Ur. 106 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 8. Mai 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. 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Ein offizielles Programm ist nicht bekanntgegeben worden, aber es läßt sich aus den Kommentaren der Presse und aus den Reden der Delegationsführer leicht entnehmen, daß der Beratungsgegenstand einmal die Befestigung der innerbaltischen Solidarität in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehung ist, zum andern aber die durch die letzte europäische Entwicklung noch weiter komplizierte Sicherheits- frage, deren Lösung für die baltischen Staaten von ausschlaggebender Bedeutung ist. Es genügt ein Blick auf die Landkarte, um zu erkennen, daß die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der kleinen Ostsee- l ä n d e r immer das Hauptproblem der baltischen Politik bleiben muß. Eingeklemmt zwischen dem Meer und dem ungeheuren Block des fremdrassigen russischen 180-Millionen-Reiches leben auf einem verhältnismäßig schmalen Küstenstreifen nur wenige Millionen Menschen, verteilt auf drei Staaten, die erst vor knapp einem halben Menschenalter aus der Taufe gehoben wurden und die nun eifensüchtig darüber wachen, daß ihre Souveränität auf keine Weise angetastet wird. Es ist nicht nur die ungünstige geopolitische Lage mit der langen ungeschützten Grenze gegen das Sowjetreich, die die Esten und Letten Sowjetrußland als die größte Gefahr für die Sicherheit ihrer Heimat empfinden lassen, es sind auch die geschichtlichen Erinnerunaen an bolschewistische Aufstände und Einfälle in den ersten Jahren nach der Staatsgründung, die in Reval und Riga immer neue Befürchtungen vor einem rätebündischen Eingriff in das baltische Schicksal Hervorrufen. Genährt wird diese Furcht auch durch die letzten diplomatischen Schachzüge der roten Diplomatie, die erst vor wenigen Wochen einen Paktoorschlag in den baltischen Hauptstädten unterbreitete. In einer von Estland und Lettland abweichenden Lage befindet sich Litauen, und auch hier spielen die geopolitischen Verhältnisse eine ausschlaggebende Rolle. Litauen hat keine gemeinsame Grenze mit der Räte-Union, sondern lehnt sich mit dem Rücken breit an Polen, das in den Nachkriegsjahren diese einzigartige Gelegenheit benutzte, um Wilna und das umliegende litauische Gebiet für sich zu erobern. Seitdem bestehen zwischen der polnischen und der litauischen Regierung keine diplomatischen Beziehungen, es gibt keine verbindenden Landstraßen und Eisenbahnlinien, es gibt keine Handelsbeziehungen und es gibt nicht einmal eine Grenze, sondern nur eine „Verwaltungslinie". Was für die Letten und Esten Sowjetrußland ist, das sieht Litauen in Polen, und es ergibt sich so das eigenartige Bild, daß aus ihrem wechselseitigen Schutzbedürfnis heraus die Litauer Anlehnung in Moskau suchen, während die Letten und Esten ihre Blicke vor allem nach Warschau richten. Dem guten litauisch-russischen Verhältnis entspricht oder widerspricht — je nachdem — das oute Verhältnis zwischen Polen und den beiden nördlichen Baltenstaaten. Diese Beziehungen über Kreuz spiegeln sich auch in der jetzt zusammengetretenen Kownoer Konferenz wieder, denn es ist schwer, sie in lieber» einstimmung zu bringen mit dem großen Ziel einer baltischen Einheitspolitik. Im Vordergrund der Auseinandersetzungen steht der s o w j e t r u s - fische Paktvorschlag, der schon die vor einem Monat stattfindende Konferenz der drei baltischen Vizeminister in Riga beschäftigte und über dessen Behandlung schon damals keine Emigkeit erzielt werden konnte. In Riga und Reval befurchtet man wohl mit Recht, daß der bolschewistische „Beistand" gegen einen fremden Angreifer zu einem völkerrechtlich sanktionierten Mittel werden könnte, um die jungen Staaten ihrer neugewonnenen Freiheit zu berauben und sie endgültig dem russischen Machtbereich zu unterwerfen. Dagegen ist Litauen mit dem Abschluß eines solchen Paktes durchaus einverstanden, da es der Gefahr eines russischen Einfalles nicht unmittelbar ausgesetzt ist und ihm eine Rückendeckung für feine Gewaltpolitik im Memelland nur lieb sein kann. Anderseits spürt man auch schon in Kowno den immer stärker werdenden Einfluß Sowjetrußlands allzu deutlich. Seit der Rigaer Konferenz aber hat sich eine bemerkenswerte Kräfteverlagerung in der europäischen Großmachtpolitik vollzogen. Der Abschluß des russisch-französischen Militärpaktes wird seine Rückwirkungen auch im Nordosten haben. Die erste Folge des Paktes Paris-Moskau war eine Verschärfung des Verhältnisses zwischen Polen und Rußland. In Polen empfindet man den Pakt als ein Druckmittel Moskaus, das die Warschauer Politik den rätebündischen Interessen gefügig machen will. Um der Gefahr zu entgehen, die selbständige Großmachtpolitik aufgeben und sich zwischen Deutschland und Rußland entscheiden zu müssen, hat Polen eine Querverbindung mit I t a- I i e n zu knüpfen versucht, die Warschaus Stellung gegenüber Moskau auch im Hinblick auf die baltische Frage stärken soll. Hand in Hand damit gingen neue Annäherungsversuche zwischen Polen und Litauen, um den jetzigen Zustand zwischen beiden Ländern in ein erträgliches Verhältnis umzuwandeln, das zugleich ein Gegengewicht gegen die sowjetrussischen Vormachtansprüche sein würde. Es war nicht ohne tiefere Bedeutung, daß der litauische Gesandte in Paris, Klimas, der fähigste Diplomat, den Kowno aufzuweisen hat, anläßlich der Genfer Ratstagung dem polnischen Außenminister B e ff einen Besuch abstattete, und es darf weiter- Das englische Oberhaus gegen die Genfer Heuchelei. Eine eindringliche Ermahnung an die Raismachie zur Wahrheit und Gerechtigkeit. — Verständnis für den Standpunkt Deutschlands. London, 7. Mai. (DNB.) Im Oberhaus fand am Dienstag eine durch einen Antrag Lord Dickinfons eingeleitete Aussprache über die gegen Deutschland gerichtete Entschließung des Völkerbundsrates vom 16. April statt. Der Antrag lautete: „Das Oberhaus bedauert die Annahme der dritten Schlußfolgerung der Ratsent- fchließung, da sie geeignet ist, die Meinungsverschiedenheiten zwischen den europäischen Kationen in einem Augenblick zu unterstreichen, wo alles getan werden sollte, um eine freundschaftliche Zusammenarbeit zustande zu bringen. Das Oberhaus ersucht die Regierung, im Benehmen mit den anderen Mächten die Verhandlungen mit Deutschland auf einer Linie wieder aufzunehmen, die für das deutsche Volk annehmbar ist und einen dauerhaften Frieden in Europa sichern wird." Lord Dickinson erklärte zur Begründung seines Antrages zunächst, daß er nicht notwendigerweise eine Abstimmung hier herbeizuführen wünsche, sondern er suche hauptsächlich eine Gelegenheit zu einer Erörterung über einen Abschnitt der laufenden Verhandlungen, der unter Umständen ihren Erfolg in Frage stellen könne. Die Lage in Europa fei ernst. Wenn auch vielleicht nicht von einer unmittelbaren Kriegsdrohung gesprochen werden könne, so kehre Europa doch zu einer Vorkriegsatmosphäre zurück, die unvermeidlich zum Konflikt führen müsse, wenn sich nicht alle Völker der zivilisierten Welt zu einer Abwehrmaßnahme zusammenschlössen. 3m Laufe der Zeit habe sich herausgestellt, daß der Völkerbund selbst die ihm gestellten Ziele nicht alle erreichen könne. Eine neue Generation wachse hexpn, für die der Weltkrieg eine Sache der Geschichte fei; zwei Drittel der Bevölkerung wüßten heute praktisch nicht, was das Land im Kriege durchgemacht habe. Deshalb mühten bei der Arbeit für den Frieden neue Methoden angewandt und an neue Gesinnungen appelliert werden. Das beziehe sich besonders auf Deutschland, wo die neue Generation rapide ihre Rechte geltend mache. Sie fühle sich für den Krieg nicht verantwortlich und wisse nicht, warum sie für die Handlungen einer Regierung leiden solle, von der sie sich seit langem selbst befreit habe. Diese Ueberlegung müsse angestellt werden, wenn man sich mit Deutschland beschäftige. Das sei bisher nicht ausreichend geschehen. Vach den Erfahrungen, die Deutschland im Völkerbund und auf der Abrüstungskonferenz gemacht habe, sei es nicht überraschend, daß das deutsche Volk im Völkerbund eine Einrichtung sehe, die sich seinen Wünschen in jeder Beziehung widersehe. Aus diesem Grunde habe man Hitler Beifall gespendet, als er den Austritt Deutschlands erklärte. Wenn die anderen europäischen Mächte Deutschland in Versailles so behandelt hätten wie die Engländer die Buren in Dereeniging, würde Europa wahrscheinlich schon wieder auf dem Wege zum Wohlstand sein. Es scheine ihm, dem Redner, als ob man heute wieder in denselben Fehler verfalle. Auf allen Seiten höre man sagen, daß man den Deutschen nicht trauen könne. Er wage zu sagen, daß man zwar nicht allen Deutschen vertrauen könne, aber es sei absurd, zu sagen, daß die gesamte deutsche Nation nicht ihr Wort halten werde, und es sei närrisch, bei der Eröffnung von Verhandlungen gleich zu sagen, daß man nicht beabsichtige, sich auf etwaige Versprechungen zu verlassen. Die Deutschen sähen den Versailler Vertrag in einem ganz anderen Licht als die Engländer, und er pflichte der „Times" bei, wenn sie sage, daß der Vertrag ohne Befragung der unterlegenen Mächte aufgestellt worden sei. Der Teil V dieses Vertrages sei in Durchführung der 14 Punkte Wilsons, auf die hin die deutschen Truppen die Waffen niedergelegt hätten, eingefügt worden. Ls fei vorgesehen worden, daß die nationalen Rüstungen vermindert werden sollten, und das Warschau, 8. Mai (DNB. Funkspruch). Zur Frage des im Protokoll zum französischsowjetrussischen Pakt erwähnten Dreierpaktes zwischen Frankreich, Deutschland und der Sowjetunion schreibt das Militärblatt „ P o l - ska Zbrojna", von einer derartig völlig neuen Idee habe man vorher niemals etwas gehört. Sie habe jetzt zum ersten Male das Licht der Welt erblickt. Es bestehe kein Zweifel, daß eine Teilnahme Deutschlands an einem solchen Dreier-Vertrag ausgeschlossen war und ist. Seine Erwähnung im Protokoll gehe offenbar auf die „redaktionellen Fakten" zurück, die bei den Verhandlungen eine Rolle spielten. Dort, wo die Sowjetvertreter vermutlich eine deutliche antideutsche Formulierung wünschten, hätten die Franzosen den Umweg über den Sah mit dem Dreierpakt gesucht. Eine solche Konvention habe niemals Aussicht auf Verwirklichung gehabt und habe sie auch weiterhin nicht. Die Tatsache jedoch, daß man davon bisher nichts gehört habe, stelle einen weiteren Beitrag zur Loyalität des ftan- Paris, 8. Mai. (DNB.) Die Sowjetbotschaft in Paris hat sich geweigert, das Visum für die Berichterstatter des „M a t i n" zu erteilen, die Außenminister Laval auf seiner Reise nach Moskau begleiten sollten. Die Verweigerung bezieht sich auf jeden vom „Matin" etwa namhaft gemachten Mitarbeiter. Der „Matin", der von dieser Maßnahme der Sowjetbotschaft seinen Lesern in großer Aufmachung Kenntnis gibt, erklärt ironisch, sich durch diese Haltung der Pariser Sowjetbotschaft besonders geehrt zu fühlen. Das Blatt, dessen antikommunistische Einstellung bekannt ist, und das sich im Laufe der letzten Wochen als ein Gegner des f r a n z ö s i f ch - s o w j e t r u s s i - scheu Abkommens aus grundsätzlichen Erwägungen heraus gezeigt hat, sieht in der Maßnahme der Sowjetbotschaft einen Beweis für die Unabhängigkeit feiner Meinungsbildung. Das Blatt versichert seinen Lesern, daß sie dennoch nicht zu kurz kommen würden: „Unsere Leser werden über alles, was sich in Rußland abspielt, von uns besser unterrichtet werden, als von denen, die zum Ehren- kaviar im Kreml eingeladen sind. Zweifellos hat man irgendetwas zu verheimlichen und fei von beiden Seiten als eine grundlegende Friedensbedingung angenommen worden. 16 Jahre feien seitdem vergangen und keine allgemeine Verminderung oder Begrenzung der Rüstungen sei erzielt. Die deutsche Regierung vertrete die Ansicht, daß die anderen Mächte ihr Wort nicht gehalten hätten und daß daher dieser Teil des Vertrages für Deutschland nicht länger bindend sei. Diese Auffassung sei nicht unvernünftig. Alles das zeige, wie vorsichtig zösischen Verbündeten gegenüber po- l e n dar. Der der Regierung nahestehende „Expreß P o r a n n y" kommt am Mittwoch in einem Artikel auf die französische Anleihe zurück, die zum Ausbau sowjetrussischer Eisenbahnen nach Westen bestimmt sein soll, d.h^ nicht gegen eine nicht existierende Grenze mit Deutschland, sondern gegen die Grenzen Polens, der baltischen Staaten und Rumäniens. Die Aufrüstung Sowjetrußlands durch eine französische Anleihe, so schreibt das Blatt, sei eine Frage, d i e eine Antwort verlange. Das erste sehr spät erschienene Dementi des französischen Außenministeriums besage nur, daß über eine Anleihe in offiziellen Verhandlungen nicht gesprochen worden sei. In Londoner Meldungen werde dagegen behauptet, daß die Anleihe in nichtoffiziellen Gesprächen erörtert wurde. Das französische Dementi kläre also die Angelegenheit nicht auf, und das alte Sprichwort, das sagt „Wo Rauch ist, ist auch Feuer", könne wohl in diesem Falle angewendet werden. fürchtet, daß wir dahinter kämen, dennoch werden wir alles herausfinden." Das „Journal", dessen Berichterstatter vor einigen Wochen ebenfalls das Einreise-Visum nach Sowjetrußland verweigert worden ist, teilt mit, daß außer dem „Matin" und „Journal" auch „Petit P a r i s i e n" und „Echo de Paris", söwie der „Figaro" davon ab seh en, anläßlich der Reise Lavals nach Moskau Sonderberichterstatter dorthin zu entsenden. Das „Journal" fügt sogar hinzu, selbst wenn die Sowjetbotschaft schließlich doch noch die beantragten Visa bewilligen würde, werde es keinen Mitarbeiter in ein Land mit einem so wenig zivilisierte Regime entsenden. Der .Matin" selbst bespricht Lavals Reise nach dem Osten bereits lediglich als „Warschauer Reise" und erklärt, in' der Fühlungnahme des französischen Außenministers mit den politischen Persönlichkeiten Polens liege das Hauptinteresse, denn die platonische Reise nach Moskau werde die Harmonie der französisch-sowjetrussischen Beziehungen auch nicht heben. Eine Frage, die eine Aniwort verlangt. „Oie Aufrüstung Sowjetrußlands durch eine französische Anleihe." Moskau schließt pariser presse aus. Heimlichtuerei beim „Ehrenkaviar im Kreml". hin als ein Zeichen des polnisch-litauischen Verständigungsversuches gewertet werden, daß der Adjutant des Marschalls Pilsudski, Hauptmann L e p e ck i, seine privaten Geschichtsstudien in Litauen zu einem Zeitpunkt beginnt, wo in Komno noch die Baltische Konferenz tagt. Lepecki würde damit die Reihe jener Orientierungsreisen fortsetzen, die im Vorjahr mit den Besuchen des Graf Subow und des früheren polnischen Ministerpräsidenten Oberst Prystor begonnen wurde. Wen dieser von Moskau und Warschau ausgehende Wettlauf um die baltische Gunst als Sieger sehen wird, darüber wird auch die Kownoer Konferenz wahrscheinlich noch keine Entscheidung bringen können. Denn die am Zielband wartenoen Schiedsrichter dürften sich kaum darüber einig sein, wem sie die Palme des Sieges überreichen wollen. Dagegen besteht bei ihnen volle Einmütigkeit in den Willen, die Unabhängigkeit und Sicherheit ihrer Staaten gegen jeden Angriff von außen zu verteidigen. Es bleibt abzuwarten, wer in dem Widerstreit zwischen Macht und Recht der Stärkere bleibt. Ein litauischer Bericht. Kowno, 7. Mai. (DNB.) lieber den Verlauf der Konferenz der drei baltischen Außenmini st er wird von der Litauischen Telegraphenagentur am Dienstagnachmittag ein 'zweiter amtlicher Bericht herausgegeben, in dem es heißt: In der Vormittagssitzung am 7. Mai erfolgte ein Meinungsaustausch über den Entwurf eines Abkommens zur friedlichen Regelung von Streitfragen, der von der estnischen Regierung auf Grund der geäußerten Wünsche während der ersten Konferenz der Außenminister in Reval ausgearbeitet und dieser Konferenz überreicht wurde. Der Entwurf wurde den Rechtssachverständigen der drei Abordnungen zur Begutachtung übergeben. Dann wurden auf Grund des Annäherungsabkommens vom 12. August 1934 einige Punkte über eine Zus ammenarbeit der diplomatischen und konsularischen Vertretungen der drei baltischen Staaten beraten und angenommen. Ebenso wurden Beratungen über eine g e - meinsame Vertretung der drei baltischen Staaten beim Internationalen Arbeitsbüro gepflogen. Anschließend erfolgten noch Beratungen über Erleichterungen im Personenverkehr zwischen den drei baltischen Staaten. Zum Schluß der Sitzung fand ein Meinungsaustausch über verschiedene Fragen statt, die den wirtschaftlichen Austausch zwischen den baltischen Staaten und den übrigen Staaten berühren. Litauen will Flugplätze bauen. Kowno, 7. Mai. (DNB.) Das litauische Innenministerium richtete an die Städte und ländlichen Selbstverwaltungen eine Anfrage, ob diese in der Lage seien, geeignete Bodenflächen für die Errichtung von Flugplätzen zur Verfügung zu stellen. Neuer französischer Militärflugplatz. Paris, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie der „Matin" berichtet, hat der Luftfahrtminister die Schaffung eines großen Flugplatzes bei Vordeaux-Teynac angeordnet, der zwei Flugzeuggeschwadern Unterkunft bieten wird. Die Kosten in Höhe von 50 Millionen Franks sollen unter Heranziehung der Stadt und der Gemeinde aufgebracht werden. Oie südslawischen Wahlen. Das amtliche Ergebnis. Belgrad, 7. Mai. (DNB.) Amtlich wird das Gesamtergebnis der südslawischen Wahlen vom 5. Mai bekanntgegeben. Danach haben erhalten die Liste des Ministerpräsidenten I e f t i t s ch 1 738 390 Stimmen (62,6 v. H.), die Liste der verbündeten Opposition M a t s ch e k, Dawidowitsch, Jowanowitsch, Spaho 983 248 (35,4 v. H.), die Liste Maximow itsch 32 720 (1,18 v H.) und die Liste L j o t i t s ch 23 814 (0,86 v. H ). Insgesamt wurden 2 778 172 Stimmen abgegeben. man bei der Meinungsbildung über diese Frage sein müsse. Lord Dickinson befaßte sich dann im einzelnen mit der Entschließung des Völkerbundsrates vom 16. April, die er als unglücklich bezeichnete. Die Scheidung Europas in zwei Lager, nämlich Deutschland und den Völkerbund, werde unvermeidlich sein, wenn der Völkerbund ermutigt werde, diese neue Politik weiter zu verfolgen. Es sei jetzt an der Zeit, die Völker auf der Grundlage gegenseitiger Zusammenarbeit miteinander zu versöhnen, und er glaube, daß der gegenwärtige Augenblick hierzu günstig sei. Hitler habe klar und deutlich seinen Wunsch nach Frieden zum Ausdruck gebracht. Die Massen des deutschen Volkes wünschten den Frieden. England habe keinen Grund, sich vor Deutschland zu fürchten. Es müsse gewillt sein, reinen Tisch zu machen, und man dürfe es nicht zugeben, daß persönliche und nationale Vorurteile den Weg zu einer wahren Brüderschaft der Nation blockierten. Nach Lord Dickinson sprach der frühere britische Botschafter in Rom, Lord R e n n e l, der ebenfalls das Vorgehen des Völkerbundes tadelte. Der oppositionelle Liberale Lord Mottistone schloß sich dem Antrag Dickinsons „im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit" an. Noch sei es Zeit, die Katastrophe der Isolierung Deutschlands zu vermeiden, die in einen neuen Krieg ausmünden müsse. Er protestierte dagegen, daß Deutschland für Die Notwendigkeit einer Wiederaufrüstung in der Luft verantwortlich zu machen sei. Lord Mottistone, der zu den britischen Abgeordneten in Versailles gehörte, schilderte hierauf den Vorgang der von Deutschland erzwungenen Unterschrift. Die Geschichte werde zeigen, daß nicht Deutschland, sondern die anderen Mächte ihr im Teil V abgegebenes versprechen nicht erfüllt hätten. Er selbst sei davon überzeugt, daß es auch nicht einen einzigen Deutschen gebe, der Streitigkeiten mit England wünsche. Es sei seltsam, daß alles, was deutscherseits getan würde, besonders in England als Feindseligkeit gegen alle anderen ausgelegt werde, daß aber keine Notiz davon genommen werde, wenn andere genau das gleiche täten. Während der vielen Wochen, die er kürzlich in Deutschland zugebracht habe, sei er zu dem Schluß gekommen, daß die Deutschen ein sehr anständiges, freundliches Volk seien. Die Vorstellung, daß sie Englands natürliche Feinde seien, sei ihnen ebenso fremd, wie ihm selbst. Der Redner beklagte hierauf, daß Deutschland immer von Leuten kritisiert werde, die das Land nickt besucht hätten. Der Leiter eines Reisebüros habe ihm erzählt, daß von 2000 Personen, die in Sonderzügen Reisen durch Deutschland machten, ein großer Teil Briefe der Anerkennung geschrieben habe, über die Gastfreundschaft, mit der sie von den Deutschen empfangen worden feien. Lord Men gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die britische Regierung heute eine größere Bereitschaft zur Fortsetzung der Verhandlungen mit Deutschland habe, als seit geraumer Zeit. Nach einem Hinweis auf seine kürzlich mit Mitgliedern der deutschen Regierung geführten Besprechungen bezeichnete Lord Allen es als nunmehr möglich, ein Abkommen über die Beschränkung der Rüstungen zu schaffen und eine Ueberwachung der Durchführung dieses Abkommens nach seiner Unterzeichnung zu sichern, hierzu hätten nicht nur die alliierten Mächte ihre Zustimmung gegeben, sondern auch Deutschland selbst. Das Problem, das jetzt den Weg versperre, sei das Mißtrauen. Es sei notwendig, eine Verhandlungstechnik ausfindig zu machen, die eine Beseitigung dieses Mißtrauens ermögliche. Lord Allen befaßte sich dann mit den deutschen Luftplänen und fragte, was an ihnen als moralisch anfechtbar ausgesetzt werden könne. Was die Landstreitkräfte betreffe, so fordere Deutschland eine Höchststärke von 550 000 Mann. Wenn man Deutschland mißtraue, warum nehme man dann nicht die gleiche Haltung gegenüber S o w j et- ruß l a n d ein, das bereits 950 000 Mann besitze, lieber Deutschlands Flottenpläne könne verhandelt werden, und er empfehle die Ausarbeitung eines endgültigen Planes. In der Luftfrage fei Deutschland zum Abschluß eines westeuropäischen Paktes bereit, und was den östlichen Luftpakt angehe, so nehme Deutschland lediglich dieselbe Haltung wie Großbritannien ein, das heiße, es könne sich nicht zur Teilnahme an irgendeiner Aktion verpflichten, deren nähere Umstände noch nicht festgelegt seien. Das Mißtrauen könne nur beseitigt werden, wenn man von der „Flugzeugdiplomatie", das heiße Aussprachen auf größere Entfernungen, Abstand nehme. Großbritannien sollte nicht nur Deutschland, sondern allen Rationen ein neues Abrüstungs- abkommen vorlegen, das praktische Vorschläge entsprechend den auf den kürzlichen Erkundungsreisen gewonnenen Erkenntnissen enthalte, so daß man die Haltung jeder Ration zu einem festen Plan wisse. Falls dieser Plan von irgendeiner Ration abgewlesen werde, würde die moralische Stellung der anderen Ländern unendlich stärker sein, als unter der Versailler Abrüstung oder den in Stresa und Genf angenommenen Entschließungen. Niemand, der mit ausländischen Staatsmännern in den letzten Monaten Fühlung hatte, könne das ungeheure Ansehen bezweifeln, dessen sich Großbritannien zur Zeit erfreue. England habe in Europa keinen Feind, und es sollte seine moralische Stellung dazu benutzen, um genaue Vorschläge zu machen. Lord Itoel Vuxlon sprach von seinem kürzlichen Besuch in Deutschland und erklärte, das tiefe Gefühl der Ungerechtigkeit, das in Deutschland empfunden werde, habe auf ihn ebensolchen Eindruck gemacht, wie die echte Furcht vor dem Kommunismus. Der grundlegende Fehler in der bisherigen britischen Politik sei auf den überwiegenden Wunsch zurückzuführen, Frankreich gegenüber loyal zu sein. 3n Frankreich erhoffe man eine Politik der Einkreisung, die aber England nicht mitmachen dürfe. Der Redner schilderte hierauf die Leidenszeit Deutschlands in den Jahren nach dem Kriege, um zu dem Ergebnis zu kommen, daß die politische Entwicklung in Deutschland nur zu natürlich ae- wesen sei. Im weiteren Verlauf seiner Rede übte Lord Noel Buxton an der deutschen Innenpolitik Kritik und sagte, wieder zur Außenpolitik übergehend, zum Schluß wörtlich folgendes: „Wir müssen erkennen, daß es ein Glück ist, daß Hitler sehr englandfreundlich ist. Er ist der Ansicht, daß Englands Aufgabe darin besteht, ein Mittler zwischen Deutschland und Frankreich zu sein. Er hat einige seiner staatsmännischen Fähigkeiten bewiesen. Er hat sich mit Polen in einer Weise befaßt, die niemand für möglich gehalten hat. Er hat d a s gelöst, was die unlöslichste Aufgabe in Europa zu fein schien." Nach einer Rede Lord Newtons, der ebenfalls nicht einzusehen vermochte, warum England mit Deutschland nicht auf gleich gutem Fuße stehen könne wie mit Frankreich und Italien, nahm Lord Cecil das Wort zu einer Rede, die in der Behauptung gipfelte, daß die junge Generation in Deutschland in den letzten zwei Jahren in militaristischem Sinne erzogen worden sei, was Lord Mottistone zu der Zwischenfrage veranlaßte, ob Lord Cecil kürzlich in Deutschland gewesen sei. Cecil mußte diese Frage verneinen, was Mottistone zu dem entrüsteten Ruf veranlaßte: „Wie kann man es wagen, über ein Land zu sprechen, das man nicht gesehen hat!" Cecil schloß mit der Aufforderung an die englische Regierung, eine endgültige Abrüstungspolitik zu betreiben, die auch Sanktionen einschließen müsse. Lord Lothian warf die Frage nach der wahren Bedeutung des letzten Teiles der Genfer Entschließung auf. Was ihn beunruhige, fei die Tatsache, daß dieser Teil zu bedeuten scheine, jedes Land der well sollte verpflichtet werden, den status quo unter Kriegsdrohungen aufrechtzuerhalten. Das fei eine ungeheure Erweiterung der Verpflichtungen zum Kriege, und er hoffe, daß die Regierung hierzu ihre Hand nicht bieten werde! Lord ponsonby der für die Arbeiterparteiliche Opposition sprach, sagte, er glaube, daß das deutsche Volk, wenn es die Berichte über diese Aussprache lese, das Maß tiefer Sympathie erkennen werde, das in England für die deutsche Nation und das deutsche Volk vorhanden sei, ebenso wie den Wunsch, Deutschland zu helfen und es in die Gemeinschaft der Nationen zu holen. Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, Lord Stanhope antwortete hierauf für die Regierung: Er hoffe immer noch, daß ein Rüstungsabkommen möglich sein werde. Was die Genfer Entschließung angehe, so sei sie von allen Mitgliedern des Rates mit Ausnahme Dänemarks angenommen worden. Lord Stanhope zitierte dann die Präambel der Genfer Satzungen, die sich auf die Notwendigkeit einer uneingeschränkten Achtung vor den vertraglichen Verpflichtungen beziehe, und entwickelte hierauf den Standpunkt der Regierung über den Gang der außenpolitischen Ereignisse in den letzten Monaten, soweit er aus den jüngsten Reden Macdonalds und Simons bereits bekannt ist. Wenn man jetzt einem wiederaufgerüstenden Deutschland gegenüberstehe, so müsse man sich natürlich fragen, was der Grund für diese Aenderung sei. Zahlreiche Redner hätten anerkannt, daß Macdonald und Simon in ihren in der vergangenen Woche gehaltenen Reden eine eindeutige Einladung an Deutschland hätten ergehen lassen. Er erinnere an die Aeußerung Simons, daß Deutschland durch seine kürzlichen Handlungen das Gefühl der Sicherheit in Europa ernstlich erschüttert hätte und daß es dieses Gefühl nicht durch Worte, sondern durch Handlungen wiederherstellen könne. Was den Vorschlag auf eine Wiederbelebung der Abrüstungskonferenz angehe, so hoffe England, eine Basis von 200 000 Wann für alle hauplländer Europas zu erreichen. England erwarte von Deutschland jetzt einige endgültige Vorschläge: es müsse abgewartet werden, ob Vorschläge für einen Luftpakt entsprechend den englischen Vorschlägen gemacht würden. England habe zu seiner eigenen Information einen Luftpakt entworfen und zweifellos hätten Frankreich und Italien dasselbe getan. Möge Deutschland jetzt auch praktische Vorschläge machen, die uns in die Lage versetzen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Deutschland habe die von anderen Landern gemachten Vorschläge häufig kritisiert. Es schätze nicht den Ostpakt und einige andere Dinge. Möge es jetzt andere Vorschläge machen. Man werde zusehen, ob eine Vereinbarung über Vorschläge erzielt werden könne, an der Deutschland festhalte. Lord Dickinson, der den Antrag über die Genfer Entschließung eingebracht hatte, erklärte zum Schluß, daß der hiermit beabsichtigte Zweck durch die Aussprache erreicht worden fei, so daß er nunmehr den Antrag wieder zurückziehen könne. Schuschnigg bei Mussolini? Italien betont vollkommene llebereinstimmung mit Oesterreich und Ungarn. Rom, 8.IRai. (DRB.) 3n unlerichleten italienischen Kreisen will man wissen, daß der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg am nächsten Freitag mit IN u s s o t i n i oder Suvich in Florenz Zusammentreffen wird. Man vermutet, daß die Dreierbesprechungen von Venedig bei dieser Zusammenkunft einer weiteren Prüfung unterzogen werden sollen. Veuesch und Tttulescu in Sicht. Paris, 7. Mai. (DNB.) Der Wiener Berichterstatter der „Information" kündigt an, daß B e - n e s ch und T i t u l e s c u sich noch v o r der Donaukonferenz nach Rom begeben würden, um dort über die Engergeftaltung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Staaten der Kleinen Entente, Oesterreich, Ungarn und Italien zu verhandeln. „Vollkommene llebereinstimmung." Rom, 8. Mai. (DNB.) Zum Abschluß der Dreierbesprechung von Venedig unterstreicht die römische Presse ohne Angabe weiterer Einzelheiten hauptsächlich die vollkommene Uebereinstimmung zwischen den Regierungen Italiens, Oesterreichs und U n - g a r n 5. Die Zusammenkunft von Venedig, so betont das balbamtliche „Giornale d'Jtali a", habe ausschließlich vorbereitenden Charakter gehabt und keine endgültige Lösung bezweckt. Ihre Aufgabe habe in der Klärung der gegenseitigen Auffassungen bestanden, um den Weg für die Schlußformeln zu ebnen, die auf der Donaukonferenz vereinbart werden sollten. Auf Venedig würden, nach Meinung des Blattes, andere Zusammenkünfte in verschiedenen europäischen Staaten folgen, die der weiteren Klärung der einzelnen Fragen dienten. Für Italien fei es von besonderem Interesse gewesen, mit Oesterreich und Ungarn gemeinsam die Grundlagen für eine mögliche Verständigung mit den anderen Donaustaaten zu suchen. Die italienische Regierung werde die Ergebnisse den an der Donaukonferenz interessierten befreundeten Regierungen zur Kenntnis bringen. Italien für ungarische Mstungs- gleichheit? Budapest, 7. Mai. (DNB.) In hiesigen maßgebenden Kreisen legt man sich in der Beurteilung der Ergebnisse der Vorkonferenz von Venedig eine gewisse Zurückhaltung auf. Wenn auch die Teilnahme Ungarns an der Donaukonferenz in Rom als sicher angesehen wird, so weist man doch auf die bisher noch nicht überwundenen Schwierigkeiten hin. Mit einer gewissen Genugtuung wird gesagt, daß der Gedanbe der gegenseitigen Hilfeleistungsverträge in Venedig in den Hintergrund getreten sei. Wan betank, daß Außenminister v. kanya die ungarische Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit erklärt habe, ohne auch nur im geringsten die ungarischen Forderungen und Grundsätze zu opfern. 3n der gegenwärtigen Lage hänge alles, wie hier ausdrücklich festgestellt wird, von der Haltung der Kleinen Entente ab. Von ungarischer Seite weist man heute schon mit großen Entschiedenheit alle Vorwürfe zurück, die bet einem etwaigen ergebnislose^ Verlauf der Verhandlungen etwa in Zukunft von feiten der Kleinen Entente gegen Ungarn erhoben werden könnten. In der Stellungnahme der ungarischen Presse kommt im allgemeinen zum Ausdruck, daß in Venedig von italienischer Seite auf dem Gebiet den militärischen Gleichberechtigung Ungarns weitgehende Zusicherungen gemacht worden seien. Ferner soll sich die italienische Regierung verpflichtet haben, das in diesem Jahr von Ungarn zu übernehmende Weizenkontingent erheblich zu erhöhen. Im übrigen berichten die Blätter, daß 3kalien noch vor der Donaukonferenz in einer feierlichen Erklärung das Recht Ungarns auf Rüsiungsgleichheit betonen und alles aufbieten werde, uth die übrigen Mächte zum Anschluß an diese Erklärung zu bewegen. Diese Erklärung würde die Grundlage zur Einberufung einer besonderen Konferenz bilden. Weitere Mobilisierung in Italien. 2Rom will von Abessinien weiter bedroht sein. Rom, 7. Mai. (DNB.) Die „Agenzia Siefani" veröffentlicht eine Verlautbarung, in der erklärt wird, die Ergreifung weiterer Vorsichtsmaßnahmen zur Sicherung der ostafrikanischen Kolonien Italiens sei durch gewisse Tatsachen unerläßlich geworden. 1. Daß von bestimmten „einwandfrei festgestell- ten" europäischen Fabriken bemerkenswert große Waffensendungen nach Addis-Abeba expediert worden feien; 2. daß die abessinische Regierung M o b i l i s i e r u n g s m a ß n a h- men getroffen habe; 3. die Rede, die der Kaiser von Abessinien vor einiger Zeit gehalten hat und die inzwischen bereits mehrfach von den italienischen Blättern wieder aufgegriffen worden ist. Mobilisiert werden infolgedessen auf Anordnung Mussolinis die Division Sabauda de Cagliari der Armee und die beiden ersten Divisionen der Schwarzhemden. Die beiden Milizdivisionen tragen die Ramen ,LZ. März" und .^.Oktober". Ferner wurden noch einzelne Schwarz- hemdenbakaillone mobilisiert, nämlich die von Palermo, Euneo, Ravenna und Forsi. Um die Einheiten auf Kriegsfuß zu bringen, wurden die vom Heeresdienst Befreiten der Klasse 1913, die lediglich zu einer kurzen militärischen Ausbildung von 6 Monaten eingezogen waren, unter die Fahnen gerufen. Damit sieht nunmehr die gesamte 3ahresklasse 1913 ebenso unter den Fahnen, wie die 3ahresklassen 1911 und 1914. 3n Eryträa ist die 2. Eingebo- renen-Division mobilisiert worden. An Stelle der Division Sabauda wird in Italien eine Ersatzdivision formiert, die den Namen Sabauda II führen wird. Ebenso sind bereits Maßnahmen eingeleitet, um an Stelle der mobilisierten Schwarzhemden-Bataillone Ersatzformationen auf- zustellen. Sämtliche angeordneten Maßnahmen sind, wie die Stefani-Verlautbarung hervorhebt, vollkommen glatt und planmäßig zur Durchführung gelangt. Kundgebungen in der italienischen Kammer. Zu lebhaften Kundgebungen zugunsten der italienischen Politik in Ostafrika kam es Dienstagnach- mittag in der Kammer bei der Genehmigung des Kolonialhaushalts. Staatssekretär L e f f o n a entwarf ein anschauliches Bild von der kolonialen Politik Italiens, wobei er mit Genugtuung die französisch - italieuische Verständigung und die Damit verbundenen territorialen Zugeständnisse Frankreichs in Ost - und in Nord-Afrika, sowie die Grenz- reguüerung zwischen Libyen und dem englisch-ägyptischen Sudan besonders behandelte. Der zweite Teil der Rede war ausschließlich dem Streit mit Abessinien gewidmet. Lessona warf Abessinien Nichteinhaltung ' des Freundschaftsoertrages vor und sagte, Abessinien habe die wirtschaftlichen Abmachungen und Pläne Italiens systematisch vereitelt. Die Beziehungen mit der abessinischen Regierung hätten immer besorgniserregendere Formen angenommen. Gegenüber dieser Lage könne die faschistische Regierung nicht mehr weiter zögern. Die Frage der Beziehungen zwischen den beiden Ländern müsse ein für allemal im Interesse der Sicherheit von Eryträa und Somali, wie auch im Hinblick auf Das Ansehen unD Die Würbe Der italienischen Politik klar gelöst wer- Den. Italien habe Das Recht zu verlangen. Daß Angriffe, wie sie sich in Ual-Ual unD AfDub zugetragen hätten, nicht mehr Vorkommen. Aber bas allein könne nicht genügen. Italien müsse auch verlangen, Daß Die Verpflichtungen Des Freunb- schaftspaktes vom Jahre 1928 eingehalten roerDen unD Daß Die unsichere Politik eines Grenzstaates, Der keine Garantie für ein frieDfertiges Zusammenleben gebe, ein EnDe nehme. Die Begleitmusik in der presse. Der „Corriere Della Sera" erklärt, Daß Abessinien allen gerechten ForDerungen Italiens WiDerstanD entgegengesetzt habe. Das Blatt betont. Daß Die neuen Maßnahmen Italiens keineswegs als Angriffs-, fonDern leDiglich als Vorsichtsmaßnahmen anzusehen seien. „Popolo D'Jtalia" hebt hervor, Italien wolle in Ostafrika Die zivilisatorische Mis - f i o n Europas oerteiDigen unD seine Kolonien mit Entschlossenheit gegen jeDe Ueberraschung schützen. Die Verteidigung der beiden Kolonien, Denen Italien längere Jahrzehnte Der Arbeit ge- wiDmet habe, inDem es Die Zivilisation hintrug, wo Sklaverei unD barbarische Anarchie herrschte, sei nicht nur ein Recht, fonDern eine Pflicht. „Stamp a" hebt es als äußerst beDeutungsvoll unD als ein Anzeichen für Die vollstänDige Verschmelzung Der regulären Truppen mit Den Streitkräften Der Revolution hervor, daß zu Den Drei HeeresDivisionen nun auch zwei Schwarz- hemDen-Divisionen kommen. Weiter melDet Das Blatt auf Grunb von Informationen aus Aden, daß etwa 1000 Tonnen Waffen und Munition als Konterbande nach Abessinien eingeführt worden seien. Die Waffen seien als für sübamerika- nische Staaten bestimmt bezeichnet worden, aber Dann habe man Den Bestimmungsort geänDert. „Gazzetta Del Popolo" schreibt, man stehe in Abessinien einer Lage gegenüber, Die geklärt werden müsse, Denn längere Duldung sei unmöglich. Es gehe um das Prestige und das Geld Italiens. Die militärischen Maßnahmen und die Drohungen Abessiniens könnten nur entsprechende Gegenmaßnahmen zur Verteidigung von feiten Italiens auslösen. Trotz der Vorsorge für die kolonialen Erfordernisse würden auf dem Kontinent weitere 600 000 Mann zum Schutze Der europäischen Lage und der Sicherung gegen jedes Ereignis unter den Waffen bleiben. Die neuen polnischen Wahlgesetze. Warschau, 7. Mai. (DNB.) Der polnische Ministerpräsident Oberst S l a w e k entwickelte am Dienstag in einer Versammlung Der MitglieDer Der parlamentarischen Organisation Des Regierungsblocks Die Grundlinien Der Wahlgesetze für Sejm unD Senat, Die Der Regierungsblock auf GrunD Der neuen Verfassung einer SonDertagung Des Parlaments vorlegen roirb, Die Mitte Mai einberufen werben soll. Nach Annahme Der neuen Wahlgesetze für Sejm unD Senat wird Das bisherige Parlament aufgelöft Aus Der Rede Slaweks geht hervor. Daß Die neue Wahlordnung endgültig den Einfluß der politischen Parteien auf die Zusammensetzung des Parlaments beseitigt. Es wird künftig keine von den Parteien aufgestellten Wahllisten mehr geben. Der künftige Sejm wird aus 200 (bisher 444) Abgeordneten bestehen, die in 100 (bisher 64) Wahlkreisen gewählt werden. Um jedoch die Verfassungsbestimmungen der allgemeinen. Direkten Wahlen in Einklang zu bringen mit Der neuen Richtlinie, Daß Die AbgeorDneten bekannt finD unD angesehene Bürger sein sollen, roerDen KandiDaten in Den einzelnen Kreisen Durch befpnbere Wahlkreisversammlungen bestimmt roerDen. Diese Wahlkreisversammlungen bestehen aus Vertretern Der Selbstverroaltungsorgane, Der wirtschaftlichen Organisationen wie' Handel, JnDustrie, Landwirtschaft und Handwerkskammern und Der beruflichen Organisationen. Die so zusammengesetzte Wahlkreisversammlung hat minbe- stens vier KanDiDaten für Die AbgeorDnetenwahl Zu ernennen, von Denen Dann in allgemeiner, Direkter Wahl 2 mit Stimmenmehrheit gewählt roerDen. Für Den künftigen Senat hat Die neue Verfassung Den GrunDsatz aufgestellt. Daß feine MitglieDer z u einem Drittel vom Staats- präflDenten ernannt roerDen unD zu zwei Dritteln aus inDireften Wahlen hervorgehen. Der vom Ministerpräsibenten Dargelegte Plan sieht vor, Daß Die KanDiDaten für Den Senat besondere Verdienste um das allgemeine Wohl oder besonderes Vertrauen der Mitbürger aufzu- roeisen haben. Daher wird das Wahlrecht zum Senat allen Bürgern gegeben, Die Durch Die Verleihung militärischer oder ziviler Orden als verdiente Bürger ausgezeichnet sind, ferner den Bürgern, die in Die Selbstverwaltungskörperfchaften ober in bie Leitung der wirtschaftlichen unb sozialen Organisationen gewählt worben sinb; benn baburch sei bewiesen, baß sie sich eines öffentlichen Vertrauens erfreuen. Diese Senatswähler werben in einer ersten Wahl einen Vertreter zu einem Wojewobschaftswahlkollegium wählen. Von ben 16 Wojewobschaftswahlkollegien werben bann je 4 Senatoren gewählt. Der künftige Senat wirb sich aus 64 gewählten unb 32 vom Staatspräsibenten ernannten Mitgliebern, somit aus 96 Senatoren zusammensetzen. Soweit bie heute bekanntgegebenen Grunblinien ber neuen Wahlgesetze erkennen lassen, werben im fünftigen Parlament ebenso wie bie politischen auch die nationalen Gruppen der völkischen Minderheiten keinen unmittelbaren Einfluß mehr auf bie Wahlen unb auf die Zusammensetzung des Parlaments haben. sie -Sc- stellt: Schutz Sühne fut tigern 5" Ml": 3 -es Sacho oigleilen, Schädling, liche M» führung ol iLit auf ® , Str« o in ein und w errs Ä Die folge das Strafte von der 6' Rechtskraft Staatsanw welchem U einzuleiten öffentliches bejahen soll, bigten, bei der Beschlü! sichtigen ist, unb unter r ren wegen der Vorunte werden soll und die $0' ihren Einze beschäftigen oerhandlunc Der beso Richtlinien taten und, strafrechtlich sind. Die slaal von dnn berücksichl z. B. bei l neuen Staa nicht nur be Seiet Münchei Jahresta fand am D weihu«g einen Marks Deutschen A schen Einleiti orchester dar Komik den Reichsrr dem Reichs, Ministerpräf Staatsminist Schwarz, Herzog jr Erscheine 7- Mai Osc morben wim oes Kongreß ^Kongreß Werkes, das" Redner fprQC °er Stadt M s's r>°«t|chen Ä S'M'n zu [, L m hi » . mit lei Mch-nz “iWen -Krem U W Nm UH Al-" "eten, f*e bVb r.'torj, ;i*« ?' die rar ’N NS Strd®"1' KÄ n*8 vor Kn 2lb= K verej, Wt 9te. ft Khungen "Und en und *ft L >, 6q6 M «* «der da- °Uch 8 Fkeund- etl werden Nestes, Lawinen. Pttfe. »klärt, dak Italiens >s Blatt 'n- keines- 5 Dorsichts. °F' Aalten che Mts. le Kolonien bJchung Kolonien, Arbeit ge. tt)0 deutungsvoll inöige Ver. oen Streit- \ den drei ‘ Schwarz- eiter meldet tionen aus und Muni- Angeführt sudamerika- orden, aber geändert, ■t, man stehe die geklärt sei unntög- is Geld Jta- n und die entsprechende von selten für die kolo- m Konti, m Schutze ;r Sicherung t bleiben. tzen Der polnifät ,/wickelte am Mitglieder >5 Regie- Wahlge- > der Regie- jatfung einer jen wird, die ach Annahme i Senat wird aufgelöst, vor, dah ien Einfluß Zusammen- Ls wird lufgeslelltea 00 fbisher in 100 (bis- Um jedoch gemeinen, di- igen mit der ieten bekannt ölen, werden streifen durch ungen be- milungen be> ltungsorgane. wie Handel, lerkskamrnern Die so ZU- । hat minde- wrdnetenwahl irs* e neue Der- - seine W* Staatsmd zu z-vel s'L Aerl-Wng ient«*. die in DIC [n'fe Ss ■Sys Die Vereinheitlichung der Strafrechtspflege. Ein Vortrag des ireichsministers Or. Gärtner. Berlin, 7. Mai. (DNB.) Reichsminister der Justiz, Dr. Gärtner, sprach am Dienstagabend vor Pressevertretern über die bis jetzt geleistete Arbeit auf dem Gebiet der Vereinheitlichung der Strafrechtspflege. In einer weiteren großen Verfügung werden nunmehr „Richtlinien für das Strafverfahren" veröffentlicht. Diese sind dazu bestimmt, die zahllosen Verfügungen der sechzehn früheren Landesjustizverwaltungen zu ersetzen und in einer einzigen übersichtlichen großen Verfügung zusammenzufassen. Allein in Preußen werden damit über 300 Verfügungen gegenstandslos, die in den Justizministerialblättern teils als Umdruckoerfügungen erschienen, von dem Richter und Staatsanwalt in der Praxis kaum noch übersehen werden konnten. Die „Richtlinien für das Strafverfahren" gliedern sich in einen allgemeinen und einen besonderen Teil. In dem ersteren wird zunächst die Aufgabe der Strafrechtspflege herausgestellt: Schuh des Volkes vor dem Rechtsbrecher, Sühne für begangene und Warnung vor künftigem Frevel, aber auch Schuh des Unschuldigen vor ungerechtfertigter Verdächtigung. Darum: zielbewußte und schnelle Aufklärung des Sachverhalts, keine Verzettelung in Kleinigkeiten, schärfster Kampf dem gewissenlosen Schädling, verständnisvolle, aber nicht weichliche Behandlung dessen, der aus Rot, Verführung oder Torheit gestrauchelt ist, gerechter Spruch. Die folgenden Bestimmungen behandeln dann das Strafverfahren in seinen einzelnen Abschnitten, von der Einleitung der Ermittlungen bis zur Rechtskraft des Urteils. Sie geben z. B. dem Staatsanwalt Anweisungen wann, wie und in welchem Umfange er jeweils die Ermittlungen einzuleiten hat, unter welchen Umständen er ein öffentliches Interesse bei Privatklage-Strafsachen bejahen soll, was bei der Vernehmung des Beschuldigten, bei der Auswahl der Sachverständigen, bei der Beschlagnahme von Postsendungen zu berücksichtigen ist, inwieweit er Akteneinsicht gewähren und unter welchen Voraussetzungen er ein Verfahren wegen Geringfügigkeit einstellen darf. Nach der Voruntersuchung — die möglichst eingeschränkt werden soll — werden sodann die Anklageschrift und die Vorbereitungen der Hauptverhandlung in ihren Einzelheiten erörtert. Besonders eingehend beschäftigen sich die Richtlinien mit der Hauptverhandlung selbst. Der besondere Teil enthält in 31 Abschnitten Richtlinien für die Behandlung bestimmter Straftaten und zwar auch soweit sie in den zahlreichen strafrechtlichen Nebengesetzen unter Strafe gestellt sind. Die staats- und rechlspolilischen Gedanken, die ooti dcm Justizbehörden jeweils besonders zu berücksichtigen sind, werden hier in den Vordergrund gerückt, z. B. bei der Beleidigung die Ehrauffassung des neuen Staates, bei der Abtreibung die Schädigung nicht nur der Einzelperson, sondern auch der inneren Volkskraft, bei den Steuerstrafsachen die Kennzeichnung der Unehrlichkeit als Treubruch gegenüber Volksgemeinschaft und Staat. Im übrigen erhalten die Strafverfolgungsbehörden eingehende Hinweise, welche Verfehlungen mit besonderem Nachdruck zu verfolgen sind, wie der erste Zugriff zu erfolgen hat, welche polizeilichen oder privaten Zentralstellen zur Bekämpfung bestimmter Straftaten (z. B. Geldfälschungen, Vertrieb unzüchtiger Bilder und Schriften, Mädchenhandel, Rauschgiftmißbrauch, Schwin- delsirmen, Werkspionage) eingerichtet sind, welche sonstigen Behörden oder Stellen im einzelnen Falle zu beteiligen sind, Auskunft geben oder geeignete Sachverständige nennen können. Die Richtlinien für das Strafverfahren sollen ein Handbuch für den Staatsanwalt und den Strafrichter sein, in dem er sich über die einschlägigen Verwaltungsbestimmungen stets schnell und zuverlässig unterrichten kann. Sie sollen keine starren Vorschriften sein, sondern nur eine Anleitung geben, wie im Regelfälle verfahren werden soll, und entheben den Staatsanwalt nicht der Pflicht, sich stets in erster Linie von seinem Verantwortungsbewußt- sein, seinem Takt und Fingerspitzengefühl leiten zu lassen und den besonderen Umständen des Einzelfalles durch nicht in den Richtlinien vorgesehene oder von ihnen abweichende Maßnahmen Rechnung zu tragen. Noch in diesem Monat soll den Richtlinien eine weitere große Verfügung folgen, die die Mitteilungen regelt, die die Justizbehörden in Strafsachen anderen Behörden und Stellen zu machen haben. In Vorbereitung ist endlich eine Verfügung, die die Vollstreckung von Strafurteilen (einschließlich der Verwertung eingezogener Gegenstände) für das ganze Reichsgebiet vereinheitlicht. Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r erläuterte an zahlreichen Beispielen den grundlegenden Wandel, den das neue Strafrecht gegenüber dem alten darin bringe, daß es durch seine lockere Fassung der gesetzlichen Tatbestände die strafrechtliche Erfassung auch solcher strafwürdigen Taten ermögliche, die im alten Strafgesetzbuch noch nicht definiert gewesen seien. Auch das neue Strafrecht verzichte nicht auf die Festlegung solcher Tatbestände, aber der gesetzliche Tatbestand solle in Zukunft nicht mehr die einzige Rechtsquelle sein. Wenn auf eine Tat der buchstäbliche Inhalt des im Gesetz aufgeführlen Tatbestandes nicht zutreffe, dann solle der Richter doch bestrafen können, wenn nämlich die gesunde Volksanschauung die Bestrafung verlange und wenn ferner der durch die Tat verletzte Rechksgedanke irgendwo in der Rechtsordnung feinen Ausdruck gefunden habe. So werde der frühere Zustand vermieden, daß so häufig die Bestrafung zweifellos strafwürdiger Handlungen unmöglich gewesen sei, weil der Gesetzgeber seinerzeit solche Handlungen, wie beispielsweise elektrischen Stromdiebstahl, Schwarzfahrten mit fremden Kraftwagen, Automatenmißbrauch durch Metallplatten, nicht habe voroussehen können. Staatssekretär Dr. Freister sprach dann über den Teil des neuen Strafrechtes, der den Schutz der Volksgesamtheit zum Ziele hatte. Das Museum im deutsche« Aufbau. Feierliche Einweihung des Kongreßsaales des Deutschen Museums. München, 7. Mai. (DNB.) Im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Museums fand am Dienstagvormittag die feierliche Ein- weihu«g des Kongreßsaales statt, die einen Markstein in der Entwicklungsgeschichte des Deutschen Museums bedeutet. Nach der musikalischen Einleitung durch das Münchner Staatstheaterorchester dankte der Vorsitzende des Vorstandsrates, Kommerzienrat Dr. Röchling, den Reichsministern 3t u ft, Seldte und Frank, dem Reichsstatthalter Ritter von Epp, dem Ministerpräsidenten Siebert, dem Gauleiter Staatsminister Wagner, den Reichsleitern Schwarz, Grimm und F i e h l e r und dem Herzog Karl Eduard von Coburg für ihr Erscheinen. Er erinnerte daran, daß heute am 7. Mai Oscar von Miller 80 Jahre alt geworden wäre. Darum sei die feierliche Eröffnung des Kongreßsaales auf diesen Tag gelegt worden. Der Kongreßsaal sei der Schlußstein des großen Werkes, das Oscar von Miller geschaffen habe. Der Redner sprach d?r Reichs- und Staatsregierung, der Stadt München und der Industrie den Dank des Deutsche» Museums für ihre Unterstützung aus. Er wies bann darauf hin, mit welcher Freude das Deutsche Museum die Zustimmung des Führers zum Saalbau und die Zusage, der Weiterentwicklung des Deutschen Museums feine Förderung angedeihen zu lassen, entgegengenommen habe. Nur in einem freien Deutschland könne das deutsche Volk mit seinen wertvollsten Eigenschaften zur menschlichen Kultur beitragen. Es wolle das tun im friedlichen Wettstreit des Geistes. Unserem Führer, der die Wendung im deutschen Schicksal herbeigeführt habe, gelte das Gelöbnis, treue Helfer zu sein an seinen großen Aufgaben. Der Redner schloß mit einem stürmisch aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer und das ewige Deutschland. Die Riesenversammlung sang darauf das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Reichserziehungsminister Rust führte bann u. a. aus: Die Perioben ganz großer Kulturschöpfungen lassen auch Männer in Erscheinung treten, bie gefunbe unb starke Völker führen. Als nach bem Zusammenbruch 1918 jeber bie Krise fühlte, ba wußte Adolf Hitler, baß biese Krise nichts anberes sein könnte als ein Zeichen völkischen Zerfalls. Er wußte, baß ein Aufstieg nur von einer einzigen Seite geschehen konnte, nämlich dem Zerfall des deutschen Menschentums Einhalt zu tun. Darum hak die nationalsozialistische Bewegung die Reubildung des deutschen Menschen in den Vordergrund gestellt, darum Rassenhygiene, Erblehre, darum auch der Kampf gegen alle artfremde Zersetzung des deutschen Geistes. Erst wenn der deutsche Mensch körperlich, geistig und seelisch wieder in Ordnung ist, dann kann auch das ganze Volk wieder in Ordnung sein. Der Führer und seine Bewegung sind darum immer dem deutschen Menschen nahegeblieben. Das gerade unterscheidet diese Bewegung von allen anderen. Der Führer ist gekommen, um das deutsche Volk zu neuer Kraft und Gesundheit zurückzuführen. Von hier aus gesehen scheint der Gedanke eines Museums abseits zu liegen. Museum ist Vergangenheit, Museum scheint eine Sache des Abgestorbenen, während draußen das Leben pulsiert. Dieses Museum aber hat dennoch seine volle Berechtigung im Rahmen des großen Aufbauwerkes, denn wenn erst richtig aufgebaut ist, dann schaut aus ihm das ewige Leben heraus, das Leben des einsamen Erfinders, des Forschers und das Leben des ringenden Künstlers. Hinter ihnen aber steht sichtbar bie handwerkliche Durchführung burch bie große Masse, ihnen gesellt sich zu bem einsamen Gehirn bie große Menge ber unbekannten Fäuste. So schaut uns aus dem Museum das Leben der Vergangenheit an, und wir wissen, daß hier die Offenbarung unserer Vorfahren zu uns spricht und daß wir Erbgut übernommen haben. So wird ein echtes Museum nicht nur eine Stätte der Belehrung und Forschung, sondern auch eine Stätte ber Erziehung. Gerade biefer Kongreß- Saal gehört zu einem Werk, bas biese Gebauten in der vollendetsten und grandiosesten Weise verkörpert hat. Der Reichsminister sprach dann für die Reichsregierung den Männern des Deutschen Museums den Dank dafür aus, daß sie in Zeiten anderer fchroerer Aufgaben auch dieses Werk nicht aus dem mige verloren haben. Das Wichtigste aber fei das lebendige Zeichen der Unterstützung, das er aus Berlin mitbringe, indem er mitteilen könne, daß die Reichsregie- rung beschlossen habe, bis zu 2 Millionen RM>. für neue Aufgaben des Deutschen Museums zur Verfügung zu stellen. (Die gewaltige Festversammlung bricht bei diesen Worten in brausenden Beifall aus.) Automobilis- mus und Flugwesen, so fuhr der Minister fort, sollen im Deutschen Museum ihre Darstellung finden. Er schloß seine Ausführungen mit einer Huldigung an die vergangenen Geschlechter, die Zeugen der unzerstörbaren Kraft unseres Volkes waren, und mit dem Gelöbnis, daß das lebende und die kommenden Geschlechter durch Erziehung zur Aufbauarbeit befähigt werden sollen, damit sie nicht hinter dem Werk unserer Vorfahren Zurückbleiben. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Worten des Reichserziehungsministers Rust sprach Reichsarbeitsmmister Seldte. Er sehe in diesem Museum eine Stätte der Gemeinschaft der Leistungen zwischen Gei st und Hand. Im Deutschen Museum werde als besonderes Gebiet das Bau-imd Siedlungswesen gepflegt, gerade in einer Zeit, in der die Frage, den deutschen Menschen entsprechende Siedlungsund Wohnstätten zu schaffen, ©egenftanb größter Aufmerksamkeit unb Sorge der Reichsregierung sei. Außerordentliche Bedeutung komme dem Deutschen Museum auch hinsichtlich der Jugend und hier gerade im Hinblick auf die Reichsjugendwettkämpfe zu. Der Minister begrüßte es, dah nach einer Zeit, in der es manchmal alten Kämpfern und Soldaten schien, als ob das Dasein feinen Sinn verloren habe, Tage angebrochen seien, in denen Entschlüsse nicht mehr nur von Fall zu Fall gefaßt werden, wenn das Feuer schon auf den Rägeln brenne, sondern sofort und da, wo es nottue. Freudig und verantwortungsbewußt folge das deutsche Volk einem Führer, der seine Ziele hochgesteckt habe: Adolf Hitler. Wenn Adolf Hitler den deutschen Menschen durch seinen Weckruf aus Ketten befreit habe, so habe das nicht nur für die Volksgenossen, sondern auch für die aufhorchende Well Bedeutung, der jetzt das Wort entgegengehalten werde: „Und sie bewegt sich doch", nämlich die deutsche Welt. Nach lebhaftem Beifall für die Worte des Ministers dankte Kommerzienrat Röchling der Reichsregierung für bie Spende für das Deutsche Museum. Hier in München sei immer Bleibendes geschaffen worden. Hier auch in Zukunft stets Bleibendes zu schaffen, werde das Bestreben der Museumsleitung sein. Später werde man sehen, wie gut das Geld verwendet worden sei. An die Reden schloß sich ein Experimentalvortrag des Geheimrats Professor Dr. Z e n n e ck, der kein einheitliches Thema behandelte, sondern an Hand verschiedener Beispiele die technischen Möglichkeiten des neuen Saales praktisch erläuterte. Besuch bei der Flotte. Kiel, 7. Mai. (DNB.) Reichswehrminister Ge« neraloberst von Blomberg und der Chef ber Marineleitung Abmiral Dr. e. h. R a e b e r wohnten am Montag Schießübungen des Kreuzers „Leipzig nach bem Zielschiff „Zähringen" in der Kieler Bucht bei. Heute vormittag unb am Nach* mittag nahmen der Reichswehrminister und ber Chef ber Marineleitung Besichtigungen an Land vor. Sie sind heute abend beim Chef der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, zu Gast. Morgen nehmen sie an Hebungen der 1. Marine-Artillerieabteilung teil. M die Abwertung des Franken. Paris, 7. Mai (DNB.) 800 Pariser Kaufleute unb Industrielle haben nach einem Vortrag des früheren Finanzministers Paul R e y n a u d , der für eine Abwertung des Franken eintritt, eine Entschließung gegen die steuerliche Heber» laftung angenommen. Sie erklären, daß die Besteuerung zwei Drittel des nationalen Einkommens ausmache. Sie pflichten und diesen Umftänben Rey- naub bei unb wünschen eine Angleichung des französischen Franken an bie anberen maßgebenden Währungen. Diese Angleichung müsse möglichst bald erfolgen. Man müsse auch dafür sorgen, daß diese Finanzoperation der Oeffentlichkeit nicht mehr als eine gefährliche Angelegenheit dargestellt werde, zumal das Beispiel von 50 anderen Ländern, namentlich das belgische Beispiel, den gegenteiligen Beweis erbrächte. Die Abwertung müsse mit einer strengen Sparpolitik und einer Herabsetzung der Steuerlasten verbunden sein. Tschechischer Kredit für Gowjetrußtand. Prag, 7. Mai (DNB.) Unter dem Vorsitz des Finanzministers Dr. T r a p l fanden am Dienstag zwischen Vertretern der Sowjetgesandtschaft einerseits und Oberdirektor Dr. Dreis sowie Generaldirektor Ingenieur Federer als Vertreter des Bank- und Jndustriekonsortiums andererseits Verhandlungen über einen Kredit an bie ©projetunion in Höhe von 250 Millionen Kronen statt. Der Kredit wird zum Wareneinkauf in der Tschechoslowakei verwandt werden. Nachdem ein grundsätzliches Einvernehmen erzielt worden ist, wird jetzt der genaue Text des Anleihevertrages ausgearbeitet. Aus aller Wett. „Graf Zeppelin" in Pernambuco. Auf der dritten Südamerikafahrt hat das Luftschiff „Graf Zeppelin" nach Mitteilung ber Deutschen Seewarte am Dienstag um 13.45 Hhr (MEZ.) Pernambuco erreicht. Beisetzung der Opfer des Flugzeugunglücks im Fichtelgebirge. Unter großen militärischen Ehren wurden vier von den sieben Opfern des Flugzeugunglücks im Fichtelgebirge, der Artillerieführer III in Oppeln, Generalmajor Höring, seine Gattin und bas siebenjährige Töchterchen sowie der Oberleutnant der Fliegertruppe Walter Braun aus Ludwigsburg in Stuttgart zur Einäscherung geleitet. An der militärischen Trauerparade beteiligten sich Abordnungen aller Waffengattungen des Wehrkreiskommandos. Unter den Trauergästen befanden sich führende Männer der Wehrmacht, des Staates und der Partei, an ihrer Spitze der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Reichsstatthalter Gauleiter Murr, der Befehlshaber im Wehrkreiskommando VIII, Generalleutnant von Kleist, der Befehlshaber im Wehrkreiskommando V, Generalleutnant Geyer, ferner als Vertreter des Luftfahrtminifters General Göring und des Staatssekretärs Milch der Befehlshaber im Luftkreis V, Generalleutnant Eberth (München), SA.-Obergruppenführer von I a g o w (Berlin), SA.-Gruppenführer L u d i n und viele Generäle der alten Armee. Die Flieger- Landesgruppe, der NS. Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm) und die Hitlerjugend hatten Ehrenabordnungen gestellt. Unter Trommelwirbel setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Nach der Trauerrede des Wehrkreis-Oberpfarrers Schieber folgte eine große Zahl von Nachrufen und Kranzniederlegungen. Generalleutnant Geyer vom Wehrkreiskommando V gedachte besonders der Verdienste des Generals Höring als Chef des Stabes in Stuttgart. Reichsstatthalter Murr betonte, daß es das Verdienst des Generals Höring gewesen sei, daß im Schwabenland nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus die Wehrmacht, die neue Staatsführung und die Partei so rasch zu einer Einheit verschmolzen seien. Zwingenbergfest der Landsmannschaften. Das traditionelle Zwingenbergfest der Landsmannschaften wird nach längerer Unterbrechung in diesem Jahre erstmals wieder begangen werden. Unter Mitwirkung der Gemeinde Zwingenberg (Bergstraße) und der Verkehrsorganisationen soll es in größerem Rahmen aufgezogen werden. Wie früher, ist der Sonntag nach Pfingsten als Festtag bestimmt worden. Die Bergungsarbeiten auf der Grube Löderburg vorläufig eingestellt. Die Arbeiten an der Bergung der sieben verunglückten Bergleute auf der Kohlengrube Löderburg bei Staßfurt sind auf besondere Schwierigkeiten gestoßen. Auf Anordnung des Bergrevierbeamten, der dieser Tage die Grube befuhr, wurden daher die Bergungsarbeiten vorläufig e i n g e ft e 111. Die vergifteten Eremeschnitten. Die Leichenöffnung der zehnjährigen Tochter des Bauern E n z l n g e r in St. Zeno bei Bad Reichenhall hat ergeben, daß der Tod infolge starken Giftes eingetreten ist. Die Eremeschnitten, die das Mädchen, wie gemeldet, gefunden hatte, waren- vergiftet. Die Kriminalpolizei hat auch bereits eine Frau festgenommen, die als Täterin mit größter Wahrscheinlichkeit in Frage kommt. Es handelt sich vermutlich um einen Racheakt. Todesurteil gegen einen Mörder. Das Breslauer Schwurgericht verurteilte den 24 Jahre alten Berthold Polotzek wegen Mordes an dem Bergassessor a. D. Fritzsch zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und den 22jährigen Helmuth Kirchhoff wegen Beihilfe zum Mord zu sechs Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehrenrechtsverlust. Po- lotzek hatte den 40jährigen Fritsch am 4. Februar erschossen, und Kirchhoff hatte ihm bei der Tat Beihilfe geleistet. Das Gericht nahm als erwiesen an, daß Polotzek die Tat vorsätzlich und mit Heber» legung ausgeführt hat. Feuergefecht zwischen Polizei und Verbrechern. Das Polizeirevier Miechowitz bei Gleiwitz erhielt dieser Tage aus der Bevölkerung die Mitteilung, daß sich die Brüder Hermann und Paul W o l l n y, die wegen kürzlich verübter Raubüberfälle in Stokarzowitz und Friedrichswille gesucht wurden, in der Wohnung ihrer Mutter in Miechowitz aufhielten. Die Schutzpolizei nahm mit Hnterstützung der Kriminalpolizei eine umfassende Abriegelung des betreffenden Straßenviertels vor, an die sich eine Durchsuchung der Häuser und Höfe anschloß. Die Verbrecher waren inzwischen aus der Wohnung geflüchtet und hielten sich in den angrenzenden Gärten auf. Beide feuerten mehrere Schüsse auf ihre Verfolger ab, die das Feuer erwiderten. Paul Wollny erhielt von einem Schutzpolizei» beamten einen Schuß ins Herz. Hermann Wollny feuerte weiter. Es gelang aber zwei Schutzpolizeibeamten ihn niederzuschlagen und dann zu überwältigen. Er erlitt leichte Kopfverletzungen und konnte sofort einer eingehenden Vernehmung unterzogen werden, in deren Verlauf er ein Geständnis ablegte. Er hat zugegeben, mit seinem Bruder und einem gewissen Nowack die beiden Raubüberfälle in Stokarzowitz und Friedrichswille ausgeführt zu haben. Wenig später gelang es, in einem Gehölz den bisher vergeblich gesuchten N o w a ck ausfindig zu machen. Nowack ließ sich von den ihn überraschenden Kriminalbeamten widerstandslos festnehmen, während der in seiner Begleitung befindliche Robert Drzisga, der wahrscheinlich auch an den verschiedenen Raubüberfällen beteiligt gewesen ist, auf die Beamten schießen wollte. Einer der Kriminalbeamten machte Drzisga durch drei Schüsse kampfunfähig. Der Verletzte mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Waldbrände im Hohen Venn. In den Waldungen zwischen Rötgen und Kontzen im Hohen Venn brannten auf neubelgischem Gebiet vier etwa 40 bis 50 Hektar große Fichtenkulturen nieder. Den vereinten Bemühungen der deutschen und der belgischen Feuerwehren gelang es, einem weiteren Hrnsichgreifen des Feuers (Einhalt zu gebieten. Auch bei Eisenborn auf neu« belgischem Gebiet brach ein Waldbrand aus, der vom belgischen Militär gelöscht wurde. Ein historisches Schloß in Belgien niedergebrannk. Das Schloß des Prinzen von Chimay, eines der schönsten und ältesten Herrensitze des Hennegaues, ist durch eine Feuersbrunst vollständig ze r- st ö r t worden. Von den kostbaren Kunstschätzen, die Jeder DUNLOP-Reifen ist eine Höchstleistung deutscher ReifentechnikJ LZ»" I '. ZA kU " r. MWW V ■■. ■ ■ E MGW äWMSUMM. 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Dynamilexplosion in Spanien. — Drei Arbeiter getötet, drei schwerverletzt. In Nueva Puebla bei Zamora in Spanien explodierte aus bisher unbekannter Ursache bei Ausbesserungsarbeiten in einem Eisenbahntunnel ein Behälter mit Dynamit. Drei Arbeiter wurden von den losgerissenen Steinmassen' auf der Stelle getötet und drei weitere lebensgefährlich verletzt. Absturz eines Förderkorbes in einem amerikanischen Bergwerk. — 6 Bergleute getötet, mehrere verletzt. Bei Wilkesbarre in Pennsylvanien stürzte in einem Kohlenbergwerk ein Förderkorb plötzlich aus 170 Meter Höhe ab. Sechs Bergleute wurden g e - tötet, mehrere verletzt. Die Opfer des Unwetters von Bahia. Nachdem das fast eine Woche andauernde schwere Unwetter über Bahia in Brasilien jetzt aufgehört hat, lassen sich auch die Opfer an Menschenleben und Materialschäden in vollem Umfange erkennen. Erfreulicherweise können die früheren Meldungen, in denen von über hundert Todesopfern gesprochen wurde, als übertrieben gelten. Die amtlichen Mitteilungen geben jetzt folgende Ziffern bekannt: 15 Tote, 1Ö0 Verletzte und 1000 Obdachlose. Die Regierung hat eine Million Milreis als Hilfskredit bereitgestellt, da der Sachschaden außerordentlich hoch sein soll. Drei Tote bei einem Kraftwagenunglück in Dänemark. — Schwedischer Multimillionär unter den Opfern. (Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich bet Hilleröd auf der Insel Seeland. Ein mit r drei Personen besetzter schwedischer Kraftwagen wurde an einem unbewachten Baynübersteig von (einem Motorzug erfaßt und etwa zehn Meter wett mitgeschleift. Dabei e n t g l e i st e der Triebwagen des Zuges, während der Wagen vollständig zertrümmert wurde. Die drei Insassen des Kraftwagens, die aus Malmö und Helsingborg stammen, wurden auf der Stelle getötet. Bei einem der Verunglückten, die sich auf der Rückreise von Bremen nach Schweden befanden, handelt es sich um den schwedischen Multimillionär und Schifss- ,1 . reeder Konsul Erich Banck aus Helsingborg. Selbstmord einer indischen Familie im brennenden Brunnenschacht. Unweit von Erode (Madras) wurde eine fünf- köpfige Familie durch Hunger zum Selbstmord getrieben. Die Familienmitglieder füllten einen Brunnen, den sie auf ihrem Hand gegraben hatten, und der sich als wasserlos erwies, mit Reisig und gossen Petroleum nach. Dann nahm die Familie die heiligen Waschungen vor, zog Festgewänder an tragen und einen wertvollen Beitrag zu der künstlerischen Entwicklung des Films liefern werden, lieber die Formgestaltung dieser Filme werden in Kürze nähere Einzelheiten bekanntgegeben. Durch diese Filme will die Parteifilmorganisaiion den Weg zur Erfüllung der ethischen und künstlerischen Aufgabe weisen, die der Filmkunst gesteckt sind. Bengt Berg zum Ehrendoktor promoviert. Die Philosophische Fakultät der Universität Bonn hat einstimmig beschlossen, dem in Deutschland durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannten schwedischen Tierschriftsteller Bengt Berg auf Grund feiner wissenschaftlichen und literarischen Arbeit die Doktorwürde ehrenhalber zu verleihen. Wetterbericht des Reichswekterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das über Großbritannien liegende Hochdruckgebiet hat sich weiter verstärkt und Luftmassen polaren Ursprungs auch nach Deutschland in Bewegung gesetzt. Sie trafen bereits am Dienstag bei uns ein und brachten unter lebhaften nördlichen Winden Bewölkung und Abkühlung, strichweise auch Niederschläge. In den höheren Gebirgen, sowie im Baltikum kam es vielfach wieder zu Frösten und Schneefällen. Voraussichtlich wird sich zunächst im Bereich der Kaltluft wieder Aufheiterung einstellen, die aber kräftige nächtliche Ausstrahlung bewirkt. Voraussage für Donnerstag: Nach recht kühler Nacht meist heiter und trocken, mittags nur mäßig warm, vorwiegend nördliche und östliche Winde. Voraussage für Freitag: Wieder mehr bewölktes Wetter mit geringer Schauerneigung. Lufttemperaturen am 7. Mai: mittags 19,3 Grad, abends 10,2 Grad; am 8. Mai: morgens 9,9 Grad. Maximum 23,1 Grad, Minimum 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Mai: abends 16 Grad; am 8. Mai: morgens 13 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 7,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerek R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Psi Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Psi, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. TradiiionsmzilgdespMamerReiier-Regimenis Scherl-Bildmatemdienst Die Stadt Potsdam stand am Dienstag im Zeichen eines festlichen Traditionsumzuges des 4. (Preußischen) Reiter-Regiments. Im Anschluß daran fand eine Parade des Regiments vor dem Inspekteur der Kavallerie, Generalmajor v. P 0 g r e l l, sowie seinem jetzigen Kommandeur Oberst v. Obernitz und den Kommandeuren, die in der Nachkriegszeit das Regiment führten, statt. und setzte das Reisig in Brand. Darauf sprang zunächst der Vater in den Schacht. Die Frau, die Töchter und die beiden Söhne folgten. Einer der Söhne konnte von Nachbarn gerettet werden, alle anderen verbrannten. Kunst und Wissenschaft. Nationalsozialistisches Gedankengut im Film. Die enge Verbundenheit zwischen Film und Volk, die sich besonders stark am Film-Volkstag zeigte, der anläßlich des internationalen Filmkongresses in allen Städten des Reiches veranstaltet wurde und einen Massensturm der Kinobesucher aufweisen konnte, liegt vor allem in der Volksnähe begründet, die die Filmkunst vor allen anderen Kulturinstrumenten besitzt. So lange der Film zeitnah und im Heute verwurzelt ist, wird er immer die Gunst des Volkes finden. Dies wird besonders augenfällig durch die Erfolge, die das nationalsozialistische Filmkunstwerk „Ich für Dich, Du für mich" in allen Kreisen des Volkes erzielen konnte. Inzwischen liegen bereits Auslandsverträge mit verschiedenen Ländern für diesen ersten nationalsozialistischen Spielfilm vor. Denn auch das Ausland ist stark interessiert daran, das Leben im neuen Deutschland, so wie es wirklich ist, durch den Film kennenzulernen. Weitere im nationalsozialistischen Gedankengut verankerte Filme wie „Die Saat geht auf" und „Die Heimat marschiert" begegneten ebenfalls überall dort, wo sie gezeigt wurden, regstem Interesse. Der RPL.-Film „Hände am Werk" wird nach seinem erfolgreichen Start in Saarbrücken demnächst auch in den übrigen Städten des Reiches aufgeführt. Für die kommende Zeit plant die Reichs - Propagandaleitung der NSDAP. (Abteilung Film) die Auftragserteilung für mehrere Spielfilme, die den Geist des Heute Statt Karten! und zum Bauen 702D 2743 D Statt Karten! Wieseck, Gießen, Mainz, den 7. Mai 1935. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Mai, nachmittags 3V2 Uhr statt. 01984 geben ihre Vermahlung bekannt Gießen, den s. Mai 1935 2733 D Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Mittwoch, den s. Mai 1935 2746 D 2736 D >734 D ien» Schr.Angeb.unt. 01981 a b. (V> A. Mäusburg 1~ ‘3612 Am Markt Heute morgen 6 Uhr entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel ÄerlimFriedenau Sübvest-Korso 10 Heute nacht gegen1/, 3 Uhr entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel (Stahlhelm). Gießen, den 7. Mai 1935. DSU Ä:BeifenÄSNa1ratzen Schlafziman alle. KataL fr. EisenmöbetialrikSohl/Th. Nachruf. Wieder ist ein lieber Kämpfer aus unseren Reihen geschieden, Kamerad Ludwig Bernhardt Wir werden ihm ein treues Gedenken bewahren. Ortsgruppe Gießen des NS. Deutschen Frontkämpferbundes Otto Bergen und Frau Hildegard, geb. Göbel Einsames möN. Simmet sofort gesucht. Tchr.Angeb.unt. 01978 a.d.G A. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Schwalb Wwe., geb. Kehr Famile Wilhelm Schwalb IV Familie Jakob Reif Familie Heinrich Fuchs V. Familie Karl Grölz II. nebst allen Angehörigen. Daubringen, Lollar, Treis/Lda., den 7. Mai 1935. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Mai, nachmittags S^Uhr statt. Gießen Schiffenberger Weg 24 I. Wir geben unsere Verlobung bekannt Annetraut Bergemann Fritz Cellarius Fürstlich Teiningischer Forstcffessor Vermeiden Sie den „Waschtag* MangelwäschePfd.254 Naßwäsche... Pfd.18<5 (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen Ruf 3487 empfiehlt: Mittwoch, Donnerstag und Freitag eintreffend Sl.^och Kachfolgsv Or. Heinrich Schönhals Oberregierungsrat Mathilde Schönhals, geb. Hahn Theodor Speyer im fast vollendeten 83. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Keller Familie Karl Speyer Familie Gustav Speyer Familie Karl Rau. Flechten, 0 Houtousfchlag leidet, teile ich gern kostenlos das einfache Mittel mit, durch welches schon Unzählige von jahrelangem Leiden oft io 1* Tagen (ohne Diät) vollständig befreit wurden. Mar Müller, Görlltz/Schles. sw. (Erhält!. L d. Apoth.) Motorrad 350 ccm, F. 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Villen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gememschuldner zu verabfolgen ober ZU leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 28. Mai 1935 Anzeige zu machen. Amtsgericht zu Gießen. 6/30 Wanderer Lieferwagen m. Pritschen. Plan- Verdeck und 6/30 Wanderer Personenwagen, Limousine, neu überholt, zu verkaufen evtl. geg. einen kl. Markenwagen einzutauschen. Näheres: Groß-Garage Pietsch, (ließen, Ldw. Kirchhain, Heskem 274Od (Kreis Marburg) Gelegenheitskanf IF.u.S.'Klein- Kraftrad 75 ccm, m. Lichtanlage, fabrikneu spottbillig abzu- geben.Zu erfrag. 1. Gieß. Anz. 27iytp FürEinfamilien- haus (6 Z.) 01676 tüchtiges MeinrnMen das kinderlieb ist, miterstlass.Zeug- nissen aus guten Häusern gemcht. Hoher Lohn und gute Behandlg. 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Gerade der Frühling ist es, der uns natürliche Heilkräfte zur Ueberwin- dung unserer Beschwerden in reicher Fülle darbietet und als ein milder, heilender Arzt uns zu neuer körperlicher Frische verhilft. Schon unsere Vorfahren wußten um den Wert sog. „Früh- l i n g s k u r e n", einer Reinigung des Blutes durch Tee aus verschiedenen Heilkräutern und Genuß von Brunnenwässern mit Wirkung auf Nieren, Magen oder den Verdauungsapparat. Längere Zeit hat man diese Frühlingskuren als überwundenen altmodischen Brauch abgelehnt. Es war dann aber gerade die ärztliche Wissenschaft, die diese Heilkräfte, wie sie in Schafgarbe, Hagebutten, Pfefferminze, Enzian und ähnlichen Wiesen- und Strauchblättern ruhen, aufs neue entdeckte. Die moderne Ernährungslehre war es, die mit der Lehre von den Vitaminen, die in Gemüse und Obst aufgespeichert sind, die Bedeutung und Wirkung einer gemüse- und obstreichen Ernährung wissenschaftlich begründete. Im Zuge dieser Untersuchungen sind auch unsere Würzkräuter: Zwiebel, Petersilie u. a. wieder zu Ehren gekommen und ihre regere Verwendung in der Küche wird von Aerzten dringend empfohlen. Eine wirkliche „Frühlingskur", die eine völlige Umstimmung des Körpers erzielen soll, beginnt schon am Morgen. Man steht so früh auf, daß zu einigen Atemübungen am offenen Fenster Zeit bleibt. Die vermehrte Sauerstoffmenge, die wir durch das Tiefatmen den Lungen und dem Blut zuführen, befreit uns von den winterlichen Schlacken. Einige gymnastische Uebungen bringen Muskeln und Gelenke in Bewegung und die Hautatmung — die Uebungen geschehen natürlich in leichtester Kleidung — unterstützt die Wirkung der Atem- und Bewegungsübung. Wer an Verdauungsstörungen leidet, trinke vor Beginn dieser Morgengymnastik ein Glas frisches Wasser — in wenigen Tagen schon wird er die günstige Wirkung dieses einfachen Mittels feststellen können. Das Frühstück leitet man am besten mit einem Glas Obstsaft ein, oder gibt ihn in die Haferflockensuppe, die für einige Zeit am besten den gewohnten Kaffee oder Tee ersetzt. Dazu Vollkorn-Butterbrot mit gehackten grünen Kräutern, Schnittlauch, Kerbel oder dergleichen. Daß das Mittagessen mehr als bisher mit Gemüsen, leichten Eierspeisen und Obst bestellt ist, versteht sich im Frühjahr von selbst. Wesentlich unterstützt wird eine solche Kur durch täglichen Genuß von Weißkäse, dem ebenfalls gehackte Kräuter beigegeben werden, Radieschen ufw. Als Getränke, sofern noch besonderes Bedürfnis danach besteht, empfehlen sich selbst ausgeprobte Mischungen deutscher Heilkräuter, Tfelschalentee, Brombeer- und Erdbeerblätter u. dgl. Eine solche Frühlings- kur ein paar Wochen durchgeführt, jagt alle Beschwerden fort, verhilft zu neuem Wohlgefühl und steigert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. LehttomnitdieschöneSpargelzeit Von Liselotte Winkler. Die Spargelzeit ist für Feinschmecker die beste Zeit im Jahre. Wenn dieses köstliche Gemüse nicht allzu teuer ist, ist auch die Hausfrau beglückt, denn sie weiß dann eigentlich immer, was sie kochen soll. Spargel kann man immer essen, versichert ihr jedes einzelne Familienglied. Zunächst ein paar Winke für den Spargeleinkauf. Man soll darauf achten, daß man möglichst kurze Spargel bekommt. Die Köpfe dürfen noch nicht blau und grün und am unteren Ende sollen die Spargel nicht holzig sein. Außerdem aber soll man möglichst ungewaschenen Spargel kaufen; er sieht zwar'nicht so appetitlich aus wie der blendend weiße, der oft viele Stunden im Wasser gelegen hat, dafür aber ist auch sein Aroma erhalten geblieben. Beim Schälen soll man sorgfältig zu Werke gehen, denn alle holzigen und strähnigen Bestandteile müssen unbedingt vor dem Kochen entfernt werden; man hat sonst nur die halbe Freude beim Essen. In diesem Punkte ist übermäßige Sparsamkeit übel angebracht. Die meisten essen den Spargel am liebsten auf die einfachste Weise bereitet, nämlich in Salzwasser, dem man immer ein Stückchen Butter zusetzt, abgekocht und dann mit zerlassener Butter zu Tisch gegeben. Man ißt rohen oder gekochten Schinken dazu; auch hartgekochte, ausgeschnittene Eier sind eine gute Beigabe. Gibt es viel Spargel, und bringen wir ihn täglich auf den Tisch, so wollen wir aber natürlich in der Bereitung einmal Abwechslung haben. Zunächst das Spargelkochwasser. Man sollte es niemals weggießen, sondern es zur Bereitung der wohlschmeckenden Spargelsuppen verwenden. Man schwitzt zwei Löffel Mehl in zwei Löffeln Butter und füllt mit dem Spargelwasser auf. Dann schmeckt man mit Salz ab und kann die Suppe noch mit einem gut verquirlten Ei abziehen. Auf gleiche Weise bereitet man auch eine Soße, in die man Spargel hineingeben kann, wenn man kleinere und weniger ansehnliche Spargel gekauft hat, die man nicht im Ganzen als Stangenspargel verwenden kann, sondern die man als Bruchspargel zubereiten muß. Dieser Bruchspargel ist auch geeignet zur Bereitung von Salaten. Der abgekochte Spargel wird, wenn man ihn als Salat verwenden will, sobald er erkaltet ist, mit einer guten Mayonnaise überzogen. Auf einfachere Weise bereitet man ihn zu, indem man eine Marinade aus Essig, ein wenig Spargelwasser, Salz, Pfeffer, vielleicht ein klein wenig Zucker und etwas Salatöl herstellt und dieses über die Spargel gibt. Man kann auch feingewieate Kräuter verschiedener Art hin^ingeben. Köstlich ist ein Spargelfrikassee, das man bereitet, indem man in Stücks zerlegtes Kalbfleisch die ist der stehende Kragen angeschnitten. H. Sie sparen sich viel Zeit und geistigs Kraft. v z ii ii "<>— Besonders im Kinderzimmer sind sie überflüssig. Zuviel Staub sammelt sich unter dem Schrank, in dessen Flocken die Kleinen freilich begeistert, aber wenig hygienisch nach Bällen und Kreiseln suchen. Geben wir sie den Kindern als Bauklötzer. Ja, aber beim Aufwischen, der Schmutzrand am weißen Möbel! Da streichen wir eben die unterste Leiste mit einer kräftigen, bunten, dauerhaften Farbe — das machen die Jungen gerne selbst — und wachsen sie tüchtig mit Bohnerwachs ein, bann trotzen sie Hose ist der Bluse mit den breiten Aufschlägen angearbeitet, die Aufschläge können verschieden weit auseinandergeklappt werden. Zum Wassersport kann der Badeanzug bereits unter Bluse und Hose getragen werden, während für den Gang durch die Stadt oder die Gaststätte der Rock mit dem breiten Gürtel dazu kommt. Der Rock ist seitlich ganz offen, er hat daher einen sehr breiten Ueberschlag. Das Wanderkleidchen (Figur Mitte) ist aus knitterfreiem, grün-weiß gemustertem Leinen mit kleinem, weißen Bubikragen. Dem Kleid kann, was für heiße Tage sehr praktisch ist, eine kurze Hose aus dem Material des Anzuges eingearbeitet sein. Der Hosenrockanzug (rechts) in weißem oder pastellfarbenem Leinen wird durch die kurze, weite Jacke ergänzt, die ebenso wie der breite Leinengürtel mit Schnürverschluß und das Halstuch zum Farbton des Kleides abgestimmt wird. Gut sieht etwa ein weißes Kleid mit blauer Jacke aus, aber ebenso hübsch ist auch umgekehrt ein blaues Kleid mit weißer Jacke. Dem Raglanärmel der Jacke Muiierglück. Gedanken einer jungen Fran. Es ist ein wahres Glück, Mutter zu sein. Manche Frauen haben Angst, Mutter au werden, einmal vor dem Tag der Geburt selbst, ein andermal wegen des Geldes. Es sind beides zwei wichtige Punkte. Aber mit Glaube und Hoffnung läßt sich alles überwinden. Ich selbst bin eine junge schmale Frau, und der Lohn meines Gatten ist sehr gering. Aber trotzdem war mein sehnlichster Wunsch, ein Kind zu besitzen. Dieser Wunsch ging in Erfüllung, und mein kleines Mädchen ist nun ein Vierteljahr alt. Es hat uns wahres Glück und große Freude ins Haus gebracht. Wie schnell verflossen die Monate, der Tag der Geburt nahte. Es war ein schwerer Tag für mich, ich hatte viel mitzumachen. Doch wenn der Wille stark ist, ist auch das Herz stark. Man kann alles überwinden. Und ist erst einmal der kleine Erdenbürger da, ja dann, meine Lieben, vergißt sich alles wieder. Ich kann es niemandem genug schildern wie Überaus schön die Gefühle der Mutter sind Kein Mensch ahnt vorher, wie glücklich das Mutterherz schlägt, wenn es über ein so junges, zartes Wesen wacht. Wenn sich die Augen öffnen, wenn sie sich schließen, wenn das Kind lacht, wenn es strampelt, gebadet wird und was noch alles, — das sind Momente, die, gerade bei einem ersten Kinde, das Mutterherz immer wieder von neuem beglücken Wenn die ersten Laute zu hören sind, die ersten Griffe nach der Flasche zu sehen sind, wenn der Liebling alles an sich reißt, was greifbar ist, o welch' eine Freude ist das für die Mutter. Wenngleich sich alle freuen, Papa und Großeltern, die Mutterfreude ist besonders groß. Dabei vergißt sich bestimmt alles, die Tage vor und nach der Geburt. Wir leben dann nur in der Gegenwart mit unserem Liebling und denken, was wird das nächste sein, was unser kleiner Erdenbürger tut. Ich selbst warte nun auch mit Seby- sucht auf das Sitzen, Laufen und Sprechen Wie oft wird man da noch zu lachen haben Immer neue Freude warten auf die Mutter. Bei manchen Frauen ist aber die Hauptsache die Kleidung, das Vergnügen. Manche davon wäre eher in der Lage, ein Kind zu ernähren als ich, dann aber leidet ja das andere not! Im Herzen würden sie sicher gliücklicher sein, ein Kindchen zu besitzen, als immer für andere Sachen Geld zu haben. Einmal kommt auch ein anderer Tag. Ehegatte und Eltern nehmen Abschied vom Leben für immer. Sei es früh, fei es spät, zu jeder ZeU sind wir glücklich darüber, wenigstens in unserem Kinde Trost und Hoffnung zu finden. Im Falle der Rot und Krankheit haben wir eine Stütze. Ein Kind ist ja dem Mutterherzen am engsten verbunden. Ein Kind zu haben, das ist ein Stolz, ein Glück für ein Mutterherz, auch eine überaus große Freude für den Vater und die Großeltern, ja auch für bie Urahnen, wie sie gerade in meinem Falle noch vorhanden sind. E. K Alles aus Seinen ist die Parole für sommerliche Kleidung, besonders für jegliche Art von Sportkleidung. Besonders praktisch ist eine Verbindung von Bluse mit kurzer Hose und abnehmbarem Rock (Figur links). Die Wie bewahren Sie Rezepte auf? Vielleicht doch noch als lose Zettel in irgendwelchen Schubladen, als sprengende Einlagen im Kochbuch oder am Spieß, der sie ruiniert. Ein Ehemann schlug neulich vor, sie endlich auf eine Kartei zu übertragen. Welche Hausfrau aber kann sich hinsetzen und all die nützlichen Winke, die sie sammelt, auf Karteikarten abschreiben? So sehr sonst Karteien zu befürworten sind, hier versagen sie. Gute Dienste tun dagegen Aktendeckel, die keine metallene Lochvorrichtung haben, sondern nur einen selbsttätig klemmenden Rücken, den man auseinan- derbiegt, und der nach dem Einlegen der Papiere sich wieder schließt und die von selbst zusammenfaßt. Da legt man große und kleine Zeitungsausschnitte, auch einmal einen bebilderten Artikel, einen beschriebenen Zettel, eine kurze Notiz nacheinander hinein. In einer ruhigen Stunde wird alles sauber herausgenommen und alphabetisch oder nach Rubriken geordnet, wobei die Kinder besonders gern zu helfen pflegen. Warum so schreibfaul? Da plagen Sie sich jedesmal beim Einziehen eines neuen Gummibandes, beim Einkauf der Kinder- fachen, bei der Erweiterung des Hemdenschnittes und bei tausend ähnlichen Gelegenheiten mit stets neuem Nachdenken, Probieren, Ausmessen. Legen Sie in Ihr Nähkästchen ein paar Zettel: „Max Schuhnummer 38, Frieda 57 Zentimeter Weite der Hosenschnur. Zum Hemd so und soviel Zentimeter zugeben". Und sehen Sie einfach dort nach. Bekommen Sie eine neue Haushaltshilfe, so reden Sie nicht tagelang auf sie ein, bis sie die Zeiteinteilung, die Ordnung in den Schränken, den Wochenplan begriffen hat. Dafür bekommt sie drei Zettel in die Hand gedrückt und an den ersten Tagen besondere freie Zeit, um sie durchzustudieren. Vorerst lasse man sie darin sich selbst zurechtfinden auf die Gefahr, daß nicht alles am ersten Tage wie am Schnürchen läuft. Der Garten gibt dem Tätigkeitsdrang des Kindes großen Spielraum. Kinder brauchen eine Betätigung, die alle Fähigkeiten beansprucht. Im Garten kann sich das Kino richtig ausarbeiten, mit Harke und Spaten kann man sich so richtig müde arbeiten. Aber auch der Gemeinschaftssinn wird geweckt, das Verantwortungsgefühl, denn die Natur läßt sich nicht durch kleine Mätzchen betrügen. Hier muß sorgfältig gearbeitet werden, sonst hat alles keinen Sinn. Ordnung ist die erste Bürgerpflicht tm Garten. Keine Schere, keine Harke darf herumliegen, die Enden vom Bast, den man zum Anbinden der Rosenstöcke brauchte, müssen gleich fortgeräumt werden! Ganz von selber wird das Kind dies tun, wenn es erst die Liebe zum eigenen Grund und Boden hat. Dagmar Köhler. Der Gatten als Kinder-Erzieher. Betätigung imFreien schafft frohe Menschen Unser Garten ist der beste Helfer für die Eltern. Auch wenn er noch so klein ist, auch wenn man denkt, daß er eigentlich zu gar nichts nütze ist, weil das Gemüse, das dort wächst, mal gerade knapp für eine Mahlzeit ausreicht und an dem einen Apfelbaum nie mehr als ein knappes Dutzend Aepfel hängen — der Garten ist doch der beste Freund und Helfer -der Eltern! Unsere Kinder brauchen nämlich den Garten so nötig wie das liebe Brot! Jugend braucht Spielraum, wenn der Frühling kommt, wenn alles ins Freie drängt. Die Wohnung kann den Spielraum nicht geben — aber der Garten, der wartet auch auf die wildesten Rangen. Und die Kinder, die in ihrem Betätigungsdrang oft nicht wissen, wohin mit allem Krast- überschuß, die der Mutter und dem Vater gar oft den Kops heiß machen — die werden ganz zahm und gefügig, wenn sie nur ihren Platz im Garten haben. Doch auf die richtige Anleitung kommt es an. Nicht jedes Kind hat von vornherein die richtige Einstellung zur Natur, noch heute läuft ja mancher Erwachsene mit blinden Augen durch Gottes herrlichen Garten — wie soll man da vom Kind alles erwarten? Wer' gleich damit anfängt, die Kinder mit Gartenarbeiten zu überhäufen, begeht einen schweren Fehler, denn die Entdeckerfreude an allen Schönheiten wird überwuchert von Dingen, die dem Kind lästig sind! „Das soll ein Garten sein? Das ist ja nur ein Stück Wiese!" erklärte der zehnjährige Peter empört, als ich ihn das erstemal in Den eben erworbenen Garten führte. Ich widersprach nicht und ließ ihn ganz ungestört Freundschaft mit dem „Stück Wiese" schließen. Nach einer halben Stunde hatten die Kinder schon allerlei Entdeckungen gemacht, und es war pädagogisch interessant zu beobachten, wie verschieden die Temperamente meiner drei Kinder sich äußerten. Der Zehnjährige hatte bald herausgefunden, daß eine Wassertonne mit dem dazugehörigen Zufluß doch ihre Reize hat. Selbstverständlich, daß er sich zunächst einmal richtig naß planschte, Dann aber mit der fast jedem Jungen angeborenen technischen Begabung herausfand, wofür die Wassertonne eigentlich da war. „Mutti, muß der Garten nicht gegossen werden? Sieh einmal, hier an Der Wassertonne ist Das Gras viel grüner als anDersroo. Vielleicht roirD es übermorgen so grün, wenn man richtig gießt!" Das achtjährige Mädelchen hat ein Vogelnest entDeckt. Zwar gehört es zum Nachbar- grunDstück — aber immerhin ist es riesig interessant. „Mutti, wollen wir nicht ein Starenkästchen aufhängen, Damit Die Vögel auch in unseren Garten kommen?" UnD Das kleine Vierjährige, unser Nesthäkchen, bringt Das erste Gänseblümchen. Mit leuchtenDen Augen! Freilich ist die Blume nicht sachgemäß abgepflückt worden, die ungeduldigen Kin- derfinaer haben den Kopf vom Stengel gerissen — aber Die Freude leuchtet so, daß ich nichts sagen Warum überlegen Sie jedesmal neu beim Kofferpacken? Heben Sie die alten, sorgfältig geschriebenen Jnhaltezettel auf, die Raum für Nachträge haben müssen, und fügen Sie nur jedes Jahr hinzu oder streichen Sie ab, was Der Gelsgenbeit, der oorge- Was die Hausfrau interessiert Wohin schütteln Sie Ihr Staubtuch aus? Gar nicht. Die Qual Des dadurch verursachten schlechten Gewissens will ich nicht mein Leben lang auf mich nehmen, täglich so unD sooiele Male. Ich wische nie trocken Staub, nie unD nichts. JeDes noch so empfinDliche Möbel verträgt ein mehr oder weniger feuchtes LeDertuch. Das ist hygienisch unD bequem. Damit kann ich auch ruhig einmal meinen KinDern zumuten, mir Die Arbeit Des Staubwischens abzunehmen, unD ich bekomme keinen Streit mit Den Unterwohnern oder gar mit Der Polizei, Die bekanntlich berechtigt ist, gegen Das Ausschütteln von Staubtüchern unD ähnlichen GegenstänDen aus Den Fenstern einzuschreiten. 5)abe ich nicht, wie etwa im KinDerzimmer oder Schlafzimmer, Wasseranschluß, so stelle ich mir eine flache Emailleschüssel ins Zimmer unD reinige Darin das Staubtuch öfters. Und wische mit beruhigtem Gewissen und viel grünD- licher Staub, als ich es mit Der leiDigen trockenen MethoDe je vermöchte. Ein Paar GummihanDschuhe Dabei zur Schonung Der HänDe finD ein phantastischer Luxus, aber wer ihn sich gönnen kann, gut. Sonst tute nachher Wasser, Seife, Bürste und Creme, und die Hände leiden weniger als vom feinen trockenen Staub, der die Poren verstopft. (Hinterher könnte Die gestrenge Schwiegermutter, wie es in Den Memoiren einer klugen Frau beschrieben roirD, ruhig mit weißen GlacöhanDschuhen alle Kanten entlang fahren — sie roirD mir keinen Schmutzstreifen vorweisen können!) Warum Füße unter Den Schränken? zwas sollen wir tragen s PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS mir wollen?" — „Natürlich, alles, was hier gedeiht!" Der Kreis ist ja ein bißchen eng gezogen, und die himmelstürmenden Wünsche von Apfelsinenbäumen und Bananenstauden müssen Schnittlauch- und Radieschenträumen weichen. Das MäDelchen hat sich für ein Blumenbeet entfchieDen, und mit Feuereifer roerDen Die Sämereien eingekauft. Zum erstenmal geht Dem KinD Das WunDer Der Natur auf. Noch kann es nicht begreifen, Daß aus Dem winzig kleinen Samenkorn einmal eine Blume wachsen soll, aber mit Dem gläubigen Vertrauen Der KinDerseele roirD Das Samenkorn Der ErDe an= vertraut! Nun muß G e D u l D geübt roerDen, unD Das ist für KinDer schwer. Wie oft kommt es vor, Daß Mutter Den kleinen Gärtner ertappt, wie er mit Dem Finger im Erdreich bohrt, um zu sehen, ob Die Pflanze nicht enDlich kommen will! Aber Dieses Warten ist pädagogisch äußerst mirhtin ALLES AUS - leinen! kann. Am zweiten Tag schon ist Der kleine verwilderte ©arten unentbehrlich. Die Kinder verlangen selber, daß man ihnen Arbeit zuteilt. Jedes bekommt ein sie lucyng mn «oynerwo.cys ein, uur-i trogen jie. uu, Stückchen Land. w° es „sein" Beet anlegen den Wasierspritzern. und das sieht noch dazu lusi,Druckten Mer der Kinder oder der Mode entspricht, darf. „Und dürfen wir auch daraus pflanzen- was 1 und froh aus, <®ie fParen und geistige Kraft. mit den kleingebrochenen Sparaeln zusammen weich kocht, in möglichst wenig Wasser, und das Gericht mit Salz abschmeckt, dann aus einem Löffel Butter und einem Löffel Mehl eine Mehlschwitze herstellt, die man mit dem Kochwasser auffüllt, worauf man das Ragout darin aufkochen läßt. In einem Reisrand angerichtet, wird das Gericht jeden entzücken. Natürlich kann man statt Kalbfleisch auch Hühnerfleisch verwenden. Auch kann man das Gericht durch Fleischklößchen verlängern. Spargelsalat kann man auch verlängern, indem man abgekochten Fisch, Tomaten oder hartgekochte Eischeiben dazwischen tut. Auch ein Spargelomelett sollte man ab und zu seiner Familie oder seinen Gästen vorsetzen. Man verquirlt Eier (ein Ei für die Person) mit etwas Salz und auf ein Ei ein Löffel Wasser gut, mischt die in Stücke gebrochenen, abgekochten und erkalteten Spargel darunter, gibt das ganze in eine Pfanne, in der man wenig' Fett erhitzt hat und behandelt es nun wie Rührei. Wenn das Ei erstarrt ist, ist das Omelett fertig. Auch mit einem Spargelsoufflee kann man es einmal versuchen. Man bereitet eine Mehlschwitze, die man mit Spargelkochwasser so weit auffüllt, daß eine dickliche Soße entsteht, der man noch ein wenig Milch zusetzt. Man nimmt sie vom Feuer, schmeckt mit Pfeffer und Salz ab, tut ein gut verquirltes Eigelb und die Spargel hinzu und fügt schließlich das steif geschlagene Eiweiß hinzu. Man gibt die Masse in eine gut mit Fett ausgestrichene Form und backt sie in gut heißem Ofen, vis sie sich oben gebräunt hat. Ersparte Verdrießlichkeiten Kartoffelschüsseln für den Tisch sollen nie einen Deckel haben. Sonst sammelt sich der Dampf, fällt herab, die Kartoffeln, die noch so gut abgedämpft sein können, werden feucht. Der Salzstreuer bekommt außer dem Inhalt, für den er bestimmt ist, drei bis vier gelbe geschälte Erbsen. Dadurch bleibt das Salz in Bewegung und kann den Streuer nicht verstopfen, selbst wenn die Witterung feucht ist Ro st flecke am Bügeleisen. Wie ärgerlich. Ein großer Teil der mit Mühe geplätteten Wäsche ist fleckig geworden. Man untersuche jedes Eisen vor Gebrauch. Bestreiche es mit einem Stückchen in Leinen gewickeltem Kerzenlicht, bügele dann über ein altes Tuch aus Wolle, bis das Eisen ganz leicht darüber fährt. Rostfleckgefahr ist damit verschwunden. Der Pfennig in der Blumenvase kann uns manche Verdrießlichkeit ersparen. Wenn Blumen lange halten sollen, legen wir einen Pfennig in das Wasser, damit der Welkprozeß für viele Tage hinausgezögert wird. Heringsgeruch am Geschirr, in Schüsseln und Gläsern verleidet uns oft den Genuß der billigen und außerordentlich gesunden Nahrung. Er verschwindet, wenn man ein Stück Papier anzündet und den Rauch in die betreffenden Gefäße schlagen läßt. Dann werden sie trocken abgerieben. Eier platzen beim Kochen, wenn es sich um Kühleier oder um eingelegte handelt. Um sich den Aerger zu ersparen, mache man in jedem Falle mit einer spitzen Nadel zwei winzige Löcher auf beiden Gegenseiten. Die Eier bleiben heil, und beim Kochen bildet sich an der Einstichstelle ein klarer Pfropfen, der das Auslaufen verhindert. Graupen, Haferflocken, Linsen und Erbsen brennen leicht an. Um sie jedoch der Anbrenngefahr zu entziehen, lege man eine nicht zu kleine Murmel mit in den Topf, deren kreisende Bewegung das Anbrennen verhindert. Auch bei Milchkochen zu empfehlen. Harte Zitronen geben wenig Saft. Wenn man sie aber vor dem Gebrauch einige Minuten auf die warme Herdplatte legt, strömt reichlich Saft aus der vorher harten Frucht. Wollene Strümpfe nie einweichen, damit sie nicht einlaufen. Lauwarm waschen. Nach- mit Seife einreiben oder in dichtem Seifenwasser spülen, ohne die Seife zu entfernen und so weit recken, wie sie es gestatten. Naß aufhängen, ohne auszuwinden. Schü. Ostpreußen — vom Reiche aus gesehen. Von Dr. Kurl Schmidt, Gotha. Die diesjährige Pfingsttagung des VDA. in Königsberg wird zahllose Binnendeutsche nach Ostpreußen führen. Für sie ist es wichtig, sich über das O st l a n d p r o b l e m, für das dieser Teil des Reiches besonders bezeichnend ist und dem auch der Sinn der VDA- Tagung gilt, klarzuwerden. Nachstehende Zeilen geben hierzu in gedrängter Fülle eine Handhabe. D. Red. Wohin das Auge blickt: Wasser, Wiese, Acker, Wald. Ernst spiegeln sich die dunklen Kiefern in der leichtbewegten Flut, darüber spielt der bunte, von letzten Sonnenstrahlen malerisch gefärbte Abendhimmel in tausend Farben, aus dem hohen Schilf brechen einige Wasserhühner hervor — sonst überall lautlose Stille: das Ganze ein Bild tiefsten Friedens. Und doch brechen gerade jetzt in der Ruhe des Abendfriedens gewaltsam die tiefergreifenden Bilder der letzten bewegten Tage wieder vor mir auf: die wuchtigen Ecktürme des Nationaldenkmals von Tan- nenverg. Der Feldherrnhügel auf dem Schlachtfeld. Der große, unverändert gebliebene Schulsaal in Osterode, in dem die beiden großen Feldherrn des Weltkrieges das Wunder der volkstümlichsten Schlacht des ganzen Krieges schufen. Die 1914/15 so schwer bedrohte und umkämpfte Feste Boyen als redendes Denkmal deutschen Heldengeistes. Und überall die in ihrer Schlichtheit so eindrucksvollen Heldenfriedhöfe mit ihren mahnenden Steinen und Kreuzen. Dann das erschütternde Bild in der Marienburg, wie der soeben zur Verteidigung des Landes herbeigerufene Hindenburg die unübersehbaren Scharen der Flüchtlinge an der Nogatbrücke an sich vorüberziehen läßt ... Erst diese Erinnerungen zeigen uns das Land, dem unser Besuch gilt, im rechten Licht: die wundervolle Gegend, die heute in tiefstem Frieden vor uns liegt, als hätte es nie anders sein können, sie ist doch vor zwanzig Jahren Kriegsschauplatz gewesen. Wir sollen dies nie vergessen! Wie oft ist dieser Boden mit dem Blute deutscher Männer gedüngt und geheiligt worden! Schicksal eines Grenzlandes, deutsches Grenzschicksal: das ist das eindrucksvollste Erlebnis, das Ostpreußen dem aus dem Innern des Reiches kommenden Volksgenossen übermittelt. Mit unnachgiebiger Wucht drängt sich uns die Frage auf, was auch aus unserer Heimat wohl geworden wäre, wenn Ostpreußen gegenüber der östlichen Völkerflut nicht standgehalten, wenn es nicht Wacht im Osten gehalten hätte. O st p r e u - ßens Schicksal ist deutsches Schicksal. Wenn es um Ostpreußen geht, geht es in Wirklichkeit um Deutschland. * Wer freilich glaubt, in Ostpreußen „auf Schritt und Tritt" den Spuren des Krieges zu begegnen, irrt. Hier sind keine Kriegsmuseen in prunkhafter chauvinistischer oder pazifistischer Aufmachung zu „besichtigen", hier hat man nicht die Gräben, Drahtverhaue und Granatlöcher künstlich konserviert, wie so oft an der Westfront, hier gibt es keine geschmacklosen „Kriegsandenken" zu kaufen. Oft ist es nur eine schlichte Tafel, der Name eines Dorfes oder Flusses, der an das Geschehen erinnert. Die zerstörten Häuser aber sind längst aufgebaut worden, wo sich einst Schützengräben hinzogen, geht heute der Tritt der schwarz-weißen Rinderherden oder der Pflug des Landmannes. So hat der Rhythmus friedlicher Arbeit alle Spuren kriegerischer Verwüstung und Verheerung längst verwischt, und so erschließt sich uns hier wieder aufs neue der tiefste Sinn des deutschen Aufbruches von 1914: nicht wegen irgendwelcher außen- oder innerpolitischer Ziele hat sich damals das deutsche Volk- erhoben, sondern um den angestammten Boden zu verteidigen, um dann seiner Arbeit wieder in gesicherter Ruhe nachgehen zu können — nicht um des Krieges willen, sondern um des Friedens und seiner Arbeit willen. Dies gilt nicht nur von der Gegenwart, sondern auch von der Vergangenheit. Denn was Ostpreußen heute ist — mit seinen Fluren, Forsten und Weiden, den entwäsjerten Mooren, den regulierten Flüssen und Kanälen, den Straßen, den Höfen, Dörfern, Städten und Burgen—, das ist doch nur durch jahrhundertelange, immer aufs neue wiederholte mühsame Arbeit geworden, durch die Arbeit des deutschen Bauern und Handwerkers. Einst ging hier durch fast undurchdringliche Wälder der Schritt des Elches, über öbe Sandsteppen wehte dürres Gras; und noch siedlungsfeindlicher erwiesen sich die ausgedehnten, trügerischen Moore — bis der deutsche Bauer kam, vom Deutschen Orden gerufen, und mit ihm der deutsche Handwerker, der deutsche Kaufmann. Der Pflug vollendete, was das Schwert begonnen: die Kolonisation des Ostens. An dieser größten Tat des deutschen Volkes im Mittelalter haben alle deutschen Stämme mit- geholfen. Den Binnendeutschen berührt es bei genauerem Studium des Landes immer wieder eigenartig, wenn er auf Spuren heimischer Bauweise, heimischen Brauchtums, heimischen Volksglaubens oder auch heimischer Lautgebung stößt. Selbst bei flüchtiger Durchreise geben uns aus Jnnerdeutsch- lcmd bekannte Ortsnamen, wie Saalfeld, Osterode, Mohrungen, Gelegenheit, über die Herkunft der ostpreußischen Ansiedler nachzudenken. Bei gründlicher Vertrautheit mit der Landesgeschichte ergibt sich, daß Angehörige derselben Herrschergeschlechter wie im deutschen Binnenraum — als Mitglieder des Deutschen Ordens — sich hier niedergelassen und dann Bauern und Handwerker aus ihrer engeren Heimat als Siedler, Städtegründer und Kulturbringer in das Neuland gerufen haben. Mochten die verschiedenen deutschen Stämme in der eng gewordenen Heimat sich auch feindlich gegenüberstehen: hier auf deutschem Grenzposten verschmolzen sie zu neuer Gemeinschaft, und hierauf beruht auch die innige Volksverbundenheit des Ost Preußentums mit dem ganzen deutschen Volk. Die glänzendsten Zeugnisse dieser großen Kulturarbeit sind die Ordensburgen, die sich — über das ganze Land von der Weichsel bis zum Pregel zerstreut — an den militärisch und verkehrspolitisch wichtigsten Stellen erheben, allen voran die großartige Marienburg, die deutsche Burg schlechthin. Sie ist nicht nur Ritterburg, nicht nur Fürstenschloß, nicht nur Ordensniederlassung, sondern alles in einem — ebenso wie der Deutsche Orden der die höchsten Ideale des deutschen Mittelalters in denen des christlichen Ritters vereinigt, nicht nur ritterliche, sondern auch klösterliche Gemeinschaft war und darüber hinaus Träger eines ansehnlichen, ganz modern verwalteten Staates. Dreierlei macht auf den Binnendeutschen beim Besuch der Marienburg tiefsten Eindruck: die vollendete künstlerische Schönheit, besonders der Jnnen- räume, die man mit Recht als die schönsten Profanbauten der deutschen Gotik bezeichnet hat, ihre Wehrhaftigkeit und schließlich ihr räumlicher Umfang. Dieser erklärt sich nur äußerlich aus den erwähnten vielseitigen Zwecken, der tiefere Grund ist unzweifelhaft darin zu suchen, daß die Burg, wie die anderen Ordensburgen, ihre Entstehung nicht dem partikularistischen Machttrieb und dem Ehrgeiz eines einzelnen Dynastengeschlechtes verdankt, sondern dem zukunftsgläubigen, auf wahrhaft große Ziele gerichteten Streben einer G e - meinschaft, deren Wehrhaftigkeit auf festen Gottesglauben begründet war, deren sittliche Kräfte aus der innigen Verbindung von Christentum und Deutschtum erwuchsen. * * Aber nicht bloß die Romantik der Vergangenheit ist es, die in Ostpreußen den Binnendeutschen stark erfüllt, auch nicht die architektonische Schönheit der Städte, Burgen und Schlösser, oder die landschaftliche, die in den Wanderdünen der Kurischen Nehrung ihre höchste Steigerung findet, sondern das Schicksal der Gegenwart. Bei aller Freude, die eine Ostpreußenfahrt bereitet, stimmt es doch immer wieder sehr ernst, wenn der Ostpreuße an- Staatskommiffar Hans Hinkel. Scherl-Bildmaterndienst Zum Geschäftsführer der Reichskulturkammer berief Reichspropagandaminister Dr. Goebbels den preußischen Staatskommissar Hans Hinkel. Als besonderer Auftrag wurde ihm die Bearbeitung der Verbandsangelegenheiten der in die Reichskulturkammer eingegüeöerten Einzelkammern übertragen. fängt, von „drüben im Reich" zu erzählen, oder den Fremden als „Volksgenossen aus dem Reich" zu begrüßen. Stehen wir denn nicht auch hier auf dem Boden des Reiches? Sind wir denn hier etwa im Ausland? Nie bin ich das Gefühl losgeworden, auf einer Inselzu stehen. Eine Insel ist Ostpreußen gewor- den mit einer neunhundert Kilometer langen ungeschützten Grenze; was das bedeutet, wird erst bann klar, wenn man sich erinnert, baß bie beutsch-franzö- sische Grenze, bie boch ben um ihre „Sicherheit" besorgten Nachbarn im Westen so viel Sorge macht, etwa nur ein Drittel so lang ist. Bebenkt man biese Gefahrenlage ber völlig abgetrennten Provinz, so fallen biefer gegenüber all bie größeren unb kleineren Note unb Mißhelligkeiten, bie bas Diktat von Versailles täglich mit seiner aller wirtschaftlichen und politischen Vernunft Hohn sprechenben Grenzziehung schaffte, nicht allzu stark ins Gewicht. (In Ostpreußen werben nicht weniger als zwölf Eisenbahnlinien zerschnitten.) Viel furchtbarer ist ber sich immer wieber aufbrängenbe Vergleich mit ben bichtbe- siebelten Gegenben „brüben im Reich", besonbers in Mittel- unb Westbeutschlanb. Dort reiht sich Dorf an Dorf, bort stößt Acker an Acker, bort steht bie Inbustriearbeiterschaft in bidjtgebrängten Scharen; hier aber geht ber Blick ungehemmt über bie weiten Flächen unübersehbaren Weibe- unb Ackerlandes, aber auch ber flachen Seen unb Sümpfe. Hier sehen wir nur ba unb bort einen Gutshof, ein Vorwerk, vielleicht ein Dorf, oft kilometerweit keinen Menschen, bort aber herrscht regstes, hastenbes Leben. Hier lautlose, fast unheimliche Stille, bort Volk ohne Raum, hier beinahe RaumohneVolkk Erst wer Ostpreußen so erlebt hat, begreift bas Wort bes Führers, baß im Osten bie beutsche Zukunft liegt in seiner ganzen Tragweite. Denn mit biefer Erkenntnis öffnet sich vor uns ber Blick in ein wirtschafts-, sozial- unb volkspolitisches Ar- beitsfelb ungeheuren Ausmaßes, aber auch eine weltpolitische Zukunft, bie ein europäisches Gleichgewicht auf ben gerechten Ausgleich zwischen Volksboden unb Volkszahl grünbet unb banach ihre großen, f ri e blich en Entscheibungen trifft. Ostpreußen kennenlernen unb erleben, heißt für jeden Deutschen die national- und weltpolitische Sendung des Deutschtums begreifen — in ihrer ganzen Große, aber auch in ihrer ganzen Tragik. Oer große Bär. Von profeffor Or.M. Lindow Wenn jemand gar nichts weiter von der Himmels- funbe weiß, e i n Sternbild kennt er gewiß: ben großen Bären, ber auch als Wagen bezeichnet wirb. Sieben Helle Sterne zeigen uns ein Gefährt mit gekrümmter Deichsel. Um ein Raubtier zu erblicken, muß man eine Anzahl schwächerer Sterne heranziehen, bie gewöhnlich nicht beachtet werben. Unser Sternbilb konnte um so weniger ber Aufmerksamkeit ber Sternsreunbe aller Völker entgehen, als es Abenb für Abenb langsam ben Himmelspol umkreist, währenb anbere nur zu bestimmten Jahreszeiten sichtbar sinb. Reizvoll ist es, zu belauschen, wie mannigfaltige Vergleiche bie schöpferische Phantasie anstellt, um bie schöne Gruppe ber gewohnten Umgebung anzupassen, oft hübet ein Volk mehrere. Die Aegypter glaubten ben Schenkel ober bas Vorberblatt eines Stiers zu sehen. Ober sie faßten bie einzelnen Sterne gefonbert ins Auge als bie sieben stierköpfigen Polbeherrscher. Die Jnber unb Araber bachten an ein Bett ober eine Tragbahre ober an bie sieben inbischen Weisen. Oft spielt die Verknüpfung mit biefer geheimnisumwitterten Zahl eine Rolle, in ben Nieberlanben spricht man von den sieben Märtyrern, in Turkestan dagegen von sieben Dieben. Bald ist der indische Kriegsgott Kar- tikija mit seinen sechs Ammen an den Himmel versetzt, bald ein Meisterdieb mit sechs Gesellen. Die Chinesen erblicken eine Wurfschaufel, aber, als sollte dieser reichlich platte Vergleich wieder gutgemacht werden, läßt ein chinesisches Relief die Gottheiten des großen Bären, von menschenähnlichen und tier- artigen Sternbildern gefolgt, in einer Sänfte an uns vorüberziehen. Schwer belastet wird unser Himmelswagen mit all dem, was die menschliche Vorstellungskraft ihm aufbürdet.; Götter, Menschen, Tiere, Sachen muß er tragen. Ein Topf ist er in Frankreich und Amerika, ein Hifthorn in Spanien, ein Schiff in Portugal, ein Pflug in Irland, der Unterkiefer eines Schweines oder ein vollbeladenes Boot bei den Bewohnern der malaifchen Inselwelt. Die Hindus erkennen einen Elefanten, die Azteken einen Skorpion, die Grönländer ein Renntier, die Berber ein Kamel, bie Römer sieben Dreschochsen. Auch gute ober böse Geister hausen bort. 99 999 von ihnen umwanbern nach dem Glauben der Perser das Höllentor, um den Dämonen den Weg zur Menschenwelt zu versperren. Mancher Papyrus überliefert uns Zaubersprüche und Anrufungen. „Thozopithe, Bärin, Göttin, gewaltigste, die du herrschest über ben Himmel, Königin des Poles, allerhöchste Göttin ber Sterne, schönstrahlenbe Göttin, ... gesetzt zur Wächterin bes Himmles ..., baß sie mit starker Hanb ben Pol brehe, Thozopithe." Ist das Ehrfurcht ober Angst? Nicht immer kommt unser Gestirn gut weg. Nach ben alten Zauberbüchern haben bie bösen Dämonen gerabe ben Bären unb bas Siebengestirn zu ihrem Aufenthalt auserkoren. Da lag bie Versuchung nahe, mit ihrer Hilfe ein wenig zu zaubern. „Nimm Fett von einem schwarzen Esel, einer farbigen Ziege, einem schwarzen Stier, mischte bas mit äthiopischem Kümmel unb räuchere bamit gegen bas Sternbilb!" Ob Wagner, Dr. Fausts Famulus, biese Vorschrift angeroanbt hat? Wenn schon, bann muß er etwas babei verpatzt haben, benn ihm erschien Ababvn, ber Fürst bes großen Bären mit seinen Geistern. Dolle brei Tage umtanzte ihn, in Flammen gehüllt, bas tolle Teufelspack unb spielte ihm jeden Schabernack, den man sich ausdenken kann, wenn man ein rechtschaffener Teufel ist. Doch genug von dem tollen Zauberspuk! Unsere Dichter mögen uns besser beraten! Wie Felsquadern muten uns die Worte des Buches Hiob an: „Kanst du den Morgenstern hervorbringen zu seiner Zeit? Oder den Bären am Himmel samt seinen Jungen herausführen?" Im fünften Gesang der Odyssee entquellen der Harfe des blinden Sängers die Verse „... Der göttliche Dulder hißte das Segel und saß voll Hoffnung fröhlich am Steuer. Auch in der Nacht sank niemals Schlaf ihm über die Lider, wenn er das Siebengestirn und den funkelnden Stern Arktur sah, der erst morgens erlischt, und die Bärin ober ben Wagen. Ihn, ber immer ben Pol umkreist, ber vor dem Orion flüchtet, ber einzige Stern, ber nicht in ben Ozean eintaucht." Ein weiter Sprung über Jahrhunberte hinweg führt uns zu Gottfried Keller, der die Sterne liebte und kannte, wie selten ein Dichter. Sein feines Ohr vernahm die Harmonie der Sphären, seine große Kunst ließ uns allen das aufklingen, was er vernahm. Sein letztes Gedicht ist fein Vermächtnis: „Heerwagen, mächtig Sternbilb ber Germanen, das du fährst mit stetig stillem Zuge über den Himmel vor meinen Augen deine herrliche Bahn, von Osten aufgestiegen alle Nacht! O fahre hin und kehre täg- lich wieder ... Und bin ich müde, o so nimm die Seele, die so leicht an Wert, doch auch an üblem Willen, nimm sie auf unb laß sie mit dir reifen, schulblos wie ein Kinb, bas beine Strahlenbeichsel nicht beschwert ... Ich spähe weit, wohin wir fahren." Neues von Menzel. Aus Briefen an einen Freund Abolph von Menzel war nicht nur ein Meister ber Schilberungskunst mit Pinsel unb Bleistift, sonbern auch als Briefschreiber bewährte er seine scharfe Beobachtungskunst, unb seine Schreiben gehören zu ben geistvollsten, bie wir von bilbenben Künstlern besitzen. Daher bebeuten bie neuen Briefe Menzels an seinen Jugenbfreunb, ben Weimarer Gelehrten Abolf Schöll, ber bort bie Kunstsammlungen unb später auch bie Bibliothek leitete, eine wahre Bereicherung; sie sinb jetzt von Professor Werner Deetjen im Jahrbuch ber Preußischen Kunstsammlungen veröffentlicht worben. Schöll war bem Künstler ein stets hilfreicher Freunb unb Berater. Menzel vergaß ihm nie, baß er sofort für seine Zeichnungen zuKuglers Friebrich-Buch eingetreten war, als sie von verschiebener Seite heftige Ablehnung erfuhren. „Du, damals just von Griechenland zurückgekehrt und freilich welcher Eindrücke voll, fandest mich gerade mitten im Krimskrams des Friedrich-Buchs , schrieb er ihm einmal, „und warst doch mit der Erste, ber mir in einem Brief, ben ich wie alle von bir verwahre, Beifall zurief." Menzel berichtete ihm am 8. Januar 1853 über bie Einbrücke, bie er von einer Reife bes Vorjahrs mit heimgebracht hatte: „Was alte Kunst sagen will, habe ich jetzt erst recht wieber in ber Pinakothek, Glyptothek unb in ber Galerie Belvebere in ben Nieren gefühlt. Jeboch nicht geflennt. Die absoluten Naturfähigkeiten vorausgesetzt, so führen ein reines Wollen, ein konzentrierter Sinn unb Esels-Ausbauer heute auch noch vorwärts. Die Kunst soll nur nicht als ein ewig auf bemselben Stamme zeitweise Vegetie- renbes unb Wachsenbes angesehen werden; bas führt eben zu unsinnigen Parallelen. Der immer anbern Pflanze aus Samen unb Fäulnis ber vorigen ist benn auch kein Ent- unb Verwickelungszustand zu ersparen." Weiter berichtet er, daß' er „mit Erbitterung" an seinem Hochkirch-Bilde schaffe. „Die Abende teilen sich zwischen Arbeiten für die Illustrationen meines großen Werkes über die Armee Friedrichs des Großen und Französischlernen mit meiner Schwester zusammen." Mährend der Reise 1852 hatte Menzel ein seltsames Mißgeschick, von dem der Zinngießer Geis Scholl Mitteilung machte: Am Starnberger See wollte das kleine Genie in ein Boot steigen und fiel babei ins Wasser, zwar wurde er sofort gerettet, aber er hatte sich am Arm verletzt. „Ein Arzt war zur Hand; man zog ihm den Rock aus. Als Menzel nun seinen entblößten Arm sah, rief er aus: „Mein Gott, wie verzeichnet!" Der Arm war nämlich aus» gerenkt unb hatte eine falsche Stellung. Der Arzt renkte ihn schnell wieber ein, bie richtige Zeichnung war hergestellt, unb bie Sache hatte für Menzel keine anberen Folgen, als baß seine geniale Aeuße- rung einen hübschen Beitrag zu seiner Charakteristik liefern wirb." „In meinen Affären habe ich mich einmal wieber im Großen engagiert mit einer Ausgabe — wenn's Gott gibt, baß ich sie leiste: nämlich bes Fritzen Rebe an seine Leute vor bem va banque von Leuthen," melbete er bem Freunbö am 1. Juli 1859. „Es gilt hier, einen moralischen Einbruck zu malen." Bekanntlich gelang bas Menzel nicht: sein granbioses Leuthen-Bild blieb unvollenbet. Nach einer Reise ins „Jobel-Gebirge" im Sommer 1859 sprach sich ber Meister über biese Fahrten aus, bie für seine Kunst so bebeutfam würben: „Mein bißchen spätes Reisen; ist's auch stets noch nur mehr ein Hier- unb Dorthinriechen, mehr Schwalbenflug als Kunst- roanberung gewesen; unbeschabet ber gepriesenen Innigkeit unb Wonne bes Jugenbeinbrucks, so glaube ich boch, ber, an ben bas alles erst später kommt, was freilich bie meisten schon als bumme Jungen erleben, ber genießt aber, auch intensiver. Im übrigen", so fährt er fort, „wie's einmal wieber in ber Welt geht unb steht — genau besehen auch nur bas, was man nachgerabe selbst erlebt, so gab's für ben, ber nicht, wie ich schon seit langem, ein kinbliches Vertrauen hegt in bes großen Gottes Verachtung ber Leute hier unten, immer was zu bangen; nur bie Himmelsgegenb, nach ber geschnobert wirb, ist immer ’ne anbere. Wie gesagt, ber liebe Gott treibt noch immer praktische Politik auf eigene Hanb." Als ihm Schöll 1879 seine Jugenbgebichte zuschickte, ba flieg Menzel bie Erinnerung ans Vergangene lebenbig auf: „Lieber, ich könnte bich beneiden um deine harmlose Rückschaufähigkeit! Mein alterndes Gedächtnis, wie bei jedem für je weiter Zurückliegendes so viel schärfer als für Nächstver- gangenes, macht mir alle die tausend Momente und Situationen jener selten garstigen Zeit so gegenwärtig wie nochmal durchlebt; wo man so als ein Lebens-Rekrut (der beiläufig lange brauchte, bis er an die gemeinen Gesinnungen der Leute glauben lernte und sich entwöhnte, als Scherz aufzunehmen, was schon bloß die helle Bösartigkeit war) — oft gerade wo es galt, zerstreut war oder ratlos linkisch sich herum- und durchschlagen mußte. Und gar was man so gemacht hat, bis nahe genug auf jetzt zu —» konnte ich dreiviertel ungeschehen machen!" Ur. 106 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 8. Mi M5 Deutsche Maiseier in Brasilien Iernsehen,Runi>Wkm!>Me,Riindsuilkhandel. Ä w - U KHZ ä 2 V U ZA W M 'S? _ T । 'S WM ' ' ML n Deutschland bleiben mögen." Dr. Otte: „Der Widerhall, den die Eröffnung des regelmäßigen Fernsehdienstes durch Sie, Herr Reichssendeleiter, in ganz Deutschland gefunden hat, hat sich auch auf den Funkhandel im weitesten Maße erstreckt. Der Funkhandel, der über dreißigtausend Firmen zählt, ist an der Entwicklung des Fernsehens und an dessen tatkräftiger Förderung durch Sie außerordentlich stark interessiert. Bei der Umstellung auf ein völlig neues Gebiet scheint mir besonders die Frage von Wichtigkeit, ob damit zu rechnen ist, daß in absehbarer Zeit ein Fernseh-Volksempfänger oder ein ähnlich preiswertes Gerät auf den Markt gebracht und dem Handel in die Hände gegeben wird." Der Reichssendeleiter: „Ich glaube, daß eine so stürmische und rasche technische und rundfunk- mäßige Entwicklung auch auf die Dauer tiefgreifenden Einfluß auf die wirtschaftlichen Entwicklungen nehmen wird. Ich kann mir, nachdem in den vergangenen Jahren der Volksempfänger seinen Siegeslauf angetreten hat, schon vorstellen, daß ähnliche Ideen heute auf dem Gebiete des Fernsehens auftauchen." Die Vertreter der Rundfunkindustrie und des -Handels äußerten im weiteren Verlauf die Meinung, die Öffentlichkeit könne infolge der intensiven Propaganda für das Fernsehen glauben, daß in verhältnismäßig kurzer Zeit billige Apparate für Fernsehempfang auf den Markt kommen würden, und daß deshalb der Absatz von Rundfunkgeräten stocken könnte. Reichssendeleiter Hadamovsky zerstreute mit folgenden Ausführungen über die künftige Entwicklung die Bedenken der Vertreter der Funkwirtschaft: „Ich glaube, Ihnen beruhigende Aufklärungen geben zu können. Ich will Ihnen verraten, daß ich im Augenblick nur ein einziges Volksfernsehgerät kenne, den F e l d st e ch e r. Die anderen sind noch nicht soweit entwickelt; ich glaube sagen zu können, daß ihre Entwicklung noch eine Reihe von Jahren dauern wird. Nach grundsätzlichen lieber» legungen kann ich das Fernsehen nur als eine neue Linie der Entwicklung neben der bisherigen Rundfunkentwicklung bezeichnen. Wenn Dr. Goebbels auf der Großen Deutschen Funkausstellung die Parole zur Verdoppelung der Rundfunkhörerzahlen ausgegeben hat, so werden wir mit der achten Hörermillion überhaupt erst einmal den Vorsprung eingeholt haben, den eine Reihe von anderen Ländern am 1. Januar 1933, also vor und bei Uebernahme des Rundfunks durch die Nationalsozialisten inne hatte. Inzwischen ist aber auch in den anderen Ländern die Rundfunkentwicklung weitergegangen. Ich prophezeie Ihnen auch für Deutschland neben dem sich entwickelnden Fernsehen noch ein Jahrzehnt der Rundfunkentwicklung, noch ein Iahrzehnt, in welchem der Rundfunkapparat, wie wir ihn heute kennen, durchaus den Markt beherrscht, und in welchem die überwiegende Zahl aller Teilnehmer des Rundfunks Rundfunkhörer im heutigen Sinne fein werden und nicht Fernseher in dem Sinne von morgen. Gewiß wollen wir das Fernsehen zu einer Volksangelegenheit machen. Ich habe aber niemals Zweifel darüber gelassen, daß hierzu noch ein Kampf und eine Entwicklung von Iahren erforderlich sind. Wir sind uns völlig darüber im klaren, daß wir erst einmal Sender hinstellcn müssen, bevor überhaupt die Entwicklung des Empfangswesens genügend vorschreiten kann Es wird also bei der neuen Großen Funkausstellung im August 1935 zwar das Fernsehen in einer Weise im Mittelpunkt der Ausstellung stehen, daß diese Ausstellung damit das Interesse der ganzen Welt erregen wird. Daneben aber werden ebenso sehr der Volksempfänger VE 301 und der heutige bekannte Rundfunkapparat die Grundlage der Funkausstellung bilden. Das Fernsehen wird sich nach unserem Programm auf der Senderseite rasch, auf der Empfangsseite allmählich und schrittweise entwickeln. Infolge j)er heute noch vorhandenen Kompliziertheit der Fernseh-Empfangsapparate und ihrer entsprechend hohen Preise, kommt es daraus an, gute, hochwertige und brauchbare Fernseh-Empfänger überhaupt erst einmal in dem benötigten Umfange zu produzieren. Ich bin der Ueberzeugung. daß ähnlich, wie der Volksempfänger der Rundfunkwirtschaft einen nie geahnten Gesamtaufschwung gegeben hat, auch die Entwicklung des Fernsehens nicht nur zusätzliche Kulturmöglichkeiten, sondern darüber hinaus auch zusätzliche Wirtschaftsmöglichkeiten schaffen wird. Das qrötzte Erbbiologische Institut Deutschlands in Frankfurt Frankfurt a. M., 7. Mai. (LPD.) Nachdem der Fortbestand der Johann-Wolfgang-Goethe-Uni- versität in Frankfurt gesichert war, ist die Universität dank der tatkräftigen Forderung durch Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs durch die Angliederung des Erbbiologischen Instituts erweitert worden.'Zum Leiter dieses Instituts wurde Prof. Freiherr v. Verschner berufen, der bereits mit feinem Oberarzt hier weilt und im Vortragssaal des Hauses der Gesundheit seine Vorlesungen aufgenommen hat. Als Räume für das neue Institut, das das größte und be st eingerichtete in ganz Deutschland sein wird, hatte man anfangs den Sandhof und das Städtische Krankenhaus in Sachsenhausen in Aussicht genommen. Da aber in diesen Gebäuden nicht genügend große Räume zur Verfügung standen, griff man auf das Gebäude der Ortskrankenkasse zurück, das am besten für den gedachten Zweck geeignet ist. Im zweiten Obergeschoß des „Hauses der Das Einjährige. 23 on 3- S. Dang Recht gut entwickelt, auf Papa kopiert und auf Menschenähnlichkeit vergrößert, erlebt das Einjährige seinen Geburtstag inmitten der begeisterten Anverwandten. Da es erst um 20 Uhr auf die Welt fam, könnte es, wenn es das konnte, jetzt beim Nachmittagskaffee feststellen, daß es vor einem Jahr überhaupt noch nicht da war. Es tut das nicht, da es bei der Fülle des Gebotenen ganz andere Dmge zu tun hat; es fitzt auf dem Schoß der Großmutter, fühlt sich herrlich geborgen auf diesem kindergewohnten Polster und sucht das Leben in natura zu fassen. In seinen großrunden, blanken Augen spiegelt sich diese kleine Welt ringsum, deren Dinge noch keine Namen haben, der Mund gibt alles her, was er an Worten hat: baba, baba, mama, gibt es her wie ein Erstaunen unb einen Triumph auf bie unerhörte Sprachleistung^. bie Beine, auf benen man weiß Gott woher plötzlich stehen und wahrhaftig sogar schon ein wenig gehen kann — wenn die Sache auch noch bedenklich schwankt — sie strampeln in Ungeduld, und die Hände sind in ständiger Bewegung und suchen — wie gesagt — das Leben zu fassen, und fassen mit einem jauchzenden Frohlocken zu und fassen — Großmutter gibt gerade eines ihrer famosen Kuchenrezepte preis — bie frisch gefüllte Kaffeetasse, bie sich nun entgegen ihrer Bestimmung auf das herrlich weiße Tischtuch entleert. Und siehe da, nun zeigt sich der Vater — auch für ihn jährt sich heute die Würde — als Mann, der weiß, daß ihm kraft bürgerlichem und natürlichem Gesetz Autorität zustehen sollte, und legt die Stirn in Falten, gibt dem Blick die notwendige Strenge, schluckt, weil sofortiges Eingreifen nötig ist, den Bissen ungekaut hinunter und öffnet den Mund zu Tadel und Mißbilligung. Erschrocken — o nein, nicht durch Stirn, Blick unb Tabel, sonbern burch bie zum Fingerbab wenig geeignete Tempe- tur ber Flüssigkeit — verzieht bas Einjährige bas Mäulchen, bie blanken Runbspiegel ränbern sich mit Wasser, ber Fäustchen zittern, unb bie Enttäuschung über bie unvollkommene Welt, in ber auch ber Schmerz Sitz unb Stimme hat, bricht aus bem Duabrat ber auseinanbergeriffenen Kiefer anflagenb los. Mitten im Schreien aber hält bas Einjährige einen Augenblick ein, sucht bie Mama unb legt, weil sie unerreichbar brüben auf ber anbern Seite sitzt, noch einige Tonstärken zu. „Warum schreist bu bas arme Kinb auch so an", schimpft bie Großmutter gegen ben autoritätsbesessenen Sohn, beugt sich zum Enpelkinb unb finbet plötzlich nach zwanzig, fünfunbzwanzig, dreißig Jahren, nach fünfzig, wenn es sein sollte, die urewigen Tone, Laute, Worte, Bewegungen wieder, mit denen eine Mutter wie durch Zauberspruch dem enttäuschten Kinde das Leben wieder schmackhaft macht. „Und übrigens", sagt sie zwischendurch und sieht ben Sohn mißbilligenb an, „bas Tischtuch müßte boch gewaschen werben, weil bu jetzt beinen K^' e- löffel braufgelegt hast." Unb als sei bies bie letzte Formel bes Zauberspruchs, versiegen Augenwasser unb Schreien, unb bas Einjährige tastet aufs neue vor unb sucht, wo immer man bas Leben sonst noch packen konnte. Jugenbwo muß es boch Dinge geben, bie schon finb, auch ohne wehzutun. Der Frühjahrsradi. Von Julius Kreis. Der Kneiphof liegt unter bem lichtgrünen Balba- chin bes jungen Kaftanienlaubes Noch finb nicht viele Gäste ba. Einige Frauen wollen nach bem Markteinkauf schnell ein Glas „mitmachen", ein Arzt braucht zwischen zwei Patientenbesuchen eine kleine Stärkung. Ein Rechtsanwalt vor bem Gang zu Gericht, noch ein paar Mappenherren, bie sich vor ber trockenen Büroluft hier noch ein bißchen gütlich tun wollen. An einem Faß finb zwei gut unterwachsene vollblütige Münchener vor Anker gegangen. Aeltere Herren. Man sieht ihnen an, baß sie sozusagen Bier- Veteranen finb, aus ber ganzen Art, ben Krug zu heben, ben Schaum vorsichtig anzublasen, aus bem ersten, roürbigenben Schluck, aus allem Drum unb Dran. Der eine nimmt wie einen köstlichen Schatz aus ber Hinteren Rocktasche einen Rabi heraus unb wickelt ihn mit fast zärtlichen Fingern aus bem Papier, hebt ihn am Schwanz in bie Hohe unb läßt ihn voll Wohlgefallen ein wenig baumeln. „Am Markt hab i ’n mitgnomma. Js halt no a Delikateß, so an Fruahjahrsrabi, kost a fchons Gelb, aber manchmal muß ma fi halt boch a bißl was Extras zuaklaubn!" Der anbere voll sachlicher Teilnahme: „Ja, jetzt san s' am besten, be junga, be Ham halt no ben richtigen Saft, ben feina Biß, — bes Ham f im Juli unb August nimmer. Was berf jetzt so oaner foftn?..." „Mei, bes trau i mir gar net fagn. Js ja fast a Sünb für an Rabi. Dreißig Pfennig!" Der anbere nickt respektvoll, aber resigniert. „Wissen S', es hätt a oa fünfazwanzg gehn, aber ba reut mi bes Fünfer! net, i schaug's net o, wenn man was Richtigs brum friagt. An Rabi kenn i's glei am Griff, o, was er is. — Net be größeren nemma, Jan net allweil be bessern. Am Gwicht muaß ma's kenna, a Gfui muaß ma Ham dafür.. Der glückliche Besitzer schneidet seinen Radi nun voll Hingabe, Erfahrung und Können zurecht. Sein Gegenüber verfolgt jeden Schnitt wie ein Wohlwollender, aber durchaus kritischer Schiedsrichter. „Hoaßt's allweil, wer guat Radi schneidt, kann guat tanzen. No, des trifft so weit zua. Als a Junger, sehng S' Herr Nachbar, da hab i fürs Leben gern gflanflt, jetzt lassn halt d'Haxn aus und über» Haupts... Mir is so a Radi glei lieber wie alle de Danz. Als a Junger versteht ma’s ja net, was guat is. Aber de Ham schließli aa wieder recht. — Sodala!" Der Radi ist schön sauber unb bünn- blättrig fertig geschnitten. Kein Fehl ist baran. Er wirb sorgfältig, eine Präzisionsarbeit, burchgesalzen. „Des muaß ma halt aa im Gfui Ham! A Körnbl z' vui, scho werb so a zarter Rabi z' raß — a Körnbl z' roeni, na hat er scho nimmer be richtige Boaz. Jetzt lassen ma ’n amol ausrooana, den Bruader! (Zum Rabi geroenbet:) So, ziag nur scho o! Bist as scho wert, beine breifeig Pfennig!" Der Rabi kommt nach unb nach schön ins Weinen. Zwei Augenpaare ruhen liebevoll auf ihm. „Z'vui berf er aa net boazn, fünft verliert er sein Saft. Jetzt moan i, roars grab recht." Mit ber Stilettspitze hebt ber glückliche Besitzer vorsichtig einige Blättchen auf, um sich zu überzeugen, ob ber Rabi „zeitig" ist. Hat'n scho! Unb nun mufe man bas Opfer ermessen, bas Höflichkeit, gesellschaftliche Formen, ber „Ghört fi" von bem Rabi-Jnhaber verlangen. Er weist mit bem Stilett einlabenb auf bie saftige Wurzel unb sagt — mit ganz leisem, zagem Hoffen, baß vielleicht boch eine Ablehnung erfolgt: „Mögn S' net probieren, Herr Nachbar?" Der tut ein bißchen scheniert unb sagt: „Mei, is ja a so net vui bro, aber i bin halt so frei!" Er kann ber Lockung nicht wiberstehen. Die ersten Blattln werben beiberfeits mit einem Schluck besiegelt. Der Gast lobt aus vollem Herzen, nicht nur, weil ber Rabi wirklich prima ist, sonbern natürlich auch aus Dankbarkeit für bas Gastgeschenk: „Da ham S' aber wirkli was Feins erwischt. Wia junge Spargl schmeckt er. Rabikaffa muaß ma aa versteh!" Der Rabiinhaber nickt stolz. Er hebt wieder mit zierlich gestellten Fingern ein Blättchen empor. „Js ma glei liaber wia a Weißwursch", sagt er. „Sehng S', a Weißwurscht — a Ruck und a Druck unb brunt is! I sag nix bagegen. Aa was guats! Aber so a Rabi, ber hebt halt. Unb a Weißwurscht gibt's im Winter aa, aber mit’m Jahr muafe ma geh!" Der Gegenüber pflichtet eifrig bei. Er sagt, baß er sich aus Weißwürscht überhaupt nichts macht. „Mögn S' no a Blattl?" — „Bin so frei." — „Ko i ja fast net oerantroorfn, baß i bei Eahnan Rabi ba so mithalt..." — „Jetzt is fcho gleich, Herr Nachbar. Im Sommer ko a jeber Rabi effn. Da gibt’s mir gar nimmer so vui ab." Beibe anbächtig: „Im Fruahjahr, ba fan f am beftn..." Gar is er, ber Rabi. — Der Spenber fühlt sich wie ein Fürst, ber einen Fremben zu herrlichem Mahl gebeten hat, ber Gast wie ein reich Beschenkter, bem bas Märchen begegnet ist. Glückliche Viertelstunbe unter ben Kastanien beim Frühjahrsrabi. Deutsche Bauern auf rumänischer Schotte Weit abgefprengt von Deutschland) lebt im Siebenbürger Lanb rund eine Viertelmillion Deutsche, die erst in ben letzten Tagen ein Bekenntnis zum Deutschtum ablegten. „N eues V o l k", bie Blätter des Rassenpolitischen Amtes ber NSDAP, berichten in einem Bildartikel von ben (Siebenbürger Deutschen. Aus bem Antlitz bes beutschen Bauern in Siebenbürgen erkennen mir bie rassische Verbundenheit mit unserem Volke. Nicht irgendeine Zufälligkeit bindet ihn an fein Deutschtum, es ist die Stimme bes Blutes, bie ihn an seine Art mahnt. „Neues Volk" gehört in bie Hand eines jeden Volksgenossen, ber Aufklärung über bie so wichtigen rassen- unb bevölkerungspolitischen Fragen sucht. Nationalsozialist werben heißt, bie Rassensrage in ihrer Tiefe unb Breite begriffen zu haben, unb daher sollte jeder sich bie ©runblagen ber Rassenlehre burch „Neues Volk" erarbeiten. — „Neues Volk" ist zu beziehen burch ben Verlag „Neues Volk", Berlin SW 19, Linbenstraße 44. Hochschulnachrichten. Der ordentliche Professor der Rechtswissenschaft an der Universität Königsberg, Dr. jur. E. Genzmer, ist mit Wirkung vom 1. Oktober dieses Jahres an in gleicher Eigenschaft an die Universität Frankfurt berufen worden, wo er die durch die Wegberufung von Professor Boeh - mer frei gewordene planmäßige Professur für antike Rechtsgeschichte, Privatrechtsgeschichte der Neuzeit und Rechtsverkehr übernimmt. Der ordentliche Professor der pharmazeutischen Chemie in Frankfurt, Dr.-Jng. Hugo Dieter 1 e ist mit der stellvertretenden Leitung des Instituts für Nahrungsmittelchemie, soweit die Erledigung unterrichtlicher Ausgaben in Frage kommt, beauftragt worden. Gesundheit", in dem früher die Zahnklinik untergebracht war, hat nunmehr das neue Institut sein Heim gefunden. Der notwendige Umbau ist zur Zeit in vollem Gange. In der Hauptsache handelt es sich um das Herausnehmen von Zwischenwänden und das Aufstellen neuer Wände. Die Umbauarbeiten werden von dem Erbauer des Hauses der Gesundheit, Architekt Ernst B a l s a r geleitet. In unmittelbarer Nähe des Paternosters und der Haupttreppe wird die Aufnahmestation eingerichtet werden. Ihr gegenüber bekommt die Polyklinik ihren Platz, daneben die Untersuchungsräume, die Röntgenstation und der Photoraum. Außerdem wird ein umfangreicher Archivraum eingerichtet. An der Mainseite befinden sich die Krankenzimmer. Hier werden in Einzel- und Doppelzimmern 12 Betten aufgestellt. Auch die Teeküche wird an dieser Seite ihren Raum haben. Die Verpflegung der hier untergebrachten Patienten erfolgt vom Städtischen Krankenhaus aus. Aus der provinzialhaupistadi. Balkon-Premiere. Lange genug hat er in einsamer Vernachlässigung getrauert, lange genug hat er endlose Monate hindurch nur Frost und Langeweile erlebt, der Balkon vor unserem Fenster. Nur der Schnee und bestenfalls die Spatzen haben sich auf ihm niedergelassen, und der Weihnachtsbaum, der sechs Tage lang bis zum heiligen Abend auf ihm gelegen, blieb das einzige Abenteuer, das seinen öden Stunden beschert war. Er hat erbärmlich gefroren, während wir behaglich am Kachelofen geplaudert haben, und war er im Sommer der begehrteste Fleck der ganzen Wohnung, so hat er sich später sieben Monde lang als überflüssiges Gemäuer fühlen müssen. Dem soll nun anders werden! Der stolze Augenblick ist gekommen, in dem der Balkon wieder in die Geschichte des Alltags eintritt, ein neugekrönter König des Wohnungslebens, ein großzügiger Spender sommerlicher Freuden. Man kann uns nicht Übelnehmen, daß wir im Winter mehr an Kohlen oder Skistiefel gedacht haben als an Balkons und Geranienzucht. Aber unter der Oberfläche hat die Sehnsucht nach den paar Quadratmetern Zementboden still geglimmt wie ein Fünkchen in der Asche. Das offenbart sich jetzt in den ersten warmen Sonnentagen mit großer Deutlichkeit. Mit einem Mal können wir es gar nicht mehr abwarten, dort draußen zu sitzen und die Nase vergnügt in die blaue Luft zu stecken. Wir blicken prüfend zum Himmelgewölbe und ermutigend auf das Thermometer, wir besprechen-mit Ausführlichkeit die Frage, ob man schon kann oder ob man noch nicht kann, und wir machen uns gegenseitig Mut mit Bemerkungen wie: „Wenn man sich eine warme Jacke anziehen würde ..." oder „Denk nur im vorigen Jahr, da haben wir schon ..." Der Balkon lockt, aber der Schnupfen lauert. Und wenn der wahre Balkonfreund auch von letzterem nicht spricht, so weiß er doch aus Erfahrung, daß der Weg zum ersten Kaffeestündchen auf der geliebten Plattform häufig mit Schnupftüchern gepflastert ist. Doch erst in der Nichtachtung schlechter Erfahrungen zeigt sich die wahre Liebe. Und so sitzen wir denn eines Tages draußen, blinzeln in die Sonne und übertönen das Frösteln in unseren klammen Gliedern mit begeisterten Ausbrüchen über die schon so bemerkenswerte Milde der der frühlingsfrischen Luft. In den Drogerien aber geht das Terpentin. Denn die Balkonmöbel müssen gestrichen werden, und Oelfarbe bekommt man nur mit Terpentin vom Jackenärmel. Für jeden zünftigen Balkonling ist das Anstreichen seines Inventars einfach Ehrensache. Und wenn es nicht der Tisch oder die Klappstühle sind, so müssen es wenigstens die Blumenkasten sein. Mit edlem Eifer und vielen Spritzern wird dann der Pinsel geschwungen, zur Erbauung der umstehenden Kinder, zum Grame aber der fleckenentfernenden Hausfrau. Und nun rückt ein zweites, brennendes Problem in den Vordergrund, das ist die botanische Frage. Die Frau will Geranien und der Mann will Petunien und die Kinder wollen Kresse. Ein jedes kann dabei bekräftigend auf knallbunte Samenbeutelchen rotifen, deren optimistische Aufdrucke gerade diesem Inhalt eine unerhörte Blütenpracht verheißen. Die Sache endet, wie sie enden muß, mit einem Kompromiß. Man beschließt, durch verschiedenartigste Aussaat dem Balkon die reizvolle Note pflanzlicher Vielfalt zu verleihen. Mutter wird dann in diesem Jahr bestimmt die roten Stuhlkissen nähen, und Vater wird die Markise diesmal mit Sicherheit reparieren. Und so wollen wir nun beginnen mit dem romantischen Leben draußen hoch über der Straße, Freunde! Lasset uns mit Würde auf die weißlackierten Stühle setzen und die Balkonsaison mit geziemendem Frohsinn eröffnen! Lasset uns freigiebig die junge Aussaat begießen, und laßt uns die neuen Geranienpflänzchen mit Hingabe und künstlich bedüngen, laßt uns die erste Bowle im Freien anrühren und des Abends den bunten Lampion entzünden! Auf daß uns bei der Premiere der Schnupfen erspart bleibe! H. B. v. M. Besuche beim Herrn Reichsstatthalter nur Mittwochs. LPD. Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung teilt mit: Publikumsbesuche bei dem Herrn Reichsstatthalter können regelmäßig Mittwochs zwischen 11 und 13 Uhr in seinem Amtsgebäude in Darmstadt, Neckarstraße 7, stattfinden. Die Besuche müssen jedoch rechtzeitig vorher schriftlich angemeldet werden unter kurzer Angabe des Sachverhalts und des Besuchszwecks. Lan dschastsbund Bolkstum und Heimat. Ottering Gießen. Der Singkreis Gießen und der Volkstanzkreis Gießen im Landschaftsbund Volkstum und Heimat find z. Z. im Neuaufbau ihrer Arbeit begriffen. Es ist daher jetzt der Zeitpunkt günstig zum Beitritt neuer Mitglieder. Alle Volksgenossen, die deutsche Hausmusik und deutschen Volkstanz lieben, sind herzlich willkommen. Anmeldung zum Singkreis bei Otto S i e g - l e r jeden Mittwoch, 20.15 Uhr, im Zeichensaal der Schillerschule (Chorbuch: „Gesellige Zeit"), Anmeldung zum Dolkstanzkreis bei Karl B e n k Donnerstags, 20.15 Uhr, in der Turnhalle der Schillerschule. Im Volkstanzkreis ist die Beteiligung frei, der Singkreis erhebt von den ordentlichen Mitgliedern einen monatlichen Beitrag von 20 Pf., von den außerordentlichen Mitgliedern 40 Pf. In den Singkreis eingegliedert ist die „Arbeitsgemeinschaft für alte Musik" (Streicher, Blockflöten, Viola da Gamba, Cembalo, Bärenreiter, Kallmeyer). Besondere Spielabends Oie Hitlerjugend errichtet Zeltlager! Ein Zwiegespräch. „Heil Hitler!" Karl! — Heil Hitler! Du, sag mal Karl, gehst du eigentlich auch mit in das Zeltlager von unserem Bann? Mensch! wie kannst du so etwas überhaupt fragen, das ist doch ganz klar. Du vielleicht nicht? Doch, wahrscheinlich, aber genau weiß ich es noch nicht. Ich hab' es nämlich nicht so einfach wie du, ich stehe im Beruf und da hält es ziemlich schwierig, ein paar Tage zum Besuch unseres Zeltlagers frei zu bekommen. Du als Schüler hast es darin bedeutend leichter, als ich. Aber das macht doch gar nichts, Heinz! Da gehst du ganz einfach zum Gefolgschaftsführer und sprichst mit ihm Über die Sache. Der setzt sich dann mit Deinem Meister in Verbindung und bittet diesen, dich für die acht Tage des Zeltlagers zu beurlauben. Ja, das schon, aber glaubst du, mein Meister wird mich freigeben? Das glaube ich bestimmt, denn ein richter Meister weih, daß in einem Zeltlager der HI. etwas gelernt wird, was dem Jungen, der bei ihm in der Lehre oder in Arbeit steht, auch beruflich zugute kommt, und er weiß fernerhin, daß dort die richtige Volksgemeinschaft zu finden ist. Und dann weiß er weiterhin, daß sein Lehrling, wenn er aus dem Lager zurückkommt, nochmal so gerne und freudig wieder an seine Arbeit zurückkehrt. Ja natürlich, das würde ich ja dann auch tun, und ich würde ihm dadurch danken, daß ich soviel als möglich arbeiten und lernen werde. Ich geh am besten gleich mal zum Gefolgschaftsführer! Heil Hitler! — Heil Hitler! Wegen Meineids vor dem Schwurgericht. Am gestrigen Dienstag fand die erste Schwurgerichtssitzung beim Landgericht Gießen statt. Als erster Fall wurde gegen den 23jährigen Friedrich S ch r e i tz und den 68jährigen Julius König, beide aus Bad-Nauheim, verhandelt. Der Angeklagte Schreitz war wegen Meineids und der Angeklagte König wegen Verleitung zum Meineid angeklagt. Der Angeklagte Schreitz, der nack der Schulentlassung bei dem Angeklagten Könia das Metzgerhandwerk erlernte und heute noch bei diesem bedienstet ist, hatte am 21. Dezember 1933 als Zeuge in der am Amtsgericht Bad-Nauheim anhängig gewesenen Ehescheidungssache des Angeklagten König unter Eid unwahre Angaben gemacht. U. a. hatte Schreitz unter Eid ausgesagt, daß die Ehefrau des Angeklagten König sowie deren Tochter öfter in ein Cafä gegangen seien und er sie dort auch öfter habe sitzen sehen, obwohl die Familie König wirtschaftlich sehr zu kämpfen gehabt habe. Außerdem machte der Angeklagte Schreitz vor Gericht Angaben über von einem Zeugen R. dem Angeklagten König gegenüber gemachte Aussagen, die die Ehefrau König betrafen, aber der Wahrheit nicht entsprachen. Weiterhin behauptete in der gestrigen Hauptverhandlung der Angeklagte Schreitz, daß außer ihm die als Zeugin vernommene I. ebenfalls jene Angaben auf ihrem Lauscherposten hörte. Der Angeklagte Schreitz behauptete, während der Unterredung des Angeklagten König mit dem Angeklagten R., hinter der Türe stehend, sich Notizen über den Inhalt des Gespräches gemacht zu haben, während ihm zur Last gelegt wird, diese Notizen, die in der heutigen Verhandlung als Beweismittel Vorlagen, an einem Abend geschrieben zu haben, als die Zeugenladung ihm zugestellt worden sei, und zwar solle der Angeklagte König ihm dies vor- geschrieben haben. Dem Angeklagten König wurde zur Last gelegt, den Angeklagten Schreitz zum Meineid angestiftet zu haben, indem er einige Zeit vor dem Termin am 21. Dezember 1933 dem Angeklagten Schreitz dessen zu machende Aussage schriftlich niedergeschrieben und ihn veranlaßt habe, dies, als der Wahrheit entsprechend, zu beschwören. Außerdem hatte der Angeklagte König einen gewissen Sch. zum Meineid verleiten wollen. Die beiden Angeklagten bestritten in der heutigen Hauptverhandlung jede ihnen zur Last gelegte Straftat. Zwei während der Untersuchungshaft seitens des Angeklagten König an Jemen Schwager gerichtete Kassiber, die beschlagnahmt worden waren, belasteten diesen Angeklagten ebenfalls. Zum Zweck der Aufklärung oes Sachverhalts mußte eine umfangreiche, mehrere Stunden andauernde Beweisaufnahme stattfinden. Hier waren es besonders die Zeugen R. und I., die die Angeklagten stark belasteten. Von feiten der Verteidigung wurde durch Kreuzfragen festgestellt, daß Unstimmigkeiten, in der Präzision der Angabe dieser beiden Zeugen vorhanden waren. Nach beendigter Beweisaufnahme standen Aussage gegen Aussage, daher nahm die Beweisaufnahme auch sehr viel Zeit in Anspruch. Nach kurzer Pause begannen die Plädoyers. Der Vertreter der Anklage hielt auf Grund der stattgefundenen Beweisaufnahme beide Angeklagte für überführt. Er beantragte gegen den Angeklagten Schreitz eine Zuchthaus ft rafevoneinem Jahr sechs Monaten wegen Meineids und für den Angeklagten König wegen vorsätzlicher Anstiftung zum Meineid in zwei Fällen unter Bildung einer Gesamt st rase 3 Jahre Zuchthaus, Aberkennung bei beiden Angeklagten der Fähigkeit als Zeugen bzw. Sachverständigen und die erlittene Untersuchungshaft wegen des hartnäckigen Leugnens der beiden Angeklagten nicht anzurechnen. Die Verteidigung hielt eine Ueberführung der beiden Angeklagten für nicht erwiesen und beantragte Freisprechung derselben. Nach halbstündiger Beratung verkündete das Gericht folgendes Urteil: „Der Angeklagte S chrei h wurde wegen Meineids zu einer Zuchthausstrafe von elnemIahr unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft von vier Monaten, der Angeklagte König zu einer Zuchthausstrafe von 2 Jahren unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Schreitz wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren und König auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt, sowie bei beiden Angeklagten auf dauernde Eidesunfahig- kelt als Zeuge und Sachverständige erkannt. vorerst nach Übereinkunft. Instrumentalisten und Sänger sind besonders willkommen. Atteriumsfunde sind zu melden. LPD. Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung teilt mit: Das hessische Denkmalsschutzgesetz vom 16. Juli 1902 ordnet an, daß Ausgrabungen nach Bodenaltertümern nur mit Genehmigung des Denkmalspflegers erfolgen können, und daß gelegentliche Funde durch den Eigentümer des Grundstücks oder der sonst Verfügungsberechtigten fpäteftens am folgenden Tage der Bürgermeisterei oder dem Kreisamt gemeldet und zur wissenschaftlichen Bearbeitung an den zuständigen Denkmalspfleger abgeliefert werden müssen, wodurch das Eigentumsrecht nicht berührt wird. Zum Zwecke einer möglichst vollständigen, rechtzeitigen und sachgemäßen Erfassung der Bodenaltertümer werden diese Bestimmungen in Erinnerung gebracht und außerdem angeordnet, daß die Meldung spätestens am folgenden Tage direkt an den zuständigen Denkmalspfleger zu erfolgen hat (für Starkenburg und Rheinhessen an Professor Dr. Behn, Mainz, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, für Ooerhessen an Dr. Richter, Gießen, Oberhessisches Museum). Bei Funden auf fiskalischem oder Gemeindeeigentum haben die zuständigen Beamten, bei Arbeiten der Kultur- und Bauämter die aufsichtsführenden Beamten dem Denkmalspfleger Meldung zu erstatten, wenn solche nicht schon durch den Finder selbst erfolgt ist. Bei allen Bodenarbeiten sind die Arbeiter auf die Möglichkeit solcher Funde, auf die Pflicht zur sorgsamen Behandlung und Anmeldung derselben und auf deren Bedeutung für die Kenntnis der nationalen Vorgeschichte hinzuweisen. Schwerer Verkehrsunfatt. Am gestrigen Dienstag ereignete sich zwischen 9 und 10 Uhr auf der Straße Heuchelheim—Gießen ein schwerer Verkehrsunfall. Der Lenker eines Lieferkraftwagens einer Dorlarer Firma wollte auf der Fahrt nach Gießen drei Jungen im Alter von 14 bis 15 Jahren, die auf der Straße nebeneinander fuhren, überholen. Der Kraftfahrer gab Signal, die Jungens versuchten darauf, hintereinander zu fahren. Der jugendliche Zigarrenarbeiter Ernst Römer, der am linken Flügel der Gruppe fuhr, wollte plötzlich, um nicht zu Fall zu kommen, links ausweichen. Er tat es aber im gleichen Augenblick, als das Auto bereits auf gleicher Höhe war. Das Unglück war nicht mehr zu verhüten. Der Junge wurde zu Boden geschleudert, erlitt eine klaffende Wunde am Hinterkopf sowie einen Armbruch und wurde besinnungslos in die Klinik nach Gießen gebracht. Der Kraftwagenführer des Lieferwagens bemühte sich sofort um den Verletzten. Die Polizei nahm den Tatbestand auf. Grenzen des Abzugs von Beiträgen an Berufsvereinigungen. Aus den Mitteilungen, die der Wirtschaftsprüfer Hermann Will (Gießen) regelmäßig herausgibt, lesen wir folgendes: „Auch nach dem neuen Einkommensteuergesetz sind Beiträge an Berufsvereinigungen als Werbungskosten abziehbar (§ 9 Ziffer 3 EinkStG.). Ein Steuerpflichtiger hatte nun auch den Abzug derjenigen Ausgaben verlangt, die ihm dadurch entstanden sind, daß er regelmäßig Veranstaltungen seines Berufsverbandes besuchen mußte. Der Reichsfinanzhof hat diesen Abzug abgelehnt. Er steht auf dem Standpunkt, daß die Teilnahme an Veranstaltungen von Berufs- und Standesorganisationen für jeden Steuerpflichtigen notwendig sei, und daß deshalb die Sonderausgaben bei Besuch von Veranstaltungen, die private Lebenshaltung betreffen, nid)t aber den Beiträgen, die das Gesetz allein ausdrücklich für abziehbar erklärt, gleichgestellt werden dürfen (RStBl. 1935, S. 414)." Daten für den 9. Mai. 1688: Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, in Potsdam aeftorben (geboren 1620); — 1760: Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, Stifter der Brüdergemeinde, in Herrenhut gestorben (geboren 1700); — 1796: Joseph Meyer, der Gründer des Biographischen Instituts, in Gotha geboren (gestorben 1856); — 1805: Friedrich v. Schiller in Weimar gestorben (geboren 1759); — 1843: der Maler Anton v. Werner in Frankfurt a. d. O. geboren (gestorben 1915); — 1907: der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach in Weimar geboren. vocnotizen. — Tageskalender f ü r Mittwoch: NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Sport- kurfe, 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Volksbad: Schwimmen. — Stadttheater, 19,30 bis 22,15 Uhr: „Madame Butterfly". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Freundin eines großen Mannes". — Gas-Gemeinfchaft Gießen, 20 Uhr, Caf6 Leib: Bunter Gas-Abend. — B. O. Gießen, 20,30 Uhr im Hindenburg: B. O.-Adend. — Stadttheater Gießen. Heute, 19.30 Uhr, zum ersten Male die Oper Puccinis „Madame Butterfly"; diese Opemaufführung bildet die vierte Oper im Opern-Zyklus des Spielplans. Leitung haben W r e d e und C u j e; die Hauptpartien liegen bei Maria Perry und Heinz Weiser. Ende 22.15 Uhr. — Zwei bunte Gasabende. Die Gasgemeinschaft Gießen veranstaltet am heutigen Mittwoch und morgigen Donnerstag jeweils im Saale des Cafe Leib bunte Gasabende, die eine Fülle der unterhaltenden und lehrreichen Darbietungen bringen werden. Frau Johanna Kalbfleisch wird einen Vortrag über das Thema „Wege zur billigen Küche" halten. Kochvorführungen auf modernen Gasherden find ebenfalls vorgesehen. Kost^ proben von der Edeka und der Metzgerinnung gelangen zur Verteilung. Im unterhaltsamen Teil der Veranstaltung wirken Mitglieder des Gießener Stadttheaters Hansi S a l z m a n n, Paul Nieren, Luise Decker, Gert Geiger und Hans Seitz mit. Maja von Rabenau wird mit einem Kinderballett ebenfalls zur Unterhaltung beitragen. Für musikalische Darbietungen sorgt die Kapelle E i n b r o d. Die ermäßigten Voroerkaufskarten sind ab heute nur bei Rud. Rödiger, Walltor st raße 35, bei August Wallenfels, Marktplatz 17, und im Städtischen Gaswerk, Gartenstraße 3, I erhältlich. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht. — Relchsbahn-Svnderzug nach Oberstdorf. In der Zeit vom 25. Mai bis 2. Juni verkehrt ab Frankfurt a. M. ein Reichsbahn-Sonderzug (große Fahrpreis-Ermäßigung) nach Oberstdorf. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. * ** Gegen d ie böswillige Verunrei» nigung Des Lahnwafsers. Die Polizeidirektion hat schon mehrfach darauf hingewiesen, daß vorsätzliche und fahrlässige Verunreinigung des Lahnwassers strafbar ist. Das Wersen von Unkraut, Kadavern und Gegenständen, sowie das Gießen von verunreinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn stellt also eine strafbare Verunreinigung des Flußwassers dar. Die Polizei- und Feldschutzbeamten werden in der Folge auf die Verunreinigung des Lahnwafsers besonderes Augenmerk richten und vorkommendenfalls unnachsichtlich Anzeige erstatten. Amtsgericht Gießen. Ein zwanzig Jahre altes Mädchen aus Frankfurt a. M. war des Einbruchsdiebstahls angeklagt. Die Angeklagte war in Lollar tätig. Während der Abwesenheit des Wohnungsinhabers im Monat Oktober erbrach sie mit einer Eisenfeile eine verschlossene Schublade, entwendete ca. 35 Mark Bargeld und außerdem zwei Kleider, einen Unterrock, einen Schlüpfer, zwei Paar Damenstrümpse und einen Koffer. In der gestrigen Hauptverhandlung zeigte die Angeklagte Reue, versprach außerdem, nachdem die entwendeten Gegenstände von ihr bereite zurückgegeben worden sind, Erstattung des von ihr entwendeten Barbetrags. Mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, wurde gegen sie auf die gesetzliche Mindeststrafe, drei Monate Gefängnis, erkannt. Die Angeklagte trägt weiterhin die Kosten des Verfahrens. Zwei Männer aus Gießen, beide wiederholt, darunter auch wegen Bettelns vorbestraft, hatten sich gestern wieder einmal wegen Bettelns in den Straßen von Ober-Bessingen zu verantworten. Die Angeklagten haben vor den Häusern in Ober-Bessinaen gesungen und dafür Gelder gesammelt. In diesem Verhalten sah das Gericht einwandfrei verstecktes Betteln und verurteilte die Angeklagten zu zwei bzw. einer Woche Haft und Kostentragung. Bei der Strafzumessung wurde die Anzahl der Vorstrafen beider Angeklagten strafschärfend berücksichtigt. Oberhessen. Saarländer in Nidda zu Gast. $ Nidda, 7. Mai. Mit großem Jubel wurden gestern die mit Anbruch der Dunkelheit eintreffenden 192 Saargäste begrüßt, die Bürgermeister Philippi auf dem Marktplatz herzlich willkommen hieß. Sie waren in vier Reichskraftwaben um 6 Uhr vom Saarland abgefahren und besichtigten zunächst unter fachkundiger Führung die Meliorationsarbeiten im Ried. Die Gäste fanden in Büraerquartieren dahier Erfrischung und Stärkung. Am Abend fand von feiten der Bürgerschaft eine offizielle Begrüßung zu Ehren der deutschen Brüder von der Saar in der Turnhalle statt, die bis zum letzten Platz gefüllt war. Zur Ausgestaltung des Abends hatten sich Turnverein, Gesangverein Sängerkranz Nidda und Ruppertenrod, Freiwilliger Arbeitsdienst und Feuerwehrkapelle in den Dienst der Sache gestellt. Abwechslungsreich waren die Begrüßungsreden. 11. a. erwähnte der Stellvertreter des Gauleiters, Pa. S t ö h r, daß der Führer alle Stände zur Aufbauarbeit aufgefordert habe und das deutsche Land instandsetzen, sich selbst zu ernähren. Dies sei die Aufgabe des Bauernstandes, der ihm getreulich folgen solle. In den Reden der Saarländer, die vor allem ihren Dank für den überaus herzlichen Empfang aussprachen, kam die innige Freude über die Wieoervereinigung mit dem Deutschen Reiche zum lebhaften Ausdruck. In angeregter Weise verlief der Abend, bis man sich spät trennte. Heute morgen um 8 Uhr fuhren Die Gäste über Bad Selters durch das Niddertal nach Grebenhain, wo ihnen Vermessungsrat Planz (Darmstadt) die großen Vorteile der Feldbereinigung erklären wird, die er seiner Zeit dort ausgeführt hat. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 8. Mai. Der hiesige etwa 50 Jahre alte Einwohner W. Kl. machte in der vergangenen Nacht feinem Leben ein Ende. Er wurde in einem kleinen Teich ertrunken aufgefunden. Die Urfache für den verzweifelten Schritt konnte bisher nicht ermittelt werden. * Wiefeck, 8. Mai. Der Spar - und Vorschußverein eGmbH. Wiefeck hielt am Samstag im Saale von Daniel Erb seine Generalversammlung ab. Dem Geschäftsbericht des Rechners August Schmitt war zu entnehmen, daß sich die Kasse in einem äußerst günstigen Stande befindet. Das ging auch aus dem Bericht des Revisors hervor. Der Reingewinn betrug 1380,80 Mark. An Dividende werden 5 v. H. vergütet, der Rest wird dem Reservefonds zugeteilt. Im verflossenen Geschäftsjahr ist ein besonders starker Aufschwung zu verzeichnen. Infolge des Ablebens des seitherigen Rechners Karl Schäfer wurde die Rechnerstelle dem Vorstandsmitglied August Schmitt im Laufe des Jahres übertragen. Der schon über 30 Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender tätige Landwirte und Wagnermeister Wilhelm Schäfer legte infolge hohen Alters fein Amt nieder. Herzliche Worte der Anerkennung für feine langjährigen treuen Dienste wurden ihm gezollt. Für die aus dem Aussichts- rat ausscheidenden Mitglieder wurde Ersatzwahl vorgenommen. Alle nachgesuchten Kredite konnten fast vollständig befriedigt werden, so daß die Kasse in volkswirtschaftlichem Sinne ihre Aufgabe erfüllt hat. X Wieseck, 7. Mai Denselben Weg, den am Konfirmationstag unsere 60 Ko.nfirmanden mit ihrem Pfarrer gingen, vom Pfarrhof in die Kirche, zogen am letzten „Sonntag des guten Hirten" unsere ABC. -Schützen zur Schulanfängerandacht, einer Feier, die hier schon seit 1919 einge- führt ist. Da eine größere Anzahl der kleinen „Schulanwärter" aus gesundheitlichen Gründen zurückgestellt wurde, sind nur 18 Knaben und 24 Mädchen in die Schule ausgenommen worden, wo sie Lehrer Heller anvertraut sind. Der blumengeschmückten Schar trug ein Junge den Wimpel der Kinderkirche voran. Den Gottesdienst verschönte die Chorschule, geleitet von Lehrer Schneider, mit den Chören: „Mit dem Herrn fang alles an" und „Großer Gott, wir loben dich". Am Schluß erhielten die Kinder Fleißkärtchen; es folgte im Pfarrhof die übliche Bildaufnahme. wg. Aus dem Bus ecker Tal, 8.Mai. Der Saaten st and des Winter- und des Sommergetreides ist ausgezeichnet. Der Klee, der in unserer Gemarkung oer Feldbereini- w jUni Hon. Oberst, '8e er. hrei, Eidirek, n- daß 9 de° n Un. 's Tie- er Art xreini. ? Feld, Mer. Kgen- WchÜich Frank- Zeklagt. nd der tat vx, Mos- ?urtzeld r, einen ö einen 9 zeigte nachdem > Zurück- lhr ent- daß die le gegen 'Onate ägt wei- °U, dar. ^en sich n Stra- die An- ichinaen 1 diesem erstelltes u zwei iraguno. der Vor. berück- ft wurden mkessen- ermeifter' willkom-' asiwaaen ib besich- rung die e fanden nd Stär« rgerschast deutschen statt, die lusgestal- Gesang- rob, Freite in den ch waren r (Stell' daß ber Norbert sich selbst Sauern« In ben ren Dank sprachen, Einigung Ausdruck, bis man jr fuhren Niddertal it Planz Mereini« dort aus« esige etwa ite in ber Enbe. Er aufgefum n Schritt ndDor. hielt am ine @ene« des Rech' i, daß M tanbe be« les Nevi« 80 Mark, der M rflosfenen Schwung eitherigen chnerstelle im Lause 30 Jahre wirte und te infolge Worte der Aussicht? Ersatzwahl e tonnten di- ifgabe er' Q den ain hof 'N r Mnfänge^ 1919 einge ^kleinen G- B» die an° Der erber geschlossen. Kreis Büdingen. * Hungen, 7. Mai. Der 17jährige Landwirt- schafteaehilfe Heinrich Günther erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des rechten Unterschenkels. Er wurde zur ärztlichen Be- Sollten nicht eigentlich Mann und Frau sich das ganze Jahr darauf freuen, daß sie in den Ferien endlich wieder einmal Zeit für sich haben, daß nicht immer Arbeit und Pflichten dazwischen stehen, wenn der eine für den andern da sein sollte? Alltag und Alltagssorgen vermögen auch den heitersten und nettesten Menschen mißmutig und unleidlich zu machen. In den Ferien soll er dies alles wieder ab- streifen und zu seinem bessern und eigentlichen Selbst zurückfinden. In manchen Familien wird behauptet: „Mr haben nicht so viel Geld, daß die ganze Familie verreisen kann;' mein Mann ist erholungsbedürftig, also wird er allein reisen ..." Das ist zwar von der Frau sehr anständig gedacht, aber sie macht dabei doch einen Fehler. Reicht das Geld für die Reise eines einzelnen, so muß es bei geschickter Einteilung auch für zwei oder mehrere reichen. Man gibt dann eben weniger für Reisegeld aus, reist weniger weit und vielleicht etwas weniger lange, richtet sich bescheidener ein, aber ... man ist zusammen. Auch die Frau hat schließlich das ganze Jahr hindurch Arbeit und Pflichten, auch auf ihr ruht eine sehr große Verantwortung — das darf der Mann nicht übersehen. Außerdem wollen die Kinder ihren Vater einmal richtig für sich haben, wozu sich im Alltag meist keine Gelegenheit bietet. Meviele Väter kommen erst Frankfurt a. M.. 7. Mai. (LPD.) Dieser Tage weilte die Reichsreferentin des BdM., Trude Mohr, im Gau Hessen-Nassau, um das neue Umschulungslager Oberzeuzheim einzuweihen und eine Besichtigungsfahrt durch die hessen-nassauischen Führerinnenschulen und Heime des BdM. zu unternehmen. Welche Freude dieser Besuch bei unfern Mädels ausgelöst hat, schildert in anschaulicher Weise der folgende Bericht der Obergaupresse- Wir Mädel aus Hessen-Nassau haben jetzt zwei seine Tage erlebt: Unsere Reichsreferentin Trude Mohr war bei uns, sie weihte ein solches Bollwerk unserer Arbeit: das neue Umschulungslager Oberzeuzheim. Sie sah eine Stätte, in der in acht Tagen ein Sommerlager eröffnet wird, in dem unsere Mädel aus der Stadt Erholung und neue Kraft für ihre tägliche Arbeit finden sollen. Mitten zwischen saftig-grünen Wiesen und braunem Ackerland liegt das neue Umschulungslager des Obergaues Hessen-Nassau, einfach und schlicht im Bau. Dicht dabei ist ein kleiner Teich und überall Wiesen und im Hintergrund Wald. Im Hof, um den Fahnenmast geschart, stehen die 20 Mädel, die als erste hier im neuen Lager umgeschult werden sollen, daneben BdM.- und Jungmädels aus Oberzeuzheim und Menschen, die sich mit unserer Arbeit verbunden fühlen: unser Landeshauptmann, Vertreter des Arbeitsamtes, der Frauenschaft usw. Unsere Reichsreferentin begrüßt die 20 Mädel, die nun hier als erste im neuen Lager lernen und arbeiten wollen, nicht mehr so leicht finden konnten, weil sie ihre Ferienzeit fern von einander verbrachten. .age des fürstlichen Instituts für muf liehe Forschung in Bückeburg errichtet , auf die Initiative vom Reichsminister Rust dank Aus dem Niddatal, 7. Mai. der nationalsozialisiischen Weltanschauung erzogen werden". Topfpflanzen vor den Fenstern mitge|pien, uisul- sondere sind allenthalben die empfindlichen Begonien völlig erfroren. Auf dem Feld hat sogar der Klee stellenweise unter dem Frost gelitten. Kreis Lauterbach. LPD. Lauterbach, 7. Mai. Bei einem Waldbrand, der in den Mittagsstunden in der Gemarkung Gunzenau entstand, wurde über e i n Morgen junger Kulturen vernichtet. Die rasch alarmierte Feuerwehr konnte eine weitere Ausdehnung des Brandes verhindern. Die Brandursache ist noch nicht bekannt. auf das herzlichste. Nicht beladen mit wissen und reinen kennt- nissen sollen sie von hier fortgehen, sondern als wädel, die gerade und schlicht und sauber ihren weg gehen, und die ganz klar um ihre Aufgabe als künftige Frau und Mutter wissen. Das Umschulunaelager ist entstanden aus einer alten, halbzerfallenen Mühle. Viel Arbeit steckt in dem sauberen, ordentlichen Bau. Ein feiner, kleiner Tagesraum, in dem die Heimabende stattfinden wer- Ein Förderer des Odenwaldklubs gestorben. Heppenheim, 7. Mai. (LPD.) Im 74. Lebensjahr starb in Heppenheim Prof. Dr. Horn, der sich besonders um die Sache des Odenwald- klubs verdient gemacht hat. 43 Jahre hindurch gehörte er dem Wegebezeichnungsausschuß des Gesamt-Odenwaldklubs an, 35 Jahre führte er die Heppenheimer Ortsgruppe. 1927 wurde er in Würdigung seiner Verdienste um die Wandersache zum Ehrenmitglied des Gesamt-Odenwaldklubs ernannt und gleichzeitig zum Mitglied des Hauptausschusses bestellt. Nach dem Erlaß dieser Verordnung, mit der die Gesetzgebung über die landwirtschaftliche Schuldenregelung als im wesentlichen abgeschlossen zu betrachten ist, steht einer beschleunigten Abwicklung schwebenden Verfahren nichts mehr im Wege. Ginn und Aufgaben des BdM. OieBeichSreferentin des BdM., Trude Mohr, bei den hessen-nassauischen Möbels Keine getrennten Ferien Von Hertha Niemann. fertiggestellten Notstandsarbeiten (Wegebau) beendet. Noch verbleibende kleinere Ausführungen sollen auf dem Wege der Pflichtarbeit durch unterstützte Erwerbslose erledigt werden. — Die im Zuge der allgemeinen Straßenarbeiten vorgesehene Herrichtung der Ohm st raße von Ruppertenrod bis Ulrichstein nimmt nunmehr greifbare Formen an. Das hiesige Basaltwerk Keil hat mit der Anfuhr von sog. Stücksteinen an den herzurichtenden Kurven begonnen. den, helle, saubere, luftige Schlafräume, unten im Keller der Waschraum, alles einfach und schlicht und gerade darum schön und einheitlich, aus den einfachsten Mitteln hergestellt, gesammelt, gespendet und dann in einen Rahmen gebracht, der zu uns paßt. Und nun geht es weiter durch fruchtbares Land, vorbei an grünen Feldern. Im hellen Sonnenschein stehen lange Reihen Jungmädel an der Straße und grüßen unsere Reichsreferentin und freuen sich, daß sie einmal all die kleinen Städt und Dörfer unseres Obergaues besucht. Schlo Dehrn an der Lahn, in dem in acht Tagen froh Mädel einziehen werden, wird zuerst besichtigt. Wir sind unserm Landeshauptmann so dankbar, daß er uns diese Stätte für unsere Mädelarbeit im Sommer zur Verfügung gestellt hat. In Auerbach haben sich die Mädel- und Jungmädelfübre- rinnen zusammengefunden, um durch unsere Reichsreferentin Anregung für ihre Arbeit zu erhalten. Jungmädel in der alten schönen Tracht der Odenwälder tanzen Volkstänze auf der Wiese, Sprech- chöre und Lieder künden von Aufgaben und dem Willen, sie zu lösen. Dann spricht Trude Mohr zu uns von unserer Aufgabe als Führerin, frische, gesunde, gerade und saubere Mädel zu erziehen für unseren Staat, Mädel, die sich einsetzen und ihr Ich zurückstellen. In Birkenau sehen wir eine Werkausstellung des BdM. Die Mädels haben an Heimabenden fleißig geschafft und gezeigt, daß wir auch au dem Gebiete der Werkarbeit nach einem neuen Stil und einer neuen Ausrichtung suchen. In Mainz warten die 300 Führerinnen, die hier zur Schulung find. Unsere Reichsreferentin spricht zu den Mädeln: Wir wollen unsere Mädel zu politisch klar und scharf denkenden Menschen erziehen. Nationalsozialistisch leben muß man aus dem herzen heraus. Wir haben uns dem Führer und dem Land verpflichlel und wissen, was Treue heißt. Am Sonntag lacht die Sonne über dem Land. Im ganzen Obergau finden die Frühlingsfeste des BdM. statt. Eröffnet werden sie von einer Feierstunde im Frankfurter Opernhaus, zu der zahlreiche Gäste und Eltern gekommen sind. Im Mittelpunkt der Feiern standen die Ausführungen unserer Reichsreferentin und das Märchenspiel „Dornröschen". Dann ging es weiter zur Feierstunde in Biedenkopf. Dort wartete eine große Menschenmenge auf unsere Reichsreferentin. Stürmisch wurde sie von unfern Jungmädeln begrüßt. Wieder klangen Lieder und Sprechchöre auf und zeugten von dem Willen, der alle Mädel eint, und den wir an diesen Tagen schon so oft erleben durften. Durch stille Dörfer und weites freies Land fuhren wir zurück an unsere Arbeit. Wir haben in diesen zwei Tagen wieder einmal ganz klar den Weg vor uns gesehen, den wir gehen müssen. Aber sie haben auch gezeigt, daß wir ein Stück vorwärts gekommen sind. Kunst und Wissenschaft. Das staatliche Institut für deutsche Musikforschung. Reichsminister Rust hatte im Februar d. I. auf einer Tagung der führenden Musikwissenschaftler Deutschlands, von der die Presse seinerzeit berichtet hat, den Plan bekanntgegeben, in Berlin ein reite verfüttert. Kreis Alsfeld. * Ober-Ohmen, 7. Mai. In unserem Orte ereignete sich ein schwerer Unfall. Der 34- jährige Arbeiter Ernst Kratz, der auf einem Baugerüst feiner Beschäftigung nachging, stÜrzte ab und erlitt sehr schwere innere Verletzungen. Außerdem zog er sich einen Bruch der linken Hand zu. Der bedauernswerte Mann mußte in bedenklichem Zustand in die Klinik nach Gießen gebracht werden. # Ober-Ohmen, 7. Mai. Infolge Ablaufs der vorgesehenen Tagewerke wurden die soweit staatliches Institut für deutsche Mu« fikforschung zu errichten. Dieses Institut hat nunmehr, wiewohl es sich erst im Aufbau befindet, feine Tätigkeit ausgenommen. Die feierliche Eröffnung ist für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht genommen. Das Institut ist auf der Grundlage Des fürstlichen Instituts für musikwisfenschaft- chung in Bückeburg errichtet worden, das schuldung aus eiaenen Mitteln angenommen worden war. Ein dahingehender Antrag kann bis zum Ablauf des 15. Juli 1935 bei dem zuständigen Amtsgericht gestellt werden. Der dritte Abschnitt der Verordnung enthüll die Vorschriften über die Schuldenregelung bei Betrieben mit einem Einheitswert unter 10000 Mark, den sogenannten Kleinbetrieben. Für diese sind zunächst die Betriebswerte festgesetzt, und zwar verschieden für Erbhöfe und Nichterbhöfe. Bei der Bemessung der Zinsleistungsgrenze werden etwaige Nebeneinnahmen des Betriebsinhabers weitgehend berücksichtigt. Die Verfahren für Kleinbetriebe werden im wesentlichen von den Entschuldungsämtern durchgeführt, die auch die Aufgaben der Entschuldungsstelle wahrnehmen. Zur Vereinfachung dieser Verfahren und um möglichst weitgehende Entschuldungsmöglichkeiten für die Inhaber von Kleinbetrieben zu schaffen, sind wesentliche Aenderungen hinsichtlich der Ablösung der Gläubigerforderungen gegenüber dem Verfahren bei größeren Betrieben vorgesehen. Es findet, lediglich eine Barablösung statt; durch diese erlöschen die Forderungen und Grundpfandrechte. Stattdessen ist aus dem Grundstück eine Entschuldungsrente an das Reich zu erbringen. tehende Zweifelsfragen klären und die letzten Hemmnisse, die der Durchführung einer Anzahl von Berühren entgegenstanden, beseitigen. Von besonderer Bedeutung sind die Vorschriften über die Behänd- ung der Forderungen, die aus einer Burg- chaftsübernahme durch den Betriebsinhaber entstanden sind und der unverzinslichen Forderungen über die Weiterführung eines Verfahrens für den Rechtsnachfolger, über Alten- teilslei st ungen und dergleichen. Ferner klärt die Verordnung die Frage, bis wann ein Ent- chuldungsantrag rechtswirksam gestellt werden konnte, dahin, daß die bis zum Ablauf des 3. Oktober 19 3 4 bei dem zuständigen Entschuldungsgericht eingegangenen Anträge als rechtzeitig gestellt gelten. Für die Fälle, in denen vor dem Inkrafttreten der Verordnung ein Antrag auf Eröffnung des Entschuldungsverfahrens ober ein Selostentschuldungsantrag aogelehnt ober ein öffnetes Schulbenregelungsverfahren aufgehoben war, ist bie Möglichkeit einer Abänderung ber ergangenen Entscheibung burch bas Entscyuldungs- amt gegeben, wenn entgegen ben geltenben Bestimmungen bas Vorlieaen eines landwirtschaftlichen Betriebes verneint ober bie Möglichkeit der Ent- twe ianowmslyastliche Schuldenreßelung. Neue Durchführungsverordnung. Zur landwirtschaftlichen Schuldenregelung ist soeben eine weitere wichtige Durchführungsverordnung erlassen worden, die den Weg für eine hechle u n i g t e Erledigung ber Schulbenregelungsverfahren eröffnet. Der erste Abschnitt ber Verorbnung schasst bie Rechtsgrunblage für eine straffe Organisation ber Entschuldung. Die Aufgaben ber Entschuldungs- gerichte werben bei Entschuldungsämtern zusammengefaßt. Ein Entschulbungsamt wirb in )er Regel bei einem Amtsgericht für mehrere (etwa 3 bis 4) benachbarte Amtsgerichte gebilbet. Sie sinb Justizbehörben unb haben sich ausschließlich mit ber Schuldenregelung zu befassen. Zu Leitern ber Ent« chulbungsämter werben ausgesuchte unb erfahrene Kräfte bestellt werben. Ihnen werben Hilfskräfte (Assessoren) beigegeben, bie nach ben Weisungen des Leiters arbeiten. Diesen Umschulbungsämtern wirb eine verstärkte Einflußnahme auf bie Tätigkeit ber zu Entschulbungs st ellen bestellten Kreditanstalten eingeräumt. Sie können im einzelnen Falle förbernb eingreifen unb nötigenfalls bis Durchführung eines Verfahrens selbst übernehmen. Im zweiten Abschnitt enthält bie Verorbnung eine Reihe materieller Vorschriften, bie noch be= gruppe Butzbach, besteht. Aus biesem Anlaß unternahm ber Verein eine Jubiläumswanberung nach dem Jagdhaus Hubertus, denselben Weg, ber vor 25 Jahren zum erstenmal begangen würbe. In ber Zwischenzeit hat ber Verein nicht nur bie Wander- lust gepflegt, fonbern burch Aufwenbung erheblicher Geldmittel eine Markierung an Schönheiten reicher Taunusteile vorgenommen; außerdem den Hausbergturm, die Rektor-Storch-Gedächtnishütte gebaut und durch Aufstellung vieler Ruhebänke die Alleen unb Wälber geziert. Auf bem „Hubertus" sanb bie Jubiläumsfeier statt, bei ber ber Vereins- vorsitzende Gg. Fülling in einer Ansprache auf bie Bedeutung bes Tages hinwies. Mannigfache Kinberspiele (Wurstschnappen, Reigen, Krappelsack usw.) enbeten mit einer Brezelverteilung. Bei Frohsinn, Musik unb Gesang fanb bie Feier in roürbiger | Weise ihren Abschluß. 4- Ostheim b. Butzbach, 7. Mai. Am Sonntag fanb bie Generalversammlung ber Molkereigenossenschaft Ostheim-Nieberweisel im Gasthaus „Zur Haltestelle" statt, bie einen starken Besuch aus allen angeschlossenen Gemeinden aufzuweisen hatte. Der Vorsitzende der Genossenschaft gab nach kurzer Begrüßung den Geschäftsbericht bekannt, dem u. a. zu entnehmen war: Der Aufbau der Milchwirtschaft ist in unserem Gebiete mit aller Kraft durchgeführt worden, so daß bie milchwirtschaftliche Marktregelung als vorbilblich angesprochen werben kann. Quark-, Milch- unb Butterpreise sinb im allgemeinen im Berichtsjahre 1934 stabil geblieben. Durch bie Grünbung einer Molkereizentrale wirb jebes Ueberschußquantum abgenommen unb ein Verlust selbst in ber milch- reichen Zeit entsteht nicht. Im Jahre 1934 sinb in die Molkerei über 7 Millionen Liter Milch einge« abends nach Hause, wenn die Kinder schon zu Bett gegangen sind, und müssen morgens in aller Frühe fort. Da kommen allenfalls die Sonntage zum richtigen „Sichkennenlernen" in Frage. In den Ferien ist es ganz anders. Da lernen die Knaben erst begreifen, was für ein guter Kamerad der Vater fein kann. Vater, das ist doch der Mann, der alles, was kaputtgeganaen ist, wieder heil macht, Vater ist fo unentbehrlich. Natürlich haben bie Kinber in ben Ferien Gelegenheit, herumzutoben unb mit Gleichaltrigen zu spielen, so daß Die Eltern viele Stunden für sich allein behalten. Der Zweck der Ferien wird also vollendet erreicht, wenn die ganze Familie zusammen reift, jeder von dem Wunsch beseelt, so liebenswürdig und umgänglich zu sein, wie es seiner Natur irgend gegeben ist. Denn diese Hervorkehrung der nettesten und günstigsten Seiten ist ohne Zweifel der beste Erholungsfaktor, den es überhaupt gibt. Darüber verliert sich ganz allmählich alle Reizbarkeit der Nerven. Mancher Mensch, der hinfällig auf die Reise ging, schöpfte aus dem Zusammensein mit Frau und Kindern, deren unverbrauchte Kräfte auf ihn ausstrahlten, soviel Frische und Lebenslust, daß er — auch ohne kostspielige Badekuren — als ein neuer und tatkräftiger Mensch an seine Arbeit zurückkehrte. Familie ist ein Jungbrunnen, das wollen wir niemals vergessen! Wer es anders ansieht, gehört zu den Menschen, deren natürliches Lebensgefühl angekränkelt ist. Wir sollen uns vor bem Ansteckungsgift, bas von Leuten bieser Art ausgehen kann, hüten unb sollen uns bie Freube am Naturgenießen nicht trüben lassen. Unsere Familie bar unb soll nicht so beschaffen sein, baß wir eine Trennung unb „Erholung" von ihr brauchen, sie muß so geartet sein, baß wir bie rechte Erholung > nur gemeinsam mit ihr finben! Handlung nach Gießen übergeführt. Kreis Friedberg. , v In vielen Familien hatte sich der Brauch einge« + Butzbach, 7. Mai. Die beiden piefigen bürgert, daß Mann unb Frau ihre Ferien an ver- Wandervereine VHC. (Vogelsberger Höhen-Club) Siebenen Orten verbrachten. Man behauptete, der und der launusbunt) unternahmen am Sonn- Mann brauche unbedingt Erholung und müsse allein tag größere Wanderungen in den nahen sein, er werde durch seine Familie in seiner Ruhe Taunus. Die Beteiligung war sehr gut. Es war für gestört. Bedauernswerter Mann! Tatsache ist, daß jeden Naturfreund ein Hochgenuß, durch die grü- friefe Auffassung Schule gemacht hat. Aber es ist nenben, blühenben Wälber unb Felber in ber war- auch Tatsache-, baß sehr viele Ehepaare sich auch men Frühlingssonne zu roanbern. In biesem Monat deshalb auseinanberlebten unb den Weg zueinander sind es 25 Jahre her, daß der Taunusbund, Orts- , '' " ' - • ..... das ist das Ziel, und danach streben wir und arbeiten und schaffen wir an der Aufgabe, und unser ernster Wille spiegelt sich wider in «- ’ rxTV-'s'~ x;,, 9 smrt; J bem, was wir als erste Bollwerke unserer CWfiA1' 3üherkhen Aus Arbeit bezeichnen können, in unseren Füh- geridjtet, lassen sich ie^t bereits ^Zehen. A f ^erinnenschulen, unseren Umschulungslagern, unse- Nüsse kann in biesem Jahre nicht gerechn t w ..'Iren fieimen lvieaelt sich miber in unterem fröh= Sie satten B-att- und Mütengeb. de wurden voll- L TaUn und Turnen und klingt ständig °°m Froste Serftort Saft mtnterfrtafjlLuni»e Sxrechchöre und Lieder als ein Be- *-rcdim • lC+ Jhp« ce r t. n t. u Kat kenntnis zu Lanb unb Volk. d'e Maientage Auch Früh oh st hat stark aU5 Hessen-Nassau haben jetzt zwei gelitten. Den stärksten Ausfall haben Die Mirjctjen, die in allen Lagen hart mitgenommen wurden. U Mirabellen und Reineclauden sind gleichfalls bem I -u Frost zum Opfer gefallen. Zwetschen unb Birnen haben die Frostnacht gut überstanden, ebenso bie Aepfel, bie erst einige Tage später ihre Bluten entfalteten. In ben Gärten ist kein größerer Schaden angerichtet worden. Frühkartoffeln und Erbsenpflänzchen zeigten wohl erfrorene Spitzen, was aber für das weitere Wachstum bedeutungslos ist. Die Rapsfelber weisen keinerlei Forstwirkung auf. Ihre gelben Blütenbänder, die in diesem Jahre recht zahlreich aus dem Grün der Saaten auf- leuchten, verleihen ber Felbmark einen befonberen Reiz. Die Wiesen stehen ausgezeichnet. Die Feuchtigkeit ber Vorwochen hat bas Bobengras prächtig entwickelt, so baß mit einer guten Heuernte zu rechnen ist. Grünfutter wirb be- gung wegen wenig angebaut werben tonnte, laßt auch nichts zu wünschen übrig. Die Futternot bürste halb überrounben fein. Viele Lanbwirte haben Erbsen unb Wicken zu Futterzwecken cmge- vaut, bie ebenfalls gute Ernte versprechen. Mit bem Eintritt ber warmen Witterung hat bie Arbeit an ben Hackfrüchten begonnen. Die jungen Dickwurz- pflanzen sinb zum Teil schon zum erstenmal gehackt, außerbem beginnt man mit bem Setzen ber Kartoffeln. Das Lanb läßt sich gut bearbeiten. Die Dbftbäume versprachen gute Ernte, bie Aussichten | Aus bem oberen Ohmtal, 7. Mai. Erst würben jeboch burch ben jüngsten Frost erheblich fetzt läßt sich ber Schaben richtig übersehen, ben geschmälert. Besonbers schwer betroffen würbe vor die ft a r E e n Nachtsräfte vor einigen Tagen allem bas Frühobst. angerichtet haben. Die Kirschen bürsten für biefes ILich, 7. Mai. Einer ber ältesten Einwoh- Jahr verloren sein, verwanbelte sich boch bas bien» ner unserer Stabt, Philipp Oßwalb oollenbete bente Weiß ber Blüten binnen einer Nacht in ein dieser Tage sein 8 4. Lebensjahr. Er war in völliges Braun. Mirabellen, Pflaumen unb anberes früheren Jahren in verbienftvoller Weife im hiefi- frühblühenbes Steinobst hat ebenfalls „ben Frost gen Turnverein in jahrzehntelanaer Arbeit als weg", wie man hier sagt. Die in voller Blüte be- Turnwart unb in anberen Vorstanbsämtern tätig, finblichen Schlehbornhecken sinb ebenfalls ihres Philipp Oßwalb ist zur Zeit bas älteste Ehrenmit- prächtigen Frühlingskleibes beraubt worben, bis glieb bes Turnvereins unb ist feit vielen Jahren In- auf bie „Nachzügler", bie jetzt in Blüte stehen. In Haber bes Ehrenbriefes ber Deutschen Turnerschaft, ben Gärten ist vielfach größerer Schaben an ben Er ist auch Mitdegrünber ber hiesigen Freiwilligen Sämereien entstauben, so baß zu Nachsaaten ge= Feuerwehr, sowie Des im vergangenen Jahre in bie schritten werben muß. Der schon gut entwickelte Sängervereinigung „Cäcilia" Sich übernommenen Rhabarber ist stellenweise völlig erfroren, ebenso bie Rothschen Männerchors unb gehörte lanje Jahre aus ben Gärtnereien ins freie Laub gebrachten Geber Kirchengemeinbevertretung an. müsepflanzen. Recht übel hat der Frost auch den liefert worden, gegenüber ö’A Millionen im Jahre zuvor, also ein Mehr von IV2 Millionen. Die Zahl der Genossen hat sich auf 1700 erhöht, nachdem noch die Gemeinden Hausen, Espa, Weiperfelden, Oberkleen, Niederkleen unb Kleeberg zugeteilt worben sinb. 25 Oemeinben sinb nunmehr angeschlossen. Durch Neu- unb Umbau ist ber Betrieb erweitert unb burch bie Umstellung auf Elektrizität ist ben Erfordernissen einer solchen Molkerei, bie zu einer ,, ... (__ö v_ ... «... der größten in Oberhessen zu rechnen ist, meit= referentin: aehendst Rechnung getragen worden. Durch die Unser Volk braucht eine gerade, gesunde, stolze Zuführung neuer Milchmengen werden jetzt die ^nd trotzig-mutige Jugend, Die standhält auch in Unkosten herabgesetzt sein. Die Bilanz weist in schwerer Zeit und zupackt und Kameradschaft lebt, Vermögen unb Verbinblichkeiten ben Betrag von einer für ben anberen unb alle zusammen für die 233-268 Mark, in der Gewinn- und Verlustrechnung ^ee. Frei und stolz soll unser Volk wieder wer- 173 000 Mark und in dem Umsatz 5 302 000 Mark den. Die äußere Freiheit wird von den Jungen aus. Der Reingewinn beziffert sich für 1934 auf unfo Männern gehalten, die innere Freiheit und 2600 Mark. Nach der Genehmigung der Jahresrech- Gradheit sollen wir Mädel ihm wiedergeben. nung konnte dem Vorstand und Aufsichtsrat Ent- Trüaerinnen laftung erteilt werden. Nach Erledigung einiger I sollen Die luaoci zu Pragerinnen Ergänzungswahlen wurde die rege verlaufene Hauptversammlung in der üblichen Weise — bem Entgegenkommen des Fürsten Adolf von Schaumburg-Lippe und der Schaumburg-Lippischen Landesregierung nach Berlin verlegt und in bas neue Staatliche Forschungsinstitut übergeführt werben konnte. Dem Institut werben bemnächst noch mehrere Forschungseinrichtungen angegliebert werben, bie bisher ein Einzelbasein führten, so baß hier eine einzigartige Forschungsstätte für bas Gesamtgebiet ber Musikwissenschaft entstehen wirb. Reichsminister Rust hat bem Institut neben feinen allgemeinen Forschungsarbeiten vor allem auch bie Aufgabe gestellt, bie Herausgabe bes „Erbes beutscher M u s i k" in bie Wege zu leiten, bas in Fortsetzung früherer Denkmalsver- öffentlichungen bas musikalische Vermächtnis ber beutschen Vergangenheit bem beutschen Volke erschließen soll. Für biese Aufgabe hat ber Minister bem Institut einen „Amtlichen Ausschuß zur Betreuung ber beutschen Musikbenkmale beigegeben, ber gleichfalls seine Arbeit ausgenommen hat. Mit ber Leitung ber Arbeiten bes Instituts ist Professor Dr. Max S e i f f e r t bestellt worben, ber schon bas Bückeburger Institut geleitet hatte unb ber als befonberer Kenner ber alten Musik einen Namen besitzt. Wer kann mir raten? w durch vieles Rauchen ganz gelbe Zähne bekommen. Meine Frau behauptet, ich könnte das natürliche Aussehen meiner Zähne nur wieder erlangen, wenn ich bas Rauchen ganz aufgebe. Da ich bas nicht möchte, bitte ich um einen Rat." Antwort: „Vielleicht versuchen Sie einmal Chlorodont, um den gelben Raucherbelag zu entfernen. Jeden Abend regelmäßige Zahnpflege mit Chlorodont verhütet gleichzeitig dieNeubildungdesBelages und machtdenAtem rein." VI I I I I 1 1 i I Buntes Allerlei. Lieber Ermüdung und Müdigkeit. Die körperliche Ermüdung wird, ohne daß man sich über die letzten Hintergründe bereits im Klaren wäre, mit einem Verbrauch der Muskelkräfte begründet, der durchaus nicht immer bewußt erlebt wird. Es gibt leichtere Grade von „Ermüdung", die sich bei dem betreffenden Menschen noch nicht als „Müdigkeit" äußern. Geistig fühlen wir uns erst dann müde, wenn uns bewußt wird, daß Aufmerksamkeit und KonzentratiSnsfähigkeit nachlassen, daß unser Gedächtnis uns im Stich läßt, daß unsere Schlagfertigkeit erlahmt und daß unsere Ausdrucksfähigkeit nicht mehr auf der gewohnten Höhe ist. Körperlich macht sich die Ermüdung bei uns als Müdigkeit bemerkbar, wenn, wie Prof. L. R. Müller in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" ausführt, unsere Bewegungen nicht mehr so frisch und zielstrebig sind, wenn die körperliche Kraft im allgemeinen nachläßt und unsere Leistungen immer mehr Unsicherheitsfaktoren aufweisen. Die Tatsache, daß die geistige Aufnahmefähigkeit bei der Ermüdung in gewissem Grade versagt, so daß wir beispielsweise ein gesprochenes Wort zwar noch hören, dem Sinn der Rede aber nicht mehr folgen können, beruht in einer Beeinträchtigung der Tätigkeit der Großhirnrinde, die bis zur völligen Ausschaltung führen kann. Es ist bekannt, daß der Schlaf nicht allein durch die zunehmende Ermüdung und durch die Abnahme der geistigen und k-örperlichen Leistungsfähigkeit erzwungen wird, sondern daß auch psychische Vorgänge wie die Langeweile oder Eindrücke aus der Umwelt — denken wir an einen monotonen Vortrag — an das Gähnen eines Nachbarn, an gleichmäßige Geräusche — an der Entstehung des Schlafes mitwirken können. Diese Erkenntnis hat man sich in der ärztlichen Heilkunde schon längst zu eigen gemacht, um durch beruhigenden Zuspruch, durch gleichmäßiges Streichen und durch suggestive Mittel den Schlafzustand zu erzielen, wenn er sich auf natürlichem Wege nicht einstellen will. Das Gefühl des „Ausgeschlafenseins" macht sich erst dann bemerkbar, wenn die durch den Kräfteverbrauch eingetretenen physikalisch-chemischen Veränderungen im Organismus durch die erholende und erfrischende Wirkung des Schlafes wieder ausgeglichen sind. Ist ein Schlaf vorzeitig unterbrochen worden, so wird immer ein „Schlafdefizit" selbst dann bestehen bleiben, wenn man sich den Tag über für eine Zeit frisch und leistungsfähig fühlt. Eine völlige Ueberwindung der Müdigkeit und eine wirkliche Erholung geschieht tatsächlich nur durch den Schlaf, der nicht nur zur Wiederherstellung der vorher verbrauchten Spannkraft führt, sondern der auch eine Erfrischung des Köpers z. B. nach schwächenden Infektionskrankheiten bewirkt. „0ie Zähne muß man spülen/' In einem Schulproaramm des Nordhausener Gymnasiums aus dem Jahre 1718 finden wir eine Reihe von Anstandsregeln, die uns einen interessanten Einblick in die Schulsitten des 18. Jahrhunderts gewähren. In den in lateinischer Sprache abgefaßten Ermahnungen an die Schüler heißt es z. B.: „Das Haupt sei nicht ungekämmt, nicht durch Eier von Ungeziefer beschmutzt. Hüte dich, daß das bissige Tier „Laus" dort nicht hause. Das Haar sei nicht zu lang, nicht gebrannt, nicht durch Kunst, sondern natürlich gekräuselt. Hüte dich, daß du schweifende Augen hast, spähende, schlüpfrige, wie nach Phae- drus Weiber haben, welche auf Männer Jagd machen, sondern ruhige und bescheidene. Die Stirn sei heiter, glatt, freundlich und freimütig, nicht aber grimmig wie die des Polyphem, nicht verschlagen und zusammengezogen, wie bei jenen in der Höhle des Trophonius. Die Nase mit dem Ellenbogen zu schneuzen, oder gar mit dem Mantel, ist unpassend. Die Wangen sollen nicht mit Papier, Schminke und Augenschwärze bemalt werden, und dem bescheidenen Jüngling geziemt es nicht, die Weiber nachzuahmen, die durch seidene Fliegen ihre Lieblichkeit zu erhöhen pflegen. Der Mund soll nicht offenstehen, er sei leicht geschlossen, daß die Zähne nicht zu sehen sind. Die Zähne muß man spülen, daß sie nicht verderben. Zu lächeln ist erlaubt, vor Lachen den Bauch zu schütteln ist aber nach der Heiligen Schrift ein Kennzeichen der Narren. Eitelkeit ist erlaubt, aber nicht eine verächtliche, übertriebene, nur eine solche, welche Nachlässigkeit ausschließt. Auch das Kleid sei rein und zeige nicht Reste der letzten Mahlzeit." Oie Giebenlinge von Hamern Die berühmten Fünflinae der Familie Dionne in Toronto in Kanada werden nicht nur im Lande selber als eines der größten Weltwunder hinaestellt, darüber hinaus sind sie die Sensation ganz Amerikas, das an der Entwicklung der fünf Mädchen stärksten Anteil nimmt. Die Geschichte zeigt uns jedoch, daß dieser gewiß sehr seltene Fall schon vor langer Zeit übertroffen worden ist, und zwar durch die „Siebenlinge von Hameln", die um das Jahr 1600 das Licht der Welt erblickt hatten. Ein Zeugnis dieser denkwürdigen Begebenheit ist der Denkstein an der Hauswand des ehemals Römerschen Hauses gegenüber dem Chor der Stadtkirche von Hameln. Auf. ihm erkennt man in Reliefdarstellung, wie Hugo von der Masch in der Frankfurter Wochenschau „Die Umschau" mitteilt, den Vater mit zwei Söhnen und die Mutter mit drei Töchtern, alle knieend: zwischen den EUern liegen sechs von den Neugeborenen, und das siebente hält der Vater in den Händen. Unter dem Bild steht die Inschrift: „Allhier ein Bürger Thiele Römer genannt, / seine Hausfrau Anna Breyers wohlbekannt / als man zählte 16 Jahr / den 9. Januarius des morgens 3 Uhr war / von Ihr zwo Knäblein und fünf Mä- delein auf / eine Zeit geboren sein; / Haben auch die heilige Tauf erworben / Folgendes den 26ten 12 Uhr selig gestorben. / Gott wolle Ihnen geben die Seelig- keit / die allen Glaebigen ist. bekannt." Aus den Hameler Archiven läßt sich belegen, daß der Bürger Thiele Römer und seine Ehefrau Anna Breyers um diese Zeit tatsächlich in dem erwähnten Haus in Hameln gelebt haben. Der Gefangene im Baum. Fünfundvierzig Stunden lang hat sich kürzlich ein Mann namens William Bowkett aus Ooerten in der Nähe der englischen Stadt Saul in unfreiwilliger Haft befunden, und zwar war sein Gefängnis ein hohler Baum Bowkett hatte den Baum bestiegen, um einige Stöcke zu schneiden, dabei war er ausgerutscht und unglücklicherweise in das Innere des hohlen Baumstammes hinabgefallen. Der Stamm war so fest, daß Bowkett sich keinen Weg aus seinem Gefängnis bahnen konnte, und mit eng angeklemmten Armen hatte er gerade notdürftig in ihm Platz Es war eine verzweifelte Lage, und Bowkett rief aus Leibeskräften um Hilfe. Aber niemand hörte ihn. Es wurde Abend, Nacht und wieder Tag, ohne daß sich jemand an die Stelle verirrte, um den verzweifelten Gefangenen Hilfe zu bringen. Bald quälten ihn Hunger und Durst, und die' Enge seines Gefängnisses gestattete ihm nicht die geringste Bewegung, so daß seine Gliedmaßen ganz erstarrten. Aber noch eine zweite Nacht dauerte seine Zwangshaft, und erst als am dritten Tag Kinder in den Wald kamen, die hier Veilchen pflückten, konnte er wieder Hoffnung fassen. Mit ersterbender Stimme rief der Gefangene: ,Zch bin in dem Baum und kann nicht heraus". Die Worte, die aus dem Innern des Baumes drangen, erschreckte die Kinder und ließen sie an die Verwirklichung eines alten Märchens denken, nach dem Menschen in Bäume verwandelt wurden. Sie liefen in das nächste Gehöft und erzählten, was sie erlebt hatten. War es verwunderlich, daß man ihnen dort zunächst keinen Glauben schenkte und annahm, daß es die Rufe einer Eule waren, die die Kinder in ihrer Phantasie in menschliche Worte umgedeutet hatten? Erst als die Kinder sich von ihrer Behauptung, daß ein Mensch in dem Baum verzaubert sein müsse, nicht abbringen ließen, folgten ihnen die Leute, um den geheimnisvollen Baum aufzusuchen. Sie kamen gerade noch zurecht, um den völlig erschöpften Gefangenen das Leben zu retten. Sie erkletterten den Baum und sahen zu ihrem Verwendet Wohlfahrts-Briefmarken! Zu erhalten bei der Kreis Kassenwaltung der NSB., Kreisamt, Zimmer 2. Erstaunen einen Man in hilfloser Lage in dem hohlen Baumstamm stecken. Aber es kostete noch viel Mühe, bis sie ihn wieder heraufgeholt hatten, da er selber kein Glied mehr rühren konnte und fast ohnmächtig vor Schrecken, Hunger und Müdigkeit war. Seine Kleider wurden ihm bei dem Versuch, ihn heraüfzuziehen, vom Leibe gerissen un der kam in einem völlig erschöpften Zustand wieder aus seinem Gefängnis heraus. Erst nach Tagen kam er wieder zu Kräften, und wenn er heute an sein Gefängnis zurückdenkt, erfaßt ihn immer wieder ein tiefer Schrecken. a unserer Volker Gedenkt ihrer zum Muttertag und gebt eine Spende am 10. und 1L Mai. Kaust die Plakette des Reichsmütterdienstes im Deutschen Frauen- wert aus den Notstandsgebieten der Bayrischen Ostmark und Thüringen. Bademantelstoffe nur echt Indanthren gefärbte erstklassige Qualitäten in hervorragend schöner Ausmusterung 145 cm breite Ware.... per Meter 3.75 3.20 160 cm breite Ware . . . per Meter 4.60 3.95 Stoffspezialhaus Bernard & Sohn Gießen, Plockstraße Nr. 14-16 _________________________________________________________________2738 A Heute und morgen: ZMMtOtt Caf6 Leib Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr Vortrag: Wege zur billigen Küche Frau Joh. 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März 1935 vorgenommenen Auslosung der in 1935 planmäßig zu tilgenden Schuldverschreibungen gezogenen Nummern sind in Nr. 99 des Deutschen Reichsanzeigers vom 29. April 1935 veröffentlicht. Biedenkopf-Ludwigshütte, im Mai 1935. 2737D Hessen-Nassauischer Hflttenverein G.m.h.H. HANOMAG m. Ein-Druck-Zentrolschmierung, hydraulischer Vierradbremse, Viergang-Getriebe.Tiefrahmen, Ganzstahl - Karosse u. ». w. Wenn Sie einen zuverlässigen Wagen kaufen wollen, der Ihnen viel Freude macht, dann kaufen Sie einen Hanomag, zu hoben von 1 < x • HANOMAG Generalvertretung > A. KIRCHER Gießen — Bleichstraße Nr. 15 2708 D eVwl III wl bevorzugt doch das gute, bekömmliche Exportbier der Brauerei Ihring-Melchior! In bester Qualität bei stets richtiger Temperatur bekommen Sie Ihring-Melchior im Spezial-Ausschank: Greilichs Bier- und Speise-Restaurant Zum Löwen, Neuenweg 28 Vollständig neu hergerichtetI Angenehm, gemütlich. - Jeden Samstag und Sonntag KAPELLE. Verkauf erfolgt in 7/30,6/g0.4/™ Liter-Gläsern. 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Mai 1955 — H1 T1 a - -> ■<»- ■j-mrr-T.■ r,r »MEMM ©Ji.-tfpOTt SportgroDettkämpse der HZ. 3m Rahmen des „Festes der deutschen Jugend" am 22. und 23. 3uni führt die Hitler-Jugend Sport- wettkämpfe als Mannschaflsmehrkämpfe der Gefolgschaften, Fähnlein, Mädelgruppen und 3ung- mädelgruppen im ganzen Reich durch, mit deren Vorbereitungen jetzt begonnen wurde. Das Deutsche Jungvolk und die Jungmädel im VdM. veranstalten ihre Wettkämpfe am „Tag des Deutschen Jungvolks", Samstag, den 22. Juni. Die Wettkämpfe der HI. und des VdM. finden am „Tag der Hitler-Jugend", Sonntag, den 23. Juni, skakt. Die Teilnahme jeder Kameradschaft der HI., jeder Jungenfchaft des Jungvolks, jeder Mädelschaft des VdM. und jeder Jungmädelschaft der Jungmädel im VdM. ist Pflicht. Die Gliederungen nehmen vollzählig an den Wettkämpfen teil und bereiten sich in den Monaten Mai und Juni planmäßig darauf vor. ZusammenlegungderVadfahrervereine in Klein-Linden. Auf Einladung des Leiters der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen Karl Eyring hatten sich am Samstagabend im Lokal „Zur deutschen Eiche" die Vorstandsmitglieder der beiden seitherigen Radfahreroereine unseres Dorfes, des Radklubs „Germania" und des Radfahrervereins „Klein-Linden 1904" versammelt, um über die Verschmelzung der beiden Vereine zu beraten. An der Versammlung nahmen auch der Ortsgruppenleiter der NSDAP, und der örtliche Sachbearbeiter für das Sportwesen teil. Nachdem der Leiter der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen die Gründe für die Zusammenlegung vom sportlichen Gesichtspunkt aus und der politische Leiter sich vom nationalpolitischen Standpunkt aus geäußert hatten, einigte man sich in den beiden Vorständen auf Verschmelzung der beiden Vereine. In der sich anschließenden Mitgliederversammlung beider Vereine wurde die Zusammenlegung einstimmig angenommen. Der Name des neuen radsporttreibenden Vereins heißt „Radfahrervereinigung Klein-Linden". Zum Dereinsführer wurde das Mitglied Johannes Gärtner, das auf dem Gebiet das Radsports über eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblickt, einstimmig gewählt. Der neue Vorstoß nach Chinesisch-Ost-Turkestan Sven Hedins letzte Forschungsreise. südliche Route. Das erste Ergebnis dieser letzten Expedition Sven Hedins war die Gründung einer Autobus-Gesellschaft für den Verkehr nach Chinesisch-Ostturkestan, die bereits damit begonnen hat, regelmäßig wöchentlich Wagen mit Fracht und Post nach Hami abzuschicken. Mit einer dieser Auto-Karawanen, die meistens aus sechs bis sieben Wagen bestehen, reisten bereits die Frauen und Kinder von Soldaten, die gegenwärtig die Festung Uruntschi besetzt halten. Diese Reise ist noch außerordentlich beschwerlich, denn es gibt kaum einen Schutz gegen die eisige Kälte, gegen die wilden Staub stürme und die brennende Sommerhitze. Um eine Verbindung im modernen Sinne zu unterhalten, bedürfte es der Errichtung verschiedener Zwischenstationen und eines gründlichen Ausbaues der Straße. Das sind Aufgaben, deren Lösung bei den gegenwärtigen Verhältnissen in China noch viel Zeit beanspruchen wird. hielten sie den Wagen mitsamt dem Führer unbeschädigt und unbehelligt nach einiger Zeit zurück. Kurz darauf aber wurden alle Teilnehmer bei Korla ins Gefängnis geworfen, aber auch dieser Zwischenfall lief gut aus, und General Ma lieferte ihnen wiederum alle Wagen mit Versicherungen der Freundschaft und einigen wertvollen Fellen als Geschenk zurück. Die Heimreise wurde auf der südlichen Straße angetreten, und zwar über die Orte Tunhuang, Anhsi, Sutschou, Kantschou und Lingtschou. Die chinesische Regierung besitzt nun zuverlässige Angaben über den geplanten Höhenweg nach Hsin- kiang, sowohl über die nördliche als auch über die Die Expedition, von der der berühmte schwedische Forscher Sven Hedin jetzt zurückgekehrt ist, bedeutet nicht nur in der wissenschaftlichen Erschließung eines der unbekanntesten Winkel Jnnerasiens einen großen Fortschritt, sie ist auch wegen der politischen Hintergründe von besonderem Interesse. Sven Hedin hat der Regierung in Nanking einen umfassenden Bericht über ein Land erstatten können, das seit langem einer der am schwersten zugänglichen und deshalb kaum beherrschbaren Teile des chinesischen Reiches ist. Chinesisch- Ostturkestan oder Hsin-kiang, wie dieses Gebiet auch genannt wird, befindet sich in dauernder Unruhe. Bis 1932 gab es dort praktisch keine chinesischen Streitkräfte, und die Sowjets übten einen mächtigen Einfluß aus. Inzwischen ist eine mohammedanische Armee aus der Kansu-Provinz in Hsinkiang eingefallen, und ihr General Ma bedrohte die Hauptstadt. Zwar wurde er durch einheimische Truppen geschlagen, die von jenseits der russischen Grenze unterstützt worden sind, aber noch immer sind der Krieg aller gegen alle, Rebellion und Raubzüge an der Tagesordnung, und die Oberhoheit der chinesischen Regierung steht zumeist nur auf dem Papier. Unter diesen Umständen war es ein imponierender Beweis von Tatkraft und Mut, wenn sich Sven Hedin in dieses Wirrwarr oorwaate und sogar beachtliche Ergebnisse mit nach Hause brachte, die den Behörden in Nanking ermöglichen, der Frage der Verkehrsstraßen nach diesem äußersten Zipfel Chinas gründlicher als bisher näherzutreten. Der schwedische Forscher hatte den Auftrag zu erkunden, welche Route sich am besten für den Bau einer großen Automobil-Hoch st raße eignen würde. Die am weitesten vorgeschobenen Eisenbahnstationen liegen gegenwärtig von Kaschgar noch über 3000 Kilometer entfernt, und die üblichen Karawanen brauchen zur Ueberwindung dieser Strecke viele Monate. Zwar haben auch einige Autos den Weg zurückgelegt, die Ueberquerung großer Sandwüsten und der völlige Mangel an Nahrungsmittelzufuhren machen ein solches Unternehmen jedoch so kostspielig, daß von einer praktischen Lösung der Verkehrsfrage noch nicht gesprochen werden kann. Als Sven Hedin im Oktober 1933 Peking verließ, um noch einmal die Gegenden aufzusuchen, in die er vor rund vierzig Jahren zum erstenmal eingedrungen war, begleiteten ihn zwei bewährte Mitarbeiter seiner früheren Expeditionen, zwei chinesische Sachverständige und einige Diener. Don Kweihwa ging es westwärts. In Pailingmiao empfingen die Reisenden den Segen des Taschi Lama von Tibet, und um Weihnachten hatten die Forscher Edsin erreicht. Von dort stießen sie gegen Hami in den unbevölkerten Südwesten der W ü st e Gobi vor. Hier hatte Sven Hedin eine Begegnung mit dem mohammedanischen General Ma, der damals noch'nicht der erklärte Feind der chinesischen Regierung war. Von Hami führte der Weg nach Uruntschi, wo die Reisenden von aufsässigen Tungusen angegriffen wurden, so daß sie ihre Wagen zeitweilig verlassen mußten, um sich im Busch zu verbergen. Zu einem späteren Zeitpunkt hatten sie auf dem Rückweg noch einmal ein gefährliches Abenteuer mit dem General Ma zu bestehen, der von ihnen einen Wagen forderte, den er nach Kaschgar senden wollte. Seine Soldaten drohten von der Waffe Gebrauch zu machen, und so mußte man sich entschließen, auf die Drohung einzugehen. Zum Erstaunen Sven H e d i n s und seiner Begleiter er» Dereinsführer bestimmte zu seinen Mitarbeitern: Karl Klinkler als Stellvertreter; Aug. Müller jr. zum Schriftführer; Adam Gießler zum Kassenwart; ferner zum Werbe- und Pressewart Hans Funke; zu Fahrwarten die Mitglieder G. Deibel und A. Mohr und zu Zeugwarten Fritz Speier und Wilhelm Weigel Von der Versammlung wurde noch der Beschluß gefaßt, bei Festlichkeiten die Banner der beiden früheren Vereine bis zur Beschaffung eines neuen Banners mitzuführen. Zum Uebungslokal wurde das Gasthaus „Zur deutschen Eiche" bestimmt. In seiner Schlußansprache gedachte der neue Vereinsführer des leider so früh verstorbenen treuen Anhängers des Radsportes, des Mitgliede Philipp Hahn, dessen Gedenken in üblicher Weise geehrt wurde. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler wurde die Versammlung geschlossen. Aus der Geschichte des Radsportes in unserer Gemeinde sei erwähnt, daß der seitherige Radfahrerverein Klein-Linden 1904 21 Jahre bestanden hat, der Radklub „Germania" wurde in den Jahren nach der Inflation gegründet. Beide Vereine galten als führend auf dem Gebiete des Radsports in Oberhessen und haben auf Rennen und im Kunstfahren nahmhafte Preise errungen. Die neue Radfahrervereinigung verfügt über ein stattliches Vermögen und ein großes Inventar, es stehen ihr allein zwölf Saalmaschinen zur Verfügung. Die Vereinigung zählt viele Mitglieder und wird bei der ersten Veranstaltung der hiesigen sporttreibenden Vereine in dem kommenden Monat aktiv beteiligt sein. Durch den Zusammenschluß ist mit einem Neuaufblühen des in unserer Gemeinde in früheren Jahren so eifrig getriebenen Radsportes zu rechnen. SpieLvereimgung 1900 Gießen. 1900 II — SpV. Riederohmen I 8:1 (2:1). Die erste Syalb^it dieses schönen und fairen Spiels sah nicht nach einer so hohen Niederlage der Gäste aus. Im Gegenteil, den ersten Treffer machte Nie- der-Ohmen und die Gießener hatten, trotz des heftigen Rückenwindes, ihre Not auszugleichen und durch ein weiterhin erzieltes Tor in Führung zu gehen. Nach dem Seitenwechsel fielen die Gäste dem Tempo zum Opfer und konnten den fortgesetzten Angriffen der Platzbesitzer nicht mehr stanohalten. Zunächst kam 1900 durch ein, aus klarer Abseitsstellung erzieltes Tor zum 3:1 und erst in der letzten halben Stunde durch fünf weitere Erfolge zu dem hohen Endsieg. Zweimal lenkten die Leute aus dem nördlichen Oberhessen dön Ball selbst in ihr eigenes Gehäuse. VfB. Kurhessen 05 Warburg Ah. — 1900 Ah. 3:3. Ueberruschend kommt das unentschiedene Ergebnis aus dem „Alte Herren"-Jubiläumsspiel in Marburg. Das hätte man den Blauweißen nicht zugetraut. Die Mannschaft spielte aber schon merklich besser als im ersten Spiel gegen den Sportverein 05 Wetzlar. VfV. Kurhessen 05 Warburg 1. Jugend — 1900 1. Jugend 1:3. Trotzdem die Gastgeber einem etwas älteren Gießener die Mitwirkung verweigerten, ließen sich die zehn Gäste nicht unterkriegen. In einem temperamentvoll geführten Kampf blieben sie mit 3:1 Treffern verdienter Sieger. SpV. Vieber 1. Jugend — 1900 2. Jugend 0:4. Auch die zweite Jugend 1900’5 kehrte von ihrer Expedition ins Biebertal als sicherer Sieger, nach wirklich ansprechenden Leistungen, zurück. 1900 Schüler — Garbenleich Schüler 3:2. Die Kleinsten wollten es den älteren Vereinskameraden gleichtun, Ihr feines Spiel begeisterte. Der knappe Sieg ist besonders hoch zu bewerten, da der Gegner in Körpergröße und Alter bedeutend überlegen war. Fußballableilung des TV. Wißmar. Am Sonntag weilte die 1. Mannschaft des Turnvereins Wißmar zum fälligen Rückspiel in Vetzberg und gewann verdient mit 8:2 Toren. Durch Umstellung der Mannschaft fand sie sich sehr bald und führte bis zur Halbzeit bereits 2:1. Nach Halbzeit wurden in gleichen Abständen noch sechs Tore geschossen und somit das Endergebnis von 8:2 hergestellt. Am nächsten Sonntag findet der Lokalkampf Lounsbach—Wißmar statt. Das Vorspiel gewann Wißmar knapp mit 3:2. Erste Vorbereitungen für das Derg- turnfest auf dem Hoherodskopf. Am vergangenen Sonntag fand auf dem Hohe- rodskopf die erste vorbereitende Sitzung für das Bergturnfest auf dem Hoherodskopf (1. September 1935) statt. Die Versammlung wurde von dem Turnkreisführer Dr. S i e g e r t - Stockheim geleitet. Das Bergfest soll in diesem Jahre zum ersten Male wieder stattfinden. Eine eingehende Besichtigung des für das Turnfest zur Verfügung stehenden Platzes ergab, daß er auch für die gesteigerten Ansprüche eines Bergfestes nach dem heutigen Stand der Leibesübungen und der Turnerei. sehr gut geeignet ist. Dem Turnverein Schotten wurde die Ausrichtung des Festes übertragen. Es wurde ein Ausschuß gebildet, der die Vorarbeiten zu erledigen haben wird. Vorsitzender des Vorbereilungsaus- schusies ist Dr. S i e g e r t - Stockheim. An der Sitzung nahm u. a. auch der Gauoberturnwart Paul- Gießen teil. Hockey-Länderturnier in Brüssel. Deutschland Gruppensieger. Beim Brüsseler Hockey-Länderturnier wurden am Dienstag die Spiele der Gruppe B abgeschlossen. Deutschland sicherte sich den ersten Platz durch einen knappen 3:2-(2:l-)Sieg über die Schweiz, und Holland erwarb sich ebenfalls die Berechtigung zur Teilnahme an den Schlußspielen, da es Frankreich mit 2:0 (0.0) besiegte. Am Freitag trifft nun Deutschland auf den Verlierer der Begegnung England — Spanien, während Holland gegen den Sieger antritt. Trotz einer ersatzgeschwächten Mannschaft kam Deutschland zu einem zwar knappen, aber durchaus verdienten Erfolg über die Eidgenossen. Die Schweizer spielten recht hart, aber fair, und erreichten ihre bisher beste Form, dazu hatten sie IMMMliM.... Vornan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Drittes Kapitel. Fred. Als Fred nach etlichen Wochen zurückkam, ging er noch mehr feine eigenen Wege. Er sah nicht, daß manches Deckchen und manches Kissen sich verändert hatte, merkte auch nichts davon, daß Liane nun wirklich die Führung des Haushalts in ihre Hand genommen hatte. Er war im Ausland gewesen, hatte daher nicht über Sonnabend nach Hause kommen können, fand nun wieder Arbeit in Hülle und Fülle vor. Das Geschäft blieb schwer. Alte Geschäfte, auf deren Zahlungsfähigkeit man sicher gerechnet, gerieten in Konkurs, die Unannehmlichkeiten mit dem amerikanischen Vertreter häuften sich, das Geld ging schlecht ein, die Bezahlung der Rechnung van Zoomens stand immer noch aus, und das Wech- nachtsgeschäft erlebte nicht den Aufschwung des vergangenen Jahres. Ja, es gab Sorgen für. Fred. Er sah keine' Möglichkeit, den Verdienst zu erhöhen, die Verluste schnell wieder einzubnngen. Wenn man sich wenigstens auf van Zoomen hatte verlassen können. Bei einem Besuch in Amsterdam hatte Fred den Mann nicht angetroffen. Er hatte sich wohl verleugnen lassen. Seine junge Frau sah Fred kaum noch. Er zog es jetzt vor, auch mittags in Offenbach zu blel- oen, kam abends immer später aus dem Geschäft heim, nahm in irgendeinem Restaurant auch das Abendbrot ein und begab sich, kaum heimgekommen, sofort zur Ruhe. Sonnabend nachmittags aber schickte er den Chauffeur, wie vor seiner Reise, mit der Elektrischen nach Hause und setzte sich selbst an das Steuer. Ernst ließ zwei Wochen verstreichen, auch noch die dritte, dann erlebte Liane eine fteudige Ueber- raschung. Ernst rief telephonisch an: „Wir sind heute abend Ihre Gäste, Frau Liane. Ich bringe Ihnen Fred." „Sie glauben wirklich?" „Sie können sich auf mich verlassen, auch wenn es spät wird." Am Abend desselben Tages erschien Ernst kurz nach Geschäftsschluß in Freds Büro. „Laß es heute einmal genug sein des Guten, Fred! Mache Schluß!" „Hast du Ausgehgelüste? Ich habe eigentlich nöch ein paar Ideen, die ich aufs Papier bringen „Ich muß mit dir reden." „Warum so feierlich? Da setz dich! Hast du mir den Konkurs von Zoomens schon zu melden?" „Nein, Fred! Aber mir liegt eine andere Angelegenheit am Herzen, die mir wichtiger erscheint als das ganze Geschäft. Ich habe während deiner Abwesenheit deine Frau näher kennengelernt." Fred lehnte sich in seinen Sessel zurück. „Ja — und? Hast du Hausfreundabsichten? Hat sie sich bei dir beklagt?" „Fred, bitte nicht diesen frivolen Ton! Siehst du denn nicht, daß sie nur noch ein Schatten von früher ist, daß sie körperlich und seelisch einfach zu Grunde geht unter deiner Nichtachtung?" „Also eine regelrechte Gardinenpredigt. Erlaube, daß ich mir schnell eine Zigarette anzünde." Ernst kam auf ihn zu. „Ich habe deine Frau mehrere Male getroffen. Verzeih, daß ich erst jetzt davon spreche, aber ich wußte, daß diese Mitteilung eine längere Auseinandersetzung zwischen uns nach sich ziehen würde. Sie hat mich auch des öfteren in das Blindenheim begleitet. Sie bat mich darum, und sie tat mir leid in ihrer Einsamkeit." „Und dann hast du mit ihr hinter meinem Rücken eine Verschwörung angezettelt, deren Opfer ich sein soll?" „Fred, sieh sie dir doch einmal an, ganz kühl, ganz ohne Vorurteilt — dann wirst du finden, daß sie dein Opfer ist." Fred war ernst geworden. „Ich habe Herrn Scholz versprochen, sie vor Not zu schützen, das habe ich gehalten und werde es weiter tun. Für ihre weiteren Leiden habe ich kein Verständnis" „Und wenn Herr Scholz heute seine Tochter sehen könnte, glaubst du, er wäre dir dankbar, daß du so dein Versprechen eingelöst hast?" Fred stand auf. Er warf die Zigarette in dcn Aschenbecher und machte einige Schritte durchs Zimmer. „Kann ich etwas für seine verkehrte Erziehung? Darf ein Mädchen Worte für Ernst nehmen, die ich im Spott hingesagt habe? Mußte sie nicht wissen, daß ich sie niemals als meine Frau anerkennen werde? Nun leidet sie natürlich wie damals unter den Klatschereien der Leute, die über sie und ihre Ehe herziehen. Ich kann den Menschen den Mund nicht verbieten. Sie muß sich darein finden." „Treibe das Spiel nicht zu weit. Du könntest es bereuen, wenn es zu spät ist." „In meinem Leben ist kein Platz mehr für sie." „Sie steht schon in deinem Leben, Fred. Sie trägt deinen Namen. Du hättest es einfach mcht so weit kommen lassen dürfen. Nun mußt du die Konsequenzen tragen." Fred wandte sich ungeduldig ab. „Ich habe uns heute für diesen Abend bei ihr angesagt", fuhr Ernst fort. „Ich verlange ja nichts weiter von dir, als daß sie nicht täglich, stündlich deine Mißachtung trifft." „Erlaube! Ich lasse nicht über meinen Kopf hinweg über mich bestimmen." „Fred, ich habe dir oft geraten — vergiß das nicht. Ich habe dir auch oft gut geraten. Höre noch einmal auf mich. Kommt mit mir!" Fred schwieg. Er ging mit großen Schritten durchs Zimmer. „Gut!" sagte er plötzlich in ganz verändertem Ton. „Dann werden wir also den sicher sehr unterhaltenden Abend über uns ergehen lassen." Liane erwartete die Herren mit laut klopfendem Herzen. Auch die Hausftau in ihr zitterte und zagte. Der erste Besuch, den sie ganz allein empfangen und bewirten sollte! Sie wollte dem Abend ein festliches Gepräge geben, hatte sich zum ersten Male seit langer Zeit wieder geschmückt, hatte den Tisch selbst mit dem besten Porzellan gedeckt, in dem Weinkeller ihres Vaters Auswahl getroffen. Nun lief sie voll Auftegung durchs Haus. Ob sie auch kommen würden? Sie ging von einem Zimmer ins andere, trat auf die Diele. Gerade in diesem Augenblick tönte die Klingel. Liane kam ihnen die Treppe hinab entgegen. Fred sah sie an. Seltsam, mit einem Male erinnerte er sich ganz deutlich des Abends, der so tragisch geendet. Damals war sie ihnen, wie heute, entgegengekommen. Leichten Fußes war sie die Treppe herabgesprungen, reizend hatte sie in dem hellen Winterkleid ausgesehen, das ihre zierliche Gestalt so vorteilhaft zur Geltung gebracht hatte. Mit einem freudigen Lächeln und einem frohen Aufstrahlen ihrer glücklichen Kinderaugen war sie dem Vater entgegengelaufen. Nun kam sie langsam, mit fast schleppenden Schritten, die großen, ängstlichen Augen scheu auf ihn gerichtet. Kraftlos lag ihre Hand in der seinen, und ihre zierliche Gestalt sah schmächtig in dem dunklen Kleid aus. Ein weiches Gefühl wollte sich seiner bemächtigen. Ernst hatte recht, Franz Scholz würde ihm keinen Dank wissen, wenn er die Tochter jetzt wiedersähe. Zugleich aber wollte wieder der Zorn in ihm aufkommen, der ihn so oft in ihrer Gegenwart befiel; sie hatte ihn in diese Fessel gezwungen — mußte er sie wirklich, auch vor sich selbst anerkennen? Er blieb finster und schweigsam den ganzen Abend, und schon am nächsten Morgen am Frühstückstisch kam es zu einer längeren Aussprache zwischen ihnen. Fred, immer gewohnt, alles Unangenehme möglichst schnell und kurz zu erledigen, ging ohne weitere Einleitung auf den Kern der Angelegenheit ein. „Du siehst schlecht aus, Liane!" sagte er. „Du solltest dich mehr ausruhen und pflegen. Dein Leben kann unmöglich so weiter gehen. Du scheinst mir viel zu viel zu Hause zu sitzen. Wenn du schon keinen Arzt befragen willst, dann raffe dich wenigstens auf und tue selbst etwas für deine Gesundheit. Du nützt wahrhaftig keinem Menschen damit, wenn du immer mit einer wahren Trauermiene herumläufst." Liane war es, als ob ihr Herzschlag stockte. Kaum die nötigsten Worte hatte er mit ihr gewechselt. Wie sollte sie sein plötzliches Interesse deuten? „Mir fehlt nichts", erwiderte sie leise. „Dein Aussehen sagt das Gegenteil. Wenn dein Leiden nur nervöser Natur ist, mußt du am besten wissen, was dir gut tut: Ruhe oder Zerstreuung. An Ruhe dürfte es dir kaum gefehlt haben, so Der» suche dich zu zerstreuen. Soviel ich gesehen habe, hast du dein Auto den ganzen Sommer über nicht benutzt. Warum?" „Ich Hube die Steuer schon lange nicht mehr bezahlt." „Der Kauf hat sich allerdings gelohnt!" antwortete er und dachte, wie viele Konflikte ihnen beiden erspart geblieben wären, wenn sie den Kauf unterlassen. Nun, da ihr sehnlichster Wunsch erfüllt war, benutzte sie den Wagen nicht. War sie nicht wirklich ein launisches, verzogenes Kind? „Jetzt ist es freilich zu spät, um noch auszufahren, aber der Winter bringt Abwechslung genug mit sich, daß du dich nicht über Langweile zu beklagen brauchst. Was hast du denn sonst immer getan? Es ist ja recht schön und gut, daß du den Eifer hast, den Haushalt allein zu führen, aber deine Gesundheit darf nicht darunter leiden. Lieber verzichte darauf." ' Lianes Kopf senkte sich tief. Ihr war, als ob jedes seiner Worte sie wie ein Schlag traf. Sie konnte den aufsteigenden Tränen kaum wehren. „So antworte doch!" fuhr Fred, nervös werdend, fort. „Der Ring an deinem Finger sollte wahrhaftig kein Grund sein, deinem Leben eine andere Wendung zu geben. Auch kannst du ihn jederzeit ablegen.,y Das war zuviel für die arme Liane. Aufschluchzend legte sie den Kopf auf den Tisch. Fred entfuhr ein ungeduldiger Seufzer. Seine Finger begannen auf der Tischplatte zu trommeln. Frauentränen hatten ihn nie weich gestimmt. Im Gegenteil, er kam sich fast bemitleidenswert vor. Es war wirklich unmöglich, mit diesem Mädchen ein vernünftiges Wort zu sprechen. Er stand auf, ging im Zimmer auf und ab, während er weiterfprach: „Sv höre doch auf zu meinen, Liane. Laß uns lieber in Ruhe überlegen, wie dem liebel abzu» helfen ist. Geh aus, suche Verkehr, lade dir meinetwegen jeden Tag das ganze Haus voll Menschen. Warum du dich auf einmal so abschließt, verstehe ich nicht. Früher hat dein Leben doch auch nur aus dem bißchen Sport, dem bißchen Geselligkeit bestanden." (Fortsetzung folgt!) noch großes Glück und in Tuescher einen hervor- ragenden Torhüter. Das Kölner Stadtparkrennen. Soenius (Köln) fuhr Tagesbestzeit. Herrlichstes Wetter begünstigte am Sonntagvormittag das Kölner Motorradrennen im Stadtpark. Nicht weniger als 70000 begeisterte Motorsportfreunde umlagerten vom frühen Morgen an unentwegt die mit 2,636 Kilometer kleinste Motorradrennstrecke Deutschlands, die von den Ausweisfahrern 25mal, von den Lizenzfahrern dagegen 40mal zu runden war. Der Sport war außerordentlich gut. In allen Klaffen gab es spannende Kämpfe, kein Wunder, daß die Rekorde nur so purzelten. Die beste Zeit des Tages fuhr in der 500er-Klasse der Kölner NSU.-Fahrer Soenius heraus, dessen 120,2 Kilometer-Stunden für die 105,44 Kilometer lange Gesamtstrecke eine ganz große Leistung bedeuten. Nur wenig schlechter war Mansfeld auf DKW.; er blieb nur um wenige Sekunden geschlagen, hatte dafür aber den Trost, mit 123 Kilometer-Stunden die schnellste Runde des Tages gefahren zu haben. Die 350er-Klasse brachte durch Steinbach, Mellmann und Rüttchen einen dreifachen NSU.- Trjumph, bei den „Ganz Kleinen", den 250er- Maschinen, siegte ebenso überlegen DKW. durch Geiß, Winkler und Klein. Die Seitenwagenklasse bis 1000 Kubikzentimeter ließ sich Weyres nicht nehmen, bis 600 Kubikzentimeter sicherte sich Kahrmann auf DKW. den Klassensieg. Marokko-Zahrt beendet. Die zweite Marokko-Sternfahrt über 6300 km wurde jetzt beendet. Als Sieger aus dieser ungeheuer schwierigen Prüfung ging der Franzose T r e v o ü x (Bugatti) hervor, der ebenso wie sein Landsmann Lahaye (Renault) strafpunktfrei das Ziel in Casablanca erreichte. Bei einer angesetzten Geschwindigkeitsprüfung hatte Trevoux leichte Vorteile und sicherte sich damit den Gesamtsieg in der Sternfayrt. In der 1 - Liter - Klasse gab es durch S ch w e d e r auf Adler einen deutscken Sieg. Sauerwein (Mainz), ebenfalls auf Adler, hatte großes Pech, da er wegen eines Kotflügel-Defektes ausgeschlossen wurde. Den Wagen des erkrankten Hasse steuerte bis zum Ziel Hoffmann, dagegen fehlt von P. von Guilleaume und Frau Lotte Bahr bisher noch jede Nachricht, wahrscheinlich mußten die beiden kurz vor dem Ziel aufgeben. Kurze Sportnotizen. Die Summe von 140375 Mark hat die Werbewoche der DT. für das Winterhilfswerk ergeben. Die Leichtathleten sammelten rund 12 000 Mark für den Kampf gegen Hunger und Kälte. Die spanische Fußball-Nationalmannschaft wird am Mittwoch in Köln erwartet. Sie wird aber gleich nach Bad Godesberg weiterfahren und dort bis zum Sonntag wohnen. Der Kampf Deutschland — Spanien im Kölner Stadion wird von dem Belgier John Langenus geleitet werden. ♦ Der amerikanische Weltrekord- s ch w i m m e r Peter Fick wird nun doch nach Europa kommen und auch in Deutschland an den Start gehen. Er nimmt am 5. Juni an einem internationalen Berliner Schwimmfest teil. Wirtschaft. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 732: Die ab 1. Mai in Italien geltenden Bestimmungen für die Einfuhr aus den einzelnen Ländern. 733: Genehmigung von Kompensationsgeschäften mit Lettland, Einfuhr von Textilgeweben, Wollgarn, Rohseide und Maschinenteilen im Kompknsationswege. 734: Anordnung 30 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 29. April 1935, betr. Verbrauchsregelung für unedle Metalle für Mai und Juni 19 35. Die Anordnung ist im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 104 vom 6. Mai 1935 veröffentlicht. Der Bezug dieser Äusgabe wird den interessierten Firmen dringend empfohlen. Oie öffentlichen Sparkaffen als Kreditgeber. LPD. Mit Beginn des Jahres 1934 wurde der Anteil der öffentlichen Sparkassen an der Finanzierung des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung statistisch erfaßt. Seit diesem Zeitpunkt — also im Laufe von 1V< Jahren — haben die 57 öffentlichen Sparkassen von Hessen-Nassau der heimischen Wirtschaft die Summe von, 33,92 Mill. RM. für Arbeitsbeschaffungszwecke zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag verteilt sich auf 23 575 Einzelbewilligungen. In der gleichen Zeitspanne erfuhren die Sparguthaben bei den Sparkassen in Hessen- Nassau eine Erhöhung um rund 45 Mill. RM. Mit rund 34 Mill. RM. wurde der Spareinlagenüberschuh für Zwecke verwandt, deren Erfüllung für eine weitere erfolgreiche Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von weittragender Bedeutung ist: die Restsumme diente zur Verstärkung der gesetzlich vorgeschriebenen Liquiditätsreserve. Im ersten Vierteljahr 1935 haben die hessennassauischen Sparkassen in rund 7400 Einzelbewilligungen der heimischen Wirtschaft Kredite in einer Gesamthöhe von 10,48 Mill, RM. zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag verteilt sich auf 6,23 Mill. NM. Hypothekendarlehen, 2,30 Mill. RM. Konto- korrentkredite, 1,16 Mill. RM. feste Darlehen und 0,79 Mill. RM. Wechselkredite. In dieser Gesamtkreditsumme von 10,48 Mill. RM. sind in rund 4000 Posten 6,77 Mill. RM. Arbeitsbeschaffungskredite enthalten, die in besonderem Maße zur Wirtschaftsbelebung und zur Entlastung des heimischen Arbeitsmarktes beitragen. Während die Anzahl der bewilligten Kreditanträge sich gegen das vorangegangene Vierteljahr nur unwesentlich erhöht hat, erfuhr die Kreditsumme eine Steigerung um mehr als 10 v. H. Den 6,02 Mill. RM. Arbeitsbeschaffungskrediten des 4. Quartals 1934 stehen an Neubewilligungen im 1. Vierteljahr 1935 6,77 Mill. RM. gegenüber. Der Durchschnittsbetrag erhöht sich dementsprechend von rund 1500 RM. auf rund 1670 RM. Die Absatzregelung für Kartoffeln. (LPD.) Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Wie bereits durch die Presse bekanntgegeben wurde, ist ab 1. Mai 1935 die Hauptvereim- gung der deutschen Kartoffelwirtschaft auf Grund der Verordnung über den Zusammenschluß der Kartoffelwirtschaft vom 18. April 1935 begründet worden. Danach wird in Zukunft die gesamte Absatzregelung der Früh- und Svätkartoffeln durch den bei jeder Landesbauernschast vorgesehenen Kartoffelwirtschaftsverband durchgeführt werden. Hierfür werden in allernächster Zeit die endgültigen Anweisungen, die im wesentlichen eine Weiterführung und den Ausbau der bisherigen Maßnahmen und Einrichtungen vorsehen, erlassen werden. Um jede Störung und unerwünschte Mißverständnisse in der Uebergangszeit zu vermeiden, weist der Gebietsbeauftragte für Hessen-Nassau zur Regelung des Absatzes von Kartoffeln, der den Auftrag hat, vorläufig die Geschäfte weiterzuführen, ausdrücklich darauf hin, daß die bisherigen Bestimmungen bis zur Erteilung endgültiger Anweisungen in Kraft bleiben, daß also nach wie vor der Schlußscheinzwang beim Ankauf von Kartoffeln beim Erzeuger bestehen bleibt und die Erzeugermindestpreise wie bisher zu beachten sind. * * AG. Buderussche Eisenwerke zu Wetzlar. Die HV. genehmigte den Abschluß 1934 mit 4 (0) v. H. Dividende. Da die nom. 300 000 Mark VA. ihre Aufgaben des Schutzes gegen Ueberfremdung erfüllt haben, wurden sie jetzt eingezogen. Im Gegensatz zur Gepflogenheit der letzten Jahre erfolgten diesmal keinerlei Ausführungen über das laufende Geschäftsjahr. Khein-Mainische Mittagsbörse. Meist nachgebend. Frankfurt a. M., 7. Mai. Obwohl eine ganze Reihe günstiger Nachrichten aus der Wirtschaft und der Industrie Vorlagen, eröffnete die heutige Börse bei deutlichen Ermüdungserscheinungen innerhalb der Börse selbst in überwiegend knapp behaupteter Haltung. Starke Beachtung fanden die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten und anderer Direktoren der Reichsbank, insbesondere die erneute Stellungnahme gegen jede Devalvation. Andererseits lösten die zu erwartenden Maßnahmen zur Exportförderung Zurückhaltung aus. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung anfangs etwas uneinheitlich, später stellten sich jedoch meist leichte Abschwächungen ein. Die Kundschaft war kaum am Geschäft beteiligt. Von chemischen Werten gingen IG. Farben nach der Befestigung im Abendbörsenverkehr um 1 v. H. auf 142 zurück, dagegen lagen Scheideanstalt, Goldschmidt und Deutsche Erdöl voll behauptet. Elektroaktien waren nahezu geschäftslos, so daß es an Erstkursen fast fehlte. Etwas fester lagen Gesfürel mit plus 1 v. H., wogegen Siemens 0,50 v. H. verloren. Montanaktien notierten durchweg schwächer, insbesondere Rheinstahl mit minus 1,65 v. H. waren gedrückt, außerdem gaben Mannesmann 0,50 v. H., Stahlverein 0,90 v. H., Klöckner 0,75 o. H. nach. Otavi Minen gingen auf 18,25 (19) und Kali Westeregeln auf 120,25 (120,50) zurück. Reichsbankanteile eröffneten 1 v. H., Moenus Maschinen auf den unv. 4prozentigen Dividendenoorschlag 0,65 v. H. höher. Sonst setzten noch ein: Schifs- fahrtswerte behauptet, AG. für Verkehr 1 v. H., Kunstseide AKU. 0,65 b. H. und Zement Heidelberg 0,25 v. H. leichter. Der R e n t e n m a r k t war stark geschäftslos und ebenfalls meist nur knapp gehalten. Altbesitz gaben 0,25 v. H., 6 v. H. Stahlverein-Bonds 0,50 v. H., Kommunal-Umschuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen je 0,13 v. H. nach. Zinsver- aütungsscheine blieben mit 89,50 behauptet. Von fremden Werten lagen Ungarn bis 0,25 v. H. niedriger, Mexikaner waren knapp gehalten, im Freiverkehr gingen Serben auf 8,25 bis 8,50 (8,75) und Russen-Prioritäten bis zu 0,10 v. H. zurück. In der zweiten Börsenstunde stagnierte das Geschäft auf allen Märkten nahezu vollkommen und infolgedessen bröckelten die Kurse vielfach weiter leicht ab, insbesondere am Montanmarkt. Klöckner lagen insgesamt 1,75 v. H. schwächer. Auch die erst später zur Notiz gekommenen Elektroaktien gingen meist bis 0,75 v. H. zurück, Schuckert verloren 1,25 v. H. Matt waren außerdem Daimler mit minus 1,75 o. H. Etwas fester notierten nur Deutsche Linoleum mit 155,50 (154,75) und Rhein. Braunkohlen mit 212,65 (211). Am Kassamarkt waren Zement Karlstadt auf den 6-(4-)prozentigen Dividendenvorschlag gesucht, Taxe bei 135 (l. K. 129). Bankaktien lagen etwa 0,50 bis 0,75 v. H. schwächer. Renten blieben auch späterhin sehr still, wobei Altbesitz noch 0,13 v. H. verloren. Die diversen Serien Stahlvereins - Obligationen waren nach schwächerem Anfang meist etwas erholt. Pfandbriefe und Stadtanleiben wiesen bei sehr kleinem Geschäft kaum Veränderungen auf. Don Ausländern gingen Mexikaner weiter leicht zurück, ebenso Russen-Prioritäten und Anatolier I und II 37 bis 36,75 (37,65). Auch Schweizer Bahnanleihen waren noch gedrückt. — Tagesgeld blieb zu 2,50 v. H. unverändert und sehr leicht. Abendbörse: ruhig. Die Abendbörse nahm auf der ganzen Linie einen sehr ruhigen Verlauf, eine ausgesprochene Tendenz fehlte. Die Kulisse und auch die Kundschaft übten Zurückhaltung. Die Kurse lagen bei nicht unfreundlicher Grundstimmung ttn Vergleich zum Berliner Schluß nur um Bruchteile eines Prozentes verändert. Etwas fester notierten Bemberg mit 111,40 (110,50), Rheinstahl mit 105,65 (105,40), Nordd. Lloyd mit 35,75 (35,40), dagegen gingen Reichsbank auf 160 (161), Deutsche Erdöl auf 106,75 (107,65) zurück. IG. Farben bröckelten um 0,25 v. H. auf 142-50 ab; die Absatzlage im Stickstoffgeschäft für April bot keine Anregung. Großbankaktien lagen unverändert. Der Rentenmarkt war eher freundlich, jedoch ohne nennenswertes Geschäft. Altbefitz und Reichsbahn- Vorzugsaktien gewannen je 0,13 v. H., IG. Far- ben-Bonds 0,50 v. H. auf 127,75. Von fremden Werten blieben Ungarn und Mexikaner gehalten. Schweizer Bahnanleihen, die im Mittagsschlußverkehr fester wurden, waren weiter erholt, 4prozentige 164,50 (163), 3,5prozentige 156 (155). Es notierten u. a.: Altbesitz 115, 6 v. H. Stahl- verein 101,50, 4,5prozentige Franks. Hyp. Gold 96, 4,5 v. H. Ungarn 1914 7,90, do. 1913 7,90, 5 v. H. innere Mexikaner 6, Commerzbank 92,75, DD-Bank 94, Dresdner Bank 94, Reichsbank 160, Harpener 106,75, Kali Aschersleben 119, Mannesmann 78,75, Mansfeld 105,50, Rheinstahl 105,65, Stahlverein 80, AKU. 52,75, Bemberg 111,40, Deutsche Erdöl 106,75, Licht 6- Kraft 122,25, Scheideanstalt 220, IG. Farben 142,50, Gesfürel 124, Holzmann 90,50, Schuckert 102,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123, Hapag 32,50, Nordd. Lloyd 35,75. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 7. Mai. Der Gemüse- markt hatte, durch das Wetter begünstigt, gute Zufuhren von Spargel, Kopfsalat, Kohlrabi, Gurken und Rettich, während Spinat knapp geworden ist. Die Nachfrage war ziemlich lebhaft. Für Kopfsalat und Spargel gaben die Preise nach, für Spinat wgen sie etwas an, im übrigen blieben sie unverändert. Ausländischer Blumenkohl und Kopfsalat knapp, Preise sehr hoch, Geschäft weniger lebhaft. Es notierten: Blumenkohl, Steige 12 Pfg. 18 Stück 7,50—8,00 ital., Gelbe Rüben 4—5, Salat-Gurken (Treishaus) 30—60, 45—50 holl., Kohlrabi (Treibhaus) 10—20, Kopfsalat, Mistbeet 12 bis 22, Freiland 7—10, Steige 30 Stück 6,50 bis 7,50 holl., Rettich 15—60, Römischkohl 12—15, Rote Rüben 2—4, Sellerie je nach Größe 10—40, Spargel la 65—80, I 60—62, II 50—55, III 33-35, Spinat 18—22, Schnittlauch 25—30, Weißkraut 7—8 holl. Am Obstmarkt bestand bei schwacher Nachfrage ebensolches Angebot in deutschen Aepfcln, die Preise waren erhöht. Ausländ. Aepfel stärker angeboten. Bei steigenden Preisen verlief das Ge- chäft langsam. Apfelsinen waren genügend, Zitronen knapp angeboten. Preise höher. Geschäft in Apfelsinen schleppend, Bananengeschäft bei erhöhten Drei en befriedigend. Es notierten: Eß» äpfel 35—45, amerik. Kiste 40 Psd. rot 19,00 bis 21,00, dto. gelb 21,00—22,00, Apfelsinen blond 16 bis 21 span., Blut 18—27, Bananen, Kiste 25 Dfd. 9,00 Jam., 7,50 Bras., Erdbeeren (Treibhaus) 2,50 bis 4,50, Zitronen Korb ca. 220 Stück 16,50 ital. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz,?. Mai. Auftrieb: Ochsen 22 (zum Vieh. Hof direkt 4), Bullen 32 (2), Kühe 318 (6), Färsen 130 (4), Kälber 370 (44), Schweine 742 (33). Notiert wurden pro 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42, b) 39 bis 42, c) 37 bis 38. Bullen a) 42, b) 39 bis 41, c) 35 bis 38, d) 32 bis 34. Kühe a) 41 bis 42, b) 37 bis 40, c) 32 bis 36, d) 20 HI.-Zeltlager besuchen heißt: Erholung finden, Kraft schöpfen, 7Nut gewinnen, Gemeinschaft erleben! bis 31. Färsen a) 42, b) 40 bis 41, c) 36 bis 39, d) 27 bis 35. Kälber a) 55 bis 58, b) 47 bis 54, c) 37 bis 46, d) 28 bis 36. Schweine b) 49 bis 51, c) 47 bis 50, d) 45 bis 49. Marktverlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft. Kälber anfangs lebhaft, später abflauend. Schweine rege, ausverkauft. Echweinemarkt in Grotz-Erchen. ch Groß-Eichen, 8. Mai. Bei herrlichstem Maiwetter fand gestern der Frühjahrsmarkt statt. Es waren 169 Ferkel aufgetrieben, die größtenteils ihre Käufer fanden. Die Preise bewegten sich zwischen 25 und 28 RM. Auch der Krämermarkt war gut beschickt und zog viele Kauflustige an. Rundfunkprogramm. Freitag, 10.7Nai. 6 Uhr Morgenspruch — Choral. Anschließend: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9: Werbekonzert und Nachrichten. 9.15: Nur Freiburg: Elsässische Stunde. Dem Gedenken Friedrichs Lienhards. Zu seinem Todestag am 30. April. Von Hermann Guth. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Weltrekord. Von der Geburtsstätte eines deutschen Rennwagens. Hörbericht aus den Mercedes - Benz - Werken. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 1. Handwerksgesellen auf der Walz. 2. Arbeitsfürsorge für Wanderer. 12: Mittagskonzert I. 13: Nacyrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Worüber man heute spricht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Orauenberoegungen in Rußland, Südsuropa und rankreich. 16.45: Wenn man auch versichert ist... Ein aufschlußreiches Zwiegespräch. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Unterhaltungskonzert. 21: Der Zundelsrieder und der Zundelheiner. Die lustigen Streiche der Zundel- brüber. Hörspiel zum 175. Geburtstag von Joh. Peter Hebel. 21.30: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.25: Dr. Heinrich' Waffenschmidt spricht über die amtlichen Rundfunkzeitschriften. 22.35: Die - Sportschau der Woche. 23: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 24: Nachtkonzert des NS.» Reichssymphonieorchesters. 1 bis 2: Nachtmusik. Samstag, 11. 2Hai: 6 Uhr Morgenspruch — Choral. Anschließend: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Aus der Wunderwelt der Natur. 14.45: Sendepause. 15: Jugendfunk. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein. Das Mikrophon unterwegs. 18.40: „Wer ist wer?" Wir plaudern über Dienstgrad und Abzeichen im Arbeitsdienst. 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20: Nachrichten. Anschließen: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Bunter Abend, veranstaltet vom Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer und dem Reichssender Frankfurt. 22: Nach- richten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Bunter Abend. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.3JI. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendkurse Schlußkurs Schluß!. Mittag- bSrse Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittaa- börse Datum 6.5 75 6 5 75 Datum 6.5 75 6.5 7-5 6% Deutsche Ncichsanleihe v. 1927 4% Deutsche NeichSanl. von 1934 b!4% Doung-Anleihc von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 100,13 97 101,75 115,5 100,25 98,25 96,25 100,4 119 116,25 96 100,9 101 96,75 96,75 105,9 29 1,2 8,2 8,1 8,25 14 8,5 100,65 96,75 101,9 115 100,3 98,25 96,25 100,4 92 116 96 100,9 101 96,75 96,75 105,9 28,5 1,15 8,2 7,75 7,9 13,75 9 100,25 97 102 115,5 100,25 98 96 100,9 96,75 105,9 29,25 1,3 8,3 8,05 8,25 13,9 9,5 100,25 97 101,9 114,9 100,5 98 116,25 96 100,9 96,75 96,75 105,9 28,9 8,05 7,75 7,9 13,9 4% vesgl. Serie 11 ............. 8,5 4,5 6,75 4,25 37,65 33 35,13 85,25 111 93,5 94,5 94,5 160,5 37,65 133,65 106,25 122,5 94,5 123,5 124 104 154,5 122,5 99,75 107,75 107 123,5 91,25 79,5 9 4,5 6,75 4,25 36,75 32,5 35,75 84,5 111,65 92,75 94 94 160 37,13 133,25 106,5 122,25 93,9 124 123,75 102,5 154 122 99,13 106,75 106 75 123,5 90 78,75 9,5 4,6 6,65 4,25 37,4 33,13 27,25 35,65 84,75 111,25 94 94,5 94,5 160,75 37,65 133,65 106,5 122,75 94,25 123,75 124 103,5 155 122,5 99,65 108,4 107 94,65 150 123,5 91,25 79,75 10 4,65 6,7 4,3 36,9 32,65 28 35,75 84,4 1,1,25 92,75 94 94 161 37,13 133,4 105,5 122,25 93,75 122 123,25 102,5 153,75 121,25 99,5 107,65 106,75 94,25 146,5 123,25 90,25 79 5% Ruinän. vereinh. Rente ti. 1903 4H%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 ^% Anatolier ...........f.. Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampsschifs . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................v Dresdner Bank...... 0 Reichsbank .......... 12 A.E.G......................