Nr. 285 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag, 6. Dezember 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Üenisprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Liehen. Schristleitung und Geschästsftelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/» mehr. 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Zum ersten Male seit 1930 habe diese Gesellschaft eine Zwischendividende verteilen können, die britische Regierung besitze mehr als die Hälfte der Aktien. Die Fortsetzung dieses Geschäftes wäre eine nationale Ehrlosigkeit. Wenn es gelinge, das kollektive Friedenssystem in Afrika auf seine Zweckmäßigkeit zu erproben, würde die Welt eine Gelegenheit zur Wiederaufnahme der Ab- rüstungsverhandlungen haben. Dalton fragte, welche Antwort die britische Regierung a u f die Rede Hitlers gegeben habe, in der er sich unter gewissen Bedingungen zur Verminderung der Rüstungen bereit erklärte. Im Hinblick auf diese Rede sollte die Regierung ihr A e u ß e r st e s t u n, um die Möglichkeiten eines Abkommens über die Begrenzung und Verminderung der Luftwaffe und anderer Rüstungsarten mit dem deutschen Reichskanzler zu erschöpfen. AußenmmisterSirSamuelHoare meinte, man müsse jetzt aufhören, Wahlreden zu halten. Eden werde auseinandersetzen, wie grundlos die Behauptung sei, daß die in Genf gesprochenen Worte nicht mit den Taten der Regierung in Einklang zu bringen jeien. Die Regierung habe alles Mögliche für eine Wiederaufnahme der Besprechungen über eine Verminderung der Luflrüsiungen getan, es fei aber wenig zu erwarten, solange der abessinische Krieg andauere. Das sei, soweit die Regierung wisse, die Ansicht der deutschen Regierung. (Die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands, ein Luftabkommen abzuschließen, ist wiederholt betont worden. Die Führerrede vom 21. Mai d. J„ die die Zustimmung zu einem Lustabkom- men enthalte, und in der die deutsche Regierung erklärt, sie sei jederzeit bereit, in ihrer Waffenrüstung jene Begrenzungen vorzunehmen, die von den anderen Staaten ebenfalls übernommen werden, behält ihre Gültigkeit. Die Schriftleitung.) Nichtsdestoweniger werde England bereit sein, jede sich bietende Gelegenheit zu ergreifen. Er sei der Ansicht, daß ein Luftpakt und eine Verminderung der Luftrüstungen dringender nötig fei denn je. England werde fehle Gelegenheit für eine Wiederaufnahme dieser Besprechungen vorübergehen lassen, in der Hoffnung, sie zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Oma. Der Außenminister ging dann auf d i e Lage in China ein. Eine befriedigende Losung ionne ohne die freundschaftliche Zusammenarbeit aller interessierten Länder einschließlich Chinas selbst nicht gefunden werden. Deshalb sei Leith Roß nach Sem Fernen Osten gesandt worden. Als die Besprechungen des Wirtschaftsberaters mit der. chinesischen Regierung im Gange waren, sei plötzlich die Währungskrise gekommen. Die chinesische Regierung habe aus eigenem Antrieb die Währungsgrundlage geändert, ohne den Rat von Leith Roß zu suchen. Die Währungsreform habe die Wiederherstellung des Vertrauens günstig beeinflußt. Leider stehe über dem chinesischen S)on= zonl immer noch die ernste Wolke der sog. S e l b st- verwaltungsbewegung. Zahlreiche Berichte sprächen von der Arbeit japanischer Agenten. Die kürzlichen japanischenTrup- penverschiebungen stünden, wie man vermute, ebenfalls mit dieser Bewegung in Verbindung. Der englische Geschäftsträger in Tokio sei beauftragt worden, der japanischen Regierung zu erklären, daß England eine freimütige Aeuße- r u n g über die japanische Politik begrüßen würde. Japan habe geantwortet, daß die Selbstverwaltungsbewegung eine rein chinesische Angelegenheit sei und daß Japan keinerlei Einmischung plane. Er vertraue darauf, daß die japanischchinesischen Verhandlungen zu einer freundschaftlichen Regelung führen werden. Es sei bedauerlich, daß gewisse Ereignisse den Glauben nährten, daß Japan die innerpolitische Entwicklung in China zu beeinflussen suchte. Aegypten. Der Minister machte dann Mitteilung von englischen Anregungen in Aegypten, auf die Einsetzung eines aus allen ägyptischen Parteien zusammengesetzten Ausschusses der eine geeignete Verfassung entwerfen soll. Die britische Regierung stehe den ägyptischen Bestrebungen keineswegs unfreundlich gegenüber und sei nach wie vor bereit, zu ihrer Verwirklichung beizutragen. Es sei ihr aber unmöglich, inmitten der durch den abessinischen Krieg verursachten Beanspruchung gleichzeitig Verhandlungen von so weitreichender Bedeutung, wie die über einen dauerhaften englisch-ägyptischen Ver- trag zu führen. Abessinien. Zur abessinischen Frage erklärte Sir Samuel Hoare, die Regierung habe die doppelte Linie weiterverfolgt, die vom Völkerbund und vom Unterhaus gebilligt worden sei. England habe auf der einen Seite seine volle Rolle bei dem gemeinschaftlichen Vorgehen auf Grund der Genfer Satzung gespielt und auf der anderen Seite seine Bemühungen um eine friedliche Regelung fortgesetzt. Niemand könne behaupten, daß Frankreich und England hinter dem Rücken des Völkerbundes vorgingen. Immer wieder sei Frankreich und England würden bis zum Zusammentritt des 18er-Ausschusses, trotz aller Schwierigkeiten ihre Friedensbemühungen fortsetzen. „Ich apelliere noch einmal an Mussolini und seine Landsleute, sich gänzlich von dem Argwohn frei zu machen, daß England, indem es den Völkerbund unterstützt, finstere Beweggründe hat. Mögen sie sich von dem Gedanken befreien, daß wir Italien zu erniedrigen wünschen und von dem Argwohn, daß wir einen Keil zwischen Italien und Frankreich treiben wollen. Wir möchten Italien und Frankreich als eng st e Freunde sehen, und wir sind froh, daß wir imstande waren, zu der Entente beantragen, die Italien und Frankreich zu Völkerbnndsminisler Eden erklärte, er freue sich, die Pressemeldungen über Memel bestätigen zu können, nach denen ein Direktorium von 4 Mitgliedern der Mehrheitspartei des Landtages ernannt worden sei. Die britische Regierung habe die Entwicklung der Lage ständig mit Sorgfalt beobachtet und nichts unterlassen, ihren Einfluß zu gebrauchen, um eine Lösung der Schwierigkeiten zu fördern, wie das dem Geist des Memel-Abkommens entspreche. Die britische Regierung betrachte die Ernennung des jetzigen Direktoriums als gutes Vorzeichen und hoffe, daß alle Parteien in einem Geist der Versöhnlichkeit an die Fragen Herangehen würden, die gelöst werden müßten, bevor die Lage im Memelgebiet als befriedigend betrachtet werben könne. Die Politik, die er in Genf vertreten habe, sei die Politik der gesamten Regierung gewesen. Der von der britischen Regierung erstrebte Friede müsse für Italien und Abessinien ebenso wie für den Völkerbund annehmbar sein. Die Sühnemaßnahmen bedeuteten für alle beteiligten Länder wirtschaftliche Verluste. Aber die Tatsache, daß 50 Völker bereit gewesen seien, eine so unwillkommene Verantwortung auf sich zu nehmen, sei ein bemerkenswertes Zeugnis für ihren Glauben an die neue Zeit. Die Sperre gegen Italien habe bedeutet, daß betont worden, daß Vorschläge für alle drei Parteien, nämlich den Völkerbund, Italien und Abessinien annehmbar sein müßten. Zur Oel- sperre brauche nur gesagt zu werden, daß England auch in dieser Frage gewillt sei, seine Aufgabe zu erfüllen. Grundsätzlich habe sich der Völkerbund bereits auf die Sperre geeinigt. Es müsse noch entschieden werden, ob das Vorgehen der Nichtmitgliedsstaaten des Völkerbundes däs Vorgehen der Mitgliedsstaaten wirkungslos machey würde. Im letzten Vierteljahr hätten die Oelausfuhren nach Italien wesentlich zugenommen, doch diese Zunahme stamme nicht von Gesellschaften, an denen Großbritannien interessiert sei. Die englisch-iranische Oelgesellschaft habe während der ersten elf Monate des Jahres beträchtlich weniger nach Italien verschickt als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Beginn dieses Jahres zusammengebracht hat. Mögen sie sich von der Auffassung befreien, daß wir Mussolinis eigene Stellung zu schwächen und das faschistische Regiment zu zerstören wünschen. Wir haben nicht den geringsten Wunsch, uns in die inneren Angelegenheiten Italiens einzumischen. Auch ohne den abessinischen Streitfall gibt es in der Welt genügend Schwierigkeiten, schon liegt in Europa und im Osten zu viel entzündbares Material. Wir verschließen vor den vielen, vor uns liegenden Gefahren nicht die Augen, wir werden sie überwinden, wie wir in unserer Geschichte viel größere Gefahren überwunden haben." Italien drei Viertel seines Ausfuhrhandels verlieren könne. Erft nach Auferlegung dieser Sühnemaßnahme sei die Auferlegung von Maßnahmen in Frage gekommen, bei denen die Mitarbeit der Außenseiter unerläßlich sei. Hierzu gehöre die Oelfrage. Der Widerstand eines oder zweier Länder würde genügen, um sie unwirksam zu machen. Die meisten Völker erblickten in diesem Streit nicht einen Kolonialkrieg oder ein wirtschaftliches Unternehmen, sondern eine Sache, bei der es um das europäische Friedens- systein gehe. Zur Rüstungsfrage sagte Eden, der beste Rüstungsstand würde der niedrigste Stand sein. Aber in der heutigen Welt — die aus gerüsteten und in einigen Fällen aus sehr schnell ausgerüsteten Ländern bestehe, —. könne England seine Rolle in einem System kollektiver Sicherheit nur spielen, wenn es mindestens ebenso stark sei, wie andere Mächte, die ähnliche Verantwortlichkeiten hätten. Ich glaube, so schloß Eden, daß, wenn d e r Völkerbund aus dem jetzigen Streit stärker hervorgeht, als er letzthin war — und dies wird meiner Ansicht nach der Fall sein — eine Gelegenheit für eine Vereinbarung über Verminderung und Begrenzung der Rüstungen sich bieten wird. Diese Gelegenheit darf nicht versäumt werden. RechiverflandeneSolidmiiA Mit immer größer werdendem Erstaunen sieht das Ausland auf unser deutsches Volk. Beweist heute der Reichsbankpräsident Schacht an einem treffenden Beispiel aus der Steuerstatistik, daß wir ein kapitalarmes Volk sind, so ist doch schon morgen dieses kapitalarme deutsche Volk imstande, auf dem Wege der Straßensammlung oder eines Eintopfsonntages Millionensummen in Groschen und Pfennigen aufzubringen. Wie reimt sich das zusammen? Das Ausland vermag sich diese Gegensätzlichkeit nur dadurch zu erklären, daß der Nationalsozialismus es versteht, im deutschen Volk den Sinn für das Almosengeben immer wieder von neuem zu entfachen und zu stärken. Das ist eine Erklärung, die vom ausländischen Standpunkt aus gesehen, viel für sich hat, dennoch aber den Kern der Dinge keineswegs trifft. Bei den Millionen- und Abermillionenbeträgen, die das deutsche Volk im Laufe des Winters aufbringt, handelt es sich in Wirklichkeit um ganz etwas anderes. Schon der Erfolg aller Sammlungen für das Winterhilfswerk, die 1934/35 rund 357 Millionen Reichsmark ergaben, läßt ahnen, daß weit mehr im Spiele fein muß als nur almosenfreudige Mildtätigkeit; denn bisher hat keine Organisation, keine Kirche, geschweige denn eine religiöse Sekte es fertig gebracht, eine solche Vielzahl von Millionen — wie man sich früher gern ausdrückte — „locker" zu machen. Was vielmehr den Erfolg der Winterhilfssammlungen her- beisührte, war nichts anderes als die nationale Solidarität, zu der der Nationalsozialismus allerdings das deutsche Volk aus weltanschaulichen Gründen aufgerufen hat. Was bedeutet Solidarität? Schlagen wir ein Fremdwörterbuch auf, so finden wir bei dem Wort Solidarität an erster Stelle den Begriff „G e - mein famf eit" angegeben. Allein dieses Wort zeigt noch nicht erschöpfend auf, was mit Solidarität gemeint ist. Wir müssen weiter lesen, und finden dann die Ausdrücke „gegenseitige Verpflichtung" und „G e s a m t h a f t u n g". Damit sind wir auf den Grund der gesuchten Erkenntnis angelangt. Es handelt sich bei der deutschen Winterhilfe wie überhaupt bei der NS.-Volkswohl- fahrt um eine gegenseitige Verpflichtung deutscher Volksgenosse naus der gemeinsamen Zugehörigkeit zum deutschen Volk und zum deutschen Blut. Diese Zugehörigkeit zu einem Volk, zu einem Blute verpflichtet jeden Volksgenossen, ganz gleich wo er auch stehen möge, dazu, mit allen feinen Kräften am Wohl des deutschen Volkes mitzuarbeiten. Diese Verpflichtung ist bindend. Keiner kann sich vertreten lassen! Wenn dem aber so ist, daß jeder Volksgenosse zur Arbeit am Volksganzen verpflichtet ist, dann entspringt aus dieser Verpflichtung auch das Recht auf Arbeit, ein Recht, das der Liberalismus nicht kannte. Kann aber diesen oder jenen Volksgenossen aus zwingenden Gründen keine Arbeit zugewiesen werden, ober ist er der Arbeit nicht mehr fähig, fo müssen selbstverständlich die anderen Volksgenossen, die noch in Arbeit und Brot stehen, für den schuldlos notleidenden Volksgenossen „einspringen". Dieser Gedanke der gegenseitigen Verpflichtung, der gegenseitigen Haftung, dieses Wissen der Opfernden, daß auch ihnen im Falle der Not von Rechts wegen geholfen wird, ist der Urgrund, der das Aufkommen der Millionenbetrage erklärt. Das Ausland mißversteht also den Sinn der Solidarität, wenn es in ihr nichts anderes als mildtätige Almosenspende erblickt. Man weiß dort draußen nichts von dem verschworenen Willen einer Gefamthaftung, der sich das deutsche Volk in guten und bösen Tagen verpflichtet fühlt. Und — wir können es hinzufügen — auch in unserem Volk gibt es immer noch diesen und jenen, der die nationale Solidarität mißversteht. Nein! was dem großen deutschen Winterhilfswerk den begeisternden, freudigen Schwung gibt, das ist nicht Mildtätigkeit in dem bisherigen Sinn, sondern das Gefühl, daß einer für alle, aber auch alle für einen einzustehen haben. Rufen wir uns die Worte des Führers ins Gedächtnis zurück, die er zur Einleitung des ersten Winterhilfswerkes 1933/34 dem deutschen Volke zurief: „Diele Jahre haben wir im Innern gegen den Gedanken der internationalen marxistischen Solidarität gekämpft, wir haben in dieser vermeintlichen internationalen Solidarität nur den Feind wirklicher nationaler Einstellung gesehen, e i n Phantom, das den Menschen wegzog von der einzig vernünftigen Solidarität, die es geben kann: von der Solidarität, die blutmäßig, ewig begründet ist. Wir sind uns aber auch klar darüber gewesen, daß man diese Vorstellung nicht beseitigen kann, ohne die andere an ihre Stelle treten zu lassen. Damit muß als Motto über dieser großen Hilfsaktion das Wort stehen: „Nationale Solidaritä t". Wir haben die internationale marxistische Solidarität innerhalb unseres Volkes zerbrochen, um den Millionen deutscher Arbiter eine andere, bessere Solidarität dafür zu geben. Es ist hie So 1 idari - tät unseres eigenen Volkes, die unzertrennliche Verbundenheit nicht nur in glücklichen, sondern auch in bösen Tagen, die Verbundenheit nicht nur mit denjenigen, die vom Glück gesegnet sind, sondern auch mit denjenigen, die vom Unglück verfolgt sind. Wenn wir diesen Gedanken der Solidarität richtig auffassen, dann kann es nur ein Gedanke des Opferns sein, d. h. wenn der eine oder andere sagt, man müriy belastet werden, man müsse ja imn^'i-blich 25 Ps. dann kann man nur erwidern: Sc:" VT- bar Sinn einer wirklichen nati”a™5‘a9ä 15 W- Im Nehmen kann die wirkliche f Sinn nicht haben. Jeder muß Lin französisch-britischer IriedensvorWlag? London, 5. Dez. (DNB.) Sir Samuel Hoare wird auf seiner Reise nach Paris von Unterstaats- fefretär Sir Robert Vanfittart begleitet sein. Wie Preß Association erfährt, werde Laval und Hoare in Paris der Entwurf eines Friede ns - planes unterbreitet werden, den die Sachverständigen des englischen und des französischen Auswärtigen Amtes ausgearbeitet hätten. Der Bencht- erftatter des „Figaro" in London meldet, der Frre- densvorschlag solle wie folgt aussehen: 1 Ein Teil der Provinz Tigre und die Städte Adua, Adigrat und wahrscheinlich auch Makatle wurden zu Italienisch-Eritrea geschlagen, während A k s u m abessinisch bleibe. 2. Die Provinz Ogaden komme zu I t a 11 e - nisch-Somaliland. . 3 Die Abessinier sollen den Italienern wirt- ' s cb a f 11 i ch e N i e d e r l a s s u n g s m o g lichte iten in der Gegend von Ban amWebi Sebeli in Südabessinien einräumen. Dieses Gebiet würde unter eine besondere Vermal t u n g s k o n t r o 11 e gestellt, aber unter der grundsätzlichen Oberhoheit des Kaisers von Abessinien bleiben. 4 Die Italiener würden den Abefsimern einen Korridor" in Eritrea nach dem Hasen von Assab ab treten mit dem Recht, in diesem „Korridor" eine Straße oder eine Eisenbahn anzulegen. In einem Pariser Bericht der „Times" heißt es, die Hauptschwierigkeit sei die Abneigung Lavals, einen gemeinsamen Sajritt mit England zu tun, der die französisch-italienische Freundschaft noch mehr schwächen konnte. Laval habe begonnen, die italienische Regierung zu sondieren. Die Behauptung französischer Blätter, daß die englischen Anregungen eine Abtretung der ganzen Provinz Ogaden an Italien einschließe, wird als unrichtig bezeichnet. Nichts deute auf eine Bereitschaft der italienischen Regierung hin, den in Paris ausgearbeiteten Friedensplan anzunehmen. „Daily Telegraph" meldet vielmehr aus Rom, in amtlichen Kreisen sei erklärt worden, daß sich Italien kein brauchbares Ergebnis von der Zusammenkunft Hoare-Laval verspreche. Ministerpräsident General Goring trifft am Freitag zu einem Staatsbesuch in Hamburg ein. Am Vormittag ist eine Besichtigung der Werft von Blohm & Voß vorgesehen, nachmittags findet ein Empfang im Rathaus statt, am Abend spricht Göring in der Hanseatenhalle. Die Rede wird von 20 bis 21.15 Uhr auf den Deutschlandsender üb ertragen. keine Einmischung in die innerpolitischen Angelegenheiten des saschWschen Italiens. DieVildungdeMemeldirektoriumseingutesVvr- zeichenfür eine befriedigende Gestaltung derLage Geben überhaupt nur dann im Sinn der Herstellung einer wirklichen Volksgemeinschaft einen Wert hat, wenn dieses, fein Geben, für ihn ein Opfer bedeutet." Es ist das Gefühl, das wiederum am kommenden Samstag, dem Tage der nationalen Solidarität, alle Deutschen zu tiefst beseelen wird, daß alle Angehörigen der Führerschicht ungeachtet ihrer Stellung und ihres Amtes von Herren bereit sind, mit der Sammelbüchse auf die deutschen Straßen und Plätze zu gehen. Womit sich aber die Solidarität noch nicht erschöpft! Hinzukommen muß, daß diese Sammelbüchsen auch vollgepfropft wieder nach Hause getragen werden können! Wer aber zweifelt, daß dies der Fall sein wird? Der 7 Dezember-der größte Sammeltag dieses Winters. Berlin, 6. Dez. (DNB.) Die Reichshauptstadt wird am Samstag ganz im Zeichen des Tages der nationalen Solidarität stehen. Die höchsten Amtsträger von Staat und Partei, die bekanntesten Persönlichkeiten der Wirtschaft, der Kunst, des Sports und der Presse nehmen selbst die Sammelbüchse in die Hand und reihen sich damit in die Front der nationalen Solidarität ein. An der Sammeltätigkeit werden teilnehmen Ministerpräsident General Göring, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. Frick mit ihren Ehefrauen, ferner Reichsminister Dr. Frank, Reichsminister Dr. Gärtner, Reichsminister Freiherr von Neurath, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk, Reichsminister S e l d t e und Botschafter von R i b b.e n t r o p. Von den Spitzen der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Organisationen werden zu finden sein: Reichsleiter Rosenberg, Stabschef Lutze, Reichsführer SS. Himmler, Korpsführer Hühnlein, Reichsarbeitsführer H i e r l, Hauptamtsleiter Hilgenfeld, Reichsjugendführer von Schirach, Reichsluftsportführer Oberst Mahnte, Reichshandwerksmeister Schmidt, der Reichsführer der Technischen Nothilfe, SA.- Gruppenführer W e i n r e i ch und die Reichsfrauen- fährerin Frau S ch o l tz - K l i n k. Ferner werden die Sammelbüchse schwingen mehrere Staatssekretäre, Generalleutnant D a l u e g e, Obergruppenführer v on Iagow und der Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Presse, SA.-Gruppenführer Weiß. Die bekannten Filmkünstler und Bühnenkünstler werden in ihrer Mehrzahl in der Innenstadt sammeln. Reichsbauernführer und Reichsernährunqsminister R. Walther Darre wird mit seinen engsten Mitarbeitern in Goslar, der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt in Mannheim an der Reichsautobahn sammeln. Disziplinarverfahren gegen Bischof Zänker. Berlin, 5. Dez. (DNB.) Bischof Zänker in Breslau hat entgegen einer ausdrücklichen Anordnung des Landeskirchenausschusses der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union und entgegen einem gleichlautenden Ersuchen des Reichs- und preußischen Ministers für die kirchlichen Angelegenheiten am 3. Dezember 1935 eine theologische Prüfung ab gehalten. Der Reichsund preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten hat, weil dieses Verhalten des Bischofs Zänker eine unverantwortliche Störung des kirchlichen Ordnungswerkes darstellt,den Evangelischen Oberkirchenrat ersucht, im Einvernehmen mit dem Landeskirchenausschuß das Disziplinarverfahren gegen den Bischof Zänker zu eröffnen. Gleichzeitig hat der Minister die Einstellung der Zahlung derjenigen Staatsmittel verfügt, die zur Besoldung des Bischofs Zänker verwendet werden. Deutsche Mädchen in jüdischen Haushalten. Berlin, 5. Dez. (DNB.) Bei dem Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern gehen ebenso wie bei vielen anderen Behörden Anträge ein, die Befreiungen von § 3 des Blutschutzgesetzes und § 12 der ersten Ausführungsverordnung erstreben, wonach Juden keine weiblichen Staatsangehörigen deutschen ober artverwandten Blutes unter 45 Jahren neu ein ft eilen und unter 35 Jahren weiter beschäftigen dürfen. Viele dieser Anträge beruhen auf irriger Auslegung der Vorschriften. Ein Haushalt ist nur dann jüdisch im Sinne der Vorschriften, wenn ein jüdischer Mann Haushaltsvorstand ist oder der Hausgemeinschaft angehört. Als Mann in diesem Sinne ist nur anzusehen, wer über 16 Jahre a l t ist;, ein Haushalt, in dem nur Frauen oder Kinder jüdisch sind, fällt also nicht unter das Gesetz. Weibliche Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes, die am 16. September 1935 in einem jüdischen Haushalt beschäftigt waren, können in diesem Haushalt bleiben, wenn sie bis zum Jahresschluß das 35. Lebensjahr vollendet haben werden; sie dürfen aber nicht in einem anderen jüdischen Haushalt angestellt werden. Anträge auf Befreiung von diesen Vorschriften haben grundsätzlich keine Aussicht auf Erfolg und sind daher zwecklos, sofern nicht ganz außergewöhnliche Umstände vorliegen. Etwaige Anträge sind zu richten a n hie untere Verwaltungsbehörde, in deren Bezirk der jüdische Haushalt sich befindet. Soweit Anträge bereits bei anderen Behörden eingegangen sind, werden sie mit größter Beschleunigung den zuständigen Behörden zugeleitet. Wer bereits einen Antrag bei einer anderen als der zuständigen Behörde eingereicht hat, braucht ihn demnach nicht zu wiederholen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem General der Infanterie a. D. von Eberhardt zum 80. Geburtstage in einem persönlichen Schreiben seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. ♦ In Stettin wurde Generalfeldmarschall von Mackensen wegen seiner Verdienste um das Vaterland anläßlich seines 86. Geburtstages zum Ehrenbürger ernannt. /.November 1935 ist aus den Kreisen der M u nd sun k?H ust rie eine Gesellschaft zum Schutze des Marktes gegründet worden. Damit sind Befürchtü9^"' baß der Markt mit Schleuderware überschw^mt wird, gegenstandslos geworden. Warum treibt die deutscheLugend Leibesubungen. Der Neichssportführer spricht in London vor der Anglo-German-FeNowship. London, 5. Dez. (DNB.) Die Anglo-German- Fellowship gab zu Ehren des in London weilenden Reichssportführers von Tscharnrner und Osten ein Essen, zu dem etwa 250 Personen erschienen waren. An dem Essen nahmen von deutscher Seite u. a. teil: Botschafter von H o e s ch, F ü r st Bismarck, der Präsident der Deutsch-Englischen Gesellschaft Berlin, Herzog von Sachsen-Ko- burg und Gotha, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, der Präsident des Organisationsausschusses für die XI. Olympiade, Landesgruppenleiter der NSDAP., Pg. Bene, Persönlichkeiten des englischen öffentlichen Lebens waren anwesend, u. a. der Oberkommissar für Südafrika, Water, Viscount Massereene and Ferran d, der britische Vertreter im Internationalen Olympia-Komitee, Lord A b e r d a r e, ferner bekannte Sportsleute und Vertreter sportlicher Verbände, Abgeordnete, militärische Persönlichkeiten und Vertreter der englischen Presse. Nach einem Trinkspruch auf den König und einem solchen auf den Führer und Reichskanzler erklärte der Präsident der Anglo-German-Fellowship Lord Mount Temple u. a., er könne sich keine Ziele vorstellen, die nützlicher und besser seien als die Freundschaft zwischen der großen deutschen Nation und der britischen Nation. (Starker Beifall.) Nach dem gestrigen Fußball-Länderkampf Deutschland gegen England sei ein Wendepunkt in den Gefühlen zwischen beiden Nationen eingetreten. Es habe sich gezeigt, daß die große Masse in England nicht nur nicht das geringste Uebel- wollen gegenüber Deutschland, sondern geradezu Sympathie für Deutschland habe. Er lehne die Versuche des englischen Gewerkschaftskongresses, den Fußballkampf zu verhindern, , aufs schärfste ab. Der Gewerkschaftskongreß habe sich in den Augen des englischen Volkes durch dieses Vorgehen sehr stark geschädigt. Herzog Eduard von Sachsen, koburg und Gotha übermittelte die besten Wünsche der Deutsch-Englischen Gesellschaft. In Deutschland sei eine weitverbreitete Sympathie für das englische Volk vorhanden, von deren Tiefe man in England leider nicht den richtigen Eindruck habe. Er habe mit großer Freude gehört, daß die Mitglieder der Anglo- German-Fellowship am 11. Januar mit ihren Mitbrüdern in Deutschland Zusammentreffen werden. Er lade den Präsidenten und alle Mitglieder der Anglo-German-Fellowship herzlich ein, die Gäste der Deutschen Vereinigung zu sein. Reichssportführer von Tschammer und Osten führte dann u. a. folgendes aus: Durch nichts könne man junge Deutsche und Engländer schneller, einfacher und herzlicher zu Karneraoen machen, als dadurch, daß man sie ein sportliches Wettspiel austragen lasse. Der Sport sei das Beispiel, von dem alle Erzieher sagten, daß es mehr wirke als alle noch so guten Ratschläge. Damit werde er zu einem Kultur- und Bildungsfaktor von Rang. Jedes Volk habe das Recht, feine Leibesübungen so zu treiben, wie es ihm passe und wie es die Leibesübungen gerade für sich brauche. Der Reichssportführer wies die Behauptungen ausländischer Blätter zurück, daß die deutschen Sportplätze zu Exerzierfeldern geworden seien. Solange ihm der Führer den Auftrag belasse, die deutschen Leibesübungen zu betreuen, solange werde der Grundsatz der Freiwilligkeit der Leibesübungen nicht verlassen. Denn es liege im Prinzip des Sports, daß er freiwillig und freu- dig betrieben werden müsse. In einem 2^il des Auslandes fei Deutschland angedichtet worden, daß die Neuordnung des deutschen Sports nur aus militärischen Gründen geschehe. Er wolle darüber ein offenes Wort reden. Er sei ziemlich sicher, daß alle guten Engländer der Meinung seien, wenn einmal das Losgehen einer britischen Flinte unvermeidlich sein sollte, so müßte jemand diese Flinte in die Hand nehmen, der Kraft genug habe, sie richtig zu führen. In Deutschland sei man der gleichen Meinung und wünsche, daß unsere jungen Männer gewandt genug seien, ihr Vaterland zu verteidigen. Aber in der alleinigen Vorbereitung solcher Fähigkeit könne sich doch keine echte Leibeskulturbewegung erschöpfen. Das Ziel, das sich Deutschland gesetzt habe, liege weit genug: Wir wollen versuchen, den ewigen Traum der Menschheit, zwischen Leib und Seele den harmonischen Ausgleich zu schaffen, der Erfüllung näher zu bringen. Und weil wir dieses große erhabene Ziel im Auge behalten haben, halten wir uns auch für befähigt, d i e Olympischen Spiele 1936 vorzubereiten und Gastgeber der Jugend der Welt zu sein. Wir empfinden das Bedürfnis, sportliche Gastfreundschaft zu bieten und jede Genugtuung nach den Spielen würde uns fehlen, wenn unsere Besucher, woher sie auch kommen und welcher Rasse sie auch angehören mögen, von uns scheiden würden, ohne die Üeberzeugung gewonnen zu haben, daß unser Volk sie mit der Geste einer Generation empfangen hat, die dem völkerverbindenden Gedanken der Olympischen Spiele durch die Tat ein gutes Beispiel geben und recht viel neue Freunde gewinnen will. Botschafter von H o e s ch schloß die Feier mit einer Ansprache, in der er die Gesellschaft zu der heutigen Veranstaltung beglückwünschte. Ein geselliges Beisammensein, das Gelegenheit bot, Meinungen auszutauschen und die geknüpften Bande zu verstärken, schloß sich an. Nur Arbeit schafft Kapital. Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Berlin, 5. Dez. (DNB.) In der Berliner Universität sprach Pg. Bernhard Köhler, der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik in der NSDAP., vor einem großen Zuhörerkreis. Völlige Beseitigung der Arbeitslosigkeit, erklärte er u. a., ist Voraussetzung für freie Wirtschaft. Es ist kein Geheimnis, daß wir Nationalsozialisten mit dem gegenwärtigen Zustand der deutschen Wirtschaft nicht übermäßig zufrieden sind, denn vor uns liegt noch die Hauptarbeit. Heute stehen wir erst am Anfang. E s gibt kein G e n e r a l r e z e p t für allgemeine Wirtschaftsprosperität, wie es manche kindischen Gemüter erhofft haben. Aber wir f an gen wieder an z u arbeiten. Versprochen haben wir die Wiedereinsetzung unserer Volksgenossen in ihr Recht auf Arbeit. Hingewiesen haben wir darauf, daß damit die Wirtschaft des Volkes,' wie der Betrieb des einzelnen wieder in Gang komme. Der Nationalsozialismus hat sich die Gesundung der Volkswirtschaft Dorgenommen. Der Weg hierzu führt nicht über die pflegliche Behandlung der Betriebe, sondern über die Kunst, b i e Wirtschaft des Volkes selbst wieder in Gang zu bringen. Diese Wirtschaft des Volkes besteht aber im Einsatz der Arbeit, in der Bereitstellung aller Versorgungsgüter, in der Schaffung immer neuer und besserer Erzeugungsmittel, in der Bildung von nutzbarem Dolksvermögen und in der Bildung von künstlerischem, kulturellem und geistigem Besitz. Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit ist keine Geldfrage, sondern eine technische Aufgabe. Sie ist allein aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus schon eine unbedingte Notwendigkeit. Eine halbe Million Arbeitslose bedeuten eine Einkommensminderung um eine Milliarde Mark. Dies hat zur Folge eine Umsatzminderung im Volk von zwei Milliarden und eine Mindererzeugung in der gewerblichen Wirtschaft von rund einer halben Milliarde Mark. Der Staatshaushalt wird mit Vx Milliarden Mark für U n - terstützungen belastet, und ebenso groß ist fein Verlust an Steuern und Abgaben. Im Volkshaushalt dagegen haben wir einen weiteren 23er» l u ft aus Vermögensverzehr und unterlassener Vermögensbildung von % Milliarde Mark zu verzeichnen. Eine halbe Million Volksgenossen aber arbeiten zu lassen, kostet nur 1^ Milliarde Mark. Jetzt aber wird Vermögen gebildet. Es kommen Steuern und Abgaben auf, Unterstützungen fallen fort, die gewerbliche Wirtschaft wird belebt usw. Es gibt also nichts Unwirtschaftlicheres als die Duldung von Arbeitslosigkeit. Wenn manche Leute besorgt fragen, ob uns vielleicht eines Tages das Geld zum Arbeiten ausginge, so sagen wir ihnen: „Arbeiten nur kann Vermögen bilden, nicht arbeiten bedeutet Vermögensverzehr". Solange wir arbeiten, kann uns das Geld gar nicht ausgehen, denn es läuft um. So viele Gehirne sind hoffnungslos marxistisch oder kapitalistisch verkalkt. Sie können und wollen nicht verstehen, daß nur Arbeit Kapital schafft, deshalb immer wieder die Fragerei nach der Finanzierung der Arbeitsschlacht. Sie kauen an dem unlösbaren Rätsel, weshalb eine Wirtschaftspolitik nicht zusammenbricht, die sich auf Befreiung der Arbeit gründet. Aus der ganz natürlichen Tatsache, daß jede Wirtschaft Kapital bilden müsse, wollen alle jenen neunmalklugen Gestrigen uns unterschieben, wir seien Kapitalisten. Sie verdrehen die Begriffe, um den Nationalsozialismus zu verfälschen. Wenn man uns Nationalsozialisten manchesmal entgegenhält, auch ihr müßt euch damit abfinden, daß es immer Menschen gibt, die Arbeit suchen werden, so entgegnen wir hierauf: Wir müssen es grundsätzlich ablehnen, zuzulassen, daß nur ein einziger Volksgenosse Arbeit sucht und keine findet. Denn wer prinzipiell auch nur einen zuläßt, läßt auch eine ganze oder halbe Million zu. Bei dieser Auffassung scheiden sich Kapitalismus und Sozialismus. Der Prinz von Wales stattete dem Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha, der in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutsch- Englischen Gesellschaft in London weilt, einen Besuch ab. * Das Memeldirektorium hat den Schulreferenten S i m a i t i s seines Amtes enthoben. Si- maitis, der nach Absetzung des Direktoriums Böttcher zum Landespräsidenten ernannt worden war, ist nach der Beseitigung des Direktoriums Schreiber von dem widerrechtlich eingesetzten Direktorium Neisays als Schulreferent für das Memelgebiet berufen worden. Er hat vor allem zu dem Erlaß der Schuloerordnung beigetragen, durch die in 220 von 222 memelländischen Volksschulen d i e I i t a u » ische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt wurde. Kunst und Wissenschaft Deutsch-italienische Platen-Feier in Syrakus. Am 10 0. Todestage des Grafen von P laten gedachte die italienische Presse in zahlreichen Artikeln des deutschen Dichters und Freiheitskämpfers, der am 5. Dezember 1835 in Syrakus gestorben ist. Neben Mussolini, einem Bewunderer der strengen formgebundenen Kunst Platens, ehrte Syrakus den deutschen Dichter in feierlicher Form. Vertreter von Kunst und Wissenschaft aus Deutschland und Italien, sowie der Vorsitzende der Platengesellschaft, Hans von Hülsen, und der Vorsitzende des italienischen Instituts für germanische Forschung, (Sabetti, ferner Vertreter der italienischen Regierung, der faschistischen Partei, der deutschen wissenschaftlichen Institute und der deutschen Botschaft in Rom haben sich nach Syrakus begeben, um unter Teilnahme der Bevölkerung von Syrakus in feierlichem Zuge zum Grabmal des Dichters in der Villa Landolina zu wallfahrten, Kranzspenden niederzulegen und anschließend im Theater von Syrakus von berufener italienischer und deutscher Seite die geistige und künstlerische Gestalt des deutschen Jtaliensängers vor sich erstehen zu lassen. Die eingelabenen Gaste erhielten als Ehrengabe einen in deutscher und italienischer Sprache zur Jahrhundertfeier erschienenen Gedenk- banb mit ausgewählten Gedichten Platens und einer Einleitung Mussolinis. Ein neues Bismarck-Buch. Ein aufschlußreiches neues Bismarck-Buch „B i s- marck und Katharina Orlofs". Ein Idyll in der hohen Politik wird noch rechtzeitig zum Fest in der zweiten Dezemberwoche bei C. H. Beck in München erscheinen. Unter Darbietung unveröffentlichter Briefe des Kanzlers berichtet es von dessen Beziehungen zu der jungen russischen Fürstin Orloff, „der reizendsten aller Frauen". Der Leser wird hier nicht nur historische Dokumente von hohem Rang, sondern auch ein im schönsten Sinne unterhaltendes Buch empfangen. Zur zweiten Erzeugungsschlacht gerüstet. Eine Sitzung der Bauernführer von Hessen-Nassau. Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen- Nassau teilt u. a. mit: Um die Vorbereitung und Durchführung der Erzeugungsschlacht für das Gebiet der Landesbauernschaft Hesien-Nassau im einzelnen festzulegen, hatte Landesbauernführer Dr. Wagner alle Bezirksbauernführer und die Leiter der Bäuerlichen Werkschulen und Beratungsstellen im Hotel „Kyffhäuser" versammelt. Dr. Wagner betonte, daß in dieser Zweiten Etappe der Erzeugungsschlacht besonders Diejenigen Bauern z u höheren Leistungen angeregt werden müßten, deren Wirtschaftsführung noch einiges zu wünschen übrig läßt. Die engste persönliche Fühlungnahme im örtlichen Bezirk ist daher Voraussetzung für die Durchführung der geplanten Maßnahmen, jeder Ortsbauernführer wird sich in seiner Gemeinde den einen ober anberen Fachbauern verpflichten, der zu landwirtschaftlichen Einzelfragen seine Erfahrungen weiter gibt unb so einer größeren Allgemeinheit bienftbar macht. Stabsleiter Dr. R o 11) e r t (Lanbesbauernschaft Hessen-Nassau) erinnerte baran, daß bis zum Augenblick unsere Eigenerzeugung etwa 80 v. H. des Gesamtbedarfs barstellt; in Boden und Wirtschaft seien jedoch noch viel Reser- oen vorhanden, damit auch die fehlenden 20 v. H. im eigenen Lande erzeugt werden können. Die Erhöhung der eigenen Fetterzeugung und die Verbreitung des Anbaues von Pflanzen zur Faferftoffge- roinnung müsse ebenso wie die Neuregelung der Milchwirtschaft unb der Bau von Gärfutterbehältern geförbert werden. Auch die Lanbwirtschafts- lehrer mußten in enge Fühlung mit dem Bauern treten; die starke Zunahme des Besuches der Bäuerlichen Werkschulen zeige, daß die Jugend bas Fachwissen erweitern und mit diesem Rüstzeug eine ergiebige Landwirtschaft treiben wolle. Landwirtschaftsrat ® r a e b e r (Landesbauernschaft Hessen-Nassau) forderte besonders die Der- besserung der vorhandenen Dauerfutterflä» ch e n und hob die Bedeutung des Zwischenfruchtanbaues und der Gärfutterbereitung hervor. Landestierzuchtdirektor Dr. Schneider (Landes- bauemschaft Hessen-Nassau) forderte Bevorzugung der bodenständigen Rasse in der Tierzucht. Die allgemeine Auswertung der Züchtungsergebnisse und die vernünftige Eingliederung der Tierhaltung in den Gesamtbetrieb sei ebenso von Bedeutung wie größere Sorgfalt in der Jungviehaufzucht. Unsere Ernährung fichergesteltt. Staatsrat Meinberg auf der Schulungstagung der Arbeitsfront. Leipzig, 5. Dez. (DNB.) Auf der 5. Arbeitsund Schulungstagung der DAF. in Leipzig behandelte der Reichsobmann des Reichsnährstandes Staatsrat Meinberg die deutsche Ernährungslage. Der Grundgedanke, daß die billigste Versorgung die beste Versorgung des Volkes sei, ohne Rücksicht darauf, baß diese Versorgung ganz auf ausländischen Quellen beruhte, war solange durchführbar, wie die Weltwirtschaft eine festgefügte Einheit darstellte. Im Weltkriege ist dieses Gefüge auseinandergebrochen. Wir Nationalsozialisten haben stets auf die Notwendigkeit einer moglich st u n - abhängigen Selbstversorgung Deutschlands hingewiesen. Ein Volk, dessen Ernährungsgrundlage sich in der Hand anderer Volker befindet, schwebt stets in der Gefahr, durch Hunger auf die Knie gezwungen zu werden. Gerade das Beispiel Italiens zeigt heute, wie notwendig es ist, daß ein Mindestmaß der Lebenshaltung eines Balkes, vor allem feiner Ernährung, innerhalb feines politischen Machtbereiches sichergestellt ist. Solange die Bereitwilligkeit zur Abnahme deutscher Erzeugnisse im Auslände nicht großer wird, müssen wir uns damit begnügen, zunächst wenigstens die für unser Volk und seine Arbeit lebens- wichtigen Rohstoffe aus dem Auslande Die Aufrechterhaltung der Arbeitsbeschaffung hängt also unlöslich damit zusammen wieweit wir auf die Einfuhr aus- ländischer Lebensmittel verzichten m^n-^Das ist der Sinn der Frage: „Fett ober ? . -4, ?eJ ber gegenwärtigen Devisenlage besteht kein Anlaß zu Besorgnissen bezüglich unserer Dersorgung. Es ist so viel da, doß kein Mensch in Deutschland zu hungern braucht. Die heute fehlenden geringen Spitzenmengen hätten ohne die Markt- ordnung den Schmalz- und Margarinepreis auf getrieben, daß die Masse der Verbraucher keine Butter unb auch nicht genügend Milch hätte kaufen können. Die Spannungen in der Versorgung mit i^yweinefleisch und Butter haben nur deshalb keine schwerwiegenden Folgen gezeigt, weil durch die Marktordnung Verteilung und Preisgestaltung nach volkswirtschaftlichen und nicht nach kapitalistischen Gesichtspunkten geregelt wurden. Die Schweine- fleischversorgung hat sich durch die Maßnahmen des Reichsnährstandes schnell wieder gebessert. Dor irtschast aus? Wie sieht es in der der der be- Konzern Gesfürel- Ludwig Loews, schon seit einiger Zeit die Aktienmehrheit Hirsch Kupfer- und Messingwerke sitzt, nunmehr auch fast alle übrigen in festen Händen befindlichen Aktien dieses Metallunternehmens in seinen Besitz gebracht. Er erwarb von der Otavi Minen- und Eisenbahngesell- China und die Großmächte. Amerika warnt vor einer Verletzung des Grundsatzes der »offenen Tür Otto Straffer in Prag verurteilt. Prag, 5. Dez. (DNB.) Dor dem hiesigen Strafgericht hatte sich am Donnerstag der sattsam bekannte Emigrantenhetzer Otto Strasser wegen Vergehens gegen das Radio-Telegraphie-Gesetz zu verantworten. Strasser hatte gemeinsam mit einigen Helfershelfern gleicher Geistesrichtung einen Schwarzsender betrieben, mit dem er Greuelmel- dungen über Deutschland von unüberbietbarer Charakterlosigkeit in die Welt sendete. Dafür fand der vaterlandslose Hetzer nunmehr seinen Lohn, indem das Prager Strafgericht ihn zu 5 Monaten strengen Arrest ohne Bewährungsfrist verurteilte. schloß mit der Feststellung, daß Japan auf Grund von Abmachungen mit Cchina verpflichtet sei, für die A u f r e ch t e r h a l t u n g der Ordnung in den neutralen Zonen au sorgen. In ähnlicher Richtung liegt auch ein Aufsatz der „Tokyo Nitschi Nitschi". In dem Aufsatz heißt es, der Neunmächtepakt sehe vor, daß acht fremde Mächte die Unabhängigkeit Chinas garantieren. Hierdurch werde China 3 u m Objekt eines internationalen Vertrages, der die Grur^lage der von Sunyatfen verkündeten Souveränität Chinas erschüttere. Wenn Japan auch bei der Unterzeichnung des Neunmächtepaktes keine Einwendungen erhoben habe, so ergebe sich aus der heutigen d e r» änderten Lage im Fernen Osten automatisch die Unhaltbarkeit eines Vertrages, der einer internationalen Aufsicht über China gleichkomme, und der die Einmischung dritter Staaten in innerchinesische Angelegenheiten zulasse. Japan fordert Mttengleichheil. London, 5. Dez. (DNB.) Japan wird auf der bevorstehenden Flottenkonferenz die Flotten- gleichheit mit England und den Vereinigten Staaten beanspruchen. Auf diese Weise werde, so wird von japanischer Seite betont, von selb st ein Zu st and der Sicherheit geschaffen werden, da sich der Angreifer, der sich von seinem Flottenstützpunkt entfernen müsse, immer im Nachteil befinden werde. Ein weiterer Beitrag zur Sicherheitsfrage ist nach japanischer Auffassung die Abschaffung oder Begren- scher Auffassung die Abschaffung oder Begrenzung der Angriffswaffe, nämlich der Großkampfwaffe, der Flugzeugmutterschiffe und der A-Klasse der Kreuzer von 10 000 Tonnen. Japan werde an der Konferenz im Geiste der Versöhnung teilnehmen. Es sei auch bereit, über die Erneuerung des Artikels 19 des Washingtoner Vertrages, auf Grund dessen gewisse Inseln im Stillen Ozean durch Japan und die Vereinigten Staaten nicht befestigt werden dürfen, zu verhandeln und einer Abschaffung der Unterseeboote zuzustimmen, falls auch alle übrigen Seemächte einschließlich Deutschlands und Sowjetrußlands hierzu bereit seien. „Daily Telegraph" bezweifelt die Möglichkeit der Erzielung eines Flottenabkommens, falls die Japaner ihren Plan nicht grundsätzlich abändern. Es sei nicht anzunehmen, daß die USA. Japan eine Verbesserung der Verhältnisziffer 5:5:3 zugestehen würden, und auch England werde sich diesem Anspruch mit gleicher Festigkeit widersetzen. Der Grundstein, auf dem jede politische und wirtschaftliche Aufbautätigkeit eines Volkes ruhen muß, ist das Vertrauen. Der Glaube an die eigene Kraft und an die Geschicklichkeit der Männer, die das Staatsschiff aus den Klippen der Vergangenheit hinausführen sollen auf das offene Meer einer besseren Zukunft, war lange verloren, aber er hat heute wieder tiefe Wurzeln im deutschen Volke geschlagen. Wir sitzen alle in einem Boot, sagte vor einiger Zeit Dr. Schacht, und es gibt sicherlich nur wenige Volksgenossen, die, anstatt in dieser Schicksalsgemeinschaft auszuharren, lieber den lebensgefährlichen Sprung über Bord wagen möchten. Denn eine Schiffsbesatzung, die eben den schlimmsten Gefahren glücklich entronnen ist, sieht nicht gerne zurück auf den Schauplatz der Zerstörung, sondern sie hält in neu gefaßtem Mut den Blick nach vorne gerichtet und versucht, die günstigen Winde und Strömungen des Meeres gehörig auszunutzen. In dieser Lage befindet sich heute die deutsche Volkswirtschaft und mit ihr das deutsche Finanzwesen. Auch der einzelne Volksgenosse erinnert sich nicht gerne der unseligen Inflationszeit und der mit ihr verbundenen Folgeerscheinungen, sondern er setzt alle Kräfte ein für die Neubelebung des Wirtschaftslebens. Ein glänzendes Beweisstück für diese „Wirtschaft aus dem Glauben" ist das Ergebnis des nationalen Spartages am 30. Oktober. Denn in dem Auf und Ab der Spartätigkeit eines Volkes drückt sich sein Lebenswille, seine Zukunfts- Hoffnung und sein Vertrauen in die Führung der Wirtschaft besonders deutlich aus. Freilich kann das rein zahlenmäßige Resultat eines einzigen Spartages nur einen Teil jener Wirkung darstellen, die insgesamt von der bewußten Förderung des Spar- qedankens im Volke ausgegangen ist. Aber schon dieser Teil ist bezeichnend genug. Die Einlagen bei den deutschen Sparkassen haben Ende Oktober 1935 einen neuen Höchststand erreicht. Sie stiegen gegenüber dem Vormonat um 34.1 Millionen Mark auf 13 272 Millionen Mark (Ende Oktober 1934: 12,2 Milliarden; Oktober 1933: 10,6 Milliarden; Oktober 1932: 9,7 Milliarden; Oktober 1931: 9,9 Milliarden; Oktober 1930: 10,2 Milliarden). In welchem Maße an dieser Zunahme der Sparkasseneinlagen die Werbung für den nationalen Spartag beteiligt gewesen ist, geht schon daraus hervor, daß in rund 90 v. H. aller deutschen Sparkassen allein am 30. Oktober 1935 316 634 Einzahlungen auf Sparbücher erfolgten, wovon 26 799 Einzahlungen auf neuerrichtete Sparbücher entfielen. Die Gesamtsumme der Einzahlungen an diesem Taae betrug 26.7 Millionen Mark. Die Oktoberbilanzen der Bankinstitute zeigen eine ähnliche Entwicklung. Das Ergebnis des 30. Oktober beweist, daß das deutsche Volk die Schrecken der Inflation innerlich überwunden hat, und daß es bejaht, was Dr. Schacht am Spartag sagte: „Nur wer spart und durch seine Ersparnisse zum Aufbau des deutschen Volkes beiträgt, hat ein moralisches Anrecht darauf, an dem wachsenden allgemeinen Wohlstand unsres Volkes teilzunehmen". Dr. Schacht hat in diesen Tagen in einer vor den DAF.-Waltern in Leipzig gehaltenen programmatischen Rede erneut betont, daß Spargelder heute nirgends so sicher sind wie bei unseren Sparkassen, und daß sich niemand, der sein Geld zur Sparkasse trägt, darüber Sorge zu machen braucht, ob er es auch wiederbekommen wird, wenn er es für ferne eigenen Bedürfnisse braucht. Dieses Gefühl unbedingter Sicherheit ist die wichtigste Voraussetzung, die eine weitere starke und beständige Zunahme der Sparkasseneinlagen gewährleistet. * Ein Kennzeichen der allgemeinen Belebung der deutschen Wirtschaft uckd der hoffnungsvollen Stirn- mung, die überall in ihren Kreisen herrscht, sind auch ine verschiedenen Transaktionen, die in letzter Zeit von industriellen G r 0 ß u n te r n e h- munge« getätigt worden sind. So hat z. B. der In letzter Zeit hat die Reichsregierung wieder einen großen Walöl-Lieferungsvertrag mit Norwegen abgeschlossen, um Walöl im Austausch gegen deutsche Erzeugnisse beziehen zu können. Im nächsten Jahre aber soll die erste deutsche Walfangexpedition nach der Antarktis stattfinden, um die deutsche Wirtschaft auch auf diesem Versorgungsgebiete nach Möglichkeit au eigene Füße zu stellen. Der Bau von fünf Fangschiffen und der Umbau eines 14 OOO-Tonnenschiftes zu einer Trankocherei ist bereits in Auftrag gegeben worden. Die deutsche Produktion hat in erster Linie den Zweck, den Einfuhrbedarf der deutschen Wirtschaft an Tran aus devisenpolitischen Gründen zu vermeiden. Der wirtschaftliche Erfolg hängt daher nicht ausschließlich von der Gestaltung der Walölpreise auf dem Weltmarkt ab. Italienische Etrafexpedition gegen aufsässige Dörfer. Asmara, 5. Dez. XDNB. Funkspruch.) Feindliche Streitkräfte, die Ras S e y 0 u m unterstehen, haben in der Nacht zum Donnerstag einen italienischen Po st en in Tabaka, südöstlich von Amba Augher, überfallen. Der Angriff wurde unter blutigen Verlusten für die Abessinier abgeschlagen, wobei nach italienischen Mitteilungen auch die italienfreundliche Bevölkerung an der Abwehr des Angriffes teilgenommen hat. Die Folge des Ueberfalles war eine S t r a f e x p e d i t i 0 n gegen aufsässige Dörfer. Nördlich von diesem Gebiete hatten Askaritruppen Kämpfe zu bestehen, wobei die feindlichen Verluste nach den italienischen Angaben sehr groß gewesen fein sollen, während auf italienischer Seite ein Italiener und ein Askari getötet und ein Askari verwundet worden sind. Das italienische Königspaar opfert seine Eheringe. R 0 m, 4. Dez. (DNB.) Die Sammlungen für den Goldschatz der Staatsbank von Italien, die bereits eine recht stattliche Summe ergeben haben, stehen in der gesamten Presse im Zeichen des Entschlusses des italienischen Königs und der Königin, bei dem allgemeinen Opfer der Eheringe für das Vaterland nicht zurückzutreten. An erster Stelle wird der Wortlaut des Briefes der K ö n i g i n veröffentlicht, in dem sie Mussolini diesen Beschluß mitteilt. Als Ueberschrift wird der Satz gebracht: „Mein Ehering ist das Liebste, was ich habe, weil er mich an den Tag erinnert, an dem ich das Glück hatte, Italienerin zu werden." 3n ben Kommentaren wird diese Haltung als ein weithin leuchtendes Symbol der auf allen Gebieten verwirklichten nationalen Einheit und entsprechenden Opferbereitschaft gewürdigt. FeierlicheBegrüßung deBonoetinRom. Rom, 5. Dez. (DNB.) Am Donnerstagabend traf General de Bono in Begleitung des Staatssekretärs Lefsona in Rom ein. Am Bahnhof hatte sich Mussolini eingefunden, der de Bono herzlich begrüßte und umarmte. Außer den führenden Persönlichkeiten der Partei waren auch alle Staatssekretäre, der Präsident der Kammer und des Senats und der Polizeipräfekt anwesend. Vor der Bahnhofshalle hatte sich eine vieltausendköpfige Menge eingefunden, die beim Erscheinen de Bonos in laute Jubelrufe ausbrach. schäft 2 Millionen Mark und von der englischen South West Africa Co. weitere 2,4 Millionen Mark Hirsch-Kupfer-Aktien. Damit ist der ausländische Einfluß bei diesem für die deutsche Metallwirtschaft wichtigen Unternehmen ausgeschaltet. Ferner hat das Rheinische Braunkohlen- Syndikat seine Reederei-Interessen und -Unternehmungen in einer neugegründeten „Reederei- Braunkohle G. m. b. H." zusammengefaßt, die mit einem Kapital von 10 Millionen Mark ausgestattet fein und ihren Sitz in Köln haben wird. * lieber die Entwicklung des für die deutsche Devisenbilanz bedeutungsvollen LeipzigerRauch- warengeschäfts sind kürzlich interessante Berichte veröffentlicht worden. Es machen sich auch auf diesem Gebiete starke Auftriebstendenzen bemerkbar, die zunächst von einer lebhafteren Jn- landnachfrage ihren Ausgang nahmen. Aber auch das Auslandgeschäft, das aus den bekannten Gründen hinter dem früherer Jahre zurücksteht, beginnt sich wieder zu regen. Eine Reihe europäischer Länder, wie Schweden, Dänemark, Ungarn u. a., decken nach wie vor ihren Rauchwarenbedarf in erster Linie in Deutschland. Der deutsch-polnische Handelsvertrag hat dem deutschen Markt auch polnische Aufträge im Gesamtbeträge von 2 Millionen Zloty gesichert. Auch die Versorgung mit Rohfellen hat sich gebessert, namentlich durch größere Einfuhren aus Norwegen, Südafrika und Iran, meist au Grund von Verrechnungsabkommen. Aus Sowjetrußland hat der Leipziger Rauchwarenhandel im Jahre 1935 für etwa 15 Millionen Mark Rauchwaren bezogen, die größtenteils in Deutschland verarbeitet und teilweise in veredelter Form als Pelze wieder ausgeführt werden. Kunft und Wissenschaft. Die amtliche Untersuchung der Vrehmerschen krebsdiagnofe. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. Reiter gibt im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Innenminister das Ergebnis der Nachprüfung der Auffassungen des Herrn Dr. phil. von Brehmer über das Krebsproblem bekannt. Im einzelnen wird tm „Reichsgesundheitsblatt" nach Ndz. darüber u. a. mitgeteilt: Auf Grund eines eingehenden Studiums der vorliegenden Untersuchuntzsberichte und der mündlichen Verhandlung kam die im November im Auftrage des Reichsgesundheitsamtes zusammengetretene Kommission zu dem Ergebnis, daß durch die im Reichsgesundheitsamt ausgeführten Untersuchungen zweifelsfrei nachgewiefen ist, daß der von von Fleischverbrauch pro Kops der Bevölkerung ist von 50 Kilogramm jährlich vor dem Kriege auf 54,50 Kilogramm im Jahre 1934 g e ft i e g e n und hat damit den höchsten bisher überhaupt feftgestell- ten Verbrauch erreicht. Der Butterverbrauch ist von 6,8 Kilogramm vor dem Kriege auf 7,45 Kilogramm im letzten Jahr gestiegen. Unsere Volksernährung kann auch unter Berücksichtigung einas erhöhten Verbrauches als gesichert angesehen werden, zumal für die noch vorhandenen Versorgungslücken ausreichende Zufuhren sichergestellt find. Washington, 6. Dez. (DNB. Funkspr.) Außenminister Hüll warnte vor Versuchen, in Nordchina wesentliche Aenderungen politischer Natur zu erzwingen, die sowohl den zwischen- taatlichen Verträgen, wie den Belangen Amerikas und anderer Staaten yinsichtlich des Grundsatzes der „offenen T ü r" zuwider laufen würden. Ohne Japan zu nennen, sagte Hüll, wo immer der Versuch seinen Ursprung habe und wer immer diesen Versuch unternehme, Tatsache sei es, daß der Versuch in China selbst aus Wider st and stoße. Die Vereinigten Staaten von Amerika, so führte der Außenminister weiter aus, seien genau so wie andere Mächte stark an dem Schicksal des chinesischen Reiches interessiert und verfolgten die dortigen „ungewöhnlichen Entwicklungen^ mit großer Sorgfalt In dieser Zeit einer die ganze Welt erfüllenden politischen Unruhe fei es die Pflicht jeder Regierung, s i ch ftreng an ihre zwischen st aatlichen Verpflichtungen zu halten. Die Vereinigten Staaten von Amerika bäten alle Unterzeichner- Mächte um Einhaltung der von ihnen unterzeichneten Verträge, denn Vertrauen in wirtschaftliche Stetigkeit sei ohne Vertragstreue unmöglich. Japan bezeichnet den Aeun- mächtepakt als überholt. Tokio, 6. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Erklärungen des britischen Außenministers Sir Samuel Hoare und des amerikanischen Staatssekretärs des Aeußern, Hüll, über die nordchinesische Frage und ihre Hinweise auf die Gefahr einer Verletzung des Neunmächtepaktes werden hier als eine, wenn auch vorsichtige, Warnung an Japan betrachtet. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums hat zu den Ausführungen der beiden Minister Stellung genommen. Aus der Stellungnahme geht hervor, daß Japan den Neunmächtepakt und alle seit dem Abschluß des Vertrages von Washington getroffene Abmachungen über China und den Fernen Osten als nicht mehr der gegenwärtigen Lage entsprechend ansieht. Im übrigen betonte der Sprecher, daß die Vorgänge in Nord- china eine rein innerchinesische Angelegenheit seien, und daß von einer Einmischung Japans keine Rede sein könne. Auch könnten irgendwelche Bewegungen der japanischen Truppen in Nordchina in das Reich der Fabel verwiesen werden. Aus all diesem ergebe sich, daß eine Anrufung des Neunmächtepaktes jeder Grundlage entbehren würde. Der Sprecher Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Umbildung der Großwetterlage hat bereits zum Aufbau eines sich von dem Azorenhoch über Frankreich ostwärts erstreckenden Hochdruckrückens geführt. Damit hat sich auch für uns im ganzen genommen eine Besserung durchgesetzt, die uns auch für die Folge häufig aufheiterndes Wetter bringen wird. Durchaus störungsfreier Witterungsablauf ist jedoch noch nicht gewährleistet. Da wir mit dem gelegentlich immer wieder raschen Durchbruch größerer Störungsgebiete rechnen müssen, werden die mit ihnen in Verbindung auftretenden Niederschläge bei den außerordentlich niedrigen Temperaturen in der Höhe (in 5000 Meter Höhe —33 Grad) als Schnee entstehen. Aussichten für Samstag: Vorübergehend wieder verstärkte Niederschlagsneiaung (im Gebirge Schnee), dann häufig ausheitemoes, aber nicht durchaus beständiges Wetter, nachts stellenweise Frost, Winde um West. Aussichten f ü r Sonntag: Vielfach aufheiternd, aber kein durchaus beständiges Wetter, nachts vielerorts Frost. Lufttemperaturen am 5. Dezember: mittags 4,0 Grad Celsius, abends 2,4 Grad; am 6. Dezember: morgens 2,2 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum 1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Dezember: abends 3,2 Grad; am 6. Dezember: morgens 2,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden. Winterfporl-Wetlernachrichlen. Vogelsberg. Hoherodskopf: Leichter Schneefall, — 6 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, 10 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Bedeckt, —3 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, 10 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —3 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: Schneefall, —3 Grad, 15 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel mäßig. Schwarzwald. Großer Feldberg: Nebel, —3 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämtüch in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Der Kamps um die Bünde in Frankreich. P a r i s, 5. Dez. (DNB.) Die Kammer stand meh- rere Stunden lang im Zeichen der Leidenschaften, die zu den Ereignissen des 6. Februar 1934 geführt haben. Der rechte und der linke Flügel der Kammer setzten sich gegenseitig lärmend über die damaligen Vorgänge auseinander. Sachliche Feststellungen wechselten mit persönlichen Vorwürfen. Zeitweise griffen der Ministerpräsident des 6. Februar, D a l a d i e r , und sein Innenminister F r 01 in die Aussprache ein, die keine weitere Klärung der Lage brachte, sondern lediglich den Beweis für die unveränderte Spannung lieferte, die zwischen der Rechten und der Linken herrscht und das ganae Land immer deutlicher in zwei gegensätzliche Lager teilt. In der Nachmittagssitzung der Kammer verteidigte der rechtsstehende Abgeordnete T a i t t i n g e r, der gleichzeitig Vorsitzender der Vaterländischen Jugend ist, die Sache der sog. Bünde und setzte sich nachdrücklichst mit den Kommunisten auseinander, die er als Handlanger Moskaus bezeichnete. Der Redner verlas verschiedene Unterlagen, die das Vorhandensein bewaffneter kommunistischer Verbände beweise. Als Mitglied der Feuerkreuzler sprach im gleichen Sinne der Abgeordnete V a l l a t von der äußersten Rechten. Er "erinnerte daran, daß die Feuerkreuzler in den letzten Jahren ständig von linksstehenden Gruppen überfallen worden seien. In Limoges hätten sie sich zum ersten A^ple energisch zur Wehr gesetzt. Es sei ein Unding, in jedem Hervortreten der Feuerkreuzler eine Herausforderung sehen zu wollen. Die Kommunisten versuchten den Redner wiederholt zu stören. In dem allgemeinen Lärm hörte man Rufe: „Mörder", „Faschist", „Askari" und von der anderen Seite: „Halt's Maul!" Die Kammer schien dies aber nicht weiter tragisch zu nehmen. Die radikalsozialistische Kammerfraktion trat noch einmal zusammen, um zu den Einigungsbestrebunaen Herriots Stellung zu nehmen. Herriot gab die Antwort Lavals auf die Forderungen der Radikalsozialisten zur Frage der Kampfbünde bekannt. Laval erklärt, er sei entschlossen, in Kammer und Senat die Vertrauensfrage für die in den Berichten Chauvins und Jouvins enthaltenen Bestimmungen über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu stellen. Die Anwerbung von neuen Angehörigen der Mobilgarde werde vom Innenministerium überwacht werden. Strafverfolgung wegen Aufreizung zum politischen Mord in der Presse bedürfe nach Lavals Ansicht einer gesetzgeberischen Vorbereitung. Diese Vergehen sollten auf Verlangen der Radikalsozialisten aus der Zuständigkeit der Schwurgerichte ber- ausgenommen und den Strafgerichten überwiesen werden. Brehmer beschriebene Bazillus existiert, daß sich aber keine ursächlichen Beziehungen dieses Keimes zur Krebsentstehung haben finden lassen und daß sein Nachweis für die Erkenntnis des Krebses völlig wertlos ist. Die Kommission teilt abschließend fest, daß die Untersuchungsmethoden des Regierungsrates von Brehmer für die Erkenntnis des Krebses keinen Wert haben. Aus aller Welt. General der Infanterie von Oven f. General a. D. von Oven ist am 3. Dezember im 75. Lebensjahre in Hirschhorn am Neckar, wo er einen Ruhesitz hatte, gestorben. — General a. D. von Oven war 1861 zu Ludom in Posen geboren und trat 1881 als Fahnenjunker in das Oldenburgische Infanterieregiment Nr. 91 ein. Nach etwa sechsjähriger Dienstzeit bei der Marineinfanterie wurde er 1890 Oberleutnant im 2. Badischen Grenadierregiment Nr. 110 „Kaiser Wilhelm L", wo er später zum Hauptmann und Kompagniechek befördert wurde. Nachdem er mehrmals vorübergehend in das Kriegsministerium versetzt worden war, wurde er 1911 zum Obersten befördert. Bei Ausbruch des Weltkrieges rückte er mit dem Infanterieregiment Nr. 165 ins Feld. Nach 1914 wurde er zum Generalmajor, 1918 zum Generalleutnant ernannt und wurde im gleichen Jahre Direktor des Armeeverwaltungsdepartements des Kriegsministeriums. Nachdem er zuletzt in der vorläufigen Reichswehr Führer des Wehrkreiskommandos III (Berlin) war, war er 1920 als General der Infanterie in den Ruhestand versetzt worden. Ehrung eines hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat dem früheren landwirtschaftlichen Arbeiter Heinrich Haase in Hachum aus Anlaß der Vollendung seines 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Autounglück au der TRofel. Zwei Koblenzer Geschäftsleute, die sich mit Radiogeräten auf der Fahrt zur Mosel befanden, überholten hinter Dieblich mit ihrem Kraftwagen ein Pferdefuhrwerk, das nach Niederfell fuhr, während aus der entgegengesetzten Richtung ein schwer beladenes Lastauto herankam. Es kam zu einem schweren Zus ammenstoß. Der Personenwagen prallte in voller Wucht gegen das Vorderrad Des Lastwagens, überschlug s i ch und blieb umgestürzt in einem Geländer hängen. Emer der beiden Insassen des Personenwagens wurde in hohem Bogen in die Mosel geworfen, aus der ihn mutige Retter unter vielen Mühen und Schwierigkeiten bergen konnten. Er war schwer verwundet und wurde in bedenklichem Zustande in ein Krankenhaus nach Koblenz gebracht. Der zweite Insasse des Personenwagens wurde nur geringfügig verletzt. Der Wagen selbst ist vollkommen zertrümmert worden. Hochwasser und lleberschwennnungen. Die anhaltenden starken Niederschläge haben ein weiteres 21 n ft e i g en des Rheins und feiner Nebenflüße zur Folge gehabt. Im Flußtal der Mosel sind die Uferstrecken weithin überschwemmt. In einzelnen Orten mußten die Keller der am Fluß gelegenen Häuser geräumt werden. Bei Traben- Trarbach wurde ein Bagger von der Strömung abgetrieben und ist gesunken. Von der Saar wurde Stillstand des Hochwassers bei einem Pegelstand von 4,40 Meter in Saarbrücken gemeldet. Die Lahn steigt ebenfalls weiter, so daß die Wasserbaubehörde am Mittwoch für das Gebiet der kanalisierten Lahn die Einstellung der Schiffahrt ausgesprochen hat. Vom Main wird gemeldet, daß er weiter steigt. Bei Würzburg stieg das Wasser in den letzten 24 Stunden um 75 Zentimeter. Auch an der Nahe ist Hochwasser eingetreten, das in einzelnen Ortschaften bereits schwere Schaden verursacht hat. Hier ist Ein schöner Weihnachtsbrauch: Zum Fest neue Schuhe zu schenken,die in Stil unbFarbe genau zur Kleidung paffen. 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Dezember 1934. = Steinbach, 6. Dez. Diese Woche wurde hier der 70jährige verstorbene Landwirt und frühere Oelmüller Karl Friedrich Haas zu Grabe gebracht. Sein Tod weckt die Erinnerung an die Zeit des Weltkrieges. In den Kriegsjahren war er eine weitbekannte Persönlichkeit, zu dem ebenso wie zu der anderen im hiesigen Dorfe damals bestehenden Oel- mühle, eine große Menge von Leuten aus der näheren und weiteren Umgegend kamen mit ihrem Fetthunger. Der Verstorbene hat es in dieser schweren Zeit, die auch ungeheuere Anforderungen an seine Kraft stellte, verstanden, durch seine Hilfsbereitschaft sich die Anerkennung aller zu erwerben. 0 Reiskirchen, 6. Dez. Am Sonntag begann die Kriegerkameradschaft des Kriegervereins Reiskirchen mit dem O p f e r f ch i e ß e n. Der Erlös kommt allein dem Winterhilfswerk zugute. Aus der am Sonntag hier durchgeführten Sammlung und dem Verkauf der Edel- steinrofetten durch die Beamten, Handwerkmeister, Gesellen und Lehrlinge konnten 34 Mark dem Winterhilfswerk überwiesen werden. Die Abzeichen reichten nur zur Hälfte aus. — Die diesjährigen Konfirmanden sammelten am Mittwoch in An der Tür redet sie mit dem Heiligen noch ein paar Wörtl. Der sagt laut und vernehmlich: I schreib mir's scho aus! Alles, was i hör von de zwoa Spitzbuam! Wia f' net brav san, kimm i und na steck i V in Sack. Da hilft na gar nix mehr... Kettenrasselnd verschwindet er über ine Stiege. Die Hausmeisterbuben sind nach dem kleinen Anfall von Angst begeistert von ihrem Niklo: Pfundig war er! Des war a richtiaer Böser! Sie mochten dieses schaurig-schöne Gruseln gleich leben mit ihrem wilden, kettenrasselnden Klaubaus. genten, Herrn Albert Kasten, steht, hat in seiner rühmlichen Vergangenheit (es sei erinnert an die gelungenen Aufführungen von Bruchs „Glocke" und Haydns „Schöpfung") stets den Grundsatz verfolgt, solche Werke zu bringen, die zu seinen Kräften im rechten Verhältnis stehen, um so von vornherein eine wirklich erfolgreiche Aufführung zu gewährleisten. Das ist das Verantwortungsbewußtsein das durch die wahre Ehrfurcht vor der Kunst erzeugt wird. Den Hauptanteil an dem sehr guten Gelingen dieses Konzertes hat ohne Zweifel der Chor, der erfreulicherweise nicht an dem Hebel so vieler gemischter Chorvereinigungen, dem Mangel an Männerstimmen, krankt. Die Tongebung ist natür- lich und gesund, vor allem ist jedes Forcieren, besonders im Sopran, vermieden. Die einzehien Chöre waren sorgsam und genau studiert, rhythmisch fast ohne Tadel, sauber und klar in der Koloratur und der Linienführung, dynamisch so gestuft, wie es die Musik jener Zeit fordert. Die sehr umfangreiche Partie der Galatea hatte Fräulein Helga Schuchhardt übernommen. Ihre Stimme ist besonders in der Höhe recht ergiebig, weniger in den unteren Lagen, in denen sie sich gegen die Orchesterbegleitung oft nicht durchsetzen konnte. Sehr angenehm berührte der ausdrucksvolle Vortrag, der besonders dem berühmten Terzett und der Sicilianoarie zugute kam. Vor einem Anschleifen des Tones ist aber bei Händel zu warnen. Der Vertreter des Acis, Herr Rudolf Hille, besitzt eine gut gebildete Tenorstimme, sie ist zwar nicht groß, gewinnt aber durch eine vorbildliche Atemtechnik. Prächtig war die Gestaltung des sterbenden Acis. Sehr gut in Sprache und Ton war der Polyphem des Herrn Wilhelm Greif. Daß die Partie etwas bühnenmäßig dargestellt wurde, besonders in dem Gebärdenspiel, war hier kein Fehler, da sie von dem Komponisten ja szenisch gedacht l%as Städtische Orchester zeigte auch hier seine Zuverlässigkeit. Klangsatt in den Streichern und sauber in den Holzbläsern (Oboen) konnte es m der Ouvertüre besonders seine Vorzüge ins hellste Licht setzen. Die Begleitung der Arien hätte hier und da etwas mehr Zurückhaltung vertragen Herr Kapellmeister Bräuer unterstützte gut am Flügel. Herr Albert K a st e n , der ja die Hauptarbeit geleistet hatte, darf auch das Hauptverdienst an dem Gelingen für sich in Anspruch nehmen. Er führte Chor und Orchester sicher und ruhig über alle Klippen zum Erfolg. Der Abend war dem Gedächtnis eines der größten deutschen Musiker, Händel, gewidmet. Man ein Bienenvolk. Ferner wurden für die Zeit vom 1. September bis 30. November 14 Kälbergeburten und 17 Hausschlachtungen an Schweinen ermittelt. 0 Allendorf a. d. Lumda, 5. Dez. Die am 3. Dezember in unserer Stadt vorgenommene Viehzählung hatte folgendes Ergebnis: Es waren vorhanden: 4 Fohlen, 35 Pferde, 110 Stück Jungrindvieh unter 2 Jahre alt, 484 Stuck älteres Rindvieh (Ochsen und Kalbinnen), 94 Stuck Schaflämmer, 280 Stück Schafe, 19 Zuchtsauen und -Eber, 694 Schweine und Ferkel, 16 Ziegenlämmer, 102 Ziegen, 2539 Hühner, Kücken und Hähne, 291 Gänse, 27 Enten, 1 Truthahn, 16 Bienenstöcke. — Die am vergangenen Sonntag von den Gewerbetreibenden und Beamten gemeinschaftlich zum Besten der Winterhilfe in unserer Stadt durchgeführte Sammlung ergab 53,45 Mark. — Seit 1. Dezember ist in unserem Postwesen eine Aende- rung eingetreten. Die Beförderung, die seither durch die Bahn stattfand, erfolgt seit dieser Zeit mittels K r a f t f a h r p o st. Der Kraftwagen trifft zweimal am Tage hier ein und zwar vormittags gegen 7.30 Uhr und nachmittags gegen 18 Uhr. Die Ortsbestellung durch den Briefträger erfolgt jetzt zweimal täglich. § Mainzlar, 5. Dez. Die von den Konfirmanden hier durchgeführts Sammlung für die Einrichtungen und Anstalten der Inneren Mission ergab insgesamt zirka 16 Zentner Kartoffeln, 1% Zentner Gemüse und 18 Pfund sonstige Lebensmittel. _. _ § Staufenberg, 5. Dez. Für die Innere Mission wurden hier insgesamt zirka 6 Zentner Kartoffeln und zirka 3 Zentner Gemüse gesammelt. y. Daubringen, 4. Dez. Ein 14tägiger, gut besuchter Mütterfchulungskursus der hiesigen Frauenschaft, in dem Frl. Stroh- meier besonders über Erziehungsfragen sprach, und der auf Einladung auch von der hiesigen evangelischen Frauenhilfe rege besucht wurde, ging nun zu Ende und wurde durch eine Feier begangen. Der große Saal der Wirtschaft schlossen. Eberstadt, 5. Dez. Der langjährige Vorsitzende des hiesigen Gesangvereins „Liederkranz", Wägermeister Heinrich Müller, feierte dieser Tage seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlaß brachte ihm der Verein unter Leitung des Dirigenten Georg S a m e s - Holzheim ein Ständchen. Der Ehrenvorsitzende des Vereins, Bürgermeister G ö r l a ch, übermittelte Glückwünsche und ein Geschenk. Wagnermeister Müller dankte für die Aufmerksamkeiten und lud die Kameraden zu einem Glase Bier ein. * Lich , 5. Dez. Bei der Reichsgeldsarnm- l u n g gingen in unserer Stadt 202 Mark ein, die Sammlung der Beamten und Handwerker für das WHW. erbrachte rd. 109 Mk. * Villingen, 5. Dez. Der 14 Jahre alte Walter Zimmer von hier erlitt bei einem Unfall einen Unterschenkelbruch. Der bedauernswerte Junge mußte nach Gießen in das Krankenhaus gebracht werden. Kreis Schotten. )-^( Ruppertsburg, 5. Dez. Dieser Tage wurde einer der ä l t e st e n Einwohner unseres Ortes, der 86jährige Altveteran, Landwirt und Makler Jost Meckel zu Grabe getragen. Der Krieger- und der Gesangverein, deren Mitbegründer er war, gaben dem Kameraden das letzte Geleit. Heber dem Grabe wurde eine Ehrensalve abgegeben. Die Grabrede hielt Pfarrverwalter D e b u s (Gonterskirchen). Meckel machte als aktiver Soldat den Feldzug 1870/71 mit. An dem Geschehen unserer Zeit nahm er regen Anteil. Kreis Büdingen. * Nidda, 5. Dez. Bei einem Verkehrsunfall erlitt der Holzarbeiter Arthur Jendrozeck von hier einen komplizierten Unterschenkelbruch, der seine Ueberführung nach der Klinik in Gießen erforderlich machte. ch Nidda, 2. Dez. Am Samstag fand im Hotel „zur Traube" ein stark besuchter Kamerad- schastsabend der Kriegerkamerad- sch a f t statt. Man beschloß, am nächsten Sonntag ein Kleinkaliberschießen zum Besten des Winter- hilfswerks zu veranstalten. Für 40jährige Mit- (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Dem verdienstvollen jungen deutschen Vor- geschichtsforscher Alfred R u st ist es gelungen, in Ahrensburg bei Hamburg eine altstein- zeitliche I ä g e r s i e d l u n g zu entdecken. Professor Dr. Gustav Schmantes, der Leiter des Museums für vorgeschichtliche Altertümer in Kiel, nahm daraufhin mit Unterstützung des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches an Ort und Stelle umfangreiche Ausgrabungen vor, die jetzt abgeschlossen sind. Iahrrav-Expedition nach Syrien. „Es war vor einigen Jahren", erzählt Professor Dr. Schmantes, „als ich einen Vortrag über die Steinzeit hielt. Dabei fiel mir ein junger Mann namens Alfred Rust auf, der, obwohl nur ein einfacher Elektrotechniker am Hamburger Elektrizitätswerk, für einen Laien ungewöhnliches Interesse an der Vorgeschichtsforschung bewies. Bald darauf erschien R u st wiederholt bei mir, um mir seine Absicht anzukündigen, selbst Dorgeschichtsforscher zu werden. Trotz meines Abratens nahm sich der wissenschaftlich natürlich vollkommen ungeschulte junge Mann eines Tages einfach kurzerhand Urlaub, bestieg sein Fahrrad und fuhr mit nur 200 Mark in der Tasche nach Syrien, um dort im Tale von Askalon, das ich seiner Zeit in meinem Vortrag ganz beiläufig erwähnt hatte, Ausgrabungen oorzunehmen. Und Sie werden staunen — tatsächlich kehrte der neugebackene Archäologe bald darauf mit ganzen Kisten eigenhändig ausgegrabener Altertümer aus der frühesten Steinzeit in die Heimat zurück. So nebenbei hat der junge Forscher, der eher einen Lehrstuhl an einer Universität als einen Meisterbrief des Elektotechnikergewerbes verdient, noch zur maßlosen Ueberraschung der ganzen Fachwelt am Delberg bei Jerusalem eine ganze uralte Siedlung aufgedeckt. Noch zweimal wiederholte Alfred Rust seine Forschungsexpeditionen in den Orient. Dann kam er auf den Gedanken, daß doch eigentlich in Norddeutschland ähnliche Funde aus der A l t ft e i n= zeit zu machen sein müßten. Auf diese merkwürdige Weise und dem Umweg über den Orient wurden die aufsehenerregenden Funde von Ahrensburg bei Hamburg gemacht." 4000 Renntiergeweihe in zwei Hundschichten. Canbfrei» Gießen △ Annerod, 5. Dez. Die Viehzählung hatte hier folgendes Ergebnis: Pferde 27 (29), Rindvieh 362 (380), Schafe 146 (140), Schweine 388 (419), Ziegen 104 (105), Hühner 1479 (1553), Gänse 46 (—), Enten 2 (2), Truthühner 5 (5), Bienenstöcke 13 (12), Kälbergeburten in den Monaten September, Oktober, November 51 (33), nicht beschaute Hausschlachtungen 80 (98). Die Zahlen m den Klammern sind das Ergebnis der Viehzählung „Zum blauen Hecht" war völlig besetzt Der Abend gestaltete sich zu einem Bekenntnis der Gemeinde zum Dritten Reich und zum Christentum. Die Führerin der Frauenschaft, Frl. Schlapp, hier, eröffnete den Abend mit passenden Worten. Fräulein Strohmeier dankte der gastfreundlichen Gemeinde, sprach über Familienerziehung und brachte das Sieg-Heil auf den Führer aus, worauf die Versammlung mit den beiden ersten Strophen des Deutschlandliedes antwortete. Passende Lieder und Deklamationen leiteten zu der Adventsfei e r über, wozu Pfarramtskandidat Damerau die Ansprache übernommen hatte, die sich in sehr ernster und eindringlicher Weise an alle Anwesenden richtete und mit andächtiger Spannung von allen mitangehört wurde. Die kurze Pause bis Aum Beginn des Krippenspiels wurde mit dem Gesang von Adventsliedern ausgefüllt. Das Spiel wurde glänzend zur Darstellung gebracht. Mitglieder der Frauenschaft und des BDM. eiferten um die Wette. Um die musikalische Einübung der oft schwierigen, schönen, alten Weisen, die mit guter Stimme vorgetragen wurden, hatte sich Frau Balser, hier, verdient gemacht. * Großen-Linden, 5. Dez. Heute vormittag ereignete sich hier an einer Straßenkrümmung ein Zusammen st oß zweier Autos. Die beiden Fahrzeuge wurden beschädigt, zum Glück blieben aber die Insassen unverletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. * Holzheim, 6. Dez. Dieser Tage fand in unserer Gemeinde ein Vortragsabend des Evangelischen Bundes statt, in dessen Mittelpunkt die Ausführungen von Pfarrer G o n» t r u m (Watzenborn-Steinberg) über das Thema „Wogegen kämpft Christus heute?" standen. Der Abend, der bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck hinterließ, wurde mit dem Lutherlied be- des Kranichs, die von Steinpfeilen durchbohrt waren. Es gab also schon vor 20 000 Jahren regelrechte B l a 11 s ch ü s s e. Merkwürdige Tieropfer. Wohl die seltsamsten Funde aber sind in den Skeletten altsteinzeitlicher Renntiere zu erblicken, denen der Mensch damals große Felssteine in den Bauch gelegt hatte, worauf der Leid wieder zugenäht und das ganze Tier ins Wasser versenkt wurde. Es handelte sich hierbei wahrscheinlich um eine der Wissenschaft bisher vollkommen unbekannte Opfer - oder Zauberzeremonie zur Beschwichtigung erzürnter Gottheiten ober Dämonen. Vielleicht sind jedoch diese seltsamen Vorgänge auch als Dankopfer anzusehen, durch die das Jagdglück beschworen werden sollte. Die Hauptbedeutung der einzigartigen Funde liegt in der Erkenntnis, daß die bedeutendsten Fundstätten der Vorzeit nicht, wie man bisher an- nahm, in Höhlen, sondern an den Wasserstellen am Rande des Jnlandseises zu suchen sind, wo der Steinzeitmensch seine Schlachtplätze, vielleicht sogar auch seine Wohnstätten hatte. Zur Zeit der ältesten uns bekannten menschlichen Kulturstufe, in der Altsteinzeit, gab es nur die öde baumlose Tundra, auf der alle Waldtiere vollständig fehlten. Das Tundra- Ren unterscheidet sich daher auch, wie aus den Ahrensburger Funden hervorgeht, ganz deutlich von dem späteren Wald-Ren, das in der Zeit der langsam entstehenden Kiefernwälder der Nacheiszeit lebte. Eines der bisher dunkelsten Kapitel der Vorzeitgeschichte, die Zeit zwischen dem Ende der Eiszeit und dem Beginn der jüngeren Steinzeit, erscheint nunmehr in neuem Licht und stellt hierdurch die Wissenschaft vor gänzlich neue Aufgaben und Arbeitsmethoden." J- M. „Oer Himmel auf Erden." Den Inhalt dieses Films (Siegel Monopol) auch nur in Umrissen zu erzählen, würde ins Uferlose führen. Schwänke muß man nicht erzählen, sondern sehen. Aber denken kann man sich ungefähr, daß der „Himmel auf Erden" in Wahrheit so ziemlich das Gegenteil ist. Das kommt auf die einfachste Weise dadurch zustande, daß einer vom andern denkt, jener sei der Richtige: aber der schlaue Zuschauer lacht sich ins Fäustchen und weiß schon längst: es ist der Falsche. Auf die Voraussetzungen zu solchen Scherzen kann, wir sagten es schon, aus Raumgründen nicht näher eingegangen werden. Zahllose Filme und Operetten haben zahllose und bewährte Vorbilder dafür geliefert, und wenn die richtigen Leute darauf losgelassen werden, dann kann dieses Gesellschaftsspiel vor der Kamera eine hübsche Weile betrieben werden, bis endlich der mitleidige Zufall einem der Mitspieler auf den Trichter hilft und das Knäuel der Mißverständnisse holterdiepolter aufgewickelt wird, so wieder solide und menschenwürdige Verhältnisse geschaffen werden. Der Regisseur E. W. Emo hat den Ehrgeiz gehabt, die gegenwärtig prominentesten Komiker des Films gegeneinander auszuspielen: er hat also Hermann T h i m i g , Hans Moser, Heinz R ü h m a n n und Theo Lingen in seinem Ensemble versammelt und jedem die richtige Rolle in die Hand gedrückt. Das gibt eine probate Mischung: Lingen als nervöser Theaterdirektvr, der sich sogar dazu versteigt, seinem Star den „Himmel auf Erden" nach eigener Auffassung vorzusingen: Moser als aufgeregt nusselnder Gastwirt aus Salzburg ist sehenswert: Thimig und Rühmann stürzen sich wechselseitig in die größten Verlegenheiten, und mittendurch wandelt hoheitsvoll grollend Tante Adele (S a n d r o ck) auf Besuch. Lizzi Holzschuh, Julia Janssen und Rudolf Carl spielen auch mit. Robert Stolz schrieb die Musik. Das Ganze läuft seit gestern im Gloria-Palast mit einem unterhaltsamen Beiprogramm, aus dem die Fox-Wochenschau und auf der Bühne das Varietö-Ballett Dorian hervor- hat viel in diesem Jubiläumsjahr über ihn geschrieben, damit ijt's aber leider nicht getan, sondern getan ist etwas, wenn man die Konzerte, in denen er aufgeführt wird, auch besucht. Es war betrüblich, daß nicht mehr Musikfreunde den Weg in die Aula fanden und dem Meister und denen, die sich so wacker in seinen Denst gestellt hatten, die Ehre gaben. Wie läßt Wagner seinen Hans Sachs sagen? „Ehret eure Meister!" —a— Konzert des „Gälwerkranz". „Acis und Galatea" von G. F. Händel. Nachdem Händel dem Studium entsagt hatte, um sich ganz der geliebten Musik zu roibmen, ging er an die damals unter Kaiser stehende berühmte Oper nach Hamburg, wo er erst als zweiter Geiger, später am Klavier, im Orchester mitwirkte. Sem Ruhm verbreitete sich bald, als feine eigene erste Oper mit großem Erfolg dort zur Aufführung kam. Um die italienische Oper kennenzulernen, begab er sich nach Italien, empfing dort auch viele Anregungen, und so kam es, daß er einen großen Teil seines Lebens und Wirkens dem Opernschaffen widmete, mit dem Erfolg, daß ihm dadurch später in London sein ganzes Vermögen verloren ging, als das Unternehmen verkrachte. Während seines Aufenthalts in Italien besuchte er auch Neapel und lernte dort die Sage von Acis und Galatea kennen, die er in Musik setzte. In späteren Jahren, als er sich bei einem Gönner auf dessen Landgut Cannons bei London aufhielt, bearbeitete er denselben Stoff erneut in unvergleichlich reiferer und schöner Fassung. In diesem Pastoral oder ©djaferjpiel bas neben erschütternder Tragik auch die Heiterkeit der hellenischen Götterwelt widerspiegelt, erblickten Handels Zeitgenossen eines seiner vollkommensten und gleichmäßig gearbeiteten Werke. In Deutschland b b es lange unbekannt. Erst spat kam es zu uns und wurde 1905 in Leipzig m szenischer Darstellung herausgebracht. In der letztvergangenen Zeit fand sich das Werk öfters auf den Konzert- ?olaen und das mit vollem Recht denn es zeigt uns den Meister, den wir sonst fast nur m seiner nathetifchen und heroischen Weise kennen, von einer anmutigen und liebenswürdig-heiteren Sette ^ dankenswerter Weise brachte es her 6an = aerfrans in feinem diesjährigen Konzert ebenes zur Aufführung und man hatte so Gelegen- heit" das eigenartige Stuck das zwi chen weltlichem Ai-ntnriiim und Oper steht (Handel hat es selbst oft szenisch aufgefütjrt) in lebendiger Darstellung kennen zu lernen. Das Ergebnis der Ausgrabungen war wahrhaft Überwältigend. Man entdeckte nicht weniger als 4000 Rehgeweihe, Feuersteinwerkzeuge, Harpunen, Pfriemen und Pfeilspitzen, sowie sogenannte Riemenschneider, Handgriffe, in die feine Feuersteinmesserchen eingefügt sind. Es handelt sich hierbei um die ersten geschäfteten Flintgeräte der sogenannten älteren Steinzeit. Oie ältesten Beile der Welt. Eine große Ueberraschung bedeutete für die Fachwelt die Tatsache, daß viele von den Renntier- geweihen sich als Vorarbeiten zu Beilen erwiesen, bei denen der Hauptast des Geweihes als Handgriff diente, während der Seitenzweig zu einer Beilklinge zugeschnitten und zugeschliffen wurde. Es handelte sich in diesen Stücken um d i e ä 11 e ft e n Beile der Welt, die zu der Annahme berechtigen, daß in Nordeuropa die Heimat der späteren Beilkulturen überhaupt zu suchen ist. Auch die Waffen und Handwerkszeuge verkörpern zweifellos die ältesten, bisher bekannten der Welt. Manche der Stücke find bereits mit Ornamenten und Eigentumsmarken, ja sogar stilisierten bildlichen Darstellungen versehen. Man sand Röhrenknochen, aus denen das Mark mit Weidenhölzern sorgfältig herausgeschabt war, ein Zeichen, daß das Mark also schon damals als Leckerbissen hochgeschätzt war. Auch entdeckte man Brustknochen des Schneehuhns und Bayerischer Nikolaus. Don Julius Kreis. Beim Hausmeister kommt heuer der „Niklo". Die Hausmeisterbuben machen große Sprüche, wie sie den Niklo umeinandhauen, wenn er bös werden will. Und die Mutter sagt: Paßt's nur auf, os ßausbuam! Sei Ruatn hat er scho eigwoagt! Die brauchen einen ganz Scharfen, die Buben! — Und dieser scharfe Niklo ist die Waschfrau Beiz- berqer. Sie zieht sich mit Hilfe der Hausmeisterin unten in der Holzlege an. — Den alten Pelzmantel vom Fuhrmann BeizbergeI und über den Kops als Kapuze einen Kohlensack. Eine bärtige, wilde Larve bindet sie sich vors Gesicht, und dicke Fäustlinge stülpt sie üoer die Hände. Dazu nimmt sie einen Reisigbesen als Rute und legt einen Zwei-Zentner- Kartosfelsack über die Schalter. Halt. Die Ketten nicht vergessen. Die sind auch noch aus dem alten Stall vom Beizberger. Ham mir s?I Da rasselts und polterte die Treppe hinauf und pumpert wild an die Tür. Die Hausmeisterbuben verlieren doch ein bißl die Schneid! Und jetzt stapft er kettenklirrend herein, der Niklo, und brummt erfchröcklich: Ha! Seids do, ös zwoa Schlawiner! Des Bazi! Des Lumpen! — Hab scho ghort von der Muatter, was ös für Umtreiber feios. Jlet hoamgeh vom Kindergarten! Aepfel aus n Keller mitqehlassen! D' Wand oschmiern, ’s Stiagnglander nunterrutfdjn — Milchhaferl zerbr-cha! Ml in Feuer zündln! De Madln Nama nachschrein! Wart, i kimm euch! — Und drohend schwingt der Niklo den Besen durch die Stube. Die zwei Angeklagten sind schon ganz klein geworden Jetzt langt der Niklo gar nach dem größeren, dem ärgsten WUd- fang, und sagt: So, an Pepi nimm i jetzt mit in mein Sack und sperrn amal a paar Tag ins Ratzen- tammerll... . .. ..... Da geben die beiden, die bis letzt in ängstlichem Trotz den Daumen im Mund, den Niklo „an- aschiagelt" haben, klein bei. Dem Peperl laufen em paar dicke Tränen über die Backen, und er streckt die Hände abwehrend gegen den Gestrengen. Die Mutter sagt: Geh, Niklo, desmol wolln mir no laufn lassn! Wenn er verspricht, daß er recht brav ^Da’ Bets schö eier Vaterunser! Die beiden heben die Hände und beten ihr Gsetzlein. Der Niklo brummt nochmal und schüttet dann aus dem Sack Nüsse, Aepfel und ein paar Lebkuchen auf den Boden. _ . . , , . Gleich stürzen die zwei wie Geier darauf los! Da droht der Niklo nochmal mit dem Befn, und die Mutter mahnt: Schön teiln! „Man hat bisher in Deutschland lange Zeit geglaubt, der Heimatboden enthalte keine vorgeschichtlichen Funde, die den in Westeuropa, insbesondere Frankreich, gemachten ebenbürtig wären. Alfred R u ft bewies indessen das Gegenteil. Er sagte sich ganz richtig, daß an den Wasserausläufern der riesigen Eisgletscher, die vor nunmehr 2 0 0 0 0 Jahren in Norddeutschland bis in die Nähe von Hamburg vorgedrungen waren, die günstigsten Le- ben5bf*':ngunqen für den Menschen der Vorzeit gegebenwaren. Darüber hinaus war anzunehmen, daß an diesen Stellen Uebcrrefte aus jener Zeit noch massenhaft im Boden verborgen ruhen mußten. Hierzu kam, daß in der Nähe des heutigen Ahrensburg bereits vor Jahren Fundstätten mit Feuer st eingeräten des Menschen der frühesten Steinzeit auf ehemals wohl hoch und trocken gelegenen Hüttenplätzen am Rande eines eiszeitlichen Tunneltales entdeckt worden waren, dessen feuchte Wiesen noch darauf hindeuten, daß die eiszeitlichen Anwohner von ihren Wohnplätzen aus „ , allerlei Abfälle in das Wasser geworfen hatten, zugefuhrt werden. ^n dieler Erkenntnis trieb Rust Hunderte v ° n Climbach, 5, Dez. Die V > e h z a h l u n g Bohrlöchern in den Erdboden, bis er in be- am 3. Dezember *” ,unJer®■ a£te-1° 9iC?I trächtlicher Tiefe auf zwei durch eine fundlose Zone des Ergebnis: 3 Pferde 164 Stuck Rindvieh, 124 voneinander getrennte uralte Kulturschichten stieß. Schweine, 20 Ziegen, 575 Hühner, 36 Gan^und glledschaft zur Kriegerkomeradschaft wurde den Kameraden Konrad Hofmann und Kaspar Junker vom Kameradschyftsführer Helfrich ein Hin- denburgbild überreicht. Kamerad Karl Müller wurde für ausgezeichneten Schießerfolg mit Kleinkaliber mit einer silbernen Nadel geehrt. Kamerad Hermann Saum berichtete über den Reichskriegertag zu Kassel und seine Dienstzeit. Nach Bekanntgabe der Kyffhäuser-Parole-Befehle und Landesverbandesnachrichten wurde die Versammlung in herkömmlicher Weise geschlossen. — Wiederholtes Mißgeschick traf den Sckreiner Rudolf G e i st aus dem benachbarten Bisses, bei Firma Wetzstein in Gettenau beschäftigt. Nachdem er vor geraumer Zeit bei Arbeiten an der Fräsmaschine den Daumen der linken Hand verloren hatte, büßte er vor einiaen Tagen an derselben Maschine auch den Zeigefinger der gleichen Hand ein. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 1. Dez. Am Freitagabend fand hier die erste Versammlung des Reichsluftschutzbundes (hiesige Untergruppe) statt. Kamerad Lehrer Jung gab einen Ueberblick über die Entwicklung der hiesigen Organisation innerhalb des Jahres seit der Gründung. Während bei der Gründung 53 Mitglieder sofort beitraten, ist die hiesige Organisation nunmehr auf 111 Mitglieder angewachsen. Kamerad Jung wies ferner auf die Notwendigkeit eines alle Schichten umfassenden zivilen Luftschutzes hin. Kamerad Förster Falk umriß die Entwicklung der Flugwaffe vom Beginn des Weltkrieges bis heute. Kamerad Z u l a u f behandelte technische und organisatorische Fragen. Mit einem Sie^Heil auf den Führer schloß Kamerad Jung die Versammlung. Am Schluß konnten einige Neuaufnahmen vorgenommen werden. <£ Nieder-Ohmen, 2. Dez. In der hiesigen Volksschule haben die Heimabende des Evangelischen Frauenvereins und des Evangelischen Mädchenbundes begonnen. Die Abende werden von Pfarrer A l t und Fräulein Stoll gehalten. — Dem hiesigen Geflügel- und Vage l z u ch t v e r e i n ist die diesjährige H e r b st - aeflügelausstellung der Kreise Alsfeld und Lauterbach übertragen worden. Die Ausstellung findet vom 6. bis 8. Dezember statt. <£ Nieder-Ohmen, 2. Dez. Am Samstagabend veranstaltete der hiesige B D M. im vollbesetzten Saale der Wirtschaft Ziegenhain einen wohlgelungenen Elternabend. Dabei konnte man die Arbeit und Spiele des BDM. kennen lernen. Mit Gesang, Gedichten, Reigen usw. wurden die Besucher einige Stunden gut unterhalten. Kreis Wetzlar + Kinzenbach, 5. Dez. Der hiesige K r i e - gerverein hielt sein Wintervergnügen ab, mit dem ein Kameradschaftsabend verbunden war. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Nach der Begrüßung durch den Vereinsführer wechselten in bunter Folge zahlreiche unterhaltende Darbietungen miteinander ab, die große Freude auslösten. Eine Kapelle füllte die Pausen mit guter Musik. Im Verlaufe des Abends wurden einige neu aufgenommene Mitglieder verpflichtet. Oie Deutschlandriege kommt nach Gehen. Zur W-Iahrfeier des Tv. 1846. Es ist bekannt, daß die deutsche Nationalmannschaft Gastturnen im kommenden Jahr kaum veranstalten wird, da jetzt die ganze Kraft für das Olympia eingesetzt werden muß. Da ist es eine besondere Vergünstiaung, daß der Turnverein 18 46 aus Anlaß seiner 90-Jahrfeier heute schon eine bestimmte Zusage von Reichs- männerturnwart Martin Schneider (Leipzig) für ein Gastturnen der Nationalmannschaft in der Gießener Dolkshalle erhalten hat. Das Turnen kann natürlich erst im Spätjahr nach der Olympiade stattfinden. Oie Rückserie der Bezirksklasse, Gruppe Gießen-Oill. 8. Dezember: 1900 — 05 Wetzlar (Vorserie): Naunheim — Steinberg; Bissenberg — Sinn; Dillenburg — Frohnhausen. 15. Dezember: Niedergirmes — VfB.-R.; 1900 gegen Sinn; Steinberg — Frohnhausen; Dillenburg — 05 Wetzlar. 22. Dezember: Sinn — Niedergirmes; 05 Wetzlar — Steinberg; VfB.-R. — Naunheim. 29. Dezember: Steinberg — Sinn; Naunheim gegen 05 Wetzlar; 1900 — Bissenberg: Dillenburg gegen DfB.°R. 5. Januar: VfB.-R. — Steinberg; Bissenberg gegen Niedergirmes: Frohnhausen — Naunheim; Sinn — Dillenburg; 05 Wetzlar — 1900. 12. Januar: Frohnhausen — Bissenberg: Sinn gegen 05 Wetzlar: Niedergirmes — Dillenburg: 1900 — Naunheim. 19. Januar: Frohnhausen — 1900; Niedergirmes gegen 05 Wetzlar; Steinberg — Bissenberg' 26. Januar: VfB.-R. — Bissenberg; Frohnhausen gegen Sinn; Niedergirmes — 1900; Dillenburg gegen Steinberg. 2. Februar: Naunheim — Dillenburg; 05 Wetzlar gegen VfB.-R.; Steinberg — Niedergirmes. 9. Februar: Naunheim — Niedergirmes; 1900 gegen Dillenburg; VfB.-R. — Sinn. 16. Februar: Steinberg — 1900; Bissenberg gegen 05 Wetzlar; DfB.,R. — Frohnhausen. 23. Februar: 1900 — VfB.-R.; Naunheim gegen Bissenberg. 2. März: Niedergirmes — Frohnhausen; Vissen- berg — Dillenburg. 9. März: Naunheim — Sinn; 05 Wetzlar gegen Frohnhausen. SandballimKreisLahn-Oill(GauXU) Schiedsrichteranfehungen für Sonntag, 8. Dezember. Garbenheim — Niedergirmes (Engel, Wilhelm); Groß-Rechtenbach — Atzbach (Bauer, Gießen); Hörnsheim — Dorlar (Ploch, Gießen); Dutenhofen — Allendorf a. d. Lahn (Birkenstock, Gießen); Nauborn — Tv. Wetzlar II (Faber, Friedrich); Londorf — Allendorf a. d. Lda. (Becker, Hch.); Treis — Wißmar (Schneider, Münchholzhausen); Ebersgöns — Hausen (Zörb, Großen-Linden); Alsfeld — Homberg (Seibert); Bernsfeld — Romrod (Theis); Katzenfurt — Mandeln (Weller). Jugend: Dutenhofen — Wetzlar (Birkenstock): Niedergirmes — Spv. 05 Wetzlar (K. Müller, Gießen); Lang-Göns — Garbenteich (Jung, Rudolf, Klein-Linden); Grüningen — Holzheim (Schindel); Lich — Lützellinden (Faber, Lang-Göns); Tv. 1846 — Mtv. Gießen (Hörr, Launsbach); Krofdorf — Londorf (Hermann); Wißmar — Ruttershausen (Engel, Otto). Universität Gießen gegen Universität Marburg 10:12 (7:5). Es war eine Ueberraschung, als die Marburger vom Anwurf weg ein Tor vorlegten. Aber die Gießener hatten sich für dieses Spiel auch viel oor- genommen und ließen postwendend Erdmann, den Geteilte Freude ist doppelte Freude! Dein Weihnachtspaket ist der lebendige Beweis hierfür. Das leichteste Weihnachtspaket wiegt schwerer als das gewichtigste Dort! bekannten Marburger Torhüter, den Ball aus dem Netz holen. Daß der Halbzeitstand von 7:5 für Gießen zustande kam, hatte man einem gut aufgelegten Sturm zu verdanken, der aus allen Lagen schoß und gut zusammenspielte. In der Besetzung: Jakob, Hüfner, Grund, Schott, Eckert dürfte der beste Sturm gefunden sein. Schwach war die Läuferreihe. Aber auch hier wird Wandel geschaffen werden. Gut war die Verteidigung und der Tormann. Die Universität Marburg stellte eine eingespielte Mannschaft ins Feld, der man ein gutes Training anmerkte. Im Sturm überragte der Mittelstürmer. Gegen diese gute Fünferreihe fielen die anderen Reihen beträchtlich ab. Kurze Sportnotizen. Der F e ch tl ä n d e r k a m p f Deutschland gegen Frankreich, der sich auf Kämpfe im Säbel und Degen erstreckt, wird am 26. Januar im Frankfurter Palmengarten abgewickelt werden. Die „C o r i n t h i a n s", Englands berühmteste Amateur-Fußballmannschaft, sind in der Qualifikationsrunde für den neuen „Cup" von der drittklassigen Profimannschaft Reading 8:3 geschlagen und aus dem Wettbewerb ausgeschaltet worden. Die Olympia-Kernmannschaft im Schwimmen hat für Dezember und Januar Startverbot für die Teilnahme an öffentlichen Wettkämpfen und Rekordversuchen. Ein Eishockeyspiel Kanada — England kam im Eispalast in Richmond bei London zum Austrag. Die Kanadier siegten überlegen 9:3. Mercedes-Benz ist mit drei Rennwagen und den Fahrern Caracciola, von Brauch i t-s ch und Chiron in Monza eingetroffen, um auf der dortigen 6500 Meter langen Rundstrecke Probefahrten zu unternehmen. Wirtschast. Mein-Mainische Börse. rNiltagsbörse: Aktien überwiegend fest. Frankfurt a. M., 5. Dez. Die Börse verzeichnete bei Eröffnung ein ziemlich lebhaftes Geschäft am Aktienmarkt. Die ersten Notierungen lagen zumeist von 0,50 bis 1 v. H. über gestern abend, später war die Haltung etwas unsicher, und die höchsten Kurse vermochten sich nicht immer zu behaupten. Lebhaftes Geschäft hatten vor allem Elektroaktien, besonders Gesfürel waren gefragt und auf 124 bis 124,50 (123,25) erhöht; die Transaktion Hirsch-Kupfer-Gesfürel spielte hierbei eine große Rolle. Kräfte erhöht waren ferner Schuckert mit ca. 120 (118), Siemens gewannen 1 v. H., Licht & Kraft 1 v. H., die übrigen Werte durchweg 0,25 bis 0,50 v. H. IG. Farben zunächst 150 bis 150,25 (149.75), dann etwas leichter 150, Scheideanstalt stiegen auf 218,50 (217). Montanwerte lagen nicht ganz einheitlich, sehr fest jedoch Buderus und Rheinstahl mit je plus 1,50 v. H. Mannesmann. Klöckner. Ilse Genuß zogen 0,25 bis 0,50 v. H. an, während Stahlverein und Hoesch etwas nachgaben. Zellstoffaktien waren weiter fest, Waldhof 117,90 (117,25), Aschaffenburger 78 (76,75). Höher setzten noch ein AG. für Verkehrswesen mit 85,75 (85,25). Etwas leichter lagen Bemberg mit 101,50 (102,65), Hapag mit 15,25 (15,50), Moenus Maschinen mit 78,40 (79), Daimler mit 90,40 (90,50). Reichsbank, Metallgesellschaft und Deutsche Linoleum lagen unverändert. Deutsche Renten lagen uneinheitlich,das Geschäft war klein. Matt lagen Altbesitz mit 111,50 (112,40), dagegen Kommunal-Umschuldung ca. 88,60 (88,50), fpäte Schuldbuchforderungen 97,25 (97,13), Zinsvergütungsscheine unv. 91. Am Auslandsrentenmarkt ging das Interesse für Mexikaner weiter zurück, die Kurse bröckelten ab; 5 v. H. äußere Gold 14,65 bis 14,25 (14,65), 5 v. H. Silber 5,90 (6,10), 4,5 v. H. Irrigation 8,65 (8,70), dagegen 4 v. H. Gold 8,90 (8,50). Größeres Geschäft hatten Ungarn, Goldrente 9,50 (9,30), 1913er und 1914er je 9,40 (8,90). Etwas Nachfrage fanden ferner zertif. Dollar-Bonds bei gut behaupteten Kursen. Höher lagen ferner 5prozentige Stahlverein mit 97,50 (97,13), 1951er mit 93,65 (93,50). Im Verlaufe war die Haltung unter kleinen Schwankungen wieder fester. Das Geschäft war jedoch ruhiger. Gesucht waren AKU. mit 50,75 bis 51,65 (50,25), RWE. erhöhten sich auf 131,50 nach 130,50, Reichsbank, Daimler Motoren sowie einige Montanwerte gewannen bis 0,50 v. H. Elektroaktien lagen später ruhiger, Gesfürel 124,50 Br., Schuckert schwankten zwischen 120 bis 120,50. IG. Farben blieben mit 150 gehalten, Bemberg bröckelten auf 101 nach 101,50 ab. Der Rentenmarkt lag still bei behaupteten Kursen. Kommunal-Umschuldung schließlich unv. 88,50. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen meist unverändert, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich, aber meist 0,13 v. H. höher. Mexikaner bröckelten weiter etwas ab, Ungarn bei ruhiger gewordenem Geschäft behauptet. Tagesgeld wieder 2,50 v. H. Abendbörfe: Mexikaner lebhaft und fest. Auf feste Meldungen aus Paris entwickelte sich an der Abendbörse wieder lebhaftes Geschäft in Oie Aufgabe der: Berlin, 5. Dez. (DNB.) Die Tagung des Beirates der Wirtschaftskammer für Brandenburg er- bielt eine besondere Note durch eine Rede des Reichsbankpräfidenten und beauftragten Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht über die Aufgaben der Wirtschaftskammern. Im Rahmen der Wirtschaftsgesundung solle der einzelne Betrieb so weit wie möglich selbständig arbeiten und verantwortlich sein, nicht aber von Dutzenden von Verbänden betreut und gegängelt werden. Der Mann im Betrieb sei wichtiger als der Verbandsfunktionär. Jede Ueberorganifation führe leicht dahin, die Unternehmerpersönlichkeit zum Verschwinden zu bringen. Gerade wer um das Wohl und Wehe seines Betriebes und seiner Gefolgschaft redlich bemüht ist, könne sich nicht auch noch in zahllosen Organisationen betätigen. Die Rücksicht gegenüber dem Betrieb müsse sich auch auf feine geldliche Belastung erstrecken. „Ich werde dafür sorgen und rufe Sie alle dabei zur Unterstützung auf, daß in mein-m Geschölttzbereich die Organisation so einfach, klar i; n b billig w i e möglich gestaltet werde. Die W i r t s ch a f t s k a m m e r n, die in diesen Wochen in ganz Deutschland in 18 Bezirken ihre Tätigkeit aufnehmen, werden bei dieser Arbeit wirksame Hilfe leisten können; verbindet sich doch in ihnen die fachliche und die regionale Ordnung. Die Fachgruppen haben die Aufgabe, mexikanischen Anleihen bei erneut stärker erhöhten Kursen. So stiegen 5proz. Gold v. 1899 auf 14,90 (14,30), 4proz. Gold v. 1904 auf 9 (8,65), 4,5proz. Irrigation auf 8,65—8,75 (8,13), 5proz. Silber auf 6,25—6,30 (5,95) und 5proz. Tehuan- tepec auf 7,90 (7,50); 3proz. Silber im Freiverkehr auf 5,55—5,75 (5,25). Ferner waren Ungarn auf ebenfalls festere Kurse aus Paris zunächst lebhaft und fest, später aber wesentlich ruhiger. 4proz. Goldrente 9,62*/2 (9,55), 4,5proz. v. 1913 9,60 (9,50) und 4,5proz. v. 1914 auf 9,35. Deutsche Anleihen lagen still und unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 111,50, 4,5proz. Mainz. 28 92,13, 6proz. Stahlverein 102, IG. Farben- Bonds 125,25. 6proz. Krupp 103,50, 5,5proz. Rhein. Hyp. Liquid. 100,75, 4proz. Rumänen 4,80, 4proz. SBB. 172, 3,5proz. SSB. 163,50, Ungarn v. 1913 9,60, v. 1914 9,35, 4proz. Goldrente 9,65, 5proz. Silbermexikaner 6,25—6,30, 5proz. äußere Gold 14,90, 4proz. Gold v. 1904 9, 4,5proz. Irrigation 8,65—8,75, 5proz. Tehuantepec 7,90, abgest. Nat. Mexikaner v. 1926 6,65, Tamaulipas S 1 und 2 6,65, Commerzbank 85, Reichsbank 179,50, Buderus 95, Harpener 102,50, Mannesmann 79,50, Hoesch 82,25, Rheinstahl 103,25, Stahlverein 75,40, Aku 51,90—52, Bekula 135, Daimler 90,75, Scheideanstalt 218,50, Licht & Kraft 133, IG. Farben 149,75, Felten 106, Gesfürel 124,50 Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Dezember. Auftrieb: 50 Rinder (gegen 91 am letzten Donnerstagmarkt), darunter 5 Ochsen, 1 Bulle, 41 Kühe, 3 Färsen; zum Schlachthof direkt: 3 Kühe. 773 (1012) Kälber, 401 (304) Schafe, 450 (464) Schweine. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 73 bis 76 (am 28. 11. 70 bis 74), b) 66 bis 72 (63 bis 69), c) 58 bis 65 (55 bis 62), d) 46 bis 57 (45 bis 54), Lämmer und Hammel b2) 48 (47 bis 48), c) 47 bis 48 (45 bis 46), d) 40 bis 46 (42 bis 44), Schafe e) 43 bis 47 (40 bis 41), f) 37 bis 41 (34 bis 39), g) 32 bis 35, Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) —, (51), Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). — Marktverkauf: Kälber mittelmäßig, ausverkauft, Hümmel und Schafe lebhaft, in Schafen zehn Stück Ueberstand, Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1177 Viertel Rindfleisch, 149 ganze Kälber, 60 ganze Hümmel und Schafe, 141 halbe Schweine, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76, Bullenfleifch b) 74 bis 78, Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68, Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76, Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84, Hammelfleisch b) 90 bis 95, Schweinefleisch b) 74, Fettwaren nicht notiert. — Marktverlauf ruhig. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 5. Dezember. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 176 Ferkel aufgetrieben. Für bis zu sechs Wochen alte Ferkel wurden 18 bis 21 Mark bezahlt, sechs bis acht Wochen alte Tiere kosteten 21 bis 25 Mark, über acht Wochen alte kosteten bis 29 Mark pro Stück. Der Handel war sehr rege, es wurde ausverkauft. Es herrschte große Nachfrage. irtschastskammern. die ihnen angefchlossenen Betriebe fachlich in ihrem speziellen Gewerbe zu betreuen. Die Industrie - und Handelskammern aber und die Handwerkskammern sind dazu bestimmt, die Interessen der Gesamtwirtschaft ihrer Bezirke wahrzunehmen. In der B e z i r k s w i r t s ch a f t s k a m- mer wird die fachliche und regionale Arbeit zu- sammengefaßt. Es kommt somit die wirtschaftliche Gesamtvertretung des Bezirkes in ihr zum Aus- druck. Hier vollzieht sich in freier Selbstverwaltung der erste Ausgleich der verschiedenen Interessen des Wirtschaftslebens. Die Wirtschaftskammer fei durch die Leipziger Vereinbarung zu einer wichtigen Plattform für die Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront geworden. Zusammen mit dem bezirklichen Führer- korps der DAF. in der Arbeitskammer solle die Wirtschaftskammer die gemeinsamen Wirt- schafts- und Arbeitskammern bilden, deren Hauptaufgabe die Erörterung gemeinsamer wirtschaftlicher und sozialpolittscher Fragen fein solle. Neben den kulturellen Besonderheiten unserer verschiedenen Gebietsteile muß auch die wirtschaftliche und soziale Eigenart der neuen Wirtschaftsbezirke zum Ausdruck gelangen. Deshalb müssen die Bezirksorganisationen vom eigenen Leben erfüllt fein als felbstverantwortliche Mitarbeiter an dem großen Aufbauwerk, das uns allen am Herzen liege. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL 5.Dezember Amtliche Notierung Geld | 33 rief Datum 149,9 149,9 Phtltvp Holzmaun .... Zementwerk Heidelberg Cementtverk Karlstadt.. 87,5 2,486 2,490 Banknoten. 159,4 158,25 0 — I 26,5 | 26,9 I ',75 I 88 - I 200 I 200 I 201 I 26,65 87,75 10 201 5 o. H. 50,25 102,65 117,25 76,75 90,5 136,5 90,75 136,75 26,13 279 105,13 112,5 110,5 . 0 ,. 0 . 5 .. 5 7 % 7 9 6 6 101 50,65 102,75 116,75 77,5 124,75 90.75 136 76,5 25,65 278,5 168,25 159.4 0,686 42,11 0,141 3,053 54,87 46,90 12,295 5,415 16,405 168,77 20,17 0,716 5,656 61,70 49,05 11,145 63,35 80,62 34,01 10,285 25,75 278,5 5 6' 12 149,75 217 105,13 112,5 110,75 149,75 210,5 107 113 110,75 0,682 42,03 0.139 3,047 54,77 46,80 12,265 5,405 16,365 168,43 20,13 0,714 5,644 61,58 48,95 11,125 63,23 80,46 33,95 10,265 107 112,75 110 52 101 117,9 78 101,5 51,65 100,75 117,5 77 123,75 90,75 136,5 76,25 25,9 279 167,4 158,25 Buenos Sitte* Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heljingfors.. Parts ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien cslo : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork ... Grltzner................. Matnkraftwerke Höchst Süddeutscher Zucker Manüfelder Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Ltavt Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Lcsterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatörente v. 1910 4Vi% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... _________Derlin,5.Dezember Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten I ®. Farben.Industrte Scheideanftalt........ Goldschmidt RütgerSwerke Metallgelellschast 87 I 86,5 I 116,5 I - 1291 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Schultheis Patzenhofer 4 Wfu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg............ 5 Zellstoff Waldhof . ' 5 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............... Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum ......’ g Orenstein & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof . 0 Ebade....................... Accumulatoren-Fabrik .. Eonti-Gummi............... 4l 86,5 I 7 115,65 6| 129 | Datum 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 b¥i% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4*/e% Deutsche RetchSpostschatzan- weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 srückzahlb. 102%) V/i% ehem.8% Hessische Landesbank Darmstadt Gold fR. 12.... 6Yi% ehern. 4Z4% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiqui 414% ehern. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverichr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4/,% ehem.8% Frankf. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6Yi% ehem. 4y,% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 57:% ehem. 4ft% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4y.% ehem. 8% Pr. Landespfand. bricsanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. Obl.Vl Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 Franktu Schlußkurs n a. 1'1. Schlußl. Abend- börsc Berlin Schluß- Sch'u^ kur- 412- 5.12 4.12. 5 12. 100,25 100,5 100,65 100,65 97,5 97,5 97,5 97,4 102 102 102 102,5 112,9 111,5 112,25 111,5 100 100 100,4 100,4 97,75 97,5 97,75 97,25 96,25 96,25 — — 100,5 100,5 — — 93 63 — — — — — — — 113,13 113,4 113,4 96,25 96,25 — — 100,7 100,65 — — 101 100,4 100,9 100,9 97 97 97 97 97 97 97 97 107,7 107,75 107,75 107,75 — _ 27,25 27,9 1,25 1,25 1,4 1,25 9,3 9,65 9,25 9,55 8,9 9,25 9,4 8,9 9,6 9 9,65 14,65 14,9 14,75 14,3 — — — — Srankfuri a. M. Berlin Schluß- kur- Schluß!. Abend- börse Schluß- kur- Schluß!. Mittag» börse 4-12. 5-12- 4.12. 5.12. ! 117 117,75 117,25 118 —— — 114,5 114,75 213 212 211,5 212,75 101,75 103,25 101,9 103,5 75,5 75,4 75,4 75,4 18,4 18,13 18,25 18,13 126,5 126 127 126 — — —— 120 190 — 190 188,4 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kur- Schlußl. Abendbörse Schluß» kur- Schluß, Mittag- börle Datum 4 12 5.12. 4-12. 5-12. 4% deSgl. Serie 11 ............. _ 10 5% RumSn. vereinh. Rente v. 1903 5,8 5,8 5,8 5,95 4/:%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,25 8,25 8,7 8.75 4% Rumänische vereinh. Rente 4,8 4.8 4,75 4,5 2/.% Anatolier ............. 38,8 38,8 39 39,13 Hamburg-Amerika-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 15,5 15,25 15,25 15,4 0 — — — 26,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,75 16,75 16,65 17 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 85,25 85,75 85,75 85,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 8 113 113,25 113,5 114,5 Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- 0 83,75 84 83,75 84,25 Gesellschaft................ 0 83,75 33,75 83,75 83,75 Dresdner Bank.............. 0 84 84 84 84 Reichsbank ................ 12 179 179,5 179,13 179,25 A.E.G............... U 36 36,4 36,25 36,5 Bekula.................... 10 134,5 135 134,75 134,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 110,5 110,9 111,5 111,75 Licht und Kraft ........... 6 132 133 132 133 Felten & Guilleaume......... 4 104,25 106 104,25 106 Gescllsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 123,25 124,5 123 124,25 Rheinische Elektrizität ........ 6 129 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 130,25 118 131,5 121 130,5 118,5 130,9 120,5 Schuckert LCo............... 4 Siemens & HalSke............ 7 170.65 172 170,5 171,2.5 LahmeyerLEo.............. 7 120.5 121,5 121 121,9 Buderus ................... 4 4 93,5 102,75 95 103,25 93,75 103 95 103,4 Deutsche Erdöl .............. Harpener................... 0 103 102,5 103,25 102,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 81,65 82,25 81,5 82 Ilse Bergbau ............... 6 156,5 155 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 125,25 126 125,13 126 Klöcknerwerke ............... Mannes mann-Röhren........ 8 0 79,5 79 80 79,5 79,13 78,75 80,5 79,65 4.Dezember Amtliche Notierung Geld Srlef 0,681 0,685 42,05 42,13 0,139 0,141 3,047 3,053 54,75 54,85 46,80 46,90 12,26 12,29 5,40 5,41 16,37 16,41 168.38 168,72 20,13 20,17 0,713 0,715 5,644 5,656 61,57 61,69 48,95 49,05 11,12 11.14 63,22 63,34 80,39 80,55 33,95 34,01 10,265 10,285 2,486 2,490 Geld Brief 2,438 2,458 41,89 42,05 54,58 54,80 12,23 12,27 16,315 16,375 168,01 168,69 — ■ 61,42 61,68 — — — 63,06 63,32 80,28 80,60 33,59 33,73 —• ** Nr.285 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Zreitag, 6. Dezember (935 Aus der Provinzialhauptstadt. Nikolaustag. Mit dem Nikolaustag fängt es stark an zu Weihnachten. Besonders die Kinder freuen sich auf den 6. Jul (Dezember). Eher als sonst geht's an diesem Tage von der Gasse heim, denn man will nicht schon unterwegs „überrascht" werden. Am Hoftor der Dorfstraße aber, mehr nach innen als nach außen stehend, wird nach allen Seiten Umschau gehalten. Schon ist im Unterdorfe ein Lärmen und Klingeln zu vernehmen. Schneller als gedacht biegt er, der Nikolaus, in die Enggasse ein. Holpernd, stolpernd, in dicken Schafspelz gehüllt, mit langem, struppigem Bart, keuchend unter der Last des schweren Sackes auf dem Rücken, holt er in langen Schritten aus. Mächtig stößt er mit seinem dicken Eichenstock auf. Die goldoerzierte, dickgefütterte Wollmütze ist tief über den Kopf gezogen. Schnell gehts nun zur Haustüre hinein. Hinter der Mutter wird sich verkrochen. Still, ganz mäuschenstill ist die Kleine. Denn auch sie hat so manches Das Knusperhäuschen am Gelterstor 2. A/w/vwmc* dSLw^vw QiJluqusl Üeik&ßielefeld» hängig gewesen. (Fortsetzung folgt.) ich, lieber Onkel. Und schlaf auch du leise hinein und schaltete das Licht war nicht nur die Beleuchtung, die so hell machte wie seit langer Zeit gut mit dir." „Das weiß recht gut!" Sie huschte ein. Aber es gen 1. ^mA^ww Äc. 0n#wc6 AnMmL schon auf ihrem jungen Gewissen. Nicht immer hat sie dem Gebote der Mutter, noch viel mehr nicht dem der Eller (Großmutter) Folge geleistet. Doller Angst wird noch schnell einmal das so oft glänzend vorgetragene Sprüchlein hergesagt. Gerade diesmal gehts nicht fließend. Stotternd und unter Mithilfe der Oma läufts dann unter starkem Herzklopfen vom Stapel. Schon stampft er ganz nahe beim Hause, für den alles Ungestrafte „im Salzdippche" aufbewahrt worden war. Mehr ein Pochen, als ein Klopfen wars an der Stubentüre. Dann tritt er ein. Verslein und ein Lied werden mit einer Tüte befcherung Durch das WHW. zu Weihnachten abzugeben. Besonders unsere Kinderwelt wird dieser vorübergehenden Einrichtung die größte Aufmerksamkeit entgegenbringen, da alte Märchenbilder nunmehr in Wirklichkeit vor ihnen stehen. Hänsel und Gretel sind ebenso da, wie die Hexe aus dem Märchen! In dem Häuschen selbst steht ein kleines Bett, und die Lebkuchenherzen, die Hänsel und Gretel im Märchen von dem Knusperhäuschen abbrechen, sind nunmehr in dem Häuschen von allen Kindern gegen eine kleine Spende käuflich zu erhalten. Die Eröffnung des „Knusperhäuschens" findet am heutigen Nachmittag um 5 Uhr statt. Die Kreisführung des WHW. Gießen. len erhellte. Annelies fand lange keinen Schlaf. Wieviel Gu- tes, aber auch unendlich Schweres hatte sie in diesen Räumen schon erlebt! Ihre Mutter, die jüngste Schwester der Frau Senator, hatte gegen den Willen der Eltern einen Kunstmaler geheiratet. Es war dadurch zum Zerfall mit der Familie gekommen. Der Vater von Annelies war eine tiefinnerliche Künstlernatur gewesen und hatte dem Leben und seinen harten Anforderungen immer etwas fremd gegenübergestanden. Es war kein glänzendes Los, das er seiner Familie hatte bieten können. Nach seinem frühen Tode war es wieder zu einer Annäherung mit den Angehörigen gekommen. Annelies und ihre Mutter hatten im Hause Sartorius eine Zuflucht gefunden. Die Mutter, und späterhin auch Annelies, hatten sich durch die Anfertigung von Handarbeiten das Notwendigste zum Lebensunterhalt verdient, aber man war im Grunde genommen doch von der Familie Sartorius ab- Der Führer hat die deutsche Volksgemeinschaft geschaffen. Volksgenosse, danke ihm am Tage oer nationalen Solidarität, am 7. Dezember, durch dein Opfer. Wenn jeder opfert, wird jeder haben! Winterfahrten. Das Programm für die Winterfahrten ist auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. Nachar beit für ausfallende Arbeitstage. haben. Statt dessen spukt man noch zu mitternächtlicher Stunde im Garten herum ..." „Es ist doch Frühling, Onkel Korbinian — wer soll denn da schlafen wie ein Bär oder ein Murmeltier", erwiderte sie mit strahlenden Augen. „Du spukst ja auch noch herum. Wenn auch nicht gerade im Garten." „Muß ich auch. Zum mindesten will ich doch sehen, ob du etwas von besagtem Frühling mit heraufbringst." „Versteht sich, Onkel!" Ein ganzes Herz voll! Ist das nicht genug?" „Es langt. Vollständig. Und ich weiß nun Bescheid und brauche dir wohl nicht erst zu sagen, wie ich mich freue. Laß dich nun nicht länger aufhalten, hole ein bißchen von dem versäumten Schlaf nach und träume schön!" „Wird besorgt. Auch von Onkel Korbinian?" „Auch das kann nicht schaden, er meint es ja doch „Wenn es nur das ist, Günther — wenn nur ein gewisses Mitleid mit dir selbst und das Mitleid mit mir dich zu diesem Entschluß treibt dann — dann wollen wir deine Frage als ungeschehen betrachten." Er forschte in ihren Augen. „Hast du — andere Wünsche und Ziele, Annelies?" Sie gab ihm den Blick fest und frei zuruck. „Du willst Offenheit, Günter, und du sollst sie haben- Nein, ich habe keinen anderen Wunsch, aber ..." Da zog er sie an sich. „Dann ist es gut, Annelies. Ich habe dich herzlich lieb, das weißt du, das mußt du ja wissen. Soll ich nun noch einmal fragen?" Sie hielt den Kops zurückgebogen. Ihre Augen hingen an seinem Gesicht, ihr stoßweise gehender Atem streifte sein Kinn, seine Lippen. Ein Erschauern schien sie zu durchzittern. „Wenn du mich so lieb hast, wie — ich dich Ueb habe, brauchst du nicht noch mal zu fragen ..." Stumm riß er sie an sich. Ihm war, als ob das Leuchten ihrer Augen das Dunkel erhellte, als ob dies Licht die schlummernden Goldwellen auf ihrem das Zimmer , , nicht. Man mußte wirklich selber ein Licht in sich tragen, das die gleiche Umgebung mit seinen Strah- Die Tätigkeit für das Winterhilfswerk nimmt in diesen Tagen und Wochen einen riesigen Umfang an. Alles rüstet für das Weihnachtssest und alle Kreise der Bevölkerung wetteifern, den ärmsten unserer Volksgenossen dieses Fest der Liebe und der Familie zu verschönern. Einige durch aktive Mitarbeit, alle durch große Opferfreudigkeit. Nur ganz verkalkte Menschen werden von dem Rhythmus dieser Arbeit | ■ i i i a o i i ii zum Wohle der Aermsten 11 ■ | 3 1 d ■ ■ ll I nicht mitgerissen, nur ganz I krasse Ichmenschen können ||||||i33el über das WHW. nörgeln. Aber das darf kein Grund | fein, in unserer Opfer- freudigkeit zu erlahmen, und das wird sich die Gießener Bevölkerung, soweit sie in der Lage ist, opfern zu können, nicht nachsagen lassen. Und so wird wohl einer neuen Sammelquelle allseitig das größte Interesse entgegengebracht werden. lieber Nacht ist in einem Brennpunkt unseres städtischen Verkehrs, und zwar am Selterstor, von der Kreisführung des WHW ein „Knusperhäuschen" aufgebäut worden. Auf einem Podest erhebt sich dieses Häuschen, in dem Lebkuchenartikel mit einem kleinen Aufschlag für das Winterhilfswerk feilgehalten werden, und in dem jeder Gelegenheit hat, kleine Weihnachtspakete mit Aepfeln, Nüssen, Konfekt und Süßigkeiten für die Kinder- Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Mit tiefem Atemholen begann er wieder: „Sieh mal, Annettes, ich müßte eigentlich voll 31p frieden sein mit meiner ganzen Lebenslage. Manch einer mag mich im stillen heute schon als den künftigen Herrn der Firma Sartorius beneiden Meine Adoptiveltern lassen es mir in keiner Hinsicht an etwas fehlen und bringen mir mehr Liebe entgegen, als ein angenommenes Kind im allgemeinen erwarten darf. Ich bin ihnen auch herzlich dankbar dafür. Aber es bleibt da doch eine Lücke, die sich nicht überbrücken oder gar ausfüllen läßt. Ich war bei dem Tode meiner Eltern doch immerhin ein Junge von zwölf Jahren. In diesem Alter prägt sich einem doch alles schon so tief ein, daß man das Elternhaus und die rechten Eltern nicht wieder vergißt. Das wirst du gewiß ganz besonders verstehen — nicht wahr?" Er schwieg einen Moment, während Annelies Mit großen, weiten Augen in seinem überdunkelten Gesicht forschte. Es war in der Tat so: Günters Vater, ein ehemaliger Offizier und hervorragender Reiter, hatte sich nach dem Kriege beruflich als Rennreiter betätigt. Bei einem dieser Rennen war er gestürzt. Seine Gattin, die den tödlichen Sturz mit angesehen hatte, war vor Schreck einem Herz- chlaq erlegen. Der Senator hatte den so plötzlich verwaisten Knaben, dessen Vater sein Freund gewesen war, zu sich genommen und schließlich adop- de Vega übersetzt und frei bearbeitet hat, kommt heute dieses Werk des großen spanischen Dichters unter der Spielleitung von Intendant Hermann Schultze-Griesheim zur alleinigen deutschen Uraufführung. Es ist aus der Vielzahl der Werke Lope de Vegas eins der markantesten, das anläßlich der Feier des 300. Todesjahres in den Spiel- plan als Würdigung ausgenommen wurde. In diesem Schauspiel wirken mit: Damen: Birkmann, Henckell, Stirl-, Herren :Frickhoeffer, Geiger, Kühne, Lindt, Lüpke, Mosbacher, Neuhaus, Rosenthal, Schorn, von Spallart, Volck, Wahlen. Die Uraufführung ist zugleich die 10. Vorstellung im Freitag- Abonnement. Dauer von 20 bis 22.30 Uhr. Gemeindeabend der Watthäus-Gemeinde. Am kommenden Sonntag, 8. Dezember, findet abends in der Turnhalle am Oswaldsgarten ein Gemeindeabend der Mattäus-Gemeinde mit einem Vortrag des Gemeindepfarrers, einem Adventsspiel sowie Gesang und Instrumentalmusik statt. Näheres in der heutigen Anzeige. Winterhilfswerk des deutschenVolkes-1935/36 Kreisführunq Gietzen Betr.: Sammlung von Lebensmitteln zugunsten der Anstalten und Einrichtungen der Inneren Wifsion. An sämtliche Ortsbeauftragte des WHW. des Kreises Gießen. Ich bitte um sofortige Einsendung der vorschriftsmäßigen Meldungen über das Ergebnis der Sammlung obigen Betreffs. Heil Hitler! K l ö ß , Kreisbeauftragter des WHW. NSDAP., Gießeu-Nord. Abteilung hilfskaffe. Betr.: Bezahlung der hilfskassenbeiträge für das 1. Vierteljahr 1936 der SA.-Angehörigen im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Vord. Am Montag, 9., und Mittwoch, 11. Dezember, in der Zeit von 20.15 Uhr bis 23 Uhr zahlen alle Angehörigen der <52(., SA.-Referve, Und du, Annelies", fuhr Günter jetzt fort, „ich will nicht daran rühren, aber unsere 6^)1^016 haben viel Ähnliches und Gemeinsames. Wir sind zwei arme Vögel, die sich verflogen haben — Nicht wahr? Wollen wir uns nicht gemeinsam ein Nest bauen, in dem wir glücklich und zufrieden fein ^Sie"sah zu ihm auf und mühte sich, ihrer Stimme Festigkeit zu geben: Guts belohnt. Der Nikolaustag ist der Vorbote des Christfestes. Weihnachten, das lieblichste unter den christlichen Festen, reicht mit seinen Wurzeln bis in die graue Vorzeit unserer Vorfahren, die in ihrem Julfest die Feier der Wintersonnenwende begingen. Es war dies in vorchristlicher Zeit ein Fest zu Ehren der höhersteigenden Sonne, ein Fest des Lichtes. Nach heidnischem Glauben wurde die goldene Himmelskönigin in der Zeit ihres Niedergehens von einem großen, bösen Wolfe verfolgt. Gerade war er im Begriffe, die Sonne in seinen Rachen zu verschlucken, als sich aus der Erde ein gewaltiger Lärm erhob. Die Krieger der deutschen Wälder schlugen ihre Schwerter wider die Schilde, das Gesinde trommelte auf den Ackergeräten, und Frauen und Kinder schrien aus Leibeskräften. Erschreckt ließ der Wolf qon seiner Beute und eilte in wilder Flucht in die Felsschluchten Rifelheims. Heller denn zuvor aber ließ das Himmelsgestirn seine goldenen Lichtstrahlen zur Erde fallen und stieg von nun ab täglich höher am Himmelsbogen empor. Nun kamen die christlichen Sendboten ins Land, die dem Julfest eine andere Deutung gaben und aus ihm das Weihnachtssest machten. Das Lärmen aber, das einst die bösen Dämonen vertreiben sollte, ist geblieben und vorverlegt worden auf den Nikolaustag, der zugleich als Gabenfest zu Ehren des heiligen Nikolaus, des großen Wohltäters der Armen, gefeiert wird. — In den deutschen Gauen sind Name und Brauch des Nikolaustages verschieden. Kehrt in unserer Gegend der Nikolaus als rauhbauziger Brummbär unter dem Namen „Knecht Ruprecht", in dämmergrauer Abendstunde in den Häusern ein, so heißt er anderswo Pelznickel oder Nickl, auch Klaubauf oder Klawes z. _ _ , , Da St. Nikolaus der Schutzherr der Seefahrer ist, wird ihm an der deutschen Küste besonders gehuldigt. Die Geschenke für Kinder und Dienstboten werden als „Niklasgabe" in zierlichen Schiffchen am Abend überreicht In anderen deutschen Gebieten sind Nikolaus und Christkindchen zu einer Person verschmolzen. geknüpft: Die Dauer der Vor- oder Nacharbeit darf täglich 2 Stunden nicht überschreiten. Diejenigen Betriebe, die von dieser Genehmigung Gebrauch machen, haben ein Verzeichnis zu führen, aus dem die in Anwendung der Genehmigung innerhalb des festgesetzten Ausgleichszeitraumes vor- oder nachgearbeiteten Arbeitsstunden zu ersehen sind. Das Derzeich- „Hörst du nichts, Günther?" „Nein. Was denn?" „Hörst du wirklich nichts?" Angestrengt lauschte er aufs neue. Es rauschte leise im Gebüsch. „Es wird ein aufgeschreckter, schlaftrunkener Vogel sein." „Nicht doch. Das meine ich nicht. Horch doch nur — hörst du sie nicht läuten? Ganz leise, aber doch ganz hell ... „Läuten ...? Wen denn? Glocken?" „Ja — winzig kleine, weiße Glocken ...", sagte sie und sah zur Seite nieder. Er folgte ihrem Blick. Es war in dem Dunkel nichts zu erkennen, aber jetzt fiel ihm ein: An dieser Stelle hatten am Morgen ein paar verfrühte Maiglöckchen ihre zarten weißen Blüten entfaltet. Mit stiller, aber tiefer Freude hatte Annelies sie ihm mittags, als er aus dem Geschäft gekommen war, gezeigt. „Meinst du die Maiglöckchen?" forschte er. „Ja. Hörst du nun ihr Läuten? Man muß nur das richtige Ohr dafür haben. So läutet auch mein Herz, Günter ..." Stumm sah er ihr einen Augenblick in das seltsam aufgeschlossene Gesicht. Dann zog er sie wieder an sich. „Du liebes, liebes Menschenkind du! Laß es immer für mich läuten, damit ich jeden Tag aufs neue den Weg zu dir finde. Der Alltag hat nur selten festliche Stunden und braucht diesen Klang, um den Menschen zur Besinnung zu rufen. Soll es so fein, Annelies?" „So soll es sein Günter: Was das Leben auch bringen mag, mein Herz wird immer bei dir und um dich sein." Als sie dann leise die Treppe zum zweiten Stockwerk hinaufhuschte, sah sie, daß der Vorsaal zu Onkel Korbinians Wohnung erleuchtet war. Sie zögerte einen Moment. Mit vorsichtigen Schritten stieg sie bann die letzten Stufen hinaus und näherte sich der Tür zu ihrer Wohnung. Da wurde die nebenan gelegene Dorsaaltür geöffnet. Korbinian Sartorius trat auf die Schwelle. Ein stilles, verstandvolles Lächeln lag auf seinem Gesicht. „Merkwürdig", sagte er leise, „so junges Volk sollte eigentlich einen ausgemachten Bärenschlaf Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat die nachstehende Anordnung erlassen: Auf Grund des § 30 der Arbeitszeitordnung vom 26. Juli 1934 wird für das Land Hessen genehmigt, daß abweichend von entgegenstehenden Vorschriften des Ersten Abschnitts der Arbeitszeitordnung oder von Bestimmungen von Tarifordnungen der am 23., 24., 27., 28., 30. und 31. Dezember dieses Jahres oder an einzelnen dieser Tage eintretende Ausfall von Arbeitsstunden sowie ein weiterer Arbeitstag als Ersatz für den durch die Weihnachtseiertage eintretenden Derdienstausfall an Vertagen der Monate Dezember 1935 und Januar 1936 vor- oder nachgearbeitet werden dürfen. Beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit dreißig oder weniger Stunden, so darf noch ein weiterer Arbeitstag in dem angegebenen Zeitraum vor- oder nachgearbeitet werden. Diese Genehmigung wird an folgende Bedingun- die am heiligen Abend mit Rute und Sack in den Häusern einkehrt, den artigen Kindern reiche Geschenke unter den strahlenden Weihnachtsbaum legt, die bösen aber trifft „auf den Teil, den rechten". Im Alpenvorlande wird an St. Nikolaus schon Weihnachten eingesungen. Wenn von den weiß- köpfigen Bergriesen die eiskalten Winde zu Tal wehen, glaubt man das Gloria der himmlischen Heerscharen zu vernehmen. Es blühen die Maien bei kalter Winterzeit, ist alles voll Freuden auf unserer Schäfersweid. Alles ist in schönster Blüh, die Luft bringt süßen Geruch hervür, viel Singen und Klingen, Flötenblasen, Harfenschlagen, und ich mag nicht alles sagen, was sich hier hat zugetragen. Nikolaus als Vorläufer des Christkindes verjagt die dämonischen Wesen und peitscht das böse Dichten und Trachten aus dem menschlichen Herz und Sinn, damit das Christkind, rein und klar, darin einziehen kann. Bornoti en Tageskalender für Freitag. NSDAP., Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr großes Konzert zum Besten der Winterhilfe in der Volkshalle. — NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Stern von Sevilla". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Himmel auf Erden"; 22.45 Uhr: Nachtvorstellung „Luana". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Knox und die lustigen Vagabunden". — Goethe- Bund Gießen: 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität Filmvortrag von Paul Eipper „Freude kommt vom Tier" Uraufführung im Stadttheater Gießen. In Anwesenheit Hans Schlegels, der das Trauerspiel „Der Stern von Sevilla" von Lope NSKK., Marine-FA., Reiter-SA. usw., die nicht Parteigenossen sind und im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord wohnen, den Hilfskassenbeitrag sur das 1. Vierteljahr 1936. Die Kassenstunden sind in der Gewerblichen Berufsschule, Kirchstraße 16, (Eingang durch den Schulhof) im Erdgeschoß. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wird bet der Hilfskasse in München abgemeldet. Sportamt „Kraft durch Freude". heule folgende Kurse: Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer). Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Ly- zeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Firma Buderus. Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr (Frauen und Männer), Volksbad. Von 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen). Reiten. Von 20 bis 21 Uhr Reitschule Schömbs. Ski-Trocken. Von 21 bis 22 Uhr Reitschule Schömbs. Haar erweckte. Es war spät geworden, als sie eng umschlungen durch den Garten zurückgingen. Annelies schien mit einem Male ein ganz anderer Mensch geworden. Das Verträumte, fast Schwermütige ihres Wesens war von ihr abgefallen, als hatte em heller Fruh- lingssturm alles hinweggeweht. Wie von einem langen zurückgedämmten Strom fühlte sie sich von neuem Leben durchpulst. Das flutete das rauschte und sang. Jeder Atemzug und,eder Herzschlag war davon eri^lUtm€rfmürhigz Günter", sagte sie mit schwingender Stimme, „da ist man nun manchmal d voll von Wünschen und Hoffnungen, daß man meint, es müßte einem die Brust zersprengen - und wenn dann plötzlich die Erfüllung da ist dann weiß man, daß es nur ein einziges großes Hoffen und Sehnen war, das einen so ganz ausfullte. (=0 ;st es Annelies. Und man erkennt dann erst so "richtig was einem bisher gefehlt hat und was man versäumt hat — nicht wahr? Sie hatten etwa die Mitte des Gartens erreicht, als Annelies plötzlich stehenblieb. nis ist dem Gewerbeaufsichtsbeamten auf Verlangen vorzulegen. Die besonderen Schutzbestimmungen für Frauen und Jugendliche bleiben unberührt. Von diesen Genehmigungen darf nur insoweit Gebrauch gemacht werden, als nicht in anderer Weise für Ersatz des Verdienstausfalles der Beschäftigten gesorgt ist. Sonderzüge ab Gießen. Anläßlich der Offenhaltung der Verkaufsläden an den drei Sonntagen vor Weihnachten verkehren am 8., 15. und 22. Dezember folgende Sonderzüge: 1. Gießen ab 20.00 Uhr, Schiffenberg 20.07, Garbenteich 20.11, Lich 20.19, Langsdorf 20.24, Hungen 20.29, Trais-Horloff 20.34, Ober-Widders- heim 20.38, Borsdorf 20.43, Nidda 20.50, Ranstadt 20.58, Stockheim 21.07, Bleichenbach 21.12, Büches- Düdelsheim 21.17, Büdingen 21.28, Mittel-Gründau 21.38, Lieblos 21.43, Gelnhausen an 21.48 Uhr. 2. Gießen ab 18.45 Uhr, Lollar an 18.54, Dau- bringen 19.01, Mainzlar 19.04, Treis 19.11, Allen- dorf 19.16, Londorf 19.23, Kesselbach 19.29, Odenhausen 19.33, Geilshausen 19.37, Lumda 19.42, Beltershain 19.46, Grünberg an 19.52 Uhr. * Der mit Beginn des Winterfahrplans, gültig ab 6. Oktober 1935, nur werktags verkehrende Personenzug Gießen — Nidda, Gießen ab 20.00 Uhr, Schiffenberg an 20.07, Garbenteich 20.11, Lich 20.18, Langsdorf 20.23, Hungen 20.27, Trais-Horloff 20.32, Ober-Widdersheim 20.36, Borsdorf 20.41, Nidda an 20.45, verkehrt ab 25. Dezember 1935 (1. Weihnachtsfeiertag) bis auf weiteres auch an Sonn- und Feiertagen. polizeibencht. kettenbriefschreiber als Betrüger. In Duisburg wurde der 35jährige Robert Roth aus Bochum wegen Betrugs festgenommen, da nach seinen eigenen Angaben etwa 300 Kettenbriefe von ihm nach den verschiedensten Gegenden Deutschlands verschickt worden sind. Die Briefe sind mit Schreibmaschine geschrieben und im Schwarzdruckverfahren vervielfältigt. Jeder Brief enthält u. a. sechs Anschriften. Der Empfänger wird aufgefordert, an den zuerst aufgeführten 5 Mark einzusenden, den Brief dreimal abzuschreiben und in drei Tagen an drei ihm bekannte Personen zu schicken, seine eigene Anschrift an die dritte Stelle zu setzen. Dem Absender wird oorgetäuscht, daß er innerhalb drei bis sechs Tagen an die erste Stelle rücken und dann vielfach 5 Mark erhalten würde. Roth hat ebenfalls seine Anschrift in den Briefen an die dritte Stelle gesetzt und hoffte, dadurch Geldsendungen zu erhalten, ohne selbst zu bezahlen. Die Empfänger solcher Briefe werden gebeten, dies der nächsten Polizeibehörde zu melden. Bertorengegangene Handtasche unterschlagen. Am Sonntag, 17. November, gegen 20 Uhr, nach Ankunft eines aus der Richtung Frankfurt a. M. kommenden Zuges ist beim Durchgang durch die Bahnsteigsperre der Main-Weserseite innerhalb der Bahnhofshalle Gießen eine schwarze eidechsenlederne Damenhandtasche mit Inhalt von größerem Wert verlorengegangen. Die Tasche wurde von einer Dame aufgehoben, die es bisher unterlassen hat, den Fund ordnungsgemäß der zuständigen Fund- meldestelle anzuzeigen, bzw. die Tasche der rechtmäßigen Eigentümerin abzuliefern. Personen, die in der Lage sind, zweckdienliche Angaben über den Fund und die Person der Finderin machen zu können, werden gebeten, bei der Kriminalpolizeistelle Zimmer 62 vorzusprechen. Die Mitteilungen werden vertraulich behandelt. Einzelhändler, Achtung! Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksgruppe Hessen, Kreisgruppe Gießen, Lonystraße 7, weist nochmals alle Einzelhändler darauf hin, daß sie der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel als Pflichtmitglied angehören müssen. Die Regelung beruht auf Anordnung des Reichswirtschaftsministers. Alle Unternehmen des Kreises Gießen, die Einzelhandel ausschließlich oder teilweise betreiben und die bisher ihre Pflichtanmeldung zur Wirtschaftsgruppe Einzelhandel noch nicht abgegeben haben, werden nochmals dringend ersucht, die Anmeldung auf dem bei der Gießener Geschäftsstelle erhältlichen vorgeschriebenen Vordruck sofort einzureichen. Die Einzelhandelsbetriebe, die die Anmeldung nicht vornehmen, müssen mit einer empfindlichen Bestrafung rechnen. Vortragsabend des Evangelischen Bundes in der Gtadtkirche. Der Evangelische Bund in Gießen veranstaltete am gestrigen Donnerstag bei sehr gutem Besuch in der Stadtkirche einen Vortragsabend. Der Abend wurde eingeleitet durch eine schöne Chordarbietung des Kirchenchores der Stadtkirche. Nach dem Gebet sprach $rof. Lic. Stroh- Friedberg über das Thema „Deutschglaube oder Christusglaube?" Der Redner stellte in klarer Weise die Gehalte und Zielrichtung heraus, die sich aus dem Christusglauben einerseits und aus dem Deutschglauben andererseits ergeben. In klaren Gegenüberstellungen von Frage und Antwort schuf der Redner Aufklärung über die aegenwärtigen religiösen Strömungen. Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit gespannter Aufmerksamkeit. Mit einem gemeinsam gesungenen Choral, einer weiteren Darbietung des Kirchenchores, einer kurzen Schlußansprache von Pfarrer Trapp, der dazu aufforderte, die evangelische Kirche in ihrem Kampfe um ihre Behauptung zu unterstützen und in den Evangelischen Bund einzutreten, und mit Orgelausklang (Organist Simon) fand der Abend seinen Abschluß. (Siebener Turnerjugend erlebt ihren Nikolausabend. Die Jungscharen des Mtv. Gießen füllten die Turnhalle (Oberrealschule) in höchster Erwartung, die sich in befreiendem Jubel löste, als der Vereinsführer Karl Müller in heiter-ernsten Worten den nahenden Besuch des Nikolaus ansagte. Mit hallenden Schlägen begehrte er Einlaß, und doch war seine Erscheinung wieder gar freundlich: sein gefürchteter Ausklopfer verschwand unter der Fülle seines Gepäcks; an jeder Seite trug er einen mächtigen Henkelkorb und auf dem Rücken eine hochbeladene „Kietze". Und er hatte zu schleppen — das war gar keine Frage — das sah man an seinem schwerfälligen Gang und seiner Hilflosigkeit beim Abstellen: Buben mußten ihm beispringen, und als gar beim Niederholen der Kietze einige Brezeln über den Rand herabschossen, gab es wahrhaftig schon die ersten Hiebe, regelrecht übers Knie gelegt, für die zwei noch dazu freiwilligen Helfer, die an allem schuld sein sollten. Kein Wunder, daß bei einer solchen zwischen Rute und Brezel schwankenden Gemütslage der Gut-Heil-Gruß des Nikolaus keinen spontan eindeutigen Widerhall fand, seiner freundlich-warmen Zurede: „Na, dann Der Tag der nationalen Solidarität in Gießen. Kreisleiter Klostermann spricht heute abend in der Volkshalle. Freitag, 6. Dezember, 20.15 Uhr, in der Dolkshalle großes Konzert Ausführende: Musikkorps Infanterie-Regiment 36. Leitung: Obermusikmeister E. Krause. Massenchor des Sängerkreises Gießen Leitung: Chormeister Groß. Vortragsfolge: 1. „Marsch der hessischen Grenadiere" von Buchwald; 2. Festouvertüre von Lortzing; 3. Zwei Lieder für Männerchor: a) „Mahnung" von Heinrichs, b) „Deutschland heilger Name" von Baußnern; 4. II. Polonaise von Liszt; 5. Szenen aus der Oper „Der fliegende Holländer" von Wagner; 6. Zwei Lieder für Männerchor: a) „Sonnenaufgang" von Cornelius, b) „Wo gen Himmel Eichen ragen" von Heinrichs; 7. Rapsodie von Friedemann; 8. Angereihte Stücke aus der Oper „Der Freischütz" von Weber; 9. Zwei Märsche für Fanfarentrompeten: a) „Adolf-Hitler-Fanfare" von Blume, b) „Reichsritter-Fanfare" von Prager; 10. „Erinnerung an das Militär" von Rekling. Es spricht: Oer Kreisleiter pg. Klostermann. Die Volkshalle ist geheizt. Oeffnung um 19 Uhr. Oeffnung der Abendkasse 19 Uhr. Eintritt 0,50 RM. Kreisleitung Gießen der NSDAP. Wer sammelt in Gießen am Tag der nationalen Solidarität? Untergauführerin der IM., Gerh. Frickhoefer, Schauspieler, Paul Wrede, Oberspielleiter. 28. Straßenkreuzung Bahnhofstraße - Neustadt: Hamm, Bürgermeister, G r a v e r t, Stadtbaurat, Ernst Bräuer, zweiter Kapellmeister am Stadttheater Gießen, Luise Decker, Schauspielerin, Gustav Blei, Bariton am Stadttheater Gießen, Kurt L ü p k e, Spielleiter. 29. Straßenkreuzung Neustadt-Wernerwall-Eisen- bahnbrücke: Pfannkuche, Truppführer beim Arbeitsdienst, Hermann, Truppführer beim Arbeitsdienst, Karl Ludwig Lindt, Schauspieler, Sophie Buchner, Gewandmeisterin, G r a hl- ma n n , Oberingenieur, Wenzel, Willi, Amtsleiter der OG. Gießen-Nord, Wenzel, Erwin, Amtsleiter der OG. Gießen-Nord. 30. Marktplatz: Baß, OG.-Propagandaleiter, Ewald, Kreispresseamtsleiter, Denninghoff, Adolf, Brauereibesitzer, Hans v. Spallart, Bonvivant, Heinz W e i s e r, Operntenor, Heinrich Hub, Schauspieler, Maria Matzinger-Kaden, Souffleuse. 31. Turnhalle Steinstraße: Stroh Rektor, Dr. Keller Schlachthofdirektor; 32. Straßenkreuzung Asterweg/Wernerwall: L e i- amtsleitung werden. nert Baurat, Reichsbahnrat Nieder ft rasser. 33. Straßenkreuzung Schillerstraße/Wernerwall: K e i tz e r Derw.-Amtmann, Martin, Verw.-Amt- mann. 34. Straßenkreuzung Walltorstraße/Asterweg: N i- colaus Kreisjägermeister, Burgeleit OG.- Amtsleiter, L e i p o l d Führer der SA.-Reiterstan- darte Gießen, Schömbs Führer des SA.-Reiter- sturmes Gießen. 35. Kirchenplatz/Lindenplatz: Dr. Finke Staatsanwalt, Lotz Betriebsdirektor. 36. Straßenkreuzung Neuen Bäue/Sonnenstraße: Meusel Polizei-Direktor, Poppe Bezirksführer des RLB., Braubach Adjutant des RLB., G r a e v e Jungbannadjutant. 37. An der SS.-Standarte: Friedel Fornal- l a z Soubrette am Stadttheater, Gert Geiger Schauspieler, Grüner SS.-Untersturmführer, E l m SS.-Untersturmsührer, Hofmann Dr. Staatsanwalt, Klar Reg.-Rat am Versorgungsamt, Wecke Reg.-Rat am Versorgungsamt, S t ü h- l e r Kreishandwerksmeister. 38. Straßenkreuzung Hitlerwall/Moltkestraße: Cella r i u s Oberbaurat, Grünewald Baurat. 39. Straßenkreuzung Kaiserallee/Moltkestraße: Dr. Lorenz, Paul Nieren Dramaturg am Stadttheater, Hermann Wolff Bürochef, Hans Seitz Inspektor, Beate Polizei-Oberinspektor. 40. An der Stadt Lich: T r e s e r stellvertr. OGL., Wenderoth OG.-Amtsleiter. 41. Straßenkreuzung Marburger Straße/Hitler- wall: Schneider Direktor der Landesheil- und Pflegeanstalt, S c r i b a Oberarzt, Frank Oberarzt, H u b e n t h a l Truppführer beim Arbeitsdienst, K r a t s ch Truppführer beim Arbeitsdienst. 42. Straßenkreuzung Marburger Straße/Wiesecker Weg: Friedrich Zellenleiter Gießen-Ost, "K r ü • g e r Truppführer des NSKK., D e i ch e r t Trupp- ührer des NSKK., von Donopp Truppführer des NSKK. 43. Straßenkreuzung Krofdorfer Straße/Rodhei- mer Straße: Rothamel Stadtrechner, Dr. M e n g e r Ortsgruppenführer des RLB. 44. Straßenkreuzung Löwengasse/Bahnhofstraße: Koch Verlagsleiter der OT., Klein Betriebsleiter der OT. Sammelbüchsen selbst an der Kreis- der NSV., Löberstraße 9, abgeholt Gruyve II. 1. Straßenkreuzung Klinikstraße - Frankfurter Straße: Professor Duken, Univ.-Prof. Hildebrandt. 2. Friedrichstraße-Frankfurter Straße: Reg.-Rat Weber, Reg.-Rat Dr. Krüger, Reg.-Bau- meister Kuhlmann. 3. Friedrichstraße-Wetzlarer Weg: Regierungsrat Grein, Zollrat Jensen. 4. Bahnhofsdienst: Von 16 bis 19.30 Uhr: Reichsbahn-Oberrat Wilke, Kreiswalter der DAF. Wagner, Schreiber, Bannführer der HI., W i t l i ch , Kreisabteilungsleiter, Wagner, Reg.- Baurat, Löffler, Reg.-Baumeister, Angel- berger, Oberstudiendirektor, Reichsbahnrat Nier- mann, Dr. List, Arbeitsamt, Sälzer, Regierungsrat. 4a. Bahnhofsdienst: Von 19.30 bis 22 Uhr: Universitätsprofessor Schuhmacher, Frhr. Schenck zu Schweinsberg, Reg.-Rat, Dexheimer, Reg.-Rat, A n tz, Reichsbankdirektor, Kirrung, Bankdirektor, Kruse, Leiter der Oeffentl. Handelslehranstalt, W a r l i ch , Reichsbahnrat. 5. Studentenheim: Günther, Unterbannführer der HI., V ö l s i n g, Bannadjutant. 6. Straßenkreuzung Hammstraße - Gabelsbergerstraße - Horst- Wessel - Wall: Braun, SA.-Ober- truppführer, Schwender, Trupps., Fischer, Obertruppf., Dr. Becher, Sanitäts-Obertruppf. Cafe Leib erscheinen. Falls das nicht möglich ist, müssen die ~ Die Sammler sind für den Nachmittag in drei Gruppen eingeteilt. Jede dieser 3 Gruppen erhält einen besonderen Auftrag. Zur Gruppe I gehören alle Sammler, die nicht in den Gruppen II und III namentlich genannt sind. Die Gruppe I tritt an am Samstag um 14 Uhr im Caf6 Leib. Die Gruppe III ebenfalls um 14 Uhr im Caf6 Leib. Die Sammler, die unter der Gruppe II namentlich genannt sind, brauchen erst um 15 Uhr im Cafö Leib zu erscheinen. Alle übrigen Sammler müssen um 14 Uhr im Caf6 Leib antreten. Gruppe I. 1. Alle politischen Leiter, soweit sie nicht unter der Gruppe II und III aufgezählt oder genannt sind. 2. Alle SA.-Führer, soweit sie nicht unter der Gruppe II und III aufgezählt ober genannt sind. 3. Alle Universitätsprofessoren, Dozenten, soweit sie nicht unter der Gruppe II und III genannt oder aufgezählt sind und durch den Rektor oder persönlich der Kreisleitung mitgeteilt haben, daß ihre Teilnahme an der Sammelaktion nicht möglich ist. 4. Außer den bereits unter II und III aufgezählten Amtsträgern des Luftschutzbundes sammeln noch die zwei Revier- und zehn Untergruppenführer des Reichsluftschutzbundes. 1. Antony, Gerichtsassessor; 2. Beate, Polizeioberinspektor; 3. Bechtold, Gerichtsassessor; 4. Dechert, Inspektor; 5. Eifenharth, Baumeister beim Heeresbauamt; 6. Glaser, Gerichtsassessor; 7. Dr. G e r st e r; 8. H o f m e y e r, Gerichtsassessor; 9. Heid, Sozialstellenleiter der HI.; 10. Jüngst, Dr., Gerichtsassessor; 11. Iöckel, Amtsgerichtsrat; 12. Kruse, Dr., Leiter der Oeffentl. Handelslehranstalt; 13. Krausch, Goethe- schule; 14. Knöll, Reg.-Baumeister, 15. Keil, Ingenieur; 16. Michel, Gerichtsassessor; 17. Müller, Amtmann; 18. Mücher, Gerichtsassessor; 19. Pfaff, Baurat a. D.; 20. Rehbock, Direktor der Reichsbank; 21. Rumpf, Amtsanwalt; 22. Schüllermann, Amtmann; 23. Schott, Dr. des Chem. Untersuchungsamtes; 24. S ch ö n e f e l d , Kriminal-Oberinspektor; 25. Schulte, Dr., Reichsbankrat; 26. Dr. Scheerbarth, sammelt Grünberger Straße; 27. Schmidt, Amtsgerichtsrat; 28. Schudt, Amtsgerichtsrat; 29. Simons, Betriebsleiter bei Gail; 30. Strauch, Rektor; 31. Veidt, Gerichtsassessor; 32. Wendel, Leiter der Kaufmännischen Berufsschule. Soweit die Meldungen bei der Kreisleitung noch nicht vorlagen, konnte bei der Veröffentlichung in der Presse nicht darauf Rücksicht genommen werden. Diejenigen Aerzte, die sich an der Sammlung beteiligen wollen und können, müssen um 14 Uhr im Gruppem Arnold, Bankdirektor. B l e y e r, Bankdirektor. D o p h e i d e, Kreisgeschäftsführer der NSDAP. Gros, Amtsgerichtsrat. Geißler, Regierungsbaurat. Heß, Leiter des Amtes für Beamte. Hummel. Kanzler der Universität. I a k o b e r, Führer der SS.-Standarte 83. K l ö ß , Kreisamtsleiter der NSV. K r e u t e r, Betriebsführer der Fa. Stem- pelkreuter. K n a u ß, Landgerichtsrat. Lutter, Standartenführer 116. Lange, Hauptschriftleiter des GA. Mattern, Bankdirektor. Kurz, Kreisamtsleiter der NSDAP. P i r r u n g , Bankdirektor. Dr. Pauly, Fabrikant. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Sudheime r, Beigeordneter. Schmidt, Oberregierungsrat, Finanzamt. S e f - fous, Universitätsprofessor. Schimmel, Kreisamtsleiter der NS.-Hago. Thomas, Ortsgruppenleiter. W o l k e w i tz, Oberstudiendirektor. Dr. W i l- belmi, Schulungsleiter der 83. SS.-Standarte. Denninghoff, Waldemar, Brauereibesitzer. Dr. Koch, Frauenarzt. Gruppe IV. Die Gruppe IV führt die Sammlung am Abend in den Straßen und in den Lokalen durch. Vom Stadttheater beteiligt sich an der Abendfamm- lung: Der Intendant, Aenne Markgraf, Inge Birkmann, Wolfgang Kühne, Luise Decker, Frl. Henkel, Kurt Richter, Paul Nieren, Ludwig Moosbacher, Helene Wacker, Anton Neuhaus, Rose Stirl, Heinz Rosenthal, Hans von Spallart, Heinz Weiser. Zur Gruppe IV gehören ferner alle diejenigen, die für den Nachmittag in der Gruppe III zusammengefaßt sind. Ferner beteiligen sich an der Abendsammlung alle Sammler, die am Nachmittag in der Gruppe II zusammengefaßt waren. Die Gruppe I sammelt am Abend nicht. GA.-Kouzerte. Am kommenden Samstag, 7. Dezember, finden SA.-Konzerte statt. Zunächst musiziert der Musikzug der Standarte 116 in der Zeit von 16 bis 16.45 Uhr auf dem Kreuzplatz, dann in der Zeit von 17 bis 17.30 Uhr am Selterstor. Kreisleitung Gießen der NSDAP. 7. Straßenkreuzung Bahnhofstraße-Liebigftraße: Schönhals, Ober-Reg.-Rat, Brüggemann, Univ.-Prof., Fischer, Univ.-Prof., v. I a s ch k e , Univ.-Professor. 8. Seltersweg-Liebigstraße: Nebeling, Kreis- schulrat, Kopp, Kreisamtsleiter, Schwarz, Ortsgruppenleiter, Dr. W i ß m a n n , Kreisabteilungsleiter. 8a. Am Postamt: Lotz, Adam, Referent der Alten Garde, G r a e v e , Postrat. 9. Am Hotel Schütz: Weigel, Unterfeldmeister, Keiner, Unterfeldmeister, Kaiser, Obertruppführer der RAD., I a t h o, Obertruppf., Lösch, Oberfeldmeister. 10. Am Caf6 Amend: Schuppe, SA.-Sturmführer, Walter, SA.-Sturmführer. 11. Selterstor und Cafe Hettler: Kranz, Leiter des Rasfenpolitschen Amtes beim Gau Hessen- Nassau, Lenz, SA.-Sturmführer, Schultze- Griesheim, Intendant, Aenne Markgraf, Salondame am Stadttheater, H a i n b a ch , SS.- Hauptsturmführer, Nagel, Staffelf. des NSKK., Schäfer, Sturmführer des NSKK., Hofmann, Professor, Direktor der Nervenklinik, T r ü m p e r t, Landgerichtsrat, Max Bänninger, Betriebsführer, Karl Bänninger, Betriebsführer. 12. Ludwigstraße-Liebigstraße: Keibert, (521. = Obertruppführer, Schulte, Obertruppf., Neuner, Schriftleiter des Gießener Anzeigers, Zeller, stellv. Bankdirektor. 13. Ludwigstraße-Bleichstraße: Lehmann, Universitätsprofessor, B l u m s ch e i n, Schriftleiter des Gießener Anzeigers, Dr. Thyriot, Schriftleiter des Gießener Anzeigers. 14. Stephanstraße-Goethestraße: Heid, Land- aeriHtsrat, Brill, Landgerichtsdirektor, Seib, Lanogerichtsrat, Kalbfleisch, Landgerichtsrat. 15. Stephanstraße-Bismarckftraße: Stork, Arzt, Klein, Schriftleiter, Schliephake, Doz. und prakt. Arzt, Haas, Professor. 16. Bahnübergang Schiffenberger Weg: Fenster, SS.-Oberscharführer, H a r t w i g e r, SS.- Oberscharführer, H e n n i n g s e n , SS.-Oberscharführer, Ruhl, SS.-Oberscharführer. 17. Straßenkreuzung Ludwigstraße-Goethestraße: Reinwein, Direktor der Med. Klinik, Schultze, Direktor der Hautklinik. 18. Straßenkreuzung Ludwigstraße - Bismarckstraße: Wacker, Helene, Opernsängerin, Neuhaus, Schauspieler. 19. Ludwigsplatz: Schütz, SS.-Obersturmführer, B o n k e, SS.-Untersturmführer, Wahlen, Inspektor am Stadttheater, Tank, Schauspieler, K r e u t e r, OGL., Seibert, Ortsgruppenamtsleiter, Hofmann, Leiter der Staatspolizeistelle Gießen, Behaghel, Universitäts-Professor. 20. Straßenkreuzung Hindenburgwall - Bismarckstraße: Bertram, Univ.-Professor der Theologie, Rudolf, Univ.-Professor der Theologie, Schliephake , Sanitätsrat. 21. Straßenkreuzung Goethestraße - Hindenburgwall: Luise Schubert-Jüngling, Stadttheater, Moosbacher, Schauspiele,' Schliemann, Frauenarzt, Leiter des Amtes für Volksgesundheit. 22. Straßenkreuzung Seltersweg - Goethestraße- Inge Sirf mann, Schauspielerin, Wolfgang Kühne, Schauspieler, Spielleiter, Karl V o l ck, Schauspieler, Paul Walter, erster Kapellmeister am Stadttheater, Münker, Standartenadjutant, Bender, Obersturmführer. 23. Kreuzplatz: Klo st ermann, Kreisleiter und Provinzial-Direktor, Käppele, Kreisadjutant, Taeßler, Jungbannführer, Vogt, Provinzial- Rat, Frank, Wilhelm, Geschäftsführer der NSV., Pfähler, Rektor der Universität, Wilhelm Greif, Baß am Stadttheater Gießen, Maria Perry Sängerin am Stadttheater. 24. In der Plockstraße: Cissy Henkel, Schau- splelerm, Kurt Richter, Schneider SA - Sturmfuhrer, Dr. F r icke n sie in, San.-Sturm- fuhrer. 25. Straßenkreuzung Neuenweg-Johannesstraße: Rose Stirl, Schauspielerin, Heinz Rosenthal, Schauspieler, Rud. Hille, Operettentenor, Peter Schorn, Schauspieler, Ritter, Oberbürgermeister, M i ck e l, Amtsgerichtsdirektor, Gürtler prakt. Aerztin. 26. Am Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Ger- ?.o.^ot Verw. - Sturmführer, Temesvary, Umo.-Muslkdirektor. 27. Am Gloria-Palast Seltersweg: Käthe Pfeffer, Untergauführerin des BDM, Ruth Fabian, müssen wir das erst einmal richtig üben!" gelang überraschend schnell der Aufbau der Stimmung zu einem geschlossenen, überwältigenden Gegengruß. Mit kurzen Worten übernimmt nun Nikolaus die Führung: er will die Turnerjugend bei ihrer Arbeit sehen. Oberturnwart Ludwig F o n t i u s soll eine Leistungsschau vorführen mit seinen Fachleitern Jugendturnwart Hch. Freinsehner und Erika R ö h m i g. In buntem Wechsel unter Mithilfe der Riegenführerinnen Henny Obmann, Margret Seim und Else Ludwig treten die einzelnen Abteilungen in das Licht der allgemeinen Aufmerksamkeit, zumal auch zahlreiche Mütter und Väter an dem kindertümlichen Treiben sich mitfreuen. Zunächst soll eine Schar kleiner Mädchen ein Lied fingen, Nikolaus dirigiert höchst selbst schwung- voll mit seinem Ausklopfer, und tiefbefriedigt konnte er fl(P äußern über das, was er zu hören bekam. Bei den Buben gefiel ihm das alte Kampflied: „Turner, auf zum Streite ..." zwar auch ausnehmend gut, aber ein Bengel hatte während des Sin- gens feine Augen überall, nur nicht auf den stab- suhrenden Nikolaus gerichtet gehalten; dafür bekam m°r- ?eE ^ront feinen Abzug. Ein anmutiges Ballspiel der Mädchen mit rhythmischen Keulenschlagen zur Musik (Otto G u t j a h r), ein munte» re5.t.r70tf'Pr.in8en &er Knaben brachten neue Ab- njeajjlung, in Bodenübungen mancherlei Formen, mit Purzelbaum und Radschlagen am laufenden ■Banö und wagemutigen Sprüngen über das Uuerpserd wetteiferten Buben und Mädchen, wo- bei der Nikolaus in rührender Bereitschaft Hilfsstellung leistete, manche Hebung tadellos nachmachte. bei mancher zum allgemeinen Gelächter aber auch nicht recht mitkonnte, überall auf Ordnung Richtung und Haltung sah, aber auch die Würde seiner braunen Kutte, feines ehrwürdigen Bartes und seiner Rute gegen manche Provokation dreister Jungen verteidigen mußte. Zum Schluß überreichte er mit anerkennenden und ermahnenden Worten eine große Zahl DT.- Nadeln an solche, die ihre Turnstunden regelmäßig besucht hatten, leitete unter Marschmusik den Um- zug über die Brezelstellen und schloß mit einem ^geistert aufgenommenen Gruß an den Führer unö bem gemeinsamen Gesang der Nationallieder. Aber nun muß er doch endlich weiter — bei sei- ner vielen Arbeit ist er bei der Mtv.-Jugend eigent- hd) schon viel zu lang geblieben! — und Oberturn» wart Ludwig Fontius wird wieder Herr im große Früh-Vorstellung Preiswert Caf£ Amend Heute nachmittag Weihnachtsmarkt Kurhaus Bad-Nauheim von Sonntag, 8. Dezember, bis Sonntag. 15. Dezember. Verkaufszeit 15-22 Uhr Prachtvolle Dekorationen — Handel und Handwerk verkaufen Weihnachts-Spezialitäten Das Weihnachts-Wunder der Wetterau: Das Riesen-Spielzeug - Zirkus Slnwellini - »Endlich kuriert«, Schwank von C. Plorkow GROSSE TOMBOLA Näheres siehe Plakate 2 Deutsche Volksgenossen! Aus Bratensotze eine Senfsotze, wie sie sein soll! 4 Würfel TKfUWu Bratensotze -l/^Ltter-IOPfg. Ruf 2145/2146 7026 A 5.40 7.20 Maßanfertigung, Modernisierung Reparaturen zu mäßigen Preisen Georg Schultheis Gießen Marktstraße 3, Ruf 3091 - Gegr. 1832 3.35 7009 A Der Tag der Nationalen Solidarität oll auch dieses Jahr ein erneutes Bekenntnis des gesamten Volkes zur Volksgemeinschaft sein. Jeder, der im Dienst des Dinterhilfswerks fleht, hilft dem Führer am Aufbau des Dritten Reichs. Der Tag soll neue Mittel dem Winlerhilfswerk bringen und zeigen, daß keiner sich zu hoch und zu vornehm dünkt, um es nicht dem ehrenamtlichen Sammler des Winlerhilfswerks gleichzutun. Jeder Volksgenosse hat in den für ihn bestimmten Straßen zu sammeln; es kommt nicht darauf an, wer am meisten sammelt, die Bereitschaft, dort seinen Mann zu stellen, wohin ihn der Einsatz ruft, ist das Wesentliche. Die Soße 311 gekochtem Fisch, Rindfleisch oder gekochten Eiern: t Knorr Bratensoßwürfel zerdrücken, glattrühren, in Liter Wasser unter Umrühren 3 Minuten kochen. Unter die fertige Soße t Eßlöffel Genf lmit Wasser vev» dünnt). 1 Teelöffel Butter und 1 Prise Jucker rühren. Alles noch» malskurz aufkochen. Fertig! So schnell geht's mit der kochfertigen Bratensoßel Darum immer Folgt den Weisungen der Ortsgruppen! Sammler, die andere platze und Straßen, als ihnen zu- geroiefen, begehen, werden von dem Streifendienst zurückgewiesen. Hebt daher Disziplin und Kameradschaft! Den Dank für den Einsatz und die Opferbereit- schaft gibt euch das Bewußtsein, als Soldaten Adolf Hitlers eure pflicht getan zu haben. Wir leben und schaffen für Deutschland und den Führer! heil Hitler! Mädchen-Kleid Waschschott., sehr hübsch. Färb., Gr. 60 Mädchen-Kleid i. Mattkrepp, entzük- kend gestickt,hellbl. o. lachsfarbig, Gr. 60 Mädchen-Rock Faltenröckchen aus gutem Cheviot..... Haug, Gaubeaustragter des Winterhilfswerks des deutschen Volkes 1935/36. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht J.B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSC AR TEN Selterswdg Heute Freitag, 6. Dezember, Samstag, 7. Dezember, abends 10.45 Uhr 2 große Nacht- Vorstellungen und Sonntag, 8 Dez., vormitt. 11 Uhr MelniM Ott MIWs-SWtMt Sonntag (2. Advent), 8. Dezember 1935, 8 Uhr Pünktlich, in der Turnhalle am Oswalds Garten. Gesang und Instrumentalmusik. Vortrag des Gemeindevfarrers. Adventsspiel: , , , „ .Wovon die Menschen leben". Gemeinde und Gäste herzlich will- kommen. — Keine Bewirtung. — Eintritt frei! Svielfolge und Sie- derblatt zu 10 Pf. am Eingang. mannet- u. Jrouenoereinigung Der Vereinsführer. 70,7V Es gibt Neuerungen im Ofenbau, die man Ihnen weder schriftlich noch bildlich darbringen kann. 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Lassen Sie sich beraten bei W JB.Häuser ■Ajl Am Oswaldsgarten Fernruf 2145 u.2146 Leben gerufenen Sparerbewegung, Oberschulrat B a u s e r - Stuttgart, anläßlich seines 55. Geburts- tages abgesandt. ♦* 82 Jahre alt. Am kommenden Sonntag, 8. Dezember, kann Frau Elisabeth Wagner, Lud- wigstraße 14 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische ihren 82. Geburtstag begehen. ** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat November gesunde, nen baro. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- graf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Rückständige Strom- und Gasgelder bezahlen! Die Direktion der städtischen Betriebe fordert in einer Bekanntmachung in un- | Verkäufe ] Sehr gut erhalt. Damen- Wintermantel bill.z.verk. osis» Ludwigstr. 40 1. Hause. Mit seinen Jungscharen ruft er dem scheidenden Nikolaus ein kräftiges „Gut-Heil!" nach. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. In der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde sprach im Physiologischen Institut Professor Dr. Hans L. S t 0 l t e n b e r g über die neue „Leballwissenschaft". Der Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Dr. Henne berg, dankte dein Vortragenden für feine freundliche Hilfsbereitschaft, nachdem der ursprünglich vorgesehene Lichtbilder- vortaq im letzten Augenblick abgesagt worden war. Professor Dr. Stoltenberg entwickelte den Aufbau der von ihm begründeten „Leballwissen- fchast". Die deutschen Wortbildungen schuf er gemäß dem Grundsatz, daß eine Wissenschaft nur dann volksverbunden ist, wenn sie auch in der Sprache des Volkes wurzelt. Das Leball — wie Weltall gebildet — ist die räumlich-zeitliche Einheit des Lebens von Pflanzen, Tieren und Menschen auf der Erde. Dies Leball wird von der Erde bestimmt, wie umgekehrt die Erde von ihm. Dies Leball gliedert sich in Einzer (Einzelwesen) mit Leib und Seele, in Gruppen, in Körper, die in den Lebensbereich einbezogen sind, d. h. in Sachen und in Geiste (Religion, Kunst, Wissenschaft). Alle vier Hauptglieder stehen in inniger Wechselbewirkung und Wechselbeleistung. So entstehen neben den vier Hauptwissenschaften (der Einzer- Wissenschaft mit Leib- und Seelwissenschaft, der Gruppwissenschaft, der Sachwissenschast und der Geistwissenschaft) noch besonderen Bezugwissenschaften, wie die Gruppseelwissenschaft als Wissenschaft von der Bestimmtheit der Seele durch die Gruppe und die Seelgruppwissenschaft als die Wissenschaft von der Bestimmtheit der Gruppe durch die Seele. Erst der selbständige Ausbau dieser Teilwissenschaften ermöglicht die zusammenfassende Einsicht in das Ganze der Leballwissenschaft. An den Vortrag schloß sich eine kurze Aussprache an._______________ Gparerbund Gießen. Man berichtet uns: In der Mitgliederversammlung des Sparerbundes am Dienstag im „hessischen Hof" behandelte Gerichtsreferendar W i ß n e r eine Reihe von Hypothekenfragen. Anschließend sprach der Ortsgruppenführer h. Lorenz über die Vor- aussetzunaen zur Erlangung der Dorzugsrente, wies hin auf die am kommenden Montag stattfindende Kolomalkundgebung mit General von Lettow-Vor- beck und an die am bevorstehenden Samstagnachmittag in Darmstadt angesetzte Landeskundgebung des Sparerbundes mit den hessischen Sparerbundsführern Ministerpräsident i. R. Professor Dr. W e r - n e r und Oberlandesgerichtspräsident Dr. B e st als Redner. Ein von sämtlichen anwesenden Mitgliedern unterzeichnetes Glückwunschschreiben wurde an den auch in Gießen durch seine wiederholten Vorträge bekannten Gründer der vor dreizehn Jahren ins jerem heutigen Anzeigenteil auf, die aus dem Oktober noch rückständigen Strom- und Gasgelder bis zum 16. Dezember zu bezahlen. Wer bis dahin feiner Verpflichtung nicht nachgekommen ist, mutz mit Beitreibung des Schuldbetrages und mit Sperre der Zufuhr rechnen. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. ** Hausangestellten - Ehrun g. Der Alicefrauenverein vom Roten Kreuz, dessen Pflichten ernster, vaterländischer Natur sind, betrachtet es als eine schöne Aufgabe, die Hausangestellten- Ehrung, eine Stiftung eines hochherzigen Mitbürgers, unter seine schützenden Fittiche zu nehmen. Dieser Tage fand im Caf6 Leib zum 7. Male das Fest der Ehrung statt. 49 Jubilarinnen waren da- bei die lieben Gäste des Vereins. Mit würdigenden, anerkennenden Worten wurden die Geschenke überreicht: für 5jährige Dienste ein silberner Kaffeelöffel und ein Diplom, für 10jährige Dienste em Schmuckstück mit Widmung, für 15jährige Dienste 1 Sessel und ein Diplom. Die Stimmung wurde am weihnachtlich geschmückten, reichen Kaffeetisch durch mannigfache Vorträge, zu denen sich hiesige Künstler zur Verfügung stellten, gehoben, und zwar durch Darbietungen rezitatorischer, musikalischer und tänzerischer Art. Rasch verflogen dre Stunden. Sie werden gewiß den lieben Ehrengästen sowie den sie begleitenden Dienstherrschaften, die innigen Anteil an der Freude und Ehrung ihrer Getreuen nehmen, lange im Gedächtnis bleiben. K. ** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Duster log die Landschaft unter dem grauen Himmel, und dünner Regen riefelte herunter, als wir uns am vergangenen Sonntag zur Nikolauswanderung trafen. Wir gingen durch das Nizza und den schützenden Wald zum Schiffenbera, wo mir im gut wärmten Zimmer gemütliche Rast hielten. Doch bald mußten wir wieder weiter, denn wir wollten ja rechtzeitig auf der Karlsruhe sein, wo der Niko- laus die Kleinen besuchen sollte. 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Besonders aber hingen die Austen der Kinder an der schön gedeckten Tischreihe nut den großen und kleinen Sternen und den vielen bunten Kerzen, deren mildes Licht den verdunkelten Saal erleuchteten Alle Kinder wurden in gleicher Weise beschenkt, und so wird dieser Tag noch lange in schöner (Erinnerung für sie bleiben. Dein (Eintopf, Volksgenosse, am 8. Dezember läßt die Töpfe bedürftiger Volksgenossen dampfen. Tue deine Pflicht am (Eintopf- Sonntag! Besoiders rorleilhafle Geschenke die Freude bereiten I Oberhessisches Schwurgericht. Wie wir bereits berichteten, stand am vorigen Freitag und am gestrigen Donnerstag der Karl Heinrich Schneider aus Bad-Nauheim wegen Meineids vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte, der wegen Meineids bereits vorbestraft ist, leistete seiner Zeit den Offenbarungseid. Bei dieser Gelegenheit beschwor er wissentlich ein Vermögensverzeichnis, in dem er nur einen Teil seines Vermögens angab und eine Anzahl Gegenstände, wie z. B. Jagdgeräte, Gewehre, eine Autouhr, Bilder u. dgl., nicht aufführte. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte wissentlich unter Eid die Unwahrheit gesagt hatte. Das Gericht erkannte daher auf eine Zuchthaus- strafe von einem Jahr, unter Anrechnung von zwei Wochen Untersuchungshaft, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von vier Jahren, sowie dauernde Absprechung der Fähigkeit als Zeuge eber Sachverständiger vernommen zu werden. Der Vertreter der Anklage hatte zwei Jahre Zuchthaus, im übrigen entsprechend dem Urteil beantragt. Strafmildernd kam in Be- Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Sanislagnoch. mittag geschlossen. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise der Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Berta Bachmann Witwe. E E <5 E, & o £. «1. c g Willkommene Weihnachtsgeschenke Kam. Bereinigung ehern, CeiügorOtft. Die Kameraden werden aufye- fordert, sich beim Opferschießen f. das W.H.W. nm Samstag nachm. ab 2 Uhr, und Sonntag, vorin. ab 9 Uhr, auf d. Schießstande des Schüyenvereins zu beteiligen. Teilnahme aller Kameraden ist (£brenvfltd)L7082D Der Kamerad- schattsftthrer. Und . den Kleiderstoffe Foute-Karo, 70 cm breit, reißfeste Mantelstoffe BoucU-Mantelstoff, 140 cm breit, sehr tracht, daß es sich um verhältnismäßig geringfügige Gegenstände handelt, die der Angeklagte anzugeben unterlassen hatte. Auf der anderen Seite mußte jedoch bei der Bemessung der Strafe in Betracht gezogen werden, daß der Angeklagte bereits einschlägig vorbestraft ist. In Anbetracht des Fluchtverdachts, der auf Grund der Strafhöhe gegeben ist, erließ das Gericht gegen den Angeklagten Haftbefehl. Jtunbfunfprogramm. Samstag, 7. Dezember. Mako-Bettdamast, 130 cm breit, sehr gutes süddeutsches Fabrikat, in schön. Mustern, besonders preiswert .. per m Für die Dame: Elegante Straßen- u. 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Keiner darf fehlen MstelgekW eines SIMMs Nächsten Dienstag, lO.Dez. 1935, nachmittags 3 Uhr 7o