Mittwoch, r. August ms str.182 Erstes Statt 185. Jahrgang Worin bestehen diese „neuen Methoden" Dimi- ; -re-ei cm-, (oinon Otitaführiinnon fnfrtf ist der Der kommunistische Austuhr in den französischen Kriegshäfen len. (U(t 19« billigt utd0*' ruhe iesenen erzlichst e sehr '.chen Massenbewegung herangewachsen war, hätten !ie „deutschen Kommunisten" wie Heinz Neumann sich damit gebrüstet, „wenn das Dritte Reich Hitlers jemals Wirklichkeit werden sollte, dann nur bis zu anderthalb.Meter unter der Erde!" Dimitroff gibt dann positive Verhaltungsmah- regeln, die zu einem neuen Aufschwung des Kommunismus in faschistisch regierten Ländern, „insbesondere in Deutschland und Italien", zu einer Unterhöhlung der gegenwärtigen Staatsgewalt, zu einem Wachsen der Unzufriedenheit, zu Streiks, Strahenunruhen usw. und schliehlich zu einer kommunistischen Revolution führen sollten. Die Kommunisten, so rät er, mühten verstehen, etwaige auftauchende Gegensätze und Konflikte im faschistischen Lager auszunühen; denn der Faschismus werde nicht automatisch fallen, sondern sein etwaiger Sturz könnte nur durch eine verstärkte revolutionäre Aktivität der Kommunisten herbeigeführt werden. Ieht beginne die Kommu- nistifche Partei von neuem ihren Kampf, und zwar mit ganz neuen Methoden. DerAngriff an der„Klassensront" soll beginnen. Dimilroffs Bericht vor dem Komintern-Kongreß statt, । Wumr 'den °fsnet, v verschiß ^nbui, «se geeb» über b6 1 schwer, r um bg "erstützr, - sei unIx Rednk IQn^ tourb etreidl Die 2)reV er «örn, artßt har J9en‘muf nlerbleibti ürsen bri. . Futtei M miete ernte h hier m der On- xcibebetoir h- Er teil Konting» hr aus. ?m fand t Ung bi kamen i 'riegsteilnks ier. Bürge einer gehel oeis gipfelt ritten Reit ng des beii llenen erfül den Fühn Anweisungen der Komintern. Moskau, 7. Aug. (DNB.) Die Komintern hat es mit der Bolschewisierung der Welt eilig. Sie will offenbar die Stimmung in den Ländern ausnutzen, in denen es zur Zeit infolge der „Annäherungsbestrebungen" der zivilisierten Staaten an die Sowjetunion brodelt. Sie hat jetzt denverschiedenen Sektionen Anweisung gegeben, nicht erst die einzelnen Beschlüsse der Komintern über das weitere Vorgehen in den Ländern abzuwarten, sondern sofort mit der Entfesselung von neuen Streiks und Lohnkämpfen, der Organisation von Aufmärschen und Kundgebungen usw. zu beginnen. (!) Sowjetamtlich wird eine lange Liste von Berichten über Kämpfe „an der Klassenfront" verbreitet. Der Aufstand auf Kreta wird als ein Kampf der benachteiligten und um ihre Rechte kämpfenden Arbeiter gegen die „griechische Ausbeuter" dargestellt. In einem Bericht über die „antifaschistischen" Kundgebungen auf der Weitaus- stellung in Brüssel wird der Tätigkeit der kommunistischen Abgeordneten lobend gedacht, die sich in den Dienst der Sache gestellt und „aufklä- rcnde" Flugzettel über die Bedeutung der faschistischen Gefahr und die heilbringende Wirkung -einer unter kommunistischer Führung stehenden Einheitsfront verteilt hätten. In England, Frankreich und der Tschechoslowakei sollen die Kommunisten nach diesem Bericht schon den Anweisungen der Komintern nachgekommen sein. Dimitroff wühlt gegen die nationale Regierung in England. London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet aus Moskau, Dimitroff habe in einem Aufruf an die englischen Kommun ist en versucht, sie zu bewegen, sich mit der britischen Arbeiterpartei zusammen z u t u n , um die nationale Regierung bei den kommenden Wahlen zu „zertrümmern". Dimitroff habe erklärt, diese Absicht, die er mit dem Trojanischen Pferd verglich, sei allein geeignet, eine Sowjetherrschast in Großbritannien zustande zu bringen. fällige & hle an bn teilen hier >. und 4 Ui imen du I von FaL smirt rock 0 Mark un = i ! Sammlung aller Giaatsfeinde gegen Nationalsozialismus und Faschismus. Der Organisator der Weltrevolution predigt neue Kampfmethoden für Unterminierung der Staatsautoritat. schismus sich vor 13 Jahren dieser Art bedient habe, um die antidemokratische Krise heraufzubeschwören und sich an die Macht zu bringen. Es könne beunruhigend wirken, wenn das französische Volk sich vor einen ähnlichen Kreuzweg gestellt sehen müßte. Wenn die Volksfront ihre Anhänger zur Meuterei führe, verfehle sie ihren Zweck. Sie werde dadurch den Kampfbünden gestatten, die Rolle einer zusätzlichen Polizei zu spielen, um so den Augenblick abzuwarten, an dem sie die Macht übernehmen könnte. — „E r e N o u v e l l e" warnt diese „seltsamen Verteidiger der Demokrat! e", eine angeblich antifaschistische Doktrin zu verfolgen und dabei tatsächlich als gefährlichste Schrittmacher des Faschismus zu dienen. Die Demagogie könne eines Tages die Demokratie töten. Die kommunistische „H u m a n i t 6" versucht natürlich die volle Verantwortung auf Laval abzuschieben, der „wieder Blut fließen lassen wolle", um damit die Wirkungslosigkeit seiner Verordnungen zu verdecken. Auf das „blutige Ablenkungsmanöver" Lavals würden die Massen mit einer noch festeren Einmütigkeit antworten. — Der sozialistische „Populaire^ versucht ebenfalls die Schuld an den Unruhen den Behörden und den Faschisten zuzuschreiben. Ausgangspunkt der Zwischenfälle sei gewesen, daß die Arbeiter auf dem Arsenal eine Beaufsichtigung durch P o - lizeitruppen nicht hätten dulden wollen. Parole Westrevoliilion! Ilgust. W maschin' sch beschch nit dem N „Moskau leitet das Spiel." Oie pariser presse zu dem blutigen Tag von Brest. (fllllN" \ bei der G Solbad Paris, 6. Aug. (DRV.) Die Ausschreitungen Vt Arbeiter des Marinearsenals in Brest haben Dienstag nachmittag einen sehr ernsten Charakter angenommen. Die am Bau des Panzerkreuzers .Dünkirchen" beschäftigten Arbeiter weigerten sich, cuch nur einen Handschlag zu tun, solange das militärische Wachkommando nicht entfernt sei. Als ihrer Forderung nicht nachgekommen wurde, alarmierten sie die Belegschaften sämtlicher Abteilungen des Warinearsenals. Bald herrschte in her Werft Aufruhrstimmung. Gendarmerie und Mobile Garde, kolonialtruppen und Warineinsan- ssrie wurden eingesetzt, um die Werst zu räumen. Die Belegschaft leistete erbitterten widerstand und ging mit allerlei Wurfgeschossen, Sielten, Brechstangen, Flaschen usw. gegen die Truppen vor. Die Werft wurde schließlich mit Gepalt geräumt und geschlossen. Die Streikenden begaben sich dann vor die Präfektur, wo die Trikolore, die am Haupteingang angebracht war, abgerissen und lurch einen roten Lappen erseht wurde. Der llnterpräfekt entfernte ihn jedoch sofort wieder unter dem Geschrei der Streikenden. Aus Rache oarfen die Streikenden fast sämtliche Fensterschei- t«u der Präfektur ein. Die streikenden Arbeiter zerstörten dann das haupttorderpotizei- r r ä f e k t u r und versuchten das Gebäude im Sturm zu nehmen. Sie wurden jedoch durch b e - Nttene Gendarmerie und eine Kompanie Koloniallnfanterle zurückge- Ichlagen. Die Unruhen find am Abend erneut sufgeflackert. Die Aufrührer versuchten, die Wa- linepräfektur zu stürmen und errichteten zu fiefem Zwecke eine Barrikade, Warinesoldaten und Gendarmen gelang es jedoch, die Wenge zu zerstreuen. Kurze Zeit darauf versuchten Arbeiter, d i e Gitter der Kaserne des zweiten Kolo- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Wenn man in den Zeitungen desselben Tages noch liest, daß es i m N e g e r - u n d I t a l t e n e r- viertel vonNeuyork zu großen Kundgebun- gen gegen das Italien Mussolinis kam, bei denen die Rassensympathie der amerikanischen Neger für das von Italien bedrohte Abessinien von kommunistischen Hintermännern geschickt und planmäßig aus- genutzt wurde; wenn man liest, daß d i e j a p a - nische Regierung Anlaß hatte, in ton wegen einer beleidigenden und verhetzenden Karikatur des Mikado durch einen jüdisch- bolischewistischen Zeichner vorstellig zu wer- den, da durch solche Vorkommnisse die Empfindun- gen des japanischen Volkes schwer gereizt wurden, so hat man damit das abgerundete Bild eines Tages gezeichnet, an dem die revolutionäre und völ- kerverhetzende Tätigkeit der bolschewistischen Pro- paaanda überzeuaend in Erscheinung getreten ist. Und das geschieht in den Ländern, die mit Moskau Verträge abschlossen und dem Moskowiterwo^ glaubten, die kommunistischen Parteien mürben sich künftighin neutral verhalten! Das geschieht in den Ländern, deren Presie gegen Deutschland und Italien in der unverschämtesten Weise hetzt. Der Na. tionalsozialismus und der Faschismus haben aus Deutschland und auch aus Italien Länder gemacht, in denen derartige Pöbeltaten undenkbar find. Sie sind die einzigen, in denen man auf der Straße Paris, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Rechtsblätter sehen in den Unruhen von Brest die Folgen der. kommunistischen Propaganda und ein systematisches Vorgehen der roten Einheitsfront. Während des ganzen Dienstag, so schreibt der „Matin", lag über Brest die Atmosphäre eines Bürgerkrieges. Wird man die patentierten Moskauer Agitatoren noch weiter wirken lassen, schreibt das Blatt, das aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer französisch-sowjetrussischen Zusammenarbeit nie ein Hehl gemacht hat. Das Blatt schreibt ferner daß ein Ab geordneterderkommuni st ischen Partei den tragischen Tag von Brest organisiert habe. Es sei endlich an der Zeit, tatkräftige Maßnahmen zu treffen Es müße verhindert wer- den daß die durch die Anwendung der ersten Notverordnungen hervorgerufene Agitation m der bisherigen Weise gegen die öffentliche Ordnung ausge- beut9et würde. - Auch das „Echo de Pans' fordert die Regierung zum Ein chreiten auf und weist be- sönders9 daraufhin, daß die Unruhen gerade m Brest und Toulon, also i n d e n z w e i g r o ß e n Kr eashäfen ausgebrochen feien. Man könne vielleicht an eine einheitliche Parole den. ten; vielleicht handele es sich um etne Uebung, einen Versuch. Das Blatt erinnerte daran, daß die bol- ichewistilche Revolution m Rußland einst qAchzeitig in den Häsen begonnen t)abe. Brest habe am Dienstag einen Sag r ege lr echter Meuterei erlebt. Die Kundgebungen leien |non den Kommunisten zunächst gegen die Notoer- nialregimenls nieder, ureitzen. Mililär mutzte . zählte man im Marinekrankenhaus 20 Je r letzte, ^gesetzt werden, um die Angreifer auseinander,u- darunter 13 Arbeiter ,uns Mob. - treiben. Die Behörden wurden erst wieder kurz vor garbe und zwei Gendarmen. Lin Arbeiter ist ge Mitternacht Herr der Straße. Um Mitternacht I ftorben. laue an den Nationalsozialismus und die herrschende staatliche Ordnung in Deutschland, die in kicher zynischer Offenheit selbst auf diesem Ko- tiinterntongrefe bisher ihresgleichen suchen durste. Moskau, 6. Aug. (DNB.) Erst jetzt veröffent- s-cht die sowjetamtliche Telegraphenagentur das Stenogramm von dem auf dem Kominternkongreß erstatteten Bericht des skrupellosesten aller bolsche- jvistischen Agitatoren, Georgi Dimitroff. Dimitroff nbt unumwunden den Sieg des Faschismus zu. der Faschismus habe gesiegt, weil es ihm gelungen Iti, breite Massen der Bauern und Landarbeiter mit- kirreißen und in die Reihen der Jugend einzudrin- wohneii> > Fahrn le aestch Lanowir! hrrad s? Feststellung eb daS M XVUHH uvpv.yv.. —„------- — , innen. 2l jroffs? Was in feinen Ausführungen folgt, ist der EinbruchGipfelpunkt der internationalen Demagogie und der jpur von d Massenverhetzung, ist zugleich aber eine Kampsan- Wörtlich heißt es: „Das grundlegende Ziel in solchen Ländern, besonders in Deutschland und Italien, ist die sachkundige und verständnisvolle Verbindung des Kampfes mit der faschistischen Diktatur von außen her und einer Unterhöylung im Innern, und zwar in den faschistischen Massenorganisationen. Dimitroff spiegelte dem Kongreß dann sein Wunschbild „der furchtbaren Zustände in Deutschland" vor und muß offen bekennen, daß „die Mehrheit der Werktätigen sich der Möglichkeit eines Sturzes des Nationalsozialismus noch nicht bewußt geworden ist." Die Erfahrung lehrt uns, daß wir auch in faschistisch regierten Ländern illegal arbeiten können. Wir müssen mit aller Energie den keim in die faschistischen Wassenorgani- fationen legen. Für die Kommunisten in faschistischen Ländern ist es besonders wichtig, überall zur Stelle zu sein, wo Wassen auftreten. Diese Wöglichkeit muh slärkslens ausgenuht werden. Die Kommunisten müssen unbedingt poften in diesen WassenorganNationen gewinnen. Die poften würden ihnen Einfluß verfchaffen und sie in ständigem Kontakt mit den Waffen halten. Wan müffe die Einheitsfront aller antifaschistischen Kräfte in Deutschland anstreben. Die Werktätigen, Arbeiter, Landarbeiter und kleine Angestellte, die Jugend, aber auch die katholischen Verbände, mühten vereinigt werden im Kampf gegen den Faschismus. Von dieser Sammlung aller staatsfeindlichen Kräfte in den faschistisch regierten Ländern, „besonders aber in Deutschland und Italien , verspricht sich Dimitroff einen wichtigen Fortschritt des Gedankens der gewerkschaftlichen Einheitsfront in der ganzen Welt. In der Folgezeit werde es „zu der zwischenstaatlichen Einheitsfront" der Gewerkschaften unter kommunistischer Führung und der letzten Stufe vor der Weltrevolution kommen. Die Rede Dimitroffs, deren Bedeutung nicht erläutert zu werden braucht, hat auf den Kongreß einen großen Eindruck gemacht. Die Presse hebt hervor, daß Dimitroff einer der populärsten und größten Männer des Kongresses sei. Es ist nur die Frage, wie diese aufreizende Rede des unter den Fittichen der Sowjets stehenden Agitators sich mit den außenpolitischen Versicherungen der Moskauer Regierung vereinbaren läßt. Siebener Familienblatter M KM Mr ■ ■ (V Grundpreise mm höhe Heimat im Bild-Die Sch olle ■ ■ fl W UZ Hy ■ ■ M V W f I II fl V W M M ffl V ■ für Anzeigen von 22 mm Monatr-vezugrpreir: ■ ■ ■■ WZ ■ / I || ■■ I ff ■ Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM.1.95 V ■ ■ ■ ■ ■ ■ H ■ ■ Wk M ■ anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte „ V ■ U ■ ■ ■ W 60Rpf.,Platzvorschrist oder Zustellgebühr .. „ —25 ■ B ■ V ■ ' schwieriger Satz 25°/^ mehr MÄSiS kr V Nr w W«-: infolge höherer Gewalt < < ** Sklku-, iBcrcms., gcmcm- HWM General-Anzelger für Oberheffen ZZW Anz^ger B behördlicheAnzeigen6Rpf. $ranffurtamin9in 11686 Druck und Verlag: vrühl'sch« Unlverfilätr-Vuch- und Stemdruckerei«. Lange in Liehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schuljtrahe 7 M-Ng-N°b|chiüsi- Staffel 8 Meuternde Arfenalarbeiter stürmen in Brest die Marinepräfektur./Militär wird gegen die Aufständischen eingefetzt./Erst um Mitternacht gelingt die Wiederherstellung der Ordnung. iü seines Lebens sicher und ohne Gefahr ist, von Kommunisten angegriffen zu werden. Die Regierung des nationalsozialistischen Deutschlands ist seit der Machtübernahme nicht müde geworden, der übrigen Welt die Bedeutung klar zu machen, die die völlige Ausrottung des Bolschewismus in Deutschland auch für die andern Länder hat. Wie man weih, hat dieser Gedankengang bei den Verhandlungen des Führers und Reichskanzlers mit den englischen Staatsmännern in Berlin in diesem Frühjahr eine grohe Rolle gespielt und ist auch in seiner letzten großen Reichstagsrede eindringlich erörtert worden. Vielleicht und hoffentlich ist die Zeit nicht mehr fern, in der die Häufung kommunistischer Unruhen in der ganzen Welt jenen deutschen Vorstellungen und Warnungen größere Aufmerksamkeit oerschaf- fen wird, als ihr bisher die Kurzsichtigkeit der mei. sten fremden Regierungen gewährt hat. Lebenslängliches Zuchthaus für einen Verräter. Die I ustizpresfestelle Berlin teilt mit: Der Dritte Senat des Volksgerichtshofes verurteilte den 27 Jahre alten Paul S u p i a n e k aus Mechau wegen Verrats von Staatsgeheimnissen zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe. In Anbetracht der Verwerflichkeit seiner Handlungsweise wurden ihm gleichzeitig die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. Zwei Monate Gefängnis für einen Saboteur. Koblenz, 6. August. (DNB.) Die L a n - desstelle Koblenz-Trier des Propa- gandaminifteriums teilt mit: Der Hausdiener des Kolpinghauses in Koblenz, der, wie berichtet, am Montag auf frischer Tat beim A b - reißen von Plakaten der Gauleitung Koblenz-Trier gegen den politischen Katholizismus ertappt worden war, stand am Dienstagvormittag vor dem Schnellgericht. Der Angeklagte war geständig. Er machte zu seiner Verteidigung geltend, daß der Plakatanschlag „nicht schön ausgesehen" habe, und daß er „aus einem gewissen Reinigungsbedürfnis" gehandelt habe. Zudem habe er geglaubt, man habe dem Kolping-Haus einen Streich gespielt. Der Staatsanwalt führte aus, daß die Hand- lungsweise des Angeklagten dem gleichen Geist der Dunkelmänner entspreche, gegen die sich das Plakat richte. Kein Volksgenosse habe das Recht, Plakate und Bekanntmachungen, die im Interesse der Allgemeinheit gegen Staatsfeinde angebracht würden, zu entfernen. Bekanntmachung gen des Gauleiters hätten als Behördenbekanntmachungen zu gelten. Wenn jemand gegen die Anweisungen der Gauleitung oder des Gauleiters verstoße, so begehe er eine st r a f b a r e Handlung. Das Schnellgericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte wurde nach dem Urteil zu seiner eigenen Sicherheit bis zur Verbüßung der Strafe in S ch u tz h a f t genommen. „Fauler Wind aus Kanada.'' Berlin, 6. Aug. (DNB.) Dom Leiter des Auf- klärungs- und Außenamts beim Reichsarbeitsführer, Oberarbeitsführer Müller-Brandenburg, wird mitgeteilt: In dem kanadischen Blatt „Edmonton Bulletin" vom 18. Juni 1935, Seite 8, ist ein Aufsatz veröffentlicht, der sich mit dem deutschen Frauen- a r b e i t s 6 ize n ft beschäftigt. Der Aufsatz ist ein ausgesprochenes Greuelmärchen. Es wird in ihm behauptet, daß im Mädelarbeitslager Rügenwalde ein Drittel aller Mädels der Mutterschaft entgegensehe, und daß neun von den Mädels bereits Selbstmord begangen hätten. Die Täter seien in einer benachbarten SA.-Schule und einem benachbarten Arbeitsdienstlager zu suchen. Es wird zu diesen ungeheuerlichen Behauptungen festgestellt, daß sie vonA bis Z erlogen sind. Der Aufsatz ist ein typischer Beweis, mit welcher Gewissenlosigkeit die Ehre deutscher Menschen in den Dreck gezogen wird, alles nur, um das deutsche Volk und seinen nationalsozialistischen Staat vor den Augen der Welt zu verdächtigen. Amerika bedauert. Tokio, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der amerikanische Botschaftsrat drückte dem stellvertretenden Außenminister Das Bedauern seiner Regierung über die Beleih igu na des Kaisers in der Zeitschrift „Danity Fair^ aus. Der amerikanische Diplomat bezeichnete die Angelegenheit als eine u n - glaubliche Entgleisung. Sie sei von unter- aeordneten Personen ausgegangen, die kein Verständnis für Japan hätten, oas Amerika ehre und achte, wie die treue Anhänglichkeit des japanischen Volkes zu seinem Kaiser. Italien mobilisiert drei neue Divisionen für Ostafrika. Auslandsitaliener, Frontkämpfer und Studenten als Freiwillige. Der 9. Mobilmachungsbefehl. Die Antwort an Genf. Rom, 6. August. (DRB.) Die 9. Mobil- machungs-Verlautbarung wird noch heule amtlich bekannt gegeben. In dem Kommunique heißt es, infolge der fortschreitenden Mobilisierungsmahnah- men der abessinischen Truppen habe der Duce als Kriegsminister die Mobilmachung zweier neuer Divisionen, der Division Assela unter dem Befehl des Generals Riccardi und der Division Losseria unter dem Oberbefehl des Ge- nerals pintor befohlen. Die Division Losseria werd? durch eine Division Losseria Rr. 2 erseht, die Division Asseta durch eine neue Division Trento, die voll ständig motorisiert sein werde. Außerdem sei als 6. Schwarzhemdendivision die Division, Tevere gebildet worden, die aus italienischen Freiwilligen im Auslande, Frontkämpfern, Freiwilligen und Kriegs- verlehten des Weltkrieges zusammengesetzt sein solle. Ihre Führung übernehme General B o s - carbi Die Freiwilligen aus der Student e n f ch a f t werden in Schnellkursen auf die baldigste Eingliederung in die für Ostafrika bestimmten Truppenteile vorbereitet. Bei den von den neuen Mobilmachungen erfaßten Truppenteilen handelt es sich diesmal um in Piemont nahe der französischen Grenze liegende Divisionen. Die Division Asseta hat bei der piemontesischen Stadl A st i und die Division Losseria in dem am Meer zwischen Genua und San Remo gelegenen I m p e r i a ihren Standort. ♦ Mit dem heutigen Tage frnb nunmehr 13 Divisionen für Ostafrika aufgeboten worden. Die römische Presse hebt besonders hervor, daß die neue Schwarzhemden-Division vor allem aus Frontkämpfern des Weltkrieges zusammengesetzt sein wird, die sich freiwillig für den abessinischen Krieg gemeldet haben. „Giornale d'Jtalia" betont, daß die Mobilmachung durch das Anwachsen der abessinischen Streitkräfte notwendig geworden sei. Die italienische Nation als verantwortliche Großmacht habe ein ruhiges Gewissen und gehe entschlossen ihren Weg, den der Duce als Vollstrecker ihres Willens und ihres Rechtes vorgezeichnet habe. Genf könne ruhig fortfahren, zu schwätzen und zu drohen. Die polemischen Auseinandersetzungen und das Eingreifen des Völkerbundes würden den Lauf des italienischen Willens weder aufhalten noch ablenken. Abschließend stellte das Blatt fest: Es ist gut, daß die Welt weiß, daß das faschistische Italien seinen Willen hat und daß dieser Wille bewaffnet ist. — „Tribuna" schreibt: Die Kampffreudigkeit des Negus sei verstärkt worden durch die diplomatischpolitische Phase, die gerade in Genf wieder einmal vor drei Tagen mit einer pseudo-friedlichen Schaustellung von sich reden machte. Die Mobilmachung Nr. 9 bilde daher den besten Kommentar, den man zu den sogenannten Genfer Verhandlungen geben könne. — „Lavoro Fascista" erklärt, es sei heute notwendig, sich keinen überflüssigen Illusionen hinzugeben, sondern mit steigender Aufmerksamkeit und Entschlossenheit der militärischen Seite der gegenwärtigen Lage Beachtung zu schenken. Nur mit den Waffen könne man der ganzen Angelegenheit eine radikale und definitive Lösung geben. Miens Luffrüstuna. General Balle besichtigt die italienischen Flugstützpunkte in Eritrea. Rom, 6. Aug. (DNB.) Der Staatssekretär des Luftfahrtministeriums, General Valle, hatte sich zu einer kurzen Inspektionsreise der Luftstreitkräfte nach Eritrea begeben. Bemerkenswert war vor allem der Rückflug. General Valle benötigte mit einem kurzen Zwischenaufenthalt in Kairo 11 F lugst u n d e n und 45 Minuten. Das Flugzeug erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometer. Der Staatssekretär äußerte sich befriedigt über die guten Fortschritte, die die Vorbereitungen zur Schaffung von Flugstützpunkten an der Küste und auf der Hochebene der Kolonie gemacht hätten. Entsprechend den vor kurzem bekanntgewordenen Organisationsmaßnahmen für das italienische Land- Heer ist nunmehr auch eine neue Aufteilung des Festlandes Italien in vier Luftzonen vorgenommen worden. Unter dem Befehl eines Geschwadergenerals wurden vier Luftgeneralkommandos in Rom, Mailand, Padua und Bari geschaffen. Sizilien und Sardinien werden getrennte Zonen und stehen unter dem Befehl eines Brigadegenerals. Die Insel Rhodos und die übrigen italienischen Besitzungen im Dodekanes gehören zum Bereich von Bari. Die Entblößung der italienisch- französischen Grenze. London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch). Reuter meldet aus Rom, die Tatsache der Zurückziehung von zwei italienischen Divisionen von der italienisch-französischen Grenze habe den Eindruck heroorgerufen, daß zwischen dem französischen Generalstab, General G a m e l i n, und dem italienischen Unterstaatssekretär des Krieges, Marschall V a d o g l i o , bei ihrer neulichen Zusammenkunft in Italien eine 21 r t militärischen Einvernehmens erreicht worden fei. Dieser Eindruck fei noch verstärkt worden durch die Verleihung des Großkreuzes der Ehrenlegion an den Marschall Badoglio. Englische Fre.willige dürfen in die abessinische Armee eintreten. London, 6. August. (DNB.) In London wird ein Bericht amtlich dementiert, daß es englischen Freiwilligen verboten worden fei. in die abessinische Armee einzutreten Ein Engländer kann nicht daran gehindert werden, sich in Friedenszeiten einer ausländischen Streitmacht anzuschliehen. Hingegen sieht das Gesetz Strafmaßnahmen vor, wenn ein Engländer in die Armee eines Landes eintritt, das sich im Kriege mit einer befreundeten Macht befindet. Die englische endgültige Stellungnahme in dieser Frage, so wird hier erklärt, hänge zum großen Teil von den „Entscheidungen" ab, die in Genf getroffen werden. Abessinien gegen Völkerbundskonlrolle und Sondervorleile für Italien. Oie Mitarbeit von Ausländern bei der wirtschastlichen Entwicklung des Landes erwünscht. Paris, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach Berichten aus Addis Abeba ist der Kaiser von Abessinien bei einer Unterredung gefragt worden, ob er bereit sei, eine Kontrolle d e s Völkerbundes anzunehmen, die durch eine internationale Abordnung neutraler Ratgeber ausgeübt werden könnte, und die sich mit der Entwicklung des Handels, der Industrie und der Landwirtschaft des Landes sowie mit der Vergebung von Konzessionen an Angehörige verschiedener Nationen zu befassen haben würde. Der Kaiser habe geantwortet, daß die Frage einer Kontrolle Abessiniens durch den Völkerbund nicht in Frage käme. Abessinien habe bereits Ratgeber feiner eigenen Wahl im Dienst. Auf die Frage, ob Abessinien dann bereit fei, Italien wirtschaftliche Sondervorteile ohne jede politische Bevorzugung zu gewähren, habe der Kaiser erwidert, Abessinien könne eine derartige Bevorzugung Italiens s e l b st dann nicht zugestehen, wenn es wollte, da sie dem französisch-abessinischen Vertrag widersprechen würden. Dieses Aufkommen enthalte Bestimmungen, die auch zu Gunsten anderer Länder sprächen. Außerdem habe der Vertrag ein System der Gleichheit geschaffen. An eine Bevorzugung Italiens sei daher nicht zu benfen. Die Ausländer, die in Abessinien ernsthaft und ehrlich arbeiten wollten, würden ft cts wohlwollende Aufnahme finden. Besonders willkommen seien solche Ausländer, die Industrien gründen und die landwirtschaftliche Entwicklung fördern wollten. Wenn die notwendigen Bürgschaften gegeben werden könnten, würden die Ausländer Erlaubnis erhalten, sich in Abessinien anzukaufen. Eisenbahnen wünsche der Kaiser jedoch nicht gebaut zu sehen, da nach seiner Ansicht Kraftwagenstraßen bessere Beförderungsmöglichkeiten bieten. Englische Vorstellungen bei Granbi Gegen die Polemik der italienischen presse. London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Den englandseindlichen Aeußerungen der italienischen Zeitungen wird in der Londoner Presse große Beachtung geschenkt. Der Korrespondent der „Mor- ning Post" in Rom sagt, die ganze Erbitterung der italienischen Nation werde vom italienischen Propagandaminifterium und durch die Organisa- tton der faschistischen Partei aegen England gelenkt. Diese Propaganda habe eine tiefe Wir- kung. „Daily Telegraph" schreibt, heftige Angriffe auf Großbritannien in der inspirierten italienischen Presse bildeten kürzlich den Gegen st and von Vorstellungen des Foreign Office bei dem italienischen Botschafter Grandi. In Italien stehe die Presse unter dem Einfluß und der Aufsicht der Regierung. Diese Tatsache recht- fertige die Handlungsweise des Foreign Office, den Botschafter daran zu erinnern, daß d i e britischen Zeitungen in ihren Aeußerungen zu der italienischen Politik hervorragende Zurückhaltung gegeigt, und daß Rom in dieser Beziehung keinen Anlaß zur Beschwerde hat. Da die beiden Länder in Zukunft in Angelegenheiten von vielleicht noch größerem Gewicht als den gegenwärtigen Streit zusammenzuarbeiten haben, feien künstliche Zeitungsangriffe, die geeignet sind, in England Aerger hervorzurufen, ein Fehler. Die Sicherung des Suezkanals. Alexandrien, 6. August (DNB.) Die Erklärung des Ministerpräsidenten, daß Aegyptens Stellungnahme zum abessinischen Streitfall her« jenigen Englan d s gleichen werde, wurde vom Sekretär des Ministerpräsidenten den Vertretern großer ägyptischer Blätter bestätigt, lieber britische militärische Vorbereitungen am Suezkanal erklärte er, nichts sagen zu können. Die Erklärung bestätigt ofsensichtlich die Nachricht über den Ausbau von Flotten st ützpunkten bei Suez sowie längs des Kanals, und über technische Vorbereitungen anderer Art zur Sicherheit und schärfsten Überwachung des Suezkanals. Auf einer Versammlung der Friedensgesellschaft in Alexandrien hielt Der Direktor der englischen Victoria- Schule eine Ansprache, die praktisch auf eine Stel- lungnahme für Abessinien hinauslief. Ein italienischer Schriftleiter, der als Gegenredner auftrat, wurde niedergeschrien. Die Hafenarbeiter in P o r t Said haben beschlossen, die Arbeit für italienische Schiffe im Falle des Ausbruchs von Feindseligkeiten zu verweigern. Oie deutsche Auslandsjugend in Franken. Nürnberg, 6. Aua. (DNB.) Don Würz- bürg kommend, trafen Die rund 1400 Teilnehmer der Deutschlandfahrt des Welttreffens der deutschen Auslandsjugend am Dienstag gegen 11 Uhr in Rothenburg o. d. Tauber ein. Die Stadt hatte festlichen Schmuck angelegt. Auf dem historischen Marktplatz wurden die Deutschlandfahrer von den Spitzen der Bewegung und Der Partei empfangen. Die Aufführung des historischen Schäfertanzes fand bei den jugendlichen Deutschen aus aller Herren Länder begeisterte Aufnahme. In zwei Gruppen Trutz-Tkachtigatt gegen Hexenwahn. Ium 300. Todestage Friedrich von Spees. Von Eugen Siebert Als der Domherr Philipp von Schönborn, der spätere Kurfürst von Mainz, den jungen Jesui- tenpater Friedrich von Spee fragte, woher er trotz seiner Jugend eisgraue Haare habe, erwi- derte der: „Der Gram hat meine Haare grau ge» wacht darüber, daß ich so viele Hexen habe müssen zur Richt st att geleiten und habe unter allen keine gefunden, die nicht unschuldig gewesen." Der Philisoph Leibniz sagt von ihm: „Unter Heu- len und Schluchzen haben alle die Unwissenheit oder Bosheit der Richter und ihr eigenes Elend bejammert, und noch in ihren letzten Augenblicken Gott zum Zeugen ihrer Unschuld angerufen." Wenn Friedrich von Spee nichts geschrieben hätte, als sein Werk gegen d i e Justizverbrechen an Hexen, die „Cautio criminalis s. Liber de pro- cessu contra sagas“ dann würde er schon zu den großen und verehrungswürdigen Geistern des Men- schengeschlechts gehören, die blutige Irrtümer bekämpfen. Aber daneben war er ein feiner und wundervolle Töne findender Dichter. Seine „Trutz- Nachtigall" ist zwar nicht kräftig und volkstümlich wie gleichzeitige Lieder z. B. Paul Gerhardts, aber sie gleichen einer frommen Malerei auf Goldgrund, die Mutter Gottes sitzt in Überirdischer Hoheit vor dem Beschauer, und nur durch ein Fenster, aber immerhin sichtbar, rauscht der deutsche Wald und meldet sich das deutsche Gemüt. Sein „Trauergesang von der Not Ehristi am Oelberg in Dem Garten" ist wohl das hervorragendste Gedicht )ener Zeit. Das Volksliedhafte wird hier mit dem Nachklang neulateinischer Weisen, der Barockpoesie und einem unmittelbaren Empfinden verschmolzen. Der Teufel des Volksglaubens war, wie im Volksmärchen, ein dumnier Teufel: boshaft, borniert, der von Menschenwitz und Menschenlist leicht übertölpelt werden konnte. Der Teufel der Theologen war der Satan, der Erzfeind des Menschengeschlechtes, der vor allem die Weiber verführte. Hier zeigt sich die dem germanischen Wesen voll- ständig unbekannte Richtung des Orients, Die an die Stelle Der Frauenverehrung den Frauenhaß setzte, unD als Die Kirche Den Norden eroberte, wurde ohne weiteres alles Weibliche als vom Teufel besessen erachtet und die Scheiterhaufen der Inquisition flammten feit der Mitte des 15. Jahrhunderts auch bei uns auf. Im Jahre 1487 erschien Der „Malleus maleficarum“, der Hexen» i) a m m e r , das verruchteste Buch der Weltliteratur, verfaßt von zwei päpstlichen Inquisitoren. Es °rden Wahnwitz in ein System, Den Hexen- fabbatf), die Buhlschaft mit Dem Teufel, Der Hexen» hämmer schrieb Dem Satan und seinen Dienern und Dienerinnen alle Scheußlichkeiten zu, und nicht nur Die katholische Kirche verkündete diese Erfindungen eines kranken Hirns als Wahrheit, sondern auch erleuchtete Geister, wie Luther und Melanch- thon, Theophrast und ihre Nachfolger glaubten ein» x SL. n Wuhnsinn. Hunderttaufende von Frauen und Mädchen wurden gefoltert und Den Flammen übergeben. Noch 1782, im Zeitalter der Aufklärung, starb in Der Schweiz eine Hexe auf dem Scheiter- gaufen, acht Jahre vorher wurde in Kempten im JSg?“ Ie6l*L dusche Hexe, Anna Schwägelin, enthauptet nachdem ein weltlicher Richter sie ver- urteilt und der Bischof dieses Urteil bestätigt hatte. der Verfasser einer Monographie Der Kutten, Rens Fu op-Miller („Macht und Geheimnis der Jesuiten ), fein Sterbenswort über den Hexenwahn und seine Bekämpfung durch Spee, der nur als Dichter gewürdigt wird. Jede Datsche Frau wird aber nach dem Lesen der Protokolle Der ^C52pr0K^e' spannender sind als Der spannendste Roman, den Vorkämpfer gegen diesen, Massenwahn preisen und ihm ein stilles Gedenken widmen. Friedrich von Spee war Rheinländer und stammte aus dem 1670 ausgestorbenen Geschlecht Der Spee von Langenfeld. Er wurde am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth geboren und starb am 7. August 1635 zu Trier, inmitten der Greuel des Konfessionskampfes. Aus einer adligen katholischen Familie stammend, erhielt er seine Bildung auf Dem Jesuitengymnasium in Köln, wurde Dann selbst OrdensmitglieD, lehrte mehrere Jahre hindurch an Ordensschulen und kam 1627 nach Würzburg als Professor, wo er zugleich die Hexen auf den letzten Gang zu begleiten hatte. Dort hat er sein unsterbliches Werk verfaßt, das sogleich ins Deutsche, Holländische und Französische übersetzt wurde. Im Jahre 1628 führt er die Gegenreformation in Peine durch, 1631 wurde er nach Köln als Pro- feffor der Moraltheologie zurückgerufen, im Jahre 1635 fiel er einer pestähnlichen Krankheit zum Opfer. Seine „Trutznachtigall" und das in Prosa geschriebene Erbauungswerk das „Güldene Tugendbuch" erschienen erst nach seinem Tode, im Jahre 1649. Dieser treue Sohn feiner Kirche war eine sein empfindende und dem Glauben zutiefst ergebene Seele, der in seinen Gedichten ausftrömtc, was ihn bewegte, aber wenn er auch die Augen himmelwärts richtete und in mystischer Versenkung Gott suchte, Dabei in der Weise feiner Zeit eine spielerische Gottesminne trieb, so klang doch immer wieder das Deutschtum durch, dieses Unfaßbare, das sich in schlichten Bildern an die Gewalt und die Reinheit der Herzen wendet. Seine poetischen Werke sind fast vergessen und interessieren eigentlich nur den Literarhistoriker, aber seine Erfahrungen als Beichtvater der Hexen machten ihn, den stillen und feinen Mann, zum Helden. Seine Cautio criminalis war e i n Weckruf, der gerade aus den greuel- reichen Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs zu uns Dringt wie der Weheruf eines Mannes, den Das Gewissen nicht ruhen ließ über Die Untaten Der Theologen unD Juristen, der Derwaltungsbeamten und der stumpfen Masse sich zu empören. Er wies nach, daß Habsucht und Sadismus sich auf die Weiber, die blühenden Kinder, stürzten und sie in Schmerzen sich winden ließen, bis entweder die Folter sie von ihren Qualen erlöste oder die Flammen die Unschuldigen verzehrten. Spee bewies, daß in der Bibel nichts von Zauberei und Hexerei und den darauf gesetzten blutigen Strafen enthalten war, und daß alle Hexen einem furchtbaren Justiz- irrtum zum Opfer gefallen sind. Gerade weil die Theologen und die Juristen bei dem gefährlichsten Irrtum, der jemals die europäische Kulturwelt in Blindheit tauchte, beharrten, ging Spee feinen Hel- bengang, der fast aussichtslos schien. Der berühmteste Jurist zur Zeit Spees, Benedikt Carpzov, em Mann Der täglich die Bibel las, hat dennoch m ferner Amtszeit nicht weniger als zwanzigtaufend ‘O/fen zum Tode verurteilt, und noch, heute zeugen die Hexentürme selbst in den kleinsten deutschen Orten von der Welle der Grausamkeit und des Irrwahns, die Deutschland zu vernichten drohte und noch lange nach Spee herrschend blieb. L eibniz und Balthasar Bekker sowie Christian Thoma si us haben nach Spee gegen den Hexenwahn gekämpft, und endlich ist im Zeitalter x Aufklärung, zur Zeit Friedrich des Großen und Goethes, der lebte Scheiterhaufen erloschen und die Folterung abgeschafft worden, obgleich damals Die Irrgläubigen meinten, der Tag des Zornes und der Verzweiflung nähere sich. Aber der Mann, der als Jesuit fein Haar über diese Greuel bleichen ließ, Friedrich von Spee, der Mensch im tiefsten und edelsten Sinne, wird immerbar als Künder eines Zeitalters der Menschlichkeit unbder Vernunft nach Wirrwahns Nacht in der Menschheit fortleben. Wie eine zarte Nachtigall hatte er fromme Weifen gesungen, aber sein Werk gegen Die Hexenverfolgung schuf ihn zum Helden» Oie Einstellung von Fahnenjunkern in das Heer. Bei dem großen Interesse für den Eintritt als Fahnenjunker in das Heer seien im folgenden die wichtig st en Bestimmungen des Reichskriegsministeriums wiedergegeben: Die Offiziere des Reichsheeres ergänzen sich aus Freiwilligen, die bei tadelloser Führung durch ihre militärischen Fähigkeiten, Charakterveranlagung und ihren Persönlichkeitswert besonders hervortreten und nach Ansicht ihrer Vorgesetzten die Eigenschaften besitzen, die von einem späteren Offizier als Führer und Erzieher gefordert werden müssen. Voraussetzung für die Einstellung als Fahnenjunker ist der Besitz des Reifezeugnls- es einer Dollanstalt. Die Anmeldung erfolgt i n d e r Zeit vom 1. 1. bis 31. 3. desjenigen Kalenderjahres, das dem Eintrittsjahr v o r a u s g e h t. Sie ist zu richten an den Kommandeur des Truppenteils, bei dem der Bewerber eingestellt zu werden wünscht. Anmeldungen bei mehreren Truppenteilen bzw. verschiedenen Waffengattungen sind unzulässig. Dem Bewerbungsgesuch sind u. a. beizufügen: Geburtsurkunde, zwei Lichtbilder, letztes Schulzeugnis, gegebenenfalls das Reifezeugnis, Einwilligung des Vaters zum Dienst in der Wehrmacht, ein selbstverfaßter und selbstgeschriebener Lebenslauf, Nachweis der arn'chen Abstammung, drei Anschriften, bei de- nen der Truppenteil Auskünfte über den Bewerber und die Familie einholen kann, Angaben, ob früher ein Bewerbungsgesuch um Einstellung in die Wehrmacht vorgelegt ist und Gründe, die eine Einstellung nicht ermöglichen. Neben der erforderlichen Schulbildung ist für die Einstellung Bedingung: deutsche Staatsangehörigkeit, arische Abstammung, nationale Gesinnung, nach heeresärztlichem Urteil tauglich, unbescholten, unverheiratet, sittlich, geistig und körperlich hervorragend, mindestens 1,65 Meter groß. Brillenträger und Bewerber ohne das vorgeschriebene Mindestmaß werden nur ausnahmsweise eingestellt. Die Bewerber sollen am Einstellungstage möglichst nicht älter als 22 Jahre sein. Berlin, 5. August. Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt zu einer Reichsgerichtsentscheidüng u. a. olgendes: Das Reichsaericht hatte sich kürzlich mit der Frage zu beschäftigen, ob ein S A.- F ü h r e r unter bestimmten Voraussetzungen als Beamter anzusehen sei. An Hand dieser juristischen Streitfrage gibt das Reichsgericht eine längere Darlegung darüber, wie — nach seiner Auffassung — das Verhältnis zwischen Partei und Staat gestaltet ist. Diese Auffassung ist deshalb bemerkenswert und korrekturbedürftig, weil sie mit eindrucksvoller Deutlichkeit zeigt, wie wenig das wirkliche Wesen der NSDAP, manchmal auch heute noch erkannt und logisch durchdacht wird. Wenn das Reichsgericht in der Begründung seiner Entscheidung u. a. schreibt, „die NSDAP, ist vom Führer a l s I n st r u m e n t zur k a m p f e s- mäßigen Vertretung der politischen Weltanschauung gegründet worden mit dem obersten Ziel, die politische Reorganisation unseres Volkes, die nationale Führung der Masse durchzuführen", so ist dies zweifellos eine richtige Feststellung. Sie stellt jedoch das Aufgabengebiet der Partei damit noch nicht mit erschöpfender Klarheit dar. Das völlige Fehlen des Begriffes der politischen Führung, für den der Führer auf dem letzten Parteitag den prägnanten Satz „Die Die politische Führung »Oie Partei befiehlt dem Staats Er hat nun aber auch, einem ganz neuen Gedan- Een folgend, Spielstraßen geschaffen. Nebenstraßen die abseits vom Verkehr liegen, haben an ihren Ein- und Ausgängen Schilder: Durchfahrt verboten, spielende Kinder! Die Straßen sind von 14 bis 17 Uhr und in den Ferien auch von 10 bis 12 Uhr für den Durchgangsverkehr g e - sperrt. Außerdem sollen auch noch andere Straßen mit Vorsichtzeichen versehen werden, um auch in ihnen den Kindern ein gefahrloseres Spiel als bisher möglich zu machen. Das kinderreiche Pirmasens. Die Stadt Pirmasens zählt auf noch nicht 50 000 Einwohner rund 3600 kinderreiche Familien, während im Reichsdurchschnitt auf diese Einwohnerzahl nur etwa 1200 kinderreiche Familien kommen. Oberbürgermeister Dr. Ramm hat für die erbgesunden kinderreichen Familien unter den städtischen Angestellten und Arbeitern Kinderzulagen eingeführt. Ein verheirateter Arbeiter mit drei Kindern erhält danach eine Wochenzulage von 5,76 Mark, mit sechs Kindern dagegen schon 21,60 Mark. Wieder ein Doppelabsturz an der WahmannOstwand. Am Donnerstag haben sich abermals zwei Touristen, deren Namen bisher noch nicht festgestellt werden konnten, in der Watzmann-Ostwand v e r st i e g e n und sind a b g e st ü r z t. Ihr Zelt wurde bei der Eiskapelle am Königssee unversehrt aufgefunden. Die Leiche des einen Touristen wurde auf der Schellhornplatte bereits entdeckt und geborgen. Sein Begleiter ist vermutlich in der Watzmann- Randkluft abgestürzt. Es handelt sich um zwei Bergsteiger aus Sachsen. Seit dem Juli sind in den Berchtesgadener Alpen bereits zwölf Personen tödlich ab gestürzt. Ende des Sowjetnordpolfluges. Der mit riesenhafter Reklame aufgezogene Nord- polflug der Sowjets hat ein jähes Ende genommen. Das in Moskau gestartete Flugzeug „URSS — 25" mit dem Flieger Lewanewski und seinen zwei Begleitern, das über den Nordpol nach San Franzisco ohne zu landen fliegen wollte, hat umkehren müssen. Schwedischer Warinebesuch in Swinemünde. Die beiden Segelschulschiffe der schwedischen Kriegsmarine „Najaden" und „Jarramasa" liefen in Swinemünde ein. Die Schulschiffe befinden sich auf einer Kreuzfahrt in der O st s e e. Den schwedischen Gästen wurde von einer großen Menschenmenge ein herzlicher Empfang bereitet Nach dem Festmachen der Schiffe erfolgten die offiziellen , Besuche. abgebrochen. . Die zweite Runde stand im Zeichen harter Kampfe. Engels gewann durch taktisch vorzügliches Spiel gegen Eliskases und Stoltz gegen Richter, der in Zeitnot einen groben Fehler machte. Dr. R ö d l und Oppozienski gerieten beide in höchste Zeitnot und beendeten ihr Spiel unentschieden. Am Mittwochvormittag um 8.30 Uhr beginnt die dritte Runde, um 15 Uhr die vierte. Zehn Todesopfer in Taschenhof. Die Zahl der Todesopfer des Steinbruchunglücks in Taschenhof ist auf zehn gestiegen. Ein Stem- arbeiter schwebt noch in Lebensgefahr. Dr. Ley hat an den Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront folgendes Telegramm gesandt: „An der tiefen Trauer der schlesischen Bevölkerung über das schwere Steinbruchunglück in ■ Oberneukirch nimmt mit mir die gesamte Deutsche Arbeitsfront teil. Ihre ausführliche Meldung von der Unglucks- stelle zeigt mir den zu jeder Stunde tatbereiten Einsatz aller örtlich zuständigen Männer der Partei, des Staates und der Deutschen Arbeitsfront. Sagen Sie den Hinterbliebenen der Opfer und den Verletzten, daß weitgehend ft e Hilfsmaßnahmen der Deutschen Arbeitsfront von mir angeordnet sind und daß ich selbst bei ihnen sein werde sobald ein Abbruch meiner derzeitigen Dienstreise möglich ist." Die Betriebsleitung des Werkes erklärte sich bereit, den Familien der Toten und Schwerverletzten zunächst auf zwei Wochen den Lohn weiterzuzahlen. Bei der Krelssparkasse in Goldberg wurde unter dem Titel „Huse für Taschenhof" ein Konto eingerichtet. Als erste hat die Stadt Liegnitz 100 Mark überwiesen. Der Kreisausschuß Goldberg hat den gleichen Betrag besichtigten dann die Teilnehmer der Fahrt die . Stadt. Don Rothenburg fuhren die beiden Grup- . pen getrennt nach Dinkelsbühl, wo ebenfalls die gesamte Bevölkerung auf den Beinen war, um die auslandsdeutsche Jugend zu begrüßen. Von Dinkelsbühl führte die Fahrt direkt nach Nürnberg. Im festlich geschmückten Kulturvereinssaal gab die Stadt Nürnberg den Jungen em gemein- 1 fames Abendessen. Dann traten die Jungen eine Rundfahrt durch die festlich beleuchtete Stadt an. In allen Straßen wurden die Gäste von der Be- , völkerung herzlich begrüßt. Endlich beschloß vor 1 dem Schulhaus Gibitzenhos, wo die Deutschland- ' fahrer Gemeinschaftsquartler bezogen, ein Zapfen- 1 streich des Nürnberger Jungvolks den ersten Tag 1 der Deutschlandfahrer in Franken. Kleine politische Nachrichten. Die Rede des Reichsmini st ers Dr. Goebbels am 4. August auf der Gautagung in Essen, in der er die große Abrechnung mit allen Staatsfeinden hielt, wird vom Reichssender Frankfurt Donnerstag, 8. August, 21.15 bis 22 Uhr, wiederholt. Der Reichsverband deut sch er Offiziere hat am 2. August für feine Landesverbände und für seine sämtlichen Ortsgruppen bis auf weiteres die Sperre der Mitgliedsaufnahme verfügt. In Erwiderung des polnischen Kriegsschiffbesuches in Kiel wird der Kreuzer „Königsberg" in der Zeit vom 22. bis 25. August Gdingen anlaufen. Das Panzerschiff „Admiral Scheer" wird Ende August Danzig besuchen. * Als Nachfolger Lord W i l l i n g t o n s, dessen Amtszeit im kommenden April abläuft, ist Lord Linlithgow zum Vizekönig und Generalgouverneur von Indien ernannt worden. Lord Linlithgow war Vorsitzender des gemeinsamen Ausschusses der beiden Häuser des Parlaments zur Untersuchung der indischen Verfassungsreform. Er bringt für seinen neuen Posten die Erfahrung mit, die notwendig ist, um die Reform der indischen Verfassung in die Tat umzusetzen. * Die sowjetrussische Presse meldet die D o l l - streckung von sechs Todesurteilen und die Verhängung von drei weiteren Todesurteilen. Bei den Hingerichteten handelt es sich um die sechs Personen, die beschuldigt worden waren, den „Dorfkorrespondenten" Bykow ermordet zu haben. Die drei neuen Todesurteile betreffen unpolitische Straftaten, nämlich Räubereien auf der Tomsker Eisenbahn. Aus aller Welt. Das Internationale Schachturnier in Bad-Nauheim. Von den unbeendeten Partien der ersten Runde gewann Dr. R ö d l nach gutem Spiel gegen Grob (Schweiz), dem ein taktischer Fehler unterlief. A r - h u e s und Eliskases gaben ihre Partie schon kurz nach Wiederbeginn unentschieden auf. Die Partie Richter-Anderson wurde nochmals ^Ä^Dpfer d°r Arbeit" h°. 5000 Mark zur Verfügung gestellt. Ebenfalls wurden für die Hinterbliebenen bei dem Explosionsungluck in Kaiserslautern 5000 Mark zur Linderung der ersten Rot überwiesen. Tödlicher Streit um einen Hund. In Kattowitz bestand zwischen dem Arbeits- Io|en Otto Jojlo und dem Ingenieur Alms Kopier, die in einem Hause im Stadtteil Go gut schütz wohnten, seit längerer Zeit Feindschaft, als deren Urheber der Hund des Ingenieurs anzusehen ist, der wiederholt die Matte vor der Tur des Jojko verunreinigte. Als dieser den Ingenieur deswegen im Hausflur zur Rede fteUte, fam es zu einem heftigen Wortwechsel, dem Tätlichkeiten folgten. Kopiec zog schließlich eine Pistole und gab zwei Schüsse auf fernen Gegner ab. Trotz schwerer Verletzungen entriß Jojko dem Ingenieur die Pistole und streckte ihn durch vier Schüsse zu Boden. Kopiec war sofort tot. Der schwerverletzte Jojko, der verhaftet wurde, muhte vorläufig in ein Krankenhaus gebracht werden. Raubmörder hingerichtet. In Görlitz ist Herbert Kurt John h i n g e r i ch t e t worden, der vom Schwurgericht in Görlitz wegen Raubmordes zum Tode verurteilt worden war. Der bereits vorbestrafte Verurteilte hatte am 19 November 1934 den von ihm zu einer lieben landfahrt bestellten Fahrunternehmer Pietsch nach wohldurchdachtem Plan auf der Landstraße ermordet und beraubt. Mordversuch an der Ehefrau. Der 35 Jahre alte Hans Rudolf aus D r e sd en hat beim Baden im oberen Waldteich bei Moritzburg feine des Schwimmens unkundige Ehefrau zu ertränken versu ch t. Nur durch einen zufällig vorbeikommenden Kraftfahrer, der die Hilfe- Die Bewerber erhalten eine Aufforderung, sich zur Vorstellung und ärztlichen Untersuchung zu melden. Bei den Freiwilligen, die in die engere Wahl genommen werden, erfolgt dann die Einberufung zum Ablegen der psychologischen Prüfung bei einer der Prüfeinrichtungen der Wehrmacht. Die Prüfung, deren Ergebnis mitentscheidend für die Einstellung ist, dauert zwei Tage und hat den Zweck, über die geistigen Fähigkeiten, die Willenskraft und den Charakter des Bewerbers einen Eindruck zu gewinnen. . A Einstellungen als Fahnenjunker erfolgen nur im April. Für die Ausbildung des Offizier- nachwuchfes bis zur Beförderung zum Offizier stehen zwei Jahre zur Verfügung, die sich m Ausbildung in der Front, auf Schulen und Sonderlehrgängen der einzelnen Waffen gliedern. Vor der Beförderung hat sich der Anwärter zu 2 5- jähriger Dienstzeit im Heere zu verpflichten. Während seiner Ausbildungszeit ist der Fahnenjunker so gestellt, daß er auskvmmen kann. Eine geringe gelegentliche oder regelmäßige private Beihilfe ist erwünscht. Ein Zuschuß von 700 bis 800 Mark für die erste Offiziers- ausstattung muß sichergeftellt sein. Die Wehrmacht verlangt angesichts der Stellung im Staate, sowie der im Krieg gemachten Erfahrungen ein auf besonderes hoher Stufe stehendes Offizierkorps. Diesen Anforderungen wird nur ent- sprechen, wer sich aus innerer Neigung dem Offizierberufe zuwendet und für ihn voll geeignet ist Wer ihn ohne diese Voraussetzungen ergreift, wird sich schweren Enttäuschungen aussetzen. Nicht dringend genug können junge Leute vor dem Entschluß zu diesem Berufe gewarnt werden, die hoffen, mit wenig Arbeit schnell zu einer angesehenen Stellung zu gelangen. Fahnenjunker, bei denen sich herausstellt, daß sie wegen körperlicher, geistiger oder moralischer Mängel die volle Eignung zum Offizier nicht erlangen werden, scheiden so früh wie möglich aus. Hier- über muß sich jeder, der die Offizierlaufbahn einschlägt, im klaren sein. Gestaltung e i n f ü g e n muß. Diesem Ziel dienen auch die ins Einzelne gehenden Vorschriften der Stuttgarter Ortsbausatzung über die Gestaltung der Einfriedigungen. Die Ortsbausatzung fordert niedere Einfriedigungen, damit an den Aussichtsstraßen der Blick nach der Talseite offen gehalten wird und damit überhaupt das Grün der Gärten der Allgemeinheit nicht durch hohe geschlossene Mauern vorenthalten wird. Wenn chon der Volksgenosse, der im Häusermeer der Großstadt wohnt, keinen eigenen Garten haben kann, so soll er doch wenigstens durch den freien Blick in die Gärten der Hangaebiete an ihrer Schönheit teilhaben. Ebenso dienen auch die ins Einzelne gehenden Vorschriften über Erker, Balkone und dergleichen Vorbauten dem Ziel, ein gutes Gesamtbild sicherzustellen, das sich wohltuend abhebt von dem Durcheinander, das wir vielfach bei den Bauten der letzten Jahrzehnte infolge einer Häufung von breiten massigen Vorbauten aller Art feststellen müssen. Es ist klar, daß eine Ordnung, wie sie die neue Stuttgarter Ortsbausatzung aufstellt zunächst auf die Widerstände der Interessenten, der Hausbesitzer, der Grundbesitzer und vor allem der Bodenspekulanten, stoßen mußte, weil dem einzelnen im Interesse des Ganzen Beschränkungen in der Ausübung feines Eigentums auferlegt werden mußten. Wir müssen aber im Zuge der nationalsozialistischen Revolution den Mut haben, für die zukünftige städtebauliche Entwicklung in der Richtung einer Auflockerung der Großstadt die Grundlagen auf- zustellen, auch wenn dadurch die Interessen einzelner betroffen werden. Wenn wir heute mit jedem Neubau feste Verhältnisse für annähernd ein Jahrhundert schaffen, dann dürfen wir uns nicht binden lassen an Werte, die aus einseitigem egoistischem Denken und aus entsprechend falschen Maßnahmen der Vergangenheit herausgewachsen sind. Wenn wir hiernach einen rücksichtslosen Kampf gegen jede Bodenspekulat i o n und jede Ueberfteigerung der Grundstückspreise fuhren, so werden wir auf der anderen Seite doch die städtebaulichen Aufgaben unter Berücksichtigung des geaebenen wirtschaftlichen Rahmens lösen. Eine besondere Aufgabe hat die Stadt Stuttgart darin erblickt, die Grundgedanken des nationalsozialistischen Bauens in die Bevölkerung hineinzutragen. Und den Sinn der Ortsbausatzung der Allgemeinheit in einfacher und klarer Weise verständlich zu machen, hat die Stadt Stuttgart bie Grundgedanken nationalsozialistischer Baugestal- tung in Form von zehn Baugeboten zu- sammengefaßt, die vor Veröffentlichung der Ortsbausatzung bekanntgegeben worden sind und die weit über Stuttgart hinaus Anklang und zum Teil auch Nachahmung gefunden haben. Wir leben in einem Staat mit einheitlicher Wil- lensbildung. Diele Einheitlichkeit muß ebenso, wie dies in früheren Jahrhunderten der Fall war, auch in der Sauge ft altung in die Erscheinung treten. Das A e u ß e r e der Gebäude muß daher so gestaltet werden, daß dem Gemeinsinn der Gesamt« rufe hörte, konnte die bereits bewußtlose Frau im 1 letzten Augenblick gerettet werden. Rudolf, der selbst ein guter Schwimmer ist und einen SportunfaU vortäuschen wollte, lebte seit Jahren in unglücklicher Ehe. Die Frau war m i t 3000 Mark gegen Unfall versichert. Der Mann hat ein Geständnis abgelegt. An einem Insektenstich gestorben. In das Kreiskrankenhaus Baumholder bei Trier wurde ein 66jähriger Mann eingeliefert, der wegen einer schnell fortschreitenden Blutvergiftung sofort operiert werden mußte. Der Mann war einige Tage vorher von einem Insekt gestochen worden, hatte aber der Anschwellung keinerlei Bedeutung beigelegt. Als er sich ins Krankenhaus bringen ließ, war es bereits z u spät. Trotz der Operation starb er an den Folgen dieses Insektenstiches. wahre Volksgemeinschaft. In Biebernheim bei St. Goar wohnt eine Familie in ä u ß e r st beschränkten Woh - nungsverhältnissen. Dem Familienvater fehlen aber die nötiaen Mittel, um den ungesunden Wohnungsverhältnissen abzuhelfen. Besonders erfreulich ist es deshalb, daß sich jetzt die fügend- lichen Handwerker des Dorfes zusammengetan haben, um der Familie ein Eigenheim zu bauen. Die Handwerker führen die Arbeiten kostenlos aus. Die Ausschachtungsarbeiten sind bereits durchgeführt. Durch ein Darlehen ist es dem Familienvater möglich, die Materi al ko st en zu tragen. „Durchfahrt verboten, spielende Kinder!" Das Kind im Mietshaufe ist fast immer ein bedauernswertes Geschöpf, denn einer seiner dringendsten und natürlichsten Wünsche, das Spiel im freien, kann nicht oder nur mangelhaft befrie- biqt werden. Das Kind braucht Sonne und Schatten, Luft und Sand, auch fröhliche Gefährten und gefahrloses Spiel. Zwischen Mietshäusern ist solches kaum zu finden, statt des Sandes Asphalt, statt der Gefahrlosigkeit ein ständig wachsender Autoverkehr. Die NS.-Volkswohlfahrt schafft Kindergärten, kann aber den gesamten Kindern unmöglich Rechnung tragen. Sie erfaßt außerdem m diesen Kindergärten nicht die Schuljugend. Die Kinder der größeren Stadt kommen ohne Spielplätze nicht aus. Der Oberbürgermeister von Essen, Dr Reis mann, hat neue Wege beschritten, um SVielgelegenheiten zu schaffen. Zuerst hat er die Bürgerschaft aufgefordert, ihn bei der Schaffung von Spielplätzen zu unterstützen, die Zahl der Spielplätze in Essen ist daraufhin erheblich gewachsen. Partei befiehlt dem Staat* geprägt hat, zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamten Ausführungen, die das Reichsgericht zu dem Thema Partei und Staat gemacht hat, und darin liegt auch der Grund für die völlig schiefe Beurteilung, zu der das Reichsgericht bei der Beantwortung dieser allgemeinen Fragen gekommen ist. Wenn das Reichsgericht bei solchen Fehlschlüssen dabei so weit geht, zu erklären, daß die NSDAP, „nicht zu einer dem Staatszweck dienenden Einrichtung geworden sei", so besagt dies gerade das Gegenteil des bestehenden Zustandes. Denn das ist ja eine der fundamentalsten nationalsozialistischen Erkenntnisse, daß der Staats- zweck, die Erhaltung und Förderung des deutschen Volkes, nicht allein erreicht werden kann durch den Staatsapparat und sonstige Einrichtungen,sondern das ausschlaggebende Mittel zur Erreichung dieses Staatszweckes der staatsrechtliche Neubegriff der p o 1 i t i f ch e n Führung, die von der NSDAP, getragen wird, dar- stellt. Es kann vom Reichsgericht, das nicht die Stelle ist, von der aus die politischen LebensgesetzederNation bestimmt werden, erwartet werden, daß es mit der Lösung juristischer Fachfragen nicht politische Urteile verbindet, die grundsätzliche Fehlauffassunaen über die Struktur des nationalsozialistischen Deutschland zu begründen in der Lage sind. schaffen. Die grundlegende Voraussetzung hierfür ist die Auflockerung der Städte. Dieses Ziel wird in der neuen Stuttgarter Ortsbausatzung nachdrücklich verfolgt. Die Ortsbausatzung fordert eine wesentliche Verminderung der Bebauungsdichte hinsichtlich der Flächenausnützung sowie hinsichtlich Tiefe und Höhe der Gebäude; demselben Ziel dient ein weitgehendes Verbot der Hinterhauswohnungen und die Beschränkung der Dachwohnungen. Die Zahl der Stockwerke ist vielfach herabgesetzt worden. Für das Wohngebiet ist eine zwei- bis dreigeschossige Bauweise als Regel an- geordnet worden. Dem Ziel der Volksgesundheit dient auch die klare Trennung zwischen Industriegebiet und Wohngebiet; im Industriegebiet dürfen künftig grundsätzlich keine Wohnungen mehr errichtet werden. Besonders wichtig sind bei der neuen Stuttgarter Ortsbausatzung die Forderungen, die sich auf die baukünstlerische Gesta11ung der einzelnen Gebäude und auf ihre Einfügung in das Straßen- und Landschaftsb i ld beziehen. Der Nationalsozialismus, der aus organischem Denken heraus darauf abzielt, die Bevölkerung wieder näher mit Grund und Boden in Verbindung zu bringen, muß größten Wert darauf legen, daß das einzelne Bauwesen sich in die Natur einfügt und daß nicht die Natur durch die lieber- bauung vergewaltigt wird. Gerade hier tritt deutlich hervor, daß es sich auf dem Gebiete der Baukunst und des Bauwesens wie auf allen anderen Lebensgebieten um den Kampf für die nationalsozialistische Weltanschauung handelt. Immer geht es darum, daß bie Einzelinterefsen den Anforderungen der Gesamtheit untergeordnet werden müssen, daß das einzelne Bauwerk sich in den Rahmen einer umfassenden städtebaulichen Gesunder Städtebau. Don Oberbürgermeister Dr. Karl Strölin, Stuttgart. Die Stadt Stuttgart hat durch Aufstellung einer neuen Ortsbausatzung eine völlig neue Grundlage für ihre künftige städtebauliche und architektonische Gestaltung geschaffen. Städtebau und Baukunst waren stets der Ausdruck der geistigen Grundhaltung ihrer Zeit. Wir brauchen uns nur zu erinnern an die großen Stilformen der Gotik, der Renaissance und des Barock, )ie jeweils das ganze Kulturleben ihrer Zeit umfaßt und vornehmlich in ihrer Baukunst eine in sich geschloffene Weltanschauung zum Ausdruck gebracht haben. Die Baugesetze jener Zeit stellen in den Mittelpunkt bie Anforderungen der Oe- meinschast, denen sich das einzelne Bauwerk unterzuordnen hat. Auch das liberalistische Zeitalter bat feine Weltanschauung in seinem Bauwesen zum Ausdruck gebracht. Seine Ueberschätzung des Einzel- menschen, feine Ueberfteigerung des Freiheitsbegriffs und feine materialistische Grundhaltung wirken sich aus in der Willkürlichkeit seiner Bauschöpfungen, in der Sondergestaltung jedes einzelnen Bauwerks ohne Rücksicht auf Umgebung und Landschaftsbild, in dem hohlen Prunk der Prachtfassaden um die Jahrhundertwende und in dem internationalen, mechanistischen Stil des sogenannten Neuen Bauens^ Die individualistische, kraß materialistische Einstellung dieser Zeit wird am besten gekennzeichnet durch den Spruch, den man noch immer an manchem Haus findet: „Ich bau mein Haus, wie's mir gefällt, Ich bau ja für mein eigen Geld." Im Zeichen nationalsozialistischer Weltanschauung müssen Städtebau und Baukunst den Forderungen des Dolksganzen unterstellt werden und sie müssen im Volke und seiner Eigenart verwurzelt sein. Aufgabe des Städtebaus und der Baukunst ist es zunächst, den Volksgenossen einwandfreie und gesunde Wohnstätten zu Der- bevölkerung weitestgehend Rechnung getragen wird: das Innere soll und muß nach der Eigenart des einzelnen und nach seinen besonderen Verhältnissen eingerichtet werden. Zweifellos stellt die neue Stuttgarter Ortsbauatzung die Architektenschaft vor eine chwierige Ausgabe. Auf der einen Seite ordert der Bauherr von dem Architekten die Durch- ühruna irgend eines Bauprogramms; auf der andren Seite stellt die Ortsbausatzung für die Lö- ungsmöglichkeiten einen gewissen Rahmen auf. Der Architekt muß nun innerhalb des gezogenen Rahmens etwas Vollendetes und zugleich Persönliches schaffen, ohne der Eintönigkeit oder Schematisierung zu verfallen. Die Frage, ob dies möglich ist, kann nicht theoretisch beantwortet werden. Es kommt vielmehr ganz auf die praktische Handhabung an, und zwar einmal auf die Leistungen der Architekten und zum andern auf die Haltung der Baupolizei, auf ihre Beweglichkeit und auf ihr Verständnis für die bau- künstlerischen Qualitäten der einzelnen Baugesuche. Die Erfahrung zeigt, daß es dem wirklich guten Architekten möglich ist, die gestellte Aufgabe voll befriedigend zu lösen. Gerade der gute Architekt anerkennt durchaus die Forderung des Nationalsozialismus, daß auf dem Gebiet des Bauwesens vom Ganzen ausgegangen werden muß und daß zur Erzielung einer städtebaulichen Gestaltung von einheitlichem Gepräge gewisse Bindungen hinsichtlich der Form und der Einfügung der Ge- oäude in das Straßen- und Landschaftsbild unbedingte Voraussetzung sind. Die Forderungen der Stuttgarter Ortsbausatzung sind klar und deutlich umrissen. Die Baupolizeit ist aber angewiesen, die Ortsbausatzung loyal zu handhaben, und es bestehen hinreichende Ausnahme- und Befreiungsmöglich- keiten, um architektonisch und städtebaulich gute Lösungen genehmigen zu können, auch wenn sie mit den Vorschriften nicht voll vereinbar sind. Die Stuttgarter Ortsbausatzung hat bewußt davon Abstand genommen, irgend einen b e st i m m t e n B a u st i l dogmatisch vorzuschreiben; denn die Gegenwart ist offensichllich noch keineswegs reif, um einen endgültigen nationalsozialistischen Baustil hervorzubringen. Aus dieser Erkenntnis heraus durfte auch in der Stuttgarter Ortsbausatzung der künftigen Entwicklung des Baustils weder vorgegriffen noch auf der anderen Seite der Weg verhaut werden. Demgemäß enthält die Ortsbausatzung selbst auch keine Vorschriften über Dachform und Dachneigung. Möglich sind an sich alle Dachformen, nur darf nicht ein wahlloses Durcheinander entstehen, sondern sie müssen sich an die örtlichen Verhältnisse anpassen, die durch die stark gegliederte Landschaft gegeben sind. Bei der Durchführung der Ortsbausatzung wird allerdings eine Dachform grundsätzlich a b - gelehnt, das ist das Flachdach. Es handelt sich hier nicht um technische Fragen, sondern um Fragen der Weltanschauung. Auf der einen Seite steht die nationalsozialistische Baugesinnung, die eine Gestaltung aus den Kräften der deutschen Kultur und der Tradition des deutschen Handwerks heraus fordert; auf der andern Seite steht die internationale Baugesinnung, die nationale Kultur und Tradition vernichtet und aus bolschewistischer Grundhaltung heraus den internationalen, gleichförmigen, seelenlosen, industrialisierten Wohnungsbau erstrebt. Die Stadt Stuttgart ist der Ueberzeugung, daß ihre neue Ortsbausatzung die notwendigen Voraussetzungen schafft, um das Bauen wieder in gesunde Bahnen zu lenken. Sie soll die Grundlage sein für eine von nationalsozialistischem Geist getragene Bauentwicklung, die dem Grundgedanken entspricht, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht. Dabei darf das Ziel nicht nur sein, den technischen Anforderungen des modernen Städtebaus gerecht zu werden; vielmehr muß auch die Schönheit einer Stadt als ein wertvolles Gut erhalten und gemehrt werden. Es muß der Nachweis geliefert werden, daß auch das deutsche Bauwesen wieder zu einem Maßstab des geistigen Wertes unseres Volkes geworden ist. Aus aller Wett. Durch Anilinfarbe überführt. Ein nicht alltäglicher Fall war die Angelegenheit des 21 Jahre alten Eugen Lachmann, der als Angehöriger einer Heidelberger Studentenkorporation seine Bundesbrüder um namhafte Beträge bestahl. Selbst vor der Bundeskasse war er nicht zurückgeschreckt. Mit einem Brieföffner sperrte er Schrank und Kassette auf. Der Täter, der seit dem Sommersemester 1934 auf diese verwerfliche Art und Weise das gegenseitige Vertrauen des Bundes auf eine harte Probe gestellt hatte, wurde endlich durch Anilinfarbe überführt, die auf die Kassette aufgetragen worden war und dann durch Spuren an den Händen den Dieb erkenntlich machte. — Lachmann erhielt wegen schweren Diebstahls sechs Monate Gefängnis. Begnadigung einer zum Tode verurteilten. Der Führer und Reichskanzler hat die durch das Urteil des Schwurgerichtes in Insterburg gegen die 1904 in Kattenau geborene Anna Hoffmann wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren umgewandelt. Eine Kuh stürzte in den Keller. In einer der letzten Nächte riß sich im Stall eines Winzers in Cröv an der Mosel dis Kuh von der Kette los und lief in den Hof. Das Tier gelangte in die Scheune, in der sich der Zugang zum Keller befindet. Hier stürzte das Tier die offene Kellertreppe hinab und brach bei dem Sturz in die Tiefe das Genick. Am anderen Morgen fand der Besitzer die Kuh verendet auf. — Ein in der Nähe gastierender Zirkus übernahm den Kadaver zur Fütterung der Raubtiere, so daß dem Bauer glücklicherweise kein allzu großer Schaden entstand. seine Rechentafel mit den Worten auf den Tisch: „Da liaaet fe!" und die Lösung, an der sich bte viel größeren Jungen die ganze Stunde lang mit mehr oder weniger Glück versuchten, war richtig. Von dem berühmten Naturforscher Linnö wird erzählt, daß die Mutter das schreiende Kind in der Wiege nur beruhigen konnte, wenn sie ihm Blumen gab. Als er vier Jahre war, hatte er sich schon ganz von selbst ein Beet im Garten eingerichtet und wollte die Namen aller Pflanzen wissen. Im allgemeinen treten künstlerische Begabungen früher auf als wissenschaftliche und technische. Aber überaus schwer ist es stets, aus den sich regenden Keimen schon die Stärke und Tragweite des Talents zu erkennen. Früher suchte man diesen Geheimnissen der Natur mit den merkwürdigsten Mitteln auf die Spur zu kommen. Man las die Begabung aus den Sternen heraus oder meinte sie von der Kopfform ablesen zu können. Der spanische Arzt Hu arte, dessen „Prüfung der Geister" Lessing übersetzt hat, meinte z. B., was uns heute lächerlich vorkommt, Kahlköpfigkeit sei ein Zeichen für strategische Begabung, denn für die Kriegskunst sei die Einbildungskraft das Wichtigste, und diese unter der Schädeldecke glühende Begabung bringe durch ihre Hitze das Haar zum Ausfall. Als Beispiel führt er Cäsar und feine Glatze an. Die moderne Psychologie hat eine ganze Wissenschaft zur Prüfung der Geistesgaben ausgebildet, die auf mehr Geltung Anspruch machen kann, wenngleich auch ihr noch manche Geheimnisie der Begabung verborgen sind. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. In Begleitung der bei Island neu aufkommenden lebhaften Wirbeltätigkeit dringen vom Ozean kräftige feuchte Luftmassen über Nordeuropa ostwärts vor. Sie haben die gesamte norwegische Küste entlang zum Auftreten heftiger Regenfälle geführt und bringen auch Mittel- und Norddeutschland Bewölkung und vereinzelt auch etwas Regen. Die Witterung unseres Bezirkes wird im wesentlichen noch durch den auf den Kontinent sich erstreckenden Hochdruckrücken bestimmt, der sich jedoch im langsamen Abbau befindet. Ein stärkeres Uebergreifen der Tiefausläufer auf unser Wetter ist vorerst noch nicht zu erwarten. Aussichten für Donnerstag: Zeitweise bewölkt, doch im wesentlichen noch freundlich und trocken, warm und schwül, westliche Winde. Aussichten für Freitag: Vielfach wolkig und leicht unbeständig, vereinzelte schwache Gewitterstörungen, zunächst noch warm. Lufttemperaturen am 6. August: mittags 26,8 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 7. August: morgens 15,7 Grad. Maximum 27,7 Grad, Minimum 12,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6 August: abends 22,1 Grad; am 7. August: morgens 18,7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton 123.: Dr. F.W.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 35: 9945. Druck und Verlag: BrKhl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprets RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 2. Juli 1934 gültig. „Was ein Häkchen werden will..." Zur Psychologie der Begabung. „Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will." Wenn dieses Sprichwort immer zuträfe, dann wären die Fragen der Berufswahl, denen man heute so große Aufmerksamkeit zuwendet, nicht so schwierig zu beantworten. Wie oft sind die überragendsten Begabungen verkannt worden! So urteilt Schiller über den jungen Alexander v o n Humboldt, ihm fehle die Einbildungskraft und damit die notwendigste Grundlage für wissenschaftliche Betätigung. Als Hegel nach Beendigung seiner theologischen Studienzeit die Universität Tübingen verließ, hoben seine Lehrer im Abgangszeugnis besonders hervor, daß er für die Philosophie unbegabt sei. Wie lange haben selbst Dichter wie Gottfried von Keller geschwankt, welcher Form des dichterischen Schaffens sie sich gan$ widmen sollten! Der große Geograph Karl Ritter glaubte so wenig an seine wissenschaftliche Begabung, daß er das Studium aufgeben und Kupferstecher werden wollte. Der Chemiker M i t s ch e r - l i ch hielt sich zum Geschichtsforscher berufen, und erst als er in Berlin den Chemiker B e r z e l i u s kennenlernte, wies dieser ihn auf feine Begabung für diese damals noch in den Kinderschuhen steckende Wissenschaft hin. Oft entscheiden äußere und ganz zufällige Anregungen die Entdeckung eines Talentes. Der Amerikaner F u l t o n , der Erfinder des Dampfschiffes, kam als Maler nach London und machte hier die Bekanntschaft des Grafen Stanhope, der sich gerade mit dem Problem der Dampfkraft beschäftigte. Der Maler wurde dadurch von seinem bis dahin leidenschaftlich betriebenen Beruf abgelenkt und versenkte sich in mechanische Studien, die von unsterblichem Erfolg gekrönt waren. Besonders früh tritt, wie die Lebensgeschichte vieler großer Komponisten beweist, das musikalische Genie hervor. Als der dreijährige Mozart zuhörte, wie sein Vater mit der etwas älteren Schwester Klavier spielte, setzte er sich an den Flügel und suchte sich die Terzen zusammen. Schon im fünften Lebensjahr komponierte er kleine Stücke, die ein ausgesprochen musikalisches Gefühl zeigten und aus denen schon die Eigenart seiner Begabung sprach. Händel sollte für den Juristenstand vorbereitet werden und wurde von der Musik fern- gehalten. Aber als er auf der Bodenkammer ein altes Spinett entdeckt hatte, zog es ihn immer wieder zu dem schlechten Instrument, und er Der» vollkommnete sich so im Spiel, daß der Vater sich schließlich dazu bereit erklärte, ihn von einem tüchtigen Organisten unterrichten zu lassen. Beethoven war schon als Vierjähriger durch nichts fortzulocken, wenn der Vater, der Tenorist bei der Bonner Hofkapelle war, am Klavier übte. Auch die malerische Begabung bricht oft sehr früh durch. Der schleswigsche Bauernjunge Asmus Carstens galt in der Schule als besonders dumm und unbegabt. „Gebt mir nur etwas zu zeichnen, bann will ich schon zeigen, was ich kann", brummte er öfters, und in den Mußestunden schlick er sich in die Domkirche zu Schleswig, um die dort befindlichen Bilder des Rembrandt-Schülers Odens zu betrachten und abzuzeichnen. Unter den wissenschaftlichen Talenten prägt sich wohl das für Mathematik am frühesten aus. Ein lehrreiches Beispiel dafür bietet Pascal, den fein Vater absichtlich von der Mathematik fernhielt, weil er ihn in diese Wissenschaft erst ganz zuletzt ein- führen wollte. Aber der Knabe zeichnete ohne jede Anleitung Figuren in den Sand und berechnete ihre Verhältnisse. Als er sich ein Lehrbuch des Euklid verschafft hatte, lernte er ganz von selbst die Grundlagen der Mathematik, in der er später so Großes leisten sollte. Von Gauß ist bekannt, daß er als kleiner Junge einmal dabei war, wie sein Vater, ein Maurermeister, seinen Gesellen den Wochenlohn auszahlte und dabei längere Berechnungen anstellen mußte. Der Fünfjährige sagte plötzlich: „Vater, die Rechnung ist falsch" und nannte die richtige Zahl. Als Siebenjähriger bat er in der Bürgerschule, die Rechenaufgaben der Fünfzehnjährigen bet ihrem Examen vor der Konfirmation mitlösen zu dürfen. Kaum hatte der Lehrer die schwierige Aufgabe gestellt, da warf schon Gauß, der die Gesetzmäßigkeit der niedergeschriebenen Zahlen sofort erkannte, Danksagung. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme und die Kranzspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Insbesondere danken wir dem Gesangverein der Neu-Apostolischen Gemeinde und dem Prediger Herrn Seibert für die trostreichen Worte am Grabe. Geschwister Blum. Gießen (Stelnstraße 78), den 7. August 1935. . ___________________________________________________4503 D 03309 [Mietgesuche"] tiZMolm. ober Grundstück auf dem Land z.mietengefuÄt. S chr.Angeb.unt. 4502V a.d.G.A. Wohnungs* gesncL ÄW1 evtl. m. Bad und Garage i.Gießen oder Strecke bis Friedberg sofort gesucht. Offertm. 8 4741 (4507 V) andenGtetzLlnz. Donnerstag, den 8. August 1935, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt imVersteigerungslokal im Löweu, Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Personenwagen,! Diwaw2 Kühl' schränke, 1 Küchenschrank, 1 Sofa, ^Schreibtische, 2 Chaiselongues, 1 Registraturs chrank. 2 Warenschrank. 8 Schreibmaschinen, 1 Klavier, 1 Küchenbüfett, 1 Sarg, 1 Grammo- vhon, Metallvutz, Autoöl, 1 Laden- theke,Aluminiumtöpfe,Kaffeekessel, Kaffeekannen, Mrlchtöpfe, Eimer, Butterkühler, Spannsägen, Dosen- verschluhmaschine, 7 Mantelkessel, 40 kg Leim, 1 Blechherd, 1 Räucyer- avvarabKartoffelauetschen, Wärmflaschen, Zugketten, Kaffeemühlen, 150 Tuben Herdputz, 10 Karton Bestecke. Firnhaber 451 od Stellvertr. des Gerichtsvollz. Möll Ludwigstratze 33-Telephon 3236 Am 5. August verschied in Lauterbach infolge eines Schlaganfalles unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tante und Kusine Frau Elise DenmlhWwe., Heb. Buch im 77. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Carl Demuth Familie Peter Weyrauch Familie Lutz Bille. Gießen (Ludwigsplatz 3), 6. August 1935. Die Beerdigung findet in Gießen statt am Donnerstag, dem 8. August, nachmittags um 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. | Stellenangebote] Keine Ursprungszeugnisse, Irmbem nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — LichtbUder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ber- meidung von Verlusten auf der Rückseite Na. men und Anschrift bei Bewerbers tragen I GM-veMg sucht sofort Herren und Damen für Zeitschriften, nur solche vom Fach, die wirklich gute Aufträge bringen. Hobes Tagesgelb, auch Sonntags. Schr. Angebote unter 03304 a.d. Gieß. A seiger erbet. Mädchen für kl. Haushalt m. Erfahrung in Küche u. Haus u. m.best. Empfehl. 5* 15. Aua. aes. Nah.r.Greß.Anz, Halbtagsmädchea sauber, ehrlich, f. kleinen Haushalt Flucht. 03317 Ludwigstr. 44 v. | Verkäufe Gebr. Sofa umzugshalber zu verkaufen. Walltoritr. 30 bet Röhrig. Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen Reuausgabe -1935 erscheint Ende August! Zu jedermanns Einsichtnahme liegen noch heute, am 7. August in unserer Geschäftsstelle, Schulstraße 7, Erdgeschoß, offen? Behördenverzeichnis, Alphabetisches Einwohner- und Zirmenver- zeichnis, Straßenverzeichnis, Handels- und Gewerbeverzeichnis Abschnitt NSDAP., Deutsche Arbeitsfront, Kreishandwerlerschast, Verbände, Innungen, Vereine und Kassen Aerzteverzeichnis der Stadt und des Kreises Gießen Oie zuständige Einwohnerschaft, Aerzte und Geschäftsleute Gießens, die beteiligten Behörden, Partei-Dienststellen und »Gliederungen und öffentlichen Körperschaften, Vereinsführer usw. werden um Prüfung der Einträge aufVichtigkeit undVollständigkeithiermit dringend gebeten. 3m Hinblick auf die Schwierigkeiten in der Beschaffung der notwendigen Unterlagen und der längeren Herstellungsdauer des Adreßbuches kann für Fehler und Unrichtigkeiten keinerlei Haftung übernommen werden. Es empfiehlt sich insbesondere die Einsichtnahme in die Verzeichnisse durch Hausbesitzer und Mieter, die seit der Hauslistenauß nähme umgezogen sind. Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Schulstraß« X «wo In Gießen beste Lage Anwesen mit freier Wohn, wegen Wegzug zu verkaufen. Vorzügl.Kapital- anlage. Schrift!. Anfr. unt. 03302 andenGieß.Anz. Hiiiiiiiiuiyiiiiiiiiniiiii Bekanntmachung. Die bereits fälligen Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Juni 1935 können noch bis zum 15. August 1935 ohne Kosten bezahlt werden. 4511D Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. Gießen, den 6. August 1935. Direktion der städtischen Betriebs. In Wiesede 2 Bauplätze (Nähe ber Straßenbahn) zu verkaufen. Karl Leib Wieeeck Gießener Str.33 Sehr gut erhalt, lolellldoiet (Schiedmeyer & Söhne) preisw. zu verkauf. 03303 Gnauthstc. 2 II. KleineAuzeigen im Gießener Anzeiger werden von Lausenden beachtet unb gelesen. Sachs-Motorräder sofort lieferbar Wsierter SacMolonliens! 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Wer krank ist, lasse sich gründlich untersuchen und Mittel verschreiben, die für den betreffenden Fall für richtig erachtet werden! Dann hat der Kranke die nach menschlichem Ermessen beste Gewähr für die Wiedererlangung seiner Gesundheit! Die Straßenbahn beim Gaufest. daß nicht aus einer überstürzten Fristsetzung einzelnen Firmen, denen die Benachrichtigung nicht so rasch zugestellt werden kann, Nachteile erwachsen. straße, verlegt: Donnerstags von 20 bis 31 und 21 bis Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Freitags von 20 bis 21 Uhr: Allgemeine schule für Frauen und Männer. Allgemeine Körperschule. Schwerer Schaden kann entstehen, wenn sparsame Hausfrau Medizinreste sorgsam in Hausapotheke aufbewahrt. „Wenn irgend jemand wieder mal an so etwas leidet". In vielen Familien findet man das Schränkchen mit dem Titel „Hausapotheke" angefüllt mit aller- lei Flaschen, Schachteln, Töpfchen usw., in denen die Reste irgendwelcher Mixturen, Pillen, Pulver, Salben und dergleichen einem „weiteren Bedarfsfälle" entgegenschlummern. Leider denkt keiner dieser „sparsamen" Verwahrer von Medizinresten dabei an folgende Tatsachen: 1. Jede Arznei wird für einen bestimmten Krankheitsfall verordnet! Es ist niemals anzunehmen, daß die gleiche Arznei bei einem anderen Kranken (selbst wenn er wirklich an derselben Krankheit leidet, wie der Dorverbraucher der Medizin) dieselbe Wirkung haben wird! 2. Viele Arzneien, vor allem Flüssigkeiten und Salben (aber auch Pillen und Pulver), verändern sich im Laufe einer gewissen Zeit und verderben! 3. Bei allen Arzneipackungen sind leicht Irrtümer möglich: kein Mensch ist imstande, durch Beriechen, Besehen oder Befühlen einer Arznei fest- zustellen, was in der Flasche oder Packung ist! An dieBevölkerung von Gießen! Am Mittwoch, 7. A u g u st . sindet um 2 1 11 f) r (9 Ufjr abends) aus dem Brandplah die feierliche Verleihung der HZ.-Ehrenzeichen statt, die durch eine kulturelle Umrahmung eine besondere Bedeutung gewinnt. An der Feier nehmen teil: der gesamte Unterbann Gießen. Abordnungen des Jungvolks und des Bi)TH. Wir laden die Bevölkerung zu dieser Veranstaltung ein und hassen, daß sie ihre Verbundenheit und ihr Interesse an der deutschen Jugend und ihrem Wollen durch Zur Bewältigung des Massenverkehrs an den ' Tagen des Gaufestes hatte unsere Straßenbahnver- ' waltung nicht nur den gesamten Wagenpark, son- ' dern auch noch eine große Anzahl Hilfskräfte neben dem ständigen Straßenbahnpersonal eingesetzt. Die Wagen verkehrten im Z'/r-Minuten-Fahrplan, wo- durch der Andrang überall reibungslos bewältigt werden konnte. Der aufopfernde Dienst unserer Straßenbahner während der Tage und Nachte die- । (er großen Veranstaltung verdient die uneingeschränkte Anerkennung aller Volksgenossen, zumal wenn man bedenkt, daß die Straßenbahner in jenen Großkamvftagen meist nicht mehr als drei bis vier Stunden Schlaf genießen konnten und nach dieser kurzen Ruhezeit schon wieder zur Verfügung stehen mußten. Man kann mit Recht sagen, daß dieser anerkennenswerten, außerordentlichen Leistung des Teil des guten Gelingens des Gausestes zu verdanken ist und daß diese Männer, die sich hier wiederum als vorbildliche Diener der Gesamtheit bewährt haben, Anspruch auf besonderen Dank erheben können. Welche große Leistung unser Straßenbahndienst an den Tagen des Gaufestes voll- brachte, geht wohl am eindrucksvollen aus der gewaltigen Zahl der beförderten Personen hervor. Wie wir auf eine Anfrage bei der Straßenbahndirektlon erfahren, wurden an den Gaufesttagen insgesamt 41 452 Personen von der Straßenbahn befördert. Davon entfallen auf den Freitag, 2. August, 8475 Personen, auf Samstag, 3. August, 14 100 und auf Sonntag, 4. August, 18 877 Fahrgäste. Entfernung der Metdep aketten Die Geschäftsstelle Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksgruppe Hessen, teilt uns mit: Nachdem die bisher zur Wirtschaftsgruppe Em- zclhandel gemeldeten Firmen karteimähig erfaßt und diese Karteien den Bezirks- und Fachgruppen zugestellt worden sind, erübrigt sich für den weite- ren Gang des Meldeverfahrens die Beibehaltung der Plakette mit der Aufschrift „Gemeldet beim Ge- amtoerband des Deutschen Einzelhandels". Es hat ich gezeigt, daß nach der Errichtung der Wirt- chaftsgruppe die Anbringung der Plakette mit der Bezeichnung „Gesamtverband des Deutschen Einzelwunderlich hin und her, die Auaen blinzelten in das Dämmern der Stube, als suchten sie wen, der vor ihnen flüchten wollte, und in den Runzeln saß der lederne Hohn. S'Good! sagte der Räuber abermals, er warf die Tür mit einem Fußtritt ins Schloß und kam mit drei langen Schritten an Hannes Tisch gestelzt. Mit Erlaubnis! sagte er krächzend, zoa sich den Stuhl unterm Tisch hervor und ließ sich gliederknackend drauf nieder, das Filzhütchen immer noch auf dem Schädel, als wolle er keine Zeit mit der Suche nach einem Hütchen vergeuden, wenn er vielleicht diese Stube verlassen mußte, mit Hannes armseliger Barschaft in seinen Spinnenfingern des Alters, denn sein Haar unter dem Hütchen war schon grau. Wo blieb nur die Wirtin, die dicke, gute, Hand- feste Obernwirtin mit ihrer schützenden Fülle, ihrer gemütlichen Rundheit! Sie schlief wohl am Herd auf der Bank, fie sägte leise die zarten Hölzer ruhiger Träume, während hier drinnen im menschenkahlen Raum der Räuber schon wieder sein nacktes Messer aus der Lederwichs zog und mit der anderen Hand so verdächtig in seinen Janker griff... Doch da stand sie ja schon auf der Schwelle, die runde Person, lächelnd und wohlgefällig, ein Bild des Friedens, und sie watschelte um die vielen Tische herum zu den beiden, grüßte und fragte nach ihrem Durst. A Maß Dunkel!, sagte der Räuber, und a Haus- Aus der provinzialhauptsiadt. Wie werden Insektenstiche behandelt? Dor allem muß man sich darüber klar sein, was , Insektenstiche eigentlich für Veränderungen in der Haut des Menschen Hervorrufen. Mit den sehr ge- ' jährlichen Wirkungen des Stiches ausländischer Insekten wie der Anophelesmücke, die die Malaria überträgt, oder jener Fliege, deren Stich die Schlafkrankheit übermittelt, haben wir hier in Deutschland ja nichts zu schaffen. Aber auch die harmloseren Stiche der Insekten unserer Breiten sind unangenehm genug, um sich einmal mit ihrem Wesen vertraut zu machen und um danach die geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen zu können. Es sei gleich vorweg genommen, daß Bienen, Wespen und Hummeln keineswegs gemeingefährliche und blutrünstige Tiere sind, die nur darauf warten, uns ihren Stachel in die Haut zu jagen, sondern sie benutzen den Stachel nur zur Verteidigung. Blutsaugende Insekten sind dagegen Mücken, Wanzen und Flöhe. Der Insektenstich bedeutet zunächst eine winzige Verletzung der Haut — der Durchmesser des Stichkanals einer Stechfliege beträgt z. B. nur 0,165 Millimeter, der einer Wanze nur 0,015 Millimeter — und dann die Einführung eines mehr oder weniger wirksamen giftigen Drüsen- fekretes. Die Substanz dieser Gifte ist noch nicht ganz geklärt, doch vermutet man, daß es sich nicht um Eiweißsubstanzen handelt. Arn Ort der Einwirkung stellt sich eine lokale Schädigung ein, die Zellen der Blut- und Lyrnph- gefäße werden von dem giftigen Sekret schwer etroffen und rufen eine mehr oder minder heftige Entzündung mit Blut- und Flüssigkeitsaustritt hervor. Gewöhnlich empfindet der von dem Infekt Gestochene Jucken und Brennen, nicht selten heftige Schmerzen, und in den Fällen, wo das Gift unmittelbar in die Blutbahn gespritzt worden ist, allgemeine- Uebelkeit. Nach Bienenstichen wurden schon Ohnmächten erlebt. Wegen der Enge des Stichkanals kann das Gift nicht wieder aus der Wunde ausgesogen werden, wie man es bei Schlangenbissen zu tun pflegt. Chirurgische Eingriffe werden nur in Ausnahmefällen angewandt, dann nämlich, wenn ein Stich in die Mundhöhle durch Schwellung die Gefahr eines Erstickungsanfalls heraufbeschwört. Bei Bienenstichen muß übrigens zuerst der Stachel entfernt werden. Es bleibt also die chemische Bekämpfung des Giftes. Es ist zu erinnern an eines der ältesten Mittel, die hierbei angewendet werden, an das in feuchtem Zustande auf die Wunde geriebene Kochsalz. Außerdem versucht man häufig, das Gift durch Jodtinktur, Chlorwasser oder ähnliche Präparate zu Straßenbahnpersonals und aller Helfer ein großer | Handels eine unnötige Verwirrung deroorruft Teil des guten Gelingens des Gaufestes zu ver- außerdem ist unverkennbar von einzelnen Firmen K—;u ..»s hnF, hiofo smönnor hie firh hier • mit der Plakette Mißbrauch getrieben worden. Schließlich haben einzelne Mitglieder ihre ursprüngliche Plakette inzwischen verloren, so daß die Plakette im Meldeverfahren keine wesentliche praktische Erleichterung bietet. Auf Anordnung von Herrn Dr. H a y l e r ist daher die Plakette „Gemeldet beim Gesamtverband des Deutschen Einzelhandels" zu entfernen. Für möglichst rasche Durchführung dieser Anordnung ist Sorge zu tragen, ebenso auch dafür. zerstören. .Gebräuchliche und erfolgreiche Hausmittel sind das Auflegen roher Kartoffeln, das Einreiben mit Zitronen- oder Zwiebelsaft, Umschläge mit essigsaurer Tonerde und Kamillenbäder. Die ätherischen Oele, wie Menthol, Kampfer, Nelken- und Eukalyptusöl, auch viele Teerpräparate, beseitigen das lästige Jucken. Die bei besonders empfindlichen Menschen auftretenden Allgemeinerscheinungen können durch Narkotika, Zuführung von Adrenalin und Kalkpräparaten bekämpft werden. Dennoch wirken alle diese Mittel nur lindernd, sie erleichtern lediglich die unangenehmen subjektiven Wirkungen. Einer erfolgreichen Untersuchung und Bekämpfung setzte bisher die Enge des Stich- kanals Grenzen, der sich im übrigen schnell schließt und Gegenmittel nicht einläßt. Bisher konnte man die sofort auftretende Ouaddelbildung und Rötung noch nicht verhindern, man müßte also noch ein Verfahren finden, das die Giftwirkung so schnell wie möglich abfängt. Briten für hcn 7 August. 1779- der Geograph Karl Ritter in Quedlinburg geboren (gestorben 1859); — 1848: der Chemiker I. K. von Berzelius in Stockholm gestorben (geboren 1779); — 1914: General Ludendorsf erzwingt die Uebergabe der Zitadelle von Lüttich; — 1934: Beisetzung Hindenburgs im Feldherrnturm des Tannen- berg-Nationaldenkmals. Näubergeschrchke. ; 23 on Johan Luzian , Der Räuber sah am Kreuzweg auf einem moos- ; grünen Baumstumpf im Schatten der hundert- lähriqen Fichte. Sein langes Messer blinkte irn roten Abendlicht, er rieb es blank an der verrunzelten Lederhose und ließ es darin verschwinden, als Hannes, der Maler und Waldläufer, träumenden Schrittes vor ihm auftauchte und wie in den Boden gewurzelt drei Schritte vor der Erscheinung stehen blieb. .. . Sie sahen einander schweigend an, die beiden da mitten im dicken Wald, auf der Schneise, an der die Tollkirschen wuchsen und die hohe Wolfsmilch im regennassen Gras. . „Grüß Gott!" sagte Hannes dann nut einer verstörten Stimme, gedankenlos war ihm der Gruß herausgefahren. , . Aber auch der Räuber grüßte ihn und sagte, schlicht wie ein unbedeutender Mann hierzulande, sein „S'Good!" und lüpfte sogar den spitzen Fllz- hut mit der Spielhahnfeder ein wenig. Auch die Räuber nehmen also den Namen Lottes auf ihre unheilige Zunge, dachte Hannes, wendete sich rasch von ihm fort und nahm den erstbesten Weg, einen anderen, als er hatte gehen wollen. Und in seiner Verwirrung summte m ihm das alte Lied von der Räuberbraut: Hab dich geliebt bei Tag und bei der Nacht und hab so viele Menschen umgebracht... Die er Räuber da muhte einer der letzten Nachfahren des Schinderhannes, des Rinaldo oder Spiegelberg sein. Sein Kopf war mager wie em Totenfchädel, nur braun statt knöchern, braun von der Sonne der Wälder, schwarzbraun, und eine mächtige Geiernase sprang daraus hervor, eine Nase wie ein Dolch, wie ein Mordinstrument, er muhte sich daran schneiden, wenn er sich schneuzte, und tiefe Falten waren um seinen schmalen, breiten Mund gegraben, Falten die feiner Bifage ein un- aufbörlickes Grinsen verliehen, so dah em scharfer Eckzahn aus dem Mundwinkel hervorspltzte. Dazu verfolgten den forthastenden Hannes die braunen Flackerauqen, sie tanzten vor ihm her wie Geister- stiegen in der Wildnis des Höllgrabens, wo die fetten Steinpilze, die lüsterngelben Reherl, die zier- lichen Schirmparasols gediehen. Kleine Sumpft überauerte der Weg, auf denen das weiße Woll- gras wehte, die wilden.Orchideen blühten. Irgendwo rauschten in der grünen Finsternis die Bache irgendwo raschelten große Vögel, em kranker Rabe klagte im Tannicht. Für Frauen und Männer gemeinsam. Dienstags von 19 bis 21 Uhr: Universitätssport- platz am Kugelberg; Donnerstags von 16 bis 18 Uhr: Univerjitätssportplatz am Kugelberg; Freitags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillerstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Donnerstags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillerstraße, nur für Jüngere, von 21 bis 22 Uhr: Schillerschule, Schillerstraße, nur für Weitere; Dienstags von 20.30 bis 21.30: Lollar, „Zur Linde". Reichsfporlabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr: Universitätssportplatz am Kugelberg. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19 Uhr und 19 bis 20 Uhr:. Städtische Plätze am Schützenhaus; Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr: Städtische Plätze am Schützen- Haus; Sonntags von 8 bis 10 Uhr: Städtische Plätze am Schützenhaus. Achtung! Neue Tennisstunden! Ab Sonntag, 11. August, ist für Anfänger und Fortgeschrittene von 8 bis 10 Uhr Uebungsrnöglich- Ja, der Hansl, nickte die Obernwirtin anerkennend dazu, alleweil no guat beianand, gell? Freili, freili, lachte er, du woaßt ja, Resi, mei Durscht is a Berufskrankheit! A geh! sagte die Wirtin, seit s' die pensioniert Harn, is bei Berufskrankheit nur no schlimmer wordn! „ _ r. Hihihi! Da kannst scho recht Ham, Rest. I bin halt unheilbar, woaßt... Hannes war dieser Unterhaltung staunend gefolgt. Ein pensionierter Räuber? Hatte er recht gehört? Was für einen Beruf haben Sie denn gehabt? fragte Hannes endlich. . yY Die bcutfdie Rrbcitokont vtW ri.5^6emeirif(haft jRraft burih-frcuöc" Vororten die Dorortsbezeichnung nicht fehlen. Landorten soll die Zustell- oder Leitpostanstalt gegeben werden, z. B. Roth, Post Singhofen sUnterlahnkreis), ober Roth / über Herborn (Dillkreis). An ben Verzögerungen, die durch mangelhafte Anschrift eintreten, tragen vielfach auch die Empfänger die Schuld, weil sie auf ihren abgehenden. Sendungen den Ortsbezirk, die Nummer der Zustell- postanstalt ufw. nicht angeben. Die Driefverfender sollten daher streng darauf halten, dah diese wichtigen Angaben nicht vergessen werden und dah auch die Anschrift ihrer abgehenden Briefe immer den eingangs erwähnten Erfordernissen entspricht. Sie ersparen dadurch sich und den Empfängern Verdruß und der DeutschenReichspost viel Mühe und Arbeit und — zum allgemeinen Nutzen — auch Ausgaben. Hannes ging und ging, der Weg nahm fern i Ende, und hinter ihm ging der Räuber mit dem i Mester, von dem das rote Licht wie Menschenblut i getropft war, und Hannes befaß dagegen nichts i als sein fichtenes Schwammerlkörbchen und einen dürren Stecken. Der Räuber ging lautlos, er schien ; den Boden gar nicht zu berühren, das Gras ; zischelte nicht unter seinen Nagelschuhen, er zertrat < kein dürres Zweiglein, er berührte keinen Stein, aber seine dürren Arme im • abgeschabten Iankerl fuchtelten zuweilen durch die bämmerige Luft, wenn Hannes sich umblickte: He, ho! Nur keine Angst, ich hole dich doch! Willst du am Messer sterben oder an der Pistole, darin die geweihte Kugel steckt? Hihihi! Die silberne Kugel aus dem Meßgeschirr des Heiligen Rasso ... In Hannes' Schädel brummte ein Hummel- schwärm, die Blindfliegen zerstachen seinen Nacken, die Mücken in der feuchten Abendwärme saugten sein Blut, er nahm sich keine Zeit, die Quälgeister zu erschlagen, denn hinter ihm kam die lautlose, unheimliche Gestalt auf den langen, dünnen Spinnenbeinen durch das Gras gestiegen, durch das samengelbe Gras auf den niemals begangenen Wegen. Und dennoch geschah ihm nichts, nichts im schwär- zen Gemäuer der Fichten, nichts im sattgrünen Ge- roölfe der Buchen, nichts im braunen Oedland der Birkenheide, und auch als der Jungwald kam und der lichte Lärchenbestand, lebte Hannes immer noch, die unheilige Kugel hatte ihn nicht erreicht und das Messer saß ihm nicht hinterrücks zwischen den Rip- ven Er war nur 'außer Atem, verdammt außer Atem, und heiß und zerstochen von Bremsen und Mücken, als sich die Felder öffneten und als der späte Heuduft ihm entgegenschlug von den Wiesen und als der Kirchturm über den Rubenftldern her- vorspitzte und mit dem Kirchturm das Dorf kam, voll Kuhgebrüll und Kettengeklirr und Pferde- schnauben und Menschenstimmen. Unb m dem Dorf mar das breite Wirtshaus zum Obernwirt vor dem das Hopfenbündel schaukelte, in dem es eichene Tücke gab, unter die man die Beine stecken konnte, und mannsdicke Mauern gegen Me man den Rücken pressen konnte, fest und gut, ft daß feine Fliege mehr Platz hatte hinter dem Rucken, und wo man also geborgen war vor dem grabdunklen Wald und dem grinsenden Räuber in ihm. Aber als Hannes kaum faß, und als sein Atem nDCh pfjsf und sein Haar noch feucht war nom Heiken Gang, flog die Tür wieder auf die Tur mit dem scheppernden Kuhglockenstrick und auf der Schwelle stand wieder Er. Der Dogelkopf wackelte Genaue Briefanschriften. Die Deutsche Reichspost klagt aufs neue, daß ihr immer noch sehr viele Postsendungen mit mangelhafter Anschrift zur Beförderung übergeben und dadurch in der Bestellung verzögert werden. Die An- schüft muß deutlich, richtig und vollständig sein, wenn die Sendungen schnell befördert und unverzögert zugestellt werden sollen. Bei Sendungen nach Orten mit mehreren Zustell-Postanstalten, wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt a. M. usw., darf neben der Ortsbezeichnung der Ortsbezirk (NO, Süd usw.) sowie die Nummer der Zustellpostanstalt, bei Ich mein, was waren Sie denn früher? I? Was i g/roefen bin? fragte der Hansl und reckte sich auf. Fünfavierzig Jahr lang hab ich dem Staate treu gedient! sagte er feierlich. Nein! rief Hannes verwirrt. Ja, des is wahr! Die Obernwirtin nickte. Unsa Landbriefträger war er, der Hansl. Und jetzt? fuhr der Hansl klagend fort, was bin i jetzt? Nix bin i mehr mit meiner Invaliden- rent un meiner Pension. Koa zwvate Maß leid s net. Himmihergott. Wenn i no amal mei Durscht löschn funnt! Dem Manne kann geholfen werden, dachte Han- nes erleichtert. Er bestellte dem Hansl gerne die zweite Maß. Und als sie getrunken war, als sie ins Bodenlose geflossen war, tranken sie auch die dritte Maß, und bann gingen sie zusammen heim, zuerst über bie abendlichen Felder, auf denen schon die Nacht hockte, und dann ein langes Stuck durch den Wald, bis sie sich am Kreuzweg trennen mußten. , I dank auch schön! sagte der Hansl und lupste wieder sein Filzhütchen mit der Hahnenfeder. Und nix für unguat, fügte er hinzu, als er Hannes die magere Hand entgegenstreckte. Dann schwankte er davon zwischen den hohen Stammen der Fichten, und seine dürre Gestalt verwehte zwischen den Nebeln, die aus dem feuchten, warmen Boden stiegen in die kühlere Nacht. Und es war doch ein Räuber!, dachte Hannes, der ihm nachschaute. Er schwenkte vergnügt fein leichtes Schwammerlkörbchen und wirbelte ben Stecken um die Hand. Ihm fiel wieder das alte Räuberlieb ein, und er summte es zu seiner Unterhaltung auf bem bunflen Weg: Mein armes K'nb, bu bauerst meiner Seele, ich muß jetzt fort in meine Räuberhöhle... Hab bich geliebt bei Tag unb bei ber Nacht | unb hab so viele Menschen umgebracht... Betriebswanderwarte! Am Sonntag, 11. August, findet in Kloster Arnsburg ein großes Sommerfeft statt. Wanderungen an diesem Tage sind nach Kloster Arnsburg zu verlegen und so einzurichten, daß die Gruppen in den frühen Nachmittagsstunden eintreffen. Omnibusfahrten. Für den Monat August sind folgende Omnibusfahrten vorgesehen: Am 18. August: Fahrt nach Königstein im Taunus, Fahrpreis mit Mittagessen 4 RM. — Fahrt in den Vogelsberg, Fahrpreis 3,50 RM. — Fahrt ins Lahntal, Fahrpreis 4,50 RM. — Anmeldeschluß 14. August. Am 2 5. August: Burgenrundfahrt, Fahrpreis mit Mittagessen 2,50 RM. — Fahrt an den Edersee- Waldeck, Fahrpreis 4,60 RM. Arn 24. August: Großer Willy-Reichert- Abend in der Dolkshalle, Eintrittspreise 40 Pf. bis 1 RM. , , Arn 2 5. August findet, wie im Mai, nochmals eine H e i d e l b e r g - F a h r t statt. Fahrpreis mit Mittagessen 5 RM. Anmeldeschluß 17. August. Am 31. A u g u st und 1. S e p t e m b e r : Großes Winzerfest in der Volkshalle Gießen. Näheres wird noch bekanntgegeben. Sportkurje »«rast durch Freude-'. Achtung! Verlegen von Sportkursen. Während der Schulferien werden folgende Kurse in die Turnhalle der S ch i l l e r s ch u l e, Schillerbrot! Hannes nickte nur: Das gleiche. Wisten'S, sagte der Räuber und wickelte ben Käse aus bem Stanniolpapier, schabte unb putzte mit sachverständiger und liebevoller Kennerschaft an dem Klosterkäse herum, wissen'S, Herr, nix bessers kenn i net als wia so an Käs un a Hausbrot Unb als bie Wirtin die grauen Krüge auf den Tisch setzte, die grauen Maßkrüge mit bem blauen Anbechser Wappen, über bas ber hellbraune Schaum langsam herunterkroch, nahm der Räuber sein Messer unb schnitt den Käse mitten entzwei. Mögen'S kosten, fragte er zutraulich, und spießte ein Stückchen auf die Spitze des Messers, schob Hannes auch das Hausbrot zu, das mächtige Trumm unb Hannes nahm es gehorsam an. Dann kauten sie und sahen sich während des Kauens lange und prüfend in die Augen. Guat is' a, der Käs, gell? fragte ber Räuber, Unb er setzte ben Krug an die Lippen und trank, trank, lange, lange, lange und man sah das dunkle Bier die braune, ausgepichte Kehle hinunterrinnen, bis der Krug hohl klang, als er ihn auf die eichene Platte zurücksinken ließ. kekt gegeben. Anmeldungen vormittags auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, Tel. 2919. Für Anfängerkurse werden Bälle und Schläger vom Sportamt gestellt. Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Dienstags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Mittwochs von 20 bis 21 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Freitags von 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für den Mittwochkursus sind noch sechs Plätze frei. Interessenten wollen sich umgehend an das Sportamt, Schanzenstraße 18, Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr, oder Telephon 2919, wenden. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. 8 Sportmarken je 1 Mk. = 8 Mk., bzw. für Nichtmitglieder 8 Sportmarken je 1,50 Mk. - 12 Mk. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19.15 Uhr: Badeanstalt des Männerbadevereins; Mittwochs von 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr: Volksbad. Ab Dienstag, 6.8., von 19.30 bis 20.45 Uhr und 20.45 bis 22 Uhr: Hallenbad Wetzlar. Samstags von 16 bis 17.30 Uhr: Lahnbad Lollar. Oie neuen Kleinverkaufspreise für Eier. LPD. Vom Eierverwertungsoerband Hessen wird mitgeteilt, daß innerhalb seines Gebietes aus Grund der Preisfestsetzung vom 5. August 1935 folgende Kleinverkauf sp reise als angemessen angesehen werden: Gl: S 13^ Pf., A 12^ bis 13 Pf., B 12 Pf., C 11 Pf., D 10^ Pf. GII: Vk Pf. niedriger. Sollte sich ergeben, daß diese als angemessen erkannten Kleinoerkaufspreise nicht eingehalten werden, so ist damit zu rechnen, daß zum Schutze des Verbrauchers Kleinverkaufs-Höchstpreise festgesetzt werden. Im übrigen wird noch darauf hingewiesen, daß zur Sicherung der allgemeinen Versorgungslage laufend zusätzlich Kühlhauseier zur Verfügung stehen. Diese werden jeweils nach sorgfältiger Prüfung der Marktverhältnisse durch die zuständigen Stellen der Verbraucherschaft zugeführt. Pflichtprüfung derKaufmannslehrlinge im September. Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist nochmals darauf hin, daß im Monat September 1935 alle Lehrlinae, die im Herbst dieses Jahres zum Reichsarbeitsoienst oder zur Wehrmacht ein» gezogen werden, und die männlichen und weiblichen Lehrlinge, die am 30. September 1935 ihre Lehrzeit beenden, ihre Kaufmannsgehilfen-Pflichtprüfung abzulegen haben. Die Anmeldefrist läuft bereits am 10. August 1935 ab. Die' Lehrherren sind verpflichtet, ihre Lehrlinge dem Prüfungsausschuß bei ihrer zuständigen Industrie- und Handelskammer auf dem vorgedruckten Anmeldebogen, der bei der Kammer erhältlich ist, zu melden. Zagdkreis Gießen. Die Pressestelle des Kreisjägermeisters teilt mit: Die nächste Versammlung des Hegerings Gießen findet am Samstag, 10. August, um 21 Uhr pünktlich im Saale des Hotels Schütz statt. Zum Erscheinen sind alle Jagdscheininhaber verpflichtet, die im Gebiet des Hegerings wohnen. Das letzte Schießen auf Wurftauben, Hasen und Pistolenziele findet am Mittwoch, 14. August, ab 15 Uhr statt. Alle Jagdscheininhaber, die diese Uebungen noch nicht geschossen haben, sind zum Erscheinen verpflichtet. Wer an der Teilnahme an irgendeiner Veranstaltung der Deutschen Jägerschaft verhindert ist, hat die Pflicht, sich vorher zu entschuldigen. Wir sanden zueinanoer. Vornan von Klothilde v. Gtegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme Verlag Halle (S.) 21 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Dann hatte Marlen Karla von ihrem jetzigen Leben berichtet. Sie wohne in Berlin und hatte eine Beschäftigung, wie sie schrieb. Was für eine Beschäftigung das wäre, wußte Karla nicht. Marlen schien es geheimhalten zu wollen. Georg Korda, Marlens Bruder, schien mit seinen wissenschaftlichen Versuchen jetzt voranzukom- men. Marlen schrieb, daß sie ihm Geld dazu ge- geben hätte, da ja Dietrich ihr ausdrücklich erlaubt hätte, über ihre Rente so zu verfügen, wie sie es wollte. Marlen schrieb dann: „Du kannst Dir denken, meine liebe Karla, daß es mir nicht leicht geworden ist, Geld von Dietrich anzunehmen. Aber es galt Georg und sein Leben. Ja, es galt vielleicht sogar einer Erfindung, die unserem Vaterlande einmal von großem Nutzen sein kann. Da mußte ich alle Bedenken zurückstellen. Ich hoffe, daß Georg sehr bald einen vollen Erfolg haben wird." Sehr bedrückt las Karla diesen Brief. Sie sehnte sich nach der Freundin. Aber Marlen hatte wohl recht nut ihrer Weigerung, hierherzukommen. Nur daß man brieflich so furchtbar schlecht sagen konnte, was einem auf dem Herzen lag. Alles war wie eine Mauer, die sich nicht nur zwischen Dietrich und Karla, sondern auch zwischen Karla und Mar- len stellte. Hauptmann von Weckenroth begriff nicht, was eigentlich vorgefallen war. Aber als er gefragt, hatte Karla ihn so flehentlich gebeten, diesen Punkt nicht zu berühren, und hatte so fassungslos geweint, daß Hauptmann Weckenroth schwieg. Ein einziger Glücksstrahl kam in Karlas einsames Leben, als plötzlich ein Brief von Doktor Langgisser auf dem Schloß eintraf. Doktor Langgisser hatte feit dem Zusammenbruch des Sanatoriums in Wiesbaden nichts mehr von sich hören lassen. Nun meldete er sich plötzlich. Er bat für sein Schweigen um Entschuldigung und begründete es damit, daß er erst festen Boden unter den Füßen haben wollte. Nun aber wäre das der Fall. Er wäre Chefarzt eines großen Sanatoriums in Locarno geworden und hätte dort unter seinen Patienten den Grafen Velcheim gehabt. Jetzt erst erfuhr Karla, daß Doktor Langgisser Trauzeuge bei Dietrich und Marlen gewesen war. Dietrich hatte nichts davon erzählt, wie er denn überhaupt jedes Gespräch über die Eheschließung mit Marlen vermieden hatte. Doktor Langgisser schrieb: „Ich hatte Gelegenheit, mein gnädiges Fräulein, mit Ihrer Freundin Marlen ein vaar Worte zu wechseln. Und was ich erfahren yabe. Ein Meteor von Gießen aus gesehen. In den Abendstunden des gestrigen Dienstages, um 20.30 Uhr, sah man von Gießen aus eine seltene und prächtige Himmelserscheinung. Es handelte sich um einen Meteor, der — von unserem Standort zwischen Hauptpost und Bahnhof aus gesehen — von der äußeren Frankfurter Straße yer etwa in Richtung Heuchelheim dahinzog, also ungefähr den Weg von Osten nach Westen nahm. Es war ein herrlicher Anblick, den stahlblau-grün schimmernden Meteor mit langem funkelnden Schweif dahinziehen zu sehen und als hell leuchtenden Körper schließlich aus dem Auge zu verlieren. Die Höhe und die Schnelligkeit des Meteors waren — natürlich relativ bewertet — gar nicht allzu groß, man konnte vielmehr mit Muße die einzigartige Himmelserscheinung betrachten. Der Vorgang erregte natürlich die Aufmerksamkeit aller Spaziergänger, die durch Zufall das Glück hatten, Zeuge dieses Schauspieles zu sein. Merkwürdig war in diesem Zusammenhang, daß der bereits sichtbare Mond eine ganz eigenartige, rotgelbe Färbung zeigte und in der Mitte der Mondsichel einen starken Schatten aufwies. Ob diese Erscheinung mit dem Fluge des Meteors in Verbindung zu bringen ist, können natürlich nur die Sachverständigen beurteilen. Aus Ober-Bessingen wird uns von einem Leser heute früh telephonisch berichtet, daß er den Meteor etwa zwischen Hungen und Lich bemerkt hat und daß ihm dabei als besonders beachtenswerter Vorgang eine Absplitterung von dem dahin- sausenden Lichtkörper ausgefallen ist. In einer Zuschrift aus Großen - Buseck werden die Beobachtungen, wie wir sie von Gießen aus machen konnten, ebenfalls geschildert. Ausklang -es Gaufestes. Ein Treffen alter Heffenturner. Samstagnachmittag trafen sich, wie uns noch mitgeteilt wird, in großer Zahl Gaufestbesucher aus dem früheren Gau Hessen im alten Mittelrheinkreis im „Schützenhaus" zu einem kameradschaftlichen Zusammensein. Man sah bei diesem Treffen manch altes befreundetes Gesicht und leuchtende Augen, die — wie der ehemalige Gauvertreter Artur Pfeiffer- Wetzlar in feinen Begrüßungsworten betonte, wohl die Berechtigung zu dieser Zusammenkunft aufzeigten. Man sang gemeinschaftlich das Lied „Ein Ruf ist erklungen^ und hörte dann aus dem Munde Pfeiffers einen kurzen Rückblick über die Entwicklung des früheren mittelrheinischen Gaues Hessen, der trotz feines fast rein ländlichen Aufbaues durch feinen langjährigen Gauoberturnwart, feinen „lieben alten Wilhelm Will" auf eine sehr hohe turnerisch-technische Stufe gebracht worden sei. Auch wirtschaftlich sei der Gau immer gut fundiert gewesen; er hat auch dem Mittelrheinkreis lange Jahre den Kreisoertreter gestellt und dem Kreis auch eine gute Kreiszeitung gegeben. Pfeiffer bat die alten Heffengauer, alle Liebe zur Turnsache und alle Arbeitskraft wie früher so auch jetzt im neuen Verband zu bewahren und aufzubringen und zu dienen der schönen Turnsache, der sein „Gut-Heil" galt. Worte echer Turn- und Hessenkameradschaft fand auch der unter seinen Gießener und hessischen Kameraden weilende Finanzrat Schäfer- Berlin. Man brachte Dank und Gruß in anerkennenden Worten und begeistertem „Gut-Heil" dem ehemaligen Gauvertreter und Gauoberturnwart zum Ausdruck. Der anwesende DT.-Gauführer des neuen Gaues Hessen, Turnbruder Brunst- Vollmarshausen, sprach in echt turnerischer Art zu den Versammelten; er freute sich über den Zusammenhalt der alten Hessenturner und bat, auch ihm als dem neuen Gau- führer dieselbe Liebe und Treue entgegenzubringen, wie dem stüheren Gauvertreter, dann werde das turnerische Leben im Gau guten Fortschritt nehmen. In ehrender Weise wurde der verstorbenen Turnbrüder Wenzel, Holm und Metzler gedacht und ihnen, die bis zum Tod für die Turnsache gewirkt, ein stilles „Gut Heil" gewidmet. Man sang Turnerlieder und war froh in turnerischer Gemeinschaft zusammen. Ein dankbares Erinnern war's an vergangene Zeiten und ein froh Geloben für Gegenwart und Zukunft. Turnausflüge — Abschiedstreffen. Wenn die Turner und Sportler, die während des Gaufestes unsere Gäste waren, am Montag auch das Straßenbild nicht mehr beherrschten, so war doch festzustellen, daß sie noch in größerer Zahl in unserer Stadt anwesend waren. Eine größere Anzahl Turner unternahmen nach altem Brauche auch Turnfahrten und Ausflüge. So begab sich die ältere Kasseler Turngemeinde auf eine Fahrt durch den Vogelsberg, nach Alsfeld und der Schwalm, um von dort die Weiterreise nach Kassel anzutreten. Andere Gaufestbesucher suchten am Montag das Lahntal und hier vor allem Braunfels auf, kehrten abends nach Gießen zurück und nahmen dann am gestrigen Dienstag Abschied von der gasllichen Feststadt, in der es — wie uns immer wieder versichert wurde — ihnen ohne Ausnahme sehr gut gefallen hat. Die DT.-Gauführung, die ja für die Durchführung des Reichsbundfestes verantwortlich war, traf sich übrigens Montag früh in dem Turnerlokal von Beppler zu einem Abschiedstrunk mit der örtlichen Festleitung. Sehr viele der Gießener Mithelfer am Aufbau und der Durchführung nahmen an diesem kameradschaftlichen Beisammensein teil. Manch frohgestimmte Rede wurde dabei noch gehalten, manch frisches Lied gesungen, nach getaner Arbeit und zumal nach einer in allen Teilen wohlgelungenen Arbeit durfte der Frohsinn zu seinem Recht kommen, und bas geschah denn auch in diesen Stunden des Abschiednehmens. Heist dem Deutschtum im Ausland! Man berichtet uns: Arn 2. August hielt Pg. Weinberger vor einer zahlreich versammelten Gefolgschaft der Firma Tönninger G. m. b. H., Gießen, einen interessanten Vortrag über das Deutschtum im Ausland. Nach Begrüßung durch den Betriebs führ er Herrn Karl Bünninaer sprach Pg. Weinberger über unsere deutschen Brüder und Schwestern im Ausland und in den Grenzländem. Er stellte an Hand von Zahlen fest, daß heute tatsächlich nur zwei Drittel aller Deutschen im Mutterlande leben und ein Drittel auf alle Länder der (Erbe verteilt feien. Infolge des in Deutschlanb von jeher herrschenden Raummangels seien schon vor Jahrhunderten aus allen Teilen des Deutschen Reichs die Menschen ausgewandert, sei es, weil sie vielleicht selbst nicht fühlten, daß es ihnen im deutschen Daterlande noch gut ging, sei es, weil sie auf ein besseres Los und Abenteuer in fremden Landen hofften. Leider, so betonte der Redner, hatte man damals noch kein Verständnis dafür, das von den Auswanderern eroberte und urbar gemachte Land zu erwerben, sondern es kam anderen Völkern zugute. Millionen deutscher Menschen, die Sudetendeutschen, Deutsch-Oesterreicher usw. kämpfen heut» für Deutschland mit der brennenden Sehnsucht, einmal wieder in das große Deutsche Reich eingeglie- dert zu werden. Dies sei vor allem bewiesen durch die kürzlich in der Tschechoslowakei stattgefundenen Wahlen, bei denen der Großteil (etwa 70 v. H.) aller Sudetendeutschen ihre Stimme Konrad Henlein gegeben hätten. Eine große Liebe zum Mutterlande Deutschland beherrscht all diese leider von uns getrennten Brüder und Schwestern, flieht dach auch in ihren Adern, wenn sie auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, urdeutsches Blut. Im Verlause seiner Ausführungen erinnerte der Redner auch an die vielen Opfer, die im Kampf um das Deutschtum und den Nationalsozialismus auf den Barrikaden in Wien, bei den Aufständen in Tirol usw. gestorben seien. Sehr eindringlich ermahnte Pg. Weinberger die Zuhörer, auch die Deutschen im Ausland nicht zu vergessen und fie tq ihrem Kampf um die Zugehörigkeit zu dem großen Deutschen Reich zu unterstützen. Nach dem Vortrag, der vor dankbaren Zuhörern gehalten wurde, dankte Herr Carl Bänninger dem Redner für seine Ausführungen und ermahnte auch seinerseits die Gefolgschaft, dem VDA. ihre Hilfe nicht zu versagen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung durch Betriebszellenobmann Diehl geschlossen. Gefallenen-Gedenkfeier des BHE. auf der Herchenhainer Höhe. Der Gesamtvorstand des Vogelsberger Höhen- Clubs teilt mit, daß am Sonntag, 1. September, 14.30 Uhr eine Gedenkfeier für die gefallenen Brü» der am Ehrenmal auf der Herchenhainer Höhe statt- finbet. Es wird erwartet, daß alle Zweigvereine bet dieser Feier vertreten sind. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Erbe in Pretoria", * ** Unsere Garnison ist im Laufe der letzten Nacht in mehreren Transporten nach dem Truppenübungsplatz Altengrabow bei Magdeburg zu mehrwöchigen Uebungen abgefahren. ** Eine Mahnung an säumige Zahler zur Bezahlung der Strom- und Gasgelber vom Juni veröffentlicht bie Direktion ber ftäbtifchen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil. Auf Die Bekanntmachung fei besonbers hingewiesen. ** Gegen bas Abschießen von Brieftauben wenbet sich ber Brieftaubenklub Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil mit ber Zusage einer Belohnung an solche Personen, bie Taubenschießer so namhaft machen können, baß bie gerichtliche Verfolgung möglich ist. ** Schulpersonalie. Uebertragen wurde dem Studienrat an der Realschule in Langen Georg Zimmermann eine Stubienratsstelle an der Aufbauschule in Friedberg mit Wirkung vom Tage des Schulbeginns nach den Herbstferien. ** Das Fundfachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Juli gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während ber Dienststunben geltenb zu machen. ** Achtung! Falsche Zehn-Dollarnoten. Eine angeblich schwebische Reisegesellschaft in zwei sechssitzigen Autos — Nummern unbekannt —, deren Führer sich als Direktor ber Gesellschaft ausgibt, läßt sich von den Inhabern ober Geschäftsführern der Uebernachtungshotels 100 Mark geben und händigt dafür als Sicherheit eine wertlose Zehn-Dollarnote aus. Vor Annahme dieser Noten wird gewarnt. Es wird gebeten, die Betz at mich mit großer Sorge erfüllt. Zwischen den jungen Ehegatten besteht ein schwerer Zwiespalt. Worum es sich handelt, weiß ich nicht. Aber ich habe bie größten Befürchtungen für das Schicksal biefer beiben Menschen. Darum schreibe ich Ihnen. Vielleicht, baß wir beibe da irgendwie helfend eingreifen könnten. Ich würde gern einmal über all das mit Ihnen sprechen. Brieflich läßt sich bas schwer machen, unb es ist mir jetzt ganz unmöglich, von hier abzukommen. Planen Sie roieber einmal eine Reise? Ich würbe mich von Herzen freuen, Sie roieber» zusehen. Unb nicht nur wegen Fräulein Marlen. Wie geht es Ihnen gesunbheitlich? Was tun unb treiben Sie? Wenn Sie einmal gar nichts Besseres vorhaben, bann schreiben Sie mir einige Zeilen. Alles, was Sie angeht, bewegt mich von Herzen. Bitte, empfehlen Sie mich Ihrem sehr verehrten Herrn Vater unb seien Sie felb^t ehr- erbietigft unb aufrichtigst begrüßt von Ihrem Langgisser." Karla las ben Brief immer roieber. Ein wehmütiges Glücksempfinben floß burch ihr Herz. In bem Bttef Langgissers glaubte sie zwischen ben Zeilen vieles, vieles zu lesen. Aber bann schalt sie sich roieber. Hatte sie benn immer noch nicht abgeschlossen mit biefen Träumen von Glück unb Liebe? Sie wußte boch, baß sie abseits stehen mußte von bem sonnigen Pfab, auf bem anbere Altersgenossinnen roanberten. Sie war ein Krüppel. Sie bürste nie baran benfcn, baß ein Mann sie lieben unb begehren könnte. Aber wenn nicht um ihretwillen, so wollte sie boch um Marlens willen mit Doktor Langgisser roieber in nähere Fühlung kommen. Der Vater wollte ja ohnehin, wenn bie Ernte vorüber war, feine alljährliche Reise machen. Er wollte zunächst mit ihr nach Zermatt unb anschlie- fjenb baran burch bie Schweiz reifen. Von ba aber konnte man einen Abstecher nach Locarno machen. Sie wollte Doktor Langgisser überraschen. Ob er sich freuen würde? Ach, ihr Herz klopfte schon stürmisch bei dem Gedanken, ihn roieber« Zusehen. Beim Abendbrot fragte sie den Vater vorsichtig nach den Reiseplänen aus unb schlug ihm vor, als Abschluß ber Reise einen Aufenthalt in Locarno 3u nehmen. Hauptmann Weckenroth war es recht. Äarla schien sich auf diese Reise zu freuen, bann Tro°r schon zufrieden. Das Mädel war seit ben W°chem feit tiefer unbegreiflichen Geschichte zwischen Dietrich unb Marlen, orbentlidh elenb ge» morben. Vielleicht kam sie auf anbere Gebauten, wenn sie erst einmal weit fort waren. begriff biefe ganze Sache nicht. Am Stamm- h!/ fitvoW Kreisstabt hatte man schon hin unb per gerebet. Alle tfamlhen, mit denen man verkehrte, waren in Aufregung. Aber kein Mensch wußte, warum bas junge Paar nicht zusammen, wie es sich gehörte, nach Schloß Veltheim zurückge- kchrt war, und warum Dietrich allein wie ein Junggeselle auf seinem Schloß hauste, während seine junge Frau irgendwo in der Welt herumschwirrte. Denn baß sich zwei Menschen wie Dietrich unb Marlen nur aus äußeren Grünben geheiratet hatten, ber eine, um bas Testament zu erfüllen unb Besitzer von Veltheim zu werben, bie anbere, um ein leichtes Wohlleben zu führen, bas ging Hauptmann Weckenroth nicht in ben Kopf. Ein anberes Geheimnis mußte dahinterstecken. Aber was für eins nur? Wochenlang hatte er darüber nachgebacht. Aber schließlich war er wütend geworden Mochten bie beiben, Dietrich unb Marlen, ihre Sache selbst mit- einanber abmachen. Er wollte sich nicht auch noch verrückt machen — unb Karla sollte nicht barunter leiben. So beschloß er, Mitte August bie Reise mit Karla anzutreten. 17. Kapitel. Weit vor ben Toren von Berlin, wo Havel unb Seen wie mit einem blauen Band bas grüne Laub umschließen, breiten sich Blumenfelber neben Blu- menfelbern aus. Daneben in unabsehbarer Weite fruchtbare Obstgärten. Im Frühling stehen sie in schneeiger Blüte, jetzt im August prangten Aepfel unb Birnen in reicher Fülle an ben ni'eberhängen- ben Zweigen. Am Gartentor eines kleinen freunblichen Sommerhäuschens steht eine schöne, schlanke Frauen- gestalt. Sie hat ben weißen Sonnenhut über bem Arm hängen. Ihr klares, reines Gesicht mit ben silbergrauen Augen späht aufmerksam in bie Ferne. Jetzt leuchten die grauen Augen auf. An der Wegbiegung erscheint ein kleines Auto, kommt näher unb näher. Ein junger Mann, ber am Steuer sitzt, sieht jetzt bie roartenbe Frau unb winkt ihr fröhlich entgegen. Jetzt hält bas Auto vor dem kleinen Tor, über bas bie Wicken ihre roten unb weißen Blüten neigen. „Guten Tag, Marlen!" sagt nun ber junge Mann unb springt aus bem Auto. Zärtlich umarmt er bie Schwester. Sein' Gesicht strahlt. „Du siehst aus, als ob bu etwas Gutes bringst, Georg." Marlen hat ben Bruder untergefaßt und geht mit ihm bem kleinen Sommerhäuschen zu. „Hab' ich auch, Marlen! Denk dir, meine Versuche sind nun in großem Maßstabe überraschend gelungen. Heute war ein reicher Deutschamerikaner bei mir, ber mit mir Zusammenarbeiten will. Er will nun meine Entbeckung in großem Stil auf seinen Felbern brühen in Amerika ausprobieren. (Er hat mich aufgefordert, mit ihm hinüberzugehen unb bie Versuche selbst zu überwachen. Er will mir genau basselbe Laboratorium aufbauen, wie ich es hier habe. Aber ich werde meine Versuche auf einem zehnmal größeren Terrain fortsetzen können, als ich es hier habe. Sowie brühen die Dinge nach Wunsch gebiehen sinb, will er mit mir zusammen bie (Erfinbung patentieren lassen unb aus« beuten." „Wie herrlich, Georg, baß bu nun soweit bist!" Georg sah bie Schwester innig an. Liebe und Dankbarkeit leuchteten aus seinen Augen. „Unb wem verbank' ich bas alles? Nur dir, Marlen! Ohne bich wäre bas alles nie gekommen. Ach, Marlen, es ist immer noch wie ein Wunber. Daß es Menschen gibt wie jene schwebische alte Dame, die dich in dem Wiesbadener Sanatorium liebgeroonnen hat und dich zur (Erbin einsetzte —< das ist ja wie ein Märchen." Marlen wurde rot und sprach schnell von etwas anderem. Gott sei Dank, daß Georg so fest an diese Erzählung von ihr glaubte. Er war ja im praktischen Leben ein solcher Träumer unb Phantast, daß man es ihm hatte einreden können. Die Lüge war ihr nicht leicht gefallen. Doch sicher hätte Georg keinen Pfennig von ihr angenommen, wenn er die wahre Herkunft des Geldes erfahren hätte. So hatte sie ihm auch völlig verschwiegen, daß sie verheiratet war. Bisher war es ihr immer noch gelungen, ihn in dieser frommen Täuschung zu lassen. So hatte das Geld Dietrichs wenigstens einen Segen: Georg war aus ber Verzweiflung heraus, er konnte arbeiten unb schaffen. Er war auf bem Wege, etwas Großes zu erreichen. Wie oft hatte er ihr gesagt: „Paß nur auf, Marlen, biefe (Erfinbung bedeutet eine vollkommene Umwälzung für bie Lanb- wirtschast. Die beutsche Futtermittelnot wirb mit einem Schlage behoben fein. Wir werben es nicht mehr nötig haben, frembe Futtermittel einzuführen. Damit werben Millionen Dolksvermögen im ßanbe bleiben. Unb, Marlen, wenn ich so weit bin, bann gebe ich bir alles Gelb auf Heller unb Pfennig roieber. Dieser Gebaute allein hatte Marlen aufrechterhalten unb ihr Kraft gegeben. Dietrichs Vermögen für Georg zu verwenden. Einmal würde er es ihr ja roiebergeben, unb bann würbe sie Pfennig um Pfennig, Mark um Mark an Dietrich zurückzahlen. Dann würbe sie ihm Rechnung legen unb sagen: „Ich habe keinen Pfennig von dir angenommen. Was ich für meine Person brauchte, habe ich mir mit meiner Hände Arbeit verdient." Dieser Gedanke gab ihr auch jetzt wieder Trost und Kraft. Sie schaute sich um. Weit um ihr kleines, einfaches Blockhäuschen grünte und blühte es. Da standen Rosen, niedrige unb hochstämmige, in allen Farben. Da leuchtete ber Golblack vom hellsten Messing bis zum tiefsten Herbstbraun. Da nickten bie tränenben Herzen in ihrem Rot und Weiß zierlich im Winbe. Der Rittersporn stand in lichter Wolke von Blau und Weiß, Gladiolen, Malven, Glyzinien wuchsen hoch empor. Die ersten Dahlien breiteten ihre leuchtenden Blütengesichter der Sonne entgegen. Stiefmütterchen« beete leuchteten in samtigen Farben. Alle Som- merblumen schienen sich hier vereint zu haben. (Fortsetzung folgt!) öein' 1 Tirol Deut, k iy 9r°ßtn Hörern 'Mer wohnte ihre wurde bnwnn )C. ^vhrn. 'tembir ?n Brüt he statt, eine bet WG. retoria", r letzten ruppen. u mehr« iahler ’m Juni Betriebe Setannt» Brief. Gießen Zusage Tauben- : gericht. wurde n Georg an der m Tage s. Da§ [unbenen der An- andgras- apfangs- twaigen inbbüro i. Akt* Mchast nbetannt esellschast ber Ge- SO Mark ine.wert« le dieser die Be- dTbift? :iebe und >ih "be««n M) w Cuttet. kt m dock Qnbere 44 m daz Nur bir, »kommen. Wunder, ische alte matorium nsetzte - on etwas o fest an ar ja im ib Phan- ünnen. >n. Doch ihr ange« 25 Geldes völlig ver« >r war es frommen Dietrichs aus der und schot' großes zu iq bebeu* iie Land' wird tint n es nicht nzufuhreu- im Lande bin, dann Pfennig vermögen , er es ibf fennig »'N Mahlensagen: ,enonE be ich m'r * *t it UlN und * hstannnl^' * 'S 'S,-; LZ Brieuc und Montfor iom 21. bis 23. Sep- lebung. Zwecks Herstellung des verwendungsferti- bericht. 22.20: Unterha gen Teersplitts, der bei den Arbeiten an der Ohm- * 24 bis 2: Nachtmusik. SJixfport Getreide zum Brot | Nationalwirtschaft, in der alle tfachung der Brot-1 genossen Arbeit und Brot finden. Glänzende Erfolge der Gießener Stenographen gut: Franz Trauth. Aordhessische Fußball-Termine. Obecheffen eifere Gausest-Wetlkamps-GrgebMe £ Kreis I (Kassel), 4:07,8 Min.; 2. Kreis <1 hervorragend: Karl Meister, Hildegard Keller. der mit der Es ist klar, daß ein solcher Erfolg nur durch tatkräftige und opferbereite Mitarbeit aller Beteiligten erreicht werden kann. Die in den letzten Tagen er- : Ilassene Brotmarktordnung stellt den Abschluß^der großen Marktorganisation vom C ...... .Rund um Schotten" 1935 fällt au«i. «SSä.ä? «S auf einem Teilstück von etwa 3 Kilometer zwischen Rudingshain und Poppesttuth nicht fertiggestellt werden konnte. Bei der örtlichen Sportleitung ging nun über den Sportpräsidenten des DDAC. ein Schreiben des Führers des Deutschen Kraftfahrsportes, Korpsführer Hühnlein, zu, in dem davon gesprochen wird, daß es nicht zu verantworten fei, das Rennen auf einer Strecke abzuhalten, die nicht refllos rennfertig ausgebaut fei. Der deutsche Kraftfahrsport habe in diesem Jahre dank der scharfen Ueberwachung der Rennstrecken keinen Todessturz zu verzeichnen ge- habt. Es sei nicht gewollt, daß jetzt ein Unglücks» fall eintrete, lediglich weil eine im Sportkalender aufgenommene traditionelle Veranstaltung auf einer ungeeigneten Rennstrecke durchgeführt werde. Damit ist die Entscheidung über das Rennen „Rund um Schotten" gefallen. Das Rennen wird j alfo in diesem Jahre nicht mehr ausgetragen. wohlgepflegten Schloßpark, dem schönen Schwimmbad und ihrer herrlichen höhen- und waldreichen : schönen Tage noch in guter I Umgebung, die dem Wanderer nähere und weitere ufen hiermtt alle noch fehlen- Spaziergänge, wie auch Tagesausflüge in den ich diesmal zu melden. Mel- nahen Vogelsberg in reicher Fülle bieten, für den ’ ~ 1 " , Erholungsuchenden eine in seltener Weise geeignete Stätte ist, dürfte zur erwarten fein, daß der Fremdenverkehr sich von Jahr zu Jahr immer mehr hebt. Der H. K. aus W. bei Büdingen wurde wegen reichen Besuchs von Erholungssuchenden, von Äus- Beleidigung der örtlichen Kommission für das Win- flüglern und Wanderern. So war in diesen Tagen terhilsswerk vom Amtsgericht Büdingen zu einer ber Evangelische F r a u e n - V e r e i n von Woche Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil Gießen unter Führung von Pfarrer Becker legten der Angeklagte und vorsorglich auch die auf der Höhe. Die wackeren Frauen erklommen den Staatsanwaltschaft Berufung ein. In der geftri» Berg von Breungeshain her zu Fuß, erstiegen auch gen Hauptverhandlung wurde in Anbetracht ber ben Bismarckturm auf dem Taufstein und fuhren überaus großen Notlage des Angeklagten die nach mehrstündiger Rast im Klubhaus mit dem Strafe durch Urteil in 3 5 Mark Geldstrafe Kraftwagen durch das Niddatal nach Bad Scllz- evtl. 7 Tage Gefänanis umgewandelt. Auf der hausen und von dort nach Gießen zurück. Badegäste anderen Seite, so führte der Vorsitzende in feiner von Salzhausen kommen wöchentlich mit dem Auto- Begründung aus, müssen die Mitarbeiter des Win- bus zum Nachmittagskaffee auf den Hoherodskopf. terhilfswerkes, die sich in uneigennütziger Weife Die Ortsgruppe Michelbach (Kahlgrund) vom für die große Sache einsetzten, geschützt werden. Spessartbund feierte auf einer zweitägigen 1 Wanderung durch den Vogelsberg am Samstag im Klubhaus einen luftigen Abend. Die lau* n i b e n von Wiesbaden roanberten am Sonn- Wetters konnte fast bie ganze erste Runde des Männer-Einzels erledigt werden. Besondere lieber« raschungen gab es nicht, doch verdient der 8:6», 5:7-, 1:6-, 6:2-, 6:3-Sieg von I. Pohlhausen übet den Tschechen Vodicka Erwähnung. Vor Beginn der Kämpfe fand ein Empfang der Teilnehmer beim Hamburger Senat statt. . Am Dienstag konnten die „Letzten Acht tm Männerdoppel festgestellt werden. Es sind ölest Henkel-Denker, de Borman-Geelhand, Puncec-Pal» lada, Hamburger-Schmidt, Rado-Jamain, Hebda- Tarlowski, Bano-Szigeti und Buß-Kukuljevic. Bel den Frauen' stehen bereits Jedrzejowska-Adamson, Zehden-Sander, Schneider-Peitz-Conquerque, Ro- senbaum-Bartels, Außem-Horn, Käppel-Reimann und Hardwick-Noel im Achtel-Finale. Im Gemischten Doppel setzten sich als Erste Sperling-v. Gramm für die dritte Rund^ durch. 125000 Zuschauer beim Hockenheimer Bergrennen. Ley auf DKW. fährt neuen Rekord. Der DDAC. und bas NSKK. führten am Sonntag auf der stark verbesserten 12 Kilometer langen Rundstrecke in Hockenheim das Internationale Hockenheimer Motorradrennen 1935 durch, das bei ben Krafträbern mit Seitenwagen als, Lauf zur deutschen Meisterschaft gewertet wurde. Zu diesem Rennen waren bei prächtigem Wetter 125 000 Zuschauer erschienen, die doppelte Anzahl gegenüber dem ersten Rennen im Jahre 1931. Unter den Ehrengästen sah man den badischen Ministerpräsidenten Köhler und zahlreiche Führer des DDAC. und des NSKK. Als Schnellster entpuppte sich Ley auf DKW. in der Halbliterklasse, der die 12 Runden -- 144,06 Kilometer in der Tagesbestzeit von 1:00,47 Stunden zurücklegte und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 142,3 Kilometer den von Steinbach auf NSU. im Vorjahr aufgestellten Strecken- Rekord von 131,7 Kilometer wesentlich überbot. DKW. hatte bereits in der 250 ccm-Klasie durch Geis einen überzeugenden Sieg herausgeholt. In der Klasse bis 350 ccm stellten NSU. mit Mellors und Mellmann die Sieger. Die Läufe der Seitenwagen-Meisterschaften führen über 8 Runden -- 96,04 Kilometer. In der Klasse bis 600 ccm holten sich dis Zschoppauer Werke durch Karrnann einen weiteren Sieg. Der Karlsruher Braun brachte das Rennen der Ein-Liter-Mafchinen auf Horex in der neuen Kategorien-Rekordzeit von 117,1 Kilometerstunden an sich. stütze benSttgt wird, Ist hier-In-fvr diese-MateM tätige Aufbereitungsmaschine, eine sog. Misch an« läge, auf gestellt worden. Das gewonnene Produkt wird sofort mittels Lastwagen an bie Arbeitsstätten gefahren. Die Rohmaterialien werben am hiesigen Bahnhof ausgelaben. — Dieser Tage würbe hier ber schon länger vorgesehene Bergwerksbe» trieb ausgenommen, wodurch wieder eine Anzahl Volksgenossen aus der näheren und weiteren Um* gebung in Arbeit gekommen ist. Nundfunkprogramm. Donnerstag, 8. August: Sek 4X400 Meter: 1. Hessen-Preußen Kassel 3-33 6 Mn.; 2. CT. Kassel 3:33,6 Min., Brustbreite zurück; 3. 1900 Gießen 3:39,7 Min. 4X1500-Meter-Staffel, Gaurneister- : 1. Kasseler Turngerneinbe, 18:23,2 Min.; »loereingung 1900 Gießen, 18:31,0; 3. Tv. = Dorn Hoherobskops, 6. August. Der Hoherobskops erfreut sich bauernb sehr zahlreichen Besuchs von Erholungssuchenben, von Aus- Abteilung 180 Silben: 1. Dora Kern, sehr gut; 2. Otto Kirschbaum, ssyr gut; 3. Irmgard Schalch, gut. Abteilung 160 Silben: hervorragen: Otto Wilhelm, Karl Brückel, Luckhardb Wilhelm Paulus, Gertrud Albach. tag unter Führung des DHC. Schotten von dort über ben Hoherobskops und Tausstein nach Hartmannshain. Jungvolk von Hannover kam , „ ,rr . .,f. .aus einer dreiwöchigen Fahrt durch das deutsche marktverhaltmsse und schließt den Kreis oom ßanb über ben Berg und lagerte einige Stunde Bauern zum Bäcker. Em wesentliches Verbmdungs- aut ber sonnigen Haide. Bewundernswert war die stück ist dabei der in Kraft getretene Mehlschluß- -.^ng und die Disziplin ber sonnengebräunten schein, ber es bem Bäcker zur Pflicht macht, bas $unf.cn bezogene Mehl innerhalb von vierzehn Tagen zu ö ereu Alsfeld. bezahlen. Beim Fleischerhanbwerk liegen bie Ver- „ hältnisse ähnlich burch Einführung bes Barzah- H: Mücke, 6. Aug. Unser Weller steht gegen» lungszwanges auf ben Viehmärkten. roärtig auch im Zeichen wirtschaftlicher B e- An den beiden ersten Gauliga-Meisterschafts- Sonntagen werden folgende Spiele im Gau Nordhessen ftattfinben: 8. September: Germania Fulda — Kassel 03; _ . .. - - - _ VfB. Friedberg; Kurhessen . Kassel; Hanau 93 — Hessen 100 - Meter - Kraulschwimmen: Tv. Happel, Kurhessen Kassel, 1:10,4 Min.; 2. Werner, 1846 Gießen, 1:13,5; 3. Zimmer, Schwimmv. Gis* r Kreise: ßen, 1:14; 4. Knieriem, Kurhessen Kassel, 1:15,2) s XI (Fried- 5. Albold, Schwimmv. Gießen, 1:15J; 6. Lalling, trüget anzuhalten und dem nächsten Polizeibeamten zu übergeben. ,, , ,, , , ** Flaschenpfand für Milchflaschen. Der Milchversorgungsverband Rhein-Main hat an» geordnet: Für Milchflaschen, die in den Verkehr gebracht werden, muß durch bie Vertellungsstellen, Milchverteiler und selbstmarkende Landwirte em Flaschenpfand erhoben werden, und zwar für bie Ater- und Halbliterflasche 20 Pf., für kleinere Fla- Schen 15 Pf. Milchkannen, die von Verteilungs- itellen den Milchverteilern zur Verfügung gestellt werden sind für die Dauer von 24 Stunden frei, losten für die daran anschließenden 24 Stunden 50 Pf. Leihgebühr und für jeden weiteren Tag 1 Mark Leihgebühr. ** Unglücksfall. Der etwa 15 Jahre alte Schreinerlehrling Willi Rothe von hier kam an feiner Arbeitsstelle unglücklich zu Fall und zog sich sine erhebliche Kopfverletzung zu. Der Verunglückte mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in ärztliche Behandlung gebracht werden. ** 1914/18 Kriegsgefangene, St. MMWUU 1. Hanauer Schwimmv., 1:17,5; 7. Benz, Schwimm- verein Gießen, 1:19; 8. Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, 1:21,4 Minuten. 100 . Meter - Rückenschwimmen: 1. Seibert, Tv. Wetzlar, 1:26 Min.; 2. Horeyseck, Tv. 1846 Gießen, 1:27 Minuten. 200 - Meter - Bru st schwimmen: 1. Hübner, Tv. Wetzlar, 3:13,6 Min.; 2. Döpfner, To. 1846 Gießen, 3:23,1; 3. Schunke, Wasserfreunde Fulda, 3:23,6; 4. Klemke, CSV. Kassel, 3:24,3 Minuten. Springen: 1. Kujus, 1860 Marburg, 72,36 Punkte. Mehrkampf für Herren: 1. Werner, Tv. 1846 Gießen, 138,27 Punkte; 2. Meyer, Großen-Lin- den, 125,64; 3. Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, 110; 4. Gg. Herbert, Schwimmv. Gießen, 104,93 Punkte. 100 - Meter - Bru st schwimmen, (Alter 32 bis 40 Jahre) : 1. Pascoe, Schwimmv. Gießen, 1:25,6 Min.; 2. Weidmann, Tgm. Friedberg, 1:38,6; 3. Gerth, Tgm. Bad-Nauheim, 1:38,8 Min. 50- Meter - Bru st schwimmen, (über 40 Hahre) : 1. Renz, CT. Kassel, 41,2 Sekunden; 2. Sauer, Tv. 1846 Gießen, 41,9 Sekunden. 50 - Meter - Bru st schwimmen, (Vereine ohne Winterbad): 1. Hans Wagner, Tv. Corbach, 42 Sek.; 2. Schneider, Tv. Corbach, 44,5 Sekunden. 10 X 50 = Meter - Bruststaffel: 1. Schwimmverein Gießen, 6:58 Min.; 2. Tv. Wetzlar, 7:17 Minuten. Wasserball: 1. Schwimmverein Gießen — Turnv 1846 Gießen 2:1. 3 X 100 - Meter - Lagenstaffel: 1. Tv. Wetzlar, 4:28,6 Min.; 2. Turnv. 1846 Gießen 4:49,2 Minuten. Damen. 200 - Meter-Bru st schwimmen, Kl. I): 1. Köhlinger, Tv. 1846 Gießen. 3:43,4 Min.; 2. Fisch, Tgm. Bad-Nauheim, 3:45,4; 3. Wirsing, 1. Hanauer Schwimmv., 3:46 Minuten. ^100-Meter-Rücken fürDamen, offen: 1. Dülfer, CSV. Kassel, 1:40,3 Min.; 2. Sauer, To. Weilar, 1:48 Minuten. Springen f ü r Damen, offen: 1. Henkel, 1860 Marburg, 59 Punkte: 2. Neinens, 1861 Esch- wege, 45,77; 3. Huisgen, Tv. Wetzlar, 44,60 Punkte. 10 0 - Meter - Kraulschwimmen (Kl. II): 1. Dülfer, CSV. Kassel, 1:30,2 Min.; 2. v. Desch- mann, Tv. 1846 Gießen, 1:41,8 Minuten. 50 - Meter - Brustschwimmen lVer- eine ohne Winterbad): 1. Zweitel, Turnv. Gelnhausen, 51,5 Sek.; 2. Freund, Tv. Gelnhausen, 53.5 Sekunden. 3 X 5 0 - Meter - L a g e n st a f f e l: 1. Tv. Wetzlar, 2:19,5 Min.; 2. Tv. 1846 Gießen 2:20 Min. Ergebnisse der Fechter. Fechter: Florett: Erster und Gaumeister: Hasper, CT. Kassel, 8 Siege; 2. Schilling, Turngm. Hanau, 6 Siege, 26 Treffer; 3. Gerhard, Tv. 1846 Gießen, 6 S., 29 Tr.; 4. Pitzer, Tgm. Hanau, 5 S., 27 Tr.; 5. Gerhard, Tv. 1846 Gießen, 4 S., 27 Tr. Fechterinnen: Erster und Gaumeister: Tbilde Lenqemann, CT. Kassel, 7 Siege: 2. Wirth, Tv. 1846 Gießen, 5 S.; 3. Mohr, Tv. 1846 Gießen, 4 Siege. Säbelfechten: Erster und Gaumeister: Werner Hasper, Kasseler Tgm.. 6 Siege, 17 Treffer; 2. L Gerhard, Tv. 1846 Gießen, 5 S., 20 Tr.: 3. Wagner, Kasseler Tgm., 5 S., 21 Tr.; 4. W. Gerhard, Tv. 1846 Gießen, 3 S., 27 Treffer. Degenfechten: 1. F. Paul. Kasseler Tgm., 4 Siege, 8 Treffer; 2. Heinrich Wagner, Kasseler Tgm., 3 S., 8 Tr.; 3. Ehmer, Tv. Idstein, 2 Siege, 11 Treffer. t Schwerathletik. Olympischer Dreikampf: Bantamgewicht: 1. Götz, Gießen, 220. — Mittelgewicht: 1. Hermann, Marburg, 520 ; 2. Trechfler, Gießen, 235. — Feder- gewicht: 1. Westbrock, Gießen, 405; 2. Fritz Funk, Gießen, 390. — Halbschwergewicht: 1. Emmerich, Gießen, 450. — Leichtgewicht: 1. Vetter, Gießen, 400. — Schwergewicht: 1. Gary, Marburg, 610. OeutscheIugendherbergen. Die Entwicklung und das Entstehen der Jugendherbergen gehen bis auf das 11. Jahrhundert zurück. Damals beginnt das eigentliche Jugendwandern. Handwerker, Bachanten, Scholaren und Vaganten durchwandern Deutschland und lernen so ihre Heimat kennen. Von alters her steckt in unserem Volke der Wandertrieb, der es immer wieder, selbst wenn es die eigentliche Lage gar nicht erfordert, in die Fremde zieht. Die Kloster- und Ratsschulen, die Gesellen- und Herbergshäuser, die Schüler- und Studentenherbergen sind alle Vorläufer der eigentlichen Jugendherberge. Erst im Jahre 1909 wird die erste deutsche Jugendherberge in Westfalen gegründet. Der Reichsverband für Deutsche Jugenoherbergen wird am 2. November 1919 auf der Burg Altena, die am 25. Mai dieses Jahres vom Reichsminister Rudolf Heß als erste deutsche Weltjugendherberge eingeweiht worden ist, gegründet. Mit der llebernahme bet Regierung durch den Rattonalsozialismus gewinnt das Jugendherbergswerk eine gesteigerte Bedeutung. Die Uebernachtungen steigen im Jahre 1934 auf 5 Millionen. Diese Zahl reicht aber heute kaum aus, denn das Jugendwandern erhält einen immer neuen Auftrieb durch die stetig steigende Mitgliederzahl der Hitler-Jugend. Das Jugendherbergswerk zählt im Jahre 1934 mehr als 2000 Jugendherbergen. Diese Zahl erfaßt aber bei weitem nicht alle Wanderlustigen. Das Jugendherbergswerk ist für die Erziehung des jungen Menschen von allergrößter Bedeutung. Ganz abgesehen von der überaus wichttgen Förderung der körperlichen und seelischen Erstarkung des deutschen Volkes bedeuten die Jugendherbergen für den Städter eine Erholungsmöglichkeit, wie sie billiger und besser nicht gedacht werden kann. Außerdem lernt der junge Mensch aus der Stadt den Bauern kennen, er weih um seine Arbeit, um seine Bodengebundenheit, und dieses Wissen gibt ihm die Erkenntnis, dah der Bauer die Grundlage eines jeden Volkes und der Quell deutschen Blutes ist. Die Jugendherbergen geben dem Jungen die Möglichkeit, sich nach einer Woche schwerer Arbeit draußen zwischen Wald und See in der Sonne zu tummeln, Sport zu treiben und zu wandern. Es ist die Aufgabe der Jugenderziehung, den jungen Menschen herauszuholen aus dem Wirtshaus und Kino, aus Tanzsäsen und Kneipen und ihn zurückzuführen zur Natur. Es ist für die deutsche Volksgesundheit von allergrößter Wichtigkeit, die Jugend körperlich zu ertüchtigen und zu stählen. Durch die internationale Arbeitsgemeinschaft für Jugendherbergen, der jetzt 22 Jugendherbergsverbände der verschiedensten Staaten angehören, fyat das. Jugendherbergswerk neue größere Aufgaben übernommen. Aus dem Erlebnis und dem Kennenlernen fremder Länder und Völker, aus dem Wissen um das Leben und die Eigenart des Nachbarvolkes mag sich eine wirkliche Friedensbereit- schäft und Verständigung von Volk zu Volk, an der keine Verhetzung und übelwollende Propaganda gewisser daran interessierter Elemente etwas herumzudeuteln vermag, ergeben. So tragen auch die deutschen Jugendherbergen zur gegenseitigen Verständigung der Jugend aller ehrlichen Rattonen bei. Auf der Grundlage gegenseitiger Achtung findet sich die Jugend bereit zu einer vernünftigen internationalen Zusammenarbeit. Die Iirgend von heute aber ist das Volk von morgen! Ringen: Federgewicht: 1. Funk, Gießen; 2. Westbrock, Gießen; 3. Götz, Gießen. — Leichtgewicht: 1. Detter, Gießen; 2. Klotz, Gießen; 3. Krombach, Gießen. — Halbschwergewicht: 1. Emmerich, Gießen; 2. Trechsler, Gießen. — Jugendklasse: 1. Becker, Gießen; 2. Kaiser, Gießen. Boxen: Mittelgewicht: 1. Bauer, BSK. 26 Kassel — Seibert, BR. 34 Kirchhain, unentschieden; 2. Scheer, Wetzlar — Vaupel BR. 31 Marburg, Daupel Sieger durch technischen k. o. — Jugendfliegengewicht: 3. Thormann II., Kassel — Lang, Kirchhain, Thormann Sieger durch techn. k. o. — Leichtgewicht: 4. Liese, BR. 31 Marburg — Speer, Wetzlar, Speer Punktsieger. — Federgewicht: 5. Kolb, Wetzlar — Röder, Kirchhain, Kolb Punktsieger. ♦ Wenn auch die Krafksportler auf dem Gaufest des RfL. nicht in großen Massen antreten konnten, so wurden doch ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Besonders im Gewichtheben wurde außerordentlich gut gearbeitet. So erzielte u. a. der Marburger Leichtgewichtler Herrmann eine hervorragende Leistung, indem er im Drücken 160 Pfund, im Reißen 170 Pfund und im Stoßen 220 Pfund erzielte, wofür er ganz besonderen Beifall erntete. Auch der Marburger Schwergewichtler Gary wartete mit einer ganz vorzüglichen Leistung auf. Die Gießener Gewichtheber zeigten entsprechende Leistungen, die besondere Beachtung verdienen, wenn man berücksichtigt, daß die Gießener meistens Ringer sind, die Gewichtheben nur als Ergänzungssport betreiben. Zum Ringen hatte sich eine große Anzahl Interessenten eingefunden, die eine Reihe schöner Kämpfe zu sehen bekamen. Sehr viele Zuschauer fanden die hochdramatischen Boxkämpfe. Radrennen Kassel—Gießen über 120 Kilometer. 1. Fritz Drumm, Rb. Tuspo Kassel, 3:36,30 Std.; 2. Aug. Kuschte, Radsp. 07 Fulda, 3:36,30 ; 3. Gust. Neufeld, Rb. Tuspo Kassel, 3:36,30 Stunden. Fachamt Schießen. Auf Kleinkaliber: Mannschaftskampf: Kleinkalib.-Schützenverein Alten-Haßlau, 739 Ringe. Einzelkampf: 1. Kurt Kuba, Kleinkaliber-Schützenv. Alten-Haßlau, 160 Ringe; 2. Otto Dula, Schützens. Marburg, 158; 3. G. Schilling, Schützenv. Gießen, 157 Ringe. Als Jungschütze: Kurt Strack, Postsporto. Gießen, 148 Ringe. A u f Wehrsport (Kleinkaliber): Mannschafts- kampf: Schützenverein Gießen e. D., 779 Ringe. Einzelkampf: 1. Krause, Kleinkalib.-Schützenv. Korbach „Freischütz", 169 R.; 2. G. Schilling, Schützenv. Gießen e. D., 167; 3. Gies, Kleinkaliber-Schützenv. Limburg, 167 Ringe. Als Jungschütze: W. Schilling, Schützenverein Gießen, 160 Ringe. A u f Olympia - Scheibe: 1. W. Schilling, 370; 2. G. Schilling, 364; 3. H. Appel, 357 Ringe; sämtliche Schützenverein Gießen e. 33. AufStandl75MeterScheibenbüchse: 1. W. Schilling, Schützenverein Gießen 212 Ringe. AufWehrmannscheibe: Mannschaftskampf: Schützenverein Gießen e. V., 1050 Ringe. Einzel- kampf: 1. W. Georg, Schützenverein Gießen e. D., 226 Ringe; 2. O. Dula, Schützenverein Marburg, 223 R.; 3. G. Schilling, Schützenoerein Gießen e. 33., 219 Ringe. 2l u f Wehrmann - Wehrsport: Mannschaftskampf: Infanterie-Regiment Gießen, 7. Komp., 873 Ringe. Einzelkampf: 1. Unteroffizier Dietz, J.-R. Gießen, 1. Komp., 224 Ringe; 2. Unteroff. Kieselrot, Jnf.-Regt. Gießen, 13. Komp., 200 R.; 3. Unteroff. Jung, J.-R. Gießen, 7. Komp., 195 Ringe. Pistole: 1. Rich. Koch, 239 R.; 2. G. Schilling, 227 R.; 3. W. Georg, 218 Ringe; sämtliche Schützen- verein Gießen e. 33. Dereinsriegenldmen. „Ausgezeichnet" : Oberlahnstein. "Sehr gut": Aeltere Kasseler Turngemeinde, Heuchelheim, Marburg 1860, Großen-Linden, Wie- seck, Atzbach, Herborn, Krofdorf, Gießen, Ketienbach, 1846 Gießen, Burgsolms, Wetzlar, 1846 Gießen (Altersriege). „Gut bis recht gut": Sinn, Dauborn, Hom« berg a. d. Ohm, Dillenburg. „G u t" : Nassau, Bad Ems, Fleißbach, Hochelheim, Kirberg, Ehringshausen-Dill, Werdorf, Oberndorf, Idstein, Leihgestern, Strahebersbach, Esch. Hofen. Völkische Gemeinschaftsdarbietungen der Turnkreise. Kreis VI Waldeck: Leitgedanke: Turnertum, Bauerntum (Bauerntänze). Die Darbietung wurde mit „Sehr gut" bewertet. — Kreis VIII Lahn-Dill: Leitgedanke: Turnertum, Volkstum, Vaterland. Die Darbietung wurde mit „Gut" bewertet. — Kreis X Rhein-Taunus: Leitgedanke: Wider den Ungeist. Di4 Darbietung wurde mit „Sehr gut" bewertet. — Kreis XI Wetterau-Vogelsberg: Leitgedanke: Dis Wetterau in Lied, Spruch und Tanz. Die Darbietung wurde mit „Sehr gut" bewertet. Gemeinschaftskämpfe der Turnerinnen. 1. Männerturnv. Gießen 60 Punkte, 2. Großen- Linden 53, 3. Wetzlar (2. Abteilung) 51, 4. Heuchel» heim 46, 5. Krofdorf (1. Abtlg.) 45, 6. Wiefeck 43, 7. Krofdorf (2. Abtlg.) 42, 8. Gießen 1846 (1. Äbtlgi) 38, 9. Hanau 1837 36, 10. Butzbach (1. Abtlg.) 36, 11. Nassau 35, 12. Gießen 1846 (2. Abtlg.) 35, 13. Wetzlar (1. Abtlg.) 34, 14. Friedberg 32 Punkte. Kurze Sportnotizen. „Die Dietarbeit beim Gaufest" mußte, wie wir berichtigend nachtragen, die Ueberschrift zu dem gestrigen Bericht über die völkische Aussprach« beim 1. Gaufest lauten. Die Ueberschrift wurde durch einen Setzfehler entstellt wiedergegeben. Die Schweiz hat ihre Teilnahme an den Studenten-Weltspielen in Budapest zurückgezogen, da die nötigen Mittel für die Ausrüstung einer Mannschaft nicht aufgebracht werden konnten. Die Sportpflicht für Studenten ist ab 1. Oktober obligatorisch für das ganze Deutsche Reich. Bisher galt diese erfreuliche Verfügung nur für Preußen, Sachsen, Thüringen und Bayern. Für den Reichswettkampf der SA. stiftete Dr. Goebbels eine von dem Bildhauer Walther Wolff geschaffene Bronzebüste des Führers. Hermannia Frankfurt sicherte sich bei den deutschen Fechtmeisterschaften in Frankfurt a. M. auch den Titel im Mannschafts-Degenfechten. Zweiter Preisträger wurde der Tv. Ulm vor der Manne schäft der Wehrmacht und dem To. 1860 Frankfurt. Einen neuen Weltrekord im Brustschwimmen über 200 Meter stellte der Japaner Koike in Tokio mit 2:41,2 Minuten auf. Den alten Rekord hatte der Hamburger Sietas mit 2:42,3 Minuten in seinem Besitz. D i e Deutschen Amateur-Boxmeisterschaften nahmen am Dienstag im Berliner Sportpalast ihren Anfang. Den ganzen Tag über wurde geboxt, und so konnten die Dor- rundenkämpfe für alle Gewichtsklassen erledigt werden. Am Abend waren im Sportpalast etwa 2000 Zuschauer versammelt, die sehr spannende Kämpfe in den schweren Klassen zu sehen bekamen. Die größte Ueberraschung der Vorkämpfe war das Ausscheiden des Barmer Bantamgewichtlers Spannagel, der von dem Leipziger Hacker knapp nach Punkten geschlagen wurde. Florett - Einzelmei st er wurden bei den deutschen Meisterschaften in Frankfurt wieder die Meister des Vorjahres, und zwar Eisenecker (Hermannia Frankfurt) bei den Männern und Hedwig Haß (Tv. Offenbach) bei den Frauen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung 1 Fettkarken. Zum Bezug von verbilligten Fett- karten sind die beim Wohlfahrtsamt oder beim Arbeitsamt in laufender Fürsorge stehenden Personen berechtigt. Außerdem kommen noch sonstige bedürftige Personen in Betracht, jedoch ist dabei der Ein- zelfall entscheidend. Hierüber erfahren Sie Näheres beim Wohlfahrtsamt. Zeit, um die gebotenen Preisvorteile für sich auszunutzen, denn übermorgen istentgültig in meinem A | m Eigenheim-Schau eröffnet 4480 V Kostenlose und unverblndl. Beratung in allen Fragen der Baufinanzierung und Hypothekenentschuldung. Bauwirtring A.-G. Bremen, Gießen / Marktplatz 8 lzochftatter-Tapeten Ich habe die zahnärztliche Praxis von Herrn Dr. Schwalm in Lollar übernommen Zu den Krankenkassen bin ich zugelassen Dr. Harro Hennings prakt. Zahnarzt Grtlärung. Ich gebe hierdurch bekannt, daß ich nur für die Evangelische Sterbevorsorge der Inneren Mission (Ev. Versicherungscentrale) Beiträge erhebe, aber nicht für die sich „evangelisch" nennende Begräbnishilfe der Hamburg-Mannheimer Versicherungs- Aktiengesellschaft. Diese Gesellschaft hat mit dem Versicherungswerk der Inneren Mission nichts zu tun. Ortsverwaltung und Inkassostelle der Evangelischen Dersicherungscentrale Gießen. Th. Hickel. «14d Bei SdMosWI Herz- und Nervenschwäche nehmen Sie unser bekanntes, natürliches Kraftmittel: 42t8D ENERGETICUM. Allein echt im Reformhaus, Kreuzplatz 5 Belohnung. Der Brieftaubenklub Gießen zahlt eine Äe- lohnung von 50 2L01. an denjenigen, der einen Taubenschießer beim Schießen von Brieftauben beobachtet und diesen so namhaft machen kann, daß gerichtliche Belangung möglich ist. Vornehm / Geschmackvoll! Persönlich! Dieee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen ec wie Papieren billiget die Brflhrsche Druckerei Scbulstr. 7. Ruf 2251 Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVofilACo.. Gießen Seltersweg44 l0, a Ismen- AumsWtz amuneb Benell, erh mrr n '43pfff Damplsägewerk Lollar B.NuhnA.6.,Lollar. ILIICHTS PI ELMAUS I Gießen, Bahnhofstraße 34 ■■ Heute letzter Tag: Das Erbe in Pretoria 1 Ab morgen bis einschließlich Sonntag: In goldenen Ketten I van ecfilm ?er amerikanischen Filmproduktion in S«±r,Sl?Th?- ~ Pie beliebtesten und schönsten rilmschauspieler Amerikas Joan Gravford und Clark €table spielen die Hauptrollen in einem Film, der die „iSREL-i?'er amenkaniSchen Gesellschaft, das Leben fn Hord eines Luxusdampfers, eine eigen- artige und interessante Liebesgeschichte und nicht zu- ™tzli™nen Ttr!sclher"?,en Humor bringt, der diesen Füm zu einem wirklichen Vergnügen macht. Im Beiprogramm: Laurel und Hardy auf der Walze ein reizendes Lustspiel sowie Kulturfilm und Ufa-Ton-Wochenschau. 4600a Anfangszeiten: 4, 6 und 8.30 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr. S- tr Uli rul lei ba bei feff wiii 33er1 Hiu Da ein der Ka tril nie Hal Hel Ich rei eig ein hat Das ffie Oi We Gel wih W poli pro Gei 20 inn iche die! we> flef An feg ror unö bau Ma W N chosli der ■ len, reizo von den lehr bäh' lerr ern Fie lant til(f) laus lige aus ges' 3ir ins irtti lich Kot nat Tai Fü lich feil uni feil Br ba fei HO nie sen So felr fiet der teil: scher illus Wie Gri, als von Wie bch Äe, fati De Sei ne: al° Ne kar her vor Icho bar kan Sch wie lieg etnt toet ihz voi tt)e Mittwoch, 7.AugustM5 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Nr.l82 Dritter Blatt Kür den Büchertisch. Epische Dichtung reich entgegenkommt, tung ihre Gestalten < —y— Bücher für die Frau IMe-Briefe Erlebnis der Tiaiur Kultur der Griechen — I o van Ammers-Küller. Bedeutende Frauen der Gegenwart. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (205) — Zehn Frauenbildnisse, die jedes in sich eine besondere Welt von Kampf, Tatkraft und Erfolg verkörpern, jedes auf einem andern Gebiet des kuturellen, künstlerischen aber sozialen Lebens, jedes ein Sinnbild für viele als Sachwalterin einer Idee, als Kämpferin für ein hohes Ziel, als Phänomen künstlerischen Buch besonders anheimelnd. Wer wandert, wer wenigstens Sonntags ins Freie geht, der tut es nach der Lektüre dieses Buches mit anderen Augen. Er sieht und — hört tausend Dinge, die ihm bisher verborgen blieben. Und ist dankbar und froh. — Bruno Melissen Haken: Herrn Schmidt sein Dackel „Haidjer". Mit 86 Federzeichnungen und farbigem Einband von Hans Speidel. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Berlin. Geb. 3,20 Mark. — (173) — Dies ist die Komödie zwischen Herrn und Hund, und es ist zugleich auch die liebenswerte Komodie eines stillen Lebens draußen in der Lüneburger Heide: zwischen Herrn Schmidt und Frau Schmidt und dem dritten im Bunde — „Haidjer", dem rauhhaarigen Rabautzerdackel, der zur kleinen Familie und zum kleinen Schicksal gehört. Ein Buch unter vielen Büchern, anspruchslos und unehrgeizig, von den kleinen, ganz kleinen Freuden, von den unwichtigen, ganz unwichtigen Dingen, von den harmlosen, ganz harmlosen und nebensächlichen Dingen unseres Lebens und unserer Alltage — die doch so große Wichtigkeiten, so große Freuden, so große Hauptsachen für uns alle sind, wenn wir es recht bedenken. _ Der indirekte Löwe und andere Tiergeschichten. Don Otto P a u st. 128 Seiten. Brosch. 2 60 Mark, Leinen 3,60 Mark. Brunnen-Verlag. Willi Bischoff, Berlin. - (171) - Wie die Maus Friederike durch eine Notlüge den Kater Weißbart los wird, der sie schon packen und fressen will, wie der Dackel sich für einen Bruder des Löwen halt, wie die Fliege Cornelia nicht überwintern, sondern lieber Eier legen und dann selig sterben will, rote die Schnecke sich unüberfahrbar dünkt, wie der ausgehungerte Wolf Bonifacius an den Trog im Schweinestall gerät, wie das Kälbchen Genoveva seiner klagenden Mutter Kuh entrissen und zum Schlachthof geschleppt wird, wie die Spinne Eulalia Dielbein die Fliege heranlockt und sonst alle riet wird hier in anspruchslos unterhaltenden Plaude- überzeugende und, soweit es sein kann, auch erschöpfende und umfassende Weise gelungen sei. Hier ist der Begriff der Kultur groß und wettschtchttg gefaßt, und wer, betrachtend und lesend, an Hand dieses Werks in das Wesen des griechischen Altertums einzudrinqen sich bemüht, wird nicht nur unterrichtet über Dichtung, bildende Kunst und Musik, über Religion und Philosophie, nicht nur über Pindar und Homer, über Plato und Aristoteles, sondern etwa auch über Staatssormen und äußeres Leben, über Sport und Geldwesen, über die Stellung der Frau, über Trachten und Familiensitten, über Gastmahler und Märkte. Diese Darstellung Scheffers wird mit großartiger Anschaulichkeit und Eindringlichkeit begleitet, belebt und vertieft durch den anschließenden Bilderteil, der in vortrefflich ausgewählten und zusammengestellten, hervorragend wiedergegebenen Kupfertiefdrucktafeln ein wundervolles Bild hellenischer Kultur vor dem Beschauer entrollt. Der bibliographische Aufriß, Anmerkungen, Register und eine große Uebersichtskarte von Altgriechenland geben . dem Leser willkommene Hilfen und erleichtern ihm — Rainer Maria Rilke: Briefe aus Mu zot. 1921 bis 1926. Herausgegeben von Ruth Sieber-Rilke und Carl Siebe r. 410 Seiten. In Leinen 7 Mk., in Halbleder 9 Mk. Insel-Verlag zu Leipzig, 1935. - (227) - Die Ausgabe der Briefe Rilkes, deren bisher erschienene Bande früher bereits an dieser Stelle angezeigt worden sind, muß als eine wesentliche Ergänzung seiner Werke, seines dichterisch-menschlichen Gesamtbildes gelten; diese Briefreihe findet ihre Krönung mit dem vorliegenden Bande, welcher eine Auswahl von Briefen aus den letzten Lebensjahren des Dichters enthält. Die Briefe aus dem kleinen schweizerischen Bergschlößchen Muzot, wo Rilke vom Herbst 1921 bis zu seinem Tode (1926) lebte, sind erfüllt sowohl vom Bewußtsein der dichterischen Aufgabe und Der- antwortung als auch vom lebendigen Austaufch und einer herzlichen Anteilnahme am Dasein der anderen, Gleichgesinnten und Befreundeten Die Briefe, die da geschrieben worden sind, sind fast alle mit einem außerordentlichen Anspruch und aus einer tiefen Verpflichtung niedergeschrleben, sind Ausdruck einer Geisteshaltung und einer Ent- Wicklung zur letzten Reife, die nicht Zufälliges oder Belangloses mehr äußert, die oft genug einen Brief zum Essai, zum kleinen Kunstwerk erhebt. Im einzelnen wäre etwa besonders hervorzuheben, wie hier und dort die Vollendung der letzten Arbeiten sich spiegelt; wie Rilke sich zu jungen Menschen äußert, die sich an ihn wenden; wie er — aus eine ebenso noble wie entschiedene Art — Kritik ubt; wie er sich zu der Kritik am eigenen Werk stellt; wie er über Zeitgenossen denkt; wie er gewisse Fragebogen beantwortet (sehr aufschlußreich!) und ganz zuletzt, wie er, unendlich schmerzhaft erkrankt, das unabwendbare Ende schon zu ahnen scheint. — Die Herausgeber haben auch dieser Sammlung nut Anmerkungen, Namenverzeichnis und Nachwort verständnisvoll die notwendige Rundung und Klärung verliehen; der Verlag hat den Band so vornehm und pfleglich ausgestattet wie alle vorhergehenden. y oder organisatorischen Wollens. Durch die persönliche Aussprache von Frau zu Frau entstehen Bilder von unmittelbarer Lebensnähe. Aus der Umwelt und dem Wirkungsbereich der Persönlichkeit wird das Lebenswerk gedeutet. Das Buch legt auf besondere Weise vom Streben der Verfasserin Zeugnis ab, die Frau als Mitgestalterin der Welt in hoher geistiger und sozialer Verpflichtung zu zeigen. — Frieda HauSwirth: Schleier vor Indiens Frauengemächern. 340 Seiten. Leinen 6,25 RM. Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zurich — (248) — Frieda Hauswirth beginnt mit einer Schilderung der Abschließung der indischen Frau und der damit zusammenhängenden beklagenswerten Mißstände, wie Kinderehen, Witwenverbrennung und dergleichen mehr. Die Lage der indischen Frau war bis in die letzte Zeit beklagenswert und übte eine unheilvolle Wirkung auf das ganze indische Leben aus. Die Ursachen erblickt Frieda Hauswirt im System der Abschliehung und im Bramah- nentum. Sie schildert die Auswirkung aus die Frauen selber, auf die Einstellung der Männer, auf die Familie, die Erziehung und die Politik. Dann aber beschreibt die Verfasserin auch die erstaunliche Erhebung, die im Laufe der letzten Jahrzehnte erfolgte. Die Tatsachen sind ermittelt von einer Frau, die selber mitten drin steht in dem Leben, das sie schildert. — Sophie la Roche, die Großmutter der Brentanos. Don Dr. Werner Milch. 269 Tertseiten und 24 Bildseiten. Preis Ganzleinen 5,40 Mark. Societäts-Derlag Frankfurt a. M. — (221) — Hier wird das Leben einer klugen und ungewöhnlichen deutschen Frau geschildert und im Rahmen aller Zusammenhänge und vielfältigen Beziehungen zu einem fesselnden Zeitbilde erweitert. Sophie la Roche, die Jugendfreundin Wielands, die Verfasserin des ersten deutschen Frauenromans, die kluge Gefährtin ihres Mannes in dem diplomatischen Spiel geistlicher Höfe hält die Fäden eines schöngeistigen Kreises zusammen, dem Goethe ebenso angehört wie Schiller, die Brüder Jacobi und Grimm, Herder und Wieland, Lenz und Merk. Was ihre Zeit bewegte, bewegte auch sie, die rastlos Tätige, Anregende, selbst Schaffende. Bis der Kreis sich schließt und Bettina Brentano auf die Geschichten lauscht, die ihr die Großmutter vom Glanz und von der Fragwürdigkeit des großen Lebens erzählt. — Curt Strohmeyer: Meister Bok- 5 tert, ber Herr d e r Wasserburgen. Mit i 40 Aufnahmen. Preis in Ganzleinen 5 Mk. Der- i lag Ullstein, Berlin. — (127) — Am mittleren Lauf < der Elbe zwischen Magdeburg und Aken befindet 1 sich ein Urroaldgebiet, wie es inmitten der deutschen Kulturlandschaft eine große Seltenheit ist. Und ( nicht minder selten sind seine Bewohner: die Biber. : Wir kennen dies ungewöhnliche, in Europa fast , ausgestorbene Nagetier, das wie ein Fisch die ; Kunst des Schwimmens beherrscht und dessen : Lebenselement das Wasser ist, fast nur aus den amerikanischen Jäger- und Trapperromanen unserer Kindheit. Nun wird uns dieses sagenhafte Tier, dessen kostbarer Pelz der Existenz ferner Art so verhängnisvoll geworden ist, von einem ebenso feinsinnigen Naturbeobachter wie Schilderer in einem besonders prächtigen Exemplar, dem Meister Bockert vom Hardegsee, vorgeführt. Das Lebensschicksal eines deutschen Bibers inmitten der wild- wüchsigen deutschen Wald- und Wasserlandschaft in ihrer grandiosen Einsamkeit und Unberührtheit, rote sie sich samt ihren Bewohnern nur den Auserwahl- ten unter den Jägern erschließt. Strohmeyer, der chon Elch und Wisent uns in fesselnden Buchern nahegebracht hat, hat den überaus scheuen Biber belauscht, wie er sein Gebiet durchstreift, eine Familie gründet, Wasserburgen baut und große Dämme zur Regulierung des Wasserspiegels und damit zum Schutz seiner Unterschlüpfe Auch andere Tiere kreuzen seine Fährte: Fuchs und Igel, Mich- reiher und Eule, Wildente und Rohrdommel, Dachs und Reh, aber leider ab und zu auch em hab* gieriger Mensch, obwohl Förster und Gendarm gerade hier im Urwald mit seinem geschützten Getter den Wilderern scharf auf die Finger sehen. Die prächtigen Bilder zeigen die urwüchsige Landschaft und das Treiben ihres seltsamsten Bewohners, sie ergänzen die anschauliche, von echter Naturliebe und feiner Beobachtung zeugende Schilderung Strobmeyers. „ . . „T-6" — EgonvonKapherr: Hinnerk M u m° mel. Eine Hasen- und Menschenge- schichte. Mit 33 Abbildungen nach Ortginalaus- nahmen von Hermann Fischer, Braunschweig, u a Preis broschiert 3,60 Mk., in FaroUnleinen 4 80 Mk Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin SW 68. __ (199) — Bei einer Umfrage in den Volksschulen von Neuyork stellte es sich.heraus daß mehr als die Hälfte der Kinder nie em Pferd gesehen hatte Nur Autos. In unseren deutschen Großstädten ist die Tierwelt zwar noch nicht so ausgestorben, aber eine Naturoerbundenheit wie in den Zetten unserer Eltern gibt es auch bei uns nicht mehr. Wie mit tausend Armen werden wir wieder zur Mutter Natur hingezogen, wenn wir sie so sehen, wie sie uns in Kapherrs „Hinnerk Mummel" gezeiH wird. Es ist die knapp drei Jahre umfassende Lebensge- schichte eines Hasen, eine so köstliche Geschichte, daß man gleich hinaus auf Entdeckungsfahrt gehen und H Reto und Wald und Wiest alles beobachten möchte was Kaph-rr st lebendig Mdert Schnepfe. Eichhörnchen. Specht, Amerst. Fuchs, Zaunkomg, Igel Storch, Schmetterling, Keiler, Reh, 3'E9en‘ melier Karnickel, Lerch-, Maus, Bujstrd und Dutzende anderer Tiere Häufchen mtr m ihrem ^nmilienleben auf ihren Ratsver ammlungen, bei k-r Jagd um da! tägliche Brot, auf der Fluch, vor den Zweibeinern, di- aus langen Rohren den knallenden Schmerz" entsenden. Auch Daum und Strauch und Halm, auch Fluß und Graben und Tümpel bekommen Seele. Das gelegentlich elnge- ! streute Plattdeutsch der Haj-njprach- macht das reien erzählt. Reifen und Abenteuer. , — BestieIchinMeriko. Wahre Erlebnisse von Ernst F. L ö h n d o r f f. (Verlag Karl Schünemann, Bremen.) - (293) - In diesem fesselnden Buche schildert der Verfasser sein Schicksal m der mexikanischen Revolution. Fünfzehn Jahre ist er alt, als er in einem kleinen Hafen Mexikos seinem deutschen Segler, mit dem er die Ueberfahrt gemacht hat, ausrückt. Hier in Mexiko wütet die Revolution. Er wird Plantagenarbeiter, Verwalter, ßabenbtener, Holzfäller unb Küstenschiffer, er leibet Schiffbruch und wankt, krank, in die Hafenstadt zuruck. Da er bei feinen Volksgenossen keine Unterstützung findet, wirft er sich den indianischen Revolutionären den Baquis, in die Arme. Mit diesen wilden Bergsohnen kämpft er, wird Hauptmann, Vertrauter des Revo- lutionshelden Ponchos Villa, zieht nut diesem in Mexiko-City ein, wird Major unb ist babei -- 20 Jahre alt. Schließlich wendet sich aber das Blat; Villa wird geschlagen und muh fliehen. Lohndorff bleibt bei ihm, zieht sich zunächst mit einigen Ban- biten in bie Berge zurück, um später an ber amen- konischen Küste als angeblicher Pirat von einem amerikanischen Hilfskreuzer gefangengesetzt zu wer- den — Das ist etwa ber Rahmen ber Ereignisse dieses Buches, ein Rahmen, ber ausgefüllt ist von unglaublichem Tempo unb atemberaubenbem Geschehen. • Politik und Geschichte ! — R H Bruce Lock hart. „Als Diplomat, I Bankmann unb Journalist imNach- kriegseurop a." Deutsche Derlagsanstalt, Stutt- 1 gart — (196) — Der Verfasser ist ein junger eng- 1 (Heber Diplomat, ber uns schon in einem früheren ' Memoirenbuch einen Blick hinter die Kulissen ber • russischen Revolution hat tun lassen. Nach Beenbi- gung seiner Mission in Rußlanb, b. h. ber gewaltsamen Entfernung aus Petersburg burch die Bolschewiken wirb er britischer Hanbelsattachö in Prag unb erlebt nun als unmittelbarer Zeuge ben Auf- bau der jungen Staaten auf den Trümmern der zerschlagenen Donaumonarchie mit. Er kommt mit allen damals unb zum Teil auch heute noch maßgeblichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ber Tschechoslowakei in persönliche Beziehung und gibt in der uns schon aus seinem ersten Buch her bekannten, sehr offenherzigen unb anschaulichen Art ein reizvolles, an nachhaltigen Eindrücken reiches Bild von dem Werden der Gesellschaft und dem Werden des Staates in der alten unb boch nun wieder sehr jungen tschechischen Metropole. Lockhart bleibt babei nicht an ber Oberfläche hasten, so buntschil- lernb biefe auch gemalt wirb, wir lernen auch die ernsten Schwierigkeiten des Neubaues kennen, die Fieberkurven des Jnflationswahnsinnes unb bie langsame Konsolibierung. Lockhart hat zu viel keltisches Blut in sich, um bas für bie Diplomaten- laufbahn notroenbige Sitzfleisch zu haben. Kostspielige Passionen, in einer Zeit hemmungslosen Sich- auslebens und schwankender Geldwerte besonders gefährlich, stürzen ihn in immer neue Schulden. Zum Zweck einer großzügigen Sanierung sattelt er ins Baukfach über und bereift als Experte eines internationalen Bankentrusts den Balkan. Schließlich landet er als Journalist beim Beaverbrook- Konzern. Und hier ist er feiner ganzen Begabung nach endlich an der richtigen Stelle. Was feinen Tatsachenbericht so en sprechend macht unb aus der Fülle ähnlicher Bücher heraushebt, ist bas Perfom liche, bas Menschliche, ber Freimut, mit bem er sich selbst wie bie anberen schildert, die Liebe zur Natur und schließlich bie Angelpassion, ber er viele Tage seines Lebens unb fast ebenso viele Seiten seines Buches geroibmet Für einen interessanten Forellenbach hat er bie größten biplomatischen Schwierigkeiten unb bie längsten Anmarschwege in Kauf genommen. Er plaubert darüber so enthusiastisch, daß nicht nur Fachleute des Angelsports gerade an die- | sen Schilderungen ihre reine Freude haben werden. So ist es alles in allem wieder ein ungemein fes- ! selndes Buch, das so anschaulich wie wenige die fiebernden Nachkriegsjahre festgehalten hat. —e. — Georg Schwarz: Der Diamantenherzog. Geschichte eines Prätendenten. Frunbsberg Verlag EGmdH., Berlin SW 11. Preis in Ganzleinen 3,70 Mark. - (217) — Es ist ein sonderbarer „Held", dieser späte Weifensproß, Sohn des berühmten Herzogs von Oels, ber mit seiner schwarzen Schar ben Freiheitskampf gegen Napoleon entfesseln zu können glaubte, bann aber nach bem den- würdigen Husarenritt quer durch Deutschland in Die Verbannung gehen muhte. Der Sohn ist tn allen Zügen eine Karikatur des bewunderungswürdigen Vaters, und man sieht eigentlich nicht die Grunde ein, ihn aus der wohlverdienten Vergessenheit wieder hervorzuholen. Denn es ist ja nicht so, daß Karl von Braunschweig lediglich ein Opfer der Intrigen seines englischen Vormundes, des berüchtigten vierten Georg geworden ist. Schlechte Erziehung hatte gewiß viel verdorben, aber seine Selbstuber- heblichkeit unb Herrschsucht, bie ihn ben kleinen deutschen Tyrannen des 18. Jahrhunderts würdig gnsse- reiht hätten, waren nach den Befreiungskriegen selbst in ber Aera Metternich unerträglich. Sein eigenes Verhalten machte diesen mißratenen Sproß eines ber ältesten unb stolzesten deutschen Fürstenhäuser in seinem angestammten Lande unmöglich. Das eigene Volk entledigte sich dieses unwürdigen Welfen und berief feinen Bruder Wilhelm zur Re- gierung. Ein skrupelloser Abenteurer zieht in die Welt hinaus, überall mit feinen unermeßlichen Geldmitteln Konspirationen anzettelnd und wahn- wißige Pläne schmiedend, die ihm mit ausländischer Hilf/ wieder jur Macht o-rh-ls-n stll-m Aber d,° politische Entwicklung ging über ihn hmweg. Das protzige Monument Brunswick am 2uai Wilson in Genf das ihm die Stadt für eine SrbfMt non 20 Millionen Franken errichten mußte, halt die Erinnerung an eine ber trübsten Seiten im Buch beut- scher Fürstengeschichte wach. Ein Prozeß, ber in diesen Tagen ein Nachkomme des D'amant^herzog wegen dieser Erbschaft gegen bie Stadt Genf an gestrengt unb verloren hat, war wohl der äußere Anlaß zu diesem Buch, das aus der Geschichte die- ses dunklen „Helden" einen regelrechten Sensatwns- roman gemacht hat. Gustav Walbt: Saurin. Epische Dichtung. Lebensweiser-Derlag Gettenbach bei Gelnhausen 1934. Preis brosch. 3,50 Mark, geb. 5,00 Mark. — (251) — Können mir heute noch ein Epos lesen? Das Maschinenzeitalter hat uns bie Ruhe unb Spannung zerrissen, bie eine schwingende Handlung und weitgespannte Verse von uns oer- langen. Wir beginnen, uns unseres Verlustes bewußt zu werden. Hier ist ein Buch, das uns hilfreich entgegenkommt. Wer hört, daß diese Dichtung ihre Gestalten aus b% deSgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 Bagdadbahn-Anlethe Gchlußl. Abend« börse Schlußt Mittag» börse Kokswerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohle« Rhetnstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth Grihner ............. Mainkraftwerke Höchst 0.DU. vadde°tschersL?..7.^ Jugoslawien. OSIo..... : Wie« Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Neuyork.... 9,75 9,4 9,5 11,75 29 1,55 9,75 9,5 9,5 9,25 9,5 11,4 28 1,5 9,5 9,13 9,5 11,5 ... O ... 6 ... O ... O ... O .. 18 63,39 81,20 33,80 Buenos Aires 0 rüffel..... Rio de Jan. . Softa...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... 100,4 97,75 Belgische Noten.... ...... Dänische Noten ................. Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilltog Rumänische Noten ......... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten 96,5 101,05 96,5 101,25 Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas....... Daimler Motoren.... Deutsche Linoleum. .. Qrenstein K Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Ehade.............. Acrumulatoren-Fabrü Eontb-Gumml....... .... 12 8/, .....O .....O 6 .....6 1Yi 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechlen ............. 4*/i% Deutsche Retchspostschatzan' Weisungen von 1934, I 6% ebem.8% Hess. Volksstaat 1929 trückzahlb. 102%) ........... 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 vberhessen Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mtt AuSlos.-Rechten 4 ehem.S% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 2,45 41,92 55,02 12,29 16,42 168,09 19,54 61,7t 4% Oesterreich« che Goldrente.... 4,20% Oesterreichliche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL 94 I 93,5 I 94,5 I 121 121,25 - 135 1 135 1 -I ij£% ehem. 4yt% Franks. Hyp.- Vank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6%% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. .... Rütgerswerke . ...... .. 4 Metallgesellschaft..... 4 Zranksurt a. M. Berlin Schlußkurs Gchlußl. Abendbörse Schlußkurs Schluß». Mittag, börse Datum 5.8. 6.8- 5.8. es- Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß, kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 5 6- 6.8. 5.8. 6.8. 4% desgl. Serie 11 ............ 11-75 6,4 8,1 4,925 39,5 17,65 19,4 87,75 117,5 90,4 91 91 188 39,75 140 117,25 135,75 109,25 129,5 140,25 135,5 128,75 184,65 137 107,5 114,5 117 105,65 175 133 102,5 93,13 11,5 6,25 8,13 5,13 39,9 17,13 19,13 88,75 118 90,5 91 91 188,5 40 141,13 117 137 109,5 130 140 135,5 128,75 185,75 136 107,25 114,13 117,75 105,13 175 132,5 102,5 93,5 6,25 5,05 39,8 17,65 28 19,5 88,25 117,75 90,5 91 91 188,5 39,75 139,9 117,25 135,5 109,75 129,75 140 135,5 129,13 184,5 136,5 108 114,25 117,25 105,13 177,5 133,25 103 93,25 12 6,05 8,13 5,1 40 17,4 28 19 88,65 118,75 90,75 91 91 188,5 40,25 140,75 117,5 137,25 109,9 129,9 140 135,5 129,25 186 136 107,5 114,25 118 105,13 175 132,5 102,75 93,5 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4tz%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2^% Anatolier.............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hambucg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 2l.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................vt A.E.G....................... ffileltt. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... ey. Felten L Guilleaume.........0 Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Llektr........... Schuckert L Co............... 4 Siemens & Halske............7 LahmeyerLEo.............. 7 Buderus ............ 0 Deutsche Erdük......... 4 Gelsenkirchen«............ q Harpener.................... Hoesch Eisen-Kölo-Neuesie» .. 0 Zlse Bergbau ...............< Ulfe Bergbau Genüsse........4 Klöcknerwerke ............ Mannesmann-Röhre»........ O • 0,667 0,663 41,93 41,88 0,141 0,139 3,053 3,047 54,89 54,86 47,035 46,92 12,30 12,285 5,42 5,415 16,455 16,41 168,42 167,83 20,37 20,33 0,724 0,724 5,696 5,684 61,79 61,75 49,05 48,95 11,15 11,14 63,38 63,34 81,26 81,11 34,08 34,02 10,31 10,285 — 2,480 Banknoten. 2,478 Berlin, 8. August Geld