Nr.131 Erster Blatt 185. Zahrgang §rettag,7.Zunil935 Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener < Familienblätter Heimattm Bild - DieScholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt ^ernsprechanschlüsie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps.,FamiIienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B DieMarmevMwocheinKiel 23omll.btel6. Juni 1935. Don Kapiianleutnani A. Wolf, ^eichskriegsministerium. Im Buch des deutschen Schicksals ist die Geschichte deutscher Seegeltung ein Kapitel, das, wie kaum ein anderes, die tragischen Folgen der jahrhundertelangen tiefen Zerrissenheit des Volkes, des Haders, der Mißgunst seiner Fürsten und Machthaber, der Kleinstaaterei und des Mangels an politischem Sinn aufzeigt. Das Auf und Ab in der macht- und wirtschaftspolitischen Entwicklung Deutschlands wird hier besonders deutlich offenbar. Hatten weitblickende Männer in kühnem Griff die Hand nach den Reichtümern der Welt, deren Meere ihre Schiffe befuhren, ausgestreckt, so fehlte ihren Nachkommen der Blick für die Weite; sie ließen in kleinlicher Schwäche und Uneinigkeit verkümmern, was Großes geschaffen und erkämpft war. So zerfiel die Hansa nach über drei Jahrhunderten der Blüte, so zerbrach des Großen Kurfürsten mühsam geschaffenes Werk, Brandenburgs Flagge verschwand von der See. Auch Preußens Flotte kam über die ersten Anfänge nicht hinaus, die B u n d e s f l o t t e um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde nach wenigen Jahren ihres Bestehens wieder aufgelöst. Es fehlte der einheitliche Wille und die Kraft eines in sich geschloffenen Volks. Indessen teilten die anderen Seemächte die Welt und sicherten sich Niederlassungsrechte und Kolonien. Erst die Reichsgründung ließ auch das deutsche Volk den Blick wieder nach draußen wenden. Wieder begann der Seehandel zu blühen, die wachsende Bevölkerung, die rasche industrielle Entwicklung, die kolonialen Erwerbungen führten das junge Reich in immer stärkerem Maße aufs Meer. Der ungeheure Aufschwung des endlich geeinten Volkes zeigt eindringlich, was Tatkraft und Wille vermögen,' fügen die Kräfte sich erst zusammen. Diesem friedlichen Handel, den Kolonien, den weit über die Welt verstreuten deutschen Landsleuten galt es, Rückhalt und Schutz zu geben gegen Mißgunst und Uebergriffe der Andern. So entstand aus kleinen, von Preußen zäh und zielbewußt weiter entwickelten Anfängen die Kaiserlich deutsche Marine. Keine Schöpfung des Kriegswillens, keine Drohung an andere, sondern der selbstverständliche Ausdruck des Lebenswillens eines kraftvollen Staates, der, wie die anderen, fein Anrecht an den Gütern der Welt, seinen ihm gebührenden Platz forderte und zu behaupten gesonnen war ... Heute steht Deutschland wieder am Beginn einer neuen Epoche. Weltkrieg und nationalsozialistische Revolution haben, aufs tiefste einschneidend, das Gesicht des Reichs und des deutschen Menschen gewandelt. Adolf Hitlers Wille und Tat schlug über den Abgrund, in den das deutsche Volk, wie so oft in seiner Geschichte, zu versinken drohte, die feste Brücke. Nun steht im Dritten Reich die Nation. Wieder beginnt auf vielen Gebieten des deutschen Lebens die Arbeit von Neuem. Auch in der Wehrmacht. Denn erst die Wehrhoheit, die der mannhafte Entschluß des Führers wiederherstellte, gab ihr den Boden, der sie tiefe Wurzeln im Volke schlagen und wachjen läßt. Heute geht die ganze junge Mannschaft durch ihre Schule, stolz in dem Bewußtsein, die Waffe wieder führen zu können. Den heutigen Soldaten in seinem Dienst zu sehen, die Fülle seiner Aufgaben kennenzulernen, ist für jeden Deutschen, zumal nach IV2 Jahrzehnten erzwungener Wehrlosigkeit, selbstverständliches Erfordernis. Was indessen beim Heer und der Luftwaffe leichter ist, trifft für die Kriegsmarine nicht im selben Umfang zu. Fern der Küste, in der freien See, führt sie ihre Uebungen durch. Nur wenigen ist gelegentlich ein Emblick in den Dienstbetrieb an Bord vergönnt. Gerade die Aufgaben der Kriegsmarine sind es aber, die ebenso wie die des Heeres und der Luftwaffe, Eingang finden müssen in das Bewußtsein und Verständnis des deutschen Volkes. Denn jene Zett der Ohnmacht zur See, die durch Jahrhunderte hindurch zum Schaden einer freien und gesunden Entwicklung sich auswirkte, darf nicht wiederkeh- ren. Seegeltung aber kann nur gedeihen, wenn sie getragen ist vom Willen der Nation So ist der Entschluß des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raed e r, entstanden, durch eine M a r i n e v 0 l k s w 0 ch e dem Deutschen die Aufgaben und den Zweck der Kriegsmarine näherzubringen. Schutz der Küsten und Seegrenzen Sicherung der Seewege, des gesamten Seehandels, msbeson- dere der lebenswichtigen Zufuhr, fmb bte Aufgaben i m Kriege. Aber auch im Frieden stellt die Aufrechterhaltung der Verbindung mtt den Ausländsdeutschen, die Festigung und Stärkung ihres Ansehens in den Gastländern, die Vermittlung eines wahrheitsgetreuen Bildes von den Lebensverhältnissen im nationalsozialistischen Deutschland eine besondere wichtige Aufgabe dar. Daneben obliegt der Kriegsmarine der Dermessungs- dienst in heimischen und außerheimischen Gewässern, der Fischereischutz, die Beteiligung an der Befeuerung und Betonnung der Seewasserstratzen, an allen Fragen des Wetterdienstes u. a. m. Einen Querschnitt durch dieses Aufgabengebiet unter starker Berücksichtigung des Dienstes an Boro selbst gibt die Marinevolkswoche. Die deutsche Flotte wird zu diesem Zweck mit wenigen Ausnahmen in Kiel sein, u. «. das Flottenflaggschiff, Linienschiff „Schleswig - Holstein , die Panzerschiffe „Deutschland" und „Admiral Scheer^, die Kreuzer „Königsberg", „Köln" und „Leipzig , ferner Torpedoboote, Schnellboote, Minensuchboote und das Segelschiff „Gorch Fock". Alle Schiffe imd zur Besichtigung freigegeben Laval stellt heute dem Parlament sein Kabinett vor. Oie Regierungsbildung endlich gelungen.—Oie Nadikalsozialisten schwenken ein. Paris, 7.3unl (DJtB.) Donnerstag nachmittag wurde bekannt, daß P i e t r i auf den Auftrag der Kabinettsbildung verzichtet hat. Nachdem auch der Vorsitzende der radikalsozialistischen Kammergruppe D e t b 0 s es abgelehnt hatte, die Kabinettsbildung zu übernehmen, wurde Pierre Laval erneut ins Elysee berufen. Laval erklärte: Der Präsident der Republik hat mir erneut die Regierungsbildung angeboten. Angesichts der ernsten Lage habe ich nicht geglaubt, mich diesem Auftrag entziehen zu können. Ich werde also die Regierung bilden. Kur; vor 3 Uhr früh hat Ministerpräsident Laval sein Kabinett gebildet, das sich wie folgt zusammenseht: Ministerpräsidium und Auswärtiges: Laval (Senator, parteilos). Staatsmlnifter: h e r r i 0 t (Abgeordneter, Radi- kalsozialift), Marin (Abgeordneter, Republikanische Vereinigung), Alandln (Abgeordneter, Llnksrepublikaner). Justiz: Berard (Senator, Richtung Marin). Inneres: Paganon (Abgeordneter, Radikal- sozialist). Kriegsminister: Oberst Fabry (Abgeordneter, Mittelrepublikaner der Richtung Tardieu, und Vorsitzender des heeresausschusses der Kammer). Kriegsmarine: P i e t r i (Abgeordneter, Linksrepublikaner). Luftfahrt: General Dena in. Handel: Bonnet (Abgeordneter, Radikalfozialist). Finanzen: Marcel Regnier (Senator, Radikal- soziallst). Unterricht: Marcombes (Abgeordneter, Radikalsozialist). Oeffentliche Arbeiten: Laurent-Eynac (Abgeordneter, Radikalfozialist). Kolonien: R 0 l l i n (Abgeordneter, Radikal- sozialist). Handelsmarine: Roustan (Senator, Radikal- sozialist). Arbeitsminister: F r 0 s s a r d (Abgeordneter, ftüh. Altsozialist). Pensionen: Maupoil (Abgeordneter Radlkal- sozialist). Landwirtschaft: Chatala (Abgeordneter, Radi- täte Linke), der gleichzeitig die elsaß-lothringischen Angelegenheiten mit verwalten wird. Oeffentliches Gesundheitswesen: Lafond (Abgeordneter, Neusozialist). Postminister: Mandel (Abgeordneter, unab- hängig). Lavals drittes Kabinett. Heute bereits Regierungserklärung in der Kammer. Paris, 7. Juni (DNB. Funkspruch). Das Kabinett Laval ist das dritte, das der bei keiner Partei eingeschriebene Senator gebildet hat. Seine erste Regierung leitete er als Ministerpräsident nach dem Sturz des Kabinetts Steeg vom Januar bis zum Juni 1931. Als im Juni jenen Jahres Paul D 0 u m e r zum Präsidenten der Republik gewählt wurde, überbrachte Laval, dem in Frankreich geltenden Brauch entsprechend, dem neuen Staatsoberhaupt den Rücktritt seiner Regierung. Laval wurde ersucht, weiter im Amte zu bleiben, und konnte sein zweites Kabinett bis zum 16. Februar 1932 durch allerhand innerpolitische Klippen hindurchsteuern, bis ihn in einer Jnterpellationsdebatte im Senat das Schicksal ereilte. Seitdem hat Laval fast ununterbrochen einen Ministerposten bekleidet. Das Außen amt übernahm er nach dem Tode Barthous im Oktober 1934. Das jetzt gewählte Kabinett Laval ist das 99. der dritten Republik und das zehnte der laufenden Legislaturperiode. Es besteht aus vier Senatoren und sechzehn Abgeordneten. Dreizehn Minister gehörten bereits der kurzlebigen Regierung Bouisson an. Neu eingetreten sind Flandm, Bsrard, Fabry, Bonnet Retznier, Marcombes, Maupoil und der erst nachträglich zum Unterstaatssekretär berufene B l a i s 0 t (Richtung Marin), der die ursprünglich dem Landwirtschaftsminister C a t h a l a zugedachte Vertretung der elsaß-lothringer Angelegenheit übernimmt. Das neue Kabinett hat im Elys 6 e, nachdem es dem Präsidenten der Republik seinen Antrittsbesuch gemacht hatte, bereits im Laufe der Nacht eine Art M i n i st e r r a t abgehalten, in dem die Richtlinien der Regierungserklärung besprochen wurden. Für heute, 17 Uhr, ist ein förmlicher Minister rat anberaumt, in dem die Regierungserklärung, die um 18 Uhr im Senat und Kammer zur Verlesung kommt, ihre endgültige Fassung erhalten soll. Laval verkündet ein Programm der Einsparungen nnddesFrankenschntzes. Sie presse prophezeit eine große Paris, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die! Presse ist der Ueberzeugung, daß die neue Regierung, die heute nachmittag vor das Parlament tritt, sich wird durchsetzen können. Der U m - schwung in der Haltung der Radikalsozialisten hat nach allgemeiner Ansicht die Aufgabe Lavals wesentlich erleichtert. Gut unterrichtete Kreise wollen erfahren haben, daß Laval Vollmachten verlangen werde, die aber a u f d i e Verteidigung des Franken beschränkt und gegen die Spekulation gerichtet sein sollen. Die Regierung werde, schreibt „Oeuvre", nur bis zum 31. Oktober auf dem Verordnungswege Maßnahmen ergreifen und sie noch vor Ablauf des Jahres dem Parlament zur Ratifizierung unterbreiten. Außerdem soll das Parlament nicht vorzeitig in die Ferien geschickt werden, jedoch ist dabei der Vorbehalt gemacht, daß Laval Jnterpellationsaussprachen nur für wirklich wichtige Fragen annehmen wird. „Echo de Paris" veröffentlicht folgende Erklärung Lavals: Die Art der Vollmachten, die ich beantrage, erlaubt es mir, nach meinen Besprechungen mit den verschiedenen politischen Gruppen und besonders mit den Radikalsozialisten a u f eine breite Mehrheit zu rechnen, die sich der Notwendigkeit bewußt ist, umfangreiche Einsparungen vorzunehmen. Nur wenn die Regierung eine energische Deflation durchführt, kann sie die Fi- Mehrheit für das neue Kabinett. nanzen sanieren. Die Opfer, die die Gemeinschaft wird bringen müssen, werden weniger drückend und besser verteilt sein, als die Opfer, die zwangsläufig mit einer Währungskrise verbunden sind. Die Regierung der zum handeln bereiten Union, die ich gebildet habe, ist entschlossen, alles ins Derk zu sehen, um die Spekulation gegen den Franken zu brechen und unsere Währung zu retten!“ In diesem Sinne wünschen die meisten Blätter Laval Erfolg. „Die Nation brauchteine starke R e g i e r u n g", schreibt u. a. die radikalsozialiststche „Republique". „Die Oeffentlichkeit verlangt sie, und das Parlament würde unverzeihlich handeln, wollte es Widerstand leisten." Das „Petit Journal" erwartet von den Fähigkeiten, die Laval als Außenminister entwickelt hat, einen wohttuenden Einfluß auf die innerpolitisch durch Intrigen gekennzeichnete Lage. Stärker als alle Doktrinen und Theorien habe die Not, die als Mutter der Völkergeschichte gelten könne, Donnerstagabend gesiegt, so daß Pierre Laval die fast einmütige Zustimmung der radikalsozialistischen Gruppe habe erlangen können. Unzufrieden mit der Wendung, die die Dinge genommen haben, ist die Sozia- listische Partei, deren Führer Blum im Parteiorgan „Populaire" die Behauptung aufstellte, daß man um die Auflösung der Kammer doch nicht herumkommen werde, aufgeschoben sei nicht aufgehoben. Heue Persönlichkeiten um Laval. Der neue Ministerpräsident stammt aus sehr bescheidenen Verhältnissen. 1883 wurde er als Sohn eines Häuslers in der Auvergne geboren. Er kommt um die Jahrhundertwende auf die Rechtsschule in Paris und macht dann in dem Pariser Faubourg Saint Martin ein Advokatenbüro auf. Später wird er Gemeinderat in Aubervilliers, einer armen Vorstadt im Norden von Paris, deren Bürgermeister er noch heute ist. Seine Gemeinde sandte ihn 1914 in die Kammer. Dort saß er ursprünglich auf den Bänken der Sozialisten. Später führt ihn sein Weg in den Senat. 1925 wurde er das erstemal Minister. Als Arbeitsminister unter Tardieu gelang es ihm, den großen Textilarbeiterstreik von 1930 durch fein besonnenes Eingreifen beizulegen und einen Kohlenarbeiterstreik zu verhindern. Im Januar 1931 bildete Laval ein Konzentrattonskabinett der Rechten und der Mitte, in dem er von vornherein starken Einfluß auf die Außenpolitik nahm, obwohl fein Freund und alter Gönner Briand das Außenministerium behalten hatte. Seine Reisen nach Berlin und Washington sind noch,in aller Erinnerung. In seinem zweiten Kabinett übernahm er dann persönlich die Leitung der auswärtigen Politik. Auch den späteren Regierungen Tardieu und Doumergue gehörte er an. Nach Barthous Ermordung wurde er wiederum Außenminister und blieb dies auch im Kabinett Flandin. Von den neuen in das Kabinett eingetretenen Persönlichkeiten beansprucht der Finanzmini - ft e r Regnier wegen der bekannten finanziellen und währungspolitischen Schwierigkeiten Frankreichs ein besonderes Interesse. Rägnier ist kein un- Die feierliche Eröffnung am Abend des 11. Juni in der Nordostfeehalle in Kiel knüpft an die ruhmvolle Vergangenheit der Marine im Weltkriege an. Auf einer großen Weltkarte find alle Stellen verzeichnet, an denen deutsche Seeleute g e - kämpft und für Deutschlands Größe ihr Leben hingegeben haben. Namentlich werden die im Kampfe gesunkenen Schiffe aufgerufen und das Aufleuchten des Schiffsnamens gibt dem Beschauer ein eindrucksvolles Bild von der weltumspannenden Größe einstiger deutscher Seemacht. _ r.., Die folgenden Tage bringen Schauvorfuh- rungem vom Dienst an Bord, u. a. Ge- fechtsdienst an den Schiffsgeschützen, Torpedoschießen, Taucherübungen, Segelexerzieren, Flaggensignalisieren, Flugabwehr der Schiffe, Fahr- ubungen von Minenräumbooten, Mann über Bord- Manöver und Wettrudern sämtlicher Kriegsschiffboote. Ausstellungen geben einen Ueberblick über das Waffenwesen, den Schiffbau, die nautischen Wissenschaften und die Entwicklung der Maschinen- bautechnik auf Kriegsschiffen. Vorführungen un Land erstrecken sich auf moderne Jnfanteriegefechte, Uebungen von Kraftfahrtruppen und manches andere. Die Marinegeschichte findet ihren Ausdruck in wahrheitsgetreuen Nachbildungen alter Schlffs- einheiten, wie eines Wikingerfchiffs, eines kurbran- denburgifchen Schiffes, einer preußischen Fregatte. Großes Wecken in allen Stadtteilen Kiels und feierliche Flaggenparade auf allen Schiffen am Morgen und, täglich von Schiff zu Schiff wechselnd, der abendliche Zapfenstreich rahmen die Veranstaltungen ein. Der 15. Juni ist ein besonderer Tag. Außerhalb des Rahmens der auch an diesem Tage stattfindenden Vorführungen wird die Rückkehr des Kreuzers „Karsruhe" von feiner achtmonatigen Amerikareise festlich begangen. • Der 16. Juni steht im Zeichen der großen Truppenparade aller in Kiel versammelten Schiffsbesatzungen und Landmarineteile, die vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, abgenommen wird. Feuerwerk und Scheinwerferspiel der Schiffe beschließen am Abend des 16. Juni die Marineoolkswoche. Aber auch der in der Marine in großem Umfang gepflegte Sport kommt zur Geltung. Die 1, internationale Marinepokal-Segelwettfahrt, eine auf Anregung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine erstmals in Deutschland statt- findende Veranstaltung, vereinigt Offiziere der dänischen. holländischen, polnischen und schwedischen Marinen mit deutschen Seeoffizieren zu friedlichem Segelwettkampf auf der Kieler Förde. Die auf einer deutschen Werft erbauten Boote, die sämtlich der Starbootklasse angehören, werden unter die Teilnehmer verlost, die sich, beginnend am 12. Juni, um den noch zu Lebzeiten des Reichspräsidenten von Hindenburg gestifteten Pokal, der nunmehr als „Hindenburg-Erinnerungs-Pokal" ausgesegelt wird, bewerben. Die zweite große sportliche Veranstaltung sind die M a r i n e m e i st e r s ch a f t e n , die alle vier Jahre ausgetragen und während der Marinevolks- woche in besonders festlichem Rahmen durchgeführt werden. Schon dieser knappe Ueberblick mag genügen, um darzulegen, wie vielseitig das Programm ist. Es ist der Wunsch der Kriegsmarine, in diesen Tagen den zum Besuch kommenden Volksgenossen zu zeigen, wie ernst sie ihren Dienst, den Ehrendienst am deutschen Volke, nimmt und was in den Nachkriegsjahren an stiller, zäher Aufbauarbeit geleistet worden ist. Es ist ihre Hoffnung, daß die Eindrücke, die jeder einzelne mitnimmt, das Band zwischen Wehrmacht und Volk im Geiste der Schicksalsverbundenheit aller Deutschen noch fester knüpfen zum Besten des Vaterlandes. bekannter Politiker. Von Beruf Rechtsanwalt und vielseitig journalistisch tätig gewesen, wurde er 1903 in die Kammer und 1920 in den Senat gewählt. 1932 wurde er Präsident des Finanzkomitees der Autonomen Amortisierungskasse. Im Kabinett Flandin hat er den Posten des Innenminister bekleidet und in dieser Eigenschaft eine viel beachtete Besichtigungsreise nach Algerien und Tunis durchgeführt, und im Auftrag der Regierung die dortigen krisenhafte Zustände zu untersuchen. Regnier gehört der radikalsozialistischen Partei an. Er steht im 67. Lebensjahre. Ein markanter Kopf der neuen Regierung ist Kriegsmini st er Fabry. Von Beruf Offizier, war er 1916 und 1917 im großen Hauptquartier ein Mitarbeiter des Marschalls Joftr6. Seit 1919 gehört er der Kammer an. Unter Poincare und Fran?ois-Marsal verwaltete er das Kolonial- Ministerium. Dem zweiten Kabinett Daladier gehörte er als Minister der Landesverteidigung an, bis die blutigen Februar-Ereignisse 1934 ihn mit dem Kabinett zum Rücktritt veranlaßten. Er steht der Gruppe Tardieu nahe und hat als Vorsitzender des Heeresaus- s ch u s s e s der Kammer in Wort und Schrift für eine starke Heerespolitik geworben. Der neue Unterrichtsminister Marcombes ist Radikalsozialist. Von Beruf Arzt, hat er als Unterstaatssekretär in vielen linksgerichteten Kabinetten mitgearbeitet. Er zählt 58 Jahre. Der neue Justizminister Dörard ist eine als Rechtswissenschaftler und Gelehrter bekannte Persönlichkeit. Jahre hindurch war er der Sekretär Poincarös. Er war bereits öfter Unterrichtsund Justizminister und gehört der Acadömie Fran- ^aise an. Berard steht im 59. Lebensjahr. Ein unbeschriebenes Blatt ist der Pensionsminister M a u p o i l, der von Beruf Weinbergsbesitzer ist. Er wurde 1924 zum ersten Mal in die Kammer gewählt. Er ist 44 Jahre alt und bei den Radikalsozialisten eingeschrieben. Handelsminister Bonnet, geboren 1889, ist als Parlamentarier und Minister schon öfters hervor- getreten. Er ist überzeugter Radikalsozialist und hat verschiedenen Regierungen des Linkskartells als Handels- oder Finanzminister angehört. Protest der Steuerzahler gegen hemmungslose Ausgabenwirtschaft der Parteien. Paris, 7. Juni. (DRB.-Funkspruch.) Der Verband der Steuerzahler hat am Donnerstagabend die angekündigte Massenprotestversammlung in einem-, der größten Pariser Säle abgehalten. Tausende von Flugzetteln waren im Laufe des Tages durch Flugzeuge über der Hauptstadt abgeworfen worden. Eine Maschine, die auf dem Flugplatz Orly mit einer neuen Ladung von Flugschriften aufsteigen wollte, ist beschlagnahmt und der Flugzeugführer in Haft genommen worden. Die Blätter der marxistischen Front protestieren gegen diese Flugzeugwerbung mit der Behauptung, die Flugzeuge seien von den rechts st ehenden Verbänden g e st e l l t worden. Der Verband der Steuerzahler hat jedenfalls 4000 Personen auf die Beine gebracht, die folgende Entschließung angenommen haben: „Der Ernst der wirtschaftlichen und politischen Lage erfordert entschiedene Lösungen. Wir erkennen an, daß in einer geordneten Gesellschaft alle Bürger Steuern zahlen müssen, damit die Nation leben kann. Wir weigern uns aber, eine Politik zu finanzieren, die dazu dient, die Parteien zu unterhalten. Wir bitten den Präsidenten der Republik, dafür zu sorgen, daß die Autorität wiederherge- st e l l t, das parlamentarische Vorrecht, die öffentlichen Ausgaben zu beschließen beseitigt, der Haushalt durch Einschränkung der Ausgaben ins Gleichgewicht gebracht, die Währung gehalten und jeder Betrüger und Spekulation unerbittlich verfolgt werde." Wie Stanley Baldwins Kabinett vermutlich aussehen wird. Deutschlands Aufgabe in der Weltwirtschaft. Keichsbankpräsident Dr. Schacht begrüßt die Internationale Wollkonferenz. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Die 11. Internationale Wollkonferenz, die am 6. und 7. Juni in Berlin tagt, wurde in Anwesenheit zahlreicher in» und ausländischer Delegierter von dem Vorsitzenden der Internationalen Wollvereinigung Maurice D u- brülle eröffnet. Dubrulle begrüßte die zahlreichen Gäste und Delegierten, ferner den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der im Anschluß daran das Wort nahm. Dr. Schacht überbrachte die Grüße des Füh- rers und Reichskanzlers. Dr. Schacht verwies auf die ungeheure Unsicherheit, die in allen Ländern in die Wirtschaft hineingetragen worden sei durch die politischen Fehler der Vergangenheit. Er appellierte an die Delegierten, sich für die internationale wirtschaftliche Arbeit der be'^ teiligten Länder einzufetzen und damit das Ihrige zur Befriedung der Völker beizutragen. Internationaler Güteraustausch sei ohne Inanspruchnahme von Vertrauen und Kredit nicht möglich. Die übermäßige internationale politische Verschuldung, die ein Ueberbleibsel des Krieges sei, und die die Unmöglichkeit ihrer Bezahlung praktisch erwiesen habe, verhindere das Wiederin- gangkommen der internationalen Kreditmaschinerie und damit des normalen Güteraustausches. Wie ein vernünftiger Kaufmann seinem unverschuldet in Not geratenen ehrenhaften Schuldner Hilfe zur Wiederherstellung seiner Existenz und damit aur Verbesserung seiner Zahlungsfähigkeit angedeihen lasse, so müsse auch in den mternatio- nalen Schuldenbeziehungen verfahren werden. Das internationale politische Schuldengebäude müsse a b- getragen werden, bevor der internationale Handel wieder in Gang kommen könne. Man bewege sich zur Zeit in einem circulus vitiosus, in dem man Schuldforderungen einzutreiben sucht, die nur bei blühendem Geschäft bezahlt werden könnten, während andererseits das Aufblühen der Geschäfte durch dieses Schuldgebäude selbst verhindert werde. In Deutschland herrsche ein einheitlicher Wille von der obersten bis zur untersten Stelle und dieser Wille sei darauf gerichtet, durch die Störungen seitens der internationalen Politik nicht auch das innere Wirtschaftsgebäude zerstören zu lassen. Deutschland müsse sich mit dem Außenhandel so recht und so schlecht wie möglich abfinden, aber es richte sich im Innern so ein, datz d i e Arbeitslosigkeit beseitigt werde und Ruhe und Ordnung m der Wirtschaft herrsche. Diese unsere Politik auf Aufrechterhaltung stabiler wirtschaftlicher Verhältnisse und das Freihalten der deutschen Wirtschaft von den Erschütterungen, die heute durch die ganze Welt gingen, sei die größte Garantie für den privaten Geschäftsmann, der mit festen Faktoren und mit der Aufrechterhaltung der traditionellen kaufmännischen Ehrenhaftigkeit rechnen könne. Wenn wir zur Aufrechterhaltung dieser Situation manche Wege beschreiten mußten, die ungewohnt seien, wie z. B. die unmittelbaren Warenaustauschgeschäfte und die einstweilige Nichttransferierung von gewissen Auslandsverpflichtungen, so seien dies zwangsläufige Erscheinungen, die sich für uns aus der Weltlage ergäben, deren Strudel wir von unserem eigenen Lande fernzuhalten wünschten. Wolle man ein 60-Mil» lionen-Volk von hoher Lebensführung als Verbraucher entbehren ober nicht. Es habe sich gezeigt, daß die Welt, soweit sie wirtschaftlich denke, diesen Markt nicht zu verlieren wünsche. Die Reichsreaieruna wünsche die deutsche Wirtschaft, ihre Konsumkraft und das deutsche kaufmännische Empfinden für eine bessere Zukunft intakt zu erhalten und den Wert internationaler kaufmännischer Beziehungen zu demonstrieren. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? C o n b o n, 7. Juni (DltB. Funkspruch). Englanb steht heute im Zeichen der Kabinettsumbildung. Ramsay Macbonalb tritt nach genau sechsjähriger ununterbrochener Amtstätigkeit als Mlnisier- präsibenl von der Führung der nationalen Regierung zurück und räumt seinen Platz dem Führer der konservativen Partei, Stanley Baldwin, ein. Die Umbesetzungen sind so vorgenommen roor- 'A ä ä den, daß der Charakter der „nationalen", d. h. alle Partei st römungen umfassenden Regierung, gewahrt bleibt. Die wichtigste Aenderung besteht darin, daß ein Konservativer anstatt eines Arbeiter- p a r t e i l e r s an die Spitze der Ration tritt. Die gesamte Morgenpresse veröfsentlicht bereits vollständige Kabinettslisten, die in allen Punkten übereinstimmen und mit einigen wenigen Ausnahmen den bisherigen Boraussagen entsprechen. Rach Informationen der „Evening Rews" würde Baldwin heute dem König folgende Minislerlisle unterbreiten: Ministerpräsident: Baldwin. Lordpräsident des Geheimen Rates: Ramsay Macbonalb. Schahkanzler: Revitle Chamberlain (unverändert). Lordkanzler: Lord h a i l s h a m (bisher Kriegsminister). Innenminister und Stellvertreter des Minisler- präsidenten im Unterhaus: Sir John Simon (bisher Außenminister). Außenminister: Sir Samuel Hoare (bisher Jndienminister). Dominienminister: Thomas (unverändert). Kolonialminisler: Malcolm Macdonald. Erster Lord der Admiralität: Sir Bolton Eyres Monfell (unverändert). Luflfahrtminister: Sir Philipp Cunllffe- L i st e r , der zum Rang eines Peer erhoben wird (bisher Kolonialminister). Unterrichtsminister: Sir Oliver Stanley (bisher Arbeitsminisler). Arbeitsminister: Erne st Brown. Landwirtschaftsminister: Walter Elliol (unverändert). Gesundheitsmlnister: Sir Hilton Young (unverändert). Wirtschaftsminister: WalterRunciman (unverändert). Postminister: Sir Kingsley Wood (unver- ändert). Minister für Schottland: Sir Godfrey Collins (unverändert). Staatskommissar für öffentliche Arbeiten: Sir Ormsby Core (unverändert). Berkehrsminister: höre Belisha (unverändert). Zum Staatssekretär für Indien wird voraussichtlich Lord Linlithgow ernannt werden. Als neuer Kriegsmini st er wird Lord Halifax, der bisherige Kultusminister, genannt. Der bisherige Lordsiegelbewahrer Eden wird voraussichtlich zum Mini st er ohne Geschäftsbereich ernannt und dadurch Mitglied des Kabinetts werden. Er wird feine Tätigkeit im Auswärtigen Amt fortsehen und sich wie bisher hauptsächlich mit Bölkerbundsfragen befassen. Der bisherige Luftfahrtminister Lord London- derry wird Führer des Oberhauses und erhält, wie die Presse meldet, gleichzeitig das Amt des Lordsiegelbewahrers. Aus dem Kabinett Macdonalds würden also ausscheiden der ” Lordkanzler Lord Sankey und der Innenminister Sir John Gilmour. Dank an Mcdonaid. London, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) B a I b » w i n wirb am Sarnstagabenb in seiner Eigenschaft als neuer Ministerpräsibent Englanbs von Hirnley Hall aus eine Runbfunkbotschaft an bas englische Volk richten, bie auch nach Amerika übertragen werben wirb. Macbonalb wohnte am Donnerstagabenb einer Versammlung ber nationalen Arbeitergruppe bei unb bat sie, bie nationa le Regierung unter ber Führung Balb- win mit berselben Begeisterung zu unter ft ü^en, bie sie in ber Vergangenheit gezeigt habe. „Times" schreibt, Englanb habe eine wirkliche Dankesschulb an Macbonalb, bie im Hinblick auf bie vergangenen Geschehnisse eher wachsen als abnehmen werbe. Er habe bie Voraussicht gezeigt, einen großen Versuch z u unternehmen, unb bie Weisheit und Selbstbeherrschung, bie zur Durchführung bieses Versuches erforberlich waren. Seine Einsamkeit habe ihn vielleicht manchmal unnötig mißtrauisch gemacht, aber in ber Öffentlichkeit habe er auf {eben Fall unfehlbar Takt unb Dulbsamkeit gezeigt. Er habe ferner bei Gelegenheit wirkungsvoll, aber niemals zu viel ein» gegriffen, um ber Außenpolitik eine Richtung zu geben. pariser Hoffnungen. Paris, 7. Juni (DNB. Funkspruch). Die Um» bilbung bes englischen Kabinetts ist in Paris feit Wochen erwartet gewesen. Die Ablösung Mac- bonalbs burch Balbwin wirb mit Genugtuung ausgenommen, ebenso bie Uebernahme bes Außenamtes burch Sir Samuel Hoare. Obwohl man keine allzu großen Veränbe- rungen in ber allgemein-politischen Einstellung Englanbs zu erwarten scheint, rechnet man offensichtlich boch mit einer kräftigeren Betonung ber französisch-englischen I n - teressenverbunbenheit. Deshalb wirb es einem Pertinax im „Echo be Paris" nicht schwer, Macbonalb einen Eselstritt zu versetzen. Er wirft bem bisherigen Premierminister vor, sich auf allen Gebieten verrechnet zu haben. Der Artikel bes „Echo be Paris" gipfelt ebenfalls in abfälligen Bemerkungen über Macbonalb. „ß’orbre" legt beförderen Nachdruck auf bie Entfernung Sir John Simons, besten Politik niemals einbeutig genug auf Frankreich eingestellt gewesen sei. Es bestehe also große Aussicht, baß weder Frankreich noch alle übrigen friedlichen europäischen Länder viel mit ihm verlören. Gowjelrußland und der Lustpakt. London, 7. Juni. (DNB. - Funkspruch.) Der Londoner sowjetrussische Botschafter M a i s k i hatte eine Besprechung mit Sir Robert Vansittart vom Auswärtigen Amt über „laufende europäische Angelegenheiten". „Moming Post" meint, daß die Unterhaltung sich um den östlichen Sicherheit s p a k t gedreht habe. Sowjetrußland zeige eine gewisse „Nervosität" wegen des westeuropäischen Luftpaktes. Es fürchte, daß die Westmächte im Falle des getrennten Abschlusses des Luftpaktes ihr Interesse an Osteuropa verlieren und Sowjetrußland allein mit Deutschland verhandeln lassen würden. In London glaube man, daß die „Gefahr" an- pesichts des sowjetrussisch-französischen unb bes sowietrussisch - tschechoslowakischen Paktes mehr auf Embilbung als auf Wirklichkeit beruhe. Auf jeben Fall sei man ber Ansicht, es sei kern Grunb vorhanben, warum bie Verhanb- lungen für bie oerschiebenen Pakte nicht gleichzeitig, wenn auch notwenbigerweise in getrennten Kanälen, vor sich gehen sollten, bis em enbguüiges Abkommen in Sicht sei. In Genf würbe am 4. Juni bie 19. Internationale Arbeitskonferenz eröffnet. Von ben 62 Mitgliebstaaten ber Internationalen Arbeitsorganisation waren nur 48 vertreten, unb unter biefen nur 31 burch vollständige Abordnungen. Das Interesse für diese Tagungen ist also offenbar recht gering. Die Referate, die gehalten wurden, boten viel Theorie, aber wenig praktische Vorschläge. Einiges Aufsehen erregte eine Abordnung jugendlicher Arbeitsloser aus sechs Ländern, die in Genf eine Petition überreichte und Maßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen forderte. Das Auftreten dieser Abordnung wirft ein Helles Licht auf die Vergeblichkeit aller bisherigen Versuche, durch internationale Abmachungen und Maßnahmen die Weltgefahr der Arbeitslosigkeit zu bannen. Man ist über theoretische Erörterungen und einseitige Forderungen niemals hinausgekommen. Im Gegensatz hierzu ist in Deutschland durch die Maßnahmen einer autoritären Regierung eine starke Verminderung der Arbeitslosigkeit erreicht worden. Das Institut für Konjunkturforschung hat erst in diesen Tagen wieder feftgefteöt, daß die Arbeitslosigkeit in Deutschland ständig weiter abnimmt, unb baß sie bie Zweimillionengrenze sehr bald unterschreiten wirb. Die beutsche Industrie beschäftigt nach ben Berechnungen bes Konjunktur-Instituts gegenwärtig runb acht Millionen Arbeiter. Diese Zahl übersteigt.bereits roieber ben Stanb vom Herbst vorigen Jahres. Auch hinsichtlich ber Beschäftigung ber Iugeüblich e n finb in Deutschlanb Leistungen festzustellen, bie fein anderes Land aufzuweisen vermag. Der stattliche Jahrgang Jugendlicher, die in ben letzten Monaten bas erwerbsfähige Alter erreicht haben, konnte zum größten Teil in Lehrstellen unb an sonstigen Arbeitsplätzen untergebracht werben. Es ist bemerkenswert, baß biefer Rückgang ber Ar- beitslosigkeit vor allem burch Vermehrung ber regulären Beschäftigung eingetreten ist, währenb bie Ziffer ber zusätzlich Beschäftigten stabil blieb. Mit anderen Worten: die Privatwirtschaft nimmt in immer steigendem Maße die bisherigen Arbeitslosen auf, und damit ist die Richtigkeit des Grundsatzes bewiesen, wonach durch eine Ankurbelung der Wirtschaft durch ben Staat schließ- sich alle Privatbetriebe mehr unb mehr ihre Produktion erhöhen. erreicht hat, bie sich von ber möglichen Verzinsung zu entfernen broht. Es liegen eine ganze Anzahl Momente, zum Teil psychologischer Art, bafür vor, baß bas Publikum an seinem Aktienbesitz festhält unb bie vorhanbene Kaufneigung auf eine Markt- enae stoßt, bie immer neue Kurssteigerungen verursacht Zunächst einmal haben burch bie gewaltigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ber Reichsregierung bie Mehrzahl ber deutschen Unternehmungen einen st a r k erhöhten Beschäftigungsgrab aufzuweisen unb finb baburch auch imftanbe gewesen, bessere Erträge zu erzielen. Viele Gesellschaften, bie jahrelang keine Ueberschüsse zu erzielen vermochten, haben die Gewinnausschüttung roieber aufnehmen können. Auch bas neue Einkommensteuergesetz vom Oktober 1934 scheint sich in ber Richtung auszuwirken, baß ber Verkauf ber Aktien hinausgeschoben wirb. Nach bem Gesetz finb Kursgewinne nur bann nicht Spekulationsgewinne unb nicht zu versteuern, wenn ber Besitzer bie Aktie zwölf Monate lang behalten hat gegenüber nur brei Monaten nach ber früher geltenben Regelung. Wenn auch biefe Steuerfrage nicht überschätzt werben barf, so werben boch sicherlich viele Aktienbesitzer sich aus biefem Grunde zu einem längeren Festhalten ihres Aktienbesitzes entschließen. Vor allem aber darf nicht übersehen werben, baß in ben letzten Jahren praktisch keine Neuemissionen in Aktien ftattgefunben haben. Im Gegenteil haben recht umfangreiche Zusammenlegungen ftattgefun» ben, so baß bas gesamte Aktienkapital heute erheblich geringer ist als vor einigen Jahren. Die wach- senbe Kapitalbilbung bes letzten Jahres hat aber auch ein fteigenbes Anlagebebürfnis hervorgebracht. Die Neuemissionen finb heute gesetzlich nicht nur von ber Zulassungsstelle, fonbern auch von ber Reichsbank unb vom Reichswirtschafts- minifterium abhängig. Diese Erschwerung verhin- bert Kapitalserhöhungen, zu benen vielleicht eine Anzahl Gesellschaften sich im anberen Falle ent» schließen mürben, um ihre Bankschulben in Eigen- kapital umzuwanbeln. Diese verschobenen Grünbe haben sicherlich ihre Bebeutung für bie Entwick- Jung an ben Aktienmärkten. Hinzu kommt noch, baß bas psychologische Moment einer länger an- haltenben Aufwärtsbewegung erfahrungsgemäß zu neuen Anlagen ben Anreiz gibt. Am 13. Oktober 1934 hatte ber Botschafter in Washington ben beutsch - amerikanischen Han b e l s v e r t r a g vom 8. Dezember 1923 g e • kubigt, unb zwar mußten wir unter bem Zwang her Lage bie M e i st b eg ü n st i g u n g s k l a u s e l, ben Artikel VII bieses Vertrages zu entfernen versuchen, weil bei ber Passivität unseres Warenaustausches mit ben USA. bie Vorteile lebiglich auf jener Seite lagen. Wenn zuerst bas norbamerifa- nasche Hanbelsamt von einer Diskriminierung amerikanischer Waren sprach, so hat man sich doch im taufe ber Verhandlungen bavon überzeugt, baß eine solche Diskriminierung nicht vorliegt unb man hat sich bewogen gefühlt, bem beutschen Stanbpunkt nachzugeben. Der Warenaustausch mit ben Vereinigten Staaten ist für biefe sehr günstig, für uns aber ungünstig gewesen. In ber Vorkriegszeit waren bie Vereinigten Staaten bie Hauptlieferanten Deutschlanbs, in ber Nachkriegszeit blieb zunächst biefe Tatsache bestehen, aber bie Amerikaner haben oon vornherein bieses Verhältnis nicht erkannt, ba sie auf beutsche Probukte gewaltige Zölle legten, fo auf Chemikalien, Farben usw. unb bamit bireft ben Austausch beutsch-amerikanischer Waren auf bie Dauer unmöglich machten. Wir haben allein von 1900 bis 1913 insgesamt für 8,9 Milliarden Mark aus den Vereinigten Staaten mehr eingeführt, als dorthin ausgeführt. Seit 1924 betrug ber Einfuhrüberschuß Deutschlanbs weitere 8,75 Milliarben, jo baß also bas Prinzip bes Austausches von Roh» stoffen gegen Fertigwaren sich zu unseren Ungunsten entwickelte unb Amerika ein immer schlechterer Äunbe würbe. Wir haben uns gezwungen gesehen, bie Getreibeeinfuhr fast völlig einzustellen unb bie Einfuhr von Baumwolle, bie im Jahre 1929 fast bie Aälste ber Rohstoff-Einfuhr ausmachte, abzubrosseln. Im Vorjahre bezogen wir sehr viel weniger als in früheren Zeiten, unb zwar ist bie amerikanische (Be- famtausfuhr nach Deutschlanb um volle 22,3 Prozent gesunken. Diese Ziffern haben auch brüben ernste Beachtung gefunben, ba man schließlich immer mehr erkannte, baß nur berjenige Rohstoffe abnehmen kann, bem man seinerseits Fertigwaren dafür ab» Die beutsche Wirtschaftspolitik, bie auf eine Der- felbftänbigung ber inlänbischen Märkte gerichtet ist, ist durch bie Vorgänge in Frankreich unb Amerika aufs neue gerechtfertigt worden. Die große Stolberger Zink- unb Blei-Erzeugungsgesellschaft betont in ihrem soeben veröffentlichten Jahresbericht, baß sich bie Maßnahmen zur Steigerung ber beutschen Erzprobuktion schon in ber zweiten Hälfte bes laufenben Jahres kräftig auswirken unb uns von Auslanbsbezügen w e - entlief) unabhängiger machen werben. Dieser Neuaufbau eines aus einheimischen Roh- toffquellen gespeisten beutschen Metallmarktes, so wirb weiter ausgeführt, ist freilich nur möglich, wenn man sich- von ber Preisbilbung an ben aus- länbifchen Metallmärkten freimacht unb ber beut» chen Erzeugung einen gerechten Preis zubilligt. Eine solche Binnenmarkt-Dersorgungswirt- chaft steht mit ben Bemühungen um eine Ausweitung ber beutschen E x p o r t m ä'r k t e keineswegs in Wiberspruch. Reichsbankpräsibent Dr. Schacht hat in biefen Tagen in einem Telegramm an bie Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft erneut an ben von ihm schon auf ber Lonboner Welt- wirtschaftskonferenz im Jahre 1933 vertretenen Grunbsatz erinert, baß eine Ausgeglichenheit innerhalb ber einzelnen Nationalwirtschaften bie Voraussetzung für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit ist. Wenn man heute bas heillose Durcheinanber in Frankreich, in ben Vereinigten Staaten unb in manchen anberen ßänbern betrachtet, so wirb man sich erst recht ber Bebeutung ber Tatsache bewußt, baß Deutschlanb seine eigene Nationalwirtschaft auf ein neues, festes unb gefunbes Funbament gestellt hat. In Deutschlanb hat sich nach einer am Montag eingetretenen vorübergehenben Abschwächung ber Aufstieg ber Aktienkurse an ben Börsen erneut fortgesetzt. Vereinzelt werben bereits Stirn- men laut, bie barauf Hinweisen, baß bas Kurs- <«»», »cm mun nroeau ber beutschen Aktien inzwischen eine Höhe I zunehmen pflegt. meistes diesem । ungezwi verweil' Oberwe Reichs MS iw 150 IW tag E sawwenk merks. ß 3u bant Zehnpfer derziix, nach etwa eil noch M gauen. j men. 1 handwer bis vier wachse r Einsatz o Ein ei werksme ten Hani sammens zu" guchtsl Söul 1 0'9', iie 9rlJ W114- qerolnm Sebäube E Der ! werf 0 scher eine e. Oefsentli Arbe denn je befolgt v die Dau daß all feiten große rungs! mögliche Zins! hausz lifieruno allmähli terun beite! Jnstands Der bei d and tenba Sanf-- i ben itjnei zutreten, notmenbi Auch i e i g ent an er ft Mitglied voller hi! zu stellen engere beschas ei-gent Eures Ei Ihr irgei erwartet der ihnen pslichtung raturen' beitsschlc Pflicht Eurem g rigste P, Berl kriegg Wehrma Alexande gevidme! Am 5. raloberst suite ehe Wilhelm maligen Nr. 74, ' ^ichenlau ken und Einer i ÄM 'M Kriec Zeichnet b°hn Ko, orP5, da R *5; Ebrach ff* halten m V°Ms ^ßräi S ber ( boi einer Wrgefti ll'8t in ^nnersi Technik im Dienst an -er Ration. Kultur und Technik teilt mit: Am 6. Juni 1935 ist in Hamburg der am 22. SEIFE. PFEILRING e n e n recht keinen Gebrauch gemacht, weil Schulze a l s Leiter des illegalen Roten Front- sowie versuchten Mordes in 17 zum Tode verurteilt worden. Der Führer und Reichskanzler hat von seinem Begnadigungs- dem Führer ebenso wie wir alle ihm danken, daß unser Schaffen wieder Sinn hat. Aus aller Welt. Fiete Schulze hingerichtet. Die Justizpressestelle Hamburg Die durch den Nationalsozialismus bewirkte Wie: dereinreihung von Millionen Menschen in 1 duktonsprozeß und damit gleichzeitig auch in die Reihen der Abnehmer habe der Technik Auftakt zum Reichshandwerkertag. Richtfest auf dem Frankfurter Sportfeld. Oktober 1894 geborene Fritz, aenannt Fiete, Schulde hingerichtet worden. Schulze war vom Hanseatischen Oberlandesgericht wegen Hochverrates und Mordes in drei ~ " Die Gauobleute der NSKG. aus dem ganzen Reich wurden in der Städtischen Tonhalle von der Amtsleitung begrüßt. Nachdem noch einmal das gesamte Tagungsprogramm durchgesprochen worden war, begaben sich die Mitglieder der Amtsleitung und die Gauobleute auf Einladung des Oberbürgermeisters Dr. W a g e n f u e h r zu einem Empfang der Stadt. Oberbürgermeister Dr. Wagenfuehr begrüßte die Erschienenen im Namen der Stadt. Amtsleiter Dr. Stang dankte im Namen der NSKG. und als Beauftragter Alfred Rosenbergs und führte dann u. a. aus: Wir find uns klar, daß das niedergebrochene deutsche Kulturleben, das wir aus der Systemzeit übernommen haben, nur langsam und allmählich unter Wahrung strengster weltanschaulicher Maßstäbe wieder aufgebaut und zur Blüte gebracht werden kann. Er sprach dann die Hoffnung aus, daß das Beispiel der Stadt Düsseldorf, die stets der NSKG. Verständnis und Fall gebracht. Damit dürften auch Lausanne und St. Moritz ihre Hoffnungen auf Zuteilung einer künftigen Olympiade ruhig begraben." Kunst und Wissenschaft. Oie Reichstagung der 7!G.-Kulturgemeinde in Düsseldorf. .,Br"lau 6. Sunt (DRV.) Den glanzvollen Abschluß des ersten Tages der deutschen Technik, der m Verbindung mit der Feier des 25jährigen Be- stehens der Technischen Hochschule Breslau Tausende von hervorragenden Vertretern des technischen Gei- steslebens des Reiches in der Hauptstadt der Süd- ostmark versammelt hatte, bildete die Feier- stunde in der Jahrhunderthalle. Generalinspektor Dr. Tod t, der Beauftragte für Technik im Stabe des Stellvertreter des Führers gab Kenntnis von dem telegraphischen Gelöbnis treuer Gefolgschaft der deutschen Techniker an den Führer und dessen Antworttelegramm. Dr. Todt In diese Zeit, da später Humanismus, alle Formen lockernder Liberalismus, alterndes konservatives Denken miteinander kämpften, zog als lebensstarker Strom die Technik wie eine Sturzwelle als endliches Ergebnis des jahrhundertelangen Forschungskampfes über Europa hinweg. Und weil diese Technik keine sichere künstlerische Haltung mehr vor- fand, mußte sie sich in den Mitteln ihrer Darstellung vergreifen. Wir alle haben es dann erlebt, wie die deutsche Landschaft vielfach zerstört wurde, wie aus Vorbil- dern deutscher Städtebaukunst früherer Jahrhun- derte öde Steinhaufen wurden. Aber nebenher geht doch ein tektonischer Zwang, der allen Vergewaltigungen der Materie ein Ziel setzte: Ein junges Geschlecht von Baukünstlern und Ingenieuren zugleich bringt über das rein Mathematische hinaus und findet auch hier nach dem Forschen innerer Notwendigkeiten nach und nach die Form für den neuen Gehalt. Und während früher die Technik nicht selten die deutsche Landschaft zerstörte, entsteht aus dem Willen des Führers heraus heute eine nie dagewesene, durchaus unserer Zeit gehörige, mit allen technischen Mitteln des 20 Jahrhunderts ausgestattete Reichs- a u t o b a h n, die aus einer neuen, Natur und Technik verbindenden weltanschaulichen Haltung heraus die Schönheit Deutschlands auch allen jenen noch neu erschließen wird, die bisher in den Großstädten nicht immer ihrer teilhaftig werden konnten. Alle diese Kräfte fielen darauf, daß Kultur und Technik immer mehr da zusammenklingen können, wo eine einheitliche weltanschauliche Haltung vorhanden ist, die das Ich, das Volkstum, den Staat und die Landschaft der Heimat umschließt. So hoffen, wir, daß diese Schau des nationalsozialistischen Denkens die lange Zeit abirrende Technik wieder zum blutvollen Leben des Volkes zurück- führt und daß die Führer dieser Technik ihre große Verantwortung vor deutscher Vergangenheit, deutsche Städtebaukunst und deutscher Landschaft bis in ihre innerste Faser in sich aufnehmen. Als höchster Wert steht für die nationalsozialistische Bewegung und für das neue Reich die Sicherung des gefunden Blutes in der festen Ueberzeugunq, daß dieses gesunde Blut auch stets verbunden ist mit einem ehrbewußten Charakter und mit einem unbändigen Forschungswillen, mit einem Willen zur äußeren Freiheit und zum inneren Stolzes- bewußtsein. Der Beauftragte des Führers für die geistige und weltanschauliche Erziehung, Reichsleiter Alfred Rosenberg, sprach dann über das Thema „Kultur und Technik". Er führte u. a. aus: Wir verneinen die Behauptung, daß die Gebiete von Kultur und Zivilisation innerlich entgegengesetzt sein müssen, weil wir der tiefen Ueberzeugung sind, daß jene Kräfte, die europäische Kultur schufen, auch zugleich diejenigen sind, die die Voraussetzungen und die (Erfindungen auf dem Gebiete der Technik hervorgebracht haben. Denn wenn man unter Technik nicht nur ein oberflächliches Konstruieren von Eisengerüsten und nüchternen Formen versteht, sondern sie einreiht in die Geistesgeschichte der europäischen Nationen, so kann man sie nur verstehen als Folge und Ergebnis einer schmerzensreichen und doch be- wunderungswerten Entwicklung der Schöpferkräfte der europäischen Völker, Schöpferkräfte, die genau aus der gleichen Artung heraus die Burgen bauten, die Werke der bildenden Kunst schufen oder Sinfonien erklingen ließen. Die Technik des 19. und 20. Jahrhunderts ist ein Kind jener scheinbar phantastischen Träume, die vor Jahrhunderten, ja Jahrtausenden die Menschen beseelt haben. So begriffen, erhält der Siegeszug der Technik eine Würde, die der graue Alltag nur zu oft zu verkennen bereit ist. Unsere Zeit wird das technische Denken mit einreihen in den großen Forschungskampf des europäischen Menschentums und nicht in ihr grundsätzlich eine ganz andere Sphäre des Lebens erblicken als Kunst und Philosophie, sondern sie als das Aeußere des gleichen Forschungswillens deuten, wie die übrigen Erscheinungen auch. Nicht die Technik ist schuld an der kulturellen Verwahrlosung des letzten Jahrhunderts, sondern diese Technik errang ihre Riesenerfolge in einer Zeit, da die Menschen Europas weltanschaulich zerfallen. Die Völker Europas wurden immer mehr überlastet von neuen Traditionsschichten. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte die demokratische Ideenwelt, die im Laufe eines Jahrhunderts erneut Denkform und Weltanschauungssystem wurde, bis schließlich die marxistische Bewegung ein anderes, materia- listisches Bild des Lebens aufriß und in der ganzen Welt sich nach Jüngern umsah. Die naturgegebenen Instinkte wurden verschüttet, und erst inmitten dieses Auseinanderfallens merkten einige große Geister, daß der Boden unter der ganzen europäischen Kultur erschüttert war. In Düsseldorf begann die zweite Reichs- tagung der Nationalsozialistischen Kulturgemeinde, deren Aufgabe es sein sott, Rückschau auf die bereits geleistete Arbeit zu halten, vor allem aber die Wege in die Zukunft zu zeigen. Im Vordergrund des umfangreichen Programms stehen 12 Uraufführungen auf allen Gebieten künstlerischen Schaffens und praktischer Volkstumsarbeit, alles Werke, deren Schöpfer ebenso wie die Künstler, die sie wieder- geben, Nationalsozialisten sind. Der Höhepunkt der Kulturtagung dieses Jahres ist die große öffentliche Kundgebung, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg eine kulturpolitisch bedeutsame Rede halten wird. kämpferbundes, Gau Wasserkante, der H a u p t v e r a n t w o r t l i ch e ist für die zahlreichen im Frühjahr 1932 begangenen schweren Gewalttaten gegen Nationalsoziali- sten, denen neben zwei unbeteiligten Passanten auch der Hitlerjunge B l o e ck e r zum Opfer gefallen ist. Nachdem bereits mehrere der unteren Funktionäre ihre Taten mit dem Tode gebüßt haben, mußte auch bei Schulze als dem Urheber dieser Gewalttaten der Gerechtigkeit freien Lauf gelassen werden. Gallenmord nach zwölf Jahren aufgeklärl. Zwölf Jahre nach der Tat hat jetzt ein Gattenmord seine Aufklärung gefunden, dem in F r a u n - dorf (Nieder-Bayern) der Gastwirt Voringer zum Opfer gefallen war. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß er durch seine Ehefrau vergiftet worden war. Schon nach dem Tode des Gastwirts im Jahre 1923 bezichtigte man die Gattin des Mor- des, fand aber keine sicheren Anhaltspunkte dafür. Die Frau verheiratete sich dann wieder. Als sie vor einiger Zeit wegen einer anderen Straftat in Traunstein in Haft genommen wurde, tauchten dis Gerüchte erneut auf. Daraufhin ließ die Staatsanwaltschaft die Leiche des Gastwirts ausgraben und sandte die Erde aus dem Grab zur chemischen Untersuchung. Bei dem folgenden Verhör g e - stand d i e Beschuldigte unumwunden, daß sie ihren Mann mit einem Gift umgebracht habe, das sie dem Essen beigegeben hatte. Rekordflüge von Blihflugzeugen. Einem Blitzflugzeug der Deutschen Lufthansa gelang es, die Flugstrecke von Köln nach Ber» lin in der Rekordzeit von 85 Minuten zurückzulegen. Diese Zeit wurde bisher von einem Verkehrsflugzeug noch nicht erreicht. Die planmäßig vorgesehene Zeit beträgt 100 Minuten. Das Flugzeug hatte bei dem Rekordflug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 360 bis 370 km. Gleichfalls gelang es in dieser Woche einem Blitzlugzeug die Strecke von Hamburg nach Köln in der Rekordzeit von 70 Minuten zurückzulegen, während der Flugplan eine Flugdauer von 95 Minuten vorsieht. Riesige Stromdiebstähle in Kalkutta. Der Multimillionär Babulal Chokani in Kalkutta wurde wegen Stromdieb st ahls zu einem Jahr Zuchthaus und zu 1000 Rupien Geldstrafe, zwei Angestellte des Elektrizitätswerkes von Kalkutta zu je 2 Jahren, drei zu je einem Jahr wärmste Förderung habe zuteil werden lassen, in ganz Deutsckland Beachtung und Nacheiferung finden möge. Anschließend sprach der Presseleiter der NSKG., Dr. R a m l o w , über den Reichssender Köln über den Kampf um die kulturelle (Erneuerung, wobei er Aufgabe, Wege und Ziele der NSKG. erläuterte. Anschließend folgte das erste große Festkonzert, ausgeführt vom städtischen Orchester unter der Lei- Zuckthaus und eine Anzahl weiterer zu kürzeren Freiheitsstrafen verurteilt. Die Angeklagten hatten durch geschickte Manipulationen an den Elektrizitätszählern fortgesetzt unbefugt Strom entnommen. Das Elektrizitätswerk soll dadurch im Laufe von 12 Monaten um 200 000 Rupien geschädigt worden sein. Unwetter über Korea fordert zahlreiche Todesopfer. In einer der letzten Nächte wurde Korea von heftigen Regen st ürmen heimgesucht. Im Hafen von Gensan wurden 500 Häuser zerstört. 89 Fischerboote sind nicht zurückgekehrt. Der Dampfer „Kaischo-Maru" sank mit seiner 28köpfigen Besatzung. Die Katastrophe hat noch mehrere Todesopfer auf See gefordert. 2Iuf dem Frankfurter Sportfeld sind zahlreiche fleißige Hönde am Werk, um den riesigen Platz für die große Kundgebung des deutschen Handwerks herzurichten. Zahlreiche Fahnenmaste werden ein- gerammt und ein großer Vorbau am Tribünengebäude ist soweit vorgeschritten, daß das Richt- f e ft begangen werden konnte. Reichshandwerks- meister Schmidt hatte es sich nicht nehmen lassen, oiesem alten Handwerksbrauch beizuwohnen und in ungezwungener Weise unter den Handwerkern zu verweilen. Im Anschluß an den Richtspruch des Obermeisters des Zimmererhandwerks erklärte der s , . --------n-7....... — Reichshandwerksmeister: Wie groß der Jdealis- >te~c dann fest, daß im neuen Reich für die Auf- mus im Handwerk fei, gehe daraus hervor daß 9 -.n der Technik n i ch t a l e i n d e r F a ch m a n n 150 000 bis 200 000 Mk. für den Reichshandwerker- genüge. Er müsse vielmehr auch ein gesin- tag aufgebracht worden seien. Diese Summe sei zu- 1“? ir *" Na11 onalsoz1ali ft sein, fammengefommen aus den Notgroschen des Hand- ^mfche Tat technische Leistung, bauten sich auf werks. Er fühle sich deshalb verpflichtet allen benen ^ftcm technisch-wissenschaftlichem Können und zu danken, die diese Veranstaltung' durch ihn- wurden getragen, gefordert und vorwärts getrieben Zehnpfennigstücke ermöglicht haben. Etwa 120 (Som?011 . attischen Gesinnung. Technik sei selbst- derzllge, 3000 Autos, unzählige Radfahrer würben A *cd>n!' (c‘n Dienst an der Nation. Sinn nach Frankfurt kommen, zusammen aus dem Reich 3teI. riIL5ed,nJ,f ,?leIn. md>* materiell. 3m na° etwa eine Viertelmillion Menschen. Dazu kommen twnalsozialistischen Reich sei auch der Technik letztes noch die Dielen Tausende aus den drei Nachbar- e,n ,6eeUe5 unü kulturelles. flauen. Diese könne man mit etwa 300 000 arme!,-1 Der Stellvertreter des Führers Reichsminister men. Der gesamte Geldumlauf, den der Reichs- L ... Rudolf Heß Handwerkertag Hervorrufen wird,- dürste auf drei beglückwünschte darauf den Verein deutscher In- bis vier Millionen Mark zu schätzen fein Es er- ^enieure zu seiner 73. Hauptversammlung und die wachse nun die Pflicht, dafür zu sorgen daß ber ^ed)nW Hochschule zum 25jährigen Bestehen. Einsatz bem Erfolg gleichkommt. Die Technik sei heute ein wesentliches (Ein einfacher Richtschmaus vereinigte Reichshanb- Mittel zur Erhaltung be s Lebens werksmeister unb bis an den Bauarbeiten beteilig- eines Volkes, besonbers wenn ber Raum, ten Hanbwerker noch einige Zeit zu fröhlichem Bei- öer, öcm Volke zur Verfügung steht, begrenzt sei fammenfein. unb nicht ohne weiteres vergrößert werben könne, a k. * um dem Bevölkerungszuwachs bas Leben zu er- Utlö JÖÜtlvWCrf möglichen. Die Technik habe auf bie Dauer unenb- "ch v)/l mehr für bie praktische Hebung des Ar- ttt ver 2Z|rt>Cltefu)ldu)L beiterftandes getan, als alle sozialen Vereine und toi« e / •, marxistischen Parteien, denn sie habe den Le- Em Ausruf zur Zusammenarbeit. bensstandard des Einzelnen wesent- Der Reichs st and des deutschen Hand- erhöht. Daß mit ber Mechanisierung der Werks unb ber Zentralverband beut-Prbeit erhebliche Nachteile für ben arbeitenben scher Haus- unb Grundbesitzer-Ver- Menschen verbunden sind, sei bekannt, unb bie eine e. V. treten mit folgendem Aufruf an die Verkürzung ber Arbeitszeit, bie bank Oeftentlichkeit: der Mehrproduktion durch bie Technik möglich ge- Arbeit schaffen ist bie Parole! Mehr worben ist, sei gegenüber ben Nachteilen fein vol- denn je muß diese Parole durch S e l b ft h i l f e rer Ausgleich, wenn nicht dafür Sorge getragen befolgt werden. Das Rad der Wirtschaft kann auf werde, baß bie gewonnene Freizeit ent- die Dauer nicht mit Hilfe öffentlicher Mittel in sprechend verwanbt wirb. Das national- Gang gehalten werden, sondern es muß von sozialistische Deutschland habe sich erfolgreich be- selbst laufen. Wir müssen also selbst dafür sorgen, wüht, durch bie Organisation „Kraft durch Freude" daß alle vorhandenen Arbeitsmöglich- Freizeit so zu gestalten, daß sie einen Ausgleich feiten ausgeschöpft werden. Noch find b"be für bie seelentötende unb gesundheitsschädliche große Teile bes Hausbesitzes erneue- Wirkung der vertechnisierten Arbeit. Weitere rungs bedürftig, noch liegen große Aufttags- Fortschritte der Technik müssen auf die Dauer zur Möglichkeiten für das Handwerk darin eingeschlossen, weiteren Erleichterung des Arbeitsprozesses führen. Zinskonversion und Senkung ber ®er persönlichen Wirkung nationalsozialistischer Hauszins st euer werben, nachdem die Mobi- Ingenieure von gleicher wissenschaftlicher wie cha- lifierung ber Wohnungsbauanleihe möglich ist, sich ratierlicher Qualität sei bie Eroberung ber beut- allmählich im Sinne einer Lastenerleich- f$en Technik für ben Nationalsozialismus zu baute r u n g auswirken, bie z u g u n st e n ber Ar- ken. Nun sei das Streben dieser deutschen Tech- beitsbeschaf f ung unb zur Fortführung von "ik, ßin Führerkorps h e r a u s z u st e l l e n, Jnstanbsetzungsarbeiten ausgenutzt werden muß. Der deutsche Sparkassen- unb Girover- _ band und der Sonderausschuß für Hypothe - st " " olgen Sitzung fortgesetzt. Der eng- fenbanken im Zentraloerband des Deutschen “we Außenminister S i r John Simon unb ber Bank- und Bankiergewerbes haben zugesagt, bei Erste Lord der Admiralität, Sir B o l t o n (E g r e s» den ihnen angeschlossenen Kreditinstituten dafür ein- Monsell, wohnten den Erörterungen eine Zeitzutreten, baß die für die Jnstandsetzungsarbeiten wng bei. .... Ein- engltWe Stimm- eigen turne r und Handwerk wiederum ttfoor an erster Stelle stehen! Wir fordern unsere Uvvl Mitglieder hiermit auf, sich mit voller Kraft und London, 6. Juni. (DNB.) „Star" schildert voller Hingabe m ben Dienst ber Arbeitsbeschaffung in bemerkenswerter Weise bie Schwierigkeiten be- 3" stellen. Wir empfehlen, bezirklich und örtlich in nen sich die heutige österreichische Regierung in enaerer Zusammenarbeit die A r b e it s- innerpolitischer Hinsicht gegenübersieht. Die Regie- beschaffung zu fördern. Darum: H a u s - rung Schuschnigg versuche eine Art Patrio- ebgentumer vergebt Aufträge zur Erhaltung tismus zu fabrizieren, denn von dem (Eures Eigentums an das deutsche Handwerk, soviel Patriotismus ber Oesterreicher hänge bie weitere Ihr irgend könnt. Auch von ben Mietern muß Existenz bes durch die Friedensoerträge geschafft- erwartet werden, daß sie über den Rahmen hinaus nen gebrechlichen österreichischen Staates ab Die der ihnen gesetzlich oder vertraglich obliegenden Ber- Regierung benutze alle ihr zur Verfügung stehen- pflichtungen durch Vergebung von Schönheitsreva- den Machtmittel, um den Oesterreichern eine Art raturen unb bergl. zum vollen Gelingen ber Ar- nationalen Gewissens einzuflößen. Mi- beitsschlacht beitragen. Hanbwerker erfüllt Eure litärmusik, Paraben, Reben unb Psilcht Dem Volksganzen unb bem Hausbesitz, öffentliche Veranstaltungen würden Eurem größten Aufttaggeber, gegenüber durch nieb- zur Entfachung der Begeisterung an- ngste Preisstellung unb sauberste Ausführung. gern anb t. Der Kampf sei ernst unb die Hin- Qllm finfitirton« oerniffe groß. Die Mehrheit der Oesterreicher sei 4.OOC Mtntngene. deutscher Rasse und viele von ihnen seien Berlin, 6. Juni. (DNB.) Der Reichs- dem neuen Staat nicht sonderlich zu- kriegsminister und Oberbefehlshaber der getan, dep bie Derträgemacher zurückge - Wehrmacht hat bem verstorbenen Generalobersten lassen hatten, nachbem sie mit ber Auftei - Alexanber von Linsingen folgenden Nachruf l u n g bes alten österreichisch-ungarischen Reiches gewibmet: fertig gewesen seien. Viele von ihnen wünschten Arn 5. Juni 1935 starb in Hannover ber Gene- sich Deutschlanb in einem größeren Deut» raloberst Alexanber von Linsingen, ä la schen Reich anzuschließen. Aber um suite ehern. Grenadier-Regiments König Friedrich Oesterreich frei und unabhängig zu erhalten, müsse Wilhelm IV. (1. Pvmmersches) Nr. 2, Ches bes ehe- die Regierung entweder im Inneren Unter- maligen 1. Hannoverschen Jnfanterie-Regiments st ü tz u n g erhalten oder sich auf ausländische Nr. 74, Ritter bes Orbens Pour le mörite mit Bajonette stützen können. Die Regierung Eichenlaub, zuletzt Oberbefehlshaber in ben Mar- wünsche, sich der ausländischen Ueberwachung zu ken unb Gouverneur von Berlin. entlebigen, aber bas werbe ihr nicht gelingen, Einer ber erfolgreichsten Armeeführer bes Welt- solange nicht bas Volk einig hinter bem Gebauten frieges ist zur Großen Armee abberufen worben, eines unabhängigen Oesterreichs stehe. Im Kriege 1870/71 mit dem Eisernen Kreuz aus- gezeichnet, wurde er in ehrenvoller Friedenslauf- Ver üd)W>ei$er JlOlimtOirOt bahn Kommandierender General des II. Armee- lehnt oen Olympla-Benraq ob. torp3 bas er im Weltkriege siegreich an ber West. Bafel.«. Juni (DRB.) Der Schweize'r Ratianal- unb Ostfront führte. M,t befonberem Stotzgeben raf Ie[)nte auf ®runb eines ojialbemo: bte Jffie()rmad)t ber ruhmreichen SBaf entaten, d- kratifchen Antrags mit 82 gegen 57 Stirn- deutsche und verbündete Truppen unter ihm als men &en Bunbesbeitrag für bie Berliner Olympiade Slrmee. unb Heeresgruppen,uhrer an d-r Ostfront lg36 in w Don zg gssg Franken ab. Bunbesprasi- oollbrachten. Das Anbenken btefes unerldjrodenen, bfnt münger bemühte sich wieberholt, bie Ab- vorbildlichen Führers wird m hohen Ehren ge- lchnung zu verhindern. Zusammen mit den Svzial- paiten werden. * bemvkraten stimmten verschiedene Vertreter der m o-.., Ä Landwirtschaft gegen ben Beitrag. Vorn Führer unb Reichskanzler ist em St° ats- Die .,B a ler Ra chr ichten - nennen biefe b e g r a b n 1 5 angeorbnet worben, bas am 8 3um Ablehnung einen bebauerlichen Ent,che!b m ber Garnsionkirche zu ch a n n o o e r taiifmbeb be» ber $offnung Ausbruck, baß nicht auch Don bart wirb bie Leiche bes W" enen mi bet § t ä n b e r a t 3u einem ablehnenden Beschluß einer Irauerparabe 3um neuen St.-Nikola,fr,ebhof l , Das Blatt schreibt, „Unbegreiflich, ubergefuhrt. Die Leitung des Staatsbegrabn,sies »j, 3abIreid)e bürgerliche Vertreter burch bie hegt in ben Sjanben bes Arttllerlefuhrers VL Spiegelfechtereien ber Sozialdemokraten und bie ©ie deutsch-englischen unlogischen Gründe der eingeschworenen Sport- gegner verblüffen liehen. Politische Demonstrationen <5!01.envefpfe6)ungen. gegen den lediglich organisierenden Staat (Deutsch- London, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die (and), inkonsequente Parallelen (Verzicht auf Los deutsch-englischen Flottenbesprechunaen wurden am Angeles), unhaltbare Gehässigkeit haben Donnerstagabend in einer beinahe drei-jeine gute Sache — hoffentlich nur vorläufig — zu bas technische erst die Möglichkeit wiedergeaeben, neue !Pro» O;^^!?^?^btr deutschen Wirtschaft zu sein, bleme mit Nutzen für die Gesamthekt in Angriff "ttte Wie- zu nehmen. Die neue Sinngebung der technischen den Pro- Arbeit danken deutsche Techniker und Ingenieure tung seines bekannten jungen Dirigenten Generalmusikdirektor Baltzer. 2^00 Lahre Homberg a d.Ohm. Don Or. C. Walbrach Im selben Jahre 1234, da in Marburg der gewaltige Bau der Kirche für die hl. Elisabeth begonnen wurde, die hessische Fürstin, deren Erhebung zur Heiligen in prunkvoller Feier der größte Kaiser des deutschen Mittelalters, Friedrich II., selber beiwohnte, erscheint Homberg an der Ohm zum erstenmal als Stadt in einer Urkunde. In dieser Urkunde, die im „Hessischen Urkundenbuch" Abt. II, Bd. 1 (1891) von Heinrich Reimer mitgeteilt ist, bezeugen die Städte Homberg a. d. Ohm und Grünberg, daß Richwin und Wigand von Guntershausen ihren gesamten Besitz in Guntershausen, Rieder- Ofleiden, Heldenbergen, Altenstadt, Kirchgöns und an anderen Orten dem Kloster Haina als Geschenk überwiesen haben. Aus dieser Nachricht geht allerdings nichts weiter hervor, als daß Homberg a. d. Ohm im Jahre 1234 bereits eine urbs, eine Stadt, war. Wann dem Ort die Stadtrechte verliehen worden sind, ist nicht bekannt: eine Urkunde über diesen wichtigen Vorgang ist leider anscheinend nicht erhalten. Gelegentlich ist in der Literatur der 6. November 1234 als erste urkundliche Erwähnung Hombergs als Stadt genannt worden, und zwar auf Grund einer Urkunde, die die drei hessischen Landgrafen Heinrich, Conrad und Hermann an dem genannten Tag in Homberg ausgestellt haben, und die sich in V. F. de Gudenus „Codex diplomaticus“*, Bd. 4 (1758), S. 877 ff. auf- gezeichnet findet. Hier liegt eine der nicht seltenen Verwechslungen mit Homberg a. d. Efze, auch Homberg in Hessen genannt, vor. In dieser Urkunde wird der Ort nämlich als oppidum nostruni bezeichnet, denn Homberg a. d. Efze war 1231 schon hessisch, während Homberg a. d. Ohm sich erst 1296 im Besitz des Landgrafen Otto von Hessen findet. Der Vater Ottos, Landgraf Heinrich I., hatte für seinen Todesfall das Land an die zwei Söhne erster Ehe und den einen Sohn zweiter Ehe verteilt. Die Bevorzugung des letzteren führte zu Streitigkeiten. Als 1296 Heinrich erkrankte und bald die falsche Nachricht von seinem Tod umlief, eilte Otto, der zweite Sohn erster Ehe, mit seinem Schwager Gottfried von Ziegenhain nach Niederhessen, um sich huldigen zu lassen. Mit Hilfe des befreundeten Kaisers Adolf von Nassau wandte sich Heinrich gegen seinen Sohn. Im August belagerte er Burg Staufenberg und zwang Gottfried zu dem Versprechen, „er wollte Landgraf Otto vermögen, daß das Land dem Vater wieder werden sollte". Das geschah nach einigem Verhandeln, und Otto bekam von dem Vater, heißt es in Johann Riedesels Chronik, „Homberg an der Ohm und Biedenkopf, und hielt sich, solange der Vater lebte, in diesen beiden Städten auf". Demnach steht nur fest, daß Homberg damals hessisch war, aber man weiß nicht, wann und wie es in den Besitz der Landgrafen gekommen ist. Die allererste Erwähnung Hombergs findet sich in einer Urkunde vom April 1065, durch die Kaiser Heinrich IV. entsprechend der Bitte seiner Mutter Agnes 10 Mansen Land in dem Ort namens Hohun- burch der Abtei Hersfeld schenkte.' Aus der Beschreibung des Ortes, der in der Grafschaft des Grafen Wernher III. im Oberlahngau gelegen war, geht hervor, daß es sich um Homberg a. d. Ohm handeln muß. Eine weitere urkundliche Nachricht von 1146 macht diese Annahme noch sicherer. Darin, wird eine Schenkung Kaiser Konrads III. ebenfalls an die Abtei Hersfeld bezeugt, durch die der Kaiser die Hälfte seines Allods in Homberg mit Ausnahme des Berges Hohunburg abtrat. Wohl mit Recht vermutet man, daß die Burg auf diesem Berg eine Reichsfeste war, um die allmählich die Stadt entstand. Die Quellen zur Geschichte Hombergs in älterer Zeit fließen nicht sehr reich. Wohl kommt der Name der Stadt in verschiedenen Urkunden über Schenkungen, Verpfändungen usw. vor, aber diese berichten nichts, was für ihre Geschichte bedeutsam ist. Erst im Jahre 1328 wird in einer Urkunde die Burg Homberg genannt. Landgraf Heinrich II. von Hessen stiftete damals der Burgkirche St. Georg einen der Jungfrau Maria und der hl. Elisabeth geweihten Altar und schenkte ihr Güter in Homberg selbst und verschiedenen Dörfern der Umgegend. In ihrer heutigen Gestalt läßt die Stadtkirche verschiedene Bauperioden erkennen. Das dreischiffige Langhaus zeigt im unteren Teil Reste einer romanischen Basilika, der hohe Chorbau gehört der Frühgotik an; im 15. Jahrhundert erhielt das Langhaus seine heutige Gestalt. Die vor kurzem durchgeführte Erneuerung läßt die Formenschönheit gut erkennen. Außer zwei Figuren im Chor, sind noch zwei Grabdenkmäler zu erwähnen, die dem 16. Jahrhundert entstammen. Der Pfarrer Sibold Rotzmaul stiftete 1371 einige Benefizien für die Alsfelder Kirche. In der darüber aufgesetzten Urkunde wird Homberg als Stadt erwähnt; deshalb hat man lange Zeit irrtümlicherweise angenommen, dies sei der älteste Nachweis für die Stadtrechte Hombergs. ' Die zweite Hornberger Kirche ist die im Tal gelegene Friedhofskapelle. Sie wurde im Jahre 1565 erbaut, wie eine Inschrift besagt. Damals wurde vielerorts die Begräbnisstätte aus hygienischen Gründen außerhalb der Stadtmauer angelegt. Zu Beginn unseres Jahrhunderts sollte sie beseitigt werden, was glücklicherweise verhindert wurde. Das Rathaus, das Joh. Just Winckelmann mit Recht „von zimlicher Höhe und Größe" nennt, ist 1539 errichtet. Von den ehemals vorhandenen spitzen Ecktürmchen ist uns noch eins erhalten. Ebenso ist die nach Merians Beschreibung künstlerische Uhr seit 1612 verschwunden. 1554 verlieh Philipp der Großmütige Homberg zwei Jahrmärkte. Durch Merian wissen wir auch von einem starken Erdrutsch am Himmerich im Jahre 1571 und einem großen Brand 1597, dem offenbar ganze Straßen zum Opfer gefallen sind. Hoch über der Stadt erhob sich das Schloß, das, wie bereits erwähnt, als Reichsfeste erbaut worden sein muß. Es war von einer eigenen starken Mauer umgeben, an die sich auf beiden Seiten die Stadtmauer anlehnte. 1836 wurde es unbegreiflicherweise teils umgebaut, teils abgerissen. Erhalten sind nur noch die Burgmauer und die Freitreppe. Daß einmal Tempelherren dort gesessen hätten, dürfte eine Legende sein. Don dem Mauerzug um die Stadt mit seinen zwei Toren und vier Türmen ist nur der sog. Brauhausturm neben dem ehemaligen städtischen Brauhaus übriggeblieben. Das älteste überkommene Stadtwappen ist im Siegel einer Urkunde von 1311 zu finden: im oberen Feld eine getürmte Mauer, im unteren der hessische Löwe; die Inschrift lautet: Sigillum Burgiensium de Hohin- burg. lieber die besonderen rechtlichen Verhältnisse ist hinsichtlich des Hornberger Erbrechts einiges aus dem Bericht der Stadt auf eine landgräfliche Anfrage von 1572 zu entnehmen. Die äußeren Schicksale Hombergs in der Neuzeit hängen im wesentlichen mit den kriegerischen Ereignissen zusammen. Während des Dreißigjährigen Krieges lagen verschiedene Male Truppen beider Parteien in der Stadt, so 1621, 1640, 1643, 1646 und 1647. Im Siebenjährigen Krieg sind nach den eingehenden Forschungen August Röschens 1760/61 mehrere Gefechte in der näheren und weiteren Umgegend vorgefallen. Daneben haben Einquartierungen und Kriegssteuern die Stadt bedrückt. Mehr als sieben Jahrhunderte hindurch ist ein Geschlecht Hornberger Bürger auf das andere gefolgt. Alle diese Tausende von Männern und Frauen haben von der überragenden Höhe des Schloßbergs ins Ohmtal hinuntergeschaut, hinüber nach dem mächtigen Basaltblock, den einst das stolze Mainzer Schloß Amöneburg schmückte, und weiter zu den Höhen des Vogelsbergs und der Feste Ulrichstein. Sie haben sich ihrer schönen, fruchtbaren Heimat gefreut und waren sich des blutsverbundenen Zusammenhangs mit dem deutschen Volke bewußt. Das Homberg der Gegenwart ist durch die Eisenbahn mit der Welt verbunden; die Straße aenügt nicht mehr. Vor allem nicht für die Steininoustrie der Basalt- und Quarzitbrüche. Aber auch für den Personenverkehr ist sie sehr wichtig, denn Homberg gilt mit Recht als beliebter Erholungsort. Prächtige Wälder auf den Höhen und lachende Fluren in den fruchtbaren Tälern erfreuen die Großstädter, die froh sind, dem Jagen und Haften des Alltags einmal für kurze Zeit entronnen zu fein, die in der freien, würzigen Luft des Ohmtales wieder den Zusammenhang fühlen mit den natürlichen Grundlagen des Lebens: dem Boden und allem, was ihm verbunden ist. Denn wichtiger als der Ertrag ist der Bestand, heißt es einmal bei Eugen Schmahl. Jahrhunderte liegen hinter Homberg, Jahrhunderte vor ihm. Auf sich allein gestellt bedeutet kein Mensch, keine Stadt etwas; die untrennbare Bindung an Volk und Reich erst gibt einen Wert. So betrachtet, hat auch Homberg seine Aufgabe im Rahmen des Ganzen, als ein Stück der deutschen Heimat. Preußen. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 6. Juni. (LPD.) Nachdem der Kreisort Ehringshausen erst vor kurzem von epidemieartig auftretenden Scharlacherkrankungen heimgesucht wurde, treten jetzt die Masern derartig stark auf, daß nunmehr die Schule geschlossen werden mußte. Fast in jeder Familie sind Kinder von der Krankheit befallen. (D Krofdorf, 7. Juni. Am heutigen Freitag, 7. Juni, ist es dem Ehepaar Karl Stork und Frau Luise, geb. Kröck, möglich, das 50jährige Ehejubiläum zu begehen. Der Jubilar steht im 73., die Jubilarin im 72. Lebensjahr. Die HI.-Zeltlager sind der Ausdruck unseres Willens: Dienst für Deutschland! (D Kinzenbach, 7. Juni. In unserem Ort ist die begrüßenswerte Einrichtung eines Kindergartens für die noch nicht schulpflichtigen Kinder geschaffen worden. Man hat eine Kindergärtnerin aus Gießen gewonnen, die die Aufsicht über die Kleinen führt und dadurch nicht nur den Hausfrauen, sondern auch den beruflich tätigen Müttern manche Sorge abnimmt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. lieber Mittel- und Südosteuropa hat sich ein Hochdruckgebiet entwickelt und bewirkt, daß die bei England ankommenden Tiefdruckwirbel jetzt in der Hauptsache nordostwärts wandern. Da gleichzeittg die Zufuhr feuchtwarmer subtropischer Luft und starke Erwärmung über dem Kontinent einsetzen, ist eine volle Beständigkeit der neuen Wetterlage noch nicht gewährleistet. Die eintretenden Störungen werden gewittriger Natur sein und keine nach- yaltigen Verschlechterungen im Gefolge haben. Aussichten für Samstag: Aufheiternd, im ganzen freundlich und etwas schwül, Neigung zu Störungen, von Süden schwankende Winde. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der im wesentlichen freundlichen und warmen, aber nicht durchaus störungsfreien Witterung. Lufttemperaturen am 6. Juni: mittags 18 Grad Celsius, abends 12,2 Grad; am 7. Juni: morgens 13,7 Grad. Maximum 18,9 Grad, Minimum 6,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juni: abends 15,4 Grad; am 7. Juni: morgens 11,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3,9 Stunden. — Niederschläge 0,8 mm. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thvriol für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzelgenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. PREISE: 1.80 u. 3.35 .'Va Liter 5.40 Eine immer gute Frisur gewährleistet SEBALDS HAARTINKTUR sie macht das Haar voll und locker PREISE iv 1.80.u. 3.35 V2 Liter 5.40 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Wlederhei^tetler^öPrä f Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. ?,eiticbrttten Gießen / Gchulstraße 1 Pfingsten 1935 FERTIG UND ß □nach MASS Tischdecken indanihren gefärbt, 110x140 groß Ml. 1.45 3401 A lllilllllHIlinilliniHlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliiillülllHIHHIIIIIIII Verkaufsstelle Gießen Markt 22 3397 D DO Cubana Hemdchen / Nachthemden / Schlüpfer / Unterkleider undSchlafanzügeinnurguterQualitätu.trotzdembillig Gießen Bergstraße 3 Ma Anzeigen-Aktiengeseüschaft Eine Grossleistung der deutschen 1 Zigarren- J Santa-Cruz de Tenerife _____________02419 H. Lehmbecker, Seltersweg 73 früher- „Haus der ßanbarbeit" Bitte beachten Sie meine Schaufenster! faß (ihi) ioMwr 'waufrnM, Z 3u MllgsieN Wäsche! G. m. b. H. Gießen, Marktplatz Drog. Elges, Seltersweg 68a 3768’ Drog. WinterhoH, Krensplats 10. Bänninger 6. m. b.H. Fittingsfabrik, Gießen 3408 0 Emilie Luise v. d. Heydt Nanning Arfsten 130X160 groß.......2.25 2.80 4.75 Volkstümliche Naturwissenschaft In reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher4« Hugo Bermühler Verlag > Berlin-Lichterfelde Guten v MMnng bat preiswert abzugeben. 3350D 4. (M.G.)-80W. M-Negl. Giehen | Kaufgesuche | Frische gut gepflückte Kamillen kauft 3410 3 Vorzüge die wichtig sind tadelloser Sitz und Schnitt, gediegene Stoffqualität und wirkt Preiswürdigkeit — das sind die 3 Vorzüge unserer guten Herren- und Knabenkleidung. Bitte überzeugen Sie sich selbst davon durch persönliche Besichtigung. Frühjahrs-Anzüge Mk. 35. 42. 52. 62.- 72.- 82.- Modell-Anzüge führender Berliner Firmen. — Mk. 90.- 98.- 105. Sakkos und Hosen flotte Muster, elegantin d.Kombination Sakkos Mk. 22. 27. 35.- 42.- Hosen Mk.5.50 11.50 15. 18.- 22.50 Knaben-Anzüge Mk. 16.50 19.- 22.50 26.- P Verkäufe 3/20 BMW.- Limousine nicht steuerfrei, 47000 km gelaus. für 1050 Mk. zu verkaufen. 02435 Willy Lotz Wetzlar, Pfan- nenstielgasse 7 Telefon 2389, Eine elektrische Waschmaschine Marte „Scando" sowie einen Grammophon billig zu verkauf. Zu ersr.i. derGe- schästssf. 8 65 ?l Junger, strebsamer Kaufmann mit Abitur und wenn möglich einigen Jahren kaufmännischer Bildung, für unsere Abteilung Statistik und Einkauf gesucht. Zeugnisabschriften, handgeschriebener Lebenslauf und Bild erwünscht Qraucttaoro M Drogerie KreazulafzlO Verschiedenes | vornehm / Geschmackvoll/ Persönlich I Dleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen AuefUhrungen sowie Papieren billiget die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 WiselonM zu verkaufen. Ebelstraße 15 bei Göbel. 02133 Klavier gut erhalten, zu verkaufen. 02440 Babnhosstr.65 (Toreingang). Verkaufe gut erb. iBMine „Fahr-Kruvv" wegen Ausgabe der Landwirtsch. Daubringen Hauptstr.61.^v Guter Verdienst Beitaigel zu günstigen Bedingungen abzugeben. Schriftliche Angebote u. E.S.2841 (3403V) an d. Gieß. Anz. Vertrags - Lieferant der Heeres - Kleiderkasse j 1 / 8 A Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 Vi% Anatolier ............ Frankfurt a.M. yertm Schluß« furt Schluß!. Abend- Schluß« turs Schluß!. Mittag- börse börle Datum 5.6 6 6 5-6 6.6 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100 99,75 100,13 100,13 4% Deutsche Retchsanl. von 19& 97 97,13 97,25 97)25 6%% Young-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 103,75 104,4 Auslos.-Rechten ............ 114,65 114,55 114,6 114,7 4*/t% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 193-1, 1....... 100,2 100,2 100,2 100,5 6% ehem.8°/<> Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 98,75 98,75 98,75 ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,5 96,5 6yz% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaüi .. 4%% ehem. 8% Darmsl. Komm 100,5 100,75 — — Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mi 92,25 92,25 — - Auslos.-Rechten ........ 125,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehemL°/o Franks. Hyp.-Banl 115 115 115,25 115,25 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96 96 6%% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandbriefe....... 100,65 100,8 5Vi% ehem. 4&% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101 101,13 101,13 101 4y2o/o ehem. 8% Pr. Lande-Pfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. Obl.VI 96,75 96,75 96,75 96,75 96,75 96,75 96,75 96,75 106,3 Eteuergutsch.Verrechnungsk. 85-89 106,3 106,25 106,3 0,658 0,662 0,658 41,98 42,06 41,98 0,149 0,151 0,149 3,047 3,053 3,047 54,64 54,74 54,73 46,65 46,75 46,60 12,235 12,265 12,255 5,395 5,405 5,405 16,31 16,35 16,30 167,23 167,57 167,06 20,51 20,55 20,51 0,720 0,722 0,721 5,649 5,661 5,649 61,49 61,61 61,60 48,95 49,05 48,95 11,11 11,13 11,125 63,09 63,21 63,20 80,52 80,68 80,70 33,71 33,77 33,73 10,32 10,34 10,325 2,473 2,477 2,473 Banknoten. Serlin,6-Iuni Geld " Dries " Amerikanische stloteu.............. 2,425 41,82 54,52 12,22 16,24 166,65 19,92 61,39 62,98 80,47 33,26 2,445 . 41,98 54,74 12,26 16,30 167,31 20,00 61J53 63,24 80,79 33,40 Belgische Noten....... ” Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Not«................. Ungarische Not«................ Nr.131 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 7. Zuni (935 ^20 Jahre Corps Hassia. Das Corps Hassia, die älteste Korporation der Ludoviciana, feiert an Pfingsten den 120. Jahrestag seines Bestehens. Die Hassia zu Gießen ist in ihren Anfängen schon vor 1760 bezeugt. Das Corps Hassia wurde am 3. August 1815 unter Beteiligung mehrerer Corps- burschen der kurz vorher suspendierten Franconia gestiftet. Schon bald nach Gründung des Corps kam es zu tiefgreifenden Streitigkeiten mit den Anhängern der Burschenschaft, namentlich mit den demokratisch radikalen „Gießener Schwarzen" unter Karl Fallen. Dessen „Ehrenspiegel", ein studentisches Gesetzbuch, das den alten Komment (Brauch) beseitigen wollte, wurde von dem SC. unter Führung des Hessenseniors Görtz verworfen. Auf dem Wartburgfest 1817 kam es zum Austrag des Streites mit den „Schwarzen", denen der Hessensenior App gegenübertrat, und auf Zurufe zu einer Versöhnung, die aber nur von kurzer Dauer war. Zugunsten der Bildung einer allgemeinen Burschenschaft auf der Hochschule Gießen lösten Hassia und die übrigen Korporationen sich vorübergehend auf. Im Jahre 1923 gab sich der SC. zu Gießen einen neuen Komment, in dessen Einleitung das Wesen der Corps im Gegensatz zu den Landsmannschaften und zur Burschenschaft bestimmt wird. Letztere bestand in den 1820er Jahren als „Waffenverbindung" und paukte mit dem SC. Am 26. August 1826 wurde das Corps Starkenburgia von Hassia aufgetan. In der Folgezeit litt auch Hassia unter den Verfolgungen, die von der Behörde gegen das Verbindungswesen betrieben wurden. Unter den Hessen, die in diesen schweren Zeiten sich um ihr Corps besonders verdient gemacht haben, ist Wolrad Kreußler zu erwähnen, der die bekannten Kriegslieder 1870/71 gedichtet hat. Erst im Jahre 1840 konnten die Corps unangefochten wieder auftreten. Am 3. März 1842 wurde ein Corps Marco- mannia aufgetan; am 9. Mai 1843 kam es zu einer Verschmelzung der Marcomannia mit Hassia. Mit dem Gießener SC gehörte Hassia zu den Corps von elf Universitäten, die zur Bildung des Kösener SC-Verbandes zuerst im Jahre 1846 zusammentraten. In der Folgezeit konnte Hassia sich ungestört weiterentwickeln. Daß auch das Studium nicht zu kurz kam, beweist eine stattliche Reihe alter Hessen, aus deren Zahl der Afrikaforscher und österreichische Ministerresident Konstantin Reitz, der Strafrechtler Reichsgerichtsrat Max v. B u r i, die Brüder Thudichum, der Mediziner und der Jurist, und der Begründer der modernen Kinderheilkunde Philipp Biedert genannt feien. Während des Krieges 1870/71 stand fast das gesamte Corps unter Waffen. Wie den alten Gießenern erinnerlich fein wird, wurde das mit der Hauseinweihung verbundene große Stiftungsfest im August 1892 in besonders glanzvoller Weife begangen. Hassia besaß zuerst ein eigenes Heim; zu Ehren d^s Corps erhielt der anliegende Weg den Namen Hessenstraße. Die Jahre bis zum Weltkriege verliefen ohne Ereignisse von besonderer Bedeutung, zeigen aber eine erfreuliche Blüte des Corps und geben ein schönes Bild der engen corpsbrüderlichen Verbundenheit aller alten und jungen Träger des schwarzweißroten Bandes. Am Weltkriege nahmen sämtliche Aktiven und Inaktiven, sowie die große Mehrzahl der Alten Herren teil. Vom Heldentod dreiunddreißig treuer Hessen kündet das 1921 enthüllte Ehrenmal auf dem Hessenhaus. In dem besonders starken Bestand nach dem Kriege kam das Bedürfnis des Frontsoldaten zum Ausdruck, mit Gleichgesinnten Kameradschaft zu pflegen, und zwar in einem Kreise, der die No- vernberrevolte und den Staat von Weimar unbedingt ablehnte. So gehört Hassia zu den Verbindungen, die in den vierzehn Jahren des Niederganges unbeirrt eine Erziehungsarbeit geleistet haben, die nicht nur von vaterländischem Geist getragen war, sondern auch der nationalen Bewegung gedient hat, in deren Reihe übrigens zahlreiche Hessen gekämpft haben. Mit dem gewaltigen Geschehen der nationalsozialistischen Erhebung sind die studentischen Korporationen vor neue große Aufgaben gestellt. Angriffe, wie sie gerade gegen die farbentragenden Verbin- dunaen erhoben wurden, sind maßgebend durch Willensäußerungen des Führers widerlegt, der die Erhaltung der Korporationen wünscht, sofern sie guten Willens sind, auf dem Boden des Nationalsozialismus am Aufbau des Dritten Reiches mitzuarbeiten. Das bekundet auch die Vereinbarung der Partei und des NSDStB. mit der unter Führung des Staatssekretärs in der Reichskanzlei Dr. Lammers stehenden Gemeinschaft studentischer Verbände. So ist das Ziel gesteckt und die Bahn frei zur weiteren Arbeit. Und wenn Hassia ihren 120. Ehrentag begebt, so erfüllen alle Hessen neben dem Stolz auf die Vergangenheit ihres Corps die erhebende Freude und Zuversicht, ihre bewährte Erziehungsgemeinschaft auch weiterhin in den Dienst für Volk und Vaterland zu stellen, das geeint unser Führer uns geschenkt, hat! Eine Erinnerung. Von einem Alten Herrn des Corps Hassia wird uns geschrieben: Während der Pfingstfeiertage feiert die älteste Korporation der Universität, das Corps Hassia, sein 120. Stiftungsfest. Die bevorstehende Feier, die in einem den Zeitverhältnissen entsprechend einfachen Rahmen gehalten fein wird, gab Veranlassung, in Berichten über die früheren größeren Veranstaltungen nachzulesen, insbesondere denjenigen über die Feier des 50jährigen Stiftungsfestes, das besonders festlich auch unter Beteiligung der gesamten Gießener Bürgerschaft begangen wurde. Diese Feier war fsir die Hassia auch um deswillen pfingstbröuche. Pfingsten ist noch ein richtiges Frühlingsfest. Man kann daher beobachten, daß viele Mai- und Frühlingsbräuche auf das Pfingstfest übertragen worden find. So kehrt gewissermaßen der Maibaum wieder, denn in vielen Städten und Dörfern werden die „Maien", junge grüne Birken, vor den Häusern aufgestellt. Zu Pfingsten wird auch die Pfingstkuh oder der Pfingstochse geschmückt, eine Sitte, die noch in dem Sprichwort: „Geschmückt wie ein Pfingstochse" zum Ausdruck kommt! In manchen Gegenden Hannovers erhält am Abend vor Pfingsten die Leitkuh einen Kranz aus Birkenzweigen. Ueberhaupt spielt Pfingsten im Leben der Hirten eine große Rolle. So kommen im Schwarzwald die Hirtenbuben an einigen Orten zusammen zu sogenannten „Schellemärkte". Hier werden durch allerlei lustige Zeremonien die Kuhglocken ausgetauscht. In anderen Orten ist es Sitte, daß die jungen Burschen ihren Mädchen in der Pfingstnacht Birkenbäumchen vor das Kammerfenster pflanzen. Unbeliebten Mädchen aber wird ein Kiefernbaum gesetzt. Wer am Pfingstmorgen als Letzter aus dem Bett findet, erhält einen Kranz aus Birkenzweigen. von besonderer Bedeutung, weil mit ihr die Einweihung des Corpshauses in der Heffenftraße ver- bunben war. In dem Bericht über jenes Fest, dessen sich viele Einwohner der Stadt noch erinnern werden, ist zu lesen: „Verschiedene Umstände wirkten mit, den Glanz des Festes zu erhöhen und den Eindruck auf die Teilnehmer zu verstärken... Auch die geradezu großartige Teilnahme der gesamten Einwohnerschaft Gießens an der Feier, die sich in mannigfaltigster Weise kund tat, konnte nicht anders als erhebend auf die Feftteilnehmer wirken. Der damalige Erste Chargierte des Corps, der leider schon in den allerersten Tagen des Weltkrieges gefallene Rechtsanwalt Dr. Alexander Bopp, hatte allerdings auch besonderes Gewicht auf die Teilnahme der Bürgerschaft gelegt und eine Reihe von Veranstaltungen angeregt und durchgeführt, die für die ganze Bürgerschaft bestimmt waren, Festzug, öffentliche Konzerte durch 2 Militärkapellen, Gartenfest in Steins Garten mit Feuerwerk. Der letzte Teil des Wegs, durch den sich der Festzug bewegte — vom Ludwigsplatz bis Steins Garten — war in eine via triumphalis umgewandelt. Es gab während der Festtage kaum ein Haus in der Stadt, das nicht die alten und neuen Farben der Hassia — schwarzweißrot — gezeigt hätte. Viele Häuser waren mit frischem Grün und Blumen geschmückt." Ein Bericht im „Gießener Anzeiger" vom 10. August 1892 schließt: „Nun hat fast alles Gießen verlassen, doch nicht ohne Erinnerung an ein wirklich gelungenes Fest mitzunehmen, gelungen wesentlich dank der erhebenden Teilnahme der Stadt und ihrer liebenswürdigen Bewohner. Dieser Empfindung Derlei ht auch der Dankerlaß des Corps an die Bürgerschaft im gleichen Blatt Ausdruck." Wir Hessen dürfen mit Recht von uns sagen, daß von jeher die besten und herzlichen Beziehungen zwischen Bürgerschaft und den Hessen bestanden und fühlen uns auch heute noch mit den Einwohnern der Stadt, aus deren Kreis wir zahlreiche Aktive gehabt haben, eng verbunden. Wir hoffen das Gleiche auch von den Bürgern der Stadt und würden uns freuen, wenn auch an den Pfingsttagen dieser Verbundenheit seitens der Einwohnerschaft durch reiches Beflaggen der Häuser in den Farben schwarzweißrot Ausdruck verliehen würde. An vielen Orten wird an Pfingsten entsprechend dem Einholen des Mai-Königs ein Umzug veranstaltet, geführt von den in Laub und Blumen gehüllten Pfingst-Butzen, Pfingst-Lümmels oder Pfingst-Quaks zieht die Dorfjugend von Haus zu Haus und erbittet sich Gaben. Eine ähnliche Erscheinung ist der zu Pfingsten im bayerischen Wald auftretende Wasservogel, ein ganz und gar in Reiser oder Besenginster gehüllter Knabe, der begleitet von drei mit bunten Bändern geschmückten Kumpanen und gefolgt von der ganzen Dorfjugend von Haus zu Haus zieht und um Geld oder sonstige Gaben bittet. Unter dem Jubel aller Teilnehmer wird aber der Wasservogel an manchen Ecken heimlich mit Wasser übergossen. Die gesammelten Gaben werden dann schließlich unter dem Wasservogel und seinen Begleitern verteilt. In Oldenburg wird an einzelnen Orten der Pfingstkranz aufgehängt, der wie eine Krone aus frischen Blumen aussieht. Die Nachbarn der einzelnen Straßen des Ortes stellen diesen Pfingstkranz in gemeinsamer Arbeit her und hängen ihn am Abend vor dem Pfingstfest mitten über der Straße auf. Hier lebt im Pfingstbrauch eine alte deutsche Sitte der Nachbarschaft fort, in der jeder dem anderen zu Rat und Hilfe in Arbeit und Notzeiten verpflichtet ist. Wenn der Pfingstkranz aufgehängt ist, tanzen die Kinder und jungen Leute unter dem Kranz alte Volksreigen. Die angeführten Pfingstbräuche finden sich zum Teil, wenn auch in abgeänderter Form, auch in unserer Landschaft. Vielleicht kennst du einen besonders schönen Brauch deines Heimatdorfes, dann mache von ihm in einer Mußestunde einen kurzen Bericht und sende ihn an den Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Darmstadt, Neckarstraße 3, zu dessen vornehmsten Aufgaben es zählt, das vorhandene Brauchtum unserer Landschaft zu erforschen, zu erhalten und zu beleben. E>A , e©„ TiSKK. und Feuerwehr. In einem Runderlaß an alle Polizeibehörden gibt der Reichs- und preußische Innenminister folgenden Befehl der Obersten SA.-Führung bekannt: „Bei allen Angehörigen der SA. über 35 Jahren geht der Feuerwehrdienst dem SA.-Dienst und bei allen Angehörigen der SA. unter 35 Jahren der SA.- Dienft dem Feuerwehrdienst vor." — Der Reichsführer der SS. wie der Korpsführer des NSKK. haben folgenden Befehl erlassen: „Bei allen SS.» (NSKK.-) Angehörigen über 26 Jahren geht der Feuerwehrdienst dem SS.- (NSKK.-) Dienst und bei allen SS.- (NSKK.-) Angehörigen unter 26 Jahren der SS.- (NSKK.-) Dienst dem Feuerwehrdienst vor." Als Feuerwehrdienst, so stellt der Minister fest, gilt die Teilnahme an Feuerwehrpflichtübungen, an Feuerwehraufmärschen, die Feuerwehrtätigkeit im Brandfalle und bei Probealarm, der Feuerwehrbereitschaftsdienst, die Teilnahme an Feuerwehrschulkursen und bei Feuerwehrführern auch die Teilnahme an Führerbesprechungen. Kraftfahrer und Radfahrer meidet den Alkohol! Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Mit dem Frühjahr beginnen auch wieder die Volksfeste und Vergnügungen in allen Gegenden des Reiches. Die zunehmende Motorisierung und der zunehmende Radfahrverkehr bringen es mit sich, daß an derartigen Veranstaltungen auch viele Kraftfahrer und Radfahrer teilnehmen. Feiern und Feste find mit Genuß von Alkohol verbunden, und niemand wird frohen Menschen das verwehren wollen. Den Kraftfahrern und Radfahrern aber, die solche Feste feiern, liegt eine schwere Verantwortung ob. Es ist erwiesen, daß schon geringe Mengen von Alkohol die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Kraftfahrer und Radfahrer, die in angetrunkenem ober gar betrunkenem Zustande mit ihren Fahrzeugen fahren, gefährden sich und ihre Mitmenschen. Wenn Fahrzeugführer nicht mehr zur sicheren Führung ihres Fahrzeuges in der Lage find, mögen sie das Fahrzeug an Ort und Stelle lassen und es später abholen. Die Polizeibeamten sind angewiesen, unnachsichtlich durchzugreifen, wenn betrunkene Kraftfahrer am Steuer von Kraftfahrzeugen, ober betrunkene Rad- fahrer auf Fahrräbern betroffen werben. Strenge Bestrafung, bie Entziehung bes Führerscheins, Untersagung ber Führung von Fahrräbern unb bie polizeiliche Sicherstellung bes Fahrzeuges broht biesen Fahrzeugführern. Krastpost Gießen—Erda. Dem nach ber Eröffnung ber Kraftpoftlinie Gießen—Erba eingetretenen Bedürfnis entsprechend werben vom Samstag, 8. Juni, ab folgenbe Verbesserungen bes Fahrplanes vorgenom- men: 1. Die erste Fahrt ab Erba 6.30 Uhr verkehrt künftig 40 Minuten früher, also 5.50 Uhr. 2. Die bisherigen Mittwochsfahrten ab Gießen 10 Uhr unb ab Erba 11.10 Uhr werben künftig auch Samstags ausgeführt. 3. Die bisherige Fahrt ab Gießen 15.15 Uhr nach Krofborf wirb künftig an Samstagen bis Erba durchgeführt, kommt in Erba um 16.15 Uhr an unb fährt bafelbft um 16.20 Uhr nach Gießen roieber ab. Aus Oer Provinzialhaupistadi. Hochschulnachrichten. Der o. Professor Dr. Walter M e v i u s von ber Universität Berlin ist als Nachfolger bes wegen Erreichung ber Altersgrenze von den amtlichen Pflichten entbundenen Professors Dr. Wilhelm Ben ecke zum Ordinarius für Botanik und Direktor des Botanischen Instituts ber Universität M ü n- st e r ernannt worden. Anekdoten umRobert Schumann. 3u seinem 125. Geburtstag am 8 Juni. Der 19jährige Robert Schumann studierte in Heidelberg Jurisprudenz. Doch die Pandekten und Wälzer des römischen Rechts wurden dem jungen Musiker bald zur Qual. Einmal kam er mit Freunden aus einer Vorlesung des berühmten Rechts- aelehrten Thibaut, der über die Gründe gesprochen hatte, die nach dem Gesetz die Volljährigkeit dem weiblichen Geschlecht früher zusprachen als dem männlichen. Ein Mädchen, so hatte Thibaut ausaeführt, ist schon eine verständige und gesellschaftsfähige Person, wenn der Jüngling noch ein unverständiges, linkisches Geschöpf ist. Schumann erläuterte das Wesen der Geschlechtsunterschiede auf feine Weise. Er setzte sich ans Klavier, trug Webers „Aufforderung zum Tanz" vor und sagte: „Hört ihr? Jetzt spricht sie! Das ist der Liebe Kosen ... Und jetzt spricht er, das ist des Mannes ernste Stimme. Und nun sprechen sie beide zugleich, und deutlich hört man in der Musik, was die Liebenden sich sagen. Ist das nicht tausendmal schöner als alles, was die Jurisprudenz je hervorzubringen vermag?" * Ein heiteres romantisches Abenteuer erle’bte Schumann 1830 auf einem Maskenfeft in Heidelberg. Da tanzte er mit einem hübschen jungen Mädchen namens Henriette Hofmeister, das ihm ausnehmend gefiel und feine Zuneigung zu erwidern schien. Zu schüchtern, um seiner Tanzdame offen feine Gefühle zu gestehen, schrieb Schumann m einer Nische ein zartes kleines Liebesgedicht, das er ihr beim nächsten Tanz zuftecken wollte. Doch als er nach der Maskenfreiheit auf sie zutrat und ihr den kleinen Zettel in die Hand drücken wollte, trat plötzlich eine würdige alte Dame zwischen die beiden, nahm das Gedicht und sagte mit tiefer Stimme: „Behalten Sie Ihr Papier, Maske, meine Tochter versteht keine Gedichte." Unverrichteter Sache ergriff Schumann die Flucht... * • * Während feiner ersten Jahre in Leipzig hatte sich um Robert Schumann eine fröhliche Gesellschaft zusammengefunden, Studenten und junge Künstler, die regelmäßig in einem Gasthaus zusammenkamen. Als sie eines Abends ihr Stammlokal verließen, waren sie auf dem Heimweg so vertieft in em Streitgespräch über künstlerische Fragen, daß Robert Schumann rief: „Kinder, es wäre schade, jetzt schon schlafen zu gehen. Wir wandern noch in Riedels Garten und plaudern weiter." Trotz der vorgerückten Stunde waren die tyreunoe einverstanden und gingen zu dem Riedelschen Gartenlokal Doch als sie ankamen, war das Gittertor Rom schenkt mir tausend Fische. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. T u s f u l u m, im Juni. Die Sache in ßittoria leuchtete mir ein. Die Malaria kommt von den Stechmücken, die Stechmücken kommen von den Larven, die Larven sind ein Leckerbissen für die Gambufie, ergo fressen die Fische die Malaria. Gambufie find nämlich kleine Fischlein, also ganz kleine, aber, wie der Zwerg Perkeo an Durst, an Freßlust riesengroß. Im Lexikon habe ich sie nicht finden können, auch im Kleinen Brehm waren sie gerade nicht da, der Duce behauptete jedoch, Rom hätte genug, um die Pontinischen Sümpfe zu sanieren. So fuhren wir in die Hauptstadt zurück, der Duce zufrieden in den Palazzo Venezia, ich erwartungsvoll zum Govematorato. Dort wies man mich an das öffentliche Gesundheitsamt. Ich begehrte den Herrn Direktor zu sprechen. Signor Direttore, sagte ich, ich komme gerade aus den Pontinischen Sümpfen, Verzeihung, den Pontinischen Gefilden, meine Hochachtung, und ich möchte auch Gambufie haben. Ich habe auf meinem Tuskulum da draußen zwar nur einen Froschtümpel, aber daß man darin schwimmen kann, das muß sich bei den Anopheles herumgesprochen haben ... In Tuskulum, lächelte der Direktor überlegen, gibt es keine Anopheles mehr, erst vorgestern wurden Frascati und Rocca di Papa als malariafrei erklärt, die diesbezüglichen Schutzgefetze sind also für diese Gemeinden, Ihr Tuskulum inbegriffen, aufgehoben. Nun, das hatte ich gelesen. In den Reiseführern steht auch, daß die Anopheles am 28. Juni erst zu schwärmen anfangen, und nach der sonstigen öffentlichen Meinung steigen sie überhaupt nie höher als 300 Meter. Frascati liegt aber 350 Meter hoch, Rocca di Papa 700 Meter und das Tuskulum meines Vorbesitzers, des Herrn Juftizrats Cicero, dazwischen. Bis vorgestern mußten demnach die Anopheles ihre eigene Meinung gehabt haben, und was den 28. Juni anbelangt — wer will es ihnen verdenken, wenn sie schon vorher einen Pfingstaus- flug in die Castelli Romani machen? Ueberlegungen, die laut zu äußern wohl unhöflich gewesen wäre. So sagte ich nur, gewiß, ich hätte ja auch keine Angst, Mücken seien aber auf jeden Fall da und stechen, lieber Herr Direktor, stechen tun sie auch, ob es nun Anopheles sind oder bloß Schnaken. Vielleicht nähmen die berühmten Gambufie des Gover- natorato ausnahmsweise mit ganz ordinären Stechmückenlarven vorlieb, und dann wäre mein Zweck doch erreicht. Das leuchtete nun wieder dem städtischen Gesundheitsamt ein, und anderntags kam ein ausgesucht ausgedientes Zockelpferdchen angezockelt, es zog mit der Behutsamkeit des gereiften Alters ein Wägelchen, und auf dem Wägelchen stand ein großer Zinkbehälter, und zwei Mann saßen daneben, um ihn vor jeder Erschütterung zu bewahren. Die Malariafresser find recht empfindliche Dinger. ,;Eccoli — Ihre Gambufie! Rom schenkt Ihnen tausend Fische." Es war eine rührende Familienszene. Mit gebührender Feierlichkeit wurde der Behälter an den Tümpel gebracht und umgeftülpt. Na, diese Freude! Die Gambufie tollten herum, als wären sie ihrer südamerikanischen Heimat, es kann auch Mexiko sein, zurückgegeben worden, sie fühlten sich gleich zu Hause und stürzten sich wie ausgehungerte Tiger auf die kaulquappenartig herumschnellenden Larven. Anopheles oder Schnaken, habe ich's nicht gesagt, das war ihnen wurscht, drauf und schnapp, schnapp, schnapp! Wenn es wahr ist, daß eine Schwalbe täglich das Doppelte ihres eigenen Gewichtes an Insekten frißt und doch dabei schlank bleibt, so müssen die ©am» bufie wahre Akrobaten in der Erhaltung der schlanken Linie sein. Sie bestehen, wohlgefällig betrachtet, eigentlich nur aus Bauch mit Steuervorrichtung und bunkern wie ein Kohlendampfer. Ihre zweite Tugend ist die, daß sie sich mit Leidenschaft an der battaglia demografica, der Bevölkerungsschlacht, beteiligen. Als ich mein Bedauern darüber ausdrückte, daß auf dem Transport doch eine Anzahl Fischchen eingegangen waren, weil sie sich wundgestoßen hatten, fuchtelte die Begleitmannschaft mit allen vier Armen und schöpfte, schöpfte mit zwanzig Fingern aus dem Vollen. Das hieß: Warten Sie nur, das gleicht sich bald aus! Ich glaube, ich habe schon etwas gemerkt. Die Vollschlanken ziehen sich in eine stille Ecke zurück und benehmen sich paarweise. Josaphat, der alte Winzer, zwinkert mit üen Augen und denkt an eine baldige zuppa alla mari- naia, eine Fischsuppe. Aber das gibt es nicht. Die Malariafische find für die Malaria da. Vabene, brummt er, dann gibt es halt nächstes Jahr in diesem Teich mehr Fische als Mücken und dann, Sie werden ja sehen, Signore, fressen sie sich selber auf. Wer hat denn je schan so etwas Gefräßiges gesehen? $)m — wie wäre es, wenn ich den Uederschuß exportieren würde? In die Schnakengegenden nördlich der Alpen? schon verschlossen, der Wirt bereits zur Ruhe gegangen. Da kletterten sie über das Gitter und setzten sich in eine der Lauben, um ihre Unterhaltung fortzusetzen. Nach einer Weile verschwand Schumann mit einem seiner Freunde unbemerkt. Als sie roieber» kamen, trugen sie ein Dutzend Flaschen edlen Rheinwein bei sich. Sie hatten den Weinkeller entdeckt, mit großem Geschick geöffnet und im Dunkeln die richtige Weinsorte erwischt. Bis in die tiefe Nacht plauderte und zechte die fröhliche Gesellschaft nun im Garten... Am anderen Morgen wurde der Wirt benachrichtigt, und da feine nächtlichen Gäste ihre Rechnung prompt bezahlten, machte er gute Miene zum bösen Spiel. 1841 schrieb Schumann seine erste Symphonie, die bekannte 6-Dur-Symphonie. Der Anlaß dazu ging von dem Leipziger Dichter Adolf B ö 11 g e r aus. Böttger hatte ein schwermütiges kleines Gedicht „Der Geist der Wolke" geschrieben, das er in einem Wirtshaus dem Redakteur einer Leipziger Zeitschrift anbot. Doch der zeigte kein Interesse für die Verse. In seinem Aerger darüber rollte Böttger bas Manuskript zusammen, um es als Fidibus für feine Zigarre zu verwenden. Ein Freund rettete das Gedicht vor diesem schmählichen Ende und las es einige Tage später Robert Schumann vor. Der behielt es bei sich, las es immer wieder und wieder und fand darin ausgedrückt, was feine Seele um diese Zeit erfüllte: Melancholie der Einsamkeit und Sehnsucht nach lichtvollem Glück. Das kleine Gedicht begeisterte den Komponisten zur symphonischen Tat — am 6. Dezember wurde seine 6-Dur-Symphonie im Gewandhaus aufgeführt. Nach dem großen Erfolge dieses Meisterwerkes sandte Schumann an Böttger em Bild mit den Anfangsbuchstaben der Symphonie als Dank und Gruß! Im Jahre 1844 unternahm Robert Schumann mit seiner Gattin, der berühmten Klaviervirtuosin Klara Schumann, eine Kunstreise nach Rußland. In Petersburg spielte Klara Schumann vor dem Zarenpaar. Als das Konzert beendet war, wurde Klara Schumann von den Majestäten mit Lob überschüttet. Im Verlauf des Gespräches stellte die Künstlerin auch ihren Mann vor. Die Zarin, die von Robert Schumanns Künstlerruhm offenbar noch nicht gehört hatte, betrachtete ihn von oben herab unb sagte: „Es muß doch schön für Sie fein, eine so große Künstlerin zur Gattin zu haben. Sind Sie auch musikalisch, Herr Schumann?" „Ein wenig, Majestät", erwiderte Schumann bescheiden... Deutsche Arbeitsfront. 3XS. Gemeinschaft „Kraft durch Areude". Sommerfest auf dem Staufenberg. Am Pfingstmontag, 10. Juni, veranstaltet die NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Orts- gruppen Lollar und Mainzlar, auf dem Staufenberg ein frohes Sommerfest. Bei Konzert und Tanz, bei fröhlichen Volksliedern und bei dem Spiel „Die drei Dorfheiligen" der Münchner Heimatspiele wollen wir einen schönen Pfingsttag verleben. Die Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Lollarer SA.- Kapelle. Der Eintrittspreis in die Burg beträgt nur 20 Pf., er berechtigt zum Besuch des von den Münchner Heimatspielen gespielten Lustspieles. Das Tanzbändchen kostet pro Person 30 Pf., es berechtigt zum Tanz für den ganzen Tag. Auf zum Sommerfest nach Staufenberg am Pfingstmontag! Rheinfahrt am 23. Juni. Die erste Rheinfahrt des Kreises Gießen in diesem Jahre steigt am 23. Juni. Die Fahrt geht mit der Bahn nach Niederlahnstein, von dort aus mit dem Schiff nach Bingen, dort, in Rüdesheim bleiben wir über Mittag. Dann geht es den gleichen Weg wieder zurück. Wir haben Gelegenheit, rheinauf und rheinab den schönsten Teil unseres größten deutschen Stroms kennenzulernen. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr morgens hier ab, die Ankunft wird so gelegt, daß alle noch Anschlußzüge benutzen können. Der Gesamtpreis beträgt 5,— Mark ohne Mittagessen und 5,80 Mark mit Mittagessen. Mit der Anmeldung bei den Orts- und Betriebswarten der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist zugleich der Fahrpreis zu bezahlen. Bezahlte Anmeldungen gelten erst als angemeldet. Anmeldeschluß ist der 15. Juni. An alle kdF.-Warle in den Ortsgruppen und Betrieben! Soweit noch nicht geschehen, muß sofort obige Ankündigung über die Rheinfahrt am 23. Juni auf allen roten KdF.-Tafeln angebracht werden. Die Orts- und Betriebswarte haben die Meldungen und die Zahlungen anzunehmen. Die Meldungen aus den Betrieben müssen nachweisen, in welchem Bahnort die Teilnehmer einsteigen, damit wir rechtzeitig für richtige Anschlüsse sorgen können. Insgesamt können noch 300 Meldungen angenommen werden. Segelfportfahrten auf der Ostsee. Das Reichssportamt der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt in der Zeit von Juni bis Oktober verschiedene sieben- und vierzehntägige Segelsportfahrten durchzuführen. Die Kosten sind außerordentlich niedrig gehalten, sie betragen 37,50 Mark für die siebentägige und 65 Mark für die vierzehntägige Fahrt. Für die Hin- und Rückreise der Teilnehmer vom Wohnort zum Liegeplatz der Schiffe wird eine 50-v. H.-Fahrpreisermäßigung für die Bahnfahrt gewährt. Weitere Auskunft sowie Anmeldung auf dem Sportamt der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, Fernruf 2919. Sportkurse am Freitag. Heute finden folgende Sportkurse statt: 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer, Lyzeum. 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen, Heilanstalt. Erwerbt die Jahressportkarte zum Preise von 30 Pf. (einschließlich Versicherung) bei der Sportlehrerin oder bei dem Sportlehrer in der Uebungs- stätte oder auf dem Sportamt! Kommt alle und seht euch die Sportkurse an, und dann macht mit! Es ist niemand zu alt dazu, an unserem frohen Betrieb teilzunehmen! Deutsches Zugendfest 1935. 1. Hinsichtlich der schon bekanntgegebenen Austragungsorte im Kreise Gießen tritt folgende Aenderung ein: Wieseck kommt neu hinzu. Klein- Linden gemeinsam mit Heuchelheim in Heuchelheim. Großen-Linden, Lang-Göns und Leihgestern in Leihgestern. Inheiden für sich allein. Was die Zugehörigkeit der Jugendlichen zu den Austragungsorten anbetrifft, so entscheidet in jedem Falle, auch für diejenigen, die nicht der HI. und ihren Untergliederungen angehören, das Gefolgschftsgebiet. 2. Die Festabzeichen werden ausschließlich von den einzelnen Schulen von der Geschäftsstelle des Deutschen Jugendfestes, Berlin-Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 43, bestellt und vertrieben. (Bestellung in Höhe der doppelten Schülerzahl.) 3. Die Siegernadeln und die Wettkampfkarten, letztere nure für diejenigen Jugendlichen, die nicht der HI. und ihren Untergliederungen angehören, bestellen die Ortsausschüsse bei der Geschäftsstelle des Deutschen Jugendfestes. 4. Da jetzt alle Orte innerhalb des Kreises, an denen die Wettkämpfe stattfinden, festliegen, wird erwartet, daß die Ortsausschüsse, wenn dies noch nicht der Fall sein sollte, sofort gebildet werden. Dies ist unbedingt notwendig, damit die Vorbereitungen beginnen können. Wichtig für Hundefreunde. Dom Landschastsbund Volkstum und Heimat wird uns geschrieben: Hunde dürfen keine Geflügelknochen fressen! Alten Hunden soll man auch andere Knochen nicht vorsetzen! Für jüngere Hunde sind weiche Kalbsknochen am zuträglichsten. Gib die Knochen dem Hund gesondert, mische sie nicht unter das Futter, er könnte sie sonst unzerkaut herunterschlucken und sich dabei innerliche Verletzungen zuziehen. Erneuere das Trinkwasser öfters am Tage! Koche, namentlich im Sommer, das Hundefutter nicht „auf Vorrat"! Es könnte verderben und dem Hund schädlich werden! Glaube nicht, daß dein Hund unempfindlich gegen Durchnässung, Zug und Kälte sei! Namentlich die edlen Hunderassen und die Stadthunde sind nicht immer sehr widerstandsfähig und leichter Erkrankungen ausgesetzt. Gib deinem Hund ein trockenes, sauberes und warmes Lager! Trockene den Hund gut ab, wenn er naß geworden ist, Abreibung mit einem rauhen Tuch ist am zweckmäßigsten. Wenn dein Hund einen Maulkorb tragen muß, dann sorge dafür, daß er gut paßt und nicht drückt. Ist dein Hund nicht gesund, so verwende nicht allzu lange Hausmittel, sondern gehe rechtzeitig zum Tierarzt. Sonderzug des Bundes heimattreuer Ost- und Westpreußeu nach Ostpreußen. LPD. Der Bund heimattreuer Ost- und Westpreußen läßt am 11. Juli einen Sonderzug nach Ostpreußen (Königsberg) laufen. Die Fahrtkostey ab Frankfurt a. M. in der 3. Wagenklasse betragen 38 Mark, in der 2. Klasse 55 Mark, ab Fulda 35 bzw. 50 Mark, ab Bebra 33,50 bzw. 48 Mark. Die Rückfahrt erfolgt am 2. August abends ab Königsberg, Ankunft in Frankfurt am 4. August moraens. Stationen des Zuges auf der Hin- und Rückfahrt sind: Fulda, Bebra, Marienburg, Elbing und Braunsberg. Zum Ein- bzw. Aussteigen auf der Hinfahrt sind in Berlin etwa 4 Stunden Aufenthalt, auf der Rückfahrt eine Fahrtunterbrechung von etwa 12 Stunden ohne Uebernachtung. Für die Zu- und Abfahrt nach und von Frankfurt a. M. wird im Umkreis von 100 Kilometer eine Ermäßigung von 60 v. H. gewährt. Nichtmitglieder des Bundes heimattreuer Ost- und Westpreußen können sich ebenfalls an der Fahrt beteiligen, sie müssen jedoch einen Unkostenbeitrug von 1,50 Mark bezahlen. Die MER. vermitteln verbilligten Aufenthalt an der See, auf der Nehrung, in Danzig oder in Masuren. Auch bieten sie Gelegenheit zu billigen pauschalen Rundreisen durch Ostpreußen. Die Meldungen müssen bis zum 20. Juni bei den Ortsgruppen des Bundes heimattreuer Oft» und Westpreußen erfolgen. Wo keine Ortsgruppe ist, wende man sich an die Geschäftsstelle des Landesverbandes des Bundes in Frankfurt a. M.- Rödelheim, Dörrwiesenstraße 5, Telephon 76 515. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körperschule im Lyzeum. 21 bis 22 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen in der Heilanstalt. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Mädchen Johanna. • ** Evangelische Pfarrpersonalien. Ernannt wurden: der Pfarrer Dr. Rudolf Michel an der Lutherkirche zu Wiesbaden zum Pfarrer der Pfarrei Oberstedten, Dekanat Bad Homburg, mit Wirkung vom 1. Juli 1935 ab; der Pfarrassistent Kurt Davidson zu Eberstadt, Dekanat Darmstadt, zum Pfarroerwalter der Pfarrei Wallertheim, Dekanat Wöllstein, mit Wirkung vom 16. Mai 1935 ab; der Pfarrer Hans Letzi n g zu Ortenberg, Dekanat Büdingen, zum Pfarrer der Pfarrei Osthofen, Dekanat Worms, mit Wirkung vom 16. Mai 1935 ab; der Pfarrer Hans D u r st zu Westhofen, Dekanat Worms, zum Pfarrer der Pfarrei Wersau, Dekanat Groß-Umstadt, mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab. ** D i e Industrie- und Handelskammer veröffentlicht in unserem heutigen Blatte eine Anzeige über Büroschluß, auf die wir die Interessenten besonders Hinweisen. ** R ü ck ständige Strom- und Gasgelder aus dem Monat April werden in unserem heutigen Anzeigenteil von der Direktion der städtischen Betriebe zur Zahlung angemahnt. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Mindestens einmal im Jahr, und zwar meist im Sommer, wo wir im Freien lagern können, denn die Schutzhütte kann die vielen Teilnehmer nicht fassen, wandern wir zum Dünsberg. Der Himmel war bedeckt und die Aussicht gering, als wir am vergangenen Sonntag vom Oswaldsgarten abmarschierten; so blieb es auch noch, während mir hinter Krofdorf am Rande des Krofdorfer Waldes lagerten. Die Burgen Gleiberg und Vetzberg erhoben sich mächtig im nahen Vordergrund, aber unsere Heimatstadt und die dahinter liegenden Höhen waren schon nicht mehr zu erkennen. Wir folgten dann den gelben Strichen auf ruhigen Schneisen durch den Krofdorfer Wald, sichteten mehrere Rehe, wanderten bei der Straße Fellingshausen—Frankenbach, die wir überquerten, kurze Zeit über freies Feld und kamen darauf in den Wald, der sich rings um den Dünsberg zieht. Bei dem frischen Wanderwetter erstiegen wir leicht den Berg. Hier hielten wir lange Rast und genossen vom Turm die schöne Rundsicht. Schließ- lieh fand die Auszeichnung von 11 Kindern statt, die sich besonders eifrig im vergangenen Jahre an unseren Wanderungen beteiligt hatten. Der Abstieg erfolgte nach Fellingshausen. Dann gingen wir auf schönen Schneisen durch den Detzberger Wald. Inzwischen war das Wetter ganz klar geworden, und so hatten wir, als wir das Wäldchen verlassen hatten und durch die wogenden Kornfelder wanderten, nach allen Seiten hin eine prächtige Sicht. Großartig war jedoch der Blick über die blühenden Hecken von der Ruine Vetzberg. Im Dorf Vetzberg hielten wir Schlußrast und gingen dann nach Rodheim, von wo uns die Biebertalbahn nach Gießen brachte. ** Rheinfahrten an Pfingsten. In der Annahme, daß der bisherigen Regenzeit zu Pfingsten schönes Wetter folgt, hat die Köln-Düsseldorfer Rhein-Dampsschiffahrt ihren Fahrplan für die Feiertage so erweitert, daß zwischen 6.30 und 18.40 Uhr allein ab Mainz 17 Abfahrten stattfinden. Entsprechend zahlreich sind die Rückfahrmöglichkeiten. Für die Frühschiffe werden ganz besonders billige Ausflugsfahrscheine nach St. Goar, Boppard und Koblenz ausgegeben, außerdem für alle Schiffe die „billigen Tageskarten", die von Pfingstfamstag bis Pfingstmontag Gültigkeit haben. Die Sonderfahrpläne für Pfingsten sind bei der Mainzer Agentur der Gesellschaft erhältlich. Man beachte die heutige Anzeige. Erbforschung und Erbpflege. Ein weiterer Vortrag in der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Dolf-'. Am gestrigen Abend wurde die Vortragsreihe der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der Universität durch einen Vortrag über „Erbforschung und Erbpflege" fortgesetzt. Dr. Kranz, Gießen, vom Rassenpolitischen Institut, der schon seit vielen Jahren gemeinsam mit Prof. Kuhn an rassen- hygienifchen Aufgaben und Fragen arbeitete, hielt im überfüllten großen Hörfaal der Universität diesen Vortrag mit besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse von Zwillingsuntersuchungen. Seinem mit vielen Lichtbildern und Tafeln all- aemein verständlichen Vortrag entnehmen wir u. a. folgendes: Die geistige Grundhaltung des Marxis- muh fei Schuld daran gewesen, daß das deutsche Volk zu einem immer mehr vergreisenden Staat geworden sei. Die Zahl der Jugend sei so groß gewesen, wie die Zahl der Greise. Ein derartiges Volk Hölle bei dieser stagnierenden Entwicklung im Lause der Jahrzehnte aus der Reihe der Völker verschwinden müssen. Man hätte früher Rafsenmifchung weitgehend zu- gelassen, und so sei es gekommen, daß Schwarz und Weiß, Juden und Arier sich kreuzten. Mit Hilfe der marxistischen Freunde seien damals über hunderttausend Ostjuden nach Deu 1 sch- land gekommen, die allmählich die geistige Führung an sich gerissen hätten. Die Auswirkungen dieser rassefremden Führung auf die kulturellen Aufgaben feien uns allen sehr gut bekannt. Die Erbkranken schienen bald im deutschen Volk die Erbgesunden überwuchern zu wollen. Die Zahl der in Irren- und Pflegeanstalten untergebrachten kranken sei von 170 000 auf 300 000 im Laufe weniger Jahre gestiegen, und der Staat habe für diesen Zweck VA 2UU- liarden Mark aufbringen müssen. Um den versammelten Volksgenossen einen Einblick in eine solche Krankenanstalt zu geben, wurde ein Film vom Rassenpolitischen Amt der NSDAP., betitelt „Die Sünden der Väter", vorgeführt. Ergreifende Bilder dieser armen Geschöpfe, die große Pflege, die die Kranken dauernd umgibt, wurden hier gezeigt. Jeder habe wohl den Wunsch, nachdem er einmal Einblick in dieses Elend genommen habe, daß das Erbkranke nicht weiter vererbt werde. Der nationalsozialistische Staat denke nicht daran, diese Erbkranken zu töten, aber er wolle vermeiden, daß von diesen weitere erbkranke Nachkommen das Licht der Welt erblickten. Daß es eine Vererbung gebe, hätten die Völker schon vor vielen hundert Jayren gewußt. Besonders in der Tierzucht habeman großen Wert auf Rassezucht mit Warum verkennst du mich, Barbara? Vornan von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 4. Fortsetzung Nachdruck verboten! „Sie tanzen hinreißend, mein gnädiges Fräulein", sagte er ziemlich laut und lächelte in Magdalenas erschrockene Augen hinein. Er hielt dies starre Lächeln auf seinem Gesicht fest. Barbara, die nun gerade neben ihm war, hörte diese Worte, sah dies Lächeln. Brüsk hielt sie mitten im Tanz an. „Oh, meine Gnädigste", fragte ihr Tänzer, „befehlen Sie aufzuhören?" „Ja, bitte! Wollen Sie mich zu meinem Platz führen." Ihr Gesicht war eigentümlich starr, als sie nun hart an Eckehard vorbei durch den Saal ging, um sich in dem kleinen Salon nebenan niederzulasfen. Sofort scharte sich eine große Anzahl junger Leute um Barbara von Stechow. Sie wußte, was sie ihrer Stellung als Gastgeberin schuldig war. Sonst so hochmütig und abwehrend diesen Menschen gegenüber, war sie heute von einer bezaubernden Liebenswürdigkeit. Niemand brauchte ja zu wissen, was in ihr vorging. Sie gab sich, als durchschaute sie die ganzen Be- mühungen der Menschen um sie herum nicht. Dabei wußte sie doch ganz genau: die plötzlich erwachte Liebenswürdigkeit ' der Großgrundbesitzer hier umher galt einzig und allein einer Tatsache — daß sie nun plötzlich zu einer begehrten Erbin geworden war. Die Liebenswürdigkeit der unverheirateten jungen Leute war nichts als ein Werben um die Reichtümer, die mit ihrer Person verbunden waren. Heute war sie die Wirtin und kannte ihre Pflichten. Aber sie schaute allen bis ins Herz. Sie glaubte nicht mehr an wahre Freundschaft und wahre Ergebenheit. Sie war ein kostbares Wild, das mancher der jungen Leute hier haben wollte. Aber sie sollten sich alle hier täuschen. Sie hatte ihr Haus der Geselligkeit nur geöffnet, um zu zeigen: „Ich bin da. Und wenn ich winke, kommt ihr!" Aber feiner sollte glauben, daß sie jemals mit ihrem Herzen noch irgendeinem Manne vertrauen würde. Der einzige, den sie hier schätzte, war Herr von Geczy. Sie wußte, der feine, ritterliche Mann hatte eine beinah väterliche Verehrung für sie. Er war der einzige gewesen, der in der Zeit nach dem Tode ihres Gatten ihr die schwierigen Verhandlungen mit den Behörden abgenommen und alles für fie zum Guten gelenkt hatte. Sonst aber vertraute sie keinem einzigen hier, auch Eckehard von Macken- roth nicht. Sie wollte es nicht, daß er sie ansah mit diesem forschenden, drängenden Blick. Er war ihr Angestellter — nichts weiter. Er sollte sich hüten, die Grenze zu überschreiten« Oft bereute sie schon, ihn auf Bitten ihrer Verwandten in Pommern hier als Inspektor angestellt zu haben. Sie hätte es nicht tun dürfen. Um ihrer selbst willen nicht. Es war schon einmal gewesen, da hatte ihr Herz schneller geklopft, wenn sie Eckehard von Mackenroth begegnet war. Das war damals gewesen, als man ihr die ersten Beweise von der Untreue ihres Mannes in die Hand gespielt hatte. Damals war Mackenroth gerade wieder zu Besuch auf dem väterlichen Gut in der Tschechoslowakei gewesen und hatte sich häufiger auf Schlotz Schedlowitz sehen lassen. Wie eine heiße Welle war es von ihm zu ihr übergeströmt. Sein Anblick, seine ruhige, ernste Stimme war wie ein leises Streicheln gewesen, das von der Gegenwart entfernte, den Traum von Glück und Kindfein zurückzugeben schien. Aber auch dieser leise Trost war ihr vergiftet worden. Bei einem ihrer Besuche hatte Frau von Tschewnick das erste Mißtrauen in Barbaras Herz gesenkt. 6. Kapitel. „Dieser Herr von Mackenroth läßt sich ja jetzt oft bei Ihnen sehen, meine Teure!" hatte sie gesagt. „Er weiß wohl immer, wann Ihr lieber Gatte geschäftlich in Prag zu tun hat." Sie hatte dies Wort „geschäftlich" in einer so perfiden Weise betont, daß Barbara heiß erglüht war. Sie hatte gar nichts zu sagen gewußt. Frau von Tschewnick schien mit Befriedigung die Wirkung ihrer Worte auf Barbara gesehen zu haben. Sie fügte dann noch mit einem spöttischen Lächeln hinzu: „Der Mackenroth ist wahrscheinlich auch einer von jenen jungen Leuten, die gern im Trüben fischen, sowie sie an eine Unstimmigkeit zwischen einer schönen jungen Frau und ihrem Manne glauben." Barbara war hart aufgestanden und hatte mit bebender Stimme gesagt: „Wenn Sie mit diesem jungen Ehepaar mich und meinen Mann meinen, gnädige Frau, dann wissen Sie mehr als ich. Und in bezug auf Herrn von Mackenroth möchte ich Ihnen das eine sagen: Er ist ein Jugendfreund meines Mannes, ist mit ihm zusammen in dem großen Institut in Niesky erzogen worden — also Grund genug, daß er die Gastfreundschaft in unserem Hause genießt." „Gewiß! gewiß!" hatte Frau von Tschewnick wieder mit ihrem spöttischen Lächeln beigestimmt. „Natürlich, ein Freund Ihres Gatten. Aber vergessen Sie nicht, meine Liebe, man redet gern Hehles über junge schone Frauen wie Sie. Auf jeden Fall mochte ich Sie warnen. Man spricht in der Gesellschaft im Zusammenhang mit Mackenroth bereits über Sie. Wissen Sie übrigens, daß Mackenroth dicht vor dem Ruin steht?" Barbara war tief erschrocken. "Nein! Das wußte ich nicht!" hatte sie gesagt. Da hatte sich Frau von Tschewnick mit den doppelsinnigen Worten verabschiedet: „Nun, vielleicht ist Ihnen diese Nachricht immerhin interessant gewesen, meine liebe junge Freundin. Mackenroth wird nun wohl sehen müssen, eine möglichst reiche Frau zu bekommen." All das ging wieder durch Barbaras Gedanken, wie sie jetzt von ihrem Sessel aus ihrer Freundin Magdalena und Mackenroth zuschaute. Sie konnte diese Frau von Tschewnick nicht leiden — aber in einem mochte sie recht haben: ein Mann war wie der andere! Sie durfte nie wieder glauben — nie wieder vertrauen! Albert von Stechow, ihr Gatte — hatte sie ihm nicht alle Kraft und Treue chres Mädchenherzens wie ein heiliges Opfer dargebracht? Und doch hatte er dieses Opfer verraten, beschmutzt, zertreten. Einer war wie der andere. Keiner war wert, daß man seinetwegen Gefühl und Seele hingab. Sie mußte Magdalena warnen. Wie die jetzt mit einem scheu hingehenden Blick zu Mackenroth aufsah, schien sie ganz im Bann dieses Mannes zu sein. Freilich, Eckehard von Mackenroth war ein Mann, der das Herz eines unerfahrenen Mädchens betören konnte. Hätte er doch beinah ihr eigenes betört! Sie entsann sich noch des süßen Zaubers, der sie eingefangen, wenn er mit ihr gesprochen hatte. Heimlich hatte sie ihn mit ihrem Gatten verglichen. Wäre nicht das Unglück mit Albert von Stechow gekommen — wer ewiß, ob sie nicht in einen furchtbaren Konflikt des Herzens hineingerissen worden wäre. Aber nun, gottlob, war ihr Herz gefeit gegen solch törichten Glauben — gegen die Liebe. Und das, was jetzt so unruhig und weh in ihr aufstieg, es war nichts anderes als die Empörung gegen Eckehard von Mackenroths drängende Blicke. Es war nichts anderes in ihr als Abwehr gegen ihn und Verachtung. Es durfte nichts anderes fein. Er war wie alle anderen. Sie wußte ja, was alle Männer von ihr wollten. Da war dieser Josef Bannosch. Er hatte ihr schon bei Lebzeiten Alberts so unzweideutig den Hof gemacht, daß sie ihm am liebsten ihr Haus verboten hätte. Aber er war ja Alberts Duzfreund gewesen und sein Kamerad in den verschiedenen Klubs. Einmal hatte sie Albert zaghaft angebeutet, daß sich Joses Bannosch ihr gegenüber nicht ehrerbietig genug benähme. Aber sie hatte bei ihrem Manne keine Unterstützung gefunden. „Gehts mir mit eurer norddeutschen Steifheit!" hatte er achselzuckend erklärt. „Bei uns hier unten ist es selbstverständlich, daß man einer Frau, die ein bisserl fesch ist, den Hof macht. Sollest lieber stolz darauf fein, wenn meine Freunde in dich verschossen sind. Da weißt du wenigstens, daß du ihnen gefällst." Energisch hatte sie darauf erklärt, daß sie keinerlei Wert darauf lege, in dieser Weise bewundert zu werden. Sie wäre von zu Hause gewohnt, daß man in dem Verhalten einer verheirateten Frau gegenüber die Grenze zu respektieren wüßte. Da hatte Albert von Stechow spöttisch aufgelacht und gemeint, wenn sie nicht verstände, diese Grenze zu bestimmen, müßte es wohl an ihr liegen. Der Josef Bannosch wäre sei lieber Freund. Sie sollte sich nicht einbilden, daß diese Freundschaft um einer Frau willen auseinandergehen würde. Tief verletzt war Barbara auf dieses Thema nicht mehr zurückgekommen. Sie sah, sie fand in ihrem Manne nicht denjenigen Schutz ihrer Frauenwürde, auf den sie gehofft hatte. Viel später erst, als die Katastrophe mit Albert von Stechow eingetreten war, horte Barbara so manches über die Freundschaft zu Bannosch. Bannosch war einer jener Männer gewesen, die zu den häufigen Gästen der französischen Sängerin gehörten. Er hatte Albert von Stechow mit Mademoiselle Lucille bekannt gemacht. Die beiden waren bei allen mehr als fröhlichen Festen im Hause der Mademoiselle zusammen. Außerdem hatte Bannosch Albert von Stechow eine beträchtliche Summe geliehen. Aus diesem Grunde wohl halte Stechow Bannosch gegen die eigene Frau in Schutz genommen. Barbaras erstes Bestreben war gewesen, nach dem Tode ihres Mannes die Schuld an den Grafen Josef Bannosch abzutragen. Sie wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Sie fürchtete, daß er, nun sie frei war, seine Bemühungen um sie verstärkt fortsetzen würbe. Aber sie hatte Joses Bannosch immer noch zu hoch einlaxiert. Sowie man erfuhr, daß die Besitzungen Slechows so hoch verschuldet waren, war Bannosch plötzlich fortgeblieben. Er halle nicht einmal nach ber Beerdigung den vorschriftsmäßigen Kondolenzbesuch bei Barbara von Stechow gemacht, sondern sich mit einem schriftlichen Ausdruck seiner „allerinnigften" Teilnahme begnügt und eine unerwartete Reise vorgeschützt. In den aufregenden Tagen halte Barbara an Jofef Bannosch überhaupt nicht gedacht. Erst später fiel es ihr auf, daß auch Frau von Tschewnick sich fern von ihr hielt. Als auch alle anderen Bekannten aus ihrem Kreise sich nach der Trauerfeier kaum noch blicken ließen, begriff sie endlich: Mil der verarmten Witwe wollte niemand mehr etwas zu tun haben. Barbara war über dieses Verhalten der Menschen nicht böse. Sie war froh, nach den furchtbaren Erschütterungen für sich allein bleiben zu können. Was sollten ihr auch falsche Freunde? Sie waren schlimmer zu ertragen als Einsamkeit. Aber sie schwor sich in ihrem Stolz, daß sie alle noch zu ihr kommen sollten, wenn sie es wollte. Nun war dieser Zeitpunkt eingetreten. Alle halten sich um eine Einladung zu ihrem großen Fest geradezu bemüht. Und sogar Frau von Tschew« nick halle um eine Einladung für ihren Neffen Josef Bannosch gebeten, der feit einiger Zeil wieder im Lande weilte. Barbara hatte getan, als hätte le die unangenehmen Erlebnisse mit Josef Bannosch ganz vergessen. Sie war ihm als liebens- würdige Gastgeberin entgegengekommen. Nur wie er mit übertrieben betonter Ergebenheit ihr für diese Einladung dankte und beim Handkuß« Ihre Hand einen Augenblick zu lange an seinen Lippen hielt, entzog sie ihm sehr energisch ihre Hand. Hielt Bannosch sie wirklich für so töricht, seine Absicht nicht zu durchschauen? Sie war ja jetzt die reiche Herrin auf Schedlowitz. Dadurch war ie für alle wieder begehrenswert geworden. (Fortsetzung folgt!) guter Vererbung gelegt. Die alten Germanen seien die besten Tierzüchter der damaligen Zeit gewesen. Auch bei den Pflanzen sei durch Gregor Mendel eine Vererbung festgestellt worden. (Einige Tafeln erläuterten sehr anschaulich die einzelnen Grundsätze der Mendelschen Lehre und brachten Beispiele für die Vererbungsformeln.) Die Mendelschen Gesetze ließen sich auch sehr gut für die menschliche Erblehre anwenden. Man wolle nicht nur nach dem Kranken forschen, sondern auch die erwünschten gefunden Anlagen genau kennenlernen. Jedes Individuum sei das Produkt der Erbanlage und der Umwelteinflüsse. Da wir eine Erbanlage nichl heilen könnten, müßten wir Dege zur Vorsorge suchen. Beseitige man z. B. bei einem Individuum eine Mißbildung, die erblich sei, so sei wohl das betreffende Jndividium geheilt, aber sein Nachkomme sei von dieser Mißbildung nicht befreit. Die Familien- und Sippenforschung sei für die Erbforscher von großem Wert, weil sie aus den biologischen Verhältnissen der Vorfahren manches für die Nachkommen lernen könnten. (Verschiedene Bilder machten den Unterschied zwischen Ahnen- und Sippschaftstafeln klar.) Bei der Sammlung des Materials habe man sich an die Aerzte, Lehrer, politische Leiter und sonstige Interessenten gewandt, die in mühevoller Arbeit mit dazu beigetragen hätten, daß wir heute in Gießen ein in Hessen einzigartig dastehendes Erbforschungsmaterial beisammen hätten. (Tafeln und Bilder berichteten aus der Arbeit des Gießener Instituts.) In sechs bis sieben Monaten habe man hier etwa 3000 Sippen mit IP 000 Personen erfaßt. Die Zwillin-Hsforschung fei heute die idealste Methode, um die Frage: wie reagiert die Erbanlage auf die Umwelteinflüsse, die von außen auf das Individuum einwirken? zu lösen. Bei eineiigen Zwillingen sei nämlich die Erbmasse gleich, aber die Umwelteinflüsse könnten grundsätzlich verschieden sein. Mit sehr großer Genauigkeit könne man heute feststellen, ob es sich um eineiige ober zweieiige Zwillinge handele. 70 Merkmale am Körper des Zwillings würden geprüft und gemessen, um dies festzustellen. Ein ganz besonderes wichtiges Merkmal fei die Blutgruppenbe st immun g, denn eineiige Zwillinge müßten derselben Blutgruppe angehören. (Wieder erläuterten Bilder die Ausführungen Dr. Kranz'.) Durch massenstatistischen Vergleich und durch Analyse der Erbanlage könne man feststellen, wie weit die Umwelteinflüsse wirken. Der nalionalfozialistische Staat treibe Gesundheitspolitik auf weite Sicht. Deshalb schließe er durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses Erbkranke, die sich asozial zeigen, aus der Fortpflanzung aus. Die Sterilisation bedeute keine Strafe, sondern eine Wohltat für den einzelnen, als auch für die Familie und das Volk. Eine andere Methode, die auch eine Klärung der erbforfcherifchen Fragen bringe, fei ba/5 Tier- züchtungsexperiment. hier versuche man festzustellen, ob neue Merkmale sich auch als vererbbar erweisen. Derartige Tierversuche seien außerorbent- lich kompliziert und langwierig. Jeder deutsche Volksgenosse müsse bei den Fragen der Vererbung den Forschern helfen, damit diese das Rüstzeug für das Sein oder Nichtsein unseres Volkes ausarbeiten könnten. Seit drei Jahrzehnten habe die Rasfe- Die Deutsche Turner schäft begeht an Pfingsten in Koburg die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Das ist uns Anlaß, auf die turnerische Bewegung in unserem Heimatgau von' 1813 bis zu Den Ko- burger Tagen 1860 etwas näher einzugehen. D. Red. Im Gebiet des heutigen Gaues XII: Hessen hat die turnerische Bewegung schon in der frühesten Jugendzeit des deutschen Turnwesens feste Wurzeln gefaßt. Ausgangspunkt der völkisch-freiheitlichen Bestrebungen war die alte Universitätsstadt Gießen, die Gaufeststadt für das diesjährige 1. Gaufest des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, hier gründeten vaterlandsbegei- fterte Studenten, die zumeist als hessische Freiwillige Jäger am Feldzuge 1814 in Frankreich teilgenommen, eine „Deutsche Gesellschaft", die sich die Verbreitung Arndtfcher und Jahnscher Gedanken als Ziel gesetzt und auch dem Turnen die erste Heimstätte im Gau der Hessen bereitet hatte. An der Spitze standen die Brüder Karl und August Fallen, die dann auch die Führer der „Gieß e- ner Schwarzen" wurden, eines Bundes, der sich die Aufgabe gestellt hatte, das studentische Leben von Grund auf zu erneuern. Das geheime Bundeszeichen war das heißt: „Im Herzen Mut, Trotz unterm Hut, am Schwerte Blut, macht alles Gut", ein Spruch, der wohl aus dem Kreise von Jahns Deutschem Bunde stammt und schon 1813 von dem Jeneser Vandalen Riemann einem Bundesbruder ins Album geschrieben wird. 1816 bereits bildeten die „Schwarzen" in Gießen eine Turngemeinde. Zu frohem Spiel und zu erhebenden vaterländischen Feiern (Gedenken an Die Schlachten an der Katzbach, bei Leipzig und bei Waterloo und an Körners Todestag) zogen Studenten und Turner hinaus auf den „Trieb", der auch wieder Festplatz fein wird beim Gaufest des RFL. in den ersten Tagen des Erntemonds dieses Jahres. Am 22. Juli 1818 wurde das erste größere Turnfest in Gießen gefeiert, nachdem wenige Monate zuvor Karl Fallen auf dem Feldberg im Taunus bereits eine Versammlung abgehalten hatte, bei der zwei Tage lang „auf dem Gipfel des Berges geklettert, geredet, gesungen und beraten" worden war. Hygiene in einem engen Kreis gearbeitet, erst der nationalsozialistische Staat habe die Rassenhygiene zum Allgemeingut des deutschen Volkes gemacht. Der Arbeiter der Stirn und der Faust müßten auch hier Zusammenarbeiten, um ein freies und gesundes deutsches Volk zu schaffen." Indem Dr. Kranz noch des Mannes gedachte, der die wahre Volksgemeinschaft dem deutschen Volk brachte, schloß er feine Ausführungen mit einem heil auf unseren Führer Adolf Hitler. Den Gießener „Schwarzen" gebührt das Verdienst, den turnerischen Gedanken weitergetragen zu haben in die Lande um Main und Rhein und darüber hinaus, selbst über die Wogen des Ozeans. Auf ihren Turnfahrten, die sie gemeinsam mit Gefährten aus Frankfurt a. M., Darmstadt, Heidelberg usw. unternahmen, wurde geturnt in den volkstümlichen Hebungen und die Gründung neuer Vereine angeregt. Wo in Hessen und im Rhein-Main- Gebiet in der Frühzeit des deutschen Turnens, in den Jahren bis zur Turnsperre Turngemeinden entstanden ober auch nur bie Anfänge turnerischen Lebens sich zeigten, ba war ber Keim in vielen Fällen von Männern gelegt worben, bie bem Kreis ber Gießener „Schwarzen" angehörten ober nahestanben. So grünbete Christian Sartorius, einer ber eifrigsten ber „Schwarzen" unb ber tätigste Apostel bes Turnwesens, 1817 einen Turnverein in Darmstabt, ebenso regte er bie Anlegung eines Turnplatzes in Kirchen a. b. Sieg an. In biefe Zeit fällt auch bie Grünbung ber Turnplätze in Bonn unb Köln, vermutlich auf Anregung bes Sartorius, ber sich 1818 längere Zeit in jenen Stäbten aufhielt. In Butzbach hatte bereits 1814 ein Mitglieb ber Gießener „Teutschen Gesellschaft", ber Pfarrer unb Conrektor Friedrich Lubwig W e i b i g, bas Turnen bei feinen Schülern eingeführt. Der Gießener „Schwarze" Völker, ber Sohn bes Kastellans auf der Wartburg, schuf im September 1818 die erste Turnstätte in Tübingen, auch in Hanau a. M. (seit 1816) und in Marburg (1819) wurde in ber Frühzeit bes beutschen Turnwesens bereits eifrig geturnt. Doch bie „Turnsperre" 1819 bereitete biefen viel- versprechenben Anfängen ein rasches Ende. Das Turnen „zog sich in bie Häuser unb Gärten zurück". In verschiedenen Orten des heutigen Gaugebiets fand es in den Schulen eine Zufluchtsstätte. So wissen wir, daß während der Verbotszeit in Gießen, Hanau, Butzbach und wohl auch anberorts weiter geturnt würbe, lieber bie Art bes turnerischen Betriebes hat Aböls Spieß, ber 1828/29 in Gießen als Stubent weilte, eine anschauliche Schilberung hinterlassen. Die Bemühungen zur Grünbung neuer turnerischer Vereinigungen, bie sich Anfangs ber breifeiger Jahre im ©augebiet zeigten, kamen jeböch über bas Stabium bes Versuchs kaum hinaus. Nur in Hanau a. M. gelang 1837 die Gründung einer Turngemeinde, Die heute der älteste Turnverein des Gaues Hessen ist. Nach Aufhebung der „Turnsperre" 1842 lebte das Turnen wieder auf. Im Gebiete des heutigen Gaues Hessen sind es vor allem die Vororte Kassel, Gießen und Hanau gewesen, von denen aus neues turnerisches Leben hinausgetragen wurde in bas hessische Land. Es erfolgte bie Grünbung von Vereinen, bie heute noch bestehen: 1843 in Dillenburg; 1844 in Kassel, Jbstein; 1845 in Friedberg; 18 4 6 in ©iefeen, Butzbach, Herborn, Montabaur, Ufingen; 1847 in Wetzlar, Dietz, Wölfersheim: 1848 in hersfelb, Fulba, Hungen, Laubach, Weilburg, Kamderg, Kaffel; 1849 in Alsfelb; 1850 in Korbach. Um biefe Zeit stoßen wir auch schon auf bie ersten Verbanbsoestrebungen in unserem Gaugebiet. Der Führer ber Turngemeinbe Butzbach, ber spätere mittelrheinische Kreisvertreter Moritz Kuhl, faßte auf einer Zusammenkunft in Ziegenberg am 6. April 1847, Der auch ber „Vater" bes 1844 begrünbeten Felbbergfestes, August Raven- st e i n » Frankfurt a. M., beiwohnte, bie Turnge- meinben von Butzbach, Friebberg, Homburg v. b. h. (heute Gau XIII Sübwest), Marburg unb Ufingen zu gemeinsamem innerem Ausbau unb besonbers zu weiterer Verbreitung bes Turnens zusammen. Am 28. Juni 1848 würbe zu Gießen bei festlicher Gelegenheit ber „Lahnbezirksverein" begrünbet, bem ©»eßen, Friebberg, Butzbach, Grünberg, Laubach, Marburg, Rauschenberg, Wetzlar, Homburg vor ber höhe, Alsfelb unb Homberg a. b. Ohm angehörten. Auch im nörblichen Teil bes heutigen Gaugebietes erfolgte bamals ber erste Zusammenschluß. Bei einem Turnfest in Kassel am 10. September 1848 würbe von Vertretern ber Vereine Eschwege, Hofgeismar, Melsungen, Münden, Göttingen, Northeim, Warburg uno Kassel ber „Ober- weserbezirksverein" ins Leben gerufen. hatte bas Jahr 1848 bie Turner zu neuen Hoffnungen unb Taten geführt, so sollte ber Rückschlag halb roieber erfolgen. Die mit ber erneuten Reaktion einsetzende politische Verbächtigung ber Turn- beroegung brachte 1851 in Kurhessen (Ministerium Hassenpflug) unb 1852 auch in Hessen-Darmstadt (Ministerium Dallwigk) bas Turnverbot. Die meisten ber in ben vierziger Jahren gegrünbeten Turn- gemeinben lösten sich auf; nur hier unb ba mürbe im geheimen weiter geturnt. Erst Enbe ber fünfziger Jahre liefe ber Druck ber Reaktion nach (in ben hessen-darmstädtischen und nassauischen Teilen bes Gaues früher als im alten Kurhesfen), unb halb zeigte sich roieber neues turnerisches Leben. Die Feiern zur hunbertsten Wieber- kehr bes Geburtstages Schillers, an benen sich allenthalben auch bie Turner beteiligten, gaben ben auf Freiheit unb Einheit gerichteten Bestrebungen neuen, starken Auftrieb. 1859 erfolgten in ben hef- fenstäbtchen Nibba unb Schotten Turnvereins- grünbunqen. Der ,.R u f 3 u r Sammlung" ber schwäbischen Turnerführer Ge 0 rgii unb Kallenberg fand im Gaugebiet begeisterten Wiberhall, unb in ver- ।— Zur 75=Mr=$eier der Deutschen Tumerschast. Aus der Frühzeit des deutschen Turnens in unserem Heimatgau Hessen. Heute entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere herzensgute Hebe Mutter, Schwiegermutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Lina Böcher Wwe., geb. Winter im Alter von 41 Jahren. In tiefer Trauer: Berta und Hedwig Böcher Gießen, Ederstraße 6, den 6. Juni 1935. Die Trauerfeier findet Samstag, den 8. Juni, um ll1/, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt ________________________________________________________________________________02439 | Mietgesuche | Zum 1. Oft. ev. früh., sonn. ca. G-Zimm.-Wohng. ges., mögl. mit Gart. Ang. unt. 02446 a. b.G.A. (Stellengesuche) Junge, gebilbete Dame (21Fahre) sucht Stelle als Haustochter in nur gut. Hause zu Kindern. Taschengeld erw. Schr.Angeb.unt. 02421 anb.G.A. Todesanzeige. Heute vormittag verschied sanft im 81. Lebensjahre unsere liebe Obersch wester Margarethe Master Sie gehörte dem Alice-Frauenverein seit 1881 an und wM 36 Jahre als Oberschwester der Universitätsfrauenklinik in Gießen in vorbildlicher Weise tätig. Ihr Leben und Wirken wird bei uns unvergessen bleiben I Verwaltungsrat, Oberin und Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes, Hess, AHce-Frauenver.ein. Darmstadt, den 6. Juni 1935. Die Einäscherung findet Samstag, den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr auf dem Waldfriedhof in Darmstadt statt _____________________________340tO Strümpfe Socken Söckchen von uns immer billiger! Nur erprobte Qualitäten M. G.Grode Frankfurter Straße 3407 A JjofJene MeM/e der Beweis, dass auch Ihre k\\ommerrpronen] ^ffkuHaulunreinigkeiten durchDr.Dnjdtretß'^k JfJ Drulci Bleichwachs refflos beseitiqt werden (M.225Ged) Uur in Apotheken erhältlich bestimmt: Engel-Apotheke. Druckschriften |; Ä™ °°°°" In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert I Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 J. B. Häuser Z Verwenden Sie erprobte Am Oswaldsgarten 297? a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Üb Die Geschäftsräume der Kammer bleiben am Pfingst-Samstag geschlossen! vielseitigen Ver. wendungsmög Uchkelt. Fast geräuschloser Lauf. Mit Radlostfir- Zum Preise von RH. 80.- 90.- 135.- zu haben bei: J.B. Häuser, Giefeen am Oswaldsgarten Wegen Raummangel, entstanden durch anderweitige Vermietung meiner seitherigen Ausstellungsräume, verkaufe ich sofort [3399D einige Zimmer und Küchen zn besonders vorteilhaften Preisen I Louis Vetter, Kaiseralle 19 Miele der Staubsauger mit der hohen Leistung und der Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Bekanntmachung. Die bereits fälligen Strom- und Gasgelder im Stabt- unb Ueberlanbgebiet für ben Monat April 1935 können noch bis zum 15. Juni 1935 ohne Kosten bezahlt werben. Bei Nichtzahlung bis zu biesem Termin erfolgt Beitreibung unb Sperre auf Kosten bes Abnehmers. Giefeen, ben 5. Juni 1935. 3395D Direktion ber stäbtifchen Betriebe. MdsitMmemden (Erholung geben! IDetoet einen tfasfptah für das Erholungen«* 1/25 des Deutschen Holkes Bücher von denWundernderKleinwelt Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. Von K.O.Bartels. 164Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 DieMikroskopie.EineEinführung in gemeinverständlicher Darstellung von Dr.W.Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photographischen Aufnahmen des Verfassers......................................RM. 3.60 ElnfachsteLebensformendesTier-u.Pflanzenreichs. Naturgeschichte der mikroskopischen Süßwasserbewohner von F. Eyferth Fünfte, von Prof. Dr. W. Schoenichen vollständigneu bearbeitete Auflage Mit über 1500 Abbildungen. 2 Bände in Halbleder gebunden RM. 38.-. Neue Ganzleinen- Ausgabe RM. 30.— Die Infusorien des Süß wassere und Meeres. Hilfsbuch zum Bestimmen nebst einer kurzen Einführung in deren Biologie. Von Prof. Dr. I. Lepsi. Mit 550 Abbildungen. Gebunden RM. 4 — Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde < & Industrie- und Handelskammer Giefeen. Kodak 'n Viele Photo-Alben verraten eine Eigenschaft, die jeder Amateur schleunigst loswerden solltet die Angst vor der Belichtungszeit. Nur die Hemmung, das ewige „Math* ich’s auch richtig?" ist schuld dran, wenn in den meisten Photo-Alben gerade die interessantesten Motive — das Gegenlicht, der Regen, die Wolken — fehlen. Mehr Selbstvertrauen: was andere so sicher, so selbstverständlich knipsen, das sollten Sie nicht fertig kriegen? Mehr Mut — und dann die richtige Munition für Ihre Kamera, den neuen „S.-G."-Filmi das ist alles, was Sie brauchen! Außen- und Innenaufnahmen, Regen und Gegenlicht, grüne Wiesen, und dunkle Wälder — das alles1 gehört dann Ihnen I Und wenn Sie sich wirklich mal in der Belichtung irren — was tut’s? Der große Belichtungsspielraum des „S G." gleicht das so aus, daß Sie es auf dem Abzug garnicht merken I Machen Sie die Probe mit „S G." — und dann lachen Sie selber über Ihre „Zeitangst"! Auch der panchromatische „Panatomlc- Film" macht jede „Zeitangst" überflüssig, denn er hat den gleichen großen Belichtungs-Spielraum wie der orthochromatische „S.-G.". Außerdem ist er aber auch für alle Farben empfindlich. Dafür kostet die 6x9- Spule 20 Pfg. mehr. R l I N S W 68 KODAK A. G. 60 W' hältnksmäßig stattlicher Zahl nahmen Vertreter der noch bestehenden Turnvereine am ersten Deutschen Turnfest und an dem damit verbundenen Deutschen Turntage in Coburg (16. bis 18. Juni 1860) teil. Don Kassel allein sind es 20 Turner gewesen, die die Fahrt nach Coburg antraten; ihre Namen konnten leider nicht mehr ermittelt werden. Die kleine Stadt Butzbach entsandte nicht weniger als sieben Vertreter: neben dem späteren Kreisvertreter des Mittelrheinkreises und Mitbegründer der Feldbergfeste, Moritz Kuhl, die Turner K. Flach II., Bernhard Küchel, Bernhard Grüninger, Karl Seyfried, Karl Gerhardt und Chr. S t ö r i k o. Moritz Kuhl hat in dem von ihm geleiteten „Wetterauer Boten", dem Verbandsorgan des 1859 gegründeten Mittelrheinkreises, in begeisterten Worten seine Coburger Eindrücke geschildert. Bemerkenswert ist, daß die Butzbacher Turner beim Coburger Fest Schleswig-Holsteins durch eine Sammlung gedacht haben. Sie taten das dann auch beim ersten mittelrheinischen Turnfest in Offenbach a. M. und erzielten durch eine Versteigerung wertloser Gegenstände einen Betrag von 35 Gulden für die Brüder in Schleswig Holstein. Es kam dabei z. B. ein Bamberger Rettich auf 1 fl. 45 Kr., ein Selleriekopf auf 36 Kr., eine echte Havanna aus der Pfalz auf 1 fl. 12 Kr., ein Coburger Sechser auf 36 Kr., eine Stecknadel auf 36 Kr. ufro. Aus Gießen nahmen fünf Turner am Coburger Fest teil, darunter der Turnwart Christoph R ü b s a m e n , der als Wanderturnlehrer im Lahnbezirk eine rührige und ersprießliche Tätigkeit entfaltet hat, der Zeugwart F. W. v o n Gehren, der Beisitzer Georg Lotz, der beim mittelrheinischen Turnfest in Offenbach a. M. (August 1860) dann erster Sieger wurde. Die Reisekosten wurden den Gießener Vertretern aus dem Ueberschuß vom Schillerfest 1859 erstattet, bei dem die Gießener Turner eine Gedächtniseiche gepflanzt hatten. Die zu Hause gebliebenen Turner entsandten ein Huldl- gungstelegramm nach Coburg. Nach der Rückkehr vom Coburger Fest erzählten die Vertreter in Mitgliederversammlungen begeistert von ihren Erlebnissen und lasen die Berichte aus dem „Wetterauer Boten" und der „Gartenlaube" vor. Coburg hatte eine rege Vereinstätigkeit zur Folge, noch Ende 1860 schlossen sich die beiden in Gießen bestehenden Vereine zusammen. Der neue Verein zählte dann 325 über 18 Jahre alte Mitglieder. Die Namen der vier Turner, die die alte Turnerstadt Hanau a. M. in Coburg vertraten, lauten: Jünger, Breiten st ein, Usener und C. Koch. Die Universitätsstadt Marburg war durch den Sattlermeister Karl Heuser in Coburg vertreten. Bald nach seiner Rückkehr vom ersten Deutschen Turnerfeste lud er einige seiner Freunde und Gesinnungsgenossen zu einem Abendspaziergang nach dem Dammelsberg ein. Dort, unter den Eichen des deutschen Waldes, auf den verschütteten Ruinen alter Ritterherrlichkeit wurde der Beschluß gefaßt, wieder einen Marburger Turnverein ins Leben zu rufen. Noch am selben Abend wurden Hebungen in Weit- und Hochsprung vorgenommen. Am 28. Juli 1860 erfolgte dann die Gründung des neuen Vereins, des heutigen Turn- und Sportvereins 1860/85. Von Herborn weilten die Turner Dr. med. Widerstein, W. Remy und C. Gail in Coburg. Die Turngemeinde der einstigen Freien Reichsstadt Friedberg entsandte als ihre Vertreter den Turnwart Gg. Falk und den Fahnenträger Fr. Oberländer nach Coburg. Freiwillig und auf eigene Kosten gingen mit Philipp W i n d e ck e r und Gustav Dieffenbach. Bemerkenswert ist der Beschluß der Hauptversammlung vom 9. Juni 1860: „Den Abgeordneten wird zur Pflicht gemacht, sich von der Politik fernzuhalten und überhaupt keinem Beschluß bindend für den Verein beizutreten: vielmehr allen Beschlüssen die Ratifikation des hiesigen Vereins vorzubehalten." Es müssen erhebende Tage gewesen sein, die die Turner in Coburg verlebt haben. Wenn der erst vor einigen Jahren verstorbene Oekonomierat Falk, bei den Turnern der „alte Falk" genannt, noch in seinen letzten Lebensjahren von dem Feste erzählte, von dem Wettkampf der tausend Turner aus allen Teilen Deutschlands, von den amerikanischen Turnern, besonders aber von den Turnern aus Schleswig-Holstein, die ihre Fahne mit Trauerflor umhängt hatten, dann merkte man noch, welchen unauslöschlichen Eindruck dieses Erlebnis auf die empfänglichen Seelen der jugendfrischen Turner gemacht hat. Wie überall in den deutschen Gauen bedeutete auch in Hessen das Coburger Fest den Beginn einer neuen Blütezeit des deutschen Turnens. Die letzten Fesseln des behördlichen Druckes waren gesprengt. Coburg, ein Meilenstein auf dem Wege zu der ersehnten deutschen Einheit, gab das Zeichen zu neuem Wirken auf dem turnerisch-vaterländischen Arbeitsfeld. Vereine, die sich ein Jahrzehnt zuvor hatten auflösen müssen, belebten sich wieder; dazu kamen zahlreiche Neugründungen. Es seien aus dem Gebiet des Gaues Hessen nur genannt: 18 6 0 : Marburg, Lich, Nassau, Bad-Nauheim, Petterweil, Groß - Auheim, Kesselstadt, Turn- und Sportvereinigung Hanau a. M. 1860; 18 61: Bad Sooden- Allendorf, Eschwege, Melsungen, Arolsen, Braubach, Wehrheim, Gelnhausen, Caub. Heute, da sich die Deutsche Turnerschaft anschickt, an den Pfingsttagen dieses Jahres in der alten Turnerstadt Coburg ihre 75-Jahrfeier festlich zu begehen, wieder in Verbindung mit einem Deutschen Turntag und mit Wettkämpfen der Jungen und Alten, zählt der Gau der Hessen die stattliche Zahl von rund 900 Turnvereinen. Viele von ihnen stellen Coburg-Fahrer, denen die Pfingsttage in Coburg bestimmt zu einem großen, unvergeßlichen Erlebnis werden. Oberheffen. DHC.-Fest in Lich. 3) Lich, 6. Juni. Der Zweigverein Lich des V H C. begeht, wie wir bereits berichteten, am 15. und 16. Juni in Verbindung mit der 54. Hauptversammlung des Gesam t-V H C. die Feier seines 50jährigen Bestehens. Dieses Jubelfest soll zu einem großen o b e r h e s - fischen Volks- und Heimatfest ausgestaltet werden, um die zahlreichen Gäste mit dem Brauchtum unserer engeren Heimat bekannt zu machen. Trachtengruppen aus der Wetterau, dem Vogelsberg und dem Hüttenberg werden dem Fest ein besonders farbenfrohes Gepräge geben. Eine reichhaltig bebilderte Festschrift der Verbandszeit- schrist des VHC., des „Vogelsberg", weist aus die Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Schönheiten Lichs und seiner näheren Umgebung hin. Die letzten Vorbereitungen zu der Veranstaltung werden getroffen. Die Festfolge liegt nunmehr endgültig fest. Am Samstagnachmittag werden die bereits anwesenden Vertreter der einzelnen Zweigvereine zu einer Beiratssitzung des Gesamt-VHC. zusammentreten. Der Samstagabend wird den gastgebenden Verein mit seinen Gästen und den Volksgenossen unserer Stadt und der Umgebung in der geräumigen Turnhalle zu einem „Deutschen Abend" vereinigen, bei dem eine Militärkapelle, ferner die Sängervereinigung „Cäcilia" Lich, der Turnverein Lich und Herr Hub vom Stadttheater Gießen mitwirken werden. Eine besonders reich- halttge und sorgfältig ausgewählte Festfolge wird alle Besucher dieses Abends aufs vortrefflichste unterhalten. Am Sonntag um L Uhr finden Festgottesdienste in den Kirchen beider Konfessionen statt, anschließend um 9 Uhr im „Holländischen Hof" eine öffentliche Dertreterversammlung, an der auch der Führer der deutschen Wanverbewegung, Staatspräsident i. R. Prof. Dr. Werner, teil- nehmen wird. 12 Uhr gemeinschaftliches Mittagessen in Steins Saalbau. Um 13.30 Uhr wird sich ein von der Feuerwehrkapelle Lich geführter Festzug aufstellen, in dem neben Trachtengruppen auch die einheimische Landwirtschaft und Industrie durch Festwagen vertreten sein wird. Nach einem Umzug durch die Stadt wird ein geselliges Zusammensein die Gäste und Besucher noch längere Zeit auf dem Festplatz auf dem Hardtberg bei frohem Tanz und Spiel, verschiedenen gesanglichen und turnerischen Darbietungen, Ansprachen u. a. vereinen. Der Abend bietet allen Festteilnehmern Gelegenheit, nach Herzenslust in der Turnhalle das Tanzbein zu schwingen. Windhose über der südlichen Wetterau. LPD. Friedberg, 6. Juni. In der s ü d - Iichen Wetter.au zwischen Bad-Vilbel, Kalbach und Nieder-Erlenbach wurden gestern kurz nach 12 Uhr durch eine Windhose große Schäden angerichtet. 20 starke Bäume wurden entwurzelt und auf dem Wege der Windhose die Felder zerstört. Zum Glück blieben die Ortschaften selbst verschont. Berkehrsunfall bei Lang-Göns. * Lang-Göns, 7. Juni. Zwischen Kirch-Göns und Lang-Göns verunglückte gestern ein Personenauto aus Offenbach a. M. bei dem Versuch, auf der Landstraße einen Fernlastkraftzug zu überholen. Dabei kam der Kraftwagen, in dem der Arzt Dr. Krause und ein Herr Glöckner aus Offenbach a. M. saßen, zu dicht an den Rand der Sttaße und auf dem regennassen Boden ins Rutschen. Der Kraftwagen fuhr gegen einen Baum, wobei er in seinem Vorderteil schwer beschädigt und die beiden Insassen in die zersplitterten Wagenteile eingeklemmt wurden. Rasch herbeigeeilte Helfer befreiten die Verunglückten aus ihrer mißlichen Lage und sorgten für die Uebersiihrung der Verletzten nach der Gießener Klinik. Zum Glück stellte sich heraus, daß die Verlegungen der beiden Autofahrer nur leichter Art sind. Landkreis Gießen. + Grünberg, 6. Juni. Der zweitälteste Einwohner unserer Stadt, der im 87. Lebensjahr verstorbene Zigarrenfabrikant Heinrich Möser, der aus Wieseck gebürtig war, wurde hier zu Grade getragen. In dem Heimgegangenen bestattete der hiesige Turnverein seinen letzten bisher noch lebenden Mitbegründer, der im Jahre 1883 als eifriger Turner den Turnverein Grünberg mit ins Leben rief. Für feine Verdienste um den Verein und die deutsche Turnerei war er vom Turnverein Grünberg zum Ehrenmitglied ernannt worden, ferner besaß er den Ehrenbrief des früheren Mittelrheinkreises der DT. Der Führer des Turnvereins Grünberg, Lehrer Wenzel, widmete dem entschlafenen Turnbruder gm Grabe einen herzlichen Nachruf. Kreis Friedberg. = Butzbach, 6. Juni. Bei der Geldsamm- lung zum Besten des Deutschen Luftsportverbandes kamen hier durch die Hausund Straßensammlung rund 1100 RM. zusammen. — Die Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen A. I. Tröster errichtet gegenwärtig einen Neubau, auf den man die Bezeichnung „Schönheit der Arbeit"^ mit Recht anwenden kann. Für die Belegschaft wird in dem Neubau ein großer Speisesaal mit mannigfachen BequemUchkeitekt geschaffen. An der Fertigstellung desßEpues wird mit Beschleunigung gearbeitet. Kreis Schotten. □ ßaubacf), 6. Juni. Am 31. Mai ist der seit 1903 an der hiesigen Bezirkssparkasse als Kontrolleur tätig gewesene Wilhelm P i tz II. in den wohlverdienten Ruhestand getreten. An feine Stelle tritt der gräfliche Kassegehilfe Karl Naumann. Dem jederzeit pflichttreuen und fleißigen Beamten widmete beim Abschied Bürgermeister H ö g y namens des Verwaltungsrates und Vorstandes der Bezirkssparkasse Laubach herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung. — Die Vereinigung der Laubacher Ältpen- n ä l e r beabsichtigt, in diesem Sommer anläßlich des 60jährigen Gründungstages des ehemaligen Gymnasiums „Fridericianum" eine Tagung abzuhalten, deren Zeitpunkt noch näher bestimmt wird. Preußen. Kreis Biedenkopf. LPD. Gladenbach, 6. Juni. Als am Donnerstagabend eine Anzahl Arbeiter der Eisengießerei Aurorahütte bei Gladenbach auf dem Werkgleis einen Güterwagen in Bewegung setzten, glitt der Arbeitskamerad Werner Debus aus Erdhaufen aus und geriet unter die Räder. Beide Beine wurden ihm oberhalb der Knie total abgequetscht. In bedenklichem Zustande wurde der Schwerverletzte in die Marburger Klinik verbracht. '4^.. z } Botöetoofl (Ein deutsches Vogelparadies Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer von P. F. Weckmann- Wittenburg lkinführend.Textvon Prof. Dr.^. Dietrich Mit.64 Kunstdruck- tafeln. — Broschiert RM. 3.—.gebunden RM 4.—. ?DasDoll«ndetste,was man anRaturtreue und zugleich künst- Werbeblatt kosten!, lerischer Wiedergabe verlangen kann.' Photo-Beobachter . ■u,erDeDlatl B0|tcnL 3u beziehen durch jede Buchhandlung oder vom Hugo Vermühler Verlag ♦ Verlin-Lichterfelde und Hautausschlag verschwinden durch Medizinal Herba-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) Wohin gehen wir Pfingsten? Nach dem idyllisch gelegenen Bad Salzschlirf Herrliche Fahrt durch den Vogelsberg. Vielseitige Veranstaltungen: Konzerte, Theater, Freilichtbühne, Tanz Hotel Wflsthofen, Tel. 201, Fl. Wasser, Garagen, Parkplatz. T agespension von RM.5.50 an. Wochenende von Sonnabend bis Montag früh..RM. 12.50 bis Dienstag früh RM. 19.75 Pflngst-Sonntag 3393d ab 4 Uhr Tanz-Tee, ab 20 Uhr Tanz- und Unterhaltungsabend Blaues Wunder vorz.Küche,erst.Biere,mä ß.Pr. Deutsches Haus und Ratskeller, Fernsprecher 231, Garage, Altdeutsche Bierstube, Bad. Vorzügl. Mittagstisch und volle Pension zu zeitgemäßen Preisen Wochenende Reichsmark 8.00 Zu Pfingsten Konzert und Tanz Die Sonne meint es oft zu gut! Von unangenehmer Röte bis zum schmerzenden Sonnenbrand ist nur ein Schritt. — Schützen Sie sich rechtzeitig durch Drowe-Hautfunktlonsöl Flasche 90 Pf. oder Drowe-Nußöl. .Flasche 90 Pf. Tennis-Cafe Bad-Nauheim Am 2. Pfingstfeiertag spielt Gg.H. Ludwig Lodo Weilburg 33940 die Perle des Lahntals! Besuchen Sie das neu eröffnete Mol-TerraÄ-Cale Sämtliche anderen Oele und Kremes bietet Ihnen frisch an 3392 A Drogerie - Kreuzplatz 10. mit seiner fabelhaft. Kapelle zum Konzert und Tanz. W02v Nächste Parkplätze am Landtor. HotelTraube,Schloß u.Marktplatz Inhaber: W. Görlz, Hotel Traube AachWe von 3 bis 20 v. s. erhallen Eie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anzeige Hingsi-Kennen aui oer Rennbahn in Frankfurt a. M.-Niederrad Sonntag, den 8. Juni, nachmittags 3l/2 Uhr Amateur- und Offizier - Rennen „„.Dtenstag, den 11. Juni (WUdchestag) nachmittags 3 Uhr Goldpokal, Damenrennen Unter Mitwirkung d. NS.-Gemeinschaft .... "K^ft durch Freude“. 3400d E^trittsprerse von RM. 0.70 an, dazu KM. U.1O bportgroschen. Vorverkauf bei den bekannten Vorverkaufsstellen d®m Rennplatz Niederrad, ä St Wiesbaden, Bad Kreuz- Aschaffenburg, Hanau, Mainz, Darmstadt Offenbach.'GÄ^AndMaK'bS derHapag.-Ermäßigte Fahrpreise auf derEisenbahn und Spaßen bahn bei Vorzeigen der Eintrittskarte. Renn-Klub E.V., Frankfurt aM Silber- Chromrrf Alleinverkauf: MSchupp Gießen Bahnhofstr.27 JwecksBekümpfuogoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur ml Ramensnen- rmog u. unter Vorlage besSewerbenochweile« ausgenommen werden. Verlag desGteben erAa, etgero lllllllllllllillllllllllllllll Pfingstfreude bereiten Gießen, Marktstraße 4-8 3388 A| 'TEXT! LHRU S a zu wählen. Ein zwangloser Besuch meines Hauses wird Sie von meinen vorteilhaften Preisen und der zuvorkommenden Bedienung überzeugen heißt: Aus meiner reichhaltigen Auswahl in schöner, moderner, sommerlicher Hotel Kaisemof, Bad Salzschlirf modern eingerichtet, Zimmer von RM. 2.— an. Pension 5.50 bis 7.— RM. Küche und Keller guten Ruf. — Telefon 206. BESITZER: L. ARNOLD ----------- 3294 D HAUS DER GUTENX jf QUALITÄTEN Damen-Konfektiqn und Herren-Konfektion 700-Jahrfeier der Stadt Homberg-Oberh. am 9., 10. und 11. Juni 1935 Festfolge: 1. Festtag, 9. Juni 20-00 Uhr: Eröffnung der 700-Jahrfeier Begrüßung der Festgäste — Reigen — Begrüßungslied — Festrede — Reigen — Abhandlung aus der Geschichte der Stadt Homberg um das Jahr 1700 — Tänze der Trachtengruppe Cappel — Konzert 2. Festtag, 10. Juni 6.00 Uhr: Weckruf der HJ.und Musikkapelle Böllerschüsse ? 00 Uhr: Festgottesdienst in der Stadtkirche 1.30 Uhr: Aufstellen des Festzuges 2.00 Uhr: Festzug durch die Stadt nach der Stadthalle 300 Uhr: Begrüßung der Festgäste-Festrede Testspiele - Konzert und Tanz 10.00 Uhr: Illumination der ganzen Stadt 3. Festtag, 11. Juni, Prämienmarkt 6-00 Uhr: Läuten der Marktglocke 6-30 Uhr: Aufziehen der Marktfahne ■Jaatti §eginn des Prämienmarktes o on TTk Bekanntgabe der prämiiert. Tiere 2.30 Uhr: Festzug 3.00 Uhr: Festspiele Konzert und Tanz in der Stadthalle Zum Besuch dieser Veranstaltungen ladet herzlichst ein Die Stadtverwaltung Homberg-Oberhessen _______________________3409 0 Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrt Pfingstfahrplan ab Mainz 6.30* bis Köln, 7.30 bis Bacharach, 7.45 bis Düsseldorf, K.30* bis Koblenz, 9.00* bis St. Goarsh’sen, 9.15 S bis Köln, 9.45 bis Aßmannsh’sen, 10.15 bis Kaub, 10.45 bis Aßmannsh’sen, 11.00 b. Köln, 13.00S bis Köln, 14.30 bis Remagen. 15.00 bis Aßmannsh’sen, 15.30 bis Koblenz» 18.00 bis Mannheim, 18.30 bis Bingen und zurück, 18.40 bis Frankfurt am Main. S» Schnellfahrt * Billige Ausflugsfahrscheine nach St Goar RM. 3.50, Boppard RM. 4.-, Koblenz RM. 5.-. Pingstfahrpläne und Auskunft durch die Mainzer Agentur ft. L. Kayser Fernruf 31959 3398y