haran erinnerte. Da er aber r.„ h< von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein- “S General-Anzeiger für Gberhessen re richten Anzeiger Gießen I 4 I I gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: „ behördliche Anzeigen 6Rpf. firontfurt am Main 11686 OrutK und Verlag: vrühl'sche Univerfitütsvuch- und Steinbruderei R.Lange in Gießen. 8christleitung und Geschäftsstelle: schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Athener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Staat, Partei und Kirche. Eme Unterredung mit dem Reichs- und preußischen M nister des Innern Dr. Kria karkschen Geschichte der dritten RepubNk und der Schwierigkeit, dazu die Zustimmung des allen Radikalkuren abgeneigten Senats zu erhalten, vor diesem letzten Mittel zur Behebung der Regierungskrisis zurückschrecken lassen. Der Kammerpräsident B o u i s s o n, dessen Eintagskabinett unabhängige Männer von hohem politischen und persönlichen Ansehen wie Marschall Petain, Caillaux, Laval mit den Parteiführern Herriot und Marin und bdn zwei Sozialisten Fros- sard und Lafont vereinte, hatte für seine Ministerliste, . sein Regierungsprogramm und die von der Kammer zu erbetenen Vollmachten die Zustimmung der radikalsozialistischen Partei erhalten, die durch Abstimmung inneryalb der Fraktion sich für eine Unterstützung des Kabinetts Bouiffon festgelegt hatte. Das hat indessen einige Angehörige ihres linken Flüaels nicht hindern können, bei der entscheidenden Abstimmung in der Kammer sich der Ein- antwortlichen für die Schwache sind, mit der England die französischen Winkelzüge in der Abrüstungspolitik gedeckt hat. Mit Stanley Baldwin tritt nun ein Mann an die Spitze des Britischen Reichs, der schon ein Jahrzehnt hindurch die englische Politik maßgebend beeinflußt hat. Zudem sind auch seine Mitarbeiter mit ganz wenigen Ausnahmen dieselben geblieben. Man hat nur innerhalb des Kabinetts einen Wechsel der Plätze vorgenommen und durch die Berufung des jungen Malcolm Macdonald und Ernest Browns die nationale Arbeiterpartei und den rechten Flügel der Liberalen stärker beteiligt. Irgendein Abweichen von der bisher innegehaltenen Linie ist weder innen- noch außenpolitisch zu erwarten. In Baldwin schätzen die Engländer den Mann des gesunden Menschenverstandes, den Mann ohne Nerven, den Mann, der ohne Ueberschwang den politischen Realitäten Rechnung zu tragen versteht und mit der Bedächtigkeit, die dem Engländer Vertrauen einflößt, aber auch mit Hartnäckigkeit und wo es not tut, mit Energie und Mut die Dinge anpackt, wie Englands nationales Interesse es fordert. So wird unter seiner sicheren Führung die Nationalregierung die kurze Strecke bis zu den Parlamentswahlen unangefochten zurücklegen, die im Herbst oder spätestens im kommenden Jahr zeigen sollen, ob das britische Volk noch die Notwendigkeit einer Nationalregierung anerkennt oder wieder dem freien Spiel der Parteien Raum geben will. Die Festigkeit, mit der Baldwin seine persönliche Autorität in manch kritischen Stunden auch der Opposition innerhalb der eigenen konservativen Partei aufgezwungen hat, rechtfertigt die Erwartung, daß Stanley Baldwin auch nach den Wahlen für lange Zeit der britischen Politik den Stempel seiner Per» sönlichkeit aufdrücken wird. Neues Bluturteil der Sowjetjustiz gegen protestantische Pfarrer. Genf, 7. Juni (DNB.) Das „Journal de Geneve", das kürzlich über sowjetrussische Todesurteile gegen die Pastoren Seid und Deutschmann berichtet hatte, erfährt heute, daß der Pastor Simon Kludt in Novonikolajewsk — ein Vater von neun Kindern — am 17. oder 18. Mai gleichfalls zum Tode verurteilt worden ist. Der Pfarrverweser der protestantischen St. Anna-Kirche in Leningrad, Oskar Wilhelm Simon, ist in Strellna am 17. Mai verhaftet und seine Kirche, die ein wichtiges Zentrum des Protestantismus bildete, geschlossen worden. lösung des Bouisson gegebenen Versprechens zu entziehen und im Vertrauen darauf, daß des Nachbarn Ja-Stimme für eine Mehrheit ausreichen werde, sich selber Stimmenthaltung oder gar eine Nein-Stimme zu leisten. Die Furcht vor der Verantwortung war so groß, daß man sich nicht scheute, den eigenen Parteioorsitzenden zu desavouieren. Als dann das Kabinett zu allgemeiner Ueberraschung in der Minderheit blieb, war es zu spät, durch nachträgliche Berichtigungen den Schaden wieder gut zu machen, den man gar nicht gewollt hatte. Die radikalsozialistischen Ministerstürzer wider Willen hattet sich nur vor dem Wählen in der Provinz ein billiges Alibi besorgen wollen, als sie entgegen dem Beschluß ihrer Fraktion dem Kabinett Bouisson die Vollmacht verweigerten, um die es gebeten hatte, und damit sich vor dem Lande als prinzipientreue Republikaner gebärdet. Denn diese umfassende Ermächtigung für ein Kabinett, in dem auch Männer der Rechten maßgebenden Einfluß besaßen, war das Haupthindernis, vor dem die radikalsozialisti- schen Deputierten des Daladier-Flügels aus Scheu vor dem Urteil der Wähler in die Verantwortungslosigkeit ausgebrochen waren. Pierre Laval hat aus diesen Vorgängen die Lehre gezogen, seine Ermächtigungsforderuna auf das Allernotwendigste zu beschränken. Sein Kabinett, das neben einem starken radikalsozialistischen Kern ausgesprochene Männer der rechten Mitte, wie Flandin, Marin und den durch große Aktivität im Heeresausschuß der Kammer bekannten Oberst Fabry mit ehemaligen Sozialisten, wie Frossard und Lafont, zu gemeinsamer Arbeit vereinigt, wird in künftigen kritischen Situationen auf ähnliche Schwierigkeiten stoßen wie seine Vorgänger. Je mehr die Kammersession sich dem Ende nähert, werden die Radikalsozialisten des linken Flügels mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen und die bereits offenbar gewordene, sich nach links neigende Volksstimmung, davor zurückschrecken, die Regierung mit Gruppen der Rechten zu teilen oder sich mit der Verantwortung für so unpopuläre Dinge zu belasten, wie es nun einmal rigorose Einsparungen im Staatshaushalt für die davon unmittelbar Betroffenen sind. Andererseits vermag Laval nur durch eine unbeirrbar feste Politik das Vertrauen wiederherzustellen, das die einzig sichere Grundlage jeder wirtschaftlichen Gesundung ist, eine schwierige Aufgabe, die aber in einem Mann wie Laval vielleicht ihren Meister finden wird. Im Gegensatz zu den turbulenten Vorgängen, die eine französische Kabinettskrisis zu begleiten pflegen, vollzog sich in England die Umbildung der Nationalregieruna mit einer Bedächtigkeit, die alle auf weite Sicht hin gefaßten großen Entschlüsse des englischen Volkes auszeichnet und von weniger nervenstarken Völkern so oft fälschlich als Unentschlossenheit ausgelegt wird. Premierminister Macdonald schied gestern aus dem Amt, das er sechs Jahre innehatte — ein Vergleich mit der üblichen Amtszeit seiner französischen Kollegen drängt sich auf —, zuerst als Führer der im Wahlkampf vom Juni 1929 siegreichen Arbeiterpartei, dann vom Jahre 1931 ab an der Spitze der aus der Zusammenarbeit der konservativen Partei mit Splittern von Liberalen und Labour Party entstandenen Nationalregierung. Macdonalds Rücktritt vom Amt des Premierministers erfolgt aus Gesundheitsrücksichten. Aber auch fein politisches Ansehen ist abgenutzt an den schweren Aufgaben, die innen- wie außenpolitisch ihm gestellt waren. Die Eigenart seiner politischen Laufbahn, die den überzeugten Sozialisten an die Spitze eines fast ausschließlich von den Konservativen bestimmten Kabinetts führte und einen scharfen Bruch mit seinen früheren Parteifreunden bedingte, hat ihn vielleicht früher verbraucht als andere Staatsmänner seines Alters, obwohl der Wechsel der Partei aus Gründen politischer Zweckmäßigkeit oder persönlicher Stimmungen in England so wenig wie in Frankreich mit dem Makel eines unzuverlässigen Charakters behaftet ist. Macdonald war und ist wohl auch heute noch überzeugter Sozialist, was so wenig identisch war mit der doktrinären Auffassung des Marxismus wie die englische Labour Party mit der deutschen Sozialdemokratie. Immerhin hat Macdonald sich aus seiner sozialistischen Weltanschauung heraus verpflichtet gefühlt, gegen die Teilnahme Englands am Weltkrieg öffentlich zu protestieren, was ihm Gefängnis eintrug Es war bezeichnend für die Großzügigkeit des politischen Systems, daß der König nach dem Wahlsieg der Arbeiterpartei nicht zögerte, ihren noch in weiten Kreisen des britischen Volkes als „Landesfeind" verdächtigen Führer zum höchsten politischen Amt des Vereinigten Königreiches zu berufen, ebenso wie Macdonald seinerseits keine Bedenken trug, dem Monarchen den Treueid zu leisten. Die schweren wirtschaftlichen Erschütterungen, die als Folge des Weltkrieges auch England in ihren Bann zogen, gaben Macdonald in kritischer Stunde Gelegenheit, das Vertrauen des Königs zu recht- fertigen, indem er das Ansehen als Führer der Arbeiterpartei in die Schanze schlug, um den Ruf des englischen Patrioten zu erwerben, als er mit der Bildung der Nationalregierung sich entschlossen von denjenigen alten Freunden trennte, tie das Gebot der Stunde nicht erkennen wollten, das von ihnen Zurückstellung des Parteidogmas zugunsten eines einheitlichen nationalen Willens verlangte. Die Nationalregierung hat damals dem englischen Volk den sicheren Halt und das Vertrauen gegeben, mit dessen Hilfe das Experiment der Pfundabwertung gelingen konnte und England von der schweren Wirtschaftskrisis sich langsam zu erholen begann. Englands auswärtige Politik hat in der gleichen Zeit keine überragenden Erfolge aufzuweisen gehabt, soweit europäische Probleme in Frage kommen, gewiß nicht ohne Mitschuld Macdonalds, dessen doktrinäre Voreingenommenheit gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland zweifellos ein Hindernis für eine deutsch-britische Zusammenarbeit zur Organisierung des Friedens gewesen ist, wenn auch nicht verkannt werden darf, daß die Spezialisten des Foreign Office wie die konservativen Diehards und der Generalstab die Hauptver- Oie französische Kammer gibt mit großer Mehrheit dem Kabinett Laval die erbetenen Vollmachten. Paris, 8. 3uni. (DRV. Funkspruch.) In nächtlicher Abstimmung nahm die Kammer die Ermäch- tigungsvorlage mit 32 4 gegen 160 Stimmen an. Die Regierung hat damit eine überraschend große Mehrheit erzielt. Die 160 Stimmen, die gegen die Regierung Laval abgegeben worden sind, sehen sich zusammen aus denen der k o m m u n i st i f ch e n und der s o z i a - listifchen Fraktion, weiter aus einem Teil der unabhängigen Sozial! st en, einigen der unabhängigen Linken und 7 oder 8 radikalsozialistifchen Stimmen. Etwa 9 0 Abgeordnete haben sich entweder der Stimme enthalten oder waren beurlaubt, unter ihnen allein 70 Radikalfozialisten. Einige Stimmenthaltungen und Rein-Stimmen find auch in den Gruppen der Mitte und der Rechten zu verzeichnen, wenn auch bei weitem nicht so viele wie bei den Abstimmungen gegen die Kabinette Flandin und Bouisson. Zu Beginn der Sitzung verlas Ministerpräsident Laval die Regierungserklärung, in der es heißt: Unsere Regierung ist gebildet worden, um gegen die Spekulation zu kämpfen und den Frank zu verteidigen. Die Vollmachten, die wir beantragen, achten das organische und politische Statut des Landes. Das Parlament kennt diese Verfahrensart, denn es hat ihr in weniger unruhigen Zeiten freiwillig zugestimmt. Der Stand der S t a a t s f i n a n z e n ist die einzige Drohung, die auf dem Frank lastet. Unser Goldbestand müßte, wie jeder weiß, ausreichen, um den Frank unantastbar zu machen. Nur das Vorhandensein eines allzu drückenden Haushaltsfehlbetrages, der das Schatzamt erschöpft und die Sparer beunruhigt, würde schließlich die Währung treffen. Es wird aber nicht genügen, die Ausgaben einzu schränken und die Mißbräuche abzustellen, wir werden zu einer Wie - derherstellung der nationalen Wirtschaft insgesamt schreiten müssen. Die Arbeiter des Landes müssen sich unterstützt und geschützt fühlen, man muß der Landbevölkerung, den Kaufleuten und den Industriellen den Absatz ihrer Erzeugnisse gewährleisten, man muß den internationalen Austausch geschmeidiger gestalten, man muß die Bande, die das Mutterland mit seinem Reich in Uebersee verbinden, vervielfältigen und enger schließen, man muß wirksam weiter gegen die Arbeitslosigkeit kämpfen, man muß der I u - g e n d die Verwendung ihrer Fähigkeiten und ihres Betätigungsdranges ermöglichen, man muß, kurz gesagt, einem jeden die Möglichkeit geben, in einer erneuten Wirtschaft zu arbeiten und das gerechte Entgelt für seine Arbeit zu finden. Frankreich hat schon schlimmere Prüfungen durch einen Mut und durch eine Einigkeit zu überwinden gewußt, von der die ehemaligen Frontkämp- f e r das prachtvolle Beispiel gegeben haben. Unsere Außenpolitik der Sicherheit und des Friedens, deren Beständigkeit jedermann anerkennt, könnte nur in Frage gestellt werden, wenn Sie den Anschein erwecken, als ob Sie sie aufgeben und das werden Sie nicht wollen. Der einzige Artikel des Ermächtigungsgesetzes, den die Regierung eingebracht hat, lautet: „Um eine Entwertung der Währung zu vermeiden, ermächtigen Senat und Kammer die Regierung, bis zum 31. Oktober 1935 auf dem Verordn^ngswege alle Maßnahmen mit Gesetze straft zur Bekämpfung der Spekulation und zur Verteidigung des Franks zu ergreifen. Diese Verordnungen, die vom Ministerrat beschlossen werden, werden vor dem 1. Januar 1936 dem Parlament zur Ratifizierung unterbreitet" Lavals Schlußwort In dem Augenblick, da die Abstimmung begann, herrschte der Eindruck, daß Laval gesiegt habe, zumal der Vorsitzende der radikalsozialistischen Kammergruppe, D e l b o s mitgeteilt hatte, daß seine Parteifreunde in ihrer großen Mehrheit, obwohl sie grundsätzlich gegen Vollmachten seien, f ü r d i e Regierung stimmen würden. Laval appellierte schließlich an das Haus, an der Rettung des Franken mitzuarbeiten. Er versicherte, daß die ehemaligen Frontkämpfer erst in allerletzter Linie zu den notwendigen Ausgaben herangezogen werden sollen. Er bekämpfe die von Die pariser preße Paris, 8. Juni. (DNB. - Funkspruch.) Lavals Sieg in der Kammer wird mit begreiflicher Genugtuung, wenn auch nicht mit dem Ueberschwang aufgenommen, wie vor wenigen Tagen die Bildung des Kabinetts Bouisson, das von der Kammer im Stich gelassen wurde. Obwohl man damit rechnete, daß die Regierung eine Mehrheit erhalten würde, so dachte man doch nicht, daß Laval die absolute Mehr- heit bekommen würde. Der Erfolg der Regierung wird drei Umständen zugeschrieben: Lavals Taktik der richtigen Stunde, der Krisen- m ü d i g k e i t des Parlaments und vor allem der Krisenmüdigkeit der O e f f e n t l i ch k e i t, die ihre Unzufriedenheit mit einem nicht arbeitsfähigen Parlament deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Trotzdem ist die Presse zurückhaltend, wohl nicht zuletzt, da nunmehr die von allen Kreisen gesor- oerten Verordnungen sehr einschneidend werden können. Außerdem wird di? vor allem geforderte Haushaltsausgleichung von jedem Franzosen Opfer verlangen. Wenn Laval die Mehrheit einer nationalen Union erreicht hat, schreibt „Echo de Pari s", das Blatt der hohen Militärs, dann wolle das nicht besagen, daß man auf der Rechten und in der Mitte mit der Zusammensetzung des Kabinetts zufrieden fei. Auch habe man sich einen anderen Ton der Regierungserklärung gewünscht und erheblich weiter gespannte Vollmach- t e n. Alles hänge nun davon ab, ob Laval dem Kabinett seinen eigenen politischen Sinn und seinen Mut aufprägen kann. Man könne Laval Vertrauen entgegenbringen, da er sich bereits früher als tatkräftiger und loyaler Ministerpräsident erwiesen habe. Der „M a t i n" meint anerkennend, man habe von zahlreichen Qualitäten gewußt, aber nicht, daß er imstande fei, Schnei- sozialistischer Seite vorgetragene These, daß d i e parlamentarischen Vorrechte durch die Vollmachten beeinträchtigt werden würden. Er habe niemals stärker als heute das Gefühl gehabt, die republikanischen Einrichtungen zu verteidigen. Das Parlament könne sicher fein, daß die Regierung nur in enger Fühlungnahme mit den zuständigen Ausschüssen h.andeln werde. Der Haushaltsfehlbetrag belaufe sich auf rund sechs Milliarden Franken und der Fehlbetrag der Staatsbahngesellschaft auf rund vier Milliarden. Der Goldabfluß sei in den letzten Tagen zwar eingedämmt worden, dafür seien aber ft arte Abhebungen bei den Sparkas - s e n zu verzeichnen. Dieser Zustand dürfe ohne Ge, fahr nicht länger anhalten. Laval versicherte die ehemaligen Frontkämper des Wohlwollens der Regierung, bezeichnete es aber als unerläßlich, Mißbräuche, wie sie mit der Frontkämpferkarte getrieben würden, abzustellen und stellte die Einrichtung einer Pensionskasse für Frontkämpfer in Aussicht. In der dann folgenden Abstimmung wurde das Ermächtigungsgesetz mit der oben bereits mitgeteil» ten Mehrheit" angenommen. zum Siege Lavals. ligfeitsreEorbe aufzustellen, wie mit seine? Regierungsbildung und deren Bestätigung durch die Kammer. „E r e Nouve11e", das Blatt Herriots, schreibt, Laval habe mutig und ohne Zögern seine Pflicht getan. Er habe dem Parlament nachgewiesen, daß es nicht das Recht habe, unter irgendwelchen Vorwänden der Regierung die Mittel vorzuenthalten, die sie zur Erhaltung des Franken verlangen. Hingegen würden die Vorrechte des Parlaments nicht berührt. Die politische Ordnung und Organisation Frankreichs seien nicht in Gefahr. Sie wären es aber gewesen, wenn man der Regierung das Handeln unmöglich gemacht hätte. Man müsse verstehen, daß außerordentliche Zeiten außerordentliche Maßnahmen erforderten. Mit saurer Miene stellt „Populaire", das Blatt der Sozialisten, fest, daß Laval nun seine Vollmachten habe, weil die Kammer kapituliert habe unter dem Äruck der Erpressung einer finanziellen Panik und vor der „Meuterei der Faschisten". Nun würde die Negierung durch Notverordnungen ungeheure Einsparungen vornehmen, um das Haushaltsgleichgewicht herzustellen. Eine Ueberdefla- t i o n bereite sich vor. Zu den außenpolitischen Auswirkungen der Kammerabstimmung schreibt „Journal" mit politischer Klarheit, mit guten Finanzen und einer soliden Armee könne man den Plan der Organisierung Europas durchführen, wie er in Rom, London und Stresa entworfen worden sei. Ein vorübergehendes Schleifenlassen der Dinge von Seiten Frankreichs in den letzten Tagen habe genügt, die Lage zu verwirren. Jetzt aber werde Frankreich seinen Platz an der Spitze des Aufbauwerkes wieder einnehmen, indem es Laval die notwendige Autorität verliehen habe. Baldwins neues Kabinett. Wohl vorbereitet und programmgemäß verlaufen. London, 7. Juni. (DNB.) Die Umbildung des englischen Kabinetts wurde am Freitag vollzogen. Ministerpräsident Macdonald reichte oem König gegen 16 Uhr sein Rücktrittsgesuch ein, das angenommen wurde. Etwa eine Stunde später wurde der Führer der Konservativen Partei, Baldwin, vom König empfangen und mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Gegen 17.30 Uhr erhielten die Minister vom König bereits d i e neuen 21 m t s f i e g e l ausge- händigt. Die neuen Mitglieder des englischen Kabinetts wurden in einer Sitzung des Kronrates vom König vereidigt. Die im Kabinett verbleibenden Minister nahmen an dieser Sitzung nicht teil. Es ist anzunehmen, daß die Namen derjenigen Minister, die zwar der Regierung, nicht aber dem engeren Kabinett angehören, Anfang nächster Woche bekanntgegcben werden. Macdonald ist noch am Freitagabend nach Schottland abgereift und auch die meisten übrigen Minister werden während der Pfingstfeier- tage von London abwesend sein. Macdonald hat nach seinem Rücktritt in einer Botschaft an die Öffentlichkeit u. a. erklärt, daß die schweren und fortgesetzten Anstrengungen, denen er als Ministerpräsident in den letzten sechs Jahren angesichts der kritischen Verhältnisse im In- und Auslande ausgesetzt gewesen sei, ihn seit einiger Zeit vor die Notwendigkeit einer Erholung g e - st e 111 habe. Er fei der Führer eines Kabinetts gewesen, in dem wie in nur wenigen Kabinetten 3UDor d i e mannigfach st en Ansichten über allgemeine politische Grundsätze geherrscht hätten, und dennoch sei man in der praktischen 21 r b e i t der Erfüllung einer gemeinsamen nationalen Aufgabe wie in nur wenigen anderen Kabinetten einig gewesen. Ein solches Kabinett sei nach wie vor vonnöten, wenn der nationale Fortschritt anhalten und sowohl die innen- als auch die außenpolitischen Probleme überwunden werden sollten. Die neue Regierung seht sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident und Erster Lord des Schatzamtes: Stanley Baldwin. Lordpräsident des Geheimen Rates: R a m f a y Macdonald. Schahkanzler: Reville Chamberlain. Lordkanzler: Discount Hailsham. Innenminister und Stellvertreter des Minister- präfidenten im Unterhaus: Sir John Simon. Außenminister: Sir Samuel Hoare. Lordsiegelbewahrer und Vertreter der Regierung im Oberhaus: Lord Londonderry. Dominienminister: Thomas. Kriegsminister: Lord Halifax. Luftfahrtminister: Sir Philip C u n l i f f e-L ister. Minister für Indien: Lord Zetland. Minister für Schottland: Sir Godfrey Collins. Kolonialminister: Malcolm Macdonald. Präsident des Handelsamtes: R u n c i m a n. Erster Lord der Admiralität: Sir Bolton Eyres- M o n f e l l. Minister ohne Geschäftsbereich (für Angelegenheiten des Völkerbundes): Anthony Eden. Minister ohne Geschäftsbereich: Lord Euftace Percy. Landwirtschafts- und Fischereiminister: Malter E l l i o t. Unterrichtsminister: Oliver Stanley. Gesundheitsminister: Sir Kingsley Wood. Arbeitsminister: Ernest Brown. Staatskommissar für öffentliche Arbeiten: Ormsby-Gore. Poskminister: Major Tryon (Major Tryon wird nicht dem eigentlichen Kabinett angehören). In politischen Kreisen wird die Zusammensetzung des neuen Kabinetts als solide bezeichnet. Das Gleichgewicht der Kräfte der drei in der Regierung vertretenen Parteien ist fast unverändert. In der neuen Regierung find 15 Konservative, 3 Rationale Arbeiterparteiler und 4 Rationale Liberale. Im alten Kabinett war das entsprechende Verhältnis 14:3:3. Zwei Konservative, nämlich der bisherige Innenminister G i l m o u r und der Gefundheitsminisier Hilton P o u n g find in der Regierung nicht mehr vertreten. Dafür sind drei Konservative neu hinzugekommen, nämlich Lord Z e t l a n d, Lord Euftace Percy und Anthony Eden. Die Simon-Liberalen haben durch die Ernennung von Ernest Brown zum Arbeitsminister Zuwachs erhalten. Die Vertretung der Rationalen Arbeiterpartei im Kabinett ist zahlenmäßig unverändert. Der bisherige Lordkanzler Lord S a n k e y ist ausgeschieden und Malcolm Macdonald ist zum Kotonialminister mit Kabinettsrang ernannt worden. Dem neuen Kabinett gehören 22 Mitglieder, also zwei mehr als dem alten an. Die Stelle des Postministers gilt in Zukunft nicht mehr als ein Kabinettsposten. Auf den Posten des Luftfahrtministers hat Lord Londonderry einer jüngeren Persönlichkeit, Sir Philip Eunliffe-Llster Platz ge macht. Als schwach beseht galten in den letzten Monaten das Gesundheitsministerium und das Arbeitsministerium, die gleichfalls neue Chefs erhalten haben. Der neue Minister für Indien Lord Zetta n d, sowie der neue Kolonialminister Malcolm Macdonald, der Sohn des ehemaligen Premiers, erfreuen sich im Parlament großen persönlichen Ansehens. Reue Muner. Die für uns im Hinblick auf die schwebenden Verhandlungen interessanteste Persönlichkeit der umgebildeten Nationalregierung ist neben Baldwin der neue Staatssekretär des Auswärtigen S i r Samuel Hoare, von dem wir bereits einen kurzen Lebensabriß veröffentlichten. Wir wiederholen noch einmal die wichtigsten Daten. S i r Samuel Hoare wurde 1880 geboren. Er hat seine Erziehung in Harrow und Oxford genossen und wurde 1905 Privatsekretär des damaligen Kultur u-b e r Die Ausnahme in der preffe 11 Große Rheinfahrt 3421 D SröSuh un» tobet fpaten 1 jeinef durch ', das feine regen, und 2000 innere Leben dieser chreibt, Pflicht n, daß n Vorhalten, n. hin- arla- rdnung lZefahr. Regie- . Man äußeren, wie worden : Dinge m habe werde e des dem es ibe. de das tgeteil» Die Mi- n der " mit d einer 16. Juni 1935. Gießen-Rüdesheim-ltoblenz-Königs- winter (Drachenfels) und zurück. Preis einschl.Dampferfahrt Mk.8.50 Beschränkte Teilnehmerzahl. Anmeldung- u. Ausk. Hapag Reisebüro Gießen Reifen fahren sinan- jsten". inngen Haus- efla- heit bereits geleistet habe. Das Genfer Verfahren fei völlig einwandfrei. Man würde einen Fehler machen, wenn man einen der Hauptgrundsätze des britischen Rechtes außer Acht ließe, daß nämlich ein Mann unschuldig sei, solange ihm seine Schuld nicht nachgewiesen werden könne. Das Vorhandensein einer nicht f e st g e - legten Grenze sei schon immer eine Quelle von Schwierigkeiten gewesen. Das sei einer der Gründe, weshalb die britische Regierung sowohl in Rom, als auch in Addis-Abeba auf die Notwendigkeit einer baldigen Festsetzung der Grenzen zwischen Jtalienisch-Somaliland und Abessinien hingewiesen habe. Außerdem stelle die Demarkation jener Grenze einen Teil des Vertrages von 1928 dar. „Englands Reisevertreter" und „Mädchen für alles". London, 8. Juni. (DRV. Funkspruch.) ,Times" meldet, daß Eden, der neuernannte ch die 1 habe dt, die '■ Das 'erung den werde, ch auf betrag ülliar- !agen aber das. le die er Re- Miß. getrie- ichtung er in >as ent* zrontioe, Imout ng I« |ür find ich c°-d tlnlhony die 6t* Minister tionalen unver- ankey al» ernannt England und -er Abessinien-Konflikt Eden antwortet auf die Angriffe der italienischen preffe. i-bende" $ * s eine" 'wieder ;S ' Te. «teile ‘Qnn Dlmon oon gleich, '-Der K'rche F in 7>rche, 'SkNUz London, 7. Juni. (DRV.) Am Freitag fand die letzte Sitzung des Unterhauses vor der Pfingst- pause statt. Macd o na ld , der zum letztenmale einer Unterhaussitzung als Ministerpräsi- dent beiwohnte, war ausgezeichneter Stimmung und unterhielt sich angeregt mit dem neben ihm sitzenden Verkehrsminister. Als er sich zur Beantwortung einer Frage erhob, wurde Macdonald von allen Bänken mit warmem Beifall begrüßt. Der stellvertretende Führer der Opposition, Major Attlee, warf die Frage des italienisch - abessinischen Streitfalles auf. In Genf habe man sich auf ein Verfahren rur Regelung des Streitfalles geinigt, aber d i e militärischen Vorbereitungen Italiens dauerten an. In Genf sei lediglich eine Art Atempause erzielt worden. Der Völkerbund werde völlig zerstört werden, wenn die ihm an- aehörenden Mächte sich in „imperialistische und freibeuterische Unterfangen" einlassen wurden. — Der Abgeordnete Mander, der der liberalen Opposition angehört, sagte: Nichts sei charakter^ stischer als die erstaunlichen Angriffe, die tagtäglich in der italienischen Presse gegen England gerichtet würden. Es sei schwer zu verstehen, wie diese Angriffe mit den normalen guten Beziehungen zwischen den Ländern m Einklang gebracht werden könnten. Das gesamte Kollektw- system stehe auf dem Spiel. - Der konservative Abgeordnete Hamilton K e r r äußerte Besorgnis, daß die in Stresa zustandegekommene Solidarität durch das Vorgehen Italiens m Abessiniens ernstlich gefährdet werden wurde. Lordsiegelbewahrer Eden betonte, er teile die Auffassung der großen Rolle, die der Völkerbund bei der Schlichtung aller Streitigkeiten spielen müsse, aber es sei vielleicht übersetzen worden, was der Völkerbund in dieser Angelegen-1 fmten Die britische Regierung habe beiden Parteien ihre Dienste für eine unparteiische und friedliche Regelung der entstandenen Schwierigkeiten angeboten. Die Rechte Englands seien vertraglich wohl geschützt, und es bestehe kein Grund, warum nicht harmonische und im beiderseitigen Interesse liegende Beziehungen hergestellt werden könnten. Er sage das, weil in der italienischen Presse zu seinem Bedauern viele Beschuldigungen gegen die britische Regierung erhoben worden seien. Großbritannien sei aller möglichen Machenschaften zum Nachteil Italiens bezichtigt worden, England, so werde behauptet, habe die abessinische Regierung sogar ermutigt, eine feindselige Haltung gegen Italien einzunehmen. Diese Geschichte sei ebensolcher Unfug, wie die Erzählung, daß koloniale Fußballplätze' in Wirklichkeit verkappte Flugplätze seien. Ebenso phantastisch sei die Unterstellung, daß England seit Jahren an die Möglichkeit der Uebernahme einer Art Protektorat über Abessinien denke. Eden wiederholte das Interesse Englands an einer dauerhaften und in gleicher Weise für Italien und Abes- I sinien befriedigenden Lösung, die den Verantwort- W, also 4 post- n * Msters persön- vlah ten > 2lrbe>lS' erh^en d 5e' rflolcolm 101'^’ seichen London, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Alle Blätter betonen, daß durch die Umbildung des Kabinetts der eigentliche Charakter der Nationalregierung nicht berührt werde, und daß daher keinerlei weittragende Aenderungen zu erwarten seien. Die „Times" schreibt mit einem deutlichen Hinweis auf die französische Krise: Der Regierungswechsel in England wurde mit einer Geschwindigkeit und Leichtigkeit und ohne öffentliche Erregung durchgeführt, um die wir von einigen anderen Ländern beneidet werden müssen. Allerdings war es nicht eine sehr ernste politische Umwälzung. Die neue Regierung hält das „nationale Prinzip" in vollem Ausmaß der vorhergehenden Regierung aufrecht. Der wichtigste Wechsel hat im Außenmini st erium stattgefunden. Wie weit Sir John Simon erfolgreich gewesen ist, und ob ein anderer an seiner Stelle mehr Erfolg gehabt hätte, das sind Fragen, die erst auf große Entfernung beantwortet werden können. In mancher Hinsicht hat Simon eine beachtliche Arbeit geleistet. Von einem Neuling (Sir Samuel Hoare) kann mehr geleistet werden, gerade weil er ein Neuling ist, als von irgend jemand, der in alte Streitigkeiten und Animositäten verwickelt ist. „Daily Telegraph" betont, daß die Führung der Naüonal-Regierung jetzt an die stärkste politische Gruppe, nämlich die Konservativen, übertragen worden sei. In Zukunft würde die größere Macht und die Hauptverantwortung in derselben Hand liegen. Der neue Ministerpräsident sei die vollständige Verkörperung des Geistes der „nationalen Union" und genieße das vollste Vertrauen feiner eigenen Partei. Diele hätten gehofft, daß die glänzenden Erfolge Edens in Genf ihm den Posten des Außenministers eingetragen hätten. Baldwin habe jedoch vorgezogen, dieses äußerst wichtige Amt mit einem Mann größerer Regierungserfahrung zu besetzen. Edens Ernennung zum Minister ohne Arbeitsbereich für Völkerbundsangelegenheiten würde feine Dienste für England an dem Punkt sicherstellen, wo seine Talente am glänzendsten zum Ausdruck kämen. Der Außenminister werde dadurch in die Lage versetzt, da zu bleiben, wo er am meisten benötigt werde, nämlich in London. Die Oppositionspresse äußert Mißtrauen. Die liberale „News Chronicle" schreibt, die Regierung Baldwin rufe keineswegs großes Interesse hervor. Es sei überhaupt keine neue Regierung, sondern „der alte Hund mit neuen Streife n". Die konservative Uebermacht sei jetzt noch mehr betont als in der vorherigen Regierung. Heber das Ausscheiden Sir John Simons aus dem Außenministerium werde man wenig Tränen vergießen. Sein Nachfolger, Sir Samuel Hoare, werde das Vertrauen erhalten, das der unzweifelhaften Ehrenhaftigkeit, der Eignung und den guten Absichten, die er in seiner Führung des Indien- Gesetzes an den Tag legte, zukomme. Es sei unwahrscheinlich, daß die Regierung Baldwin in innen» und außenpolitischer Hinsicht mit Kraft und Phantasie auf dem richtigen Wege vorgehen werde. Der arbeiterparteiliche „Daily Herald" schreibt: Der erste Anstoß zur Regierungsumbildung sei von dem leidenschaftlichen Wunsch gekommen, si ch Sir John Simons zu entledigen und von dem Bestreben, den konservativen Führer an der Spitze einer.beherrschend konservativen Regierung zu sehen. lichkeiten Englands, Frankreichs und Italiens unter dem Dreiervertrag von 1906 Rechnung trage. In diesem Vertrag hätten die drei Länder vereinbart, im Interesse der Aufrechterhaltung der politischen und gebietsmäßigen JntegritätAbessiniens zusammenzuarbeiten. Der italienisch-abessinische Schlichtungsausschuß. Mailand, 7. Juni. (DNB.) Der von Italien und Abessinien eingesetzte Schlichtungsausschuß, der in Mailand zu einer Vorbesprechung über den ' Zwischenfall von Ual-Ual zusammengetreten war, hat seine Vorarbeiten beendet. Die Delegierten haben lediglich geäußert, daß die Arbeiten im b e st e n Einvernehmen vor sich gegangen seien. Die nächste Sitzung wurde auf den 25. Juni nach Scheveningen (Holland) einberufen. Das neue Lustabwehrgeschüh der englischen Flotte. London, 8. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der Schleier der Geheimhaltung, mit dem das neue Luftabwehrgeschütz der englischen Flotte bisher umgeben worden ist, wird jetzt zum ersten Mal von den englischen Behörden gelüftet. Der Flotten-Korrespon- dent des „Daily Telegraph" meldet: Die neue Luftwaffe bedeutet eine Revolution in den Ab- wehrmethoden der englischen Flotten gegen niedrig fliegende Bomben- und Torpedoflugzeuge. Das neue „Wundergeschütz" ist nach Ansicht der meisten Marineoffiziere die wirkungsvollste Antwort auf Luftangriffe aus niedriger Höhe, die bisher erfunden worden ist. Es handelt sich um ein fchwerkalibriges, mehrläufiges M a- f ch i n e n g e w e h r, das etwa 100 hochexplosive Granaten in der Minute abfeuert. Der Schußbereich geht weit über den Bereich hinaus, mit dem ein Torpedoflugzeug einen aussichtsvollen Angriff gegen ein Kriegsschiff durchführen kann. Der Strom der Granaten, die das Wasser peitschen und entweder durch Zeit- oder Aufschlagszündung explodieren, löst ein Sperrfeuer aus, durch das kein Flugzeug hindurch kann. Die Aufschlagzündung ist so empfindlich, daß die Berührung eines Flugzeugdrahtes zur Explosion führt. Die englischen Schlachtschiffe und Kreuzer sind in den letzten Jahren bereits mit dem neuen Geschützt ausgerüstet worden und es wird in Zukunft auf allen größeren Schiffen der englischen Flotte aufgestellt werden. Hege Tätigkeit der englischen Flugzeugindustrie. London, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Luftfahrt-Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, daß die englische Flugzeugindustrie infolge des Luftaufrüftungsprogrammes zur Zeit eine ganz außerordentliche Tätigkeit entfalte. Im laufenden Finanzjahr würden insgesamt rund 1500 neue Militärflugzeuge in Auftrag gegeben, darunter in erster Linie Kampfflugzeuge, Jagdeindecker für vielseitige Verwendung, F l u g z e u g b o m b e r und schwere Nachtbomber. Die Zahl von 1500 neuen Kriegsflugzeugen solle im nächsten Jahre noch beträchtlich überschritten werden. Lord Weir, der eigens eingesetzte Mittelsmann zwischen dem Luftfahrtministerium und der Flugzeugindustrie, führe Verhandlungen, um ; die Erzeugungsfähigkeit der Industrie zu i erhöhen. Gleichzeitig würden Maßnahmen zur i Dezentralisierung der Flugzeugfabri- : k e n getroffen, die zur Zeit zum größten Teil in : Derby, Bristol und Coventry zusammenaefaßt seien. - Die Flugzeugindustrie habe ferner große Aufträge nister ohne Portefeuille für Völkerbundsangelegenheiten, der „R e is e v e r tr e t e r" der englischen Regierung sein werde. Der Außenminister werde in Zukunft weniger oft, als dies früher der Fall gewesen sei, nach Genf fahren. Der zweite Minister ohne Geschäftsbereich, Lord Eustace Percy, soll besonders mit der Durchführung der neuen Arbeitsbeschaffungspläne der Regierung beauftragt werden. Die Pflichten Lord Percys könnten am besten mit dem Ausdruck „M ädchen für alles" bezeichnet werden. Das neue englische Kabinett ist mit seinen 22 Mitgliedern das umfangreichste Kabinett in der Nachkriegsgeschichte Englands. Das letzte Kabinett umfaßte 20 Mitglieder. — Als Präsident des Staatsrates hat Macdonald in Zukunft ein Jahresgehalt von nur 2000 Pfund, während er bisher 5000 Pfund hatte. Sein Sohn wird dagegen in Zukunft mehr alsdas Doppelte, nämlich 5000 Pfund, beziehen. von Schulen und Universitäten erhalten, in denen Reserveflieger ausgebildet werden. Das Lustfahrtministerium werde trotz der erhöhten Beanspruchung der Industrie für die englischen Auf- rüstungszwecke keineswegs verlangen, daß die englischen Flugzeugfirmen ihre Lieferungen nach dem Auslande vernachlässigten. Eine Altersgrenze für Bauernführer. Der Zeitungsdienst des Reichsnährstan« des teilt mit: In der Vergangenheit sind sehr oft leitende Stellen der berufsständischen Führung mit Personen besetzt worden, die infolge ihres Alters nicht mehr selb ft wirtschaftende Bauern oder Landwirte waren, und denen deshalb eine lebendige Verbindung mit den politischen und wirtschaftlichen Fragen des Bauerntums und der Ernährungswirtschaft fehlte. Aus diesem Grunde hat der Reichsbauernführer als Altersgrenze für alle ehrenamtlich tätigen Bauern füljrer das fünfundfünfzig st e Lebens fahr bestimmt. Ausnahmen find nur in ganz be sonderen Fällen zulässig und bedürfen der Geneh migung des Reichsbauernführers. Die mit der Er reichung des 55. Lebensjahres ausscheidenden Bauernführer sind berechtigt, ihre letzte Amtsbezeichnung mit dem Zusatz „Alt-" (z. B. Alt-Landesbauernführer usw.) zu führen; ihre Mitgliedschaft im Deutschen Reichsbauernrat bzw. in den Landes- und Kreisbauernräten wird durch ihr Ausscheiden nicht berührt. 19eftert>erid)t Die gestern bei Irland liegenden Tiefdruckwirbel haben sich nordostwärts verlagert. Tiefdruckwirbel Luftdruckanstieg zunächst in der Höhe kühlere ozeanische Luftmassen einaeörungen, die bereits in der Nacht zum Samstag Anlaß zu Gewitterschauern gaben. Da sich bei Großbritannien erheblicher Luftdruckanstieg fortsetzt, wird das kontinentale Hochdruckgebiet eine Verbreiterung nach Westen und Norden erfahren, so daß freundliche Witterung für die Feiertage gesichert erscheint. Aussichten für Sonntag: Vielfach auf» geheitert und trocken bei abflauenden westlichen Winden, mäßig warm. Aussichten für Pfingstmontag: Meist heiter und trocken bei vorwiegend östlichen Winden, stärkere Wärmezunahme. Lufttemperaturen am 7. Juni: mittags 23,8 Grad Celsius, abends 20 Grad; am 8. Juni: morgens 15,9 Grad. Maximum 25,2 Grad, Minimum 13,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juni: abends 19,3 Grad; am 8. Juni: morgens 16,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12,7 Stunden. — Niederschläge 6,6 mm.__ Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter.' Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brübl'lche Universitäts-Buch- and Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Str Samuel Hoare, Außenminister im Kabinett Baldwin. — (Scherl-M.) die vor wenigen Tagen vom Unterhaus in dritter Lesung verabschiedet wurde, hat Hoare seine Umsicht und seine Fähigkeiten bei mehr als einer Gelegenheit beweisen können. U.a. war er Teilnehmer auf 1,5 Millionen Ortsgruppen trügen heute Organisation. Nachdem die beiden Ftlme Kolonialmtntsters. Von 1922 bis 1929 war Hoare in verschiedenen Kabinetten Luftfahrtminister. Von 1930 bis 1931 hatte er das Amt eines Schatzmeisters der Konservativen Partei inne. In der nationalen Regierung Macdonalds war Hoare seit dem Jahre 1931 Staatssekretär für Indien. Bei der Durchkämpsung der Indien-Vorlage, höchste Pflicht der nationalsozialistischen Weltanschauung gegenüber empfinden, die Vermittlung zwischen Persönlichkeit, Volk und Staat zu schaffen, durch Sammlungen aller jener Kräfte, die aus dem gleichen Willen nach einem neuen cebensgehalt und nach einer neuen Lebensform jene Aeuherungen des künstlerischen Schaffens fördern wollen, die das aussprechen, was Millionen fühlen, und dem einen künstlerischen Stil geben, was noch ungeformt in Millionen Menschenherzen lebendig ist. Und aus diesem Gedanken einer Kulturgemeinde ergibt sich ihre Pflicht zur Kultur pflege und d. h. biologisch sowohl wie seelisch verstanden, daß wir die Pflicht haben, das organische Wachstum von allem zu fördern, was innerlich stark und lebensnotwendig dem Werte des Deutschen und dem Schönheitsideal seiner Rasse dient, zugleich aber möglichst jede Wucherung dessen fernzuhalten, was krank oder innerlich fremd ist und nicht im Sinne eines Dienstes für das Deutschtum, sondern im Dienst einer Zersetzung des deutschen*Wesens sich betätigt. Wennn wir uns hier in Düsseldorf deshalb zur Reichstagung der NS.-Kulturgemeinde versammelt haben, so wollen wir von vornherein keine Zweifel darüber lassen, daß wir gewillt und entschlossen sind, den nationalsozialistischen Kampf für eine starke und schöpferische deutsche Kun st fortzuführen und auch niemals darin zögern werden, den versteckten oder offenen Angriffen mißgünstiger oder getarnter Gegner die entsprechende Antwort zu erteilen, ganz gleich, wo und an welcher Stelle sich diese auch wieder hervorwagen sollten. Wir freuen uns, daß es einem jungen Dichter gelungen ist, sich zum Staatspreis für deutsche Dichtung durchzukämpfen und hoffen, daß aus der Hitler-Jugend einst jene Dichter und Sänger erstehen werden, die das heutige und das kommende Deutschland einmal braucht als geformten Ausdruck dessen, was sein Innerstes, bewegt. an der indischen Round-Table-Konferenz. In außenpolitischer Hinsicht ist Hoare so gut wie gar nicht hervorgetreten. Der neue Kriegsminister Lord Halifax ist 54 Jahre alt, war 1921 Unterstaatssekretär des Kolonialministers und später Unterrichts- und Land- wirtschaftsminister. Seit 1932 hat er den Posten des Unterrichtsministers inne. — Der neue Kolo- etn nialminister Malcolm Macdonald, Sohn des bisherigen Ministerpräsidenten, ist 34 Jahre alt und war unter der vergangenen Regierung Unterstaatssekretär im Dominienministerium. — Der Minister ohne Geschäftsbereich Lord E u - ftace Percy hat eine zeitlang im diplomatischen Dienst gestanden und war von 1924 bis 1929 Unterrichtsminister. Er ist der Verfasser mehrerer Bücher über Politik und Diplomatie. Percy wurde 1887 geboren. — Der neue Arbeitsminister Ernest Brown gehört dem Unterhaus seit 1927 an. Er ist bekannt als ein Laienprediger der Baptisten. — Der neue Jndienminister Lord Ze11and, der seit dem Jahre 1922 dem Kronrat angehört, wurde 1876 geboren. Er gilt als ein ausgezeichneter Kenner Asiens und hat in früheren Jahren zahlreiche Reisen nach Persien. Zentralasien, Japan, China und Burma gemacht. 1900 gehörte er dem Stabe des Vizekönigs von Indien an. Von 1917 bis 1922 war Zetland Gouverneur von Bengalen. Er war Mitglied der indischen Round-Table-Kvn- ferenz sowie des gemischten Parlamentsausschusses für die indische Frage. Lord Zetland ist der Verfasser mehrerer Schriften über Asien und hat u. a. auch eine Biographie von Lord Curzon veröffentlicht. ettanschauuna und Kunst ReichSlener Alfred Bosenberg spricht auf der Reichstagung der NS.-Kulturgemeinde in Düsseldorf b e m 21111 a g uraufgefüfyrt und einige Ausschnitte aus dem NSKG.-Film „Das große Eis vorgeführt worden waren, fand die große öffentliche Kundgebung in der Rheinhalle statt. Nach einer kurzen Eröffnungansprache von Gauleiter Staatsrat Florian nahm Reichsleiter Alfred Rosenberg sofort das Wort zu feiner großen Rede über „W eltanschauung und Kunst", in der er u. a. folgendes ausführte: Was die nationalsozialistische Revolution in ihrem Kern, in ihrer Sendung und in ihrem Ziel darstellt, glaubten alle Kämpfer zu wissen. Nichtsdesto-- roeniger steht es doch auch heute fest, daß i n vielen Kreisen Deutschlands der Ideengehalt und der Tatwille des Alltags nicht immer deutlich begriffen werden. Sv entwickelt sich die nationalsozialistische Revolution immer mehr zu einem Kampf der Weltanschauung, zu einem Kampf um die Rangordnung der Werte und damit letzten Endes zu einem Ringen um einen geschlossenen Lebensstil der Nation überhaupt. Wenn wir eine nationalsozialistische kultur- gemeinde versammeln, so wollen wir damit zum Ausdruck bringen, daß wir es als und „Trutz blanker Hans Der erste kulturpolitische Kongreß der Reichstagung der NS. - Kulturgemein d e in Düsseldorf, zu dem die Gauobleute und etwa 800 Amtswarte aus dem ganzen Reich . . dem stellvertretenden Amtsleiter der NSKG. Karl Maria Holzapfel eröffnet. Hierauf nahm Amtsleiter Dr. Stang das Wort. Die diesjährige Reichstaguna der NSKG. stelle einen gewaltigen Fortschritt in der Entwicklung der Organisation dar. Der Erfolg habe der NSKG. Recht gegeben, denn der Mitgliederbestand sei in knapp zwei Jahren von 3 0 0 0 0 0 erschienen waren, wurde von I ■ | Verkäufe Junger, strebsamer Kaufmann RM. 5700 Limousine Ein neues O Fahrrad r Erste Sachvers.-Ges. hat ihre Agentur f^ast neue । iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiT neßanoöe f. Gleichstr. bitt. 024^0 Gießen Gutes Gießen, Frankfurter Straße 52 - 56, Ruf 2847/48 STOEWER VORN ANTRIEB zn. bindliche PROBEFAHRT! 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Geller der Photo-Optiker am Bahnhol Photo-Tausch Photo-Gelegenheiten Veßarmtmachrrug belr. Musterung der Jahrgänge 1914 und 1915 im kreise Gießen. Die Reichsregierung hat am 16. März 1935 eine Proklamation an das deutsche Volk erlassen. Hiernach ist Wehrdienst Ehrendienst am deutschen Volke. Jeder deutsche Wann ist wehrpflichtig. Unter Bezugnahme auf die angeführte Proklamation und das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 sowie das Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 (RGBl. I, S. 609) und die Dienstanweisung für die Musterung und Aushebung vom 29. Mai 1935 (RGBl. I, S. 607) wird hiermit folgendes bekanntgemacht: I. Alle männlichen Reichsangehörigen, die im Jahre 1914 und 1915 geboren sind und sich, wenn auch nur vorübergehend im kreise Giehen aushalten, müssen sich zur Musterung für den Wehrdienst (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) stellen. Die Einstellung zum Dienst erfolgt erst später. Dienstpflichtige, die sich in Arbeitsdienstlagern befinden, haben nur dann zur Musterung zu erscheinen, wenn sie einen Zurückstellungsantrag stellen wollen. II. Als militärische Behörde ist für die Musterung das Wehr-Bezirkskommando Giehen zuständig. III. Die Musterung der Jahrgänge 1914 und 1915 findet in Giehen vom 28. Juni 1935 ab an den einzelnen Tagen jeweils in der Zeit von %% Uhr vormittags an im Gebäude des Wehr-Vezirkskomman- dos Giehen, Liebigstrahe 16, nach folgendem Plane statt: Datum Gemeinden 28. Juni 1935: Wieseck Klein-Linden 1. Juli 1935: Lich Hungen Langsdorf 2. Juli 1935: Allendorf a. d. Lumda Allertshausen Climbach Londorf Odenhausen Kesselbach Reinhardshain Rüddingshausen Weitershain Treis a. d. Lumda 3. Juli 1935: Ober-Hörgern Eberstadt Dorf-Güll Muschenheim Birklar Bettenhausen Obbornhofen Bellersheim Holzheim Grüningen Steinbach Albach 4. Juli 1935: Göbelnrod Saasen Harbach Hattenrod Lindenstruth Stangenrod Oppenrod Beltershain Burkhardsfelden Beuern Bersrod Ettingshausen Trohe 5. Juli 1935: Hausen Leihgestern Garbenteich Watzenborn-Steinberg 8. Juli 1935: Großen-Linden Lang-Göns Allendorf a.d.Lahn Annerod 9. Juli 1935: Lollar Mainzlar Staufenbera Ruttershausen Daubringen 10. Juli 1935: Grünberg Weickartshain Stockhausen Lauter Oueckborn Lumda Geilshausen 11. Juli 1935: Rabertshausen Rodheim Steinheim Trais-Horloff Utphe Inheiden Langd Nonnenroth Billingen Röthges Nieder-Befsingen Ober-Bessingen Münster 12. Juli 1935: Großen-Buseck Heuchelheim Reiskirchen 15. Juli 1935: Rödgen Alten-Buseck. IV. Jeder Dienstpflichtige hat zur Musterung mitzubringen: a) den Geburtsschein; b) Nachweis über Abstammung (bis einschlleßlich Großeltern); c) die Schulzeugnisse und Nachweise über Berufsausbildung (Lehrlings- und Gesellenbriefe); d) Ausweise über Zugehörigkeit zur HI. (Marine-HI.), zur SA. (Marine-SA.), zur SS., zum NSKK., zum DLD. (Deutscher Lustsport-Berband), zum DASD. (Deutscher Amateur-, Sende- und Empfangsdienst); e) den Nachweis über Teilnahme an Wehrsport (Wasserwehrsport); f) den Nachweis über Landhilfe; g) den Nachweis über geleisteten Arbeitsdienst (Ar- beitspaß oder Arbeitsdienstpaß); h) den Nachweis über geleisteten aktiven Dienst in der Wehrmacht oder Landespolizei oder über die bereits erfolgte Annahme als Freiwilliger in der Wehrmacht oder Landespolizei; i) den Nachweis über den Besuch von Seefahrtsschulen und über Seefahrtszeiten; k) den Nachweis über den Besitz des Reichssportabzeichens oder des SA.-Sportabzeichens; 1) den Führerschein (für Kraftfahrzeuge, Flugzeuge oder des Deutschen Segler-Verbandes). Brillenträger haben außerdem das Brillenrezepl vorzulegen. V. Zur Musterung hat auch der Gestellungspflichtige zu erscheinen, der seine Zurückstellung vom Wehrdienst beantragen will. Bei Anträgen auf Zurückstellung aus häuslichen und wirtschaftlichen Gründen ist eine entsprechende Bescheinigung der Ortspolizeibehörde, bei Anträgen auf Zurückstellung aus Gründen beruflicher Art außerdem noch eine Bescheinigung der Ausbildungsstelle vorzulegen. VI. Das Kreisamt kann völlig Wehruntaugliche (Geisteskranke, Krüppel usw.) auf Grund eines Zeugnisses des Amtsarztes von der Gestellung zur Musterung befreien. Ein Dienstpflichtiger, der durch Krankheit an der Gestellung zur Musterung verhindert ist, hat hierüber ein Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. VII. Jeder Gestellungspflichtige hat gewaschen und mit sauberer Wäsche zur Musterung zu erscheinen. Sport- oder Badehose sind mitzubringen. VIII. Vor und bis zum Abschluß der Musterung ist der Genuß von alkoholischen Getränken verboten. IX. Zur Musterung ist das Mitbringen von Verpflegung erwünscht. Es empfiehlt sich, keine Wertsachen und dergleichen zur Musterung mitzubringen. X. Wer seiner Gestellungspflicht nicht oder nicht pünktlich nachkommt oder den vorstehenden Anordnungen sonst zuwiderhandelt, wird, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150,— RM. oder mit Hast bestraft. Evtl, werden auch sofortige polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen ihn ergriffen. 3446D Gießen, den 5. Juni 1935. Hessisches Kreisamt Gießen. I. D.: Dr. Schönhals. Hr.(52 Zweiter Blaff GietzenerRnzelger(General-AnzeigerfürOberhessen) 5amrtag/5onntag,8./9.Juni (935 pfingstm, das liebliche Fest... -• W W M ; ■ t *4 V) M KWD ■fl «r ■>- - ' KA - , Ä; M M .> * ■fe z W - wr MA".M r<. ' WM .. l 4 «. z z > -Etz <-v fe < " AZ E, ■ ' S" .♦ ZM Z,. : ' «■■Ml W /w' - e'P^U ; < Mi v> 2^-1 k ZZA'.ZHU -'HW chemischen Fabrik, — ein Paddelboot hat er aber, , v ^JUVUUVUV« yu‘ VI kämen (aber natürlich dürfen S i e auf keinen Fall so nah herankom- men) — dann würden Sie einen herrlich lavendelfarbenen Pfingstsonntag- morgenhimmel wie durch einen duftigen, weißen Schleier erblicken... Auch können Sie freilich nicht wissen, daß Marie Luise dunkelblond ist, mit einem tiefen Knoten im Nacken, und daß sie große blaue Augen hat. Natürlich hätten Sie gern gewußt, wo diese Augen Hinschauen, wen oder was sie suchen, aber das wäre ja ein bißchen sehr indiskret gefragt, und vielleicht können wir später noch ein Wort darüber verlieren. Daß es mit dem Film und dem Hause Habsburg leider nichts ist, wäre Ihnen selber klar, wenn Sie Marie Luises Zunamen wüßten — aber der tut nichts zur Sache und gehört durchaus nicht hierher. Vielleicht dürfen wir jedoch hinzufügen, daß das Mädchen auf der Pfingstwiese zum gut geratenen Jahrgang 1915 gehört. Denken Sie mal an, damals, als Sie in Flandern oder in den Karpathen umherzogen, und die Vöglein im Walde, die san- gen=fangcn=fangen so wunder-wunderschön, damals hat irgendwo daheim, weit hinten in Deutschland, ein winziges Menschenkindchen seinen ersten Schrei getan, seinen ersten Blick in eine vom Feuerschein des großen Krieges überflackerte Welt. Sechs Monate später erhielt das kleine Wesen den hübschen Namen Marie Luise. So lange ist das schon her. Und heute ist sie ein liebliches junges Fräulein, das am ersten Feiertag mitten auf einer blühenden Wiese steht. Das kommt ziemlich selten vor, und deshalb ist es so schön und etwas so Besonderes. Aus ihrer Armbanduhr ist es jetzt genau 10.15 Uhr. Und sonst um diese' Zeit sitzt das kleine Fräulein, ganz ohne Hut und in einem sehr viel weniger festlichen Kleidchen in einem äußerst sachlich eingerichteten Büro hinter derSchreib- maschine und bekommt Briefe diktiert, die weder nach Flieder noch nach Goldlack riechen, sondern an irgend- feurigen Zungen auf Marie Luise herabredet, so hebt sich doch drüben über den Feldern wie von ungefähr mit blitzendem Flügelschlag ein Vogelschwarm in die sonnenflimmernde Luft, und das Mädchen muß auf einmal, sie weiß nicht wie, an eine weiße Taube denken, an den Heiligen Geist und das Wunder der Pfingsten... Dies alles ist schön und feierlich, und dabei fo still ringsum, daß sie nun, wo die Glockenmusik von den Türmen der fernen Stadt eingeschlafen ist, beinahe ihr Herz schlagen hört. Schweig stille, mein Herze.. Es ist natürlich der reine Zufall, wenn Sie um die gleiche Zeit ebenfalls auf einem Psingstspazier- gang begriffen knapp vor der Brücke, die aus der Stadt ins Freie führt, von einem jungen Mann überholt werden, der es offenbar ziemlich eilig hat, viel eiliger als Sie selber, und der augenscheinlich ungeheuer vergnügt ist. Er trägt einen neuen, hellen Svnntagsmvrgenausgehanzug mit einem wunderschönen frühlingsgrünen Schlips, der bestimmt nicht unter zwei Mark fünfzig zu haben gewesen ist. Und wenn Sie fleißiger ins Kino gingen, dann wüßten Sie wahrscheinlich, daß der Text zu der Melodie, welche der fröhliche junge Mann im munteren Marschtempo immerzu vor sich hinflötet, also lautet: Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie Luise... Und wenn Sie, anstatt vor sich hm- zudösen, Ihr Augenmerk daraus richten würden, daß der Junge gleich hinter der Brücke ins Feld abbiegt und stracks auf den großen Baum lossteuert, von dem hier schon zu Anfang die Rede war, dann würden Sie wissen, was die Glocke geschlagen hat... Verschwunden der Vogelschwarm über den Feldern, aber Marie Luises Blick ruht noch immer auf derselben Stelle, da, wo vom Waldrand her die Straße abbiegt und auf den Fluß, die Brücke und die Stadt zuläuft. Da muß er Herkommen, gleich wird er auftauchen und winken ... Wer denn? Ja, das möchten Sie vielleicht wissen. Daß es weder der pfingstliche Geist noch der Kaiser Napoleon noch der Herzog von Modena ist, soviel steht fest; und selbst der hvchberühmte Schauspieler Willy Forst hat heute, am ersten Feiertag, was anderes vor. (Außerdem ist er gar nicht in unserer Gegend, und wenn er käme, käme er bestimmt nicht zu Fuß, sondern in einem rassigen und funkelneuen Mercedes, Stromlinienkabriolett mit Heckmotor, preisgekröntes Modell 1935. acht Tagen, schlecht gerechnet... * Jetzt werden Sie hoffentlich ungefähr eine Ahnung haben und einsehen, daß es etwas sehr Schones, Festliches und Außergewöhnliches für das junge Fräulein Marie Luise ist, so in dieser warmen, sonnigen Pfingstfrühe unter einem alten Baum auf der Wiese zu stehen, in einem Hellen Kleid unö mit ganz heilen Strümpfen und einem wahren Gedicht von Pfingsthütchen auf dem dunkelblonden Haar. Und kein Gedanke an sehr geehrte Herren und die nicht eingetroffene Sendung vom soundsovielten, kein Gedanke an den widerborstigen Buchstaben b und das durchlöcherte Farbband, nicht einmal an die gute, alte Tante Hildegard, die ihre Karte noch dazu um einen vollen Posttag zu spät gekriegt hat. Nichts von alledem. Heute ist Pfingsten und erster Feiertag. Und wenn auch aus den mächtig ausladenden Zweigen des alten Baumes niemand mit welche, höchst gleichgültige, aber angeblich sehr geehrte Herren gerichtet sind und sich ausschließlich mit dem Verkauf von furchtbar langweiligen Futtermitteln befassen. Außerdem muß schon wieder ein neues Farbband ein- gezogen werden, und das große B schlägt nicht an, und ich hab mich schon zweimal vertippt, hoffentlich geht's mit dem Radiergummi, in elf Tagen ist der Erste, was für eine trostlos lange Zeit, eigentlich wollte , . , abend ins Kino gehen, aber ich muß mir so dringend, dringend, dringend die Absätze aerade- richten lassen, und außerdem hat Tante Hildegard Geburtstag, und eine Karte muß ich ihr doch wenigstens schreiben, übrigens wollte ich ja auch endlich einmal in Ruhe diesen aufregenden ---- Ende lesen und mir hinterher die Moseltal ganz gründlich vornehmen, ich an einen entsetzlichen Haufen Strümpfe denke, der in meinem Korb - „Heiliger Geist, komm auf uns herab!" Doch der Heilige Geist hatte sich verspätet, keine Taube kam zur Erde, die vielen Augen sanken wieder auf Kirchenstuhl, Steinboden und Gebetbuch, und es mußte auch der Pfarrer seinem vergeblichen Rufe wieder eine leisere Betrachtung folgen lassen, doch sein Herz flatterte nun, wie es die Taube hätte tun sollen, die nicht erschienen war. Nach einiger Zeit, da er den Mesner nun endlich auf seinem Posten wähnte, tastete er sich wieder zu so einem Höhepunkt der Predigt heran, und plötzlich rief er zum anderen Male: „Heiliger Geist, komm auf uns herab!" Ach, der Geist hörte nicht auf seinen Diener, er hielt sein lebendiges Sinnbild auf irgendeine unerklärliche Weise zurück. Schweiß trat auf die Stirne des alten Herrn, der die lieben Pfarrkinder betrogen glaubte durch seine Schuld, und aß, regte sich in ihm auch eine leise Furcht, der Himmel könnte die unschuldige Anleihe nicht so gnädig geduldet haben, als er es hoffte, und er wäre nun gestraft für seinen Frevel. Die Leute würden murren und lachen, würden sich vielleicht verkürzt fühlen, weil dem Weihnachtsbaum und Osterlamm nicht die Psingsttaube folgte. Es schlug ihm das Herz so stark, daß er es deutlich fühlte, als er nun noch ein letztes Mal die Anrufung wiederholte. Doch wagte er nun nicht mehr, die Augen zu erheben, sie blieben an dem rotbestickten Leinentuch auf der Kanzelbrüstung haften, und seine Stimme brach über den wenigen Worten fast entzwei. Doch da rieselten Kalkschüppchen von der Sonne nieder, es fiel ein feiner Regen von Staub auf die lauschende Gemeinde, daß sich alle Gesichter zu dem Orte des Ursprungs wandten, und es kam, verstärkt in dem Trichter der Oeffnung, zwischen den Strahlen der Sonnenscheibe, eine Stimme hernieder, die wohl den Tonfall der Mesnerstimme besaß, aber doch zu einem urweltlichen Laute gewandelt schien. Die Botschaft freilich war nicht des Himmels, sie war von einer sehr irdischen Erde, auf die der Heilige Geist nicht kommen wollte. „Herr Pfarrer, Herr Pfarrer", klagte sie, „die Katz hat ihn gefressen." Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. 1. Pfingstfeiertag. 9. Juni. Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt: 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusge- meinde, Pfr. Becker. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; 9.30: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst, Beichte und hl. Abendmahl für die Luthergemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Luther- gemeinde. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Wie- feck. 9.30: Hauptgottesdienst, Kollekte; 10.45: Kinderkirche. — Allen-Vuseck. 10: Festgottesdienst, Kollekte. — Großen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst, Po- saunen-Chor. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst, Kirchenchor. — Albach. 12.30: Festgottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Festgottesdienst unter Mitwirkung des Evang. Frauenchors, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors, Kollekte; 11: Kindergottesdienst, 2. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Kollekte für die Erziehungsarbeit; 11: Hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg; 13.30: Gottesdienst, Kollekte. — Treis a. d. Lda. 9.30: Beichte; 10: Hauptgottesdienst mit hl. Abendmahl, Kollekte; 13.30: Predigtgottesdienst, Posaunenchor, Schülerchor. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst, Mitwirkung des Kirchenchors; 13.30 Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors, — Garbenteich. 9.30: Gottesdienst, Mitwirkung des Gesangvereins Viktoria. — hausen. 10.45: Gottesdienst, Mitwirkung des Frauenchors. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn, Chorschule, Kollekte; 10.45: Kindergottesdienst. — Nieder-Bessingen. 14: Beichte, Gottesdienst, Abendmahl, Kollekte. — Langsdorf. 11: Festgottesdienst, Kollekte, Feier des hl. Abendmahles für die Alten. — Dettenhausen. 9: Festgottss- dienst, Kollekte, Feier des hl. Abendmahles für die älteren Gemeinde - Mitglieder. — Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst, mit anschließender Beichte und hl. Abendmahl für die Jugend. „Herr Gott dich loben wir!" Kollekte für die Erziehungsarbeit; 20: Abendgottesdienst mit Kollekte. Im Laufe der Pfingstwoche Hauskollekte für den Gustav-Adolf- Berein. — Trais-Wünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit anschließender Beichte und hl. Abendmal für die Jüngeren, Kollekte für die Erziehungsarbeit. Im Laufe der Pfingstwoche Hauskollekte für den Gustav-Adolf-Verein. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, anschließend Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahles, nachmittags Hausabendmahle; 15: Gottesdienst im Wall. — Langd. 13: Gottesdienst. — Wirberg. 9.30: Gottesdienst, Kollekte. — Beltershain. 12.15: Gottesdienst, Kollekte. — Harbach. 13.30: Gottesdienst, Kollekte. — Ober-Gleen. 8.30: Festgottesdienst, anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahles des mittleren Alters. — Kirtorf. 10.30: Festgottesdienst, anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahles für die Jugend. 2. Pfingstfeiertag. 10. Juni. Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfr. Trapp; 9.30: Propst Knodt; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Propst Knodt. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst. — pelruskapelle. 9.30: Pfr. Becker. — Wiefeck. 9.30: Hauptgottesdienst, Kollekte. — Alten-Bufeck. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst, Kirchenchor. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Albach. 8.30: Festgottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Festgottesdienst, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Heidenmission. — Klein- Linden. 9: Gottesdienst; 10: Kindergottesdienst. — Watzenborn - Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre für die Konfirmierten. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Pfr. Lenz-Darmstadt, Posaunen- und Kirchenchor, goldene Konfirmation; Kollekte. — Dieder- Bessingen. 9.30: Gottesdienst, Kollekte. — Langsdorf. 9.30: Kindergottesdienst; 10.30: Feier der goldenen Konfirmation, Kollekte. — Bettenhausen. 13.30: Gottesdienst, Kollekte. — Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst; am dritten Feiertag Teilnahme am Arnsburger Pfingstfest. — Trais - Wünzenbecg. 8.30: Gottesdienst; am dritten Feiertag Teilnahme am Arnsburger Pfingstfest. — Hungen. 9.45: Gottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst. — Reinhards- hain. 9: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Alten, Kollekte. — Veilsberg. 12.15: Gottesdienst, Kollekte. — Ober-Gleen. 8: Kindergottesdienst; 9: Festgottesdienst. — Kirtorf. 9: Kindergottesdienst; 10: Festgottesdienst zur Feier der eisernen, goldenen und silbernen Konfirmation; Studienrat Dr. Unverzagt, Posaunenchor, anschließend Feier des hl. Abendmahles; 13.30: Nachversammlung in der „Krone". Vaptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, 9. Juni. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Rinn. Donnerstag, 13. Juni. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung; Prediger Lotz. Neuapostolische Gemeinden, Gießen. Händelstraße 1, Ederstraße 13. Sonntag, 9. Juni. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 12. Juni. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Stadlmission (Löberstraße 14). Sonntag, 9. Juni. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisations-Vortrag. Montag, 10. Juni. 20.30 Uhr: Evangelisations-Vortrag. Mittwoch, 12. Juni. 20.30 Uhr: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, 8. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 9. Juni. Pfingstsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Feierliche Vesper; 16.30 und 19: Beichte. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 10. Juni. Pfingstmontag. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt; 11: Messe; 14.30: Festandacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Die Heilsarmee, Grabenstraße 11. Sonntag, 9. Juni. 8.30 Uhr: Heiligungsversammlung; 10: Kinder« gottesdienst; 20.15: Festoersammlung. Bad-Nauheim I Sanssouci, Cafö u. Konditorei Sehenswürdig und preiswert - Neu eröffnet, gegenüber Trinkkuranlage 3330 V Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Elly Hauck Otto Kern Gießen, Pfingsten 1935 Or. jur. Ludwig Daubel Gerichtsassessor Fuge Vaubel, geb. Fock Vermählte W.-Elberfeld / Gießen Itzehoe 1935 02455 Mühlstraße 5 Steinstraße 28 n?4w Ihehok (Äahnhof-Hotel), den 11. Iuni —-------—-------------- ----—------———-------------------------------- Statt Karten! Statt Karten! Ihre Verlobung beehren stch anzuzeigen Ihre Vermählung zeigen an Milli Schwall Egon Klein Albert Oechert Marthel Klein, geb. Paul Friedensstraße 47 I Pfingsten 1935 Liebigstraße 68 I Gießen (Grabenstraße 3), Pfingsten 1935 02438 02434 ■---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Erna Vogel August Hellmuth Otto Wilke und Frau Mathilde, geb. Kompf geben ihre Vermählung bekannt Gießen, Anneröder Weg 12 Pfingsten 1935 Buhbach, Kaserne 02442 Gießen (Hindenburgwall 7a II), den 8. Juni — ■■ ... _ ■ , 1935 02436 Statt Karten Willi praß Mariechen praß,geb.Äauer Elisabeth Bauer Hans Peter Lucie Zerbe Heinrich Weigel Vermählte Verlobte Verlobte Krofdorf Gießen, Asterweg 39 Pfingsten 1935 Eisenach Krofdorfer Str. 4 Schillerstr. 19 Pfingsten 1935 024-H 02403 Statt K Die Verlobung meiner Tochter Marga mit Herrn Dr. Karl Görnitz gebe ich hiermit a rte nl Meine Verlobung mit Fräulein Marga Schättler Meinen Freunden und Gönnern herzlichen Dank für erwiesene Aufmerksamkeiten anläßlich meines 25jährigen Ge- schästsjubiläums und 50.Geburts- tages. Heinrich «Zhrhardt Steinmehmeister. Sommersprossen entt. bestimmt allerschnellstens Lionin m. Lio- ninseife. 1 issiV Pelikan-Avotb. bekannt Frau Luise Schättler beehre ich mich anzuzeigen Dr. Karl Görnitz Kl eine Anzeig en tln Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und gelesen. geb. Schiffnie Gießen, 8. Juni 1935. Hartbrennholz, ä Wagen 5 Ml. Anmachholz ä Wagen 6 Ml., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. smD J. Wellhöfer, Telephon 2313/ Marb.Str.24. Gießen Kaiserallee 3 Pfingsl Teltow i. Mark Wilhelm-Kube-Allee 22 en 1935 02432 Vornehm 1 Geschmackvoll 1 Persönllchl Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrühPsche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Ludwig Walter Diplom-Volkswirt Elisabeth Walter geb. Müller Vermählte Gießen l^ahnstraße 12), den S. Juni 1935 02481 Statt Karten! Ihre Vermählung zeigen an Forstassessor Wilhelm Gruhn und Frau Anni, geb. Becker Reichertswalde Gießen Ostpreußen Bahnhofstraße 16 Pfingsten 1935 3454 D Ihre Vermählung zeigen an Or. Hugo Zubrod Elsbeth Zubrod, geb. Schmidt Mrnberg-S, Gabelsbergerstr. 49 Gießen, Lessingstr. 1 pfingstsamstag 1935 3411 d Allen denen, die meiner anläßlich meines 80. Geburtstages in so liebenswürdigerWeise gedachten, auf diesemWegemei- nen herzlichsten Dank (Trust Franke 3447v Braumeister i. R. Gießen, den 8.Juni 1935 Schönheit, gesunde Haut durch mit dem Kinderkopf als Kennzeichen der Milde. Warta-Seife 15 und 25*f Wort«-Creme Ilße 30*f Warta - Puder Spritzdose 304, mit Wartasan-Hautnahrung I werden behoben durch Kaiser» I Natron. Milde im Geschmack und ■ sehr bekömmlich, Ist unschädlich. I wirkt nicht gewohnheitsgemäO. Sie I werden erstaunt sein über die gute I Wirkung. Nur echt In grüner Original- | Packung, niemals lose, in den meisten I Geschäften. Rezepte gratis. f Arnold Holste Wwe, Bielefeld. (2). Ab heute nehme ich meine Praxis in vollem Umfange wieder auf Frauenarzt 02326 Dr. Schliemann An der Johanneskirche 2 Sprechstunden: Vormitt. 9 — 11, nach mitt. 2-4 Uhr Dr. Geyer Arzt ist verreist vom 9. bis 16. Juni Vertreter die Herren« Dr. Wilhelm Klein Dr. Neumann-Spengel San.-Rat Dr. Schliephake 3426-0 Nr. 1*2 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 5amstag/5onntag, 8./Y. Zuni |935 Das Rädchen von Orleans. Von Dr. Paul Harms. Erfolgreiches Führe rtu m ist in der älteren Geschichte durchweg mit Herrentum verbunden. Stammesherzöge, Könige, Päpste, Kanzler, Kardinale, Ordensmeister und sonstige Angehörige der, in Staat und Kirche regierenden Oberschicht, sind die Werkzeuge, deren sich das Weltgeschehen bedient, um dem Gang der Dinge eine entscheidende Wendung zu geben. Eine Führernatur großen Formats, die nicht von oben, sondern von unten, aus der Masse der Regierten kommt, tritt uns erstmals um die Mitte des 14. Jahrhunderts in Cola R i e n z i entgegen, dem letzten Tribunen, der uns durch Richard Wagners große Oper vertraut geworden ist. Italien hat sich bis dahin selbst als einen Bestandteil des Imperiums der deutschen Könige ge- fühlt. Rienzi ist, so viel wir sehen können, der erste, der bewußt einen italienischen Nationalismus zu wecken und als politische Triebkraft zu verwerten trachtete. Damit ist er seiner Zeit um Jahrhunderte voraus, und er scheitert unter anderem auch an der Abneigung der römischen Weltkirche, ihren Gottesstaat durch das Erwachen eines Nationalbewußtseins der Völker gefährden zu lassen. Immerhin, er, der zuerst die Masse der Regierten mit vorübergehendem Erfolg gegen das brutale Regiment der römischen Barone führte, hat in die Ferne gewirkt, und das Standbild, das ihm in Rom in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts errichtet wurde, ist dem ersten Rufer nach einem geeinten Italien gesetzt. Ein Jahrhundert war seit Rienzis Geburt verflossen, da wurde, 1412, dem französischen Volke der Führer geboren, der sein nationales Bewußtsein wecken sollte. Und auch dieser Führer kam von unten, denn er war ein Bauernmädchen. Auch die Gestalt der Jeanne d'Arc aus dem lothringischen Dorf Domremy ist uns Deutschen vertvaut durch das Werk eines unserer Großen, durch Schillers romantisches Trauerspiel von der Jungfrau von Orleans. Und neuerdings ist die Aufmerksamkeit erneut auf diese rührendste Verkörperung eines heldenhaften Führertums gelenkt worden durch den Film der Ufa. Ein Bildstreifen, der mit der geschichtlichen Ueberlieferung allerdings reichlich so unbekümmert verfährt, wie Schiller, dabei aber zum Problem des heldenhaften Führertums in einer Weife Stellung nimmt, die von Schillers Auffassung weit ab und oft in befremdliche Nähe des skeptischen Spötters Voltaire führt. Eine Wiedergabe des tatsächlichen Geschehens kann also nur dazu dienen, dem Publikum ein selbständiges Urteil zu erleichtern und es vor dem Abgleiten in Stimmungen und Auffassungen einer überwundenen Zeit zu bewahren. Das Frankreich, in das die Jeanne d'Arc hineingeboren wurde, war seit 70 Jahren vom Kriege mit den Engländern, und gleichzeitig vom Bürgerkrieg zerrissen. Im Südwesten waren die großen Gebiete von Poitou, von Guyenne und der Gascogne schon vor Jahrzehnten an England abgetreten worden. Den Norden hatte Heinrich V. von England — der Gönner Falstaffs aus Shakespeares Königsdramen — durch die Schlacht bei Azmcourt erobert. Paris und der Osten, das mächtige Herzogtum Burgund, hatten Heinrich V. als König von Frankreich anerkannt. Auf das Land dazwischen sah sich der Dauphin, der ungekrönte Karl VII. beschränkt, der erst in Bourges, dann in Chinon hauste. Zum Glück für Frankreich starb Heinrich V. schon bald nach der Eroberung von Paris; sein Bruder, der Herzog von Bedford, setzte den Krieg für den unmündigen Heinrich VI. fort. Die Engländer lagerten vor Orleans. Nahmen sie es ein, dann war die Verbindung zwischen ihrem nördlichen und ihrem südlichen Besitz hergestellt — und mit dem französischen Kö- nigstum war es aus. Und Karl VII. hatte ohnedies nur Anwartschaft auf dieses Königtum, galt aber auch in dem ihm verblieben Landesteil, so lange er nicht in Reims gekrönt war, keineswegs als anerkannter König! In dieser verzweifelten Lage erschien zu Chinon, am Hofe des Dauphins, die Jungfrau. Jeanne hatte das ganze Kriegselend unmittelbar miterlebt. Schon mit 13 Jahren hatte sie innere „Stimmen" vernommen, Stimmen Gottes, der Jungfrau, der Heiligen, die in der Folge von ihr die rettende T a t forderten. Als 17jährige verlangte sie von dem Befehlshaber von Vaucouleurs ein Pferd und eine Rüstung — wenn sie als Frau unter wildem Kriegsvolk sicher sein wollte, mußte sie männliche Kleidung tragen — und begab sich mit wenigen Begleitern, die an sie glaubten, auf den Weg nach Chinon zum Dauphin. Dort langte sie im März 1429 an. Sie hatte es nicht leicht, sich durchzusetzen. Aber schließlich bekam sie Truppen, führte einen Zug mit Lebensrnitteln nach Orleans hinein und vertrieb Anfang Mai in mehreren Ausfällen die Engländer von Orleans und von der Loire. Wie sie versprochen hatte, führte sie den Dauphin nach Reims, wo er im Juli feierlich gekrönt wurde. Für Menschen mit unverbildeten Sinnen ist der Vorgang an sich verständlich, wenn auch ein Wunder. Man braucht nicht, wie es versucht worden ist, in die Tiefen der Sexual-Pathologie hinabzusteigen,' um ihn zu erklären — was man so „erklären" heißt. Man braucht auch keine Nachhilfe durch einen königlichen Politiker vorauszusetzen, der den Ma- chiavelli vorweg genommen hat. Es ist ganz einfach das Wunder der heldenhaften Führung, die an sich und ihren Beruf glaubt, und daher auch andere zum Glauben fortreißt. Es ist einfach — und bleibt doch immer ein Wunder. Ein Volk, das seit Jahrzehnten den Feind im Lande hat und von ihm und seinen eigenen Großen zu Boden gedrückt und getreten wird, erlebt zum ersten Mal den, in einer glaubensstarken Führerpersönlichkeit verkörperten völkischen Willen zum Leden. Dieses Erlebnis wirkt Wunder. Er bricht Den Bann, den ganze Geschlechter als unabwendbare Schickung hingenommen hatten. Der französische Nationalismus erwacht. Aber dieses erste Erwachen ist nicht stark genug, um nun das künftige Schicksal der Volksgemeinschaft aus eigenem Willen zu gestalten. Das Wunder wiederholt sich nicht von Tag zu Tag. Auf den Festtag des Wunders folgt der graue Alltag. Die heldenhafte Führerin, die den Widerstand des Landesfeindes gebrochen hatte, scheiterte am Widerstand der alltäglichen Mächte: der Kirche, des Königtums, des Feudalismus. Was sollte sie tun, nachdem sie ihr Ziel, die Krönung in Reims, wahr gemacht hatte? In die Dunkelheit zurückgetreten? Das war für sie unmöglich: die an sie geglaubt hatten, litten es nicht. Wollte sie nicht die Beute eines der sie umwerbenden Männer werden, so mußte sie weitergehen auf dem Wege der heldenhaften Führerin. Beim Versuch, Paris mit unzulänglichen Kräften zu nehmen, wurde sie durch einen Pfeilschuß am Schenkel schwer verwundet. Vor Compiegne fiel sie, wahrscheinlich durch Verrat, im Mai 1430 den Burgundern in die Hände, die sie für schweres Gold an ihre englischen Verbündeten verschacherten. Damit beginnt das Martyrium des Heldenmädchens, das ein volles Jahr dauern sollte. Sie war jetzt ganz auf sich gestellt, war des Rückhalts, den sie an ihren Landsleuten gehabt hatte, beraubt. Daß der ungeheure seelische Druck, dem sie ausgesetzt war, sie nicht gebrochen hat, das macht ihre vorbildliche Größe aus. Ritterlichkeit war jener Zeit des ab- sterbenden Rittertums unbekannt. Den Engländern war gegen einen Feind, den sie einmal gefürchtet hatten, jedes Mittel recht, die Jungfrau sollte und mußte als Hexe und Ketzerin verurteilt werden, damit die Krönung Karls VII. ihres Nimbus' beraubt würde. Und es fanden sich französische Priester, die das Urteil zu sprechen bereit waren. Denn wenn sie als Priester und nicht als Franzosen urteilten, so konnte der Spruch nicht zweifelhaft sein. Nach kanonischem Recht mußte die Heldenjungfrau als Ketzerin verurteilt werden, denn sie hatte Gott unmittelbar, ohne Vermittlung der Kirche gesucht und weigerte sich auch jetzt noch, ihren „Stimmen" als höllischen Eingebungen abzuschwören. Die Kirche aber hatte nicht, schon vor zwei Jahrhunderten, die Albigenser in Frankreich zu zehntausenden hinmorden lassen, die Inquisition hatte nicht in allen europäischen Ländern unbarmherzig gegen die Ketzer gewütet, um jetzt vor einem Bauernmädchen Halt zu machen. Vier Monate hat die Qual des Prozesses gedauert. Am 24. Mai 1431 sollte auf dem Marktplatz von Rouen das Urteil vollstreckt werden. Da erlag die 19jährige einer Neroenkrise: um dem Scheiterhaufen zu entgehen, unterzeichnete sie mit einem Kreuz einen kurzen Widerruf. Und nun erst sollte sie die volle Höhe ihres, über die Jahrhunderte hinstrahlenden Heldentums erreichen. Um den Lohn ihres Widerrufes wurde sie von den Engländern betrogen. Statt, wie sie gehofft hatte, nunmehr in weibliche Obhut zu kommen, wurde sie rohen Soldaten zur Bewachung übergeben. Da legte sie notgedrungen wieder männliche Kleidung an — und wurde als rückfällige Ketzerin zum zweiten Male verurteilt. Wie nach ihr der 52jährige Givrdanv Bruno, wie in Kleists Drama der Reiteroberst Prinz von Homburg, hat sie, die kaum dem Kindesalter entwachsen war, die Todes- furcht überwunden, indem sie dem Tode fest ins Auge sah. Gefaßt hat sie am 30. Mai 1431 den Scheiterhaufen bestiegen. Ihre Asche ist in die Seine gestreut worden — und als National-Heilige des erneuten Frankreich ist sie alsbald wieder auferstanden. Feierstunde der deutschen Technik in der Breslauer Lahrhunderthalle. Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Breslauer Technischen Hochschule fand im Rahmen der 73. Tagung des Vereins deutscher Ingenieure in der Breslauer Jahrhunderthalle eine eindrucksvolle Feierstunde statt. — (Presse-Illustration Hoffmann-M.) <* — W ■ 3m Umkreis der größten Seeschlacht der Zukunst. Von Dr. A. Winbauer. Noch ist zwar Friede, ein Friede voll Lärm und voll Waffengeklirr, aber immerhin noch Friede. Während Amerikas Flotte in riesigen Manövern in der Südfee den Ernstfall probt, dampft ein amerikanischer Kreuzer zum Freundschaftsbesuch nach Tokio. Aber es ist ein gefährlicher Friede. Die Gegner sehen sich in die Augen und auf die Hände. Und unter der Toga des Friedens klirrt die stählerne Rüstung. Sie machen sich auch nichts vor. Sie wissen, jeder Mann in jedem ihrer Länder weiß es, daß einmal der Tag kommen wird, und in der Selbstverständlichkeit dieses Wissens findet man es auch mit schönem, fast heroischem Unmittelbarkeitssinn für Tatsachen und Entwicklungen selbstverständlich, daß man hüben und drüben für den Ern st fall probt. Für den Ernstfall: das heißt für die Auseinandersetzung um d i e Herrschaft im^azifischen Raume. Es gab einmal eine Zeit, da galt dieser Raum als der friedengesichertste der Welt. Da gab es kein Pazifikproblem, noch weniger die Gefahr eines Pazifikkrieges. Da wirkte die ungeheure Weite dieses Raumes von selbst als Garantie des Friedens. Sie drückte alle Anlieger soweit auseinander, daß keine Reibungsflächen entstehen konnten. Seither hat die Technik, vor allem die Technik des Verkehrs, die Ränder des Raumes so nahe aneinander geführt, daß überall entzündliche Stellen entstanden. Und seither sucht die Geschichte auch in diesem Raum nach dem Beweis ihrer alten Lehre, daß Meere zwischen den Völkern nicht Brücken des Friedens, sondern Brücken des Krieges sind. Der Haß züngelt hoch an den Ufern des Pazifischen Ozeans, und über den Weiten feiner Wüsten wölbt sich das Wörtchen Krieg in hohem Bogen. Zum Kriegführen aber braucht man Stützpunkte, ein Vorfeldglacis und Au s f alist e 11 u n g e n. Hier ist aber Japan bedeutend besser daran als Amerika. Amerika hat auch Akelei und Pfingstrose. Von Peter Bauer. Beide sind beliebte Gartenblüher und entfalten sich unmittelbar vor den königlichen Rosen. Sie erscheinen in vielen Farben, ohne darum ihre Stam- mesmerfmale zu verleugnen ober gar zu verlieren. Akelei ober Aklei hat etwas froh Erregenbes und Erregtes, etwas Anmutiges und Beschwingtes im Klang und erinnert an eine Tänzerin. So schlank- beinig und sprunghaft leicht schießen die Stenge! über ihre Umgebung hinaus. Den Blättern, die in ihrer Dreiteilung fast einem Kleeblatt ähneln, aber zierlicher gebuchtet und gekerbt sind, verdankt die Akelei ihren Namen. Denn Aquilegia bedeutet Wassersammlerin und weist auf die Haltung der Blätter hin, deren Ende sich nckch dem Stiel zu senkt, als wollte jedes Dreiblatt einen Trichter bilden zum Auffangen der Feuchtigkeit. Die gesamte Blätterhülle wiegt sich wie ein weich und schwebend gewirbeltes Spitzenkleid im Winde. Darüber ragt hoch in kecker Selbstbewußtheit der Blütenkopf, der bis an die Wangen tief in einem fünfzipfeligen Kragen steckt und sich im letzten Augenblick mit einer so entzückenden Geste senkt, daß man mit Goethe im Zweifel ist, ob es aus „Gefühl" oder aus „Mutwillen" geschieht. Sicher beeinflußt schon die Blütenfarbe den Ausdruck. Was bei der Weißen und Blauen als „Gefühl" gedeutet werden könnte, wirkt bei der Weinroten schon eher wie „Mutwille". Noch rätselhafter wird die Haltung bei den Braunroten und Goldgelben, den Exoten aus Kanada. Aber Tänzerinnen sind sie alle. Im Gegensatz zu den bäuerlichen, breithüftigen Pfingstrosen, auf die der Name Päonie vortrefflich paßt. Man hört aus ihm etwas Fülliges, Rundliches üppiger Körperformen und denkt an Bäuerinnen im Trachtenschmuck, wo sich Wohlhabenheit in Vielheit äußert: je mehr Röcke, um so größer die Wohlhabenheit. Daher brauchen sie Platz, wo sie stehen, wie Frauen in der Reifrockzeit. Bei all ihrer gefunden Drallheit erlebt man mit ihnen feine Überraschungen. Sie fallen leicht in Ohnmacht. Dann liegen ihre Blüten am Boden und wenn sie in. dieser Haltung ein Regen überfällt, verschmutzen sie und bleiben unansehnlich. Man pflegt ihnen deshalb ein Korsett anzuziehen, in Form eines Draht- ring/s ober eines runden Korbes, aus dem der Boden abgetrennt ist. Aber in solcher Enge nehmen sie meist ein bedrücktes Wesen an und verlieren ihr unbekümmertes Gehaben, das sich mit Vorliebe in einem stolzen, leicht hintenüber Neigen des Kopfes gefällt. Besser schart man eine Leibwache von strammen Schwertlilien um sie, denen sie bei etwaigen Schwächeanfällen schon einmal in die Arme sinken können. Die gewöhnliche Päonie blüht rotbäckig und heißt Bauernrose oder Pfingstrose, weil sie um Pfingsten sich entfaltet. Die weißen und hellfarbigen Arten aus Asien und China duften bisweilen nach Rosen. Akelei und Pfingstrose: die tänzerische Nachhut des Frühlings und der bäuerliche Vortrupp des erntereichen Sommers begegnen einander. Oer Mönch von Heisterbach. Eine Rheinsage von Wilhelm Schäfer. Einmal vor vielen Jahren faß ein junger Mensch zu Heisterbach vor feinem Psalter und grübelte den letzten Dingen nach und konnte nicht verstehen, was da geschrieben stand: Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Weil ihm heiß geworden war in Grübelei und Seelennot, ging er in den Klostergarten, wo die Frühlingslüfte kühl um seine Ohren wehten. Da hörte er Gesang von einem Vogel, voll und schmelzend wie von einer Flöte, so daß er alle Grübelei vergaß und durch den Garten hin und her dem wunderbaren Vogel folgte, der nur ein unscheinbares Tierchen war und rasch von Baum zu Baum sich schwingend stets wieder anderen Gesang anhob. Zuletzt flog er auf einen Tannenbaum jenseits der Mauer, und weil das Klofterpförtchen offenstand, so folgte ihm der junge Mönch auch da und ließ sich in den Frühlingswald hinunterlocken bis tief in eine Brombeerschlucht, wo eine Quelle wie ein Brunnen in ihrem eigenen Wasser stand und von den Sonnenstrahlen glühte. Auf einmal aber ging die Sonne unter, der Vogel schwieg und eine Kühle stieg aus dem Gebüsch. Er wollte fröstelnd zurück, jedoch die Brombeerranken hängten sich in seine Kutte, daß er mühsam aus der Schlucht und in der Dämmerung erst ins Kloster kam. Da war das Gartenpförtchen schon geschlossen, er mußte um die Mauer her den Umweg ans Haupttor machen. Beschämten Sinnes wollte er die Glocke ziehn und fand den Griff nicht mehr und klopfte schließlich an wie ein Fremder. Er sprach den Pförtner gleich demütig an, daß er zu spät gekommen wäre, und wollte schnell an ihm vorbei. Der aber trat ihm in den Weg und sah ihm forschend ins Gesicht; da merkte er, daß es ein anderer Pförtner war, und weil er hitzig wurde, hieß er ihn mit zum Abt hinübergehn. Auch dieser aber war ein Fremder, und als er zweifelnd die getäfelten Wände sah, die er doch kannte: sah er vom Licht der Kerzen in den kleinen Scheiben fein eigenes Bild mit weißem Bart und Haar und fühlte, daß fein Rücken ihm krumm geworden war wie einem alten Mann. Da hielten ihn die Füße nicht mehr länger, sie mußten ihn auf einen Sessel leiten, wo er die Brüder kommen sah, einen nach dem anderen, und keinen kannte er und keiner ihn. Und als er zitternd seinen Namen nannte, holten sie das alte Klosterbuch und fingen an zu blättern, weit zurück, und fanden keinen seines Namens in drei Jahrhunderten; der letzte aber, der fo hieß, war jungen Jahres schon ein Zweifler und ging heimlich fort. Da sank dem alten Mönch ein schwerer Schatten in die Augen: denn tausend Jahre sind ein Tag; und er war gestorben wie wenn Wind auf eine Kerze fällt. Hochschulnachnchten. Der Mathematiker Professor Dr. Theodor Dahlen, Ministerialdirektor im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Berlin ernannt worden. Geh.-Rat Professor Dr. phil. et med. Hans F i - scher, Ordinarius für organische Chemie und Direktor des organisch-chemischen Instituts der Technischen Hochschule München, hat einen Ruf nach Berlin erhalten. Geh.-Rat Fischer ist 1930 für feine Arbeiten über die Konstitution der Blut- und Blattfarbstoffe und für die Synthese des Hämin mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Professor Dr. Adolf H e I b o k, Extraordinarius für österreichische Geschichte und deutsche Wirtschaftsgeschichte an der Universität Innsbruck, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Leipzig ernannt worden. Zeitschriften. — Das Juniheft der schönen Zeitschrift „D e r Naturforscher" (vereint mit „Natur und Technik", Einzelheft 1 Mark, Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde) dürfte hier besonderem Interesse begegnen, da es an erster Stelle zwei Beiträge von Gießener Gelehrten veröffentlicht. Der Rektor unserer Landesuniversität, Prof. Dr. G. Pf. Pähler, Ordinarius für Pädagogik und Psychologie, nimmt in einem Aufsatz „Ist der Charakter erblich?" eingehend Stellung zu den schwierigen Fragen, ob der Charakter auf Vererbung beruht, wie weit das Erbe reicht und wo der Einfluß der Umwelt auf die Charaktergestaltung beginnt Privatdozent Dr. W. E. A n k e l vom Zoologischen Institut Gießen zeigt an Hand von eindrucksvollen Bildern auf Grund seiner Forschungen über die Eiablage der Schnecken, welche Mittel der Natur zur Verfügung stehen, um eine bestimmte Formprägung zu erreichen. — Mit allgemeiner Anteilnahme beobachtet man die Maßnahmen zur Erhaltung des urtümlichsten deutschen Wildes, des Wisents, namentlich nachdem feine Reinzucht und Verdrängungszucht durch Schaffung weiter Gehege amtlich unterstützt und gefördert wird. Dr. Rein gibt in feiner Abhandlung „Bison und Wisent"' einen Ueberblick über die Hauptfragen der Wisentzucht. — Dr. Peters, Bern, bringt „Neue Beobachtungen über den Netzbau der Kreuzspinne" mit zahlreiche» Bildern. — Dr. K. Helbig, Hamburg, der eine sehr erfolgreiche Expedition nach Jnsulinde unternahm, veröffentlicht zum ersten Male feine Feststellungen über die „Tufflandschaften auf Sumatra" und fügt ihnen schöne Ausnahmen bei. — Im Sinne des Naturschutzes teilt Dr. Steinbacher, Berlin, die Ergebnisse von Magenuntersuchungen beim weißen Storch mit. — Ein bebilderter Aussatz von Dr. Kufferath berichtet über die „Fortschritte in der Luminiszenz- analyse", einem Verfahren, das mit Hilfe der neuesten Apparate bei der Feststellung von Fälschungen an Rohstoffen, Nahrungsmitteln, Gemälden usw. unschätzbare Dienste leistet. — Die kleinen Beiträge aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten bringen noch viel Merkwürdiges und Wissenswertes. Mit einem Ueberblick über die Forschungsergebnisse, mit Anregungen zur Naturbeobachtung, diesmal über den Vogelgesang im Ablauf eines Jahres, mit einer Bücherschau und der beliebten naturkundlichen Preisfrage schließt dieses vielseitig anregende Juniheft des „Naturforschers". Besitzungen int Stillen Ozean, aber es sind weniger Stützpunkte als verlorene P o st e n. Sie liegen zu weit vom Heimatland, als daß sie im Ernstfälle gehalten und verwertet werden könnten. Man hat sie — auch Guam, den entferntesten, den nicht weniger als 5000 Kilometer vom Mutterlands trennen — militärisch ausgebaut, aber das war mehr eine Geste als eine Tat. Einzig H a w a i, zu dem jetzt fast allmonatlich die amerikanische Luftmarine Prooeflüge durchführt, hat wirklich militärischen Wert. Die anderen werden im Ernstfall von Japan, dessen pazifische Stützpunkte viel geschlossener um das Heimatland gruppiert sind, überrannt werden. Freilich muß es auch hier heißen: nicht werden, sondern würden! Wenn nämlich nicht Amerika einen ganz großen Trumpf in der Hand hielte, der die günstige Vorfeldstellung Japans wettmacht. Dieser Trumpf heißt Alaska und die A l e u t e n. Als im Jahre 1867 der amerikanische Staatssekretär Seward seiner Regierung und seinen Landsleuten zuredete, Alaska mitsamt der ihm vorgelagerten Inselgruppe der Aleuten den Russen abzukaufen,, da gab es nicht wenige in Amerika, die ihn als Irrsinnigen oder bestochenen Betrüger bezeichneten. Erst die kluge Spekulation auf den eben im Entstehen begriffenen Dollar- und Dankeeimperialismus, dessen jugendlichem Parvenü- tum auch scheinbar sinnlose Gesten lagen, konnte den amerikanischen Bürgern die 7,5 Millionen Dollar abknöpfen, für die schließlich Alaska und die Aleuten aus dem russischen in den amerikanischen Besitz hinüberwechselten. Alaska blieb allerdings auch unter amerika- nischer Herrschaft, was es unter russischer gewesen war: ein ungeheures unbekanntes Gebiet, das unbeachtet und vergessen unter den eisigen Winden des Nordmeeres lag, unbewohnt und für unbewohnbar gehalten und nur in entsprechendem Abstand zwischen neuer Hoffnung und alter Enttäuschung die Wallfahrtsstätte goldhungriger Spekulanten und gescheiterter Existenzen. Was hätte sich die reiche Union im Süden um diesen verlöre- nen Fleck im Norden kümmern sollen? Der nichts war als ein Anhängsel an die ungeheure Macht des amerikanischen Imperiums, der nichts wert schien und der der Wertung daher auch nicht lohnte! Jahrzehnte vergingen, ohne daß für die Erschließung und Entwicklung Alaskas etwas geschah. Nur ganz langsam kam, angeregt durch die Goldfunde und durch den unerschöpflichen Reichtum der Wälder und den steigenden Holzbedarf der Union und der ganzen Welt die Wirtschaft in Gang. Und heute noch zählt das ganze Territorium auf einer Fläche, die dreimal so groß ist wie die ganz Deutschlands, nicht mehr Einwohner als eine mittlere deutsche Provinzstadt, nämlich 59 000, van denen die eine Hälfte Weiße, die andere Hälfte nomadisierende Indianer und Eskimos sind. Noch vergessener lagen die Aleuten, eine nicht weniger als 2500 Kilometer lange, aus etwa 150 Cinzelinseln bestehende Inselgruppe, die von Alaska aus eine gewaltige Brücke nach dem asiatischen Festland hinüberschlägt. Baum- und vegetationslos, vom ewigen Sturm gepeitscht, in ewigen Nebel gehüllt, im kurzen Sommer vom ewigen Regen, im langen Winter vom ewigen Eise zerfressen, lagen sie verloren am Rande der Welt, ein Niemandsland, über dem die Flagge der Union nur aus Zufall wehte. Kaum 1000 Menschen lebten auf den 150 Inseln ein erbärmliches Leben vom Fischfang und Robbenschlag. Weit unten aber in Washington im sonnigen Pennsylvamen gab, es kaum ein Erinnern an dieses verwunschene Stück Erde, das ein smartes Geldgeschäft in den Rang eines amerikanischen Territoriums erhoben hatte. Bis die Gefahr des K o n f l i k t e s m i t I a p a n immer drohender wurde und nicht nur die amerikanischen Kaufleute, sondern auch die amerikanischen Militärs die Karte des Pazifischen Ozeans genauer studierten. Da sah man, daß Alaska und die Aleuten sich wie eine weite Zange nach Westen in den Rücken des Feindes schoben, mit dem einmal der Waffengang gewagt werden muhte. Wie eine riesige Flankenfeste und Flankenbedrohung überqueren sie den Norden des Pazifischen Ozeans. Und man erkannte: von hier aus allein kann Amerika einen Gegner, der es angreift, in die Zange nehmen, die ihn zerdrücken soll, und kann es, wenn es die Rolle des Angreifers selbst übernehmen will, seinen Feinden in Flanken und Rücken fallen. Von dieser Zeit an datiert die eigentliche politische, wirtschaftliche und militärische Entdeckung Alaskas und der Aleuten. Sie wurde mit um so intensiverer Gründlichkeit durchgeführt, je näher der Termin der Auseinandersetzung mit Japan zu kommen schien. Heute ist Alaska sozusagen die große Mode der amerikanischen Politik geworden. Wisienschastliche Expeditionen durchrasen das Land und finden mit einem Male, daß es gar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf immer war. Das Märchen von der Unbewohnbarkeit ist längst abgetan, und eine mit Lobpreisungen und Versprechungen nicht geizende Propaganda versucht, statt der unsteten Zu- und Abwanderer seßhafte Bevölkerung ins Land zu bringen. Man hat sich überzeugt, daß einzelne Täler sich ausgezeichnet zu intensiver Bodenbewirtschaftung eignen und dem Ackerbau vorzügliche Ergebnisse liefern. Eine neue kolonisatorische Besiedlung im großen Maßstab hat eingesetzt, und erst dieser Tage sind 3 0 0 5 armer» familien des Südwestens, deren Häuser und Aecker unter den Dünen der Sandstürme begraben liegen, auf Regierungskosten nach Alaska in eine neue, und wie man hofft, zuverlässigere Heimat gebracht worden. Neben den Wirtschaftlern aber marschierten die Marinesachoer st ä n - digen und ihre Entdeckung ist für das Schicksal Alaskas die entscheidende gewesen: einige Buchten des Landes lassen sich ohne viel Mühe zu ausgezeichneten Marinestützpunkten ausbauen, die um so wertvoller sind, als das Land selbst über ziemlich reiche Kohlenschätze verfügt und die Schiffe von der Versorgung durch das Heimatland dadurch unabhängig werden. Gilt ober Alaska als die nördlichste amerika- nifche Flottenbasis, so sollen die Aleuten die nördlichste amerikanische Flugzeugbasis werden. Seit Monaten werden die Inseln systematisch nach der Möglichkeit der Anlage von Stützpunkten für die Luftflotte erforscht und die riesigen Seemanöver, die augenblicklich im Pazifik im Gange sind, haben in erster Linie den Zweck, festzustellen, wieweit im Zusammenwirken mit einer Alaskaflotte eine amerikanische Luftflotte von den Aleuten aus zum wirkungsvollen Einsatz gegen einen angreifenden Gegner gebracht werden kann. So wird dort oben in den Einöden Alaskas und auf den verlorenen Inseln der Aleuten augenblicklich ein bißchen Weltgeschichte gespielt. Die Erde ist so klein geworden, nicht nur für das Zusammenleben der Völker, sondern auch für das Kriegführen, daß plötzlich ihre entlegensten und verwildertsten Winkel wertvoll und kostbar werden. Sie erwachen aus dem Jahrtausende alten Dornröschenschlaf ihrer Geschichte; aber es sind keine Schalmeien des Friedens, die sie wecken, es ist das Donnern der Kanonen und das Dröhnen der Motore, das ihnen das Lied ihres neuen Lebens singt. Und dieses neue Leben ist, sieht man es genauer, nichts anderes als das Sprungbrett zu vielfältigem Tod! Laval inmitten von Pressevertretern, nachdem ihm der Präsident zum zweitenmal den Auftrag zur Regierungsbildung gegeben hat. — (Scherl-M.) 1 « G ' U M Zurück zu Manitu. Wandlungen im Indianerterritorium der Vereinigten Staaten. Colin Roß gehört zu den seltenen Männern, die den Drang nach Abenteuern mit umfassendem Wissen und schriftstellerischer Begabung in sich vereinen. Seine Beobachtungen und Erfahrungen stets in den Zusammenhang der großen Geschehnisse und Entwicklungslinien zu stellen, prägt sich auch in seinem neuesten Werk aus, das unter dem Titel „Amerikas Schicksalstunde" demnächst bei F. A. Brockhaus in Leipzig erscheint. K a y e n t a (Arizona). ... Wir waren im Jndianerterritorium. Die Kargheit des Bodens, die Dürftigkeit der Grasnarbe, die auf weiten Strecken reiner Sand- und Steinwüste Platz macht, ließ keinen Zweifel daran. Ueberall in den Vereinigten Staaten, wo die Erde besonders unfruchtbar, die Gegend besonders wenig einladend, kann man sicher sein, sich in einem Indianer- reservat zu befinden. Von ihren Sitzen am Meer, in den großen Wäldern, in den fruchtbaren Ebenen hat man die roten Männer langsam, aber sicher immer weiter nach Westen abgedrängt, zuerst über die Appalachen, dann über den Mississippi, um sie schließlich in demWüsten- unb Steppengürtel anzusiedeln, der an dem großen Felsengebirge entlangstreicht. Hätten wir noch einen Zweifel gehabt, der Weg wäre uns untrügliches Zeichen gewesen, daß wir im Roten-Männer-Land waren. Er wurde immer schlechter, bis die Straße zwischen Löchern und Steinen völlig verschwand und nur ein „Track" blieb, der durch Sandhalden und Flußbetten hindurchführte. Das Land der guten Straßen macht in den Inbianerreferoaten eine Ausnahme. Wozu brauchen die Indianer Straßen? Weder ist es erwünscht, daß sie das ihnen Angewiesene Gebiet so leicht verlassen können, noch daß Fremde hineingeraten. Die Ureinwohner und ursprünglichen Eigentümer des Erdteils, den man sich angeeignet hat, sollen i n b e n Wüstengefängnissenoleiben, in bie man sie gesperrt hat; bort sollten sie leben unb sterben, am besten aussterben. Das war natürlich niemals bie offizielle Politik, noch hätte man bas je offen auszusprechen gewagt. Aber in ber ganzen Behandlung, die man dem roten Mann zuteil werden ließ, auch nachdem man das Kriegsbeil mit ihm begraben hatte, lebte doch noch etwas von dem alten puritanischen Glaubenssatz fort, daß lediglich der tot e Indianer ein guter Indianer sei! Natürlich tat man das Seine, um die roten Mitbürger möglichst gründlich und ausgiebig mit den Segnungen der Zivilisation bekanntzumachen. Nicht nur, indem man die Enkel Winnetous auch weiterhin mit Feuerwaffen und Feuerwasser versorgte. Letzteres verbot man sogar offiziell, obgleich inoffiziell natürlich jede Rothaut auch weiterhin so viel Schnaps bekommen konnte, wie sie nur zu trinken oder vielmehr zu bezahlen vermochte, auch wenn die letzten Unterhaltsmittel der Familie dafür draufgingen. Nein, man glaubte eine Weile wirklich, die Indianer „weiß" machen zu können. Das beste Mittel dazu schien, die Kinder den Eltern so früh wie möglich wegzunehmen und in Schulen oder vielmehr Pensionate zu stecken, bie so weit von den Reservaten entfernt lagen, daß bie Eltern bie Kinder erst wiedersahen, wenn diese nach Beendigung der Schulzeit in die Reservate zurück- kehrten. Daß dort Ettern und Kinder einander mchk mehr verstanden, daß die Kinder für das einfache Leben im Zelt oder Lehmhaus durch die ihnen in I der Schule anerzogenen Ansprüche hoffnungslos verdorben waren, das kümmerte die Apo- tel der Zivilisation wenig. Sie taten auch nichts, liefe zivilisierten Indianer wirklich in die weiße Gemeinschaft aufzunehmen, am allerwenigsten, wenn Gefahr bestand, daß dadurch ein Weißer einen Posten verlor. Nur besonders begabten, energischen, jungen Indianern gelang es, sich in der Welt der Zivilisation einen Platz zu erobern. Die Mehrzahl war für die eigene Welt wie für bie der Weißen gleich verdorben und bildet die Masie jener halbzivilisierten und unbrauchbaren, in hoffnungslosem Niedergang versinkenden Indianer von heute. Das war bedauerlich, aber im Grunde gleichgültig, da die rote Rasse ja ohnehin im Aussterben war. Die These von dem unvermeidlichen Rassetod der Indianer, zum mindesten in den Vereinigten Staaten, war lange Zeit eine allgemein gültige Ueberzeugung nicht nur in Amerika. Jahrzehntelang timmte sie auch. Aber mit einem Male schienen die Rothäute sich eines anderen besonnen zu haben. Sie tarben nicht mehr aus, ganz unb gar nicht. Die meisten Stämme hielten ben Stand ihrer Bevölkerung, ja, einzelne fingen an, sich in geradezu erschreckender Weise zu vermehren. Erschreckend, weil darauf die offizielle wie inoffizielle Jndianer- politik nicht eingestellt war. Das Land, das man den einzelnen Stämmen zugeteilt hatte, war an sich bereits reichlich knapp. Es wurde mit der Zeit immer knapper, da man ben ursprünglich ber Stammesgemeinschaft überwiesen Grund und Boden auf die einzelnen Familien aufteilte und ihnen das freie Verfügungsrecht darüber gab. Die Folge war, daß die völlig unerfahrenen und geschäfts- ungewohnten Indianer auch jetzt wieder in der gewissenlosesten Weise übers Ohr gehauen wurden. War ihr Land auch nicht viel wert, so war es doch immer noch ein Geschäft, wenn man es für ein paar Decken und etliche Flaschen Schnaps erstehen konnte. Von 133 Millionen Acker im Jahre 1887 sank die den Indianern gehörige Fläche auf 47 Millionen heutigen Tages herab, von denen überdies 20 Millionen unfruchtbare Wüste find. Damit schien der letzte und furchtbarste Akt der Tragödie des roten Mannes eingeleitet. Der einstige Herr und König eines riesigen Erdteils wurde auf seinem eigenen Boden 3um heimatlosen Bettler und Flüchtling. Merkwürdiger- und im Grunde unbegreiflicherweise hielt mit dieser Entwurzelung des Indianers seine Dezimierung nicht Schritt, sondern sie schlug, wie bereits erwähnt, in bas Gegenteil um. Der auf ben Ueberbleibfeln bes einstigen Jndianer- terrltoriums verbliebene Rest schien sich mit Hän- ben unb Füßen daran festzuklammern. Die Roten darbten unb hungerten auf ihren Reservaten. Sie lebten von geradezu winzigen Einkommen, die man im Durchschnitt, einschließlich der eigenen Farmprodukte und Erträgnisse ber Viehzucht auf etwas über 40 Dollar schätzt — im Jahr! Ueberall im Sübwesten fiel mir auf, welche Rolle ber Jnbianer hier noch, schon rein zahlenmäßig, spielt. Auch in ber scheinbar völlig leeren, oben Steppe sahen wir zahlreiche Schafherben ber Navajo 5 und ihre seltsamen, achteckigen Behausungen. Die Navajos sind bas eindrucksvollste Beispiel für bie schnelle Vermehrung einzelner Jnbianerstämme. Mitte bes vorigen Jahrhunberts schien auch ihr Stamm im sicheren Aussterben. Er zählte nur noch 8000 Köpfe. Seitbem hat er sich jeboch von Jahr zu Jahr vermehrt, so daß er heute 40 000 umfaßt. Damit aber ist ein ernstes Problem entstanden, auch für die Weißen. Die Navajos sind Nomaden, sie leben von ihren Schafherden. Wohl ober übel haben sie biefe vermeyrt unb vermehrt, bis sie viel zu groß für bas begrenzte, ihnen zur Verfügung stehende Lanb würben. Die hungrigen Tiere haben bie ohnehin bürftige Grasnarbe zerstört, bie Pflanzen mit ben Wurzeln ausgerissen. Jetzt ist keine Weibe mehr b a, schlimmer noch: ber seines Pflanzenwuchses beraubte Boden hat keinen Halt mehr. Der Präriehund unter- wühlt, der Regen unterwäscht ihn. Erosion tritt ein und völlige Umwandlung in Wüste droht. Der Geiz früherer Generationen, der die Indianer auf das schlechteste Land drängte und selbst dieses noch beschnitt, rächt sich in furchtbarer Weise. Die Bundesregierung muß mit ganz großen Mitteln einspringen, um die Indianer vor dem Hungertod zu bewahren unb den Boden zu retten, ber zur Wüste zu werben broht. Als bestes Mittel aber zur Rettung ber Jnbianer, zur Rettung bes Bobens, sieht bie Regierung Roosevelts die Rückführung der Rothäute in ihre Stammesgemeinschaft an. Sie sollen wieder zu Manitu beten. Die Indianer sollen wieder Indianer werden! S»m6Walberfimi(ltoerte Von Ernst von Niebelschiih. Es gibt Kunstwerke, die eine so bemeate Ver- gangenheit hinter sich haben, daß selbst ber redseligste Chronist vor dem, was sie ausplaudern könnten, zu einem verlegenen Schweigen verurteilt wäre, unb naturgemäß sind es gerade die berühmtesten, die das Buch der menschlichen Tragikomödie mit ihren Schicksalen füllen. Was einer reinen Begeisterung sein Dasein verdankte — wie oft ist es zum Spekulationsobjekt erniedrigt worden, wie häufig hat es den Platz wechseln müssen, weil Neid und Eitelkeit, Gewinnsucht und Verständnislosigkeit größer waren als die Ehrfurcht vor den idealen Werten, die es darstellt. Don den Kunstwerken, die uns der sogenannte Friedensvertrag genommen hat, haben zwei eine besonders wechselvolle und interessante Geschichte: der Flügelaltar in der Marienkirche zu Danzig und der Genter Altar des Berliner Kaiser-Friedrich-Muse- ums. Ihre Biographie liest sich wie ein kurzweiliger historischer Roman. Es mag um das Jahr 1470 gewesen sein, als zu Brügge in Flandern der damals kaum dreißigjährige Hans Memling den jetzt in Danzig auf- bewahrten Wandelaltar mit der Darstellung des jüngsten Gerichts malte. Auftraggeber war ein in Brügge ansässiger Florentiner Kaufmann, Ja- c o p o Trani, der das Bild für eine der Kirchen seiner Vaterstadt bestimmte. Denn niederländische Kunst stand in dem Italien der Frührenaissance hoch in der Schätzung, namentlich Werke der Malerei, bie an Solidität und Leuchtkraft der Farben bie Erzeugnisse ber gleichzeitigen Italiener um ein Bedeutendes übertrafen. Im Jahre 1473 wurde die kostbare Tafel zusammen mit Spezereien, Pelzwerk und Tuchen auf ber italienischen Galeere „St. Thomas" verfrachtet. Ihr Reiseziel sollte sie freilich niemals erreichen. Die Transportverhältnisse waren infolge des damals zwischen England und den Hansestädten ausgebrochenen Kaperkrieges recht ungünstig, unb so erfüllte sich denn bas Schicksal des Bildes schnell genug, indem die unter burgundischer Flagge ausgelaufene Galeere bereits im Kanal dem Danziger Schiffshauptmann Paul Beneke als Prise in die Hände viel. Wie groß ber Kunstsinn bes verwegenen Schnapphahns gewesen sein mag, wissen wir nicht. Wahrscheinlich wußte er mit bem erbeuteten Bilde weit weniger anzufangen als mit ber übrigen Labung, weshalb er es vorzog, fein beschwertes Pira- tengewisien zu erleichtern unb ben Altar ber Pfarrkirche feiner Heimatstadt als fromme Stiftung zu überweisen. Vergebens forberten sowohl Florenz wie ber Herzog von Bur- gunb bie Herausgabe der Prise, und ebenso erfolglos drohte Papst Sixtus IV. „feinem geliebten Sohn" Paul Beneke mit bem Verlust ber ewigen Seligkeit. Die Danziger, wie es in einer Chronik kurz und bündig heißt, „orageten da nyscht na". Einmal in der Marienkirche aufgestellt, blieb das Bild in Danzig, bis es die Franzosen nach dem Tilsiter Frieden nach Paris entführten, wo es in Gemeinschaft mit den übrigen „eroberten" Kunst- werken eine der Hauptzielen des Louvre bildete. Sv war denn das schon einmal geraubte Gut zum zweiten Male dem Sieger anheimgefallen. Erst 1816 wurde es durch König Friedrich Wilhelm III. den Danzigern zurücker stattet, die damals im Gefühl des Dankes und der gekränkten Unschuld das klassische Distichon auf den unteren Bildrand schrieben: „Als das ew'ge Gericht des Kleinods Räuber ergriffen, gab der gerechte Monarch uns das Erkämpfte zurück." Einen nicht weniger verwickelten Lebensroman hat ber berühmte Wanbeialtar, ber auf Bestellung bes Genter Patriziers Jodokus V y b t unb feiner Gattin Isabella, geb. Burluut, von Hubert van Eyck begonnen, von besten Bruder Jan 1432 voll- enbet wurde. Mit Recht hat man in ihm das erste große, mit verbesserten Darstellungsmitteln ge- | schaffene Dokument der modernen Malerei gesehen. Bekannt wie kein zweites Bild, ist er zum Gemein- 1 besitz ber kultivierten Menschheit geworden. Sehen wir von den leider schon frühen Eingriffen ber Restauratoren ab, so stand bas Wunderwerk bis zum Jahre 1566 unangetastet an feinem Bestimmungsort: ber Vybtskapelle in ber Kathebrale St. Bavo zu Gent — von ben Malern unb Kunst- freunben „umschwärmt wie ein Feigenkorb von ben Bienen". Philipp II. hatte nicht übel Lust, ben ganzen Altar nach Spanien zu verschleppen, aber ber Anschlag scheiterte an bem Widerstand der Bürgerschaft, so daß sich ber König bamit begnügen mußte, Kopien von ber Hanb des Mechelner Meisters Micbel Coxcie anfertigen zu lasten. Während der kalvinistischen Unruhen war man genötigt, den Altar abzubauen und in die Genter Zitadelle zu retten; von dort gelangte er für einige Jahre in das Rathaus, bis er 1584 nach der Einnahme der Stadt durch die Spanier aufs neue in der Vydtskapelle feinen Einzug halten konnte— nicht auf lange. Zeit, denn bereits 1641 zwang ein Dachftuhlbrand zu abermaliger Flucht, der sich auch eine durchgreifende Restaurierung angefchlosten zu haben scheint. Etwa ein Jahrhundert blieb das Werk unbe» heiligt. Mit einem Besuch Kaiser Josefs II. in den inzwischen österreichisch gewordenen Niederlanden begann die Leidensgeschichte seiner Zer- stückelung. Den ersten Anlaß dazu gab eine mißfällige Aeußerung des sittenstrengen Monarchen über die nackten Gestalten bes ersten Menschenpaares, was 1781 bie Entfernung ber beanstandeten Tafeln zur Folge hatte. Nachdem sie lange Zeit verborgen gehalten werden mußten, sind sie 1791 in bie Brüsseler Galerie gelangt. Nun folgte Schlag auf Schlag. Bei der Okkupation Belgiens durch bie Franzosen 1794 fiel zunächst bas Mittelstück mit ber Anbetung bes Lammes unb ben Figuren Gottvaters, Mariae unb Johannis fremder Beutegier zum Opfer. Die Bilder manber- ten — wie wenige Jahre später ber Danziger Altar — in ben Louvre und wurden erst nach dem Pariser Frieden ausgeliefert. Inzwischen aber hatten die Genter in kaum glaublicher Leichtfertigkeit die F l ü g e l b i l b e r für bie lächerlich niedrige Summe von 3000 Florins an einen belgischen Kunsthändler verkauft, der sie für 100 000 Mark an ben englischen Sammler Solly losschlug. Mit besten reichem Kunstbesitz finb sie bann 1821 durch Kauf in bie Berliner Gemäldegalerie gelangt, die sie bis 1919 als ihr kostbarstes Kleinod hütete. So war bas berühmte Werk denn in drei Teile zerrissen und an ebensoviel Orten untergebracht: Der mittlere Teil in ©ent, bie Tafeln mit Adam unb Eva in Brüssel, die übrigen Flügelbilder in Berlin, diese aus Gründen der bessern Aufstellung auseinandergesägt und nebeneinander auf- aehänA. In Gent und Berlin wurden die aus spanischem Besitz erworbenen Kopien von Michel Coxcie zur Ergänzung der Originale verwandt. Damit ist aber die Odyssee des Genter Altars noch nicht zu Ende. Daß die in der Vydtskapelle verbliebenen Tafeln bei Ausbruch des Weltkrieges abermals in sicheren Gewahrsam gebracht wurden, ist nach den trüben Erfahrungen, die die Genter einst mit der französischen Besatzungsarmee gemacht hatten, verständlich, wenn man sich auch bald davon überzeugen konnte, daß dem belgischen Kunstgute unter dem Schutze des deutschen Generalgouvernements keine Gefahr drohte. Ebenso verständlich ist schließlich auch der Wunsch der belgischen Regierung, sich nach dem Kriege wieder in den Besitz der einst verschleuderten Berliner Tafeln zu setzen — doppelt verständlich, als der sehr weitherzig auslegbare Rechtstitel der „Reparationen" auch einen offenkundigen Raubzug moralisch zu legitimieren erlaubte. Wie dem auch sei: für die Bürger von Gent muß es eine große Stunde gewesen fein, als die Berliner Kriegsbeute unter dem Geläut aller Glocken in der alten Scheldestadt eintraf und in feierlichem Zuge von Volk und Geistlichkeit zur Kathedrale von St. Bavo geleitet wurde, um dort mit den beiden Brüsseler Bildern den angestammten Platz wieder einzunehmen. Doch scheint über dem Altar ein Unstern zu walten. Vor kurzem wurden zwei Flügelbilder gestohlen. Eins davon hat man soeben unter geheimnisvollen Um» ständen wiedergefunden. St. Bavo, möchte man glauben, soll feines kostbaren Besitzes nicht froh werden. egreiflicher- Jndianers : sie schlug, l um. -er Indianer- ) mit Han- Die Roten rvaten. Sie en, die man nen Farm- : auf etwas lleberall im er Indianer ;lt. Auch in e sahen wir s und ihre je Ravajos die schnelle Mitte des Stamm im 8000 Köpfe. Jahr ner- H>n Sammler Mstd-E sie bis entstanden, ) Nomaden, lt oder übel rt, bis sie en zur Der- . hungrigen asnarbe zer- ausgerisien. a, schlimmer aubte Boden Hund unter- Erosion tritt :e droht. Der Indianer auf st dieses noch se. Die Bun- Mitteln ein- ^ungeriod zu n, der zur q der W iie Regierung Rothäute aft an. >ie Indianer en! W ««C d--n #«S fk & l?nw ’l N 'n I Sipo. I ? nichts, । ' »'iie >n, .Net Nten, Nit N Äe N'Der K Kner °Hnunas. 10n heute «w den D)Qt "fletoi ^ereinj», flüttioe ^ntelann dienen die 'oben. eie gar nicht, ihrer geradezu Dreckend, ^ndianer- ’ man den in sich be- Zeit im, nglich der und Sound ihnen bie Folge .geschäfts- m der ge- i wurden. 'M es doch >r ein paar hen konnte. 17 sank die Millionen es 20 Mil- schien der des roten und König ern eige- Bettler in drei Teile rt & ftS* oerwanor äS "Lieget __ "VW1 I %!S Vb(> j; »« ,-h- :ati"n ? njiii- Geschichten aus aller Welt Kunst und Wissenschaft Der Auftakt der VOA.-Tagung in Königsberg. Der Landesverbandsleiter Westpreußen des DDA., Graf Brockdorff-Dallwitz begrüßte die Saardeutschen. Der Raum, in dem wir stehen, so führte er aus, ist ein Symbol der Einheit des deutschen Volkes. Das ist das Große, daß nach der nationalsozialistischen Revolution wieder ein Gedanke im gesamten deutschen Volk beherrschend geworden ist, daß es wohl Sonderausgaben gibt, die jeder an seiner Stelle, in seinem Abschnitt getreulich zu erfüllen hat, und es aber nur ein Schicksal des deutschen Volkes geben kann. Bundesleiter Dr. Steinacher erinnerte am Abstimmungsdenkmal an die Abstimmungskämpfe, die entscheidende Proben auf die innere Bewährungskraft deutschen Volkstums gewesen seien. Alle Abstimmungsgebiete hätten das besondere Recht, stolz den Führer zu grüßen als den Erfüller unserer besten Hoffnungen aus dunkler deutscher Vergangenheit. Der eindrucksvollen Kundgebung folgte die Eröffnung der 55. Hauptversammlung des Volksbundes mit einem Begrüßungsabend in der Königsberger Festhalle.Oberbürgermeister Dr. Wi l l - Königsberg gab seiner Freude Ausdruck, über 50 000 junge Volksgenossen in den Mauern der alten Krönungsstadt willkommen heißen zu können. Gesang eines Knabenchors leitete über zu den Reden eines Deutschen aus.Brasilien und eines Deutschen aus Sieben bürgen. Stürmischer Beifall belohnte das Bekenntnis der Ausländsdeutschen zu ihrem Mutterland. Den wirkungsvollen Abschluß bildeten Worte des Bundesleiters des VDA. Dr. Steinacher an das Land Ostpreußen und an Königsberg. Er gedachte der schweren Schicksalsschläge, die das deutsche Volk oftmals getroffen hätten, aus denen aber das deutsche Volk sich infolge der Kraft seines Volkstums immer wieder erhoben habe. Niemals sei das Volkstum stärker in die Erscheinung getreten als nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus. Weiter gab er das Telegramm an den Führer und dessen drahtliche Antwort bekannt. Dr. Steinacher schloß seine Rede mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Zum Schlüsse fang man das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lred. Das ist Alex Schleicher, der Mann, der die Rhönadler und die Rhönbussarde baut, Segelflugzeuge, die in allen Erdteilen fliegen. „Vernünftig leben muß man, sonst ist das nix mit der Fliegerei!" behauptet er, der selber ein zünftiger Segelflieger ist. Und der, wie alle Leute vom Bau, weiß, was gut tut und gut schmeckt! Seine Frau muß ihm Kathreiner machen, aber starken! Mal hat sie was anderes genommen. Da kam sie aber schön an bei ihm... Wer schwer arbeitet, muß gut essen und gut trinken. Einen richtig gekochten Kathreiner — s- recht mit Liebe gekocht, kräftig, würzig, aromatisch — den tdnten olle Männer gern, nicht nur zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten, viele Besucher aus dem Ausland und Männer und Frauen aller Stände des deutschen Volkes füllten die Halle. Furtwängler, mit herzlichen Ovationen begrüßt, brachte mit den Berliner Philharmonikern die „Egrnont -Ouvertüre, die „Pastorale" und die 5. Symphonie Beethovens zum Vortrag. Der Dank der Hörerschaft bekundete sich namentlich am Schluß in begeisterten Huldigungen für die Künstler, an denen sich auch der Führer lebhaft beteiligte. Ausstellung Oberhessischer und Frankfurter Künstler in Bad-Nauheim. Aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Staatsbades Bad-Nauheim veranstaltet die NS- Kulturgemeinde, Abteilung Bildende Kunst, in der Zeit vom 21. bis 30. Juni 1935 in den Räumen des Bad - Nauheimer Kurhauses eine „A u s st e l - lung Oberhessischer und Frankfurter Künstler". Der Sinn dieser Ausstellung ist darin zu sehen, daß das künstlerische Schaffen breiten Volkskreisen zugänglich gemacht werden muß. Darüber hinaus soll der Künstler durch diese Ausstellung, die von der NS.-Kulturgemeinde im ganzen Reiche durchgeführt werden, wieder jene Volksverbundenheit bekunden, die die Voraussetzung für jedes wahre künstlerische Schassen ist. Die Ausstellung wird der oberhessischen Bevölkerung einerseits und den oberhessischen und Frankfurter Künstlern andererseits den Weg zum gegenseitigen Verständnis ebnen und so dazu beitragen, daß das deutsche Kunst- und Kulturschaffen volksverbunden im wahrsten Sinne des Wortes werden wird. Odenwalddichler kurz f. Im 80. Lebensjahr ist in Michelstadt infolge eines Herzschlages der weit über die Grenzen seines Heimatortes und des Hessenlandes hinaus bekannte Dichter des Odenwaldliedes, Ludwig Kurz, gestorben. Der Verstorbene wurde vor mehreren Jahren in Anerkennung seiner Verdienste um seine Heimatstadt zum Ehrenbürger von Michelstadt (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) ( e ♦ und dann ertrank er fast in derBadewanne j (ku) Melbourne. ! Man hat in diesen letzten Tagen vernommen, * daß Kingsford Smith mit seinem Flugzeug auf ( dem Wege von Australien nach Neuseeland mit j knapper Not dem Tode entkam, indem er mit s schweren Maschinenschaden wieder nach Australien < zurüc-kehrte. Aber das Schicksal hätte sich um ein , Haar e^e bittere Ironie erlaubt: Als nämlich । Kingsford Smith wieder in seiner Wohnung ein- ; getroffen war und ein Bad nahm, schlief er infolge i der überstandenen Strapazen im Bade ein... Ein Freund, der bei ihm im Hause weilte, er- > hielt auf einen Anruf keine Antwort, drang in das • Badezimmer ein und konnte Kingsford Smith eben ; noch aus dem Wasser ziehen, als er mit dem Mund bereits unter die Wasserfläche gerutscht war. „Das wäre das Richtige gewesen", sagte Kingsford Smith, als er aus seinem totenähnlichen Schlummer aufwachte, „dem hungrigen Tasrncm- Meer bin ich entkommen. Und eine Badewanne brachte mich beinahe um..." Das erinnert an den Hochsprungmeister, der in einer Straßenrinne stolperte und au Tode kam, oder an den „Mann in der Kanone", der aus seinem Hotelbett fiel und sich das Rückgrat brach. Der verschluckte Angelhaken. (—) Kapstadt. Hier soll von dem eigenartigen Unfall eines Knaben und seiner sinnreichen Rettung durch die eigenen Eltern berichtet werden: Ein Knabe, der bei Massel Bay in der Kapprovinz angelte, legte eine kleine Sportpaufe ein, um fein mitgebrachtes Frühstück zu verzehren. Am Ufer sitzend, hielt er in der linken Hand den Angelhaken mit der Leine, in der Rechten fein Butterbrot. In Gedanken verloren, steckte er den Angelhaken in den Mund und schluckte ihn hinunter. Selbstverständlich blieb das Fanggerät mit seinen spitzen Widerhaken in der Kehle stecken. Der Junge, von rasenden Schmerzen gepeinigt, verlor jedoch nicht die Geistesgegenwart: er schnitt die Angelleine dicht vor dem Munde ab und eilte nach Hause. Die Eltern, deren Farm meilenweit von der Behausung des nächsten Arztes entfernt liegt, beschlossen, den Jungen allein von seiner Marter zu befreien. Sie nahmen eine Bleikugel, durchbohrten sie und zogen den Rest der Angelleine im Munde des Jungen hindurch, so, daß die Kugel an der Leine lief. Der Patient mußte alsdann den Kopf tief nach hinten beugen, die ziemlich schwere Kugel fiel nach unten, wurde verschluckt und löste durch ihr Gewicht die Widerhaken aus dem Schlunde des Jungen. Nun war es verhältnismäßig einfach, mit der Schnur vorsichtig sowohl die Kugel wie den Angelhaken wieder herauszuziehen. Chinesenpaläste im Ausverkauf. (un) Peking. Nie waren die Märkte der Althändler von Peking so voll mit Kostbarkeiten längst vervange- ner Jahrhunderte wie gerade in diesen Tagen. Das Geld ist rar, und die alten chinesischen Adelsfamilien der Tings und Mandschus wollen auch heute noch genau so leben wie einst. Um aber zu Geld zu kommen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als nach und nach ihre prachtvollen Häuser und Paläste abzubrechen und sie Stück für Stück und Kunstwerk für Kunstwerk zu verkaufen. So nähern sich jetzt die acht Paläste des Shun Chih der Auflösung. Diese acht Paläste schenkte er acht Fürsten, die ihn auf dem siegreichen Zug aus der Mundschu- rei nach Peking im Jahre 1640 begleitet hatten. Die Paläste glichen in ihrer Pracht jenem Riesenhause, in dem die kaiserliche Familie wohnte. Heute sind nur noch Trümmer übrig. Ein paar europäische Architekten, die kürzlich die Ruinen besuchten, schätzten die Baukosten und die Grundstücke zu diesen Häusern auf rund 25 Millionen Mark. Sie kalkulierten weiter, daß die Löhne, die man damals den Handwerkern gab, jene 700 000 Mark beträchtlich überschritten, die heute die Mitglieder der Ting-Familie aus dem Verkauf ihrer letzten Werte zu erzielen hoffen. Der Streit um die Krapfen. (—) London. Manche Leute haben doch, trotz hoher Politik und Wirtschaftskrise, eigenartige Sorgen! Auf der Speisekarte eines anläßlich des englischen Königsjubiläums veranstalteten Banketts stand als Nachtisch „Crepes Suzette" aufgeführt. Das ist eine Art von in Del gebackenen Krapfen, die mit einem der Prunelle ähnlichen Likör begonnen und dann brennend aufgetragen werden. Sofort hat sich in der englisch- amerikanischen Presse, teilweise aber auch in der französischen Presse ein Streit darüber entspannen, wer eigentlich der „Erfinder" dieser brennenden ernannt. Ausscheidungskämpfe des Landesverbandes Mltelrhein des Grohdeulschen Schachbundes. Der Landesverband Mittelrhein des G r o ß - deutschen Schachbundes, der die Bezirke Frankfurt a. M., Main-Taunus, Wiesbaden-Rüdes- heim, Montabaur-Neuwied, Limburg-Westerburg, Weilburg-Wetzlar, Offenbach, Hanau, Gießen, Marburg, Darmstadt, Mainz, Koblenz, Kreuznach und Trier umfaßt, hält zu Pfingsten seine diesjährigen A u s s ch e i d u n g s k ä m p f e ab. An dem Turnier nehmen etwa 80 Spieler teil. Es wird in vier Klassen gespielt. Die Meisterklasse spielt etn Runden-Turnier von sieben Runden, die übrigen Klassen mit je 24 Spielern ein Acht-Runden-Tur- nier nach einem Springersystem. An dem Meisterturnier nehmen die folgenden acht Spieler teil: Rohs (Frankfurt a. M.), Dr. Thomae (Lochst), Leube (Unterliederbach), Stein kohl (Rußels- heim), Schild gen (Rüsselsheim), Walter (Koblenz), Stein (Koblenz) und Benkner (Frankfurt a. M.). Die Leitung hat Steul (Frankfurt a. M.). Aus aller Wett. Reichstagung des Verbandes Deutsche Irauenkultur in Münster. „Volkstum und Gestaltung" war der Leitgedanke der Reichstagung des Verbandes Deutsche Frauenkultur in Münster, die eine große Anzahl von Vertreterinnen aus allen Teilen des Reiches herbeigeführt hatte. „Volkstum und Heimat" wurde erlebt in Fahrt durch das Münfterland, in Führungen und Vorträge in der schönen Westfalenstadt. Die Verbandsführerin, Frau Agnes G e r l a ch - Nürnberg, dankte für die Anerkennung und den Willen zur Zusammenarbeit, der zum Ausdruck kommt durch die nunmehr mit dem Frauenwerk gemeinsam erfolgende Herausgabe der im 39. Jahre erscheinenden Verbandszeitschrift. Die Vortragsreihe eröffnete Frau Dr. Soltmann mit dem Tagungsthema „Volkstum und Gestaltung". Hier wurde den Teilnehmerinnen nahegebracht, wie sich in Sitte und Brauch, Lied und Wort, Tracht, Schmuck und Gerät echtes Volkstum offenbart und welche verpflichtenden Aufgaben für die Erneuerung deutschen Volkstums heute an jeden einzelnen gestellt werden. Dr. Nissen sprach anhand einer mit feinem Verständnis zusammengestellten Keramik-Ausstellung über „Das Gefäß". Heber „Das Gewebe" sprach Fräulein Randebro ck. Sie gab einen Heberblick über die Geschichte der Handweberei und führte in die Gesetze textilen Schaffens, insbesondere der Spinnerei und Handweberei ein. Anselm Franke sprach über die Gewinnung der Spinnfaser in alter und neuer Zeit. Ein Vortrag über der „Schmuck in der Tracht" von Studienassessorin Anna H ü r f e l d gab einen Eindruck von der hohen Kultur nordischen Frauenschmuckes. Besonders eingehend wurde an- Übrigens, uci uei ^uuettruuiiy UVV ..—; Schauspielerin Suzette benannten Krapfen auch noch ein kleines Berufsgeheimnis zu beachten, das Meister Joseph nur einem einzigen feiner öcnuler mitgeteilt haben soll. Hnd dieser Schüler ist heute Küchenchef auf der „Normandie", dem soeben m Dienst gestellten französischen Riesenschiff. soweit sie sich mit nationalsozialistischen Fragen beschäftigen — seit langem von meiner Kommission abgelebt worden sind. Sie erscheinen nicht mehr bzw. sind eingezogen worden. Es trägt keine der Schriften Czech-Jochbergs den Vermerk der Partei. Sie können also nicht als nationalsozialistisch bezeichnet werden. Die Ausführungen Franks zeigen, in welcher Weife man geglaubt hat, nationalsozialistische Literatur Herstellen zu können. Auftakt des Münchner Festsommers. In der zu einem gewaltigen Konzertsaal mit 5000 Sitzplätzen ausgebauten Halle I des Münchener Ausstellungsparkes wurde mit einem Konzert der Berliner Philharmoniker unter ihrem Dirigenten, Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, der Festsommer der Stadt eröffnet. Zur besonderen Freude der Besucher erschien auch der Führer und Reichskanzler, von herzlichen Kundgebungen empfangen. Ferner waren u. a. anwesend Reichsminister Dr. Frank und Reichsstatthalter General Ritter v, Epp. Auch Krapfen ist. Als erster nahm in einer amerikanischen Zeitung der in Neuyork lebende französische Hotelkoch Henri Charpentier diesen Ruhm für sich in Anspruch. Dieser „durch nichts gerechtfertigten Anmaßung tritt in der englischen und französischen Presse em anderer Meister des Bratspießes und des Kochlöffels mit der Mitteilung entgegen, diese Krapfen seien eine Erfindung des unter allen Feinschmeckern der damaligen Welt berühmt gewesenen Küchenchefs des Pariser Restaurants „Marivaux", Joseph, gewesen. Dieser liebte eine kleine Schauspielerin der Comedie Francaise, eine gewisse Suzette, die sich bei der Rollenbesetzung stets benachteiligt suhlte. In einem Lustspiel hatte sie als Dienstmädchen Krapfen aufzutragen, — und um nun die Aufmerksamkeit des Publikums auf diese kleine, aber hübsche Schauspielerin zu lenken, buk ihr Liebhaber eigens für die Aufführung Krapfen, die er mit fiifor übergoß und dann ansteckte, so daß die Flammen alle Bucke auf sich und die Trägerin locken mußten Nach den Angaben desselben Küchenchefs gilt es übrigens, bei der Zubereitung der nach dieser Ordnung. Das Kiebitzen hak nur keider die Eigen- , schäft, daß es dazu verführt, selber in das Spiel i einzugreifen. Ein Herr A. konnte dieser Versuchung : nicht widerstehen. Es war ihm ja ganz gleichgültig, i wer von den Spielern gewann, die Hauptsache blieb l für ihn, daß die Spiele recht schnell zu Ende kamen, denn mit jedem neuen Spiel bekam er seinen Lohn ■ ausbezahlt. Herr A. ließ, ohne daß der betreffende Herr es merkte, einem Spieler immer wieder gute Karten zukommen, so daß sich bald nach Beginn des Spieles das Glück diesem Herrn zuwandte und mit erstaunlicher Beharrlichkeit bei diesem Spieler blieb. Der also Begünstigte gewann Spiel um Spiel, rasch hintereinander, und war selber verwundert über diese Glückssträhne. Er wußte ja nicht, daß ihm A. aus einem Paket Reservekarten die so beliebten Joker unter die Karten mischte. Als die anderen Spieler mißtrauisch wurden, dauerte es nicht lange, bis man den mitspielenden Kiebitz entdeckt hatte. Das Gericht verdonnerte Herrn A. zu einer längeren Arreststrafe. Laternenmanns Abschied. (ha) Prag. In den nächsten Tagen wird in einem Saale des Rathauses zu Prag eine schlichte Feier stattfinden: Dem letzten Laternenanzünder wird ein Geldschein und die Mitteilung von seiner Pensionsberechtigung überreicht werden. Er ist wirklich der allerletzte jener einst in Prag wohlbekannten Erscheinungen. Noch vor einem Dutzend Jahren konnte man weit über hundert derartige Laternenmänner abends und morgens mit ihren Stangen durch die Straßen wandeln und die Laternen anzünden sehen. Der Beruf mußte ausfterben, als die Automatisierung des Laternenanzündens immer weitere Fortschritte machte. Nur diesen letzten und ältesten ließ man in ein paar dunklen Vorortstraßen bis zu seiner Pensionierung noch seines Amtes' walten... Die Knaben, die sich selbst entführten. (a) K o n st a n z a (Rumänien). Eines Tages waren John Ciocan und Mircea Letu spurlos verschwunden. Der eine war 13 Jahre und der andere 14 Jahre alt. 24 Stunden später traf bei den Eltern ein Erpresserbrief ein, in welchem gefordert wurde, 100 000 Lei an die Entführer der Kinder zu übergeben. Andernfalls würden die beiden Knaben grauenvoll ermordet und „den Haifischen des Schwarzen Meeres als Fraß dienen." Die Eltern der beiden Kinder waren reiche Leute. Immerhin fetzten sie sich mit der Polizei in Verbindung und erhielten von dieser den Rat, längst außer Kurs gesetzte Banknoten, deren Nummern außerdem noch notiert wurden, als „Lösegeld" auszuhändigen. Genau wie im Falle Lindbergh wurde die Lösegeldsumme über eine Kirchhofsmauer den Entführern überreicht. Ein paar Tage später hatte man die angeblich Entführten gefangen — und zwar in dem Augenblick, als sie ihr eigenes Lösegeld ausgeben wollten. Die beiden hoffnungsvollen Knaben hatten sich selbst „entführt"!... Czech-Zochbergs Schriften von der Prüfungskommission zum Schuhe des NG.-SchristtumS abgelehnt. Im Völkischen Beobachter veröffentlichte der bekannte Geschichtsforscher Walter Frank im Auftrage der Schrifttumsabteilung beim Beauftragten des Führers für die gesamte weltanschauliche und geistige Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, eine äußerst kritische Stellungnahme zu dem Schriftsteller Czech-Jochberg. Frank wandte sich gegen den konjunkturbedingten historischen Dilettantismus, der in Czech-Jochbergs Schriften feinen bekanntesten Namen gesunden habe. Nunmehr übersandte der Vorsitzende der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums dem „V. B." folgende Erklärung, in der es u. a. heißt: Der Artikel Dr. Walter Franks über „Czech-Jochberg — ein Biograph Adolf Hitlers" gibt mir Veranlassung darauf hinzuweifen, daß die Schriften von Czech-Jochberg, entdeckte zu feiner Verwunderung mitten in der ausgestreuten Blumenerde einen von dieser ange- schwärzlen Brief, der aber noch deutlich genug die Anschrift des zuständigen Staatsanwalts trug. Dem übermittelte man den Fund, und als der Staatsanwalt den Umschlag öffnete, fand er darin das schriftliche Geständnis eines Herrn Gaston Fecter sen., daß er im Jahre 1932 gemeinsam mit einem Ungenannten in eine Fabrik Des Ortes ein« gedrungen sei und den Geldschrank geplündert habe. Das Gewissen lasse ihm nun aber keine Ruhe mehr. Deshalb habe er dieses Geständnis geschrieben und versteckt, damit es erst nach seinem Tode aufgefunden werde. Das Versteck sei in seinem Testament angegeben. Da Gaston Fecter sen. aber immer noch rüstig und lebendig ist, sah die Staatsanwaltschaft keinen Anlaß, diesen Brief zu den Akten zu legen. Sie ließ den Herrn verhaften, den man gerade dabei antraf, seine Koffer zu packen, denn selbstverständlich hatte auch er das Fehlen des Geranientopfes und seines verräterischen Inhalts bemerkt... Gewissensbisse nach 12 Jahren. (k) Genf. Dor 12 Jahren erschien in den Genfer Zeitungen eine Mitteilung, wonach eine Mitbürgerin eine mit Brillanten besetzte Brosche im Werte von 1400 Franks verloren habe. Offenbar hatte niemand dieses Schmuckstück gefunden, denn weder bei der Polizei noch bei einem Fundbüro wurde es zurück- gereicht. Aber jetzt, im Jahre 1935, ging bei der Polizei ein Päckchen ein. Sorgsam verpackt wurde den Behörden jene Brosche zurückgereicht, zusammen mit einem Briefchen, in dem zu lesen stand: „Vor 12 Jahren fand ich diese Brosche. Ich war damals noch sehr jung und habe sie behalten. Heute plagt mich mein Gewissen und ich gebe sie zurück. Ich hoffe, daß der Eigentümer mir verzeiht. Leider ist der Eigentümer längst tot. Die heim- gekehrte Brosche wird demnächst zu einem wohltätigen Zweck versteigert. Ein Kiebitz macht sich strafbar. Da. Wien. Die Wiener Kafsehäuser sind traditionsgemäß immer noch gut besucht. Wer es sich leisten kann, hält sich mehrere Stunden täglich in solch einem freundlichen Lokal auf, lieft seine Zeitungen und schreibt feine Briefe. Auch das Kartenspiel wird mit Hingabe und Ausdauer gepflegt, und aus dieser Leidenschaft ist ein neuer Beruf entstanden: der Romme-Aufschreiber. Findige Arbeitslose gesellen sich zu den Spielern und nehmen ihnen die Arbeit des Aufschreibens der vielen Punkte und des Zusammenrechnens ab. Sie sind an jeder Partie mit einem Gewinn von 50 Groschen bis zu einem Schilling beteiligt. Solange sich der Romms-Aufschreiber Mühe gibt, sachlich und genau zu arbeiten, ist alles in schönster Marienburg,?. Juni (DNB.) Die diesjährige Pfingsttagung des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande wird mit einer Beteiligung von etwa 50 000 deutschen Volksgenossen aus dem Reich und aller Welt die größte Volksdeutsche Kundgebung sein, die je erlebt wurde. Sie wird ein kraftvolles Bekenntnis sein zu den 35 Millionen Volksgenossen jenseits der Grenze. Der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, lehnt mit folgenden Worten jede Politik ab: „Der VDA. will keinen Staat angreifen, keine Grenze verschieben, keine Regierung stürzen, keine Verschwörungen anzetteln. Staatliche Gebietsänderungen und Verzichte liegen auf einer anderen Ebene, aber der VDA. kennt keinen Verzicht auf Volkstum!" In Marienburg, der Brücke Ostpreußens zum Reich, bildete am Freitag, dem 15. Jahrestag des gewaltigen Abstimmungssieges Ost- und Westpreußens, eine weihevolle Stunde der Besinnung und des Dankes den Auftakt zu der Königsberger Pfingsttagung. In acht Sonderzügen trafen etwa zehntausend VDA.-Jungen und -Mädel, mit ihnen — besonders umjubelt — 1600 Volksgenossen von der Saar, ein. Der Bundesführer des DDA., Dr. Steinacher, legte am Grabe Heinrichs von Plauen in der St. Annen-Kapelle einen großen Kranz nieder mit der Inschrift: „Heinrich von Plauen, dem Hochmeister des Deutschen Ordens, dem deutschen Helden und Grenzkämpfer. — Der VDA." Dann begab er sich mit den Ehrengästen in den Großen Remter des Schlosses, der dicht gefüllt war mit den Kindern von der Saar und vielen anderen VDA.-Jungen und -Mädel. Der Landesverbandsleiter von der Pfalz-Saar des VDA., Kiefer, schilderte das 15jährige Harren des Saardeutschtums auf die Rückkehr zum deutschen Vaterlande. Jetzt sei die Zersplitterung beseitigt und die Möglichkeit geschaffen, daß das deutsche Volk endlich zu einer einzigen festen Gemeinschaft und Nation zusammenwachse. Der Führer habe den Weg gezeigt, den das ganze deutsche Volk gemeinsam zu gehen habe. Der interessante Blumentopf. (ma) Brüssel. Bei einem Unwetter, das kürzlich über das deutsch-belgische Grenzgebiet dahinraste, schleuderte der Sturm von einem Fenster einer kleinen Villa in Pepinster an der Strecke Aachen-Lüttich einen Geranientopf auf die Straße, der unten auf dem Bürgersteig zerschellte, ohne glücklicherweise jemanden zu treffen. Ein Polizist jedoch kam herbei, um die Scherben von der Straße aufzulesen. Er Hand einer Ausstellung das Gebiet „Gute und schlechte Stickereien" behandelt in einem Vortrag von Hanne-Nüte Kämmerer. Die NS.-Frauenschaft hatte in einem Vortrag der Gau-Kulturreferentin Irene Seydel über „Die Kulturarbeit der arischen Frau im Wandel der Zeit" der Verbundenheit mit der Verbandsarbeit Ausdruck gegeben. Tagung de: Kösener SC. Die diesjährige Tagung des Kösener SC. in Bad Käsen wurde durch einen Feldgottesdienst eingeleitet. Dann wurde der Kösener Konvent von dem Führer Dr. B l u n ck (Franconia-Jena) mit einer Ansprache eröffnet, in der er sich begeistert zum Nationalsozialismus bekannte und für den SC. ein Treuegelöbnis zu Volk, Vaterland und Führer ablegte. Die Sitzung schloß mit einer Vertrauenskundgebung für die derzeitige Verbandsleitung. Am Abend versammelten sich die Teilnehmer des Kösener Kongresses zur Entgegennahme eines Vortrages: „Wehrpflicht und Akademiker". Am zweiten Tag der Tagung ging auf ein an den Führer gerichtetes Telegramm nachstehende Antwort ein: „Den in Kösen versammelten alten und jungen Korpsstudenten danke ich für ihr Treuegelöbnis und die j rüße, die ich herzlich erwidere. Adolf Hitle r." Dann erstattete K ö st e r (Borussia-Halle) einen Bericht über rassen- und volksgesundheitliche Fragen, deren Wichtigkeit für die Zukunft des deutschen Volkes er beleuchtete, wobei er die Mitarbeit des SC. bei diesem Werk zusicherte. Forstmeister Heyer (Starkenburgia -Gießen, Borussia- Bonn) gab einen Bericht über die Arbeit des Ehrengerichtshofes. Dann wurde die bereits vom Ver- bandsführer in Kraft gesetzte Ehrenordnung von der Vertretertagung genehmigt. Mohr berichtete über die Grenz- und Auslcmdsarbeit. Sen« nike (Palaiomarchia-Halles sprach über die Arbeit der Waffenkommission, die u. a. festgestellt hat, daß die Mensur, so wie sie der SC. übernommen und fortgeführt hat, uraltes deutsches Erbgut ist und in den Formen durchaus dem Odal des Sachsenspiegels entspricht. Der Zweikampf sei entsprungen aus der Ehrauffassung des germanischen Menschen. Annahme von Anwärtern für den gehobenen mittleren Postfachdienst. Bei der Deutschen R e i ch s p o st soll wieder eine geringe Zahl von Anwärtern für den gehobenen mittleren Postfachdienst eingestellt werden. Die Bewerber, die das 18. Lebensjahr erreicht haben müssen, das 22. Lebensjahr noch nicht überschritten haben dürfen, sollen zunächst vom 1. November 1935 bis 30. September 1936 Heeresdienst ableisten und am 1. Oktober 1936 als Postsupernume- rar in den Postdienst übernommen werden. Voraussetzung für die Annahme ist weiter, daß sie die Reifeprüfung (Abitur) abgelegt haben. Bevorzugt werden Bewerber — sonstige Eignung vorausgesetzt — die sich vor dem 30. Januar 1 9 3 3 f ü r d i e nationalsozialistische Volkserhebung außergewöhnlich betätigt haben. Bei den übrigen Bewerbern wird besonderer Wert darauf gelegt, daß sie den Gedanken der Volksgemeinschaft in sich ausgenommen und ihn auch bereits in die Tat umgesetzt haben (SA., SS., Arbeitsdienst, HI. u. ä.). Einstellungsgesuche sind an die Reichspostdirektion zu richten, in deren Bezirk der Bewerber seinen Wohnsitz hat. Sie können nur in Betracht gezogen werden, wenn sie bis zum 12. Juni 1935 vorliegen. Llrlaubsgewähmng in den (Schulferien. Berlin, 7. Juni. (DNB.) Der Reichs- und preußische Arbeitsmini st er teilt im Einvernehmen mit dem Reichs- und preußischen Wirtschaftsminister mit: Das Herannahen der großen Schulferien gibt zu folgendem Hinweis Veranlassung: Die Zeit, während der dem einzelnen Arbeiter und Ange st eilten der ihm zustehende Urlaub zu gewähren ist, bestimmt der Führer des Betriebes im allgemeinen nach Besprechung im Der- trauensrat, wobei im Rahmen der betrieblichen Notwendigkeiten nach Möglichkeit die Wünsche der einzelnen Arbeiter und Angestellten berücksichtigt werden sollen. Dabei erscheint es als eine selbstverständliche Pflicht, den Wünschen der Gefolgschaftsangehörigen mit mehreren schulpflichtigen Kindern, ihnen den Urlaub in den Schulferien zu gewähren, bevorzugt zu entsprechen. Die übrigen Gefolgschaftsangehörigen werden sicher in nationalsozialistischem Geist echter Arbeitskameradschaft in die Verlegung ihres Urlaubes auf eine andere Zeit einwilligen, damit derartige Wünsche kinderreicher Eltern unter allen Umständen befriedigt werden können. Staatsfeindlicher Schriftleiter und Verleger in Schuhhaft genommen. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Das Württembergische Politische Landespolizeiamt hat den Schriftleiter und Verleger Ludwig Feger aus Ehingen an der Donau in Schutz ha ft genommen. Feger war schon im letzten Jahre infolge seiner staatsfeindlichen Haltung verwarnt und vorübergehend in Schutzhaft genommen worden. Trotz der ihm gegenüber an den Tag gelegten Nachsicht hat Feger seiner gehässigen Gesinnung gegen den heutigen Staat bei sich bietender Gelegenheit immer wieder Ausdruck gegeben. Am 1. Mai d. I. hat er in einer Gaststätte während der lieber« tragung der Rede des Führers in beleidigender Weise und in nicht wiederzugebender Form Aeußerungen abgegeben, durch die er den Führer und Reichskanzler beschimpfen wollte. Dadurch hat Feger erneut von seiner staatsfeindlichen Gesinnung Zeugnis abgelegt. Um einen Mißbrauch feiner Stellung als Verleger und Schriftleiter zu verhüten, war im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung seine Jnschutz- Haftnahme geboten. Brand in einer Mailänder Zelluloidfabrik. In einer Zelluloidfabrik in Mailand • brach ein Brand aus, bei dem etwa dreißig Arbeiterinnen und einige Arbeiter z. T. sehr schwere Brandwunden und Rauchvergiftungen erlitten. Der Brand ist wahrscheinlich infolge Heißlaufens einer Maschine entstanden. Er fand an den leicht brennbaren Stoffen reiche Nahrung, so daß der ganze Raum, in dem 46 Frauen arbeiteten, sofort in eine einzige Wolke von Flammen und Rauch gehüllt war. Nur durch die Geistesgegenwart des Abteilungsleiters, der sofort die Fenster aufreißen ließ, damit die Arbeiterinnen auf das Dach einer Halle flüchten konnten, wurde noch schwereres Unheil verhütet. Während sich die Leute in Sicherheit brachten, griff der Brand auch auf andere Fabrikabteilungen über. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte die Gefahr einer Explosion gebannt und das Uebergreifen des Brandes auf eine benachbarte Zelluloidfabrik und die anschließenden großen Holzlager verhindert werden. Zahntechniker Willi Häusler im fast vollendeten 20. Lebensjahre. Gießen (Liebigstr. 63), Alsfeld, den 8. Juni 1935. 02474 Bersrod, Ruppertsburg, den 8. Juni 1935. ';■ yl'y P S.*B ; H WMWWW * - i W£v. ■ - V\ ' , -■ «4 ■ y Gleiberg van der Straße Krofdorf—Fellingshausen. Die Pfingstfeiertaae sind für die meisten Stadtmenschen eine Gelegenheit zu Ausflügen in die herrliche Frühlingslandschaft. Wer nicht schon am Samstag in die wunderbare Gottesnatur hinaus- ziehen kann, pilgert am ersten Feiertag in der Frühe los und kehrt nicht selten erst am Abend des zweiten Feiertages zurück. Auf den Landstraßen, durch die Wiesengründe und durch die herrlichen Wälder im Schmuck des frischen Grüns geht's dahin. Viele machen dabei — mit Recht — auch einmal in irgendeinem Dorfkirchlein Halt, um dort inmitten der Volksgenossen vom Lande teilzunehmen an dem Festgottesdienst zur Ehrung des allmächtigen Schöpfers, der uns alljährlich diese Herrlichkeiten der Natur aufs neue schenkt, um stille Einkehr zu halten inmitten der kernhaften Art echten deutschen Bauerntums. Doppelte Pfingstfreude wird auf solche Weise denen zuteil, die die Freude des Auges verbinden mit der seelischen Erbauung. In Gießen hat die Wanderlust von jeher gute Pflegestätten gehabt. Das Verdienst, diese Freude an dem immer neuen Erleben und Erschauen der Herrlichkeiten unserer engeren Heimat mit Sorgfalt zu pflegen, gebührt insbesondere den schon seit Jahren hier wirkenden Wandervereinen. Neuerdings macht es sich auch der Landschaftsbund Volkstum und Heimat zur Aufgabe, seine Mitglieder und Freunde hinauszuführen in unsere schönen Wälder und Felder. Erfahrene- wegkundige Führer sind dabei immer bestrebt, den Wanderscharen die reizvollen Bilder der heimatlichen Landschaft in möglichst vielseitiger Weise zu erschließen. Aber auch derjenige, der nicht in größerer Gemeinschaft, sondern im Kreise seiner Familie oder vielleicht auch allein mit dem Wanderstab dahinzieht, kann sich von Herzen an den herrlichen Bildern in Feld und 1 MMMMM MW UW k Illi - l-lM MM M H Vetzberg von der Straße Rodheim—Fellingshausen Seele ist es, wenn wir auf einer solchen Wanderung den Blick weit hinausschweifen lassen in die Gegend! Welch großen Reiz übt es auf uns aus, wenn wir auf der Höhe zwischen Krofdorf und Fellingshausen rückwärts schauen auf den Gleiberg und das zu seinen Füßen liegende Krofdorf, weit im Hintergrund Gießen und darüber in der Ferne den Schiffenberg sehen. Oder wie wundervoll ist ein Blick, den man von der Landstraße Rodheim—Fellingshausen aus hinüber zum Vetzberg werfen kann. Welche Pracht bietet sich dem schönheitsdurstigen Auge, wenn der Wanderer auf der zum Glück nicht allzu stark belebten Landstraße Krofdorf—Fellingshausen kurz hinter der Höhe, am Beginn der Abfahrt in Richtung nach Fellingshausen, steht und hinüberblickt auf den in majestätischer Größe sich darbietenden Dünsberg. Unendlich stimmungsvoll ist es aber auch, von der Straße Wißmar—Launsbach aus hinüberzuschauen zum Lollarer Kopf, weit hinweg über fruchtbare Felder, mit Baumgruppen reich bestanden, drüben den charakteristischen Bergkegel als Hintergrund. Ueberaus reizvoll ist es ferner, sich einmal die Burg Staufenberg mit dem darunterliegenden Dörfchen von der Gegend des Lollarer Kopfs aus zu betrachten, oder von dem gleichen Standort aus den Blick hinüberzulenken über das prächtige Tal zum H a n g e l st e i n. Nicht minder schön, für manche sogar neuartig, ist ein Blick aus der Gegend von Watzenborn-Steinberg auf den hochgelegenen Schiffenberg. Es handelt sich bei dieser Aufzählung nur um Einzelbilder, die wir gewissermaßen als Ausschnitte aus dem prächtigen Gesamtgemälde unserer heimatlichen Landschaft hier erwähnen. Manche Volksgenossen werden dabei wohl — still für sich, aber beileibe nicht laut — Schiffenberg von Watzenborn-Steinberg. Hangelstein vom Lollarer Kopf. >2* -■ ■ Wald erfreuen, ,wenn er nur in rechter Weise zu schauen vermag. Dabei kann man häufig mancherlei neue Schönheiten des Landschaftsbildes entdecken, auch in den Gegenden, die man vielleicht schon oft durchstreift und geschaut hat. Die Sonne, die Wolkenbilder, Schatten und Tageszeit zeigen oft ein Bild in der verschiedenartigsten reizvollen Weise. Nicht minder bedeutsam ist es auch, von welcher Seite her der Anmarsch zu dem vorgesehenen Zielpunkt erfolgt. Und wenn bann gar noch ein flinkes, mit weiten Sprüngen durch das Waldrevier flüchtendes Reh, oder eine Ricke mit ihren jungen Kitzchen, vielleicht sogar einmal ein Rudel dieser scheuen Bewohner des Waldes vereint das Bild beleben, oder wenn die Hasen eilfertig über die Felder und durch den Wald hoppeln, dann erlebt der naturfrohe Wanderer mit offenem Blick für die Schönheiten dieses Gottesgartens eine so starke innere Freude, daß er noch wochenlang im grauen Getriebe des Alltaas davon zehren kann. Unendlich viele Schönheiten dieser Art bietet uns die heimatliche Feld- und Waldlandschaft rings um Gießen. Wir haben es kaum nötig, weite Pfingst- reisen in die Ferne zu unternehmen, um der üppigen Fülle der Naturschönheiten nahezukommen. Eine kurze Bahnfahrt in die nächste Umgebung kann man wohl schon als das äußerste dessen bezeichnen, was erforderlich wäre, um das hastende Getriebe der Stadt einzutauschen gegen die Ruhe der Landschaft. Es genügt aber auch schon, wenn man auf guten Wanderstiefeln, den Rucksack auf dem Buckel, den Wanderstock in der Hand, den Willen zur Freude in sich, hinausmarschiert am frühen Morgen und so weit wandert, wie man gerade Lust verspürt, sich dann am Waldrand oder an einer blumenübersäten Wiese lagert, nach einiger Rast — ohne Papierfetzen oder ähnliche „Schönheiten" zurückzulassen! — wieder weiterzieht, und so vom Morgen bis zum Abend sich ganz dem Zauber der Landschaft hingibt. Wenn dann noch in irgendeinem Dörflern oder auch in einem Zelt das Nachtquartier aufgeschlagen und der dörfliche Frieden oder die wunderbare Ruhe der Einsamkeit in Feld und Wald recht genossen wird, dann ist das eine Entspannung der Nervenkraft und ein Genuß der herrlichen heimatlichen Landschaft, wie man sich beides wohl kaum schöner denken kann. Wunderbare Ziele für derartige Feiertagserlebnisse haben wir z. B. in den sieben Bergen um Gießen, in den lauschigen Tälern, den tiefen Forsten, den sattgrünen Wiesen, den blinkenden Wasserläufen und den reizvollen Dörfern, die alle miteinander uns reiche innere Kraft spenden können. Wie schön für das Auge, wie erquickend für die Lollarer Kopf von der Straße Wißmar—Launsbach. 'S *> ■•-. V ■ •Z-ix-Z.;. ..V v v ZvX< - .X . .... ... . (Aufnahmen: Gießener Anzeiger.) Dünsberg von der «traße Krofdorf—Fellingshausen. bas Eingeständnis machen, daß sie den einen oder anderen Teil dieses engsten Heimatgebietes bis jetzt überhaupt noch nicht kennen oder jedenfalls sich die wunderbaren Schönheiten dieses Gottesgeschenks noch nicht s o eingehend betrachtet haben, wie es eigentlich sein müßte. Die Pfingstfeiertage geben nun, wenn noch dazu das rechte schöne Pfingstwetter herrscht, in reichem Maße Gelegenheit, sich die hier im Bild gezeigten Ausschnitte der Landschaft unserer näheren Umgebung mit aller Liebe und Gründlichkeit anzuschauen. Entdecke die Heimat! Das ist die Parole, die man bei dem Pfingstausflug in ausgiebigem Maße befolgen kann. Wer das tut und mit aufgeschlossenem Herzen, mit Ehrfurcht und Andacht diesen heimatlichen Teil des großen und schönen deutschen Vaterlandes durchwandert, der wird ein Pfingsterlebnis seiner Seele mit nach Hause nehmen, das in seiner erhabenen Größe wunderbar ist und noch lange nachwirken wird im Leben des Alltags, das derartige Feierstunden in der herrlichen deutschen Landschaft zur Stärkung des Leibes und der Seele erforderlich macht. Aus der Provinzialhauptstadt. Heiliges Feuer. Von Propst Lic. Borrmann. Im Anfang, erzählt eine griechische Sage, sah es auf Erden kalt und traurig aus, denn den Menschen fehlte das Feuer. Droben bei den Göttern war das Feuer und damit das Licht, die Wärme, die Freude. Die Menschen lebten stumpf dahin; nur einer unter ihnen, Prometheus, den die Götter ihrer Freundschaft würdigten, kannte die Segnungen des Feuers. Ihn jammerte die Not seiner Brüoer auf der Erde. Darum riß er einen Brand aus dem ewigen Feuer und brachte ihn zu den Menschen, und seither ist es licht und warm auf dieser Erde. Wir verstehen den tiefen Sinn der alten Sage. Feuer, das erleuchten und erwärmen soll, Feuer, das hinwegbrennt alles Gemeine, heiliges Feuer, können wir Menschen nicht aus uns selbst hervorbringen. Das muß uns von oben geschenkt werden; das muß von Gott kommen. Und Gott sei's gedankt, daß wir Christen den Prometheus, der uns das Feuer auf die Welt brachte, kennen, Jesus Christus. Pfingsten aber ist das Fest, an dem dies heilige Feuer zu Flamme und zu Glut entfacht wurde. Die Herzen seiner Jünger finden an zu brennen, dies Feuer sprang über auf Tausende von Menschen, und dieses Feuer brennt noch heute überall da, wo die Flamme des Glaubens aufleuchtet, wo die Glut der Heiligung zu spüren ist, wo die wärmenden Strahlen der Liebe sich auswirken. Es muß aus uns leuchten, wenn wir Pfingsten als Fest des heiligen Geistes begehen wollen. Wenn Jesus schon über unser Leben Gewalt gewonnen hat, dann brennt auch sein heiliges Feuer in uns. Denn heiliger Geist ist ja nichts anderes als Jesu Geist und damit Gottes Geist, den Jesus als heiliges Feuer in Menschenherzen fallen ließ und fallen läßt. Darum gilt jedem nicht ganz in Oberflächlichkeit versinkenden Menschen die Pfingstbitte: Laß dich erleuchten, liebe Seele, indem du endlich Jesus ernst nimmst und ihm Raum gewährst in deinem Leben! Dann kommt auch über uns dies heilige Feuer wie einst über die ersten Jünger und entfacht unfern Glauben zu heller Flamme. Dieser Glaube ist nun nicht mehr ein totes Fürwahrhalten irgendwelcher Lehren, sondern eine lebendige Kraft, die unserer Seele in allen Stürmen großen Frieden gibt. Eine lebendige Kraft, die uns aus Verzagtheit und Trostlosigkeit herausführt zu der großen Freude seliger Gotteskinder: Gott ist in uns und gibt damit unserem Leben unversiegbare Kraft. Sodann wird dies heilige Feuer zu einer reinigenden Flamme für unser ganzes Wesen. Aus selbstsüchtigen Menschen werden opferbereite Jesus- jünger. Aus unreinen, in den Lüsten dieser Welt verstrickten Kreaturen werden wir zu Christen, die in der Nachfolge Jesu mehr und mehr die Unreinheit ablegen und vorwärts kommen auf dem Weg der Heiligung. Aus Kindern dieser Zeit werden wir Ewigkeitsmenschen. Nimmt es da Wunder, daß dies heilige Feuer in uns auch die Glut warmer Liebe zu den Mitmenschen schafft? Nein, wir spüren es: Diese letzte und höchste Wirkung des heiligen Geistes muß uns, wenn wir mit Ernst dem Fürsten der Liebe Jesus Christus nachfolgen, auch zuteil werden. Diese Liebe ist ja nicht Schwäche oder Weichheit, sondern kraftvolle Tat. Gerade am Pfingstfest, dem Fest der Tat, muß diese Liebe uns zum Gu- testun drängen, so daß andere, von unserer Liebeskraft mitgerissen, auch in die heilige Front der Liebe eintreten, die da kämpft und siegt über kalte und tote Menschenherzen durch das Evangelium der Tat. Oder meint ihr, daß dies heilige Feuer eine Unmöglichkeit in dieser Welt ist? Daß es Menschenherzen nicht so völlig und so herrlich umwandeln kann? Dann laßt uns an jene Geschichte Selma Lagerlöfs denken, die sie ,Die Lichtflamme" genannt hat. Sie berichtet von dem Kreuzfahrer Raniero di Ranieri, der nach der Eroberung von Jerusalem wegen seiner Tapferkeit als erster eine Kerze am Heiligen Grabe entzünden darf und das Gelübde tut, diese Flamme allein von Palästina nach seiner Heimatstadt Florenz zu bringen. Auf diesem langen Wege wird der Träger des Feuers in der steten Sorge um die Lichtflamme und durch die ständige Beschäftigung mit ihr ein völlig anderer Mensch. War er in den Kreuzzug als prahlerischer, ehrgeiziger, glaubensloser Soldat eingetreten, so kehrt er als selbstloser und gläubiger Christ in die Heimat zurück. Das ist unsere Geschichte, wenn wir wirklich Pfingsten erleben. Die Lichtflamme, die wir hegen und pflegen sollen, ist unsere Seele. Der Herr dieser Seele ruft uns heute zu: „Ich bin gekom- men, ein Feuer anzuzünden auf Erden. Was wollte ich lieber, als es brennte schon!" (Luc. 12, 49). Darum will er nichts lieber, als daß sein Feuer auch in Berührung kommt mit deiner und meiner Seele und dort die heilige Glut entfacht, an der diese Welt immer aufs Neue erkennen muß, daß die Welt des Geistes Wahrheit ist und der Heilige Geist auch an diesem Pfingstfest Wirklichkeit wird in brennenden Menschenherzen. vornolizen. — T a g e s k a l e nd e r für Samstag: NSG. „Kraft durch Freude" 17 bis 19 Uhr Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofftraße: „Das Mädchen Johanna". — Oer Gießener Haushalt für1935. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat nach Anhörung des Stadtrats — wie im Gießener Anzeiger Nr. 123 vom 28. Mai bereits kurz berichtet wurde — den Voranschlag der Stadt Gießen in der Betriebsrechnung mit 5 424 449,01 Mk., in der Vermögensrechnung mit 904181,93 Mark in Einnahme und Ausgabe festgesetzt. Im Vorjahre schloß die Betriebsrechnung mit 5 459 745,14 Mark, die Vermögensrechnung mit 462 906,33 Mark ab. Bei einer Durchsicht der einzelnen Titel des Haushaltsplanes finden wir mancherlei interessante Einzelheiten, die das Interesse der Gießener Bevölkerung erwecken dürften. In der Gesamtheit tritt bei dieser Durchsicht aber auch zu Tage, daß der neue Haushaltsplan mit großer Vorsicht und nach weitblickenden Gesichtspunkten aufgestellt ist, um der Gesamtheit unserer Stadt in bestmöglicher Weise zu dienen. Aus der Fülle des Stoffes sei folgendes aus der Betriebrechnung hervorgehoben: Im Titel Stadtverwaltung ist für die Verkehrswerbung durch das Städtische Verkehrsamt für das Haushaltsjahr 1935 ein Doranschlagsbetrag von 16 200 Mark eingestellt, gegenüber 6200 Mark im vorigen Jahre. Diese Erhöhung der Mittel für die Verkehrswerbung kann man nur begrüßen, da gerade auf diesem Gebiete der Gemeindewirtschaft eine besonders rege Tätigkeit heute mehr als je zuvor am Platze ist. Der Titel G eb ä u d e schließt mit einem voranschlagsmäßigen Ueberschuß von 54 201,04 Mark gegenüber 43 237,29 Mark im Vorjahre ab. Im Einzelnen ist dabei zu erwähnen, daß die Gebäude mit Altwohnungen (vor 1919 erbaut) mit einer Einnahme von 126 216,34 Mark und einer Ausgabe von 70 555 Mk. vorgesehen sind, Gebäude mit Neuwohnungen (seit 1919 erbaut) eine Einnahme von 229 657,30 Mark und eine Ausgabe in gleicher Höhe aufweisen, die Kleinwohnungsbauten in der Schottstraße (1930 mit Reichsbaudarlehen erbaut) mit 10 562 Mark Einnahme und 11918,30 Mark Ausgabe vorgesehen sind, die Kleinwohnungsbauten am Anneröder Weg mit 4966 Mark Einnahme und 5070 Mark Ausgabe veranschlagt wurden. Aus dem Titel Grund st ücke geht hervor, daß die Stadt von der Landesuniversität an Pacht für den Oberen und Unteren Hardthof nebst landwirtschaftlichen Grundstücken eine Einnahme von 16 018,62 Mark erzielt, auf der anderen Seite für die bauliche Unterhaltung der Gebäude und Hofanlagen der beiden Hardthöfe einen Betrag von 2500 Mark vorgesehen hat. Die Grundstücke der Hardthöfe sind im Jahre 1934 von der Stadtgut- Hardthöfe-AG. übernommen worden. Aus dem Erlös von Heu- und Grummetgras von Wiesen in Selbstbewirtschaftung erwartet man eine Einnahme von 20 000 Mark, gegen 17 000 Mark im Vorjahre. Insgesamt wird aus dem Titel Grundstücke ein Ueberschuß von 22 411,37 Mark erwartet. Im Titel Waldungen wird für das Haushaltsjahr 1935 ein Ueberschuß von 85 157 Mark gegenüber 67 195 Mark in Rechnung gestellt. Nach dem Wirtschaftsplan sind 11500 Festmeter Holz zur Fällung vorgesehen, von deren Verkauf 161 000 Mk. als Erlös eingestellt find. Aus dem Forstbetriebsstock, der sich nach dem Stand vom 1. April 1935 auf rund lJO 000 Mark beläuft, sind 4 v. H. Zinsen mit 4400 Mark als Einnahme vorgesehen. Der Titel Straßenunterhaltung sieht als größten Ausgabeposten wiederum, wie im Vorjahre die Summe von 140 000 Mark für Straßenunterhaltungsarbeiten und Fuhrlöhne, daneben 24 800 Mark für die Lieferung des Bedarfs von Straßenbau-Material für die Unterhaltung chauffierter Straßen und nicht befestigter Bürgersteige, ferner 10 000 Mark für die Instandhaltung der Feldwege und Aufräumung von Flutgräben vor. Bei diesem Titel wird mit einem Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 175 555,59 Mk. gerechnet. In dem Titel Straßen-Reinigung und Müllabfuhr sind, ebenso wie im Vorjahre, 80 000 Mark für das Reinigen und Besprengen der Straßen und Plätze in der Stadt veranschlagt worden. Interessant ist in diesem Titel der Hinweis, daß das Anlagekapital für die im Jahre 1927 in Betrieb genommenen Elektrokarren, Automobilen- Kehrmafchinen und Automobilen-Sprengwagen in Höhe von 80 500 Mark im Jahre 1933 restlos abgeschrieben war, so daß für die Verzinsung und Tilgung dieses Materials im neuen Haushaltsplan keine Ausgaben mehr notwendig wurden. An Einnahmen aus Straßenreinigungsgebühren werden 106 000 Mark erwartet. Die Kosten der Müllabfuhr sind für das neue Haushaltsjahr mit 52 246,08 Mk., gegen 59 400 Mark im Vorjahre eingestellt. Von dem gesamten Anlagekapital für die Automobilen- Müllwagen, die Kippen und die stadteigenen Müll- gefäße in Höhe von 109 325 Mark ist nach dem Stand vom 1. April 1935 noch ein Restkapital von 24 863,48 Mark zu verzinsen bzw. zu tilgen, womit die Vermögensrechnung belastet wird. Die Einnahmen aus Müllabfuhrgebühren sind mit 67 500 Mark, gegenüber dem Vorjahre 1000 Mark mehr verzeichnet. Insgesamt wird in dem Voranschlag für die Straßenreinigung und Müllabfuhr mit einem Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 3706,08 Mark gerechnet. In dem Titel Straßenbeleuchtung ist diese Aufgabe der Stadt einschließlich Unterhaltung der Lampen mit einem Betrag von 70 000 Mark in Ansatz gebracht. Der Titel Denkmäler rechnet mit einer Ausgabe von 2200 Mark gegenüber 1000 Mark im Vorjahre, für die Unterhaltung der Denkmäler, sowie für die Erhaltung von Baudenkmälern (Fachwerkbauten). In diesem Betrag ist eine Summe enthalten zur Unterstützung von Hausbesitzern, die nicht in der Lage sind, den Neuverputz ihrer Häuser im Sinne der Denkmalpflege ausführen zu lassen. Auf diese Möglichkeit der städtischen Hilfeleistung bei der Wiederherstellung alter Fachwerkbauten zur Verschönerung des Straßenblldes unserer Stadt möchten wir die in Betracht kommenden Hausbesitzer besonders Hinweisen mit dem dringenden Wunsche, die Bereitwilligkeit der Stadt zur Zuschußleistung auf diesem Gebiete in Anspruch zu nehmen, damit auch in unserem Gemeinwesen mehr als bisher der schöne alte Fachwerkbau wieder zur Geltung gebracht wird. Nach dem Titel Oeffentliche Anlagen ist in anerkennenswerter Weise ein Betrag von 25 000 Mark, gegenüber 23 000 Mark im Vorjahre, für die Unterhaltung der Anlagen und Baumpflanzungen in der Stadt und den Betrieb des städtischen Pflanzgartens vorgesehen. Es ist erfreulich, daß damit auch weiterhin für eine vermehrte Pflege unserer Anlagen Mittel bereitgestellt sind. Der städtische Zuschuß für diesen Zweig des kommunalen Haushalts beläuft sich nach dem Voranschlag auf 28 941,60 Mark, gegenüber 26 363,60 Mark im Vorjahre. In dem Titel Kanäle ist von besonderem Interesse, daß erstmalig auf der Einnahmefeite ein Erlös von 35 000 Mark aus dem Verkauf von Biohum in den Voranschlag eingestellt ist. Die Kosten der Herstellung von Biohum sind mit 28 750 Mark, dazu 500 Mark Lizenzgebühr ausgewiesen. Es handelt sich bei diesem Biohum bekanntlich um die Verarbeitung der Fäkalien aus der städtischen Kläranlage mittels der im vorigen Jahre errichteten neuen Verwertungsanlage zu einem Dünger, der insbesondere zum Gebrauch in Gärten sehr vorteilhaft sein soll. Bei der Herstellung dieses Düngers werden die Dungftoffe des Abwasserschlammes nach einem patentierten Verfahren durch Erhitzen vergoren, durch Beigabe von Kalk entsäuert und mit Torfmull und Knochenmehl vermischt als Volldünger gebrauchsfertig gemacht. Dieser städtische Betrieb arbeitet in Verbindung mit den Kläranlagen. Bekannt ist übrigens, daß aus diesem Verfahren auch Gas für Leuchtzwecke zur Ergänzung des Kohlengases gewonnen werden kann. Für den Umbau der Kläranlagen zur Errichtung dieses Betriebes hat die Stadt bei der Oeffa (Deutsche Gesellschaft für Oeffentliche Arbeiten AG. Berlin) ein Darlehen von 69 000 Mark ausgenommen, für das in dem neuen Voranschlag zum Zwecke der Verzinsung und Tilgung ein Betrag von 5050,80 Mark erstmalig eingestellt ist. Als bemerkenswert ist aus diesem Titel noch zu erwähnen, daß für die Verzinsung der für Kanalbauten seit Stabilisierung der Währung aufgewandten Mittel 29 200 Mark aufzuwenden sind, die bis Ende Dezember 1934 feit der Stabilisierung der Währung für Kanalbauten investierten Kapitalien sich aus rund 584 000 Mark belaufen. Die Zinseinnahme von der Erneuerungsrücklage in Höhe von voraussichtlich 509 200 Mark ist mit 25 460 Mark vorgesehen. An Kanalgebühren wird eine Einnahme von 97 000 Mark in Rechnung gestellt. — Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Mädchen Johanna". — Waldeslust ab 16 Uhr: Großes Konzert der SA.-Standartenkapelle. — — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bengali". — Ober- hessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr Ausstellung „Christian Rohlfs- Hagen". — Waldeslust ab 16 Uhr Unterhaltungskonzert und Tanz. — Oberhefsische Viehversicherungs- Anstalt. Am kommenden Samstag, 15. Juni, findet im Restaurant Faulstich in Gießen eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. (Siehe heutige Anzeige.) Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude". Georg Heß auf dem Sommerfest in Staufenberg. Am Pfingstmontag findet bekanntlich auf dem Staufenberg das Sommerfest der RS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Ortsgruppen Lollar und Mainzlar, statt. Reben Konzert und Tanz und dem Spiel der Münchener Heimatspiele wird auch unser Heimatdichter Georg Heß zum ersten Male in dieser Gegend mit seinen Mundartdichtungen Mitwirken. NSDAP., Gießen-Nord. Betrifft: Bezahlung der hilfskassenbeiträge der SA.- Männer im Bereiche der Ortsgruppe Giehen-Rord. Am Donnerstag, 13. und Freitag, 14. Juni, in der Zeit von 20.30 bis 23 Uhr, entrichten im Caf6 Leib, Walltorstraße, alle Angehörige der SA., NSKK., Reiter-SA., Motor-SA. und Marine-SA., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord wohnen, ihren Hilfskaffenbeitrag für das dritte Vierteljahr. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, läuft Gefahr, bei der Hilfskasse in München abgemeldet zu werden. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Wie die Kreisleitung Gießen der Kreisbetriebsgemeinschaft 18 Handwerk in der DAF. bekanntgibt, müssen sich diejenigen Handwerker (Meister, Gesellen und Lehrlinge), die am 16. Juni den Sonderzug nach Frankfurt a. M. zum Reichshandwerkertag bei 75 Prozent Fahrpreisermäßigung benutzen wollen, noch im Laufe dieser Woche bei ihrer Ortsgruppe der DAF. anmelden. Neue Kurse des Gportamts „Krast durch Freude". Tennis. In nächster Zeit beginnen Tenniskurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldungen hierzu schriftlich mit Angabe der gewünschten Üebungszei- ten an das Sportamt, Schanzenstraße 18. Die Kosten betragen für den Anfängerkurs etwa sechs Sportmarken ä 0,80 Mark — 4,80 Mark für Mitglieder der DAF. bzw. sechs Sportmarken ä 1 Mark — 6 Mark für Nichtmitglieder. In der Gebühr find mit einbegriffen: Tennislehrer, Platzbenutzung, Bälle, Schläger und Balljungengebühr. Die Kosten für Fortgeschrittene (Uebungsstunde ohne Lehrer) betragen etwa fünf Sportmarken ä 40 Pf. = 2 Mark bzw. fünf Sportmarken ä 60 Pf. = 3 Mark. Anmeldung und Auskunft beim Sportamt. Boxen. Um das Interesse für das Boxen, dem schönsten männlichen Kampfsport, zu wecken und zu pflegen, will das Sportamt K. d. F. auch hier in Gießen einen Kursus einrichten. Es braucht an dieser Stelle nicht über die hohen kämpferischen und erzieherischen Werte des Boxens gesprochen zu werden. Der Führer und Reichskanzler bezeichnet das Boxen als den Sport, der Männer schafft. Auch hierfür find die Kosten sehr niedrig gehalten, um möglichst vielen Volksgenossen die Teilnahme zu ermöglichen. Sie betragen etwa für Mitglieder der DAF. sechs Sportmarken ä 40 Pf. = 2,40 Mark bzw. sechs Sportmarken ä 60 Pf. = 3,60 Mark. Anmeldungen baldigst schriftlich an das Sportamt. Achtung! Reitkurse! Um denjenigen Volksgenossen, denen es aus beruflichen Gründen nicht möglich ist, an unseren Abendkursen teilzunehmen, die Möglichkeit zum Retten zu geben, richtet das Sportamt Frühkurse in der Zeit von 6.30 bis 7.30 Uhr vormittags ein. Kosten 6 Mark für DAF.-Mitglieder, 9 Mark für Nichtmitglieder. Baldige schriftliche Anmeldungen mit Angabe der gewünschten Uebungsvormittage an das Sportamt erbeten. Sportkurfe in Lollar, Heuchelheim und Großen-Ltnden? In vorgenannten Orten sollen KoF.-Sportkurf» errichtet werden, wenn sich Interessenten finden. Anmeldung und Auskunft beim Sportamt, Gießen, Schanzenstraße 18, oder bei den zuständigen Ortsund Betriebswarten „Kraft durch Freude". Zportkurs am Samstag. Heute findet auf dem Universitätsfportplatz am Kugelberg, von 17 bis 19 Uhr, ein Kurs für Leichtathletik statt, in dem auch die Vorbereitung für das Reichsfportabzeichen durchgeführt wird. Anmeldung auf dem Sportplatz beim Sportlehrer. Wer darf das NGV.-Abzeichen tragen? Klarstellung durch das Hauptamt für Volkswohlfahrt. Um eine einheitliche Regelung darüber zu treffen, wer das NSV.-Mitgliederabzeichen tragen darf, hat das Hauptamt für Volkswohlfahrt in einem Rundschreiben an alle seine Dienststellen folgende Bestimmungen getroffen: Zum Tragen der NSV.-Nadel ist derjenige Volksgenosse berechtigt, der im Besitz eines vorläufigen Mitgliedsausweises seiner zuständigen NSV.-Ortsgruppe ist. Der unberechtigte Besitz der NSD.-Abzeichen und NSD.-Türplaketten ist nach Paragraph 5 Absatz 2 des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniform vom 20. Dezember,1934 strafbar. Ausgetretene bzw. ausgeschlossene Mitglieder haben ihre NSV.-Nadel bzw. NSV.-Türplakette der zuständigen NSV.-Ortsgruppe zurückzugeben. Eine Rückerstattung des dafür geleisteten Geldbetrages hat zu unterbleiben. Das Betreten und Befahren des Flughafens Gießen. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: In letzter Zeit wurde wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß der durch rot-weiße Bretter kenntlich gemachte Flughafen durch das Publikum betreten und mit Fuhrwerken aller Art befahren wurde. Verschiedentlich wurden auch Reiter beim Ueberqueren des Flughafens beobachtet. Das Publikum wird auf die bestehende Polizeiverordnung für den Flughafen Gießen nochmals aufmerksam gemacht. Nach der Verordnung ist das Betreten und Befahren des Flughafens, sowie das Reiten auf demselben verboten. Mit Rücksicht auf die erheblichen Gefahren, die nicht allein dem Publikum, sondern auch den Fliegern entstehen können, darf erwartet werden, daß das Publikum der Polizeiverordnung mehr Beachtung schenkt, damit die mit der Ueberwachung des Flughafens beauftragten Polizeibeamten nicht zum Einschreiten gezwungen werden. 40. Geschästsjnbiläum der Firma Rinn & Moos. Die Firma Rinn & Cloos A.-G. in Heuchelheim bei Gießen begeht am heutigen Tage ihr 40jähriges Geschäftsjubiläum. Die Firma hat sich aus kleinen Anfängen heraus unter der tatkräftigen und fachkundigen Leitung von Herrn Ludwig Rinn zu der größten Zigarrenfabrik im Reiche entwickelt. Weit über die Grenzen des Heffen- landes hinaus ist der Name der Firma in Fach- und Naucherkreisen bekannt und berühmt. Die Firma beschäftigt heute in über 50 Zweigbetrieben fast 6000 Arbeiter und Angestellte. Ihre Fabrikationsstätten liSgen teils in der näheren und weiteren Umgebung von Gießen, teils im Kreis Schmalkalden in Thüringen, teils im Hanauer Bezirk. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens fand gestern abend in der Turnhalle zu Heuchelheim eine Betriebsfeier statt, an der außer den Gefolgschaftsmitgliedern des Heuchelheimer Zentralbetriebes die Leiter der Filialen und die Vertreter des Außendienstes teilnahmen. Die Feier nahm einen stimmungsvollen Verlauf und war mit einer Ehrung der 4 Jubilare verbunden, die der Firma feit der Gründung angehören. Auch sonst kam im Verlaufe des Abends die Zusammengehörigkeit zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft, wie auch die Verbundenheit zwischen Betrieb und Gemeinde, die aus Anlaß des Jubiläums in reichem Flaggenschmuck prangte, in wiederholten Ansprachen zum Ausdruck. Insbesondere verkündete Herr Rinn, daß dem Stiftungsfonds ein Betrag von 100 000 RM. und der Gefolgschaft ein Betrag von 50 000 RM. zugewandt worden fei. Gastspiele des Gtadttheaters Gießen in Bad Homburg. Das Orchester des Stadttheaters weilt feit dem 16. Mai als Kurorchester in Bad Homburg und hat sich schon seit dieser kurzen Zeit bei der Kurverwaltung und vor allem bei den Kurgästen solcher Beliebtheit zu erfreuen, daß die Stadt Homburg nun auch mit dem neuen Intendanten Hermann Schultze - Griesheim eine Reihe Gastvorstellungen des Schauspiel-Ensembles für diesen Sommer bereits festgelegt hat. Eröffnung der Gommerspielzeit im Gtadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Stadttheater in Gießen eröffnet am Mittwoch, 12. Juni, 20 Uhr, feine diesjährige Sommer» fpielzeit, die unter dem Motto: „Lachen im Theater" steht. Außer einer ganzen Reihe von Lustspielen und Schwänken sind innerhalb des Sommerspielplans auch einige sensationelle Gastspiele vorgesehen. So sind die Verhandlungen mit Otto Gebühr und dem bekanntesten Vortragsmeister und Humoristen Gustav Jacoby bereits zum Abschluß gekommen. Am kommenden Mittwoch kommt die unverwüstliche „Pension Schöller" von Jacoby und Laufs erstmalig zur Aufführung, und zwar in der Neubearbeitung des Berliner Re- naiffancetheaters. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Tatsache, daß die Berliner & Be,~ Sodbrennen. Maqenbesthwerden Bu II richTa bleiten wfa. Radieschen 7 neuen Elend hierzu Zeige.) bestanden. Phil. Pfaff Waldbrände vernichten Wild und Holz. Waldbrände verwüsten Land und Heimat, helft Waldbrände verhüten! Großbetrieb auf dem Standesamt. Am heutigen Samstag, 8. Juni, finden auf dem Standesamt in Gießen vierzehn Eheschließungen statt, am Mittwoch waren es zwei, zusammen sechzehn Pfingsttrauungen. Großzügige Arbeitsbeschaffung durch Entrümpelung von Küchen. (Photo-Pfaff) hat nach einem siebenwöchigen Vor- bereitungskursus auf der Staatlichen Hochschule für bildende Künste und Handwerk in Weimar, Abteilung Lichtbildnerei, die Prüfung als Photographen50, Rettich 10 bis 15, Bündel 20, bis 10 Pf. ** D i e Meisterprüfung Der bekannte Gießener Photograph bereits über 100 Aufführungen mit dem größten Erfolg zu verzeichnen hat und noch allabendlich aus dem Spielplan steht. Die unverwüstliche Handlung ist routiniert aufgebaut und von der Spielleitung flott aufgezogen. Das Ensemble mit Heinrich h u b in der Hauptrolle tollt unter Kurt L ü p k e s Spielführung bis 22,30 Uhr. Eine anerkennenswerte Aktion zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat die Gas-Gemeinschaft Gießen im Verlaufe der letzten Wochen wieder durch- aeführt. Heber 400 Küchen sind im Laufe dieses Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit entrümpelt, d. h. altes Küchengerät ist durch neues ersetzt worden, wodurch Arbeit geschaffen wurde. Da diese Entrümpelungsaktion andauernd noch starkem Interesse der Hausfrauen begegnet, wird diese Umkrempe- lung in den Küchen von der Gas-Gemeinschaft noch dis zum 15. Juni fortgesetzt. Diejenigen Hausfrauen, die ihren alten Küchenherd durch einen ersetzen und damit zum Kampf gegen das der Arbeitslosigkeit beisteuern wollen, seien besonders ermuntert. (Siehe heutige Anneuen Reiches dar, wobei anschließend die Aufgaben und Aussichten des Sparkapitals in der Zukunft erörtert wurden. Auch die deutschen Sparerschutzkassen hätten gerade in letzter Zeit eine sehr gute Entwicklung aufzuweisen. Am Schluß der Versammlung behandelte der Versammlungsleiter noch eine Anzahl geschäftlicher Angelegenheiten, wonach sich noch eine Aussprache anschloß. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 8. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Land butt er 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 18, Weißkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben, Bündel 15 bis 20, alte, das Pfund 25, Rote Rüben 10 bis 12, tzpinat 15, Römischkohl 15, Bohnen (grün) 50, Suppenspargel 30, Spargel III 40, II 50, I 60, Erbsen 30 bis 45, Mischgemüse 15, Tomaten 55 bis 60, Zwiebeln 20, Schwarzwurzeln 30 bis 45, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln (alte) 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 18 bis 20 Pf., Aepfel 70, Kirschen 50 bis 70, Stachelbeeren 25 bis 28, Erdbeeren 1,50 bis 1,60 Mark, Nüsse 45 bis 60 Pf., Zwetschenhonia 40 bis 45, ältere Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 70 bis 90, Enten 80, Tauben, das Stück 60 bis 65, Blumenkohl 10 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis Sparerbund Gießen. Man berichtet uns: In der am vergangenen Dienstag im „hessischen Hof" abgehaltenen Mitgliederversammlung des Sparerbundes erstattete der Ortsgruppenleiter h. Lorenz Bericht über die in letzter Zeit unternommenen Schritte des Sparerbundes. So hätten die Verhandlungen mit dem hessischen Ministerium eine ministerielle Verfügung vom 6. Mai 1935 zur Folge gehabt, wonach die bisher noch nicht freigegebene letzte Hälfte der Aufwertungsguthaben bei Den hessischen Sparkassen zu 20 v. h. ab 1. August 1935 und zu 30 v. h. ab 1. April 1936 allgemein nach Maßgabe der Satzungen der Sparkassen zur Rückzahlung gekündigt werden könne. Durch diese Verordnung würden die Vorkriegssparer die letzte Hälfte ihres Aufwertungsouthabens nun vier Jahre früher erhalten, als ursprünglich vorgesehen war. Was die Kleinrentner- Hilfe anbelange, so sei jetzt nach den neuesten Bestimmungen vorgesehen, daß auch ein lebenslängliches Nießbrauchrecht als Nachweis für vorhandene Altersversorgung angesehen werden könne. Sodann sprach Prokurist Rudolf Hahn über den Neuauf- Neubearbeitung dieses lustigen Stückes in Berlin bau der deutschen Wirtschaft aus der Grundlage des h0rt>"a uhor mn mit deutschen Sparkapitals sowie über Bedeutung und Pflege des Sparkapitals und des Sparers im neuen Deutschland. Die grundsätzlich völlig veränderte günstige Einstellung des heutigen Reiches zum deutschen Sparer, im Gegensatz zu den spargeldfeindlichen Maßnahmen des früheren Systems legte der Redner an Hand positiver Maßnahmen des meister bestanden. Besonders bemerkenswert ist, daß von den Prüfungsarbeiten des Photomeisters Pfaff einige der besten Blätter aus dem Meisterkursus für Fachphotographen von dem Leiter der Staatlichen Hochschule, Prof. Schultze (Naumburg), für das Archiv der Staatsschule ausgewählt wurden. ** D i e Katholische Gemeinde Gießen feiert heute das Große Gebet. Um 6 Uhr Beginn der ersten Messe, dann um 7, um 8 und um 9 Uhr heilige Messen. Betstunden von 6 Uhr bis 20 Uhr. hiernach feierlicher Schluß mit Prozession und Tedeum in der Kirche. ** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist an den beiden Psingsttagen geöffnet. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Straßenbauarbeiten ist die Strecke Reiskirchen —Mücke der Provinzialstraße Gießen—Alsfeld vom 12. Juni ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Queckborn—Laubach—Freienseen—Mücke für den Nahverkehr (Mehrlänge der Umleitung 13 Kilometer), über Lich—Laubach— Schotten—Ulrichstein—Lauterbach für den Fernverkehr (Mehrlänge der Umleitung 6 Kilometer). ** Viehmärkte in Gießen. Am kommenden Mittwoch findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; am Mittwoch, 26. Juni, wird Schweinemarkt abgehalten. ** Städtische Heugrasoersteigerun- ge n finden am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei besonders hingewiesen. ** Einzahlung von Postanweisun- g e n nach dem Auslande. Postanweisungen nach dem Ausland werden nur befördert und ausZ. B. sind nach einer Reihe von Ländern auf den Abschnitten zu den Postanweisungen keinerlei Mitteilungen zugelassen. Ferner ist bei vielen Ländern vorgeschrieben, daß die Absender gleichzeitig mit der Einlieferung der Postanweisungen die Empfänger durch besonderes Schreiben von der Einzahlung in Kenntnis setzen müssen. Es ist zu ihrem eigenen Nutzen, wenn die Einlieferer von Auslandspostanweisungen diese Bestimmungen genau beachten. Dls Postanstalten sind zu Auskünften stets gern bereit ** Verkehrsunfälle. In der Kaiserallee verunglückte der Lehrer Ernst Gröninger aus Münster bei Lich mit seinem Motorrad. Der bedauernswerte Mann mußte mit Beckenverletzungen und Wunden an den Händen in die Klinik eingeliefert werden. — Gestern nachmittag ereignete sich in der Neustadt ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einer Radfahrerin. Dabei wurde die Radlerin am Kopfe so erheblich verletzt, daß sie der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte. ** Eine Rheinfahrt mit Dampferbenutzung von Rüdesheim bis Königswinter (Drachenfels) wird am 16. Juni veranstaltet. Der Sonderzug fährt ab Gießen um 6.42 Uhr, ab Butzbach 7.02 Uhr, ab Bad-Nauheim 7.12 Uhr und ab Friedberg um 7.17 Uhr. Rückkehr etwa 22 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.) ** D i e Kriegskameraden der 7. Torpedobootsflottille (v. Koch) werden zwecks Wiedersehensfeier am 6. bis 8. Juli gebeten, ihre Anschrift an folgende Adresse zu schicken: Hans P e r s i g e h l, Wanne-Eickel i. Wests., Florastr. 7. ** Preußisch-Süddeutsche Staats» lotterte. Die Ziehung der 3. Klasse der laufenden 45./271. Lotterie findet am 14. und 15. Juni statt. Schluß der Erneuerung 7. Juni. gezahlt, wenn sie den für die einzelnen Länder vor- geschriebenen Persendungsbedingungen entsprechen. Verbesserter Arbeitseinsatz der Angestellten. Nach den Beobachtungen der Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront (Amt für Berufserziehung, Abteilung V) brachte der Monat Mai eine erhebliche Besserung des Arbeitseinsatzes der Angestellten, die sich bis auf einige kleinere Gebiete im ganzen Reich bemerkbar gemacht hat. Dqs Auftragsergebnis konnte weiterhin gesteigert werden. Ebenso gelang es, das Vermittlungsergebnis erheblich zu verbessern. Die Zahl der eingetragenen Bewerber geht weiter zurück, obwohl der Zugang an Bewerbern in ungekündigter Stellung anhält. Für die Besserung der Wirtschaftslage spricht insbesondere die Tatsache, daß eine erhebliche Anzahl von Aushilfsvermittlungen inzwischen in Festanstellungen umgewandelt worden sind. Ebenso die Tatsache, daß bereits jetzt Aufträge für Urlaubsvertretungen erteilt werden. Gute Vermittlungsmöglichkeiten bestehen für Arbeitspahinhaber. Vereinzelt ist eine Besserung des Arbeitseinsatzes der älteren Angestellten zu beobachten. Die Industrie war für Kaufmannsgehilfen sehr aufnahmefähig. Insbesondere die Eisen- und Metallindustrie, Chemische Industrie, Fahrzeugindustrie, Apparate- und Maschinenbau, Papier- und Papierwarenindustrie und Bauindustrie. Im Einzelhandel hat das Pfingstgeschäft gut eingesetzt. Die Persicherung war gut aufnahmefähig. Auch in der Spedition war es lebhafter als bisher. Der Mangel an guten Kurzschriftlern und Maschinenschreibern, sowie an guten Verkäufern und ■■'i; Persil Persil Ata Anzeigen AkklengeseWüfl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Wn. SMoOJ Winterthw Unfall-, Haftpflicht-, Auto-, Kaution»-^ Einbruch-Diebstahl-, Lebens-, Renten-, Kinder-, Aussteuer-, Studiengeld*- V «lidttiungcn Prospekte und Auskünfte bereitwilligst Subdirektion Frankfurt a. Main Goethestraße 30 Telephon 23847 2355 V — Mitarbeiter öberall gesucht —— ^3cv(il madjfs ja so kld)t Derrn man sogt-, „An der Däsche erkennt man die Hausfrau") so bin ich um ein Urteil nicht bange. Deiner Wäsche sieht man es an, daß sie inst helft!—»vad, was noch mehr heißt, richtig mit Persil gewaschen ist. P46d | CHrovin-Fabrik G.m.b.H. Frankfurt%J Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer AnzeigeI Nagut-Kückenbackfutter „ Erstlingskücken futter „ Kückenfutter, grob Futterhirse, geschälte Geflügel-Körnerfutter empfiehlt 3355A SamenbausfleinrichSabn Bahnhofstraße — Telephon 3403 Volkstümliche Naturwissenschaft In reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Die Zahlung erfolgt gegen Quittung und Rückgabe der Auslosungsscheine und eines gleichen Nennbetrages in Schuldverschreibungen der Anleiheablösungsschuld des Reichs bei der Reichsschuldenkasse in Berlin SW 68, Oranienstraße 106/109, oder auch bei allen Reichsbankanstalten mit Ausnahme der Reichshauptbank Berlin. Mit dem Ablauf des 30. September 1935 hört die Verzinsung des Einlösungsbetrages aut. Die Einlösungsbeträge für die gezogenen Auslosungsrechte, die im Reichsschuldbuch eingetragen sind, werden den Gläubigem ohne ihr Zutun durch die Post zugesandt, so daß Schuldbuchgläubiger dieserhalb nichts zu veranlassen haben. 857 612 803 732 783 713 277 864 786 300 256 883 650 540 111 753 726 206 944 629 449 287 333 890 751 642 323 160 189 761 368 189 339 057 887 477 97 127 217 224 269 283 291 328 401 499 538 598 603 767 950 1004 115 189 217 223 237 287 372 509 518 533 578 722 749 948 976 2015 034 068 097 235 284 347 495 589 830 892 3016 022 043 116 165 217 301 402 539 647 668 899 913 930 4258 264 304 376 399 446 511 633 662 782 817 998 5008 010 081 095 141 354 492 566 622 641 648 720 789 812 841 881 940 955 966 6056 075 091 236 249 389 413 423 553 563 596 644 683 684 721 776 826 861 11026 079 168 721 809 885 12041 621 719 802 869 871 939 963 1 3013 16238 252 266 279 306 345 405 412 845 834 445 627 663 674 697 764 777 997 22011 015 292 454 487 581 620 412 416 422 561 644 748 757 961 7042 046 060 083 125 172 262 289 811 855 920 8009 021 061 086 104 835 472 453 420 420 129 047 314 154 091 478 239 099 497 471 452 513 311 155 688 593 162 943 861 266 480 414 376 494 455 411 596 578 160 821 414 214 723 488 180 608 208 189 700 229 248 746 549 240 154 111 741 278 177 886 668 576 112 912 744 260 947 726 470 384 395 929 823 835 345 261 206 765 382 260 467 062 926 509 881 860 349 293 317 815 526 374 479 895 961 453 338 408 849 578 519 507 489 160 122 494 200 154 899 972 479 355 409 890 817 602 512 274 740 334 529 478 512 023 660 635 176 830 490 223 156 999 786 361 323 997 735 358 222 9072 824 455 382 319 181 235 326 363 468 565 566 580 14193 279 291 360 416 502 516 877 912 921 930 934 964 15061 307 326 330 402 674 743 807 816 401 444 556 585 774 340 478 531 558 702 10049 071 254 303 562 670 748 782 789 981 23036 496 497 602 737 930 980 24076 410 420 441 451 456 496 532 613 976 2 5003 006 032 061 197 267 833 891 909 997 26021 063 164 655 663 796 810 820 915 998 27061 548 571 622 701 924 982 28011 038 ------ ------ 792 M3 874 086 097 — — 29022 023 069 179 201 234 252 20116 157 331 362 377 387 389 ------2100! 011 022 827 636 535 037 680 667 204 848 547 338 172 309 873 847 867 909 1 7060 156 164 165 576 725 756 857 874 875 941 18034 573 602 619 696 769 781 801 922 1 9283 ----------850 30042 104 170 217 334 550 597 631 660 679 745 805 869 870 883 892 938 31067 117 118 135 152 284 377 583 964 986 990 991 32036 085 120 141 227 339 360 418 463 473 565 641 736 804 876 883 33103 122 147 212 233 251 306 310 358 457 519 616 625 642 691 799 868 950 966 34060 367 440 530 546 652 780 948 35027 030 031 061 099 107 139 171 192 199 204 234 241 256 279 362 429 438 460 476 477 498 502 545 574 588 605 631 662 700 704 876 887 900 36151 210 240 271 306 457 546 673 753 973 3 7052 169 256 258 333 361 380 409 441 443 447 527 568 706 733 799 897 999 38033 103 191 224 304 310 364 383 384 386 501 517 550 600 635 638 667 813 877 879 39149 164 201 224 279 290 523 600 613 666 759 857 871 872 965 991 40016 075 273 394 608 647 749 769 790 948 993 41008 353 422 431 627 752 765 804 918 42056 072 113 198 225 246 302 309 348 497 534 565 571 645 712 717 766 953 4 3011 041 047 052 150 297 325 342 391 399 541 552 690 761 775 842 860 870 4 4071 098 149 153 240 262 331 447 579 653 688 773 776 781 45268 302 408 569 720 810 930 996 46000 026 151 199 345 354 402 452 490 511 557 632 705 722 833 865 885 939 47138 140 160 210 273 274 281 312 332 349 402 535 607 617 787 868 903 917 48012 014 065 096 166 325 352 414 484 500 545 550 905 926 968 4 9002 074 107 117 123 171 233 260 323 507 630 643 704 727 755 814 840 849 874 900 951 50024 029 039 114 198 202 227 449 453 465 487 596 617 620 674 745 762 909 51114 164 169 210 305 544 740 806 832 883 52003 237 280 349 392 419 427 513 577 628 705 707 790 871 906 951 53049 120 155 157 183 274 285 299 404 434 738 749 802 813 820 849 874 913 991 54107 165 171 175 260 419 518 554 657 680 757 850 866 970 55029 030 078 174 188 245 291 346 383 405 453 482 496 591 615 723 853 951 961 998 5 6036 130 171 247 310 363 366 463 552 570 754 770 782 819 886 921 955 957 5 7028 032 100 135 139 330 340 503 695 742 753 823 824 843 928 938 981 58010 052 098 106 132 153 192 226 245 297 425 436 458 474 560 592 609 623 656 715 779 848 887 889 922 942 991 59057 132 172 282 298 332 343 403 447 521 697 756 772 796 840 855 890 936 974 979 999 60026 034 037 039 044 089 127 255 294 323 432 468 671 678 737 904 922 928 979 61026 052 057 076 101 260 281 290 334 416 469 555 661 681 736 771 962 62013 040 059 122 142 200 244 299 315 348 418 419 481 518 570 585 634 655 763 842 63269 343 356 367 450 465 483 505 553 639 696 782 794 796 849 966 64035 474 615 650 658 670 759 869 878 901 910 914 965 990 993 6 5024 115 144 148 157 341 383 408 431 433 462 499 520 521 565 589 620 696 731 744 924 940 66038 045 098 465 500 580 581 677 804 941 946 991 67014 091 177 248 440 498 721 814 846 850 862 922 948 985 68009 109 147 159 181 189 190 299 300 311 379 716 765 868 889 939 6 9091 095 119 157 244 348 372 421 530 556 570 645 668 700 748 826 834 872 901 958 70005 013 207 241 428 448 507 510 549 588 590 642 822 974 71100 102 149 275 320 370 391 421 475 551 552 609 614 641 761 72181 272 303 308 367 370 420 446 451 460 726 727 738 742 774 795 892 895 940 943 7 3061 091 134 151 186 202 285 308 330 340 385 474 498 537 567 599 666 720 909 926 992 7 4062 069 222 417 576 594 628 678 693 777 800 807 828 75043 185 198 213 294 372 392 411 423 451 473 488 667 768 789 865 993 7 6021 027 211 289 337 566 583 631 653 736 805 832 896 911 995 77101 157 177 209 222 287 431 550 570 592 641 744 759 773 843 895 958 976 995 7 8011 159 252 501 562 627 642 690 754 777 782 794 829 957 7 9033 123 126 127 141 177 188 221 228 276 313 323 435 507 546 564 705 720 883 986 80001 041 138 144 290 461 505 589 594 648 733 768 843 848 81105 255 303 329 342 432 506 644 725 880 949 82006 064 101 204 206 239 278 280 288 416 454 476 482 650 689 954 8 3014 099 101 172 192 236 239 248 253 273 314 320 338 351 373 379 387 437 443 514 519 596 622 642 665 675 687 866 8 4033 199 219 281 284 315 349 380 392 552 569 683 823 840 905 995 8 5073 083 244 258 287 359 366 554 557 715 748 845 875 934 938 993 86115 142 174 217 384 399 578 599 751 866 900 8 7040 127 211 300 334 344 345 453 458 461 485 539 556 562 612 686 780 900 961 983 88190 219 312 330 510 519 628 634 674 727 958 959 89011 051 274 324 333 414 456 501 545 589 613 625 775 791 908 925 971 «. . . . ziehunPsHste sind zu beziehen vom Verlag der Allgemeinen Verlosungstabelle in Grünberg, Schlesien, (Postscheckkonto Breslau 12347) zum Preise (einschließlich p . , ^9 Stto 65 Pü£ 3Stück 95Pfg„ 4 Stück 1Z RM., 5 Stück 1,45 RM., 10 Stück 2,70 RM, 100 Stück 13,- RM. Der Einfachheit halber empfiehlt es sich, der Bestellung den Betrag in Briefmarken'beizulegen. Bei größerem Bedarf, Preise nach Anfrage beim Verlag. Dekorateuren wird immer stärker. Die Nachfrage ist außer nach diesen Kräften noch groß nach guten Buchhaltern, Korrespondenten, Lageristen und Expedienten. Auch Reisende mit guten Fachkenntnissen und Verbindungen wurden stärker angefordert. Die Erfolge der Lehrstellenvermittlung sind, obwohl der allgemeine Einstellungstermin vorbei ist, noch sehr gut. Bei den weiblichen Berufen überwiegt das Angebot die Zahl der offenen Lehrstellen. In der Behördenstellenvermittlung erfolgten Vermittlungen insbesondere zu den Dienststellen des Reichsheeres und der Partei und ihren Untergliederungen. Erfreulicherweise gelang es hierbei alte Kämpfer unterzubringen. In der Techniker-Stellenvermittlung waren besonders aufnahmefähig die Mafchinen-Jndustrie sowie das Hoch- und Tiefbaugewerbe. Hochbautechniker mit Kenntnissen in der Architektur und Konstrukteure für Eisen- und Brückenbau mit guten statischen Kenntnissen waren gesucht. Nachfrage bestand nach Tiefbautechnikern und ersten Fachkräften im Werkzeugmaschinen- und Transmissionsbau. Verlangt wurden Kalkulations-Ingenieure mit Refa- Kenntnissen. Bedarf lag vor an guten Maschinenzeichnern, Konstrukteuren aus der Maschinen- und Apparate-Jndustrie und Spezialkräften im Verbrennungsmotorenbau. Eingestellt wurden Kulturbautechniker mit staatlichen Prüfungen. Die Einsatzmöglichkeiten für Kataster-Techniker und -Hilfstechniker waren günstig. Geringer Kräftebedarf lag vor in der Textil-Jndustrie und Chemischen Industrie. Für Werkmeister bestand sowohl in Groß- als auch in Mittel- und Kleinbetrieben stärkere Aufnahmefähigkeit. Der Bedarf an Kalkulatoren (Refa), Drehermeistern und Spezialisten für Leichtmetallbearbeitung sowie an Eisenbetonpolierern und Bag- germeistern konnte zum Teil nur dadurch gedeckt werden, daß Fachkräfte von auswärts herangezogen wurden. Unterbringungsmöglichkeiten bestanden für Werkmeister aus dem allgemeinen Maschinen- und Werkzeugmaschinenbau, aus der Autoreparatur sowie der Schreibmaschinen- und Motorradfabrikation. Das Bekleidungsgewerbe war für Fachkräfte, ins- Waffersportler, schützt den deutschen Wald vor Brandgefahr, kocht nicht am Waldesrand ab! besondere Zuschneider aus der Militärkonfektion, aufnahmefähig. In der Chemischen und Holzindustrie, dem Nahrungs- und Genußmittelgewerbe und in der Industrie der Steine und Erden bestanden Unterbringungsmöglichkeiten. In der Stellenvermittlung für seemännische Angestellte war sowohl der Auftragseingang, als auch das Vermittlungsergebnis zufriedenstellend. Jüngere qualifizierte Kräfte stehen nicht mehr zur Verfügung, so daß erfreulicherweise die Einsatzaussichten für ältere Kräfte günstiger werden. In der landwirtschaftlichen Stellenvermittlung ist die Marktregelung, die sich äußerst günstig ausgewirkt hat, bisher ohne sichtbaren Einfluß auf den Arbeitseinsatz der Angestellten geblieben. Bei den weiblichen kaufmännischen Angestellten hielt die starke Nachfrage nach perfekten Stenotypistinnen an. Bei der Stellenvermittlung für Haus-, Garten- und Landwirtschaft gingen Aufträge für weibliche landwirtschaftliche Kräfte ein, wofür Bewerberinnen fehlen. Bei den Gesundheitsfürsorgerinnen, Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen zeigt sich eine gewisse Belebung der Dermittlungstätigkeit. Aus aller Wett. Drei Todesopfer eines Betriebsunfalles. In Brake (Oldenburg) ereignete sich auf dem Gelände einer Fettraffinerie ein schwerer B e - triebsunfall, der drei Todesopfer forderte. In 15 Meter Höhe waren auf einer an vier Stahltrossen aufgehängten Plattform sechs Arbeiter mit Nietarbeiten beschäftigt, als plötzlich eine Stahl- trosse riß. Während es zwei Arbeitern gelang, sich im letzten Augenblick noch festzuklammern, stürzten vier von ihnen in die Tiefe. Drei der Verunglückten ft a r b e n kurze Zeit darauf an den erlittenen schweren Verletzungen. Der vierte Verletzte befindet sich außer Lebensgefahr. Zwölf Todesurteile gegen Lifenbahnräuber in der Sowjetunion. Der Oberste Gerichtshof in Moskau verhandelte gegen eine neunköpfige Bande, die in der Maske von Beamten der OGPU. die Vorortzüge ausgeplündert und außerdem zahlreiche Ueberfälle verübt hatte, wobei auch mehrere Personen ermordet wurden. Vier Banditen wurden zum Tode verurteilt, die übrigen Angeklagten erhiesten Gefängnisstrafen von drei bis zehn Jahren. In ähnlichen Prozessen in Charkow, Woro-1 schilow (früher Stawropol), Sima und Taiga (St* birien) wurden weitere acht Todesurteile gefällt. Fünffacher Giftmord in einer spanischen Ortschaft. In dem Orte Granja de Escarpe bei Lerida in Spanien legte eine Frau das Geständnis ab, fünf in der letzten Zeit auf rätselhafte Weise gestorbene Verwandte vergiftet zu haben. Als Grund zu ihrer furchtbaren Tat gab die Frau an, daß sie eine Mitgift von 1000 Peseten, die sie an ihre Schwa» gerin abführen sollte, habe für sich behalten wollen. Die Dorfbewohner erregten sich bei Bekanntwerden der Tat derart, daß sie nur mit Mühe davon abgehalten werden konnten, die fünffache Mörderin zu lynchen. Oefsentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst. 1. Pfingstfeiertag. Arzt: Frl. Dr. Gürtler; Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Engel-Apotheke. 2. Pfingstfeiertag. Arzt: Frau Dr. Marx; Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Lichtspielhaus Gießen Unser Pfingstfest-Programm: 3412a Bis 1. Feiertag einschl. Das große Erlebnis: Das Mädchen Johanna mit Angela Sallocker - Gustav Gründgens - Heinrich George. Wieder ein Ereignis für Gießen! Ab 2. Feiertag Ein neuer Millionenfilm in deutscher Sprache: BENGALI Die Gefangenen des Mohammed Khan 5 Jahre wurde an diesem sensationellen Filmwerk, das einzigartig in der Welt dasteht, gearbeitet. - S hielt sich der Forscher Ernst Schoedsack am Kaliber-Paß an der indisch-afghanischen Grenze auf, um die Aufnahmen für den Film Bengali zu machen u. geriet dabei 2mal In Gefangenschaft. Oper, der Hauptdarsteller, ist ein bekannter Meisterschütze und Reiter und hat sämtliche für die Aufnahmen nötigen Tollkühnheiten allein ausgeführt. Burke heißt die russische Spionin, die einzige weibliche Hauptdarstellerin. LI , die Höchstleistung aller Möglichkeiten, die der heutige Stand der Tonfilm-Technik bietet. Vorher: Gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-WocheI Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. Sonn- und Feiertags 3, 5.30, 8.30 Uhr. Gesangschule Am Sonnabend, 15. Juni, nehme ich meinen Unterricht in vollem Umfange wieder auf. Irmgard Heermann Lonystraße 20. 3466 D- Stadttheater Gießen Eröffnung der Sommerspielzeit 1935 Lachen im Theater Mittwoch, den 12. Juni 1935 Pension Schneller von Jacoby und Laufs, in der Berliner Neubearbeitung. — 1935 in Berlin über 100 Aufführungen. Sommerpreise: Von 0.30 bis 1.50 KM. Anfang: 20 Uhr - Ende 22,30 Uhr. Theaterkasse: Dienstag, 11. Juni,von 10-13 Uhr, Mittwoch, 12. Juni, von 10-13 Uhr u. 17-18 Uhr. . _____________________________________3431 D Oberhessischer Kunstverein Die Ausstellung Christian Rohlfs-Hagen Tagesordnung: Endgültige Beschlußfassi Lesung) über Annahme des Einhi tzollar, den 8. Juni 1935. 3461D iung (zweite leitsstatutes. ist am 1. Pfingstfeiertag geschlossen, am 2. Pfingstfeiertag von 11 -1 Uhr geöffnet. Sie schließt Montag, 17. Juni 3414 D Der Vorsitzende deS Aufsichtsrates. Taubert. Sm- und MleWMm°Llu Conor Die Mitglieder unserer Genossenschaft werden zu der am Samstag, dem 15. Juni 1935,um 21 Uhr bei Gastwirt Otto Nuhn dahier stattsindenden floBeroröentllöien General - Berfammlung ergebenst eingeladen. Alleinvertretung: Pianohaus Schönau Bahnhofstraße 76 Kein Laden I Nene n. gehr. Klaviere 1. bester Auswahl TORPEDO nur RM. 188.- schon für «ba 7.90 monntlich Alleinverkauf Niederhausen 8 Co. Bahnhofstrabe Henub.Hotel Schätz Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermihlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.1 1. Pfingstfeiertag nachmittags und abends mWltigeii mittag- und MtiftO und den extra stark eingebrauten 3473A Auerhahn - vfttrsMtboppen! Uiterhannngs Kinzert ausgeführt von Mitglieder der Regiments- Bergschenke Speisereslauraol „Ze fite" empfiehlt für die Feiertage ganz besonders den 1 Pfinöstfeiprtaö nachmiftaös und abends _ _ -_ _ kapelle Gießen. — Eintritt frei! Dienstag (3. Feiertag), bei günstiger Witterung, ab 17 Uhr, großes 02490 Wieseck 1ml J (/![ f(/>l Am 3. Feier* tag, ab 16 Uhr Heinings- schieb Weltersburg Militärkonzert ausgeführt von der gesamten Regimentskapelle Inf.-Reg. Gießen unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters Ernst Krauße. — Eintritt RM. 0.30 Am zweiten Pfingstfeiertag 3. Pfingstfeiertag 40 jähr. Stiftungsfest des Gesangvereins Eintracht im Garten der Gastwirtschaft Tanz WILHELM DORFELD Waldeslust am Flughafen Bei günstiger Witterung: 1. Feiertag ab 16 Uhr: Gr. Konzert der SA-Standartenkapelle Leitung: Musikzugführer B. Herrmann. Volks- tüml. Eintrittspreise (20<$). Familien Ermäßigung 2. Feiertag ab 16 Uhr: Unterhaltungskonzert u.Tanz.Eintritt frei 3. Feiertag Großes Konzert der Stahlhel mkapelle Leitung: Musikzugführer Albert Schleuse. A.iRsclLli«Hond1'anz.VolkstümlichcEmtritts- preise (20 O. Familien Ermäßigung_______3463 d Nur die beste Drucksache wir beraten sie neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Wir entwerfen Werbung wirksam unterstützen. Gering- wertige Drucksachen schaden mehr als Wir drucken gut sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i sie Ist die billigste I Brühl’sche Druckerei, SchulstraOe 7, Anruf 2251 Es laden freundlichst ein 34320 Der Wirt Der Festausschuß Oberhessische Viehversicherungs-Anstalt a.6. Samstag, den 15. Juni 1935, nachmittags 3 Uhr, findet in Gießen, Restaurant Faulstich, Bahnhofstraße 59 eine außerordentliche Mitglieder-Versammlung statt. Tagesordnung: 3428d 1. Genehmigung des Vermögens- und Versicherungsbestandübertragungvertrages zwisch.der Deutscher Bauern dienst, Tierversich.-Gesellsch. a. G. in Berlin u. der Oberh.Viehversich'Anst.a.G.,Gießen 2. Beschlußfassungüber die damit verbundenen u. vorgeschrieben. Formalitäten Gießen, 3. Juni 1935. Dr. van Bentheim, Direktor Ala Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften FLG.Grode Gießen, Frankfurter Strabe fir.152 Sünftcs Blatt Metzen« Anzeiger (Seneral-Anzelger für Gberheifen) Samstag/Sonntag, 8./9. Juni 1955 Magdalena ging neben der Freundin der kleinen Gruppe zu, von der Herrn von Geczy ihnen be- reits entgegenwinkte. Barbara war jetzt oft so seltsam. Die Worte eben hatten so rätselhaft und schmerzvoll dabei geklungen. Was ging in Barbara vor? Sie wußte es nicht. Nur, daß Barbara sehr unglücklich war, empfand Magdalena. Vielleicht war es dies Unglücklichsein, aus dem heraus sie oft die Menschen so schlecht behandelte. Frau von Tschewnick saß inzwischen in einem sehr ernsten Gespräch mit ihrem Neffen Joses Bannosch. Nur zögernd und recht übellaunig war er ihr gefolgt, als sie ihn heranwinkte und mit ihm dem jetzt menschenleeren Wintergarten zugegangen war. Er wußte, wenn Tante Franzka •ein solches Gesicht machte, gab es eine recht unangenehme Gardinenpredigt. Er hatte sich nicht getäuscht. Frau von Tschewnick nahm in einem der bequemen Korbsessel Platz, die so recht zum Ausruhen und zur Bequemlichkeit geschaffen schienen. Aber sie saß kerzengerade. Als ob sie ein Gewehr verschluckt hätte!, dachte der junge Graf. Er selbst lehnte in lässiger Haltung in einem der Sessel und zündete sich scheinbar gleichmütig eine Zigarette an. Franzka von Tschewnick sah sich um, ob auch niemand ihre Unterredung mit dem Neffen hören konnte. Nachdem sie sich vergewissert hatte, daß alle Teilnehmer des Festes in den Gesellschaftsräumen und dem Tanzfaal sich aufhielten, begann sie energisch: „Dein Benehmen heute abend mißfällt mir aufs Aeußerste. Josef!" Josef Bannosch sah dre Tante offenbar verständnislos an: „Ich bitte dich, Tante Franzka — warum nur? Ich bin mir gar keiner Schuld bewußt." „Keiner Schuld bewußt? Du bist nicht liebenswürdig genug, mein Junge!" „Aber beste Tante, wie man es macht, scheint man es verkehrt zu machen. Hast du mich nicht selbst früher oft genug gescholten, daß ich den Damen gegenüber zu liebenswürdig bin? Also habe ich mir vorgenommen, höflich, aber neutral gegenüber allen zu sein!" „Das durftest du. Aber mit einer einzigen Ausnahme. Meinst du, ich hätte mich so weit erniedrigt, bei dieser hochmütigen Stechow um eine Einladung für dich zu bitten, wenn ich nicht meine besonderen Ziele damit verfolgt hätte? Du weißt, daß wir eine Heirat zwischen dir und Barbara von Stechow wünschen. Wir können nicht bis an unser Lebensende deine kostspieligen Lebensnel- qungen finanzieren, mein lieber Josef. Die Zeiten sind auch nicht mehr.so wie früher Es geht uns jy der Industrie hier auch nicht mehr rosig. Frage nur deinen Onkel, wie die Ausfuhr beschnitten ist. Kurz und gut, du mußt heiraten, reich heiraten. Barbara von Stechow ist die geeignete Frau für dich. Oder findest du nicht?" „Ich finde schon, verehrte Tante, Barbara von Stechow ist elegant, schön, große Dame. Ein wenig selbstherrlich. Der gute Stechow hat nicht verstanden, sie an die Kandare zu nehmen. Aber das kann man ja noch nachholen. Die Frage ist nur, ob sie will!" Frau von Tschewnicks Gesicht wurde noch ener- gischer: „Wenn du freilich dich nicht mehr bemühst als heute abend, dann fürchte ist selbst, daß mein wohlvorbereiteter Plan, aus euch beiden ein Paar zu machen, mißlingen könnte. Und das meinte ich damit, wenn ich dir sagte, du hättest dich heute nicht richtig benommen. Was ist das für eine Art, sich im Rauch- und Spielzimmer festzusetzen, anstatt der Stechow so den Hof zu machen, wie du es ja meisterhaft verstehst! Es kann dir doch nicht schwer sein, diese Frau für dich verliebt zu machen, wenn du es nur ernstlich willst!" Graf Bannosch sah nachdenklich auf seine Zigarette, die, rot glühend, verglimmte. Hatte Tante Franzka mit ihren Vorwürfen recht? Wohl kaum. Barbara von Stechow war ein scheues, edles Wild. Um es zu erlegen, mußte man andere Methoden anwenden als sonst. Sie hatte ihm bei der ein wenig zu zärtlichen Begrüßung es ja sehr deutlich zu verstehen gegeben, daß sie eine Annäherung über das konventionelle Maß hinaus nicht wünschte. Man durfte diese Frau nicht kopfscheu machen durch eine zu stürmische Attacke. Man mußte sehr behutsam vorgehen, um das verlorene Terrain wiederzugewinnen. Vielleicht gehörte Barbara sogar zu jenen Frauen, die man zunächst links liegen lassen mußte. Es gab ja Frauen genug, die durch die Kühle eines Mannes mehr entflammt wurden als durch überschwengliches Liebeswerben. Nachdenklich sagte er jetzt aus seinen Gedanken heraus: „Ich habe so das feste Gefühl, Tante Franzka, man muß sehr diplomatisch verfahren. Don heute auf morgen kann ich Barbara von Stechow nicht gewinnen. Sie ist nicht die erste beste, ist kein dummes Gänschen, das auf ein paar schmachtende Blicke hereinfällt. Man muß sich Zeit lassen." Das ärgerliche Gesicht Frau von Tschewnicks wurde freundlicher. „Vielleicht hast du recht, Josef. Ich will dir da nicht hineinreden. Aber sie zu, daß dir kein anderer ins Gehege kommt." „Hast du irgendeinen Verdacht? Hat sich irgendein anderer Mann, der in Betracht käme, Barbara von- Stechow genähert?." Frau von Tschewnick machte eine unbestimmte Bewegung. „Es klingt ja eigentlich lächerlich, Josef, aber ich beobachte seit langem diesen Inspektor, diesen Mackenroth. Der ist offenbar blind und toll verliebt in seine Herrin." Josef Bannosch lachte höhnisch auf. „Dann lassen wir ihm doch das Vergnügen, Tante Franzka. Kein Mensch kann einen anderen hindern, Dummheiten zu machen." „Aber wenn die Stechow selbst von dieser Liebe nicht ungerührt bliebe? Mackenroth sieht gut aus." „Verehrte Tante, da kennst du Barbara von Stechow schlecht. Die hat den Hochmutsteufel. Niemals würde die sich mit einem Untergebenen einlassen. Außerdem habe ich bei dem guten Macken» roth schon voroearbeitet. Ich habe ihm deutlich zu verstehen gegeben, daß er in seiner jetzigen Stellung ein Nichts ist gegen Frau von Stechow. Ich kenne Mackenroth. Der hat den gleichen Stolz! Geradezu krankhaft. Der würde eher kaputt gehen, als den Anschein erwecken wollen, daß er ein Mitgiftjäger ist. Würde er sich aber je um Barbara von Stechow bewerben, dann würde doch jeder Mensch denken, er wollte ihr Geld heiraten. Ich weiß zufällig, daß Mackenroth noch einen schönen Posten Schulden von seinem alten Herrn her abzuzahlen hat. Und andere wissen es auch. Nein, nein, Tante Franzka! Selbst wenn Barbara auf die absurde Idee kommen wollte, sich in diesen Inspektor zu verlieben, würde Mackenroth aus krankhaftem Ehrgefühl das nicht bemerken wollen. Ich habe also Zeit, meine Bewerbung um Barbara von Stechow ganz planmäßig einsetzen zu lassen. Du sollst mit mir zufrieden sein, Tante Franzka." Ueber Frau von Tschewnicks Gesicht glitt ein Schein von Wärme. Alles, was sie von Zärtlichkeit in ihrem kalten Herzen besaß, galt diesem schönen, leichtsinnigen Neffen. Da ihr selbst Kinder versagt geblieben, hatte sie an ihren Neffen Josef Bannosch alles an unterdrückter mütterlicher Liede gegeben. Während sie sich erhob, sagte sie: „Also schön! Mache es, wie du denkst. Aber halte dich dran! Sicher ist sicher! Du weißt, es ist Onkels und mein Herzenswunsch, daß du Herr auf Schedlowitz wirst und dadurch die Güter für immer unserem Lande erhältst." „Wie stehen jetzt überhaupt die Dinge auf den Gütern Barbaras? Brauchen sie immer noch Zuschüsse von dem alten Senator aus Hamburg?" „Nein! Sie sind durchaus ertragreich. Ich bekomme ja meine Berichte von dem Oberinspektor Rockesch." „Also geht alles in unserem Sinne!" schloß Josef Bannosch zufrieden. (Fortsetzung folgt I) Wie die Wehrpflicht wurde. Von Walter Steding. Der 17. März, an dem diesmal der Gefallenen des Weltkrieges gedacht wurde, und an dem gleichzeitig die Erneuerung der deutschen Wehrfreiheit gefeiert werden konnte, war auch im Sinne der Geschichte eine historische Tat. Neues knüpft an Altes an. Der 17. März 1813 ist der Geburtstag der Allgemeinen Wehrpflicht in Preußen. An diesem Tage unterzeichnete König Friedrich Wilhelm III. die „Verordnung über d i e Organisation der Landweh r". In dieser Verordnung hieß es: „Gesichert werden Unabhängigkeit und Ehre des Volkes nur sein, wenn jeder Sohn des Vaterlandes diesen Kampf für Freiheit und Ehre teilt." Schon der Große Friedrich hatte die Mängel der Preußischen Wehrverfassung erkannt. Sein Nachfolger faßte die bestehende Heeresverfassung mit ihren zahllosen Einzelbestimmungen in der K a - dinetts-Ordre vom 12. Februar 1792 zusammen. Fast gewinnt man beim Lesen der einleitenden Worte den Eindruck, als durchwehe sie schon etwas von dem Geist der Allgemeinen Wehrpflicht: „Die Verbindlichkeit zum Kriegsdienst ist eine der Obliegenheiten Unserer getreuen Untertanen, die mit der Erhaltung des Staates, zu dessen Wohlstand wir eine zahlreiche Armee gebrauchen, und mit der Sicherstellung ihrer eigenen $abe und Güter in der allergenauesten Verbindung steht. Je mehr Wir auf diese Verbindlichkeit und dem Unseren Untertanen eigenen und angeborenen Mut, womit sie Gefahren entgegenzugehen und das Vaterland zu verteidigen gewohnt sind, zur Erhaltung des bisherigen Ruhmes Unserer Truppen rechnen dürfen, um so mehr ist es Unser Wunsch und Wille, dafür zu sorgen, daß diese Dienstverbindlichkeit, soviel als irgend möglich ist und mit Beförderung der Wohlfahrt und des Nahrungsftandes des Landes geschehen kann, mit . gleichen Schultern getragen werde." Die zahlreichen Ausnahmen, die alsdann verfügt wurden, verwässerten diesen ausgesprochenen Gedanken allerdings so, daß von einer Allgemeinen Wehrpflicht nichts übrig blieb. Erst in der Not des Jahres 1813 wurde der Gedanke der Wehrpflicht wieder lebendig. Der neubelebte Gedanke einer allgemeinen Verpflichtung zum Heeresdienst schlug schnell Wurzel, ohne Schwierigkeiten und Widerstreben, ja zum größten Teil mit freudiger Bereitwilligkeit eilte alles zu den Fahnen. Es war ein wunderlicher und schwer- verständlicher Rückfall in die alten Verhältnisse, als der König nach vor dem Friedensschlüsse van 1814, durch seine Maßnahmen den Gedanken der Allgemeinen Wehrpflicht durchlöcherte. Die Ernennung Doyens zum Kriegsminister am 3. Juni 1814 beseitigte die Gefahr einer Rückkehr zum alten System. Boyen stand nun vor einer weltgeschichtlichen Aufgabe. Die neue Heeresverfassung sollte dem Gemeinsinn, dem Pflichtgefühl, der Hingebung an den Staat als Verkörperung der Allgemeinheit den vollkommensten Ausdruck geben. Der mit der Prüfung der Heeresfrage betrauten „Organi- fation-Kommiffio n", deren Vorsitzender Boyen wurde, gehörten u. a. auch Gneifenau und Grolman an. Alle drei waren feiner Zeit die Gehilfen Scharnhorsts gewesen; in ihnen lebten die großen Gedanken feiner Reformen weiter, und wenn es ihnen gelang, die immer noch lebendigen Einwendungen gegen die Allgemeine Wehrpflicht zu widerlegen, durften sie hoffen, diesen Gedanken zu retten. Glücklicherweise konnte man sich einigen, und der König vollzog das Gesetz am 3. September 1814. Er schenkte es seinem Volke gleichsam als Belohnung für den Opfermut der letzten Jahre: „Die allgemeine Anstrengung unseres treuen Volkes ohne Ausnahme und Unterschied hat in dem soeben glücklich beendeten Kriege die Befreiung des Vaterlandes bewirkt; und nur auf solchem Wege ist die Behauptung dieser Freiheit und der ehrenvolle Standpunkt, den Preußen erworben, fortwährend zu sichern. Die Einrichtung also, die diesen glücklichen Erfolg heroorgebracht und deren Beibehaltung von der ganzen Nation gewünscht wird, soll die Grundgesetze der Kriegsverfas- jung des Staates bilden und als Grundlage für alle Kriegseinrichtungen dienen, denn in einer gesetzmäßig geordneten Bewaffnung der Nation liegt die f i cf) e r ft e Bürgschaft für einen dauernden Friede n." So konnte die Allgemeine Wehrpflicht den Staat für das Volk und das Volk für den Staat erziehen. Im Jahre 1860 erfolgte dann eine Reorganisation, die den Sinn hatte, das Vorhandene zeitgemäß umzugestalten. König Wilhelm und sein Kriegsminister Albrecht von Roon haben diese große Aufgabe in hartem Kampf mit einer verständnislosen Gegnerschaft gelöst. Ihre Tat gehörte der Geschichte an; sie bereitete die Siege unserer Einigungskriege vor. Die in diesen Jahren durchgeführten gesetzlichen Bestimmungen für die Allgemeine Wehrpflicht gingen dann später in die Reichsverfassung vom 16. April 1871 und in das Reichsmilitärgesetz vom 2. Mai 1874 über. Es folgten dann noch einige spätere Änderungen, die aber am Gedanken der Allgemeinen Wehrpflicht grundsätzlich nichts mehr änderten. Im Sinne der Allgemeinen Wehrpflicht aing das deutsche Volk 1914 in den Weltkrieg, um einer Welt von Feinden zu widerstehen. Jetzt ist an diesem Gedanken, der sich in der Geschichte bewährt hat, wieder angeknüpft worden. Diese Anknüpfung geschah nicht aus kriegerischen Absichten heraus, sondern im Sinne einer Sicherung unserer Ehre, unseres Landes, im Sinne einer dauernden Sicherung des Friedens. „Anatomie" ist neben kleineren Bildern und dem „Stier" von Paulus Potter Glanzstücke jener kleinen und so typisch deutschen Gemäldegalerie. Wer den Haag besucht, pflegt am Friedens» p a l a ft nicht vorbeizugehen, jenem wunderschönen Gebäude, das die Welt sich als internationales Schiedsgericht errichtete und zu dem alle Staaten besondere Stücke ihres Landes beifteuerten. Deutschland lieferte ein wundervolles schmiedeeisernes Gitter für den Park. Typisch ist dieses: In diesem wirklich sehr schönen und geschmackvollen Palast stammen alle Bilder, die den Frieden verherrlichen und öarftellen sollen, aus — Frankreich, und das größte unter ihnen trägt das Datum vom Juli 1914! Trotz der Herrlichkeiten, die aus aller Welt hier zusammengetragen sind, würgt es einem in der Kehle, und mit einem bitteren Gefühl verläßt der Deutsche dieses Haus, in dem Heuchelei eher eine Stätte fand denn internationale Gerechtigkeit. Doch nun liegt das schon wieder hinter uns. Vor uns liegt die unendliche Weite des Atlantischen Ozeans. Deutsche Sehnsucht nach fernen Ländern und Erdteilen beginnt mächtig ihre Schwingen zu heben ... Das neue Niragesetz vomRepräsentantenhaus angenommen Washington, 8. Juni. (DNB.) Das Repräsentantenhaus nahm die von der Regierung eingebrachte neue Nira-Dorlage an. Diese sieht vor, daß bis zum 1. April nächsten Jahres nur noch ein Gerippe der Niraverwaltung bestehen bleiben soll, das die Zusammenstellung und die Untersuchung der Wirkungen, die die Nira-Codes bis zur Entscheidung des Obersten Bundesgerichtes auf die Arbeitslosigkeit, die Löhne und die Preise ausgeübt haben, vornehmen soll. Außerdem sollen Mitteilungen über die jetzige Lage gesammelt werden. Roosevelt wird außerdem ermächtigt, von Einzelindustrien freiwillig angenommene Codes gutju- heißen und für bindend zu erklären. Die Vorlage geht an den Senat weiter. Büchertisch. — Georg Ufaöel: „Zucht und Ordnung", Grundlagen einer nationalsozialistischen Ethik. Kart. RM. 1,50. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (115)— Das Buch stellt den Versuch dar, die ethischen Gesetze des Gemeinschaftslebens, so, wie es durch die nationalsozialistische Weltanschauung gefordert wird, aufzuzeigen. Es wendet sich an die Gliederungen der HI., SS., SA. und Arbeitsdienst. Leicht verständlich geschrieben, ist es jedem zugänglich. Ein einführendes Kapitel gibt eine lebenskundliche Begründung. Ihm schließt sich ein Abschnitt über die Formung des Willens an. Deutlich treten die zwei wichtigsten Teile dieser Schrift hervor, die dem Gefolgsmann den Begriff der Ehre, der Wahrhaftigkeit und der Treue klarlegen und der Führerschaft die Fragen der Macht und ihrer Anwendung, des Auftretens des Führers, der Führerauswahl und der Entschlußkraft umreißen. Der letzte Teil ist dem Problem der Erziehung der Jugend im Elternhaus und in der HI. gewidmet. — Max Orth: Tage der Stille. Gedichte. 46 Seiten. Preis 80 Pf. N. G. Elwertfche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1935. — (652) — Max Orth ist geborener Oberhesse, er stammt aus Altenstadt, hat seine Jugend in Butzbach verlebt und ist später weit in der Welt herumgekom» men, war mit der deutschen Schutztruppe imHerero- krieg, später auch in Spanien, Rußland und England. Aber immer und überall hat er sich die Liebe zur alten Heimat bewahrt; davon legt ebenso wie das im vorigen Sommer in Runkel aufgejührte Festspiel der kleine Gedichtband „Tage der Stille" Zeugnis ab, dessen einfache Verse ein Ausdruck schlichter Naturverbundenheit und inniger Liebe zur angestammten hessischen Landschaft sind. Grunde genommen doch nur eine Bei drei Pionieren europäischer Kolonialgeltung Eine beschauliche ZReife zu den glücklichen Inseln. Von unserem H. Er.-Sonderberichterstatter. Funktionsstörung menschlicher Gehirne nach dem Kriege ist. Weder üppig-blühende, riesengroße Blumenfelder noch rauchende Dampferschlote können darüber Hinwegtäuschen, daß Holland schwer unter der Krise leidet, die durch den Belgarutsch noch verschärft wurde. An Kontoren, Häusern und Villen in Rotterdam und im Haag sind Schilder „Zu verkaufen" oder „Zu vermieten" ein sichtbares Zeichen dafür. Aber dennoch hat Holland e i n großes Plus. Nach Portugiesen und Spaniern trat Holland als Pionier europäischer Kolonialgeltung auf den Plan und war führend, ehe es von 'England abgelöft wurde. Aus jener Epoche holländischer Geschichte stammt sein Besitz in Indien, den es zu halten vermochte, der unendlichen Reichtum in die Niederlande brachte und auch heute noch bringt. Wer durch Holland reift, soll sich nicht auf den Besuch der Großstädte beschränken. So ist es verständlich, daß der Weg von Rotterdam nach dem herrlichen alten Delft mit seiner alten und deutschen Kultur führt. In dem kleinen Schloß, in dem Prinz Wilhelm von Oranien von Kreaturen Philipps II. von Spanien erschossen wurde, lebt ein Stück tragischer deutscher Geschichte. Bezeichnend ist übrigens ein kleiner Zwischenfall: Der Führer zeigt ein Bild des Mörders, der die tödlichen Kugeln auf den Prinzen deutschen Geblüts schoß. Eine Verbrecherphysiognomie, die einem irgendwie bekannt vor- kommt. Lächelnd deutet der Führer auf das Bild und nennt dann einen Namen: van der Lübbe! Und tatsächlich: die Aehnlichkeit mit dem Reichstagsbrandstifter ist frappierend! Daneben aber erfreulich die Tatsache, daß — wie das aus dem Vergleich des Führers hervorging — die Holländer keineswegs von der Unschuld ihres verbrecherischen Landsmanns van der Lubbe so überzeugt zu sein scheinen, wie das eine gewisse Presse glaubhaft zu machen sucht. Holländische Herkunft ist deutsch, niederdeutsch. Wer nach dem Aeußeren der Menschen und ihren Lebensgewohnheiten, nach dem Bau ihrer Städte, noch einen Zweifel haben sollte, der gehe in den Moritz-Palast im Haag. Hier hängen die Perlen niederdeutscher Kunst. Soll man sie einzeln mit Namen nennen, die vor Jahrhunderten einer inneren Berufung folgend deutsches Empfinden in Bilder legten? Vermeer, Jan Steen, Franz Hals und — — Rembrandt, der größte unter ihnen. Seine (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) I. Besuch in Holland. Rotterdam, Ende Mai 1935. Zum erstenmal seit Hamburg lichtet sich die Mittagsrunde auf dem Bananendampfer, der mit SW=Äurs seinen Weg durch den Ozean zieht. Windstärke 6/7 in der Biskaya, dazu der Anblick des Essens — das war für die Magennerven doch wohl zu viel! Die erste Station der langersehnten Reise zu den kanarischen Inseln, den Inseln der Glücklichen, liegt hinter uns: Rotterdam, Hollands bedeutendster Hafen. Man hatte aus Hamburg noch das beruhigende Gefühl mitgenommen, daß es mit unserer Seefahrt wieder bergauf geht; der letzte Vierteljahresbericht hatte einen leichten Aufschwung erkennen lassen, wenn das auch nicht darüber hinwegtäuschen darf, daß Deutschlands Tor in die Welt infolge der Wirtschaftskrise in der ganzen Welt, infolge der künstlichen Handelshemmnisfe leider längst nicht mehr so viel ein- und ausgehen sieht, wie für Hamburg notwendig ist. Und nun Rotterdam, Hamburgs schärfster Konkurrent um den zweiten Platz unter Europas Häfen. Bezeichnenderweise treibt nicht weit von der Maßmündung ein belgischer Lotsendampfer. Sichtbares Zeichen dafür, wie Antwerpen bestrebt ist, Rotterdam die Kunden abzulacken. Und nicht ohne Erfolg. Die Belga-Abwertung hat einen Teil des Schiffsverkehrs bereits nach Antwerpen gezogen, wo sich Hafengebühren, Liege- und Transwortkosten heute billiger stellen als in Holland. Mit der Nase kann man beim Einlaufen in den Hafen von Rotterdam die beiden Hauptbetätigungsgebiete Hollands auf wirtschaftlichem Gebiete feftftellen: In die frische Seeluft hinein trägt nämlich der Wind würzigen Schollengeruch. Seefahrt, Handel und Landwirtschaft sind die Quellen des vergangenen Reichtums dieses schönen niederdeutschen Landes, dessen einstige Zugehörigkeit zum ersten großen Deutschen Reich einem auf Schritt und Tritt ins Auge springt. Heute hat auch Holland seine Sorgen, große Sorgen sogar. Landwirtschaft und Schiffahrt leiden gleichermaßen unter der allgemeinen Weltkrank- heit hip man ..Wirtschaftskrise" nennt, und die im Wamm verkennst du mich, Vardarn? Roman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Derlag, Halle (S.) 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 7. Kapitel. Das kleine Orchester hatte den Tanz beendet. Mackenroth führte Magdalena höflich zu ihrem Platz. Da plötzlich stand Barbara vor ihnen. „Ach, Liebling", sagte sie und streichelte leicht Magdalenas glühende Mange, „ich habe schon auf dich gewartet. Komm doch ein bißchen zu uns herüber! Wir sitzen gerade mit Herrn von Geczy so nett zusammen. Sie, Herr von Mackenroth, finden wohl auch einen netten Tisch — dort drüben sitzt ja Herr Oberinspektor Rockesch." ~ Erschrocken sah Magdalena auf Barbara. Spürte die nicht, wie verletzend ihre Worte für Mackenroth fein mußten? Von Barbara gingen ihre Blicke zu Eckehard von Mackenroth. Dessen braun gebrannte Züge waren saht geworden. Die Mus- fein in seinem Gesicht zuckten. So fest schloß er die Lippen aufeinander. „Wenn Sie gestatten, gnädige Frau", sagte er „empfehle ich mich setzt. Berufliches heute mit Herrn Oberinspektor Rockesch zu besprechen, wurde ich für unschicklich halten - und privatim werde ich wohl kaum noch benötigt. Er verneigte sich kurz, drehte sich auf dem Absatz herum. Hach aufgerichtet ging er zwischen den Gasten hindurch, die in fröhlichem Geplauder m kleinen Gruppen beineinanberftanben. Er sah nicht mehr rechts noch links. Sein Kopf saß sehr hochmütig auf ben kraftvollen Schultern. Magbalena wagte nichts zu sagen. Barbaras Gesicht war sehr blaß unb finster. Mit einem Blick bes Hasses unb bes Schmerzes schaute sie Eckeharb von Mackenroth nach. Dann lachte )ie kurz auf. „Sehr höflich ist er nicht, mein Herr Inspektor! Jetzt enblich wagte Magbalena zu errotbern: Aber Barbara! Wenn du ihn auch so entsetzlich schlecht behandelst! Warum tust du das etgent= lief)?" , , Barbara schwieg einen Augenblick. Dann sagte sie halblaut — Magdalena wußte nicht, ob sie es zu sich selbst sprach, ober ob es ihr galt —: „Warum? Ja, warum tue ich es eigentlich? Es ist tzm besten V>V* Wandern und Reisen ■ Bäder und Sommerfrischen. Die Giadi an -en drei Flüssen. Von Friedrich Schnack. Die bayerische Grenzstadt Passau ist berühmt durch ihre reizvolle Lage an der Donau. Das dunkle schnelle Waldwasser der Jlz, das weißgraue von Kalkstein und Gletscherblau gefärbte Alpenwasser des männlich ungestümen Inn und die Flut der grünen behäbigen Donau, die aus den breiten fruchtbaren Auen Niederbayerns kommt, schlagen hier wie drei lichte Flammen zu einer einzigen zusammen. Sechs Stromufer begleiten die dreifach durchschnittene Stadt, die uralt ist und ihre früheste Siedelung den Römern verdankt. Sie ist aus dem Wasser geboren; terrassenförmig erhebt sie sich aus dem kühlen Bad des Morgens und läßt die Flußnebel von ihren starken braunen Schultern gleiten. Sie ist die Stadt der römischen und napoleonischen Wächter, der Bischöfe und der lustigen Donauschiffer, die durch wundervolle baumreiche Landschaften fahren. Der Inn wälzt seinen frischen Atem in die alten engen Seitengassen, wo sich schmale venezianische Durchblicke auf sein zuckendes Wassergeleuchte auftun. Das alte Passau, das in guten Zeiten die schweren Getreideschiffe aus Ungarn empfing, liegt zwischen Inn und Donau auf einer schmalen felsigen Landzunge, die in den Zusammenlauf der drei Flüsse hineingebaut ist. Eng drängen sich die bejahrten Bürgerhäuser um den großen Dom, dessen Geschichte zurückschaut in den blauen Dämmerschein des fünften Jahrhunderts. Er hat eine fesselnde und an Erfahrungen reiche Vergangenheit. Viel hatte er unter Feuer zu leiden. Zweimal krähte der rote Hahn auf seinen Türmen. Dreimal wurde er umgebaut. Er hat fast alle Kirchenstile durchgemacht. Im zwölften Jahrhundert war er romanisch, im fünfzehnten gotisch, im siebzehnten wurde er im Barockstil erneuert. Die Passauer Bürger haben ein gotisches Rathaus mit einem schönen Turm, der mit allerlei Wappen, Fresken und Allegorien bemalt ist. Im Untergeschoß des Gebäudes besitzen sie auch einen wein- und bratwurstduftenden Keller, wo altertümliche Wandsprüche und Freskobilder zum Schmausen und Trinken auffordern, als ob das Leben eine ewige Kirchweih wäre. Aus dem Rauchdunkel der Wölbung wallte der bunte Nibelungenzug, und die fchöne Kriemhild fetzt ihre Füße ans Donauufer, vom Herrn Bischof also gemütvoll empfangen: Bischof Pilgrim sprach zu sein' Schwesternkind: Kriemhilde sei willkommen und dein lieb Jngesind. In Passau ist gut leben, drum geitz nicht mit der Stund, Du gehst noch früh genug im Heunenland zugrund. Da ich nicht „mit der Stund" zu „geitzen" brauche, steige ich zur Festung Oberhaus empor, die auf einem felsigen Bergrücken aufragt. „Oberhaus" ist in ganz Bayern ein berüchtigter Ort. Früher ein beliebtes „Militärstrafgefängnis". Jetzt etwas Aebnliches. Immerhin, der Blick vom „Aussichtsturm" auf die dreigeteilte Stadt, die Flüsse und die grünen schwellenden Höhen ist sehr schön. 'Ein Bischof hat die Burg im Mittelalter gebaut. Auf dem Aussichtsturm ist eine große Orientierungsscheibe für alle Himmelsgegenden angebracht. Und wie zum Scherz laufen nach den vier Himmelsrichtungen schwarzen Linien hindurch: Wien, Budapest, Konstantinopel, Jerusalem, Madrid, Paris, London. Das Auge trinkt Nähe und Weite und schweift über die Berge des bayerischen Waldes tief hinein bis in den fernen urwaldfremden Böhmerwald. Deutsche Kriegsschiffe laufen in diesem Sommer die Ostseeküste an. Während des Sommerhalbjahres 1935 werden von Einheiten der Kriegsmarine nachstehende Orte der deutschen Ostseeküste anaelaufen: Arendsee, 20. und 21. Juli, Kreuzer „Leipzig"; 10. und 11. August, evtl. 1. Minensuchhalbflottille; 28. Juni bis 3. Juli, Linienschiff „Schleswig-Holstein". Binz, 27. und 28. Juli, Kreuzer „Köln", 1. Minensuchhalbflottille. Boltenhagen, 20. und 21. Juli, Torpedoboot „T 196". 1. Minensuchhalbflottille; 10. und 11. August, Kreuzer ,Köln". Brunshaupten, 20. und 21. Juli, Panzerschiff „Admiral Scheer"; 10. bis 11. August, Linienschiff „Schlesien". Cranz, 27. und 28. Juli, Linienschiff „Schleswig-Holstein". Dahme, 1. und 2. Juli, zwei Boote der 2. Minensuchhalbflottille; 20. und 21. Juli, 1. Räumbootshalbflottille; 10. und 11. August, Torpedoboot „T 196". Elbing, 14. bis 16. Juni, 1. Torpedobootshalbflottille. Göhren, 12. bis 14. Juli, Kreuzer „Köln". Graal Müritz, 20. und 21. Juli, 2. Minensuchhalbflottille. Grömitz, 1. und 2. Juli, zwei Boote der 2. Minensuchhalbflottille; 10. und 11. August, Panzerschiff „Admiral Scheer". Heiligendamm 20. und 21. Juli, Panzerschiff „Deutschland". Kahlberg, 5. bis 8. Juli, 2. Minensuchhalbflottille. Kellenhusen, 1. und 2. Juli, zwei Boote der 2. Minensuchhalbflottille; 10. und 11. August, Kreuzer „Königsberg". Königsberg, 7. bis 10. Juni, Kreuzer „Königsberg"; 27. und 28. Juli, Panzerschiff „Admiral Scheer" und Panzerschiff „Deutschland". Kolberg, 27. bis 31. Juni, 1. Schnellbootshalbflottille. Lauterbach, 27. und 28. Juli, 2. Minensuchhalbflottille; 17. und 18. August, Torpedoboot „T 196". Mürwik, 6. und 7. Jull, 1. Torpedobootshalbflottille; 13. und 14. Juli, Linienschiff „Schleswig-Holstein". Niendorf, 20. und 21. Juli, Kreuzer „Köln"; 10. und 11. August, Kreuzer „Leipzig". Pillau, 1. bis 7. Juli, 1. Schnellboots- Halbflottille: 13. bis 16. Juli, Linienschiff „Schlesien". Rauschen, 27. und 28. Juli, Linienschiff „Schlesien . Rostock, 30. und 31. Mai, 3. Torpedobootshalbflottille, Rügenwaldermünde, 8. bis 11. Juli, 1. Schnellbootshalbflottille. Scharbeutz, 10. und 11. August, Panzer- schiff „Deutschland". Sellin, 10. Juli, Linienschiff „Schlesien"; 27. und 28.Juli, Kreuzer „Leipzig'. Stettin, 30. und 31. Mai, 1. und 2. Torpedoboots- Halbflottille; 30. Mai bis 2. Juni, Panzerschiff „Admiral Scheer". Swinemünde, 13. bis 16. Juli, 1. Schnellbootshalbflottille; 27. und 28. Juli, Kreuzer „Königsberg" und 3. und 4. Torpedobootshalbflottille. Timmendorfer Strand, 10. und 11. August, Linienschiff „Schleswig-Holstein". Travamünde, 30. Juni und 1. Juli, 2. Minensuchhalbflottille; 20. und 21. Juli, 2. und 4. Torpedobootshalbflottille; 10. und 11. August, 1. und 4. Torpedobootshalbflottille und 1. Schnellbootshalbflottille. Warnemünde, 6. und 7. Juli, Linienschiff „Schlesien"; 20. und 21. Juli, Kreuzer „Königsberg" und 1. und 3 Torpedoboots- halbflottille; 10. und 11. August, 2. und 3. Torpedobootshalbflottille. Wismar, 10. und 11. August, evtl. 1. Minensuchhalbflottille. Zinnowitz, 27. und 28. Juli, Torpedoboot „T 196" und 1. Räumbootshalbflottille. Während der Zeit vom 5. bis 16. August werden von der Flotte noch Orte der Mecklenburger Bucht angelaufen. Die für den Aufenthalt der 1. Schnellbootshalbflottille und der 1. Räumboots- halbflottille angegebenen Orte und Zeiten find von der Wetterlage abhängig und daher unbestimmt. Musikabend im Heidelberger Schloß. Von Erich Lauer, Heidelberg. Auch in diesem Jahre finden wieder die traditionellen Serenaden-Konzerte im Hof des Heidelberger Schlosses statt. Wenn abends über dem Haardtwald der rote Feuerball hinuntersinkt und der Tag von Minute zu Minute feierlicher wird, treten die verwitterten, hohlen Mauern des Heidelberger Schlosses aus der stolzen Gesteinsmasse heraus, hoch aufragend in das Blau der Nacht. Die Fenster scheinen sich zu weiten, wenn durch den alten Park über die Wipfel der Bäuche hinweg die Schatten kommen und immer tiefer und urgründlicher werden. Das sind die Stunden, in denen der Tag mit der Nacht zusammensinkt, und durch das Geäst der Kastanien mit den tausend Kerzen die Erde ihren Duft ausströmt, bis er im weiten Nachthimmel verweht. In diesen Abendstunden voll feierlichen Schweigens füllt sich der Hof des Schlosses mit Menschen aus allen Schichten; sie sind dem Alltag entflohen, um in ernster und erhebender Gemeinschaft die Kraft und Innerlichkeit deutscher Musik zu erleben. Denn längst sind die Serenadenkonzerte den kunstliebenden Heidelbergern und den Tausenden von Fremden, die alljährlich hier verweilen, zu einer lieben Tradition geworden. Rotes Flackern der Fackeln zuckt über die Sandsteinquadern und spielt um die Steinbilder. Schatten und Licht zaubern gespenstisches Leben auf den toten Stein, die Geister des Schlosses wachen auf im Takt der Musik, die erst leis und dann immer mehr anschwellend durch den Schloßhof zittert. Lustiger Dreitakt schlägt Wanderfahrten. Gießen — Klein-Linden — Dutenhofen — Schöne Aussicht — Wetzlar. Im Zuge der Frankfurter Straße gehen wir durch Klein-Linden, kommen an der Teufels- und Sorgermühle vorüber nach dem hochgelegenen Dutenhofen, auf unserem Wege schöne Blicke in das Lahntal und nach unseren Nachbarburgen genießend. Von hier zieht die Straße in langsamer Steigung über die Höhen hin und gewährt gute Aussicht bis zum Frauenberg und Spiegelslustturm bei Marburg. Zu unserer Linken erblicken wir Münchholzhausen, rechts davon den Stoppelberg. Nachdem wir noch einen Wald durchschritten haben, stoßen wir auf die Butzbach-Wetzlarer Straße und gelangen auf dieser zum Gasthaus zur Schönen Aussicht, das seinen Namen mit Recht verdient. Hat man doch von seiner Terrasse einen prachtvollen Blick in das Nauborner- und Lahntal, auf Stoppelberg, Wetzlar mit Kalsmunt, Kloster Altenberg, Dianaburg, Schloß Braunfels usw. In wenigen Minuten erreichen wir von hier unser Endziel Wetzlar. Wanderzeit 3% Stunden. Bad-Rauheim — Forsihaus Winkersleln — Cransberg — Ziegenberg. Mit Sonntagskarte fahren wir nach Bad-Nau- Heim, durchschreiten die liebliche Badestadt, um roten Kreuzen zu folgen, die uns durch den prächtigen Nauheimer Hochwald mit unterwegs schönen Blicken in die Wetterau und auf die Taunushöhen nach dem gastlichen Forsthaus Winterstein bringen. Von hier führt uns ein schwarzes T weiter an der Kaisergrube, einem noch bewohnten, ehemaligen Bergwerksbetrieb vorüber, wo wir auch den Schlüssel zum benachbarten Limesturm haben können. Die Besteigung des im Stile der römischen Wachttürme durch Prof. Helmke errichteten Turmes ist wegen der umfassenden Rundschau überaus lohnend. Zunächst durch Wald, später über saftige Wiesen kommen wir durch das. verträumte Dörfchen Fried- richstal und von hier auf aussichtsreicher Höhenstraße nach Cransberg, einem der reizvollsten Tauseine Rhythmen an den Wänden entlang und durch die leergebrannten Fensterkreuze hinaus in die Sternennacht ... Die Werke deutscher Klassik erstehen in dieser Umgebung zu seltenem Glanz, Mozarts „Kleine Nachtmusik" kann wohl kaum irgendwo so vollkommen Gestalt und Leben annehmen, wie gerade hier im Angesicht der gleißenden Nacht. Oder ist es die „Unvollendete" von Schubert, die in uns herbes nordisches Lebensbekenntnis reifen läßt? — Immer sind diese Stunden wie Andachten. Oft sind es auch verträumte Serenaden und heitere Suiten, die in den Klängen der Bläser das Herz mitreißen zu frohem Scherz. Und dann, wenn die ersten Spätnebel ins Tal hineinsinken und von Dach zu Dach, von Turm zu Turm ihre weißen Schleier ausbreiten, die Abende schon länger werden, huscht über die Scheiben an den Fenstern der Schloßkapelle Kerzenschimmer. Drinnen, wo vor Jahrhunderten der Schloßpfarrer zum Kurfürsten und seinem Hof sprach, haben vier Künstler Platz genommen, um aus dem Schatz der deutschen Kammermusik ein Kleinod nach dem anderen auszuheben und weiterzugeben an Menschen, die die Sehnsucht nach dem Erlebnis deutscher Kunst hier heraufsteigen ließ. Kristallen ist die Musik, der Klang der Streicher, der den barocken Raum erfüllt. Die Kerzen brennen nieder und mischen ihr Licht in die Töne. Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert und all die großen Meister erstehen wieder, mitten in unserer Zeit. nusorte, das, in langgestrecktem Talkessel liegend, mit seiner stolzen Kirche und dem auf mächtigem Felsen sich erhebenden Schlosse von der Höhe herab einen überraschend schönen Anblick gewährt. Im Dorf gute Unterkunft. Auf guter Landstraße gehen wir weiter bis zur Herrnmühle, wo wir auf einem Feldweg zum Wald abbiegen und nun auf schattigen Pfaden, grünen Strichen nachgehend, das Usatal entlang, nach Ziegenberg mit seinem, das Tal beherrschenden, durch Goethe berühmten Schlosse kommen. Von Zieaenberg benutzen wir zweckmäßig das Postauto nach Butzbach bzw. Bad-Nauheim. Dauer der Wanderung gut 4 Stunden. Vorschläge der NGG. „Kraft durch Freude'" für pfingst-Wanderungen. Von der Kreiswaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" werden folgende Vorschläge für zweitägige Pfing st Wanderungen gemacht: 1. Tag: Bahnfahrt bis Mücke (Sonntagsrückfahrkarte). Dann Wanderung über Ruppertenrod, Ober- Ohmen, Unter- und Ober-Seibertenrod, Ulrichstein, Taufstein, Hoherodskopf, Breungeshain (etwa sechs Stunden). 2. Tag: Breungeshain, Gackerstein, nach Rudingshain, Schotten, Laubach, von da Fahrt nach Mücke und Rückfahrt nach Gießen (etwa 5 Stunden). * 1. Tag: Gießen, Heuchelheim, Rodheim, Biber, Strupbachtal nach Hohensolms, Lohmühle, Groß- Altenstädten, Bermoll, Ober- und Niederlemp, Kolschhausen, Katzenfurt (etwa 6 Stunden). 2. Tag: Katzenfurt, Greifenstein, Waldhof Elgershausen, Dianaburg, Leun, Braunfels. Rückfahrt nach Gießen (etwa 5 Stunden). * Wanderung am zweiten Pfingsttag: Kreuz und quer durch den Hangelstein, Saubringer Linde, nachmittags nach Staufenberg zum Volksfest auf der Burg, veranstaltet von „Kraft durch Freude". Reisewinke. Bad-Rauheim im neuen Gewände. Das hundertjährige Bad-Nauheim, dessen Jubiläum man in diesem Jahre festlich begeht, hat anläßlich seiner Festtage auch äußerlich ein neues Gewand angezogen. Die Kurverwaltung hat umreiche Unterhaltungs- und Erneuerungsarbeiten an fast allen Kurgebäuden durchführen lassen. Das leuchtende Weiß, in dem die Gebäude prangen, hebt sich von dem satten Grün des weiten Parkes besonders schön ab und man hat bei einem Spaziergang auf den prächtigen Wegen seine besondere Freude, wenn die Kurbauten im Sonnenschein liegen und zum Verweilen einladen. Uebrigens hat die Kurzeit in Nauheim schon außerordentlich stark eingesetzt. Die Besucherzahlen liegen vergleichsmäßig erheblich über denen des Vorjahres, ein Beweis dafür, daß der Ruf Bad-Nauheims für Gesunde und Kranke immer noch seine alte Anziehungskraft besitzt. Bad kisfingen. Bad Kifsingen, eingebettet in waldreiche Rhönberge, von der fränkischen Saale durchflossen, ist seit Jahrhunderten durch die weltberühmten Heilquellen Rakoczy, Pandur, Luitpolüfprudel, Stahlwasser zur Trinkkur, Rhönmoor und kohlensaure Solequellen zu Badekuren, bekannt. Ferner Salinen- und Gradieranlagen, Inhalatorien, Hydrotherapie, Fluß-, Licht- und Sonnenbäder u. a. m. Klimatisch bieten die umliegenden Wälder und Gebirge gut filtrierte und ozonreiche Luft. Zu Ausflügen mit Post- und Prioatautos ist täglich Gelegenheit in die Berge der Rhön (Kreuzberg, Wafferkuvpe- Fliegerlager) sowie nach den althistorischen Städten Würzberg, Rothenbura, der Salzburg, Bad Brük- kenau und sonstigen schönen Burgen und Plätzen der Umgebung. Unterhaltung und Sport: Kurorchester, Symphoniekonzerte, Reunions, Kurtheater, Lese- und Spielsäle, Reit- und Fahrsport, Tennis und Golf, Schieß- und Angelsport, Schwimmen und Rudern. Reiseliteratur. — Die neue Sommer-Werbeschrift des Landesverkehrsverbandes Harz, die unter dem Titel „Harz und Kyffhäuser" erschienen ist, geht neuartige Wege in der Werbung. Auf 32 Folderseiten werden schönste Motive aus dem Gebirge und dem Harzer Vorland gebracht, die eindringlicher als viele Worte die landschaftlichen Schönheiten dieses ' deutschen Mittelgebirges veranschaulichen Das Neuartige in der Werbung dieses Prospektes ist, keine Orte und Gebiete, sondern den Begriff „Harz" bildhaft herauszustellen. Der kurz gehaltene Text ist immer nur Erläuterung. Die Vielseitigkeit des Harzgebirges wird durch eine geschickte, übersichtliche Prospekt-Aufteilung zum Ausdruck gebracht. Die Beiträge „Heilbäder und Heilquellen", ferner „Heilklima und Luftkurorte" sind eingehender behandelt. Das bewährte Nachschlagewerk „Deutsche Bäder, Kur orte und Seebäder in der Kurzeit 1935" ist in 8. Auflage erschienen. Die Schrift hat in diesem Jahr erstmalig die anerkannten Heilquellenbäder, klimatischen Kurorte und Luftkurorte sowie die Seebäder erfaßt und dadurch eine erwünschte Erweiterung erfahren. Professor Vogt hat einen einführenden Artikel über „Heilquellen, Bäder, Moore und Heilklima als Jungbrunnen für den gesunden und als Heilmittel für den kranken Menschen" zur Verfügung gestellt, Dr. med. Evers berichtet über „Die Heilbäder und ihre Anwendung", Professor Dr. G. Böhm über „Moor und Schlamm als Heilmittel", Dr. med. F. Krone über Trink- und Jnhalationskuren", Sanitätsrat Dr. Bielinb über „Klimabehandlung". Eine genaue Uebersicht über die Kur- und Badeorte nach ihren Heilanzeigen ermöglicht dem Auskunftsuchenden eine erleichterte Auswahl des einzelnen Kurortes. Die Bearbeitung lag in den Händen von Hauptmann a. D. G. Schmidt und des Generalsekretärs der Deutschen Gesellschaft für Bäder- und Klimakunde, Dr. med. F. Krone. — Deutscher Hotelführer 1935. Offizielles Verzeichnis der deutschen Hotels und Pensionen. Herausgegeben von der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, Berlin, unter Mitwirkung der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr. Verlag „Deutsche Hotel- Nachrichten", Hamburg 3. — Dieses offizielle Verzeichnis der deutschen Beherbergungsbetriebe bestätigt mit genauen Angaben über Einrichtungen und Preise der darin verzeichneten Häuser, daß das deutsche Gaststättengewerbe auch gegenüber den niedrigen vorjährigen Preisen fast durchweg weitere Preiszugeftändnisse gemacht hat. Das ist insbesondere für die Auslandswerbung wesentlich, die wiederum von der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr durchgeführt wird. An der Gliederung des Hotelführers ist nichts geändert worden, ebenso ist der Umfang, sowohl was die Zahl der Orte als die der aufgenommenen Betriebe anbelangt, fast unverändert geblieben. BaiSalzhausens. Das nervenberuhigende Heilbad Herz-u. Gefäßleiden - Rheuma Erschöpfungszustände -Katarrhe PAUSCHAL-U. VE RGÜNSTIGUNSKÜREN ! 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Oberheffen Das Cahngebiet ist reich ausgestattet mit Bodenschätzen und Rohstoffen aller Art, wie Eisenerz, Phosphorit, Dachschiefer, Marmor, Basalt, Kalk, Ton, Braunkohle und Holz. Nach dem Verlust der lothringischen Minettelager ist neben dem Siegerlande Has Lahn-Dillgebiet das wichtig st e Eisenerzgebiet Deutschlands. Auf Grund einer staatlichen Maßnahme werden von den geförderten Eisenerzen jährlich 250000 Tonnen an die rheinisch-westfälische Industrie versandt, der Rest der Produktion (1934 — 350 000 Tonnen) wird in den eigenen Hochöfen des Lahn-Dillgebietes verarbeitet. Im Lahn-Dillgebiet befinden sich 34 Gießereien und fünf Hochöfen mit einer Gesamtbelegschaft von ca. 17 000 Hütten- und Gießereiarbeitern. Neben dem Rheinland, Thüringen und Westfalen gehört das Lahn-Dillgebiet zu den Hauptproduktionszentren für D a ch s ch i e f e r. Dieser findet Verwendung hauptsächlich in der Bauindustrie. Hauptabsatzgebiete sind Bayern, Rheinland, Brandenburg und Berlin. Das Hauptoorkommen an Phosphorit liegt im Limburger Gebiet. Dieser wird heute in der Hauptsache als Zuschlag im Hochofen verwendet. Der im Lahngebiet ebenfalls vorkommende Schwerspat dient zur Herstellung luftbeständiger weißer Farbe und wird besonders auch in der chemischen Industrie gebraucht. Neben Sachsen, Bayern und der Pfalz liegt im Lahngebiet das bedeutendste Vorkommen an Ton. Dieser wird verarbeitet zu Baumaterial (Tonröhren, Ziegel, Wandplatten, Isolatoren, feuer- und säurefeste Erzeugnisse) und Geschirr (Hartsteingut, chemische Gefäße, Hart- und Weichporzellan). Nur ein kleiner Teil wird an Ort und Stelle verarbeitet, der größere Teil wird nach dem In- und Auslande versandt, zu den Fabriken der feuer- und säurefesten Erzeugnisse im Rheinland, Ruhrgebiet, Frankreich, Belgien, Holland, und zwar wegen seiner Hochwertigkeit, mit welcher er in diesen Ländern nicht vorkommt. Im Lahngebiet lagert einer der hochwertigsten K a l k st e i n e und Dolomite Deutschlands. Kalkstein ist wichtiger Grundoff für die Bau- Hütten- und chemische Industrie und wird besonders auch verwendet in Gerbereien, Seifensiedereien, Soda-, Glas-, Tapeten- und Papierfabriken. Die rheinisch-westfälische Industrie hat einen jährlichen Bedarf von 2,8 Millionen Tonnen. Der größere Teil des gewonnenen Kalksteins wird an Ort und Stelle gebrannt und als S t ü ck k a l k versandt. W e i ß k a l k wird abgesetzt an die chemischen Fabriken im Maintal und am Oberrhein, Süddeutschland, die Eisen- und Stahlindustrie des Ruhrgebiets. An Marmor finden sich im Lahngebiet die far- frachten unter diesen Ausnahmetarifen und den verbilligten weiten Entfernungen des Staffeltarifs stehen. Dies gilt nun zunächst für Verkehrsbeziehungen von Wasserplatz zu Wasserplatz. Ein Teil der auf der Wasserstraße beförderten Güter kommt allerdings nicht unmittelbar von dem Ort, an dem er der Wasserstraße übergeben wird, und bleibt oft nicht an dem Platz, an dem er die Wasserstraße verläßt, sondern benützt den gebrochenen Verkehr, den kombinierten Eisenbahn- und Wasserweg. Hier liegen nun die Frachtverhältnisse für manche Der- kehrsbeziehungen etwas ungünstiger, und zwar gerade wegen der auf Grund des Staffeltarifs viel zu hohen Nahfrachten und hohen Abfertigungsgebühren der Eisenbahn, die den Zu- und Abgang der Güter von und zu dem Wasserweg im Verhältnis zur Gesamtfracht unverhältnismäßig stark belasten. Zum Ausgleich dieser durch den Staffeltarif viel zu hohen Nahfrachten kämpfte in den letzten Jahren die gesamte deutsche Binnenschifffahrt um die Gewährung besonderer Wasser- u m s ch l a g s t a r i f e, d. h. eine Ermäßigung der ersten hundert Kilometer von und zu dem Wasserweg mit dem Tonnenkilometereinheitssatz der 900 Kilometer-Staffeltarifzone. Während dieses Kampfes der Binnenschiffahrt gegen die Eisenbahn erstand der Eisenbahn ein weiterer Wettbewerber im L a st- kraftwagenverkehr. Durch diesen wurde mit Basaltsplitt und Kaltasphalt behandelt. Das dazu notwendige Material ist soweit an Ort und Stelle angefahren. Kreis Alsfeld. } Alsfeld, 7.Juni. Die Feldjagd in der Gemarkung Alsfeld wurde in zwei Abteilungen, seither drei Abteilungen, öffentlich verpachtet. Steigerer des Jagdbezirks I waren Obertelegraphenbauführer Emmerich und Bäckermeister Carl Klingelhöffer in Alsfeld zu ihrem Gebot von 300 Mark. Steigerer des Jagdbezirks II waren Kaufmann Fritz und Karl Kalkbrenner zu Alsfeld zum Gebot von 200 Mark. Die Verpachtung erfolgte auf 9 Jahre. Die Pachtzeit für die Jagd im städtischen Wald Homberg läuft noch bis zum Jahre 1938. Die Verpachtung fand die Genehmigung des Kreisjägermeisters. — Zufolge einer Vereinbarung zwischen der Kurverwaltung Bad Salzschlirf und dem hiesigen Verkehrs- und Verschönerungsverein werden während der Badesaison Bad Salzschlirfer Kurgä st e in monatlichen Zwischenräumen regelmäßig die Stadt Alsfeld mittels bequemer Reiseomnibusse besuchen. Der erste Besuch traf dieser Tage ein. Die Gäste besichtigten unter sachkundiger Führung die Sehenswürdigkeiten der Stadt und waren sehr befriedigt von den hier erhaltenen Eindrücken. Die Gruppenkapelle des Arbeitsdienstes unterhielt die Gäste mit einem Konzert auf dem Marktplatz. + Alsfeld, 7. Juni. Die hiesige Oberreal- schule wurde zu Beginn des neuen Schuljahres von 221 Schülern und Shülerinnen besucht. Hiervon sind 155 Knaben (70,2 v. H.) und 66 Mädchen (29,8 v. H.). Die Zahl der einheimischen Schüler beträgt 139. Die Schülerzahl hat sich in erfreulicher Weise fast auf der gleichen Höhe wie im Vorjahr gehalten. Die Gesamtschülerzahl im vergangenen Schuljahr betrug 227. Es wäre erwünscht, daß die Zugverbindung nach Schluß der Schule in der Richtung nach Gießen besser gestaltet würde, da die Schüler erst um 15.34 Uhr nach Hause fahren können. Bedauerlicherweise hat sich aber bis jetzt die Reichsbahnverwaltung zu den hierauf bezüglichen Anträgen der Stadtverwaltung, der Direktion der Oberrealschule und des hiesigen Verkehrsvereins ablehnend verhalten. — Die st ä d t i - schen Anlagen haben in diesem Jahre durch die Förderung des Stadtbauamtes eine wesentliche Verschönerung erfahren, indem der Hof des Hospitals. des ehemaligen Augustinerklosters neben der altehrwürdigen Dreifaltigkeitskirche, zu einer sehr schmucken Anlage umqestaltet und die Anlage am Ludwigsplatz vollständig neu hergerichtet wurden. Preußen. Tragischer tlnalücksfall beim Teekochen. Bei lebendigem Leibe verbrannt. SPD. Frankfurt a. M., 7. Juni. In der Weserstraße ereignete sich am Donnerstagmittag ein folgenschwerer Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Die bei einer dortigen Firma tätige 23jährige Emmi Hermes wollte sich um die Mittagszeit eine Tasse Tee kochen. Unglücklicherweise kam sie dabei anscheinend der Gasflamme zu nahe, denn die Kleider fingen Feuer, so daß das Mädchen in wenigen Augen- benprächtigsten und schönsten Sorten, die es überhaupt gibt, und die in der ganzen Welt Verwendung sanden. Das Hauptvorkommen an Basalt liegt im Ober- und Unterwesterwald und in den Kreisen Limburg, Dillenburg und Oberlahn. Seine Hauptverwendung liegt im Straßen- und Wasserbau; er findet Absatz in Württemberg, Bayern, Rheinprovinz, Ruhrgebiet, Mittel- und Norddeutschland, Holland und Belgien. Neben der bayerischen Rheinpfalz und Baden gehört das Lahngebiet zu den waldreichsten Gebieten Deutschlands. Das Holz wird in der Hauptsache verwendet als Grubenholz und in der Papierindustrie. Die neue Staatspolitik Deutschlands legt größten Wert darauf, das eigene Land bis in die äußersten Ecken wirtschaftlich zu erobern, die in jedem einzelnen Wirtschaftsgebiet vorhandenen wirtschaftlichen Kräfte und Bodenschätze auf das äußerste auszunutzen. Wo es sich um die Erschließung eines Wirtschaftsgebietes, insbesondere die Mobilisierung vorhandener Bodenschätze handelt, wird der Ausbau einer Wasserstraße mit Rücksicht auf die billigste Verfrachtungsmöglichkeit eine wichtige, ja entscheidende Grundlage sein. Für die Erschließung solcher Bodenschätze sind entscheidend die Frachtkosten. Gerade bei diesen Massengütern spielen die Frachtkosten im Vergleich zu ihren Produktionskosten und zu ihrem Tauschwert die ausschlaggebende Rolle. Je größer der Tauschwert eines Gutes ist, eine desto größere Fracht kann es ertragen und umgekehrt. Die Erschließung der Bodenschätze ist also in erster Linie eine Frage der Verkehrsregelung. Nur durch die beste Gestaltung der Verkehrswege laßt es sich ermöglichen, die dauernde Voraussetzung für die Erschließung der Bodenschätze, für geordnete Absatzverhältnisse und damit auch für geordnete Produktion zu schaffen. Eine W a s s e r st r a ß e ist das b i l l iq st e V e r- kehrsmittel, gerade für diese Massengüter, denn unter allen Verkehrsmitteln hat die Wasserstraße die niedrigsten Selbstkosten. Nach amtlichen Feststellungen des Reichsverkehrsministeriums betragen die Selbstkosten der Eisenbahn 4 Pf. pro 1km. die der Binnenschiffahrt nur 1 Pf. Unter Berücksichtigung der speziell für Die Lahn- schisfahrt in Betracht kommenden Selbstkosten wurden für folgende wichtige Verkehrsbeziehunqen des Lahnqebiets einer Eisenbahnfracht für je 10 tkm eine Wafferfracht auf der kanalisierten Lahn gegemiber- stehen: Basalt, Limbura—Köln, per Eisenbahn 29 Mark, Wasserweg 13 Mk.; Ton, Limburg-Duis- burq 62 Mk. gegen 16 Mk.; Steine, Wetz ar-Neu- wied. 54 Mk. gegen 15 Mk.; Sand, Wetzlar-Neuwied. 43 Mk. gegen 15 Mk.; ^lz. Gießen—Köln, 58 Mk. gegen 22 Mk.; Zement, Wetzlar—Rotterdam. 159 Mk. gegen 39 Mk.; Mineralwasser Stockhausen—Duisburg, 171 Mk. gegen 25 Mark. Dabei ist hinsichtlich der E i s e n b a h n s r a ch - len zu bemerken, daß es sich bei diesen um Ausnahmetarife handelt. Nach dem aus Griino der Selbstkosten der Eisenbahn errechneten Normaltarif wären nämlich diese Massengüter überhaupt nicht transportabel, und so hak pie Ciien= bahn schon lange vor dem Kriege für diese Massengüter Ausnahmetarife und 1920 als Zufammen- fasienden allgemeinen Ausnahmetarif den Staffeltarif eingeführt, nahe Entfernungen weit über dem Normaltarif tarifiert. Die angeführten Beispiele zeigen, daß o t e Wasserfrachten unter diesen Ausnahmetarifen und den verbilligten weiten Entfernungen des Staffeltarifs stehen. Dies gilt nun ZU- fjaupt nicht transportabel, und so hat die Eisenbahn schon lange vor dem Kriege für diese Massengüter Ausnahmetarife und 1920 als zusammenfassenden allgemeinen Ausnahmetarif den Staffeltarif einqeführt. Bei letzterem sind weite Entfer- nunqen weit unter dem Normaltarif, nahe Entfernungen weit über dem Normaltarif tarifiert. Die angeführten Beispiele zeigen daß die Wasser- gerade der Nahverkehr mehr und mehr übernommen. Dieser Kraftverkehr wird naturgemäß auch das Einzugsgebiet der Wasserstraße in großem Maße stärken. Den Streit zwischen Eisenbahn und Binnenschiffahrt und den für die Eisenbahn immer bedrohlicher gewordenen Wettbewerb zwischen Eisenbahn und Kraftwagen hat der Führer und Reichskanzler persönlich dahin entschieden, daß Eisenbahn und Binnenschiffahrt, Eisenbahn und Kraftwagen die Losung sein müsse. Die Lösung aller auftauchenden Fragen müsse in einer nicht mehr rein eisenbahn-fiskalisch, sondern g e - meinwirtschaftlich orientierten Tarifpolitik für Eisenbahn, Wasserstraße und Kraftwagen gefunden werden. So werden auch für die spätere Lahnschiffahrt etwaige Schwierigkeiten bei den Verkehrsbeziehungen im gebrochenen Verkehr zu überwinden sein. Dieser Massengüterverkehr gehört, wo immer die Möglichkeit hierfür besteht, unbedingt auf die Wasserstraße, die auf Grund ihrer niedrigen Selbstkosten unter all^n Verkehrsmitteln das naturgemäß billigste und wirtschaftlichste Verkehrsmittel gerade für den Massengüterverkehr ist. Nach der neuorientierten Verkehrspolitik soll ja jedes der verschiedenartigen Verkehrsmittel je nach der geographischen Lage, der Eigenart der Betriebe und der jeweiligen Transportaufgabe so eingesetzt werden, daß die billigste und wirtschaftlichste Derkehrsbedinaung erzielt wird. Mit der Vollendung der Cahnkanalisie- rung wäre die Lahn und das ganze Cahn- Oe Musterung derIahrgänge1914/1S im Kreise Gießen. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Musterung d e r Jahrgänge 1914 und 1915 im Kreise Gießen. Die Wehrdienstpflichtigen dieser Jahrgänge seien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. Landkreis Gießen. ch Cid), 7. Juni. Die Stadtverwaltung hat angeordnet, daß sämtliche bepflanzten Grund- ft ü (f e, offene und eingefriedigte, in der Zeit vom 1. Juni bis 1. November nicht betreten werden dürfen, auch nicht vom Eigentümer. Ausgenommen find die Flächen, die als Hausgärten dienen. Die Sperrzeit ist für die Monate Juni, Juli und August auf die Zeit von 21 Uhr bis 5 Uhr und die Monate September und Oktober auf die Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr festgesetzt. = Cid), 7. Juni. Am Mittwochabend fand unter dem Vorsitz des Ortsmännervereins eine Sitzung der hiesigen Rote-Kreuz-Organi- fationen (Männerverein, Sanitätskolonne, Alice- frauenverein, Samariterinnen) statt, die sich mit der Vorbereitung des am 22. und 23. Juni durchzuführenden diesjährigen Rote-Kreuz - Ta - g e s befaßten. Dem Roten Kreuz in Cid) wurden vom Kreisverband Gießen die Gemeinden Cid), Birklar, Mufchenheim, Eberstadt, Nieder-Bessingen, Oder-Bessingen, Cangsdors, Bettenhausen und Arnsburg zur Durchführung der Sammlung zugewiesen. Es wurde beschlossen, die Haussammlung in allen Gemeinden durch die Mitglieder des Sanitätszuges Cid), dagegen die Straßensammlung m Cid) bzw. den Verkauf der Abzeichen durch die Samariterinnen durchzuführen. Das Rote Kreuz befindet sich hier in allen seinen Organisationen m erfreulicher Aufwärtsentwicklung. = Cid), 7. Juni. Am dritten Pfingsttag (11. Juni) kann unser Ortsbürger Friedrich Sann das 80 Cebensjahr vollenden. Er war über 40 Jahre bei der hiesigen Fürstlichen Gutsoerwaltung als Schweinemeister tätig und hat sich stets durch seine treue und gewissenhafte Pflichterfüllung bewährt. Am 21. März vorigen Jahres feierten Die Eheleute Friedrich Sann ihre Goldene Hochzeit. Ceider ist der Gesundheitszustand des Jubilars m letzter Zeit nicht mehr so gut, wie früher )( Kloster Arnsburg, 7. Ium. Am 3. Pfingsttag, 11. Juni, feiert das evangelische Erziehungsheim Arnsburg sein Jah- resfest. Als Festredner wurden Pfarrer Gäbe l s - Frankfurt a. M. und Pfarrer Kohler- Darmstadt gewonnen. Kreis Schotten. # Ulrichstein, 7. Juni. Auf der Ohm - st raße in ihrer Gesamtlänge von hier bis Ruppertenrod herrscht gegenwärtig Hochbetrieb. Drei Baufirmen sind mit einer größeren Anzahl Arbeiter dabei, die zahlreichen Kurven zu erweitern und auszubauen. Der Abschnitt Ruppertenrod —Ober-Ohmen ist bis auf die Beschotterung der Ausstückung fertiggestellt. Die fertigen Kurven wer- den später gewalzt und mit Teersplitt überzogen. Die übrige Fahrbahn wird, soweit es sich um Schlaglöcher und andere Schadensstellen handelt, gebiet verbunden mit der Hauptverkehrsader Deutschlands, dem Rhein, damit auch verbunden mit Main, Neckar, Mosel und Saar. Die Fundstätten der im Cahngebiet so reich vorhandenen Bodenschätze wären verbunden mit ihren Absatzgebieten am Ober-, Mittel- und Niederrhein, dem Ruhrgebiet, der rheinisch - westfälischen Industrie, Holland und Belgien, und zwar bei billigster Verfrachtungsmöglichkeit. Durch eine solche Verbilligung der Frachtkosten, wie sie durch die Cahnkanaliserung gegeben wäre, dehnt sich der Markt für bisher schon transportfähige Güter aus nach dem Gesetz: „Der Markt wächst unter sonst gleichen Umständen im Quadrat der Transporterleichterung". An Kohle, Koks und Briketts werden insbesondere für den Bedarf der Industrie jährlich etwa eine Million Tonnen votn Ruhrgebiet per Eisenbahn eingeführt Die Eisenbahnfracht z. B. Duisburg — Gießen beträgt für 10 tkm 74 Mark, während auf der kanalisierten Cahn die Wasserfracht nur 27 Mark betragen würde. Ein Vergleich der Eisenbahn- und Wasserfrachten, wie hier bei der Kohle so bei allen anderen Massengütern, ergibt, daß jährlich Millionen Mark erspart werden könnten, die allein schon zur Ausdehnung der Industrie-Betriebe wesentlich beitragen würden. Mit Rücksicht auf diese billigste Verfrachtungsmöglichkeiten werden, wie dies überall an Wasserstraßen festzustellen ist, immer neue Industrien angezogen. Immer neue Bodenschätze werden mobilisiert, immer neue Verarbeitungsstätten und neue Verkehrsbeziehungen entstehen, und damit nicht zuletzt immer neue Arbeitsmöglichkeiten. Für die Candwirtschaft kommt zunächst wasserwirtschaftlich in Frage, daß der Wasserstand und damit das Grundwasser reguliert wird, dem landwirtschaftlich genutzten Boden je nach Bedarf Wasser zugeführt oder entzogen werden kann, und vor allem der Hochwassernot, wie besonders im Gebiet von Wetzlar und Gießen, vorgebeugt werden kann. Durch die Neubelebung der Industrie und die weitere Industrialisierung erhält die im Cahngebiet meist kleinbäuerliche landwirtschaftliche Bevölkerung das längstverlorene Hausgewerbe und notwendige Nebenarbeit in der Industrie wieder. Sodann ist auch eine bessere Verwertung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse gewährleistet. So ist im Cahn-Dillgebiet die Möglichkeit gegeben, mit dem Aufwand einer geringen Kapitalmenge von nur 15 Millionen Mark f ü r die Vollendung der Cahnkanalisierung ein von vornherein weder rein landwirtschaftliches, noch rein industrielles Gebiet zur Größe zu entwickeln, mit starkem Handwerk, gesundem Bauerntum, angesiedeltem Arbeitertum und im Raum verteilter blühender Industrie. Es ist dringendstes Gebot der Stunde, jetzt ohne weitere Verzögerung die Cahnkanalisierung durchzuführen, aus welchem Fonds auch immer die öffentlichen Mittel zur Finanzierung genommen werden. blicken in hellen Flammen stand. Auf ihre furchtbaren Hilferufe eilte ein Angestellter herbei, der die Unglückliche zu Boden warf und die Flammen mit Kleidungsstücken und Tüchern erstickte. Die Brandwunden, die das Mädchen bereits erlitten hatte, waren jedoch so stark, daß es bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus verstarb. Nutzviehversteigerung in Wetzlar. 0 Wetzlar, 7. Juni. Auf Veranlassung der Kreisbauernschaft Hessen-Nassau Nord-Ost und der Viehverwertungs-Genossenschaft für den Kreis Wetzlar fand hier eine Nutzviehversteige- rung statt, bei der die Nachfrage recht rege war. Einige Tiere geringerer Qualität konnten nicht abgesetzt werden. Es wurden für trächtige Rinder 345 bis 435 Mark, für Kühe 350 bis 490 Mark bezahlt. Kreisobmann Cangsdorf teilte mit, daß die Nutzviehversteigerungen eine dauernde Einrichtung in der Markthalle von Wetzlar werden sollen. Er forderte die Candwirte auf, sich dieser Neuerung zum Absatz ihrer Tiere rege zu bedienen. Sie Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung als Glücksbringer. 2 Millionen Volksgenossen sind es noch, die in einer neuen Arbeitsschlacht wieder in Arbeit und Brot gebracht werden sollen. Dabei steht in vorderster Reihe im Kampf für dieses Ziel: d i e Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung. Es geht jeden an, der in Arbeit ist, wenn die braunen Glücksmänner auf der Straße die Cos- briefe der Arbeitsbeschaffungslotterie anbieten. Jeder hilft durch Kauf von Arbeitsbeschaffungslosen mit, das große Ziel unseres Führers, die Arbeitslosigkeit restlos zu beseitigen. Wer eine glückliche Hand hat, kann sich eines beachtlichen Gewinnes erfreuen. In jeder Cotterie ist an höheren Gewinnen ein Hauptgewinn zu 10 000 RM., 2 Gewinne zu 5000 RM., 40 Gewinne zu 500 RM. usw., zusammen 280 000 Gewinne zu 260 000 RM. Ist bei sofortigem Gewinnentscheid kein Gewinn gezogen, so besteht die Möglichkeit, durch den Original-Prämienschein an der Ziehung am 31. August 1935 zu gewinnen. S o bringt sie Allen Glück, die Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, den Gewinnern, die sich manchen ersehnten Wunsch erfüllen können, und den vielen Arbeitslosen, die in Arbeit und Brot gebracht, den Volksgenossen dankbar sind, die durch Teilnahme an der Cotterie ihre Volksverbundenheit bewiesen haben. Rundfunkprogramm. Sonntag, 9. 3uni. 6 Uhr: Von Hamburg Hafenkonzert. 8.05: Von Stuttgart Gymnastik. 8.25: Bauer, hör zu! 9: Von Stuttgart (aus der Nikolauskirche) Katholische Morgenfeier. 9.45: Von der Wasserkuppe (Rhön) Reichsmodellwettbewerb und Jungfliegertreffen 1935. 10: Vom Deutschlandsender Reichssendung Deutsche Feierstunde der Hitlerjugend. 10.30: Von Freiburg (aus Mahlberg in Baden) Morgenfeier anläßlich des 70. Geburtstages von Karl Kromer. 11.15: Von Stuttgart Kammermusik.. 12: Von Berlin Mittagskonzert I. Im Marsch und Walzertakt. 13: Von Stuttgart Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Von Berlin Mittagskonzert II. 14: Ringsendung Hammel- Schühe die Heimat — rauche nicht im Walde! Hits Waldbrände verhüten! reiten und Böllerschießen. Bäuerliche Pfingstbräuche aus allen Gauen. 15: Von Stuttgart „Hinaus in die Ferne..." 16: Von Freiburg Alemannisches Handharmonikafest. 17: Von München Nachmittagskonzert. 18: Von Stuttgart Heimattag in Schramberg. 18.30: Von Stuttgart Blasmusik. 19.45: Sportbericht. 20: Von Stuttgart Uraufführung „Sommerzeit und Amselschlag..." Funkoperette von Paul Schaaf. 21.30: Von Stuttgart „Heiterer Ausklang". 22.20: Von der Wasserkuppe (Rhön) Reichsmodellwettbewerb und Jungfliegertreffen 1935. 22.30: Sportschau des Sonntags. 22.45: Von München Tanzmusik. 24 bis 2: Von Stuttgart (aus Ulm) Streich und Blasmusik. Blontag, 10. Juni. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. Veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik, Frankfurt a. M. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. „Cob der Rose". 10.15: Dichter im Dritten Reich: Georg Schmückte liest „Das Duell", eine Anekdote. 10.30: Chorgesang. 11.20: Jugendfunk. Natur und Geist! 12: Mittagskonzert am Pfingstmontag. 13: Aus dem Ceben des schaffenden Volkes. 13.15: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Don der Wafserkuppe/Rhön: Reichsmodellwettbewerb und Jungfliegertreffen 1935. 15: Stunde des Candes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aus der Orangerie in Sondershausen: Ausschnitt aus dem Festkonzert des Sondershäuser Verbandes deutscher Sängerverbindungen. 18.50: Mozart auf der Reise nach Prag. 19.45: Sportbericht. 20: Aus dem Schloßpark in Wiesbaden-Biebrich: Schloßkonzert. Richard Wagner. 22.20: Von der Wasserkuppe/Rhön: Reichsmodellwettbewerb und Jungfliegertreffen 1935. 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Dienstag, 11. Juni. 6 Uhr: Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Mittagskonzert II (Fortsetzung). 14.15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. Cieder und Klaviermusik von Bodo Wolf. 16.30: Don der Rennbahn Niederrad: Um den Frankfurter Goldpokal. 16.45: Der Kilometerstein 0,0 und die Bedeutung Frankfurts in der Verkehrsgeschichte des Rhein-Main-Gebietes. Vortrag von Dr. K. Kühn (Frankfurt a. M.). 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Versteigerung des historischen Cambrechter Geisbock in Deidesheim. 18.45: Der Handwerker braucht Geld! 19: Und jetzt ist Feierabend. 19.50: Hitler erobert die Wirtschaft. Die neue Broschüre von Reichssendeleiter Hada- movsky. 20.15: Stunde der Nation: „Ariadne auf Naxos" von Richard Strauß. 21.45: Vom Frankfurter Wäldchestag. 22.20: Schloß Schönfeld und feine Gäste. 23: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wirtschaft Oie Industrie - ... - /xX'a&aM roattftunben gegen 9,74 i. 23. abgegeben wurden. UttO ölCpCtt I Bei 75 288 (44 607) RM. Abschreibungen wird Oer Sport an den Feiertagen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. AI. Frankfurt 25 97,25 104,4 114,7 100,5 98,75 A.E.G. tietula 115 96 100>8 101 ;13 96 >75 96,75 106,25 115 96 100,5 101 >5 96,75 96,75 106,3 34 12 11,7 11,9 14 1;65 12,25 11-75 12,13 14 114,55 100 >2 98;75 96-5 100-75 92-25 . 8 5 . 0 , 12 sy, 0 0 .. 5 . 5 ?y, .. 7 .. 9 .. 0 33,5 35,25 93 121,5 93,25 95,25 95,25 178,5 7,35 9,5 5,9 7,4 5,95 38,5 33,75 35,13 93,5 121 93,75 95,75 95,75 178 101 96;75 96,75 106,3 34 1,8 12,4 11,75 12,25 14 7,5 9,75 5,8 39 34,13 26,5 35,25 91,9 120,75 93,4 95,5 95,5 178,5 einschl. 8939 (5697) RM. Dortrag ein Reingewinn von 117 786 (114 373) RM. ausgewiesen, aus dem unv. 4 v. H. Dividende ausgeschüttet werden. Don dem 2,5 Mill. RM. betragenden AK. der Gesellschaft befinden sich 1,75 Mill. RM. in Händen öffentlicher Verbände. Mainkraftwerke Höchst 0.8JL... 4 Süddeutscher Zucker..... f 45,4 140 118 131,5 104,5 129,75 130 129,5 122,75 180 131,75 108 1153 115 104 169 133,25 100 89,4 Wochenbericht I vom Frankfurter Vroduktenmarkt. ] Im Frankfurter Getreidegroßhandelsgeschäft war ; vor den Pfingstfeiertagen keine Belebung zu ver- । zeichnen. Auch in preislicher Hinsicht ergaben sich kaum Veränderungen, zumal Erhöhungen der Fest- . preise bis zur neuen Ernte nicht mehr erfolgen. ; Die Mühlen blieben für die Aufnahme von Brotgetreide recht schwach, da sie nach wie vor ausreichend versorgt sind. Die Festsetzung der Vermahlungsquoten der Mühlen für Weizen und Roggen für die kommenden drei Monate mit 9 bzw. 8 v. H. entsprach den Erwartungen und bot daher keine Anregung. Am Weizenmarkt bestand lediglich für kleberreiche Sorten etwas Nachfrage, doch kamen solche kaum an den Markt. Weizen aus der näheren Umgebung Frankfurts und Hessen konnte gut untergebracht werden, dagegen blieben bayerische und norddeutsche Her- künfte unverkauft. Das Roggen angebot hat wohl eher etwas nachgelassen, es blieb aber trotzdem sehr reichlich und ging noch weit über den Bedarf hinaus. Die kleinen Landmühlen kaufen hin und wieder einige Mengen, dagegen ist bei den Großmühlen kaum etwas unterzubringen, da diese zum größten Teil noch bis weit in den Juli hinein aus vorhandenen Lagerbeständen mahlen können. Weizen und Roggen zu Futterzwecken sind nur schwierig abzusetzen. Dagegen stehen H a f e r und leichte F u t t e r g e r st e nur in ungenügendem Umfange zur Verfügung. Schwere Futtergerste blieb reichlich angeboten und war wegen des hohen Preises nur schwer verkäuflich. Der Futtermittelmarkt zeigt noch keine wesentliche Entspannung. Oelhaltige Artikel und Kleie blieben stark begehrt, während Angebot kaum vorlag. Nachmehle waren reichlicher angeboten. Auch Treber war zu ermäßigten Preisen zu haben, die Notiz hierfür ging auf 17,50 bis 17,30 gegen 18,10 bis 18,25 Mark in der Vorwoche zurück. Das M e h l g e f ch ä f t blieb unbefriedigend. Zwar haben sich die Abrufe gegen das Monatsende ver- stärkt, was sich offenbar aus hem Bestreben erklärt, die Verzugsaufschläge bei Überschreitung des vorgesehenen Liefermonats zu vermeiden. Dagegen kamen Neuabschlüsse sowohl bei Weizen- als auch bei Roggenmehl nur spärlich zustande. Am Rauhfuttermittelmarkt war Stroh knapper, so daß die Preise für Weizen- und Roggenstroh auf 5,10 (4,80 bis 5) je Doppelzentner an« zogen. 101,25 96,75 96,75 106,3 34 1,9 11,9 11,75 12 13,9 15 * Lahnkraftwerke AG. Limburg. Die Gesellschaft berichtet, daß in 1934 8,85 Mill. Kilo- beim FC. Werdorf (Kreis Wetzlar) zu einem Ge- ■ sellschaftsspiel an und wird sich dort mächtig strecken • müssen, um erfolgreich abzuschneiden. ' Die Jugendabteilung hat einige Freundschasts« treffen nach auswärts abgeschlossen. Mainz, Jnhei- . den, Steinheim u. a. sind das Reiseziel. Man hofft, , daß die Gießener in bester Verfassung ehrenvoll i abschneiden. DfB.-Aeichsbahn Gießen. DfB.-R. Liga — Sportverein Alsfeld Liga. Am zweiten Feiertag sind die Gießener bei den Alsfeldern zu Gast. In früheren Jahren haben wir , die Gastgeber öfters in Gießen mit wechselndem ; Erfolge spielen gesehen. Wenn wir auch heute kein klares Bild über die wahre Spielstärke der Alsfelder haben und aus einem Tabellenstand keine stichhaltigen Rückschlüsse in dieser Beziehung ziehen können, so weiß man doch, daß die Gastgeber aus eigenem Gelände ein schwer zu schlagender Geg- ) ner sind. Die Gäste müssen daher nut allen Mog- ) lichkeiten rechnen und von Spielbeginn auf Erfolg spielen. Man erwartet einen spannenden Kamps und hofft, daß es den Hiesigen gelingen wird, ihre seitherige Formoerbesserung erneut unter Beweis zu stellen. Vorerst muß der Ausgang des Spieles als offen bezeichnet werden. DfB.-R. II — Sporte. Grümngen I. Das Vorspiel konnten die Hiesigen auf eigenem Gelände für sich entscheiden. Bei diesem Kamps zeigten die Grüninger beachtliche Leistungen und hatten eine Mannschaft zur Stelle, die an Härte den Hiesigen voraus war. Die Gießener dürften daher einen schweren Stand haben, wenn sie sich erfolgreich behaupten wollen. DfB.-R. II — Allendorf a.d.Lahn I. Am zweiten Feiertag tragen die Hiesigen das Rückspiel in Allendorf aus. Die Wiederholung des hohen Sieges, wie im Vorspiel, liegt außer dem Bereich der Möglichkeit, denn die Allendörfer werden alles aufbieten, um ihr Ansehen als Meister ihrer Klasse wiederherzustellen. Darüber hinaus dürften sich auch die Erscheinungen des schweren Spieles des Vortages bei den Gästen bemerkbar machen. DfB.-R. Jugend — Sporte. Dilbel I Jugend. . Die 1. Jugend trägt das Rückspiel gegen Vilbel huf eigenem Gelände aus. Die Vilbeler, Kreismeister in ihrem Kreise, konnten die Hiesigen an Ostern knapp schlagen und einen Sieg erringen, der nach dem damaligen Spielverlauf als glücklich bezeichnet werden mußte. Die Hiesigen haben den Beweis zu liefern, daß sie sich in der Zwischenzeit weitergebildet haben. Ihre Aufgabe wird es sein, ein Spiel zu zeigen, das auch in technischer Hinsicht befriedigen kann. DfB.-R. I. Jgd. — Reichsbahn Roiweiß Frankfurt I. Jugend. Die Jugend der Gäste, die siegreich über die glei- ; chen Mannschaften des Sportvereins und der Sport- 98 I 99 I 119,5 - Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg dementtoed Karlstadt.. Schultheis Patzenhofer Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS....... Daimler Motoren .... Whig. Klöckner Ms 0,13 ö. H-, Mannesmann plus 0,75 v. H., Stahlverein plus 0,40 v. H, dagegen Rheinstahl minus 0,25 n. 5). Zellstastaktlen brackel- ten 0,25 D. S). ab. Kunsts-idenwerte lagen fester, B-mberg plus 2 S)., AM. plus 0,50 D S) <5onft eröffneten noch Reichsbank 0,50 x>. S)., D. S)., Moenus Maschinen 1 o. fi-, 21®. für Verkehrswesen 0,50 t). ch. fester. Allgemeine Lokal & Kraft kamen um 3 v. S). niedriger zur Notiz, Schiffahrtspapiere lagen behauptet. Nach den ersten Kursen bröckelten die meisten Werte infolge des kleinen Geschäftes etwas ab. Am Rentenmarkt herrschte weitestgehende Gefchäftsstille bei meist nur knapp behaupteten Kursen. Altbesitz 114,13 nach 114,65, spate Reichs- schuldbuchforderunaen 96,90 (97), Zmsvergutungs- fcheine 90,15 (90,20), Kommunal-Umschuldung etwa 89,40 (89,45). Reichsbahn-DA. notierten nnt 120 um 0,13 v. H. höher. Von Auslandswerten blieben 4 v. H. Rumänen mit 5,95 und 5 o. H. innere Mexikaner mit 6,65 v. H. behauptet. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft sehr klein, die Tendenz war aber durchaus freundlich und vielfach vermochten sich die Kurse um 0,50 o. H. zu befestigen. Höher lagen u. a. AEG., RWE., Mannesmann, Rheinstahl, AG. für Verkehrswesen und Scheideanstalt. Stärker befestigt und etwas lebhafter waren AKU. mit 64 nach 62,25 Bemerkenswert höher zur Notiz kamen noch Bank für Brauindustrie mit plus 3,50 v. H-, Harpener, Mansfelder, Buderus und Feinmechanik fetter, die bis 1,50 v. H. gewannen. Schwächer lagen Deutsche Linoleum mit minus 2 v. H. Der Rentenmarkt lag weiterhin sehr still unb ohne nennenswerte Veränderungen. Goldpfandbriese und Kommunal-Obligationen laaen behauptet, Li- quidationspfandbriefe und einige Stadtanleihen waren leicht befestigt. Ausländer lagen sehr still. Groß en-Lind en und die gleiche von Leihgestern die Kräfte, wir trauen den Platzherren einen knappen Sieg zu. Londorf fährt nach Rüddingshausen und sollte knapper Sieger werden. Grüningen wird gegen die dritte Mannschaft des V s B. einen schweren Stand haben. Die Jugendspiele versprechen sehr spannend zu werden, eine Voraussage ist in keinem Falle möglich. Am zweiten Feiertage wird der Reigen der Fußballspiele fortgesetzt. Steinberg hat die Ligamannschaft der Olympia Friedberg-Fauerbach zu Gast und muß alles aus sich herausgeben, wenn der Sieger Steinberg heißen soll. Die Kölner spielen gegen Leihgestern, das Spiel dürfte offen fein. Butzbach II — Grüningen ist ein Spiel zweier gleichwertiger Gegner, wobei der eigene Platz eine Rolle spielen sollte. Alten- B u s e ck will nicht zurückstehen und hat sich eben- alls Darmstadt 1898 verpflichtet: die Platz- lerren sind auf eignem Gelände gefürchtet, daher muß Darmstadt aufpassen, daß es keine Heber« raschung gibt. Wir glauben nicht, daß sich Rüddingshausen gegen die spielstarken Dreihäuser erfolgreich durchsetzen kann und geben den Gästen mehr Aussicht auf Sieg. In Londorf wird das Spiel gegen Daubringen erst mit der Schlußminute entschieden sein, auf jeden Fall sind die Gäste nicht zu unterschätzen. W o l f s k e h - len ist uns unbekannt, wir trauen aber Großen- Linden einen Sieg zu. Lokalkampf in Vetzberg: Fellingshausen dürfte knapper Sieger werden. Erda spielt gegen Hörbach, wer wird Sieger? Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft erledigt ihr einziges Feiertagsspiel bereits heute nachmittag gegen die Ligaelf des „Merkur"-Postsportoereins Frankfurt a. M. auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe. An den Feiertagen trägt die Ligareseroemann- fchaft zwei Freundschaftsspiele auswärts aus. Beidemal handelt es sich um Rückspiele. Am ersten Pfingstfeiertag gastieren die Dlauweißen beim Sportverein Nieder-Ohrnen, am zweiten Feiertag beim Fußballklub Mücke-Flensungen. Gemessen an den hohen Vorspielsiegen 8:0 bin). 7:0 dürften die Gießener diesmal auch Sieger bleiben, wenn man sich auch, unter Berücksichtigung der anderen Sport- plahgestaltungen, mit knapperen Ergebnissen zu- friebengeben wird. Die Gastgeber werden zu Hause mit ganz anderem Eifer in den Kampf gehen, ein Moment, das die Spielvereinigungsleute nicht : außer acht lassen sollten, wenn sie keine Enttäu- : schung erleben wollen. An sich traut man den Gießenern das bessere technische und taktische Verständnis zu, und da auch in altgewohnter bewähr- ! ter Ausstellung angetreten wird, sollte der Erfolg : klar auf feiten der Blauweißen liegen. Eine kombinierte Mannschaft, in der auch einige i Ligaspieler mitwirken, tritt am zweiten Feiertag MbaWele am ersten Feiertag.' Steinberg — Köln-Zollstock (Rüspeler, Gießen), ] Lollar — Niederweimar (Deibel, Gießen), Lich — Sportfreunde Wetzlar (Zitzer, Gießen), \ Leihgestern — Kurh. Marburg (Rüspeler, Gleiberg), ; Gr.-Buseck — 1898 Darmstadt (Kreiling, Gießen), : Grünberg — Altenburg (Grote, Mainzlar), 1 Gr.-Linden — Herbornseelbach (Schneider, Gießen), Gr.-Linden II — Leihgestern II (Hofmann, Wieseck), Rüddingshausen — Londorf (Heyer, Treis), Grüningen — VfB. III (Gerhardt, Steinbach), Jugendspiele. VfB. I — Bad Vilbel I (Bender, Fellingshausen), VfB. II — Dillenburg II (Wissemann, Lollar), Lich — Köln (Philipp, Gießen), Großen-Buseck—Großen-Linden (Kreiling, Gießen), Grünberg — Altenburg (Eisentraut, Grünberg), Lollar Schüler — VfB. Schüler (Schnaut, Lollar). Fußballspiele am zweiten Feiertag Steinberg — Friedberg-Fauerbach (Zitzer, Gießen), Leihgestern — Köln-Zollstock (Deibel, Gießen), Grüningen — Butzbach II (Offenbacher, Gießen), Alten-Buseck — 1898 Darmstadt (Böcher, Gießen), Rüddingshausen — Dreihausen (Grote, Mainzlar), Londorf — Daubringen (Bender, Treis), Großen-Linden — Wolfskehlen (Seitz, Heuchelheim), Vetzberg — Fellingshausen (Rinn, Rodheim), Erda — Hörbach (Kreiling, Gießen), • Iugendsplele. VfB. I—Rot-Weiß Frankfurt I (Bernhardt, Wieseck), Geilshausen — Daubringen (Heyer, Treis). Die Vereine haben sich gute, spielstarke Gegner verpflichtet, das Programm ist ausgezeichnet, es wird sich lohnen, die Spiele zu besuchen. Steinberg spielt gegen eine Mannschaft aus Köln; die Spielstärke der Gäste ist nicht bekannt, aber Steinberg wird das Spiel ernst nehmen müssen, wenn sich Erfolg einstellen soll. Lollar hat Besuch aus dem Kreis Marburg, Niederweimar spielt in der 1. Kreisklasse und gibt einen starken Gegner ab, wir erwarten Lollar als knappen Sieger. Lich wird gegen die sehr spielstarken Sportfreunde aus Wetzlar wenig zu bestellen haben, um eine Niederlage wird Lich nicht herumkommen. Leihgestern erwartet eine kombinierte Mann- ■ schäft der Marburger K u r h e s s e n, wer hier Sieger wird, hängt von der Aufstellung der Gäste , ab. Darmstadt 1898 tritt mit seiner Liga- i reserve in Großen-Buseck an, wir rechnen mit i einem Siege der Gäste. Grünberg empfängt Altenburg, eine uns unbekannte Mannschaft, i daher ist darüber nichts zu sagen. G r o ß e n - L i n - ° den spielt gegen Herbornseelbach, die Gäste - verfügen über eine stabile Mannschaft, es ist leicht möglich, daß der Sieg nach auswärts fällt. Vor ' diesem Spiel messen die zweite Mannschaft von Im Freivsrkehk Mekßn Kaki Wintershall mA 104 trotz der Dividendenermäßigung ziemlich unverändert. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Freitag, den 7. Juni, fand keine Abendbörfe statt. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 7. Juni. Das Buttergeschäft vermochte sich nach dem Ultimo wieder merklich zu beleben, insbesondere bestand die leb- hafte Konsumnachfrage für die mittleren und billigen Sorten, sowie für beste holländische Markenbutter fort; für letztere konnte der Nachfrage aber nur in beschränktem Umfange entsprochen werden. In deutscher Butter sind die Zufuhren weiterhin unterschiedlich. Aus Süddeutschland liegen steigende Angebote vor, während aus dem Norden die Anlieferungen geringer geworden sind. Es notierten in Reichsmark pro 50 Kilo frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140 bis 142. Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 115 bis 120. Holländische Markenbutter 145 bis 147. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 7. Juni. Die Anlieferungen haben sich angesichts der nachlassenden Produktion verringert. Der Markt zeigt eine feste Haltung. Die Nachfrage aus dem Publikum bleibt zufriedenstellend. Das Interesse richtet sich in der Hauptsache auf schwere Eier (Sonderklasse), in denen aber die Zufuhren nur unzureichend sind. Kleine Eier bleiben dagegen vernachlässigt. Aus Holland und Belgien lagen nur kleine Angebote vor. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier $ 9,75, A 9,25, B 8,75, C 8 bis 8,25, D 7,75. Holländer und Flandern Klasse S 9,75, Klasse A 9,25, Klasse B 8,75. Mein-Mainische Mittagsbörse. Freundlich. Frankfurt a. M., 7. Juni. Die letzte Börse vor den Feiertagen hatte eine freundliche Tendenz, wies aber nur sehr kleines Geschäft auf. Anfangs erfolgten seitens der Kundschaft noch kleine Käufe, so daß die Aktienkurse meist leicht befefhat waren. Die Kulisse verhielt sich dagegen sehr abwartend und trat auch verschiedentlich noch als Abgeber auf. Die Haltung erhielt von günftigen Nachrichten aus der Wirtschaft eine gute Stütze, vor allem machte der Daimler-Abschluß einen guten Eindruck; diese Aktie erhöhte sich auf 94,50 bis 94,25 (91), daneben sanden verschiedene Dioidenden- ertlärungen Beachtung. Am Chemiemarkt eröffneten IG. Farben 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,25 o. H. und Metallgesellschaft 0,25 o. H. höher, Goldschmidt gewannen 2 v. H., während Scheideanstalt und Rütgerswerke je 0,50 v. H. nachgaben. Don Elektroaktien setzten AEG. 0,65 v. H., Sekula 0,40 v. H., Felten 1 v. H., Siemens 0,90 v. H., RWE. und Schuckert bis 0,50 v. H. freundlicher ein. Montanwerte lagen bei minimalen Veränderungen sehr gibt Auskunft: 854: Liste der in Belgien Einfuhrkontingentierungsbestimmungen unterliegenden Waren. 855: Der Kapitalverkehr mit der Schweiz und Liechtenstein. 856: Bezahlung von deutschen Ausfuhrförderungen an Brasilien. 857: Zahlungen im Warenverkehr mit Rumänien. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Angesichts der Pfingstfeiertage entwickelte sich in dieser Woche auf fast allen Markten recht lebhaftes Geschäft, so daß die zumeist höheren Zufuhren bei noch anziehenden Preisen geräumt wurden. Am Großviehmarkt hatte sich das Angebot leider nicht vergrößert, so daß ausgesprochener Mangel herrschte, zumal auch die zugeführten Qualitäten stark zu wünschen übrig ließen. Die wenigen guten Tiere waren sofort vergriffen und erzielten auch angemessene Preise, während im übrigen die der Vorwoche bestehen blieben. Mindere Qualität von Ochsen und Bullen zogen noch etwas an. Das Angebot war mit 994 (gegen 898) Stück für die Feiertage viel zu gering. Infolgedessen verlegte sich das Interesse der Metzger mehr auf den Kälbermarkt, der trotz seiner nochmals stark erhöhten Zufuhr (1988 gegen 1566) nach lebhaftem Geschäft und etwas höheren Preisen ausverkauft wurde. Die Qualität des zugeführten Viehs entsprach den Erwartungen. Auch der Schweine markt verzeichnete in Auswirkung des zu knappen Rinderangebots recht lebhafte Nachfrage. Die Qualität war mittelmäßig und trotz der stark erhöhten Beschickung (4702 gegen 4050) wurde der Mark geräumt und die Preise zogen etwa 1—2 RM. an. Für Hümmel und Schafe blieb die Zufuhr von 41 (12) Stück gering, nach mittelmäßigem Geschäft wurde bei wenig veränderten Preisen ausverkauft. Schlußkurs 6.6. Mu (Allgemeine Kunstseide) .. O Bembcrg...................o *ur ' O 0 7 -------------------------O Deutsche Linoleum...........6 Orenstein L Koppel........ o Westdeutsche Kaufhof O Ehade......................o Aecumulatoren-Fabrtk 12 Conti^tummt...............8 Echlußk. mittag* börse 76. 14,75 7,5 10 5,9 38 33,75 26,5 35 93,9 120,75 93,5 95,75 95,75 178 Datum bcsgl. Serie II ............. 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente .. 2ft% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................O Dresdner Bank ........ O Reichsbank ................ 12 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektt. Schuckert L Co...... Siemens L Halske... Üahmeyer L Co...... Buderuü Deutsche örbßl .... Mansfelder Bergbau ... Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 3* ®. Yarben-Industrie Scheideanstalt........ Goldschmidt ........ Rütgerswerke....... Metallgesellschafk Elektr. LteferungSgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume O Gesellsch.f.Elektt.Unternehmung. 5 Schlußk. Abend« börse 7.6 Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche RetchSanl. von 1984 ßy2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. **/•% Deutsche ReichSpostschahan- Weisungen von 1934, I 6% ehem.8% Hess. Bvlksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4y$% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6%% ehem. Hess. Landes^ypo- thekenbank Darmstadt Lioui ... 47i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An* Idihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks.Hyp. Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 47i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfanddriese....... 5%% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfc 47i% ehem. 8% Pr. Landespfand- ortefanstalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ehem. 7% Pr. LandeSpfond- briefanst., Gold Komm. Obl.VI tzteuergutsch.Berrechnungsk. 85-39 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oestcrreichische Silbeoente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 47i% deSgl. von 1913.......... 5% Lögest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbaha-Anleihe Serie I..................... Gelsenkirchener..............O Harpener...................O Hoesch Eisen—Kbln-Neuessea.. O Ilse Bergbau ............ 8 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke........ SH Mannesmann-Röhre» ....... 0 Schlußkurs 6.6. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 6.6. 7-6. 6 6. 7-6. Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse 6.6 76. 6.6. 7.6 6.3unl 7. Juni Amtliche Notierung Geld | Ärlef Amtliche Notierung Geld | Lrief Buenos Aires 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,149 0,151 0,149 0,151 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,73 54,83 54,35 54,45 Danzig..... 46,60 46,70 46,62 46,72 London ..... 12,255 12,285 12,165 12,195 HelsingforS.. 5,405 5,415 5,365 5,375 Paris ...... 16,30 16,34 16,30 16,34 Holland .... 167,06 167,40 167,08 167,42 Italien..... 20,51 20,55 20,51 20,55 0,721 0,723 0,716 0,718 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,60 61,72 61,15 61,27 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,125 11,145 11,04 11,06 Stockholm... 63,20 63,32 62,74 62,86 Schweiz .... 80,70 80,86 80,62 80,78 Spanien.... 33,73 33,79 33,77 33,83 10,325 10,345 10,325 10,345 Budapest ... Neuyork... 2,473 2,477 2,466 2,470 Berlin,7.3unl Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,418 2,438 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 Dänische Noten ................. 54,14 54,36 Englische Noten ................. 12,13 12,17 Französische Noten............... 16,24 16,30 Holländische Noten ............... 166,67 167,33 Italienische Noten................ 19,92 20,00 Norwegische Noten .............. 60,94 61,18 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten............... 62,52 62,78 80,39 80,71 33,30 33,44 Das Loburger Festabzeichen Gast. V. f. 3t Lich. Handball an Pfingsten im Kreis M im H; 1863 haben jeweils 10 Boote gemeldet, und zwar: Olyrn- piazelle Würzburg, Kopenhagener Ruderklub, eine Niederlage nicht abwenden kön- ; ij ■. fit, oX Ünvedrtndlidie^PröbefährtenT^f OtOFW■ VcrkatlfS^CSCllSChaf t HL b. H. Frankfurter Strahe 53 - Telephon 1^2841 Mi l Wieseck 1. und em Ee- . strecken, Samstagabend in Großen-Buseck eintrifft, findet Dereinslokal ein Kameradschaftstreffen statt. -^438 4 ,98 ti,36 ZS 61,18 Aafts» ' , Jnhei- '> m hofft, ') hrenvoll i Freundschaftsspiele. Erster Pfingstfeiertag. Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Jahn eigenem Kampf M und in Mir : dürften in sie sich Fußballabteilung des Turnverein«! Wieseck. Die Fußballabteilung des Turnvereins ungen uktion 9- Die neben» ptsache 'er bie Reiben Belgien in Pf. eisoer» arken- ' 7,75. G A 62,7® 80,7’ 33,** Er mußte siegen Ein überragender Opel - Erfolg 1 Serienmässige Opel-Wagen - nur mit Gelände- Reifen und teils mit Sporlkarosserie versehen-haben diese unerhörte Zerreißprobe siegreich beslanden.Eine neue Bestätigung der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit und der großen Leistungsstärke jedes Opel.Und der überzeugende Beweis dafür, daß jeder Opel — nicht nur durch seinen niedrigen Preis L einen unerreicht hohen Gegenwert bietet. 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Melior F. Henß H. Stephan W. Schäfer Da die Mannschaft von Darmstadt schon am piazelle Würzburg, z „ Mannheim „Amicitia", Olympiazelle Berlin (II. il. sigen das olung des ußer dem irfer wer- s Meister r hinaus i schweren bemerkbar Jugend. gen V'lbel reismeister an Ostem , der nach । bezeichnet Beweis zu iveitergebll- in Spiel zu befriedigen ! Zrantfurl lerdieglel- iber5Port' empfängt am zweiten Pfingstfeiertag die Jugendmcmnschaft der Spielvereinigung 1926 Leih- fast endlich wieder komplette Aufstellung einen Ausschlag geben. Die Jugendmannschaft spielt gegen die gleiche Mannschaft vom DfR. Butzbach auf des Gegners Gelände. Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Die Fußballabteilung des To. Allendorf (Lahn) hat sich für die Pfingstfeiertage viel vorgenommen. Am ersten Feiertag, vor dem großen Handballspiel, empfängt Allendorf den Gruppenmeister der ersten Kreisklasse, die erste Mannschaft Heuchelheims. Am zweiten Feiertag ist die Soldaten- Mannschaft des DfB.-Reichsbahn in Allendorf zu An beiden Pfingftfeiertagen herrscht im Handball Hochbetrieb. Nicht nur, daß eine Reihe bekannter Mannschaften aus anderen Gauen in unserem heimischen Kreis weilt, es sind auch sonst noch interessante Paarungen zustandegekommen, die ausgezeichneten Sport versprechen. Mit einigem Interesse darf man auf das Auftreten der 1. Mannschaft des Tv. Jahn-Nürnberg in Allendorf (Lahn) und Lützellinden gespannt sein. Aufstiegsspiele in der 2. Kreisklasse finden, mit Ausnahme der Begegnung Tv. Katzenfurt — Tv. Dorlar nicht statt. Dieses Treffen sollten mit ziemlicher Sicherheit die Gäste für sich entscheiden. Nürnberg. Durch Zufall ist es Allendorf gelungen, dieses Spiel abzuschließen. Die Gäste, die zu den bayerischen Spitzenmannschaften gehören und einen ausgezeichneten Handball spielen, werden nicht nur ihre große Klasse unter Beweis stellen, sie werden vor allen Dingen mit ihrem Können dazu beitragen, daß das Interesse für den Handball nicht nur in Allendorf, sondern auch in der Umgebung immer mehr gehoben wird. Für die heimische Elf gilt es, alles für ein einigermaßen günstiges Abschneider» einzusetzen. Tv. Allendorf (Lahn) Igd. gegen Münchholzhausen Jgd. Mannschaft), Olympiazelle Mainz, Olympia- gelle Gießen, Olympiazelle Berlin (I. Mannschaft), Berliner Ruderklub, Olympiazelle Königs- oerg, Olympiazelle Leipzig. Zum I. Vierer mit Steuermann Adolf-Hitler-Vierer) haben gemeldet: Olympiazelle Berlin, Olympiazelle Mainz, Olympiazelle Gießen, Frankfurt a.d.O., Olympiazelle Würzburg (Menne), Mannheim „Amicitia", Olympiazelle Würzburg (Keidel), Berliner Ruderklub. Sämtliche Vorrennen finden bereits am Freitag, 14. Juni, statt. Am Tage der großen Grünauer Regatta startet der Skuller Friedel I ö d t der Gießener Ruder- gesellschaft 1877 auf der Regatta in Bad Ems im Ersten Ein^r. Echachklub 1858, Gießen. Der Verein spielte ein Turnier gegen den Marburger Schachverein in Marburg an zwölf Brettern. Das Spiel endete unentschieden 6:6. Es gewannen in Reihenfolge der Bretter die Herren Wagner, Stumpf, Rothamel, Diegel; es spielten unentschieden Schonebohm, Orning, Körbächer, Meyer. Partie Schonebohm wurde, obwohl sie für Gießen auf Gewinn stand, freiwillig unentschieden gegeben, da Gießen die Partie abbrach. Der Marburger Verein hat einen guten Lehrmeister in seinen Reihen, L. Hermann, der kürzlich Sä- misch schlug. Zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges dürfte am ersten Feiertag das Treffen der Sportfreunde Wetzlar erste Mannschaft und Turn- und Sportverein 05 Köln-Zollstock erste Jugend gegen die gleichen Mannschaften unseres Vereins werden. Den Sportfreunden geht der Ruf voraus, eine kampferprobte Mannschaft ins Feld zu stellen, die insbesondere über einen schußaewaltigen Sturm verfügt. Auch Lich wird in stärkster Aufstellung antreten. Eine würdige Einleitung zu diesem Kampf dürfte das Treffen der Jugendmannschaft Köln — Lich sein. Unsere Jugend wird alles aufbieten müssen, um in Ehren abzuschneiden, da Köln Gruppenmeister seines Bezirks ist. Das Jugendspiel liegt in guten Händen. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Am zweiten Pfingstfeiertag weilt eine Pokal- Mannschaft von Darmstadt 98 bei der ersten Mannschaft von Alten-Buseck. Die Gäste sind in Alten- Buseck unbekannt. Alten-Buseck tritt in stärkster Aufstellung an. Fußball im Turnverein Großen-Linden An Pfingsten herrscht in Großen-Linden Hochbetrieb. Die zweite Mannschaft trägt am ersten Feiertag das fällige Rückspiel gegen die gleiche von Leihgestern aus, während sich die erste Mannschaft mit Herbornseelbach I einen Gegner aus dem Dillkreis verpflichtet hat. Die Stärke der Gäste ist in Großen-Linden unbekannt, der Ausgang des Spieles ist durchaus offen. Am 2. Feiertag gastiert die Jugend Großen- Bufeck in Großen-Linden. Anschließend spielt die erste Elf der Platzbesitzer gegen die gleiche von Wolfskehlen bei Darmstadt. Die Gäste pflegen das rein süddeutsche Flachspiel. Die Spieler (A. Schmidt, W. Heil, W. Degen, H. Faber, A. Riehm, O. Nürnberger, K. Henrich, K. Seth, K. Faber, W. Klaum und K. Wagner) werden sich sehr anstrengen müssen, damit die Niederlage nicht zu hoch ausfällt. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Die Spielvereinigung hat wieder ein gutes Feiertagsprogramm. Mit den Mannschaften aus Marburg und Köln haben die Blau-Weißen einen guten Griff getan, denn sie haben Gelegenheit, durch diese beiden Spiele in technischer und taktischer Beziehung von den Gegnern etwas zu lernen. Am ersten Feiertag sind außer der Schülermannschaft sämtliche Mannschaften am Start. Die Jugendmannschaft hat die zweite Jugend des in Leihgestern nicht unbekannten VfB. Friedberg zu Gast. Man erwartet einen spannenden Kampf um den Sieg, den vielleicht die Gäste mit nach Friedberg nehmen werden. — Die Zweite spielt in Großen-Linden gegen die gleiche des Platzvereins. Das Vorspiel verloren die Blau-Weißen, mit mehreren Ersatzleuten spielend, knapp mit 3:2. Man traut der jetzigen Zweiten etwas mehr zu, ob es zum Siege reicht, ist aber fraglich. — Die erste Mannschaft der Blau-Weißen hat schon am ersten Feiertag eine schwere Aufgabe zu lösen. VfB. Kurhessen Marburg wird mit einer kombinierten El aus der Liga und Reserve in Leihgestern auf dem Platze bei der Rindsmühle antreten. Leider können die Leihgesterner nicht in der stärksten Aufstellung antreten. Man rechnet mit einem spannenden Kampf, den die Marburger durch ihr großes Plus in der Technik wohl für sich entscheiden sollten. Am zweiten Feiertag hat die zweite Garnitur der Spieloereinigung die erste Els vom To. in Allendorf a. d. L. zu Gast und wird wohl eine schwere Aufgabe zu lösen haben. In diesem Spiel wird wohl der Gastoerein den Sieger stellen. — wagen können, mit ihrer zweiten Garnitur gegen die Gäste anzutreten. Tv. Garbenheim II — Tv. Hörnsheim II. Die neu ausgestellte Reserve der Platzbesitzer wird in diesem Spiel keine Gewinnchance haben. Tv. W. -Niedergirmes Jgd. gegen <5 p 23. Wiesbaden Jgd. Die Gäste erwidern den an Ostern ausgeführten Besuch der Einheimischen. Obwohl letztere das seinerzeitige Spiel ziemlich sicher gewinnen konnten, ist auch diesmal wieder mit einem interessanten Spiel zu rechnen. Zweiter Pfingstfeiertag. Tv. Lützellinden — Tv. JahnNümberg. Die Nürnberger spielen am zweiten Tag ihres Hierseins gegen Lützellinden. Dasselbe, was über das Spiel in Allendorf gesagt wurde, gilt auch hier, nur mit dem Unterschied, daß die Gäste ihr zweites Spiel bestreiten und Lützellinden an sich besser als Allendorf ist. Der Ausgang sollte deshalb hier offen fein. Tv. Münchholzhausen — Tuspo. Butzbach. Die Gäste mußten schon im Vorspiel eine Niederlage hinnehmen und werden auch diesmal nicht gewinnen können. Tv. Münchholzhausen Jugend gegen Tuspo. Butzbach Jugend. Die einheimische Jugend ist ob ihrer Spielstarke bekannt und wird sich deshalb den Sieg so leicht nicht nehmen lassen. Tv. Wetzlar-Niedergirmes gegen Turngesellschaft Offenbach. Die Offenbacher haben zwar in der letzten Runde eine recht unglückliche Figur gemacht, ihr Können ist aber trotzdem nicht zu bestreiten. Aus dem Grunde allein schon darf man auch auf ihr Auftreten gespannt sein. Tv. Staufenberg — Tv. Londorf.. Die Platzbesitzer, die über die größere Spielerfahrung verfügen, werden sich den Sieg in diesem Kampf kaum nehmen lassen. Tv. Holzheim — Reichsbahn Rotweiß Frankfurt a. M. Holzheim hat mit der Verpflichtung dieser Mannschaft keinen schlechten Griff getan. Wer kennt nicht die Gäste aus Frankfurt und weiß nichts von ihrer Spielstärke? Trotzdem auch die Einheimischen $. Zt. ausgezeichnet in Fahrt sind, wird es zu einem Sieg nicht langen. Es kann ihnen nur Darum zu tun sein, so gut als möglich abzuschneiden. To. Holzheim gegen Reichsbahn Rotweiß Frankfurt II. Auch hier sollten die Gäste besser sein und deshalb zu einem sicheren Sieg kommen. Tv. Dornholzhausen — Tv. Kirchgöns. Nach den Ergebnissen der letzten Zeit zu urteilen, scheinen die Gäste wieder im Kommen zu sein. Man darf deshalb auf den Ausgang dieses neuerlichen Zusammentreffens gespannt sein. Tv. Wißmar — Tv. Lützellinden II. Die Reservemannschaft von Lützellinden ist durch Spielerabgaben an die erste ziemlich geschwächt, so daß es den Einheimischen nicht schwer fallen sollte, sie sicher niederzuringen. ________________________ Leichtathletische Wettkämpfe des Turnvereins Lollar. Der Turnverein Lollar 1883 veranstaltet am zweiten Pfingstfeiertag auf dem Waldsportplatz leichtathletische Wettkämpfe, zu denen die Vereine DfB.-Reichsbahn Gießen, 1900 Gießen, Tv. Staufenberg, Tv. Ruttershausen, Tv. Beuern, Tv. Launsoach u. a. m. Meldungen abgegeben haben. Spannende Kämpfe wird es in Klaffe. I im 100« Meter-Lauf geben, da hier eine große Anzahl Läufer von Ruf an den Start geht. Es feien hier genannt Siegmund, Pfaff, Schön, Herrmann, VfB.; die Gebrüder Will, Ruttershausen; von Lollar Großhaus, Klinket, Viehl, Seipp. Heber 400 Meter wird wohl Fischer (VfB.) nicht zu schlagen fein. Im Hochsprung wird man den bekannten Springer Langenohl vom VfB.-R. als sicheren Sieger sehen; l/JO Meter wird er sicher überspringen. Auch gehen die bekannten Speerwerfer Pieh und Jakob an den Start. Dem Werfer Otto Luh wird das Kugelstoßen wohl kaum zu nehmen fein. Ob es ihm gelingt, die 15-Meter-Grenze zu erreichen? Der Weitsprung bleibt offen, da man abwarten muß, wie die Lol- larer Viehl, Klinke! und Großhaus aufgelegt find. Immerhin dürften alle die 6-Meter-Grenze überspringen. Im 1500-Meter-Lauf sollten die Reichsbahnleute Sobezak und Pfaff in der Spitze zu finden sein. In der Jugendklasse wird es sehr spannende Kämpfe zu sehen geben. Am Nachmittag wird die Frauenabteilung des Vereins in der Wirtschaft von Otto Nuhn einige Vorführungen zeigen. Olympia-Achterzelle Gießen startet in Berlin-Grirnau. Der 15. und 16. Juni werden im Deutschen Rudersport Großkampftage erster Ordnung sein. 62 Vereine, 18 0 Boote und 850 Ruderer starten auf der Olympiakampfbahn. Diese Veranstaltung führt zum ersten Male in diesem Jahre die vom Führer des Deutschen Ruderver- bandes ernannten Olympia-Zellen zusammen. Durch die Meistermannschaften des Kopenhagener Ruderklub hat die Regatta wieder internationalen Einschlag erhalten. Zu den beiden großen Achterrennen Obwohl der heimische Nachwuchs am vergangenen Sonntag eine ausgezeichnete Partie lieferte, wird er gegen das Können der Gäste kaum auf- ko mmen uno gemeinde Eintracht (Frankfurt) blieb, wird einen vollendeten Fußball in Gießen zeigen. Sie wird auch bestimmt das 0:0-Resultat des Vorspieles in einen eindeutigen Sieg berichtigen wollen. Unter diesen Umständen werden die Hiesigen kaum zu einem Erfolg kommen und sich daraus beschränken müssen, möglichst viel von ihrem Gegner zu lernen. Dor allem muß die Gießener Mannschaft bei ihrem in Frankfurt erfolgreich durchgesührten System den gegnerischen Jnnensturm abzuriegeln, bleiben. Man erwartet die Gäste als eindeutigen Sieger. VsV.-R. II. Igd. — Reichsbahn Dillenburg II. Jgd. Die langfame Verbesserung der Gießener sollte es ihnen ermöglichen, die Gäste knapp zu schlagen. VfB.-R. Schüler — Lollar Schüler. VfB.-R. Schüler — Wetzlar Schüler. In beiden Spielen werden die Gießener einen schweren Stand haben, wenn sie sich behaupten wollen. Die erste Mannschaft hat am zweiten Feiertag eben- alls einen großen Geaner als Gast. Der <523. Köln mit seiner Ligamannschaft wird wohl in Leihgestern zum Siege kommen, aber die Leihgesterner werden wissen, wie sie sich einzustellen haben, damit die Niederlage nicht zu hoch ausfällt. „FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Um dem einheimischen Publikum wieder einmal außerordentlich guten Sport zu bringen, haben sich die Teutonen für die beiden Pfingstfeiertage zwei ehr gute Mannschaften verpflichtet. Arn ersten Pfingstfeiertag ist eine Mannschaft aus der 3ur Zeit deutschen Fußball-Hochburg, aus Westdeutschland, in Watzenborn-Steinberg zu (Saft. Die 1. Mannschaft vorn Turn- und Sportverein Köln 05, der Gegner der Teutonen am ersten Feiertag ist, ist Meister der 1. Kreisklasse ihres Bezirkes und steht ehr günstig in den Aufstiegspielen zur höheren Spielklasse. Man dürfte somit keinen schlechten Griff getan haben. Am zweiten Pfingsttag empfängt die 1. Mann- chaft der Teutonen auf eigenem Platze die Ligamannschaft von Friedberg-Fauerbach. Die Vorstädter von Friedberg stellen eine schlagkräftige Elf ins Feld, die schon gegen bekannte spielstarke Mann- chaften ansehnliche Erfolge buchen konnte. Als ge» ährlichste Waffe gilt der schußfreudige Sturm mit dem bekannten Friedberger Schnürte als Mittelstürmer. Die erste Elf der Teutonen ist, dem letzten Spiel gegen Wetzlar nach zu urteilen, wahrscheinlich wieder tark im Kommen begriffen, mag hierzu auch die nen. T v. Garbenteich — 23 f 23. Gießen Ib. Die Einheimischen haben sich etwas vorgenommen. Denn den z. Zt. in Hochform spielenden Gästen ein gleichwertiges Spiel zu liefern, erfordert schon restloses Einsetzen aller Mannschaftsteile. Wenn das geschieht, wird die Niederlage nicht allzu hoch ausfallen. Tv. Hausen — Tv. Ruttershausen. Hier stoßen zwei Mannschaften aufeinander, die schon oft und mit wechselndem Glück sich gegenüber- gestanden haben. Nach den Ergebnissen der letzten Zeit zu urteilen, sollten die Platzbesitzer knapper Sieger bleiben. T v. Garbenheim — Tv. Hörnsheim. Die Garbenheimer sind zwar, wie die Ergebnisse der letzten Zeit zeigen, nicht schlecht. Es ist aber kaum anzunehmen, daß sie trotz des Vorteils des eigenen Platzes gegen Die zweifellos besseren Gäste aufkommen werden. Tv. Staufenberg Jgd. gegen Tv. Ruttershausen Jgd. Hier wird es einen Sieg der Gäste geben, da die Jugend Staufenbergs erst neu aufgestellt ist und deshalb noch nicht über das Können von Ruttershausen verfügt. Tv. W. - Niedergirmes II gegen T v. Atzbach I. Die Platzbesitzer verfügen z. Zt. wieder über einige gute Mannschaften, so daß sie es getrost TELEGRAMM. wagen-Fabrikmannschaften. 3449 V Für den Sommer Stoffe von Bernarid 1.45 für Wäsche, Blusen usw. per m Marocaine-Druck, 70 cm und 92 cm breit, aparte Blumen-Dessins auf guter Grundware per m preiswert per m Mattkrepp, 95 cm breit, sehr schöne Farben in 5.90 Woll-Leinen, 145 cm breit, reine Wolle, aktuelles solider waschbarer Qualität per m p. m Gewebe Qualitätsware, Mattkrcpp-Druck, 95 cm breit, schöne Muster, per m für Kleider und Blusen per m Vistra-Leinen, 72 cm breit, wirklich haltbare Ware 2.15 in neuen Blumenmustern per m 1.20 Ausmusterung, echt Indanthren Mustern per m per m 2.40 kleider per m hochwertige Qualitätsware per m jähriger Dessins per m Stoff-Spezialhaus Bernard & Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 3341 A lier 2.40 2.40 0.88 0.98 1.48 1.48 1.45 1.72 1.75 1.85 3.20 3.95 0.74 0.96 Deutsch-Mousse i ine, 80 cm brt, der neue deutsche Werkstoff, absolut haltbare Ware, in sehr schönen Woliniousseline, 78 cm breit, garantiert reine Wolle, in sehr großer Ausmusterung neuer, dies- Da m lar 6 A ri Sr! 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