fr. 234 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 7. Oktober 1935 Erscheint täglich, außer Lonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Such- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung «nd ScschSstrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.250/o mehr. 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Zu Hunderttausenden sind die deutschen Bauern aus allen Teilen des Reiches und mit ihnen Volksgenossen aus allen Berufs- ft ä n d e n nach dem Herzen Deutschlands gekommen, um sich hier um den Führer zu scharen und den Tag des Erntedankfestes feierlich zu begehen, um aufs neue ein machtvolles Bekenntnis für den Nationalsozialismus, Deutschland und seinen Führer abzulegen. Als wir bei erstem Schein des neuen Tageslichtes die Straßen von Bad Pyrmont bis Hameln, das Gebiet, in dem sich der große Aufmarsch des deutschen Nährstandes vollzieht, durchfahren, sehen wir überall bereits emsiges Leben und frohes Treiben, hören Gesang und Marschmusik. Auf den Bahnhöfen stehen die mit Fahnen, Blumen und Tannengrün bekränzten Sonderzüge, die aus Nord und Süd, aus Oft und West die Volksgenossen hierhergebracht haben. Alle Straßen, alle Häuser, alle Höfe und alle Brücken sind festlich geschmückt, und immer wieder sieht man die Erntekrone, das Sinnbild dieses hohen Tages der deutschen Nation. In den Kirchen der Städte und Dörfer sowie unter freiem Himmel im Feldgottesdienst dankten am frühen Morgen bereits die Bevölkerung und die Gäste Gott für den Segen der Ernte. Dann marschierten die unübersehbaren Kolonnen bei prachtvollem Herbstwetter zu der Stätte, die heute der Inbegriff des Erntedankfestes geworden ist, zum Bückeberg, zum heiligen Berg, zu der alten deutschen Kultstätte. Auf der Thingstätte des deutschen Bauerntums. Von dem Gipfel des Berges aus, der die große Tribüne der Ehrengäste trägt, bietet sich wieder das ^etzt schon so gewohnte, aber trotzdem immer wieder hinreißende wundervolle Bild: Liebliche Talniederungen mit malerischen Dörfern und stolzen Bauernhöfen, grüne Wiesen, rauschende Wälder, ragende Berge, und inmitten dieser wunderbaren Landschaft stehen heute schätzungsweise 700 000 Volksgenossen, die Abgesandten aller deutschen Stämme, die Vertreter der geeinten deutschen Nation. Dazu kommen noch weitere Hunderttausende, die die Anfahrtsstraßen des Führers umsäumen. Heber diese ungeheuren Menschenmengen, über Wiesen, Felder und Berge schweift der Blick und bleibt haften an den hohen Flaggenmasten mit den Haken- ' kreuzfahnen, die zu beiden Seiten in vierfacher Reihe den 500 Meter langen Weg einrahmen, den heute der Führer nimmt. Tausende von Fahnen ftehen rings um die Tribüne der Ehrengäste oben cuf dem Berge sowie an der Rednertribüne am Fuße des Berges. _ r.„ Masfenchöre und Musikkorps, Vorführungen von Musik und Tanz sorgen für die Unterhaltung der immer stärker anwachsenden Menschenmenge. Auf zwei hohen Schaugerüsten spielen, tanzen und singen Trachten gruppen aus allen deutschen Gauen und künden von deutschem Brauchtum. 3000 Trachtenträger sind hier versammelt, ein heiteres und farbenfrohes Bild. Auf einem besonderen Platz vor der Ehrentribüne haben 8 0 0 Opfer der Arbeit Platz gefunden. Der Führer kommt! Kurz vor 12 Uhr wird der Wagen des Führers auf tör Straße von Hameln her sichtbar. Die Massen richttn sich auf, eine Ehren- kompagnie Infanterie sowie eine Ehrenbereitschaft des Arbeitsdienstkommandos präsentieren. Grenzenlos ist der Jubel, der nun über das Feld hinwegbraust. Die Artillerie hat 21 Salutschüsse abgefeuert, aber die Heil!-Rufe übertönen den Donner der Geschütze. Ein Geschwader von 17 Flugzeugen ist dem Führer entgegengeflogen. In Hakenkreuzform zieht es am Himmel seine Schleifen. Reichskriegs- minifter Generaloberst von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres General der Artillerie Freiherr von Fritsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral R a e d e r sowie der Oberbefehlshaber der Luftwaffe General Göring begrüßen am Fuße des Berges den Führer. Dann steigt der Führer, allen sichtbar, den etwas höher gelegenen Weg zur Ehrentribüne hinaus. Immer wieder nimmt der Führer aus den Händen der nächststehenden Bauern und Bäuerinnen die Früchte des Feldes sowie Blumensträuße entgegen. Nur langsam geht es den Berg aufwärts. Die Musikkorps spielen den Badenweiler Marsch. Auf der Ehrentribüne angelangt, begrüßt der Führer . die dort versammelten Ehrengäste und Diplomaten. SieLleberreichungderErntekrone Drei Knallbomben künden den Beginn des Staatsaktes an. Eine Abordnung der Kreisbauern- ichaft Dannenberg, bestehend aus einer Jungbauerm, einem Jungbauern, einer Landarbeiterin und einem Landarbeiter, tritt an den Führer heran und überreicht ihm die Erntekrone. Die Jungbauerm richtete dabei an den Führer folgende Worte: „Mein Führer! In treuer freudiger Arbeit haben mir geerntet, was die Kraft der Sonne und des Bodens auf unserer Scholle wachsen ließ. Wir W BM’JI Ä c L I 1 fK-'W* * < Der Führer wird auf dem Bückeberg wissen und find stolz darauf, daß Sie, mein Führer, das Bauerntum aus jahrhundertelanger seelischer Unfreiheit herausgehoben und es wieder feiner großen völkischen Bestimmung verpflichtet haben. Der Väter Erbe, Blut und Boden, ist uns heilig. Wir wollen es. hüten und wahren. Unsere Dankbarkeit zu Ihnen ist e h r l i ch e L i e b e und immerwährende Treue. Zum Zeichen unseres-Vertrauens und in Dankbarkeit überreiche ich Ihnen die Erntekrone des deutschen Bauerntum s." Der Führer nimmt die Erntekrone, sichtbar bewegt, entgegen und dankt der Jungbäuerin mit herzlichen Worten. Tausend Einwohner Hamelns, Männer, Frauen und Schulkinder, tragen sodann den Chorgesang „Segnung" von Kapellmeister Otto Meyer (Hameln) vor, eine kraftvolle Dichtung von oolksliedhafter Schönheit und Innerlichkeit, ein dichterisches Bekenntnis zum Führer. Dr. Goebbels spricht Darauf führt Reichspropagandaminister Dr. Goebbels u. a. folgendes aus: „Mein Führer! Das deutsche Bauernvolk steht tn dieser Stunde um Sie versammelt, um mit Ihnen gemeinsam das Erntedankfest des deutschen Volkes feierlich zu begeh en. Bauer und Arbeiter haben im Zeichen des Nativ? nalsozialismus verstanden, daß wahre Volksgemeinschaft und Freiheit der Nation nach innen und nach außen nur erreicht werden kann durch Z u s a m - menroirfen der Stände, wie Sie, mein Führer, es das deutsche Volk gelehrt haben. Nicht umsonst bestreitet die wiedererstandene deutsche Volksarmee am heutigen Mittag einen großen Teil des Programms unseres Bauern- und Erntedankfestes Denn das Bauerntum stellt den besten Teil seiner Söhne für die junge deutsche Volksarmee zur Verfügung, und die junge deutsche Volksarmee wurde von Ihnen, mein Führer, nicht geschaffen, um Kriege zu führen oder Kriege zu provozieren. Sie wurde geschaffen, um den Maschinen deutscher Arbeiter und den Pflügen deutscher Bauern d e n S ch u tz zu gewähren, auf den sie Anspruch haben und der für sie nötig ist, um das deutsche Volk zu ernähren und zu kleiden. (Beifall.) Deshalb steht auch dieser Bauerntag im Zeichen der deutschen Freiheit, und es ist vielleicht das schönste Symbol dieser letzten großen Volksdemonstration dieses Jahres, m dem sie, mein Führer dem deutschen Volke die Wehrfrecheft zu- rüdaegeben haben, daß A r b e i t e r, B a u e r u n d SoldatHand inHand z u s a m m e n st e h e n, um dem Volke sein täglich Brot zu geben und dem Reiche seine Freiheit zu sichern. (Heil-Rufe.) In diesem Sinne, mein Führer, grüßen die Arbeiter, Bauern und Soldaten, grüßt Sie das geeinte deutsche Volk: Adolf Hitler — Sieg-Heil!" Die große Schauübung der Wehrmacht. Und nun beginnt die große Schauübung der Wehrmacht, bei der alle modernen Waffengattungen zum Einsatz kommen. Die Hebung begrüßt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ist darauf angelegt, den Zuschauern möglichst viel von den einzelnen Waffengattungen und ihrer Arbeit zu zeigen. Am Fuß des Berges ist der Ort „Bückedorf" aufgebaut worden, vielleicht ein Dutzend Wohnhäuser und Nebengebäude. Hier verteidigen sich die roten Kräfte gegen den andringenden blauen Feind, der in überholender Verfolgung vorgeht, um den Weserübergang seiner Hauptkräfte zu ermöglichen und dem Gegner den Rückzug nach Westen abzuschneiden. Mehrere tausend Mann Infanterie, Pioniere, Krastfahrschützen, Reiterei, Artillerie, hundert Kampfflugzeuge und 120 Tankwagen sind an dem Gefecht beteiligt. Alle Häuser von Bückedorf gehen in Flammen auf. Eine halbe Stunde dauerte dieses militärische Schauspiel, das von den Zuschauern mit gewaltiger Spannung verfolgt wurde. Das Hauptinteresse galt begreiflicherweise den modernsten Waffengattungen, Fliegern, Flak-Batterien und Panzerwagen. Der Führer spricht den Offizieren der Wehrmacht Dank und Anerkennung für die gezeigten Vorführungen aus und verläßt dann die Ehrentribüne, um sich nach der unteren Rednertribüne zu begeben. Immer wieder muß er Hände schütteln, manches Wort der Freude und Anerkennung bekommen die Trachten träger von ihm zu hören, die beiderseits des Weges stehen. Immer wieder kommt die Liebe und Begeisterung der Massen zum Ausdruck. Nach beiden Seiten hin verteilt der Führer Händedrücke. Die allgemeine Freude auf dem großen Festplatz ist um so großer, als der Wettergott die Veranstaltung in einer aller Erwartungen übertreffenden Weise begünstigt hat. Reichsbauernsührer Darrs sprach dann zunächst. Er führte u. a. folgendes aus: Das erste deutsche Erntedankfest stand entscheidend unter dem Gesichtspunkt der Neuwertung des deutschen Bauerntums im Rahmen der Volksgemeinschaft. Der Führer selbst hat diese Neuwertung ausgedrückt mit jenem Ausruf, mit dem er feine Rede vor zwei Jahren schloß: „Ihr, deutsche Bauern, sollt nicht nur der Nähr-, sondern auch der Willens- stand in deutschen Landen sein!" Heute, meine deutschen Volksgenossen, stehen wir am Beginn des dritten nationalsozialistischen Erntedankfestes. Wenn die ersten beiden Erntedankfeste in erster Linie ihr Gesicht zum Bauern wandten, so dieses dritte zum ganzen deutschen Volk. Denn in diesem Jahre, ja, in den letzten Wochen erst, ist es dem deutschen Volke insgesamt ganz klar geworden, was die Ernte, die der Bauer in Mühe und Sorge um das Wetter im Laufe des Jahres erstellt, für das Volk selbst, für jeden von uns allen zu bedeuten hat. Heute weiß jeder Volksgenosse, daß, wenn ein höheres Geschick die Arbeit des Bauern segnet, wir alle daran teilhaben dürfen, daß aber, wenn einmal das Umgekehrte eintritt, wir alle auch die Sorgen gemeinsam tragen müssen. . Erst jetzt auf dem dritten Erntedankfest wird daher auch die nationalsozialistische Agrarpolitik nicht nur vom Bauerntum in ihrer ganzen Tragweite erkannt, sondern nunmehr von dem gesamten Volke. Das gesamte Volk weiß heute, daß ohne ein stabiles Bauerntum die Ernährungsgrundlage des Volkes nicht gesichert wäre. Es war der Reichs- regierung von vornherein klar, daß im Hinblick auf die großen nationalpolitischen Aufgaben, die vollbracht werden mußten, wenn Deutschland seine Freiheit erkämpfen wollte, es darauf ankam, die tarke Belastung der Devisenlage durch Einfuhr von Lebensmitteln dadurch zu mildern, daß die Erzeugung der deutschen Landwirt- ch a'f t weitestgehend gefordert wurde. Ich darf hier laran erinnern, daß noch im Jahre 1929 die deutsche Einfuhr auf dem Lebensmittelmarkt weit über vier Milliarden Mark betrug, im letzten Jahre ist sie dagegen auf nur 1,1 Milliarden gesenkt worden, wobei über die Hälfte dieser landwirtschaftlichen Einfuhr nicht aus Ver- forgungsgründen, sondern aus handelspolitischen Gründen der deutschen Ausfuhrförderung erfolgt war. Alle agrarpolitifchen Maßnahmen, insbesondere das Reichserbhofgesetz und das Reichsnährstandsgesetz, waren notwendige Voraussetzungen, um der Landwirtschaft die Erfüllung ihrer gesamtvolkswirtschaftlichen Aufgabe — Sicherung der Er- n ä h r u n g — zu gewährleisten. Erst diese Gesetze gaben die Möglichkeit, bereits im vorigen Jahre zu der Erzeugungsschlacht aufzurufen. Die Marktordnung fich'ert stabile Preise und stabile Versorgung. Dir können heute an diesem Erntedanktag auf diese nationalsozialistische Tat zurückblicken, die in der Welt einzig dasteht. Trotz der nur "mittleren Ernte im vorigen Jahre, trotz einer nur sehr geringen Getreideeinfuhr und obwohl die wenigsten Menschen — nicht nur im Auslande — glaubten, daß die Durchführung dieser Aufgabe möglich sein würde, gelang es der Regierung mit — das darf ich hier wohl offen aus- fprechen — außerordentlichen Maßnahmen den Vrotpreis des deutschen Volkes stabil zu halten. And nicht nur beim Brot ist der Preis stabil gehalten worden, sondern ebenfalls bei Milch, Butter, Margarine, Zucker. Der Kartoffelpreis ist in diesem Jahre sogar gesenkt worden. Und dort, wo infolge von Frostschaden — wie bei Obst und Gemüse — Preiserhöhungen in diesem Jahre zunächst stattfanden oder wie beim Fleisch eine zeitweilige Mangellage aus der Futternot des letzten Jahres zu ungerechtfertigten Preiserhöhungen führte, sind das Zeiterscheinungen, die durch bereits eingeleitete wirksame Maßnahmen der Reichsregierung zurück- gedämmt werden. Man vergleiche einmal die Der Führer tat Gespräch mit niedersächsische» Bäuerinnen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Lebensmittelpreissteigerungen in anderen Ländern, die über unbeschränkten Raum verfügen, die durch die Devisenlage nicht eingezwängl sind, um zu erkennen, was hier durch ein nationalsozialistisches Wirlschaslsprinzip geschaffen wurde. Aber auch noch an einer anderen Stelle hat das deutsche Landvolk bewiesen, daß es entschlossen ist, mit der alten Jnteressentenpolitik zu brechen. Ich meine die heute schon fast vergessene Tatsache, daß die nationalsozialistische Agrarpolitik es fertigbrachte, das in einem Jahrhundert aufgerichtete Zoll- m a u e r n f q ft e m auf landwirtschaftlichem Gebiete niederzulegen und auf diese Weise den alten Inter- essentengegensatz zwischen Ausfuhrindustrie und Landvolk aus dem Wege zu räumen. Was heute an handelspolitischen Möglichkeiten für Deutschland erschlossen wird, hat diese Tat des National- sozialismus zur Voraussetzung. Der Städter, und hier gerade der wohlhabende Städter, möge Veden- ken, daß, wenn er heute infolge notwendiger Ein- ftchrdrosselung nicht dies oder das kaufen kann, was er als täglichen Genuß zu kaufen gewohnt ist, wenn er infolge zeitweiliger Verknappung hier und dort seinen Verbrauch um ein Geringes einschrän* ken muß, daß diese Zumutungen sein Opfer, sein Beitrag zum Gelingen des Gesamtwerkes sind. Es ist mir auch eine besondere Freude, auf diesem Erntedanktag die gemeinsame Verbundenheit des Arbeiters in der Stadt und des Arbeiters auf dem flachen Lande — des Dauern und Landarbeiters — auch sichtbar dadurch zum Ausdruck bringen zu können, daß ich auf die zwischen dem Leiter der Arbeitsfront und dem Reichsbauernführer getroffene Vereinbarung Hinweise, nach welcher zukünftig der Reichsnährstand korporatives Mitglied der Arbeitsfront ist und nunmehr die Arbeitsfront tatsächlich das Bindeglied der schaffenden Deutschen aller Stände geworden ist. Der Leiter der Arbeitsfront und der Reichsbauernführer find an diese Aufgabe mit voller Ruhe herangegangen mit dem Bewußtsein, daß sie damit ein Werk von historischer Tragweite vollziehen. Es ist mir eine Freude, diese Tatsache heute am Tage des Erntedankfestes verkünden zu dürfen und damit auch gleichzeitig einen Dank an den Führer abzustatten dafür, daß er uns gelehrt hat, in der Volksgemeinschaft zu denken und nicht mehr in den Inkeressentengegensähen eines jüdisch bedingten Marxismus und Liberalismus. Wenn wir heute zum dritten Male das Erntedankfest des deutschen Volkes feiern dürfen, dann gilt unser Dank in erster Linie dem Allmächii - gen, der uns eine Ernte bescherte, welche uns gestattet, vertrauensvoll in das nächste Jahr zu blicken. Auf dem Gebiete der täglichen Nahrung wird es jedem offensichtlich, daß der Mensck mit all' seinem Wirken von Gott abhängig ist, und all' unser Mühen umsonst wäre, wenn der Segen des Allmächtigen nicht auf unserer Arbeit ruhte. Im weiteren darf ich den Dank der Reichsregierung allen denjenigen übermitteln, die sich im vergangenen Jahr unter Einsetzung ihrer Person und ihrer Kräfte um die Erstellung dieser Ernte bemüht haben. Es sind in dem hinter uns liegenden Jahre Lei st ungs st eigerungen zuwege gebracht worden, die früher in einer so kurzen Zeit niemals für möglich gehalten worden wären. Gewiß hat die Erzeugungsschlacht noch lange nicht ihr Ziel erreicht, allein wir haben bewiesen, daß man zwar vom Schicksal in eine ernste Notlage versetzt werden kann, jedoch die Tatkraft des Menschen durchaus imstande ist, aus dieser Notlage wieder herauszufinden, sofern der Wille hierzu vorhanden ist. Man kann in der Welt nicht auf Wun- der warten, allein man kann a u f seine Tatkraft vertrauen und dann handelnd das Schicksal meistern. So richte ich von neuem den Appell an das deutsche Landvoll, in die zweite Erzeugungsschlacht einzutreten. Das deutsche Landvolk wird in jedem. Jahre und immer wieder in eine Erzeugungsschlacht eintreten, bis das letzte Ziel, d i e Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes, erreicht ist. Das deutsche Landvolk weiß, daß dies eine schwere Aufgabe darstellt. Um so mehr fühle ich mich dann aber auch verpflichtet, an die mit der Landwirtschaft verbundenen landwirtschaftlichen Industrien^ Gewerbe und Handwerke den Appell zu richten, sich ihrerseits einzugliedern in die Front des Landvolkes und mitzuhelfen an ihrem Teil, die zweite Erzeugungsschlacht siegreich zu schlagen. Ebenso muß ich auch einen Appell an die Verbraucherfchafl richten. Mächten doch die kreise der Verbraucherschaft nicht vergessen, daß die heute verantwortlichen Führer des deutschen Volkes alle selber die schweren Jahre des Weltkrieges erlebten und alle selber genau wissen, wie kritisch jene Zelten auf dem Lebensmittelgebiete waren. Aber bestimmt wird die Wiederkehr auch nur ähnlicher Zeilen nicht dadurch verhindert, daß ein großes Volk in Kleingläubigkeit gerät und wegen einer saisonmäßig bedingten Verknappung auf dem Buttermarkte zu volksschäd- lichen Hamsterkäufen schreitet. Die Geschichte wird uns nicht danach messen, ob wir in den gewaltigen Jahren der deutschen Freiheit, die wir heute durchleben, soundsoviele Pfund Butter mehr gegessen haben, sondern sie wird uns ausschließlich danach bewerten, ob wir den Willen hatten, unter allen Umständen, gegebenenfalls auch mit einigen Opfern, uns d i e Freiheit zu ertrotzen. Das deutsche Volk muh wissen, daß in dem ihm gegebenen Klima und auf dem beschränkten Raume seines Vaterlandes keine Wunderernten von Hexenmeistern hervorgezaubert werden können. Was wir schaffen können, ist die ausreichende Versorgung des deutschen Volkes, und zwar so, daß kein Mensch in Deutschland zu hungern braucht. Diese Aufhabe läßt sich aber nur erfüllen, wenn das ganze deutsche Volk, durchdrungen von der Rotwendigkeit, sich seine Freiheit zu bewahren, nunmehr auch die erforderliche Disziplin und die soziale Rücksicht auf die Minderbemittel- k e n aufbringt. Wie jeder Bauer und Landarbeiter, wie jeder Unternehmer und Arbeitnehmer in den mit der landwirtschaftlichen Produktion zusammenhängenden Industrien und Gewerben ein Soldat der Erzeugungsfchlacht ist, so ist auch jetzt jededeutschehausfrau ein kämpfendes Mitglied an diesem Kampf um die Erhaltung der Rahrungsfreiheit des deutschen Volkes geworden. Aber alle Mühe und Arbeit des Bauern ist umsonst, wenn der Ertrag dieser Arbeit nicht von einem scharfen Schwerte geschützt wird. Bauerntum und Soldatentum haben daher von jeher zusammengehört. Aus diesem Grunde ist es mir heute eine von Herzen kommende Freude, Ihnen, mein Führer, an dieser Stelle im Namen des deutschen Landvolkes dafür Dank zu sagen, daß Sie uns wieder die Wehrfreiheit schenkten. (Großer Beifall.) Nur wenige wissen, wieviel Arbeit und Mühe es Sie, mein Führer, gekostet hat, die Dinge soweit zu bringen. Das deutsche Landvolk aber weiß, daß alle Leistung auf dieser Welt hart erarbeitet sein will. Es dankt Ihnen, mein Führer, von ganzem Herzen dafür, heill Stark, unabhängig und frei! Oie Sicherheit der Ernährung und die Sicherheit aus eigener Kraft sind die Voraussetzungen unserer Freiheit. Die Rede des Führers. Als der Reichsbauernführer unter starkem Beifall geendet hatte, betrat der Führer unter ungeheurem Jubel die Rednertribüne. Von nickt endenwollenden heil!°Rufen begrüßt nimmt er bann das Wort zu folgender Ansprache: „Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Deutsche Bauern! Zum dritten Male treffen wir uns hier auf diesem Berge. Es gibt in der ganzen Welt keine Kundgebung von so gewaltigem Ausmaße. Wo sind die Demokratien der anderen Länder, in denen es möglich ist, daß Volk und Führung, Nation und Regierung in solcher Art geschlossen neben- und beieinander stehen? Zwei Empfindungen beherrschen uns. Erstens: wir alle wissen es: Auch im kommenden Jahre wird Deutschland wie im zurückliegenden dank der Arbeit unserer Bauern und damit unseres Volkes d i e Sicherheit der Ernährung, unser tägliches Brot besitzen. Und zweitens: wir alle wissen es, wir sind nun auch im Besitze der Sicherheit des Reiches. (Stürmischer Jubel.) Sicherheit des täglichen Brotes und Sicherheit durch eigene Kraft aber find d i e Voraussetzung der Freiheit. Dies find die Garanten der Unabhängigkeit und der Freiheit eines Volkes. Deutschland stehe jetzt wieder vor uns so, wie es durch Jahrhunderte in seiner Geschichte stand: stark, unabhängig und frei! (Tosender Beifall der Hunderttausende.) Dies war noch vor wenigen Jahren anders. Als wir die Macht in Deutschland übernahmen, war das Reich nach außen ohnmächtig und nach innen dem wirtschaftlichen Ruin ausgeliefert. Kennzeichnend dafür war vor allem der Zusammenbruch des deutschen Bauerntums. Damals haben viele Deutschland abgegeben, viele von denen, die es heute nicht wahr haben wollen, daß die Rettung der Nation eine geschichtliche Leistung war und ist. Deutschland befindet sich in einer schwereren wirtschaftlichen Situation als andere Länder. Unsere Probleme sind schwerer zu lösen als die Ausgaben etwa in Rußland oder in Amerika, in England oder in Frankreich. Denn wir haben nicht den Lebensraum, den diese Völker besitzen. Wir haben nicht die Ernährungsgrundlage, die diesen Nationen gegeben ist. Wir haben nicht die R o h st o f f e wie diese Staaten. Wir haben nicht ihre Kolonien, und wir haben nicht alle die Möglichkeiten und internationalen Verbindungen, die diesen Staaten und Völkern zu eigen sind. Und trotzdem, wir haben die Probleme zu lösen versucht, und wir haben sie gelöst! Besser als in vielen Staaten mit reicheren Voraussetzungen als in Deutschland. (Stürmische Zustimmung.) Wenn das bolschewistische Rußland seinen Untertanen das tägliche Brot sichern würde, was kann das schon bedeuten in einem Staat, der 18m al soviel Grund und Boden auf den Kops der Bevölkerung besitzt wie Deutschland. Wenn es in Amerika, in En g- land, in Frankreich keine Brotsorgen gibt, keine Lebensmittelnot, was kann das bedeuten in so riesenhaften Gebieten, die über das Fünf-, Zehn-, Zwanzig fache an Erde dem einzelnen Bürger zur Verfügung stellen können. Wenn aber selbst in diesen Ländern, die vor Uebersluß übergehen mühten, die Not vorhanden ist, wer will dann nicht zugeben, daß die Führung der deutschen Wirtschaft und die Führung des Deutschen Reiches erfolgreich gehandelt hat, wenn es ihr gelungen ist, diese Not in Deutschland zu bändigen? (Tosende Zustimmung.) Das Volk allein ist unser Herr. Freilich, bas Ist klar, wir konnten die Dinge nicht laufen lassen. Von selbst wäre ein solches Wunder nicht geschehen. Wenn Deutschland leben will, dann muß es so wie ein ordentlicher Bauernhof seine ganze Wirtschaft übersichtlich und planmäßig führen und betreiben. So wie kein Hof bestehen kann, wenn jeder Knecht und jede Magd tun, was sie wollen, indem der eine pflügt, wann er will, und der andere sät, wenn er mag, so kann auch Deutschland nicht bestehen, wenn jeder Stamm, jeder Beruf und damit alle die einzelnen tun, was sie glauben tun zu sollen oder tun zu können. Wir müssen unser Reich, in dem wir so beengt sind und so wenig Lebensvoraussetzungen besitzen, sorgfältigüberlegt bearbeiten und b e ■ ro i r t f ä) a [t e n. Wir kommen ohne Plan nicht aus. Wenn wir die Dinge laufen lassen wollten nach dem Grundsatz, es tue jeder, was er will, dann würde diese Freiheit in kurzer Zeit nur in einer furchtbaren Hungersnot ihr Ende finden. Nein, wir müssen planmäßig unsere Geschäfte und unsere Wirtschaft wahrnehmen. Soll aber bas geschehen, bann muh jemand da fein, der den Plan bestimmt. Und wenn überhaupt jemand in der Ration das begreifen kann, dann muht du es, deutscher Dauer, begreifen. Das würde auf deinem Hofe geschehen, wenn du nicht die Anordnungen gibst? Einer, ein Wille muß selbst in diesem kleinen Staate, den der Bauernhof darslellt, die Arbeit einteilen, ordnen, zuweisen und damit bestim- Es ist daher auch nicht so, baß etwa in diesem Staat die Kritik eine lebensnotwendige Aufgabe sei. Und ich wende mich dabei wieder an Sie, meine Bauern. Wenn Sie Ihren Hof bestellen, wenn Sie hinter dem Pflug gehen, wenn Sie säen und wenn Sie endlich auch rüsten zur Ernte, dann würden Sie keine Freude haben, wenn neben Ihnen dauernd einer steht, der an sich von Landwirtschaft keine Ahnung hat, aber sich berufen fühlt, Sie ununterbrochen zu kritisieren. (Stür- mische Heiterkeit.) Wenn Sie also auf das Feld gehen, wird der Mann sagen: „Heute würde ich nicht säen." Wenn Sie aber nicht säen, würde er sagen: „Heute müßt Ihr eigentlich säen." Und wenn Sie irgendwo Weizen säen, würde er sagen: „Ich batte das für falsch, Roggen würde hier richtiger sein." Und wenn Sie Kartoffeln pflanzen, dann wird er Ihnen einreden: „Hier würden Rüben eigentlich hingehören." Und wenn Sie endlich eines Tages zur Ernte gehen, dann würde er sagen: „Warum heute schon anfangen?" Und wenn Sie nicht gehen, würde er Ihnen vorwerfen: „Welch' eine Nachlässigkeit!" Und er würde dauernd hinter Ihnen sein, er würde keinen Handgriff tun, aber dauernd Ihnen dazwischenreden. Mein lieber Bauer, was würden Sie mit diesem Manne anfangen? (Tosende Heil!-Rufe und Händeklatschen). Hierauf kommt es nicht an, sondern darauf kommt es an: daß man sich bemüht, das Rechte zu tun und niemals kapituliert vor irgendwelchen Schwierigkeiten! (Die Hunderttausende jubeln dem Führer zu.) Wer eine solche Rot beseitigen muhte, wie wir, der muh nach neuen Wegen suchen. Unsere Vorfahren im Amt haben leider versagt und uns fein Rezept hinterlassen, wie solche Rot behoben werden kann. Wir haben eigene Wege gesucht, und wir haben sie gefunden. Zum Beweis dafür rechne ich auch eine solche Kundgebung wie diese. Denn wo ist es möglich, dah in einem grohen Volk fast ein Sechzigstel feiner gesamten Millionen an einem Tage zusammenströmt, um feierlich nicht nur ihre Einheit zu bekennen, sondern ihre Verbundenheit mit diesem Regime und mit diesem System? (Gewaltiger Beifall). Wo Ist der Staatsmann, wo ist das Staatsoberhaupt, das men. Das ist auch unsere Aufgabe, die Aufgabe derer, die nun einmal vom Schicksal ausersehen worden sind, dieses Volk zu führen. Diese nationalsozialistische Regierung kann deshalb auch nicht abhängig sein von einzelnen Interessenten. Sie kann nicht abhängig fein von Stadt und Land, nicht von Arbeitern und nicht von Arbeitgebern. Sie kann nicht abhängig fein von der Industrie, dem Handwerk, dem handel oder der Finanz. Sie kann nur eine einzige Verpflichtung anerkennen: So wie Ihr hier vor mir steht, meine deutschen Volksgenossen. so stehen weit darüber hinaus 68mal soviel. 68 Millionen umfaht unser Volk. Diese 68 Millionen sind unsere Auftraggeber! (Jubelnde Beifallsstürme.) Ihnen allen sind wir verpflichtet, ihnen allen sind wir verantwortlich. Sie alle wollen leben, sie alle müssen essen, sie alle brauchen die Freiheit, sie alle befehlen daher unser Handeln. Das Volk allein ist unser Herr, und diesem Volke dienen wir nach unserem besten Wissen und Gewissen. Um aber diese Aufgabe zu erfüllen, ist es notwendig, daß jeder versteht, dah die von ihm geforderte Disziplin ulld Ordnung zu seinem eigenen Vorteil dient und daß die Autorität, die diese Ordnung verlangt, In seinem Interesse handelt. Alle müssen dieses verstehen, denn allen kommt es zugute. Und wenn wir uns vor diesen Leuten dann zu wehren suchen, dann sagen Sie: Kritik tut not. Nein, meine verehrten Herren, „Arbeit tut n o t." (Stürmische Zustimmung.) Not tut, daß jemand den Mut hat, die Verantwortung zu übernehmen und mit seinem Kopf dafür einzustehen. (Erneute stürmische Bravorufe.) Wo würde die Menschheit hingekommen sein, wenn statt der Arbeit und der Verantwortung nur die Kritik das Leben der Menschen beherrscht, geregelt und geführt hätte. Das, was wir heute hier vor unserer aller Augen sahen, dieses wunderbare zusammengedrängte Bild einer militärischen Handlung, das würde weder in der Voraussetzung, noch im Ausbau, noch in der Durchführung möglich fein, wenn diese Institution an der Spitze ihres Daseins den Satz trüge: Hier sind Kritiker willkommen geheißen, statt den Satz: Hier wird besohl en, und hier wird gehorcht! Es ist leicht angesichts dieser unermeßlichen Arbeit, die überall in Deutschland geleistet wird, mit dem Notizblock in der Hand festzustellen, wann irgendwo vielleicht ein Fehler gemacht wird. Ich möchte, den Landwirt sehen, der sagen kann, daß er noch nie eine Mißernte gehabt hat, noch nie etwas hätte vielleicht klüger machen können. fo durch fein Volk gehen kann, wie ich durch Euch hindurchgehe. (Stürmische Jubelrufe und begeisterte Kundgebungen.) Das ist das Wundervolle, daß unser Volk dieses Regime, seine Notwendigkeit und seine Handlungen begriffen hat und zur Tagesordnung übergeht gegenüber den Schwächlingen, die es nicht verstehen, daß es begreift, daß diese Handlungen, die mir vornehmen, tm Interesse aller liegen. Es ist das Jnterejse aller, wenn wir sagen, d i e Preise müssen gehalt en werden, und es ist das Interesse aller, wenn wir sagen, die Löhne müssen bleiben. Wir dienen dem Lande, in dem wir nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Zeiten den Preis garantieren und sicherstellen. Wir dienen der Stadt, indem wir die Ernährung in guten und schlechten 3 e i t en garantieren. Wir dienen beiden, indem mir ihnen die gleichen Löhne und damit wieder die gleichen Preise sichern. Das nützt nicht nur der Stadt, das nützt auch dem Lande. Das nützt nicht nur dem Lande, sondern auch der Stadt. Mag jeder in Stadt und Land begreifen, wie notwendig und wichtig es ist, daß man den ganzen Weg mit seiner Regierung geht. Es würde für uns leichter und billiger sein, einmal nach der einen und dann nach der anderen Seite eine Verbeugung zu machen. Vielleicht würde das für uns im Augenblick populär seil?. Es würden Millionen von Arbeitern es begrüßen, wenn wir ihnen sagen wollten, wir erhöhen jetzt die Löhne. Und es würden Millionen Bauern vielleicht jubeln, wenn wir ihnen mitteilen würden, wir erhöhen die lanfc wirtschaftlichen Preise. Aber schon nach wenigen Monaten würden uns beide gemeinsam verdammen, denn beide würden erkennen, daß das nur hie endlose Schraube wäre, die Deutschland noch einmal durchmachen mußte. Der höhere Lohn führt zu höheren Preisen. Der höhere Preis führt zu höheren Löhnen. Beide führen zur Entwertung unserer Mark, beide wieder zur Entwertung unserer Sparguthaben, beide zur Erschütterung unserer Wirtschaft. Beide führen damit zur Vernich- nichtung unseres Daseins und unserer Existenz. Wer nicht wahnsinnig ist und sich nicht selbst vernichten will, der kann in diesem Kampf um die Stabilität der deutschen Wirtschaft nur wie ein Mann hinter seiner Regierung stehen. (Tosende Zustimmung der Hunderttausende.) Wenn wir das tun, dann tun wir es nicht, weil wir von irgendeiner Seite vielleicht Prozente bekommen, sondern wir tun es, weil wir für uns, für unser Volk arbeit en wollen! (Stürmische Zustimmung.) Weil, wir es bewahren wollen vor den furchtbarsten Enttäuschungen. Und ich erwarte deshalb, daß in diesem Kampfe jeder Arbeiter und jeder Bauer und jeder Unternehmer wie ein Mann hinter die Regierung tritt, denn wir handeln In ihrer aller gemeinsamen Interesse. (Donnernde Heilrufe.) Mehr denn je ist heute eine Führung notwendig. Wenden wir den Blick von hier nur weiter i n d i e Welt hinein: Unruhe beherrscht sie, Unsicherheit, der Krieg steht wieder vor ihren Türen, Revolutionen erschüttern die Völker im Innern. Wie eine stille Insel liegt in all dem Deutschland, unser liebes deutsches Vaterland und Reich (nicht endenwollender Jubel). Tiefer Friede herrscht bei uns, während sich in anderen Ländern die Völker nicht mehr verstehen, die Menschen gegeneinander ftreiten, Stand gegen Stand gerät, Klasse gegen Klasse kämpft, sind wir hier in Frieden zusammengefügt. Wenn ein Mann vor wenigen Tagen in einem anderen Reich sagte: Diktaturen können nur zu leicht aus inneren Schmierigkeiten zu Kriegen führen, dann sagen mir: die meisten Kriege stammen aus dem Wesen der Demokratien! Wir haben nicht notwendig, nach außen einen Krieg zu führen, um einig zu fein, hier sind wir, hier stehen wir, ein Volk, ein Heer und ein Reich! (Minutenlanger Jubel der Massen.) Und noch ein Gefühl beherrscht uns heute, wenn mir an den ersten Tag hier auf diesem Berge zurückdenken. Damals erfüllte noch viele unter uns die bange Sorge, ob wir vielleicht auch hineingerissen würden in diese Unruhe der anderen Welt. Und heute: welch ein wunderbares großes Erlebnis! Deutschland ist wieder frei geworden, und seine Freiheit ist nicht einer Institution anoertraut, ist nicht in die Hände fremder Gewal- ten gelegt, keine Kommissionen beraten darüber, keine Kommissionen entscheiden darüber, kein Völkerbund wacht über uns. Hier steht Deutschland und wacht über sich selbst! (Stürmische Zustim- mung.) Unser Volk ist wieder stark und unsere Heimat geschützt, und wir sind unendlich glücklich, zu wissen, daß dieser Schuh uns anvertraut ist. Erinnern wir uns an die deutsche Geschichte! Erinnern wir uns daran, daß keine Macht Deutsch- land zu schlagen vermochte. Nur wenn wir den Schild beiseite legten und auf andere Hilfe vertrauten, kam das Unglück über uns. Weil wir aber f e I b ft diese große Arbeit im Innern vor uns sehen, diese gewaltige Leistung, ist es verständlich, daß wir nur den Wunsch besitzen, uns den Frieden zu erhalten. Ich glaube, wir sehen bie Probleme der Welt etwas abgeklärter als viele andere, wir beurteilen sie nicht fo von Haß und Neid verzerrt. Wir haben nicht die Möglichkeit, auf eine fremde Hilfe zu rechnen, und wir werden daher nicht leichtsinnig sein. Wir ermessen die Voraussetzung unserer Existenz, kennen dis Schwierigkeiten unseres Lebenskampfes und wünschen deshalb, daß wir diesen großen Aufgaben in Ruhe und Frieden nachgehen können. Den Satz, den ich in Nürnberg ausfprach — ich muß ihn hier wiederholen — motten mir uns stets vorhatten: Deutschland und das deutsche Volk, sie wollen niemanden etwas zu leide tun, aber sie werden auch von niemanden ein Leid erdulden. (Tosende Heilrufe.) Wenn wir aber dieses große Geschehen an unterem Auge rückblickend vorüberziehen lassen, dann ermessen wir erst, wie Großes der Herr uns getan hat, und wie klein, wie lächerlich klein alle die Opfer find, die wir dafür zu bringen haben. Was ist das alles, was hin und wieder vielleicht an kleinen Opfern aufedegt wird gegenüber dem großen Wunder, das sich an uns vollzogen hat. Hinter uns liegt ein Jahr segensreicher Ernte. Der Himmel, er hat uns wieder feinen Segen gegeben. Das tägliche Brot, wir wissen es, ist uns sichergestellt. Die Vorsehung hat es uns ermöglicht, in diesem Jahre nicht nur wirtschaftlich eine reiche Ernte einzubringen, sie hat uns auch noch mehr gesegnet: Deutschland hat von Beginn dieses Jahres an bis jetzt viele und große und entscheidende Erfolge erzielen dürfen. Erstanden ist uns wieder die deutsche Wehr- m a ck t. Erstehen wird hie deutsche Flotte. Die deutschen Städte und die schönen Dörfer, sie sind geschützt, über ihnen wacht die Kraft der Station, wacht die Waf^4 i« des« ßttfi Aichi Mik sondern Arbeit tut not! Volk und Regime sind eins. heiten. § 5. zuständig. § 2. l der Er. Schlage der Regen auf. Im gleichen Augenblick dow nerlen von den Höhen um Goslar die Raketen, be Karte zur Kriegslage in Nordabessinien. (Scherl-M.) Der Angriff aus Adua Trachtengruppen aus allen deutschen Gauen. — ter in "sicher- hren ter im It in Vater- Tiefer oberen v, die gegen nb wir Mann i sagte: nneren lagen bem . wenn rge zu- :er uns nngeris- ;lt. Und rlebnis! eroor* stitution Gewal- lorüber, in Döl« »acht astim« insere glück- au- Des Führers Triumphsahrt zm Reichsbauemstadl Goslar )er de er rer rer ch- N den erfüllt von Musik, Liedern und Menschen und das Hotel Achtermann, wo Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsbauernführer D a r r 6 und der Reichsführer der SS. Himmler wohnten, war noch stundenlang von Menschen dicht umlagert, die immer wieder nach den Ministern verlangten und in Sprechchören Reichsminister Dr. Goebbels zur Geburt seines Sohnes gratulierten. A te m s ch ö p f en lassen wollen, und vor allem sollte die Zufuhr von Munition und Wasser und die gesamte Verpflegung für die nächste Etappe sichergestellt sein. Jeder Soldat bekommt jeden Morgen zwei Liter Trinkwasser mit. Außerdem führen die einzelnen Regimenter starke Mauleselkolonnen mit sich, die nur Wasser und Lebensmittel schleppen. Die vorhandenen Saumwege und Pfade werden mit größter Eile so verbreitert, daß auch kleine L a st - kraftwagen sofort für den Zubringerdienst eingesetzt werden können und die Mauleselkolonnen jeweils nur unmittelbar hinter der Front eingesetzt zu werden brauchen. Stark beachtet wird auch die Gleichzeitigkeit, mit der in den Provinzen Aussa und Ogaden die Erkundungs- und Angriffsaktion der Luftwaffe aufgenom- men worden ist. Nach den Zeitungen liegt e i n großer einheitlicher Aktionsplan für die gesamte abessinische Front von der Eritrea- Grenze bis hinunter zur Somaliland-Grenze vor. Rom, 6. Off. (DRB.) Adua ist Sonntag um 10.30 Uhr von den italienischen Truppen beseht worden. Mussolini hat die Nachricht sofort telephonisch dem König von Italien auf seinem Landsitz San Rossore mitgeteilt und an den Oberbefehlshaber der italienischen Truppen in Ostafrika General deBouoein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, die Einnahme von Adua erfülle die italienische Volksseele mit Stolz. Ueber die Einnahme von Adua ist Sonntag abend vom Ministerium für presse und Propaganda folgendes Lommuni- quL Rr. 14 ausgegeben worden: „In der Morgenfrühe des 6. Oktober haben die Truppen des 2. Armeekorps den Vormarsch wieder ausgenommen und sind um 10.30 Uhr in Adua eingezogen. Die hohe Geistlichkeit und ein Teil der Bevölkerung haben sich zum italienischen Kom- sch ut. hin- im- ton, nd. Ion- un. ilche 'Öen 1 ich bet lkld inti beln Von- eine )te! El- Deutsch' uir den lse ver- nir aber Dor uns ländlich, s den irr sehen ,/s viele aß und eit, auf den dass Dor- i die bens- ir diesen rieben Die Einsetzung eines Reichskirchenausschusses. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der deutschen evangelischen Kirche. »?; der Der. ■ uns Mil. chnen Und wenn tanfr. uigen 'men, ' die noch Dank den deutschen Müttern! In unserer Jugend lebt unser Volk fort. Weit darüber hinaus wollen wir aber noch für eine besondere Ernte danken: wir wollen in dieser Stunde danken den Hunderttausenden und Hunderitausenden deutscher Frauen, die uns wieder das Schönste gegeben haben, was sie uns schenken konnten: viel hunderttausende kleine Kinder. Sie sind die schönste und reichste Ernte, die ein Volk sein eigen nennen darf. Deutschland wird wieder erstarken. Unser Volk wird nicht vergehen. Die Arbeit, die wir hier leisten, sie ist nicht umsonst. Deutschland wird weiterleben, eine Iugend wird nachwachsen. Sie wird ein besseres Reich übernehmen und selbst geläutert, besser und stärker noch als wir dieses Reich weiterführen. (Begeisterte Kundgebungen!) In ihr, in dieser Jugend, die der allmächtige Gott uns in diesem Jahr gegeben hat, lebt unser Volk fotl Unser braves und sleißiges, unser friedliches und doch so tapferes Volk. Und unser Dank für all das, er kann nur mit einem Gelöbnis und mit einer Bitte enden: U n - |ere Pflicht wollen wir weiter erfüllen, geraden Weges gehen, ohne umzusehen, so wie bisher. Wir Man sieht darunter 5 bis 7000 Jahre alte Beile, mando begeben und ihre Unterwerfung an- Knüpfarbeiten, ein Gefäß mit Goslarer Gold- unb gezeigt. Lin von Debra-Sinna ausgehender felnb- Silbererz, die Nachbildung eines alten Pfluges in versuch ist abgeschlagen worden. Auf der Silber, ein mehr als 200 Jahre alter Fayence- Linie ist die Verbindung zwischen Teller unb zahlreiche anbere Gaben mehr. Außer- rume qi oie vcrcu “ H 3 ordentlich herzlich ist ber Dank des Führers an die den drei Armeekorps bereits herg niedersächsischen Frauen. stellt. * wollen i, aber i ein ii,e-) i an un' en, dann r Ke" ite lM' afür ZU hin und ’ Idfli»« L» Stz rtS Provinzialkirchenrates bei der Verwaltung der Kirchenprovinz mit. (4) Die Befugnisse der Finanzabteilun» a e n beim evangelischen Oberkirchenrat und den Konsistorien bleiben unberührt. § 3. Die Mitglieder der gemäß Paragraphen 1 und 2 gebildeten Ausschüsse sind ehrenamtlich tätig. § 4. (1) Bei der deutschen evangelischen Kirchenkanzlei wird eine Finanzabteilung gebildet. Die Bestimmungen des preußischen Gesetzes über die Vermögensverwaltung in den evangelischen Landeskirchen vom 11. März 1935 (Preußische Gesetzsamm- lung S. 39) unb bie Durchführungsverordnung vom 11. April 1935 (Preußische Gesetzsammlung S. 57) finben entsprechende Anwendung. (2) Die Finanzabteilung bei ber deutschen evangelischen Kirchenkanzlei vertritt die deutsche evangelische Kirche unbeschadet der Rechte des Reichskirchenausschusses in vermögensrechtlichen Angelegen- stunden des Samstags von den italienischen Truppen eingekreist. Seit Samstag früh stand es u n t e r schwerem Artilleriefeuer. Die Besatzung von Adua hatte die italienischen Bombenflugzeuge unter schweres Abwehrfeuer genommen, doch gelang es diesen, durch Bombenabwürfe den Der- teidlgern schwere Verluste zuzufügen. Der Palast des Verteidigers von Adua Ras Sey o u m soll schweren Schaden erlitten haben. Jtalienischerseits wird betont, daß die eigenen Verluste unbedeutend seien. Ueber ihre Höhe sind keine sicheren Angaben zu erhalten. Das erste Todesopfer ber italienischen Truppen am Freitag bei dem Kampf um Adigrat war Leutnant Morgantini. Vormarsch aus den Tana-See?j Nachrichten über Aufmarschbewegungen der italienischen Truppen im Wolkait-Gebiet werben bestätigt. Man erwartet auch hier starke Angriffe zur Unterstützung ber Angriffslinie Adua-Aksum. Dieser Vormarsch richtet sich gegen englisches Interessengebiet, da Anzeichen vorhanden sind, daß der Vorstoß d e m Tana-See gilt. Im Aus aller Welt. Jahresfchau der Gastwirte und Bäcker in Berlin. In Berlin wurde die Jahresschau des Ga st wirts-, Hotelier-, Bäcker- unb Äonbitorengewerbes eröffnet. Bürgermeister Dr. Ma r e tz k'y hob hervor, baß es in ber Reichs- hauptstabt über 5200 Bäckereien unb Äonbitoreien mit zusammen nahezu 30 000 Beschäftigten gebe, dazu 527 Hotels unb über 2600 Pensionen unb Heime. An Gaststätten in weiterem Sinne habe man 12 338 Niederlassungen ermittelt. Insgesamt rechne bie Statistik mit runb 100 000 Beschäftigten in biefen vier Gewerben in Berlin. Nachbem ber Reichswalter ber Wirtschaftsgruvpe Gaststätten- unb Beherbergungsgewerbe, Dreesen, über den her- vorragenben Anteil ber Wirtschaftsgruppe Gaststätten- unb Beherbergunasgewerbe an ber Jahres- (hau gesprochen hatte, hielt ber Reichshandwerks- meister Schmidt die Eröffnungsansprache. Die Jahresschau habe ihre Bedeutung als Leistungsschau für einen großen Teil der Wirtschaft. Eine der nächsten Aufgaben sei es, ausländische Besucher für Deutschland zu werben. Wir wollen dem Aufbau- werk des Führers dadurch dienen, so schloß der Redner, daß wir das große Stelldichein der Völker in Deutschland durch Leistungen und Opfer würdig gestalten. Nach dem „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied gesungen. Feierlicher Ausklana Die Nachricht von der Besetzung Aduas ist in Um 21 Uhr begann vor der Kaiserpfalz b e r ™bVn. flgn oerldlkbencn^ei^en * ber "siabt Große Zapfenstreich burd) bas Sagerbatail- gt.uppierten sich Fack -1zlige, bie zum Na. lon Goslar bes Infanterieregiments Sotiingem Hi on a I b e n t m a I zogen. Anbere begaben sich Als ber Führer heraustrat, ging ein Regenschauer Denkmal ber (Befallenen von nieder. Als aber das Deutschlandlied erklang und A h 1896. Ganz Rom hatte am Samstagabend Horst-Wessel-Lied, da horte wie Piit einem fieberhafter Spannung bie amtliche Nachricht Schlage ber Regen auf. Im gleichen Augenblick don- der Einnahme Abuas erwartet, bie in ganz nerlen von den Hohen um Goslar bie Raketen, be- ^lien alsbieErfüllungeinerlangeer- gann ein grandioses F e u e r w e r k hoch oben auf r , militärischen unb moralischen den Bergen bes Harzes Der Führer fuhr bann hin- Genugtuung empfunben wirb. Nach ben ersten Bahnhof. Rings um Goslar flammten Berichten ber italienischen Presse von ber abessini- auf ben Bergen Rotfeuer, ein^malerisches Dlw im ^nt war ber eigentliche Angriff auf dunklen Grün ber Tannern Wieder sammelte sich , an bem drei Armeekorps beteiligt sind, die ganze Begeisterung der Massen Zu dem Führer, uQm italienischen Oberkommando um einige ein ausländischer Journalist faßte in diesem Augen- stunben h i n a u s g e f d) ob en worben, obwohl blick ben Eindruck dieses Tages, den er vom frühen L.g am Samstag erreichten Stellungen eine längere Morgen an miterlebt hatte, in die Worte_äusam°l ^fte Verteidigung Aduas bereits als fast un- men: „Das ist b a 5 e i n ör u d s n o l l f tei« Jmöglid) hatten erscheinen lassen. Man hatte aber n SpM o i n e s Lebens! Gegen 23 Uhr verließ italienischen Truppen vor bem Hauptangriff auf der Führer Goslar. Die Stabt war noch viele Stun- bie § tstabt der Grenzprovinz Tigre etwas Sam .irfiild nnn Qiohorn iinh p n f ch P n linh . r U << .. v .. ... _r< Wolkait-Bezirk bombardierten 16 italienische Flieger die Orte Asba Serkouta und Tabetscha. Die Italiener bilden an verschiedenen Frontpunkten Truppenansammlungen. Es macht den Eindruck, als wenn sie vorrücken wollten, nachdem schweres Artilleriebombardement vorangegangen ist. Englische Journalisten erhielten von ihren Zeitungen die Anweisung, sich für die Abreise nach Aegypten bereitzuhalten. Die Abessinier konnten in der letzten Nacht wieder einige Gebietsverluste des gestrigen Tages ausgleichen. Es zeigt sich, daß die abessinischen Truppen Spezialisten im Kleinkrieg und Nachtkrieg sind. Die italienischen Flieger- angriffe an der Dflabenfront wurden in frühesten Morgenstunden erneuert. Ueber ihre Erfolge ist hier nichts bekannt geworden. Oer italienische Vormarsch an der Südsront. Addis Abeba, 7. Okt. (DNB. Funkfpruch.) An der Südfront entwickeln die italienischen Truppen eine lebhafte Tätigkeit. An der Linie Dolo-Jet sind italienische Einheiten mit Fliegerun- terstützung eingesetzt worden. Die abessinischen Streitkräfte stehen mit ihrem rechten Flügel am Ganale-Fluß und mit bem linken auf ben sich östlich anschließenden Höhenzügen. Am Samstag würbe an ber Somalifront der Ort Gorahai bombardiert. Wie von abessinischer Seite hierzu gemeldet wird, sind über diesem Ort dreihundert Bomben abgeworfen. Ein Drittel der Bomben soll nicht explodiert sein. Das erste Todesopfer unter den Kriegsberichterstattern. AddlsAbeba,«. Okt. (DNB.) Wllfrld Bar- - Rom feiert die Einnahme Aduas. Nach schweren Kämpfen am Gonntagfrüh in die Hände der Italiener gefallen. Vorsorge für den Nachschub bei dem weiteren Vormarsch. B e r I i n , 5. Okt. (DNB.) Der Reichsrnninster für die kirchlichen Angelegenheiten K e r r l hat folgende Verordnung erlassen: Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der deutschen evangelischen Kirche vorn 24. September 1935 (Reichsgesetzblatt I S. 1178) wird hiermit verordnet: § 1. (1) Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten bildet aus Männern ber Kirche einen Reichskirchenausschuß. (2) Der Reichskirchenausschuß leitet und vertritt die deutsche evangelische Kirche und erläßt Verordnungen in den innerkircklichen Angelegenheiten. Er bestimmt insbesondere die Grundsätze für die Arbeit der D i e n ft ft e l l e n der deutschen evangelischen Kirche und gibt sich eine Geschäftsordnung. (3) Die Ernennung und Entlassung der Beamten der deutschen evangelischen Kirche erfolgt durch den Reichskirchenausschuß im Einvernehmen mit bem Reichsminister für bie kirchlichen Angelegenheiten. (4) Für bie Beziehungen ber beutschen evangelischen Kirche zu ihren außer-deutschen Teilen unb zu ben Kirchen bes Auslandes bleibt das kirchliche A u ß e n a m t der deutschen evangelischen Kirche ber, der Vertreter der „Chicago Tribüne", starb als erstes Opfer der Journalisten in Addis ' Schwarzwasserfieber und . Dis Vereinigung bet (1) Der Relchsminister für die kirchlichen Angelegenheiten bildet für die evangelische Kirche ber Altpreußischen Union aus Männern ber Kirche einen Landeskirchenausschuß und Provinzialkirchenausschüsse. (2) Auf den Landeskirchenausschuß finden § 1 Absatz 2 und 3 entsprechende Anwendung. (3) Der Provinzialkirchenausschuß verwaltet den Provinzialsynodenverband unb wirkt an Stelle des Als nun nach der großen Kundgebung vom Bückeberg aus die Fahrt des Führers nach Goslar begann, waren es Hunderttausende, die □uf ber ganzen über 100 Kilometer langen Strecke sin ununterbrochenes bichtes Spalier bilbeten. Die Orte prangten in einem Festschmuck, wie er nicht mehr zu überbieten ist. Ueber bie Straßen spann- tten sich überall Tore in ber Form ber niedersachsi- sichen Bauernhäuser, überall waren bie Früchte bes gelbes an ben Straßen in kunstvoller Weise zu Pyramiden geschichtet, um zu zeigen, welch reiche Ernte dieses Jahr bem beutschen Bauern schenkte. 3eber Ort ist seinem Charakter entsprechenb geschmückt. Höhepunkte wgren ganz zweifellos die □Ite Rattenfängerstadt Hameln und die Domstadt Hildesheim, beides Zeugen einer deutschen Geschichte, die weit mehr als ein Jahrtausend um- ^Der Führer legte den größten Teil des Weges cm Wagen stehend zurück, immer wieder grüßend f und dankend. Wagen um Wagen füllte sich mit Blumen und Früchten, die dem Führer zum Geschenk \ gebracht wurden. Die Blumen und die Gaben sind I dann Krankenhäusern überwiesen worben. Nun nähern wir uns Goslar. Rings um Goslar herum auf ben Höhen unb weit im ßanbe finb Scheinwerfer ausgestellt, beren Bünbel sich über Goslar wie zu einer Krone vereinigen. Unb unter ; diesem Strahlenbom fährt nun ber Führer tn bie Reichsbauernstabt Goslar ein. Die engen Straßen, deren Fachwerkgiebelhäuser jebes seine eigene Geschichte hat, sind mit Hakenkreuzfahnen unb gol- denen Bänbern bicht verhängt. Die Straßen unb Häuser finb burd) Scheinwerfer angestrahlt, und so | fahren wir unter einem Rausch von Gold und Rot I dahin. Wundervoll das tausendjährige Rathaus, s Hinter den Bogen ist rotes bengalisches Feuer entzündet. Den Marktplatz säumen Goslarer Bergleute mit ihren brennenden Grubenlampen. Empfang in der Kaiserpfalz. Kurz nach 20 Uhr find wir vor der Goslarer Kaiserpfalz angelanat, die im Schmucke von häufenb Lichtem prangt. Aus den Fensterbogen ber Kaiserpfalz, bie von Lichterketten umrahmt ist, buchten in mattem Rot bie Wandteppiche der großen Halle, die Wappenteppiche des Reichsnähr- tandes. Der Kommandeur ber Goslarer Jäger meldet dem Führer die Ehrenkompanie. Unter den Klängen des Deutschlandliedes schreitet der Führer der Front der Ehrenkompanie ab. Dann begibt er i ich hinauf in den großen Saal der Kaiserpfalz. Der Oberbürgermeister von Goslar überreichte mit einer kurzen Ansprache dem Führer die künstle- rifch gefertigte Ehrenurkunde der Stadt. Dann begrüßt Reichsbauernführer Darr 6 den Führer in der Reichsbauernstadt. Der Führer laßt sich die Angehörigen des Stabes des Reichsbauern- 'übrers und die Bauernabordnungen aus allen teilen des Reiches vorstellen. Es sind Bauern darunter, deren Geschlechter seit tausend Jahren auf hrem Hofe sitzen. Und es sind Landarbeiter und Bauern dabei, die mehr als 30 Kinder ihrem Volke geschenkt haben. Lange verweilt der Führer tm kreise der Bauernabordnungen und spricht mit hnen über ihre Sorgen und Nöte. Die ßeitenn Der Frauenschaft des Gaues Südhannover^Braunschweig überreicht bem Führer -ine große künftl-. rif chs Truhe mit je einer Gabe der 32 Gaue. wollen durchschreiten durch die Nöte dieser Zeit stark und gewappnet und nie schwach werden. Wir wollen das Rechte tun und niemanden scheuen unb wollen bann zum Allmächtigen die Bitte erheben, er möge uns auch im kommenden Jahre wieder die Arbeit segnen, er möge unseren Feiern wieder reiche Frucht geben und uns allen große Erfolge. Er möge aber unserem Volke be- sonders die richtige Einsicht bewahren, möge ihm den inneren F r i eden sichern und I möge uns alle gemeinsam erfüllen mit der Weis-1 heit und der Klugheit, dasRechtezutun, auf daß unser Volk lebe unb Deutschlanb nie vergeht. Deutschlanb Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg-Heil!" ♦ Millionen Arme recken sich zum Himmel und minutenlang ist der Führer von dem Jubel ber Massen umtost. Horst-Wessel-Lied unb Deutschland- lieb ertönen, von einer Million Menschen mitge- sungen. Der Staatsakt auf dem Budeberg hat da- mit sein Ende erreicht. Der Führer verabschiedet ich und tritt die Weiterfahrt nach Goslar an. Der Abmarsch und Abtransport der gewaltigen Men- schenmenge vollzog sich in der gewohnten Ruhe und Ordnung. Vielfad) finden in Den einzelnen Orten am Abend noch Volksfeste und Belustigungen aller Art statt. Die Verordnungen des Reichskirchenausschusses unb bes Landeskirchenausschusses werben im Gesetzblatt ber deutschen Evangelischen Kirche verkündet. § 6. Die Verordnung tritt mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft. Sie gilt l ä n g - stens bis 3 0. September 1 9 3 7. Entgegenstehende Bestimmungen treten für die Dauer der Geltung dieser Verordnung außer Kraft. Berlin, den 3. Oktober 1935. Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten (gez.) Kerrl. Asmara, 6. Okt. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Die drei Armeekorps haben ihren Vormarsch an der Nordfront fortgesetzt. Die Gruppe Santini bewegte sich auf Aksum zu, während die Heeresgruppe M a r a v i g n a Adua zum Ziel hatte. Die Eingeborenentruppen des Generals Pirzio Biroli drangen über Adigrat auf Adua vor. Die drei Gruppen operierten einheitlich und standen in Funkverbindung. Auf- klärungsflüge und eingeborene Kundschafter bereiteten das Vordringen vor. Panzerwagen ebneten bann ben Fußtruvpen den Weg. Pionierabteilungen folgten, bauten sofort Straßen und legten leie- ~ - phone bis auf Die 2000 bis 3000 Meter hohen sic . Berge vor Adua. Mua wurde von etwa 7000 | Abeba an Schwarzv Abessiniern verteidigt und war in ben Abend- tzungenentzündung. ,^6, Journalisten veranstaltet am Montag eine Begrab' nisfeier, bei der sich der Kaiser vertreten läßt. Flugblätter über Tigre. Großzügige Eingeborenen-Propaganda der Italiener. Asmara, 6. Okt. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Italienische Jagdflugzeuge haben über dem Tigre - Gebiet ungeheure Mengen von Flugblättern abgeworfen. Diese enthalten die Proklamation eines Mitgliedes des Hauses des ehemaligen Kaisers Johannes von Abessinien, der 1889 im Kampfe gegen die Mahdisten fiel und dessen Nachfolger Menelik II. wurde, der die Nachkommen des Kaisers Johannes zum Thronverzicht zwang. In dieser Proklamation wird Italien als Befreier der Tigre-Bölker vom abessinischen Joch begrüßt und jeder Widerstand gegen die Italiener als nutzlos bezeichnet. Nur Italien könne dem Hause des Kaisers Johannes die Krone wiedererringen. In einem Aufruf, der über allen Klöstern und Kirchen abgeworfen wurde, wird die abessinische Regierung als V?rfälscherin der wahren koptischen Religion bezeichnet. Amerikanisches <1 U Italien und Abessinien. Washington, 6. Okt. (DNB.) Präsident Roosevelt hat in der Nacht zum Sonntag folgendes Waffenausfuhrverbot für Italien und Abessinien erlassen: „Ich, Franklin Roosevelt, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, erkläre hiermit auf Grund der mir durch die Entschließung des Kongresses erteilten Vollmacht, daß unglücklicherweise ein Kriegs- zustand zwischen Abessinien und dem Königreich Italien besteht und ermahne hierdurch alle Bürger im Gebiete der Vereinigten Staaten und der Besitzungen der Vereinigten Staaten sowie alle Personen, die in den Vereinigten Staaten wohnen oder der Gerichtsbarkeit der Vereinigten Staaten unterstehen, s i ch keine Verletzung des Inhaltes des Kongresses zuschulden kommmen zu lassen. Die Entschließung erhält Gesetzeskraft und bezieht sich auf die Ausfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial von irgendeinem Platze der Vereinigten Staaten oder ihrer Besitzungen nach Abessinien oder Italien oder irgendeiner italienischen Besitzung oder nach irgendeinem neutralen Hafen zum Weitertransport nach Abessinien oder Italien." Roosevelt hat noch folgende Erklärung erlassen: Trotz unserer Hoffnung auf die Vermeidung eines Krieges und trotz unserer Bemühungen in dieser Richtung sind wir jetzt gezwungen, die einfache und unbezweifelbare Tatsache anzuerkennen, daß abessinische und italienische Streitkräfte in Kämpfe verwickelt sind und daß hierdurch ein Kriegszustand im Sinne der Neutralitätsentschließung gegeben ist. Unter diesen Umständen wünsche ich ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß irgendwelche Bürger der Vereinigten Staaten, die s i ch freiwillig in Geschäftsverbindungen irgendwelcher Art mit einem der Kriegführenden einlassen, dies auf eigene Gefahr tun. Das Staatsdepartement weist noch darauf hin, daß die Ausfuhr der mit dem Verbot belegten Artikel nur dann genehmigt wird, wenn die Ausführenden den Nachweis erbringen, daß die Waren weder direkt noch indirekt für Abessinien oder Italien bestimmt sind. Amerikanische Bürger reisen auf Schiffen der kriegführenden Staaten auf eigene Gefahr, ausgenommen diejenigen, die sich gegenwärtig auf der Reise befinden oder innerhalb einer Frist von 90 Tagen nach.Amerika fahren. Der Völkerbund berät. Ein neuer Ausschuß berichtet an den Ikat über die Frage des Angreifers? Genf, 5. Okt. (DNB.) Die öffentliche Sitzung des Völkerbundsrates begann kurz vor 6 Uhr. Am Ratstisch hatten Aloisi und der abessinische Vertreter Tecle Hawariate Platz genommen. Der Ratspräsident legte den Bericht des Dreizehnerausschusses vor mit dem Bemerken, daß die Abstimmung über den Bericht nicht vor Montag stattfinden soll. Außerdem teilte er mit, daß ein Nachtrag erschienen sei. Dieser Nachtrag hat folgenden Wortlaut: Nach der Darlegung der Umstände des Streites mußte der Rat gemäß Artikel 15 des Paktes bekanntgeben, welche Lösung er für die billigste und geeignetste hält. Die ihm seit seiner letzten Sitzung von beiden Parteien zur Kenntnis gebrachten Tatsachen machen es dem Rat zunächst zur dringenden Pflicht, zur Achtung der Verpflichtungen aus dem Völkerbund spakt aufzufordern. Der Rat beschränkt sich für den Augenblick daraus, zu empfehlen, daß unverzüglich jede Verletzung des Paktes fe st gestellt werde. Er behält sich vor, später andere ihm nützlich erscheinende Empfehlungen zu machen. Die Vertreter der beiden streitenden Parteien gaben darauf die Erklärung ab, daß sie noch nicht die Zeit gehabt hätten, den Bericht zu prüfen. Aloisi verlas dann eine längere Erklärung, in der der Einwand erhoben wird, daß der Völkerbund es abgelehnt habe, eine realistische Prüfung der Zustände in Abessinien, wie sie von Italien beantragt worden sei, vorzunehmen. Italien sei das-Opfer eines abessinischen Angriffs geworden. Durch eine Agitation, die mit dem Problem selbst nichts zu tun habe, sei das Problem auf den Kopf gestellt und Italien als der Angreifer hingestellt worden. Die italienische Regierung habe im Bewußtsein ihrer Verantwortung lediglich notwendige Maßnahmen, die durch Abessinien provoziert wurden und auch im Rahmen des Paktes berechtigt seien, ergriffen. Aloisi kam auf die Anregung zurück, Abessinien als unwürdig aus dem Völkerbund a u s z u st o ß e n. Der abessinische Vertreter Tekle Hawariate stellte den Antrag, festzustellen, daß Italien unter Verletzung des Paktes zum Kriege geschritten sei und daß demgemäß Artikel 16 anwendbar sei Der Rat solle Italien aufsor- dern, die militärischen Operationen einzustellen und dem Morden unter der Zivilbevölkerung ein Ende 3u machen. Der Ratspräsident schlug vor, einen Ausschuß von sechs Mitgliedern einzusetzen, der bis spätestens Montag dem Rat Bericht erstatten soll. Dem Ausschuß gehören England, Frankreich, Dänemark, Rumänien, Portugal und Chile an. Der Rat billigte diesen Vorschlag. Der Bericht des Sechser-Ausschusses. Genf, 6. Okt. (DNB.) Der am Samstag vom Völkerbundsrat eingesetzte Sechser - Ausschuß zur Prüfung der Frage, ob in Abessinien eine A n - grifsshandlung begangen und der Pakt verletzt worden ist, hat unter dem Vorsitz des portugiesischen Außenministers einen Bericht über die Vorgänge der letzten Tage ausgearbeitet. Er enthält lediglich eine Darstellung der Tatsachen, aus denen der Rat die politischen und rechtlichen Schlüsse ziehen soll. In dieser Darstellung soll die V e r a n t w o r t l i ch k e i t I t a l i e n s für den Ausbruch der Feindseligkeiten klar zum Ausdruck kommen. Der Bericht wird den Ratsmitgliedern Montagvormittag unterbreitet werden. Der Rat versammelt sich um 17 Uhr, um zunächst den am Samstag vorgelegten Bericht des Dreizehner-Ausschusses auf Grund von Artikel 15 und sodann den Bericht des Sechser-Ausschusses, der den Uebergang zu Artikel 16 bildet, entgegenzunehmen. Daß der Bericht noch heute fertiggestellt wurde, ist vor allem auf das Drängen Edens zurückzuführen, Todes-Anzeige. Am Samstag, dem 5. Oktober, wurde meine liebe Frau, unrere herzensgute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabete Kling, geb. Mank im Alter von 70 Jahren nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden in die Ewigkeit abgerufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Kling Familie Herrmann Niemeyer Familie Karl Kling Familie Ludwig Müller Familie August Kling Familie August Niemeyer. Wieseck, Alten-Buseck, den 7. Oktober 1935. Die Beerdigung findet Montag, den 7. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus, Alicestr. 42, aus statt. _____________________________________________5738 D Für die vielen Beweise inniger Anteilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Feller. Großen-Linden. den 3. Oktober 1935. 5737 D IIII WERBEÄSfÄI IIII Habe meine Tätigkeit wieder aufgenommen Dr. Spanier Facharzt für Chirurgie Gießen, Johannesstr. 7 Vollständig neu hergerichtete geräumige 7-Zimm.-Wohnung mit Bad und Zu- behörmvermiet Schr.Angeb.unt. 5741i)a.d.G.A. 5ttön.3immei m. 2 Betten, sev. Eingang evtl.m. voller Pens., das. auch gut. reichh. WtiWlW Z.erfr.i.d.Gesch. des Gieß. An;. Mietgesuchei MM*, mit Nebengelatz in guter u. ruh. Lage per alsbald gesucht. Schriftl. Angeb. u. 5749D an o. Gieß. Anz. ________________04295 Suche einfach IDiUiOIW mit «.Werkstatt oder Lagerraum im Zentrum der Stadt. Schriftl. Angeb. u. 04297 an d. Gieß. 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Funkspruch.) „Daily Telegraph" befaßt sich mit der Antwort, die Sir Samuel Hoare auf die ihm vom italienischen Botschafter übermittelte Botschaft Mussolinis erteilt hat. Das britische Foreign Office hat Mussolinis Anregung, gemeinsam und gleichzeitig d i e militärischen Vorbereitungen im M i t t e l m e e r rückgängig zu machen, zu würdigen gewußt, aber es hat nicht geglaubt, daß der Augenblick geeignet sei, um einen Tauschhandel, für die „Demobilisierung" des Mittelmeer- Gebietes abzuschließen. Die kostspieligen Vorsichtsmaßnahmen Großbritanniens müssen unter den obwaltenden Umständen aufrechterhalten bleiben. Nach britischer Ansicht befinde sich der Streit in den Händen des Völkerbundes, man wolle daher keine Wiederaufnahme der Dreimächte - Besprechungen. Dem Vernehmen nach werde eine formelle Antwort Mussolini nicht gegeben werden. England hall an berMkerdundsaktion fest London, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter richten ihre Aufmerksamkeit auf die heutige Sitzung des Völkerbundsrates. „Daily Telegraph^ schreibt, sollte die Vollversammlung des Völkerbundes bei ihrem Zusammentritt am Mittwoch zu der Ueberzeugung kommen, daß ein Bruch d-er Völkerbundssatzung vorliege, sei jedes Mitglied zu wirtschaftlichen und finanziellen Sühnemaßnahmen gegen den Angreifer verpflichtet. Artikel 16 verlange von allen Mitgliedern des Völkerbundes den sofortigen Abbruch ihrer Handels- und F i n a n z b e z i e h u n g e n zu dem Angrei- f e r. Großbritannien halte milde Maßnahmen ohne praktische Wirkung für zwecklos. Es werde aber trotzdem nichts ohne die volle Mitarbeit Frankreichs tun. Laval habe Eden gegenüber deutlich zum Ausdruck gebracht, daß die Gefahr eines bewaffneten Zusammenstoßes zwischen Italien und dem Völkerbund unter allenUmständen vermieden werden müsse. Großbritannien wünsche zwar auch dringend, einen allgemeinen Krieg zu vermeiden, aber es lege stärkeren Nachdruck auf die Notwendigkeit eines wirksamen Vorgehens. Es sehe ein, daß sich ein wirtschaftlicher Druck selbst bei größter Stärke nur allmählich auswirken könne, erwarte aber trotzdem von einem solchen greifbare Ergebnisse. Militärische Maßnahmen seien in dem britischen Plan nicht vorgesehen. Frankreich trete dafür ein, gewisse Rohstoffe, die zur Herstellung von Munition notwendig seien, von der Ausfuhr nach Italien aususchließen. Großbritannien aber werde sich für Pläne einsetzen, die Italien den Erwerb von Auslandsdevisen für die Bezahlung seiner Einkäufe erschweren würden. Am einfachsten wäre es, wenp die Völkerbundsmitqlieder ein E i n ° fuhrverbot auf italienische Waren legen würden. Finanzielle Sühnemaßnahmen seien insofern schon im Gange, als Italien bereits im vorigen Monat keine Kredite mehr von den fünf großen englischen Banken erhalten habe. „Times" schreibt, es sei notwendig, jeden Schritt sorgfältig zu erwägen, wenn man eine an sich schlimme Lage nicht noch verschlimmern wolle. Wenn es in Genf so ganz und gar nicht dramatisch hergehe, so liege das daran, daß ein Versöhnungsoerfahren immer etwas undramatisches sei. Auch die Maßnahmen des Völkerbundes würden so sein. Aber damit fei nicht gesagt, daß sie unwirksam zu fein brauchten. Mussolini zeige den Wunsch, eine Ausbreitung der Feindseligkeiten zu vermeiden. Dieser Wunsch werde von der britischen Regierung ernstlich geteilt. Nach wie vor aber hätten die Völkerbundsmitglieder die Pflicht, alle Druckmittel anzuwenden, um dem Kriege in Abessinien ein Ende zu machen. Italien müsse zur Einsicht gebracht werden, welchen furchtbaren Fehler es begangen habe. Paris plädiert für neue Sonder- Verhandlungen. Paris, 7. Okt. (DNB. Funkspruch). Die Pariser Presse tritt dringend für neue Verhandlun- g e n ein. Der „Petit Parisien" meint, daß für neue Verhandlungen nach der Eroberung von Adua die Angelegenheit sogar besonders günstig liege. Man dürfe den Schritt Mussolinis in London nicht übersehen. „O e u v r e" meint, daß die Feststellung Italiens als Angreifer eine neue rechtliche Lage schaffe. Die Tätigkeit der britischen Flotte im Mittelmeer genieße nunmehr die Autorität des Völkerbundes. Man habe in Genf den Eindruck, daß die englische Regierung ihrem Vertreter die Anweisung gegeben habe, nunmehr entschlossen oorzugehen und sich in der Frage der Sühnemaßnahmen kaum um Frankreich oder irgendein anderes Land zu kümmern, nachdem man den mehr und mehr sichtbaren Wunsch der Italiener nach Verhandlungen um jeden Preis kenne. Luftschiffbau in Speyer.—Großer Auftrag aus Amerika. Mit dem 1. Oktober wurde die Deutsche Lustfahrzeugbau AG. Speyer in die offene Handelsgesellschaft Deutsche Lustfahrzeugbau- Gesellschaft Otto Brinkmann & Co. umgewandelt. Zugleich wurde, nachdem die umfangreichen Vorarbeiten soweit abgeschlossen sind, mit dem eigentlichen Luftschiffbau begonnen. Das erste dieser Luftschiffe soll Ende März 1936 so weit jein, daß mit den Werkstättensahrten begonnen werden kann. Wie der Chefkonstrukteur der Gesellschaft Ingenieur B a s e n a ch vor einer Betriebsversammlung ausführte, wird das Speyer-Luftschiff nach dem chalbstarren System des seinerzeitigen Militärluftschiffes M 4, das auch von Bafenach konstruiert worden war, gebaut. Die Länge wird HO Meter betragen, die Breite 23 Meter und die Gesamthöhe 20 Meter, den Antrieb besorgen drei durch Benzin- motore gedrehte Propeller, von denen zwei seitlich und einer am Heck angebracht sind. Das Luftschiff faßt 20 000 Kubikmeter Gas. Bis jetzt sind zehn Luftschiffe von Amerika in Auftrag gegeben. Nach dem Bau des ersten Luftschiffes soll zur Serienherstellung übergegangen werden. Die Luftschiffe sind für Reklamezwecke bei Nacht bestimmt. Ingenieur G e r st l e r hat dazu besondere elektrische Anlagen erfunden. Auf beiden Seiten des Luftschiffes werden je 51 Buchstaben mit 15 000 Lampen angebracht, so daß ganze Sätze und Spruchbänder durch das Luftschiff ausgestrahlt werden können. Das Luftschiff wird etwa 10 und bei abmontierter Beleuchtungsanlage 65 Fahrgäste aufnehmen können. Wetterbericht des Reichstveilerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Noch befinden wir uns im Bereich kühlerer Meeresluft, die durch den nach Norden abwandernden Tiefdruckwirbel zu uns verfrachtet wurde. Sie bedingt leichte Unbeständigkeit, die sich in gelegentlichen leichten Regensällen äußert. Die Witterung befindet sich jedoch in fortschreitender Besserung, und so kann für die nächsten Tage verhältnismäßig freundliches Wetter erwartet werden, zumal ein bei Island aufgetauchter neuer Tiefdruckwirbel auf weiter nördlich gelegenen Bahnen abzieht. Aussichten für Dienstag: Nachts recht frisch, vielfach Frühnebel, sonst jedoch freundliches Wetter, mittags ziemlich warm, schwache Luftbewe- gung. Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch Fortdauer der im ganzen fteundlichen Witterung, doch vielfach Frühnebel, nachts recht frisch. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. »Von Äwsrehoröen und Afrika« lieber feine motorsportlichen Erlebnisse im Jahre 1935 spricht der bekannte Rekorbfatjrer und 5christsteller Paul 5chmeder, München, in einem tichtbilderoortrag am Freitag, dem 11. Oktober, 20 Uhr, im Cafd Leib, Walltorstraße. - Eintritt frei. Es ladet ein Heinrich Wagener, Gießen, Frankfurter Straße 45 | Verkäufe Volksempiänger (Wechselstrom) umzugshalber billig zu verkauf. Bodenstein Friedensstr.l HI Herd (Steuerung links) billig zu verkauf. Noonftr. 34. oms Futter- Kartoffeln laufend abzugeb. Unterer öaröffjof. Verkaufe Dienstag u. Mittwoch gut erhaltene Möbelstücke aus gut. Häusern in gr. Auswahl, wß.Herd, Tische, Schränke-Betten usw. L. Schäfer, Rodheimer Str. 50 | Kaufgesuche"] Bauplatz 4 bis 500 qm, zu kaufen gesucht. Schr.Angeb.mit Lagebezeickn. u. 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Ur. 254 Zweiter Via» Siebener Anzeiger tSencrai-Anzeiger für (Dbcrbcflcn) Montag, 7 . Moder MS schlagen will. * hinaus. ♦ zeigen. Gaufest-Schießen wurden Willi Flach und Kurt Strack. Lis aber, „iwerzwerch", wie sie ist, läßt den schwadronierenden Gast abfallen und sich übrigens auch vom Vater nicht weiter einschüchtern, der ihr hart zusetzt, am Ende sie zu enterben und zu verstoßen droht, wenn sie sich den Franz nicht aus dem Kopf Derweil ist drin in der Wirtsstube die Kerbestimmung noch um verschiedene Grade gestiegen; die Gläser und die Gurgeln werden geschwenkt, und die Fleischwurst wird gerade heiß gemacht. Mitten hinein platzt die Polizei, kriegt der Großmann einen Schützenvereine" erhielten: Kleine Medaille in Bronze: Willi Flach, Karl Schmidt, Heinrich Schmier und Willi Weber; in Silber: Willi Flach, Fritz Hill, Heinrich Kern und Kurt Strack; in Gold: Fritz Hill, Heinrich Kern, Karl Müller und Kurt Strack. Große Medaille in Bronze: Heinrich Kern, der ebenfalls nebst dem Veremsführer Seibel, dem Hauptsportwart Strack, dem Kreisschießleiter Schmidt und dem Schriftwart Mohr die Gau-Ehrennadel für Verdienste um den Schießsport erhielt. Der Jungschütze Strack erhielt die silberne Nadel als Kreis- und Bezirksmeister; auch den Titel Vereinsmeister errang derselbe in diesem Jahr, der ihm die goldene Ehrennadel des Vereins erbrachte. Die von den Herren Seibel, Kern und Seibert gestifteten Ehrenscheiben schossen Gg. Dehus, Otto Münch und Heinrich Sonn. Im Vereins-Preisschießen siegten: 1. Kurt Strack, 2. Heinrich Schmier, 3. Hermann Seibert, 4. Fritz Hill, 5. Heinrich Kern, 6. Helmut Scheller, 7. Karl Müller, 8. Erich Martin, 9. K. Auch im Gau Nordhessen war der Spielbetrieb der Fußball-Gauliga wegen des Erntedankfestes eingeschränkt, und es fanden nur zwei Treffen statt. Der Gaumeister Hanau 93 weilte bei Germania Fulda zu Gast und konnte auch dort nur ein Unentschieden von 1:1 (0:1) erringen. Den Sieaeszug des Tabellenführers Hessen Hersfeld vermochte auch der VfB. Friedberg nicht aufzuhalten, denn er holte sich in Hersfeld eine C “ jungen des Kleinkaliber- nicht auszuhalten, ..... 3:0-(0:0-)Schlappe. Hessen Hersfeld führt auch weiterhin die Tabelle mit 8:0 Punkten vor Borussia Fulda mit 5:1 und Zwar ist aus der Versteigerung nichts geworden, aber gleich hinterher hat der Hahner Franz das Stück Land gekauft. Lis, die zum Schein auf Platt- kes Liebeswerbung eingegangen ist, fürchtet, daß jetzt alles aus sei. Während Lis und Franz sich küssen, naht der Alte; Franz kann noch eben unter der Bank verschwinden und hört von hier aus zwar mit an, wie Großmann und Plattke sich über sein Mädchen unterhalten, das ihnen beiden durchaus den Willen nicht tun will; er sieht aber auch, und jetzt hat er gewonnen, wie Plattke, sobald der Wirt aus der Stube ist, die vermeintlich günstige Gelegenheit zu einem neuen Griff in die Kasse benutzt und sich hinterher an das „Kommodche" macht, wo Großmann sein anderes Geld aufbewahrt. Jetzt hat Herr Plattke verspielt ... man sieht die Katastrophe kommen. Lis, „in der schönste Kerbestimmung", bestellt Plattke zum Schein auf die Tenne beim Säustall, wo sie sich angeblich mit ihm treffen will. Der schwimmt entzückt ab und wird beim „Stelldichein" an ihrer Statt von Hahner Franz liebevoll empfangen, der ihm nicht nur das gestohlene Geld abnimmt, sondern ihm auch gleich an Ort und Stelle die nötige Ladung verabfolgt. Fräulein Decker war die Lis: in der Tat „e sauwer Bopp", das muß man sagen; und wenn es auch wohl nicht gerade ihr eigentliches Fach war (man stellt sich das Mädel beim Lesen immerhin etwas robuster vor) — sie hat beim „Krach um Jolanthe" eine gute Vorprobe gehabt, sie war im Dialekt ohne Schwierigkeiten zu Hause, und gab sich so frisch, schlagfertig, verliebt und herzhaft, wie das hier sein soll. Herrn L i n d t, als Hahner Franz, hätte man sich ebenfalls ein bißchen massiver und minder städtisch im äußeren Zuschnitt denken können, aber auch er traf, oft mit trockner Treffsicherheit, den Ton, der hier die Musik macht, und das Mädel war ihm schlechterdings zu gönnen. Herr Lüpke spielte den Plattke, und er spielte ihn gut; ein verdächtiges Individuum von aufdring, licher Eleganz, mit einem fatalen Maulwerk, ein kesser Junge, schwankend zwischen Angst und Frech- heit, schwadronierend, scharwenzelnd und mit falschen Gefühlen wortreich jonglierend. Auch Frau Schubert als Kätchen trug, ob- wohl ihr das Hessische minder gewachsen war, mit drastischen Gebärden und Randbemerkungen zur Erheiterung bei, wie der aufgekratzt daherschwafelnde Polizeidiener des Herrn Geiger, der stichelnde Hesse-Schuster des Herrn Nieren und Friedel Kannen als Grimmerler Grit, welche eine schöne Kerbemusik zum Besten gab. In kleineren Rollen fügten sich ferner die Herren Dolck, Schorn, Tank und Mosbacher recht verdienstlich dem Ensemble ein. — Vom großen Erfolg haben wir schon berichtet. Es gab Beifall bei offener Szene, zahllose Vorhänge und Blumen zum Schluß. Der strahlende Autor mußte sich bereits nach dem zweiten Akt, zuletzt Die Turner. Der Hauptsportwart Karl Strack nahm sie in feierlicher Weise vor. Beim Gaufest errang der Turner Adolf Mülln im Dreikampf für Altersturner (33 bis 39 Jahr) den 12. Sieg. Beim VfB. - Reichsbahn- wett k a m p f in der Klasse 32 bis 36 Jahre errang Mülln im 50-Meter-Lauf den dritten, im 100- Meter-Lauf den zweiten und im Kugelstoßen den dritten Sieg. In der Jugendklasse B (4 X 100- Meter-Staffel) kam die Mannschaft des Vereins an zweite Stelle. Beim Kreisturnfest in Großen-Bu- s e ck wurden folgende Siege errungen: den 6. Sieg Ilse Baum, den 7. Liesel Rohrbach, den 9. Emmi Pfaff, den 14. Gertrud Ploch, den 17. Ursula Hennig, den 23. Margot Adam, den 26. Ludwig Götz, den 28. Erich Stieler. Beim Abturnen des Vereins, das am 29. September stattfand, wurden durchweg so gute Leistungen erzielt, daß 30 Mädchen und Knaben Ehrenurkunden ausgehändigt werden konnten. Die noch im Aufbau begriffene Turnabteilung hat Aussicht unter Leitung der rührigen Turnwarte Schmidt und G ö tz zu beachtlicher Höhe heranzureifen. Schwimmer. Anschließend an die Turner-Ehrung nahm der Schriftwart des Vereins F. F M o h r die Sieger- Ehrung der Schwimmer und Schützen vor. Bei dem in diesem Jahre erstmalig durchgeführten Post - Dergleichschwimmen gingen als Sieger hervor: Gruppe A, Männer von 18 bis 35 Jahren im 100-Meter-Schwimmen: Adolf Mülln, Karl Fischer und Heinrich Mattern. Gruppe B, Damen über 18 Jahre, 50 Meter: Lotte Köhlinger, Dora Kern, Marie Flach imb Else Funke. Gruppe C, Männer über 35 Jahre, 50 Meter: Ludwig Köhlinger und Paul Froese. Gruppe D, männliche Jugend, 14 bis 18 Jahre, 50 Meter: Heinz Köhlinger, Werner Scheller und Niemand ahnt, daß der angebliche Herr Plattke ganz anders heißt und auch .keineswegs Staatsbeamter ist, sondern im Gegenteil ein gerissener Gauner, der sich hier im idyllischen Dörfchen vor der Polizei versteckt hält und, kaum daß der gutgläubige Wirt den Rücken dreht, den ersten Griff in die Kasse am Schanktisch tut. Dabei hat er die Frechheit, der Lis wilde Liebeserklärungen zu machen und den Alten „vor den janz ausjeheckten Jaunern aus der Jroßstadt" zu warnen, die jetzt das platte Land unsicher machen und die armen Leute beklauen. Das ist stark. Der Alte in seiner Unschuld meint, hier wäre ein Schwiegersohn, der ihm „die Finanze in Ordnung halte" kann, und erzählt dem Burschen treuherzig und prahlerisch, daß er einen ordentlichen Batzen Geld „obe im Kommodche" hat. Die Versteigerung in der Gaststube führt, wie jedermann vorausgesehen hat, zu einem Duell zwischen Großmann und Hahner, die sich gegenseitig in die Höhe treiben „bis uff die Kerchtormspitz". Aber ehe der Zuschlag erteilt werden kann, gibt's Krach; der Wirt, schon durch die Anwesenheit des Gegners gereizt, schreit großzügig: „Heut obend gibt's Frei- knippel!" und schmeißt alle außer Franz und Plattke auch mit dem Intendanten, im Kreise der Darsteller hth. Die Schieß-Aus Verbandes „Deuts Fußball der Gauligamannschafien In Trordhessen Hessen Hersfeld weiter ohne Punktverlust. Hans Stuck bricht den Feldberg-Rekord. 50000 Zuschauer im Taunus —Glänzender Sport.—Entscheidungen um die deutsche Motorrad-Meisterschaft. Besitzer vom „Goldenen Ochsen", Metzgerei und Gastwirtschaft, ist Herr Großmann, der dickste Bauer im ganzen Dorf; er hat Geld wie Heu und protzt auch gewaltig damit. Außerdem hat er die „Schollekrankheit" und will zu den Aeckern, die er schon besitzt, immer noch einen dazu haben. Natürlich will er auch das Holzappelstück selber steigern. Vor allen Dingen hat der Großmann aber, was hier wichtig ist, eine Tochter, die Lis, „e sauwer Bopp", aber „en iwerzwerche Kopp". Sie liebt nämlich den Bauern Hahner Franz, und der möchte sie auch gern heiraten. Aber der Alte will nicht, er kann den „Gewitterkerl" nicht ausstehen, schon deshalb nicht, weil jener genau so reich ist und genau so viele Aecker hat. Natürlich will der Franz auch das Holzappelstück steigern. Da haben wir's: em richtiger Volksstück-Konflikt. Das Geld und die Liebe und die „Schollekrankheit". Der Franz hat sie nämlich auch, „jeder anständige Bauer hat se", sagt er zur Lis, „un dein Vatter kriegt den Acker net." Die Lis antwortet knapp und einleuchtend: „Knäulkopp!" * Im Ort ist eben die Versteigerung ausgeschellt und angesetzt, überdies werden eifrige Dorberel- tunaen für die Kerb getroffen, da erscheint im „Goldenen Ochsen" ein gewisser Herr Plattke aus Berlin stellt sich als Finanzbeamter auf Urlaub vor und mietet sich für ein paar Tage ein. Außer- dem führt er gleich das große Wort und imponiert Herrn Großmann in seiner Eigenschaft als Staatsbeamter bedeutend. f Da er auch alsbald mit der Lis zu scharwenzeln ansangt, kommt dem Alten der Gedanke dies sei der richtige Mann für seine Tochter. Er deutet das dem Herrn Plattke auch an und macht au-i seiner Abneigung gegen Hahner Franz kein Hehl. Die roten Kopf, als er entdeckt, daß ihm Geld gestohlen ist aus seinem Kommodche, zwar nicht so viel, wie er selbst jetzt noch renommiert, aber immerhin... das gibt Krawall im Gastzimmer, doch ehe es noch richttg ungemütlich werden kann, schleppen Polizei und -Hahner Franz den Plattke herbei, der einen wenig festlichen Anblick bietet, weil er erst mal an Ort und Stelle bei der Ferkelsau angebunden worden war. Jetzt geht alles Schlag auf Schlag. Franz zählt dem Alten das von dem Gauner gestohlene Geld wieder in die Hand, und als er ihm dann vorschlägt: „Du gibst mir die Lis, un ich geb dir das Holzappelstick" — da ist, unter den ermunternden Zurufen der umsitzenden Kerbegesellschaft, der Bann gebrochen, und Großmann kann nicht länger widerstehn. Schluß mit Kuß, mit großem Hallo und Musik, mit „Du, du liegst mir am Herzen" und, ganz zuletzt, mit dem hessischen Schlachtruf: „Aber jetzt an die Flaaschworscht". Meyer, 10. Otto Scheller, 11. Wilhelm Schmidt L# 12. W. Volkert, 13. H. Heiß. Neuer deutscher Sieg in Warschau. Die deutschen Reiteroffiziere kamen am Samstag beim 8. Jnternattonalen Warschauer Reitturnier zu einem neuen Sieg. Im Jagdspringen um den Preis der fremden Heere feierte Oblt. Brandt auf Derby seinen vierten Sieg in fünf Wettbewerben. In dem nicht allzu schweren Zeitspringen legte er eine Zeit von 1:14 vor, die von keinem der Teilnehmer mehr erreicht oder unterboten wurde. Ihm am nächsten kam der italienische Major Lequi, der es auf 1:14,2 brachte. Goldammer unter dem wiederhergestellten Rittmeister E. Hasse teilte sich mit Serpe (Oblt. Bonivento, Italien) in den vierten Platz. Von den 80 gestarteten Pferden blieben 24 fehlerlos, darunter allein sieben deutsche. Den „Preis der Nationen" am Sonntag gewann die italienische Mannschaft, während die verteidigende deutsche Vertretung stark vom Pech verfolgt war und nur den zweiten Platz belegen konnte. Italien belegte mit 12 Fehlern den ersten Platz, Deutschland kam mit 16 Fehlern auf den zweiten Rang und mit weitem Abstand folgten Ungarn (30V<), Lettland (32) und Polen (34). stattet; er trug zu seinem Teil dazu bei, daß die Leute vor und auf der Bühne sich zu Hause fühlten in einem bodenständig-vertrauten Umkreis. Großmann, Metzger und Gastwirt, war Herr Hub; wir haben den Eindruck, daß er und der Autor sich gegenseitig gratulieren dürfen: Herr Hub w der Rolle, und Herr Weber zu der Verwirklichung seiner Zentralfigur. Das war mal eine Sache für Hub, den Komiker, und nicht nur für den Komiker; hier konnte er in jeder Beziehung aus dem Dollen wirtschaften, reden und knattern und renommieren, wie ihm sozusagen der Schnabel gewachsen. Eine saftige Figur aus einem Guß; ein Kerl, wie er im Buch steht ober vielmehr am Schanktisch: er ließ bas Bier laufen, als ob er's gelernt hätte, unb er schmiß bie Leute vor bie Tür, baß es eine Lust war. Jeber Satz saß, unb es kamen auch alle Einzelzüge, bie ben Mann kennzeichnen, richtig heraus: bie Protzensucht unb Kraftmeierei bes Reichgeworbenen, bie „Scholletrank- heit", ber klobige Witz, bas aufwallenbe, patriarchalisch räfonnierenbe Metzgertemperament. — Ein gut Teil vom Erfolg bes Abenbs gebührt ihm. H. A. Weber: „Holzappel." Uraufführung am Gießener Stadttheater. Holzappel heißt ein Dorf in Hessen-Nassau, im Unterlahnkreis, Hauptart ber früher reichsfreien Grafschaft Holzappel. Und schon der alte Goethe hat gesagt, wie man im Verlauf des Stückes erfährt, „das hier wär die fcheenst Gegend uff der ganze Welt ... Un dann is hier in de Kerch e Gruft, da liegt so e alt Prinzessin drin mit Spitzehaube un mit ner eingefallne Nas und nach so e paar Ferschte ... Aach der Eppelmann liegt do, der sich später als General im 30jährige Krieg Me- landa von Holzappel genannt hat un von dem unser Städtche de Name hot." Von diesem Peter Me- lander von Holzappel, der es vom armen Bauernsohn bis zum Reichsgrafen und kaiserlichen Feldmarschall gebracht hat, ist allerdings hier nicht weiter die Rede. Vielmehr handelt es sich um den Acker des Landwirts Christian Bauer fünfter, um das sogenannte Holzappelstück, „e prima Stick", „obe an de Birke", welches, wie mit der Ortsschelle bekanntgemacht wird, in der Wirtschaft zum goldenen Ochsen versteigert werden soll. Ewald Reusch. Gruppe t, weibliche Jugend von 14 bis 17 Jahren, 50 Meter: Margot Köhlinger. Gruppe G, weibliche Jugend bis 14 Jahre, 50 Meter: Elisabeth Sahm und Lieselotte Schmidt. Lobend erwähnt wurden noch die Altersschwimmer Fritz Hofmann und Johannes Schad; letzterer als Seniorschwimmer mit 60 Jahren. Die Schwimmabteilung des Vereins soll auch im Winterhalbjahr durch regelmäßige Uebungsstunden im Städtischen Volksbad weiter ausgebaut werden. Zahlreicher als bei den vorgenannten Abteilungen konnten Auszeichnungen aller Art unter die Post- schützen verteilt werden. Im großen Post- wettkampf im Kleinkaliberschießen, an dem 290 Vereine mit rund 38 000 Schützen teilnahmen, kam die Gießener Mannschaft mit 1120 Ringen auf den 58. Platz. Beste Einzelschützen wurden dabei Heinrich Kern mit 153, K. Müller mit 149 und Jungschütze Schad mit 134 Ringen. Der Mannschaft, sowie den Einzelschützen wurde die große Bronze-Medaille zuerkannt. Sieger auf dem Ein ganz außerordentlicher Erfolg war der zweiten Neuauflage des Feldberg-Rennens im Taunus beschieden. Etwa 50 000 bis 60 000 Zuschauer, also doppelt so viel wie im Vorjahre, bevölkerten die Hänge an den zahlreichen Kurven der 12 Kilometer langen Strecke. Die Witterung meinte es mit den Veranstaltern des Rennens besonders gut. Die Rennstrecke war vollkommen abgetrocknet und erlaubte den Fahrern, die Maschinen voll auszusahren. Das Resultat war, daß fast durchweg gute, ja teilweise sogar blendende Zeiten herausgeholt wurden. Slucks Hekordfahrl. Die Krönung des Ganzen bildete in dieser Beziehung selbstverständlich die Rekordfahrt von Hans Stuck, der mit der ganz fabelhaften Zeit von 6:22,3 Minuten einen Stundendurchschnitt von 112,91 Kilometer erzielte. Er unterbot damit den von Kurt Mansfeld im Vorjahre auf einem BMW.-Motorrad aufgestellten absoluten „Feldberg- Rekord" von 111,36 Stdkm. (für die 8 Kilometer lange Strecke Hohemark — Sandplacken) um mehr als eineinhalb Stdkm. Großartige Leistungen der Motorradfahrer. Auch die Motorradfahrer vollbrachten mit einem 100er-Tempo auf der für ein Bergrennen un» gewöhnlich langen Strecke von 12 Kilometer mit ihren mehr als 60 Kurven wahre Wundertaten. Die Tagesbestzeit des jungen NSU.- Fahrers O. Steinbach mit 104,85 Stdkm. in der Halbliterklasse, seine gleich bei Beginn erzielten 102,56 Stdkm. mit der 350-ccm-Maschine, der Beiwagen- Durchschnitt des Karlsruher Horexfahrers Braun mit 94,28 Stdkm. und noch so viele andere Zeiten der Motorradfahrer sind großartige Leistungen. Die Schwierigkeiten der Strecke führten zu zahlreichen Stürzen und Ausfällen, die jedoch in den meisten Fällen ohne schwerwiegendere Folgen blieben. 180 Starts wurden in einer reinen Fahrzeit So ist das Stück, so läuft die Handlung, die nicht eben groß ist, gelegentlich auch durch Geschichtchen und Kerbemusik ein wenig aufgefüllt wird, aber zusammengehalten durch Die Geschlossenheit des Schauplatzes, vor allem durch die handfeste Mundart und einen ganz urwüchsig sich äußernden trocke- nen Humor, der hier und im weiteren Umkreis gut verstanden werden wird. Das Ganze ist ein richtiges Volksstück, bas doch den ernsthafteren Unterton „Blut und Boden" unaufdringlich mitschwingen läßt. Und trotz dem Mann unter ber Bank (der eigentlich in ben Schwank gehört wie etwa der Mann im Kleiderschrank) sinb die Figuren „ge- sehen" — nicht bloß brauchbare und effektvolle Rollen, sonbern so lebendig, wie man es im Charakterlustspiel erwarten darf. — Intendant Schultze-Griesheim hatte per- sönlich bte Spielleitung übernommen; er brachte bie Uraufführung zu einem Erfolg, ber bereits nach bem zweiten Akt so gut wie entschieben war unb sich zuletzt in stürmischen Beifallskunbgebungen äußerte. Es war ein heiterer Sieg auf ber ganzen Linie. Die Spielleitung hatte bie immerhin naheliegende Gefahr des Abgleltens der Darstellung in schwank- mäßige Bezirke und Wirkungen offenbar erkannt unb vorgebaut. Und wenn auch die Kerbestimmung mit Krakeel, mit Blasmusik, mit Vorträgen vom Tisch herunter, mit „Sprüchkloppen" und Tanz schließlich bedeutende Grade erreichte, so wtrd doch (dies ist der Regie zu danken) niemand den ernsthafteren Unterton überhört und jedermann gemerkt haben, daß es dem Autor auf mehr ankam als nur auf die leicht zu habenden Effekte von Wirtshausbetrieb und Kirmeshallo. Diese Auffassung des Stückes und der daraus abgeleitete Spielstil kamen vor allem dem zweiten Akt zugute, der von unmittelbar zündender Wirkung war und übrigens von dem gesunden Theaterinstinkt des Autors erfreulich Zeugnis ablegte. Die Auseinandersetzung zwischen Großmann und Lis konnte kaum überzeugender gespielt werden. Meister Löffler hatte den „Goldenen Ochsen" nach den Regeln der Kunst aufgebaut unb ausgevon 3'/- ©hinten abgewickelt. Nach ben Fahrten der Sportwagen-Lizenzfahrer mürbe das Rennen unterbrochen, um allen Besuchern Gelegenheit zu geben, die Uebertragung vom Bückeberg und die Rede des Führers anzuhören. Die Hennen. Punkt 10.15 Uhr brauste der erste Fahrer über die Strecke. O. Steinbach, der junge NSU.-Fahrer war es. Als dann feine Zeit tekanntgegeben wurde, 7:01 Minuten — 102,56 Durchschnitt, merkte man gleich, daß sich die Fahrer etwas Besonderes vorgenommen gatten. Kurz nach Steinbach ging auch der erste Wagen, ein von Brüdes (Breslau) gesteuerter MG., auf die Strecke. Dann folgten noch einige Motorrad-, Seitenwagen- und Wagenfahrer, bis alle „Doppelstarter" ihre erste Fahrt absolviert hatten. In der darauffolgenden Pause nahm Gauleiter Sprenger Gelegenheit, die Strecke abzufahren. Und dann folgten die Fahrten Schlag auf Schlag. Die teste Leistung bei den Ausweis fahrem vollbrachte der DKW.-Fahrer Wünsche, der mit seiner kleinen 250-Kubikzentimeter-Maschine einen 90er-Durchschnitt herausholte. Bei den Lizenzfah- rern überraschte vor allem die schneeige Fahrweise des Schweden Strömberg auf Husqvarna. Mit 104,80 Stundenkilometer und 7:03,2 Minuten war er nur um eine Zehntelsekunde langsamer als der siegreiche Steinbach. Besonders waghalsig schlängelten sich die Beiwagenfahrer durch die Kurven. Brauns Rekordleistung ist schon erwähnt. Don den Sportwagen-Fahrern imponierten vor allem der Sachse Hasse (Adler), Brendel, Frankfurt a. M. (NSU>Fiat) und Berg, Altena (Mercedes-Benz). In der Klasse der Sportwagen dis 2000 ccm kam Dr. Noll- Gießen auf BMW. in der Zeit von 8:11,4 Minuten mit 85,83 Stundenkilometer über die Strecke und zum Sieg. Nach der Führerrede gingen bie Rennwagen über Germania Fulba mit 6:4 Punkten an. Hanau 93 liegt mit 4:4 Punkten im Mittelfeld, während DsB. Friedberg, Spielverein Kassel und SV. Bad-Nau- heirn nach wie vor das Ende der Tabelle einnehmen. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — Kickers Offenbach 5:0; Opel Rüsselsheim — Eintracht Frankfurt 2:3; FV. Saarbrücken — Union Niederrad 5:0; FK. Pirmasens — Borussia Neunkirchen 2:3; Phönix Ludwigshafen — Wormatia Worms 1:3. Gau Bayern: Bayern München — Spvgg. Fürth 0:2; FC. München — Wacker München 2:4; 1. FC. Nürnberg — 1860 München 3:0; BC. Augsburg — ASV. Nürnberg 5:0; 1. FC. Bayreuth gegen Schweinfurt 05 0:2. Oer Marathonlauf in Oiez. Unter Teilnahme von 43 Läufern und unter Oberleitung des Olympiatrainers v. d. Planitz fand am Sonntag in Diez ein Marathonlauf statt, bei dem die 42,2 Kilometer lange Strecke, die über Teile des Westerwaldes führte und mit Start und Ziel in Diez bis nach Montabaur reichte, an die Läufer große Anforderungen stellte. Von den 43 gestarteten Teilnehmern passierten 31 bas Ziel, die drei ersten Plätze sielen an die Stuttgarter Bertsch, Jahn und H e l b e r, hinter denen der Berliner Siegers den vierten Platz einnahm. Die übrigen Teilnehmer kamen nicht mehr unter bie Dreistunbengrenze. 1. Bertsch-VfB.Stuttgart 2:45,18 Stunben; 2. Jahn-VfB. Stuttgart 2:48,33 Std.; 3. Helber-Stuttgart 2:55,40; 4. Siegers-Komet Berlin 2:57,53; 5. Kohn-Polizei Berlin 3:00,05; 6. Hor- nung-Pol. Wiesbaben 3:01,35; 7. Jentzfch-DfL. Berlin-Moabit 3:05,28 ; 8. Orbanz-Pol. Dresden 3:07,31; 9. Weber-Tgm. Stuttgart 3:09,33; 10. Gotfch-Bewag Berlin 3:10,33. Stiftungsfest und Siegerehrung im Post-Sportverein Sießsn. Der Verein hielt am Samstagabend im Katholischen Vereinshaus sein drittes Stiftungsfest ab. Der Vereinsführer Seibel hob in feiner Ansprache die Bedeutung des Sportes als Mittel zur Erhaltung der Volksgesundheit und Förderung der vom Führer erkämpften Volksgemeinschaft hervor. Erstmalig traten die Jugendadteilungen bes Vereins mit ihren Vorführungen in Erscheinung. Die Knaden-Turner mit Uebungen am Pferd und in ber Bodengymnastik; die Mäbchen mit Ballübungen, Volkstänzen und einem herrlichen Reigen. Die von den Turnwarten Schmidt und Götz geleiteten, in exakter Weise durchgeführten Hebungen fanden reichlichen Beifall. Die Kapelle Schleuse sorgte mit ihren flotten Weisen für bie notwendige Unterhaltung. Mit der Feier des Stiftungsfestes war gleichzeittg die Siegerehrung verbunden. den Kurs. In der „kleinen" Klasse siegte Bobby Kohlrausch auf seinem unverwüstlichen MG./Mid- ßet, bis 1500 ccm war Steinweg - München auf Bugatti der Schnellste und in der Klasse bis 3000 ccm holte sich Wimmer (Bugatti) den Sieg. Wimmer hatte vorher mit seinem Zoller wieder einmal Pech. Beim fünften Kilometer blieb er wegen Maschinenschadens liegen. Den Abschluß des Rennens bildete Hans Stucks wundervolle Fahrt. Oie Motorradmeister. Beim Feldberg-Rennen wurde auch die diesjährige Motorrad-Meisterschaft endgültig entschieden. Folgende Fahrer errangen sich den Meistertitel: Arthur Geiß- Zschopau auf DKW. in der 250-ccm-Klasse, O. Steinbach- Neckarsulm auf NSU. in der 350-ccm-Klasse, O. Steinbach- Neckarsulm auf NSU. in der 500-ccm-Klasse, Schumann- Nürnberg auf NSU. in der 600° ccm-Klasse K. Braun- Karlsruhe auf Horex in der 1000- ccm-Beiwagen-Klasse. Or. Noll, Gießen, bei den Feldbergrennen erfolgreich. Dr. Adolf Noll- Gießen konnte in der Klasse der Ausweisfahrer (Sportwagenklasse bis zu 2000 Kubikzentimeter) den ersten Platz belegen. Er fuhr in dieser Klasse die schnellste Zeit des Tages und zwar einen Durchschnitt von 88 Stunden-Kilometer. Dieser Erfolg brachte ihm den Preis des Reichs- sportpräsidenlen des DDAE. (Der Deutsche Automobilclub) ein. Dr. Noll, der auch schon bei früheren Autorennen erfolgreich sein konnte, erfocht sich den gestrigen Sieg auf einem BMW.- Sportwagen. Deutscher Handballsieg gegen hie Schweiz. Oie Schweizer 12:9 geschlagen. Zum zweiten Male standen sich am Sonntag die Handball-Ländermannschaften von Deutschland und der Schweiz im Länderkampf gegenüber. Das Treffen wurde diesmal in Bern ausgetragen und war von 5000 Zuschauern besucht. Das Spiel endete mit dem erwarteten sicheren Siege der deutschen Mannschaft, die zwar drei Tore mehr schoß als im Mai in Augsburg, was aber die Schweizer dadurch ausglichen, daß auch ihnen diesmal drei Treffer mehr gelangen. Die Schweizer zeigten sich gegenüber dem Augsburger Spiel stark verbessert; wenn sie trotzdem das Ergebnis nicht verbessern konnten, so beweist dies, daß auch die Schulungsarbeit der deutschen Handballer ihre Früchte getragen hat. Die Hintermannschaft der Eidgenossen hatte eine sehr undankbare Aufgabe zu erfüllen und immer und immer wieder fand der deutsche Sturm eine Lücke, um einen gelungenen Torschuß einzubringen. Als die Schweizer gegen Ende des Spieles dann etwas rauh und hart spielten, führte dies nur zu Strafwürfen für die deutsche Elf, die wiederum zu Treffern verwandelt wurden. Wenn der Schweizer Angriff einmal die aufmerksame Deckung der Deutschen durchbrochen hatte, scheiterte er meist an der Aebeit der Verteidigung und des ausgezeichneten Torhüters, der aber trotzdem ohne sein Verschulden sieben Treffer hinnehmen mußte. Die deutschen Torschützen waren: Röttger (4), Theilig (4), Rose (3), Hammler (3), Dossin (2) und Spengler. Ergebnisse der Handball-Gauliga Nordhessen. Spielverein Kassel — Kurhessen Kassel 8:10; Kurhessen Marburg — Tuspo 86/09 Kassel 8:9. HanbbarlimKreisLahn-Oill(GauXH) Bezirksklasse: To. Heuchelheim — VfB.- Reichsbahn Gießen 17:3 (7:2); Tv. Roth — Tv. Lützellinden 6:13 (4:8); Tv. Kirch-Göns — Tv. Pohl- Gons 5:4 (1:4). 1. Kreisklasse: To. Atzbach — Garbenheim 8:5 (5:0). 2. Kreisklasse: Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Dutenhofen 10:7 (6:3) abgebrochen; Tv. Nauborn — Tv. Krofdorf 10:8 (8:4) abgebrochen; Tv. Beuern — Tv. Allendorf (Lumda) 5:4 (4:0); Tv. Straßebersbach — Tv. Mandeln 3:2 (0:2) abgebrochen. Jugend: Tv. Straßebersbach — Tv. Herborn 2:6 (2:3); Tv. Ehringshausen — Tv. Katzensurt 3:15 (0:8). mann und Jäger gewirkt. Streng und korrekt im Dienst, zuvorkommend und hilfsbereit gegen jedermann, genoß er hohe Achtung nicht nur bei seinen Arbeitern, sondern auch bei allen Bewohnern der umliegenden Dörfer. Weithin galt das Forsthaus als eine gastliche Stätte für Ausflügler in den Krofdorfer Wald. Ein enges Verhältnis der Freundschaft verband den Jubilar und seine Familie mit einem großen Bekanntenkreis aus Stadt und Land. 1929 trat Hegemeister Praß in den Ruhestand, und er verlegte seinen Wohnsitz nach hier. Wirtschaft. Nhein-Mainische Börse. Still. Frankfurt a. M., 5. Okt. Mangels Anregungen lag die Börse zum Wochenschluß außerordentlich ruhig, Kursveränderungen von Belang waren nicht zu verzeichnen. Die freundliche Stimmung der letzten Tage hielt an, zumal die binnenwirtschaftlichen Momente jetzt wieder mehr Beachtung fanden. Die Festsetzung der ersten Kurse gestaltete sich infolge des Fehlens von Kundschaftsaufträgen nur schleppend. So eröffneten am Aktienmarkt zunächst IG.-Farben mit 149 (184,75). Etwas Geschäft entwickelte sich wieder in Montanwerten, wobei Deutsche Erdöl auf 105,40 (104,25), Stahlverein auf 79,50 bis 80 (79,75) und Hoesch Eisen auf 91,65 (91,50) anzogen. Eine Sonderbewegung hatte Laurahütte mit etwa 21,50 (19,25), Rheinstahl lagen mit 105,65 (106,25) nur knapp behauptet. Von Schiffahrtswerten stiegen Hapag bei kleinem Umsatz auf 16,13 (15,50), Nordd. Lloyd blieben zu 17,65 behauptet. Sonst kamen zunächst nur Zellstoff Waldhof mit 108,50 (108) und Daimler Motoren mit 95,25 (95) zur Notiz. Auf den übrigen Marktgebieten war die Haltung ebenfalls freundlich, doch lagen Erstnotierungen noch nicht vor. In Auswirkung des Kupontermins zeigte sich am Rentenmarkt weiteres Kaufinteresse. Zins- ocrgütungsscheine erhöhten sich auf 90,10 (89,90), späte Reichsschuldbuchsorderungen auf 95,90 (95,75), auch Kommunal-Umschuldung sowie Städte-Altbesitz- anleihe zogen mäßig an. Von zertifizierten Dollar- Bonds hatten 6prozentige Preußen zu 57,25 (57) einigen Umsatz. Der Pfandbriefmarkt lag still und fast unverändert, auch Stadtanleihen wiesen nur geringe Abweichungen auf, wobei leichte Erhöhungen überwogen. Industrie-Obligationen hatten ruhiges Geschäft. Von Auslandrenten zogen Mexikaner bis 0,25 v. H. an, dagegen gaben 4proz. Rumänen auf 4,55 (5,20) nach. Gesucht waren 3proz. Schwe- Auch im Verlaufe blieb das Geschäft sehr still, und soweit Kursveränderungen eintraten, wurden sie durch Zufallsaufträge bestimmt. Etwas Geschäft er- hielt sich für Bergwerksaktien, Siemens gewannen 1,5 v. H., während die übrigen Elektrowepte sehr ruhig lagen. Frankfurter Schlachtviehmarkt F r a n k f u r t a. M., 7. Oktober. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauf trieb: 804 Rinder (214 Ochsen, 93 Bullen, 270 Kühe, 227 Färsen), 224 Kälber, 48 Schafe, 413 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 42 Mark, Bullen 38 bis 42, Kühe 24 bis 42, Färsen (Kalbinnen)36 bis 42, Kälber 45 bis 70, Hämmel 40 bis 42, Schweine 54 Mark. — Marktverlauf: Rinder flott, Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zu» geteilt Runvfunkproqramm. Dienstag, 8. Oktober. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Sendepause. 1(145: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernsunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittags» konzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werk» tag. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Klei» nes Konzert. 16.45: Deutsche Streusiedler in Brasilien. Aus seiner Tätigkeit in Südamerika erzählt Dir. Schmidt (Worms). 17: Nachmittagskonzert. 18.30: In der Volksschule damals. Zwei Jugender- innerungeN von Hermann Claudius und Ernst I Wiechert. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Taoesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation — Heinrich Schutz. Zum 350. Geburtstag des großen deutschen Musikers vor Joh. Seb. Bach. 21: Deiner Söhne Schöpfungen. 21.30: Süddeutsche Volksmusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Schach-Ecke. Aus den preußischen Nachbargebieten. Schönheit am Schienenweg. Der Wettbewerb zur Verschönerung der Bahnanlagen. Frankfurt a. M., 5. Okt. (LPD.) Der von der Reichsbahn ausgeschriebene Wettbewerb zur Verschönerung derBahnanlagendurch Blumen- und Grünschmuck hat nach der Erfahrung der Preisrichter im Bereich der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. eine besonders rege Beteiligung ergeben. Die Bediensteten, besonders auch die Bahnwärter und die Schrankenwärter, haben sich in diesem Sommer und Herbst wie noch nie vorher die Verschönerung aller Anlagen angelegen sein lassen, die dem Reiseverkehr dienen. Es werden wohl besondere Auszeichnungen für die besten Leistungen gegeben in Form von künstlerisch ausgeführten Anerkennungsschreiben der Verwaltung, Geld- und Sachpreisen, aber offensichtlich ist in der Hauptsache die erhöhte Freude an der Schönheit des Arbeits- und Verkehrsraums die Haupttriebfeder der besonderen Leistungen dieses Jahres gewesen. Unter den ausgezeichneten Bahnwärterhäuschen stellt eine besondere Spitzenleistung dar der Block Romstal bei Salmünster. Unter den Bahnhofsanlagen seien als die bestgeschmückten dieses Jahres herausgegriffen der Bahnhof Offenbach, die Bahnhöfe Ben'dorf-Seyn (Westerwald), Diez an der Lahn, Fil-Ritzhausen (Westerwald), Bad Salzhausen und Dillenburg. Betrüger mißbraucht das Mnter- hilfswerk. Frankfurt a. ®., 5. DEL (LPD.) Kaum hat das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes begonnen, legt auch schon ein Betrüger es darauf an, die Gebefreudigkeit der Bürger auszunutzen. Der etwa 30jährige Mann sucht meist ältere Leute auf, denen er ein Bild in Postkartengröße unter Glas zum Verkauf anbietet. Der Mann gibt sich auf Beauftragter des Winterhilfswerkes aus und spiegelt den Leuten vor, daß der Erlös diesem Gemeinschaftswerk des deutschen Volkes zugute komme. In mehreren Fällen hat er schon Erfolg gehabt. Es wird aber darauf hingewiesen, daß alle Helfer des Winterhilfswerks im Besitze von amtlichen Ausweisen fein müssen, die man sich in Zweifelsfällen vorlegen lassen muß. Bei Wiederauftreten des Betrügers wird um sofortige Benachrichtigung der nächsten Polizeidienststelle oder des Betrugskommissariats der Kriminialpolizei, Zimmer 452, im Polizeipräsidium gebeten. Nasseschänder ins Konzentrationslager LPD. Frankfurt a. M., 5. Okt. Das Gaupresseamt teilt mit: Die ledige 'Hausangestellte Katharina Nagelschmidt, geboren am 15. September 1914 zu Streitberg, wohnhaft in Langen, Wallstraße 11, hat von 1933 bis Anfang 1935 mit dem Juden Max Neu, geboren am 1. Oktober 1905 zu Langen, Wallstraße 11, bei dessen Eltern sie als Hausangestellte tätig ist, in intimen Beziehungen gestanden. Sie hat sich damit der Rasseschändung schuldig gemacht und durch ihr Verhalten bewiesen, daß sie das nationalsozialistische Gedankengut, das heute zum Allgemeingut geworden, und zu dem in erster Linie ein gesundes Rassebewußtsein gehört, gröblichst mißachtet. Um dies der Nagelschmidt klar zu machen und um sie im Sinne der heute allgemein geltenden Ideen des neuen Staats zu erziehen, wurde sie dem Konzentrationslager Moringen zu- geführt. Aber auch dem Juden mußte klar gemacht werden, daß es im nationalsozialistischen Staate vor Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935, nach dem eine Bestrafung nicht erfolgen kann, weil die Tat vor Erlaß dieses Gesetzes begangen wurde, nicht geduldet wird, zu arischen Mädchen in intime Beziehungen zu treten. Er wurde daher dem Konzentrationslager Dachau zu- geführt. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 7. Oktober. Auf 7 0 Jahre seines Lebens schaut am heutigen Tage unser Mitbürger Adolf Praß, ffaatl. Hegemeister i. R., zurück. Im Jahre 1901 als Förster von der Mosel nach dem Forsthaus Waldhaus im Krofdorfer Forst versetzt, das politisch zu der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg gehört, hat Hegemeister Praß von dort aus in seinem Revier als vorbildlicher Forst- Searbeifet von F. Samisch Ein taktische Glanzleistung von Meister Richter Von F. Samisch Aus dem Aachener Meisterschaftsturnier Weiß: Richter (Berlin) Schwarz: Weißgerber (Groß-Noffeln) Stcllongsbild vor dem 12. Zuge von Weib Spiels den Königsläufer erhalten; ein durchaus begründeter Gedanke, wobei der Zeitverlust bedeutungslos ist.) 6. . . . Se7—g6? (Bester ge- schah Sc8! nebst Le7, 0—0 und f6.) 7. h2—h4 (Der b°Bauer wird von Richter fast in jeder Partie ins Feuer geschickt!) 7. . . . Lf8—e7 8. h4—h5 Sg6—f8 9. c2—c3 Sf8—d7 10. Lei—e3 H7—h6 11. Sbl—d2 0—0 12. g2—g4! Lf5—h7 (Die Annahme des Bauernopfers wäre zu bedenklich gewesen.) 13. Sd2—fl f7—f6 14. e5Xf6 Le7Xf6 15. Le2—d3! (Jetzt hat sich die Lage geändert, und der Tausch der weißfeldrigen Läufer erfolgt zum Vorteil von Weiß.) 15. . . . Lh7Xd3 16. DdlXd3 e6—e5 17. g4—g5! Lf6—g5? (Weitaus bester geschah hXg5.) 18. Sf3Xg5 h6Xg5 19. h5—h6! (Aus bescheidenen Anfängen heraus — mit 6. Le2! hat Weiß seinen Gegner durch die Drohung Sh4 zu dem Fehlzug Sg6? verleitet, hat sich ein orkanartiger Angriff entwickelt, der unparierbar ist.) 19. . . . e5—e4 20. Dd3—b5 Sd7—b6 21. h6Xg7 Kg8Xg7 22. Thl—h5 a7—a6 23. Dd5—e2 Tf8—f3 24. Th5Xg5+ Kg7—f7 25. Sfl—h2 Dd8—16 (Auf Tf6 gewinnt Dh5+, und auf Th3 Dg4.) 26. Sh2Xf3 Df6Xf3 27. De2Xf3 e4Xf3 28. 0—0—0, und Weiß ge- wann. Eine von Richter sehr fein gespielte Partie! 1. e2—«4 Sb8 —c6 2. d2—d4 d7—d5 3. e4—e5 Lc8—f5 4. Sgl—f3 (Stark in yrtage kommt auch c3 und auf e6 5,Se2l.) 4. ... e7—e6 S.Lfl—d3 Sg8—e7 6. Ld3—e2l (Weiß ist ein wenig überraschend zu einer anderen Meinung gekommen und will sich im Intereste Ein Dreizüger von L. v. Holzhausen. Schwarz: Ka8, La3, Lc6 (8) Weiß: Kh6, Df7, Lb3, Ba7, b6, f2 (6) Weiß setzt in 3 Zügen matt 8 6 4 3 2 b c d e f g h a b c d • f g h wn Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Der aussichtsreiche Freier. Der durch seinen „Struwwelpeter" berühmt gewordene Frankfurter Artt Heinrich Hoffmann bewarb sich als junger Anfänger um die Tochter eines hochangesehenen Frankfurter Patriziers. Dieser betrachtete den kühnen Jüngling zunächst mit strengen Blicken und fragte dann ganz nüchtern: „Was haben Sie denn für Aussichten für die Zukunft?" Hoffmann, der eine so unvermittelte Frage nicht erwartet hatte, stutzte einen Augenblick, fand bann aber seinen nie versagenden Humor wieder und erklärte munter: „Ich spiele ein Achtelch e n in der Lotterie!" Damit besiegte er sogar den Emst des gestrengen Vaters. Dieser mußte hell auflachen, wurde zusehends gemütlicher und gab schließlich seine Zustimmung zur Heirat. Aus einem Roman. „... Durch die Tür des Restaurants trat ein noch sehr junger Mann. Er setzte sich an den Tisch, bestellte sich drei Eier und versank dann in dumpfes Brüten.. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Z)atum 4.10. 5.10. 4.10. 5.10. 6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 100 100 100,13 100,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,65 96,65 96,65 96,65 t>¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102 102 101 Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mtt Auslos.-Rechten ............. 110,65 110,5 110,65 110,4 4*/»% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 100,13 100,05 100,2 100,2 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 95,75 95,75 96,5 96,5 96,13 96,13 96 —* 6J4% ehem. Hess. Landes^Hypo» thekenbank Darmstadt Lioüi ... 100,25 100,25 — 4y»% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 91,5 — - Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Cammelabl. Am — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,75 115,13 114,5 114,9 4/i% ehem.8% Franks. Hqp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 — _ B%% ehem. *Vt% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandbriese....... 100,75 100,9 6H% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 100,9 100,9 100,75 100,5 4y,% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4¥i% ehem. 7% Pr. Landespfand' briefanst., Gold Komm. Obl.VI 97 97 97 Steuergutsch.Berrechnungsk. 85-39 107,25 107,25 107,25 107,25 4% Oesterretchtsche Golvrente.... 26,5 27 27,5 4,20% Oesterreicyische Silberrente 1,3 1,3 _ 1,3 4% Ungarische Goldrente ....... 8,65 9 8,9 9,2 4% Ungarische Staatörente v. 1910 8,5 8,75 9 *¥>% desgl. von 1913.......... 8,65 8,8 8,6 9,2 6% abgest. Goldmexikaner von 9$ 10 10,25 10 10,4 *% Türkische Bagdäübahn-Anlethe Serie t..................... WM» ee» w* Frankfurt a. M Serlln Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- lurs Echlußk. Mittag, börse Datum 4-10. 5-10. 4.10. 5-10 4% desgl. Serie n ............. — _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,4 6,5 5,65 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,65 8,65 9,6 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y<% Anatolier ............... 4,55 5,1 4,75 37,5 37,75 37,75 38 Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 15,5 16,4 15,65 16,4 Norddeutscher Lloyd .........o 17,75 18 17,65 18,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 77 76,5 76,5 78,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 111 111,5 111,75 111,5 Commerz» und Privat-Bank ... 0 87 87,5 86,75 87,5 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 87,25 88 87 88 Dresdner Bank..............0 87,25 88 87 88 Reichsbank ........... 12 171 171 171 171 A.E.G......................v 38 38,25 38,13 38,25 Bekula.................... io 142,5 142.5 142,5 142,5 Elektr.Lieferungsgesellschaft... b 109 108,75 109 109,75 Licht und Kraft .........ey. 130,5 131 130 131 Felten & Guilleaume......... ö 102 104,5 102,9 104,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 121,5 121,5 121,5 122 Rheinische Elektrizität ........5 135 135 135 134 Rhein. Wests. Elektr..........6 120,75 121,5 120,75 121,25 Schlickert L Co...............4 118 118 118 118,9 Siemens L Halske............ 7 167,5 169,85 167,75 169,5 LahmeyerLLo...... 7 129 133,5 132 133 Buderus ....... 0 101 100,75 100,5 101,5 Deutsche Erdük .............. 4 104,25 106 104 106,4 Gelsenkirchen«......... 0 — Harpener................... 0 111,75 112,5 111,65 112 Hoesch Eisen—Köln-Neuefleo .. 0 91,5 91,65 91,5 91,4 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhre».. .... 0 122,5 124,5 123,25 125 89 89,75 89,75 89,5 84,5 85,25 84,75 85775 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Datum 4.10. 5.10- 4.10. 5-10. Mansfeld« Bergbau...... 8 115,75 117 116,5 116,75 Kokswerke..................6 —— —— 113,75 116 Phönix Bergbau.............0 — — Rheinische Braunkohle» .....12 215,5 215 215 217 Rhemstahl ................ 8’/.’ 106,25 106,5 106 106,75 Verewigte Stahlwerke........0 79,75 80,5 79,4 80,4 Otavi Minen .......... 0 18,9 18,65 18,5 18,65 Kaliwerke Aschersleben........5 130,5 131,25 131 131 Kaliwerke Westeregeln........6 123 123,25 121 123,5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 182,75 183,5 I G. Farben-Jndustrie.......7 148,75 150 148,75 150 Scheideanstalt...............9 236 236,5 — - — Goldschmidt ................0 104 105 104,25 105 Rütgerswerke ............... 4 113,25 114,5 114 114,5 Metallgesellschaft............. 4 105 104,5 106 104 Philipp Holzmann ...........0 91 91,25 91,25 92,75 Zementwerk Heidelberg ......6 114,5 115 Cementwerk Karlstadt.........4 130 130 Schultheis Payenhoser ....... 4 _ _ 103,75 105,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,5 53,5 52 52,9 Bemberg...................0 107,5 106,5 107 106 Zellstoff Waldhof ........... 0 108 108,5 108,5 109 Zellstoff Aschaffenburg .......0 79,5 79,5 79,5 80,25 Dessauer Gas .......... 7 — — 125 127,5 Daimler Motoren............0 95 95,75 94,9 95,75 Deutsche Linoleum........... 6 147 147,5 146,25 147 Lrenstein & Koppel ..........0 81 81,75 Westdeutsche Kaufhof.........0 25,25 25,5 25,5 25,4 Chade......................0 280 285,5 280 288 Accumulatoren-Fabrik....... 12 170 — 170,25 —. Conti-Gummi ........ 8 150,25 150,25 — 151 Grttzner....................0 28,5 28,75 28,4 30 Malnkraftweüe Höchst O.SJL... 4 91,5 91,25 Süddeutscher Zucker ......... i 208 208,25 208 209,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 4. Oktober 5-Oktober Amtliche Notierung Geld | Dries Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Sire; Brüssel..... Rio de Ian. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heljingsors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag-....... Budapest ... Reu York ... 0,684 42,00 0,143 3,047 54,39 46,81 12,18 5,365 16,37 167,91 20,30 0,712 5,674 61,16 48,95 11,045 62,80 80,94 33,92 10,28 2,488 1 0,688 42,08 0,145 3,053 54,49 46,91 12,21 5,375 16,41 168,25 20,34 0,714 5,686 61,28 49,05 11,065 62,92 81,10 33,98 10,30 2,492 Sanknoten. 0,684 41,98 0,146 3,047 54,30 46,81 12,16 5,36 16,37 168,03 20,30 0,709 5,674 61,06 48,95 11,025 62,70 80,92 33,92 10,28 2,488 0,688 42,06 0,148 3,053 54,40 46,91 12,19 5,37 16,41 168,37 20,34 0,711 5,686 61,18 49,05 11,045 62,82 81,08 33,98 10,30 2,492 Berlin, 5. Oktober Geld M- Amerikanische Note».............. 2,44 41,80 2,46 42,00 54,31 12,165 16,38 168,29 19,54 61,14 62 ri rwt Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten ............... 54,09 12,125 16,32 167,61 19,46 60,90 62,53 80,74 33,56 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schwing Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 33> 10 Ungarische Note» Hr 2’4 Drittes Blatt ffltficit« Anzeiger (General-Anzeiger für Merhesie») Montag, 7. GNober 1435 Stadt und Land—Hand in Hand. Die Gießener Volksgenossen feiern gemeinsam mit den Bauern aus der Umgegend den Tag des Erntedankfestes. » / LM t* ; V„ $ /».' " '< , <-* . W>. *. 4- "V dL M JE- •*& a. "x -M. JE y- Z'-y, 4* •. ■ M *r # äV- • • W jL f K r -M W »< ■- i < 1^5-A. 4;H x. ■7> * ^Vf'- MMW k' EM X - M »tz I. k/* ?» ’<««£ v B W ■*S KW E R - ü...- kWMWW -• Beim Volkstanz in Lang-Göns. Ein Mner Erntewagen in Großen-Buseck. - (Ausnahmen [6J: Photo-Pfasf, Sieben.) Kundgebung auf dem Anger in Großen-Buseck. Bei Kaffee und Kuchen in Geilshausen. Lang-Gönser Bevölkerung zur gemeinsamen Erntedankfestfeier Folge zu leisten. Am Bahnhof hatten sich zahlreiche Ortsbewohner zum Empfang der Gießener* Gäste eingefunden. Mit den beiden Stürmen der SA. und der HI. marschierten die Männer, Frauen und Kinder vom Bahnhof aus zunächst zum Festplatz, wo das geräumige Festzelt im Handumdrehen vollbesetzt war und auch auf dem Festplatze, sowie in der anliegenden Turnhalle viele untergekommen waren. Rasch entwickelte sich allenthalben eine frohgemute Stimmung, die von regen Plaudereien getragen war. Als dann durch den Lautsprecher die Rede des Führers angekündigt wurde und man hörte, mit welch' gewaltiger Begeisterung die Menge den Führer auf dem Bückeberg empfing, verstummte sofort jede Unterhaltung, und alles lauschte mit größter Spannung auf die Rede, die der Führer an das ganze deutsche Volk richtete. Vielfach konnte man dabei die Feststellung machen, daß auch die Hörer in der Feiergemeinschaft in Lang-Göns aus ganzem Herzen den Darlegungen des Führers zustimmten, daß er ihnen mit seinen Worten eine gute und feste Richtschnur für dis Weiterarbeit im Dienste der Nation gab. Voll Begeisterung stimmte die Menge in das vom Führer ausgebrachte Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland ein, mit gleicher Begeisterung nahmen die Männer und Frauen dann die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe auf den Führer auf. Sodann begab sich alles in den Ort, zum Teil an den Ortsaüsgang nach Holzheim zu, von wo aus sich ein stattlicher Festzug unter Beteiligung der Politischen Leiter, der SA., SS., HI., BDM. und zahlreicher Volksgenossen unter Mitführung zweier schön ausgestatteter Erntewagen bei flotter Marschmusik durch die Dorfstraßen nach dem Festplatz begab. Hier angekommen entbot der Ortsgruppenleiter Bürgermeister Wenzel den Gästen aus Gießen den herzlichen Willkommengruß der Gemeinde Lang-Göns, erwähnte das Schaffen des deutschen Bauern im Dienste der Volksgesamtheit, würdigte mit herzlichen Worten die Tätigkeit des deutschen Arbeiters der Stirn und der Faust in den Städten, gab dem Danke gegen Gott für den Erntesegen Ausdruck und wies am Schlüsse besonders auf die wunderbare Volksgemeinschaft hin, die wir alle nur dem einen Manne zu verdanken haben, in dessen Händen das deutsche Volk sein Schicksal gut geborgen wissen darf: dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem die dreimaligen Sieg- Heilrufe der großen Menschenmenge als Gruß und Treuegelöbnis galten. Der Ortsgruppenleiter von Gießen-Süd Pg. Schwarz betonte sodann in einer kurzen Ansprache, daß die Gießener Volksgenossen gerne der Einladung von Lang-Göns gefolgt seien, mit dem Bauer Dank und Freude empfänden im Hinblick auf den Erntesegen, daß sie das schwere Schaffen des Bauern und aller seiner Helfer in der rechten Weise zu würdigen verstünden, aber auch die Gewißheit hätten, daß unsere bäuerlichen Volksgenosseck in gerechter Weise den schaffenden deutschen Menschen in der Stadt in seinem Wirken im Dienste aller bewerten, und daß sie sicher seien, daß auch auf dem Lande die Erkenntnis herrsche, wie eng verbunden alle Berufsschichten und alle Stände unseres Volkes in ihrem Wirken seien und keiner den anderen entbehren könne Am Schlüsse seiner Rede sprach er den Lang-Gönsern Gastgebern den Dank der Gäste aus. Nunmehr ging es in die Häuser der Lang-Gönser Volksgenossen, wo man bei Kaffee und Kuchen in bester Weise aufgehoben war. Nach der Kaffeepause fand sich alles wieder auf dem Festplatz ein, wo der BDM. mit reizvollen Darbietungen von Reigen und deutschen Tänzen erfreute, anschließend reichlich Tanzgelegenheit geboten war und im übrigen an mancherlei Erfrischungsmöglichkeiten kein Mangel bestand. Abends weilten die Gießener wiederum in den Lang-Gönser Häusern als gern begrüßte Abendbrotgäste, denen die Lang-Gönser Hausfrauen und ihre Familien in sebr anerkennenswerter Weise bei reichlicher Speise ußd Trank herzliche Gastfreundschaft zuteil werden ließen. Noch während der Heimfahrt im Zuge, ebenso auch unterwegs vom Bahnhof in die Stadt hörten wir von vielen Männern, Frauen und Kindern nur Worte wärmster Anerkennung und höchsten Lobes über die Lang- Gönser Gastfreundschaft. Gießen-Ost in Großen-Vuseck. Der Sonderzug brachte gestern Mittag etwa 400 Volksgenossen aus Gießen - Ost zur Feier des Erntedankfestes nach Großen-Buseck. Von den Häusern wehte die Flagge des Dritten Reiches, die Einwohnerschaft hatte außerdem die Hofeinfahrten mit Girlanden und vielen Herbstblumen prächtig geschmückt. Auf dem Anger vor dem Rathaus, war Die Kundgebung auf dem Dorfplatz von Geilshausen« Herzliche Begrüßung in Großen-Linden. Der gestrige Erntedankfesttag wurde von den Volksgenossen in Gießen und in allen Landorten in schönster Weise gefeiert. Die Straßen unserer Stadt zeigten reichen Fahnenschmuck, mit dem unsere Bevölkerung ihrer freudigen Einstellung auf den Tag sichtbaren Ausdruck verlieh. Um die Mittagsstunden herrschte am Bahnhof starker Verkehr, da um diese Zeit die Volksgenossen aus Gießen mit Sonderzügen hinausfuhren in benachbarte Orte zur gemeinsamen Erntedankfestfeier mit der bäuerlichen Bevölkerung. Am späten Abend herrschte am Bahnhof wiederum großer,Betrieb, da nunmehr die frohgestimmte Heimkehr vor sich ging. Aus zahlreichen Orten des Kreises Gießen und der benachbarten preußischen Kreise liegen uns heute früh Berichte vor, in denen übereinstimmend ein sehr schöner Verlaus des Tages geschildert wird. Gießen-Aord in Großen-Linden. Die Ortsgruppe Gießen-Nord war einer Einladung nach Großen-Linden gefolgt und sehr zahlreich erschienen. Das Fest begann mit einem Umzug durch die Ortsstraßen Grohen-Lindens, die mit Fahnen reich geschmückt waren. Der Zug setzte sich zusammen aus dem Radfahrerverein, den Formationen der Partei und der Gemeindevertretung. Es folgte der Erntewagen, eine Gruppe Schnitter und Schnitterinnen, die Ortsvereine und die Hitlerjugend. Viel Spaß bereitete der Spinn- ftubenwagen. Am Schlüsse war eine Bauerngruppe (Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte) und der Spielmannszug des Jungvolks. In der Bahnhofstraße schlossen sich die Gäste an. Der Zug bewegte sich durch die Moltkestraße und Ludwigstraße zum Schulplatz. Hier sprach der landwirtschaftliche Ortsfachberater Pg. Wilhelm Wenzel, der u. a. sagte: In Einig- ' kett und Geschlossenheit begeht das ganze deutsche Volk zum dritten Male im neuen Reich den deut- chen Erntedanktaa unter der Parole „Ehre dem reutschen Bauern^ Erntedankfest ist im national- ozialistischen Reich ein Fest des ganzen Volkes geworden. An diesem Tage bekennt sich das deutsche Volk überall in tiefem Dank zu der lebenspendenden Arbeit des Bauern. Schwer und hart arbeitet der deutsche Bauer. Wenn jedoch die Ernte vorüber ist, dann feiert der deutsche Bauer das Erntedankfest. Wir danken alle unserem Schöpfer, der uns auch in diesem Jahre wieder unser täglich Brot schenkte. Ueberreich an Mühe ist die Erntezeit, überreich auch an Sorgen aller Art, aber unsere Bauern verzagen nicht. Sie fühlen sich als Glieder einer langen Kette von Geschlechtern und sie spüren, daß der Mensch-eigentlich nur eine einzige Aufgabe hat, sich als ein würdiges Glied dieser Kette zu erweisen, von der er ein Teil ist. So bewahren die Bauern das Erbe der Väter. Ihre Arbeit am Mutterboden ist heiliger Dienst am Volke und Vaterland. Der Boden gab uns das Brot. Voll Dankbarkeit stehen wir heute mit Führer und Volk, gesichert vor Not, in festlicher Erntefreude. Hierauf begrüßte Bürgermeister Pg. Michel die Gäste und betonte, daß an diesem Tage das ganze deutsche Volk vereinigt sei. Die Worte des Führers sollen wahr werden, daß der Bauernstand die Grundlage des deutschen Volkes ist. Wir wollen weiter zusammenarbeiten, damit wir im nächsten Jahre sagen können: das Band ist noch fester geschlungen worden. Dann können wir dem Führer melden, wir sind wieder einen Schritt weitergekommen. Wir wollen auseinandergehen mit dem Gedanken im Herzen: nur ein Deutschland! Anschließend wurde die Uebertragung vom Bückeberg gehört. Dann ging es in die Quartiere zum Kaffeetrinken, um nachher in den Gastwirtschaften einige frohe Stunden in wahrer Volksgemeinschaft zu verbringen. Es wurde viel Abwechslung geboten, so daß sich die Gäste sehr wohlfühlten. Beide Gesangvereine halfen durch schön vorgetragene Chöre den Tag verschönern. Der BDM. führte Reigen auf, der Turnverein Großen-Linden zeigte zackige Hebungen am Barren. Abends suchten die Gäste ihre Quartiere wieder auf, um gemeinschaftlich mit ihren Gastgebern zu Nacht zu speisen. Die Abendstunden wurden bei Tanz und fröhlicher Stimmung zugebracht, bis um 10 Uhr die Heimfahrt angetreten wurde. Diese Veranstaltung dürfte dazu beigetragen haben, die Volksgemeinschaft weiter zu vertiefen, wofür alle frohen Gesichter eindrucksvoll Zeugnis ablegten. Gießen-Söd in Lana-Göns Mittels Sonderzuges begaben sich Hunderte vo. Volksgenossen und Volksgenossinnen aus dem Orts- । gruppenbereich Gießen-Süd am Sonntagnachmittag : nach dem mit Fahnen reich geschmückten Lang- : Göns, um der gastfreundlichen Einladung der ein hoher Erntebaum aufgerichtet worden, der von einem Erntekranz, mit Früchten und Blumen verziert, gekrönt wurde. Sofort nach der Ankunft begaben sich die Gäste aus der Stadt zum Anger, auf dem die Kundgebung stattfand. Neben den Organisationen der Partei in Großen-Buseck nahmen auch die Politischen Leiter aus Gießen, die beiden Stürme der SA., die Gießener chitler-Iugend, BDM. und viele Volksgenossen teil. Die Erntedank-Kundgebung wurde mit herzlichen Worten der Begrüßung durch Bürgermeister R e b h o l z eingeleitet. In seiner kurzen Ansprache schilderte er den großen Wandel in unserem Vaterlande in den letzten Jahren, die Nöte des Bauern während der Zeit nach dem Kriege und unter der Herrschaft eines volksfremden Systems, er sprach von den Schädigungen, die der Bauernstand von feiten der Juden erleben mußte, und von der Entrechtung des Bauern auf seinem Grund und Boden in jener Zeit. Das alles fei, so führte er u. a. weiter aus, anders geworden, als der Führer die Macht im Staate übernahm. Dem Bauern fei Haus und Hof gesichert und gerechter Preis für seiner Hände Arbeit gegeben worden. Kein Bauer könne heute mehr von seiner Scholle vertrieben werden. Der Städter lerne mehr und mehr die Arbeit des Bauern schätzen. Stadt und Land seien keine Gegensätze mehr. Der Arbeiter und der Bauer lernten sich kennen, und der Geist der Volksgemeinschaft wurde mehr und mehr vertieft. So wie nach innen, so sei Deutschland auch nach außen wieder stark und frei geworden. Das deutsche Volk habe in der Wehrmacht seine Ehre wieder. Unser aller Arbeit gelte dem Volk, dem Vaterlande. Heber allem stehe unser Führer! Die Ansprache wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Im Anschluß daran hörte man die Ansprachen vom Bückeberg, die mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurden. Zum Schluß der Kundgebung brachte Bür- germeister Rebholz ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer aus, in das jedermann begeistert einstimmte. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Eine schöne Bereicherung erfuhr die Kundgebung durch die Hitler-Jugend von Großen-Buseck, die im Rahmen ihrer Werbeaktion die Gelegenheit wahrnahm, vor vielen Zuhörern in Lied und Sprechchor und mit Musik ihres Spielmannszuges für die Sache der Staatsjugend zu werben. Dann wandte sich alle Aufmerksamkeit der Gäste und der Einwohnerschaft dem schönen Festzug zu. Der Musikzug der SA. eröffnete den Zug, die Politischen Leiter und die SÄ. des Ortes folgten, inmitten des Festzuges marschierten die SA., HI. und BDM. aus Gießen und verhalfen damit dem Festzug mit zu feinem schönen Erfolg. Auf vielen Wagen war die abwechslungsreiche Arbeit des Bauern dargestellt. Zunächst zeigte sich der landwirtschaftliche Konsumverein im Dienste des Bauern, die Sämaschine folgte und Bauernmädchen in bunter, malerischer Tracht marschierten mit. Die Tierzucht als eine wichtige Erwerbsquelle des Bauern wurde in einem prächtigen Tiere veranschaulicht, der Schafzucht und ihren Vorteilen widmete man zwei Wagen und ein lustiger Wagen zeigte das Leben in der Heuernte. Die Kleintierzucht wurde auch nicht vergessen. Der Gartenbau zeigte einen Wagen voll prächtiger Früchte. Alle Aufmerksam- keil zog dann der Wagen von der Getreideernte auf sich, der sehr schön geschmückt war. Auf zwei Wagen wurde der alte Brauch der „Speannstobb" dar- getan, ein Wagen der Busecker Frauenschast schil- derte allerlei häusliche Arbeit. Die Darstellung 6er Kartoffelernte und der Holzversteigerung bildeten den Abschluß des Festzuges. Schließlich traf man sich zu geselligem Beisammensein in der Gastwirtschaft Brück. Am Abend waren die Städter bei den Bauern zum Abendbrot au Gast. In schöner volksgemeinschaftlicher Ver- bundenheit klang der Tag aus. Gießen-Mte in Geilshausen. Bei dem schönen Herbstwetter bereitete die Fahrt der Ortsgruppe G i e ß e n - M i 11 e in das Lumdatal eine besondere Freude, die noch erhöht wurde durch die sehr freundliche Aufnahme bei den Bauern in Geilshausen. Am Vormittag fuhr der Sonderzug die Hunderte von Volksgenossen an den Lol- larer Fabriken vorbei in das schöne Lumdatal, wo bei Allendorf die Ausgrabungen mittelalterlicher Wohnstätten an frühzeitige Menschenstedkungen erinnern. Zum Empfang in Geilshausen hatten sich Bürgermeister und Ortsgruppenführer der NSDAP. Seipp, die SA. und eine Musikkapelle eingefunden. Kurz nach dem Einlaufen des Zuges waren auch die mit Kraftwagen gefahrenen Hitlerjungen und der BDM. eingetroffen. In Marschkolonne zogen die Gießener Gäste in das Dörfchen ein. Vorweg die Politischen Leiter und die SA. mit ihren Fahnen, die HI., der BDM. und die vielen Männer und Frauen. Das Dörfchen war sehr sinnig mit den Früchten des Feldes und den letzten Herbstblumen geschmückt. An der Bürgermeisterei wurde Halt gemacht und die Quartierzettel ausgegeben, wobei Die Ortseinwohner, die SA. und der Kriegerverein bereitwil- Hgft die Fremdenführer stellten. Auf dem Dorfplatz hörte man die Uebertragungen vom Bückeberg. Ortseinwohner und Gäste standen einträchtig bei-, einander, um die Rede des Führers zu hören, deren herzliche Art auch hier einen starken Eindruck hinterließ. In das von dem Ortsgruppenführer und Bürgermeister Seipp auf den Führer ausgebrachte Sieg-Heil stimmten die Volksgenossen be- geiftert ein. Das gemeinsam gesungene Horst-Wessel- Lied beschloß den festlichen Akt. Nach einer Kaffeepause, bei der die Gastgeber sehr reichlich, auch mit „Quetschenkuchen", aufwarteten, begann der Festzug, der in seiner Art und durch die finnige Ausarbeitung den Geilshaufenern alle Ehre machte. Es war der Festzug der vier Jahreszeiten, die das neue Jahr hoch zu Roß stolz ankündigten. Sehr lieblich war der Frühling mit den vielen kleinen Kindern, die Mädchen mit Blumen und die Jungen als behelmte Steckenpferdreiter, an- zufehen. Den Acker^räten folgte ein blondes Mädchen stolz zu Pferoe als lachender Sommer, 6as Tier mit Grün und Blumen geschmückt. Natürlich ehlten die Kirmesburschen mit ihren buntgeftidten Schürzen und die Musterungsburschen mit ihrem grünbelaubten Wagen und dem frohen Gesang nicht. Das Pferd, das den Herbst trug, hatte schon das herbstliche Farbenspiel derBäume zumSchmuck. Dem Erntekranz folgten wiederum die mit vieler Liebe und Verständnis geputzten Kinder, diesmal die Früchte aus Garten und Feld hn Körbchen tragend. Spinnstuben und Honigküchen fehlten gleichfalls nicht. Dem strengen Winter liefen die Schulbuben mit dem Rodelschlitten nach, und würdigen Schrittes folgten gedankenschwer die alten Bauern, als wäre ihr ganzes Sinnen auf die Arbeit im neuen Kreislauf eingestellt. Zum Schluß wurde „der letzte Meckerer" aus Geilshausen, eine schwarze Ziege, zur Schlachtbank geführt. Dem Zuge schlossen sich die sehr zahlreich vertretene SA., HI., BDM. und die übrigen Volksgenossen an. Auf dem Platze vor der Bürgermeisterei entwickelte sich ein buntes Leben. Die mit Hakenkreuzbannern geschmückte Bürgermeisterei und der zur Kirche ausgebaute, jahrhunderte alte Wachtturm im Hintergrund boten eine würdige Kulisse für das farbenprächtige Bild, das in bester Erinnerung bleiben wird. HI. und BDM. traten in einen edlen Sängerwettstreit, für den sie reichlichen Beifall fanden. In den Sälen entwickelte sich ein lustiges Treiben, und in den Häusern bahnten sich neue Freundschaften an. Die Geilshausener sind Bauern vom alten Schlag, in deren Stuben neben dem Kruzifix oder frommen Bibelspruch das Bild des Schmelz, Kreispropagandaleiter. Mannes als stolzer Soldat, vielfach als 116er, oder Dragoner, von den Wänden grüßt. Nach reichlicher Bewirtung schlug nur zu schnell die Abschiedsstunde. — Ortsgruppenleiter Horst von Gießen-Mitte faßte den Dank der vielen Gießener für die freundliche Aufnahme und die reiche Bewirtung in dem Schlußwort zusammen, das mit einem Gelöbnis auf den Führer ausklang, der uns diese Stunden harmonischer Volksgemeinschaft geschenkt hat. Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19 Gießen! Achtung! Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront! Die Postquittung über vierteljährliche Zustellgebühr deiner Fachpresse wird dir zurückvergütet. Der Schlußtermin zur Einlösung ist der 3 0. Oktober 1935. Setze dich sofort mit deinem Blockwatter m Ver- binbung, damit du diesen Termin nicht versäumst. Aus der Provinzialhauptstadt. Wetterregeln vom Oktober und November. Wie in allen anderen Monaten, so weiß der Bauer auch für Oktober und November mancherlei kluge Regeln vom Wetter und feiner Bedeutung für künftige Zeit. Nicht ist ihm die Zukunft versiegelt; er weiß schon jetzt, welches Wetter im kommenden Frühjayr oder Sommer feiner wartet, denn: „Warmer Oktober bringt kalten Februar" und „Oktoberwetter zeigt stets an, wie's künftig um den März wird stahn" und „Wie's Wetter im Oktober sich stellt, solch Wetter in die Ernte fällt". „Bringt Oktober viel Frost und Wind, sind Januar und Februar gelind", „Regen im Oktober — Sturm im Dezember . Ueberhaupt muß man nur das Wetter im Oktober beobachten, um zu wissen, wie der Winter fein wird und ob er früh oder spät zu erwarten ist. Da heiht's etwa: „Oktoberwetter warm und hell, bringt kalten Wind und Winter schnell", aber auch: „Im Oktober Sturm und Wind uns den frühen Winter künd't", „Viel - Nebel im Oktober — viel Schnee im Winter", „Bringt Oktober noch Gewitter, ist der Winter nur ein Zwitter", aber: „Schneit's im Oktober gleich, dann wird der Winter weich", dagegen: „Ist der Oktober freundlich mild, ist der März dafür rauh und wild". Guten Rat erteilt folgende Wetterregel: „Hält der Oktober das Laub lang fest, sorge dir ja für ein warmes Nest". Bedeutsam als Wetter-Lostag ist der 28. Oktober: „Sankt Ursula Wind von Norden bringt eine heitere Fastnacht, von Südosten einen nassen Winter" (Schweiz), auch ist zu bedenken: „An Ursula muß das Kraut herein, sonst schneien Simon und Juda drein". Wichtig für den Winzer sind der 10. und der 16. Oktober, denn: „Sankt Burkardi Sonnenschein, schüttet Zucker in den Wein hinein", aber: „äst Sankt Gallus naß, ist's für den Winzer kein Spaß", denn: „Soll der Winzer sich eines guten Weins erfreun, muß Sankt Gall noch sein ein Sommerlem". Der Gallustag ist überhaupt für die ganze Ernte des folgenden Jahres wichtig, denn: „So trocken wie St. Gallen, so trocken wird der Sommer fallen", ebenso wichtig der 21. Oktober: „Wolfgang Regen, verspricht ein Jahr voll Segen", aber „Katharinenschnee, tut dem Kohl und dem Samen weh", dagegen: „Ist's wolkig am Katharinentag, gedeihen die Bienen gut danach", doch: „Wenn's an Mariä Opferung (21. November) so schön Wetter ist, daß die Immen fliegen, so ist das nächste Jahr ein Hungerjahr", wohingegen man am 28. Oktober Wissenswertes über's Weihnachtswetter erfährt, denn „Simon und Juda regierte Weihnachtswetter." Vom November sagt man in Ostfriesland: „Wen't Unmeer in de November nich wil, ban kumt et fefer in de April", aber: „Friert im November zeitig das Wasser, dann ist's im Januar um so nasser". Andernorts heißt's: „November-Morgenrot — mit langem Regen droht", oder „Viel Novemberschnee, viel Korn und' Klee" und „kalter November und fruchtreich Jahr, sind vereinigt immerdar", aber: „November trocken und klar, bringt wenig Segen für's nächste Jahr", dagegen: „Novemberdonner hat die Kraft, daß er viel Getreide schafft". Weiter heißt's: „Fällt im November das Laub sehr ftüh zur Erden, soll ein feiner Sommer werden". Vom 1. November heißt's sehr vorsichtig: „Allerheiligen-Sommer dauert drei Stunden, drei Tage oder drei Wochen", und vom 2. November sagt man in der Schweiz: „Der Allerseelentag will drei Tropfe Rüge ha." Ein gar bedeutungsvoller Tag ist auch der 11. November, von dem es heißt: „Wie Sankt Martin sich führt ein, soll zumeist der Winter fein", ober: „Geht die Gans Martini auf Eis, geht bas Christkinb auf Kot." Unb recht herzlich müssen wir alle wünschen, baß am Martinstag schön Wetter fei, benn: „Macht Sankt Martin ein trübes Gesicht, Bringt Zahnschmerzen er unb auch bie Gicht; Läßt er hingegen sich fröhlich sehn, Brauchst nicht zum Doktor unb Baber gehn." „Martensgoos (Gans) und mitte Knaken (Knochen) Ward 'n harten Winter mafen; Sünd de Knaken öwer rot, Matt de Winter uns kein Not" Kundgebung mit SA-Gruppenführer pg.prinzAugufiWilhelm »Preußen in -er Volkshalle, am Mittwoch, dem 9. Oktober, 20 tlhr. An der Kundgebung nehmen folgende Ehrenabordnungen der Partei und der Gliederungen teil: 1. Aahnengruppe der politischen Leiter und der DAA. 2. 60 Mann politische Leiter. 3. Aahnengruppe der SA., Ularine-S2L, NSKK. 4. ein Ehrensturm der SA. von 120 Mann. 5. Hitler-Zugend 200 Manu. 6. Zungvolksührer (bis Zungzugführer). Die SS. übernimmt mit 60 Mann die Absperrung und Kartenkontrolle. Oeffnung der Volkshalle um 19 Uhr. Die übrigen Volksgenossen müssen sich rechtzeitig Eintrittskarten für die Kund- gebung besorgen. Vorverkaufs st ellenr Kreisleitung. Kreiswaltung der DAA. Geschäftsstellen der Ortsgruppen Gießen-Mltte und Gießen-Nord und die zuständigen Vlockleiter. heil Hitler! i - I t 11 0 st ii c JI s ■ trug: „Hier!! Welt! ! Nur gegen bie >ie an der 3a — man muß nur Ideen haben! Nicht nur Beppo Pepitano hatte welche, sondern auch ein anderer junger Mann, dem ein sehr knapper Geldbeutel zu Erfindergeist verhalf. Der junge Mann stand mit Reitstiefeln, Zylinder und rotem Frack vor einem knallroten Zelt, bas auf einem Podium stand unb die vielsagende Aufschrift trug: „Hier!! Hier!! Die größte Frau der Welt!! Nur hier!!" Den Oktoberfestbesuchern, die gaffend am Seit vorbeizogen, tönte es gewaltig in die Ohren: „Hereinspaziert, meine Damen und Herrn! Immer hereinspaziert!! Die größte Frau der Welt, die garantiert größte, gewaltigste Frau aller Zeiten ist hier zu sehen! Um zehn Pfennige, um ganze zehn Pfennige!" Also warf man zehn Pfennige in die rot verhüllte Riesensparkasse, die neben dem Ausrufer aufgebaut war, und stolperte in die Bude. Darin sah man zunächst — nichts! Radikal nichts! Endlich bemerkte man an der roten Rückwand der Archibaldo Mellagro gehörte schon zu den. „gut gestellten" Schaustellern. Er reifte in einem geräumigen hellgrünen Wohnwagen und besaß ein schönes großes Zett mit richtiger Bühne, Vorhang Bude ein kleines, rundes, verglastes Guckloch und darüber in mächtigen weißen Buchstaben: „Hier die größte Frau der Welt! Hier!!" Neugierig brückte man bas Auge ans Guckloch und erblickte draußen — bie Bavaria! Das Wahrzeichen Münchens, Meister Schwanthalers gewalttges Erzstandbild, das seinen ehernen Kranz wie segnend über das bunte Gewimmel zu Füßen auf der Theresienwiese hält, ist gut 19 Meter hoch, der Kopf allein fast zwei Meter, bie Nase der Riefendame hat eine Länge von einem halben Meter und das Gewicht beträgt etwa 1700 Zentner. Die größte Frau der Welt — nun ja — Eine gewaltige Aufschrift über dem Bubeneingang verkündete, baß hier der „F li e g e n d e H o l l ä n - d e r" um ben billigen Eintrittspreis von fünf Pfennigen zu besichtigen fei. Beppo Pepitano stand in einer Art Holländerkostüm vor der Bude, spielte Handharmonika und seiner kräftigen Ausruferstimme gelang es bald, ein paar Neugierige zum Opfern eines „Fünferls" zu veranlassen. Sie stolperten in den dämmrigen Raum, schauten' — schauten — und sahen den „Fliegenden Holländer": eine dicke brennrote Edamer Käsekugel, bie an der Decke der Meinen Bude on einer Federspirale und Der Zaubertisch war also eigentlich ein Kasten und darin hockte der Gehilfe des Zauberers und mimte ben „sprechenden Kopf"! Der Vorhang fiel schleunigst unter dem übermütigen Gejohle der Zuschauer und dahinter hörte man ben Zauberkünstler laut schimpfen und den Tyras bei klatschenden Schlägen jämmerlich heulen. Am andern Morgen war das Zauberzelt Archibaldo Mellaaros abgebrochen — der sprechende Kopf hatte seine Rolle auf dem Münchener Oktoberfest gründlich ausgespielt. man diese kostbaren und nebenbei auch lehrreichen Blätter im Oktoberheft von Velhagen & Kinsings Monatsheften betrachtet und lieft, was Felix R i e m f a ft e n , der Dichter und Weinkenner, dazu geschrieben hat. Wie wunderschön schil- dert er, wenn man irgendwo am Maine herum auf einem der langgezogenen Hügelrücken sitzt, gegen Abend zu, wenn die schlimmste Hitze sich gelegt hat, wenn der Himmel nur noch golden-rötlich im Dunst liegt, wenn der Wein feinen Perlhauch Glaswand preßt, so daß er doppelt kW und Sitzbänken für bie Zuschauer. Frau Mellagro laß vor dem Zelteingang an der Kasse, und wenn der grünrote, goldgestickte Vorhang in die Höhe ging, führte Archibaldo mit seinem Gehilfen in orientalischer Tracht und bei geheimnisvoll bläulicher Beleuchtung dem werten Publikum allerlei Zauberkunststücke vor. Die „Hauptatttaktion" war der „s p r e ch e n d e K o p f", der bei ben Zuschauern stets höchstes Staunen und Gruseln erweckte. allerlei sonstigem Drahtwerk so kunstvoll befestigt war, daß sie ständig auf unb ab freifte! Die Schaulustigen staunten nicht wenig über Liefen „Fliegenden Holländer". Brummten im ersten Aerger des Reinfalls auch allerlei Unfreundliches von „Schwindel" und „Polizei". Doch rasch siegte der Münche- ner Humor, und als sie aus der wackligen Buden- tür heraustraten und die gespannten Mienen der anderen Oktoberfestbesucher sahen, die sich um den Ausrufer drängten, schmunzelten sie geheimnisvoll und ließen es ruhig geschehen, daß auch andere auf ben „Fliegenden Holländer" hereinfielen. Auch alle weiteren Besucher dachten: „A Fünfer! is der Witz scho wert!" Und so machte Beppo Pepitano mit seiner bunten Bube bie besten Geschäfte. Da stand auf der teppichhelegten Bühne ein Tisch. Ein ganz gewöhnlicher Tisch anscheinend, mit vier Beinen und einer roten Plüschdecke. Archibaldo Mellagro hob bie Decke ab und zeigte dem verehrten Publikum, daß es sich um einen einfachen Tisch handelte. Dann stellte er sich mit seinem mächttaen Zauberbuch vor dem Tisch auf und murmelte Beschwörungen. Geheimnisvolle Rauchwolken (von der Frau Direktor mittels einer großen Pfeife durch die Kulissen hereingeblasen) umnebelten die Bühne. Archibaldo trat zur Seite: da stand mitten auf dem Tisch der „sprechende Kopf". Schauerlich anzusehen, schneebleich, mit dunklen Haaren und halbgeschlossenen Augen. Er drehte sich nach rechts und nach links, bewegte Augen, und Lippen und antwortete mit hohler Stimme auf die Fragen des Zaubermeisters. Auch die Zukunft konnte er deuten. .Das Publikum schauderte. Konnte sich bie Sache nicht erklären. Denn man sah durch bie vier Beine des Tischchens auf den baruntergebreiteten Teppich. So konnte kein Mensch darunter verborgen fein und es mußte sich folglich um übernatürliche Dinge handeln. Der Zauberkünstler erzielte glänzende Einnahmen. Die Zuschauer Drängten sich nur so in fein Zett, um das Wunder zu sehen und staunten gläubig bis zu jenem schwarzen Tage, an dem Meister Mellagro den Hund „Tyras'^ kaufte. Er wollte einen Wächter für feinen Wagen haben unb band ben Tyras an einem Wagenrad fest. Das langweilte den Tyras, er zerrte an feinem Strick, dieser riß und Tyras schnupperte vergnügt auf der Festwiese herum. Fand ben Eingang zum Zauber- zelt unb die Spur feines Herrn, schlüpfte mit etlichen Besuchern in den Zuschauerraum, erblickte seinen Herrn und sprang nut Freudengebell auf die Bühne. Gerade vor das Zaubertischchen, auf dem der „sprechende Kopf" geheimnisvolle Antworten gab. Plötzlich sahen die verdutzten Zuschauer zwei Hunde: Tyras' struppige Promenademischungs- gestalt spiegelte sich haargenau zwischen den Beinen des Zaubertischchens. Kein Zweifel: zwischen ben Tischbeinen war Spiegelglas eingelassen und das Tischchen so geschickt aufgestellt, daß der sich im Glase spiegelnde Teppich dem Publikum einen leeren Raum zwischen den Tischbeinen vortauschte.. Okioberfest-Zauber. Von E. Trost. Auf dem Münchener Oktoberfest gibt es Schaubuden, Schiffsschaukeln, Achterbahnen, Raritätenschauen, Bier- und Weinhallen, Verkaussstünde von gewaltigen Ausmaßen und nicht wenige Schausteller, die für bie beiden Festwochen auf der Theresienwiese Summen von 400 000 bis 500 000 Mark und mehr noch riskieren. In den langen Budenstraßen stehen aber neben ben Großunternehmen auch winzige Zelte und Holzhütten. Die Ausstattung ist mehr als bescheiden. Doch auch sie finden ihr Publikum. Man muß es nur verstehen. Da war etwa vor etlichen Jahren einmal der Schausteller Pepi Pilsl aus Straubing. Sein Künstlername lautete hochtrabend Seppo Pepitano, aber bas nützte ihm wenig. Der kluge, dressierte Affe Joli, mit dem Pepi Pilsl von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zog und der das Programm der „großen Riesenwunderschau Pepitano" ganz allein bestritt, war kürzlich eingegangen. Nun hatte der arme Pepi Pilsl nichts mehr als die Bretterbude, in der feine Vorführungen stattgefunden hatten, und im Beutel noch ganze drei Mark. Ein Haufen ver- wetterte, halbmorsche Bretter, ein wenig grauer Zeltstoff und ein Taler: wenig, sehr wenig, um damit auf dem Münchener Oktoberfest dem ver- ehrlichen Publikum eine „Attraktion" zu bieten. Trotzdem war die „große Wunder- und Rari- tätenschau Beppo Pepitano" prompt auf der „Wies'n" zu finden. Ihr Eigentümer hatte die kleine Sube mit allerlei von irgendeinem Neubau „entlehnten" Farben prachtvoll bemalt. Auf der einen Seite sah man etwas, bas wie ein großes weißes Segelschiff auf strahlend blauem Meer aussah. Die übrigen Wandmalereien konnten vielleicht eine Urwaldlandschaft, vielleicht auch einen etwas futuristisch geratenen „Sonnenaufgang auf der Alm" darstellen. Phantasie brauchte man jedenfalls zu beibem. Geländemarsch auf der Weinkarte. Etwas sehr Erfreuliches ist geschehn! Auf sieben luftigen Kartenblättern hat der Maler Adolf P r o p p mit bunten Farben und in heiteren Sinnbildern die Landschaften der deutschen Weine gezeichnet: Franken, Baden und Schwaben, Rhem, Ahr und Mosel, den Rheingau, bie Pfalz, unb auch Naumburg unb Grünberg finb nicht vergessen. Behaglich unb genießerisch wirb einem zumute, wenn Glaswand preßt, so daß er doppelt kühl und dop. pelt frisch aussieht. Dann geht vieles nicht mehr. Geht nicht, allen Dreck Übelzunehmen, bittere Briefe zu schreiben, grimmige Pläne rücksichtslos auszuführen. Solchen Menschen würde man dort nicht leiben können. Sie würden sagen: „Er erschmeckt es nicht, er ertrinkt es nicht, er ist wahrhaftig diese Sonne unb biefen Wein unb diese schone, milbe, weithin geruhige Lanbschaft nicht wert." Unb ba sie nstssen, wie schön bies alles ist, so bleiben sie auf eigenem Grunde heimisch, gießen ein weiteres Gläs- lem voll, heben es erst ans Licht unb gönnen bem Innersten eine Freub'. Ihr Wein ist nicht herbe, ihr Wein wirft nicht um, ihr Wein ist trinkbar. Trink- bar, bas ist: es macht nichts aus, ob man ein Gläs- lein mehr trinkt. Trinkbar, bas ist: im Freien zu Kinken, nachts, unter mUbem Himmel. Niemand braucht sich zu fürchten vor diesem Wein. Man wird ganz hübsch lustig nach diesem Wein. Es geht sich - wunderschön und manchmal närrisch heim nach bie- n fern Wein :. i > ... । j r b E b h u |e kc ir n 1 1 1 1 i kl le er 6 (in trio ha! d)e i her. Die Achtung! Wanderwartek Nachdruck verboten! 10 Fortsetzung. weh hat. 13. Kapitel. Auf der Spur des Fremden. Bettina überquerte den alten Ritterplatz und ihr Suchen begann schon hier. Ihr Blick spähte eifrig umher, aber sie sah nur Leute, die sie kannte, ihn, den sie suchte, sah sie nicht. Sie dachte: Das ist ja auch Blödsinn, wenn ich mir einbilde, er stände hier draußen irgendwo bereit und warte nur darauf, von mir gesucht zu werden! Sie wandte den Schritt in der Richtung der nahen Rheinpromenade. So oft sie auch, von Kind an, schon den Weg von heute gegangen, der an den Rhein führte, hätte sie der Anblick des herrlichen Stromes, doch stets mit neuem Entzücken erfüllt. Die schmale Straße machte einen scharfen Bogen und dahinter sah man ganz plötzlich den Rhein und das wundervolle gegenseitige Bergufer mit einer der malerischsten Ruinen des ganzen Stromes. Aber heute, wohl zum erstenmal in ihrem Leben, empfand sie nichts bei dem plötzlichen Auftauchen des gewohnten und doch immer wieder freudig begrüßten Landschaftsbildes. Ihre Gedanken waren zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Nun hatte sie die Promenade erreicht. Ein Dampfer war eben angekommen und eine Reisegesellschaft brachte Leben und Bewegung in die Montagsstille, die eben noch über Hotels, Terrassen und dem ganzen Ufer des Städtchens gelegen. Lachen und lautes Sprechen glitt vorbei an Bettinas Ohr und sie sah viele vergnügte Leutchen die Terrassenstufen eines nahen Hotels emporsteigen. Eben trat aus dem Hotel ein kleiner Herr, er trug den weichen schwarzen Schlapphut in der Hand und sein etwas verstrudelter Lockenschopf schimmerte silbergrau. Konrad Wilderling! Bettina blieb stehen, denn Wilderling winkte ihr schon zu. Sie nahm sich vor, ihm zu erklären, sie hätte große Eile, er brächte es sonst vielleicht fertig, ihr sehr ausführlich von seinem gestrigen Sonntag scheu Volkes durch Jahrhunderte und Jahr- laufende hindurch erhallen bleibt und klaff en- haß und Klaffendünkel für immer aus- gerollel sind. Ich wünsche deshalb, daß der Jungarbeiter in der Hiller-Jugend sl e h t und marschierl und als ihr treuester Fahnenträger den Weg in die Zukunft bahnen hilft! ** Iustizpersonalie. In den Ruhestand versetzt wurde auf seinen Antrag der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Gießen Karl Allendörfer mit Wirkung vom 1. November 1935. ♦* A l s Rechtsanwalt beim Landgericht Gießen ausgeschieden. Bon der Pressestelle des Landgerichts in Gießen wird uns mitgeteilt: Der Rechtsanwalt Dr. Leopold Katz dahier hat seine Zulassung als Rechtsanwalt bei dem Landgericht Gießen aufgegeben und ist demgemäß in der Liste der bei diesem Gericht zugelassenen Rechtsanwälte gelöscht worden. In der Hitler-Jugend hat sich die deutsche Jugend zu einer unerschütterlichen Einheit und Kameradschaft zusammengefunden. Die Hitler-Jugends ist damit der Garant dafür, daß die durch Adolf Hiller begründete Einheltdesganzendeut-j wie zu helfen, denn sie zweifelte nicht daran, daß ihm eine Gefahr drobte, aber sie wußte jetzt wenig- tens, was sie zunächst tun muhte. Das Haus verlassen, den Käufer des Amethystanhängsrs suchen. Das Städtchen war nur klein, vielleicht traf sie ihn unten am Rhein. Auch brauchte sie frische Luft, der Aufenthalt hier im Laden war unerträglich. Sie nickte zu dem Rat der Mutter. „Ich werde spazierengehen, Mutter, das wird mir guttun, sollte ich etwas später Heimkommen, sei mir nicht böse." Ein Lächeln der Mutter, ein kurzer Gruß und Bettina eilte in ihr Zimmer hinauf. Etwas verwundert hörte Frau Hochwald, daß Bettina die Treppe hinaufstürmte, als ob es oben brenne und sie etwas retten müsse. Die allzugroße Hast paßte eigentlich gar nicht zu jemand, der starkes Kopf- die den Zweck hat, alle noch außenstehenden jungen Volksgenossen für ihre Ziele und ihre Arbeit zu gewinnen, wird von der Wehrmacht auf das wärmste begrüßt. Sie erblickt in der Hitler- Jugend eine wertvolle Vorschule für die allgemeine Dienstpflicht, die sich bekanntlich auf ein Jahr beschränkt. Dies läßt alle Bestrebungen, der Wehrmacht einen innerlich vor- gebildelen Nachwuchs zur Verfügung zu stellen, besonders dankenswert erscheinen. Die jungen Volksgenossen, die in der Hitler-Jugend zu Gehorsam, Ordnung, Straffheit, Kameradschaft und Bescheidenheit erzogen worden sind, werden sich leichter an den strengen soldatischen Dienst gewöhnen, als diejenigen Wehrpflichtigen, die nicht durch diese Schule gegangen sind. Der Truppe wird dadurch ein wesentlicher Teil ihrer Aufgaben erleichtert, und die so gewonnene Zeit kann der rein militärischen Ausbildung zugute kommen. In diesem Sinne wünscht das Generalkommando IX. Armeekorps der Werbeaktion der Hitler-Iugend im Gebiet 13 (Hessen-Nassau) einen guten und erhell Hitler! Becker Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront. Gruß des Wehrkreis- kommandeurs an die HI. Werbeaktion der Hitler-Jugend, folgreichen Verlauf. heil Hitler! Dollmann Generalleutnant, Kommandierender General des IX. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis IX. zu erzählen. Die Sonntage liebte er ja über alles. Den freien Tag, fröhliche Kumpane, Wein und Gesang. Er drückte ihr die Hand. „Wollen Sie ein bißchen Luft schnappen, Bettina?" Er wartete keine Antwort ab und wies auf das Hotel, aus dem er eben gekommen. „Hab da drinnen zwei Unterrichtsstunden abgesagt bei den Wirtskindern, heute nachmittag möchte ich faulenzen. Habe Besuch aus Berlin erhalten. Der Sohn meiner Kusine Diendorf. Ein vielbeschäftigter, noch junger Arzt." Bettina brachte ein Lächeln fertig. „Da möchte ich Sie aber gar nicht aufhalten, Herr Wilderling." Er strich das Haar von der kantigen Stirn zurück. „Aufhalten, Sie mich? Sie halten mich nie auf. Und wenn SIs nichts Besonderes vorhaben, begleiten Sie mich ein Stückchen. Ich muß ins Hotel ,Zur Krone', da ist nämlich Dr. Diendorf abgestiegen. Er war gestern bei mir, aber ich bin doch Sonntags nicht zu Haufe. Er hatte feine Karte hinterlassen, daß er mich heute mittag erwartet. Soll ein froher Mittag und Nachmittag, vielleicht auch Abend werden." Bettina nahm eine Ausrede zu Hilfe. Sie müsse etwas für ihren Vater besorgen und in entgegen» gefegter Richtung gehen. „Schade!" bedauerte er, „ich hätte mich so gern noch ein bißchen mit Ihnen unterhalten. Hab ein feines neues Lied, hätte es Ihnen unterwegs vor« gefummt!" Er reichte ihr die Hand. „Also müssen wir uns trennen, Bettina." Er seufzte. „Vielleicht wird es heute auch gar nicht so nett, wie ich es erhoffe. Heute kam nämlich ein Brief von meiner Kusine an, in dem sie es mir dringend ans Herz legt, ihren Jungen, der mich nebenbei bemerkt ,Onkel' betitelt, so gut es ginge, aufzuheitern. Er wäre sehr mit feinen Nerven herunter, schreibt sie, weil er durch einen Unglücksfall, dicht vor der Hochzeit, seine von ihm vergötterte Braut verloren, die zugleich seine junge Pflegeschwester gewesen." Er seufzte wieder. „Eine trau« riqe Geschichte, wer weiß, ob ich den armen Kerl, den ich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen habe, überhaupt aufheitern kann." Er nickte Bettina zu. „Auf Wiedersehen." Bettina machte wohl ein paar Schotte in der Richtung, in der sie angeblich zu tun hatte aber dann wandte sie sich mit raschem Entschluß um, ging schon wieder an Wilderlings Seite. „Ich habe es mir überlegt", erklärte sie, „Vaters Auftrag hat Zeit, ich möchte Sie doch lieber de- ^GHreute sich. „Sie sind natürlich gespannt auf mein neues Lied, nicht wahr?" Sie nickte: „3a, das bin ich!" Mochte er ihr vorsummen, was er wollte, sie muhte sich indessen darüber schlüssig werden, aus Aufruf! An die gesamte HL. des Gebietes Heffen-Tiaffau! Als am Abend des 28. September schlagartig überall im Gebiet die „Fanale der Jugend" aufflammten, da war das der machtvolle Beginn unserer großen Aktion, die 14 läge lang die Öffentlichkeit in ihren Bann schlägt. „HL. an die Front!" In gewaltiger Arbeit und täglich gesteigerter Anspannung aller Kräfte wollen wir diese Aktion zum Endsieg der nationalsozialistischen Jugend im Gebiet Hessen-Nassau führen. Die Krönung soll die gewaltige Abschlußkundgebung in Limburg am 13. Oktober sein. Dieser Tag steht unter der Parole: HL. zieht nach Limburg! Oer Neichsjugendführer spricht! Die nationalsozialistische Jugend wird an diesem Tag in einer gewaltigen Demonstration ein Bekenntnis zum Glauben der jungen Nation ablegen. Ein Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit! Jungen und Mädel, zeigt am 13. Oktober, daß die Jugend Adolf Hitlers ein unerschütterliches Bollwerk der deutschen Zukunft ist. Jungen und Mädel, wir wissen, daß ihr alle am 13. Oktober dabei sein möchtet, aber es wird sich technisch nicht ermöglichen lassen. Darum meldet euch sofort bei euren zuständigen Führern und Führerinnen zur Teilnahme. Eltern! Gebt euren Jungen und Mädeln, der Jugend Adolf Hitlers, die Erlaubnis, am 13. Oktober mit nach Limburg zu marschieren. HL. auf nach Limburg! Heil Hitler! Die Führerin des Obergaues 13 des BDM.: Else Riese, Gauführerin. Der kommiss. Führer des Gebietes 13, Hessen-Nassau: P o 11 h o s s, Oberbannführer. Landesobmann Willi Becker an die HI. Das Telephon schrillte. Sie nahm mechanisch den Hörer ab, sagte mechanisch: „Hier Goldschmiedemeister Hochwald. Wer dort?" Gretels Stimme antwortete: „Du, Bettina, ich befinde mich am anderen Ende der Stadt bei der Schneiderin. Nebenan im ,Hirsch' wartet Hansi- bruder mit unjerm Wagen. Weißt, du, ich mochte heute gar nicht mehr den Umweg zu euch machen und werde den Rahmen erst übermorgen abholen. Vielleicht ist die Gravierung auch noch gar nicht ^Sie ist noch nicht einmal angefangen, Vater tarn eben erst zurück", antwortete Bettina und atmete ein wenig freier. Sie hatte nun wenigstens Zeit gewonnen, konnte Nachdenken, was sie tun sollte, tun mußte. Gretel lachte: „Dann auf Wiedersehen übermorgen!" .. Ä . „Auf Wiedersehen!" gab Bettina zuruck und legte den Hörer auf seinen Platz. Sie stand wie von schwerem Traum umfangen. Die gräßliche Ahnung bedrängte sie jetzt immer schwerer, löste solche Angst in ihr aus, daß es ihr war, als müsse sie laut um Hilfe rufen. Sie preßte die Hände an die Schläfen und die Frage, was sie tun sollte, lag wie ein scharfer Stein iy ihrem gemarterten schmerzenden Kopf. Eben trat die Mutter ein, deren Schritt im Hinterzimmer Bettina gar nicht gehört hatte. Sie ließ zusammenfahrend die Hände sinken, als die Mutter fragte: „Was ist dir denn, Bettina? Du stehst ja da wie eine Statue." Bettinas Blick glitt an der Mutter vorbei. Sie konnte doch nicht antworten: Mutter, ich bange entsetzlich um Hans Syden! Ich liebe ihn nicht, well er mich gedemütigt bat, aber ich ängstige mich jeinetroegen doch so sehr, daß ich fast ersticke vor n$as konnte sie nicht antworten und deshalb half sie sich mit der Ausrede, sie hätte starkes Kopfweh Aengstlich hafteten Frau Hochwalds Augen auf mi|erabe( aus, Mädel, Leg- dich ein Stündchen in deinem Zimmer aufs Sofa oder mach einen kleinen Spaziergang vor Tlfch, Lor halb zwei essen wir ja nie. Ich bleibe hier, Mm- chen wird allein in der Küche fertig. Bettina war es, als zerreiße jäh das schmerzende Dämmern in ihrem Kopf. Sie wußte Zwar noch nicht, was sie hm tonnte, nm Hans Syden irgend- Wieseck, Gasthaus Braun. Allgemeine .Körperschule, für Frauen und Männer. Von 19.45 bis 20.45 Uhr, Großen-Buseck, Gasthaus Wagner. Donnerstag: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Don 16 bis 18 Uhr, Unioer- sitätssportplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Freitag: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Firma Buderus. Samstag: Waldlauf, für Frauen und Männer. Von 17 bis 18.30 Uhr, Universitätssportplatz. Achtung! Schwimmkurse Dienstags! Die beiden Schwimmkurse Dienstags mußten jeweils eine halbe Stunde vorverlegt werden. Die Zeiten liegen jetzt wie folgt: Von 20 bis 21 Uhr, Volksbad; von 21 bis 22 Uhr, Dolksbad. Die Zeiten der beiden Freitags-Kurse bleiben wie bis- welche Weise He Dr. Diendorf sprechen konnte. Es gab für sie nicht den geringsten Zweifel, der Käufer des Amethystanhängers war Dr. Diendorf aus Berlin. Sie wollte das Bild Hans Sydens von ihm zurückfordern und verhindern, daß er es jemand zeigte und auf die Weise herausbrächte, wen es darstellte. Ob sie es aber noch verhindern konnte? Vielleicht hatte er es schon jemand gezeigt. Die meisten Leute hier im Städtchen kannten Hans Syden. Er brauchte es nur dem Besitzer der ,Krone' zeigen und erhielt jede gewünschte Auskunft. Er hatte sie wahrscheinlich schon. Angst drückte ihr das Herz zusammen, und ihre Gedanken wirbelten wie toll umher. Konrad Wilderling aber sang ziemlich laut, denn die Promenade war jetzt menschenleer. „Wie gefällt Ihnen das, Bettina?" holte sie Wilderlings Frage aus tief versponnenem Nachdenken. Sie nickte: „Wunderschön!" Er machte ihr nach: „Wunderschön!" Ein Schatten lag auf seiner Stirn. „Sie werfen mir die Schmeichelei zu, wie man einem Hund einen Knochen oder einem Kind ein Stück Schokolade zu wirft. So, da hast du was, aber nun laß mich gefälligst in Ruh." Er sah sie an, stutzte und blieb stehen, legte ihr dann eine Hand auf den Arm, zwang sie dadurch, ebenfalls stehen zu bleiben. „Jetzt fällt es mir erst auf, daß irgend etwas mit Ihnen los ist, Bettina. Sie haben einen ganz verstörten Zug im Gesicht, der mir an Ihnen neu ist, und die Augenlider blinzeln nervös. Na, na, na, was gibt’s denn?" Bettinas Schultern zuckten, es war, als schüttelte sie innerliches Weinen. Es verschlug ihm förmlich den Atem, Bettina so zu sehen, wie er sie noch nie gesehen. Das kluge, gleichmäßige Mädel, das nur beim Singen richtig aus sich herausging. Er brummelte: „Das ist ja ’ne schöne Bescherung, Bettina. Um des Heben Himmels willen, was ist denn geschehen? Wenn Sie mit keinem sonst darüber reden können, vertrauen Sie sich mit an." Ihre Augen schenkten ihm einen dankbaren Blick und wie ein Hauch kam es über ihre Lippen: „Ich werde nicht mehr klug aus mir. Ich weiß um etwas, was böse ausgehen kann für zwei Männer, und was mich eigentlich nichts angeht. Aber ich möchte gern helfen, möchte Unheil verhüten." Bettina dachte, mit lanoem Hin- und Herreden würde sie nur kostbare Zett vertrödeln. Sie mußte wissen, woran sie war. Ob Dr. Diendorf schon herausgebracht hatte, wen das Bild darstellte. Das war zunächst das Wichtigste. Sie erwiderte hastig: „Vielen Dank für Ihr Angebot, mir helfen zu wollen, ich nehme es an und bitte Sie deshalb, mich jetzt mitzunehmen zu Ihren Verwandten." „Ich hab' wohl falsch verstanden?" (Fortsetzung folgt!) Am Sonntag, 13. Oktober, findet eine Rad» Wanderung statt nach Braunfels—Sieben- Mühlental—Butzbach—Gießen. Die Abfahrt erfolgt ' um 7.30 Uhr pünktlich ab Lahnbrücke. Die Heuchelheimer Teilnehmer schließen sich auf der Durchfahrt an, und zwar am Ausgang von Heuchelheim, Richtung Atzbach. Verpflegung ist mitzunehmen. Es wird erwartet, daß sich recht viele Kameraden beteiligen. Wer einmal an unf-ren Wanderungn teilgenommen hat, ist immer wieder dabei. Führungk Kreiswanderwart Richter. Aufruf au die Weinhändler. Fwd. Das Stabsamt des Reichsbauemttihrers teilt mit: Für die Weinwerbewoche sind erhebliche Mengen Wein in den Erzeugergebieten gekauft worden. Der gesamte Empfangshandel drängt auf schnellste Abfertigung der gekauften Weine. Die Weinversandfirmen haben ihr gesamtes Faßmaterial zur Verfügung gestellt. Leider schicken die Wein- Händler erst nach längerer Zeit die entleerten Fäs- ser^zurück. Bei einem Bedarf von ca. 500 Fässern pro Tag ist lediglich ein Eingang von 20 bis 30 Stück zu verzeichnen, und dadurch wird der Erfolg der Weinwerbewoche in Frage gestellt, weil praktisch die Verladungen der Paten- und Werbeweine wegen Faßmangels einfach nicht möglich sind. Alle Weinhändler werden hiermit aufgefordert, sofort das Faßmaterial zu entleeren und zurückzusenden. mand wird diesen weißen, an dem schiefen Ring erkennbaren Pilz mit einem eßbaren verwechseln können. Wenn er aber in geschlossenem Zustande aus dem Waldboden hervorlugt, so ist ein verhängnisvoller Mißgriff beim Sammeln weißer Champignons gar leicht möglich. Es fei daher hier noch einmal darauf aufmerksam gemacht, unentwickelte Pilze, deren Merkmale noch nicht erkennbar sind, an Ort und Stelle zu lassen, beim Auslesen der gesammelten Beute aber genau jeden Pilz auf Die Färbung der Lamellen zu untersuchen, die beim echten Champignon stets rötlich, beim Knollenblätterschwamm jedoch ausgesprochen weiß sind. Was sonst an giftigen und verdächtigen Pilzen noch hervorzuheben ist, beschränkt sich auf Schwefelkopf, Fliegenpilz, Panther- und Perlpilz, Giftreizker, Speiteufel und den nur einmal gefundenen Hexenpilz. Wir übergehen das bunte Gelichter der vielfarbigen Täublinge, Ritter- und Milchpilze, die allesamt bei uns kaum als Speisepilze in Betracht kommen, weil es weit bessere in genügender Menge für den erfahrenen Sammler zur Auswahl gibt. Der letzte Sammelplatz auf der Hochwarte führte noch einmal die Teilnehmer zusammen. Mit Worten des Dankes an den Leiter der Veranstaltung schloß der stellvertretende Führer, Herr Strauch. Dann gings von der durch die wunderschöne Fernsicht be- WWMlMl Vornan von Anny von panhnys Urheberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. kannten Anhöhe nach der bereits erleuchteten Stadt zurück. Oporfomt »Kraft durch Freude". Gebührenfreie kdF.-Sportturse! Das Spvrtamt KdF. hat verschiedene neue Kurse eingerichtet, die während der Herbst- und Wintermonate in verschiedenen Turnhallen zur Durchführung gelangen. Um allen Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die KdF.-Sportkurse kennen zu lernen, werden in dieser Woche nochmals alle offenen Sportkurse für neu hinzukom- menbe Teilnehmer kostenlos durchgeführt. Die Kurse werden an folgenden Tagen laufen: Montag: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 19.45 bis 20.45 Uhr, Großen- Buseck, Gasthaus Wagner. Dienstag: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Alte Pestalozzifchule, Wernerwall. Skigymnastik, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschule, Schill erstraße. Mittwoch: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Aorrwiizen. Tageskalender für Montag. NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19 Uhr Tennis auf den städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus; 21 bis 22 Uhr Retten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhof- i straße: „Der falsche Fufziger". Tiacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme 1935. Das Kreisamt Gießen hat den Bürgermeistereien des Kreises Gießen folgende Verfügung zur Kennt- , nis gebracht: r, Der Herr Reichs- und Preußische Minister für < Ernährung und Landwirtschaft hat die Vornahme einer Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme 1935 angeordnet. Die örtliche Durchführung dieser Erhebung in den Gemeinden obliegt in Hessen den Bürgermeistereien, die zentrale Durchführung und Aufarbeitung dem Hessischen Landesstatistischen Amt in Darmstadt. In allen Gemeinden ist der Anbau von Zwischenfrüchten und von Futterpflanzen zur Samenyewinnung mit Hilfe von Zählbezirkslisten zu ermitteln. In den gemüsebaulich wichtigsten Gemeinden, und zwar in Gießen und L i ch, findet außerdem eine betriebsweise Befragung der Gemüsebauern und Erwerbsgärtner nach ihrem Anbau mit Hilfe von Betriebsbogen (Haupt- und Nebenbogen) statt. Die Erhebung dient lediglich volkswirtschaftlichstatistischen Zwecken. Sie hat in keiner Weise mit irgendwelchen steuerlichen Zwecken etwas zu tun, vielmehr unterliegen die Angaben der einzelnen Betriebsinhaber dem Amtsgeheimnis. Die Ergebnisse der Erhebung sind für die Kenntnis der Lage der Futter-, Saatgut- und Nahrungsmittelversor- gung nicht zu entbehren. Eine zuverlässige und sorgfältige Durchführung der Erhebung durch die Bürgermeistereien muß daher abgewartet werden. Von den Zählpapieren ist lediglich die Urschrift der Gemeindeliste zu den Gemeindeakten zu nehmen; die Reinschrift der Gemeindeliste und sämtliche anderen Zählpapiere sind spätestens am 21. Oft. 1935 unmittelbar an das Landesstatistische Amt in Darmstadt einzusenden. Pilz Rundgang durch Gießener Waldungen. Bevor der Sommer zur Neige geht, schmückt sich der Wald noch einmal mit bunten Farben. Birke und Ahorn, Esche und Eiche, Ulme, Buche, der Vogelkirschbaum, kurz der ganze Waldbestand an Bäumen wetteifert um diese Zett im Schmuck froher Farbentöne. Aus den Hecken und Büschen aber, welche die verschwiegenen Waldwege umsäumen, leuchten die reifenden Früchte von Wildrosen, Weiß- und Schwarzdorn, Pfaffenhütchen und was sonst der Herbst zu bieten vermag. Wer für Naturschon- heit empfänglich ist, kann bann zu dem Schluß kommen, daß die Welt nie schöner fein kann, als an einem warmen Oktobertage, wenn die Sonne Höhen und Täler vergoldet. Ein schöner Nachmittag war dem Landschaftsbund für Volkstum und Heimat befchieden, als er am Samstag einen Pilzgang in der Richtung nach Annerod zu unternahm. Mehr als 60 Natur- und Pilzfreunde hatten sich eingefunden. Ihre Erwartung, Belehrung im Reiche der Waldfeen und Wichtelmännchen zu finden, ^vie sie der Volksglaube mit dem geheimnisvollen Erscheinen und Verschwinden der Pilzflora verbindet, wurde nicht enttäuscht. Weiße und braune Waldchampignons, Steinpilze, echte und falsche Reizker, Rothäubchen, Stockschwämmchen und zum Schluß ganze Herden der unheimlich aussehenden aber wohlschmeckenden Totentrompete konnten besprochen und gesammelt werden. Nicht weniger wichtig war der Vergleich mit den nicht selten zum Verwechseln ähnlichen Giftpilzen, unter denen der allergiftigste unter ihnen, der Knollenblätterschwamm, in Menge und in allen Entwicklungsstadien zu finden war. Nie- Winterkurkarten des hessischen Staatsbades. LPD. Bad-Nauheim, 5.Okt. In den letzten Jahren bemüht sich die Leitung des Staatsbads, den Kurbetrieb auch während der Winter- monate aufrechtzuerhalten und immer mehr zu beleben. So hat man sich jetzt entschlossen, für die Zeit vom 1. Oktober 1935 bis zum 31. März 1936 Winterkurkarten herauszugeben, die im Preise wesentlich verbilligt sind. Schlecht gelaunt nervös? .. auf Kaffee Hag umstellen! Oberhessen auf dem Bückeberg Di, hessische Trachtengruppe, die unter Führung unseres Heimatdichters Georg H e ß am Erntedankfest auf dem Bückeberg teilnahm. — (Aufnahme: Vogt, Gießen.) fr* i t < StL. -Js£ * » & . * %&■' ■ -ir Ti Warnung an Llnterstützungsjäger! (LPD.) Die Gauführung des W i n t e r h i l f s - werks des Deutschen Volkes 1935/36 gibt bekannt: 3n diesen Tagen wird in den Kreisen und Ortsgruppen des Gaugebietes Hessen-Rassau die Zahl der vom WHW. zu Unterstützenden festgelegt: Unterstützt wird, wer unverschuldet in Rot ist und nicht das nötige Einkommen hat, um für sich selbst zu sorgen. Die Kreise und Ortsgruppen haben entsprechende Anweisungen. Sie haben indessen auch weiterhin die Verpflichtung und das Recht, diejenigen vom llnterstühungsbezug fernzuhatten, die des Glaubens find, die Volksgemeinschaft ausbeuten zu können. Gegen Asoziale und Unlerstüt- zungsschwindter wird rücksichtslos mit den verfchärften Strafen des Winterhilfswerks vorgegangen werden. Ls wird deshalb eindringlich davor gewarnt, falsche Angaben zu machen. Die Spenden für das Winterhilfswerk müssen pfennigweise zusammengetragen werden. Die Spender haben das Recht, zu verlangen, daß neben ordnungsgemäßer Verwaltung die Unterstützungen in die Hand derjenigen gelangen, die ihrer würdig sind. Die notwendigen Prüfungen sind auf diese Erfordernisse abgestellt. Neue Gräberfunde auf dem Trieb. Von Studienassessor Hans Szczech, Assistent am Oberhessischen Museum in Gießen. Wieder einmal sind die Sammlungen des Oberhessischen Museums durch einige Gräberfunde auf dem Trieb bereichert worden. Die großen Erdbewegungsarbeiten ließen die Aufdeckung vorgeschichtlicher Funde vermuten. Deshalb kam die Meldung nicht überraschend. Das Neuartige ist vielleicht das, daß auf verhältnismäßig kleinem Raum Urnengräber aus verschiedenen Jahrhunderten der Eisenzeit festgestellt werden konnten. Während die zuerst gemachten Funde der ausgehenden La-Tene-Zeit, d. h. frühgermanischer Kultur, angehörten, konnten die zuletzt gemachten in die Mitte und an den Ausgang der älteren Eisenzeit gesetzt werden. Allein schon aus dieser Tatsache kann man ableiten, daß der Trieb zu allen Zeiten ein bevorzugtes Siedlungsgelände gewesen ist. Namentlich die Kulturen, deren Träger vom Ackerbau lebten, haben auf dem Trieb ihre Spuren hinterlassen. Die ersten Funde hatten uns in die Zeit geführt, in der die Germanen nach Verdrängung der Kelten die oberhessische Heimat endgültig in Besitz genommen hatten. Die neuen Funde sind Zeugen jener Jahrhunderte des letzten vorchristlichen Jahrtausends, in denen Ackerbauvölker aus süddeutschen Gebieten in Oberhessen eindringen und die Höhen über unseren Flußtälern besiedeln. Das Kulturbild dieser Zeit ist mannigfach, so wie die Menschen, die es bestimmen. In den Gräbern, in Gefäß- und Schmuckformen offenbart sich das Uneinheitliche. Die jetzt gefundenen Gräber sind Brandbestattungen,■ die jedoch reicher ausgestattet sind als die der 300 Jahre jüngeren frühgermanischen Gräber. Die Urnen zeigen gefälligere Formen und enthalten neben dem Leichenbrand kleinere Gefäße, die wohl ursprünglich mit Lebensmitteln gefüllt waren als Beigaben. Insbesondere diese Keramik ist leicht und zierlich gearbeitet und zeugt für die zweite Blütezeit, die die Töpfereikunst in Oberhessen während Der Vorgeschichte erreicht hat. Schwache girlandenartige Verzierungen am Bauchansatz der Graburnen erinnern an die vorausgegangene Urnenfelderstufe, die bekanntlich noch lange in die Hallstatt-Zeit (ältere Eisenzeit) hinein weiterwirkte. Schmuckbeigaben konnten wiederum nicht festgestellt werden, obwohl sie gerade in Gräbern dieser Zeitstufe nicht selten sind. Doch fällt es nicht schwer, Erklärungen für diese mangelhafte Ausstattung zu finden. Wir müssen für die Verhältnisse der Vorzeit dieselben menschlichen Voraussetzungen annehmen, wie wir sie auch für die Gegenwart gewohnt sind. Somit haben die wenigen Funde auf dem Trieb wiederum den Beweis erbracht, daß kein Scherbenvorkommen so unbedeutend ist, als daß man es übersehen dürfte. Denn nur aus der liebevollen Betreuung aller Funde läßt sich ein klares Bild der Vorzeit unserer Heimat herstellen. Bei dem vollkommenen Fehlen irgendwelcher schriftlichen Quellen sind solche Scherben die einzigen Urkunden über Siedlungen, Menschen und Kulturformen in der Vergangenheit. Sie befreien uns von all den falschen Vorstellungen, die man bis in die Gegenwart hinein über die Vorfahren hören konnte. Keine Jäger- und Nomadenvölker haben vor 2500 Jahren unsere Heimat besiedelt, sondern ein hochentwickeltes Bauernvolk, dessen Kultur sich uns wieder einmal durch die Gräber auf dem Trieb offenbart hat. Oberhessen. Landkreis Gießen. + Grünberg, 5. Okt. Dieser Tage fand eine N a ch t a l a r m ü b u n g der Freiwilligen Feuerwehr statt. Mit dem Schlage 21 Uhr wurde vom Kirchturm mit dem Läuten der Feuerglocke das Alarmsignal gegeben. Schon nach einer knappen Viertelstunde hatte die Wehr mit ihren Geräten die angenommene „Brandstelle" in der Barfüßergasse erreicht und konnte mit der Motorspritze und mehreren Schlauchleitungen eingreifen; die Sanitätsabteilung hatte in der Nähe einen Verbandsplatz hergerichtet. Oberbrandmeister S e i f a r t gab bei Besprechung der Uebung seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß die Wehr in so kurzer Zeit und in recht stattlicher Zahl — rund 90 Mann stark — zur Stelle war, trotzdem viele Feuerwehrleute beim Ertönen des Alarmsignals bei anderen Veranstaltungen weilten. Auf den vor einigen Tagen vom Führer ausgezeichneten Signalisten Anton Kreuder, der auf eine 51jährige Tätigkeit bei der Wehr zurückblicken kann, wurde ein dreifaches „Gut-Wehr!" ausgebracht + Grünberg, 6. Okt. Vor einigen Tagen fand hier eine Besprechung von Vertretern Der Organisationen, Verbände und Vereine statt, zu der Propagandaleiter Schmidt, Ortsgruppenbeauftragter für Volksbildung Berufsschullehrer Gengnagel und der Ortswart der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" Spenglermeister Fr. Schröder eingeladen hatten. Zweck der Besprechung war, die Festsetzung der in diesem Winter stattfindenden Abende volksbildnerischer oder volksunterhaltender Art zu bestimmen. Die geplanten Veranstaltungen der Organisationen, Verbände und Vereine für diesen Winter wurden festgelegt und dabei Rücksicht darauf genommen, daß sie in geOrtsgruppe (Sießen-Süd. Am Montag, 7. Oktober, Dienstag, 8. Oktober, und Mittwoch, 9 Oktober, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenfchaft die WH W. - Pfundsammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereithalten zu wollen. zustanl auf seinen Antrag mtt Wirkung vom 15. August 1935 ab von dem Amt des Dekanats Lauterbach entbunden worden. Der Pfarramtskandidat Wolfgang S u ck e r, zu« letzt Studentenpfarrer m Gießen, ist auf seinen Antrag mit Wirkung vom 30. April 1935 ab aus dem Dienst der Eqpngelischen Landeskirche Nassau-Hessen entlassen worden. Ihm ist vom gleichen Tage ab die planmäßige Stelle eines Dozenten an der Hochschule für Lehrerbildung in Lauenburg i. P. oer* liehen worden. Ernannt wurden: der Pfarrer Dr. Reinhard Huth zu Cleeberg, Dekanat Usingen, zum Pfarrer des Pfarrbezirks Süd der Paul-Gerhard-Gemeinde zu Frankfurt a. M.-Niederrad, Dekanat Frankfurt a. M.-West, mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab; der Pfarrverwalter Otto D e s ch zu Kirch-Brombach, Dekanat Erbach, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Ortenberg, Dekanat Büdingen, mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab; der Pfarrverwalter Kurt Maier zu Ortenberg, Dekanat Büdingen, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Armsheim, Dekanat Alzey, mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab; der Pfarrer Alfred W a l e s ch zu Elkerhausen, Dekanat Weilburg, zum Pfarrer der Gustav-Adolf-Gemeinde zu Frankfurt a. M.-Niederursel, Dekanat Frankfurt a. M.-Ost, mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab. In den Ruhe st and versetzt wurden auf Antrag: der Pfarrer Oskar M e n ck e zu Oberlahnstein, Dekanat Nassau, auf seinen Antrag mit Wirkung vom 1. November 1935 ab; der Pfarrer Hermann Romberg zu Wiesbaden-Dotzheim, Dekanat Wiesbaden-Stadt, auf Grund des Kirchengesetzes über die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand und die Beurlaubung kirchlicher Amts* träger vom 10. Februar 1934 (Gesetz- und Verordnungsblatt S. 8) mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab in den einstweiligen Ruhestand. 14 KPD -Anhänger verurteilt. LPD. Darmstadt, 5. Okt. Vor dem Strafsenat des Hessischen Oberlandesgerichts hatten sich 14 Angeklagte aus Darmstadt, Griesheim bei Darmstadt und Seeheim a. d. B. wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu verantworten. Die Angeklagten hatten geheime Treffen veranstaltet, verbotene Flugblätter verteilt und Mitglieder für die KPD. geworben. Als Hauptangeklagter wurde der 25jährige Willi Löchel aus Darmstadt zu 6 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Ferner erhielten Zuchthaus strafen: der 38- jährige Adam Hechler und der 37jährige Ph. Eisinger, beide aus Seeheim, je 4V2 Jahre, der 35 Jahre alte Heinrich Schaaf III. aus Seeheim 4 Jahre, der 34jährige Heinrich Mütz aus Darmstadt und der 32jährige Gg. Schwinn II. aus Seeheim je 3 Jahre, der 31 Jahre alte Jakob Hassenzahl I. aus Griesheim 2V2 Jahre und der 31jährige Friedrich Schaaf aus Seeheim 2 Jahre. Ihnen wurden ferner die bürgerlichen Ehrenrechte auf je 5 Jahre aberkanitt und Stellung unter Polizeiaufsicht angeordnet. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von 1 Jahr bis zu 3 Monaten. Die Ehefrauen von drei Angeklagten wurden freigesprochen. Oer neue Direktor der Hessischen Landesbibliothek LPD. D a r m st a d t, 6. Okt. Wie amtlich bekanntgegeben wurde, ist zum Direktor der Hessischen Landesbibliothek Professor Dr. jur. et phil. Karl Esselborn ernannt worden. Professor Esselborn, der im 56. Lebensjahre steht, ist seit 31 Jahren an der Landesbibtzothek tätig und nun durch Urkunde des Führers zum Leiter dieser bedeutenden Bücherei, der drittgrößten in Deutschland, ernannt worden. Im Hessenland ist Professor Essel* born kein Unbekannter, zahlreich sind seine wissenschaftlichen und volkstümlichen Aufsätze zur hessischen Geschichte, Landes- und Volkskunde. Sein Vater, der Lehrer an der Technischen Hochschule in Darmstadt war, stammte aus Alzey. Gefährliche Einbrecher- und Diebesbande festgenommen. Frankfurt a. M., 4. Oft. (LPD.) Die Frank- furter Kriminalpolizei verhaftete zweijunge Burschen, die vor einigen Tagen einen Einbruch in eine Likörfabrik ausgeführt hatten. Als man sich die Burschen näher besah, stellte sich heraus, daß sie nicht nur diesen Einbruch, sondern noch weitere 24 teils leichtere, teils schwere Straftaten begangen haben. Es handelt sich um Einbrüche, Autoberaubungen, Fahrraddiebstähle usw. Strafrechtlich wird das Treiben der Diebe voraussichtlich als Bandendieb st ahl angesehen werden, denn bei der Mehrzahl der Straftaten nahmen sie ihre Bräute mit und ließen diese Aufpasserdienste tun. wissen Zeitabstänven folgen. So sind nach dem Gallusmarkt zunächst folgende Veranstaltungen vorgesehen: Ein Gastspiel vom Gießener Stadttheater am 27. Oktober, ein von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" abzuhaltendes Winzerfest am Samstag, 2. November, und die Kreis-Geflüael- schau der Geflügelzuchtvereine des Kreises Gießen vom 16. bis 18 November. Ebenso wurden die späteren Veranstaltungen schon einstweilen festgelegt. —/— Lich, 5. Okt. Unter großer Beteiligung, besonders aus Kreisen der Lehrerschaft der Um- aebung, wurde gestern Lehrer in R. Heinrich Junker zu Grabe gebracht. Am Grab gab der Geistliche noch einmal ein anschauliches Lebensbild des gewissenhaften Lehrers und Erziehers, des treuen Mannes und Familienvaters und des heldenhaften Dulders und christlichen Ueberwinders. Die Alterskameraden, der Lehrerbund des Bezirks Lich, die hier im Ruhestand lebenden Lehrer und der Gesangverein Eberstadt, dessen Dirigent und Ehrendirigent der Verstorbene gewesen war, ließen durch ihre Sprecher unter Worten ehrenden Gedenkens prachtvolle Kränze am Grabe niederlegen. Evangelisch-kirchliche Dienstnachrichten (ELP.) Ernannt wurden: Mit Wirkung vom 26. Juli 1935 ab: der Pfarrverwalter Helmut Monnard zu Kirtorf, Dekanat Alsfeld, zum Pfarrverwalter der Pfarrei der Dreifaltigkeitsgemeinde zu Frankfurt a. M., Dekanat Frankfurt a. M.-West. Mit Wirkung vom 1. August 1935 ab: der Pfarrer Paul König zu Groß-Eicken, Dekanat Grünberg, zum Pfarrer der Pfarrassistentenstelle Klein- Linden, Dekanat Gießen; der Missionar Albert Helmsen aus Annweiler (Pfalz) zum Pfarrverwalter der Pfarrei Geiß-Nidda, Dekanat Büdingen; der Pfarrer Walter Bremmer zu Klein-Linden, Dekanat Gießen, zum Pfarrer der Pfarrei Wehen im Taunus, Dekanat Bad Schmalbach; der Pfarrverwalter Hans Bartholmä zu Wehen im Taunus, Dekanat Bad Schmalbach, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Groß-Eichen, Dekanat Grünberg; der Pfarroerwalter Kurt Kirmes an der Bergkirche zu Wiesbaden, Dekanat Wiesbaden-Stadt, zum Pfarrverwalter der Pfarrassistentenstelle zu Heppenheim a. d. B., Dekanat Zwingenberg; der Missionar Heinrich T s ch ä s ch k e aus Wanne-Eickel (Wests.) zum Verwalter der Hilfspredigerstelle der Kirchen- aemeinde Sonnenberg mit dem Sitz in Rambach, Dekanat Wiesbaden-Wallau. Mit Wirkung vom 8. August 1935 ab: der Pfarrer Wilhelm Wolff zu Kalserslautern zum Pfarrverwalter der Pfarrei Beienheim, Dekanat Friedberg. Mit Wirkung vom 15. August 1935 ab: der Pfarrverwalter Karl Konrad zu Michelstadt-Steinbach, Dekanat Erbach i. Odw., zum Pfarrverwalter der Pfarrei Güttersbach, Dekanat Erbach. Mit Wirkung vom 15. September 1935 ab: der Pfarrer und Professor Fritz-K e i n tz e l - S ch ö n aus Siebenbürgen zum Verwalter der Pfarrei Armsheim, Dekanat Alzey. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab: der Pfarrverwalter Wilhelm D e b u s zu Breungeshain, Dekanat Schotten, zum Pfarroerwalter der Pfarrei Gonterskirchen, Dekanat Schotten; der Pfarrer Wilhelm Weimar zu Gonterskirchen, Dekanat Schotten, zum Pfarrer der Pfarrei Schierstein a. Rh., Dekanat Wiesbaden-Stadt; der Pfarrer Gustav Schmidt zu Beuern zum Dekanstellvertreter des Dekanats Gießen mit Wirkung vom 15. August 1935 ab; der Pfarrer Georg Schneider zu Undenheim zum Dekanstellvertreter des Dekanats Oppenheim mit Wirkung vom 1. August 1935 ab; der Pfarrer und Dekanstelloertreter Heinrich W i ck zu Wiesbaden-Igstadt zum Dekan des Dekanats Wiesbaden-Wallau mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab; der mit der Verwaltung der selbständigen Pfarrassistentenstelle Bodenheim-Laubenheim-Nackenheim, Dekanat Oppenheim, beauftragte Missionar Johannes Jürgens zu Bodenheim zum definitiven Pfarrer der nassau-hessischen Landeskirche mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab. Die Wahl des Pfarrers Lic. Wilhelm Schümer aus Magdeburg zum Pfarrer des Pfarrbezirks Nord-Ost der deutschreformierten Gemeinde zu Frankfurt a. M., Dekanat Fankfurt-Ost, wurde mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab bestätigt. Der mit der Verwaltung der Pfarrei Ober-Roßbach, Dekanat Herborn, beauftragte Missionar Joh. Noll ist auf seinen Antrag mit Wirkung vom 16. September 1935 ab von diesem Auftrag entbunden worden. Er tritt in den Dienst der Rheinischen Missionsgesellschaft zurück. In den Ruhestand versetzt wurden auf Antrag: der Pfarrer Hermann Beringer zu Darmstadt, Martinsgemeinde-Ost, Dekanat Darmstadt, mit Wirkung vom 15. November 1935 ab, der Pfarrer Philipp M ö b u s zu Ostheim, Dekanat Friedberg, mit Wirkung vom 1. November 1935 ab, der Pfarrer Albert Waldeck am Diakonissenhaus Elisabethenstift zu Darmstadt mit Wirkung vom 1 Oktober 1935 ab, der Pfarrer Rudolf Müller zu Michelbach, Dekanat Bad Schmalbach, mit Wirkung vom 16. Oktober 1935 ab. Der Pfarrer und Dekan Heinrich Schlösser zu Lauterbach ist mit Rücksicht auf seinen Gesundheits- Oie glückliche Geburt eines gesunden Zungen zeigen wir voll herzlicher Freude an Or. med. et med. dent. Emst Schwalm und Frau Margarete, geb. Anemüller Äraunschweig/Lollar, den 5. Oktober 1935 5739 D Restaurant StadtMainz Heute Montag: 5742 d Großes Oktoberfest e • • und zum Bauen Äbermann MSSMM Büromöbel in großer Auswahl undsehrpreiswertim — Bürobedarfshaus X Franz Vogt & Co •K Gießen, Seltersweg 44 5J Ruf: 2464 3 MARK je Klasse für 1/e Los — 1 OOOGO RM dem Hauplgewinnerl PREUSS.-SÜDO. KUSSENL01TEDIE spiele In der Ziehung 1. Kl. 18. u. 19. Okt .1935 Lose zu haben bei den Staati. Lotterieeinnehmern Legler Flimm Hindenburgwall 5 Walltorstr. 63 und deren Mittelsperson Buchacker Neuenbäue 11 6586 d Zur Bekämpfung des Froftfpanners jetzt Leimringe anlegen! 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