Iir.105 Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 7. Mai 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ^ernsprechanschlüffe »nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: granff urt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: Srühl'sche Univerfitätrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Sichen. 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Wenn die hinter dem deutschen und englischen Volke liegenden letzten 25 Jahre tragischen Geschehens auszulöschen wären, so wäre Deutschland heute durch eine Suite von Fürstlichkeiten in London vertreten, denn nicht nur das deutsche Kaiserhaus, sondern auch zahlreiche Einzeldynastien waren mit dem englischen Königshaus, das seinen deutschen Abstammungsnamen der Koburaer erst im Kriege ablegte, verwandtschaftlich verbunden und durch alte wichtige Traditionen verwachsen. Diese demonstrative Zerschneidung des Tischtuches hat es jedoch nicht verhindern können, daß trotz des Krieges, trotz seiner schmerzlichen Erinnerungen und trotz vieler Mißverständnisse das Gefühl der Blutsverwandschaft in den beiden Völkern immer mehr oder minder lebendig geblieben ist und eine völlige Entfremdung nicht ganz aufkommen ließ, wie sie oft aus den gegensätzlichen Interessen der Politik drohte. Es ist deswegen ein Ausdruck der gesamten deutschen Volksstimmung, wenn der Führer und Reichskanzler dem englischen König seine und der Reichsregierung aufrichtigsten Glückwünsche telegraphisch übermittelte. Sie richten sich an die Persönlichkeit eines Herrschers, der es in vorbildlicher Weise verstanden hat, der erste und vornehmste Repräsentant seines Landes und Volkes zu sein, eine Rolle, für die gerade das heutige Deutschland tiefstes Verständnis und aufrichtige Bewunderung hegt. Der deutsche Glückwunsch erhält eine über den Charakter der internationalen Höflichkeit hinausgehende politische Bedeutung dadurch, daß der deutsche Reichskanzler die Sympathie zum Ausdruck brachte, mit der das deutsche Volk die Bestrebungen des englischen Königs und seiner Regierung zur Festigung des Friedens verfolgt und es als eine deutsche Hoffnung bezeichnet, daß diese Bemühungen zur Wohlfahrt des britischen Reiches und zum Segen für die ganze Welt nicht erfolglos bleiben mögen. Die in diesen Worten liegende Feststellung, daß die Interessen und die Wünsche der deutschen und der englischen Politik, so verworren die Fäden der Diplomatie in der letzten Zeit durcheinander gelaufen sein mögen und so sehr das gegenseitige Verständnis auch durch Furcht, Mißtrauen und Vorurteile getrübt sein mag, doch bei richtiger Betrachtung identisch sind, ist für beide Völker und Regierungen außerordentlich nützlich und wertvoll. In Deutschland war angesichts der Haltung der englischen Politik in der letzten Zeit eine tiefe Enttäuschung vorherrschend; der Eindruck befestigte sich immer mehr, daß jene Richtung im englischen Kabinett endgültig die Führung an sich genommen habe, die einer Fortführung der Versailler Politik zur dauernden Niederhaltung Deutschlands mit den neuen, von Frankreich ersonnenen Methoden zu- ftimmt und ihr die offene englische Unterstützung zu leihen im Begriff ist. Viele Momente, die Konferenz von Stresa, der Genfer Beschluß, Aeußerungen englischer Staatsmänner und die Haltung der Organe der öffentlichen Meinung in England boten genügend Anhaltspunkte für eine solche Beurteilung, aus der sich in Deutschland leicht eine Stimmung ergeben könnte, die von der bisher im deutschen Volke England gegenüber gehegten stark abweichen würde und die gewiß nicht im Interesse der künftigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen läge. Wenn heute von der höchsten Autorität in Deutschland ausgesprochen wird, die deutsche Regierung sei nach wie vor der Hoffnung, daß die Grundtendenz der englischen Politik auf Frieden und Verständigung abziele und entschlossen sei, an dem verständnisvollen Werk der Vermittlung zwischen den europäischen Gegensätzen weiter zu arbeiten, so wird auch die deutsche Öffentlichkeit mit demselben Vertrauen den weiteren Schritten der englischen Politik entgegensetzen Mit entsprechender Umkehrung gilt dasselbe für die öffentliche Meinung in England. Die Entwicklung, die Deutschland in den letzten Jahren genommen hat, die Maßnahmen und Gedankengänge seiner inneren und äußeren Politik sind zweifellos durch die internationale Propaganda auch für England vielfach verdunkelt und entstellt worden. Die Abtragung dieses Schuttes, der sich zwischen den beiden in ihrem Grundcharakter so ähnlichen Völker aufgetürmt hat, kann erst langsam und mit vieler Geduld ausgeführt werden. Aber man darf nicht verkennen, daß es auch vielen Engländern, die nicht in der Propagandawelle mitschwimmen und die befähigt sind, sich ein selbständiges Urteil zu bewahren, an sich schwer ist, sich in den deutschen Wandlungen zurechtzufinden, das neue Deutschland ganz zu begreifen und besonders gewisse Vergleiche zwischen oem heutigen Deutschland und dem früheren nicht zu ziehen, das England einst als seinen gefährlichsten Konkurrenten in der Welt angesehen hat. Die Drohung, die der frühere Außenminister Chamberlain neulich im Unterhaus aussprach, daß Deutschland zum zweiten Male England als feinen Gegner und Ueberwinder auf seinem Wege finden werde, gab diesem Mißverstehen des heutigen Deutschlands drastischen Ausdruck. Wenn jetzt der deutsche Reichskanzler versichert, daß die Ziele und Wünsche der deutschen Politik von feder Ueberspannung und Bedrohung so weit entfernt sind, daß sie sich nach seiner Ueberzeugung mit denen Englands decken, so sollten sie von den Grundsätze der nationalsozialistischen Steuerpolitik. Staatssekretär Reinhardt spricht vor Reichssteuerbeamten. Eisenach, 6. Mai. (DNB.) Aus dem ganzen Reichsgebiet haben sich in der Wartburgstadt über 1300 Reichssteuerbeamte eingefunden, um an einer Fachwissenschaftlichen Woche teilzunehmen, die vom Rcichsfinanzministerium vom 6. bis 11. Mai veranstaltet wird. Die Fachwoche wurde heute im Festsaal des „Fürstenhofes" durch Staatssekretär Reinhardt mit einer Rede über d i e nationalsoziali- tische Weltanschauung und die Auslegung der Steuergesetze nach natio- nalsozialistischer Weltanschauung eröffnet. In einer Darlegung führte er u. a. aus: Der Staat ist die gesetzliche Verkörperung der Ge- amtheit aller Volksgenossen, der aber nach nationalsozialistischer Auffassung nicht um seiner selbst oder bestimmter Personen oder Jnteressentengrup- )en willen da ist, sondern einzig und allein des einer Führung anvertrauten Volkes wegen. Führung, Form und Gesetze des Staates müssen unter allen Umständen den Belangen der Volksgemeinschaft entsprechen. Ein Nationalsozialist kennt nicht Klassen und Kasten, sondern nur eine einzige große Volksgemeinschaft, in der jeder die Pflicht hat, im Rahmen der ihm von Gott gegebenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu wirken. Nationalsozialismus ist der einheitliche, der gemeinsame Nenner, auf dem wahrer Nationalismus und wahrer Sozialismus sich finden, und der den Begriff der Volksgemeinschaft in sich schließt. Der Schlüssel zum Erfolg im Kampfe um die Gestaltung der Dinge der Nation und eines jeden einzelnen ist die unbedingte soziale Gerechtigkeit in der Regelung der Beziehungen der Volksgenossen zu einander und zum Staat. Soziale Zufriedenheit der Arbeiterschaft ist elementare Voraussetzung für die Volksgemeinschaft, ist der felsige Grund, auf dem allein nur die Nation blühen und gedeihen kann. Der Nationalsozialismus in feiner letzten Schlußfolgerung ist der Kampf um das Lebensrecht der Nation, um die Erhaltung und Stärkung des Kraftstroms, den der einzelne im Kampf um die Gestaltung der Dinge seines Berufsstandes, feiner Familie, feines eigenen Ichs bedarf. Und im Kampf um das Lebensrecht der Nation steht an erster Stelle die Pflicht und immer wieder die Pflicht. Aus diesen Grunderkenntnissen der nationalsozialistischen Weltanschauung ergeben sich für die nationalsozialistische Steuerpolitik bestimmte Leitsätze, deren höchster lautet: Ohne Steuern kein Staat, ohne Staat keine Daseins- und Entwicklungsmöglichkeit des einzelnen. Steuerzahlen heißt nicht Opfer bringen, sondern einzig und allein: seine Pflicht tun, die die Jlatur dem einzelnen um seiner selbst willen auferlegt und deren Merkmale durch die Gesetze des Staates geregelt find. Es hat Ehrensache eines jeden Volksgenossen zu sein, Steuern zu zahlen, durch Besserung feiner Ver- höltniffe zu größerer steuerlicher Leistungsfähigkeit zu gelangen, seine Einkünfte, fein Vermögen und die sonstigen Besteuerungsmerkmale vollständig und durch die vorgeschriebenen Steuererklärungen einwandfrei sö anzugeben, daß sie zu keinerlei Beanstandungen führen. In diesem Zusammenhang erklärte Staatssekretär Reinhardt, daß die Liste der säumigen Steuerzahler erstmals im Frühjahr 1936 ausgestellt werde, doch wird das Wesen der Stundungsmöglichkeit durch diese Maßnahme in keiner Weise berührt. Soweit begründete Stundungen gewährt werden, fällt die Voraussetzung für die Ausnahme in diese Lifte fort. Wenn Volksgenossen ihre steuerlichen Pflichten nicht erfüllt haben, soll künftig eine Berufung in den Beirat des Finanzamtes ausgeschlossen sein. Aufträge öffentlich-rechtlicher Körperschaften von 5000 Mark aufwärts werden nur noch an solche Volksgenossen erteilt, die eine Bescheinigung des Finanzamtes vorlegen können, daß für die Erteilung derartiger Aufträge aus steuerlichen Gründen keine Bedenken bestehen. Selbstverständlich ist, daß die Zugehörigkeit zurPartei keinerlei Anspruch auf bevorzugte Behandlung durch Steuerbehörden in sich schließt. Der Begriff der nationalsozialistischen Weltanschauung läßt eine Unterscheidung zwischen Mitgliedern der NSDAP, und Nichtmitgliedern keineswegs zu. Ein Volksgenosse, der bei Eingaben an das Finanzamt auf seine Zugehörigkeit zur NSDAP, hinweist in der Absicht, seinen Wünschen besonderen Nachdruck zu verleihen, ist alles andere als ein wahrer Nationalsozialist. Der zweite Grundsatz der nationalsozialistischen Steuerpolitik lautet: Steuern müssen sozial gerecht sein und so gestaltet werden, daß sie bei gleichartigen Verhältnissen nicht als eine verschieden große Last empfunden werden. Soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung der Steuerlast auf die einzelnen Volksgenossen ist eine der elementarsten Voraussetzungen, auf denen der Gedanke der Volksgemeinschaft und damit des Nationalsozialismus beruht. Die Vermögensbildung soll möglichst gefördert und in keinem Falle durch steuerliche Maßnahmen beeinträchtigt werden. Der dritte Leitsatz: Steuern müssen dem bevölkerungspolitischen Gedanken entsprechen. Denn Bevölkerungspolitik treiben heißt, die Zukunft der Nation, des deutschen Volkes zu sichern. Dem bevölkerungspolitischen Gedanken entspreche der nationalsozialistische Staat durch die Familienermäßigung bei der Einkommensteuer und die Kinderermäßigungen, die finanzwirtschaftlich ausgeglichen werden durch ein Mehr bei den Unverheirateten, den kinderlos Verheirateten und den Kinderarmen von einer bestimmten Einkommenshöhe ab. Rund 400 000 Ehestandsdarlehen sind seit dem 1. August 1933 gewährt worden, d. h. 400 000 Frauen wurden aus dem Arbeitnehmerverhältnis in die Ehe übergeführt, 400 000 Arbeitsplätze wurden frei! Die Gewährung der Ehestandsdarlehen führte nicht nur zu einer Erhöhung der Zahl der Eheschließungen, zu einer Verminderung der Arbeitslosigkeit und des Finanzbedarfs der Arbeitslosenhilfe, sondern hatte auch eine Wirtschaftsbelebung und Erhöhung des Steueraufkommens zur Folge. Die bevölkerungspolitische Auswirkung der Ehestandsdarlehen wird deutlich gekennzeichnet durch die Tatsache, daß die Zahl der Eheschließungen im Jahre 1934 rund 740 000 gegenüber 510 000 im Jahre 1932 betrug und 1934 rund 213 000 Kinder mehr geboren wurden als vor zwei Jahren. Der vierte Leitsatz der nationalsozialistischen Steuerpolitik: Steuern müssen dem Gedanken des Verles der Persönlichkeit entsprechen. Dieser Grundsatz ist bei der Steuergestaltung in jeder Weise zu verwirklichen. Der Gruß des Führers. $ ■ Ff . h El Scherl-Bildma temdienst Der Führer begrüßt die Mitglieder der neugebildeten Ortsgruppe der NSDAP, auf der „Scharnhorst". um den Frieden besorgten englischen Kreisen als eine aufrichtige und zuverlässige Grundlage politischer Beurteilung gewertet werden. Das englische Königsjubiläum hat die politische Aussprache zwischen England und Deutschland auf kurze Zeit unterbrochen. Sie ist zunächst formell auf Verhandlungen über die Flottenstärke beschränkt, wird aber, wie dies die politische Lage bedingt, eine viel größere allgemeine Bedeutung haben. Deutsch - schweizerisches Schiedsgericht über den Fall Jacob. Berlin, 6. Mai. (DNB.) In der Angelegenheit der angeblichen Entführung des Journalisten Berthold Salomon — genannt Jacob —, über die wir bereits früher berichtet haben, hören wir, daß die schweizerische Regierung die Verhandlungen, die zum Ziele hatten, die Sache auf diplomatischem Wege zur Klärung und Erledigung zu bringen, nicht mehr fortzufetzen beabsichtigt. Sie hat bei der deutschen Regierung beantragt, die Angelegenheit vor ein deutsch-schweizerisches Schiedsgericht zu bringen Die deutsche Regierung hat in ihrer Erwiderung darauf festgestellt, daß sie ihrerseits keinen Anlaß dazu gegeben habe, die diplomatische Behandlung der Angelegenheit schon in diesem Stadium abzubrechen: sie habe in ihrer früheren Verbalnote das Ergebnis der von ihr bis dahin angeftellten Ermittlungen und die daraus zu ziehenden Schlußfolgerungen ausführlich bargelegt. Die Erwiderung der schweizerischen Gesandtschaft habe sich darauf beschränkt, die gegenteilige Ansicht der schweizerischen Regierung aufrechtzuerhalten, ohne irgendwelches tatsächliches Material beizubringen, welches es der deutschen Regierung ermöglicht hätte, die Ermittlungen zur weiteren Klärung des Sachverhalts fortzusetzen. Die deutsche Regierung hat aber in ihrer Antwortnote weiter erklärt, daß sie sich ihren Verpflichtungen aus dem deutsch-schweizerischen Schiedsgerichts- und Vergleichsvertrag selbst- verständlich nicht entziehen werde .Heue Bekleidungdvorschnst für das Feldsägerkorps. Berlin, 6. Mai (DNB.) In einem Runderlaß des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern wird, wie der Amtliche Preußische Pressedienst berichtet, die Bekleidung des Feldjägerkorps neu geregelt. Daraus ist folgendes bemerkenswert: Das Feldjägerkorps trägt an Stelle der bisherigen SA.-Mütze eine Dienstmütze nach dem Schnitt der Polizeidienstmütze aus olivmeliertem Grundtuch und weißen Abzeichentuch mit schwarzem Sturmriemen (Offiziere Goldkordel), Hoheitsabzeichen aus gelben Metall und schwarzweißroter Kokarde. Als Dienstgradabzeichen find von den Feldjägern die für die Beamten der Schutzpolizei eingeführten Achselstücke und Abzeichensterne zu tragen. Die Wollplattschnüre, Tuchunterlagen und Seidenfäden haben jedoch die Farbe des Äbzeichentuches (weiß) und an Stelle des Silbergefpinftes tritt Goldge- fpinst. Die Ofiziere des Feldjägerkorps tragen als Dienstgradabzeichen die Achselstücke und Abzeichen- fterne der Offiziere der Schutzpolizei. Das silberne Tuch ist jedoch matt und die Tuchunterlagen und Seidenfäden sind weiß. Die aus weißem Abzeichentuch gefertigten Kragenspiegel der Feldjäger sind mit gelber Gimpenschnur eingefaßt. Die jetzigen Abzeichen auf den Kragenspiegeln fallen fort. Die Offiziere des Feldjägerkorps tragen auf den weißen Kragenspiegeln gestickte goldene Doppeliitze in der für die Offiziere der Schutzpolizei vorgeschriebenen Form. Die Hakenkreuzarmbinde und die SA.-Aermelwinkel sind nicht mehr zu tragen. Auflösung her Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Verbände im Saarland. Saarbrücken, 6. Mai. (DNB.) Der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes, Gauleiter Bürckel, hat folgende Anordnung erlassen: Ab 15. d. M. sind alle Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände im Saar- land aufgelöst. Ihre Aufgaben übernimmt die Deutsche Arbeitsfront. (Gez.) Bürckel, Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes. Oie Dreier-Besprechung in Venedig abgeschlossen. Zusammenkunft der Außenminister der Kleinen Entente in 2Rotti? Venedig, 6. Mai. (DNB.) lieber den Abschluß der italienisch-ungarisch-öster- reichischen Besprechungen in Venedig wird von italienischer Seite folgender amtlicher Bericht bekanntgegeben: „Der Außenminister Ungarns, K a n y a, der Außenminister Oesterreichs, Baron Berger- Waldenega, und der italienische Unterstaatssekretär des Aeußern, S u v i ch, haben auf Grund der italienisch-ungarisch-österreichischen Protokolle eine Reihe von Unterredungen geführt. Die Besprechungen fanden im Geiste einer überaus herzlichen Zusammenarbeit statt. Es sind die Probleme besprochen worden, die die drei Länder sowohl auf politischem als auf wirtschaftlichem Gebiet direkt interessieren. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Vorbereitung der bevorstehenden Konferenz gewidmet, die sich auf die Anwendung der Römischen Protokolle vom 7. Januar 1935 bezieht. An der Klärung der wichtigsten Punkte wurde die vollkommene Uebereinftimmung der Ansichten und der Ziele festgestellt, die die Regierungen verfolgen, die die Zuversicht haben, daß dieses Klärungswerk die Verständigung der Staaten, die an der oben erwähnten Konferenz interessiert sind, erleichtern könne. Bevor die drei Staatsmänner auseinandergingen, haben sie Huldigungstelegramme an den Duce, an den österreichischen Bundeskanzler und an den un- garischen Ministerpräsidenten geschickt." Der ungarische Außenminister von Kanya und der österreichische Außenminister Baron B e r • ger-Waldenegg haben mit ihrer Begleitung Montag um 18.30 Ühr Venedig mit dem fahrplanmäßigen Wiener Schnellzug verlassen. Zu ihrer Verabschiedung hatte sich der italienische Unterstaatssekretär S uv ich auf dem Bahnhof eingefunden. Eine französische Bilanz. Paris, 6. Mai. (DNB.) Ein Havas bericht aus Venedig versucht die Bilanz aus den dreitägigen Verhandlungen zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn zu ziehen. Havas glaubt, daß diese Bilanz positiv sei und daß man der D o - naukonferenz in Rom vertrauensvoll entgegensetzen könne. Im einzelnen versichert der Havas-Berichterstatter, daß Ungarn nunmehr entschlossen sei, an der Donaukonferenz teilzunehmen. Die Besprechung von Venedig erlaubte es Italien, einen Nichteinmischungspakt vorzulegen, dem weder von Oesterreich, noch von Ungarn Widerstand entgegengesetzt würde. Die Frage der Aufrüstung würde nicht Gegenstand der römischen Verhandlungen sein. Möglicherweise werde Italien jedoch von sich aus zu verstehen geben, daß es für eine paritätische Lösung sei, und daß es eine später einzuberufende Sonderkonferenz in Vorschlag bringe, havas unterstreicht jedoch, daß diese Haltung Italiens und die beruhigenden Zusicherungen, die es Ungarn in der Rüstungsfrage gegeben habe, die anderen Mächte nicht verpflichten würde. Was das ungarische Revisionsproblem und die Frage der Nichteinmischung angeht, hat es nach Havas den Anschein, daß der Pakt, der in Rom vorgelegt werden soll, sich besonders auf Oesterreich beziehen werde. Havas erinnert daran, daß das französisch-italienische Abkommen vom 7. Januar ein allgemeines Abkommen vorgesehen habe, daß nicht allein die Grenzen der unterzeichneten Staaten respektieren, sondern auch keine Propaganda dulden solle, die darauf abziele, die politische und soziale Ordnung in einem der beteiligten Länder umzustoßen. Die Frage der. Nichteinmischung werde sich besonders auf diesen Punkt des französisch-italienischen Abkommens beziehen. havas glaubt, daß die Verhandlungspartner von Venedig besonders besorgt gewesen seien, die Unabhängigkeit Oesterreichs gegen die Gefahr eines Regimewechsels als Folge einer ausländischen Propaganda zu sichern. Diese Lösung des Problems würde gleichzeitig eine Regimeänderung zugunsten der Habsburger erschweren und somit den Richteinmischungsptan für die kleine Entente annehmbar werden. Auf wirtschaftlichem Gebiet hätten Italien und Oesterreich in Venedig die Verpflichtung übernommen, das Protokoll über den Ankauf ungarischen Weizens zu erneuern. In Rom erwarte man zu diesem Zweck die Ankunft einer ungarischen Wirtschaftsabordnung. Italienische Zufriedenheit. Mailand, 7. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die großen Blätter Norditaliens heben bei der Besprechung der Schlußsitzung der Konferenz von Venedig in Schlagzeilen die vollständige Gleichheit der Ansichten der drei Regierungen hervor. Aus diesem Satze der amtlichen Mitteilung ergebe sich das positive Resultat der Zusammenkunft, schreibt „S t a m p a". Die ilalienisch-ungarisch-öslerreichische Zusammenarbeit sei lebendig und bilde einen ruhenden Punkt in der unsicheren und immer noch nicht vollständig beruhigten Lage des Donauraumes. Die Aussprache habe nicht nur den x Wert der Zusammenarbeit zwischen den drei Staaten aufs neue bestätigt, sondern habe auch den Weg für den Erfolg der künftigen Donaukonferenz geebnet. In Venedig habe man für die nun folgenden diplomatischen Verhandlungen Anleitungen gegeben, die vielversprechend seien und hoffen liehen, daß auch anderswo der gleiche gute Wille und der gleiche Geist der Zusammenarbeit den Sieg davontragen werden. Es sei klar, daß die Zusammenkunft einen Teil der diplomatischen internationalen Verhandlungen bilde, die Italien mit allen Ländern einschließlich der Kleinen Entente führe. Die italienische Regierung werde den befreundeten, an der Konferenz interessierten Staaten die Ergebnisse der Besprechungen von Venedig mitteilen. die Erkundungen seien zweckmäßig und notwendig gewesen im Hinblick auf die bevorstehende Donau-Konferenz, der man die Aufgabe zuwies, den ersten Schritt für eine Klärung und Stabilisierung der Beziehungen zwischen den einzelnen Donauländern einzuleiten, zum gegenseitigen Wohle und zum Vorteil der Ordnung und des Friedens in Europa. Die Zusammenkunft von Venedig habe wieder einmal bewiesen, so schreibt „Gazetta del Popo l o", daß die Protokolle v o n R o m wirksam und von entscheidendem Nutzen seien. Während man die Konferenz für den Nichteinmischungspakt vorbereitet, der die Unabhängigkeit Oesterreichs als eines der Grundprobleme für den Frieden Europas sicherstellen soll, sei eine solche Aussprache zwischen den drei Ländern unbedingt zweckmäßig gewesen. Wan könne mit den erzielten Ergebnissen nur zufrieden fein. Indiskretionen seien nicht angebracht. Man könne sagen, daß einige von der ausländischen Presse wiedergegebene Behauptungen über den ungarischen Gesichtspunkt nicht bestätigt werden könnten. Es liegenicht nur im Interesse der drei Unterzeichner der römischen Protokolle, daß die Donau-Kon- f e r e n z einen vollkommenen Erfolg bringe. Kleine Entente und pattpolitik Bukarest, 7. Mai. (DNB.) Der rumänische Außenminister Ti tu le sc u sprach am Montag vor der Presse über die internationale Lage, die er als sehr schwierig bezeichnete. Es gebe jedoch zwei Zeichen, die es erlaubten, mit Hoffnung in die Zukunft zu sehen. Das erste sei der Abschluß des französisch-sowjetrussischen Paktes und das zweite die Aussicht auf eine Verwirklichung des Donaupaktes. Der österreichische Nichteinmischungspakt werde von der Kleinen Entente und der Balkan- Entente sehr günstig beurteilt. Es wäre erfreulich, wenn die Bemühungen Italiens und Frankreichs zur Herstellung einer Verständigung in Mitteleuropa von Erfolg gekrönt feien. Die Schwierigkeiten, die sich der Erreichung dieses Zieles entgegenstellten, kämen sicherlich nicht vonseiten der Kleinen Entente ober der London, 6. Mai. (DNB.) Der heutige große Jubiläumsumzug war ein Ereignis von ungeheurem Glanz und einer Prachtentfaltung, die den großen Ueberlieferungen des englischen Königshauses und des britischen Weltreiches würdig war. Die kilometerlange Prozession wurde in 7 Abteilungen durchgeführt. Als Erster fuhr Ministerpräsident Macdonald in voller Staatsuniform in Begleitung von berittener Polizei durch die Straßen, überall begrüßt von freudigen Zurufen der Menge. Ihm folgten in fünf offenen Wagen die Ministerpräsidenten von Kanada, Südafrika, Australien, Neuseeland, der Vertreter Indiens und die Ministerpräsidenten von Südrhode- ien und Nordirland. In der zweiten Prozession olgten der Sprecher des Unterhauses und in der dritten der Lordkanzler von England und andere hohe Würdenträger. Die großartigsten Szenen spielten sich jedoch kurz nach 10 Uhr am königlichen Buckingham- Palast ab, wo Hunderttausende von Menschen den Monarchen erwarteten. Einige Minuten nach 10 Uhr trafen die Mitglieder der königlichen Familie ein, um den König und die Königin zu ihrem Jubelfest zu beglückwünschen. Als das englische Königspaar kurz vor 11 Uhr in einer von sechs Grauschimmeln gezogenen offenen Karosse den Buckingham-Palast verließ, erhob sich ein ungeheurer Begeisterungssturm der Menge. Der König, der die in Gold und Purpur strahlende Uniform eines Feldmarschalls der britischen Armee trug, war tief gerührt und dankte der Menge durch Zu- wink'en. Königin Mary, zur Linken des Monarchen sitzend, trug ein mit Silber und Diamanten geschmücktes Prachtkleid mit dem blauen Band 'des Hosenbandordens. Vor der königlichen Karosse ritt eine Eskorte Leibgardisten in roten Uniformen und mit goldenen Helmen. Hinter dem königlichen Wagen folgte eine endlose Reihe von Staatswagen mit hohen Beamten und Würdenträgern des Königreiches, darunter die Maharadschas von Patiala, Kaschmir und andere indische Fürsten in prachtvollen orientalischen Gewändern. Weitere berittene Truppenabteilungen in leuchtenden, far- Balkan-Entente, die alles daran setzten, den Frieden aufrechtzuerhalten. Wenn der französifch-sowjeirus- sische Pakt durch den geplanten t s ch e ch o s l o w a - kifch - sowjetruffischen Pakt und den Donaupakt ergänzt werde, dann werde Europa in kurzer Zeit mit einem Netz regionaler Beistandspakte überzogen sein, die es erlaubten, mit größerer Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Titulescu schloß mit dem Wunsch, daß Deutschland und Polen einen mit ihren Interessen und Absichten zu vereinbarenden Weg finden mögen, um an der Aufrechterhaltung des köstlichsten Gutes, das die Menschheit besitze, des Friedens, mitzuarbeiten. Ungarn fordert I0üü00-Mnn-Heer Venedig, 6. Mai (DNB.) Wie verlautet, hat Ungarn im Laufe der Verhandlungen die Erlaubnis zur Aufstellung eines Heeres von 100 000 Mann gefordert. Italien bleibe aber bei feinem bisherigen Standpunkt, daß die Donaukonferenz in Rom nicht das geeignete Forum für die Aeußerung derartiger Wünsche sei; diese Frage gehöre vielmehr nach Genf. Auch Italien wolle die ungarische Forderung stark unterstützen und sich unter Umständen für die Abhaltung einer besonderen Konferenz, die ausschließlich der Erörterung des Rüstungsftandes der abgerüsteten Donaustaaten gewidmet sein soll, einsetzen. Kleine - Entente - Außenminister nach Jtom? Rom, 6. Mai. (DNB.) Nach den Dreierbesprechungen zwischen Vertretern Italiens, Oesterreichs und Ungarns in Venedig besteht, gutem Vernehmen nach, auf italienischer Seite die Absicht, die Außenminister der Kleinen Entente ebenfalls zu einer Vorbesprechung für die Donau - Konferenz nach Rom emzuladen. lieber den Zeitpunkt dieser Zusammenkunft werden noch keine Angaben gemacht. benbunten Uniformen beschlossen den königlichen Umzug. Ueberall, wo das Königspaar durch die Straßen fuhr, erhoben sich ungeheuere Begeisterungsstürme der Menge. Ununterbrochen ertönten die Rufe: „Es lebender König" und „Es lebe die Königin". Am Eingang zur Londoner City wurde der König vom L o r d m a y o r von London begrüßt, der ihm nach alter lleberlieferung ein mit Perlen besetztes Schwert überreichte. Ein kleiner Zwischenfall ereignete sich kurz vor der St.-Pauls-Kathedrale, als sich ein Banner mit der Aufschrift „Es lebe der König" plötzlich entfaltete und die bolschewistische Flagge m i4t Hammer und Sichel und den Worten „Arbeiter aller Länder vereinigt Euch" sichtbar wurde. Die Menge stürzte sich sofort auf das Banner und zerriß es in viele Stücke. Die Jubiläumsfeier erreichte ihren Höhepunkt mit dem großen Dankgottesdienst in der St. Pauls-Kathedrale. Die Menge der prunkvollen Uniformen und der glitzernden Gewänder bot ein wundervolles Bild in dem Halbdunkel der Kathedrale, das nur durch die durch die gemalten Fensterscheiben hereinbrechenden Sonnenstrahlen erhellt wurde. Diplomaten aller Länder, Ministerpräsidenten, Kabinettsminister, hohe Militärs und Beamte erwarteten das große Zeremoniell. Als das Königspaar an den Stufen der St. Pauls- Kathedrale eintraf, begannen die Glocken des Doms und aller Kirchen Londons zu läuten. Langsam, mit feierlichen Posaunenklängen begrüßt, schritten König Georg und Königin Mary, zwischen einem Spalier Leibgarde, das mittelalterliche Uniformen trug, die Stufen empor. Am Einganc des Portals wurde das Köniaspaar vom B i f ch o von London, der die goldene Mitra und einen farbenprächtigen Talar trug, empfangen. Unter den gedämpften Klängen eines Chorals begab sich das hohe Paar durch die stehende Menge zu den goldenen Stühlen gegenüber dem Altar. Nachdem es Platz genommen hatte, wurde der Gottesdienst mit der ersten Strophe der Nationalhymne „Gott erhalte unseren König" eröffnet. Es folgten Dankes- Wx * v W-er Domien, feierten den Rest des Tages in festlichfröhlicher Ausgelassenheit. Zu einem wahren Volks- est gestaltete sich in den Abendstunden das Abbrennen eines gewaltigen Freudenfeuers im Hydepark. Die Regierungsgebäude, die Museen und der Buckingharnpalast erstrahlten am Abend in märchenhaftem Glanz. Eine Fülle von Glückwunschtelegrammen war im Lufe des Tages von allen Staatsoberhäuptern der Welt, sowie von den Regierungen der Dominien, vom Vizekönig von Indien und aus den Kolonien eingetroffen. In den Glückwünschen der Dominien- regierungen wird ausnahmslos die unveränderliche Treue und Anhänglichkeit zur Krone zum Ausdruck gebracht. ' Auch der Oberste Rat der Mohamedaner von Palästina hat dem König ein Glückwunschtelegramm gesandt. Gleichzeitig lenkt das Telegramm die Aufmerksamkeit des Königs auf die politischen Zustände in Palästina und appelliert „bei dieser großen Gelegenheit an den Gerechtigkeitssinn S. M". Für die Einstellung der ärmeren Volksklassen in England sind die Inschriften bezeichnend, die in den Arbeitervierteln der englischen Hauptstadt zu lesen sind und von denen eine lautet: „Arm, aber loyal". Allerdings hat das Fest, abgesehen von der bereits gemeldeten kommunistischen Demonstration in der City, unter verschiedenen, wenn auch nicht sehr we- sentlichen Störungsversuchen von marxistischer Seite gelitten. So hatte sich der sozial- demokratische Stadtrat von Nelson in der Grafschaft Lancashire geweigert, das Rathaus zu beflaggen, was erregte Protestkundgebungen seitens der Bevölkerung hervorrief. lieber Nacht war jedoch von einem Unbekannten ein mächtiger Union-Jack am Flaggenmast befestigt worden. Als am Montag einer der marxistischen Stadträte das Haus verließ, stellte er fest, daß fein Kraftwagen festlich mit den Landesfarben geschmückt war. * Das Regierungsjubiläum wurde von den deutschen evangelischen Gemeinden Londons durch einen besonderen Festgottes- dienst gefeiert, der am Sonntag in der deutschen lutherischen St. Marien-Kirche stattfand. Der deutsche Botschafter von H o e s ch und der Stad der deutschen Botschaft nahmen an der Feier teil. Pastor Wehrhan legte seiner Ansprache die Bibelworte „Ein treuer Mann wird viel gesegnet" zugrunde. Die Feier wurde durch die vereinigten Kirchenchöre der deutschen Gemeinden Londons, die deutsche Psalmen vortrugen, verschönt und schloß mit einem Gebet für das Wohlergehen des englischen Königs, des deutschen und englischen Volkes und des deutschen Führers. Bezeichnend für die allgemeine Stimmung ist, daß heute (Dienstag) früh sogar der s o z i a f t ft i » s ch e „Daily Herald" seine erste Seite, die sonst nur wichtigen oder sensationellen Nachrichten vorbehalten ist, ausschließlich Bildern über die gestrigen Feiern widmet. An erster Stelle erscheinen in den Zeitungen die Berichte über die Veranstaltungen in den Dominien. Im übrigen haben nicht nur der Londoner Westen, sondern auch die ärmeren Viertel des Ostens und Nordens der Stadt den Tag mit außerordentlicher Begeisterung gefeiert. Die prooifierten Flaggen waren zum Teil an Wäscheleinen quer über die Straßen gespannt, die den nüchternen Mietskasernen ein festliches Aussehen gaben, und die bunten elektrischen Birnen, die sich in den vornehmen Straßen des Zentrums wie Perlenschnüre entlang» zogen, sind in diesen Vierteln durch Papierlaternen mit Stearinkerzen oder Fahrradlampen ersetzt. Durch Sammlungen von Haus zu Haus wurde es errnög» ' licht, für die Kinder wenig Bemittelter oder Arbeitsloser auf offener Straße Teegesellschaften zu veranstalten. Die Hausbewohner hatten Tische und Stühle aus ihren Häusern geschleppt und damit lange festliche Tafeln improvisiert. Bis spät in die Nacht hinein beherrschten Gesang und Tanz und Gelächter die Häuser dieser Gegenden — ganz so, wie in den großen Hotels und Restaurants des Zentrums. Botschaft des Königs. London, 6. Mai. (DNB.) Am Abend des Jubiläumstages richtete König Georg V. über den Rundfunk an feine Untertanen im ganzen englischen Weltreich eine Botschaft. Vor einem goldenen Mikrophon im Regentensaal des Bucking- hampalastes sitzend, sagte der König mit tief be» roeger Stimme: „Worte können meine Gedanken und Gefühle nicht aussprechen. Ich kann Dir, mein geliebtes Volk, nur sagen, daß die Königin und ich aus der Tiefe unserer Herzen für alle Ergebenheit und Liebe danken, mit der Ihr uns am heutigen Tage und immer umgeben habt. Ich weihe mich von neuem Eurem Dienst für die Jahre, die mir noch gegeben sein mögen. Ich blicke mit Dankbarkeit zu Gott auf die Vergangenheit zurück. Mein Volk und ich haben zusammen große Prüfungen und Schwierigkeiten durchgemacht. Sie sind noch nicht vorüber. Mitten in den Freuden dieses Tages denke ich mit Trauer an die Zahl meiner Untertanen, die immer noch arbeitslos sind. Wir schulden ihnen alles Mitgefühl und alle Hilfe, die wir leisten können. Ich hoffe, daß alle, die es können, während dieses Jubiläumsjahres ihr Aeußerstes tun werden, um ihnen Arbeit zu verschaffen und Hoffnung zu bringen. Andere Besorgnisse mögen bevorstehen. Aber ich bin überzeugt, daß sie mit Gottes Hilfe alle überstanden werden mögen, wenn wir ihnen mit Vertrauen, Mut und Einigkeit entgegentreten. S o sehe ich der Zukunft mit Glauben und Hoffnung entgegen. Den Jungen gehört die Zukunft. Ich vertraue darauf, daß durch den von meinem Sohn, dem Prinzen von Wales, einge« weihten Jubiläumsfonds vielen von Ihnen an Körper, Seele und Charakter geholfen werden möge, damit sie nützliche Staatsbürger werden. ja/TgyokQpaTlIä. )pP' r. 3fc^rgilu&emlh. Slawe JSSäSifc eiten £w*^^ation paba^M alit:nk^ ■■■sie MnEerabMlzeiT < n beut* i Lon- ottes» deutschen ib. Der er Stab eier teil, ache die gesegnet" reinigten dons, die ib schloß des eng- n VMs assen in ■ in ben ju lesen ' loyal". ' bereits in der ehr we, larxi. • sozial* r Eraf- beflag- ms bet tod) von Ja< am Montag verließ, ‘ mit ben ' wng ist, alisti* ite, biß chrichten iber die . e erschei- bie Verton Pa. 'gramm ie Auf, uftänbe en Te» var im ?rn der Linien, olonien Linien* lberljche usdruck 95 5 dem "Ziche öeier r eng- lprach b her Wrde. Feier ben Verse °ngen fbra(e lenden grosse. i?nigs= ^enen i, wie ir die hörig? efttkch. Volks- bbren- depart. b der ärchen- Lonboner ertel bes lit außer* avisierten quer über n Miets- unb die ornehmen > entlang« erlaternen etzt. Dmch es ermög« t Arbeits« 1 zu Der« W und nb bani't )ät in die ’am tinb ganz so, ants des bend des V. über nzen.eng' )t einem Bücking- ,t tief be- Gefühle geliebtes ) aus der Seit Md [gen I°Se mich °°" mir « ") )ant6«r! ©ein 31,1 üfl^ '°Leudm Vs alle W die. C aer- eit zu Ät? 1 l ft 0 I r »'"eins-' Polnische Kragen an Frankreich Konferenz der baltischen Außenminister ERNTEN 30 BIS 32 + MUSTERCIGARETTEN + MISCHUNGSNUMMER R6 o/M Der brachte tatsächlich, seinen bewaffnen und das Blatt. in • Frankreich, der Bild-Schema im Durdileuchturigsapparat worden. Beabsichtige also Frankreich neuen Bundesgenossen zu gegen wen, fragt Diese Reinheit der Tabakblätter bildet das Geheimnis für die Zartheit und Milde des wunderbaren Aromas. H. F. & PH. F. REEMTSMA CIGARETTENFABRIKEN ALTONA-BAHRENFELD geft£ä«4 und gepeinigt dtt4<*eA feopp&ßte ^eteme/vkdion! id npuer Fabrikatrons- «per HeM^ellung auf Der Militarismus Gowjetrußlands „Alle verfügbaren Kräfte für die Entfaltung der Roten Armee." von außen her bringen. Der Führer der lettischen Delegation, Vizeaußenminister Gunters, nahm dann zu dem sowjetrussisch-französischen Pakt Stellung, dessen allgemeiner Wachsamkeitscharakter ein Glied in der Kette der osteuropäischen Sicherheitsbestrebungen darstelle. Die baltische Politik müsse sich von dem Grundsatz der Erhaltung der Unabhängigkeit und der Aktivität leiten lassen. e st n i s ch e Außenminister S e l j a m a a zum Ausdruck, daß die baltischen Staaten Moskau, 7. Mai (DNB.) Außer der aufsehenerregenden Rede Stalins anläßlich der Abschlußprüfung des neuen Jahrganges der Roten Offiziere und Militäringenieure haben auch die Ansprachen von Kalinin, Molotow, Woroschilow und Ordschonikidse starken Eindruck in Moskau hinterlassen, zumal die beiden ersten ebenfalls recht bemerkenswerte Ausführungen machten. Nachdem der Vorsitzende des Hauptvollzugsausschusses der Sowjetunion, Kalinin, die Absolventen der Militärakademie zu ihrem Uebergang aus die praktische Arbeit in der Roten Armee beglückwünscht hatte, deutete er u. a. darauf hin, daß die Role Armee mit jedem Jahr wachse und sich vervollkommne. Auch die Feinde der Sowjetunion hätten allmählich begriffen, was die Rote Armee für eine Macht darslelle. Daher dürfe man in dem weiteren Ausbau dieses Machtinstrumentes nicht müde werden. Alle verfügbaren Kräfte, alle Energie und aller Reichtum der wissenschaftlichen Erfahrung müß- um UNS von der wirtschaftlichen Zerstörung zu er=] holen und um Lösungen für schwrerige industrielle! und soziale Probleme zu finden. In diesen ruhe-! losen Jahren hat der König eine schwere Krone! nicht nur mit königlicher Würde und Huld getra-1 gen, sondern auch mit menschlichem Verstehen, Füh-1 len und Empfinden. Seine Ratgeber sind gekommen iwb gegangen. Aber für ihn hat es keine Ruhe gegeben. Aus Tagen wurden Monate, aus Monaten Jahre, und er hat die Ergebenheit aller gewonnen, die ihm gedient haben. Wir danken ihm heute in gleicher Weise für seine Taten und für sein Beispiel, und wir möchten heute auch unsere Ehrerbietung derjenigen zollen, deren Rat und Hilfe ihm in all den Jahren seiner Regierung geholfen und ermuntert hat, der Königin. Mögen sie noch viele Jahre glücklich beiein-1 ander sein. Frankreichs Glückwunsch. Paris, 6. Mai. (DNB.) Der französische Staatspräsident hat anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums an den König von England nachstehenden Glückwunsch gesandt: „Anläßlich des silbernen Jubiläums Ew. Majestät ist es mir eine unendliche Freude, Ihnen meine freundschaftlich st en Glückwünsche zu übermitteln. Der Name Ew. Majestät bleibt im Gedächtnis aller Franzosen eng mit der Erinnerung an die schwersten und glorreichsten Stunden verbunden, die die moralischen Kräfte unserer beiden Länder vereint haben. Frankreich ist glücklich, sich der besonderen Ehrung anschließen zu können, die das Britische Reich heute Ew. Majestät widerfahren läßt. Ich möchte Ew. Majestät ebenfalls die herzlichsten Glückwünsche für das persönliche Wohlergehen und das I. M. der Königin aussprechen." K o w n o, 6. Mai. (DNB.) Im Zuge des baltischen Annäherungsabkommens vom 12. August 1934 begann am Montag in Kowno die zweite Ko n- ferenz der baltischen Außenminister. Heber das Programm der Konferenz wird nichts bekanntgegeben. Aus den Eröffnungsreden der Dele- aationsführer geht aber hervor, daß den wichtigsten Gegenstand der Beratungen dieser Konferenz die Sicherheitsfrage der baltischen Staaten im Rahmen der Entwicklung der ost europäischen P a k t p l ä n e bilden wird. In den Eröffnungsreden wurde diese Frage jedoch nur in allgemeiner Form berührt, ohne daß Lösungsversuche angedeutet wurden. Litauens Außenminister erklärte, daß er sich wohl nicht täusche, wenn er annehme, daß nicht aus Schwierigkeiten vorübergehender Art die Solidarität der drei baltischen Staaten entspringe, sondern Schwierigkeiten, die für alle drei Staaten in gleicher Weise gewisse Gefahren Eine besondere Botschaft möchte ich an die K i n- d e r richten. Ich bitte Euch, daran zu denken, daß Ihr in den kommenden Tagen die Bürger eines großen Weltreiches sein werdet. Haltet stets diesen Gedanken vor Euch, während Ihr heranwachst. Und wenn die Zeit kommt, seid bereit und stolz, Eurem Vaterland den Dienst Eurer Arbeit, Eures Geistes und Eures Herzens zu widmen. Ich bin sehr gerührt durch alle Grüße, die mich heute aus meinen Dominien und Kolonien, aus Indien und aus dem Heimatland erreicht haben. Mein Herz geht hinaus zu allen, die mir jetzt zuhören mögen — Ihr in der Heimat, m Stadt und Dorf, oder in einer entfernten Ecke des Imperiums, oder vielleicht auf hoher See. Ich danke meinem geliebten Volk von Herzen. Goll möge es segnen!" Macdonalds Glückwunschrede. Die Botschaft des Königs wurde mit einer Rede des englischen Ministerpräsidenten eingeleitet, in der Macdonald u. a. folgendes sagte: Aus allen Teilen des Erdballs, aus den Dominien, aus Indien, den Kolonien und Schutzgebieten haben wir an diesem glücklichen Tage Grüße und Ausdrücke der Loyalität und Achtung gegenüber Seiner Majestät gehört. Jetzt am Ende dieses Tages spricht die alte und eigentliche Heimat der britischen Rasse. Im Auftrag der Bevölkerung von England, Schottland, Wales und Nordirlands entbiete ich dem König unsere treue Ergebenheit und unsere aus dem Herzen kommenden Glückwünsche und Danksagun- §e n. Er hat seit 25 Jahren über uns regiert ... ahre glücklichen Aufblühens und ernster Besorgnis, Jahre segensreichen Friedens und verheerenden Krieges. Lange Kriegsjahre und längere Jahre, in denen die Qualitäten unseres Volkes auf eine eiserne Probe der Ausdauer gestellt worden find, len für die Entfaltung der Roten Armee auf- gewendel werden. Militäringenieur zu fein, rief Kalinin den Absolventen zu, fei ein Ehrentitel, Rlilikärlngenieur der Roten Armee fein, heiße an der Organisierung seiner Armee mitzuwirken, die die Werktätigen in der ganzen Welt verteidige und beschütze. Der Vorsitzende bes Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, Molotow, der seine Ansprache noch vor der Rede Stalins hielt, sprach zunächst von dem „neuen Erfolg der Sowjetdiplomatie, der mit dem Zustandekommen des sowjetistisch-sranzösischen Paktes errungen w'orden sei". Der Abschluß eines solchen Paktes sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß sich die Rote Armee und das Ansehen Sowjetrußlands allmählich in der Welt durchaesetzt hätten. Sowjetrußland, so schloß Molotow, stelle die gewaltigste Macht dar, ohne die kein Frieden in Europa gesichert werden könne! Es erhebe sich die Frage, wieso gelegentlich eines angeblich nur gegen Deutschland gerichteten Paktes die Frage einer Anleihe auftauche, die sich tatsächlich gegen jemand anders richte. Es sei das Recht und die Pflicht Polens, erschöpfende und offizielle Aufklärung in dieser unklaren Angelegenheit zu verlangen. Französischerseits seien die Gerüchte über eine Anleihe und ihre Ziele nicht dementiert Warschau, 7. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der „K u r j e r Poranny" weist darauf hin, daß, abgesehen von der ernsthaft nicht in Betracht zu ziehenden Möglichkeit eines Seekrieges und von der phantastischen Idee eines Durchmarsches sowjet- russischer Truppen durch Rumänien, keine Möglichkeit zu entdecken sei, wie Sowjetrußland den Franzosen gegen Deutschland zu Hilfe kommen sollte. Schon aus rein geographischen Gründen habe also der französisch-sowjetrussische Vertrag im Grunde'für Frankreich keinerlei Wert und erfülle im Gegenteil die L a ft e n Frankreichs, da es bei einem deutsch- sowjetrufsischen Konflikt gegen Deutschland marschieren müßte. Die französische Öffentlichkeit, die dem Vertrag keineswegs begeistert gegenüber* stehe, halte ihn für eine durch die Umstände e r - zwunaene Ehe ohne Liebe und wünsche, daß diese Ehe im Gegensatz zu der früheren französisch-russischen Alliance ohne Kinder, das heißt ohne französische Kredite für Moskau bleibe. Indessen, schreibt „kurjer poranny", erhält sich trotz der sowjetrussischen Genesis hartnäckig das Gerächt in Paris, daß Frankreich an Sowjetrußland Kredite zum strategischen Eisenbahnbau an seiner westlichen Grenze geben werde. Wenn das wahr sei, müsse man mit Entschiedenheit feststellen, daß eine solche Operation nicht mit der antideutschen Tendenz des Paktes übereinstimme, da die Westgrenze der Sowjetunion nicht die Grenze gegen Deutschland sei. Akk** Die Cigaretten fester methoden. die zulfciTO de ÄsjffntoDi nach dem Grundsatz der Großmächte ihre Zustim- ( mung zum Beitritt zu einem Kollektivsicherheit s s y st e m geben, dessen Aufgabe es aber sein müsse, den Frieden in Osteuropa zu sichern, ohne daß irgendwelche Befürchtungen bei einem Beitritt hervorgerufen würden. Die Führer der lettischen und estnischen Delegation deuten damit an, daß für den Beitritt zu einem Sicherheitssystem ihre Teilnahme auch an den Vorbereitungen desselben Voraussetzung sei, was in gewissem Sinne der von Moskau beeinflußten litauischen Bereitwilligkeit entgegensteht. Außerdem wird sich die Konferenz mit einer Reihe baltischer Fragen wirtschaftlicher und kultureller Art befassen. Da sich hierbei die Belange der vertretenen Länder kreuzen, dürfte es der Konferenz nicht leicht fallen, zu greifbaren Ergebnissen oder überhaupt zu einer Entscheidung zu kommen. Gleichzeitig werden in Kowno die Beratungen der Gesandten und Konsuln Litauens, die seit der vergangenen Woche in Kowno weilen, fortgesetzt. Diese Besprechungen erstrecken sich auf alle außenpolitischen Fragen Litauens, besonders auf die polnisch- litauischen Beziehungen. Bemerkenswert ist, daß der persönliche Adjutant Pilsudskis, Hauptmann L e p e ck i, der, wie offiziell mitgeteilt wurde, zu Geschichtsstudien nach Litauen kommt, bereits am Dienstag, also während noch beide Konferenzen im Gange sind, io KowW eintrijft, Kein verantwortlicher Mann v . sich die politische Landkarte ansehe, könne sich darüber täuschen, daß sie für französisches Geld gekauften sowjetrussischen Kanonen nicht Deutschland erreichen. Französisches Dementi. Paris, 6. Mai. (DNB.) Das französische A u ß e n a m t veröffentlichte am Montagabend folgende Erklärung: „Gewissen Nachrichten der ausländischen Presse zufolge ist der f r a n z ö s i f ch - s o w j e t r u l s i s ch e Beistandspakt und das ihn begleitende Protokoll von geheimen Klauseln begleitet. Außerdem ist angeblich eine sowjetrussische Anleihe ins Auge gefaßt worden. Diese Informationen entbehren jeder Grundlage. Der Wortlaut der Verträge ist in integraler Weise veröffentlicht worden. Die Frage einer Anleihe^wurde überhaupt nie aufgeworfen." Diese Cigaretten werden in den FatwikaiÄsa^agen unseres technischen Musterbetriebes in Altona-Bahrenfeld völlig neuen Methoden hergestellt. Der ungewöhnlich zarte und reine ChaiWter dieser Mischung beruht darauf, daß sämtliche Tabake zweima^rBij*-t»«*p^6^tr|»fe wird ausschließlich ohne Mundstück hergestellt D^sSp^olerlerlz^tlrnli^naus folgenden Distrikten; Höchstleistungen für Deutschlands Ausbau! Eine liede des lieichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Berlin, 6. Mai. (DNB.) Die von der Verwaltungsakademie Berlin in Verbindung mit dem Reichsbankdirektorium in der Zeit vom 6. bis 11. Mai veranstaltete Unterrichtswoche für Reichsbankbeamte wurde heute früh eröffnet. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hielt eine Rede, in der er u. a. sagte: In einer Zeit, in der die alte preußische Beamtentradition durch das Eindringen von Elementen, denen sowohl das Können, als auch das Pflichtbewußtsein eines echten Beamten fehlte, untergraben zu Wörden drohte, hat die Reichsbank kompromißlos am Pflicht- wie am Leistungsprinzip fest- gehalten. Wenn wir schon in den hinter uns liegenden Jahren zu dem, was wir leisten durften, durch die vorbildliche Hingabe, den Korpsgeist, das fachliche Können und die geistige Beweglichkeit der Reichsbankbelegschaft befähigt wurden, so gilt das noch mehr für das, was in Zukunft von uns verlangt wird. 2Hif Recht bemüht man sich heute, den Sah eines nur auf die Vernunft pochenden Zeitalters „Wissen ist Macht" dahin einzufchränken, daß ein Wissen erstreblich und wahrhaft nützlich für die Volksgemeinschaft nur fein kann, wenn es auf einer untadeligen Gesinnung und auf einem lauteren Charakter gegründet ist. Aber glauben Sie mir, meine Kameraden, letzten Endes einfcheidet in dieser Welt der Tatsachen doch immer nur der Erfolg, und Erfolg hat auf die Dauer nur der, der etwas kann. Mit den unbedingt selbstverständlichen Gesin- nungs- und Charaktereigenschaften allein wird Deutschland nicht fein Recht auf dieser Erde und seine Gleichberechtigung unter den anderen Völkern erringen können, es muß hinzutreten jene souveräne Beherrschung der Realitäten des Lebens, die nur ein gediegenes, ehrlich erarbeitetes und von Verantwortungsbewußtfein getragenes Wissen und Können zu geben vermögen. Unser Wollen und Gestalten muß demnach untermauert sein von dem Wissen um die Grundbedingungen und -Voraussetzungen unseres Lebens und unseres besonderen Arbeitsgebietes, damit wir aus einem Ringen um und mit den Problemen, die die Zeit uns stellt, durchstoßen können zur befreienden, entscheidenden Tat. So ist dieser Lehrgang in der Erkenntnis aufgezogen worden, daß neben die weltanschauliche Schulung, die der Beamte im neuen Staat durch die nationalsozialistische Bewegung erhält, unbedingt die Vertiefung und Erweiterung der fachwissenschaftlichen Kentnisse treten muß. Von jeher war nur der den Aufgaben seines Amtes gewachsen, konnte nur der seinen Platz voll ausfüllen, der unermüdlich an seiner Fortentwicklung weiterarbeitete. Nichts steht still im Leben, alles befindet sich im Fluß. Wenn uns heute die Entwicklung unseres politischen, kulturellen oder wirtschaftlichen Lebens besonders schnell und umstürzend zu gehen scheint, so müssen wir uns gerade dies als Ansporn und Antrieb dienen lassen zu neuer und gesteigerter Arbeit an uns selbst. Dazu kommt noch ein anderes. Die fortschreitende Spezialisierung der Arbeitsgebiete, der Arbeitsmethoden und der wissenschaftlichen Forschung haben überall eine berufliche Begrenzung auf fachliche Sondergebiete mit sich gebracht, die notwendig die große Gefahr einer geistigen Einseitigkeit mit sich bringt. Der einzelne Beamte bedarf daher, damit der Blick auf das große Ganze nicht verlorengeht, über seinem engen Tätigkeitskreis hinaus einer sinnvollen Erfassung der Gründe und Zwecke neuer Maßnahmen und einer Einsicht in die großen Zusammenhänge. Diese Einsicht kann am besten eine über den Einzelheiten und den Anforderungen des Tages stehende Darstellung vermitteln, wie sie hier geboten werden soll. Die Vorträge sind aus dem Reichsbankbetrieb heraus geboren und auf den Aufgabenkreis der Reichsbank zugeschnitten. Reichsbankpräsident Dr. Schacht schloß mit folgenden Worten: Wit dem Geist, der von Anbeginn im hause der Reichsbank geherrscht hat, dem unbeirrbaren Pflichtgefühl, der Aufopferung jedes einzelnen für das Wohl des Volks- und Staats- ganzen in hingebungsvoller Arbeit, in bewährter Treue zur Sache und zu uns selbst werden wir auch weiterhin die Kraft finden, die uns befähigt, allen an uns gestellten Anforderungen gerecht zu werden und das Schicksal unseres geliebten Vaterlandes in einer großen Zeit zu unserem Teil mit zu formen und mit zu bestimmen. Die Fachvorträge des ersten Tages wurden von Reichsbankdirektor Brinkmann über „Der deutsche Außenhandel und die Devisenwirtschaft" und von Reichsbankdirektor Dr. Müller über „Reichsgesetz über das Kreditwesen und Reichsbank" gehalten. Oer Wahlausgang in Güdflawien. Belgrad, 6. Mai. (DNB.) Das endgültige Ergebnis der Wahlen am Sonntag steht noch nicht fest, da noch verschiedene Teilergebnisse fehlen. Nach der Meinung der südslawischen Blätter kann dies nichts an der Tatsache ändern, daß die Partei des Ministerpräsidenten Ieftitsch die absolute Mehrheit erhält. Da die Frauen in Südslawien kein Wahlrecht haben, waren nur etwa 3 800 000 Personen stimm- bevechtigt. Davon haben, der letzten Mitteilung zufolge, 1 640 000 für die Regierung gestimmt, während 900 000 ihre Stimme für die Oppositionsliste Matschek abgaben. In einigen slowenischen Städten und Industriezentren betrug die Wahlbeteiligung nur 25 bis 50 v. H. Man kann annehmen, daß der größte Teil der Nichtwähler oppositionell eingestellt ist. Sehr gut schnitt dagegen die Regierung in den hauptsächlich von der deutschen und ungarischen Volksgruppe bewohnten ehemaligen südungarischen Gebieten der W o j w o d i n a ab. Hier wurde auch der deutsche Abg. Dr. Kraft, der auf der Regierungsliste kandidiert hat, wiedergewählt. Noch ein zweiter deutscher Abgeordneter, ein Arzt namens Dr. Kaspar, der bis jetzt politisch sehr wenig hervorgetreten war, erhielt ein Mandat. Dagegen unterlag der bisherigen deutsche Abg. Dr. Hans Moser, so daß die deutsche Volksgruppe in der neuen Skupschtina wie bisher über zwei Mandate verfügen wird. Oie französischen Gemeindewahlen. Paris, 7. Mai. (DNB. Funkspruch.) Auch am Dienstagmorgen ist es nicht möglich, ein bestimmtes Urteil über den Ausfall des ersten W a h l - ganges der Gemeinde - und Stadtratswahlen zu fällen. Die langsame Veröffentlichung der Ergebnisse und die parteipolitische Unübersichtlichkeit, ferner die zahlreichen notwendigen Stichwahlen lassen nur immer wieder die Folgerung zu, daß sich bisher keine großen Veränderungen im französischen Wahlkörper gezeigt haben. Das Interesse wendet sich bereits von dem Ergebnis des ersten Wahlganges ab und der Stichwahl am nächsten Sonntag zu. Da am Tage der Stichwahl die Splitterparteien meist zurücktreten und die ihnen zuteil gewordenen Stimmen bessergestellten Bewerbern zur Verfügung stellen, wird am nächsten Sonntag etwas einheitlicher gestimmt werden. In Lille werden die Sozialisten ihre Liste in der Stichwahl aufrechterhalten, wodurch die Stellung zahlreicher radikalsozialistischer Kandidaten gefährdet wird. Die Stellung des bisherigen kommunistischen Bürgermeisters von Straßburg, Huber, ist in der Stichwahl ziemlich umstritten. H e r r i o t ist aufgefordert worden, den Radikal- sozialisten Anweisung zu geben, überall für den besser in der Stichwahl stehenden Kandidaten der Pckrteien zu stimmen, die in der Regierung Flan- din vertreten sind, d. h. also gegen die Sozialisten. In Lyon haben die Kommunisten beschlossen, in mehreren Bezirken in der Stichwahl für die aussichtsreicheren sozialistischen Kandidaten zu stimmen. Meine politische Nachrichten. Der Führer besichtigte am Montag die deutsche Alpen st raße auf der Baustrecke Inzell, Mauthäuse, Berchtesgaden. In seiner Begleitung befanden sich u. a. Reichspressechef Dr. Dietrich, Obergruppenführer Brückner, Brigadeführer Schaub. ♦ Der deutsche Botschafter v. Rosenberg hat am Montag den Außenminister der türkischen Republik, Tewfik Rüschtü Aras, ausgesucht und ihm zugleich im Namen der Reichsregierung und des deutschen Volkes die herzliche Teilnahme an der Erdbebenkatastrophe im Kars-Gebiet zum Ausdruck gebracht. Die letzten französischen Beamten und die Archive der französischen Bergwerksdirektion haben im Verlauf der letzten Woche Saarbrücken verlassen, lieber 1000 Umzüge von Beamten und Arbeitern sind über die Grenze nach dem Westen notwendig gewesen. Konzentrationskabinett in Spanien. Madrid, 6. Mai. (DNB.) Der Staatspräsident hat die von L e r r o u x eingereichte Kabinetts- l i st e genehmigt, die u. a. folgende Namen enthält: Ministerpräsident L e r r o u x (Radikal), Außenminister R o ch a (Radikal), Kriegsminister Gils R o b - l e s (Ceda), Marineminister Roya V i l l a n o v a (Agrarier), Finanzminister Chaueaprieta (Unabhängiger Republikaner). Die neue Regierung ist eine ausgesprochene Konzentrationsregierung, die von der republikanischen Mitte bis zur republikanischen Rechten einschließlich sämtlicher Gruppen umfaßt. Das Kabinett verfügt über 240 von 439 Stimmen des Parlaments und hat damit eine große Mehrheit hinter sich. Aus aller Welt. Schweres Flugzeugunglück in Amerika. — Vier Tote, acht Verletzte. Das Passagierflugzeug „Sknchief" der Transcontinental and Western - Airlines stürzte bei Atlanta (Missouri) ab. Zwei Passagiere, darunter der Bundessenator Bronson M. Cutting aus Neu- Mexiko und die beiden Flugzeugführer wurden g e- tötet, acht weitere Insassen verletzt. Vermutlich versuchte das Flugzeug eine Notlandung im Nebel, nachdem der Brennstoffvorrat erschöpft war. Der Bundessenat in Washington hat sich auf Grund der Nachrichte vom Tode Cuttings vertagt. Große Ueberschwemmungen in Amerika. Im Staate Louisiana verursachten heftige Wolkenbrüche große Ueberschwemmungen. Besonders schwer heimgesucht wurde die Stadt Opelousas. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind fünf Personen ertrunken. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Von Finnland erstreckt sich über-Deutschland nach Frankreich hin eine Tiefdruckfurche. Während an ihrer nördlichen Seite der Luftdruck kräftia steigt, fällt er an der Süd- und Südostseite, so daß damit zu rechnen ist, daß kühlere, ursprünglich polare Luftmassen bei uns einbringen. Der Witterungscharakter wird dadurch zunächst wieder etwas unfreundlich, doch ist eine durchgreifende und nachhaltige Verschlechterung nicht wahrscheinlich. Vorhersage für Mittwoch: Meist wolkig und lebhafte nördliche Winde, kühleres Wetter, doch nur vereinzeltes Auftreten von Schauern. Lufttemperaturen am 6. Mai: mittags 24,1 Grad Celsius, abends 13,3 Grad; am 7. Mai: morgens 9,8 Grad. Maximum 24,6 Grad, Minimum 5,4 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.--G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. 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Das Schiff hielt in einem kleineren Hafen. Graf 3-., unter welchem Namen der König reiste, saß an Bord in einem Korbsessel und betrachtete interessiert das Spiel der Wellen. Da geschah es, daß zwei Zollbeamte ans Schiff kamen und die Papiere der einzelnen Reisenden verlangten. Die Kontrolle war schon beendet, als die Adleraugen des einen Beamten den abseits sitzenden Herrn bemerkten. Und da dieser sich nicht rührte, ging er geradewegs auf ihn zu und verlangte seinen Ausweis. „Mein Herr, darf ich um Ihre Papiere bitten?" Der König fragte: „Was für Papiere?" — „Eine Legitimation, die einwandfrei beweist, wer Sie sind." Der König lächelte. Er begann in seinen Taschen zu suchen und zog schließlich ein Goldstück heraus. Mit der Münze in der Hand fragte er nun den vor ihm Stehenden ganz sanft: „Wird das genügen?" Der Beamte schaute erst den Sprecher, dann das Goldstück an, begann etwas zu ahnen, stotterte einige unverständliche Worte und verschwand. So wurde das Inkognito des Königs auch weiter bewahrt. Der König und der Vizekönig. Im britischen Weltreich gibt es unzählige kleine Könige und Vizekönige, die alle glücklich sind, wenn sie vor dem Monarchen erscheinen dürfen. Eines Tages weilte in London der Vizekönig eines kleinen Negerstammes. Natürlich hatte auch er ein Anrecht darauf, den König zu sprechen. Der schwarze Herrscher erschien in einem wunderbar schönen Frackanzug. Als er schon einige Minuten mit dem König gesprochen, begann er plötzlich Rock und Weste abzulegen. Erschrocken fragte ihn der Dolmetscher, was er denn tue. Der Schwarze antwortete mit größter Seelenruhe: „Um zu beweisen, wie ergeben ich bin, will ich diesen meinen letzten Anzug Seiner Majestät verehren." Der König begriff und sandte dem pfiffigen Negerkönig sechs Anzüge für diesen einen. Der Puddingkoch. Es war zur Weihnachtszeit. Georg besuchte eine Kaserne und ging auch in die Küche, um zuzusehen, wie der Pudding für die Soldaten zubereitet werde. Da fiel ihm ein offenbar noch ganz junger Koch auf, der ängstlich sein Gesicht verborgen hielt. Anekdotenkranz um Georg V. Wie das englische Vott seinen König sieht. Ueber König Georg von England, der in diesen Tagen sein 25jähriges Regierungs- iubiläum feiert, erzählen das englische Volk und die englische Presse zahllose Geschichten, die die große Beliebtheit und Volkstümlichkeit des Herrschers beweisen. Die Palme der Ungezwungenheit. König Georg und Königin Mary pflegten sehr oft in Londons ärmsten Vierteln Besuche abzustatten. Nach solchen Besuchen beklagten sie sich immer, daß sich die Leute ihnen gegenüber gänzlich unnatürlich und steif benahmen. Sie ließen daher einmal verkünden, daß der- oder diejenige, die sich ihnen gegenüber am ungezwungensten verhalte, eine ganz besondere Auszeichnung, die Palme der Ungezwungenheit, erhalten werde. Als das Königspaar dann nach einiger Zeit gefragt wurde, wen sie denn nun für diesen Preis würdig hielten, erklärten sie einstimmig: „Londons älteste Frau. Anläßlich ihres Geburtstages b-?fuchten wir sie. Das Mütterchen kam uns bis auf den Korridor entgegen und sprach: Ich ersuche Eure Majestät, die Füße gut q b 3 u = wischen, denn soeben wurde mein Zimmer frisch gescheuert." Der Hoflieferant. König Georg fuhr gerne Auto. Eines Tages hatte er auf der Landstraße eine Panne. Der Chauffeur stieg aus und versuchte zu reparieren, doch ohne Erfolg. Zum Glück kam ein anderes Fahrzeug, dessen Insassen, zwei biedere Kaufleute, dem König ihre Dienste anboten. König Georg war auch schon geneigt, das freundliche Angebot anzunehmen. Aber... in Anbetracht des kniehohen Schlammes konnte er sich nicht entschließen, den Wagen zu verlassen. Der Chauffeur der Kaufleute bemerkte das Zögern Seiner Majestät, sprang eb, nahm ohne ein Wort zu sprechen, den König auf den Arm und trug ihn in den anderen Wagen hinüber. Als der König sich geborgen fühlte, fragte er seinen Retter, ob er einen besonderen Wunsch habe. „Jawohl, Majestät", antwortete dieser. „Ich möchte um den Titel Hoflieferant bitte n." Die Legitimation. König Georg unternahm einmal in strengstem Inkognito eine Schiffsreise. Der Kapitän hatte Befehl, unter keinen Umständen zu verraten, welch hoher Gast sich auf seinem Schiffe befinde. Der König In der Gruppe 4 hat die Spielleitung Wiederholung des am letzten Sonntag ausgetragenen Treffens zwischen Polizei Hamburg und SV. 98 Darmstadt, das die Darmstädter mit 9:7 gewannen, angeordnet. Rasensport Mülheim gewann zu Hause mit 12:8 (6:5), während die Soldatenmannschaft von Hindenburg Minden das Kunststück fertig brachte, den Südwestgaumeister Darmstadt 98 auf seinem Platze mit 8:5 (5:2) zu schlagen. An dem Gruppensieg der Soldaten ist nicht mehr zu zweifeln. In der Gruppe 3 steht Waldhof nach dem in Hannover über die dortige Polizei errungenen Sieg 5:3 (3:1) ebenfalls als Gruppensieger fest, da der Turnerbund Göppingen, der am Sonntag in Sieg- Oer zweite Gang um die Deutsche Handballmeisterschast. Die Gaugruppenspiele um die deutsche Handballmeisterschaft der Männer wurden (wir berichteten gestern kurz die Ergebnisse) am Sonntag auf der ganzen Linie fortgesetzt. Als sicherer Teilnehmer der Vorschlußrunde steht heute schon Polizei Magdeburg fest, die in ihrem zweiten Spiel wiederum über 20 Tore schoß und sich nun sogar mit ruhigem Gewissen der Berliner Polizei stellen kann. Die übrigen drei Teilnehmer der Vorschlußrunde dürften gewinnen. In der Gruppe 2 hat der bayerische Meister Spielvereinigung Fürth seine Aussichten verspielt. Nach dem Unentschieden in Oppeln leisteten sich die „Kleeblättler" nun auf eigenem Platze ein 8:8 (3:3) gegen Turngemeinde Kassel. Sportfreunde Leipzig gewannen zu Hause knapp mit 9:8 (6:5) über Post Oppeln und benötigen zum Gruppensieg am kommenden Sonntag auf eigenem Platze gegen Fürth nur noch ein Unentschieden. In der Gruppe 1 fällt die Entscheidung am kommenden Sonntag in Magdeburg zwischen Polizei Magdeburg und Polizei Berlin. Beide Mannschaften siegten am Sonntag auf eigenem Platze. Magdeburg gewann gegen Greif Stettin 23:1 (10:0), während Polizei Berlin gegen Hindenburg Bischofsburg 14:8 (6:3) gewann. Auf Grund der beiden überragenden Ergebnisse der Polizei Magdeburg ist an ihrem Endsieg nicht zu zweifeln, und aller Voraussicht nach werden die Elbestädter auch den Deutschen Meister 1935 stellen. HandbatlimKreisLahn-Oill(GauXU) Gauklasse. Mit dem Spiel Tv. Wetzlar — Tura 7:2 (4:1) ist eins der letzten der diesjährigen Runde ausgetragen worden. Die Gäste bekamen auch am Sonntag wegen ihres robusten Spieles wieder drei Mann des Feldes verwiesen. Die Einheimischen gingen nie aus sich heraus, so daß der Sieg auch nicht höher ausfallen konnte. II. kreisklasfe (Aufstiegspiele). Mlv. Gießen II — Tv. kahenfurl I 14:4 (6:3). Die Männerturner kamen auf eigenem Platz zu einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Während die Gäste in der ersten Halbzeit noch einigermaßen Widerstand leisten konnten, klappten sie nach der Pause vollkommen zusammen, so daß die Gießener ihre Schüsse aus allen Lagen anbringen tonnten. Das Spiel wurde sehr anständig durchgeführt, zeigte aber auf beiden Seiten keine besonderen Leistungen. Tv. Vurg-Gemünden — Tv. Dollar 4:8 (3:3). Die Dorlarer haben anscheinend ihre Schwächeperiode überstanden, denn sonst wäre es nicht möglich gewesen, auf dem gefährlichen Platz in Burgburg-Mülldorf gegen den einheimischen Mittelrheinmeister 5:11 (2:6) verlor, keine Aussicht hat, nächsten Sonntag in Mannheim gegen Waldho Gemünden so einwandfrei zu gewinnen. Die Einheimischen kamen gleich gut in Schwung und führten nach kurzer Zeit schon 3:1. Die Gäste konnten aber bis zur Pause wieder gleichziehen. Nach dem Wechsel drehte sich das Blatt, Dorlar kam auf und wurde sogar stark überlegen, so daß der Sieg auch in dieser Höhe verdient ist. handball-Vlihlurnier in Münchholzhausen. Das Turnier selbst hatte leider nicht die erwartete Beteiligung aufzuweisen, da noch in letzter Minute 4 Mannschaften aus nichtigen Gründen absagten. Trotzdem nahm die Veranstaltung, die unter Leitung von Kreisspielwart L u h stand, einen schönen Verlauf. Den zahlreich erschienenen Zuschauern wurde guter Sport geboten. Das interessanteste Treffen des Tages dürfte die Begegnung zwischen den Mannschaften vom Tv. Allendorf (Lahn) und Tv. Dutenhofen gewesen sein, das erst nach zweimaliger Verlängerung mit 5:4 von Allendorf (Lahn), das damit erneut sein Kommen gezeigt hat, gewonnen wurde. Sieger wurden A-Klasse: To. Dornholzhausen (Tv. Garbenheim 2. Sieger.) B-Klasse: Tv. Allendorf (Lahn) (Tv. Dutenhofen 2. Sieger.) Freundschaftsspiele: Tv. Holzheim I — To. Lich I 12:3 (5:2). Die Einheimischen konnten in einem überaus hart durchgeführten Kampf einen überlegenen Sieg feiern. Ihr Spiel war ■ reifer, als das der Gäste und auch in bezug auf Schnelligkeit hatten sie ein starkes Plus. Lich muß sich endlich einmal angewöhnen, statt immer zu reklamieren, zu spielen, dann werden auch die Ergebnisse anders ausfallen. Tv. Alb ach I — Tv. Grüningen 11:6 (6:3). Obwohl die Gäste wieder mit reichlichem Ersatz antreten mußten, gaben sie einen starken Gegner ab, der sich erst nach scharfem Kampf geschlagen gab. Auch die Einheimischen haben mit diesem Spiel gezeigt, daß sie wieder gut im Schwung sind. Tv. Wißmar — Tv. Londorf 3:1 (3:1). Beide Mannschaften lieferten sich ein anständiges ruhiges Spiel, das ziemlich ausgeglichen war. Die etwas bessere Stürmerleistung der Platzbesitzer entschied den Kampf. Tv. Tret s/Lumda — SpVg. 1900 Gießen 6:6 (3:5). Das Zusammentreffen dieser beiden Mannschaften war ein Werbespiel im wahrsten Sinne des Wortes. Man sah einen mitreißenden Kampf, bei dem die Platzbesitzer nach der angenehmen Seite enttäuschten. Sie leisteten ihren Gästen, die mit einer verhältnismäßig starken Mannschaft antraten, erbitterten Widerstand und konnten ein gerechtes Unentschieden herausholen. Tv. Staufenberg I — Tv. Trei s/Lumda II 18:1. Die Gäste, die zum erstenmal als geschlossene Mannschaft spielten, mußten eine hohe Niederlage hinnehmen. Tv. Ruttershausen Jgd. — Mtv. Gießen Jgd. 5:17 (3:9). Die Gießener Jungens waren ihren Gastgebern, die ihr erstes Spiel aus- trugen, natürlich " weit überlegen und gewannen wie sie wollten. Die Einheimischen werden aber sicher an dem schönen und zweckmäßigen Spiel etwas gelernt haben. Tv. Wetzlar Jgd. — Tv. Garbenheim Jgd. 10:4 (4:0). Die Wetzlarer konnten für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche nehmen. Sie gewannen ihr Spiel sicher und verdient. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. Londorf —Lich 5:4; Alten-Buseck — Laubach 5:0; Rüddingshausen — Treis 2:1; Steinbach — Rodheim 0:2; Lollar II — Lohra ausgefallen; Krofdorf — Allendorf abgebrochen; Tv. 1846 — Großen-Buseck 3:7; Wieseck Jgd. — Gladenbach Jgd. 1:6; VfB. Kurhessen Jgd. —1900 Jgd. 1:3; VfB. Kurhessen AH. —1900 AH. 3:3; Vetzberg — Wißmar 2:8. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Llhlar I — wieseck I 3:2. Die erste Mannschaft des Turnvereins Wieseck weilte am Sonntag in Aßlar, um gegen die erste Mannschaft des VfB. Aßlar ein Freundschaftsspiel auszutragen. Wieseck mußte mit Ersatz antreten. Da kein Schiedsrichter anwesend war, übernahm ein Sportfreund von Aßlar die Leitung des Spieles. Den körperlich überlegenen Gastgebern lieferte Wieseck ein flottes technisch gutes Spiel, das diese durch großen Eifer und Härte auszugleichen versuchten. Dem Führungstreffer der Gastgeber setzte Wieseck den Ausgleich entgegen. Bis Halbzeit übernahm jedoch Aßlar wieder die Führung. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Aßlar auf 3:1. Dann wurde Wieseck stark überlegen und hielt die Gastgeber ganz in ihrer Spielhälfte fest. Wieseck blieb überlegen und konnte ein Tor aufholen, zum Ausgleich aber reichte es nicht mehr. Wieseck Jugend — Gladenbach Jugend 1:6. Die neu erstandene Jugendmannschaft des Turnvereins Wieseck hatte sich zum ersten Spiele einen starken Gegner verpflichtet. Wieseck gab sich wohl alle Mühe, lieferte auch zeitweise ein schönes Spiel, konnte jedoch nicht verhindern, daß die körperlich überlegenen Gäste Tor auf Tor erzielten und mit 6:1 Toren den Platz als Sieger verließen. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Alten-Buseck I — Laubach I 5:0 (3:0). Am Sonntag weilte die erste Elf von Laubach bei der gleichen des Turnvereins Alten-Buseck zu Gast. Die Gäste waren den Einheimischen körperlich überlegen, konnten aber nicht verhindern, daß Alten-Buseck bei Halbzeit bereits mit 3:0 führte. Nach dem Wechsel drückten die Gäste für einige Zeit, kamen aber an der gegnerischen Hintermannschaft nicht vorbei. Dor allem war der Tormann der Gastgeber in bester Form. Allmählich drängten sich die Gastgeber wieder in den Vordergrund und erhöhten auf 5:0. Einige Ecken auf beiden Seiten wurden nicht ausgewertet. Im Spiel der Jugendmannschaften von Alten- Buseck und Großen-Buseck standen sich zwei gleichwertige Gegner im Feld gegenüber. Die Gäste entschieden das Spiel knapp mit 1:0 Toren für sich. Zuaendfutzball der Gy.-Ag. 1900. Spt). 1929 Bieber 1. Jgd. — 1900 2. Jgd. 0:4 (0:1). Die 2. Jugend der Spvg. 1900 weilte am Sonntag in Bieber und errang einen schönen Sieg. Obwohl die Blauweißen mit vier Ersatzleuten spielen mußten und der Gegner ihnen körperlich weit überlegen war, konnten sie immer das Spiel offen gestalten. Gleich nach dem Anstoß bedrängten die Gastgeber das gegnerische Tor, kamen aber zu keinem Erfolg. Die Gäste spielten sich dann frei, und Ende der ersten Spielhälfte schoß derHalblinke das erste Tor. So ging es in die Pause. Nach Wiederanpfiff kamen die Gastgeber kaum mehr zur Geltung. Die Gäste buchten noch drei weitere Erfolge. Großer Erfolg des AOOO-Meter-Laufs der Hitler-Jugend. 95 v. h. aller Teilnehmer bestanden. Bei herrlichem Frühlingswetter stellten sich am Sonntag die Gefolgschaften der HI. den mit der Abnahme beauftragten Führern zur Ablegung des 3000-Meterlaufs. Das aus den eingegangenen Meldungen ersichtliche hervorragende Ergebnis überrascht um so mehr, als fast gar keine oder nur wenig Zeit zum Training für den Langstreckenlauf 3ur Verfügung stand. Als Auftakt des Gemeinschaftslaufs starteten die Mitarbeiter der Gebietsführung in Wiesbaden bereits am Samstagnachmittag und erfüllten ohne Ausnahme die geforderten Bedingungen. In den frühen Vormittagsstunden des Sonntags sah man dann überall die Kolonnen der Hitlerjugend mit Turnzeug bewaffnet zu den Startplätzen marschieren. Hier entwickelte sich Er suchte sich diesen aus und sprach ihn huldvoll an: „Mein Sohn, wie alt bist du?" Der Angesprochene antwortete, ohne aufzublicken: „Majestät, das müssen Sie selbst am besten wissen." Verwundert ob der eigenartigen Antwort schaute Georg den Sprechenden an. Da sah er den Prinzen von Wales in der Tracht eines Puddingkochs vor sich. —hag— „Oie Freundin eines großen Mannes." So heißt ein Lustspiel von Möller und L o - renz, das wir vor längerer Zeit hier auf dem Theater gesehen haben. Mittlerweile hat sich die Ufa darüber hergemacht und einen Film danach gedreht. Das Drehbuch von M a y r i n g und Neu - m e i ft e r hält sich so eng an die Vorlage, daß sich für die Kamera kaum neue Gesichtspunkte ergeben. Nur der Kuliffenbetried auf dem Theater konnte natürlich im Film ausführlicher und realistischer entwickelt werden; dergleichen wird seit alten Zeiten immer wieder gern gesehen, zumal wenn es, wie hier, nicht Beiwerk, sondern die Hauptsache ist, denn es handelt sich hier um ein Theater-Stück im eigentlichsten Sinn, es geht — man erinnert sich vielleicht noch an die hiesige Aufführung — um die wirtschaftliche Existenz einer Provinzdühne, um eine Premiere, von der alles abhängt, um eine große Rolle, um einen großen Generalprobenkrach mit heftigem Intrigenspiel hinter den Kulissen, um ein reizvolles Durcheinander von Spiel und Wirklichkeit und natürlich auch um eine Liebesgeschichte mit entsprechender Großaufnahme zum Schluß. Das Ganze ergibt einen hübschen Unterhaltungsfilm, in Szene gesetzt von Paul Wegener. Man muß sich wundern, daß die Ufa für die „Freundin" einen so großen Mann als Regisseur bemüht. Die Spielleitung ist glatt, sauber und gefällig, aber nichts irgendwie Besonderes. Die Freundin spielt Käthe von Nagy; es ist eine richtig komödiantische Rolle, und sie macht es sehr nett, mit echten und falschen Tönen durcheinander, mit Augenaufschlag und Tränen und Mäulchen. Karl Ludwig Diehl gibt den reichen Mann gepflegt und seriös wie immer. Jessi.e Vihrog ist die hysterische Pro- vinzdiva mit beklemmend natürlichen Temperamentsausbrüchen. Leibelt als betriebsamer Bankier Rieder, Theodor Loos als Intendant, Ernst L e - g a l in einer lustigen kleinen Episode als Vorhangzieher. Brausewetter, lange nicht gesehen, und Harry Frank haben nicht viel zu spielen. Die Rolle des Reporters Banz war schon im Stück ! unmöglich, hier wirkt sie, bei Werner Finck, ge- iradeju fatal. So etwas sollte es heute nicht mehr bald unter den Augen begeisterter Zuschauer ein Bild fröhlicher Sportkameradschaft. Wer nickt mit« machte, sei es, daß ärztliche Bedenken bestanden ober fleißiges Heben noch notwendig ist, war als Kampfrichter, Zeitnehmer oder als Wegposten tätig. Von 32 000 gestarteten Läufern bestanden rund 30 000, das sind etwa 95 o. H. — ein Leistung, die sich sehen lassen kann. Dabei ist hervorzuheben, daß der größte Teil die geforderte Mindestzeit bei weitem unterbot. Damit ist für Tausende von Hitler- jungen im Gebiet 13 der erste Schritt zur Erringung des HJ.-Leistungsabzeichens getan. Die nächste Etappe wird der Gepäckmarsch sein, der am 19. Mai wiederum gemeinschaftlich durchgeführt wird. Aus dem Gau Nordhessen. Die Terminliste der Leichtathleten des Gaues XII verzeichnet im Mai einige wichtige Veranstaltungen. Am 19. Mai führt bekanntlich Gießen 19 0 0 feine alljährlichen Nationalen Wettkämpfe durch. Am gleichen Tage führt der Kreis Hersftld einen Mannschaftskampf mit Hessen-Preußen Kassel durch. Ein Olympia - Werbesportfest schreibt die Ortsgruppe Fulda des DRfL. für den 26. Mai aus. Im Mittelpunkt steht ein Vierstädtekampf Fulda—Gotha —Hanau—Kassel. Außerdem finden am 26. Mai die Fünften Nassauischen Kampfspiele statt. Reichsbahn-Sportfest in Frankfurt. Große Rad- und Schwimm-Wettkämpfe am 26. Mai. Am vergangenen Wochenende fand im Frankfurter Palmengarten eine Tagung sämtlicher deutscher Reichsbahn-Bezirks-Turn- und Sportleiter statt. Neben allgemein wichtigen sportlichen Fragen wurde in der Hauptsache die Organisation des Reichsbahn- Werbesportfestes am 25. und 26. Mai in Frankfurt besprochen. Es ergab sich in allen Punkten völlige Hebereinstimmung. Das Werbesportfest wird in allen Teilen nach dem ursprünglichen Entwurf durchgeführt. Der 25. Mai wird die große Kundgebung auf dem Römerberg bringen und am Sonntagabend findet im Palmengarten ein Kameradschaftsabend statt. Der Montag ist Besichtigungsfahrten und Ausflügen in die weitere Umgebung Frankfurts gewidmet. Inzwischen sind sowohl über die Schwimmwettkämpfe als auch die Radrennen feste Vereinbarungen getroffen worden. Die Schwimmwettkämpfe werden als Dreistädte-Klubkampf durchgeführt. An ihm beteiligen sich die Reichsbahn-Sportvereine Berlin, Hannover, der Reichsbahn-Turn- und Sportverein Frankfurt, der Schwimmsportclub Sparta-Frankfurt und die Frankfurter Schwimmergilde. Die Wettkamvffolge verzeichnet: Herren-Kraul- ftaffel 4 mal 100 Meter, Damen-Lagenstaffel 6 mal 50 Meter, Herren-Rückenstaffel 3 mal 100 Meter, Herrenbruststaffel 4 mal 100 Meter, Damen-Brust- ftaffel 6 mal 100 Meter, Herrenlagenstaffel 3 mal 100 Meter, ferner Rettungsvorführungen und Schauspringen. Außerdem werden zwei Wasserballkämpfe zwischen Hannover Herren — Sparte I und Hannover Jugend — Sparta II ausgetragen. Besonders guten Sport versprechen die Radrennen zu bringen. Es sind zwei Dauerrennen vorgesehen, eines über 50 Kilometer und ein zweites mit zwei Läufen über 20 und 30 Kilometer. Es starten Schäfer-Frankfurt, Damerow-Krefeld, Schön-Wiesbaden, Prieto-Spanien und Lauer. Die Amateure bestreiten ein Flieger-Hauptsahren und ein Halb- geben. — Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus; vorher sieht man die neue Wochenschau und eine Ankündigung des Abenteuerfilms „Lockvogel". —r— Ein verschluckt -rei Wenig Verständnis für die ärztliche Kunst hat kürzlich die kleine Bärin Charlotte bewiesen, die zu einem Pariser Zirkus gehört. Sie hatte sich einen tüchtigen Frühjahrsschnupfen geholt, dem eine Bronchitis folgte, die sich nicht bessern wollte. Herr Courtin. der Tierarzt, hatte mit der kleinen Patientin seine liebe Not, und es kostete ihn viel vergebliche Mühe, Charlotte dazu zu bewegen, die Breiumschläge nicht wieder abzureißen, die er ihr verordnet hatte. So blieb der Erfolg recht zweifelhaft, und der Arzt entschloß sich, der kleinen Bärin den Hals innen auszupinseln. Mit Hilfe der Wärter, die die kleine Charlotte festhielten, ging er an die Arbeit. Er öffnete Charlotte weit die Schnauze, was ihr gar nicht zu gefallen schien, und dann fuhr er mit dem Pinsel in ihren Schlund. Das fand Charlotte aber recht ungebührlich, sie machte kurzen Prozeß und biß Herrn Courtin, ehe er es sich versah, drei Finger ab und schluckte sie sofort hinunter, wobei sie auch den Pinsel mitgehen ließ. Nun war Herr Courtin ein viel ernsthafterer Patient, und niemand kümmerte sich mehr um Charlotte, die alsbald wieder gesund wurde, als habe sie ein Wundermittel verschluckt. Herr Courtin aber mußte sich in ärztliche Behandlung begeben und jetzt hat er vor Gericht Klage gegen den Besitzer des Zirkusses angestrengt, der seinerseits behauptet, daß er es nicht an Vorsichtsmaßregeln habe fehlen lassen. Der Unfall habe sich durch eine Unvorsichtigkeit des Arztes ergeben, der sich der Gefahr, in der er sich bei feiner Operation befand, hätte bewußt fein müssen. Die Richter sind vor eine schwere Entscheidung gestellt. Die Hauptschuldige an diesem Vorfall, die kleine Bärin Charlotte, wird wohl straflos ausgehen. Hochschulnachnchten. Professor Dr. Woldemar Engelmann. brr entpflichtete Ordinarius für Strafrecht und Strafprozeßrecht an der Universität Marburg, voll« endete dieser Tage sein 7 0. Lebensjahr. Der ao. Professor Dr. Wilhelm Rabe in München ist zum Ordinarius an der Philosophischen Fakultät der Münchener Universität ernannt worden; er hat bereits vor einiger Zeit ein^n Ruf auf den astrynomischen Lehrstuhl in München erhallen. ffiFFS HAB jetzt in der luftleeren Dose: stets frisch wie am Tage der Röstung ftunden-Mannschaftsfahren nach Sechstageart. In ben Pausen der Rennen werden Reigen und Radballspiele vorgeführt. Erfolgreiche Gießener Radfahrer. Am vergangenen Sonntag weilten die Fahrer Mebus, E. Muhl und Klappert vom Radfahrerverein 1885 sowie Preis und F a u st vom Radklub Germania in Kassel und nahmen an dem Straßenrennen „Rund um den Dörnberg" teil. Das Rennen, das über eine Strecke von 150 Kilometer führte, wurde von 32 Fahrern aus dem Gaugebiet bestritten. Die Gießener konnten sich recht gut durchsetzen. Eine Spitzengruppe von sechs Fahrern lieferte sich einen scharfen Endspurt, wobei Preis Zweiter und Mebus Vierter wurde. Faust konnte den siebenten Platz belegen, während Muhl wegen angeblichen unvorschriftsmäßigen Fahrens (in der Spitzengruppe liegend) aus dem Rennen genommen wurde. Klappert mußte wegen Raddefekt das Rennen vorzeitig beenden. Der Fahrer W. Reumann vom Radfahrerverein v. 1885 startete am vergangenen Sonntag beim Straßenrennen „Rund um Dortmund". Nachdem derselbe bereits an den Rennen „Großer Straßenpreis von Hannover und Bielefeld" teilgenommen, jedoch jedesmal unter Raddefekten zu leiden hatte, konnte Neumann in Dortmund den neunten Platz belegen. Sollte Neumann am kommenden Sonntag beim Straßenrennen „Rund um Köln" ebenfalls unter die zehn Ersten kommen, dann dürfte er sicherlich in die deutsche Nationalmannschaft eingereiht werden. Kegler auf Reifen. Der Vorstand und Beirat des Vereins der Kegler des Lahn- und Buseckertals, Sitz in Wieseck (Mitglied des Deutschen Keglerbundes), hielt am Sonntag im Gasthaus S ch e r p in Lollar eine sportliche Besprechung ab. Der Vorsitzende Schäfer- Wieseck begrüßte die Teilnehmer. Es wurde beschlossen, zum Mannschaftskegeln am Sonntag, 12. Mai, eine Zer- Mannschaft nach Limburg zu entsenden. Für das Bundeskegeln in Kassel wurde eine ler-Mannschaft bestimmt. Die für das Mannschaftskegeln ausgewählten Kegler haben sich bei den Ausscheidungskämpfen auf der Bundesbahn in Alten-Buseck als die besten Kegler des Vereins hervorgetan. Die Versammlung wurde in üblicher Weise geschlossen. Deutschlands zweiter Hockey-Sieg in Brüssel. Beim Brüsseler internationalen Hockey-Turnier kamen am Sonntag drei Spiele zum Austrag. Deutschlands Mannschaft konnte ihrem schönen Sieg gegen Frankreich vom ersten Tage einen neuen Erfolg anreihen. Mit 5:1 (4:0) wurde Holland geschlagen. Damit konnte Deutschland für die am 28. April in Amsterdam im Länderspiel erlittene Niederlage Vergeltung üben. Die deutsche Mannschaft befand sich in ausgezeichneter Verfassung. Sie führte bei der Pause durch Treffer von Hamel, Kurt Weiß, Scherbarth und Huffmann 4:0, erhöhte nach dem Wechsel durch Kurt Weiß auf 5:0, und erst bei diesem Stande gelang den Holländern durch ihren Mittelstürmer Schnitger der Ehrentrefser. II. Wachbergrennen bei Weinheim. Mit dem zweiten Weinheimer Wachenbergrennen wurde am Sonntag die deutsche Bergrennsaison 1935 eröffnet. Nahezu 15 000 Zuschauer umsäumten die kurvenreiche Strecke; 50 Motorräder (davon 36 Ausweisfahrer) und 16 Sport- und Rennwagen bestritten die einzelnen Nennen. Von kleineren, für die Betroffenen glimpflich verlaufenen Stürzen abgesehen, verlief das Rennen ohne Zwischenfälle. Die Rennen des Sonntags brachten einen neuen Streckenrekord für Motorräder, der gleich von zwei Fahrern aufgestellt wurde. Der Mannheimer Ausweisfahrer Grämlich erzielte 58,4 Stdkm. Durchschnittsgeschwindigkeit und überbot damit den auf 57,7 Stdkm. stehenden alten Rekord. Auf die gleiche Zeit kam auch der Lizenzfahrer G i m b e r t, Mudau. Bei den Rennwagen war S t e i n w e g , München, auf Monoposto - Spezial mit 60,45 Stdkm. der Schnellste; seine Zeit bedeutet absoluten Streckenrekord. Der Vorjahrssieger Wimmer, Kappelrodeck, geriet in der großen Kurve aus der Fahrbahn und mußte aufgeben. Kurze Sportnotizen. Nach einer Mitteilung des deutschen Boxsportführers ist es zwecklos, daß Boxer Anträge auf Wiederzuerkennung der Amateur-Eigenschaft stellen. Dies ist nach den Bestimmungen der FJBA. nicht möglich. Korpsführer Hühnlein richtete an die Vorstände der Auto-Union, Adler- und NSU.-Werke anläßlich ihrer großen Erfolge am vergangenen Sonntag Glückwunschtelegramme. Spaniens Fußballelf spielte am Sonntag in Lissabon gegen Portugal vor 30 000 Zuschauern nur 3:3 Unentschieden. irffchast. & <* Oie Lndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 724: Großzügige Zuteilung von Devisenvorgenehmigungen für deutsche Waren in Argentinien. 725: Sicherungsabtretung von Forderungen an Ausländer. 726: Mitnahme von Zahlungsmitteln auf Grund von Reiseverkehrsabkommen. 727: Gutschrift des Gegenwertes von Reichsmarkwechseln auf Auslcinderfonderkonten. 728: Zahlungen von Veredelungslöhnen im Verrechnungsverkehr mit Frankreich statthaft. 729: Die französische Umsatzsteuer und Einfuhrabgabe. 730: Richtpreisanordnung 18 für unedle Metalle vom 4. Mai 1935, betr. Blei. 731: Erweiterung der ungarischen Einfuhrbewilligungsliste. Die Sparkasseneinlagen im März um 110 Millionen Mk. erhöht. Der Spareinlagenzufluß hielt sich auch im März auf hohem Stande. Bei Einzahlungen in Höhe von 493,8 Millionen Mark und Auszahlungen im Betrage von 426 Millionen Mark stellt sich der Einzahlungsüberschuß auf 67,8 Millionen Mark, oder 0,52 v. H. des Ende Februar nachgewiesenen Spareinlagenbestandes. Zu dem Einzahlungsüberschuß des 'Berichtsmonats treten noch Zinsgutschriften in Höhe von 39,3 Millionen Mark, sowie Gutschriften von Härtemitteln (aus der Aufwertung) u. a. von 3,3 Millionen Mark. Die Spareinlagen haben sich also um 110,5 Millionen Mark auf 130,22 Millionen Mark erhöht. * * Ermäßigung des Privatdiskonts und des Diskontsatzes der unverzinslichen Schatzanweisungen. Der Privatdiskont ist um 0,13 v. H. auf 3,25 v. H. gesenkt worden. Angesichts der starken Nachfrage nach Schatzanweisungen in den letzten Wochen wurde auch gestern ein Abbau des Diskontsatzes für die Schatz - anroeifungen um 0,13 v. H. vorgenommen. Die per 15. Januar 1937 fälligen Schatzanweisungen werden nunmehr mit 3,90 v. H. gegen bisher 4 v. H. und die per 15. April 1936 fälligen mit 3,65 v. H. gegen bisher 3,75 v. H. abgegeben. Gleichzeitig ist der Ausgabekurs für die 4,50proz. langfristigen Schatzanweisungen um 0,25 auf 99,65 v. H. erhöht worden. Die Diskont-Companie hat den Satz für tägliches Geld von 3 auf 2,75 v. H. ermäßigt. * Frachtvergünstigung für Super- Phosphat und Superphosphat - Mischdünger. Um denjenigen Abnehmern, die jetzt am Schluß der Versandzeit für volle Wagenladungen nicht mehr haben, den Bezug kleinerer Mengen zu erleichtern, hat sich die deutsche Superphosphat- Jndustrie entschlossen, nachdem im vorigen Monat bereits eine Frachtvergünstigung für Lieferungen von 10 Tonnen aufwärts erfolgt war, eine weitere Vergünstigung eintreten zu lasten derart, daß für Lieferungen im Mai bereits Ladungen von 5 Tonnen frachtfrei bzw. in die Paritätsgebiete so geliefert werden, daß dem Käufer je Doppelzentner keine höhere Fracht entsteht als beim Bezüge von 15 Tonnen. * Maschinen - Fabrik Moenus AG., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft erzielte 1934 einen wesentlich höheren Ueberschutz, und zwar einschließlich 17 910 RM. Vortrag von RM. 489 662. Nach erhöhten Anlageabschreibungen von 271 439 (218 679) RM. verbleiben 218 222 (129 682) RM. Reingewinn. Wie erst jetzt mitgeteilt wird, beschloß der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 30. April erwartungsgemäß der General - Versammlung am 13. Juni wieder 4 v. H. Dividende auf 4,5 Millionen RM. Aktien vorzuschlagen. Der Geschäftsgang im neuen Geschäftsjahr sei zufriedenstellend. * Kaliwerke Aschersleben, Aschersleben. Dem Geschäftsbericht ist u. a. zu entnehmen, daß im Geschäftsjahre 1934 von Aschersleben insgesamt 1 287 205 gegen 980 588 Doppelzentner K2O im Jahre 1933 geliefert wurden. Die Erzeugung der Werke stellte sich auf 1154117 (978 219) Doppelzentner Reinkali. In den Nebenerzeugnissen seien kleine Absatzsteigerungen eingetreten. Der Betriebsertrag hat sich auf 5,68 (5,28) Mill. RM. erhöht. Erträge aus Beteiligungen erbrachten 1,12 (1,37), Zinsen 0,51 (0,45) und ao. Erträge 0,65 (0,44). Für Löhne und Gehälter wurden 2,74 (2,38), für soziale Abgaben 0,36 (0,31), für Steuern 0,55 (0,48), für Anleihezinsen 0,72 (0,90), für sonstige Ausgaben 1,05 (0,91) Mill. RM. aufgeroanbt. Abschreibungen, die als Wertberichtigungsposten auf der Passivseite der Bilanz eingestellt werden, sind mit 1,38 (1,39) Mill, angegeben. Einschl. 239 174 (242 026) RM. Vortrag beträgt der ausgewiesene Reingewinn 1 404 015 (1413170) RM., woraus unv. 5 v. H. Dividende auf 22 Mill. RM. Stammaktienkapital und 6 v. H. auf die 324 000 RM. DA. gezahlt werden. Zum Vortrag verbleiben 232 728 RM. Uhein-Mainische Mittagsbörse. Ueberwiegend fester. Frankfurt a. M., 6. Mai. Obwohl aus der Wirtschaft stärkere Anregungen nicht vorlagen, eröffnete auch die erste Börse der neuen Woche in überwiegend fester Haltung. Don der Kundschaft, erfolgten meitere Käufe am Aktienmarkt, aber auch Renten waren wieder mehr beachtet und höher. Die Kursentwicklung war etwas uneinheitlich, da nach den Steigerungen der letzten Tagen einige Realisationen vorgenommen wurden. Der Aktienmarkt hatte einige Sonderbewegungen. Auf die Abschlüsse im Salzdetfurth-Konzern waren Kaliwerte sehr fest , Aschersleben 121,25 (zuletzt 114,25), auch Westeregeln und Salzdetfurth lagen entsprechend höher. Ferner erhöhten sich Scheideanstalt um 3,50 v. H. auf 219,50, da der allerdings nicht starken Nachfrage kein Angebot gegenüberstand. Die Far- ben-Aktie blieb mit 142,25 0. H. unverändert, von sonstigen Chemie-Werten gewannen Goldschmidt 1,13 0. H., Metallgesellschaft 0,25 0. H., Rütgers- werke und Deutsche Erdöl lagen behauptet. Elektroaktionen lagen sehr unregelmäßig. Gesfürel und Siemens gaben bis 1,50 v. H. und AEG 0,50 v. H. nach, andererseits zogen Betula 0,40 v. H., Felten 0,50 v. $). und Lechwerke 0,75 v. H. an Sehr fest lagen Chade A bis C mit zirka 280 (271). Montanaktien tendierten ebenfalls uneinheitlich, wobei aber Befestigungen von 0,25 bis 0,75 v. H. überwogen, nur Rheinstahl und Klöckner gaben je 0,25 v. H. nach. Sonst eröffneten u. a. Reichsbank 1,25 0. H., Moenus Maschinen, Gement Heidelberg und Zellstoff Waldhof je 0,50 v. H., AG. für Verkehr 0,25 v. H., Hapag 0,13 v. H. und Daimleri 0,13 v. H. freundlicher. Nordd. Lloyd gingen um 0,13 v. H. zurück, Aschaffenburger Zellstoff lagen mit 83 v. H. unverändert. Der deutsche Rentenmarkt war ebenfalls befestigt bei zum Teil lebhafterem Geschäft. Neben Altbefitzanleihe mit plus 0,65 v. H. und Städte- Altbesitz mit plus 0,50 v. H. waren Kommunal- Umschuldung 0,15 v. H., Zinsvergütungsscheine 0,13 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. erhöht. Vor fremden Werten zogen Ungarische Goldanleihe auf 8,45 (8,25) und vierprozentige Goldmexikaner auf 9,45 (9,15) an, ferner lagen im Freiverkehr Rusten - Prioritäten lebhaft und hoher, Gulden-Russen 1 v. H. (0,95), 1920er Russen 0,95 (0,90). Infolge der starken Geschäftsschrumpfung bröckelten die Aktienkurse im Verlaufe durchschnittlich um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, so IG. Farben, AEG., Har- pener (— 0,65), Bekula (— 0,90), Norddeutscher Lloyd (—0,75 v. H.). Fester lagen nochmals Scheideanstalt mit 220 (219,50), ferner kamen Westeregeln mit 119,75 (116), Holzmann mit 92 (90,25) und schließlich Chade A—C mit 283, also 11 RM. hoher zur Notiz. Kleine Chadeaktien galten etwa 273 (zuletzt 256). Farbenindustrie waren später wieder auf den Anfangsstand erholt. Am Kassamarkt blieben Jnag zu 61 (l. K. 51) gesucht. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz noch 0,13 v. H. an, dagegen gingen Zinsvergütung auf 89,50 (89,65) zurück, sonst lagen die variablen Anleihen behauptet. Schwächer waren 5 v. H. Stahlverein mit 97,13 (97,50). Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinem Geschäft behauptet. Stadtanleihen waren teilweise bis 0,25 v. H. freundlicher. Von Ausländern zogen Anatolier auf 37,75 bis 37,65 (36,75) an. Mexikaner und Ungarn konnten ihre Kurse behaupten. Fester lagen ferner Schweizer Bundesbahnen. Am Geldmarkt war die Lage sehr leicht, zu 2,50 (2,75) v. H. verblieb für Tagesgeld Ueberftanb. Abendbörse still. An der Abendbörse vermochte sich kein nennenswertes Geschäft zu entwickeln, da Aufträge aus der Kundschaft kaum Vorlagen. Die Kulisse betätigte sich kaum am Geschäft. Die Grundstimmung blieb wohl freundlich, die Kurse bröckelten aber im Vergleich 3um Berliner Schluß, insbesondere für einige Montan- und Elektroaktien sowie für Auslandswerte ab. Dagegen zeigte sich etwas vermehrtes Interesse für IG. Farbenindustrie mit 142,75 bis 143 (142,50), Scheideanstalt gaben andererseits von ihrem 4prozentigen Mittagsgewinn 0,50 v. H. ab auf 219,50. Am Rentenmarkt erhielt sich für einige deutsche Anleihen etwas Nachfrage, so beispielsweise für Reichsbahn-VA. zu 123 (122,90), auch Zinsver- gütungsscheine waren auf 89,55 (89,50) erholt, Alt- besitz lagen mit 115,50 und späte Schuldbuchforderungen mit 97,13 behauptet. Von Ausländern brok- felten 4 v. H. Ungarn Gold auf 8,20 (8,40) ab, Mexikaner konnten sich etwa behaupten. Im Freiverkehr blieben Türken gefragt, Tranche I 123, II 118, III 119,50 d. h. plus 1 v. H., während Serben zunächst 8,75 bis 9 galten, dann aber auf 8,65 nachließen. Rusten-Prioritäten, wie Gulden- und 1902er Rusten lagen mit je 1,15 unverändert. Von Schweizer Werten lagen Bundesbahnen schwach, 4 v. H. 161,50 (am Samstag 168), 3,50 0. H. do. 151,50 (159). Es notierten: Altbesitzanleihe 115,50, 6 v. H. Stahlverein 101,50, 4,50 v. H. Franks. Hyp.-Bank Gold R. 1 bis 4 96, 5,50 v. H. Rhein. Hyp.-Bank Liquidation 101, 4 v. H. Ungarn Gold 8,20, 5 v. H. Mexikaner innere 6,13, 5 v. H. do. äußere Gold 14, Adca 84, Commerzbank 93,50, DD.-Bank 94,50, Dresdner Bank 94,50, Reichsbank 160,50, Buderus 99,75, Mannesmann 79,50, Rheinstahl 106,75, Stahlverein 80,90, AKU. 53,50 bis 53,40, Bekula 133,65, Chade A bis C 281, D 270, Conti Gummi 148,25, Daimler 93, Deutsche Erdöl 107,75, Scheideanstalt 219,50, Deutsche Linoleum 154,75, Licht & Kraft 122,50, ELG. 106,25, IG. Farben 142,75 bis 143, Gesfürel 123,50, Holzmann 92, Goldschmidt 99, Rheag 124, Siemens 154,50, Zellstoff Aschaffenburg 83,50, Südd. Zucker 168, Schofferhos 164, Hapag 33. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Mai. Am Getreidegroßmarkt blieb Roggen stark angeboten und fand kaum Aufnahme, dagegen war Weizen besser verkäuflich. Das kleiner gewordene Angebot wurde untergebracht. Hafer und Futtergerste war nicht angeboten. Am Futtermittelmarkt hielt die Nachfrage nach ölhaltigen Artikeln, sowie für Klee an, das Angebot war ungenügend; andere Futtermittel werden kaum noch verlangt und für Nachmehle gaben die Preise um 0,25 Mark je Doppelzentner nach. Im Mehlgeschäft ist noch keine Belebung zu verzeichnen. Auch das neue, hellere Roggenmehl wurde nicht so verlangt, wie man es vielfach erwartet hatte; der Preisunterschied von 0,50 Mark zum bisherigen Mehltyp 997 verhindert eine lebhaftere Nachfrage für die Type 815. Es notierten: Weizen WIX 210, W XIII 214, WXVI 218, Roggen RIX 170, R XIII 174, R XV 178, Großhandelspreise der Mühlen. Futtergerlte G IX-172, G XI 175, G XII 177, Hafer H XIII 170, H XIV 172, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl Type 790 W XIII 27,70, W XVI 28,15, Roggenmehl, Type 997, R XIII 23,80, Type 815 RXIII 24,30, Type 997 R XIII 24.20, Type 815 R XV 24,70, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie WXIII 10,92, WXVI 11,13, Roggen- kleie R XIII 10,20, R XV 10,44. Soyaschrot mit Mo- nopolzufchlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30. Erdnußkuchen m. M. 14,50, Fabrikpreise ab Fabrikstation. Treber 19, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20, Heu 10,25 bis 10,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt ober gebündelt, 4.80 bis 5. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,30 (3), gelbfleischige hiesiger Gegend 3 (2,90) Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz befestigt. Frankfurter Schtachtviebmarkt. Frankfurt a. M., 6. Mai. Auftrieb: Rinder 867 (gegen 748 am letzten MontagsmarM. drunter 199 Ochsen, 61 Pullen, 375 Kühe und 3 v H. direkt zum Viehhof zugeführt, 232 Färsen. Kälbor 673 (664), Schafe 12 (19), Schweine 3802 (4^10). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am letzten Montag 42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 37 bis 40, (38 bis 40). d) — (35 bis 37). Bullen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 37 bis 40 (38 bis 40), d) — (33 bis 37). Kühe a) 41 bis 42 (40 bis 42), b) 37 bis 40 (34 Hs 39), c) 32 bis 36 (28 bis 33), d) 24 bis 31 (20 bis 27). Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis, 42), c) 39 bis 40 (38 bis 40), d) 35 bis 38 (—). Kälber a) 60 (59 bis 60), b) 51 bis 59 (52 bis 58), c) 42 bis 50 (40 bis 51), d) 32 bis 41 (30 bis 39). Häm- mel b2) Weidemasthämmel 40 (38 bis 39). Schweine a2) 48 bis 51 (49 bis 52), b) 46 bis 51 (46 bis 51), c) 46 bis 50 (44 bis 51), d) 42 bis 49 (42 bis 49), e) 38 bis 46 (35 bis 44), f) —, gl) 43 bis 48 (43 bis 48), g2) 38 bis 42 (38 bis 42). Marktverkauf: Rinder lebhaft, beste Tiere über Notiz. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberftanb (110 Stück). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 929 Viertel Rindfleisch, 61 ganze Kälber, 9 ganze Schafe, 232 Schweinehälften, 3 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullenfleisch b) 68 bis 74. Kuhfleisch b) 54 bis 60, c) 40 bis 52. Färsen- steisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Roher Speck unter 7 Zentimeter 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: lebhaft. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.2)1. 2)eriin Frankfurt a. M -Berlin Schluß- tut» Schluß!. Abend- börsc Echluß- turs Schlups. Mittag- börie Schluß- furei Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 4.5- 6-5 4 5 6 5 Datum 4.5 6.5 45 6.5- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6/2% Dvung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit inn 100.13 100,25 97 115,13 100,5 98,25 116,25 101 105,9 28 1,2 8,2 8 8,2 14 100,25 97 102 115,5 100,25 98 96 100,9 96,75 105,9 29,25 1,3 8,3 8,05 8,25 13,9 9,5 4% desgl. Serie II .......... 8,5 4,6 6,75 4,25 36,75 33,25 36,13 85 111 94,5 95,5 95,5 160 38,5 134,5 107,25 123,5 94,5 124,5 104 154,25 122,75 99,9 107,5 107 122,65 92,5 79,9 8,5 4,5 6,75 4,25 37,65 33 35,13 85,25 111 93,5 94,5 94,5 160,5 37,65 133,65 106,25 122,5 94,5 123,5 124 104 154,5 122,5 99,75 107,75 107 123,5 91,25 79,5 8,85 6,65 4,15 36,75 33,5 27,5 35,9 85,13 111 94,75 95,5 95,5 160,65 38,25 133,75 106,75 123,5 93,75 124 123^5 104,25 155,5 121,4 100 108 107,65 95,13 148 122,75 92,75 80,25 9,5 4,6 6,65 4,25 37,4 33,13 27,25 35,65 84,75 111,25 94 94,5 94,5 160,75 37,65 133,65 106,5 122,75 94,25 123,75 124 103,5 155 122,5 99,65 108,4 107 94,65 150 123,5 91,25 79,75 97,25 102 115 100,5 98,25 96,25 100,4 119,13 116,65 96 100,9 101 96,5 96,5 105,9 27,25 1,13 8,25 8,05 8,13 14,25 8,5 97 101,75 115,5 100,25 98,25 96,25 100,4 119 116,25 96 100,9 101 96,75 96,75 105,9 29 1,2 8,2 8,1 8,25 14 8r5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/r°nRumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4'/,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 Ä.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bairk und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 RetchsbHnk ................12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Clektr. Lieferungsgelellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6/x Felten & Guilleaume.........0 Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schultert 6 Co. ..............4 Siemens S Halske............7 LahmeyerLCo.............. 7 Buderus ........ 0 Deutsche Erdöl......... 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 6% efjem.8% Hess. VolkSstaak 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4/i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold 91.12........ 6/:% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Staut ... 4/i% ehem. 8% Darm st. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mitAuslos.-Rechten 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5/i% ehem. 4/z% Franks. Hyp.- 5/i% ehem. 4/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4/»% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briesanstali, Pfandbriefe 9i. 19 4/t% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. £61.VI Cteuergutsch.VerrechnungSk. 35-39 4% Oesterretchtsche Goldrcnte.... 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ille Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke .............g/s Mannesmann-Röhreu........ 0 5% abßeft“ Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... Jranffurt a. M. Serlin Schluß» kurs Schlußk. Abcnd- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag» börse Datum 4 5 6.5 4-5 6.5. ManSfelder Bergbau....... .. 8 105,75 — 106 106 Koksiverke................ .. 5 —— — 116,9 116 Phvntr Bergbau........... .. 0 — — Rheinische Braunkohlen .... - 12 212 211 212,75 213,25 Rheinstahl................ 8/i 107,75 106,75 107,5 106,75 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 81,75 80,9 81.5 81,13 Otavi Minen ............. .. 0 19 19 18,9 19 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 122 117,75 122 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 116 120,5 117 121 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/1 168 164 166,5 I. G. Farben-Jndustrie..... - 7 142,25 143 142,5 142,5 Scheideanstalt............. .. 9 219,5 Goldschmidt .............. .. 0 99 99 99,75 99 Rütgerswerke ............. .. 4 113,75 113,5 114 113,5 Metallgelellschaft........... .. 4 98,65 98,9 98,25 99 Philipp Holz mann......... .. 0 90,25 92 92 92 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 5 4 116 — 116,5 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — _ 108 108,5 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,25 53,4 54 53,9 Bemberg................. .. 0 113 113,5 112,5 112,13 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 114,5 114,75 114,25 114,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 83 83,5 83,25 83,75 Dessauer Gas ............. .. 7 — —— 124,4 124,5 Daimler Motoren .. ........ .. 0 93,4 93 93,13 93 Deutsche Linoleum......... .. 6 153,75 154,75 154,65 154,65 Lrenstein L Koppel ........ .. 0 — 88,25 88,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 35,9 35,5 35,65 35,25 Chade ................ .. 0 271 281 272 283 Accumulaloren-Fabrit...... . 12 159 160,75 162 Conti-Gummi............. .. 8 148,25 148,25 147,5 148,25 Gritzner.................. .. 0 36 36,25 35,65 36,25 Mainkrastwerte Höchst a.M. .. 4 i 97,9 - Süddeutscher Zucker ....... .. 9 166,75 168 168 167 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 4.Mai 6. Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aire-c 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,61 53,71 53,83 53,93 Danzig..... 46.93 47,03 46,89 46,99 London ..... 12,005 12,035 12,055 12,085 Helsingfors.. 5,305 5,315 5,325 5,335 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,76 168,10 167,88 168,22 Italien..... 20,68 20,72 20,53 20,57 Javan ...... 0,706 0,708 0,709 0 711 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,34 60,46 60,59 60,71 Wien....... 48,95 49,05 Lissabon.... 10,90 10,92 10'94 10,96 Stockholm... 61,90 62,02 62,17 62,29 Schweiz .... 80,72 80,88 80,39 80,55 Spanten.... 33,92 33,98 33,92 33,98 Prag....... 10,355 10,375 10,365 10,385 Budapest ... — — Neu York ... 2,483 2,487 2,486 2,490 Berlin,8.Mai Geld 25rlef Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten................ 41 82 41,98 Dänische Noten ................. 53 94 Englische Noten ................. 19 gtz Französische Noten............... 163? 16 J8 Holländische Noten............... 168,14 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 60^38 60 62 Deutsch Oesterreich, k 100 Schilling Rumänische Noten.............." Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 80 48 Spanische Noten................. 33 ’ 59 Ungarische Noten................ Ur. 105 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 7. Mai 1935 H. W. Eulenspiegel! Aus der Provinzialhauptstadt errichteten ihre Wald? Es ist laden uns ein, ihrem Laufe zu folgen bis zu den kühlen, schattigen Tälern, die umsäumt sind mit jungbelaubten Buchen und Birken. Ein Tag im grünen Wald wird zu einem Fest. Der Frühlingswind umfächelt uns und läßt uns freier atmen. Und alle die, die da glaubten, nie em, zwischen hellgrünen Buchen und trotzigen Fichten zu wandeln und den Alltag mit seinen Sorgen zu vergessen. Wenn wir Ruhe für unsere Nerven brauchen, suchen wir den Wald auf. Unsere Jugend durchwandert ihn, sie lagert an lauschigen Plätzchen, sie schläft im Walde. Viele, viele unserer schönsten Lieder singen vom deutschen Wald und seiner Herrlichkeit. Und es wäre schlimm, wenn wir den Wald nur als „Holzlieferant" betrachten wollten. Er bedeutet uns viel, viel mehr. Er ist der Jungbrunnen für unser Herz, für unsere Seele. Unsere Vorfahren lebten in seinem Schatten, er gab ihnen Schutz vor den Zugriffen der Feinde. So wurde der Wald zur Urheimat der Deutschen. Sagen und Märchen sind mit unserem Walde aufs innigste verwachsen. Das Rotkäppchen wandert hinaus in den Wald, Schneewittchen wohnt dort „hinter den sieben Bergen" und liegt dann in einem Glassarg unter rauschenden Bäumen. Heinzelmännchen, Heren und böse Zauberer bevölkern unseren Wald. Wir denken an Hänsel und Gretel, an Siegfried und den Freischütz. Unsere Vorfahren verehrten in den heiligen Eichen ihren Gott, und die ersten Verkünder des Christentums Kapellen mitten im Walde. Drum hinaus in den deutschen Frühling. Die Bäche rauschen und dois hat es sich geschaffen. Im schwarzen Rock, die lange Pfeife in der Linken, den Eichenstock in der Rechten steht er auf seinem Sockel. Oben im umfänglichen Zylinderhut ließ er einen Trinknapf für seine Vögel aussparen, „damit die guten Tiere für alle Zeiten an ihn dächten". Professor Landois bediente sich einer Galakutsche, die wie ein Kinderwagen aus Korbweiden geflochten war und von zwei stattlichen Ziegen- böcken gezogen wurde. Er war Mitglied des „Vereins der Ehrenmitglieder zur Hebung der Ziegenzucht", der dem Vernehmen nach auch jetzt noch in irgendeinem Altbiergarten Münsters seine Ta- gungen abhält. Landois war Hans Dampf in allen Gassen. Er stand mit Straßenkehrern auf Du und Du und genehmigte mit hohen Würdenträgern aus allen Herren Länder, das Bier aus der Flasche. Er verulkte seine Gäste, die gekommen waren, zu sündhaften Preisen Bärentatzen zu essen, indem er ihnen zahmes Kalbfleisch vorsetzte. Er stand heute auf Kriegsfuß mit der Geistlichkeit, um morgen mit ihr zusammen eine neue Großaktion steigen zu lassen. Er verbündete sich mit aller Welt, um seinem Zoo und seiner Vaterstadt Münster Gutes anzutun. Vor hundert Jahren ist Landois geboren. Er ist längst tot und zu seinen Vätern versammelt. Aber er wird im Volksmunde weiterleben, solange in Münster ein Stein auf dem anderen steht. Gerade in diesem Jahre spricht man besonders viel von ihm. Münster feiert das 600jährige Bestehen seines weit und breit berühmten Rathauses, begeht die Vierhundertjahrfeier der Vertreibung der Wiedertäufer, die man einst in eisernen Käfigen an der Lamberti- Kirche aufgehängt hat. Und aus diesem Anlaß gedenkt man auch des 100. Geburtstages des einzigartigen Originals, des Professors und Pädagogen, des Zoogründers und Weltweisen Landois. „De Jselmott" ist tot, es lebt der westfälische Oer Wald ist grün Der Wonnemonat hat sich heuer recht unangenehm eingeführt. Er brachte in der ersten Nacht starken Frost, so daß viele Blüten erfroren. Aber auch das junge Grün des Waldes, besonders das der Bäume am Rande, mußte leiden. Seine zarten Blättchen waren zum Teil ganz braun und unansehnlich geworden. Aber es war ja nur eine kalte Nacht. Die Sonne brachte am Tage den Ausgleich. Ihrer Macht kann nichts widerstehen. Ihre Strahlen durchdringen die Luft und erwärmen die Erde. Der Mai wird durch sie nun doch zum Wonnemonat Und wenn man in diesen frohen Maientagen aus dem Felde kommend in den Wald eintritt, so freut man sich, wenn der Schatten den Menschen umfängt. Hier wirft das Sonnenlicht zitternde Lichtkreise auf das junge Grün, das den Boden bedeckt Ueberall drängen die neugierigen Maiblumen aus dem vorjährigen Laub hervor. Ihre spitzen Blätter zeigen nach der Sonne. Die kleinen Meisen zirpen und hüpfen, von fern lockt eine Amsel. Drosseln und Finken schmettern ihre Lieder. Und wenn man dann noch den Kuckuck hört, bleibt man unwillkürlich stehen und schaut sich um. Ja, er ist schön, unser Maienwald? So frisch und unberührt, so lebendig und leuchtend, daß ihm nichts gleich kommt. Wir sehen schon nicht mehr den Schaden, den die kalte Nacht .anrichtete, zu machtvoll und sieghaft drängt das junge Laub nach. Ein leichter Wind säuselt in den zarten Blättern und fährt wie liebkosend über sie hin. Immer wieder treibt uns die Sehnsucht in den deutschen Wald. Erhabene Ruhe umfängt uns hier, ein weicher, mit Moos bewachsener Weg lädt uns Heimatstadt, eine wundervolle Anlage mit reichem Bestände, ist seine ureigenste Schöpfung Nicht mit viel Geld hat er ihn begründet: eine Mark achtzig ist kein nennenswertes Kapital. Aber um des guten Zweckes willen erfand der große Menschenkenner ein ganzes System lustiger Schnorrerei, ein wahres Netz von ulkischem Bettel; erst an seinem Plan, einen musterhaften Zoo aus dem Nichts hervorzustampfen, wuchs er auf zu seiner ganzen Popularität, zu seiner ganzen klugen Narretei, zu seinem Eulen- spiegeltum, das seinesgleichen nicht hat. DasDenkmol und dieZiegenböcke Verband der „tolle Bömberg", Zeitgenosse par excellence, verrückte Ideen mit riesigem Aufwand an schier unerschöpflichem Vermögen, so fehlten dem armen Schlucker im Bratenrock die nötigen Silberlinge dazu; um so mehr aber schöpfte er aus dem Born eines echten, von Herzen kommenden Humors. Nicht immer ging er mit Spießern und Muckern glimpflich um: gar oft war sein Witz mit Paprika gewürzt, gar oft ging es hart am Radau und am Kladderadatsch vorbei. Aber schließlich wandte sich immer noch alles zum Besten. Das große Kind im echten Mann fand immer wieder ein Hintertürchen, um zu entwischen. Hat man schon anderwärts davon gehört, daß sich einer s e l b st ein Denkmal setzt, ein lebensgroßes, naturgetreues Erzstandbild? Professor Lan- Muster,die fchöneWestfaienttadt Wenn ich an Münster denke, Westfalens Prooin- zialhauptstadt, entsteigen schöne Erinnerungen der Vergangenheit. Aus der Entfernung ist die Studentenzeit verbrämt vom Geläut unzähliger, wundervoller Kirchen; von frohen Stunden mit kernigen, trunkfesten Münsterländern; von zahllosen Schützenfesten, die jeweils alles Geschehen in den „zuständigen" Kirchengemeinden überschatteten; von gemächlichem Bummel auf dem „Prinzipienmarkt" mit seinen gotischen Bogengängen, die sich bis zum Drubbel hinziehen; von der schattigen Promenade, die die ganze Stadt umkränzt und in deren ragenden Bäumen zur Sommernacht die Nachtigall singt. Ich behaupte, daß die Einwohnerschaft dieser herrlichen alten Stadt eine angenehme Sorte Mensch für sich darstellt; ein von Herzen frohes und aufrechtes Volk mit Sinn für Humor und für die gute Reputation. In den Straßen liegen die herrschaftlichen Stadtsitze des reichen Landadels, der hier von jeher sein Kultur- und Gesellschaftszentrum aufgeschlagen hotte. Die Universität gegenüber dem massigen grauen Dom läßt noch heute erkennen, daß die gute Bischofsstadt seit unvordenklichen Zeiten eine Hochburg des katholischen Glaubens ist, in der gleichwohl eine freie und erträgliche Luft weht. Es ist so, als sei in Münster die ganze wehrhafte und weltmännische Geistlichkeit zuhause, die in deutschen Landen jemals eine Rolle spielte. Das Münsterland ist nicht arm an deftigen, schwungvollen Originalen; auch heute noch, obwohl man immer herbetet, es sei eine Zeit ohne Romantik angebrochen. Allerdings: die Hoch-Zeit eines derben, urwüchsigen Humors ist seit geraumer Zeit verstrichen. Es war damals, so um die Jahrhundertwende, als der Professor Landois sein Wesen trieb und mit ihm der „tolle Bomber g". Ein ulkiges Gespann diese beiden; Sprößlinge aus westfälischem Uradel der eine, Spaßvogel im feierlichen schwarzen Rock der andere. Der „Jselmott" Von Jselmott sei heute nur die Rede; beinahe ist es jetzt hundert Jahre her, seit er gestorben wurde. Jnselmott? Tja, man muß westfälisch Platt verstehen, um zu wissen, wer es ist. Jselmott, zu hochdeutsch „Der Esel muß!" Wenn man sein bißchen Französisch zur Hilfe nimmt, dann weiß man, daß Landois = „L’äne doit" damit gemeint war Das Stichwort sagt alles: heiter und symbolisch war das Leben dieses sonderbaren Mannes, der zugleich ein geistlicher Herr und ein namhafter Wissenschaftler, zugleich Heimatdichter und Akademieprofessor, zugleich Vädagoge von Ruf und Eulenspiegel, zugleich Komponist und Ritter hoher Orden war. Er war zu seiner Zeit „Westfalens volkstümlicher Mann"; so kennt und nennt ihn Hermann Löns; so schildert und preist ihn Josef Winckler in seinem Buch vom tollen Bömberg, in dem jede der unglaublichen Geschichten aktenmäßig belegt und eidlich erhärtet ist. Es war Fein Streich zu kühn und gewagt, den Landois nicht ausgeheckt hätte, um seinen ehrbaren Mitbürgern den Schabernack zu spielen; sei es um des Schabernacks willen, sei es zu höheren und besseren Zielen. Er war ein großer Tier- und Menschenfreund, der Herr Professor. Der Zoologische Garten seiner Professor Landois, der westfälische Eulenspiegel. Zum hundertsten Geburtstage eines münsterltindischen Originals. Ehrennische für den Führer im Lyzeum. (Aufnahme: Neuner. Gießener Anzeiger) i > fammelte ihre Gedanken „Nein! Ich gehe zu einer Tante. Aber Sie (Sie entfernen sich immer weiter von dem Geschäft. „Ich habe noch Zeit. Ich war ohnehin noch nicht auf dem Wege nach dem Geschäft Ich wollte nur schnell einen meiner kleinen Freunde besuchen." Er lachte über ihren verwunderten Blick. „Eigentlich habe ich nun schon zu viel gesagt", fuhr er fort. „Haben Sie noch nie etwas von dem Waldheim gehört, das zum größten Teil Blinde birgt? Dort bin ich täglicher Gast, versuche den armen Menschen etwas Sonne in ihr lichtloses Leben zu bringen." „Dort gehen Sie bin?" „Ja, Sehen Sie, Frau Liane, ich bin vielleicht noch einsamer wie Sie. Ich habe außer Fred nie einen Freund gehabt, bin mit ihm großgeworden, hatte keine Eltern. Das, was mir als junger Mensch vorgeschwebt hat, die Welt einmal mit meinen großen Tonwerken zu überschwemmen, ist mir nicht gelungen. Ich habe es Fred zu verdanken, daß ich mein Vermögen überhaupt noch besitze. Ich freue mich jetzt, wenn ich mit meinem Talent noch einige Freude machen kann " „Sie sind Komponist?" „Ich hoffte einmal, es zu werden. Aber dann kam der Krieg, und ich wurde aus der Bahn gerissen. Ich hätte noch einmal von vorn anfangen müssen, als ich zurückgekehrt war. Dazu reichte weder mein Geld noch meine Zeit. Ich war zu alt geworden, und mein Vermögen bedeutend kleiner. Wie ich schon sagte: alles, was ich noch besitze, verdanke ich Fred. Ich bin kein Kaufmann, werde nie einer werden, handle nur nach Freds Angaben und freue mich, ihm trotzdem dienlich zu fein. Meine Liebe zur Musik ist die gleiche geblieben. Ich spiele allerlei Instrumente, und Sie glauben nicht, wie das den Blinden gefällt. Wie schämte sich Liane, daß sie einmal, damals nach ihrem Unfall, über das ungleiche Freundes- paar gelächelt hatte? Wie recht batte Fred damals gehabt, sie ihre Unart fühlen zu lassen. Ach, es war ja kein Wunder, daß sie in feinen Auaen immer das verzogene, trotzige Kind bleiben würde, als daß er sie nun einmal kennengelernt hatte. Sie standen vor dem Hause ihrer Tante. „Würde es gehen", sagte sie zögernd, „könnten Sie es einrichten, daß ich Sie einmal begleite?" „Man sieht viel Trauriges auf diesem Weg." „Ich werde nicht schwach werden. Ich habe ja auch meinen Vater gepflegt bis zum Ende." „Wenn Sie wollen?? Mir wird es eine Freude fein, Sie an meiner Seite zu wissen." Wie anders wurde Lianes Leben, seitdem sie Ernst Schröder getroffen. Sie sah in Tiefen, von denen sie nicht gewußt; sie sah Elend, hörte Jammer und ging tapfer an feiner Seite, wurde nicht schwach, versuchte, es ihm gleich zu tun. Hier lernte sie diesen stillen, fast scheuen Mann erst richtig kennen. Aus dem reichen Schatz seines Wissens und seiner Kunst teilte er mit, versuchte den Sinn dieser Stiefkinder des Lebens allem Kleinlichen abzuwenden, sie mit ihrem Los versöhnlich zu machen. Es gab nun keine einsamen Abende mehr für Liane, keine endlosen Sonntage. Sie war immer tätig, immer bemüht, den Blinden eine Freude zu machen. Wie gedankenlos hatte sie bisher verschenkt, weggegeben. Jetzt wählte sie aus, nahm Nadel und Faden zur Hand, änderte, und ihre feinen Finger, die bisher zu nichts hatten taugen wollen, sie fanden plötzlich reichlich ihre Beschäftigung. (Fortsetzung folgt!) Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", k ö t n f a h r t. Die Karten zum Länderspiel Deutschland—Spanien können abgeholt werden. Die bestellten Karten müssen bis spätestens Mittwoch abend bezahlt sein. Diejenigen Karten, die bis zu diesem Termin nicht bezahlt sind, werden ab Donnerstag anderweitig weitergegeben. Sportkurse der NSG. „Kraft durch Freude" \n Gießen. Mittwoch, 8. Mai, 20 bis 21 Uhr, Schwimmen; 21 bis 22 Uhr Schwimmen (Dolksbad). Donnerstag, 9. Mai, 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele für Jüngere; 21 bis 22 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele für Aeltere (Lyzeum). * Freitag, 10. Mai, 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körperschule (Männer und Frauen) (Lyzeum); 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele (Heil- und Pfltzgeanstalt); 18 bis 20 Uhr: Sport- und Spielnachmittag (Universitätssportplatz Kugelberg). Samstag, 11. Mai, 17 bis 19 Uhr: Leichtathletik (Umoerfitätssportplatz Kugelberg). Die Anmeldung kann in den Kursen oder beim Spsrtamt „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18 (Sprechstunde vormittags 10 bis 12.30 Uhr), erfolgen. Für die Reitkurse, Montags und Dienstags von 21 bis 22 Uhr, werden Anmeldungen auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Ortsgruppe Giehen-Ost, Licher Straße 17. Zahlstunden und Markenabgabe an die Block- Walter finden nur noch jeden Donnerstag in der Zeit von 19 bis 21 Uhr statt. Für sonstige Angelegenheiten, Unterstützung usw., nur noch jeden Freitag in der Zeit von 19 bis 21 Uhr. Montags fallen die Sprech- und Zahlstunden aus. Am Samstag, 11. Mai, findet im Caf6 Leib eine Amtswalter-Versammlung statt. Die Zellenwalter haben dafür zu sorgen, daß alle Block- und Be- triebsgemeinschaftswalter erscheinen. Die Stärkemeldungen sind von den Zellenwaltern an Kamerad Römer abzugeben. Entschuldigungen sind ausgeschlossen. Zeitpunkt der Versammlung: 20 Uhr. Ebenso haben die Zellenwalter wegen Kassie- rungssragen am Donnerstag, 9. Mai, 20 Uhr, auf der Geschäftsstelle Licher Straße 17 zu erscheinen. Das Hessische Geschlechterbuch amtlich empfohlen. ELP. Das von dem bekannten hessischen Familienforscher, Pfarrer Hermann Knodt in Bad- Nauheim herausgegebene Hessische Geschlechterbuch im Rahmen des großen Geschlechterbuches, dessen 8. Band soeben erscheint und das bis jetzt die größte Sammlung hessischer Stamm- und Ahnentafeln darstellt, ist durch die Hessifche Landesregierung in die Liste der amtlich zur Anschaffung empfohlenen Bücher ausgenommen worden. Das Werk steht von Anfang an auf völkischer Grundlage. Der erste Hessenband erschien bereits 1920 unter dem Zeichen des Hakenkreuzes. Der 9. Hessenband ist in Vorbereitung. Anmeldungen zur Aufnahme an den Herausgeber. Lägerprüfung im Kreise Giehen. Die Pressestelle des Kreisjägermeisters teilt mit: Nachdem der Kreisjägermeister in Ausführung des Reichsjagdgesetzes einen Prüfungsausschuß ernannt hat, ist das Ausschreiben der ersten Jägerprüfung im Kreise Gießen in den amtlichen Jagdzeitschristen veranlaßt worden. Sie wird am Mittwoch, 29. Mai, abgehalten werden. Interessenten, die sich der Prüfung unterziehen wollen, haben sich mindestens 14 Tage vorher bei dem Kreisjägermeister schriftlich zu melden und gleichzeitig die Prüfungs- aebühr von zehn Mark auf das Postscheckkonto: Kreisjägermeister des Kreises Gießen, Frankfurt am Main Nr. 698 86 einzuzahlen. Ohne diese Zahlung ist die Meldung hinfällig. Bei Zulassung zur Prüfung erfolgt nähereMitteilung über Ort, Zeit, Ausrüstung usw. an den zu Prüfenden direkt. Daten für den 8. Mai. 1794: der französische Chemiker Antoine Laurent Lavoisier in Paris gestorben (hingerichtet als Opfer der Revolution), (geboren 1743); — 1922:. der Maler und Radierer Otto Ubbelohde in Goßfelden gestorben (geboren 1867); — 1923: Albert Leo Schlageter von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt; — 1933: Bildung der deutschen Arbeitsfront. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 7. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8%. bis 9, Wirsing, das Pfund (gelb) 20 bis 25, (grün) 30, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 23, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 70 Pf. bis 1 Mark, Unterkohlrabi 8 bis 10 Pf., Mischgemüse 15 his 20, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 50 bis 60 Pf., Zwiebeln 20, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 15, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Suppenhühner 75, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 70 bis 80, Salat 20 bis 30, Salatgurken 50 bis 70, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, das Bündel 20 bis 45, Radieschen 10 bis 15 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Vahnhosstraße: „Die Freundin eines großen Mannes". » ** Schulpersonalien. Wie im „Staats- anzsiger" amtlich mitgeteilt wird, wurden übertragen: dem mit der Verwaltung einer Studienratsstelle an der Ludwigs-Oberrealschule zu Darmstadt beauftragten Oberstudienrat Wilhelm Koch eine Studienratsstelle an der Weidig-Werner-Oberreal- schule zu Butzbach unter Zurücknahme seiner Versetzung an die Realschule in Lauterbach; dem Studienrat an der Weidig-Werner-Oberrealschule in Butzbach Karl Kreiling eine Studienratsstelle an dem Realgymnasium zu Gießen; dem Studienrat an dem Realgymnasium in Gießen Walter Schone- b o h m eine Studienratsstelle an dem Landgraf- Ludwigs-Gymnasium zu Gießen; dem Studienrat an dem Realgymnasium in Gießen Adolf Schad eine Studienratsstelle an dem Lyzeum zu Gießen; dem Studienrat an dem Lyzeum in Gießen Dr. Otto Steiger eine Studienratsstelle an dem Realgymnasium zu Gießen; dem Studienrat an der Realschule in Lauterbach Fritz Herbert eine Studienratsstelle an der Realschule zu Schotten. ** 8 0. Gebükksrag. Der frühere städtische Arbeiter Ludwig Rosenbaum von hier, Mühl- aasse 10, kann am heutigen Dienstag in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag begehen. ** D i e Geschäfts stunden derKreis- dien st stelle der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" sind ab 6. Mai von Montag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18.30 Uhr, Samstags von 10 bis 13 Uhr. ** Maienblasen vom Turm der Stadtkirche. Das Maienblasen am morgigen Mittwoch um 19 Uhr wird nicht vom Turm der Johannes- kirche, sondern vom Turm der S t a d t k i r ch e aus dargeboten. Es wird folgendes zu Gehör gebracht: Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr"; „Die Ehre Gottes" von Beethoven; „Im schönsten Wie- sengrunde", Volkslied. ** Die Ausbildung derJugendlei- t e r i n n e n. Das hiesige F r ö b e ls e m i n a r teilt uns aus einem dem Seminar durch die Reichsfachgruppenleiterin der Reichsfachgruppe der Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Jugendleiterinnen des NSLB. zugegangenen Schreiben des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft und Volksbildung (vom 24. April) folgenden Satz mit der Bitte um Veröffentlichung mit, der einen Teil der Elternschaft Gießens interessieren dürfte. „... Die Ausbildung der Jugendleiterinnen wird sich nicht auf der dreijährigen Frauenschule aufbauen. Ebenso ist nicht in Aussicht genommen, die Berufsausbildung der Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen in die dreijährige Frauenschule zu übernehmen. Dagegen bleibt die Vorbereitung für die mütterlichen Ausgaben in der FämMe der dreijährigen Frauenschule vorbehalten und wird durch eine Jugendleiterin mit geeigneter Vorbildung erteilt." ** 2 7. Gründungs- und Auszeichnung s s e st des VHC. Gießen. Am Samstagabend feierte im gutbesetzten Saale des Katholischen Vereinshauses, der mit Den Farben des Reiches und des Vogelsberges, mit Blumen und Tannengrün reich geschmückt War, der 3roeig= verein Gießen des Vogelsberger Höhenclubs sein 27. Gründungs- und Auzeichnungsfest. Nach dem Badenweiler Marsch begrüßte der Vereinsführer H. K l e m m r a t h die Teilnehmer, gedachte unseres Führers und Reichskanzlers, dessen Verdienste er besonders hervorhob, und dem fein „Frischauf!" und „Heil!" galt. In bunter Reihe wechselten dann heimatliche Mundartvorträge mit gemeinschaftlichen Liedern ab. 23 Wanderer wurden ausgezeichnet, darunter C. Faber für 350 Wanderungen. Die VHC. - Brüder Blümiß, Ho chstätte r und Stroh erhielten für 25jährige treue Mitgliedschaft die Ehrenzeichen des Haupt- und Zweigvereins. Großen Beifall fand ein luftiger Einakter, dessen Handlung, in Darmstädter Mundart, vortrefflich gespielt, die Anwesenden immer wieder zum Lachen hinriß. Mit dem Dank an alle schloß der Vereinsführer in üblicher Weise den ersten Teil des Abends. Bei Tanz und Unterhaltung blieb man noch lange beisammen. ** Der Männerbadeverein Gießen macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß feine Badeanstalt nunmehr geöffnet ist. Es fei besonders darauf hingewiefen. Sommerlager des Bundes deutscher Mdel. Vom Bund deutscher Mädel, Untergau 116, Gießen, wird uns geschrieben: Unsere Sozialarbeit im BdM. in der Hitlerjugend unterscheidet sich von der vergangener Zeiten in einem wesentlichen Punkt: sie gilt in erster Linie nicht wie früher dem kranken, sondern dem gesunden Menschen. Die Gesundheil der uns aiwerfraufen Mädels zu überwachen, zu erhallen und zu fördern ist unsere wichtigste ärztliche Aufgabe im BdM.- Dienst. Wir begnügen uns darum nicht nur mit der Feststellung des Gesundheitszustandes unserer Mädel, mit der Ueberweisung kranker Mädel an den behandelnden Arzt, der ärztlichen Ueberwachung im Dienst usw., sondern wir versuchen vor allen Dingen den Gesundheitszustand unserer gesunden Kameradinnen so zu festigen und zu fördern, daß sie im Kampf gegen spätere Krankheiten siegreich bestehen können. Wir stellen also in der BdM.-Aerztin bzw. HJ.-Arzt einen ganz neuen Arzttypus heraus — den Berater und Kameraden des gesunden, jungen Menschen. Nun wissen wir, daß gerade während des Wachstums der Körper in seiner Entwicklung außerordentlich labil ist. Eine ungesunde Lebensweise in dieser kritischen Zeit, führt oft zu Dauerschädigungen, die im ganzen Leden nicht mehr gutgemacht werden können. Wir versuchen im BDM.-Dienst durch Sport, Wanderungen usw. die gesunden körperlichen Anlagen der Mädel voll zur Entwicklung zu bringen. Wir sind uns aber darüber klar, daß wir dabei nicht Haltmachen dürfen. Unser Ziel für den Sommer 1935 ist, jedem Mädel einen Ferienansenlhall zu ermöglichen. Diese Ferien sollen aber nicht nutzlos vergeudet werden, sondern wir wollen durch Umstellung der gesamten Lebensweise für kurze Zeit — es stehen uns leider für jedes Mädel nur acht Tage zur Verfügung — nicht nur Körper und Geist ruhen lassen, sondern vor allem neue Kräfte hinzugewinnen. Diese Umstellung beruht nicht auf großen klimatischen Unterschieden. Sie sind zur Erholung des gesunden, jungen Menschen mehr oder weniger gleichgültig, sondern sie liegt in einer vollkommen veränderten, geregelten Lebensweise bei guter Lust und Verpflegung und fröhlicher Kameradschaft. Darum haben wir in allen Untergauen Sommerlager eingerichtet, in denen unsere Mädel im Wechsel von Sviel, Sport, Wanderungen und Ruhe unter der Führung einer geschulten Lagerleiterin Erholung finden. (Alle Mädel bringen vor Eintritt in das Lager ein Gesundheitszeugnis bei, sie sind während der Dauer des Lagers bei einer Krankenversicherung gemeldet und werden im Erkrankungsfall von einem ortsansässigen Arzt betreut. Ganz besonders schön ist das Sommerlager— ich mühte eigentlich sagen Sommerhaus — unseres Untergaues 116 Gießen. Das Haus liegt im Laubacher park. Es hat große, luftige Schlafsäle und einen schönen, freundlichen Tagesraum. Schon der Morgenlaus durch den Park — das muß man an sich selbst erlebt haben — gibt dem Tag ein ganz verändertes Gesicht! Körper und Geist werden gelüstet und werfen oen Alltag und alles, was uns beschwert, über Bord; wir sind nicht mehr ich und d u, „wir fragen nicht lange woher, nicht lange, wo bist du geboren, wir sind Kameradinnen ..." Und aus diesem Gemeinschaftserlebnis gleichgerichteter Kameradschaft kehren wir neugestärkt in den Alltag und die Arbeit zurück. Nur einen Nachteil hat unser Sommerlager! Es ist viel zu schnell zu Ende! Frau Dr. med. R. P., Ref. in der Abteilung V im Obergau 13. Oberheffen. Bad-Nauheimer Wissenschaftler im Ausland. LPD. Bad-Nauheirn, 6. Mai. Professor Dr. Arthur Weber, der Leiter des Balneologischen Universitäts-Institutes zu Bad-Nauheirn, hat auf Einladung finnischer, schwedischer und dänischer Aerzte - Gesellschaften in Helsingfors, Lund und Kopenhagen Vorträge über Forschungsarbeiten seines Institutes gehalten. Ueberall wurde der deutsche Wissenschaftler mit großer Herzlichkeit aufgenommen. Seine Vorträge waren überaus stark besucht und fanden ungeteiltes Interesse 'und großen Beifall. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 7. Mai. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Heinrich Kreiling, begeht am heutigen Dienstag seinen 94. Geburtstag. Der alte Herr, der unter dem Namen „Treppches Hennerich" im Dorfe bekannt ist, ist auch zugleich der älteste Junggeselle unseres Ortes. Er hat sein Heim in der bekannten Wirtschaft „Zum Treppchen" und ist trotz seines hohen Alters noch verhältnismäßig rüstig und gesund. — Der Turnverein unternahm am Sonntag seine diesjährige Frühjahrswanderung. Bei herrlichem Frühlingswetter marschierte am frühen Morgen ein Trupp von 80 Turnern und Turnerinnen unter Vorantritt des Spielmannszuges ab. Die Wanderung führte durch den Wald über die „Dicke Eiche", über Hof Bubenrod nach Blasbach. Hier wurde die Hauptrast gemacht. Bei dem Abkochen im Freien ging es recht stimmungsvoll zu. Nachdem sich alle Teilnehmer von dem langen Marsche genügend gestärkt hatten, ging die Wanderung weiter nach Hermannstein. Hier warteten schon Mitglieder Des dortigen Turnvereins in ihrem Vereinslokal und bei Gesang von Turnerliedern und einem Tänzchen entwickelte sich fröhliches Leben. Die diesjährige Wanderung des Turnvereins, die unter der Leitung des Wander- wartes Hermann R e u f ch l i n g stand, hat allen Turnern und Turnerinnen viel Freude gemacht. S Alten-Bufeck, 7. Mai. Die unter der Leitung des hiesigen Dirigenten L. Schreiner stehenden Gesangvereine „Germania" Heuchelheim, Gesang-Verein Daubringen, gemischter Chor Daub= ringen, Eintracht Hungen, Eintracht-Harmonie Laubach und Sängeroereinigung Alten-Buseck hatten sich am Sonntag hier zu einem Sänaertag zusammengefunden. Als Einleitung zu der Veranstaltung fangen die Vereine auf dem Kreuzplatz drei Massenchöre: „Lied der Bauleute" von Schiller, „Sonnenaufgang" von Cornelius und „Deutschland, heiliger Name" von Bausner. Anschließend begaben sich Die Vereine in die Gartenwirtschaft von L. D ö p p, wo sich inzwischen die Einwohnerschaft in großer Zahl eingefunden hatte. Eine sehr gute Kapelle und weitere vorzüglich vorgetragene Gesangschöre der Vereine, nicht zuletzt auch das herrliche Maiwetter sorgten dafür, daß die Veranstaltung einen sehr schönen Verlauf nahm. wg. Großen-Buseck, 5. Mai. Zu der jüngsten Generalversammlung der hiesigen Milch- genossenschaft hatten sich etwa 40 Mitglieder eingefunden. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Landwirt Heinrich Seipp, eröffnete die Versammlung. Direktor K. Schwalb erstattete den Geschäftsbericht. Die günstige Entwicklung der Genossenschaft wird durch folgende Zahlen bewiesen: Im Monat Januar 1934 zählte die Genossenschaft 50 Lieferanten mit einem Milchabsatz von 25 820 Litern, Februar 63 (26 937), März 64 (31554), Aprft 77 (28 354), Mai 78 (31192), Juni 88 (34 505), Juli 88 (36 700), August 86 (32 865), September 88 (34 775), Oktober 90 (38 682), November 98 (37 000), Dezember 118 (41501). Aus diesen monatlichen Milchlieferungen ergibt sich eine Jahreslieferung von insgesamt 400 709 Liter. Eine Steigerung erfuhr auch der Ortsverkauf der Vollmilch. Es wurden im Monat Januar 1934 insgesamt 2678 Liter, im Monat Dezember bereits 4421 Liter verkauft. Nach der Bekanntgabe der Bilanz und des Rechenschaftsberichts durch den Rechner Christoph Dort wurden dem Vorstand und dem Auffichtsrat Entlastung erteilt. Da der erste Vorsitzende von feinem Amt zurücktritt, wurde vom Ortsbauernführer der Landwirt Wilhelm Krämer zu dessen Nachfolger bestimmt. Mit einer kurzen Schlußansprache des Direktors Schwalb, in der besonders betont wurde, daß jeder Volksgenosse die Pflicht habe, seine Milch durch die Genossenschaft zu verkaufen, wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. § Mainzlar, 6. Mai. Am Samstagabend fand bei Gastwirt W. Müller am Bahnhof ein Appell der Kriegerkameradschaft Mainz- l a r (im Kyffhäuserbund) und S.A.L. statt, zu dem die Kameraden zahlreich erschienen waren. Sturmführer Heinrich, Lollar, hielt einen fesselnden Vortrag, dem mit großer Aufmerksamkeit gefolgt wurde. Der Abend verlief in echt kameradschaftlichem Geiste. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 6. Mai. Fast alle Ob st art en hatten in diesem Jahre reichen Blütenansatz. Durch Den ft a r = k e n Frost in der ersten Mainacht sind leider viele Blüten z e r st ö r t worden. Nur die Bäume, die im Schutze von Gebäuden standen, blieben verschont. Fast ganz vernichtet sind Die jungen Früchte Der Pfirsiche unD Aprikosen. Pflaumen unD Zwischen, Die nur zum Teil blühten, haben etwa zwei Drittel ihrer Blüten eingebüßt. BesonDers hart wurDen Die Birnen und Die Kirschen mitgenommen. Hier sind fast alle Blüten schwarz. Auch Die Apfef- bäume haben gelitten. Da sie aber noch nicht ihre Blüten geöffnet hatten, Dürfte Der Schaden nicht sehr groß sein. Stachel- unD Johannisbeeren haben Die Kälte verhältnismäßig gut überftanDen. Kreis Büdingen. + NiDDa, 6. Mai. Gestern nachmittag machte Die hiesige Ortsgruppe Des VHC. unter Führung von Frau Geiger eine im WanDer- plan 1935 nicht vorgesehene WanDerung ins Blaue. Der Weg führte Die rund 40 Teilnehmer über bas Kaufmanns-Erholungsheim durch prächtige im Schatten gelegene Schneisen des Harbwaldes zu den sogenannten Harbteichen. Von einem Bergkegel, dem Bindes, direkt vor Unter-Schmitten, hatte man bei klarer Fernsicht einen großartigen Fernblick nach dem Vogelsberg, insbesondere nach dem Hoherodskopf. Nach einer kleinen Stärkung im Chauffeehaus an der Eisenbahnstation Unter- Schmitten kehrte man sehr befriedigt von dem Ausflug zurück. Acht Metzger wegen Preiserhöhung vor Gericht. LPD. D a r m ft a D t, 6. Mai. Acht Metzger hatten unerlaubt Die Fleisch- und Wurst- preise erhöht und sie trotz Verwarnung der Polizei nicht wieder herabgesetzt, worauf sie Strafbefehle erhielten, gegen Die sie Einspruch erhoben. Sie hatten sich deshalb heute vor dem Amtsgericht zu verantworten. Zu ihrer Verteidigung erklärten die Angeschuldigten, daß alles Material, wie Gewürze, Därme usw., im Preise gestiegen sei und sie unmöglich zu Den alten Preisen hätten Weiterverkäufen können. Ihre Eingaben unD Vorstellungen seien jeDoch erfolglos gewesen. Der VorsitzenDe Des Gerichts verwies jeDoch Darauf, Daß Die lieber- tretung von Verordnungen auf keinen Fall gestattet werde, und daß sie mit einer Strafe rechnen müßten. Auf diesen Vorhalt hin zogen die Angeschuldigten ihre Einsprüche gegen die Strafbefehle zurück, die damit rechtskräftig wurden. Preußen. Hauptversammlung des Obstbau-Bezirksverbandes Wetzlar O W e tz l a r, 6. Mai. Dieser Tage fand im Saale Ackermann die erste Hauptversammlung des Obst- bau-Bezirksverbanoes (früher Obst- und Gartenbauverein für Den Kreis Wetzlar) statt. Der Tagung ging ein sehr gut besuchter Schulungskursus Der Obstbaufachwärter Des Kreises voraus. Die Hauptversammlung eröffnete Bürgermeister Wagner- Atzbach. Der Geschäftsführer Des Verbandes, Kreisobstbauinspektor Kilp, erstattete Den Jahresbericht: Das Jahr 1934 brachte nur eine' Mittelernte. Die Beerenernte war gut. Die Preise bewegten sich auf mittlerer Hohe. Bei Der im vergangenen Jahre Durchgeführten Obstbaumreinigung wurDen 301 810 Bäume behandelt und 1065 abgängige Bäume entfernt Bei dieser Obstbaumreinigung konnten 1000 Erwerbslose 2V2 Monate lang beschäftigt werden. Die Kosten beliefen sich pro Baum auf 17,5 Pf. Die gute Auswirkung der Maßnahme trat überall in Erscheinung. Neun Gemeinden des Kreises führten 1933/34 die geschlossene Winterspritzung durch. Im vergangenen Winter wurde Die Winterspritzung auf Grund Der Polizeiverordnung über die Schädlingsbekämpfung in allen Gemeinden durchgeführt. Hierzu wurden 70 Karrenspritzen und 7 Rückenspritzen beschafft. Die Zahl der Mitglieder beträgt 409. Zwei Dbftbaumanlagen wurden im vergangenen Jahre prämiiert. Die Obstschau in Leun war von 80 Ausstellern beschickt und von über 1000 Personen besucht. Die Einnahmen des Verbandes betrugen im Jahre 1934 1990,60 Mark, Die Ausgaben 1901,56 Mark. Der Voranschlag für 1935 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 943 Mark festgesetzt. Die diesjährige Obstschau soll in Form einer Bezirksschau in Dorlar stattfinden. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprachen Landwirtschaftskammerrat Pfeiffer über das Thema „0 b ftb ä u e r> liche Tagesfragen" und Kreislandwirtschaftsrat B r u ck e r - Heidelberg über „Sommerbekämpfung derObstbaumfchädlinge und -Krankheiten". Die überaus lehrreichen unD interessanten Vorträge wurden mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen. Eine rege Aussprache schloß sich an. Nachdem Kreisobstbauinspektor Kilp über die Bedeutung der Winter- und Sommerspritzung gesprochen hatte, nachdem angeregt war, in der Markthalle zu Wetzlar Ob st ver st eigerungen abzuhalten, richtete der Vorsitzende, Bürgermeister Wagner, in seinem Schlußwort den Appell an alle Obstbaumzüchter, bei allen geplanten Maßnahmen tatkräftig mitzuarbeiten, und schloß die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. ßine originelle Rathausuhr. LPD. Marburg, 6. Mai. Nachdem seit Jahren nur das eigentliche Uhrwerk in Tätigkeit war, ist es jetzt gelungen, auch den alten Mechanismus der Rathausuhr in Marburg wieder in Gang zu bringen, der interessante Figuren bewegt. So ist nach langer Pause wieder das fröhliche Krähen und Flügelschlagen des goldenen Hahns zu hören, und auch Die Justitia wägt wieder Recht und Unrecht mit ihrer Waage ab. Der Wächter bläßt stündlich sein Horn, das Totengerippe dreht Die Sanduhr und die Weltkugel zeigt fortan ihre Tages- und Nachtseite. Bei den vollen Stundenschlägen kann man daher wieder zahlreiche Fremde auf dem altertümlichen Marktplatz sehen, Die Zeuge Dieses Schauspiels sein wollen. Tagung der Naturheilärzte. * Frankfurt a. M., 6. Mai. Der „Deutsche Verband der Aerzte für physikalische und diätetische Behandlung (Naturheillehre) e. V., Gau Hessen- Nassau" hielt seine erste Gautagung im „Kölner Hof" in Frankfurt a. M. ab, die erfreulich stark besucht war. Der Gaubeauftragte, Dr. Ma 1 ech (Gießen), wies in seiner Begrüßung auf die Ziele des ■ Verbandes hin, der im wesentlichen Dem weiteren Ausbau her Naturheillehre, Der wissenschaftlichen FörDerung seiner MitglieDer unD Der Nutzbarmachung Der Naturheillehre für Die gesamte Heilwissenschaft Dienen wolle; Dazu sei auch Das Verständnis und die tätige Mitarbeit scheinbar Andersdenkender dringend erwünscht. Die eigentlichen wissenschaftlichen Vorträge waren zunächst der Klarlegung her Grunhlagen her Naturheillehre geroihmet. Dr. W. Malech (Gießen) sprach über „Naturärztliches Denken unh Hanheln " unD ging in grünhlichen Ausführungen auf Das eigentliche Wesen Der Naturheillehre ein, das nicht in einzelnen AnwenDungen zu begreifen fei, fonhern ein geschlossenes HanDeln Darstelle. Das naturärzt- liche HanDeln erschöpfe sich nicht in physikalisch - Diätetischen Anwendungen, sondern es fei aufgebaut Nil. Jt ihr- "Nitz Mben Mochte unter ’Quber= 9 ins "ehiner prüch- horb- 1 Einem Bitten, ^tiyen ^kung Unter: WAUS' UNg batten u r H = wg der ! Straf» Phöben, isgericht klärten Die Ge- unb sie eiterver- Eungen nöe des eber- einen it einer ait hin Vn die mürben. Üehlar N Saale es Obst- Earten- Tagung' ursus voraus, rmeifter 'es Ter- ttete den mr eine- ie Preises im Vereinigung iö abgän- reinigung 3 beschäf- iaum auf hme trat les Krei- 1'pritzung Winter- über die en durch- t$en und Wgtieber -Öen im d)au in aon über Verban- Hart, die für 1935 143 Mark in Form i weiteren irtschafts- tbäuer« irtichafts- merbe« igeund ichen und Aufmerk- >che fd)i°6 j l p über rlpn'tzung , in der rungen lermeifter [ppell an Maßnah- die Seriell!" auf r. t Jahren war, ift Hanis- g wie- tereffante e wieder ’S golde- iia wägt ab. Der mgenppe gt fortan ?n Stun- lreiche atz sehen- Deutsche biätetijti6 ! -essen' Kölner Ä i“1' Mal Z die Z-ele uTebrV •>« i fei«“* atul' in* “t as eigent nicht rn I.S s-d auf der Erkenntnis, daß fast alle Krankheiten entweder mit Selbstheilungsoorgängen im Organismus verbunden oder durch Mängel und Fehler im innern Betrieb (fehlerhafte Ernährung, Mangel an Bewegung, Einatmen schlechter Luft usw.) hervorgerufen seien. Die Leistung des Organismus bei den Selbstheilungsvorgängen hänge neben der Anlage durchaus ab von der Blutbeschaffung und dem Blutumlauf; da die Blutbeschaffenheit besonders von Nährstoffen und Sauerstoffgehalt bestimmt werde, ergäbe sich ohne weiteres die große Bedeutung unserer Nahrung und Atmung für diese Krankheitsvorgänge und damit auch für die Wundheilung; der mangelhafte Blutumlaus führe vor allem zu Stauungsvorgängen im erkrankten Gebiet, die unbedingt beseitigt werden müßten. Dieselben Fragen kommen auch für die Entstehung der „inneren" Störungen in Betracht, die sich besonders häufig als Schwäche-, Erfchlaffungs- und Stauungszustände bzw. deren Folgen erklären lassen. Auch das Nervensystem spiele bei allen Krankheiten eine beträchtliche Rolle. Solche Erfassung des gesamten physiologischen Vorganges bei den Krankheiten führe ohne weiteres zu den richtigen Behandlungswegen und ihm paffe sich besonders gut die naturärztliche Behandlung an, die damit ein wohlbegründetes, wissenschaftliches Heilverfahren sei. Dr. E. Silber (Frankfurt a. M.) sprach dann ausführlich über „Naturärztliche Ernährungslehre". Aufbauend auf den einwandfreien Beobachtungen und Untersuchungen von Forschern, wie Hindhede, Bircher-Benner, Ragnar Berg u. a. wies er auf die Bedeutung der richtigen Ernährung hin, für die im Gegensatz nu der alten Lehre Liebigs gefordert werden muß, daß sie unter Einschränkung des Fleischgenusses vor allem Pflanzenkost, in reichlichem Maße auch roh, enthalte, da Pflanzenkost mindestens ebenso vollwertig, aber im Stoffwechsel günstiger und wirtschaftlich billiger als Tierkost sei. Richtige Ernährung könne viele Krankheiten verhüten und trage immer sehr wesentlich zur Heilung bei. Dr. D o u g l a s (Wiesbaden) sprach im Anschluß in launiger Weise über chronische Bein- und Fuß- leiden, insbesondere über kalte Füße und Fußschmerzen, und betonte besonders die Zusammenhänge dieser Beschwerden mit dem Blutumlauf und mit der Arbeit der Unterschenkel- und Fußmuskulatur. Dr. Väth (Heidelberg), der Verbandsleiter, wies hin auf die weitere Arbeit des Verbandes, insbesondere auf die in der zweiten Hälfte des Mai stattfindende große Tagung aller der Naturheilbewegung angehörenden Verbände in Nürnberg, deren Schirmherrschaft der Frankenführer Streicher übernommen habe und die hoffentlich auch den Zusammenschluß aller biologischen Aerzte zu einer Reichs-Arbeitsgemeinschaft bringen werde. Nur das Note Kreuz Träger des Autostraßen-Hilfsdienstes. LPD. Frankfurt a. M., 6. Mai. Durch gemeinsame Entschließung des Reichsministers des Innern und des Reichsverkehrsministers ist das Deutsche Rote Kreuz zum alleinigen Träger des S t r a ß e n - H i l f s o i e n st e s an den großen Reichsautobahnen bestellt worden und wird nach Vereinbarung mit dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen den Straßenhilfs- und Rettungsdienst bei den demnächst in Betrieb zu nehmenden Reichsautobahnen übernehmen. Autobahnen sind nicht für Radfahrer. Eine grundsätzliche Entscheidung des Frankfurter Schöffengerichts. LPD. Frankfurt a. M., 6. Mai. Eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung für den Autoverkehr auf Autostraßen fällte das Schöffengericht Frankfurt a. M. Am 22. Januar d. I. ereignete sich auf der Autostraße Wiesbaden—Frankfurt ein schwerer Unfall. Ein Frankfurter Autofahrer befand sich in der Dämmerung auf der Rückfahrt von Königstein nach Frankfurt. Die Autostraße wird auf Frankfurter Gebiet von einem Feldweg gekreuzt, und von dort kam auf seinem Fahrrad ein 41jähriger Revisionsbeamter gefahren und wollte die Autoumgehungsstraße überqueren. Er wurde von dem Auto erfaßt und so unglücklich getroffen, daß er einen schweren Schädel bruch, mehrere Kopfverletzungen, einen Oberschenkelbruch und Verletzungen am Oberarm davontrug. Gegen den Autolenker, einen 24jährigen Gewerbetreibenden, kam es zu einer Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der Angeklagte wurde auf Antrag des Staatsanwalts freigesprochen. Das Gericht hielt den Unfall für sehr bedenklich und versagte dem Verletzten keineswegs Mitgefühl. Es habe sich aber ein strafbares Verschulden nicht feststellen lassen. Der Angeklagte sei außerhalb einer geschlossenen Ortschaft in einem Tempo von 70—80 Kilometer gefahren. Darin habe die Anklagebehörde ein Verschulden erblickt, aber die Anklage sei fallen gelassen worden. Die Auto st raßen seien dazu da, daß die Autos schnell vorwärts kommen. Der Verletzte habe es sich selb st zuzu schreiben, wenn er als Radfahrer, der grundsätzlich nicht auf die Autostraße gehöre, angefahren worden sei. ^unöfunfprogramm Mittwoch, 8. Mai. 6 Uhr: Morgenspruch — Choral. Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9.15: Musik am Moraen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. „Der möblierte Herr". 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13. Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Handwerker exportieren! 14.15: Sendepause. 15: Nachrichten. 16: Kleine Klaviermusik. 16.30: Aus Zeit und Leben: 1. Die Baumkircher Blasius-Gesellschaft, 2. Der letzte Wollkämmer in Ober-Florstadt. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht. 18.50: Von Köln (aus Dortmund): Fußball-Länderkampf Deutschland — Irland. 19.40: Bauernfunk. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Mit Hermann Löns ins deutsche Land". 20.45: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: „Fasse dich kurz!" Heiterer Einakter. 22.45: Unterhaltungsund Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag, 9. Mai. 6 Uhr: Vom Deutschlandsender: Glockenspiel — Morgenspruch — Choral. Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9: Nur Trier und Koblenz: Werbekonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Volksliedsingen. 10.45: Prakt. Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst: Der Schneidermeister. Deutsche Berufe I. 11.45: Bauernfunk. 11.50: 25. Jubiläum des englischen Königs. Originalübernahme der Feier in der Westminster Hall. 12.30: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendevezirk. 13.15: Mittags- Am 12. Mai veranstaltet die Motorbrigade Hessen des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps wieder eine Kurhessenfahrt, über deren Ausschreibung und Bedingung noch berichtet werden wird. Bereits im vergangenen Jahr fand in der Gegend von Bad Wildungen eine solche Fahrt statt, die in jeder Weise einen Erfolg darstellte. Es wird gehofft, daß sich auch diesmal wieder Reichswehr, Landespolizei und die verschiedenen Gliederungen der Partei sowie DDAC. in großer Zahl beteiligen werden. Es wird für die Manner vom NSKK. ein besonderer Ansporn sein, ihre Kräfte mit ihnen zu messen. Als seit Jahren unermüdlicher Förderer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps hat der kurhessische Gauleiter der NSDAP., Staatsrat Pg. W e i n r i ch, die Schirmherrschaft über die diesjährige Kurhessenfahrt übernommen. Gauleiter Wein- rich, selbst schon zur Zeit vor der Trennung zwischen Motor-SA. und NSKK. eifriger Gönner des Kraftfahrkorps, gebührt für die tatkräftige Unterstützung der besondere Dank der Motorbrigaoe Hessen, deren Gebiet zu einem erheblichen Teil mit dem Gau Kurhessen der NSDAP, zusammenfällt. Die Motorbrigade Hessen veranstaltet die Fahrt, ihrer Aufgabe und Ueberlieferung entsprechend, als LPD. Die Zentralabteilung der hessischen Landesregierung teilt mit: Die Reichsreaierung hat durch Gesetz vom 30. März 1935 und Verordnung vom 18. April 1935 angeordnet, daß für 1935 und 1936 die Sondergebäudesteuer nach den für 1934 geltenden Vorschriften — also i n der Regel in der seitherigen Höhe — weiterzuzahlen ist, wenn die jährliche Sondergebäudesteuer (staatliche und kommunale Steuern zusammengerechnet) 200 Mark oder mehr für das einzelne Grundstück beträgt. Wird dieser Befrag nicht erreicht, so tritt also die 25prozentige Senkung ein. Im umgekehrten Fall aber ist in der Regel der seitherige Betrag aus 1934 weiter zu zahlen, doch gilt ein Viertel der entrichteten Sondergebäudesteuer als Einzahlung auf eine Anleihe und drei Viertel gelten als Einzahlung auf die Steuer. Beim Erlaß dieser Vorschriften, die nicht vorauszusehen gewesen sind, waren die staatlichen Vorauszahlungen für 1935 seitens der Finanzämter bereits in allen Fällen unter Abzug eines 25prozentigen Senkungsbetrages berechnet worden, anstatt nur in den Fällen unter 200 Mark. Wer in 1934 aber 200 Mark ober mehr staatliche und kommunale Sondergebäudesteuer zu entrichten hatte, hat hiernach mit der Nachforderung des ihm zu wenig angesorderten LPD. Erbach i. O., 5. Mai. Das schöne Odenwaldstädtchen Erbach stand am Samstag und Sonntag im Zeichen des blauen Wimpels. Der Landesverband Hessen des VDA. hatte seine Hauptversammlung nach Erbach verlegt. Als Ehrengäste nahmen an der Tagung teil als Vertreter des Bundesleiters, Dr. Sievert (Berlin), die Leiterin des Frauendienstes bei der Bundesleitung Frau Reiter (Berlin), die Organisationsleiterin Frl. Hessenauer, weiter mehrere Landesführerinnen, Ortsgruppenleiterinnen und Ortsgruppenleiter. Die Hauptversammlung wurde Samstag nachmittag durch Landesleiter Dr. Leip mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Landes-Organisationsleiter Dr. Mulch (Darmstadt) verlas den Jahresbericht für 1934. Besonders bemerkenswert ist die Zunahme der Ortsgruppen und noch mehr die der Schulge- meinschaften an den Volksschulen, den höheren und den Berufsschulen. Teilweise sind Volksschulen heule lOOprozentig für die Arbeit erfaßt. Sehr erheblich war auch die Zunahme der Auslandsarbeit. Die Leitung der Forschungsstelle für Auswanderer wurde Professor Dr. B e h n (Mainz) übertragen. Alles in allem kann gesagt werden, daß das Jahr 1934 ein Jahr ernster Aufbauarbeit war, die reich belohnt wurde durch Fortschritte in der Durchdringung mit volksdeutschem Denken und damit der Festigung und Sicherung der VDA.-Arbeit im Volk. Jahresbericht und Kassenbericht, letzterer erstattet von Schatzmeister Philipps (Friedberg), wurden genehmigt. Dr. Mulch berichtete dann kurz über die Frauenarbeit des VDA. Der Tätigkeit der Landesleiterin Frau Sabine Koepke wurde mit besonderer Anerkennung gedacht. Landesleiter Dr. Leip sprach dann über die VDA.-Arbeit. Heute sei der VDA. zum wahren Treuhänder der 35 Millionen Deutschen geworden, die jenseits der geographischen Grenzen leben. Diese konzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht — Schuhe suchen ihren Absatz. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Spiel des Schicksals. Nach einer wahren Geschichte von Friedrich von Schiller. (Zu seinem 130. Todestag.) 16.50: Einmaleins für Gartenfreunde. Nützliche Betrachtungen eines Dichters. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Kunstbericht der Woche. 18.35: Der nationalsozialistische Rundfunk. Vortrag. 19: Aufforderung zum Tanz. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. Wanderung über die Nehrung. 21: Johann-Strauß- Abend. 22: Zeitangabe. Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Autofabrik. Funkbogen aus der Welt des Motors. 23: Zeitgenössische Musik. 24: Orgelkonzert. Werke von Joh. Seb. Bach. 0.30 bis 2: Nachtmusik. eine ernste Prüfung für ihre Männer und Maschinen. Ist die Hervorkehrung einer idealistischen Be- geisterungsfähigkeit für Motorsport und Motorwehr- sport das Merkmal des NSKK.-Mannes, so ist für diese Kurhessenfahrt Einsatzbereitschaft, Gemeinschaftsgeist und Fahrermut ein besonderes Kennzeichen, auch soll der Mannschaftswettbewerb im Vordergrund stehen. Die Fahrt ergibt eine Orientierung - Prüfung für Fahrer und Fahrzeuge im Gelände und auf Straßen jeder Beschaffenheit. Besondere Anerkennung verdient die rege Beteiligung der NSKK.-Männer, die selbst mit teilweise nur recht knapp bemessenen Mitteln gesegnet, vorbehaltlos ihre Fahrzeuge für die Demonstration energischen Willens zur gemeinsamen Aufbauarbeit im Kraftfahrkorps jeder Belastungsprobe unterziehen. Die Kurhessenfahrt verdient das ganze Interesse aller Volksschichten, denn für einen Erfolg in diesem schwierigen Wettbewerb ist nicht die Güte der Maschine, sondern das Können und die Findigkeit der Fahrer ausschlaggebend. Man kann- dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps einen vollen Erfolg bei dieser Veranstaltung wünschen. Steuerbetruges für 1935 zu rechnen. Wie hoch die demnächstige staatliche Nachforderung sich belaufen wird, kann leicht errechnet werden. In den meisten Fällen beträgt die Rachforde- rung ein Viertel der 1934er staatlichen Sonber- gebäudesteuer und deckt sich mit dem Betrag, um welchen die Vorauszahlung für 1935 hinter der Sondergebäudesteuer für 1934 zurückbleibt. Einstweilen sind von den Finanzkassen selbstverständlich nur d i e angeforderten Beträge in Beitreibung z u nehmen, -während über den Betrag der Nachzahlung besondere Anordnungen nachfolgen müssen, sobald die Reichsregierung das gesamte Verfahren — auch bezüglich der Anleihe — geregelt haben wird. Bis dahin wird es sich dringend empfehlen, die nachzuzahlenden Beträge anteilig aus der Mieteinnahme zurückzulegen, weil mit Stundung nicht gerechnet werden kann. Die Regelung der kommunalen Sondergebäudesteuer wird sich in vielen Fällen einfacher gestalten können, weil Steuerbescheide darüber bisher noch nicht ausgegeben worden sind. Hier kann also die neue Sachlage schon beim Steuerausschlag berücksichtigt werden. Ist dies aber in einzelnen Gemeinden nicht mehr möglich, so wird auch hier der Weg der Nachzahlung zu wählen sein. Treuhänderschaft setze eines immer voraus: das Opfer. Der Führer und die Reichsregierung wünschten, daß jeder Volksgenosse den VDA. tätig und opfernd unterstütze. Es sei nicht die Aufgabe des VDA., viele zahlende Mitglieder zu werben, sondern die Aufgabe sei die Durchdringung mit dem Gedankengut volksdeutscher Gesamthaltung und Gesamteinstellung. Darum wende sich der VDA. hauptsächlich an die Jugend und ihre Erzieher und Bildner. Aus ihren Reihen erwachsen dem VDA. die tätigsten Mitarbeiter. Für den Nachwuchs sorgten in Hessen, erstmalig im ganzen Reich, ins Leben gerufene vier volksdeutsche Seminare. Der Landesleiter schloß mit einem Gruß an das deutsche Volk und dreifachem Siegheil für den Führer, das stürmischen Widerhall fand. Ein Begrüßungsabend beendete den ersten Tag der VDA.-Tagung. Die Arbeiten des Sonntags wurden eingeleitet durch die geschloffene Tagung der Gesamtgruppen, in deren Mittelpunkt die Ausführungen von Professor Dr. Weber (Berlin) standen, der ein charakteristisches Bild der Gesamtlage des deutschen Volkes diesseits und jenseits der Grenzen zeichnete. Anschließend wurden die Berichte der einzelnen Gruppen erstattet, und zwar von Organisationsleiter Dr. Mulch über bereits erfolgte und noch bevorstehende Organisationsänderungen, von Professor Dr. B e h n (Mainz) über Pflege des Kulturgutes Volksdeutscher Musik, von Landespressewart Dr. Götz über die Zusammenarbeit der VDA.-Arbeits- stellen mit der Tagespresse, von Dr. F l e s s a (Mainz) über die Arbeit der Schulung bei den VDA.-Aufgaben, von Dr. H e y d (Mainz) über die Arbeitstagungen auf der Zitadelle in Mainz, von Dr. Neumann über die Pfingsttagunq in Königsberg. Als letzter Redner sprach Schreiber (Mainz) über das am 22. September in allen Schulen in großem Ausmaß durchzuführende Fest der Schule. Gleichzeitig fanden verschiedene Sondertagungen statt. So tagten die Bezirksverbands- und Bezirksleiter unter Dr. Leip, der Frauendienst unter Frau Koepke, die Gruppen unter Dr. Mulch, die Schulgemeinschaften unter Dr. Flessa und die Hochschulgruppen unter Dr. Freymann. Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte im Hofe des Erbacher Schlosses eine erhebende volksdeutsche Weihestunde, zu der Fahnengruppen und Ehrenstürme der SA., der HI., des NSDFB. und des Kyffhäuserbundes aufmarschiert waren. Die Feier war umrahmt von musikalischen und chori- schen Darbietungen. Professor Dr. König (Gießen) hatte die Festansprache übernommen, die mit einem volksdeutschen Bekenntnis endete. Das Schlußwort hielt der Landesleiter Dr. L e i p. Mit Siegheil auf den Führer und mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes endete die erfolgreiche Arbeitstagung. 125-Zahrfeier der ehem. 87er. Treugelöbnis der alten Soldaten zu Führer und Reich. LPD. M a i n z, 5. Mai. Aus nah und fern waren Taufende von Angehörigen des ehemaligen 1. Nassauischen Infanterie-Regiments N r. 8 7 und seiner Kriegsformationen nach ihrer alten Garnisonstadt Mainz geeilt, um bas 125- jährige Bestehen des Regiments festlich zu begehen. Ein großes Konzert im festlich geschmückten großen Saal der Stadthalle vereinigte die ehemaligen 87er mit ihren Kameraden aus anderen Militärvereinen am Samstagabend. Nach dem Einmarsch der Fahnen, bei dem besonders die ruhmbedeckten alten Regimentsfahnen jubelnd begrüßt wurden, hieß Oberst a. D. Tietz die Versammlung, insbesondere die Vertreter der Behörden, her Marburger Traditionskompanie und der Standarte 87 herzlich willkommen. Man habe sich s. Zf. entschlossen, das Regimentsjubiläum erst in diesem Jahre zu feiern, da man die endgültige Ausgestaltung des Ehrenmalplatzes abwarten wollte. Dieser Jubiläumsfeier verleihe der 16. März 19 3 5 eine Weihe von ungeheurem Ausmaß. Seine Ansprache klang in ein Treuegelöbnis zu Führer und Vaterland aus, das die Versammlung mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Deutschlandlied und dem Horst- Wessel-Lied bekräftigte. Beigeordneter Schlei- mann, der der Versammlung im Namen des verhinderten Oberbürgermeisters den Willkommensgruß entbot, teilte mit, oaß zu Ehren der Gefallenen des Regiments der Ehrenplatz künftig „Am 8 7er- Denkmal" genannt werde. Die Festrede des Leutnants d. R. Dr. S ch m i d t b o r n - Wiesbaden, der mit packenden Worten die ruhmvolle Geschichte des Regiments zeichnete, war ein hohes Lied vom Kämpfen, Leiden und Sterben deutscher Helden im Weltkrieg. Der Führer der Standarte 87, Marxhei - ner - Limburg, gab dem Stolz der Standarte Ausdruck, die Nummer des ruhmreichen Regiments tragen zu dürfen. Am Sonntagvormittag trafen sich die Regimentskameraden nach den Festgottesdiensten und einem Regimentsappell am Ehrenmal am Windmühlberg. Ehrenstürme der nationalen Verbände, insbesondere der Standarte 87, Abordnungen des Kyffhäuserbundes usw. bildeten Spalier. Eine Fahnenkompanie des Kyffhäuserbundes Mainz geleitete die alten ruhmreichen Regimentsfahnen zum Ehrenmal. Der Bundesführer des Kameradschaftsbundes der 87er, Major a. D. Glaeßgen, hielt eine tiefempfundene Gedenkrede, in der er besonders der im letzten Krieg gefallenen Regimentskameraden und des verstorbenen Generalfeldmarschalls von Hindenburg gedachte. Die Toten verlangten von uns die Erneuerung des Treueschwurs auf ewig zu Führer und Reich. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurden dann mehrere Kränze am Ehrenmal niedergelegt. Nach dem Umzug durch die Hauptstraßen der Stadt erfolgte auf dem festlich geschmückten (Buten- bergplatz der Vorbeimarsch an den Regimentsfahnen. Nachmittags trafen sich die Kameraden in den verschiedenen Lokalen, um alte Freundschaften zu erneuern und ernste und heitere Erinnerungen auszutauschen. Glückwunsch des Führers. Mainz, 6. Mai. (LPD.) Der Führer und Reichskanzler hat zu der 125-Jahrfeier des 1. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 87 seine Glückwünsche übermittelt. Handwerksburfchen gehen wieder auf die Walze. Frankfurt a. M., 6. Mai. (LPD.) Unter reger Anteilnahme der Bevölkerung setzte heute nachmittag vom Börsenplatz aus die Gaufachgruppe der Metzger und Bäcker des (Baues Hessen-Nassau die Handwerksburschen, die sich alle nach Norddeutschland wenden werden, in Marsch. Inmitten einer freudig erregten Menge hatten die ungefähr 20 Handwerksburschen, zunftgemäß gekleidet und mit Blumen geschmückt, Aufstellung genommen, mährend die Lehrlings-Kapelle der Bäcker-Innung flotte Weisen spielte. , Bezirksobmann Becker von der Deutschen Arbeitsfront, der die Glückwünsche des (Bauleiters überbrachte, hielt eine kurze Abschiedsrede, in der er darauf hinwies, daß der nationalsozialistische Staat selbstverständlich die verschiedenartigsten Veränderungen hervorgerufen habe. Eine der schönsten und besten Veränderungen sei das Wiederinkrafttrelen der Gesellenwan- derung. In der Lehrzeit könne der junge Mann noch lange nicht alle für feinen Beruf erforderlichen Kenntnisse sammeln. Der Geselle müsse daher die Kraft und den Mut besitzen, an einem anderen Orte und unter anderen Umständen sich in seinem Berufe zu vervollständigen. Daher, so sagte Pg. Becker am Schlüsse seiner Ausführungen, begleiten Sie auf ihren Marsche meine persönlichen Wünsche, die Wünsche der Deutschen Arbeitsfront und die unseres (Bauleiters. Der Gaubetriebsgerneinschaftswart der Gruppe Handwerk, Pg. Josef Becker, ermahnte die jun- Kurhessensahrt des NG.-Krastsahrkvrps. Achtung! Gondergebäudesteuerpflichtige! Hauptversammlung des Landesverbandes Hessen des VDA. MAGGI5 Fleischbrühe 3 würfel 104 V? Pfund Reis, 2 Eßlöffel Buffer, 1 Zwiebel, 1 Titer Fleischbrühe aus 4 Maggi s Fleischbrühwürfeln. Die sehr feingeschniftene Zwiebel in der Heißgemachfen Sutter hellgelb schwitzen. Den gewaschenen Reis dazugeben und unter ständigem Rühren 5 Minuten bei kleinem Feuer dunsten. Die Fleischbrühe dazugeben und langsam weichkochen laffen.(Für 4 Personen.) gen Leute, -le Augen in der Fremde recht gut aufzumachen. Wenn sie heute ausersehen und dazu berufen seien, hinauszugehen und im Reiche als unsere berufenen Vertreter aufzutreten, so müßten sie sich sagen, daß das eine große Ehre für sie sei, die sie aber auch zu vielem verpflichte. Vor allen Dingen müßten sie draußen in der Fremde unter Beweis stellen, daß sie in ihrer Heimat etwas Wirkliches gelernt hätten. Außerdem mühten sie ihr Können bereichern und bei ihrer Rückkunft zeigen, daß sie auch in der Fremde nicht müßig geblieben und sich weiter vervollkommnet hätten. Der Gaubetriebsgemeinschaftswart schloß seine Worte mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler, der durch sein Eingreifen es erst ermöglicht habe, daß die schöne Wanderei der Gesellen wieder habe ausgenommen werden können. Dann begann der Marsch durch die Straßen der Stadt zum Allerheiligen-Tor hinaus. Vorneweg | marschierte die Kapelle der Bäcker-Innung und dann folgten mit dem Gaubetriebsgemeinschaftswart für das Handwerk, Pg. Becker an der Spitze, die Burschen, die unterwegs noch von allen Seiten reichlich mit allerlei Gutem für die Reise versehen wurden. Vor dem Verlassen der Stadt intonierte die Musik noch einmal das alte Liedchen „Muß' i denn, muß' i denn zum Städtle hinaus ..Dann griffen die Burschen kräftig aus, denn das Ziel des ersten Tages, Hanau, liegt noch ziemlich weit entfernt, und die Abschiedsfeierlichkeiten hatten doch länger in Anspruch genommen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. 3. in G. Eine Zeitschrift, in der beide Gebiete gemeinsam behandelt werden, gibt es nicht. Einzelne Zeitschriften können wir aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht nennen. Aus aller Welt. Die Beisetzung des Arbeilsdienstmannes Ernst Koch. Unter ungeheurer Anteilnahme der Bevölkerung, des RS.-Arbeitsdienstes, der Formationen der NSDAP, und der Polizei wurde der am 1. Mai ermordete Arbeitsdienstmann Ernst Koch auf dem Friedhof in Crumme bei Bochum zur letzten Ruhe bestattet. Die an der Beisetzung teilnehmenden Abteilungen des Arbeitsdienstes unter Führung von Gauarveitsdienstführer Krichbaum präsentierten die Spaten, die Fahnen senkten sich, als der Sarg von den nächsten Kameraden des Dahingeschiedenen auf den Leichenwagen gesetzt wurde. Rach der kirchlichen Einsegnung sprach Gauarbeitsdienstführer Krichbaum. Er gab bekannt, daß der Name „Ernst Koch" für alle Zeit in den Arbeitsdienst eingehen werde, da das Lager in Kirchhundem, in dem der Tote friedlichen Dienst für den Aufbau des deutschen Vaterlandes leistete, seinen Namen erhalten und in Zukunft „Ernst-Koch-Lager" heißen werde. Sportflugzeugspende der deutschen Zahnärzte. Der Reichszahnärzteführer Dr. Stuck hat dem Präsidenten des Deutschen Luftsportverbandes L o e r z e r einen Betrag von 35 000 RM. zum Ankauf zweier Sportflugzeuge zur Verfügung gestellt, der von etwa 8000 Zahnärzten aufgebracht wurde. Diese Sammlung stellt ein schönes und freudiges Bekenntnis zur deutschen Fliegerei dar. Der Afrikaflieger Karl Schwabe in Sansibar. Nach einem Drahtbericht aus Sansibar ist der deutsche Sportflieger Karl Schwabe, der sich auf seinem dritten Afrikaflug befindet, im südöstlichen Teil Afrikas auf der Strecke Mombasa— Sansibar in die Regenzeit geraten. Bei starkem Wolkenbruch erreichte er nach einem Flug an der Küste des Indischen Ozeans entlang Sansibar. Das letzte Stück der Flugstrecke führte über eine größere —^^IIWI»WHmi I li 'II Bucht, die stark von Haifischen belebt war. Außerdem konnte man dort eine ganze Reihe von Wracks deutscher Kriegsschiffe liegen sehen, die bei Kriegsende versenkt worden sind. Es besteht die Möglichkeit, daß Schwabe seine Flugreise nach Madagaskar fortsetzt. Am Steuer feines Autos verbrannt. Am Saatwinkler Damm in der Jungfernheide bei Berlin wurde ein vollkommen ausgebrannter Personenkraftwagen aufgefunden. Am Steuer des Autos lag eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche. Hinter dem Wagen wurde eine leere Benzinkanne vorgefunden. Als Eigentümer des auf rätselhafte Weise in Brand geratenen Wagens ist Architekt Karl Flohr aus Spandau ermittelt worden. Auto vom Zuge erfaßt. — Ein Toter, ein Schwerverletzter. An dem unbewachten Bahnübergang bei Frieda, Kreis Efchwege, ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück. Bei dem Versuch, noch vor dem von Eschwege kommenden Personenzug vorbeizukommen, wurde der Kraftwagen des Kurdirektors aus Goslar von der Lokomotive erfaßt und über 100 Meter weit mitgeschleift. Der Direktor war sofort t o t. Eine Begleiterin wurde mit schweren Verletzungen ins Eschweger Krankenhaus geschafft. Ein Kind nach dem Genuß von Kuchen gestorben. Die zehnjährige Tochter des Bauern E n z i n g e r in St. Zeno bei Bad Reichenhall fand auf der Straße ein gutverschnürtes Paket mit Kuchen, das sie mitnahm und zu Hause verzehrte. Nach kurzer Zeit zeigten sich heftige Dergiftungserscheinun- g e n, denen das Kind unter fürchterlichen Schmerzen e r l a g. Der ältere Bruder des Mädchens und der 65jährige Großvater, die beide nur wenig von dem Gebäck genossen hatten, erkrankten gleichfalls schwer, sie befinden sich jedoch außer Lebensgefahr. Die Herkunft des Gebäcks — es handelt sich um sog. Cremeschnitten — ist noch nicht bekannt. Auch steht bisher nicht fest, ob es sich um verdorbene oder vergiftete Ware handelte. „Graf Zeppelin" über den Kap Verdischen Inseln. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat am Montag um 15 Uhr MEZ. die Stadt Porto Praia auf den Kap-Verden-Jnseln überflogen. Die erste Ausreise des Schnelldampfers „Scharnhorst" nach Oflafien. Der neue für den Ostafiendienst des Norddeutschen Lloyd eingesetzte Schnelldampfer „S ch a r n - hör st", der soeben seine Probefahrten zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt hat, wofür der Führer der Bauwerft, der Descbimag, und der Reederei, dem Norddeutschen Lloyo, die besondere Anerkennung ausgesprochen hat, wird am 10. Mai seine erste Ausreise von Bremen aus nach O st - a s i e n antreten. Das Schiff, das in diesen Tagen Ladung in Hamburg aufnimmt, wird am 8. Mai von Hamburg nach Bremen fahren und hier seine Restladung sowie sämtliche Passagiere übernehmen. Zuchkhausstrafen für die Ralhenower Posiräuber. Nach viertägiger Verhandlung verkündete die Strafkammer des Potsdamer Landgerichts das Urteil im Prozeß gegen die drei Rathe- n o w er Po st räuber. Der Hauptangeklagte, der 42jährige Otto Wolff, wurde wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu fünf Jahren drei Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der 47 Jahre alte Wilhelm Zepernick erhielt vier Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Der dritte Angeklagte, der 47jährige Albert R u h n a u, wurde wegen Mangels an Beweisen f r e i g e s p r o ch e n. — Die Täter hatten in der Nacht zum 30. Oktober 1925, also vor fast zehn Jahren, Werte im Gesamtbetrag von 100 000 Mark aus der Packkammer in Rathenow geraubt, die mit dem D-Zug Berlin—Hannover eingetroffen waren. Erst kürzlich war es gelungen, die Täter zu fassen. Schreckliches Ende einer Versöhnungsfeier. — Einzelheiten über das Boolsunglück auf der Donau. Die Wiener Blätter bringen ausführliche Berichte über das Bootsunglück auf der D o - n a u. Besonders tragisch ist es, daß bei diesem Unglück zwei Familien nahezu ausgerottet worden sind. Die beiden Familien wollten die Beilegung einer jahrelangen Fehde durch einen Heurigenausflug bei Wachauer Wein feiern. In weinseliger Stimmung faßten sie den Plan, sich über die Donau setzen zu lassen, um die Feier am jenseitigen Ufer fortzusetzen. Dabei ereignete sich das Unglück. Retten konnten sich nur zwei Fährleute und je ein Mitglied der beiden Familien. Sechs Personen ertranken. Großer Waldbrand in Holland. Durch den Funkenregen einer Lokomotive entstand in der holländischen Provinz Gelderland in der Nähe der Stadt Mengele ein großer Wald- brand, bei dem über 200 Hektar Wald- und Heideland zwischen den Gemeinden Zelhem und Ruurle verbrannten. Das Feuer verbreitete sich sehr schnell, so daß die aus allen umliegenden Orh schäften zur Löschung aufgebotene Bevölkerung und die Polizei einen schweren Stand hatten. Zwei Wirtshäuser gerieten in ernste Gefahr, konnterl aber im letzten Augenblick noch geschützt werden« Dagegen kann als feststehend angenommen wer« den, daß in dem Flammenmeer viel Wild, darun« ter auch Hochwild, umgekommen ist. Masernepidemie in einem holländischen Dorf. — Bisher neun Kinder gestorben. In dem in der Provinz Nordbrabant liegenden Dorf Üben ist eine überaus ernste Masern- e p i d e m i e ausgebrochen. In der rund 4000 Seelen zählenden Gemeinde sind 240 Kinder ernstlich erkrankt. Neun Kinder sind bereits g e st o r - b e n. Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht einer der kleinen Patienten der Krankheit erliegt. Das fortwährende Läuten der Totenglocke hat in dem Dorf eine unheimliche Stimmung verbreitet, die in starkem Gegensatz zu der herrlichen Blütenpracht steht. Im Hinblick auf die Gefahr eines weiteren Umsichgreifens der Krankheit hat sich der staatliche Inspektor für das Gesundheitswesen nach Üben begeben unb bie Schließung ber Schulen angeorbnet. Fußbodeneinsturz in einem französischen Wahllokal. Zwölf Verlehie. In ber französischen Ortschaft Marennes bei Rochefort-sur-Mer ereignete sich am vergangenen Sonntag ein unvorhergesehener Zwischenfall, ber bas Ergebnis bes ersten Wahlganges in bieser Oemeinbe in Frage stellt. Gegen Mittag, als bas Wahllokal, bas sich im Erbgeschoß bes Bürgermeisteramtes befinbet, bicht gefüllt war, brach plötzlich ber Fußboben zusammen unb etwa 20 Wahlberechtigte mitsamt bem Wahlpersonal und den Urnen stürzten in den Keller. 12 Per« fönen erlitten mehr oder weniger schwere Der« l e tz u n g e n. Das gesamte Wahlmaterial ist unten den Trümmern begraben. Man kennt daher auch noch nicht das Ergebnis des ersten Wahlganges. Tribüneneinsturz in New Easile. — 68 Verletzte. Der einzige ernste Unfall, ber sich am Jubi« läumstage in Englanb ereignet hat, wirb aus New Castle on Tyne gemelbet, wo während ber Parads eine Tribüne zusammenbrach. 68 Perso« nen mußten sich in ärztliche Behandlung begeben, 18 von ihnen würben ins Krankenhaus eingeliefert» Neues Erdbeben in der Türkei. In Ost-Anatolien hat sich ein neues Erdbeben ereignet, bei dem eine große Anzahl von Häusern gänzlich und mehr als 150 Häuser zum Teil zerstört wurden. Verheerendes Großfeuer in einem indischen Dorf. In der 20 Kilometer von Delhi (Britisch-Jndien) entfernten Ortschaft Mehroli wurden 150 Häuser durch ein Großfeuer zerstört. Auch erheblich« Mengen von Getreide- unb Futtermitteln mürben burch bie Flammen vernichtet. Zahlreiche Bewohner sinb obbachlos unb haben ihre gesamte Habe verloren. Schwester und Tante mutter, im fast vollendeten 77. Lebensjahre. Gießen (Liebigstraße 21), den 6. Mai 1935. Gießen und Stuttgart, den 6. Mai 1935. Die Beerdigung fand im Sinne der Verstorbenen in der Stille statt. 91956 2717 D 2721 D Gießen, den 6. Mai 1935. Hergestellt in den Persil-Werken nacbm. 2718 D wollen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Mai, 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu Wäschespülen leicht gemacht durch Henkels W verloren! 29. 4. 35 Mühl- str.-Sellersweg. Demehrl.Finder guteBelohnung. Frankhirt.Str.5il Die Beerdigung findet Mittwoch, 8. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 2719D Garten an der Lahn (direkt n. Wasser) zu pachten ober zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01965 and.G.A. LweSsBekampfungoer Schwarzarbeit tonnen Arbeits-Angebote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desScwerbenachweiies ausgenommen werben. Verlag vesGiebenerÄnzeigers und Schmerzen in den Füßen - ein halbes Vergnügen. Tragen Sie doch Birkenstocks Fußbett, es hilft auch Ihnen. 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