Hr.181 Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, b. August 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr'vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hießen Postscheckkonto: Hrankfvrt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrM und Verlag: vriihl'sche UniversttStr vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Dimi- troff hatte als vordringliche Aufgabe für die ausländischen Sektionen der Komintern den „Heber» gang von der Verteidigung zum A n - g r i ff" bezeichnet. Dies sollte auf politischem Gebiet durch die Gewinnung der Werktätigen und ihrer ständigen Bereitschaft zu „entscheidenden Handlungen", auf gewerkschaftlichem Gebiet aber durch die Organisierung politischer und wirtschaftlicher Streiks erreicht werden. Eben zu diesem Zweck — so schlägt dieser Theoretiker des Aufruhrs vor — sollten mit allen, die sich dazu gewinnen ließen, Pakte überdie „Einheitdes Handelns" abgeschlossen werden und zwar sowohl im nationalen wie im internationalen Maßstab. Diese Thesen Dimitroffs — der gegenwärtig das Vertrauen Stalins in besonderem Maße genießt — wurden am Montag vom Standpunkt der einzelnen Sekttonsvertreter behandelt. Eine afrikanische Kommunistin bezeichnete die Kolonialfrage als ein besonders geeignetes O b - j e k t im Kampf gegen die „imperialistischen Mächte und für die Revolutionierung der Massen". Dimitroffs Hinweis, daß die Komintern sich mit den Massen der kolonialen und halbkolonialen Völker verbinden müsse, um den herrschenden Mächten auch hier Schwierigkeiten zu bereiten, werde i n den Kolonien begrüßt werden. Von Interesse war die Erklärung, daß der Einfluß der faschistischen Ideen sich auch in den Kolonien zunehmend bemerkbar mache. Ein Vertreter der Kommunistischen Partei England s teilte mit Bedauern mit, daß für die englischen Kommunisten keine großen Hosfnun- §e n auf ein Zusammengehen mit den Wortführern er 2. Internationale, den Arbetterparteilern, vor- Händen seien. Diese seien leider „unfähig, große revolutionäre Unternehmungen zu organisieren". Dagegen glaube er versichern zu können, der Bericht Dimitroffs werde auch in England zu einer „Einheit des Handelns" in dem Sinn führen, daß er eine wesentliche Stärkung des Einflusses der Kommunisten ergebe. Als besonders radikal entpuppte sich ein Vertreter der französischen Kommunistischen Partei, der die besonderen Verdienste seiner Partei um die Herstellungder Einheitsfront in Frankreich rühmte und sich schon für die nächste Etappe der Revolutionierung der Welt für die „internationale Einheit des Handelns", d. h. für den zwischenstaatlichen Zusammenschluß der revolutionären Ge- werkschasten einzusetzen versprach. Ein holländischer Kommunist trat in dieser Gesellschaft der siegessicheren Revolutionäre als schwarzes Schaf auf und gab zu, daß bte holländischen Kommunisten bisher nicht mit großen Erfolgen aufzuwarten hatten. Schuld daran seien einmal die Sozialdemokraten, die den holländischen Arbeitermassen das Mißtrauen gegen die Kommunisten eingeimpft hüt- ten, aber auch der vordringende Faschismus in Holland. Er vermochte schließlich die Lage für sich nur noch durch die demagogische Behauptung zu retten, daß der Kampf gegen Den hol- ländischen Faschismus gleichbedeutend mit Dem Kampf um Die Unabhängigkeit Hollands sei. In der Nachmittagssitzung wurde eine Gedenkrede für Engels gehalten, worauf der Kongreß sich von einer Äbordnung der in Moskau tagenden F a l l - fchirmpiloten sowie der Sportler feiern netz. Demonstration gegen Mffolini. Marxistische Kundgebungen im Neuyorker Negerviertel. Neuyork, 5. Aug. (DNB.) Zu den rnarxisti» schen Kundgebungen im Neuyorker Negerviertel wird noch ergänzend gemeldet: Unter Beteiligung von Abordnungen der Kirchengemeinden, der Gewerkschaften, von Kommunisten und Marxisten veranstalteten etwa 20 000 Weihe und Neger, Männer, Frauen und Kinder im Negerviertel Hartem eine Protestkundgebung gegen ben Krieg im allgemeinen und gegen Italiens Vorgehen gegen Aethiopien. Zwei Umzüge mit vielen Plakaten durchzogen die Sttaßen. Die Teilnehmer riefen: „Nieder mit Mussolini!" „Tod dem Faschismus!", ,Wir sind gegen den Krieg!". Ein Plakat besagte: "Millionen Erwerbslose verlangen Brot, nicht Kugeln!" Ein weiteres: „Befreit Thälmann!" Ein anderer Umzug erfolgte durch das Italiener- Viertel Harlems. Nach etwa zweistündigen Umzügen fand eine Massenversammlung auf einem öffentlichen Platz statt. Die Versammlung nahm eine Entschließung an in der fte gegen bas „Vorgehen Mussolinis-Hitlers protestierte. Wie verlautet, haben sich unter Der demonstrierenden Menge auch Angehörige der Neuyorker Polizei befunden. Schwere Ausschreitungen auf der Brüsseler Weltausstellung Etwa 50 junge Kommunisten, die die 21. Wiederkehr des Tages der Kriegserklärung auf ihre Art feiern wollten, improvisierten am Sonntagnachmittag vor dem italienischen Pavillon auf der Weltausstellung eine Kundgebung. Ein kommunistischer Abgeordneter hielt eine Ansprache, in der er Angriffe gegen Mussolini, Hitler und Japan richtete. Die Teilnehmer an der Kundgebung versuchten, in den ita- Paris, 5. Aug. (DNB.) Im Marinearsenal von B r e st kam es zu einer Kundgebung der Arbeiter gegen die Erlasse, die auch für sie eine Herabsetzung der Löhne nach sich ziehen. Die Arbeiter verliehen die Werkstätten, begaben sich vor die hn Bau befindlichen Kreuzer „Dünkirchen", „Lorraine" und „I e a n n e d' A r c" und überredeten dort die Arbeiter, die Schiffe zu verlas f en und gemeinsam mit ihnen einen Demonstrationszug abzuhalten. Arbeiter anderer Werkstätten schlossen sich ihnen an, und mit der roten Fahne an der Spitze zogen die Arbeiter an den Kai. Die Polizei, die an den Ausgängen de« Arsenals postiert ist, und das Militär, das zur Ueberwachung der in Bau und in Reparatur befindlichen Marineeinheiten im Arsenal vorhanden ist, wurden sofort verstärkt, um bei etwaigen Zwischenfällen eingreifen zu können. während die Kundgebungen im Brester Marine- arsenal ohne ernste Zwischenfälle blieben, arteten ähnliche Kundgebungen in Toulon zu einer wahren S t r a ß e n s ch l a ch t aus. Die Arbeiter des dortigen Arsenals zogen in geschlossenem Zuge vor die Arbeiterbörse. Eine Gruppe der Demonstranten brach in das Gebäude ein, bemächtigte sich einer roten Fahne, hinter der sich dann die anderen Kundgeber gruppierten. Die Demonstration nahm bald den Charakter einer Meuterei an. In dem Marinearsenal war unter den Arbeitern die Losung ausgegeben worden: „Rach der Lohnzahlung Protest auf der Straße!" Man lieh durchblicken, dah die Polizei von Toulon auf feiten der Demonstranten sei. 3n der Tat wird auch in den Meldungen aus Toulon hervorgehoben, daß die Kundgeber drei Stunden lang die Straße terrorisieren konnten, ohne daß die Polizei eingeschrit- ten fei. Zu den 2000 Arbeitern gesellte sich der Pöbel, der in fünf Kaffeehäusern, in zwei Lichtspieltheatern und in dem Büro einer Versicherungsgesellschaft Verwüstungen anrichtete und die Siaaisauioriiäi aus. lienischen Pavillon einzudringen. Im Vorraum kam es zwischen ihnen und dem italienischen Aufsichtspersonal zu einer Schlägerei, als ein Kommunist ein Bild Mussolinis von der Wand her ab ritz und es zu vernichten suchte. Polizei machte der Schlägerei und der Kundgebung ein Ende. Einer der italienischen Aufsichtsbeamten wurde im Gesicht leicht verletzt. Der kommunistische Abgeordnete wurde vorübergehend festgenommen, aber nach Feststellung seiner Personalien wieder freigelassen. Die Ueberwachung des italienischen Pavillons ist seitdem verstärkt worden. vor allem die Offiziere auf den Terrassen der Kaffeehäuser belästigte. Viele Offiziere wurden durch Steinwürfe verletzt. Vor der Marinepräfektur wurden Hochrufe auf Sowjetrußland ausgebracht. Schließlich forderten die Marinebehörden das Eingreifen der Gendarmerie. 60 Gendarmen gelang es dann, die Kundgeber auseinanderzutreiben. Dabei wurden sechsBeamteverleht. Der angerichtete Sachschaden wird auf 500 000 Franken geschäht. In den Meldungen aus Toulon wird unterstrichen, dah trotz der Schwere der Unruhen nicht eine Verhaftung erfolgt sei. Französischer Lehrerkongreß im Zeichen der Internationale. Paris, 5. Aug. (DNB.) Der Kongreß Der fran» zössichen Lehrergewerkschaft in Paris steht offensichtlich im Zeichen der Internationale. Bei jeder Gelegenheit stimmen die Teilnehmer die kommunistische Hymne an. Die Montagssitzung sollte besonders feierlich gestaltet werden durch eine Begrüßung der ausländischen Vertreter, unter denen sich auch ein „deutscher" Vertreter befand. Sem Name ist, wie der „Temps" mitteilt, ,aus Sicherheitsgründen" verheimlicht worden. Dieser „würdige" Vertreter, der sein Heil in der Flucht gesucht hat, behauptete, daß die deutsche Schule gegenwärtig die Generation auf den Krieg gegen das französische Volk vorbereite. Die Arbeiterklasse und die republikanischen Kreise in Deutschland würden aber den Kampf nicht aufgeben. Der Generalsekretär des Sozialistischen Gewerkschaftsverbandes I o u h a u x unterzog die Deflationspolitik Lavals schärfster Kritik und stellte in Aussicht, daß die Gewerkschaft vor der Verkündung des G e n e r a l st r e i k s nicht zurückschrecken würde, um ihre Forderungen durchzusetzen. Die den Vorsitz führende Lehrerin erwiderte, das seien Worte, die der Lehrerkongreß zu vernehmen erwartet habe. Hierauf wurde ein Grammophon angekurbelt, das die Internationale spielte, in die die Versammlung stehend einstimmte. Der kommunistische Angriff auf die „dremen // her Ein Bild von Den kommunistischen Demonstrationen im----... . „Bremen". Amerikanische Polizei sucht Die Kommunisten vom Pier abzuDrangen. — (Scherl-M.) Meuterei in französischen Marinearsenalen. Kommunistische Demonstrationen in Brest und Toulon.—Hochrufe auf Moskau. Die Polizei überläßt den Kommunisten die Straße. Klarer Kurs. Die großen ReDen, Die von Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels auf dem Gautage der NSDAP, in Essen gehalten worden sind, haben der inneren Politik des Reiches ihre feste und klare Richtung zugewiesen. Das war deshalb notwendig, weil die Wühlarbeit dunkler Elemente im Jnlande und die gehässige Spitzfindigkeit der Auslandspresse ge» lissentlich den Eindruck verbreiten wollten, als be- ände sich der deutsche Staat in einer Art innerer Krise, der er nicht Herr zu werden vermöge. Reichsminister Dr. Frick hat mit aller Offenheit die Punkte herausgegriffen, um die sich die Mutmaßungen, Gerüchte und Spekulationen politischer Wettermacher zu knüpfen suchen. Er erörterte die Stellung zum Stahlhelm, zur Juden frage und zu den Freimaurerlogen. Zu jedem dieser Kapitel gab der Reichsinnenminister die überzeugende Ver- icherung, daß sich der nationalsozialistische Staat, Der bisher der größten Schwierigkeiten Herr geworden ist, durch nichts abhalten lassen würde, jene Klarheit zu schaffen, die dem Gedanken der Totalität innewohnt. Mit besonderem Nachdruck wandte er sich den offiziellen Ausführungen des „Osser- oatore Romano" zu, des amtlichen Blattes des Vatikans, das er für nötig befunden hat, die beut» che Gesetzgebung zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zu kritisieren und in ihr einen Gegensatz zum göttlichen Recht zu erblicken. Dr. Frick gab daraus Die ireffenDe Antwort, daß Die Gesunderhaltung eines Volkes niemals dem göttlichen Rechte widerstreiten kann, und er fügte mit ebenso klarer Bestimmtheit hinzu, daß der Staat nicht daran denkt, einen Kulturkampf zu entfalten, an dem allenfalls einige im Dunkeln tätige Kreise ein Interesse haben mögen. Gerade in Westfalen, Dort, wo das Zentrum einmal seine stärksten Bastionen besessen hat, ist man nicht einmal davor zurückgeschreckt, mit gefälschten Flugblättern zu arbeiten, Altäre in Brand zu setzen und Heiligenbilder zu besudeln, um durch Derart heimtückische Handlungen die nationalsozialistische Bewegung in Den Verdacht Der Kirchen- schänDung zu bringen. Dieses hinterhältige System zur Unterminierung des Vertrauens der katholischen Bevölkerung zu Partei und Staat ist verächtlich und niederträchtig, es zeigt die Gefährlichkeit dieses Treibens. Reichsminister Dr. Goebbels hat solchem Tun ein bestimmtes „Halt!" entgegen» gerufen. Der Staat und die Bewegung haben lange Zeit Die Hoffnung gehabt, daß sich Die Quertreiber der Aussichtslosigkeit und der Verantwortlichkeit ihrer Propaganda bewußt werden und endlich davon ablassen. Das deutsche Volk hat durch das Schicksal, der konfessionellen Spaltung in seiner nationalen Entwicklung derartige Nachteile gehabt, daß es aus innerer Ueberzeugung dem großen Ziele zustimmen kann, jegliche Vermischung von Politik und Religion zu vermeiden. Daß die kirchlichen Interessen und die religiösen Bedürfnisse unseres Volkes durch den heutigen Staat jede Unterstützung und Förderung finden, ist hundertfach bewiesen worden. Sein erfolgreicher Kampf gegen Die kommunistische Gottlosenbewegung ist Der stärkste Beweis dieses Wollens. Wenn in Westfalen ober in anberen Gegenben Deutschland bfe Dunkelmänner auf ihr Treiben trotzbem nicht verzichten wollen, so wissen sie jetzt nach ben Ministerreben, baß sie gegebenenfalls bie Folgen zu tragen haben werben. Sie werden hoffentlich noch in letzter Stunde daraus bie Lehre ziehen, baß es zweck- los ist, sich Der nationalen Einigkeit ber Deutschen noch länger in ben Weg zu stellen. Es galt, nach einem Fichtewort, auszusprechen, was ist. Unb Reichsminister Dr. Goebbels hat in Essen unzweibeutig erklärt: „Partei, Armee unb Staat bilden einen harten, festen Granitblock, unb man kann sich an diesem Granitblock höchstens die Zähne ausbeißen." Diese gegebene Tatsache, das Staatswerden eines Volkes aus tiefster Zerrissenheit unb schmachvollem Parteienhaber unter Führung ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist ein schlechthin Neues. Unb Dieser Totalität Des Volks- unD Staatswillens gegenüber find alle anberen Meinungen ein Rückfall in jene Zeiten bes Parteiis- mus, Den Staat unD Volk mit aller Energie aus» brennen werden. Denn die Bewegung steht, Staat unb Volk finb wir, schlechthin. Wer sich bagegen wendet, muß als Staatsfeind betrachtet und be» handelt werden, ob auch bie Welt barüber ihr verlogenes Klagelied anstimmt. Denn sie hat a m wenigsten Anlaß, über Deutschlanb Greuel- märchen zu verbreiten, ba es überall hell lodert von ben Scheiterhaufen, bie ber Kommunismus gegen Die Staatsautorität anzünbet. Die wüsten Ausschreitungen kommunistischen Pöbels auf der Brüsseler Weltausstellung unb im Neuyorker Negerviertel Hartem, Die sich in befonberem Maße gegen Italien richteten, Die Meuterei in Den französischen Marinearsenalen, bie Streikbrohungen auf französischen Lehrerversammlungen, sie alle stehen unter bem gleichen Zeichen ber aufgefjenben Saat Moskaus. Aber Die Weltpresse weiß hierüber so wenig zu berichten, wie von Dem verzehrenDen Feuer konfessioneller Kämpfe, Die in Ir» lanD unD SchottlanD HunDerte von Opfern forber- ten. Wenn schließlich bas alles in Deutschland nicht herrscht, wenn bie öffentliche Ruhe und Orb» nung gegen alle biefe zersetzenben Gewalten mit fester Hanb aufrechterhalten wirb, bann ermißt bat deutsche Volk, wie sehr es auf einer Insel des Friedens inmitten einer sich in Gärung befindlichen Welt lebt. Was in Deutschland in den letzten Wochen oor* ging unb nötig wurde, war keine „Staatskrise*, {teilte Dr. Goebbels fest, sondern eine „Reinigungskur", der sich Deutschland wie jeder Körper von Zeit zu Zeit unterziehen muß, wenn tr die kranken Stoffe ausscheiden und gesund bleiben will. So ist das Vorgehen gegen die Versuche aufzufassen, den Prozeß der rassischen Gesundung des deutschen Volkes zu unterbrechen und wieder in Vergessenheit geraten zu lassen; so die energische Abwehr des Mißbrauchs der Kanzel und konfessioneller Vereine zu einer staatsfeindlichen Erziehung der Jugend; so auch der Mißbrauch, „an sich harmloser Vereine und Verbände" zur Sabotage am Staat und zur Verbreitung übelwollender und an Kleinigkeiten sich künstlich erregender Kritik. Sieger in dieser Aktion, so rief Dr. Goebbels aus, wird die Jugend fein, die dem Nationalsozialismus gehört und die er an niemanden abgibt. Sieger werden fein die positiven Leistungen des Nationalsozialismus, dem es zu verdanken ist, daß in Deutschland noch Kirchen stehen, daß der Bolschewismus zu Boden geworfen ist und daß durch Wiederaufrichtung der Wehrmacht Deutschland die ihm zu- kommende Stellung unter den Weltvölkern wieder einnehmen kann. „Wir leben in keinem Paradies, aber wir leben ein Leben, das sich zu leben immerhin verlohnt." Diese Erkenntnis und dieses Motto wollen wir alle übernehmen, die wir in gläubiger Tätigkeit an dem Wiederaufbau Deutschlands Mitarbeiten. „Deutsches Volk horch aus!" Berlin, 5. August (DNB.) Die Berliner Anschlagsäulen sind am Montagmorgen von der Bevölkerung dicht umlagert. Ueber die ganze Höhe der Säulen hat der Gau Groß-Berlin der NSDAP, einen Anschlag mit der lieber» schrift „Deutsches Volk horch auf!" anbringen lassen, in dem er die Bevölkerung vor der Tätigkeit gewissenloser Hetzer und Volksverräter warnt, die ihre schmutzigen politischen Geschäfte unter der Maske der Religion betreiben wollen. In dem Anschlag werden dann d i e bekannten Fälle aus Borken, Bocholt und Werne an der Lippe wiedergegeben, bei denen bekanntlich Angehörige katholischer Vereine, Zentrumsanhänger und Kommunisten Kirchen- frevel trieben und Spottlieder auf den Bischof von Münster verteilten, die dann den Angehörigen der SA. und den Mitgliedern der NSDAP, durch niederträchtige Gerüchte angehängt werden sollten. Der Säulenanschlag, der in der Berliner Bevölkerung eine außergewöhnliche Beachtung findet, schließt mit der Warnung: „Deutsches Völk gib acht und hüte Dich vor den Dunkelmännern, die im Schafspelz kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!" Die Landes stelle Koblenz-Trier des Propagandaministeriums teilt mit: Der Hausdiener des Koblenzer Kolpinghauses, Philipps, wurde auf frischer Tat ertappt, als er Plakate der Gauleitung Koblenz-Trier gegen den politischen Katholizismus a b r i ß. Der Täter wurde festgenommen und dem Gericht zugeführt. Er sieht seiner Aburteilung entgegen. HJ.-Seim in Solingen verwüstet. Solingen, 5. Aug. (DJIB.) Bisher noch unbekannte Täter drangen in das hitter- Iugend-Heim auf der Bergstraße und hausten dort in unglaublicher Weise. Sämtliche Behältnisse wurden erbrochen und Tische, Stühle, Bänke u. a. m. zertrümmert. Selbst die Ehren- täfel für die gefallenen hitlerjungen fiel der Zerstörung anheim. An den Wänden waren Inschriften angebracht worden, von denen eine lautet: „Wir nehmen Rache, die S t u r m s ch a r." Auch eine im gleichen hause befindliche S A. - D i e n st st e 11 e wurde von den Tätern heimgesucht. Das gesamte Aktenmaterial sowie eine Kartei hatten sie durchstöbert und im ganzen Raum zerstreut. Die Polizei hat eine eingehende Untersuchung eingeleitek. Die Tat muh schon vor einigen Tagen verübt worden fein, sie wurde jedoch e r st j e h t e n t d e ck t, da das Heim in den letzten Tagen nicht benutzt worden war. Oevisenfchiebungen eines Redemptoristenpaters. Todesstrafe für einen Hochverräter. Kommunistischer Reichstagsabgeordneter versucht entgegen ausdrücklicher Verpflichtung nach seiner Entlastung aus dem Konzentrationslager den Wiederaufbau der KpO. in Mitteldeutschland. - Hohe Zuchthausstrafen für vier Helfershelfer. Berlin, 5. Aug. (DNB.) Zum zweiten Mal seit feinem Bestehen hat der Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat auf die höchstzuläsfige Strafe, die Todesstrafe, er- kannt. Der Erste Senat des Volksgerichtshofes verurteilte den Zbjährigen Albert Kaiser aus Berlin zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Ebenfalls wegen Vorbereitung zum Hochverrat erhielten feine Mitangeklagten, die 29jährige Iran Minna h e r m, geb. Thiele, aus Brandenburg und der 35jährige Franz U r b a n f k y aus Krossen an der Elster j e 15 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, der 32 Jahre alte Joseph Pfaff au Teltow und der 29 Jahre alte Wilhelm Künz- l et aus Singen wurden zu je 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Der hauptangeNagte Kaiser, ein äußerst gefährlicher und fanatischer kommunistischer Funktionär, ist von der Zentralleitung der KPD. nach Mitteldeutschland entsandt und mit dem Wiederaufbau der KPD. beauftragt worden. Er nahm die Stellung eines sogenannten Oberberaters ein und war somit als einer der höchsten kommunistischen Funktionäre anzusehen, der im Auftrage der zentralen Leitung der KPD mehrere Bezirksleitungen zu überwachen und mit den erforderlichen Anweisungen zu versehen hatte. Diese Tätigkeit übte Kaiser von etwa März 1 934 bis Ende Januar d. I. aus, also zu einer Zeit, in der die Auswirkungen der nationalsozialistischen Aufbauarbeit für jeden denkenden Deutschen klar in Erscheinung getreten waren. Bei der Strafzumessung kam für ihn erschwerend in Betracht, daß er am 28. Februar 1933 als ehemaliger Reichstagsabgeodneter in Schutzhaft genommen und am 23. Dezember 1933 aus dem Konzentrationslager entlassen worden war. Bei seiner Entlassung hatte er sich ausdrücklich verpflichtet, sich nicht wieder für kommunistische I rrlehren einzusehen und jede staatsfeindliche Betätigung zu unterlassen. An diese Erklärung hat Kaiser sich jedoch nicht gehalten, sondern sich nach wie vor als einer der gefährlich st en Feinde von Staat und Recht betätigt. Nach Ansicht des Ersten Senats des Volksgerichtshofes hat sich Kaiser eines besonders schweren Falles des kommunistischen Hochverrats schuldig gemacht, der nur durch die T o - des st rase gesühnt werden kann. Durch dieses Urteil ist eindeutig zum Ausdruck gebracht worden, daß Volk und Staat mit allem Nachdruck gegen verbrecherische Anschläge geschützt werden müssen und für derartige verbrecherische Elemente keine Rücksichtnahme am PI atze ist. Das Urteil mag erneut unter Beweis stellen, daß niemand, der heute noch glaubt, sich für staats- und volksgefährdende kommunistische Ideen einsehen zu können, mit der Milde des Gerichts zu rechnen hat. Aus dem gleichen Grunde muhten auch die Urteile gegen die übrigen vier Angeklagten hark und fühlbar werden. In allen Fällen ist außerdem zur Eharakteristik des verabscheuungswürdigsten Verbrechens, des Hochverrats, auf langjährige Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt worden. Stör einen „Dietschen Volksstaat". Oie Dinaso-Bewegung in Belgien und Holland. Große Tagung in Brüssel. Brüssel, 5. August. (DNB.) Am Samstag und Sonntag hielt die Dinaso-Bewegung lD e r - band van Dietsche National-Solida- r i st e n) unter der Leitung Joris van Severens bei Brüssel ihren vierten Landtag ab. . Auf einer Festwiese vor den Toren Brüssels, die mit den Fahnen und Symbolen des Verbandes reich geschmückt war, hatten sich etwa 8 0 00 Personen eingefunden. Die Parteimitglieder waren an der Parteiuniform oder am grünen Hemd zu erkennen. Riesige Plakate mit programmatischen Inschriften verkündeten die Ziele des Verbandes. Vor dem Rednerpult hatten eine Motorstaffel, Fahnenabordnungen und die Jugendgruppen Ausstellung genommen. van Severens sprach über die „neue Marschrichtung" seiner Bewegung. Die Dinasos in Belgien müßten den belgischen Staat, die Dinasos in Holland den holländischen Staat erobern. Dieses Ziel müsse in einem Kamp fb und unter einheitlicher Führung und nach einheitlichen Methoden erreicht werden. Wenn die Dinaso-Bewe- aung in beiden Staaten an die Macht gelangt fei, fo werde aus dem Zusammenschluß beider Staaten der „D i e t s ch e V o l k s st a a t" geschaffen werden als Kern des „Dietschen Imperium s", das auf den Grundlagen des Dietschen National-Solidarismus erbaut werde. Im Niederland feien 8 Millionen, in Flandern 5 Millionen und in der Wallonei 100 000 „Dietfche Volksgenossen". Mit diesem Volk lebten „fchick- salsverbunden" 400 000 Friesen, 3 Millionen Wallonen, 250 000 Luxemburger. Diese schicksalsver- bundene „Gemeinschaft" solle organisatorisch vereinigt werden, um den Dietschen Volksstaat in einem großen und starken „Dietschen Reich", das einen Kolonialbesitz von 4,5 Millionen Quadratkilometer und eine Bevölkerung von 56 Millionen Untertanen haben werde. Den Wallonen und Luxemburgern im heutigen Belgien sollen, wenn sie es wünschten, eine Autonomie gewährt werden. oan Severens wandte sich scharf gegen die kommuni st ische und Marxist ische Weltanschauung, die den Bestand der abendländischen Kultur bedrohen und geißelte Demokratie und Parteisystem. Die Dinaso-Bewegung wolle eine totalitäre Revolution. Der Dietfche Dolksstaat werde nach Ständen gegliedert. Die Armee dieses Staates werde aus einem Grund- tock von Freiwilligen bestehen und ein Berufsheer ein, das nur „Dietschland" gehöre und keinem remben Interesse dienen werde. An der Spitze dieses Staates werde der „Führe r" mit alleiniger Verantwortung stehen. Die Dinasos feien für den Schutz des Privateigentums und der Familie. Die soziale Frage könne nicht mit den Methoden des Klaffenkampfes gelöst werden, sondern nur durch das Zusammengehen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, van Severen behauptete, daß in der vordersten Reihe feiner Bewegung d i e Arbeiter ständen. Berlin, 5. Aug. (DNB.) Vor dem Berliner Schnellfchösfengericht sand, der Devifenprozeß gegen den 59jähriaen Prokurator Sebastian Aigner der süddeutschen Redemptoristenprovinz statt. Die Redemptoristen-Kongregation wurde 1871 als ein den Jesuiten verwandter Orden aus Deutschland ausgewiesen und durfte erst 1894 nach Aufhebung der diesbezüglichen Gesetze wieder zurückkehren. Die süddeutsche Ordensprovinz besteht aus 11 Klöstern, der eine Missionsniederlassung in Brasilien angegliedert ist. Die finanzielle Verwaltung der süddeutschen Ordensprovinz und der brasilianischen Niederlassung lag seit dem Jahre 1924 in ben Händen des Angeklagten Aigner. Dem Ange- ^agten tpirb zur Last gelegt, daß für ein im Jahre 1932 bei der holländischen Nachbarprooinz des Ordens aufgenommenes Darlehen von 50 000 Gulden Rückzahlungen in Höhe von 7000 Gulden vorgenommen wurden, die entgegen der der Devisenstelle angegebenen Bestimmung nicht zur Verzinsung bzw. Tilgung dieses Darlehens, sondern zum Teil zum Erwerb von Wertpapieren verwandt wurden. Nach der Anklage sind ferner ohne Genehmigung Kapitalrückzahlungen in Höhe von rund 30 000 Gulden unter Verwendung von Meß-Stipendien erfolgt. Trotzdem erhebliche Rückzahlungen auf die Schuldsumme bereits geleistet waren, wurde die Genehmigung zu Zins- Zahlungen für die volle Darlehenssumme e r - schlichen. Ein weiterer Betrag von 30 000 Mark soll mit Hilfe der Unioersumbank Münster nach Holland verschoben worben sein und in Dollarbonds und JG.-Farben-Aktien Anlage gefunden haben. Es gelang jedoch, diese Papiere sicherzustellen. Die österreichische Ordensprovinz erhielt ein nichtgenehmigtes Darlehen von 15 000 Mark, das in Zinsscheinen österreichischer Werte zurückgezahlt wurde. Auch diese Werte wanderten ins Ausland. Weiter sieht die Anklage noch eine Verschiebung von 105 000 Mark nach Holland als erwiesen an, welcher Betrag gleichfalls von Aigner zum Ankauf von Wertpapieren verwendet wurde. Die angeschafften Wertpapiere wurden später in schwindelhafter Weise als angebliches „Geschenk eines holländischen Wohltäters" nach Deutschland hereingebracht. Nach über 13ftünbiger Verhandlungsdauer wurde der Angeklagte zu insgesamt vier Jahren Zuchthaus, 249 500 Mark Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Außerdem wird die Einziehung eines Betrages in Höhe von 134 200 Mark angeordnet. Für die Geldstrafe und den Wertersatz haftet die Redemptoristenkongregation. In der Begründung wies der Vorsitzende auf die Kompliziertheit der Fälle hin, die diesmal zur Aburteilung standen. Es läßt sich auf Anhieb nicht leugnen, daß dieses Verfahren in gewisser Weise absticht von anderen Prozessen gegen katholische Or- densgeistliche. Es handelt sich hier nicht darum, daß ein katholischer Geistlicher unter dem Deckmantel des Ordenskleides bares Geld über die Grenze geschmuggelt hat. Wenn das Gericht auf vier Jahre Zuchthaus gekommen ist, fo liegt das daran, daß hier eine ganze Reihe von Einzelfällen zur Aburteilung standen, die teils leichter, teils schwerer Natur sind. Das Gericht ist sich nicht im unklaren gewesen, daß der Angeklagte verantwortlich ift für feine Taten. Wenn er auch körperlich sehr fjerunter ist, fo zeigt doch die Geschicklichkeit, mit der er die Transaktionen durchführte, daß er auch über die strafrechtliche Seite feines Handelns durchaus im klaren mar. Reichsverband jüdischer Kulturbünde. Berlin, 5. August. (DNB.) Entsprechend den gesetzlichen Richtlinien hat der Reichsgefchäfts- führer der Kulturkammer Hans Hinkel als Sonderbeauftragter des Reichsministers Dr. Goebbels den künstlerisch und kulturell tätigen Vereinigungen jüdischer Staatsangehöriger die Auflage gemacht, sich bis jum 31. August 1935 im „R eichs- verband jüdischer Kulturbünde" zu- sammenzuschließen. Nur Lokalverbände, die dem Reichsoerband angehören und unter Leitung des Berliner Vorstandes dieses Reichsverbandes arbeiten wollen, können sich nach dem festgesetzten Ter- min noch künstlerisch und kulturell betätigen. Don dieser Maßnahme ausgenommen sind die jü- dischen Schulen und die Kultusgemein- den religiöser Art. Oie Bezeichnung PO. in Zukunft verboten. München, 6. Aug. (DNB) Der Stellver- treter des Führe rs hat, dem „Völkischen Be- obachter" zufolge, folgendes bestimmt: Der in einer Uebergangszeit geprägte Begriff PO. (Politische Or- ganisatton) hat zu der Deutung Anlaß gegeben, daß die Politische Organisation eine „Gliederung" der Partei sei. Die NSDAP, ist in i.hrer Ge- la-mt cine politische Organisation, kann also keine „PO. als Gliederung haben, sondern ist das alle Parteigenossen zusammenfassende Kampf- Instrument des Führers. Ich verbiete daher die Verwendung der Bezeichnung „PO." Die Bezeich- nung „Politischer Leiter" bleibt felbstver- stündlich weiter in Gebrauch. Ritter von Epp zum General der Infanterie ernannt. München, 8.Aug, '». ?’Ä %'Ä Italien dementiert irgendwelche üon Kautschuk-Pflaster beschäftigt waren, bildete Anseibeal'si'chten alsbald ein einziges Flammenmeer. Die TO- r /wnm \ tmn einer Mädchen wurden durch Brandwunden schwer ver» . Nom, 6.Aug. (DM.) Das Gerücht vqn einer ( f ^ie Verletzten, die teilweise aus dem Fen- in England "achgesuchten Anleihe für Italien tft . & . zweiten Stockwerk gelegenen Arbeits- in Rom a m t l i ch d e m e n t i e r t worden. In der ^er^s im Zweit h ü n g e n waren, Erklärung wird ^ug genommim auf öie cn9Ilfä>® wurden durch die Sanitätskolonne in das Städtische Zeitung „Sun , bie bieses Gerücht verbreitet haben gebracht Drei ber Verletzten sind solle. Gleichzeitig bamit soll bas Blatt gemejhetPaf e? aeuJ Man nimmt an baß sich aus haben, baß bas Anleihegesuch abgelehnt worben fein U offen ft ebenben Benzinbehäl» s°ll- Zudem Dementi wird ausdrücklich feftgefteUt J J ^nta^ »Vn 3 in b ä m p \e ge bilbet daß Italien w e b er i n ß o n b o n n och 11 nJß a • ^ben, bie durch das Anzünden des Gas- r i s , noch in irgendeiner anderen Stadt einen An» f $ g r s QU| bem Arbeiterinnen ihren Kaffee trag zur Aufnahme einer Anleihe gestellt ober auf mollten, zur Explosion gekommen einen solchen Antrag eme Verweigerung erhalten Insgesamt befinhen sich noch 7 Verletzte im habe. Krankenhaus, barunter bie in Lebensgefahr fchwe» benhe Frau Elisabeth Kastner sowie bie etwa 25 --- Jahre alte Frau Elisabeth Nickel, bie beim Sunil unö TBiffenfebdft- Sprung burdj bas Fenster einen Wirbelsäulenbruch Eröffnung ber vierten ökumenischen Tagung A(f)f Todesopfer in einem schlesischen Vasallbruch, der Luther-Akademie. Basaltbruch bes Basaltschotter, unb Ebelsplitt. Unter starker Beteiligung aus Deutschlanb unb welkes Taschenhof bei Golbberg lockerte sich zahlreichen lutherischen ßänbern würbe am Sonn- eine Felswanb, unb bie Gesteinsmassen stürzten m tag bie 4. ökumenische Hochschultagung ber ßuther- bie Tiefe. Insgesamt würben 39 Arbeiter verschüttet. Erst in ben späten Abenbstunben gelang es, bte hrei letzten Verschütteten zu bergen. Ein Steinarbeiter konnte lebenb geborgen werben, währenb bie beiben anberen bereits tot waren. Insgesamt hat bas Unglück acht Tobesopfer geforbert. Das Unglück soll baburch entftanben sein, baß ein Arbeiter eine Zünbschnur von einem Sprengschuß, ber bei ber letzten Sprengung eingebaut worden war unb seinerzeit nicht zur Entzünbung gekommen ist, angünbete. Ein anherer Arbeiter, ber bas \aq, versuchte bie Zünbschnur abzureißen, jeboch war es bereits zu spät. Die Flammen hatten sich schon weiter geftessen unb bevor sich bie Arbeiter noch in Sicherheit bringen konnten, ging ber Schuß los. Etwa 10000 bis 12000 Kubikmeter Gesteinsmassen brachen auf hie obere Sohle herunter unb verschütteten bie hort beschäftigten Arbel» ter. Die Wucht ber Gesteinsmassen war so groß, baß große Gesteinstücke auf bie 60 Meter tiefer Hegenbe untere Sohle herunterstürzten. Die hort beschäftigten Arbeiter würben zum Teil von ben herabgestürzten Gesteinsmassen verschüttet. Hier war ber größte Teil her Schwerverletzten zu bergen. Aerzte, Sanitäts» kolonnen, Arbeitsbienst unb Feuerwehren trafen rasch nach dem Bekanntwerben bes Unglücks ein. Zuchthausstrafen für Devisenverbrecher. Berlin, 5. August (DNB.) Um ben Totalitäts- gebanfen her Partei zum Ausbruck zu bringen, unb daburch bie geschlossene Front ber Bewegung im Kampfe gegen Reaktion unb offene unb versteckte Feinbe bes Staates unb ber nationalsozialistischen Weltanschauung zu stärken, löst sich her Schlageter- । u, c kel 15 bd ; Tiere 20 lleberftani settwaren. ; Viertel Hammel, Kilogramm -74. Bill' 68, c) 50 74. Kalb- isch b) 75 ffettwaren. Zentimeter !3. Markt« 'M- "W. 41'8 54- 16,4?? 168-^ 19,5» 11,7« Handball: Gießen-Marburg 10:10 (6:6). Diese Begegnung brachte eigentlich mehr als man erwartet hatte. Die Mannschaften traten mit je einer Ausnahme in der angekündigten Aufstellung an. Bei Gießen spielte für Berg Hermann und Marburg hatte für Beaupain Wagner eingestellt An Stelle von Robanus leitete Schiriobmann Drolsbach das Spiel zur beiderseitigen Zufriedenheit. , ,v £1 .. _ .. Zu Beginn spielten beide Mannschaften äußerst nervös und zerfahren, bis Gießen die Führung übernahm. Don diesem Augenblick an sah es sogar so aus, als ob es einen hohen Sieg geben sollte, zumal Gießen bald darauf bereits 2:0 führte. Doch die Freude währte nicht lange. Marburg hatte durch eine schöne Einzelleistung ein Tor aufgeholt und konnte das Ergebnis sogar wenig spater gleichstellen. Dann gab es verteiltes Feldspiel, bei dem Gießen im Sturm, Marburg dagegen m der Hintermannschaft dominierte Gerade die Gießener Hintermannschaft zeigte bedenkliche Schwächen und hätte manchen Erfolg verhindern können Darauf ist auch vor allem das Unentschie- den der 1. Hälfte zurückzuführen. Nach der Pause ging Marburg in Führung, 63-34 8b'9 1 93,75 V S). Mou M ?- har. m U6, W. r n 99,25, 'm,so, )°. Licht Mechanik 110,50, 135,50, • Lloyd Oie Ergebnisse bei den militärischen Hindernisläufen, Leichte TNaschinengewehre: 1. Sieger 7. Kompanie, Zeit: 1.23,4 Minuten; 2. 1. Komp., 1.32,6; 3. 5. Komp., 1.34,2 Minuten. Schwere TNaschinengewehre: 1. Sieger 8. Kompanie, Unteroffizier Maid, Zeit: 1.43; 2. 4. Komp., Uffz. Keller, 1.43,1; 3 8. Komp., Uffz. Zimmer, 1.48,9. TNinenwerfer: 1. Sieger 4. Mannschaft, Uffz. Löser; 2. dritte Mannschaft, Uffz. Wehrmann. ßlachkombinationen. Die Angriffsreihe war aber vi Mündig schußunfähig. Bei den hiesigen Vertretern Ina das Spiel höher, es war aber wuchtiger, wie üh erhaupt die ganze Elf sich durch größere Schnei- liakeit auszeichnete. Der Sturm war geschickt aufge- t llt. Das schnelle und klare Erfassen der Situation oo-r dem gegnerischen Tore war ein Hauptmerkmal bi-9 Gießener Angriffs. Bingel (Bissenberg) ent- puppte sich neben Wohlgemuth als ein äußerst tuch- tiaer Torschütze der drei Treffer auf sein Konto Machte. Die Gießener Hintermannschaft war dem ««wachen Angriff der Gäste jederzeit gewachsen. Sie murbe kaum vor große Aufgaben gestellt. Aus dem Spielverlauf ist zu sagen, daß bi i verteiltem Spiel das Friedberger Tor viel öfters ij große Gefahr geriet. Neben zwei Ecken wurde a-er von den einheimischen Vertretern nur ein Tor erhielt und zwar durch den Mittelstürmer Wohlge- iriutb (Wetzlar), der einen Strafstoß prachtvoll hoch irs Netz schoß. Ein an sich verwirkter Foulelfmeter Mb der Spielleiter Hohmann nicht. 9 Nach Wiederbeginn ist Gießen sogleich forsch im Angriff. Bingel setzt auch sofort den Ball zum 2:0 in d« Maschen und das stärkte den Aasigen den Mcken. Die Friedberger konnten das Geschick auch nicht mehr bannen, als Wohlgemuth aus werter Em- hrnung mit einem hohen Ball den Herausgelaufe. mußte sich aber bald den Ausgleich gefallen lassen. Das war das Signal für einen Generalangriff für Gießen, der dann auch durch ein schönes Zusammenspiel drei Tore einbrachte. Aber auch Marburg setzte jetzt alles auf eine Karte und im Endspurt gelang der Ausgleich. Vor einer großen Zuschauermenge haben beide Mannschaften ritterlich gekämpft und sicher für den Handball geworben. Man möchte sich öfters, gerade in den kommenden Verbandsspielen, solch' schöne Spiele wünschen. Radrennen Kassel—Gießen Am Sonntag kurz vor 8 Uhr waren die ersten Radfahrer am Ziel des Straßenrennens Kassel — Gießen am Schützenhaus angelangt, wo sie eine beträchtliche Anzahl von Sportfreunden erwartete. Am Ziel warteten der Gauführer des Gaues XII der Radfahrer Eckert-Kassel und Bezirksstraßenfahrwart Deibel- Gießen ihres Amtes. Infolge der Dunkelheit konnten die Radler erst 4.20 Uhr von Park Schönfeld in Kassel starten. Bei windigem aber doch sehr günstigem Wetter wurden gute Zeitep ge- fahren. Die Marburger Straße über die Moltke- straße und die Kaiserallee trafen als Erste um 7:56,30 Uhr ein: Trumm, Reichsbahn-Kassel; Kuschten und N ü ch t e r, Fulda 07, sowie N e u- feld, Kassel. Sie fuhren die 120 Kilometer lange Strecke in 3.36 Stunden aus. Mit geringem Abstand kam Deubel-Kassel um 7:56,55 Uhr an, während die weiteren Teilnehmer in Abständen durchras Ziel gingen. Oie Schützen im Wettkamps Die Schützen beteiligten sich überraschend stark am Gaufest. Am Kleinkaliberschießen nahmen nicht we- Niger denn 21 Mannschaften teil. Im Wehrmann- schießen lagen fünf Mannschaften im LVettbewerb und im Wehrsportschießen vier Mannschaften. Zum Einzelschießen starteten etwa 230 Schützen für Klein- kaliber und 63 auf Wehrmann. Ursprünglich hoffte man auch hier die Kämpfe am Samstag durchfühnen Torhüter der Gäste erneut schlug. Gießen hatte jetzt weit mehr vom Spiel und fand seinen Lohn durch zwei prächtige Tore, die der Bissenberger Bingel nach gutem Zusammenwirken erzielte. Die Friedberger konnten zwar jetzt das Eckenverhältnis mit 4:4 gleichziehen, am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr. Die Gießener haben einen feinen hohen Sieg errungen, obwohl die Spieldauer nur 2 mal 30 Minuten währte. Spielleiter Hohmann-Gießen leitete unauffällig. Er war vor keine schwere Auf- Oie Kämpfe im weißen Sport. Der Samstag. Die Kämpfe wurden bereits am Samstaa so oZitgehend gefördert, daß mit einer einzigen Aus- rihme in sämtlichen Konkurrenzen die Vorschluß- ttnbengegner feststehen. Im Männer-Einzel Llasse A hatte Hamel (Hanau) bereits die kchlußrunde erreicht; sein Gegner wird aus dem jbmpf Tüscher II. (Kassel) gegen Pfad (Bad-Nau- h,äm) ermittelt. Tüscher schlug um den Eintritt in ds Vorschlußrunde in einem temperamentvoll gefierten Kampf Neugebauer (Kassel) 7:5, 7:5, nährend Pfad über Dr. Kirchner (Gießen) 62, 6:4 siegreich blieb. — Das Männer-Ei n- asl Klasse B wurde bereits zu Ende geführt. Si der Schlußrunde siegte Bachmann (Bad Wil- bungen) über Berger (Idstein) 6:0, 6:0. — Im ßrauen-Einzel steht Frl. Hamel (Hanau), über Frau Höhmann (Kassel) nach Kamps 63, 6:4 siegte, in der Schlußrunde, die sie gegen ts Siegerin aus dem Kampf Frau E y e r (Bad- Duheim) gegen Frl. Berg (Gießen) zu bestreiten Lt. — Einen besonders interessanten Kampf wird 6e Schlußrunde des Männer-Doppels drin- en, in der man die Paare H a m e l - P s a d und Büscher-Neugebauer erwartet. — Im fyr a u e n • und Männer-Doppel steht das H^ar Hamel-Hamel nach ganz überlegen geführten Kämpfen bereits in der Schlußrunde. Gleiche Chan- cm, diese zu erreichen, haben die Paare Frau Eyer- ss ad, Frl. Berg-Neugebauer und Frau Höhmann- Züscher. Die Schlußkampfe am Sonntag. «Im Männer-Einzel Klasse A erkämpfte sih Pfad (Bad-Nauheim) den Platz in der Schluh- r.rnde durch einen 6:3-, 6:2-Sieg über Tüscher II. (iasset). Den Endkampf gewann Hamel (Hanau) pich beiderseitig hervorragenden Leistungen sicher ir er Pfad mit 6:2, 6:4. — Das Männer- Loppel sah ebenfalls das Favoritenpaar H a - r e l - P f a d als sicheren Sieger über Tüscher- Üeugebauer mit 6:4, 6:4. — Das Frauen- (iinzel gewann Frl. Hamel (Hanau) gegen 5~au Eyer (Bad-Nauheim) 6:4, 6:4 nach hartem L iderstand der Letztgenannten. Die Berechttgung, im Frauen- und Män- v» r - D o p p e l, die Schlußrunde gegen das Gest wisterpaar Hamel-Hamel zu bestreiten, erkämpfte sch das Paar Frau Eyer-Pfad durch einen Sieg ir-er die Kasseler Frau Höhmann-Tüscher. Im Echlußkamps erwiesen sich die Geschwister H a m e l, rcht zuletzt infolge des wirkungsvollen Netzspiels n:n Frl. Hamel, dem Paar Frau Eyer-Pfad über» [(gen und gewannen sicher mit 6:2, 6:3. Fußball beim I. Gaufest. Kreis Gießen — kreis Friedberg 5:0 (2:0). ldegroß. "de von r Land. n Geld, Winter« «n Ab- ? Hafer * tleu. en3 Wib Mirage faltige sowie daneben en Prei- und be> l SU Ta. i, notiert, übrige je 10, ÜZ13 R15163, Mühlen -j Hafer Station. 3 Mark .Nflen- 13 24,30, 1,70 plus ehl 16,75 leie W13 ,20, R15 ■ Treber artoffeln: end 4,60, 1,20. Ten. Das Treffen begann vielversprechend. Es war euer jedem klar, daß das beiderseits vorgelegte T mpo nicht durchgehalten werden konnte. Jede ’jnrtei hatte in der vorgesehenen Aufstellung eine rl’-ine Aenderung getroffen. So spielte bei Gießen fitr den erkrankten Mittelläufer Heilmann Knauß D m DfB.-Reichsbahn und bei Friedberg war Witt- ^Di^ ,@äfteDrdeigt?n ^im^ganzen^^ielvÄa^f die gäbe gestellt',' denn das Spiel verlief sehr fair und o. sgeprägtere Ballbehandlung und schöne exakte hätte großen Propagandawert. (Id. 1846 Gießen), die zum Gaufest ein Werbespiel gegen den Tv. Philippstem austrug und sicher gewann. ren und zu Ende führen zu können. Das gelang jedoch in Anbetracht der starken Teilnehmerzahl nicht. Die Wetterlage war dem Schießen im allgemeinen nicht ungünstig. Obwohl viele der Teilnehmer schon zu frühester Stunde zur Reise nach Gießen aufbrechen mußten und kaum Zeit hatten zum Essen zu gehen, war doch alles lustig und guter Dinge und die Schießergebnisse waren mit wenigen Ausnahmen ausgezeichnet. Die Kleinkaliberschützen hatten auf 50 Meter je fünf Schuß liegend, kniend und stehend freihändig abzugeben, die Wehrmannsschützen schossen in der gleichen Weise auf eine Entfernung von 175 Meter, die Wehrsportschützen hatten 15 Schuß liegend freihändig abzugeben und für das Olympia-Schießen mußten 40 Schuß liegend freihändig abgegeben werden. Zum Pistolen-Schießen hatten sich nur neun Einzelschützen gemeldet. Die Wettkämpfe konnten am Samstag schon sehr gefördert werden. Am Sonntag früh um 7 Uhr ging der Wettkampf sofort auf vielen Ständen weiter. Besonders an den Kleinkaliberständen herrschte starker Betrieb. Er- wähnenswert ist die dankbar begrüßte Unterstützung des Wettkampfes durch die Soldaten, die beim Schreiben und in der Deckung ausdauernd behilflich waren. Hinsichtlich der Ergebnisse der Schießwett- kämpfe sei auf die vorläufige Ergebnisliste hingewiesen. „m. N___ Dotierung 0,667 41,93 0,141 3,053 54, 9 47,05 12,W 5,42 16,455 168,42 20,37 0,7 5,696 61,79 49,0 11, 63,38 81,2 34, 10,31 2,480 WWkN.^W Dreikampf-Aktersturner (33 bis 39 Jahre): 1. Groß, Tgmd. Friedberg 52 P.; 2. Janke, CT. Kassel, 51 P.: 3. Müller Tgmd. Friedberg, 50; 12. Volz, Lich; Müln, Postsportverein, 37 P. Dreikampf-Turner (über 40 Jahre): 1. Fink Lauterbach, 51 P.; 2. Cassel, Erich, ACT. Kassel; Siegert, Stockheim, 49; 6. Möller, Lauterbach, 41; 9. Ebeling, Alsfeld, 38; 10. Keßler, Lang-Gons, 37 Punkte. Sechskampf-Turner: 1. Jüngst, Tv. 46 Gießen, 81,8 P.; 2. Meyer, Tv. Großen-Lmden, 71,95 P. Sechskampf-Turnerinnen: 1. Malko- mesius, CT. Kassel, 98 P.; 2. Dietrich, Marburg 1860, 97; 3. Huisgen, Mecklar, 95P. Vierkampf-Turnerinnen (volkstümlich): 1. Röhmig, Mtv. Gießen, 87 P.; 2. Dülfer, CT. Kassel, 85; 3. Brehl, Tgmd. Fulda, 78; 7. Reinheimer, Friedberg, 71; 10. Schwarz, Friedberg, 64; 11. Luh, Butzbach, 63; 12. Schmidt, Mtv. Gießen, 62; 13. Petermann, Nidda; Kurr, Tgd. Friedberg, 61; 15. Luh, Gustel, VfB. Gießen; Lösch, 1900 Gießen; Sprengel, Bad-Nauheim; Jost, Tgmd. Fulda, 59; 16. Schimmel, 1846 Gießen; 21. Hahn, Klein- Linden, 51; 22. Fink, Kinzenbach, 50 Punkte. Neunkampf-Turnerinnen Oberstufe: 1. Gertenbach, Rothenditmold, 165 P.; 2. Schwarz, Dillenburg, 159 P.; 3. Weyel, Mtv. Gießen, Langbein, Butzbach, 155 P.; 4. Weller, Lauterbach, 152 P.; 6. Amend, Krofdorf, 148 P.; 12. Wiegandt, 1846 Gießen, Lißt, Lauterbach, 139 D.; 13. Schmieder, 1846 Gießen, 137 P.; 15. Möller, Lauterbach, Schmidt, Krofdorf, Wintterlin, 1846 Gießen, Obs- mann, Mtv. Gießen, 135 P.; 16. Erb, Wieseck, 134 P.; 17. Lotz, 1846 Gießen, Valentin, Krofdorf, 133 P.; 18. Weiß, Großen-Linden, 132 P. Neunkampf - Turnerinnen Unterstufe: 1. Gautier, 1837 Hanau, Schneider, Wetzlar, 156 P.; 2. Ruppel, Butzbach, Peter, Laubach, 150 P.; 4. Wagner, Lang-Göns, 148 P.; 6. Seim, Gießen, 146 P.; 8. Seim, Margarete, Mtv. Gießen, 144 P.; 9. Schmidt, Mtv. Gießen, 143 P.; 10. Koch, Alsfeld, 142 P.; 11. Georg, 1846 Gießen, 141 P.; 12. Wolf, Stockheim, Denker, Bad-Nauheim, Bock, Grünberg, 140 P.; 13. Michel, Grünberg, 139 P.; 14. Kappes, Grünberg, Lohrey, Büdingen, 138 P.; 17. Wehling, Anneliese, Wieseck, Reinstädtler, Henny, Heuchelheim, 135 P.; 18. Zollmann, Anneliese, Mtv. Gießen, Sack, Anna, Heuchelheim, 134 P.; 19. Sack, Erna, Heuchelheim, Paul, Luise, Homberg, 133 P. Die Mitarbeit im Rahmen des Gaufestes. Oie. völkische Aussprache. In einer stillen Ecke des Kampfplatzes, dort wo das vielgestaltige lebhafte Getriebe der Wettkämpfe eine Aussprache nicht störte, walteten die Dietwarte ihres Amtes. In kleinen Gruppen lag man zwanglos zusammen im Gras — eine wohltuende Entspannung inmitten der körperlichen Anstrengungen — und unterhielt sich nach freier deutscher Turnerart offen und ungezwungen über völkische Fragen. So mancher kam mißtrauisch und ablehnend an zu diesem Neuen, das man doch früher nicht gekannt hatte. Manch alter Turner stellte sich abwartend, über- leaen lächelnd hinrn. Wenn eine Gruppe dann nach Abschluß der Aussprache, nachdem noch ein Turnerlied gemeinsam gesungen worden war, weiter ging zu anderen Wettkämpfen, sah man es den strahlenden Augen an, daß die Aussprache die jungen Menschen begeistert hatte, daß ihnen der Austausch der Meinungen wohl getan hatte — man spürte es am Händedruck. Und der alte Turner, der von diesen Neuerungen nicht viel gehalten, fragte: „Warum haben wir uns früher nicht mit diesen Fragen beschäftigt?" Auf Anordnung und unter der Leitung des rührigen Gaudietwartes Vesper kamen in erster Linie folgende Hauptfragen zur Aussprache: 1. Friedrich Ludwig Jahn. 2. Wie zeigt sich rechtes Turnertum? 3. Welche Entwicklung nahm die Turnbewegung im Dritten Reich, und wie steht das neue Reich zu den Leibesübungen? 4. Wodurch verloren wir den Weltkrieg auf so unwürdige Weise, und welche Einbuße an Land und Volt hat Deutschland durch die Vergewaltigung von Versailles und St. Germain erlitten? 5. Die Entwicklung der NSDAP, und unser Führer Adolf Hitler. Ohne Ueberhebung kann man feststellen, daß die völkische Aussprache, an der auch zur Freude der jungen Turner der Reichsdietwart Kurt Münch aus Berlin teilgenommen hatte, ein voller Er- fola war. Der Reichsdietwart überzeugte sich von der Durchführung der völkischen Aussprache und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß man im Gau XII den Anfang gemacht hat, trotz allen Bedenken, die Volkstumsarbeit als Teil des Wettkampfes auf den grünen Rasen zu tragen. Dem Leiter des Dietwesens im Gau, Gaudietwart O. Vesper (Homberg a. d. O.), der die völkische Aussprache in der Riege zum erstenmal für die Wettkämpfer aus dem Hessengau (Fachamt 1) in den Wettkampfplan eingefügt hatte, standen für die Durchführung geeignete Helfer (Kampfrichter) in einer Reihe von Kreis-, Unterkreis- oder Vereins- dietwarten zur Verfügung, die sich in ihrem Amte nicht etwa als „Prüfer" aufspielten, sondern in einfühlender, durchaus kameradschaftlicher Weise sich ihrer Aufgabe entledigten. Wenn die Teilnehmer an der Aussprache die Parallele zogen zwischen der Zeit Jahns und unserer heutigen Zeit, wurde es ihnen klar, warum vor 125 Jahren schbn Jahn neben die körperliche Arbeit die Dietarbeit stellte, warum wir heute wieder dieses Gebiet in den Aufgabenbereich der Turn- und Sportbewegung eingereiht haben. Unsere Arbeit gilt damals wie heute der Ehre und Freiheit des Vaterlandes! Entbunden von der völkischen Aussprache in der Riege waren diejenigen Turner und Turnerinnen, die an den völkischen Gemeinschaftsdarbietungen einiger Turnkresse teilnahmen, die am Sonntag früh durchgeführt und als Kreisvorführungen gewertet wurden. Die Darbietungen zeigten wertvolle Volks- tumsarbeit in der Gemeinschaft. Kreis 8 Lahn-Dill hatte seine Feier unter den Festgedanken „Turnertum, Volkstum, Vaterland" gestellt, an dem sich alle teilnehmenden Turner in Lied und Sprechchor beteiligten. Unterkreis- dietwart Helmut Henrich hielt eine völkische Ansprache. Der Kreis 6, Waldeck, zeigte uns mit bodenständigen Volkstänzen unter dem Leitgedanken „Turnertum — Bauerntum" ein schönes Stück Waldecker Volkstum. Auch der Turnkreis 11, Wet- terau-Vogelsberg, bot Ausgezeichnetes mit der Vorführung „Die Wetterau in Lied und Tanz". Eine feine Gemeinschaftsarbeit boten die Turner und Turnerinnen des Kreises 10 Rhein-Taunus unter dem Leitwort „Wider den Ungeist". Auch für die Gemeinschaft^darbietungen der Kreise zeigte der Reichsdietwart lebhaftes Interesse. preisverteitung auf der Wassersuppe. Bester Pilot: der tödlich abgestürzte Oelhschner. Gestern vormittag wurde im Fliegerlager Wasserkuppe von Reichslustsportführer L o e r z e r die Preisverteilung vorgenommen. In der Wertungsgruppe Gesamtleistung schnitt die Luftsportlandesgruppe Dresden, der auch der Ehrenpreis des Reichsministers für Luftfahrt, General der Flieger Göring, zufiel, am besten vor den Luftsportlandesgruppen Stuttgart, Essen, Darmstadt und Hannover ab. In der Wertungsgruppe der besten Piloten liegt der inzwischen leider tödlich verunglückte Rekordsegelflieger O e l tz s ch n e r (Luftsportlanoesgruppe Dresden) mit etwa 2000 Punkten an der Spitze. Ihm folgen S p a e t e (Luftsportlandesgruppe Dresden), S t e i n h o f f (Luftsportlandesgruppe Darmstadt), B a r t a u n e (Luftsportlandesgruppe Hamburg), Peter Riedel (ReichsgruppeLufthansa) und Bräutigam (Luftsportlandesgruppe Dresden). In der Wenungsgruppe Mannschaftsdisziplin führt die Luftsportlandesgruppe Pommern vor den Luftsportlandesgruppen Dortmund und Darmstadt. Als beste Startmannsckaft gingen aus dem „Rennen" hervor vier Mannschaften der Luftsportlandesgruppe D a r m st a d t, dann je eine Startmannschaft der Luftsportlandesgruppe Dortmund und Pommern. In der Wertungsgruppe der besten Mannschaftsführer ergab sich folgende Reihenfolge: Oie Ergebnisse der Mehrkämpfe. Männer. Zwölfkampf Turner Sonderklasse: 1. Wedekindt, ACT. Kassel, 187; 2. Gergs, ACT. Kassel, 175; 3. Schiebeler, CT. Kassel, 174; 4. Schöff- mann, Wieseck, 171; 5. Seth, Großen-Linden, 163 Punkte. Zehnkampf Turner Sonderklasse: 1. R. Fink, Marburg, 177; 2. Wedekindt, ACT. Kassel, 170; 3. Busch, Limburg, 163; 4. Bieger, Limburg, 159; 5. Seth, Großen-Linden, 158; 6. Schöff- mann, Wieseck, 153; 7. Gergs, ACT. Kassel, 152; 8. Schiebeler, CT, Kassel, 151; 9. Fluck, Limburg, 149; 10. Bettin, Wieseck, 145 Punkte. Zwölfkampf Turner Oberstufe: 1. Herbert, (Arbeitsmann 5/222), 1846 Gießen, 201; 2. Kreuter, Merkenbach, 199; 3. Schick, 1846 Gießen, 198; 4. Fink, CT. Kassel, 190; 5. H. Herbert, Gie- ßen, 183; 6. Butti, Sinn, 182; 7. Leineweber, Treis, 175; 8. Seipp, Großen-Linden, 174; 9. E. Valentin, Kesselstadt, 173; 10. Rohrbach, CT. Kassel, 172 D. Neunkampf Altersturner (33 bis 39 I.): 1. Best, Wetzlar, 155; 2. Keller, Burgsolms, 153; 3. Kreiling, Wieseck, 143; 6. Apel, Lollar, 130; 7. Zipse, Watzenborn-Steinberg, 129; 8. Kraft, Alsfeld, 126 Punkte. Neunkampf Altersturner (über 40 I): 1. Meier, Bad-Nauheim, 156; 2. Günther, Niederzwehren, 150; 3. Menke, Hofgeismar, 148; 4. Thöt, Alsfeld, 146; 8. Södler, Lauterbach, 138 Punkte. Hessenkampf: 1. Reuter, 1846 Gießen, 141; 2. Knapp, Weilburg 1848, Bäbler, Weilburg 1848, je 138; 3. Franke, ACT. Kassel, 130; 4. Sinnwell, Bad-Nauheim, 118; 6. Malkomesius, CT. Kassel, 116; 7. Heim, 13. Komp., 115; 10. Geier, Atzbach, 101 P. Zwölfkampf — Unterstufe: 1. Griesel, Ph., Nieder-Zwehren, 194 P.; 2. Ebert, Friedrich, Bischofsheim, 191 P.; 3. Pfeffer, Adam, Nieder- Zwehren, 189 P.; 5. Schöndorf, Karl, Gießen 1846, 185 P.; 7. Vogt, Hans, 1846 Gießen; Bierau, W., 1883 Lollar, 183 P.; 9. Adolf Leib, Krofdorf, 181 P.; 10. Werner, Willi, Wieseck, 179 P.; 11. Ellermeier, Willi, 1846 Gießen, 178 P.; 12. Hardt, Max, 1846 Gießen, 177 P.; 16. Moos, Wilh., Lollar; Hettche, Ludwig, Lollar; Peter, Otto, Groß-Eichen, 173 P.; 18. Dern, Willi, Lang-Göns, 170 P.; 20. Habermehl, Hch., Leihgestern, 169 P.; 21. Gutbub, Herrn., 1846 Gießen; Weller, Heinrich, Atzbach; Faber, Kurt, Großen-Linden, 168 P.; 22. Röhrs- heim, Wilh., Krofdorf; Lepper, Willi, Waldgirmes, 167 Punkte. Zehnkampf — Jugend: 1. Bingel, 1846 Gießen, 162 P.; 2. Weiß, Münzenberg, 158 P.; 3. Schmadel, Grünberg; Wittekind, Büdingen; Berghäuser, Spgm. 03 Wetzlar, 157 P.; 5. Wagner, Krofdorf, 155 P.; 9. Schäfer, Wieseck, 149 P.; 10. Stamm, Waldgirmes; Weiß, Großen-Linden, 148 P.; 11. Fischer, Großen-Linden; Schorge, Großen-Linden, 147 P.; 12. Breszinski, Butzbach, 146 P.; 14. Kreiling, Wieseck, 144 P.; 15. Rinn, Heuchelheim; Jmmel, Wieseck, 143 P.; 16. Fleischmann, 1846 Gießen, 142 P.; 19. Weisel, Gambach, 139 Punkte. Fünfkampf Turner Oberstufe (volkstümlich): 1. Scheller, Fulda, 108 P.; 2. Fritz Peter, Lauterbach, 106; 3. Fritz Lüttge, Eschwege, 103; 5. Herrmann. Rb. Gießen, 97; 7. Mohl, Rb. Gießen 90; 8. Lindenstruth, Mtv. Gießen, 89; 12. Künstler, Tgm. Friedbera, Michels, 46 Gießen, je 85; 13. Jeyner, Tgm. Friedberg, 83; 16. Rühl, Beuern, 78; 17. Dietz, Mtv. Gießen, Stengel, Großen-Linden, je 78 P. Dreikampf Turner Unter st ufe (volkstümlich): 1. Will, Ruttershausen, 60 P.; 2. Hill, Mtv. Gießen, 58; 3. Stock, Lauterbach, 56; 4. Klun- kel, Lollar, 55; 5. Rebscher, 2. JR. Gießen, 54; 6. Eisentkeich, Friedbetg, Gefr. Nickel, 14. Komp. Gießen, 53; 8. Klein, Klein-Linden, 51; 9. Willi Wagner, Mtv. Gießen, Alfons Schnittchen, Gießen 2. Jnf.^Reg., je 50; 10. Heinrich Müller, Holzheim, 49; 11. Walter Geist, Nidda, Ludw. Ulm, Ässen- dorf-L., je 48; 12. Gg. Pieh, VfB.-Reichsbahn Gießen, Rudi Bender, Schotten, Helmuth Butt, Pohl-Göns, je 47; 13. Helmuth Diehls 1883 Lollar, 46; 14. Emil Becker, Ruttershausen, Walter Kraft, Dutenhofen, Karl Schmidt, Spv. 1900 Gießen, je 43 P. Dreikampf-Jugend: 1. Reitschmidt, Fritz, To. Wetzlar, 58 P.; 2. Uhl, Paul, Idstein, 57; 3. Roth, August, Ober-Mörlen, 55; 4. Buß, Karl, Gambach, 54; 6. Wöll, Helmuth, VfB.-R. Gießen, 52; 8. Klein, Egon, VfB.-R. Gießen, 50; 9. Schleenbecker Helmut Ruttershausen, 49; 10. Huste, Wilhelm, Mtv. Gießen; Ott Friedrich, Ruttershausen; Donderheid Hausen; Imhoff, Hans, Schotten, 48 P. Variete. Von Or. Johannes Günther. Wenn man fragt: „Gehen Sie gern ins Variete?", dann werden die einen antworten: „Selbstverständlich!" und die andern ro erbten den Kopf schütteln. Wenn man weiter fragt: „Warum?", dann werden die einen zugeben: „Weil wir uns im Variete prachtvoll amüsieren" und die andern werden, auf einiges Drängen hin, geltend machen: „Nein, wir haben nichts vom Variete; es mag fein, daß wir uns ein paar Stunden lang ganz gut unterhalten, aber wenn die Vorstellung vorbei ist, dann gehen wir leer nach Haus." Schließlich sehen die einen und die andern am Wesentlichen des Varietes vorbei. Das Wesentliche, das menschlich Wertvolle der Artisten-Leistung ist nämlich im Amüsement nicht erschöpft, es liegt vielleicht gar nicht im Gebiete des Amüsements, es ist so tief und so wichtig, daß man es wohl als einen Ertrag mit nach Haufe nehmen kann. Man sieht dem Artisten mit ernsteren Gedanken zu, wenn man sich vergegenwärtigt, eine wie schwierige Lehrzeit von Jugend an, wieviel schwere Probearbeit in dem frappierenden Trick steckt, ein wie mühevolles Leben ein Artist hat, der nachmittags und abends „arbeitet", ja, wie es in Amerika üblich ist, sogar auch noch vormittags auftreten muß, so daß im Ganzen vier bis fünf Vorstellungen heraus- kommen ... ein Uebermaß, aus dem es sich ergibt, daß die Artisten, die, wie man immer meint, so herrlich weit herumkommen, verhältnismäßig sehr wenig von den Sehenswürdigkeiten der Städte anschauen können. Es ist vielleicht schon bekannt, muß aber nochmals betont werden, daß der Artist in seinem Privatleben nicht der extragvagante Mensch ist, den manche in ihm vermuten mögen: um seine kühnen Tricks ausführen zu können, um seine Kräfte ganz zur Verfügung zu haben, muß er maßvoll fein und sich in strenger Zucht halten. Ich habe in so manche Artistenfamilie hineingesehen und stand mit Ehrfurcht vor dem Biedersinn, der da herrschte, auch vor der lauteren Erziehung, die ihren Kindern zuteil wurde. Aber das sind Erwägungen, die wir von uns hinzubringen; jedoch das Wesentliche liegt unmittelbar in der artistischen Leistung, in der Vorführung des Tricks selbst: Der Artist ist ein Sinnbild und hat, als Sinnbild, jedem etwas zu sagen, der seinem Berufe hingegeben ist; er ist ein Sinnbild für jeden ernst erfaßten Beruf. Er muß ganz bei der Sache sein. Denken wir an die Arbeit eines Luft-Akrobaten oder eines Jongleurs! Wie präzis müssen sie arbeiten! Eine falsche Bewegung, nur eine irrende Zuckung — und ihre Tricks können fehlgehen: der Luftakrobat kann in die Tiefe stürzen und tot fein oder dem Jongleur können feine Teller, feine Kugeln zu Boden rollen und er wird ausgelacht und das würde für ihn ebensoviel bedeuten wie Totfein! Für den Artisten ist Persönlichkeit und Arbeit eins. Wir sollten uns ein Beispiel an ihm nehmen. Präzision ist alles. Es mag fein, daß der Artist hier eine Einwendung macht, er wird sagen: Auch die Artisten find nicht immer präzis. Der Artist ist keine Maschine, kein Automat, er ist ein Mensch und er ist somit Schwankungen unterlegen. Kommt nun bei seiner Vorführung eine Modulation, eine Unebenheit, ja wohl ein kleiner Fehler vor, dann muß er sowiel Geistesgegenwart besitzen, daß er im weite- ren Verlauf des Kunststücks — es handelt sich manchmal um Sekunden — die Unebenheit ausgleicht. Daraufhin müssen wir aber sagen: dieser scheinbare Mangel an Präzision bringt eigentlich wieder nur einen Beweis für die Präzision, für die unbedingte Bereitschaft der ganzen persönlichen Kraft; denn auch durch kleine Schwankungen läßt sich der Artist nicht aus der Fassung bringen: auch bann setzte er noch sei Letztes dran, das Ziel zu vollenden. Durch diese Hinweise mag der, der sich im Da- rietä „amüsierte" oder wenigstens meinte, sich nur zu amüsieren, zu einem gehaltvollen Erlebnis vordringen, und der, der das Da- riete als etwas Gehaltloses ablehnte, mag nun vielleicht feine Meinung ändern, wenn er aufhorcht und wenn er tiefer blickt. Aber unsere Hinweise sollen nicht etwa das Lachen aus dem Variete verscheuchen. Bei Leibe nicht! Ein toternftes Gesicht im Zuschauerraum wäre etwas Schreckliches. Eine Heiterkeit auf klugem, ernstem Grunde — das wäre wohl die goldene Mittelstraße, die wir finden müßten. Das moderne Variete drängt darauf hin, die einzelnen „Nummern" aus der Starrheit, mit der sie früher vorgeführt wurden, zu erlöfen: die Nummern werden gelockert, geglättet und zwar durch Musik und Mimik, durch ausgebildete tänzerifche Eleganz, und vor allem und in allem durch Erfteu- lichkeit, durch Humor. So lesen Presco und Campo bei ihren halsbrecherischen Akrobatesken unentwegt Zeitung, Schiller und Jerome errichten einen Turm aus Tischen und kippeln obendrauf herum, bis sie mit dem Ungetüm hinstürzen. Ada Daros läßt sich von ihrem Partner am Fußgelenk packen und hochstemmen, macht auch sonst recht verwegene Luftkunststücke — oei all dem plappert und singt sie ihre kecken Reden und Lieder, die wir einer Frau sonst übelnähmen, wenn sie nicht durch ihre brillante Artistik eine vertrauensvolle Überlegenheit bewiese. Manche Artistentruppen, die durchaus „seriös" ar- beiten, haben einen Komiker bei sich, der im Kleide des Clowns zunächst täppisch, bann aber überlegen und könnend an ihren Nummern teilnimmt. Die Partnerin des Seiltänzers Collin verstellt sich als ungeschickte Seiltanzschülerin ... freilich verlangen diese „Ungeschicklichkeiten" auf dem Seil, bei denen es immer um ein Haar zum Absturz kommt, in Wirklichkeit eine überragende Könnerschaft. Eine neueste, aber nur erst schwach durchdringende Bestrebung des Varietes geht dahin, die einzelnen „Nummern" des Programms nicht hart aufeinander folgen zu lassen, sondern sie zueinander in Beziehung zu setzen, so daß wo möglich ein Stück aus dem andern auf Grund feiner artistischen Eigenart oder in einer angebeuteten Handlung herauswächst. Ja, mit ganz guten Publikumserfolgen, hat man schon sämtliche Nummern, die an einem Variete» Abend zu zeigen waren, in eine komödien- oder operettenhafte Handlung eingebaut. So versucht man auch in die Gesamtheit eines Variete-Ablaufs eine erfreuende ästhetische Form zu bringen, die den Zuschauer über ein rohes Amüsement hinaushebt. Ein Kaktus, der berauscht. An der Südgrenze von Texas und an der Nord- grenze von Mexiko findet sich unter den dort wachsenden Kakteenarten ein äußerlich ganz unscheinbarer Kaktus, der eine geheimnisvolle Zauberkraft birgt. Die Indianer nennen ihn Peyote, nach dem aztekischen Peyoll (Wurzel) und stellen daraus ein berauschendes Getränk dar, dessen Giftwirkung schon verschiedentlich von den Gelehrten er- Luftsportlandesgrupps Pommern, Luftsporö. landesgruppe Darmstadt und Luftsportlandesgruppe Dortmund. Die Kraftfahrer, die diesen Wettbewerb m hervorragender Weise mit entscheiden halfen, wurden wie folgt bewertet: Landesluftsportgruppe Darmstadt, Dortmund und Königsberg. Bei der' außerordentlichen Fülle von praktischen und wertvollen Ehrenpreisen, wie sie selten eint sportliche Veranstaltung im neuen Deutschland erlebte, konnte ebenfalls der größte Teil der diesjährigen Wettbewerbsteilnehmer bedacht werden. Deutscher Sieg im »Braunen Band-. Das nach dem Deutschen Derby wertvollste Rennen des deutschen Galopp-Rennsports, das „Braune Band von Deutschland" im Werte von 50 000 Mark erlebte am Sonntag in München seine Wiederholung. War im Vorjahre der reiche Preis durch „Tofanella" nach dem Auslande entführt worden, so gewann diesmal mit „Athanasius" unter Jockey E. Grabsch ein deutsches Pferd. Der aus Frankreich entsandte „Denver", der allgemein für unschlagbar gehalten worden war, enttäuschte restlos und endete weit ab geschlagen als Drittletzter. Dem Rennen wohnten Reichsstatthalter General Ritter von Epp als Vertreter des Führers, Oberbürgermeister F i e h l e r, Reichsleiter Bohrmann und General Adam bei. Deutsche §echt-Meisterschasten. Im Beisein zahlreicher Zuschauer nahmen am Sonntag die deutschen Fecht-Meisterschaften in Frankfurt ihren Anfang. Es wurde am ersten Tage um die Florett-Meisterschaften der Mannschaften und der Frauen gekämpft. Während im Mannschaftsfechten der Meister ermittelt werden konnte, wurden die Gefechte der Fechterinnen nur bis zur Vorschlußrunde gefördert. Meister im Mannschafts- Florettfechten wurde erwartungsgemäß wieder „Hermannia" Frankfurt, die in Lerdon, R o - [enbauer, Eifenecker und Jorawofki Die augenblicklich besten deutschen Fechter dieser Disziplin in ihren Reihen stehen hat. Als schärfster Gegner der Frankfurter zeigte sich der Offenbacher Tv., der schließlich den zweiten Platz belegte. Dis Ueberraschung war die Mannschaft des Ulmer Tv. mit Geiwitz an der Spitze, die den dritten Platz vor dem Wiesbadener Fechtklub erringen konnte. Eine Berufung vom Verwaltung««' gerichtshof verworfen. Zu Beginn des Monats Februar wurde vor dem Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen im 23er- waltungsstreitoerfahren gegen den Heinrich Hen - k e l von Londorf (Kreis Gießen) verhandelt, gegen den das Kreisamt Gießen den Antrag auf Untersagung seines Gewerbebetriebs gestellt hatte. Henkel betrieb (wir berichteten seinerzeit ausführlich darüber) Rechtsberatung und Vertretung der Interessenten bei Behörden, insbesondere erbot er sich, für verschuldete Landwirte das Entschuldungsoerfahren durchzuführen, obwohl er vom zuständigen Finanzamt, wie auch vom Amtsgericht in Grünberg als Vertreter in Rechtssachen nicht zu- gelassen und nicht anerkannt war. Der Provinzialausschuß hatte dem Antrag des Kreisamtes auf Untersagung des Gewerbebetriebes Henkel stattgegeben. Gegen diese Beschlußfassung legte Henkel Berufung ein, so daß die Angelegenheit nunmehr vor dem Derwaltungsgerichtshof in Darmstadt verhandelt werden mußte. Im Verlaufe der Verhandlui-- kam durch Zeugen, wie auch durch die Berichterstattung erneut zum Ausdruck, daß Henkel nicht der Mann fei, den man zur Rechtsvertretung als geeignet halten könne. In der Beweisaufnahme schilderte außerdem der Grünberger Oberamtsrichter die plötzliche Konkurserklärung der Firma Henkel mit einer Schuldenlast von etwa 120 000 Mark, die auch ein Strafverfahren wegen nicht ordnungsmäßiger Buchführung zur Folge hatte. Der Vertreter des Staatsinteresses hatte eine Erklärung übermittelt, in der er sich den Ausführungen des Provinzialausfchuhurteils und der Berufungsbeantwortung des Kreisamtes Gießen anschloß und die Abweisung der Berufung beantragte. Im Urteil des Verwaltungsgerichtshofes wurde die Berufung Henkels dann auch verworfen und damit das Urteil des Provinzialausschusses Oberhessen endgültig bestätigt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. forscht wurde. Der Genuß der Pflanze und ihrer Früchte ruft seltsame Rauschzustände hervor, die als ein Auftreten farbiger Visionen und ein Verlust des Zeitsinnes beschrieben werden. Die ersten Mitteilungen über den Genuß des Peyote reichen bis in die Zeit der Eroberung des Aztekenreiches durch Cortez zurück, und es darf angenommen werden, daß das Rauschmittel schon vor der Entdeckung Amerikas den Eingeborenen bekannt war und daß es bei religiösen Zeremonien verwendet wurde. Die nordamerikanischep Indianer haben den Peyote- gebrauch übernommen und einen eigenen Kult um ihn aufgebaut. So werden alljährlich große Feste abgehalten, bei denen einem Feuergott gehuldigt wird, der mit der Pflanze und ihrer Zauberwirkung in enge Verbindung gebracht wird. Meist dürfen nur die Männer den Peyote genießen. Mit bemaltem Gesicht tanzen sie um den Altar des Gottes, der mit Bildern, Fahnen und Spiegeln geschmückt ist. Kranke Frauen und Kinder erhalten bisweilen getrocknete Stücke der Pflanze von dem Medizinmann, damit sie wieder gesund werden. Besonders feierlich sind die Bräuche beim Sammeln dieser geheimnisvollen Kakteenart. Die Angehörigen des Stammes der Huichols verlassen, in besondere Festgewänder gekleidet, ihre Wohnorte und wandern stundenlang über die dürren Steppen zur westlichen Sierra Madre, wobei sie sich noch besondere Entbehrungen auferlegen. Großer Jubel herrscht, wenn sie alsdann den ersten Peyote finden. Sie schneiden die Pflanzen dicht über dem Boden ab und zerteilen sie in Scheiben, die sie an der Luft trocknen. Der Genuß dieser Scheiben versetzt die Indianer alsdann in Rauschzustände, die von den Forschern nur durch Selbstversuche ergründet werden konnten. Der französische Chemiker Rouhier hat zu diesem Zweck wiederholt Peyote in derselben Weise wie die Indianer genossen und berichtet, daß alsdann färben« vrächtige Bilder in lebhafter Bewegung vor feinem Auge vorüberzogen. „Es ist unmöglich, die Stärke, die Pracht und Herrlichkeit dieser Erscheinungen zu beschreiben", versichert er. Allerdings ist es nicht ganz ungefährlich, solche Versuche zu machen, da man leicht dem Rauschgift verfallen kann. Jedenfalls kann man es aber begreifen, daß die Indianer diesen Zauberkaktus als eine „göttliche Pflanze" verehren und ihn in den Mittelpunkt kultischer Handlungen stellen. ruhen. V\i danach, ihr Herz zu erleichtern. i dem See funkelten. Der Mond zog seine silberne Lichtbahn. Von ihrem Bett aus konnte sie die himmlisch schöne Landschaft in dem tiefen Abendfrieden weithin überblicken, und langsam zog Ruhe in ihr gequältes Herz ein. Was war Menschenleid? Was war Menschenglück? Es ging vorüber, schneller als die Spur des Mondes in dem nächtlichen See. Ewig blieb nur das, was über allem Menschengetriebe stand. Sie faltete die Hände. Ein lautloses Gebet um Frieden quoll aus ihrem Herzen. Um Frieden für sich und den Mann, den sie über alles in der Welt liebte. rburger, u n uni kl. ien am [ten in Vage Wen ■ wIiwr. 1 konnte, ' bi- sw MschM wieder n, H awoskj er dieser schärfster senbacher egte. 5ie lmer Tv. Platz vor ante. Betrievsappell der städtischen Betriebsgemeinschasten n. mstagaav vor dm i im Aer. ich heu' 'erhandelt, trag auf ellt hatte, t ausführ, etung der erbot er huldungs- zustänoi. ericht in nicht zu- dooinzial' untes auf 'el stattge. fei Lern' mehr vor ! verhau« üchierstv nicht ba als geeit; rhme schil- amtsrichill tna henlkl Mark, b« orbnungs- Der Ler- Erklärung Mgen des irufungsbb fchloß uni beantragte, wurde die n und da- Oberheffe» SB'' if* *5 J iisv iS ■n ein» ’V . (Uüii Dieder. 13 burt vordem r Alte' 'Frank, lur un. Arbeitsamt zu wenden. Jetzt auch Schweinefleisch im eigenen Säst. DRB. Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat die Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse angewiesen, aus ihren Beständen in Zukunft neben Rindfleischkonfer- oen auch Schweinefleischdosen abzugeben. Diese können nicht nur, wie die Rindfleischdosen, im Gewicht von einem Kilo, sondern mit Rücksicht auf kleine Haushaltungen auch im Gewicht oon einem Pfund abgegeben werden. Der Kleinverkaufspreis für die Kilodose Schweinefleisch ist auf 1,60 Mark und für die Pfunddose auf 0,80 Mark festgesetzt worden. Der Absatz erfolgt bis auf weiteres nur durch die Mitglieder des Fleischverbandes und durch die Fleischwarenfabriken mit eigenen Läden. Die Schweinefleischkonserven enthalten, wie dis Rindfleischkonseroen, das „Fleisch im eigenen Säst" Erntezeit. Rings um Schloß Beltheim standen die Aecker in goldener Reife. Die Mähmaschine sang ihr Lied. Sensen rauschten singend durchs Korn. Auf Schloß Veltheim flatterte die kleine blaue Fahne mit dem Wappen der Veltheims: drei Aehren in rotem Felde — ein Zeichen, daß der Schloßherr zu Haufe war. Dietrich Veltheim war Ende Ium gebräunt und gekräftigt zurückgekehrt. Für die Freunde und Bekannten, die ihn nur flüchtig kannten, war er ganz der alte: sehnig, gesund und kraftvoll. Rur Karla Weckenroth sah an den Augen des Jugendfreundes: er war innerlich verwandelt, war seelisch noch krank. Sein klarer, offener Blick hatte etwas Hartes, und oft schien er im Gespräch ganz abwesend, schien an ganz andere Dinge zu denken. Heber Marlen zu sprechen, wagte sie nicht mehr. Sie hatte es einmal nach Dietrichs Rückkehr versucht. Da hatte er ihr ganz kurz gesagt: „Wenn du Wert darauf legst, daß unsere Jugendfreundschaft bestehen bleibt, dann bitte sprich mir nicht von Marlen." Dabei hatte er so unnahbar ausgesehen, daß Karla erschrocken verstummt war. Sie litt selbst unendlich unter diesem Zerwürfnis zwischen Marlen und Dietrich. Aber auch Marlen hatte ihr auf einen Brief hin geschrieben: ,Hch bitte Dich bei unserer Freundschaft, berühre diesen Punkt nicht. Es ist besser für uns alle. Der Zweck der Heirat ist erreicht — Dietrich ist Besitzer von Veltheim. Darüber hinaus ist nichts zwischen ihm und mir und kann nichts fein. Ich danke Dir für Deine liebe Einladung, zu Euch zu kommen. Aber Du wirst selbst einsehen: es ist ganz unmöglich, daß ich dort hinkomme. Erstens könnte ich Dietrich dort begegnen, zweitens aber würden die Leute sich noch mehr den Mund zerreißen. Sie werden es schon genug tun, weil ich nicht auf Schloß Veltheim bm. Unmöglich kann ich es Dietrich und mir antun, eine Stunde von ihm entfernt bei Euch zu wellen, ohne Schloß Veltheim zu betreten. Es muh fo bleiben, wie es ist. Und ich habe mich damit abgefunden." lFortsetzung folgt!) Tanzbändchen 50 Pfennig; das Preisschießen drei Schuß 10 Pfennig. Die Preise für die Speisen und Getränke sind sehr niedrig gehalten. Es wird deshalb jedem Volksgenossen möglich sein, das Sommerfest in Arnsburg zu besuchen. Für Omnibusverkehr von Gießen nach Kloster Arnsburg ist gesorgt. Großes Sommerfest am Sonntag, 11. August, in Kloster Arnsburg. Wie im Vorjahre, so veranstaltet die NS.-Gernein- schaft „Kraft durch Freude" auch in diesem Sommer ein großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Dabei wird das Gießener Stadttheater uns mit einem fröhlichen Freilichtspiel erfreuen („Waldfrieden" von Ludwig Thoma). Der Musikzug der Standarte 116 (35 Mann) wirkt mit und wird uns abends in der Ruine ein kleines Streichkonzert geben. Dieses Streichkonzert bei Fackelschein in der ehrwürdigen Kirchenruine hat im Vorjahre so starken Beifall gefunden, daß wir auch diesmal auf das Konzert großen Wert legen. Im übrigen werden alle Besucher bei Volksliedersingen, Musik und Tanz, bei Kinderfest und Preisschießen (und hoffentlich gutem Wetter) einen wirklich schönen Tag verleben. Der Einttitts- preis beträgt wie im Vorjahre, 30 Pfennig, das zur Einschnürung des deutschen Volkes auf seinen knappen Lebensraum. Es soll mit allen Mitteln die Rückkehr der Deutschen ins Reich verhindert werden, um ihm den deutschen Boden in Oesterreich nicht auszuhändigen müssen. Der Deutsche habe ein Anrecht aber auf den von deutscher Kultur erfüllten und mit deutschem Blut getränkten Boden. Der Redner sprach dann von der Kriegskamerad- schäft der Deutsch-Oesterreicher. Die hohen Verlustziffern bezeugten mehr als andere Beweismittel, wie tapfer und ehrenvoll der deutsche Volksgenosse auch in der österreichischen Armee seine Pflicht getan habe. Diese Opfer seien der beste Beweis für die Blut und Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen. Darum habe der Deutsche in Oesterreich auch ein Anrecht darauf, daß er im Reiche nicht vergessen werde, sondern daß der Innerdeutsche ihm den Rücken stärke, indem er sich geschlossen hinter den Führer stelle, und den Nationalsozialismus in seiner tiefsten Bedeutung lebe, in dem unerschütterlichen Glauben an die deutsche Kraft und in der hingebenden Liebe für das deutsche Volt. In einem Schlußwort dankte Oberbürgermeister Ritter dem Redner für die aufklärenden und fesselnden Ausführungen. Er unterstrich die Bedeutung seiner Worte und sagte, daß aus der Erkenntnis der Bedeutung unserer Aufgabe als Volk jedem einzelnen die Einsicht der" Größe seiner Pflicht zur Mitarbeit am Aufbau erwachsen möge, damit Deutschland wieder sich aufrichte und erstarke. Ein aufstrebendes Vaterland werde auch wieder ein wohlhabendes werden. Wenn auch infolge der Zerrüttung der letzten Jahre noch nicht alles so sein könne, wie es für den einzelnen wünschenswert wäre, so fei jeder gewiß, daß der Führer um die Nöte und Sorgen der Volksgenossen wisse und ihnen helfen werde, sobald es die Verhältnisse zuließen. Es müsse ein Schritt nach dem andern getan werden und wie der Glaube der wenigen Kämpfer durch den Sieg in Erfüllung gegangen sei, fo werde auch der Glaube des ganzen Volkes an eine bessere Zukunft Wirklichkeit werden. Den Dank an den Führer brachte Oberbürgermeister Ritter durch ein dreifaches „Sieg-Heil!" zum Aus- ’ druck, das einmütigen Widerhall fand. Das Horst- ■ Wessel-Lied und das Deutschlandlied beendeten die ' Feierstunde. iirer." Marlen lächelte schmerzlich: .Lieber Herr Doktor! Zwischen meinem Manne md mir ist nichts als Fremdheit. Nichts als Firnsein voneinander." .Um Gottes willen, Frau Marlen! Das schon zu'Beginn? Wie ist so etwas möglich? Schenken mir Ihr Vertrauen." imnrron inrtPtfe einen Augenblick. Sie sehnte sich Da sah sie aber Dietrich vom Hause Herkommen: „Ich kann jetzt nicht sprechen, Herr Doktor!" flüsterte sie. „Vielleicht schreibe ich Ihnen einmal und sage Ihnen alles." Doktor Langgisser sah Marlen fest und warm an: „Ich nehme das als ein Versprechen, Frau Marlen. Sie wissen, daß Sie in mir einen guten Freund haben. Wie geht es übrigens Fräulein Karla von Weckenroth?" fragte er absichtlich laut, als Veltheim jetzt herankam. Marlen begann hastig zu erzählen. Dietrich sollte nicht merken, welch Gespräch sie mit Doktor Langgisser gehabt hatte. Nun tarn auch Professor Berger zurück. Man setzte sich an den runden, schön gedeckten Tisch und begann zu speisen. Dietrich Veltheim war der aufmerksamste Wirt, den man sich denken konnte, und jetzt vor den anderen der ritterlichste Kavalier seiner jungen Frau gegenüber. Auch Marlen bemühte sich, keine Befangenheit aufkommen zu lassen. Wer diese Gruppe von vier Menschen jetzt hier sah, inmitten der blühenden Landschaft vor dem Tisch mit den erlesensten Speisen und dem funkelnden Wein, wer die heiteren Stimmen hörte, die lächelnden Gesichter erblickte, mußte glauben, keine Sorge könnte diese Menschen beschweren. Dietrich schlug bann noch eine Fahrt auf den Monte Salvatore vor, jenen majestätischen Berg oberhalb oon Lugano, von dem aus man die ganze Alpenkette in wunderbarer Größe sehen konnte. So vergingen die Stunden schnell und heiter. Gegen Abend verabschiedeten sich die beiden Herren von dem jungen Paar. Doktor Langgisser drückte Marlen noch einmal fest und bedeutungsvoll die Hand. Dann fuhren die beiden Herren nach Lugano zurück, während Dietrich und Marlen in Lugano blieben und sich zu ihrem Hotel zurückbegaben. 16. Kapitel. „Die Zimmer für die Herrschaften, bitte!" Der Oberkellner des Lugano-Hotels riß eilfertig die breiten Flügeltüren auf. Eine Flucht von drei Zimmern bot sich den Augen Dietrichs und Marlens. In der Mitte lag ein eleganter Wohnsalon mit seidenbezogenen Möbeln und schweren Teppichen. Die große Kristallkrone strahlte. Blumen dufteten in breiten Schalen auf dem Tisch und dem Kamin. Rechts und links sah man je ein Schlaft zimmer mit eleganten Messingbetten und eingebauten großen Marmorwaschtischen. Badezimmer befindet sich an jebem ber Schlafzimmer", sagte ber Oberkellner. „Wir hoffen, baß ' bie Herrschaften zufrieben sind. Gepäck haben wir ; bereits nach oben geschafft. Wünschen die Herrschaften noch irgend etwas?" i Fragend wandte sich Dietrich an Marlen: i „Hast du jetzt noch irgendwelche Befehle, Marlen? Nein?" । „Dann wünsche ich den Herrschaften, recht gut zu M sanden zuemanvek. Roman von Klothilde v. Stegmann. vrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.) 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! 3n dem Hotel, das an ber schönsten Stelle Lu- mos erbaut war, erwartete sie bereits das kleine Mtmahl. ... Man hatte den Tisch auf einer Terrasse gedeckt, tlt durch blühende Büsche oon den übrigen Hotel- rSimlichkeiten abgetrennt war. . . Während Dietrich mit dem Oberkellner noch emi- W besprach, Professor Berger langsam vor dem Mel auf und ab schlenderte, gelang es Doktor Longgisser, einige Worte allein mit Marlen zu Oberbürgermeister Ritter würdigte vor vollbesetztem Haus die SA.-Kamerad- schaft des Musikzuges als das Zeichen treuer Verbundenheit und opferfreudiger Bereitschaft und sprach den Wunsch aus, daß solcher Kameradschaftsgeist in alle Betriebe einkehren möge. Der Volksgenosse habe nicht nur ein Recht auf Arbeit, sondern auch ein Recht auf Anteil an den Kulturgütern. Hieraus sprach der Reichsredner des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande Herr Weinberger über den Kampf des Auslanddeutschen und feine Bedeutung für die deutsche Nation unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Deutsch-Oesterreich. Die Worte des Redners führten die Blicke über die Reichsgrenzen hinaus zu den Brüdern und Schwe- ftern deutscher Zunge und deutschen Blutes, die vor den Reichsgrenzen den Kampf um ihre Eigenart auszutragen haben. Es fei Aufgabe jedes einzelnen Volksgenossen, sich über die Bedeutung dieses Ringens um deutsche Art und deutschen Boden zu unterrichten, wie jeder Deutsche jenseits der Grenzen ein Recht darauf habe, vom Muiterlande nicht vergessen zu werden. Der Ausgang des Weltkrieges habe nicht nur das Reich der Habsburger in Trümmer gelegt, sondern auch in seiner ganzen Tendenz der Vernichtung des Deutschtums, den Brüdern in Oesterreich, großes Leid auferlegt. Für die Deutschen als die größte Gruppe fei beim Zusammenbruch Oesterreichs nur ein Raum von der Größe Bayerns geblieben, auf dem etwa 6,5 Millionen Menschen wohnten. Frankreich gestattete weder die Rückkehr zum Reich, noch den Namen: Deutsch-Oesterreich, so daß sich das neue Gebilde „Republik Oesterreich" nennen müsse. Der Kampf der überstaatlichen Mächte gegen den Anschluß Oesterreichs an das Reich, sei ein Kampf gegen das durch Den Nationalsozialismus wieder erstarkte Deutsche Reich. Es sei zugleich der Kampf Urlaubszug Schwarzwald—Feldberg-Geblel vom 10. bis 16. August. Die Fahrkarten zu dieser Fahrt können in den Dienststunden auf dem Büro, Schanzenstraße 18II, Zimmer 8, abgeholt werden. Der Zug fährt in Frankfurt ab 10.21 Uhr. Von Gießen nach Frankfurt kann jeder Anschlußzug benutzt werden. 3m Monat August finden folgende Omnibusfahrten statt: Am 18. August: eine Fahrt nach Königstein (Taunus); eine Fahrt ins Lahntal; eine Fahrt nach Ortenberg—Vogelsberg. Am 2 5. August: eine Burgen-Rundfahrt; eins Fahrt nach Edersee (Waldeck). Am Sonntag, 25. August, fährt die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" wie im Mai noch- mals nach Heidelberg. Der Fahrpreis beträgt einschl. Mittagessen 5 Mark. Anmeldeschluß am 17. August 1935. Urlaubszug Ur. IX/41 Allaau—Sonthofen vom 22. bis 30. August. Der Zug wird verdoppelt. Es werden daher noch Anmeldungen angenommen. Wir bitten um umgehende Erledigung. Krastwagenführer bei der Reichsbahn. Die Deutsche Reichsbahn unterhält auf den bereits fertiggefteUten Reichsautobahnen einen fahrplanmäßigen Personen-Kraftwagen-Verkehr. Aus Kreisen der Kraftfahrer, wie auch derer, die es werden wollen, taucht im Zusammenhang damit häufig die Frage auf: „Wo nimmt die Reichsbahn die Kraftwagenführer her?" Von der zuständigen Stells der Reichsbahndirektion Frankfurt erfahren wir darüber auf Anfrage folgendes: Die für die Reichsautobahnen erforderlichen Kraftwagenführer werden in erster Linie aus dem Personal der Reichsbahn entnommen, unter dem sich zahlreiche Kraftfahrer befinden, die bisher nicht in ihrem erlernten Beruf untergebracht werden konnten. Diese Kraftfahrer sind deshalb bei Bedarf zuerst zu berücksichtigen. Mit Neueinstellungen oon Kraftfahrern ist deshalb in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Außerdem muß die Reichsbahn bei sämtlichen Einstellungen das Arbeitsamt in Anspruch nehmen, dem die Auswahl der Arbeitskräfte überlassen ist. Allen Interessenten kann deshalb nur empfohlen werden, sich an das w.ß man sofort beseitigen. Ist erst einmal eine Entfremdung da, dann wird sie immer dunkler und Für die Gefolgschaftsmitglieder sämtlicher städtischen Betriebe und Verwaltungen fand am Samstag» mittag im Stadttheater ein Betriebsappell statt. Eine schlichte, aber schöne Bühnenausstattung bildete den wirksamen Hintergrund für die NSBO.-Fahnen und den Musikzug der SA.-Standarte 116, der unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann dem Betriebsappell die festliche Einleitung gab. Urlaubszug Ur. IX/40 Bodensee—Konstanz vom 16. bis 23. August. Der Gau Kurhessen stellt uns in seinem Zug nach Konstanz noch Plätze zur Verfügung. Wir können daher Anmeldungen für diesen Zug noch entgegennehmen. Das IHonaf»Programm von „Kraft durch Freude" Ist erschienen. Wie allmonatlich, so ist auch für diesen Monat das reichhaltige Programm für alle Veranstaltungen im Monat August erschienen und bei allen „Kraft durch Freude" - Warten und auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, zu haben. Preis 10 Pfennig.___________ Leise schloß der Oberkellner die Tür hinter sich. Marlen stand regungslos im Zimmer. „Willst du nicht ablegen?" fragte Dietrich höflich. Er half ihr aus dem Mantel. Es ging wie ein elektrischer Schlag durch ihren Körper. Schon trat er zurück. „Wenn du gestattest, daß ich einen Augenblick Platz nehme?" „Bitte!" Sie deutete auf einen Sessel und nahm ein wenig entfernt von ihm gleichfalls Platz. „Ich denke, es ist dir recht", begann Dietrich mit kühler Stimme, „wenn wir morgen früh abreifen. Um kein Aufsehen zu machen, bitte ich dich, den Zug mit mir bis Sankt Moritz zu benutzen. Wohin wünschest du zu gehen?" „Das — das weiß ich noch nicht!" sagte Marlen erstickt. „Aber sorge dich nicht darum. Ich werde mir meine Zukunft schon einrichten." „Davon bin ich überzeugt", gab er höflich zurück. „Du weißt, daß du in äußerer Beziehung völlig ohne Sorgen sein kannst. Ich habe mein Bankhaus in Dresden angewiesen, dir ein Konto zu eröffnen. Du wirst es noch schnell genug lernen, das Geld auszugeben. Es war doch das Ziel deiner Sehnsucht — nicht wahr?" Marlen zuckte zusammen. Wieder dieser schreckliche Hohn! Diese Verachtung! Mußte er ihr denn immer wieder sagen, was er von ihr dachte? Sie senkte den Kopf sehr tief, damit er den Schmerz in ihrem Gesicht nicht bemerkte. Nicht einmal ein Wort der Verteidigung findet sie!, dachte Dietrich. Wie häßlich das alles ist! „Also, morgen um zehn Uhr zwanzig Minuten geht unser Zug. Ich werde, wenn es dir recht ist, um neun Uhr für uns beide das Frühstück servieren lassen hier im Salon, damit wir kein Aufiehen erregen. Jedoch werde ich dich mit meiner Gegenwart nur behelligen, solange der Kellner im Zimmer ist. Wir werden uns dann erst in der Halle kurz vor der Abfahrt zusammenfinden. Alle weiteren Nachrichten, die unsere formelle Ehe betreffen, gehen dir durch Justizrat Niemann, meinen Sachwalter, zu. Ich wünsche dir eine gute Nacht." Noch einmal verbeugte er sich kurz. Dann schlugen die schweren Seidenvorhänge der Tür hinter ihm zu. Nun hörte Marlen, wie in seinem Schlafzimmer der Schlüssel herumgedreht wurde. Sie stand allein da. Allein, wie damals am Abend ihrer Verlobung. Aber jetzt hatte sie keine Tränen mehr. Es gab ein Leid, das größer war als alle Tränen. Mit schleppenden Schritten ging sie in ihr Schlafzimmer. Da klopfte es. Die Zofe, die mit dem Zuge von Locarno herübergekommen war, fragte, ob sie der gnädigen Frau behilflich sein durfte. „Nein, Gretchen! Ich brauche nichts! Gehen Sie nur schlafen." Langsam entkleidete sich Marlen und legte sich zu Bett Mit brennenden Augen starrte sie vor sich hin. Sie hatte das Fenster offengelassen. Lau und mild ___ fpiechen. _ _ .... ,— 1 Fräulein Korda, Verzeihung Frau Gräfin Sie und ih^' Men mich überrascht und erfreut über die glückliche Tpr, bie al-: $;nbung Ihres Lebens. Ich habe ost daran ge- fßerhift bes ^cht, wie es Ihnen wohl gehen mag. Nun treffe [ten W' ich Sie hier unter so veränderten und glücklichen cben bis Ü Dingungen wieder. Aber was haben Sie, Frau buti Gräfin?" unterbrach er sich erschrocken, denn em 2 werben rches Zucken ging um Marlens Mund: „ gntbeM .Bitte, nennen Sie mich nicht Frau Gräfin., arunbboi la Marlen. „Nennen Sie mich Marlen. Das würbe. Di' so vertraut von früher er. Und dabei Deren Mott' zche ich auch die Gegenwart." Mso Frau Marlen", meinte Doktor Langgisser Lu Fes! Iklzlich „Was ist Ihnen? Ich fühle es schon die aehulbi? -anze Zeit: irgend etwas steht zwischen Ihnen horrnittwi! HD Ihrem Gatten. Nehmen Sie es Nicht als Zu- >-.» dürsk' Dringlichkeit, sehen Sie es an als die Sorge Des (Jii beino!' Liztes, der alles Gute für feine Patienten wünscht, rankes bi! 0itif Veltheim ist mir aber nicht nur als Patient, jorbern auch als Mensch sehr viel geworden. Ich . ien lvi ßte kaum einen Mann, den ich wegen seines maul Charakters so schätzen könnte, wie ihn. Und Sie, ^Stlil fiiau Marlen — nun, Sie wissen ja, was ich von ö u-mni* Men halte. Da geht es mir naturgemäß nahe, r toinn zwei Menschen, wie Sie, beide zum vollen es I @|j(f bestimmt, wegen irgendwelcher Mißverständ- lau1' Me von Anfang an ihre Ehe nicht richtig aufbauen fW rvti ‘ löinen. Man muß sich vor dem ersten Schatten idjen v'b einer Ehegemeinschaft hüten, Frau Marlen. Den ...... * ■— ienn A ivL-- unb I, stE Al Nus der pwvinziathauptstadt. Hab' Zeit für deine Kinder! Don H. Glaß. Es ist leider häufig der Fall, daß die Mutter Hausfrau die Zeit an den Kindern spart, fo- t>aö diese nicht mehr so klein sind, daß sie fort- vchrend Hilfe brauchen. Wie ost wünschen ^ich die Rirber: „Bitte, spiel doch heute mit uns , ober „E-zähle uns eine Geschichte" ober „Bleibe heute einmal bei uns", unb wie ost heißt es bann: Km» b 1, wo benft ihr hin, ich habe keine Zett! Ich muß Wische legen, bas Abenbbrot anridjten, Strumpfe Wen ober einen Besuch machen." Alles anbere sch,int in diesem Augenblick wichtiger. Noch schlim- ine7 ist es wenn die Mutter den Kindern, um sie tu beruhigen, verspricht: „Ich spiele morgen mit m". Unb bann tut sie es boch nicht, weil sie Diberum keine Zeit hat. Bare sich boch jebe Mutter darüber klar, wie sie bwch dieses Nichtzeithaben den Seelen ihrer Kin- ber schadet. Freilich macht sich dieser Schaden large nicht bemerkbar und kommt auch den Kist- Sern selbst nicht recht zum Bewußtsein. Doch die Mutter verliert schließlich die innere Fühlung mit jhpn Kindern, die sie nur durch ein beständiges ii^eres und vor allem innerliches Antettnehmen iiy ihrem Leben gewinnen kann. Keine Zeit Ha- Ser heißt, die Kinder sich innerlich entfremden. Das Kind hat immer Bedürfnis nach Trost und Hör. Wir Erwachsenen machen uns gar keine Vor- stchung von der Größe und Wucht einer kindlichen (Enttäuschung. Die Ursachen des kindlichen Kum- mlrs erscheinen oft nicht schwerwiegend, aber Kinder leiden ebenso sehr darunter wie Erwachsene linier ihren Fehlschlägen, oft noch schwerer und hoffnungsloser, weil sie in ihrer kindlichen Unerfah- cecheit keinen Ausweg aus ihrer Not sehen. Hat nur die Mutter fortwährend keine Zeit, ihre Kin- Sei anzuhören und ihnen zu helfen, so wenden sie chr Vertrauen anderen Menschen zu. Vor allem 'ir werden stille, verschlossene Kinder noch ver- vssener und scheuer und schließlich innerlich ganz ei am. Es gibt viel mehr einsame Kinderseelen, alt man denkt. Erst wenn es zu spät, ist, kommt Dien Müttern zum Bewußtsein, daß sie das 23er» iruen ihrer Kinder nicht mehr ungeteilt besitzen. Denn könnte vielleicht der Augenblick eintreten, ivr die Kinder keine Zeit mehr für die Mutter len. Und das wäre eine schmerzliche Erkenntnis. Da heißt es Auswege finden. Vor allen Dingen sckte jeder Mutter oberster Grundsatz fein: Von ain Anforderungen, die an mich gestellt werden, si> meine Kinder das Wichtigste. Man soll ruhig eirnal eine Hausarbeit zurückstellen und mit den Ki-dern spazierengehen oder spielen. Die Mutter ka n dabei auch das Praktische mit dem Angeneh- ntn verbinden. Sie kann sich beim Nähen zu ihnen ejm und das Spiel beaufsichtigen und anregen. Uch mit der Näharbeit in der Hand kann man Ge- (legten erzählen oder ein Lied fingen. In anbe- rer Fällen ist es von Wert, bie Kinber mitarbeiten J taffen unb sie daburch zur Freube an ber Arbeit xii erziehen. Das schafft bie beglücfenbe Atmosphäre De* Vertrauens unb Geborgenseins. Me Unannehmlichkeiten, bie bas Zeithaben für Riiber mit sich bringt, werden tausendfach belohnt du ch die innere Verbundenheit zwischen Mutter un> Kind. Je mehr das schlimme Wort: „Ich habe ftne Zeit" aus ber Kinberstube verschwinbet, um fo megr fühlen sich bie Kinber glücklich, sie werben st? und stöhlich und können später an ihre son- ttite Jugend denken, an die Zeit der Sorglosigkeit ur> des Geborgenseins. pie öeutfdie Rrbcitefront n.S.=6cmeinf(haft „firaftdunh freute" Das Großfeuer in Geiß-Nidda Blick auf die Brandstätte. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) In der Not versuchte man unter unsäglichen Schwierigkeiten Wasser des 20 Minuten entfernten Bergwerksteiches am Bahnhof Geiß-Nidda herbeizuschaffen. Inzwischen hatte das Flammenmeer einen derart großen Umfang angenommen, daß man in der Verzweiflung teilweise den Inhalt der Iauchegruben zum Löschen benutzte. Unter den größten Anstrengungen der Ortsfeuerwehr, der Feuerwehren der Umgebung und der Motorspritzen der Feuerwehren von Gießen, Friedberg und Büdingen gelang es endlich, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Familie Gustav Beltz er ist völlig obdachlos geworden. Die vom Brandunglück Betroffenen, deren sämtliches Getreide bereits in den Scheunen geborgen war, sind bis auf Johannes D ö l l wohl gegen Brandschaden versichert, aber weit unter dem Wert. Ein erfreuliches Bild im Unglück bot die Beobachtung, wie die Ortsbewohner in echt verbundener Volksgemeinschaft für ihre geschädigten Mitbürger sowohl Wohnung und Nahrung, als auch für deren Vieh Ställe und Futter zur Verfügung stellen. 00 Nidda, 6. Aug. Zu dem gestern bereits gemeldeten Großfeuer in Geiß-Nidda ist noch folgendes nachzutragen: Am Sonntag gegen 23 Uhr entstand auf bis jetzt ungeklärte Weise in der Scheuer von Gustav B e l tz e r Feuer, das im Nu aus die angrenzenden Nachbarsscheunen übersprang und in den vollgefüllten Räumen reiche Nahrung fand. Mit Mühe und Not konnten die Leute, die größtenteils im ersten Schlafe lagen und erst durch den Feueralarm auf die große Gefahr aufmerksam wurden, das Großvieh retten, das man wegen der engen Raumverhältnisse blindlings losband und ins Freie laufen ließ. Bedauerlicherweise war durch das rasende Umsichgreifen des entfesselten Elementes eine Rettung von Gänsen, Hühnern, Tauben, Hasen und einem Zuchtschwein unmöglich. In erster Linie mußten die rasch herbeigeeilten Feuerwehren einer weiteren Verbreitung des wütenden Elementes vorbeugen. Mit einer Rettung der bereits brennenden Gebäude war nicht zu rechnen, zumal die vorhandene Wasserleitung mit ihrem geringen Druck nach kurzer Zeit versagte. Klasse V (Ziegen 1 Jahr alt): Karl Philippi IV., Steinberg, E; Heinrich Jost, Großen-Buseck, la; Karl Herzberger, Großen-Buseck, lb; Otto Jäger, Inheiden, 1c; Karl Klee, Holzheim, 2a; Georg Schäfer VI., Steinberg, 2b; Jakob Naumann, Laubach, 2c; Otto Jäger, Laubach, 2d; Hch. Rühl VI., Laubach, 2e; Wilh. Pfeiffer, Großen- Buseck, 2k; Georg Ludwig Stengel, Laubach, 3; Otto Jäger, Laubach, 3a; Hch. Klee, Holzheim, 3b; Karl Schneider, Utphe, 3c; Hch. Stengel I., Laubach, Hch. Rühl, Laubach, Otto Jäger Laubach, Wilhelm Kaiser, Bellersheim, Hch. Münch I., Großen-Buseck, Konrad Burkart, Ettingshausen, Karl Starck, Ettingshausen, Karl Schneider, Utphe, Hch. Rau IV., Hattenrod, Heinrich Scheld III., Harbach, alle A; Valentin Weppler, Harbach, zweimal A. Landkreis Gießen. * Lollar, 6. August. Gestern gegen 20 Uhr ereignete sich bei Kirchberg, unweit des Waldausganges, ein Au t o u n f a l l, der schlimmste Folgen nach sich ziehen konnte. In hoher Geschwindigkeit versuchte ein Personenkraftwagen, der von einer Dame gesteuert wurde, einen andern Kraftwagen zu überholen. Die Führerin des Autos schien jedoch dabei die Herrschaft über den Kraftwagen verloren zu haben. Das Auto geriet ins Schleudern und stürzte, sich mehrmals überschlagend, die Böschung hinab. Die Dame erlitt wie durch ein Wunder keinerlei Verletzungen. Ein Herr, der mit im Wagen saß, zog sich bei dem gefährlichen Sturz lediglich einige Fleischwunden zu. Der Kraftwagen, eine neue Opellimousine, wurde schwer beschädigt. Der Lenker des überholten Kraftwagens brachte den Verletzten zur ersten Hilfe zu einem Arzt nach Lollar. T Lollar, 4. Aug. Gestern abend fand im Gasthaus „Zum Schwanen" die Verleihung zubereitet, d. H. ohne jeden Zusatz von Wasser. Die Fleischkonserve ist auch deshalb besonders vorteilhaft für die Hausfrau, weil sie keine Knochen enthält, weil das Fleisch vor der Verarbeitung entsehnt worden ist und keiner längeren Zubereitung bedarf. Die Hausfrau soll sich bewußt sein, daß sie durch den Kauf der Konserven „Fleisch in eigenem Saft" ein Stück von volkswirtschaftlich wertvoller Mitarbeit leistet. Die Konservierung des Fleisches erfolgte im vergangenen Sommer und Herbst, als die Landwirtschaft infolge der durch die Dürre verursachten knappen Futtermittelernte mehr Vieh zum Verkauf brachte, als für den laufenden Fleischverbrauch benötigt wurde. Dadurch wurde ein völliger Zusammenbruch der für die Existenz der deutschen Landwirtschaft und Aufrechterhaltung der einheimischen Fleischerzeugung wichtigen Viehpreise verhindert. Heute helfen uns diese Fleischkonserven, die den Ueberfluß des vergangenen Jahres darstellen, Devisen für die Einfuhr von Vieh oder Fleisch zu sparen, die wir für die Rohstoffeinfuhr zur Arbeitsschlacht dringender brauchen. vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: NSG. .Kraft durch Freude": 19 bis 21 Uhr allgemeine Körperschule auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg, 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schämbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Erbe in Pretoria". Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 6. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 30, (gelb) 25 bis 35, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 40, Kartoffeln (neue) 7 bis 8 Pf., der Zentner 5,50 bis 6 Mark, Frühäpfel, das Pfund 30 bis 45 Pf., Falläpfel 8 dis 10, Pfirsiche 45 bis 55, Himbeeren 60, Brombeeren 45 bis 50, Birnen 15 bis 50, Heidelbeeren 40 bis 45, Stachelbeeren 25 bis 30, Johannisbeeren 25, Pflaumen 30 bis 35, Zwetschen 35 bis 45, Mirabellen 35 bis 45, Reine- Hauben 35, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 1V2 bis 5, Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Suppengrün 5 dis 8, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * "LichtbildaufdenMusterungsaus- weis! Die gemusterten Dienstpflichtigen werden darauf hingewiesen, daß sie verpflichtet sind, sich ein Lichtbild zu beschaffen und auf ihrem Muste- rungsausweis anbringen zu lassen. Die Anbringung und Abstempelung erfolgt auf den zuständigen Polizeirevieren. Musterungsausweise ohne polizeilich abgestempeltes Lichtbild sind ungültig. **DieBrieftaubenvereinigungGie- ß e n ließ am Sonntag den ersten Flug ihrer Jungbrieftauben von der Gemarkung Großen-Linden aus auf. Das Wetter war der Veranstaltung günstig. Die nächste Reise wird die jungen Brieftauben voraussichtlich von Friedberg aus nach Gießen zurückführen. Schweine- und Ziegenmarkt in Hungen. (D Hungen, 5.August. Zu dem heute hier dbgehaltenen Ferkel- und Ziegenmarkt waren ausgetrieben: 406 Ferkel und 180 Ziegen. Der Handel auf dem Ferkelmarkt war gut, es verblieb wenig Ueberstand. Es kosteten: bis zu sechs Wochen alte Ferkel 17 bis 20 Mark; sechs bis sieben Wochen alte 20 bis 22 Mark; sieben bis acht Wochen alte 23 bis 25 Mark; acht bis neun Wochen alte 25 bis 27 Mark; neun bis zehn Wochen alte bis zu 30 Mark. Auf dem Z i e g e n m a r k t wurden in öffentlicher Versteigerung 82 Jungböcke von 80 bis 250 Mark je Stück verkauft. Mit dem Ziegenmarkt war eine Prämiierung von Ziegen verbunden, die folgendes Ergebnis hatte: Klasse I (Böcke 2 Jahre und älter): Gemeinde Watzenborn-Steinberg la; Gemeinde Holzheim lb; Gemeinde Hattenrod 2a; Gemeinde Laubach 2b und 2c; Gemeinde Harbach 3a; Gemeinde Lang-Göns 3b; Gemeinde Ettingshausen A der Ehrenkreuze im Rahmen Mer schlichtes Feier statt. Nach einleitenden Musikstücken der SA.. Kapelle unter Leitung von Musikzugführer Kuhl hielt Beigeordneter Zaubert eine eindrucksvolle Ansprache, in der er zunächst des vor einem Jahre dahingegangenen Stifters des Kriegsehrenkreuzes sowie der Gefallenen gedachte, zu deren Ehrung sich die Versammelten von den Plätzen erhoben und die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Dann wies der Beigeordnete auf die Bedeutung der Auszeichnung hin und überreichte den Kriegs. Hinterbliebenen, Kriegsteilnehmern und Frontkämp. fern die Ehrenkreuze. Anschließend gedachte er des Führers, unter dessen Staatsführung bie neue Wehrmacht erstehen konnte, und brachte ein „Sieg. Heil!" auf ihn aus. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen den ersten Teil der Feier. Noch lange sahen die Kameraden bei den Marschklängen der Musik, beim Gesang der alten Soldatenlieder und beim Austausch von Soldaten, und Kriegserinnerungen beisammen. )( Lollar, 5. Aug. Auf der Main-Weser. Hütte fand ei.n Betrie b s ap pell statt, bei dem ein Deutschösterreicher über das Deutschtum im Ausland sprach. Der Appell wurde durch den stell, vertretenden Betriebsführer Becker eröffnet, der in einer Ansprache des vor einem Jahr verschiede, nen Generalfeldmarschalls von Hindenburg gedachte, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Dann sprach Pg. Weinberger über das Deutschtum im Auslande. Er schilderte den schweren Kampf unserer auslandsdeutschen Brüder um die Erhaltung ihres Deutschtums. Sie zu unterstützen und zu stärken in ihrem schweren Kampf, sei unser aller Pflicht. Der Betriebsleiter dankte dem Redner für seine aufschlußreichen Darlegungen, dann wurde der Appell in üblicher Weise geschlossen. 00 Eberstadt, 5. Aug. Die Getreide, ernte konnte jetzt beendet werden. Die Dresch, maschine ist bereits voll in Betrieb. Der Körner, ertrag ist etwas geringer, als man erwartet^ hatte. Der Strvhanfall ist gut. Das Stoppelpflügen mußte bisher wegen der großen Trockenheit unterbleiben. Hackfrüchte und Futterschläge bedürfen drin« gend eines ausgiebigen Regens. Die Futter, knappheit macht den Bauern schon wieder große Sorge. Die F rüh k ar t 0 f f ele rn t e hat bereits begonnen. — Dieser Tage fand hier eine Bauernoersammlung statt, in der Orts, bauernführer Görlach über die Getreidebewirt. schaftung für das Jahr 1935/36 sprach. Er teilte im Verlaufe der Versammlung auch die Kontingen« tierungsmarken für das erste Vierteljahr aus. co Langsdorf, 5. August. Gestern fand in unserem Rathaussaal die Verteilung der Kriegsehrenkreuze statt. Es kamen m Frage 84 Frontkämpfer, 13 sonstige Kriegsteilneh. mer, 8 Witwen und Eltern Gefallener. Bürger« meister Kneipp leitete die Feier mit einer gehalt« vollen Ansprache ein, die in den Nachweis gipfelte, daß mit dem Zustandekommen des Dritten Reichs und der dadurch ermöglichten Erneuerung des deut« scheu Heeres das Vermächtnis der Gefallenen erfüllt sei. Mit der üblichen Huldigung an den Führer wurde die schlichte Feier geschlossen. Kreis Büdingen. K Nidda, 5. Aug. Als eine auffällige Er« scheinung sind Einbruchsdieb st ähle an drei räumlich weit auseinanderliegenden Stellen hier au bezeichnen. In den zwischen 24 Uhr und 4 Uhr verschlossenen Restaurationsräumen des Bahnhofs wurde unter Benutzuna von Fach« Werkzeugen eingebrochen. Der Bahnhofswirt wurde durch Plünderung der Kasse um etwa 30 Mark und durch Diebstahl von Rauchwaren im Werte ow ungefähr 20 Mark geschädigt. In der gleichen Nacht wurde einem unweit des Bahnhofs wohnenden Bahnschlosser ein noch gut erhaltenes Fahrrad aus einem unverschlossenen Raume gestohlen, aufjerbem in derselben Zeit einem Landwirt in der Raun ein noch brauchbares Fahrrad aus einem verschlossenen Hofe. Nach den Feststellungen in letzterem Falle überstieg der Dieb das verriegelte Hoftor und öffnete es von innen. Auch anderweitig will man Versuche zum Einbruch fest- gestellt haben. Man hat noch keine Spur von den Tätern. Kreis Alsfeld. ■ * Flensungen-Mücke, 5. August. Gegen-- 1 wärtig brummen hier zwei Dreschmaschin e n,. bie insbesonbere mit dem N 0 tdrusch beschäftigt: sind. In etwa 8 Tagen hofft man, mit dem Drusch j in den Scheunen beginnen zu können._________ (Auszeichnung); Gemeinde Hungen A; Gemeinde Stangenrod A. Klasse II (Böcke 1 Jahr alt): Gemeinde Watzenborn-Steinberg 2a; Gemeinde Eberstadt 2b; Gemeinde Holzheim 3. Klaffe III (Ziegen 3 Jahre und älter): Ehr. Scheld II., Großen-Buseck, EI; Hch. Münster, Hattenrod, E II; Karl Wilh. Wagner, Großen-Buseck, EIII; Wilh. Wagner IX., Großen-Buseck, la; Wilh. Görr, Lich, lb; Ludwig Scheld, Großen-Buseck Ic; Hch. Münster, Hattenrod, Ila; Jakob Naumann, Laubach, Ilb; Karl Weiß I, Steinbach, 2c; August Petri, Hattenrod, 2d; Karl Petri, Laubach, Ile; Konrad Silz, Laubach, und Ernst Mehl, Holzheim 21; Karl Gerlach III., Eberstadt, 2b; Joh. Feiling, Holzheim, und Hch. Münch I., Großen-Buseck, 2g; Andreas Burkart, Ettingshausen, Wilh. Müller, Obbornhofen, und Rudolf Eichenauer, Utphe, 3; Hch. Konrad Köhler, Bettenhausen, 3 und 3; Hch. Rühl VI., Laubach, und Otto Jäger, Laubach, 3a; Otto Sack, Utphe, 3b; Hch. Rühl II., Utphe, 3c; Karl Peter, Laubach, 3d und 3e; Konrad Silz, Laubach, 3k; Gustav Rühl, Utphe, 3g. Klasse IV (zweijährige Ziegen): Hch. Harbach VIII., Großen-Buseck, Eli; Ludwig Scheld V., Großen-Buseck, la; Hch. Münster, Hattenrod, lb; Karl Gerlach III., Eberstadt, 1c; August Sieg, Hattenrod, Id; Hch. Wagner VI., Großen- Buseck, le; Hch. Rau, Hattenrod, lf; Frdr. Stauf, Utphe, Jakob Lerch, Lich, und Ehr. Scheld VI., Großen-Buseck, 2; Wilh. Tag, Utphe, 2a; Georg Ludwig Stengel, Laubach, 2b; Ernst Mehl, Holzheim, 2c; Hermann Rühl, Laubach, 3; Hch. Scheld III., Harbach, 3a und 3c; Wilh. Mehl, Grüningen, 3b; Valentin Weppler, Harbach, 3d; Hch. Konrad Köhler, Bettenhausen, A.__________________________ Heute mittag entschlief plötzlich und unerwartet meine innigstgeliebte, unvergeßliche Tochter, unsere lb. Schwester Mariechen Gerbig im blühenden Alter von 23 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Katharine Gerbig Witwe, geb. Gundrum Heini und Willi Gerbig. Gießen (Am Riegelpfad 46), den 5. August 1935. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 8. August, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt 4d93 D im 82. Lebensjahr. 4485 D geb. Weißmüller Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Löwengasse 25), Bad-Nauheim, den 5. August 1935. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 7. August, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Todesanzeige. Heute vormittag 5 Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Helene Klinkerfuß Blutkreislauf-Tee verschafft rulugen Schlaf, tft erprobt bet Verkalkung, Beklemmung, Atemnot, Herzklopfen, Kopfweh, Schwindel, Unfähigkeit klar zu denken. Gemütsverstimmung, auch Harnausscheidend. Allein eckt zu hab.m all. Avoth. u.im «ekovmhaus, Kveurvlatz s. 4268 V MMeMWWWW G. m. b.H. Einladung zur außerordentlichen Vertreter-Versammlung am Sonntag, dem 18. August 1935, vormittags V2IO Ubr, im Caf6 Ebel, Burggraben 9. Tagesordnung: 1. Verlesung des Revisionsberichts 2. Abberufung zweier Vorstandsmitglieder vom Amt 3. Neuwahl zweier Vorstandsmitglieder. Anttäge, die zur Beratung kommen sollen, müssen bis spätestens 14. August 1935 auf dem Büro — Schanzenstratze 16 — eingereicht sein. BerörowwWfltt Sieben G.lnLtz. Der Aufsichtsrat. «mA gez. Hch. Schneider, stellvertr. Aufsichtsrats-Vors. Volkstümliche Naturwissenschaft In reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaßs- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher4* Hugo Bermühler Verlag • Berlln-Llchterfelde Für bie uns zu unserer Vermählung erwiesenen Glückwünsche und Geschenke banken wir herzlichst Hans Höchst nebst Frau Gießen (Krofdorfer Straße 35), den 6. August 1935 03990 Zurück Dentist Koch Hindenburgwall 20 Fernsprecher 4157. 4488 D Mittwoch, den 7. August, 14 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe imVersteigerungs- lokal „Zum Löwen", Neuenweg Nr. 28), zwangsweise gegen bar: Haus-, Laden- und Büromöbel, neu u. gebraucht, 2 Koffergrammophone, 1 Schrankavvarat, 7 Särge, Bürsten, PinseLFußmatten,Handfeger, Kordel, Wäscheleinen, Fensterleder, Registrierkassen, Bettfedern, Bücher verschied. Inhalts, 1 Photoavparat, 1 Prismenfernglas, 1 Damenfahrrad, 1 Jagdgewehr, Näh- ».Schreibmaschinen, Handschuhe, Hüte, Autohauben, Waren-Regal, Dekorationsbüsten. Bittorf 4499D Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 42. Telefon 3660. BSD Ä:BeffenÄ£MahatzeD Schlafzim-an aüe.Kirtal. fr. Eisenmöbrnabrik Suhl/Th. Heute gibt es grüne Bohnen! Aber das Schneiden macht natürlich die Bohnen* Schneidemaschine Das geht viel schneller als mit der Hand. Dabei ist eine solche kleine Maschine sehr billig bei J. B. 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