Mr. 262 Erstes Blatt 185. Jahrgang Keitag, 8. November 1955 Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.9S Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/g mehr. ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- tu behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ausblick aus die englischen Wahlen. Von unserem He.-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, November 1935. 9n vierzehn Tagen wählt England sein Unterhaus neu. Wer der Ansicht ist, daß diese Tatsache die Gemüter besonders stark erregt, oder meint, daß deswegen irgendwelche Spannungen besonderer Art festzustellen seien, erlebt eine Enttäuschung. Die Wahlen ändern das Aussehen des Landes fast gar nicht, und selbst in Gesprächen mit Politikern aller Kreise kommt kaum ein besonderes Interesse zum Vorschein. Abessinien und der Völkerbund, die Rüstungsfrage und auch das, was in Deutschland geschieht, werden mit viel größerer Anteilnahme verfolgt, als die Aussichten der verschiedenen Parteien im Wahlkampf. Nur der Presse bleibt es vorbehalten, sich fast ausschließlich dieser Frage zu widmen. Das heißt natürlich nicht, daß etwa die einzelnen Kandidaten oder die Minister untätig sind. Im Gegenteil, Ministerpräsident Baldwin und der Führer der Oppositionellen Arbeiterpartei, A t l e e, sprechen fast täglich in verschiedenen Wahlkreisen, und die anderen Köpfe der Parteien sind nicht minder rührig. Aber die Tatsache, daß die Entscheidung in diesem Wahlkampf sehr stark bei den Persönlichkeiten liegt, die sich um den Sitz in einem bestimmten, von ihnen meist seit Fahrzehnten vertretenen Wahlkreis bemühen, verwischt die Fronten und läßt eine Generallinie nur verschwommen in Erscheinung treten. Zwischenfälle, die auf dem Kontinent jedem Wahlkampf ihr besonderes Gesicht zu geben pflegen, ereignen sich zudem kaum. Es gilt schon als aufsehenerregend, wenn ein Redner während seiner wohlstilisierten Rede von einem Zwischenrufer unterbrochen wird oder wenn am Schlüsse seiner Ausführungen eine verschwindende Minderheit zu pfeifen wagt, wie das Churchill neulich passierte, als sich in seine Versammlung einige Vertreter der Arbeiterjugend verirrt hatten. Das liegt zweifellos nicht nur an der Wohlerzogenheit, die über alle Politik hier einen gewissen undurchsichtigen Schleier legt — es kann nämlich auch ganz anders zugehen —, sondern vor allem an der Frage st ellung dieser Machten, die so ungewöhnlich einfach ist, daß sich die Antwort beinahe von selbst versteht. Denn die Frage, auf die von der Bevölkerung geantwortet werden soll, ob sie nämlich der Politik der aegenwärtigen Regierung zustimmt, ist sehr einfach zu beantworten: Es gibt eigentlich keine Gegnerschaft gegen diese Politik. Das Land ist sich bis auf verschwindende Einzelgänger darüber einig, daß die Regierung das Rechte tut. Die Nörgeleien der Opposition beschränken sich auf den Vorwurf, daß die Regierung nicht aktiv genug sei, oder auf Verdächtigungen, daß die Regierung von ihrem — selbstverständlich auch von der Opposition für richtig befundenem — Wege abzuwei- ch e n gedächte; Anwürfe, die zu widerlegen nicht schwer sind. Ja, selbst die zweifellos auf weltanschaulichem Gebiete vorhandenen Gegensätzlichkeiten treten diesmal kaum in Erscheinung, da die Arbeiterpartei es nicht wagt, sich allzudeutlich zu einer sozialistischen Linie zu bekennen. Nach dem marxistischen Zusammenbruch von 1931 wäre das wohl auch kaum „ratsam": das Land hat von den wilden Theoretikern genug Schaden gehabt. Auch die Lohnfrage spielt keine Rolle. Die Löhne haben sich gebessert, nicht zuletzt dank der unbestreitbaren sozialen Gesinnung Baldwins, so daß als einziger Punkt des Vorwurfs das weitere Vorhandensein von rund zwei Millionen Arbeitslosen und der sogenannten „distressed areas" (Gebiete mit völliger Arbeitslosigkeit) verbleibt. Daß die Liberalen in dieser grundsätzlichen Auseinandersetzung so gut wie überhaupt keine Rolle spielen, Ist selbstverständlich; der sterbende Liberalismus des Parlaments beruht, soweit er überhaupt noch existiert, auf den Ueberbleibseln einer vergangenen Zeit, wie z. B. auf der rein persönlichen Bedeutung Lloyd Georges, der sich für diesen Wahlkampf mit einigen seiner alten Kampfge- nosien wieder zusammengefunden hat. Eine grundsätzliche oder gar zukunftsträchtige Wertung dieser Splitter und Sonderlinge ist aber nicht möglich. Charakteristisch für diese Wahlen ist auch das Fehlen des persönlichen Elements. Wenn es bei früheren Wahlen Köpfe ganz besonderer Prägung gab, die durch ihre Eigenwilligkeit, ihren Sinn für Humor oder durch besondere Rednerbegabung hervorstachen, so fehlen sie diesmal fast ganz. Leute wie Churchill, Austen Chamberlain und Lloyd George sind zwar noch immer die „Kanonen" des Wahlkampfes; wie abgeklärt, wie wohlbekannt wirkt das alles, was sie sagen! Wenn nicht Namen und Ereignisse der Gegenwart in ihren Reden behandelt würden, könnte man manchmal meinen, man höre Reden aus der Zeit der Jahrhundertwende. Junge Kräfte, die sich neben ihnen bemerkbar machen könnten, gibt es kaum. Selbst Eden wirkt eher sachlich, kühl und abgeklärt, wie überhaupt das Hauptmerkmal der jüngeren Generation eine gewisse unauffällige Nüchternheit zu sein scheint, im Gegensatz zu der romantischen und genialen Art, die einst die älteren Politiker in ihrer Jugend ausgezeichnet hat. Wenn man Baldwin Glauben schenken will und seiner Erklärung, daß er den Zeitpunkt der Wahlen möglichst so habe legen wollen, daß keine Störung des gewöhnlichen Lebens erfolge, so muß man also anerkennen, daß das sehr weitgehend geglückt ist: die Wahlen erwecken den Eindruck, daß allesbeimAlten geblieben ist und daß es auch so bleiben soll. Das ist eine politische Leistung, de- * Deutschland hält an strikter Neutralität fest. Keine Beteiligung an Sanktionen. — Keine Waffenausfuhr an die kriegführenden Länder. Kein deutscher Schritt in Genf. Berlin, 7. Jloo. (DNB.) Ausländische Zeitungen haben Nachrichten über eine Demarche des deutschen Konsuls in Genf bei einem hohen Völkerbundsbeamten gebracht. Diese Nachrichten sind unzutreffend. Eine solche Demarche hat nicht stattgefunden. Der deutsche Standpunkt in bezug auf Deutschlands Neutralität und Nichtbeteiligung an den Sanktionen ist bekannt und hat sich in keiner weise geändert. Sollte sich eine die eigenen inneren deutschen wirtfchaftsinteressen bedrohende außergewöhnliche Ausfuhr st eigerung bestimmter Rohstoffe oder Lebensmittel bemerkbar machen, wird die Reichsregierung dies durch geeignete wahnahmen verhindern. Alle gegenteiligen Behauptungen der ausländischen Presse sind unzutreffend. Im übrigen hat die Reichsregierung sofort nach Beginn des italienisch-abessinischen Konflikts — also längst vor den bekannten wahnahmen des Völkerbundes — die Ausfuhr von Kriegsgerät und wunition nach beiden Staaten verboten. * Die „Deutsche diplomatisch-politische Correspon- denz" schreibt dazu u. a.: In merkwürdigem Gegensatz zu der einwandfreien neutralen Haltung, die Deutschland gegenüber dem italienisch-abessinischen Konflikt eingenommen hat, ist die deutsche Politik in diesem Punkt im Ausland vielfach das Objekt eines Rätselratens, ja sogar von Verdächtigungen gewesen, die ebenso überflüssig wie unverständlich waren. Denn seit Beginn dieses Deutschland nicht berührenden und von ihm nicht zu verantwortenden Streitfalles hat die deutsche Politik in ihrer Logik und Untadeligkeit absolut klar dagestanden, und gegenüber dieser aller Welt bekannten, wohltuenden Klarheit der deutschen Politik war es deshalb ganz gewiß nicht angebracht, dahinter ein Fragezeichen zu setzen. . ^Die Haltung Deutschlands in dieser kritischen Stunde ergibt sich folgerichtig aus seiner völkerrechtlichen Sonderlage ebenso wie aus den Grundsätzen der deutschen Friedenspolitik und der pflichtgemäßen Verantwortung gegenüber dem eigenen Volke. Daß Deutschland keine Veranlassung hat, sich dem in Genf beschlossenen Verfahren anzuschließen, ist nur die Konsequenz aus seiner Nichtzugehörigkeit zu dem Genfer Gremium. In Uebereinstimmung mit den Grundsätzen seiner Friedenspolitik ' muß Deutschland andererseits aber auch alles a b - lehnen, was es in Widerspruch zu seinem unbedingten Friedenswillen bringen und zur Erschwerung der Situation beitragen könnte. Aus diesen Erwägungen heraus lehnt Deutschland für seinen Teiel auch die Rolle des Kriegsgewinnlers als unvereinbar mit einer verantwortungsbewußten und von der Sorge um den Frieden bestimmten Politik ab. Es kann andererseits aber auch nicht zulassen, das Opfer mittelbarer oder unmittelbarer Rückwirkungen zu werden, mit denen es nichts zu tun hat und die außerhalb seiner Verantwortung liegen. Wie die Vereinigten Staaten von Amerika aus ihrer völkerrechtlichen, politischen und geographischen Sonderlage und gemäß ihren Grundsätzen vom Wesen der zwischenstaatlichen Politik die Konsequenz für ihr Verhalten gezogen haben, so hat auch Deutschland die individuelle Position eingenommen, die ihm im Hinblick auf seine besondere rechtliche, politische und geographische Lage zukommt und die seiner Friedenspolitik entspricht. Diese Friedenspolitik ist bestrebt, alles zu vermeiden, was zu Störungen inner- halb der zwischenstaatlichen Verhältnisse führen oder zur Ausdehnung bereits bestehender Konflikte beitragen könnte. Daß Deutschland darauf bedacht sein muß, seine normale Wirtschaftsbetätigung nach allen Seiten aufrechtzuerhalten und andererseits den eigenen Bedarf an Verbrauchsgütern ficherzu stellen, ist ein Bestreben, daß diesen Grundsätzen keinerlei Abbruch tut und mit Rücksicht auf die Sicherstellung der deutschen Lebensedürfnisse und Lebensnotwendigkeiten unumgänglich ist. Die deutsche Politik muß diesem Punkt um so sorgfältigere Aufmerksamkeit widmen, als die mittelbare Auswirkung der Sanktionsmaßnahmen bereits zu einer Verknappung lebenswichtiger Bedarfsgüter im zwischenstaatlichen Handel geführt hat und der deutschen Staatsführung die Sicherstellung der Versorgung des deutschen Binnenmarktes zur Pflicht macht. Deutschland hat in dem gegenwärtigen Streitfall von Anfang an eine strikt unbeteiligte Haltung eingenommen und fühlt sich in jeder Weise außerhalb eines Konfliktes, an dem es weder verantwortlich ist noch irgendeine Verantwortung übernommen hat. Indem Deutschland im Interesse des allgemeinen Friedens darüber wacht, nicht das Objekt oder gar Opfer irgendwelcher Maßnahmen zu werden, indem es zu feinem Teil alles vermeidet, was nur Verschärfung der Lags beitragen könnte, befindet es sich in voller lieber* einftimmung mit den Grundsätzen einer verantwortungsbewußten Politik und leistet damit in kritischer Zeit den ihm möglichen Beitrag zur Gewähr' leistung des allgemeinen Friedens. Italien wirb niemals vergessen. Zu energischer Abwehr der angedrohten Sanktionen bereit. Rom, 7. Nov. (DNB.) Das halbamtliche „Gior- nale d'Jtalia" erklärt, daß die den Sühnemaßnah- men zugrunde liegende kalte Berechnung darauf abgestellt fei, Italien auszuhungern und ihm die Eroberung jener Kolonialgebiete unmöglich zu machen, die ihm von seinen Kriegsverbündeten England und Frankreich bei den Friedensoerhandlungen verweigert worden seien. Mit der gleichen kalten Ueberlegung bereite Italien die notwendigen Abwehrmaßnahmen vor, die ausnahmslos mit dem 18. November zur Anwendung kommen. Man habe in der letzten Zeit von verschiedenen Seiten versucht, Italien zur Mäßigung und Staffelung seiner Gegenmaßnahmen zu veranlassen. Diese Versuche könnten gut gemeint sein; sie gingen von dem klaren Wunsch aus, heftige Zusammenstöße zu vermeiden, die vom wirtschaftlichen leicht auf das politische Gebiet über- greisen könnten. Das Ergebnis solcher Methoden könnte aber für Italien nur gefährlich sein. Ohne die Sachlage selbst zu ändern, würden sie nur die Manöver des Gegners erleichtern, die Kräfte Italiens verzetteln und Italien selbst unerbittlich in das Räderwerk der Sanktionen hineinziehen. Zu diesem gefährlichen Spiel gebe sich Italien nicht her. Eine der friedlichen Absichten der von den sogenannten befreundeten Regierungen in Genf ausgeheckten Sühnemaßnahmen erstrebe die Schließung vieler industrieller Betriebe, um die Arbeitermassen Italiens arbeitslos zu machen und auf die Straße zu fetzen. Man wolle also sich der Armut Italiens bedienen, um seine Bevölkerung in den Hunger z u treiben. Von diesem ungeheuren Schandfleck werde sich die Geschichte der europäischen Kultur niemals wieder reinwaschen können, und Italien werde niemals den von seinen früheren Waffengenossen kalt ausgedachten Mordanschlag vergessen. Die gegen die italieyischen Arbeiter getroffenen Sühnemaßnahmen werden jedoch in der einmütigen Geschlossenheit der ganzen Nation ihre Antwort erhalten. Das in Genf auf- gerichtete Terrorregime könne Italien weder erschrecken noch in die Knie zwingen. Was aber auch in Europa und in der Welt daraus entstehen möge, d i e Verantwortung dafür werde bei denen liegen, die die S ü h n e m a ß n a h m e n in so blinder Wut organisiert haben. Die italienischen Operationen gegen Kakalle. Rom, 7. Nov. (DNB.) Nach den Frontberichten der römischen Spätabendblätter schreitet das Einkreisungsmanöver, das feit Tagen gegen Makalle von Osten, Norden und Westen her im Gange ist, planmäßig fort. Obwohl es v o n neuem regnet, wird in den Frontberichten übereinstimmend die Ansicht vertreten, daß es nur noch eine Frage von Stunden sei, bis die ENCL( ÄCYPi: SUDAN makaie > - »bar «( pA- l 5EE iHagöalfl ersten größeren italienischen Truppenoerbände in Makalle einziehen. Die Einkreisung dieser Stadt sei schon soweit durchgeführt, daß den abessinischen Truppen nur noch d er Ausweg nach Süden in der Richtung auf Amba Alagi offen stehe, wo anscheinend starke abessinische Truppen- verbände zusammengezogen seien. Nach einem Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB. aus Asmara darf man trotz der Aufmerksamkeit, die sich auf den Abschnitt bei Makalle konzentriert hat, keineswegs die übrigen Abschnitte der Nordfront aus dem Auge lassen. Das Manöver des Korps Maraviqna, das jetzt westlich von A k f u m zu der Besetzung der Ortschaft Selaklakas geführt hat, wird als der Beginn eines Umgeyungsverfuches der Tembien-Hochebene, die östlich des Ta* kazze-Fluffes liegt, und der Semien-Hoch- ebene westlich des Takazze gewertet. Es handelt sich offenbar um die Herstellung einer unmittelbaren Fühlung dieses Frontabschnittes mit dem Westabschnitt am Setit - Fluß. Auch die Täigkeit, die die italienischen Truppen während der letzten Tage am Setit-Fluß entwickelt haben, deutet stark darauf hin. Einzelheiten fehlen allerdings. Aber verschiedene Anzeichen find dafür vorhanden, daß südlich des Setit eine Säuberungsund Vormarschaktion im Zuge beginnen soll. Eine solche Aktion gerade innerhalb dieses Frontabschnittes hat allerdings sehr ihre Gefahren. Einmal ist ren Wirkung auf den soliden Engländer nicht zu unterschätzen ist. Nach der Unruhe und den betrüblichen Experimenten der ßabourregierung sind es gerade die Stetigkeit, die Tradition, die Beharrlichkeit — kurz das „Britisch-Konservative", die man im Lande schätzt. Und die Regierung ist zweifellos darauf bedacht, das auszunützen. Daß sie es vermieden hat, innerpolitifche Fragen zum Gegenstand des Wahlftreites zu machen, kommt ihr sehr zugute. Die große Maste des englischen Volkes liebt eine ruhige Politik, die keine Sensationen und Aufregungen kennt. Man hält die Regierung Baldwin für einen Erfolg, und es kann als sicher gelten, daß das in den Wahlergebnissen auch zum Ausdruck kommen wird. Man findet jedenfalls niemanden, der daran zweifeln würde, daß die konservative Mehrheit im wesentlichen erhalten bleibt. Allerdings gibt es auch Zweifler, die diese Ansicht nicht ganz teilen oder die es doch zumindest für wahrscheinlich halten, daß die Konservativen etwas von ihrer Mehrheit verlieren. Diese Voraussage wird damit begründet, daß die letzte Mehrheit der Konservativen zu überwältigend gewesen sei und daß nach dem Gesetz des Pendels dieses nunmehr zurückschlagen müsse. Auch habe die Arbeiterpartei viel von dem verlorenen Boden zurückgewonnen, besonders, in den großen Industriegebieten, auf denen die Arbeitslosigkeit noch immer so sehr laste. Diese Meinung stützt sich aber viel eher darauf, daß die Regierung nicht mehr die gleiche Anziehungskraft aus übt, wie bei den Katastrophenwahlen des Jahres 1931, als etwa auf der Ansicht, daß die Arbeiterpartei große Chancen habe. Wie soll das bei dieser marxistisch geführten Partei auch der Fall sein, die weder ein Programm noch einen Führer hat, und die der Regierung kaum ernstlich vorwerfen kann, sie habe versagt? So sicher man also bezüglich des Ausganges der englischen Wahlen sein kann, so wenig sollte man andererseits die Bedeutung dieses Ereignisses unterschätzen. Denn eine Bestätigung des jetzigen Kurses der englischen Regierungspolitik heißt ja, daß die nächsten vier Jahre hindurch die Konservativen wieder regieren werden, und zwar ungehemmter und zielklarer als das bisher der Fall war. Das für das Ausland Wesentliche dieser anscheinend so ohne Erregung und Aufsehen verlaufenden Wahl ist eben, daß es b i e Außenpolitik ist, die man zum Richtpunkt für das Urteil über die Regierung gemacht hat. Eine Bestätigung der Regierung heißt deshalb auch, daß ganz England die letzten außenpolitischen Aktionen billigt und die Fortführung dieser Politik für wünschenswert hält. Wobei man sich klar darüber sein muß, daß kleinere Erfolge der Opposition, wenn sie zu verzeichnen sein sollten, nicht etwa heißen, daß diese Außenpolitik nicht gebilligt wird, sondern daß man sich nicht für völkerbundsfreundlich und vermittelnd genug hält! Alexandrien soll nicht englischer Flottenstützpunkt werden. London, 7. Nov. (DNB.) Das englische Auswärtige Amt hat der ägyptischen Regierung bestimmte Versicherungen abgegeben. In einer in Kairo hierüber veröffentlichten amtlichen Mitteilung heißt es, daß England niemals daran gedacht habe, sich die gegenwärtigen Umstände zunutze zu machen, um den Status Aegyptens zu modifizieren, und insbesondere niemals mit dem Gedanken gespielt habe, in Alexandrien einen Flottenstützpunkt zu errichten. Sobald der italienisch-abessinische Streitfall erledigt sei, würden sämtliche britischen Kriegsschiffe von Alexandrien zurückgezogen werde». Das Foreign Dffjce habe ferner erklärt, daß dis britische Regierung die Haltung Aegyvtens in der gegenwärtigen Lage zu schätzen wisse. d ie Sud angrenze in allernächster Nähe, andererseits sollen gerade hier starke abessinische Abteilungen liegen. Der Kriegsbericht aus Addis Abeba. Addis Abeba, 7. Nov. (DNB.) Die Kämpfe um Makalle dauern an. Es heißt, daß die abessinischen Truppen erhebliche Fortschritte gemacht haben sollen. Die Stadt selbst befindet sich immer noch in den Händen der Abessinier, die ihre Unternehmungen hauptsächlich des Nachts durchführen. Die Armeen des Ras Seyoum und des Befehlshabers im Nordwesten Ras Kassa haben bisher nicht in die Kämvfe eingegriffen. Auch am W e b i Schebeli an der Südfront dauern die Kämpfe an. Die Abessinier, die sich befehlsgemäß langsam zurückziehen, sollen drei Angriffe der Italiener zurückgewiesen haben. Serbefferfe Bewaffnung der Abessinier Asmara, 8. Nov. (Funkspruch des Krieas- berichterstatters des DNB.) In militärischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß die Bewaffnung der abessinischen Truppen, die vor einiger Zeit über 200 000 moderne Gewehre und mehr als eine Million ältere Modelle besaßen, inzwischen zweifellos noch v e r st ä r k t worden ist. Man schließt das daraus, daß in Adua viele Karabiner von bester Arbeit gefunden wurden. Die Abessinier besäßen außerdem mehr als 250 Millionen Patronen, 2 0 0 kleinkalibrige G e- schütze, einige hundert Rücklaufgeschütze und 3 5 Luftabwehrgeschütze mit Kaliber von 22 Millimeter. Täglich treffen in Addis Abeba große Sendungen von Infanteriemunition ein. Am Mittwoch zogen Tausende von Soldaten, Munitionskisten schleppend, durch die Hauptstadt. Die Bewaffnung der abessinischen Truppen erfährt ständig eine Verbesserung durch umfangreiche Sendungen von Gewehren, die über Berbera und Zeila nach Abessinien gelangen. Schätzungsweise sind in der letzten Zeit etwa 200 000 Gewehre eingeführt worden. Brasilien behält seine Handlungsfreiheit vor. Genf, 7. Nov. (DNB.) Der brasilianische Generalkonsul in Genf hat dem Präsidenten der Sanktionskonferenz eine Note seiner Regierung übermittelt, in der es heißt: „Ich danke Euer Exzellenz lebhaft für die liebenswürdige Mitteilung, der die brasilianische Regierung die volle ihr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt hat. Da Brasilien dem Völkerbund nicht angehört, wünscht esnicht, an den von ihm gegenwärtig getroffenen Maßnahmen teil- Funehmen, und behält sich seine Handlungsfreiheit vor, um bei jeder Eventualität so zu handeln, wie es ihm seine Interessen, seine internationalen Verpflichtungen und die von jeher für seine auswärtige Politik maßgebenden Grundsätze nahelegen werden." Oie Durchführung der Sankttonen in Frankreich. Paris, 8. Nov (DNB. Funkspr.) Das Gesetzblatt veröffentlicht die Durchführungsbestimmungen über die Anwendung der Sühnemaßnahmen gegenüber Italien. Hiernach müssen sämtliche aus Italien einzufüyrenden Waren ab 9. November Gegenstand einer vorherigen Erklärung beim Kompensationsbüro der Pariser Handelskammer sein. Auch die Bezahlung dieser Waren muß über dieses Büro laufen. Die Einführer italienischer Waren, die am 9. November für bereits eingeführte Waren noch Beträge an die italienischen Ausfüy rer schulden, haben dies ebenfalls dem Kompensationsbüro mitzuteilen und die Beträge dort einzuzahlen. Italien bricht die Sportbeziehungen zu den Sanktionsländern ab. Rom, 7. Nov. (DNB.) Die sportlichen Beziehungen Italiens mit den Sank- tionsländern dürfen bereits als abgebrochen betrachtet werden. Auf Anordnung des Parteisekretärs S t a r a c e findet am Donnerstaa in Rom eine Sitzung des Vorstandes der CONJ. statt, in der alle Turn- und Sportorganisationen Italiens zusammengefaht sind, um den entsprechenden Beschluß zu fassen. Starace hat bereits die Teilnahme Italiens an den Ende dieser Woche in Paris auszutragenden Europameisterschaften im Gewichtheben untersagt. Auch im Rennsport zeigen sich bereit, die ersten Auswirkungen der Sühnemahnahmen gegen Italien. Auf der Rennbahn in Rom werden seit Mittwoch die amtlichen Programme ohne Verwendung irgendwelcher englischer S p o r t b e z e i ch n u n g e n herausgegeoen, die durch italienische Worte ersetzt werden. In Mailand ist das alljährlich stattfindende Rennen um den Preis für das beste einge- führte Rennpferd abgesagt worden. Die sportlichen Beziehungen zu den an den Sanktionen gegen Italien nicht beteiligten Ländern Deutschland, Ungarn und Oesterreich sollen eine starke Förderung erfahren, wie auch die Vorbereitungen Italiens auf die Olympischen Spiele 1936 nicht im geringsten unterbrochen werden. Oer Erfinder der synthetischen Wolle bei Mussolini. Rom, 7. Nov. (DNB.) Der Erfinder der synthetischen Wolle Antonio F e r e t t i ist in Begleitung des italienischen Industriellen und Senators B o r l e t t i und des Vertreters der Snia-Viscosa- Werke von Mussolini empfangen worden. Dem Regierungschef wurden verschiedene aus dieser Kunstwolle hergestellte Bekleidungsstücke vorgelegt. Er hat dem Erfinder und allen an der Industrialisierung dieses Verfahrens beteiligten Arbeitern und Angestellten seine volle Anerkennung ausgesprochen. Das Befinden des Obergruppenführers Brückner. München, 7. Nov. (DNB.) Die Reichspresse, stelle der NSDAP, teilt mit: Der persönliche Adjutant des Führers, Obergruppenführer Wilhelm Brückner, mußte sich vor einiger Zeit einer kleinen Operation unterziehen. Obergruppenführer Brückner befindet sich auf dem Wege zur völligen Genesung und wird in Bälde seinen Dienst beim Führer wieder aufnehmen können. Aaggenhiffung und Rekrutenvereidigung im Reich. Die Vereidigung der Spandauer Rekruten. In Anwesenheit des Oberbefehlshabers des Heeres. Der Hissung der neuen Reichskriegsflagge und der Vereidigung der Rekruten des Standortes Spandau auf dem Exerzierplatz in Ruhleben wohnte der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie, v. Fritsch, bei. Vor einem riesigen Fahnenmast stand der Feltaltar, zu dessen beiden Seiten Waffenarten der hier vertretenen Formationen vom schweren Geschütz bis zum Karabiner aufgestellt waren. Unter den Ehrengästen sah man neben dem Obergruppenführer v. Jagow, den Polizeipräsidenten Graf Helldorf, den Oberbürgermeister S a h m , Vertreter der Gauleitungen Groß-Berlin und Kurmark und zahlreiche höhere Offiziere der alten Armee. Punkt 8 Uhr erschien der Oberbefehlshaber des Heeres, begleitet von Generaloberst v. S e e ck t. Der Oberbefehlshaber grüßte zunächst die alten ruhmreichen Fahnen und schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches die lange Front des großen Vierecks ab. Der Kommandeur des Regiments erinnerte nach der Flaggenhissung und Ansprachen der Geistlichen an das Wort des verstorbenen Reichspräsidenten: „Die Treue ist das Mark der Ehre" und mahnte die unge Mannschaft, den 1800 000 deutschen Soldaten und mehr als 400 Kämpfern der nationalsozialistischen Bewegung nachzueifern, die ihre Treue mit dem Tode besiegelten. Mit den Worten: „Schwört hier, meine jungen Soldaten, Treue dem Mann, der Deutschland geeint und wieder frei gemacht hat", leitete der Kommandeur die feierliche Vereidigung ein. Unter Vorantritt der alten Regiments- sahnen zogen die Formationen dann an dem Oberbefehlshaber des Heeres vorüber. 3n den hessen-nassauischen Garnisonen * In Kassel spielte sich die feierliche Vereidigung der Rekruten auf dem Friedrichsplatz vor dem Gebäude des Generalkommandos IX ab. Nach dem Eintreffen des Kommandierenden Generals des IX. Armeekorps General Dollmann erstattete der Kommandant von Kassel Oberst Rittweger dem General Meldung. Dann stieg an drei Masten auf dem Gebäude die neue Reichskriegsflagge empor. Nach Ansprachen des evangelischen und des katholischen Geistlichen nahm der Kommandant von Kassel Oberst Rittweger die Vereidigung der Rekru- ten vor. Nach der Vereidigung verlas der Komman- dierende General D o l l m a n n den Erlaß des Führers an die Wehrmacht und fuhr dann fort: Soldaten des Standorts Kassel! Ihr steht heute hier als ein Teil der jungen deutschen Wehrmacht. H i n- ter ihr steht das gesamte deutsche Volk, sinnbildlich heute hier vertreten durch die Spitzen der Bewegung, des Staates, der Stadt, der alten Armee, sinnbildlich vertreten durch die Ehrenabordnungen aller Gliederungen der Bewegung und der Wehrverbände, sinnbildlich auch vertreten durch einen großen Teil der Bevölkerung der Stadt Kassel. So sei es ein machtvolles Bekenntnis dieser Einheit, wenn wir den heißen Dank, den wir dem Führer schulden, dadurch zum Ausdruck bringen, daß wir geloben, alles einzusetzen für Volk und Vaterland und Führer. Die Ansprache des Kommandierenden Generals klang aus in ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, das deutsche Volk und Vaterland. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die feierliche Stunde. In Fulda fand die Rekrutenvereidigung auf dem Geschützrichteplatz der Artilleriekaserne statt. Oberst v. Berg als Standortältester schritt die Front der angetretenen Kompanien ab. Anschließend wurde unter den Klängen des Musikkorps des Infanterieregiments 87 und des Trompeterkorps des Artillerieregiments 45 und unter Ehrenbezeugungen der angetretenen Infanterie-Ehrenkompanie die neue Reichskriegsflagge auf dem Stabsgebäude gehißt. Nach Ansprachen der Militärgeistlichen beider Konfessionen wurde durch Oberstleutnant v. K a l m die Vereidigung vorgenommen. Dann machte Oberst v. Berg in einer kurzen Ansprache die Rekruten darauf aufmerksam, daß sie nunmehr, nach Ablegung des Eides, zu deutschen Soldaten befördert seien. Mit dem Verlesen des Erlasses des Führers zur neuen Reichskriegsflagge, einem Sieg- Heil und den Liedern der Deutschen wurde die für die Garnison Fulda bedeutungsvolle Stunde beschlossen. Im Standort Marburg wurden 400 Rekruten des 2. Bataillons Inf.-Rgt. 57 vereidigt. Nachdem unter den Klängen des Präsentiermarsches die Reichskriegsflagge am Mast der neuen Kaserne hoch- aeganaen war. Der Kommandeur des Bataillons Oberstleutnant Brabender wies auf die denkwürdige Stunde hin, in der die ersten Wehrpflichtigen des wiedererstandenen Reiches den Eid auf den Obersten Befehlshaber und Führer Adolf Hitler ablegten. Dann leisteten die 400 Rekruten den Eid. Rekrutenvereidigung vor der Feldherrnhalle. München, 7. Nov. (DNB.) Dor der Feldherrn- halle, an der ein solcher Akt besonders tiefe symbolische Bedeutung gewinnt, wurde am Donnerstagmittag die gemeinsame Vereidigung der Rekruten des Heeres und der Luft- waffein München in Anwesenheit des höchsten Befehlshabers des Standortes und des gesamten Offizierkorps, ferner von Vertretern der Bewegung und ihrer Gliederungen, der Landesregierung und der Hauptstadt der Bewegung vorgenömmen. In großer Zahl nahm die Bevölkerung an der Feier teil. Die Rekruten hatten im Viereck vor der Feldherrnhalle Aufstellung genommen, der Kommandierende General, Generalleutnant von Reichenau, der vorher einen Kranz am Kriegerdenkmal niedergelegt hatte, verweilte bei seiner Ankunft vor dem Mahnmal mit militärischem Gruß. Nach dem Einrücken der Fahnenkompanien hielten die beiden Wehrkreispfarrer Ansprachen, worauf der K o m - mandierende General selb st die Vereidigung oornahm. Er stellte den Rekruten ihre Pflicht vor Augen, durch ein vorbildliches Soldatenleben dem Führer den Dank für die Wiederherstellung der Wehrfreiheit abzustatten. Mit der Losung: „Gott und die Fahne" sprach Generalleutnant von Reichenau selbst die Eidesformel vor, die von den Rekruten mit erhobener Schwurhand nachgesprochen wurde. Sodann brachte der Kommandie- rende General ein Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht aus, das begeisterten Widerhall fand. Im Anschluß an den Dereidigungsakt nahm der Kommandierende General vor dem Gebäude des Generalkommandos den Vorbeimarsch der Truppen ab. Bei der Kriegsmarine. Für die gesamte Wehrmacht im Standort Kiel, die Kriegsmarine und Luftwaffe, fand auf dem Exzerzierplatz in Kiel-Wik die feierliche Hissung der neuen Kriegsflagge vor den Augen einer großen Volksmenge statt. Das neue Tuch wurde gleichzeitig auf allen Kriegsschiffen im Hafen, sowie aus den Dienst- und Wohngebäuden der Wehrmacht gehißt. Es folgte die feierliche Vereidigung der Rekruten. Vizeadmiral Albrecht erinnerte daran, daß m dieser Woche die Tage des ehrenvollen Falles der Festung Tsingtau und des ruhmreichen Unterganges der Kreuzer „Emden" und „Karlsruhe" sich jährten. Die Besatzungen von Tsingtau und der ^beiden Kreuzer hätten auf verlorenem Posten in nie wankendem Gehorsam mit höchster Tapferkeit ihre Pflicht erfüllt bis zum ehrenvollen Ende. Sie seien uns alle Vorbild. Unter der neuen deutschen Flagge wolle die Wehrmacht aufrecht und treu, gottesfürchtig und wahrhaft, gehorsam und tapfer ihre Pflicht tun. Unserem Führer, der im Weltkrieg vier Jahre unter dem Eisernen Kreuz in vielen Schlachten und Gefechten für unser Volk gekämpft hat, sei zu danken, daß er unter dem Hakenkreuz am 9. November 1923 und später noch oft sein Leben eingesetzt habe, um unserem Volke die Freiheit wiederzugeben. Dem Führer sei auch zu danken dafür, daß er die ruhmvollen Farben Schwarzweißrot wieder zu Ehren gebracht habe. Der Führer und Oberste Befehlshaber sei das Vorbild des deutschen ritterlichen Kämpfers ohne Furcht und Tadel. Im Reichskriegshafen Wilhelmshaven fand die Hissung der neuen Reichskriegsflagge mit einer militärischen Feier statt. Die auf Auslandsreise befindlichen Kreuzer Karlsruhe" und „Emden", sowie die beiden Panzerschiffe „Deutschland" und „Admiral Scheer" setzten mit der Flaggenparade gleichfalls wie die München, 7. Nov. (DNB.) Mit dem Eintreffen der Leibstandarte Adolf Hitler am Donnerstagfrüh stellte sich München in seinem Straßenbild bereits auf die Ereignisse des 8. und 9. November um. Der Hauptbahnhof trägt reichen Flaggen- und Lorbeerschmuck. In der Stadt wird bereits eifrig an der Ausschmückung der Straßen zwischen dem Bürgerbräukeller, dem Siegestor und dem Königsplatz gearbeitet. Vom historischen Bürgerbräukeller bis zur Feldherrnhalle ist den: Straßenschmuck auf den Gedanken des Opferganges im Jahre 1923 abgestimmt. Auf beiden Seiten der Straßen und Plätze erheben sich dunkelrot umkleidete Pylone, die mit goldenen Lettern die Inschrift „Der letzte Appell" und den Namen eines der nationalsozialistischen Blutzeugen aus den Jahren der Kampfzeit tragen. Ueber die Straße spannen sich in größeren Absätzen dunkelrote Tücher mit goldenem Hakenkreuz und liegendem Runenzeichen. Ueber der Residenzstraße ist beim Mahnmal, also an der Stelle, wo vor zwölf Jahren die 16 Getreuen Adolf Hitlers ihr Leben Hingaben, ein schwarzes Fahnentuch mit goldenem Hakenkreuz und gleichfalls mit dem Runenzeichen gezogen. Dunkelrote Vorhänge verkleiden das gegenüber dem Mahnmal liegende Wachlokal und die Front der Residenz bis zum Hofgarten. In der Feldherr n- halle selbst ragen die Pylone auf, die dem Gedenken der Toten vom 9. November 1923 gewidmet sind. Die Rückseite der Feldherrnhalle trägt dunkelrote Tuchoerkleidung. Die Häuser am und um den Odeonsplatz haben sich dem feierlichen Bild der Straßen angepaßt. Von der Brienner Straße an ändert sich das Bild. Von nun versinnbildlicht der Weg den Aufstieg und den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung, für den jene Helden ihr Herzblut vergossen haben. Als Zeichen sieghaften Lebens leuchten jetzt zu beiden Seiten des Straßenzuges die Farben der Bewegung. Schon sind an den Straßenseiten niedere Holzgestelle errichtet, die am 9. November die Tausende von Fahnen aufnehmen werden. Auf dem Karolinen platz wird der Fahnenwald sich nicht nur um das äußere Rund ziehen, sondern auch den mächtigen Obelisk in der Platzmitte umsäumen. Reges Leben herrschte schon am Donnerstag nachmittag im Braunen Haus und auf den Stra- Schiffe der Flotte in der Heimat erstmalig die neue Reichskriegsflagge. Feierliche Hissung der Reichsdienststagge. Eine Ansprache des Neichsinnenministers. Berlin, 7. Nov. (DNB.) Auch die neue R e i ch s d i e n st f l a g g e ist am Donnerstag zum ersten Male feierlich gesetzt worden. Die Hissung auf dem Gebäude des Reichs- und preußischen Ministeriums des Inneren am Königsplatz in Berlin war mit einer Ansprache des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Frick verbunden. Der Minister schritt zunächst in Begleitung der Staatssekretäre Dr. Pfundtner, Grauert und S t u ck a r t sowie des Befehlshabers der deutschen Polizei, Generalleutnant D a l u e g e , die Front der Ehrenhundertschaft der Schutzpolizei und der sämtlichen Beamten und Angestellten des Mini- steriums ab. Dann ertönte bei präsentiertem Karabiner das Kommando zum Hissen der Flagge, die darauf unter den Klängen des Präsenttermarsches auf den vier Ecktürw^ des Gebäudes bei strahlendem Sonnenscyem hochaing. In seiner Ansprache führte Reichsminister Dr. Frick u. a. folgendes aus: Heute vor 17 Jahren wurde die alte, ruhmreiche, in tausend Schlachten sieggekrönte schwarzweißrote Fahne von Landes- und Volksverrätern, Deserteuren, Marxisten und Juden heruntergeholt und in den Schmutz gezogen. Nach 15 Jahren der Schmach und Schande und des unentwegten heroischen Ringens um die Seele des deutschen Volkes hat unser Führer Adolf Hitler diese Farben in neuer Gestalt, in den Zeichen des uralten germanischen Sonnenrades, wieder zu Ehren gebracht. Die neue Flagge soll uns und vor allem den deutschen Beamten in dieser feierlichen Stunde eine Mahnung sein, in demselben Kampfgei st, in dem Adolf Hitler in all diefen Jahren die Fahne vorangettagen und zum Siege geführt hat, weiter zu arbeiten in Treue zu Führer und Bolt. Die neue Reichsdienstflagge ist gleichzeittg auch auf dem Gebäude des preußischen Innenministeriums Unter den Linden gesetzt worden. ßen und Plätzen. Am Freitagvormittag bringen noch zahlreiche Sonderzüge viele Tausende nach München als Sendboten der Millionen Volksgenossen, deren Herz in diesen Tagen in der Hauptstadt der Bewegung schlägt. Flaggen heraus am g.Aovember! Berlin, 9. Nov. (DNB.) Der Reichs Minister des Innern gibt folgendes bekannt: Aus Anlaß der Ueberführung der Helden des 9. November 1923 in die Feldherrnhalle und Ehren- lempel in München flaggen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen, Anstalten und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich am 9. November, in München außerdem am 8. November, und zwar v o l l m a st. Die Bevölkerung wird gebeten. In gleicher weife 3 u flaggen. Ankunst der Sonderzüge aus dem Reich. München, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Schon in den ersten Morgenstunden des Freitag wurde in den Straßen Münchens die nächtliche Stille von den festen Tritten der Marschkolonnen unterbrochen, die aus allen Gauen Deutschlands auf den Münchener Bahnhöfen einge- troffen waren. Zehntausende von Politischen Lettern, Führern und Angehörigen der SA., SS., NSKK„ Arbeitsdienst, Hitlerjugend, BDM. mit ihren Fahnen bezogen die ihnen vom Quartieramt zugewiesenen Unterkünfte in den verschiedenen Stadtteilen. Im Morgengrauen traf auch der Sonder- zua des Gaues Groß-Berlin mit etwa tausend Politischen Leitern und Angehörigen der verschiedenen NS.-Formationen, darunter auch alle Berliner Inhaber des Blutordens ein. Auf dem Orleans-Platz, auf dem sich bereits die Teilnehmer anderer Sonderzüge aus Norv- deutschland gesammelt hatten, nahmen auch die Berliner Formationen Austtellung und marschierten in geschlossenem Zuge zu ihren Unterkünften. Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, und Generaloberst a. D. von Seeckt beim Abschreiten der Front der aur Vereidigung der Rekruten angetretenen Truppen der Spandauer Garnison. — (Scherl-Bilderdienst-M.) München im Zeichen des 9. November. Oie Hauptstadt der Bewegung rüstet zur Feier des denkwürdigen Tages. & ie sieht es in -er Wirtschaft aus? Die Reihe der Montanabschlüsse wurde in diesen Tagen durch den Geschäftsbericht der Gutehoff- n u n g s h ü t t e vervollständigt (wenigstens soweit es sich um Gesellschaften handelt, die zum 30. Juni bilanzieren) Die Gesellschaft hebt hervor, daß die Mengenkonjunktur im Jnlandsgeschäft der deutschen Eisenindustrie eine bessere Ausnutzung ihrer Anlagen gestattete. In welchem Umfange und in welchem Zeitmaß der auf die Dauer unumgängliche Ersatz der öffentlichen Arbeitsbeschaffung sich durch Privatinitiative verwirklichen werde, bleibe abzuwarten. Die Kapazität der deutschen Wirtschaft sei noch nicht voll ausgenutzt und vor einem weiteren Ausbau könne zur Zeit nur dringend gewarnt werden. In der Rede, die Peter Klöckner auf der Hauptversammlung der Klöcknerwerke hielt und die wie alle Klücknerreden von der Wirtschaft und insbesondere auch der Börse mit Aufmerksamkeit gelesen und diskutiert wurde, sind Ausführungen enthalten, die zu dieser von der Verwaltung der Gute- hoffnungshütte ausgesprochenen Warnung in einem gewissen Gegensatz stehen. Peter Klöckner begründete nämlich die Beschränkung der Dividendenausschüttung auf 3 (im Vorjahr 2,5) v. Sy mit der Notwendigkeit, die Förder- und Fabrikationsanlagen über und unter Tage zu verbessern, also Investitionen vorzunehmen. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung jagte Klöckner, daß das Barometer für die Jnlandbejchäftigung unsicher sei. Jeder müsse das Bestreben haben, für die kommende Abschwächung im Jnlandgeschäft durch eine Erhöhung des Exportes Ersatz zu schaffen. Die Expartaussichten für die Zukunft seien günstiger. Er schloß seine Rede mit den Worten: Zusammengefaßt blicken wir mit Ruhe und Zuversicht in die Zukunft. ♦ Die maßgebenden Wirtschaftsländer begnügen sich damit, ihren Binnenmarkt durch einseitige, wirtschaftsegoistische Maßnahmen nach Möglichkeit zu beleben. Auf diesem Wege haben insbesondere die Vereinigten Staaten in letzter Zeit bemerkenswerte Erfolge erzielt. Unter Führung der Kraftwagenindustrie konnte die amerikanische Wirtschaft ihren Jnlandabsatz und ihre Produktion wesentlich ausweiten. Die Automobiler- aeugung der Vereinigten Staaten wird im laufenden Wirtschaftsjahre voraussichtlich auf mehr als 3,5 Millionen Wagen gebracht werden. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahrergebnis eine abermalige Steigerung um 750 000 Wagen oder um 25 d. Sy Die amerikanische Maschinen- und ebenso die Textilindustrie sind mit Erfolg bemüht gewesen, im Produktionsaufstieg mit der Automobilindustrie Schritt zu halten. Erzeugung und Verbrauch, Handelsumsätze und industrielle Beschäftigung haben sich in Amerika, wie die veröffentlichten Meßziffern zeigen, in den letzten Monaten in bemerkenswerter Weise erhöht, freilich auch zugleich die Preise und Löhne. Aber die amerikanische Wirtschaft zeigt heute im großen und ganzen das Bild einer schnell fortschreitenden Erholung. • Ebenso günstig wie die amerikanische hat sich die englische Wirtschaft in den letzten Monaten entwickelt. Die deutsche Wirtschaft hat es weit schwerer als die der beiden großen Abwertungsländer, den konjunkturellen Höchststand wiederzuerreichen. Vor allem hat die deutsche Ausfuhr mit viel größeren Hemmungen und Widerständen zu kämpfen. Trotzdem zeigt sich, daß es in Deutschland gelingt, in den Wirtschaftsaufstieg, der zunächst durch die öjfentliche Arbeitsbeschaffung hervorgerufen worden ist, die Privatinitiative in stärkerem Maße wieder einzuschalten. Nach einer interessanten statistischen Zusammenstellung, die wir in dem schon erwähnten Jahresbericht der Gutehoff- nungshütte finden, ist der Eisenverbrauch in Deutschland, auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, im letzten Jahre von 177 auf 196 Kilogramm gestiegen. Auch Amerika weist in der gleichen Zeit eine Erhöhung des Eisenverbrauchs je Kopf der Bevölkerung von 217 auf 269 Kilogramm auf. Dagegen ist dieser in E n g l a nd nur von 217 auf 224 Kilogramm gestiegen, in Frankreich dagegen von 128 auf 121 Kilogramm gesunken. Die deutsche Ausfuhr von Eisen und Eisenwaren hat sich im letzten halben Jahre gleichfalls von 1,2 auf 1,5 Millionen Tonnen oder wertmäßig von 287 auf 323 Millionen Mark erhöht, während die deutsche Gesamtausfuhr noch etwas zurückgegangen ist Auch in Deutschland marschiert die K r a f t wage nind ustri e an der Spitze des Konjunkturaufstiegs. Im dritten Vierteljahr 1935 haben die deutschen Automobilfabriken insgesamt 55 662 Personenkraftwagen gebaut. Das ist um ein Fünftel mehr als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres. Der Absatz hat sich aber sogar um ein Viertel erhöht. Besonders erfreulich ist, daß die Auslandsverkäufe deutscher Kraftwagen um nicht weniger als 73 Prozent zugenommen haben. Ferner ist festzustellen, daß sich Produktion und Absatz von Lastkraftwagen noch günstiger als die der Personenwagen entwickelt haben. Die Siegerländer Eisenindustrie berichtet in ihrer Oktoberübersicht über eine lebhafte Nachfrage nach Qualitätsblechen aller Art. Die Werke sind nach wie vor gut beschäftigt, die Eisengießereien sogar so stark, daß die Einhaltung der Liefertermine vielfach Schwierigkeiten bereitet. Auch hier macht sich in manchen Betrieben ein Mangel an Facharbeitern bemerkbar. Die Aussichten für das Auslandsgeschäft werden ebenfalls nicht ungünstig beurteilt. In der Solinger Schneidwarenindustrie hält sich die Ausfuhr andauernd über dem Dorjahresstand. Der Siemenskonzern, dessen Geschäftsjahr am 30. September ab- gelaufen ist, der aber das finanzielle Ergebnis noch nicht vorlegen kann, berichtet über den Geschäftsgang, daß der I n v e st i t i o n s b e d a r f der gesamten Industrie sich in zahlreichen Bestellungen für Maschinensätze und sonstige Produktionsanlagen aus dem Erzeugungsgebiet der Siemens-Firmen geäußert habe, daß die Belebung im Geschäft mit Verbrauchsartikeln weniger stark ausgeprägt gewesen sei. Ein stärkerer Änvestitionsbe- dars wird für die nächste Zukunft bei den Elektri- zitätsoersorgungsunternehmen erwartet. Erfreulicherweise sind sowohl auf dem Schwach- als auf dem Starkstromgebiet Erfolge im Auslandsgeschäft zu verzeichnen gewesen, die sich teilweise wegen ihrer langen Laufzeit noch nicht in den Umsätzen auswirken konnten. Die Gefolgschaft des Konzerns konnte um 12 000 auf 122 000 vermehrt werden ♦ Während die Welt sich im Sanktionswirrwarr befindet, geht Deutschland folgerichtig daran, seine eigene Wirtschaft dadurch zu stärken und zu untermauern, daß es mit den Staaten, die als Einfuhrland für hochqualifizierte, deutsche Jndustriewaren in Betracht kommen, Handelsabkommen schließt, die unter Berücksichtigung der deutschen landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht doch als Lieferanten unseres zusätzlichen Lebensmittelbedarfes in Frage kommen. So wurde am letzten Oktober mit Ungarn ein Abkommen geschlossen, das gegen Lieferung deutscher Jndustriewaren die Einfuhr ungarischen Viehs, Schweineschmalzes, Butter, Geflügel, Gemüse ujw. regelt. Es ist bezeichnend, daß Deutschland mit 62,7 Millionen Pengö im Vorjahre an d i e erste Stelle der ungarischen Handelsbilanz sich setzen konnte, also Oesterreich ablöste, und daß wir auch in der ungarischen Ausfuhr vor der österreichischen stehen. Einer deutschen Jndustrie- gruppe, die unter der Führung der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg steht, ist der Bau der goßen Atatürk-Brücke über das Goldene Horn bei Konstantinopel übertragen worden, obwohl an dem regen Wettbewerb um diesen Großauftrag auch englische und französische Firmen eifrig teilnahmen. Mit O e st e r r e i ch ist soeben ein Kompensationsgeschäft abgeschlossen worden, auf Grund dessen dieses Land für insgesamt 3,5 Millionen Schilling Ruhrkohle, oberschlesische Koks und Düngemittel aus Deutschland bezieht und dafür entsprechende Mengen von Vieh, Butter, Frischmilch und Holz nach Deutschland liefert. Weiter tritt am 20. November das neue deutsch-polnische Handelsabkommen in Kraft, das ebenfalls auf der Basis der Ergänzungen der beiden Ausfuhren aufgebaut ist und dessen Wirkung über die reine Wirtschaftsfrage erheblich hinaüsgeht. Die deutsche Einfuhr aus Polen war ebenso wie die Ausfuhr ständig zurückgeganaen. Sie betrug im Jahre 1928 377,9 Millionen Mark, im Jahre 1932 sank unsere Einfuhr auf 81,7 Millionen Mark und im Vorjahre betrug sie 78 Millionen, während die deutsche Ausfuhr von 496 Millionen im Jahre 1928 auf 93,4 im Jahre 1932 und auf 55 Millionen im Vorjahre gesunken ist. Jetzt hat sich Polen bereiterklärt, eine größere Menge deutscher Jndustriewaren, vor allem auch Kraftfahrzeuge, aufzunehmen, während wir in erhöhtem Maße aus Polen Butter, Schweine, Gänse usw. beziehen. Auch mit Lettland sind die Wirtschaftsverhandlungen wieder ausgenommen worden. Deutschland und England bestritten die lettländische Ein- und Ausfuhr um über 50 v. H. Seit dem Jahre 1934 sank allerdings der englische Anteil, während der deutsche wieder im Steigen begriffen war. Deutschland führte in der Zeit vom Januar bis August 1934 14,6 v. Sy der lettländischen Ausfuhr ein, während es im gleichen Zeitraum des Jahres 1935 25,4 v. Sy waren. Es führte nack Lettland, am Gesamt- Handel dieses Landes gemessen, im ersten Halbjahr 1934 für 11,3 o. Sy nach Lettland aus, während es in diesem Jahr 20,7 v. Sy waren. Lettland als Agrarland hat vor allem ein Interesse daran, seine Butter, seine Schweine und Gänse nach Deutschland in verstärktem Maße abzusetzen, während wir die Ausfuhr unserer Jndustriewaren dorthin steigern werden. Gegen bte Butterknappheit sind umfassende Maßnahmen getroffen worden. Aus der einen Seite werden auf Grund verschiedener Vereinbarungen größere Buttermengen auf dem Kompensationswege nach Deutschland hereinkommen. Auf der anderen Seite wird eine möglichst gleichmäßige Verteilung der vorhandenen Buttermengen sichergestellt werden. Die Molkereien sind angewiesen worden, ihre bisherigen Bezieher gleichmäßig je nach der verfügbaren Erzeugung zu beliefern. Ebenso ist der Einzelhandel mehr und mehr dazu übergegangen, durch Bezugslisten den Abnehmern eine möglichst gleichmäßige und gerechte Butterbelieferung zu gewährleisten. Da auch die Steigerungen des Weltmarktpreises der Butter neuerdings ihren Höhepunkt überschritten haben, und z. B. in Dänemark bereits Preisherabsetzungen vorgenommen worden sind, darf man damit rechnen, daß auf dem deutschen Buttermarkt bald wieder normale Verhältnisse eintreten werden. Das Bundesgericht von Baltimore gegen Roosevelts Wirikchastsplan Baltimore, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Bundesgericht von Baltimore erklärte in einer am Donnerstag getroffenen Entscheidung, das vom Kongreß angenommene Gesetz gegen die Holding-Gesellschaften für verfassungswld- r i g. Der Spruch stellt einen neuen scharfen Vorstoß gegen die New Deal bar. Das Gesetz sah bte Auflösung d er Dach-Gesellschaften und eine durchgreifende Neuordnung vor. Nach Einlegung der Berufung wird der ober st e Gerichtshof in Washington mit der Angelegenheit befaßt werden. Stavisky und die Polizei. Vielsagende Prozetzaussagen. Paris, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Im Sta- visky-Prozeß erklärte der Angeklagte Cohen, der im städtischen Leihhaus von Bayonne a l s Schätzer von Schmucksachen und Edelsteinen angestellt war und zugegeben hat, für etwa 15 Millionen Franken Schmucksachen ü bersch ä tz t zu haben, er fei häufig beauftragt worden, den Parlamentariern Schmuck st ücke als Geschenke zu überreichen, so u. a. dem ehemaligen Arbeitsminister Francois Albert, der inzwischen verstorben ist. Um sein Gewissen zu entlasten, habe er einen anonymen Bries an d i e Polizei geschrieben, in dem er die ganze Betrügerei aufgedeckt habe. Zu seinem größten Erstaunen sei Stavisky wenige Tage später mit dem Original zu ihm gekommen und habe ihm erklärt, wenn er den Schreiber dieses Briefes ausfindig mache, würde er mit ihm abrechnen. Diese Aussage des Angeklagten, die darauf schließen läßt, daß Stavisky sehr enge Beziehungen zur Polizei unterhielt, veranlaßte das Gericht zur Anordnung weiterer Untersuchungsmaßnahmen. Man will versuchen, festzustellen, wer Stavisky den parlamentarischen Polizeiausweis verschafft hat, der es ihm beispielsweise erlaubte, bei den Pferderennen seinen Kraftwagen auf dem dem Präsidenten der Republik vorbehaltenen Parkplatz abzustellen. Keine englische Anleihe für China. Tokio, 6. Nov. (DNB.) Der britische Botschafter erklärte dem stellvertretenden Außenminister * Shigemitsu, daß England mit Nanking über eine Anleihe weder verhandelt noch eine Der Fall Alberding. Ein aufsehenerregender Prozeß wegen Mordes und Versicherungsbetruges. Dor dem Schwurgericht in Rudolstadt (Thür.) begann der Prozeß gegen den des Mordes und Versicherungsbetruges angeklagten 43jäh- rigen verheirateten Heinrich A l b e r b i n g aus Fulda. Alberding soll der Mörder eines etwa 21 bis 30 Jahre alten Mannes sein, dessen zerstückelte Leiche, wie bereits berichtet, am 23. August 1928 in einem dichten Unterholz in der Umgebung von Saalfeld gefunden wurde. Nach den bei der Leiche gefundenen halbverkohlten Papieren mußte man damals «nehmen, daß Alberding, der seit Anfang 1928 spurlos verschwunden war, tatsächlich das Opfer eines bestialischen Mordes geworden sei. Die Kriminalpolizei in Fulda hatte übrigens im Februar 1928 von Alberding einen Brief erhalten mit der Mitteilung, daß er von zwei ehemaligen Prozeßgegnern gefangen gehalten werde und sich auf seinen letzten Gang gefaßt machen müsse. Auch hatte man in einem Aermel des angeblich toten Alberding einen Brief gefunden, in dem Alberding sich „auf seinen bevorstehenden gewaltsamen Tod vorzubereiten" angab. Bald jedoch richtete sich der Verdacht der Täterschaft gegen den verschwundenen Alberding. Man hatte ermittelt, daß der Vermißte kurz vor seinem Verschwinden seine Familie im Falle seines Todes mit 6 0 0 0 0 Mark versichert hatte. Das Geld ist jedoch nicht ausaezahlt worden. Der nunmehr steckbrieflich gesuchte Alberding blieb jahrelang verschwunden. 1934 konnte man ihn in Fulda festnehmen, als er im Begriff war, nach mehr als sechs Jahren wieder zu feiner Familie zurückzukehren. Zu Beginn der Beweiserhebung überraschte der Angeklagte das Gericht mit heftigen Angriffen auf d i e Verhandlungsführung, die er als ungesetzlich und verbrecherisch bezeichnete. Er beantragte feine sofortige Freilassung und Aussetzung der Verhandlung, da er den Mord nicht begangen habe. Die wirklichen Mörder kenne er, ihre Namen könne er aber nur dann mitteilen, wenn man ihm und seiner Familie die notwendigen Sicherheiten gegen die ihn bedrohenden Mörder gebe.Als das Gericht den Antrag des Angeklagten unter Zurückweisung seiner unberechtigten Angriffe mit der Begründung ablehnte, daß er unter dem schweren Verdacht des Raubmordes stehe und feine Erzählungen wohl selbst nicht glaube, erklärte der Angeklagte, die Mörder seien drei Geschwister namens G o s s o w aus Dro- patschow, die entweder ins Ausland gegangen feien oder unter falschem Namen noch in Deutsch- land leben müßten. Wo dieser Ort liegt, konnte selbst der Angeklagte nicht angeben, und auch in keinem Atlas findet man diesen Namen. Ausführlich äußerte sich dann der Angeklagte über die Dinge, die ihn in die Mordgeschichte verwickelt hätten. Auf der Bahnfahrt zwischen Fulda und Frankfurt a. M. habe er ein junges Mädchen kennengelernt, das seinen Bräutigam, der es treulos verlassen hätte, erschossen habe. Diesem jungen Mädchen habe er zur Vertuschung des Verbrechens, „da er sowieso auswandern wollte", angeboten, feine Kleider mit denen des toten Bräutigams auszutaufchen. Nach anfänglichem Sträuben fei das Mädchen, nachdem Alberding ihr 300 Mark angeboten habe, darauf eingegangen, und zusammen mit dem Bruder des Mädchens fei der Kleideraustausch vorgenommen worden. Alberding ist schon früher häufig mit den Gesetzen in Konflikt geraten. So hat er nach einem verlorenen Prozeß zwei seiner Arbeiter des Mordes an dem bei Saalfeld gefundenen Toten beschuldigt. Um sich das für feine Auswanderung nach Amerika notwendige Geld zu verschaffen, hat er Wechsel gefälscht. Auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden, der ihn übrigens als eine Verbrechernatur bezeichnete, wo Alberding sich denn so lange verborgen habe, gab der Angeklagte an, daß er in seiner Fuldaer Wohnung gewesen sei. Wenn die Polizei kam, habe er sich immer hinter dem Küchenherd versteckt. Vetter- Qnalüfls-Möbel und Preise sind Leistungsbeweise. 6416D Ausstellung und Verkauf nur WiesensfraSeö. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Scbuletr.T MUI Jwf WHW ; in großer Auswahl Gut, preiswert und Wollwaren 3.90 4.50 6.25 b» 12.50 die beliebte kurze Form.. 3.90 bis 15.75 dem, gangbare Farben von Kinderstrümpfe, alle Größen und Preislagen Kinder-Gamaschenhosen, weiß und farbig 6429 A C3J7 Den richtigen Schuh hält jederzeit 6417 A TEX TI LH AU 5, HAUS DER GUTEN, UALITA'TEN S E LT E R S W E G 1.35 2.30 2.95 3.90 4.80 5.50 1.00 1.85 2.50 4.50 5.50 8.25 0.65 0.85 1.25 Auswahl zu günstigsten Preisen. Herren-Pnllover mit Arm, mo- 0.95 1.45 1.95 1.95 3.95 4.50 1.45 1.95 2.50 1.45 1.75 2.15 2.35 3.10 4.50 Damen-Pullover in modisch schönen Färb. Damen -Westen Damen-Schlüpfer warm gefüttert Damen-Schlüpfer reine Wolle, gestrickt... Herren-Unterhosen wollgemischt Herren-Unterjacken wollgemischt Herren Plüschhosen Damen-Strlckhandschuhe mit und ohne Stulpe Damen-Nappa-Handschuhe, gefüttert. Herren-Strick- und Stoff- Handschuhe Herren Nappa Handschuhe Kinder- Strick - Handschuhe X2hMalta/ ScHuhe fußgerecht und elegant. Kameradschaftsabend a.9.11.35 fällt aus. - Ich bitte die Kameraden, sich an der Feierstunde zum 9. November zu beteiligen. Treffpunkt um 19.30 Ubr an der Turnballe a.Os- waldsgarten. Der M23 d vttsgnuoekMrer 3.90 6.25 7.50 Xr auch für Sie bereit. Warme Bekleidung für kalte Tage! Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. D. Ihre Briefkastenanfrage wird durch den Artikel „Das neue Erbschaftssteuerrecht" in unserem heutigen Blatte beantwortet. Heimatvereinigung ScWenberg Sonntag. Ifl.lid.M. nachmittags 3 Uhr anf dem [6422d Schiffenberg Familien- zusammenkiiDil Musikalische und sonstige Darbietungen, Vortrag von Rek or a. D. Val. Müller über: ..Das N rdande d. Ptahlgraoens nnd seine Bedeutung“ Wetterbericht des Relchswekkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Ein über der Biscaya zur Entwicklung gekommener kräftiger Tiefdruckwirbel ist rasch zur Nordsee vorgeftoßen. Er brachte uns am Donnerstag mit Warmluftzufuhr Bewölkungszunahme und Regen. In den Küstengebieten der Nordsee traten gleichzeitig stürmische Südwinde ein. Zur Zeit ist zwak Beruhigung eingetreten, doch rückt von Westen her bereits eine neue Störung heran. Aussichten für Samstag: Zunächst Witterungsverschlechterung mit Regenfällen, dann leichte Besserung, doch fein durchaus beständiges Wetter, bei südlichen Winden mild. Aussichten für Sonntag: Wechselnd be* wölktes und mildes Wetter mit zeitweiligen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 7. November: mittags 10 Grad Celsius, abends 8,9 Grad; am 8. November; morgens 8,3 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. November: abends 7,5 Grad; am 8. November; morgens 7,4 Grad. — Niederschläge 0,3 mm. J. B. H AUSER, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN Trikotagen: Damen-Hemden, mit Träger u. n DK 1 OK 1 RR Achsel, Mako und Interlock U.uu Leu Luu Herren-Westen, gute strapazier- 07c 11 OR fähige Qualitäten von d.lubislL4u Pullover und Strlckanziir:© für Knaben in großer Auswahl u. zu vorteilhaft günstigen Preisen Es gibt Neuerungen im Ofenbau, die man Ihnen weder schriftlich noch bildlich darbringen kann. Aber wenn wir Ihnen die große Auswahl von formschönen und modernen Oefen zeigen und die überzeugendenVorteile kurzerläutern, dann sind Sie rasch über die heutige, weit fortgeschrittene Technik im Ofenbau unterrichtet 10 Minuten Ihrer kostbaren Zeit erfordert ein Besuch bei HäuseramOswaldsgarten-der neue Ofen von Häuser dankt's Ihnen ein ganzes Leben lang durch Zuverlässigkeit und Brennstoff- Ersparnis. die Banditen die Stationskasse ausgeraubt hatten, zündeten sie das Stationsgebäude an und suchten das Weite. . Ein weiterer B a n d 1 t e n u b e r f a l l ereignete sich bei Teocaltische. Männer aus Guadalajara brachten hier auf der Straße ein Postauto zum halten. Sie raubten die Reisenden, die sich in dem Wageg befanden, aus und nahmen ebenfalls dis Postsäcke mit. .. m Im Staat Ialisco halt die R e b e l le n b e w e- gunq immer noch an. Der Kommandeur der Bundestruppen äußert sich jetzt über diese Tatsache einem Vertreter der Zeitung „Prensa gegenüber. Der Kommandeur erklärte, daß die Bewegung feine nennenswerte Bedeutung habe, da den Rebellen jedes Kriegsmaterial fehle. Die Bundestruppen bekämpften die Rebellen energisch, und zwar nut Unterstützung von Flugzeugen. • Handschuhe: Damen-Stoffhandschuhe, ge- 1.10 2.25 3.90 füttert, mit Stulpe ........... wÄÄÄSm 12-5013.7516.5019.50 Kinder-Pullover und -Westen, in reichhaltig. für die Lutherhalle Direktor Lic. Thulin, für das Predigerseminar Ephorus Hage und für die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Professor D. Dr. Schumann. Kunst und Wissenschaft. Wiedereröffnung des Staatlichen Schauspielhauses in Anwesenheit des Führers. Mit einer glanzvollen Aufführung von Goethes „Egmon t" wurde vor geladenen Gasten das Berliner Staatliche Schauspielhaus in Gegenwart des Führers wieder eröffnet. Kurz vor 19 Uhr traf der Führer, begleitet vom Ministerpräsidenten Göring und Frau Göring sowie dem Bauherrn, dem preußischen Finanzminister Popitz, im Theater ein, von der Menge mit erhobener Rechten begrüßt. Die Parketts und Ränge sahen die führenden Männer aus Staat und Bewegung, darunter den Stellvertreter des Führers, Rudolf H e ß, die Reichs- Minister Dr. Goebbels, von Blomberg, Frick, Dr. Gärtner, Schwerin-Krosigk, von Eltz-Rübenach, Dr. Schacht, Frank, den Stabschef der SA. L u tz e, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsarbeitsführer Hierl, Botschafter von Ribbentrop, zahlreiche Staatssekretäre, Gauleiter Kube, Polizeipräsident Graf Helldorf und Oberbürgermeister Dr. Sahm, viele Mitglieder des Diplomatischen Korps und eine Fülle namhafter Vertreter aus Partei und Staat, Kunst und Wissenschaft, kurz des gesamten öff^it- lichen Lebens. In kurzer Zeit sind in dem Schinkel- schen Prachtbau am Gendarmenmarkt nicht nur die erforderlichen technischen Neuerungen eingebaut, sondern auch alle Räume gründlich instandgesetzt worden. Dabei ist mit der denkbar größten Treue gegenüber der Meisterschöpfung Schinkels verfahren worden, sind alle Zutaten späterer Zeiten entfernt worden. Mit dankbarer Freude stellten die Besucher bei der festlichen Eröffnung den außerordentlichen Gewinn fest, den diese Stätte der deutschen Schauspielkunst daraus davongetragen hat. Darlhous Bibliothek versteigert. Der ehemalige französische Außenminister Louis Barthou, der bei dem Anschlag auf den König von Jugoslawien in Marseille den Tod fand, verfügte über eine große Bibliothek mit zahlreichen seltenen Werken und Handschriften. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend wurde diese Bibliothek öffentlich oerfteig ert Die erste Versteigerung, die bereits im März d. I. stattfand, ergab 3,7 Millionen Franken. Die zweite Versteigerung, die jetzt drei Tage dauerte, brachte über 2,1 Millionen Franken, so daß der Gesamtbetrag der Bibliothek Barthous sich auf f a st sechs Millionen Franken stellt. Aus aller Welt. Der Kamps um die Schachweltmeisterfchast. Im Kampf um die Schachweltmeister- , schäft kam die 15. Partie in Baarn zum Austrag. Aljechin, der die weißen Steine hatte, । spielte ein Damengambit. Es kam frühzeitig zum i Abtausch der Damen, woraus sich ein verwickeltes : Endspiel ergab. Nach 40 Zügen wurde die Partie > zunächst in einer Stellung abgebrochen, die weder , für Aljechin noch für Euwe wesentliche Gewinn- solche gegeben habe, lieber die angekündigte Finanzreform sei England von Nanking nicht unterrichtet worden. Englische Banken seien aber bereit, d i e Reform z^i unter ft ü fc e n, falls dadurch eine Besserung der chinesischen Finanzen erreichbar sei. Englands Finanzpolitik gegenüber China setze nach wie vor die Zusammenarbeit mit Japan voraus. chancen bot. Im weiteren Verlauf kam Aljechin 1 etwas in Vorteil, jedoch gelang es Cuwe, durch I umsichtiges Spiel nach 61 Zügen ein Remis zu er- i zwingen. Der Stand des Wettkampfes ist nunmehr: Aljechin 5, Euwe 5, Remis 5. — Die nächste Partie wird in Herzogenbusch gespielt. Jleun Jahre Zuchthaus für einen Sittlichkeitsverbrecher. Die Große Strafkammer in Kassel verurteilte den im Jahre 1893 in Bingen geborenen jüdischen Arzt Dr. Paul Richard B r ü ck, der feit dem Jahre 1920 in Karlshafen feine Praxis ausubte, wegen unsittlicher Handlungen an schulpflichtigen Mädchen und wegen versuchter Notzucht an Frauen, die er durch Hypnose einzuschläfern suchte, z u neun Jahren Zuchthaus. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. 70 Zentner Rohkaffee gestohlen. Auf dem Gelände des Kölner Güterbahnhofs wurde ein dreister Diebstahl verübt. Bisher noch unbekannte Personen hatten einen Waggon aufgebrochen und daraus 48 Sack Rohkaffee im Gewicht von etwa 70 Zentnern gestohlen. Bisher hat man von den Dieben noch keine Spur. Da der Rohkaffee nur in Fachgeschäften und Kaffeebrennereien abgesetzt werden kann, warnt die Kriminalpolizei dringend vor dem Ankauf des Diebesgutes. Fünf Todesopfer beim Absturz eines französischen Militärflugzeugs. Ein französisches Militärflugzeug mit fünf Insassen stürzte bei Montpellier aus unbekannten Gründen ab. Sämtliche Insassen fanden den Tod. Das Flugzeug gehört zur Flugbafis Toulouse. Verwegene Danditenüberfälle in Amerika. Im Staat Ohio ereignete sich auf der Bahnstation Garrettsville ein U e b e r f a 11 auf den Postwagen eines Personenzuges, der seinesgleichen sucht. Während des kurzen Aufenthalts des Zuges erschien plötzlich eine Gruppe von fünf Männern auf dem Bahnsteig, die bis an di? Zähne bewusst net waren. Die Heute brachten sofort die mitgeführten Maschinengewehres Stellung und drangen mit gezücktem Revolver in die Postwagen des Zuges ein. Sie schossen sofort um sich, ergriffen sechs Postsäcke, sprangen aus dem Wagen heraus und in ein bereit stehendes Auto hinein und entkamen. Der Raub hatte sich mit einer solchen Schnelligkeit abgespielt, daß die meisten Fahrgäste des Zuges nichts davon bemerkt hatten. Lediglich ein paar Personen auf dem Bahnsteig, etwa ein Dützen Wartende, hatten den Vorfall beobachten können. In den geraubten Postsäcken befanden sich Lohngekder, in einem der Säcke mindestens 96 000 Mark Bankgelder, in einem anderen Sack, wie vermutet wird, 174 000 Mark Weiter sind in den geraubten Postsäcken noch andere wertvolle Postsachen enthalten. Die Bahnstation Sanandras, die an der Strecke der mexikanischen Bahnlinie nach Veracruz liegt, ist in einer der letzten Nächte von Banditen überfallen worden. Der Stationsbeamte wurde, als er Widerstand leistete, ermordet. Nachdem [Empfehlungen | Für den gäger und vogelfreund! llmckckiMl au der Jagd Anleitung zum richtigen Ansprache« der heimischen Raub ^ogtl mit 35 Abbildungen von Dr.T. Demandt. Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Preis kart.RM. —,60 Das Heftchen bringt mit vielen Ümrißzeich- nungen die äußere Er- scheinungunsererwich tigstey Raubvögel im Fluge und im.Sitzen. Neben den wichtigsten Form-und Größenan- gaben sind auch die Flugart und der Ruf kurz gekennzeichnet. Iu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Berlin - Lichterfelde Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiterr Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein« druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Oie Mitglieder der Finanzabteilung bei der Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei. Berlin, 7. Nov. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten, Kerrl, bestellte folgende Beamten der allgemeinen kirchlichen Verwaltung für die Finanzabteilung der Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei. Zum Vorsitzenden den Oberkonsistorialrat Gustavus bet der Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei in Berlin-Charlottenburg; zu Mitgliedern: Oberkonsistorialrat Dr. Koch, Oberkirchenrat Dr Duske, beide beim Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin - Charlottenburg; Oberlandeskirchenrat Kretzschrnar beim Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt in Dresden; Direktor Dr. Müller beim Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart; Vizepräsident Dr. Meinzolt beim Evangelisch- Lutherischen Landeskirchenamt in München und Landeskirchenrat Dr. Fischer bei der Evangelischen Landeskirchenkanzlei in Darmstadt. Stiftung der „Wittenberger Surfe". ELP. Im Anschluß an den Reformationsfestgottesdienst in der Wittenberger Schloßkirche fand ein Festakt in der Lutherhalle statt. D. Eger, der Vorsitzende des altpreußischen Landeskirchenausschusses, gab bekannt, daß auf Veranlassung von Reichsminister Kerrl die „Wittenberger Kurse" eingerichtet werden. Unter dieser Bezeichnung sollen Lehrgänge für Pfarrer stattfinden, außerdem auch Kurse für Theologen und Laien gemeinsam, wie sie bereits von der Luthergesellschaft mit gutem Erfolg durchgeführt worden sind. Die Leitung liegt in den Händen eines Kuratoriums, das aus dem Direktor des Wittenberger Predigerseminars, dem Direktor der Lutherhalle, einem Mitglied der Höllischen Martin-Luther- Universität und weiteren vom Landeskirchenausschuß zu ernennenden Persönlichkeiten besteht. Erfaßt werden sollen in erster Linie die Pfarrer der altpreußischen Union, außerdem Theologen aus dem gesamten Reichs- gebiet und schließlich auch Ausländer, die zum Studium der Reformationsgeschichte nach Deutschland kommen. In den Wittenberger Kursen werden, wie es ja naheliegt, in erster Linie die geschichtlichen Ereignisse der deutschen Reformation und ihre Bedeutung für die Gegenwart behandelt. Weiter soll auf die heutige Lage der Kirche unter Berücksichtigung der geistesgeschichtlichen Entwicklung der letzten Jahrhunderte eingegangen werden, endlich auf pfarramtliche und seelsorgerische Aufgaben. In mehreren Ansprachen wurde die Stiftung der neuen Lehrgänge dankbar begrüßt. Als Vertreter des Reichsministers für die kirchlichen Angelegenheiten sprach Dr. Ruppel, für die Lutherstadt Wittenberg Oberbürgermeister Dr. Dr. R a s ch. Strümpfe: Damen-Strümpfe, 1 QR 0 1R 0 QR reine Wolle Ly3 Damen-Strümpfe. 1 QR 9 7R 9 QR Wolle mit Kunstseide plattiert... ■ £*uu Damen-Unterziehstrümpfe . 0.35 0.60 1.00 Damen-Strflmpfe, 4 nn 1 RR 1 QR Flor mit Kunstseide plattiert .... I-W G Ur. 262 Zweites Blatt Gießener Anzeiger iGeneral-Anzelger für Oberhetzen-Hreilag, 8. November 1935 Noch zwei Minuten bis zur Sendung...! Junge Generation am Nundfunk. — Aller Anfang ist schwer, peinliche Zwischenfälle am Mikrophon. Fünf Minuten lang. Schließlich fällt einem ein, daß man eigentlich eine neue Saite holen müsse. Er wird fortgeschickt. Eile, höchste Eile wird ihm anbefohlen, da die Saite erst noch aufgezogen und gestimmt werden muß. Die Minuten fliegen nur so vorbei. Das Zeichen zum Beginn der Sendung wird gegeben. Aber der Mann mit der neuen Saite ist noch nicht da. Wir sind gespannt, was jetzt geschehen soll; doch unser Mann mit dem Cello verzieht keine Miene und spielt mit drei Saiten. Unsere Bewunderung für ihn ist jetzt auf dem Höhepunkt angelangt. — Und endlich, nach Schluß der Sendung, erscheint auch unser Kamerad mit einer nagelneuen Saite. Er hatte im Laden „so lange warten müssen"! Pimpfensendung! Die Proben sind glücklich überstanden. Die Sache klappt. Die Hauptprobe war in Ordnung. Unsere Ausstellung der Arbeitsbücher. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Arbeiter und Angestellte, für die Arbeitsbücher auszustellen sind, dürfen von dem Zeitpunkt an, den der Reichsarbeitsminister bestimmt, nur beschäftigt werden, wenn sie im Besitze eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind. Wer entgegen dieser Vorschrift einen Arbeiter oder Angestellten beschäftigt, oder sich als Arbeiter oder Angestellten beschäftigen läßt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. Nach der Bekanntmachung des Herrn Präsidenten der Reichsanstalt vom 18. Mai 1935 wurden Arbeitsbücher zunächst für die Arbeiter und Angestellten der folgenden 16. Betriebsgruppen ausgestellt: Industrie der Steine und Erden, Eisen- und Stahlgewinnung, Metallhütten- und Metallhalbzeugwerke, Herstellen von Eisen-, Stahl- und Metallwaren, Maschinen, Apparate und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei), Elektrotechnische Industrie, Optische und einmechanische Industrie, Chemische Industrie, Pa- lierindustrie, Leder- und Linoleumindustrie, Kaut- chuk- und Asbestindustrie, Baugewerbe und Baunebengewerbe, Großhandel, Einzelhandel, Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels, Geld, Bank, Börsen- und Der- Arbeitstagung der Entschuldungsämter. Pimpfe dürfen jetzt noch eine Weile draußen im Park herumtollen. Wir andern stehen am Fenster des Senderaumes und unterhalten uns. Die Pimpfe da draußen schreien und toben, daß einem das Trommelfell platzen könnte. Auf einmal steigt aus der Abfallgrube, die sich draußen vor dem Haus befindet, dichter Qualm auf. Irgend jemand scheint glühende Asche in die Grube geleert zu haben, so daß die andern Abfälle in Brand gerieten. Da steht auch schon, wie aus dem Boden gewachsen, der Aufseher des Parks vor unfern Pimpfen und bezichtigt sie ganz offen der Brandstiftung. Ein einziger Entrüstungsschrei ist die Antwort. Das nützt aber nicht viel. Die Verhandlung geht weiter. Der Uhrzeiger auch. Gleich wird es Zeit sein. Unsere Pimpfe haben die Sendung vergessen. Sie sind jetzt ganz bei der Sache. Ihre Ehre ist angegriffen. Sie muß verteidigt werden. Sie ist wichtiger als die Sendung. Vergebens versuchen wir, den Streit abzubrechen. Die Unentwegtesten weichen nicht von der Stelle, bis der Vorwurf zurückgenommen ist. Dann kann die Sendung beginnen. Es war gerade noch eine Minute Zeit! B-r. sicherungswesen. Die Ausstellung der Arbeitsbücher für alle Angehörigen der vorgenannten Betriebs- aruppen sollte bis Ende September 1935 abgeschlossen sein. Es ist festgestellt, daß es trotzdem noch Arbeiter und Angestellte gibt, die bisher noch keinen Antrag auf Ausstellung eines Arbeitsbuches gestellt haben, obwohl dies bereits hätte geschehen sein müssen. Wenn auch der Beschäftigte selbst dafür sorgen muß, daß er ein Arbeitsbuch bekommt, so ist es doch Sache des Betriebsführers, sich darum zu bekümmern, daß dies geschieht. Die Festsetzung des Zeitpunktes, von dem an Arbeiter und Angestellte in den obengenannten Betriebsgruppen nur beschäftigt werden dürfen, wenn sie im Besitze eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind, steht unmittelbar bevor. Die beschleunigte Einreichung der noch ausstehenden Anträge ist deshalb zur Vermeidung von Nachteilen notwendig. Angehörige der genannten Betriebsgruppen, die noch keinen Antrag auf Ausstellung eines Arbeitsbuches gestellt haben, werden hiermit letztmalig aufgefordert, bei ihrem zuständigen Arbeitsamt einen Antrag sofort zu stellen. Wenn ihr draußen im Land unsere Hitler- Jugend- und Jungvolk-Sendungen hört, und alles klappt und läuft wie am Schnürchen, als könnte es gar nid)f anders fein, dann denkt ihr wohl kaum daran, wie viele und oft langwierige Vorbereitungen nötig find, um so etwas zustande zu bringen. Die Rund funk schar hat vor einer solchen ' Sendung manchmal ziemlich strammen Dienst. Stundenlange Proben sind keine Seltenheit. Dann und wann gibt es auch einmal eine kleine Aufregung, roenn ~irgenb etwas schief zu gehen scheint und die Nerven zum Zerreißen angespannt sind. Jetzt! Jetzt! Denkt jeder, jetzt passiert's. Und dann geht es doch noch einmal gut, und erleichtert atmet alles auf, das heißt, bei der Sendung darf man das nicht einmal, weil der Hörer das nämlich hört! Oder es kommt auch vor, daß einer der Mitwirkenden bei der Hauptprobe, die meist kurz vor der Sendung statt- findet, nicht rechtzeitig erscheint; man wartet und wartet, schließlich wird man ungeduldig, man versucht zu telephonieren, endlich werden Patrouillen ausgeschickt, um den Sünder zu suchen; und gerade, wenn dann drei oder vier Mann weggegangen sind, um den Vermißten heranzuholen, erscheint er freundlich lächelnd unter der Tür! Fanfarenbläser — ausgerutschi! Wir brauchen zu einem Lied in unserer Feierstunde einen Fanfarenbläser, der an einer bestimmten Stelle einzusetzen hat und der ganzen Sache Glanz und Schwung geben soll. Bereits zweimal ist der Mann zur Probe bestellt worden, aber bisher hat er es noch nicht für nötig gefunden zu erscheinen. Wahrscheinlich hat er zu großes Vertrauen zu seiner Kunst, daß er gar nicht erst zu proben braucht Endlich, nach heftigem Zureden und unheimlichen Drohungen, erscheint er zur Hauptprobe. Alle sind gespannt auf die feine Stelle mit der Fanfare. Fabelhafter Einsatz! Jetzt muß gleich die Stelle kommen, .wo es so hinaufgeht! O heiliger Schreck! Der Fanfarenbläser ist ausgerutscht! Der Herr Dirigent klopft ab, der Mann in der Regiezelle hält sich entsetzt die Ohren zu. Noch einmal! Wieder kommt die verhängnisvolle Stelle, wieder rutscht die Fanfare aus. Dasselbe Schauspiel wiederholt sich ein drittes Mal. Dann wird die Fanfare auf eine Viertelstunde hinausgeschickt, um zu üben. Danach geht die Sache von vorne los. Wieder mit dem gleichen Erfolg. Was tun? Wir haben noch eine halbe Stunde bis zur Sendung. Ein zuverlässiger Fanfarenbläser muß unbedingt beschafft werden. Also setzt sich der Herr Dirigent selbst in Marsch. Fünf Minuten vor Beginn der Sendung erscheint er wieder... Mit einem neuen Fanfarenbläser! — Proben dürfen wir nicht mehr. Schon erscheint über der Regiezelle das Kommando: „Achtung! Ruhe erbeten!" — Jeder denkt mit Schrecken an die Fanfare: wird es klappen oder werden wir uns blamieren? Die Sendung rollt. Nah und näher rückt die verdammte Stelle. Gleich muß sie da fein. Ich schwitze. Da, jetzt! — Wunderbar schmettert die Fanfare herein, und diesmal atmen wir wirklich erleichtert auf. Ein Cello mit drei Saiten ... Wir fingen zum erstenmal mit der Begleitung von Instrumenten und sind nicht wenig stolz darauf, daß wir jetzt ein großes Orchester haben. Dor allem unser Cellist imponiert uns, wenn er den Baß so fabelhaft „herausholt". Die Hauptprobe hat tadellos geklappt. Alles ist in bester Laune. Es ist noch eine Viertelstunde bis zur Sendung, und wir legen eine kleine Pause ein, die wir draußen im Park verbringen wollen. Der Cellist, unser Stolz, will rasch sein Instrument noch einmal stimmen. Da: Ein knallendes Geräusch, eine Seite ist gerissen. Stummes Entsetzen, dann Beratung. D a r m st a d t, 6. Nov. (LPD.) Auf Einladung und unter Vorsitz des stellvertretenden Oberlandesgerichtspräsidenten versammelten sich in den Räumen des Oberlandesgerichts Darmstadt die Leiter der Entschuldungsämter, um ihre Tätigkeit durch gegenseitigen Austausch ihrer Erfahrungen zu fördern. Ls kam dabei zum Ausdruck, daß die vorteile des Lutschuldungsverfahreus nicht solchen Ve- triebsinhabern zugute kommen sollten, deren Persönlichkeit oder Wirtschaftsführung nicht die Gewähr für eine erfolgreiche Durchführung des Verfahrens und für die Erhaltung des Betriebes bietet. Wenn dagegen kein Verschulden des Bekriebsinhabers vorliegk, werden alle gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, und die Entschuldungämter werden dabei als die tatkräftigen und die besten Anwälte der Ve- triebsinhaber handeln. Wenn dabei manche Verfahren auch nicht ohne erhebliche Opfer der Gläubiger durchgeführt werden können, so wird sich doch häufig in einer Gläubigerversammlung aufzeigen lassen, daß die Durchführung des Verfahrens trotz freiwilliger Kürzungen über den Rahmen des Gesetzes hinaus für den größten Teil der Gläubiger besser ist, als eine Zwangsversteigerung, die neben der Zerstörung der Betriebseinheit oft den gänzlichen Verlust der nicht genügend gesicherten Forderungen zur Folge hätte. Es wurde betont, daß die Entschuldungsämter bewußt als Verwaltungsbehörden eingesetzt worden sind, für die das Gesetz nicht Zweck, sondern nur Rahmen ihrer Tätigkeit ist. Es kam alsdann zur Sprache, daß sich fast zwangsläufig eine gewisse einheitliche Reihenfolge in der umfangreichen und schwierigen Arbeit der Entschuldungsämter herausbildet. Neben der Entscheidung über die Verfahren, die noch nicht eröffnet sind, uno über die Aufhebung eröffneter Verfahren wegen Unzuverlässigkeit des Betriebsinhabers oder seiner Wirtschaftsweise widmen sich die Entschuldungsämter zunächst den Entscheidungen, in denen sie selbst Entschuldungsstelle sind und daher die Entschuldungspläne selbst vorzubereiten und aufzu- stellen haben. Wenn das Entschuldungsamt durch die Aufstellung seiner eigenen Entschuldungspläne die nötige Erfahrung gesammelt hat und ihm nach Erledigung dieser Ausgabe die erforderliche Zeit zur Verfügung steht, wird es sich mit größerer Tatkraft seiner zweiten Hauptaufgabe widmen können: die Kreditinstitute, denen noch ein sehr großer Teil der Entschuldungsverfahren zur Bearbeitung verblieben ist, zu beaufsichtigen und in ihrer Arbeit zu fördern, damit auch diese Verfahren mit möglichster Beschleunigung durchgeführt werden nach dem Grundsatz: Doppelt gibt, wer schnell gibt! Die Entschuldungsämter arbeiten in ständiger enger Fühlungnahme mit sämtlichen am Verfahren beteiligten Personen und insbesondere auch mit dem Kreisbauernführer. Sie treffen ihre Entscheidungen Der Eintopfsonntag ist der Ehrentag der deutschen Ration! Bedenke es am 10. Rovember! jedoch in eigener Verantwortung und sind nur dem Führer und der von ihm eingesetzten und dem Entschuldungsamt vorgeordneten Reichsjustizverwaltung Rechenschaft schuldig. Sie treffen ihre Entscheidung niemand zuliebe und niemand zuleide, und haben dabei stets die Interessen des gesamten Volkes, nicht nur die einzelner Beteiligter im Auge. Wegen Ueberschreitung der Höchstpreise angeieigt. Frankfurt a.M., 6. Nov. (LPD.) Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Gegen den Kolonialwarenhändler M. P., Frankfurt a. M. - Heddernheim, wurde Anzeige wegen Verbrauch er-Höch st preisüber- f d) r e i t u n g für Eier erstattet. Er hatte die Verbraucherhöchstpreise vom 17. Oktober 1935 überschritten, die laut Anordnung des Vorsitzenden der Hauptvereinigung der Deutschen Eierwirtschaft im Auftrage des Reichsnährstandes und mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft erlassen wurden. Dieser Fall dürfte nochmals eine letzte Warnung für diejenigen Verkaufsbetriebe fein, die sich noch immer nicht an die ovrgefchriebenen Verbraucherhvchftpreife halten können. Warnung vor einem Betrüger. LPD. Frankfurt a. M., 7. Nov. Neuerdings tritt hier ein Betrüger auf, der angibt, von der Firma Mahlftock in München beauftragt zu fein, eine Werbeaktion für die Anfertigung von Kinderporträts einzuleiten. Diese Aktion soll angeblich notleidenden Malern zugute kommen. Die Porträts würden zum Selbstkostenpreis abgegeben, weil es sich um eine Werbeaktion handele. Dafür sollten sich die Auftraggeber verpflichten, die Porträts etwa acht Tage für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Die Kosten würden 15 Mk. pro Bild betragen. Der Schwindler läßt sich entweder eine Anzahlung in verschiedener Höhe, oder den vollen Betrag geben. Eine Lieferung erfolgt nicht. Die Polizei warnt vor dem Betrüger und bittet um Veranlassung der Festnahme bzw. Nach, richt nach Zimmer Nr. 466 des Polizeipräsidiums, Frankfurt a. M. Sargträger stürzen ins Grab. LPD. Westerburg, 7. Nov. Bei einer Beer- diguyg auf dem Westerburger Friedhof brach beim Herablassen des Sarges plötzlich die Grabwand ein, wodurch zwei ©.argträger ins Grab stürzten und unter denSarg 3 u liegen kamen. Glücklicherweise kamen die beiden Männer ohne Verletzungen davon. Der Lyrik-Preis der „Dame" fällt nach Gießen. Die Zeitschrift „Die Dame" hatte im vorigen Jahre einen Lyrik-Preis ausgeschrieben: 1000 Mark für das beste, bisher unveröffentlichte deutsche Gedicht. Wir haben seinerzeit an Hand des „Alma- pachs der Dame", in dem von den eingegangenen 15 000 Gedichten die fünfzig besten zusammengefaßt waren, über das Ergebnis berichtet. Der Preis ist nun in diesem Jahre zum zweiten Male ausgeschrieben worden; das Ergebnis wird im letzten Heft der „Dame" veröffentlicht Dem Preisgericht gehörten an: Rudolf G. Binding, Wolfram Brockmeier, ein junger Lyriker aus dem Kreise der Hitler-Jugend, Ricarda Huch, Professor Dr. Julius Petersen, der Literarhistoriker der Universität Berlin, und bei* Hauptschriftleiter der „Dame", L. E. Reindl. Der erste Preis in Höhe von 1000 Mark wurde dem Gedicht „Geburt eines Kindes" von Hans T h y r i o t in Gießen, feit 1926 Feuilletonschriftleiter des Gießener Anzeigers, zuerkannt. Fünf weitere Preise in Höhe von je 200 Mark erhielten Gerhart Baron („Altoberschlesi- sches Flößerlied"), Gerhard Schumann („Lied der Kämpfer"), Anton Schnack („Der mit Konradin geritten ist"), Wilhelm Krämer („Ballade von den Heimatlosen") und, zu gleichen Teilen, Hermann Kasack („Nebelreiter") und Georg von der Bring („Mailied"). Von diesen Preisträgern sind von der Bring und Schnack den Lesern des Gießener Anzeigers aus zahlreichen Beiträgen im Feuilleton seit langem bekannt; von Schnack haben wir erst kürzlich zwei neue Prosa-Bände, „Die fünfzehn Abenteurer" unh die „Kalender- Kantate", im „Büchertisch" besprochen; von der Dring schrieb u. a. di- Kriegsromane „Soldat Suh- ren" und „Camp Lafayette", ferner das Kriegs- Ilück „Argonnerwald". Hermann Kasack schrieb Gedichte, Erzählungen und ein Schauspiel „Bin- Cent"; auch als Hölderlin-Herausgeber hat er sich einen Nansen gemacht. Gerhard Schumann gehört (ebenso wie Brockmeier) zur jungen Generation; feine Gedichte sind erfüllt vom Erlebnis des neuen Reiches. — Von den übrigen Preisträgern sind bisher keine größeren Veröffentlichungen bekannt geworden. „Ein idealer Gatte." Lichtspielhaus. Die Terra hat sich eines der bekanntesten Stücke von Oscar Wilde bemächtigt, um einen Film daraus zu machen. Thea von Harbou, aus manchem früheren Film wohlbekannt, schrieb das Drehbuch; Herbert S e l p i n führte Regie. Was daraus geworden ist, läßt sich schwer auf eine befriedigende Formel bringen. Oscar Wilde, so wie wir ihn vom Theater her kennen, ist es nicht ganz. Das, was für feine Stücke (und in noch höherem Grade vielleicht für feinen Roman „Das Bildnis des Dorian Gray") fo charakteristisch ist, das Spritzige, Elegante und Unverbindliche in der Konversation, die zwar typisch englisch, aber immer nur halb oder dreiviertel ernstgemeint ist — das kommt nicht recht zur Geltung. Man könnte hier eher an Wildes Landsmann Galsworthy denken („Gesellschaft"; „Gerechtigkeit"). Das Problem, ein sehr ernsthaftes und ernstlich zu bedenkendes, ist ja zuletzt im Grunde ungelöst, bleibt auch nach der äußerlich glücklichen Lösung noch bestehen. Es ist wohl eine typisch deutsche Bearbeitung, welche Frau von Harbou einem typisch englischen Stück hat angedeihen lassen; das wirkt auf deutsch alles ein bißchen schwerer und eben ernsthafter als bei Wilde; der psychologische und der kriminelle Fall gewinnen, wie es scheint, zu sehr das lieber» gewicht. Bei Wilde hinwiederum kommt es ja auf den „Fall" und auf feine Lösung im Grunde nicht so sehr an wie darauf, was er — durch den Mund seiner Figuren — darüber oder dazu zu bemerken hat. Diese Bemerkungen sind ohne Zweifel mit Vergnügen zu lesen oder zu hören, aber man weiß nie, ob man sich wirklich darauf verlassen kann; ob das alles ernstgemeint ist. Vielmehr muß dies durchaus bezweifelt werden, denn wie sagte Wilde in den Vorbemerkungen zum „Dorian Gray"? —: Wer unter die Oberfläche schürft, tut es auf eigene Gefahr. Man kann sich fast des Eindrucks nicht erwehren, als habe Wilde den ganzen Skandal nur in Szene gesetzt, um (in bester Form, versteht sich) darüber plaudern zu können. Uebrigens: es wird kein Skandal, wir dürfen uns beruhigen; die Handlung treibt gefährlich darauf zu, aber im letzten Augenblick daran vorbei. Und dabei wäre, Spaß beiseite, der gesellschaftliche Skandal immerhin noch das Wenigste gewesen. Denn auf dem Spiel stand ja ein wenig mehr, eine breit fundierte wirtschaftliche Existenz nämlich, ein Leben in fehr großem Stil... und das Glück einer Ehe. Wir müßten uns nicht bei Wilde befinden, um nicht schon im Titel die leise Ironie zu wittern: der Mann, um den es sich hier in erster Linie handelt, ist gar nicht der ideale Gatte, den seine von ihm sehr geliebte Frau in ihm anbetet; er ist nicht der völlig untadelige Gentleman, der er zu sein scheint. Es gibt da einen dunklen Punkt in seiner Vergangenheit, eine Sache, an die er selber wohl nicht mehr denkt, von der seine Frau nichts ahnt, und die er gerne aus der Welt schaffen möchte, als er — auf eine überraschende, erschreckende, brutale Art — daran erinnert wird. Eine Dame erscheint unvermutet auf der Bildfläche, in einem Umkreis, in den sie nicht hineingehört, eine Abenteurerin, eine Frau von zweifelhaftem Ruf; man müßte ihr kurzerhand die Tür weisen, aber das geht leider nicht, denn sie hat den gewichtigsten Trumpf in der Hand und ist bereit, ihn auszuspielen: einen alten, Brief, das scheint eine harmlose Sache zu sein, ein Blatt Papier, aber es kann eine tödliche Waffe werden in den Händen dieser Mrs. Cheveley... Das Glück zweier Menschen hängt vom Besitz des Briefes ab. Sie bekommen ihn auch, zu allerletzt, als die Spannung auf den Höhepunkt gestiegen ist; sie fahren zusammen ganz schnell im Auto nach Hause (das hat sechs Strafmandate gekostet) und streuen den in Fetzen gerissenen Brief, was sie übrigens auch nicht hätten tun sollen, während der Fahrt zum Fenster hinaus... es scheint, für den Besucher im Kino, wahrhaftig eine sausende Fahrt ins Glück zu sein; aber wir haben bereits daraus aufmerksam gemacht, daß das Wichtigste ja damit noch immer nicht aus der Welt geschafft ist. — Die Regieführung ist sauber und gepflegt, rein filmisch, worüber man sich nicht zu wundern braucht, allerdings kaum ergiebig. Man darf aber zum wenigsten, angenehm berührt, feststellen, daß die Inszenierung der in derartigen Fällen immer naheliegenden Gefahr des „photographierten Theaters" entgangen ist. Ein Gewinn ist entschieden, was nicht vergessen werden soll, die zarte Begleitmusik von Werner Bachmann. Vom Ensemble scheint uns Georg Alexander (Goring) dem Wildeschen Figurentypus am nächsten zu kommen; er trifft am sichersten und leichtesten den Ton, in dem das ganze Stück zu spielen wäre. Gut ist auch Diehl, der ja selten etwas verdirbt, sich elegant und geschmeidig in die Umgebung einfügt und das Bild eines idealen Gentleman und Ehegatten bittet Sibylle Schmitz als Gloria Cheveley sieht verwirrend aus und spricht klar und akzentuiert, was sie vorzubringen hat; es sitzt auch dementsprechend. Sie hat ein Biest zu spielen, mit Verlaub, aber sie spielt es charmant. Brigitte Helm taucht — nach längerer Abwesenheit — als Lady Chiltern wieder auf; sie gibt wohl annähernd die Frau, die Wilde sich gedacht hat, vereinigt in der Rolle die beiden Elemente, auf die es ankommt, Tugendstolz und Zärtlichkeit, und wirkt in manchen Szenen weicher und gelöster, als man das bei ihrer sonst recht kühlen und verhaltenen Art erwartet hätte. —r— Zeitschriften. — „Die Kun st" (Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur), Verlag F. Brückmann AG., München, stellt uns mit ihrem Novemberheft mitten in die künstlerischen Ereignisse des Tages mit den Artikeln „Ausstellung Berliner Kunst 1935" von Fritz Hellwag und „Zu den Bildern Leo von Königs" von Emil Waldmann. Mit der Kunst in der Plastik beschäftigt sich die Veröffentlichung „Der Bildhauer Erich Kuhn" von Kurt Karl Eberleinr ein weiterer Aufsatz berichtet über die „Neuerwerbungen der Nationalgalerie Berlin". Im zweiten Teil des Heftes, der sich mit der Wohn- und Gartenkunst befaßt, finden wir schöne Bildbeispiele für Eigenhäuser, Inneneinrichtungen, Gartenanlagen und Gegenstände des Kunsthandwerks. Wir nennen: „Zu neuen Häusern der Architekten Professor Karl Wach und Baurat a. D. Heinrich Roßkottcn", „Garten H in Basel-Binningen von Gartenarchitekt I. Schweizer, Glarus-Basel", Entwürfe von Wohn« räumen des Architekten Josef Hillerbrand, Deutsche Werkstätten, München, Entwürfe der „Gral"-Glas- Werkstätten Göppingen, der Württembergischen Staatlichen Kunstgewerbeschule Stuttgart und der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Hochschulnachnchten. Professor Dr. Hans Driesch, der entpflichtete Ordinarius der Philosophie an der Universität Leipzig, ist zum Ehrenmitglied der Philosophischen Gesellschaft in London (Philosophien! Society, London) ernannt worden. Professor Dr. Ludwig M e ck i n g, Ordinarius für Geographie an der Universität Münster, ist vom Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Unterricht als Nachfolger von Professor Dr. Siegfried P a f f a r g e, der wegen Ueberschreitung der Altersgrenze ausscheidet, an die Universität Hamburg berufen worden. SJL-'Svoit 3m Zeichen der fünf Ringe Lollar III II und II, Grünberg Großen-Buseck • > Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a 2H. 3erlm ^ranffurl a.Ul. 113,4 113,3 Banknoten. 100,5 97,75 102 112,6 100,7 112,7 100,7 den die der des von 113,25 96,25 100,65 100,75 97 97 107,75 100,65 97 97 107,75 30 1,25 9,7 9,55 9,75 10,75 10,4 tag, 14. November, werden auch unsere Europameister Maxie Herber und Ernst Baier dem verwöhnten Pariser Publikum chre große Kunst zeigen. Bemerkenswert, daß sie als deutsche Meister, Europa-Meister und „wahrscheinliche Weltmeister" angekündigt werden. Des weiteren wurden bisher Karl Schäfer, das frühere Weltmeisterpaar Brunet- Joly, Hedy Stenuf und Liselotte Landbeck verpflichtet. Der Feuerturm für Garmisch ist fertig. In den vergangenen Wochen entstand neben der Kleinen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen ein 28 Meter hoher Eisenturm, dessen Richtfest nunmehr gefeiert werden konnte. Ein 5 Meter breites Becken, aus dem die gelblich-rötlichen Flammen des Olympischen Feuers weithin sichtbar lodern werden, krönt den Turm. Am Fuße des Turmes steht ein Bedienungshaus, aus dem heraus die Flamme mit dem von der Gewerkschaft Elwerath zur Verfügung gestellten Propangas gespeist wird. Bulgariens große Vorbereitungen. Zu den Nationen, die zu den Olympischen Spielen eine im Verhältnis zu ihrer internationalen Leistungsfähigkeit ungewöhnlich umfangreiche Mannschaft entsenden werden, gehört auch Bulgarien. Das dortige Olympische Komitee hielt in Sofia eine Sitzung ab, bei der Iwan Katscheff, der sportliche Berater des bulgarischen Sportoerbandes eingehende Ausführungen über die bisher getroffenen Vorbereitungen machte. Gegenwärtig ist ein Skitrockenkurs im Gange, an dem 40 Aktive unter Leitung des österreichischen Trainers Galeitner teilnehmen. Die Bulgaren werden in Garmisch-Partenkirchen außer dem Springen sämtliche skisportliche Wettbewerbe besetzen. Für die Leichtathletik sind acht Teilnehmer in Aussicht genommen. Auch für das Schwimmen sind acht Meldungen vorgesehen, für das Reiten und Fechten stehen bisher je drei Teilnehmer fest, die Radfahrer haben 12 Fahrer ausgewählt. Besondere Aufmerksamkeit wird auch dem Training der Fußballmannschaft geschenkt. 18 Spieler befinden sich in ständigem Training. Die Gesamtstärke der bulgarischen Mannschaft wird sich auf etwa 100 Köpfe belaufen. Die norwegischen Schnellauf-Favoriken. trainieren. Graf Vattlek-Lakour gegen die Olympla-hehe in USA. Graf Baillet-Latour, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, hat sich am Mittwoch in Berlin vor den Vertretern der Presse mit größtem Nachdruck für die Olympischen Spiele 1936 eingesetzt. Die Politik müsse vom Sport auf jeden Fall ferngehalten werden. In eindeutiger Weise nahm Graf Baillet-Latour gegen die in einigen Staaten angezettelte Olympia-Hetze Stellung und wies in energischen Worten alle Verdächtigungen, die in diesem Zusammenhang gegen die deutsche Sportführung erhoben wurden, zurück. 20 japanische Fußballer beim Olympia. Einer der interessantesten Gäste beim nächstjährigen Berliner Olympia-Fußball-Turnier wird Japan sein. Die Japaner kommen mit 20 Fußballern die auf das Beste für rhre Aufgabe vorbereitet werden. 1,25 9,65 9,5 9,65 10,65 113,25 96,25 100,75 100,9 97 97 107,75 30 1,25 9,7 9,65 9,65 10,4 9,25 100,75 97 97 107,75 30 9,8 9,7 9,7 10,7 Seit Sonntag früh trägt der Frillen-See, den ganzen Winter hindurch im Schlagschatten Staufengebirges liegt und eine Höhenlage 950 Meter aufweist, bereits eine leichte Eisdecke. Am kommenden Sonntag werden auf dem See bei Bad Reichenhall die ersten eissportlichen Wettbewerbe durchgeführt. Da der Frillen-See eine sichere Sportausbildung gewährleistet, sollen auf ihm Eis- Schnell- und Kunstläufer für das Winter-Olympia Gelegentlich der in Oslo abgehaltenen Jahrestagung des Norwegischen Eislaufverbandes wur- nun endgültig die Schnelläufer bestimmt, die Landesfarben beim Winterolympia vertreten wogen gleichfalls leichte Erhöhungen, Gesfürel gewannen 0,65 v. H. Im einzelnen eröffneten Daimler Motoren 0,25 v. H. höher, dagegen Conti Gummi 0,25 v. H., Bemberg 0,75 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. und Aschaffenburger Zellstoff 0,13 o. H. niedriger. Reichsbank, Metallgesellschaft, AKU. und Nord'd. Lloyd lagen unverändert. Obwohl der Dividendenausfall bei Ufa keine Heber» raschung mehr bedeutet, ging der Kurs im Freioer- kehr auf 51 (52,50) zurück. Nach den ersten Notierungen ergaben sich überwiegend leichte Rückgänge von 0,25 v. H. Der Rentenmarkt lag still, aber freundlich. Höher vor allem wieder Kommunal-Umschuldung mit plus 0,20 v. H. Altbesitzanleihe, späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine lagen voll behauptet. 6 v. H. Stahlverein zogen 0,13 v. H. auf 102,90 an. Trotz der anhaltenden Geschäftsstille war die Haltung im Verlaufe widerstandsfähig und die teilweise etwas zurückgegangenen Werte tonnten sich wieder auf den Anfangsstand verbessern. IG. Farben erhöhten sich auf 147,75 nach 147,65. Etwas schwächer lagen Berger Tiefbau mit 113,50 (115), Deutscher Eisenhandel mit 102,25 (102,75) und Hanfwerke Füssen mit 83,25 (83,75). Für Südd. Zucker ermäßigte sich die Taxe auf 203 bis 204. Am Rentenmarkt wurden Kommunal-Umschulung bei nochmals leicht erhöhtem Kurs verhältnismäßig lebhaft umgesetzt, im übrigen waren die Kurse unverändert und das Geschäft gering. Der Pfandbriefmarkt lag gut behauptet, ebenso Stadtanleihen, etwas höher 4,5 v. H. Mainz mit 93,25 (93) und 4,5 o. H. Heidelberg mit 89,25 (89). Ausländsanleihen lagen still und wenig verändert. Im Freiverkehr waren Weilwerke angeboten mit 92 bis 94 nach zuletzt noch 98 bis 100. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. 4% Oesterreichifche Goldrente.... 4,20% Oesterreichifche SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 4Yi% deSgi. von 1913.......... 5% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Kurze Sportnotizen. Als Termin für d i e Opfer tage der deutschen Schwerathleten für das Winterhilfswerk wurden die Wochen vom 24. November bis 1. Dezember 1935 und 25. Januar bis 2. Fe- bruar 1936 bestimmt. Kiefer, Highland und Brydenthal gingen am Mittwochabend bei einem Schwimmfest in Wien an den Start. Highland gewann die 100- Meter-Kraul in 1:01,2 Min., Brydenthal siegte über 100-Meter-Brust in 1:15,2 Min. Kiefer legte die 200-Meter-Rücken zwar in 2:34,8 Min. zurück, wurde aber nur zweiter hinter dem mit 23 Sekunden Vorgabe gestarteten Wiener Pader. Rundfunkprogramm Samstag. 9. November: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch — Gymnastik. 6.30: Bunte Morgenmusik des Kleinen Funkorchesters. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Zum 9. November. Lieder und Märsche der Bewegung. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Süddeutsche Tänze. Ein buntes Potpourri. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Mirtschaftsbericht: Quer durch die Woche. 15.15: HJ.-Funk. Wir senken die Fahnen. 16: Nachmittagskonzert. 18: „Entlaubet ist der Walde..Heidelberg als Auferstehungsstätte des deutschen Volksliedes. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Die Wochenschau de^ Zeitfunks. 19: Eine Stunde Marschmusik. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Musikalische Feierstunde. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtkonzert. 24—2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. W. Die Frist zur Einreichung von Anträgen auf Verleihung des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer ist am 31. März 1935 abgelaufen. Wenn nicht ganz außerordentlich schwerwiegende Gründe vorliegen, die Ihnen die frühere, rechtzeitige Einreichung Ihres Antrages unmöglich gemacht haben, so ist es heute zu spat, einen solchen Antrag noch einzureichen. Die fristgerecht eingereichten Anträge waren in der Stadt an die Polizeiverwaltung, in den Landorten an die Bürgermeistereien zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombordzinsfuß 5 o. H. * Frühbezugsvergünstigung für Rhenania-Phosphat. Zur Erleichterung des rechtzeitigen Bezuges für die Frühjahrsdungung 1936 gewährt die Kali-Chemie AG., Berlin, auf Bestellungen, die bis zum 30. November 1935 zur prompten Lieferung erteilt werden, eine Frühbezugsvergünstigung von 72 Mark je 15 Tonnen Rhenania-Phosphat. Nhcin-Mainische Börse. rNiltagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 7. Nov. Die Börse hatte nur sehr kleines Geschäft, da die Zurückhaltung anhielt. Aufträge der Kundschaft lagen kaum vor. Die Haltung war im Grunde freundlich, die Kursentwicklung war indes angesichts der starken Geschäftslosigkeit stark vom Zufall abhängig. Am Aktienmarkt waxen Südd. Zucker stärker angeboten, die Taxe stellte sich auf 206 Brief (210), außerdem lag einiges Derkaufsmaterial in Scheideanstalt vor, das den Kurs auf 213 (216) ermäßigte. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Veränderungen nach beiden Richtungen im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. IG. Farben setzten mit 147,65 unverändert ein. Montanwerte lagen zumeist um 0,25 v. H. freundlicher, das Geschäft war aber im Hinblick auf die heutige Generalversammlung bei Hoesch sehr klein. Am Elektromarkt über- Die Industrie- und Handeiskammer Gießen gibt Auskunft: 1234: Einschränkung der Bücher- und Zeitschrifteneinfuhr seitens Italien. 1235: Bekanntmachung KP 55 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. Fußball für die Winterhilfe. Der Fußballsport ist auch in diesem Jahre wieder dem Winterhilfswerk behilflich. Die Spiele, deren Ertrag dem WHW. zufließt, finden am Bußtag, 20. November, statt. Auch in Gießen wird ein solches Spiel ausgetragen, auf das schon jetzt hingewiesen wird. Die Spiele sind wie folgt angesetzt: Gießen: Stadtmannschaft gegen Kreismannschaft. Friedberg: Gauliga gegen Bezirksklasse. Marburg: Gauliga gegen Bezirksklasse. Hanau: Stadtmannschaft gegen Kreismann- ichaft. Fulda: Gauliga gegen Bezirksklasse. Kassel: Gaumannschaft gegen Stadtmannschaft. Gau Rordhesseu — Gau Sudwest. Die Gaumannschaft des Gaues Nordheffen trägt am zweiten Weihnachtsfeiertag ein Spiel gegen die gleiche Mannschaft des Gaues Südwest in Hanau aus. Stand der Spiele der 2. Kreiskiaffe Gießen C. Abendbörfe freundlich. Bei kleinem Geschäft nahm die Abendbörse im Anschluß an den Mittagsschlußoerkehr einen freundlichen Verlauf. Einiges Interesse zeigte sich roet- terhin für Montanwerte, die durchweg weitere Erholungen aufwiesen, so Stahlverein mit 79,50 (79), Mannesmann mit 81,25 (81), Rheinstahl mit 105,25 (105) und Klöckner mit 85,25 (85). Von chemischen Werten lagen IG. Farben mit 148,25 bis 148,40 behauptet, Scheideanstalt bröckelten noch leicht ab auf 212,50 (213). Von Elektroaktien gewannen AEG. 0,50 v. H. auf 36,75, Felten 0,25 v.H. auf 103. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die . erhöhten Berliner Schlußnotierungen gut behauptet. Der Rentenmarkt lag still, aber ebenfalls freund- sich. Zinsvergütungsscheine waren zu 90,70 weiter gefragt, auch Kommunal-Umschuldung blieben beachtet. Altbesitzanleihe lagen mit 112,60 ebenso wie Späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,25 unverändert. JG.-Farben-Bonds zogen auf 122,75 (122,13) an. Don Stadtanleihen gingen 4Vz o. H. Mainz von 1928 auf 93 (93,25) zurück. U. a. notierten: Altbesitz 112,60, 6 v. H. Stahlverein 102,75, JG.-Farben-Bonds 122,75, 4‘/2 v. H. Mainz von 1928 93, 4V- v. H. Ungarn Gold 9,65, 4 v. H. Rumänen 4,85, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 189,50, 3Vs o. H. do. 180, Commerzbank 83,75, DD.-Bank 83,50, Dresdner Bank 84, Reichs- bank 176, Harpener 106,90, Klock,«5,25, Man- nesmann 81,25, Hoesch 91, Rheinstahl 105,25, Stahlverein 79,50. AKU. 53,25, AEG. 36,75, Bem- berg 104, Scheideanstalt 212,50, Licht und Kraft 129,50. IG Farben 148,25, bis 148,40, Felten 103, Gesfürel 122,50, Mainkraft 88, Metallgesellschaft 103,75, Moenus 79, RWE. 121,25, Schuckert 118, Verein. Ultramarin 132. Hapag 15,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Nov. Auftrieb: Rin» der 22 (gegen 69 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 1 Bulle, 19 Kühe und 2 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Kuh. Kälber 655 (692), Schafe 565 (271), Schweine 300 (260). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 73—76 (am 31. 10. 71—75), b) 67—72 (65—70), c) 60—66 (58—64), d) 50—59 (50—57k hämmer und Härnmel b2) 48 (47), c) 46—48 (46), d) 43—45 (44—45). Schafe e) 41—43 (40—42), f) 35—40 (34—38), g) 24—34 (27—33). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57) b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51). Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft. Hümmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1253 Viertel Rindfleisch, 108 ganze Kälber, 71 ganze Hammel und Schafe, 1443 halbe Schweine, 14 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in RM.: Ochsen- fleisch b) 76—80, c) 68—76. Bullenfleisch b) 74 bis 78. Kuhfleisch b) 68—74, c) 58—68. Färsenfleisch b) 76—80, c) 68—76. Kalbfleisch b) 84—94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90—95 (am 4. 11. 92 bis 95). Schweinefleisch b) höchster Preis 74. ffett» waren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 77—80, Flomen 76—80. Marktverlauf: rege. Schluß» fürs 6.11 • 100,4 97,75 101,25 112,65 100,5 97 96,25 100,5 91,75 Schlußk. Abend» bflrfe 7 11. 100,5 97,75 101,5 112,65 100,5 97 96,25 100,5 91,75 Schluß». Mittag» börie 7.11. 100,5 97,75 sollen. Es sind dies Hans Engnestangen, Ivar Bal- langrud, Michael Staksrud, Charles Mathiesen und Harald Haraldsen. Diese fünf, unter denen sich wahrscheinlich die Sieger der olympischen Prüfungen befinden, nehmen in den nächsten Tagen das letzte Training in Angriff. Die letzten Vorprüfungen für Garmisch werden die Landesmeisterschaft am 4. und 5. Januar, der Länderkampf gegen Amerika am 11. und 12. Januar, sowie die (Europa» und Weltmeisterschaften bilden. Deutsche (Eisläufer auf dem Frillen-See. Schluß» turs 6.11. Datum 6% Deuttche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1984 6V,% Voung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.»Ablös.»Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4l/,% Deutsche ReichspostschatzaN' Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 srückzahlb. 102%)............ 4h% ehem.8% Hessische Landes» bau! Darmstadt Gold 81.12.... 6y,% ehem. 4 y,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R.6 Obcrhcssen Provinz-Anleihe mit Auülos.»Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4H% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Gvldpse. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.. Bank-Ltgll.-Psandbriese....... 5y2% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 4’4% ehem. 8% Pr. Landeöpsand- briesanstalt, Psandbricse R 19 4y,% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- vriesanst., Gold Komm. Lbl.VI Gteuerautsch.PerrcchnungLk. 34-38 nicht gewertet. Mit großem Punktvorsprung führt Daubringen die Tabelle an; man merkt der Mannschaft an, daß sie nichts von ihrem früheren Können eingebüßt hat. Es dürfte wohl kaum möglich fein, Daubringen von der Spetze zu verdrängen, denn Rüddingshausen hat erst vier Punkte, es steht auch noch nicht fest, ob alle ausstehenden Spiele gewonnen werden. Trotz allem hat die Mannschaft bewiesen, daß mit ihr zu rechnen ist. Londorf hat erst zwei Spiele ausgetragen, dürfte aber voraussichtlich noch Punkte abgeben. Geilshausen spielt zu unbeständig, um erfolgreich zu sein, aber auf eigenem Platz werden der Mannschaft noch manche Punkte zufallen. Treis und Flensungen konnten nicht überzeugen. Beide Mannschaften waren im Vorjahre weit besser. Meisterschastskampf im Hingen. Die Verbandskämpfe der Ringer im Gau Nordhessen haben nun doch eine Aenderung erfahren. Die Kämpfe werden bezirksweise durchgeführt. Im Bezirk 1 kämpfen die Kasseler Vereine und Hersfeld, während im Bezirk 2 Alsfeld, Fulda und Gießen beteiligt sind. Die beiden Bezirkssieger kämpfen um die Gaumeisterfchast. Der erste Kampftag bringt am kommenden Sonntag im Katholischen Vereinshaus die Begegnung Alsfeld gegen Gießen. Da Alsfeld in den letzten Jahren schon dreimal Gaumeister war, wird die Gießener Mannschaft alles daransetzen müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Alsfeld tritt voraussichtlich vom Bantam bis zum Schwergewicht in folgender Aufstellung an: Schuchmann, Schott, Steinbach, Kister I., Schember, Schwalm und Kister II., während Gießen mit Walther, Funk, Klotz, Belloff, Trexler, Scheerer und Emmerich auf die Matte geht. Außerdem wird im Rahmen dieser Veranstaltung die Marburger Gewichthebermannschaft ihre Lei» stungsabnahme vollziehen. In dieser Mannschaft kämpfen auch die bekannten Hammerwerfer Herrmann und Gary im Mittel- dzw. Schwergewicht. Beide haben schon 230 bis 250 Pfund zur Hochstrecke gebracht. Auch der Leichtgewichtler Jrae sowie Moots im Bantamgewicht sind gute Klasse. Kampfleiter im Ringen ist Vaupel (Marburg), während die Gewichtheberleistunaen von dem Be» zirkssporhvart Schwalm (Alsfeld) abgenommen werden. Josef Moritz fuhr neue Bekorde. Auf der betonten Rekord-Rennstrecke von Gyon, die etwa 40 Kilometer südlich von Budapest liegt, unternahm der deutsche Motorradfahrer Josef Möritz mit einer 350ccm-DKW. den Versuch, einige Klassenrekorde zu verbessern. Das Vorhaben glückte. Möritz konnte folgende Rekorde neu aufstellen: 1 Kilometer (stehender Start): 91,324 Stdkm.; 1 Kilometer (fliegender Start): 121,950 Stdkm.; eine Meile (stehender Start): 99,512 Stdkm.; eine Meile (fliegender Start): 121,408 Stdkm. Herber-Baier starten in Paris. Gelegentlich eines großen internationalen Eissportfestes im Pariser Sportpalast am Donners- Daubringen Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. 5 5 0 0 10:0 Rüddingshausen 3 2 0 1 4:2 Londorf 2 1 0 1 2:2 Geilshausen 4 1 0 3 2:6 Treis 3 0 1 2 1:5 Flensungen 3 0 1 2 1:5 Frankfurt a. M Berlin Schluß» fürs Schlußk. Abend» bSrse Schluß» kurs Schlußf. Mittagbörse Datum 6.1L 7-11. 6-11 7.11. ManSselder Bergbau....... . 5 117,75 118 118 118,75 Koköwerke................ . 6 113,25 114 Rheinische Braunkohlen .... 12 —» 214,5 214 215 Rhetnsiahl ................ . 4 104 105,25 104 105 Bereinigte Stahlwerke...... . 0 78 79,5 77,9 79 Ltavi Minen ............. . 0 18,4 18,65 18,5 18,65 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 127,5 127 127 126,75 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 121,25 121,5 121 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7H — 178 9- ®. Farben-Industrte..... . 7 147,65 148,4 147,5 148,4 Scheideanstall............. . 9 216 212,5 «— — Goldschmidt .............. . 5 104 104 105.75 103,75 Rütgerswerke ............. .. 6 112,5 112,25 113 112,5 Metallgesellschaft........... .. 4 103,5 103,75 103,65 103,5 Philipp HoUmann......... Zementwerk Heidelberg .... - 4 88 88,5 88 89 .. 7 116,65 116,25 Zementwerk Karlstadt....... .. 6 130 130 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ _ 101,25 102 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53,4 53,25 53,5 53,25 Bemberg................. .. 5 104,75 104 105 103,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 5 109,5 109,5 109,5 109,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 76,65 76,5 76,5 77 Dessauer Gas ............. .. 7 — 125,13 125,5 Daimler Motoren.......... .. 0 91,25 91,5 91,13 91,9 Deutsche Linoleum......... .. 8 138 138 138 137,5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — 76,25 77,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 24,5 24,25 23,75 24,25 Ehade.................... 7‘/, 289,5 290,5 289,5 291 Accu mulatoren-Fabrik...... 12 170,75 —— Eontt-Gummi............. .. 8 155,75 156,25 156,25 156,5 Gritzner.................. .. 0 28,13 28 28,13 28,13 Mainkraftwerke Höchst a.M.« 88 88 - I Süddeutscher Zucker....... 10 210 203 2W 205,25 Frankfurt a. M flkrlln Schluß» fürs Schlußk. Abend» börsc Schluß» fürs Schlußk. Mittag» börsc. Datum 6 11- 7.11 6.11 7-11 4% veSgl. Serie 11 ........... — — — 10,4 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,8 5,85 5,95 6 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.i913 — 8,5 8,75 8,6 4% Rumänische vereinh. Rente 4,8 4,85 4,8 4,75 2 y4% Anatolier ............. 38,75 39,4 39 39,13 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,25 15,25 15,5 15,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff . O — 28,65 Norddeutscher Lioyd ......... 0 17 17 17 16,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 78,25 77,5 78 77,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 110 110 109,5 109,5 Commerz» und Privat-Bank .. Deutsche Bank und Disconto O 84 83,75 83,5 84,25 83,75 83,5 Gesellschaft................ 0 84 84 Dresdner Bank.............. 0 84 84 84 84 Reichsbank ................ 12 175 176 175,25 176 i2l Q © ..................... 0 36 36,75 35,9 36,25 Öfehtta.................... 10 141,25 141,25 141,25 141,4 Bektr. LieferungSgelellfchaft... 6 Licht und Kraft ........... 6K 128,75 108,25 129,5 108 129 107,75 129,5 Felten & Guilleaume......... 4 103 103 103,5 102,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 121,25 122,5 121 122,75 Rheinische Elektrizität ........ 6 128,5 128,5 129 128,5 Rhein. Wests. (Sieht.......... 6 121 121,25 120 121 Schuckert & (So............... 4 117 118 117,25 118 Siemens S Halske............ 7 163,5 163 162,5 162,25 Lahmeyer & (So.............. 7 131 124,25 131 124,25 Buderus .................. 98,75 98 98,5 99 Deutsche Erdöl ............. 4 102 101,75 101,5 102,65 Harpener .................. O 106,9 106,9 108,75 108,5 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen . 3 91 91 89,65 91 Ilse Bergbau .............. e — 152,5 — — Ilse Bergbau Genüsse....... 6 125 125 125,13 125,5 Älöcknerwerke .............. k 83,4 85,25 84 85 ManneSmann-Rbhre» ....... 0 80,13 81,25 80 81 8. November 7 November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Ärlef Buenos Aire. 0,674 0,678 0,673 0,677 Brüssel .... 41,99 42,07 41,99 42,07 Rio de Ian. 0,141 0,143 0,141 0,143 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,62 54,72 54,57 54,67 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,23 12,26 12,22 12,25 HelnngsorS.. 5,395 5,405 5,385 5,395 Paris ...... 16,37 16,41 16,37 16,41 Holland .... 168,80 169,14 168,77 169,11 Italien..... 20,20 20,24 20,20 20,24 Japan ...... 0,714 0,716 0,713 0,715 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 OSIo..... : 61,41 61,53 61,36 61,48 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,095 11,115 11,09 11,11 Stockholm... 63,05 63,17 62,99 63,11 Schweiz ... 80,81 80,97 80,81 80,97 Spanten.... 33,92 33,98 33,93 33,99 Prag...... 10,275 10,295 10,265 10,285 Budapest ... — Neuyork ... 2,486 2-490 2,486 2,490 Serlln,7.November Geld “ Äries - Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,84 42, üö Dänische Noten ................. 54,36 54,51 Englische Noten ................. 12,185 12,225 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 168,35 169,03 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,20 61,44 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — — Rumänische Noten.............. — Schwedische Noten............... 62,82 63,08 Schweizer Noten................. 80,63 80,95 Spanische Noten 33,57 33,71 Nr. 262 Drittes Blatt Tießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Zreitag. 8. November 1935 Truppeneinzug in Büdingen. (Eigener Bericht des * Büdingen, 7. Nov. Der heutige Tag der Hissung der neuen Reichskriegsflagge und der Vereidigung der Rekruten in allen Garnisonen des Reichs wurde für Büdingen ein ganz besonders festlicher Tag. Das M. - G. - Bataillon 3 hielt in o fizieller Form seinen Einzug. Der frühe Morgen brachte hier auch zunächst die Gissung der neuen Raichskriegsflagge und die Rekrutenvereidigung. Im offenen Viereck traten die drei Kompanien auf dem Sportplatz an. An der Feier nahmen die Politischen Leiter, SA. und SS., sowie zahlreiche Ehrengäste teil. Die Einwohnerschaft säumte in dichten Scharen das Aufmarschfeld. Nach der Meldung der angetretenen Mannschaften und deren Begrüßung durch den Kommandeur, Oberstleutnant T h e u r i ch , wurde bei präsentiertem Gewehr der Stabskompanie die Reichskriegsflagge gehißt. Den Feldgottesdienst zur Rekrutenvereidiauna leitete das Musikkorps des Bataillons mit dem Niederländischen Dankgebet ein. Dann hielt der evangelische Geistliche Pfarrer Page eine An- prache. Er wies auf die Verpflichtung des deut- chen Soldaten hin, in göttlichem Auftrag den deut- chen Boden zu schützen, auf dem wir stehen. Der katholische Geistliche, Pfarrer N a r z, sprach von der Heiligkeit des Eides. Dann sprach der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Theurich zur Vereidigung der Rekruten. Zum ersten Male find, so führte er u. a aus, alle Einheiten des Standortes vereinigt, zur Flag- genhissung und zur Vereidigung der Rekruten. Die neue Reichskriegsflagge versinnbildlicht, daß Reich, Wehrmacht und Nationalsozialismus untrennbar zusammengehören. Ihr geloben wir Treue, Treue zum Führer bis in den Tod. Unter der Reichskriegsflagge sollt ihr den Eid ablegen auf unseren Führer, den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht. Ihr seid, so fuhr der Kommandeur fort, der erste Gießener Anzeigers.) Jahrgang, der aufgerufen wurde. Mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht hat uns der Führer den Schutz der Heimat anvertraut. Ihr sollt nun ausgebildet werden! Erziehung und Ausbildung beruhen auf den Erfahrungen des ruhmreichen Heeres der Vergangenheit, der besten Armee der Welt, und im nationalsozialistischen Sinne der Gegenwart. Seien Sie sich der Ehre bewußt, einem Truppenteil anzugehören, von dem schon immer Besonderes erwartet wurde Zur feierlichen Bekräftigung der Bereitschaft zum Einsatz für Führer und Reich legen Sie nun den Eid ab Gemeinsam, bei erhobener Hand, sprachen dann die Rekruten den Eid nach, den der Kommandeur verlas. Nach der Verlesung des Erlasses des Führers zur Reichskriegsflagge, nach dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und nach den Klängen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes nahm der Kommandeur den Vorbeimarsch der Truppen ab. Festlicher Sinzua der Truppen in die Stadt. Den offiziellen Einzug der Truppen in ihre Garnison feierte die gesamte Bevölkerung. Alle Straßen und Gassen waren mit Hakenkreuzfahnen, Wimpeln, Girlanden und Tannengrün prächtig geschmückt. Ueberall herrschte ein beängstigendes Gedränge. Jungvolk, Hitlerjugend und BDM. bildeten Spalier. Die Einwohnerschaft stand wie eine lebendige Mauer an den Straßen. Pünktlich kamen die Soldaten, mit klingendem Spiel voraus, vom Kriegerdenkmal her am Untertor an. Ein wahrer Blumenregen hatte sich bereits in der Bahnhofstraße über sie ergossen. Auf ihrem Marsch durch die Stadt wurden ihnen dann noch viele Blumengrüße zuteil. Kein Mann blieb ohne den Schmuck der zartfarbigen Herbstastern. Empfang am Unferfor. Am Untertor wurden die Truppen offiziell empfangen. Bürgermeister Diem er hielt an den W <5M ' W HW ■ k - H Der Kommandeur, Oberstleutnant Theurich, sprach zu seinen Soldaten vor der Vereidigung. M • \ V ft. -ft. T» A -ch auf dem Marktplatz. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Aufmarsch zur Kundgebung Kommandeur eine kurze Ansprache, in der er seiner und der Bevölkerung großen Freude über den Einzug der Soldaten in Büdingen Ausdruck gab. Oberstleutnant Theurich dankte für den herzlichen Empfang durch Bevölkerung und Bürgermeister und sagte: „Herr Bürgermeister! Wir wollen gut zusammenstehen!" Unter Böllerschüssen und dem Geläut der Kirchenglocken zogen die Truppen, nachdem dem Bataillonskommandeur durch zwei Mädels vom BDM. prächtige Sträuße weißer und roter Nelken überreicht worden waren, durch das Tor in das Städtchen ein, mit gewaltigem Jubel begrüßt von der begeisterten Menge. Die Truppe machte einen hervorragenden Eindruck. Auf dem Marktplatz, auf dem sich neben den Politischen Leitern und der SA. Tausende von Volksgenossen eingefunden hatten, marschierten die Soldaten in drei Säulen auf, um an der Kundgebung teilzunehmen. Kundgebung aus dem Marktplatz Die Sängeroereinigung „Liederkranz-Sängerlust" gab der Feier mit dem Beethovenschen „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" den Auftakt. Als erster Redner sprach Kreisleiter G ö r n e r t, der die Soldaten herzlich willkommenhieß und betonte, daß nun auch in Büdingen Arbeiter, Bauern und Sodaten in schöner Einheit verbunden seien. Die gemeinsame Aufgabe müsse sein, über alle Klassen hinweg die Volksgenossen zu bewußten Nationalsozialisten zu erziehen. Die Partei werde stets bestrebt sein, mit der Wehrmacht bestes Einvernehmen zu halten, denn beide seien verbunden im Gelöbnis zu treuer Pflichterfüllung für Volk und Vaterland. Kreisdirektor Becker sprach als nächster Redner davon, daß der Einzug der Truppen in Büdingen nicht l^ur ein Ereignis für die Stadt, sondern auch für den Kreis sei. Die Freude darüber sei allgemein, da man ja wisse, daß unser deutsches Volk nur Ehre und Achtung unter den Völkern erfahren könne, wenn es eine starke Führung und eine starke Wehr sein eigen nennen könne. Jedermann sei voll Dankbarkeit, daß Büdingen einen Teil des neuerstandenen deutschen Volksheeres berherbergen dürfe. Bürgermeister Sterner betonte, daß der Stadl nunmehr ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen sei. Deutschland habe durch den Führer in der Wehrmacht die Ehre wiedergewonnen. Jedermann in der Stadt fühle sich der Wehrmacht herzlich verbunden. Mit dem Wunsche, daß sich die Soldaten in Büdingen wohlfühlen möchten und der Stadt Segen daraus erwachsen möge, schloß der Bürgermeister seine herzliche Ansprache. Dann dankte der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Theurich, im Namen des Bataillons der Bevölkerung der Stadt und ihrem Bürgermeister, dem Kreisleiter und dem Kreisdirektor für den überaus herzlichen Empfang. Möge Büdingen, so fuhr er u. a. fort, den Soldaten eine zweite Heimat werden. Die reich geschmückten Straßen, die vielen Blumengrüße, die starke Beteiligung der Bevölkerung an der Feier am frühen Vormittag, die gastliche Bewirtung und die stramme Haltung, selbst im kleinsten Pimpf, das alles seien Zeichen, wie sie erfreulicher nicht gedacht werden könnten. Er dankte für die Willkommgrüße und betonte, daß auf der NSDAP, und der Wehrmacht die Stärke des Staates beruhe. Er dankte allen Helfern, die dazu beigetragen haben, die Soldaten gut unterzubringen und ihnen die erforderlichen Möglichkeiten zur Ausbildung zur Verfügung stellten. Nicht zuletzt dankte der Redner auch den zahlreichen Arbeitern, die in treuester Pflichterfüllung und eifrigster Arbeit bemüht sind, die Kasernen so bald wie möglich zum Einzug der Truppen herzurichten. Mit dem Wunsche, daß es in Büdingen bald so sein möchte, wie in alten Garnisonstädten, und^mit einem Gedenken in Treue und Dankbarkeit zum Führer klang die Ansprache aus. In das dreimalige Sieg-Heil auf den Führer des Reiches und Volkes Adolf Hitler stimmte jedermann freudig ein. Gemeinsam wurden sodann unter Begleitung des Musikkorps des Ma- schinen-Gewehr-Bataillons 3 die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Eine ausgezeichnete Lautsprecheranlage ließ jeden Volksgenossen, auch wenn er entfernter in enger Gasse stand, die eindrucksvolle Kundgebung Goethe kommt nach Weimar. Von Or. Erwin Kroll. „Kind, Kind! nicht weiter! Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpserde der Zeit mit imfers Schicksals leichtem Wagen durch .. Wohin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam!" Mit diesen Worten Egmonts schließt Goethe das vierte Buch von „Dichtung und Wahrheit" und läßt die. Schilderung seines Lebens in dem Augenblicke aufhören, als er sich anschickt, der Einladung des jungen Herzogs Karl August von Weimar zu folgen. Er hatte ihn im Dezember 1774 kennen gelernt, als Karl August mit seinem Bruder Konstantin auf der Reise nach Paris in Frankfurt eingekehrt war. Damals hatte der militärische Erzieher der beiden Prinzen, Hauptmann von Knebel, gleichfalls ein Bewunderer des Dichters, die Bekanntschaft vermittelt. Man war sich rasch näher gekommen, als Goethe dem Prinzen feine Ansichten über Mösers „Patriotische Phantasten" entwickelte und dabei zeigte, daß er an den Dingen des tätigen Lebens starken Anteil nahm. Die Gespräche wurden in Mainz, dem nächsten Aufenthalt des Prinzen, fortgesetzt, und hier ergab sich auch über den „Fall Wieland" volle Uebereinftimmung. Wieland war Lehrer der Prinzen und einer der damaligen Leuchten Weimars: Aber nicht gegen den gefeierten Dichter des „Mufarion" und „Agathon", nicht gegen den lieber- setzer Shakespeares hatte sich Goethes Satire gerichtet; seine Farce „Götter, Helden, Wieland" galt nur dem Kritiker und Redakteur Wieland. Sie war zudem von dem Angegriffenen so vornehm und überlegen, so „geistreich abschließend" beantwortet worden, daß Goethe, nachdem er den Prinzen er- klärt, wie bei der Veröffentlichung jener übermüti- gen Schrift weniger er, als seine Freunde, vor allem Lenz, im Spiele gewesen wären, sich jetzt gern bereit fand, an Wieland einen versöhnlichen Brief zu schreiben. Das neue Jahr (1775) brachte Goethe eine neue Liebe: nach den Naturkindern Gretchen, Kätchen, Friederike und Lotte ist es jetzt ein Mädchen „von Stand", Elisabeth Schönemann, seine „Lili". Wieder gerät er in den Zwiespalt zwischen Liebe und Freiheitsdrang, und eine Schweizerreise soll ihm Klarheit verschaffen. Unterwegs trifft er den Erbprinzen von Karlsruhe wieder und lernt feine Braut kennen. „Meine Gespräche mit beiden hohen Personen", erzählt er in „Dichtung und Wahrheit", „waren die gemütlichsten, und sie schlossen sich bsi der Abschieds-Audienz wiederholt mit der Dersicherung: es würde ihnen beiderseits angenehm sein, mich bald in Weimar zu sehen". Inzwischen waren Goethes Erwartungen noch durch den Maler G. M. Kraus gesteigert worden, der eben aus Weimar zurückgekehrt war und die dortigen Zustande in Wort und Bild ausbreitete. Ende September 1775 besuchte der inzwischen zur Regierung gelangte Herzog auf feiner Hochzeitsfahrt nach Karlsruhe die Frankfurter Messe und verabredete mit Goethe, dieser sollte sich bei der Rückfahrt seiner Gesellschaft anschließen und nach Weimar mitkommen. Wie sehr Goethe diesem Plan zuneigte, erzählt er selbst in „Dichtung und Wahrheit". Am 12. Oktober kam das herzogliche Paar auf der Heimreise wieder durch Frankfurt. Man ver- abredete, daß Goethe mit einem in Karlsruhe zurückgebliebenen Mitgliede des Weirnarifchen Hofes, Herrn von Kalb, in feinem Landauer nachfolgen sollte, der erst in Straßburg fertiggestellt wurde. Goethe packte also Kleider und Manuskripte und nahm Abschied von seinen Freunden. Aber der Oktober verging, und weder der herzogliche Wagen noch eine Nachricht traf ein. Schon triumphierte der Vater, der von Anfang an gegen die Weimarer Pläne gewesen war und in dem Ganzen nur einen „luftigen Hofstreich" sah, mit dem man den Sohn habe äffen wollen. Schließlich begann dieser selbst der Meinung des Vaters zuzuneigen; qualvoller wird sein Zustand. Die Freunde glauben ibn ab-- gereift. Anfangs ist ihm die Einsamkeit willkommener Anlaß gewesen, am „Egmont" weiter zu schaffen. Jetzt kommt auch diese Arbeit ins Stocken. Die Spanung wird unerträglich. Endlich beschließt er, nicht länger zu warten, sondern die vom Vater empfohlene Reise anzutreten. Am 30. Oktober, morgens ganz früh, verläßt er das Elternhaus, aber schon beim ersten Reisehalt, in Heidelberg, trifft ihn ein Eilschreiber des Kammerherrn von Kalb, der selbst wider Erwarten in Karlsruhe aufgehalten worden war. Schon ist der Postillon vorgefahren, der Goethe nach Frankfurt zurückbringen soll. Vergeblich die Vorstellungen seiner Wirtin, die einen Heiratsplan für den Dichter eingefädelt hat. Dieser reißt sich endlich los mit jenen leidenschaftlichen Worten Egmonts ... * Was brachte Goethe nach Weimar mit, was erwartete ihn? Die erste Epoche seines Schaffens hatte er abgeschlossen. Frankfurt, Leipzig, Straßburg — erster Sturm und Drang lagen hinter ihm. Schon melden sich aber im „Urfaust" Bestrebungen, die aus der Gefühlsgebundenheit hinausdeuten in ein tätiges Leben. Weimar wird diesen Bestrebungen den reichsten Inhalt geben. Seine Gesellschaft, fein Staat wird den Menschen Goethe formen, und mit dem Menschen wird auch der Künsller nach dem Gesetz eines „Stirb und werde" schließlich jene Fülle und Breite des Daseins erreichen, die den Namen Goethe zu einem der erlauchtesten unter den Deutschen macht. Einstweilen ahnt Goethe, als er am 7. November 1775 fünf Uhr morgens früh, begleitet von seinem Diener Seidel in Weimar einfährt, nicht, daß es ein Aufenthalt für den Rest seines Lebens, für siebenundfünfzig Jahre fein würde. Aber schon spürt man das Leuchten des neuen Sterns, der da über dem kleinen Weimar aufgegangen ist. W i e- land wird zuerst getroffen, und er schreibt: „O bester Bruder, was soll ich dir sagen? Wie ganz der Mensch beim ersten Anblick nach meinem Herzen war! Wie verliebt ich in ihn wurde, da ich am nämlichen Tage an der Seite des herrlichen Jünglings zu Tische saß!---Seit dem heutigen Morgen ist meine Seele so voll von Goethe wie ein Tautropfen von der Morgensonne ..." Aber dieses Leuchten wird so stark, daß es den alten Dichter beunruhigt. So bekennt er einige Monate später: „Goethe bleibt vermutlich vielleicht noch lange hier. Er ist mächtig umsponnen und versucht nim das Abenteuer, von welchem ich abgestanden bin, so wie ich sah, daß es für einen anderen aufgehoben fei... ®r tut das Mögliche, und was den andern unmöglich wäre, noch dazu. Aber... wie viel mehr würde der herrliche Geist tun, wenn er nicht in dies unser Chaos gesunken wäre, aus welchem er doch — mit allem seinem Willen, aller seiner Kraft — war ich nicht schon achtunddreißig Jahre alt, da ich mich doch durch eine magische Einbildung und die noch stärkere Magie des verführerischen Gedankens, viel Gutes im großen, auf Jahrhunderte zu tun, an diesen Hof ziehen, in dieses gefahrvolle, mit Precipicen umgebene — und beim Tageslicht befehn doch immer mehr unmögliche Abenteuer verwickeln ließ? Goethe ist erst sechsundzwanzig Jahre alt. Wie sollt er, mit dem Gefühl solcher Kräfte, einer noch größern Reizung widerstreben können ... Was aber noch für Wieland ein „unmögliches Abenteuer" ist, wird für Goethe ein Schicksalsweg, der ihn zu Höhen führt, die den Blick — von Weimar aus! — über die ganze Welt, über alles Menschliche und Göttliche eröffnen. So stark wird der Zusammenhang zwischen dem Dichter und der Stadt feiner Wahl empfunden, daß bei feinem Begräbnis das Wort fällt: „Weimar wird nun wieder in fein altes Nichts zurücksinken, woraus es genommen ist, da Goethes Geist zu Gott stieg". Wir wissen es besser: Weimar ist nicht versunken. Sein Name ist Sinnbild geworden. Mag er noch so mißbraucht sein, er deutet doch auf den besten Teil der geistigen Heimat der Deutschen. Wie lange hält ein Hosenboden? Ehe an die Beantwortung dieser nicht etwa scherzhaft, sondern sehr ernst gemeinten Frage herangegangen wird, muß den Müttern ausgelasse- ner Buben eine Enttäuschung bereiten werden. Wie lange der Hosenboden eines Jungen hält, der auf jeden Baum klettert und dem Mauern und Zäune und Hecken nur als willkommene Gelegenheiten erscheinen, um feine Turnkünste zu erweisen, wie lange unter diesen Umständen ein Hosenboden hält, das wissen nur die Mütter selber. Auf diesen „Sonderfall" beziehen sich Fragestellung und Beantwor- tung nicht. Das Standard-Büro der Vereinigten Staaten, das sich auch mit der Haltbarkeit von Hosenböden beschäftigte, wollte lediglich ermitteln, wie oft sich ein Mann hinsetzen kann, bevor eine gewisse Stelle seines Beinkleides durchgeschabt ist. Man hat sich sehr eingehend damit beschäftigt und dazu eine ganze Reihe kunstvoller Apparate gebraucht, um zu halbwegs zuverlässigen Ergebnissen zu gelangen. Die Beanspruchung des Hosenstoffes auf der Sitzfläche erfolgt durch Reibung und Spannung. Der Angestellte, der vor seinem Schreibtisch sitzt, bewahrt nicht völlige Ruhe; ebenso mutet er beim Aufstehen und beim Niedersetzen dem Boden seines Beinkleides Reibungen zu. Die Wirkung dieser Reibung wurde auf einer Maschine geprüft, in die Stoffproben eingefpannt und dann unter einer Walze mit einer bestimmten Zahl von Reibungen in der Minute gepreßt wurden. Die Zahl der Reibungen wurde automatisch ausgezeichnet. Man konnte also genau feststellen, wieviel Reibungen den Stoff abnutzen und schließlich zum Zerreißen bringen. Auch zur Messung der Spannung mußte man einen kunstreichen Apparat erfinden. Man sitzt ja nicht nur auf den Beinkleidern; wenn man die Schuhe anzieht, wenn man sich bückt und bei heftigen Bewegungen wird der Stoff angespannt. Wie viele solcher Spannungen notwendig sind, bis der Stoss aus dem „Zerreißungspunkt" angelangt ist, wurde durch eine Einspannung verschiedener Stoffe in einen kreisrunden Rahmen ausgeprobt, der den Stoff in beliebiger Stärke und beliebig oft spannt. Auch diese Vorgänge wurden ausgezeichnet. Das Ergebnis der gesamten Prüfungen war dies: Der glückliche Besitzer einer Hose aus den besten Stof- fen kann sich siebenundneunzigtausendmal niedersetzen und wieder aufstehen, bevor der Hosenboden durchgerieben ist. Das erscheint zunächst als eine überraschend hohe Zahl, aber bei einiger Ueberle- gung wird man feststellen, daß sie den Hosen keineswegs eine ungewöhnlich lange Lebensdauer gewahrt. Wer gar den Vorsatz fassen wollte, jedes Nie- versetzen und Aufstehen zu zählen, der wäre fortlaufend mit Aufzeichnungen beschäftigt. SMMVWUM Vornan von Zrant $. Braun. 6 Fortsetzung Nachdruck verboten! In dieser Zeit lernte mein Vater einen Mann kennen, der ihm mit Rat und Tat freundschaftlich zur Seite stand. Meines Vaters Hilflosigkeit rührte wohl diesen Fremden. Er half ihm, das kleine Vermögen ins Rumänische hinüberzuretten, er sorgte dafür, daß mein Vater die Staatsabfindung bekam, kurz, jener Mann ward unser guter Geist. Sie mackte eine Pause und schien nachzusinnen. Nydegger störte sie dabei nicht, er wartete geduldig ab. „Kein Wunder, daß mein Vater dem Freund voll vertraute. Er verstand nichts von Geschäften. Als Soldat hatte er keine Gelegenheit aehabt, sich ein kaufmännisches Wissen anzueignen. Diese Ahnungs- losigkeit, seine Vertrauensseligkeit mußte er büßen. Der Freund verleitete ihn zu Spekulationen, die fehlschlugen. Angeblich ging das gesamte Vermögen verloren. Mein Vater mußte den Offenbarungseid leisten. Er tat das guten Glaubens, denn er meinte, nichts mehr zu besitzen. Aber da entpuppte sich der Ratgeber, sein Freukch, als der Schuft, der er in Wahrheit war. Er denunzierte Vater, wies ihm ein gemeinsames Guthaben nach, ließ Vaters Anteile beschlagnahmen und strengte den Prozeß gegen ihn an. Mein Vater, ein wahrhaft guter, harmloser Mensch, war erschüttert. Soviel Bosheit lieh ihn irre werden an allem. Er verlor den Kopf. Wahrscheinlich meinte er, uns etwas zu ersparen, wenn er daoonschlich. Eines Morgens, wenig darauf, fand man ihn im Garten unseres Hauses. Er hatte sich durch den Kopf geschossen." Nydegger streichelte ihren Arm. „Ich verstehe, Ilia. Nun haßt du diesen FrenDen, du siehst in ihm nicht zu Unrecht den Mörder deines Vaters. Ist er dir jemals wieder begegnet?" Sie verzog den Mund. „Lieber Robert", sagte sie, „wen das Schicksal ausersehen hat für eine Komödie, der muß die Rolle gam und gar zu Ende führen. Die Spekulationen, zu denen mein Vater von dem Fremden verleitet worden war, wurden in Wirklichkeit gar nicht zu Ende geführt. Das Geld war noch nicht verloren gewesen. Der Staat schritt ein und beschlagnahmte die Geldbeträge. Da mein Vater nicht mehr lebte, tat die rumänische Regierung eine große Geste und gab einem Antrag statt, der meiner Mutter einen guten Teil des Vermögens zurückbrachte. Sonderbarerweise hatte diesen Antrag der Verführer meines Vaters aufgesetzt. Wir erfuhren nicht, daß die Zahlung des Staates sowieso erfolgt wäre. Ich weiß nicht, wie es dem Mann gelungen war, meiner Mutter Vertrauen erneut zu gewinnen. Es gelang ihm, ihr seine Schuldlosigkeit an den unglücklichen Vorgängen zu beweisen. Er setzte seine Rolle als Berater fort, ja, er genoß bei meiner Mutter bald stärkeres Vertrauen denn je zuvor. Sie redete sich ein, nun sie von seiner Unschuld überzeugt war, er sei Vaters wahrer Freund gewesen, und sie handele nur im Sinne des Toten, wenn sie ihn in allem zu Rate zöge. Mein Einspruch, meine Warnungen — ich war damals ein junges Ding — wurden nicht gehört. Tatsächlich geschah nichts Böses. Die Geldsummen waren fest angelegt, brachten Zinsen, und alles ging seinen guten Gang. Rach einem runden Jahre ereignete sich das Unfaßbare, für mich geradezu Groteske: meine Mutter gab der Werbung des Fremden nach und willigte ein, feine Frau zu werden. Die Hochzeit wurde in aller Stille gefeiert. Don keiner Seite kamen Verwandte. Meiner Mutter war das angenehm, ich glaube, ein wenig schämte sie sich doch. Ich habe ihr übrigens nie wegen dieser Heirat gegrollt. Vater war tot. Ihr Leben ging weiter: mochte sie daraus machen, was ihr beliebte. Ich Hobe nur ihre Kurzsichtigkeit angestaunt. Denn ich hatte den Mann, dem sie sich, jetzt verband, schon längst erkannt. Zu der Zeit verließ ich das Haus. Ich konnte es nicht mehr mitansehen. Schon gleich nach der Eheschließung wurde ihr Mann ein anderer. Er ließ gefühlsroh erkennen, auf was es ihm immer nur angekommen war, auf den Besitz. Er erpreßte von meiner Mutter die Vollmachten, die er benötigte, um alles in seine Hände au bekommen. Als ihm das gelungen war, behandelte er sie wie feinen letzten Dienstboten." miterleben. Den Abschluß der Feierlichkeiten des Tages bildete der Vorbeimarsch der Truppen, an dem sich neben den Politischen Leitern auch die SA. beteiligte. Am Abend waren die Soldaten in den Gastwirtschaften Gäste der Stadt. Kameradschaftliches Beisammensein und Tanz beschlossen den ereignisreichen schönen Tag des Einzugs der Wehrmacht im ehrwürdigen historischen Städtchen Büdingen. Rekrulen-Vereidigung indutzbach pb. Butzbach, 7. Nov. Zur Vorbereitung auf die weihevolle Stunde der Vereidigung der Rekruten fand gestern abend in der evangelischen St. Markuskrrche und in der katholischen Kirche für die Wehrmacht Gottesdienst durch die beiden Standortpfarrer Linden st ruth und Adler statt. Heute morgen 7.55 Uhr waren alle Truppen des Standorts auf dem Hof der Schlohkaserne angetreten. Außerdem waren erschienen seitens der Partei Kreisleiter Seipel (Fauerbach v. d. H.), Standartenführer Schäfer (Bad-Nauheim), die Vertreter der Behörden, die Schüler der SBeibig» Werner-Oberrealschule und der Volksschule sowie ein sehr zahlreiches Publikum. Um 8 Uhr fand unter den Klängen des Präsentiermarsches die Hissung der neuen Reichskriegsflagge statt. Nach einleitenden Worten des Standortältesten, Oberstleutnant Offen- b ä ch e r, wurde von ihm der Erlaß des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht über die Einführung der neuen Kriegsflagge bekannt- gegeben. Hierauf hielt, nach einem einleitenden Choral, zunächst der evangelische Standortpfarrer Lin- denstruth eine Ansprache, in der er die jungen Rekruten auf die Bedeutung der Stunde hinwies und besonders betonte, daß diese Stunde nur durch die Einführung der Wehrhoheit durch unseren Führer und Reichskanzler möglich geworden sei. Der Ansprache folgte das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott". Alsdann sprach der katholische Standortpfarrer Adler, der seiner Ansprache die Worte „Seid getreu bis in den Tod" zugrunde gelegt hatte. Ihr folgte das Lied „Jesus meine Zuversicht". Der Standortälteste, Oberstleutnant Offen- bächer, hielt darauf eine längere Ansprache, in der er u. a. sagte, seit 1918 sei dies das erstemal wieder, daß junge Rekruten auf Grund der allgemeinen Dienstpflicht angetreten seien, um einen Eid zu schwören und Treue zu geloben. Er führte weiter aus, daß der Neuaufbau der Wehrmacht in großen Zügen soweit vollendet fei, der Dank hierfür gebühre unserem Führer Adolf Hitler und der NSDAP. Weiterhin gab er einen Rückblick auf die Zeit von 1919 bis 1932, erinnerte dann an den alten Geist der preußischen Armee, rief das Gedächtnis wach an den großen König Friedrich I., an die Heerführer Blücher, Gneisenau u. v. a., bis zu den Führern im Weltkrieg Hindenburg und Ludendorff. Sie alle sollten Beispiel für die jungen Soldaten fein. Nacheifern sollten die Rekruten aber auch den vor kurzem entlassenen Soldaten des III. Bataillons, um ebenso gut abzuschneiden wie diese. Alsdann erfolgte die feierliche Vereidigung der Rekruten, worauf nach einem Schlußwort des Oberstleutnants Offenbächer das Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ausgebracht und je eine Strophe der Nationalhymnen gesungen wurde. Heute vormittag fand dann auf dem alten und dem neuen Kasernenhof für die Rekruten Stand- konzert des Musikkorps des III. Bataillons statt. Am Nachmittag spielte das Musikkorps für die Zivilbevölkerung auf dem Marktplatz. ©porffurfe des Sportamts Gießen Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, für Frauen undMänner. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantinengebäude der Firma Buderus. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Ski-Trockenkursus. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, für Frauen und Männer, Dolksbad: von 21.30 bis 22.15 Uhr, nur für Frauen, Volksbad. Aus der Provinzialhauptstadt. Kellert mehr Kartoffeln ein! ZdR. Der Winter wird bald fein Regiment cm- treten. Dorforgend müssen wir deshalb schon jetzt daran denken, uns mit dem Winterbedarf an Kartoffeln einzudecken. Mit dem Einsatz der kalten Jahreszeit und den damit verbundenen Frosttagen wird die Verladetätigkeit auf dem Lande unterbrochen und dadurch die Deckung des laufenden Winterbedarfs der städtischen Verbraucher beein- ttächtigt. Es ist deshalb notwendig, daß jeder Haushalt eine gewisse Frostreserve schon jetzt einkellert. Wenn wir an den harten Winter des Jahres 1928/29 denken, der uns anhaltende Frosttage bis zu 35 Grad unter Null gebracht hat, so können wir ermessen, wie wichtig es ist, daß die Hausfrau die Sicherstellung des Wintervorrats schon im Herbst vornimmt. Wir alle wissen, daß das Winterhilfswerk schon Mitte Oktober d. I. Vorsorge getroffen hat, um den Winterkartoffelbedarf der minderbemit- 1. Absperrung übernimmt die SS. ab 20 Uhr auf dem Oswaldsgarten. 2. Abmarsch. Die Gliederungen und alle Abteilungen, die geschlossen teilnehmen, marschieren so ab, daß sie 20.15 Uhr spätestens auf dem Oswaldsgarten eintreffen. 3. Sämtliche Politischen Leiter treten um 19.45 Uhr vor der Kreisleitung, Ludwigstraße, an. Hier telten Bevölkerung jicherzustellen. Das Winterhilfswerk betreibt damit eine Vorratswirtschaft von großen Ausmaßen und geht bewußt davon aus, noch vor Beginn der kalten Jahreszeit die Eindeckung vorzunehmen. Es ist selbstverständlich, daß auch die kaufkräftigere Bevölkerung dieses Beispiel nachahmt und daß jede vorsorgende Hausfrau noch im November ihren Kartoffelvorrat eindeckt. Die rechnende Hausfrau wird sich mit Recht sagen müssen, daß auch die Gestaltung der Kartoffelpreise bei der Eindeckung des Wintervorrats eine Rolle spielt. Da eine preismähige Zuschlagsberechnung für die Wintermonate vorgesehen ist, bringt die Einkellerung dem städtischen Verbraucher auch einen Preisvorteil, d.en jede Hausfrau gern mitnehmen wird. Deshalb ist es für die rechnende Hausfrau geradezu unverständlich, wenn sie sich die für den Winter nötigen Kartoffeln pfundweise bei höheren Preisen anschafft. Mit der Einkellerung in den städtischen Haushaltungen sind manche Annehmlichkeiten verbunden, die nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Dabei verursacht die Pflege der eingekellerten Kartoffeln nur wenig Arbeit, wenn man die Einkellerung genügend vorbereitet hat. Man muß bedenken, daß die scheinbar tote Kartoffelknolle auch nach der Ernte weiterlebt. Die Kartoffel braucht daher gute Luft, einwandfreie Lagerstatt, trockene Umgebung, gleichmäßig kühle Temperatur und Dämmerlicht. Deshalb werden die Wintervorräte im Keller oder lichtgeschützt in der kühlen Speisekammer frostfrei aufbewahrt, wobei eine Temperatur von nur wenig Grad über Null am vorteilhaftesten ist. Die Kartoffeln können auch neben den Kohlen gelagert werden, da die Kohlenstäubchen die Luft fast keimfrei machen. Man legt am besten den treten auch die Fahnen der Ortsgruppen der Deutschen Arbeitsfront an. 4. Betriebe, die geschlossen teilnehmen, müffen ebenfalls spätestens 20.15 Uhr auf dem Oswaldsgarten eingetroffen fein. Gez.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. Kellerboden mit Stroh ober Brettern aus und schüttet die Vorräte möglichst nicht höher als 60 Zentimeter. Bei Verwendung von Kisten wird der Luftzutritt durch Hochstellen der Kisten bei Unterlegen von Kohlen oder Balken ermöglicht, wodurch die vielleicht vorhandene Feuchtigkeit der Lagerräume von den Kartoffeln ferngehalten wird. An Frosttagen sind die Kartoffeln zuzudecken und von Zeit zu Zeit umzuschaufeln, damit sie frisch durchlüften können. Die Vorbereitungen zur Eindeckung des Kar- toffelvorrats müssen jetzt getroffen werden, denn praktischerweise müssen wir uns nouj im Laufe Feierstunde zum 9. November am Samstag, dem 9. November, 20,15 Uhr, auf dem Oswaldsgarten Es nehmen teil: ' Sämtliche politischen Leiter aus Gießen, die vier Gießener Ortsgruppen, sämtliche Gliederungen und angeschlossenen Verbände der RSDAp. Alle Volksgenossen unserer Stadt werden aufgesordert, an dieser Feierstunde teilzunehmen und werden hiermit eingeladen. Die Mitglieder der Wehrmacht, die Reichs- und Staatsbehörden, der Arbeitsdienst werden hiermit eingeladen. Die Zahnen der Ortsgruppen und der Gliederungen sammeln sich um 20.15 Uhr aus dem Oswaldsgarten an der Reustadt. Feierfolge: 1. Zahneneinmarsch, Begleitung dazu Landsknechttrommelu des Jungvolks. 2. Zahnenspruch, gesprochen von einem hitlerjungen. 3. Zeiermusik, gespielt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116: „Zeiermusik zum 9. November" von Erich Lauer. 4. Totenehrung, Sprecher: Obersturmbannführer pg. Bender. 5. Zeieransprache. 6. Zahnenspruch, Sprechchor der Hitler-Jugend. 7. lleberführung der Hitler-Jugend, hierzu spricht Unterbannsührer Schneider. 8. Sieg-Heil aus den Zührer und Horst-Wessel-Lied. 9. Großer Zapfenstreich, gespielt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116. Sonderveranstaltungen einzelner Ortsgruppen oder Gliederungen müssen während dieser Zeter ausfallen. Ende gegen 21.30 Uhr. heil Hitlerk Schmelz, Kreispropagandaleiter. Aufmarschplan zum 9. November. „®in fürchterlicher Mensch! Konntest du deiner Mutter nicht helfen?" „Nichts vermochte ich. Ich bekam ihre Briefe, die mir das Herz zerrissen, und su-hr nach Hause. Ich trat ihm gegenüber, es kam mehr als einmal zu einer harten Auseinandersetzung. Ich sagte ihm die ungeschminkte Wahrheit. Er lachte mich aus." „Wovon lebtest du damals, Ilia?" „Mein Onkel Ferencs, der in Budapest wohnt, der Bruder meines Vaters, bestritt meine Studien. Ich hatte mit — dem Mann meiner Mutter nichts ZU tun, deshalb durfte ich so mit ihm reden. 2Iber was half es! Nach einem Streit, der so hart auf hart ging, daß ich die Hand gegen ihn erfjob, verbot er mir sein Haus. Ich habe meine Mutter später dann noch einmal außerhalb getroffen. Da erzählte sie mir verwirrt und ganz geduckt von einer Lebensversicherung, die sie beide eingegangen seien, einer immer zugunsten des Ueberlebenben. 2IIs ich bas vernahm, stand mein Herz still. Ich schrieb an Vaters Bruder in Budapest, ich sagte ihm im voraus, daß dieser Schurke, der sozusagen mein Stiefvater hieß, meiner unglücklichen Mutter nach dem Leben ttachte. Ich fragte den Onkel Ferencs, was wir zu ihrer Hilfe tun konnten. Sein Antwortbrief, ich sei mit den Nerven herunter, ich solle aus(pannen und ihn vier Wochen in Budapest besuchen, diese gutgemeinte Beruhigung erreichte mich fast gleichzeitig mit der Mitteilung aus Arad, daß meine gute Mutter gestorben sei. Ich fuhr nach Hause. Du kannst dir denken, in welchem Zustand ich mich befand. Meine Mutter war schon unter der Erde. Er hatte mich wohlweislich zu spät benachrichtigt. Ich erfuhr, daß er untröstlich sofort nach der Beisetzung außer Landes gegangen sei." „Aber woran starb deine Mutter so plötzlich?" „Das will ich dir gerade erzählen. Sie starb an einer Gasvergiftung in ihrem Schlafzimmer." Nydegger prallte zurück. „Hat man nichts Näheres erfahren können über den Vorfall?" „Ich habe die Kriminalpolizei alarmiert. Man hat nachttäglich Zeugenaussagen gesammelt. Mein Stiefvater wurde in Wien amtlich vernommen. Aber es blieb bei dem — unglücklichen Zufall. Sie war abenbs zu Bett gegangen und hatte das Gas- diefes Monats vor Beginn der Frostperiode mtt Winterkartoffeln eindecken. Bornoiiren Tageskalender für Zrellag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr Reiten; 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken-Gymnastik, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis. 22.15 Uhr: „Holzappel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein idealer Gatte". — Reichsvereinigung Deutscher Baumeister: 20 Uhr im „Hessischen Hof" 23er- Sammlung. Das Nordende des pfahlgrabens und seine Bedeutung. lieber dieses für viele Heimatfreunde interessante Thema spricht am Sonntagnachmittag gelegentlich einer Familienzusammenkunft der Heimatvereinigung „Schiffenberg" Rektor a. D. Val. Müller (Gießen). Außerdem sind musikalische und sonstige Darbietungen geplant. (Siehe heutige Anzeige.) politische Leiter des Kreises Gießen in München. Als Vertreter der Kreisleitung Gießen der NSDAP, und des Kreises Gießen nimmt eine Anzahl der Politischen Leiter unseres Kreises an den Feierlichkeiten in München teil. Es sind dies die Parteigenossen Kreisleiter Klo st ermann, Kreisleiter Dr. Hildebrandt, Adam Lotz, Georg E r m e r t, Heinz Horn, Willy Wenderoty und Weber- Ettingshausen. Oie Vertreter der Gießener SA. bei den Feiern in München. Am gestrigen Donnerstagabend sind Standartenführer Lutter als Vertreter der aktiven SA.» Standarte 116 und Standarten-Adjutant, Obersturmbannführer Günter als Vertreter der SA.« Reserve-Standarte 116 mit dem Feldzeichen der Standarte und 12 Fahnenbegleitern nach München abgefahren, um dort als Repräsentanten der Gießener SA. am heutigen Freitag und am morgigen Samstag an den Feiern zu Ehren der Gefallenen der Bewegung vom 9. November 1923 teilzunehmen. Die Rückkehr der Vertreter unserer SA.-Stan- barten erfolgt am Sonntag mit dem Zuge von Fulda her, der um 12.07 Uhr in Gießen eintrifft. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 und ein Ehrensturm der SA.-Reserve werden die Vertreter unserer Standarten und das Feldzeichen am Bahnhof in Empfang nehmen und durch die Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstraße und Brandplatz zum Standartengebäude geleiten. Zur Nachahmung empfohlen! Herr Heinrich Winn, wohnhaft in der Hofmannstraße 14, konnte vorgestern (6.11.1935) bei bester Gesundheit seinen 81. Geburtstag feiern. Sicher wird dem Geburtstagskind mancher Glückwunsch und manche kleine Freude übermittelt worden fein, die größte Freude bereitete er sich und uns allen aber, als er seinen seltenen Geburtstag zum Anlaß nahm, um persönlich auf der Deutschen Bank 20 0 Mark auf das Konto des WHW. für den Kampf gegen Hunger und Kälte einzuzahlen. Vie deutsche Arbeitsfront / F N.S.-oemeinschatt „Kraft durch freude" Achtung! Eine besondere Ueberraschung wird am kommenden Sonntag die Aufführung des luftigen Volksstückes „Holzappel" von H. A. Weber insofern werden, als außer dem Dichter, der an dieser Aufführung teilnimmt, auch das Urbild des Gastwirts „Zürn' goldenen Ochsen", der Gastwirt Henne- mann aus Holzappel an der Lahn, an der Auf- führung teilnimmt. Herr Hennemann, der von der NSG. „Kraft durch Freude" ebenso wie der Polizeidiener Kuhn für diese Vorstellung herzlich eingeladen wurde, wird mitten unter den Besuchern sitzen — wir wollen doch einmal sehen, ob er und von wem er erkannt wird. Ja, auch der Polizei- diener Kuhn lebt in Wirklichkeit als Polizeidiener gleichen Namens in Holzappel. Arbeitskameraden, wenn ihr wirklich einmal herzerfrischend lachen wollt, wenn ihr wieder einmal KrümenkÄ! licht ausgelöscht. Da sie an Schlaflosigkeit litt, nahm sie eine Tablette eines Schlafmittels und schlief ein. Niemand kann sich erklären, wie der Gashahn an der Lampe wieder geöffnet wurde. Die Polizei nahm an, daß sie ihn nicht richtig zugedreht hatte oder noch einmal daran anstieß... „2öo hielt sich der Mann in jener Stunde auf?" „Er hat mit zwei Freunden in der Wohnung des einen gezecht. Zwei Männer haben sein Alibi nachgewiesen. Er hat sich nicht ein einziges Mal aus dem Zimmer entfernt, in dem sie zu dritt saßen." „Glaubwürdige Zeugen?" „Gauner wie er! Seine Freunde! Sie waren kurz vorher aus Wien gekommen und reisten mit' ihm nach getanem Schwur wieder ab." „Das ist entsetzlich, Ilia!" „Keine Polizei kann einschreiten. Es gibt keine Beweise. Niemand hat ihn gesehen, als er sich in die Wohnung zur Mutter einschlich und den Gas- Hahn aufdrehte." „Hast du den Mann einmal wiedergesehen?" „’Rein. Zu seinem Glück nein. Er ist wie vom Erdboden verschwunden." „Würdest du etwas gegen ihn unternehmen?" „Ja, sicherlich!" „Was, Ilia? Du hast keine Beweise. Denke immer daran. Blinder Zorn schadet nur dir selber." „Nicht blinder Zorn, Robert. Ich bin eiskalt, wenn ich an dies Zusammentreffen denke. Ich wurde keine Polizei holen. Ganz allein würde ich vor ihn hintreten. Und sei gewiß, mir müßte er em Geständnis ablegen. Ich würde ihn zwingen!" „Wie denkst du dir das?" Er erschrak vor ihrem Blick, vor diesen Augen, die so sonderbar flackerten. Er kannte Ilia nicht so. „Das weiß ich nicht", gestand sie. „Nur das fühle ich, es wird eine Gerechtigkeit geben und sie muß auf meiner Seite fein." Er schwieg, aber seine Hand drückte stärker die ihre. Ilia wußte ihm Dank dafür, daß er nicht mit Fragen kam. Mehr hätte sie jetzt nicht zu sagen vermocht. Sie hatte etwas aus sich herausgestellt, wahrscheinlich war chr dieses Reden-dürfen eine Er» leichterung gewesen. Aber das mußte nun vorbei fein. (Fortschung folgt l) den Geruch von Erde, kräftiger, fa saftiger Heimatluft spüren wollt, dann besucht am kommenden Sonntag um 15 Uhr „Holzappel". Die Preise der Plätze sind niedrig, von 0,30 bis 1,50 RM., also für jeden erschwinglich. Wir haben dieses Stück aus- aefucht, weil es in seiner Volks- und Naturnähe, in seinem urwüchsigen Humor tatsächlich einzigartig vasteht. ♦ Freitag, 8. November, 20.15 Uhr, hält Professor T e m e s v a r y in der kleinen Aula der Universität seinen ersten Dortrag über „Volkstümliche Musik der großen Mei st er". Es spielt das Schüttler-Quartett. Jedermann ist willkommen; der Eintritt ist frei. Baltikum- und FreikorpSkämpfer! Achlungt Sämtliche noch nicht eingereichten Anträge „Einsatz für Deutschland" müssen sofort an die unterzeichnete Abwicklungsstelle zurück- gesandt werden zwecks Weiterleitung nach Berlin. Alle Mitglieder, die ihre Ausweis- und Beitragskarten noch nicht ab* geliefert haben, senden diese umgehend ebenfalls an die unterzeichnete Stelle ein, da von Berlin neue Lichtbildausweise ausgestellt werden. Laut Mitteilung des Reichsbundführers Major a. D. Bischoff wird mit der Ausgabe der Urkunde und des damit verbundenen neuen Lichtbildausweises in etwa 14 Tagen begonnen werden. Abwicklungsstelle: Gießen, Hammstr. 4, II. Reichsfachschast Artistik und 9. November. Der Leiter der Reichsfachschaft Artistik in der Reichstheaterkammer, Berlin, gibt folgende Anordnung bekannt: „In Anerkennung der Gefallenen und Opfer um die Machtergreifung der NSDAP, ist der 9. November in allen Betrieben würdig zu begehen. In der offiziellen Gedenkstunde sind Betriebsversammlungen abzuhalen; der Vertrauensmann hat Die Belegschaft auf die Bedeutung des Tages hinzuweisen. Tanzunterhaltungen sind auch nach der offiziellen Polizeistunde verboten. Musikalische und artistische Darbietungen sind dem Rahmen des Tages angepaßt durchzuführen." Das Necht im Dritten Beich. Unser gestriger Bericht unter dieser Ueberschrift über den Vortrag von Prof. Dr. Frölich im Jungjuristen-Schulungslager auf dem Gleiberg über das Thema „Die Gegenwartsbedeutung der deutschen Rechts ge schichte" ist leider durch einen technischen Vorgang im Schlußteil nicht vollständig wiedergegeben worden. An den letzten Absatz des gestrigen Berichtes ist zur Vervollständigung nachstehendes anzufügen: Aus den angestellten Erörterungen aber ließen sich auch mehrere allgemeine Gesichtspunkte ableiten, die ebenfalls für die Aufgaben der Jetztzeit nicht unterschätzt werden dürften. Es fei dabei einmal zu denken an das Problem derVolks- tümlichkeit des Rechtes, für das aus einer genaueren Untersuchung des Rezeptionsvorganges wichtige Maßstäbe zu entnehmen seien. Und weiter sei es die Verknüpfung zwischen Recht und Kultur überhaupt, auf die der Blick durch Ueber- legungen, wie sie hier gepflogen feien, gelenkt werde. Der Vortragende zählte zum Schluß noch eine Reihe anderer, in den Tätigkeitsbereich der deutschen rechtsgeschichtlichen Forschung gehörende Gegenstände auf, die sich, wie etwa die Probleme „Der deutsche Staatsgedanke der Vergangenheit", „Führer und Gefolgschaft im deutschen Recht", „Der Gedanke des gemeinen Nutzens im deutschen Recht", „Die Stellung der Geschlechter zueinander, insbesondere im Rechte der Eheschließung", „Die Grundgedanken der deutschen Erbrechtsentwickelung" usw. durchaus in die gleichen Gedanken- gänge einordnen ließen, wie die besprochenen Erscheinungen. Das Gesagte werde aber schon genügen, um darzutun, daß auch eine Betrachtung auf geschichtlicher Grundlage in lebensvolle Zusammenhänge der Gegenwart hineinführen könne und daß bei dem Aufbau und Ausbau unseres neuen Rechtes ebenfalls die deutsche Rechtsgeschichte zu ihrem Teile beizutragen berufen sei. Sparerbund Greben. Man berichtet uns: In der am Dienstag im „Hessischen Hof" veranstalteten Mitgliederversammlung erinnerte der Ortsgruppenführer H. Lorenz an die vor elf Jahren am 3. November 1924 erfolgte Gründung des Sparerbundes, Ortsgruppe Gießen. Er gab dann einen kurzen Ueberblick von der erfolgreichen Arbeit feit der Gründung bis heute und griff hierbei die Frage auf, was wohl aus dem Borkriegssparer geworden wäre, wenn nicht schon im Jnflationsjahr 1923 Männer wie Oberlandesgerichtspräsident Dr. Best, Graf v. Posadow- sky, Oberschulrat B a u s e r, Justizrat Brink, Reichsgerichtsrat Dr. Z e i l e r und andere Mitgründer der Sparerbewegung, damals Hypothekengläubiger- und Sparerschutzverband genannt, warnend ihre Stimme erhoben hätten. Welche große Beachtung der Sparer im neuen Deutschland im Gegensatz zum Weimarer System erfahre, bewiesen beispielsweise am Nationalen Spartag am 30. Oktober die in jeder Zeitung vorhandenen Leitartikel und Aufrufe über die Notwendigkeit des Sparers am Aufbau der deutschen Wirtschaft. So wie in den Jahren 1923 bis 1933 die im Sparerbund organisierten Sparer geschloffen im Kampf gegen die marxistische Mißwirtschaft standen, so stünden heute dieselben Sparer einig hinter der Regierung Adolf Hitlers. Die deutschen Sparer seien dem Führer für sein wiederholt abgelegtes Bekenntnis zur Stabilität der deutschen Währung ganz besonders dankbar. Mit ihm würden Treu und Glauben und Vertrauen neu aufgerichtet, und es werde trotz vieler noch zu überwindender Schwierigkeiten wieder aufwärts gehen. Der Versammlungsleiter ging dann über zur Besprechung auf die zur Zeit im Gange befindliche Verbesserung des Rentnerhilfsgesetzes, auf die Sparerbundseingaben an das Reichsjustiz- bzw. Reichs- wirtfchaftsminifterium wegen der bevorstehenden Das Realgymnasium hißt die Hitlerjugendfahne. Zu würdiger Feier kamen heute morgen Lehrer und Schüler des Realgymnasiums zusammen, um auf dem Schulgebäude die Fahne der Hitler.Jugend zu hissen. In Anwesenheit von Gefolgschaftsführer B ä tz, Vertreter des Bannführers, sprach Oberstubiendirektor Angelberger über den Sinn der Feier: So wie gestern im gleichen Augenblick Mannschaft und Führer der neuen deutschen Wehrmacht unter der neuen Kriegsflagge ihren stolzen und harten Dienst begannen, hißt unsere Schule heute die Fahne der Hitler- Jugend zur Bekräftigung des gemeinsamen Zieles aller Erziehung für Deutschland. Der Weg zu reibungsloser Zusammenarbeit ist frei, gegenseitige Anerkennung und Achtung sichern der hitler-Iugend wie der Schule unbehinderte Arbeit am Gesamtwerk der Erziehung. Die Schule wird dabei die Erhaltung der nationalen Kulturwerte sowie die Bilduna eines charak- terfeften, höchst leistungsfähigen deutschen Menschen pflegen, sie wird nationalsozialistisches Gedankengut vermitteln, zu dessen Hüterin die Hitler-Jugend bestimmt ist. Die Förderung stärksten nationalen Willens, die Pflege enger Zusammenarbeit zwischen Schule, Hitler-Jugend und Elternhaus und das unbedingt notwendige Ziel, alle jungen Deutschen in der Hitler-Jugend zu erfassen, wurden besonders betont. Die Tatsache, daß von 542 Schülern des Realgymnasiums nur 18 der Eintrittsberechtigten nicht in der Hitler- Jugend oder in anderen Organisationen der Partei stehen, gibt der Schule das Recht, neben der Reichsfahne auch die Fahne der deutschen Jugend hochzuziehen. Mit diesem Recht verbindet sich die Verpflichtung zur unablässigen Werbung für die Hitler-Jugend im Gedenken an unser aller großes Ziel: Deutschland werde frei und groß. Von der Jugend ist zu fordern: Freiwillige Zucht, stolze Bescheidenheit, Tatbereitschaft, Tapferkeit, ehrfurchtsvolle Achtung vor dem gewaltigen Erbe deutschen Frontsoldatentums. Diese Jugend wird dann zum letzten Einsatz bereit fein, bereit auch zur Tat für deutsche Ehre und deutsche Kultur. Gefolgschastsführer Böh sprach anschließend über die Einigung der deutschen Jugend in der HI., die nun glücklicherweise erfolgt sei, von der Verpflichtung zu stolzer und reiner Haltung. Lr wies auf das leuchtende Vorbild der im Glauben an Deutschland Gefallenen hin, das zu zuchtvollem Dienst im braunen Ehrenkleid verpflichte. Seine herzlichen Wünsche galten der freudigen Zusammenarbeit von Schule und Hitler-Jugend. Nach der Ansprache ging die Fahne unserer Jugend hoch. Die Schulgemeinde sang bas Sturmlied: „Unsre Fahne flattert uns voran". Der Direktor brachte dem Führer ein Sietz-Heil dar, und die beiden deutschen Lieder schlossen die packende Feier. „Abessinien, Land und Volk." Vortragsabend der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am gestrigen Donnerstagabend fand in der Neuen Aula der Universität der erste Vortragsabend der Gießener Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in diesem Winterhalbjahr statt. Wie der Vorsitzende der Vereinigung, Professor K l u t e, in seinem Begrüßungswort betonte, begann mit diesem Vortrag der 40. Vortragswinter der Gesellschaft, die trotz eines augenblicklichen Überangebots an Vorträgen dennoch ihre Abende abhält, weil ein gewisses Bedürfnis für Darbietungen aus der Geographie vorliegt. Es hatte sich auch eine stattliche Zuhörerschaft in der Neuen Aula versammelt, um aus berufenem Munde etwas über das heute aktuell gewordene Kaiserreich an der Ostecke Afrikas zu erfahren. Der ehemalige Leiter der Deutschen Aethivpien- Expedition Herr Max G r ü h l, der in zwei langen Reisen kreuz und quer durch Abessinien zog und dessen Bücher über dieses Land ihn als Forscher bekanntmachten, verstand es in ausgezeichneter Weise, seinen Zuhörern ein objektives Bild dieses afrikanischen Reiches vor Augen zu führen. Eingangs seines Vortrags kam er auf die Weltpolitik im allgemeinen zu sprechen, hob insbesondere ihre Verflechtung zur Zeit mit Abessinien hervor und zeichnete Probleme auf, die vielleicht in nicht allzu langer Zeit ihre Verwirklichung finden können. Abessinien oder Aethiopien sei von jeher ein interessantes Land gewesen, aber für die große Masse sei es erst vor kurzer Zeit durch die italienisch-abessinische Auseinandersetzung einigermaßen bekannt geworden. Dem Forscher aber, der dieses Hochland durchreist und kennengelernt habe, sei schon längst klar geworden, daß Abessinien ein Land fei, bei dem die Gegenwart auch stark verbunden sei mit der Vergangenheit. Beweis dafür sei die Sage und die daran anknüpfende Geschichte der Könige, die ihre Herkunft als „König der Könige" bis auf die Zeit König Salomos und der Königin von Saba zurückführen. Dieser beider Sohn Menelik I. soll auch die Bundeslade auf feiner Flucht vom Hofe seines Vaters mit in das Heimatland seiner Mutter genommen haben, sei daselbst König geworden und habe sich „Löwe aus dem Stamme Juda" genannt. Auch das reiche Land „Ophir" mit feinen Schätzen an Gold und Elfenbein, das man überall in Afrika gesucht habe, liege in der abessinischen Welt. Durch die „Puntfahrten" sei auch ein Hauptnahrungsmittel von uns, nämlich der Weizen, aus dem Lande des „Königs der Könige" gekommen. Wie schon erwähnt, fei Abessinien heute durch die Politik ein interessantes Land, denn durch seine geographische Lage und durch feine Bodenbeschaf- fenheit könne es leicht einem Volke als Ausgangspunkt und Sprungbrett zu Hilfe kommen. Schaue man sich Nordostafrika auf der Karte an, fo stelle es sich uns als große Ebene dar, und in diese Ebene rage das Hochland von Abessinien wie eine Festung, ober eine Zitadelle Afrikas hinein. Von einem solchen Punkte lasse sich besser eine Offensive hinaustragen, als es von einer Ebene aus der Fall fei. Auch durch den Tanasee könne leicht von diesem Hochland aus eine Störung der Weltpolitik erfolgen, denn die Schlüsselstellung am Tanasee lasse manche Möglichkeiten zu Krisenbildungen zu. Während Abessiniens geographische Lage und Natur für das Land Momente der Stärke seien, fei die ethnologische Lage ein Moment der Schwäche. Abessinien werde von verschiedenen Völkern bewohnt. Zu den rassenmäßigen Spannungen käme hinzu, daß starke dynastische Fragen noch ihrer Klärung bedürften. Der zweite Teil des Vortragsabends brachte interessante Lichtbilder, die die Ausführungen G r ü h l s noch klarer machten. Eingeleitet wurde die Bildfolge von einer Aufnahme Professor Schweinfurts, dessen Spuren der Redner in Abessinien gefolgt ist. Die folgenden Bilder machten die Zuschauer noch mit Land und Leuten vertraut, wobei besonders hervorgehoben sei, daß die Wiedergabe der einzelnen Rassetypen sehr gut war. Andere Ausnahmen zeigten noch Musikinstrumente und religiöse Kultstätten, ferner Bilder aus dem Leben der abessinischen Armee und von dem Leben an dem Hofe Halle Selassies. Die fesselnden Ausführungen, die auch nicht eines guten Humors entbehrten, wurden mit großem Beifall ausgenommen. Neuregelung der Hypothekenmoratorien und der Neuregelung einzelner Punkte der Genußrechtsfragen. Am Schluß der Veranstaltung wurden noch eine Anzahl geschäftlicher und organisatorischer Angelegenheiten, so auch die am 14. September d. I. im Saargebiet vollzogene Neugründung des Sparerbundes, der in den letzten zwei Jahren der Besatzungszeit durch besondere strenge Bestimmungen der Besatzungsbehörden sich nicht mehr in einer geschlossenen Einheit zum Wohle des Dolksganzen betätigen konnte, bekanntgegeben. ♦ ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Tage begehen Friseurmeifter Otto G a t h und Frau, Bahnhofstraße (Ecke Grabenstraße) wohnhaft, das Fest der Silbernen Hochzeit, nachdem sie im vergangenen Sommer bereits auf eine 25jährige Geschäftstätigkeit zurückblicken konnten. Familie Gath ist seit ihrem Hiersein treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ♦ * Eine Siebzigjährige. Am heutigen Freitag, 8. November, kann die Schneiderin Frau Christine Schäfer, Am Kugelberg 2 wohnhaft, ihren 70. Geburtstag begehen. Die Jubilarin ist noch sehr rüstig und geht jeden Tag zum Nähen weg. Frau Schäfer ist schon'seit über 40 Jahren Leserin des Gießener Anzeigers. * * Rückständige Strom- und Gasgelder aus dem Monat September werden von der Direktion der städischen Betriebe in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil zur Bezahlung bis zum 15. November angemahnt. Säumige Zahler seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. * * V. H. C. Gießen. Durch das schöne Wetter in den letzten Tagen der vorigen Woche hatten sich, wie man uns berichtet, zur Wanderung am ver- aangenen Sonntag viele Mitglieder eingefunden. Wenn auch der erwartete Sonnenschein ausblieb, so wanderten wir doch an dem frischen Herbsttag guten Muts durch den Wald zur Theodorsruhe und Nikolaus-Quelle und von da durch freies Feld über den Dberfteinberg'gur Deutschen Wacht und zum Pfahlgraben, an dessen nördlichster Stelle VHC.-Bruder Geb. Rat Pros. Dr. Sommer, der zu uns über diesen Grenzwall sprach, einen Gedenkstein hat errichten lassen. An dem Turm auf dem Wartberg, dem Rest einer 1713 erbauten Windmühle vorbei, kamen wir nach Grüningen, wo wir zur längeren Mittagsraft einkehrten. Wir gingen dann weiter mit dem blauen Kett, anfangs über Feld und kamen an dem gradlinigen Pfalgraden entlang, der teilweise aus mehreren Wällen besteht, in schönen Hochwald, dessen bunte Herbstpracht uns erfreute. Nach Ueberschreiten der Bahnlinie Gießen—Frankfurt nahm uns wieder der Wald auf, den wir bis in die Nähe von Butzbach nicht verließen. Don Butzbach fuhren wir nach gemütlicher Einkehr mit der Bahn zurück. Meine Strafkammer Gießen. Der O. W. aus Fellingshausen befuhr am 28. Mai gegen 8.30 Uhr mit einem Lastkraftwagen die Grünberger Straße in Richtung Grünberg. Beim Ueberholen eines Radfahrers bog er nicht genügend weit nach links aus, fo daß der Radfahrer erfaßt wurde, zu Fall kam und sich einen Unter» arrnbruch zuzog. Vorn hiesigen Amtsgericht wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 80 RM. und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Die dagegen verfolgte Berufung wurde gestern mit der Maßgabe zurückgewiesen, oaß die Strafe auf 40 RM., hilssweise auf 8 Tage Gefängnis, herabgesetzt wurde. Die Kosten der Berufungsinstanz trägt der Angeklagte. Wegen schwerer Körperverletzung nach den Paragraphen 223, 223a StGB, wurde der B. W. aus Gießen vorn Amtsgericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte warf am 3. Mai während einer Auseinandersetzung einer Mieterin einen Eimer ins Gesicht, fo daß diese erheblich verletzt wurde. Die gegen das Urteil des Amtsgerichts eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Sodann befaßte sich das Gericht mit den Wie« secker Einwohnern W. R., W. K., O. L., W. E., K. D., E. O., A. H., L. B. und P. H., die — wie wir bereits berichteten — am zweiten Dfterfeiertag auf Der Badenburg erheblich zechten und dann friedliche Spaziergänger überfielen und erheblich verletzten. Vom Amtsgericht Gießen wurde R. zu sechs Monaten, K. zu fünf Monaten, L. zu vier Monaten, E. zu drei Monaten und die übrigen Angeklagten zu je einem Monat Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil seitens der Angeklagten 23., H. und H. THiüionen von Volksgenossen schasst der Eintopfsonntag ein warmes Mittagessen. Denke am 10. November daran! eingelegte Berufung wurde zurückgewiefen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde V. und H. zu zwei Monaten und H. zu einem Monat zwei Wochen verurteilt. Die Angeklagten O. und B. wurden freigesprochen. Arn Nachmittag stand der F. W. vor Gericht, der wegen Betrugs und Urkundenfälschung vom Amtsgericht Friedberg zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Der Angeklagte war beim Kreisamt Friedberg tätig und tankte für eigene Zwecke auf Kosten Des Staates wiederholt Betriebsstoff. Er brachte außerdem unberechtigterweise an seinem ihm nicht gehörigen Wagen den Stempel des Kreisamtes an und bot ihn zum Verkauf. Gegen das Urteil legten sowohl Der Angeklagte als auch Die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde zurückgewiesen und der Angeklagte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Monaten zu 2 5 0 Mark Geldstrafe verurteilt, von der 150 Mark als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten. Oberhessen. 3ur Warnung. * Reiskirchen, 7. Nov. Der Postschaffner Heinrich Damm von hier zog sich vor einigen Tagen eine kleine Wunde am Fuße zu, die er nicht weiter beachtete. Es stellte sich dann eine Verschlimmerung Der Wunde ein, so daß die Ueber» sührung des bedauernswerten Mannes nach der Chirurgischen Klinik in Gießen erforderlich wurde. Dort wurde eine schwere Blutvergiftung festgestellt, die heute Den Tod Des Mannes zur Folge hatte. der 20000. Kurgast in Bad-Nauheim LPD. Bad-Nauheim, 7. Nov. Der 20 000. Kurgast Des Jahres 1935 kam dieser Tage im Hessischen Staatsbad an. Er erhielt von der Kurverwaltung als besondere Ehrung ein Bild bet Stadt und eine Ehrenkurkarte, die ihn zum kostenlosen Kuraufenthalt berechtigt. Die Gesamtfrequenz des Bades einschließlich der Passanten beträgt für 1935 bis jetzt rund 29 000 Personen, darunter befinden sich etwa 4000 Ausländer. Landkreis Gießen. § Alten-Buseck, 7.Nov. Der hiesigeSp ar• und Vorfchuhverein hatte seine Mitglieder und Sparer zur regen Beteiligung am nationalen Spartag aufgerufen. Der Erfolg war über Erwarten gut. Es wurden eine Anzahl neue Mitglieder geworben und ein beträchtlicher Betrag bei der hiesigen Sparkasse eingezahlt. — In den letzten Wochen sammelten die hiesigen Schulkinder an schulfreien Nachmittagen emsig Bucheckern, die der Kreisführung Des WHW. zur Verfügung gestellt werden sollen. — Bei der gestern abgehaltenen Treibjagd wurden 52 Hasen, 1 Fasan und eine Schnepfe zur Strecke gebracht. wg. Groß en-Buseck, 7. Nov. Nach der neuen Gemeindeordnung hat unser Dorf neben dem Bürgermeister noch zwei Beigeordnete und sieben Gemeinderäte, die von Bürgermeister R e b h o l z in ihr Amt eingeführt wurden. Erster Beigeordneter ist der Landwirt Heinrich Wagner, zweiter Beigeordneter der Bauernführer Wilhelm Schmidt. Gemeinderäte sind der Landwirt und Mühlenbesitzer Christoph Hof, Kreisamtswalter Der NS.-Hago Karl Schimmel, Bahnarbeiter Wilhelm Größer, Stratzenwart Karl Pfeiffer, Landwirt Balthasar Dort, Telegraphenarbeiter Wilhelm Seipp und Landwirt Otto Stephan. — Bei dem Verkauf der W H W. - A d z e i ch e n am vorigen Sonntag wurden in der hiesigen Ortsgruppe 105,52 Mark eingenommen; davon entfallen auf Großen-Buseck 73,52 Mark, Burkhardsfelden 22 Mark, Oppenrod 10 Mark. Der Verkauf der Abzeichen erfolgte durch die hiesige SA., die SA.-Kapelle förderte das gute Werk durch Platzkonzerte. — Bei der Treibjagd in den letzten Tagen beiderseits der Wieseck wurden 74 Hasen, ein Rebhuhn, 4 Fasanen, ein Fuchs, ein Falke und eine Feldkatze zur Strecke gebracht. <£ Reiskirchen, 7. Nov. Die hiesige NS.» Frauenschaft veranstaltete in der Kochschule im alten Schulhaus einen Vortrag über die Zubereitung von Fischen. In aufschlußreichen Darlegungen schilderte die Vortragende den hohen Wert des Fischgenusses für die einzelne Familie und für die deutsche Seefischerei. Während des Vortrages zubereitete Fischgerichte wurden als Kostproben verteilt. I Reiskirchen, 8. Nov. Beim Dickwurzeinfahren wurde Der hiesige LanDwirt Heinrich Konrad Döring von einem Auto angefahren und zur Seite gefchleuDert. Neben einigen Prellungen erlitt der bedauernswerte Mann auch einen Nervenzusammenbruch. Das Leiden verschlimmerte sich leider fo sehr, daß er in die Nervenklinik nach Gießen übergeführt werden mußte. — Die hier durchgeführten Kleider-, Honig- und Pfundsammlungen zugunsten des Winterhilfswerkes erbrachten überraschende Mengen, ein Zeichen, daß jeder gewillt ist, mitzukämpfen gegen Hunger und Kälte. Durch den Plakettenverkauf am Sonntag ergab sich eine Summe von 40 Mark. > Burkhardsfelden, 8. Nov. Unter starker Beteiligung Der Bevölkerung fand gestern abend MAGGI’ Fleischbrühe I beendete Vot}iige; kräftiget ffeadtmack undfleingifVtoma. 3 Wibifee lOS'f. er« Kundgebung ihren Äusklang. 6428 D Reiskirchen, Alsfeld, 8. November 1935. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Nov., nachm. %2 Uhr statt 1 Würfel TRSnOVl. Vrakensohe Liter-10Pfg. und zum Bauen gesucht. Schriftl. etrncß Garten- Angebote unter arbeit. Schriftl. Jetzt ist es an der Zeit WAf C D n c DRUCKSACHEN H D C Brühl, Gießen 04808 a. d. Gieß. Anzeiger erbeten schon an das Weihnachtsfest zu denken. Obwohl eine Auswahl von ungefähr 40 Kautschs u. Sesseln jeder Geschmacks- und Preisrichtung vorhanden ist, so erfordern doch Extra-Wünsche und -Anfertigungen eine längere Lieferzeit. —Zeht schon gewählte Polstermöbel werden bis zumWeihnachtsfestkostenlosaufbewahrt Eine ausgezeichnete Jwiebel- fotze zu Rostbraten,Bratwurst. Leber, Krautrouladen! Rezepte 1 Knorr Bratensotzwürfel zerdrücken, glattrühren, in Ltr. Wasser unter Umrühren 3 Minuten kochen und nun über 1/2 gehackte, goldgelb geschmorte Zwiebel gießen. Dann zum Fleisch geben, nochmals auf- kochen. Fertig! Aber immer- Erst Bratensoße und stets Lampen neu, p. Stück 5.- RM.,z.verk .04803 Lubwigstr. 40. |stellengesuche| Junge, tüchtige branchekündige Verkäuferin sucht Stellung in einem gutgeh. Schuhgeschäft f. sofort. Schr. Angeb. unt. 6427V an d. Gieh. Anz. § Alsfeld , 5. November. Der B e z i r k s v e r - band Alsfeld des Reichskriegerbun- dcs Kyffhäuser und die SAL. veranstalteten am Sonntagabend im großen Saal des „Deutschen Hauses" eine Kundgebung aus Anlaß der Wiedereinführung der Wehrpflicht. Bezirksverbandsführer Georg R e u s ch e r d. I. begrüßte mit herzlichen Worten die zahlreichen Besucher, ganz besonders die Vertreter der Wehrmacht, der Partei und des Arbeitsdienstes. Das ganze deutsche Volk danke seinem Führer Adolf H i t - l e r, der nach langen Jahren der Schmach und der Unfreiheit unserem Volke endlich wieder die Freiheit und Wehrhoheit zurückgegeben habe. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Major a. D. R i e tz s ch (Hanau) über „Das Wesen des nationalsozialistischen Wehrgesetzes vom 21. Mai 1935". Der Redner betonte zunächst die Bedeutung der Wehrpolitik, die heute mehr als je eine Angelegenheit des ganzen Volkes sein müsse. Die einzelnen Bestimmungen des Wehrgesetzes erläuterte er an Hand von zahlreichen Vergleichen mit den Verhältnissen in anderen Ländern und den Einrichtungen früherer deutscher Wehrgesetze. Jnter- Angeb. u. 6382V an o. Gieß. Anz. in der Wirtschaft Arnold eine Partelver- s a m m l u n g statt. Die Hitler-Jugend, Schar Reiskirchen, eröffnete die Versammlung mit dem Sprechchor „Arbeiter — Bauern — Soldaten", der mit starkem Beifall ausgenommen wurde. Dann sprach der Kreispropagandaleiter Pg. Schmelz über die Wunder der nationalsozialistischen Revolution. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes und mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler unseres Volkes Adolf Hitler wurde die Versammlung beendet. kreis Friedberg. + Butzbach, 7. Nov. Gestern wurden die umfangreichen Straßenbauarbeiten an der Durchgangsstraße nach Nieder-Weisel beendet. An der nach Westen, von der Fahrbahn aus gesehen, gelegenen Seite wurde eine Verbreiterung vorgenommen, die als Radfahrweg dient und zur Entlastung der Fahrbahn wesentlich beiträgt. Der Anbau wunde durch eine Betondecke mit vorangegan- genem Packlager derart befestigt, daß die Straße wohl als Musterbeispiel gelten kann. Die Erweiterung war dringend notwendig, um dem in den legten Jahren außerordentlich gesteigerten Verkehr aller Art gerecht zu werden, lieber Nieder-Weisel hinaus nehmen die Erweiterungsarbeiten einen rüstigen Fortgang. Bis zum Eintritt des Winters dürften auch diese Arbeiten beendet sein. Kreis Schotten. < Schotten, 7. Nov. In seiner jüngsten Sitzung befaßte sich der Gemeinderat zunächst mit der Frage, ob ein Bedürfnis zur Errichtung bzw. Beibehaltung eines Cafes bzw. Wirtschaft am Nordostausgang, Dogelsbergerstraße, vorhanden fei. Die Bedürfnisfrage wurde verneint. — Zur In tiefer Trauer: Elisabethe Damm, geb. Schäfer, und Kind Ludwig Damm XL Witwer Ludwig Damm, Bauinspektor nebst allen Angehörigen. Anschaffung eines Sanitätsautos wurde der hiesigen Sanitätskolonne ein namhafter Betrag bewilligt. — Der Bürgermeister berichtete im einzelnen über die Einladung und seine Reise zu dem goldenen Jubiläum des,,Schotte ne r Männerchors Neuyor k". Er wird die Glückwünsche der Stadt überbringen und ein Geschenk, ein prächtiges Bild von Schotten, das dieser Tage in einem Schaufenster hier ausgestellt wird, überreichen. — Eine Reihe von Punkten, die die Oesfent- lichkeit weniger interessieren, wurde noch behandelt. Kreis Alsfeld. Hausmittel gegen Kopfschmerzen,Migräne lervenschmerzen, Unbehagen und Sdtmerzzusfände. Seit Jahrzehnten behauptet sich Citrovanille dank seiner anerkannt raschen und milden Wirkung. Stets bekömmlich - unschädlich' für Herz und Magen. Sie sollten deshalb das bewährte Citrovanille immer zur Hand haben. Erhältlich in eilen Apotheken. 6 Pulver« oder 12 Oblaten-Pdcg. RM t40. Junges, fleißiges iGas-und elektr. Mädchen | WWNl mittlerer Größe, billig zu verk.M8U Seltersweg 21. In diese Bratensotze Iwiebel! Was gibt das? Freitag und Samstag verk. weg. Platzmangel lOKleider« sehr., 1- n. Zittrig (nenw.), 10 Federdecken (neuwert.) 20Tische Schreib- n. Ausziehtische, 10 Kommoden null Waschkomm., 10 Xttchenschrttnke, Büfetts.Kredenz., Pitsch-pine Kttch. (nenw.), 10 kou.pl. Betten, l-n.2schl. Groß. Auswahl in Stühlen,Matratz., Sofas, Kautsch u. a. m. Otsos Äußerst günstige Gelegenheit! Ludw.Schüier RodheimerStr.60, Bekanntmachung. Die bereits fälligen Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat September 1935 können noch bis zum 15. November 1935 ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. 6419V Postscheckkonto für Strom-, Gas- und Wasser- gelber jetzt: Kasse der Städtischen Betriebe Nr. 27707 Frankfurt am Main. Gießen, den 6. November 1935. Direktion der Städtischen Betriebe. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Frau Dahmer, verw. Balser, und Kinder. Gießen, den 8. November 1935. 04010 23jähriges Mädchen kinderlieb, das 8 fahret, besserem Vause tätig war, sucht Stelle zum l.Dez. in Gießen. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. M26D WlederhersteilaMdlrTO Drogerie WinterhoH, Kreuzplatz 10 H. Plank, Seltersweg 8. [M71v Pelzwaren Pelzrevaraturen billig siet d HL. Liebler Asterweg 16. Zwangsversteigerung Am Montag, dem 25. November 1935, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, die den a) Weißenberg, Emil, b) Weißenberg, Flora, geb. Llsosser, dessen Ehefrau, Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft (beide zur Zeit in Haifa, Palästina, wohnhaft) zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band 2, Blatt 79: 1. Flur I, Nr. 562, Hofrette in der Iudengasse (Warktstrahe 27), 241 qm; 2. Flur I, Nr. 562«/10, Straße daselbst, 6 qm. Schähungsbetrag zusammen - 47 050 R2N. Steuereinheitswert (1.1.31) = 63 600 RM. Die Versteigerung erfolgt auf Antrag des Verwalters im Konkurse über das Vermögen des Kaufmanns Emil Weißenberg, früher in Gießen, jetzt in Haifa (Palästina) und gleichzeitig zum Zwecke der Zwangsvollstreckung. 6415V Gießen, den 12. Oktober 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. essant war auch die Schilderung der einzelnen Wehr- formen, denen eine besondere Bedeutung zukomme. Das Dolksheer der Germanen, das Standesheer der Ritter, das Landsknechtsheer, stehendes Heer, Miliz usw. sind die wichtigsten Beispiele einer jahrhundertelangen Geschichte. Das neue deutsche Wehrgesetz beruhe auf dem Grundsatz der gleichen Wehr- pflicht ohne die Privilegien früherer Zeiten. Zwischen Volk und Wehrmacht bestehe eine innige bindung, und Wehrmacht und Nationalsoizalismus hätten die gleichen Grundlagen. Das Deutsche Reich, das nun seine Wehrhoheit wiedergewonnen habe, stehe jetzt wieder als freier und mächtiger Staat da, der mit seiner Wehrkraft niemand bedrohe, sondern der Aufrechterhaltung des Friedens diene. Die gründlichen und fesselnden Ausführungen des Redners fanden bei den Zuhörern herzlichen Beifall. Mit einem dreifachen soldatischen Hurra auf den Führer und dem Gesang der Nationallieder fand die Hautjucken, ATlCCntC Ausschlag, O Wundsein usw. behandeln Sie erfolgreich mit Leupin-Creme und Seife. Seit über 20 Jahren bewährt. Drogerie Winterhoff, Kreuzvl.lO; Löwen-DrogLV.KilbingerNachf.> Seltersweg 69r Med -Drogerie H. Elges, Seltersweg 66; Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17.4793V VornehmI Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien - Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßlgenPreisen Brühl’sche Druckerei, ßchulstr. 7, Ruf 2251 Kreis Wetzlar. * Kinzenbach, 7. Nov. Für das Winter« h i l f s w e r k wurden hier 120,90 Zentner Kartof» fein und 16,80 Zentner Korn gespendet. Die Kar« feln wurden am letzten Montag an der Bahn verladen. Der erste Eintopfsonntag erbrachte den ansehnlichen Betrag von 62,70 RM. Die S ch t f [• chen-Plakette brachte 27 RM. em. — Anläßlich des nationalen Spartags wurde von der hiesigen Spor - und Darlehnskasse eine rege Werbetätigkeit durchgeführt, an der sich außer dem Vorstand auch die Schule beteiligte. Der Erfolg war sehr gut, es konnten 3800 Mark an Einzahlungen auf 94 Konten gebucht werden. Wieder eine jüdische Weingroßhandlung polizeilich geschloffen. Worms, 6.Nov. (LPD.) Die Wormser Polizei berichtet: In den letzten Tagen wurden bei jüdischen Weingroßfirmen in Mainz und in Nierstein Verfehlungen gegen das Weingesetz festgestellt und die Täter festgenommen. Hierbei ergaben sich auch Anhaltspunkte für eine unreelle Geschäftsführung der Weingroßhandlung S. May Söhne in Osthofen. Am 4. November 1935 griffen deshalb Beamte der Mainzer und der Wormser Kriminalpolizei unter Hinzuziehung zweier staatlicher Weinkontrolleure überraschend dort ein. Nach umfangreichen Durchsuchungen, welche Öen ganzen Tag über dauerten, wurde so viel belastendes Material gefunden, daß die sich in Osthofen befindlichen Kellereien und Büroräume versiegelt und die Inhaber der Firma, die Brüder Ludwig und Siegfried May, in Worms I wohnhaft, in Haft genommen werden mußten. vom Lande, das alle Hausarbeit versteht, sucht z. 1. ob. 15. Jan. 36 Stellung in Pri- vatbaushalt.Sch. Angeb. u. 04809 an b. Gieß. Anz. | Verkäufe Schönes, trächt. Vogelsberger Rind (Fleckvieh) kalbt Enbe Januar, zu verkaufen. 6430D Ettingshausen Holzweg 4. Gestern verschied nach kurzer Krankheit in der Klinik zu Gießen mein innlgstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Heinrich Damm Postschaffner im 37. Lebensjahre. Tüchtige Verkäuferin für Wäsche unb Babyartikel zur Aushilfe per 1. Dezember gesucht. Bei Eignung Dauerstellung. 6420D 6. ttWkM früher: Haus ber Hanbarbeit KleineAnzeigen itn Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und aelel^a | Stellenangebote! Keine Ursprungszeugnisse, Umbern nur Zeugntt- abichrtften dem Be- werbungsschretben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Ra» men und Anschrift des Bewerber« tragen I Aelt. Ehepaar in Lanbstäbtchen in b.Nähe Gießens sucht f. sofort w. Verheirat, ihres jetz.Mäbch. älter, tücht., gesunbes u. zuverlässiges Mädrhen für alle Haus- u. polstenverkstätte A. Wehrheim, Löberstraße 17 Ständige Ausstellung: Goethestraße 6 ___________________________________________6418 A △ Alsfeld, 5. Nov. Am Sonntagnachmittag fand im hiesigen Stadtwald „Homberg" eine größere Waldbrandübung statt, bei der die Forstämter, die Alsfelder Freiwillige Feuerwehr und der Arbeitsdienst mitwirkten. Auch der Motorsturm des NSKK. hatte eine Anzahl Fahrer für Meldungs- zwecke zur Verfügung gestellt. Durch Vernebelung wurde in einer Fichtenschonung ein Brandherd dargestellt. Ein Meldefahrer vom NSKK. veranlaßte nach Entdeckung des „Brandes" die Alarmierung durch die Feuerfirene. Schon nach kurzer Zeit rückten die Mannschaften des Arbeitsdienstes und der Feuerwehr auf Lastkraftwagen bzw. mit Postautos n I an, um den Brand großzügig und zielbewußt zu i- bekämpfen, wobei auch eine Brandschneise angelegt -'wurde. Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden. Vermietungen^ Zum 1. Januar 2 leere, auch teilweise möblierte Zimmer mit kleiner.Küche (Zentralh.)i.ruh. Lage, Nähe Kliniken, zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 04806 anb.G.A. | Mietgesuche | MNM 5 bis 6 Zimmer mitZubeh.lmög- lichst auch Gart.) gesucht. Schriftl. Ang.m. Preis u. Zeitangabe des Jreirverdens u. 04792 an den Gießen. Anzeig. Gesucht l«4-5v 5-6-3immet- Mium in guter Lage mit allem Zubehör zum 1. Jan. spätest. 1. 8Ü>ril. Zillgea, wewar Bannstraße 32. Schöner geräum. Laden übern°m' naHALE 27 ist mit dem Selters^e% ftu»raegangen' durch Kau) j935J^ 11 pieFirrn heutigen rag KapiW" deutschem naris*'11“'1 Untere rett Otr USW und dienen schm' bei Ihren UMe. » Herren- Sie fi^ Miten' Q^’h-**^**^* Striimpi6-n lt„ »i«* „ ««*"■" ßl9le-S^ - ‘ Pibana** ’ VnS,r .„IM, * Sie nm ...ctvarit Elbeo ach daß <•' duntn- heste Aus v>a *ir bl nsererg roßen Sie