Nr. 156 Erster Blatt 185. Zahrgang Montag, 8. Zull 1955 Erjcheml tägitd), aufcei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschluffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Gießen poftschecktonto: Krantturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Untverstlätz-Vuch- und Stetnörudcrct R.Lange tn Gießen. 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Lustig flattern die Wimpel von Straßenbahnen, Omnibussen und sonstigen Fahrzeugen. Tannengrüne Guirlanden schlingen sich von Stockwerk zu Stockwerk und über die Straßen und rufen den Gästen ein freudiges Willkommen ^u. Ueberall herrscht regsames Getriebe, und freudige Erwartung liegt auf allen Gesichtern. Samstag nachmittag wuchs der Verkehr ins Riesenhafte an. Immer neue Menschenmassen ergossen sich aus dem Hauptbahnhof ins Innere der Stadt; nach Landesverbänden geordnet, wurden die Ankommenden in ihre Quartiere und Sammelplätze gewiesen Unter Vorantritt von Musikkapellen bewegten sich die langen Züge durch die Stadt, von der Bevölkerung mit Begeisterung empfangen und jubelnd begrüßt. Großartige Stimmung herrschte überall Alte Kriegskameraden wurden wiedergefunden und alte Erlebnisse ausgetauscht und manch fröhlicher Trunk auf alte und neue Kameradschaft getan. Die Wiedersehensfreude leuchtet allen aus den Augen, alte Soldatenlieder erklingen und lassen Erinnerungen an vergangene Tage wachwerden Der D D A C. hat im Hinblick auf die Bedeutung des 5. Deutschen Reichskriegertages leine Klubmitglieder und die deutschen Kraftfahrer zu einer „Reichstreuefahrt nach Kassel" aufge- rusen, die er gemeinschaftlich mit dem Landesverkehrsverband Kurhessen und Waldeck veranstaltet. we Stadt em Festplatz. Die örtliche Leitung des Reichskriegertags hat die äußeren Vorbereitungen unter das Motto gestellt: Die ganze Stadt ein Festplatz Darum die drei großen Fe st zelte: Friedrichsplatz (14 000 Sitzplätze), Park Schönfeld (10 000 Sitzplätze) und Stadthalle (8000 Sitzplätze). Daneben die Stadthalle selbst, die mehr als 5000 Personen faßt. Verbunden sind diese drei Hauptfeststätten durch Fest- und Wirtschaftszelte und Festplätze im Freien. Insgesamt sind innerhalb der Stadt auf allen Festplätzen zusammen 80 000 Sitzgelegenheiten geschaffen worden, ohne die Wirtschaften, die fast alle einen Teil ihres Wirtschaftsbetriebes auf die Straße oder in den Garten verlegt haben Die große Tribüne an der Orangerie faßt 30 000 Personen. Es ist die größte bis letzt in Deutschland gebaute Tribüne dieser Art. Gemeldet sind 12 5 Sonderzüge aus allen Teilen des Reiches. Insgesamt trafen mit den Sonderzügen rund 150 000 Teilnehmer ein. Die stärkste Teilnehmerzahl ist gemeldet aus dem Landesverband Hessen, der mehr als 30 000 stellt. Zum allergrößten Teil übernachteten die Teilnehmer nicht hier; sie trafen Sonntag vormittag ein und fuhren abends wieder ab. Untergebracht wurden hier rund 85 000 Teilnehmer, davon in Massen- quartieren 50 000, in Bürgerguartieren durch den Verkehrsverein 23 000; außerdem haben sich weitere 12 000 Festgäste in Bürgerguartieren selbst untergebracht. D'e Massenguartiere sind in Schulen, Sälen und Zeltlagern eingerichtet. An Sonderfahrten zum Kyffhäuser nahmen rund 6000 Personen teil. Das Eintreffen des Ehrenführers Samstag nachmittag kurz vor 16.30 Uhr traf auf dem Waldauer Flugplatz in einem großen Drei» mot&rigen Flugzeug der Deutschen Lufthansa der Ehrenführer des Kyffhäuserbundes, Relchs- stathalter Ritter von Epp, ein. Zu feiner Begrüßung hatten sich General Fett und Major v o n Jena als Vertreter des Bundesführers des Kyffhäuserbundes, Oberpräfident Prinz Philipp von Hessen und Vertreter der Parteiformationen eingefunden. Ein Ehrensturm der SA. und eine Ehrenkompanie des Kyffhäuserbundes hatten Aufstellung genommen. Rach der Begrüßung schritt der Reichsstatthalter unter den Klängen des Pra- fentiermarsches die Front der Ehrenformationen ab und begab sich dann im offenen Wagen durch die festlich geschmückte Stadt zum Hotel Schirmer. Auf dem ganzen Wege wurde der Reichsstatthalter von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. Der Vundessührer vor der presse Am Samstagnachmittag fand im Hotel Schirmer ein Empfang der in- und ausländischen Presse statt, wobei der Bundesführer des Kyffhäuserbun- oes, Oberst a. D. Reinhard zunächst seiner Freude über die große Anteilnahme für dieses Reichstreffen des Kyffhäuserbundes Ausdruck gab. Die ehemaligen Soldaten wollen in erster Linie dem Führer des deutschen Volkes Dank dafür ab statten, daß er mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht dem Volk d i ei n - nere Freiheit und den Kriegern des Weltkrieges die Soldatenehre wiedergegeben hat. Die Soldaten des großen Krieges wollen aber auch ihrer Freude darüber Ausdruck verleihen daß das hochaehaltene Gut des deutschen Soldatentums in Der neuen Wehrmacht wieder lebt. Durch unsere Kameradschaft Der Die Paradeaufstellung des Kyffhäuserbundes auf der Karlswiese vor der Orangerie. Der Bundes- führer ehrt die gefallenen Kameraden. . - <'/ft.''A. - Treue wollen mir der jungen Generation den hohen Wert soldatischer Tugenden zeigen. Kameradschaft verbindet uns mit allen ehemaligen Soldaten. Kameradschaft der Tat pflegt unser Kyffhäuserbund seit seinem Bestehen in Wohlfahrtspflege- und Unterstützungstätigkeit. Der Kyffhäuserbund steht als die größte Organisation ehemaliger Frontsoldaten unerschütterlich fest und treu zum nationalsozialistischen Staat und seinem Führer. Er ist blutverbunden mit dem Nationalsozialismus. Frontsoldatentum und Nationalsozialismus sind eins. Keiner der drei Millionen ehemaliger Soldaten, die sich aus freien Stücken allein um der Kameradschaft willen im Kyffhäuserbund zusammengeschlossen haben, denkt an einen neuen Krieg. Sie sind von ganzem Herzen erfreut, daß sich die Männer, bie sich im Kriege als Soldaten gegenüberstanden, die Hand reichen. Oer Veichsverband Deutscher Offiziere an den Kyffhäuserbund. Der Reichsverband Deutscher Offiziere hat dem Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser anläßlich seiner Haupttagung in Kassel folgendes Telegramm gesandt: „An Oberst a. D. Reinhard — N I ’ N V R ' ■ ' - " i * ti ■ k 1 v. MM? 1* HW» W ISorbeimarfd) der Fahnenkompanie vor der Tribüne des Bnndessiihrers und der Ehrengäste aus dem Friedrichsplatz. (Aufnahmen (21 Scherl.) Kyffhäusertagung Kassel. Den zur Kyffhäusertagung versammelten Friedens- und Kriegskameraden sendet der Reichsverband Deutscher Offiziere i n treuer Kameradschaft herzliche Grüße. gez. General von der Goltz." Der Gruß des Führers. Den }um 5. Deutschen Reichskriegertag in Kassel versammelten alten deutschen Solba- ten entbiete ich in kameradschaftlicher Verbundenheit meine herzlichen Grüße. Der alte Soldatengeist der Pflichttreue und der Kameradschaft hat im Deutschen Reichskriegerbund „Kyffhäuser" immer eine zuverlässige Pflege st äffe gehabt; er hat i n der Reichswehr weitergelebt und nun In der neuer st andenen Wehrmacht seinen alten großen Wirkungskreis wiedergefunden, von wo aus er das ganze deutsche Volk wiedererfassen wird. So möge denn der 5. Deutsche Reichskriegertag zu einer machtvollen Kundgebung der Wehrfreiheit und der Volkseinheit werden! Adolf Hitler. ♦ Der Bundesführer Oberst a. D. Reinhard hat darauf mit folgendem Telegramm an den Führer und Reichskanzler geantwortet: „Dem Führer und Reichskanzler melde ich in kameradschaftlicher Verbundenheit, daß rund 300 000 Kyffhäuser-Männer, Waffenträger der alten Armee aus allen deutschen Gauen am 1. Reichskriegertag im Dritten Reich zu einer machtvollen Kundgebung der Wehrfreiheit und Volkseinheit angetreten find. Weitere Telegramme wurden an den Stellvertreter des Führer Rudolf H e ß, Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, Reichsinnenminister Dr. Frick, Stabskef Lutze, Reichsführer SS. Himmler, Generalfeldmarschall von Mackensen, Admiral R a e d e r und Präsident L o e r tz e r gesandt. Oer (Srus de« Veichskr'easm Nisters. Den in Kassel aufmarschierenden Soldaten der alten Armee übersende ich meine und der jungen Wehrmacht kameradschaftlichen Grüße. Der echte Frontkämpfergeist ist nicht an Generationen gebunden. Er ist das lebendige Erbe der Front an das junge Deutschland, dem die Tat des Führers den Weg zum Ehrendienst mit der Waffe wieder freigemacht hat. gez. v. B l o m b e r g. Empfang im Rathaus. Samstagabend fand im festlich geschmückten Rathaussaal durch die Stadt Kassel ein Begrüßungsund Empfangsabend statt, zu dem auch Reichsstatthalter Ritter von Epp, Reichskriegsopfer- führer Oberlindober, Vertreter der Wehrmacht, der Partei, die in Kassel weilenden Militär- Attaches der fremden Mächte sowie Vertreter der Presse erschienen waren. Der Rathaussaal war reich mit frischem Grün und den Farben des Dritten Reiches geschmückt. Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer erklärte in seiner Begrüßungsansprache u. a.: Nach altem Brauch bitte ich Sie, Herr Reichs st atthalter, als Ehrenführer des Kyffhäuserbundes zum Willkommen den Ehrentrunk aus diesem alten silbernen Humpen entgegen zu nehmen. Zum erstenmal nach langen schmachvollen Jahren der Nachkriegszeit kann der Kyffhäuserbund seinen Reichskriegertag völlig frei und ungehemmt inmitten einer elementar wieder soldatisch empfindenden Bevölkerung begehen. Drei Millionen deutscher Krieger im Kyffhäuserbund, vereint und vom Kyffhäusergeist beseelt, stehen heute fest und treu zur obersten Führung, verbunden in Kameradschaft, wie sie nur harter Kampf gebiert. Ihnen gilt mein Gruß und mein Gedenken in dieser feierlichen Stunde, insbesondere denen, die wegen ihrer Kriegsverletzungen und Gebrechen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen, den Reichskriegertag in Kassel nicht persönlich miterleben können. Ich möchte aber auch derer gedenken, die im gegnerischen Lager mannhaft und als Helden für ihr Land kämpfend die Waffen mit uns gekreuzt haben. Denn die Hochachtung vor der Tapferkeit und kämpferischen Leistung des Gegners kann dem deutschen Krieger nur zur Ehre gereichen. Wenn der Herr Bundesführer und ich am heutigen Tage in tiefster Ehrfurcht vor den deutschen T o t e n des großen Krieges an der Kurhessischen Kriegergedächtnis st ätte und zu Ehren der Gefallenen der Bewegung an der Ehrentafel des Pg. Messerschmidt Kränze niederlegten, so soll es nicht nur eine schöne Geste fein, wenn wir gleichzeitig den Kranz für echtes Heldentum auch an den Gräbern der hier in deutscher Erde ruhenden englischen und russischen Kameraden niederlegten. Ihnen, Herr Bundesführer, spreche ich den herzlichsten Dank der Kasseler Bevölkerung dafür aus, daß Sie die Stadt im Kranze grüner Wälder, am Fuße der Wilhelrnshöhe zur Feststadt des 5. Deutschen Reichskriegertages erwählt haben. Oer Äundesführer sagte dem Oberbürgermeister aufrichtigen Dank. Es ist für uns wahrhaft erhebend au sehen, führte gr u. a. aus, wie tief der Sinn dieser Stunde in aüen Kreisen der Bevölkerung gefühlt wird. Aus dem Schmuck der Straßen und der Schaufenster, aus den frohen Blicken, mit denen wir von allen Seiten begrüßt werden, erkennen wir den wahren Geist dieser Bevölkerung. Ein einiges Volk, eine einige Bürgerschaft empfängt nach langer Entbehrung die alten und jungen Krieger feines Volkes und feiert die Wiedergeburtsstunde seiner Einigkeit und seines Volksheeres. Die Wiedergeburt seiner Ehre! Wir haben zum Ort unseres S. Reichskriegertages, den man seinem gewaltigen Ausmaß nach recht wohl als den Tag des deutschen Soldaten bezeichnen kann, bewußt diese Stadt gewählt, wo der Kyffhäuserbund vielleicht nach außen hin bisher weniger in Erscheinung getreten ift Ich möchte mit nochmaligem Dank an Sie, Herr Oberbürgermeister, den aufrichtigen Wunsch für das weitere Gedeihen und Blühen des gastfreundlichen Kassel verbinden. In dieser Stunde ist es mir ein Bedürfnis, an erster Stelle unsere tiefe Dankbarkeit gegen- über dem Führer und feiner tapferen Gefolgschaft, denen wir die Wiedergeburt des deutschen Volkes, des deutschen Heeres und der deutschen Ehre verdanken, Ausdruck geben. Schulter an Schulter mit der Bürgerschaft dieser alten treuen deutschen Stadt wollen wir dem Führer geloben, feftzuhal- ten, was Führer und Gefolgschaft geschmiedet haben. Dem Führer Adolf Hitler und der deutschen Stadt Kassel mit ihrem Oberhaupt und ihren Bewohnern Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Gin Fackelzug beschließt den ersten Festtag. Der Samstag fand mit einem imposanten FackelAua, den die Kreisverbände Kassel-Stadt und Kassel-Land bildeten, seinen Abschluß. Vor dem Kasseler Rathaus hatte sich der Bundesführer Oberst a. D. Reinhard aufgestellt, um den Vorbeirnarfck abzunehmen. Neben Oberst a. D. Reinhard fah man auch Reichsstatthalter Ritter von Epp sowie den Oberbürgermeister und Vertreter der Wehrmacht und der Behörden. Kurz nach 9.30 Uhr ertönte Marschmusik, hell loderten die Fackeln Aum nächtlichen Himmel und in strammem Paradeschritt zog eine Kolonne nach der anderen vorüber. Wohl über dreiviertel Stunde dauerte der Vorbeimarsch. Tausende von Volksgenossen umsäumten dicht gedrängt die umliegenden Straßen und die Ab- sperrungsmannschaften hatten alle Hände voll zu tun, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden Am Schlüsse des Vorbeimarsches brachte ein Volksgenosse ein dreifaches Sieg-Heil auf den Obersten a. D. Reinhard aus, in das die Menge begeistert einstimmte. Dann ließ es fick Oberst a. D. Reinhard nicht nehmen, einige fchwerkriegsbe- schädigte Krieger des Weltkrieges mit einem kräftigen Händedruck und einigen kameradschaftlich tröstenden Worten zu erfreuen, die sichtlichen Eindruck auf die alten Krieger hinterließen. Auf den Festplätzen an der Stadthalle und im Park Schönfeld wurden dann Riesenfeuerwerke abgebrannt. Auch während der ganzen Nacht herrschte ununterbrochen ein riesiger Betrieb auf den Straßen, Plätzen und in den Festzelten. Die Parade aus der Karlswiefe. Den Höhepunkt des 5. Reichskriegertages bildete am Sonntagvormittag die Paradeaufstellung der Landesverbände des Kyffhäuserbundes auf der Karlswiefe. SA., SS., Reichsluft- fportverband, Arbeitsdienst, Frontkämpferbund, Reichskriegsmarine und die Fahnenkompanie des Infanterieregiments Kassel mit den alten Fahnen des ehemaligen 11. Armeekorps füllten das weite Rund vor der Orangerie. DieAnsprachedesVundessiihrers Der Bundesführer des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. Reinhard, begrüßte zunächst die zahlreichen Gäste, insbesondere die Vertreter der ausländischen Mächte, den Ehrenführer Generalleutnant Ritter von Epp, die Wehrmacht, die Partelgliederungen, die Vertreter der verwandten Organisationen und den Reichsleiter der NSKOV. Oberlindober und gab das Grußwort des Führers und Reichskanzlers bekannt. Darauf gedachte der Bundesführer der toten Kamera- den: Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, der Kameraden, die auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gefallen find, der Toten aus den Frei- korps und aus der Bewegung, während die Musik das Lied vom guten Kameraden fpielte, und fuhr in feiner Ansprache fort: Der Kyffhäuserbund nimmt das Recht seines Bestehens nurausderPflicht, Deutschland zu dienen, dem Deutschland, das der Führer schuf. Für den alten Soldaten gibt es keine Pflichten, die aus Rechten hergeleitet werden. Für den alten Soldaten stehen vor allen Rechten die Pflichten. Aus der alten Wehrmacht und aus den Freikorps sammelte sich das Soldatentum im Kyff- hauserbunde und erhielt die Gesinnung der Front und soldatischen Geist. Die- ser soldatische Geist hielt sich aufrecht gegen alle Anfeindungen in 15 trüben Jahren. Das Ziel unseres Soldatentums ist Deutschland. Ihm dient der kyffhäuserbund. soldatisches Glied im willen Hindenburgs und in der Zielsetzung Adolf Hitlers. In Kameradschaft mit anderen Verbänden trägt der kyffhäuserbund die Aufgaben des soldatischen Deutschen aus dem Weltkriege. Es liegt in der Hand des Führers, ob einmal ein Soldatenbund alle Kämpfer des großen Krieges umfassen wird. Wie diese Entscheidung auch fällt, eines ist gewiß: die IHänner des kyffhäuserbundes wissen, daß ihre Organisation, solange sie auch besteht, und so groß sie auch ist. niemals Selbstzweck ist, sondern dem Willen des Führers sich unterordnet. An den Führer glauben wir und ihm gehören wir. Ihm wehen unsere Fahnen, ihm schlagen unsere Herzen, ihm gehört unsere Treue. Wie er befiehlt, so handeln wir! Das neue Deutschland ist aus der Partei Adolf Hitlers gekommen. Nie wäre Deutschland gerettet und wieder zu einer Wehrmacht gekommen, nie wieder hätte es entscheidend mitroir- fen onnen in der Wel1ae,chicht, wenn die Partei Adolf Hitlers nicht gewesen wäre. Wir alten Sol- baten haben dies anzuerkennen. Wie für uns die Reichsleiler Rosenberg antwortet dem Vischos von Münster. Oem politischen Sieg muß auch -er Sieg -er Weltanschauung folgen. Eine Rede Rosenbergs auf dem Sautag Westfalen-Aord Münster, 6. Juli. (DNB.). Reichsleiter Rosenberg hielt auf dem Gautag Westfalen-Nord eine große Rede, in der er sich u. a. mit unerfreulichen Einflüssen verschiedener katholisch-kirch- licher Stellen auseinandersetzte. Rosenberg ging davon aus, daß die geistigen Auseinandersetzungen das Zeichen einer Besinnung über den nicht nur politischen, sondern auch g e i ft i g e n Zusammenbruch darstellen. Deutschland habe seinen tiefsten Sturz in der Bedrohung feiner gesamten seelischen Substanz durch den Bolschewismus erlebt. In dieser Schicksalsstunde, da instinktiv ganz Deutschland nach echten Seelsorgern Ausschau gehalten habe, meldete sich das Zentrum, das sich aber nicht etwa auf die Seite der um ihr Vaterland besorgten Deutschen gestellt, sondern ein von maßgebenden Kirchenführern geführtes Bündnis mit dem landesverräterischen Marxismus abgeschlossen habe. Rosenberg verlas dann Stellen aus einem Brief, den der Bischof von Wünster an den Oberpräsidenten der Provinz W e st f a l e n gerichtet hatte. In diesem Brief erklärt Bischof Clemens August, die Ankündigung, daß Reichsleiter Rosenberg in ' Münster sprechen würde, habe „in der christlichen und besonders in der katholischen Bevölkerung" der Stadt Münster bereits „schärfstes Befremden" erregt und die Ausführung des Planes würde „unfehlbar eine lebhafte Beunruhigung" Hervorrufen. Wörtlich schreibt der Bischof: Voraussichtlich wird eine Minorität verführter und verhetzter Anhänger des Neuheidentums fein (Rosenbergs) Erscheinen begrüßen und zu christentumfeindlichen Demonstrationen benutzen, ein Auftreten Rosenbergs würde von der christlichen Bevölkerung Münsters als eine „aufreizende Provokation" und als eine „Verhöhnung ihrer heiligsten .und gerechten religiösen Ueberzeugung" empfunden werden und könnte zu verhängnisvollen Zusammenstößen führen". Zum Schluß ersucht der Bischof ein Auftreten Rosenbergs in Münster in absehbarer Zeit durch die Regierung zu verhindern und bittet in einer befristeten Zeit Mitteilung zu erhalten, ob diesem Antrag stattgegeben werde, da im Falle einer Ablehnung ernsthaft zu erwägen fei, ob der Bischof in einem Erlaß zur ruhigen Hinnahme dieser „Provokation" öffentlich auffordern müsse. Er schließt: „Ich bin freilich zweifelhaft, ob diese Maßnahme vollen Erfolg haben würde". Reichsleiter Rosenberg erklärte nach der Verlesung dieser Stellen: „Indem der Gau Westfalen- Nord mich zu seinem Gautag ersucht, eine Rede zu halten, ist es selbstverständlich, daß ich hier in einer parteiamtlichen Eigenschaft spreche und nicht als Privatperson, wie es vielleicht der Bischof Clemens August glaubte hinstel- len zu können. Dieser, die gesamte Partei und den heutigen Staat herausfordernde Brief zeigt dabei, was man an gewissen Stellen unter sog. Religionsfreiheit versteht: nämlich die Unterdrückung aller Anschauungen, die nicht mit einem bestimmten Dogma zusammenfallen. Die Führer des Zentrums find jahrzehntelang so daran gewähnt gewesen, In Deutschland zu herrschen und ihr eigenes Interesse auch gegen das allgemeindeutsche durchzusehen, daß sie noch nicht begriffen haben, heute in einer neuen Zeit zu teben. wo einmal auch das gesamte deutsche Volksinteresse über das einseitige konfessionelle und klassenmäßige gestellt werden muh. Ich weise dabei die Bezichtigung, als ob die Partei und eine sogenannte „Minorität verführter und verhetzter Anhänger des Reuheidentums" eine amtliche Veranstaltung der RSDAP. zu christentumfeindlichen Demonstrationen benutzen könnte, als eine durch nichts gerechtfertigteherausforde- rung zurück. Der Rationalsozialismus, der den Bolschewismus in Deutschland niederschlug, zu einer Zeit, da die Kirche ihn nicht überwinden konnte, hat mehr für das Christentum getan, als alle anderen Parteien in Deutschland zusammen! Eine christentumfeindliche Demonstration ist niemals seitens der nationalfoziallstifchen Partei zu verzeichnen gewesen. Die schlimmsten christentumfeindlichen Demonstrationen, die man sich jedoch denken konnte, waren die Bündnisse der Zentrumsprälaten mit den. althelstlschen Marxistenführern. Der Brief des Bischofs grenzt nahe an die Drohung, die ihm kirchlich unterftrtlten katholischen Deutschen z u Unruhen aufzureizen. Seine letzten Worte, daß eine Beruhigung seinerseits gegenüber der als Provokation bezeichneten Rede wohl kaum Erfolg haben würde ist die typische Art einer unmittelbaren gesetzlichen Feststellung der Drohung zur Äufpeitschung der Bevölkerung zu entgehen. Man spricht viel von Kirchenverfolgungen im Ausland. Die Tatsache, daß von einem Bischof selbst derartige Briefe gegen einen Reichsleiter der Deutschland repräsentierenden Bewegung geschrieben werden können und keine Verhaftung eintritt, zeigt, w i e t o le r a n t der nationalsozialistische Staat einem Vertreter einer christlichen Konfession gegenübersteht. „Wir begreifen sehr wohl, daß ein revolutionärer Umbruch eine lange Zeit braucht, um von den alten Mächten verstanden und anerkannt zu werden. Nichtsdestoweniger ist es notwendig, daß aus den vielen Angriffen, die sich gewisse Stellen noch ungehindert dem neuen Deutschland gegenüber herausnehmen, einige dem deutschen Volk zur Beurteilung vorgelegt werden." Reichsleiter Rosenberg ging dann über zu den 2) e • visenvergehen katholischer Kreise und stellte fest, daß es geradezu beschämend sei, die Aussagen der Angeklagten zu verfolgen, aus denen hervorging, daß ihnen der Begriff Deutschland und deutsches Volk gar nicht als Problem vor Augen gestanden habe. „Es wäre besser, der Bischof Clemens August von Münster hätte einen Hirtenbrief gegen d i e unmoralische Haltung der Beschuldigten erhoben, als sich in unquallfl- zierbarer Weise gegen die amtliche Kundgebung der NSDAP, zu wenden." Rosenberg ging dann auf die Baffen funde und auf die Sterilisationsfrage ein, die ebenfalls einen heftigen Kampf gegen die staatlichen Gesetze hervorgerufen hätten, in deren Zusammenhang eine sehr hohe Stelle der römischen Kirche so* gar von einer heidnischen Weltanschauung gesprochen habe. Er stellte fest, daß die Gesetze aus der Bot der Zeit heraus bedingt seien. Es sei für die Gegner des Sterilisationsgesetzes höchst bedenklich, sich auf eine Argumentation festzulegen, wonach die Förderung alles Kranken christlich und die Förderung alles Gesunden heidnisch sei. Wenn eine vernünftige Welt von früher gegen die hemmungslose Vermehrung der Erbkranken eingeschritten wäre, so wäre die Welt heute in unvorstellbarer Weise zum Segen aller ärmer an verbrecherischen Elementen. Die heutige Zeit, wenn sie wirklich beanspruche, eine große genannt zu werden, habe die Pflicht, den Erfordernissen unseres Lebens ins Auge zu blicken. Das ewig-schöpferische Leben habe sich schon vielfach gegen überlebte Anschauungen und lebens- feindliche Mächte durchzusetzen vermocht, und die nationalsozialistische Revolution müsse das Recht des 20. Jahrhunderts beanspruchen, auch das Leben ihrer Zeit zu stärken und unbeirrbar ihren Gesetzen z u folgen, well erst, wenn dem politischen Sieg der Sieg der Weltanschauung gefolgt sei, unsere Revolution sagen könne, daß sie wirklich gesiegt habe. Kamps dem Zeickumsgeist. (Sine Rede des Reichsinnenministers Or. Frick in Münster. Auch Reichsinnenminister Dr. Frick sprach auf dem gleichen Gautreffen. Er führte u. a. aus: Was soll ich dazu sagen, wenn man es int neuen Deutschland noch für möglich hält, daß eine hohe Kirchenstelle das Ansinneü an die Staatsgewalt stellt, den Reichsleiter für die weltanschauliche Schulung der Partei das Wort in Münster zu verbieten. Ich stelle fest: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ist der politische Willensträger des nationalsozia- listischen Staates und der Staat der Vollstrecker und Verteidiger dieses nationalsozialistischen Willens. Ich kann ein solches Ansinnen auch als Vertreter der Staatsgewalt nur mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Deutsche Volksgenossen, wir müssen auf der Hut fein, auf der Wache stets. Es find mannigfache Organisationen vorhanden, angeblich unpolitischer Art, die aber auf Hintertreppen und Umwegen oder unter Mißbrauch der Religion immer noch versuchen, politischen Einfluß in Deutschland auszuüben und das Volk dem nationalsozialistischen Staat zu entfremden. Wir haben in den letzten Monaten z. B. eine verstärkte Agitation wahrgenommen gegen das Reichs- gefeij zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Dieses Gesetz ist von der Reicbs- regierung aus wohlerwogenen Gründen erlassen worden, um das deutsche Volk gesund zu erhalten, und es ist unverantwortliche, wenn man von gewisser Seite, die auch von dem alten Zentrumsgeist erfüllt ist, gegen dieses Gesetz mit allen möglichen Mitteln der Gewissensbindung vorgeht. Ich muß als berufener Vertreter der Reichsregierung hier feststellen, daß wir nicht gesonnen sind, weiterhin eine derartige Sabotage der Reichsgesetze zu dulden. Auch nach dem Konkordat ist die katholische Kirche verpflichtet, die Gesetze, die für alle im Staate bindend gelten, auch für die Angehörigen der katholischen Kirche als bindend zu erachten. Es sind weiterhin sehr bedauerliche Prozesse geführt worden, Devisenschieberprozesse, die einen bedauerlichen Tiefstand an Rechts- und Gesetzesachtung erkennen ließen. Besonders schwer fällt es ins Gewicht, daß leider auch obere Stellen katholischer Orden daran beteiligt waren. Der nationalsozialistische Staat wird es sich nicht gefallen lassen, in dieser Weise mit den Lebensinteressen der deutschen Nation Schindluder treiben zu lassen. Wir haben immer noch Organisationen im öffentlichen Leben Deutschlands, die den Gegensatz der Konfessionen in das Volk hineintragen. Wir Nationalsozialisten verlangen eine völlige Ent» konfessionalisierung des gesamten öffentlichen Lebens. Hat es heute noch einen Sinn, katholische Beamtenvereine zu haben? Wir wollen lediglich deutsche Beamte. Oder hat es noch einen Sinn, eine katholische Tagespresse zu haben? Wir wollen weder eine katholische noch protestantische, sondern lediglich eine deutsche Tagespresse. Ich muß noch sagen, daß die katholischen berufe- ständischen Vereine, wie die Gesellenvereine und auch die konfessionellen Jugendorganisationen nicht mehr in unsere Zeit passen und daß sie sich vielfach auf Gebieten betätigen, die der nationalsozialistische Staat zur Erfüllung feiner nationalsozialistischen Erziehungsund sonstigen Aufgaben für sich allein in Anspruch nehmen muß. Niemals war das deutsche Volk geeinter als durch Adolf Hitler. Und das ist die große Errunngenschaft dieser letzten Jahre, diese wahre Volksgemeinschaft des deutschen Volkes hergestellt zu haben, die in den letzten Wahlen den Ausdruck sand dadurch, daß 90 v. H. sich hinter Hitler und die Bewegung gestellt haben. Wir lassen diese Volksgemeinschaft von niemanden mehr zerstören. Ehre des Waffenruhms unangetastet ist, so ist für die Partei Adolf Hitlers unantastbar das Verdienst, das sie sich durch die endgültige Rettung Deutschlands vom Bolschewismus geschaffen hat. Deutschland wäre nicht mehr, wenn das Hakenkreuz der Partei nicht gesiegt hätte. Der Führer hat mit der Wehrmacht uns die Ehre des freien Volkes wiedergegeben und ihm die Zukunft gesichert. Aber er hat darüber hinaus dem europäischen Frieden den Weg gebahnt, denn nichts ist gefährlicher für den Staatskörper Europa, als ein schwaches herz. Das Ziel dieser wehr- freiheit ist nicht der Krieg, es ist der Friede! Und gerade wir, die wir den Waffengang 1914/18 auszukämpfen hatten, freuen uns, daß der Entschluß des Führers auch bei vielen Kriegskameraden jenseits der Grenzen so verstanden wurde. Wir begrüßen auf das wärmste die Annäherung der Front- k ä m p f e r aller Staaten, weil sie am besten berufen sind, auch die letzten Schatten des Weltkrieges zu beseitigen. Wir begrüßen besonders das Flottenabkommen mit England. Dieser erste Reichskriegertag im Dritten Reich t£t em Bekenntnis der drei Millionen ehemaliger Soldaten des Kyffhäuserbundes zu dem wehr- haften Staat Adolf Hitlers. Er ist Zeugnis einmütigen Dankes der einsti- gen Waffenträger der Nation an den Führer, öer mü ber ©tofetraft feiner Partei dem deutschen Volke bte Wehrfreiheit roiebergab. Im Solbaten- getft ber Pflichttreue unb Kamerabschaft stehen wir Manner bes Kyffhäuserbunbes in ber Arbeit für dieses Deutschlanb ber Ehre. Wir marschieren im gleichen Schritt unb Tritt mit ber Wehrmacht unb ber Partei für Deutschlanb. Der Ehrenbundesführer Reichsstatthalter Ritter von Epp führte dann u. a. aus: Der Kyffhäuserbund steht hier in einem großen Aufmarsch vereint, zum ersten Male aufmarschiert mit feinen Fahnen, die einen neuenJnhalt repräsentieren, den der Bund sich gegeben hat. Dem Namen nach ist es eine Tagung des Reichsbundes Kysfhäuser: In Wirklichkeit ist es eine Tagung des deutschen Soldaten im allgemei- n e n, des deutschen Soldaten, wie wir ihn kennen aus der Vorkriegszeit, aus dem fünfjährigen Krieg, des deutschen Soldaten, der heute Waffen trägt uni) des jungen Deutschen, der ein st Waffen tragen soll und wird. Das deutsche Volk hat seine Berechtigung erklärt, Haus, Hof und Heimat zu verteidigen, gleich den andern Völkern unb sich dazu in ben Wehrzustanb zu versetzen, ber ihm notwen- big unb erreichbar ist, wie bie anderen Völker es auch tun. Die Lage Deutschlands verlangt ein ft a r» k e s, einheitlich denkendes, einheitlich wollendes Volk, das sich in feinen Sehens» Grundlagen nicht wieder irremachen läßt, wie dies zu feinem furchtbaren Schaden mit dem Zusammenbruch des Jahre 1918 geschehen ist. Es handelt sich aber für uns zu gleicher Zeit auch um bas Herausarbeiten aus einer schweren wirtschaftlichen Lage, um bie Wiebergewinnung von Wirtschafts- grunblagen, bie für ben ganzen Dolksbestand aus- reichen. Wir alle wissen, wie tief diese Wirtschafte- grunblagen durch einen viereinhalbjährigen Krieg mit den Waffen und einem nachfolgenden ^jährigen Krieg mit Verträgen, mit wirtschaftlicher Ausbeutung und mit kommunistischen unb pazifistischen Jbeen zerstört worben finb. Große Körperschaften, wie ber Reichskriegerbunb, brauchen, um lebenskräf- tig unb lebensgeftaltend zu sein, einen Inhalt, ber groß ist, in bie Zukunft weist unb weit über ben eigenen Interessenbereich hinausreicht. Unb große Körperschaften brauchen eine ge m e i n f a m e Tätigkeit unb ein gemeinsames Ziel. Das fuhrt zum Gleichtakt, bas führt zu einem allein segensreichen Wettkampf, wer es am besten macht. Dann überbrachte Generalleutnant Dollmann im Auftrage bes Führers unb Oberbefehlshabers ber Wehrmacht unb im Auftrage bes Reichskriegsministers bie Grüße ber Wehrmacht an bie im Reichskriegerbunb Kyffhäuser zusammengeschlossenen alten Waffenträger. Als letzter Redner sprach der Reichskriegeropferführer Oberlindober. Er wies darauf hin, baß bas heutige Treffen eine Mah - nun g fein soll an ben viereinhalbjährigen Krieg: galtet die Front von ein st zusammen. denn nur in dieser Einheit könnt ihr der inzwischen Heranwachsenden Generation unb ber gesamten deutschen Jugend ein lebendiges Beispiel fein. Das was sich während der letzten drei Jahre vollzog, fei nur möglich geworben durch den Willen bes Mannes, ber mit uns an ber Front zusammen- geftanben hat, ber mit uns kämpfte, unb der ungenannt unb unbekannt blieb in bem großen Ringen. In einem kurzen Schlußwort dankte der Bundesführer den Rednern und brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer unb bas Vaterland aus. Es folgte dann der Vorbeimarsch ber 250 000 alten Krieger vor bem Bundesführer unb ben Ehrengästen auf bem Friebrichsplatz unb bie Großvorführungen der Wehrmacht aus der Karlswiefe, über die im Gießener Anzeiger bereits am Samstag ausführlich in Wort unb Bild berichtet worben ist. Festabend in der Stadthalle. Am Sonntagabend wurde in der Kasseler Stadthalle vor geladenen Gästen ein Festabend veranstaltet, dessen Dortragssolge eröffnet wurde mit einer Messe der Befreiung „Zeitvolk" von H. R. F. Wilke. Unter Mitwirkung des staatlichen Orchesters, verschiedener Solisten sowie der Chöre von Kasseler Gesangvereinen und eines Knabenchores wurde die Aufführung unter der Gesamtleitung von Staatskapellmeister Dr. Robert L a u g s zu einem Erlebnis besonderer Art. Von der Minenwerferkompanie des Infanterieregiments Kassel wurde bann ein „Soldaten- weihespiel" von Karl S ch m i b t (Kassel) zur Aufführung gebracht,' bas* ber beutschen Wehrmacht unb ihrer hohen Überlieferung geroibmet ist. Das Spiel führt beutsche Wehrhaftigkeit in ber Geschlechter- unb Zeitenfolge in Wort, symbolischer Hanblung unb Musik vor Augen. Die Darbietungen würben effektvoll von ber Regimentskapelle des In- fanterie-Regiments Kassel unter Leitung von Obermusikmeister S t e i n k o p f f unterstrichen. Schauspieler Ebharbt sprach als Michael bie befon- bers markierten Stellen bes Spieles. Auf ber Bühne haben sich bie Generationen ruhmreicher beutscher Vergangenheit aufgefteHt: die Germanen, die Frundsbergschen Landsknechte, die Streiter des großen Kurfürsten, die Grenadier« e s rieden in der einer jationsleiter Pi Das Programm der Feuerkreuzler. Innere Reinigung Frankreichs. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Der Reichsjugend- ireffedienst veröffentlicht folgenden Aufruf: B e • nun hier in Hamburg dem deutschen Volke und der Welt vor Augen gestellt werden und uns zugleich Veranlassung zur Prüfung dessen geben, was weiter, größer und tiefer zu gestalten ift Uns begleitet das Vertrauen der Millionen deutscher Volksgenossen. Vor ihnen breiten wir die Ergebnisse unserer Arbeit aus, und vor ihnen wollen wir bekunden, was wir gewillt sind, zu unternehmen, um die Zukunft nach den Ideen und Parolen, die uns unser großer Führer Adolf Hitler spiel eines philosophierenden Bündnisses mit den Sowjets und einer Annäherung an Deutschland spielen, Schweigen gebieten. Wenn unsere Ideen sich durchsetzen, wird die Regierung aus wenigen Mi- nistern bestehen, aber es wird auch weniger Arbeitslose geben. Ich kann morgen, übermorgen, oder in 14 Tagen den Mobilmachungsbefehl gegen Leon Blum, Daladier, Eachin und Genossen geben. Ich stelle alle Tage selbst fest, daß die Feuerkreuz- bewegung viel größer ist, als ich selb st glaubte. Wenn die Entscheidung gefallen und die Ordnung wiederhergestellt ist, werdet ihr zu einem sozialen Werk in der Verschmelzung der Klassen und der durch Nächstenliebe verschönten gegenseitigen Hilfe vorwärtstreben. Ihr werdet den Arbeitern Arbeit geben und den geistigen und materiellen Ausgleich der Franzosen auf einem höheren Stand sichern. Wir wollen nur die Wiederversöhnung der Franzosen, und wir sind jeder Lehre zugänglich, vorausgesetzt, daß sie diese Aussöhnung zur Grundlage hat. Hamburg, 6. Juli. (DNB.) In dem festlich geschmückten Gemeinschaftsraum der Neu- york-Hamburger Gummiwaren-Kom- panie fand am Samstagvormittag die feierliche Eröffnun v m 1 die geleistete gewaltige 21 u[bau» gte dabei besonders die Lei« Italien zur Durchsetzung seiner Ziele in Ostafrika entfthlossen. Paris, 8. Juli (DNB. Funkspruch.) Auf Veranstaltung der Feuerkreuzler bei Tourcoing hielt Oberst de la Rocque eine Rede, in der er als erstes Ziel der Feuerkreuzler die Wiederherstellung der Ordnung, die Uebernahme der Befehlsgewalt und die Ausschaltung der Elemente der Unordnung bezeichnete. „Wenn unsere Ideen die Regierungs- gemalt übernehmen, dann nicht im Dienste eines Politikers oder einer Partei, sondern unter unserer persönlichen Deratwortung im Dienste der nationa- len Belange. Wir werden die dunklen Mächte, die das Land leiten wollen, zum Schweigen bringen. Wir werden den Großbanken, die das Doppel- Die erste Reichstagung der NG.-Gemein schast„Krast durch Freuds. HI. und Gtudentenkorporationen Ein Aufruf und Befehl des Reichsjugendführers. sjugendfuhrers: Wenn solche Elemente in ihrer Verkommenheit nicht einmal vor der uns heiligen Person des Führers halt machen, richten sie sich selbst. Wir aber ziehen darüber hinaus den Trennungsstrich zwischen ihnen und uns, den Trennungsstrich zwischen Reaktion und Sozialismus. Ich verfüge deshalb mit sofortiger Wirkung: 1. Alle an deutschen Hochschulen studierenden Mitglieder der mir unter st ehen- den RS.- Iugendverbände, die einer studentischen Verbindung angehören, haben sich sofort dahingehend zu entscheiden, ob sie dieser Verbindung oder der Hitlerjugend angehören wollen. 2. Alle Mitglieder der mir unterstehenden Tl$.- Jugendverbände werden in den Listen des Personalamtes der Reichsjugendführung g e - strichen, falls sie in einer studentischen Verbindung „aktiv" werden sollten. Ferner werden die Dienstzeugnisse über ihre Tätigkeit in der HI. eingezogen. Line Ueberweisung an andere Organisationen der Bewegung fallt dann fort. 3. Mit der Durchführung dieser Anordnung beauftrage ich die Gebietsführer der HI. und die Führer der HI.-Arbeitsgemeinschaften an den deutschen Hochschulen. gez. Baldur von Schirach.* Frage nicht zu denken. „Daily Telegraph" vertritt die Ansicht, daß das drohende abessinische Abenteuer die in London, Stresa und Genf mühsam hergestellte gemeinsame Front bedrohe. Die Regierung müsse nach wie vor innerhalb der Grenzen des Möglichen dem Geiste der Völkerbundssatzung entsprechen und anderes zum gleichen Verfahren ermutigen. Wenn die anderen sich allerdings ablehnend verhielten, dann habe Großbritannien seine Pflecht getan und seine Hände seien frei. Es sei keineswegs ohne Interesse an Abessinien, aber über seine kollektiven Verpflichtungen hinaus habe es keine Pflicht zum Eingreifen. „Mornina Post" spricht die Hoffnung aus, daß der Staatssekretär des Aeußern sich nicht dar- auf einlassen werde, den Frieden Europas zu stören, um ~ ' Afrika aufrechtzuerhalten. Der Völkerbund habe schon zu viel gelitten infolge seiner Bemühungen um Dinge, denen seine Macht nicht gewachsen gewesen sei. Das Versagen des Völkerbundes sei bedauerlich, könne jedoch mit p h i l o - s o v h i scher Ruhe ertragen werden. Der (Sean Sanktionen gegen Italien sei unsinnig. rte und Taten der britischen Regierung in Nischen Angelegenheit schienen die Unglück- kung gehabt zu haben, das Mißtrauen und Friedrich Wilhelms von Preußen, die frlberhlani- fchen Soldaten, die Kämpfer aus den Freiheits- kriegen, die Soldaten aus dem deutsch-französischen Kriege 1870/71 und unsere Feldgrauen aus den Jahren 1914/18. Sie reichen sich zwei Schwerter von Hand zu Hand, im Chor dazu sprechend. Von Hand zu Hand, von Geschlecht zu Geschlecht geht Michaels Schwert und mit ihm „bas Recht, zu wah- ren der deutschen Freiheit Bestand, au wehren die Not von heiligem Land". Als Mahnung an die Lebenden erscheinen auf der verdunkelten Bühne stungen der Frankfurter SS. in der Kampfzeit. Er schloß mit einem Hinweis auf die neunjährige Tradition der 2. SS.-Standarte und einem Appell zur Pflichterfüllung. gab, zu gestalten." . An Bord des Motorschiffes „St. Louis der Hamburg-Amerika-Linie fand am Samstagnachmittag die Begrüßung der Teilnehmer an der Reichstagung durch den Gauwart Senator von Allwoerden statt. „Wir wollen", so betonte der Gauwart u. a., „d i e deutsche Kunst in unser Volk h i n e i n b rin ge n." Am Spat- nachmittag veranstaltete der Hamburgische Senat einen E m p f a n g für die Ehrenabordnungen deutscher Arbeiter, bei denen alle Gaue durch je einen Arbeitskameraden vertteten sind, ferner haben die Arbeiter der Reichsautobahn eine Ehrenabordnung entsandt. Der regierende Bürgermeister Krog- mann hieß die Vertreter der deutschen Arbeiter herzlich willkommen und dankte der NS^Gemem- schäft „Kraft durch Freude" für den Entschluß, auch die weiteren Reichstagungen in Hamburg stattfinden zu lassen. „Bolt Welt für Bolt." Ein Volksfest auf dem neu gestalteten Zoo- Gelände vereinigte am Sonntag unzählige Volksgenossen. Unter dem Motto „Volk spielt für Volk wickelte sich ein reichhaltiges Programm ab. Ein großes Kinderfest leitete die Veranstaltung ein. Dann erfolgte auf der Festwiese, nachdem das Lied „Freut euch des Lebens" aus den zahlreichen Lautsprechern verklungen war, der Einzug der Volkstanzkreise, der Trachtengruppen und der 500Sänger unter Dorantritt einer Abteilung des Arbeitsdienstes. Nach dem Aufrichten und Schmücken des Tanzbaumes und nach dem Gesang des Liedes „Das Arbeiterfest" folgten die Vorführungen. Auf dem Gelände des Zoo gastierte auch Zirkus Busch. KarlHagenbeck mar mit Sonderdarbietungen vertreten. Der Arbeits- dienst zeigte eine sinnvolle Feierabendgestaltung. An anderen Platzen kamen Spiel und Sport zu ihrem Recht. Entschließung desKyffhäuserverbandes der Vereine Deutscher Studenten. Bad Frankenhausen (Kyffhäuser), 8. Juli. (DNB.) Der Kyffhäuserverband der Vereine Deutscher Studenten hiett in der Zeit vom 4. bis 7. Juli in Frankenhausen seine diesjährige 23er- bandstagung ab. Nach grundsätzlichen Erklärungen des Derbandsführers Dr.-Jng. Joh. Wotschke faßte die Tagung folgende Entschließung: 1. Der Kyffhäuserverband der Vereine Deutscher Studenten erblickt in der nationalsozialisti- scheu Bewegung die alleinige Gestaltung unseres Gesamtsch icksals als Volk und als Staat. Zu ihr bekennt er sich mit derselben rückhaltlosen und bedingungslosen Hin- gäbe, die man von ihm als politischen Verband wie von jedem anderen politischen Soldaten fordern darf. 2. Der Kyffhäuserverband der Vereine Deutscher Studenten bekennt sich zur Einheit von Volk u n d S t a a t, wie sie sich im Gesamtverlauf der deutschen Geschichte zum ersten Male in der nationalsozialistischen Bewegung offenbart, und für die der Kyffhäuserverband in mehr als 50jäh- riger zäher Arbeit auf dem Boden der Hochschule sich einsetzte. Er geht dabei von der Ueberzeugung aus, daß jedem Einheitsstreben in Volk und Staat die weltanschauliche Einigung unse- res Volkes auf dem Boden einer neuen, aus der nationalsozialistischen Bewegung selbst hervor- gewachsenen Weltanschauung notwendigerweise oorangehen muß. 3. Er erblickt in der engen Zusammenarbeit mit den organisatorischen Gliederungen der nationalsozialistischen Bewegung nicht nur eine hohe völkische und politische Verpflichtung gegenüber dem neuen Reich, sondern damit gleichzeitig die Erfüllung eines geschichtlichen Auftrages im Sinne seines Gründungsprinzips und seiner Gründungszeit. 4. Als ältester politischer und judenreiner Verband an deutschen Hochschulen lehnt er heute mit Entschiedenheit wie bisher die Zusammenarbeit mit den Studentenverbänden ab, die nach Aufbau und Haltung den Forderungen einer nationalsozialistischen Erziehungsarbeit bis heute nicht entsprechen. Eine Ansprache Mussolinis. Rom, 6. Juli. (DNB.) An die M i l i z d i v i s i o n „Dritter Janua r", die bei Salerno zur A b - reise nach Ostafrika bereit st e h t, richtete Mussolini eine kurze Ansprache. „Italien steht in einem Ringen, bas Regierung und Volk entschlossen sind, um jeden Preis erfolgreich Durchzuführen. Die italienischen Soldaten haben die Schwarzen immer b e - siegt. A d u a , wo 4000 Italiener 100 000 Abessiniern gegenüberstanden, war die einzige Ausnahme. Italien hatte damals eine Regierung, die sich weniger um ihre Soldaten und mehr um ihre Parlamentarier kümmerte, und das war der Grund, warum damals soviel Heldentum erfolglos blieb. Heute steht ganz Italien hinter feinen Söhnen in Ostafrika, die alle einem nutzlosen Dasein ein Heldenleben vorziehen. Die Italiener sind die Protagonisten einer großen geschichtlichen Entwicklung, und die ganze Welt muß den Wert des faschistischen Geistes anerkennen." Das Echo in London. KonservativeBlätter mahnen dieRegiernng zur Zurückhaltung. London, 8. Juli (DNB. Funkspruch). Die Rede Mussolinis hat in der englischen Oeffentlichkeit die etwa noch vorhandenen Zweifel daran zerstreut, daß es Italien mit seinen Angriffsabsichten gegen Abessinien ernst ist. Die konservative Presse warnt die Regierung, sich um das Zustandekommen von Sanktionen gegen Italien zu bemühen. An eine Einstimmigkeit des Völkerbundes sei in dieser Oer Reichsarbeiisführer in Wiesbaden. Eröffnung der Arbeitsdienstausstellung des Gaues XXV. LPD. Wiesbaden, 7. Juli. Nach einer ^mei- tägigen Katastrophenübung hielt der Arbeits- g a u XXV des Reichsarbeitsdienstes in Wiesbaden fein Gautreffen ab. Auf dem Exerzierplatz waren sämtliche Abtei- langen zum Appell angetreten. Gauarbeitsführer Faatz begrüßte Reichsarbeitsführer Hier! und Gauleiter Sprenger und dankte der Wiesbadener Bevölkerung für die freundliche Aufnahme und Bewirtung der Arbeitsdienstmänner. Reichsarbeitsführer H i e r l sprach dem Arbeitsgau XXV seine Anerkennung aus für die bei der zweitägigen Hebung gezeigten ausgezeichneten Leistungen. Der Verlauf der Hebungen habe gezeigt, daß in diesem Gau nicht nur jeder seine Pflicht tue, sondern sie freudig erfülle und mit ganzem Herzen bei der Arbeit sei. Als die höchsten sittlichen Grundlagen feierte der Reichsarbeitsführer die Tugenden Treue, Gehorsam und Kameradschaft. Sie allen 23olfsgenoffen vorzule- ben, sei die Aufgabe des Arbeitsdienstes, der nach den'Worten des Führers eine Schule für Öle ganze Nation fei. Nach dem Appell, den. Gau- arbeitssührer Faatz mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß, marschierten die Kolonnen in musterhafter Disziplin durch die geschmückten und von dichten Menschenmassen umsäumten Straßen der Stadt. Am Landesmuseum nahm Reichsarbeitsführer Hier! den Vorbeimarsch ab. Am Sonntagnachmittag erfolgte in einer Feier, stunde, der ebenfalls Reichsarbeitsführer Hier! und Reichs'statthalter Sprenger sowie zahlreiche Ehren- gäfte beiwohnten, die Eröffnung der bis zum 14. Juli dauernden Ausstellung „Reichs ar- beitsdienst — Sein Wollen — Sein Erfolg" statt. In mehreren Abteilungen gibt diese interessante Schau einen lehrreichen Querschnitt durch die oielgestalttgen Aufgaben und Probleme, die der Arbeitsdienst schon gelöst hat und noch lösen will. seinem Führerkorps verabschiedete sich SS.-Stan- oartensührer Schwarz bereits am Freitag. Er konnte dabei gleichzeitig den neuen beauftragten SS.-Standartenführer Schäfer vorstellen. Schwarz gab in längeren Ausführungen nochmals einen tiefen Einblick in t Z arbeit und würdigte dabei besonders fnung der ersten Reichstagung ___ NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in Hamburg statt. Zu der Feier hatten sich die Tagungsteilnehmer aus dem ganzen Reiche sowie eine Abordnung der Gefolgschaftsmitglieder des Betriebes eingefunden. Nach Ansprachen des Betriebsführers der Neuyork-Hamburger Gummi- waren-Kompanie hieß der Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Habedank die Tagunas- teilnehmer in Hamburg herzlich willkommen. Reichsamtsleiter Hör st Dreßler-Andreß führte u. a. aus: „Weil die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude' das Werk der deutschen Arbeiterschaft aller Stände sein muß, weil dieses Werk den Sinn hat, die schaffenden deutschen Volksgenossen in einer Gemeinschaft des E r - lebens gleichen Schicksals zusammenzufassen, darum eröffnen wir die Reichstagung in Hamburg in einem Betrieb inmitten der Ar- beiterschast. Don hier aus grüßen wir unsere deutschen Arbeitskameraden an allen Arbeitsplätzen. Was die verschiedenen Jnternattonalen des ^genannten Weltproletariats trotz umfangreicher Theo- rien nicht zuwegeaebracht haben, das schuf der praktische Wille und Das praktische Können des Nativ- nalsozialismus in anderthalb Jahren. Was seit der Begründung der NSG. ,KdF/ durch Reichsorgani- ...... 3g. Dr. Ley aufgebaut wurde, soll Hamburg dem deutschen Volke und Relchsorganisatlonsletter Dr. Ley wohnte dem Volksfest bei. Nach einem Rundgang begab er sich, von den unzähligen Volksgenossen stürmisch begrüßt, zur Haupttribüne. Er wies darauf hin, daß es vorher in der Geschichte niemals etwas dem Werke „Kraft durch Freude" Aehnliches gegeben habe. Wenn man eine solche Feierabend- unö Freizeitorganisation schaffen wolle, dann müsse ein großer Gedanke dieses Werk durchdringen. Grundgedanke sei der Geist der Gemeinschaft. Denn er allein sei befähigt, die Menschen zur Freude zu bringen. Der Gedanke der Lebensfreude und der Lebensbejahung muß unser ganzes Volk durchdringen. Sorge und Not werden auch wir niemals zum Verschwinden bringen können, aber es ist nicht entscheidend, daß Sorge und Not vorhanden sind, sondern daß ein Volk den Mut hat, sie anzupacken und zu bezwingen. Wir werden im nächsten Jahr vier Millionen Volksgenossen aus ihrer Stadt und aus ihrem Dorf herausholen und ihnen auf großen Fahrten und Reisen die Schönheiten Deutschlands und der Welt zeigen. Im übernächsten werden es bereits sieben Millionen schaffende Volksgenossen sein. Wir predigen nicht Schuld und Buße, sondern Kraft durch Freude. Wir kennen nur eine Schuld, das ist Hnwahrhaftigkeit und Treulosigkeit am arbeiten- Erde ein Jammertal nur solange ist, daß diese Erde ein Jammertal nur solang? ist, als Menschen sie dazu machen. Unb wir werden uns bei unserer Aufbauarbeit auch nicht von ben Vertretern des ewig Gestrigen in den Arm fallen lassen. Wir wollen uns freuen, damit wir Kraft bekommen für den schweren Existenzkampf unseres Volkes, wir wollen leben, weil wir das Leben genießen. die Toten und Verwundeten des Wellkrieges, deren Sprecher den zuhörenden Volksgenossen die Worte entgegenrief: „Gedenkt der Opfer, die wir brachten, und seid eingedenk, daß wir sie gerne brachten für die Einheit des Reiches. Marschmusik erklingt, unsere feldgrauen Jungens der jetzigen Wehrmacht marschieren auf die Rampe. Stürmischer Beifall bringt zum Ausdruck, mit welcher Begeisterung die alten Kriegskameraden der Vorführung gefolgt sind. Deutschland- unb Horst-Wessel-Lied beendeten die eindrucksvollen Vorführungen. die Erbitterung der Mächte, die es zu beschwichtigen gelte, au erhöhen. Die Beharrlichkeit, mit Der die britische Regierung eine Politik betreibe, die praktisch unmöglich sei, erwecke bei fremden Beobachtern den Eindruck, daß sie einen anderen Beweggrund habe. So ungerecht dieser Verdacht auch sein möge, er verursache in Frankreich und Italien eine sehr unangenehme Atmosphäre und schwäche Großbritanniens Einfluß auf dem Kontinent. Äußerste Zurückhaltung Amerikas. Kern Waffenausfuhrverbot. Amerikaner sollen Abessinien verlassen. Washington, 8. Juli. (DNB.) Die ausweichende Antwort der amerikanischen Regierung an Den Kaiser von Abessinien auf dessen Bitte, die Anwendung des Kellogg-Paktes im italienisch-abessinischen Streit zu erwägen, hat die Frage aufgeworfen, ob Amerika wenigstens die Ausfuhr von Kriegsmaterial an Italien ober Abessinien verhindern werde, falls es zwischen beiden Ländern zum Kriege käme. Nach der An- sicht des Staatsdepartements ist die Regierung z u einem solchen Verbot nicht berechtigt. Die geltenden Gesetze ermächtigen die Negierung lediglich, die Ausfuhr von Kriegsmaterial zu verbieten, wenn es sich um einen Bürgerkrieg handele. Die Regierung könne, falls der Kongreß nicht ausdrücklich die Regierung ermächtigt, nichts anderes tun, als die ausländischen Vertretungen anweisen, daß sie die Ausfuhr amerikanischen Kriegsmaterials nach Hnruhegebieten nicht fordern dürfen. Der amerikanische Geschäftsträger in Addis Abeba ist beauftragt worden, den in Abessinien ansässigen amerikanischen Staatsbürgern den Rat zu geben, das Land zu verlassen ober sonstige notwendige Schutzmaßnahmen für die Sicherheit zu treffen. Bei den amerikanischen Staatsbürgern in Abessinien handelt es sich zum größten Teil um Missionare. Die Anweisung an den Geschäftsträger in Addis Abeba erfolgte noch vor dem Anruf des Kelloggpaktes fettens Abessiniens. Zwei Söhne Mussolinis melden sich für Ostafrika. Die beiden 17- und 18jährigen Söhne des ttafie- nischen Regierungschefs, Vi11orio und Bruno Mussolini, haben sich als Freiwillige bei der italienischen Luftwaffe in Ostafrika gemeldet. Das Luftfahrtsministerium hat die Meldung der beiden jugendlichen Flieger, die erst vor kurzem ihr Piloterkxamen ablegten, angenommen. Bruno Mussolini ist der jüngste Flieger Italiens. Die Meldung der beiden Söhne des Duce, der persönlich ein begeisterter Flieger ist, wird a l s anspornendes Beispiel für die gesamte italienische Jugend betrachtet. „Meine Kameraden! Schon oft habe ich aus euren Reihen heraus Berichte erhalten, die von der staatsfeindlichen Einstellung gewisser studentischer Korporationen zeugten. Obwohl wir empört waren, daß diese Korporationen, die ihr Fortbestehen einzig und allein der Großzügigkeit des Dritten Reiches zu verdanken haben, heute noch ihr asoziales Treiben fortzusetzen wagen, schwiegen wir in der Hoffnung, daß auch die Restbestände einer überwundenen Zeit Aum Erlebnis der deutschen Kameradschaft erwachsen würden. Heute wissen wir, daß diese Hoffnung umsonst war. Verlogene Alt-Heidelberg-Romantik und arbeiterfeindliches Feudalwesen sind die Ideale dieser sog. Korporationen. Sie stehen außerhalb der Volksgemeinschaft unb sind Feinde der sozialistischen Nation. Die Hitlerjugend kann es mit ihrer Ehre als weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft der schaffenden deutschen Jugend nicht vereinbaren, weiterhin solche Einrichtungen anzuerkennen, die sich immer wieder als unseres deutschen Volkes und Führers unwürdig erweisen. Besonders die Vorfälle, die sich in den letzten Tagen in Heidelberg ereigneten und zur Suspendierung des Korps Saxo-Borussia führten, geben ein furchtbares Bild der Verrohung und Zuchtlosigkeit, ja abgrundtiefen Gemeinschaft einer kleinen Klique von Korporatiovsstudenten, die lärmt und säuft, während Deutschland arbeitet. Oie Untersuchungen gegen die Danziger Beamten. Danzig, 6. Juli (DNB.) Zu der vor einigen Tagen gemeldeten Verhaftung einer Anzahl Danziger Beamten wegen staatsfeindlicher Tätigkett wird nunmehr von zuständiger Danziger Seite eine nähere Darstellung veröffentlicht. Danach handell es sich um Mitglieder des sogenannten „Bundes nationaler Beamten", eine Gründung der deutschnationalen Gruppe Weise. Die Verhafteten haben sich in einer Versammlung schwerer Verunglimpfungen und persönlicher Verleumdungen der Danziger Regierung schuldig^ gemacht. In mehreren Fällen sind die Vorgänge bereits zur Erhebung der öffentlichen Anklage an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Veränderungen iu der (5(5. Frankfurt a. M., 6. Juli. (LPD.) Mit Wir- kuna vom 7. Juli übernimmt an Stelle des als Chef des SS.-Hauptamts zum Reichsführer°SS. berufenen SS.-Gruppenführers Heißmeyer der SS.-Gruppenführer Prinz Waldeck-Pyrmont die Führung des für das Rhein-Maingebiet zuständigen SS.-Oberabschnitts Rhein, Sitz Koblenz. Der seitherigen Führer der 2. SS. - Standarte SS.-Standartenführer Schwarz tritt infolge beruflicher Heberlaftung als Treuhänder der Arbeit zur Verfügung des 66.- Abschnitts XXX. Mit der Führung der 2. 66.- 6tani)arte Frankfurt a. M. wurde ebenfalls ab 7. Juli der S6.°6tandartenführer und seitherige AW.-Oberführer 6 ch ä f e r Beauftragt. Auch die 3 5. 6 6.-6tanbarte, 6ifc Kassel, erhält wegen beruflicher Ueberlaftung des seitherigen «Standartenführers Obländer eine neue Führung. 6ie untersteht nunmehr dem 66.-Obersturmbannführer N o st i tz. Die feierliche Uebergabe der 2. S6.Standarte an den neuen «Standartenführer erfolgt vor- aussichtiich kommende Woche in Anwesenheit des Gauleiters und höherer 66.-Führer. Don Garten und Gärtner. Von Johannes Boettner d.L., Vorsitzendem der Haupivereinigung der deutschen Garienbauwirtschast. Tausende von Besuchern der Ausstellung „W under des Lebens" haben in Berlin mit Entzücken die wundervolle „Deutsche Frühjahrs-Blumenschau" durchwandert. Sie alle werden mit der Bewunderung über die Schönheit des Geschauten und über die damit unter Beweis gestellte mustergültige Leistungsfähigkeit des deutschen Gartenbaues nicht gegeizt haben, der ihnen hier seine lieblichsten und farbenprächtigsten Kinder vor Augen führte. Aber nur die wenigsten von ihnen waren sich dabei wohl bewußt, daß diese Blumenschau ja nur einen kleinen Ausschnitt aus dem großen Leistungsbereich der Gartenbauwirtschaft darstellte. Sowohl hierüber wie über die große Bedeutung des Gartenbaues im Rahmen der deutschen Volkswirtschaft macht sich die Oeffentlichkeit fast durchweg viel zu geringe Vorstellungen. Umfaßt das Arbeitsgebiet des Gartenbaues neben der Blumenzucht doch auch noch ein weites Feld anderer Kulturzweige. Obst- und Gemüsebau, Baumschulen, Zucht von Zierpflanzen aller Art, Garten- und Friedhofsgestaltung. Alle diese Zweige werden nicht nur von den berufsständischen Gartenbaubetrieben, dessen Angehörigen er Erwerbsquelle und berufliches Arbeitsfeld ist, sondern mit ihm wetteifert die große Zahl der Liebhabergärtner, denen die Beschäftigung mit ihrem Garten Erholung und Erhebung bedeutet. Wenn auch so viele deutsche Menschen die wirtschaftliche Entwicklung des letzten Jahrhunderts in den steinernen Wall der großen Städte gezwungen hat, so ist doch in jedem von ihnen die alte germanische Bauernsehnsucht nach der Natur und nach der Scholle lebendig geblieben. Diese Sehnsucht nach der Natur, die nicht mehr im bäuerlichen Beruf befriedigt werden kann, wird durch die Arbeit im eignen Garten gestillt, und sei er noch so klein, durch die Freunde am Wachstum der Pflanze, an der Lieblichkeit der Blumen. Diese Verbundenheit mit der Natur, teilt der Berufsgärtner mit dem Gartenfreund und beiden gemeinsam ist die Befriedigung über die Früchte ihrer schönen Arbeit. Wenn man im Frühjahr oder im Sommer oder im Herbst an den blühenden Blumenbeeten einer großen Gärtnerei oder einer Kleingartenkolonie vorübergeht oder durch eine Blumenschau wandert, wie sie in den nächsten Tageil den Besuchern der Ausstellung am Kaiserdamm geboten wird, dann mag sich mancher vorstellen: daß es doch eigentlich gar nichts Schöneres geben kann in der Welt als ein Gärtner zu sein. Ich selbst, der ich einer alten Gärtnerfamilie entstamme, entsinne mich an einen launigen Wandspruch, der in meinem Vaterhause hing: Blumen ziehen ist ganz heiter, Wenn man nichts zu tun hat weiter. Das ist schon richtig, aber es stimmt doch nicht ganz, denn diese halbe Wahrheit läßt den gesamten E r - werbsgartenbau außer Betracht. Der Erwerbsgurtenbau aber hat nicht nur eine heitere, sondern auch eine sehr ernste Seite. Das ist seine große volkswirtschaftliche Bedeutung als Erzeuger und als Geber von Arbeit. Zu der Ernährung unseres Volkes aus eigener Scholle liefert die deutsche Gartenbauwirtschaft einen Anteil, dessen Bedeutung meist weit unterschätzt wird. Um diese Bedeutung zu würdigen, genügt es zu wissen, daß der Jahresertrag des deutschen Gartenbaues einen Wert von rund 1,3 Milliarden Mark ausmacht. Auch für die deutsche Handelspolitik ist der Gartenbau ein wichtiger Faktor. Erfahrungsgemäß sind die Einfuhrwünsche unserer Nachbarländer auf keinem Gebiete der Ernährungswirtschaft so groß, wie auf dem Gebiete des Gartenbaues. Dadurch, daß auf der einen Seite die gartenbauliche Erzeugung im Rahmen der von der Natur gezogenen Grenzen nach Möglichkeit gesteigert wird, andererseits aber die für den deutschen Bedarf zusätzliche Einfuhr gewisser gartenbaulicher Produkte organisch in den Jnlandsmarkt eingeordnet wird, kann die deutsche Gartenbauwirtschaft wesentlich zur Schaffung der Voraussetzung für einen gesunden zwischenstaatlichen Güteraustausch beitragen. Dazu kommt ein weiterer wirtschaftspolitischer Umstand von großer Wichtigkeit. Kein landwirtschaftlicher Erzeugungsbetrieb arbeitet so inten- s i v wie der Gartenbau. Auf kleinster Fläche gibt er einer verhältnismäßig großen Zahl von Menschen Beschäftigung, Brot und Verdienst. Aber nicht nur dies. Jeder Beruf formt die in ihm tätigen Menschen. Die liebevolle Beschäftigung mit der einzelnen Pflanze, die enge und ständige Verbundenheit mit der Natur, der durch den Beruf bedingte ZwanL, dauernd selbst mit Hand anzulegen, bleibt nicht ohne tiefe seelische Wirkungen auf den Gartenbauer. Die Natur selbst ist es, die im Gärtner den Sinn für Schönheit und die Freude an der ständigen Erneuerung weckt. Ob sich der einzelne Berufs- oder Liebhabergärtner dessen bewußt ist oder nicht: die Arbeit am Gartenbeet, die Pflege der Pflanze vom Samenkorn bis zur Blüte und zur Frucht ist D i e n st an der Scholle und das lebensvolle Band, das Millionen von Volksgenossen, die sonst in der dumpfen Enge der steinernen Mauern ihrer Städte verkümmern würden, mit dem heimischen Mutterboden verbindet. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsjugendführer hat zum Leiter des Grenz- urtd Ausland am tes der Reichsjugendführung seinen langjährigen Mitarbeiter Dipl.-Jng. Reinhold Schulze unter gleich- zeitiger Ernennung zum Gebietsführer ernannt. Gebietsführer Reinhold Schulze hat sich in den Kampfjahren der Bewegung besonders um die Durchsetzung des Nationalsozialismus an den Hochschulen verdient gemacht.« Wie wir dem amtlichen Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront entnehmen, hat der Reichsleiter der DAF. nach Rücksprache mit dem Pg. Gauleiter Forster den Pg. Haid seines Postens als stellvertretender Leiter des Amtes für Berufserziehung enthoben. Zum Nachfolger in diesem Amt, das gleichzeitig in „Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Deutschen Arbeitsfront" umbenannt wird, wurde der Pg. Dr. A r n h o l d ernannt. ♦ Der polnische Außenminister Beck hat aus Bad Reichenhall demFührer und Re i ch s k a n z - ler telegraphisch seinen herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme, die er in Berlin gefunden hat, zum Ausdruck gebracht und hinzugefügt, er sehe in dem ihm entbotenen Empfang ein Zeugnis des Interesses, das der Herr Reichskanzler der Festigung der gutnachbarlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern entgegenbringt. Aus aller Wett. Hinrichtung. Am 6. Juli ist die am 7. November 1889 geborene Maria G r o ß k o p f in Göttingen h i n g e r i ch t e t worden, die vom Schwurgericht in Göttingen we- aen Mordes an der Besitzerin des Edelhofes in Hörden, der Witwe Margarethe v. B e r k e f e l d , zum Tode verurteilt worden ist. Die Großkopf, die bei der Ermordeten als Hausdame angestellt war, hatte einen Schuldschein über eine Darlehenssumme von 42 000 Mark angefertigt und mit der gefälschten Unterschrift der Frau von Berkefeld versehen. Sie vergiftete ihre Dienstherrin, um auf Grund der falschen Urkunde ihre erdichtete Forderung ge- aen die Erben der Ermordeten durchsetzen zu rönnen. Furchtbare Bluttat eines Jugendlichen. 14jähriger ermordet dreiköpfige Bauernfamilie. Der Linzer Jugendschöffensenat hat sich mit einem wohl einzig dastehenden Verbrechen eines Jugendlichen zu befassen. Der 14jährige Hütebub Johann Uebermasser aus Leonding, südlich von Linz, hat nach einander grausam drei Menschen ermordet. Er lockte zuerst mit dem Ruf „Der Ochse ist los" den Bauern Joseph P r e i - n i n g, seinen Dienstherrn, in den Stall und schlug ihn von rückwärts mit der Hacke nieder. Dann rief er dessen Tochter Marie in den Stall, wo er sie sofort mit einem so furchtbaren Schlag niederstreckte, daß sie keinen Laut mehr von sich gab. Schließlich lockte er auch noch die Bäuerin unter demselben Vorwand in den Stall. Auch sie sank unter seinen Streichen tot zusammen. Sodann beraubte er seine Opfer und steckte das Gehöft in Brand. In der Verhandlung zeigte er keine Spur von Reue. Er wurde zu der im Gesetz vorgesehenen höchsten Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Gemeiner Mordversuch eines Sechzehnjährigen. Die Berliner Kriminalpolizei wurde wegen eines mit besonderer Roheit eingeleiteten Giftmord- versuches eines 16jährigen Burschen nach dem Berliner Westen gerufen. Dort hatte der mit seiner Mutter in einer zweistöckigen Villa wohnende 16jährige I. B. die beiden Kinder einer in der Kellerwohnung zur Untermiete wohnenden Familie, ein Mädchen von 14 Monaten und ein Mädchen von acht Wochen, mit Gas zu vergiften versucht. Zwischen der Mutter des jungen B. und den Untermietern bestand infolge Mietstreitigkeiten schon seit längerer Zeit ein gespanntes Verhältnis. Darüber hinaus hegte der Junge eine persönliche Feindschaft gegen den Vater der beiden kleinen Kinder, weil dieser ihm einmal die Schläuche seines Fahrrades zerschnitten haben soll. Um nun, wie er bei seiner Vernehmung aussagte, „seine Rachegefühle zu stillen", benutzte der Bursche die Abwesenheit der Eltern der Kinder, um mit einem Nachschlüssel in die Wohnung einzudringen und den Haupthahn der Gasleitung zu öffnen, um die in ihrem Bett schlafenden Kinder zu vergiften. Glücklicherweise kehrte die Mutter schon nach einer Viertelstunde zurück, so daß die Kinder gerettet werden konnten. Sowjelbeamte betrügen die Staatsbank. Der oberste Staatsanwalt der Sowjetunion hat einen neuen großen Korruptionsskandal aufgedeckt und die Schuldigen verhaftet und dem Gericht übergeben. Die Moskauer Fabrik Borez war in starke Verschuldung geraten. Da eine Besserung der unhaltbar gewordenen finanziellen Lage durch Erhöhung der Qualitätsarbeit nicht zu erreichen war, versuchten die leitenden Beamten durch einen groß angelegten Betrug am Staat eine Sanierung. In den Monaten Januar und März d. I. stellten der Finanzdirektor S ch u b i n s k i und der Hauptbuchhalter Tichonow Scheinrechnungen im Betrage non 624 000 Rubel für angeblich verladene Warensendungen aus und kassierten die Summe bei der Staatsbank. Ende April versuchten sie es noch einmal mit demselben Manöver, die Staatsbank um 244 000 Rubel zu betrügen, wobei sie aber das Schicksal erreichte. Außer den beiden Hauptschuldigen wurden noch der Fabrikdirektor und ein weiterer Beamter wegen leichtfertiger und nachlässiger Betriebsführung verhaftet. Der Prozeß wird in den nächsten Tagen im Moskauer Stadtgericht verhandelt werden. Neue Hitzewelle in Amerika. — Bisher 20 lote. Das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten ist von einer neuen Hitzewelle heimgesucht worden. Bisher sind über 2 0 Todesfälle, größtenteils durch Hitzschlag verursacht, zu beklagen. In verschiedenen Gebieten war die Hitzewelle auch von Wolkenbrüchen und W i r b e l st ü r m e n begleitet. Schiffsunglück an der bretonischen Küste. — Sechs Seeleute ertrunken. Vor der bretonischen Küste hat sich in einer der letzten Nächte ein schweres Schiffsunglück ereignet, dem sechs französische Seeleute zum Opfer fielen. Der Kohlendampfer „Divatte", der von England nach Spanien unterwegs war, sah sich im Nebel plötzlich einer französischen Motorschaluppe gegenüber. Obwohl er sofort mit aller Kraft rückwärts fuhr, konnte der Zusammen st oß nicht vermieden werden. Die Schaluppe wurde von dem Bug des Dampfers mitten durchgeschnitten. Der Dampfer setzte sofort Rettungsboote aus, um die ins Wasser geschleuderten neun Mann Besatzung der Schaluppe zu bergen. Es gelang sedoch nur, drei von ihnen zll retten. Die übrigen sechs ertranken, unter ihnen der Besitzer des Schiffes. Büchertisch. — Matthias Claudius: Das Buck Ehrfurcht oder Auswahl aus den Werken des Wandsbecker Boten, besorgt durch Hermann Claudius. „Schriften an die Nation" Bd. 67/68. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Berlin. Gebunden 1,60 RM. — (119) — ,Das Buch Ehrfurcht' nennt Hermann Claudius diese Auswahl aus den Schriften • seines Urahnen Matthias Claudius. „Ebenso richtig hätte ich es ,Das Buch Einfalt' nennen können oder ,Das Buch des fröhlichen Herzens'", schreibt der Enkel in seinem Vorwort. „Aber die Ehrfurcht ist es, die uns nottut, und die wir als Volk wieder lernen wollen, — und darum wünsche ich das Buch namentlich in die jugendlichen Hände und Herzen gegeben." Es ist eigenartig, wie nah und lebendig uns Sprache und Lebensbetrachtung des Ahnen wieder berühren, wie unmittelbar die tiefste Innerlichkeit seines Wesens uns erfüllt und wie rein der Klang seiner schlichten Verse vor uns aufersteht. Jedes Wort, das er an seine Kinder, seine Freunde, seinen Gott richtet, ist von unantastbarer, ewiger und deutscher Gültigkeit. — Joseph Gregor: Shakespeare. Der Aufbau eines Zeitalters. 680 Seiten. Mit 136 Tiefdruckbildern. Ganzleinen 3,75 Mark. Im Phaidon- Verlag, Wien 1935. — (158) — Das sehr gediegen ausgestattete und dabei erstaunlich billige Buch soll, wie der Verfasser im Vorwort bemerkt, vorzüglich dem Theater gehören; es ist sein Ehrgeiz, die Summe aller bisherigen Bemühungen um die Erscheinung Shakespeares und seines Werkes zu geben. Das gründliche und dabei durchaus literarisch gehaltene Werk umfaßt das gewaltige Thema auf gedrängten 680 Seiten: 136 Abbildungen auf Kupfertiefdrucktafeln ergänzen die Darstellung nach der optischen Seite hin. Die sorgfältig gewählten Abbildungen bringen die wichtigsten Shakespeare-Bildnisse und Shakespeare-Stätten, Faksimile-Wiedergaben seiner Handschriften und Erstausgaben, die Denkmäler des Theaters seiner Zeit; ferner Shakespeare-Aufführungen und Rollenbilder aus allen Ländern und Epochen bis in die Gegenwart. Professor . Gregor, Vorstand der Theatersammlung an der Wiener Nationalbibliothek und Verfasser einer bekannten „Weltgeschichte des Theaters" durfte sich zur großen Aufgabe einer neuen Shakespeare-Biographie — theatergeschichtlich gesehen — berufen fühlen. Wetterbericht des Reichswetlerdlenstes. Ansgabeort Frankfurt. An der Rückseite des ostwärts abziehenden Tiefdruckwirbels setzte sich auch am Sonntag die Zufuhr polarmaritimer Luft fort. Sie brachte auch bei uns weitere Abkühlung, aber nur ganz vereinzelt geringfügige Niederschläge. Infolge der Ausstrahlung gingen in der Nacht zum Montag die Temperaturen vielfach bis unter 5 Grad zurück. Im Bereiche absteigender Luftbewegung kann zunächst mit der Fortdauer der heiteren Witterung und neuer kräftiger Wärmezunahme gerechnet werden. Aussichten für Dienstag: Meist heiter und trocken, tagsüber recht warm, östliche bis südliche Winde. z Temperaturen am 7. Juli: mittags 17,4 Grad, abends 13,3 Grad; am 8. Juli: morgens 11,1 Grad Celsius. Maximum 18,9 Grad, Minimum 4,6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juli ahends 20,2 Grad, am 8. Juli morgens 16,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3,2 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. un< Der CC. der Hassia L A.j Poppendieck (XXX). 3998 D Jüngere Die Trauerfeier findet auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt. 4003 D Wflooen ! Verschiedene?] Verloren 4000 D nahmen einer «nreitz, Löberstratze 19 „Wie Neu“ Bügelanstalt Gießen, Wolkeng.23, Inh.: L. Pitz, Schneider Güt erhalt. vr»or Win. öetö (Gas und Kohle) preisw. zu verk. Seltersweg 18. In gutem Hause, zentr. Lage, bei allemsteh. T gr. sonn., ü So ist es richtig Einen solchen behaglichen Ruheplatz können Sie sich auch In Ihrem Garten, Balkon oder Veranda mit den passenden Gartenmöbeln, Gartenschirm und Liegestuhl schaffen. Bitte, sehen Sie sich doch mal die große Auswahl an bei J. B. 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Juli, nachmittags l1/, Uhr in Lang-Göns statt. Garage mit und ohne Wagenpflege zu vermieten. Groß.Garage Am Aulweg. 0to05 Unterfertigter CC, betrauert tief das Ableben seines lieben AH. Karl Steinberger rez. 1886 (XX X), Amtsgerichtsrat zu Gießen. ..„Wie Neu“ r Svazierltock auS Weichselkirschen- liolz. Bitte gegen Belob, abzugeb. Am Steg 12. 40*t> Ihren Anzug n tu,HeXr and Damen • Kleidungs - Stücke « bügeln, dämpfen u. auffrischen S* perAnzugReichsmark 1.80 g, Reparaturen billigst. Abholen S id Zusenden kostenl. Tel. 2503 • warenbrancke z. 1.Augustgesucht. Schriftl. Angeb. unt. 40020 a.den Gießen. Anzeig. Helleres Ehepaar sucht für Hilfe im Haus allemsteh. Frau od. Mädchen. Schrift!. Angeb. unt.02899 arid en Gießen. Anzeig. Junges Mädchen in ein Gasthaus gesucht. Famil.- Anschlutz. Schr. Ang. m. Lichtbild u. 3951D an d. Gieß. Anz. Meine Anzeige« Im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet unh gelrjen. 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Zwöls-Rundenkamps im Berliner Post- " stadion.—4sittsittZtijchauer Der Boxkampf zwischen Schmeling und Pao- lino U z c u d u n in der Reichshauptstadt hatte einen großen Erfolg. 40 000 Zuschauer waren in das Poststadion gekommen. Die meisten Besucher erwarteten einen K.-o.-Sieg des Deutschen. Dazu sollte es aber nicht kommen, denn der Spanier hielt sich glänzend und stand die vollen zwölf Runden mutig durch. Max Schmeling war seinem Gegner in technischer Beziehung klar überlegen. Der Punktsieg des Deutschen ist als völlig oer- dient anzusprechen. Schmeling hatte fast alle Runden für sich und nur zwischendurch gelang es Paolino Punkte zu sammeln. Kritisch für Schmeling war die sechste Runde, in der der Spanier tiefschlug. Der Deutsche kämpfte aber sofort weiter und hatte die Folgen dieses Schlages sofort überwunden. Paolino allerdings mußte eine Verwarnung einstecken. In den ersten Runden griff Schmeling, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, kräftig an. Paolino mußte genaue Gerade und Haken über sich ergehen lassen, während er selbst mit seinen verzweifelten Schwingern nur selten das Ziel erreichte. Alle Schläge konnten aber den nun schon 36jährigen Basken nicht erschüttern. Eisern stand er und ver- suchte immer wieder, seinen Gegner im Nahkampf 3U treffen. Schmeling war aber auch im Nahkampf der überlegenere. Aus' Distanz hatte der Spanier nichts zu bestellen. Schmelings Linke hielt ihn in Schach, während die Rechte immer abschußbereit war. Am Schluß des Treffens sah Paolino ziemlich zugerichtet aus, während Schmeling ganz frisch und ohne Kampfspuren war. Der Ringrichter Pippow-Berlin und der Punktrichter Feldhus-Frankfurt gaben Schmeling den einstimmigen Punktsieg, der vom Publikum mit großem Beifall ausgenommen wurde. Die Rahmenkämpfe boten ebenfalls ausgezeichneten Sport. Bezirkstennisturnier des Bez-rks Kietzen, Gau XII. Im Rahmen des Kreisturnfestes des Ium- kreifes Wetterau-Dogelsberg wurde das Tennisturnier des Bezirks Gießen der DT. auf den idyllisch im Park gelegenen Plätzen des Staatsbades durchgeführt. Es ist dies in unserem Bezirk das erste Turnier, das zusammen mit dem deutschen Tennisbund gemeinsam durchgeführt wurde, um den Einheitsgedanken des deutschen Sportes nach außen wirkungsvoll in Erscheinung treten zu lassen. Die Spiele begannen pünktlich um 15 Uhr und konnten, dank der günstigen Witterung schon am Samstag sehr weit gefördert wei den. Im Männer-Einzel konnten bereits die letzten 4 ermittelt werden. Es placierten sich Pfad, nachdem er in der ersten Runde Wolf 6:0, 6:0 und in der zweiten Runde Huppertz 6:2, 6:0 geschlagen hatte. Weiter v. Rabenau auf dem Wege über Waldschmidt und Lippert. Am Sonntagvormittag wurden die Kämpfe fortgesetzt. Beim Dameneinzel kamen Frau E y e r und Frl. Berg in die Schlußrunde. Im Herreneinzel schaltete Pfad von Rabenau aus mit 6:0, 6:2, und Schneider Noll mit 7:5, 6:4. Siegerliste. Im Herreneinzel: Pfad, (TE. Bad-Nau- heim) über Schneider (IC Bad-Nauheim) mit 6:4, 6:0. Im Dameneinzel: Siegerin Frau Eyer (IGern. Bad-Nauheim) über Frl. Berg (TC. Gießen) mit 7:5, 6:0. Im Herrendoppel blieben Sieger: Pfad (TC. Bad-Nauheim)/Trapp (TGem. Friedberg) über Waldschmidt/Herzog (beide TC. Wetzlar) mit 6:0, 6:1. Im gemischten Doppel bestritten die Endrunde Frau Eyer, (TGem. Bad-Nauheim)/Pfad (TC. Bad-Nauheim) — Frl. Schmidt (TC. Bad- Nauheim)/Trapp (TGem. Friedberg): es blieben Sieger: Frau Eyer (TGem. Bad-Nauheim)/Pfad (TC. Bad-Nauheim) mit 6:1 6:1. Trostrundensieger im Herreneinzel: Müller (TC. Gießen) gegen Herzog (TC. Wetzlar) mit 6:3, 3:6, .6:4; im Dameneinzel: Frl. Lappe (TuSp. Butzbach) gegen Frl. Schmidt (TB. -1846 Gießen) mit 6:4, 6:3. Die 30. Gießener Ruder-Regatta auf der Lahn. Ein Blick über die schöne Rennstrecke. Endkampf im Dritten Senior-Achter. ■ z. MM .. . - - A L ' " < -,v- I ! 'M —Sa» V. ■ : e * V: 3<‘' ■' v *n ; V , , - '2 ' Friedel Jödt (GRG) nach seinem Sieg im Lahnpokal-Einer. Der Große Achter kurz vor dem Ziel. (GRG. im Vordergrund) siegt. (Aufnahmen (4) Neuner, Gießener Anzeiger.) Die diesjährige Regatta der Gießener Rudergesell- schäft stand unter keinem sehr glücklichen Stern. Es gab verschiedene Gründe dafür. Der gestrige «Sonntag brachte »an verschiedenen Plätzen Deutschlands Regatten, so daß die einzelne Regatta hinsichtlich der Beteiligung darunter litt. Ferner hielten verschiedene Vereine, die sonst die Gießener Regatta beschickten, mit ihren Meldungen zurück, und zwar weil die große Frankfurter Regatta beoorsteht, für bk man die Mannschaften schonen will. So fielen die Mannschaften der Frankfurter Vereine, die sonst in Gießen stark vertreten waren, völlig aus. Auch Hanau fehlte. Hinzu kommt ferner noch, daß sich auch die Gießener Rudervereine selbst nicht so stark beteiligen konnten, wie sie es sicherlich gerne getan hätten. In der jüngsten Zeit hatten die hiesige'n Vereine zahlreiche Abrufe ihrer Ruderer zu vei> zeichnen und Nachwuchs steht auch nur spärlich zur Verfügung. So kam es auch, daß das Publikujm, das die heimischen Mannschaften gerne im Wett- kamvf sehen möchte, nicht in dem Maße auf seine Rechnung kam, wie in früheren Jahren, in denen die hiesigen Ruderoereine 15 und mehr Rennen belegen konnten. Trotzalledem wurde guter Sport geboten und es lohnte sich, den Wettkämpfen auf dem Wasser zu folgen. Die Regatta war gut organisiert, das Publikum wurde ständig über den Verlauf der Rennen unterrichtet. Das Wetter war der Regatta sehr günstig. Es war nicht zu wärm, so daß auch' die Ruderer in ihren Leistungen nicht beeinträchtigt wurden. Die gefahrenen Zeiten sind zum Teil als recht gut zu bezeichnen. Am Samstagabend fand im Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft ein Begrühungsabend statt, der in sehr kameradschaftlicher Weise verlief. Oie jRennen des Gomstaas. Zweiter Einer: Nur Piro (Cochem) und Fahrenberg (Kassel) lagen im Rennen. Fahrenberg ging ursprünglich in Führung, fiel bann aber stark ab und mußte Piro einen eindeutigen Sieg überlassen. Der Cochemer siegte mit drei Längen Dor» fprung. 1. Piro (Cochemer RG.) 8:27,1 Min.; 2. Fahrenberg (Kurhessen Cassel) 8:35,2 Min. Er st er Vierer ohne Steuermann: Die Derbandsmannschaft Gießen mußte allein über die Bahn, da die Limburger (RC. 1) abgemeldet hatten. Jugend-Gig-Dierer: Hier holte sich die Jugend des Kasseler Wilhelmgymnasiums vor dem Boot der Gießener „Hassia" nut zwei Langen Vorsprung den Sieg. 1. Turn- und Ruder-Verein am Wilhelmsgymnasium Kassel 4:10 Min.; 2. Gießener R. Cl. „Hassia" 4:15 Min.; 3. Hanauer R. Cl. „Hassia" 4:17,3 Min. Das Rennen führte über 1000 Meter Zweiter Senior-Vierer: Hier beteiligten sich Kitzinger RD. und „Saar" Saarbrücken. Die Kitzinger errangen mit fünf Längen Vorsprung einen sicheren Sieg. 1. Kitzinger RD. 1897 6:48,3 Min; 2. R. Cl. „Saar" Saarbrücken 7:02,0 Min. Jean-Kirch-Gedächtnisrennen: Limburger R. Cl. 1907 und Wetzlarer R. Cl. bestritten bas Rennen. Die Limburger konnten sich bei 1000 Meter etwa eine Länge vor den Gegner setzen. Im Ziel war der Abstand erheblich größer. Die Limburger warteten mit einem glänzenden Endspurt auf. 1. Limburger R. Cl. 1907 6:38,1 Min; 2. Wetz- tarer R. Cl. 1880 6:47,0 Min. Vierter Senior-Achter: Die Kitzinger, die zu vielen Rennen meldeten, mußten sich „Hellas" Offenbach mit 1V< Längen beugen. 1. Hellas" Offenbach 6:10,4 Min.; 2. Kitzinger R. Cl. 6:18,0 Minuten. Zweiter Junior-Vierer: Drei Boote waren am Start. Mainzer RC. führte bei 1000 Meter etwa eine Länge vor Offenbach und Kur- Hessen Kassel. Die Mainzer brachten das Rennen auch mit 1V< Längen vor Offenbach an sich. Kassel lag weit zurück. 1. Mainzer R. Cl. „Fortuna" 6:50,6 Min.; 2. Offenbacher Ruder- und Schwimm- oerein 6:54,4 Min.; 3. R. Cl. Kurhesfen Kassel 7:18,2 Minuten. Zweiter Jungmann-Vierer: Die Boote der Saarbrücker „Undine", Wassersportverein Offenbach-Bürgel und Mainz-Kostheim-Gustavsburg lieferten sich einen harten Kampf. Offenbach hielt ge- raume Zeit die Führung. Vor dem Ziel lagen aber die Boot hart Bord an Bord. Dabei bedrängten die Offenbacher die Mainzer sehr heftig, sie wurden verwarnt, bann ausgeschlossen und das Rennen abgebrochen. In der Wiederholung (ohne Offenbach) setzte sich der Vierer der Mainzer, wenn auch knapp, so doch durch. 1. RD. Mainz-Kostheim-Gustavsburg 3:10,2 Min.; 2. „Saar" Saarbrücken 3:10,4 Min. Erster Doppelzweier: Ein Start mit vielen Hindernissen. Ein Boot ging dabei zu Bruch. Das Rennen wurde aufgegeben. Zweiter Achter: Dieses Rennen, das letzte des Samstags, brachte leider einen Alleingang. „Saar" Saarbrücken gab auf, Kitzinger RV. 1897 ging mit 6:16 Min. durch das Ziel. Oie kennen i>eö Sonntags. Erster Junior-Einer: Das erste Rennen des Sonntags brachte ebenfalls einen Alleingang. Piro (Cochem) brachte die 2000 Meter in 7:34,6 Min. hinter sich. Er st er Vierer: Das Rennen gestaltete sich auf der Strecke sehr spannend. Die Limburger setzten sich mit einer Länge Vorsprung an den ersten Platz. 1. Limburger R. Cl. 6:33,8 Min.; 2. Kitzinger RV. 6:37,2 Min.; Verbandsmannschaft Gießen 6:39 Minuten. Vierter Senior-Vierer: Für dieses Rennen lagen sieben Meldungen vor. In der Entscheidung kämpften Offenbacher Ruder- und Schwimm- Verein, „Undine" Saarbrücken und Wiesbaden- Biebrich um den Sieg. Auf dem ersten Teil der Strecke gab es einen harten Bord-an-Bord-Kampf zwischen Saarbrücken und Wiesbaden-Biebrich. Auf der zweiten Hälfte der Strecke setzten sich die Saarbrückener aber klar durch und ließen die Gegner erheblich hinter sich. 1. „Undine" Saarbrücken 6:44,8 Minuten; 2. Offenbacher Ruder- und Schwimmklub 6:50,0 Min.; 3 RD. Wiesbaden - Biebrich 6:59,0 Minuten. Erster Junior-Vierer: Die Mannschaft des Mainzer R. Cl. „Fortuna" gewann das Rennen mit drei Längen Vorsprung vor RV. Wiesbaden- Biebrich. 1. Mainzer RCl. „Fortuna" 6:47,7 Min.; 2. RV. Wiesbaden-Biebrich 7:00,0 Min. Adolf - Fischer - Gedächtnis - Rennen: Hier gab es eine Begegnung der beiden Limburger Vereine. Leider gab das Boot des RV. auf. Limburger RCl. ruderte die Strecke in 6:44,6 Minuten. Einer um den Lahn-Pokal: Friedel Jödt konnte einen klaren Sieg feiern. Mit über vier Längen ging er vor Piro (Cochem) und Fahrenberg (Kassel) als Sieger durch das Ziel. 1. Fr. Jödt (GRG. 1877), 7:15,8 Min.; 2. A. Friedrichs (Cochem) 7:20,2 Min.; 3. Piro (Cochem) 8:02,2 Minuten. Dritter Senior • Vierer: Es gab auf dem ersten Teil der Strecke einen außerordentlich harten Kampf zwischen den Mannschaften vom Wetzlarer RCl. 1 1880 und Mainzer RCl. „Fortuna". Leider mußte Wetzlar aufgeben, so daß es auch in diesem Rennen beim Alleingang blieb. (Zeit 6:50,2 Minuten.) Vierter Senior - Vierer: Hier errangen die Wetzlarer einen sicheren Sieg. Mit drei Längen passierten sie vor Wiesbaden-Biebrich das Ziel. 1. Wetzlarer RCl 1880 6:47,8 Min.; 2. RV. Wiesbaden-Biebrich 6:56,4 Minuten. Prinz Eitel - Friedrich • Vierer: (1. Senior-Vierer): Die Derbandsmannschaft Gießen lag hier den unverwüstlichen Limburgern gegenüber und verlor eindeutig. 1 Limburger RCl. 6:29,8 Minuten; 2. Verbandsmannschaft Gießen 6:35:0 Dritter Senior - Achter: Es starteten Offenbacher Ruder- und Schwimm-Verein „Hellas" Dffenbad) und „Undine" Saarbrücken. Hier kam ein ehr spannender Endkampf zustande. Die drei Boote agen dicht beisammen und boten in ihrem Endkampf ein großartiges Bild. Allerdings mußte das Rennen für ungültig erklärt werden Der «Schiedsrichter schloß „Hellas" Offenbach auf der Strecke aus, die Offenbacher überhörten jedoch diese Entscheidung. Das Rennen wurde wiederholt und in der Entscheidung vom Offenbacher Ruder- und Schwimmverein mit einer Diertellänge Unterschied vor „Undine" Saarbrücken gewonnen. Dritter Junior-Vierer: Es beteiligten sich Limburger RV., RV. Wiesbaden-Biebrich und Wassersportoerein Offenbach-Bürgel. Offenbach und Wiesbaden wechselten ursprünglich in der Führung ab. Im Ziel kam es zwischen beiden Mannschaften zu einem scharfen Endkampf. Wiesbaden-Biebrich stellte einen sehr knappen Sieg sicher. 1. RD. Wiesbaden-Biebrich 6:48,6 Min.; 2. Wassersportverein Offenbach-Bürgel 6:48,8 Min.; 3. Limburger RV. 1895 7:07,2 Minuten. Großer Achter: Hier lagen die Derbandsmannschaft Gießen und die Mannschaft des Kitzinger RV. im Rennen. Die Gießener ruderten den besseren Stil und errangen einen sicheren Sieg. 1. Verbandsmannschaft Gießen 5:58,2 Min.; 2. Kitzinger RV. 1897 6:02,2 Minuten. Um die lOO-ilm-Misterschast des Bezirks Gietzen. Das 100 - Kilometer - Bezirksmeisterschaftsrennen fand am Sonntag anläßlich des 25. Jubiläums des RC. „Teutonia" in Krofdorf statt. Vormittags um 6 Uhr stellten sich dem Bezirksstraßenfachwart Deibel (Gießen) 17 Fahrer zum Start. Das Wetter war sehr günstig. Die Strecke führte von Krofdorf über Gießen, Rodheim, Frankenbach, Niederweidbach, Herborn, Wetzlar, Gießen wieder nach Krofdorf. Dom Start weg wurde gleich ein mächtiges Tempo eingeschlagen, so daß sich schon bei der kleinen Steigung am Windhof das Feld auseinanderzog. Es bildeten sich zwei Gruppen, doch kann die Verfolgergruppe bereits vor Rodheim wieder auf- schließen. Nur Weber und Höbet müssen das Feld ziehen lassen. An der Steigung hinter Rodheim gelingt ein Ausreißversuch von Neumann, der nach seiner sechswöchigen Erkrankung sein erstes Rennen wieder fuhr. Nur Preiß (Germania Gießen), Göbel (Niedergirmes), Kraft und Eckhardt finden Anschluß. Die zweite Gruppe wird von Jäger (Anspach) angeführt. Die Steigung hinter Fellingshausen führt Preiß an. Die Anforderungen an die Fahrer werden in den Bergen des Hinterlandes immer höher Der Abstand zwischen Spitze und Derfolgergruppe wird immer größer. Inzwischen ist Kraft abgefallen, und wenig später muß sich auch Eckhardt strecken. Die drei Spitzenreiter Neumann, Preiß und Göbel eilen nun der größten Steigung, der Jsselscheide zu. Neumann, Ser hier unter der etwas zu hohen Uebersetzung leidet, fällt zurück. Auf der Talfahrt nach Herborn zu legen Preiß und Göbel ein mörderisches Tempo vor. Es gilt, den Vorsprung gegen den gefürchteten Neumann zu halten. Jedoch Meter um Meter kann letzterer den Führenden wieder abringen, und in Sinn, nach ca. 30 Kilometer Alleinfahrt, kann er wieder zu den Ausreißern auffchliehen. Im 30- Kilometertempo geht es über Ehringshausen nach Wetzlar, wo nochmals die gefürchtete Spilburg zu überwinden ist. Unter Führung yon Preiß wird die Spilburg in Angriff genommen. Ungeheuere Anforderungen werden auch hier wieder an dis Fahrer gestellt. Preiß konnte als Erster die Steigung erklimmen und einen Vorsprung von 100 Meter gegenüber Neumann herausholen. Göbel war in der Mitte der Steigung ebenfalls zurückgefallen. Nun fetzte wieder ein großer Kampf zwischen Preiß und Neumann ein. Die Jagd zog sich bis vor Klein-Linden, wo es Neumann wiederum gelang, zu Preiß aufzuschließen. Nun eilten beide dem Ziel zu. Nack) einem prächtigen Endspurt konnte Neumann mit Doppelhandbreite als Sieger das Zielband passieren. Das Ergebnis. 1. W. Neumann (1885 Gießen) 2:50:30 Std.; 2. H. P r e i ß (Germania Gießen) Doppelhand- breite zurück; 3. W. Göbel (Niedergirmes) 2:54:30 Std.; 4. Jäger (Anspach); 5. Haag (Anspach); 6. Höbel (Niedergirmes). Da N e u m a n n erst fünf Monate dem GRD. von 1885 angehärt, wurde lt. Wettfahrtsbestimmungen des DRV. die Bezirksmeisterschaft H. P r e i.tz zugesprochen Sieger des Rennens bleibt jedoch Neumann. 30-£Uomder-3ugenbrennen. 2m Verlauf des Tages wurde noch ein Jugendrennen über 30 Kilometer ausgetragen, das über Kinzenbach, Dorlar nach Wetzlar und zurück führte. 25 Jugendliche gingen an den Start. Auch hier wurden gute Zeiten gefahren. Als Sieger ging hervor: Willi Fuchs, Frankfurt a. M.; 2. Paul Emmerich, Krofdorf; 3. Hch. Buchheister, Kassel; 4. Willi Riegel, Anspach; 5. Hans Knöbel, Steinbrücken; 6. Karl Zahrt, Germania Gießen. Walker Neusel im Kreise (Hießen Der bekannte deutsche Schwergewichtsboxer Walter Neusel ist von seinem siegreichen Kampf gegen den englischen Meister Jack Petersen nach Deutschland zurückgekehrt und verbringt gegenwärtig mit mehreren Freunden einige Erholungstage m dem Kreisort Kesselbach. Der Abschluß in W mbledon. In Wimbledon wurden am Samstag die Tennis- Meisterschaften abgeschlossen. Siegerin im Fraueneinzel wurde Helen Mills-Moody, die Helen Jacobs in drei Sätzen 6:3, 3:6, 7:5 abfertigte. Im Männerdoppel holten sich Cramford-Quist den Titel 6:3, 5:7, 6:2, 5:7, 7:5 gegen Allifon-van Ryn, und im Frauendoppel gewannen Slam- mers-James 6:1, 6:4 über Mathieu-Sperling. Das Gemischte Doppel fiel mit 7:5, 4:6, 6:2 an Perry-Round, die mit diesem Ergebnis das Ehepaar Hopman schlugen. 2 Kreisturnfest des Lahn-Dill-Kreises in Sinn Wirtschaft v. H.). 10 0 Meter: erzielte Zeit sind sehr be- 2. Hans 3. Franz Neidel (Tv. Heuchelheim) 16:33 Minuten. Auch die Gebrüder Neidel erfüllten Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse tfranfhirt 0.2)1 Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M T 151,75 116,5 116,5 93,75 95,5 135 101,4 101,4 107,2 107,2 107,2 Die hinter Öen Papieren angeführten geben Die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfutz 5 o H 113 100,4 97,5 32,5 11,5 11,25 12,65 100,25 97,4 15:46,3 Min.; 16:21,1 Min.; o 4 0 0 0 Schinge (Heff.-Pr. Kassel) Neidel (Tv. Heuchelheim) 108,75 112,9 115 107,65 130,5 102,75 92,5 35,4 33,5 38,13 88,25 117 92,75 93,75 93,75 190,5 3. Dumke (SD. (VsB.-R. Gießen) Besseres geleistet. Corbach) 48,74 m; 4. Jakob 48,40 m. Auch Jakob 'hat schon o 0 0 0 7 0 6 0 0 0 12 8 9 0 237,5 107,5 122,5 114,75 153 239 108,5 122 114,75 152 107 122 114,75 153 108 122,5 115,9 32,75 1,75 11,5 11,25 11,25 12,9 47,5 140,25 119,25 134,25 107,25 130 140 133,9 124.5 180,5 133,5 108,25 112,25 113,25 107 160 35 38,25 88 116 92,13 93 93 190,5 47,4 140,5 120,9 136 107,75 131,25 134,5 127 181,5 136 47,4 140,4 119,25 134,9 107,25 130 139,25 134.13 124,5 179,5 133,75 108,13 112 113,75 106,75 161 131,75 102,13 91,9 226,5 113,75 87,5 18,4 127,5 124,5 186,5 120 125,5 228 113,25 87,5 18,4 127,4 124,5 188 113,65 67,75 121,5 123,5 92,75 144,65 98,4 165,5 90,75 35,9 295 176,75 160,25 u 0 0 0 5 0 0 0 12 229 113,75 89 18 128 125,75 190 113,75 67 119,5 120 91,5 143,75 97,25 165,4 90,25 36,5 294,25 176,25 160,75 35 38 88,25 116,25 92,5 93,75 93,75 190,5 48 140,75 120,25 136 108,25 131,65 140 134,4 128 181,5 136 67,25 120 120 91,75 97 165,25 36,5 176 159,75 125,25 227 114,5 89 18 128,23 125,25 190 Frauen: 1. Brehl (Tg. Fulda) 13,6 Sek.; I. G. Farben-Jnvustrie . Scheideanstalt......... Goldschmidt ....... Rürgerswerle ......... Metallgeiellschafl....... 63,28 81,22 «,78 der zweite Platz und die achtlich. 5 00 0 Meter: 1. 32,5 11,9 11,25 11,3 12,5 68 121,5 123:5 92 98,4 165,75 36,65 295 176 160 Kennziffer der Großhandels- Die Kennziffer der Großhandelspreise für den 3. Juli 1935 auf 101,2; sie ist der Vorwoche (101,1) wenig verändert. ♦ Die preise. 109 112,5 114,5 107,9 160 130,25 103 82,9 die in sie gesetzten Hoffnungen. Gegen Schinge, zur Zeit einer der besten deutschen Langstreckler, zu verlieren, ist keine Unehre. 400 - Meter - Hürden: 1. Jung (1900) 59,2 Sek.; 2. Sobottka (Hess.-Pr. Kassel) 59,4 Sek.; 3. Armbrecht (Hess.-Pr. Kassel) 61,3 Sekunden. Trotz einer noch nicht ausgeheilten Beinverletzung konnte der 1900er wieder einmal die Meisterschaft über die lange Hürdenstrecke an sich bringen. W e i t s p r u n g : 1. Kermer (Hess.-Pr. Kassel) 6,86 Meter; 2. Scheller (Tg. Fulda) 6,85; 3. Obermüller (Pol. Hanau) 6,61; 4. Stengel (To. Großen- Linden) 6,59 Meter. Stengel erzielte persönliche Bestleistung. Stabhochsprung: 1. Jung (1900) 3,30 m; 2. Janke (Kasseler Turngemeinde) 3,15 m; 3., 4. und 5. Storch (TuF. Fulda), Dornseisfer (Kurhessen Kassel) und Salomon (Kasseler Turngemeinde) je 3 m. Durch einen am Einstechkasten haftenden Mangel wurden die Leistungen beeinträchtigt. Kugelstoßen: 1. Luh (VfB.-R. Gießen) 13,97 m; 2. von Hofe (Hessen-Preußen Kassel) 13,05 m; 3. Storch (TuF. Fulda) 12,38 m. Luh war indisponiert, jedoch von seinen Mitkonkurrenten nie gefährdet. Diskuswerfen: 1. Kilo (1900) 41,49 m; 2. Luh (DfB.-R.) 36,10 m; 3. Jakobs (TuF. Fulda) 35,86 m. Hier blieb alles um Meter hinter den gewohnten Leistungen zurück. Speerwerfen: 1. Menkel (Tuspo Bettenhausen) 54,23 m; 2. Roth (Tuspo Fritzlar) 50,63 m; Tv. Gießen 1846, Hans Kreiling, Tv. Äieseck, je 184; 12. Willi Pfeifer, To. Alsfeld, Friedrich Weber, To. Dutenhofen, 183; 13. Karl Rinn II., ?! A.G.G....................... Bekula jo Aeltr. Lieferungsgelellichast... 5 Licht und Kraft ........ Felten & Guilleaume 0 Gcfellich.f.Elektr.Unternehmuna. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert & (jo............... 4 Siemens L Halske 7 Lahmeyer & So 7 •l 131,75 K 102,25 61 91,75 1,8 11,5 11,25 11,4 12,65 Preußen Kassel) 36,35 m; 2. Höhnert (Hessen-Preu- ßen Kassel) 34,46 m; 3. Strey (Hessen-Preußen Kassel) 30,50 m; 4. Röhmig (Mtv.) 28,86 m. Deutschland Sieger im internationalen Fünfkampf. OblL Handrick Bester in der Einzelwertung. Der internationale Moderne Fünfkampf in Budapest wurde am Sonntag mit dem 4000-Meter- Geländelauf abgeschlossen. Die deutschen Offiziere schnitten ganz hervorragend ab, sie belegten durch Oblt. H a n d r i ck nicht nur in der Einzelwertung den ersten Platz, sondern sie waren auch im Ratio- nen-Klassement die Besten vor den Ungarn und den Schweden. Den 4000-Meter-Geländelauf gewann der schwedische Lt. B j u g g r e n , während Oblt. Birk als Dritter und Oblt. H a n d r i ck als Vierter einkam. Deutscher Schwimmersieg in Paris. Die deutsche Nationalmannschaft, die am Wochenende in Paris einen Schwimmländerkampf gegen Frankreich bestritt, konnte ihren Vorsprung vom Samstag am Sonntag zu einem schönen Sieg mit 114,5 zu 73,5 Punkten ausbauen. Im Verlauf der Wettkämpfe wurden vier neue deutsche Bestleistungen aufgestellt. Das Wasserballspiel endete unentschieden 3:3. Aordhessische Leichtathleiikmeisterschafien in Kastel Kreis Gießen erringt vier Meisterschaften, vier zweite und drei dritte Plätze. 2. Frau Malkomesius (Kasseler Tgm.) 13,7 Sek.; 3. Straube (Kasseler Tgm.); 4. Diehl (1900). Frl. Diehl stand im Endlauf nicht recht durch. Hochsprung: 1. Frau Malkomesius (Kasseler Tgm.) 1,40 m; 2. Keppler (Hessen-Preußen Kassel) 1,30 m; 3. Hoffmann (Kasseler Tgm.) 1,30 m; 4. Diehl (1900) 1,30 m. Hier hielt sich die junge 1900erin ganz gut. Speerwerfen: Dülfer (Kass. Tgm.) 30,56 m; 2. Röhmig (Mtv. Gießen) 30,25 m; 3. Hoffmann (Kasseler Tgm.) 25,20 m. Frl. Röhmig verlor nur knapp. Diskuswerfen : 1. Hagemann (Hessen - 34,9 32,75 38 88,13 116 92,25 93 93 190,25 Gritzner.................. o| Mainkrastwerke Höchst o-BU.. 4 Süddeutscher Zucker || Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Sementroerf Karlstadt.. stellt sich gegenüber ... v , . , Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 101,03 (—0,1 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 90,9 (+ 0,2 0. H.) und industrielle Fertigwaren 119,3 (4- 0,1 v. H.). Für den Monatsdurchschnitt Juni lautet die Grohhandelskennziffer 101,2 (+0,4 v. H.). Für die Hauptgruppen stellen sich die Kennziffern wie folgt: Agrarstoffe 101,5 (+0,9 v. H.), Kolonialwaren 85,5 (+1,7 v. H ), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 90,7 (+ 0,1 v. H.) und industrielle Fertigwaren 119,2 (—0,2 Buderus ............ Deutsche SrdR Geilenkirchener Harvener Hoesch Ellen—Köln-Neueste« Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klöcknern, erke .......... Mannesmann-Röhre« ..... *% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchische SUberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *¥t% be5gl. non 1913 6% obgesl. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Schultheis Payenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren ..... Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade................. Accum ulatoren-Fabrik . Tonti-Gummi ............ Steinbach, 191; 7. Otto Weih, Tv. Großen-Linden, 190; 8. Heinrich Scbmaael, Tv. Grünberg (Hessen), 189; 11. Karl Schäfer, To. Wieseck, Georg Bingel, " ■" — To. Wieseck, je Äritt - 2,451 41,88 54,77 12,27 16,415 169,15 19,96 6b« börsc 6 7 100,4 97,65 104 112,9 100,4 97,75 96,25 101 92,5 127 116,5 96,25 101,13 101,25 97 97 107,2 95 I 94 I 119,75 | 119,75 - Zhein-Mainische Börse. Tendenz fest. Frankfurt a. M., 6. Juli. Die Börse lag auch zum Wochenschluß ziemlich fest und hatte trotz des früheren Beginns verhältnismäßig lebhaftes Geschäft, wenn sich dieses auch hauptsächlich nur auf Spezialpapiere erstreckte. Die feste Haltung dieser Spezialwerte beeinflußte indes auch die übrigen Märkte. Besondere Anregungen lagen nicht vor. Die Kundschaft bekundet nach wie vor größeres Interesse am Aktienmarkt, der durchschnittliche Gewinne von 0,50 bis 1 v. H. aufwies. Gesucht blieben vor allem wieder rheinisch-westfälische Bergwerkspapiere. Stahlverein gewannen 1,25 v. H. auf 88,75, Mannesmann 1,13 v. H. auf 92,90 und Klöckner 1. v. H. auf 103,25. Ferner zogen Buderus 0,75 v. H. und Harpener zunächst 0,50 v. H. an. Don Kaliwerten erhöhten sich Westeregeln um 1,25 v. H. Lebhaft gefragt waren ferner Daimler Motoren, die bei Materialmangel rasch um 1,40 d. H. befestigt waren. Am Elektromarkt waren be- sonders Schuckert fest mit 125,75 bis 126,25 (124,50), Bekula gewannen 0,13 v. H., Licht & Kraft 0,50 v. H., während AEG. 0,40 v. H. und Siemens 0,50 v. H. verloren. Für Zellstoffwerte hielt die Nachfrage an, heute waren besonders Walühof erhöht mit 121,13 bis 122 (120), Aschaffenburger 92 (91,75). Chemische Werte lagen still, IG. Farben plus 0,50 v. H., Scheideanstalt plus 1,50 o. H. Kunstseideaktien blieben "gut behauptet, ebenso Reichsbank. Etwas leichter lagen Metallgesellschaft (minus 0,25 v. H.). Im Verlaufe setzte sich die Befestigung an den Aktienmärkten fort und das Geschäft blieb verhältnismäßig lebhaft. Die Kurssteigerung wurde allerdings durch den herrschenden Materialmangel stark forciert. Montanwerte lagen eher etwas ruhiger. Schr fest blieben Zellstoff Waldhof, Schuckert, Feldmühle Papier, IG. Farben, Lahmeyer, Licht & Kraft, Bemberg und Holzmann bei Erhöhungen von 0,75 bis 1,50 v. H. Hanfwerke Füssen notierten mit 84,50 bis 86,50 um 2,50 v. H. fester. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Frankfurter Schlachtviebmarkt. Frankfurt a. M., 8. Juli. (Dorbericht.) Auftrieb: 649 Rinder, darunter 60 Ochsen, 75 Bullen, 350 Kühe, 164 Färsen, 574 Kälber, 24 Schafe, 3432 Schweine. Es kosteten: Ochsen 38 bis 42, Bullen 36 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen 34 bis 42, Kälber 28 bis 60, Lämmer und Hämmel 36 bis 37, Schweine 40 bis 52 Mark. — Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber und Schafe ruhig, Schweine lebhaft. Turner stufe (Dreikampf): 1. Karl Michels, Tv. Gießen 1846, 56 P.; 2. Willi Peter, Tv. Sinn, 55 P.; 3. Adolf Linke!, Tv. Lollar, 52 P.; 4. Kurt Strack, Mtv. Gießen, 51 P.; 5. Ludwig Ulm, Tv. Allendorf a. d. Lahn, Herbert Steuder, Tv. Dillenburg, je 49 P.; 6. Heinr. Müller, Tv. Holzheim, Otto Jüngst, Tv. Gießen, 1846, je 48 P.; 7. Leonhard Launspach, Tv. Reiskirchen, Willi Munzert, Tv. Lollar, Helmut Grohhaus, Tv. Lollar, je 47 P.; 8. Gefreiter Heinrich Nickel, 10. Helmut Diehl, Tv. Lollar, 44 P.; 11. Fritz Geier, Tv. Atzbach, Otto Köster, Tv. Lang-Göns, Karl Buß, Tv. Holzheim, Reinhold Menger, Mtv. Gießen, je 43 P.; 12. Ludwig Reitz, Tv. Holzheim, Emil Mörler, Tv. Holzheim, Otto Henkelmann, Tv. Heuchelheim, je 42 P. Turnerinnen (Dreikampf): 1. Else Lang, Tv. Dillenburg 1843, 49 P.; 2. Wilmar Schleenbecker, To. Kinzenbach, 45 P.; 3. Christine Schmidt, MTD. Gießen, 40 P.; 8. Tilla Römer, To. Grünberg, 33 P. Turnerinnen-Jugend (Dreikampf): 1. Toni Klier, Tv. Wetzlar 1847, 52 P.; 2. Else Ludwig, MTV. Gießen, 51 P.; 3. Emmi Fink, Tv. Kinzenbach, 47 P.; 4. Herta Schramm, To. Herborn, 46 P.; 7. Marie Schäfer, Tv. Großen-Buseck, 41 P.; 8. Anna Heidt, Tv. Lang-Göns, 40 P.; 9. He- lene Rothenhäfer, Tv. Gang-Göns, 38 P. Berelnsrlegenfurnen der Turner. Es erhielten die Note sehr gut: 1. Tv. Burgsolms (Barren); 2. To. Herborn (Barren); 3. Tv. Sinn Altersturner (Barren); 6. Tv. Großen-Linden (Doppelbarren); 7. Gießen (Reck). Die Note gut bis sehr gut: 1. Tv. Dillenburg (Barren); 2. To. Gut Hell Treis a. d. Lumda (Barren); 3. Tv. Sinn (2. Reck); 4. Tv. Waldgirmes (Barren); 5. Tv. Heuchelheim (Reck). Die Note gut: 1. To. Krofdorf (Pferd); 3. Tv. Atzbach (Barren). Riegenhirnen der Turnerinnen. Klaffe I (6 Teilnehmer): 1. Mtv. Gießen Barren 13,4 (11), Pferd 11,1 (11), Reck 11,8 (11), zusammen 33 Punkte; 2. Tv. Sinn 16,2 (8), 12,1 (10), 16 (8), 26 Punkte. Klasse II (12 Teilnehmer): 1. Tv. Krofdorf 21,1 (4), 22,1 (2), 18,6 (4), 10 P.; 2. Tv. 1846 Gießen 24,1 (1), 21 (4), 27,6 (2), 7; 3. Tv. Wetzlar 21,4 (3), 21,2 (3), 0 (1), 6; 4. To. Heuchelheim 22,6 (2), 25 (1), 22 (3), 6 Punkte. »I -I 40 1 -I 40,25 i 94 95 — - >1 191 1191,25 192,51 192,5 hird 5 7 100,4 97,5 104 112,75 100,3 97,75 96,25 100,6 92,5 127 116 96,25 101 101 96,75 Tv. Heuchelheim, 182; 14. Otto Neidel, Tv. Heuchelheim, 180 P. Turnerinnen Oberstufe (Neunkampf): 1. Aenne Schwarz, Tv. Dillenourg, 156 P.; 2. Erika Wiegandt, Tv. Gießen, 149; 3. Margarethe Weyel, Mio. Gießen, 146; 4. Anna Weinandt, To. Großen- Linden, Margreth Plifke, Tv. Dillenburg, je 145; 5. Hilde Schmidt, Tv. Krofdorf, 143; 6. Helma Schmieder, Tv. 1846 Gießen, Klara Amend, Tv. Krofdorf, je 139; 7. Emma Lotz, Tv. 1846 Gießen, 138; 8. Ruth Wintterlin, Tv. 1846 Gießen, 137; 10. Hilde Valentin, Tv. Krofdorf, 135; 12. Anni Schmidt, Tv. 1846 Gießen, 130; 13. Louise Weiß, Tv. Großen-Linden, 129; 14. Henny Obmann, Mtv. Gießen, 128 P. Turnerinnen, Unterstufe (Neunkampf): 1. Erika Schneider 174; 2. Hildegard Huisgen 161; 3. Anneliese Buß, sämtlich Tv. Wetzlar, 152; 4. Margarethe Seim, Mtv. Gießen, 149; 5. Martha Wagner, Tv. Lang-Göns, 147; 6. Else Seim, Mtv. Gießen, 146; 7. Gertrud Schmidt, Mtv. Gießen, 145; 8. Anna Sack, Tv. Heuchelheim, Anneliese Georg, Tv. 1846 Gießen, je 144; 9. Gretel Kreiling, Tv. Heuchelheim, 139; 10. Hilde Becker, Tv. 46 Gießen, 138; 11. Anneliese Wehling, Tv. Wieseck, Emmi Reinstädtler, Tv. Heuchelheim, je 137; 12. Sinne- Miefe Zollmann, Mtv. Gießen, 136 Punkte. Turnerjugend: 1. Fritz Waldschmidt, Tv. Wetzlar, 67; 2. Karl Wagner, Tv. Krofdorf, 61; 3. Friedrich Ott, Tv. Ruttershausen, 59; 4. Erich Knauf, Tv. Straßebersbach, Rud. Walter, Tv. Atzbach, 57; 5. Erich Opper, Tv. Reiskirchen, 56; 6. Otto Eger, Mtv. Gießen, Karl Bonarius, Tv. Gr.-Bufeck, je 53; 7. Helmut Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 52; 9. Eberhard Kopp, Tv. Allendorf a. d. Lahn, Wilhelm Becker, Tv. Rodheim, je 50; 11. Fritz Müller, Tv. Grohen-Buseck, 48; 12. Herbert Fischer, Tv. Großen-Linden, 47, Hch. Schaum, Tv. Hochelheim, 47 Punkte. Aus der Hessen-Kampfbahn in Kassel brachte der Gau XII gestern seine Leichtathletik-Meisterschaften zum Austrag. Da sich die oesten Könner aus dem Gaugebiet eingefunden hatten, gab es um die Meistertitel naturgemäß sehr fyartnäcfi^e Kämpfe. Die Leistungen waren in manchen Disziplinen sehr gut, in anderen blieben sie hinter den Erwartungen zurück. Die Vertreter des Kreises Gießen schlugen sich recht tapfer. Am erfolgreichsten war Jung (1900), der durch seine Siege im Stabhochsprung und 400 - Meter - Hürdenlauf Doppelmeister wurde. Die beiden anderen Gaumeistertitel für Gießen brachten Kilo (1900) im Diskuswerfen und Luh (DfB.-Reichsbahn) im Kugelstoßen an sich. Die errungenen Plätze können durchweg als sehr wertvoll betrachtet werden, und die hierbei von Hill (Mtv.), Peters (1900), den Gebrüdern Neidel (Tv. Heuchelheim) sowie Frl. Röhmig (Mtv.) erzielten Leistungen sind sehr beachtlich. Mit Achtungserfolgen mußten sich zufrieden geben Jakob (DfB.-Reichsbahn), Stengel (Großen- Linden) und Frl. Diehl (1900). D-e Ergebnisse. 2 0 0 Meter: 1. Pontow (Tg. Fulda) 21,8 Sek. (!); 2. Henkel (VfB. Marburg) 22,5 Sek.; 3. Unteroffizier Hill (Mtv. Gießen) 22,6 Sek.; 4. Baumbach (T. u. F- Fulda) 23,3 Sek. Pontow ist allererste Klaffe. Hill lief, trotzdem er sich beim 100-Meter-Endlauf eine Zerrung zugezogen hatte, verbissen durch und rettete in ausgezeichneter Zeit einen dritten Platz. 8 0 0 Meter: 1. Brack (Tv. Rotenburg) 1:59,8 Minuten; 2. Rieß (Kass. Tgmde.) 2:01,6 Min.; 3. Peters (1900) 2:02,5 Min.; 4. Raaf (Tuspo Fritzlar) 2:04,6 Minuten. Peters hatte schwierige Positionskämpfe zu bestehen und kam dadurch nicht über den dritten Platz. 15 0 0 Meter: 1. Brack (Tv. Rotenburg) 4:16,4 Minuten; 2. Peters (1900) 4::17,4 Min.; 3. Bock (Kurh. Kassel) 4:20,1 Minuten. Durch einige Tempv- forcierungen auf der Strecke hätte der 1900er den Gaumeistertitel an sich bringen können. Aber auch Das zweite Kreisturnfest in Sinn begann vom besten Sportwetter begünstigt mit der Kampfrichtersitzung am Samstagnachmittag. Mit den Mittagsund Abendzügen trafen die Turnerinnen und Tur- ner in dem festlich geschmückten Festort ein. Die Bevölkerung hatte es sich nicht nehmen lassen, die auswärtigen Gäste freundlich auf^unehmen und zu bewirten. Die Vorbedingungen für ein gutes Gelingen des Festes waren gegeben. Gegen 19.30 Uhr fand am Gefallenendenkmal die Gefallenenehrung statt, bei der Altbürgermeister Rupp- Sinn die Ansprache hielt. Auf dem Festplatz fand dann die feierliche Flaggenhifsung und die Fest- eröf fnung statt. Bürgermeister Martin- Sinn begrüßte die Festteilnehmer und übergab Kreisführer Daupert das Wort. Daupert wies auf die Bedeutung der Leibesübungen für Volk und Vaterland hin. Er kennzeichnete in treffenden Worten den Weg von Jahn bis heute und hob dabei besonders hervor, daß es dem Führer zu banken sei, daß Jahn und die Turnerei wieder zur Geltung gekommen seien. Das Jahr 1935 stehe im Mittelpunkt sportlicher Ereignisse. Beginnend mit Koburg, das für die Teilnehmer unvergessen bleibe, füge sich das Kreisfest in Sinn an, dem im August das Gaufest in Gießen folge. Mit dem Dank und einem „Gut Heil! auf den Führer schloß Daupert seine Ausführungen. Das Deutschland- und das Horft-Wessel-Lied beschlossen die Feier. Im Festzell hatten sich inzwischen die Festteilnehmer versammelt. Mit dem Badenweiler-Marsch wurde der Festabend eingeleitet. Der Männergesangverein „Sängerlust" fang einige schöne Chöre. Dann warteten in bunter Reihenfolge die Kreisriege an Barren und Reck, die Turnerinnen von Krofdorf mit einem Walzertanz, die Turnerinnen vom Turnverein 1846 Gießen mit Stabübungen, die Turnerinnen von Wetzlar mit einem Ballspiel und die Turner von Wetzlar mit Säbel- und Florettfechten auf. Der Festsonntag begann mit dem Weckruf und der evangelischen und katholischen Kirchen- feier. Kurz nach 6 Uhr fand auf dem Festplatz eine Morgenfeier statt, bei der Dr. Römer (Großen-Linden) die Ansprache hielt. Im Anschluß hieran begannen nun die Wettkämpfe der weit über 600 Turner und Turnerinnen. Bei den Wettkämpfen konnte man allgemein gute Einzelleistungen beobachten, wenn auch die Wettkämpfe unter der inzwischen einsetzenden etwas kälteren Witterung zu leiden hatten. Den Höhepunkt am Festsonntag bildete der Fesizug, ein für die Bevölkerung und Gäste stets in Erinnerung bleibendes Bild. Nach kurzer Pause folgten auf dem Festplatz die Keulenübungen und Freiübungen der Turnerinnen, die Begrüßungsansprache des Gauoberturnwarts Paul- Gießen. Er gelobte, das Erbe von Jahn zu hüten und schloß mit einem „Gut Heil!" auf den Führer und die deutsche Turnerei. Anschließend kamen die Massen- freiübungen der Turner, sowie das Dereinsriegen- turnen. Alles in allem ein glänzender Verlauf des zweiten Kreisfestes! Die von Kreisoberturnwart Paul Schüler- Wetzlar vorgenommene Siegerehrung endete mit dem Lied „O Deutschland hoch in Ehren". Aus der Gieaeriiste: Turner-Oberstufe (12-Kamps): 1. Hans Kreuter, Tv. Merlenbach, Richard Seth, Tv. Großen-Linden, je 212 P.; 2. Heinrich Herbert, Tv. 1846 Gießen, 210 P.; 3. Karl Schick, Tv. 1846 Gießen, 209 P.; 4. Herbert Butti, Tv. 1891 Sinn, 109 P.: 5. Ludwig Herbert. Tv. 1846 Gießen, 197 P.; 6. Karl Bettin, Tv. Wieseck, 190 P.; 7. Karl Seipp, Tv. Großen-Linden, 189 P.; 8. Adolf Lenz, Tv. Sinn 1891, Albert Leun, Tv. Großen-Linden, Heinrich Römer, Tv. Wieseck, je 180 P.; 9. Will). Schmidt, Tv. Waldgirmes, 175 P.; 10. Heinrich ^unq, Tv. Großen-Linden. Karl Leinweber, To. Treis a. d. Lumda, je 174 P.; 11. August Best, Tv. Wetzlar 1847, 173 P. Turner-Mittel st ufe (12 »Stampf): 1. Walter Bierau, Tv. Lollar, 200 P.; 2. Willi Werner, Tv. Wieseck, 194 P.; 3. Willi Wagner, Tv. Mudersbach, 190 P.; 4. Karl Schöndorf, To. Gießen 1846,, Willi Krek, Tv. Straßebersbach, je 188 V: 5. Adoli Leib. Tv. Krofhorf. 187 N.; 6. Otto Röhrsheirn, Tv. Krofdorf, 186 P.; 8. Max Hardt, Gießen 1846. 182 P: 9. He>nq Voat, Tv. Gießen 1846, 181 P.; 10. Heinrich Weller II., Tv. Abbach, 180 P. Turner Unter ft ufe: 1. Gefreiter Walter Gerst 199 P.; 2. Otto Bender, Tv. Rodheim, 197; 3. Heinrich Bücking, Tv. Alsfeld, 196; 4. Karl Schorge, Tv. Großen-Linden, 194; 5. Hans Happel, Tv. Gießen 1846, 193; 6. Hans Denker, Tv. bärie 6.7 100,25 97,5 102,75 113 100,4 97,25 96,25 Hamburg-Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Mt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Sommerz- und Privai-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft.......... Dresdner Ban! ........ Reichsbank ................ Kokswerke 6 Phönix Bergbau 0 Rheinische Braunkohlen 12 Rheinstahl ...............8 % Vereinigte Stahlwerke 0 Olavi Minen ....... 0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln ....... 6 Kaliwerke Salzdetjurth iytl X’. ** AL turs 5-7 Oatum 6% Deutsche Retchtanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abldi.-Schuld mtl Auslos.-Rechten ............ 4l/i% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 trückzahlb. 102%) .......... 4)4% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold JR. 12 ...... 6yz% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioui ... 4Vi% -hem. 8% Darmsi. Komm. Lanvesb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten /r% Franks. Hhp.- Äank-Liqu.-Pfandbriese....... 6¥t% ehem. 4H% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe *¥>% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Lbl.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 Frankfurt a. Dl. Serkin Schluß- kurs Schluß». Abendbörse Schluß- turs Schlußk. Mittag« börse Datum 57 6 7 5 7 6-7 Frankfurt a. Dl Berlin Schluß« turs Schluvi. Abenb- börle Schluß« lurs Schlußk. Mittagbörse Datum 5 7 67 57 6 7 4% desgl. Serie 11 ............ — — 12,6 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1909 8,13 7,75 8 7,9 4H%Rumän.vereinh.Rentev.i913 10,4 10,4 10,3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... 6,13 6,13 6,1 6,1 — 39,75 39,6 39,9 5. Juli 6. Juli Amtliche Notierung Gelb 1 »rief Amtliche Dotierung Geld | Brief Buenos Sire 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,83 94,93 54,76 54,86 Danzig----- 46,905 47,005 46,905 47,005 London ..... 12,275 12,305 12,265 12,295 HelfingforS.. Paris ...... 5,415 16,405 5,425 16,445 5,405 16,405 5,415 16,445 Holland .... 168,83 169,17 168,89 169,23 Italien..... 20,50 20,54 20,50 20,54 Japan ...... 0,719 5,649 0,721 0,719 0,721 Jugoslawien 5,661 5,649 5,661 Oslo..... ; 61,71 61,83 61,64 61,76 Wien....... 48,95 11,14 49,05 11,16 48,95 11,13 49,05 11,15 Lissabon .... Stockholm... 63,31 63,43 63,24 63,36 Schweiz .... Spanien.... Prag....... 81,14 34,00 10,34 81,30 34,06 10,36 81,13 34,00 10,34 81,29 34,06 10,36 Budapest ... Neupork ... 2,484 2,488 2,479 2,483 Bantnoten. Verlin,6 Full Geld Amerikanische Not................ 2,431 Belgische Noten.................. 41,72 Dänische Noten ................ 54,55 12,23 Französische Noten............... 16,355 Holländische Noten............... 168,47 Italienische Noten................ 19,86 Norwegische Noten .............. 61,43 Deutsch Lesterreich, 4 IOO Schillina Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,02 Schweizer Noten................. 80,90 Spanische Noten................. 33,64 Ungarische ttotei Kr. 156 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Mntag, 8.Zuli (935 Die Provinz Oberheffen im Rechnungsjahr 1935. Rechenschastsberichte und Voranschlags-Verabschiedung im Provinzialtag Oberheffen. Im Sitzungssaale des Kreisamtes Gießen fand am Samstagmittag die diesjährige ordentliche Iahrestaguno des Provinzialtages der Provinz Oberhessen unter dem Vor- srtz des Leiters der oberhessischen Provinzialverwaltung, Pg. Klostermann, statt. Nach der Begrüßung des Provinzialtags, Feststellung der Beschlußfähigkeit und Bestellung der Urkundspersonen machte der Vorsitzende pg. Klostermann zunächst geschäftliche Mitteilungen, in deren Rahmen er u. a. dem am 22. März d.J. bei Lollar tödlich verunglückten Provinzialtagsmitglied Kreisbauernführer Adam Dörrschuck einen Nachruf widmete; er sagte hierbei, während sich die Versammlung von den Sitzen erhoben hatte: Der Tod dieses Mannes bedeutete nicht nur einen schweren Verlust für die Kreisbauernschaft Ober- Hessen-West, deren Führer er war, sondern mit Adam Dörrschuck verlor der Nationalsozialismus einen aufrechten Kämpfer fürs Dritte Reich und das gesamte Bauerntum Hessen-Nassaus, einen Führer, der mit seinem innersten Wesen sich als Bauer dem Bauerntum verbunden fühlte, und der einer seiner Vorkämpfer auf dem Wege zu Adolf Hitler war. Wie seine Väter, so war auch er Bauer und bewirtschaftete als erfolgreicher Landwirt seinen Hof. Darüber hinaus aber sah er die großen Aufgaben des deutschen Bauerntums und war zu allen Zeiten ein Kämpfer für dieses Ziel. Zu Beginn des Jahres 1931 trat Adam Dörrschuck in die NSDAP, ein und wurde Mitglied des agrarpolitischen Apparates, dem von nun an seine ganze Arbeit in unermüdlichem Kampfe gewidmet war. Als landwirtschaftlicher Fachberater des Kreises Gießen leistete er ebenso Vorbildliches im Dienste des Führers, wie auch nach der Machtübernahme als Kreisbauernführer des Reichsnährstandes. So hat der Tod dieses Mannes eine Lücke gerissen, die in Partei und Reichsnährstand, im Kreise seiner Kameraden und im gesamten Bauerntum mit tiefstem Schmerz empfunden wurde. Oie Rechnungen von 1933 Pg. Klo st ermann berichtete sodann über die Rechnungen der Provinzialkasse für das Rechnungsjahr 1933, sowie über den Betrieb und die Rechnungen des Wasserwerks Inheiden und des Ueberlandwerks. Bei der Prüfung der Rechnungen haben sich keine Beanstandungen ergeben. Die Provinzialkasse-Rechnung vom Rechnungsjahr 1933 schließt für den Betrieb in Einnahme mit 4 378 000 Mark, in Ausgabe mit 4 258 000 Mark ab. Der Rechnungsrest beläuft sich also auf 120 000 Mark, bestehend in bar mit 37 600 Mark, in Ausständen mit 82 400 Mark. In der Ver- m ö g e n s rechnung ergibt sich ein Rechnungsrest von 472 300 Mark, einschl. der vorerwähnten 120 000 Mark. Hiervon sind bereits im Voranschlag für 1934 verwendet 153 500 Mark, zum Ausgleich des Voranschlags für 1935 mußten 142 400 Mark in Anspruch genommen werden, so daß als bares Betriebskapital noch 176 400 Mark verbleiben. Der Voranschlag für 1935. Der Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz im Rj. 1935 schließt wie folgt ab: Aus gab? 3 498 374 2IL, Einnahme 3 343 374 21L Es besteht somit ein Fehlbetrag von 155 000 IN., und zwar bei dem Strahenunterhaltungsvoranschlag. Es ist dies — so führte Pg. Klo st ermann aus — darauf zurückzuführen, daß die Erträgnisse aus der Kraftfahrzeug st euer von 630 000 M. voraussichtlich auf 424 000 M. zurückgehen werden, also um rund 206 000 M. Von diesem Einnahmeausfall werden 70 000 M. ausgeglichen durch Uebernahme von Löhnen von Straßenwärtern auf das Reich infolge ihrer Beschäftigung auf Reichsstrahen. Es verbleiben 136 000 M. Der Staatszufchuß für die P r o v i n z i a l - Pflegeanstalt, der in den bisherigen Voranschlägen mit 20 000 M. vorgesehen war, ist durch Anordnung des Herrn Reichsstatthalters (Landesregierung) für das Rj. 1935 gestrichen worden. Im Rj. 1934 wurden statt 20 000 M. nur 5000 M. bewilligt. Fehlbetrag zusammen 156000 M., der sich durch anderweiten Ausgleich um 1000 M. verringert und endgültig auf 155 000 M. stellt. Wenn es nicht gelingt, im Rj. 1935 für diese 155 000 M. einen Ausgleich zu schaffen, so muß der unter Kapitel V, Titel 3 für Landstraßen 1. Ordnung vorgesehene Betrag von 327 000 M. um diese 155 000 M. gekürzt werden auf 172 000 M. Es ist dies außerordentlich bedauerlich, sowohl vom Standpunkt der unbedingt notwendigen Unterhaltung der Provinzstraßen aus gesehen, als auch vom Standpunkt der Arbeitsbeschaffung. Aus allgemeinen Mitteln können wir diese 155 000 M. nicht aufbringen. Ob und in welchem Umfang Arbeitsbeschaffungen, die aus Anleihemitteln gedeckt werden, im- Rj. 1935 durchgeführt werden können, wird der Provinzialausschuß im Laufe des Rj. beschließen. Es wird die Ermächtigung zur Aufnahme etwaiger Anleihen, wie unter Kapitel V, Titel 6 des Straßenunterhaltungsvoranschlags vorgesehen, beantragt. Die Anleihen, die für die Sirahenherslellungen in der Provinz bis jetzt ausgenommen wurden, betragen unter Berücksichtigung der inzwischen ausgeführten Tilgungen, jetzt noch rund 6,2 Rlill. RM. Der größere Teil der Schulden ist verursacht durch außerordentliche Herstellungen aus provinzstraßen, dke inzwischen Reichsstrahen geworden sind, und auch Landstraßen I. Ordnung. Bedauerlicherweise beteiligten sich weder das Reich noch das Land an dem Kapitaldienst, so daß die Provinz hier außerordentlich hoch belastet ist. Ich habe versucht, aus diesen Reichs- und Staatsmitteln für diesen Kapitaldienst Zuschüsse zu erhalten, bis jetzt leider ohne Erfolg. Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Das Straßennetz der Provinz Oberhessen umfaßt insgesamt 2309 Kilometer, wovon 2279 Kilometer durch die Provinzialstraßenverwaltung unterhalten werden. Letztere werden gemäß Reichsgesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung vom 26. März 1934 und den Ausführungsbestimmungen hierzu vom 7. Dezember 1934 eingeteilt in Reichsstrahen (Träger der Straßenbaulast: das Reich), Landstraßen 1. Ordnung (Träger der Straßenbaulast: das Land Hessen) und Landstraßen 2. Ordnung (Träger der Straßenbaulast: Provinz Oberhessen). Von den oben angeführten 2279 Kilometer Straßen entfallen nach dem Vorhergesagten 272 Kilometer auf Reichsstrahen, 1091 Kilometer auf Landstraßen 1. Ordnung und 916 Kilometer auf Landstraßen 2. Ordnung. Die R e i ch s st r a ß e n scheiden aus dem Voranschlag der Provinz völlig aus, da sämtliche Kosten vom Reich unmittelbar bezahlt werden. An den Ausgaben für die Straßenwärter beteiligt sich das Reich insoweit, als es für die Inanspruchnahme von Straßenwärtern, entsprechend der Länge der aus dem Etat ausgeschiedenen Reichsstraßen der Provinz 70 000 RM' (35 Wärter zu 2000 RM.) zurückerstattet. Weitere Belastungen hat das Reich gesetzlich nicht zu tragen. Was die Landstraßen 1. Ordnung anbelangt, so bestimmt, wie bei den Reichsstraßen das Reich, hier das Land Hessen als Träger der Strahenbaulast, welche Arbeiten vorgenommen werden sollen. Im Jahre 1935 können Walzarbeiten und besondere Herstellungen mangels verfüabarer Mittel nicht ausgeführt werden. Für die lausenden Unterhaltungskosten, die sich aus Taglöhnen, Fährlöhnen, Lieferung von Flickmaterial und dgl. mehr zusammensetzen, können Einzelangaben nicht gemacht werden; die hierdurch voraussicbtlich entstehenden Kosten sind in einer Summe zusammengefaßt. Das, was vorstehend für die Landstraßen 1. Ordnung angeführt ist, gilt auch sinngemäß für die Land st raßen 2. Ordnung, für deren sachliche Unterhaltung die Provinz als Trägerin der Straßenbaulast die Kosten allein aufzubringen hat. Um das ganze Unterhaltungs- und Abrechnungswesen infolge der Teilung des Netzes nicht zu unübersichtlich und schwierig zu gestalten, sollen vorläufig die Straßenbauoerwaltungen bei den Provinzen verbleiben und die erforderlichen Mittel — auch die Anteile des Staates — von den Provinzen aufgebracht werden. Es ist deshalb in den Voranschlägen eine Unterteilung der Verwaltungskosten, der allgemeinen Unterhaltungskosten und auch der Einnahmen, insbesondere der Erträgnisse aus der Kraftfahrzeugsteuer, unterblieben. Der Slrahenunlerhaltungsvoranschlag erfordert in Ausgabe 1 852 000 R7N. Die Einnahmen betragen 352 000 RRl.» aus allgemeinen Mitteln sind daher 1320 000 RM. aufzubringen. Die Ausgaben müssen zum Ausgleich des Strahen- unkerhaltungsvoranschlags, wie oben bemerkt, von 1 852 000 RM. um 155 000 RM. auf 1 697 000 RM. gekürzt werden. Dann verbleiben immer noch aus allgemeinen Mitteln der Provinz 1 165 000 RM. aufzubringen. Das Straßennetz der drei hessischen Provinzen umfaßt: in Oberhessen rund 2300 Kilometer, in Starkenburg 2000 Kilometer, in Rheinhessen 1000 Kilometer. Bis zum 1. April 1935 sind ausgeführt worden: Großpflaster 8 Kilometer, Kleinpflaster 173 Kilometer, Gußasphalt, Topeka, Teermakadam, Beton 72 Kilometer, Halbtränkdecke 17 Kilometer, | Traß-, Zementschotterdecken 84 Kilometer, Oberflächenbehandlung auf Neuwalzuno bzw. auf alter Schotterdecke, Walzungen ohne Oberslächenbehand- lung 193 Kilometer, zusammen 574 Kilometer. Die Finanzlage der Provinz hinsichtlich der vermögensrechtlichen Seite ist durchaus gesund. Ls bestehen, abgesehen von den Strahenschul- den, keinerlei kurzfristige Schulden. Auch die wirtschaftlichen Betriebe der Provinz können als durchaus gesund bezeichnet werden. Der Provinz harren noch allerhand Aufgaben wegen Herstellung der Provinzstraßen. Namens des Provinzialausschusses stelle ich den Antrag: „Zur Durchführung von Arbeitsbeschaffungs- mahnahmen sind für dringend notwendige Slrahenverbesserungen, Umbauten und Herstellungen neuer Straßen aus dem Kapitalvermögen bis zu 1,2 Millionen Mark im Rechnungsjahr 1935 in Anspruch zu nehmen. Der Provinzialtag wird ersucht, den Provinzialausschuh zu ermächtigen, die hierzu weiter notwendigen Entschließungen zu treffen.“ An Provinzialumlagen sind zur Erhebung vorgesehen: 1. In den Gemeindegemarkungen und Städten 772 000 Mark, 2. in den selbständigen Gemarkungen 46 000 Mark, zusammen 818 000 Mark. Die Ausschlagsätze sind dieselben, wie in den vorausgegangenen Jahren, nur die Sondergebäudesteuer ist auf Grund gesetzlicher Vorschriften vom 1. April 1935 an um 25 v. H. gekürzt worden; dies fällt aber nicht ins Gewicht, weil nur auf einen Steuereingang von 700 Mark gegenüber 900 Mark im Vorjahr gerechnet wird. Wasserwerk Inheiden. Im Zusammenhang mit dem Voranschlag des Wasserwerks Inheiden brachte der Vorsitzende den Antrag des Prooinzial-Oberbaurats Hechler auf Versetzung in den Ruhestand zur Kenntnis des Provinzialtags. Pg. Klostermann sagte hierzu: Der Direktor des Wasserwerks, Herr Provinzial- Oberbaurat Hechler, hat am 3. Juli 1935 um Versetzung in den Ruhestand mit Wirkung vom 1. November 1935 an nachgesucht. Der Provinzial- ausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung die Ruhestandsversetzung gutgeheißen. Herr Provinzial-Ober- baurat Hechler vollendet im Oktober laufenden Jahres das 62. Lebensjahr. Er stand früher im hessischen Staatsdienst und wurde im Jahre 1916 Direktor des Wasserwerks Inheiden, vom Jahre 1910 bis zu seinem Uebertritt in den Provinzdienst war er Vorstand des Kreisbauamts Gießen und zugleich Provinzialbaubeamter. Er hat sowohl hinsichtlich der Unterhaltung und der Herstellung der Kreisstraßen in der Provinz bis zum Jahre 1916, als auch als Direktor des Wasserwerks Inheiden große Verdienste um die Provinz erworben, die wir in jeder Hinsicht zu würdigen wissen. Seit 25 Jahren ist Herr Provinzial-Oberbaurat Hechler in Gießen tätig. Namens der Provinzialverwaltung, des Provinzialausschusses und des Prooinzialtags danke ich ihm für alle der Provinz geleisteten Dienste und beantrage, das Gesuch auf Versetzung in den Ruhestand zu genehmigen. Lleberlandwerk Der Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Ueberlandwerks, sowie der Verwaltung-» Gießener Stadttyeater. Gastspiel Otto Gebühr: „Zwischen Abend und Morgen." Die Reihe der vor einiger Zeit von der neuen Theaterleitung angekündigten Berliner Gastspiele eröffnete am Samstagabend Otto Gebühr mit einem eigenen kleinen Ensemble, und es darf vorweg festgestellt werden, daß es ein großer, herzlicher, ja am Ende stürmischer Erfolg wurde. Als Gebühr in der Maske des Königs Friedrich zum ersten Male auf der Szene erschien, und zuletzt, als er, mit leicht erhobener Hand verbindlich grüßend, wieder abtrat, da brauste der Beifall mit einer hier nur selten gehörten Lautstärke durch das Haus, das, wenn wir recht gesehen haben, völlig oder doch nahezu ausverkauft war. * Der Fall des Schauspielers Gebühr ist, soweit wir sehen können, ein eigenartiger Sonderfall in der deutschen Schauspielgeschichte: die außerordentliche Beliebtheit und Volkstümlichkeit dieses Darstellers datiert seit dem Tage, da er zum ersten Male — vor langen Jahren — im Film, der damals noch „stumm" war, die Gestalt Friedrichs des Zweiten von Preußen verkörperte. Gebühr verdankt seinen Erfolg dieser einzigen Gestalt, die er dann immer wieder dargestellt hat; und kaum ein anderer in Deutschland würde in der Lage gewesen sein, diese Gestalt — auf Grund einer erstaunlichen äußeren Aehnlichkeit — .in Kopfschnitt, Maske und Haltung, so darzustellen, wie er es vermag. (Man kann den Unterschied und Abstand ermessen, wenn man sich etwa des Darstellers der gleichen Rolle in dem Film „Der alte und der junge König" erinnert; dieser Abstand ist nämlich keineswegs durch den hier gewiß vorhandenen Altersunterschied zu begründen.) Und es ist kein Zweifel, daß Gebühr das verblüffende Spiel äußerer Uebereinftimmung durch ein jahrelang geübtes und erprobtes Eindringen und Einleben in die historische Erscheinung vertieft und vergeistigt hat; er ist und bleibt bis auf weiteres der Fridericus-Darsteller in Deutschland, iunb man hat manchmal sogar den Eindruck, als ob der große Erfolg seines Auftretens nicht sein Erfolg allein sei, als ob vielmehr das Publikum in ihm zugleich unbewußt der längst zum Mythos und Sinnbild gewordenen, erlauchten Gestalt des Königs selber zujubelte und ihr seine Verehrung und Liebe erweisen wollte. Das Stück, mit dem Gebühr und seine Leute durch die Provinz reisen, ist nicht, wie manche vielleicht gehofft hatten, Molos prachtvolles Köniasdrama „Ordnung im Chaos" (wir empfehlen es sehr zur Aufführung) — sondern das dreiaktige Schauspiel „Zwischen Abend und Morgen" von Zdenko von Kraft: ein tüchtiges, seiner Wirkung stets gewisses Theaterstück, über dessen historische Möglichkeit oder innere Wahrscheinlichkeit gestritten werden könnte, das aber zweifellos dem berühmten Darsteller Gelegenheit gibt, seine Fridericus-Rolle voll auszuspielen. Das Stück ereignet sich nach dem großen Kriege. 1768, in einem entlegenen, ärmlichen Pfarrhaus auf dem Lande. Der König verbringt dort auf einer seiner Inspektionsreisen eine Nacht und 'findet unvorhergesehen dabei Gelegenheit, in ein Stück Unter» tanen-Schicksal hineinzusehen, einzugreifen und alles so menschlich wie königlich-nobel zurechtzurücken und zum Besten zu kehren. ♦ Beim Pfarrer wohnt dessen Nichte, eine Frau von Horoschau, Witwe eines im Kriege gefallenen Obersten. Ein junger Hauptmann, der beim Pfarrer aus und eingeht, hat sich in sie verliebt und will sie heiraten, aber sie weigert sich, weil sie das Bild des Gemahls, der bei einer „merveilleusen" Attacke gegen die Oesterreicher gefallen ist, nicht aus dem Herzen reihen kann. Trotz dieser Weigerung will der Hauptmann beim König ihren Fürsprecher machen, um ihr einen Rechtsanspruch zu erwirken, den die preußichen Gerichte der Dame bisher versagt haben. In der Nacht stellt sich zu aller Bestürzung heraus, daß das Bild des gefallenen Obersten von einem falschen Glorienschein umgeben war, daß er mit den Oesterreichern konspiriert hat und zum Verräter an der preußischen Sache werden wollte. . Der Hauptmann setzt wider den Zorn des Königs Offiziersehre, Leib und Leben aufs Spiel, um der Geliebten das Bild des Toten als eines Helden zu bewahren. Sie würde innerlich zusammenbrechen, wenn man ihr diesen Glauben und den Stolz ihres einsamen Lebens raubte. Und der König, der in beiden, der Dame wie dem Hauptmann, den echten Kern erkennen muß, überwindet sich und weiß der Dame am andern Morgen beim Abschied vor Augen zu führen, daß der Lebende nicht geringer und nicht minder würdig sei als der Gefallene. Und als er das Haus verlassen hat, ist die Dame gewiß, daß si? ihr Recht finden wird, der Hauptmann aber, daß er seine Werbung nicht vergeblich wiederholen wird. — * Das Stück, das wir hier in Umrissen ausgezeichnet haben, ist so gebaut, daß die Gestalt des Königs auch dann im Zentrum stünde, wenn ein anderer diese Rolle spielen würde. Gebühr spielt sie so, wie wir ihn oft und immer wieder auf der Leinwand gesehen haben. Zunächst besticht aufs neue das Außenbild: erstaunlich, wie in Haltung und Maske, in Bewegung und Tonfall die Erscheinung dem historischen Bilde angenähert ist — oder, um vorsichtiger zu sein, dem Bilde, das vom König, zumal vom alten König, in die Vorstellung des Volkes eingegangen ist. Dem äußeren Eindruck entspricht die innere Belebung der Gestalt: Gebühr gibt den Friedrich zwar königlich in jedem Wort, aber doch auch mit den gewinnenden menschlichen Zügen, die gerade hier heroorgehoben werden sollten: mit dem Hellen und kühlen Blick ins Wesen der Dinge, mit einem gegenwärtigen und trockenen Humor, mit der vollendeten Haltung und weltmännischen Ritterlichkeit seines Jahrhunderts, mit jener unvergleichlichen und natürlichen Ueberlegenheit, die ihn über Menschen und Umwelt hinaushebt. * Vom kleinen Ensemble: als Frau von Horoschau Hildegard Imhof, die in ihrer besten Szene im Mittelakt ein wenig von der Anmut und Würde des Fräuleins von Barnhelm gewinnt; Josef D i r s ch n e r als betulicher und humoriger Landpfarrer; Lutz Götz als Hauptmann. — Die Inszenierung besorgte Karl Heinz Klubertanz. * Dom großen Erfolg des Gastspiels war schon zu Anfang die Rede. hth. Die Wiege der pfalzgrafinnen. Don Wichelm Schäfer. Noch steht die Rheinpfalz da bei Caub auf ihrer schmalen Insel mit Turm und Dächern, und auch das Stübchen ist sauber darin, wo Heinrich des Löwen Sohn mit der jungen Pfalzgräfin Agnes heimlich Hochzeit feierte. Die war seit früher Jugend dem Braunschweiger rerlobt gewesen; doch weil sich später Waiblinger und Welf in bitterer Feindschaft trennten und Konrad ihr Vater seinem kaiserlichen Bruder die Pfalzgrafenschaft verdankte, war von der Heirat nicht mehr die Rede, bis sich der König von Frankreich um Agnes bewarb. Da mußte die Staufentochter der Mutter eingestehen, daß Heinrich des Welfen Sohn oftmals verkleidet zu ihr nach Stahleck gekommen wäre, und daß sie eher ins Kloster als einem anderen Manne ins Hochzeitsbett ginge. Während der Vater den Plänen seiner Sippschaft verpflichtet war, konnte die Mutter auf die Stimme des Blutes hören; sie stand der Tochter bei und sandte heimliche Botschaft an den Welfen: er möge sich zur Hochzeit rüsten, so lange der Pfalzgraf noch von Stahleck abwesend sei. Indessen der mit seiner Mannschaft mühsam im Felde lag, staufische Macht gegen welfische Auflehnung zu schützen, kam Heinrich als sein Eidam eines Abends allein auf Stahleck an, von keinem als den Frauen gekannt. Doch war es vor dem Gesinde unmöglich, die Hochzeit auf Stahleck einzurichten; so fuhren die Frauen mit dem Fremdling an einem kalten Maimorgen im Nachen den Rhein hinunter bis an die Pfalz, wohin vor ihnen schon mit einem treu ergebenen Knecht der Burgkaplan gekommen war. Der Kirschbaum im engen Zollhof blühte, sonst war es düster in der einsamen Wasserburg, weil ein Hagelschauer das Rheintal mit schwarzen Schwaden überzog, als die beiden Fürstenkinder ihren heimlichen Bund einsegnen ließen. Doch tat sich ihre Liebe in den ärmlichen Räumen auf mit hundert Blüten und stand noch immer in Duft und Schaum, als schon die Kirschen schwarzrötlich an dem einzigen Baum im Zollhof hingen; und fand im Sommer Mauerschatten genug, nicht zu verdorren, und im Herbst und Winter danach ein warmes Feuer. Als im Frühjahr endlich aus einem winterlichen Feldlager der Pfalzgraf nach Stahleck kam, fand er die Tochter ausgeflogen und unten in der Rheinpfalz den Welfen bei ihr als Kuckuck im Nest. Und ob er ihr den nehmen wollte, es war zu spät, weil in der kleinen Kammer schon eine neue Pfalzgräfin ihr dünnes Stimmchen hob, die Welf und Waiblinger in einem war. Er holte die drei aus ihrer Heimlichkeit nach Stahleck hinauf und sorgte, daß auch der Kaiser seinen Segen zu diesem häuslichen Feldzug gab. So wurde Heinrich des Löwen Sohn Pfalzgraf am Rhein, und die Rheinpfalz bei Caub zur Wiege eines Geschlechts von Pfalzgräfinnen, die nach der Sage fortab ihr erstes Kindbett dort halten mußten. Oer Spieler, der nie verliert. In einer unterhaltsamen und gründlichen Plauderei .des Juliheftes von Velhagen & Klast n g s Monatsheften untersucht Dr. Hch. Riedel, ob es möglich fei, ein erfolgversprechendes Roulettesystem zu finden. Dabei stellt sich heraus, daß das Nein ebenso unvorsichtig ist wie das Ja. Im Verlaufe seiner Untersuchungen erzählt Riedel eine Anekdote von zwei Reisenden, die zusammen in einem Zuge nach einem Spielort fuhren und von denen der eine — ein alter, geschworener Systemspieler — sein neues System, an dem er zu Hause ein halbes Jahr herumgerechnet hatte, nunmehr im Kasino vertrauensvoll ausprobieren wollte. Im Gespräch enthüllte er dem Mitreisenden seine immerhin noch vorhandenen leisen Zweifel bezüglich der Sicherheit seiner Methode. „Ich spiele beständig, aber ich verliere nie", sagte der andere darauf geheimnisvoll. — „Nach welchem System spielen Sie?" fragte der Systemspieler aufgeregt. — „Ich spiele nach dem Noten-System." — „Was heißt hier Noten-System?" fragte der Systemspieler mißtrauisch. — „Nun, nach den üblichen Noten. Ich bin nämlich der zweite Geiger in der Kurkapelle." bericht fernen dem Provinzialtag gleichfalls zur Beschlußfassung vor. Sie Beschlußfassung. Nachdem Provinzialtaasmitglied Schäfer-Da- denrod kurz einen Wunsch zum Straßenbauvoran- schlag vorgebracht- und der Vorsitzende das roeit- gehendste Entgegenkommen zugesagt hatte, wurden auf Antrag des Provinzialtagsmitglledes Kurz- Gießen ohne Aussprache der Voranschlag für 1935, alle dazu gehörigen Sonder-Voranschlage, alle Anträge der Provinzialverwaltung, sowie die Der- waltungs- und Rechnungsberichte einstimmig en b 1 oc angenommen und damit der Verwaltung in eindrucksvoller Weise das Vertrauen des Provinziallags bekundet. Der Provinzialausschuß wurde ermächtigt, die im Straßenunterhaltungs-Voranschlag vorgesehenen Kapitalaufnahmen erforderlichenfalls zu tätigen, die Materiallieferungen zur Unterhaltung der Pro- vinzstraßen für das Rj. 1936 bereits >m Herbst 1935 zu vergeben und die hierfür erforderlichen Mittel bereitzustellen. Zur Durchführung eines Arbeitsbeschaffungsprogramms zwecks außerordentlicher Herstellungen auf provinzstrohen und evtl. Reubauten von Straßen wurde dem provinzialausschuß aus dem Kapitalvermögen ein Betrag bis zu 1L Millionen Reichsmark bereitgeslellt und der provinzialausschuß ermächtigt, die weiter erforderlichen Entschließungen zu treffen. Einstimmig gutgeheißen wurde ferner die unwiderrufliche Anstellung des Willi Freiberg als Provinzial-Verwaltungsinspektor und des Paul Happel als Provinzialbauamtssekretär mit Wirkung vom 1. Februar 1935. Zugestimmt wurde auch der Ruhe-standsoersetzung des Provinzial-Ober- baurats Hechler mit Wirkung vom 1. November 1935. pg. Klostermann dankte zum Schluß dem Prooinzialtag für feine Vertrauenskundgebung, ferner dankte er allen Beamten, Angestellten und Arbeitern der Provinz für ihre hingebungsvolle Mitarbeit an den schweren Aufgaben, die das verflossene Jahr in reichem Maße brachte. Er versicherte, daß auch weiterhin nun allen Stellen der Provinz alles getan werden würde, um in bester Weise Der Bevölkerung der Provinz Oberhessen zu dienen. Seine Worte klangen aus in dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem auch der bisherige Wiederaufstieg in Oberhessen zu danken sei. Freudig stimmte der Provinzialtag in die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe ein. Damit fand die Tagung ihren Abschluß. Aus der Provinzialhauptstadt. Amtsgerichtsrat i. % Steinberger f. Am Abend des 5. Juli starb nach kurzem schwe- ren Leiden in der Klinik zu Gießen Amtsgerichts- rat Karl Steinberger. Der Verblichene gehörte einer alten hessischen Familie an. Geboren am 25. August 1864 in Friedberg als Sohn des Landgerichtsassessors Steinberger, besuchte er später das Gymnasium zu Gießen, bestand an ihm an Ostern 1885 das Maturitätsexamen und studierte Dann an unserer Landesuniversität, an Der er Dem Korps hassia angehörte, Rechtswissenschaft. Jrn Juni 1888 wurde ihm nach bestandenem Fakultätsexamen der Antritt seines Vorbereitungsdienstes am Amtsgericht und sodann bei dem Landgericht Gießen ge- stattet, desgl. im Dezember 1889 dessen Fortsetzung beim Kreisamt Gießen. Den anwaltlichen Vorbereitungsdienst leistete er bei Rechtsanwalt Seyd in Friedberg ab. Im Herbst 1891 bestand der nunmehr Verstorbene die Große juristische Staatsprüfung. Im Februar 1894 übernahm er nebenamtlich die Stelle des Sekretärs der Großherzoglichen Handelskammer Gießen, nachdem er feit Juli 1892 die damals noch übliche Derwen- düng als Hilfsgerichtsschreiber am Landgericht Gießen gefunden hatte. Nach mehrfachen Verwendungen als Amtsanwalt in Gießen, wurde er erstmals im Januar 1895 richterlich am Amtsgericht Groß- Umstadt verwendet und im Juli 1895 als Amts- rir^er des Amtsgerichts Ulrichstein dekretmäßig an» geAllt. Im Januar 1899 erfolgte feine Versetzung an das Amtsgericht Hungen, im Ium 1915 seine Ernennung zum Oberamtsrichter in Langen bei Darmstadt und im August 1920 seine Ernennung zum Amtsgerichtsrat am Amtsgericht in Gießen, an Dem er bis zu seinem wegen Erreichung Der Altersgrenze am 1. Dezember 1929 unter~ Aner- fennung Der Dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste erfolgten Eintritt in Den Ruhestand sowohl auf dem Gebiete Der freiwilligen Gerichtsbarkeit als auch insbesondere in Strafsachen tätig war. Amtsgerichtsrat Steinberger war allzeit ein gewissenhafter, fleißiger, kenntnisreicher Richter und guter Kenner von Land und Leuten, besonders auch ein Freund Der Musen. Sein Andenken mirD bei allen, Die ihn kannten, in Ehren fortleben. Deutsche Arbeitsfront. Abteilung Hausgehilfinnen. Das allgemeine Versammlungsverbot für Den Monat Juli betrifft auch Die heimabenDe Der Hausgehilfinnen, so daß der nächste Heimabend erst am 6. August 1935 stattfinden kann. Zagdkreis Gießen, Segering Gießen. Die Pressestelle des Kreisjägermeisters Gießen teilt mit: Am Samstag, 13. Juli, findet um 20 Uhr im Restaurant „Hindenburg" der erste h e g e r i n g - abend des hegerings Gießen statt. Alle Inhaber von Jahresjagdscheinen, die im Gebiet des Hegerings wohnen, sind zur Anwesenheit verpflichtet. Alle von ihnen bis zum 12. Juli erbeuteten Gehörne sind samt Unterkiefer vorher an den Hegeringleiter, Oberforstmeister Lipp, Moltkestraße 3, einzusenden, da an Dem hegeringabenD eine Besprechung ftattfinDen soll. Es wird noch einmal Darauf hingewiesen. Daß Der Abschuß Der geringen, abschußnotwenbigen Böcke vor Beginn Der Blattzeit erfolgen soll. Schließlich wird daran erinnert, daß sämtliche Jagdhunde, die sich im Besitze von Jagdscheininhabern befinden, sofort dem Hegeringleiter gemeldet werden müssen, und zwar anzugeben: Name, Rasse, Geschlecht, Alter, ob geprüft und wann und wo. pflichlschiehen Der «Deutschen Iägerschafl". Hegering Gießen. Die Pflichtschießen werden durch Schießen mit Pistole und Flinte nach folgendem Plan fortgesetzt: Samstag, 20. Juli, von 15 bis 19 Uhr für die Jagdscheininhaber, deren Namen mit A—h einschl. beginnt. Sonntag, 21. Juli, von 15 bis 19 Uhr für I—R. Mittwoch, 14. August, von 15 bis 19 Uhr S—Z. Geschossen werden: Pistole (nicht über 10 cm Lauflänge) oder Revolver, 10 Schuß, Mann- scheibe. Pistolen sind mitzubringen, Munition 6,35 und 7,65 ist auf dem Stand zu haben. Wurftauben: 15 Tauben. Kipphase: 5 Hasen. Die neue Einheitspatrone ist auf dem Stand erhältlich. Unkostenbeitrag: 0,50 RM. Oer raffenhygienische Schulungs- fu* sus der SA -Sanitäter. Am vergangenen Freitag wurde Der Rasse- hygienische Schulungskurs der SA.-Sanitäts- führer des Gruppengebiets in Gießen eröffnet. Am Vorabend fand im Studentenhaus ein Begrüßungsabend statt, an Dem Vertreter Der Partei, Der Wehrmacht und der Behörden teilnahmen. Der Lei- ter des Rassenpolitischen Amts der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau, Sturmführer Dr. h. W. Kranz-Gießen, unter dessen Leitung auch der Kurs steht, umriß die Aufgaben, die Den SA.-Sa- nitätsführern heute gestellt sind. Jeder Sturmarzt muß das Rüstzeug besitzen, das ihn befähigt, in den Fragen der Rassenkunde und Rassenhygiene seinen Kameraden ein Berater zu sein. Sanitätsgrup- penführer Dr. Märchen verbreitete sich über den Lehrplan, der folgende Vorträge vorsieht: „Grundfragen unserer Weltanschauung", „Allgemeine Der- erb'ungslehre", „Familienkunde", „Menschliche Vererbungslehre", „Erbcharakterkunde", „Rassenhygieni- sche Beratung", „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", „Untersuchungs- und Meßmethoden", „Rassenkunde". Am Sonntag schloß der Schulungskurs mit Vorträgen über „Judenfrage", „Erbftati- ftik", „Bevölkerungspolitik" und „Zukünftige Arbeit und Organisation der Abt S. 3 in der SA. Gruppe Hessen". Arn Begrüßungsabend sprachen als Vertreter Der StaDt Gießen Oberbürgermeister Ritter, Der Rektor Der hessischen Landesuniversität Gießen Pf ah- l e r und der Dekan Der medizinischen Fakultät Professor Dr. Fischer. 7!SL8., Kreis Gießen. Am Samstag fand eine Versammlung Des D e - zirksvereins Gießen-LanD vom NSLB. im Hotel Köhler statt. Nach gemeinsamem Gesang begrüßte Der Obmann Des Vereins, Rektor Siegfried- Großen-Linden, die Erschienenen und hielt sodann einen Vortrag über „W ehr- Haftes Volkstum und Pflege des wehrhaften Geistes in der Schule". Der Redner wies zunächst darauf hin, daß wir stolz darauf sein müßten, daß in unserem Vaterland wieder die allgemeine Wehrpflicht eingeführt sei. Diese Wehrpflicht sei nun zum Wehrrecht geworden. Jeder Deutsche müsse es sich zur Ehre anrechnen, Soldat zu werden. In einem großen geschichtlichen Ueberblick gab Rektor Siegfried dann ein Bild der Entwicklung unseres Heeres, schilderte die Wehrpflicht bei Den Germanen und zeigte, wie es Damals als eine große Ehre empfunDen wurDe, bei Der Derteibigung des Landes mitzuhelfen. Es folgte dann Die Schilderung der Söldnerheere, Die oft vom Volke als lästig unD volksfremd angesehen wurden, weil darin sehr viele minderwertige Elemente gewesen seien. An die alte germanische Sitte anschließend, schuf Dann Das Land Preußen wieder das allgemeine Volksheer. Das preußische Heer wurde vorbildlich und war in der ganzen Welt gefürchtet. Daran hätte auch die Niederlage bei Jena nichts geändert, denn nun schufen Scharnhorst, Freiherr vom Stein u. a. wieder ein Heer, bas sich Dann befonDers in Den Jahren 1870/71 unD erst recht im Weltkrieg als ein echtes Volksheer erwiesen hätte. Die Zustände nach dem Zusammenbruch 1918 seien nicht deutsch gewesen und vom größten Teil des Volkes als unwürdig empfunden worden. Nun fei durch den Reichskanzler der alte Zustand wieder hergestellt worden, und es sei eine Ehrenpflicht jedes Deutschen, im Dolksheer zu Dienen. Aber nicht nur Die äußere Kenntnis Der militärischen Dinge und Die AusbilDung seien Die Hauptsache, sonDern erst Die Manneszucht unD Das nationale Ehrgefühl schaffen Den rechten Soldaten. Dazu müsse die Schule schon mtterziehen. Die Kinder müßten sportlich und körperlich so vorgebildet werden, daß sie einst gute Soldaten geben. Die haupt- erziehung zum Soldaten liege schließlich doch bei der Wehrmacht selber. Die Regierungen nach dem Umsturz seien alle nicht soldatenliebend gewesen, und so habe sich die Reichswehr, Die sehr viele aktive Offiziere vom alten Heere übernommen habe, zu einem felbftänbigen unD wichtigen Faktor entwickelt. Es gelte aber nicht nur, Die Knaben im wehrhaften Sinne zu erziehen, sonDern auch Die Mädchen. — Der Redner zeigte an Beispielen die jüdische Auffassung über das Heerwesen und über die Auffassung des nordisch-heldischen Menschen. Zum Schluß zitierte Rektor Siegfried dann die Hauptstellen aus dem Buch „Mein Kampf", in dem der Führer das Heer die beste und gewaltigste Er- ziehungsschule des Volkes nennt. — Reicher Beifall wurde dem Vortragenden zuteil. Lehrer Ranft- Hausen sprach Den Dank Der Versammlung für Die vortrefflichen Ausführungen aus. Das Deutschlanblieb schloß Den ersten Teil Der Tagung. Nach einer kurzen Pause rourDen Darauf geschäftliche Mitteilungen bekanntgegeben. Zum Schluß ging Rektor Siegfried noch einmal auf die Judenfrage ein und betonte, daß es Pflicht aller guter Deutschen sei, dem Führer zu folgen und ganz konsequent dafür zu sorgen, daß alles Artfremde aus unferm Volkskörper verschwinden müßte. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes schloß die Tagung. »Kraft durch Freudefahrt" der Provinzialdirektion Oberheffen. Rach Hirschhorn am Reckar. „Am Sonntagmorgen um 7.45 Uhr am Bahnhof Gießen zur Abfahrt mit einem Sonderzug nach Hirschhorn am Neckar einfinden", das war Die Parole für Die 1100 Personen, Die Diese Fahrt Du unb ich, wir schaffen Deutschlands Freiheit. Dem 1. Mai, Dem Tag des deutschen Arbeiters, reiht sich roürDig Das ErnteDankfest, Der Ehrentag Des Deutschen Bauern, an. In Der versunkenen liberalistischen Epoche wurde wissentlich ein Keil zwischen Bauer und Arbeiter getrieben. Die Ge- gensätze schienen unüberbrückbar. Die Begriffe „Dauer" und „Arbeiter" hatten einen verächtlichen Klang bekommen. Ein gewissenloses Spekulantentum brachte Den Bauern aus selbstsüchtigen GrünDen um seinen in harter Arbeit wohlverdienten Lohn, die drückende Zinslast vertrieb ihn von Haus und Hof. Aus der andern Seite wurde der Arbeiter, dessen Arbeit als „Ware" angesehen wurde, bis zum letzten aus» gepreßt und, wenn -es sein mußte, Der „Rentabilität" Des Betriebes kaltblütig geopfert. Berichte aus dieser Zeit über Die Verschuldung Der Landwirtschaft und das Ansteigen der Arbeitslosenziffer sprechen hier eine erschütternde Sprache. Ein grundlegender Wandel in der Beurteilung dieser schwer arbeitenden Volksgenossen trat erst durch den Rationalsozialismus ein. Das Wort „Arbeiter" wurde zum Ehrennamen für jeden schaffenden Volksgenossen. Die mächtig einsetzende Arbeitsschlacht ermöglichte es, Die Schaffenskraft von Millionen von Arbeitern dem deutschen Volksleben wieder zu schenken. Seinem Können und Wollen entsprechend wurde jedem der Platz errungen, Der ihm die Möglichkeit schafft, für feinen Lebensunterhalt, aber auch für Die Neuordnung des deutschen Wirtschaftslebens zu wirken. Neben Dem Ehrennamen Des Arbeiters trat Der Des „Bauer n". Das Reichserbhofgefek schaffte die Grundlage für Die Selbsterhaltung unseres Volkes unD befreite Den NährstanD aus Der Umklammerung Der kapitalistischen Wirtschaft. Das Reichsnähr- ftanDsgesetz und die nationalsozialistische Marktordnung gaben die Sicherung Der auf Dem freien BoDen erzeugten unD für unser deutsches Volk so lebensnotwendigen Nahrungsmittel. So wurden dem Bauern gerechte Preise für die mit seiner Hände Arbeit geschaffenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse gegeben, die eine gerechte Entlohnung für seine schwere Arbeit darstellten. Diese Sicherung der Marktverhältnisse durch die Marktordnung, wie durch die Festpreise, sicherten aber auch auf der andern Seite dem Arbeiter einen gerechten Lohn, d. h. der Wert feines Lohnes konnte nicht durch willkürliche Lebensmittelspekulationen zum Nutzen des Schiebertums verändert werden. „Die Arbeit ist neben dem unlösbaren Band des gleichen Blutes, das alle Deutschen umschließt, das andere Bindeglied, das den Arbeiter in der Fabrik mit dem Bauer auf dem Acker zu echter Gemeinschaft zusammenschweißt." Der oberste Grundsatz des Nationalsozialismus, bet des deutschen Sozialismus, findet in der Zusammenarbeit des Bauern und des Arbeiters, jeder zu seinem Teil und in seinem Bereich, den augenscheinlichsten Niederschlag. F»sche gegen Schnaken. Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Juli. Im Kampf gegen die Malaria, dieser furchtbaren Dölkergeihel, die jeden sechsten Menschen befällt, werden immer neue Dorbeugungsmittel ausgeprobt. Man sucht sich durch Chinin und andere Präparate immun zu machen ober zu heilen, man legt Sümpfe trocken, um der Ueberträgerin der Seuche, Der Anopheles genannten Stechmückenart, Das Lebenselement zu entziehen, man gießt Petroleum auf Die stehenden Gewässer oder Schweinfurter Grün — Maßnahmen, die auch in den begnadeten malariafreien Gegenden nördlich der Alpen bekannt sind, wo es gilt, die Schnakenvlage zu bekämpfen. Die Anopheles ist ja mit unserer gewöhnlichen Stechmücke eng verwandt und nur gute Kenner wissen beide Arten an gewissen Eigentümlichkeiten auseinanderzuhalten. Wer bei uns beobachten will, wie sich die Malariafliege in fremden Ländern entwickelt, braucht nur im Hochsommer aufmerksam in eine Regentonne zu schauen. So weit Den Nichtwissen- schastler Die Sache reizen kann, ist Der Vorgang praktisch Der gleiche. Der Gedanke liegt daher nahe. Die Schnaken nicht nur auf Die bisher übliche Weise zu bekriegen, sondern sich auch die neuesten Erfahrungen auf diesem Gebiete zunutze zu machen. Und das sind die Gambusie, kleine, kaum fingerlange Fische, Deren Heimat SüDamerika unD besonders Mexiko ist. In Den Dortigen ©umpfgegenDen hat man entdeckt, daß diese Fische eifrige Vertilger der Stechmückenlarven sind und diese winzigen, aber lebhaft peitschenartig yerumschnellenden Kleinwesen jeder anderen Nahrung vorziehen. Italien hat sie nun bei der großen, von Mussolini befohlenen Gesamturbachmackung des Landes mit staunenswertem Erfolg verwendet. Eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Gambusie säubert binnen wenigen Tagen einen stechmückenverseuchten Tümpel und hält ihn dauernd von den gefährlichen Blutsaugern frei. Das ist von außerordentlicher Wichtigkeit, denn nickt jedes Gewässer, man denke nur an Kanäle, Viehtränken und dergleichen, läßt die Verwendung von Petroleum oder Giften zu. Als ich kürzlich erzählte, daß mir die Stadt Rom tausend Fische geschenkt habe, um die Probe zu machen, ob die Gambusie auch mit gewöhnlichen Snakenlarven vorlieb nehmen, scheinen manche Leser, wie ich verschiedenen Briefen entnehme, an einen verspäteten Aprilscherz gedacht zu haben, andere wieder wollen schleunigst Näheres wissen. Nun, Dem Manne mit Der Regentonne, die eine Brutanstalt für Die Schnaken sei, kann geholfen werden! Ein Pärchen Gambusie hinein und wenn sie nur halbwegs so viel Appetit haben wie die meinigen in Rom, ist dem Hebel der Garaus gemacht. Es sind ganz besondere Fischlein, diese Mexikaner. Fast [o durchsichtig wie Glasaale, in der Regel hellgrün wie Die jungen Brachsen unserer Seen, scheinen sie sich Der Farbe ihrer Umgebung anpassen zu können. In dunklen Tümpeln werden sie schwärzlich. Der Kopf ist breit wie der Körper, die Augen liegen ganz vorne, so daß sie fast wie eingezogene Fühlhörner aussehen. Unersättlich jagen sie herum, greifen aber nur lebende Beute. Go- lange Mückenbrut vorhanden ist, haben sie für nichts anderes Sinn, nur der Hunger lenkt sie auch auf andere Nahrung, ins Wasser fallende Fliegen, kleine Falter und dergleichen. Sie raufen sich dann darum wie Möoen um einen fetten Bissen. Wie nun im Winter? In Rom verschwinden die Stechmücken mit dem Eintritt der kälteren Jahreszeit, also im Dezember, um sich erst im Frühjahr wieder unliebsam bemerkbar zu machen. Die Gambusie kommen mittlerweile nicht um, nur in seichten Gewässern setzt ihnen der Frost zu. Im Norden müßte man also für einen geeigneten Winteraufenthalt besorgt sein, wie wir ihn ja auch den exotischen Pflanzen gönnen. Wer keinen Wintergarten oder gar ein Palmenhaus mit Schwimmbecken hat, kann sich um die Wissenschaft verdient machen, indem er die geeignetste Zimmerüberwinterung austiftelt. Eine neue, reizvolle Beschäftigung für Aquarienliebhaber! Vielleicht macht sich auch die Zucht im Großen bezahlt. Der Mann, Der eine Regenwürmersarm anlegte, wurde zuerst belächelt, jetzt ist er dank der wachsenden Nachfrage der Sportfischer zu einem Großindustriellen geworden. Warum sollte sich die jährliche Aussetzung von Gambusie als Ersatz für die im nordischen Winter eingehenden nicht lohnen? Was den Mückenvertilgern noch besonders nachgerühmt werden muß, das ist ihre schnelle und leichte Vermehrung. -Binnen wenigen Wochen ist Nachwuchs Da. (Achtung auf die gefährlichen Fischräuber, Die großen Wasserkäfer!) Dagegen macht Der Transport Der Gambusie gelegentlich Schwierig- feiten. Denn sie sind gegen Druck und Stoß äußerst empfindlich. Nachdem nun der Beweis erbracht worden ist, daß sie die gewöhnlichen Schnakenlarven ebenso zum Fressen, gern haben wie die Anophelesbrut, kann man ihnen nur noch eine Verbreitung wünschen, wie wir sie kurz nach ihrer Einführung in Mitteleuropa bei der Bisamratte erlebten. Unb es besteht keine Gefahr, daß sie sich schließlich auch so unbeliebt machen. Ehrenrettung eines Seeräubers. Seeräuber-Romantik hat stets die Phantasie stark beschäftigt, und es gibt über diese abenteuerlichen Episoden der Seefahrt ein umfangreiches Schrifttum. Mit den Piraten sind die Erzählungen von vergrabenen Schätzen innig verknüpft, und noch immer gehen alljährlich Expeditionen aus, die solchen Phantomen nachjagen. Ein Buch, bas sich mit bem berühmtesten ber englischen Seeräuber, bem Kapitän Kidd, beschäftigt unb bas zugleich authentische Kunbe über bie mit ihm in Zusammenhang stehende Schatzinsel bringen will, ist soeben erschienen. Ha- rolb Wilkins hat sich mit bem Besitzer eines Museums von Piraten-Reliquien, Hubert Palmer, zusammengetan unb in bem Buch „Kapitän Kibb unb seine Skelett-Insel" eine höchst fpannenbe Piratengeschichte geliefert, bie auf umfangreicher Dokumentenforschung beruht. Obwohl Kapitän Kibb wegen Seeräuberei auf bem Lonboner Hinrichtungs-Dock gehängt unb seine Leiche in Ketten als Warnungszeichen ben vorüberfahrenben Seeleuten gezeigt wurde, glaubt ber Verfasser boch seinen Helden von dem Vorwurf ber Seeräuberei reinwaschen zu können. Er hat bie Akten seines Prozesses genau ftubiert unb ist zu ber Ansicht gekommen, baß an ihm ein Justizmorb begangen worben ist. Kibb war ein Schotte, ber um 1645 geboren würbe. Seine Laufbahn ist zunächst in Dunkel gehüllt unb tritt erst um 1670 ins Licht ber Geschichte, benn er erscheint bamals als angesehener Schiffskapitän in Neuyork, bas eben erst ben Hollänbern von ben Briten genommen worben war. Im Jahre 1696 richtete König Wilhelm III. von England ein huld- volles Schreiben an seinen „lieben $reunb William Kibb", in bem er ihm ben Auftrag erteilte, Seeräuber festzunehmen, von benen einige mit Namen genannt werben. Die Expedition, bie Kibb barauf« hin unternahm, führte ihn ins Derberben unb be- grünbete zugleich seinen noch heute fortbauemben, wenn auch zweifelhaften Ruf als Pirat. Bei feiner Rückkehr würbe Kibb von bem Gouverneur von Neuyork, Lorb Bellomont, ber bie Expebition finanziell unterstützt hatte, verhaftet, unb zwar unter ber Anklage, mit ben Seeräubern gemeinsame Sache gemacht unb selbst große Räubereien ausgeführt zu haben. Er würbe nach Lonbon gebracht unb wegen Morb unb Seeraub zum Tobe verurteilt. Es scheint heute ziemlich sicher, bah bieser Prozeß angezettelt wurde, um den Torys, die sich für Kidd eingesetzt hatten, Schaden zuzufügen. Eine offenbare Ungerechtigkeit bei der Verhandlung war es, daß man Kidd die Aushändigung gewisser Papiere verweigerte, die er französischen Schiffen abgenommen hatte, und aus denen nach feiner Behauptung hervorgehen sollte, daß er bei der Wegnahme dieser Schiffe seinem Auftrag gemäß gehandelt hatte. Diese Papiere, die ihm von Lorb Bellomont bei seiner Verhaftung vorenthalten würben, finb jetzt aufgefunden worden, sie beweisen seine Unschuld zum mindesten in diesen Fällen. Großen Spürsinn bewies der Verfasser auch in der Entdeckung von vier Karten aus dem Besitz Kidds, die in dem Buch genau abgebildet sind. Sie geben ein eingehendes Bild der „Skelett-Insel", auf der Kidd feine Schätze vergraben haben soll. Die erste der Karten wurde im Geheimfach eines Kastens gefunden, den Kidd seinem Vetter Ned Ward übergeben hatte mit der Drohung, Kidd werde ihm als Geist erscheinen, wenn er den Kasten aufbrechen würde. Dieser Kasten ist jetzt trotzdem geöffnet worden. Die hier aufbewahrte Karte trägt bie Initialen „W. K" unb bie Jahreszahl 1669. Die brei an- bereu Karten ergänzen bie Angaben, unb Wilkins beutet an, baß er weiß, wo bie Insel liegt, unb baß er bereits eine Expebition vorbereitet, um ben Schatz zu heben. Zeitschriften. — Das Juliheft ber von Paul Alverbes unb Karl Benno von Mechow betreuten Zeitschrift „Das Innere Reich" (Verlag Langen Müller, München) enthält roieberum eine Fülle wertvoller bichterischer Beiträge. Vor allem verheißt bie Betrachtung „Rom, fliehenb geschaut", bie einer neuen, noch unveröffentlichten Erzählung Karl Benno v. Mechows entnommen ist, ein Kunstwerk von schöner Reife. Don gleichem Geiste beseelt ist bie Rundfunkrebe „Der Dichter unb die Jugend" von Paul Alverdes, die aufs Schönste Die Gemeinschaft Der neuen JugenD mit Den schöpferischen Kräften Der Natwn bezeugt. Georg Brittings neue Erzählung „Die Wallfahrt" enthüllt Schritt für Schritt Die verborgenen Zusammenhänge eines tragischen Schicksals. Don Den auslanDdeutschen Dichtern ist Erwin Wittstock vertreten mit feiner Novelle „Der Diehmarkt von Wängertsthuel". Die Reihe ber Lanbfchaftsbarstellungen erweitert Joh. Linke mit feinem Beitrag „Der Walb unb feine Kinder". Neben Gedichten von Gg. Britting, Hans Leifhelm, Hans Thyriot unb Heinrich Ringleb Der- bient noch ber zweite Akt ber Tragödie „Peter unb Alexej" von Henry v. Heifeler befonbere Erwähnung. Schließlich wirb auck ber bilbenben Künste gebacht: an Hand von sorgfältig ausgewählten Bild- beigaben erzählt ber Maler Otto Herbig von feinem künstlerischen Schaffen. mitmachen wollten. Die Provinzialdirekttvn Ober- Hessen hatte auf Veranlassung von Kreisdirektor Kloster mann für die sämtlichen Arbeiter, Be- amte und Angestellte ihrer Betriebe diesen Aus° Sug veranstaltet, um denselben mit ihren nächsten ngehörigen einen Tag der Freude und Erholung tat gemeinsamen Beisammensein zu ermöglichen. Lus allen Teilen Oberhessens waren die Teilnehmer gekommen, manche mußten schon morgens um 3 und um 4 Uhr aus den Federn, um recht- zeitig in Gießen zu sein. Pünktlich verließ der Sonderzug Gießen. Bald herrschte fröhliche Stimmung im Zuge, die auch dadurch nicht getrübt werden konnte, daß der Zug in Großen-Linden auf einem Nebengleis längere Zeit stehen mußte, um einige D-Züge an sich vorbei zu lassen. Die Fahrt ging über Frankfurt und Darmstadt an der Bergstraße vorbei, die mit ihren herrlichen Luftkurorten ein reizendes Bild bot, über Heidelberg nach Hirschhorn. Eine Musikapelle war dort zum Empfang aufgestellt und spielte beim Eintreffen des Sonder- zuges lustige Weisen. In bunter Reihe marschierten die Teilnehmer unter Vorantritt der Musikkapelle zum Marktplatz des Städtchens. Dort löste sich der Zug auf, und die Teilnehmer gingen in eines der 14 Lokale des Ortes, das für jeben einzelnen bereits auf seiner Essenkarte vorausbestimmt war, zum Mittagessen. Kreisdirektor Klo st ermann besuchte in käme- rodschastlicher Weise die einzelnen Gruppen in ihren Lokalen. Dannach konnte jeder bis zur Abfahrt des Zuges 6.30 Uhr seine Freizeit gestalten wie es ihm beliebte. Hauptsächlich wurde diese Zeit dazu benutzt, um das idyllisch gelegene Städtchen mit seinem romantischen Schloß zu besichtigen. Außerdem war reichlich Gelegenheit geboten, auf dem Neckar Dampferfahrten zu unternehmen. In schönen altertümlichen Gaschäusern saß man dann den Rest der Zeit beisammen, um sich bei Wein oder Bier zu unterhalten. Für die tranzfteudige Jugend spielte die Stadtkapelle, nachdem sie mittags bereits Platzkonzerte am Marktplatz gegeben hatte. Aber auch die Aelteren wurden wieder jung und tanzten mit den Jüngsten eifrig um die Wette. Unter solcher Kurzweile verging die Zett nur all xu schnell. Ungern schied man von dem im Abendsonnenschein liegenden Städtchen. Kreisdirektor Klo st ermann begleitete die Tettnehmer zum Bahnhof. Dort spielte die Stadtkapelle Abschiedsweisen und pünkllich verlies der Zug Hirschhorn, um die Teilnehmer nach Gießen zurückzubringen. Dankbar gedachte jeder im Stillen des Führers, der durch fein Werk .Kraft durch Freude" es ihm ermöglicht hat, ein herrliches Fleckchen des deutschen Vaterlandes kennen zu lernen. Olympia 1936 eine nationale Aufgabe. Lin Derbeabeud in der Turnhalle. Der Olympiade - Werbeabend in Gießen fand wiederum leider sehr spärlichen Besuch. Diesem Abend soll nun eine weitere größere Veranstaltung Ende August folgen. Vor den Vertretern des Heeres, der SA. und den Turn- und Sportvereinen sprach zunächst der Assistent am Institut für Leibesübungen der Universität Dr. Lotz, der einen ent- wicklungsgeschichllichen Ueberblick über die olympischen Spiele gab. Im Jahre 1936 soll nun, so führte er u. a. aus, Deutschland Ausrichter der Olympiade sein. So bietet sich eine gute Gelegenheit all den Nationen, durch ihre Sportabgesandten einen Einblick in die wahren Verhältnisse in unserem Vaterland zu bieten. Die Vorarbeiten für die Olympiade 1936 haben eine hohe propagandistische, aber auch eine ebenso starke wirtschaftliche Bedeutung. Einmal kann Deutschland durch die Werbung für den Besuch dieser Olympiade schon weite Kreise der Weltöffentlichkeit vorbereiten, und schließlich werden mit den Sportabgesandten auch die zahlreichen Besucher der Olympiade Gelegenheit haben, Deutschland kennenzulernen. Die wirtschaftliche Bedeutung ergibt sich bereits aus der Errichtung des olympischen Dorfes in der märkischen Heide bei Berlin mit einem riesigen Stadion, an dem fieberhaft gearbeitet wird. Daran schließt sich an der Besuch zur Zeit der Spovt- Veranstaltung durch die Fremden, denen günstige Gelegenheit geboten wird, sich Deutschland anzusehen. Für jeden Deutschen ist es darum ernste Pflicht, diese größte Sportveranstattung der Welt, die nur alle vier Jahre einmal abgehalten wird, nach besten Kräften zu unterstützen. Anschließend an die Ansprache zeigte Herr H o r e y s e ck drei Schmalfilme über die Entstehung des Olympia-Dorfes, der auch der Führer großes Interesse entgegenbringt, ferner über leichtathletische Leistungen auf der letzten Olympiade, die in Amerika stattfand, sowie schwimmsportliche Darbietungen aus der letzten Zeit. Gießener Blumenschmuck-Wettbewerb. Der Verkehrs- und Verschönerungs- Verein Gießen veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Blumenschmuckwettbewerb und ersucht alle Einwohner, durch das Bepflanzen von Vorgärten und Veranden sich an dem Wettbewerb au beteiligen. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß auch eine Schmückung, die mit geringen Mitteln durchgeführt ist, berücksichtigt werden wird. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Zusammenarbeit Schule und Hitlerjugend. Die Landesregierung gibt in einem Schreiben an die Direktionen der höheren Schulen hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen Schule und Hitlerjugend folgendes bekannt: Wie bekannt wird, sind bei der Verschickung von Klassen in die Schullandheime durch die Verpflichtung der Jugendlichen zur Teilnahme am Staatsjugendtag oder an anderen Veranstaltungen der Hitler-Jugend Schwierigkeiten entstanden. Nach einer stattgefundenen Aussprache zwischen der Gebietsführung und der Landesregierung ist folgendes angeordnet: 1. Ein Zwang zur Teilnahme am Schullandheimaufenthalt soll und kann nicht ausgeübt werden. Um aber die erzieherische und unterrichtliche Auswertung des Landheirnaufent- Halles für die Gesamtklasse zu sichern, ist es richtig, wenn nur aus wirklich dringenden Gründen, z. B. wirtschaftlichen, die auch nicht von der Gemeinschaft beseitigt werden können, oder entsprechenden Verpflichtungen der Hitler-Jugend gegenüber eine Beurlaubung gut- geheißen wird. 2. Damit der Aufenthalt im Landheim durch den Staatsjugendtag nicht erheblich gekürzt zu werden braucht, sind nur die Führer im Jungvolk bzw. BDM. für den Samstag au befreien, soweit nicht eine vorherige Absprache mit der zuständigen Dienststelle die Notwendigkeit einer Beurlaubung ergab. Die anderen Angehörigen des Jungvolks bzw. BDM. sind grundsätzlich nur bei besonderen Anlässen (Ju- gendfest und dergleichen) vom Schullandheim zu befreien. Im übrigen ist ihnen die Mög- lichkeit zu geben, mit der Staatsjugend des Landheimortes den Samstag zu gestalten. 3. Zur Sicherung einer wertvollen Zusammenarbeit Zwischen Schule und Hitler-Jugend mache ich in diesem Zusammenhang ganz allgemein darauf aufmerksam, daß eine gegenseitige Fühlungnahme und Aussprache der örtlichen Schul- und Hitler-Jugend-Dienststellen von der Gebietsführung und mir für notwendig und erwünscht gehalten werden. 4. Wiederholt vorgetragene Bitten der Hitler- Jugend und des BDM. geben mir weiterhin Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß bei der Stundenplangestaltung am Staatsjugendtag für die Klassen von III b aufwärts tunlichst vermieden wird, wichtige Unterrichtsstunden auf diesen Tag zu legen. vornottzen. — Tageskalender für Montag: NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19.45 Uhr: Schwimmen in der Badeanstalt des Männerbade- Vereins. 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömds, Brandplatz. 18 bis 20 Uhr Tennis auf den Tennisplätzen am Schützenhaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Die scharlachrote Blume". ♦ ■ ** Auszeichnung mit demSchlageter'- schild. Dem Leutnant a. D. und Justizsekretär bei dem Landgericht Gießen, Pg. Karl Bischoffs würbe wegen seiner Beteiligung an den Kämpfen: Grenzschutz 1918 bis 1920 und Spartakus 1919 bis 1923, insbesondere auch bei der Niederwerfung des Max-Hölz-Aufstandes in Mitteldeutschland, der Schlageterschild verliehen. ** Militärkonzert auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Am kommenden Mittwoch, in der Zeit von 17 bis 18 Uhr, findet wiederum ein Militärkonzert des Musikkorps unserer Garnison, und zwar diesmal auf dem Land- graf-Philipp-Platz statt. Für das Konzert ist fol- genbes Programm vorgesehen: 1. Pour le msrtte von Schwarz; 2. Ouvertüre „Maritana" von Wallace; 3. Zwei Militärmärsche von F. Schubert; 4. Fantasie über 4 deutsche Lieder von Schmidt; 5. Finnländischer Reitermarsch. ** Die Nachsendung von Postsendungen. Das Postamt Gießen teilt mit: Zu Anttä- gen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Formblätter zu benutzen, die an den Postschaltern und von den Postzustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Formblätter gewährleistet die pünktliche Nachsendung der Post und ist daher zum Vorteil der (Empfänger. ** Regimentsappell des Jägerregiments Nr. 13. Der Kameradschaftsführer der ehern. Hess. Leib-Dragoner im Kreise Gießen, Emil E i b m a n n, teilt uns mit: Das auch aus unserem Regiment zusammengestellte Jägerregiment zu Pferde Nr. 13 hält vom 7. bis 9. September in der alten Garnison Saarlouis einen Regimentsappell, verbunden mit einer Gedenksteinweihe, ab. Jeder Jäger zu Pferd sollte es als Ehrenpflicht ansehen, im September nach Saarlouis zu kommen, um mit seinen alten Freunden und treuen Kameraden frohe Stunden des Wiedersehens zu verleben. Schon jetzt wird mit einer starken Beteiligung ae- rechnet; vorgesehen ist u. a. eine Gemeinschaftsfabrt von Mainz ab zu einem verbilligten Preise (75 Prozent). Alles Nähere ist zu erfahren durch Kamerad Heinrich Muth, Steuerinspektor, Wörrstadt (Rheinhessen). Oberheffen. 10 Jahre Gängervereinigung Wieseck £ Wieseck, 8. Juli. Die Sängerverein i- ?u n g Wieseck 1 9 2 5 feierte gestern das Fest es zehnjährigen Bestehens. Eingeleitet wurde die Jubelfeier mit einem Umzug des festgebenden Vereins am Samstagabend mit anschließender Begrüßungsfeier, die mit Rücksicht auf die kühle Witte- rung im Saalbau von Hormann stattfand. Nach dem Vortrag des deutschen Sängergrußes und eines Begrüßungschores ergriff der stellvertretende 23er» einsoorfitzenbe Schäfer das Wort. Er wies auf den vor 10 Jahren erfolgten Zusammenschluß der Gesangvereine „Jugendgrund", „Konkordia" und Teile der „Eintracht" hin, um besser den Idealen des deutschen Männergesanges dienen zu können. Die seinerzeit erhofften Erwartungen seien vollauf in Erfüllung gegangen, die Sangesfreudigkeit habe sich gehoben und der Chor habe an musikalischem Können und Klangfülle unter Leitung feines Dirigenten, des Musiklehrers Groß, Wieseck, um ein Bedeutendes zugenommen. Chorvorträge der Gesangsriege des Turnvereins Wiefeck unter Stabführung feines Dirigenten Meyer, Wiefeck, und des Großfchen Männerchors verschönten den Abend in bester Weise. Den Festtichkeiten am Sonntag ging, unter Borantritt der Kapelle Mauk, hier ein Festzug durch die Ortsstraßen voraus, an dem neben dem fest- gebenden Verein und dem Gesangverein Waldgir- mes nur Fahnenabordnungen der übrigen örtlichen Vereine teilnahmen. Auf dem Festplatz angekommen begrüßte Dereinswalter Schäfer die zahlreich erschienenen Feftgäste und gedachte des Führer und Vaterlandes mit einem dreifachen „Sieg-Heil!". Nicht ein groß aufgezogenes Fest, so führte der Redner aus, solle es sein, sondern eine harmonische Erinnerungsfeier an die Zeit der Vereinsgründung. Konzertstücke der Musikkapelle, Gesangsvorträge des Gastvereins Waldgirmes, Dirigent Groß, Wieseck, und des Gesangvereins „Eintracht", Wieseck unter Leitung von Musiklehrer Leib (Gießen) wechselten miteinander ab, bis bei Tanz und Sangesfreude die Jubiläumsfeier ein harmonisches Ende nahm. Treffen der evangelischen K rchen- gesangvereine in Butzbach. + Butzbach, 7. Juli. Heute morgen trafen hier sämtliche evangelischen Kirchengesangvereine des Dekanatsbezirkes Friedberg zu einem Schütz-Bach- 1 Händel-Tag ein. Mit den Kirchenchören aus Friedberg, Bad-Nauheim, Okarben, Ober-Rvsbach und Kaichen war auch noch eine ganze Anzahl Freunde der Kirchenchöre aus diesen und benachbarten Orten anwesend. Die Feier zum Andenken an die großen Kirchenmusiker Schütz, Bach und Händel wurde durch einen Festgottesdienst in der geräumigen St.-Markus-Kirche eingeleitet, der sehr gut besucht war. Während Pfarrer Laun von Okarben den liturgischen Teil, den er in gesanglicher Form darbrachte, übernommen hatte, hielt Professor Lic. Gerstenmaier vom Predigerseminar Friedberg die Festpredigt, der er Worte aus dem Markusevangelium Kap. 7 und 14 zugrunde legte. Der Grundton seiner Predigt war auf die Worte: „Herzlich lieb hab ich dich, o Herr" abgestimmt. Der Gottesdienst wurde von Chorgesängen der Vereine und Wechselgesänge umrahmt. Anschließend fand auf dem Marktplatz ein Choralsingen, an dem sich alle Chöre beteiligten, statt. Der Posaunenchor Lang-Göns, unter Leitung von Weißbindermeister Boller, trug einige Kirchenmusikstücke vor. Er begleitete dazu noch zwei schwierige Chöre der Dekanatsvereine. Pfarrer Schneider hielt eine kurze Ansprache, in der er auf die Bedeutung der großen Meister Bach, Händel und Schütz und des Kirchenliedes überhaupt hinwies. Diese Feier wurde mit dem gemeinsamen Gesang „Ein feste Burg ist unser Gott" beschlossen. Am Nachmittag wurde eine Gemeindefeier in der städtischen Reithalle veranstaltet, die wiederum guten Besuch aufzuweisen hatte. Allen Anwesenden wurde Kaffee und Kuchen gereicht. Die Kirchenchöre von Kaichen, Okarben trugen einige Lieder vor. Dekan Rühl- Friedberg begrüßte die versammelte Gemeinde und wünschte im kommenden Jahre noch mehr Vereine beim De- kanatskirchengesangstag begrüßen zu können. Weitere Ansprachen hielten Musikdirektor Rose n m e y e r - Bad-Nauheim und Kirchenmusiker Hermann A p s - Friedberg. Beide betonten, daß die Kirchenmusik heute nicht nur Sache der Kirchenchöre allein sei, sondern es müßten weitere Volkskreise für diese schöne Kunst gewonnen werden. Professor Lic. Gerstenmaier hielt einen Vortrag über die großen Meister der Kirchenmusik Bach, Schütz und Händel, wobei er hervorhob, daß diese Komponisten ihre eigene christliche Ueberzeugung und Glauben in musikalischere Formen gebracht hätten. Allgewaltig sind ihre Werke, die uns überliefert sind. Nach der Kaffeepause dankte Pfarrer Kamm verkennst du mich, Barbara? DRoman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Funs-Türrne-Verlag, Halle (S.) 29 Fortsetzung Nachdruck verboten! 33. Kapitel. Barbara saß zum ersten Male wieder auf dem Frühftücksplatz unter der großen Kastanie. Die Blütenkerzen waren inzwischen verblüht. Schon schwollen die winziy kleinen, grünstacheligen Früchte an den Zwergen. Die Beete vor dem Frühstücksplatz standen in sommerlicher Pracht. Eine kleine Meise saß auf der Spitze eines Flieder- strauches und äugte zwitschernd hinunter auf den Frühstückstisch. In die bunten Kissen eines bequemen Ruhebettes aus Korb gebettet, lehnte Barbara, halb liegend, halb sitzend. Sie trug einen Hausanzug aus zartgeblümter Seide, die ihre Farben dem bunten Staudenbeet am Rande des Rasens entlehnt zu haben schien. Ihr schönes Gesicht zeigte den rosigen Hauch der Genesung. Bewundernd sah Magdalena die Freun- bin an. Sie war in der Zett der Krankheit womöglich noch viel schöner geworden. Die abweißende Strenge war einer sanften Verträumtheit gewichen. Sie sah jetzt genau wieder so aus wie vor der tragischen Ehe mit Albert von Stechow. Wie sie Barbara liebte! Die Verstimmung zwischen ihnen war geschwunden, wie Schnee vor der Sonne schmilzt. Sie hatten beide nicht mehr über das geheimnisvolle Mißverständnis zwischen ihnen beiden gesprochen. In der Sorge um Barbaras Leben war für Magdalena das alles versunken, wie für Barbara in ihrer Dankbarkeit für Magdalena. Wie rührend pflegte die Freundin sie! Schwester Mechthildis war seit zwei Tagen fort. In einer benachbarten Industriestadt war eine Epidemie ausgebrochen. Das Kloster hatte bei Barbara an» gebragt, ob Schwester Mechthildis wohl abkömmlich wäre, um dort lebensnotwendige Pflegen zu übernehmen. Sofort hatte Magdalena nach Rücksprache mit dem Arzt die Pflege Barbaras übernommen, um die Schwester Mechthildis frei zu machen. Magdalena hatte Barbara heute morgen mit Hilfe der Zofe angekleidet. Sie hatte sie an den Frühstückstisch geführt und bequem gebettet. Jetzt strich sie ihr das goldbraune Brötchen mit Butter un duftendem Honig, legte es ihr handgerecht hin. Nun klopfte sie ihr das Ei auf, das soeben frisch aus der Hühnersteige geholt worden mar, goß den Kaffee In die hauchdünne Tasse. „Wie gut du zu mir bist!" lieber den Strauß bunter Wicken hinweg griff Barbara nach Magdalenas Hand. Magdalena sah ganz beschämt aus. „Aber Bärbel" Zum ersten Male seit langer Zeit nannte sie die vergötterte Freundin wieder mit dem Namen, den sie ihr in der heiteren Pensionszeit gegeben. Für das heitere kindliche Geschöpf war ihnen allen damals Barbara als viel zu ernst und streng erschienen. So hatten sie die Freundin in Bärbe umgetauft. Als Magdalena Barbara nun nach ihrer unglücklichen Ehe wiedersah, fand sie, daß dies verschlossene, hochmütig-schöne Frauengesicht wirklich nur zu dem Namen Barbara paßte. Aber sie hätte gewünscht, es wäre anders. Nun zum ersten Male sagte sie wieder „Bärbel" zu ihr. Und Barbara schien glücklich über dies kleine Kosewort ihrer Mädchenzeit. Eifrig bediente Magdalena die Freundin und befahl ihr in drollig- strengem Ton alles, aber auch alles aufzuessen und auszutrinken. Barbara sollte nicht glauben, daß sie hier wochenlang noch als Rekonvaleszentin im Lehnstuhl sitzen dürfe. Nein, Magdalena hätte sich ihr Wort gegeben, daß Barbara in kurzer Zeit wieder vollkommen frisch und gesund sein würde. Als Barbara etwas zweifelnd aussah, meinte Magdalena eifrig: „Denk nur an, Barbara, wie alles auf dich war-, tet! Du hast in den letzten Wochen ja gar nicht gesehen, wie herrlich alles vorangegangen ift Die weiße Zuchthenne hat eine ganze Schar Kücken. Und die bunten Enten, die schwimmen stolz mit ihrer goldgelben jungen Brut auf dem Teich. Die Mamsell jammert, weil sie nicht weiß, wie viele Puten sie zur Zucht behalten soll. Im Leutehaus drüben sollst du bestimmen, ob die Handwerker kommen sollen, frisch streichen und ausbessern. Ach, es gibt ja so schrecklich viel zu tun für dich. Mackenroth fragt schon jeden Tag, wann er wieder einmal etwas mit dir besprechen kann, statt mit dem Oberinspektor. Ich glaube, die beiden kommen nicht gut miteinander aus. Also du siehst, alles wartet auf dich!" Mit versonnenem Lächeln sah Barbara vor sich hin Alles wartete auf sie!, hatte Magdalena gesagt. Wirklich, heute, wo sie zum ersten Male wieder aus der Haft des Hauses entlassen, hier draußen in ihrem Park faß, empfand sie die ganze Bedeutung dieses Wortes. Sie war ja die Herrin hier Sie hatte nicht nur die Rechte, sie hatte auch alle Pflichten. Auf ihr lag die Berantroor- tung für das ganze große Besitztum mit feinen Aeckern und Feldern — und mit feinem reichen Bc- ftanb an Tieren. Auf ihr lag die Verantwortung für all die Menschen, die hier in Arbeit und Brot standen. . . .. ,, In der Stille des Krankenzimmers war die Welt hier draußen ganz weit fort gewesen. Nun auf einmal war sie ihr wieder nahe. Mit demütiger Dankbarkeit fühlte Barbara dies tätige Leben, an dem sie nun wieder teilhaben sollte... „Du hast recht, Magdalena! Man muß zu Kräften kommen!" Sie zwang sich zu essen, was Magdalena ihr auf den Teller gelegt' hatte. „Weißt du, mit dem Appetit ist es immer noch nicht richtig!" „Nun, wenn du erst wieder retten kannst und herauskommst, dann wird das alles schon werden!" Retten! Barbara sah wie im Geiste vor sich die sonnige Weite des Landes, die Berghänge hinter den schimmernden Wäldern. Sie sah sich selbst unter dichten Zweigen dahintraben. Und merkwürdigerweise: sie sah sich nicht allein — an ihrer Seite ritt schützend Eckehard. Sie errötete. Wie tief war sie in diese Träumerei versunken! Sie hatte Magdalenas Worte gar nicht gehört, so daß diese ganz erstaunt von ihrem Brief aufsah. „Verzeih, Magdalena, ich war in Gedanken. Ja, was sagtest du eben?" „Ach, ich habe einen Brief von zu Hause bekommen, Barbara. Der junge Vikar, der bei uns ist, weißt du — ich erzählte dir einmal von ihm —, macht eine kurze Ferienwanderung. Er wollte durch das ©laßer Gebirge wandern. Wenn es dir recht ist, will er einmal kommen, um nach mir zu sehen." Sie hatte es etwas verwirrt gesprochen. Aber Barbara, noch ganz in ihre eigenen Gedanken versunken, hatte nur den Sinn von Magdalenas Worten ausgenommen. „Selbstverständlich ist er mir herzlich willkommen, Magdalena. Er kann hierbleiben, solange er will. Wir haben ja in unseren Gastzimmern genügend Platz." Magdalena stand auf. „Ach, bann will ich gleich schreiben. Vielleicht kommt der Brief noch zu Hause an, ehe er seinen Urlaub antritt. Sieh mal, dort drüben kommt von Hause her ja Graf Bannosch. Da hast du ja Gesellschaft." Sie lachte leise auf. „Du, Barbara, das ift aber ein getreuer Verehrer. Kein Tag ist vergangen, an dem er nicht. nachgefragt hätte. Bisher konnten wir ihn nie vorlassen. Nun endlich hat er dich einmal erwischt. Da wird er ja glücklich sein." Barbaras Gesicht verschloß sich. Sie war nicht entzückt, daß Bannosch kam. Aber es war nun zu spät. Er hatte sie und Magdalena, die ihm jetzt entgegenging, auf dem Frühstücksplatz gesehen. Schon kam auch das Stubenmädchen eilig mit dem Tablett, um abzuräumen. Barbara sah, wie Josef Bannosch Magdalena begrüßte und dann eilig auf sie zukam. „Gnädige Frau, welche Freude, Sie nun endlich zu sehen." Sein leichtsinniges, schönes Gesicht sttahlte vor Zärttichkeit. „Das ift eine richtige Ueberrumpelung — nicht wahr?" „Allerdings, Graf!" Barbara entzog Graf Bannosch wieder sehr schnell ihre Hand, über die er sich gebeugt hatte. „3m allgemeinen pflege ich so zeitig noch keine Besuche zu empfangen." „Schelten Sie nicht, gnädige Frau", bat Bannosch mit drolliger Zerknirschtheit. „Gerade darum bin ich ja so zeitig gekommen. Auf diese Weise konnte ich wenigstens hoffen, einmal der erste zu sein." „Ich verstehe Sie nicht, Graf Bannosch. Ich habe bisher überhaupt noch keine Besuche gehabt. Aber, bitte, nehmen Sie doch Platz. Darf ich Ihnen noch irgend etwas anbieten? Kaffee, Tee, Gebäck?" Sie wies durch eine Handbewegung das Stubenmädchen an, den Gebäckkasten, Butter und Kaffee noch stehen zu lassen. „Vielen Dank gnädigste Frau! Eine Tasse Kaffee nehme ich noch mit Dank an. Es ist heute früh schon sehr heiß. Ich habe meinen Gaul or- oentlich laufen lassen, um schnell hier zu sein." Behaglich setzte sich Bannosch auf Magdalenas Platz und ließ sich von dem Stubenmädchen den Kaffee eingießen. Dabei ließ er entzückt feine Blicke auf Barbara ruhen. „Sie haben sich wunderbar erholt, gnädigste Frau. Wenn ich es aussprechen darf: Sie sind beinah noch bezaubernder als früher!" .Keine Schmeicheleien, Graf, bitte!" Barbara war ganz Abwehr. „Vielen Dank noch für Ihre freundlichen Erkundigungen!" setzte sie hinzu. „Ich habe gehört, Sie haben sich sehr oft bemüht!" „Ja, aber leider wurde ich nie vorgelassen wie gewisse andere Leute", warf Bannosch jetzt leiser ein, dabei dem fortgehenden Mädchen nachschauend. Ein kühles Befremden stand in Barbaras Augen: „Ich verstehe diese Andeutung ebenso wenig wie Ihre vorherige Anspielung. Wen meinen Sie denn mit den anderen Leuten, die vorgelassen werden? Ich habe Ihnen doch schon erklärt, daß ich in den ganzen Wochen außer meinen Aerzten, der Pflegeschwester und meiner Freundin niemand gesprochen habe." Bannosch überlegte. Wie fing er die Sache nur am besten an? Vielleicht, indem er sie von vornherein als ein Nichts hinstellte. So meinte er denn lässig: „Oh, verzeihen Sie, gnädige Frau, dann bin ich offenbar falsch unterrichtet. Aber Sie haben recht: die Besprechung, die Sie Ihrem Inspektor Macken« roth gewährten, rechnet selbstverständlich nicht unter das, was man als Besuch bezeichnet. Sie haben ihn wahrscheinlich zum Bortrag befohlen gehabt." (Fortsetzung folgt!) „Nun hört mit Furcht und Grausen..." Aus der Geschichte des Bänkelsangs und der Moritaten. Lindenstruth allen Mitwirkenden, die zum Gelingen des Festtages beigetragen haben. Den Schluß des Festtages bildete eine musikalische F e i e r st u n d e in der St.-Markus-Kirche, die den Meistern Schütz, Bach und Händel gewidmet war und nur Werke von diesen Komponisten Aum Dortrag brachte. Ausgeführt wurde diese Feierstunde von namhaften auswärtigen Künstlern und den Kirchenchören des Dekanats. Dolksfestwoche in Bad-Nauheim. Bad-Nauheim, 7. Juli. Im Rahmen der Hundertjahrfeier des Staatsbades veranstaltet das Städtische Verkehrsamt gemeinsam mit der Turngemeinde Bad-Nauheim eine sogenannte „Bad-Nauheimer Dolksfestwoche", die sich vom 6. Juli bis zum 14. Juli erstreckt.. Der erste Teil — das Kreisturnfest des Turnkreises Wetterau-Dogelsberg — ist an dieser Stelle schon ausgiebig besprochen. Im zweiten Teil der Festwoche gibt die NS. Kul- turaemeinde Bad-Nauheim in Gemeinschaft mit der Hessen-Nassauischen Volksbühne am Mittwoch, 10. Juli das Festspiel ,Lieselott von der Pfalz" auf der Freilichtbühne des neuen Sportfeldes im Hochwald. Die NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" wird auf der gleichen Stelle am Sonntag, 14. Juli, das „Tell-Spiel der Schweizer Bauern" als Freilichtaufführung bringen und daneben noch Volkslieder und Volkstänze — beides ausgeführt von der Laienspielgruppe, dem Tanzkreis und der Singschar der Hochschule für Lehrerbildung in Friedberg. Erstmalig werden also auf der neuen Sportanlage im Hochwald Freilichtaufführungen gegeben. Auf die Anzeige vom Samstag sei besonderes hingewiesen. Landkreis Gießen. * Annerod, 7. Juli. Die etwa 67 Jahre alte Landwirtsehefrau Marie Schäfer von hier mußte mit erheblichen Weichteilverletzungen im Gesicht und mit einem Oberarmbruch in die Klinik nach Gießen gebracht werden. * Leihgestern, 7. Juli. Das 10jährige Töchterchen des hiesigen Schuhmachermeisters Binz erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Oberarmes und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. s. Lang-Göns, 8.Juli. Am Samstagabend fand die Besichtigung unserer Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) statt. Im ersten Teil der Besichtigung wurden Fuß- und Geräteübungen auf dem Platze vor der Turnhalle vorgeführt. Es folgte dann ein Brandangriff auf eine Scheuer der Mohrgasse und die umgebenden Gebäude, bei dem auch die Kreis-Motorfeuerspritze in Tätigkeit trat. Die Uebungen hatten eine große Menschenmenge angelockt, die mit größtem Interesse die Arbeit der Feuerwehr verfolgte. Das Wasser wurde dem zu diesem Zweck besonders gestauten Gönsbach entnommen. + Di Hin gen, 7. Juli. Heute feierten in bester Gesundheit der frühere Dreschmaschinenbesitzer Heinrich Ester und seine Ehefrau das Fest der g o l d e n en Hochzeit. Von einem schweren Unglücksfall wurde die Ehefrau des hiesigen Landwirts Wilhelm Koch betroffen. Sie war auf der Wiese mit Heuaufladen beschäftigt, als plötzlich die Pferde durchgingen und die Frau vom Wagen geschleudert wurde. Schwer verletzt wurde die bedauernswerte Frau nach Hause gebracht. * Ettingshausen, 7. Juli. Die Heuernte geht ihrem Ende entgegen. Die Arbeiten gingen rasch vonstatten. Die Ernte ist ausreichend und als sehr gut zu bezeichnen. — Dieser Tage fand die Musterung der Gestellungspflichtigen aus Ettingshausen in Gießen statt. Auf geschmücktem Wagen fuhren sie unter Sang und Klang aus dem Dorfe. Kreis Büdingen. $ Nidda, 7. Juli. Der NS.-Lehrerbund veranstaltete am Samstag und Sonntag in der hiesigen Turnhalle für die Öffentlichkeit eine A u s - stellung von Zeichnungen, Scherenschnitten, Aufklebearbeiten, Aufsätzen- Tabellen u. a. der gesamten Jugend aus allen Schulgattungen Hessens, von der kleinsten Landschule bis zum Gymnasium. In allen Darstellungen wurde das Winterhilfswerk 19 3 4/35, In übermütiger Laune fallen Klampfen- und Ziehharmonikaspieler zuweilen unversehens in eine alte B än kel weise, und sie singen dazu eine jener tragikomischen Moritaten, die fast schon in Vergessenheit geraten sind. Die Bänkelsänger haben vor Zeiten einmal eine große Rolle gespielt, denn sie übernahmen es, die Kenntnis von geschichtlichen Begebenheiten — allerdings in komischer Verzerrung — bis in die entferntesten Orte zu tragen. Im 16. Jahrhundert wurden sie darum auch „Zeitungssinger" genannt, wenn die Historien, Räuber- und Schauergeschichten, die sie unter Vorzeigung bebilderter Tafeln von einer Bank herab vortrugen, auch eine recht ungenügende Art der Nachrichtenübermittlung darstellten. Der Name „Moritat", wie man die Bänkelgesänge, vielleicht im Anklang an die spätmittelalterlichen „Moritates" oder Moralitäten, wahrscheinlicher aber in Zerdehnung des Wortes Mordtat nannte, ist für diese Darbietungen bezeichnend, die an die Jahrmärkte und Messen gebunden waren. Mit großen Leinwand- und W a ch s t u ch bilde r n, auf denen die Hauptszenen ihrer Liedertexte dargestellt waren, zogen die Sänger von Ort zu Ort und schlugen überall ihr Podium auf.. Mit weithin schallender Stimme verkündeten sie alsdann, was sie neues zu berichten hätten, und wenn sich genug Zuhörer angesammelt hatten, begann der Vortrag der Lieder an Hand der Bilder. Diese Bilder hatten die Bänkelsänger aber nicht selbst gemalt, sondern sie wurden von besonderen Lieferanten bezogen. So ist ermittelt worden, daß die meisten der Schauergemälde, die im 19. Jahrhundert überall gezeigt wurden, aus der Werkstatt eines einzigen „Künstlers" stammten, eines gewissen Friedrich Adam B a r n u tz in Jever, der für ein Hamburger Haus arbeitete und sich seine Kunst nach Quadratfuß bezahlen ließ. Doch gab es vor ihm noch andere Spezialisten auf diesem Gebiet, wenigstens ist ein Bild von Chodowiecki erhalten, das aus einer Heck stammt, zu der Barnutz noch nicht wirksam sein konnte. Es handelt sich um die Darstellung einer Jahrmarktsszene, in deren Mitte sich ein Gestell befindet, auf dem eine große Tafel mit dreizehn Bildern zu sehen ist. Ein kriegerisch aufgeputzter Mann steht davor und weist mit einem langen Stab auf die Bilder, und ihm gegenüber steht ein Invalide mit abgerissenem Rock, der auf der Geige spielt. Die schaulustige Menge scheint sich aufs beste zu der Auffassungskraft und Fertigkeit der verschiedensten Altersstufen entsprechend, zum Ausdruck gebracht. Man staunte, wie selbst die jüngeren Schüler durch einfache Strichzeichnungen, aber die schon fortgeschritteneren durch Anwendung von Farben ihr Gefühlsleben zum Ausdruck brachten. Zahlreicher Besuch von Erwachsenen zeigte das große Interesse, das man der eigenartigen Veranstaltung entgegenbrachte. — Als Anerkennung für Verdienste um den Kyffhäuserbund wurde folgenden Kameraden das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse verliehen: Hch. Diehlmann, Gg. Helfrich, Frd. H eh mann, Herm. Seum und Hch. W e tz st e i n. — In dem Nachbarorte Unter-Schmitten stürzte der Rentner Frd. D e - ch e r t infolge raschen Anfahrens rückwärts vom Wagensitz in die auf dem Wagen liegende Sense und zog sich im Rücken erhebliche Verletzungen zu, die sofortige ärztliche Behandlung erforderten. Kreis Alsfeld. + Groß-Felda, 6. Juli. Mit Unterstützung der NSV. wurde hier ein Kindergarten eröffnet, der sich eines guten Zuspruchs erfreut. 25 bis 30 Kinder besuchen ihn. Die Einrichtung wird allgemein begrüßt. Vorläufig ist es nur für die Sommerszeit gedacht. Die ftillgelegte frühere Gebirgsmolkerei dient als Obdach. * Windhausen, 6. Juli. Auch bei uns wurde ein Kindergarten mit Unterstützung der NSV. unterhalten, obwohl die Bilder, wie aus den Inschriften hervorgeht, nicht nur Moritaten zeigen. Sie beschäftigen sich mit folgenden Themen: Weihnachten, Neu-Jahr, Ball, Schlittenfahrt, Hochzeit, Streitigkeiten, Ehescheidung, Konzert, Schauspiel, Diebstahl, Picknick und Krankheit, alles Dinge, die von den Zuschauern offenbar mit großem Interesse ausgenommen wurden. Die Hauptsache bei diesen Darbietungen aber war nicht der Vortrag, in dem die eigentliche Geschichte in Prosa erzählt wurde, sondern das Lied, das meistens von einer Bänkelsängerin eintönig heruntergeleiert worden ist. Mit einem Verkauf „F l i e- gender Blätter" schloß dann die „Vorstellung" ab. Durch diese „Fliegenden Blätter" kann man einen genaueren Einblick in jene eigenartige Volksbelustigung und ihre Hintergründe tun. Da ist schon der lange Titel sehr spannend: „Das lebendig begrabene Kind oder Gott ist gerecht. Eine traurige Begebenheit, wie eine Stiefmutter an ihrem Kinde handelte, geschehen am 2. Mai vorigen Jahres in Milow, eine Stunde von Rotterdam in Holland." Auch folgende lieber» schrift lockte die Zuschauer herbei: „Schauervolle Begebenheit eines Kornwucherers namens Steinholz, ein Handelsmann im 66. Jahr feines Alters, welcher den 29. Januar 1795 von den Mäusen lebendia aufgefressen worden, aus Savoyen von einem Augenzeugen beschrieben. Nebst einem kurzen Bericht von zwei Getreidelieferanten, welche in Mainz aufgehangen worden find." Mit der genauen Angabe von Zeit und Ort wollte man seine Glaubwürdigkeit erhöhen. Der moralische Zweck tritt in den Anreden hervor, wie „Nun lernt Ihr Eltern und Ihr Kinder" und „Nun hört mit Furcht und Grausen". Diele dieser Bänkellieder sind sogar zu einer Art von Volkslied geworden, wie jenes vom Räuberhauptmann Rinaldo Rinaldini und vom Schinderhannes. In der Zeit der Romantik, in der man sich eingehender mit der Volksliteratur beschäftigte, hatten übrigens Arnim und Brentano eine „Veredlung" des Bänkelgesangs ins Auge gefaßt. Sie wollten eine Bänkelsängerschule gründen, durch die Goethe- sche Gedichte mit Melodien von Mozart im Volk verbreitet werden sollten. Sie sind von dieser „Veredlung" des Bänkelgesangs allerdings wieder abgekommen. eingerichtet. Er steht unter der Leitung einer Kindergärtnerin aus dem Arbeitslager Storndorf. Kreis Lauterbach. LPD. Lauterbach, 7.Juli. Ein Bauer aus Heister wurde sei einigen Tagen vermißt. Wiederholtes Suchen blieb erfolglos. Jetzt wurde nochmals die ganze Gegend abgesucht, wobei man auch die Feuerwehren der Umgebung einsetzte. In der Gemarkung Steinfurt fand man schließlich die völlig zerfetzte Leiche des Vermißten. Der Unglückliche hat wahrscheinlich eine Sprengladung unter s i ch zur Entzündung gebracht. Die Gründe für diesen Selbstmord sind nicht bekannt. Preiräen. Kreis Dehlar. _L Waldgirmes, 7. Juli. Gestern wurde die Ehefrau des Ludwig Schmidt a. von hier Minna, geb. F e t h, im Krankenhaus zu Wetzlar von Drei gefunden Mädchen entbunden. * Frankenbach, 7. Juli. In Ausübung feines Berufes verunglückte hier der etwa 25jährige Zimmermann Adolf W a l d f ch m i d t. Er erlitt Brüche an beiden Armen, ferner einen Nasenbeinbruch und erhebliche Gesichts- oerletzungen. Der bedauernswerte Mann mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. OberlaunuSkreiS. * Usingen, 7. Juli. Dieser Tage kam es unweit unseres Ortes zu einem schweren Verkehrsunfall. Eine Gruppe junger Leute aus dem Siegerland befand sich auf einem Radausflug in unserer Gegend. An einer abschüssigen Stelle der Straße verlor der etwa 19 Jahre alte Walter Grube aus Weidenau die Herrschaft über fein Fahrrad und fuhr heftig gegen einen Baum. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und einen Kieferbruch. Nach der ersten Hilfeleistung wurde er in die Gießener Klinik überführt. Der junge Mann liegt in ernstem Zustand darnieder. Kreis Biedenkopf. LPD. Biedenkopf, 7.Juli. In der Ortschaft Feudingen zog sich das achtjährige Töchterchen einer Witwe beim Spielen durch einen unglücklichen Sturz so schwere Verletzungen zu, daß es nach mehrtägigem Schmerzenslager verstarb. Ä4X Die deutsche Arbeitsfront ? n.9.=6emeinf(haft „Kraft durch frcuöc" Gastspiel des Schumann-Theaters im Stadttheater. Arn Donnerstag, 11. Juli, gastiert das von feiner letzten Tournee in bester Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M mit vollkommen neuem und großem Varietsprogramm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich fein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1,— 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vorverkauf im Musikhaus Challier, Schokoladen- Haus H u n t e m a n n , auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, bei Ortswart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstrahe 10, und bei sämtlichen Betriebswarten der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". KdF.-Sonderzüge aus Kassel zum Gauturnfest in Gießen. Die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude", Gau Kurhessen, hat die Absicht, zu dem vom 2. bis 4. August stattfindenden Gauturnfest einen oder Zwei Sonderzüge mit je 800 Teilnehmern nach Gießen zu fahren. Da diese 800 bis 1600 Teilnehmer nicht alle in Gasthäusern untergebracht werden können, rechnet man stark mit der Gastfreundlichkeit unserer Gießener Mitbürger, besonders derer, die schon an KdF.-Fahrten teilgenommen haben. Wir bitten deshalb darum, die in nächsten Tagen wegen der Quartiere vorsprechenden Volksgenossen nicht abzuweisen und für das große Sportfest das gastliche Haus zu offnen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. Sp. in E.: 1. Als Kleinwohnungen gelten Wohnungen, die eine nutzbare Wohnfläche von höchstens 75 m2 haben. Diese Grenze kann u. a. überschritten werden, wenn es sich um Wohnungen für kinderreiche Familien handelt, und zwar um je 7,5 m2 für das vierte und jedes weitere Kind. (Für Eigenheime gelten besondere Bestimmungen.) — 2. Als nutzbare Wohnfläche gelten die Wohn- und Schlafräume und die Küche, wenn die Neben- räume in ortsüblichen Grenzen bleiben. Soweit die Nebenräume die ortsüblichen Grenzen überschreiten, rechnen sie zur nutzbaren Wohnfläche. Wohn- und Schlafräume sind solche Räume, die dauernd zum Wohnen ober Schlafen Geeignet find. Auf die Art der Bezeichnung der Räume (z. B. Stube. Zimmer, Kammer usw.) und auf die Art ihrer Benutzung durch den Inhaber kommt es nicht an. — 3. Als Nebenräume kommen in der Regel insbesondere die folgenden Räume in Betracht. Hausflur, Treppenflur, Wohnungsflur (Gang), Bal- kon, Veranda, Speisekammer, Bad, Abort, Waschküche, Kraftwagenhalle, Abstell- oder Lagerräume im Kellergeschoß ober Dachboden usw. Blumenschmuckwettbewerb Wir veranstalten auch in diesem Jahre einen Blumenschmuck Wettbewerb und ersuchen alle Einwohner durch Bepflanzung der Häuser, Vorgärten und Veranden sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Auch die mit geringen Mitteln durchgeführte Schmückung wird berücksichtigt Anmeldungen für Teilnahme an dem Wettbewerb müssen auf vorgedrucktem Formular, erhältlich im Verkehrsbüro, Seltersweg 89, bis 1. August 1935 bei uns eingegangen sein. Verkehrs- und Verschönerungsverein Giehen e V. 3999 D Swarrgsvevsteigevung Bauplatze W.M-U.Mgeslll!!.Mg zu verkaufen. Näheres Horst-Wessel-Wall 6. 02876 Dienstag, den Muli 1935,1 illbr, sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-,Laden» u. Büromöbel aller Art, 1 Schreibmaschine, 1 Kassenschrank, 1 Ne- tzistrier- u. Ladenkasse, Eisschränke, Oefen, 2 Klaviere, Anzugstoffe, 1 Näh-, Bohr- und Bandschleif- maschine, 1 Motor, 1 Radio, eine Violine, 8 Pelzmützen, m. Regenmützen, 1 Abziehavparat Bestimmt: Mehrere Flurgarderoben, 500 Rollen Krepp - Papier, mehrere Bücher, 1 Schrank- und Lisch - Grammophon, 1 Mignon- Schreibmaschine. 3997d Scharmann, Gerichtsvollz.,Gießen Wernerwall 83.Tel. 3108. ine wertvolle N.S.V. sein URKUNDE für spätere Geschlechter wird die Firmenmitglied- schäft der 4008 V Ole Belegschaft der FilialelMnns(AoosA.-G. Gladenbach dankt ihrem Chef, Herrn Ludwig Rinn, und dessen Hause für die freundliche Spende anläßlich des 40jährigen D- stehens der Firma. Gefolgschastsmiiglieder Filiale Gladenbach 4010 V Bekanntmachung. _ 5n den beidsn General - Versammlungen vom 26. April 1934 hat die Genossenschaft ihre Auflösung beschlossen. Sämtliche Aktiven und Passiven gehen auf die Bauer!. Bezugs- und Absatzgenofsen- schaft über. Die Gläubiger der Unterzeichneten wollen sich während der gesetzlichen Sperrzeit melden. Leihgestern, den 15. Mai 1934. Landw. Konsumverein 8 e. G. m. u. H. in Liauid. Die Liauidatoren: Heß. Binz. Dern. Krick. Liquidationsbilanz vom 12. Mai 1934 Aktiva. 9UL Kassenbestand.. 34.30 Warenbestand.. 857.11 Rückstände.....1164.33 Bankguthaben. 48.00 Darlehn...... 478.00 Inventar...... 35.00 2 616.74 Passiva. SUt Warenschulden. 1323.67 Geschäftsguth. . 265.00 Reservefond ... 900.00 Betriebsrücklage 152.04 Rückvergütung . 105 00 2745.71 Verlust........ 128.97 Geschastslasten. 9UK, Gehälter.......277.50 Sackst. Kosten... .887.67 Emballagen 26.68 Rückvergütung . .105.00 Abschreib^Jnv.., 5.00 672.88 801.85 Verlust.........128.97 Mitgliederstand 35. Leihgestern, den 15. Mai 1934. Landw Konsumverein 2 e.«r.m.u.H. in Liauid. Heb. Binz. Dein. Krick. W3Sd Geschäftserträgnisse Bruttogewinn.. .647.48 Emballagen......25.40 Die seoeD goteiarior Wörishofer Nerveoprfiparat Blulsaft Herz-Tee u.a. Besuchen Sie das Fachgeschäft f. gute, naturgemäße Kur- und Lebensmittel KräoletaJiiog In der Mäusburg. (Ein Buch fflr Som» mertage u. Ferienzeit ValMevev Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes In Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Walder auf 128 Kuofertiefdruck» tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Eerbard u.G.W -Iff. Preis NM. 4,80. «Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen He bildgeword. Natur fchönheiten in fHt aufzunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Beclam» Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter gu beziehen durch jebe Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin. Lichterfelde Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, SohuletrJ Lichtspielhaus •Gießen Ab heute Montag: wieder ein Großfilm der den Rahmen des alltäglichen sprengt! Merle Oberon die schönste Frau des Films, Leslie Howard derenglische„6rUndgens,,in SCHARLACHROTE BLUME Ein Fllmwerk ans der Zeit der französischen Revolution, nach dem gleichen Roman von Baronesse Orezy. 3996a Vorher: Gates Beiprogramm und UIn-Ton-Woche RnHBtennWMtloemg Am Dienstag, dem 9. d. 211., kommt in dem Ge- memdewald Cleeberg nachstehendes Holz öffentlich zum Verkauf. Nutzholz: Distrikt 1,3 Fuchskopf und 30b. Altenwald Zirka 100 Stück Nadelholzstangen 2. Klasse, zirka 800 Stück Nadelholzstangen 3. Klasse. Brennholz: Distr. 23a Gaulskopf 68 rm Eichenlohholz 1. Klasse, Distr. 37a Sprengersheck 280 rm Eichenlohholz 1. Kl. 75 Stück Lohholzstangen (Baumstützen). Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Zechenhaus (Neuer Saatkamp). 4001V Cleeberg, den 4. Juli 1935. Der Bürgermeister: Klingelhöfer. K