Nr. 32 Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, I.Hebruar <935 Jype.l [,nien für m Kassen, H ln0sprüfer || n. ,86 .76 Verein» «s| Ä P 46 bk ' Hebel. Leon, tragen die Bahre. Dieses Schicksal ist spanisches Schicksal schlechthin. Mit dem Zerfall des Reiches findet symbolhaft auch sein Begründer in das Mutterland zurück. Denn von dieser Zeit sind auch die letzten kolonialen Bindungen nach Amerika zerrissen. Das schloß nicht aus, daß sich zwischen Spanien und den Staaten Latein- Amerika freundschaftliche Verbindungen erhielten. So hart die Sonne des Südens Licht und Schatten teilt, so hart fallen auch im Leben Licht und Sch a t t e n aufeinander: Reichtum und Elend, Fortschritt und Primitivität, Kultur und Unkultur, Natur und Zivilisation. Diese Gegensätze prägen das spanische Leben ganz entscheidend. Zn ihnen erblickt man zu recht die Ursache aller Spannungen. Es ist dabei nicht so, daß etwa Begriffe wie Natur oder Primitivität in die Schattenseite des spanischen Lebens gereiht werden müssen und andererseits alle Errungenschaften der modernen Zeit, wie sie in der fortschreitenden Zivilisation auch in Spanien ersichtlich sind, dazu beitragen könnten, das Volk glücklich zu machen... Vielmehr bringt das überstürzte Eindringen moderner Lebenstendenzen erst verstärkt zu niiiiti I pfn-- uni I V Hand, I eben fein. I 5rie^___ .20 Ml 2.19 ;,43 . 151 .19 .32 Methode a l s den Grundsatz betreffen. In der Regierung des Indischen Reiches sei die Kontinuität der Politik von allergrößter Bedeutung. Die britische Regierung stehe fest zu dem Versprechen, das in der Präambel vom Jahre 1919 enthalten ist, und zu der Auslegung, die der Vizekönig von Indien ihr im Jahre 1929 gegeben hat. wonach „das natürliche Ergebnis des Fortschritts Indiens, wie er hier in Aussicht genommen ist, die Erzielung der D o m i n i o n - S t e l - l u n g ift. Hoare bezeichnete die augenblickliche Vorlage als einen endgültigen Schritt zur Erzielung dieses Zweckes und fuhr fort: „Wir wollen nach unseren Handlungen, nicht nach unseren Worten beurteilt werden. Es ist klar, daß wir das Ziel, das wir uns gesetzt haben, nur erreichen können, wenn es Indien gelungen ist, die Bedingungen zu schaffen, auf denen Selbstregierung ruht. Das Hauptproblem, das Indien zu lösen hat, ist dis Rassen-, Kasten- und Religionskluft. Außerdem kann keine indische Regierung im vollen Sinne des Wortes autonom sein, bevor Indien mit Sicherheit ein weit größeres Maß an Verantwortung für seine eigene wirksame Verteidigung übernehmen kann. England wird alles tun, um durch Hilfe und Mitarbeit Indien zu ermöglichen, diese Schwierigkeiten zu überwinden und schließlich seinen Platz unter den völlig selb st verwalteten Mitgliedern des Britischen Reiches einzunehmen." die Gegensätzlichkeit zum Ausdruck. Auf der einen Seite wird im liberalsten Rahmen dem Fortschritt gepredigt. Auf der anderen Seite leben Millionen in völliger Unkenntnis jeglicher modernen Arbeits- und Lebensauffassung. Schon an diesem Gegensatz scheint sich immer wieder ein einheitliches politisches Wirken zu zerschlagen. Modernes Leben hier, völlige Zurückgebliebenheit dort, das ist ein Urquell der Gärung, der politischen Unruhen, der sozialen Kämpfe, die das spanische Leben erzittern lassen. Ein Gebiet wie die einsame Bergöde von „Las Hurdes" kann von dieser Betrachtung nicht ausgenommen werden. Es liegt nur 100 km von der Metropole Madrid entfernt. Aber hier hat man noch nicht von Madrid gehört, ja, hier gibt es Menschen, die sich nicht vorstellen können, daß eine gute Autostunde weiter eine Millionenstadt groß geworden ist. Die Menschen hier wissen nichts von elektrischem Licht oder gar einer landwirtschaftlichen Maschine, und wenn sich einmal ein Auto neugieriger Besucher durch diese Oede schlägt, dann flieht die Bevölkerung wie vor einem bösen Geist. Diese Menschen können auch nicht wissen, ob in Madrid die Republikaner oder Monarchisten am Spamen-gestem und heute. Ein Bilderbogen aus dem Süden. Don Walter Seidlih. Barcelona, im Februar 1935. Einmal im Jahre feiert Spanien fast in der ganzen Welt das Fe st der Rasse: In Spanien, in den afrikanischen Kolonien, in den Staaten Der 6. Februar in Paris. Ruhiger Verlauf des Erinnerungstages. — Nächtliche Zusammenrottungen der Kommunisten werden verhindert. RandolphChurchill durchgefallen Die Nachwahl in Wavertree. London, 7. $ebt. Bei der Unter- hausersahwahl in Wavertree, einem Vorort von Liverpool, für die R a n d o l p h Churchill, der Sohn des ehemaligen Schahkanzlers und Ersten Lords der Admiralität im Kriege 19 i n ff o n Churchills, als unabhängiger Konservativer gegen den offiziellen natio- nalkonfeißvativen Kandidaten Platt aufgetreten war, ist Randolph Churchill unterlegen. Gewählt wurde der Arbeiterparteiler Cleary mit 15 611 Stimmen. Der nationalkonfer- vative Platt erhielt 13 771, Randolph Churchill 10 575 und der Liberale Morris 4208 Stimmen. Bei den allgemeinen Wahlen im Jahre 1931 erhielt der Konservative in Wavertree eine Mehrheit von 23 793 Stimmen gegenüber dem Kandidaten der Arbeiterpartei. Zum erstenmal ist also ein Ar- belterparteiler in diesem Wahlkreis als Sieger hervorgegangen. Das Ergebnis der Abstimmung zeigt deutlich, daß ein den Konservativen sicherer Sitz durch die Agitation der konservativen Opposition verloren gegangen ist. Der offizielle Regierungskandidat und der unabhängige Churchill haben zusammen 7 7 3 5 Stimmen mehr erhalten als der siegreiche Arbeiterparteiler. Randolph Churchill erklärte, er werde in den nächsten Monaten einen besonderen konservativen Verein in Waverstreet gründen und sich um die Aufnahme in den S t a d t r o t bewerben. Er hoffe zuversichtlich, daß er bei den nächsten Parlamentswahlen den Arbeiterparteilern den Wahlkreis wieder abnehmen werde. Sein Vater, Winston Churchill, bezeichnete das Ergebnis als eine „feierliche Warnung", die der Nationalregierung wegen ihrer Indien Politik zutell geworden sei. „Daily Mai l", die für den Außenseiter Churchill eine ungeheure Propaganda entwickelt hatte, ist mit dem Ergebnis seiner Bemühungen sehr zufrieden und sagt, die Abstimmung von Wavertree sei eine Erklärung zugunsten einer st arten Luftstreitmacht und gegen eine Kapitulation in Indien. — Das Arbeiterblatt „Daily H e r a l d" unterläßt es begreiflicherweise, die tieferen Gründe des sozialistischen Sieges zu untersuchen und legt Nachdruck auf die zweifellos vorhandene Unzufriedenheit mit der Arbeitslosenpolitik der Regierung. — Der Don der konservativen Blätter ist äußerst bitter. „Daily Telegraph" wirft Randolph Churchill und anderen Politikern, zu denen außer seinem Vater auch Lloyd George und andere einflußreiche Feinde der offiziellen Jndienpolitik gehören, vor, daß sie darauf aus seien, die Konservative Partei zu spalten und bei den nächsten Wahlen den soziali st scheu Sieg zu sichern. Bei der allgemeinen Beurteilung der Bedeutung der gestrigen Abstimmung für die Aussichten bei den näch st en Parlamentswah- l e n muß berücksichtigt werden, daß die B a u m - Wollindustrie von Lancashire ein ganz besonders großes Interesse an der Regelung der Jndienfrage chat und daß der kürzlich vorgenommene Abzug von der Arbeitslosenbeihilfe, der so viel böses, Blut gemacht hat, erst im letzten Augen- blick, nämlich tarn Dienstagnachmittag, von der Regierung einstweilen außer Kraft gesetzt worden ist. Aber auch wenn diese besonderen Umstände berücksichtigt werden, ist der Schlag, der der nationalen Regierung zuteil geworden ist, sehr empfindlich und wird schwerlich ohne Wirkung auf ihre Haltung bleiben. Starke Erhöhung des englischen Heereshaushaltes. London, 7. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Mor- ning'Post" erwartet, daß der britischeHeeres- haushalt für das Finanzjahr vom April 1935 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen )e* „beson- ■ ’r Steren H aber die | v Ä \ bis März 1936 eine Erhöhung um ungefähr 39 Millionen Pfund Sterling (etwa 475 Millionen RM.) gegenüber dem Vorjahr aufweisen werde. Die Mehrausgaben stünden nicht mit einer Verstärkung der Armee im Zusammenhang, sondern mit der Beschaffung von modernem Kriegsmaterial, besonders Motorfahrzeugen, mit der A u s g e st a l t u n g d e r L u f t - ab wehr und der Neuordnung der Territorialarmee. Indiens Kampf um Selbstverwaltung. Die neue Regierungsvorlage im britischen Unterhaus. London, 6. Febr. (DNB.) Die Einbringung der zweiten Lesung der indischen Gesetzesvorlage, die das Parlament während der nächsten sechs Monate beschäftigen wird, beansprucht das Hauptinteresse der politischen Kreise. Das Unterhaus und die Tribünen waren bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Staatssekretär für Indien Sir Samuel Hoare seine Rede hielt. Hoare verglich die Vorlage mit einem von der Regierung gebauten Riesenschiff, dessen Stapellauf sehr schwierig sei, das sich aber doch als seetüchtig erweisen werde. Die Meinungsverschiedenheiten über die Frage des Allindischen Bundes würden eher die Paris, 7. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Der 6. Februar ist in ganz Frankreich, von einigen kleinen Zwischenfällen abgesehen, ruhig verlaufen. 2)ie Feiern an dem Place d e la Concorde zur Ehrung der Opfer des 6. Februar 1934 haben sich bis in den Abend hinein reibungslos vollzogen. An den Denkmälern des Platzes häuften sich Kranz- und Blumenspenden. Ein starker polizeilicher Ordnungsdienst sorgte für die normale Abwicklung des Verkehrs. Um 10 Uhr erschien eine Abordnung der Solidaritä Fran- x a i s e im Blauhemd, Baskenmütze, Reithose und Schulterriemen und legte an den Standbildern des Concordeplatzes, wo ihre Kameraden vor einem Jahr ums Leben kamen oder verletzt wurden, Kränze nieder. In der Notre Dame-Kirche fand die kirchliche Trauerfeier statt, an der Ministerpräsident F l a n d i n teilnahm. Bei dem Gedächtnisgottesdienst ereignete sich ein Zwischenfall. Ein Mitglied der Action Fran^aise hatte es verstanden, in der Kirche während der Andacht b i s zum Ministerpräsidenten zu gelangen. Als er ihn erreicht hatte, stieß er l a u t e Beschimpfungen gegen ihn aus. Der Mann wurde sofort festgenommen und abgeführt. Als der Wagen des Ministerpräsident nach dem Gottesdienst den Vorplatz vor der Notre Dame-Kirche verließ, veranstalteten dort versammelte Camelots du roi ein Johl- und Pfeifkonzert. Etwa 300 Personen zogen in geschlossenem Zuge vor die Polizeipräfektur und drangen durch ein Nebenportal in den Jnnenhof ein. Hier ließen sie ihren Unwillen gegen die Mobile Garde freien Lauf mit Rufen: „Nieder die Mörder!", „Fort mit dem Gesindel!" Sie bemächtigten sich der im Hof stehenden Müllkästen, die sie auf den Seine-Quai schleppten und ausschütteten. Städtische Polizei trieb die Kundgeber auseinander, die sich hierauf in das St. Germain-Viertel begaben, wo die Lärmszenen andauerten. Im Lager der M a r x i st e n ist man vor allem aufgebracht über die Beteiligung der Regierung an der Trauerfeier in der Notre-Dame-Kirche, die man als Bruch des Waffenstillstandes und als Herausforderung der Linksfront bezeichnet. Die Universität hat am Mittwoch auf Anweisung des Unterrichtsministers für zwei Stunden die Vor- lefungen ausgesetzt, um den Studenten Gelegenheit zu geben, sich an den Erinnerungsseiern des 6. Februar zu beteiligen. An der Börse wurde das Andenken der Pariser Opfer durch eine Minute des Schweigens geehrt. Ministerpräsident F l a n d i n empfing den Vorstand des Nationalverbandes ehemaliger Frontkämpfer (UNC.), der die Regierung zu einer umfassenden Säuberungs - und Re- formaktion aufforderte; andernfalls würden die Frontkämpfer von sich aus eingreifen. Die Klage darüber, daß seit dem 6. Februar 1934 nur schwache Ansätze zu einer Gesundung des Staates unternommen worden seien, kam auch in einem Vortrag zum Ausdruck, den der rechtsstehende Abg. H e n r i o t zur Erinnerung an die blutigen Ereignisse des Vorjahres in einem Pariser Versammlungslokal hielt. Er bedauerte namentlich, daß die nationalen Parteien die Früchte ihres Sieges vom vergangenen Jahr aufgegeben hätten. In den späten Nacht st unden versuchten k o m- munistische Banden zum Concorde-Platz vorzudringen, um dort Kundgebungen zu veranstalten. Die Polizei hatte jedoch von dieser Absicht erfahren und die Kommunisten, die zum größten Teil aus den Pariser Vororten mit der Bahn gekommen waren, schon am Bahnhof in Empfang genommen. Gegen Mitternacht wurden auf diese Weise etwa500Verhaftungen durchgeführt. Fast sämtliche Verhafteten waren im Besitze von Revolvern oder Schlagringen. Einige führten mit Petroleum getränkte Tücher bei sich. Im Zentrum der Stadt versuchten sich ebenfalls einige hundert Kommunisten zusammenzurotten. Als die Polizei gegen sie vorging, machten die Kundgeber sofort von der Schußwaffe Gebrauch. Es wurde jedoch niemand verletzt, 40 Kommunisten, die ebenfalls mit Revolvern bewaffnet waren, versuchten nach dem E l y s e e, dem Palais des Präsidenten der Republik, vorzudringen. Sie wurden aber von der Polizei umzingelt und verhaftet. Gegen 2 Uhr nachts zählte man ungefähr 1200Verhaftungen. Der Polizeipräsident hat die Kränze, die am Fuße eines "5er beiden großen Brunnen auf dem Concorde-Platz niedergelegt worden waren, in der Nacht fortnehmen und auf den Friedhof bringen lassen, wo der größte Teil der Opfer vom 6. Februar 1934 beigesetzt worden ist. Erscheint täglich, außer JMHJW LM A Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags WW 'v für die Mittagsnummer WL-SKKL OU* AM AM am Ute MAAi AAM «■>»»■.»■<* HeimatimBild.Di-Scholl- W M flXMM MM MM MW MM fl Snmdpr-isesLNmmhohe 111 |lr flilr llr I zl Bllr I ws MLiK VlVllvUVl 44lljVlUvl sBBB von einzelnen Nummern vJr Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberheffen richten: Anzeiger Gießen V 4i7 f I M gen, Bäder-,Unterrichts-u. Kransiur/am^Main 11688 Druck und Verlag: Vriihl'sche UniverfitatsVuch- uns Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 wcnge^^ Ruder sind, sie haben auch noch keine Ahnung vom asturischen Anarchismus oder vom Separatismus in Katalonien. Sie leben weiter wie immer, in Höhlen, sie bearbeiten den Boden noch immer mit Geräten, die das Mittelalter brauchte. Cs gibt viele solche Gebiete in Spanien; sie sind in neuerer Zeit häufig der Kampfplatz feuriaer Agitatoren geworden. Wohin das führt, bewiesen die Geschehnisse in der Provinz Asturien. Den Menschen dort hat man alles glaubhaft machen können, diesen Menschen erschien Rußland als das Paradies; ihnen wurden Unternehmer, Polizisten und Pfaffen als die Ausbeuter der Menschheit dargestellt, ja, diese Menschen glaubten im Ernst, sowjetrussische Flugzeuggeschwader würden ihnen Hilfe bringen, als sie ihren letzten blutigen Aufstand in Asturien begannen. Sie wollen für sich das verwirklicht sehen, was im übrigen Europa und auch in den spanischen Großstädten schon durchgeführt ist: modernes Leben, tune Arbeitswochen und eine vernünftige soziale Gesetzgebung. Alles sind ganz natürliche Forderungen. Unnatürlich ist nur der Zeitpunkt. Spanien sucht den Anschluß an Europa oder an Amerika. Dieser Anschluß kann nicht von Ein Kanumgssignal für die britische Aaüonalregiermg Wahlsieg der Arbeiierpartei über die gespaltenen Konservativen. Macht, die an diesem Tage noch einmal durch das Weltreich von ein st schwingt. Spanien war das Land, in dem die Sonne nicht unterging. Wenn am Festtag der Rasse alle im Feiern zusammengeführt werden, die einst unter dem spanischen Banner eine Einheit bildeten, so lebt nur die Erinnerung an die Größe vergangener Jahrhunderte auf. Diese „Fiesta de la Raza" soll auf den machtvollen Zusammenklang Hinweisen, den heute noch viele Völker durch die spanische Sprache haben. Hier ist spanische Sprache und spanische Abstammung nicht immer gleichbedeutend. Ja, aus der Verbreitung der spanischen Sprache auf eine große einheitliche spanische Rasse zu schließen, wäre eine, unmögliche Schlußfolgerung. Spanien, die südwesteuropäische Wetterecke, wurde der große Völker- politische Schmelztiegel. Die Pyrenäenhalbinsel ist geographisch die Völkerbrücke von einem Erdteil zum anderen. Viele Rassen nahmen in Jahrtausenden diesen Weg. Hier schmolzen sie zusammen. Dieses Kommen und Gehen der Völker in Jahrtausenden, dieses Aufblühen und Versinken der großen Reiche am Mittelmeer, dieses Auf und Ab in der Geschichte der Rassen, — das alles hat in Spanien sichtbare Spuren hinterlassen. Was ist also die „Spanische Rasse", der zu Ehren einmal im Jahr ein jubelndes Fest gefeiert wird? Wo offenbart sich Spanien, und wie enthüllt sich das Schicksal seiner Bevölkerung? Die Ureinwohner des Landes haben viele Eroberer über sich ergehen lassen müssen: Iberer und Kelten, Phönizier und Griechen, Karthager und Römer, Sueven, Alanen und Goten, die Araber schließlich, die erst nach einer jahrhundertelangen Herrschaft gemeinsam mit den Juden aus dem Lande getrieben wurden. Es gibt da keinen Anfang und auch kein Ende. Spanien, der gewaltige Schmelztiegel, trägt fein einheitliches Gepräge. Eine maurische Filigranrosette im gotischen Dorn, eine Römerburg in einer iberischen Siedlung, morgenländischer Gesang in katholischer Kathedrale, Gotik unter Palmen, der Fatalismus des Orients im Christentum des Abendlandes, — all das wird heute zur spanischen Erfüllung. Aber es ist nichts dabei, was zum einheitlichen Ziel führte. Die Sprache weift nach Rom.. Aber unverkennbar sind auch die Spuren, die das Morgenland hinterläßt. Die Bevölkerung selbst ist aus einem bunten Völkergemisch heroorgegangen. Im Feuer der Kriege zerschmolzen die Rassen, und auch mit dem Sieg des Christentums fand der Kampf noch nicht das Ende. Die spanische Erde ist blutdurchtränkt. Auf spanischem Boden gab es d i e Begegnung zwischen Morgenland und Abendland. Spanien ist die natürliche Brücke auch nach Afrika. Von Spanien aus wurde Amerika entdeckt, und nach Spanien floß ein machtvoller Strom von Auswanderern zurück. Nur die einheitliche Sprache hält dieses Gebiet und diese Menschen zusammen. Da ist keine politische Einheit. Und es fehlt auch der Einheitsbegriff der Rasse. Noch heute wird in ganz Spanien der Kolum- b u s k u l t hochgehalten. Es ist zwar nicht erwiesen, daß Kolumbus spanischer Nationalität war. Das hat jedoch die Spanier seit Jahrhunderten nicht davon abhalten können, ihn dis einen der größten Spanier zu feiern, ihm Denkmäler zu setzen und Erinnerungsfeiern überall im Lande zu begehen. Dieser Kolumbuskult ist mehr als ein Personenkult. Denn am Schicksal dieses Mannes erfüllt sich ein gut Teil spanischen Schicksals überhaupt. Amerika ist entdeckt, und Amerika wird das Ziel von Millionen. Der große Entdecker zieht viele kleine Entdecker nach sich: Gute Kolonisatoren manchmal, aber meist doch Menschen, die rücksichtslos und brutal oorbrangen und blutigen Raubbau trieben. Aber hier formt sich der Anfang des weltüber- fpannenben spanischen Reichs, dessen eigentlicher Begründer ost in Kolumbus gesehen wird. Die Ruhelosigkeit, die den Amerikaentdecker umherwarf, erscheint bezeichnend für die ganze Epoche. Ja, noch nach seinem Tode erfüllt sich an seinem Schicksal spanische Geschichte. Kolumbus wird in Spanien beigesetzt, im Franziskaner - Kloster zu Dallodolid. Aber auch jetzt findet der Ruhelose keine Ruhe. Sein Leichnam wird nach Sevilla überführt, über nur für Jahre — dann beginnt im Tode Lleichsam eine zweite Entdeckerreise bis Haiti, J50 ihm Angehörige in San Domingo das Grab bereiten. Für Jahre nur, — der völlige Sturz des spanischen Weltreiches bereitet sich vor. Frankreich nimmt Besitz von Haiti. Die Gebeine Kolumbus werden als kostbares Vermächtnis durch Spanier gerettet und nach Kuba gebracht, wo sie länger ms ein Jahrhundert im Dom zu Havanna ruhen. Aber auch Kuba, eine letzte spanische Stütze in Latein-Amerika, geht verloren... Um die Jahrhundertwende werden die letzten sterblichen lieber» refte des großen Entdeckers nach Europa zurück- geführt und ruhen feit dieser Zeit in der Kathedrale du Sevilla. Vier himmelragende Figuren, die Könige von Asturien und Aragonien, Kastilien und Febr. Am i der Alt- i hier das chzeit in mit feiner \ f/at er t Treue tat traf« unsere Zentral- ne groß« hr folgte demeinbe mhungen r Schwe« und eine irmeislers Jemeinbe« len fegen« i bie har« reuen Le« nicht er» Sohn als 1914 für geben zu und Ver- tkriegs an ingen fast Befreiung rlasten zu n unserer gen. Sei« er Gattin ifreis zu« nicht neh- ;u geben? in langer ■. °uch im H ■ den Kas. WMilie lei« W kann, fi il 'ls Kassie, ehern be- | üne große I • Für 25« I ’ Wilhelm | gaben des l|l stad. kam erhöhen. I an, gab 1 reßen und >! Dobei ihm i1 mkt „Der. rache über | >ars. Dem ’! isekasse zu ' einsfuhrer H heil" auf | rblieb man '1 fröhlicher | ar lierung Sriel T632 58-29 0.196 3-053 54.50 81-38 12-215 5 39 16-45 168.59 21 34 0.712 5-661 61-36 41.05 Ä 81)68 34-05 10 42 2.502 Latein-Amerikas, überall dort, wo Spanier oder Menschen spanischer Abstammung leben. Diese — „Fiesta de la Raza", wie sie jetzt der Spanier Ke' daß nennt, darf feine falsche Auslegung erfahren. Es a'^en und ist nicht ein stolzes Rassebewußtsein, das hier An- M Ver« laß zum Feiern gibt; es ist nicht mehr und nicht 1 weniger als die Erinnerung an versunfene .'s b > » ') -'c ; 'e > 5 > f ' e p I d d in end Urei '■ die ’Jürf» ifen zer- be- er« Er- , and Er- ung ung , er nur nd- den ' im- ijn r i 5 in ,üh- i e - das md- ' >er- hter mb 8e- die ,ög- W nn- ird, Ge- ZK. in alle • uch mb ein inb ten »eil ien. irrige )"er n - ier sitze nb er- rm ,)er n- rb klier n- fi. 'n. leer a- ck- d- ch- ze n. ib- n n 1, ch r- ir • heute auf morgen erfolgen, weil er sich langsam aus den Gegebenheiten des Natürlichen und Zweckmäßigen entwickeln muß. Zivilisation, plötzlich und mit Uebereifer vorgetragen, zerstört viel von den natürlichen Voraussetzungen. Darum die Spannungen, die Unruhen, die blutigen Aufstände. Aber schon verwirklicht sich in manchen Städten ein neues Spanien. In Madrid, Barcelona, Valencia schießen die Hochhäuser in den Himmel. Die Motorisierung des Landes geht sprunghaft aufwärts. Gute Autostraßen (eine Erinnerung an die Diktatur Primo de Riveras) sind durch ganz Spanien gespannt. Die Planung und Durchführung neuer Projekte erscheint unerhört kühn. Vor Madrids Toren wächst auf gewaltigem Komplex, der so groß ist wie die ganze Madrider Stadtflache, die neue Universitätsstadt empor, die alles in den Schatten stellen wird, was Europa und Amerika in dieser Hinsicht geboten haben. Und daran wird sich einst die „Stadt der Ministerien" schließen, ebenso kühn geplant und begonnen. Doch Spanien offenbart sich nicht nur in den modernen Vierteln der Großstädte und auf der Fahrt über die Autostraßen der neuen Zeit. Abseits der großen Wege liegt ein zweites Spanien, ein Land ganz ohne Stolz und Schönheit. Es ist allerdings auch in den Städten anzutreffen, in den dunklen Gassen, etwa im Chinesenviertel von Barcelona, in den Kneipen der Zuhälter und Verbrecher. Auf dem Lande ist es nur Rückstand, in den Städten aber Rückfall, ja, völliger Zerfall. Es ist wahr: Der Bauer von „Las Hurdes" wohnt in der Höhle, aber er hat nie etwas anderes gekannt. Der Elende jedoch, der in Lumpen gehüllt vor verschlossenen Türen, in ausgetrockneten Brunnen, unter den Denkmälern der Großstädte sein Nachtlager aufschlägt, ist nicht der Typ der Primitivität, sondern der Vertreter des Niedergangs, wie er überall in Spanien offenbar wird. Es ist erschreckend, wie hier die Zeugen von Rückstand und Primitivität, Fortschritt und modernes Leben, aber auch die Zeugen sittlichen, körperlichen und rassischen Zerfalls aufeinander prallen. Eine Brücke verbindet in Spanien das Gestern mit dem Heute. Ueber diese Brücke führt das Leben eines jeden Spaniers. Es ist die Brücke, die von der Kirche gebildet wird. Mancher Pfeiler ist im Ansturm der Revolutionen gestürzt. Aber d i e B r ü ck e steht. Und mancher Bogen ist heute kühner geschwungen als ehedem. In Asturien sind kürzlich erst Geistliche auf die unmenschlichste Art ermordet worden. Bomben und Dynamit haben auch in dieser Zeit Klöster und Kirchen in die Luft gesprengt. Aber endlos ist immer noch der Strom, der in die Kirche fließt. Und es ist nichts was nicht im Zeichen des Kreuzes geschähe. Eine merkwürdige Entwicklung: Jahrzehnte hindurch Kirchenherrschaft, ein kurzer Blutrausch dann, der sich über die Geistlichkeit ergießt, und darauf wieder Jahrzehnte der Herrschaft der katholischen Kirche. Frömmigkeit oder Duldsamkeit — Ergebenheit oder Unterdrückung, wo sind die Grenzen zu ziehen, wenn aus dem Frieden der Aufruhr aufsteigt, der Glaube dem Unglauben weicht, die Liebe in Haß entartet. — Das Volk wird von einer unsichtbaren Macht gelenkt. Wenn das monotone Gebet des Geistlichen durch den dunklen Kirchenraum hallt, der feierliche Gesang der Chorknaben ertönt, wenn Kerzen flammen und der Weihrauch sich betäubend auf die Menschen legt, dann ist der Augenblick angefüllt mit einer wundersamen Mystik. Sie hat die Menschen erfaßt. Und so gebannt, kniet und betet und glaubt das spanische Volk. Das erste Aeich der Deutschen Alfred Rosenberg spricht zur Jugend. Berlin, 6. Febr. (DNB.) Am Mittwochabend sprach über alle deutschen Sender zu über fünf Millionen deutscher Jungen und Mädel der Beauftrage des Führers für die Ueberwachung der weltanschaulichen Erziehung, Reichsleiter Alfred Rosenberg, über das Thema: „Das erste Reich der Deutsche n". Das erste deutsche Kaiserreich steht nicht in seiner Entwicklung außer jeder Diskussion, wie manche blutlosen Gelehrten heute meinen, sondern hat Spannungen erzeugt, die nur zum Teil zeitbedingt waren, im wesentlichen aber das Ringen eines universalistischen Gedankens gegen den ursprünglichen Volkstumsgedanken be- d e u te t. Die Geschichte des ersten deutschen Kaiserreiches ist von den Vertretern der Konfessionen ebenso wie von den Vertretern des Liberalismus vom Standpunkt der Sieger gedeutet worden, während unsere Zeit mit den damaligen Besiegten fühlt. Sie ist der Ueber- zeugung, daß nicht ein sattes, bürgerliches Geschlecht den Angriff der großen Rebeltest gegen das erste Kaiserreich zu deuten vermag, sondern nur ein kämpferisches Geschlecht, wie wir es selbst sind. So wie man das Heraustreten Brandenburg- Preußens aus der Habsburger Monarchie als die Herauslösung eines Stückes von Deutschland bewertet, so könnten wir heute sagen, daß sich nach dem Siege der universellen Monarchie fortlaufend ein Stück Deutschlands nach dem andern herausgelöst und gegen die fremden Formen gewehrt hat. Das ist auf dem Gebiete der Forschung der Fall, das war auf dem Gebiete der heroischen Kun st und Dramatik ebenso wie auf dem Gebiete des sozialen Denkens, das sich heute wie im Mittelalter gegen die fremden, spätrömischen Rechtsgedanken gewehrt hat. So erscheint unter der formalen Herrschaft des universalen Kaisertums eine große Strömung der Herauslösung des deutschen Wesens au sder siegreich gewordenen Form, bis diese schließlich, durch das Habsburgertum verknöchert, von Napoleon zerschlagen wurde. Heute sind die einstigen Bestrebungen der Vergangenheit machtvolle Gegenwart geworden und münden ein in einen Kraftstrom, wie ihn die deutsche Geschichte kaum jemals gesehen hat. Das Heilige Römische Reich ist für immer versunken. Entstanden ist heute als Traumverwirklichung der Sehnsucht vergangener Jahrhunderte endlich einmal das heilige germanische Reich deutscher Nation. Besuch Schuschniggs in London. London, 6. Febr. (DNB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und Außenminister Berger-Waldcnegg werden am 24. Februar in London eintreffen. „Evcning Standard" will wissen, daß Schuschnigg die Möglichkeit einer Wiedereinsetzung der Habsbur- g e r mit der britischen Regierung erörtern werde, da beim Rücktritt des jetzigen österreichischen Präsidenten Dr. M i k l a s im Oktober ein Kamps um seine Nachfolge beginnen werde. Schuschnigg würde gern den Erzherzog Eugen als nächsten Präsidenten sehen. Die Heimwehr wolle dagegen Fürst Starhemberg als Präsidenten, der diesen Posten auch selbst anstrebe. Schaffende Jugend voran! Oie Vorbereitungen zum 2. Keichsberufswettkampf der deutschen Jugend. Von unserer Berliner Redaktion. Der Wille zur beruflichen Leistung ist als eine der stärksten Gestaltungskräfte der jungen Generation wirksam geworden. In diesen Tagen tritt die arbeitende Jugend erneut mit ihren Vorbereitungen zum Reichsberufswettkampf an die Oeffentlichkeit. Die eigentliche Wurzel dieses einzigartigen Leistungswettbewerbs ist klar erkenntlich: die nationalsozialistische Jugend betrachtet als Grnudsatz der Auslese nur d i e Leistung! Ihre Aufgabe sieht sie in der Umwertung der politischen Leidenschaften in dem sachlichen Aufbau. Indem sie dwsen Grundsatz der Leistung auf das Gebiet des B e - r u f e 5 überträgt, macht sie folgerichtig den zweiten Schritt und fetzt ihre unerschöpflichen Kräfte unmittelbar indenKampffürdie wirtschaftliche und politische Zukunft der Na- t i o n ein. Das „Olympia der deutschen Arbeit" ist das Symbol einer Jugend, die in den eigenen Reihen durch eine allseitige Leistungssteigerung ihrem Volk den Weg in die Zukunft bereitet. 5ßie wir von Obergebietsführer A r m a n n erfuhren, wird der Berufswettkampf als Teil der zusätzlichen Berufserziehung auch der HI. in diesem Jahr mehr noch als im vergangenen geeignet sein, das Interesse der Oeffentlichkeit zu beanspruchen. 3 0 0 0 0 0 Jugendliche haben im zurückliegenden Arbeitsjahr bereits von den zusätzlichen Verussschulungskursen Ge brauch gemacht, die in Zusammenarbeit zwischen Reichsjugendfüh- rung und Deutscher Arbeitsfront geschaffen worden Jinb. Am Zweiten Reichsberufswettkampf aber wird eine Million deutscher Jungen und Mädel teilnehmen: vor allen Dingen solche, die zu nationalsozialistischen Organisationen gehören oder die an den Kursen sich beteiligt haben: davon etwa 300 000 Mädel des BdM. zwischen 17 und 21 Jahren, die übrigen Jungen zwischen 15 und 18 Jahren. Die 1. Reichsberufswettkämpfe haben darunter gelitten, daß für die gesamte Vorbereitung und Durchführung nur acht Wochen zur Verfügung standen. Es waren manche Mängel zu verzeichnen, aus denen man Nutzen gezogen hat. Vor allem fehlte das feste Gerüst, da die Deutsche Arbeitsfront noch ganz in den Sorgen des eigenen Aufbaues verstrickt war. Trotzdem aber reichten die Ergebnisse aus, um zu erkennen, wie groß oft die Mangel der Ausbildung waren, unter denen die Jugend in der zurückliegenden Zeit gelitten hat. Anderseits konnte auch das tiefinnere Streben der Jugend erkannt werden, dem Volke und dem Auslande zu beweisen, daß sie ihre Aufgabe in der friedlichen Arbeit der Betriebe sieht. . Der gesamte Wettbewerb soll aus Eigenem gestaltet werden. Den Auftakt bildet ein großer Schaufenster-Wettbewerb (vom 17. bis 24. Februar), in dem junge Kaufmannslehrlinge in breiter Oeffentlichkeit ihre Dekorations - und Propagandakunst beweisen werden. Die Kontingentierung der Teilnehmerzahl bezweckt und bewirkt an sich schon eine gewisse Auslese; die Teilnahmeberechtigung wird zur Ehre für Lehrlinge und Meister. Neu eingeführt ist der Mannschafts- wettkampf, in dem der Einzelne als Teil eines Ganzen seine Kunst zu beweisen hat. Neu ist auch die Einschaltung eines sportlichen Teiles bei den Ausscheidungskämpfen in den Gauen, wodurch man verhindern will, daß engstirnige Streber durch Zufall Sieger werden. Nicht der einseitig veranlagte Schwächling, sondern der leistungsfähigste und in seiner gesamten Anlage tüchtigste Jungarbe i t e r u n d I u n g a n g e st e l l t e soll sich an die Spitze setzen. Am 1. Mai wird der Sieger dem Führer vorgestellt werden, an dem Tage also, der mit Leistung und Tat am besten geheiligt wird. Für eine gerechte Bewertung der Leistungen, für die Schaffung einheitlicher Voraussetzungen und für die Mitarbeit der zuständigen Stellen ist in diesem Jahr vorbildlich gesorgt. Auch die Berufsstände des Handwerks und der Industrie sind diesmal mit von der Partie; es ist Sorge dafür getragen, daß genügend Räume und Arbeitsplätze vorhanden find und daß die zum Wettkampf benötigten Arbeitsstunden bezahlt werden. Ein Plakatwettbewerb hat bereits stattgefunden und hat — wie wir uns durch Augenschein zu überzeugen vermochten — ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Die offizielle Eröffnung wird am 15. Februar stattfinden. Es sprechen im Berliner Sportpalast und über alle deutschen Sender Dr. Goebbels, Baldur von Schi - rach und Dr. Ley. Oie Rückgliederung der Saar. Oie Basler Vereinbarungen dem Oreierausschuß vorgelegt. Basel, 6. Febr. (DNB.) Das Ergebnis der in Basel über die Rückgliederung der Saar abgeschlossenen Verhandlungen ist in Vereinbarungen verschiedener Art niebergelegt worden, die dieser Tage in Rom endgültig gezeichnet werden sollen. Oie Währungsverordnung ist inzwischen im Saarland veröffentlicht worden. Sie regelt den Umtausch der im Saarland umlaufenden Noten der Bank von Frankreich und der anderen ausländischen Zahlungsmittel, den Beginn der Umtauschfrist, das Inkrafttreten des Ausfuhrverbots für Zahlungsmittel aus dem Saarland und die Uebernahmepflicht für Reichsmarkzahlungen. Hierfür ist vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung der 18. Februar in Aussicht genommen. Gleichzeitig wird die deutsche Zollgrenze ebenso wie die Grenze irn Verrechnungsverkehr mit dem Ausland an die saarländisch-französische Grenze verlegt. Damit wird die wirtschaftliche und währungspolitische Rückgliederung des Saarlandes im wesentlichen bereits einige Zeit vor dem 1. März verwirklicht. Die auf Franken lautenden Schuldverhältnisse werden vom 1. März ab allgemein aus Reichsmark umgestellt. Genau umschriebene Ausnahmen gelten bereits für die Zeit vorher. Für die Uebergabe der GesamtVerwaltung zum 1. März sind die Vorbereitungen an Ort und Stelle im Gange. Die Grundsätze hierfür sind mit der Regierungskommission vereinbart. Oie Saargruben gehen mit dem 1. März 1935 unter Einschluß aller Grundstücke, Vorräte und Einrichtungen auf das Deutsche Reich über. Das französische Grubenpersonal scheidet am 28. Februar aus. Das Reich tritt in b i e laufenden Kohlen- lieferungsDerträge ein. Hierburch unb burch Aufstellung von Halbjahresproarammen für bie Kohlenlieferung, die auf den Kaufpreis der Saargruben anzurechnen find, ist die W e i t e r b e f d) ä f t i g u n g der Bergarbeiter im Saarland im Zusammenhang mit den anderen Maßnahmen der Reichsregierung sichergestellt. Zunächst ist ein Programm für die Zeit bis Ende Juni aufgestellt worden. Verhandlungen über die vorgesehenen Warndt-Pachtverträge sind noch im Gange. Auch für den Warndt ist über die weitere Beschäftigung der deutschen Arbeiter eine Verständigung erzielt. Die Pauschalsumme für den Rückkauf der Saargruben beträgt bekanntlich 900 Millionen Franken. Ihre Abtragung erfolgt durch die restlichen 95 v. H. der im Saarlande eingefammelten nichtdeutschen Noten und durch die Lieferung von Saarkohle nach Frankreich, und zwar auf Grundlage von handelsüblichen Abmachungen mit den französischen Großabnehmern Das Lieserungsprogramm wird jeweils für ein halbes Jahr festgesetzt. Der Gegenwert ist an die Bank von Frankreich zu zahlen, die wiederum den Betrag dem bei der BIZ. g e - führten Konto gutfchreibt. Das ' gleiche geschieht mit den von der französischen Regierung oder den französischen Grubenpächtern für die für Gemeindesteuern, Bergschäden usw. zu entrichtenden Summen. Zu den am 1. Marz in das Eigen- tum des Deutschen Reiches übergehenden Gruben gehören auch a l l e L i e g e n s ch a f t e n u n d a l l e Liegen schaftsrechte des französischen Staates innerhalb des Saarlandes, die Eisen- bahnen und Zollbahnhöfe mit Zubehör, rote z B. das bewegliche Vermögen der Gruben und ihrer Nebenbetriebe, Grundstücke, Gleissignale und Telephonanlagen, sowie das rollende Ma- t e r i a I. Die drei saarländischen Verbindungsbah- nach Lothringen werden ebenfalls am 1 Marz mit vollem Inventar und rol- I end em Material zurückgegeben. Die bei ihnen beschäftigten französischen Eisen- vahnbeamten werden aus dem Saarland zurückgezogen, die deutschen Beamten treten wieder in den Reichsdienst zurück. Eine Vereinbarung mit Frankreich über die R e - gelung der Sozialversicherungspflicht gewährleistet den Versicherten die Erhaltung ihrer Rechte. Ein allgemeines deutsch-französisches Abkommen soll in nächster Zeit die Bestimmungen der deutschen und französischen Sozialversicherung grundsätzlich regeln. Auch für die französischen Privat- versicherungen ist eine besondere Vereinbarung hinsichtlich des saarländischen Versicherungsstandes getroffen worden. Der deutsch-französische Ärenzverkehr. In den Wirtschaftsverhandlungen, die zur Zeit in Berlin geführt werden, sind die deutsche und die französische Regierung übereingekommen, die Bestimmungen des Abkommens vom 25. April 1929 über den kleinen Grenzverkehr zwischen den beiden Ländern auf die Gesamtheit der deutsch-französischen Grenze auszudehnen. Eine gemischte Kommission wird Einzelfragen regeln, Die sich bei der Anwendung der neuen Vereinbarung ergeben. Um eine Unterbrechung des Grenzverkehrs zu vermeiden, werden die in den Händen der Grenzbewohner befindlichen G re n z a u s w e i se bei dem ersten Grenzübertritt nach dem 28. Februar 1935 von der Grenzbehörde des Landes, in dessen Bezirk der Ausweis ausgestellt worden ist, mit folgendem 1935^" rUiig ist es ein 9 Äs, denn es soll h Typen in erste 36 Adler Trumps Das ^Krastfahrzeu ^gem ist beer ® Vtart, 42 am jyn Bruder Pc JÖene Medaille ' M)pel Sieger | JWeit des Di Prüfung err bischer Fischt 1 Wesermuni : mit der P Raufen mar j Ati', fe durch . übei CMetj l Tvs 9«l)o Nila ’8ei* Me; ÄS kV && ft? iSfte Lx* lMiit^ genera bWif&i311 ««» Auf (Einlabuni ng des polnischen Kriegsministe- Warschau ein, der Kommandeur m >000 Angehörige des Kyffhäuserbundes haben lksgemeinschaft durch müdliche Werbung eine vorbildliche und un- von Freiplätzen als 1 ) e p a a r ng sei. antten Schülern hen Bot- i, um da« Robert Heilserum von Koch von dem t-Koch-Jn« iedergelegt Dank an den kyffhäuserbund. Der Reichsschatzmeister der NSDAP, tat an den Kyffhäuserbundesführer, Oberst a. D. xeinhard, ein Schreiben gerichtet, in dem er tun Ausdruck bringt, daß der Kyffhäuserbund auch Jahre 1934 seinen Geist der Kameradschaft und s phs..." k Men. zehn Tage legen wich- (Ums trafen in Kavallerieschule Hannover, Generalmajor Frhr. D3n Dalwigk-Lichtenfels, Oberstleutnant ger und Major Voigt, um die Kavallerie- jcjule in Graudenz zu besichtigen. Die deutsche Of- kiersaborbnung legte einen Kranz am Grabe bes ^bekannten Solbaten nieber. Darauf stattete sie bin Chef bes Generalstabes einen Besuch ab. Ge- r raf Dagurowski gab für bie beutsche Aborbnung gi Frühstück. Am Nachmittag fuhren bie Offiziere „ich Graubenz. Inseln. "Char, Artikel bC5 r 6»if5 pabers r.5in fei, lönuroi er« ps aus h Recht Per Inseln 1en von so eutunq fär nicht bie 5 auf bie Aus aller Mett. Deutsche Kavallerieoffiziere Gäste des polnischen Kriegsministeriums. nterkunft und Verpflegung auf bie Dauer von vei bis vier Wochen zur Verfügung gestellt. Für esen glänzenben Beweis sozialen Empfinbens pricht ber Reichsschatzmeister ben herzlichsten Dank VT Reichsleitung ber NSDAP, aus. Wie aus zahl- üchen Briefen ber Urlauber hervorgeht, würben lefe ganz befonbers gut bei ben alten Solbaten-- imilien ausgenommen. Die rechtliche Betreuung der Hitlerjugend. In ber Reichsführerschule Balbur von Schirach Mehlem (Rheinprovinz) fanb eine Arbeits- agung ber HI. -Rechtsreferenten statt, ufammen mit ben Vormunbfchafts- unb Jugenb- itern, ben Jugenbbezernenten ber Staatsanwaltaften unb ben Leitern ber Jugenbämter inner» alb bes Gebietes Mittelrhein. Zweck ber agung war, biejenigen, bie bie Jugenb im Gebiet !Mittelrhein rechtlich betreuen, in bas Wollen unb bie Aufgaben ber HI. einzusühren. In ge= einsamer Aussprache würben bie Grunblagen für ie künftige Zusammenarbeit festgelegt. Die Reichspost auf der Automobil-Ausstellung. Die Deutsche Reichspost wirb wie im vergange- en Jahre auch auf ber biesjährigen Automobil- usstellung vertreten fein, um ber Oesfentlichkeit • u zeigen, welchen bebeutsarnen Anteil sie an ber allgemeinen Motorisierung ber Verkehrswirtschaft hat. Ist es boch ben wenigsten bekannt, baß bie Deutsche Reichspost mit ihren runb 14000 Kraftfahrzeugen ben größten in einer f)a nb vereinigten Kraftfahrbetrieb Europas hat. Es gibt kaum ein Arbeitsgebiet I in ihrem weitverzweigten Dienstbetrieb, in bem bas Kraftfahrzeug nicht bereits in größerem Umfange Eingang gefunben hat unb mit Erfolg verwenbet wirb. Sein Anwenbungsgebiet wächst ftänbig, ein Stillftanb im Zuge biefer Entwicklung ist nicht ab- zusehen. Soweit es ber verfügbare Raum zuläßt, soll auf ber Ausstellung bie vielseitige Derrn e n b u n g bes Kraftwagens in ben e i n- zelnen Betriebszweigen — fei es als großer Kraftomnibus im Ueberlanbverkehr ober kleiner Zweisitzer im Runbfunk-Ent- Ift ö r u n g s b i e n ft — zum Ausbruck gebracht wer- iben. Außerbem soll bem Besucher vor Augen geführt werben, wie auch bie Reichspost an ber Lösung ber nationalen Treib st offfrage tatkräftig mitarbeitet. Neben Omnibussen verschiebener Größe mit neuzeitlichen Dieselmotoren werden je ein auf Gasbetrieb umgestellter Omnibus unb Lanbkraftwagen gezeigt. Als Treibgas bient verflüssigtes Butan unb Propan, bas bei ber deutschen Erdöl- unb Bezinqewinnung anfällt Die deutsche Autoindustrie im Ausland. Eine dänische Gesellschaft hat beschlossen, Dpn den Adlerwerken, Frankfurt a. M., fertige Einzelteile zu beziehen und in einem Montagewerk Adlerwagen zu bauen. Auch diese Tatsache zeigt wieder, daß die deutsche Automobil- inbuftrie führenb auf bem Weltmarkt ist; gleichzeitig ist es ein Beweis ber Güte bes Frontantriebs, benn es soll sich bei ben in Frage kommenden Typen in erster Linie um ben Abler Trumpf unb Abler Trumpf Junior hanbeln. den 1936. ast Deut. 31 e findet •m Zusammen Dr» mbers um 'ein Aerzte- ne-Mufeum sche Schau >isch-botani- sche Schau „Bolk und > eine Aus« itischen Er- 5 mit dem t M äftsfübmn unid er- In pH Fi |otftrn k I f' ft , rn f=i-i L ^siande n Zukun I Staat r. Fern. LerM >b'sherig^ en abzu. ) i t l e r - S p e n b e" für erholungsbebürftige ämpfer bes Führers tunbgegeben hat. Runb m Reichs- Präsiden- nisterialrat rbeitsamts konisch- -rhand- rineattoche zurück- lkonsu- tyrfonal eschränkt. üsnahme n mit Stimmen rung ab. mürbe ist. Die .935 fest' fhlen sai' «ch d-"> o erhaiu ; — bif , der sich gespalte" uoebische t mir Haltung schlaf rhängte if Ball' rkläreN' unmW E an die Das Auto im Winter. Die Kraftfahrzeug-Winterprüfung 1935 in Rot- tach-Egern ist beenbet 71 Personenwagen waren am Start, 42 am Ziel. Carl von Guilleaume mit feinem Bruber Paul als Beifahrer erhielten bie (Bolbene Mebaille. Als einziger teilnehrnenber Zwei- liter-Opel Sieger feiner Klaffe. Damit ist bie Zuverlässigkeit bes Opelwagens auf schwerster winterlicher Prüfung erneut bewiesen. Deutscher Fifchdampfer im Sturm gesunken? Der Fischbarnpfer „Main" der Reederei Hans Kunkel, Wesermünde, der Ende Januar von Weser- tnünbe mit ber Bestimmung Harstabt (Norwegen) ausgelaufen war, ist bort bisher nicht eingetroffen. Man muß befürchten, baß bas Schiff mit feiner 14töpfigen Besatzung bei ben Stürmen der vorigen Tage an ber Westküste Norwegens gesunken ist. Die Reeberei hat sich an bie Gesanbtschaft in Oslo unb burch Hochseerunbfunk an alle Schiffe um Auskunft über ben Verbleib ihres Dampfers gewandt. Bisher haben bie Nachforschungen kein Ergebnis gehabt. Linern Kapitalverbrechen auf der Spur. — Aufklärung des Breslauer Kindermordes von 1926? Ein Kapitalverbrechen, bas 1926 ganz Deutschland in Aufregung versetzte, beschäftigt erneut das Breslauer Polizeipräsidium. Wie erinnerlich, verschwanden am 5. Juni 1926 zwei Breslauer Kinder tarnens Fehse; in der folgenden Nacht wurden ^Leichen an der Mauer der Technischen Hochschule zerstückelt aufgefunben. Sämtliche ber Kriminalpolizei zur Verfügung stehenben Mittel mürben seinerzeit aufgeboten unb nichts unversucht gelassen; I^doch konnte man dem Täter nicht auf die Spur kommen. Als im Juli o. Js. Polizeipräsident schwelt die Leitung des Polizeipräsibiums übernahm, ließ er sich noch einmal die Ermittelungsakten vorlegen. Die Prüfung ber 120 Aktenbänbe veran- lQßten den Polizeipräsidenten, die Angelegenheit nochmals aufzunehmen Seit Dezember o. I. sind Unermüdliche Nachforschungen im Gange und am ^nde einer aufgegriffenen Spur ist man jetzt auf Ken Tschechen namens Herb. Höll gestoßen, der sich seit 1924 in Breslau aufhält, aber nicht polizei- "ch gemeldet ist. Kriminalbeamte drangen überraschend in seine Wohnung ein. Was bk Beamten "Ort fanben, steht in ber kriminal-wissenschaftlichen stad mebizinischen Geschichte einzig ba. U. a. fanb man eine Sammlung von etwa 6700 Postkarten einer Die Sicherung des deutschen Rückmarsches von der Mine. Zum 85. Geburtstage des Generals der Artillerie von Gronau. Von Oberstleutnant a. O. Benary. „Mehr sein als scheinen!" Kein Wahlspruch könnte man mit mehr Berechtigung über bas Leben bes Mannes setzen, ber gestern am 6. Febr. seinen 85. Geburtstag feierte, als bies Schlieffen- Wort, bas ber große Lehrmeister bes preußischen Generalstabes seinen Schülern als Richtschnur gab. General ber Artillerie von Gronau hat sich immer still unb bescheiben im Hintergrunb gehalten, ist nie über sein Werk hinausgetreten, unb boch hatte auch er seine große Stunbe, in ber sein Entschluß, seine Tat weltgeschichtliche Bebeutung annahm, in ber er sich als der Führer erwies, ber, wie es nach seiner solbatischen Laufbahn nicht anbers zu erwarten war, jebe Lage zu meistern wußte. Schon im Krieae gegen Frankreich 1870/71 hatte er sich bas E. K. H verbient. In langen Friebensjahren hatte er brei Kaisern unb Königen als Generalstabsoffizier, als Kommanbeur bes ostpreußischen Felbartillerie - Regiments 16, ber Ostpreußischen 1. Division unb als Gouverneur von Thorn gebient. Gleich seinen Altersgenossen, ben Generalen von Hinbenburg unb Litzmann, lebte er längst im Ruhe- ftanb, als ber Krieg ausbrach unb seine Mobilmachungsbestimmung ihn an bie Spitze bes IV. Reserve-Korps berief. Mit ihm marschierte er auf bem äußer st en Flügel ber Armee Kluck unb bamit bes Westheeres in jenen benkwürbigen August-Tagen, in benen bie beutsche Sturmflut bis an bie Mauern von Paris branbete. Als Anfang September bie Armee Kluck bie Richtung anstatt auf bie französische Lanbeshaupt- stabt selbst ostwärts an ihr vorüber an bie mittlere Marne nahm, erhielt General von Gronau ben Auftrag, mit seinem Korps unb ber 4. Kavallerie- Division bes Generals von Garnier in ber Gegenb nördlich Meaux den Linksabmarsch der Armee gegen Unternehmungen aus Paris zu decken. Von der Festung trennte ihn eine breite Waldzone. Feindliche Postierungen an ihren Rändern, auf der Höhe von Dammertin, wehrten jeden Einblick. Flieger, die hätten Klarheit bringen können, fehlten. So tappte man in Ungewißheit, was das Rätsel Paris barg. Am Morgen des 5. September stieg die Spannung auf bas höchste: Eine feinbliche Kavallerie-Division griff bie Sicherungen ber Kavallerie-Division Garnier an, längere Marschkolonnen würben auf ben aus Paris nach Osten führenben Straßen gemelbet. General von Gronau ftanb vor einem schweren Entschluß. Seit Tagen war ber Gegner vor ihm ausgewichen. Sein veränbertes Verhalten, seine unleugbaren Angriffsabsichten konnten ebenso gut ein Störungsvorstoß ber Haupt-Reserve ber Festung Paris wie ber großzügige Angriff einer neuen, im Schutze ber Pariser Werke versammelten Armee in bie Flanke unb ben Rücken bes beutschen Westheeres sein» ber bei bem Mangel an rückwärtigen Staffeln höchst gefährlich werben konnte. Nur Kampf, nur Angriff konnte Klarheit bringen. Aber bie Kraft, bie General von Gronau zur Verfügung ftanb, war nur schwach. Sein Korps zählte nach ben Abgaben zur Sicherung ber rückwärtigen Verbinbung kaum 15 Bataillone unb 12 leichte Batterien, schwere Artillerie war ihm — wie allen Reserve-Korps — nicht zugeteilt. Dennoch, General von Gronau zögerte nicht. Er befahl ben Angriff. Er stieß in ein Wespennest, i n ben Aufmarsch der französischen Armee Manoury. Wohl drang der Angriff dank des Schwunges, der trotz aller Anstrengungen der letzten Wochen, die Truppe noch immer beseelte, bis tief in die Waldzone hinein. Aber die im Laufe des Nachmittags eingehenden Meldungen, das zunehmende feindliche Artillerie-Feuer ließen erkennen, daß man es mit einem weit überlegenen Gegner zu tun hatte, der sich von Stunde zu Stunde verstärkte. Wieder faßte General von Gronau einen der Lage gerecht werdenden Entschluß: Der Zweck des Angriffes war erreicht, die Lage geklärt, Fortsetzung des Angriffs, ja schon ein halsstarriges Festhalten an dem während des Nachmittags gewonnenen Gelände hätte das Korps auf das höchste gefährdet. So befahl er, das Ge f e ch t abzubrechen und die Truppe in eine starke Stellung hinter den The- rouane - Bach zurückzuführen, in der sie in der Lage war, den Angriff des Feindes bis zum Eintreffen von Verstärkungen abzuwehren. So schuf er d i e Grundlage für die Rechtsschwenkung der 1. Armee an den Ourcq und damit für bie Rettung des ganzen West Heeres aus bem von ber französischen Führung so fein gesponnenen unb so sorglich gestellten Umfassungsnetz. Das Werk bes Reichsarchivs kargt bayer auch nicht mit Lob: „Durch ben kühnen Vorstoß bes IV. Reserve-Korps unb bie vorbilbliche Initiative seines Kommanbie- renben Generals war bie Lage vor Paris mit einem Schlage geklärt: bie rechte beutsche Heeresslanke war in ber Tat ernst bebroht. Daß biese Warnung rechtzeitig kam, war bas befonbere Verbienst ber umsichtigen unb tatkräftigen Führung burch ben General von Gronau unb ber aufopferungsvollen Hingabe seiner tapferen Reserve-Truppen." Auch im weiteren Verlaufe bes Felbzuges hat General von Gronau sich auf jebem Posten, auf ben ihn sein oberster Kriegsherr halb im Westen, halb im Osten stellte, bewährt. Nach Kriegsenbe ist er roieber still in ben Hintergrunb getreten. Aber mit warmem Herzen hat er bie nationale Gesun- bung bes beutschen Volkes begleitet unb in jugenb» licher Frische niemals gefehlt, wenn es galt, sich für sie einzusetzen. Neben seinen Kriegsverbiensten hat bas beutsche Volk ihm noch ein Zweites zu banken: Seinen Sohn, ben kühnen Ozean- f l i e g e r, ber so viel bazu beigetragen hat, Deutsch- lanbs Ehre unb Ansehen in ber Welt zu mehren. bestimmten Art, bie mit stenographischen Notizen versehen waren. Außer biesen Karten fanb man etwa tausend lose Blätter, bie ebenfalls stenographische Notizen trugen. In ber Aufzeichnung taucht der Name bes ermorbeten Mädchens Erika Fehse wiederholt auf. Höll wurde verhaftet. wiederholt auf. Höll wurde verhaftet. Die Wohnung des Mörders war in einem furchtbaren Zustand. Er hauste wie ein Tier in Dreck und Speck. Die Vorgefundenen Notizen befaßten sich mit grausamer Mißhandlung von Kindern. 166 verschiedene Fälle und Arten von Mord an Kindern waren eingehend beschrieben; verschiedentlich befanden sich Schilderungen darunter, in denen sich Höll selbst als Täter verherrlichte. 30 Sachverständige hatten wochenlang damit zu tun, die Zettelsammlung in normale Schrift zu übertragen. 3944Schreib- maschinenseiten ist dieses Manuskript lang, das zu den furchtbarsten Erzeugnissen eines menschlichen Hirns gehört. Man fand auf diesen Blättern ganze Sammlungen von Adressen und Beschreibungen von Breslauer Kindern, die Höll sorgfältig aus» spioniert hatte. Dutzende von Kindern waren listenmäßig erfaßt und — wahrscheinlich — als Opfer in Aussicht genommen. Die entmenschte Mutter im Verhör. — Ein furchtbares Bild menschlicher Verkommenheit. Die Vernehmung der entmenschten Mutter, der 25jährigen Frau Jünemann in Berlin, die sich, nachdem sie ihre drei kleinen Kinder hilflos in ihrer Wohnung hatte verhungern lassen, selbst der Polizei gestellt hat, enthüllt ein furchtbares Bild menschlicher Verkommenheit. Das Motiv zu der beispiellosen Tat ist in dem selbstsüchtigen Trieb dieser Frau zu suchen, ein ungebundenes Leben führen zu können. Frau Jünemann, die keinerlei Reue zeigt, wird sich wegen Mordes an ihren drei Kindern zu verantworten haben, denn neuerdings hat sich der Zustand ihres Sohnes Bernhard bedeutend verschlechtert, so daß auch er kaum am Leben bleiben dürfte. Nach eigenem Geständnis hat Frau Jünemann durch die NSV. unb bie Wohlfahrtsbehorben für sich unb ihre Kinber stets reichlich genug Barge 1 b unb Naturalien erhalten. Anstatt aber biefes Gelb für ihre Kinber zu verwenben, traf sie sich in einem Caf6 mit Freundinnen unb blieb mit ihnen in leichtsinniger Gesellschaft bis spät in bie Nacht zusammen, wobei sie mehr als 25 Mark für Bier, Schnäpse unb Zigaretten ausgab Nach ihren eigenen Angaben hat sie fast ausschließlich bei einem Freunbe übernachtet. Vom 25. Januar ab hat sie ben Kinbern überhaupt keine Nahrung mehr zukommen lassen. Die Kinber hätten um Nahrung gebettelt, boch hätte sie „zu wenig Zeit" gehabt, sich um sie zu kümmern. Ohne sich burch bas Wimmern irgenbroie rühren zu lassen, ließ sie bie bereits halbverhungerten Kinber hilflos zurück. Als bie Rabenmutter am 31. Januar noch eine Anzahl Lebensmittelgutscheine unb Kohlenkarten von ber NSV. erhielt, gab sie biese in ber Pension, in ber sie übernachtete, in Zahlung. Frau Jünemann gab zu, baß sie ihre Kinber mit Ueberlegung ums Leben bringen wollte. Sie bezeichnete sich als Mörberin unb erklärte, baß sie bie Tat aus Liebe zu einem Mann ausgeführt habe Mord aus Rache. — Aufklärung innerhalb weniger Stunden. An einem Feldweg zwischen Lohe und Kundschütz in der Nähe von Breslau wurden verdächtige B l u t s p u r e n gefunden. Der Oberstaatsanwalt, der Polizeipräsident und die Mordkommission begaben sich sofort an Ort und Stelle und konnten nach kurzer Zeit eine Schleifspur entdecken, die in einen ausgetrockneten Wassergraben führte. Hier fand man eine festgetretene Erddecke, die mit frisch ausgerissenem Gras überdeckt worden war. Nachgrabungen ergaben, daß an dieser Stelle die Leiche eines Mannes vergraben worden war, der durch einen Schuß in den Hinterkopf getötet worden war. Die weiteren Ermittlungen führten zu der Feststellung, daß es sich bei dem Ermordeten um einen 40jährigen Bergassessor a. D. Willibald Fritsch aus Peisketscham (Oberschlesien) handelt. Die Polizei ermittelte noch im Laufe der folgenden Nacht die Täter. Es handelt sich um zwei Männer im Alter von 21 bzw. 24 Jahren mit Namen Hellmuth Kirchhoff und Bernhard P o l o tz e k, beide aus Breslau. Nach stundenlangem Verhör haben die Täter ein Geständnis abgeleat, aus bem sich vorläufig ergab, baß es sich bei ber Morbtat um einen Racheakt hanbelt, bei bem persönliche Beweg- grünbe vorliegen. Schrecklicher Tod eines vierjährigen Kindes. In bem Betrieb eines Metzgermeisters in Wei- benau bei Siegen fiel das vierjährige Töchterchen der Eheleute Langenbach in einem unbewachten Augenblick in eine mit heißem Talg gefüllte Schüssel und erlitt dabei so schwere Brandwunden, daß es einige Stunden später im Krankenhaus Der» ft a r b Versteigerung im Schloß Sybillenort. Als Auftakt zu ber großen Versteigerung im Schloß Siby11enort in Schlesien, bem Besitz bes verstorbenen Königs Friebrich August III. von Sachsen, begann biefer Tage bie Voroesichti- gung. In bem sonst so stillen Park herrschte reges Leben. Im Schloß selbst wirb eine strenge Absperrung burchgeführt. Nur wer in ber Bibliothek 100 Mark als Bietungskaution hinterlegt, barf bie anberen Räume betreten. Stark umlagert ist bas Prunkbett bes Herzogs von Braunschweig. Auch bem großen Speisesaal mit ben Darstellungen aus ber griechischen Mythologie bringt man großes Interesse entgegen. Eine Anzahl von Oegenftänben ist bereits um bas Vier- unb Fünffache bes Taxwertes Überboten. Dies gilt vor allem für einige Gemälbe unb für bie kostbaren Seibentapeten. Auch für bie Vasen unb Stilmöbel zeigt sich lebhaftes Interesse. Auffallenb groß ist auch bas Interesse für die Hofwagen und das Pferdegeschirr. Uebrb gens wirb in Sibyllenort in einigen Wochen noch eine zweite Auktion stattfinben. Hier sollen ein großer Teil ber Einrichtung aus bem Seitenflügel unb vor allem viele Gebrauchsgegenstänbe aus bem großen Schloßhaushalt zum Ausgebot kommen. Schließlich ist auch bamit zu rechnen, baß noch manche Dinge, über beren enbgültige 23er» roenbung bie Erben sich noch nicht entschieben haben, bann gleichfalls zur Versteigerung kommen werben. (Ein Haus unter Schuttrnassen begraben. — Drei Todesopfer. In Christophstal bei Freudenstabt (Württbg.) kamen die gewaltigen Schuttmaffen bes Boschenloches, eines Müll- unb Schuttablabeplatzes an der Straße nach Baiersbronn ins Rutschen. Sie rissen das an ihrem unteren Ranb stehende stäbtische Haus um. Seine brei Bewohner, bie Familie des Forstwartes Georg Roh, würben dabei a e t ö t e t. Das Unglück ist wohl darauf zurückzuführen, baß die Schuttmassen burch bie Schneeschmelze ber letzten Tage unb die fortgesetzten Regenfälle aufgeweicht waren. Felsrutsch in Südafrika. — Fünf Todesopfer. Infolge von Erdstößen im Distrikt Germinston bei Johannisburg, kam es in der Grube „Witwaters- randdeep" zu einem Felsrutfch, bei dem vier Bergleute getötet wurden. In der Grube „Gel- denhuisdeep" wurde ein Bergarbeiter erschlagen, acht weitere wurden verletzt. Drei Schiffbrüchige gerettet. Das Doppelfchrauden-Motorrettungsboot „Bremen" der Station Norderney der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat drei Schiffbrüchige der Motorjalk (Frachtschiff) „Marie", die g e ft r a n = d e t war, gerettet. Trotz schwerer Schneeböen und hoher Grundwasser gelang es der „Bremen", an das von der Brandung umspülte Wrack heranzukommen und die drei Mann starke Besatzung glücklich zu bergen. Die „Marie" war auf der Reise von Wischhafen an der Elbmündung nach Norderney. Belohnte Ehrlichkeit. — 110000 Franken Finderlohn. Die glücklichen Finder der Goldladung, die, wie gemeldet, aus einem englischen Flugzeug der Strecke Paris—London abgestürzt war, sind jetzt von der englischen Versicherungsgesellschaft belohnt worden. Das Ehepaar erhielt 11 0 0 0 0 Francs Finderlohn, jede der bei der Ausgrabung beteiligten Personen außerdem noch 2000 Francs. Der Gemeinde, in der das Gold wiedergefunden worden war, wurden ebenfalls 2000 Francs für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt. Beim Feueranmachen furchtbar verbrannt. Ein gräßlicher U n g l ü ck s f a 11 ereignete sich in der Karmeliterstraße in Speyer. Die dort wohnende 43 Jahre alte Invalidin Juliane S re g e l wollte ben Babeofen anheizen, wobei ihre Schürze Feuer fing. Die Frau ftanb sofort völlig in Flammen. Um Hilfe rufenb, rannte bie Unglückliche, lichterloh brennenb, hinaus in ben Hausflur. Die erste Hilfe leistete ein im gleichen Haus wohnenber Arzt, ber bie Flammen mit einer Sofabecke erstickte. Die Verunglückte hatte jeboch schon so schwere Verbrennungen am ganzen Körper erlitten, baß sie in hoffnungslosem Zustanbe in bas Krankenhaus eingeliefert würbe. Verhängnisvolles Spiel mit Dynamit. — Drei Kinder tot und das Haus in Flammen. Ein furchtbares Unglück ereignete sich in dem Hause eines Bergarbeiters in der Gemeinde Dersida bei Klausenburg (Siebenbürgen). Die drei Kinder des Bergarbeiters, die allein im Hause zurückgeblieben waren, fanden beim Spiel in einer Rocktasche ihres Vaters eine Dynamitpatrone und warfen sie, nachdem sie damit gespielt hatten, in das H e r d f e u e r. Die Folgen waren furchtbar. Das Haus flog buchstäblich in die Luft. Die Körper der drei Kinder wurden in tausend Fetzen zerrissen. Mit Mühe gelang es den Dorfbewohnern, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Als die Eltern zurückkamen, fanden sie nur noch die rauchenden Trümmer ihres Hauses und einige verkohlte Kleiderfetzen von ihren Kindern vor. Die Mutter erlitt einen Wahnsinnsanfall und mußte ins Irrenhaus gebracht werden. Generalleutnant a. D. Eberhard Graf v. Schmetlow f. Generalleutnant a. D. Eberhard Graf von S ch m e t t o w , Ritter des Ordens pour le merite, ist in Görlitz, wo er im Ruhestand lebte, im 74. Lebensjahre gestorben. Gras Schmettow, der 1902 von dem ehemaligen Kaiser zum diensttuenden Flügeladjutanten ernannt worden war, führte bei Beginn des Krieges in der Armee Mackensen die 9. Kavallerie-Division, später die 95. Infanterie- Division unb zuletzt bas Generalkommanbo 65. Be- sonbers ausgezeichnet hat sich Graf Schmettow im rumänischen Felbzug. Die Deutsche Morgenfeier der HI. verschoben. Die zunächst für ben 10. Februar vorgesehene Reichssenbung ber Hitler-Jugenb „Deutsche Morgenfeier" würbe auf Sonntag, ben 24. Februar, 9 bis 10 Uhr vormittags, verlegt. Im Mittelpunkt ber Morgenfeier steht eine Ansprache bes Reichsministers R. Walther Darre. Ferner gelangt eine Kantate bes jungen Dichters Wolfram Brockmeier, mit ber Musik von Heinrich S p i 11 a, zur Aufführung. Die Lohntüte aus Versehen ins Feuer geworfen. Einen schweren Verlust erlitt eine Familie in Wissen an ber Sieg. Als ein Sohn bie Lohntüte mit einem 50-Mark-Schein auf ben Tisch legte und bie Hausfrau für einige Zeit bas Zimmer verließ, warf eine Tochter in ber Annahme, baß bie Lohntüte leer sei, biese ins Feuer. Kurze Zeit später fragte bie Hausfrau, bie in bebürftigen Verhältnissen lebt, nach bem Gelbe, unb zu ihrer größten Bestürzung mußte sie feststellen, baß bie Lohntüte mit bem Gelbbetrag von ben Flammen verzehrt worben war. Bulgarisches Grbirgsstädtchen im Schnee begraben. Das im Rhobope-Gebirge gelegene Gebirgsstäbt» chen Kaschmakli ist burch bie schweren Schneestürme ber letzten Tage vollkommen von ber Außenwelt abgeschnitten. Die einzige Zugangsstraße ist burch Schneewehen, bie stellenweise haushoch finb, voll- stänbig versperrt. Große Truppenkommanbos, bie zur Freilegung ber Straße entfanbt würben, haben bei bem anhaltenben Schneesturm mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen. Nach ben letzten Nachrichten befinbet sich die Bevölkerung ber bebrängten Stabt in großer Unruhe, ba sich bereits ein emp» sinblicher Mangel an Lebensrnitteln bemerkbar macht. Die Behörben haben Vorsorge getroffen, baß nach Wieberherstellung bes Verkehrs sofort große Nahrungsmittelbestänbe für bie Stabt zur Verfügung stehen. Einige mit Skiern ausgerüstete Hilfskolon» Lawinenstürze fordern immer neue Todesopfer Lager in Weilburg an der Lahn tirfoff" krinnerungszeichen einer großen Zeit Gießen, Marburg, Buenos - Aires, Hofgeismar, den 6. Februar 1935. Im Beiprogramm: 720 A 727 D Torfmull stets aut Lager. Picket, Sommer- Marineverein Giefeen e.V. Ruf Bedingung, Diskretion.Ausf. Versammlung Zuschr.b.m.Bild u.722Da.d.G.A. Die chaft Q Küstenfahrt in der Adria Kulturfilm — und Ufa-To n - Woche TO£3.@ -ieitag, 8. Febi Dorische Abt, Ireffpunft: Sllti Sin treuer £e ien la- Unser geliebter treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet am Samstag, 9. Februar, vormittags 11% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. wross. usw entf. u. Gar f. immer. Frau B. Gulden Svreüist.Freltag Gießen, Binden- bnrgwail 15. 9—7 Uhr durchgehend. Staatswiissenschaftliche Fach - der Ludwigsuniversität Gie- Ebenfalls im Großglocknergebiet wurde der Skiläufer Christof Perchtold aus Mörtschach bei Heiligenblut von einer Lawine verschüttet. Perchtold wurde jetzt als Leiche geborgen. Studenten u. Junffakademiker f. d. Werbung auf „Atlantis“ u. „Deutsche Rundschau für Süddeutschland in Ver- lagsgruppe sof. gesucht. Höchste Provision u. Fahrgeld werd. bez. Einarb. erl. durch ält. Mitarbeiter, dadurch sofort. Verdienst. Herren die sofort ab fahren können, bewerb. sich unt. 705D a. d. Gieß. Anz Bei dem der Firma Krupp in Essen gehörige Magnesitwerk im Zillertal wurde durch eine L. wine eine Materialhütte weggerissen. Em Arbeiter kam in den Schneemassen um. Die Bergungsarbeiten mußten wegen weiterer Lawinengefahr einge- Freitag, 8. 2. 35 Hess. Hof, 20 Uhr StflNtW Gießen, eteo Freit., 8. Febr., 20 bis 23 Uhrr 18.Freif.»Abonn. Overettenyreise. Der goldene Pterrot. Operette in 8 Bildern, Musik vonW.W.Goetze Wetterbericht des Reichswellerdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Durch die rasche Verlagerung des gestern noch über Frankreich liegenden Teilwirbels nach dem Mittelmeer hat die schon im Gange befindliche Zufuhr trockener Polarluft nach Mitteleuropa eine Beschleunigung erfahren. Dabei trat auch bei uns in der Nacht zum Donnerstag mit kräftigen nördlichen Winden Aufheiterung und Frost ein. Ein stärkeres Uebergreifen der über dem Nordmeer erneut in Gang gekommenen lebhaften Wirbeltätigkeit zu uns wird vorerst durch den sich von den Azoren bis nach Nordskandinavien erstreckenden Hochdruckwirbel verhindert. Aussichten für Freitag: Heiter bis bewölkt, nachts stärkerer Frost, Mittagstemperaturen bei oder etwas über Null, nördliche bis östliche Winde. Aussichten für Samstag: Zunächst noch Fortdauer der vielfach heiteren Witterung mit starken nächtlichen Frösten. Lufttemperaturen am 6. Februar: mittags 4,3 Grad Celsius, abends —1,1 Grad , am 7. Februar: morgens —4,6 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum — 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Februar: abends 2 Grad; am 7. Februar: morgens 1,6 Grad. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Heiter —11 Grad, 58 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verweht, Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Leichter Schneefall, — 12 Grach 58 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Sauerland. Winterberg: Schneefall, — 11 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald: Feldberg: Schneefall, —7 Grad, 175 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Harz: Schierke: Bewölkt, —11 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen: Garmisch - Partenkirchen: Schneefall, — 6 Grad, 31 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Feinste Fischfilets Pfund von 40 Pf. an KochHiche, Grüne Heringe Heilbutt, Schollen Fluß-Backfische Fischhaus „Cuxhaven Marktstr. 23 U7a Tel.2417 neu, die in Körben Nahrungsmittel mitführen und auf Umwegen in die Stadt vorzudringen versuchten, mußten unverrichteter Dinge wieder umkehren. OerToddervierReichswehr-Skifahrer Die vier vermißten Reichswehr-Skifahrer sind, wie bereits gemeldet, in der Nähe des Krottenkopfhauses unweit Garmisch t o t aufgefunden worden. Da die Leichen in nächster Nähe des Hauses lagen, ist anzunehmen, daß der Tod durch Erschöpfung eingetreten ist. Die Leichen wurden nach mühevoller Bergungsarbeit in die Leichenhalle Partenkirchen übergeführt. Nur einer der.Reichswehrsoldaten wies eine Verletzung, und Koar im Gesicht, auf. An der Bergung beteiligte sich eine Reichswehrpatrouille mit 14 Mann sowie 10 Mann der Alpinen Rettungsstelle Partenkirchen und der Bergwacht München. Der bayerische Staatsminister Hermann Esser hat in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Deutschen Bergwacht dem General Adam, Befehlshaber km Wehrkreis 7, das aufrichtige Beileid zu dem schweren Verlust ausgesprochen, der die deutsche Reichswehr durch das furchtbare Unglück am Krottenkopf betroffen hat. Äeichsv. °m D.Vamneister Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Kameraden von dem Ableben unseres Ehrenvorsitzenden Georg Hebstreit in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Samstag, vormittags 11V, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt — Beteiligung der Kameraden ist Ehrenpflicht. Blauer Anzug mit Mütze. Der Vereinsführer. ________________728 D Radio Tclefunkcn-Netz- anschluß-^lp parat mitLautsprecher, fast neu, billig zu verkaufen. 04?3 Hitlcrwall 43 I. - r I Ä.s > deren p „£ Don«1»11 •w ho« iiinßPf* Herr Lehrer ks Aufsatzes „T kf „Heimat im dieser Tage kser des Gießei ^bert Schmid Verbundenheit r Brief, über den n ris der Empfänge Hen hier mitte "••• Als ich d J>m Donnerstag, Mn Namea ab hier aus dar er Burg Gleibe «ilonreter der fy Mgl, wenn nii * ein 6tüi poöten Sie sich Dressieren, und 185 mit Freuder Georg Hebstreit Bierverleger wurde heute im 75. Lebensjahre aus einem arbeitsreichen, gesegneten Leben in die Ewigkeit abgerufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Louis Hebstreit und Frau Ernst Hebstreit und Frau Georg Hebstreit und Frau Fritz Pabst 6 Enkel und 1 Urenkel. ßen hielt in der Zeit vom 25. bis 28. Januar in Weilburg ■ein Lager ab. Es war — so berichtet man uns — das erste Mal, daß von einer Fachschaft aus der Gedanke des „Konviviums" aufgegriffen wurde und Dozenten und Studenten ein paar Taae lang zusammenlebten, ohne zu ausschließlich wissenschaftlicher Arbeit zusammengekommen zu sein. So stand das Fachschaftslager von vornherein auf einer anderen Grundlage, als das Außenseminar von Lauterbach im vergangenen Sommer, das nur landschaftlicher Forschungsarbeit diente. Wird das Außenseminar erst durchgeführt, wenn das Untersuchungsobjekt eingehend durchforscht und in Referaten und Diskussionen den Seminarteilnehmern nahegebracht worden ist, so setzt das Fachschaftslager diese Vorarbeit in keiner Weise voraus. Es wird ohne große wissenschaftliche Vorbereitung in der Landschaft bezogen; eine kleine Stadt, ein größeres Dorf, der Sitz einer benachbarten Hoch- schule (wie in Weilburg) geben den Lagerort ab. Vertreter der Behörden, der Wirtschaft, Wanner. die das geistige und kulturelle Leben derart kleiner Städte und Gemeinden bestimmen, führen in das Verstehen- und Kennenlernen der Landschaft ein, vesichtigungen ergänzen die Vorträge, an die sich fast immer rege Aussprachen schließen. Der Geselligkeit mit den Gastgebern gehört dazu ein großer Teil der Zeit, ist es doch vornehmster Zweck des Lagers, die Landschaft 350 CCffl ». steuerfrei, neuro. 200 ccm DKW. Schtittoff mit elektr. Licht, preiswert zu verkaufen. 0478 W. Appel Kaiserauee 49 Telefon 4067. F her vearu Visff »ich verknüpft wen vor ollem Sinnen unserem neue' unseren Leser eine dankbar r Spannung WZW Der für Montag, nine Mtrag vo M „BaufinanZlei iljema im Laufe < krochen wurde Die Mitglieder Mage über tiing Deritscht Äch-morphologch ,.tz vom Kanzler t Itzmmel, am 1 015 Uhr im Teo »g* ?B' f« Bontag, 25. Febrr l Der nächste N ^hopfeld statt. ' baurat Cellar Inen, Fernstr Programm d Aste sind W I An die W bis einschiietzlich ■ innert. Postscheci ,/ Giehen). lies Zimtes I SUa Anzeigen-Attiengesellschast E'ohme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen Gketzen / SEuMvatze Z vom Menschen her und durch ihn kennen zu lernen und zu erleben. Diese Aufgaben sah das Weilburger Lager vor sich. Weilburg war als Lagerort gewählt worden, einmal, weil Verbindung zur dortigen Hochschule für Lehrerbildung gesucht werden sollte, und weil zum andern die Wissenschaftliche Akademikerhi.lfe die vorhandenen wirtschaftlichen Fragen bereits untersucht hatte und ihre Mitglieder geschlossen beim Lager eingesetzt werden konnten. Am Freitagabend vereinigten sich die Lagerteilnehmer, rund 40 Mann, Dozenten und Studenten, mit einem Teil der Dozenten der Hochschule für Lehrerbildung und den Kameradschaftsführern der Studentenschaft zu einem geselligen Abend. In wenigen Reden wurde die Zielsetzung des Lagers umrissen und die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von beiden Seiten betont; sie blieb nicht nur Redensart, und wir haben den festen Willen, die Fäden, die sich angesponnen haben, weiterzusühren und den Kameraden der Weilburger Hochschule bei besonderer Gelegenheit in Gießen ein Bild unseres Lebens und unserer Arbeit zu zeigen. Es war ein erfreulicher Erfolg, daß froh der Verschiedenartigkeit der beiden Hochschulen und der Erziehung wie der Aufgaben die junge Mannschaft sich sehr bald zusammenfand und den Abend zu einem geschlossenen und festen Bild formte. Das Erlebnis dieser Geschlossenheit bestimmte die folgenden Tage. In der ganzen Schweiz haben sich in allen Berggegenden infolge des starken Schneefalles, auf welche Föhn und Regen folgten, Lawinen losgelöst. Es sind sieben Todesopfer zu beklagen. Die Unglücksfälle ereigneten sich bei Les Avants am Genfer See, im Berner Oberland und im Kanton Graubünden. Die tieferen Lagen sind schneefrei geworden. In den höheren Lagen liegt der Schnee in großen Massen. Es gibt Fälle, wo d i e Schneehöhe 3 bis 4 Meter beträgt. In St. Antonien im Prättigau (Kanton Graubünden) ereignete sich ein schweres L amt nen - Unglück. Vom Kühnihorn löste sich plötzlich eine mächtige Lawine, die zwei Wohnhäuser und einen Stall vollkommen verschüttete. Dabei kamen sieben Personen ums Leben. Der Kurort Davos war eine Zeitlang von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Die Schneehöhe beträgt in Davos 2,5 Meter. In den einzelnen Hütten des Parsenn-Gebietes befinden sich noch zahlreiche Skiläufer, die die Talfahrt nicht antreten können, da sie mit größter Lebensgefahr verbunden wäre. Die Hütten sind aber lawinensicher und mit Proviant genügend ausgerüstet. Eine Bergungskolonne der Alpinen Rettungsstelle, die fid) im Großglocknergebiet auf die Suche nach der Leiche eines verschütteten Knechtes begeben hat, ist bis jetzt nicht zurückgekehrt und man befürchtet, daß ihr in dem Gebiet, in dem ununterbrochen Lawinen niedergehen, etwas zugestoßen ist. Im Bezirk Gmunden wurde ein 60jäh- riger verheirateter Schleusenwärter der Oberösterreichischen Kraftwerke von einer Lawine getötet. stellt werden. Aus Vorarlberg liegen folgende Meldungen vor: In Gargellen riß eine Lawine zwei Häuser mit. In einem der Häuser befanden sich sieben Mitglieder einer Familie des Textilfabrikanten H e u ß. Vier Personen wurden getötet, die fünfte wird noch vermißt. Alle Männer im Walsertal sind aufgeboten worden, um in die entlegenen Gehöfte Wege zu bahnen. Die Lebensrnittel sind z. T. sehr knapp, und Nachschub ist nur auf Skiern und unter Lebensgefahr möglich. Bei Hohenems wurde ein Skifahrer von einer Lawine getötet. Die Nachforschungen nach den drei bei Winterthur vermißten Schülern wurden wieder ausgenommen. Dabei fand man an einem Hang eine Leiche, die ohne Schneeschuhe war. Eine zweite Leiche wurde als die des Schülers Fridolin Störri identifiziert. Von dem dritten Schüler fehlt noch jede Spur. In Unterwasser (Poggenburg) wurden drei jugendliche Skifahrer, die eine Tour in das Gebiet des Churfirsten unternommen hatten, vermißt. Zwei von ihnen hat man jetzt erfroren aufgefunden. Verschiedene?] Masken-Kostüme zu verleihen. 047? Liebigstr. 21 H. Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Oberinsvektor in fest. Stellung (Autv)Rbeinlän- ber, Mitte 30, ev. sucht d. Bekanntschaft ein. jungen Darnezro.Heirat. Berrnög.nicht erforderlich. Guter Kirchengl >»rchenchs ^lten für Q 'Wr , C* ^°nd SW leitete, »u ^enboi Ä [ein 5 tz? .^schick iS-» Emesan, KV Ä’ Ä Wfl ä cl,l frsfc ■ SÄr« «Ab Sr Der Deutsche Gemeindetag hat tm Einvernehmen mit dem Reichsministcrium für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichssührung des Winterhilsswerks des deutschen Volkes alle Gemeinden und Gemeindeoerbände ausgesordert, sich an einer Sondermaßnahme des Winterhilfswerks zu beteiligen. Die oben abgebildete Mustertasel zeigt einen aus Mosaiksteinen zusammengesetzten Adlerschild, der in Form einer Nagelung von den Spendern zusammengesetzt wird. Jeder Stern hilft Not lindern. mir den s. Trechsler Sleinsl.7ZLel.358l Prima Eichen - Brennholz bei Abnahme v. 20 Zentner, pro Zentner 35 Pf. ab Laaer. 726d ^Öellböfcc Marb. Straße 24 V I ^Rheinischer Rotkohl (Rotkraut). Für 4 Personen. Den Kohl feinhobeln und mit Salz und Essig vermengen. Die feingehackte 2 Pfund Rotkohl, je ein Eßlöffel Salz und Essig, 1 Zwiebel, 3 Eß- Zwiebel im Fett dünsten, den Rotkohl, die Fleischbrühe, die in Scheiben geschnit» löffel Fett,'/, l Fleischbrühe aus 2 Maggi s Fleischbrühwürfeln, 2 Äpfel, tenen Äpfel und alle Gewürze dazugeben. Gut weichkochen, mit dem Kartoffel» 2 Gewürzkörner, 2 Nelken, etwas Zucker, 2 Teelöffel Kartoffelmehl, mehl leicht binden und abschmecken. ■ Lichtspielhaus Gießen Heute Donnerstag ein spannender Grofifilm: Abenteuer eines jungen Herrn in Polen mit Gustav Fröhlich I Olga Tschechowa / Maria Andergast Gustav Fröhlich ist eine Ueber- raschung in diesem Film — so I sahen Sie ihn nie: als Österreich, und als russischen Offizier und I schließlich sogar als poln. .. — nein wir verraten es nicht a.läst.Haare,Le> Kunstdünger ffSÄ Am Samstag berichtete die Wissenschaft, liche Akademikerhilfe über ihre Arbeit und brachte das Lahngebiet den Lagerteilnehmern nahe. So wurde eingehend referiert über die Geologie der Lahnmulde und ihre Bodenschätze, das Verkehrswesen im Lahngebiet, die Industrie, die sozialpoli. tischen Verhältnisse und über die Land- und Forstwirtschaft. Die Hochschule für Lehrerbildung hatte zwei Referate gestellt, ein historisches über den Kreis Weilburg und das ehemalige Herzogtum Nassau, ein weiteres über die Landwirtschaft und bäuerliche Kultur im Taunus, das der Dirck- tor der Landwirtschaftlichen Schule erstattete. Da. zwischen lagen Führungen durch das Schloß und das recht reichhaltige Heimatmuseum. Der Sonntag trennte das Lager; ein Teil man« berte über die Lahnberge nach Runkel und spürte die Schönheiten des alten, verträumten Städtchens und seiner trutzigen Burg auf. Die WAH. verbrachte den Tag mit dem Besuch der Eisenerzstollen, Kalk- steinbrüche, Kalköfen, Verladeanlagen an der Lahn und im Kerkerbachtal. Am Montag wurde das Lager beschlossen durch den Besuch der Villmarer Marmorbrüche und -schleifereien durch eine kleine Gruppe und einen längeren Aufenthalt in der alten Bischofsstab Limburg. Das war — rein äußerlich gesehen — das Lager in Weilburg. Es wurden keine überwältigenden wissenschaftlichen Erkenntnisse erarbeitet, keine tief« I gründigen Probleme in langen Gesprächen zerglie« dert, es gab keine ermüdenden Besichtigungen gro. ! ßer Industriewerke. Wir ließen den stillen Zauber | der kleinen nassauischen Residenzstadt auf uns wirken, empfanden beim Gang 'durch das alte Schloß und den Park noch einmal den Stolz und die behäbige Gediegenheit der nassauischen Herzöge und freuten uns der Herbheit der verschneiten Berge, zwischen denen sich ruhig und fachlich die Lahn hinzog. lieber allem Zusammenleben und Zusammenarbeiten lag, für jeden von uns fühlbar, jener Geist der Kameradschaft und des Zusammenstehen müssens, der immer unsere Arbeit zeichnete und machte auch dieses Gemeinschaftsleben zu einem weiteren Stein im Bau, qn dem schon unzählige Fachschaftsgenerationen geschafft haben. Und wenn es auch nicht am Ende der Lagertage als Lied der Lagermannschaft stand — es mag doch als letztes Wort zum Lager gelten und in sich allen Ernst und alle Fröhlichkeit einschließen, die uns die vier Tage in der Stadt Wilhelm Heinrich Riehls jj schenkten: Und kommen wir wieder zusammen Auf wechselnder Lebensbahn Dann knüpfen ans fröhliche Ende Den fröhlichen Anfang wir an ... Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. MWUKMNWV - I <|f 7 - j - * z\ ., f ' HF 140 s < ^K-x ' ' , , •xBF ' / . - *...........- .......... yy ■ ■•'*. MLüM > HW ■ ' < * 1r rn» 'ffi- ■en. 3e- )er iifl- itf- ib- ,16- I b - in ng raß- Lhtet «enb »frei bie ürf- ifen ^erbe- )fig- its« er« Er- und Er- ung ung jter unb Be- bie qög- •ral- jnn- ,irb, Ge- PK. in eile mch i'jnb «ein ,'inb ten yeit en. • 3U= ige ber n - »ier iitze mb :er= um der M ür.32 Zweiter Blaff ntnen Gießener Anzeiger | vom Donnerstag, den 13. Dezember erhielt und sah Zeilen hier mitteilen wollen: „... Als ich bie Beilage zum Im Lange. ) W. Langt, öen übrigen Hans Seif, ?n: Theodor nb Verlag: in diesem Jahre ihr 50jähriaes Bestehen feiern. Dekan Sattler verlas ein Ausschreiben des Herrn Landesbischofs betr. bas Gedächtnis von Schütz, Aach und Händel, deren 250. bzw. 350. Geburtstag sich 1935 jährt. Soweit möglich, ist bei der A^ahl der zu singenden Chöre darauf Rücksicht genommen. In einem kurzen Wort soll auch dieser grüßen Söhne unseres Volkes gedacht werben. Neun ^höre sollen sich in Beuern beteiligen: Allendorf (Lahn), Allendorf (Lba.), Gießen (Gesamtgemeinde nnd Luthergemeinde), Alten-Buseck, Großen-Buseck, Heuchelheim, Klein-Linden (Gemischter Chor und Frauenchor), Beuern unb aus dem Dekanat Grün- berq noch Londorf; in Burkhardsfelden: Ließen (Petrusgemeinde), Großen-Linden, Hausen, Leihgestern, Oppenrod, Steinbach, Watzenborn- Steinberg, Burkhardsfelden und aus dem Dekanat Hungen:' Lich. Eine Reihe aktueller Gegenstände wurde noch verhandelt. wre-Lk Ruttel* MbA ommes w e"»' jnnoir' Gulde« ,vieitn BiDieB 15. H aei>eD' agertage als nag boch a!$ n sich allen die uns nnch Riehlz Aus der Provinzialhauptstadt Linser neuer ZRommt 'ich 25 Pf. Pf. mehr, gs 15 Ihren Namen als den Einsender, möchte ich Ihnen von hier aus danken, für die herrliche Beschreibung der Burg Gleiberg, so sehen <5ie, wieviele Tausend Kilometer der Heimat fern einem das Herz freudig schlägt, wenn man Jahre der Heimat fern ist unb wieder ein Stückchen Heimat so vor Augen hat. Sollten Sie sich für irgend etwas aus Amerika interessieren, und ich behilflich sein kann, so will ich das mit Freuden tun .. Das Oekanats- Kirchengesangvereinsfest -1935 r d°- ßaq> I rein« U K.™ ä'rsM WUllgen qrJ rn wJ uns wiiJ |°Ite Schlei luirb die d fy^öge linjl tft Nu r die Lod |ulQoimen. Idar, jener |ufammen. Peif reich, pfisleben an bem n geschasst Kt'j1, Keth y' I® IS Iw yS s\ ^uche 2 ein. Die Kirchenchöre des Evangelischen Dekanats Gießen hatten für gestern nachmittag ihre Vorsitzenden unb Chorleiter zu einer Sitzung im Restaurant Hindenburg entsandt, die der vom Dekanat neu bestimmte Vertrauensmann Pfarrer Weisel (Heuchelheim) leitete. Er gedachte mit herzlichem Dank des langjährigen Vertrauensmanns Pfarrer S t a u - b a ch (Watzenborn-Steinberg), der aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niederlegen mußte, das er mit großem Geschick und mit schönen Erfolgen lange Jahre geführt. Sein Gruß galt auch Dekan Sattler (Wieseck), der in der Aussprache die Versicherung gab, daß er ber Sache der Kirchenchöre stets seine Förderung zuteil lassen werde. Hauptgegenstand der Verhandlungen roar ~bas diesjährige Dekanatskirchengesangvereinsfest, das am herkömmlichen Sonntag vor Pfingsten wieder in zwei Gemeinden stattfinden soll, und zwar in Beuern unb in Burkhardsfelden. Die dortigen Chöre können in diesem Jahre ihr 50jähriges Bestehen feiern. Dekan Sattler verlas ein Ausschreiben des Herrn 23on Mothilde von Stegmann i und ist das jüngste, erst vor kurzem vollendete Werk der Verfasserin, die mit ihren früheren Arbeiten — wir erinnern nur an die Romane „Weißt du, was i Liebe ist?" und „Was mein einst war" — über- ! zeugend bewiesen hat, was sie zu leisten und wie sie ihr Publikum zu fesseln vermag. Diesmal bringen | wir von der beliebten Verfasserin einen Kriminal- ] roman von ähnlicher Art wie „Das Geheimnis um ! Cva" von Rainer Felden, eine unserer erfolgreichsten Erzählungen der letzten Zeit. Von beson- | berem Reiz aber dürfte es sein, baß die Krirninal- j Handlung, die sich ganz außerhalb ber längst ge° j wohnten Bahnen bewegt, hier mit ^iner Liebesgeschichte verknüpft ist, welche in ihrer Zartheit bie Herzen vor allem der weiblichen Leserschaft sofort gewinnen wird. So dürfen wir überzeugt fein, auch I mit unserem neuen Roman Ehre einzulegen und allen unseren Lesern und Leserinnen in Stadt unb Land eine dankbar begrüßte, von Tag zu Tag mit höchster Spannung erwartete Lektüre zu bieten. TlGBDT. (früher KOAL.) Der für Montag, 11. Februar, in Aussicht genommene Vortrag von Herrn Architekt Nicolaus über „Baufinanzierungen" fällt aus, da über dieses Thema im Laufe des Winters schon wiederholt gesprochen wurde 1 Die Mitglieder des NSBDT. werden zu dem ? Vortrage über „Phosphorsäureversor- 9 u n g Deutschlands" der „Geologisch-mineralogisch-morphologischen Arbeitsgemeinschaft", gehalten vom Kanzler der Universität Pg. Professor Dr. Hummel, am Montag, 11. Februar, nachmittags 18.15 Uhr im Geologischen Institut der Universität, Braugasse 7 B, freundlichst eingeladen. Montag, 25. Februar, abends 8% Uhr im Hotel Der nächste Vortrag des NSBDT. findet am Hopfe 1 d statt. Es spricht Herr Prooinzial-Ober- baurat (E e 11 a r i u s über „R e i ch s a u t o b a h - neu, Fern st raße und das Straßenbauprogramm der Provinz Ob er Hess en". Gäste sind herzlich willkommen. An die Bezahlung der Mitgliederbeiträge (noch bis einschließlich März 1934 zu entrichten) wird erinnert. Postscheckkonto 6469 Frankfurt a. M., KDAJ. Gießen). Der Kreisamtsleiter des Amtes für Technik und des NSBDT. Gez.: Kurz. NSL8. Geschichtliche Fachschaft Freitag, 8. Februar, 17 Uhr, Führung durch die prähistorische Abteilung des Museums. Treffpunkt: Altes Schloß. Ein treuer Leser der „He'mat im Bild" in Amerika Herr Lehrer Praß in Krofdorf, der Verfasser des Aufsatzes „Trinksprüche auf Burg Gleiberg" in der „Heimat im Bild" vom 13. Dezember 1934, erhielt dieser Tage von einem Landsmann und treuen Leser des Gießener Anzeigers in Amerika, Herrn Albert Schmidt in Neuyork, einen von echter Verbundenheit mit der alten Heimat zeugenden Brief, über den wir uns nicht weniger gefreut haben als der Empfänger, und aus dem wir die folgenden Nachdem wir den Abdruck des Romans „Was soll $ denn mit einem Auto?" von Käthe Metzner in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heutigen Nummer unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir einen besonders starken Erfolg er» inarten dürfen. Handelt es sich doch darum, die Be- |i ,'mintschaft mit einer unserer beliebtesten Autorinnen zu erneuern, deren früher bei uns erschienene Ro- ; inane sich stets als ausgesprochene Haupttreffer er- | wiesen haben und an Spannung und Lebendigkeit Rper Schilderung kaum zu überbieten waren. Unser ! «neuer Roman heißt: velma lächelt" Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 7. Februar 1935 Vornotizen. — lagesfalenber für Donnerstag: 17 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Stickerei- und Spitzen-Werkfchau" durch Ministerialrat Ringshausen im Turmhaus am Brandplatz. Reichsbund Volkstum und Heimat 20.15 Uhr Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Funk über „den deutschen Wald" in der Aula'des Gymnasiums, bei dem auch Ministerialrat Ringshausen sprechen wird. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Abenteuer eines jungen Herrn in Polen". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Pat und Patachon schlagen sich durch". Deutsche Himalaja-Expedition 1934 um 20 Uhr in der Neuen Aula Lichtbildervortrag von Willi Schneider. Deutsche Kolonialausstellung 15 bis 21 Uhr im Einhorn. Frühjahrs - Modenschau um 16.30 Uhr im Stadt-Cafe. — D e r Obst- und Gartenbauverein Gießen lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu der Vorführung eines Obstbaufilms und zu der Hauptversammlung mit Vortrag ein. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. Znnggeflügelaktion 1935. Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat im Rahmen der Erzeugungsschlacht eine Aktion zur Beschaffung von Junggeflügel eingeleitet, um die Eiererzeugung, die zu 80 v. H. in den Händen der bäuerlichen Hühnerhaltung liegt, mehr als bisher dem Bedarf des deutschen Volkes anzupassen. Die Voraussetzungen hierfür sind durch die Regelung des Eiermarktes geschaffen worden. Die Unordnung am Eiermarkt in früheren Jahren und die unzulänglichen Erzeugerpreise für Eier hatten zu einer Ueberalterung der Hühnerbestände in den bäuerlichen Betrieben geführt. Im Herbst und Winter mußte daher der Eierbedarf, soweit durch Vorratwirtschaft kein Ausgleich geschaffen werden konnte, vorwiegend durch Einfuhr aus dem Auslande gedeckt werden, weil ein legefähiger Junghennenbestanb nicht in genügendem Maße vorhanden ist. Deshalb soll vorbildlichen bäuerlichen und landwirtschaftlichen Betrieben, die eine Gewähr für sachgemäße Aufzucht, Haltung und Pflege des Geflügels bieten, die Beschaffung hochwertiger Legehennen erleichtert werden. Zu diesem Zweck hat der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft 450 000 Mark zur Verfügung gestellt, um den Bezug von Eintagskücken und Junghennen aus anerkannten Geflügelzuchtbetrieben zu verbilligen. Die Maßnahmen sollen vom Reichsnährstand durchgeführt werden. Anträge sind bei der Hauptabteilung II der einzelnen Landesbauernschaften einzureichen. Bei einem Anschaffungspreis von durchschnittlich 60 Pfennig je Eintagskücken (und von 2,80 Mark je Junghenne) wird im Höchstfälle ein Verbilligungszuschuß von 20 Pfennig für das Eintagskücken (und 60 Pfennig für die Junghenne) gewährt. Die Verbilligung wird nur für Tiere gewährt, die bis zum 15. Mai 1935 geschlüpft sind. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 7. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, frische Landeier 11 bis 13, ausländische 10 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 25 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Suppenhühner 75 bis 90, Enten 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60 Pf., Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf ** Das Oberhessische Schwurgericht wird am 12. und 13. Februar in Gießen tagen. Am 12. Februar steht eine Anklage wegen Meineids gegen Personen aus Bad-Nauheim auf dem Arbeitsplan, am 13. Februar soll gegen einen Angeklagten aus Friedberg wegen Totschlagversuchs verhandelt werden. ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen 7. Februar kann der Schneider Heinrich Jost, Steinstraße 75 wohnhaft, auf eine fünfundzwanzigjährige Tätigkeit bei der $irma Herrenbekleidungshaus GmbH, in Gießen, Schulstraße 2, zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich bei seinen Vorgesetzten und bei seinen Arbeitskameraden allgemeiner Beliebtheit. ** E i n Motorradunfall ereignete sich gestern gegen 18 Uhr in der Nähe der Öchsenwiese bei Annerod. Dort kamen zwei Motorradler aus Gießen mit ihrer Maschine, als sie ein Fahrrad streiften, so schwer zum Sturz, daß der Lenker des Motorrads erhebliche Beinverletzungen erlitt, während fein Soziussahrer Kopfverletzungen davontrug. Beide mußten von der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ** Unfall bei der Arbeit. Der 45jährige Rangierer Karl Schuhmann von Lützellinden stürzte gestern im hiesigen Bahnhof von einem Packwagen ab und erlitt dabei innere Verletzungen, die seine sofortige Ueberfübrung durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik notwendig machten. Glücklicherweise sind die Verletzungen nicht lebensgefährlicher Natur. Schöffengericht (Hießen. Der W. W. und der L. Sch., beide aus Ober- Rosbach, hatten sich gestern wegen Beleidigung eines politischen Leiters zu verantworten. Beide sollten dem politischen Leiter unsoziales Verhalten zum Vorwurf gemacht haben. Während Sch. frei- gesprochen wurde, erkannte das Gericht gegen W. auf eine Geldstrafe von 80 Mark. Außerdem wurde dem Beleidigten die Befugnis zur öffentlichen Bekanntgabe am Gemeindehaus zugesprochen. Geometer unb Landvermessungsgehilfen bei der Arbeit. — Bei Steinbach und Albach: (Eine 1200 m lange und 30 m breite Schlucht ist in den Wald gehauen. Der Verlauf der Reichsautobahn in Oberhessen. Das Bild zeigt einen der neuen Höhen-Festpunkte. Der Geometer am Theodoliten. \ TViedowg » ? JcA'fcoA arhenieid; diese Weise führt die Strecke nur durch wenig Ackerland und in der Hauptsache durch Wald. Einer weiteren angestrebten Verlegung an der Gemarkungsgrenze Reiskirchen — Bersrod konnte aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht entsprochen werden. Der endgültige Verlauf bei Reiskirchen ist nun folgender: Aus der Gemarkung Oppenrod kommend, durch den Distrikt Schlieberg, wendet sich die Bahn im Bogen nach Osten auf den Reitzberg zu, geht dann von hier aus in gerader Strecke über die Hardt und läßt den Walpersberg südlich liegen. Hier geht die Streckenführung in das Bersröder Feld über. Zur Zeit find im „Schlieberg" rund 30 Holzhauer damit beschäftigt, einen etwa 30 Meter breiten Streifen Wald abzutreiben. Das abfallende Holz soll, da der Schlieberg zu den besten Beständen der Gemeinde zählt, in erster Linie als Nutz- und Werkholz verkauft werden. Die Landmesser bewegen sich zur Zeit schon tm Raume zwischen Lumda und B e r n s f e l b. Bis bahin ist bie Strecke auch bereits fixiert unb nach ben oerschiebenen geometrischen Gesichtspunkten festgelegt. Wann ber Bau ber Autobahn selbst begonnen werben kann, steht zur Zeit noch nicht enbgül- tig fest. Nachbem wir schon in unserer Nr. 263 vom 9. November v. Js. ausführlich über bie Reichs- autobahn in Oberhessen berichten konnten, läßt sich nunmehr feststellen, baß bie Vorarbeiten für bie Reichsautobahn in vollem Gange finb. Die Strecke in Oberhessen ist jetzt bis in bie Gegend von ßumba vermessen. Sehr gut ist biefe Markierung schon in nächster Nähe unserer Stabt, bei Steinbach unb Alba ch, zu beobachten. Wo bie Bahn verlausen wirb, finb überall in Abstänben von etwa 10 Meter gleichförmige Holzlatten in ben Boben gestoßen, bie bie Straßenmitte markieren. Den meisten biefer Latten ift eine kleine Holztafel beigesteckt, auf benen oerschiebene Zahlen mit Blaustift geschrieben unb bie bie mit ben Höhenmessungen fixiert finb. In größeren Abstänben, insbeson- bere auf Anhöhen, finbet man außerbem etwas abseits ber projektierten Straße sog. „Höhen-Fest- punkte" (H. F.), bie burch eine rot unb weiß gestrichene Tafel befonbers, auch auf größere Entfernungen, kenntlich gemacht finb. Ueberall ba, wo man bie lange Lattenreihe oorfinbet, haben bie Vermessungstrupps, bereu mehrere unterwegs finb, ihre Arbeit bereits getan. Gearbeitet wirb gegenwärtig von brei Meßtrupps zu je sechs ober acht Mann. Jeber Meßtrupp hat ® ' Bad , 6 JK eine anbere Aufgabe. Dem Geometer finb Leute beigegeben, bie zum Teil aus unserem Gebiet stammen unb für biefe Hilfbienste bei Lanbvermes- fungen von fachkunbiger Seite vorbereitet worben waren. Bei einem ber Meßtrupps sind Leute aus Garbenteich beschäftigt. Die Arbeitsbeschaffung durch die Reichsautobahn nimmt ihren Anfang also schon bei ber Lanbvermessung. Darüber hinaus ist man aber schon wesentliche Schritte weitergegangen. Den Geometern folgten in ben beroalbeten Gebieten | bie Holzhauer auf bem Fuße. In außerorbent- lichem Maße mußte in ben Gemarkungen Albach unb Steinbach zur Axt gegriffen werben. Die Streckenführung ber Reichsautobahn verlangt auf eine Länge von insgesamt 1200 Meter in ben Distrikten Embach unb Roterbe einen völligen Kahlhieb in einer Breite von 30 Meter. Dieser Kahlhieb würbe am 2. Januar begonnen unb am Samstag beenbet. Währenb bie Strecke in ber Gemarkung Steinbach unb in ber Gemarkung Albach je 600 Meter weit burch Walb führt, wirb sie in ber Gemarkung Oppenrob nur über freies Felb gehen. In ber Gemarkung von Reiskirchen war bie Streckenführung ursprünglich nur über Felb vorgesehen, unb zwar so, baß Reiskirchen links ber Autobahn zu liegen gekommen wäre. Entsprechenb einem Antrag bes Ortsbauernführers unb bes Bürgermeisters würbe von biefem Plane aber abgesehen, bie Strecke umgelegt, so baß Reiskirchen jetzt rechts ber Autobahn zu liegen kommen wirb. Auf BTTt • /ofcwrt AMSkird«?!-, F gSenstäÄ /a czur>v k o Munzenfcen? Oie Vorarbeit für die Reichsautobahn in Oberhessen in vollem Gange. Das Gericht befaßte sich sodann einem Autofahrer aus der Gegend von Büdingen wegen fahrlässiger Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Der Angeklagte überfuhr im September v. Js. in Bad Selters an einer unübersichtlichen Stelle mit seinem Kraftwagen einen Radfahrer, der erhebliche Verletzungen erlitt, an deren Folgen er starb. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Verstorbene den Unfall mitverschuldet hatte. Das Gericht verurteilte unter Würdigung dieses Umstandes den Angeklagten zu 400 Mark Geldstrafe und den Kosten des Verfahrens. Rundfunkprogramm. Freitag, 8. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.15: Kammermusik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozlakdlenst. tt: Mittagskonzerk I. 13t Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. Volksweisen auf der Handharmonika. 18.15: Humor des Ostens. Witz — und tiefere Bedeutung. Plauderei von Dr. Baron Scott, Frankfurt a. M. 18.30: Was geht in den Vulkanen vor? Zwiegespräch. 18.45: Dr. Heinrich Waffenschmidt spricht über die amtlichen Rundfunk-Zeitschriften. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. „Als man noch den Kranz um den Zylinder trug." Bilder von einer alten ostpreußischen Landhochzeit. 21: Musik um Ossian. Ouvertüre von Gade, vier Gesänge von Schubert, Frauenchor von Brahms. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Der Zeitfunk bringt Sportoorschau. 23: Deutsche Kaiser rufen am Rhein. 23.30: Der Vorstadt- Gesangverein. 24 bis 2: Nachtmusik. Deutsche Arbeitsfront. - Verufsgruppenamt. Teilnehmer-Bedingungen für den großen Schaufenster-Wettbewerb in der Zeit vom II. bis 24. Februar. Wer soll sich beteiligen? Der Aufruf zur Teilnahme ergeht an alle männlichen und weiblichen Lehrlinge, Junggehilfen und Anwärter für Gebrauchswerber vom 15. bis 21. Lebensjahr (Jahrgang 1920 bis 1914 — ganzer Jahrgang), soweit sie arischer Abstammung sind. Die Zulassung zur Teilnahme spricht die Wettbewerbsleitung aus, wenn die Leistungen der Teilnehmer den Anforderungen voraussichtlich entsprechen. Berücksichtigt werden vor allem alle diejenigen, die sich nachweisbar freiwillig beruflich weitergebildet haben (in der zusätzlichen Berufsschulung usw.), und einer nationalsozialistischen Organisation, Staatsjugend (HI., BdM.), Partei, SA., SS., DAF., Reichskulturkammer u. a. angehören, oder am RBWK. 1934 teilgenommen haben. Die geht der Wettbewerb vor sich? Jeder Teilnehmer dekoriert ein Schaufenster, das ihm von der Wettbewerbsleitung zugewiesen wird. Es ist die Aufgabe gestellt, in der Schaufenstergestaltung mit einer guten Werbeidee bei möglichst geringem Kostenaufwand und sauberer technischer Ausführung eine erfolgreiche Werbewirkung zu erzielen. Die Schaufensterdekoration muß in Idee und Ausführung durch die Wettbewerber vollkommen selbständig erfolgen. Mit fremder Hilfe hergerichtete Schaufenster werden von der Bewertung ausgeschlossen. Weitere Richtlinien werden für die Lösung der Dekorationsaufgabe nicht gegeben. Jeder Teilnehmer dekoriert sein Schaufenster nach den besonderen Erfordernissen seines Geschäftszweiges. Leistungsklassen für die Bewertung. Der Wettbewerb wird in 3 Leistungsklassen ausgetragen: A = Lehrlinge im 1. und 2. Lehrjahr B -- Lehrlinge im 3. Lehrjahr C = Junggehilfen bis einschl. Jahrg. 1914. Aufgliederung nach Geschäftszweigen. Die verschiedenen großen Schwierigkeitsstufen bei der Dekoration in den einzelnen Geschäftszweigen werden bei der Bewertung berücksichtigt. Eröffnung des Wettbewerbes. Die Schaufenster müssen am ersten Wettbewerbstag vormittags 10 Uhr fertiggestellt sein. Aende- rungen dürfen dann nicht mehr erfolgen. Die Schaufenster bleiben während der Wettbewerbslage unausgewechselt. Kennzeichnung der Wettbewerbsfenster. Jedes im Wettbewerb stehende Schaufenster wird mit einem von der Wettbewerbsleitung gelieferten Schild gekennzeichnet, das Leistungsklasse und Name des Schaufenstergestalters aufweist. Teilaufgabe im 2. Reichsberufswetkkampf. Die bei der Bewertung erreichten Punktzahlen werden bei der Schlußwertung zum Reichsberufswettkampf angerechnet. Ehrenurkunden werden für die Besten jeder Leistungsklaffe und jeder Wettkampfgruppe ausgegeben. Spätestens am letzten Wettbewerbstag gelangen die Urkunden in den ausgezeichneten Wettbewerbsfenstern zur Ausstellung. Auskunft erteilt die Kreiswaltung des Ve- rufsgruppeuamles in der DAF.» Gießen, Lonystraße 18, Fernruf 3275. * Wie bereits mitgeteilt, wird als Teilaufgabe innerhalb des 2. Reichsberufswettkampfes ein Schau- f e n st e r w e t t b e w e r b in der Woche vom 17. bis 24. Februar veranstaltet. Alle jungen Kaufleute, die sich an diesem Wettbewerb beteiligen wollen, werden aufgefordert, sich sofort bei dem Berufsgruppenamt in der DAF., Gießen, Lonystraße 18, zu melden. Das Reich und die Tschechen. In einer gut besuchten Versammlung der Ortsgruppe Gießen des VDA. und der Studentenschaft (Grenz- und Auslandsamt), die gestern abend in der Neuen Aula der Universität stattfand, hielt nach kurzen Einführungsworten des Führers der Ortsgruppe Gießen des VDA., Universitätsprofessors Dr. Bechtel, der Lektor für Grenz- und Auslandsdeutschtum an der Universität Halle Dr. R a u p a ch einen Vortrag über das Thema „D a s Reich und die Tschechen". Der Redner wies einleitend darauf hin, daß das tschechische Volk in unserer Gefühlswelt zur Zeit ej^e sehr ungünstige Stellung einnimmt, vor allem veranlaßt durch die Unterdrückungsmaßnahmen gegen das Sudetendeutschtum, aber auch durch die Vasallenschaft der Tschechoslowakei gegenüber Frankreich und durch vielerlei unfreundliche Lebensäußerungen des tschechischen Volkes gegenüber dem deutschen Volke. Hinzu kommt noch, daß sich in der Tschechoslowakei das Emigrantentum mit seiner deutschfeindlichen Hetzpresse aufgetan hat und von dort aus den Verleumdungsfeldzug gegen das neue Deutschland führt, die Tschechen selbst bisher aber keinerlei Anlaß genommen haben, das deutsche Volk kennenzulernen und ihm näher zu kommen. Auf den ersten Blick zeigt sich also in den Beziehungen zwischen den Deutschen und den Tschechen ein völliges Vakuum, dieser negative Befund steht aber in keinem Verhältnis zu der Bedeutung des Raumschicksals für das deutsche Volk. Im weiteren Verlaufe seiner Darlegungen be- tonte der Vortragende, daß er nicht von der Tsche- koslowake! sprechen hsotte, He fa kein Cmhettsftaat, sondern ein Völkerstaat sei, sondern daß er sich nur mit Böhmen und mit dessen Beziehungen zu den Deutschen beschäftigen möchte, denn Böhmen sei für uns Deutsche als Kernland und ewiggestelltes Problem zu betrachten. Hierauf gab der Redner einen eingehenden geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung Böhmens, aus dem unverkennbar klar heroorging, wie stark in diesem Raume seit vielen Jahrhunderten immer der deutsche Einfluß gewesen ist. Der Redner wies auf die kolonisatorische Betätigung der deutschen Menschen in Böhmen schon vor Jahrhunderten hin, durch die auch die soziale Gestaltung eine starke deutsche Prägung bekam. Er erwähnte weiter, daß trotzdem der tschechische Dolksboden dort zum Durchbruch kommen konnte, erinnerte an die Gründung der deutschen Universität in Prag im Jahre 1345, an den Hussitenkrieg, an den Uebergang Böhmens an das Haus Habsburg und an die dadurch bedingte Loslösung Böhmens von den norddeutschen Bindungen. Sodann wies der Vortragende auf die Folgen der Schlacht am Weißen Serge hin, lenkte die Aufmerksamkeit auf die gewaltige Persönlichkeit Wallensteins, der von den Deutschen damals noch einmal als eine Vorstellung von deutscher Reichseinheit angesehen wurde, während die Tschechen diesen Feldherrn als eine Figur in der Politik Habsburgs betrachteten. Dann traten die Tschechen in den Hintergrund, bis im 19. Jahrhundert von deutscher Seite die Konzeption „Reich und Böhmen" durch das Frankfurter Parlament auftauchte und dazu führte, die Tschechen als Reichsstand zur Teilnahme an dem Frankfurter Parlament aufzufordern, was von diesen aber abgelehnt wurde. Der Redner erwähnte ferner, daß Bismarck 1866 noch einmal die Errichtung eines hämischen Königreiches in Verbindung mit dem Norddeutschen Bund erwogen hat, die Quellen dafür aber der deutschen Geschichtsforschung noch nicht erschlossen sind. Weiterhin behandelte der Vortragende in großen Zügen die Verhältnisse zwischen den Kulturen Deutschlands und Böhmens, wobei er u. a. betonte, daß nach dem großen Crweckungsprozeß der tschechk schen Nation im 19. Jahrhundert die Tschechen das Oesterreichische bekämpften und damit zugleich auch das Deutsche. Das 19. Jahrhundert war bei den Tschechen erfüllt von dem Aufbau einer antideutschen Geschichtsauffassung. Von dieser ganzen Entwicklung hatte das deutsche Volk keine rechte Vorstellung, es sah die Dinge nur durch die Augen Oesterreichs. Darauf war auch die furchtbare Ueber» raschung ii? Deutschland beim Kriegsende im Jahre 1918 zurückzuführen, die unser Volk bis heute noch nicht überwunden hat. In jener ganzen Zeit hat sich dagegen bei den Franzosen eine durchaus andere Einstellung gegenüber den Tschechen heraus* gebildet. Der Redner setzte sich im weiteren Verlauf seiner Darlegungen dafür ein, daß dieses Nichtverstehen des deutschen Volkes überwunden wird. Als beispielgebend wies er auf die bisherige praktische Arbeit der Studenten und der Bünde der Nachkriegszeit hin, wobei er betonte, das böhmische Problem und die tschechische Frage seien Angelegenheiten des deutschen Geistes und der deutschen Volkspolitik. Die Tatsache der politischen Nachbarschaft verpflichte uns, den Blick über den Zaun hinüberzurichten und dort das politische Gelände zu sondieren. Dazu sei erforderlich, daß die Kenntnis der tschechischen Sprache sich in Deutschland mehr ausbreite als bisher, denn ohne diese Kenntnis sei keine ernsthafte Politik in dieser Richtung möglich. Am Schlüsse feiner fesselnden Ausführungen wies der Redner auf das grundlegende und richtungweisende Wort des Führers hin, daß die deutsche Politik friedfertigen Charakters fei und fremdes Volkstum achte. Von diesem Standpunkt ausgehend, forderte er für die Zukunft eine stärkere Beschäftigung mit den Fragen der Tschechoslowakei im Rah- men der deutschen Universitäten und der Wissenschaft, die dadurch wertvolle Vorarbeit für die Aufgaben der Politik zu leisten hätten. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit engegengenommen, dem Redner wurde für feine fesselnden Darlegungen in herzlicher Weise gedankt. Deutschamerikaner und das neue Deutschland. Die Akademische Auslands st elle der Universität Gießen, die Dozentenschaft und der Nationalsozialistische Lehrerbund hatten für den gestrigen Mittwoch in die Neue Aula der Universität zu einem Vortrag eingeladen. Redner der Veranstaltung war Pros. Dr. Krüger, der an einer amerikanischen Universität wirkt und gegenwärtig als Gastprofessor an der Hochschule für Politik in Berlin weilt. Professor Dr. Hummel eröffnete im Namen der Auslandsstelle der Universität und der Dozentenschaft den Abend, hieß die Teilnehmer, insbesondere aus dem Kreise des NSLB. willkommen und betonte in kurzen Ausführungen die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Verbindung mit dem Auslandsdeutschtum, um hierdurch die Stimmung im Ausland, dem deutschen Mutterlande gegenüber, kennenzulernen. Mit besonderer Freude begrüßte er den Redner des Abends. Dann sprach Professor Dr. Krüger über das Thema „Die Stellung derDeutsch- amerikaner zum neuen Deutschland". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Der Begriff des Deutschtums in Amerika müsse richtig begrenzt werden. Dem Blute nach könnten sich viele Millionen amerikanischer Staatsbürger als Deutsche bezeichnen. Eine Reihe dieser „Deutschamerikaner" seien auf Deutschland aber immer nur dann stolz, wenn es dem Vaterland gut gehe. In anderem Falle seien sie „Dänen" oder „Schweizer". Diese Deutschamerikaner scheiden aus dem Kreis der Betrachtungen aus. Die Amerikanisierung der Ausländer, in den Vereinigten Staaten vollziehe sich in verschiedenen Tempis, könne aber durch Heirat usw. sehr schnell geschehen. Wichtig für die Beurteilung der Stellung der Deutschamerikaner zum neuen Deutschland seien lediglich jene Deutschen, die noch ihre Muttersprache sprechen, die deutsche romantische Canbr schäft kennen, deutsche Sitte üben und die Volkslieder der Heimat singen. Diese deutschen Amerikaner bildeten eine starke Brücke zwischen den beiden Ländern, die durch vielerlei Beziehungen miteinander verbunden seien. Zum beiderseitigen Wohl müsse hier Verständnis geschaffen werden. Der Deutschamerikaner dürfe, so betonte der Redner, in politischem Sinne nichts anderes sein, als Amerikaner. Seine Gefühlswelt und feine Gefühlswerte könnten nichtsdestoweniger dem Vaterlands verbunden bleiben. Die Auffassung gehe dahin, daß diese Deutschen, die ihre Art beibehielten, nicht nur nähmen, sondern auch ihrem neuen Vaterlande viel zu geben vemöchten. Der Deutschamerikaner nehme ganz selbstverständlich größtes Interesse an der deutschen Heimat. Wenig interessiert sei man an den Parteien gewesen, wohl aber sehr an Würde und an Ansehen des Mutterlandes. Schmerzlich habe man in Amerika die Zerrissenheit im Stammlande empfunden, wie sie in den Jahren nach dem Kriege in Erscheinung getreten sei. Sehr begrüßt werde die Steigerung des Ansehens, der Würde, des Nationalstolzes und die Stärkung des Familiensinnes in Deutschland. Bewunderung hege man allaemein für die großen sozialen Taten, in denen sich Nationalismus und Sozialismus so überaus glücklich ergänzten. Die Deutschamerikaner seien bemüht, das Verständnis für Deutschland in Amerika zu fördern. Man sei sich dabei darüber klar, daß man den Nationalsozialismus aus sich selbst heraus zu verstehen versuchen müsse. Leider machten die Amerikaner allzuhäufig ihre eigene Anschauung immer wieder zum Maßstab für die Verhältnisse an- derer Länder. In diesen Fehler verfalle fast jeder wirkliche Amerikaner. Diele seien auch am Werke, die Deutschland in böswilliger Absicht nicht verstehen wollten. Die anglo-amerikanische Presse insbesondere bemühe sich durchaus nicht immer um Wahrheit über 3n Rübezahls Reich. Von Hans Brandenburg. An Alpenwanderungen gewöhnt, lächelt man vielleicht über das Mittelgebirge, besonders wenn es sich, wie das Riesengebirge, in seinen höheren Lagen „Hochgebirge" nennt. Und ein wenig ironisch war auch ich gestimmt, als ich nach Hirschberg aufbrach, wo mich ein befreundetes Ehepaar zu einem Skitreffen erwartete. Da fuhr mir in Görlitz der Zug vor der Nase weg. War das, sogar mit Fernwirkung, Rübezahls erster Streich? Jedenfalls stand ich wie vom Donner gerührt. Meine Freunde waren von Liegnitz aus bereits unterwegs und würden sich mein Ausbleiben nicht erklären können. Endlich kam ich auf den rettenden Gedanken, ein Zugtelegramm mit der Nachricht meiner späteren Ankunft auszugeben. Es wurde in Hirschberg richtig ausgerufen, aber auch dies Telegramm wirkte wie ein Schlag, doch ebenfalls nur wie ein kalter. Mein Freund nämlich, der Regierungsrat, hatte vor Antritt seines Urlaubs eine schriftliche Arbeit abliefern müssen in einer Angelegenheit, die schlimmstenfalls feine vorzeitige Rückkehr erforderlich machen konnte — nun glaubte er sich schon bei Beginn der Reise heimgerufen. Aber alles ging glücklich aus, wir feierten im Wartesaal heiter unser Wiedersehen und hatten auch noch einen Abendanschluß nach Krummhübel. Dort stand, Anzeichen lebhafter Winterftische, eine ganze Reihe Pferdeschlitten am Bahnhof, und das Postauto fuhr uns hinauf nach Brückenberg. Dies ehemalige Baudendorf ist ein großer Fremdenort mit Hotels, Pensionen und Privatquartieren, man sah das im Dunkel an den vielen Lichtern, die sich überall verbreiteten, wie aus den Hängen brechend, und da und dort fast großstädtisch 'aufblendeten. Doch die Schneedecke lag dünn, ein Frühlingslüftchen wehte, und die Hänge waren sanft und harmlos. Dor dem Hause, das uns aufnehmen sollte, scherzte ich darüber und sofort fuhr neben mir warnend und drohend eine Dachlawine nieder, die ein gefährlicher Nackenstüber hätte werden können. Morgenglut und Mondschein in seltsamem Zwielicht weckten mich am nächsten Tage. Eine Wolke sauste über die unsichtbare Schneekoppe, von unten angerötet, von oben grell versilbert. Aber wir ließen uns Zeit, denn Wochen nach Wintersonnwend ist ein Tagesausflug vom Licht schon reichlich bemessen. Als wir endlich untergeschnallt hatten, ging es die halb städtische Dorfstraße hinan, auf der uns mancher Einwohner bei feinen Morgeneinkäufen rodelnd entgegenkam. Oberhalb des Ortes am Waldrand steht das norwegische Holzkirchlein Wang, das in seiner Heimat abgebrochen und vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. in dies schlesische Bergland gerettet wurde, wo es mit seinem alten Schnitzwerk, seiner nordischen Tier- und Flechtornamentik eine neue Heimat fand. Immerzu ging es durch Fichtenwald, und ich sah wohl, daß Skifahren hier eigentlich nur wie das Nodeln ein Straßenfahren ist. Die Bauden sind stattliche Häuser, mehrstöckige Hotels mit hochgeschwungenen Dächern und ausgebautenMansarden. Skifahrer und Rodler begegneten uns häufig. Es begann leicht zu schneien, aber das machte nicht unsichtiger, sondern klärte nur die höheren Luftregionen: der Kamm trat über dem Wald heraus, wirklich ein Kamm mit Grat, eine kahle, waagerecht aus- gezogene Linie. Hoch schwebte die Prinz-Heinrich- Baude auf ihr, einmal war sie gezackt in Blöcken wie Burgruinen, ein andermal flüftete sie sich mit einem Seitental wie in mächtigen Kristallen. Ein Nebenweg, von unserer Waldstraße biegend, war, durch eine Mulde hindurch, ein kurzer Umweg über die Teichbaude, in deren behaglichem Innern wir Mittagrast hielten. Sie liegt, aus einer Fischerhütte entstanden, am kleinen Teich — er war mit seinem Eis unkenntlich zugeschneit: über ihm, höher im Gebirge, liegt der Große Teich, beides alte Glet cher- becken. Nach dem Imbiß schlugen wir unseren Bogen zum Hauptweg zurück. Das war hier nun doch Hochgebirge. Latschen krüppelten unter Scheelasten, dazwischen wuchteten ungeheure Granittrümmer, wie von Fäusten eines spielenden Riesen geworfen und getürmt, windschief duckte sich das Kümmerholz neben ihnen. Wir zogen Kopfschützer über Ohren und Kinn, denn es blies gewaltig, und als wir aus der Mulde in Höhe der Hampelbaude ins Freiere traten, schmiß mich eine unsichtbare Hand immer wieder hin. .Nun kämpften wir uns gipfelwärts den Hang hinauf. Er war nackt, bis auf die zwergigen und zausigen von Wettern verbogenen und verbeulten Fichten. Der Weg, völlig zugeweht, hielt seine Rich- tung nur mit eingepflanzten hohen Stecken. Der Wind, immer toller, je höher wir stiegen packte uns von der Seite. Graue Wirbel stoben über uns hin oder trichterten auf und nieder, blendendes Licht- silder schoß zuweilen hinein, daß weiß siedender Gischt wie in Kesseln um uns strudelte. Und zuweilen barst das Gewölk hoch in einem blauen otrom, der uns zu Häupten raste, aber die Sonne wurde nur für Sekunden sichtbar, ein sausend geschleuderter Ball, ein im Raumlosen rollender, strahlenlos blinder Dollmond. Das war kein Schneesturm, das war Sturm in einer Salzwüste. Nadelspitze Kristalle fuhren uns mit Backenstreichen um« Gesicht imh fegten und wogten über den Boden in Wanderdünen, unter denen, bald begraben, bald bloßgelegt, die Fichten lagen wie Wracks und wie Rippenkörbe von Kamelen. Die hinwandernden Markierungsstecken setzten in der Windrichtung Fahnen an, starre Fransen und Finger aus Rauhreif; die Wegweiser, die als Tafeln nicht standhalten würden, zeigten ausgeschnittene Schrift, doch auch die Buchstaben wurden durch Kristallstäbchen durchspickt. Endlich wandte sich die Steckenreihe nach links, aber immer noch auswärts, wir bekamen den Sturm in den Rücken und unter die Füße, die Bahn des wirbelnden Stromes, wir breiteten die Arme aus, um uns in Segel zu verwandeln, wußten nicht, ob wir fchwim- men oder fliegen, und in Schußfahrt ging es bergauf! Nein, dies erlebte man im Skigelände der Alpen nicht, wo die höheren Steinberge Windschatten den Almendachungen geben. Kleinlaut kehrte ich mit meinen Freunden in die Riesenbude ein, die neben dem Schlesienhaus, aber schon auf der sudetendeutschen Seite liegt, und deren einzige Gäste wir waren. An ihrer Außenwand hatte der Froststurm gewaltige Reliefs gemeißelt, überlebensgroße Eisblumen in Form plastischer Tannenlandschaften. Wir standen auf der letzten Stufe zur Schneekoppe; schimmernd trat unmittelbar vor uns für Augenblicke ihr Gipfel aus den Vorhängen auf mit der Wetterwarte, einem Turm aus Zuckerguß. Die Abfahrt, dem Strom entgegen, mar zunächst wieder wie Ausstieg. Es ratterte und knatterte um die geschützten Ohren, die Augen pappten sich schmerzhaft zu, den Atem verschlang es — tief unten, weit von uns weg, ächzten durch den Luftlärm die Hölzer. Als man endlich in Schuß kam glitt man immer wieder auf Harsch, um immer wieder in Schneelöchern, wie in Watte, so jäh zu stoppen, daß man hinflog. In die tiefere Waldgasse gerettet, fand man hier unten überhaupt keinen Neuschnee. Die Begegnenden lachten über uns: wir kamen aus einer anderen Welt als Schnee- und Eis- männer herabgesaust, mit weißen Hauben auf dem stopf, Vordächern als Augenbrauen und mit Zavfen- barten am wollenen Kinn. v v' Rübezahl ist nicht bösartig, wenn man ihn nicht allzu tollkühn reizt. Er spielt nur Streiche, um seine Kraft und Herrschaft zu offenbaren. Zum letzten Schabernack hatte er mir droben meine Rückfahr- fartc nach Hirschberg aus der Tasche meiner Wind- jatfe entwunden. Dafür fand ich am nächsten Mor- gen em Auto, das mich mitnahm, und so zeigte er mir auf schöner Landstraßenfahrt sein über nackten Vorfrühlingsfeldern blauend hingebreitetes Reich. Aber er lag schon wieder lauernd mit wildgesträubtem Bart überm Kamm, auf einem Sack voll Sturm. Zeitschriften. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik", Hugo Bermühler-Verlaq, Berlin- — Wer Freude an allem Natur» Uschehn empfindet, kann sie durch eine Fülle neuen Wissens vertiefen, wenn er das ausgezeichnete Jebruar=S)eft dieser führenden naturkundlichen Zeitschrift zur Hand nimmt. Das eindrucksvolle Titelbild wacht zunächst auf „Das Leben in der Tieftee" auf« merffam einen Bericht Dr. Fritz Geßners, der an Hand zahlreicher Bilder zeigt, welche merkwürdigen normen die Lebewesen im Dunkel der Tiefsee an- nehmen Prof. Dr. Max Hartmann macht dem Leser seines Aufsatzes über „Allgemeine bipolare Zweige schlecht licht eit" die schwierigen Aufgaben bei der Untersuchung der Befruchtungsvorgänge und deren wsyer gefundenen Lösungen verständlich. Sie sind für die Vererbungslehre von hoher Wichtigkeit. Daß we oft zu Unrecht belächelten „Bauernregeln" vielfach durch wissenschaftliche Nachprüfung erhärtete Berufserfahrungen und Ergebnisse mehr als hun- dersiahriaer Beobachtungen sind, weist der bekannte Meteorologe Prof. R. Spitaler nach. Geologisch und urgeschichtlich bemerkenswert ist das was Helmuth Cramer über „Mensch und Höhlenbär" unter Beigabe eindrucksvoller Bilder zu erzählen hat. — Von seiner letzten Gran Chaco-Expedition hat Universitätsprofessor Dr. Hans Krieg neue Be- obachtungen über die „Jndianerhunde im Gran Chaco" mitgebracht. „Ueber den heutigen Stand der Wundbehandlung", wie sie die Erfahrungen des großen Krieges mit sich gebracht haben, berichtet Professor Dr. Georg Magnus. Im Abschnitt „Natur- schütz bietet Prof. Dr. Schvenichen einen schön bebilderten Aufsatz „Von alten Hudewäldern". „Kleine Beitrage aus allen Gebieten", „Forschungsergeb- m se , die „Bucherschau", der Bericht über Neuerscheinungen und eine stets willkommene Preis- frage schließen dieses reichhaltige Heft ab. Hochschulnachnchten. Der Reichsstatthalter in Bayern hat auf Vorschlag i r9fn^rerif^n Landesregierung mit Wirkung vom . pr“...J93^ ?en ordentlichen Professor an der U^rsitat Zürich, Dr. Walter Vogt, zum ^-Professor für Anatomie an W Uni- versitat München ernannt. er deutsche Bauer in der Erzeugungsschlacht jein dürfte, die ganze Wollversorgung Deutschlands km Jnlande zu erreichen, so muß als nächstes Ziel die drei- bis vierfache Vermehrung der Anzahl der r nackten s Reich, oesträub« 'M voll schlag oB ff llnl. ' Canbf e Volks- n.e starke >>e durch 'en feien, ^ständnis tverständ' 'imot. eien ge- an La. I ff".“8 ’«• l>i s Pä I ^»blent tl d-- V,5P0litj[ fcfPflidjk r*e" unb |ei F'Än ff^lte alg |ne ernst. IflPn Diez ff'chtunq. Pie deut. I lremdes »end, I^schäftj. I'm Rast. [ Wissen, f die Auf. ekhamkeit ftiir seine F gedankt. wertung erfolgt durch die Versteigerungsplätze Ulm, Berlin und Regensburg. Alle im Inland erzeugte Wolle kann nur durch die Reichsstelle für Wollverwertung in den Verkehr gebracht werden, jede Umgehung ist strafbar. Durch die Versteigerungen erzielt der Schafhalter einen günstigeren Preis und genießt einen gewissen Preisschutz. Entgegen den jetzt bestehenden Ablieferungsverfahren, wird in Zu- kunft die Wolle in den einzelnen Ortschaften aufgesammelt werden, evtl, durch die Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaften. Im letzten Jahr hat die Schafzucht in Hessen von 37 647 auf 40 679 Stück, gleich 10 v. H., zugenommen. Eine weitere Zunahme ist zu erwarten, wenn jeder Gutsbetrieb, jeder Kleinbetrieb seine Schafbestände vermehrt, z. B. in den gebirgigen und vorgebirgigen Gegenden des Taunus und des Vogelsberges, allerdings muß die Futtergrundlage gesichert sein. Durch ein Verbot des Lämmerschlachtens und durch Leistungsprüfungen, sowie die Ausbildung der Schäfer, wird die Schafzucht gefördert werden. Professor Dr. Sefsous unterstrich die Ausführungen des Redners durch Hinweise auf die bedeutende Schafzucht in Sachsen, Hannover und Mitteldeutschland und sprach über die Anspruchslosigkeit dieser Tiere. Wo eine Kuh nicht mehr auskommt, können zehn Schafe noch bequem ernährt werden, da bei dieser Zucht das bisher ungenutzte Futter des Hofes verwertet werden kann, wie z. B. Mais-, Erbsen-, Bohnenstroh, Rübenblätter, Weiden und anderes. Anschließend sprach der Abteilungsvorstand in der Landesbauernschaft, Landwirtschastsrat G r a e b e r (Frankfurt a. M.) über „Die Landeskulturfragen in der Erzeugerschlacht". Die Versorgung des deutschen Volkes aus eigener Scholle, die nicht in einem Jahr erreicht werden kann, macht auch die Vornahme von Arbeiten auf weite Sicht, die Nutzbarmachung weiter Strecken Geländes erforderlich. Während diese Arbeit bisher von Staats wegen ohne Befragen der Berufsstände erfolgte, geschieht jetzt wie auf allen Gebieten eine verständnisvolle Zusammenarbeit, die sehr wichtig ist in der Belastung und der Lastenoerteilung. Im Reich können noch rund 8 Millionen Hektar entwässert, 5 Millionen Hektar bewässert, 2,5 Millionen Hektar Moor-, Sand- und Heideland fruchtbar sowie 0,5 Millionen Hektar Neuland an den Küsten gewonnen werden, so daß rund 15 Millionen Hektar mit „Na- Berlin- ' Natur- Ile neuen »zeichnete henZeit' Titelbild fee" auf- , der an oürdigen efsee on- em Leser e Z-oei' bei der tb deren Sie sind eit N In" o>el' Härtete ls W der de« Geolo« □5, rA ilenbar -rzahlen Edition >ue Be* Gran jjib der en d/s sichtet Natur« iön be« Mine vergeb', Neu« Preis« sprachlichen, tiefen Gefühl für Ihre herrlichen Schöpfungen" naht. Ein Freund Beethovens, Franz Oliva, überbrachte Goethe das Schreiben und spielte auch Beethovensche Kompositionen vor, aber der damals gerade besonders bei Goethe in Gunst stehende Sulpiz B o i s s e r e e, der den Dichter so lebhaft für altdeutsche Baukunst und Malerei interessiert hatte, ließ ein neues Interesse in ihm nicht aufkommen. Goethe verglich die Musik, die er hörte, mit den phantastisch symbolischen Arabesken Runges, die im Musikzimmer hingen und die ihm als Ausgeburten eines romantischen Schönheitsgeistes erschienen. Der Bruch mit Bettina im Herbst 1811 schaltete aus Goethes Kreis das einzige Wesen aus, das wahres Verständnis für Beethoven besaß. Seine „Egmont"-Musik ließ sich Goethe Anfang 1812 mehrere Male Vorspielen, aber einen rechten Eindruck von Beethovens Wesen gewann er erst bei ihrem Zusammentreffen in Teplitz im Juli 1812. Goethe, durch seine Verehrung für die junge Kaiserin von Oesterreich, der er sich in Teplitz „zu Füßen legen" wollte, stark in Anspruch genommen, kam nur flüchtig mit Beethoven zusammen, doch war sein Eindruck bedeutend, als er ihn auf seiner Stube hatte spielen hören. „Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen , schrieb er an feine Frau, „ich begreife recht gut, wie er gegen die Welt wunderlich stehen muß." „Goethe behagt die Hofluft sehr, mehr als es einem Dichter geziemt", lautete dagegen Beethovens Urteil Über Goethe nach seinem Abschied von Teplitz. „Es ist nicht viel mehr über die Lächerlichkeit der Virtuosen zu reden, wenn Dichter, die als die ersten Lehrer der Nation angesehen sein sollten, über diesen Schimmer alles andere vergessen können." In Karlsbad haben sich Goethe und Beethoven noch einmal gesehen, aber zu einem engeren Verkehr kam es auch diesmal nicht, denn der arme Komponist, dem die Badekuren für sein Gehörleiden gar nichts nützten, siedelte bald darauf wieder nach Teplitz über, und auch Goethe dachte schon an die Heimreise. Dennoch empfingen beide bleibende Eindrücke von dieser Begegnung. So berichtete Goethe damals an Zelter: „Beethoven habe ich in Teplitz kennen gelernt. Sein Talent hat mich in Erstaunen gesetzt; allein er ist leider eine ganz ungebändigte Persönlichkeit, die zwar gar nicht Unrecht hat, wenn sie die Welt detestabel findet, aber sie freilich dadurch weder für sich noch für andere genußreicher macht. Sehr zu entschuldigen ist er hingegen und sehr zu bedauern, da ihn sein Gehör verläßt, das vielleicht Im Katholischen Vereinshaus fand gestern nachmittag eine Versammlung der Orts- bauernführer statt, zu der vom Landwirtschaftlichen Institut der Universität dessen Direktor Prof. Dr. Sessous und Dr. Pfaff erschienen waren, sssreisbauernführer Dörrschuck begrüßte die sehr zahlreich Erschienenen zu der letzten Schulung der Drtsbauernführer für die Erzeugungsschlacht und sieß besonders die Redner willkommen. Als erster Redner sprach Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner vom Tierzuchtamt Gießen über „Die Schafzucht in der Lrzeugungsschlacht". [Der Redner gab tn anschaulicher Art einen Ueber- Lilüf auf die Ursachen des Rückganges der deutschen Schafzucht, die in den 70er Jahren noch rund 25 Millionen Stück betrug und bis 1933 auf 3,4 Millionen Stück zurückgegangen ist, so daß Deutschland in seiner Wollversorgung zu 95 v. H. vom Ausland abhängig geworden ist. Maßgebliche Schuld an diesem Mißstand trug die Landwirtschaft selbst, die die Fehler der Wirtschaft mitmachte und nur nach dem Verdienst an der Schafzucht schaute, wodurch ausländische Wolle den deutschen Markt beherrschte und die deutsche Wolle unverkauft blieb. Der liberalistischen Schulmeinung, daß das Schaf der Kultur weichen müsse, entgegen stand die Tatsache, daß das landwirtschaftlich hochentwickelte Sachsen sine intensive und umfangreiche Schafzucht unterhielt. Die nationalsozialistische Staatsführung brachte den längst ersehnten Wandel. Um Deutschland vom Auslande unabhängig zu machen, muß die Anzahl der Schafe erhöht werden. Wenn es auch unmöglich der Red- lein, als Gefühls- hterlanbe IQbin, daß nicht nur lande viel nicht nur von den Deutschamerikanern, sondern auch von der Regierung als ein zweischneidiges Schwert betrachtet. Der amerikanische Außenhandel leide automatisch unter jedem Boykott. USA. werde nie einen Boykott, sondern immer nur wirtschaftliche Belebung wünschen. Die beiden schwierigsten Probleme, mit denen sich der Deutschamerikaner zu beschäftigen habe, seien die Juden- und die K i r ch e n f r a g e. Eine Auseinandersetzung in der Judenfrage werde in Amerika zweifellos auch kommen, die Zeit sei aber noch nicht reif. Deutschland müsse mit den Deutschamerikanern enge Fühlung halten. Deutsche, die die Verbindung mit den Deutschamerikanern von Deutschland aus halten sollten, müßten gang besonders sorgfältig ausgewählt werden. Es könnte sonst viel Porzellan zerschlagen werden. Die deutschen Vertreter müßten durchaus auf dem Boden des Nationalsozialismus stehen, den Nationalsozialismus aber nicht nur gefühlsmäßig erfaßt, sondern auch geistig verarbeitet haben. Er, der Redner, sehe eine große Aufgabe für seine Person darin, vom Mutterlande zum Deutschamerikaner engste Verbindung zu schaffen. Mit dem Wunsche, daß ihm die Erfüllung dieser großen und schönen Ausgabe im Interesse des ganzen deutschen Volkes gelingen möge, schloß der Vortragende seine feinsinnigen, hochinteressanten und mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Oberstudiendirektor Leonhardt schloß die Veranstaltung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Begegnung in Teplitz. Goethe und Beethoven Wenn die beiden Namen unserer großen Meister der Schwesterkünste Dichtung und Musik im Zusammenhang genannt werden, denken wohl die meisten zunächst an jene Erzählung aus Teplitz, die Bettina von Arnim Beethoven in einem fingierten Briefe erzählen läßt, und die auch vielfach in Bildern dargestellt worden ist. Diese Geschichte von dem sich vor der Kaiserin von Oesterreich und ihrem Hofstaat verneigenden Goethe und dem trotzig mit untergeschlagenen Armen durch die hohen Herrschaften hindurch marschierenden Beethoven hat sich in dieser Form nie zugetragen, wenngleich sie gewisse Gegensätze im Wesen der beiden Großen verschärft zum Ausdruck bringt. Und so gibt es auch eine Reihe anderer Sagen, die die Kontraste des klassischen und romantischen Wesens in Goethe und Beethoven einander tendenziös gegenüberstellen. Goethe hatte eigentlich ein wirkliches Verständnis nur für diejenige Musik, die sich an das Wort oder eine Bewegung und Handlung anschließt. Dor allem liebte er den Gesang; er schien ihm die wichtigste Form der Musik, da „die Musik nichts ist ohne menschliche Stimme". Der von jeder Beziehung zu andern Künsten völlig befreite Stil der Beethooenschen Sinfonien und Sonaten mußte ihm fremd erscheinen, zumal Goethe im Anhören solcher Kompositionen durchaus nicht geübt war. Dazu kam noch, daß sein Berater in allen musikalischen Fragen, Zelter, der neuen Musik ganz verständnislos gegenüberstand und von Beethoven sagte, er habe „des Herkules Keule entwendet — um Fliegen 3U klatschen." Die ersten begeisterten Urteile über den Wiener Meister hörte Goethe wohl gelegentlich von den österreichischen Aristokraten, mit denen er während einer Besuche in den böhmischen Bädern viel zusammen kam. Bettina ist das große Verdienst zuzuschreiben, daß sie eine Verbindung zwischen Okln Dichter und dem Komponisten vermittelte, ^eethooens tiefe und begeisterte Liebe für den Schöpfer des „Faust" drängte den sonst so menschenscheuen und verschlossenen Musiker gerade damals zu einer solchen Beziehung hin, denn er hatte 'n den Jahren 1809 und 1810 eine Reihe Goethe- lcher Lieder und die Musik zum „Eamont" komponiert. So wendet er sicy denn auf Veranlassung Bettinas in einem Brief an Goethe, in dem er ihm "Mit der größten Ehrerbietung, mit einem unaus- iGnheit (? Sauren d. Sefyr ns, th>r ng bes g W len, in io über« er seien n Ame- lar, daß : heraus iten die lung im« nisse an« ast jeder i Werke, verstehen besondere heil über Schafe und die Erzeugung von 20 v. H. des deutschen Bedarfs an Wolle unbedingt durchgeführt werden. Die Möglichkeit ist vorhanden, wenn der kleinste Bauer drei bis vier Schafe anschafft. Zu diesem Zweck ist der Reichsverband deutscher Schafzüchter als Einheitsorganisation geschaffen, dessen Landesverband Hessen und Nassau für dieses Gebiet zuständig ist. Diese Organisation soll die Stoßkraft der Schafzucht hinsichtlich einheitlcher Rassenzucht, des Wollabsatzes und der Wollpreise erhöhen. Für den zuständigen Landesverband hat Dr. Wagner die Zucht des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes und des deutschen weißköpfigen Landschafes (Württemberg) angeordnet. Die Wollver- | Deutschland. Aus diesem Grunde sei die Arbeit des ’ Deutschamerikaners zur Schaffung eines besseren Verständnisses in Amerika für das neue Deutschland ihr wichtig. Von Amerika — ein Land völlig an« j:rer Mentalität wie Deutschland — könne man nicht smarten, daß es dem neuen Deutschland um den ;>at5 falle. Wohl aber könne man Verständnis verengen. Die Regierungsform in Deutschland sei des beut« ^en Volkes eigene Angelegenheit. Die Deutschen in Amerika seien amerikanische Bürger und hätten kein «echt, sich einzumischen. Jede Ration habe das Recht, sich nach ihrem Sinne zu regieren. Amerika würde seinerseits keinerlei Einmischung m dieser Hinsicht von anderen Staaten her dulden. Mlsonsche Politik der Einmischung in die europäischen Angelegenheiten nach dem Kriege sei stets :1s sehr gefährlich erachtet worden und werde kaum >mals wiederholt, wenn dies auch von gewissen greifen immer wieder versucht werde. Reichsminister IDr. Goebbels sage ganz richtig, daß Deutschland leine Politik der Idee betreibe, sondern in seiner Außenpolitik einfach die Interessen des Volkes oahre, wie jedes andere auch. Nationalsozialismus !?i keine Exportware. (Ganz im Gegensatz zum ft/.nmunismus, der die Weltrevolution wolle!) ilmerika lasse sich auch keine fremde Regierungs- brm aufzwingen. Die tadellose Haltung in Wa- ington werde von den Deutschamerikanern ge- illigt. Der Boykott, der von gewissen Privatkreisen gegen deutsche Waren propagiert werde, werde der menschlichen Ernährung dienstbar gemacht werden können. Auch in der Umgegend von Gießen und in der W etterau sind Vorarbeiten zur Landgewinnung geleistet worden. Durch die Initiative bes Lanbes- dauernführers Dr. Wagner und durch die Förderung seitens des Reichs st atthalters konnte Landeskulturbaurat Reich ein Projekt ausarbeiten, das Arbeit für 25 Jahre vorfieht, und zwar Meliorationen und Landbereinigungen von rund 500 000 Morgen Land in 140 Gemarkungen. Dabei ist es gelungen, die Kosten hierfür stark zu senken. Bekanntlich hat Hessen noch einen Rückstand von sieben Millionen Mark für die Landesregulierungen. Die Landeskultur will nicht nur den Boden in einen Zustand versetzen, der zur Erzielung von Höchsternten führt, sondern jede Art Boden in feiner Folgeeinrichtung so verwerten, baß er ergiebigen Ertrag liefert. In diesem Zusammenhang sagte der Redner auch, daß der Abwässerverwertung der Städte, sei es durch Schlammbersitung ober Berieselung, als Düngungsmittel nicht so große Bedeutung beigemessen werden soll. Im Kreise Alsfeld hat die Verwirklichung eines großzügigen Meliorations- und Siedlungsprogramms bereits eingesetzt. Mit Unterstützung der Reichsregierung durch verbilligte Gelder wird es möglich werden, wirksam in der Erzeugungsschlacht mitzuhelfen. Stabsleiter Dr. Kraemer (Friedberg) gab bekannt, daß Kleinlandwirte und Erbhofbauern dem Reichsverband des Fuhrgewerbes, Sitz München, nicht angeboren müssen, aber von sich aus sich ihm anschließen, mögen. Sie müssen aber im Wettbewerb Unterbietungen unterlassen. Nach einer kurzen Pause sprach Diplom-Landwirt Matthes (Frankfurt a. M.) über „Saatgut unb Sortenwahl", wobei er auf die Verwendung nur einwandfreien Saatgutes und den sehr wichtigen öfteren Saatgutwechsel aufmerksam machte. Die Reinigung bes Saatgutes allein genügt nicht, man muß neues vom Züchter kommendes Saatgut verwenden, um die Erträge zu steigern. Auf Grund des Reichs- nährstandsgesetzes wird eine Vereinheitlichung der Sorten durchgeführt werden, ebenso wirb das Han- delssaatgut vom Markt verschwinden. Für bas Getreide wird der Zeitpunkt einer bestimmten Auslese schon im nächsten Jahr fein. Vorerst muß noch für die Saat geeigneter Hafer angeboten werden. Der Vortragende gab dann eine Uebersicht über die mit dieser Veranstaltung verbundene B r a u g erst e n s ch a u , die sehr rege, und zwar mit Erzeug» nissen aus 52 Ortschaften beschickt war. Bei der Bewertung haben sich „Ackermanns Jsaria" unb „Hadostreng" besonders ausgezeichnet, so daß die erste Sorte 68 v. H., die zweite Sorte 48 v. H. der Auszeichnungen auf sich vereinten. Da nach dem 8. Februar Gerste nur noch als Futtergerste abgegeben werden darf, sind die als Braugerste noch abzugebenden Kontingente dem Getreide-Wirtschaftsverband schnellstens anzumelden. Landwirtschaftsrat Dr. Lung (Gießen) sprach noch über den Gerslenanbau und gab seiner Freude über die guten Erfolge der Ausstellung Ausdruck. Er zeigte die Wege zu erfolg* reichem Anbau auf, der mit dazu beitragen wirb, der Erzeugerfchlacht zum Erfolg zu verhelfen. Die Preisträger der Braugerstenschau sind;' 1. Preise: Karl Weber (Bellersheim), Heinrich Walter (Obbornhofen), Ernst Köhler (Bettenhausen), alle „Ackermanns Jsaria", Heinrich Wal - t e r (Obbornhofen) und Karl Walter (Ober- Befsingen), beide „Hadostreng". — 2. Preise: Hugo Kammer, Karl Müller VI., Ferdinand Bopp (alle aus Bellersheim), „Ackermanns Jsaria", Paul G ö r l a ch (Eberstadt), Heinrich Müller (Bettenhausen) und Otto Zimmer (Albach), „Hadostreng". — 3. Preise: Ph. Emmel (Bellersheim), Paulus Walter (Ettingshausen), Georg Schneider (Grundschwalheim), Heinrich Grieb (Dorf-Gill), Hans Seifert (Obbornhofen), sämtlich „Ackermanns Jsaria", H. P. Schäfer (Albach), „Habo- streng". — Anerkennung: Wilhelm Seitz (Bellersheim), Ferdinand Löbrich (Eberstadt), „Ackermanns Jsaria", Heinrich R ü ck e l II. (Bettenhausen), Wilhelm Koch II. (Nonnenroth), Karl Reitz (Inheiden), Hans Seifert (Obbornhofen) und Wilhelm Will (Hausen), „Hadostreng". Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck sagte in feinem Schlußwort, daß auch in Zukunft Wissenschaft unb Praxis, Universitätsinstitut und Bauernschaft so hingebend und anregend wie bisher einander helfen mochten, Deutschland wieder frei und unabhängig zu machen im Sinne des Führers, auf den er ein dreifaches „Sieg-Heil!" ausbrachte. jeher Gießener Hilst bei her Lerkehrswerbnng! Vorschläge zur Mithilfe bei der Werbung. Vom städtischen Verkehrsamt und der Werbestelle der Studentenschaft wird uns geschrieben: Daß die Universität Gießen mit all ihren Instituten und Kliniken, mit ihrem ganzen Verwaltungsapparat, dem Lehrkörper, der Studentenschaft ein wichtiger Faktor im Wirtschaftsleben unserer Stadt ist, ist schon viel geschrieben und besprochen worden. Nun gilt es, vor allem die Universität Gießen zu fördern. Hierbei kann jeder Gießener Bürger, der nur einen Funken Heimatliebe hat, tatkräftig Mitarbeiten. Fast jeder Gießener Einwohner hat in seinem Familien- oder Bekanntenkreis Abiturienten, die nun bald zur Hochschule ziehen wollen, hier bedarf es in den meisten Fällen nur eines Hinweises auf das Bestehen einer Volluniversität in Gießen und aus eine Jahrhunderte alte Tradition der alma mater ludoviciana, einer Tradition, die schon vor der Machtübernahme mit neuem Geiste erfüllt worden ist, und die nicht als etwas Unantastbares betrachtet, sondern immer wieder erneut und fortgesetzt wird. Wenn man sich dazu an all das viele, das zur „Universitas" gehört und das auch wirklich in Gießen zu finden ist, erinnert, fo dürfte es bestimmt nicht allzu schwer fallen, einen Abiturienten zum Studiumbeginn nach Gießen zu führen, oder ältere Semester zur Fortsetzung ihres Studiums nach Gießen zu bringen. Die Studentenschaft Gießen, Amt für Presse und Werbung, und das städtische Verkehrsamt stehen jederzeit mit Werbebroschüre und mit Auskunft in allen Fragen des Studiums in Gießen zur Verfügung. Jeder Gießener Bürger und jeder Volksgenosse unseres Hochschulkreises muß es als Ehrenpflicht und Aufgabe betrachten, möglichst viele Studenten an die kleinste deutsche Universität Gießen zu bekommen. Aber auch auf eine andere Art kann durch die Mithilfe der Gießener Einwohnerschaft das Wirtschaftsleben in unserer Stadt gestärkt werden, nämlich durch Abhalten von Zusammenkünften, Veranstaltungen und Lagern in Gießen. Oft liegt es meist nur an der Initiative bes Leiters einer Organisation, ober eines Vereins, wo die Kongresse feiner Organisation, ober bie Lager abgehalten werben. Sowohl über geeignete Räume, als auch über Möglichkeiten bes Aufziehens von Schulungslagern ufw. verfügt Gießen. Dabei ist nicht nur an ben augenblicklichen Nutzen einer solchen Veranstaltung zu benfen, fonbern hauptsächlich an bie baburch geschaffene Anregung unb Verkehrsbelebung für bie Zukunft unserer Stabt Gießen. Daher geht an alle Organisationsletter unb Bereinsvorstänbe ber Ruf: Sorgt bafür, baß bie Treffen Eurer Gliederung, baß bie Lager auch mal in Gießen abgehatten werben! Wenn nun einmal bas Thema ber Verkehrswerbung angeschnitten ist, bann muß noch auf eine anbere Möglichkeit ber Frembenverkehrswerbung unserer Stabt hingewiesen werben. Unsere Nachbar- stabt Marburg hat sich burch bie Bereitstellung von verbilligten Quartieren für „Kraft burch bem musikalischen Teil seines Wesens weniger als bem geselligen schabet. Er, ber ohnehin lakonischer Natur ist, wirb es nun boppelt burch diesen Mangel." Kinder. Von Thomas Kreß. Es sind nicht alles meine Kinder, von denen ich diese Geschichten erzähle. Im Gegenteil, es ist mir beinahe alles erzählt worden. Der Prüfstein dafür, was sich ereignet haben soll, ist, daß es sich jederzeit ereignet haben könnte. Den kleinen Peter überrascht die Mutter dabei, wie er seinen prachtvollen Gummiball, ben er einige Tage vorher als Geschenk erhalten hat, mit ihrer großen Schere in lauter kleine Stücke zerschneibet. Der Mutter geht es nicht so nahe, baß ber Gummiball nun seine Existenz als solcher aufgegeben hat, fonbern baß bas finbige Peterle gewußt hat, sich Mutters Schere zu verschaffen. Strenge — mit erhobenem Zeigefinger — fragt sie Peter, wie bas schöne Gebicht heiße: „Du weißt boch, Messer ...!" Peterle rezitiert ohne Besinnen: „Messer, Gabel, Licht, taugt für kleine Kinber nicht", unb macht ein ganz unschulbiges Gesicht. Wo ist bie Schere geblieben? Peterle denkt gewiß: Wozu alles sagen, was man weiß. * Ebenderselbe Peter fängt, als Mutter plötzlich ins Zimmer tritt, unvermittelt zu meinen an. „Warum weinst du, Peter?" „Ich habe mich vorhin so am Tisch gestoßen!" „Ja, aber warum weinst du denn jetzt? Tut es noch weh?" „Nein, vorhin warst du nicht da." Meine kleine Freundin Sabine, genannt Binchen, kann noch nicht recht abstrakt denken. Die konkreten Gegenstände bes täglichen Gebrauches, befonbers bie zum Essen erforberlichen, haften dagegen fest in ihrem Köpfchen. So sagt sie feierlich zu Weihnachten auf: Morgen kommt ber Weihnachtsmann, kommt mit feinen Gabeln. ♦ Eines Tages hat Binchen wie toll auf ber Straße gespielt. Nach bem flüchtigen Essen geht sie, zum Umfallen mübe, ins Bett unb schließt bie Augen. Mutter sagt: „Erst beten, Kleines!" Binchen — schon schlaftrunken: „Mübe bin ich, geh' zur Ruh', schließe beibe Aeuglein zu, Müllers Esel, bas bist bu!" * Ein anberes Mädel betet in holder Gedankenlosigkeit: „5)ab ich Unrecht heut getan, Geht's dich, lieber Gott, nichts an!" (Es ist wirklich wahr!) * Binchen und ihr größerer Bruder Stephan, genannt Stoffel, besehen ein Tierbilderbuch, unb Vin- chen fragt wißbegierig, wie bie Tiere sprechen. Stoffel erklärt an Hanb ber Silber: Der Löwe brüllt, bie Nachtigall singt, bas Schaf macht mäh, unb so burch. Nur als bie Fische kommen, muß auch Stoffel eingestehen, baß biefe nicht reben können. Erstaunt fragt Binchen, warum beim nur bie Fische nicht reben?" „Ja, saa b u mal was, roennfte ben ganzen Munb voll Wasser hast", zieht sich Stoffel aus der Affäre. Preissturz in Elefanten. Inserate, wie man sie vorher noch nie gesehen hat, finbet man jetzt in ben Zeitungen Jnbiens unb Ceylons. Elefanten werben barin angeboten, unb bie Leser werben angeforbert, ben günstigen Zeitpunkt wahrzunehmen unb sich jetzt mit Elefanten „einzubecken". Tatsächlich sind bie geforberten Preise für bie Dickhäuter erstaunlich gering. Man preist ihre Zuverlässigkeit an, ihre Stärke, oie größer als bie eines Lastautos sei, man weist auf bie Lebensbauer ber Eelefanten hin, bie boppelt unb breimal fo alt wie ein Traktor würben. Natürlich wirb auch bie Treue unb bie Intelligenz ber Tiere gerühmt, bie z. B. bie Verkehrsregeln in ben Stäbten sicher beherrschten. — Die Erklärung für bie Massen- angebote in Elefanten liegt in ber starken Vermehrung ber Tiere, bie in manchen ©egenben schon zu einer Lanbplage geworben finb, weil sie bie bebauten Felber niebertrampeln unb baburch unermeßlichen Schaben anrichten. Es werben große Jagben gegen sie unternommen, an benen sich sogar Militär beteiligt, unb man hofft, bie Zahl ber Ele« fanten roieber auf ein erträgliches Maß herabzubrücken. -/ r f c - s • c e .» ■> 1 b a in ng iaß- htei jenb jsfrei ( bie jlürfa pfen ßer« be« osig- t 5 i er« Er« unb Erdung ung der ' nur unb- । ben um- ?n ii- ig 'N es ih in füh- 3 e - ■. bas Unb« Der« chter unb Be- bie nog- W* ,ann» birb, ,'Ge« 'BK. । in teile auch unb peln finb hten weil ’nen. T3U« itige ber i n - hier Platze unb ger- um ber > zu f- U t- le u n 3- fe ein« öirb oin« eher ern- leffi« «den. Ge- Der big« !ück- mb= ab« e n f |l 'aße uen. b. imo chn hen »en, ivch an« zur ÄL *■ Ni Obecheffen B. Aus der Abteilung Vermögen. 587 D der Lachen ohne Endel der 718 A Dazu: Die Abenteuer der Biene Maja VII. VIII. Sa. km an der Abendkasse. eiiD Generalvertretung: H Gießen, Frankfurter Straße 45, Telephon 4120 716 A Mitglied Reichskammer Naturprodukt. Erfolg verblüffend. RM 1.05. 1 95 in Apotheken und Drogerien. Versuchspackung 25 Pf. 7107v Bei Darmträgheit, Verstopfung oder Verdauungsstörungen verlangen Sie immer artigen Gustav Rohrbach Gebrauchsgraphiker - GIESSEN Bruchstr. 19/ Umgebung zu zeigen und die Möglichkeit von Ausflügen von Giesien aus in den nahen Vogelsberg, Taunus oder in das Lahntal auszunutzen, dann werden diese Fremden in ihrer Heimat eine kostenlose Werbung für den Besuch von Gießen betreiben. Gelegenheit zur Einladung von Freunden nach Gießen bieten die mannigfaltigen Veranstaltungen in unserer Stadt. Zu allem bedarf es nur eines guten Willens und des Gedankens an die Allgemeinheit. Auch hier „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" 60 64 1052 96 7 24 23 259 69 25 er für die guten Leistungen, die sie bei der Besichtigung gezeigt hatten. Dank aus. Hierauf wurde ein vaterländisches Gedicht vorgetragen und „Ich hab mich ergeben" gesungen. Sturmführer Klinke! schloß den offiziellen Teil mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer. Humorvolle Gedichte und Kuplets, sowie Musikvorträge sorgten im geselligen Teil des Abends für Abwechslung. Der später erschienene Mandolinen-Club erntete mit seinen Vorträgen reichen Beifall. Tanz beschloß die schöne Veranstaltung. i Obbernhofen, 5. Febr. Die Leitung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppe Bellersheim, veranstaltete hier im Saale Wenzel am Samstag. 62. Rechnungsrest 64. Grundstücke Freude"-Fahrten rasch in ganz Deutschland bekanntgemacht. Der Erfolg für die Stadt ist nicht ausgeblieben, denn die Verwandten und Bekannten dieser „Kraft-durch-Freude"-Fahrer kommen nun, angeregt durch die Erzählung über Marburg und feine Umgebung, selbst nach Marburg und verbringen dort ihre Ferien. In Gießen läßt sich auf ähnliche Art und Weise dasselbe erreichen. Man braucht nur seine Verwandten und Bekannten nach Gießen einzuladen und ihnen Gießen mit seiner herrlichen Alle Sorten Saatlflrtoffein prima Sandbodenware, 1. Absaat,fow.Roggen Weizen u.Hafer- itroh liefert otso Müller ir. Nieder-Breidenbach. Bestellungen erbet. im Gasthaus „ZnniLamm" Gießen Horst Wessel Wall 7. Gi.-Furnier .. Eiche A....... Eiche N....... Buche A.-N. .. Birke........ Kieker...... Esche, Ah., Erle Kiefer...... Fichte....... Lärche....... Na.-Stangen . Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnis- obidmften dem Be werbungsjchreiben bei legen! - Lichtbilder undBewerbungsunter» lagen müffen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen I einen Bunten Abend. Ortsgruppenleiter L o o s - Bellersheim begrüßte die Volksgenossen. Hierauf sprach Kreiswart Christ-Gießen von der Deutschen Arbeitsfront über das vom Führer dem deutschen Arbeiter geschenkte Feierabendwerk „Kraft durch Freude". Adolf Hitler, so führte der Redner u. a. aus, habe gesagt: „Ich werde noch am Ende meiner Tage stolz darauf fein, den deutschen Arbeiter wieder seinem Daterlande zurückerobert zu haben." Durch dieses Werk solle jedem deutschen Volksgenossen für wenig Geld durch Erholungsfahrten in verschiedene Teile des Reiches die Schönheit der deutschen Heimat erschlossen werden. Für nur 40 Mark könne ein sechstägiger Aufenthalt am Bodensee bei erstklassiger Verpflegung in einem schönen Kurhaus gewährt werden. Eine Fahrt nach Hamburg, von dort mit dem Schiff nach Norwegen und zurück, koste nur 52 Mark bei sechstägsger Dauer. Die Ausführungen wurden sehr beifällig aufgenommen, und manche Volksgenossen äußerten hierbei den Wunsch, einmal an einer solchen Erholungsfahrt teilzunehmen. In bunter Reihenfolge wickelte sich dann das Programm des Abends ab. Die reichhaltigen Darbietungen von Musikstücken, Humoresken, Gesangsvorträgen usw. brachten den Künstlern begeisterten Beifall. Das als Schlußakt aufgeführte lustige Bühnenstück „Alles rennet, rettet, flüchtet" stellte an die Lachmuskeln der Zuschauer noch besonders hohe Anforderungen. Man erlebte einen Abend ungetrübter Freude, den man so bald nicht vergessen 'wird. Die darstellenden Damen und Herren waren Mitglieder des Gießener Stadttheaters. Kreiswart Christ sprach dann noch einige Schlußworte, die in einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler ausklangen. * Bellersheim, 7. Febr. Am morgigen 8. Februar kann das Zwillingspaar Karl Scheid und Anna Stamm, geb. Scheld, in voller Gesundheit den 7 0. Geburtstag begehen. Karl Scheld, der unverheiratet ist, und bei seiner Schwester wohnt, trat vor 56 Jahren in den lgndwirt- schaftlichen Betrieb des damaligen Besitzers U. Hahn ein, wo er ununterbrochen bis zum heutigen Tage noch tätig ist. Seine Schwester nimmt an den täglichen Ereignissen im Hause ihres Schwiegersohnes noch regen Anteil. d. Hungen, 6. Febr. Die Gemeinde hielt dieser Tage ihre letzte Holzversteigerung ab. Zahlreiche Käufer waren erschienen. Die Preise bewegten sich auf mittlerer Linie. — Der Sturm, der in der Nacht zum Sonntag über Oberhessen ging, hat im Gemeindewald erheblichen Scha- > Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Gocthediimd Gießen Freitag, den 8. Februar 1935, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula: 2. Dichter-Abend Stets elegant durch die Stärkewäsche der Großwäscherei Edelweiß Gießen 7?7oA Ruf 3487 Hell Kriminalroman c chbenechtsschutz: findet am Samstag, dem 9. Februar, 19.58 Uhr, in sämtlichen Räumen der .Liebigshöhe“ statt. Zwei Tanz-Kapellen! Nichtmitglieder Mark 1.50, Mitglieder Mark 1.00 W'UWNkeuvMereillSieW 1. Freitag, den 8. Februar, abends 8 Uhr, im Saale des Caf 6 Leib: WWWSesNMllSWWlM mit Vortrag von Herrn Divl.-Landwirt Evelt vom Deutschen Kali - Snndikat in Frankfurt am Mam. Dauer IV2Stunden. Eintritt frei, auch für Gaste. , 10. Febr., nachm. 3'/2 Uhr, im Saale des Hotels Hopfeld: bald behoben sein würden. Von allen Abteilungen seien es besonders die Turnerinnen gewesen, die trotz der kurzen Zeit des aktiven Wirkens schon außerordentliche Erfolge erzielt hätten. Nachdem dann noch die neuen Satzungen, die allen Vereinen der DT. vorgeschrieben sind, angenommen worden waren, wurde zur Neuwahl des Vereinsführers geschritten. (Tbr. Faber hatte wegen beruflicher ileberlastung sein Amt, das er nahezu 13 Jahre verwaltete, zur Verfügung gestellt). Die Wahl fiel einstimmig auf den seitherigen Dietwart, Tbr. Albert Luh. Nachdem dieser seinerseits den neuen Vorstand gebildet hatte, sprach er in eindringlicher Weise über die Aufgaben der Zukunft, ermahnte alle zur tätigen Mitarbeit und schloß, nachdem man noch die Gründung einer Männerriege vorgenommen hatte, die harmonisch verlaufene Versammlung. > Beltershain, 5. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein „Sängerkranz" bei Gastwirt Emil Hach seine Generalversammlung ab. Der Vereinswalter Heinrich Dietz begrüßte die Teilnehmer und hielt eine kurze Ansprache. Im Verlaufe des Abends gab der Dereins- rechner zunächst den Jahresbericht bekannt. Auch die Rechnung wurde oorgetragen, die von dem Gemeinderechner Heinrich Hornmann und von Weißbindermeister Laub geprüft und in Ordnung befunden worden war. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vorstand wurde in .feiner bisherigen Zusammensetzung für ein weiteres Jahr im Amte bestätigt. Unter „Verschiedenes" wurde unter großem Beifall beschlossen, daß jeweils derjenige Sänger, der bei den Gesangsstunden ohne Grund fehlt, in der nächsten Singstunde ein Lied allein vorzutragen hat. Ferner wurde beschlossen, die Vereinsfahne mit einem Wimpel zu schmücken, der das Hakenkreuz trägt. Nachdem der Vereinswalter noch auf die erfolgreiche Arbeit des Dirigenten M ö b u s hingewiesen hatte, wurde die Versammlung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer geschlossen. Weickartshain, 5. Febr. Einen wohl- gelungenen Kameradschaftsabend hielt der Sturm 3 8 / R 11 6 in dem mit Hakenkreuzfahnen und Tannengrün geschmückten Hockschen Saale. Vor Beginn unterhielt der Musikverein mit schneidiger Marschmusik. Sturmführer K l i n k e l begrüßte die zahlreichen Besucher. Der Kameradschaftsgeist soll genau so in unsere Herzen wachsen, wie der bei den Kameraden an der Front, die ihr Leben Hingaben für ihr geliebtes Vaterland. Ferner erinnerte der Redner an die für die Bewegung gefallenen Helden. Das Lied vom guten Kameraden wurde gemeinsam gesungen. Auch den Sanitätern sprach Einnahme Ausgabe 1934 1935 1934 1935 678 616 — — — — 678 616 Mch'do erstand L mürbe vorerst v V Kämpfer und 1 h Quellen dieses 1 Len. Es hat kein W seine Parass Lais in ein SO L der Person b ^japanischen Lek ■ unb Äeich. hnn wir nicht Mo ist, so kor H ist. Man nehn Lns ber Durchs Wido ist in aller Bibensform. Buschi hidjtum, Zurückhal liiil, nicht Persönliä her, descheiden-st Lute UeberiMch ;.mng statt Selbst^ hechelt und Wo I Borgte um das e orbnunq, bie Zurr bitereM es Der. [■< Sifoiplin, es e rw, &lbftentijal j’fsn Kodex f Inicht nur für I :jür das gefam I $ Frau, gleichest I kr sechzig Jahre «eichende Kaste irr I tzr für bie Ech D Zurücktreten h [p-1 war ber beste Amtliche Bekanntmachung des Kreisamis Gießen. 1. Gemäß § 36 der Ausführungsbestimmungen A zum Reichsfleischbeschaugesetz sind Geschlechtsteile, bei Schweinen einschließlich des Nabelbeutels und Afterausschmtte, soweit sie nicht als sog. „Krone" am Mastdarm verbleiben, Augen-'und Ohrenausschnitte sowie Hundedärme in jedem Falle als untauglich zum Genüsse für Menschen anzusehen und dementsprechend unschädlich zu beseitigen. Abgesehen von der Unschädlichmachung durch Anwendung höherer Hitzegrade oder durch chemische Verfahren kann nach § 45 Abs. 3 der Ausführungsbestimmungen im Einzelfalle die unschädliche Beseitigung nach näherer Anordnung der Landesregierung auch auf andere Weise zugelassen werden, jedoch mit der Maßgabe, daß diese unschädliche Beseitigung polizeilich überwacht wird. Um nun einem bestehenden Bedürfnis abzuhelfen und die Verwertung derartiger Konfiskate als Tierfutter durch gemeinnützige Unternehmungen (Tierschutzvereine, Tierheime, Diensthundehaltungen, Fischzuchtanstalten usw.), in einzelnen Fällen auch durch unbemittelte zuverlässige Tier- Halter im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, hat das Hessische Staatsministerium von der reichsrechtlich gegebenen Ermächtigung Gebrauch gemacht und ausnahmsweise, jedoch unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs, gestattet, daß die nach § 36 zu beanstandenden Geschlechtsteile, After- und Ohrenausschnitte an den oben abgegrenzten Streis von Unternehmungen und Personen zur Verwertung als Tierfutter abgegeben werden, unter der Bedingung, daß sie vorher unter polizeilicher Überwachung mit tiefen Einschnitten versehen und mit einem auffälligen, von der Fleischfarbe abweichenden Farbstoff derart behandelt worden sind, daß ihre Verwendung als Nahrungsmittel für Menschen ausgeschlossen ist. Als Färbemittel wird in erster Linie eine 0,2 °/oO Gentianaviolettlösung empfohlen. Die Abgabe der genannten Teile in anderer Form, insbesondere im ungefärbten Zustand, ist nicht zulässig. Nabelbeutel können in der kalten Jahreszeit an Vogelschutzorganisationen oder zuverlässige Einzelpersonen ausnahmsweise auch ungefärbt als Vogel- futter abgegeben werden, da diese Teile in gefärbtem Zustande von den Vögeln verschmäht werden. Hundedärme sowie Augen kommen als Tierfutter ebensowenig in Betracht, wie sonstige Konfiskate aus der Fleischbeschau. 2. Fleischteile van Kadavern aus Abdeckereien (Tiermehlfabviken, Sammelabdeckereien, Einzel-Abdeckereien und Wasenmeistereien) dürfen auf Grund der Bundesratsausführungsbestimmungen zum 8 1 Abs. 2 des Reichsgesetzes, betreffend die Beseitigung von Tierkadavern, vom 28. März 1912 (RGBl S. 230) nur ausnahmsweise und nur mit Genehmig gung des zuständigen Kreisamts als Futtermittel für Tiere verwendet werden. Die Genehmigung wird "U/ v°n F--ll zu Fall unü nur unter ber Bedingung erteilt daß das Fleisch vor der Abgabe gekocht und hieraus durch Einspritzung auffälliger, von der Fleischsarbe abweichender Stosse (val zu Ziffer 1) vollständig gefärbt wird. Sie Verwendung de- Flegches wird polizeilich überwacht. 724c Gießener Konzertverein Sonntag, den 10. Februar 1935, 17 Uhr, in der Universitätsaula Drittes Solistenkonzert Maria Neuss (Violine) aus Berlin. Am Flügel: Heinz La mann. Richard Strauß, Sonate op. 18 — Tartini Teufelstriller, Sonate — Beethoven, Frühlings-Sonate — Stücke von Reger und Mozart Der Bechstein - Konzertflügel ist vom Piano-Haus Schönau. Eintrittskarten: 1- 1.25, 1.75 und 2.50RM. bei Ernst Challier, Neuenweg 10, und abends an der Kasse. Studenten Karte gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter und im Studentenheim. Deutsche Bühne halbe Preise. Erwerbslose 30 Pf. h» ®“?et Brftje fcfS« K W*n st, wohl aber bie BS S K'äS Mor Will ho phns am Früh,' Rettung. Neben PVfr beiseitesi W das Sßergnü 19ln°B lächeln! ** der auf S-Md- M-r. der Afoium beff 5* l-chte ,0 Mnbfleferri unb aus |ei be, jW wahr. @1 '■ meinte et u ?£. * dem ■ N loste sie , ®r?Pto ar ,7°°", lobt, . 7>°!> ihn. Ze 45 ®«ttins“, ? dache." i t°h °°n «Mmit kl.„tot du W M ff?» >11» E'tlchiist M't^is I den angerichtet. An einer Stelle wurde eine ganze Reihe Fichten umgelegt. Man ist bereits mit dec Aufarbeitung des Holzes als Bauholz beschäftigt. — Bei einer Nachlaß-Versteigerung wurde auf eine Hofreite, die in ihrem Werte auf 13 000 Mark taxiert war, kein Gebot abgegeben. Kreis Biedenkopf. < § Gladenbach, 6. Febr. Bei der jüngsten Sammlung für die Winterhilfe mürbe hier der Betrag von 43,60 Mark aufgebracht. Durch den BdM. wurden 218 Galalith-Plaketten verkauft. Der Laubacher Voranschlag für 1935. Laubach, 6. Februar. In der letzten G e»! meinderatssitzung wurde unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Högy der Gemeindeoor- a n s ch l a g für das Rechnungsjahr 1935 beraten und einstimmig angenommen. Der Voranschlag schließt in der Betriebsrechnung mit 159 729,07 RM. (im Rechnungsjahr 1934 mit'131595,92 RM.) in Einnahme und Ausgabe ab. Die einzelnen Rubriken enthalten folgende Wahlen: OaupfDenammlnng mH W-BttWg für Mitglieder. Gratisverteilung von Edelreisern, Rechnungslegung, Mittellungen, Verteilung der neuen Zeitschrift,- Vortrag von Herrn Obstbauinspektor R e n t s ch - Friedberg über Obstsvalrere an Häuserwänden. Alle Freunde des Obst- und Gartenbaues aus Gießen u. Umgebung werden zu beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen. 714d IAstona-Lichtspiele g Des großen Erfolges wegen spielen wir von heute Donnerstag bis Sonntag den letzten und lustigsten aller HB Pat- und Patachon-Tonfilme in BH den Astoria-Lichtspielen weiter. HB Pat und Patachon schlagen sich durch! Eg 4-ZiMer- Einlamilien-Haus mit Garten und Kleintierstallung Am Kugelberg z. l.März zu verm. Rur schriftliche Meldungen von Mitgl. erb. 72iD Bangenoff enWi 1894 e.G.m.v.6. AmKugclberg51 | Mietgesuche | Offizier sucht 4-5-Zimnier- Wohnung rüT sofort oder wat. 1. April. Schrift!. Angeb. unter 0416 an ö. Gießener Anz ©er neue Bürgermeister von Butzbach im Amt. pb. Butzbach, 6. Febr. In einer dringlichen Stadtratssitzung, die für gestern abend anberaumt war, wurden dem neuen Bürger- meister Dr. Mörschel von dem stellvertretenden Beigeordneten Weickhardt mit einer kurzen Ansprache die Amtsgeschäfte übergeben. Das neue Stadtoberhaupt übernahm sie mit dem Bemerken, daß die Stadt im nationalsozialistischen Sinne weiterhin verwaltet würde. Nach einer kurzen Ansprache des Ortsgruppenleiters, Forstassessor Schneider, war die Sitzung beendet. Bürgermeister Dr. Mörschel stammt au£ Friedberg und war zuletzt Direktor des Arbeitsamts Mainz. Landkreis Gießen. (xd Allend 0 rf (L a h n), 5. Febr. Der Verband Volkstum und Heimat hatte am Sonntag zu seinem zweiten Heimatabend aus- gerufen. Wiederum war der Saal der Gastwirtschaft „Zur Linde" überfüllt; ein neuer Beweis dafür, daß man mit diesen Veranstaltungen zahlreiches und dankbares Publikum zusammenbringt. Diese Abende sind dazu da, längst vergessene Sitten und Gebräuche wieder aufzufrischen, "die schöne Mundart zu pflegen und so der Heimat und dem Deutschtum unschätzbare Dienste zu leisten. Die mundartlichen Vorträge, die alle aus dem dörflichen Leben gegriffen waren, wurden mit viel Liebe und Hingabe von der Oberklasfe der hiesigen Volksschule — die die Ausgestaltung des Programms übernommen hatte — wiedergegeben und fanden wohlverdienten Beifall. Von einem Kinderchor abwechselnd gelungene Löns-Lieder gaben der ganzen Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Pfarrer Germer, ein guter Kenner unserer Heimat, verstand es, die Zuhörer durch seine leicht verständlichen Ausführungen über das Alter unseres Dorfes und der näheren Umgebung fast V/2 Stunden in Bann zu halten. Der Abend, der sicher zu einer dauernden Einrichtung in unserer Gemeinde werden wird, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. — Am Samstagabend hielt der hiesige Turnverein im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Faber gab vor den zahlreich erschienenen Mitgliedern einen ausführlichen Bericht über ' bie Tätigkeit im abgelaufenen Jahre, aus dem zu entnehmen war, daß in allen Abteilungen trotz mancherlei Schwierigkeiten geschafft worden ist. Oberturnwart W. Luh sprach über den Turnbetrieb, der zwar noch Mängel aufweise, die aber sicher 1,20-2,40 m lg. und 50 rm Kiefern- Hir J0vPend)ti0ungen Vorbehalten. Die Gebote find T>tiirf 1c Sortiments-, klassen- und losweise pro km, rm und wSü ber Bedingungen verschlossen mit der Aufschrift ^ubnnmvu bisDlenstag,26.Febr.d.J.,vorm.9l , Uhr iipw rul Ahnung d. Gebote gleichenTages,10Uhr nn ^olmier Vofm Braunfels. Verkauf^>bedinauimkm Qn&-™ ' Verteilung durch Forsramt, Stammholzauszug durck) die Revierförster'. sraiB P *£ 6"tlc I f ä» H ■ Via 1 Sg-S SAM Moli«' x Forderung sÄ’Jm keir Prima Existenz d. Uebernah.Bezirks- lizenz.Wunderb.Artik, f.Selbstfabr.Spielend verkäufl. an Hotels, Cafes,Wirtsch.Zeitum gen usw. Für Lizenz 500 Rm. erfordert Anfragen an Börgartz & Co., Heidelberg, Neugasse 19. 723d Ordentliches, selbständiges O4?o Mädchen rum 1.3. gesucht Kunz, Bleichstratze 29. Bezirk Wiesbadeu. NutztzMz-VseSE Gememdeforstamt Braunfels a. d. Lahn, Kreis Wetzlar, Telefon 223, __verkauft gegen Lchriftgebot: 725D des VfB. Reichsbahn e. V., Gießen liest aus eigenen Werken 671D Eintrittskarten: Bnndesmitglieder erhalten gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 3 bis zu 2 Plätzen freien Eintritt; Verbandsmitglieder(KaufmännischerVerein Kontrollabschnitt Nr. 8, Volkshochschule, NS. Lehrerbund) zum Preise von 75 Pf.; Militär, Studenten und Schüler zum Preise von 40 Pf., Nichtmitgiieder Ast 1.50 Mk. bei Challier und an der Saalkasse. — Sämtliche Plätze sind an diesem Abend numeriert. V. Der grobe MMMM bild. Künste KleineAnzeigeu Im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Möbl. ruhiges Zimmer v. Herrn gesucht. Schr.Angeb.unt. 0475 a. d. G. A. ÄWiimer für 10-12 RM. ges. Schr. Ang. m0480a. d. G.A. A. Abteilung Betrieb. Einnahme Ausgabe^ 1934 1935 1934 1935 1. Rechnungsrest aus voriger Rechnung 4813 15983 — —- 2. Gebäude 7100 6200 1670 4000 3. Grundstücke 3900 3900 640 750 4. Waldungen 53437 73822 33605 42234 5. Jagd, Fischerei 2309 2309 — .—. 6. Schäferei, Weiden 1000 1000 1800 1800 11. Messen und Märkte. 70 120 70 120 14. Wasserversorgung 10790 10800 2000 6000 18. Ziegelei 1000 850 — —— 22. Allgern. Verwaltung 1000 740 12109 15000 23. Oeffentliche Sicherheit 24. Oeffentliche Gesund— — 3655 4119 heitspflege und Wohlfahrtseinrichtungen 300 300 3350 3777 25. Abdeckereiwesen — — 10 10 26. Feuerlöschwesen — — 450 500 27. Armenpflege 2400 2400 8500 8500 28. Schulen 240 240 9400 9880 33. Gemeindefriedhof 308 308 550 560 31 Straßen 135 135 6245 6300 35. Kanäle 700 700 4718 5335 36. Landwirtschaftszwecke 725 725 6000 6130 37. Grenzoerhältnisse — — 200 200 39. Ortsbürgerwesen 40. Oeffentliche Anlagen, 30 30 — — Denkmäler, Museum — .— 160 200 41.Flüsse, Bäche, Gräben — — 100 100 42. Soziale Fürsorge 9000 9000 20000 20000 46. Steuern, Abgaben — — 6650 7850 48. Sondersteuern 49. Anteile an Reichs15150 10050 500 510 steuern 6000 8000 400 . 450 52. Schwimmbad 1500 1500. 1500 1725 56. Reservefonds — — 2362 2435 58. Kapitalzinfen .— — 3000 3000 61. Gemeindeumlagen 10000 10000 1000 1400 III. IV. V. VI. 18 28 14 31 14 161 139 109 47 22 46 19 9 13 3 2 5 7 7 3 2708 -St. Für die uns anläßlich der silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst 0471 Familie Heinrich Rinn Gießen, im Februar 1935 (Hlilerwall 49) Stellenangebote der ist, wie du siehst, dick durchgestrichen, aber doch noch erkennbar. Also liegt der Schreiberin daran, daß auf der Post in Gernrode ihre Identität nicht bekannt wird. Uebrigens, da fällt mir ein: Stand nicht vor einiger Zeit die Todesanzeige eines Herrn von Gernsheim auf Gernrode in den Blättern?" Hopman griff nach der Klingel und läutete. „Suchen Sie mir aus dem Zeitungsarchiv einmal die Familienannoncen der letzten vierzehn Tage heraus, Werner", sagte er zu dem eintretenden alten Diener, „und stellen Sie fest, ob eine Traueranzeige von Schloß Gernrode darin ist." Dann wandte sich Hopman wieder zu seinem Freund: „Die junge Dame, die diesen Brief geschrieben hat, wünscht also erstens nicht, auf dem Postamt gekannt zu sein, zweitens benutzt sie keinen Trauerbriefbogen — was folgt daraus?" „Entweder, daß sie in keiner nahen verwandtschaftlichen Beziehung zu dem Toten steht —, oder daß sie ihn nicht mochte." Triumphierend sah der blonde, rosige Martins seinen Freund an. Aber sein Lächeln wurde unsicher, als Hopman ruhig sagte: „Mein lieber Junge, diese Schlußfolgerung ist zu einfach, als daß ich sie akzeptieren könnte. Es kann auch umgekehrt sein. Vielleicht hing die junge Dame zu sehr an dem Verstorbenen und will durchaus den Gedanken an seinen Tod von sich abschieben." Martins strich energisch Butter auf sein Brötchen: „Na, weißt du, das ist doch eine kühne Behauptung und durch nichts zu beweisen." „Höchstens dadurch", bemerkte Hopman freundlich, „daß diese junge Dame mit den energischen Schriftzügen sich wenige Tage nach dem Tode eines Angehörigen an mich wendet. Irgend etwas stimmt da also nicht. Und sie macht sich Sorgen. Sorgen aber macht man sich nur, wenn man an einem Menschen hängt. Aber ich gehe in meinen Schlußfolgerungen noch weiter: Ich behaupte, die junge Dame wird sehr bald bei uns erscheinen. Schau dir einmal diesen Brief an. Erst sollte er als gewöhnlicher Brief gehen. Dann hat man das ,Durch Eilboten!' schnell und hastig hinzugefügt. Drittens ist der Brief nicht durch die gewöhnliche Post befördert, sondern ist in einen Bahnpostkasten geworfen worden. Und zwar in den letzten Zug, um zwölf Uhr. Ich nehme an, daß auch das der Absenderin noch nicht genügt hat. Denn sie wird sich in ihrer Unruhe dauernd überlegt haben, wie sie am schnellsten zu ihrem Ziele, mich zu erreichen, kommt. Da ist das mündliche Verfahren immer das schnellste." Er unterbrach sich. Der Diener kam herein und brachte einen Zeitungsausschnitt, den er vor Hop- man hinlegte. „Aha, da haben wir es ja." Hopman nahm das Blatt und las laut vor: „Heute nacht starb plötzlich unser innigstgeliebter Vater und Pflegevater, Baron Detlef von Gernsheim auf Gernrode. Dies zeigt — zugleich im Namen des im Ausland weilenden Sohnes Doktor Horst von Gernsheim — in tiefstem Schmerz an Helma von Bodenberg." Hopman legte den Zeitungsausschnitt auf dem Frühstückstisch: „Also das ist dies Fräulein von Bodenberg, das mir da schreibt." Ein scharfes Klingeln des Telephonapparats schnitt in seine Rede. „Vermutlich ist sie das schon." Hopman wies auf den Apparat. Martins nahm den Hörer ab. Maßlose Verblüffung malte sich auf seinen Zügen. Er reichte den Hörer herüber. „Tatsächlich, sie ist es", flüsterte er. Mit einem leichten Lächeln ergriff Hopman jetzt den Telephonhörer. „Hier Hopman." Eine angstvolle, aber trotz der Erregung wohllautende Stimme klang an sein Ohr. „Haben Sie meinen Brief erhalten, Herr Doktor Hopman?" „Jawohl, gnädiges Fräulein, mit der Frühpost." Ein erleichtertes Aufatmen. Die Mädchenstimme fragte weiter: „Und werden Sie mir helfen können?" „Das hoffe ich. Ihr Brief hat mir ja schon allerlei erzählt. Ich erwarte Sie so bald wie möglich." — „Sympathische Stimme", bemerkte Hopman, als das Gespräch beendet war, zu seinem Freunde. Der saß mit offenem Munde da. „Sehr geistvoll siehst du im Augenblick nicht aus, mein guter Martins." „Dafür hast du wieder einmal um so mehr Geist entwickelt." Martins sah seinen berühmten Freund bewundernd an. „Es ist geradezu fabelhaft, wie du kombinierst. Hast du vielleicht noch etwas 'rausgefunden?" Hopman schaute nochmals nachdenklich auf die Zeitungsannonce. „Vielleicht das eine noch, daß dieser Auslandssohn, für den das Fräulein mit der sympathischen Stimme die Todesanzeige mit aufgegeben hat, offenbar nichts zu tun hat mit der Sorge, die sie drückt. Erst glaubte ich an eine Differenz zwischen Sohn und Pflegetochter. Aber ich habe diesen Gedanken ganz aufgegeben. Augenscheinlich fühlt sie sich sehr mit dem Sohne verbunden, denn sie wählt die Fassung: ,unser Vater und Pflegevater'. Würde sie mit diesem jungen Baron nicht gut stehen, so würde sie sich vermutlich auch in der Anzeige von Horst von Gernsheim distanzieren." „Wenn du es nicht wärst, Hopman, so würde ich sagen, das sind Haarspaltereien. Aber so wage ich nicht mehr, dir zu widersprechen. Doch willst du nicht endlich den Brief der jungen Dame lesen, ehe sie herkommt?" Hopman lächelte beinah schüchtern: „Nein, das möchte ich nicht. Ein bißchen eitel sind wir Detektive doch nun einmal. Was meist du, was das kleine Fräulein für Augen machen wird, wenn sie ihr Schreiben uneröffnet sieht? Den kleinen Triumph möcht' ich mir doch gönnen." Er trat ans Fenster, er hatte ein Auto scharf vor dem Hause bremsen gehört. „Du, nun mache i ch aber Augen", meinte er lebhaft. „Komm doch mal her, Martins, und schau! Diese junge Dame, dies Fräulein Helma von Bodenberg ist ja eine veritable Schönheit. Das ist ein gutes Omen, wenn einem schon frühmorgens so etwas ins Haus geschneit kommt. Komm ins Arbeitszimmer, Martins! Es ist mir lieb, wenn du bei Ser Unterhaltung wieder zugegen bist. Vielleicht brauche ich dich wieder bei der Durchführung der Aufgabe, die dies schöne junge Fräulein mir übertragen wird." Er griff nach dem verschlossenen Schreiben und ging mit seinem Freunde zusammen hinüber ins Arbeitszimmer. 2. Kapitel. Als der Diener die frühe Besucherin meldete, saß Hopman in anscheinend lebhaftem Gespräch mit Martins in der behaglichen Klubecke. Der Brief lag ungeöffnet vor ihm. Mit einem leisen Rot der Befangenheit trat Helma von Bodenberg ein. Sie war mittelgroß, von der Feingliedrigkeit eines Rehs. Und auch die goldbraunen Augen in dem süßen Oval des zarten Gesichts hatten den scheuen und rührenden Ausdruck eines Rehs mit ihrem feuchten, sanften Schimmer. Unter dem kleinen Trauerhute drängten sich weiche Wellen goldigen Haares. Der Mund war zart und weich. Aber das überraschend energisch geformte Kinn zeigte, daß in diesem jungen Menschenkinde trotz der hauchfeinen Zerbrechlichkeit ein fester Wille wohnen mochte. Mit diesem Willen bezwang Helma jetzt ihre Befangenheit, um so mehr, als das kluge, ruhige Gesicht Doktor Hopmans ihr sofort vertrauenerweckend war. Er begrüßte sie mit ein paar höflichen Worten. „Ich danke Ihnen, Herr Doktor Hopman", sagte Helma von Bodenberg leise, „daß Sie mich schon zu so früher Stunde annehmen." „Keine Stunde, gnädiges Fräulein, ist zu früh, um einem Menschen mit Rat und Tat beizustehen. Nehmen Sie Platz! Dies ist mein Freund Martins. Es wird Sie hoffentlich nicht stören, wenn er bei unserer Unterredung dabei ist? Er ist mir •ein wertvoller Mitarbeiter: schon oft hat er zur Aufklärung schwieriger Fälle wesentlich beigetragen." Helma reichte dem sich verbeugenden Martins freimütig die Hand: „Was Sie für richtig halten, Herr Doktor, werde ich auch richtig finden." (Fortsetzung folgt!) Verfolger eindrangen, fanden sie bei dem Toten nichts, was für sie von Wert gewesen wäre. Der Vorfall sprach sich herum, japanische Truppen fair den den toten Kurier, und die Untersuchung der Leiche brachte den heldischen Opfermut dieses Mannes, der lieber auf qualvolle Weife starb, als daß er fein Geheimnis preisgab, zutage. Und nun bewies der japanische Staat, daß auch er den männlichen Geist kriegerischer Selbstauf- Opferung zu ehren versteht. Das blutgetränkte Dokument wurde mit vollen militärischen Ehren nach Japan übergeführt. In der Kaserne eines hauptstädtischen Regimentes in Tokio wurde im Saal, der gleichzeitig Fahnenhalle und religiöse Kultstätte ist, ein Altar errichtet, auf dem unter einem Glassturz das gerettete Schreiben künftighin aufbewahrt wird. In schlichten Worten berichtet ein eingemeißelter Spruch die Tat des Kuriers. Findet eine Vereidigung statt, so werden die jungen Rekruten, die soeben das Vaterhaus verlassen haben, vor den Glassturz mit dem blutverkrusteten Dokument geführt, und es wird ihnen gesagt: „Dies hier ist in Zukunft der einzige Ort, wo ihr noch weinen dürft!" Ob das Buschido das Gesetz des Sieges ist, wird die Geschichte er >n, unter der sicher lieber« icn und mit ' abweichen- nd, daß ih" Kal L rw K'M aui - n zum d t SeneW! futtert igung Beding^ von Arheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). (Na'chbruck verboten.) 1. Kapitel. Doktor Will Hopman saß mit seinem Freunb Martins am Frühstückstisch unb überflog bie Morgenzeitung. Neben ihm lag ein Stapel Poft, ben er achtlos beiseiteschob. Erst bas Vergnügen, dann die Arbeit!, dachte er und genoß lächelnd die Schilderung eines Bankeinbruchs, der auf einer ganzen Spalte der Mor- qenzeitung geschildert war. Was für Vermutungen Oer Reporter, der sich als zweiter Sherlock Holmes fühlte, dv zum besten gab, war wirklich belustigend. Hopman lachte so herzlich, daß sein Liebling, der schöne Airedaleterrier Grypto, freudig blaffend auf- fprang und aus seiner Ecke hervor auf Hopman zuschoß. Hopman beugte sich freundlich zu dem schonen Tier. „Nicht wahr, Grypto, da lachen selbst die Hühner", meinte er und wollte ihn streicheln. Dabei stieß er mit dem Ellenbogen an den Briefstapel. Ein Brief loste sich, er wollte herunterfallen. Aber Grypto apportierte geschickt den Bries. „Bravo", lobte Hopman. Er nahm den Brief und besah ihn. Sein Gesicht wurde aufmerksamer. „Na, Martins", sagte er, „das gibt eine interessante Sache." Martins sah von seiner Lektüre auf: „Du kommst mir manchmal vor wie ein Hellseher, Will. Da hast du einen geschlossenen Brief in der Hand, und schon weißt du, daß eine interessante Sache daraus wird. Wie machst du das? Witterst du vielleicht den interessanten Fall, so wie Grypto die Fährte feines Herrn?" , „Vielleicht. Darin liegt etwas Wahres, du! Ein richtiger Detektiv ist eine Art Spürhund und ist Mit einem Instinkt begabt, der den anderen Menschen oerlorenging. Aber in dem vorliegenden Fall war die Folgerung einfach. Sie hier diesen Bries! Die Dame, die ihn geschrieben hat, ist etwa einundzwanzig Jahre alt." .„Woher weißt du das, du Optimist? Kann sie wcht ebensogut vierzig sein?" „Dann würde sie nicht diese Art energischer Keilschrift schreiben. Handschriften sind der Mode unterworfen wie alles andere. Diese Art männ- ucher Steilschrift ist die Schrift, die sich aus einer ^chülerinnenschrift von vor etwa sechzehn Jahren Entwickelt haben muß. Diese junge Dame hat bei Schulbeginn eifrig Sütterlinbuchstaben gemalt — das sieht man heÄk- noch, obwohl die Handschrift ausgeschrieben ist. Der Brief trägt als Absender das Wappen des Schlosses Gernrode. Der Absen- 20000 20000 6650 -Men auserster Linie sohlen. Die Form, lascht zulässig- -reszeit an, i9e W als W'' i gefärbtem >rden. i Tierfutter Konfiskat! s (bbedetfM Donnerstag, 7. Februar 1935 r f . ; c , - > p ) r e > s > . it ) l d 4 in stng oftg- |t s * «stet ]enb jsfrei f die "iürf= cifen derbes Ier» Er- und Erdung /'UNg ■ber ' nur unb» i ben um« ?n r- 'g es ch in >füh- H e - ■ bas unb» wer- chter und Be- die nög» i’rab ,3nn» oird, .'Ge- ?BK. 'i in >telle auch und 'peln sind hten weil men. nzu- itige der h n - Hier latze ' und ger» um der ) ZU V il (- te n n XV ke ein» vird vin- eder lern» leffi« .den. Ge- Der big» ütf» mb» ab» j ie n ck It 'aße .;en. b» )mb. ahn hen )en, loch an» zur Die Inhaber der Firma Veit Wohlfahrt im Verdacht der Brandstiftung Wirtschaft 1,5*» liebel 9' schädigt worden. und der Polizei mit allergrößtem Nachdruck betrie- die noch keine Steuerzahler, noch besteht für sie 5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2tt. hird furd börse börle Datum 6.2 32-25 31.5 85-5 o 118.25 i 118 91 75 32.5 8.2 82 Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H. 124 79.4 30.75 141 4 108 144 205.5 93 106 94 62.72 80-44 33.77 274 125 7.75 7.65 7.55 10-5 o o 0 0 0 33,9 86.5 114 5 82 75 84 85 165 •I 143.4 93 106 94.13 57.96 54.30 12.17 16 37 167 83 21.11 61-20 27.5 1-25 0.05 7-65 7-85 10.75 o o 6 6 1239 87-13 79 30-75 141.4 108 91.4 103 72 101.5 100 25 144 5 . 31.65 29 33 65 86 75 114 82 83-25 84 25 165.4 86 I 113.5 | 126 i 56.5 210 5 96-5 47-25 108 108-5 155 32.9 164.25 104 51 112.5 51.75 72 129-5 49-9 126.5 85-5 39.4 205 5 160.5 145-25 62.98 80-76 33.91 91.75 103-5 72 102-2 50.75 52 72.4 50 126 39.75 203 146 93 103.25 56-5 211 96-75 47.4 125 107.5 109 155 2.472 58-20 54.52 12-21 16 43 168 56 21-19 61.44 o . 0 . 10 . 0 0 . 0 .. ö 5 lyt 51 52 70.5 50 5 126 40 159.25 146 143.65 94 105-65 94 103.65 51-13 112.5 52 71 128.25 50 5 126.5 85.5 40 159.75 146.5 144 | 205-75 94 105.5 i 94 I 103.25 72-25 101.5 88 143-25 124 86-9 79 99-75 145 34-25 86-5 113 81-25 82 75 83-5 165 52 937 103-4 56-65 . 211 97-25 47.25 12.25 109 109.5 15 25 I 27 75 125 8 7 8 7.8 10.5 Akademische Welt-Winterspiele. Am Mittwoch wurden bei den IV. Akademischen Welt-Winterspielen in St. Moritz nur Wettbewerbe ausgetragen, an denen Deutschland nicht beteiligt ist. In der Gesamtländerwertung für die einzelnen Sportarten steht Deutschland im Skilauf nach den großen Erfolgen am Dienstag mit 16 Punkten an erster Stelle vor Italien mit vier und der Tschechoslowakei mit einem Punkt. 31 141.75 107.9 i Pbllipp Hol,mann ... Zementwerk Heidelberg Lemeutwerk Karlstadt.. Lltansselver Bergvau ... Kokswerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Nheinstahl Bereinigte Stahlwerke.. Ctaoi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben.. Kaliwerke Westeregeln .. Kaliwerke Salzdetfurth . 92-5 56.5 211 97-5 47-13 12 25 109 109.5 155 Der Verfasser dieser feilen, der Bundesbezirksvorsitzende für Hessen-Nassau des BDG. in der Reichskammer der bildenden Künste, Maler und Graphiker Albert Windisch, Frankfurt a M. 1, Am Dornbusch 9, ist gern bereit, ernsthaften Interessenten nähere Auskunft zu geben. in der Nähe der Brandstätte befindliches Oel- und Benzinlager hätte leicht vom Feuer ergriffen werden können. a.8.®.. Bekula. 32-4 I 29-75 । 34 25 86 5 113-25 81 5| 82 5 ! 83.5 ! 164.75 27-4 1.2 8 7.65 7-75 10 4 LPD. Frankfurt a. M., 6. Febr. Der R Lese n b r a n d am Samstagabend auf der Zeil bildet noch immer das Tagesgespräch in Frankfurt. Ständig wird das ausgebrannte Gebäude von einer großen Menschenmenge umlagert, namentlich in den Nachmittagsstunden mutz dis Polizei energisch eingreifen, um den Verkehr in Fluß zu halten. Das Gebäude ist polizeilich gesperrt, und nur die mit der Untersuchung der Brandursache betrauten amtlichen Personen können das Gebäude betreten. Von vornherein tauchte die Vermutung auf, daß die Entstehung des Brandes auf ein Verbrechen zurückzuführen fei. Diese Vermutung wurde besonders genährt durch die Tatsache, daß das Feuer an verschiedenen Stellen ausgebrochen ist und daß die Inhaber der Firma sich noch bis kurz vor Ausbruch des Brandes in ihrem Geschäftslokal befunden hatten. Es mußte auch auffallen, daß der Brand zu einer Zeit ausbrach, als ein heftiger Sturm herrschte, der die Ausbreitung des Feuers begünstigte. Alle diese Umstände veranlaßten die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei, schon in der Nacht zum Sonntag die eingehenden Ermittlungen über die Brandursache auszunehmen. 3m Laufe des Sonntags wurden etwa siebzig Zeugen vernommen, unter ihnen sämtliche Angestellte des Geschäfts. Die Geschäftsbücher wurden beschlagnahmt, und schließlich die beiden Inhaber der Firma Veit Wohlfahrt, die Kaufleute Julius Kahn und Friedrich Wohlfahrt, wegen dringenden Verdachtes der Brandstiftung verhaftet. Diese Tatsache wird heute morgen durch eine Verlautbarung der Iustizpressestelle bekannt, in der cs heißt: „Die Bearbeitung der Brandsache des Hauses Zeil 41 wird von der Staatsanwaltschaft Spreltl-ft« von ver Nedaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstagnach- mittag geschlossen. . 31 141.5 106.75 । Möglichkeit — solange sie eben noch ihrem Studium obliegen — Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste zu sein.) Unentgeltliche Leistungen gibt es nicht mehr. Von großer Bedeutung ist auch § 5, Abs. 4: „Anerbieten und Leisten unentgeltlicher Arbeiten, insbesondere von Vorentwürsen (Skizzen) oder Entwürfen ist untersagt." Diese Bestimmung ist deshalb so "wichtig, weil es immer noch Auftraggeber gibt, die aus einer bedauerlich asozialen Einstellung heraus erwarten, daß der Künstler — offenbar deshalb, weil er in fast allen Fällen der wirtschaftlich schwächere Teil ist — unverbindliche Skizzen oder Vor^ntwürfe mache, also völlig umsonst Leistungen vollbringe, die häufig gerade den geistig-künstlerisch entscheidenden Teil der betreffenden Ausgabe bar* stellen. Jeder gerecht denkende Auftraggeber wird ja sofort einsehen, daß Unentgeltlichkeit hier eine unmögliche Forderung ist, genau so unmöglich wie es die wäre, wenn man vorn Arzt oder Rechtsanwalt „unverbindliche" Auskunft haben wollte. Ordnungsstrafen. Es würde zu weit führen, wollte ich hier alle Paragraphen der amtlichen Bekanntmachung der Reichskammer durchsprechen, aber § 7 möchte ich doch noch anführen, um zu zeigen, daß diese Bestimmungen nicht nur „Papier" sind. § 7, lautet: „Ordnungsstrafen werden festgesetzt gegen jeden, der entgegen den Vorschriften dieser Anordnung 1. nicht Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste ist und gleichwohl eine der von dieser An- 119 5 119.25 85 j 85 116-4 । 115-5 10925 111-75 Reichskammer der bildenden Künste Wichtige Bestimmungen für Behörden, Künstler und private, die mit der Werbekunst zu tun haben. Don Dlbert Wmdisch. Ständischem Aufbau und nationalsozialistischem Gedankengut entsprechend, hat am 24. August 1934 der von Reichsminister Dr. Goebbels eingesetzte Präsident der Reichskammer der bildenden Künste im „Völkischen Beobachter" die Amtliche Bekanntmachung veröffentlicht, die den Schutz des Berufes und die Berufsausübung des Gebrauchsgraphikers betreffen. Auf Grund von § 25 der ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammer- Gesetzes vom 1. November 1933 find damit amtliche Anordnungen getroffen worden, die von außerordentlicher, tief einschneidender ideeller und materieller Bedeutung sind. Wer fällt unter Gebrauchsgraphik? § 1 lautet: „Die Eingliederung in die Reichskammer der bildenden Künste durch den ,Bund deutscher Gebrauchsgraphiker e. 23/ als Fachoerband für Gebrauchsgraphik ist Voraussetzung für die Ausübung des Berufes als Gebrauchsgraphiker." Das heißt: In Zukunft darf nur noch derjenige auf dem Gebiete der Gebrauchsgraphik entwerfend tätig sein, der unter Vorlegung entsprechender künstlerischer Arbeiten und nach Prüfung seiner sonstigen erforderlichen Zuverlässigkeit sich mit* Erfolg um Aufnahme in den Bund deutscher Gebrauchsgraphi- ksr (BDG.) beworben hat, der also Mitglied ist. (Der Begriff „Gebrauchsgraphik" umfaßt: Plakate, Prospekte, Kataloge, Geschäftsformulare, Inserate, Buchkunst, Illustrationen, Schrifttypen, Schutzmarken, Etiketten, Warenpackungen, Ehrenurkunden, Kalender, Lichtreklame, Messestände und verwandte Dinge.) Wer darf gebrauchsgraphifch tätig fein? Es kann nunmehr kein Auftraggeber zukünftig auf gebrauchsgraphischem Gebiete noch Leute werbe- künstlerisch beschäftigen, die nicht Mitglied des BDG. in der Reichskammer der bildenden Künste sind. Selbstverständlich ist es auch verboten, daß Studierende von Kunst- und Hovdwerkerschulen Aufträge für die Praxis ausführen, was immer wieder — nicht in ideeller Absicht — sondern mit preisdrückerischem Ziel von „schlauen" Auftraggebern versucht wird. Gebrauchsgraphische Arbeiten dürfen — soweit sie der Ocffentlichkeit übermittelt werden — ausschließlich nur von solchen steuerzahlenden Volksgenossen übernommen werden, die die erwähnten Voraussetzungen erfüllt haben. (Studierende sind wichtiger Nachwuchs, aber sie sind druck gegeben, daß Deutschland die ^Ausrichtung! Sensationelle Verhaftung in Frankftui Ha m b urg»A m e ttka- P akel .... Hamburg-Süvam. Dampfschiff Hansa-Dampfschifs........ Norddeutscher lilotjb a.®. für Verkehrswesen Akt. Berliner Handelsgesellschaft .. . Commerz- und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft q Dresdner Bank g Reichsbank " io Wenn das auch glücklicherweise verhindert werden konnte, so ist doch durch den Brand das Volks*' vermögen um mehrere hunderttausend Mark 92-13 104 72 102-25 87.5 144 124.25 । 86.5 | 79.51 quidationspsandbriefe teilweise etwas fester, dagegen tendierten Stadtanleihen und Kommunal-Obligatio- nen uneinheitlich. Fremde Werte lagen still. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörfe still. Die Abendbörse nahm im ganzen wieder einen stillen Verlaus, doch war die Haltung etwas freundlicher, wobei der bisherige Verlauf der am Montag in Berlin begonnenen Stillhalte - Verhandlungen etwas anregte. Die Berliner Schlußkurse lagen im allgemeinen gut behauptet. Kunstseide Aku bröckelten im Verlauf etwas ab. Auf Berliner Käufe zeigte sich erhöhte Nachfrage nach Bankaktien. Commerzbank 82,75 (81,50), OO-Bank 84 (83,25), Dresdner Bank 85 (84,25) und Berliner Handelsgesellschaft 114,50 (113). Am Rentenmarkt konnten sich späte Reichsschuldbuchforderungen auf 97,75 (97,50) erholen, ferner waren Zinsoergütungsscheine zu 89,75 (89,65) gefragt, während Kommunal-Umschuldung noch leicht abbröckelten und Reichsbahn-VA. mit 117,90 um 0,40 o. H. gegen den Berliner Schluß nachgab. Altbesitz waren mit 112,90 v. H. etwa behauptet. Stadtanleihen ginaen noch leicht zurück, Gold- und Liquidationspfandoriefe lagen unverändert. Von Auslandswerten erhöhten sich 4 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 165 (164), 3,50 do. auf 157 (155,50) und IG. Chemie BMl volle auf 155,50 (153,50). G U. a. notierten: Altbesitz 112,90, 7 v. H. Stahl- verein 97,50, 6 v. H. Franks. Hyp. Gold R16 96, 5,50 v. H. do. Liquidation 99,90, 6 v. H. Rhein. Hyp. Gold R 31 bis 34 96,50, 6 v. H. Stadt Darmstadt 92,50, 6 o. H. Stadt Hanau 81, Reichsbank 165, Pfälz. Hyp.-Bank 98, Gelsenkirchen 72, Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 17 Rinder (16 Ochsen, 1 Bulle), 935 Kälber, 165 Schafe, 347 Schweine. Es kosteten: Kälber: 22 bis 50 Mark, Hümmel 32 bis 37, Schafe 22 bis 31, Schweine 46 bis 53 Mark. — Marktverlauf bei allen Vieh- gattungen mittelmäßig. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 6. Febr. Der Frankfurter Pferdemarkt war gut besucht. Zunächst setzte der Handel in den Vormittagsstunden schleppend ein, im Verlaufe entwickelte er sich doch noch sehr zufriedenstellend. Gut drei Viertel des Gesamtauftriebs von 300 Tieren wurden verkauft. Volljährige mittelschwere Arbeitspferde waren gefragt und haben im Preise kräftig angezogen. Schlachttiere waren knapp und hielten ihren bisherigen Preis, der, je nach Qualität, zirka 26 RM. je 50, Kilogramm Schlachtgewicht betrug. Frankfurter Getreidebörse. 0,40 v. H., Phönix 0,25 o. H., ferner Klöcknerwerke 0,90 v. H. Mannesmann und Rheinstahl lagen unverändert. Am Elektromarkt zeigte sich etwas Interesse für AEG. (plus 0,40 v. H.), Bekula (plus 0,75 o. H.) und Licht & Kraft (plus 0,50 v. H.), Geffürel bröckelten 0,25 v. H. ab, Siemens lagen mit 144,75 behauptet. Chemische Papiere lagen sehr still, Farbenindustrie mit 144 v. H. unverändert, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl gaben leicht nach, Metallgesellschaft zogen 0,25 v. H. an. Schiffahrtswerte gingen bei kleinem Umsatz bis 0,65 v. H. zurück, AG. für Verkehr lagen unverändert. Gut behauptet eröffneten außerdem Reichsbank (165), Daimler (50,40), Junghans (70,13) und Hanfwerke Füssen (69). Fest lagen Zellstoff Aschaffenburg mit 72,13 (70,50), dagegen waren Feinmechanik Ietter angeboten, ca. 72 Brief (1. K. 73,40). Am Rentenmarkt herrschte ebenfalls Geschäftsstille. Altsbesitzanleihe, Kommunal-Umschul- dung und Zinsoergütungsscheine blieben etwa behauptet, Stahlverein-Bonds erhöhten sich auf 97,13 (96,75). Stark angeboten waren späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,75 (98,65), auch Reichsbahn- Vorzugsaktien waren auf 118,25 bis 118 (118,40) gedrückt. Im Verlaufe blieb das Geschäft still, die Kursbildung war weiter uneinheitlich, jedoch ergaben sich nur kleine Veränderungen. Etwas höher lagen Ha- pag (32), Deutsche Linoleum (126,50), Rütgers- werke 106 und Eßlingen Maschinen 73 (71,90)^ da- gegen aingen Daimler auf 50, AEG. auf 31 (—0,40), Zement Heidelberg auf 113 (—0,50), Hcirpener auf 102 (—0,50) und Buderus auf 91,40 (91,75) zurück. Fest lagen Felten mit 85,65 (84,50), wobei die Dioidendenerhöhung bei Vogel Draht von 4 auf 6 v. H. angeregt haben dürfte. Am Kassamarkt waren Pfälzische Preßhefen zu 118 (112) und Haid & Neu zu 30 (27,50) gesucht, angeboten waren dagegen Mulle Brauerei zu ca. 50 (55,25) und Kahlgrund Eisenbahn zu ca. 10 (13,40). Am Rentenmarkt schwächen sich späte Schuldbücher auf 97,50 und Reichsbahn-Vorzugsaktien auf 117,65 sowie Altbesitz auf 113 ab. Fester tagen nochmals Stahlverein-Bonds bis 97,50 (plus 0,40). Gesucht waren ferner Dekosama I mit 114,75 (114,50). Goldpfandbriefe lagen gut behauptet, Li- 5-2 I 6.2 <% Cefterreld)t|d)e ®ulörente. 4,20% Oesterieichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente *°/o Ungarische Staatsrente v. 1910 *y«% desgl. von 1913 6% abgeii Goldmexikaner von 99 i% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I nen. Wie der Kampf am kommenden Sonntag aus- aehen wird, erscheint diesmal recht fraglich, da hauptsächlich die Mannschaft der Gäste wieder an Kampfkraft gewonnen hat. Aber auch Wißmar hat seinen Ruf bisher gewahrt und wird auch am Sonntag alles daransetzen, um wieder erfolgreich zu sein. Auf den Tabellenstand hat das Spiel feinen Einlluß m-chr, denn beide Gegner haben sich bereits den 2. (Wißmar) und 3. (Launsbach) Platz gesichert Europarundflug erst 1937. Auf einer Sitzung der FAJ. in Paris wurde beschlossen, den nächsten Europa-Rundflug erst 19371 119 ; 119 25 84.5 | 85 65 116-5 | 115-5 100 । 100 144-75 j 144-75 den. Gestern fand eine sehr eingehende Besichtigung der Brandstelle statt, über deren Ergebnis im einzelnen zur Zeit im Interesse der Untersuchung nichts gesagt werden kann. Es besteht dringender Verdacht der vorsätzlichen B r a n d st i f t u n g. Die beiden Inhaber der Firma Veit Wohlfahrt, die Kaufleute Julius Kahn und Friedrich Wohlfahrt, wurden bereits am Sonntag auf Anordnung des Oberstaatsanwaltes vorläufig fest, genommen. Auf Grund der Ergebnisse der Be- sichtigung der Brandstätte am Montag hat darauf der zuständiae Richter gegen die zwei Festgenomme- nen Haftbefehl erlassen." Die Behörde arbeitet weiterhin in angestrengter Tätigkeit an der Aufklärung des Falles. Man kann damit rechnen, daß das gesamte Material in Bälde der Öffentlichkeit unterbreitet werden kann. Es würde sich hier, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, um eines der größten Brandstiftungsverbrechen handeln. Es bestand außerordentlich große Gefahr für die anliegenden, dicht besiedelten Wohnviertel, vor allen Dingen für die Albusgaffe, die 3um großen Teil aus alten, leicht brennbaren Häusern besteht. Durch den starken Sturm wurde . ständig heftiger Funkenflug nach ihren Dächern 1 getrieben, und nur dem opferbereiten Einsatz der Feuerwehr ist es zu danken, daß das Feuer nicht nach der Albusgaffe Übergriff. Auch ein F r a n k f u r t a. M., 6. Febr. Am Getreidegroß- markt hat sich die Markt- und Preislage gegenüber ccm Montagsmackt vom 4. Februar nicht verändert. Futtermittel aller Art blieben bei geringem Angebot stark gesucht. Es notierten: Weizen W IX 206,50, WXIII 210,50, \V XVI 214,50; Roggen RIX 166,50, R XIII 170,50, R XV 174,50. alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 168,50, G XI 171,50, G XII 173,50; Hafer H XIII 166,50, H XIV 168,50, attes Großhandelspreise ab Station. Bei Wasseroer la düng über 100 Tonnen 3 Mk. mehr. Sommergerste für Bauzwecke 200; Weizenmehl W XIII 27,50, plus 0,50 Mk. Frachtausgleich: W XVI 27,95 plus 0,50 Mk Frachtausgleich Roggenmehl R XIII 23,60, plus 0,50 Frachtausgleich; R XV 24, plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Weizennachmehl 17, Weizenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10,73, W XVI 10,95, Roggenkleie R XIII 9,99, R XV 1023, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Sojaschrot m. M. 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,62 bis 10,02, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh, drahi- gepreßt oder gebündelt, 5 bis 5,40 Mark. w Si »Hit i, in iiP?tQnttei « 7 b°- SÄ ©dniltbeü Payenhofer ....... O Aku (Wlgemeine Kunstseide) .. O Bemberg .. y Zellstoff Waldhos ............0 Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............. 7 Dcumler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 0 Lrensrein L Koppel ..........0 Leonhard Tiey 0 Ebabe .....10 Aecumuiatoren-syabrik 0 Conli-Gummi .......... 0 Eleklr. LieserungsgeleNschäft Licht und Kraft Selten & Guilieaume u Sbiellsch.s.Eiektr.Unternehmung. 5 Rhe,nische Elektrizität 5 SchuckenS Ev............ 5 Siemens L Halske ’ 7 Lahmeper SEo............." to Beigliche Noten Dänische Noten Englische Noten ........ ........ französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Lesterreich, ä 1OO -Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten........"'***.* Schweizer Noten....... .......” . Spanische Noten Ungarische Note» Grtyner................... qi Mainkrastwerke Höchst a.M...^ 4 Süddeutscher Zucker ej ordnung umfaßten Beschäftigung ausübt; 2. den Vorschriften dieser Anordnung zuwiderhandelt." Und § 8 gibt bekannt, daß die Polizeibehörden mit her Durchführung dieser Anordnungen beauftragt sind. >irais am rechts m Kellner Jtali 1 chn, sehr viele I we und es wiimi * Nationalitäten. > B es große j jungen, anberwä ' dlace de l'Opera ch »n; faft i ■■'tai fielen m die NS L lieb'1,’ 6rüt Mjiirnien .füh ' w < itr lat übte > rmr auf italienisch । ^slowakische, bet i lAnderer eine star £ 1550 459 „freir | ü etwa 2 498 250,1 I Mitgerechnet war Wsche Untertanen mjtimmte Zahl vo fern. Es entstanden fc Landes geschl Muter fremder Dö «Inderer, die s Birb niederließen, Um, Priestern und ■ eigene Dörfer. A n ein [fünftel bet l f W berjenigen doi ’j .5-nigen von 0 id west en wa pn. Fast die H qland aus Fren l rn Industriestadt Ächlich von Jtal " un bewohnt. : fei* -Ites | TBO 000 Stall« 0 ritt»««"“’0 ® Ml-, wahrend Lj-wn und nichteur Eene Heimat f