ltr.83 Erstes Natt 185. Jahrgang Montag, 8. April 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimatlm Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck und Verlag: SrShl'sche UnioerfitSts-vuch- und Steindruckerel R. Lange in Sieben. 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Um zu verstehen, was der Humanismus für uns bedeutet hat, muß man sich erinnern, daß im frühen Mittelalter die führende Geistesbildung zugleich geistlich-kirchliche Bildung war. Erft im Hochmittelalter, unter der glanzvollen Herrschaft der Hohenstaufen, entfaltete im Ritter st and die Laienbildung eine kurze, aber strahlende Blüte. Die deutsche Dichtung jener Zeit ging eigene Wege neben der Kirche, zum Teil auch gegen die Kirche. Mit dem Niedergang des Kaisertums der Staufer aber verlor der Ritterstand seitte staatliche Lebensgrundlage, und die ritterliche Laienbildung verfiel, soweit sie nicht vom Bürgertum der aufstrebenden Städte übernommen wurde. Hier, in den Städten, stieg mit zunehmender Volkszahl und zunehmendem Wohlstand auch das Bildungsbedürfnis der Laien. Das war nicht nur in Deutschland so, das entwickelte sich erst recht in Italien. Und dieses Bildungsbedürfnis suchte den Weg zu den Quellen, aus denen auch die formale Bildung der Kirche stammte: zu den alten Römern und Griechen. So war der Humanismus im Kern seines Wesens Abkehr von der geistig-geistlichen Vormundschaft der Kirche, und diese seine Wesensart machte ihn zu einem starken Helfer der Reformation. Die Bewegung der Geister» die um die beiden Pole Reformation und Gegenreformation kreiste, war aus dem besten Wege, eine neue Hochblüte deutscher Laienbildung zu treiben — als der Versuch einer Lösung des Geistesringens mit Waffengewalt, der sich zum 30jährigen Krieg auswuchs, alle Ansätze dazu vor der Zeit knickte. Nur langsam arbeitete sich das deutsche Geistesleben aus der Verwüstung des Dreißigjährigen Krieges wieder empor. Erst geriet es, wie ganz Europa, unter französische Vormundschaft. Als sich dann, an der Machtpolitik des großen Friedrich, das deutsche Selbstbewußtsein wieder aufzurichten begann, ward unter Lessings Führung das französische Vorbild abgesehnt. In diesem Kampfe gegen die romanische Bevormundung drängte die deutsche Bildung abermals zu den Quellen, zu den alten Römern und Griechen zurück. So entstand — in der führenden Bildungsschicht — die Geistesverfassung des N e u - Humanismus, die eine Erneuerung der deutschen Kultur auf antiker Grundlage ersttebte. Nicht Nachahmung war das Ziel, sondern N e u s ch ö p - fung aus dem Geiste der Antike heraus. Was auf dieser artfremden Grundlage an arteigner Höchstleistung hervorgebracht werden konnte, hat Goethe gezeigt. Von goethischem Klassizismus war Wilhelm v. Humboldt erfüllt. Als eine Pflegestätte des neuhumanistischen Bildungsideals hatte recht eigentlich er in schwerster Zeit d i e U n i v e r s i t ä t B e r- l i n gegründet. Und wenn bis weit über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus das humanistische Bildungsziel vorherrschend geblieben ist in Deutschland, so hat darin der Einfluß Wilhelms v. Humboldt über seinen Tod hinaus nachgewirkt. Goethe freilich, in dem der Neuhumanismus seinen Herrn und Meister verehrte, war so einseitig nicht, wie seine gläubigen Verehrer ihn sehen. Der Klassizismus war nur eine Seite seines Wesens, ihr hielt die auf Erforschung der Natur gerichtete Seite das Gegengewicht. Je älter er wurde, desto stärker wurden seine naturwissenschaftlichen Interessen. Er rang mit den maßgeblichen Anschauungen vom Licht und der Farbe, er klopfte auf seinen Reisen durch Thüringen und den Harz unermüdlich am Gestein, er befaßte sich praktisch mit'dem Bergbau, er arbeitete am Ausbau der biologischen Entwicklungslehre mit. Für diese Seite des umfassenden Geistes- sttebens seines Herrn und Meisters aber hatte der Neuhumanismus kaum einen Blick. Und doch hatte Wilhelm von Humboldt einen, nur zwei Jahre jüngeren Bruder Alexander, der dieser andern Seite wesensverwandt war. Der ward dem deutschen Geistesleben ein Führer hinaus aus der Enge der Bücher- und Gelehrtenstuben und hinein in die Weite der Welt, in den Geist einer neuen Zeit. Im 18. und noch weit bis ins 19. Jahrhundert hinein reiste der gebildete Deutsche, der es sich leisten konnte und etwas Besonderes für seine Bildung tun wollte, nach Italien. Nach Italien war Goethes Vater gereift. Nach Italien war Goethe gereist. Nach Italien war auch Goethes Sohn gereist. Als preußischer Gesandter in Rom hatte Wilhelm von Humboldt dort seine glücklichsten Jahre verlebt. Sein Bruder Alexander aber reiste nicht nach Italien, sondern nach Südamerika. Fünf Jahre hat er auf die Erforschung von Gegenden verwandt, die anoere, auch sehr „gebildete" Leute vermutlich nicht einmal dem Namen nach kannten. Und dieser Sonderling, der so ganz andere Wege ging als seine Standesgenossen, bewegte sich gleichwohl immer auf den Höhen der Gesellschaft, in Paris sowohl wie in Berlin. Dadurch hat er die Naturwissenschaft sozusagen hoffähig gemacht, er hat ihr eine Gasse gebrochen in den höchsten Gefilden deutscher Bildung, die bis dahin einseitig vom Neuhumanismus beherrscht waren. Was in Goethes einmaliger Erscheinung seine Synthese gefunden hatte, das spaltete sich bei den Gebrüdern Humboldt in zwei Persönlichkeiten aus» die dann gewissermaßen richtunggebend wurden für die beiden Sttömungen, die Oer Wahlsieg des Nationalsozialismus in Danzig. Danzigs überwältigendes Bekenntnis zum Deutschtum und zum Führer. Das vorläufige Gesamtergebnis. Danzig. 8. April. (DRV.) Die Danziger Volkstagswahlen hallen folgendes Gesamtergebnis: Gesamtergebnis im Kreise Danziger Werder. 7.4.35 28.5.33 NSDAP. 139 200 (109 029) Sozialdemokraten 37 530 (37 882) Kommunisten 6 880 (14 566) Zentrum 30 059 (31 336) Liste Weise (Nationale Front) 9 760 (13 596) Liste pietsch 750 H Polen 8100 (6 743) 7. 4. 35 28. 5. 33 Nationalsozialisten 21 016 (15 194) Sozialdemokraten 1635 (3 303) Zentrum 2 022 (2 783) Kommunisten 711 (1 502) Liste Weise 413 (582) Liste Pietsch 57 (-) Polen 271 (171) Nach dieser Aufftellung hat die NSDAP, also 80,5 v. H. der abgegebenen Stimmen erhalten. Gesamtergebnis des Wahlkreises Danziger Niederung. 7. 4.35 28.5. 33 NSDAP. 12 918 (11 277) Sozialdemokraten 1561 (2 899) Zentrum 384 (787) Kommunisten 475 (1 500) Liste Weise 421 (752) Liste Pietsch 39 (-) Polen 28 (69) Danach hat d i e N S D A P. in diesem Landwahl- krois 81,62 v. H. der abgegebenen Stimmen erhalten. Wahltag — Feiertag. Festlicher Verlauf des Wahlsonntags in Danzig. Danzig, 7. April (DNB.) Nach einer Woche jubelnder Hochstimmung, die mit der gestrigen Kundgebung von Minister Dr. Goebbels ihren Höhepunkt erhalten hatte, brach heute früh bei klarem, kühlem Wetter der Wahlsonntag für Danzig an. Punkt 9 Uhr setzte in den 188 Wahllokalen in der Stadt Danzig sowie in Zoppot und in den drei Landkreisen Höhe, Niederung und Werder die Wahl mit voller Stärke ein. Bereits kurz nach 9 Uhr standen in den meisten Wahllokalen die Danziger Wähler und die Auslandsdanziger Wähler i n langen Schlangen an, um ihrer Wahlpflicht zu genügen. Dieser Andrang hielt den ganzen Vormittag und auch mittags über unvermindert an, so daß in den meisten Wahllokalen um 14 Uhr bereits 60 bis 70 v. H. der Wähler ihre Stimme abgegeben hatten. Gegen 15 Uhr flaute der starke Andrang etwas ab. Trotzdem blieb das Wahlgeschäft noch immer lebhaft, so daß nach den bisherigen Aussichten mit einer außerordentlich hohen Wahlbeteiligung zu rechnen fein dürfte. Das Wahlgeheimnis wurde überall mit geradezu peinlicher Genauigkeit überwacht. In allen Wahllokalen waren Vertreter auch der übrigen Parteien anwesend und konnten sich davon überzeugen, daß jeder seinen Wahlzettel in vollkommener Abgeschlossenheit ankreuzte und das Wahlgeheimnis in jeder Beziehung gewahrt war. In Danzig selbst, dessen girlandenumkränzte Häuser im Schmuck unzähliger Hakenkreuzfahnen prangen, herrschte vom frühen Morgen an ein frohes, festliches Treiben. Zahllose U m - z ü g e nationalsozialistischer Formationen, sowie Sprechchöre und Fanfarenchöre belebten das Straßenbild. Zu irgendwelchen Zwischenfällen ist es nirgends gekommen. Im übrigen hat der Danziger Polizeipräsident, um etwaigen unliebsamen Vorfällen von vornherein vorzubeugen, auch für die Zeit bis nach der Wahl noch ein Alkoholausschankverbot erlassen. Um 12 Uhr fand auf dem Heumarkt eine öffentliche Begrüßungskundgebung für die aus dem Reich eingetroff?sten, etwa 6000 Danziger statt, die mit ihren roten Abzeichen in Form des Danziger Wappens überall im Straßenbild anzutreffen sind. Die stärkste Gruppe hat Hamburg gestellt, die mit einem eigenen Banner aufmarschierte. lieber 2000 Danziger sind aus Berlin und Stettin gekommen. Sehr stark sind O st - preußen und Schlesien, aber auch alle übrigen Teile des Reiches sind vertreten. Mehrere hundert Danziger sind aus dem Ausland gekommen. Nach Musikstücken des Musikzuges der SS.-Stan- darte 36 begrüßte der Danziger Senator für Propaganda und Volksaufklärung B a tz e r die Auslandsdanziger mit herzlichen Worten namens der Regierung und der Bevölkerung Danzigs. Die Aus- lanosdanziger feien aus Pflichtgefühl ihrer alten Danziger Heimat gegenüber nach Danzig gekommen. Schon im Mai 1933 waren sie gekommen, leider vergeblich, denn die damaligen Systemparteien verweigerten den Auslandsdanzigern damals die Wahlberechtigung. Wir Nationalsozialisten verstehen unter Volksgemeinschaft nicht die zufällig in diesen Danziger Grenzen lebenden Menschen, sondern verstehen sie so, daß alle, die gleiches Blut, gleiche Sprache, gleiche Kultur und den gleichen Willen haben, zu uns gehören, ob sie in Danzig ober in Deutschland ober sonstwo in der Welt wohnen. Es gehe barum, bis Einheit bes deutschen Willens nicht nur in Danzig, sondern der ganzen Welt gegenüber zu beweisen. Die Wahlhandlung ist um 18 Uhr geschlos- s e n worden. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. Die ersten aus dem Landgebiet vorliegenden Einzelergebnisse ließen bereits erkennen, baß bis NSDAP, auf bem flachen Lanbe einen Erfolg erzielt hat, ber selbst ben überwältigenben Wahlsieg bei den Kreistagswahlen im November vorigen Jahres noch übertrifft. Erstes Echo im Reich. Berliner Blätterstimmen zum Danziger Wahlergebnis. Berlin, 8. April. (DNB.) Zum Danziger Wahlergebnis schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Danzig hat gewählt. Die Danziger Regierung rief die Bevölkerung der Freien Stadt zur Wahl auf, nachdem sich immer deutlicher gezeigt hatte, daß die Zusammensetzung des im Jahre 1933 gewählten Volkstages offensichtlich nicht mehr den neuen Verhältnissen entsprach, nachdem es sich besonders auch gezeigt hatte, daß die Parteien des Zentrums, der Sozialdemokratie und der Deutschnationalen keinerlei sachliche Arbeit zu leisten gewillt waren, sondern ihre Aufgabe nur darin sahen, in Befchwerde- schritten beim Völkerbund und böswilligen Denunziationen jede Aufbaumaßnahme der nationalsozialistischen Regierungspartei zu durchkreuzen. Man kennt die schwierigen Verhältnisse in Danzig. Man hat es besonders auch wieder in den Wochen dieses Wahlkampfes erlebt, wie hier auf einen kleinen Punkt sich die Hetze und die Wühlarbeit der dem nationalsozialistischen Deutschland feindlich gesinnten volksoerräterischen Parteien konzentrierte, um den Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, durch eigenen Augenschein das neue Deutschland kennenzulernen, ein möglichst verzerrtes und verlogenes Bild von der Lage im Reiche zu geben. Noch am Abend vor der Wahl brachte es der ehemalige Präsident Dr. R a u s ch n i n g fertig, in der marxistischen Presse einen offenen Brief an die nationalsozialistische Regierung zu richten, der e i n e Fülle von Lügen enthielt und in mehr als einen Punkt offener Landesverrat war. Die nationalsozialistischen Behörden andererseits hatten, um für die Freie Stadt alle Komplikationen zu vermeiden, die sich aus ihrer Stellung unter der Aufsicht des Völkerbundes ergeben könnten, jede mögliche Maßnahme ergriffen, um die freie Meinungsäußerung und die freie Wahl zu sichern. Sie hatten selbst in der Erkenntnis ber möglichen Folgen einer Person, wie biesem Dr. Rauschning, die Sicherheit seiner Existenz garantiert, die er dann dazu mißbrauchte, Landesverrat zu betreiben. Wie klar er sich selbst über die Niedrigkeit seiner Handlungsweise war, geht daraus hervor, daß er noch in der Wahlnacht bas Weite suchte unb ins Auslanb ging. Trotz allem würben die gegnerischen Parteien schwer geschlagen. Sie hatten sicher geglaubt, auf einem für ihre Wühlereien anscheinend so günstigen Boden, wie ihn eine Hafenstadt darstellt, eine beträchtliche Gegnerschaft gegen ben Nationalsozialismus mobilisieren zu können. Sie hatten dabei ben Vorteil, ohne Verantwortung die unter den schwierigsten Verhältnissen geleistete Aufbauarbeit der NSDAP, kritisieren zu können und dabei noch zu wissen, daß eine internationale Genfer Institution stets lieber bereit fein wird, ihre Denunziationen zu unterstützen als eine nationalsozialistische Behörde. Die Bevölkerung Danzigs hat sich in ihrem starken gesunden Kern nicht erschüttern lassen durch den Ansturm einer gesammelten Opposition, die in ihrer Wahlkampftaktik vor keiner Lüge und keinem Manöver zurückschreckte. Sie hat im Gegenteil m i t einer noch größeren Mehrheit als im Jahre 1933 ihre Stimme dem Nationalsozialismus gegeben. Und es ist lediglich auf eine bedenkenlose Agitation zurückzuführen, daß anderseits etwa die Sozialdemokratie noch einen Rest Anhängerschaft um sich sammeln konnte. Denn gerade hier, in der Freien Stadt Danzig, die durch die Auswirkungen des sinnlosen Statuts und wirtschaftlicher Bestimmungen, die sie von ihrem natürlichen Wirtschaftsgebiet abfchnüren, mit schwerster wirtschaftlicher Not zu kämpfen hat, ist der Boden günstig für jede gewissenlose Demagogie. Daß dieser marxistische Rest aber nichts mit der wirklichen Volksabstim- mung zu tun hat, zeigen gerade die Ergebnisse aus den Landkreisen des Danziger Staates, wo die NSDAP, sogar bis zu 80 und mehr Prozent der Stimmen errungen hat. Der „9)1 ontag" führt aus: Das Zentrum oer^ im deutschen Bildungswesen des 19. Jahrhunderts miteinander rangen. Die eine suchte alles Heil im Festhalten am klassischen Bildungsideal: von der Bildung der Griechen und Römer müßte immer wieder ausgehen, was als deutsche Bildung einmal Anspruch auf höchsten Wert und höchste Leistungsfähigkeit erheben wollte. Die andere Strömung wollte, dem Zuge einer vom technischen Fortschritt getragenen Zett folgend, übernationale Naturwissenschaft in den Mittelpunkt deutscher Bildung rücken. Das Ergebnis war, noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, eine Zersplitterung der Bildungsziele, die niederschmetternd wirkte. Diese Zersplitterung ist auch heute noch keineswegs überwunden. Wohl aber ist der Weg unverrückbar festgelegt, auf dem sie überwunden werden wird. Ein Staat, der nichts anderes fein will als die einer Volksgemeinschaft gemäße Lebensform, kann fein Bildungsideal unmöglich mehr suchen in einer fremden Kultur vergangener Zeiten. Er kann es ebensowenig suchen in einer Wissenschaft, die ihre Grundlagen in der allgemeinen Natur der Dinge, jenseits jeder staatsvölkischen Organisation der Kultuvgemeinschaft, hat. Er wird es suchen müssen in der Eigenart seines Volkes und in den Erlebnissen, die dieses Volk mit dem Lebensraum verbinden, der ihm zugewiesen ist. Das will sagen: Deutschtum und deutsche Geschichte müssen die Formelelemente abgeben, woraus das deutsche Bildungsideal der Zukunft gestaltet wird. Das will aber nicht sagen, daß die Humboldts und die ihren Spuren Folgenden, für dieses Bildungsideal nicht gelebt hätten. Was der Humanismus dem Deutschtum an lebendigen Bildungswerten zuzuführen hatte, das haben Meister der Wortkunst und der btibenben Kunst, das haben Klopstock, Lessing, Goethe, Hölderlin, Schinkel, Rauch, Feuerbach, Böcklin und wie sie alle heißen, ihm schöpferisch einverleibt. Das ist aus der deutschen Geistesbildung so wenig mehr wegzudenken wie die deutsche Naturwissenschaft und ihr Kind, die deutsche Technik. Nur dem deutschen Bildungsideal die Prägung geben, das kann in Zukunft weder einseitig derHuManis- mus noch einseitig b i e Naturwissenschaft. Das Bildungsmaterial muß geprägt werden von deutscher Art und deutscher Geschichte, die die Art mit bem ihr eigenen Lebensraum verbindet. Nicht Pflege und Vertiefung eines Gegensatzes, der die Bildungswelt des 19. Jahrhunderts beherrscht hat, kann das Ziel des 20. Jahrhunderts sein, sondern Ueberwindung dieses Gegensatzes durch neue, aus dem staatsvölkischen Erleben des Jahrhunderts geborene Zielsetzung. Ludendorffs 70. Geburtstag. Der Führer ordnet für morgen Beflaggung aller Staatsgebäude an. Berlin, 8. April (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat folgenden Befehl erlassen: „Morgen am 9. April feiert General Lützendorfs seinen 70. Geburtstag. Mit den Gefühlen tiefer Dankbarkeit erinnert sich das deutsche Volk aus diesem Anlaß der unvergänglichen Leistungen seines größten Feldherrn im Weltkriege. Unter dem Eindruck dieser Empfindung nationaler Dankesschuld befehle ich daher für den 9. April die Beflaggung aller Staatsgebüude. (gezI Adolf Hitler? Wie das Reichslustfahrtmmisterium aussehen wird. Berlin, 6. April. (DNB.) Zwischen ber Leipziger unb ber Prinz-Albrecht-Straße in Berlin entsteht bas Gebäube bes Reichsluftfahrtministeriums. Das Berliner Regierungsviertel wirb baburch eine bebeutenbe Erweiterung erfahren. Bereits am 15. April soll mit ber Niederlegung ber Häu - s e r begonnen werben, um Platz für ben neuen repräsentativen Staatsbau zu schaffen. Wie bieses große Reichsgebäube gestaltet fein wird, schildert ber „Angriff". Danach wird bas zukünftige Ministerium im Anschluß an das ehemalige Herrenhaus in der Leipziger Straße bis zur Wilhelm- st r a ß e reichen, unter Einschluß des früheren Preußischen Kriegsministeriums, bas erhalten bleibt unb im Innern ben neuen Anforderungen entsprechend umgebaut wird. An ber Ecke Wilhelm- unb Leipziger Straße werden dis Haupteingänge liegen. Um den Verkehr in ber Leipziger Straße nicht zu behinbern, wirb durch eine zurückspringende Front ein großer Platz freigeyalten. Die Front läuft in ber Wilhelmstraße weiter. In ber Mitte ber Wilhelmstraße wirb bis „E h r e n h a 11 e" in die Front eingebaut, an der in besonderem Maße der Führer selbst mit- gewirkt hat. Hinter dem Ehrenhof liegt ein großer Saalbau mit einem Hauptsaal, der durch drei Geschosse geht, unb mehreren Nebensälen. Die Arbeiten werben gegenwärtig i n brei Schichten von je 1000 Mann burch- geführt, um schon zum 1. Oktober bieses Jahres die Hälfte des gesamten Bauwerkes dem Ministerium zur Verfügung stellen zu können. Der Bau soll artt L April 1936 vollendet fein. bündeke sich mit Marxisten im6 Kommunisten. Es wagte an einer Stelle sogar um einiger Stimmen willen ein Bündnis mit den Polen; aber es mußte davon zurücktreten. Eine Splittergruppe, die genötigt werden mußte, den betrügerischen Namen „Nationale Front" aufzugeben, verband sich mit Marxisten und Zentrum. Der ganze widerliche und schmutzige Schacherbetrieb, in dem jeder einen joden und alle sich selber betrügen, spielte noch einmal vor unseren erstaunten Äugen sein unsauberes Spiel. Gegen oie eine nationalisoziali- stische Partei, die in Danzig seit zwei Jahren Die deutsche Partei schlechthin ist, boten sechs Gegenparteien, darunter fünf ,-deutsche", ihr Fähnlein und ihre parlamentarischen Heckenreiter auf. Nichts hielt sie zusammen als der Haß gegen die, wie im Saargebiet, so in Danzig organisch sich auswirkende große deutsche Bewegung und Erneuerung. Gegen eine Macht sechs Ohnmächte. Ihre Gemeinsamkeit mußte gerade dazu ausreichen, um gemeinsam geschlagen zu werden. Sie sind geschlagen worden. Es kam, wie jeder, der sehen wollte, es voraussah. Die Schwarzen und die Roten wurden aufs Haupt geschlLgen; die absolute Mehrheit der NSDAP, geht nicht geschwächt, sie geht gewaltig gestärkt aus diesem Wahlkampf hervor. Sauleiter Forster verkündet das Wahlergebnis. Danzig, 8. April. (DNB.) Vor der Bekanntgabe des Ergebnisses der Wahlen im Danziger Rundfunk hielt der Danziger Gauleiter der NSDAP. Albert Forster eine kurze Ansprache, in der er u. das Bekenntnis der übergroßen Mehrheit der Danziger Bevölkerung zum National- fozialismus Danzig eine urdeutsche Stadt ist. Die anständigen Deutschen in Danzig haben durch ihren Einsatz für die nationalsozialistische Weltanschauung dem Führer Adolf Hitler ihren Dank abgestattet. Wir Nationalsozialisten wollen an diesem historischen Tage unser Gelöbnis erneuern, auch in Zukunft dem Führer treu und gehorsam zu folgen zum Wohle unserer herrlichen Bewegung und zum Segen Deutschlands. Or. Nauschning im Ausland. Danzig, 7. April (DNB.) Der frühere Danziger Senatspräsident Dr. Rausch- ning, der wegen schwerer Dertrauensbrüche aus der NSDAP, ausgeschlossen wurde, hat nach einer Meldung des „Danziger Vorpostens" in der vergangenen Nacht Danzig verlassen und sich ins Ausland begeben. Die auf diese Meldung hin angestellten Ermittlungen haben ergeben, daß Dr. Rauschning in seiner Sandiger Wohnung tatsächlich nicht mehr aufzufinden ist. Nach zuverlässigen Nachrichten soll Dr. Rauschning sich bereits im Ausland befinden. Dr. Rauschning hatte noch am Samstagfrüh, also unmittelbar vor dem Abschluß der Danziger Wahlen, in der Presse der Sozialdemokratie und des Zentrums einen offenen Brief an den Danziger Gauleiter Forster veröffentlicht, der nach Form und Inhalt den Tatbestand des Landesverrats erfüllt und sich in keiner Weise von den übelsten Erzeugnissen der Separatisten und Emigranten unterschied. Es ist bezeichnend, daß er noch vor Beendigung der Danziger Wahlen durch Flucht ins Ausland die Folgerung aus seinem Handeln gezogen hat. Wieder einmal böswillige Gerüchtemacherei im Auslande. Berlin, 7. April. (DNB.) In ausländischen Zeitungen verschiedener europäischer Länder sind am Samstaa Meldungen des Inhaltes erschienen, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" 808-Rufe ausgesandt habe und in den Ozean abgestürzt ser. Geradezu grotesk aber wirken diese Gerüchte, wenn man dann weiter liest, daß an Bord des nach Südamerika fahrenden Luftschiffes sich ausgerechnet vier Tage vor seiner Hochzeit der preußische Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring und seine zukünftige Gattin Frau Emmy Sonnemann befunden hätten, und daß beide das Opfer des angeblichen Zeppelinunfalles geworden feien. Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das am Samstag in Friedrichshafen gestartet ist, steht in ständiger funktelegraphischer Verbindung mit Hamburg und hat erst am Sonntagmittag seine letzte Positionsmeldung von Kap Palos an der spanischen Küste gegeben. General Göring befand sich zu der Zeit des angeblichen Zeppelinunfalles auf einer Besichtigungsfahrt in O st preußen. Genau so unsinnig sind in London erschienene Meldungen über ein angebliches Attentat, das auf Reichsminister Dr. Goebbels in Danzig verübt worden sein soll. Reichsminister Dr. Goebbels ist nach seinem Danziger Besuch, der sich von Anfang bis Ende unter den Augen der ganzen Danziger Bevölkerung abspielte, noch am Samstagabend auf dem Flughafen Danzig- Langfuhr zum Rückflug nach Berlin gestartet, und kurz nach 11 Uhr abends wohlbehalten in Berlin wieder eingetroffen. Bei 'ben Gerüchten von dem angeblichen Danziger Attentat handelt es sich offenbar um letzte Machen- ichaften der Danziger Opposition, die hoffte, mit derartigen Gerüchten Verwirrung stiften zu können. Die Volksiumsarbeit des VOA. Die Bundesleitung des BDA. tagt in Dresden. Dresden, 7. April. (DNB.) Die Bundesleitung des VDA. hielt in Dresden eine Arbeitstagung ab, die mit einer geschäftlichen Sitzung begann. Bundesleiter Dr. Steinacher gab ein umfassendes Bild der Lage bei den deutschen Auslandsgruppen, aus dem sich ergab, daß gerade die letzte Zeit wieder schwere Schläge gegen deutsche Auslandsgruppen gebracht hat. Die Uebersicht über die Geschäftslage des VDA. ergab ein in jeder Beziehung befriedigendes Bild der organisatorischen und finanziellen Aufwärtsentwicklung. Entsprechend dem Mitgliederzuwachs und der damit verbundenen Erweiterung der Aufgaben des VDA. haben sich seine Ausgaben und Einnahmen gegenüber 1933 ungefähr verdreifacht. Im weiteren Verlauf der Tagung wurden die Bestrebungen und Organisationen anderer Völker zur Unterstützung ihrer Volksgenossen im Auslande erörtert Dabei wurde darauf verwiesen, daß Polen eine planmäßige und in den Methoden der volksdeutschen Arbeit des VDA. in mancher Beziehung ähnliche Pflege der Beziehungen zum Auslandspolentum betreibe. Hierher gehören: Die Anknüpfung kultureller und wirtschaftlicher Beziehungen, soziale Hilfsmaßnahmen, Tagungen, Sammlungen und Entschließungen. Grundsätzlich fordern auch die polnischen Volkstumsorganisationen Achtung jedes Volkstums, Gleichberechtigung aller Nationen und die loyale Mitarbeit im fremden Staate. In Italien wurde 1889 die Dante-Alighieri-Gesellschaft, die sich vor allem i n S ü d t i r o l, daneben aber auch in Dalmatien, auf Malta und in Griechenland betätigt, gegründet. Mussolini hat seinerzeit der Gesellschaft in begeisterten Worten seinen Dank für ihre geschichtliche Leistung und für ihre weitere Arbeit ausgesprochen. Auch in anderen Staaten wie Frank- t e I ch, den baltischen Ländern tntti den südosteurö- päischen Staaten bestehen ähnliche Organisationen. In der Tschechoslowakei haben die innerstaatlichen Kampfoerbände im Gegensatz zu den deutschen Volkstumsverbänden eine ausgesprochen offensiv gegen den deutschen Volks- besitz gerichtete Zielsetzung. Man versucht, in die deutschen Volkstumsgebiete einzu- brechen, ihnen den inneren Zusammenhang zu nehmen und sie zu tschechisieren. Am Sonntagmittag fand zu Ehren der Bundesleitung des VDA. in den Festräumen des Dresdener Rathauses ein Empfang statt, an dem zahlreiche Ehrengäste aus allen Kreisen der Bevölkerung teil- nahmen. Dundesleiter Dr. Steinacher wies in seiner Ansprache auf langjährige Verbundenheit zwischen dem VDA. und Dresden hin. Am Sonntagabend fand im Schauspielhaus eine Sonderauführung des Kaergelschen Volksdramas „H o ck e w a n- z e l" statt. Reichsarbettsminister Geldte spricht zu den Vertrauensratswahlen. Dortmund, 6. April. (DNB.) Der NS. - Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm) Gau III Dortmund veranstaltete am 6. und 7. April in Dortmund ein Gautreffen. Zur Teilnahme an dieser Tagung traf der Bundesführer Reichsarbeitsminister S e l d t e am Samstagfrüh in Dortmund ein. Nach einem kurzen Besuch in Bochum, wo er die Anlagen des Bochumer Vereins besichtigte, wurde der Minister im Verwaltungsgebäude des Dortmund-Hörder Hüttenvereins von Generaldirektor Dog - l e r begrüßt. Er trat zunächst einen Rundgang durch den Betrieb an und hielt dann im Preßwerk eine Ansprache an d i e Belegschaft, die in Stärke von vielen tausend Mann angetreten war. Der Minister erklärte u. a., als er zum letzten Mal im Ruhrrevier weilte, habe er einen sehr traurigen Eindruck empfangen. Viele Betriebsstätten seien verödet gewesen, und eine dumpfe Verzweiflung habe sich überall bemerkbar gemacht. Heute sei das Bild ein ganz anderes. Der Rundgang durch die Betriebe habe ihm einen lebendigen Eindruck von dem Wiedererstarken unserer deutschen Wirtschaft gegeben. Für ihn als Arbeitsminister fei dieser Anblick von besonders glückhafter Bedeutung. Der Führer habe ihm besonders die Aufgabe übertragen, Arbeit zu schaffen und das soziale Leben zu g e - ftalten. Das Ziel habe zwar noch nicht völlig erreicht werden können, doch gebe der Anblick, der sich hier im Westen biete, die Gewißheit, daß es erreicht werde. Die Regierung sinne ununterbrochen nach neuen Arbeitsmöglichkeiten. Schon in nächster Zeit würden wieder große Pläne der Verwirklichung näher gebracht werden. Vor allem wolle man der noch immer bestehenden Wohnungsnot, die allerdings aus erfreulichen Gründen, nämlich durch die vermehrten Eheschließungen und die steigende Kinderzahl entstanden fei, mit aller Kraft begegnen. In großzügiger Weife seien neue Mittel für Siedlungen b e - reitgestellt, und er hoffe, auch im Industrierevier Mißständen abhelfen zu können. Aber die Ueberroinbung der Arbeitslosigkeit fei nicht das einzige Ziel, das sich die Reichsregierung gestellt habe. Die Neugestaltung der menschlichen Gesinnung müsse Hand in Hand gehen mit der Stärkung des gegenseitigen Vertrauens. Nur eine innige Gemeinschaft aller Schaffenden könne die gigantischen Aufgaben meistern, die noch zu bewältigen seien. Ein in Klassen und Stände zerrissenes, sich gegenseitig bekämpfendes Volk könne niemals Träger der neuen deutschen Zukunft fein. Gerade auf sozialem Gebiete habe es gegolten, die Ehre des deutschen Arbeitsmenschen in den Vordergrund zu stellen und die Sozialoerfassung auszubauen. Der Deutschen Arbeitsfront gebühre ein ganz besonderes Verdienst an dem bisher Erreichten. „In den nächsten Tagen", so fuhr der Minister fort, „werden Sie Gelegenheit haben, ihr Urteil darüber abzugeben, ob es dem Führer des Betriebes in gemeinsamer Arbeit mit dem Vertreter der NSDAP., dem Obmann der NSBO., gelungen ist, diejenigen Männer für das bedeutungsvolle Amt des Vertrauensmannes auszuwählen, die das uneingeschränkte Vertrauen der ganzen Gefolgschaft genießen. Wir werden die schweren, noch vor uns liegenden Aufgaben deshalb bewältigen können, weil wir aus heiliger Ueberzeugung an die Zukunft unseres Volkes und an das Wiedererstarken eines ehrenhaften, geachteten deutschen Vaterlandes glauben und weil wir in hingebungsvoller Treue und unerschütterlichem Vertrauen als treueste Gefolgschaft ausnahmslos hinter dem Manne stehen, der die Fackel dieses Glaubens im deutschen Volk angezündet hat. Ihm gilt auch in dieser Stunde unser Gedenken und unser Gruß. Wir grüßen ihn, indem wir rufen: Dem Führer und Kanzler des deutschen Volkes, unserem Führer Adolf Hitler Sieg-Heil!" Nach dem Gesang der Nationalhymnen sprach der Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Stein (Bochum), das Schlußwort. Englands Kurs in Stresa. Heule entscheidende Kabinettssitzung in London. London, 8. April. (DNB. Funkspr.) „Times" erörtert die Vorbereitungen für die Konferenz von Stresa und sagt, Eden sei bei seiner Rückkehr mehr denn je der Ueberzeugung gewesen, daß ein K olle k t i v s y st e m für den Schutz des Friedens in Europa notwendig fei, und daß es innerhalb der Grenzen des Völkerbundes gefunden werden könne. Er habe bei feiner Reife bas Gefühl der Sorge, aber nicht der Bestürzung feftgefteüt. Ein Krieg, von dem alle Welt spreche, komme selten zum Ausdruck und es sei gegenwärtig schwer zu entdecken, welcher Streitfall eine verantwortliche Regierung veranlassen könnte, ihr Volk und damit die Völker der anderen Länder in den gräßlichen und zerstörenden Wirrwarr des modernen Krieges zu stürzen. Die Hauptgefahr für den Frieden scheine zu sein, daß eine unzufriedene Regierung ihre Ziele durch Ausübung eines Druckes sehr oft erreiche und daß sie sich dadurch verleiten lasse, diese Methode einmal zu oft anzuwenden. Es sei kaum zweifelhaft, daß sich die italienische und die französische Regierung in Stresa um die Stärkung der Vorkehrungen für ein gemeinsames Vorgehen gegen einen Angreifer und zum Schutze der Vertragsrechte bemühen würden. Mussolini befürworte im übrigen angeblich einige Erleichterungen der Oesterreich, Ungarn und Bulgarien auferlegten Vertragsbeschränkungen. Die französische Regierung unterstütze die italienische Regierung in der Haltung gegenüber Deutschland und Oesterreich, fei aber wenig geneigt, sich wegen der Friedensverträge festzulegen, von denen seine Freunde von der Kleinen Entente näher berührt werden. In Paris gewinne die Ansicht Boden, daß ein1 Rückkehr zur Völkervundssatzung und besonderus zu ihren Artikeln 10 (gemeinsame Abwehr eines Angriffes) und 16 (Sanktionen) richtig wäre. England würde zum mindestens mehr Bereitschaft zur Unterstützung dieser Haltung zeigen, wenn eine ebenso große Bereitwilligkeit zur Anwendung des Artikels 19 (Aenderung von Verträgen) bestände. In Frankreich sei eine Bewegung im Gange, die auf ein ausgedehntes Sicherheitssystem verzichten und einen Dreibund mit der Tschechoslowakei und Sowjetrußland abschließen wolle. Dieser Bund würde sich offenbar gegen Deutschland richten und würde von England keine Unter st ützung erhalten. England bleibe entschieden gegen eine Teilung Europas in feindliche Lager. Die Bemühungen der britischen Diplomatie müßten sich darauf richten, Deutschland, das bereits Signatarmacht des Locarnovertrages sei, an einem weitreichenden Kollektivsystem bes Völkerbundes zu beteiligen. Einige der deutschen Forderungen seien hoch, aber tatsächlich sei keine d a b e i, die sich nicht wirklich m it b e m vereinbarten Grunbsatz der Gleichheit vertrage. Gegenwärtig erwarte die Öffentliche Meinung ganz unzweifelhaft von der britischen Regierung, daß sie keine Partei ergreife, sondern für eine allgemeine Vereinbarung arbeite. "Daily Mail" wendet sich m einem Leit« artifel gegen ben Gebauten, baß Großbritannien ein Bündnis mit Sowjetrußland abschließen könnte, und sagt, dies würde zur Zer - ftörung von Westeuropa führen. Die drei Richtlinien der britischen Außenpolitik sollten sein: 1. Keine Vereinbarung mit Moskau, 2. keine Versuche einer Einkreisung Deutschlands, 3. sofortige Bildung einer möglichst starken britischen Luft- streitmacht. Als Bundesgenosse sei Sowjetrußland wertlos. Eines der dringendsten Bedürfnisse in einem modernen Kriege fei ein leistungsfähiges Transportwesen, und die sowjetrussischen Eisenbahnen seien völlig desorganisiert. — „Daily Telegraph" sagt, England habe nur die Wahl, sich wieder in eine Isolierung zurückzuziehen, die bei dem jetzigen Zustand der britischen Wehrmacht nicht „glänzend" sein könne und sich auch nicht lange würde durchführen lassen, oder eine energische Unterstützung kollektiver Aktionen durch den Völkerbund. Die große Mehrheit der Kabinettsmitglieder sei der Ueberzeugung, daß letztere Politik einen Krieg verhindern könne. — „Morning Po ft" schreibt, es handle sich darum, zu entscheiden, ob Großbritannien feine Vermittlerrolle in Europa fortsetzen ober sich endgültig auf die Seite der Nationen stellen solle, die gegen eine Revision der Friedensverträge seien. Die Schlußfolgerungen, die Eden auf feine Besprechungen in den europäischen Hauvtstädten gezogen habe, seien ernst aber nicht Hoffnung s= l o s. Wer glaube, daß eine Vereinbarung mit Deutschland nicht unmöglich fei, wenn sie sich vielleicht auch erst nach vielen Jahren ermöglichen lasse. Inzwischen müsse Europa g e- gen d i e Gefahr eines „plötzlichen Vulkanausbruches" geschützt werben. Die britische Regierung stehe somit vor ber Frage, wie weit Großbritannien mit Frankreich und Italien und anderen Mächten einschließlich Sowjetrußland bei einer Stärkung des Kollektivsystems mithelfen könne, das ein wirksames Mittel gegen „Abenteuer" bilden würde. Eden erkrankt. Der Lordsiegelbewahrer kann nicht nach Stresa. £ o n b on, 8. April (DRB.) Lordsiegelbewahrer Eden ist Sonntagnachmittag unter Hinzuziehung eines Spezialisten ärztlich untersucht worden. Eden leidet au einer lleberanstrengung des Herzens. Aurn Teil wird dies auf den letzten, durch stürmisches Wetter sehr anstrengend gewordenen Teil seiner Luftreise zurückgeführt. Die Aerzte haben es als notwendig bezeichnet, daß Eden sich für vier bis sechs Wochen völlige Ruhe auferlegt. Eden wird infolge feiner Erkrankung a n der Sondersitzung des Kabinetts am heutigen Montag nicht teilnehmen können. Ebenso ist er außerstande, den Staatssekretär des Aeuheren zu der Konferenz in Strefa zu begleiten. Am Samstag hatte Eden unformelle Besprechungen mit Sir John Simon und dem Unterstaatssekretär Sir Robert Vansittart über das Ergebnis feiner Gespräche in Moskau, Warschau Wb Prag. Rach Empfang der Mitteilung von Edens Erkrankung sprach der Staatssekretär des Aeuheren, Sir John Simon, am Sonntagnachmittag bei Eden vor. Im Kamen des Ministerpräsidenten Mardon a l d wurde folgende Mitteilung an die presse gegeben: „Der Ministerpräsident ist aus persönlichen und politischen Gründen von tiefstem Bedauern über die Erkrankung Edens erfüllt." Italiens afrikanische Sendung. General de Bono über den Konflikt mit Abessinien. Paris, 7. April. (DNB.) Ein Sonderbericht- erftatter bes „Paris Soir" hatte in M a {f a u a eine Unterredung mit dem Dberfommanbierenben ber italienischen Streitkräfte General b e Bono. Der General wies die Behauptungen und Gerüchte von einem unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Konflikt mit Abessinien weit von sich: „Gewiß befinden sich einige Flugzeuge und auch viele Offiziere an Ort und Stelle. Letztere sollen ein starkes, unseres Landes würdiges Eingeborenenheer aufziehen. Außerdem ist ein regelrechtes Straßen- und Wegenetz anzulegen. Die Beunruhigung Abeffiniens ist uns gleichgültig. Sehr bald wird man Vereinbarungen treffen müssen, um unser nachbarliches Verhältnis zu regeln. Wir wollen gern eine gemeinsame Grenze mit einem genau abbegrenzten, von einer verantwortlichen Regierung abhängigen Lande haben. Aber wir können keine Nachbarschaft mit barbarischen Gegenden hinnehmen, in denen praktisch unabhängige Häuptlinge Völker tyrannisieren, die Anspruch auf ben Nutzen ihrer Arbeiten haben. Nach dieser Richtung ist eine große, schöne, humanitäre Mission gegeben, die ebenso edel wäre wie seinerzeit der Kampf gegen d i e Sklaverei. Ich spreche gegenwärtig nicht von der Sklaverei in Abessinien. Sie zeigt längst nicht die ganze menschliche Grausamkeit. Seine Sklaven behandelt der Abessinier oesser als die unglücklichen Volker, die er zu Dien st lei st ungen zwingt. An diese denke ich. Die Welt kennt noch nicht ihre Lage. Mehr als zehn Millionen sind dazu verurteilt, das Leben unterernährter armer Teufel zu führen. Denn die abessinische Verwaltung nimmt ihnen fast alles. Wenn Italien jemals berufen werden sollte, dieses Werk durchzuführen, wird es feine volle Pflicht tun. Aber vorläufig ist von Krieg keine Rede. Wir arbeiten, wir beschäftigen unsereArbeitslosen. Denn Arbeit bedeutet Friede. Die Zukunft wird über unsere Rolle entscheiden, falls wir berufen sind, eine solche zu spielen. Für uns handelt es sich nicht dar- • um, die Sache Italiens zu vertreten, sondern d i e der Menschheit, und zwar so, wie sie unsere weiße Rasse auffaßt. Denn das möge man sich merken: Das jetzige Problem ist ein Rassenkonflikt, und insofern ist er sehr ernst. Denn ganz Europa wird davon betroffen." Frankreich legt die ausgebildeten Truppen an die Grenze. Paris, 6. April. (DNB.) Dem Ministerrat gab Laval einen Bericht über die schwebenden internationalen Verhandlungen. Die Regierung hat beschlossen, das Kontingent von etwa 60 0 0 0 Mann, das am 13. April zur Entlassung kommen müßte, solange unter den Fahnen z u behalten, bis die Ausbildung der im April einzustellenden Rekruten ausreichend fortgeschritten sein wird. Die Entlassung des zurückbehaltenen Kontingents, das zur Bewachung der Grenze und für die öerteibigungsorganifation Frankreichs vermengt werden wird, soll s p ä te st e n s a rn 14. I u I i, dem französischen Nationalfeiertag, erfolgen. Die Soldaten dieses Kontingents werden von einem Teil der Reserveübungen befreit. Kriegsminister General Maurin erklärt im „Journal", die Soldaten, die über ihre einjährige Dienstzeit hinaus unter den Fahnen gehalten werden, würden nach den Grenzgarnisonen verlegt werden. Für die neuen Rekruten würden auf diese Weise die Kasernen in Jnner- frankreich frei. Die Durchführung gehe wegen der beginnenden schonen Jahreszeit verhältnismäßig leicht oonftatten. Es würden marschierende Kompanien und Bataillone gebildet werden, die teils die Befestigungswerke selbst beziehen, teils in den Grenzdörfern unterkommen würden. Andere würden in Baracken oder Zelten schlafen. Sie würden zum Ausbau zusätzlicher kleiner Befestiaungs- a n I a g e n verwandt. Das Land könne, so schloß Kriegsminister General Maurin, hinsichtlich der Grenzwacht ganz beruhigt sein. Mrschall Main über moderne Kriegsmaschinen. Paris, 6. April. (DNB.) Der Präsident der Republik verlieh im Beisein des Obersten Kriegsrats und der ausländischen Militärattaches der Kriegsschule (6cole de guerre) das Kreuz der Ehrenlegion. Marschall PLtain verwies auf die Verdienste der Kriegsschule. Wenn man nicht überrascht werden wolle und sich nicht das Kriegs- systom des Gegners aufzwingen lassen wolle, müsse man jetzt schon eine bestimmte Auffassung haben. Diese müsse die moralischen und geistigen Kräfte berücksichtigen, müsse sich aber auch auf das Studium der Eigenschaften der einzelnen Waffen stützen, die stets die Form der Schlacht beeinflußt hätten. Bei aller Aufmerksamkeit gegenüber den Aenderungen, die die Fortschritte der Chemie, der Elekrizität oder andere Zweige der Wissenschaft erwarten ließen, sei es erforderlich, vor allem d e n gepanzerten Kraftwagen und den Flugzeugen Rechnung zu tragen: der Kraftwagen habe die Schnelligkeit in den Dienst der Schlagkraft gestellt. Die mechanisierten Einheiten seien geeignet, den Operationen eine bisher unbekannte Geschwindigkeit und eine bisher nicht da- gewesene Reichweite zu geben. Das Flugzeug, das die Zerstörung bis zu den entferntesten Verkehrszentren trage, sprenge den Rahmen, der bisher nur in der Entfernung der Reichweite der Artillerie zur Schlacht bestand und ändere die Voraussetzungen der Strategie. Der Sieg werde demjenigen zufallen, der als erster verstehen werde, die modernen Kriegsmaschinen am besten zu ver- w ende n. Kunst und Wissenschaft. Dr. med. Karl Turban f. Im Alter von 78 Jahren starb in Marienfeld, wohin er sich vor einem Jahrzehnt zurückgezogett hatte, der Davoser Arzt und Gründer des V«» sanatoriums Dr. med. Karl Turban, früherer oroßherzoglich badischer Geheimer Hofrat und Inhaber hoher Orden. Er war in jungen Jahren Stadtarzt seiner Vaterstadt Karlsruhe und gründete 1889 als erste geschlossene Anstatt im Hochgebirge das Sanatorium Turban in Davos und war während mehr als 30 Jahren dessen leitender Arzt. Er wurde in Anerkennung seiner Verdienste in Davos im Jahre 1914 zum Ehrenbürgermeister der Landschaft Davos ernannt. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsstatthalter in Hessen hat durch Gesetz vom 4. April 1935 mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen beschlossen: Das Finanzgesetz vom 16. April 1934 (Reg.-Bl. S. 79) uno der zugehörige Staatsvoranschlag der Einnahmen und Ausgaben des Dolksstaates Hessen für 1934 werden bis 30.1uni 1935 erstreckt. * Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist tn Begleitung von Geheimem Finanzrat Bocke und Generaldirektor R e u s ch in Basel m den bei der BIZ. allmonatlich stattfindenden Verhandlungen der Nationalbankpräsidenten eingetroffen. Sonntag fanden private Besprechungen unter den Gouverneuren statt. * Bei dem zweiten Wahlgang für die Neugestaltung der Regierung des Kantons Basel- Stadt wurden zwei sozialdemokratische und zwei bisherige liberale Kandidaten gewählt. Der künftige Regierungsrat setzt sich nunmehr aus vier sozialdemokratischen und drei bürgerlichen Regierungsräten zusammen, nämlich zwei Liberalen und einem Radikaldemokraten. Der frühere Regierungsrat zählt fünf bürgerliche und zwei sozialdemokratische Mitglieder. * Die Polizei hat i n T o k i o in der Nähe des Schlosses Akasaki, in dem der zum Besuch in Japan weilende mandschurische Kaiser K a n g t s e wohnt, drei Koreaner festgenommen, bei denen Revolver und Dolchmesser gefunden wurden. Die Verhafteten gehören einer koreanischen revolutionären Organisation' an, die von den Behörden in Mandschukuo verfolgt wird. ♦ Zwischen den Nankinger Regterungs- truppen und Kommuni st en haben neue Kämpfe stattgefunden. Die Verluste auf Regierungsseite werden mit etwa 20 000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen angegeben. 50 Flugzeuge sind an die Front entsandt worden. Auch aus den Provinzen Huansi und Junnan befinden sich Verstärkungen unterwegs nach dem Kampfplatz. Aus aller Welt. ..Graf Zeppelin" auf seiner ersten Südamerikafahrt 1935. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Samstag um 20.50 Uhr unter Führung von Kapitän Schiller in Friedrichshafen bei Regenwetter zu feiner ersten diesjährigen Südamerika f a h r t nach Pernambuco und Rio de Janeiro gestartet. An Bord befinden sich 16 Passagiere, wovon 4 bis nach Pernambuco und 12 bis nach Rio de Janeiro reifen. Unter den Passagieren befinden sich der Großindustrielle Dr. Edmund S t i n n e s, Bankier Baron von Schröder (Hamburg) und der Uhrenfabrikant Junghans aus Schramberg. Auf dieser Fahrt werden außerdem noch befördert 120 Kilo Post und 695 Kilo Fracht, darunter befindet sich eine Sendung von 50 indischen Affen für Reichsbauernführer Darre vereidigt den Landesbauernrat Hessen-Nassau. Darmstadt, 7. April. (LPD.) Im Anschluß an eine Bauernkundgebung tn Darmstadt fand im Plenarsaal des ehemaligen Landtagsgebäudes durch den Reichsbauernführer die Vereidigung des Landesbauernrates des Gaues Hessen- Nassau statt. Zum Empfang des Reichsbauernführers hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, die trotz strömenden Regens den Reichsbauernführer bei seiner Ankunft mit begeisterten «en begrüßte. Ein Ehrensturm der SS. und cbeitsdienstes hatte Aufstellung genommen. Im Sitzungssaale hatte der Landesbauernrat Platz genommen. Neben dem Minister waren auch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, Landesbauernführer Wagner und der Treuhänder der Arbeit, SS.-Standartenführer Schwarz erschienen. Der Saal war stimmungsvoll geschmückt, 33 Kerzen spendeten ein gedämpftes Licht, womit die Zahl der zu vereidigenden Mitglieder des Landesbauernrates angedeutet werden sollte. Auf dem Platze des oberhessischen Kreisbauernführers Dörrschuck, der vor einigen Tagen im Dienste der Bewegung tödlich verunglückt war, lag ein Blumenstrauß.' Der Sprecher des Landesbauernrates, Kreis- bauernführer Geiß, eröffnete sodann die feierliche Sitzung mit kurzen Gedenkworten für die Gefallenen des Weltkrieges und diejenigen der Bewegung. Die Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen und hörten stehend das Lied vom guten Kameraden. Kreisbauernführer Geiß erteilte darauf sofort dem Reichsbauernführer Oarr6 bas Wort, der dann u. a. ausführte; daß er stolz darauf fei, die Bauern aufgerüttelt und Adolf Hitler zugeführt zu haben nicht zuletzt durch das Buch, das er im Gau Hessen-Nassau geschrieben habe. „Das Landvolk hat neuen Mut gefunden und scharte sich mit großer Einhelligkeit um Adolf Hitler, es bildet heute einen agrarpolitischen Apparat von ungeheuerer Schwungkraft. Das Vertrauen zu Adolf Hitler wurde im Bauerntum immer größer, und dieses Vertrauen konnte auch nicht in kritischen Zeiten erschüttert werden." Reichsbauernfuhrer DarrS schilderte dann eingehend das Wesen, die Bedeutung und die Aufgaben des Landesbauernrates. Die Frage des Blutes muß den Vortritt vor der Frage der Wirtschaft haben, darum geht auch der Begriff Politik der Wirtschaftsfrage voraus. Wir prägten das Wort vom Blut und Boden und suchten aus denen, die zu uns kamen, diejenigen aus, die befähigt waren, den Gedanken vom Blut und Boden weiter zu tragen. Aus dieser Auslese heraus bildeten wir ein agrarpolitisches Offizierkorps, welches unter anderen Voraussetzungen als die liberale Weisheit unter der Fayne Adolf Hitlers kämpfte. Als die Uebernahme der Macht durch Adolf Hitler erfolgte, galt es, diese Kampfgemeinschaft vor neue Aufgaben zu stellen. Das agrarpolitische Offizierkorps wurde — derLandesbauernrat. Dieser Lan- desbauernrat hat für den Ausgleich der An- sichten zu sorgen, nicht aber für den Ausgleich der Sonderwünsche namentlich wirtschaftlicher Natur. So ist die Einrichtung des Landesbauornrates geschaffen worden, um im Dienste des deutschen Bauerntumes zu arbeiten zum Segen von Volk und Heimat. Damit der Geist des Landesbauernrates lebendig bleibt, gebe ich den Mitgliedern desselben einen Richtspruch mit für alle Zukunft: „Volk, Sippe, Du, d. h. zu allererst kommt dein Volk, dann kommt deine Sippe und zu allerletzt kommst du. Der Reichsbauernführer vereidigte dann die Mitglieder des Landesbauernrates auf Adolf Hitler und sein Programm. Kreisbauernführer Geiß schloß darauf die feierliche Sitzung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, während die Kapelle das Horst-Wessel-Lied und das Deutschland- Lied anstimmte. ein Institut in Rio de Janeiro. Das Luftschiff hat am Sonntagabend um 19.30 Uhr den marokkanischen Hafen Mehedia, 120 Kilometer nordöstlich von Casablanca, passiert. Die Fahrtgeschwindigkeit betrug 144 Kilometer. Die sterblichen lieberreffe sächsischer Grenadiere in einer Sappe bei Amiens entdeckt. Im Walde von Le Marliöre tm Südwesten von Amiens sind in einer aus dem Weltkrieg stammenden Sappe die sterblichen Ueberreste von 20 deutschen Soldaten und einem deutschen Offizier gefunden worden. Die Abteilung für Kriegsgräber des zuständigen Departements hat mit größter Vorsicht die Fundstelle freilegen und die Gebeine der deutschen Krieger auf dem deutschen Heldenfriedhof von Manicourt b eise tz e n lassen. Es handelt sich augenblicklich um einen Zug des sächsischen Leibgrenadier-Regiments, wie man auf Grund der Ausrüstungsgegenstände und der Erkennungsmarken festgestellt zu haben glaubt. Das Lederzeug, die Waffen und die Stahlhelme sind verhältnismäßig gut erhalten. Der Offizier und mehrere Grenadiere hatten in dem Augenblick, in dem der Heldentod sie erreichte, den Stahlhelm auf und wurden stehend gefunden. Der Offizier hielt eine Signalpfeife in der Hand, als warte er auf den Augenblick eines Angriffes. In der Sappe wurden Briefe und Postkarten aus dem Jahre 1916, Bücher und Ordensschnallen gefunden, außerdem mehrere Erkennungsmarken, die, soweit bisher bekannt ist, die Bezeichnung Dresden aufweisen. Eine von ihnen trägt folgende Inschrift: „Dresden, Max Wagner, Wtndmühlenstraße. 31. 7. 90. I. Bataillon, Grenadier-Regiment 100. 1. K. Nr. 2 668." Zurzeit werden in der Umgebung der fteigelegten Sappe noch Nachforschungen nach weiteren sterblichen Ueberresten deutscher Soldaten angestellt Das für die Kriegsgräber zuständige Pensionsministerium ist verständigt worden. Schwerer Eisenbahnzngznsammenfloß auf der Insel Fünen. — Ein Toter, zahlreiche Verletzte. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich im südlichen Teil der dänischen Insel Fünen ereignet. Auf dem Bahnhof Ringe sollten zwei Motorzüge aus Odense bzw. Svendborg einander kreuzen. Infolge eines Mißverständnisses ließ der diensttuende Bahnhofsvorsteher den Zug aus Odense jedoch ab, ehe der Gegenzug eingelaufen war. Das Unglück ereignete sich in einer Kurve, so daß die Zugführer die Gefahr erst im letzten Augenblick bemerkten. Da die Unfallstelle stark abschüssig ist, stießen die Zuge mit großer Gewalt zusammen. Der vordere Teil des Odense-Zuges schob sich auf den Gegenzug hinauf. Der Führer des Motorzuges aus Svendborg wurde auf der Stelle getötet. Seine Leiche war so eingeklemmt, daß sie aus den Trümmern herausgesägt werden mußte. Das gleiche war bei einigen verletzten Personen der Fall. Etwa 20 Verletzte wurden tn die Krankenhäuser eingeliefert, davon fünf in lebensgefährlichem Zustande, Furchtbares Unwetter in Amerika. — Bisher 34 Tote. Die Südstaaten sowie der Mittelwesten der Vereinigten Staaten ind von furchtbaren Unwettern heimge ucht worden, die zum Teil in Form von Wirbelstürmen, zum Teil in Form von Schnee- und Regenstürmen auftraten und neben schweren Verlusten an Menschenleben unermeßlichen Sachschaden verursachten. Von Wirbelstürmen wurden außer dem Staat Mississippi auch die übrigen Südstaaten Louisiana, Texas, Alabama und Florida heimaesucht. Die Zahl der Todesopfer beträgt in diesen Gebieten bisher 34. Heber 100 Personen erlitten Verletzungen, und Tausende sind obdachlos. Besonders schwer geschädigt wurde die Ortschaft Gloster im Staate Mississippi, wo insgesamt 150 Gebäude zerstört wurden, darunter drei Kirchen. In Louisiana brachte der Sturm ein Boot zum Kentern. Zehn Menschen fanden den Tod in den Wellen. Zahlreiche Städte und Dörfer sind in Dunkelheit gehüllt, da die Stromleitungen meilenweit zerstört sind. Die Staaten des Westens und Mittelwestens litten unter schweren Schnee- und Regenstürmen, durch die ebenfalls erheblicher Schaden angerichtet wurde. Holländisches Verkehrsflugzeug verunglückt. Das planmäßige holländische Verkehrsflugzeug der Strecke Prag—Amsterdam verunglückte durch unfrei mittige Bodenberührung bei Brilon in der Nähe von Kassel. Die vierköpfige Besatzung und die beiden Fluggäste kamen dabei ums Leben. Die Direktion der holländischen Luftverkehrsgesett« schaff gibt bekannt, daß die sechs ums Leben gekommene 3 nf aff en die Flugzeugführer Soer und P r i l l e w i tz, der Bordfunker van der Klein und der Bordmechaniker Welms sowie zwei Fluggäste sind. Bei den letzteren dürfte es sich um einen Sohn des Bürgermeisters von Amsterdam, de Vlugt, sowie um das in Arnheim wohnende Verwaltungsratsmitglied des holländisch-deutschen Kunstseidenkonzerns Atu, Briel, handeln. kaukasische Beamte wegen Bestechung zum Tode verurteilt. — viele „Hingerichtete" leben noch heute. In Krasnodar (Nordkaukasien) verurteilte das Gericht fünf Beamte, darunter vier Beamte der Kriminalpolizei und Gefängnisverwaltung, zum Tode durch Erschießen. Sie hatten viele Verbrecher, die zur Todesstrafe verurtellt waren, gegen Bezahlung aus b en Gefängnissen entlassen. Die Freigelassenen wurden dann in den Büchern als Hingerichtete geführt. Mutter und Kind schwer verbrannt. Von einem ungewöhnlichen Mißgeschick wurde eine Niederlahnsteiner Familie betroffen. Das 16 Monate alte Kind eines Ehepaares warf ein Brötchen zur Erde. Die Mutter, die das nicht bemerkt hatte, rutschte über dem Brötchen aus und stürzte mit einem Topf kochenden Wassers zu Boden. Hierbei ergoß sich das heiße Wasser über das Kind und die Frau, die beide schwere Verbrühungen davontrugen. Der Zustand des Kindes gibt zu Besorgnissen Anlaß. GÜLDENRING 4Pf§ S^iit Qoldmu n djtü ■wB inEUERBURGj N 70 Qz p m s vt. , -■... ■ ; ' / --A Güldenring, die neue 4 Pfennig Zigarette von Haus Neuerburg,ist nicht zuletzt für die 3i S^ennig Raucher geschaffen. S&war kostet sie den Bruchteil mnes Pfennigs mehr, aber es lohnt sich,diesen kleinen Mehrpreis anzulegen.£)enn dafür erhalten Sie eine besonders ausgesuchte d%lacedonen-c9Ptischung, verschlossen durch unsere neue Tropen-Packung, welche die Zigarette ‘vollkommen frisch erhält^ Sparkassen und Wirtschastsbelebung. Reichsbankpräsident Or. Schacht auf der Generalversammlung des Sparkaffenverbandes. Berlin. 6. April. (DNB.) Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hielt in Berlin die alljährlich stattfindende Generalversammlung ab. Es wurde eine Aenderung der Satzungen beschlossen. Der Verband ist als die zuständige Fachgruppe „Sparkassen" innerhalb der Reichsgruppe IV „Banken" und damit innerhalb des Gesamtrahmens der gewerblichen Wirtschaft anerkannt worden. Der langjährige und verdiente Führer der Sparkassenorganisation, Präsident Dr. Kl e in e r, ist in den Ruhe st and getreten. Gleichzeitig hat der Reichswirtschaftsminister zum neuen Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Ministerialdirektor Dr. Heintze bestellt. Reicksbankpräsident Dr. Schacht betonte, daß durch die Umgestaltung der Satzungen den Sparkassen die Möglichkeit geschaffen worden ist, sich innerhalb der deutschen Wirtschaft die ihnen gebührende Stellung zu sichern und auch künftighin nur das eine hohe Ziel zu verfolgen: den S p a r - sinn zu pflegen, die Spartätigkeit zu fördern und das angesammelte wertvolle Spargut der Nation im Einklang mit den Zielen der Reichsregierung richtig zu verwalten. Die regionalen Verbände müßten ebenfalls als künftige bezirkliche Untergruppen der Sparkassenberufsvertretung in die Wirtschaftsorganisation einbezogen und ihre Verfassung so gestaltet werden, daß sie wirkungsvoll unter Führung des Staates in eigener Selbstverwaltung ihre Kräfte der Förderung des Sparkassenwesens widmen könnten. Das Anwachsen der Einlagebestände bei den Sparkassen und die zunehmende Belebung des Spargeschäftes sind der Niederschlag der von der Reichsregierung eingeleiteten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Die erfreuliche Entmicklung der Dinge beweist klar die Richtigkeit und die Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Durch die steigenden Einlagen werden die Sparkassen in den Stand gesetzt, der örtlichen Wirtschaft Kredite zur Verfügung zu st e ll e n. Die Entwicklung' ist ihnen aber auch zugleich willkommene Möglichkeit, zu ihrem Teil das Arbeitsbeschaffungsvro- gramm der Reichsregierung durch Ueber- nähme langfristiger Anleihen weiter zu fördern und damit wiederum erneut Leben in die gesamte deutsche Wirtschaft zu tragen. Der neue Präsident Dr. Heintze unterstrich besonders, daß es sich darum handelt, dem Mittelstand und den minderbemittelten Volksschichten unter allen Umständen die Gelegenheit zu erhalten, ihre Ersparnisse sicher und mit angemessenem Nutzen für jeden einzelnen anzulegen und dann die so angesammelten Gelder bei voller Wahrung der Sparinteressen nach nationalwirtschaftlichen Gesichtspunkten auf dem Geld- und Kapitalmarkt richtig einzusetzen. Handball im Gau XII. Die Ergebnisse der Gauliga. Tv. 61 Eschwege — Tura Kassel 11:2; Tv. Kirchbauna — 1900 Gießen 11:1; Kurhessen Kassel — Tv. Wetzlar 5:5; Hanau 1860 — Hessen-Preußen Kassel (Frauen) 1:2. Tv. Kirchbauna — Gießen 1900 11:1 (4:0). In ihrem letzten Verbandsspiel mußten die 1900er noch einmal eine empfindliche Niederlage hinnehmen, die, was vorausgeschickt werden muß, in dieser Höhe allerdings die Geschehnisse nicht ganz richtig wiedergibt. Der Gastgeber war wohl überlegen, aber die infolge eines unglücklichen Umstandes nur mit zehn Mann spielenden 1900er schlugen sich recht tapfer, hatten aber mit ihren Würfen ausgesprochenes Pech. Vier sogenannte totsichere Chancen konnten dadurch nicht zu Erfolgen führen, daß die Bälle an die Latte bzw. den Pfosten gingen. In den ersten zehn Spielminuten fanden sich beide Parteien mit dem glatten Boden und nassen Ball sehr schlecht ab. Beide Tore kamen zwar in Gefahr, Zählbares konnte jedoch nicht erreicht werden. Den ersten Treffer erzielte Kirchbaunas ausgezeichneter Halbrechter Schmidt. Derselbe Spieler ließ wenig später ein zweites Tor folgen. Das Spiel blieb weiter offen. Trotzdem muhte der gut und aufopferungsvoll arbeitende 1900er Hüter Enders bis zur Pause noch zweimal hinter sich greifen. Nach dem Wechsel wurde der Kampfverlauf noch wechselvoller. Im Gegensatz zu den Spielvereinigungsleuten vermochten die Kirchbau- naer die jeweilige Ueberlegenheit in Toren auszudrücken, meist allerdings durch verwandelte Strafwürfe. Das Ehrentor für 1900 erzielte Krüger, ebenfalls durch Strafwurf. Mit seinen übrigen Würfen hatte dieser Spieler das bereits erwähnte Pech, allerdings machte sich das Fehlen der etatsmäßigen Halbstürmer stark bemerkbar. DfB.-Reichsbahn — Vorwärts Bockenheim 9:4 (3:4). Auf dem Waldsportplatz trafen sich beide Mannschaften zum Freundschaftsspiel. Der angesetzte Schiedsrichter war nicht erschienen. Es leitete ein Handballspieler vom Platzverein. Der Platz war durch die schlechte Witterung fast unbespielbar. Demzufolge konnten die beiden Mannschaften ihr wirkliches Können nicht zeigen. Die Gäste fanden sich zuerst mit der gegebenen Lage ab und konnten den Gießener Tormann bis zur Halbzeit viermal schlagen, während die VfBer nur drei Tore erzielten. In der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Der gesamte Gießener Sturm, besonders der Halblinke, machte der „Vorwärts"- Verteidigung viel zu schaffen. Eine merkbare Ermüdung der Gäste, die die VfBer geschickt aus- nutzten, brachte noch fünf Erfolge für die Einheimischen. Beide Mannschaften verdienten em Gesamtlob für ihren ritterlichen Kampf. Der Schiedsrichter war nicht ganz regelfeft. txtxtxtxtxxuchRRsmv,wdkß stnlltee VfB.-Reichsbahn siegt. Die Kämpfe des gestrigen Sonntags bedeuteten für die Gießener nach den Spielverlusten der letzten Wochen einen großen Erfolg. Sämttiche ins Feld gestellten Mannschaften konnten nicht nur ihre Spiele siegreich beenden, sondern sie zeigten auch spielerisch hochwerttge Leistungen. Es erscheint somit die Annahme gerechtfertigt, daß sich die Krisis der Fußballmannschaften ihrem Ende nähert. Vfv.-Reichsbahn Liga — Sportverein Somborn 09 Liga 3:2 (3:0). Leider hatten sich durch die Witterungsverhältnisse viele Zuschauer von dem Besuch des Spieles abhalten lassen. Sie versäumten einen rassigen Kampf. Die Gäste traten mit drei Mann Ersatz an und spielten den Fußball, den man von süddeutschen Mannschaften kennt. Hauptstützen der Mannschaft waren der linke Verteidiger und der linke Läufer. Die Leistungen der zwei Torwächter — es fand während des Spieles ein Austausch auf diesem Posten statt — waren hervorragend. Dem Unparteiischen Philipp, der korrekt und sicher seines Amtes waltete, stellten sich die Hiesigen mit Becker; Hauptfeld, Lehrmund; Leutheuser, Knauß, Heß; Mattern, Ranft, Wlodareck, Erben, Fehling. Becker war, wie gewohnt, sehr gut. Die Verteidigung zeigte besonders während der Drangperiode der Gäste eine überragende Leistung. Knauß mußte in der ersten Halbzeit als der beste Mann auf dem Platze angesprochen werden. Heß war in der Abwehr und im Aufbau gleich gut. Leutheuser s enttäuschte ernetiL In dem Sturm überragte Crb«k Die übrigen Stürmer bis auf Makkern waren besser als sonst. Beide Mannschaften beginnen in heftigem Tempo. Langsam wenden nie Gastgeber überlegen und diktieren bis zur Halbzeit die Kampfhandlung. Eine Vorlage von Knauß zu Fehling verwandelt dieser mit einem scharfen unhaltbaren Schuß zur 1:0- Führung. Gegenangriffe der Gäste finden die Hin- termannschast auf dem Posten. Einen gut auf- gebauten Angriff der Hiesigen leitet Erben zu dem Mittelstürmer, der zum 2:0 verwandelt. Dann bricht Erben allein durch. Sein Schuß bleibt aber buchstäblich im Schlamm stecken. Eben noch hatte Wlodareck aus acht Meter das freie Tor nicht finden können, als schon wieder die Gießener im Strafraum der Gäste sind. Aus einem spitzen Winkel zieht Atattern den Ball in die linke obere Torecke. Der Halbzeitstand von 3:0 ist erreicht. Nach Wiederbeginn schnüren die Gäste ihren Gegner in dessen Spielhälfte ein. Eine Vorlage des Mittelstürmers zum Halbrechten: dieser verkürzte aus 3:1. Langsam stellen die Gastgeber wieder das Gleichgewicht des Feldspieles her. Ihr Sturm hat sich aber zu sehr verausgabt. Auf der Gegenseite begeht Hauptfeld ein Foul. Den verhängten Ekf- meter schießt der Mittelstürmer flach in die Ecke. Beim Schlußpfiff stellt Gießen den verdienten Sieger. Deutsche Kreiballonmeisterschafteu 1935 In Anwesenheit einer vieltausendköpfigen Zuschauermenge ging Sonntagabend auf dem Alten Kavallerie-Exerzierplatz bei Darmstadt der zweite Start zur Ausscheidung für das Gordon-Bennett- Rennen vor sich. Bekanntlich war der erste Start am 17. Februar dem Sturm zum Opfer gefallen. Zum Start hatten sich neben der gesamten Leitung des Wettbewerbs der anläßlich der Bauerntagung in Darmstadt anwesende Reichsernährunasminister Darre und der Reicksstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, etngefunben. Der Reichsstatthalter richtete an die Ballonmannschaften einen herzlichen Willkommengruß und gab im Namen des Reichsluftfahrtministers, General der Flieger Göring, mit einem herzlichen „Glückab" um 18.10 Uhr den Start frei. Der Start der dreizehn Ballone ging glatt vonstatten. Starke Böen machten lediglich den beiden Postballonen zu schaffen. „Höchst a.M." mit Dr. Landmann als Führer kam noch gut ab, aber „Zeppelin" mußte am Waldrand niedergehen und entleert werden. In der Gondel dieses Ballons war Dr. Laven vom Reichssender Frankfurt, der eine Reportage geben wollte. Der starke Aprilwind führte die Ballone mit etwa 13 km Stundengeschwindigkeit in nordwestlicher Richtung. Die Mindeststrecke für die im Wettbewerb liegenden Ballone beträgt 750 km, so daß von einem etwa plazierten Ballon kaum vor Dienstag eine Landemeldung zu erwarten ist. Rund um den Fußballsonniag. Auftakt zur deutschen Meisterschaft 1935. Mtt acht Spielen begannen am ersten Aprilsonntag die Spiele um die Deutsche Fußball-Meisterschaft 1935. In Gruppe 1 blieben die beiden Mannschaften aus dem deutschen Osten ohne Sieg, wie man es erwartet hatte. Porck Insterburg wurde in Chemnitz von der dortigen Polizei mit 6:1 (2:1) geschlagen und Vorwärts-Rasensport Gleiwitz verlor in Berlin gegen den deutschen Altmeister Hertha- BSC. Berlin mit 0:2 (0:1). Hier stehen also nach dem ersten Spieltag Chemnitz und Berlin mit je 2:0 Punkten an der Spitze. In der Gruppe 2 gab es eine Ueberraschung, da der Nordmarkmeister Eimsbüttel auf eigenem Platze gegen Hannover 96 mit 1:3 (0:1) unterlag. Dagegen setzte sich der deutsche Meister Schalke 04 wie erwartet klar gegen den Stettiner SC. mit 9:1 (7:1) durch. Hier führen nun Schalke und Hannover 96 mit je 2:0 Punkten die Tabelle an. In Gruppe 3 siegte. Hanau 93 überraschend glatt mit 3:0 (2:0) über den württembergischen Meister, den VfB. Stuttgart, während die Spvg. Fürth wesentlich knapper als erwartet gegen den Meister des Gaues Mitte, den 1. SV. Jena, mit 2:0 (2:0) gewann. Hier sind nach dem ersten Spieltage Hanau und Fürth mit je 2:0 Punkten die Ersten. In der G^ruppS 4 gab es auch eine Hebe» rafchung, da sich Bavens Meister DfR. Mannheim auf eigenem Platze vom VfR. Köln mit 3:2 (lil) schlagen lieh. Da sich der VfL. Benrath und dev Südwest-Gaumeister Phönix Ludwigshafen unenfr schieden mit 0:0 trennten, steht hier Köln mit 2:0 Punkten allein an der Spitze. Zwei deutsche Hockey-Giege. Frankreich in Paris 7:1 (4:1) geschlagen. Zu einem durchaus verdienten Siege kam ditz deutsche Hockey-Nationalmannschaft am Sonntag ttf Paris vor nur 1000 Zuschauern im Länderkampf gegen Frankreich. Die Deutschen waren technisch und im Zusammenspiel ihren Gegnern weitaus überlegen. Das Glanzstück unserer Elf war der Angriff, aber auch die anderen Mannschaftsteils waren besser als die der Franzosen, und der hohs 7:1-Erfolg entspricht vollkommen dem Spielverlauf. Und 2:0-6rfolg über die Schweiz. Auch unsere zweite Hockeyelf, die am Sonntag einen Länderkampf in Zürich gegen die Schweiz austrug, errang einen sicheren Erfolg. Vor 1500 Zuschauern entpuppte sich die Schweizer Mannschaft in Luzern als ein überraschend starker Gegner, den unsere Elf nur 2:0 (2:0) begroingetf konnte. Unser schußentscklossenerer Sturm ent» schied das Treffen, doch hätten die tapferen Eidgenossen zumindest einen Ehrentreffer verdient. Dis deutsche Abwehr schlug sich ganz hervorragend und ließ keinen Erfolg der Gegner zu. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristloitung.) I. H. E. in h. Wenn Ihnen das Angeln infolgS des Schleusenbaues, also infolge eines Umstandes» den weder Sie, noch der Verpächter zu oertreteii haben, unmöglich geworden ist, bann hat ber Verpächter ben Anspruch auf den Pachtzins verloren. Ist die Ausübung des Fischrechts nur teilweise unmöglich gemacht, bann können Sie Herabsetzung des Pachtzinses in bem Verhältnis verlangen, in dem zur Zeit des Abschlusses des Pachtvertrages des Wert des ganzen Fischrechts zum Wert des möglich gebliebenen Teils gestanden haben würde. Wetterbericht des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt. Die Umgestaltung der Großwetterlage hat weiters Fortschritte gemacht. Dabei brachte eine Zufuhr feuchter ozeanischer Luft bei uns ergiebige Regen« fälle, aber auch Temperaturanstieg. Voraussichtlich wirb sich jetzt sogar eine Zufuhr subtropischer Warmluft einstellen und vorerst weitere und zum Teil recht ergiebige Regenfälle bedingen, voraussichtlich aber auch merkliche Wärmezunahme bringen. Aussichten für Dienstag: Weiters Regenfälle, auch gelegentlich Aufheiterung und bei lebhaften südwestlichen Winden recht mild. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der recht milden, aber immer noch zu einzelnen Regenfällen neigenden Witterung. Lufttemperaturen am 7. April: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 8. April: morgens 6,6 Grad. Maximum 8,7 Grad, Minimum —0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. April: abends 5,1 Grad; am 8. April: morgens 3 Grad Celsius. — Niederschläge 9,8 mm. — Sonnenscheindauer 1,3 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 35: 11229. Druck und Verlags Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbe^ugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pst Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkyufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. LICHTSPIELHAUS • GIESSEN Filmteil Heute Montag bis Donnerstag, 11. April einschließlich: Gastspiel des beliebten Berliner Filmkomikers Wilhelm Bendow mit seiner großen Kabarett-Revue Eine tolle Kiste 15 Mitwirkende, u. a. Sophie Lingen, H. Ladewig, Else Sterna u. das B. B. Ballett Hildegart Kretschmer In ihren Original-Tänzen Achim Warden der hervorragende Ansager und Wilhelm Bendow persönlich Anny Ondra in dem reizenden Lustspiel: |l. Auf der Bühne| Betragen ungenügend Ein wirbelndes Durcheinander lustig-toller Geschehnisse, eine ganze Schulklasse voll lustiger Madels, aufgelegt zu Fröhlichkeit und tollen StreichenI 2% Stunden herzliches Lachen! Spielzeiten: Filmprogramm 4 Uhr, Revue 5% bis 6V> Uhr, Film 6U bis 8 Ufa. ab Stz Uhr das komplette FHm-und Revueprogramm. Weier " “ 7 , evt. Haustochter d. Nähkenntnisse ( Verkäufe [ jVerschiedenes | Schr. Ang. unter 01550 a.d.G.A. Gut empfohlen. Gut empfohlen. MM» »oniorlfflö lucht Beschäftig, das kochen kann, evt.auchstunden- für kl. Haushalt weife. Deutsche (2 Pers.) zum 15. und französische April ob. 1. Mai Korrespondenz. l.Mai Korrespondenz. gesucht. Näheres Marktstraße 4II Schr.Ängeb.unt. 01542 an d.G.A. ZAHN 6 Säue 8. Verkauf eines erstklassig. Haushaltartikels ges. Zu verkaufen weg. Aufgabe des Haushaltes: 1 groß. Zinkbadewanne, 1 Kassenschrank, verseh. Lampen, Igr.oval. Ausziehtisch,Igr. oval. Hohlspiegel, IGarderobenstän- der m. Spiegel und verseh, and. 0i546 Selters w. 851 und gute Zeugnisse hat, b. guter Behandlung gesucht. Zu erfrag. i.Gieß.Anz. 01848 MM! 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H. davon zwei Jahre lang vom Reich abgezweigt undfür die Finanzierung des Kleinwohnungsbaues und der Kleinsiedlung verwandt werden. Der Hausbesitzer zahlt also die 25 v. H. sozusagen in eine Art von Zwangssparkasse. Er bleibt juristisch der Eigentümer dieser neuen Anleihestücke, aber seine Verfügungsfreiheit ist auf absehbare Zeit eingeschränkt. Wie hoch das Reich den Hausbesitzern die neue Anleihe verzinsen wird, steht noch nicht fest. Als die Sparkasse vor einigen Monaten die 500 Millionen Reichsanleihe übernahmen, gewährte ihnen das Reich einen Zinssatz von 4,5 v. H. bei einer jährlichen Amortisation von 2 v. H. Vielleicht wird man es bei den Hausbesitzern ähnlich gestalten. Die Summe, die dem Reiche aus dieser neuen Anleihe zufließt, ist beträchtlich; sie dürfte sich auf etwa 150 bis 200 Millionen RM. jährlich belaufen und also der Spassrkassenanleihe an Umfang gleickkom- men. Es ist dagegen mit Sicherheit anzuneymen, daß das Reich den Verkauf bzw. dem freien Verkehr auf dieser neuen Anleihe besonderen Schutzmaßnahmen unterwerfen wird, um zu verhindern, daß durch ein rasches „auf den Marktwerfen" der Anleihestücke der Kurs der Anleihe sinkt und damit Zweck und Sinn der Anleihe in das Gegenteil umgewandelt wird. Durch diese neue Anleihe darf in keinem Falle das Konsolidierungswerk auf dem Anleihemarkt gestört werden. Es handelt sich für den Hausbesitzer um eine Kapitalsanlage auf weite Sicht. Wie lange die Laufzeit der Anleihe betragen wird, ist noch nicht bekannt. Auch die vorliegende Regelung erweist sich als ein Glied in der Kette von Maßnahmen, die darauf hinzielen, ohne Behinderung des Kapitalverkehrs und der Kapitalbildung frei werdende Summen sofort für Zwecke der Arbeitsbeschaffung zu verwenden, um dadurch den Kampf gegen die Erwerbslosigkeit weiter fortzuführen. Früher steuerte man derartige Beträge einfach weg, mochte darüber auch ein ganzer Stand beinahe zugrunde gehen. Heute läßt das Reich dem Eigentümer den Wert, sorgt aber dafür, daß diese Ermäßigung sofort einem staatsnotwendigen Ziel nutzbar gemacht wird. Das mag für den davon betroffenen Hausbesitzer nicht immer erfreulich sein, muß aber vom Gesichtspunkt des Gemeinnutzes aus getragen werden. Ist die Krisenzeit überwunden, so wird der Besitzer in späteren Jahren die Ersparnisse nachträglich genießen und frei verwenden können. Man wird sich noch entsinnen können, wie man am Ende des Jahres 1934 auf dem Kapitalmarkt Ausschau hielt nach Quellen, aus denen für die Finanzierung des Kleinwohnungsbaues und der Kleinsiedlung geschöpft werden konnte. Das Reich konnte angesichts seiner unzähligen anderweitigen Aufgaben nicht daran denken, große Mittel für den Wohnungsbau freizumachen. Andererseits lag es auch gar nicht im Interesse des nationalsozialisti- Tie Einweihung des Reubaues der Muer LlniversM. I ■>v ■ • 'M L Reichswissenschaftsminister Rust weihte den Neubau der Kölner Universität ein. Vor dem neuen Universitätsgebäude fand dann ein Vorbeimarsch des Freiwilligen Arbeitsdienstes statt, den unser Bild zeigt. Alt-Hamburger Histörchen. Don Hans Georg Maier. Wie ehedem ein Anwalt Karriere machte. Gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts amtierte in Hamburg ein Anwalt Joachim Barckhan, bei dem der Umgang mit den Akten solchen Durst zu hinterlassen pflegte, daß er dem Ratskeller endlich über alles Maß verschuldet war. Der gute Mann kam dadurch aber nicht in Verlegenheit. Schon als er 1587 der Kämmerei vorgeschlagen hatte, für sie alle den Grasbrook betreffenden Prozesse umsonst zu führen, wenn man dafür seinen Kühen das W e i d e g e l d erließe, war er auf seine Kosten gekommen; denn er hielt a ch t Kühe. Und da er jetzt wohl wußte, daß seine Weinschulden zu groß waren, um in den Schornstein geschrieben zu werden, rückte er mit einem Vorschlag heraus, der bei der Gegenseite wiederum Annahme fand: unter der Bedingung nämlich, daß von seinen Gebühren allmählich ihre Forderungen beglichen wurden, empfahl ihn die Ratskellerversammlung der Kämmerei nachdrücklich als Anwalt auch für die Strafsachen. Und Barckhan erhielt alsbald diesen Posten; allerdings galt seine Bestellung als vorläufig. Da er nun das Glück hatte, daß in der nächsten Zeit ungewöhnlich viele Friedensbrecher, Backenschneider, Diebe, Falschmünzer und andere Missetäter zur Aburteilung gelangten, war er bereits nach fünf Jahren seiner Verpflichtungen an die Ratsweinkellerei ledig. Und weil er sich, wie aus dem Berichteten hervorgehen mag, als sehr tüchtig erwiesen hatte, ward er obendrein auch für die Dauer als fiskalischer Anwalt berufen. Doktor vier. In früheren Zeiten kam es den Hamburgern nicht daraus an, selbst ein Weibsstück, das es verdiente, an den Galgen zu hängen: was noch im März 1619 einer üblen Hochstaplerin widerfuhr, welcher man allerdings vor der letzten Prozedur Männerkleider überzog. Hundert Jahre zuvor wurde das Strafrecht natürlich um nichts milder geübt, und so endete jener berüchtigte Betrüger, der unter dem Namen eines Doktor Viet die Einfalt in gewissenlosester Weise ausgenutzt hatte, denn auf dem Scheiterhaufen. Dieser Doktor Viet war zuletzt gar als „Bademöhme" verkleidet nach Hamburg gekommen, um den Neugeborenen ans Licht zu helfen; bald schien es schon, als bekäme er Aussichten auf den gut dotierten Posten der Ratswehmutter . ., da ereilte ihn, wir haben aus begreiflichem Grunde nichts über die näheren Umstände überliefert er» hatten, noch rechtzeitig die Entdeckung Man muß aber wissen, daß dieses seltsamste „Bademöhme", welche Hamburg gesehen, durch den Ruf bestochen hatte, den sie sich voraüsschickte: sie wollte nämlich geradewegs aus England stammen. Und so liegt in der Düpierung, der manches auslandliebe Gemüt verfiel, doch eine tiefere Bedeutung, welche den Nachgeborenen zur Warnung gedient hat. Bier- und Aalsuppe. Im Sommer des Jahres 1307 brachte das Hamburger Bier den Rat in einige Verlegenheit: stieg doch der würzige Trank einem Bremer und einem Lübecker Bürger, welche im Gasthof abends über die Vorzüge ihrer Vaterstädte derart hitzig ins Ge- müt, daß am Ende der eine den anderen einen Lügner hieß. Worauf der Beschuldigte beim Rat eine Klage einbrachte, und weil der Streit innerhalb des Hamburger Gebietes ausgebrochen war, auch ein Termin anberaumt wurde. Es erschienen also vor dem Rat Tylo Bodendorp aus Lübeck und Hin- rik Bersing aus Bremen; letzterer mit beglaubigter Abschrift jenes kaiserlichen Privilegs, das den Bremern den Schutz der Weser anvertraute, ihren Ratsherrn das Tragen von Pelzwerk und Gold gestattete und die Staat vom Machtbereich der Vehme ausnahm. Weil der Bremer sich stolz gebärdete, vor allem wohl, weil ihm beim verhängnisvollen Abendbier die behäbigere Zunge nicht so gehorcht hatte, daß sie der flinken und wendigen des Wesersohnes zu folgen vermochte, hatte der Lübecker das Privileg bestritten; nun sah er sich seiner falschen Beschuldigung überführt, und es war ihm nicht behaglich zumute, als das Gericht sich zur Beratung zurückzog. Die Ratsherren aber beratschlagten unter sich nicht über Recht und Unrecht, sondern darüber, wie sie am ehesten der Nötigung entgingen, in öffentlichem Spruch zu entscheiden, ob Bremen oder Lübeck der Vorrang vor den anderen Hansestädten gebührte. Denn aus solchem Widerstreit war der Handel der beiden Rechtsbegehrenden ja entsprungen, und so lief die Sache dahin, daß die beiden Städte in einem Urteil des Hamburger Rats gegeneinander abgewogen werden mußten, wozu sich die Ratsherren keineswegs verstehen mochten: weder wollten sie es mit den Bremern und ihrem Erzbischof verderben noch gar vor aller Welt Lübeck, welches damals als Haupt der Hanse galt, über Hamburg erheben. Darum sandten sie schließlich den redegewandten Johann Franzoiser hinaus, damit er noch einmal versuchte, eine Versöhnung zwi- schen Bodendorp und Bersing herbeizuführen Wunderbarerweise gelang das Herrn Franzoiser auch: worckus mdn schließen mag, daß die Ham» schen Staates, die öffentliche Hand im bisherigen Maßstabe als Bauherren auftreten zu lassen. Wir haben doch heute in Deutschland Großstädte, in denen jeder sechste Einwohner bereits in Wohnungen haust, die öffentlich-rechtlichen Körperschaften gehören oder kommunaler Besitz sind. Darum liefen die Maßnahmen des vergangenen Jahres darauf hinaus, den Ei yenbesitz zum Hausbau zu ermuntern. Mit überraschendem Erfolg. Im Monatsdurchschnitt des Jahres 1934 wurden nicht weniger als 5388 Bauerlaubnisse gegenüber 3911 im Jahre 1933 für Wohnungen erteilt. Man wird sich erinnern, daß die Zahl der Umbauten von Großwohnungen in Mittel- und Kleinwohnungen ein ungewöhnlich hohes Maß erreichte. Dadurch, daß das Reich sich durch seine Steuerermäßigungen, Zuschüsse usw. vor allem an den noch kapitalbesitzenden Mittelstand wandte, erreichte er eine energische Förderung des Baues von Mittelwohnungen, nicht aber von Kleinwohnungen. Heute kann der Bedarf an mittleren Wohnungen im allgemeinen tds gedeckt bezeichnet werden. Dagegen herrscht ein ganz offenbarer Mangel an Kleinwohnungen. Der freie Unternehmer wird sich heute der besseren Vermietungsmöglichkeit wegen immer zuerst dem Bau von Miftel- wohnungen zuwenden. Steigt die Konjunktur, so wandern die bessergestellten Mieter der Klein- und Kleinstwohnungen in die mittleren ab. Steigt umgekehrt die Erwerbslosigkeit, so beginnt für den Hausbesitzer der aufreibende Kleinkrieg um die Er- langung der Mieten, der so vielen Wohlhabenden das früher verfolgte Ziel des Erwerbs von Häusern als Kapitalsanlage verleidet hat. Die Sehnsucht nach Eigenheimen wuchs aber in dem Maße, in dem im letzten Jahre die Eheschließungen zunahmen. Außerdem lag aus den vergangenen Jahren ein gewisser aufgestauter Bedarf an Kleinwohnungen vor, der durch die Erwerbslosigkeit und das Zusammenrücken von Familien in einer Wohnung erzeugt worden war und jetzt wieder ausgeglichen werden muß. Von privater Seite konnte ein entsprechender Anreiz zum Bau von Kleinsiedlungen nicht erwartet werden, weil der Interessent selten soviel Spargroschen besitzt, um überhaupt den Grundstock zu bilden, der für den Beginn eines Eigenheimbaues notwendig ist. Das mächtige Aufblühen der Siedelungssparunterneh- mungen und Bausparkassen beweist, wie stark jedoch der Drang nach dem Eigenheim geblieben ist und wie stark der Staat durch die Gewährung der Steuerfreiheit für die Bausparkassenbeiträge gewillt ist, diesen gefunben Drang zu unterstützen. Die Frage der Finanzierung der Kleinwohnungen blieb nach wie vor ungelöst. Erst durch das neue Gesetz uno die Ausnutzung der frei werdenden 150 bis 200 Millionen zeigt sich ein wirkungsvoller Ansatzpunkt zur Verwirklichung der großen Kleinwohnungsbauprojekte. Oper und Konzert in Berlin. Musikbrief aus der Reichshauptstadt. . Die liebevolle und umfangreiche Pflege von Straußopern durch die Berliner Staatsoper hat seit dem Amtsantritt von Clemens Krauß als Operndirektor eine weitere Vertiefung erfahren. Das kommt am sinnfälligsten zum Ausdruck in der völligen Neueinstudierung eines so problematischen Werks, wie es die „A e g y p t i s ch e Helena" dank chres geheimnisvollen Textbuches ist. Krauß hatte den Komponisten seinerzeit ange- regt, eine klarere Fassung für Wien und Salzburg herzustellen. Diese in Gemeinschaft mit Lothar Wallerstein hergestellte Neufassung bildete die Grundlage für den neuerlichen Versuch, das Werk für die Bühne zu retten. In enger Fühlungnahme mit dem Komponisten stellte es nun Krauß als feine erste vollständig eigene Neueinstudierung zusammen mit dem tüchtigen Regisseur Rudolf Hartmann in einen szenischen und musikalischen Rahmen, der durch äußerste Plastik der Bühnenvorgänge die versponnene Psychologie noch weiter entwirrt und dem Publikum den Zugang durch die Realistik des großen Theaters erleichtert. Was ernst nur im Orchester Ausdruck fand, ist jetzt in die Szene übersetzt worden, die barocke Stilisierung des Bühnenbildes ist einer homerisch handgreiflichen Welt mit ägyptisch-afrikanischem Einschlag gewichen, und ein Ensemble prachtvoller Sänger setzt sich mit einem wahren Feuereifer für die Durchschlagskraft der Musik ein. Krauß gibt der Partitur eine bis in die feinsten Verästelungen suggestive Ausdeutung und reißt ine Darsteller zur Hergabe ihrer letzten Reserven mit. So kann es geschehen, daß trotz aller textlichen Bedenklichkeiten ine Oper eine so wirkungsvolle Auferstehung feiert, wie man sie nicht für möglich gehalten hätte. Eine Sängerin vom Rcrnge Diorioa Urfuleacs übertrifft ihre bisherigen Meisterleistungen durch den Einsatz ihrer von keiner Ermüdung getrübten, sieghaft strahlenden Stimme für die Rolle der Helena, um deren vsychologische Problematik sich der entzückte Zuschauer angesichts einer solchen Verkörperung nicht zu kümmern braucht. Neben ihr ein stimmfrischer Menelas von Franz Völker, ein Altair vom Range Jaro Prohaskas, Helge Roswaenge als Da-Ud, groß aufwachsend Käte Heidersbach als Zauberin Aithra und die Stimme der Muschel ausgestattet mit dem fülligen Mezzosopran Gertrud Rüngers. Kein Wunder, daß Richard Strauß den Dank eines begeisterten Hauses entgegennehmen konnte, in dem sich mit dem Führer und Reichskanzler vier Minister eingefunden hatten. ♦ Aber auch im Spielplan der Staatsoper fest beheimatete Straußopern, wie „Ariadne auf Naxos" und das „I n t e r m e z z o", erfahren eine besondere Belebung durch die Anziehungskraft eines persönlichen Dirigentengastspiels ihres Schöpfers, das mit einem Symphoniekonzert unter seiner Leitung begann. Es ist verständlich, daß sich der Meister auch hier zum Anwalt seiner eigenen Werke machte und auf die durch auffallende Betonung der naturalistischen Effekte in neuem Licht erscheinende Pastoralsymphonie Beethovens seinen „Zara» thustra" folgen ließ. Zwischen beiden Werken machte Strauß durch eine Arie (V. Ursuleac) auf seine verjchollene Erstlingsoper „G u n t r u m" und auf zwei Orchesterlieder aufmerksam. ♦ Das Deutsche Opernhaus blieb dagegen mit seinen vier Symphoniekonzerten in den Bezirken der Klassik und Romantik, wenn es sich auch mit dem letzten eine so große Aufgabe wie Beethovens „Neunte" zumutete. Die Ausschöpfung der ungeheuren Spannweite ihres Gedankenflugs, die Kühnheit der Formgebung und die technischen Schwierigkeiten vertragen keine Mittelmäßigkeit. Stand in dem Opernkapellmeister Karl Dammer auch fein Dirigent von großem Format zur Verfügung, so ging er doch mit künstlerischem Ernft an die Riesenaufgabe und löste sie mit dem Opernhausorchester und dem vorbildlichen Bruno Kittel- schen Chor in einer Weise, die ihm und seinen Helfern alle Ehre macht. * Auch das 5. Philharmonische Konzerts das im Dezember durch den Rücktritt Furtwänglers verschoben werden mußte und jetzt nachgeholt wurde, hatte in Hermann Stange einen Dirigenten, der an dieser bedeutsamen Stelle trotz einer sehr achtbaren Wiedergabe der „Romantischen" Symphonie Bruckners nur als einspringender Vertreter gewertet werden darf. Er übernahm aus dem ursprünglichen Programm als Neuheit für Berlin die Symphonie concertante für Klavier und Orchester des Polen Karol S z y m a n o w s k i. Dis eigenartige Mischung neuromantischer und impressio- nistischer Elemente mit einem Schuß Strawinski burger Redekunst . selbst der in Bremen geübten überlegen war. Wer weiß aber, ob Bodendorp und Bersing sich nicht doch neuerdings in die Haare geraten wären, hätten sie nicht auf einen Wink Yin, welchen ihnen Herr Franzoiser wohlweislich hinterließ, eine Wirtschaft ausgesucht, um sich bei einem rechten Hamburger Essen von den Anstrengungen der Gerichtsverhandlung zu erholen. Da widerfuhr es ihnen nämlich, daß der Wirt ein aus fünfzehnerlei Zutaten auf saure und süße Weise bereitetes Gericht auftrug, welches noch heute berühmt ist. Der Genuß dieser trefflichen Suppe erregte in ihnen ein Gefühl hohen Wohlbehagens; und da sie, wenn weder von Bremen noch von Lübeck die Rede war, einander nicht in die Quere geraten konnten, wandte sich ihre Unterhaltung ganz von selbst der Elbestadt zu. Der Lübecker sprach voll Anerkennung von dem Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut, das ihm noch neu war. Der Bremer pries die Schönheit der damals von grüngelbem Wasser erfüllten Fleete. Und als sie, eigentlich etwas vorwitzig, bann auch bem Hamburger Bier roieber tüchtig zusprachen, konnte biefes gegen bte befrtebenbe Wirkung ber Aalsuppe nicht mehr aufkommen. Die Kugel als Verräter Ein Mensch wirb tot aufgefunben, unb es finb keine Zeugen seines Enbes da. Man steht vor ber Entscheibung zwischen brei Möglichkeiten: Was liegt vor, Morb, Selbstmorb ober Unfall? Der Laie wirb in ben meisten Fällen nicht imftanbe fein, bie wahre Tobesurfache zu erkennen, aber bem erfahrenen Kriminalisten verraten bie Kugel ober bie Wunbe ihre Geheimnisse. Nehmen wir ben Fall, ein Mann sei erschossen in seinem Zimmer aufgefunben worben. Der Schuß ist burch bas Herz gegangen, unb neben bem Toten liegt ein Revolver, aus bem zwei Patronen abge- schossen worben finb. Ein Polizeibeamter untersucht bie Leiche, ein Detektiv sieht zu. „Die Waffe würbe in Kernschußweite abgefeuert", stellt ber Unter- suchenbe fest, „ungefähr aus einer Entfernung von fünfzehn Zentimetern.". Diese Beobachtung ist schon nach eingehenber Betrachtung ber Wunbe mit bem bloßen Auge zu machen, benn die Einschußstelle ist groß, unb an ihrem Ranbe sieht man die Spuren des Pulvers, die wie Tätowierungen aussehen und die nie auftreten, wenn beispielsweise aus einer Entfernung von über, sechzig Zentimeter geschossen wurde. Nun richtet sich bas Augenmerk auf bie Wqfte selbst, bie b'sher unberührt gelassen würbe. Der Schußwassey-Sachverstänbige nimmt sie mit Handschuhen auf, um nicht die Fingerjpuren zu verwischen. Er untersucht bas Bubenstück unb riecht am Lauf des Revolvers. Dann läßt er sich ein Glas Wasser bringen, führt einen kleinen silbernen Labestock in den Lauf ein, um etwaige Reste daraus zu entfernen. Dann tut er das Stäbchen in Wasser. Das Wasser färbt sich gelb, ein Zeichen, daß ber Schuß schon vor brei Stunben erfolgt sein muß. Die Färbung des Wassers wird durch Sulphite hervorgerufen, deren Geruch zwei bis fünf St. nben nach bem Schuß wahrzunehmen ist. Die Tobes- ftunbe kann also verhältnismäßig sicher auf zwei getrennten Wegen ermittelt werden, vom Arzt nach dem Befund der Leiche, von bem Sachverstänbigen nach dem Befunb ber Waffe. Bleibt bie Waffe länger liegen, so veränbert sich ber Rückstand unb es entstehen Sulphate, bie erst nach einer weiteren bestimmbaren Zeit bem Rost Platz machen. Im Laboratorium geht nun bie Untersuchung der Kugeln, die von bem Detektiv in der Wand ober. in der Tür gefunben wurden, und von denen eine ben Körper burchdrungen hat, vor sich. Es ist immer mit ber Tatsache zu rechnen, baß bie Waffe zur Täuschung hingelegt war, unb ber Täter, wenn überhaupt ein Mord in Frage kommt, seine eigene Waffe benutzt hat. Der Untersuchenbe feuert aus der Vorgefundenen Waffe mehrere Schüsse ab und vergleicht die Einschlaglöcher mit ben bei ber Untersuchung festgestellten. Wie niemals zwei Menschen bieselben Fingerabdrücke haben, so hinterlu.sen auch zwei Waffen nicht die gleichen Spuren. Mit dem Vergleichsmikroskop ist nun eine Beobachtung mehrerer Stellen möglich, die allein ein zuverlässiges Ergebnis ermöglicht. Von diesem Befund werden Photographien gemacht, die bem Gericht zusammen mit allem anberen Material übergeben werben. Einen interessanten Fall, in bem fast eine Täuschung gelungen wäre, aber burch einen unscheinbaren ©egenftanb boch noch eine Aufklärung erfolgte, hatte neulich die Londoner Kriminalpolizei zu verzeichnen. Ein Mann wurde erschossen am Kaffeetisch aufgefunden. Der Körper war vornüber auf ben Tisch gefallen, unb bte Waffe befand sich neben der Hand des Toten. Alle Anzeichen sprachen auf den ersten Blick für Selbstmord. Aber neben der Schulter des Toten stand ein Weinglas, aus dem er offenbar getrunken hatte. Es stand aber so nahe am Körper, daß dieser es unfehlbar heruntergestoßen haben mußte, wenn er nach dem Schuß auf den Tisch gesunken wäre. Mit dieser Beobachtung war die Möglichkeit des Selbst- mordes ausgeschlossen, und cs dauerte dann auch auch nicht mehr lange, bis zur Feststellung, daß bie Ehefrau des Toten gemeinsam mit einem Freund den Mord begangen hatte. vermochte keinen besonders erfreulichen Eindruck au hinterlassen. Die unbekümmerte klangliche Behandlung der Orchesterbegleitung, die sich stellenweise zu lärmenden Orgien steigert, in denen der vom Komponisten selbst übernommene Solopart rettungslos untergeht, forderte sogar zu einigen Protesten der Zuhörer heraus. ♦ Eine glücklichere Hand hatte die N S. - Kulturgemeinde, als sie an einem Sonntagvormittag eine Reihe junger Komponisten herausstellte. Die Ur- und Erstaufführungen von Albert W e ck a u f, Ernst Richter, Fritz Neumeyer, Erich S e h l b a ch , Rudolf Wagner-Rögeny, Edgar R a b s ch und Konrad Friedrich R o e t e l standen im Zeichen eines urgesunden Musikertums und waren beweiskräftig für eine beachtliche Könnerschaft, wenn sich naturgemäß auch unter diesen Liedern und Klavierwerken noch allerlei Spreu befand. An größere Formen wagte sich Max Thomas aus der Meisterschule für Komposition des Professors Georg Schumann. Er hat eine Passionsmusik für Chor, Soli und Orchester nach einem wenig glücklichen Text von Friedrich Lienhard („Die Kreuzigung") komponiert und in einem Konzert der Preußischen Akademie der Künste zur Diskussion gestellt. Der ernst strebende Komponist geht der liturgischen Form aus dem Wege und verläßt sich auf die Wirkung eines Straußschen Riefenorchesters sowie auf sehr ausgedehnte Rezita- tive, die er einer Altstimme anvertraut. Wenn er durch bedenkliches Schwanken zwischen impressionistischen, volyphonen und melodramatischen Stiltendenzen schließlich einen sehr zwiespältigen Eindruck hinterläßt, so ist das ein Zeichen für die Ueberspannung seiner Kräfte. Diesem Fehler erliegt zwar Fritz Werner (Potsdam) in seinem Requiem „An die Toten" (nach Stefan George) nicht, das im gleichen Konzert geboten wurde. Aber auch diesem „Meister- fchüler" fehlt noch di^ Inspiration, ohne die so ernste Dorwürfe nicht zu gestalten sind. * Auf sicheren Pfaden bewegt man sich, wenn man zu dem Lehrer der beiden in die „Singakademie" geht, wo Georg Schumann Back auf die innige und kraftvolle Weile feierte, die diesen verdienstvollen Borkämvfer des Thomaskantors auszeichnet. Mit zwei Kantaten und dem Magni- fikat beging der treffliche Chor eine Bachfeier, die durch ihren künstlerischen Ernst und die mit diesen Werken verbundenen technischen Schwierigkeiten eine der würdigsten Ehrungen des vielgefeierten Meisters war. In der Bewältigung des Jnstrumen- talteils stellte das Philharmonische Orchester wieder einmal unter Beweis, welche prachtvollen Solisten es besitzt. Da werden die verzwicktesten Trompetentöne mit einer geigenhasten Leichtigkeit hingelegt, und der Paukenschläger entfaltet eine schier unglaubliche Virtuosität. * Als stilistischer Gegensatz zu dieser romantiscken Ausdeutung Bachs verdient aus der Reihe der Backfeiern die Aufführung der Matthäus- vassion durch den Staats- und Domckor unter Alfred S i t t a r d hervorgehoben zu werden. fiier war im Rahmen eines Kirchenkonzerts der Versuch unternommen worden, die Alt- und Sopranstimmen durch Knaben singen zu lassen, Vokal- und Jnstru- mentalchöre im Innern des Werkes „dünn" zu besetzen und damit der Bachschen Aufführungspraxis näher zu kommen. Das Ergebnis war erstaunlich. Das lineare Gewebe tritt mit einer unvermuteten Anschaulichkeit zutage, die Choräle erhalten ihre Bedeutung als schwebender cantus firmus zurück, und das richtige Verhältnis der obligaten Jnstru- mentalstimmen zu den Chören kommt dem Hörer zum Bewußtsein. Von hier ist es nur ein Schritt zu der liturgischen Aufführung der Matthäuspassion — ein Versuch, den die „Bekennende Kirche" mit großem Erfolg unternahm. Die Choräle bleiben nicht Angelegenheit des Chors, sondern werden Bekenntnis der Gemeinde, und zwischen die ungekürzte Wiederaabe des ersten und zweiten Teils treten entsprechend der ursprünglichen Bestimmung des Werks Schriftverlesung und Gebet. Ein ganz einzigartiges Erlebnis, das hoffentlich in weitesten Kreisen Beachtung findet. Jacobi. , Obecheffen. Etadtvorstandssihung in Alsfeld. O Alsfeld, 7. April. In der jüngsten Stadt- vorstandsfitzung kamen der Voranschlag des städtischen Schlachthofes/ sowie der Stadt-, Hospital- und Armenkasse zur Beratung. Zu Beginn der Sitzung wies Bürgermeister Dr. V ö l s i n g darauf hin, daß die Sitzung insofern bedeutsam sei, als sie die erste unter der Herrschaft der deutschen Gemeindeordnung sei, auf deren Boden als Grundgesetz des nationalsozialsozialistischen Staates sich der Aufbau des Reiches als Einheitsstaat vollenden werde. Als wichtigste Aenderung gegenüber den seitherigen Gemeindeverfassungen bezeichnete er die Einführung des Führerprinzips in der Gemeindeverwaltung, das dem Gemeinderat nur eine beratende Tätigkeit zuweise. Der Voranschlag des städtischen Schlachthofes für das Rechnungsjahr 1935 bewegt sich mit insgesamt 35 445,59 Mark in Einnahme und Ausgabe und weist gegenüber dem Vorjahr keine wesentliche Aenderungen auf. Für das Vermögen ist eine Rücklage von 5813 Mark vorgesehen. Der Voranschlag wurde beraten, abweichende Aeuße- rungen waren nicht aufzunehmen. Bei dieser Gelegenheit teilte der Vorsitzende mit, daß der praktische Tierarzt Dr. Kurz als Schlachthoftierarzt probeweise angenommen sei. Der städtische Voranschlag für das Rechnungsjahr 19 3 5 gleicht sich für die Betriebsrechnung mit 420 693,03 Mark in Einnahme und Ausgabe aus, für die Abteilung Vermögen mit 25 745,15 Mark. Die Hauptsumme aller Einnahmen und Ausgaben wurde auf 446 438,18 Mark festgesetzt; im Vorjahr: 433 394,91 Mark. Der Umlagenbedarf berechnet sich auf 130 000 Mark. Der Ausschlag der Steuersätze für die Umlagen und die Sondergebäudesteuer wurde auf den Landesdurchschnittsatz festgesetzt. Der Voranschlag wurde beraten. Abweichungen gegenüber der Stellungnahme des Finanzausschusses waren nicht zu verzeichnen. Landkreis Gießen. * Wieseck, 8. April. Der etwa 20jährige Zimmermann Adolf V ö l z e r von hier erlitt bei seiner Arbeit eine schwere Handverletzung und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. * Burkhardsfelden, 8. April. Der hiesige Landwirt Johannes Becker zog sich bei der Arbeit an einer Kreissäge eine schwere Verletzung an der linken Hand zu und mußte zur Behandlung nach Gießen kommen. * Ettingshausen, 8. April. In unserer etwas mehr als 600 Einwohner zählenden Gemeinde können vier Personen in den kommenden Monaten ihr 8 0. Lebensjahr vollenden. Am 20. April wird der Kirchenvorsteher Heinrich Walter 80 Jahre alt, ihm folgt am 11.Juli der Kirchenvorsteher Johannes OpperV. und am 13. September dessen Ehefrau Katharine, geborene Keil. Der Letzte ist Philipv Seipp (3. Oktober). Aber das sind noch nicht die ältesten Einwohner unseres Dorfes. Der älteste ist vielmehr der frühere langjährige Beigeordnete Georg Hch. Keil, der am 8. Mai 85 Jahre alt wird. Am 22. desselben Monats erreicht Katharine Döll, geborene Keil, ein Alter von 84 Jahren. Katharine > p p e r, geborene Sckmidt, wird am 26. September 83 Jahre alt uno Helene Brock, aeborene Sommer, erreicht am 14. Dezember das Alter von 81 Jahren. Zu diesen kommt noch Daniel K l ö s, der am 24. November 1853 in Beltershain geboren wurde und seit Jahrzeh'nten hier ansässig ijt. Alle diese Alten erfreuen sich noch einer guten Gesundheit und Rüstigkeit. r Klein-Linden, 6. April. In Gegenwart der oberen Klassen und der Eltern der zur Entlassung kommenden Schüler veranstaltete unsere Volksschule eine Entlassungsfeier. Die Kinder hatten den Saal mit den Farben des Dritten Reiches, mit blühenden Blumen und Tannengrün reich geschmückt. Klassenlehrer Möller benutzte die Gelegenheit, die Kinder zu ermahnen, ein allzeit gut deutsches und gottgewolltes Leben zu führen und unserem Vaterland und Volk gegenüber in treuester Pflichterfüllung ihre Schuldigkeit zu tun. Passende mehrstimmige Schüler- und Sprechchöre der zur Entlassung kommenden Schüler umrahmten die ernste Feierstunde. Für die Schule sprach Rektor Dr. Crößmann gemäß den Richtlinien Des Kultusministers über die Pflichten und Aufgaben der Heranwachsenden, schulentlassenen Jugend, die in erster Linie darin bestehen, für das Aufbauwerk unseres Führers im ganzen Leben einzustehen. Mit der Entlassungsfeier war eine Ausstellung von Zeichnungen der zur Entlassung kommenden Schüler verbunden, der größtes Interesse entgegengebracht wurde. Mit dem „Sieg-Heil!" auf den Führer und dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel- und Deutschlandlied wuroe die Feier geschlossen. > Großen-Linden, 6. April. Im Saale der Gastwirtschaft Schaum fand der dritte Abend dieses Winters für Heimat ge schichte und Volkskunde statt. Pfarrer i. R. S ch u l t e sprach über „Geschichte und Namen der Feldgemarkung Großen-Lindens". Aus dem reichen Schatz seiner Forschungen verstand er geschickt das auszuwählen, was die Allgemeinheit fesselt. Er schilderte zunächst die Besiedlung unserer Gegend, die frühere Art der Feldbestellung und ging dann besonders auf die Flurnamen und ihre Deutung ein. Wenn auch auf diesem Gebiet noch manches in Dunkel gehüllt ist, manche Bezeichnungen wohl auch nie zu erklären sein werden, so hat Pfarrer Schulte doch das große Verdienst, alle Flurnamen unserer großen Gemarkung gesammelt und den größten Teil auch gedeutet zu haben. Eine Menge Fragen wurde aus den Reihen der Zuhörer gestellt, die der Vortragende nach Möglichkeit beantwortete. Nach reger Unterhaltung schloß Lehrer Arnold den Abend mit Worten des Dankes an den verdienten Forscher, dank dessen Lebensarbeit die stolze Vergangenheit unseres Ortes aufgehellt ist. Welche Fülle geschichtlicher und volkstümlicher Erkenntnisse gerade die Flurnamenforschung zutage fördere, habe der heu- ttge Vortrag dargetan. Deshalb sei es sehr wertvoll, daß sich auch die Schule jetzt dieser Dinge annehme, und daß auch in anderen Orten durch derartige Veranstaltungen Verständnis geweckt und dadurch die Heimatliebe vertieft werde. Kreis Friedberg. 8 Münzenberg, 7. April. Seit einiger Zeit haben auch in unserer Gemeinde Meister Adebar und Gemahlin auf dem alten Stadtturm ihr altes Nest bezogen. Wie immer erschien erst er, von jung uno alt herzlich begrüßt, und rüstete das Nest zum Einzug seiner Gattin. Einige Tage später folgte die Störchin, die nun schon eifrig ihres Amtes waltet und auf den Eiern fitzt. Wir wünschen dem Paar eine recht große Kinderzahl wie in den verflossenen Jahren, in Denen 3—4 junge Störche jährlich im Herbst mit von dannen flogen. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 7.April. Der Bauer Karl Wagner aus Heidelbach verunglückte beim Holzfahren dadurch, daß er an einer schneeglatten Stelle des Weges ausglitt und unter Die Räder feines Fuhrwerkes geriet. Der bedauernswerte Mann wurde dabei so schwer verletzt, daß er verstarb. Ser Führer als Pate. LPD. Dillenburg,?. April. Beim zehnten Kind des Lokomotivführers I s b a ch in Dillenburg hat der Führer und Reichskanzler Die Ehrenpatenschaft übernommen. Rundfunkprogramm Dienstag, 9. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.45: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, anschließenD Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Klaviermusik. 16.30 : 5000 Kilometer in Auto durch Wüste und Dornbusch in Mauretanien. Erlebnisse des Nord- afrikaforschers P. Spatz, Berlin. 16.45: Erfinder und Entdecker — ihre Leiden und ihre Kämpfe. Zwiegespräch. 17: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18.30: Gelehrter und Staats- mann. Wilhelm von Humboldt zum 100. Todestag. Von Dr. H. Braun, Frankfurt a. M. 18.45: Die Große Ravensburger. Deutschlands größte Handels« gefellschaft im Mittelalter. Ein Bericht. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Der Feldherr Ludendorff. Vortrag von Generalleutnant Beck, Chef des Truppenamtes im Reichswehrministerium. 20: Nachrichten, anschließend: Der Zeitfunk bringt Den Tagesspiegel. 20.15: Seine Glanzrollen. Es singt Gerhard Hüsch (Bariton). 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Wiegenlieder Der Völker. 23: „Musik am AbenD". 24 bis 2: Nachtmusik. Wirtschaft. Die Zndusirie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 617: Wiederaufnahme des Verrechnungsverkehrs mit Belgien. 618: Reiseverkehr mit Liechtenstein und nach der Schweiz. 619: Neue Vorschriften über ausstehende Waren- schulDen an englische Gläubiger. 620: Begleichung alter französischer Forderungen. 621: Wiederausfuhr nicht benutzter Registermarkreiseschecks. 622: Bestimmungen über Ausländerlonderkonten für Jnlandszahlungen im Zahlungsverkehr mit Brasilien. Wieder 7% Dividende bei ZG.-Iarben Der Aufsichtsrat der IG. Farbenindustrie beschloß, der Generalversammlung am 27. April für 1934 wieder 7 v. H. Dividende vorzuschlaaen. In Der Aufsichtsrats-Sitzung wurde weiter beschlossen, daß Geheimrat Professor Dr. C. B o s ch in Der nächsten Generalversammlung zur Wahl in Den Aufsichtsrat vorgeschlagen merDen soll, um als Nachfolger Des vor kurzem verstorbenen Geheimrat Professor Dr. C. Dulsberg Den Vorsitz im Aufsichtsrat unD Verwaltungsrat zu übernehmen. Geheimrat Bosch wirb nach wie vor mit Dem VorstanD unD ins« befonDere Dem Zentralausschuß Zusammenarbeiten unD maßgebenden Einfluß behalten. Nack Dem Aus- scheiDen Des Geheimrat Professor Dr. Bosch aus Dem VorstanD, Dessen Organisation bestehen bleibt, wird sein bisheriger Stellvertreter, Geheimrat Dr. H. S ch m i tz, den Vorsitz im Vorstand übernehmen. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Freundlich. Frankfurt a. M., 6. April. Obwohl sich an Der Wochenschlußbürse kein größeres Geschäft entwickeln konnte, war Die Tendenz freundlich, wenn auch die ersten Notierungen nicht ganz einheitlich lagen. Später zeigte sich auf den meisten Marktgebieten eine leichte Befestigung. Die Börse erhielt von einigen Nachrichten aus Der JnDustrie einige Anregung, insbesondre vermerkte man mit BefrieDi- gung Die weiteren vorteilhaften Abschlüsse Der verschiedensten Industrien. Einen gewissen Eindruck hinterließ auch Die Erklärung Der Schweizer Nationalbank, Daß keine Aenderung Der Währungspolitik eintreten werDe. An Den Aktienmärkten hielten sich Die KursveränDerungen nach beiden Richtungen in engen Grenzen. Am Chemiemarkt lagen IG. Farben etwas lebhafter mit 148,75 (148,25); man erwartet aus Der heutigen Bilanzsitzung eine unver- änDerte 7prozentige DiviDende, rechnet aber im übrigen mit guten Bilanzziffern. Deutsche ErDöl bröckelten 0,50 v. H. unD Th. GoldschrniDt 0,75 v. H. ab. Von Elektroaktien eröffneten AEG. 0,13 v. H. Gesfürel 0,25 v. H. niedriger, Schuckert zogen um 0,50 v. H. auf 106,25 an. Arn Montanmarkt waren Klöcknerwerke gedrückt auf 91,40 (92,50), Stahlverein lagen mit 80,40 0,25 v. H. leichter, während Rheinstahl bei größeren Umsätzen um 0,75 v. H. auf 108,25 erhöht waren. Mannesmann blieben zu 81 v. H. behauptet. Auf Den übrigen Marktgebieten war Das Geschäft noch unentwickelt unD es lagen nur wenige Erstnotizen vor. So kamen noch zur Notitz: Hapag 33,25 (33), Zellstoff WalDhof 117 (117,25), Deutsche Linoleum etwas fester mit 155 (154,25), WestDeutscher Kaufhof 34,50 (uno.) und Cernent HeiDelberg 119,75 (uno.) Auch am Rentenmarkt war das Geschäft sehr klein unD Die Kurse nur mäßig oeränDert Etwas freunDlicher lagen Altbesitz mit ca. 112,20 (112,05), späte ReichsschulDbuchforderungen mit 96,15 (96,10), Kornmunal-UrnschulDung gaben Dagegen 0,10 v. H. nach, Reichsbahn-Vorzugsaktien lagen mit 121,65 unD Zinsoergütungsscheine mit 89,50 unoeränDert. Im Verlaufe trat keine Belebung Des Geschäftes ein unD auch Die Kurse wiesen nur geringe Verän- Derungen auf. IG. Farben gingen leicht zurück auf 148,50 (148,75), etwas fester waren erneut Rheinstahl mit 108,50 nach 108,25 unD Stahlverein mit 80,75 nach 80,40. Die Kurse, die später notiert wurden, lagen infolge Der Geschäftsstille meist etwas leichter, so Siemens (— 1 v. H), Rütgerswerke (— 1,40 v. H ), Bemberg (— 0,50 v. H.) Moenus (—0,75 v. H ), Eßlingen-Maschinen (—0,40 v. H.), NorDD. LloyD (— 0,50 v. H.), Reichsbank (— 0,2-5 v. H). Fester waren Bekula mit 137 (136.65). Schwach lagen ChaDe-Aktien mit ca. 238 bis 240 nach 246, auch KunstseiDe AKU. waren zu 54 (54,50) stärker angeboten. Am Rentenmarkt wiesen Die variablen Werte kaum eine AenDerung auf, Altbesitz tarnen mit 112,13 (112,05) zur Notiz. 6prozentige Stahlverein lagen mit 100 behauptet, während Die übrigen StahlbonDs-Serien bis 0,50 v. H. schwächer lagen. Goldpfandbriefe zogen teilweise noch leicht an, Li- quiDationspfandbriefe, Kommunal-Obligationen und StaDtanleihen notierten etwas uneinheitlich. Don fremden Werten blieben Ungarn Gold mit 7 v. H. unverändert, 4 v. H. Rumänen lagen mit 4,15 (4,25) etwas leichter, 4 v. H. GolDmexikaner zogen auf 7,90 (7,65) an. — Im Freiverkehr waren Growag auf die 4prozentige DiviDenDe auf 82 (80) erholt, fest lagen Bamag-Meguin mit 43 (41). — Sages« gelD uno. 2,5 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. April. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1036 Rinder (231 Ochsen, 122 Bullen, 447 Kühe, 236 Färsen), 523 Kälber, 40 Schafe, 3870 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 28 bis 42 Mark, Bullen 28 bis 38, Kühe 18 bis 39, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 42, Kälber 32 bis 58, Hümmel 33 bis 38, Schweine 38 bis 52 Mark. — Marktverkauf: bei allen Gattungen mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DiviDenDe an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß». Abend- börse Schluß- kurs Schluß». Mittag« börse Datum 5.4. 6.4. 5.4. 6.4. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99,75 100 100,13 100,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,25 96,25 96,25 96,25 6y2% Young-Anleihe von 1930 .. DeutscheAnl.-Ablös.-Schuld mit 102 101,5 101,5 101,75 Auslos.-Rechten ............. 112,05 112,13 112,1 112 4Vi% Deutsche Reichspostschatzan° Weisungen von 1934, 1....... 99,4 99,4 99,6 99,9 6% ehem.8°/«, Hess. Vollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 97,25 97,25 97 96,75 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 95,75 96 6yx% ehem. Hess. LandoS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaüi ... 41/2% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R. 6 100,5 100,13 — — 92,25 92,25 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyv.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 114,25 114,25 114,5 114,5 96,25 100,5 96 100,75 96 — W2% ehem. 4%% Franks. Hyp.- 614% ehem. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,4 101,25 101,1 101,1 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 96 96 96 96 96 96 96 96 Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 105,8 105,8 105,8 105,9 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 26 1,1 26 1,1 26 1,2 25,75 1,05 4% Ungarische Goldrente ....... 7 7 7,05 7,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,5 6,5 6,5 6,7 11,6 4y2% desgl. von 1913.......... 6,75 11,5 6,75 11,65 — 5% abgest. Goldmexikaner von 98 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 11,75 Serie 1.................... 8,5 8,5 — — Frankfurt a. M. Berlin Schlußes Schluß». Abend« börse Schluß- kurs Schluß». Mittag- börse Datum 5.4- 6.4. 5.4 6-4. 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Retchsbank ................12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume.........0 Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 SchuckertLCo........... 4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co............. 7 Buderus ........ 0 Deutsche Erdöl . ........... 4 Gelsenkirchener....... 0 8,5 4,3 6,75 4,25 33,25 33 34,9 82,5 107,5 87 89,25 89,25 160,25 36,25 137 110 124,5 89 122,25 122,5 105,75 154 123,4 96,13 107^5 iot?,K 129 92,5 81 8,5 4,4 4,15 33 33,25 34,4 82,5 108,5 86,75 89,5 89,5 160,5 36,13 137 109,5 124,75 88,5 122,5 122,5 106 153 122 95,65 107,5 105,75 128,9 92 81,13 4,45 6,55 4,2 33 33,25 27,5 34,25 82,4 108 87 89,25 89,25 160,5 36,13 137 109,75 124,75 89,25 122 122 106,13 154 122,75 96,25 107,9 105,5 96,13 129,13 92 81 8,7 6,65 4,25 33,2 33,13 27 34,4 83 108,25 86,5 89,5 89,5 160 36,13 137,4 109 125,13 89,13 122,5 122,5 106 153,25 121,75 95,5 107,5 105,25 96,25 155 128,5 92,25 81 Harpener...................ö Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ........ 6 Ilse Bergbau Genüsse ........ 6 Klöcknerwerke ..... >•»•••• 334 Mannesmann-Röhren........0 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs ! Echlußk. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittagbörse Datum 5 4 6.4 5.4. 6.4. ManSfelder Bergbau .. ...... 8 101,25 101,75 101,75 101,5 Kokswerke........... ......5 —— •— 109,65 109 Phönix Bergbau...... ......O — — — Rheinische Braunkohlen .....19 212,25 210 210,25 209,5 Rhetnstahl ........... .....s yt 107,5 108,5 107,5 108,5 Vereinigte Stahlwerke. .......0 80,65 80,75 80,65 80,75 Otavt Minen ........ .......0 15 15,13 15,13 15,4 Kaliwerke Aschersleben. .......6 112 112,25 111,5 112,5 Kaliwerke Westeregeln . ......5 111 113 111 113 Kaliwerke Salzdetfurth .....lYi 154 154 157 3. G. Farben-Jndustrte .......7 148,25 148,5 148,5 148,4 Scheideanstalt........ .......9 214,5 214,5 — Goldschmidt ......... .......O 103 103,25 103 103 Rütgerswerke........ ••••••• 4 112 110,65 111,4 111 Metallgesellschaft...... .......4 96 96 95,75 95,75 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. .......O ......6 .......4 91 119,75 130,5 91 119,75 90,5 90,65 Schultheis Patzenhofer .......4 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................ 0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren........... 0 Deutsche Linoleum...........6 Orenftein L Koppel..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade................ 0 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gumnn...............8 — — 109,5 108,5 54,13 54 54,13 53,9 117,5 117,13 117,5 117 117,25 117 117 116,5 82 81,5 81,75 82,25 'M-» 128,75 129,25 93,75 93,75 93,75 93,5 154 155 154 155,5 ■—* 89 88,5 34,5 34,5 34,25 34,4 246 238 251 242 164 — 164,25 164 151 151 151 151 W *SI Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 5.April 6.«prll Amtliche Notierung Amtliche Jlotieruna Geld Brief Geld Brief Buenos Atre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... — — 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,86 53,96 53,79 53,89 Danzig .... 81,25 81,41 81,20 81,36 London.... 12,06 12,09 12,045 12,075 HelstngforS. 5,325 5,335 5,315 5,325 Paris ..... 16,41 16,45 16,40 16,44 Holland ... 167,33 167,67 167,13 167,47 Statten.... 20,58 20,62 20,58 20,62 Javan ..... 0,705 0,707 0,705 0,707 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 60,62 60,74 60,54 60,66 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 10,95 10,97 10,93 10,95 Stockholm.. 62,19 62,31 62,12 62,24 Schweiz ... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanten... 33,99 34,05 33,95 34,01 Prag...... 10,395 10,415 10,39 10,41 Budapest .. — Neuyork... 2,490 2,494 2,487 2,491 Berlin, k.April Geld " Bries * Amerikanische Note».............. 2,439 2,459 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 Dänische Noten ................. 53,5g Englische Noten ................. 12,01 12'05 Französische Noten............... HollÄidische Noten............... 16,34 166,72 16,40 167,38 Italienische Noten................ 20,56 20,64 Norwegische Noten .............. 60,33 60,57 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 61,91 80,34 62,15 80,66 Spanische Noten................. Ungarische Not« ............... 33^8 -G