macht bereit zu haben, hnbern auch von beachtlichen französischen Bevölkerungsteilen an der Saar sprechen zu können. Aber auf die französischen Sirenenklange fiel niemand herein, die Schulen blieben leer. Darauf erfolgte die Anwendung unerhörter Druckmittel. Die Angestellten und Arbeiter der Saargruben mit schulpflichtigen Kindern wurden vor die Wahl gestellt, entweder Lohn und Brot zu verlieren oder die Kinder in die Domanialschulen zu schicken In tragische Gewissenskonflikte wurde die deutsche Elternschaft getrieben. Die meisten Väter und Mütter lehnten dieses Ansinnen ab, sie mußten dafür jahrelang Erwerbslosigkeit und Rot eintauschen. Wo man aber nachgab, geschah es nur aus So r g e um d i e Existenz. Zumeist folgte bald wieder die Umschulung in deutsche Schulen trotz der Drohungen der Grubenverwaltung. Jetzt hat die Massenflucht aus diesen Instituten eingesetzt. Bis zum Abstimmungstag werden sämtliche französischen Lehrer vor leeren Schulbänken stehen Emen Vorwurf kann man aber den Eltern nicht machen, denn wenn man weiß, wie die Gruben- verwaltung die Bergarbeiter unter Druck setzte und wie groß die Rot in der Bergarbeiterschaft ist, dann versteht man, daß die französische Erpresserpraxis hier und dort von Erfolg begleitet war. Jede politische Meinungsäußerung tm W ahllokal führt unnachsichtlich zum $ f i m m o e r t u ft Auch der Deutsche Gruß, ja sogar das Erheben des rechten Armes, gilt als verbotene politische Meinungsäußerung. Trage auch keinerlei Abzeichen oder Plaketten im Abskim- mungslokal. Sprich am besten kein Wort im Wahllokal. Beantworte nur die Fragen der Mitglieder des Wahlbüros. Vermeide auch hierbei jede politische Aeußerung. halte dich, bis du zum Wählen drankommst, nur in dem Teil des Abflimmungslokales auf, bet ausdrücklich als Warteraum gekennzeichnet ist. Füge dich widerspruchslos allen Anordnungen des Vorsitzenden des Wahlbüros, auch wenn du sie nicht begreifst. Beginne keine Polemik. Fülle deinen Stimmzettel nur in der Isolierzelle aus. Zeichne dein Kreuz in den entsprechenden kreis des Stimmzettels nur mit einem fchwarz- fchreibenden Bleistift ein, da jedes andere Schreibzeug, auch Tinte, Buntstift oder Kopierstift, deine Stimme ungültig macht. Die letzte Verhandlung des Hauptrnannpro- z e s s e s in Flernington gestaltete sich anfangs Ziemlich eintönig, bis plötzlich der Generalstaatsa'n- walt Wilentz einen unbekannten Namen aufruft: Nervös und unsicheren Schrittes betritt der 87jäh- rige Greis Amandus Hochmuth den Zeugenstand. Er bekundete: als er am Nachmittag des Entfuhrungstages auf der Veranda feines Hauses an der Ecke der Landstraße und des zum Landsitz Lindberghs führenden Weges stand, näherte sich em schmutziggrünes Automobil. Als der Kraftwagen etwa acht bis zehn Meter entfernt war, und in den „Lindbergh-Weg" einbog, sah der Führer des Wagens aus dem Fenster und starrte ihn, den Zeugen, an, als sähe er ein Gespenst. Der Zeuge bemerkte auch einen Teil einer Leiter im Automobil. Auf die Frage des Generalstaatsanwaltes, ob der Mann, Öen er im Automobil sah, im Gerichtssaal sei, antwortete Hochmuth mit I a und zeigte mit zitternder Hand auf Hauptmann. In diesem Augenblick versagten einige elektrische Lampen im Gerichtssaal. Hochmuth schritt darauf zum Verteidigungstisch und legte die Hand auf Hauptmanns Schulter. Ehrung der Rettungsmannschaft der „Reuyork". Zu Ehren der Rettungsmannschaft des Hapag- dampfers „Neuyork" veranstaltete die Steuden - Gesellschaft Amerikas einen großen Empfang im Ballfaal des St. George-Hotels. Auch der deutsche Botschafter in Amerika, Dr. Luther, Generalkonsul Borchers, Elli Beinhorn und der norwegische Generalkonsul Chri- fünfen nahmen an der Feier teil. Das Weiße Haus hatte ein Schreiben gesandt, in dem bedauert wurde, daß infolge dringender Regierungs- gefchäfte kein Mitglied der Regierung die Rettungs- Mannschaft begrüßen könne. Der norwegische Generalkonsul verkündete die Verleihung des Olaf-Ordens an Kommodore Kruse und der norwegischen Goldenen Rettungsmedaille an die Rettungsmannschaft. Der Präsident der Steuben-Gesellschast überreichte der Rettungsmannschaft die Steuben-M"- d a i l l e. Die Feier war umrahmt von künstlerischen Darbietungen und Liedervorträgen des Brooklyner Gesangvereins „Arion". Das Horst-Wesiel-Lied, das Deutschlandlied und das Niederländische Dankgebet beschlossen den Abend. Zwei amerikanische Missionare von Eingeborenen in der Matto-Grosso-Wildnis ermordet. Nach Berichten aus Rio de Janeiro find zwei amenkamsche Missionare in der berüchtigten Matto- Grosso-Wkldnis in Brasilien von 70 Eingeborenen überfallen und grausam niedergemetzelt worden. Die Missionare gehörten einer ameritani- finanzielle wie moralische Hilfeleistung für das im Kampfe stehende Grenzdeutschtum des Saargebietes. Angesichts der Wichtigkeit dieser Unternehmung setzt der VDA. seine ganze große Organisation ein und hofft bei allen Deutschen durch den Kauf des Buches entsprechende Unterstützung zu finden. Schulgemeinschaftsmitglieder und Erwachsene werden diesen „Ehrendienst für d i e Saar" am 11. und 12. Januar durchführen. Die Sammler tragen eine Armbinde in der Farbe des Saarlandes mit dem Aufdruck „Saarehrendienst des VDA. für das saarländische Winterhilfswerk". Ehrendienst für die Saar ist es auch für jeden, das Jahrbuch zu kaufen! Wir alle wollen im entscheidenden Punkt des Abstimmungskampfes noch einmal mitwirken nach allen unseren Kräften und unseren Saar- brüdern durch unsere Opferbereitschaft zeigen, daß wir die Opfer, die sie gebracht haben und bringen auch durch die Tat z u schätzen wissen. Wer die völkische Einheit d.iesseits und jenseits willkürlich gezogener Grenzen vertritt, wer seiner Sehnsucht nach der Rückkehr der Saar in die große deutsche Lebensgemeinschaft Ausdruck geben' will, kauft das Jahrbuch 1935 „Unsere Saa r"! Aus aller Wett. r3Tote,S6 Schwerverletzte beimEisen- bahruig ück cuf der „LktoberbahrS. Die Untersuchung der Ursache des bereits gemeldeten schweren Eisenbahnunglücks auf der Strecke Leningrad—Moskau, der sogenannten „Oktoberbahn", hat ergeben, daß das gesamte Signalwesen dieser Bahn völlig in Verfall geraten ist. Rach den Aussagen der Eisenbahner sollen die Signale monatelang nicht in Ordnung gewesen sein. Meldungen zur Instandsetzung wurden von der Bahnverwaltung nichk beachtet. Infolgedessen war es bei den Lokomotivführern üblich, die Signale wenig zu beachten, hinzu kam, wie verlautet, daß der Verkehr auf der Bahn in den letzten Tagen streckenweise nur eingleisig aufrechterhalten werden konnte, da infolge der großen Kälte ein Schienenstrang gesprungen war. Rach amtlicher Mitteilung sind bei dem Unglück 17 Personen auf der Stelle ums Leben gekommen, sechs schwer verletzte starben im Krankenhaus, so daß die Gesamtzahl der Toten 23 beträgt, 56 Personen liegen mit schweren Verletzungen darnieder, 23 haben leichtere Verletzungen erlitten. Die Katastrophe ist daraus zurückzuführen, daß der Führer des einen Schnellzuges die Haltesignale nicht beachtet hat, sondern mit unverminderter Geschwindigkeit auf den wegen eines geplatzten Schienenstranges haltenden zweiten Schnellzug auffuhr. Dramatische Zeugenaussage im Hauptmann-Prozeß. Autonomie des Memelgebietes haben, nicht imstande sind, ' praktische Friedensarbeit Die Feststellung des Ergebnisses der Abstimmung Vor Montag abend elf Llhr keine Veröffentlichung zu erwarten. Flucht aus den französischen Domanialschulen. Saarbrücken, 8. Jan. (DNB.) Ueberall im Saargebiet hat eine Flucht aus den französischen Schulen eingesetzt. In Louisenthal, Klarenthal und Sulzbach haben sämtliche deutschen Kinder die Dominialschulen verlassen und sie den Kindern von Erni- grauten und Franzosen überlassen. Auch in zahlreichen anderen Orten haben deutsche Bergleute ihre Kinder aus den Schulen heraus- genommen. Die saarländisch-lothnngische Grenze von Polizeischuh entblößt Seltsame Maßnahmen des französischen Mitglieds der Regierungskommission. Saarbrücken, 8. Jan. (DNB.) Die Abstimmungskommission gab für die etwa 200 bereits anwesenden Pressevertreter Aufschlüsse über die technischen Einzelheiten der Abstimmung. Die Abstim- mungskommission war durch ihre drei Mitglieder Rohde, de Jonge und Henry und die technische Beraterin Miß Wabaugh vertreten. Kreisinspektor van der Mandere hob hervor, daß in 83 Bürgermeistereien abgestimmt werde, und zu diesem Zweck 862 Einzelwahllokale mit einer durchschnittlichen Beteiligung von 650 Abstimmungsberechtigten eingerichtet wurden. Den Wahlbüros stehen neutrale Persönlichkeiten aus Holland, der Schweiz, Luxemburg und anderen Ländern als Vorsitzende vor. Etwa 80 000 Personen müssen an anderen Orten abstimmen, als wo sie jetzt ansässig sind, da bekanntlich der Wohnsitz des Stichtages maßgebend ich. An die Eisenbahnen sind hierdurch höchste Anforderungen gestellt, da außerdem ja noch Abstimmungsberechtigte von außerhalb ins Saargebiet und zurück befördert werden können. Das Wahlbüro fetzt sich neben dem neutralen Vorsitzenden aus je einem Vertreter der Deutschen Front und der Rückgliede- rungsgegnor und ihren beiden Stellvertretern zusammen. Nach der Beendigung des Wahlgeschäftes werden die Urnen vom neutralen Vorsitzenden des Wahlbüros versiegelt, plombiert und für den Transport fertig gemacht. Der norwegische Kreisinspektor Blehr erläuterte sodann den Transport der Urnen durch das hier anwesende Militär. Unter Führung neutraler Vertreter der Abstimmungskommis- ston werden die Urnen zunächst nach d e n Bürgermeistereien gebracht. Dort haben die begleitenden Personen eine Transport - beftatigung auszufüllen. Vertretern der Bevölkerung kann Gelegenheit geboten werden, sich gleichfalls von der Richtigkeit des Urnentransportes zu überzeugen In Sonderzügen werden die Urnen sodann nach Saarbrücken geschafft und von einer besonderen Kommission empfangen, öie sich gleichfalls aus Neutralen und Vertretern der beteiligten Parteien zufarnrnenfetzt. Auch hier find erneut Transportbescheinigungen auszufüllen. Für die Stimmzählung selbst, die a m nächsten Morgen um 9 Uhr beginnt, hat man ein besonderes System ausgeklügelt, um Unrichtigkeiten bei der Zählung zu vermeiden. 300 neutrale S t i m m z ä h l e r werden angestellt, die in 60 Gruppen zu je fünf Mann ununterbrochen zählen. Sie werden von etwa 25 stellvertretenden Kreisinspektoren kontrolliert werden, diese wiederum von acht Kreisinspektoren und die letztere Kategorie schließlich von der Abstimmunqs- kommission selbst. Alle strittigen Fragen werden von der Abstimmungskommissiön entschieden. Ein riesiger Behälter muß sämtliche Stimmen der 141 Wahllokale der Stadt Saarbrücken aufnehmen. Anschließend werden die Umschläge geöffnet und nach den drei im Vertrage vorgesehenen Möglichkeiten und ferner nach ungültigen Stimmen sortiert, um sodann zweimal durchgezählt zu werden. Das Ergebnis jeder beendeten Zählung einer Bürgermeisterei wird registriert und der Äbstim- mungskommission zur Kenntnis gebracht. Allen beteiligten Personen ist es verboten, den Saal vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu verlassen. Ebenso ist es ihnen untersagt, sich über Einzel- ergebmffe unter sich zu unterhalten. Man hofft, das Wahlergebnis in den späten Abendstunden des Montag, etwa um 23 Uhr, gleichzeitig in Genf und Saarbrücken i veröffentlichen zu können. Nach Abschluß ' öer Zahlung werden die Wahlzettel in 83 bereit-- , stehenden Holzkisten verpackt, um nach Genf ge- i schafft zu werden. , Frau und dem zehn Wochen alten Kind ist er, selbst nicht abstimmungsberechtigt, nach Saarbrücken gekommen. Die Frau jedoch, so schwach sie auch noch war, hat am 13. Januar nicht z u Hause bleiben wollen. Kleiner Beamter, hat er das Reisegeld, da er den Antrag nicht rechtzeitig stellen konnte, für sich und seine Frau vorgestreckt. Er denkt nicht daran, das Reisegeld für sich wieder zu haben, weil er nicht abstimmen kann. Er will nur, daß seine Frau ihre Pflicht tut. Es ließen sich Hunderte und Tausende von Beispielen anfügen, Belege dafür, daß auch der einfachste Mann, so schwer es ihm fallen mochte, tat, wozu fein Gewissen ihn trieb. Sie kamen aus Japan und Brasilien, aus den Vereinigten Staaten und Afrika und aus allen Ländern Europas, sie waren tage-, wachen-, monatelang unterwegs. Aber sie kamen, weil das Vaterland sie rief. Zn den Straßen fahren die Tanks der fremden Truppen. Als die Sonderzüge am letzten Sonntag in Abständen von fünf und zehn Minuten auf dem Hauptbahnhof in Saarbrücken einrollten, marschierte eine Abteilung Soldaten mit Maschinengewehren Saarbrücken, 8. Jan. (DNB.) Im Saar- •gebiet kam es am Dienstag zu außerordentlich beunruhigenden Vorgängen. An der ganzen lothringischen Grenze entlang sind auf Anord- des Direktors des Innern Heimburger andjägerposten zurückgezogen und auf das rechte Saarufer gelegt roor ö-en. Da auf der linken Saarseite auch keine Gruppen liegen, die ausländischen Truppen vielmehr alle rechts der Saar stationiert sind (mit Ausnahme von 100 Italienern in Saarlouis), i[t alfo der Teil der Kreise Saarlouis und Saarbrücken auf dem linken Saarufer von allen Sicherheitskräften entblößt. Gleichzeitig hat die Bevölkerung festgestellt, daß die französischen Grenzposten der Garde mobile verstärkt worden sind. Ferner ist in den letzten Tagen bei Oberesch französische Ka - vallerie mehrfach, so auch heute, an der Grenze aufgetaucht. Aus die Frage nach den berühmten schwarzen B l e i st i f t e n ließ sich Herr de Jonge mit der vagen Antwort hören, daß man nicht zu formalistisch verfahren wollte. Eine klare Definition war auch darüber nicht erhältlich, ob die auch nur an- deutende Anwendung d e s deutschen Grußes die Stimme ungültig machte; jedoch wurde anerkannt, daß Willensäußerungen, nachdem der Wahlzettel des Betreffenden bereits in der Urne läge, keine Ungültigmachung nach sich ziehen können, jedoch die Verhaftung des Betreffenden verursachen konnten. Die Mitglieder der Kommission betonten mit großem Nachdruck, daß es jedenfalls für jeden Abstimmungsberechtigten dringend empfehlenswert fei, sich jeder Willensäußerung über feine Stimmabgabe zu halten. Bei der Aufhebung der Landjägerposten handelt es sich um die ständigen Landjäger, die in den betreffenden Ortschaften wohnen und dort seit Jahren Dienst tun. Es sind alles Orte, wo dichter Wald die Grenze besonders unübersichtlich macht. Die hochgelegenen Teile der Kreise Saarbrücken und Saarlouis, von französischer Seite mehrfach als strategisch für Frankreich außerordentlich wichtig bezeichnet worden, weil man von hier aus eine Uebersicht weit in das Saarland hinein hat. Die Zurückziehung der Landjägerposten, die Verstärkung der französischen Grenzwachen sowie das Auftauchen französischen Militärs an der Grenze haben eine außerordentliche Beunruhigung in die Bevölkerung getragen. Dazu kommt, daß auf dem rechten Saarufer von den 3050 Mann ausländischen Militärs 2950 Mann untergebracht sind, auf der linken Seite aber nur 100 Mann. Die geschilderten Maßnahmen sind nicht zuletzt auch deswegen bemerkenswert, weil die saarländische Separatistenpresse seit einigen Tagen , von „Wahlbomben" von deutscher Seite spricht und andrerseits der ehemalige christliche Gewerkschaftler Kuhnen gerade in den letzten Tagen das Gespenst eines französischen Gewaltstreiches auf das linke Saarufer an die Wand gemalt hat, um damit feiner Aufforderung, für den Status quo zu stimmen, Nachdruck zu verschaffen. Der Direktor des Innern der Regierungskommission H e i m b u r g e r behauptete, die Landjäger auf der linken Saarfeife feien zurückgezogen worben, weil diese Zahl viel zu groß gewesen sei und weil sie anderwärts gebraucht würden. Es ist seltsam, daß Herr Heimburger dies erst jetzt wenige Tage vor der Abstimmung feststellen kann. Das Mißtrauen gegen Heimburger, dessen Ersetzung durch eine neutrale Persönlichkeit schon mehrfach gefordert worden ist, ist auf das äußerste gestiegen. Auch die Regierungskommission müßte endlich erkennen, daß die Saarbevölkerung in einer solchen Zeit der Spannungen besonderer Rücksichtnahme bedarf in einem Grenzgebiet, in dem selbst harmlose Vorgänge von der Bevölkerung ganz anders gewertet werden. Achtung! Saarabstimmungsberechtigte! Zwölf Gebote für die Saarabstimmung. derReichsstatthatterinHeffenGauleiterSprenger m Das Reichswirtschaftsministerium hat einem Anträge der Hypothekenbank in Hamburg, für 10 Millionen Mark neue 4,5prozentige Pfandbrief ausgeben zu dürfen, stattgegeben. Das ist aus zwei Gründen ein sehr bemerkenswertes Ereignis. Erstens hatten die Hypothekenbanken in den letzten Jahren und insbesondere seit der großen Bankenkrise so gut wie ganz darauf verzichtet, überhaupt neue Pfandbriefe auszugeben. Sie hielten den deutschen Kapitalmarkt nicht für tragfähig genug, um neben den großen Beträgen der im Umlauf befindlichen Pfandbriefe noch weitere aufnehmen zu können. Wenn jetzt eine große norddeutsche Hypothekenbank sich dazu entschließt, neue Pfandbriefe zu emittieren, so beweist das, daß man mit einer Besserung der Lage am deutschen Kapitalmarkt rechnen zu können glaubt. Allerdings geht man auch in Hamburg mit großer Vorsicht an das Experiment heran; denn eine Emission von 10 Millionen Mark Pfandbriefen bedeutet natürlich keine große Mehrbelastung des Markts. Aber wenn erst einmal in die Mauer, die bisher neue Pfandbriefe von diesem Markt fernhielt, Bresche gelegt sein wird, werden bald andere Hypothekenbanken nachfolgen, und es wird sich dann zeigen müssen, ob bereits wieder genug Sparkapital in Deutschland vorhanden ist, das bereit ist, in sichere Anlagen hineinzugehen. Die Ausgabe von neuen Pfandbriefen ist also zunächst ein Beweis für die Stärkung des Vertrauens, die in Deutschland wieder erreicht worden ist. Sie verdient um so größere Beachtung, als es bisher nur in sehr wenigen Ländern, wie z. B. in C“*'—\ 3-'™— h,c Geldmarktverflüsjigung aus die Kapitalmärkte zu Die Weiche und die Signaleinrichtungen waren Ordnung, das Einfahrtsignal zeigte freie Fahrt. Lirgerha^s in einer norwegischen Hafenstadt in den Fjord gestürzt. — Vier Todesopfer? daß die Reformarbeit an Staat und Volk rüstig vorwärts schreitet, dieser Weisung entsprechend gehandelt wird. Der Reichsinnenminister hat erst kürzlich erklärt, daß die Reichsreform vorwärts schreite, und auch die Zahl der Reichsgaue angegeben und auf ungefähr 20 beziffert. Heute stehen wir nun am Anfang. Wir wissen, daß durch die Vereinheitlichung eine ungeheure Verbilligung der ganzen Verwaltung des Reichs erzielt wird. Damit ist die Reichsreform in weitestgehendem Waße volkstümlich geworden. Ich werde wie seither alles tun, was nur irgend möglich ist, um diesen Gang zu fördern. Was ich in der Kampfzeit als Gauleiter gepredigt habe, das habe ich gehalten in unferm Staat des Führers zu aller Zeit und jeder Stunde, um jede Vereinheitlichung fo rasch wie möglich herbeizuführen. Ich freue mich, daß es gelungen ist, die wichtigen vorbereitenden Unterlagen zu schaffen, damit eine freiwillige Zusammenarbeit zustande gekommen ist, auf dem Gebiete der Wirtschaft: den Rhein- Mainischen Industrie- und Handels- t a g. Diese Vereinfachung hat dazu geführt, daß im wohlverstandenen Interesse des gesamten Gebiets zwischen der gesamten Industrie, dem gesamten Handel und der gesamten Arbeiterschaft heute eine Zusammenarbeit besteht, die sich nicht besser gedacht werden kann, wenn die Dinge von Gesetz wegen geordnet sind. Ich freue mich, daß die Landesbauernschaft einheitlich, durchgebildet ist, daß auf dem Gebiet des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens jene Zusammenarbeit heute praktisch schon besteht, die nur verinnerlicht werden kann, wenn mehr noch geleistet wird im Sinne der Verwaltungsreform. So grüße ich denn durchaus im Bereich der Möglichkeit liegen. Westdeutschland hatte Dienstagfrüh noch durchweg nur mäßigen Frost mit wenigen Graden unter Rull, doch wird auch dort die Kälte jetzt schon stärker. In Schlesien hat bei zeitweise eintret-ender Aufheiterung die strenge Kälte noch weiter zugenommen. Mittwochmorgen werden aus Breslau minus 18 Grad als Tieftemperatur gemeldet; in Grottkau wurden sogar minus 20 Grad gemessen Die niedrigste Temperatur wurde in Groß- Iser im Isergebirge in 840 Meter Höhe mit minus 26 Grad heute morgen abgelesen. Im Tal hat neuer'Schneefall eingesetzt. Im Hochgebirge ist heute morgen das Wetter sehr schön und klar. Schibahn und Rodelbahnen sind von bester Beschaffenheit. Die Rodelbahnen reichen bis ins Tal hinab. Ich begrüße zunächst als Gauleiter und Reichsstatthalter den Vertreter des Herrn Reichsjustizministers, den Pg. Dr. Freister. Er ist in unserm Gau kein Unbekannter. Er gehört zu den alten Mitkämpfern des Gaues, den wir aus den Jahren 1923 und 1924 kennen. Ich freue mich, daß wir ihn hier in unseren Reihen begrüßen können. Es ist wohl Schicksal, daß er dazu berufen ist, für das Reich die hessische Justizverwaltung zu übernehmen. Ich möchte hervorheben, daß gerade im Lande Hessen der heutige Akt als bedeutungsvoll angesehen wird, besonders bedeutungsvoll und verständnisvoll nicht nur in diesem Kreis, sondern draußen im Lande. Gerade bei uns ist die Vereinheitlichung mit besonderer Wärme in der Kampfzeit vorgetragen worden, die Schaffung der Einheit des Reichs als Preis der Kampfziele dargestellt worden. Und das Ergebnis war, daß ich am Ende der Kampfzeit, am 7. Januar, dem Führer mitzuteilen die Freude und Genugtuung hatte, daß ich stolz sagen konnte: Das Volk im Gau hesfen- Rassau ist nicht nur in Erwartung der Reichsreform, sondern durch nationalsozialistische Erziehungsarbeit so weit, daß es die Reichs- reform von sich aus fördert. Und darum begrüße ich diese Tat ganz besonders, ist es doch das erste Wal, daß nach außen hin auch sichtbar in Hessen die Reichsreform einen Riesenschritt nach vorwärts macht. Mit besonderer Genugtuung sind die Ausführungen in der neuesten Zeit ausgenommen worden, wonach entsprechend den Weisungen des Führers, der ja in seiner Neujahrsbotschaft noch erklärte, Wettervoraussage. Die Kälte hat in Deutschland fast allgemein noch zugenommen und ist bei der herrschenden Ostströmung in Mittel- und Ostdeutschland am stärksten. Bei Island ist ein außergewöhnlich kräftiger Sturmwirbel in Entwicklung, der rafch nach Nordskandinavien vordringt, auf unser Wetter vorerst ohne direkten Einfluß bleiben wird. Aussichten für Donnerstag: Wolkig und gelegentlich auch aufheiternd, vereinzelt leichte Schneefälle bei Winden aus östlicher Richtung. Lufttemperaturen am 8. Januar:'mittags —1,7 Grad Celsius, abends —1,9 Grad; am 9. Januar: morgens —2,7 Grad. Maximum —0,9 Grad, Minimum — 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Januar: abends 1,3 Grad; am 9. Januar: morgens 1,7 Grad Celsius. Der organische Aufbau einer einheitlichen Rechlswahrung. Staatssekretär Dr. Kreisler übernimmt die hessische Justizverwaltung auf das Reich diesen Tag als verheißungsvollen Anfang, und was an mir liegt, werde ich alles tun, um die Einheitlichkeit der weiteren Fortführung im Rahmen der Reichsreform zu fördern und durchgestalten zu helfen. Der Reichsstatthalter schloß mit einem „Heil Hitler!" Staatssekretär Dr. Freister erklärte dann u. a.: Zunächst habe ich den Auftrag des Herrn Reichsjustizministers auszuführen, Ihnen, Herr Reichsstatthalter, Ihnen, Herr Staatsminister, Ihnen allen seine herzlichen Grüße zu übermitteln. Ich darf in Vertretung des Herrn Reichsjustizministers gleichzeitig seinen herzlichen Dank anschließen für die entscheidende Vorarbeit, die hier unter Ihrer Führung, Herr Reichsstatthalter, geleistet worden ist. Ohne diese Vorarbeit wäre die Reichsvereinheitlichung auf dem Gebiete der Rechtspflege nicht möglich gewesen, sicher nicht dort, wo die angebliche Maingrenze liegt. Jede grundsätzliche Erneuerung setzt die entsprechende Erziehung des Volkes voraus. Das Herz des Volkes hängt nicht an einem formalen staatsrechtlichen Begriff, das Herz des Volkes kann nur an einer Sehnsucht hängen, und diese Sehnsucht mußte im Volk als die treibende lebendige Kraft gewertet werden; ein Volk, ein Reich. Und sie ist gewertet worden durch die kämpfende nationalsozialistische Bewegung. Gleichzeitig muß ich bei dieser feierlichen Gelegenheit hervorheben, daß die Uebernahme der Rechtswahrung auf das Reich, die ich hiermit namens des Herrn Reichsministers der Justiz auch in Hessen vollziehe, in einer organischen Weise durch geführt wird. Mancher hat, als der Führer an der Spitze seiner Getreuen die Macht in Deutschland ergriff und damit an die Stelle der Staatsverwaltung die lebendige Volksführung setzte, geglaubt, in den nächsten Tagen müßte alles vollkommen gewandelt sein. Klein war die Zahl derer, die die f 0 l g e r i ch - tige Entwicklung zu überschauen vermochten. Die Vereinheitlichung bedeutet nicht, daß nun etwa alles unbedingt von einer Stelle bearbeitet und behandelt werden müßte, vielmehr ist gerade der Nationalsozialismus geeignet und seinem Wesen nach ein Garant dafür, daß dieser Fehler einer lebentötenden Ueberzentralisierung nicht begangen wird. Der Nationialsozialismus denkt nicht zentralistisch und nicht dezentralistisch, er denkt und lebt und handelt organisch. Wir müssen für unsere Rechtserneuerung aus der Erkenntnis der wach gewordenen deutschen Volksseele Anhaltspunkte für eine völlig neue, aber unserm Wesen entsprechende Neuschaffung des Rechts gewinnen. Höchste Garanten dieser Erneuerung sind die arbeitenden kämpfenden Männer und die sorgenden Frauen, die nichts anderes wollen, als in den Dienst dieser Erneuerung sich zu stellen. Diese Erneuerung aber heißt: Deutschland, deutsches Volk, ewiges deutsches Volk. Die zu dieser feierlichen Stunde versammelten Volksgenossen folgten aufmerksam den Ausführungen des Staatssekretärs Dr. Freister, die von einem heiligen Willen zum Aufbau von Volk und Staat getragen waren. Zum Schluß' sprach Senatspräsi- 1 dent Dr. Werner noch kurz allen Mitarbeitern der Justiverwaltung den Dank der hessischen ; Saatsregierung aus. Er gelobte, daß die 1 seitherige hessische Justiverwaltung mit allen ihren ' Mitarbeitern nun nach der Uebernahme auf das । Reich erst recht alle Kraft daran setzen wolle, deutsches Recht dem deutschen Volke 1 zu geben. Zur Bekräftigung dessen schloß er den • feierlichen Akt mit einem dreifachen Heil auf den : Führer. Die Reichsreform macht einen Riesenschritt vorwärts. Stpa. Darmstadt, 8. Jan. Der Festsaal des Alten Palais in Darmstadt strahlte am Dienstag im festlichen Schein der Kerzenbeleuchtung. Frisches Grün umrahmte das Bild des Führers — ein würdiger Rahmen für einen Augenblick historischen Geschehens. Fast alle Beamten der h e s s i - chen Justizverwaltung hatten sich hier zusammengesunden, um Zeuge des großen histori- chen Augenblicks der Uebernahme der hessischen Justizverwaltung auf das Reich im Rahmen der Reichsreform zu sein. Die Fahnen der nationalsozialistischen Bewegung ließen es zedem noch einmal nachdrücklichst bewußt werden, daß es der Tatkraft nationalsozialistischen Kämpfer- und Gestaltungswillens zu verdanken ist, daß heute eine Stunde solch historischer Bedeutung vor sich gehen konnte. Zu der feierlichen Stunde erschien Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger zusammen mit Staatssekretär Dr. Freister und Staatsminister Jung. Außerdem waren die engeren Mitarbeiter des Gauleiters sowie des Staatsministers anwesend. StaatsmmisterIung ergriff zunächst das Wort zur Begrüßung und führte u. a. aus: Für uns, die wir feit Jahren das Gedankengut der NSDAP, auch in staatsrechtlicher Beziehung kennen, war es keine Frage, daß das in Die erste Schwalbe aus dem Kapitalmarkt Eine Neuemission von Pfandbriefen. Von unserer Äerliner Redaktion. In der norwegischen Hafenstadt Drammen sind infolge eines Erdrutsches der ganze Kai in der Länge von mehreren hundert Meter und die Lagerhäuser der Glasfabrik von Drammen in den Fjord gestürzt. Als Ursache des Erdrutsches werden Veränderungen am Meeresgründe vermutet. Vier Personen werden vermißt. Man befürchtet, daß sie ums Leben gekommen sind. Zwei Männern gelang es wie durch ein Wunder, sich noch im letzten Augenblick zu retten. Geistesgegenwärtig sprangen sie über den Erdriß, der sich bildete, als das Unglück begann. Es wird befürchtet, daß infolge der Lockerung des Baugrundes auch noch das Verkaufslager der Glasfabrik, in dem sich .sehr große Mengen von Glaswaren befinden, ein- stürzen wird. Das Lawinenunglück im Oehtal. Die Leiche des zweiten Opfers des bereits gemeldeten Lawinenunglücks auf der Hochjoch- fpitze im Oetztal in Tirol, des Engländers A r m - ftrong, wurde jetzt aistgefunden Die Leichen der beiden Engländer werden nach ihrem Heimatland übergeführt werden. Die Kältewelle über Witteleuropa. Die strenge Kälte über Nord-, Mittel- und Ostdeutschland wird aller Voraussicht nach mindestens noch einige Tage anhalten. In Berlin rechnet man mit einer Verschärfung des Frostes auf 10 bis 15 Grad je nach der Bewölkung. Die Kältewelle ist zurückzuführen auf ein kräftiges Hochdruckgebiet, das über Jnnerrußland lagert und dessen Kern den ungewöhnlichen Luftdruck von 788 mm hat. Mitteleuropa liegt am Südwestrande dieses Hochdruckgebietes und bekommt die außerordentlich kalte Festlandsluft mit westlichen Winden herüber Die Temperaturen in Rußland liegen zur Zeit zwischen 20 und 40 Grad Kälte, stellenweise aber auch noch tiefer. Königsberg hatte am Dse^stag- morgen 19, Danzig 18, Stettin 16 Grad Kalte; besonders in Hinterpommern ist der Frost außerordentlich scharf. Da vom Mittelmeer und vom Balkan in allerdings nicht erheblichen Mengen wärmere Luftmassen hinzukommen, dürften alsbald, besonders in Schlesien, Schneefälle einsetzen, die tm übrigen auch für Mitteldeutschland und für Berlin übertragen. Fast überall in der Welt ist das Kapital so ängstlich geworden und zeigt so geringes Vertrauen zu einem neuen Aufstiege der Wirtschaft, daß es sich lieber mit den niedrigsten Zinssätzen der Banken begnügt, als daß es sich dazu entschließt, aufs neue nach dem Kapitalmarkt abzuströmen. Auch in Deutschland waren Aktien- und Rentenmärkte lange Zeit hindurch ohne einen nennenswerten Neuzustrom von Kapital. Das beginnt jetzt anders zu werden. Die Kapitalbildun g macht wieder, wenn auch zunächst nur langsame Fortschritte. Das Vertrauen zur Stabilität der Wirtschaft und des Geldes aber hat bereits wieder feste Wurzeln gefaßt. Das geht daraus hervor, daß im letzten Jahre auch niedrig verzinsliche Wertpapiere, die vom Reich, Staat und Gemeinden neu ausgegeben wurden (so z. B. die 4prozentige Reichsanleihe, die Osthilfe-Umschul- dungsbriefe, die Gemeinde - Umschuldungsanleihe usw.), gute Aufnahme gefunden haben. Aber auch die Kurse der von den Hypothekenbanken und anderen Kreditinstituten begebenen alten Pfandbriefe nähern sich bereits wieder dem Paristande. Sie sind also der Konoersionsreife nicht dem deutschen Volk seit Jahrhunderten lebende Verlangen nach der Reichseinheit im neuen Staat rasch zur Wirklichkeit werden müsse. In den letzten hundert Jahren hatte das deutsche Volk bereits zweimal Gelegenheiten, diese Einheit zu schaffen. Sie wurde weder in der Verfassung des zweiten Reichs, des Bismarck-Reichs, noch in der des Zwischenreichs der Weimarer Verfassung wahrgenommen. Erst der gewaltigen Kraft der nationalsozialistischen Volksbewegung des Dritten Reichs blieb die Erfüllung dieser großen Idee vorbehalten. Jahrelang hat man über die Vorteile und Nachteile diefer Vereinheitlichung gestritten. Wenn man heute historische Rückschau hält und sich vorstellt, was das Dritte Reich vollbracht hat, so wird man ermessen können, welch ungeheurer Wandel in der Anschauung vor sich gegangen ist. Die Einheit der Staatsführung ist geschaffen; das entspricht dem nationalsozialistischen Grundsatz des Einheitsreichs. Wenn ich nun die hessische Justizverwaltung in die Hände des Reichsjustizministers gebe, so bedeutet dies ein freudiges Bekenntnis zum deutschen Einheits- ft aa t, der nun nach jahrtausendelanger Zersplitterung des deutschen Volkes endlich geschaffen ist. Ich bin gewiß, daß die hessischen Richter, Justizbeamten, Angestellten und Arbeiter sich der Bedeutung des heutigen Tages bewußt sein. Sie sind bereit, ihre Pflicht gegenüber der Reichsjustizverwaltung ebenso treu und gewissenhaft zu erfüllen, wie dies dem Lande Hessen gegenüber geschehen ist. Anschließend sprach schen Expedition an, deren Führer Pinehart erst kürzlich zurückkehrte, nachdem man ihn bereits aufqegeben hatte. Ein Holländer namens Schilder fand mit seinen Freunden die Leichen der beiden Hingemordeten und begrub sie. Erpresserische Rauschgisthändlerbande unschädlich gemacht. Der Dresdener Polizeibericht meldet: Dor einiger Zeit wurde einer Bande, die seit Jahren Betrügereien großen Stiles mit Rauschgiften betrieb und viele Personen um erhebliche Summen geprellt hatte, das Handwerk gelegt. Die Gauner knüpften in Großstädten oder Badeorten Bekannt- • schäften mit wohlhabenden Leuten an, denen sie vorschwindelten, daß sie gewinnbringende Geschäfte 1 mit Radium oder Patenten abschließen könnten. 1 Der Zweck war immer der gleiche. Sie wollten ihre Opfer zur Hergabe von Geld gewinnen, was ihnen auch im weitesten Maße gelungen ist. Den Geld- , aebern offenbarten sie bann, daß sie nebenbei mit Kokain handelten. Um ihr Geld nicht zu verlieren, beteiligten sich die Opfer an dem verbotenen Handel und nahmen sich damit die Möglichkeit, die Gauner strafrechtlich verfolgen zu lassen. Waren sie erst vollkommen von den Schwindlern abhängig, nahmen die Forderungen nach neuen Vorschüssen kein Ende. Statt Geschäfte abzuschließen, verpraßten die Händler das Geld im Kreise ihrer Freundinnen. Dem Tun und Treiben der Gaunerbande fetzte die Berliner Kriminalpolizei jetzt im Zusammenwirken mit anderen Kriminalpolizeibehörden ein Ende. Die meisten Mitglieder wurden fest- genommen und der Staatsanwaltschaft zugeführt. Der Landeskriminalpolizeistelle Düsseldorf ist es gelungen, die letzten beiden aeflüchteten Mitglieder der Bande in Düsseldorf festzunehmen. Es handelt sich um die Brüder Hans und Fritz Schmidt. Sbjähriger Greis ermordet und aus dem Fenster geworfen. — Scheußliche Bluttat eines Berliner Ehepaares. In Berlin wurde der 86 Jahre alte Hausverwalter Hermann Schmidt vor dem Haufe Man- teuffelftraße 87 mit zerfchmetterten Gliedern tot aufgefunden. Während man zunächst annahm, daß der Greis infolge eines Schwächeanfalles aus seiner im zweiten Stock liegenden Wohnung auf die Straße gestürzt sei, haben jetzt die Ermittelungen der Mordinspektion ergeben, daß der alte Hausverwalter einem Raubmord zum Opfer gefallen ist. Die polizeilichen Nachforschungen führten zur Verhaftung der Untermieter des Ermordeten, eines jungen Ehepaares, von denen zuerst die Ehefrau und nach längerem Leugnen auch der Ehemann ein Geständnis ablegten. Danach hat der Ehemann, der 25jährige Bruno Laude, den greifen Hausverwalter mit einem Hammer hinterrücks erschlagen und in der Nacht aus dem Fenster geworfen, um einen Unglücksfall vorzutäuschen. Einen Betrag von 94 Mark und einigen Pfennigen, die der Hausverwalter als Mietgelder eingenommen hatte, hat das verbrecherische Ehepaar sich angeeignet und für Vergnügungen sowie für den Ankauf von Lackschuhen ausgegeben. Indisches Wililärslugzeug stürzt in eine marschierende Truppe. — Els Tote, zahlreiche Verletzte. Ein indisches Militärflugzeug ist am Flusse Hab in der Nähe von Karachi schwer verunglückt; elf indische Soldaten kamen ums Leben. Das Unglück geschah, als die Maschine zu Manöver- zwecken einen Scheinangriff auf eine marschierende Truppe unternahm, plötzlich aber nicht mehr die Höhe gewinnen konnte, so daß sie kopfüber in die Abteilung eines indischen Regimentes stürzte. Die Folgen waren entsetzlich. Elf indische Soldaten waren auf der Stelle tot und eine größere Anzahl erlitt mehr oder weniger schwere Verletzungen. Die Bemannung des Flugzeugs, ebenfalls Inder, kam mit leichten Verletzungen davon. Güterzug entgleist. — 3 Tote, ein Schwerverletzter. Auf dem Bahnhof Altdamm bei Stettin entgleiste in der Einfahrtstrecke der von Gollnow kommende Nahgüterzug 8606 mit der Lokomotive, zwei Wagen Vieh und dem Packwagen. Bei dem Unfall, der erheblichen Sachschaden verursachte, wurden der Lokomotivführer Gronert, Lokomotivheizer W i 11 k e und Zugschaffner H a b e ck getötet. Zugführer Fregin wurde f ch w e r verletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. gegeben werden sollen. Man will offenbar erst vorfühlen, wie weit die Sparer schon bereit sind, ihre Zinsansprüche wesentlich herabzusetzen. 3Bie, es heißt, hofft man aber, die 4,5prozentigen Pfandbriefe zu einem Kurse von 94 Prozent emittieren zu können. Die mit 6 Prozent verzinslichen alten Pfandbriefe der Hamburger Hypothe- kenbank wurden zuletzt mit 97,5 Prozent notiert, haben also den Parikurs beinahe erreicht und können daher in der Tat als fast konverfionsreif angesehen werden. Bringt die Neuemission einen befriedigenden Erfolg, so werden sicherlich auch andere Kreditinstitute sehr bald dazu Übergehen, neue Pfandbriefe mit einer Ausstattung von nur 4,5 Prozent Nominalzinsen auszugeben. Sie werden dadurch instandaesetzt werden, den Hypothekenschuldnern ihrerseits Kredite zu beträchtlich niedrigeren Zinssätzen als bisher zu gewähren. Der erste, schwierigste Schritt zu einer Senkung des Landeszinssatzes wäre damit getan. Sind' die Neuemijsionen 4,5prozöntiger Pfandbriefe erfolgreich, fo wird auch der Umtausch der alten 6vrozentigen Pfandbriefe in 4,5- prozentige in absehbarer Zeit durchgeführt werden können. Erwähnt sei ferner noch, daß die neuen 4,5pro» zentigen Pfandbriefe der Hamburger Hypotheken- bank ausschließlich auf Reichsmark lauten werden. Jede Sicherung durch irgendeine Goldklausel wird angesichts des unbedingten Vertrauens zur Mark, das heute in allen Volksschichten herrscht, für unnötig gehalten. Auch diese Tatsache beweist, wie große'Fortschritte die Vertrauensfestigung in den beiden letzten Jabren gemacht hat. Die Voraussetzungen für den Versuch, den die Neuemission der Hamburger Hypothekenbank bedeutet, sind also zweifellos vorhanden. Zunächst erscheint diese allerdings nur als die erste Schwalbe, die noch keinen Sommer macht. Aber wenn sie befriedigende Lebensbedingungen findet, werden ihr bald andere folgen. Die Macht des Winters, der den deutschen Kapitalmarkt so lange hatte vereisen las- sen, ist gebrochen. Ein erster vorsichtiger Versuch, wie ihn die Hamburger Emission darstellt, wird zeigen, ob die Märkte bereits wieder genügend aus- getaut sind, und ob die Zeit für die große Zms- konversion schon gekommen ist._________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inbalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XU. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pj» Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig mehr fern. Die Ausgabe der neuen 4,5prozentigen Pfandbriefe der Hamburger Hypothekenbank bedeutet daher zweitens auch eine Probe auf das Exempel, ob und in welchem Ausmaß das sparende Publikum in Deutschland schon wieder bereit ist, niedrig verzinsliche Pfandbriefe aufzunehmen, wenn dafür die denkbar größte S i ch c r= ner nur m ,eyr wenigen heit für das Kapital geboten wird. Es ist freilich England, gelungen ist, die noch nicht bekanntgegeben worden, z u w e l ch e m —- s;. "t'Emilfionskurse die neuen Pfandbriefe aus- Hallen-Handbaitturnier in Gießen. Anläßlich der Spielertagung des Kreises 8 Lahn- Dill am vergangenen Sonntag wurde bekannt, daß die Gießener Turnerschaft, bewogen durch den schönen Erfolg des letzten Turniers, auch in diesem Jahre wieder an die Durchführung dieser Veranstaltung festhält. Als Termin wurde der 7. April genannt. An diesem Tage besteht automatisch im ganzen Kreisgebiet begrenztes Spieloerbot. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am vorigen Sonntag weilte die erste Mannschaft der Spielvgg. bei der gleichen des Spv. Krofdorf- Gleiberg zum fälligen Verbandsrückspiel. Die Leih- gesterner wurden, wie wir bereits berichteten, überraschend mit 4:2 geschlagen. Die zweite Elf erwartete die Zweite von Lollar ebenfalls zum Verbandsspiel. Da dieselbe etliche Spieler an die erste abgeben mußte, so standen nur sechs Spieler zur Verfügung. Leiehgestern schenkte Lollar die Punkte. Die Jugendmannschaft war in Nieder-Ohmen in großer Form. Mit einem 3:0-Sieg kehrten die Jungens aus Leihgestern vom Vogelsberg heim. Der Sieg bedeutete die Meisterschaft. Alle elf Spieler taten vollauf ihre Pflicht. Hervorzuheben ist die Leistung des jungen Talents im Leihgesterner Tor, der ganz famos hielt. Ihm ist es nur zu verdanken, daß die beiden Auswärtsspiele in Großen-Buseck und Nieder-Ohmen zu Null ausgingen. Durch diesen Sieg ist die Jugendelf der Spielvereinigung Leihgestern Gruppenmeister geworden. Zugendfußball der Spielvereinigung 1900 Gießen. VfB. Kurhessen Marburg I. Jugend — 1900 Gießen I. Jugend 4:0. Die erste Jugend von 1900 erlitt in Marburg eine für die Mannschaft sehr hohe Niederlage. Die Niederlage ist in erster Linie auf die sehr schlechten Platzverhältnisse zurückzuführen. Die Marburger fanden sich auf dem nassen Boden sehr rasch und stellten das Resultat bis zur Halbzeit auf 2:0. 1900 verschoß einen Elfmeter. Nach der Pause spielte 1900 etwas überlegen. Die Verteidigung von 1900 rückte dabei zu sehr nach vorn, so daß es dem Mittelstürmer der Marburger sehr leicht fiel, bei einem schönen Alleingang ein Tor zu erzielen. Kurz vor Schluß erzielte Marburg den vierten Erfolg. Die Mannschaft von VfB. Kurhessen Marburg gewann das Spiel verdient. 1900s Elf war sehr schwach im Zusammenspiel. Vor allen Dingen ist die Niederlage der Stürmerreihe zuzuschreiben. VfB. Kurhessen Marburg I. Schüler — 1900 1. Schüler 0:1. Trotzdem die Marburger körperlich weit überlegen waren, konnten sie gegen die technisch bessere Elf von 1900 sehr wenig ausrichten. Gleich zu Beginn erzielte der Halblinke das einzige Tor des Spieles. Nach dem Spielverlauf hätte das Spiel 3:0 für 1900 lauten müssen. Werbung für den olympischen Sport Der hessische Staatsminister gibt allen unterstellten Staats- und Gemeindebehörden, Gemeindeverbänden und Körperschaften des öffentlichen Rechts den nachfolgenden Erlaß des Rcichs- ministers des Innern bekannt: „Der Reichssportführer und der beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda gebildete Propagandaausschuß für die Olympischen Spiele Berlin 1936 haben es sich zur Aufgabe gesetzt, den olympischen Sportgedanken im deutschen Volke zu vertiefen. In der Erkenntnis, daß Spitzenleistungen nur aus einer körperlich und geistig gleichmäßig aufgeschlossenen, sport- und kampffreudigen breiten Masse des Volkes herauswachsen können, wird die olympische Zielsetzung mit der Werbung für sportliche Massenerziehung verbunden. Die olympische Idee erstrebt den Menschen, der in harmonischer Ausbildung seiner körperlichen und geistigen Anlagen und Kräfte die höchste Veredelung seiner Rasse darstellt. Es gehört zu den nationalsozialistischen Grundsätzen, daß der neue deutsche Mensch die Schulung des Leibes, der Seele und des Geistes in gleicher Weise betreibt. In diesem Sinne wird der olympische Gedanke zu einer Kulturforderung, die das ganze deutsche Volk angeht und jedem Volksgenossen die Verpflichtung zur Mitarbeit auferlegt. Jeder Volksgenosse soll sich daher ein klares Bild darüber machen können, welche Bedeutung die Olympischen Spiele 1936 in sportlicher, aber auch in politischer und volkswirtschaftlicher Beziehung für das gesamte deutsche Volk haben. Das Amt für Sportwerbung des Propagandaausschusses für die Olympischen Spiele Berlin 1936 wird im Einvernehmen mit dem Reichssportführer die für die Werbung maßgebenden Richtlinien herausgeben und die für die Durchführung erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung stellen. Presse, Funk und Film, Kundgebungen und sportliche Werbeveranstaltungen werden die olympische Werbearbeit unterstützen. Eine Wintersportwerbewoche im November 1934 und eine allgemeine Sporkwerbewoche im Frühjahr 1935 werden alle sportfreudigen Volksgenossen zur aktiven Mitarbeit auffordern. In einer von dem genannten Ausschuß gemeinsam mit dem Reichssportführer herausgegebenen Olympiaheftreihe von 25 mit Bildern versehenen Einzelheften werden sämtliche olympische Sportzweige von ersten Fachleuten dargestellt und dadurch den Sportkameraden aus anderen Sportbezirken und den Laien vertraut gemacht. Das einzelne Heft wird trotz größeren Gegenwerts für nur 10 Pfennig abgegeben, um jedem Volksgenossen die Anschaffung zu ermöglichen. Das Amt für Sportwsrbung wird in der Durchführung seiner wichtigen Aufklärungsarbeit von allen beteiligten NS.-Gliederungen und den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen durch aktiven Einsatz der Mitglieder für die Werbung nachhaltig unterstützt. Darüber hinaus bedarf es auch der tatkräftigen Mithilfe aller beteiligten Behörden der Länder und der Gemeinden durch polizeiliche Erleichterung und verwaltungsmäßige Förderung feiner Werbetätigkeit. Die erfolgreiche Durchführung der 'Werbemaßnahmen (Veranstaltung von Kundgebungen, Lichtbildervorträgen, sportlichen Werbevorführungen, die Verbreitung von Werbeaufrufen und Olympiaheften usw.) wird es vor allem erforderlich machen, daß die Gemeindeaufsichtsbehörden in allen Gemeinden über 500 Einwohner im Einvernehmen mit den zuständigen Organen der PO. und des Reichsfpört- führers ehrenamtliche Vertrauensleute bestellen, die dem Amt für Sportwerbung als örtliche Sachbearbeiter zur Verfügung stehen." In Ausführung dieses Erlasses ordnet der hessische Staatsminister an, daß die Olympiasportwerbung und alle mit dieser Aufgabe befaßten Organe von allen Staats- und Gemeindebehörden die größt- möglichste Unterstützung und Förderung erfahren. Das Eröffnungsspringen auf der kleinen Olympiaschanze bei Partenkirchen wurde von dem Olympiasieger Birger Ruud (Norwegen) gewonnen, der hier bei seinem weitesten, prächtig gestandenen Sprung über 52,51 Meter gezeigt wird. > v ■ ■ ■■■■■•......... . Handball im Gau XII Lahn-Dillkreis. Bezirksklasse: Kurhessen Marburg — Tv. Lützellinden 4:4 (2:3): Das wichtigste Treffen der Vezirksklasse war die Begegnung der oßenstehenden Mannschaften auf dem Platz von Kurhessen Marburg. Das Spiel brachte eine gerechte Punkteteilung. Lützellinden hat damit einen großen Erfolg errungen. Der Platz stellte hohe Anforderungen an die Mannschaften. Lützellinden ging sofort in einem mächtigen Tempo los. Die zweite Minute zeigte schon den ersten Erfolg für die Gäste. Wenig später hieß es 2:0. In der 15. Minute 3:0. Marburg warf nun alles nach vorn und kam bis zum Wechsel auf 3:2 heran. Die Zweite Hälfte zeigte hartes Spiel von Seiten der Marburger, die unter allen Umständen zum Siege kommen wollten. Lützellinden ließ sich aber nicht beirren und erreichte bald seinen vierten Erfolg. Die Mannschaft wird nun durch Platzverweis eines Spielers geschwächt, hält aber trotzdem den Kampf immer offen. Marburg drängt etwas und kommt schließlich zum Ausgleich. Tuspo. Marburg — Tv. Roth 5:6 (2:2): Beide Mannschaften lieferten sich einen hartnäckigen Kampf. Nachdem bis zur Pause auf beiden Selten je zwei Tore geschossen waren, kam Roth in der zweiten Hälfte durch fein 6. Tor zum knappen Sieg. Tv. Kirch göns — Tv. Goßfelden 7:4 (4:3): In Kirchgöns gab es den erwarteten Sieg. Die Gäste leisteten den Platzherren bis zum Wechsel hartnäckigen Widerstand und lagen bis zu diesem Zeitpunkt nur ein Tor zurück. Nach der Pause kam Kirchgöns besser ins Spiel, die Gäste fielen ab. Weitere Ergebnisse der Bezirksklasse: Tv. Pohlgöns — Tuspo. Butzbach 5:4 (1:1); Tv. Niedereschbach — Tg. Friedberg 9:3 (3:2). Kreisklasse I: To. Holzheim — Tv. Heuchelheim 8:7 (7:1): Ein typischer Punktekampf. Die erste Halbzeit stand ganz im Zeichen der Platzmannschaft, die sich sofort gut fand. Die meisten Erfolge resultierten aus Strafwürfen. Nach dem Wechsel'waren es die Gäste, die das Heft in der Hand hatten und in re- gelmäßigen Abständen Tor um Tor aufholten und kurz vor Schluß gleich gezogen hatten. Im Kampf um den Sieg war Holzheim die glücklichere Mannschaft. Tv. Krofdorf — Tv. Atzbach 6:4 (4:2): Die Gäste enttäuschten. Die erste Hälfte war die Mannschaft des Gastgebers stets leicht überlegen und kam zu vier Erfolgen, denen die Gäste nur deren zwei entgegensetzen konnten. Nach der Pause kam die Gästemannschaft besser auf, vermochte aber keine eingreifende Aenderung des Resultats zu erzwingen. Sp. V. 05 Wetzlar — To. Hörnsheim 6:9 (4:4): Wetzlar verlor zwei Spieler durch Platzverweis. Bis zum Wechsel war es ein recht interessantes Spiel, in dem die Gäste jeweils in Führung gingen und Wetzlar stets mit dem Ausgleich antwortete. Die zweite Hälfte brachte bald eine Entscheidung zugunsten der Gäste. Tv. Dornholzhausen — Tv. Hochelheim 5:2 (2:1): Die große Ueberraschung kam in Dornholzhausen zustande, wo die Mannschaft des Tabellenführers eine deutliche Niederlage bezog. Die Gastgeber zeigten die besseren Leistungen. Bis zur Halbzeit stand die Partie knapp 2:1 für Dornholzhausen. Nach der Pause versuchte der Gast das Ergebnis zu verbessern, scheiterte aber an der besseren Arbeit seines Gegners, der seinerseits wieder angriff und bis zum Schluß mit 5:2 einen klaren Sieg errungen hatte. kreisklasfe III: Tv. Holzheim II — Tv. Heuchelheim II 5:10 (4:5): Das Spiel entschied in dieser Klasse durch einen Sieg der Gäste, die Meisterschaft für Heuchelheim. Die Mannschaft errang einen verdienten Sieg. Während die erste Hälfte ausgeglichen verlief und den Gästen nur einen kleinen Vorsprung sicherte, stand die zweite Halbzeit stark im Zeichen der Heuchelheimer Mannschaft. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 0120 Gestern früh verschied nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Heinrich Vollmöller Schreinermeister im vollendeten 70. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Chr. Vollmöller, geb. Leidich und Kinder. Gießen (Großer Steinweg 4), den 9. Januar 1935. 118 D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, für die vielen Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Germer am Grabe sagen wir alle herzlichen Dank. Familie Heinrich Spengler. Aliendorf a. d. Lahn, den 8. Januar 1935. Geschwister Germann. Gießen, Freiendiez, Offenbach a. M„ Nidda, Januar 1935. Für die große Liebe und Anteilnahme, die uns bei unserem schweren Verluste zuteil wurde, sagen wir innigsten Dank. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die tröstenden Worte, dem Verein ehern. hess.Leib- gardisten 115, sowie der Traditions-Kompanie des Leibgarde-Regiments. In tiefer Trauer: 116 D Kl.Acker ca. 1000 qm, am Schlangenzahl,f. Gartenanl. gut geeignet, bill. zu verkauf, oder zu verpacht. [eiD Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. Gebr. Kttchenein- richtung, Bett m. Matratze, Chaiselongue, ca.2 Meter lang. Eichentisch wegenAuflösung des Haushaltes billig zu verkauf. Anzusehen Donnerstag nachm. von 2 bis 4 Uhr. fifllfetflllee54D. Verschiedenes Garten a. Nahrungsberg oder im Alten Tvelb zu pachten gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 0118 an o. Gieß. Anz. Auf Einladung der Universität Gießen hält der Prorektor der Deutschen Universität in Prag Professor Dr. Gerhard Gesemann zwei Gastvorträge in Gießen 1. Donnerstag, 10. Januar, 20.15 Uhr, in der Neuen Aula „Die Kulturräume Jugoslawiens“ 2. Freitag, 11. Januar, 17.15 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Hörsaal. (Vor allem für philologisch und literaturgeschichtlich Interessierte) „Was kann die europäische Epenforschung aus dem südslawischen Volksepos lernen?“ Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. 131 d Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Ver- _______öffentHchungen einer Anzeige! Für alle Fahrten 25 ) ^Jafjre im 2)ienfte der ^üolUsgefundßeit! Autoanruf 4242 am Bahnhof. 6972 d Bklllse Seefische! Schellfische im Ausschnitt 1. Qualität.....Psd. 0.40 Mlets Marte „F-ifi" Pf d. ab 0.40 Schollen, Rotzungen, lebende Karpfen, leb. Schleien empf. A. Koch Nachfolger Mäusburg 15 123d Tel. 3612 INI Schlaf zlm., Stahlfeder- LIJU Holz-BJPLjub wBB und Auflegematratzen an alle, Teilz. Katal. fr. Eisen Möbelfabrik Suhl, Th. Sfceformfjaus ^Kreuzplatz 5 0126 3X Scfjolz adjfolger Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FraozVogUCo., Gießen Seltersweg 44 4766A Nachhilfe in Math., Latein, Franz., Engl. w. rnröl. u. bill. ert. Schriftl. Angeb. unt. 088 an den Gießen. Anzeig. 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Für die Gemeinde Rieder-Ohmen (Kreis Alsfeld) sollen auf der Bürgermeisterei zu Nieder-Ohmen 1. Verschleifungsarbeiten (rund 8000 cbm Erd- bewegung), 2. Kanal- und Chaufsierungsarbeiten als Not- ftandsarbeiten in zwei Losen vergeben werden. Angebotsoordrucke sind bei dem Kulturbauamt Gießen zu erhalten. Die Angebote sind bis Mittwoch, den 16. Januar 1935, vormittags 10 Uhr, bei der Bürgermeisterei Nieder-Ohmen einzureichen. Zu- schlagsfrist 3 Wochen; freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. izoo Nr. 7 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Mittwoch, y.Zanuar (955 Aus Oer provmztalyauptstavl. Die Sietzener SA. bei der Begrüßung der Saardeutschen Bei dem Aufenthalt des Sonderzuges mit Saar- Abstimmungsberechtigten, der in der Nacht zum 11. Januar von Magdeburg kommt und um 3.45 Uhr auf dem Gießener Bahnhof eintrifft, wird die Gießener SA. mit dem Spielmannszug und dem Musikzug sowie mit zwei Ehrenstürmen mit Fahnen auf dem Bahnsteig zur Begrüßuna der saardeutschen Brüder und Schwestern Aufstellung nehmen. Der Zug fährt um 3.56 Uhr weiter. An der Abfchiedskundgebung der Abstimmungsberechtigten des Kreises Gießen, die am 11. Januar, um 20.15 Uhr, im Cafe Leib beginnen wird, nehmen der Spielmannszug und der Musikzug, zwei Stürme der aktiven SA., der Sanitätssturm 147, zwei Stürme der SA.-Re- serve (ohne Fahnen), der Reitersturm und der Fliegersturm Gießen, Sturmbann VI/116 und alle Sturmbann- und Sturmführer des Standortes Gießen teil. In der Nacht zum 12. Januar werden die zwischen 3 und 4 Uhr im Gießener Bahnhof zu kurzen Aufenthalten verweilenden Sonderzüge mit Saar-Abstimmungsberechtigten von dem Musikzug und dem Spielmannszug und ebenfalls zwei Ehrenstürmen der SA. mit Fahnen begrüßt werden Am 12. Januar früh um 7.30 Uhr treten der Musikzug und der Spielmannszug, sowie die arbeitslosen SA.-Kameraden der Gießener Stürme, einschließlich SA.-Reserve, auf dem Kirchenplatz, mit der Spitze m Richtung Marktplatz an, um die Abstimmungsberechtigten des Kreises Gießen vom Kriegerdenkmal am Marktplatz aus zum Bahnhof zu geleiten. Abmarsch 7.35 Uhr. Der Zug nach dem Saargebiet fährt um 8.47 Uhr ab. Am 14. Januar treffen — wie schon gemeldet — die Abstimmungsberechtigten aus dem Kreise Gießen um 2 3.30 Uhr mit dem Gießener Sonderzug, vom Saargebiet kommend, hier wieder ein. Zum Empfang werden sich der Musikzug und der Spielmannszug, drei Ehrenstürme der SA. mit Fahnen (zwei Stürme vom Sturmbann II, ein Sturm von der SA.-Reserve) auf dem Bahnsteig einfinden und von dort aus mit den Abstimmungsberechtigten bis zum Landgraf-Philipp-Platz marschieren. Aogelfuttergeräte zum Seldstbauen. Trockener Frost schadet unseren gefiederten Sängern nichts. Wenn aber über Nacht Glatteis eintritt, oder nach Nebel sich Rauhreif bildet oder Wirbelschnee fällt, werden die Nahrungsquellen der Vögel verstopft, und manche von ihnen verfallen dem Hungertode. Wir müssen deshalb bemüht sein, ihnen über die Zeit der Not hinwegzuhelfen. Der Handel hat die verschiedensten Futterapparate herausgebracht. Ein Teil von ihnen entspricht den an sie gestellten Forderungen nicht, wieder andere sind zu teuer, so daß sie nur von einigen wenigen Vogelfreunden angeschafft werden können. Der Vogelschutz muß aber möglichst weite Kreise erfassen.' Soll die Fütterungseinrichtung ihren Zweck erfüllen, so muß sie das Futter den Vögeln wettersicher darbieten, damit nichts verloren gehen oder verderben kann, und es muß auch bis zum letzten Rest ausschließlich den zu schützenden Vögeln zugute kommen. Es ist also jedes Futtergerät brauchbar, bei dem das Futter von oben her und auch seitlich gegen Regen und Schnee geschützt ist und nur Zugang von unten hat. In vielen Hofreiten wird sich eine solche einwandfreie Futterstelle unter vorspringenden Dächern und Hoffahrten, sowie in Lauben, Schuppen und auf Balkonen errichten lassen. Ein Kistendeckel oder ein Brett mit umnagelten Leisten wagrecht und in entsprechender Höhe angebracht erfüllen den Zweck vollkommen. Hier können Sonnenblumen-, Gurken- und Kürbiskerne, Nußschenkel, Hanf, Mohn und Leinsamen, getrocknete Beeren von Eberesche, Holunder, Weißdorn, Efeu und wildem Wein ge- Äeranyauunget in Gießen anläßlich der Gaarabsttmnnrng Sreitog/11.3onuarz von 3.45 bis 3.56 llhr (Nacht von Donnerstag auf Freitag): Aufenthalt des Saar-Sonderzuges 9 in Gießen. Auf dem Bahnsteig: Die SA.Kapelle. zwei SA.-Lhrensiürme, die politischen Leiter der Gießener Ortsgruppen Süd und Mitte. veuagz 1 . Zanuar, um 20 Uhr im Cafe iciv Abfchiedskundgebung für die 80 Abstimmungsberechtigten des Kreises Gießen. Wir bitten sämtliche Abstimmungsberechtigten, zu erscheinen. Es spricht Pg. 6lo ff ermann. Es wirken mit die SA.-Kapelle und der Großsche Männerchor. Die Führer sämtlicher Gliederungen der Bewegung, die Spitzen der Behörden und der Stadt bitten wir zu erscheinen. Alle Volksgenossen sind eingeladen. Die politischen Leiter der Gießener Ortsgruppen sind um 20 Uhr vor dem Eafe Leib in Uniform angetreten. Mit Fahnen. Gamstag, 12. Januar, von 3.00 bis 3.35 Uhr (Nacht von Freitag auf Samstag): Aufenthalt der Saar-Sonderzüge 1, 2, 3 am Bahnhof Gießen. Auf dem Bahnsteig: die SA.-Kapelle, zwei SA.-Ehrenstürme, die politischen Leiter der Ortsgruppen Ost und Nord. Die Führer der Partei und ihrer Gliederungen, die Vertreter der Behörden und der Stadt bitten wir, nach Möglichkeit zu erscheinen. amstag, 12. Januar, 8.40 Uhr (morgens): Abfahrt der Abstimmungsberechtigten des Kreises Gießen im Sonderzug. 7.30 Uhr Treffpunkt aller Abstimmungsberechtigten am Marktplatz. Von dort Marsch mit der SA.-Kapelle zum Bahnhof um 7.30 (punkt) durch Seltersweg, Liebigstraße. Um 7.30 Uhr treten ferner nach Vereinbarung mit den Führern der Gliederungen die SA.- und SS.-Männer, soweit sie beruflich frei sind, (SAR.), die gesamte 5)3. (HI., 3V., BDM., 3M.) an. Der Unterricht fällt nach Vereinbarung mit den örtlichen Schulleitern bis 9 Uhr aus. Die Führer der Partei, die Vertreter der Behörden und der Stadt find ebenfalls anwesend. Die Schüler, die nicht in der H3. sind, und die auswärtigen bilden Spalier auf dem Wege zum Bahnhof. Sonntag, 13. Januar: Singen des Sängerkreises in der Stadt zum Zeichen der Verbundenheit mit den Volksgenossen an der Saar. Beginn: 17 Uhr am Selterstor, dann am Neustädter Tor, Walltor, Stadttheater, Kreuzplah. Dort brennt die Grubenlampe, die die Saarsänger, die im vorigen 3ahr beim Sängerkreis Gießen zu Gast waren, den Gießener Sängern überreicht hatten, während des ganzen Abstimmungstages. Montag, 14. Januar 23.30 Uhr: Ankunft der Abstimmungsberechtigten des Kreises Gießen im Sonderzug. Um 23 Uhr sind sämtliche Gliederungen am Bahnhofsplah angetrelen. Die SS. übernimmt den Ordnungsdienst. Zwei SA.-Stürrne, die SA.-Kapelle, die Führer der Partei, die Vertreter der Behörden und der Stadt auf dem Bahnsteig 1. Schmelz, Kreispropagandaleiter. reicht werden. Ungesalzenen Speck nagele man fest, damit sich die Wintergäste die Federn nicht verfetten. Rübsamen wird nur von dem Grünfink gern angenommen. Bald finden sich an diesen Futterstellen vor allem die nützlichen Meisen ein. Diese Fütterung hat allerdings den Nachteil, daß sie auch den Spatzen zugängig ist, die sich dann oft über Gebühr breitmachen. Leicht läßt sich auch ohne besondere Kosten eine spatzensichere Fütterungsgelegenheit mit dem „Futterholz" einrichten. Ein 40 bis 60 Zentimeter langes Rundholz wird zu einem kleinen Tröglein ausgehauen und mit einer Futtermischung, bestehend aus verflüssigtem Rinder- ober Hammeltalg und ölhaltigen Sämereien, gefüllt. Entgegen früher gegebener Vorschrift nimmt man jetzt ebensoviel Fett wie Kerne. Die Körnermischung soll durch den Talg nur zusammengehalten werden. Enthält das Gemisch zuviel Fett, so sind die Vögel bei großer Kälte nicht in der Lage, aus der gefrorenen Masse etwas herauszupicken. An zwei Drähten oder Kordeln wird das Holz mit der ausgegossenen Seite nach unten im Freien in schräger Richtung aufgehängt. So ist das Futter gegen Witterungseinflüsse geschützt, den Meisen und Kleibern aber immer zugängig. In ähnlicher Weise lassen sich leere Wachsund Wichsschachteln zur Vogelfütterung verwenden. Die Büchsen werden gründlich gereinigt und durch den durchbohrten Boden ein Weichholzstab so gesteckt, daß er beiderseits 20 Zentimeter übersteht. Nachdem man die Büchse mit der oben beschriebenen Futtermischung gefüllt hat, wird sie wieder mit der Oeffnung nach unten so befestigt, daß Katze und anderes Raubzeug nicht in unmittelbarer Nähe auflauern können. Halbe Kokosnußschalen, Konservenbüchsen, Blumentöpfe und kleine Holzkästchen können ebenso gut und leicht der Winterfütterung dienstbar gemacht werden. Sobald sie ausgepickt .iu, werden |ie von neuem gefüllt und bleiben so dauernd brauchbar. Will man auch Finken füttern, so bringe man bei den „Futterglöckchen" noch eine Sitzgelegenheit an oder hänge es so auf, daß sie sich von der Fensterbank ober einem nahen Zweige gütlich tun können. Für bie Haubenlerchen unb (Solbammern gilt es auf anbere Weise zu sorgen. Sie suchen ihre Nahrung nur auf bem Erdboden. Ihnen streue man an winb- und schneegeschützten Stellen Hinterkorn, Heublumen, Getreide und Unkrautsamen und sehe bei Schneefall täglich nach, ob nicht Verwehungen das Futter zuged'eckt haben. Auch unter Fichten und Ziergesträuch kann man ihnen den Tisch decken, nur muß immer genügende Sicht gegen anschleichendes Raubzeug vorhanden sein. Im Freien umhege man die Futterstellen mit Dornreisig. Amseln, Rotkehlchen und Bachstelzen, die sonst in der Hauptsache von Würmern und Insekten (eben, begnügen sich im Winter mit allerhand Beeren und Mohn und nehmen auch mit faulem Obst vorlieb, das allerdings bei starkem Frost nicht verwendbar ist. Niemals reiche man Brot und Kartoffeln, die leicht verderben und deshalb schädlich sind. Die Fütterung der Vögel erreicht nur dann ihren Zweck, wenn sie während des ganzen Winters durchgeführt werden kann. Ist man dazu nicht in der Lage, so beginne man damit überhaupt nicht. Die bunt gefieberte Sängerschar wirb unsere Mühe unb geringen Auslagen hundertfältig belohnen. Äon der Landesuniversität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Herr Professor Dr. phil. Dr. med. h. c. Rudolf Herzog, Ordinarius für klassische Philologie in Gießen, wurde vom Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (bisher „Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft") zum Mitglied des Hauptausschufses der Forschungsgemeinschaft ernannt. Gastvorträge an der Universität Gießen. Der Prorektor der Deutschen Universität in Prag Pros. Dr. Gerhard G e f e m a n n hält auf Einladung der Universität Gießen am kommenden Donnerstag und Freitag im Universitätsgebäude bzw. im Kunstwissenschaftlichen Hörfaal Gastvorträge, Der Eintritt zu beiden Vorträgen ist frei. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiefen. Oer neue Oberlandesgerichtspräsident in Darmstadt. Der zum Oberlandesgerichtspräfidenten in Darmstadt ernannte Staatssekretär i. R. Dr. jur. Wilhelm (5 tu tf art ist am 16. November 1902 in Wiesbaden geboren. Seine Familie stammt väterlicherseits aus Nassau, mütterlicherseits aus Unterfranken. Nachdem Stuckart das Realgymnasium in Wiesbaden verlassen hatte, wandte er sich dem Studium der Rechtswissenschaft und der Volkswirtschaft zu, wurde jedoch durch den Bürgerkrieg veranlaßt, 1922 bis 1923 dem Freikorps Epp beizutreten. Auch der Einfall der Franzosen in das Ruhrgebiet sah ihn in der vordersten Front des Widerstandes. Zweimal ist er den französischen Gendarmen in die Hände gefallen. 1926 machte er sein Referendarexamen, 1928 seine Doktorprüfung und 1930 seinen Assessor. Stuckart hat sich frühzeitig politisch betätigt. Als Schüler war er bereits Führer einer Jugendgruppe der Deutschnationalen Volkspartei, ging dann jedoch im Dezember 1922 zur NSDAP., der er bis zu ihrer Auflösung angehörte. 1930 stand er wieder in den Reihen der Partei. Von 1930 bis 1932 hatte er eine Richterstelle beim Amtsgericht Rübesheim inne. Er schied dann aus dem Staatsdienst aus und organisierte den Rechtsschutz der SA. und SS. im Gau Pommern. Später übernahm er die Leitung der Lügenabwehrstelle in Stettin. Bis zum 3. April 1933 war er Rechtsanwalt in Stettin, dann kommissarischer Bürgermeister von Stettin, jedoch nur kurze Zeit. Er folgte einem Die Geige Hinterm Fenster. Von Georg von der Bring War es September? War es Oktober?... An den Wegen blühte der weiße Phlox, er blühte auf mannshohen Stielen und fein Duft wehte durch die stillen Herbstabende. Die Luft war schon kühl, also wird es Anfang Oktober gewesen sein. Ich war damals jung, siebzehnjährig. Ich wohnte in einer fremden Stadt und besuchte dort die Schule. Ich hätte meine Abende gut mit Schularbeiten ausfüllen können. Aber ich tat es nicht. Weshalb blieb ich nicht zu Haufe bei meinen Büchern? Was zog mich Abend für Abend hinaus vor die Stadt, in die kleinen ländlichen Straßen, an denen der weiße Phlox noch blühte? Es war eine Geige. Es war der Ton einer Geige. Doch fing es nicht mit der Geige an. Lange vorher schon besuchte ich die stillen Straßen. Man konnte dort seinen Gedanken nachhängen. Es waren die Gedanken eines Siebzehnjährigen, die ich dachte, Gedanken also, die bei manchem Menschen niemals wiederkehren. Waren sie traurig? Oder waren sie heiter^ Ich habe es damals nicht unterscheiden können. Heute scheint mir, als sei ich dem wirklichen Leben nie wieder so nahe gekommen, wie damals. Ich ging meinen Weg durch die finsteren Straßen und hatte das Leben vor mir und dachte nur daran, wie das wohl wäre, dies Leben. Links und rechts standen hohe Eichen, und wenn ein Wind kam, so stieß er Eicheln herunter, und ich sah sie im Later- nenlicht über den Weg rollen. Eines Abends kam ich an das Haus, aus dem die Geige erklang. Es war nur ein niedriges Gebäude und lag mit seinen tiefen Fenstern hart an der Straße. Und als ich die Geige hörte, blieb ich stehen, um ihr zu lauschen. Der Vorhang verschloß das Fenster nicht ganz, so daß ich den Spieler sehen konnte. Es war ein junger Mensch, wenig älter als ich, mit einem ßoefenfopf. Er neigte ihn beim Spielen auf die Geige. Er spielte Lieder, und ich fand, daß er unendlich einfach und gut spielte. Seine Geige war nicht wie andre Geigen, die ich gesehen hatte, denn sie besaß stau der Schnecke einen Löwenkopf. Dieser schon geschnitzte braune Löwenkopf zog meine °n' und indem ich ihn anfah, hörte ich die schlichten Lieder, die zu mir herausklangen. Ich glaube, daß ich damals doch eher traurig als beiter gewesen bin. Ich meine es deshalb, weil die Geige mich Abend für Abend in diese Straße zog, daß ich hingina und vor dem Fenster lauschte und meine Schulausgaben vernachlässigte. Ich weiß, daß ist dort einen Trost suchte und auch sand. Wie oft war ich entschlossen, an die Tür jenes Hauses zu pochen und zu dem Geigenspieler etm zutreten! Ich bin sicher, daß er mich gern bei sich geduldet hätte. Vielleicht ist er auch so allein gewesen wie ich. Aber ich habe es nicht gewagt. Wer du auch seist, in deinen jungen Jahren, handle anders als ich! Zieht dich dein Herz, so habe Mut und öffne die Tür! Prophezeiungen, die sich erfüllten. Der hochgelehrte Sterndeuter Petrus Cne - mianöer, der Berater des Markgrafen Johann von Küstrin, der großes Interesse an Alchimie und Astrologie nahm, hat seinem Herren einst den Todestag genau im voraus verkündet. Er erklärte ihm, er werde zehn Tage nach seinem Bruder, dem Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg, sterben; am 3. Januar 1571 war der Kurfürst, am 13. Januar der Markgraf tot. Eine richtige Prophezeiung hat auch der bekannte Mathematiker Faleire gegeben, den der Portugiese Magelhaes als feinen Lehrer bei seiner ersten Erdumseglung bat, ihn als Schiffsastrologe zu begleiten. Faleire weigerte sich, weil er in den Sternen gelesen habe, der teilnehmende Astronom werde unterwegs sterben. Daraufhin gewann Magelhaes den Sevillaner San- Martin, der auf der Insel Zeba von Eingeborenen ermordet wurde. Berühmt sind die Vorhersagen des N o st r a d a m u s , der eigentlich Michel Notre- Dame hieß. Er sagte die Niederlage der Franzosen 1557 bei St. Quentin lange Zeit früher voraus und ebenso den gewaltsamen Tod Heinrichs II. Nicht so gut glückte seinem Sohne, der das Geschäft des Vaters als Sterndeuter fortsetzte, das Prophezeien. Er hatte vorhergesagt, daß die tSadt Pouzin ab- brennen werde. Doch wollte sich sein Spruch nicht erfüllen. Aber als sie endlich doch in Flammen auf* ging, ergriff man einen Brandstifter noch beim Anzünden: es war der jüngere Nastradamus, der auf diese Weise das Schicksal „verbessern" wollte und diesen Versuch mit seinem Leben büßen mußte. Nach Nostradamus stand der Norweger Tycho B r a h e an der Spitze der Astrologen. Sein Landesherr, Friedrich II. von Dänemark, hielt ihn hoch in Ehren, denn seine Horoskope trafen fast immer ein. Großes Aufsehen rief elf Monate nach Brahes Tode die Erfüllung der Prophezeiung hervor, die er über den Tod des Sohnes von Christian IV. gegeben hatte. Das Horoskop gab eine drohende Gefahr für das 18. Jahr an, und wirklich starb der Prinz 1602, wobei auch alle Einzelheiten der Vorhersage in Erfüllung gingen. Tycho Brahe war zuletzt der Astrolog des abergläubigen Kaisers Rudolf II. gewesen; sein Nachfolger wurde Johannes Kepler, der zwar auch noch Horoskope stellte, dessen bahnbrechende Anschauung über die Gesetze der Himmelsbewegungen aber der Astrologie ihr Grab gruben. Der Klub Oer Abgeblihten. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem es ebenso wie in England Klubnarren aller Art gibt, nimmt der Klub der Abgeblitzten den Ruhm besonderer Originalität für sich in Anspruch. Sowohl Männer wie Frauen haben durch Gründung eines solchen Klubs den Kampf gegen die unglückliche Liebe ausgenommen, wie sie versichern, sogar mit größtem Erfolg. Junge Damen, die in ihrer Liebe gekränkt und enttäuscht wurden, denen ihre Liebhaber trotz aller Schwüre eines Tages auf und davongingen, ober die von ihrem Bräutigam betrogen wurden, haben diesen Klub gegründet. „Heartsease" tauften sie das schöne Unternehmen, also Herzensruhe, Herzenszufriedenheit, Herzenserleichterung, oder wie man das übersetzen will. Einige junge Herren, die an dem gleichen Leide krankten, erfuhren von dem Verein der Damen und nahmen die Idee auf mit all der Begeisterung, deren enttäuschte Liebhaber noch fähig sind. Sie gründeten sofort einen gleichen Verein für Männer. Das anfängliche Mißtrauen der jungen Damen wurde bald beseitigt und schnell kam es zu einer Vereinigung, der Organisationen, die ja beide das gleiche Ziel anstrebten. Alle Männer ober Frauen, bie je in ber Liebe leichtsinnige Täuschung geübt, mit Gefühlen gespielt unb bie Neigung bes anberen ohne Grunb mißachtet haben, sollen mit hartem, unerbittlichen Boykott gestraft werben. Es ist nicht leicht, Mitglieb bieser Vereinigung zu werben; eine lange Reihe von Bebingungen muß erfüllt werben, ehe man zu einem rechten „Heartsease" wirb. Die Eintretenben müssen sich verpflichten, ben Verkehr mit bem einstigen Geliebten auf immer unb ewig rabifal abzubrechen, alle Wieberannäherungsversuche abweisen, müssen eine genaue Schilderung ihrer schmerzlichen Erfahrungen schriftlich nieberlegen, bie jebes Klub- mitglieb lesen kann, unb eine Reihe strenger Paragraphen anerkennen. Erst wenn es sich erweist, baß ber ober bie Novize sich in jeber Hinsicht einwandfrei benommen, daß kein Makel und keine Schuld an ihm oder ihr haftet, wird zur feierlichen Aufnahme geschritten. Zur Nachtzeit geschieht es; alle Mitglieder sind anwesend, ber Präsident lieft bie Eibesformel, bie von allen Anwesenben nachgesprochen wirb, unb bann leistet ber Neuling seinen Schwur. Mit biesem Augenblick tritt bie Organisation ihre Retter- unb Rächerpflicht an. Wenn alle Nachforschungen beenbet sinb, beginnt der Feldzug gegen den, der leichtfertig mit einem Gefühl gespielt hat; alle Mädchen norden vor dem Uebeltäter ge» warnt, alle Klubmil^der brechen den Verkehr mit ihm ab, die gastlichen Häuser schließen ihm ihre Pforten, und der Sünder kann sich in Muße überlegen, ob er einsam unb mißachtet hier fortleben ober ben Staub jener Stabt von seinen Füßen schütteln soll, bie von bem Klub ber Abgeblitzten beherrscht wirb. Hochschulnachrichten. Geheimrat Professor Dr. W o l f r a m, ber Generalsekretär bes Wissenschaftlichen Instituts ber Elsaß- Lothringer im Reich an ber Universität Frankfurt, ist von seinem Posten zurückgetreten. Geheimrat Wolfram, ber zugleich Honorarprofessor für füb- westbeutsche Lanbesgefchichte an ber Frankfurter Universität war, wirb bereits zum 1. April bie Leitung bes Instituts nieberlegen. Geheimrat Wolfram ist bie Grünbung unb ber Aufbau bes Instituts zu verbauten, besten Leitung er von Anfang an inne hatte. Geh. Regierungsrat Professor Dr. Lorenz Morsbach, ber berühmte Anglist ber Universität Göttingen, feierte am 6. Januar feinen 8 5. Geburtstag. 1892 erfolgte feine Berufung als Nachfolger von Aloys B r a n b l nach Göttingen, wo er halb barauf zum Drbinarius beförbert würbe. Hier wirkte er bis zu feiner Emeritierung im Jahrs 1921. Morsbach ist orbentliches Mitglieb ber Göttinger Gesellschaft ber Wissenschaften. In biefen Tagen konnte ber Altphilologe ber Leipziger Universität Professor Dr. Eduard Z a r n ck e auf eine 50jährige Tätigkeit als Hochschullehrer zurückblicken. Professor Zarncke, ber bis vor zehn Jahren bas von Friebrich Zarncke begrün- bete „Literarische Zentralblatt von Deutschland" herausgab, ist 1857 in Leipzig geboren, wo er vor genau 50 Jahren bie venia legendi als Privat- bozent für klassische Philoloaie erhielt. Der Jubilar bearbeitet befonbers griechische unb römische Literatur. Professor Dr. Konrab Meyer, Drbinarius für landwirtschaftlichen Pflanzenbau an ber Universität Jena, ist zum vrbentlichen Professor in ber Land- wirtschaftlich-Tierärztlichen Fakultät ber Universität Berlin ernannt worben. Professor Dr. Johann Baptist R i e f f e r t, Extra- orbinarius für Philosophie an ber Universität 23 er- l i n, ist zum vrbentlichen Professor ernannt worben. Professor Dr. Hans Großmann-Doerth an ber Universität Freiburg i. Br. hat einen Rus auf bas Drbinariat für Verkehrsrecht an ber Hanbelshochschule Berlin abgelehnt. Dr. Felix Abolf Hoppe-Seyler, Privat- bozent für Physiologie an ber Universität Würzburg, ist zum vrbentlichen Professor an ber Universität Greifswald ernannt worden. Professor Dr. Eugen Kurz, Extraordinarius und Abteilungsleiter am Anatomischen Institut ber Universität M ü n st e r, ist zum ordentlichen Professor in ber mebizinischen Fakultät ber Universität Münster ernannt worben. im Studentenheim. Stadttheater, 19.30 bis ter den 6142 921 Rundfunkteilnehmern am 1. Ja- Aus den Gießener Gerichtssälen au eine des die des der Rückfahrt am 14. Januar: wird, hat folgenden Fahrplan: Hinfahrt am!2. Januar: klagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte die Dauer von 3 Jahren aberkannt. Die Aussieigebahnhöfe im Saargebiet find gesperrt gefetzt. Vor ollem sei auch an dieser Stelle nochmals darauf hingewiefen. daß keiner ohne seinen Abstimmungsausweis und gültigen Paß zur Abstimmung zugelassen wird! Ls darf keiner auch nur eine dieser unerläßlichen Urkunden vergessen, da sonst seine Stimme verloren ist! ** Der Stand der Rundfunkteilnehmer am 1. Januar. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Januar 1935: 6142 921, gegenüber 5 911 330 am 1. Dezember 1934. Im Laufe des Dezember ist eine Zunahme um 231591 Teilnehmer (3,9 v. H.) eingetreten. Die Gesamtzunahme im Kalenderjahr 1934 beträgt 1090 314 Teilnehmer (21,6 v. H.). Unschaffenen Einrichtung nicht ermöglicht, auch einmal ein Stück Deutschland kennenzulernen, neue Eindrücke zu sammeln und Erholung zu finden. Vielfach ist auch die Ansicht vertreten, daß das neue Jahr ganz besondere Reisen in Vorbereitung habe, die nach Amerika, nach dem Mittelmeer usw. Der Karl Wagner aus Schlitz hatte sich gestern wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu verantworten. Vor einigen Jahren verstarb plötzlich in Schlitz der praktische Arzt Dr. H. Etwa ein Jahr nach dem Tode des Arztes legte der Angeklagte der Witwe einen angeblich von dem Verstorbenen dem Angeklagten ausgestellten Schuldschein in höhe von 5000 Mark und 600 Mark Zinsen vor. Die Witwe zahlte dem Angeklagten den Betrag aus, schöpfte jedoch Verdacht und übergab den Schein einem Schriftsachverständigen, der die Unechtheit des Scheines fest- ^stellte und den Angeklagten als Schreiber des Scheines angab. In Anbetracht des raffinierten Vorgehens des Angeklagten, der selbst die Würde des Verstorbenen bei seinem verwerflichen Tun außer acht ließ, erkannte die Kammer auf 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Kleine Gtrafkammer Gießen. Zwei Bettler wurden seinerzeit vom hiesigen Amtsgericht zu 6 Wochen haft verurteilt. Außerdem wurde die Ueberführung in ein Arbeitshaus angeordnet. Gegen letztere Maßnahme legten die Angeklagten Berufung ein, die jedoch kostenpflichtig verworfen wurde. Die Berufung eines Angeklagten, der zur Hauptverhandlung nicht erschienen war, wurde kostenpflichtig verworfen. 22 Uhr, „Christa ich erwarte dich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die beiden Seehunde". — BO. Gießen, 20.30 Uhr, BO.-Abend im Hindenburg. — Saarverein, Ortsgruppe Gießen, 20.30 Uhr, Cafe Bürgerhof, Plo'ckstraße 5, letzte Mitgliederversammlung oor der Abstimmung. — VfB.-Reichs- bahn, Beginn des Hallentraining. — S t a d t t h e a t'e r Gießen: heute, 19.30 Uhr, „Christa, ich erwarte dich" von Möller und Lorenz. Spielleitung Kurt Lüpke; Leitung: Wrede, Cujö, Bäulke. Donnerstag, 10. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirt- schaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderstunde. Bunte Liederstunde mit der Plapperliese. 16: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 17: Nachmittagskonzert des Sinfonie« orchesters Pforzheim. 18: „Das Antlitz deines Vater« landes." Ein Gespräch. 18.15: Bücher, die uns er« warten. 18.30: Katechismus für Sprachsünder. 18.50: Lustiger Sing-Sang und Kling-Klang! 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Saar-Umschau. 20.30: Großes Abendkonzert „Richard Wagner". 22: Nach« richten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Aus Washington: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Kammermusik. führen würden. Es dürfe aber kaum die Aufgabe des Amtes fein, solche Reisen zu unternehmen, da sie dem vorgenannten Aufgabengebiet wohl nicht entsprechen. Solange die überwiegende Mehrheit des Volkes sich kaum den einwächentlichen Urlaub zu verschaffen vermag, ist es hauptforge, diesen zu sichern und alle übrigen, die sich solche Reisen erlauben wollen, an die bestehenden Verkehrsunternehmungen zu verweisen. hinzu kommt, daß andere Fragen, nicht zuletzt die Devisenfrage, es empfehlen, erst einmal alle unsere Volksgenossen mit unserem wahrlich an Schönheiten und Volkstum überaus reichen Heimatland bekannt zu machen. Von diesen Voraussetzungen ausgehend sind die Fahrten für 1935 festgelegt worden. Allein 11 Seefahrten sind von Ende April bis Ende September angesetzt, von denen die beiden ersten und die letzte Fahrt voraussichtlich an die südenglische Küste, die übrigen Fahrten nach den norwegischen Fjorden führen werden. Neben den Dampfern „Der Deutsche" und „Ozeana" sind die „Monte Oliva" und ihr Schwesterschiff „Monte Sarmiento" mit ebenfalls 1800 Teilnehmern für unseren Gau Hessen vorgemerkt. Jedoch hat der Gau nur einmal eines dieser großen Schiffe allein. In drei weiteren Fahrten mit der „Monte Oliva" oder „Monte Sarmiento" teilen sich mit unseren Urlaubern je einmal der Gau Sachsen, Oberbayern und Halle-Merseburg in die Schiffe. Für die Landfahrten sind außer den üblichen Wochenfahrten im Jahre 1935 auch einzelne Fahrten von 12 bis 14 Tagen Dauer vorgesehen, die nach Danzig (einschließlich Marienberg und Tannenberg), nach dem Schlesischen Bergland und dem Schwarzwald führen werden. Die übrigen Fahrten haben als Ziel: die Rheinpfalz, den Schwarzwald, den Bodensee, das Allgäu, den Chiemsee, das Berchtesgadener Land, den Bayerischen Wald, Waldeck und Reinards Wald bzw. das Wesertal, den harz, den Thüringer Wald und den Spreewald, Sächsische Schweiz und das Erzgebirge, die Schleswiger Seenplatte, sowie im Sommer als Strandaufenthalt die Lübecker — und die Kieler Bucht, Büsum und Borkum. Rund 60 Fahrten stehen den Urlaubern zur Verfügung, von denen zunächst Anfang Februar nach dem Allgäu und Ende Februar nach dem Erzgebirge je ein Wintersportzug fahren wird. Außerdem sind noch für 4 Tageszüge im Januar Berlin mit Potsdam und Dresden mit Leipzig und im Februar Nürnberg (mit Tagesfahrt nach Rothenburg o. d. Tauber) und im März in das Industriegebiet vorgesehen, die während der Winterszeit der Stadtbesichtigung speziell gelten sollen. Ein gedrucktes Jahresprogramm mit ollen Fahrten mit schöner Beschreibung, Zeit- und Preisangaben wird zu Ende Januar herausgebracht werden, das bei den Kreis-, Ortsgruppen und Betriebswarten, die auch die Anmeldungen für die Fahrten annehmen werden, zu haben ist. Noch diesem Verzeichnis können dann die Teilnehmer ihren Urlaub festlegen, do ia in den meisten Betrieben im März öie' Urlaubsregelung für das kommende Urlaubsjahr vorgenommen wird. Außerdem wird Gelegenheit geboten, für die einzelnen Fahrten eine Voranmeldung zu geben, damit die Züge nicht übersetzt werden'und unnötiger Austausch vermieden werden kann. Die Gebühr, die hierbei gezahlt werden soll, wird auf die Gesamtreisekosten des Einzelnen in Anrechnung gebracht, so daß eine Sondergebühr hierdurch nicht entsteht. Aber auch die einzelnen Kreise und Ortsgruppen ind bereits an der Arbeit, ihr Jahresprogramm ür die Wochenend- und Ausflugsfahrten fertigzu- • teilen. Diese Fahrten sollen allen, denen eine Urlaubsfahrt nicht möglich ist, Gelegenheit bieten, mit ihren Angehörigen zusammen wenigstens in die nähere Umgebung zu kommen. Unser Gau bietet o viel schöne Ausflugsplätze (Rhein, Main und Lahn, Westerwald, O b e r h e s s e n , Odenwald usw.), daß bei der reichen Auswahl manches Schöne geboten werden kann. Ein besonderes Gebiet der Arbeit des Amtes Reifen - Wandern - Urlaub wird besonders der Betriebsausflug fein. Bereits im vergangenen Jahre hat eine Reihe von Betrieben ihrer Belegschaft den freien Tag gewährt, an dem die gesamte Belegschaft in guter Kameradschaft ihren „Feiertag" genießen konnte. Jrn kommenden Jahre soll dieser Gedanke noch weiter gefördert werden, wobei den Wünschen der einzelnen Belegschaften noch in jeder Weise Rechnung getragen werden kann. Vielleicht wird es außerdem möglich sein, wie es der Gau Sachsen mit überaus gutem Erfolg bereits getan hat, für die Jungarbeiter und A n - gestellten besondere Urlaubszüge oder wenigstens Teilzüge zusammenzustellen, die dann in der Vorbereitung speziell auf die Teilnehmer abgestellt werden sollen und können. Möge es recht vielen Volksgenossen möglich fein ober möglich gemacht werden, endlich den Urlaub mit feinen Freunden kennen und erleben zu lernen, damit sie mit frischer Kraft und stolz auf ihre schöne Heimat und die Kameradschaft des ganzen Volkes an ihre Arbeit zurückkehren können. Rundfunkprogramm. Ortsgruppe Gießen des Bundes der Gaarvereine. Leiter: Polizeihauptwachtmeister Thum, Reuen Bäue 4, II. Sämtliche Anfragen von Abstimmungsberechtigten sind an die Saarobleute zu richten, die zu jeder Auskunft und Unterstützung gerne bereitstehen. Saarobleute sind: 1. Oberarzt Dr. Rauh, Gießen, Universitäts- Augenklinik, 2. Verwaltungs-Oberinspektor Hentschel, Gießen, Welckerstraße 12, 3. Gerichtsreferendar koch, Gießen, hitlerwall 51. Oer Fahrplan des Gießener Gonderzuges. Der Sonderzug Rr. 15, der von Gießen am Samstag, 12. Januar, abfährt, die Abstimmungsberechtigten aus dem Lahntal aufnimmt und Montag, 14. Januar, zurückgeleitet Der Reiseplan der 7tG-Gemeinschaft „Kraft durch Freuds. Der Urlaub im Jahre 1935. ßen Anklang gefunden. Nach einer Mitteilung Reichsführers für das Winterhilfswerk zeugen hessischen Einsendungen von dem hohen Stand Zeichen- und Deutschunterrichts... und von urwüchsigen Phantasie der Kinder." NS.-Lehrerbuud, Gießen. Am kommenden Samstag, 15 Uhr, findet gen vorkommenden Fischarten, wie Heringe, Kabeljau, Schellfisch, Seelachs, Rotbarsch und die Schollen. Es heißt also bedenken, daß ein regelmäßiger Fischoerbrauch in den deutschen Familien die Bestrebungen der Erzeugungsschlacht unterstützt und tausende Hände unserer Volksgenossen in den Küstengegenden und im Binnenland beschäftigt. Vornotizen. — Tageskalender f ü r Mittwoch: RDLB., Kreis Gießen, Fachschaft: Körperliche Erziehung, 15.30 Uhr, Pflichtarbeitsgemeinschaft in der neuen Pestalozzischule, Eichgärten. — NS.-Frauen- schaft Gießen-Süd, 20.30 Uhr, Ortsgruppenabend nuar befanden sich 427 464, denen die Rundfunkgebühren erlassen sind, darunter 282 571 Arbeitslose. ** Verkehrsunfall. Gestern morgen ereignete sich in der Nähe der Karlsruhe (Marburger Straße) ein Verkehrsunfall. Der 24jährige Schriftsetzer Karl Kreischaus von hier, der mit dem Fahrrad unterwegs war, kam mit einem Auto in Kollision, stürzte und erlitt einen Bruch des rechten Oberarmes. Er mußte in die Chiriurgische Klinik gebracht werden. ** Reichsbund der Deutschen Ver- sicherungsvertreter (RVV.) Berlin, Ortsgruppe Gießen. Man schreibt uns: Durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers und des Preußischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft vom 29. November 1934 ist die Wirtschaftsgruppe „Vermittlergewerbe" als alleinige Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anerkannt worden. Innerhalb dieser Gruppe ist die Fachgruppe „Versicherungsagenten und Versicherungsmakler" gebildet worden. Auf Grund der Ziffer 3 der Anordnung des Reichswirtschaftsministers haben sich nach Ziffer 2c alle Versicherungsagenten und Makler, die eine Tätigkeit gemäß der Paragraphen 84 und 93 des HGB. ausüben, beim RVV. Berlin, W. 35, Viktoriaftraße 28, zu melden. Die Ortsgruppen geben als Meldenebenstellen Formulare aus und nehmen Anmeldungen entgegen. Die Mitgliedschaft ist durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 29. November 1934 auch dann begründet, wenn keine Meldung erfolgt. Personen, die sich melden, ohne dazu verpflichtet zu sein, entstehen dadurch keine Verpflichtungen. In Zweifelsfällen wird deshalb dringend eine vorsorgliche Meldung empfohlen. Termin bis zum 15. Januar 1935. Amtsgericht Gießen. Der Alfred B e r l i t aus Schlawe (Pommern) wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte brachte es fertig, sich in Gießen unberechtigterweise als Mitarbeiter des Winterhilfswerks auszugeben. Er versprach Rentenempfängern und Witwen, die er aufsuchte, erhebliche Spenden und veranlaßte die angeblich damit Bedachten, ihm höhere Geldbeträge auszuhändigen, die er für sich verwandte. Große Strafkammer Gießen. Der ehemalige Justizinspektor Damian Schöf- f e l aus Bad-Nauheim wurde wegen verschiedener Verbrechen im Amt am 16. Juli 1933 zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und 6 Monaten Zuchthaus und zu 4 Geldstrafen von je 15 0 Mark verurteilt. Gegen dieses Urteil ver- olgte der Angeklagte das Rechtsmittel der Revi- ion. Das Reichsgericht hob in einem Falle, der Aktenbeseitigung, das Urteil der Vorinstanz auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die hiesige Große Strafkammer zurück, die gestern wieder über die Gesamtstrafe zu befinden hatte. Die Kammer erkannte, unter Außerachtlassung des fraglichen Falles, auf die obige Strafe. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde der Heinrich Seipp aus Ettingshausen wegen Blut- chande und eines gemeinsam begangenen Verbrechens im Sinne des § 176 Z. 2 RStGB. zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Dem Ange- Rufe an d'as preußische Kultusministerium, wurde hier Staatssekretär, um dann später zugleich Staatssekretär im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zu werden. Schulen und Winterhiifswerk. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat an die Unterrichtsverwaltungen der Länder einen Erlaß gerichtet, in dem es heißt: „Die Winterhilfe erfordert die Mitarbeit aller Volksgenossen. Um auch schon die schulpflichtige Jugend an der gemeinschaftsbildenden Arbeit des Winterhilfswerks teilnehmen zu lassen, begrüße ich die Absicht des Herrn Ministers für Volksaufklärung und Propaganda, einen Zeichenwettbewerb zu veranstalten, der geeignet ist, den Gedanken der Winterhilfe in der Jugend zu stärken und das Werk selbst zu fördern. Ich ersuche Sie daher, die Ihnen unterstellten Volks-, mittleren und höheren Schulen anzuweisen, daß sie im Zeichenunterricht vom fünften Schuljahre ab zur Anfertigung von Zeichnungen anregen, die den Gedanken der Winterhilfe zum Ausdruck bringen. Die besten Zeichnungen sind von den einzelnen Schulen gesammelt unmittelbar dem von der Kreisleitung der NSDAP, gebildeten Ausschuß zuzuleiten. Es ist beabsichtigt, die Zeichnungen innerhalb der Kreise und (Baue zu Ausstellungen zusammenzufassen und für die besten Arbeiten Auszeichnungen zu gewähren. Auf Anforderung der zuständigen Parteistellen ist je ein Schulmann zu benennen, der als Vertreter der Schulverwaltung an den geplanten Bildausstellungen beteiligt wird, lieber den Erfolg ist mir zum 1. April 1935 kurz zu berichten." Diesen Erlaß hat die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum der hessischen Regierung den Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und den Kreis- und Stadtschulämtern zur Kenntnis gebracht und dabei angeordnet, daß nach den getroffenen Vereinbarungen die Unterrichtsergebnisse unter Verwertung neuer Gesichtspunkte nicht an die Kreisleitungen der NSDAP., sondern, wie im vorigen Jahre, an die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum einzusenden sind. In dem Erlaß der hessischen Unter« richtsverwaltung heißt es dann weiter: „Die Ausstellung der von uns vorgesichteten Arbeiten alten und neuen Datums erfolgt als Wanderausstellung in den einzelnen Kreisen bei Kreislehrertagungen im Rahmen des NSLB. Dabei werden Vertreter der NSDAP, hinzugezogen. Vorschläge für Auszeichnungen werden bei dieser Gelegenheit entgegengenommen. Nähere Anweisungen folgen. Die Arbeiten sind bis spätestens 15. Februar 1935 einzu- fenben. Die ausgewählten Schülerarbeiten des Vorjahres haben bei einer Ausstellung in Berlin gro- laub hat im Gau Hessen - Nassau allein in den Monaten Mai bis November rund 160 000 Personen — Werk- und Berufstätige mit ihren Angehörigen — mit Urlaubs-, Wochenend- und Tagesausflugs-Fahrten erfaßt. Und die vielen, die ihren Urlaub auf den Seeschiffen, im Allgäu, an der Seeküste usw. verbrachten, waren mit ihren Berichten und Erzählungen nach ihrer Heimkehr die besten Werber geworden, denn wohl jeder von ihnen wird nicht nur selbst auch im neuen Jahr dabei sein, sondern darüber hinaus seinen Arbeitskameraden mitbringen. Wer im vergangenen Jahre noch nicht mitfahren konnte, weil die Mittel fehlten, oder dringende Sorgen für die Familie im Wege standen, hat jetzt durch die Reisesparkarten mit ihren 50-Pfennig-Sparmarken die Möglichkeit eines Urlaubs 1935 mit „Kraft durch Freude". Es ist heute seit wenigen Wochen bereits so weit, daß im Reich über zwei Millionen Sparkarten ausgegeben wurden. Das Ami für Reisen — Wandern — Urlaub ist gerüstet, allen Wünschen, die im „Rahmen feiner Aufgaben" herangetragen werden, gerecht zu werden. „3m Rahmen feiner Aufgabe" bedeutet, daß ihm bestimmte Grenzen gezogen sind. Diese Grenzen sind leicht verständlich, denn es gilt vor allem, die ganze Arbeit so zu gestalten, daß das bestehende Verkehrsgewerbe nicht beeinträchtigt oder geschmälert wird. Deshalb gilt seine Sorge vorwiegend denen, die auf Grund ihres Einkommens keine Möglichkeit halten, ihren Urlaub fern ihrer alltäglichen Umgebung zu verbringen. Das Amt ist kein Reisebüro für den allgemeinen Verkehr, und es ist ein Irrtum, wenn von verschiedenen Seiten angenommen wurde, daß unter Ausschaltung der bisher bestehenden Verkehrsunternehmen hier besonders billige oder günstige Reisegelegenheiten geboten würden, die jedem zugänglich seien. Alle, die bisher schon ihre jährliche Urlaubsreife gemacht haben, sollen wie bisher diese Reisen fortsetzen und die Vergünstigungen in Anspruch nehmen, die ihnen Reichsbahn und sonstige Unternehmen bieten. Für die Teilnahme an den Urlaubsfahrten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" kommen die Berufs- und Werktätigen und deren Angehörigen in Frage, deren Einkommen, bzw. de- Besprechung der Bezirks- und Schulgruppenobleute in der Goetheschule zu Gießen statt. Die Arbeitsgemeinschaft „Gewerbliche Berufsschule" versammelt sich am kommenden Samstag, 15.30 Uhr, im Lehrerzimmer der gewerblichen Berufsschule zu einem Vortrag von Dr. Szczech Über „Die Heimat in der Stein- und Bronzezeit". Der Bezirk Lich hält eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Körperliche Ertüchtigung" am kommenden Samstag, 14.30 Uhr, in der Turnhalle zu Lich ab. Anschließend um 15.30 Uhr bei Glöckner Tagung der Arbeitsgemeinschaft Volksschule mit Vortrag von Lehrer Jung, Dorf-Gill. Alte Rundfunkgeräte fürSchwerhörige Um den in Mittel- und Kleinstädten und in den Dörfern lebenden Schwerhörigen, die völlig von der Welt abgeschnitten sind, ihr Los zu erleichtern, wird gebeten, die alten Rundfunkgeräte mit Kopfhörern, die ja meist nicht mehr benötigt werden, diesen schwerleidenden Volksgenossen zur Verfügung zu stellen. Die Geräte können bei jeder Ortsgruppe der NSV. abgegeben werden. Fahrplantafeln der Straßenbahn. Eine praktische und begrüßenswerte Neuerung bringt unsere Straßenbahn gegenwärtig in Gestalt von Fahrplantafeln, die in aufschlußreicher Weise Auskunft über die Abwicklung des Straßenbahndienstes geben. Die Fahrplantafeln werden am Bahnhof, auf dem Marktplatz, an der Volkshalle, in der Licher Straße bei der „Stadt Lich", am Wiesecker Weg, am Neuen Friedhof und an der Endstation in Wieseck der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Die Tafeln weisen eine klare Beschriftung auf, die beiden Strecken sind durch einen roten bzw. einen grünen Strich kenntlich gemacht. Damit man auch in den dunklen Abendstunden in einwandfreier Weise Aufklärung erhalten kann, werden die Fahrplantafeln eine Beleuchtungsanlage erhalten, die mit der Stromzuführung der Straßenlampen in Verbindung steht, so daß die Lichter der Fahrplantafeln beim Einschalten der Straßenbeleuchtung aufleuchten und am späten Abend, wenn die Straßenlampen ausgeschaltet werden, ebenfalls erlöschen. Diese Neuerung wird sicherlich die dankbare Zustimmung der Einwohnerschaft finden. Fleisch aus dem Meer. In diesem Jahre der Erzeugungsschlacht heißt es vor allem, die in Deutschland vorhandenen Lebensmittel auf das beste auszunutzen! Wie steht es aber mit dem Fleisch aus dem Meere, unseren Seefischen? (von unseren Flußfischen ganz zu schweigen!) Die riesigen Vorräte, die das Meer uns zur Ernährung unseres Volkes schenkt, müssen bei dem Küchenzettel unserer Hausfrauen immer mehr berücksichtigt werden. Ob wohl eine gewisse Unkenntnis über Fischfang, Transport, Nährgehalt, Fischarten und -zubereitung Schuld daran trägt, daß unsere „frischen Fische" noch nicht genügend bevorzugt werden? Wer Gelegenheit hatte, zu sehen, wie in gefährlicher Arbeit die Fischer auf offener See ihre Netze auslegen und einziehen, wie die Fischdampfer und -boote mühsam von ihren Fangplätzen heimkehren, wie die dem Meere abgerungene Fischbeute täglich auf den riesigen Fischauktionen der Hafenstädte an der Nord- und Ostsee verkauft wird, wie von dort Tag für Tag mit den Kühlwagen der Reichsbahn viele Fifchsonderzüge zusammengestellt werden, die mit größter Beschleunigung die Fische zu den Verteilungsstellen im ganzen Reich bringen, der weiß, daß neben der Nahrungsversorgung der Bevölkerung auch Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten vieler Volksgenossen von dem größeren oder geringeren Verbrauch von Seefischen abhängig find. Gerade die bekömmlichen Fische enthalten alle lebensnotwendigen Stoffe im richtigen Verhältnis und natürlicher Zusammensetzr . Außerdem find sie sehr preiswert, besonders bi. n größer ' Men- Ein Jahr erst besteht die NS. - Gemeinschaft I ren Familienstand es ohne die Hilfe der nun ge= „Kraft durch Freude" seit ihrer Verkündung durch i*nft.on->n fFinr;*titnn ni^i Pg. Dr. Ley und ist doch bereits so in der Oef- entlichkeit verankert und verwurzelt, wie selten ein anderes Werk. Der Grund liegt einzig und allein in ihrer volkstümlichen Arbeit, getragen von dem Idealismus der nationalsozialistischen Bewegung. Schon in den ersten Monaten ihres Bestehens wurde die Tätigkeit auf den verschiedenen Gebieten ausgenommen und in die kleinste Gliederung hin- eingetragen, so daß ihr die Anerkennung in Form allgemeiner Zustimmung nicht versagt blieb. Das A m t für Reisen, Wandern, Ur- 8.47 ab Gießen an 23.30 9.04 Wetzlar ab 23.15 9.16 Braunfels • e 23.00 9.22 H Stockhausen M 22.53 9.34 Weilburg 22.43 10.05 „ Limburg usw. 22.04 11.19 Koblenz (hds.) usw. 00 20.33 13.42 ,, Trier (Hbf.) 18.26 14.54 Mettlach 17.12 15.06 Merzig ee 17.01 15.16 „ Beckingen 16.50 15.25 D i l t i n g e n 16.41 15.33 „ Saarlouis 16.33 15.43 B o u s 16.22 15.53 H Völklingen 16.14 16.09 Saarbr.-Burb. 16.02 16.14 an Saarbrücken (Hbf.) 00 15.56 16.21 ab Saarbrücken (Hbf.) an 15.49 16.31 D u d w e l l e r ab 15.42 16.41 S u l z b a ch 15.36 16.54 „ Friedrichskal 00 15.30 17.07 an Reunkirchen ab 15.13 Aus Natur und Technik. ist. Außer-1 t nach dem | SJ unternehmen zu können. muß Mateilen, nämlich aus einem Drehmagneten, der die Richtwerte des Fern-Kompasses bzw. des Querlage» messers bzw. des Staudruckmessers auf die Rudermaschine überträgt, aus dem nach dem Dampf- maschinen-Prinzip arbeitenden Steuer-Zylinder mit seinen Steuer-Ventilen und aus einem gefesselten Kreisel als Dämpfungsglied. Wenn der „Auto-Pilot" dem Flugzeugführer die ermüdende mechanische Arbeit abnimmt, so geschieht dies dadurch, daß er eine eingestellte Geschwindigkeit in jeder Fluglage, im Steigeflug, im Horizontalflug oder im Gleitflug, hält, daß er einen eingestellten Kurs über beliebig lange Zeit genau einhält und daß er die Höhenlage k o n st a n t hält. Der „Auto-Pilot" kann darüber hinaus noch sechs Kurven arten nach jeder Seite fliegen. Die selbsttätige Steuerung greift den lebenswichtigsten Teil des Flugzeuges an, nämlich bi" S^ueruna. und es ist selbstverständlich, daß die Selbststeueranlage so sicher gebaut ist wie nur irgend möglich, daß aber auch genügend Sichcrungsanla- gen vorhanden sind, die ein jederzeitiges Eingreifen des Piloten zulassen. Alle beweglichen Teile der Anlage laufen in Q e l, fo daß ein Festsitzen so gut wie ausgeschlossen ist, und Ueberdruck-Dor- richtung, Kuppelhebel und Schalter geben, trotz der gewissermaßen erfolgten Abgabe der „Unterführung" an die selbsttätige Steuerung, doch letzten Endes dem Flugzeugführer jederzeit die Steuerung seiner Maschine in die Hand. Der Pilot wird also nicht überflüssig gemacht und kann auch niemals überflüssig werden, er wird nur entlastet; nur so und nicht anders ist der eingangs erwähnte zeitungslesende Flugzeugführer zu verstehen. Dipl.-Jng. A. L l o n , Berlin. Der Flugzeugführer stellt beim Abflug eine bestimmte Kurve und eine bestimmte Höhe ein. Das Flugzeug schraubt sich in Spiralen in die Höhe, bis die eingestellte Höhenlage erreicht ist-, dann stellt der Flugzeugführer die Richtung auf das entfernte Ziel ein und kann die Zeitung lesen oder schlafen (was natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist!). Alle halbe Stunde läßt er sich vom Ziel aus anpellen und, falls er vom Wind vielleicht etwas abgetrieben ist, stellt er die Richtung neu ein, unter Berücksichtigung der vermutlichen Abdrift. Er hat sich also eigentlich nur noch gewissermaßen mit dem Wetter'zu beschäftigen, die Führung^des Flugzeuges hat er an die selbsttätige Flugz engst euerung abgegeben, bis er das Ziel erreicht. Dann stellt er wieder eine Kurve oder eine Abwärtsneigung ein und landet. So ungefähr sieht das Idealbild der selbsttätigen Flugzeugsteuerung aus, ein Idealbild, das heute tatsächlich so gut wie vollkommen verwirklicht ist. Auf den Vorarbeiten des bekannten Pioniers auf diesem Gebiet, Boykow, fußend, ist der sog. ,Siemens-Auto-Pilot" durchgebildet worden. Die Entwicklung hat Jahre gedauert und viele hundert Stunden Dersuchsflüge gekostet. Denn eine Konstruktion, von der das Leben der Flugzeug- Insassen abhängt, kann natürlich der Oeffentlichkeit nicht übergeben werden, bevor nicht alle möglichen Fehlerquellen beseitigt sind. In aller Stille ist in den letzten Monaten im regelmäßigen Streckenverkehr der Deutschen Luft-Hansa diese Erfindung erprobt worden, die vielleicht eine Umwälzung im gesamten Flugverkehr mit sich bringen wird. Sie dient der Erhöhung der Flugsicherheit dadurch, daß sie die anstrengende, verantwortungsvolle Arbeit des Piloten erleichtert, selbstverständlich ohne diese Arbeit auszuschalten; denn letzten Endes muß die Lenkung des Flugzeuges immer in der Hand des Flugzeugführers bleiben. Der „Auto-Pilot" soll nur ein Diener des Flugzeugführers fein und ihm den rein mechanischen Teil der Arbeit abnehmen, indem er die bisher von der menschlichen Hand durchgeführten : Steuerfunktionen selbsttätig erledigt. Der „Auto- Belieben zurückzulegen. Daraus ergibt sich die Aufgabe, einen Kraftwagen für Fahrten auf dem Grunde der Tiefsee zu schaffen. Diese Aufgabe will Beebe in folgender Weise lösen: seine Taucherkugel behält er mit verschiedenen Abänderungen und Einrichtungen bei, die ihr eine möglichst große Unabhängigkeit gewähren sollen. Die Wände der Kugel bestehen aus Stahl und haben eine Dicke von vier Zentimetern. Das Schwierigste war die Einrichtung der Fenster. Die Fensteröffnungen wurden mit Scheiben aus geschmolzenem Quarz verschlossen. Jede der drei Scheiben hatte einen Durchmesser von 20 Zentimetern und eine Dicke von 7,5 Zentimetern. Bei der Wahl dieses Stoffes ging man von Versuchen aus, die gezeigt hatten, daß man bestimmten Quarzarten eine starke Widerstandsfähigkeit gegen Druck verbunden mit guter Durchsichtigkeit geben kann. Drei Zylinder, die aussehen wie Kanonenrohre, ragen dicht nebeneinander vorne aus der Stahlkugel heraus. In ihnen sitzen die Quarzfenster, von denen das mittlere zu photographischen Aufnahmen dient, während hinter den beiden anderen starke elektrische Lampen stehen, deren Lichtstrahlen sich vor dem mittleren Fenster kreuzen, und so ein helles Blickfeld geben. Die Fenster widerstehen also dem Wasserdruck. Sie genügen, solange die Kugel, wie bei den Tauchversuchen im Sommer 1934, einfach senkrecht vom Schiff herabhing. Die Sachlage ändert sich aber beim Umherfahren aus dem Meeresboden. Hier ist mit zusätzlichen Drucken zu rechnen sowie mit dem etwaigen Anstößen an Felsen oder Klippen. Deshalb wird für die neuen in Aussicht genommenen Fahrversuche vor den Fenstern noch eine Art von „Stoßfänger", und zwar in Form eines hölzernen Rahmenwerks angebracht, das den Druck abfängt und gleichzeitig hinreichenden Schutz beim Technisches Allerlei. Der vollkommene Nagel. Schon mehrfach find Untersuchungen darüber an- gestellt worden, wie eigentlich ein technisch vollkommener Nagel beschaffen sein müsse. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind nicht einheitlich.' Nach der einen Annahme soll ein sechs- kantiger Nagel die meisten Vorteile bieten, nach anderer soll die Spitze eine bestimmte Form haben. Eine neue Ansicht geht dahin, daß der Nagel oval sein und daß seine Spitze keilförmig zulaufen soll. Dadurch lasse er sich leichter einschlagen und die Splitterwirkung auf Holz werde vermindert. Man wird abwarten müssen, ob die Erfahrung diese Ansicht bestätigt. Hoch- oder Querformat? Eine der wichtigsten Fragen, die sich der Pho- tograph vorlegen muß, ehe er den Apparat genauer einstellt, ist die nach der Bildlage. Welche Motive eignen sich mehr für das Hoch-, welche mehr für das Querformat? Als Hauptgrundsatz kann man sich merken, daß sich die Haltung der Kamera nach der Gestalt des wesentlichsten Bildteils richtet. Nimmt man ein schmales Gebäude auf, dessen Höhe man betonen möchte, dann stellt man natürlich auch den Apparat hoch. Andere Gebäude, die sich mehr in ihre Umgebung einschmie- gen und von sich aus gar nicht dazu neigen, heraus- gehoben« zu werden, werden besser im Querformat aufgenommen. Bei Landschaftsaufnahmen muß man auf räumliche Wirkung bedacht sein, hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Wünscht man die ganze Atmosphäre zu unterstreichen, wozu zum Beispiel ein belebter Wolkenhimmel verlocken kann, dann nimmt man das Querformat, das die ganze Tiefe des Raumes betont. Soll dagegen ein Teil des Vordergrundes, z. B. ein alleinstehender Baum, herausgehoben werden, dann wird man wahrscheinlich das Hochformat bevorzugen. Bei Personen- und Gruppenaufnahmen muß man darauf achten, daß die Bildfläche möglichst vollständig ausgefüllt wird und keine toten Flächen entstehen. Stehende Einzelpersonen fügen sich besser in das Hochformat ein, größere Gruppen in das Querformat. Profilaufnahmen sind wieder anders zu behandeln. Hier kann man ruhig auch einmal einen einzelnen Kopf im Querformat aufnehmen. Der Pilot" aber bleibt eine Maschine und deshalb immer die Möglichkeit bestehen, eine solche schine auszuschalten und die Leitung des Flugzeuges wieder vollkommen in die Hand des Flugzeugführers zu geben. Niemals darf die Sicherheit des Flugzeuges und der Fracht, dürfen Leben und Gesundheit der Reisenden und der Besatzung einer toten Apparatur allein anvertraut werden. Die Bedingungen für ein solches Gerät sind also fest umrissen. Was es leisten inuß: das Flugzeug in dem vom Piloten gewünschten und eingestellten Flugzustand zu erhalten, eine bestimmte Fluglage sofort wieder herzustellen, wenn sie durch Böen und andere Einivirkungen gestört ist, das Flugzeug in eine neue, sichere Fluglage, also in den Gleit- flug, zu bringen, wenn das Triebwerk einmal aussetzen sollte. Diese Forderungen sind heute Tiefe hinabgelassen und aus ihr emporgezogen. Diese Seile greifen an einer großen Stahlöse an, die sich am höchsten Punkt der Kugel befindet. Die Verbindung mit einem Begleitschiff hindert die freie Beweglichkeit der Kugel in keiner Weise. Das Schiff dient nicht etwa als Schlepper, der den Tieffee- roagen dahinzieht. Dazu wären keine Raupenketten und es wäre auch kein Elektromotor zu ihrem Antrieb nötig. Die Kugel fährt vollkommen selbständig' auf diesen Ketten, das Schiff folgt entsprechend den Weisungen, die ihm durch den Fernsprecher übermittelt werden. Eine sehr große Geschwindigkeit wird und soll auch gar nicht erreich! werden.' Die Insassen können zwölf Stunden lang in der Kugel verweilen. Das genügt, um auch bei langsamer Fahrt ein ganz schönes Stück vorwärts zu kommen. Alle sonstigen Einrichtungen, die sich bereits bei den ersten Tauchversuchen bewährt haben, werden beibehalten. Die Kugel vermag zwei Personen aufzunehmen, die von hinten her'durch eine wasserdicht verschraubbare Deffnung einsteigen. Da außerdem noch die Einrichtungen zum Photographieren und Beleuchtungskörper darin untergebracht werden müssen, ift in ihr von Bewegungsfreiheit keine Rede. Qbschon man also in ziemlich unbequemer Stellung verhältnismäßig lange wird ausharren müssen, hofft Beebe doch mit einem Tiefseewagen auf dem Meeresboden weite Strecken zurückzulegen, geradezu Reisen Oer Autopilot. Selbsttätige Klugzeug-Steuerung erleichtert die Arbeit des Piloten. reicht. Die obere Hälfte der Seitenwände besteht ast vollständig aus Glas. Der Raum für die Fabrgäste hat in beiden Wagen auf jeder Seite je zwölf, somit insgesamt vierundzwanzig Fenster,„also ein heller freundlicher „Autobus-O-Zug". Das Wunder des Winterschlafes. Ein aktuelles Kapitel aus der Zoologie. Unter all den wunderbaren Lebensordnungen der Nat-ur ist der Winterschlaf eine der merkwürdigsten, denn er bewahrt die Kreaturen vor der Kalte und dem Mangel an Nahrung in den harten Wintermonaten und führt sie gnädig aus dem buntfarbigen Herbst ohne Sorgen in den aufstrahlenden Frühling hinüber. Das Lebensoptimum der meisten Tiere liegt in der warmen Jahreszeit, und nur wenige vermögen es, ihr normales Leben auch in den falten Monaten weiterzuführen. Die anderen aber erfahren, wie Dr. M. Eisentraut in der im Verlag Hugo Bermühler, Berlin erscheinenden Zeitschrift' „Der Naturforscher" ausführt, einen Stillstand d e r aktiven Lebensäuße- r u n g e n. Unter geringstem Kräfteaufwand überstehen sie eine dem Leben ungünstige Jahreszeit, was eine Herabminderung des Stoffwechsels und damit eine Aenderung der Körperte mpera- t u r voraussetzt. „Bei den Kaltblütern, deren Innenwärme bekanntlich von der Umgebungstemperatur abhängt, kühlt sich der Körper von allein, ent- prechend dem Fallen der Außentemperatur, immer mehr ab, und es tritt schließlich ein Starrzustand ein, den wir als Winter- und Kältestarre bezeichnen. Der Abkühlungsmöglichkeit der Kaltblüter sind naturgemäß gewisse Grenzen gesetzt, unterhalb derer die Fortsetzung des verborgenen Lebens nicht mehr möglich ist, so daß die Tiere schließlich dem Kältetod preisgegeben sind. Trotzdem ist es erstaunlich, welche tiefe Umgebungstemperaturen von manchen Tieren, besonders Insekten, ertragen werden." Die Mücke erträgt z. B. Temperaturen von minus 40 Grad und Durchschnittstemperaturen von 18 Grad während eines monatelangen Erstarrungszustandes. Eine Konzentration der Körpersäfte, der feste Luftabschluß und ein starker Jnnendruck wappnen das Tier gegen solche Unterkühlungen. Oft vermögen die Tiere diesen Starrezustand ganz ungeschützt an beliebigem Ort herbei- zuführen, während andere geschützte Plätze aufsuchen oder als Ei oder Puppe ein Ruhestadium schaffen, in dem sie keine Nahrung aufzunehmeU- brauchen. erfüllt. Der „Auto-Vilot" ist eine e l e k t r i s ch - h^- d r a u l i s ch e A n l a g e zur selbsttätigen Steuerung von Flugzeugen, eine Anlage, die sich auf die beim normalen Flug ebenfalls verwandten Geräte stützt, nämlich auf den Kompaß zur Kurshaltung, auf den Staudruckmesser zur Geschwindigkeitsregelung und auf den Querneiaungsmesser zur Einhaltung der Querlage. Der Mensch als Zwischenträger zwischen diesen Geräten und der Steuerung ist hier ausgeschaltet; auf mechanisch-elektrischem Wege erfolgt die Weitergabe des „Befehls" von diesen Geräten auf die Rudermafchine, wo die Richtungskräfte hydraulisch verstärkt und in Steuerbewegungen i'mgesetzt werden. Jederzeit kann der Pilot kontrollieren, ob der selbsttätige Steuermechanismus richtig arbeitet, und diese Kontrolltätigkeit wird' dadurch erleichtert, daß auf dem Schcllt- brett die Geräte für Einstellung und für Prüfung einer der Steuerfunktionen jeweils zusammen angeordnet sind, daß also etwa der Kursgeber, auf dem die Flugrichtung eingestellt wird, unter dem Kursanzeiger liegt. In technischer Beziehung sind natürlich diese Geräte und deren Anordnung im Flugzeug außerordentlich fein und kompliziert, um so mehr, als sie m ö g l i ch st leicht und gedrängt gebaut sem müssen. Jede Rudermaschine besteht aus drei Haupt- dern soll an ein anderes Auto angehängt und von diesem gezogen werden. In zusammengeschobenem Zustand hat er eine Länge von zwölf Metern. Wenn man die Seitenteile vollkommen auszieht, verlängert er sich auf etwas über achtzehn Meter. Die Seitenteile werden durch kleine Laufräder gestützt und ruhen damit, ohne daß sie durch ihr Gewicht ins Auf- und Niederwippen kommen können, fest auf dem Boden auf. In seiner gegenwärtigen Ausführung ist der ausziehbare Autobus auch .zum Schlafen eingerichtet. Die an der Längsseite sich dahmziehenden gepolsterten Ruhebänke können in Betten umgewandelt werden. Es ist auch die Möglichkeit zur Ein- r i ch t u n g e i n e r K ü ch e und sonstiger abgeteilter Räume gegeben. Im Innern ist es hell und freundlich, beträgt doch die Gesamtzahl aller Fenster auf beiden Seiten achtundvierzig. Die Türen sind am Ende der beiden Seitenteile angebracht. Die Anpassung des Autobus an die Verkehrsdichte läßt sich aber auch noch in anderer Weise lösen. Daß fast gleichzeitig mit der vorstehenden noch eine weitere Lösung gesunden wurde, zeigt, wie sehr diese Frage gegenwärtig im Vordergrund steht. Bei vielen Autobussen wird' bei steigendem Verkehr ein Anhänger angebracht. Er steht in keinem räumlichen Zusammenhang mit dem Zugwagen. Dadurch ergeben sich Unbequemlichkeiten in bezug auf die rasche Verteilung der Fahrgäste in die beiden Wagen und insbesondere in bezug auf die Entgegennahme des Fahrgelds die wegfallen, wenn eine räumliche Verbindung besteht. Dies ist bei den zweistöckigen Omni buffen der Fall. Nicht überall aber lassen sich diese verwenden. Für manche Gegenden sind sie zu hoch. Bäume, Felsen oder sonstige Hindernisse lassen ihre Benutzung nicht zu. Das ist auch auf gewissen Strecken der italienischen Alpen der Fall, wo man außerdem noch scharfe Kurven durchfahren muß. Deshalb hgt man dort einen neuartigen Autobus in Dienst gestellt, der die Erinnerung an die v-Züge der Eisenbahn wachruft. Der Zug besteht aus zwei Wagen, die durch einen Harmonikabalg miteinander verbunden sind, so daß man von vorne bis hinten durchgehen kann. Der vordere Wagen ruht auf drei Achsen auf, der Hintere ist zweiachsig. An beiden Waqen befinden sich die Türen zum Ein- und Aus- steigen in der Mitte des Wagenkastens. Der Vorderwagen trägt auf dem Deck einen von der Tür bis zu feiner Rückwand reichenden Kasten zur Auf- ■ nähme von Gepäck, der Anhänger einen gleichen । Kasten, der von feiner Vorderwand bis zur Tur Die Reise auf dem Meeresboden. 23on £)r. Helmut Thomasius. Großes Aufsehen erregte es in der ganzen Welt, als im Sommer 1934 der Tiefseeforscher Dr. William B e e b e in der Nähe der Bermudas-Inseln zuerst auf 765 und bald darauf auf über 900 Meter in das Meer vordrang, also in Tiefen, die vorher noch niemals von einem Menschen erreicht worden waren. — So hoch dieser Erfolg auch gewertet werden muß, er ist vielleicht doch nur ein Anfang zu neuen bedeutenden Fortschritten. Bei vielen der bisher durchgeführten Tauchversuche war der räumliche Umfang beschränkt, innerhalb dessen Bewegungen möglich waren Das, was man erzielt batte, ging in ureigenstem Sinn des Wortes i n bie Tiefe, nicht aber in d i e Breite. Der Taucher war mehr oder minder an den Ort gebannt. Freilich gibt das Schiff, mit dem er verbunden ist und geben mancherlei Einrichtungen wie Schlitten, in die er sich setzen kann, ober Senkkasten die Möglichkeit einer Bewegung. Man konnte sich dahin und dorthiii befördern, konnte sich ziehen lassen. Wie aber gestalten sich die Verhältnisse in großen Tiefen, in denen wegen des herrschenden Wasserdrucks der gewöhnliche Taucheranzug nicht mehr zureicht, in denen auch die Wirksamkeit anderer Vorrichtungen ihre Grenzen findet? Wenn in solchen Tiefen eine gewisse Unabhängigkeit und Freiheit erzielt werden sollen, muß die Technik ganz Neues schaffen, das den dort herrschenden Verhältnissen und insbesondere dem ungeheuren Wasserdruck angepaßt ist, der auf allem und jedem lastet, was hinabversenkt ist. Der menschliche Körper muß sorgfältig gegen diesen Druck geschützt werden. Nachdem sich die von Beebe verwendete Taucherkugel als Schutzmittel vorzüglich bewährt hat, will dieser sie auch bei dem erneuten Vorgehen beibehalten, das er plant und das bem Zweck dienen soll, weitgehende Beweglichkeit in Tiefen zu schaffen, die etwa einen Kilometer und vielleicht noch darüber hinaus unter der Wasseroberfläche liegen. Der Taucher soll imstande sein, dort unten auf dem Meeresboden ganz genau so umherzusahren wie auf der Erdoberfläche. Er fall über Hügel und Berge Hinwegkommen, soll durch Unebenheiten nicht behindert werden, soll in ben Stanb gesetzt werden, längere Strecken ganz nach Verwandlungen des Autobus. Don Dr. Franz KitHer Wer hätte sich im Leben nicht schon soundsvoft gewünscht, Dinge zu verlängern, zu verbreitern oder in sonstiger Weise auszudehnen, Die zu rurz, zu schmal oder zu eng waren! Bei einer ganzen Anzahl ist es gelungen, geeignete Losungen dieser oft recht schwierigen Frage zu finden. Wir haben jetzt Koffer, die sich dem jeweiligen Bedürfnis anpassen lassen und auch Leitungsschnüre an Fernsprechern, die sich verlängern, wenn man den Hörer zu sich heranzieht. Noch eine ganze Anzahl derartiger Dinge gibt es, von denen manche, es sei nur an die ausziehbare Tischplatte erinnert, durch ihr Alter Zeugnis davon oblegen, daß der Wunsch, nicht an bestimmte Abmessungen gebunden zu sein, jondern sie beliebig verändern zu können, an und für sich durchaus fein neuzeitlicher ist. Die neuzeitliche technische Entwicklung aber hat ihn auf Gegenstände übertragen, die es früher überhaupt nicht gab, und bei denen die Erfüllung auf den ersten Blick geradezu unmöglich erscheinen mochte. Zu ihnen gehört der A u t o b u s dessen Bedeutung als Verkehrsmittel immer mehr zu- nimmt Es läßt sich schwer beurteilen, miemele Fahrgäste an der einzelnen Fahrt teilnehmen Werdern Bald ist der Wagen für ihre Zahl zu groß, bald wieder zu klein. Oft muh er nur vorübergehend eine große Menge aufnehmen, w.r haben al o eine häufig unberechenbare und nicht vorauszusehende Besetzung. Nicht immer ist es möglich, Ersatzwagen bereitzuhalten oder einzustellen. Wie ost mag infolge dieser Verhältnisse der Wunsch nicht nur be ben Unternehmern von Führten sondern auch bei den im Innern zusammöngedrangten Benutzern n standen sein, daß der Autobus doch dehnbar sein daß man ihn au-ziehen unb jammern schieben, verlängern und verkürzen tonne. Diesem Wunsch ist Erfüllung geworden. In Frankreich mürbe ein Autobus entwickelst en man in der bekannten Art, wie dies bet ^nrohren üblich ist, auseinanderziehen kann. Er besieht aus einem Mittelteil mit zehn Fenstern auf i jebtf Sette. Ueber dieses Mittelteil können von beiden Enden her Teile geschoben werden, an deren Seiten e sieben Fenster angebracht fmb. Wenn diese Telle zusammengeschoben werden, decken sich hre Fens mit denen des Mittelteils, die freie Aussicht ift tn keiner Weise behinderst In der gegenwärtigen Art seiner Durchbildung ist der Autobus als Anhänger gedacht. Er besitzt weder Motor noch Führersitz, son Der eigentliche Winterschlaf indes, der bem Igel und der Fledermaus, dem Hamster und der Haselmaus und anderen gemährt mird, bedingt besonders tiefgreifende physiologische Verände» rungen und eine weitgehende Umstellung der Körperfunktionen, wobei vermutlich Wandlungen in der Art der Drüsensekretion eintreten. „Den äußeren Anlaß zum Eintritt dieses Zustandes aber gibt die verminderte Außentemperatur. Bei den verschiedenen Winterschläfern liegt die kritische Temperaturstufe, bei der das Einschlafen erfolgt, ganz verschieden hoch, beim Hamster z. B. bei etwa 9 bis 10 Grad, bei der Haselmaus schon bei etwa 15 bis 16 Grad. Erreicht die Außentemperatur diese Stufe, so tritt der Winterschlaf ein, feiern die von inneren Faktoren bedingte Winterschlasbereitschaft vorhanden ist. Es sinkt nun die Körperwärme und paßt sich der Umgebungstemperatur an; der Winterschläfer wird also zum Kaltblüter. Mit der sich vermindernden Körpertemperatur werden auch Herzschlag und Atemzüge verlangsamt und erfolgen schließlich nur noch in langen Abständen. Die Körperwärme kann etwa bis auf 0 Grad sinken, ohne daß das Leben erlischt. Erst ein noch tieferes Sinken der Außentemperatur wirkt auf den Körper des Winterschläfers als Weckreiz, es setzt dann von neuem eine Wärmeproduktion ein, die bie Körperwärme auf dem niedrigsten Stande hält oder die gelegentlich auch zum Erwachen des Tieres führt. Dieser Vorgang ist eine geradezu erstaunliche Schutzeinrichtung, denn würden sich der Körper auf Grade, die erheblich unter Null liegen, abkühlen, so würden die Könpevsäfte gefrieren und damit der Tod des Tieres eintreten." Geborgen in einem weichen Nest in eigenartiger Schlaf ft ellung — mit nach unten gebeugtem Kopf und einem zur Kugel gerollten Körper — verbringen die Tiere diese Schlafperiode. Wie tot ist der Körper und ohne Atemzug und Herzschlag. Das Aufwachen geht langsam in Etappen vor sich: „Der Kopf streckt sich aus der gebeugten Lage, bie tfuße machen willkürliche Greifbewegungen, ber Kehle entringt sich ein röchelnber ober schreiender Laut, und ein Atemzug spannt die Brust. Damit ist das Aufwachen einaeleitet und geht nun unter ständig zunehmender Atembeschleunigung, unter Muskelzittern und krampfartigen Zuckungen weiter fort. Ein an den Körper angelegtes Thermometer steigst ber Körper erwärmt sich also infolge innerer Verbrennungsvorgänge. Doch erst nach langer Zeit, oft erst nach Stunden, schlägte bas Tier bie Augen auf, ist wach unb macht die ersten, unbeholfenen Schrett- bemegungen." Anstößen an Hindernisse gewährt. Beim Umherfahren in der romantischen Tiefe des Meeresbodens ist auch mit Strömungen zu rechnen, deren Stärke man nicht kennt, die aber vielleicht ausreichst um den abenteuerlichen Kraftwagen umherzuwirbeln ober abzudrängen. Als Abwehrmittel gegen die Wirkung dieser Strömungen werden an der Kugel Flossen und sonstige Flächen angebracht, die ihr Stetigkeit verleihen sollen. Es sind im ganzen fünf derartiger Flossen vorgesehen. Zwei liegen, ähnlich den Tragflächen eines Flugzeugs, an beiden Seiten, eine ragt senkrecht dazu oben nach hinten hinaus, je eine kommt, gleichfalls in senkrechter Stellung, vorne und hinten an die untere Seite der Kugel. Diese war schon bei den ersten Tauchversuchen auf zwei stählerne Kufen gestellt worden, die beim Ausstößen auf ben Meeresgrund als Puffer dienen und ihr auch die nötige Ruhelage und Standfestigkeit verleihen sollten. Mit diesen beiden Kufen wird sie nunmehr auf einem Fahrgestell befestigt, das dem eines Schleppers mit Raupenketten gleicht. Die Auflagefläche der Raupenketten ist sehr lang. Der Antrieb erfolgt durch einen Elektromotor. Er liegt außerhalb der großen Kugel zwischen dieser und dem Fahrgestell in einer kugelförmigen Kapsel aus Stahl, die ihn vollkommen umschließt und schützt. Die Notwendigkeit, die- jen eingekapselten Motor sowie die zum Zwecke guter photographischer und Filmausna h m e n sehr starken Beleuchtungskörper mit elektrischem Strom zu speisen, yiacht eine Verbindung mit einem Begleitschiff nötig. Diese Verbindung wird durch ein starkes Kabel hergestellt, das zum Schutze gegen Angriffe von Seetieren mit einer kräftigen Bewehrung aus Stahldrähten versehen i dem sind Fernsprechleitungen nach dem Schiss sowie Drahtseile vorgesehen. An diesen letzteren wird der Kraftwagen der Unterfee in die breite Hintergrund kann die künstlerische Wirkung erhöhen, zumal wenn der Blick nicht durch Kleid oder Anzug des Dargestellten abgelenkt wird. Bei Profilaufnahmen versuche man einmal, den Kopf aus der Bildmitte herauszurücken. Das gibt die Möglichkeit, die Aufnahmen abwechslungsreicher zu gestalten und die übliche Schablone zu verlassen. Arbeitsbeschaffungsfragen in Alsfeld. § Alsfeld, 7. Jan. Hier fand im Sitzungssaals der Gewerbeschule unter dem Vorsitz von Kreishandwerksführer Sattlermeister Wilhelm Joh. K och (Alsfeld) eine Besprechung statt über A r - beitsbeschaffung im Handwerk im Winter 1 934/35, an der Vertreter des Kreisamts, der Stadtverwaltung, des Hochbauamts und des Stadtbauamts, des Handels sowie sämtlicher Jnnungsobermeister des Kreises Alsfeld teilnahmen. Kreishandwerksmeister Koch wies zunächst auf die große Bedeutung der Arbeitsschlacht hin und gab die Richtlinien des Landeshandwerksmeisters für die Arbeitsbeschaffung bekannt. Für den Kreis Alsfeld erstreckt sich die Arbeit in der Hauptsache auf zwei Gebiete des Handwerks, die Elektrofront und die Bau front. Bei den Kreishandwerkerschaften werden Werbe- und Kontrollausschüsse gebildet. Die von dem Vorsitzenden an die Vertreter der einzelnen Innungen gerichteten Anfragen ergaben, daß zunächst noch keine endgültigen, bindenden Erklärungen insbesondere hinsichtlich der zu gewährenden Rabatte auf dem Gebiete der Elektrofront und ebenso für die Baumaterialien abgegeben werden konnten. Eine Finanzierung der umfangreichen Hausinstallationen in der Stadt Alsfeld anläßlich der Umstellung des Stromnetzes in Alsfeld durch die Provinz Oberhessen kommt nach einer Mitteilung eines anwesenden Mitgliedes des Provinzialausschusses, Staütdaumeister M e l k m u s , nicht in Frage. Kreishandwerksmeister Koch schloß die Verhandlungen mit der Aufforderung an alle Beteiligten, sich tatkräftig für das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Handwerks einzusetzen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 8. Jan. Am Samstag stattete die 2. Kameradschaft des NSDFB. (Stahlhelm) ihren Heuchelheimer Kameraden einen Besuch ab. Unter Führung ihres Kameradschaftsführers Zimmer (Gießen) und unter Dorantritt des Spielmannszuges trafen die Kameraden gegen 21 Uhr in der Wirtschaft „Zum Treppchen" ein. Nach einigen Begrüßungsworten von Kamerad Zimmer dankte Kamerad Hauen st ein (Heuchelheim) im Namen der Heuchelheimer Kameraden. In echt kameradschaftlicher Weise verlebte man einige fröhliche Stunden, wozu die Gesangsabteilung der 2. Kameradschaft unter der Stabführung von Kamerad Motz (Gießen) sowie der Spielmannszug beitrugen. Allzu rasch waren die Stunden verflossen, als Kamerad Zimmer zum Aufbruch aufrief. In strammer Disziplin und echtem Kameradschaftsgeist verließen die Gäste gegen 24 Uhr ihre Heuchelheimer Kameraden. wg. Großen-Buseck, 8. Jan. Am Sonntagabend versammelten sich viele Volksgenossen unseres Dorfes im Saale der Gastwirtschaft „Zur Germania", um die Übertragung der Saarkundgebung in Berlin zu hören. Anschließend wurde von der Gaufilmstelle der NSDAP, ein Tonfilm- Abend gegeben, in dessen Mittelpunkt die Vor- Daten für Donnerstag, Iv.Janura. 1778: der schwedische Naturforscher Karl von Sinne in Upsala gestorben (geboren 1707); — 1920: Inkrafttreten des Versailler Vertrags; die Provinz Posen wird an den Freistaat Polen abgetreten. fützrung des Films „Douaumont" stand. Dieser Film und das Beiprogramm fanden das lebhafteste Interesse der Besucher. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler wurde der Abend geschlossen. "Y~ Watzenborn-Steinberg, 8. Jan. Bei ber Treibjagd in der hiesigen Gemarkung wurden 104 Hasen geschossen. (D Grüningen, 8. Jan. Im hiesigen Rathause fand eine sehr gut besuchte Bauernoersammlung statt. Der Ortsbauernführer begrüßte die Teilnehmer. Assessor Bernard vom Landwirtschaftsamt Gießen sprach sodann über das Thema: „Richtige Bodenbearbeitung und Düngung der Pflanzen". Ferner gab der Vortragende Anregungen für Anlage von Kartoffel- und Grünfuttersilos. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Ortsbauernführer M a r st e l l e r dankte dem Redner und schloß mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer und den Reichsbauernführer Darre die Versammlung. d Obbornhofen, 8. Jan. Bei der Treibjagd in unserer Gemarkung wurden 104 Hasen zur Strecke gebracht. In anerkennenswerter Weise wurde den hilfsbedürftigen Familien von hier und von Trais-Münzenberg von unserem Jagdpächter Luigi Fontura, Frankfurt a. M., ein Reh zur Verfügung überlassen. — Der Verkauf der Spitzenros e 11 e n erbrachte in unserer Gemeinde eine Einnahme von 18,60 Mark. * Utphe, 8. Jan. Bei der Treibjagd in unserer Gemarkung wurden 45 Hasen zur Strecke gebracht. * Trais-Horloff, 8. Jan. Gegenwärtig ist man an dem ehemaligen Kippgelände der G e - werkschaft „Friedrich" mit Planie- rungsarbeiten beschäftigt. Die Arbeiten schreiten rasch voran. Bis jetzt konnten nahezu acht Morgen eingeebnet werden. * Inheiden, 8. Jan. In unserer Gemeinde ist die außerordentlich seltene Tatsache festzustellen, daß im Laufe des Jahres 1934 niemand starb. Das Standesamt hatte in feiner über 58jährigen Tätigkeit einen gleichen Fall nicht zu verzeichnen. — Bei einer in der hiesigen und in der Feldheimer Gemarkung durchgeführten T r ö i b j a g d wurden 153 Hasen erlegt. * Hungen, 8. Jan. Die 64 Jahre alte Witwe Ottilie Hahn von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Oberschenkels und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 8. Jan. In das hiesige Stan- desamtsregister wurden im Jahre 1934 folgende Eintragungen gemacht: 47 Eheschließungen, 42 Sterbefälle und 100 Geburten. Zu letzteren wird bemerkt, daß zum ersten Male seit 1908 im Geburtsregister wieder 100 Geburten eingetragen werden konnten. Im Vorjahr betrug die Zahl der Geburten 62, mithin liegt eine Steigerung von 60 vom Hundert vor, ein ganz bedeutender Erfolg der bevölkerungspolitischen Bestrebungen. Die Stadtverwaltung übersandte den Eltern des 100. Kindes nebst Glückwünschen eine Babyausstattung. Seitens des Mathildenstifts wurde für den jungen Erdenbürger ein Sparkassenbuch überreicht. Kreis Bübingen. er. Babenhausen I, 7. Jan. Infolge des bis- berlgen schneefreien Winters konnten die H o l z - fällungsarbeiten in den umliegenden Staatswaldungen schon jetzt beendet werden. Die Holzversteigerungen in den Förstereien des Forst- amtes Konradsdorf, die immer von vielen Steigerern aus der Wetterau besucht sind, beginnen demnächst. Die Nachfrage nach Nutz- und Brennholz ist, groß. Die durch Beendigung der Holzfällung freigewordenen Arbeitskräfte können voraussichtlich demnächst bei Feldbereinigungs- und Bachregulie- rungsarbeiten in der Nachbargemeinde Eckarts- b o r n beschäftigt werden. Kreis Schotten. * Wetterfeld, 8. Jan. Am Ortsausgang nach Laubach ereignete sich zu abendlicher Stunde ein Unfall. Einem Kraftwagen, der mit vier Personen besetzt war, liefen plötzlich Schweine i n d en Weg. Eines der Tiere lief direkt gegen den Wagen und kam zwischen die Räder, so daß der Führer die Gewalt über den Wagen verlor und gegen eine Hauswand fuhr. Der Wagen drehte sich dabei um sich selbst und kam wieder in Richtung Laubach zu stehen. Die Insassen erlitten glücklicherweise nur leichtere Verletzungen. Eines der Schweine stürzte in einen Wassergraben und wurde tot geborgen. Der Unfall ist darauf zurückzuführen, daß die Tiere die Tür ihres Stalles ausgehoben hatten und zu so ungewöhnlicher Stunde auf die Straße gelangten. # Aus dem Vogelsberg, 8.Januar. Die Futterknappheit wirkt sich im Vogelsberg immer verhängnisvoller aus. Der Heuvorrat, der an sich schon sehr spärlich war, schrumpft bedenklich zusammen. Die Tiere müssen in der Hauptsache mit Stroh und Rüben gefüttert werden. Das Fehlen der Heufütterung ist nicht ohne Einfluß auf die Milchproduktion. Der Milchertrag ist erheblich gefallen. Eine Molkerei unseres Gebietes, die sonst im Januar mit 9000 Liter Milchanlieferung, im Sommer mit 12 000 Liter rechnen konnte, erhält gegenwärtig nur etwa 5000 Liter Milch zur Verarbeitung. Eichelsdorf, 9. Jan. Am 12. Januar kann Frau Katharine Elisabeth Schenk ihren 97. Geburtstag begehen. Sie ist nicht nur die älteste Bewohnerin des Kreises Schotten, sondern eines weiten Umkreises. Das greise Mütterchen ist geistig noch recht rege und nimmt an allem Geschehen den lebhaftesten Anteil. Kreis Alsfeld. <£ Alsfeld, 7. Jan. In einer zum Jahresschluß veranstalteten Versammlung der Deutschen Angestelltenschaft, Berufshauptgruppe der Kaufmannsgehilfen der Deutschen Arbeitsfront, hielt Herr Hans Jakob Bücking, der Juniorchef der Firma Mechanische Kleiderfabrik Georg Dietrich Bücking, einen sehr anregenden und interessanten Lichtbildervortrag "über Spitzbergen und Norwegen auf Grund einer von dem Redner gemachten Reife. Bankvorstand Wille dankte dem Vortragenden für feine interessanten Ausführungen und für die große Mühe, die er sich gemacht habe. # Ober-Ohmen, 7. Jan. Im Rahmen eines landwirtschaftlichen Sprechabends sprach gestern abend Wirtschaftsberater Dr. Dienst' (©rünberg) zu der von der Reichsreglerung propagierten Erzeugungsschlacht. Dr. Dienst wies darauf hin, daß der Gedanke der Erzeugungsschlacht etwas ganz Neues sei und höchstens verglichen werden könne mit der Getreideschlacht Mussolinis. Die Er- zeugungsschlacht sei auch keine Propagierung 3ur Erzeugung eines bestimmten landwirtschaftlichen Produktes, vielmehr gehe es darum, die gesamte Lebensmittelerzeugung in Deutschland in einem solchen Maße zu steigern, daß wir möglichst nahe an das Ziel einer Selbstversorgung herankommen. Wenn heute die Reichsregierung die Ernährung des Volkes aus eigener Kraft propagiere, so lasse sie dabei keineswegs die Notwendigkeit eines industriellen Exportes aus dem Auge, der zwangsläufig mit der Einfuhr von Lebensmitteln usw. verbunden sei. Es sei aber bei Handelsvertragsverhandlungen ein wesentlicher Unterschied, ob man als schwacher Partner auftrete, der notgedrungen einführen müsse, oder als Partner, der im Gefühl gesicherter Verhältnisse gleichfalls feine Bedingungen stellen kann. Nach diesem allgemeinen Situationsbericht ging dann der Redner zu den den Bauern berührenden Fragen auf dem Gebiete der Erzeugungsschlacht über und gab dabei wertvolle Hinweise. Nach einer anregenden Aussprache schloß Bürgermeister Horst die gut besuchte Versammlung mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. st. Kirtorf, 7. Jan. Die Gemeindevertretung trat dieser Tage zu einer Sitzung im Rathaussaale zusammen. Der Bürgermeister begrüßte die Vertreter der Gemeinde sowie die Zuhörer. Zum ersten Punkt der Tagesordnung erteilt der Gemeinderat dem Bürgermeister die Ermächtigung, die Holzverkäufe für das Rechnungsjahr 1935 mit den Interessenten zu tätigen. Nach Vorlage der Pläne und des Kostenvoranschlags wird her Bau einer Straße durch die Schlucht über dem Schulgebäude genehmigt. Die Rechnung für das Rechnungsjahr 1933 wurde genehmigt. Zu der in Erwägung gezogenen Erbauung eines größeren Schwimmbades wird ber Bürgermeister beauftragt, zunächst die finanzielle Frage klarzustellen. Kirche und Schule. ■ Haufen, 8. Jan. Die Kirchen st ati st ik für die Gemeinde Haufen vom Jahre 1934 weist folgende Zahlen auf: Getauft wurden 10 Kinder, konfirmiert 4 Kinder, eine durch die Nachkriegszeit bedingte sehr niedrige Zahl. Getraut wurden 3 Paare. Kirchlich beerdigt wurden 3 Gemeindeglieder. Die Gottesdienste wurden besucht von 2507 Männern, 3278 Frauen, 1631 Kindern. Am Heiligen Abendmahl nahmen teil 746 Personen, nämlich 342 Männer und 404 Frauen. Der Frauenchor wirkte auch im vergangenen Jahre an den Festgottesdiensten und Familienabenden mit. Auf dem Schiffenberg fand am Himmelfahrtstag in der alten Kapelle wieder ein Frühgottesdienst statt, der mehr und mehr von der ganzen Umgebung recht gut besucht wird. b Garbenteich, 8. Jan. Nach den Kirchenbüchern wurden in der Gemeinde Garbenteich im Jahre 1934 getauft 20 Kinder, konfirmiert 25 Kinder. Es fanden 8 Trauungen statt. Beerdigt wurden 7 Gemeindeglieder. Die Gottesdienste waren besucht von 6457 Männern, 6419 Frauen und 2536 Kindern, das ist ein durchschnittlicher Besuch von 247,63 Erwachsenen und 48,75 Kindern für jeden Sonntag. Besonders darkbar wurde es auch im vergangenen Jahre empfunden, daß die beiden Gesangvereine abwechselnd an den Feiertagsgottesdiensten in der Kirche fangen. Obecheffen Billigere Ladenverkaufspreise für Persil Doppelpakei Persil 60 R.-Pfg., Normalpakei Persil 32 R.-Pfg. Persil bleibt Persil ■ in Güte und Vollkommenheit! Es gibt kein loses Persil! Persil gibt es nur in der bekannten Originalpackung. Henkel & Cie. 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M AW mW Saarbrückens Willkomm in Zu Ehren der ausländischen Saardeutschen, die zur Abstimmung in ihr Mutterland zurückkehren, hat die Stadt Saarbrücken ihre Hauptstraßen festlich beleuchtet. Horn, im Verlaufe meiner Besuche entwickelt, zeichnet sich die entomologische Wissenschaft durch zweierlei Tatsachen aus, die zunächst einmal Erwähnung verdienen. Zuerst dies, daß die sonst durch mancherlei Schwierigkeiten (z. B. Dcvisenfrage) gehemmten internationalen Beziehungen dort aüfs lebendigste vorhanden sind. Der erste nach Das Wort Entomologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet, in lateinischer Wortform „I n - s e k t e n k u n d e", in rein deutscher „Kerbtierkunde". Es ist also der Wissenschaftszweig, von dem die große Masse der Nichtfachleute am ehesten den Eindruck hat: da sitzen nun weltfremde Gelehrte an ihren Mikroskopen und Tabellen, zählen Füße, Fühler, Eier von Insekten, haben bis heute tatsächlich etwa 750 000 Arten von Insekten beschrieben und hoffen es bei dem Rest der auf 3 bis 4 Millionen geschätzten Jnsektenarten bzw. Rassen in absehbarer Zeit zu tun, aber für das wirkliche Leben und seine Erfordernisse haben sie keinen Sinn und keine Zeit. Wer eine solche Auffassung vertritt, wird im Deutschen Entomologischen Institut aufs beste davon geheilt. Aber auch wer dieses Vorurteil nicht hatte, ist überaus angenehm überrascht und findet in diesem Institut eine Pflanzstätte eines zugleich echt wissenschaftlichen und volksverantwortlichen Geistes. Wie mir der in der Entomologie der ganzen Erde bekannte Direktor des Instituts, Dr. Walther Jm Zentrum -er deutschen Forschung Das deutsche Entomologische Institut der Kaiser-Wilhelm-Gesettschast zur Förderung der Wiffenschasten. Don Kans Kartmann. eindringen und die Leitungen zerstören konnte. Hier ist eine Aufgabe für das Institut: es untersucht die Schäden, sucht den Störenfried festzustellen und weitere Schäden zu verhindern. Wie aber den Schädling finden, wenn man ihn unter 750 000 bereits beschriebenen Arten und womöglich noch bei den bisher noch unbeschriebenen suchen mutz? Nun, manchmal sendet das deutsche Entomologische Institut ein bei Berlin gefangenes Insekt nach Philadelphia zur Bestimmung oder gar Neubeschrei- bung, ein anderes Mal nach Australien. Da es in Deutschland nur etwa 15 bezahlte Anstel- langen für systematische Jnsektenformer gibt, so ist „internationales Aushelfen" eben „Tagesbedarf"! Weder der Weltkrieg noch die Politik haben daran etwas geändert. Nun aber werden die deutschen Volksgenossen zum Mitkämpfen aufgerufen, und damit berühren wir die zweite der Tatsachen, durch die sich die entomologische Wissenschaft besonders auszeichnet: nirgends sind breiteste Laienkreise so sehr imstande mitzuarbeiten, wie hier, und sie tun es auch unermüdlich. Dutzende von Volksschullehrern und Kaufleuten, viele Offiziere, Pastoren, Künstler, Sammler, Förster, Landwirte aller Art helfen mit. Etwa ein Sechstel der Ernte an Getreide, Kartoffeln und Ob st wird durch Insekten vernichtet! Hier besteht also eine ganz qrotze Gefahr für die Volksernährung und den Aufbau einer Nation; es ist ein Glück, daß Hilfe da ist! Das entomologische Institut mit feinen Sammlungen, seinen Bücherschätzen, seinem Auskunftdienst, bei dem tausend Fäden zusammenlaufen, hilft und schafft mit die theoretisch-wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Anwendung dieser Wissenschaft auf die Praxis der Schädlingsbekämpfung. Dabei besteht die engste Arbeitsgemeinschaft mit der benachbarten Biologischen Reichsanstalt. Das Entomologische Institut reicht also ganz besonders weit in das alltägliche Leben des Volkes hinein. Eine neuere Arbeit des Instituts stammt von einem Maschinenschlosser aus Siemens st adt , und in der sorgfältigen Arbeit an den Objekten, die soviel Aufmerksamkeit und Ernst erfordert, wächst etwas von jener Volksgemeinschaft, die uns als Ideal vorschwebt: daß jeder an feinem Platze mitarbeitet, um das große Ganze zu schützen vor Gefahr und Zerstörung, uns in unferem Kampfe um die Existenz zu stärken, uns materiell vom Auslande unabhängiger 3U machen und zugleich die Weltgeltung deutfcher Wissenschaft zu fördern. Eine der wesentlichen Aufgaben des Instituts sind also die theoretischen Vorarbeiten für S ch ä d- lingsbekämpfung. Stets neue Feinde tauchen auf. Jetzt ist es die S a n - I o f e - Schildlaus, von der die größte Gefahr droht, und zwar vorwiegend für Obstkulturen. Diese Laus wurde 1870 in Kalifornien eingeschleppt; wahrscheinlich ist China ihre Heimat. Dann wanderte sie weiter, 1928 wird sie zum ersten Male in Europa gesichtet, und zwar in Ungarn. Dann kam sie nach Oesterreich und nach drei anderen europäischen Ländern. Und nun lauert sie vor den Toren Deutschlands. Die deutschen Zollbeamten erhalten Anweisungen, alles einge- führte Obst und Gemüse auf die Schildlaus hin zu untersuchen und sich in Zweifelsfällen an die Biologische Reichsanstalt zu wenden, die ihren diesbe- । züglichen Sachbearbeiter im Deutschen Entomologi- : scheu Institut sitzen hat. Man sieht hier übrigens, zu । welchen positiven volksaufbauenden Aufgaben un- i serc Zollbeamten herangezogen werden. Die San-Joss-Sckildlaus ist insbesondere deshalb ; so gefährlich, weil sie sich sehr stark und schnell ver- t mehrt. Man bat errechnet, daß sie sich in Nord- t amerika, wo sie vier Generationen im Jahre hat, i von einem Exemplar auf über drei Milliar - - den, davon die Hälfte Weibchen, innerhalb des l einen Jahres vermehrt. Die Laus verbringt ihr t ganzes Leben, ausgenommen die erste Zeit des logie war ein Entomologenkongreß. Er fand Zürich 1925 statt. 30 Länder waren mit 290 Teilnehmern vertreten. Die deutsche Teilnehmerzahl wurde nur durch England übertroffen, während die Franzofen und Belgier wegen der Teilnahme der Deutschen weggeblieben waren. Auf dem gleichzeitig in Genf stattfindenden internationalen Kongreß für Gefchichte der Medizin waren die Deutschen nicht einmal zugelassen! Der 650 Seiten fassende Bericht der Züricher Tagung wurde damals Herrn Direktor Horn zur Drucklegung in Deutschland übergeben! Dasselbe gilt für die Drucklegung des folgenden internationalen Entomologen-Kongresses (1928 in USA.). Dr. Horn zeigt mir die ausgezeichnete Bibliothek des Instituts, die größte des Kontinents; dort findet sich neben vielen Tausenden von Bänden und Prachtwerken, auch aus den früheren Zeiten der Entomologie, die Zeitschriftenliteratur der Welt (über 400 laufend eingehende Zeitschriften!), die chinesische und japanische eingeschlossen. Ein etwa 2500 Seiten dicker Band mit vielen Bildern liegt auf dem Tisch. Er ist kürzlich aus Japan gekommen, er würde hier 250 bis 300 Mark kosten; dort, bei den ungemein niedrigen Preifen und Löhnen, kostet er nur 20 Mark. Nie wurde mir so klar wie hier, mit welcher ungeheuren Energie die internationale Wissenschaft ein s a st unübersehbares Gebiet meistert wie hier. Ein Beispiel für viele: seit einigen Jahren oon aufs leoenuiyiie uuiyuiiucn jmu. nuu, haben in Baden Käfer Luftkabel der Tele- dem Weltkriege wieder einberufene internationale g r a p b e n I e 11 u n g e n angenagt und zum Kongreß innerhalb des gesamten Gebietes der Zoo- Teil die Bleimäntel durchbohrt, so daß Feuchtigkeit Larvenlebens nach der Geburt, unter einem Schild, der sie ganz bedeckt. Die „angewandte Entomologie" — so nennt man diesen Zweig der Arbeit — gewinnt immer größere Bedeutung. Sind doch vor allem ihre Grundfragen noch nicht gelöst, besonders die 6er plötzlichen raschen Vermehrung von Insekten, z. B. Heuschrecken (man denke an die ägyptischen Plagen), Nonne und vielen anderen Arten. Wie Direktor Horn entwickelt, ist die heute häufige Anschauung, daß man aus Feuchtigkeit und Wärme allein gewissermaßen „mathematisch" ein solches plötzliches Ansteigen, wie es immer wieder die Völker in der Geschichte erschreckt hat, errechnen könne, eine sehr einseitige Behauptung; vielmehr müsse man noch viele andere genaue Untersuchungen über die biologische Seite des Themas z. B. Statistik der Eier und ihrer Schlupffähigkeit, ihrer Parasiten, über Nahrung, Licht, „Konstitution" und dergleichen anstellen. Wie sehr die Entomologie die Geschichte mit erklären hilft, dafür ist das klassische Beispiel Aegypten und seine berühmten biblischen zehn Plagen. Von diesen betreffen drei die Infekten: Stechmücken, Ungeziefer und Heuschrecken werden genannt. Und der Wissenschaftler fügte hinzu: ein Drittel also alles durch die Natur zu jenen Zeiten dem Menschen zugefügte Unheil kam auf Rechnung von Insekten, und wir Entomologen sind berufen, soweit es in unseren Kräften steht, die künftigen Hüter der Menschheit gegen diese Plagen zu sein. Man denke sich nur einmal phantastijche Bilder aus: daß sich die Insekten zu immer größeren Feinden der Menschen und Völker entwickeln, indem sie immer zahlreicher, zäher und gefräßiger werden. Deshalb dürfen wir dankbar sein, daß man auf der Hut ist und alle Tatsachen zusammenträgt, die uns auf diesem Gebiete weiterbringen. Wie stark auch der wirtschaftliche Schaden ist, dafür noch ein Beispiel: nicht nur die vernichteten Ernten sprechen eine deutliche Sprache, sondern auch die für die Insektenbekämpfung aufgewendeten Mittel: in 29 Jahren hat man in USA allein für Entomologen und ihr Wirken 1,885 Milliarden Dollar ausgegeben. Dabei war ein starker Widerstand der Farmer zu brechen, die zuerst die Notwendigkeit dieser Maßnahmen nicht einsahen. Jetzt aber ist der Durchbruch erfolgt, allein etwa 1000 beamtete „angewandte" Entomo- Nachdruck oerbotenl 3. Sortierung Was sott ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Hall» (S.). Auf der Chaiselongue lag die Mutter, aber sie schlief nicht, wie die Mädchen vermuteten. Ihre Augen richteten sich suchend auf Gerlinde, und ein tiefer Atemzug hob die schmale Brust. „Lindchen, kommst du endlich, mein Kind? Ick; habe — nur etwas — Angst um dich gehabt.. /, sagte die Mutter leise. „Angst? Um mich?" Gerlinde schossen beim Anblick des lieben, bleichen Gesichts der Mutter die Tränen in die Augen. „Aber Muttchen, du brauchst doch keine Angst um mich zu haben. Ich bin doch kein kleines Kind mehr. Ich weiß doch immer, was ich tue, und paß doch unterwegs auch auf!" Gerttnde überstürzte sich. Sie war nur froh, die Mutter teilnahrnsfähig zu finden und streichelte unablässig die feinen, schmalen Hande. Um sie also hatte die Gute sich Sorgen gemacht. Ach, und ^ab^a'_ bann kann ich drüben wohl weiterüben!" unterbrach Gisela und wollte sich zum Gehen wem den. „Du bist ja jetzt bei der Mutter. Ich muß doch jede Minute nützen, wenn ich vorwärts kommen Aber Gerlinde schüttelte heftig den Kops, so daß die Schwester unwillkürlich ftefyenbneb „Ach, wart' nur mal, Gift ... Ich hab euch ja so etwas Herrliches zu sagen. Ich hab mich ja so gefreut. Muttchen, nicht wahr em bißchen Freude kann doch deinem Herzen nicht schaden? Denkt nur ..ich habe ... eine Stellung gefunden. Sie öffnete mit zitterigen Fingern die kleine Handta che und zog den Vertrag heraus. „Monatlich emhun- dertdreißig Mark Gehalt!" .. Gisela starrte die Schwester an rote einen Geist. „Menschenskind, Küken ... Das ist ,a kaum zu glauben. Läuft sowas überhaupt auf dem Groboden herum? Wir hast du denn das gemacht. Gisela hatte sich mit elegantem Schwung auf Die Sofalehne gesetzt und wartete ungeduldig aus Gerlindes Antwort. r., , „ Aber auch die Mutter richtete sich gespannt auf. Sollte das möglich fein? Sollten Not und Sarge endlich einmal ein Ende haben? Aber wer sollte denn eine Anfängerin mit einem so hohen Gehalt einstellen? _ ... Und Gerlinde erzählte. Alles. Ste vergaß nichts. Nur einmal stockte sie und schwieg sekundenlang. „Und dann fragte mich Fräulein Scholz — das ist die erste Direktrice — nach meinem Namen, und da ... und da ..." Doch das Mädchen hätte in diesem Augenblick nicht sagen können, warum es zum ersten Male der Mutter gegenüber nicht restlos wahrhaftig war und die kleine Begebenheit mit der Scholz unterschlug. Irgend etwas in ihr schien ihr zu sagen, daß da ein Körnchen Wahrheit sein müsse; aber eine unerklärliche Scheu zwang sie, der Mutter die Worte der Direktrice zu verschweigen. Vielleicht ahnte Gerlinde in ihrer Seele, daß sie der geliebten Mutter damit unendlich weh getan hätte. Und so erzählte sie fröhlich weiter, nachdem sie diesen schwierigen Punkt überwunden hatte. Mit keinem Wort hatten Mutter und Schwester Gerlinde unterbrochen. Nun — da sie etwas erschöpft endete, zog die Mutter den blonden Mädchenkopf ganz nahe an sich heran und strich ihr zärtlich über das weiche Haar. Modehaus Merkur ... Eine versunkene Welt erhob sich vor den Blicken der gealterten Frau. Sie sah sich, wie sie vor Jahrzehnten gewesen war, die schöne vergötterte Tochter des schwerreichen Grafen den Nyssen. Wie oft hatte das gräfliche Gespann vor dem vornehmen Geschäftshause gehalten! Wie hatte das Personal geknickst und sich bald übertan mit Verbeugungen. „Gnädigste Komtesse ... wie gnädigste Komtesse es wünschen ..." Und die hohen Schränke hatten alles hergeben müssen, was Schneiderkunst an Schönem und Kostbarem ersonnen. „Das Schönste ist nicht gut genug für meine Tochter!" hatte Graf Nyssen oft gesagt. Er war in das einzige Kind, das ihm der Himmel geschenkt hatte, maßlos vernarrt, und keine Macht der Welt konnte ihn von dem Standpunkt abbringen, daß ein schönes Bild einen ebenso schönen Rahmen haben müsse. Und nun? Frau Steinbrück suchte sich mühsam zurück in die Gegenwart. Und nun sollte ihr Kind, ihre Gerlinde, dort als Mannequin sein? Das Herz preßte sich ihr zusammen vor Schmerz Aber sie mußte schweigen, durfte sich nichts merken lassen. Die Kinder wußten ja nichts, gar nicht von der Vergangenheit. Sie wußten nur, daß der Vater tot war und die Mutter von einem kleinen Vermögen sie alle erhalten hatte, das aber vor fast einem Jahre durch den Zusammenbruch einer Bank verlorengegangen war, so daß sie nun vollkommen vor Dem Nichts standen. „Küken, da gratulier’ ich dir aber! Das ist ja großartig. Weißt du, das ist doch ganz was anderes als Klapperschlange. Puh, im Büro sitzen und den ganzen Tag uninteressante Post tippen. Ich denke mir das grauenhaft. Aber so ... Was denkst du, was du da für Chancen haben kannst? Es ist schon manche Filmgröße auf diese Weise entdeckt worden." Gisela redete sich in Eifer. Die Mutter aber drängte mit aller Kraft die Tränen zurück und versuchte, ihre tiefe Erschütterung zu verbergen. „Und du, Muttchen?" Gerlinde hob strahlend den Kopf und schaute in die Augen der Mutter. „Aber Mutti, du weinst ja?" Doch die Mutter hatte sich schon wieder vollkommen in der Gewalt. „Nicht doch, Lindekind! Ich freu' mich nur. Es sind Freudentränen, daß nun Not und Sorge ein Ende haben sollen. Ich kann es noch gar nicht fassen. Freilich ... vielleicht wäre es mir lieber gewesen, wenn du Klapperschlange geworden wärest, wie Gisa sich ausdrückt. Ich möchte gern, daß mein Kind nicht unerfüllbare Wünsche bekommt, wenn es all die schönen Kleider und Kostbarkeiten sieht." „Aber Mutter, so kannst wirklich nur du sprechen — laß sie doch Wünfche bekommen! Ich hab' auch Wünsche. Wir sind doch jung. Wir wollen uns die Welt erst mal erobern. Sieh doch, ich hab' es auch durchgesetzt daß ich tanzen lernen kann und nicht ins Büro gehen muß. Ach, ich muß es schaffen Ich muß noch einmal heraus aus unseren ärmlichen Verhältnissen. Manchmal träume ich, daß ich ganz allein tanze auf einer großen Bühne, un8 wenn ich fertig bin, bann umjubeln die Menschen mich und überschütten mich mit Beifall und Blumen ..." „Gisa ... Wollte Gott, daß deine Träume sich erfüllen; aber vergiß nicht, der Weg einer Tänzerin ist schwer, und wenn erst die innere Reinheit verloren ist, dann kannst du auch nichts Großes mehr schaffen. Ich habe, als ich jung war, die größten Tänzerinnen unserer Zeit gesehen und einige auch persönlich kennengelernt. Aber ich muß sagen, daß ich von all denen den Eindruck hatte, es waren ganz reine, starke Menschen, die ihre Kunst aus den lautersten Quellen schöpften. Sie waren so bescheiden, daß ihnen der tosende Beifall oft zuviel und manchmal fast peinlich war, so daß sie schnell flüchteten." Gerlinde drückte im stummen Verstehen die Hand der Mutter, während in Gisela sich irgend etwas gegen die Worte sträubte. Die Mutter sah Gisela an und sah tief in die Augen ihres Kindes, doch ihr Gesicht wurde unendlich traurig. Das Mädchen wich den Augen der Mutter aus. Da wußte Frau Steinbrück, 8aß ihr Kind einmal oon ihr gehen würde, wie fein Vater von ihnen gegangen war. Giselas Blut hatte den starken leidenschaftlichen Rhythmus wie das ihres Vaters. Sie setzte sich über alles hinweg, wenn es galt, ein Ziel zu erreichen ... und würde nicht einsehen wollen, daß hinter diesem scheinbaren Ziel der Abgrund liegen mußte, in den auch der Vater gestürzt war. Frau Steinbrück aber sprach weiter. „Nicht Tänzerinnen allein betreffen diese Worte, meine lieben Kinder! Nein — alle großen Menschen, alle wirklichen Könner sind bescheidene, demütige Menschenkinder; denn sie fühlen nur zu tief, daß all ihr Können nur Gottes unendliche Gnade ist, und daß sie ein Nichts sind, wenn diese Gnade ihnen versagt bleibt." Gerlinde schloß die Worte der Mutter tief in ihre Seele, aber Gisela schien ein böser Dämon im Nacken zu sitzen. Sie machte sich gewaltsam stark und lachte übermütig: „Ach, Mutti, sei mir nicht böse; aber deine Ermahnungen klingen manchmal tatsächlich ein bißchen stark an die Tage an, wo der Großvater die Großmutter nahm. Um mich braucht ihr nicht bange zu sein, ihr beiden kleinen ängstlichen Häschen — ich finde schon meinen Weg. Und wenn ich keine große Tänzerin werde, dann werde ich eben Revuegirl. Die Hauptsache ist, daß mein Beruf mir Spaß macht, und 8aß ich mein Geld ehrlich verdiene." Sie sprang oon der Sofalehne herunter, machte ein paar graziöse Bewegungen, und mit einem: „Jetzt muß ich aber weiterüben!", war sie schon zur Tür hinaus. Gerlinde aber kuschelte sich eng an die Mutter. Sie fühlte den Schmerz der Mutter mit und atmete tief auf. „Muttchen, um mich brauchst du doch wirklich nicht in Sorge zu sein. Ob ich dort schöne Kleider trage ober nicht — deine kleine Linde bleibt sich immer gleich. Sie gehören mir. nicht, und ich habe danach keine Sehnsucht. So kann mir das nichts anhaben. Das muß man nur als Beruf auffassen." Frau Steinbrück lächelte. Wie ernsthaft ihr Mädel sprach! Ja — sie vergaß immer wieder: die Kinder waren schon erwachsen. Jahre waren vergangen, graue, schwere Jahre. Aus der schönen Komtesse Nyssen war eine früh gealterte Frau geworden. Der Vater, der adelsstolze Graf Nyssen, hatte es nicht überwunden, daß die einzige Tochter gegen feinen Willen den armen Bildhauer heiraten wollte und geheiratet hatte. Sein Herz hatte sich versteint gegen sein Kind, so daß er ihr damals die Tür gewiesen hatte, als sie mit ihrer Bitte kam. So hatte es für die arme Frau fein Zurück mehr gegeben. Sie war dem Manne, den sie mit allen Fasern ihres Herzens liebte, gefolgt in fein kleines, bescheidenes Künstlerheim, das sie glücklich und hell machen wollte mit der Sonne ihrer reichen Liebe. Doch es war anders gekommen. Waldemar Steinbrück hatte nur die schöne, elegante Komtesse von Nyssen geliebt, die Tochter des schwerreichen Grafen, nickst aber den kleinen, liebesehnsüchtigen Menschen Klara. Die ersten Jahre waren noch gut. Da half das Bewußtsein, dem Grafen Nyssen gegenüber Sieger geblieben zu fein, sich selbst zu täuschen. Dock al- beruflich Mißerfolg auf Mißerfolg kam, als durch die Kinder die Sorge ums tägliche Leben größer wurde, schwand auch der letzte Nimbus, mit dem Steinbrück seine so schwer errungene Frau noch umkleidet hatte. (Fortsetzung folgt!) logen arbeiten in USA., davon etwa 500 km direkten Staatsdienst. — Das Institut gibt drei gut ausgestattete Zeitschriften heraus. Die eine: „Arbeiten über physiologische und angewandte Entomologie aus Berlin-Dahlem" befaßt sich hauptsächlich mit den bisher besprochenen Fragen. Die zweite: „Entomologische Beihefte aus Berlin-Dahlem" ist das Organ der „Wanderoersammlungen deutscher Entomologen" — kommt nicht von Wandern und Jn- sektenfangen, sondern vom Ortswechsel der Tagungen — die in erster Linie der gemeinsamen volksverbundenen Forschungsarbeit, von der wir sprachen, dienen. Die dritte Zeitschrift „Arbeiten über morphologische und taxonomische Entomologie aus Berlin-Dahlem" führt mehr in die „intimere" wissenschaftliche Arbeit des Instituts. Welche ungeheure Mühe kostet es, auch nur einigermaßen Ordnung in diese Myriaden von Geschöpfen zu bringen! Die gesamten Forschungen der neueren Biologie müssen berücksichtigt werden: oft sind die äußeren Kennzeichen fast gleich, aber das „Wesen" der Art ist trotzdem verschieden. Welches sind aber die „wesentlichen" Kennzeichen einer Art? Tausende von Fragen und ebensoviel Aufgaben. Der liebenswürdige Direktor zeigt mir die er- staunlichsten Objekte: unvorstellbare Fälle von Mimikry, wo z. B. Dorderflügel von Heuschrecken von einem grünen oder braunen Buchenblatt einfach nicht zu unterscheiden sind. Er zeigt mir sein größtes Objekt, einen Herkuleskäfer, und fein klein- ftes, ein mit bloßem Auge kaum noch zu erkennendes Käferchen. Wirtschaft. Unzulässige Preisbindungen für Schnittholz. DNB. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat im Anschluß an Besprechungen mit den zuständigen amtlichen Stellen und den beteiligten Wirtschaftskreisen bestimmt, daß Preisbindungen, Richtpreise und Preisempfehlungen jeglicher Art sowie jegliche Vorschriften über Handelsstufen im Verkehr mit Schnittholz in Mengen über 20 Kubikmeter unstatthaft sind. Don dieser Bestimmung ist ausgenommen der Verkehr mit nordischem Schnittholz und amerikanischen, tropischen und subtropischen Holzarten in rundem, beschlagenem oder geschnittenem Zustand. * Steigerung der Thomasmehl - e r z e u g u n g. Die im vergangenen Jahre gestiegene Roheisenerzeugung hat eine entsprechende Produktionszunahme in Thomasmehl zur Folge gehabt. Schätzungsweise dürfte sich die Erzeugung, die etwa 800 000 Tonnen betrug, in 1934 auf etwa 1,1 Millionen Tonnen erhöht haben. Trotzdem genügt diese Menge nicht zur Bedarfsdeckung der heimischen Landwirtschaft, so daß die Einfuhrziffern nahezu die gleiche Höhe wie die inländischen Produktionsergebnisse aufweisen. Allerdings ist im verflossenen Jahre ein leichter Rückgang festzustellen. Die Einfuhr beträgt nämlich etwa 950 000 Tonnen gegenüber 1 012 000 Tonnen im Vorjahre. Neben Frankreich, Luxemburg und Belgien war bisher das Saargebiet ein bedeutender Thomasmehllieferant. In 1934 erreichten die Zufuhren eine Höhe von etwa 275 000 Tonnen im Werte von etwa 8,18 Millionen Reichsmark. Rhein Mainische Mitiagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 8. Jan. Nach der anhaltenden und lebhaften Aufwärtsbewegung seit Beginn des neuen Jahres ist an der heutigen Börse eine gewisse Atempause eingetreten. Die Beteiligung der Kundschaft ist wesentlich kleiner geworden, auch die Kulisse zeigte mit Rücksicht auf die bevorstehende Saarabstimmung etwas Zurückhaltung, immerhin blieb die Grundhaltung der Börse durchaus freundlich und zuversichtlich. Einige Glattstellungen der Kulisse standen noch kleine Aufträge gegenüber, so daß die Kursgestaltung etwas uneinheitlich war. Der geringer gewordene Geschäftsumfang führte auf manchen Marktgebieten etwas stärkere Rückgänge herbei. Besonders am Rentenmarkt hat sich die Umsatztätigkeit stark verringert, und die Kurse der variabel gehandelten Werte bröckelten im Anschluß an die Äbendbörse weiter etwas ab. So Altbesitz um 0,25 v. H., Kommunal-Umschuldung um 0,20 v. H., Zinsvergütungsscheine um 0,10 v. H. und Stahlverein-Bonds um 0,13 v. H. Dagegen zeigte sich für Reichsbahn-Vorzugsaktien weitere Nachfrage zu 115,90 (plus 0,25 v. H.), auch späte Reichsschuldbuchforderungen blieben mit 98,50 v. H. gut behauptet. Von fremden Werten zogen Mexikaner noch leicht an. An den Aktienmärkten hielten sich die Abweichungen nach beiden Seiten zumeist innerhalb eines Prozentes. IG. Farbenindustrie blieben von dem erhöhten Stickstoffabsatz im Dezember fast unberührt und gaben um 0,40 v. H. auf 137 v. H. nach. Deutsche Erdöl waren mit 102 bis 101,75 um 1,25 v. H. gedrückt, Scheideanstalt konnten sich zu 197 d. H. behaupten. Montanaktien notierten überwiegend von 0,50 bis 1 v. H. leichter, stärker ermäßigt waren Rheinstahl mit minus 2,13 v. H. Etwas höher lagen noch Klöckner mit plus 0,25 v. H. Elektrowerte lagen meist noch fester, so Lah- meyer mit plus 2 v. H., Siemens mit plus 0,75 v. H. und Geffürel mit plus 0,25 v. H. AEG. gaben 0,25 v. H. und Schuckert 0.50 v. H. nach. Im einzelnen eröffneten u. a.: Bemberg 1,50 d. A. AKU. 0,50 v. H., Conti Gummi und Moenus Maschinen je 1 v. H., Haufwerke Füssen 0,25 v. H. fester, während Reichsbankanteile 0,75 v. H. und Daimler 0,50 v. H. verloren. Schiffahrtswerte waren gefragt und bis 0,40 v. H. höher. Im Verlaufe wurde die Haltung wieder fester, wenn auch die Kursentwicklung weiter uneinheitlich blieb. Das Geschäft nahm infolge einiger Kauforders der Kundschaft wieder zu, zumal auch die Kulisse ihre Glattstellungen nicht mehr fortsetzte, sondern wieder kleine Rückkäufe vornahm. Im Durchschnitt ergaben sich Besserungen von 0,50 bis 0,75 v. H., so bei Farbenindustrie, Lahmeyer, Conti Gummi, Hapag und Licht & Kraft. Andererseits bröckelten Nordd. Lloyd und Deutsche Erdöl sowie Daimler um je 0,25 v. H. ab. Th. Goldschmidt kamen 1,75 v. H. und Kali Westeregeln 2,25 v. H. schwächer zur Notiz. Am Kassamarkt wurden nach Geldstreichung wieder notiert: Durlacher Hof mit 80 (zuletzt 60), Seilindustrie Wolff mit 39,75 (33,40 v. H.), ferner blieben 10 v. H. Großkraft Mannheim Vorzugsaktien gesucht, Taxe 143 bis 144 (1. K. am 7.1.138). Auch am Rentenmarkt konnten sich anfangs schwächere Kurse bei lebhaftem Geschäft gut erholen, Altbesitz und Kommunal-Umschuldung standen im Vordergrund. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen bei meist gut behaupteten Kursen uneinheitlich, Kommunal-Obligationen gaben indes 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Staatsanleihen lagen ruhig. Vor Auslandswerten notierten Schweizer Bundes- bahnen etwa 2 v. H. fester. Tagesgeld unverändert 3 v. H. — Im Freiverkehr Adlerwerke 41,50 bis 42 (41). Abendbörse fest. Bei lebhafter Umsatztätigkeit nahm die Abendbörse einen festen Verlauf. Von der Kundschaft lauen Kauforders vor, auch die Kulisse beteiligte sicy lebhaft am Geschäft. Gefragt waren IG. Farben, einige Montan- und Elektrowerte, Haufwerke Füssen und AG. für Verkehrswesen. Gegen die Mittagsbörse ergaben sich Befestigungen bis zu 1 v. H. Am Rentenmarkt standen Altbesitz, Kommunal-Umschuldung und Reichsbahn-VA. im Vordergrund bei anziehenden Kursen. Interesse zeigte sich außerdem für Anteilscheine von Hypothekenbankaktien. Don Auslandsrenten gingen 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn auf 151,50 (152,75) zurück, 3,50 v. H. do. blieben mit 141,50 behauptet. Gegen Schluß der Börse wurde das Gefchäft ruhiger, die Tendenz blieb aber fest. U. a. notierten: 6 v. H. Stahlverein 93,65, 6 v. H. Stadt Mainz von 28 92,50, 5,50 v. H. Frankfurter Hyp.-Bank Liquid. 96,13, 6 v. H. do. Gold R 1 bis 4 96,25, Comerzbank 73,75, Reichsbank 150, Frankfurter Hyp.-Bank 91,25, Buderus 88,25, Gelsenkirchen 65,25 bis 65,50, Mannesmann 76,90, Phönix 51,50, Rheinstahl 91,25, Stahlverein 43 bis 43,13, AKU. 50, AEG. 28,50, Bekula 138, Conti Gummi 143,50, Deutsche Erdöl 103, Scheideanstalt 197,50, Durlacher Hof 80, Licht & Kraft 116,40, IG. Farben 138,25 bis 138,75, Gesfürel 110,25, Hanfwerke Füssen 63, Metallgesellschaft 87, Rheag 105,75, Schuckert 97, Siemens 142, Ludwigshafener Aktienbrauerei 90, Pfälz. Mühlenwerke 115, Rheinmühlenwerke 68, Seilindustrie Wolff 39, Reichsbahn-VA. 116,25 bis 116,40. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rindernutzviehmarkt in Gießen standen 635 Stück Großvieh, 98 Fresser und 131 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 330 bis 450, 2. Qualität 210 bis 270, 3. Qualität 100 bis 150 Mark; Schlachtkühe a) 160 bis 270, b) 60 bis 120 Mark; Rinder, bis Xjährig 50 bis 80, %• bis 2jährig 85 bis 170, tragend 180 bis 320 Mark; Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: Vormarkt lebhaft, Hauptmarkt mittelmäßig. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 8. Jan. Das Angebot von heimischen Gemüsen blieb sehr stark, während die Nachfrage gering war. Feldsalat, Wirsing und Weiße Rüben sind kaum verkäuflich, auch sonst verblieben Ueberstände. Die Preise sind kaum verändert, Spinat leicht erhöht. Sehr starkes Angebot bestand auch in ausländischem Kopfsalat, Eskarol und Blumenkohl (11 Waggons), das Geschäft hierin war jedoch lebhafter. Für Kopfsalat und Eskarol liegen die Preise gedrückt, für Blumenkohl höher. U. a. notierten: Blumenkohl Steige 12 bis 18 Stück, 4,50 bis 4,75 ital., Eskarol groß 5 bis 8, klein 3 bis 4, Steige 12 bis 24 Stück, 2 bis 2,30 ital., Feldsalat groß 15 bis 20, klein 50 bis 60, Karotten 3 bis 4, Kohlrabi 3 bis 4, Rosenkohl 12 bis 15, Rotkraut 6 bis 7,5, 8 bis 8,5 holl., Spinat 7 bis 8, Schwarzwurzel 12 bis 17, Weißkraut 3 bis 4, Wirsing 2,5 bis 3,5, Winterkohl 4, Weiße Rüben 3 bis 4, Zwiebeln 6 bis 7. Am Ostmarkt blieb das Angebot von deutschen Aepfeln gut, in Birnen war es gering. Nach schönen Früchten war die Nachfrage gut. Die Preise blieben fast unverändert. Apfelsinen und Mandarinen hatten gutes Angebot bei unveränderten Preisen. Das Geschäft war befriedigend. U. a. notierten Aepfel I 16 bis 20, II 12 bis 14, Wirtschafts- 5pfel 8 bis 12, Boskop I 18 bis SO, Schassnaseki 9 bis 12, Apfelsinen blond 10 bis 15 (span.), fern- los 16 bis 20 (span.), Birnen 20 bis 25, Pastoren 12 bis 15. Kochbirnen 6 bis 9, Mandarinen 14 bis 18 (span.), Zitronen 220 bis 230 (Stück 4, ital.). Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 8. Jan. Auftrieb: 35 Ochsen (zum Schlachthof direkt 7), 26 Bullen, 314 (10) Kühe, 196 Färsen, 419 (11) Kälber, 1 Schaf, 646 (12) Schweine. Notiert wurden pro 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 33 bis 35, b) 28 bis 32, c) 25 bis 27. Bullen a) 29 bis 30, b) 25 bis 28. Kühe a) 32 bis 34, b) 26 bis 31, c) 19 bis 25, d) 11 ois 18. Färsen a) 35 bis 39, b 31 bis 34, c) 25 bis 30. Kälber b) 36 bis 40, c) 28 bis 35, b) 20 bis 27. Schafe nicht notiert. Schweine a) 53, b) 51 bis 53, c) 50 bis 52, d) 46 bis 51. Marktverlauf: Rinder belebt, ausverkauft. Kälber ruhig, langsam geräumt. Schweine mittelmäßig, geringer lieber« stand. Preußen. Schwerer Grubenunfall. LPD. Wetzlar, 8. Jan. Am Montagvormittag ereignete sich in Breitenbach auf der Grube „Schöne Anfang", die der Firma Krupp gehört, ein schwerer Unfall. Der Bergmann L a n g l o u i s aus Kölschhausen wollte nach einer Sprengung einen Steinblock mit einem Hammer zertrümmern, als sich plötzlich ein darin verborgener, nicht exvlodierter Schuß l ö st e. Langlouis und sein Arbeitskamerad K r ä u - t e r aus Niederlemp wurden durch die umherfliegenden Steinsplitter am Kopf und an den Armen erheblich verletzt und mußten dem Krankenhaus in Ehringshausen zugeführt werden. Lebensgefahr besteht, soweit sich bis jetzt beurteilen läßt, nicht. Den Freund aus Leichtsinn erschossen. LPD. Herborn, 8. Jan. Als in dem Westerwaldort Kotzenroth der 19jährige Alois G r e b aus dem elterlichen Hause trat und zu der Wohnung eines Verwandten gehen wollte, traf er unterwegs den 17 Jahre alten Leo Seibert. Greb warf mit einem Schneeball nach dem ihm befreundeten Seibert, worauf dieser mit einem Flobert, den er in der Hand hatte, auf den Werfer anlegte. Unglücklicherweise entlud sich die Waffe und die Kugel drang dem Greb ins Herz, so daß er tödlich getroffen niedersank. kreis Dehlar. * Launsbach, 8. Jan. Der Turnverein Launsbach hatte feine Mitglieder zur Generalversammlung eingeladen. Den Berichten der einzelnen Fachwarte war zu entnehmen, daß sich das Turnjahr 1934 würdig den vorherigen anreihte. Besondere Anerkennnung fand der Bericht des Orts- turnwartes, der eine Zunahme der Turnstundenbesucher um fast das Doppelte aufwies. Als bester Besucher der Turnstunden erwies sich unter den aktiven Turnern Albert Schiefer st ein und unter den Jugendtumern Franz Pfaff. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete die Wahl des ersten Vereinsführers, da der seitherige Vereinsführer Rudolf Winter, der lange Jahre dieses Amt inne hatte, aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Bei der Neuwahl wurde der allverehrte Ehrenturnwart Wilhelm Schmidt, der 25 Jahre als Turnwart im Turnverein Launsbach und im ehemaligen Solm-Dünsberg-Gau wirkte, einstimmig zum neuen Vereinsführer gewählt. Er wird sich feine neuen Mitarbeiter in aller Kürze berufen. * Odenhausen (Lahn), 8. Jan. Am Sonn- tag fand die Generalversammlung des hiesigen Turn- und Gesangvereins statt, die sehr gut besucht war. Der Leiter der Turnabteilung Wilhelm Kar b er eröffnete in Verhinderung des Vereinsleiters die Versammlung. Gemeinsam wurde das Lied „Volk ans Gew^r!^ gesungen. Sodann erstatteten Schriftführer > Kassenwart die Jahresberichte. Dem Kassenwart wurde Entlastung erteilt. Für das Winterhilfswerk wurden 52 Mark zur Verfügung gestellt. Sodann folgte die Wahl des Vereinsführers. Unter starkem Beifall wurde auf Vorschlag von Pg. Roth der Stützpunktleiter Fritz einstimmig wieder zum Vereinsleiter gewählt, Wilhelm K a r b e r ebenfalls einstimmig zum Leiter der Turnabteilung. Anerkannt wurden auch die Verdienste des technischen Leiters Fritz K a r b e r. Der gesamte Vorstand wurde durch den Dereinsleiter in seinen Aemtern belassen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschloßen, eine Gedenktafel für die (Befallenen des Weltkrieges zu weihen. Nach der Erledigung weiterer Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung, die ganz im Zeichen unserer Volksgemeinschaft stand, in der üblichen Weise geschlossen. *Rodheima. d. Bieber, 8. Jan. Am Sonntag hielt die Turn- und Sportgemeinde ihre Jahresversammlung bei Gastwirt Bechtold ab. Nachdem der Dereinsführer Hofmann die zahlreich erschienenen Mitglieder mit Segenswünschen fürs neue Jahr begrüßt hatte, gab er einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. In feinen Ausführungen konnte er mit Freuden hervorheben, daß der Verein im Jahr 1934 trotz vieler Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, auf allen Gebieten einen Aufschwung zu verzeichnen hatte. Indem er feinen Mitarbeitern und allen regen Mitgliedern für ihr unermüdliches Wirken dankte, gab er der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Jahr, das günstig vor uns liegt, noch besser werde, als das vergangene. Anschließend gab der Kassenwart den Kassenbericht über das verflossene Jahr, wobei er hervorhob, daß er trotz verschiedener Anschaffungen an Geräten und dgl. noch einen Betrag auf das Baukonto überweisen konnte. Nach Prüfung und Richtigbefund der Kasse wurde dem Kassenwart von der Versammlung Entlastung erteilt. Ausführ- Achtung! Abstimmungsberechtigte! Die Fahrkarten nach dem Saargebiet sind zum größten Teil schon an die Abstimmungsberechtigten verteilt. Wo sie noch nicht verteilt sind, sind sie bereits bestellt. Falls Abstimmungsberechtigte noch keinen Antrag auf Ausstellung einer Fahrkarte gestellt haben, so muß das umgehend durch den zustehenden Obmann geschehen. Wo der Obmann nicht bekannt ist, wende man sich an die Polizeibehörde oder an die Bürgermeisterei, die gerne Auskunft geben. liche Berichte des Oberturnwarts und des Spielführers über den Turn- und Spielbetrieb gaben einen Ueberblick über die Arbeit und die Leistungen des vergangenen Jahres. Bei Punkt „Verschiedenes" stand u. a. der Unfall eines Turnbruders, durch den ihm hohe Kosten entstanden waren, zur Aussprache. Hierbei zeigten die Mitglieder in echt turnerischer Art wahren Sozialismus, indem sie sich bereit erklärten, die Kosten mit dem Verunglückten gemeinschaftlich zu tragen. Mit der Ermahnung zur fleißigen Arbeit im neuen Jahre schloß der Dereinsführer im Gedenken an unsere Saarbrüder und unseren großen Dolkskanzler die Versammlung. <£ Rodheim a. d. B., 8. Jan. Auf Einladung der Ortsleitung versammelten sich am Sonntagabend im Benderschen Saale die hiesigen SA.-Formatio- nen, die Hitlerjugend, NS.-Frauenschaft und eine große Anzahl Volksgenossen, um die große Rede des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, zur Saarkundgebung zu hören. Vor der Uebertragung begrüßte Ortsgruppenleiter Karl Keller die Erschienenen und wies auf die Bedeutung dieser Saarkundgebung als der letzten vor der Abstimmung hin. Die Ausführungen des Ministers wurden mit großem Interesse und mit starkem Beifall aufgenommen. Der Gesang des Saarliedes und ein Gruß an den Führer beschlossen die eindrucksvolle Kundgebung. Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 8. Jan. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, veranstaltete gestern abend im überfüllten Saale von Elmsheuser eine Saar« kundgebung. Nach der Eröffnung durch Ortsgruppenleiter Humbert und nach dem Saar- Marsch bereicherte die Hitler-Jugend den ersten Teil des Abends mit ihren interessanten Darbietungen. Im Verlaufe des zweiten Teils der Veranstaltung richteten Ortsgruppenleiter Humbert und Landrat P ö n i f ch eindrucksvolle Ansprachen an die Versammlung, in denen über das Saargebiet und seine Geschichte, wie auch über die Bedeutung der Abstimmung umfassende Aufklärung gegeben wurde. Der Abend wurde mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer geschlossen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehern.?"/«, Dt.Rerchsanl. v. 1929 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ebem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rüazahlv. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6/1% Hess. Landes-Hypotheken. bank Darmstadt Liaui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6¥t% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 5%% ehem. 4-/r% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe <% ehem. 8% Pr. Landesvfand- briesanftalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanftalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. Frank'ur, a. .ul Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 7-1- 8.1. 7-1. 8-1. 98 98 98,13 98,13 —— ■ ■ 1- —— — 98,9 99 99,25 99,25 106 106,75 106 106,13 — — — — 98,5 98,4 98,5 98-4 96,5 96,5 96,5 96,5 96,25 95,75 — — — — — — 106,65 106,75 107 107 96,25 96,25 96,75 96,75 96,25 96 — 96,75 96,4 96,13 — — 97 96,65 96,75 96,5 97,5 97,5 97,5 97,5 — — 97-5 97,5 104,5 104,5 104,5 104,5 ,vram,ur. u. DL ■Scriin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 7-1- 8.1. 7-1- 8-1. 4% desgl. Serie 11 ............. 7,9 7,9 — — 6% Rumän. veretnh. Rente v.1903 4,25 4,25 4,3 4,95 4^A>Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,5 — 6,4 6,45 4% Rumänische vercinh. Rente .. 4 4 4 4,1 2%% Anatolier ............... 33,4 33,5 33,5 33,75 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 24,75 25,5 24,75 25,4 23 — — 23 Hansa-Dampfschiff...........0 — — —— Norddeutscher Lloyd .........0 —— 29,5 29,25 29,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 82,5 82,75 82,25 81,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 96,5 96,25 96 96 Commerz, und Prioat-Bank ... 0 74 73,5 74 73 Deutsche Bank und Tisconto- Gesellschaft................0 77,75 77 77,75 77 Dresdner Bank..............0 78,75 78 78,75 78 Reichsbank ................ 12 151,25 150 151,25 150 A.E.G o Bekula o Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............6 Felten & Guilleaume 0 GeseUsch.f.Elektr.Unteruehmung. 5 Rheinische Elektrizität........6 Schuckert L Co 6 Siemens L Halske ......7 Lahmeyer L Co io 28,65 136 28,4 137,4 28,65 136,13 28,13 137,5 103,75 103 103,5 102-75 115,25 116,4 115 116,5 81 80 80,5 79,75 110 110,25 109,75 110,5 104,75 105,75 105 106 96 97 96 97,25 139,65 142 140 142 115,5 118,5 115,5 118,5 4% Oefterreichtfche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche SilLerrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *y2% deSgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4%Lürkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1...... ......... 1,05 7,5 7,75 7,2 11,9 27,25 1,05 7,6 7,4 7,4 12,25 7,2 7,7 7,65 7,5 12,1 28 1,15 7,5 7,5 7,5 12,25 Buderus ........ o Deutsche Ctböl ..... 4 Gelsenkirchener ....... 0 Harpener................... Hoesch Eisen—Sülu-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... 31 ft' Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke y Mannesmanu-Röhrea........ 0 88,25 103 64,75 101 117 79,25 76,75 88,25 103 65,5 100,5 117,65 79,5 76,9 88,26 102,5 64,75 101 83,9 149 117,9 79.4 76,65 88 103 65,25 100,75 83,25 149 118.5 79,65 76/9 Franttun a.M. Äeriln Schlußkurs Schiußl. Abendbörse Echluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 7.1- 8.1. 7-1. 8.1. Manrselder Bergbau .. .......0 — — 86 86,75 Kokswerke........... .......0 — — 97,65 93,5 Phoni; Bergbau...... .......0 51,25 51,5 51,13 51,65 Rheinnche Braunkohlen .....10 214 212 214 212 Rheinstahl........... .......0 92,13 91,25 92 91 Vereinigte Stahlwerke. .......0 42-75 43,13 42,65 43,25 Otavi Minen ........ .......0 — 12,25 12,65 12.25 Kaliwerke Aschersleben. .......b 110 — 110 111,5 Kaliwerke Westeregeln . .......b 114 111,75 113,5 112,25 Kaliwerke Salzdetfurth .....17: 148 — 148-5 149 I. G. Farben-Industrie 1 137,4 138,5 136,9 138,25 ScheideanstaU........ .......9 197 197,5 — •— Goldschmidt ......... .......O 91 90 90,75 90 Rülgerswerke........ .......O 98,4 97.75j 98 98,25 Metallgesellschast...... .......O 86,75 87 87 87,25 Philipp Holzmann .... .......0 81 80,5 81 80,75 Zementwerk Heidelberg ......O 108 109 — Zementwerk Karlstadt.. .......V 122 122 1 — Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Mgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Oren stein & Koppel 0 Leonhard Tietz..............0 Chade......................10 Lttumulatoren-Fabrik........0 Conti-Gummt...............0 — — 103,25 102,65 50,5 50 50,65 50,75 115 116,5 115 116,5 49,75 49 49,75 48.4 69,25 68,5 69 68,5 — —— 125 126,5 50 49,25 49,5 49 66 66,5 66,5 66,5 —— —— 89,75 90 33,9 33,75 34 33,75 180,5 182,5 181,5 182,5 150 150 150 149 141,5 143,5 142 144 Gritzner 01 28 Mainkraftwerke Höchst a.M,... 4> — LküdetUjcherLmr» sj 164,25 28 I 28,13 4 28 1621 1691 161,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Banknoten. 7.Januar 8.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 1 »rief Geld Brief Buenos Aires 0.628 0,632 0,628 0,632 Brüssel..... 58,24 58,36 58,29 58,41 Rio de Jan. . 0,194 0,196 0,194 0,196 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,32 54,42 54,34 54,44 Danzig..... 81,24 81,40 81,24 81,40 London ..... 12,165 12,195 12,17 12,20 Helsingsors.. 5,37 5,38 5,37 5,38 Paris ...... 16,42 16-46 16,42 16 46 Holland .... 168 33 168,67 168,28 168,62 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 0 707 0,709 0,708 0 710 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo.....: 61,14 61,26 61,16 61,28 Wien....... 48,95 49,05 48 95 49 0.6 Lissabon.... 11,04 11,06 11,04 11,06 Stockholm... 62,74 62,86 62,75 62,87 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 34,02 34,08 34,02 34,08 10-39 10 41 Budapest ... _ _ Neuyork... 2,478 2,482 2,483 2,487 Verlin,y.Januar Md Äries '' 2 435 Belgisch« Noten.................. 58,08 58*32 Donilche Noten ................. 54 13 Englische Noten ................. 12 135 Französische Noten............... 16 38 holländische Noten............... Italienische Noten................ 12b'l0 ’S:« Norwegische Noten .............. 61,00 61,24 Deutsch Oesterreich, tz 1OO Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 62,53 62,79 Schweizer Noten................. 80,44 80,76 Spanischs Noten................. Üogarijche Noten................