§amtag, 7. Dezember W35 185. Jahrgang Ur. 286 Erstes Blatt £“£« aS*a**am Eichener F>milienblätter ffl IemBL IWuT IW 9H iW/TW ■ ■ WW ■■ 4 MU IW Grundpreise für 1 mm ksöhe HeimatimBild DieScholle ■ MMB W UV IZ i F B | I F i MW W W X I Tll I fl JF W für Anzeigen von 22 mm Monats-Bezugspreis: W W W W W< H Br H H W / I |B U< WWW W Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Mi NF M ■ Ä W M WL ■ S Ä ■ M B ■ M W W anzeigen von70 mm Breite Ohne Illustrierte „ 1.80 W W ■ W H W.M^ .KL M i W 50Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr.. „ -.25 W " ▼ ■ V ■ ▼ ▼ M vorh.Vereinbg.25°/. mehr. S?Ä»5 KJ V -rmätzig.- Srund-r-i,-- infolge höherer Eewall < <- Stellen-, Derems-, gemein- General-Anzeiger sur Vberhessen gg= grontfurt^ÄinllGss Druck und Verlag: vkühl'sche Unlverfitäts-Vuch- und Steindruckerei B.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng°n°b,chiüff° Staffel» Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen l London, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter setzen nur sehr geringe Hoffnung auf die heutige Besprechung in Paris zwischen Sir Samuel Hoare und Laval. Allgemein wird zwar betont, daß der Sieg Lavals in der Kammer als sehr bedeutsamer und g ü n st i g e r F a k t o r für die Festlegung eines gemeinsamen britisch-französischen .Standpunktes zu bewerten sei, es sei aber äußerst zweifelhaft, ob sich Mussolini überhaupt zu Verhandlungen auf der Grundlage der Pariser „Friedenspläne" bereitfinden werde. „Daily Telegraph" meldet, der Aufschub der Abreise Sir Samuel Hoares nach Paris auf Samstag sei darauf zurückzuführen, daß der Außenminister zuerst den vom britischen Botschafter in Rom erwarteten Bericht über dessen Zusammenkunft mit dem italienischen Unterstaatssekretär S u v i ch am vergangenen Donnerstag prüfen wolle. Sir Eric Drummond habe der italienischen Regierung erklärt, daß Italien im jetzigen Augenblick g ü n st i g e r e Bedingungen als bei einer unbegrenzten Fortsetzung des italienischen Feldzuges in Abessinien erhalten könne. Sollte sich der Duce zu Verhandlungen bereit erklären,- dann würden die britischen und die französischen Staatsmänner die Aufschiebung der O e l s p e r r e, das Verfahren für die Friedensverhandlungen und die Bedingungen, unter denen der Frieden abgeschlossen werden konnte, erörtern. Sollte sich Musso- ini jedoch weigern, dann müßten Sir Sagebote zu erhalten. . , Ob dieser Versuch, die im Sommer abgebrochenen Dreierverhandlungen wieder anzubahnen, allerdings so schnell zum Ziel führen wird, daß der Sanktionsmaschine des^ Völkerbundes die nächste Umdrehung erspart wird, erscheint immerhin zwei- melhaft. Der Beschluß und die Durchführung einer Oelsperre sind indessen zweierlei. Kems an dem Oelerport nach Italien interessierten Länder hat Lust sich am Boykott zu beteiligen, um vielleicht dem'vorsichtigeren Konkurrenten das Geschäft allein zu überlassen. Daher haben Sowjetrußland und Rumänien bereits erklärt, ohne die Vereinigten Staaten nichts unternehmen zu wollen Und die Regierung in Washington hat zwar erklärt, daß die Unterbindung des Oelexportes nach den knegfuh- oerbot aufzuzwingen. Auch dann bleiben noch die großen Oelproduktionsländer Mexiko und Venezuela, deren Haltung unsicher ist. Es ist also durchaus zu begreifen, wenn sich Italien durch die Drohung mit der Oelsperre nicht auf den ersten Anhieb ins Bockshorn jagen läßt, sondern darauf vertraut, daß es immer Außenseiter geben wird. k e i t der Anglikanischen Kirche und ihre Stellungnahme gegen den „faschistischen Imperialismus" und das „diktatorische Regime Italiens' als eine indirekte Antwort betrachten. Maßgebende Kreise legen den größten Nachdruck darauf, festzustellen, daß die Unterhausrede keine neue Grundlage enthalte, von der eine Aenderung und Besserung der Lage erwartet werden könne. Eine diplomatische Lösung werde um so schwieriger, je mehr Interessen berücksichtigt werden sollten. Wolle man wirklich zu einer Lösung kommen, so sollte man damit beginnen, auf die Oelsperre gegen Italien zu verzichten. Unter der Drohung der Oelsperre sei eine Aussprache nicht möglich und ohne Verzicht auf diese Sperre eine Lösung kaum zu finden. Hoare und Laval einen letzten Appell an richten und sich über die Notwendig- der Anwendung von Oelsanktio- zu einem bestimmten Zeitpunkt renden Ländern in der Linie ihrer Politik strikter Neutralität läge, aber zu einem regelrechten Verbot für die amerikanischen Oelproduzenten bedarf es eines Beschlusses des Bundeskongresses, der so schnell nicht zu erreichen sein wird. Geheimnisvolles Dunkel umhüllt den sagenhaften Monopollieferungsvertrag, den die Standard Oil mit der italienischen Regierung abgeschlossen haben soll. Beide Beteiligten bestreiten entschieden jedes Abkommen, aber das war nicht anders zu erwarten. Nun wird behauptet, der Monopoloertrag läge fix und fertig vor, er werde aber erst unterzeichnet, wenn der Sanktionsausschuß des Völkerbundes die Oelausfuhr- sperre gegen Italien beschließe. Die Standard Oil Rockefellers beherrscht die nordamerikanische Petroleumproduktion, die mit 70 v. H. an der Welt- rangemacht, aus eigener Kraft einen Kriegsschatz zusammenzutragen, mit dessen Hilfe Italien den Angriff des Völkerbundes auf feine Wirtschaft parieren will. Königshaus und Geistlichkeit haben sich an die Spitze der Opfernden gestellt und begeistert folgt das Volk ihrem Beispiel. Italien ist entschlossen, die Zähne zusammenzubeihen und durchzuhalten. Diese Bereitschaft zum Aeußersten trifft in England auf die gleiche zähe Entschlossenheit, die Beendigung des'Abessinienkonflikts zu erzwingen und nach so häufigem Versagen nun end- lch die Brauchbarkeit des Völkerbundsapparats als Mittel zur Kriegsverhütung zu beweisen. Baldwin sowohl wie Hoare haben bei aller Mäßigung im Ton keinen- Zweifel darüber aufkommen lassen, daß die britische Politik auch nach den Parlamentswahlen den eingeschlagenen Weg unbeirrt weiterverfolgen werde. Es hätte den Anschein haben können, als ob die aus dem Abessinienkonflikt sich ergebenden Verpflichtungen für England als Mitglied des Völkerbundes für die konservative Regierung ein willkommener Vorwand gewesen sei, um die sanktionslüsterne Opposition zu zwingen, das große Aufrüstungsprogramm mitzumachen. Aber der Völkerbundsgedanke spielt in der öffentlichen Meinung Englands eine so außerordentliche Rolle, daß an der Aufrichtigkeit der Völkerbundspolitik des Kabinetts nicht zu zweifeln ist. England ist sich nach langem Schwanken wieder der Verantwortung bewußt geworden, die ihm feine Macht auferlegt. Es will prüfen, ob der Völkerbund ein brauchbares Experiment für eine Friedenspolitik ist, wie sie für das britische Weltreich lebensnotwendig ist. Es will aber auch nachholen, was es nach der ungewohnten gewaltigen Kraftanftrenguna des Krieges anderthalb Jahrzehnte hindurch vernachlässigte, feine nationale Rüstung. Denn auch England erkennt heute, daß ein scharfes Schwert die beste Sicherung des Friedens ist. Das ist eine Lehre, die ihm der Abesfi- nienkonftikt erteilt hat und die es beherzigen wird. es würden die beiden wichtigen Städte Harr ar und Dschidschiga abessinisch bleiben. MiensiehttemeneueGrundlage Kuhle Aufnahme der Hoare-Rede. Rom, 6. Dez. (DNB.) Die Erklärungen des englischen Außenministers im Unterhaus werden in Italien sehr kühl auf genommen. Die römischen Zeitungen unterlassen jede Stellungnahme. Selbst die ernste Versicherung, daß England weder die Stellung Mussolinis schwächen, noch das faschistische System zerschlagen wolle, vielmehr ein starkes und von einer starken Regierung geleitetes Italien wünsche, scheint ins Leere gefallen zu sein. Indes kann man den heutigen Leitartikel des „Giornale d'Jtalia" gegen die Geistlich- Schwere Bombenangriffe italienischer Fliegergeschwader auf das abessinische Hanptgnartier. Oer Kaiser und der Kronprinz in Lebensgefahr. - Oie Abessinier melden Beschädigung eines amerikanischen Lazaretts. wurden das amerikanische Krankenhaus und die Plätze des Roten Kreuzes bombardiert. In den Kreisen der in Dessie weilenden Pressevertreter herrscht große Aufregung. Man erwartet, daß in kurzer Zeit auch Addis Abeba das Ziel italienischer Fliegerangriffe sein wird. Scharfer Protest m Gens. G e n f, 6. Dez. (DRV.) Beim Generalsekretär des Völkerbundes ist folgendes Telegramm des Kaisers von Abessinien vom K.Dezember eingegangen: „Seit Beginn der Feindseligkeiten ist uns klar gewesen, daß die italienische Regierung die Taktik anwendet, unser Volk nicht durch ihre eigenen Truppen, sondern einzig durch die Verwendung mechanischer 7N i t t e l und durch eingeborene Truppen aus den italienischen Kolonien zu vernichten. Sie kann sich wohl für berechtigt halten, uns zu bombardieren, wenn wir ausziehen, um die Leiden unserer Soldaten zu teilen und um unseren Boden zu verteidigen. Aber das Bombardieren offener Städte wie Dabat und Gondar und zahlreiche Dörfer mit friedlicher Bauernbevölkerung und ohne Truppen und Verteidigungsmittel sowie das Töten von Frauen und Kindern und das Bombardieren von Lazaretten des Roten Kreuzes sind unbestreitbar Verletzungen des internationalen Rechtes. Die Beschießung eines Lazaretts ist heute in Dessie erfolgt und von vier Merkten, den Doktoren Dassius, Lob, Schuppler und Bellot, und von den Berichterstattern von Associated Preß, Times, Reuter, Chicago Tribüne und Daily Erpreß f e st g e st e l l t worden. Wir haben selbst den Tod einer Frau und zweier Kinder Heute Jusammenkunst zwischen Hoare und Laval 3n London besteht wenig Hoffnung auf eine Verhandtungsbereitschast Mussolini». Diese zwangsläufige Verzögerung in der weiteren Inbesitznahme derjenigen Teile Abessinien, auf die Italien Anspruch erhebt, kann natürlich nicht ohne Einfluß auf die Stellung Italiens in den diplomatischen Verhandlungen bleiben. In Paris haben sich die Kolonialsachoerständigen Frankreichs und Englands zusammengesetzt, um einen neuen Vermittlungsvorschlag auszuarbeiten, die die Grundlage für Friedensoerhandlungen bieten kann. Die britische Regierung hat auch nach den Parlamentswahlen wiederholt erklären lassen, daß ein Friedensvorschlag nur bann Aussicht auf die Zustimmung Englands haben werde, wenn alle drei Partner des Konflikts: Italien, der Völkerbund und Abessinien mit den Vorschlägen einverstanden sein könnten. Der von den Kolonialsachverständigen ausgearbeitete Plan scheint sich aber allzu eng an den im Sommer auf der Pariser Konferenz aufgestellten Plan anzulehnen, den Italien damals schon als gänzlich undiskutabel abgelehnt hatte. Man will wohl, abgesehen von der Provinz Ogaden im Süden, auf die Abessinien anscheinend gutwillig verzichten würde, den Italienern Adua und einige Landstriche im jetzt okkupierten Gebiet überlassen, mit Ausnahme von Aksum, der heiligen Stadt der Abessinier, aber im übrigen soll sich die italienische Einflußnahme auf eine wirtschaftliche Durchdringung des im übrigen als souveräner Staat bestehen bleibenden Kernlandes beschränken, ja, die Italiener sollen Abessinien, sogar noch einen Hafen an der Eritreaküste mit Zugang durch einen Korridor einräumen. Es ist kaum denkbar, daß Italien heute nach militärischen Erfolgen und einem Engagement sehr beträchtlicher wirtschaftlicher Kräfte in dem beanspruchten Lande einen Plan gutheißen wird, der gegenüber dem vor Beginn der Feindseligkeiten abgeiehnten Vorschlag kaum sichtbare Vorteile bietet. Nimmt man noch hinzu, daß Italiens Prestige als Großmacht durch die Sanktionspolitik des Völkerbundes auf eine harte Probe gestellt ist, — ein Punkt, in dem die Italiener nach der schoflen Behandlung in den Pariser Friedensschlüssen begreiflicherweise besonders empfindlich sind — so ist tatsächlich kaum zu sehen, wie hier eine Verständigung gesunden werden kann. In Paris wirb heute Sir Samuel Hoare au: der Durchreise nach der Schweiz erwartet, wo er als eifriger Schlittschuhläufer einen längeren Erholungsurlaub verbringen will. Der britische Außenminister hat eben dem neugewählten Unterhaus sein außenpolitisches Programm entwickelt. Es ist überall dort, wo die Interessen des brittschen Weltreiches berührt werden, in China, Aegypten und denen ein gutes Geschäft lieber ist, als das Renommee des Völkerbundes. Bei der gewaltigen Anspannung der italienischen Staatsfinanzen werden allerdings die an einem Oelgefchäft Interessierten der leidiaen Geldfrage einige Aufmerksamkeit schenken müssen. Wenn davon gesprochen wird, daß die Standard Oil den Italienern einen beträchtlichen Lieferungskredit einräumen werde, so ist daraus schon ersichtlich, wo den Italienern der Schuh drückt. Mit einem bewunderungswürdigen nationalen Schwung hat das italienische Volk auf den Aufruf des Duce hin sich da- Addis Abeba, 6. Dez. (DNB.) Wie von abessinischer Seite gemeldet wird, erfolgte am Freitagvormittag zwischen 8 und 9 Uhr ein großer Fliegerangriff auf das abessinische Hauptquartier in Dessie. Die Italiener, die die Stadt mit neun Caproni-Flugzeugen angriffen, sollen einige hundert Bomben abgeworfen haben. Von den Folgen des Luftangriffs soll auch das amerikanische Hospital in Mitleidenschaft gezogen worden sein, auf dessen Gebiet eine Reihe Presseberichterstatter in einem Zeltlager lebte. Bei dem Fliegerangriff befand sich der Kaiser in größter Lebensgefahr. Im Verlaufe der drei Bombenangriffe auf die Stadt wurde auch der Palast des Kronprinzen, in dem der Kaiser Quartier bezogen hatte, schwer getroffen und geriet in Brand. Obwohl ein Teil des Gebäudes bei dem Bombardement .zerstört wurde, gelang es dem Kaiser und dem Kronprinzen, sich in Sicherheit zu bringen. Beide blieben unverletzt. Es heißt, daß bei dem Fliegerangriff 32 Personen getötet und 100 verwundet worden sein sollen. Der Kaiser und der Kronpinz begaben sich in das Hospital, wo sie die Verletzten besuchten, unter denen sich auch der belgische Zensor Leutnant Lefrepont befindet. Ein italienisches Flugzeug soll abgeschossen worden sein. Die italienischen Flieger näherten sich im Geschvaderfluge gegen 8 Uhr früh Dessie und verteilten sich dann. Die Flugzeuge gingen bis auf 2 0 0 Meter herab und bombardierten alle Gebäude, die weithin sichtbar waren. Die Angriffe auf Dessie wiederholten s i ch innerhalb einer Stunde mehrere Male, wobei einige hundert Bomben abgeworfen wurden. Das Abwehrfeuer setzte sofort beim Beginn des Bombenabwurfes ein, wo'rauf die Flugzeuge gleich größere Höhen aufsuchten und von dort aus den eisernen Regen über die Stadt abwarfen. Gleich beim ersten Angriff der tieffliegenden Flugzeuge Hart aus Hart. Der bisherige Oberbefehlshaber der italienischen Truppen in Abessinien, Marschall d e B o n o, ist bei feiner Rückkehr nach Rom von Mussolini mit betonter Herzlichkeit empfangen, roorben. Man wollte anscheinend den Eindruck vermeiden, als ob Meinungsverschiedenheiten zwischen der politischen und militärischen Leitung den Kommandowechsel verursacht hätten. Mussolinis Vorliebe für einen häufigen Wechsel in der Verwendung seiner engeren Mitarbeiter ist bekannt. Die Ablösung de Bonos durch den Chef des Generalstabes, B a d o g l i o , brachte man indessen mit dem Wunsch in Verbindung, in Abessinien schneller zu sichtbaren Erfolgen zu kommen, als bisher, um für die mit einigen Pausen ja trotz der Völkerbundssanktionen immer noch fortgeführten Verhandlungen zwischen den am Abessinienkonflikt in erster Linie interessierten drei Großmächten ein Faustpfand in die Hände zu bekommen. Aber diese Erfolge scheinen bislang auch dem neuen Oberkommandierenden versagt geblieben zu sein. Die Nachrichten vom Kriegsschauplatz sind dürftig und widerspruchsvoll. Immerhin weiß jetzt auch die abessinische Heeresleitung Teilerfolge an allen Fronten zu melden, nachdem der Aufmarsch des Gros ihrer Truppen nach der sehr umständlichen und langwierigen Mobilmachung anscheinend beendet ist und die abessinische Hauptarmee nach einem bestimmten Operationsplan in Aktion zu treten scheint. Im Norden konzentrieren sich die Kämpfe einmal um M a k a 11 e, das die Abessinier zuruck- zuerobern trachten, zum andern um den Takaz- z e f l u ß , in dessen Tal die Abessinier den italienischen Truppen den Vorstoß auf das wichtige Gondar nördlich des vielbesprochenen Tanasees im eigentlichen Stammesgebiet der Amhara zu verlegen suchen. Seit Tagen schon wird von beiden Seiten der Beginn einer großen Entscheidungsschlacht an der gesamten Nordfront angekündigt, aber die spärlichen Nachrichten sind zu undurchsichtig, um sich ein genaues Bild von den Operations- plänen machen zu können. Im Süden ist der Vormarsch auf Harrar, der die strategisch zweifellos entscheidende Verbindung mit der Nordarmee an der Grenze von Britisch- und Französisch-Somaliland und über die Bahnlinie Addis Abeba—Djibuti einleiten solltt, offenbar ebenfalls zum Stehen gekommen. Die Schwierigkeiten scheinen hier in der Wüste des Ogaden-Strichs mit der Entfernung von der Operationsbasis und d^r Ausdehnung der Etappenstrecken beträchtlich zu wachsen. Die Heeresberichte der beiden Gegner lassen sich schlecht zusammenreimen. Nur soviel scheint mit einiger Sicherheit festzustehen, daß die Italiener sich an allen Fronten in der Verteidigung befinden, ob beabsichtigt, oder durch feindliche Einwirkung, muß dahingestellt bleiben. Jedenfalls wird die Heimat in der Presse durch militärische Sachverständige darauf vorbereitet, daß nach den schnellen Anfangserfolgen bei Adua, Aksum und Makalle mit einer neuen und wesentlich anders gearteten Phase des Krieges gerechnet werden müsse, nachdem auch Abessinien größere und besser bewaffnete, von europäischen Offizieren ausgebildete und wohl auch beratene Truppeneinheiten ins Feld stellt. Abessinien auf Mäßigung und Ausgleich abgestellt. Soll man die Beorderung eines Teils der seit dem Sommer beträchtlich verstärkten britischen Mittelmeerflotte zu Uebungen im Atlantischen Ozean als eine solche Geste der Bereitwilligkeit zu entgegenkommenden Verhandlungen deuten? In der englischen Presse wird dies bestritten und die Maßnahme mit der Notwendigkeit seemännischer Uebungen der Schiffsbesatzungen erklärt. Wir entsinnen uns, daß England noch vor wenigen Wochen es abgelehnt hatte', nach dem Rücktransport einer italienischen Division aus Libyen nun auch seinerseits seine Mittelmeerflotte entsprechend zu vermindern, obroobl Frankreich sich warm dafür eingesetzt hatte. Die Franzosen hängen fest im englischen Schlepptau, sie werden wie den bisherigen Sanktionen auch der Oelsperre zustimmen, falls der Völker-, erzeugung den Löwenanteil hat. Man ersieht daraus, bundsausschuß, der auf ihr Betreiben bis zum! welche Bedeutung für die erdölerzeugenden Mtt- 12 Dezember vertagt worden war, diese für Italien oliedsstaaten des Völkerbundes Rumänien und reckt heikle Maßnahme beschließen sollte. Aber La-1 Sowjetrußland die Frage haben muß, ob die Regie- oal bemüht sich emsig, den Faden nach Rom nicht; rung der Vereinigten Staaten gegebenenfalls in der abreiften zu lassen Er wird jetzt in Paris sicherlich! Lage sein wurde, der Standard Oil em Oelausfuhr- alles daransetzen, um von Sir Samuel Hoare die h,<> Zustimmung zu einer neuen Fühlungnahme in Rom auf Grund irgendwelcher weiterreichender An- muel Rom feit n e n einigen. Wie Reuter aus Paris meldet, sind noch b e - trächtliche Unterschiede zwischen den englischen und französischen Vorschlägen vorhanden. Die Hauptschwierigkeit bestehe darin, daß Laval eine Regelung mit Mussolini nurdurch die A b- tret'ung der Tigre-Provinz für möglich halte, während England anscheinend nicht bereit sei, über die Rahmenvorschläge hinauszugehen, die dem italienischen Botschafter am Mittwoch durch Laval überreicht wurden. „Daily Herold" meldet, daß die Aussicht auf eine friedliche Regelung mit Mussolini endgültig vernichtet sei und daß Laval und Hoare voraussichtlich schon heute in Paris beschließen würden, dem Völkerbund die sofortige Einführung der Oelsperre vorzuschlagen. Der Duce habe der französischen Regierung mitgeteilt, daß er keine Verhandlungen erwägen wolle, die -irgendeinen G e- bietsaustausch mit Abessinien vorsehen. Gleichzeitig sei mehreren kleineren Völkerbundsstaaten von Italien angebeutet worden, daß es die diplomatischen Beziehungen mit jedem Staat ab- brechen wolle, der 'die Sanktionen in Genf unterstütze. „News Chronicle" will wissen, daß England gewisse abessinische Gebietsabtretungen an Italien bewilligen würde, und zwar ein Streifen von Tigre im Norden einschließlich Adua aber o h n e A k - (um, ein Streifen der Danakiel-Wüste, ein Teil von Ogaden mit dem Fluß Webbe-Schebeli als Westgrenze bis einem Punkt, wo sich der 8. Breitengrad und 42. Längengrad schneiden. Die Nordwestgrenze würde sich bei Aram Areh an die Grenze von Britisch-Somaliland anschließen, d. h. Der Sekretär der Faschistischen Partei hat einen Erlaß herausgegeben, der darauf abzielt, den Brauch des Weihnachtsbaumes in Italien abzuschaffen. Die Provinzialsekretäre der Partei sollen bei den zuständigen Ortsbehörden dahin vorstellig werden, daß in den aufgeforsteten Gebieten Bäume weder entfernt noch abgesägt werden und ferner, daß dieses Baummaterial nicht in den Handel kommt. Botschafter v. H 0 esch gab aus Anlaß der An- weser/"'t des Reichssportführers v. Tschammer und ** *t e n in London ein Mitagessen in der deutschen Botschaft. Unter den Anwesenden befanden sich Botschafter Earl o f Lonsdale, der Unterstaatssekretär des Aeußern Sir Robert Bansit- t a r t, der Leiter des Heeressportwesens, Generalleutnant Knox, der Chef des Generalstabes der Luftflotte Sir Ellington, der Zweite Seelord Sir Dunbar Na smith, Lord Desborough, General Sir Jan Hamilton, der Präsident des englischen Olympischen Komitees, Lord A b e r d a r e o f D u f f r y n und die Mitglieder des Komitees, Lord B u r g h l e y und Sir Curtis-Bennett, ferner der Präsident der Lawn Tennis Association, Sir H. W. W i l b e r f o r c e, sowie die SA.-Gruppenführer Lud in und B eckerle, der Ländes- gruppenleiter der NSDAP, in Großbritannien, Otto Bene und Graf Dürkheim-Mont- mar t i n. turgewinne einzustecken. Ich muß hier auch ein Mahnwort an den deutschen Bauern richten. Gerade er hat heute dafür zu sorgen, daß die Ernährung sichergestellt wird. Die Preise müssen gehalten werden, weil eine Möglichkeit zu Lohnerhöhungen bei den Arbeitern nicht besteht. Das bedingt auf der anderen Seite die Forderung, daß auch die Gehälter der übrigen Volksgenossen die gleichen bleiben. Und so, wie es keine Kriegsgewinne geben darf, so können auch keinerlei Rüstungsgewinne geduldet werden. Humor aber keine Hetze. Der Ministerpräsident erklärte, es sei unwichtig und manchmal sogar erheiternd, wenn sich das Volk Witze über jemand erzähle und uns selbst tue es außerdem nicht weh. Im Gegenteil, man freue sich, wie stark sich das Volk mit einem beschäftige. Man müsse Großzügigkeit und guten Humor besitzen, um dabei selber am meisten lachen zu können. Aber u m so unerbittlicher müsse man sein, wenn versucht werde, durch böswillige Propaganda und giftige Hetze das Vertrauen zu erschüttern. Er warnte auch davor, mit der nationalsozialistischen Weltanschauung und dem ehrlichen opfergetränkten braunen Tuch geschäftlichen Reichsleistungskampf -er Deutschen Studentenschaft eröffnet Eine programmatische Rede des Reichsstudentenschastsführers. Mißbrauch zu treiben. Man solle sich auch da« vor hüten, sich allzusehr aufzuspalten in einzelne Organisationen und solle sich abkehren davon, die Regierung nach den Erträgnissen zu beurteilen, die sie dem einzelnen bringe. Die Regierung dürfe nur nach dem beurteilt werden, was sie vollbringe an grundlegenden Leistungen für die Gestaltung unterer Zukunft und unseres Reiches. „Schasst Charaktere!" Der Ministerpräsident verwies weiter auf die Bedeutung des Vorbildes der nationalsozialistischen Führer, bei denen es entscheidend auf das Charakterliche ankomme. Schafft Charaktere, so rief er aus, schafft anständige Kerle — und die Bewegung ist unerschütterlich. Die nationalsozialistischen Führer können ein solches Volk wie das deutsche nur zu wahren Nationalfozialisten erziehen, wenn sie selbst ein Vorbild sind. Nur charakterlich einwandfreie Männer können im Dritten Reich führen. Männer, die sich in Wahrheit nach dem Vorbild des Führers richten. Im Blick auf ihn, unseren Führer, verschwindet, so rief Göring unter brausendem Beifall aus, alles Kleine und alles Schwache. Sein Werk, seine Sorgen sind so groß, daß das allein genügen kann, ein ganzes Volk anständig, gut und tapfer zu machen. Donnefeldf5 ■ U w in Dosen J v v A Das moderne Japan. Eine Buchbesprechung. — Sei ji Noma: Kodansha, dieAuto- vlographle des japanischen Z e i t u n g s- konlgs Verlag Holle & Co., Berlin-Halensee. Preis geb. 5,80 RM. — (459) — Was wir von der Welt des Fernen Ostens wissen, verdanken wir aller- mei t den Berichten von europäischen Forschern, Misponaren und Journalisten, Soldaten und Kaufleuten, die versucht haben, mit ihren „westlerischen" -lugen den Schleier zu durchdringen, hinter dem der ewig lächelnde Mensch des Ostens für uns io geheimnisvoll und unbegreiflich bleibt. Nur selten gelangt zu uns nach Deutschland ein unmittelbares Zeugnis modernen fernöstlichen Lebens, das in so ungeahntem Maße aufschluß- reich für das Verständnis der inneren Triebkräfte Volkes ist wie dieses Buch Seiji 5? wird auch IN seiner Heimat der japa- , 7 Zeltungskonlg genannt, obwohl seine Beben- iavaniin d-r Beherrschung des japanischen Zeltschriftenwesens liegt und er nur 'nen, und zwar keineswegs den größten japan"- e?nen 3burUfh95f°n3ern .''kontrolliert", wenn man für nnX hnc $ amerikanischen Wirtschaftsvorgang auch. dLs dort gebräuchliche Wort Gebraucht/Die roemgften unserer Leser werden nämlich wissen, porationen entweder sich aufgeben oder ein- gegliedert werden in die Reihen der Bewegung, sei es daher nicht nur zweckmäßig, sondern geradezu notwendig, die studentische Jugend im Rahmen eines Appells an ihre Leistungsfähigkeit zum praktischen Arbeitseinsatz zu bringen und sie fernzuhalten von politisierenden und sog. reinen hochschulpolitischen Maßnahmen. Durch den Leistungskampf soll dokumentiert werden, daß die Studentenschaft sich als Glied der gesamten arbeitenden deutschen Jugend fühlt, daß sie ihrerseits zwar besondere Aufgaben zu erfüllen hat, sich aber bewußt ist, daß sie ihre speziell akademischen Dinge nur in ständiger Verbindung und als besonderer Teil der gesamtdeutschen Jugend durchführen kann. Der Reichsleistungskampf wurde unter der weltanschaulichen Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes von der Deutschen Studentenschaft organisiert. Für die Bewertung der weltanschaulichen Gesichtspunkte der Arbeiten hat der NSDStB. die letzte Entscheidung. F e i ck e r t schloß mit einem Appell an die deutschen Studenten, sich an diesem Leistungskampf zu beteiligen. Mit den Worten „Nichts für uns, alles für Deutschland!" erklärte Feickert den 1. Reichs- leistungskampf der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen für eröffnet. Der mexikanische Rundfunk verbreitet am 7. Dezember (23 bis 24.30 Uhr Berliner Zeit) auf der Welle X-E-B 1030 kc und der Kurzwelle X-E-B-T 50 Meter ein Konzert, das von dem Chef der Bundesdistriktspolizei Brigadegeneral Vicente Gonzalez veranstaltet wird und das als Sympathiebezeugung gegenüber dem Deutschen Reich gedacht ist. Das Programm sieht auch Ansprachen des deutschen Gesandten und des Professors Pedro Unger vor. Abgeschlossen wird das Konzert von der deutschen Nationalhymne. daß Japan mit fast einem Dutzend von Zeitungen, die m einer Millionenauflage erscheinen, nur noch emen Vergleich mit dem englischen und amerikani- schen Zeitungswesen zuläßt. Die von Seiji Noma kontrollierte „Hochi Shimbun" ist mit einer Auf- lage von 800 000 Stück von den japanischen Mammutzeitungen eine der kleinsten. Aber sie hat ja auch im Wirkungskreis Nomas nur eine untergeordnete Bedeutung. Denn Noma ist mit seiner Gründung der Kodansha der Vater der modernen japanischen Familienzeitschrift oder besser gesagt des japanischen „Magazins" geworden. Amerikanisch wie sein Werk mutet auch der Aufstieg dieses Mannes an, der es vom einfachen Volksschullehrer aus Zwar sehr achtbarer, aber in den Kriegen gegen das Shogunat (das japanische Hausmeiertum um die Mitte des 19. Jahrhunderts) gänzlich verarmten Familie bis zum Multimillionär und Beherrscher des japanischen Zeitschriftenmarktes gebracht hat. Aber amerikanisch ist nur die Außenseite, denn Noma wie sein Werk wurzeln fest im echten javanischen Volkstum und gerade diesem Hineinvressen alten japanischen Volksguts der Kodans (historische Romane, die von gewerbsmäßigen Märchenerzählern vorgetragen werden) in eine moderne hochkapitalistische Wirtschaftsform verdankt Noma seinen beispiellosen Aufstieg. Und diese Verbindung aus dem nie versiegenden Born alten japanischen Volkstums schöpfenden nationalen Kräfte des Landes der aufgehenden Sonne mit allen Errungenschaften des modernen Kapi- talismus der modernen Wissenschaft und Technik, dieses Jneinanderfließen fo verschiedenartiger Ströme ist die ungeheure Energiequelle für die Stoßkraft des zum Kampf um die Alleinherrschaft in Ostasien angetretenen Japans. Das ist vielleicht der stärkste Eindruck dieses Buches, das auch durch die fesselnde und überaus offenherzige Erzählung Nomas über feine keineswegs streberhafte, eher sorglos lockere Jugend sein Leben als Lehrer auf der fernen süd- liajen Luchuinsel und bann seine ersten Magazin- grunbungen als kleiner gänzlich mittelloser Ange- stellter der Universität Tokio einen tiefen Einblick m Das japanische Volksleben gewährt. Das Buch macht sehr nachdenklich und ist geeignet, das Bild, Das wir uns von der aufsteigenden Großmacht im fernen Osten gemacht haben, in vielen Punkten zu berichtigen, um so mehr, als der Verfasser sehr na- turnd) und in einer uns Europäern ganz abhanden gekommenen Bescheidenheit ohne jede politische Nebenabsicht von sich und seinem Werke erzählt. feslgestellk. Das amerikanische Lazarett in Desfie. das mit Genehmigung die Abzeichen des Roten Kreuzes trägt, ist st a r k beschädigt worden. Obwohl Italien niemals seine gegenüber Abessinien übernommenen Verpflichtungen eingehalten hat, glauben wir. Sie bitten zu sollen, den 2HU- gliedsstaalen diese neuen Verletzungen der internationalen Gesetze und Gebräuche durch Italien mit teilen zu wollen." Abessinien bemüht sich um eine amerikanische Anleihe. London, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Sekretär der abessinischen Gesandtschaft in London, Zaphiro, und der amerikanische Finanzmann Chertok reisten gemeinschaftlich am Freitagabend von London nach Neuyork ab. Zaphiro erklärte, er habe von seiner Regierung den Auftrag erhalten, sich um eine Anleihe in Amerika zu bemühen. Neue Unruhen in Kairo. London, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie die Morgenblätter melden, sind die Hinweise aus Aegypten in der außenpolitischen Unterhaus-Rede Sir Samuel Hoares in Kairo ungünstig ausgenommen worden. Besonders in der Studentenschaft herrsche Enttäuschung und Unzufriedenhei t, die am Freitag zu neuen schwerenUn- ruhen geführt hätten. Etwa 1000 Studenten seien durch die Hauptstraßen marschiert und hätten einen Boykott britischer Waren gefordert. Die herbeieilende Polizei sei mit Flaschen, Steinen und Knüppeln angegriffen worden. Die Kundgeber hätten mehrere Stratzenlampen zertrümmert und die Fenster von Läden und Omnibussen eingeworfen. Sieben Polizisten seien verletzt worden. Oer Reichssportführer bei Ministerpräsident Baldwin. London, 6. Dez. (DNB.) Der Reichssportführer von Tschammer und Osten wurde vom britischen Ministerpräsidenten Baldwin empfangen. Der Ministerpräsident begann die Unterredung mit dem Ausdruck seiner lebhaften Genugtuung über den schönen und reibungslosen Verlauf des deutsch- englischen Fußballwettspiels, an dem er niemals gezweifelt habe. Der Reichssportführer äußerte sich in gleichen Ausdrücken der Befriedigung über den Geist wahrer Sportskameradschaft, in dem das Spiel ausgetragen worden fei. Er dankte für den herzlichen Empfang, der der deutschen Mannschaft und ihm selbst von allen Kreisen der Bevölkerung bereitet worden sei, und gab der sicheren Erwartung Ausdruck, daß dieser wahre Sportgeist auch die in Zukunft auszutragenden deutsch-englischen Wettkämpfe beseelen werde. Deutschlands Heer dient dem Weltfrieden Ministerpräsident Göring spricht in Hamburg. Geschichte Englands von einem Engländer. Eine Buchbesprechung. — George Macauley Trevelyan: Geschichte Englands, zwei Bände, 36 Karten. Preis gebunden 17,50 Mark. Verlag von R. Olben- bourg, München. — (297) — Wir sind gewohnt, treibende Kräfte, Höhen und Täler in der Geschichte eines fremden Volkes aus dem Gesichtswinkel eigenen Empfindens für ihre Bedeutung in der Menschheitsgeschichte zu betrachten, ja sogar dies oder jenes Ergebnis geschichtlicher Entwicklung, die eine oöer andere staatliche Einrichtung, den oder jenen geschichtsbildenden Charakterzug eines fremden Volkes einzuschätzen nach dem, was uns an unserem eigenen Idealbild zu fehlen scheint. Eine Geschichte Englands aus der Feder eines Engländers bietet dagegen den unschätzbaren Vorzug, daß wir Kenntnis erhalten von der Wertskala, die die Engländer selbst an ihre Geschichte und an die Männer, oie sie gemacht haben, anzulegen pflegen. An der Darstellung Trevelyans, der als Historiker der Universität Cambridge einen bedeutenden Rang in der englischen Geschichtswissenschaft einnimmt, fallt schon rem äußerlich auf, welch großen Wert der Verfasser auf die ausführliche Schilderung der frühen Geschichte seines Landes legt etwa bis zum Reformationszeitalter, also auf eine Epoche, aus der dem Durchschnittsdeutschen im allgemeinen nur etwa ein Dutzend Namen ohne engeren Zusammenhang geläufig zu sein pflegten. Aber gerade diese Zeit schafft die Voraussetzungen für die Einheit von Staat und Volk, die seitdem nicht mehr ernstlich in Frage gestellt, die Grundlage für den beispiellosen Aufstieg Englands zum britischen Weltreich in den folgenden mer Jahrhunderten bildete. Die Rassenmischung zwischen den iberischen Ureinwohnern und keltischen, römischen, angelsächsischen, dänischen und normannischen Eindringlingen schuf das englische Volk und damit den Boden für das Werden eines britischen Nationalgefühls und jener besonderen Staatseinrichtungen, die der Eigenart dieses Volkes entsprachen. Aber wenn diese Entwicklung auch im großen und ganzen mit der normannischen Eroberung abgeschlossen ist, so treffen wir — Trevelyans Darstellung zeigt dies besonders deutlich — im ganzen Ablauf der britischen Geschichte bis in unsere Tage auf die Spuren dieser Rassenmischung. Das spätere Mittelaller erlaubt England, unter der normannischen Fremdherrschaft unt) den französischen Planta« Hamburg, 6. Dez. (DNB.) Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring sprach in einer gewaltigen Kundgebung in der Hanseatenhalle. Sehr klar arbeitete der Ministerpräsident noch einmal den großen Gegensatz zu dem System der Vergangenheit heraus und fuhr dann fort: Wir versuchen heute die Tagesfragen einzuordnen unter das eine große Schicksalsgesetz: Sorge für das Volk und die Sicherung des Reiches, in dem wir wohnen! (Stürmischer Beifall.) Die Sicherung des Ruches ergibt sich daraus, ob ein Volk seine Freiheit besitzt. Ohne Freiheit kann auch nicht von Sicherheit gesprochen werden. Wir Deutsche haben erkennen müssen, daß Freiheit und Ehre zwei untrennbare Begriffe sind und daß, wenn diese beiden Fundamente zerstört wurden, zwangsläufig jedes Volk zerstört wurde. Noch niemals hat man ein Volk gesehen, das für materielle Dinge in den Tod gegangen ist. In dieser Erkenntnis war es nur zwangsläufig, daß das deutsche Volk sich durch sein neues Heer wieder die Sicherheit schaffte. Wir haben nicht aufgerüstet, um wieder Paraden zu haben, nicht um militaristischen Gefühlen nachzugehen, nicht um andere Völker zu unterdrücken, sondern um den Weltfrieden und unserem Frieden zu dienen. Wenn eine große Nation ihren Frieden garantiert, bann ist bas der beste Beweis für ihre Friedensliebe. Wir sind für internationale Verständigung, aber weil wir dafür sind, haben wir ausgerüstet, denn diese internationale Verständigung hat ihye eigenen Manieren, ihren eigenen Ton und ihre eigene Sprache. Wenn Deutschland, wie es in der Zeit vor uns war, im Konzert der europäischen Mächte nur a u f dem Kamm g e b l a s en hat, dann konnte man dies nicht als richtige Friedensschalmei empfinden. Es gibt manchmal außerordentlich schwerhörige Partner, und diese können, wenn nichts mehr nützt, eben nur durch die gewaltige Sprache von Kanonen wach werden. Wir haben durch unsere Aufrüstung dafür gesorgt, daß wir i n b er internationalen Verstänbigung roieber richtig gehört werben. Der Führer hat oft erklärt: Wir wünschen keine Eroberungen, wir wünschen keinen fremben Besitz, wir wünschen niemanben anzugreifen, aber mir wünschen vor allen Dingen selb st nicht angegriffen zu werben unb selbst nicht verschluckt zu werben. Wir leben in einer Zeit gewaltiger Spannungen unb haben bafür zu sorgen, baß, wenn bas Unwetter eintritt, bie beutschen Fluren baoon nicht verheert werben können. Erz hat stets ein Reich st a r k gemacht, Butter unb Schmalz haben höchstens ein Volk fett gemacht. Gegen dieAchieberundSamfferer Gigantische Arbeit hat bie neue Wehrmacht gekostet. Es fragte sich, ob wir für unsere Devisen Erze kaufen sollten ober andere Dinge. Entweder kauften wir Butter und verzichteten auf die Freiheit ober aber wir erstrebten bie Freiheit und verzichteten bann auf bie Butter. Wir haben uns für bie Erze entschieden. Das ist eine Teilursache der Butterknappheit. Hinzu kommt, daß fünf Millionen Menschen wieder in Arbeit und Brot gebracht sind, die natürlich mehr verbrauchen. Das deutsche Volk hat bewiesen, daß es bereit ist, für ein großes Ziel Opfer zu bringen. Es sind nur immer bie Nörgler unb bie Schieber, bie bas nicht wahrhaben wollen, es finb bie Hamsterer, bie immer, wenn es trübe wirb, als Fettaugen auf ber Oberfläche schwimmen. Noch schlimmer sind bie, bie aus bem vorübergehenden Mangel an diesem oder jenem Gewinne herauszuschlagen suchen. Ich werde meine Polizei anweisen, daß sie in Zukunft gegen diese Burschen mit einer geradezu brutalen Strenge vorgeht. Es gibt aber auch Menschen, die sich zwar Volksgenossen nennen, aber keine Bedenken dagegen haben, Preise zu fordern, die ihnen nicht zustehen, und damit K o n j u n k - schaftlichen und sozialen Entwicklungen und des Verfassungslebens, die Hinweise auf den Einfluß ber Veränderungen im Heerwesen auf die allgemeine Geschichte, bie glänzenben Porträts ber langen Reihe von Männern unb Frauen, bie von Alfreb dem Großen unb Wilhelm dem Eroberer bis Gladstone unb Disraeli ben Gang ber britischen Geschichte bestimmt haben, schließlich die ausführliche Darstellung des irischen Problems im Wandel eines Jahrtausends machen Trevelyans Buch auch jur ben beutschen Leser zu einer ungemein fesselnden Lektüre. Die Einschaltung zahlreicher sehr art= schaulicher Karten unb Stammtafeln sowie ein gutes Register und ein Literaturverzeichnis werden als Hilfsmittel dankbar empfunden werden. Wir freuen uns dieser wertvollen Ergänzung zu ber großartige politischen Enzyklopäbie bes mobernen Eng- landertums, bas uns vor einem Jahrzehnt Sibelius geschenkt hat. Beide Werke vereint können in besonderem Maße dazu dienen, auch breiteren Schichten unseres Volkes ben Weg zu einer uns so not- roenbigen auf ben Grunb gehenden Auslandskunde zu bahnen. __e genets aus dem Feudalismus eine eigene nationale Staatsoerfassung auszubilben unb aus bem Zusammenwirken ber Einflüsse von außen mit ben lebendigen Kräften bes eigenen Volkes bie Grunb- lagen für eine eigene Kultur zu schaffen. Der Ausgang bes hunbertjährigen Krieges in Frankreich brachte bas Enbe bes Traums von einem englischen Großreich in Europa unb schon bie folgenben anberthalb Jahrhunderte (1453 bis 1603) sahen, nach dem Siege Heinrich Tudors in ben Rosenkriegen und nachdem bie britischen Inseln burch bie Entbeckung Amerikas aus ber äußersten Norbwest- ecke ber bamals bekannten Welt in den Mittelpunkt des weltpolitischen Kraftfeldes gerückt waren, England sich die Waffen schmieden zur Eroberung eines neuen Großreichs, das abseits des kleinen Europas Meere beherrschen und ganze Kontinente umspannen sollte. Die Geschichte Englands unter den Tudors und besonders bie Epoche Elisabeths ist ein Höhepunkt in ber Darstellung Trevelyans, sie erreicht einen Schwung, ber bem Glanz unb der inneren Bedeutung dieser Zeit würdig ist. Wozu Elisabeth und ihr Admiral Drake die Voraussetzungen geschaffen hatten, wurde dann in der Stuart-Zeit, in der auf dem Festland der Absolutismus sich ausbildete, Wirklichkeit: ber Sieg des Parlaments über bie Krone, des Common Law über die königlichen Gerichte sicherte bem englischen Bürger bie Freiheit ber Person unb bes Wortes. Parlamentarische Regierung, Selbstverwaltung ber Oemeinben unb religiöse Duldsamkeit bestimmen seitdem das Gesicht Englands. Nach dieser großen inneren Krisis führen Wilhelms III. und Marlboroughs Sieg über die Herrschsucht Ludwigs XIV. für England die lange Blütezeit wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs heraus, die unter dem älteren Pitt durch die Eroberung Kanadas und Indiens England das erste große Kolonialreich bringt. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg unb bas Zeitalter Napoleons erforberte von Britannien bie Anspannung aller Kräfte. Das englische Unterhaus blieb Sieger über Napoleon unb begründete für England ein Jahrhun- bert vollkommener Sicherheit, in dem Palmerston, Disraeli unb (Blabftone bas politische System bis 3um äußersten verfeinern konnten und der moderne britische Imperialismus das zweite britische Kolv- malreich durch die Austeilung Afrikas abrunbete. 3n den hier kurz abgesteckten Rahmen hat Trevelyan ein Netz von Entwicklungslinien unb Beziehungen gespannt, das ein geschlossenes Bild der Geschichte Englands besonders auch nach der kulturellen und wirtschaftlichen Seite hin gibt. Die Schilderung der großen religiösen Auseinandersetzungen, der wirt- Jn der alten Aula der Universität Berlin wurde am Freitagmittag mit einer schlichten Feierstunde der 1. Reichsleistungskampf der Deutschen Studentenschaft eröffnet. Sprechchöre und musikalische Vorträge ber Hitler-Jugenb unb Stubentenschast umrahmten bie Veranstaltung, ber zahlreiche Vertreter ber Partei, berReichsministerien, ber Wehrmacht unb ber Hochschulen beiwohnten. Unterbannführer Knoop, ber stellvertretenbe Leiter bes Jugenbamtes ber Deutschen Arbeitsfront sagte u. a.: Erst burch bie Beteiligung ber beutschen Stubenten werbe bie Front ber gesamten schaffen- ben Jugenb geschaffen. Anbreas Feickert, ber Reichsführer ber Deutschen Stubentenschast, hob in seiner Rebe hervor, baß es sich bei bem Reichsleistungskampf nicht um bie üblichen Preisausschreiben an ben Hochschulen hanbele, bei benen einige Wenige ein speziell wissenschaftliches Thema zu bearbeiten hätten, es fei vielmehr eine Aktion, bie versuche, bie verschieben- artigften wissenschaftlichen Fächer unb Disziplinen im Rahmen eines großen Leistungskampfes zu- sammenzufasfen unb im Sinne einer einheitlichen politischen Ausrichtung zum Einsatz zu bringen. Der Reichsleistungskampf sei bie erste geschlossene politisch - wissenschaftliche Aktion ber beutschen Hochschule. Feickert gab bann bie vier Hauptaufgaben bekannt, unb erläuterte im einzelnen bie praktische Durchführung; er teilte mit, baß bie Reichssieger im Rahmen ber allgemeinen Neichs- siegerehrung bes Reichsberufswettkampfes am 1. Mai 1936 als Vertreter ber jungen geistigen Generation auf Deutschland Hoch- unb Fachschulen bem Führer vorgestellt werben. Den Reichs- unb örtlichen Siegern werbe eine großzügige Weiter- ausbilbung in politischer unb wissenschaftlicher Hinsicht, vor allem auch burch Gewährung von Auslanbstipenbien, ermöglicht werben. In "er letzten Zeit sei vielleicht ber Einbruck entstauben, als ob bie Deutsche Stubentenschast in sich Zerrissen unb uneinig unb nicht imstanbe sei, bie geistige Jugenb auf Deutschland Hochschulen geschlossen für nationalsozialistische Aufgaben unb Erziehungsformen einzusetzen. Gerabe jetzt, wo bie alten Erziehungsformen ber Kor- ts st ein Kunstgenuß ersten Ranges, mit einem der >5 vonTelefunlcen« Musik von den Sendern Europas zu hören: T 512 T 564___RM 342,- bzw. 384- ____RM 459- 7 536 SchmeidwIhaR schön sind die Klänge dieserTelefunkengeröte. Fragen Sie noch derTelefunken-AnschaRungshiHel ein« l sei ldezu )men pro!« fern« hoch- ings« nten« 3 sie hat, Hemi« b als iurch- unfer iozia> Deut« ?tDer* • Ar« ig. deut- pf zu alles eichs- tschen stellt war. Der der republikanisch-demokratischen Vereinigung angehörende Aba. Pernot brachte einen Zusatzantrag ein, die Auslösung verbotener Kampfbünde nicht auf dem Verordnungswege, sondern durch nugsam betont worden. Aber die politische Lage im Mittelmeer und im Fernen Osten hängt wie eine drohende Wolke über der Konferenz. Niemand kann wissen, ob ihr ein Blitzstrahl aus dieser Wolke nicht ein jähes Ende bereitet. Oie Eröffnung der Zlottenkonferenz. London, 6. Dez. (DNB.) Die Flottenkonferenz beginnt am Montag um 10.30 Uhr im Locarno- Saal des Foreign Office. Die Konferenz wird mit einer Ansprache Baldwins eröffnet, der die Abordnungen willkommen heißen und im Namen Großbritanniens sprechen wird. Hierauf wird die Wahl eines Präsidenten der Konferenz folgen. Alsdann werden d i e Führer d e r Abordnungen in folgender Reihenfolge Ansprachen halten: Amerika, Australien, Kanada, Frankreich, Italien, Irland, Japan, Neuseeland und Südafrika. Die eigentlichen Arbeiten der Konferenz werden erst Dienstag früh in Clarence House (Westminster) beginnen. Paris, 6. Dez. (DNB.) In der Kammer verlas Ministerpräsident Laval drei von der Regierung eingebrachte Gesetzentwürfe. Der erste Entwurf sieht die Auflösung aller Verbände vor, die das Wesen von Kampfbünden oder einer privaten Miliz haben. Dieses Gesetz enthält ferner ein Uniform- und Abzeichen- verbot. Der zweite Entwurf regelt das Tragen und den Besitz von Wa f f e n, und der dritte ergänzt das Gesetz über die Pressefreiheit von 1880 dahin, daß Aufforderungen zum Totschlag in der Presse in Zukunft strengeren Strafen unterliegen. Ministerpräsident Laval wies darauf hin, daß nach der peinlichen Aussprache der letzten Tage die Leiter der Kammergruppen in eindrucksvoller Weise ein Abkommen getroffen hätten. Die Regierung habe dieses Abkommen durch die eingebrachten Gesetzentwürfe bestätigt, die hoffentlich bald verabschiedet würden. Die Entspannung habe außerordentlich günftig auf d i e Börse gewirkt. Die Rentenpapiere seien um einige Punkte gestiegen. Die Mehrheit, die die Regierung bei den letzten beiden Abstimmungen erzielte, habe ihr Ansehen gestärkt und dem Goldabfluß ein Ende gesetzt. Für die am Samstag bevorstehenden außenpolitischen Verhandlungen benötigte er einen neuen Vertrauensbeweis. Die Regierung sei allein für die Aufrechterhaltung der republikanischen Einrichtungen verantwortlich, und sie werde nicht dulden, daß ihr irgendeine Gruppe diese Aufgaben abnehme. Die von den Radikalsozialisten eingebrachte Entschließung: „Die Kammer billigt die Erklärung der Regierung und geht zur Tagesordnung über" wurde mit 351 gegen 219 Stimmen angenommen. In einer Nachtsitzung, die vom Freitag 22 Uhr bis Samstag früh um 3.30 Uhr dauerte, hat die Kammer dann drei Gesetzentwürfe mit 408 gegen 179 Stimmen v e r a b s ch i e- d e t und sich darauf auf nächsten Dienstag vertagt, um dann in die Haushaltsberatungen einzutreten. Im Laufe der Nachtsitzung, in der Justizminister Berard die Regierung vertrat, wurde die Regierung bet drei Einzelabstimmungen b e - reits wieder in die Minderheit gebracht. Allerdings ohne Folgen für das Kabinett, da biß Vertrauensfrage nicht g e - in der Lagergemeinschaft des Arbeitsdienstes erlebten Gei st der Kameradschaft und Werks- unb Volksgemeinschaft. Die Arbeitsbienst- pslicht gibt die Möglichkeit, daß nicht nur diejenigen, die a l s Handarbeiter sich in die Front der schaffenden Deutschen eingliedern, sondern auch die künftigen Unternehmer und B e - triebssührer im Arbeitsdienst erzogen werden. Diese werden für ihr ganzes zukünftiges Leben die Auffassung mitnehmen, daß auch in der Wirtschaft das Dienen höher steht als das Verdienst (stürmischer Beifall), daß die Wirtschaftsführung nicht darin besteht, baß man nur die finanziellen Gewinn- und Verlustaussichten erwägt und die Arbeitskräfte der Arbeiter dabei einkalkuliert, so wie die Pferdekräfte einer toten Maschine, sondern sie werden vielmehr durchdrungen sein von dem Bewußtsein, daß die Wirtschaftsführung mit lebendigen Menschen, mit deutschen Volksgenossen zu tun hat, denen gegenüber sie Pflichten zu erfüllen hat, die mit der pünktlichen Zahlung der tarifmäßigen Löhne keineswegs erledigt sind. Der deutsche Arbeiter im nationalsozialistischen Reich ist mehr als nur ein Söldner der Arbeit. Es ist ein Soldat der A r - beit (wiederholter stürmischer Beifall), der sich vom Söldner der Arbeit ebenso grundlegend unterscheidet, wie etwa der Soldat des deutschen Volkshceres vom Soldknecht des 30jährigen Krieges. Das wäre ein schlechter militärischer Führer, der nur mit den Armen und Beinen seiner Soldaten und nicht mit ihren Herzen rechnen roürtie. Und das ist ein schlechter Wirtschaftsführer, der die seelischen Kräfte in der Arbeit und in der Wirtschaftsführung nicht richtig zu werten versteht. lierchöorganrsationsleiter Or. Ley sprach Worte des Willkommens für die neu in die Arbeitsfront aufgenommenen Kameraden. Die □rauen Kolonnen feien der Ausdruck unseres heiligsten Wollens. In den Arbeitsdiensträumen sähen wir nicht mehr den Arbeiter der Faust ober ber Stirn, sondern den Arbeiter, den Soldaten der Ar- ber Arbeitsbank solle künftig bie Brücke btlben, die von dem Arbeitsdienst zur Arbeitsfront fuhrt. Die vom Arbeitsdienst entlassene Jugend soll in die Arbeitsfront mitbringen die im Arbeitsdienst eingeprägte nationalsozialistische Auffassung do n dem W e r t und von der Würde der A r - beit sie soll mitbringen das im Arbeitsdienst an» Eingliederung des Arbeitsdankwerkes in die Deutsche Arbeitsfront. Leipzig, 6. Dez. (DNB.) Am letzten Tage der Schulungstagung der Deutschen Arbeitsfront verkündete Hauptamtsleiter ©eigner folgende Vereinbarung: Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, und der Reichsarbeitsführer Konstantin Hier! haben in der Erkenntnis, daß das Erlebnis des im Arbeitsdienst begonnenen nationalsozialistischen Erziehungswerkes über denWehr- dienst hinaus sorgsamster Weiter- pflege bedarf, um sich im Leben des Volkes b e - sonders im Leben der Arbeit voll entfalten und auswirken zu können, folgende Vereinbarung getroffen: 1. In der Deutschen Arbeitsfront wird ein Zentra l a m t „A r b e i t s d a n k" errichtet. Mit der Leitung dieses Amtes wird der Leiter des Arbeitsdankwerkes Pg. Oberarbeitssührer v. Hertzberg beauftragt. 2. Das Arbeitsdankwerk mit seinen besonderen Aufgaben bleibt weiterhin bestehen unter dem Ehrenvorsitz des Reichsarbeitsführers. 3. Die Durchführungsbestimmungen sind zwischen dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und dem Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl besonders vereinbart. 4. Diese Vereinbarung tritt mit dem 1. Dezember 1935 in Kraft. Die Verkündung dieser Vereinbarung wurde von den 4000 in Leipzig versammelten DAF.-Waltern mit minutenlang anhaltendem stürmischem Beifall ausgenommen. Anschließend erklärte Reichsarbeiksfiibrer Hierl, ungen, r noch rifani’ Noma ■ Auf- nischen sie hat unter- seiner deinen igt des kanisch Man- •r aus 'n das n die rmten rrfcher t.Aber na wie Volks, i jap°' omane, vorge- listifche iellosen ie ver- höpsen' chenden NM'' lit die- Strömt straft vstasien Das Kabinett Laval gesichert. Gesetze über dieKampsbünde von der Kammer in einerAachtsthung verabschiedet IS über locker* en füd' ’ 2111(1.*' Einblick - Sach s Bild' acht liN ehr J* °M' erzo^ 4 und Wirkungen des „Schweinemordes von 191T* und der damit im Zusammenhang stehenden Fragen der Ernährungswirtschaft beauftragten Ausschuß eingesetzt. Diesem Ausschuß gehören unter seinem Vorsitz folgende Herren an: vom Reichs- Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft Staatssekretär Backe, Ministerialdirektor Dr. Moritz und Ministerialdirektor Dr. Saure, vom Reichsnährstand Reichsobmann Staatsrat Meinberg, Verwaltungsamtsführer v. Kanne und Stabsamtsführer Dr. Reischle und von der Geheimen Staatspolizei der Reichsführer SS. Himmler und SS.-Gruppenführer Heidrick. Mit der Geschäftsführung dieses Ausschusses wurde Ferdinand Friedrich Zimmermann beauftragt. „Familienunterstützung für bedürftige Angehörige der Wehr- und Arbeitsdienstpflichtigen/' Berlin, 6. Dez. (DNB.) Amtlich wird mitge« teilt: Der Reichsmnister des Innern wird in den nächsten Tagen im Verordnungswege bestimmen, daß den Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufenen Wehrpflichtigen und der einberusenen Arbeitsdienstpflichtigen im Falle der Bedürftigkeit eine ausreichende „Familienunterstützung" zu gewähren ist. Sie wird nicht den Charakter der öffentlichen Fürsorge tragen und daher auch nicht zurück« zuerstatten sein. Dies wird auch für die Unterstützungen gelten, die die öffentliche Fürsorge den Angehörigen der Einberufenen vom Tage der Einberufung (Gestellungstag) bis zum In- krasttreten der Verordnung bereits gewährt hat. Die Durchführung der Familienunterstützung wird den Städten und Landkreisen als staatliche Aufgabe übertragen werden. Die Kosten wird das Reich tragen. , Das Urteil im Oeviseuprozeß gegen die Trierer Ordensbrüder. Berlin, 6. Dez. (DNB.) In dem Devisenpro« zeß gegen die fünf Mitglieder des Ordens der „Barmherzigen Brüder" aus Trier verurteilte das Berliner Sondergericht den Generalschaffner Ferdinand Hoffmann wegen Verrats der deutschen Volkswirtschaft und fortgesetzten Deoisenvergehens zu insgesamt fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und 141000 Mark Geldstrafe, den Generaloberen August Wolff zu 2% Jahren Gefängnis und 15000 Mark Geldstrafe, den Klostervorsteher Michael Thiel zu sechs Monaten Gefängnis und die beiden Laienbrüder Josef Mei - s e r und Johannes Sauer zu je vier Monaten Gefängnis, die als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten. Auch den übrigen Angeklagten wird die Untersuchungshaft angerechnet. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Bei überwiegendem Luftdruckanstieg auf dem europäischen Festland hat der Einfluß der sich immer noch bildenden Störunasgebiete auf unser Wetter erheblich nachgelassen. Wenn auch für die T 512 Junior .........RM 143 — 7512 ... RM 163,-bzw 183,- 7 523__RM 235 - bzw 264- 7 543... RM 269- Aussicht auf Aufnahme hat. Die bisherigen Seeabrüstungsverträge enthalten aber auch den Grundsatz der qualitativen Rüstungsbegrenzung, d. h. der Festlegung von Schiffsgröße und Geschützkaliber, die in den einzelnen Schiffsklassen nicht überschritten werden dürfen. Bei Zugrundelegung dieses Grundsatzes dürfe die Konferenz noch am ehesten, wenn auch bescheidene Erfolge zeitigen. Der Hauptwiderstand gegen qualitative Beschränkungen unter die Abmessungen, die in den bisherigen Verträgen enthalten sind, geht von tum Vereinigten Staa - ten aus, deren Presse bisher stets erklärt hat, nicht unter eine Tonnage von 35 000 Tonnen für Schlachtschiffe und 10 000 Tonnen für Kreuzer gehen zu können. Aber auch Japans Stellungnahme gefährdet eine Einigung in diesem Punkt insofern, als es erklärt hat, die Frage der qualitativen Abrüstung überhaupt nicht zu diskutieren, ehe nicht seine Tonnagegleichheit mit den Vereinigten Staaten grundsätzlch anerkannt sei. Frankreich und Italien sind mit qualitativen Begrenzungen, die unter denen der Verträge von Washington und London liegen, grundsätzlich einverstanden. England legt auf Herabsetzung der Tonnage und des Höchstkalibers der Geschütze deshalb besonderen Wert, weil seine weitverzweigten Seeinteressen vor allem in der Klasse der Kreuzer eine große Zahl von Einheiten erfordern, und es infolgedessen aus Ersparnisgründen em besonderes Interesse daran hat, die einzelne Einheit gerade nur so groß zu bauen, daß sie ihren Zweck erfüllen kann. Es dürfte immerhin einige Auspcht bestehen, daß es England gelingt, die Vereinigten Staaten und Japan von ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung in der Frage der qualitativen Rüstungsbeschränkung abzubringen. Die in einem Zukünftigen Vertrage festzusetzenden Schiffstypen dursten dann nach Höchstgröße und Geschützkaliber etwas unter den entsprechenden Abmessungen der bisherigen Flottenverträge liegen. Die Abschaffung der U-Boote, die von England und Amerika schon früher befürwortet worden ist, hat auf der kommenden Konferenz keine Aussicht auf Annahme. Der Widerstand in dieser Frage geht besonders von Frankreich aus. Obgleich die Konferenz, soweit die bisherigen Pressenachrichten erkennen lassen, sich nur mit See- rüftungsfragen befassen soll, besteht durchaus die Möglichkeit, daß auch ander marinepolitis ch e n Fragen zur Erörterung gestellt werden. Es seien in diesem Zusammenhang nur die Frage der Befestigungen im Stillen Ozean und die Frage der Neutralisierung gewisser Den, ]ie jou 7fübT'unb den Teile des Mittelmeeres erwähnt. Der Erste Lord । erzogene Pflicht und LJ)g i 0 Folge kein durchweg unfreundliches Wetter zu erwarten ist, so bleibt doch noch eine Niederschlagsneigung vorhanden, die gelegentlich zum Auftreten von Schneefällen führen wird. Die Temperaturen werden sich in den Niederungen um 0 Grad halten. Aussichten für Sonntag: Gelegentlich aufheiternd, überwiegend bewölkt und zeitweilig Niederschläge (auch in den Niederungen vielfach Schnee), Temperaturen um 0 Grad, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 6. Dezember: mittags 3,0 Grad Celsius, abends 0,8 Grad; am 7. Dezember: morgens 1,0 Grad. Maximum 3,6 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Dezember: abends 2,3 Grad; am 7. Dezember: morgens 3,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,5 Stunden. Wintersport - Wetternachrichten. Vogelsberg: Hoherodskopf, Nebel, — 6 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Herchenhainer Höhe bedeckt, —4 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —4 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Großer Feldberg: Nebel, —5 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch« und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. der Englischen Admiralität hat in einer Unterhausrede erklärt, daß nach Einigung der eigentlichen Konferenzteilnehmer voraussichtlich noch andere Mächte aufgefordert würden, sich der Konferenz anzuschließen. Deutschland bringt den englischen Seeabrüstungsbestrebungen die größten' Sympathien entgegen. Es wird mit regem Interesse den Verlaus der Verhandlungen verfolgen. Sind doch deren Ergebnisse auch von großem Einfluß auf den qualitativen Ausbau der im deutsch-englischen Abkommen ihrer Tonnage nach festgelegten deutschen Flotte. Deutschland hat bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht, daß es sich an allen Rüstungsbe- schränkungen beteiligen wird, sofern sie für alle Mächte in gleicher Weise bin» dend sind. Welchen Ausgang die kommenden Verhandlungen nehmen werden, ist ungewiß. England wird sicher alles tun, um eine Einigung über möglichst viele Fragen herbeizuführen. Sein großes Interesse an neuen Vereinbarungen ist bereits ge- Regierungen einen Freibrief zur Auflösung in die Hand zu geben. Justizminister B 4 rard unterstützte den Antrag. Die Kammer lehnte ihn jedoch mit 371 gegen 208 Stimmen ab, nahm aber einen Zusatzantrag des Sozialisten Thiolas, den die Regierung bekämpfte, mit 320 gegen 266 Stimmen an, womit die Regierung zum zweiten Male in die Minderheit geriet. Ein weiterer Zusatzantrag Ru- card, der die Beschlagnahme des beweglichen und unbeweglichen Vermögens verbotener Bünde vorsieht — ein Antrag, den die Regierung zurückwies — wurde von der Kammer ebenfalls mit 332 gegen 258 Stimmen angenommen; die Regierung also zum dritten Male ausdrücklich in bie Min- derheit Derfe§"t. Ein Redner ber Rechten erklärte vor ber Schlußabstimmung, bie Linke habe bie bargebotene Aussöhnung mit einer Kriegserklärung beantwortet. Die presse ist verschiedener Meinung. Paris, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse ist sich in der Beurteilung des gestrigen großen Aussöhnungsergebnisses keineswegs einig. Der „Quoibien" veröffentlicht ein längeres Schreiben, in dem ein bisheriges Feuerkreuz-Mitglied, Oberstleutnant be Caffagnac, dem Oberstleutnant be la Rocque seinen Austritt mitteilt. Cassagnac hat seinem Austrittsschreiben noch sol- genbes hinzugefügt: „Ich erfahre soeben die lächerliche und schändliche Komödie, die ein von Ihnen beauftragter Abgeordneter auf der Kammertribüne im Einvernehmen mit den Kommunisten und mit den Sozialisten gespielt hat. Ich hielt Sie, Herr Oberstleutnant de la Rocque, bisher für unfähig, ich habe mich geirrt, Sie sind ein Verräter!" Die großen Nachrichtenblätter begrüßen die Aussöhnung am unvoreingenommensten. Der „Petit Puristen" spricht von einem ergreifenden Ereignis, das auch auf das Ausland seinen Eindruck nicht verfehlen werde. Der Bruderkampf gehöre der Vergangenheit an, die Aussöhnung werde vom ganzen Lande mit großer Erleichterung aufgenommen werden. Laval und Herriot könnten stolz sein! Andere Blätter haben zu der Aufrichtigkeit der Aussöhnung wenig Vertrauen. Das „Oeuvre" schreibt: Um den gestrigen Tag als geschichtlich einzureihen, müsse man erst einmal bie Folgen a b ro a r t e n. Die „Victoire" warnt vor einem falschen Freudenfeuer und die royalistische „Action beit an sich. (Stürmischer Beifall.) Nun stehen wir heute am Anfang der Brücke, die uns diese jungen Männer in die Arbeitsfront führen soll, um dort dieses Erlebnis, dieses Exerzitium unseres Volkes weiterzuführen, damit es nicht vergessen werde. Für die ältere Generation ist die Soldatenzeit das einzige, was ihr den seelischen Halt gab und die Lücke in ihr ausfüllte. Deshalb sind wir heute so glücklich, daß wir um unser Sein, um unser Wollen wissen. Die Lücke ist heute nicht mehr vorhanden, die Idee des Führers füllt sie aus. Wir freuen uns zum heutigen Tage. Wir werden ihn Jahr für Jahr als den Tag, an dem die Jugend zu uns in die Arbeitsfront kommt, feiern, und wir werden in den Werkscharen, in den Betriebszellen, in den Betriebsgemeinschaften, in „Kraft durch Freude", in allem, was wir haben, den Gedanken vom Arbeitsdienst weiterpflegen, damit Deutschland ewig lebe! Ausschuß zur Klärung der Ursachen des „Gchweinenwrdes" von 1914. Berlin, 6. Dez. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft Darre hat einen mit der Klärung der Ursachen Oie Flotienkonserenz. Der Abessiinienkonflikt und die daraus entstandene englisch-italienische Spannung im Mittelmeer haben die am 9. Dezember 1935 in London beginnende Flottenkonferenz im Interesse der öffentlichen Meinung etwas in den Hintergrund treten lassen. Zu Unrecht, denn der Ausgang dieser Konferenz ist für die zukünftige Entwicklung der großen Politik von größter Bedeutung. Gerade der gegenwärtige Mittelmeerkonflikt führt wieder einmal die überragende Bedeutung der Seemacht sinnfällig vor Augen. Und eine Konferenz, auf der die Größe der Seemacht, soweit sie sich in der Stärke der Kriegsflotten ausdrückt, für die Großmächte wieder für eine Reihe von Jahren feftgelegt werden soll, kann in ihrer Wichtigkeit nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es mag kurz daran erinnert werden, wie es zu dieser Konferenz gekommen ist. Der Vertrag von Washington, der den Seerüstungsstand Englands, der Vereinigten Staaten, Japans, Frankreichs und Italiens in den wichtigsten Schiffsklassen bis zum 31. Dezember 1936 bestimmt, wurde Ende 1934 fristgerecht von Japan gekündigt und verliert so ab 1937 seine Gültigkeit. Zum gleichen Zeitpunkt erlischt auch der Vertrag von London, der in der Hauptsache die Begrenzung der Kreuzer- und Zerstörerstärke für England, USA. und Japan enthält. Beide Verträge enthalten die Bestimmung, daß die beteiligten Mächte im Jahre 1935 zu einer neuen Konferenz zwecks Besprechungen über Seerüstungsfragen zusammentreten sollen. Es bedurfte aber langer und mühevoller Einzelverhandlungen Englands mit den anderen beteiligten Mächten, um von diesen Zusagen für die Teilnahme an der Konferenz zu erhalten. Und ohne das deutsch.-englische Flotten- abkommen, das als erstes Element der Sicherheit auf dem Gebiet der Seeabrüstungsbesprechun- gen, zum mindesten der europäischen Seemächte, gewertet werden muß, wären Englands Bemühungen wohl erfolglos gewesen. Zweifellos wäre ein Scheitern dieser Bemühungen für England ein schwerer Schlag gewesen. Ein vertragloser Zustand, wie er dann ab 1937 eingetreten wäre, würde stets die Gefahr eines Wettrüstens in sich traaen und ein Element ständiger politischer Unsicherheit bilden. Ein ungeregeltes Wettrüsten zur See würde aber für keine Macht größere Opfer mit sich bringen als für Großbritannien; denn es kann nicht darauf ver- hten, eine Flotte zu haben, die der jeder anderen Macht ebenbürtig ist und die ihm außerdem erlaubt, seine Seeverbindungen in den Weltmeeren mit Erfolg zu suchen. Wird die Konferenz für Englands Bestreben nach Rüstungsbegrenzung und vertraglichen Bindungen einen Erfolg bringen und welchen? Eine Betrachtung der Forderungen der beteiligten Staaten zeigt, wie groß die Schwierigkeiten find, die Überwunden werden müssen; sie lassen es fast unmöglich erscheinen, daß ein Vertrag zustande kommt. Am schärfsten ist der amerikanisch-japa- n i s ch? Gegensatz Japan verlangt Gleichheit seiner Gesamtkriegsschifftonnage mit derjenigen der Vereinigten Staaten, eine Forderung, die zur Kündigung des Washingtoner Vertrages durch Japan geführt hat und die von den USA. rundweg ab geleljnt wird. Auch Frankreich hat bekanntgegeben, daß es die ihm in Washington zuerkannte Quote an Oefamttonnage nicht als Grundlage eines zukünftigen Vertrages anerkennen könne. I t a l i en fordert grundsätzlich Tonnagegleichheit mit Frankreich. Es ist klar, daß der Grundsatz der quantitativenRüstungs- beschränkung (Festlegung einer Höchsttonnage für jede Macht) unter diesen Verhältnissen keine __________________e____o , Fran?aise" erklärt kurz und bündig: „ W i r m a - d?e Ge'richtsb eHörden vornehmen zu lassen, ch e n nicht mit! Wozu die gestrige Komödie? um den Innenministern der aufeinanderfolgenden Wen hat man übers Ohr gehauen?" Seo und WWW Fernsprecher Nr. 2954. 70720 Seit 25 Jahren im Geschäftsleben stehend, suche ich Spielroaten f. Knab., Eisenbahn m.Zubeh., Burg m. Sold., La.;ar., Laterna magica, Dampf- maschine, Ziehharmonika usw. zu verk. [05224 Friedrichstr. 121 Guten Vevdienst regelm. u. steig, bieten wir Damen ob. 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Hahn und Frau, geb. Walter Wilh. Zahn und Frau, geb. Walter Ludw. Schatt und Frau, geb. Walter Großen-Buseck, Hochheim a. M., Gießen, den 6. Dezember 1935. Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Dez. 1935, nachm. 2 Uhr, statt ___05<09 Frau Christine Väth geb. Reichhardt Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Väth Familie L. Weih VI. finden Sie stets in größter Auswahl in dem bekannten Spezialgeschäft Für Zentralheizungsanlagen APPEL & CO. Geschäfts-Drucksachen Briefblatter Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftskarten sorgt dafür, daß der Schmutz nicht in die Wohnung kommt Fußabtreter, Matten, Kratzeisen gibt es preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 6553 A Gießen — Ruf Nr. 2145/2146 Statt jeder besonderen Anzeige! Nach schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit entschlief heute, versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche, unsere innigst- geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Mathilde Becker, geb. May im 71. Lebensjahr. In tiefem Schmerz.- Dr. med. Fritz Becker Mathilde Euteneuer Peter Becker Lotte Becker, geb. Schlokow Erna Becker, geb. Reich und Enkel Eine Weihnachtsfreude von bleibendem Wert ist ein schönes Bild. Schon für RM. 1.50 erhalten Sie 4 verseh. Aufnahmen. — Meine beiden Ateliers sind täglich won 8 bis 19 Uhi* und Sonntags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. 696sA Photo-Pfaff, Löwengasse 6 Passende Weihnachtsgeschenke finden Sie im Dinge, Mutter könnt . 0.90 . 0.55 . 1.40 . 1.00 Der Wunsch jeder Hausfrau ist der Kobold das ideale Universalgerät, welches als: Staubsauger, Bohner, Haartrockner, Heißlnftdnsche, Vergaser und Mottenvernichter verwendet werden kann. Monatl. Rate RM. 5.- und 6.-. Vorwerk & Co., Verkaufsstelle Frankfurt, Steinweg 9. Wasserkessel, Messerschärfer, Zwiebel- oder Eierschneider. Jedes Kind, das zu Weihnachten schenken will, geht zu J. B. Häuser Gießen 7100A Am Oswaldsgarten Fernruf2145und2146 Winterkuren für Nervös-Erschöpfte Spezialknranstalt Hoiheim im Taunus 3 bei Zwölfte Ziehung der Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs. Bei dei am 2. Dezember 1985 erlolgten öffentlichen Ziehung dei Auslosungsrechte wurden iolgende Nummern gezogen. Die Nummern gelten für alle Gruppen jedes Wert- absehnltts mit Ausnahme der Auslosungsrechte, die wegen des Bezugs einer Vorzugs- oder Wohlfahrtsrente oder infolge eines Verzichts gemäß § 24 des Anleiheablösungsgesetzes nicht an der Auslosung teilnehmen. Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100,— RM. Nennwert der Auslosungsrechte 500,— RM., dazu 4Vq% Zinsen für IOV4 Jahre ----- 230,625 RM,, zusammen 730,625 RM. Die Zahlung erfolgt gegen Quittung und Rückgabe der Auslosungsscheine und eines gleichen Nennbetrages in Schuldverschreibungen der anleiheablösuogsschuld des Reichs bei der Reichsschuldenkasse in Berlin SW 68, Oranienstraße 106/109, oder auch bei allen Reichsbankanstalten mit Ausnahme der Reichshauptbank Berlin. Mit dem Ablauf des 31. März 1936 hört die Verzinsung des Einlösungsbetrags aut. Die Einlösungsbeträge für die gezogenen Auslosungsrechte, die im Reichsschuldbuch eingetragen sind, werden den Gläubigern ohne ihr Zutun durch die Post zugesandt, so daß Schuld buch gläubiger dieserhalb nichts zu veranlassen haben. 64 93 179 244 255 289 290 366 476 482 485 511 558 586 671 803 805 929 935 961 978 1035 200 242 330 400 402 422 525 575 832 967 985 2030 073 119 172 194 259 264 321 388 449 468 675 795 798 817 968 3018 142 232 283 467 482 752 780 838 895 4051 145 177 215 254 310 316 527 596 621 640 752 771 892 939 5097 320 364 422 423 433 468 483 515 547 559 653 734 753 760 800 813 817 827 933 997 6004 014 123 160 186 243 272 362 383 438 515 562 618 671 685 744 746 797 855 886 895 7025 131 146 292 394 486 929 998 8007 008 087 116 166 197 248 251 353 396 404 430 454 512 513 703 851 905 926 943 972 988 9023 081 139 188 210 393* 465 516 573 704 713 775 807 868 10057 068 089 162 191 282 393 442 488 498 565 695 791 870 916 953 11037 073 232 239 305 356 387 476 536 580 615 656 676 690 792 867 946 980 983 12121 177 224 484 636 640 712 1 3157 216 237 297 310 349 420 470 496 569 582 706 709 723 755 817 827 888 945 1 4006 014 051 053 226 232 240 316 352 384 507 752 768 875 911 998 1 5017 076 224 333 468 500 520 666 760 765 768 769 801 851 935 965 16009 071 130 214 224 250 280 297 352 421 549 660 662 803 809 832 939 17013 018 042 058 078 121 150 190 272 284 298 364 496 499 543 574 647 800 848 18020 110 115 121 322 430 457 509 512 519 564 570 649 718 733 955 972 993 19012 068 079 108 124 129 176 183 216 224 228 520 532 547 668 682 693 791 833 858 893 925 20035 040 134 165 190 312 409 414 460 491 633 975 994 21055 143 161 325 410 604 614 615 628 737 799 813 820 851 918 2 2093 107 126 205 275 321 432 630 662 732 780 852 906 2 3017 042 067 126 129 186 194 202 251 256 258 272 331 438 507 525 613 619 654 656 811 840 943 964 979 2 4061 069 097 112 158 366 584 591 649 686 718 792 884 2 5030 049 051 114 122 204 400 406 546 569 570 583 675 68* 685 749 767 786 807 940 974 2 6203 326 331 368 394 397 406 408 417 424 545 646 658 670 671 705 945 27161 245 252 285 321 385 418 468 481 517 607 610 628 640 798 878 983 984 2 8006 031 035 074 078 347 357 442 446 471 492 592 614 626 640 674 676 804 844 851 866 892 894 951 29037 137 141 142 180 230 263 323 459 661 701 765 30020 091 099 174 185 220 263 294 426 451 495 602 647 913 31007 021 031 113 302 513 532 619 721 736 759 781 829 952 966 977 985 32102 117 121 122 177 186 408 501 553 556 568 636 656 674 857 923 980 33101 106 110 240 395 430 495 599 626 632 704 717 757 823 845 896 932 945 958 34016 073 082 110 158 220 261 314 358 395 577 675 787 816 820 834 866 3 5066 073 080 140 164 213 271 431 483 508 518 580 769 779 798 818 947 955 967 36027 217 244 251 262 294 307 328 368 455 476 608 692 713 728 803 839 924 937 951 3 7038 090 139 164 166 176 193 205 211 231 264 290 358 378 471 721 832 846 857 862 891 931 957 38167 178 272 335 379 418 425 469 486 586 709 749 810 819 906 908 950 989 39154 159 239 257 278 301 536 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DezembenM Gfetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Nr. 28b Drittes Blatt AalienWe Karawane an einer Tränke in Mrd-AbeWen M AB WERK | ju einer Der merkwürdigsten iir|d)einungen säischer Geistesgeschichte gemacht hat: sein A i?uerlid) bewegtes Leben, Das allein schon n de Sevilla" . . die bisher als seine Glanzleistung galt, von Foulche-Delbosc abgesprochen". Sicher wird man bei der Datierung und Zuschreibung von einzelnen Werken Lopes auf Schwierigkeiten stoßen; Intendant Schultze-Griesheim betonte aber in seiner Einführung am Sonntag, daß nach den letzten Forschungen die Autorschaft Lopes für den „Stern" als gesichert gelten dürfe. licher als jener, den er zuvor darüber belehrt, was und wer der König eigentlich fei: ein gerechter Fürst, ein guter Mensch, ein ganzer Mann. Durch solche Demütigung, dadurch ferner, daß er den Degen wider den König zieht, daß er endlich auch die Sklavin tötet, die dem Herrscher heimlich den Weg ins Haus wies, hat Bufto dreifach den Landesherrn aufs schwerste beleidigt und sich selbst das Todesurteil gesprochen. (Schon hier wird deutlich — und gegen Ende noch deutlicher —, warum Wiegler vom „Stern" als einem der machtvollsten Dramen des spanischen Königsbegriffes sprechen konnte.) Daß gerade Sancho, Estrellas Verlobter, den königlichen oder vielmehr unköniglichen Befehl erhält, das Todesurteil an Bufto, seinem künftigen Schwager also, zu vollstrecken, wirkt zwar theatra- lich außerordentlich, zugleich aber wie eine Erinnerung an jene tödlichen Schicksalsdramen, von denen schon die Rede war. Damit sind Estrella und Sancho auf ewig getrennt. Aber die königliche Willkür wird ihrer Rache nicht froh, denn auch Sancho weiß als rechter Ritter, was er dem König schuldet und zerreißt — im Gegensatz zu jenem Henkersknecht Philipps II. — den Freibrief, der ihn sicherte: „Des Königs Wort ist mir der beste Bürge". Und nach der Tat, da der König im Dunkel der Namenlosigkeit verharren möchte, zwingt er ihn durch die standhafte Undurchdringlichkeit seiner Haltung zum Bekenntnis der Tat. Durch das Bekenntnis aber richtet der König Sanchos Ehre wieder auf — „wenn auch mein Glück dabei in Scherben ging" ... Denn immer würde zwischen Sancho und Estrella der blutige Schatten des ermordeten Busto stehen. * Und der König? Der ja unleugbar das ganze Unheil ohne Not heraufbeschworen hat? — Der König steht über dem Gesetz, und über dem König steht als Richter nur Gott, der die Könige einsetzt und abberuft. So verkörpert sich die Würde des Königsbegriffs nicht im König selbst, sondern in seinen Vasallen, und so müssen wir heute, denen Begriffe von Recht und Unrecht, von Ehre und Herrscherwürde, wie sie hier verkündet werden, doch fern und fremd und romantisch erscheinen, das Trauerspiel aus dem Geiste seiner Entstehungszeit zu begreifen versuchen, also nicht bloß als literarisch interessantes Spiel mit Mantel und Degen, nicht nur als Intrigen- und Schicksalsdrama, sondern als nationales Schauspiel, als ritterliche Verklärung des Staats- und Rechts- und Ehrgefühls in einem ehemals großen und mächtigen Volke. * Intendant Schultze-Griesheim hatte die Uraufführung persönlich in Szene gesetzt. Der zugrunde liegende Text hat im Einverständnis mit dem anwesenden Uebersetzer Dr. Hans Schlegel einige Aenderungen erfahren. Die Inszenierung war wie wir fanden, ausgezeichnet: sie wirkte streng stilisiert, auf klassisches Maß und Haltung bedacht; sie brachte die ursprüngliche, federnde Dramatik des Werkes und feine außerordentliche Bühnenwirksamkeit bestechend zur Geltung, so daß sich wohl niemand dem starken Eindruck hat entziehen können. Darüber hinaus war der Spielleiter Parole, die Sitze des pseudonationalistischen Bundes wurden sang- und klanglos versiegelt. Die zweite Niederlage hatte aber gleichfalls nur eine Wendung in der kommunistischen Taktik zur Folge. Weder'durch Revolutionierung der Arbeiter- chaft, noch durch Aufwiegelung der Intellektuellen war es gelungen, Brasilien in ein bolschewistisches Abenteuer zu stürzen. Alle Kräfte der kommunisti- chen Zersetzung wurden jetzt auf die in einem halb- eubalen Land wie Brasilien einzig ausschlaggebende Macht vereinigt, auf das Heer. Ein erbitterter unterirdischer Kampf setzte ein zwischen den raffinierten Methoden der kommunistischen Heereszer- etzung und dem verantwortungsbewußten brasilianischen Kriegsminister, General Gomes. Trotz aller Vorkehrungen gelang es dem Kommunismus, nicht nur bei den Mannschaften, sondern in erster Linie auch unter den Sergeanten festen Fuß zu fasen. In der Garnison der Bundeshauptstadt selbst breitete sich die kommunistische Agitation sogar in größerem Umfang im höheren Offizierskorps aus. Als die politische Lage der Bundesregierung einigermaßen schwach erscheinen mußte, weil zwi- chen ihr und der Regierung von Rio Grande do Sul ernsthafte Streitigkeiten um die Präsidentenwahl im Staate Rio entstanden war, konnte die Kommune zu einem entscheidenden Schlag ausholen. Welchen Umfang die Aktion erhalten hätte, wenn nicht der Gegenschlag so äußerlich rasch und ent- scheidend durchgeführt worden wäre, kann man nicht ermessen! Ein Bild davon geben die Umsturz- ueuemiy uviucyits •ccucn, vu^ uuvm schon wie bet Rohstoff zu einem Roman anmutet, und jene schöp- ftrische Unerschöpflichkeit, die im Laufe von etwa [eben Jahrzehnten ein Werk von solchem äußeren Umfang hervorbrachte, daß es bis heute ohne Beispiel in der Weltliteratur geblieben ist. Vor 300 Jahren, am 21. August 1635, starb in Wabrib Felix Lope be Vega Carpio, ber .Phönix Spaniens", ber fruchtbarste Dichter aller 5,eiten, „Virtuos der Liebe und der Bühne, Aben- i-urer und Duellant". In den Gedenkartikeln, die nit gutem Grunde auch bei uns in Deutschland ins diesem Anlaß erschienen sind, wurde vor allem zweierlei immer wieder hervorgehoben, was Lope ahin, ob -n hatte, rgesetzten ging bei war ein jte [einen Händlerin urg. Staat,, wieder mehr geistig-kultureller Anregung zuwenden, für die der drängende Betrieb der landwirtschaftlichen Tätigkeit weder Zeit noch Kraft und se, wa; Iche und rin um rm toar flt, was ser. Dül A d°; Hiaunte .elegan. M und W bi( Obwohl A auf lete unb In dem Dorfe Pikelen im Memelgebiet brannte das Wohnhaus des Landwirts Navi- k a s nieder. Die Eltern waren zur Feldarbeit fortgegangen und hatten ihre Kinder, eine 10jährige in. In dem em ei has >m biN Als M anb niM die W izen, unb brat ir in ein ranken. I i DorgM te der $ )as an di' -rinnert, nmal vom *b ausgt’ *t s qeLd)t i Werde« oltzei. Thema bf er die M dien PoliA h her 3M1'1 ? Miemz len nnb bfl ^bereiten se der mar (5 O, « mene d aebüeb' .ei W ernt wpri» Ä- unb !niet| ^anbte l9 na* die Geschäftsführerin des Hess. Landesverbands in ..... einem schönen L i ch t b i l d e r v v r - Zur Geschichte der Irecheitstdee bei den Griechen Vortraa im Oberhessischen Seschichtsverein. Deutfd] lanbmeifter hm- i b3 » kuropameister ♦ ♦ Weltmeister ♦ Erschütterungen der großen Kriege gegen die Perser unb Karthager. Dieser Durchbruch aber führt die eigentliche klassische Periode des Griechentums auf allen Gebieten staatlichen und geistigen Lebens herbei, weil die neuerrungene Autonomie den Einzelnen noch nicht aus der Gemeinschaft herauslöst, sondern weil sie ihn neu wieder mit ihr verbindet, nachdem die alten organisch gewordenen Ordnungen ihren Sinn vor größeren Aufgaben verloren haben. Den Gipfel der Gesamtentwicklung stellt der perikleische Staat dar, der zugleich der tragende Grund für die künstlerischen Höchstschöpfungen dieses Zeitalters ist und der polare Gegensatz zum spartanischen Staat bildet, in dem der spätarchaischgriechische Statitsgedanke bis über das fünfte Jahrhundert hinaus fortlebt. Zum Verhältnis aber fijr die griechische Entwicklung geht der perikleische Staat mit seinem Schöpfer, der keine ebenbürtigen Erben findet, zugrunde. Das Gemeinschaftsbewußtsein ermattet, und es siegen individualistische Strömungen in der Philosophie und in der Politik, die bald den hemmungslosen Machtgedanken, bald einen tatscheuen Quietismus vertreten. Die Versuche, von der Philosophie aus die Zersetzung zu überwinden, die besonders Sokrates und seine Schüler unternommen haben, bleteen erfolglos; aber die Polis bringt auch nicht mehr die Kraft auf, aus sich neue Formen hervorzubringen oder zu ertragen. So gewinnt erst Persien die Vorherrschaft, dann Makedonien, dem sich die Griechen aus freiwilligem Entschluß nicht unterordnen wollen, das aber wie seine Nachfolgestaaten auch nicht stark genug ist, feine Vorherrschaft auf die Dauer zu behaupten. So siegt schließlich Rom. In völkisch abgewandelter Form übernimmt es die griechische Idee, die in der Spat- antike allerdings dem Einbruch orientalischen Denkens erliegt, aber später wieder zum Durchbruch Ofchiangkaischeck wird Leiter des RechsvoUzngsamts. Nanking, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Durch das Rücktrittsgesuch des Leiters des Reichsvollzugsamtes, W a n g t s ch i n g w e i, der noch sehr an den bei dem Reoolveranschlag erlittenen Verletzungen leidet, ist die Wahl eines Nachfolgers notwendig geworden. Eine Frage, die angesichts der gespannten Lage in Nordchina eine rasche Losung erheischte. Die Mitglieder des Zentralvollzugsausschusses des Kuomingang haben daher nach kurzen Beratungen beschlossen, Marschall Ofchiangkaischeck die Leitung des Reichsooll- zugsamtes anzubieten. Marschall Dschiangkaischeck wird diesem Ruf voraussichtlich Folge leisten. Da Wangtschingwei auch das Amt einesAußen- ministers bekleidet hat, muß auch hier ein Nachfolger gefunden werden. Es heißt, daß der Gouverneur von Hupeh, Tschangtschun, der ein Vertrauter Dschiangkaischecks ist, mit diesem Amt betraut werden wird. Zum I n n e n m i n i - st e r soll der Gouverneur von Schansi, Schao - litze, ernannt werden. Der chinesische Kriegsminister General Hoyin- tsching und der Befriedungskommissar Sung- t s ch e y u a n sollen sich über die Selbstverwaltung Nordchinas geeinigt haben. Es werde ein Selbstverwaltungsausschuß gebildet werden, dessen Leitung Sungtscheyuan übernehmen werde, während führende Männer der Selbstverwaltungsbewe- gung dem Ausschuß angehören. Aus aller Wett. Das neue Luftschiff LZ 129 vor der Fertigstellung. Dr. Eckener hat einem Mitarbeiter der Verbo- berg. Die weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen werden Klarheit darüber bringen, ob man in ihm den Täter gefaßt hat. Sieben Arbeiter beim Einsturz eines Brückenpfeilers in Jugoslawien getötet. In Agram ereignete sich beim Bau einer Brücke über die Mreschnitza in Kroatien ein schweres U n - glück. Ein im Bau befindlicher Pfeiler stürzte e i n und begrub unter einer Last von 56 Tonnen Beton sieben Arbeiter, die nicht gerettet werden konnten. Durch den Einsturz wurde auch ein Holzgerüst mitgerissen, wobei zwei Arbeiter schwer verletzt wurden. Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Ortes Generalskistol. Ueber die Ursache des Einsturzes ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Zwei Tote bei einem Gerüsteiusturz in Köln. In Köln stürzte in dem Treppenhaus eines Neubaues ein in 15 Meter Höhe angebrachtes Baugerüst mit zwei Bauarbeitern und einer beladenen Schiebkarre ein. Die beiden Abgestürzten wurden mit furchtbaren Verletzungen aus der Tiefe geborgen; einer war bereits tot, der andere starb bei der Operation im Bürgerhospital. Ein dritter in Mitleidenschaft gezogener Arbeiter fand ebenfalls Aufnahme im Bürgerhospital. Die Getöteten sind beide verheiratet, einer von ihnen hinterläßt ein unmündiges Kind. Vollstreckung eines Todesurteils. In Stendal ist der 1903 geborene Paul Kilz h i n g e r i ch t e t worden. Kilz war vom Schwurgericht in Stendal wegen Raubmordes an der 15jährigen Landarbeiterin Hertha Pauli sch zum Tode verurteilt worden. Kleine politische Nachrichten. Reichsarbeitsminister Seldte empfing den Leiter des Reichsbundes der deutschen Kapital- und Kleinrentner zum Vortrag. Der Minister ließ sich eingehend über die Lage der Kleinrentner unterrichten. I Entgegen verschiedenen Gerüchten, wonach t m Befinden bes Papstes eine Verschlechterung eingetreten sei, wird bekannt, daß der gesundheitliche Zustand Papst Pius XI. unverändert ist. Er hat die üblichen Audienzen, die im voraus fest- ; gesetzt waren, erteilt. Auf Grund einer Karikatur in dem Kopenhagener Regierungsblatt „Social-Demokra- t e n", die eine grobe Verunglimpfung des deutschen Staatsoberhauptes darstellt, und eines Artikels des sozialdemokratischen Fraktionsführers im r??- ting, Hartvig Frisch, ist die deutsche Gesandtschaft in Kopenhagen bei dem dän.sch n ul ;n= ministerium vorstellig geworden. Im Folketing gab Außenminister Dr. M nch seinem Bedauern Ausdruck und forderte die Presse auf, sich in Zukunft beleidigender Ausdrücke und herausfordernder Aeußerungen über fremde Staaten, Volker und Staatsoberhäupter zu enthalten; die Zeitungen sprachen sich aufs schärfste gegen die Verunglimpfungen des deutschen Staatsoberhauvtes aus, die nur dazu beitragen können, die angestrebten guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu Presse Mitteilungen über den Stand der Bauarbeiten an dem neuen Luftschiff LZ 1 2 9 gemacht. Daraus ist hervorzuheben, daß das Luftschiff mit Ende dieses Jahres vollkommen fertig- gestellt sein wird. Das deutsche Volk bekomme den neuen Luftriesen sozusagen als Weih nach t s - geschenk. Die Hülle bedeckt den Luftschiffkörper beinahe vollkommen, nur einige kleine Flächen bleiben noch frei, um im Innern des Luftschiffes Helligkeit für die letzten Arbeiten zu sichern. Die iFluggasträume sind fertig. Einrichtungsgegenstände werden erst bann eingestellt, wenn auch die letzte Arbeit geschehen ist, um die kunstvollen Möbel nicht zu beschädigen. Ende der ersten Dezemberwoche wer- [ben bie für bie Ausschmückung ber Räume vorgesehenen, auf Seibe gemalten Bilber mit Motiven aus ber Entwicklung bes Verkehrs eingespannt. Da sich Puffer an ber Heckgondel bei ßanbungen v t recht hinderlich auswirkten, fällt bie Heckgonbel weg. Die Puffer werben burch ein ßaufrab in ber. unteren vertikalen Steuerflosse ersetzt. Die vier! M e r c e b e s - B e n z - D i e s e l m o t o r e n von je 1000 PS sinb tagtäglich auf ben Prüfstänben ber Werft mit höchster Tourenzahl gelaufen. Die Hauptarbeit liegt jetzt noch in ber Führergondel, die diesmal getrennt von dem im Innern untergebrachten Fahrgastraum unterhalb des Bugs angebracht ist; sie ist zweistöckig und birgt im unteren Stock trn Kommando- nnb S^n^ra'im mit anschließendem Navigationszimmer und im oberen Stock die Funkanlag.. Die G a s f ü 11 u n g der Kernzellen erfolgt in den erüm Januartagen, und zwar von der werfteigenen Gasanstalt vorerst mit Wasserstoff- gas Die Mantelz"llen werden in Amerika mit Heliumgas gefüllt. Ist das ßuftschiff mit Traggas versehen, dann wird es, wie Dr. Eckener erklärte, einige Tage lang in diesem Zustand in der Halle bleiben. Den Zeitpunkt des ersten Starts konnte Dr. Eckener noch nicht festlegen Jedenfalls erfolgt er noch in der ersten Januarhalfte 1936. Drei Kinder lebendig verbrannt. läßt. Ein abendlicher Gang durch unser Dorf gibt dem Kundigen Einblick in ein mannigfach gegliedertes ßeben. Der erleuchtete stimmungsvolle Rat- Ha u s s a a l mit seiner wuchtigen Entfaltung kraftvoller Eichen-Säulen und Träger verrät, daß entweder wirtschaftliche Vorgänge sich abspielen, oder ein Zellenabend der Partei stattfindet. Es kann auch sein, daß hinter diesen rundbogigen Fenstern die evangelische Frauenhilfe sich sammelt, um ihre Aufgaben zu erfüllen, oder daß die e v a n- gelischen Mädchen ihren wöchentlichen Kranz halten, bei dem die Schätze deutsch-evangelischen Geistesgutes den Inhalt bilden. Das über diesem Raum liegende Amtszimmer des Bürgermeisters verrät von verantwortungsbewußter Arbeit, die Bürgermeister und R a t zum Wohle der Gemeinde leisten. Im Sitzungszimmer des Rathauses sammelt sich die S.-A. zu ihren wöchentlichen Abenden. Hundert Schritte nur bringen uns zu dem monumentalen Fachwerkbau des Schulhau - s e s. Haben wir Glück, finden wir alle Fenster bes langgestreckten Oebäubes erhellt. Denn wie sich bas für eine Schule gebührt, bilbet sie den zweiten Mittelpunkt geistigen ßebens im Dorfe. Dadurch, daß im letzten Jahre ßehrer Glück sich ein Eigenheim schuf, wurde die eine ßehrerwohnung frei. Es konnte in ihr nicht nur eine Wohnung für die Schuldienerin bereitgestellt werden, sondern Die verschiedenen Gliederungen der Hitler-Jugend beiderlei Geschlechts kamen zu würdigen Heimen. Das war sehr zu begrüßen; denn zumal das Jungvolk mußte sich seither mit einem durchaus unzulänglichen Raum begnügen. Aber nicht genug: im kleinen Fortbildungsschulsaal obliegt die'NS.-F rauenschaft ihrer vaterländischen Arbeit; aus dem einen Schulsaal ertönen die ßie- ber bes Männergesangvereins, in bem anberen hält ber Kirchenchor seine Stunben ab. Unb in dem benachbarten Hause, das einst ein po- politisches Kraftzentrum Oberhessens war, im Hause von Philipp Köhler, übt unser neuer Posaune nch o r feine jungen Kräfte. Ein Fülle kulturellen ßebens im Dorf! Kreis Schotten. armen ; rlijei 1b im ft, Daluege £ , bei»«* Iterifti iir < SB ,’Bi ,°ft Der Verein Freundinnen junger Mädchen hielt am Mittwoch — wie man uns berichtet — eine Jahresversammlung im Gemeindesaal der Krippe ab. Nach der Begrüßung durch die Ortsvorsitzende und dem gemeinsamen Gesang des ßiedes „In allen meinen Taten", sprach Pfarrer A u s f e l b das biblische Eingangswort, dem er zugrunde legte: Philipper 4, 4—7, „Freuet euch in Dem Herrn allewege ..." als Adventsgruß des Apostels aus dem Kerker an die Gemeinde. Freude über die Adventsgabe, die uns in Gottes Wort zuteil wird und die wir weiterzugeben haben in Freundlichkeit und ßindigkeit. Diese Freude überwindet die Sorge durch Gebet und bringt den Frieden Gottes mitten im Kampf. Durch Erheben von den Plätzen wurde eines im vorigen Jahr verstorbenen Mitgliedes gedacht. Dann gab die Ortsvorsitzende den Jahresbericht. Dieser bezog sich in der Hauptsache auf die Bahnhofsmission. Von der Evgl. Bahnhofsmission wurden im letzten Jahre am Gießener Bahnhof 1794 Menschen betreut. Wie die Bahn- hossmissionsarbeit besonders unserer Jugend zugute kommt, zeigt, daß unter dieser Zahl 297 Minderjährige beiderlei Geschlechts und 374 allein- reisende Kinder waren. Bei 51 Kindertransporten wurde Hilfe geleistet. Die durch irgendwelche Umstände alleinreifenben ßandhelfer sind von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung der Betreuung durch die Bahnhofsmission überwiesen. Bei der Saarabstimmung konnte, wie im ganzen Reich, auch in Gießen, die Bahnhofsmission den Durchreisenden durch kleine Hilfeleistungen nachts am Bahnhof ihre Anteilnahme und Volksverbundenheit beweisen. Im Dezember vorigen Jahres konnten nach ministerieller Genehmigung Bittbriefe an Freunde der Arbeit versandt werden, worauf rund 120 Mark eingingen, die zur Beschaffung von Wäsche für die Unterkunft st eile im Zufluchtsheim und die Bahnhofsmission verwandt wurden. Zum Schluß gedachte die Vorsitzende des Reichsverbands Evgl. Deutscher Bahnhofsmission in Berlin-Dahlem, in dem feit 25 Jahren alle Bahnhofsmissionsarbeit zusammengefatzt ist und dessen Generalsekretärin, Fräulein R e i n e ck , seit dieser Zeit dem Werk mit großer Hingabe dient. Nach der Kaffeepause zeigte Frl. v. N e u f v i! l e, Falke-'^ag Aufbau - - ganifation des Tochter unb zwei Sohne im Alter von 6 unb 4 Jahren zu Hause eingeschlossen. Plötzlich sahen bie Nachbarn, bah aus bem Hause Flammen emporschlugen. Es war nicht mehr möglich, in das bren- nenbe Haus einzubringen, so baß die Kinder in den Flammen umkommen mußten. Es ist anzunehmen, daß sie während der Abwesenheit der Eltern mit Streichhölzern gespielt haben. Der Heidelberger Raubmörder gefaßt? In Karlsruhe ist ein auf Wanderschaft befindlicher 27jähriger Mann aus Oberschlesien verhaftet worben, an besten Kleidern und Wäsche Blut- spritzer festgestellt werden konnten. Der Verhaftete war zur Zeit des Raubmordes in Heidel- pflichtung zum Dienst an Führer und Volk zu । geben. Die trotz verschiedener anderer Veranstaltungen außerordentlich große Zuhörerschar dankte dem Vortragenden durch lebhaften Beifall. Im Schlußwort betonte der Vorsitzende, es werde nur eine Minderung bedeuten, wolle er jetzt nach dieser er= greifenden Stunde von sich aus dem glänzenden Vortrag noch viele Worte hinzufügen. Mit eindringlicher, des Gegenstandes würdiger Klarheit hat Prof. Taeger ein lebensvolles Bild der gewaltigen, von den Griechen ausgegangenen Freiheitsidee entworfen. Er hat den tragischen Weg der Griechen zur Volkwerbung aufgezeigt unb bie Auseinandersetzungen zwischen Individuum unb Gemeinschaft herausgestellt. Er hat an ben Riesengestalten ber griechischen Geschichte die ungeheure । Wirkung der Führerpersönlichkeit gezeigt und ' deutlich gemacht, daß, wenn auch das klassische ! Altertum vergangen ist, die in jener Epoche der । Geschichte geschaffenen Werte ewig und unvergänglich sind; unsterblich sind Themistokles und P e r i f l e s , vielleicht der größte Führer, den ein Volk bis auf unsere Tage gehabt hat; unsterblich sind S o k r a t e s und P l a t o , an deren Philosophie auch die Gegenwart nicht vorübergehen kann; unsterblich sind die großen Dichter, die wahrlich nicht zuletzt sich um die Volkwerdung der Griechen bemüht haben, Euripides und Sophokles und am meisten vielleicht A i s ch y l o s. Denn in seiner selbstverfaßten Grabinschrift hat Aischylos betont, daß er in den Augen der Nachwelt mehr als Mitkämpfer der Schlacht bei Marathon gelten wolle, denn als ein großer Dichter! le'"'' B ift -r ei" b, 1 314 und Arbeit der weitverzweigten Or- , , , , '.Internationalen Bundes der Freun-1 in mancherlei Weise der weiblichen Jugend, dadurch Am zweiten Vortragsabend des Ob er h e s fischen Geschichtsvereins sprach Univ.-Prof. Dr. Taeger aus Marburg „Z u r Geschichte der Freiheitsidee bei den Griechen. In seinen einleitenden Begrüßungsworten dankte -der Vorsitzende Dr. Glöckner dem Vortragenden für seine'Bereitwilligkeit, in Gießen zu sprechen. Prof. Taeger hat 10 Semester lang an unserer Universität alte Geschichte gelehrt, und er gab zu Beginn feines Vortrags der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Abend ein neues Glied in fernen Bin- Idüngen an Gießen bedeute. Das Thema „Zur Geschichte der Freiheitsidee bei den Griechen" wurde gewählt, um mitzuwirken an echter Volkwerdung, die nicht nur ein biologischer, sondern zugleich und vor allem ein geistiger Prozeß ist, und um die Stellung von Individuum und Gemeinschaft klären zu helfen. Sind uns diese Probleme vielleicht auch erst durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre ganz vertraut geworden, so sind sie doch so alt wie das eigentümlich abendländische Denken, das, untrennbar von der Idee der Freiheit, zuerst bei den Griechen zum vollen Durchbruch gelangt ist. Aber auch in diesem Volke ist sie erst das Ergebnis einer langen Entwicklung, und es geht ihr eine Periode voraus, wo der Einzelne noch durch- i ous von überindividuellen Bindungen staatlicher, gesellschaftlicher und geistiger Art umhegt ist. Sie weisen von vornherein einen religiösen Charakter ! Ouf, und das Individuum unterwirft sich ihnen, die dem organischen ßebensgesetz primitiverer Verhältnisse als organisches Gebilde entsprechen, ohne nach i ihrem Werden und ihrem Recht zu fragen. Einen Wandel schafft erst die langsame Individualisierung | des ßebens, die keimhaft zwar in der Art aller nor- i dischen Volker vorbereitet ist, die aber nur die Grie- I chen aus eigener Kraft erreicht haben. In der spät- rens "es'fein, der archaischen Periode bahnt sie sich langsam an, zum gelangt. Mud)' “”1^ihren mahrTn Sibel als Ver- pollen Durchbruch aber gelangt sie erst über die Freiheitsidee wieder ihren^wayren^ioei Landkreis Glesien. ... cxd ßangsdorf, 6. Dez. Seitdem die Acker- einen Kam er ad sch afts ab end ab. Die Bergarbeit beendet ist, konnten die Dorfbewohner sich werkskapelle unter ßeihlng von Kapellmeister B i e- ' denkopf - Weickartshain verschonte den Abend ± Groß-Eichen, 6. Dez. Der Sturm fim»» 23/116 der SAR. hielt dieser Tage hier in schöner' müsse. Mädchen", zu dem die einzelnen Na-1 mitarbeitenö am Wohl von Volk und Vaterland. Obecheffen. Offener Sonntag - - natürlich zu KOHLER Sri Im ganzen Hause: „Vorteilhafte Weihnachtsangebote und froher Weihnachtsgeist" KÖHLER Gießen, Seltersweg 17 Das fortschrittliche Fachhaus für gute Herren- und Knabenkleidung Ulster-Paletots schmissige u. gediegene Verarbeitung 28.- 33.- 39.- 47.- 56.- Herren-Ulster schwere, reinwollene Qualitäten 33.- 39.- 47.- 56.- 68.- Wetter- Mäntel Gabardine u. Loden, Slipons o. Raglans 22.- 29.- 35.- 42.- 49.- Als Regenschutz praktische Lederol- und Gummimäntel 9.50 10.50 12.50 15.- 18.50 Sakko-Anzüge fein gemustert und modern gestreift 29.50 34.- 42.- 54.- 65.- Sport-Anzüge mit 2 Hosen, schöne Dessins 28.- 38.- 46.- 52.- 64.- Abend-Anzüge schwarz, einreihig, auf 2 od. 3 Knöpfe 48.- 54.- 68.- 74.- 84.- Smoking-Anzüge mit breitem, langem Seitenspiegel 58.- 68.- 78.- 88.- 96.- Hausjacken Hus.-Verschnürung m. färb. 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Auftakt zum „Tag der nationalen Solidarität" in Gießen. tXl* - J*;-*-* . ! ■N* • i W W ... u : © M; -H, •f W N- W K* .. diese Gedanken besonders vor Augen halten und uns immer wieder bewußt werden, daß alles, was wir als deutsche Menschen in dieser Zeit opfern, nicht als Opfer für den einzelnen, sondern für das ganze deutsche Volk gilt. Von diesem Abend als Auftakt des „Tages der nationalen Solidarität" müsse die Parole mitgenommen werden: „Alle unsere Opfer sind für Deutschland!" Wie sehr der Redner den Hörern aus dem Herzen gesprochen hatte, bewies der starke Beifall, den sein Appell an die Opferfreudigkeit aller deutschen Volksgeossen auch an dieser Stätte fand. Möchte dieser eindringliche Appell am heutigen Sammeltage der nationalen Solidarität bei allen deutschen Männern und Frauen ein st a r- k e s Echo in Gestalt reicher Opferspenden auslösen! Für alle Sammler amTag dernationalenSolldaritat Die Sammelbüchsen müssen bis spätestens am Samstag, 7. Dezember, um 24 Uhr bei der Deutschen Bank abgeliefert sein. Kreisleitung der NSDAP. Gießen. Das Musikkorps Infanterie-Regiments 36 unter Leitung von Obermusikmeister Krauße Schmelz dankt den Besuchern, den Militärmusikern und den Sängern für ihr Tatbekenntnis zum Mit einer prächtigen Konzertveranstaltung in der Gießener Volkshalle am gestrigen Freitagabend wurde der heutige „Tag der nationalen Solidarität" in würdiger Weise eingeleitet. Es war ein sehr guter Gedanke, die Kunst der Instrumentalmusik und des Gesanges zur Eröffnung dieses großen Hilfswerkes einzusetzen und damit eine Brücke zu schlagen von den Werten des Gemüts zu den Werten der materiellen Hilfeleistung, aus denen bedrängten deutschen Brüdern und Schwestern eine Erleichterung ihres Daseinskampfes erwachsen soll. Für den künstlerischen Teil des sehr genußreichen Abends hatten sich das Musikkorps des Infanterie-Regiments 36 unter Leitung von Obermusikmeister Krauße und ein etwa 250 Sänger starker M a s senchor des Gießener Sängerkreises unter Leitung von Chormeister Groß in uneigennütziger und sehr anerkennenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Die Besucher konnten die erfreuliche Feststellung machen, daß die Darbietungen auch die hochgespannten künstlerischen Erwartungen in vollem Maße erfüllten und ein musikalisches Erlebnis boten, an das man noch lange mit Freude zurückdenken wird. Der Klangkörper des Jnfanterie-Musik- k o r p s unter der oft bewährten, glänzenden Leitung des Obermusikmeisters Krauße fügte seinem bisherigen hervorragenden künstlerischen Rufe einen neuen bedeutsamen Erfolg an. Mit dem prächtigen „Marsch der hessischen Grenadiere" von Buchwald leiteten die Militärmusiker ihre Darbietungsfolge ein, um im weiteren Verlaufe des Abends mit der wunderbaren Wiedergabe der „Festouvertüre" von Lortzing, der 2. Polonaise von Liszt, mit Szenen aus der Oper „Der fliegende Holländer" von Waa- ner, der Rhapsodie von Friedemann, mit angereihten Stücken aus der Oper „Der Freischütz" von Weber, sodann mit Märschen für Fanfarentrompeten, von denen ein Fanfarenmarsch mit dem Kampflied „Volk ans Gewehr" als Leitmotiv u. W. in Gießen zum ersten Male gespielt wurde, und schließlich mit einem Potpourri mit „Erinnerungen an das Militär" alle Stufen der Musik aufzuzeigen und damit vielfältige Feinheiten aus dem Schaffen deutscher Komponisten zu offenbaren. Die Zuhörer bekundeten ihre gut begründete herzliche Dankbarkeit für die ausgezeichnete Konzertmusik mit starkem Beifall. Der Maffenchor der Gießener Sänger, der mit feinem glänzenden und fein aufeinander ab- geftimmten Stimmaterial ebenfalls einen prächtigen Klangkörper darstellte, stellte sich unter der Leitung des Chormeisters Groß aleichfalls auf die vollendetste Stufe des künstlerischen Könnens. Die eindrucksvollen Männerchöre „Mahnung" von Heinrichs, „Deutschland heilger Name" von Baußnern, „Sonnenaufgang" von Cornelius und „Wo gen Himmel Eichen ragen" von Heinrichs wurden in sauberer und kraftvoller Weise gesungen und bekundeten durch die hervorragende Wiedergabe den hohen Stand der Sangeskultur in unseren Gießener Gesangvereinen. Sänger und Chormeister haben allen Grund, auf die prächtigen gesanglichen Leistungen bei dieser Konzert-Darbietung stolz zu sein. Die Zuhörer statteten auch den Sängern mit Recht durch starken Beifall ihren Dank ab. Kreispropagandaleiter Schmelz, der an Stelle des durch Krankheit in feiner Familie am Erscheinen verhinderten Kreisleiters sprach, stattete den Besuchern herzlichen Dank für ihr Erscheinen ab und betonte dabei, daß sie durch ihren Besuch und die damit bekundete Opferfreudigkeit für das Winterhilfswerk ein lobenswertes Beispiel für die Sammlung am „Tage der nationalen Solidarität" gegeben hätten, das sich diejenigen als Vorbild nehmen müßten, die bei diesem Abend nicht zugegen seien. Weiter sprach der Redner dem Musikkorps des Infanterie-Regiments 36 und seinem Obermusikmeister Krauße sowie den Sängern des Sängerkreises Gießen und Chormeister Groß für ihre vorbildliche uneigennützige Mitwirkung den herzlichen Dank der Kreisleitung und des WHW. aus. Er betonte sodann, daß es gewiß nicht immer leicht sei, den Weg des Opfers zu gehen, aber wir müßten uns doch vor Augen halten, daß es für unser deutsches Volk keinen anderen Weg zur höhe gebe als nur den Weg des Opfers. Die Partei und die NSV. seien diejenigen Organisationen, die die schwere Zeit dieses Opferganges unseres Volkes zu tragen berufen feien, und die in Gemeinschaft mit den opfernden Volksgenossen einen wesentlichen Beitrag leisten zur Bewältigung der ungeheuren Aufgaben, die für das ganze deutsche Volk gelöst werden müßten. Niemand solle und dürfe vergessen, daß wir nur durch diese Opfer es möglich machen könnten, das deutsche Volk über die jetzige Notzeit hinwegzubringen in einem Zeitabschnitt, der, an der Größe der Aufgaben gemessen, nur als kurz bezeichnet werden könne. Wir dürften auch nicht vergessen, daß wir als heutige Generation beim Konzert. Rechts: Kreispropagandaleiter WHW. (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff, Gießen.) durch unsere Opfer unseren Nachkommen eine Last abnehmen und ihnen den Weg freimachen für größere Aufgaben, die sie noch zu erfüllen haben werden. Am „Tage der nationalen Solidarität" müßten wir uns SA.-Konzett amTag dernationalenSolidarM Von 16 bis 16.45 Uhr am Kreuzplatz. Von 17 bis 17.30 Uhr am Selterstor. Kreisleitung der NSDAP. Gießen. Die Saufirma Gagfah-Abenuauu feiert Richtfest. Zum ersten Male nach dem Kriege feierte gestern die hiesige Baufirma Abermann mit ihrer stattlichen Belegschaft ein eigenes Richtfest. In den letzten Tagen wurden verschiedene Wohnhaus-Neubauten für Militär-Beamte im Rohbau fertiggestellt und unter Dach gebracht. Es handelt sich dabei um Wohnhausneubauten an der Lessingstraße, die unter der Initiative der „Gagfah" entstanden (die auch Mitoeranstalterin des Richtfestes war) — ferner um Bauten an der Ecke Bismarckstraße und Nahrungsberg, an der Ecke Gnauthftraße und Goethestraße, am Schiffenberger Weg und in der Schwarzlach. Die Richtfestfeier vereinigte gestern abend im Cafe Leib neben der gesamten Arbeiterschaft zahlreiche Gäste aus Kreisen der Behörden, der Wehrmacht, der Gagfah usw. Die Betriebsführer nahmen Links oben: Die große Baustelle der „Gagfah". Oben rechts: Baustelle Schiffenberger Weg. — Unten links: Ecke Gnauthstraße/Goethestraße. Unten rechts: Neue Häuser am Nahrungsberg. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Hase im Gchnee. Von Zosef Hüsch. Ich sah nach ein paar niedrigen Birken, in deren Nähe ein dunkler Fleck sich erhob. Neugierig ging ich dort hin und stand unentschlossen vor einem atmenden Etwas. Zerknitterte Halme, struppiges Heidekraut, vermoderndes Laub bedeckten einen Graupelz von Hasen. Er war frosterstarrt, aber er lebte, ich merkte es an seinem Atem. Ich hob den Langohr auf. Ängezogen von der Wärme, kuschelte er sich tief in das neue Schutzbietende, legte die Ohren flach an und plötzlich zitterte er heftig. Sein schnellpochendes Herz war in meinen Händen wie eine springende Kugel. Der Gejagte fürchtete mich. Ich sprach ihm gut zu. Langohr tapste mit seiner kalten Hasenpfote nach der Ha-nd. Ich wollte ihn fester an mich drucken. Langohr duckte sich und entwich erschreckt. Die Furcht saß ihm hinter den wilflatternden Ohren, als er davon rannte. Ich sah ihn dahinjagen ... Schwere, graue Wolken hingen in der Luft. Der Nordwind brachte sie zum Platzen; sausend schüttelten sie ihr weißes Wunder aus. Tausende Wolken wirbelten über das Land hin, — in großen Wellen wiegte sich die Weite. Inseln von einsamem Gestrüpp, ein verdorrter und nackter Birkenstamm stach wie der Mast eines versunkenen Schiffes in die weiße Kälte. Langsam löste sich diese kalte Wirklichkeit in weiche, demutsvolle Gebilde auf. Langohr blieb vor Staunen in der tiefen Spur eines Pfades hocken. Er schnupperte mit der Nase in die Luft. Jetzt machte er einen hüpfenden Sprung und lief mit anliegenden Ohren der kaum noch sichtbaren Rille nach. Dieses weiße und weiche Nichts — war ihm doch sehr fremd, obwohl ihm in seiner Einsamkeit nichts fremd war: kein Graben, Erdloch und Pfad, keine Birke, nicht einmal die verschiedenen Kohlgärten der umliegenden Bauernhöfe. Er kannte sogar den Geschmack des glitzernden Taues am blühenden Kraut und staunte nicht mehr über das tiefrote Erglühen der Sommerabendwolken. Doch die Stimme des Menschen, meine Stimme, konnte er nicht vergessen. Es war immerhin ein Mensch, wie Jäger und Schlingenleger. Dieser zuckenden Stimme war nicht zu trauen, sie war unfaßbar und aufregend, aber dieses Weiße, Tollwirbelnde war ihm ein größeres Wunder. Unzählige weiße Flocken fielen nieder auf ihn. Er schüttelte sich und sprang von Zeit zu Zeit hoch. Beim Fallen plumpste er weich: die Läufe versanken, er fürchtete sich vor dem Unfesten, nicht zu Fassenden. Es war ein Graben. Langohr sichtete am Horizont einen dunklen Streifen: das war ein Wald. Um der Sicherheit willen nahm er den Weg dorthin. Er stellte sich auf die Hinterläufe, wollte den Graben erklimmen, glitt ab und versank, stieß mit seiner Schnauze in den Schnee, prustete sprühend die Nässe von sich. Langohr klatschte die langen Ohren um den Kopf, das sie knorplig knackten. Er versuchte sie keck und steif aufzurichten. Eins fiel müde zur Seite. Bangigkeit schwellte zu einer sträubenden Angst, die seinen Sehnen Spannkraft verlieh. Mit einem kräftigen Ruck schnellte er hoch, überkugelte sich, gelangte aus dem Graben. Einen Augenblick hielt er an, dann federte er wieder durch das weiße Treiben. Der dunkle Streifen am Horizont breitete sich zu einem grauen, schweren Wolkenschatten aus. Das war kein Wald. Die Luft floß durcheinander. Er wollte dem düster drohenden Horizont ausweichen und lief im Bogen seitwärts. Erde und Himmel waren eins. Langohr rannte immerzu und kam dabei wieder an den Graben, der jetzt nur noch eine schwache Welle war. Im Sprung setzte er darüber und lief geradeaus weiter. Seine Laufe waren müde und steif. Er ruhte aus, äugte stumpf in die fliegende Weite. Vor Ginsterbuschen schreckte er auf und sah sich wieder auf seinem kreisenden Irrweg. Er war ein Vagabund, der herumläuft und wartet, daß es Abend wird. Manchmal purzelte er erschöpft in ein Gestrüpp. Schneeklumpen platzten auf ihn nieder, er jagte weiter. In diesem rasenden Lauf sah der Hase nicht daß er geradewegs wieder auf mich zukam. Doch dann: — Schrecken lähmte seine Läufe. Langohr schlug einen Haken, torkelte kopfüber in ein Loch und blieb zuckend liegen. einem Glück oder einer Erfüllung vorausaeht^ dann - •- " M----- " Lause. Niemand entlief dem Letzten. Ich packte ihn und trug den zitternden Graupelz unter dem Mantel nach Hause. Da kauerte er in einem warmen Winkel. Unendlich wehmütig starrten seine Lichter in den Glanz eines Wech- nachtsbaumes. Nun klang leise das zarte Klmgen und Klirren der gläsernen Aepfel Lächelnd schloß die Mutter die Kinder m en dunkles Ammer. Sre lauschten, hielten die Ohren an das Schlüsselloch. Im ganzen Haus war ein großes Warten. Graupelz spürte noch die stille Veränderung die einem Glück ober einer Erfüllung vorausae" hnnn streckte er mit kristallenen Augen seine L. Nürnberger Lebkuchen. Ein appetitliches vorweihnachtlichesKaPitel Ach, wieviele Tage sind es noch bis Weihnachten! Aber schon wirft das frohe Fest feinen Glanz in die Herzen der Kinder und überall entdecken sie sichere Anzeichen, daß es herannaht. Es duftet schon nach Lebkuchen, Pfeffernüssen, „Springerle" und „Gutsele", wenn sie von der Schule nach Hause kommen, und es gibt nichts Schöneres als Mithelfer zu fein, wenn der nach alten Hausrezepten zubereitete Teig in die kleinen Formen gepreßt wird, die mitunter noch von den Großeltern stammen und mit seltsamen Blumen und Bildern verziert sind. Alber welches der Kinder weiß, daß es damit in eine mittelalterliche Zunft eintritt, nämlich in die der „Lebzelte r" oder „Lebzelterer", die in manchen deutschen Städten sogar ihre eigenen Gassen befassen, in denen ihre Backstuben, Werkstätten und Läden sich befanden Sie verarbeiteten und verkauften alle Erzeugnisse der Biene; sie schmolzen Wachs und verfertigten Kerzen, und aus dem Honig bereiteten sie köstliche Backwerke, vor allem aber die berühmten Honigkuchen. Der Honig war nämlich in jener Zeit, in der der Zucker eine seltene Kostbarkeit war, das eigentliche Süßmittel, und so durfte es auch in keinem leckeren Gebäck fehlen. Und der Honigkuchen war die Krone aller Backwunder! Er wurde aus Mehl, Honig und Braunbier hergestellt und nach dem Grundsatz, daß sich das Zarte mit dem Scharfen vereinen müsse, reichlich gewürzt. Diese Würzen, die meist aus fernen Ländern stammten und die man nach dem wichtigsten ganz allgemein „Pfeffer" nannte, waren sehr teuer und wurden hoch geschätzt. Aber der Pfefferkuchen, nämlich der gepfefferte Honigkuchen oder Lebkuchen, gehörte nun einmal zum Festschmaus. Uebrigens wurden die „Lebzelten", die auch reichlich mit Kümmel bestreut wurden, auch bei den Trinkgelagen der Männer gegessen, die dadurch die Kehle zur Aufnahme neuer Flüssigkeiten anreizen wollten. Wenn uns daher in einer alten Chronik berichtet wird, daß ein Graf all sein Hab und Gut „in Lebkuchen" verschluckt habe, so dürfen wir an= nehmen, daß die Pfefferkuchen nur der Anlaß waren, um große Mengen Wein und Bier hinterher zu schicken. So besagt auch ein altdeutscher Spruch: „PfeffeUUEhen und Branntwein wollen stets gute GesellsN sein." Die Kunst der Lebzelter erlebte in der Renaissance ihre Blütezeit. Da wurden allerorts Pfefferkuchen gebacken, und es war der Stolz jeder Stadt, wenn die dort gewählten Zutaten, seien es nun Mandeln, Zitronen, Nelken, Kardamom oder Aepfel, dem Lebkuchen einen besonderen Geschmack verliehen, den man anderwärts als besonders hervorragend rühmte. Den größten Ruf erlangten die Nürnberger Pfefferküchler, denn in dieser Hochburg der Handwerkerkunst und des Gewerbefleißes gab es einen besonders feinen Honig. Bis auf den heutigen Tag haben die Nürnberger Lebkuchen ihren Ruhm behaupten können. „Beim Anblick der Honigkuchen, so in Nürnberg gebacken werden, läuft allen Feinschmeckern das Wasser im Munde zusammen", bemerkt her Nürnberger Chronist Wagenseil im Jahre 1690 voll Stolz. Daneben sind aber auch die „Baseler L e ck e r l i", die „T h o r n e r Katrinchen" und manch anderes Gebäck, das sich mit dem Namen der Stadt schmückte, in der es erfunden und zuerst zubereitet wurde, nicht zu verachten. Uebrigens waren die Lebzelter auch darauf bedacht, dem Auge eine Freude zu bereiten, und so formten sie die Pfefferkuchen zu wundersamen Figuren. Die alten Modellstücke, die in manchen volkskundlichen Museen bewahrt werden, enthüllen geistliche und weltliche Darstellungen, wie Maria mit dem Christus- Eint), Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis, dann Kreuzigungsgruppen, die Dreifaltigkeit, die Heiligen drei Könige als Reiter, dann ganze Jagden, Soldaten und Teufel, Robinson Cruso und Napoleon, Wagen- und Schlittenfahrten usw. Die Renaissance bringt viele Wappen, mit denen adlige Familien ihre Pfefferkuchen schmückten. Das Barock wartet mit Patriziern und Damen in riesigen Halskrausen und Reifröcken auf. Im Rokoko wiegt die galante Liebesszene vor, und es fehlt auch nicht an den sogenannten „ABC-Täflein", deren Buchstaben von den Kleinen verschluckt wurden, die sich auf diese angenehme Weise die Lesekunst „einverleiben" suchten. Schließlich wurden Papierbilder ausgeklebt und ein zierlicher Zuckerguß aufgetragen. Vernichtende Kritik. Auf einer Gesellschaft, in der ein junger ©eigen- künstler gerade einige Stücke oorgetragen hatte, wurde der englische Dichter Vernarb Shaw nach feinem Urteil gefragt. Der Dichter erwiderte, daß er eine große Ähnlichkeit mit Paderemski feststelle. „Aber Paderewski ist doch gar kein Geigenspieler", sagte die Dame des Hauses. „Eben d'e 9» wege n", bemerkte Shaw und versank wieder ia undurchdringliches Schweigen. Wirtschaft 58 v. n 1 genommen sind. In Auswirkung davon Men die y ,, Preise für die Schlachtwertklasse A um 1 Mark auf । • x| 43 an, darüber hinaus konnten bei Bullen infolge verfaßt worden waren Die hinter den Papieren Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L 2kr . ^run.iuri a. JJL ,Ur* hArfr io 95 104 102.5 82,25 127 80 79,25 94.5 104.75 102,75 82.13 158 126 80,25 79.1 15 26.25 16,9 86 114,5 84 83.5 83,5 178.5 149.4 219 106,5 112,75 110 149,9 107 112,75 110 117,25 114.25 212,75 103 75,4 18 127 120 188,25 2,438 41,84 54,56 12,225 16,32 168,08 61,40 2,458 42,00 54,78 12,265 16,38 168,76 61,64 63,30 80,58 33,71 0 0 6 0 0 0 IS 6 6 4 7 7 3 <' 3 0 36,13 134,5 111 5 132,25 106 124 130 120 170,5 121 15,4 26,25 17 65,9 114,5 84.25 83,75 84 179,25 95 103,4 102,5 82 155 126 80.5 79 65 36,13 124,75 111,13 132 106,25 123,75 130 120.25 169 122 o 5 6 0 7 0 8 0 0 117 212 102,65 75,13 18 127 119,5 188 53 102,5 117 76,5 91 138,5 26 282 158 26,25 87,75 200 101.5 52.65 101.25 116,5 77 124,13 90.75 138,5 75,65 25.9 281 167,4 158,13 26,9 201 113,25 96,25 100,6 100,75 97 97 107,75 15,25 16,75 85,75 113,25 84 83,75 84 179,5 95 103,25 102,5 82,25 126 80 795 36.4 135 110.9 133 106 •24,5 131,5 121 172 121,5 15 17 86 113,25 84 83,5 83,5 179 36,5 134,75 111,75 133 106 124,25 129 130,9 120,5 171,25 121,9 b 6 41 212 103,25 75.4 18,13 126 Bekula Schulthet» Pahenhoser Mu -Allgemeine Kunstseide) .. Bem berg TI. 12 . 8 . 10 1er 2,50 v. H. Abendbörse still und behauptet. I. Farven-Industrie Cchetdeanstalt........ öioldichmidt ......... Rutgerswerke ........ Metaligeiellschast 4% Oestcrretchische (Nolvrrnte... 4,20% ceslerreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalürcnte v. 1910 4%% dcagi. von 1913.......... 5% abgest. (Molbnifjifanft von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anieihe Serie l.................... Buderus Deutsche Erdöl Harpener.................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 51k Bergbau .............. nlfc Bergbau Genüsse Kiocknerwerk« .............. Mannesmann-Röbren Frankfurt a. M., 6. Dez. Gemüse: Gesamt- angebot sehr reichlich, besonders von Feldsalat, Karotten, Eskarol, Spinat, Wirsing und Weiße Ruben. Zwiebeln weiter knapp. Geschäft ziemlich schleppend, Preise ziemlich unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl, Stück 20 bis 40, Steige (9 bis 12 Stuck) 3,50 ital., Eskarol 4 bis 10, Feldsalat 20 bis 30, Karotten 3 bis 5, gelbe Kartoffeln 3,40 bis 3,60, Kohlrabi 3,5 bis 5, Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 14 bis 18, Rote Rüben 3,5 bis 6,5, Rotkraut 4 bis 7, Sellerie (je nach Größe) 5 bis 30, Sellerie (50 Kilo) 7,50 bis 12, Schwarzwurzeln 15 bis 22, Teltower Rübchen 10 bis 14, Haustomaten 25 bis 30 Freilandtomaten I 14 bis 16, II 8 bis 12, Weißkraut 3,5 bis 5, Wirsing 3 bis 6, Winterkohl 5 bis 7 Weiße Rüben 4 bis 6, Zwiebeln 9 bis 11. Ob ft und Südfrüchte : Sehr starkes Angebot von Aepfeln, von Birnen genügend. Nachfrage nur nach besonders schönem Obst gut, Preise unverändert, für la Auslese über Notiz. Zufuhren von ausländischen Erzeugnissen allgemein gut. Geschäft befriedigend, Preise für Mandarinen etwas hoher, sanst unverändert. 11. a. notierten: Aepfel I 25 bis 30 II 18 bis 22, Wirtschaftsäpfel 16 bis 18, Goldparmänen 20 bis 30, Linken 18 bis 24, Graue Renetten 20 bis 25, Schafsnase 16 bis 18, Apfelsinen 20 bis 24 span., Birnen I 25 bis 30, II 18 bis 24. Kochbirnen 15 bis 18, Le Lectier 18 bis 25, Gräfin von Paris 20 bis 30, Mme. Bert6 20 bis 30, Feigen (Kranz) 25-Kilo-Sack 9,50 bis 10,50, Haselnüsse 30 bis 35 ital., Kokosnüsse Stück 20 bis 35, Mandarinen 20 bis 26 span., Trauben 40 bis 45 holl., Faß-Trauben (40 Pfund) 19 bis 20 Alme- ria, Walnüsse 32 bis 50 ital., 30 bis 45 jugoslw., 45 bis 47 rumän., 35 bis 38 bulg. Frankfurter Eiermarkt. Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Berkchrdwesen Akt. .. Berliner HandeNgelelstchaft ... Vvmmerj- und Prtvat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft Dresdner Bank Reich«bank ........... 1 1,25 9,65 9,25 9,6 14.9 113,13 96.25 100,65 100,4 97 97 107.75 100.9 97 97 107,75 27,9 1,25 9,55 9,4 9,65 14,3 Frankfurt a. M„ 6. Dez. Obgleich das bisher milde Wetter auf die Legetätigkeit der Hühner einen günstigen Einfluß nahm, was sich vielerorts in etwas besseren Zufuhren von Frischeiern aus- wirkte, blieben die Anlieferungen im hiesigen Bezirk im allgemeinen noch klein. Da auch in Kühlhaus« eiern das Angebot etwas schwächer geworden ist, hielten sich die Gesamtmengen etwas niedriger als in den letzten Wochen. Trotzdem konnte der Bedarf weiterhin befriedigt werden, und auch der erhöhte Bedarf zum Weihnachtsfest dürfte völlig sich"rge- stellt sein. Bei unveränderten Preisen nahm das Geschäft einen lebhaften Verlauf. Es notierten 'n Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Grohhand»ls- Verkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche und ausländische Handelsklafseneier: S 12 bis 121 A 11'/- bis HK, B IOK bis 11. C 93/< bi« 10, D OK. Kühlhauseier: S 10K bis 11, A 10’< bis IOK, B 9K bis 9K, C 9 bis 9K, D 8Vt bis 8K. 6 sen^abnmobel* Aus^elluna der Aeicksba«-nd r-klwn !?rank^mi. LPD. Frankfurt a. M., 6. Dez. Anläßlich der Hundertjahrfeier der Deutschen Reichsbahn hat die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. im Wartes-ml des Frankfurter Hauptperfonenbahnhofs eine S ander s ch a u eingerichtet, die als Hauptstück das Modell einer vollständigen Bahn- a n l a g e mit allen nur denkbaren Einrichtungen, wie Personen-, Güter- und Abstellbahnhof, Aus- besseningswerkstatt, beschrankte und unbeschrankte Bahnübergänge, lieber- und Unterführungen, Lo- komotivschuppen, Drehscheibe usw., ferner die ver- schiedenen Fahrzeuge vom Güterwagen bis zur modernsten Stromlinienmaschine und Turbinen- und Hochdrucklokomotive zeigt. Das Modell ist ein Werk des Münchener Ingenieurs Overbeck. In zwanzigjähriger Arbeit ist dieses sehenswerte Modell geschaffen worden. Es bedeckt eine Fläche von 500 Quadratmeter, hat 1,5 Kilometer Gleislänge mit mehr als 100 Weichen und 50 Signalen. 35 Lokomotiven und 200 Personen- und Güterwagen befahren die mit mehr als taufend Lampen beleuchtete Strecke. Neben diesem Modell zeigt die Bereinigung deutscher Zinnfigurensammer die Entwicklung des Berkehrs von seinen primitiven Anfängen bis zu den heutigen modernen Verkehrsmitteln, dargestellt durch Zinnfiguren. 63,04 80,26 33,57 100,9 97 97 107,75 28 1,3 9,7 9.6 9,75 14 . 6 12 . 4 :°o . 5 . 6 1,25 9,6 9,6 9,5 14 Mansseldcr Bergbau .. KokSwerke ........... 8il)ciniid)c Braunkohlen Rhcinsiahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Olavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Nelten & Guilleaume 4 Geiellsch.f.Llektr. Unternehmung. 6 Abgesehen von Kunstseideaktien, in denen sich etwas lebhafteres Geschäft vollzog, nahm die Abendbörse einen ruhigen Verlauf. Die Grund- timmung blieb freundlich, und die Kurse zeiyten m Vergleich zum Berliner Schluß nur gering- ügige Abweichungen, wobei die Notierungen zumeist nominellen Charakter trugen. Kunstseide AKU. stiegen auf erneut feste Meldungen aus Amsterdam auf 52,50 bis 53 (52,50), nachbörslich wurden sie mit 53,10 gehandelt, Bemberg etwas initgc- zogen und auf 102 bis 102,50 (101,25) erhöht. IG. Farben lagen mit 149,40 nur knapp gehalten. Scheideanstalt blieben von unveränderten Ausschüttungen von 9 o. H. unberührt und lagen mit 219 unverändert. Deutsche Renten lagen ruhig, Altbesitz blieben auf Basis des Frankfurter Schlußkurses mit 111,13 unverändert, gegen Berlin (111,30) lagen sie etwas leichter. Etwas Geschäft und Interesse erhielt sich für zertif. Dollar-Bonds zu den letzten Mit- tagsfurfen, also 6 und 6,5 v. H. Preußen 64,75 bis 65, 7 v. H. Spargiro 65, 6 v. H. Spargiro 64. Am Auslandsrentenmarkt wurden Mexikaner verschiedentlich wieder lebhafter gebandelt, die Kurse blieben indes auf der etwas schwächeren Mittagsbasis unverändert: im freien Markt unterlagen sie einigen Schwankungen bei größeren Umsätzen. Es notierten 5 v. H. äußere Gold mit 14 (Berlin 14), 4 v. H. Goldmexikaner mit 8,50 (8,55) und 5 v. H. Silber mit 6 (Frankfurter Schlußkurs 6,13). Ungarn lagen still und nicht ganz behauptet. U. a. notierten: Altbestßanleihe 111,13, IG. Far- ben-Bonds 125, 6 v. H. Krupp 103,50, 4 v. H. Rumänen 4,95, 4 v. H. Ungarn Gold 9,60, 5 v. H. innere Mexikaner 6, 5 v. H. äußere Gold 14, 4 v. H. Gold von 04 8,50, Commerzbank 84, DD.-Bank 83,50, Harpener 102,50, Mannesmann 79,25, Rhein- ftahl 102,40, Stahlverein 75,13, AKU. 52,50 bis 53, Bekula 134,50, Bemberg 102 bis 102,50, Conti Gummi 158, Scheideanstalt 219, Deutsche Linoleum 138,50, Licht und Kraft 132,25, IG. Farben 149,40, Gesfürel 124, Goldschmidt 106,50, Iunghans 79,50, Metallgesellschaft HO, RWC. 130, Schuckert 120, oübö. Zucker 200, Reichsbahn-Vorzugsaktien 122,90, lichkeit hatte, auch viel zu stellen. Der Dank gebühre, also insbesondere ?| 149,75 s' 21 n K Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. iHinrfiihrten Äffern acben die flöhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt zeigte auch in der ersten Woche des neuen Monats ein unverändert ruhiges Bild. Das Angebot der Landwirtschaft in Brotgetreide hat trotz der um 2 Mk. höheren Festpreise kaum eine Zunahme erfahren. Die Mühlennachfrage nach Weizen hat weiter nachgelassen, so daß das vorliegende Angebot, ms- besondere aus Kurhessen, nicht voll untergebracht wurde. Da aber anderseits das Dermahlungskon- tingent mit 12 v. H. höher als erwartet ausgefallen ist, dürften die seither zusätzlichen Kaufe, insbeson- bere für Qualitätssorten, wieder ftarler werden. Am Roggenmarkt trat keine Aenderung der Lage Clftür Futtergetreide ergab sich noch keine Steigerung des Angebots, ganz besonders wird Futtergerste und Futterhafer dringend zu kaufen gesucht. Für die städtischen Fuhrhalter erfolgten wie- der einige Abgaben der RfG- von allem ^nfer zu 18,50 Mark per 100 Kilogramm an Frankfurt. Am Futtermittelmarkt gehen die Zu- tcilungen der RfG. mit ölhaltigen Artikeln, forme mit Trocken- und Steffenschnitzel weiter. Trotzdem besteht weiterhin Bedarf, obwohl die Nachfrage nicht mehr so dringend ist. Kleie und sonstige de- wirtschaftete Futtermittel waren freien Markt nicht erhältlich. Mischfutter mit 75 Teilen ölhaltigen Trägern waren leicht abzusetzen. Weizennach- und -futtermehle sind reichlich angeboten. Am Mehlmarkt ist der Abruf in Weizenmehl nach Erhöhung der Preise ruhiger geworden, der Absatz bleibt aber stetig. Roggenmehl hat lau end normales Bedarfsgeschäft. Bon Rauhfu11er liegt Stroh sehr fest, die Preise zogen erneut an, draht- gepreßtes auf 3,40 bis 3,60 Mark (3.20 bis 3,40), gebündeltes auf 3,20 bis 3,40 Mark (3 bis 3,20) je 100 Kilogramm. Heu unverändert 8 bis 8,25 Marr. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviebniarkt. Zellstoff Waldbos Aschaffenburg Deiiauer OJa« ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein Ä Koppel Westdeutsche KausHof Ehade .................... Accunnllatoren-Fabrst Lonti-Gummt............. Krtpner Mainkrastmerke Höchst a.M.. Süddeuticher Zucker ...... ' ♦ Deutsche Gold- und S i l b e r s ch e i b e - an ft alt vormals Roeßler , Frankfurt ' a. M. Der Aufsichtsrat der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt vormals Roehler, Frankfurt am Main, beschloß, der auf den 3. Januar 1936 einzuberufenden Hauptversammlung die Verteilung einer Dividende von wieder 9 v. H. auf die Stammaktien (35 Millionen RM.) vorzuschlagen, wovon 8 v. H. I in bar ausgeschüttet und 1 v. H. dem Anleihestock geraume Zeit beisammen. Amtsaericbi Ziehen. Wegen nächtlicher Ruhestörung wurde der I. W^ aus Gießen durch Strafbefehl mit 10 Mark Geldstrafe, eventuell zwei Tagen Haft belegt. Der Angeklagte hatte am 3. Oktober in der Walltorstraße gegen 22.15 Uhr übermäßig laut geschrien. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde die Strafe auf 15 Mark erhöht, da die Vorstrafen des Angeklagten bei Erlaß des Strafbefehls nicht bekannt waren. Der I. Z. aus Ranshaufen fchoß im Neustadter Feld an bewohnten Stellen mit einer Kleinkaliber- bürhfc, ohne einen Waffenschein zu besitzen. Außerdem erwarb er ein Rebgebörn, von dem er wissen mußte, daß es durch eine strafbare Handlung erworben worden war. Durch Strafbefehl erhielt er eine G e l d st r a f e von 80 Mark Der dagegen eingelegte Einspruch blieb ohne Erfolg. Äeriin, 6.Dezember | Gelb zugeführt werden. Mein-Mainische Börse. INittagsbürse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 6. Dez. Da für die heutige Börse keine besondere Anregunaen Vorlagen und vor allem Aufträge der Kundschaft fehlten, war der Geschäftsumfana allgemein geringer als gestern, zumal da der berufsmäßige Börsenhandel Zurückhaltung bekundete. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung unregelmäßig, wobei sich die Veränderungen nach beiden Seiten im Rahmen eines Prozentes sich etwa die Waage hielten. Ucberroiegenb etwas schwächer lagen die gestern stärker befestigten Elektrowerte, so gaben Siemens auf 170,50 (172), RWE. auf 130,50 bis 130,40 (131), Gesfürel auf 124 (124,50), Schuckert auf 120,25 (121) und Licht & Kraft auf 132,75 (133) nach, nur Lechwerke Augsburg setzten 0,50 v. H. höher ein. Montan- s aftien lagen etwa behauptet, Rheinstahl und Stahl- oerein bröckelten bis 0,50 o. H. ab, Hoefch und ! Klöckner zogen bis 0,40 v. H. an, Buderus und ' Harpener lagen unverändert. Chemiepaplere lagen freundlicher, IG. Farben 149,90 (149,75), anstalt 219 (218,50), Deutsche Erdöl 104 (103,25). Zellstoffaktien ließen bis 1 o. H. nach, ferner bröckelten Metallgesellschaft 0,25 v-H- ab. Fester tendierten Deutsche Linoleum mit 138,50 (136/5-, AKU. mit 51,90 bis 52,25 (52), Daimler mit 91,50 (90,75), Iunghans 80 (78,50) und Zement Heidel- berg 117 (116,50). Schiffahrtsaktien lagen voll de- hauptet, ebenso Südd. Zucker und Reichsbankanteile. Am deutschen Rentenmarkt war Die Haltung eher etwas schwächer. Altbesitz gaben bei kleinem Angebot auf 111,25 (111,50) nach, auch Kommunal-Ümschuldung ginnen auf 88,40 bis 88,4a (88,55) zurück. Späte Neichsschuldbuchforderungen etwa 97 (97,13), Zinsvergütungsscheine unverändert 91. Etwas fester lagen zertifizierte Dollar-Bonds, 6 und 6,50 v. H. Preußen 64,75 (64,25). Am Auslandsrentenmarkt lagen mexikanische Anleihen nach der lebhaften Aufwärtsbewegung von gestern abend erheblich ruhiger, es zeigte sich Zurückhaltung und teilweise Glattstellungsbedurf- nis. Niedriger lagen 5 o. H. äußere Gold mit 14,25 (14,90), Dagegen blieben die übrigen Werte etwa behauptet. Ungarn konnten sich auf dem erhöhten Stand gut halten, 4 v. H. Goldrente 9,65 (9,65), ferner 4 v. H. Rumänen 4,85 (4,80). In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft noch mehr zusammen und es herrschte ausgeprägte Zurückhaltung. Am Aktienmarkt bröckelten Montanwerte und IG. Farben sowie einige Elektroaktien leicht ab, im übrigen konnte sich das An- fangsniveau ziemlich behaupten. Fester waren Holzmann mit 88 (87) und Ilse Genuß mit 127 (126). Auch Kunstseide AKU. blieben zu 52,25 gefragt. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 111,13 (111,25) und Kommunal-Ümschuldung auf 88,40 (88,45) zurück, dagegen zogen zertifizierte Dollar- Bonds noch etwas an, Preußen auf 65 (64,75), 7 v. H. Spargiro auf 65 (64,75). Pfandbriefe lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe allerdings etwas uneinheitlich. Auch Stadtanleihen lagen unregelmäßig, fester 4,50 Mainz 92,75 (92,13), 4,50 (7) v. Sy Frankfurter 91,65 (91,50), Dagegen Heidelberg von 1926 88,25 (88,75) und Darmstädter — 0,50 v. Sy Mexikaner weiter ruhig und leicht schwankend, besonders 5 v. H. äußere Gold mit 14 60 bis 14,25 bis 14,40 nach 14,25, 4,50 v. Sy Irrigation 8,60 (8,75), 4 v. H. Gold 8,90 nach 9. Ungarn blieben weiter behauptet. — Tagesgelb dankte im Namen des Oberbürgermeisters für die Einladung und für die freundlichen Worte, die der Stadtverwaltung gewidmet wurden. Er mies Darauf hin, daß die Uebernahme großer Bauten nach Gießen nur dadurch möglich geworden fei, daß Die stabt Oiefien über viel Grundbesitz v-rsune (56 bis Sy Der Gemarkung) und dadurch die Mog- t hatte, auch viel Baugelände zur Verfügung 6 12. 100,65 97,25 101,75 111,3 100,25 97 5.12 100,5 97,5 102 111,5 100 97,5 96,25 100,5 63 5.12. 100,65 97,4 102,5 111,5 100,4 97,25 5.12. iTs“ 114,75 212,75 103,5 75,4 '8,13 126 120 188.4 mit ihren Angehörigen an der Feier teil. Ein Richt- feftfprud), von Zimmermann Pfeiffer gesprochen, gab der Feier den rechten Auftakt. Herr Pfeiffer hielt nach einigen kraftvoll vorgetragenen Musikstücken eine kurze Ansprache. Er betonte, daß dieses Richtfest Den Schlußpunkt in der Bauperiode 1935 darstelle, einer Bauperiode, die sehr viel Aibeit gebracht habe. Der Vorzug Der Stadt Gießen, Garnison zu sein, habe daran naturgemäß stärksten Anteil. Gießen sei dadurch hin- sichtlich der Arbeitsbeschaffung mit in vorderste Linie gerückt. Bisher, d. h. nach dem Kriege, sei es der Firma nicht mehr möglich gewesen, ein eigenes Richtfest zu feiern, da es bei den unsicheren Der- hältnissen während der Zeit des volksfremden Systems nicht möglich gewesen sei, die finanziellen Verantwortlichkeiten für größere Bauvorhaben zu übernehmen, jetzt, da im Dritten Reich stabile Ver- hältnisse herrschten, habe sich die Firma um so leichter entschließen können, ein großes Arbeitsvorhaben %u übernehmen. In seinen weiteren Ausführungen ging Herr Pfeiffer kurz auf die Lage im Bauaewerbe ein und beschäftigte sich in grundsätzlichen Ausführungen mit den Zusammenhängen zwischen Geld- markt, Baufinanzierung, Mieten und Verzinsung. Schließlich kam der Redner auf die nunmehr zum Abschluß gekommenen Arbeiten zu sprechen. Er dankte der Stadt Gießen, insbesondere den Herren Oberbürgermeister Ritter, Bürgermeister Dr. Hamm und Baurat Gravert für die inten- siven Bemühungen um die Belebung des Gießener Arbeitsmarktes, er dankte für die Ne.bungslosicckeit, Schnelligkeit und Gründlichkeit aller nötigen Vorarbeiten, er sprach ferner Worte des Dankes an die Treubau, an die Wehrkreisverwaltung, an öie Zlrdji- teften und an das Vermessungsamt der Stadt aus und vergaß nicht, lobend der Poliere, der Maurer, der Zimmerleute, der Hilfsarbeiter au erwähnen, die dem Werke mit ihrer ganzen Kraft dienten. In einem Gedenken des Führers und im gemeinsamen Gesang des Horst-Wefsel-Liedes klang die Aussprache aus. Bürgermeister Dr. Hamm «w* w™». börff 6.12 '00.5 97,25 102 111,13 100,2 97,25 96,25 100,5 93 timetllanildie Noten.............. Belgische Noten Dänische Roten Englische Rolon Franzostsche Roten Holländische Roten Italienische Roten Norwegische Roten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Roten......... Schwedische Roten Schweizer Roten................. Spanische Roten Ungarische Roten................ Rheinische Elektrizität Rvein. Wests. Qlcltt. Schuckert 8 Eo...... Siemen»L Hal-ke... Lahmeyer SSo..... Die lebhaften Einkäufe Der Metzger hielten auch in der ersten Dezemberwoche an, so Daß die zugeführten Mengen an Schlachtvieh restlos abgesetzt wurden. Die Qualität war in dieser Woche allgemein gut, soweit sie gering war, kam es auch m au |i*uvu. * n——,- . —... den Preisen zum Ausvruck. jenen, die vor uns standen. Es sei keine Muye ge । Rindermarkt trat die neue Anordnung tncien, helfend mitzuarbeiten, sondern eine' große aauptt)crcinigiinfl der deutschen Diehroirtschaft Freude. Freude deshalb, weil die Belebung Der ^ran wonach statt Der bisher geltenden Richt- Bauwirtschaft ein energi ches Torwarts bedeute § Höchstpreise für Rinder festgesetzt M't herzlichen Glückwünschen zum Richtfest unD b roobci nur die 21 u s ft i ch qualitäten aus mit einem ..Glück auf!“ auf die meHere ’Mrbeit t’cr , n'len - 2 Firma Abermann, schloß Bürgermeister Dr. H a m m seine Ansprache. Architekt S ch m i d t dankte im Qn, uaruövr vluuus> w. Namen der an den Bauten beteiligten Arch -1 b€r tcn Qualität auch die Klassen b) und c) teften (Schmidt, Hamann Schumacher) und gab fei-, öerücksichtigt werden. Geringe Ochsen ließen leicht ner Freude darüber Ausdruck, daß> die Firma Die ( ^as Geschäft war sehr lebhaft, der etwas frei schaffenden Architekten berücksichtigt habe. Cr ( - Auftrieb von 873 (1013) Tieren wurde sprach die Hoffnung aus daß jedermann überzeug »räumt. sein möge, Daß auch Die Architekten ißr bestes Teil » Schweinemarkt war Die Qualität eben« zum Bau beigetragen haben. I fQu9 wesentlich besser, Die Beschickung von 2388 Der weitere Verlaus des Abends war neben Dem z2313) Stück wurde lebhaft geräumt. offiziellen Richtfestfchmaus allerlei Unterhaltung ge- m K äl b e r m a r k t trat eine leichte Erholung widmet. Diel Freude bereiteten die lustigen Spruche, Preise ein, was auf Die verminderte Zufuhr die von den Polieren, Den Maurern, Hi fsarbeitern । unt) bie bessere Qualität zurückzuführen ist. Der und Lehrlingen der verschiedenen Baustellen seltsit s^iuftricb von 1091 (1435) Stück wurde ausverkauft, versaßt worden waren und deshalb heftig befla W J ä m m c ( unb Schafe fanden im Hinblick auf wurden. Ein 2lrbeitskamerad prarf) ^MelbftDer- Eintopf-Sonntag lebhafte Nachfrage, die erfaßte Gedichte und fand damit viel Ank'ang. Ein ^.fuhr von 528 (389) Tieren wurde bei leicht Chor, aus Der Belegschaft heraus gebUbet fang Qcbc||crtcn Preisen geräumt. . einige Lieder unter der Leitung von Polier Dem » und sicherte sich stürmischen Beifall. Die flimmer-1 teilte fangen in einer schönen Melodie das Lied ihrer Berussgemeinschaft. Außerdem wurden ge- mcinfame Lieder gesungen, so Daß sich bald prächtige Stimmung entwickelte Schließlich auch der Nikolaus und trieb allerlei Scherz, kameradschaftlicher Unterhaltung blieb man Hapag 15. I granffurter Buttermartt. Frankfurt a. M., 6. Dez. Der Buttermarkt zeigt ein gegen Die Vorwoche ziemlich unoeranber es Bild. Größere Anlieferungen sind noch nicht ein- getroffen, bas vorhanbene Angebot wirb weiter zu- geteilt unb finbet lebhaften Absatz. Die Preste blieben unoeränbert. Es notierten in RM. pro 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhanbelsverkaufspreise an ben Kleinhanbel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine beutsche Molkereibutter 143 bis 145, beutsche Butter 142. Hollänbische Butter 145 bis 148. Die Anfangspreise verstehen sich für Ware im Faß, währenb ber Enbpreis ben Zuschlag für ausgeformte Butter barstellt. frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. 101,5 51.65 100,75 117,5 77 123,75 90,75 136.5 76.25 25,9 279 167,4 158,25 I 26,65 I I 201 I Hamburg-Rmertka-Paket 0 Hamvurg-Südam. Damplldstss. o 52 101 H7,9 78 90,75 136,75 26,13 279 158,25 IA ,'atuin «% Deustche Reld)«anlelve v. 1VS7 4% Deutsche Retch«anl. von 1934 6Vi% Boung-Anleiste von 1930 .. Deutsche Vl«L-8lbli)|.-6d)Ulb mit Ru»lv>.-Siechlen ............. 4*/,% Deutsche RcichSpostschaban Weisungen von 103L I....... 6% eticm.8% Hess. Ltolksstaat 1020 (rückzablb. 102%) ............ 4K% ei>em.9% Hessische Lande» baiil Darmstadt Äold fll. 12.... bk% ebein 4H% Hess Lande« Hvpechekenvank DarmstadtLiaui ehcm. 8% Darmst. Koinm LandeSb.Goldschilldverlchr R. 6 Odcrhesien Provinz-Anleihe mit Auslvs.»Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl Oln leihe Serie 1 mit Ausios.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hup-Bank Äoldpse. 15 unkündbar öU 193b ehem. 4%% Franks. Hhp. Bank-Ltgu-Psandlu-tese....... ehem. 4^% Rheinische Hvp.-Bank-Ligu.-Äoldpsc. ... ehem. 8% Pr. Landetpsand- vrtesanstalt, Psandvriese R 19 4H% eben,. 7% Pr. Lande«psant> vrtesanst., Gold Komm. Obi.VI Steuerg'.itich.RerrechnungSk. 34-88 Sranffurt o. M. | Berlin c-^chlustk l ^cvlußk. 64iue> ^chluv- Vörie I bSrie A unklurt a.M. | ytrhn t^chiust- lurd eMjiufh.l Abend« dörs 1 Schiufi- für» e-diluv' JJlIltdq. Vörie 'Odium 5 12 6.1? 5-12- 6-12. 4% veegt. Gerte II ............ — — 10 10,5 5% Rumän. vereint). Rente v. 1003 5,8 5,9 5,95 6 4 V, "«Rumän.vereinh.Renlev.1913 8,25 8.5 8.75 9 4°o Rumänische vereint). Rente . 4.8 4,95 4,5 4,9 2^4% Anatolier......... 38.8 39 39,13 39 5.Dezember 8 .Dezember Amtliche Geld Dotierung Srlcl Amtliche Geld Notierung Brief öurno« Aire 0,682 0,686 0,682 0,686 PrOssei .... 42,03 42,11 41.98 42,06 Rio de Ian. 0.139 0,141 0,139 0,141 Sofia ..... 3.047 3,053 3,017 3.053 Kopenhagen 54,77 54.87 54,75 54,85 Danzig .... 46,80 46.90 46,80 46.90 London.... 12,265 12,295 12,26 12,29 Heiiingfor» . 5,405 5,415 5.405 5 415 Pari» ----- 16,365 16,405 16.36 16.41 Holland ... 168,43 168,77 168,50 168.84 Flalien .... 20.13 20,17 20,13 20,17 Japan ..... 0,714 0,716 0.714 0,716 Fugoilawien 5,644 5,656 5,644 5,656 C»lo..... 61,58 61,70 61,56 61 68 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49 05 x'uiabon ... 11,125 11,145 11,12 11 14 Stockholm.. 63,23 63,35 63,21 63,33 rdimei, ... 80,46 80,62 80,44 80,60 Spanten... 33,95 34.01 33,93 33,99 Prag...... 10,265 10,285 10,265 10,285 Budapest .. — — — Reu York .. 2,486 2,490 2,486 2,490 Oberkessen. Landkreis Gießen § Mainzlar, 7. Dez. Am Samstag und Sonntag werden vom BDM. vierzigWeihnachts- v a k e t e in unserer Ortsgruppe (Mainzlar, Staufenberg Daubringen) zur Weiterleitung eingesammelt. — Die hiesige Kriegerkameradschaft veranstaltet am kommenden Sonntag ein öffentliches Winterhilfsschießen auf dem hiesigen Schießstand. Gleichzeitig kann hierbei von den Mitgliedern des Kyfshäuserbundes auf die Ehrennadel geschossen werden. § Daubringen, 6. Dez. Bei der Sammlung für die Innere Mission wurden hier Der (Eintopf-Sonntag am 8. Dezember läßt deutsche Volksverbundenheit offenbar werden. Statt Klassenkampf die Not- und vrotgemeinschaft des deutschen Volkes. Das ist der tiefe Sinn des Eintopf-Sonntags. Bezeuge deinen Dank durch dein Opfer! gefammeu: 5% Zentner Kartoffeln, etwa 1^ Zentner Gemüse und an sonstigen Lebensmitteln, wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Grieß, Reis und Mehl zusammen etwa 32 Pfund - Lang-Göns, 6. Dez. Bei einer hier abgehaltenen Treibjagd wurden 28 Hasen und ein Fuchs zur Strecke gebracht. Q u e ck b o r n , 6. Dez. Bei der hiesigen Viehzählung am 3. Dezember wurden 102 (99) Pferde, 727 (702) Rinder, 874 (857) Schweine, 36 (34) Ziegen und 251 (203) Schafe gezählt. Die Zahlen in Klammern stellen das Ergebnis der Viehzählung von 1934 dar. — Am Mittwochnachmittag bemerkten zwei Frauen von hier, die im Walde beim Holzlesen beschäftigt waren, ein Rudel Wildschweine in Stärke von sechs Stück. Das Wild wechselte zwischen dem Wald und dem Feld hin und her. Eine am nächsten Tage von dem Jagdpächter veranstaltete Treibjagd auf das Schwarzwild hatte leider keinen Erfolg, da es bereits weiter gezogen war. I Garbenteich, 6. Dez, Am vergangenen Mittwoch fanden sich die evangelische Frauenhilfe und die Frauenschaft Garbenteich zu einem gemeinsamen Abend zusammen. Die evangelische Frauenhilfe hatte zu dem Abend eingeladen, die Frauenschaft war geschlossen der Einladung gefolgt. Pfarrer Steiner (Hausen) eröffnete den Abend und wies im Hinblick auf das erste Licht am Adventskranz auf den Sinn solch gemeinsamer Abende hin. Hierauf sprach Lehrer Selz er von den Pflichten der Frau im Luftschutz. Er erörterte die einzelnen Fragen, die die Frauen bereits unterrichteten über die gesetzlichen Maßnahmen, die die Frauen zum Luftschutz verpflichten. Pfarrer Steiner und Frau zeigten dann Lichtbilder: Deutsche Frömmigkeit nach Bildern von Ludwig Richter. Aus den Bildern sprach die schlichte echte Frömmigkeit des Malers zu den Anwesenden. Ein Märchenfilm schloß sich noch an. Zwischendurch ließen Adventslieder rechte vorweihnachtliche Stimmung aufkommen. So nahm der gemeinsam verlebte Abend von Frauenschaft und Frauenhilfe einen schönen Verlauf. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 8. Dezember. 2. Advent. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt: 11: Kinderkirche für die Matthäus-Gemeinde, Propst Knodt: 17: Pfarrer Becker: Beichte und heiliges Abendmahl für die Markusgemeinde. — Johannes- kirche. 8.15: Pfarrer Ausfeld, Militärgottesdienst: 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 17: Pfarrer Ausfeld, Beichte und heiliges Abendmahl für die Johannesgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrassistent Zschau. — Kapelle des alten Friedhofs. 9.30: Professor D. Cordier; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Pelrus- kapelle. 9.30: Pfarrer Trapp. — Saat der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Wieseck. 9.45: Hauptgottesdienst, Missionar Michelfelder, Kollekte; 11: Kinderkirche, Missionar Michelfelder; 18: Schuljugend; 20: Missionar Michelfelder (mit Lichtbildern). — Alten- Buseck. 10: Gottesdienst, Kollekte; 13: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst, Kollekte; 19: 2. Adventsfeierstunde. — Albach. 12.30: Gottesdienst, Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Annerod. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Heuchelheim. Ordentliche Kirchenvisitation durch Dekan Sattler (Wieseck); 10: Hauptgottesdienst, Kollekte, Mitwirkung des Kirchenchores; 13: Christenlehre der 1934 und 1935 Konfirmierten: 13.45: Kindergottesdienst beider Abteilungen; 19.30: Volkstümliche Orgelfeierstunde, gehalten von Orgelkünstler Peter von der Au (Mainz). — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst, Kollekte. — Lollar. 13.30: Gottesdienst, Kollekte. — Treis a. d. Lumda. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst, Kollekte: 11.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn- Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn, Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann, -r Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst: 11: Hauptgottesdienst. — INünzenberg. 11: Gottesdienst: 20: 2. Adventsabendgottesdienst. — Trais-Wünzenberg. 9: Gottesdienst; 18.30: 2. Adventsabendgottesdienst.— Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst, anschl. Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst. — Veitsberg. 12.30: Gottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst: 14: Kindergottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst: 10: Hauptgottesdienst. Montag, den 9. Dezember. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Adventsfeier der Frauenhilfe (mit Adventsspiel der Konfirmandinnen) im Luthersaal, Kaiserallee 1; 20.15: Bibelstunde, Lukasevangelium, Saal am Universitätssportplatz (Am Kugelberg 80). — Lollar. 20.30: Bibelstunde. — Mainzlar. 20: Ev.-kirchl. Frauenhilfe, Lichtbildervortrag des Missionars Michelfelder. Dienstag, den 10. Dezember. Lollar. 20 Uhr: Ev.-kirchl. Frauenhilfe, Lichtbildervortrag des Missionars Michelfelder. Ttitfroorh. den 11. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. — Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15: Katechismus- gottesdienft: Das dritte Gebot. — Staufenberg. 20: Ev.-kirchliche Frauenhilfe: Lichtbildervortrag des Missionars Michelfelder. — Klein-Linden. 20: Adventsandacht. Donnerstag, den 12. Dezember. Daubringen. 20 Uhr: Ev. - kirchl. Frauenhilfe, Lichtbildervortrag des Missionars Michelfelder. Reuapostolische Gemeinde. Händelstraße 1. — Ederstraße 13. Sonntag, den 8. Dezember. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 11. Dezember. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 7. Dezember. Gießen. 16.30 bis 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 8. Dezember. 2. Adventssonntag. Fest der Unbefleckten Empfängnis. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion, Militärgottesdienst: 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht: 20: Jungsrauen-Kongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 9. Dezember. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 11. Dezember. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Baptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 8. Dezember. 11 Uhr: Kindergottesdienst: 20.30: Pred. Lotz. Donnerstag, den 12. Dezember. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Christliche Gemeinde (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 8. Dezember. 10 Uhr: Erbauungsstunde: 20.30: Evangelisation. Dienstag, oen 10. Dezember. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Evangelische Stadtmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 8. Dezember. 8.30 Uhr: Morgenandacht: 13.30: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, den 11. Dezember. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Oefsentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzt: Frau Dr. Marx; Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Weihnachtsgeschenke && -Geschenke machen mehr Freude! Beachten Sie bitte unsere Schaufenster für Bekleidung und Ausstattung Bahnhofstraße 2-4 7121 A Lieferungsvergebung Bett.: Beschaffung von Linheilshosen für das Fahrpersonal. 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