Nr. 6 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 8. Januar 1955 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitrmg und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Nps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Sie Volksabstimmung im Saargebiet hat begonnen. Scharfe Handhabung der Abstimmungsordnung.—Oer deutsche Gruß genügt zur Ltngültig- keitserklärung von Stimmen. Der unerwünschte Kopierstift. Die Deutsche Front legt Protest ein. Saarbrücken, 7. Ian. (DNB.) Die Saarabstimmung hat heute um 8.30 Uhr mit der Abstimmung gewisser Gruppen von Abstimmungsberechtigten, die am 13. Januar anderweitig stark in Anspruch genommen sein werden, praktisch begonnen. Unter diese Gruppen, für die in den Kreisstädten Wahllokale eingerichtet sind, fallen u. a. die Can d- räte und Bürgermeister, die Personen, die der Poliz ei und dem Landjägerkorps angehören, die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Eisen- und Straßenbahnen, der Kraftomnibuslinien, des P o st T e l e - geraphen - und Fernsprechwesens sowie das Personal der Krankenhäuser und Gefängnisse. Für Saarbrücken-Stadt sind in der Nauwiesener Schule drei Wahlbüros eingerichtet worden, in denen heute früh, abgesehen von einem stattlichen Aufgebot von Tonfilmoperateuren und Photographen, kein besonders lebhafter Verkehr herrschte. An langen Tischen sitzen in den drei Schulzimmern die drei Wahlvorsitzenden, der Schwede K l e b e r g , der Däne W e i n e r t und der Luxemburger F ü r st, umgeben von ihren vier Beisitzern, die sich aus Vertretern der Deutschen Front und der Rückgliederungsgegner zusammensetzen. Die beiden feindlichen Parteien werden durch den Vorsitzenden und die neben ihm stehende graugrüne Wahlurne etwa in Größe eines deutschen Briefkastens getrennt. Die Urne trägt in großen weißen Buchstaben die Aufschrift „Vorabstimmung Saarbrücken-Stadt". Die Wahlprüfer sehen die Abstimmungsausweise und Personalausweise der Personen, meist Landjäger und Polizeibeamte, ein. Die Stimmberechtigten begeben sich dann in die Zelle, stecken ihren Stimmschein ungefaltet in einen grünen Umschlag und übergeben ihn dann dem Vorsitzenden, der ihn gemeinsam mit dem Abstimmungsausweis des Betreffenden in einen weiteren Umschlag, einen Fensterbriefumschlag, steckt, auf dem genaue Angaben über den Wahlbezirk und die Bürgermeisterei des Stimmberechtigten gemacht werden. Dieser Umschlag wird vom Vorsitzenden persönlich z u g e k l e b t und mit dem Amtssiegel versehen. Der Stimmschein wird dann in diesen doppelten Briefumschlägen in die Urne gesteckt. Die Bündel von Stimmscheinen werden nach Schluß der Vorabstimmung herausgenommen werden und dem Wahlbezirk überwiesen, den der betreffende Abstimmungsberechtigte nach den Aufzeichnungen auf dem Fensterbriefumschlag angehört. Am Wahlsonntag selbst werden dann die Fensterbriefumschläge entfernt und von neutralen Beamten die Umschläge mit dem Stimmschein in die jeweilige Wahlurnre des zuständigen Abstimmungsbezirks gesteckt werden. Die Beteiligung an der Wahl war außerordentlich schwach. So haben In Saarbrücken z. B. nur 200 Personen abgestimmt. Es hat sich gezeigt, daß die Bevölkerung in die technischen Maßnahmen der Abstimmungskommission doch ein erhebliches Mißtrauen seht und lieber er st am Haupt- o b st i m m u n g s t a g e, am 13. Januar, abstimmt. Es kommt hinzu, daß z. B. von 32 Stimmen in Beckingen und Mettlach fünf f ü r ungültig erklärt worden sind, weil die Abslimmenden entgegen den Bestimmungen der Abstimmungskommifsion im Wahllokal selb st ihrer politischen Meinung Ausdruck gegeben haben. Als Ausdruck der politischen Meinung wird es schon betrachtet, wenn die Hand zum deutschen Gruß gehoben wird. Besonders tragisch liegt der Fall einer kranken alten Frau, die bettlägerig ist und nur mit Hilfe anderer Personen an der Abstimmung teilnehmen konnte. Sie erklärte, sie fei d e u t s ch geboren und wolleauch deutschster- ben. Daraufhin wurde ihre Stimme für ungültig erklärt. Gegen die Ungültigkeitserklärungen sind natürlich von der Deutschen Front Proteste eingelegt worden, deren Ergebnis man noch abwarten muß. Insbesondere besteht ein starkes Mißtrauen dagegen, daß die Abstimmungskommission angeordnet hat, daß nur schwarze Bleistifte zur Ankreuzung in bestimmte Felder auf dem Stimmzettel benutzt werden dürfen. Schon eine andere Tonung eines Bleistiftes kann also zur Ungültigkeitserklärung einer Stimme führen, ebenso die Benutzung eines Kopierstiftes. Da ferner die Möglichkeit besteht, daß böswillige Elemente in den Abstlmmungs- zellen die vorhandenen schwarzen Bleistifte gegen andersfarbige Stifte auszutauschen, ist die Gefahr geschaffen, daß die ganze Wahl zu einer Farce wird. Es muß dringend erhofft werden, daß die Ab- stimmungskommission auch hier ihre Anordnungen berichtigt und die Benutzung e rnes Ko - p i e r st i f t e s z u l ä ß t, so wie das bei sämtlichen Wahlen in der ganzen Welt bi sherder Fall gewesen ist, zumal gegen die Benutzung eines Bleistiftes schon an sich Bedenken bestehen. Ferner muß die unmögliche Grußverordnung für die Wahllokale aufgehoben werden, da für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung der deutsche Gruß eine Selbstverständlichkeit ist und schon aus Gewohnheit beim Erkennen eines Freundes oder Bekannten der Arm gehoben wird. Unparteilichkeit des HI. Stuhls in der Saarabstimrnunq. Rom, 7. Jan. (DNB.) Der Osservatore Romano bringt folgende Erklärung über die Stellungnahme des Hl. Stuhles zur Saarabstimmung: „Trotz unserer wiederholten Erklärung hört die Verbreitung von Gerüchten nicht auf, die dieNeutra l i t ä t und die Unparteilichkeit des Hl Stuhles in der Frage der Saarab- ft i m m u n g in Zweifel ziehen. Deshalb legen wir Wert darauf, nochmals zu wiederholen, daß derartige Gerüchte jeglicher Grundlage entbehren. Der Hl. Stuhl steht jedweden derartigen Kundgebungen in dem einen oder anderen Sinne vollkommen fern und will nur, daß jeder Gläubige den Richtlinien feines katholischen Gewissens folgt." Die ersie Stimmabgabe. Ein Bild von der ersten Abstimmung im Saargebiet, die bereits am 6. Januar die Angehörigen der lebenswichtigen Betriebe, der öffentlichen Verkehrsmittel, der Polizei usw. an die Wahlurne rief, um sie am eigentlichen Wahlsonntag nicht von ihren Berufspflichten fernzuhalten. Achtling! Saarabstimlmmgsbenchtigte! Strengste Beachtung der Abstimmungsordnung, sonst Stimmvertust! Saarbrücken, 7. Jan. (DNB.) Der erste Ab- siimmungslag für die Beamten des Saargebietes und ihre Angehörigen sowie für die Insassen der Krankenhäuser und Strafanstalten hat ergeben, daß die Abstimmungsordnung der Abstimmungskommission aus das peinlich st e eingehalten werden muß, soll nicht die Stimme als ungültig erklärt werden. Jeder Ausdruck der politischen Meinung im Wahllokal führt unnachsichtlich ;um Stimm- v e r lu st. Als Ausdruck der politischen Meinung wird es schon betrachtet, wenn die Hand zum deutschen Gruß gehoben, mit dem deutschen Gruße Heil Hitler! gegrüßt, wenn auf einen solchen Gruß mil Erheben des Armes geantwortet oder durch Erheben des Armes auch ohne gesprochenen Gruß gegrüßt wird. Selbst jede Reflexbewegung auf einen solchen Gruß hat den Stimmverlust zur Folge. Am besten ist es, wenn die Abstimmungsberechtigten, solange sie sich im Wahllokal befinden, überhaupt kein Wort sprechen, es sei denn, daß sie die Fragen des Vorsitzenden des Wahlbüros beantworten. Auch hierbei haben sie sich jeglicher politischen Meinungsäußerung zu enthalten! Den Anordnungen des Vorsitzenden ist unbedingt Folge zu leisten! Es feien deshalb noch einmal die wichtigsten Bestimmungen wiederholt: Die Abstimmungsberechtigten haben, solange sie noch nicht abgestimmt haben, Zugang zum Wahllokal und haben sich in dem für sie bestimmten Teil des Lokals aufzuhallen. Zum Zwecke der Stimmabgabe wird der Abstimmungsberechtigte in einer von dem Vorsitzenden des Wahlbüros zu bestimmenden Reihenfolge zu dem Teil des Wahllokals zugelassen, wo das Wahlbüro Sitzung hall. Er hat sich zum Vorsitzenden des Dahlbüros zu begeben und ihm feinen Identitätsausweis (Karte oder Reisepaß mit Lichtbild) und seinen Abstimmungsausweis abzugeben. Nachdem der Vorsitzende sich von der Identität überzeugt hat, gibt er den Abstimmungsberechtigten einen Stimmzettel und einen leeren Umschlag. Der Abstimmungsberechtigte zieht sich mit diesem Stimmzettel und Umschlag in eine unbesetzle Isolierzelle zurück. Es ist ihm streng st ens untersagt, nach Erhalt des Stimmzettels mit irgendwelchen Personen zu sprechen oder auf andere Weise in Verbindung zu treten. In der Isolierzelle schreibt der Abstimmungsberechtigte mit einem schwarzen, in der Isolierzelle befindlichen Bleistift auf den Stimmzettel in das seiner Wahl entsprechende weihe Kreisfeld ein Kreuz. (Die Benutzung eines Rotstiftes, eines Kopierstiftes oder anderer Schreibutensilien hat S t i m m v e r l u st zur Folge.) Es darf nur ein schwarzer Blei st ist benutzt werden. Daraus ist in der Isolierzelle besonders zu achten, da die dort befindlichen Stifte umgetauschl sein könnten! Danach muh er noch immer in der Isolierzelle bleiben, den Zettel ungefaltet in den Umschlag st ecken und diesen schlichen! Aus der Isolierzelle tretend begibt sich der Abstimmungsberechtigte zum Vorsitzenden und übergibt diesem den verschlossenen Umschlag. Rach erfolgter Stimmabgabe und nach Entgegennahme seines Identitätsausweises muh der Abstimmungsberechtigte sofort das Wahllokal verlassen. Es ist dem Abstimmungsberechligten bei schwerer Strafe untersagt, im Abstimmungslokal auf irgendwelche Weise d i e Wahl, die er treffen wird oder bereits getroffen hat, bekanntzugeben. Auch die Ausfüllung auherhalb der Isolierzelle führt zur Ungültigkeitserklärung! Jede Außerachtlassung einer dieser Anordnungen hat unnachsichtlich den Verlust der Stimme zur Folge. AchwiesoUgm'sch...! Die nun abgeschlossene diplomatische Aktion in Rom, die zu einer offenbar auf Jahre hinaus berechneten französisch-italienischen Zusammenarbeit in der europäischen Politik führen soll, fiel in eine Zeit, die für Deutschland mit einer trüben Erinnerung an eine andere frühere Wandlung der italienischen Politik verknüpft ist. Es ist in diesen Wintermonaten gerade zwanzig Jahre her, daß im Rom jene anderen Verhandlungen 'Italiens mit der im Kriege gegen die verbündeten Mittelmächte stehenden Entente angeknüpft wurden, die im März zum Abschluß kamen und im Mai den Eintritt Italiens in den Weltkrieg zur Folge hatten. Im Dezember war Fürst Bülow von der deutschen Regierung als außerordentlicher Botschafter nach Rom entsandt morden, um den sich schon am Horizont abzeichnenden Abfall Italiens aufzuhalten und durch Vermittlung zwischen den italienischen Ansprüchen auf Gebiete der Donau-Monarchie und der sich gegen jede Konzession sträubenden Wiener Hofburg zu vermitteln und wenigstens die Neutralität Italiens für die Dauer des Krieges zu sichern. Auch damals schwankten die italienische Staatsleitung und die Stimmung des italienischen Volkes unsicher zwischen den zwei Wegen europäischer Politik. Die Gewichte, welche für die Entscheidung zugunsten der Entente sprachen, waren schließlich » schwerer, als der unsichere und in seinen Folgen gefürchtete Endsieg Deutschlands und die nur unwillig und zögernd und stückweise bewilligten Versprechungen Oesterreichs auf Abtretung der von Italien begehrten Gebiete. Auch damals wirkte auf den italienischen Entschluß im Hintergründe die überragende Seemachtstellung Englands, gegen die die italienischen Küsten schwer zu verteidigen sind, im Vordergründe eine laute französische Propaganda auf der Grundlage der Rassen- und Kulturgemeinschaft der beiden „lateinischen Schwestern", für die in Italien immer dann Empfänglichkeit besteht, wenn die realen Ziele der Politik dies nötig erscheinen lassen. Der italienische Staatsmann, der heute die neue Annäherung Italiens zwar nicht mehr an eine Kriegspartei, aber doch an die diplomatische Fortführung ihrer Ziele herbeigeführt hat, Mussolini, trat in jenen entscheidenden Monaten vor zwanzig Jahren zum ersten Mal in das Licht europäischer Politik. Er war der leidenschaftlichste und neben dem Dichter D'Annunzio erfolgreichste Werber für den Krieg und, wie es die Bedürfnisse der Propaganda mit sich brachten, der Wortführer der Idee, daß die beiden blutsverwandten lateinischen Länder durch die hohen Interessen der Kultur und Zivilisation „naturgemäß verbunden seien gegen die fremdartigen Ansprüche nordischen Barbarentums". Auch in den Vorbereitungen des jetzigen Umschwungs der italienischen Politik sind solche Tone in Italien wieder angeschlagen worden, und auch von Mussolini selbst haben wir sie, etwas gemildert durch seine staatsmännische Verantwortung, wieder vernommen. Der pikante Unterschied ist heute nur der, daß Oesterreich, dem vor zwanzig Jahren Haß und Propaganda in e r ft e r Linie zugewandt waren, als Teilnehmer und Schutzlingder römischen Verhandlung fungiert und sozusagen als ein Hospitant der beiden lateinischen Kulturnationen betrachtet wird, die sich nun wieder zusammengefunden haben. Wir wollen uns jedoch bei der nüchternen Betrachtung des Ereignisses, dem mit ganz Europa auch Deutschland in gespannter Erwartung zuge- sehen hat, nicht allzusehr von den Erinnerungen an jene üblen Tage vor zwanzig Jahren leiten lassen. Die Erfahrungen, die Italien in der seither vergangenen Zeit gemacht hat, sind nicht durchweg erfreulich gewesen. Sie waren, wie man weiß, zeitweise so enttäuschend, daß sich die italienische Politik, besonders in den letzten zwölf Jahren unter Führung Mussolinis zur Wortführerin einer europäischen Neuordnung machte, deren schärfster Gegner Frankreich und die von ihm geführten Staaten waren. Es ist nicht ganz anzunehmen, daß diese Erfahrungen in Italien völlig vergessen sind und daß sich Italien zum zweiten Mal einer stärkeren Mächtegruppierung als ^schwächerer Partner anschließt, dessen Ansprüche man einfach streichen kann, auch wenn sie vertraglich verbrieft sind. Dennoch ist die Wiederannäherung der beiden Länder, die bisher geradezu extreme Pole der Auffassung europäischer politischer Gestaltung waren, ein Ereignis von größter Bedeutung. Es kommt bei dieser Wertung weniger darauf an, in welchen Formulierungen und Verträgen die Verhandlungen ihren Niederschlag finden, als auf die Tatsache, daß die französische und italienische Politik von nun an in allen europäischen Fragen von einer Basis ausgehen und auf dasselbe Ziel hin operieren wollen. Es wird also alles darauf ankommen, welches dieses Ziel ist. In den offiziellen Reden und Begründungen ist es so umschrieben worden, daß die' neugeschlossene Entente den europäischen Frieden begründen und sichern soll und zwar als politischer Grundstock weiterer und umfassenderer Verhandlungen, an denen auch Deutschland und die andern Enterbten Europas teilnehmen sollen. Der neue Bund soll sich, so wird versichert, gegen niemand richten, sondern die Grundlage einer friedlichen Einigung aller vorbereiten. Der historische Skeptiker wird hier zu bemerken haben, daß bei allen Bündnissen, die vor dem Kriege geschlossen wurden, ob sie Dreibund, Entente oder Triple-Entente hießen und die schließlich zu bewaffnetem Zusammenstoß führten, dieselben offiziellen Begründungen und Versicherungen abgegeben wurden. Die bange Frage, die sich Europa angesichts der neuen Gruppierung vorzulegen hat, ist also: wer« Oie römischen Protokolle unterzeichnet I Der französische Staatsbesuch in Rom niederlegte. britische Erwartungen , ~ - ----- ^avals in London am 20. Januar gründlich geprüft werden. Die Havasagentur teilt indessen mit: „Pressenachrichten besagen, daß außer dem gestern in Rom veröffent- Die Stellung Deutschlands beschäftigt alle Blätter. Der Berichterstatter des „Petit Pari- sien" meldet: Das römische Abkommen sehe auch eine Regelung der Abrüstungsfrage vor. Die französische und die italienische Regierung hätten sich versprochen, gemeinsam nach einer geeigneten Formel zur Beschränkung der Rüstungen, und zwar in enger Gemeinschaft mit der Londoner Regierung zu suchen. Die Frage werde bei dem Besuch Flandins un' werden. Eine Tat, die die gesamte Arbeiterschaft des Grenzgebietes dankbar anerkennt und die für unsere Brüder an der Saar den Beweis liefert, in welchem Maße künftig nach der Rückgliederung durch den Gauleiter alle zur Verfügung stehenden Mittel für Arbeitsbeschaffung eingesetzt werden. In diesem Geiste des deutschen Sozialismus sollen nach dem 13. Januar auch an der Saar alle Kräfte eingesetzt werden, um ausreichende Lebens- und Existenzmöglichkeiten zu schaffen. Nachdem im Prozeß um die Entführunl grauenhafte Ermordung des L i n d b e r ' ' Oer Reichsjugendführer in München. Roosevelts Haushaltsplan Flottenrüstung zur vertraglichen Höchstgrenze. Mussolini und Laval sprechen zur Presse. - Oer Friedenscharakter der Abkommen wird unterstrichen. meine fernere Arbeit für Führer, Volk und Vater- land fern. Rom, 7. Jan. (DRV.) Laval und Mussolini haben am Montagabend nach einer letzten drel- viertelstündigen Unterredung um 8 Uhr die Unterzeichnung der italienisch-französischen Vereinbarungen vorgenommen. Ueber das Ergebnis der Besprechungen der letzten Tage ist folgende Mitteilung ausgegeben worden: „Die französifch-ikalienischen Verhandlungen sind heute vom italienischen Regierungschef und dem französischen Außenminister abgeschlossen worden, sie haben Vereinbarungen über die Interessen der beiden Länder in Afrika und Aktenstücke unterzeichnet, die die Gemeinsamkeit der Gesichtspunkte ihrer Regierung über Fragen europäischen Charakter registrierten. Sie haben die Uebereinstimmung der beiden Regierungen über die Notwendigkeit einer mehrseitigen Verständigung über die Frage Mittel-/ europas festgestellt und sind übereingekommen, daß die von ihnen angenommene Auffassung so schnell wie möglich der Prüfung der interessierten Staaten unterbreitet wird; sie sind ferner übereingekommen, daß sie im Hinblick auf den erwarteten Abschluß dieser mehrseitigen Verständigung gemeinsam im Geiste eben dieser Verständigung alte Maßnahmen prüfen werden, die die Lage erfordern könnte." Regelung bilden werden, die auch die Frage der deutschen „Aufrüstung" umfassen werde. Das Werk der wirtschaftlichen Wiederherstellung, das für Deutschland und den Frieden unentbehrlich sei, bleibe so lange hoffnungslos, wie eine gemeinsame Grundlage für eine internationale Zusammenarbeit fehle. — „M o r n i n g P o st" schreibt, Großbritannien beteilige sich zwar nicht an dem neuen Pakt, aber die britische Regierung habe entschieden zur Aufnahme der Verhandlungen geraten. Ihr erfolgreicher Abschluß werde durchausgebilligt. In Regierungskreisen werden die Aussichten für eine baldige Wiederbelebung der A b - London, 8. Jan. (DRV. - Funkspruch.) Der römische Berichterstatter des „Daily Telegraph" berichtet u. a.: In Rom habe der Eindruck geherrscht, daß Laval hinsichtlich der afrikanischen Frage günstige Bedingungen für Frank- re i ch erzielt habe. Die Gegenleistungen blieben hinter dem zurück, was die italienische Regierung ursprünglich erhofft habe, aber Mussolini sei bereit gewesen, im Interesse des Friedens Opfer zu bringen. Die italienischen Kolonialkreise eien ziemlich enttäuscht. Gleichzeitig herrsche aber große Befriedigung darüber, daß die lange Zeit der Reibungen zwischen Italien und Frankreich beendet sei. Das Abkommen über die Unabhängigkeit Oesterreichs sei in dem Sinne abgeändert worden, daß es der Kleinen Entente ebenso wie Ungarn ermöglicht werde, ohne Schädigung ihrer nationalen Interessen ihre Unterschrift zu geben. Zu diesem Zweck sei das Wort „Unabhängigkeit" in „Garantie der Nichteinmischung" verwandelt worden. Es scheine, daß dieses Protokoll auchvon Oe st erreich selbst unterzeichnet wer- den solle. Damit werde das österreichische Selbst- gefuhl geschont. Ungarn werde nicht aufgefordert, öffentlich seine revisionistische Politik aufzuqeben. Ueberdies würden Südslawien und Ita - Keine Vereinbarung in der Rüstungssrage? Laval dementiert. Paris, 8. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Unterzeichnung des französch-italienischen Abkommens wird von der Pariser Presse als Besiegelung der französisch-italienischen Freundschaft gefeiert, die sich m der Zukunft a u s w i r k e n müsse. Viele Blätter gehen im Ueberschwang ihrer Gefühle soweit, von einer re st losen Zustimmung Italiens zur französischen Politik zu sprechen, die mit dem Papst, bei der die Saarfrage und wohl Italien in Afrika nicht alles ursprünglich Geforderte zugestanden erhalten habe. Auch die Unterredung Lavals mit dem P a p st, bei derd ie S a a r f r a g e und angeblich auch ein Konkordat mit Frankreich zur Sprache gekommen sein sollen, wird als bedeutsam in mehr als einer Beziehung bezeichnet. Dabei verkennen verschiedene Blätter nicht, daß die französisch-italienische Freundschaft er ft ihre Drobe bestehen müsse. Das Saargrenzgebiel arbeitslosensrei! Kaiserslautern (Pfalz), 7. Jan. (DNB.) Das ganze pfälzische Saargrenzgebiet ist nunmehr frei von Arbeitslosen. Durch die Initiative des Saarbevollmächtigten Gauleiter B ü r ck e l wurde innerhalb weniger Wochen das gesamte Saargrenzgebiet mit großen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bedacht. Etwa 1600 Arbeiter erhalten über ein Jahr Arbeitsmöglichkeit und find damit in der Lage, ihre Familie zu ernähren. Durch Bereitstellung von Mitteln der Arbeitsfront können Millionen von Mark neben den Geldern aus der SU!’Kll?jn^er ? a D Q1 &er ersten Reihe der Dritte von rechts) mit den Herren der frantöfifchen Botschaft vor dem Grabe des Unbekannten Soldaten in Rom französischen Einseitige Befürchtungen äußert wiederum das „Echo de Pari s". Die Hauptfrage laute, ob Mussolini nicht versuchen werde, Frankreich in Richtung eines Viermächteabkommens zu engagieren, und ob Frankreich in der Folge nicht seine Bündnisse und Freundschaften aufopfern müsse. Immerhin sei anzuerkennen, daß Laval den von Briand im Dezember 1927 begangenen Fehler, ein Angebot Mussolinis, über Oesterreich zu verhandeln, abzulehnen, wieder gutgemacht habe. Jetzt müsse man hoffen, nicht in den Fehler eines Vierer- oder Fünferpaktes zu verfal- len. Man dürfe nichts riskieren, was Frankreichs militärischen und diplomatischen Aufschwung zunichte machen könnte. den diese Bündnisse, die der Politik eines Landes den festen und unbedingten Rückhalt eines anderen oder mehrerer anderer geben, nicht notwendig zu einer Bedrohung dritter Interessen führen und dadurch den Keim zu schweren Kon-- flikten in sich bergen? Diese Frage zu stellen, ist vor allem Deutschland berechtigt und verpflichtet. Es ist nicht zu verkennen, daß Anzeichen dafür vorliegen, daß sowohl die römischen Vertragspartner, als das patestehende England eine solche verhängnisvolle Wendung und Folge des neuen Zusammenschlusses zu vermeiden wünschen. Dafür wird der Geist, in dem nach der Erledigung der Saar- frage das dringendste Problem der europäischen Politik, nämlich die R ü st u n g s f r a g e , behandelt werden wird, der ausschlaggebende Wertmesser sein. rmgern lasten. Dagegen schließe der ordentlichesrüstungskonferenzals groß bezeichnet. Mart Haushalt mit einem kleinen Ueberschuß ab. Er will die Initiative ergreifen. Es wird darauf hinverspreche, daß abgesehen von Ausgaben für die gewiesen, daß Ereignisse der neueren Zeit, wie dck Arbeitsbeschaffung künftig jede Ausgabe Eintritt Sowjetrußlands in "den Völkerbund, die durch entsprechende Einnahmen voll österreichische Regelung und die französisch - italie- gedeckt sein werde. Für die Arbeitsbeschaffung, nischen Vereinbarungen viel dazu beitragen können, forderte der Präsident einen Pauschalbetrag von Frankreich die Sicherheit zu geben, 4 Milliarden. Er hoffe, daß dieser Betrag all- die es wünscht, bevor es in der Abrüstungs- mählich herabgesetzt werden könne, bis frage Z u g e st ä n d n i s s e macht. Wenn die Saar- emes Tages der Gesamthaushalt ausgeblieben fei. abftimmung befriedigend verläuft, dann wird sehr Zum Wehrhaushalt bemerkt Roosevelt u. a., wahrscheinlich jede Anstrengung gemacht werden, daß nicht nur das Heer eine moderne Aus- um die französische Regierung zu einer Aende» r ü st u n g brauche, daß die Vereinigten Staaten run9 ihrer Haltung gegenüber Deutch- vielmehr daran gehen müßten, die Verzöge-land zu überreden. In Regierungskreisen hofft r u n g a u f z u h o l e n, die unter den früheren Re- man, daß auf der Sitzung des Büros der Abgierungen in der Ausführung d e r Flotten- rüftungskonferenz in der ersten Februarwoche in vertrüge von 1922 und 1930 eingetreten fei, Genf dafür gesorgt werden kann, daß der bri- d. h. mit anderen Worten: Präsident Roosevelt be- tische Abrüstungsplan zur Grundlage nachrichtigt Japan, daß er entschlossen sei, b is eines Abkommens gemacht werden kann, zur Höch st grenze dieser Verträge auf- z u r ü st e n, da sich eine Einigung mit Japan über eine Herabsetzung der Seerüstungen nicht erzielen ließ. Für die Fortsetzung des Baues von 20 begonnenen und für die Kiellegung von 24 neuen Kriegsschiffen (Kreuzer, Zerstörer, U-Boote, Flugzeugträger) sind 140 Millionen Dollar angesetzt. Für den Bau von Marineflugzeugen 35 Millionen. Das Heer wiederum hat über 5 00 neue Flugzeuge angefordert, um am Ende des Haushaltsjahres 1936 über eine Luftflotte von 1352 Flugzeugen zu verfügen. Washington, 7. Jan. (DNB.) Heute nachmittag wurde in beiden Häusern des Kongresses Roosevelts Botschaft zum neuen Bundeshaushalt verlesen. Alle drei Haushaltsjahre der Rooseoeltregie- rung haben also mit starken Fehlbeträgen abgeschlossen, die zwischen vier und fünf Milliarden Dollar jährlich schwanken; die öffentliche Verschuldung der Bundesregierung Ende Juni 1936 dürfte über 34 Milliarden betragen. In seiner Botschaft gibt Präsident Roosevelt zu, daß seine Hoffnung, im dritten Etatsjahr Ausgaben und Einnahmen auszugleichen, sich nicht habe verwirklichen lassen. Schuld daran sei vor allem die im= m ----- -------- — — mer noch hohe Arbeitslosenziffer, die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung eingesetzt Iden außerordentlichen Haushalt wesentlich habe ver-i Berlin, den 7. Januar 1935. ~ _ ie verschiedenen S ch r i s t l e i t u n g e n der DAF werden m einem Presseamt zusam- mengefaßt. Dieses Presseamt untersteht dem Pq. Vi alias. Von dieser Regelung unberührt bleibt „Der Deutsche", der eine Sonderregelung erfahrt. B Wie weiter aus der Verordnung hervorgeht unterhalt die DAF. in Zukunft folgende Presse- Das Arbeite rtum" als amtliche Zeitschrift, den Informationsdienst als amtliche Kor- refpondenz, die Fach- und Berufspresse em amtliches Nochrichtenblatt der DAF und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" das entsprechend dem Verordnungsblatt der Partei alle amtlichen Verlautbarungen der DAF. und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" enthält und achttägig allen Dienstellen zugestellt wird, und die vom Presseamt der DAF. betreuten Werkszeitungen. Lindberghs Kindermädchen im Kreuzverhör. München, 6. Jan. (DNB.) An Sonntag waren etwa 1000 höhere HI.-, JV.- und BdM.-Führer des Gebietes Hochland zu einer Führertagung nach München einberufen. Reichsjugendführer Baldur ,von Schirach bezeichnete die bürgerliche Gesellschaft. als etwas zu Ueberwindendes, ja zu Verachtendes, weil in der Unterscheidung zwischen den oberen Zehntausend und den unteren Millionen eme Gefahr für Volk und Zukunft liegt. Die HI. habe sich im Gegensatz zur bündischen Jugendbewegung vorn ersten Tag an dem Alltag verschrie b e n , der Pflicht, der Arbeit und dem Kampf. Das Jahr 1935 müsse ein Jahr der Ertüchtigung werden. Ein großer Reichssporttag d e r HI. werde der Ausdruck der körperlichen Ertüchtigung der jungen Generation werden. Dem stehe der Reichsberufswettkampf zur gei- stlgen Ertüchtigung gegenüber. Als besonderen ß . . , . . i Wunsch an die Jugend im Jahre 1935 bezeichnete lichten Kommunique noch andere Schriftstücke vor- er es, in der E i n h e i t a l l e r G l i e d e r u n a e n hcinden seien, besonders ein Protokoll ü b e r der nationalsozialistischen Bewegung die Voraus- die Abrustungsfrage. Pierre Laval gibt be- setzungen des künftigen Erfolges zu sehen. In der rannt, daß nur öie amtliche Mitteilung Jugendbewegung müsse auch der Gegensatz und die von ihm und Mussolini abgegebenen Erklä- zwischen den älteren und jüngeren rrungen gültig sind. Jede andere Jnforma- Generationen ausgerottet und an seins tion muß als unrichtig oder tendenziös ange- Stelle der Begriff von der Einheit des g a n • Zefehen werden." Vielleicht geht man nicht fehl in z e n Volkes gefetzt werden. Man könne die Ju- der Annahme, daß die allzu deutlichen Verlaut- gend der Menschen nicht nach der Zahl der Jahrs barungen der Pariser Blätter Mussolini des- bemessen — Jugend sei dem Nationalsozialisten eins or Cn %?ben’weü er weder d e n Haltung — die ihn charakterisiere, mit der man ge- Anschein eines Druckes auf Deutsch- boren werde und mit der man sterbe la n d erwecken noch England vor ben Kopf stoße n möchte, das zunächst über die Ab- Liank des Chefs des Stabes der SA. sichten der französischen und der italienischen Regie- DNB. Berlin, 7.Jan. Stabschef Lutze aibf rung amtlich unterrichtet werden muß. folgendes bekannt: Was über die Kolonialvereinbarungen bekannt Das W e i h n a ch t s f e st, mein Geburtstag mirö, bestätigt im großen und ganzen frühere Mel- und die Jahreswende haben mir eine Unwbf öungen. Bon Interesse wäre höchstens die Mittel- von Grüßen und Glückwünschen aus allen Volks- lung des „Petit Parlsien , daß Italien mit 2 0 v.H. kreisen eingetragen. Meine Arbeitsüberlastung als Ae "^Et-en der Eisenbahn Addis Stabschef und als Oberpräsident der Provinz Han. Abeba-Dnbutl beteiligt werden soll. Wi- nooer machen es mir unmöglich, allen, die bei den derspruchsvall lauten die Erklärungen über die Zu- vorgenannten Anlassen meiner fo sreundlich gedacht gestandnisse m Somali-Land. Wahrend das haben, persönlich zu danken. Ich erwidere die mir „Deuore versichert, daß Italien nicht die Erlaubnis gespendeten Grüße und Wünsche deshalb aus auf- xr^a t%ilne? $«? ’J Oborf errichten, stellt richtigem Herzen auf diesem Wege. Mein Dank soll das „Echo de Pans das Gegenteil fest. meine fernere Arbeit für Führer, Volk und Vater. Nach Unterzeichnung der Vereinbaruna erklärte Mussolini Pressevertretern, zwei Kategorien von- Fragen stünden zur Behandlung: einmal die eigentlichen französisch - italienischen Fragen und dann die Fragen europäischen Charakters. Eine dauerhafte Verständigung wäre nicht möglich gewesen, wenn sie die seit dem Kriege verschleppten italienisch-französischen Fragen ungelöst gelassen hätte. Laval und er hätten sich hartnäckig das Ziel Zbsetzt, zu einer vollen Verständigung zu gelangen, und sie hätten dieses Ziel erreicht. Die Abmachungen allgemeinen Charakters hätten keine Spitze gegen, irgendjemand. Sie seien mit der Hoffnung geschaffen, daß sie nicht zur Einengung, sondern zur Erweiterung des europäischen Horizontes dienen. Mussolini warnte vor einem übertriebenen Optimismus. Man dürfe nicht glauben, daß alles getan fei; auch die Freundschaft wolle gepflegt sein. Das Schicksalsjahr 1935 beginne un- ter den glücklichen Vorzeichen der italienisch-französischen Vereinbarung. Außenminister Laval bestätigte die Darlegungen Mussolinis. Die Vereinbarungen würden künftig die Politik der Freundschaft, die die Beziehungen der beiden Länder beherrschen müsse, erleichtern. Die Abmachungen über die afrikanischen Fragen seien gerecht und dürften, wie er hoffe, günstig ausgenommen werden. Keines der beiden Länder habe wesentliche Interesse geopfert. Von jetzt ab könnten Italien und Frankreich ohne Hintergedanken und in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens frei an die Prüfung aller Fragen Herangehen, die die Aufmerksamkeit aller auf die Aufrechterhaltung der europäischen Ordnung bedachten Regierungen erforderten. Die Aufgabe aller interessierten Staaten sei erleichtert worden durch den Geist der Unparteilichkeit und Objektivität, in dem die römischen Verhandlungen geführt worden seien. Diese Politik sei gegen niemand gerichtet und biete allen Regierungen auf dem Boden der „moralischen Gleichberechtigung" die Möglichkeit zur Mitarbeit an der Organisation des Friedens. Er habe die feste Zuversicht, daß der von Rom ausgehende Appell gehört werde. hruna und wo er einen Kranz ^s'lluru^n9 De5 21 n o v e r g h ° Babys einen xranz das Kindermädchen Betty G o w eine genaue Dar- stellung der Nacht gegeben hatte, in der das Kind | steraubt worden war, gab sie im Kreuzverhör !2;r $u' bas Kinderzimmerfenster sei wohl ge- N osten gewesen, dagegen feien die hölzernen Fensterladen nur angelernt gewesen. Ferner ge- gegenseitige P-rsprech-n derNichtE her Donhtten «SnnVn Angelegenheiten die Klippen weise auch anderen Personen Mitteilung von den verme in «5 -ufn? be5 Balkans Lebensgewohnheiten und vom Kommen und Gehen hotrJfff f e n’ r^?5 slCc. Abrustungsfrage der Familie Lindbergh gemacht habe. Sie habe am betreffe fo verlaute daß Mussolini beabsichtige, Abend der Entführung mit ihrem Freund televlm ,eSie Tim^“Tii,i0U,e-babe\3U viert. - Johnson ist^in^wischen als üngesetzm^ a f ohne Uebcrtreibuug Gingeroanbertcr wieder nach Norwegen abaesckoben etr ?erbln' die Protokolle von Rom worden. Das Kindermädchen gab ferner hn6 Itfih f^L.f X £ 9 O r 9 / 5 sie an jenem verhängnisvollen Albend das erstemcll Urb schließlich auch zu einer Lösung der bemerkt hatte, daß der Riegel am Fensterladen Ll0a5b?4ßn ^nZosstch-italienischen Flöt- durch den angeblich die Entführer bes Äinöes eim sRrnfnfnU9 outtten. Man hoffe, daß die gestiegen sein sollen, entzwei war, daß also der nur die Einleitung zu einer umfassenden Laden nicht geschlossen werden konnte. Solche kleineren Reparaturen, fuhr Betty G o w fort, habe gewöhnlich der inzwischen verstorbene Diener der Familie Lindbergh, Ollie Whateley, ausgeführt. Im Gegensatz zu Oberst Lindbergh behauptete das Mädchen, daß der Terrier Lindberghs von Whateley gefüttert und abgerichtet worden war und Fremde anbellte, das Ehepaar Whateley dagegen nicht. In der Nacht des Kindesraubes habe Der Hund nicht angeschlagen. Betty Gow erlitt nach dem Abschluß des Kreuzverhörs einen Ohnmachts- anfall. — Der Gendarm Josef Wolf, der als erster nach der Entführung des Kindes das Haus 1 Lmdberghs betreten hatte, sagte als Zeuge aus, l daß das Bett des Kindes unversehrt gewesen sei.' An die Frontsoldaten an der Saar. Landesführer Lensch vom TtSOFB. (Stahlhelm) spricht im Rundfunk. Stuttgart, 7.Jan. (Fkp.) Der Führer des Landesverbandes Württernberg-Hohenzollern im NSDFB. (Stahlhelm), Landesführer Leufch, erklärte in einer Rundfunkansprache an die Bevölkerung Äes Saargebietes u. a.: „Kameraden! Die Treue, die wir uns in dem heißesten aller Kriege geschworen haben, soll heute noch stärker als sonst ihr Band um uns schlingen, und sie soll uns in die Seele schreien, daß wir uns als deutsche Männer und deutsche Soldaten niemals verlassen werden. Wir Frontsoldaten des deutschen Heimatlandes stehen zu euch, wie wir wissen, daß ihr auf Gedeih und Verderb zu uns und damit zu Deutschland steht. Wir achten unsere Gegner von einst, sonst wären wir keine Frontsoldaten. Wir verlangen aber auch, daß wir geachtet werden! Wir achten auch die Forderung unserer Gegner von. einst nach Sicherheit, weil sie uns ehrt. Wir wollen keinen Krieg! Aber wir wollen den Frieden und die Wiederher st ellung unserer Ehre! Diese Forderung eines Volkes, das leben will, kann kein Frontsoldat von sich weisen. Der deutsche Frontsoldat liebt seine Heimat und sein Vaterland, für das er sich vier schwere Jahre hindurch eingesetzt hat, und weil er diese innere starke Haltung hat, deshalb will er den Frieden, der jedes Zechten Soldaten letztes und wahitzs Ziel ist. So denken wir! So denkt der Führer! So denkt Deutschland!! So ist es Aufgabe der Frontkämpfer aller Länder, eine neue politische Basis in das Welt- dild und Weltgeschehen zu bringen. Seit über tausend Jahren gehört die Saar, gehört ihr und eure Ur-Urvorderen zum Deutschen Reich. Eure Sprache ist deutsch, eure Kultur ist deutsch, eure Seele ist deutsch, euer Charakter ist deutsch, euer Mut und eure Tapferkeit, mit der ihr jetzt wieder für euren heiligsten Besitz einsteht, ist deutsch. Ueberall, wohin man an der Saar kommt, hört man deutsche Lieder, hört man deutsche Zungen, hört man Erinnerungen an große deutsche Tage. Da, wo unsere Kinder von deutschen Müttern das Beten lernen, da ist Deutschland. Die künstlichen Anstrengungen, hier einen fremden Stamm ansässig zu machen, um auch weiterhin die wirtschaftliche und politische Macht zu behalten, scheiterte an dem Willen der wirklich deutschen Bevölkerung. Die Saar ist ein lebendiges Glied Deutschlands. Und darum muß sie bei Deutschland bleiben, weil wir im deutschen Vaterland nicht haben wollen, daß sie untergeht. Wir im Reich haben euren heldenhaften Kampf die letzten 15 Jahre mit Stolz und Begeisterung verfolgt. Der 13. Januar wird und muß Ausdruck dieser Treue werden. Dann wird di? Welt sehen, wie es um das Gebiet um die Saar bestellt ist und wie die Bevölkerung hier denkt. Wir sind gewiß, daß der ewige Gott, der die Grenzen der Völker gezogen hat, auch hier das entscheidende Wort sprechen wird. Die Saar und das Volk an der Saar gehörten zu Deutschland und bleiben bei Deutschland. Blut will zu Blut! Hier liegt die völkische, die nationale Bedeutung des Kampfes, den wir heute führen. Er muß für Deutschland entschieden werden. Die Saar und Deutschland gehören zusammen wie der Weinstock und die Rebe. Wir haben im Reich die große nationale Erhebung erlebt, die endlich dem Werden einer großen nationalen Politik die Wege ebnet. Euch wollen wir Brücken schlagen zu uns, indem wir euch freudig die Hände reichen und euch zurufen: haltet aus und kämpft weiter wie bisher, die Stunde der Befreiung kommt! So wollen wir alle zum Führer stehen. Euer Kampf geht um Deutschland. Dadurch werdet auch ihr, die Frontsoldaten an der Saar, ein Glied der großen Bewegung, die wir im Reich haben. Laßt uns einig sein, Kameraden, laßt uns zusammenstehen, denn: „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr alles freudig setzt an ihre Ehre!" Der Danziger Staatsbesuch in Warschau Der neue Senatspräsident Danzigs, Dr. Greiser, stattet mit einigen Herren der Regierung dem polnischen Staatspräsidenten einen Besuch ab. Allein dieser Besuch beweist, daß die Beziehungen zwischen dem Freistaat und dem polnischen Nachbarn durchaus korrekt sind und daß gewisse Andeutungen deutschfeindlicher Warschauer Blätter, daß Greiser aus der Bahn der Verständigung und des Ausgleichs herausschwenken würde, nicht mit den Tatsachen übereinstimmen. Auch Greiser huldigt t)?m Verständigungsprinzip, nur ist jede Verständigung ein Ding mit zwei Seiten. Und da darf man wohl erneut die Erwartung aussprechen, daß die noch vorhandenen Hindernisse bald aus dem Wege geräumt werden möchten. Nicht Danzigs Schuld ist es, wenn immer wieder Trübungen eintreten oder Klagen laut werden. Vielmehr können sich gewisse polnische Unterinstanzen noch immer nicht in die veränderte Situation hineinfinden und nun ihrerseits den Danzigern das geben, worauf sie berechtigten Anspruch erheben dürfen, zumal sie umgekehrt den Polen in Danzig jede erdenkliche Bewegungsfreiheit gewähren. Aus diesem Grunde hoffen wir, daß der Warschauer Besuch des Senatspräsidenten die Gesamtlage für beide Teile erleichtern wird. * Bel einem Essen, das der polnische Ministerpräsident für den Danziger Senatspräsidenten am Montagabend gab, führte der Ministerpräsident Kozlowski u. a. aus: Man könne mit Befriedigung auf die seit zwei Jahren durchgeführte gemeinsame Arbeit zurückblicken, deren Folgen sowohl Polen als auch Danzig als nützlich empfinden. Man dürfe jedoch dabei nicht stehen bleiben, sondern müsse folgerichtig den e i n g e- schlagenen Weg weiter gehen. In Geiste der alten Tradition und in Anbetracht der juristischen und geographischen Lage Polens und Danzigs müsse man zu immer engerer wirtschaftlicher Zusammenarbeit kommen. Senatspräsident Greiser antwortete u. a.: Der jetzige Besuch sei erfolgt, um einerseits die bestehenden Beziehungen zwischen Polen und Danzig zu vertiefen und andererseits, um entgegen allen Gerüchten der letzten Wochen zu unterstreichen, daß die vom Vertrauen der nationalsozialistischen Bewegung getragene Danziger Regierung weiterhin es für ihre ehrenvolle Verpflichtung und Aufgabe halten werde, unter Erhaltung des deutschen Charakters der Freien Stadt Danzig eine beide Seiten befriedigende Löfungder politischen und wirtschaftlichen Fragen im Wege unmittelbarer Verhandlungen herbeizuführen. Greiser stellte mit Befriedigung fest, daß an der Spitze Polens Männer mit soldatischer Haltung ständen, wodurch eine Grundlage für die Annäherung und Verständigung geschaffen sei, die bei Berücksichtigung des nationalen Charakters und Geistes allein Ausgangspunkt zum Zusammenleben und zur gegenseitigen Achtung sein könne. Senatspräsident Greiser und die Übrigen Mitglieder der Danziger Abordnung besuchen heute den polnischen Staatspräsidenten in Schloß Spala bei Tomaszow. An der Fahrt nach Spala nehmen teil: der Chef des Protokolls Graf Romer, der polnische Generalkommissar in Dan,zig, Papse und einige höhere Beamte der Warschauer Ministerien. Don Spala aus erfolgt heute die Rückreise des Senatspräsidenten nach Danzig. Aus aller Welt. Stromlinien - Lokomotiven der Reichsbahn.-Wunderwerke der Technik. Obwohl der „Fliegende Hamburger" und seine im Laufe dieses' Jahres zu erwartenden Geschwister die hervorragendsten Wahrzeichen des Reichsbahn - Schnellverkehrs sein werden, sind die Dampflokomotiven keineswegs veraltete Maschinen. Die Motortriebwagen haben sie durchaus noch nicht zu einer Aschenbrödelrolle verdammt. Im Gegenteil: Die „Dampflok" gibt sich alle Mühe, konkurrenzfähig zu bleiben. Schon in wenigen Wochen gehen in den deutschen Lokomotiv- fabriken neue Fahrzeuge ihrer Fertigstellung entgegen, die beim Erscheinen sicher soviel Aufsehen erregen werden, wie seinerzeit der „Fliegende Hamburger". Wunderwerke der Maschinentechnik sind die zwei Stromlinien- Schnellzug-Lokomotiven, die eine Fahrgeschwindigkeit von 175 Kilometer stunden entwickeln sollen. Diese Ungetüme von phantastischem Aussehen werden also an Tempo dem Schnelltriebwagen nicht nachstehen — dafür aber weit mehr leisten; denn sie ziehen fünf V-Zugwagen mit 300 Plätzen! Die Maschinen besitzen sechs große Antriebsräder zwischen je vier Laufrädern vorn und hinten. Ihre drei Zylinder arbeiten mit Dampf, der auf 410 Grad Celsius erhitzt ist. Eine weitere Lokomotive von gleicher Form und Leistung wird mit Kohlenstaubfeuerung ausgestattet; sie wird besonders dadurch auffallen, daß sich das Führerhaus vorn auf der Maschine befindet. Auch eine neuartige Tenderlokomotive in Stromlinienform ist entwickelt worden. Sie soll eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 170 Kilometerstunden erreichen und ist dazu bestimmt, vier 0-Zugwagen einer besonders leichten Bauart zu ziehen. Für den Verkehr im bergischen Gelände sind zwei Maschinen im Bau, die schwere Personenzüge mit 140 Kilometerstunden Geschwindigkeit befördern sollen. Für den Zubringer verkehr ist eine neue Lokomotive mit halbautomatischer Feuerung bestimmt, die als Einmann-Lokomotive ohne Heizer gefahren werden kann. Neben diesen Maschinen für den Personenverkehr sind auch neue für den Güterverkehr im Bau, darunter z. B. eine Lokomotive, die 1500-Tonnen-Zuge im 100-Kilometer-Tempo befördern soll. Es wirkt wie ein Symbol, daß diese neuartigen Maschinen gerade im Jubiläumsjahr der deutschen Eisenbahnen im Verkehr erscheinen; sie zeigen, daß die gute „alte" Dampflokomotive vom Motortriebwagen durch aus nicht geschlagen ist, sondern auch heute noch zu den modernsten Beförderungsmaschinen des Eisenbahnverkehrs gehört. „Die Deutsche Apothekerschaft." Die im April 1933 aus dem seit 1872 bestehenden Deutschen Apotheker-Verein hervorgegangene Standesgemeinschaft Deutscher Apotheker hat sich eine neue Satzung gegeben, die die staatliche Genehmigung erhalten hat. Sie gibt sich damit den Namen „D i e Deutsche A p o t h e k e r s ch a f t"; der bisherige Standesführer Apotheker Albert Schmierer, Freudenstadt (Württemberg) erhält die Bezeichnung „Reichsapothekerführe r". Er wird vom Reichsminister des Innern bestellt. Ihm zur Seite steht ein F ü h r e r b e i r a t. Die Deutsche Apothekerschaft ist nunmehr die alleinige Vertretung der Apothekenleiter wie der Apothekenmitarbeiter. Sie sorgt für ein gedeihliches Zusammenarbeiten der Apotheker untereinander und mit den anderen Berufen des Gesundheitswesens, wacht über die Berufsehre und Berufsethik der Apotheker; sie fördert die Ausbildung und Weiterbildung, tritt dafür ein, daß eine genügende Zahl von Apotheken die Arzneiversorgung der Bevölkerung gewährleistet und sorgt dafür, daß die Apotheken entschuldet und die Apotheker und ihre Hinterbliebenen vor Not geschützt werden. 925 Jahre Würzburger Fischerzunft. Besonders feierlich beging am Dreikönigstag die älteste Handwerkszunft Würzburgs . und Deutschlands überhaupt, die Würzburger Fischerzunft, deren Gründung auf das Jahr 1010 zurückreicht, ihre 925-Jahrfeier. Nach altem Herkommen versammelten sich die Fischer in der ehrwürdigen Zunftstube um die alte Zunftlade, die das Wahrzeichen der Fischerei, einen „silbernen Karpfen", birgt. Könige und Kaiser haben daraus d'en Ehrentrunk entgegengenommen. Nach alter Sitte wurde auch diesmal ein Trinkspruch auf die Zunft und ihre Angehörigen ausgebracht. Obermeister Michael C ö ß konnte zahlreiche Ehrengäste, darunter Vertreter der bayerischen Staatsregierung, begrüßen. Die Feier fand ihren Abschluß mit einer geselligen Unterhaltung und dem herkömmlichen Fischessen. Ein Ldelsteinschleifer machte dem Führer ein wertvolles Weihnachtsgeschenk. Der Edelsteinschleifer Diehl aus Katzenloh bei Jdar/Oberstein hat in der Vorweihnachtszeit ein Modell der Obersteiner Felsenkirche aus Halbedelsteinen hergestellt. Die Nachbildung, eine der größten und schönsten der bekannten Felsenkirche, hat ein Gewicht von 70 Pfund, ist etwa 50 Zentimeter breit und 75 Zentimeter hoch. Das Innere der Kirche kann beleuchtet werden, und der Schein durch die vielfältig gefärbten feinen Edelsteinscheiben an den Fenstern ergibt eine überaus eindrucksvolle Wirkung. Dieses Meisterwerk hat der Edelsteinschleifer xu Weihnachten dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler als Geschenk übermittelt, das, wie aus einem inzwischen eingegangenen Dankschreiben des Führers hervorgeht, freundlichst angenommen wurde. Abschluß des deutsch-englischen Jugendlagers. Am Abschlußtage des deutsch-englischen Jugendlagers, das diesmal in Berchtesgaden abgehalten worden ist, wurden die deutschen und die englischen Teilnehmer von Ministerpräsident Göring auf dem Obersalzberg begrüßt. Ministerpräsident Göring fand sehr anerkennende Worte für die wertvolle ständige Arbeit dieser Lager. Die deutschen und die englischen Teilnehmer berichteten begeistert über ihre Erlebnisse im Gemeinschaftslager. „Ohne Hall" von der Memel bis zur Saar. Der Berliner Motorsportler Julius v. Krohn unternimmt auf einem Zwei-Liter-Opelwagen eine ohne Halt-Fahrt von der Memel grenze nach dem Saargebiet. Dabei wird v. Krohn in seinem Wagen aus Ostpreußen einige Abstimmungsberechtigte mitnehmen. Reiseplan für den Auslandskreuzer „Karlsruhe". Nach der Teilnahme an der 400-Jahrfeier der Hauptstadt von Peru, Lima, wird Kreuzer „Karlsruhe" am 6. Februar Callao (Peru) verlassen und nach kurzem Aufenthalt in Buenaventura (Columbien) in einem Seetörn von 3350 Seemeilen San Franzisko anlaufen. Der nördlichste Hafen, den das Schiff besucht, ist Vancouver an der Westküste Kanadas. Von dort geht die Reise wieder südwärts über Accapulco (Mexiko), Colon, durch den Panamakanal nach Houston (Texas) und Charleston (Südkarolina). Von Charleston wird der Atlantik heimwärts überquert und nach einem Aufenthalt in Vigo, wo die „Karlsruhe" mit Kreuzer „Emde n" Zusammentreffen wird, soll das Schiff am 16. Juni auf Schilligreede und am 20. Juni in Kiel eintreffen. — Reiseplan: vom 11 bis 16. Febr. Buenaventura, vom 1 bis 12 März San Franzisko, vom 15 bis 21. März Vancouver, vom 1. bis 8. April Accapulco, vom 15. bis 20. April Colon (Panama), vom 26. April bis 4. Mai Houston, vom 10. bis 20. Mai Charleston, vom 3. bis 12. Juni Vigo, vom 16. bis 19. Juni Schillig-Reede, am 20. Juni Kiel. Strenge Kalle in Schlesien, Polen und Rußland. Durch den Vorstoß arktischer Kaltluftmassen sind die Temperaturen in Schlesien erheblich zurückgegangen. Aus einer Reihe von Gebirgsorten werden bereits Temperaturen bis zu 1 3 G r a d K ä l t e gemeldet. Da fast überall weiterer Neuschnee gefallen ist, sind die Sportmöglichkeiten für Ski und Rodel gut. Die Wetterwarte Breslau—Krietern teilt mit, daß in den nächsten Tagen strenge Kälte zu erwarten ist, wobei es allerdings nur noch vereinzelt zu Schneefällen kommen wird. Für Oberschle- fien sowohl wie für die mittel- und niederschlesischen Gebiete werden Temperaturen von etwa 20 Grad Kälte vorausgesagt. In ganz Pfoten ist eine überraschende Kältewelle eingetreten. Während am Sonntag noch verhältnismäßig warmes Wetter herrschte, sanken am Montag die Temperaturen auf 2 0 bis 26 Grad Kälte, in Ostpolen sogar bis auf 30 Grad. Infolge des überraschenden Frostes meldeten sich auf den Rettungswachen mehr als 50 Personen mit erfrorenen Ohren, Nasen, Füßen ober Händen. Auf einer kleinen Bahnstation in der Nähe von Warschau wurde eine fast völlig erfrorene Frau auf- gesunden, die in sehr bedenklichem Zustande ins Krankenhaus geschafft wurde. * In der Sowjetunion hält ebenfalls die strenge Kälte an. In Moskau wurden 33, in Tscheljabinsk 45, in Pjatigorsk 25 und auf der Halbinsel Krim 19 Grad Celsius gemessen. Dagegen wird aus der Arktis, so z. B. von Nowaja Semlja und aus Matoschkin-Schar verhältnismäßig warme Witterung gemeldet. Die Temperaturen liegen dort nur einige Grad unter Null. Hochzeitsreise auf kosten des Rundfunks. Im großen Berliner Rundfunkprozeß erklärte der Zeuge Witte wiederholt, der jetzt angeklagte Leiter der Leipziger Sendegesellschaft, Dr. Jäger, habe den Rundfunk dadurch finanziell sehr belastet, daß er immerfort Konferenzen einberief und große Reisen unternahm, um Dinge zu besprechen, die in einem einfachen Telephongespräch hätten erledigt werden können. Von Oberpostdirektor Weigelt habe er gehört, daß Dr. Jäger sogar feine Hochzeitsreise auf K o st e n der Mirag (Mitteldeutsche Rundfunk AG.) gemacht habe. Auf der anderen Seite habe er bei den Honoraren für d i e Künstler eine falsche Sparsamkeit betrieben. Dichtern habe er überhaupt kein Honorar zahlen wollen. So sei Gerhart Hauptmann genötigt gewesen, die Mirag zu verklagen, weil Dr. Jäger dem Dichter kein Honorar dafür zahlen wollte, daß „Hanneles Himmelfahrt" als Hörspiel vom Leipziger Sender aufgeführt wurde. Sehr freigiebig fei dagegen Dr. Jäger bei der Bezahlung an m a r x i st i s ch e Bonzen gewesen. Wenn ein marxistischer Beamter einen Vortrag im Leipziger Sender hielt, dann habe Dr. Jäger als „Schreibmaschinengebühr" 300 Reichsmark bewilligt, weil er einem Beamten nicht gut ein Vortragshonorar bieten konnte. Dr. Jäger habe als Reichsbannermann ihn, den Zeugen, aus politischen Gründen bekämpft. Schweres Eisenbahnunglück in der Sowjetunion. In einer der vergangenen Nächte sind auf der Strecke Moskau—Leningrad die Schnell züge 25 und 27 zusammen gestoßen. Mehrere Personenwagen wurden zertrümmert. Heber die Zahl der Toten fini) noch keine amtlichen Mitteilungen erfolgt, doch befürchtet man, daß die Zahl der Todesopfer recht beträchtlich sein wird, da beide Züge stark besetzt waren. Im Zusammenhang mit dem Unglück, das sich auf der sogenannten Oktober- Eisenbahn, 217 Kilometer südlich von Leningrad zwischen Malaja Wischern und dem wichtigen Knotenpunkt Bologeje ereignete, wurde eine Reihe von Eisenbahnbeamten des Streckenabschnittes in Haft genommen. Der Verdacht, daß ein Sabotageakt das Unglück verursacht hat, wird hierdurch verstärkt. Die Eisenbahnverwaltung und das Volkskommissariat des Innern haben noch immer die Zahl der Opfer nicht genannt. Es verlautet indessen, daß die Rettungsmannschaften schon über 20 Leichen geborgen haben. Englischer Tankdampfer im Sturm gesunken? In kalifornischen Schiffahrtskreisen wird besürch. tet, daß der 5880 Tonnen große englische Tank« dampfer „La Creszentia", der seit über zwei Wochett feiner fei Nachricht gegeben hat, mit seiner 30köpfiaen. Besatzung untergegangen ist. Das Schiff hatte über 62 000 Faß Rohöl geladen. Das Tankschiff „Athelbeach" teilte der Radio-Corporation in einem Funkspruch mit, daß es etwa 900 Meilen nordöstlich von Hawaii große Oellachen durchfahren habe. Da es sich um die Gegend handelt, in der sich der britische Tankdampfer zuletzt befand, befürchtet man, daß das Schiff im Sturm untergegangen ist. Fünf Personen durch brennendes Benzin schwer verletzt. In dem Orte Darko'w bei Mährisch-Ostrau ereignete sich ein schweres Brandunglück. Der 24« jährige Schlosser Stanek wollte seine Taschenuhr mit Benzin reinigen; zu diesem Zweck goß ec aus einer größeren Flasche Benzin auf einen Teller, ohne zu beachten, daß in dem Zimmer eine Petroleumlampe brannte. Die Benzindämpfe entzündeten sich und im Umdrehen standen nicht nur die Wohnungseinrichtungen, sondern auch die Kleider der in dem Zimmer anwesenden fünf Personen in Flammen. Alle fünf sprangen aus den Fenstern, um im Schnee die Flammen zu löschen. Trotzdem erlitten sie alle schwere Brandwunden. 122 Jahre alt geworden! Die älteste Frau des Staates Mexiko, Juana Paula, ist in Osoayacan 122 Jahre alt gestorben. Große Ueberschwemmungen in Südkalifornien. lieber den Süden Kaliforniens zog ein außerordentlich heftiger Sturm, der von wolkenbruchartigem Regen begleitet wird. In Los Angeles stehen zahllose Keller und Erdgeschosse unter Wasser. Die Telephonverbindungen sind unterbrochen. Die Straßen in Montrose und La Crescendo gleichen reißenden Strömen. Die Verbindung zwischen La Crescendo und Tujanga ist durch Erdrutsche völlig unterbunden. In Longbeach mußten die niedriger gelegenen Stadtteile durch Polizeibeamte in Rettungsbooten geräumt werden. Das Rote Kreuz bereitet eine umfangreiche Hilfsaktion vor. Kunst und Wissenschaft. Grimm-Feier in Kassel. In der Landes-Bibliothek in Kassel fand anläßlich des 15 0. Geburtstages von Jakob Grimm und des 75. Todestages von Wilhelm Grimm eine von der Stadt Kassel gemeinsam mit der Landes-Bibliothek veranstaltete öffentliche Grimm-Feier statt. Landesbibliothek-Direktor Hopf würdigte in seiner Feierrede besonders das Wirken des Bruderpaares als Bibliothekare der Landesbibliothek und gedachte ihrer überragenden Leistungen für die Wissenschaft, für die Kenntnis der deutschen Vergangenheit, deutscher Art und Sitte. Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer feierte die beiden Brüder als Kasseler Bürger, denen die Stadt Kassel, das Hessenland und ganz Deutschland unendlich viel verdanke. Musikalische Vorträge umrahmten die schlichte Feier. Die Slaalspreise für Bildhauer und Architekten 1934. Der Wettbewerb um die großen Staats- preise der Akademie de r K ü n ft e für Bildhauer und Architekten ist jetzt entschieden worden. Der große Staatspreis für Bildhauer ist Robert S t i e I e r (Berlin) verliehen worden. Der Staatspreis für Architekten kam als solcher nicht zur Verleihung. Den Architekten Walter Bangert und Jürgen S i e b r e ch t in Berlin wurden zwei gleiche Prämien aus den Mitteln des Staatspreises zuge- sprochen. Die Wettbewerbsarbeiten sind in den Aus- stellungssälen der Akademie der Künste zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Sven Hedin nimmt an der Brasilienfahrl des neuen Zeppelins teil. Der bekannte Asienforscher Sven Hedin hat soeben telegraphisch eine Einladung zur Teilnahme an der geplanten Forschungsfahrt des neuen Z e p p e l i ns in das Innere Brasiliens angenommen. Das Schachturnier in Hastings unentschieden. Das internationale Schachturnier in H a - st i n g s hat einen unentschiedenen Ausgang genommen. Euwe, Flohr und Thomas hatten noch der Schlußrunde je 6'/- Punkte und teilten sich daher in den Sieg. An zweiter Stelle steht dec frühere Weltmeister Capablanco mit 51/’ Punkten. Botwinnik und L i l i e n t h a l erzielten je 5 Punkte, Michell 4, Fräulein Menschik 3, Milner-Barry und Norman je IV2. Die Spielergebnisse der letzten Runde waren: Flohr schlug Milner-Barry, Michell schlug Taylor, Norman gegen Euwe unentschieden, Capobianco gegen Botwinnik unentschieden, Lilienthal und Fräulein Menschik unentschieden. Wettervoraussage. Dos über Westrußland liegende mächtige Hochdruckgebiet hot sich weiter verstärkt und zeitigt dort Temperaturen bis minus 30 bis 40 Grad Kälte. Die von ihm ausströmende kalte Luft hat in Deutschland weitere Fortschritte gemacht und auch unserem Gebiet jetzt Fröste gebracht, die noch Nordosten und Osten hin zunehmend stark sind. Die Ostströmung bleibt vorerst noch erhalten, doch sind irgendwelche erhebliche Schneefälle dabei zunächst nicht wahrscheinlich. 'Voraussichten für Mittwoch: Wolkig bis aufheiternd, bei östlichen Winden Frostzunahme. Voraussichten für Donnerstag: Bei östlicher Luftzufuhr Fortdauer des Frostwetters. Lufttempeaturen am 7. Januar: mittags 3,7 Grad Celsius, abends 1,7 Grad; am 8. Januar: morgens — 0,9 Grad. Maximum 4 Grad, Minimum —1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Januar: abends 2,8 Grad; am 8. Januar: morgens 2,7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1,4 Stunden, Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2)21. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Longe, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehü. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pi-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig-. Oberheffen. Der Führer als Pate: ♦ Dauernheim, 7. Jan. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat bei dem zehnten Kinde des Posthelfers W. Wolf IV. von hier die Ehrenpatenschaft übernommen. Weihnachtsfeier auf dem Felde. § Münzenberg, 6.Januar. (Verspätet eingegangen.) Am Weihnachtsabend bereiteten hiesige Bauern und Bäuerinnen dem hiesigen Schäfer Otto K u l l m e r eine seltene Weihnachtsfeier auf dem F e l d e , die um ihr^r Seltenheit und ihres schönen Sinnes und Wertes willen noch reichlich nachträglich berichtet werden darf. Mit einem geschmückten Weihnachtsbaum zog eine stattliche Schar Münzenberger und Münzenbergerinnen zur Schäferhütte, zur Herde, zu den Hürden, zum Schäfer auf das Feld. Das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht" klang auf und ein hiesiger Bauersmann hielt diese Ansprache: „Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr in der Stadt Davids." Darauf fuhr der Bauer mit seinen Worten fort: „Das ist ein Stück des Weihnachtsevangeliums vom heutigen Tage, das uns alle angeht, aber für den Hirten noch ganz besonders wohlklingende Töne in sich birgt. Seit Menschengedenken war es Sitte, daß der Schäfer mit seiner Herde vor Weihnachten noch in seine Heimatgegend zurückkehrte. In diesem durch die Trockenheit entstandenen Notjahr (Mangel an Futter für das Vieh) war es anders. Um seinen Bauern die Futtervorräte strecken zu helfen, hatte der hiesige Schäfer Otto K u l l m e r freiwillig das Opfer auf sich genommen, mit seiner Herde noch über Weihnachten hinaus auf unseren Fluren zu bleiben. Bauer und Schäfer, Schäfer und Bauer, zwei geschichtlich unzertrennbare Faktoren! Wenn wir ein Gemarkungsbild an unseren Augen vorüberziehen lassen, bleibt es unvollständig, wenn der Schäfer mit seiner Herde fehlt." Der Schäfer dankte für die erhebende, selten schöne Feier, wies auf die Wichtigkeit der Schafzucht gerade im Dritten Reich hin und schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Volk, Vaterland und Führer. Mit „O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit" schloß die Weihnachtsfeier auf dem Felde bei den Hürden. Landkreis Gießen. * Rödgen, 8. Jan. Der 37 Jahre alte Landwirt Wilhelm Balser von hier erlitt, als er mit dem Ausputzen von Obstbäumen beschäftigt war, einen Unfall. Die Leiter brach, der bedauernswerte Mann stürzte zu Boden und brach einen Fuß. Er mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. ' Großen-Buseck, 7. Januar. Der hiesige Alice-FrauenvereinvomRotenKreuz hat unserer Kirche eine schöne, weißleinene Altardecke gestiftet, die zum ersten Male am Sonntag Epiphanias den Altar schmückte. Für die hochherzige Stiftung, die eine wertvolle Bereicherung unserer Altarbekleidung darstellt, sei auch an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt! Z Lollar, 7. Januar. Von der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Sängeroereinigung, die am Samstagabend in der „Linde" sta'ttfand, und einen recht guten Besuch aufzuweisen hatte, ist folgendes erwähnenswert: Nach dem Vortrag der beiden Männerchöre „Mahnung" und „Vesper" eröffnete der Vereinswalter Erich E f p i ch die Versammlung. Bei dem von ihm vorgetragenen Jahresrückblick betonte er die stete Bereitschaft der Sängerschar, bei Veranstaltungen der NS.-Gliederungen nach den ihr zur Verfügung stehenden Kräften mitzuwirken und erkannte lobend an, daß sich hierbei alle Sänger vollzählig beteiligten. In diesem Zusammenhang erwähnte er, daß Ende Januar oder Anfang Februar ein Liederabend von der „Sängeroereinigung" durchgeführt werde, dessen Reinertrag dem Winterhilfswerk zu- gesührt wird. Der Vereinswalter sprach dabei die Erwartung aus, daß in anbetracht des gemeinnützigen edlen Zweckes die Veranstaltung die regste Anteilnahme finden möge. Bei der nun folgenden Ehrung verdienter Sänger zeigte es sich, daß in diesem Jahre eine recht stattliche Zahl von Sängern auszuzeichnen war. Außer zwei Sänger, Heinrich E s p i ch und Peter Freudenberger, die auf eine fünfundvierzigjährige Tätigkeit als Sänger zurückblicken können, und dafür herzliche Glückwünsche und je ein Geschenk erhielten, wurde für fünfundzwanzigjährige Sängertätigkeit die silberne Ehrennadel verliehen an: August Rudolf, Wilhelm Sehrt, Karl K l i n k e l, Heinr. Wagner, Wilhelm Ruß, Peter Kreuter, Fritz Rohrbach, Ludwig K l i n k e l, Heinr Scharf und Fritz Müller. Da nach den neuen, der heutigen Zeit entsprechenden Satzungen der Vorstand auf drei Jahre bestimmt ist, erübrigte sich in die-- fern Jahre eine Neubesetzung. Mit dem Vortrag des Chorwerkes „Weihe des Gesangs" wurde die harmonisch verlaufene Versammlung beendet. § Mainzlar, 8. Jan. Heute feiert die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Rollshausen, geb. Roth, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 9.. G e b u r t s t a g. § Lumda, 7. Jan. Im Anschluß an die Saar- kundgebung am Sonntagabend fand die Weihe her Kyffhäuserfahne im Saale des Bürgermeisters Schultheiß statt. Der Führer des Kriegervereins, Kamerad Fabel, eröffnete die Feier, indem er der Toten gedachte, die für Deutschlands Freiheit fielen; das Lied vom guten Kameraden erklang zu ihrem Gedächtnis. Dann gab er einen kurzen Ueberblick üb-m die 37jährige Geschichte des Vereins, von dessen Gründern noch acht am Leben sind. Er wies auf die alte Fahne hin, die nun grade 25 Jahre dem Verein in guten und bösen Tagen ooranflatterte. Seine kernige Ansprache schloß er mit der Mahnung zur Treue: „Treue ist das Mark der Ehre, und ohne Ehre kein Vaterland". Dann nahm der Bezirksführer, Lehrer Roth aus Grünberg, die Weihe der neuen Fahns vor. In geschichtlichen Bildern aus der deutschen Geschichte deutete er die Farben der Fahne und sprach dann über die Bedeutung der Fahne, die das Symbol der Treue, der Pflicht, der Kameradschaft und der Opferbereitschaft fei. Als leuchtendes Vorbild treuer Pflichterfüllung stellte er den Kameraden zwei Führergestalten vor Augen, den Heimgegangenen Generalfeldmarschall von Hindenburg und unseren Volkskanzler Adolf Hitler. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer schloß Kamerad Roth die Weiherede. Die Kapelle Horst (Grünberg) verschönte die Feier durch schneidige Marschweisen; alte Krieger trugen Gedichte über ihr Fronterlebnis vor. In. Lang-Göns, 6. Jan. In der hiesigen Turnhalle sand heute abend eine Saarkundge- bung unserer Gemeinde statt. Neben den Formationen der Partei waren zahlreiche Einwohner der Einladung gefolgt, um so ihre enge Verbundenheit mit unfern deutschen Brüdern an der Saar zu bekunden. Durch den Umbau unseres großen Lautsprechers war die Uebertragung der Rede des Stellvertreters des Führers eine äußerst klare und gute, auch die anschließende Uebertragung der Musik. Beide Gesangvereine „Frohsinn" und „Germania" sangen gemeinsam das Lied „Nun schweige mir jeder von seinem Leid ..." und fanden lebhaften Beifall. Das Schlußwort sprach Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Karl Wenzel. Er betonte, daß der 13. Januar mit goldenen Buchstaben dereinst in der deutschen Geschichte eingemeißelt werden würde. Wir könnten wieder stolz darauf fein, uns Deutsche zu nennen. Alle Erfolge und Fortschritte verdankten wir schließlich aber nur dem Führer und Reichskanzler. Ein begeistert aufgenommenes Sieg-Heil und das Horst-Weffel- Lied beschlossen die Feier. Ein gemütliches Beisammensein, das durch Chorvorträge der Gesangvereine verschönt wurde, schloß sich an. Zuletzt sammelten die SA.-Führer noch einen schönen Betrag, der der Winterhilfe für die Saar zugute kommt. er. Äirklar, 7. Jan. Die N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete am Samstagabend im Saalbau Düringer unter Mitwirkung des Gießener Stadttheaters einen Bunten Abend. Der geräumige Saal war schon lange vor Beginn dicht besetzt; auch aus den Nachbargemeinden waren viele Volksgenossen herbeigekommen. Nach einleitenden Worten folgte das wirklich bunte Programm. Einen Höhepunkt bedeutete es, als die gesamte Schuljugend mit Weck und Würstchen beschenkt wurde. Die Künstler des Stadttheaters verstanden es, diesen Abend für die Landbevölkerung zu einem wahren Erlebnis zu gestalten; es waren Stunden der wahren, echten Freude. Kreis Friedberg. + Butzbach, 7. Jan. Gestern abend fand im Saale des „Hessischen Hofes" eine Saarkundgebung statt, die • einen starken Besuch aufzuweisen hatte. Den musikalischen Teil des Abends hatte die SA.-Kapelle übernommen. Mit dem Einmarsch der Fahnen wurde die Veranstaltung eingeleitet.'Ortsgruppenleiter Schneider wies in kurzen Worten auf die Bedeutung des Abends hin. Im Anschluß daran erfolgte die Uebertragung der Saarkundgebung aus dem Sportpalast in Berlin. Der Vorsitzende des hiesigen Saarvereins, Prokurist Mayer, sprach anschließend über die Ereignisse, die das Saarland seit dem Inkrafttreten des Der- sailler Schanddiktates hat erdulden müssen. 81 saardeutsche Frauen und Männer werden aus Butz« bach zur Abstimmung fahren. Der Redner „schloß seine Ausführungen mit einem „Sieg Heil!" auf das Vaterland, das Saarland und den Führer Adolf Hitler. Das Saarlied erklang. Nach einer kurzen Pause brachte der Ortsgruppenleiter noch einige parteiamtliche Mitteilungen zur Kenntnis. EU (»'Ski Bet Ne°chswirtfchast5mirnster unö preußische Minister für Wirtschaft unö Heb eit über öar Saarjahrbuch Das Jahrbuch 1935 ist von erprobten Kämpfern des Saarlandes, von Arbeitern, Wirtschaftsführern, Journalisten und Künstlern geschaffen worden. Sein Erlös — es kostet 1 Mark und ist in jeder Buch- Handlung zu haben — fließt dem Winter- Hilfswerk der Saar zu, das in der Laupt- fache mit diesen Mitteln aufgebaut wird. Ich richte an jeden Beamten, Angestellten und Arbeiter den Appell, mitzuhelfen, daß dieses neue Jahrbuch jeden Volksgenossen an das Schicksalsjahr unserer Saar mahnt und ihn über ihre großen Aufgaben unter- i.V. Posse 0117 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt In tiefem Schmerz: Rosa Müller Liselotte Müller Magrit Müller. Gießen (Landgrafenstraße 6), den 8. Januar 1935. Mein herzensguter, treusorgender Gatte und lieber Vater, Bruder und Schwager Wilhelm Müller ist nach kurzem schweren Leiden im Alter von 62 Jahren in die Ewigkeit abgerufen worden. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist gestern unser langjähriger Prokurist Herr Wilhelm Müller J. Kann Söhne, Gießen, 8. Januar 1935. 01161 von uns gegangen. Er hat sich in 36jähriger Tätigkeit als zuverlässiger und wertvoller Mitarbeiter besonders bewährt. Seine selbstlose, hingebungsvolle Pflichterfüllung, sein bescheidenes Wesen und sein lauterer Charakter sichern ihm ein ehrendes Andenken. Uß.Reichsliähii Unser önOemrainlng beginnt wieder am 9. Jan. 1935 Montag,8 bis 10 Damen 0104 Mittwoch, 8 b. 10 Herr. • Leicbtathl. Freitag, 6 bis 7 SchüL-Leichtathl. Leitung: Svort- lehrer Fischer. »tWet Gießen. 9oD Weg.Erkrankung Mittw och,9.Jan. um 19.30 Uhr nicht „Alt Wien" sondern als 13.Vorstellung i. Mittwoch-Abon. Gewöhn!. Preise Christa, ich erwarte dich« Lustspiel von Möller u. Lorenz Nachruf. Wir beklagen schmerzlich das Ableben unseres hochgeschätzten Prokuristen Herrn Wilhelm Müller \yir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen Vorgesetzten der uns durch seinen lauteren Charakter und seine unermüdliche Schaffensfreude stets ein Vorbild war. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken voller Dankbarkeit bewahren. Angestellte und Arbeiter der Firma J. Kann Söhne Gießen, 8. Januar 1935. ____________0115 Vf V Blindschreihmethode in U deröBL.Öffentl.Handels- v lebranstalt, Liebig- straße 16 (Alte Klinik), 19 Uhr. HEUTE beginnt unser Maschinenschreib- Dentlche Stenografenicliatt ——Vertreter__ für Gießen und Umgebung bei gutenProv.gesucht. 9Zur eingef. Herr, erwünscht. Melita-Esslg- Fabrik, Bad Homburg v.d.H. mv E5EÜ3 GiMafa Schöne 0113 Mimm.-Wohnung Nähe Gießen, Bahnstation,bill. zu vermieten. Zu erfr.i. d. Ge- schäftsst. d.G. A. mit zwei Schaufenstern und an- schlietz.Wohnung in der Blockstraße per 1. April zu verm. Schrift!. Angeb. unt.0106 an o. Gieß. Anz. Eogertnum ca. 85 qm, hell, trock., m. Rampe,aucha.Werk- statt mit Kraft- anschl. i.Zentr. d. Stadt, ganz billig sofort zu vermiet. Schr. Ang.unt. 112D a. d. Gieß. An;. Mietgesuche 1-2-Zim. Wohn. mit Küche von ruhigen Leuten sofort zu mieten gesucht. Schr.Angeb.unt. 0105 a. d.G. A. lNW.3immer evtl. 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Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Junker in Gießen. Wiesecker Weg 16, Tel. 3383. 109d Ballhaus zum Lamm Morgen Mittwoch i oiOl MeMuppe Unserer heutigen Gesamtausgabe liegt ein Werbeprospekt der Biocitin-Fabrik G. m. b. H- Berlin SW 29, bei. mV Ur. 6 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhejfen) Dienstag, 8.Zanuar 1935 Stalins Strafgericht. Von unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, Januar 1935. Seit dem Mord an dem Parteisekretär Kirow sind fünf Wochen ins Land gegangen. „Das Schwert der proletarischen Diktatur", wie die auch nach ihrer Umbildung zum Jnnenkommissariat der Sowjetunion bewährte GPU. heute noch genannt wird, hat in dieser Zeit die Hinrichtung 10 3 wirklicher oder vermeintlicher Terroristen vorgenommen und über 2 0 0 0 Personen nach Sibirien verbannt. Noch im alten Jahr rasten Gerüchte durch das Land, eines bedrohlicher als das andere, und die Atmosphäre schien mit Spannungen geladen. In der Sowjetukraine stellte man Zersetzungserscheinungen fest, die Klassenfeinde aller Richtungen und Schattierungen erhielten immer von neuem den Totenschein ausgestellt, und bald war es die Sinowjew-Opposition, bald die Weißgardisten, bald ganz allgemein die „Partei-Unterwelt", die das Unheil verschuldet haben sollte, das Land in neue Unruhe und neue Nervosität gestürzt zu haben. Stalins Strafgerichte traten prompt zusammen und ihre Urteile wurden umgehend vollstreckt--noch heute aber, fünf Wochen nach dem Attentat, ist man im Unklaren darüber, welche Kräfte in Wahrheit hinter dem Attentäter gestanden und gewirkt und ob tatsächlich die Hingerichteten mit der Tat selbst etwas zu tun gehabt haben. Die Ereignisse der letzten Wochen haben dem Beobachter nicht nur im Ausland, sondern auch in Sowjetrußland selbst manche Rätsel aufgegeben. Der Tat folgte zunächst eine allgemeine Landestrauer, die sich räumlich bis auf die entlegend- sten Gebiete der Union erstreckte, die ganze Volksmassen erfaßte und die in ihrem zeitlichen Ablauf fo gut klappte, daß man die Organisation dahinter nur allzu leicht erkannte. Es war offensichtlich, daß c< der Sowjetregierung an diesen gewaltigen Kundgebungen aller Sowjetrepubliken, der gesamten Union und aller Volkskreise in diesem Lande aus bestimmten Gründen sehr gelegen war. In der sowjetrussischen Geschichte finden sich ähnliche Beispiele in den letzten Jahren, wo die für neue Propagandamöglichkeiten besonders feinfühlige zentrale Leitung von einer Stunde zur anderen Feldzüge einleitete, deren Auswirkungen nicht immer leicht übersehbar sind. Denn wie die Landestrauer um Kirow als Grundlage der kommenden Entscheidungen bis in die letzte Kleinigkeit hinein gut oor- biharf)t und organisiert war. so hat man seit seiner Beisetzung in der Kreml-Mauer eine Organisation des Rausches durchqeführt, von dem die Sowjetpresse, alle öffentlichen Redner, alle Maßnahmen der Regierung und das ganze Parteivolk befallen sind. Welche Wirkungen dieser Rausch in der Praxis hat, wohin seine Stoßkraft geht und ob er nicht zu neuen Ueberraschungen führt, bleibt heute wie am ersten Tage nach dem Attentat ein Rätsel. Alle verantwortlichen Stellen haben es aber durch ihre der Oeffentlichkeit gegebenen Parolen verstanden, die Unklarheit und Ungewißheit bewußt aufrechtzuerhalten, die Gerüchtebildung wissentlich zu fördern und das Finden der Wahrheit zu erschweren. Nach der Ermordung Kirows tauchte zunächst über die Motive des Täters die Lesart auf, daß er aus persönlichem Rachedurst seinen ehemaligen Vorgesetzten erschossen habe. Die Möglichkeit hierfür war deshalb nicht von der Hand zu weisen, — und ist es vielleicht heute noch nicht — weil der inzwischen Hingerichtete Nikolajew nach der offiziösen Darstellung ein unbotmäßiges Mitglied der Partei gewesen ist, ein Querulant, der den übergeordneten Behörden wiederholt lästig geworden war. Auf Kirows Initiative sollte er aus Leningrad entfernt und auf einen entlegenen Posten gesetzt werden. Es ist sehr wohl denkbar, daß er sich bei ihm dafür hat rächen wollen. — Noch war die Asche des Toten aber nicht beigesetzt, als eine neue Lesart ausgegeben wurde. Es waren jetzt „die Feinde der Arbeiterklasse und der proletarischen Revolu- t i o n", die hinter dem Attentäter gestanden und ihn finanziert haben sollen. Die Interpretation dieses summarischen Begriffes machte aber ebenfalls wiederholt Wandlungen durch. Man behauptete zunächst mit großem Ernst, daß a us l ä n d i s ch e terroristische Agenten nach der Sowjetunion gekommen waren, um den Mord zu verüben. In der Sowjetöffentlichkeit wurde damit der doppelte Eindruck erzielt, daß wieder einmal das Ausland hier seine Hand im Spiele habe und daß es sich bei diesen Terroristen um „W e i ß g a r d i st e n" handle, d. h. offenbar um solche ehemalige Emigranten, die die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Auslande nach Sowjetrußland erhalten haben und an denen e i n Exempel statuiert werden sollte. In der Tat ist auch unter den 103 Hingerichteten eine Anzahl dieser Leute, über deren Straftaten sich freilich alle offiziellen Erklärungen und Begründungen ausschweigen und denen also objektiv ein Zusammenhang mit dem wirklichen Täter bisher nicht nachgewiesen wurde. Erst wesentlich später wurde der Begriff der „Klassenfeinde" auf die Reste der ehemaligen Sinowjew-Opposition angewandt, wobei man auch hier wieder weiterging und den Einfluß dieser gewiß sehr einflußlosen Leute auf einen „Bodensatz in der Partei", auf eine „Partei-Unterwelt" ausdehnte. Die Ereignisse der letzten Woche, bekanntlich die Verhaftung Sinowjews und Kamenews, die Hinrichtung einer Anzahl von Leuten aus ihrem Zirkel, die Aushebung des ganzen „Leningrader Zentrums", find dann so zu verstehen, daß die offizielle Auslegung über Hintergründe und Hintermänner endgültig bei dieser Gruppe Halt gemacht hat. Damit ist, wenn man nach europäischen Rechtsbegriffen gehen will, freilich noch nicht bewiesen, daß die wirklich Schuldigen von dem neuen Strafgericht auch betroffen wurden. Der Rausch war zu weit verbreitet, die zahlreichen Versammlungen in den Fabriken und Kollektivdörfern haben zu gleichzeitig stattgefunden und die in ihnen gefaßten Entschließungen forderten allzu übereinstimmend und allzu eindringlich „das Höchstmaß an Strafe" gegen alle „Sowjetfeinde", als daß man dahinter nicht die einheitliche Regie vermuten müßte. Durch die Findigkeit der GPU. ist zwar in der Sowjetunion so manche Verschwörung aufgedeckt worden — noch keine bisher hat sich freilich gegen die Person des Diktators selbst gerichtet. Dvraus erklärt sich vielleicht die drakonische Strenge, mit der gegen alle Verdächtigen vorgegangen wird. Gleich sind gegenüber>Hmher nur die Methoden geblieben, alle Schuld auf die aus- und inländischen Gegner der Sowjetregierung abzuwälzen. Wenn man im Großen und Ganzen der letzten offiziellen Lesart zustimmen will, daß es diesmal im wesentlichen eine innerparteiliche Verschwörung ist, so bleiben manche Begleiterscheinungen ungeklärt. Die alarmierenden Grüchte, die in einem Teil der ausländischen Presse verbreitet wurden, müssen allerdings auf ihren Kern zurückgeführt werden. Es handelt sich keineswegs um einen generellen Anschlag auf das Sowjetsystem oder auch nur um eine innerparteiliche Revolte, der eine gewisse Aussicht auf Erfolg beschieden gewesen ist. Macht- poli tisch ist das Sowjetsystem heute vielleicht fester denn je untermauert und keine Sensationsmeldungen täuschen darüber hinweg, daß Rote Armee und GPU. zwei verläßliche und starke Machtfaktoren in der Hand des Diktators darstellen. Jedoch muß es den zentralen Stellen in Moskau daran gelegen haben, der Oeffentlichkeit einzureden, daß es einen Rest von Verschwörern gebe, die neuerdings zur aktiven Gegenwehr übergegangen sind und zum Mittel des individuellen Terrors gegriffen haben. Es ist nicht anzunehmen, daß den beiden ehemaligen Mitarbeitern Lenins, dem früheren Vorsitzenden der dritten Internationale, S i - n o w j e w, und dem früheren zweiten Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare, Kamenew, die Todesstrafe droht. Sie werden voraussichtlich lediglich zu einer Gesinnungskur für einige Jahre nach Sibirien geschickt werden. Dennoch werden die Ereignisse weittragende Bedeutung haben. Es ist bekannt, daß auch die GPU. s e l b st von der Untersuchung nicht verschont wurde und daß verschiedene ihrer Mitglieder amtsentsetzt worden sind. Die nächste Folge wird ein gründliche Säuberung der Partei- und Verwaltungsbehörden sein, denen auf diese Weise deutlich gemacht werden soll, daß sie in ihrem „revolutionären Eifer" nicht erlahmen dürfen. Ueber den wirklichen Umfang der Anhängerschaft der ehemaligen Sinowjew-Opposition ist noch keine Klarheit zu gewinnen. Nach der Aussage des Nachfolger des ermordeten Kirow, Schdanow, soll es sich nur um klägliche Reste in Leningrad handeln, die bereits zetzt gründlich beseitigt sind. Freilich steht dem entgegen, daß man in der Ukraine Zersetzungserscheinungen in der Partei und Blockbildungen der Opposition aufgedeckt hat, derer sich insbesondere die Universitätsjugend schuldig gemacht haben soll. Mehr noch beweist aber die propagandistische Ausnutzung des Falles Kirow, daß der Sowjetregierung der Mordfall mindestens nicht ganz ungelegen gekommen ist! Wo eine Arbeiterversammlung stattfindet, wird nach der Beteuerung der Treue zu Stalin am Schluß einer jeden Entschließung versprochen, die Produktionspläne nun erst recht durchzuführen, jede Kollektivwirtschaft legt das Gelöbnis ab, um so eifriger zu säen und zu ernten. Und ein anderes wird durch die Ereignisse der letzten Wochen ganz in den Hintergrund gedrängt, nämlich die st e i g e n d e Hungersnot in den südlichen Hauptgetreidegebieten und die im Gang befindliche Umstellung der Brotversorgung — zwei Fragen, die sonst des größten Interesses der ganzen Oeffentlich- feit gewiß wären. Um der Not der durch die Mißernte besonders hart betroffenen südlichen Gebiets zu steuern, hat die Regierung sich gezwungen gesehen, die Schulden der Kollektivwirtschaften in Höhe von 460 Millionen Rubel abzuschreiben und ihnen eine besondere G e- treidehilfe von insgesamt 70 Millionen Pud angedeihen zu lassen. Die Abschaffung der Brotkarte aber ist in ihren Auswirkungen noch völlig unübersehbar. Sie bringt eine solche Verteuerung der Lebenshaltung jedes einzelnen und damit eins solche Steigerung der Not mit sich, daß die Ablenkung der öffentlichen Mißstimmung auf ein anderes Objekt den Sowjets keineswegs unangenehm ist. Und hier hat denn auch diese neue Verschwörung schließlich ihre wirtschaftliche Kehrseite. SlMiihm Hartmann Lauterbacher bei der HZ. in Minz. Stabsführer Hartmann Lauterbacher trägt sich anläßlich der Führertagung des Gebietes 13 Del HI. in Mainz in das Goldene Buch der Stadt ein. Tumult in Transvaal. Oie ersten Goldfunde vor S0 Jahren. Von Or. Werner Hillbring. Vor einem halben Jahrhundert schwirrten die abenteuerlichsten Gerüchte um den Erdball: es war die klassische Zeit der Goldfunde. Da hatte irgendein einsamer, verwegener Pelzjäger in Alaska eine seltsame Entdeckung gemacht: er fand plötzlich beim Wäschewaschen einen nußgroßen Goldklumpen. Das G o l d f i e b e r schüttelte die Menschen. In Kanada, in Australien, in Transvaal, der südafrikanischen Republik, dem Lande der ewigen Unruhe, der fürchterlichsten Kämpfe: überall erwuchs wie ein riesenhaftes, dämonisches Phantom das Gespenst des Goldes. Es schlummerte zwischen dem Steingeröll der Flüsse im hohen Norden der Vereinigten Staaten, es schlief in der Erde Afrikas, man fand es in Kalifornien bem Ausheben der Erde, als man eine Getreidemühle baute. Der Boden schien plötzlich verzaubert. Eine gigantische Wells der rasenden Habgier brauste wie eine Sturzlawine über die Menschen. Die ersten Goldsucher hüteten argwöhnisch ihr Geheimnis. Sie lagen schlaflos in ihren einsamen, sturmumtosten Blockhütten, wühlten mit gierigen Händen im Flußschlamm, fraßen sich wie Maulwürfe in die Erde, waren nur von dem einen Gedanken besessen: Gold, Gold, Gold! Die Gerüchte von den ersten sensationellen Gold- funden sickerten durch. Einer erzählte es dem an« Das Bankguthaben der vierzig Mumien. Von Professor Or. E. Waldmann, Direktor der Kunstdalle Bremen Ums Jahr 1875 herum tauchten auf dem Kunstmarkte, besonders dem englischen, von Zeit zu Zeit immer einmal wieder ägyptische Kostbarkeiten auf, ganze Mumien oder Masken von Mumien, goldene Gefäße oder elfenbeinerne Zepter, Amulette aus Edelsteinen ober heilige Katzen aus Bronze neben Götterstatuen aus blauer Fayence. Und als dieser Funde immer mehr und mehr wurden, erregten sie Verdacht, denn Stück für Stück war echt, völlig echt und gut erhalten! Der Verdacht bezog sich auf die Herkunft, denn die wissenschaftlichen Expeditionen, die in Aegypten gruben, waren nicht nur ehrlich, das verstand sich damals schon von selbst, sondern sie waren auch sehr sorgsam. Einen Skarabäus konnte wohl einmal ein halbnackter Mache heimlich in den Mund stecken und an sich bringen, eine kleine Statuette ober eine winzige Bronzekatze notfalls auch. Aber gleich eine ganze Königsmaske! Sechs Jahre lang bauerte bas Rätselraten, bis man ber Herkunft auf bte Spur kam unb bie wahren Verkäufer, bie natürlich immer burch halbbunkle Mittelsmänner ober Mittelsfrauen ihre Schätze anbieten ließen, feststellte. Es war eine ganze hochangesehene Familie tn dem Dorfe Kurna, die Familie Abd-el-Rasul, deren Stammbaum sich bis ins dreizehnte, allerdings ms nachchristliche dreizehnte Jahrhundert zuruckverfol- gen ließ. Das Oberhaupt der Familie wurde, da die Verdachtsmomente sich in dieser Richtung immer mehr verdichteten, festgesetzt und verhört, und zwar verhört von dem Mudir in Kene, dem berüchtigten Da'ud Pascha, berüchtigt wegen seiner wenn auch nie ganz gesetzlichen aber fast immer sthr wirksamen Technik in der Vernehmung der Angeklag- ten. Vor dem Chef des Klans der Abd-el-Rasul aber versagte seine Technik. Der Chef leugnete, selbstverständlich, aber auch das ganze Dorf Kurna erhob sich, aller Familieneifersüchteleien ungeachtet, wie ein Mann und beeidete, daß in der grundehrlichen Gemeinde Kurna gerade die Familie 21bb=eb Rasul die noch viel ehrlicheren, ja die allerehrlich- ften Leute wären. So mußte er aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden. Jedoch des Paschas Niederlage erwies sich nur als ein scheinbares Versagen seiner immer bewahrten Technik. Es handelte sich keinesfalls, wie wir leicht glauben könnten, dabei um Tortur, sondern um Hypnose, einfache äwnole durch öw Augen, durch den Blick, von dem tatsächlich seelische Erschütterungen ausgingen von einer Art, die der Abendländer sich nicht vorstellen kann. Ein Arbeiter, der als alter Mann noch mit Lord Carnarvon und Howard Carter bei Tut-ench-amun tätig war, erzählte, daß er in seiner Jugend auch einmal mit dem Mudir Da'ud Pascha zu tun hatte. Damals sei er, der Arbeiter, von Beruf noch Dieb gewesen. Eines Tages ließ der Pascha ihn wegen eines an sich geringfügigen Eigentumsvergehen zu sich kommen. Er lag gerade in der Badewanne und hörte die Erklärungen des Beschuldigten in aller Ruhe an. Dann aber sah er ihn nur einen Augenblick lang über den Rand der Badewanne still an, „und als seine Augen durch mich hindurchdrangen, fühlte ich wie die Knochen in mir zu Wasser wurden. Es kam zwar nichts heraus, aber der Pascha sagte, ich wäre nach diesem ersten Male entlassen, sollte mich aber sehr hüten zum zweiten Male vor ihm erscheinen zu müssen. Und sah mich wieder an. Da jjabe ich meinen damaligen Beruf gewechselt." Aehnlich muß Da'ud Pascha bei der Vernehmung des Chefs der Familie Abd-el-Raful auch wohl geblickt haben. Und das Eigentümlichste an dieser Blickhypnose wahr wohl, daß sie in besonders verwickelten Fällen erst nachträglich, wie ein langsam schleichendes Gift wirkte. Vier Wochen später begab sich zwar nicht der Hypnotisierte selbst, sondern eins seiner Familienmitglieder, dieses Mal freiwillig, zum Pascha nach Kene um ein volles Geständnis abzulegen: Der Klan der Abd-el-Rasul, alte Familie, 13. Jahrhundert nach Christus, hätte seit Beginn seinen Reichtum aus alten Gräbern bezogen und wäre dieser Familienüberlieferung in strengster Bewahrung der mühsamen handwerklichen Kenntnisse unentwegt treu geblieben bis auf den heutigen Tag. Nur hätten sich die Verhältnisse geändert. In Pyramiden fände man längst nichts mehr und in den offiziellen Gräbern ja auch nicht, schon seit 3000 Jahren nicht mehr. So wäre man auf die Reserven angewiesen. Und diese Reserve wäre ein in der 20. Dynastie, etwa 1000 vor Christus, angelegtes Depot, ein in den Felsen von Der- el-Bahri' eingebauter steinerner großer Safe, in dem die Vorfahren drei reichliche Dutzende von Pharaonen-Mumien in Sicherheit gebracht hätten, damals, vor wie gesagt 3000 Jahren, um mit dem ewigen Neubestatten der Tutmosisse und Ramsesse einmal ein Ende zu machen. Diesen Safe sähe feine Familie als Eigentum an, nach Gewohnheitsrecht. Immer wenn sie Geld brauchten, nähmen sie aus dem Felsensafe, bei gegenseitiger eidlicher Verschwiegenheit. Im Jahre 1875 hätten sie dies Versteck gefunden, nachdem sie sich vorher kümmerlich von den immer seltener werdenden Einzelfunden ernährt hätten. Mit diejem Bankguthaben von vierzig toten Pharaonen hätte die Familie bis in alle Ewigkeit sorgenlos leben können — wenn, ja wenn vor vier Wochen er, der Pascha, seinen Verwandten eben anders und nicht „so" angesehen hätte. • Der Pascha telegraphierte sofort nach Kairo. B r u g s ch Pascha, der Deutsche vom Museum, kam zur Untersuchung nach Luxor: Alles stimmte, und am 5. Juli enthüllte sich ihm das langbewahrte Geheimnis: In einem schlecht zusammengehauenen Grabe lagen reihenweise die mächtigsten Herrscher des alten Orients, die je zu Gesicht zu bekommen die Aegyptologen in ihren kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt hatten. An der Stelle, wo in der 20. Dynastie die Priester sie heimlich nachts versteckt hatten, lagen sie noch. Auf ihren Särgen und Mumien las Brugsch, in sauberen Aufschriften auf- gezeichnet, die Berichte über ihre Fahrten von einem Versteck zum anderen. Einigen war es gelungen, ihre Särge zu wechseln, andre waren neu eingekleidet worden. Die Pharaonen, in zweitägiger Arbeit, etwas schnell, aus dem Depot geschafft, wurden auf der Museumsbarke in Luxor auf dem Nil eingeschifft und am 19. Juli landeten sie in Kairo. Als die Barke den Nil herunterfuhr, dies erzählte Brugsch selber in seinen Lebenerinnerungen, eilten aus allen Nildörfern die Männer ans Ufer und feuerten ihre Flinten ab, wie es bei einem modernen Begräbnis dort heutzutage üblich ist, und die Frauen folgten der Barke am Ufer, zerrauften sich die Haare und stießen jene schrillen zitternden^ Schreie der Totenklage aus, wie bezahlte Klageweiber — so wie vor Jahrtausenden die Weiber brüllten, wenn wirklich einer der Götterkönige von von Ober- und Unterägypten die Fahrt über den Totenstrom antrat. Oer alte Fritz in der Wasserkunst. Friedrich der Große hat Schlesien nicht nur erobert, sondern ihm auch seine besondere landesväterliche Gunst geschenkt. Das merkt man recht, wenn man den Spuren des Großen Königs in Schlesien folgt, wie es Edmund Glaefer im Januarheft von Ve 1 hagen & Klafings M o- n a t s t) e f t e n tut. Unter den Bildern, die den liebenswürdig geschriebenen Beitrag schmücken, befindet sich auch die Badewanne, die der König in Landeck benutzt hat. Wie ihm dabei zumute war, schildert er seinem Vorleser Henri de Catt, in einem von Selbstironie funkelnden Brief „Ich schreibe Ihnen aus dem Wasser, mein Lieber, denn darin lebe ich mehr als auf dem Trockenen. Ich fange an, ein Fisch ober eine Ente zu werden, und weih selbst noch nicht recht, welches von beiden. Nur ein Lwid wäre imstande, meine Verwandlung zu beschreiben. Wie dumm sind unsere guten Ber- liner, sie behaupten, wie mir geschrieben wird, ich sei geschwollen; was werden sie erst sagen, wenn sie mich mit Schuppen ausgestattet und mit Flossen geschmückt sehen werden. Sie nehmen mich gewiß für einen Staatsfisch. Nun, das schadet nichts, es geht mir besser, meine Beine werden allmählich wieder beweglich, und Gerüchte schaden keinem Menschen etwas. Es bleiben mir noch acht Stun- den übrig, die ich im Bade zubringen muß, ich denke damit in zwei Tagen fertig zu fein." Di- Badewanne, die der König benutzte, wird in Landeck noch heute bewahrt. Es war Sitte, daß jeder Badegast feine eigene hölzerne Badewanne hatte und daß diese, mit feinem Namen versehen, für späteren Gebrauch aufgehoben wurde. Der König mußtS wie alle Badegäste ain mehrstündiges Bad nehmen, vier Stunden am Tage war der Durchschnitt; er erledigte, wie heute noch überliefert wird, feine Unterschriften auf einem über die Wanne gelegtes Brett. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Eduard Z i n t l, ordentlicher Professor der Chemie und Vorstand des Instituts für anorganische und physikalische Chemie an der Technischen Hochschule D a r m ft a b t, hat einen Ruf an bie Technische Hochschule Stuttgart erhalten. Es ist jeboch gelungen, ben Gelehrten ber Technischen Hochschule Darmftabt zu erhalten. Dr. Wilhelm Berger, Privatbozent für Hals-, Nasen- unb Ohrenheilkunbe an ber Universität Münster, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Königsberg ernannt worben. Der Rostocker Privatbozent Dr. Wilhelm T r o i tz s ch ift auf ben orbentlichen Lehrstuhl für Staat-, Verwaltungs-, Kirchen- unb Völkerrecht irr Rostock berufen worben; ber Lehrstuhl war bisher burch ben nach Würzburg berufenen Professor Dr. Ernst W o l g a ft besetzt. Der Direktor ber Staatlichen lanbwirtschaftlichen Versuchsanstalt D r e s b e n, Professor Dr. H. Neubau e r , ist in ben Ruhestanb getreten. Von 1905 bis 1923 leitete er bie Agrikulturchemische Versuchsstation Bonn unb würbe 1912 Professor an betf Lanbwirtschaftlichen Hochschule Bonn - Poppelsborf. Seit 1924 wirkte Neubauer in Dresben. Zahlreich finb bie Veröffentlichungen, bie er auf analythifcheiN Gebiete sowie auf bem Gebiete ber Pflanzen- und Tierernährung verfaßt hat; bis vor kurzem war Professor Neubauer auch Vorsitzenber bes VerbanbeS ber lanbwirtschaftlichen Unterfuchungs- unb Fov« schungsanstalten. Lern unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit, der Sohn erzählte es dem Vater, der Freund seinem Freunde, mit Windeseile flog die Aufsehen erregende Kunde von den verschneiten Wäldern Kanadas bis tief in den glühenden Süden Afrikas. Der atemlose Wettlauf nach dem Golde begann. Wie eine unaufhaltsame Lawine ergoß sich der Strom der fanatischen, zum Aeußersten entschlossenen Gold'ucher über das Land. Einzeln oder in Gruppen zogen sie mit ihren Habseligkeiten aus, faßen wochenlang auf rumpelnden Karren, erduldeten die größten Strapazen, Hunger und Durst, Kälte und Hitze, wanderten in Karawanen durch endlose Steppen, überquerten mit letzter Kraft reißende Flüsse und Bergkämme, von dem einen phantastischen Gedanken vörwärtsgetrieben: mit eigenen Händen den Schatz zu heben, das sagenhafte Metall zu greifen, das ihnen das Paradies auf Erden verhieß ... Transvaal, das Land der ewigen Unruhe, Schauplatz der Burenkriege, wurde vor fünfzig Jahren von einem beispiellosen Goldtaumel erfaßt, der die innenpolitische und wirtschaftliche Situation der Republik mit einem Schlage änderte. Die Entdeckung der Goldfelder schuf eine völlig neue, überraschende Lage. Im kritischsten Augenblick, da die Finanzen immer knapper wurden, und die Verarmung von einem Tage zum andern zunahm, drang die Kunde von den Goldfunden wie eine aufrüttelnde Fanfare durch das Land. Tausende von Ausländern, Kaufleute, Globetrotter, Abenteurernaturen und Desperados packten in fieberhafter Eile die Koffer, setzten sich auf die Bahn, lösten ein Ticket, überfluteten das Land und erfüllten es mit dem ohrenbetäubenden Geschrei ihrer ge- schuftigen,- unermüdlichen Habgier. Ein Goldfeld nach dem andern wurde entdeckt: das Moodie-Goldfeld, die Sheba-Mine im de Kaap- Distrikt, das Witwatersrand - Goldfeld südlich von Pretoria. Tag und Nacht wurde gearbeitet, mit einem Schlage erfuhren alle Wirtschaftszweige eine ungeahnte Belebung, ganze Städte wuchsen in wenigen Wochen wie durch Zauberhand aus dem Boden, ein babylonisches Sprachengewirr erfüllte die Luft mit schwirrenden Lauten, und eine Armee von Polizisten hatte vergebliche Mühe, die entfesselte Menge im Zaum zu halten. /«fTx t i * Neue unverzinsliche Reichsschatz - anweisungen. Infolge der anhaltenden Flüs- igkeit des Geldmarktes besteht anhaltende Nachfrage ür die sog. unverzinslichen Reichsschatzanweisungen, o daß nunmehr die Auflegung neuer Abschnitte per 15. Juni 1936 erforderlich wurde. Der Diskontsatz beträgt für diese Serie 4% v. H. Daneben besteht die weitere Zeichnungsmöglichkeit auf die schon vorher aufgelegte Serie per 16. Dezember 1935 zu 3-< v.H. * Betriebswiederaufnahme im Dillenburger Bezirk. Nach zweijährigem Stillliegen wurde das Puddlings- und Walzwerk der Firma August Herwig Sohne in Dillenburg wieder in Gang gesetzt. Zunächst werden 23 Mann mit den vorbereitenden Arbeiten zur Wiederaufnahme der Produktion beschäftigt. Mitte Januar hofft man mit der Herstellung der ersten Fertigwaren beginnen zu können. Es liegen genügend Aufträge bereits vor, vor allem Auslyndaufträge. Die Belegschaft wird naturgemäß mit Beginn der eigentlichen Herstellung erhöht werden können. Rhsin-Mamische Mittagsbörse. INittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 7. Jan. Auch zum Wochenbeginn setzte sich die lebhafte Aufwärtsbewegung an der Börse fort. Von der Kundschaft waren in etwas größerem Umfange als bisher Kauforders eingetroffen, die sich etwa gleichmäßig auf den Aktien- und den Rentenmarkt verteilten. Dazu kamen wieder Meinungskäufe der Kulisse, denen nur geringfügige Abgaben gegenüberstanden. Das Rentengeschäft hat sich etwas vermindert, während die Aktienmärkte' allgemein lebhaft waren. Besonders Montan-, Elektro- und Chemieaktien traten hervor. IG. Farben zogen bei lebhaftem Umsatz um 1 v. H. auf 136,75 bis 137,25 v. H. an. Deutsche Erdöl gewannen 2,13 v. H, Th. Goldschmidt 1,25 v. H. und Rütgerswerke 0,75 v. H. Scheideanstalt lagen mit 197 v. H. unverändert. Am Montanmarkt erhöhten sich Gelsenkirchen, Mansfeld und Rheinstahl um je 2 v. H, Mannesmann stellten sich um 1,25 v. H., Klöckner um 0,90 v. H., Stahlverein und Laurahütte um je 0,65 v. H. fester. Von Elektrizitätswerten fetzten sich AEG. 1 v. H, Gesfürel 1 v. H., Lahmeyer 1,50 v. H, Licht und Kraft 1,25 v. H. und Schuckert 0,50 v. H. höher ein, Siemens eröffneten mit 139,65 v. H. unverändert, stiegen aber nach dem ersten Kurs auf etwa 141 v. H. Bekula blieben mit 135,65 bis 135,75 voll behauptet. Fest Die Städte Sodom und Gomorrha schienen zu neuem Leben erwacht zu sein. Es gab Leute, arme, verzweifelte Teufel, die über Nacht in den Besitz phantastischer Reichtümer gelangten und ihr plötzlich erworbenes Vermögen in einem sinnlosen Ver- ^nügungsrausch bis auf den letzten Pfennig verpraßten. Manche investierten ihre letzten Ersparnisse, wurden über Nach zu Bettlern und machten ihrem, Leben durch eine Kugel ein Ende, andere wieder verteidigten, bis an die Zähne bewaffnet, den Flecken Erde, Den sie sich mühsam erobert hatten, mit der Pistole in der Hand, und wehe dem, der es wagte, ihnen in die Quere zu kommen. Tumult in Transvaal. Maurer und Zimmerleute, Architekten und Ingenieure hatten ihre große Zeit. Im de Kaap-Distrikt erstand mit erstaunlicher Schnelligkeit die neue Stadt Barberton, am Witwatersrand wuchsen die Häuserfronten von Johannisburg empor. Immer mehr entwickelte sich die Minenindustrie, unaufhörlich flössen die Gelder in die Staatskasse, allerorten blühte ein neuer, strahlender Reichtum. * Das Jahr 1884 war ein Markstein in der wirtschaftlichen Entwicklung Transvaals: Gold hatte man schon in früherer Zeit gefunden, bereits im Jahre 1857. 1865 entdeckte Mauch das Goldfeld von Tati und später noch andere im Matabele- Hochland. Der Betrieb in den Kimberley-Minen erwies sich jedoch als unrentabel, die Goldsucher zerstreuten sich und lauerten allerorten auf eine günstigere Gelegenheit. Man fand auch eine ganze Reihe von Goldfeldern, 1873 die von Lydenburg, Pilgrimsrest und Klein-Letaba, 1875 das von Komati, 1884 das von de Kaap. Aber alle diese Ortschaften hatten nur die Bedeutung von Lokalmärkten. Erst dem Prospektor Strub en glückte im Jahre 1884 der große Wurf: er fand südlich des Witwatersrandes goldhaltige Konglomerate, und 1885, vor genau fünfzig Jahren, wurde, wie bereits erwähnt, das erste Pochwerk errichtet. Tumult in Transvaal. Dämon Gold lockte Tausende und aber Tausende. Der rasende Wettlauf nach dem Glück, das sich oft als trügerische Fata Morgana erwies, erlebte vor fünfzig Jahren seinen Höhepunkt: ein Jubiläum, das an Zeiten erinnert, die gleichermaßen von Glanz wie von Grauen erfüllt waren. lagen außerdem Reichsbankanteile (plus 1 v. H.), Holzmann (plus 1,25 v. H.), Hanfwerke Füssen (plus 1,25 v. H.) und Kunstseide AKU. (plus 1,40 v. H.), daneben gewannen Daimler-Motoren, Moenus - Maschinen und Zement Heidelberg je 0,50 v. H. Zellstoffaktien lagen ruhig und unverändert, Schiffahrtswerte notierten 0,25 v. H. freundlicher. Etwas niedriger lagen Conti-Gummi mit minus 0,50 v. H. Am Rentenmarkt standen Kommunal-Umschuldung mit plus 0,35 v. H. und Reichsbahn-VA. mit plus 0,50 v. H. (115,65) im Vordergrund des Interesses. Altbesitzanleihe, Stahlverein - Bonds und Zinsvergütungsscheine blieben gut behauptet, während späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. nachgaben. Fest waren weiterhin Städte-Altbesitz mit 102 (101) d. H. Don fremden Werten eröffneten Anatolier mit 33,40 (31,75), ferner zogen Ungarn nach plus-An- kündigung um 0,75 v. H. an Im Freiverkehr waren Adlerwerke Kleyer fest und 40 (38) v. H. Bei fester Grundstimmung war die Kursentwicklung in der zweiten Börsenstunde etwas uneinheitlich.' Die Veränderungen hielten sich im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Ziemlich fest lagen Metallgesellschaft mit 87 bis 86,50 (85), ferner Rheinische Braunkohlen mit 214 (210), Hanfwerke Füssen bis 61 (60,25), Zement Heidelberg bis 107,40 (107), Daimler bis 50 (49,50). Am Kasia- markt blieben Durlacher Hofsstark gesucht, Taxe etwa 75, auch 10 v. H. Großkraft Mannheim-VA. waren weiterhin gefragt. Am Rentenmarkt wurde das Geschäft im Verlaufe ruhig, die Kurse konnten sich aber zumeist gut behaupten. Weiter lebhaft mit mehrfachen Schwankungen waren Reichsbahn-VA. Am Pfandbriefmarkt kam etwas Angebot heraus, so daß die Kurse vielfach um 0,25 v. H. nachgaben. Auch Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, während Staatsanleihen sehr ruhig lagen. Von Auslandsrenten zeigte sich Interesse noch für Mexikaner und Serben. Im Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke auf 41 (40) und die konvertierten Stücke auf 82 (80). — Tagesgeld war zu 3 v. H. leicht Abendbörse: Aktien gut behauptet, Renten abbröckelnd. Bei fester Grundhaltung nahm die Abendbörse einen stillen Verlauf. Die Aktienmärkte konnten sich auf der erhöhten Basis des Mittagsfchlußverkehrs gut behaupten, teilweise ergaben sich weitere Befestigungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Etwas lebhafter lagen IG.-Farben. Am Rentenmarkt machte sich dagegen weitere Realisationsneigung bemerkbar, wobei Kommunalumschuldung und Zinsvergütungsscheine bis 0,25 v.H. verloren, ferner gingen Stahlverbonds und Altbefitz- anleihe um je 0,40 v. H. sowie einzelne Pfandbriefe bis 0,25 v. H. zurück. Die Umsatztätigkeit am Rentenmarkt hat sich weiter etwas verringert. Don fremden Werten blieben Mexikaner fest, auch Schweizer Bahnanleihen zogen weiter an. Am Kassamarkt blieben einige Mannheimer Werte gesucht, so Durlacher Hof (Taxe 75), 10 v. H. Großkraft Mannheim DA. (138), Ludwigshafener Aktienbrauerei (95), ©inner Grünwinkel (90), sowie Si- nalko mit zirka 54 (letzter Kurs 50). Bankaktien lagen gut behauptet. Im Freiverkehr galten Adlerwerke Kleyer 40,50 bis 41. 11. a. notierten: Altbesitz 106, 6proz. Stahlverein 93,65, 5,5proz. Pounganleihe 99,20, 6proz. Nass. Landesbank Wiesbaden, R. 8—10, 97,75, 6proz. Frankfurter Hypothekenbank, R. 8—15, 96, 6proz. do. Gold-Kommunal 94,50, 5proz. innere Mexikaner 5,25 bis 5,40, 5proz. abgeft. Tehuantepec 7,40, ADCA. 61, Bayr. Hyp. Bank 83,50, Commerzbank 74, Reichsbank 151,25, Gelsenkirchen 64,25, Harpener 101, Phönix 51,25, Rheinstahl 92,13, Stahlverein 42,75, Aku 50,50, AEG. 28,65, Bekula 136, Chem. Albert 83.75, Conti Gummi 141,50, Deutsche Erdöl 103, Scheideanstalt 197, Licht & Kraft 115,25, JG- Farben 137,50 bis 137,40, Gesfürel 110, Haufwerke Füssen 61,75, Holzmann 81, Junghans 74, Lahmeyer 115,50, Metallgesellschaft 86,75, Odenwald Hartstein-Jndustrie 91, Pfälz. Mühlenwerke 112, Rheag 104,75, Rheinmühlenwerke 68, Schuckert 96, Pfalz. Preßhefe 109, Voigt & Häffner 9,20, AG. für Verkehr 82,50, Bad. AG. f. Rheinschiffahrt 51, Hapag 24,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Jan. Am Getreidegroßmarkt blieb der Handel klein. Weizen und Roggen waren für die nur kleine Nachfrage ausreichend an- geboten. Futtermittel aller Art waren dagegen stark gesucht, während das Angebot noch keine Steigerung aufwies. Der Verkauf von Hafer und Futter- gerfte wird weiterhin von der Gegenlieferung von ölhaltigen Futtermitteln und Mühlenabfällen abhängig gemacht. Infolge der Knappheit in diesen Artikeln kam es kaum zu Umsätzen. Von Rauhfuttermitteln war Stroh fest, Heu liegt etwas ruhiger. Das Mehlgeschäft blieb schleppend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W IX 205, WXIII 209, WXVI 213, Roggen RIX 165, R XIII 169, R XV 173, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 167, G XI 170, G XII 172, Hafer H XIII 165, H XIV 167, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mk. mehr. Sommergerste für Vrauzwecke 200, Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15, plus 0,50 Mk. Frachtausgleich-, Roggenmehl R XIII 23 60, R XV 24, plus 0,50 Mark Frachtausgleich Weizennachmehl 16,50, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie W XIII 10,66, W XVI 10,87, Rogenkleie R XIII 9,90, R XV 10,14, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen - Nassau fallen. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber nicht notiert, Trockenschnitzel 9,50 bis 9,90, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 5 bis 5,40. Kartoffeln: gelbfleischige, hiesiger Gegend, 2,80 bis 2,90 per 50 Kilo bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Jan. Auftrieb: Rinder 1128 (gegen 889 am Hauptmarkt vom 2. Januar 1935), darunter 362 Ochsen, 81 Bullen, 372 Kühe und 313 Färsen. Kälber 734 (623), Schafe 139 (70), Schweine 3470 (2678). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 37 bis 39, b) 32 bis 36, c) 27 bis 31, d) 23 bis 26. Bullen a) 35 bis 36, b) 31 bis 34, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Kühe a) 32 bis 35, b) 27 bis 31, c) 20 bis 26, d) 12 bis 19. Färsen a) 38 bis 39, b) 33 bis 37, c) 28 bis 32, d) 23 bis 27. Kälber a) 44 bis 50, b) 36 bis 43, c) 30 bis 35, d) 20 bis 29. Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthäm- mel 36 bis 37, c) mittlere Mastlämmer 33 bis 35. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 53, a2) 50 bis 53, b) 48 bis 53, c) 47 bis 53, d) 45 bis 51, gl) 45 bis 49, g2) 38 bis 44. Gegen den letzten Markt blieben die Preise für Rinder, Hämmel und Schweine ziemlich unverändert, Kälber gaben 2 bis 3 RM. nach. Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, ausverkauft. Kälber ruhig, Hämmel und Schafe rege, ausverkauft. Schweine ruhig, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren: Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1323 Viertel Rindfleisch, 133 ganze Kälber, 26 ganze Hämmel, 441 Schweinehälften, 7 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilogramm in NM. Ochsenfleisch b) 60 bis 64, c) 54 bis 58. Bullenfleisch b) 56 bis 60. Kuhfleisch b) 42 bis 47, c) 28 bis 38. Färsenfleisch b) 60 bis 64, c) 54 bis 58. Kalbfleisch b) 60 bis 72, c) 56 bis 62. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 65 bis 72. Roher Speck unter 7 Zentimeter aus hiesiger Schlachtung 70 bis 75, Flomen 85 bis 90. Marktverlauf: rege. Preußen. 102 Jahre alt. LPD. Biedenkopf, 7. Jan. Am Mittwoch, 9. Januar, vollendet Frau P l i 11 in Biedenkopf ihr 10 2. Lebensjahr. Sie dürfte mit diesem hohen Lebensalter, das sie in seltener körperlicher und geistiger Frische erlebt, eine der ältesten Personen, vielleicht sogar die älteste Deutschlands fein* Frau Pli11 lebte früher viele Jahre in Amerika, doch die Sehnsucht nach der heimatlichen Scholle führte sie später wieder nach Deutschland zurück. An den Geschehnissen unserer Tage nimmt sie noch regen Anteil. Kreis Biedenkopf. Gladenbach, 7. Jan. In der Zeit vom 3. bis 5. Januar 1935 fand in der bäuerlichen Werkfchule in Gladenbach ein Maschinenpflegekursus statt, der gut besucht war. Ein Mitarbeiter der Maschinenabteilung von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau zeigte an Hand von Lichtbildern die Hauptpflegemaßnahmen von Maschinen der Landwirtschaft, insbesondere bei Pflügen, Eggen, Schleifen usw. Es wurde darauf hingewiesen, daß es heute mehr denn je nötig sei, gleich nachdem die Geräte aus der Arbeit kommen, sie sachgemäß zu reinigen. Sodann zeigte der Redner noch an Hand von Lichtbildern die Wirkungsweise der Maschinen und ihre richtige Einstellung. Anschließend wurden jeweils in einem bäuerlichen Betrieb an Hand von gebrauchten Maschinen im praktischen Unterricht das Auseinandernehmen, Reinigen sowie das Abstellen kleinerer Fehler geübt. Der zweite Tag brachte die Behandlung und Pflegemaßnahmen weiterer landwirtschaftlicher Maschinen. — Die Jagdpächter und Forstämter des Kreises Biedenkopf lieferten für das WHW. 1 Stück Rotwild, 60 Rehe, 110 Hafen sowie 100 Mark in bar ab. Der Aufruf des Reichsjägermeisters war im Kreise Biedenkopf von vollem Erfolg begleitet. — Im Bezirk des Anerbengerichts Biedenkopf sind dis jetzt 137 Erbhöfe in die Erbhöferolle eingetragen worden. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 9. Januar: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dcm Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Junge saarländische Komponisten. 16: Nachmittagskonzert des Großen Orchesters. 18: Deutscher Film 1935. Darstellungen, Gespräche, Funkberichte. 18.50: Das Leben spricht! 19: Lustiger südwestdeutscher Ton-Kurier. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar — den Weg frei zur Verständigung. 20.50: Stunde der jungen Nation. Führer und Gefolgschaft. 21.15: Lachender Funk. 22.10: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutackiten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) K. A. in L. Ein Metzger und Gastwirt muß einer Metzgerinnung angehören und dem Reichsoerband für das Gastwirtsgewerbe, da eine Gastwirtsinnung nicht mehr besteht. W. E. in Sch. Nach gesetzlicher Vorschrift muß einem Arbeitnehmer, wenn er durch Krankheit eine nicht erheblich lange Zeit von der Arbeit fernbleiben mußte und er auf Monatslohn beschäftigt war, der Gesamtlohn abzüglich eventuell erhaltenen Krankengeldes gezahlt werden. Bei Arbeitern mit längerer Dienstzeit an demselben Platze wird ein Arbeitsausfall bis zu 14 Tagen noch als nicht erheblich lange angesehen. Nur bei Angestellten mit längerer Dienstzeit an demselben Platze ist diese Zeit auf 6 Wochen angesetzt worden. Daten für Mittwoch, 9. Januar. 1853: der Admiral Henning von Holtzendorff, Chef des Admiralstabes in Berlin, geboren (gestorben 1919); — 1873: Napoleon III. in Chislehurst gestorben (geboren 1808); — 1908: der Maler und Dichter Wilhelm Busch in Mechtshausen am Harz gestorben (geboren 1832); — 1909: Shakletons Südpolarexpedition erreicht 88 Grad 23' südliche Breite. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — ReichsdankDiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. yrancui. a. Di. Ziel Hl Schlußkurs Schloßt. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 5.1. 7-1. 5-1. 7-1- 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 97,75 98 97,25 93,13 6% ehem.7°/<» Dl.Reichsanl.v. 1929 — — —— 6y2% Doung-Anleihe von 1930 .. 98,75 98,9 98,25 99,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 105,65 106 105 75 106 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... —— — —— 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,5 98,25 98,5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 12.................. 96 96,5 96 96,5 6'/»% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltqui......... —— 96,25 95,5 —— Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. — — 108 — Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 105,4 106,65 105,65 107 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 — 96,25 96 96,75 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bant Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 — 96,25 96 654% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Psandbrtefe....... _ 96,4 96,5 5J4% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Ltc>u.-Goldpfe..... 97 97 97 96,75 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 _ _ 97,5 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 104,4 104,5 104,4 104,5 4% Oesterreichtsche Goldrente.... _ _ 24,5 _ 4,20% Oesterreichtsche Silberrente — 1,05 1,05 — 4% Ungarische Goldrente....... 6,75 7,5 6,5 7,7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6-4 7,75 7,65 4‘/2% desgl, von 1913.......... 6% abgest. Goldmerikaner von 99 6,4 11.4 7,2 6,5 7,5 11,9 11,5 12,1 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 7,6 7,9 7,9 —- cvrantiur u. DL Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mittag« börse Datum 5-1. 7-1. 5-1. 7-1. 4% vesgt. Serie 11 ........... 7,75 7,9 7,9 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,5 4,25 4,25 4,3 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,4 6,5 6,5 6,4 4% Rumänische vereinh. Rente 4 4 4 4 2^% Anatolier ............. 31,75 33,4 31,75 33,5 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 24 24,75 24,25 24,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 23,13 23 — — Hansa-Dampfschifs........... 0 — —— —— — Norddeutscher Lloyd ......... 0 29 —— 29,13 29,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 81,5 82,5 81,25 82,25 Berliner Handelsgesellschaft ... d 95,5 96,5 96 96 Commerz, und Privat-Bank ... 0 74,25 74 74,5 74 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 77,5 77,75 77,5 77,75 Dresdner Bank.............. 0 78-5 78,75 78,5 78,75 Reichsbank ................ 12 150,75 151,25 150,5 151,25 A.E.G...................... 0 28,5 28,65 27,75 28,65 Bekula..................... 0 135,4 136 135,75 136,13 Elektr. Lteferungsgefellfchaft... 6 103,25 103,75 103,5 103,5 Licht und Kraft ............. 6 114 115,25 114,25 115 Felten & Guilleaume......... 0 79,65 81 79 80,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 110,5 110 110 109,75 Rheinische Elektrizität ........ 5 104,5 104,75 104 105 Schuckert LCo............... 5 95,5 96 95.5 96 Siemens & Halske............ 7 139 139,65 139,5 140 Lahmeyer LCo............. 10 114,5 115,5 114 115,5 Buderus ................... 0 88 88,25 87,5 88,25 Deutsche Erdöl .............. 4 102 103 100,5 102,5 Gelsenkirchener.............. 0 63,75 64,75 63 64,75 Harpener................... 0 100,75 । 101 101 101 Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu .. 0 82,25 — 83,9 Ilse Bergbau ............... 6 149 — — 149 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 118,13 117 118,25 117,9 Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhre« ...... 0 79 79,25 79,13 79,4 0 76,9 76,75 76,5 76,65 Franliun a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 5.1. 7-1. 5-1- 7-1. Mansselder Bergbau .. .......0 84,75 — 83,75 86 Koksmerke ........... .......0 97 —— — 97,65 Phönix Bergbau...... .......0 50,75 51,25 50,5 51,13 Rheinische Braunkohlen .....10 212 214 210 214 Rheinstahl ........... .......0 91 92,13 90,25 92 Bereinigte Stahlwerke. .......0 42,25 42.75 42 42,65 Otavi Minen ........ .......0 12,5 — 12,25 12,65 Kaliwerke Aschersleben. .......5 108 110 — 110 Kaliwerke Westeregeln . .......6 110,5 114 — 113,5 Kaliwerke Salzdetfurth .....7y2 145 148 — 148.5 I. G. Farben-Jndustrie -7 136,13 137,4 136,25 136,9 Scheideanstall........ .......9 _ 197 197 — Goidschmidt ......... .......0 90,75 91 90 90,75 Rütgerswerke........ .......O 97-75 98,4 97,75 98 Metallgeiellschaft...... .......O 84,75 86,75 85 87 PbÄpp Holzmann .... .......O 80,25 81 1 80 81 Zementwerk Heidelberg ...... 0 - 108 106,5 Zementwerk Karlstadt.. .......0 - 122 1 124 Schultheis Payenhoser .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Lrenstein & Koppel..........0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................10 Accumulatoren-Fabrik........o Conti-Gummi...............0 Grttzner.................. 01 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ......... 8| 102,5 — — 103,25 49,65 50,5 49,13 50,65 115 115 — 115 49,5 49,75 43,75 49,75 68,5 69,25 69 69 123,75 — — 125 48,9 50 49 49,5 64,5 66 64,75 66,5 88,5 — —— 89,75 33,9 33,9 33,75 34 180 180,5 179,5 181,5 150 150 — 150 139,5 141,5 141 142 — 28 28,75 28,13 169 i 164,25 165 16 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 5.Januar 7.Januar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Aire. Brüssel----- Rio de Jan. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heliingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Javan ...... Jugoslawien Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 0,628 58,26 0,194 3,047 54,52 81,24 12,21 5,39 16.42 168,36 21,30 0,710 5,649 61,36 48,95 11,08 62,96 80,72 34,07 10,39 2,483 0,632 58,38 0,196 3,053 54,63 81,40 12,24 5,40 16,46 168,70 21,34 0.712 5,661 61,48 49,05 11,10 63,08 80,88 34,13 10,41 8,487 Sanknoten. 0.628 58,24 0,194 3,047 54,32 81,24 12,165 5,37 16,42 168,33 21,30 0,707 5,649 61,14 ‘48,95 11,04 62,74 80,72 34,02 10-39 2,478 0,632 58,36 0,196 3,053 54,42 81,40 12,195 5,38 16.46 168,67 21,34 0,709 5,661 61,26 49,05 11,06 62,86 80,88 34,08 10,41 2,482 Berlin,7-Zanuar Geld Brief Amerikaniiche ’Jioien.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Nota» 2,43 58,03 54,11 12,13 16,38 167,91 21,11 60,98 62,52 80,44 33,78 2,45 58,27 54,33 12,17 16,44 168,59 21,19 61^22 62,78 80,76 33,92 Nr. 6 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 8. Januar 1935 Die Arbeiisbeschaffungsmaßnahmen m Hessen. । (Sin Rückblick und Ausblick der hessischen Regierung. Das Statt tspresseamt teilt mit: Der Jahreswechsel legt es nahe, Rückschau zu halten. Der Kamps gegen die Arbeitslosigkeit hat zu einem vollen Erfolg geführt. Die Zahlen sind bekannt. Sie sotten hier nicht wiederholt werden. Gegenstand dieser Ausführungen ist lediglich ein kurzer Rückblick auf die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die von der hessischen Regierung in den beiden letzten Jahren eingeleitet und durchgeführt wurden. Im Rhein-Main-Gebiet wurde nach dem Umsturz der Ansturm gegen die Wirtschaftskrise und die Erwerbslosigkeit mit besonderem Nachdruck ausgenommen. Der Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger stellte sich selbst an die Spitze der Bewegung. Im Rahmen der von ihm erlassenen Richtlinien hat der hessische S t a a t s m i n i st e r auf allen Gebieten der Wirtschaft und des Verkehrs tatkräftig eingegriffen, um überall die Erwerbslosen wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Bevorzugt wurden solche Vorhaben, deren produktiver Wert weniger in dem privatwirtschaftlichen Nutzen für den Unternehmer, als in der Förderung der Gesamtwirtschaft zu sehen ist. Oer Straßenbau steht bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen an erster Stelle. Mittel des Reiches, des Landes, der hessischen Provinzen und anderer öffentlicher Körperschaften wurden eingesetzt, um das Straßensystem zu verbessern und zu vervollkommnen. Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß dank der von der Regierung ausgehenden Initiative der Zustand des hessischen Straßennetzes heute im allgemeinen vorbildlich ist, was auch von den Bezirksreferenten des Generalinspekteurs für das Straßenbauwesen wiederholt anerkannt wurde. Besonderer Erwähnung wert ist der Ausbau der bekannten Rennstrecke „Rund um Schotten", für den die Provinz Oberhesfen aus eigenen Mitteln einen Betrag von mehr als einer Million Reichsmark aufwendete. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang der Bau der großen Autobahnen, der eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme allergrößten Stils darstellt. Das Rhein—Main-Gebiet genießt den Vorzug, daß auf Anordnung des Führers im ] Raume zwischen den Städten Frankfurt a. M. und Darmstadt der erste Abschnitt des gesamtdeutschen I Bau Programms in Angriff genommen wurde. In | wenigen Wochen wird das kürzlich fertiggestellte erste Teilstück der Reichsautostraße Nord—Süd dem Verkehr übergeben werden. In engem Zusammenhang mit dem Ausbau des Straßenwesens steht die Förderung des Luftverkehrs. Auch hier ist das Rhein—Main-Gebiet führend. Der Flughafen am Rebstock bei Frankfurt a. M. bildet heute einen der wesentlichsten Knotenpunkte des deutschen Luftfahrtverkehrslinien-Netzes. Infolge der ständig wachsenden Verkehrsdichte wird er bald nicht mehr den Anforderungen genügen, die an einen modernen Flughafen gestellt werden müssen. Auf Anregung des Gauleiters wird deshalb gegenwärtig ein neuer Flugplatz gebaut, der zwischen Kelsterbach und Mitteldick im Kreuzungspunkt der Autobahnen Nord—Süd und Ost—West gelegen ist und an dessen Errichtung das Land Hessen, die Stadt Frankfurt a. M. und der Bezirksverband Wiesbaden beteiligt sind. Am 1. April 1936 wird der Verkehr auf dem neuen Platz eröffnet werden. Der Hafen wird so eingerichtet sein, daß auch die Landung von Zeppelin-Luftschiffen möglich sein wird. Äber auch vom Standpunkt der Arbeits- be-schaffung ist der Bau des Flughafens von Bedeutung, da er es ermöglicht, Arbeitskräfte in großer Zahl wieder in Tätigkeit zu bringen. Ein großer Teil der Arbeiten besteht in Erdbewegungen, Planierungen und Rodungen, die als stark arbeitsintensive Maßnahmen besonders zu begrüßen sind. Den gleichen Vorzug haben die Maßnahmen der Wafferbauverwaltung Sie wurden deshalb bei der Durchführung der Arbeitsbeschaffungsaktion in besonderem Maße berücksichtigt. Etwa 2,5 Millionen Mark wurden in Hessen durch Stromregulierungen, für Arbeiten an Brücken und für den Ausbau der Hochwasserdämme am Rhein und Main aufgewendet. Die hessische Forflverwaltung hat mit ihrer Tätigkeit die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sehr gefördert. Wie kaum ein anderer Betrieb kann die Forstwirtschaft Arbeitskräfte gerade zu Zeiten saisonmäßiger Minderbeschäftigung einstellen und damit den Arbeitsmarkt entlasten. Hauptsächlich gilt dies für die Holzhauerei im Winter. Aber auch in anderen Jahreszeiten sind tn den Waldungen Arbeitsgelegenheiten vorhanden, die vielen Arbeitssuchenden Broterwerb geben. Dank dem zielbewußten Zusammenarbeiten von Reich, Land, Gemeinden, Arbeitsdienst, Reichsarbeitsverwaltung und Kreditinstituten, konnte es in den Jahren 1933 und 1934 erreicht werden, daß durch Vornahme zusätzlicher Arbeiten in der hessischen Forstwirtschaft etwa doppelt so viel Arbeiten durchgeführt wurden, als in früheren Jahren. Es handelte sich dabei zunächst um die Verbesserung des Wegnetzes in den Waldungen der öffentlichen Hand, ferner um Bachregulierungen, um die Rodung von Waldflächen zur Neukultur und Siedlungsland: weiter wurden in großem Umfange Aufforstungsarbeiten zur vermehrten Erzielung astreiner Brettware ausgeführt, sowie Kulturflächen und Pflanzgärten gegen Wildschaden eingezäunt. Brachliegendes Gelände, Oedungen, Halden, schlechte Wiesen und sonstige ertraglose Flächen wurden aufgeforstet. Der Umfang dieser Arbeiten ist am deutlichsten an der Tatsache zu ermessen, daß nicht weniger als 152 Hektar Land aufgeforstet und auf diese Weise für die deutsche Wirtschaft neu gewon- Die Riesenkundgebung der Deutschen Front. W WM -s- :Wi, . ' W1 X jpp# V Ää ■ W| ' ; \ i 'S M VWV?*' ■■'S tV a".: W fewk •' - v W - R ><;<■' f Mtt einer Kundgebung, deren Teilnehmerzahl im Saargebiet noch nie erreicht wurde, hat am Sonntag die Deutsche Front ihren Abstimmungskampf beendet. Auf dem Wackenberg unweit Saarbrücken versammelten sich 350 000 Menschen und hielten in Schnee und Regen getreulich aus, um mit dem ______________Beweis ihrer Opferbereitschaft sich zum deutschen Vaterlande zu bekennen. neu wurden. Alle diese Maßnahmen haben den Wert des Waldes und seine Produktionskraft in nicht geringem Maße gesteigert: gleichzeitig dienten sie dazu, der Arbeitslosigkeit zu steuern; nicht zu- letzt aber wird durch solche Arbeiten erreicht, daß der deutsche Mensch der Natur wieder innerlich nähergebracht wird. Die Siedlungsaktion hat ein ähnliches Ziel. Es wurde hierüber in den letzten Tagen bereits eingehend in der Presse berichtet*. Aus der Veröffentlichung war zu entnehmen, daß die hessische Regierung sich sowohl für die Kleinsiedlung, als auch für den Eigen» heimbau stark eingesetzt hat, daß zur Bekämpfung der dringendsten Wohnungsnot in den Städten und Jndustriegemeinden Not- und Behelfswohnungen gebaut und daß mit Hilfe einer als zuverlässig anerkannten Trägergesellschaft Wohnungsbauten in großer Zahl errichtet wurden. Ferner wurde berichtet über die im Entstehen begriffenen Jndustrie- arbeitersiedlungen und über das neue Wohnungsbauprogramm des hessischen Staatsministers: „Siedlungen in Notgebieten", das zur Zeit in Ausfüh- rung begriffen ist und für das die hessischen Spar- kassen, die Hessische Landeshypothekenbank und die Landesversicherungsanstalt Hessen einen Betrag von einer Million Mark aufgebracht haben. Es werden mit Hilfe dieser Mittel, die die Beleihung an erster und zweiter Stelle zur Verfügung stellen, 265 neue Siedlerstellen mit einem Gesamtkostenaufwond von 5000 Mark je Stelle errichtet werden. Mit der Ausführung wird sofort begonnen werden. Das Baugewerbe hat in der Volkswirtschaft eine Schlüsselstellung. Die Forderung des Siedlungswesens dient darum in hohem Maße auch der Belebung der Wirtschaft. Wesentlich für die Arbeitsbeschaffung sind aus dem gleichen Grunde die Maßnahmen, die auf dem Gebiet des Hochbaues in den beiden letzten Jahren von Staat, Gemeinden und öffentlichen Körperschaften durchgeführt wurden. Auch die Wieherstellungsarbeiten an Kirchen gehören hierher. Die Hessische Staatsbauverwaltung hat allein für etwa 1,5 Millionen Mark Arbeiten für die Instandsetzungen von staatlichen Verwaltungs- und Wohngebäuden aufgewendet. Dem hessischen Handwerk wurden erhebliche Aufträge erteilt. Zusammen mit den Aufträgen privater Hausbesitzer, die Jnstandfetzungs- zuschüsse aus dem 500-Millionen-Programm der Reichsregierung erhielten, ermöglichten sie die Einstellung arbeitsloser Gesellen in großer Zahl. Nicht zuletzt sei das Meliorations-, Arbeits- und Giedlungsprogramm des Hessischen Staatsministeriums genannt, dessen überragende Bedeutung für die Landeskultur im ganzen Reich anerkannt wird. Eine eingehendere Darstellung der bestehenden Pläne und der schon heute erzielten unmittelbaren Erfolge erübrigt sich an dieser Stelle, da erst kürzlich über den Stand der Arbeiten berichtet wurde und weitere Mitteilungen bald folgen werden. Hingewiesen sei hier lediglich auf den Wert der Kulturarbeiten im Ried für die Arbeitsbeschaffung. Wird hierbei auch nicht in erster Linie das freie Gewerbe mit Aufträgen gefördert, so ist doch in weitestgehendem Maße Gelegenheit geboten, die Organisationen des Arbeitsdienstes und des Arbeitsdankes einzusetzen und damit der Heranwachsenden Jugend die Möglichkeit zu gesunder Betätigung in ber freien Natur zu geben. Auch ein Frauenarbeitslager ist kürzlich eingerichtet worden, das junge Mädchen aus allen Volkskreisen zu gemeinsamer froher Arbeit auf Acker und Feld Der- einigt. Die weitere Durchführung des Meliorations-, Arbeits- und Siedlungsprogramms wird noch eine Reihe von Jahren in Anspruch nehmen. Die Mittel * Vgl. den Aufsastz des Dipl.-Ing. Blöcher über die Siedlungsmaßnahmen in Hessen im „Gießener Anzeiger" in Nr. 1 vom 2. Januar. Oie wahre Liebe. Von Frank $. Braun. Im Hause des Konsuls Brodersen verkehren viele junge Leute und es war ziemlich gewiß, daß Jnge- borg Brodersen, des Konsuls eigene Tochter, der Anlaß zu diesen Besuchen in ungleich stärkerem Maße war, als die Zigarren und Schnäpse, selbst die Essen des Konsuls. Jngeborg Brodersen hatte Gelegenheit unter den Söhnen der großen Hafenstadt, in der sie lebte, Umschau zu halten. Um so verwunderlicher war, daß sie sich ganz unerwartet für einen Außenseiter entschied, einen jungen Mann, Georg Maltz, den ihr Vetter Billy mitbrachte. „Der Georg spielt vorzüglich Tennis," hatte er gesagt und den Bekannten dann mit Jngeborg allein gelaßen. Jngeborg fand Gelegenheit ihres Vetters Aussage nachzuprüfen. Sie spielte oft und gern mit Georg Maltz Tennis. Sie verlor stets. Aber sie gewann einen Menschen. Wahrscheinlich spürte sie das. Als sie zu ihrem Vater kam mit der Erklärung, sie wolle sich mit Georg Maltz verloben und bald heiraten, fiel der Konsul aus den Wolken. Er sagte nicht nein, denn er kannte seine Tochter. Er sah sich den jungen Mann an. Dann besprach er sich noch einmal mit Jngeborg. „Ich habe nichts gegen Georg Maltz," erklärte er. „Ich bin bereit, wenn du vernünftig bist ihm eine Chance zu geben. Er kann unsere Filiale auf Timor übernehmen. Macht er sich, verdient der genug Geld, eine Frau von deinen Ansprüchen ernähren zu können, wollen wir uns in zwei Jahren noch einmal über den Fall unterhalten." Das war des Konsuls letztes Wort. . Die beiden Liebenden schworen sich Treue. Georg Maltz nahm die Stellung an. Er war gewiß, daß er sie werde ausfüllen können, obgleich er bis jetzt nur ein kleiner Angestellter eines Schiffsmaklers gewesen war. C£ Der Konsul besprach sich mit feinem Neffen Billy, den er viel lieber als Schwiegersohn gesehen hatte. „Du mußt dich mehr um Jngeborg bemühen , riet er, „du mußt ihr helfen den Mann, in Timor zu vergessen. Zwei Jahre hast du Zeit." Billy lächelte. „Ich hätte Jngeborg sowieso nicht aufgegeben", sagte er. Timor ist- weit weg und zwei Jahre sind eine lange Zeit. Sie schrieben sich Briefe; aber einmal im Monat war nur Postgelegenheit. Sie schrieben einander sehr lange Briefe, wahre Berichte — aber schließlich — es gab nicht viel zu berichten. Das Leben ging weiter; in Hamburg, wie Jngeborg es gewohnt gewesen war, in Timor mit viel Arbeit, Erschöpfung, Fieberanfällen und geschäftlichen Erfolgen. Die Briefe wurden nicht seltener, aber kürzer. „Ich liebe dich noch, werde dich immer lieben," — das ist wenig, wenn man es viele Male in vier Wochen lesen muß, wird es immer weniger. Jngeborg ging mit Billy aus, zum Segeln auf der Alster, zum Tanztee ins Hotel, ins Theater. Er war ihr Vetter, er liebte sie. Jngeborg fühlte das. Sie gab sich Rechenschaft. Sie hatte Billy gern — wenn Georg Maltz nicht gewesen märe, hätte sie heute vielleicht Billy geliebt. Es kam die Stunde, abends in einer kleinen Bar am Jungfernstieg, ein Tango verriet Herz und Seele, daß sie einander alles gestanden. Billy schwieg. Aber er hatte andern Tags eine Besprechung mit dem Konsul. Etliche Wochen danach begann er eine Inspektionsreise. Er würde auch nach Timor kommen. Jngeborg gab ihm einen Brief für Georg Maltz mit. Sie befand sich in einem sonderbaren Zwiespalt der Gefühle. Billy, der sie liebte, fuhr nun nach Timor und gab Georg Maltz diesen Bries, mußte das nicht wehtun? Beim Abschiednehmen sah sie ihn an. Als er den Laufsteg zum Dampfer betreten wollte, öffnete sie mit kleiner, nicht ganz zu Ende gedachter Bewegung die Arme ein wenig. Billy begriff. Er umarmte sie und küßte sie. Der Konsul stand dabei. Er lachte dröhnend und schien nichts dabei gefunden zu haben, daß Vetter und Kusine sich einmal einen Kuß gaben. Aber er zwinkerte Billy zu. Billy hatte lange Zeit sich alles zu überlegen. Von Batavia telegraphierte er und meldete Georg Maltz feine bevorstehende Ankunft. Den Brief Inge- borgs zerriß er ungelesen und ließ die Schnitzel ins Meer flattern. Sie begrüßten sich wie alte Freunde. Georg Maltz' Fragen nach Jngeborg beantwortete Billy ausweichend. Erst am Abend, als sie beim Alkohol faßen, redete Billy. Er war ernst und feierlich. „Du mußt Jngeborg freigeben," sagte er. „Sie liebt dich nicht mehr. Es ist aber andrerseits so, daß sie von sich aus nie den Entschluß zum Bruch wagen würde." Georg Maltz starrte den Freund an. „Bist du beauftragt, mir das zu sagen?" „Ja. Freilich glaubt Jngeborg nicht, daß ich dir so unumwunden die ganze Wahrheit sagen werde. Sie bat mich herauszufinden, wie dir beizukommen sei, denn sie möchte dir nicht weh tun." „Liebt Jngeborg einen anderen Mann?" Billy schüttelte den Kopf. „Dann wäre alles verständlich, nicht wahr, aber es ist nicht der Fall." „Aber unsere Briefe waren herzlich wie am Anfang. Ein Wandel in Jngeborgs Gefühlen war nicht festzustellen." „Ich sagte dir, sie leidet, aber sie. würde von sich aus nicht den Mut zum Bruch finden. Sie belog dich; aber nicht aus unedlen Motiven. Es geschah aus Mitleid, Georg." Georg Maltz stand auf. „Danke", sagte er und noch einmal: „ich danke dir, Billy." Er hielt ihm die Hand hin. Billy hatte einen bitteren Geschmack im Munde. „Nichts zu danken," sagte er heiser. Er nahm als er abfuhr, zwei Briefe von Georg mit. Einen freundlich beherrschten Dankes- und Abschiedsbrief an Jngeborg. Billy hatte seinem Freund bei diesem Brief geholfen. Die wenigen Zeilen klangen genau, als gebe Georg Maltz dem Mädchen den Abschied. Im zweiten Schreiben bat er den Konsul um eine Verlängerung seines Vertrages um drei weitere Jahre. Billy versprach sich dafür bei dem Onkel einzusetzen. Beide Briefe hatten den gewünschten Erfolg. Der Konsul unterschrieb den neuen Vertrag, denn der junge Mann auf Timor war tüchtig. Jngeborg erfuhr von Billy die Gründe, warum Georg Maltz sich von ihr zu trennen wünsche. Zurückhaltend, im Wunsch sie zu schonen, berichtete er, daß Georg Maltz sich drüben eine reizende Eingeborene. angeschafft habe, mit der er lebe. Jngeborg kam leichter über den Schmerz hinweg als sie je gedacht hatte. Vielleicht weil Billy da war, der zartfühlende Vetter, dessen Liebe sie mehr denn je zuvor fühlte und erkannte. Zum Herbst verlobten sie sich, Weihnachten würde Hochzeit sein. Konsul Brodersen hatte mit seinem demnächstigen Schwiegersohn noch eine Unterredung. „Es war keine richtige Liebe", behauptete er. „Oder hättest du dir in Georgs Lage einreden lassen, Jngeborg wolle von dir frei kommen? Hättest du nicht den nächsten Dampfer genommen und wärest hier in Erscheinung getreten? Na also!" „Es war vielleicht eine andere stillere, scheuere Liebe, Onkel." „Unsinn! Halbe Gefühle und Sentimentalitäten! Es gibt überhaupt nur eine Liebe, und das ist die, die sich durchsetzt." Eine so zwingende Logik machte sich Billy gern und mit innerer Tröstung zu eigen. Er vermochte sogar der Vermählungsanzeige nach Timor ein paar herzliche Zeilen beizufügen, die aber unbeantwortet blieben. Dagegen kam im neuen Jahr die Todesnachricht: Georg Maltz war einem Fieber erlegen, das er sich leichtsinnig zugezogen hatte, indem er ständig ohne Moskitonetz geschlafen hatte. Der Verwalter schrieb, es sei fast eine Art Selbst» mord gewesen. — Diesen Brief behielt der Konsul für sich; er gab ihn nicht weiter. Und eine Ahnung kam ihm, daß der Begriff Liebe doch nicht auf die einfache Formel zu bringen sei, die er Billy gesagt hatte. Aber er machte das, wie gesagt, mit sich allein ab. Das junge Paar erfuhr den Fiebertod des Bedauernswerten. Jngeborg im jungen Glück geriet leicht darüber hinweg. Und Billy kam nach einiger Zeit sogar ZU der Ansicht, daß das Schicksal die einfachste Lösung gefunden habe. „Die beiden Seehunde." Dies ist, wie die Bayern sich auszudrücken pflegen, eine Hetz oder „a Gaudi": die Geschichte von den beiden Seehunden, welche das Neue Deutsche Lichtspiel-Syndikat nach dem Lustspiel von Roehler als Filmscherz gekurbelt hat. Fürst Chri- stian XVII. von Pfalzburg-Eberstadt nämlich, Serenissimus, wie er im Buche steht, und der biedere Dienstmann Anton Heßdörfer gleichen einander wie Zwillingsbrüder zum Verwechseln und haben Überdies eine fatale Aehnlichkeit mit dem Seehund im Zoologischen Garten der Residenz. Auf dieser Aehnlichkeit ist das ganze Stück aufgebaut, das, wie man sich erinnert, auf einen doppelten Rollentausch hinaus- läuft dergestalt, daß der Dienstmann in Uniform den Duodezthron besteigt, der Fürst als Dienstmann aber unerkannt wie Harun al Raschid unter seinem Volke wandelt. Das Motiv ist ja nicht neu, und man muß sogar ein paar Mal an „Schluck und Zau", denken, obwohl in Hauptmanns Scherzspiel die Dinge künstlerisch auf einer höheren Ebene liegen und menschlich ein wenig mehr Tiefgang haben. Aber es bereitet den Leuten auch so viel Spaß, und Weiß Ferdl macht aus der Doppelrolle, denn er spielt die beiden Seehunde auf einmal, die beste Leistung seines Lebens. Der komödiantische Reiz der Verwandlung muß seinen Humor beschwingt haben, und er gewinnt namentlich der großen Audienzszene die lustigsten Momente ab. Unter der liebevoll ausführlichen Regie von Fred Sauer machen sich ferner u. a. Fita Benkhoff mit ihrem rheinischen Mundwerk, S t e i n b e cf, Aribert Wäscher, Franz Weber, Harry'Gondy und Gerhard B i e n e r t um den drolligen Mummenschanz verdient. — Im Beiprogramm sieht man noch ein nettes Lustspielchen aus dem täglichen Leben mit praktischer und beherzigenswerter Nutzanwendung. Die Wochenschau bringt u. a. einen Rückblick auf die bedeutenden Ereignisse des Jahres 1934. NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack dafür, insbesondere die Zuschüsse und Darlehen des Reiches, sind sichergestellt. Hinsichtlich der Arbeitsbeschaffungs- Maßnahmen im übrigen ist eine grundsätzliche Umstellung notwendig. Wesentlich für das bisherige System war, daß die Vorhaben in weitestgehendem Maße von der öffentlichen Hand finanziert wurden. Darlehen der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG., der Rentenbank-Kreditanstalt, der Deutschen Bodenkultur AG. und anderer Stellen wurden den Trägern der einzelnen Maßnahmen zu günstigen Bedingungen und meist langfristig zur Verfügung gestellt. Es ist der Wille der Reichs- rcgierung, daß in Zukunft dieses Verfahren nur ausnahmsweise und in der Regel nur im Dienst der deutschen Rohstoffwirtschaft beibehalten werden soll, um diese vom Ausland unabhängig zu machen. Das Stadium der „Wirtschaftsankurbelung" ist vorüber. Die Gesundung der deutschen Wirtschaft kann nicht allein durch Staatshilfe erreicht werden. Sie muh sich organisch von innen heraus gestalten. Staatliche Subventionen dürfen nicht zu einer Dauererscheinung werden. Notstandsarbeiten sind deshalb für die Folge nur in beschränktem Umfange, größere Arbeitsbeschaffungsprogramme wie in den vorangegangenen Jahren nicht mehr zu erwarten. Sehr zu begrüßen sind deshalb alle Selb st Hilfsmaßnahmen d e r Wirtschaft. Vorbild kann dabei die bekannte Aktion des Landeshandwerksmeisters Hessen und der energiewirtschaftlichen Unternehmen des Rhein- Main-Gebietes sein. Durch Preisnachlaß soll zu Aufträgen angeregt werden. Die Forderung des Reichs- kommiffars für Preisüberwachung, daß die Mengenkonjunktur, nicht die Preiskonjunktur den Weg in die Zukunft bahnen müsse, wird hierdurch auf einem wichtigen Teilgebiet in die Tat umgefegt Allerdings ist die Lage der Wirtschaft noch nicht so gefestigt, daß der Staat jede Sorge um ihre Kräftigung und Belebung beiseiteseßen könnte. Seine Bemühungen werden indessen in Zukunft in anderer Richtung gehen, als bisher. Sie werden insbesondere bei der Vergebung öffentlicher Aufträge einsetzen. hier werden diejenigen Unternehmungen bevorzugt werden, die Gewähr dafür bieten, daß sie bei qualitativ hochwertigen Leistungen den Forderungen der Arbeitsbeschaffungspolitik des Reiches Rechnung tragen. 3n diesem Sinne verdienen solche Betriebe besondere Berücksichtigung, die bei der Erteilung von Aufträgen zusätzliche Arbeitskräfte einstellen. Voraussetzung ist im übrigen, daß der Unternehmer die Gefolgschaft nach Tarif entlohnt, daß er seinen sozialen Verpfli ch t ungen n a ch- kommt und namentlich die Beträge zu den sozialen Versicherungen pünktlich zahlt, auch daß die Gläubiger ordnungsgemäß befriedigt werden. Preisschleuderei auf Kosten Dritter ist ein Verbrechen am Volk. Anderseits werden unberechtigte Preis- st eigerungen mit allem Nachdruck o erfolg I. Ausschluß von öffentlichen Lieferungen ist nur" eine der Folgen, die der Unternehmer als Strafe für sein volksschädigendes Verhalten auf sich nehmen muß. Im übrigen wird dafür Sorge getragen werden, daß Unternehmungen, die sich ohne eigenes Verschulden rückläufig entwickelt haben und die infolgedessen ihrer Gefolgschaft nicht mehr in dem früheren Umfang Beschäftigung geben können, bei der Vergebung öffentlicher Aufträge nach Möglichkeit Arbeitsgelegenheit erhalten. Zuständig für diese Aufgaben ist das bei dem Hessischen Staatsministerium bestehende Lande sauftrags- a m t. Dieses ist dazu berufen, die wirtschaftlichen Unternehmungen des Landes bei der Hereinholung öffentlicher Aufträge zu beraten. Auch bei der Finanzierung solcher Aufträge ist es gegebenenfalls behilflich und in der Lage vermittelnd einzugreifen. Die Belebung der Wirtschaft, die auf diese Weise erreicht werden kann, wird nicht, wie bei den großen Arbeitsbeschaffungsprogrammen der vergangenen Jahre, schlagartig in die Erscheinung treten. Sie wird aber im Gegensatz zu diesen Rotmaßnahmen besser und nachhaltiger als jene der organischen Gesundung der Wirtschaft den Weg bereiten. Oeffentliche Wittel werden durch das neue Verfahren nicht, wie bei den Maßnahmen der öffentlichen Hand, auf lange Jahre hinaus festgelegt werden. Die- jenigen aber, die in Arbeit kommen, werden Aussicht auf dauernde Beschäftigung haben. Mit diesen Plänen geht die hessische Regierung ins neue Jahr hinein. Sie wird sich dafür mit ganzer Kraft einsetzen. Wenn es ihr gelingt, das gesetzte Ziel zu erreichen, so wird ihr dies zu hoher Befriedigung gereichen. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer neue Kalender. Meine Frau hat ihren Willen durchgefetzt. Sie wünschte einen Abreißkalender mit „Tagessprüchen'. Alle anderen wies sie zurück. Sie will jeden Abend ein Dichterwort oder einen Aussprach eines großen Mannes lesen. Außerdem muß unter dem Spruch ein wenig Platz fein für besondere Bemerkungen. Da notiert sie sich nun, wenn ein wichtiger Tag gewesen ist, in ein paar Worten das Nötigste und legt diesen Zettel in ihr Küchenbuch. Am Jahresende hat sie dann ein Tagebuch vom vergangenen Jahr, in dem sie die Hauptereignisse säuberlich eingetragen hat. Am Silvesterabend war es recht unterhaltsam, als sie diese Zettel vorlas. Ich habe ihr deshalb auch diesmal wieder einen solchen Kalender besorgt, wenn es auch schwer hielt. Ich glaube, daß diese Methode meiner Frau nicht schlecht ist. Wie schnell geht so ein Jahr dahin, und wie schnell ist alles vergessen! Wenn wir aber am letzten Tage noch einmal alles schriftlich vor Augen sehen, dann können wir eher ermessen, ob das vergangene Jahr uns genützt hat, oder ob es nur ein „leeres" gewesen ist. Vergessen dürfen wir bei den Eintragungen natürlich nicht die sog. „kleinen Freuden". Wenn sie am Ende des Jahres zufammen- gezählt werden, dann sieht man gar oft, daß es doch recht schön gewesen ist. Gar manches lustige Erlebnis wurde neulich noch einmal aufgefrischt, und so war der Jahresabschluß ein angenehmer und fröhlicher. Wenn mir so einen neuen Kalender langsam durchblättern, beschleicht uns immer ein merkwürdiges Gefühl. Unwillkürlich fragen wir uns: Was wird uns dieses Jahr bringen? Was wird uns dieser Tag bedeuten? Werden unsere Wünsche in Erfüllung gehen? Oder werden wir wieder neue Enttäuschungen erleben? Aber wir dürfen die Fragen nicht nur stellen, sondern wir müssen selber mithelfen, daß das neue Jahr auch ein gutes wird. Wir gedenken wohl der Lasten und Sorgen, die auf unfern Schultern ruhen, aber ein Dichterwort tröstet uns: Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, rufet die Arme der Götter herbei. (Goethe). Den treuen Freund und Begleiter des neuen Jahres, den Kalender, der uns ja in den verschiedensten Lagen des Lebens hilft und uns nie im Stiche läßt, wollen wir in Ehren halten, ihm einen schönen Platz geben und dankbar auf ihn blicken, wenn wir glückliche Tage verleben dürfen, wenn wir vorankommen, wenn wir gar unser gestecktes Ziel erreichen! K. Iustizpersonalien. Ernannt wurden durch Urkunde des Herrn Reichsstatthalters in Hessen auf Vorschlag der hessischen Regierung: der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Friedberg August Jakob Böhm mit Wirkung vom 1. Januar 1935 zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim; der Gerichtsassessor Hans Heinz in Mainz mit Wirkung vom 5. Januar 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Seligenstadt; der Gerichtsassessor Dr. Wilhelm Jockel zu Mainz mit Wirkung vom 3. Januar 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Staatsanwalt beim Amtsgericht Offenbach a. M.; der Gerichtsassessor Dr. Ernst Niederauer zu Mainz mit Wirkung vom 1. Januar 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Amts- gerichtsrät bei dem Amtsgericht Ober-Ingelheim; der Gerichtsassessor Erich Zimmermann zu Gießen mit Wirkung vom 4. Januar 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Friedberg; der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Ober- Ingelheim Dr. Hans Kowarzik mit Wirkung vom 1. Januar 1935 zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleichen zum Ämtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Mainz; der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Mainz Arthur Rode mit Wirkung vom 1. Januar 1935 unter Belassung in der Stelle eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Mainz zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen zu Mainz; . der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Reinheim Paul Scriba mit Wirkung vom 10. Januar 1935 zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel; der Amtsanwalt mit dem Amtssitz in Michelstadt Reinhold Stiepel mit Wirkung vom 1. Januar 1935 zum Amtsanwalt mit dem Amtssitz in Rein- ber’ Staatsanwalt beim Amtsgericht Offenbach a. M. Karl Herbert mit Wirkung vom 1. Januar 1935 zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Worms; der Gerichtsaffeffor Dr. Joachim Hollier mit Wirkung vom 29. Januar 1934 unter Berufung m das Beamtenverhältnis zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Reinheim; der Gerichtsaffeffor Richard Müller zu Darmstadt mit Wirkung vom 2. Januar 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Darmstadt. ♦ Der neue Dberlandesgerichtspräsident. An Stelle des am 1. Februar in den Ruhestand tretenden Oberlandesgerichtspräfidenten Müller hat der Herr Reichsstatthalter in Hessen auf Vorschlag der hessischen Regierung den Staatssekretär i. R. Dr. Wilhelm Stuckart in Berlin-Wilmersdorf unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Oberlandesgerichtspräsidenten beim O b e r l a n d e s g e r i ch t in Darmstadt ernannt. Zum Senatspräsidenten beim Oberlandesgericht ist Landgerichtsdirektor Dr. Fritz Werner ernannt worden. Glück in der Winterhilfe-Lotterie. Die Reichswinterhilfe-Lotterie, Geschäftsstelle Gießen, teilt uns mit: Am Sonntagabend wurde bei einem Losverkäufer ein 100-Mar k-Gewinn im Caf6 Amend gezogen, nachdem in der vergangenen Woche schon häufiger 50 - und 10-Mark-Gewinne aus- bezahlt worden find. Es wird bei dieser Gelegenheit nochmals auf den sofortigen Gewinnentscheid hingewiesen und auf den Prämienschein aufmerksam gemacht, der am 20. März an einer Ziehung teilnimmt. Ferner sind jedem Losbrief Postkarten beigelegt, die teilweise rangiert sind. Zahlreiche Anfragen aus Sammler- kreisen beweisen, daß schon heute eine große Nachfrage nach diesen Ganzsachen besteht, die einmal Sammlerwert erhalten werden, da sie an der Post nicht käuflich erworben werden können. Oie Vorlesungen an der Universität.? Don der Pressestelle der Universität wird uns mit- geteilt: t „ r Die Vorlesungen und Hebungen an der Landes« Universität Gießen im Wintersemester 1934/35 haben nach Ablauf der Weihnachtsferien am Mon- tag, 7. Januar 1935 wieder begonnen. Heber den in der Presse bekanntgegebenen Wiederbeginn der Arbeit am 14. Januar liegen keinerlei amtliche Mitteilungen vor. Nächsten Samstag und Sonntag keine Iastnachtsveranstaltungen. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Nach Anordnung der Ministerialabteilung la (Polizei) des hessischen Staatsministeriums haben mit Rücksicht auf die Saar-Abstimmung am 12. und 13. Januar Fastnachtsveranstaltungen zu unterbleiben. NGLD., Kreis Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung". Der bekannte Pädagoge für rhythmische Erziehung, Otto Biensdorf (Bad Godesberg am Rhein), führt im Februar in Gießen einen dreitägigen Lehrgang von täglich drei Arbeitsstunden durch. Es wird dabei behandelt: „Einführung in d i e Grundlagen der rhythmischen Erziehun g". (Ein Weg zu eigenem Schaffen.) a) Das rhythmische Spiel als Grundlage der Allgemeinerziehung. b) Die pädagogische Behandlung des Kindes — Spiel- und Tanzlieder. Als Teilnehmer kommen in Frage Lehrkräfte der Grundschule, Turn- und Musiklehrkräfte, Kindergärtnerinnen, Jugendleiterinnen, Führerinnen des BDM., Hortnerinnen u. a. Für die Lehrgangsarbeit werden, je nach Zahl der Meldungen, Gruppen von 30 bis 35 Teilnehmenden gebildet, die pro Tag drei Lehrstunden haben. Diese Lehrstunden liegen am Nachmittag bzw. Abend. Die Unkosten für eine Gruppe belaufen sich auf 60 Mark, so daß pro Lehrgang und Teilnehmer etwa 2 Mark aufgebracht werden müssen. Es wird erwartet, daß sich möglichst viele Teilnehmer melden. Meldungen sind zu richten an den Kreisfachberater für körperliche Erziehung W. Mohr, Gießen, Wilsonstraße 8. Schasst Hausbriefkasten! Die Pressestelle der Reichspostdirektion Frankfurt teilt mit: Die Deutsche Reichspost wendet sich erneut an die Hausbesitzer mit der Bitte, Hausbriefkasten anzu- legen. < Immer noch sind viele Häuser ohne Hausbriefkasten. Sie beschaffen, heißt der Allgemeinheit und sich selber nützen, heißt Arbeitsuchenden helfen. Hausbriefkasten beschleunigen die Postzustellung und erleichtern den schweren Dienst der Zusteller durch Wegfall des Treppensteigens. Zeitungsträger, Geschäftsleute und sonstige Besucher können sie zum Einlegen von Mitteilungen benutzen. Treppen und Flure werden dadurch geschont. Hausbriefkasten werden zweckmäßig für alle Wohnungen am Gitter des Vorgartens oder im Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.). 2. Fortsetzung Nachdruck verboten! „Du hast ein Gedächtnis wie ein Buch, Scholz", sagte der Chef manchmal, wenn er in bester Laune war und sich mit den alten Angestellten einen Spaß machte. Das wußte auch die ganze Firma. Vom jüngsten Stift bis zum Propagandachef — wenn einer dies oder das nicht mehr genau wußte: alle kamen sie zu ihr. So spann sie ihre Gedanken ruhig weiter. Sie hatte inzwischen Gerlindes Namen und volle Adresse genau notiert. „Na, nun will ich Sie mal mit Ihren Kolleginnen bekannt machen. Und dann — wenn Sie noch ein Stündchen Zeit haben, wäre es vielleicht am besten, gleich einmal etwas zu proben. Uebermorgen schon ist die große Modenschau, und da muß alles ganz tadellos klappen." Jetzt war die Scholz wieder ganz geschäftlich. Dann ging Gerlinde an ihrer Seite wieder über lange Hlure, Treppen hinauf, bis sie vor einer hohen Tür standen. „So, hier ist mein Reich!" sagte die Direktrice nicht ohne Stolz und öffnete die Tür zu einem großen Saal. Gerlinde sah nur Nähmaschinen und Stoffe in allen Farben und wieder Nähmaschinen und wieder Stoffe. Mädchen und Frauen waren fleißig bei der Arbeit und sahen nur flüchtig achtungsvoll auf, als die Direktrice an ihnen vorüberging. Dann gelangten sie in einen kleineren Saal mit auffallend vielen hohen Ankleidespiegeln. „Das ist unser Spiegelsaal", lächelte die Direktrice Gerlinde zu. Sie machte in ihrer lebhaften Art öfter einmal solch einen kleinen Witz und hatte auch diesmal die Genugtuung, daß Gerlinde hellauf lachte. Interessant und absonderlich kam ihr alles hier vor. Sie nahm die neue, bunte Welt hier voll Interesse in sich auf und vergaß wohl zum ersten Male im Leben für kurze Zeit das blasse, traurige Gesicht der Mutter und alle Sorgen, die so früh in ihr junges Leben getreten waren. Währenddessen hatte die Directrice stillschweigend auf einen Klingelknopf an der Wand gedrückt. Nach kurzer Zeit flog eine Tür auf und fünf hübsche, schlanke Mädchen kamen herein. „So, Kinder, hier stelle ich euch eure neue Kollegin vor: Fräulein Gerlinde Steinbrück! Macht euch selbst belannt Und zeigt ihr alles, was notwendig ist. Sie ist noch Neuling in unserer Branche." Ermunternd lächelte sie Gerlinde zu, die so wenig gewohnt war, sich fremden Menschen irgendwie bekanntzumachen. „Die jungen Mädchen werden Ihnen schon alles erklären. Nur keine Bange, das find alles liebe, nette Kinder. Ihr werdet euch schon vertragen. Nachher komme ich und sehe nach." Dann ging sie schnell davon. Merkwürdig, die Direktrice wußte selbst nicht, warum sie sich Gerlinde gegenüber so befangen fühlte. Sie hatte denselben burschikosen Ton versucht, den sie bei den anderen gebrauchte. Aber hier? Sie hatte das Gefühl, als habe sie bei diesem Mädchen dazu kein Recht. Und sie wußte, warum. Gerlinde aber hatte die Sympathie ihrer Kolleginnen so schnell gewonnen durch ihr feines und doch so bescheidenes Wesen, daß sie es selber kaum begreifen konnte. Immer mehr verschwand alle Scheu auch von ihrer Seite, und da sie im Grunde ihres Wesens ein sehr fröhliches Menschenkind war, stimmte sie bald in das fröhliche Lachen und Sprechen Der anderen ein. „Gerlinde heißt sie — Kinder, Gerlinde...", rief die übermütige schwarze Lotte mit dem rassigen Herrenschnitt einmal über das andere. „Gerlinde, Gerlinde — Kinder, wie ich das finde!" reimte eine große Blonde, die sie neckend die „Diva" nannten, weil sie wahnsinnig gern zum Film wollte und nur darauf wartete, daß man sie eines Tages entdeckte. „Lindekind, wir dürfen Sie doch duzen? Das machen wir hier vom Bau alle so", nahm die schwarze Lotte wieder das Wort. Aber das alles klang so harmlos und liebenswürdig, daß Gerlinde sich nicht einen Augenblick sträubte, obgleich sie sich seit ihrer Kindheit noch niemals mit fremden Menschen geduzt hatte, und das alles zu den neuen Merkwürdigkeiten gehörte. Und wirklich, immer größer wurden ihre Augen, immer interessanter wurde die neue Welt, in die sie sich so jählings versetzt sah. Große, tiefe Schränke standen an den Wänden des „Spiegelsaales". Und Gerlinde war keines Wortes fähig, als die Mädchen sie öffneten und eine solche Fülle der herrlichsten, kostbarsten Kleider ihr entgegenleuchtete, daß sie nicht wußte, welches sie zuerst betrachten sollte. „So, Baby, nun wollen wir dich mal ein bißchen einweihen." Die Aelteste unter ihnen nahm ein wunderbares Teekleid, eine ganz raffinierte Schwarz- weiß-Kombination, heraus. „Aber du mußt bitte erst mal dein Kleidchen ablegen." „Hier?" Gerlindes Gesicht überzog sekundenlang eine zarte Rote, während die jungen Mädchen sich vor Lachen beinah krümmen wollten. „Selbstverständlich hier. Kleines. Wir beißen doch nicht. Na, sowas hat die Welt wohl noch nicht erlebt!" Der schwarzhaarigen Lotte traten vor Lachen die Tränen in die Augen, während Gerlinde sich ihres dünnen, billigen Kleidchens entledigte. Wie ein Engelchen stand sie da in dem feinleinenen Prinzeßrockchen. Für die jungen Mädchen aber, die gewöhnt waren, moderne seidene Wäsche zu tragen, ergab sich Grund zu neuem Gelächter, das jedoch absolut nicht spöttisch oder boshaft klang. „Wirklich, das habe ich doch geahnt, unser Baby trägt noch Konfirmandenwäsche. Sehr ordentlich. Weißes Leinen. Ach, Kleines, das hat gewiß noch die Mutti genäht. Aber süß siehst du darin aus. Das paßt richtig zu dir." „Na, Kinder, nun laßt mal das arme Hascher! in Ruh'. Komm, jetzt wollen wir mal proben." Anni Stein, die Aelteste, die während der Abwesenheit von Fräulein Scholz diese zu vertreten suchte, zog Gerlinde das elegante Kleid über. Aber die schwarze Lotte platzte beim Anblick Gerlindes schon wieder heraus: „Kinder, guckt euch doch bloß das Baby an! Na, ich sage euch schon jetzt, da ist es aus mit unseren Chancen. Die Kleine sieht ja aus wie eine geborene Prinzessin. Lindekind, Hand aufs Herz, sag mal, vielleicht bist du wirklich ein verkapptes Prin- zeßchen? Mädel, du siehst ja bildschön aus!" Gerlinde aber wehrte mit traurigen Auaen ab. Nichts war ihr von je unangenehmer gewesen, als irgendwo im Mittelpunkt zu stehen, und sie wußte nicht, wie sie sich aus ihrer Verlegenheit retten sollte. Aber während sie noch mühsam versuchte, die Aufmerksamkeit von sich abzulenken, tat sich die Tür auf, und hinter Fräulein Scholz kam der Abteilungschef herein, der freundlich ein paar Blätter in der Hand schwenkte. Doch als er das junge Mädchen in dem Abendkleid gewahrte, stutzte er und suchte hastig die Augen der Direktrice, die beinah wie im Traum lächelte. „Wir haben da einen ganz fabelhaften Griff gemacht", flüsterte er ihr zu. „Sie wird in der Modenschau Aufsehen erregen." Dann schritt er direkt auf Gerlinde zu. „Ich habe im Büro einen Vertrag anfertigen lassen, Fräulein Steinbrück. Ich denke, daß Sie für uns so geeignet sind, daß wir Sie nicht nur zur Aushilfe, sondern für länger behalten können, wenn Sie sich Mühe geben." Er beobachtete genau die Wirkung seiner Worte. Hoffentlich schlug sie es nicht ab. Doch als er sah, daß es in den großen blauen Augen froh aufleuchtete, schwand auch diese „Wenn Sie wirklich glauben, daß ich diesen Posten ausfüllen kann. Ich will mir gewiß alle Mühe geben", sagte Gerlinde leise, aber ihr Herz hupfte dabei so freudig, daß die Worte ganz stockend kamen. Gerlinde Steinbrück wußte nicht, wie sie an diesem Tage heimkam. Es ging schon stark auf den Abend, als sie das Modehaus Merkur verließ, das nun täglich die Stätte ihrer Tätigkeit fern sollte. Ein Omnibus hielt eben in der Nähe. Gerlinde zögerte nur einen Augenblick. Sie konnte es nicht erwarten, die freudige Nachricht nach Haufe zu bringen. So war es wohl keine große Sünde, wenn sie ihr schmales Beutelchen jetzt um zwei Groschen erleichterte. Sie würde ja nun verdienen. Viel verdienen! „Einhundertdreißig Mark", stand in dem Vertrag. Gerlinde schien die Summe mit einem Male riesenhaft. Ach, die Mutter würde sich aber freuen. 2. Kapitel. Daheim in dem schlichten großen Miethaus sprang Gerlinde hastig die Treppen hinauf und klingelte stürmisch, denn sie konnte es wirklich kaum erwarten, die frohen Augen der Mutter zu sehen. Ihre Schwester Gisela öffnete. Sie trug ihre Tanzschuhe und hatte schnell einen Mantel über ihren Dreß geworfen. Sie übt wieder! dachte Gerlinde sofort und fühlte gleichzeitig, wie das Herz ihr weh tat; denn sie wußte genau, wie sehr die Mutter darunter litt, daß Gisela unbedingt ihre tänzerische Begabung auswerten wollte. Doch schnell drängte sie jetzt diese Gedanken zurück, und über ihr Gesicht huschte schon wieder ein frohes Leuchten. „Wo ist Muttchen? Schnell, Gisa! Ich hab' euch was Wunderbares zu erzählen." Gerlinde drängte an der Schwester vorbei, legte hastig Hut und Mantel ab. Ihre Stimme war ungewöhnlich hell und hallte in der kleinen, stillen Wohnung eigentümlich wider. „Sei nicht so stürmisch, Linde! Mutter ist nicht wohl. Gut, daß du da bist! Sie hat so eigentümliche Herzangst gehabt wie schon einmal. Ich glaube, Mutter hat einen Herzfehler. Sie muh unbedingt mal zum Arzt gehen", flüsterte Gisela Steinbrück. Gerlindes Herz klopfte in rasenden Schlägen. „Gisa, was ist denn? Unsere Mutter? Unsere gute Mutter? Sie wird doch nicht krank werden?" Das junge Mädchen zitterte an allen Gliedern. Alle Freude, die sie eben noch erfüllt hatte, war vergessen. Nur Angst war in ihr, Angst um die Mutter, an der sie mit aller kindlichen Liebe hing. „Aber Linde, du bist doch fein Kind mehr. So schlimm ist es ja gar nicht. Gott, tausend und aber tausend Menschen haben einen kleinen Herzfehler. Mutti muß mal zum Arzt gehen, und damit ist es gut. Jetzt ist es ja auch schon so gut wie vorbei. Sie ruht nur noch ein wenig. Ich habe ihr kalte Kompressen aufs Herz gelegt. Die haben schon ge- wirkt." Giselas energische Art machte Gerlinde unwillkürlich ruhiger. Sie mußte der Schwester recht geben. Niemals konnte man helfen, wenn man sich selbst so gehen ließ. Leise hatte Gisela die Tür zu dem kleinen Wohnzimmer aufgeklinkt. Gerlinde folgte ihr. (Fortsetzung folgt!) selbst ZU lassen. Ersolge der oberhessischen Geflügelzüchter be In s e n Die Gießener Studentenschaft und die hochschulgruppe Gießen des RSD.-Studentenbundes veranstalten am 13. Januar, abends, eine Saat« gedenk stunde auf der Burg Gleiberg. Der Rektor, die Dozentenschaft und alle männlichen Angestellten der Landesuniversität nehmen am Marsch und an der Veranstaltung teil. 18 Uhr pünktlich Antreten der Teilnehmer vor dem Studentenhaus. Fackelzug durch Friedrichstraße und Frankfurter Straße. Marsch durch Sel- tersweg, Kaplansgafse, Neustadt. Zusammenwerfen der Fackeln auf dem Oswaldsgarten. Marsch zum Gleiberg. 20.30 Uhr Saar-Gedenk st unde im Kaiser- saal zusammen mit der Ortsgruppe Krofdorf der NSDAP. Darauf feierliche Flaggenhissung auf dem Turm und Vurgbeleuchtung. Ende gegen 22.30 Uhr. Die veranstaltenden Organisationen erwarten angesichts der Bedeutung des Anlasses re gste freiwillige Beteiligung aller Studenten und studentischen Gliederungen. Insbesondere richten sie die Aufforderung an die Dozenten. Assistenten und männlichen Angestellten der Universität und Kliniken, dem Geist dieser Kundgebung durch geschlossene Teilnahme Rechnung zu tragen. Die Studentenschaft tritt in Fachschaften gegliedert an. Die Fakultäten marschieren geschlossen. Den Befehl führt der Verbindungsführer des Lhefs A.M. Sturmbannführer Arndt. Um rege Beteiligung bei der Saar-Gedenkstunde wird im Interesse der Sache gebeten. Die Deutsche Rasse - Geflügelschau verkündete mit über 20 000 Tieren einen gewaltigen Aufschwung und war in ihrer Neugestaltung und Schönheit Vorbild für das weitere Ausstellungswesen der Reichsfachgruppe und der ihr angeschlossenen Vereine in den kommenden Zeiten. Auch aus unserer Gegend war die Reichsschau stark beschickt. Die schönen Erfolge der heimischen Geflügelzüchter lassen den Fleiß erkennen, mit dem in unserem Gebiet an der Hebung unserer deut- Gaar-Gedenkstunde am -13. Januar Dozenten, Studenten und alle Angestellten der Landesuniversität marschieren zum Gleiberg. Der rückläufige Ausfuhrhandel hat seit dem Jahre 1931 eine sich immer mehr verschärfende Zwangswirtschaft in ausländischen Zahlungsmitteln (Devisen) zur Folge gehabt. Diese Zwangswirtschaft ist notwendig geworden, um unsere Währung zu schützen, wobei es nach Möglichkeit vermieden werden mußte, unseren unbedingt notwendigen Außenhandel allzusehr einzu- schen Geflügelwirtschaft gearbeitet wird. Ganz sanderes Lob gebührt dem sehr regen Verein in Echzell; denn was diese Züchter auf der Deutschen Schau zeigten, geht weit über das hinaus, was in den großen Stadtvereinen aufgeboten des Fakturenwerts, wenn der Kontoinhaber , Abnehmer der Ware ist und diese nur zu dessen eigener Verwendung dient. Restliche 75 v. H. müssen in freier Reichsmark oder in Devisen angeschafft werden. Die Herstellung der Waren muß überwiegend aus inländischen Rohstoffen erfolgt sein Umstellung der Aisfelder Strom- Versorgung. £ Alsfeld, 7. Jan. Nachdem die Stromversorgung der Stadt Alsfeld laut Vertrag mit der Provinz Oberhessen auf diese übergeht, sind die Um ft ellungs arbeiten am Stromnetz bereits rüstig fortgeschritten. Etwa 40 Monteure und Hilfsarbeiter werden zur Zeit an den Arbeiten beschäftigt. Die Auswechslung der Motore und der Rundfunkgeräte ist in der Hauptsache bereits erfolgt. Vis zum Frühjahr wird die gesamte Umstellung des Stromnetzes beendigt sein. Sie bringt der Bevölkerung eine wesentliche Verbilligung des Strompreises. Grund vorhanden. t _ , * „ „ ** Zur Bekämpfung d e r Sch n a k en fordert das städtische Hoch- und Tiefbauamt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen -nn zeigenteil auf. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. Eingang des Hauses angebracht, sowie mit einer Klingelleitung zu den einzelnen Wohnungen und mit dem ausgeschriebenen Namen der Inhaber verleben Die Beschaffungskosten für den einzelnen sind gering Ueber Einzelheiten geben die Postämter Auskunft. Oie Verfehlungen bei der Handwerkskammernebenstelle Gießen. Von der Justizpressestelle Gießen wird uns mit- Nachtrag zu unserer Mitteilung vom 4. Januar teilen wir mit, daß der Beschuldigte Otto Massengeil sich im Laufe des gestrigen Vormittags bei der Staatsanwaltschaft, hier, selbst gestellt hat. Er wurde verhaftet und in bas hiesige Landgerichtsgefängnis in Untersuchungshaft eingeliefert. Oer Hoherodskopf im Winterkleid. Der Hoherodskopf hat nun endlich sein Winterkleid erhalten. Die Schneedecke (guter Pulverschnee) ist 15 Zentimeter hoch. Die Temperatur liegt gegenwärtig bei 8 Grad minus. Rauhreif schmückt in herrlicher Pracht die Bäume. Das Wetter auf der Höhe ist gut, wenn auch etwas dunstig. Winterhilfespende auf hoher See. Von unserem in Dresden im Ruhestand lebenden früheren Mitarbeiter Hermann Elle, der jetzt im 81. Lebensjahre steht, geht uns folgender Bericht zu: „Auf dem Lloyddampfer ,Columbus4, der am 22. Dezember von Bremerhaven aus die Fahrt über Vigo (Spanien), Lissabon, Gibraltar, Tanger (Marokko), Las Palmas (Kanarische Inseln) nach Madeirck burchführte, wurden am vorletzten Abend der Rückreise rund 1100 Mark für das Winterhilsswerk, im Durchschnitt eine Mark pro Passagier, gesammelt. Der Dampfer, der in den vorgenannten Häfen an» legte, durchfuhr eine Strecke von 4218 Seemeilen gleich 7812 Kilometer, durchschnittlich 35 Kilometer in der Stunde. Die Passagiere feierten Silvester im Hafen von Madeira, das prächtig im Lichterglanz und Feuerwerk vor dem Schiffe dalag. Nach teilweise bewegter See in der Biskaya und im Kanal traf die ,Columbus4 am 5. Januar früh wieder in Bremerhaven ein." Unter den Passagieren war Herr Elle mit seinen nahezu 81 vollendeten Lebensjahren der älteste, während der jüngste Passagier 4 Jahre alt war. An der Fahrt nahm noch ein weiterer Volksgenosse aus Gießen teil, der 73 Jahre alt ist! Die alten Herren haben noch allerlei Unternehmungsgeist. Auszeichnung von Kanarienzüchtern im Lahn-Oill-Gebiet. dreimal fg, g. Karl Dauberts Häuser (Fried- berg i. H.): Zwergitaliener, schwarz: sg Z, sg f. Kl., g f. Kl., zweimal g, ferner zeigte derselbe eine Neuzüchtung in gestreiften Zwergitalienern. Erwin Diefenbach (Ober-Widdersheim): Barnevelder, doppeltgesäumt: zweimal g. Otto Dittert (Wetzlar): Zwergwyandotten, gold und silbern: o S, E, zweimal sg Z, dreimal sg, g; ferner derselbe: Emdener Gänse: zweimal sg Z. Karl Dittert (Wetzlar): Sussex, hell: sg S, sg Z, zweimal sg, g. Otto E ck ■ Hardt (Lang-Göns): Steirer: sg Z, zweimal g. Wilhelm Estner (Butzbach): Italiener, einfach- kammig, rebhuhnfarbig: sg, g; ferner derselbe für schwarze Rheinländer: sg E, sg Z. Wilhelm Euler (Kirch-Göns): Bergische Kräher: zweimal sg Z, g. Reinhard Fegbeutel (Ockstadt): Zwerglanaschan, schwarz: sg Z, zweimal sg, g. Willi Frey (Lana- Göns): Italiener, einfachkammig, rebhuhnfarbig: fg Z, sg; ferner derselbe Sebright, gold: fg Z, sg. Albert Fuchs (Lollar): Zwergrhodeländer: dreimal sg Z, zweimal sg, g. Wilhelm Gros (Echzell): Hessische Kröpfer, blau, ohne Binde: g; ferner derselbe für eine Voliere mit 12 Hessischen Kröpfer- engen. Zwei Bewegungen standen und stehen sich nun hier gegenüber: Das Ausland suchte die in Deutschland gebundenen ausländischen Forderungen in Mark freizubekommen, „aufzutauen" wie man jagt. Deutschland dagegen mußte den Standpunkt vertreten, daß dieses „Auftauen" nur auf dem Wege der deutschen Warenausfuhr möglich sei. Aus diesen beiden Bestrebungen erwuchs allmählich ein für den Laien — und auch für den Fachmann — recht kompliziertes und unübersichtliches K o n t e n - System, verursacht durch die unendliche Vielseitigkeit des internationalen Zahlungsverkehrs. So entstanden etwa folgende Kontenarten: 1. Die Reichsmarknoten- und Hartgeld - Sperrkonten. (Unter Ausland ist im Rahmen dieser Ausführungen auch das Saarland zu verstehen.) Sie entstanden dadurch, daß Ausländer nach dem 19. Februar 1932 inländische Zahlungsmittel (Reichsmarknoten und inländisches Hartgeld) bei einem deutschen Kreditinstitut einzahlten. Diese Beträge wurden nicht in Valuta gutgeschrieben. Wegen der Freigabe bei so entstandenen Mark- guthaben gelten die gleichen Bestimmungen, wie bei Äreditsperrmarkkonten. (Siehe unten.) 2. Kreditsperrmarkkonten. Diese Guthaben entstehen aus der Veräußerung oder der Rückzahlung inländischer Vermögensanlagen (z.B. Immobilien), oder durch Rückzahlungen von Krediten (auch Hypotheken), die vor dem 16. Juli 1931 von einem Ausländer einem Deutschen eingeräumt wurden, sofern die Kredite nicht Gegenstand des Kreditabkommens von 1934, oder des Kreditabkommens für deutsche öffentliche Schuldner von 1934 sind. Diese und die unter 1 entstandenen Guthaben können ohne Genehmigung der Devisenbewirtschaftungs- stellen (für Gießen ist die in Darmstadt befindliche Stelle maßgebend) zum Ankauf von auf Reichsmark lautenden inländischen Wertpapieren verwendet werden. (Mit einigen Ausnahmen.) Sollten diese Wertpapiere wieder verkauft werden, so wird der Erlös zunächst auf 3. ein Wertpapiererlossperrmark- Konto gutgeschrieben. Auf diesem Konto werden auch alle Zinsen und Dividendenscheine gutgebracht. Ohne Genehmigung kann über dieses Sperrkonto nur durch Ankauf inländischer Wertpapiere auf Reichsmark, Goldmark oder einen Sachwert lautend (mit einigen Ausnahmen) verfügt werden. Falls die Wertpapiere, aus deren Erlös das Sperrguthaben entstanden ist, vor dein 15. April 1932 im Besitz des Ausländers gewesen sind, werden behördliche Genehmigungen zu folgenden Zwecken erreichbar sein: a) Zu Erholungsreisen oder zum Kurgebrauch in Deutschland bis zur Höhe von 2000 RM. pro Person und Kalendermonat für den Kontoinhaber sowie 1 dessen Familienangehörige und Personal, sofern die Reise längere Zeit in Anspruch nimmt und Gewähr geboten ist, daß der freigegebene Betrag tatsächlich 1 im Inland für diese Zwecke verbraucht wird. Für ; Geschäftsreisen werden diese Gutbaben nicht zur Ver- ' fügung gestellt. . b) Zu unentgeltlichen Zuwendungen im Inland, z. B. an Verwandte des Kontoinhabers, an soziale, religiöse und andere kulturelle Einrichtungen. cj Zur Bezahlung deutscher Ausfuhr bis zu 25 v.H. wird. Nachstehend find die Erfolge unserer heimischen Züchter aufgeführt. Es bedeuten: v das Prädikat vorzüglich, fg = sehr gut, g = gut, b = befriedigend, Z = Zujchlagspreis, E = Ehrenpreis, S = Sieger. Friedrich Bauer (Gießen): Rhodeländer: zweimal fg mit E, viermal fg Z. dreimal fg, dreimal g und RFE. Eduard Baer (Nidda): Wyandotten, schwarz: sg E, zweimal sg Z, zweimal sg. Wilhelm Bechtold (Butzbach): Italiener, einfachkammig, gelb: zweimal fg Z, dreimal sg, g. Hans Becker (Marburg): Tauben, Koburger Lerchen, silbern: sg E, g. Heinrich Becker (Mendorf a. d. L.): Russische Orloffs, rotbunt: zweimal sg. Ernst Bender (Griedel): Italiener, einfachkammig, gelb: sg Z, Achtung Saarabstimmungsberechtigte aus Gießen und Umgebung! Der Saarverein, Ortsgruppe Gießen, hält am Mittwoch, 9. Januar 1935, 2 0 % Uhr, im Restaurant und Lass „B ü r g e r h o f“, Gießen, Plockstrahe 5, feine letzte Mitgliederversammlung vor der Abstimmung ab, bei der sämtliche Fragen des Transports und des Abstimmungsvorganges ausführlich besprochen werden. Insbesondere findet auch die Ausgabe der Fahrkarten statt. Erscheinen sämtlicher Abstimmungsberechtigten aus Gießen und möglichst auch der Umgebung ist unerläßlich! Die Devisenbewirtschastung. Nachdem bereits im November und Dezember i des vergangenen Jahres die Vorprüfungen in den : dem Verband der Kanarienzuchtvereine für Ober- hefjen, das Lahn- und Dillgebiet angeschlossenen Vereinen Bad-Nauheim, Friedberg, Gießen, Marburg und Wetzlar stattgefunden hatten, stellten sich am vergangenen Sonntag nochmals 12 Stämme dem Urteil der Preisrichter Döbrich (Hanau) und Kreß (Frankfurt a. M.) zum Zwecke der Feststellung des Verbandsmeisters in Gießen. Die Prämiierung hatte folgendes E r - gebnis: 1. Karl Becker (Gießen) 327 Punkte Verbandsmeifter, goldene Meifterfchaftsplakette und 1. Ehrenpreis; 2. Richard Fr enzel (Gießen), 321 P., 2. Ehrenpreis, große goldene Medaille; 3. K. Weidmann (Friedberg), 303 P., 3. Ehrenpreis, kleine goldene Medaille; 4. P. Kluge (Bad- Nauheim), 297 P., 4. Ehrenpreis, große silberne Medaille; 5. H. Schmidt (Gießen), 294 P.; 6. K. Brandt (Bad-Nauheim), 291 P.; 7. K. Schmidt (Marburg), 288 P.; 8. P. Dietzel (Gießen), 282 P.; 9. Aug. Hatz (Gießen), 222 P.; 10. Hch. Becker (Gießen), 219 P.; 11. R e, ch o l d (Friedberg), 213 P.; 12. R o d e n b e r g (Wetzlar), 165 Punkte. Die Letztgenannten wurden mit Ehrenpreisen und je einer kleinen silbernen Medaille ausgezeichnet. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 8. Jan. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 150 bis 155 Pfennig, Landbutter 142 Pf., Matte 25 Pf-, Kä e, das Stück 4 bis 10, Eier (frische) 12 bis 13, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, (ausländische 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 8 bis 9 Rote Rüben 8 bis 9, Spinat 12, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 40, Schwarzwurzeln 22 bis 25, Kartoffeln 4 fßf., i>er Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., Honig 45 bis 50, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 75 bis 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr: „Christa, ich erwarte dich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die beiden Seehunde". — Kneipp-Bund, Ortsgruppe Gießen: 20 Uhr, im „Bayerischen Hof", Vortrag mit praktischen Vorführungen. — Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung des Lustspiels „Christa, ich erwarte dich" von Möller und Lorenz; Spielleitung L u p k e. — Eine Kulturfilm-Veranstaltung für das Winterhilfswerk bringt das Licht- pielhaus, Bahnhofstraße, am kommenden Sonntag- vormittag heraus. Die Gesamteinnahmen der Ver- anftattunq «erden dem WHW. zuskeßen. Aus die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. (mindestens 80 v. H.). Folgende Einschränkung ist fernerhin zu beachten: Zufolge den mit Belgien, Luxemburg, Finnland, Frankreich, Holland, Italien, Norwegen, Schweden und der Schweiz abgeschlossenen Verrechnungsabkommen ist eine Freigabe aus obigen Sperrkonten zur Bezahlung deutschen Exports nicht gestattet, sofern die Kontoinhaber ihren Wohnsitz in den genannten Ländern haben. 4. Registermarkguthaben. Diese Guthaben sind auf das dritte Stillhalteabkommen von 1934 zurückzuführen, das die ursprünglich auf ausländische Währungen lautenden Kredit- und Verschuldungsverhältnisse inländischer Stillhalteschuldner gegenüber ausländischen Stillhaltegläubigern zum Gegenstand hat. Es handelt sich hier um Beträge, die ausländischen Banken in einem bei der Reichsbank geführten „Register" gutgeschrieben sind. Diese Beträge werden auf Verlangen des ausländischen Gläubigers in Reichsmark zurückgezahlt, können aber nicht transferiert, alfo nicht in fremde Währung umgewandelt werden und bleiben unverzinslich. Der Zweck dieser Registermark, die im Ausland marktgängig gehandelt wird, ist folgender: Man will die Stillhaltekredite allmählich abbauen, sie längerfristig festlegen, dabei aber unsere Devisenlage nicht verschlechtern. Die Verwendungsmöglichkeit der Registermark ist teils mit, teils ohne Genehmigung der Reichsbank sehr vielseitig. Der ausländische Kontoinhaber eines Registermarkkontos kann auch zugunsten ausländischer Reisender durch Zahlungsanweisung, ober durch Ausstellung von Schecks und Akkreditionen je Person bis zu 50 RM., bei Vorlage von Empfehlungsschreiben von hierzu befugten Banken bis zu je 100 RM. für jeden Tag verfügen. Ferner kann die Bezahlung im Jnlande von Eisenbahnkarten auf Strecken innerhalb Deutschlands, sowie für Studienaufenthaltskosten in Deutschland mittels Registermark erfolgen. Flug- und Schiffskarten können dagegen auch im Auslande bezahlt werden. Nicht gestattet ist aber die Verwendung von Registermark zur Bestreitung der Lebensunterhaltskosten für Mitglieder ausländischer diplomatischer Vertretungen, ausländischer Journalisten und für Unterstützungszwecke. 5. A 11guthaben. Hier handelt es sich um Guthaben von Ausländern, die vor dem 16. Juli 1931 in Deutschland entstanden sind. Verfügungen hierüber bedürfen der Genehmigung der Devisen- jtelle. Dieje wird zu den gleichen Zwecken wie bei Kreditsperrguthaben erteilt. 6. Auswanderersperrguthaben. Wenn jemand nach dem 3. August 1931 seinen Wohnsitz ins Ausland (auch Saargebiet) verlegt hat, ist er Ausländer geworden, und sein Guthaben in Deutschland zum Äuswanderersperrguthaben. Er kann darüber etwa in gleicher Weise verfügen, wie über Altguthaben und Kreditsperrguthaben. Diese Ausführungen, die das komplizierte Gebiet der Devisenverordnungen nur andeutungsweise behandeln konnten, lassen erkennen, wie schwer es für den Nichtfachmann ist, sich ein klares Bild über die Materie zu verschaffen, und es kann deshalb allen, die mit Ein- und Ausfuhr und mit Devisen zu tun haben, nur dringend empfohlen werden, sich bei der Reichsbank, oder bei den in Frage kommenden Devisenbanken (Großbanken) beraten ** VostpersonaIien. Angenommen wurden als fiilf5Dof febaffner der Postbetriebsarbeiter Adams in Gießern Bestätigt wurde als. Postschaffner der Postschaffner a. P. Klee in Gießen. Planmäßig angestellt wurde als Telegraphenleitungsaufseher der Telegraphenbauhandwerker Re ich mann in Butzbach. In den Ruhestand getreten sind der Post- inspektor Schmidt in Gießen und der Postschaffner August Müller in griebberg ** Grippe-Erkrankunge n l n Gießen — kein Grund zur Beunruhigung Bei dem anhaltenden naßkalten fetter der letzten Wochen hat in unserer Stadt die Grippe ziemlich stark um sich gegriffen. Glücklicherweise tritt die Krankheit in durchaus harmloser Form aus- Durch den Witterungsumschlag und die kälteren Tempe raturen der letzten beiden Tage durfte em Abflauen der Krankheitserscheinungen zu erwarien sein. Zu Besorgnissen ist erfreulicherweise kein der Zeit vom 4. bis 7. Januar fand in Es- die Deutsche Rasse-Geflügelschau statt. Zum drittenmal seit der Einigung der deutschen Rasse-Geflügelzüchter hatten die Züchter der Reichsfachgruppe der Ausstellungs-Geflügelzüchter Gelegenheit, dem In- und Ausland zu zeigen, was deutscher Züchterfleiß auch unter besonders schwierigen Verhältnissen geschaffen hat. tauben: fg E. August Gutmann (Bad Vilbel): Zwergwyandotten, schwarz: sg E, dreimal sg Z, zweimal sg. Karl Habicht (Homberg a. d. Ohm): Zwerglangschan, schwarz: v E, sg Z, zweimal sg, g. Heinrich Harth (Nidda): Hessische Kröpfer-Tauben, jchwarz: sa E, sg Z, sg, g. Karl Haub II. (Nieder- Weisel): Leghorn, weiß: g, b. Hermann Haus (Dauernheim): Hessische Kröpfer-Tauben, schwarz: sg, g; dieselben rot: sg Z, g. August Heil (Ossenheim): Brünner Kröpfer-Tauben: sg, fünfmal g. Georg Henritzi (Ockstadt): Rheinländer, schwarz: fg, g. Karl Heß (Großen-Linden): Rheinländer, jchwarz: sg, g. Ludwig Heß (Watzenborn-Steinberg): Italiener: einfachkammig, gestreift: sg Z, g. Otto H e ß (Lang-Göns): Cajuga-Enten: zweimal sa Z, zweimal sg. Robert Hilger (Weckesheim): Rhodeländer: zweimal sa, dreimal g; derselbe Hessische Kröpfer-Tauben, blau: sg Z, zweimal fg, bie- eiben bunte! getigert: breimal sg. Wilhelm Hofmann (Lollar): Rhodeländer: sg E, sg Z, viermal fg, g. Heinrich Hofmann (Marburg): Federfüßige Zwerge, porzellanfarbig: fg E, breimal sg, g. Heinrich Hottes .(Friedberg): Antwerpener Bartzwerge, schwarz: zweimal jg Z, sg, g, b. Wilhelm Jacobi (Bad Vilbel): Welsumer, rebhuhnfarbig: fg E, jg; berfelbe auf indische Laufenten: fg, auf Strasser-Tauben, blau: zweimal sg, g. Heinrich Jäger II. (Ober-Hörgern): Hessische Kröpfer- Tauben, rot: sechsmal sg unb E. Alfred Jung (Großen-Linden): Wyandotten, silber: viermal g. Ludwig Klinkel XIII. (Lollar): Wyandotten, chwarz: jg E, zweimal sg Z, zweimal sg. Jean Kolter (Bad-Nauheim): Französische Bagdetten, weiß: viermal sg und Z. Heinrich Kraft III. (Wallenrod): Rheinländer, schwarz: sg Z, sg, dreimal g. Jean Kranz (Schotten): Koburger Lerchen: g Z, fünfmal sg, g. Friedrich Kraul (Ebsdorf): Italiener, einfachkammig, rebhuhnfarbig: sg, zweimal g, b; derselbe auf einen Stamm sg. August Lenz (Klein-Linden): Zwergrhodeländer: zweimal g Z, sg. Georg Lutz (Klein-Linden): Schönheits- brieftauben: zweimal g. Friedrich Mandler (Wißmar): Vorwerkshühner: zweimal sg Z., g. Wilhelm Möbs I. (Echzell): Nürnberger Lerchen: g Z, zweimal sg, g; derselbe, auf Schönheitsbrief- auben: sg f. Kl., sg, g. Heinrich Mögt III. (Echzell): Wyandotten, schwarz: sg Z, sg, dreimal g; derselbe auf Zwergwyandotten, weiß: sg Z; derselbe auf Hessische Kröpfer-Tauben: sg Z, zweimal g, g. Ludwig Mogk (Echzell): Zwergwyandotten, weiß: sg S, sg Z, g, zweimal b. Otto Mu h l (Reichelsheim i. d. W.): Rhodeländer: dreimal sg Z, dreimal sg, zweimal g. Karl Müller (Lang- Göns): Federfüßige Zwerge, porzellanfarbig: zweimal sg. Wilhelm Müller (Wetzlar): Sebright, jilder: zweimal sg E. Adolf N o h l II. (Reichelsheim i. d. W.): Hessische Kröpfer-Tauben, weiß: zweimal g. Hugo Noll (Echzell): Jugendgruppe, Sonderschau: Wyandotten, schwarz: zweimal A, einmal l. A. Philipp Ostheim (Echzell): Wyandotten, rebhuhnfarbig: sg Z, g; derselbe Altdeutsche Kröpfer-Tauben: sg S, fünfmal sg Z, sg f. Kl., viermal sg. Wilhelm Pfaff (Krofdorf): Rheinländer, schwarz: dreimal sg, g. Simon Pfeiffer (Marburg): Wyandotten, schwarz: sg E, zweimal sg Z, viermal sg, g. Karl Philipp IV. (Watzenborn-Steinberg): Neuenglische Zwergkämpfer: zwei- mal sg S, dreimal sg Z, viermal sg. Willi Pipp (Echzell): Wyandotten, weiß: dreimal b. Karl P i tz (Laubach): Hessische Kröpfer-Tauben, fahl: sg Z, sg, q, b; derselbe auf Koburger Lerchen: b. Adolf Rathschlag (Nidda): Schönheitsbrieftauben: sg E, zweimal sg Z, sg, zweimal g. Karl R e > h 1 (Heldenbergen): Hessische Kröpfer-Tauben, schwarz: fq Z, dreimal sg. Rudolf Reuter (Friedberg i. H): Neuenglische Zwergkämpfer, birFenfarbtg: sg, g. Heinrich Roos I. (Echzell): Wyandotten, hell: sg E, sg Z, sg- Heinrich Ruhl (Garbenteich): Neuenglische Zwergkämpfer: zweimal sg Z, sg, g. Otto Soedler (Nieder-Gemünden): Federfüßige Zwerge, porzellanfarbig: fg E, dreimal sg Z, sg, zweimal g. August Seibert (Wieseck): Zwergrhodeländer: sg, b Willi Schäfer (Wißmar): Schönheitsbrieftauben, fahl mit gelb: sg. Heinrich Schlier (Butzbach): Zwergwyandotten: sg Z, sg, zweimal g. Richard Schmidt (Kolbenmühle bet Harbach): Indische Laufenten: zweimal fg, zweimal g. Edmund Schäfer (Nieder-Weisel): Zwerglangschan, schwarz: sg, g, b. Wilhelm Stengel (Rodheim v. d. H.): Italiener, einfachkammig, rebhuhnfarbig: g; derselbe auf Hessische Kröpfer-Tauben: zweimal sg. Rudolf Stoffel (Echzell): Schönheitsbrieftauben: zweimal sg, b. Karl Stoll III. (Lang-Gons): Rhodeländer: sg Z, sg, g. Wilhelm Sturtz (Gdarts- hausen): Hessische Kröpfer-Tguben, schwarz: sg s.KI., fq, g f. Kl. Emil Valdor (Wetzlar): Brunner Kröpfer-Tauben, schwarz: zweimal g, gestorchte zweimal g. Theodor Vogt (Reichelsheim i. d. W.): Hessische Kröpjer-Tauben, weiß: dreimal sg Z, viermal sg, g. Otto Volk (Gambach): Wyandotten, rebhuhnfarbig: sg E, dreimal sg Z, sg. Wilhelm W a q n e r (Gleiberg): Zwergpaduaner: sg E, sg zweimal sg, g. f. Kl., g. A. Walther (Bauernheim): Strasser-Tauben: sg Z, sg, dreimal g. Albert Wiedemann (Lich): Zwerglangschan, schwarz: fg E, sg, dreimal g. Johannes Wormsbucher (Marburg): Rheinländer, schwarz: zweimal g. Zum wird c klären einm gen in Lerpjl zuruje mit G Nonß mini^l ris al sch u-I der sta vertret hatte Laval! rungeu ihre U gen V Die Wkt< machui ventioi nien, l 3n Rii Heg mer erk [tim feit nen abät eine \ ©.jfxfport Ergebnisse im heimischen Fußbail fand den mit die aus 4900’6 Z:3-Sieg in Cschwege. Wie bereits kurz gemeldet wurde, brachte Handballgauligaelf der Spielvereinigung 1900 3m Fünfkampf der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine in Deutschland an erster Stelle. Zum Jahresabschluß veröffentlichte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft DeutscherReichs- bahn-Turn- und Sportvereine, der Turn- und Sportlehrer Hans W e ft p h a l, die Leistungen der Deutschen Reichsbahn-Turner und Sportler. Der VfB. Reichsbahn Gießen schneidet dabei sehr günstig ab. Die Leichtathleten des VfB.- Reichsbahn haben sich mit ihren guten Leistungen beim Fünfkampf die Spitze in Deutschland erkämpft. Ein kühner Traum der Gießener Leichtathleten ist damit zur Tatsache geworden. Besonders der jungen Schwimmerin beschieden, auch bei Kämpfen am 19. und 20. Januar in Stuttgart Erfolg abzuschneiden. DfD.-Reichsbahn-Leichtathletik. Am vorigen Sonntag standen sich auf dem Wie- secker Sportplatz beide Mannschaften im Rückspiel der Verbandsrunde gegenüber. Das Vorspiel gewann Steinberg mit 6:1 Toren, Wieseck wollte deshalb die Gelegenheit nicht verpassen, die erlittene Niederlage auszugleichen. Gespannt sah man dem Treffen entgegen, das unter Leitung des Unparteiischen Koob (Garbenheim) stand. Es gab ein flottes Spiel, bei dem die Gäste schon nach vier Minuten zum Führungstor kamen. Wieseck wurde nun merklich besser und erzielte Ecke auf Ecke, kam jedoch erst in der 20. Minute zum Ausgleichstor. Steinberg ging nun mächtig aus sich heraus, kam jedoch nicht mehr über die gute Abwehr der Einheimischen hinweg. Bis zur Halbzeit stellte Wieseck das Resultat auf 4:1. Nach Seitenwechsel wurde Steinberg fast ganz in seiner Hälfte festgehalten. Wieseck erhöhte das Ergebnis in gleichmäßigen Abständen und konnte zum Schluß mit 8:1 Toren als verdienter Sieger das Feld verlassen. * Im Radländerkampf Deutschland — Schweiz, der am 26. Januar in der Stuttgarter Stadthalle dem Fußballkampf beider Nationen vorausgeht, werden die deutschen Interessen durch die Steher Möller und Guzek, die Amateurflieger Merkens, Hoffmann und K n e e r, die Bein Heuchelheim statt. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Wieseck II — Steinberg II 8:1. Ortsgruppe Gießen des Bundes der Gaarvereine. Leiter: Potizeihauptwachtmeister Thum, Reuen Baue 4, II. Sämtliche Anfragen von Abstimmungsberechtigten find an die Saarobleute zu richten, die zu jeder Auskunft und Anterstühung gerne bereitstehen. Saarobleute sind: 1. Oberarzt Dr. Rau h, Gießen, Universitäts- Augenklinik, 2. Verwaltungs-Oberinspektor Hentschel, Gießen, Welckerstraße 12, 3. Gerichtsreferendar koch, Gießen, hitlerwall 51. Anfragen wegen des Transportes zur Abstimmung find an den Transportleiter Thum oder den stellvertretenden Transportleiter k o ch zu richten (Anschriften siehe oben). Biedenkopf. Breidenbach schlug Gemünden erwartungsgemäß mit 5:2 Toren. VfL. Krofdorf-Gleiberg. krofdorf-Gleiberg I — Leihgestern I 4:2 (0:2). Ein sehr interessantes und schnelles Spiel zeigten die beiden Mannschaften in Krofdorf. Während Leihgestern in stärkster Aufstellung erschien, mußte der Platzverein Ersatz einstellen. Aus diesem Grunde gab auch Leihgestern in der ersten Halbzeit meistens den Ton an, und als Krofdorf noch einen Verteidiger durch Verletzung verlor, erzielte Leihgestern kurz hintereinander zwei Treffer. Nach Wiederanstoß sah man aber zum allgemeinen Erstaunen, wie die Krofdorfer Mannschaft nun mit einem ungeheuren Eifer ins Spiel ging. Es klappte jetzt in allen Reihen, so daß Erfolge kommen mußten. Bald war auch der Gleichstand erzielt. Leihgestern „M. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Sportverein Bissenberg I — Teutonia Watzenborn- Steinberg I 0:2 (0:2). Gleich im ersten Spiel des neuen Jahres überraschte die 1. Mannschaft der Teutonen, diesmal aber nach der angenehmen Seite. Der Sieg von 2:0-Toren überrascht um so mehr, als doch bekannt ist, daß in Bissenberg sehr schwer Punkte zu holen sind. Schon so manche Mannschaft scheiterte an der Bissenberger schnellen und überaus zähen Elf. Die Aussichten für die Teutonen wurden noch geringer, als in letzter Minute noch zwei Mann ersetzt werden mußten. Der linke Verteidiger Wehrum und der zuverlässige Tormann E. Happel konnten nicht mit von der Partie sein. So stand denn der rechte Verteidiger O. Burger im Tor und in der Verteidigung spielten Fett und Lang. Das Schlußtrio war somit die Stärke der Mannschaft und die übrigen Spieler standen den Leistungen dieses Mannschaftsteils kaum nach und so hat denn jeder einzelne — im Sturm setzte sich auch jeder zur vollsten Zufriedenheit ein — gleichen Anteil an diesem schönen Sieg. Die Teutonen traten mit folgender Mannschaft auf den Plan: D. Burger; Lang, Fett; Schäfer, Schmandt, E. Burger; Buß, Sarnes, O. Happel, Fischer, Haas. Zwar fand sich Bissenberg infolge des eigenen Platzes schneller, doch die Gästehintermannschaft wehrte sicher ab. Bald wurde das Treffen ausgeglichen und in der 18. Minute bringt der Linksaußen auf schönes Zuspiel von rechts her seine Mannschaft in Führung. Angefeuert durch diesen Erfolg setzte sich ’die gesamte Mannschaft mit allen Kräften für die Verbesserung dieses Resultates ein und in der 30. Minute wurde dieser Einsatz durch ein zweites Tor des Rechtsaußen belohnt. Mit diesem Resultat ging es in die Pause. In der zweiten Hälfte stellten sich die Teutonen, heute trotz geschwächter Mannschaft, aber um so größer der Siegeswille, auf Halten dieses Resultates ein, was auch trotz härtestem, aber jederzeit fairem Kampf gelang. Durch diesen zweifellos außerordentlichen Erfolg dürfte die Mannschaft wieder wesentlich an Selbstvertrauen gewonnen haben. Schiedsrichter O. R ü s p e l e r (Krofdorf- Gleiberg) leitete zur beiderseitigen Zufriedenheit. Fußbattergebniffe der KreisUaffe 1900 II — Grünberg 2:3; Oberndorf — Bechlingen 5:1; Heuchelheim — Spfr. Wetzlar 4:0; Albshausen — Werdorf 1:3; Spfr. Wetzlar II — Waldgirmes 2:2; VfB. II — Lollar 1:5; Burgsolms — Wetzlar II 3:1; Krofdorf — Leihgestern 4:2; Kinzenbach — Frankenbach (Frankenbach nicht angetreten); Launsbach — Krofdorf II 6:0; Biffen- berg II — Stockhaufen (Stockhausen nicht angetreten); Leihgestern II — Lollar II (Leihgestern nicht angetreten); Wieseck II — Steinberg II 8:1; Steinbach — Garbenteich 6:5; Wißmar — Treis 4:2. Oie Bezirksklaffe Marburg. In der Bezirksklasse „Gruppe Marburg" festigte der VfB. Kurhessen seine Position als Tabellenführer durch einen 2:1-Sieg im Lokalfpiel gegen Germania 08. Beide Mannschaften zeigten in den ersten 30 Minuten ein großes Spiel, in dem der VfB. durch größere Einheitlichkeit leicht überlegen spielte. Er .schoß auch das Führungstor als Krönung eines gut angelegten Angriffes. Germania glich durch einen Eckball, der Wey and aus der Hand rutschte, aus. Der VfB.-Mittelläufer Berndt schied einer Verletzung wegen aus und wirkte erst nach Halbzeit sehr behindert auf dem linken Flügel wieder mit. Dadurch wurde das Spiel des VfB. sehr nachteilig beeinflußt, fo daß Germania längere Zeit mehr vom Spiel hatte. Das Schlußdreieck des VfB. lief aber zu großer Form auf, jedoch auch die Verteidiger und der Tormann Germanins waren ihrer Aufgabe gewachsen. Einen von Berndt eingeleiteten Angriff trug Fischer gut weiter, seine präzise Vorlage schoß Böttner zum Siegestor ein. Im Hinterland gab es eine Ueberraschung, in dem der vorjährige Meister FV. Wallau auf eigenem Platze gegen Bottenborn nach gleichwertigem Spiel mit 1:0 Toren unterlag. Mit dem gleichen Ergebnis gewinnt der FV. 1920 Ockershaufen in wurde dadurch sichtlich entmutigt, diese Situation wurde vom Gegner ausgenutzt, der noch zwei Treffer erzielte. Dann wurde aber auch Leihgestern wieder lebendiger, die Hintermannschaft von Krofdorf war jedoch nicht mehr zu schlagen. Kämpft Krofdorfs Mannschaft in gleichem Geiste weiter, so wird noch mancher Gegner Punkte lassen müssen. Sportverein 4920 Lollar. Lollar — VfB. Ligareferve 5:1 (2:1). Die erste Mannschaft des Sportvereins Lollar konnte gegen VfB. Gießen II auf dem Waldsportplatz einen verdienten 2:1-Sieg erringen. (Wir berichteten darüber.) Die zweite Mannschaft weilte in Leihgestern. Die Punkte fielen kampflos an Lollar, da der Gastgeber nicht antrat. — Lollars Jugendmannschaft, die erst neu zusammengestellt wurde, mußte Heuchelheims Jugend den Sieg Fberlassen. Das Spiel abhalten. Entwicklung und weiterer Ausbau bet deutschen Postsportvereine sind die Hauptpunkte der Tagesordnung. Gustav Eder befindet sich seit einigen Tagen in Kopenhagen, wo er am Freitag gegen den Dänen Einar Aggerholm seinen Titel als Europameister zu verteidigen hat. Eder ist in Kopenhagen, tpo er nur noch ein leichtes Training absolviert, Gegenstand lebhafter Ovationen der sportbegeistert ten Dänen. rufsflieger Richter und Stesses und den Straßenfahrer Geyer vertreten. 2500 Meldungen sind für das Berliner Hallensportfest eingegangen, so daß sich die Leitung entschließen mußte, die Veranstaltung auf zwei Tage auszudehnen. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Postsportvereine, der über 300 Vereine angehören, wird am 13. Februar in Würzburg eine Tagung Eschwege einen 7:3-Sieg mit. Das Resultat bedeutet einen befriedigenden Abschluß der Vorrunde und läßt auf einen Wiederanstieg der Mannschaftsform schließen. Beide Vertretungen hatten Ersatz einstellen müssen. Dieser fügte sich jedoch bei den Gießenern fo gut ein, daß man fast von einer glücklichen Mannschaftsaufstellung sprechen konnte. Es wurde uneigennützig und schnell abgegeben und so kam es, daß die 1900er bereits eine Viertelstunde nach Spielbeginn mit drei Toren in Führung lagen. Das mußte um so mehr in Erstaunen setzen, als die Elf eine recht strapaziöse Reise hinter sich hatte. Für den Rest der ersten Spielhältte blieben die Blauweißen weiterhin tonangebend, aber der Eschweger Hüter lief zu einer derartigen Form auf, daß bis zum Wechsel nur noch ein zählbarer Erfolg erzielt werden konnte. Die Eschweger hatten inzwischen einen Strafwurf zu verwandeln vermocht. In der zweiten Halbzeit schien es zunächst, als ob die Platzbesitzer dem Spiel eine andere Wendung geben wollten, denn sie griffen forsch an und konnten auch auf 4:2 verkürzen. Die 1900er Kom- binationsmaschine kam aber dann wieder gut in Fahrt und bald hieß es 6:2. Bei verteiltem Spiel bis zum Schlußpfiff war jede Partei noch einmal erfolgreich. Das Treffen selbst verlies, obwohl der Boden hohe Anforderungen stellte, in jederzeit fairer Weise und wurde auch gut geleitet. Der Sieg der 1900er war in dieser Höhe durchaus verdient. Jeder einzelne gab sein Bestes. Die Tore erzielte der Jnnensturm, der diesmal gut zusammenarbeitete. Die gesamte Hintermannschaft spielte geschickt und aufopfernd. Die Eschweger Mannschaft bewies zu wiederholten Malen, wie gefährlich sie sein kann. Hanni Holzner schwimmt Weltrekord Beim Olympia-Prüfungsschwimmen stellte die Brustschwimmerin Hanni H ö l z n e r - Plauen über 200 Parbs einen neuen Weltrekord mit 2:48,4 Minuten auf und verbesserte damit die alte Höchstleistung der Dänin Jacobsen um 1,1 Sekunden. v. Gramm in St. Moritz geschlagen. Der deutsche Meister Gottfried von Cramm mußte am Sonntag bei dem internationalen Hallen- Tennisturnier eine überraschende Niederlage bin- nehmen. Im Viertelfinale wurde der deutsche Meister von dem Franzosen Gentien glatt 6:2, 6:2 ausgeschaltet. Kurze Sportnotizen. Fußball mit zwei Schiedsrichtern wurde in England bei einem Spiel zwischen Nord- und Südengland ausprobiert. Es dürfte der erste und letzte Versuch dieser Art gewesen fein, denn bei dem sehr oft sich im Mittelfelde abspielenden Kampf griffen wiederholt beide Schiedsrichter mit verschiedenartigen Entscheidungen und Pfiffen ein und stifteten damit nicht selten größte Verwirrung an. der bekannte Luh findet die größte Beachtung. Westvhal schreibt über ihn u. a.: „Die Wurfleistungen sehen uns im Kugelstoßen durch den 21jährigen Otto Luh vom Gießener Verein auf einem guten Platz mit einer Leistung von 14,78 Meter. Eine ausgezeichnete Leistung. Luh ist bereits körperlich gut durchgebildet, das beweisen feine anderen Leistungen. Er erzielte im 100-ÄIeter-Lauf 11,1 Sek., 200-Meter-Lauf 23,6 Sek., 300-Meter-Lauf 37,4 Sek., Dreisprung 11,74 Meter, Weitsprung 6,51 Meter, Diskuswurf 38,73 Meter, Speerwurf 44,42 Meter, Schleuderball 54,10 Meter, Wurfkeulenweitwurf 68,70 Meter, Steinstoßen 9,57 Meter. — Vereinsleitung und Trainingsleitung können stolz auf diese sein, die ihnen beweist, daß der beschrittene Weg richtig ist und zum Aufstieg führt. Zur Zeit unterliegen alle Leichtathleten einem scharfen Hallentraining. Die Leitung liegt in den Händen des Sportlehrers R. Fischer. Die Aufstellung einer sportlichen Musterriege im VfB.- Reichsbahn soll die Schlagfertigkeit und den Kameradschaftsgeist der Aktiven weiterhin verbessern. Die Aufnahme in diese Musterriege entscheidet nicht nur praktisches Können, sondern auch Charakter und Geist. Jahreshauptversammlung des Zachamts Handball im Kreis VIII (Lahn-Oill). Unter dem Vorsitz des Kreisspielwartes L u h, Allendorf (Lahn), fand am Sonntag in Gießen die Hauptversammlung des Fachamts Handball im Kreis 8 für das Spieljahr 1934 statt. Nach der Begrüßung durch den Kreisfpielwart, in der er besonders für das Erscheinen des Kreisführers des Kreises Lahn-Dill der DT., Daupert, Wieseck, und des Bezirksspielwartes, Seibert, Wetzlar, dankte, gab er den Jahresbericht, in dem er die Aufgaben des Handballes sowie die Entwicklung in unserer näheren Heimat umriß. Seinen Ausführungen sei entnommen, daß zur Zeit in unserem Kreisgebiet über 50 Mannschaften das Spiel pflegen und Grundlagen für eiye Werbung weiterer Mannschaften bestimmt vorhanden seien. Anschließend folgten die Berichte der Fachwarte. Der Fachwort für Sommerspiele, Loh, Gießen, berichtete über die im vergangenen Jahr durchgeführten Faustball- spiele. Auch er behandelte in seinem Bericht die Spielweife des Faustballspielens, indem er sie als genau so anstrengend auf der einen Seite und für den Körper stählend auf der anderen, der des Handballspielens gleichstellte. Auch hier waren 50 Mannschaften beschäftigt, gewiß ein ungeheuerer Aufschwung, wenn man bedenkt, daß im Vorjahre noch nicht 20 Mannschaften zu verzeichnen waren. Schiedsrichter-Obmann D r v l s b a ch , Garbenteich, behandelte das schwierige Schiedsrichterwesen und legte den Vereinsführern ans Herz, unbedingt in Zukunft für die Gestellung eines Schiedsrichters aus jedem Verein zu achten. Bezirksfpielwart Seibert, Wetzlar, vermittelte als ein erfahrener Handballpivnier die dann lebhaft einsetzende Aussprache. Mit.Pressefragen beschäftigte sich alsdann Pressewart Leib, der im Einzelnen über die Zusammenarbeit mit den Zeitungen unseres Heimatgebietes berichtete und weitere Anregungen gab. Zum Schluß des offiziellen Teiles ehrte Kreisfpielwart Luh die Sieger des Spieljahres 1933/34 durch Überreichung von Diplomen. Diplome erhielten: Handball: I. Kreisklaffe: Tv. Lützellinden; II. Kreisklaffe: Tv. Holzheim; III. Kreisklaffe: Tv. Hochelheim. Faust ball: A-Klaffe: Tv. Ballersbach; B= Klasse: 2. Mannschaft Steinbach (Dillkreis); Altersstufe: Tv. Nauborn. Mit einem dreifachen „Gut- Heil!" auf die Sieger wurde die Ehrung beschlossen. Sodann hielt Kreisführer Daupert eine An- svrache, in der er als die höchste Aufgabe der DT. die Erziehung des deutschen Menschen zu der heute über ollem stehenden Einheit berausstellto. Starker Beifall lohnte seine Ausführungen. Mit einem „Sieg-Heil!" wurde die Ta'gung geschlossen. Großer Erfolg einer Gießener Schwimmerin. Bei den in Kassel am Sonntag abgehaltenen Schwimm-Wettkämpfen anläßlich des Olympia- Springerkursus unter Führung des deutschen Springmeisters M a r a u n (Berlin), konnte Fräulein von Düring (Gaumeisterin im Gau XII Nordhessen) einen sehr beachtenswerten Erfolg im 200 - Meter - Brustschwimmen erzielen. Der Wettbewerb war von den besten Damen der Gaue besetzt und zwar von Frl. Singel, Germania, Dortmund (2. Deutsche und 4. Europameisterin im Springen). Frl. v. Düring, SV. Gießen, Frl. Hartwig, SV. Göttingen und Frl. Könning, SB. Kassel. Hier errang Frl. v. Düring den 1. Sieg mit 3:26,6 Minuten, dicht darauf folgte Frl. Bingel (Dortmund) mit 3:27,8 Minuten. Hoffentlich ist es IIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIHI Äla Änzelgen-Äktlengeiellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gketzen / Grhulstvatze Z iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiii|iiiiiiiiiiiip Wk WmWlMlWlW fll 6(15 WlklWM im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße am Sonntag, dem 43. Zanuar4935. Beginn 44 Uhr. Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, hat anerkennenswerterweise die Gesamteinnahmen der Vorstellung dem WHW. zur Verfügung gestellt. Wir erwarten von der Gießener Bevölkerung eine entsprechende Teilnahme. Kartenvorverkauf: Durch die Kreisleitung Gießen. Sämtliche Gliederungen der Bewegung, sämtliche Vorsteher aller Behörden u. Aemter, sämtliche Schulleiter, die Leiter der Banken, die Gießener Geschäfte lassen bis spätestens Donnerstag, 10. Januar, um 12 Uhr die entsprechende Anzahl von Karten auf der Kreisleitung (Abteilung Kasse) abholen. Geschäftsstunden täglich von 10-12 und von 15-18 Uhr. Programm: l.Luana, Geheimnisse der Südsee. Phantastisch schöne Bilder aus dem Paradies der Südsee. Ein Film in deutscher Sprache. In der Hauptrolle; Dolores del Rio. 101d 2. Im Beiprogramm: Ein lebendes Spielzeug - Ufa-Wochenschau. Preise der Plätze: 0.50 bis 1.50 RM. Heil Hitler! Schmelz, Kreispropagandaleiter. Bekanntmachung. Die in Kellern und ähnlichen Räumen vorhandenen Schnaken sollen durch Ausbrennen mittels Spiritusfackeln beseitigt werden. An alle Bewohner ergeht die Bitte, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung dadurch zu unterstützen, daß den beauftragten Personen das Betreten der in Frage kommenden Räume gestattet wird. 108D Gießen, den 7. Januar 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t. Eintritt frei! Meine Damen ? Haben Sie es noch nötig, lebenswichtige Nährwerte, wie Vitamine, Algumine, Zucker, Mineralstoffe, Eiweiß usw. durch Dämpfe bei täglichem Kochen mit veralterten Kochgeräten zu vergeuden und sich abzuhetzen ? Nein! WMH Meine Herren! Sie können es nicht länger verantworten! Was Sie Ihrem Geldbeutel, was Sie ihren Damen an unnötiger, unsauberer Arbeit mit den unwirtschaftlichen bisherigen veralterten Kochgeräten zumuten, das geht wirklich zu weit. MW Jawohl! Eintritt Einladung! Kommen Sie gemeinsam am Mittwoch, 9. Jan., nur abends 8 Uhr, und Donnerstag, 10. Januar, nachmittags 4 und abends 8 Uhr, in den Saal des Hotel Schütz (sep. Eingang). Es spricht Herr Sprungmann, Düsseldorf über: Das modernste, beqnemste und billigste Kochen der Welt Dieser Wunder-Koch- und Einkoch - Apparat kocht geruchlos ein komplettes Essen in wenigen Minuten selbsttätig gar: Ohne Holz! Ohne Kohlen! Ohne Gas! Ohne Strom! Ohne flüssigen Brennstoff! Er bezahlt seine Anschaffung selbst! - Gleichzeitig praktische Vorführung von 5 kompletten Essen. — Bei dieser Gelegenheit findet eine kostenfreie Verlosung eines dieser Wunderapparate, nebst 9 weiteren praktischen Haushaltsgegenständen statt 104D Hausfrauen mit Gatten und Verlobte sind besonders eingeladen. Edgar Borrmann KGe Küchengeräte Gieben, Neustadt 5