HU30 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, b.Zuni 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11686 Druck und Verlag: Sriihl'sche Universitäts-Such- und Stetaöniderd R. Lange in Gießen. 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Es ist sehr oft vorgekommen, daß die Volksvertretung durch die Verabredungen zwischen dem Staatsoberhaupt und den Parteiführern, in denen die Bildung des neuen Kabinetts und feine personelle Zusammensetzung ausgehandelt zu werden pflegt, einfach einen Strich macht, weil das Ergebnis der vorherrschenden Stimmung nicht entspricht. Wir haben ja auch in Deutschland in den parlamentarischen Zeiten des Reichs solche Vorgänge erlebt, die allerdings unserem Empfinden und unserer Auffassung von Regierung und Staatsinteresse immer sehr fremd geblieben sind. Wenn der Sturz des Kabinetts Bouisson jetzt in Frankreich, obwohl er doch die letzte logische Konsequenz der von fast allen Franzosen lebhaft ver- teidiaten Souveränität der Volksvertretung ist, eine starke Bestürzung und Ratlosigkeit ausgelöst hat, so scheint dies auf das allgemeine Gefühl zurückzuführen zu fein, daß mit diesem Vorgang die schwere innere Krise erneut ausgebrochen ist, in der sich das parlamentarische Regime seit einigen Jahren befindet und an deren Horizont die neuen, in der politischen Entwicklung Europas aufgetauchten Begriffe, wie Faschismus, Nationalsozialismus, Diktatur stehen, Begriffe, die für den Durchschnittsfranzofen so etwas wie den Einsturz einer seit der großen Revolution leidenschaftlich verehrten und verteidigten Ideenwelt bedeuten. Es wird schwer sein, bei den Motiven, die zur Ablehnung des neuen Kabinetts durch die Kammer führten, dieses große und mehr historisch gesehene Gefühl nachzuweisen. Gerade durch die Erhebung des langjährigen Kammerpräsidenten Bouisson zum Führer der Regierung hatte man geglaubt, dem Parlament die beruhigende Versicherung aufzwingen zu können, daß die geforderten besonderen Vollmachten nur als Zwangsgebote der Stunde angesehen und nichtzu einer dauernden und prinzipiellen Schmälerung der Parlamentsrechte ausgenützt werden würden. Aber die Tatsache, daß die Revolte der Kammer von der radikalsozialistischen Partei ausging, in der die geistigen Enkel der großen französischen Revolution und die Siegelbewahrer der demokratischen Tradition französischer Prägung sitzen, zeigt, daß hier die Erklärung für das immerhin unerwartete Ereignis zu suchen ist: die französische Volksvertretung weigert sich, einen Weg au beschreiten, der von den geheiligten Gepflogenheiten der parlamentarischen Demokratie ab- bieat und in ein unbekanntes und gefürchtetes Gelände führen könnte, und nicht dazu erzogen, die Verantwortung für den morgigen Tag zu tragen, besteht sie auf dem Recht, die ihr vorgeschlagene Lösung abzulehnen. Die Gefahren, die aus einem solchen System sich in Zeiten ergeben, die eine rasche, energische und konstante Führung der Staatsgesckäfte erfordern, sind seit langem ein beliebter Gegenstand der politischen Literatur, und in den meisten europäischen Ländern ist man darüber hinaus $u jenen praktischen Folgerungen geschritten, die die parlamentarische Demokratie immer mehr zu einer historischen Erscheinungsform machen. Diese theoretische Erkenntnis ist auch in Frankreich schon ziemlich stark verbreitet, aber der Weg, den es von hier zu praktischen Folgerungen zurückzulegen hat, ist in dem Lande lang und schwierig, das aus dem „nach Neuerungen begierigen" der Zeit Julius Caesars schon längst zum konservativ st en Europas geworden ist. Es wäre deswegen verfehlt, den Sturz des Kabinetts Bouisson für etwas anderes zu halten, als für einen kleinen und nicht sehr wichtigen Meilenstein auf diesem langwierigen Wege der Entwicklung. Es ist auch ziemlich gleichgültig, wer die neue Regierung bilden und wie sie sich zusammensetzen wird, denn das Endergebnis wird fein, daß die Kammer, nachdem sie sich durch ihren Machtspruch in ihrem Dasein und in ihrem Recht legitimiert hat, den neuen Männern die Vollmachten bewilligt, die sie Flandin und Bouisson zu verweigern für gut befanden. Verfehlt wäre es auch vom Standpunkt Deutschlands und der europäischen Politik, in den vorübergehenden Lähmungserscheinungen, von denen Frankreich immer wieder von Zeit zu Zeit befallen wird, einen Vorteil und eine günstige Chance zur Wahrnehmung unserer Interessen zu erblicken. Eher könnte man das Gegenteil behaupten. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß Fortschritte m der Annäherung der Völker und in der Durchsetzung gemeinsamer europäischer Ziele besser mit star- ken und dauerhaften Regierungen zu erzielen sind als mit schwachen, deren Bestand stets zweifelhaft ist und die in ihren Handlungen zur Rücksichtnahme auf die nervösesten Empfindlichkeiten des Landes gezwungen sind. Man kann wohl sagen, daß die deutsch-polnische Annäherung, die die erste große europäische Friedenstat der letzten zwanzig Jahre war, in den stimmungsmäßigen Fesseln der parlamentarischen Demokratie nicht möglich gewesen mQ(5o ist es zu bedauern, daß in einem Augenblick europäischer politischer Entwicklung, der rasche gemeinsame Entschlüsse und mutige Schmiede heißen Eisens erfordert, Frankreich durch innere Krisen verhindert wird, zu handeln. Die verzögernde Wirkung der französischen Krise wurde schon darin deutlich, daß der französische Die Regierungsbildung in Frankreich noch nicht gelungen. Laval und Herrioi versagen sich dem Ruf des Präsidenten. — Pietri verhandelt. — Starke Drei Ablehnungen. Pietri sondiert als vierterKandidat dieLage. Paris, 5. Juni. (DNB.) Der Präsident der Republik hat am Mittwoch früh die Besprechungen zur Lösung der Regierungskrise begonnen und, wie erwartet, als erstem dem Senatspräsidenten Jean- n e n e y den Auftrag zur Kabinettsbildung angeboten. Senatspräsident Jeanneney hat diesen Auftrag aus Gesundheitsrücksichten a b g e l e h n t. Als nächstem wurde Pierre Laval die Kabinettsbildung angeboten, er hat ebenfalls abgelehnt, nachdem die R a d i k a l f o z i a l i st e n mit 31 gegen 27 Stimmen eine Entschließung gefaßt hatten, in der bedauert wird, daß Laval sich nicht auf Vollmachten beschränken wolle, die nur die Unterstützung des Franken und den Kampf gegen die Spekulation einbezogen. Der Präsident der Republik hatte dann H e r r i o t die Regierungsbildung angeboten. Her- riot hat abgelehnt. Die Stellungnahme der Radikalsozialistischen Kammergruppe, die anscheinend nach einer Möglichkeit sucht, mit den übrigen Linksgruppen die Grundlage für eine ausgesprochene Linksregierung zu schaffen, dürfte auch für Herriots ablehnenden Bescheid maßgebend gewesen sein. Präsident Lebrun hat jetzt den früheren Kriegsmarineminister P i ä t r i berufen, um ihm die Kabinettsbildung zu übertragen. Pietri hat am Mittwochabend mit Senatspräsident Jeänneney, H e r r i o t und seinem Parteifreund D e l b o s , sowie dem Ministerpräsidenten des gestürzten Kabinetts B u i s s o n verhandelt. Er will am Donnerstagvormittag mit Laval, Flandin, Cail- laux und Malvy Fühlung nehmen, um alsdann, sobald die Radikalsozialisten ihm einen endgültigen Bescheid über ihre Teilnahme an der Regierung überbracht haben, darüber zu bestimmen, ob es Zweck habe, die Verhandlungen fortzusetzen. Die Protestkundgebungen dauern an Paris, 5. Juni. (DNB.) Dor dem „Petit Journal" ist es zu Unruhen gekommen. Anhänger der Action Fran^aise haben gegen die von diesem Blatt befürwortete Abwertungspolitik protestiert und sämtliche Fenster der Geschäftsräume eingeschlagen. Auch aus anderen Stadtteilen werden Ansammlungen gemeldet. Auch das Haus der Freimaurerloge „Großer Orient" wurde von Anhängern der royalistischen „Action Fran^aise" mit Steinen beworfen. Auch hier wurden sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. Die Menge versuchte dann über die großen Boulevards nach dem Opern platz zu ziehen, wurde aber von einem starken Polizeiaufgebot auseinander getrieben. Sieben Personen sind verhaftet worden. Gin Ausruf der „Feuerkremler". P a r i s , 6. Juni. (DNB. Funkspr.) Die Frontkämpfervereinigung Feuerkreuz hat in Frankreich folgenden Maueranschlag verbreitet: Aktivität her Linksparteien. „Die Kassen des Staates sind leer. Der Friede ist unsicher. Das Volk erwartet Arbeit und Brot. Eine Regierung wagt dem Parlament zu sagen: „Wir bekämpfen die Spekulanten, laßt uns arbeiten". In weniger als 24 Stunden wird sie gestürzt. Abgeordnete von Rechts und Links, Sklaven der kapitalistischen ober der marxistischen Internationale sind bereit, den Bürgerkrieg vorzubereiten. Wir rufen euch ein Halt zu!" Der Spitzenverband ehemaliger Frontkämpfer und Kriegsopfer hat seine Anhänger zum Donnerstag abend für eine große Kundgebung im Pariser Wagramsaal aufgerufen, in der jeder Regierung der Kampf angesagt werden soll, deren Mitglieder nicht die notwendigen moralischen und charakterlichen Garantien bieten. Kommt ein Kabinett des Linkskartetts? Oie Linke, von den Radikalsozialisten bis zu den Kommunisten, nimmt Fühlung über ein gemeinsames Regierungsprogramm. Paris, 6. Juni. (DNB. Funkspruch.) Donnerstag früh um 1 Uhr war das Stichwort ausgegeben worden, der Versuch, eine Regierung des Linkskartells mit Unterstützung der Kommunisten anzubahnen, sei gescheitert. Um 2 Uhr früh aber, als die Blätter bereits in Druck waren, wurde bekannt, daß die Vertreter der Linksparteien folgende Ent- fchließunng angenommen hätten: „Die Gruppe der Radikalsozialisten, der Altsozialisten, der sozialistischen Republikaner, der Reusozialisten, der Kommunisten und der proletarischen Einheitsfront stellen ihren gemeinsamen Willen nach Annäherung fest. Angesichts der Gefahr, die den öffentlichen Freiheiten und den arbeitenden Massen des Landes droht, glauben sie, daß die vorläufige Lösung in der Bildung einer Regierung besteht, die sich auf eine entschlossene, zusammenhaltende demokratische Mehrheit und die Arbeiterorganisationen sowie die demokratischen Kräfte des Landes stützt. Diese Mehrheit, entschlossen zur Verteidigung der demokratischen Einrichtungen, zur Drosselung der Spe- k u l al i o n und zur Vorbereitung einer baldigen Befragung des Landes, wird eine Reihe sofortiger festumrissener Maßnahmen finanzieller und wirtschaftlicher Art ins Auge fassen zur Belebung der Wirtschaftstätigkeit, Aufwertung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, Erleichterung für die Arbeitermassen, kurz zum Kampf gegen die Krise und für den Frieden. Die Gruppe beschließt, die aufgenommenen Besprechungen zur Aufstellung dieses Programms fortzusehen." Obwohl von verschiedenen Teilnehmern dieser Besprechungen diese Entschließung verschieden aus- gelegt wurde — beispielsweise meinte ein Reusozialist, daß die Altsozialisten sich keineswegs zur Teilnahme an einer Regierung verpflichtet hätten — find je zwei oder drei Vertreter der verschiedenen Gruppen in einen Ausschuß entsandt worden, der den Auftrag hat, ein Regierungsprogramm auszuarbeiten. Die Radikalsozialisten werden u. a. durch George Bonnet, die Altsozialisten durch Leon Blum in diesem Ausschuß vertreten. Der Ausgang der Krise kann durch diesen Versuch, eine ausgesprochene Linksregierung zu bilden, wesentlich beeinflußt werden. Vielleicht wird auch die Antwort der Radikalsozialisten an pietri davon nicht unberührt bleiben. Man darf mit einer scharfen Auseinandersetzung innerhalb der radikalsoizalistischen Gruppe rechnen, die gewissermaßen die Schlüssel zur Lage in der Hand hält. Der linke Flügel unter der Führung D a l a d i e r s seht sich energisch für eine Lösung ein, gegen die die Richtung h e r r i o t sich immer noch sträubt. Ob die einzige Lösung nicht doch in der Kammerauflösung bestehen wird, ist unter diesen Umständen eine von den Blättern, besonders dem „Oeuvre", erneut aufgeworfene Frage. Ist pietri der „eiserne Bann"? Skepsis der Pariser Presse. Paris, 6. Juni (DNB. Funkspruch) Nachdem durch die Haltung der Radikalsozialisten die Bildung einer auf breiter Grundlage stehenden Regierung unmöglich gemacht worden ist, stehen die meisten Blätter dem Versuch Pietris ziemlich skeptisch gegenüber. Man spricht zwar dem ehemaligen Kriegsmarineminister eine gewisse Befähigung nicht ab, aber man scheint ihn doch nicht für den Mann zu halten, der unter den heutigen Umständen mit harter Faust durchgreifen könnte. Hinzu kommt, daß die politische und wirtschaftliche Einstellung Pietris gewissen rechtsstehenden Kreisen Bedenken einflößt. So schreibt „Echo de Paris": „Wir sind wenig begeistert, die Persönlichkeit Pietris beunruhigt uns wegen seiner Ansichten über die auswärtige Politik und wegen seiner Abwertungsneigung. Wir zollen seiner Vaterlandsliebe und seinem höflichen Auftreten Anerkennung, aber wir fragen, ob er der eiserne Mann ist, den die Umstände erfordern." Letzte Sitzung des Kabinetts Macdonald. Wird Sir Samuel Hoare Außenminister im Kabinett Baldwin? Außenminister Laval die angekündigte Absicht, sich zu den Vorschlägen des Führers und Kanzlers zu äußern, noch nicht verwirklichen konnte. Statt dessen ist vom Quai d'Orsay die Parole ausgegeben worden, daß die zur Einigung reifen deutschen Vorschläge, wie etwa das Luftabkommen, nicht ohne die übrigen Programmpunkte verwirklicht werden könnten. Wenn ein Minister in Demission sich nicht anders aussprechen kann, weil er seinen etwaigen Nachfolger nicht binden will, so erfordert auf der anderen Seite das europäische Interesse und der von der deutschen und englischen Regierung bekundete Wille zu endlichen Taten, daß der innere Zustand Frankreichs sich rasch zur europäischen Verhandlungsfähigkeit entwickelt. Waffen der Marseiller Königsmörder? Paris, 6. Juni. eliWenSsien Von Zrih Heinz JRetmefd) Es muß die Zeit kommen, in der es keinen Reichsdeutschen mehr gibt, der achselzuckend an der VDA.-Arbelt oorbeigeht und erklärt, das Deutschtum im Ausland gehe ihn nichts an. So wie sich der Deutsche mit der Lehre Adolf Hitlers ausein- andefsetzen muß, will er sich nicht außerhalb der Nation stellen, so muß sich jeder Deutsche darüber klar werden, daß Deutschtum sich nicht mit den Grenzen des Deutschen Reiches deckt, vielmehr daß nur der seine Leistung als vollwertiger Deutscher vollbringt, der sich mit in die Reihen der Volksgenossen stellt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alle Kräfte unseres Volkes zu einem großen Ganzen zu verbinden, also den dritten Teil des Deutschtums, der jenseits der Grenzen lebt, seelisch mit dem Binnendeutschtum zu verknüpfen. Wenn wir uns diese Aufgabe stellen, so tun wir damit nichts, was mit „Imperialismus" zu tun hat, nichts, was uns mit anderen Völkern in Konflikt bringen kann, nichts was gegen die Thesen des Nationalsozialismus verstößt. Die Polen und Magyaren, die Litauer, Letten und Esten, die Schweden wie die Tschechen, die Südslawen, Rumänen und Italiener haben alle große Volksbünde, deren Aufgabe die gleiche ist, wie die, die sich der VDA. gestellt hat. Nicht um andern Volkstümern zu schaden, sondern um dem eigenen zu nützen, ist Zweck solcher Verbände. Es sei dahingestellt, ob andere Völker mit denselben friedlichen Mitteln arbeiten, wie der VDA. als der große Volkstumsverband des deutschen Volkes. Eines ist sicher und in Hunderten von Dokumenten nachweisbar, daß die Grundgedanken, die der Führer in seiner Reichs- tagsrede am 21. Mai aussprach, nämlich „Es ist weder unser Wunsch noch unsere Absicht, fremden Volksteilen das Volkstum, die Sprache oder die Kultur wegzunehmen, um ihnen dafür eine fremde deutsche aufzuzwingen" das sanktioniert, was der VDA. seit 55 Jahren tut, nämlich seinerseits dafür Sorge zu tragen, daß keine deutsche Volksgruppe innerhalb fremden Volkstums um seine deutsche Art, Sprache und Gesittung gebracht wird. Dreißig Millionen deutscher Volksgenossen leben jenseits der Grenzen, von diesen rund vierzehn Millionen in der Verstreuung, während sechzehn Millionen zum geschlossenen deutschen Sprachblock Mitteleuropas gehören, jedoch teils seit längerer Zeit, teils seit 1919 staatlich vom Reich getrennt sind, obwohl sie alle einmal Teile des Reiches waren. Da wir mit diesen Menschen eines Blutes sind, mit ihnen dieselbe Sprache sprechen und dieselben Lieder singen, so haben wir ein Anrecht darauf, mit ihnen zu verkehren, sie brüderlich zu lieben, eins zu sein mit ihnen in gleicher Liebe zum Deutschtum. Dem Deutschtum feindliche Zeitungen behaupten, die Tagung des VDA. zu Pfingsten in Königsberg sei „eine Verherrlichung des deutschen Dranges nach dem Osten" oder „eine Revanche- Tagung". Der VDA. hat nichts mit derlei imperialistischen Sachen zu tun. Er hat in den 55 Jahren seines Bestandes immer nur die Lebensrechte des Deutschtums verfochten, nie versucht, ein fremdes Volkstum zu unterdrücken, nie einen Kampf gegen fremdsprachige Schulen geführt, nie versucht, Familien- und Ortsnamen zu enteignen, nie fremden Volkstümern Grund und Boden fortgenommen, überhaupt sich keiner Handlung unterzogen, die aggressiv gegen ein anderes Volkstum gerichtet war. Denn die Männer und Frauen, die in ihm arbeiten, haben eine viel zu tiefe Liebe für ihr eigenes Volkstum, als daß sie Menschen anderen Volkstums um die Gottesgabe des ihrigen zu betrügen versuchten. In den 55 Jahren seiner Geschichte aber hat der VDA. in seiner Eigenschaft als Schulverein Tausende von Schulen und Kindergärten im bedrohten Grenz- und Auslandsdeutschtum errichtet, unterstützt und unterhalten, Tausende auslandsdeutscher Studenten hat er studieren lassen und damit nicht nur dem Auslandsdeutschtum, sondern auch allen anderen Völkern genützt. In tausendfacher Weise hat der VDA. alle möglichen Kultureinrichtungen deutschen Volkstums gefördert und er hat nicht zuletzt durch den persönlichen Verkehr von Mensch zu Mensch die Verbindung zwischen Auslandsdeutschtum und Mutterland außerordentlich gefördert. Er hat nie etwas getan, was das Tageslicht zu scheuen hätte, er hat immer i n b e r f r i e b= lichsten Weise gearbeitet auch in einer Zeit, ba bas Reich mächtig war, nie imperialistisch gebucht. Deshalb verbient er bie Mitarbeit aller Deutschen. Wenn er in diesem Jahr nach dem O st e n, nach Königsberg, Marienburg, nach Tannenberg geht, so deshalb, um einerseits der Volksabstimmungen zu gedenken, die vor 15 Jahren stattfanden, um das Land zu grüßen, dessen Volkstum aus allen deutschen Stämmen erwuchs, um seinen toten Ehrenvorsitzenden den Feldmarschall von Hindenburg zu ehren, der seit 1917 sein Schirmherr war und um das nationalsozialistische Aufbauwerk in Ostpreußen tatkräftig zu fördern. Zehntausende seiner Mitglieder, aufs beste im Laufe der letzten Monate geschult, sollen deutsches Grenzland im Osten kennen und lieben lernen. Man hat sich früher nicht bemüht, den Osten zu lieben, deshalb fehlt es ihm so oft an Verständnis. Erst wenn das ganze Deutschtum die Schönheiten der Samländischen Küste, die Reize der Kurischen Nehrung, die Unendlichkeit der ostpreußischen Wälder und die nordische Herbheit seiner Seen, die ragenden gotischen Backsteinbauten aus vergangener Ritterzeit und die vollsaftige Menschlichkeit seiner urkräftigen Bewohner lieben lernt, wird sich Ostpreußen nicht mehr vereinsamt Vorkommen. Die Jungscharen des VDA. wollen sich Ostpreußen in Liebe erobern in diesen Pfingsttagen und das ganze Deutschland soll mit ihnen das Volksdeutsche Bekenntnis mitsprechen uns allen zum Heil! Potemkinsche Dörfer. Hinter den Kulissen des sowjetrussischen Paradieses. Paris, 5. Juni. (DNB.) Eine Französin, Fräu- lein Suzanne Bertillon, hat einer Bezirks- Vereinigung für das Frauenstimmrecht in Paris über eine Studienreise Bericht erstattet, die sie „aus Snobismus" nach Sowjetrußland unternommen hatte. Sie war Mitglied einer Reisegesellschaft, die sich nicht mit dem amtlich Gebotenen begnügen, sondern den Dingen auf den Grund gehen wollte. Die Reise wurde in her 3. Wagenklasse zurückgelegt. Fräulein Bertillon wies darauf hin, daß sie und ihre Mitreisenden iich nicht mit den begeisterten Schilderungen amtlicher Reiseführer abspeisen ließen, sondern ihr Urteil auf Grund eigener Beobachtungen bildeten. Nur ein Blinder, so berichtete sie, könne Schafft Spiel- und Sportplätze für die deutsche Jugend! Aufruf der Reichsregierung zum Deutschen Zugendfest 1935. Berlin, 5. Juni. (DRB.) Zum Deukschen Jugendfesl 1935 ergeht folgender Ausruf: Zum dritten Male tritt die junge deutsche Ration am Tag der Sonnenwende zum Deutschen Jugend- fest 1935 an. Wiederum stellt sie sich am 22. und 23. Juni bei sportlichem Kampf und frohem Spiel unter die Gesetze der Zucht, Ritterlichkeit und Kameradschaft. Der Einzelmehrkampf als Leistungsprüfung und der Wann- fchaftsmehrkampf der Hitlerjugend stehen im Mittelpunkt der diesjährigen und zukünftigen Kämpfe und werden dazu beitragen, diese Tugenden in jedem Iugendgenossen stark werden zu lassen. Am Abend des 23. Juni wird das Deutsche Jugendfest 1935 in Sonnenwendfeiern aus- klingen. Angesichts der lodernden Feuer wird sich die junge deutsche Mannschaft ihrem Führer und ihrem Volk erneut feierlich verpflichten. Der Jugendführer des Deutschen Reiches und der Reichssportführer haben die vorbereitenden Arbeiten ausgenommen. Das Jahr 1935 muß uns Aufschluß über den Stand der körperlichen Leistungs- fähigkeit und damit eines wichtigen Bestandteiles der rassischen Tüchtigkeit eines jeden gesunden deutschen Jungens und Mädels im Alter von 10 bis 18 Jahren bringen. Auch das letzte kleine Dorf darf sich nicht von dieser großen Leistungsprüfung 1935, die schon im Zeichen der Olympischen Spiele steht, ausschließen. Mehr denn je braucht deshalb unsere Jugend Stätten zu ihrer Ertüchtigung und Erholung. Daher rufen wir gleichzeitig zur Schaffung von Sportplätzen auf mit der eindringlichen Forderung: „Schafft Spiel- und Sportplätze für die deutsche Jugend!" Deutsche Jugend an den Start! Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, (gez.) Dr. Goebbels. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, (gez.) Frick. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, (gez.) B. R u st. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, (gez.) Baldur von Schirach. Der Reichssportführer, (gez.) von Tschammer. Die Kurve der Arbeitslosigkeit hart an der Zwei-Millionen-Grenze. Der tiefste Stand des Jahres 1934 bereits unterschritten. Berlin, 5. Juni (DNB.) Wie das Institut für Konjunkturforschung in feinem neuesten Wochenbericht ausführt, sind für bie Entwicklung ber Arbeitslosigkeit unb Beschäftigung gegenwärtig brei Punkte entscheibenb: 1. Der Bebarf ber Wirtschaft an A r - beitskräften nimmt — in ber großen Linie gesehen — weiter zu. 2. Das Tempo, in bem bie Beschäftigung „konjunkturell" wächst, sich sich verlangsamt. Das hat zur Folge, baß sich bie Einflüsse ber Jahreszeit auf ben Gang ber Beschäftigung — im Gegensatz zu ber Entwicklung vor einem Jahr — wieder stärker auswirken. 3. Von bem stattlichen Jahrgang Iugeüblicher, bie bas erwerbstätige Alter erreicht haben, war in ben letzten Monaten ein erheblicher Teil in Lehrstellen unb sonstigen Arbeitsplätzen unterzubringen. Ende April 1935 waren bei ben Arbeitsämtern 2,23 Millionen Arbeitslose gemelbet. In ber Zwischenzeit hat bie Arbeitslosigkeit zweifellos weiter abgenommen. Mit 2,23 Millionen ist bie Arbeitslosigkeit um runb 375 000 niebriger als vor einem Jahr unb um nicht weniger als runb 3 Millionen geringer a l s vor zwei Jahren. Berücksichtigt man, baß jetzt bie Arbeitslosen bes Saarlanbes (53 000) in ben Neichszahlen mitenthalten finb, so ergibt sich, baß bie Arbeitslosenkurve ben niebrigften Stanb bes Jahres 1934 bereits wieder um 88 000 unterschritten hat. Hält der Rückgang der Arbeitslosigkeit im bisherigen Tempo weiter an, so wird aller Voraussicht nach die 2 - M i l l i o n e n - G r e n z e bald wieder unterschritten werden. Ende April war mit 16,15 Millionen Beschäftigten der winterliche Einbruch wieder ausgeglichen. Das Ansteigen über das Niveau vom Herbst 1934 hinaus ist das untrüglichste Zeichen dafür, daß auch in den zurückliegenden Monaten, in denen die Saisonbewegung das Bild verschleiert hatte, die Konjunkturkurve der Beschäftigung weiter zugenommen hat. Freilich ist das Tempo der Belebung gegenwärtig langsamer als vor einem Jahr, als die großen A r h e i t s - beschaffungsprog ramme die Beschäftigung sprunghaft anwachsen ließen. Jetzt, da bie damaligen Programme zum größten Teile abgeschlossen sind, kann die Beschästigungssteigerung sich nur noch in ruhigen Bahnen vollziehen. Die Zunahme der Gesamtbeschäftigung wird gegenwärtig ganz von der regulären Beschäftigung getragen. Konjunkturell führend ist die I n d u st r i e, wenn auch im Winter die übrigen witterungsabhängigen Teile der Wirtschaft, vor allem die Landwirtschaft, den Umfang ber Beschäftigung beeinflußt haben. Die Jnbustrie beschäftigt gegenwärtig runb 8 Millionen Arbeiter. Danach ist ber Stanb vom Herbst v. I. roieber überschritten. Die zweite ReichstheatersestwoKe in Hamburg. Eine programmatische Rede des Reichsdramaturgen Dr. Schtoeffer in Berlin. Vor Vertretern ber Presse sprach in Berlin Reichsbrarnaturg Dr. S ch l o e s s e r über bie Reichstheaterfe st woche in Hamburg vom 16. bis 23. Juni 1935. Er wies barauf hin, daß bie Reichstheaterfestwoche unter ber Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels stehe, ber baburch beweist, daß er seine Aufgabe nicht nur in der Betreuung der Theater sehe, sondern daß auch sein ganz besonderes Interesse und seine Leidenschaft dem deutschen Theater gehöre. Die Reichsfestwoche sei weiterhin ein Beweis der Verbundenheit dos neuen nationalsozialistischen Staates mit der Kultur unb bem kulturellen Leben überhaupt. Der nationalsozialistische Staat wisse, bah bas Theater feit Jahrhunberten nicht nur ein Bedürfnis unseres Volkes fei, sondern auch der vornehmste Ausdruck feiner Weltanschauung und seines Wesens, eines der wichtigsten Instrumente zur Durchführung seines weltanschaulichen Willens. Auf ber ersten Reichstheaterfestwoche in Dresben im Jahre 1934 habe Reichsminister Dr. Goebbels bie neuen Aufgaben bes beutfdjen Theaters in einer grunblegenben großen Rebe festgelegt. Die Reichstheaterwoche in Hamburg solle wie bie seinerzeitige in Dresben ben Hoch - ft a n b ber beutschen Theaterkultur unter Beweis stellen. Geplant sei, biefe Reichstheaterfestwochen jährlich jeweils in einer anberen beut« schon Stabt abzuhalten, in ber ja zumeist boben« ftänbiges Theater bestehe. Für die Verlegung der diesjährigen Reichstheaterfestwoche nach Hamburg fei maßgebend gewesen, daß diese Stabt neben ihren wirtschaftlichen Belangen auch sichtbare kulturelle Belange habe. Hamburg gelte als deutsches ' Tor zur Welt in wirtschaftlicher Hinsicht, es sei aber auch zugleich der erste Berühungs- punkt, an dem die meisten Ausländer mit deutscher Kultur zusammenträfen. Aus diesem Grunde werde in der Festwoche besonders das gegeben, was dem Ausländer am leichtesten verständlich und zumeist auch schon vertraut sei: fünf deutsche Opern aus dem deutschen Opernschaffen, die dem Ausland als Ausdruck deutschen Wesens gelten, aus der deutschen Romantik. Die Opernvorstellungen werben umfassen: „Orpheus unb Eurybice" von Gluck, „Lohengrin" unb bie „Meistersinger" von Richard Wagner, ben „Freischütz" unb bie „Flebermaus". Im Staatlichen Schauspielhaus wirb „Amphitryon" von Heinrich v. K l e i st, „Heinrich ber Hohenstaufe" von Dietrich Eckart aufgeführt, im Thaliatheater „Ein ^beliebiger Mensch" gleichfalls von Dietrich Eckart. Die Theaterfestwoche zeigt also, baß be- fonbers ber nationalsozialistische Dichter herausge- stcllt werben soll. Auf einer großen Kunbgebung ber Reichstheaterkammer in ber Hamburger Musikhalle am Montag, 17 Juni, nachmittags, auf ber sämtliche Theater- feifnr, bie Vertreter ber Genossenschaft beutscher BühnenanAhöriger, ber Bühnenverlegervereinigung, bes Fachausschusses ber Theaterkritiker, ber Bühnenschriftsteller unb Komponisten, ber Presse, ber zustänbigen Partei- unb Dienststellen usw. zu-- gegen fein werben, wirb Reichsminister Dr. Goebbels sprechen. übersehen, baß Rußlanb von Narben bis ©üben i n schrecklich stem Elenb lebe; nur in ßeningrab unb Moskau seien für ausländische Besucher P a - rabe stücke aufgebaut. In anberen Stäbten begegne man ausgehungerten, schlechtge- kleideten, ungewaschenen Phantomen. Auch sie unb ihre Mitreisenben hätten bei ihrer Fahrt mehrmals Hunger gelitten. Fräulein Bertillon wies auch auf Besprechungen mit Georgiern unb Ukrainern hin unb beren wilden Haß gegen S o w j e t r u ß l a n b , bas sie versklave. Sie schloß mit ber Bitte, alle mögen sich Zusammenschlüßen, um sämtliche geistigen Kräfte in Frankreich gegen bie Drohung bes Kommunismus einzusetzen. LloydGeorgerüstetfürdenWahlfeldzug Lonbon, 5. Juni. (DNB.) Lloyb George wirb voraussichtlich an die Spitze eines wahlpropaganbi- stischen Felbzuges „für Friebe unb Arbeit^ treten, falls fein Krijenprogramm vom englischen Kabinett a b g e l e h n t werben sollte. „News Chronicle" melbet, baß ber Felbzug ursprünglich von ben englischen Freikirchen a u s gegangen sei, bie Lloyb George eingelaben hätten, bei ber Herbeiführung eines nationalen Erwachens in moralischen Fragen mitzuwirken. Die Bewegung werbe jeboch einen politischen Charakter annehmen unb, falls Lloyb George mitwirke, werbe sein Arbeitsbeschaffungsprogramm bie Grunblage ber Bewegung werben. Eine neue Partei solle nicht geschaffen werben, jeboch sei man bestrebt, bie liberale Partei Sir Herbert Samuels unb bie übrigen liberalen Splitterorganisationen heranzuziehen. Die Kaserne ber irischen Bürgerwehr in Kil- borrery (Grafschaft Cork) würbe in ben frühen Mor- genftunben bes Dienstag von bewaffneten Männern angegriffen unb beschossen. Die Kugeln zertrümmerten mehrere Fenster, verletzten jeboch niemanben. Gleichzeitig würben sämtliche Telegraphen- unb Fernsprechbrähte in bem Bezirk burchschnitten. Eine Erklärung des Kardinalerzbischofs Bertram. Breslau, 5. Juni. (DNB.) Karbinalerzbifchof Bertram veröffentlicht folgende Erklärung: 1. Es wirb festgestellt, baß bie Versehlun- gen gegen ben Staat unb bie Volksgemeinschaft auch von kirchlicher Seite auf bas ernsteste verurteilt werben. Diese Mißbilligung wirb jetzt nochmals ohne j e b e Einschränkung wiederholt. 2. Die kirchlichen Behörden werden in pflichtgemäßer Ausübung ihres Amtes nach rechtskräftigem Abschluß der Strafprozesse ihrerseits das kanonische Verfahren einleiten. 3. Es war und ist nicht die Absicht ber Erklärung bes erzbischöflichen Ordinariats Breslau gegen bie bisherigen Urteile Stellung zu nehmen ober gar irgenbwelche Anschuldigungen gegen bie beutsche Rechtspflege zu erheben. Die beutsche Rechtspflege hat den klaren Trennungsstrich zwischen ber katholischen Kirche unb ben katholischen Orden einerseits und ben einzelnen Angeklagten andererseits gezogen. In dieser Auffassung weiß ich mich einig mit ben übrigen bischöflichen Behörben. 21. Karb. Bertram. Schutzhast für unsozialen Betriebssichrer. Wilhelmshaven, 5. Juni. (DNB.) Der Verleger bes „Wilhelmshavener Kurier", 21. H e n - n i n g, hat sich im Laufe der letzten Jahre viele Verstöße gegen das Gesetz zur Ordnung bernationalen Arbeit unbgegen das Schriftleitergesetz zuschulden kommen lassen. Als er die berechtigten Wünsche des Amtes „Schönheit der Arbeit" und des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes nicht nur unbeachtet ließ, sondern durch falsche Protokolle usw. abbiegen wollte, setzte sich ein Vertreter des Amtes „Schönheit der 2lrbeit" mit ber Angelegenheit in einer öffentlichen Tagung ber Vertrauensmänner aller Jabestäbtischen Betriebe auseinanber, in ber er bas Verhalten bes Zeitungsverlegers als unsozial geißelte. Ein hierüber im „Kurier" veröffentliche,: objektiver B e- richt veranlaßte ben Betriebsführer zur fofo r - tigen Beurlaubung zweier Schriftlei, ter, währenb eine Verlagsangestellte entlassen wurde unb brei weitere Rebaktivnsangestellte m i t Künbigung bebroht würben. Diese Vvrgänae erregten in ber Bevölkerung größtes A u f - sehen unb Aergernis, so baß die Polizei die S ch u tz h a f t über diesen Betriebsführer zur Sicherung seiner eigenen Person verhängen mußte. Polizeibeamte im Braunhemd. B e r 1 i n , 5. Juni. (DNB.) Der Reichs- unb preußische Minister bes Innern hat bie Voraussetzungen festgeleot, unter benen Mitgliebern ber NSDAP, innerhalb ber uniformierten Polizei bie Befugnis eingeräumt wirb, b e i feierlichen Parteiveranstaltungen bas Braunhernb anzulegen. Dieses Recht steht nur ben Beamten zu, bie vor bem 30. Januar 1933 ber Partei ober einer ihrer Gliederungen angehört haben. Der Reichs- unb preußische Minister bes Innern ersucht bie nach- georbneten Stellen um Aufstellung einer Liste ber Beamten, auf bie biefe Voraussetzungen zutreffen, unb bie sich befonbere hervorragenbe Verbienste um die nationalsozialistische Bewegung erworben haben. Steuerbefreiung für neuerlichste Kleinwohnungen und Eigenheime Berlin, 5. Juni. (DNB.) Das Reichsfinanzministerium teilt mit: Für neuerrichtete Kleinwohnungen und Eigenheime kann Steuerbefreiung nach den maßgebenden Vorschriften nur bann gewährt werben, wenn die nutzbare Wohnfläche bestimmte Größen nicht über- (leigt. Diese Vorschriften sind bindend unb müssen unbedingt eingehalten werben. Alle Volksgenossen, die einen Neubau errichten und Steuerbefreiung in Anspruch nehmen wollen, müssen sich rechtzeitig darüber vergewissern, daß die Wohnfläche das zulässige Maß nicht Übersteigt. Wer irgendwelche Zweifel hat, tut gut daran, den Antrag auf Anerkennung ber Steuerbefreiung b e - reits vor Errichtung bes Neubaues beim Finanzamt zu stellen, bamit etwaige Bean- ftanbunaen nach berücksichtigt werben können. Der Einwand, daß bie zulässige Größe aus Unkenntnis ber gesetzlichen Vorschriften überschritten worben sei ober baß man sich auf den Architekten verlassen habe, kann keine Ausnahme rechtfertigen. Erteilt das Finanzamt vor Errichtung bes Neubaues auf ©runb ber ein- gereichten Unterlagen einen Anerkennungsbesch e i b , so ist sorgfältig barauf zu achten, daß bei ber Ausführung des Baues keine zlenbe- r u n g e n vorgenommen werden, die die ©teuer- befreiunq hinfällig machen. Sollten sich bei der Nachprüfung solche Verstöße ergeben, so muß die Anerkennung unweigerlich zurückgenommen werden. Kunst und Wissenschaft. Erstaufführung des Hänbel-Festoratoriums im Berliner Sportpalast. Einen würdigen Abschluß des deutschen Händel- estes im Rahmen der Berliner Kunstwoche unb )er deutschen Bach-Händel-Schütz-Feier 1935 bilbete bie von ber Reichsmusikkammer mit Unterstützung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, im Berliner Sportpalast veranstaltete Erstaufführung des Fe ft oratoriurns von Georg Friedrich Händel, das Professor Dr. Fritz Stein ür die Aufführung eingerichtet hat. In der Mitte )es ersten Ranges war eine Jnterimsorgel aufgelegt worden. Etwa 1300 Sänger und Sängerinnen aus neun großen Berliner Chören, darunter der Berliner Lehrergesangverein, die Berliner Liedertafel, der Bruno Kittelsche Chor, der Hochschulchor und der Ercksche gemischte Chor, wirkten mit. Das Berliner Philharmonische Orchester war durch das Hochschulorchester verstärkt. Die einzigartige Aufführung, der stärkster Beifall zuteil wurde, stand unter Leitung von Professor Dr. Fritz Stein. Dem Konzert wohnten u. a. Vertreter von Reichsund Staatsbehörden, der Partei unb ber Wehrmacht bei. Kleine politische Nachrichten. Der österreichische Staatssekretär für Unterricht, Dr. Pernter, erklärte bei ber Beratung des neuen Hochschulgefetzes im Staatsrat, daß bei aller Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen doch gesagt werden müsse, daß leider vielfach nicht ber richtige Gebrauch von ber Freiheit ber Lehre an ben Hochschulen gemacht werbe. Diele Hochschullehrer versuchten, der Hof Dein wianDä aeiuiiiwuiuiujitu - 7 diese Erklärungen sestzunageln und sie als aus. MarineattachL b« der deutschen BatschastmL- richtig hinzunehmen. ERNTEN 30 BIS 32 ♦ MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M iiVi und damit den vollkommenen Grad der Reinheit und Klarheit erreicht! Diese Cigaretten werden in den Fa^rika betriebes in Altona-Bahrenfeld nac^i Der ungewöhnlich zarte und reine Cha? isafflagen unseres technischen Muster« k# völlig neuen Methoden hergestellt fer dieser Mischung beruht darauf, daß ich' er» ut chn« er» die he» Es muß reiner Tisch gemacht werden. Der Erzbischof von Canterbury über Deutschlands Gleichberechtigung. rügen ier *r» ,ei en nur ar ie- und ach- der fen, um en. ich^ des daß un* och et itt Der bisherige Dozent an der katholischen Handelshochschule zu Tilburg und Direktor der Elektrizitätsgesellschaft der Provinz Limburg, Professor Dr. Gel iss en (Maastricht), ist zum holländischen Wirtschaftsminister ernannt worden. Er wurde bereits von der Königin vereidigt. Es sei an der Zeit, daß in dieser Angelegenheit reiner Tisch gemacht werde. Man könne sehr wohl an einigen der Methoden Anstoß nehmen, deren sich Deutschland bedient habe, um die Gleichberechtigung zu erlangen; aber es dürfe nicht vergessen werden, daß andere Mächte nicht ganz schuldlos seien. Ein staatsmännischer Sinn für Realitäten verlange, daß Deutschlands Stellung so wie sie sei, angenommen werde. Die kürzliche Rede Hitlers eröffne hoffnungsvolle Ausblicke, und der beste Weg bestehe darin, Deutschlands Verantwortlichkeit für don, Kapitär zur See W a ß n e r und Frau und ausländische Persönlichkeiten teilnahmen. London, 5. Juni. (DRV.) Der Erzbischof von Canterbury, Dr. Lang, erklärte vor der Provinzialsynode in Westminster u. a.: Die gegenwärtige internationale Lage verursache tiefe Enttäuschung und Beunruhigung, weil es nicht gelungen sei, ein Ab- rüstungs- oder Rüstungsbegrenzungs - Abkommen herbeizuführen und das Leben der Völker 17 Jahre nach Beendigung des Weltkrieges trotz aller Pakte in einem Zu st and der Spannung sei. Der Argwohn und der nationale Ehrgeiz verursachten ständig Ruhelosigkeit, was wiederum die wirtschaftliche Wiedererholung verhindere, nach der sich die ganze Welt sehne. Es sei unsinnig, von irgendeiner unmittelbaren Kriegsgefahr zu sprechen; aber wenn es nicht gelinge, die gegenwärtigen Spannungen zu beseitigen, werde Europa einer Lage zutreiben, die über kurz oder lang zu der Drohung eines Krieges oder sogar zu einem Kriege führen könne. Im Augenblick könne das kollektive Sicherheitssystem am besten durchregionaleRichtangriffs- pakte zwischen Nationen herbeigeführt werden, deren Interessen im Rahmenwerk des Völkerbundes eng miteinander verflochten feien. Deutschland sei nicht länger mehr eine geschlagene Macht, die gezwungen sei, die ihm auferlegten Bedingungen anzunehmen, sondern es sei als Nation zu dem gleichen Platz unter anderen Nationen berechtigt. Bild-Schema im Durchleuchtungsapparat in starker Vergrößerung akademischen Jugend Gedankengänge einzuprägen, die den Leitsätzen des neuen Oe st erreich widersprächen. Es müsse alles darangesetzt werden, daß die Hochschule wirklich zum Träger österreichischer Geistesbil- Bildung werde. i' ein Pfeiler in einer Länge von 16 Meter zusammen. Vier vor Ort arbeitende Bergleute wurden verschüttet. Trotz der sofort aufegnommenen Rettungsarbeiten ist es bis jetzt nicht gelungen, an die Verunglückten heranzukommen. Es besteht wenig Hoffnung, sie noch lebend zu bergen. Schweres Explosionsunglück bei Dresden. In Reichenau bei Dresden erfolgte in einem von acht Familien bewohnten zweistöckigen Hause eine schwere Explosion. In dem Hause hatte der 51 Jahre alte Einwohner Quark mit Gas Selbst- mord verübt. Wenig später entstand eine schwere Explosion, die die ganze Vorderfront des Hauses zum E i n st u r z brachte. Eine 75 Jahre alte Frau wurde sofort getötet, zwei Personen wurden schwer verletzt. Bestrafung wegen Preistreiberei. Wegen Verstoßes gegen die Preis- vorfchriften der Faserstoffverordnung wurde von der Preisüberwachungsstelle Düsseldorf gegen die Inhaber einer Wäschefabrik in Essen eine Ordnungsstrafe von 5000 RM. verhängt. Die Firma hatte die Preise für Arbeitskleidung über Chinesische Seeräuber überfallen englischen INunitionstransport. Auf dem Westfluß in der chinesischen Provinz Kwantung überfielen fünf Seeräuberboote ein englisches Munitionstransportschiff. Das in der Nähe befindliche Kanonenboot „Cicala" feuerte auf die Seeräuber und setzte zu ihrer Verfolgung einen Kutter ein. Die Seeräuber konnten an Land fliehen, wo aber chinesisches Militär sofort die weitere Verfolgung aufnahm. Mehrere der Piraten wurden gefangen genommen. Riesenfeuer in Nangtin zerstört 600 Häuser. In Nangtin brach außerhalb der Stadtmauer ein Brand aus, der in kurzer Zeit eine riesige Ausdehnung annahm. Mehr als 600 Häuser der chinesischen Bevölkerung wurden durch die Flammen völlig zerstört. Die Häuser befinden sich im Hafenviertel von Nangtin. Der Sachschaden soll mehrere hunderttausend chinesische Dollar betragen. Vier Bergleute verschüttet. Auf der Wolfgang-Wavek-Grube in Ruda (Ober- schlesien) ereignete sich ein schweres Unglück. Auf der 100-Meter-Sohle brach infolge eines Erdrutsches $ oi t! der lau $ ts. hat der leb eits nig n. 's. ite ich de H- >fti. as ler» n. ele b. in en les Ze» ion- Ute, der ijen gen des Ein 8e« )r. ei, en nit nge del« und bete ung inet ng eh« ein litte nin* nter 2ie* * M. urch M aiv >in. ichs' ehr' Weißenberg wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet. Das Amtsgericht Trebbin (Mark) hat gegen den 79 Jahre alten bekannten Begründer und Leiter der sogenannten Weißenberg-Sekte, August Johann Josef Weißenberg, in Glau bei Trebbin Haftbefehl erlassen, der inzwischen vollstreckt worden ist, da das Gericht Fluchtverdacht und Verdunkelungsgefahr für gegeben hält. Weißenberg ist in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Der Verhaftete wird beschuldigt, sich in den Jahren 1932 und 1933 an einem etwa 12jährigen Mädchen in der unsittlichsten Weise vergangen zu haben. Weiter werden ihm Sittlichkeitsverbrechen an einem 16jährigen und einem 20jährigen Mädchen zur Last gelegt, die beide dem von ihm gegründeten und geleiteten Mädchenbunde ange- hörten. Zehntausend Adler-Trumpf-Iunior. Dieser Tage verließ der zehntausend st e Adler-Trumpf-Juntor die Fertigmontage der Adlerwerke, Frankfurt a. M. Ein Wagen, der erst etwa seit einem Jahr auf dem Markt ist und bereits in über 10 000 Stück fertiggestellt wurde, bringt damit nicht nur einen Erfolg für das Werk selbst, sondern auch die Belegschaft des Werkes, die in unermüdlicher Arbeit darum bemüht war, daß alle 10 000 Wagen, die das Werk verlassen haben, durch ihre Güte sich Anerkennung erringen konnten. Die sportlichen Erfolge des Adler-Trumpf-Junior, so die 13 internationalen Klassenrekorde auf der Berliner Avus und der Sieg in Marokko, stellen die Leistun» gen dieses deutschen 1 Liter-Wagens auch dem Aus» lande gegenüber gebührend heraus. Vier amerikanische Armeeflieger tödlich verunglückt. Bei Fresno (Kalifornien) stürzte ein großes Bombenflugzeug mit vier Mann Besatzung ab. Die Insassen wurden getötet. Das Flugzeug gehörte zu einem Geschwader von 25 Bombenflugzeugen, die an den Luftmanövern teilnahmen. h ' 1' ung itig che gt- ben freies »an- Der in- chi' me ior ein* s heuer« ber bie ien Zu Ehren der deutschen Flottendelegation gab abends der deutsche Botschafter von H o e s ch ein Essen, an dem der Erste Lord der Admiralität, Sir Bolton Eyres Monsell und Lady Eyres Monsell, der Chef des Admiralstabes Sir Barnley Chatfield und Lady Chatfield, Kon- teradmiral Sir James Little, Botschafter von Ribbentrop, Konteradmiral S ch u st e r . Korvettenkapitän Kiderlen, Botschaftsrat Fürst Bismarck und Fürstin Bismarck forme der sämtliche Tabake wird ausschließlich ohne Mundstück hergestellt folgenden Distrikten ! AküiSlr. Ke^rgilpSemlh. Slwwun Oie Cigaretten sjnd Mvster MM^velten und npuer Fabrikation® Methoden, die zugbol&p HeseteUung auf jFsjlnkbJfaHKte M . chafensto mehr al neuen t ber Bo was all hundert« •lu tot ren L- Landwt fid) «ll! rein ®' hoben nur em von y und hn Motten! Hausfrauensorgen im Juni. vietzt ist die Zeit, in der die Motten schwirren, in der, wenn irgend eine Lampe brennt, die Frau, urplötzlich schnell, gleich einer Irren, mit Händeklatschen durch das Zimmer rennt. Jetzt ist die Zeit, in der die Männer spotten, weil sie von Frauensorgen nichts verstehn, jetzt ist die Zeit, die Motten auszurotten und kummervoll den Schaden zu besehn. Du schneidest ein Gesicht wie Sauerampfer, du bist erschüttert, traurig und verletzt: Sie haben sich, trotz Naphthalin und Kampfer, im Kleiderschrank behaglich festgesetzt. Du hattest sorgsam all die schönen Kleider mit Leinen und Papier fein überhängt, und dennoch haben sich die Luder, leider, in Rock- und Blusennähte eingedrängt. Du siehst die Löcher und die kleinen Röhren: Da haust die niederträchtge Raupenbrut. Du hast ein Ziel nur: Morden und Zerstören! Es packt dich eine namenlose Wut! Dor deine schmerzdurchzuckte Seele drängen die Bilder dessen, wie du dich gewehrt ... Du kannst nicht alles in den Eisschrank hängen,— gewiß, da blieb der Krempel unversehrt! Du nimmst dir vor, das nächste Mal zu stäuben mit Nitrochloroform und Chlorpikrin. Du wirst die Brut mit Chloräthan betäuben, mit Säure, Chlorbenzol und Terpentin! Du fühlst dich seelisch fast vor dem Bankrotte ... Na, tröste dich, denn eines ist gewiß: Dein ganzes Abendkleid war für die Motte ja letzten Endes nur einzger Biß! Puck. Bewährtes Sparen. Die Erkenntnis der Notwendigkeit des Sparens hat sich seit dem Wiederaufstieg unserer Wirtschaft immer stärker durchgesetzt. Ein Blick auf die Sparentwicklung zeigt dies deutlich: die Einlagen bei Sparkassen, Banken und Genossenschaften steigen, die Nachfrage nach guten festverzinslichen Wertpapieren, also Pfandbriefen, Kommunalobligationen, öffentlichen Anleihen usw. nimmt dauernd zu, die Versicherungsgesellschaften berichten über erhöhte Neuabschlüsse. Langsam bildet sich wieder der frühere Zustand einer gesunden Arbeitsteilung zwischen bewährten Formen des Sparens heraus, verschwinden auf der anderen Seite Formen des Sparens, die sich nur in einer Zeit ungesunder Wirtschaftsverhältnisse entwickeln konnten. Es gibt verschiedene Formen von Ersparnissen, für die jeweils verschiedene Spareinrichtungen passen. Wenn jemand beginnt zu sparen, so schafft er sich zunächst eine Reserve, auf die er jederzeit sofort zurückgreifen kann, wenn es die Umstände seines Lebens bedingen. Er wird normalerweise zunächst Beträge zur Sparkasse, Bank oder Genossenschaft bringen, auch dann, wenn die dabei sich ergebende Verzinsung nicht übermäßig hoch ist. Wachsen seine Ersparnisse über eine bestimmte Summe hinaus, überschreiten sie also den Stand der für die Wechselfälle des Lebens erforderlichen „eisernen Ration", dann greift — wie früher, so auch heute — eine neue Üeberlegung Platz. Für die Sparbeträge, die nach menschlichem Ermessen in absehbarer Zeit nicht wieder abgehoben zu werden brauchen, kann nämlich bei ausgezeichneter Sicherheit und abseits von jeder Spekulation ein höherer Zinsertrag erzielt werden. Diese Beträge eignen sich für die Anlage in festverzinslichen Wertpapieren, also Pfandbriefen, öffentlichen Anleihen usw. Obwohl die Sicherheit z. B. des Pfandbriefes nicht hinter der von Spareinlagen zurücksteht — in beiden Fällen dienen erstklassige, besonders sorgfältig ausgewählte Hypotheken auf Grund und Boden als Deckung — ist der Zinsertrag etwa des Pfandbriefs höher und beträgt heute, auf das angelegte Kapital berechnet, durchweg 4,6 bis 4,8 v. H. Die Rückzahlung des Pfand- briefes zum vollen Nennwert ist unbedingt gewährleistet. Wird der Pfandbrief vorher ausgelost, so gewinnt der Besitzer unter Umständen in kurzer Zeit die Differenz zwischen dem Ankaufskurs und dem Kurse der Rückzahlung. Braucht er plötzlich Geld, so kann er den Pfandbrief zu den günstigsten Bedingungen von der Reichsbank, oder einer Bank beleihen lassen. Aber auch eine Veräußerung wird künftig ohne nennenswerte Kurseinbußen und unter Umständen mit Gewinn möglich sein. Bei den festverzinslichen Wertpapieren, also auch bei den Pfandbriefen, geht das Bestreben der Reichsregierung und der Emissionsinstitute immer stärker dahin, absolut stabile Kurse zu halten. Die Entwicklung der ganzen letzten Zeit hat gezeigt, daß trotz der Zinskonversion und des Kursabschlages des Konversionsbonus irgendwie ins Gewicht fallende Kursrückschläge nicht stattgefunden haben. So haben die gute Verzinsung, die ausgezeichnete Sicherheit und nicht zuletzt die jederzeitige leichte Verwertbarkeit dem in Jahrhunderten immer bewährten Pfandbrief als Sparanlage das Interesse breitester Sparerschichten gewonnen, das sich in ständig steigender Nachfrage ausdrückt. Diebesbande von der Wormser Polizei verhaftet. LPD. Worms, 4. Juni. Die Wormser Polizei konnte bei einer nächtlichen Streife am Rhein eine sechsköpfige Diebesbande in dem Augenblick überraschen, als sie mit zwei Kähnen, auf denen die Beute verstaut war, am Ufer anlegte, um die Ladung zu löschen. Beim Erscheinen Jeder Betriebsführer hak das größte Interesse daran, daß seine Gefolgschaft durch die Teilnahme an den Zeltlagern der Hitlerjugend neu gestärkt, mit Lust und Liebe an die Arbeit geht. der Polizei gingen die Diebe sofort flüchtig und blieben auch auf die Haltrufe nicht stehen, so daß die Polizei mehrere Schüsse auf sie abgeben mußte. Gleich darauf fand man einen der Diebe, der sich versteckt hatte. Noch in der gleichen Nacht konnten dann alle Beteiligten verhaftet werden. Aushebung einer Ialschmünzerwerkstätte. LPD. Frankfurt a. M., 4. Juni. Der 27- jährige Otto H. weilte am Samstag den ganzen Nachmittag in einer kleinen Wirtschaft und markierte den freigebigen Gast, indem er alle erreichbaren Personen in der Wirtschaft freihielt. Er zahlte am Anfang mit einem echten Zwanzigmarkschein. Kurz vor seinem Aufbruch am Abend wollte er von der Wirtin nochmals einen Zwanzigmarkschein gewechselt haben. Der Schein erregte aber bei der Wirtin Verdacht, und sie tat das, was eigentlich alle Geschäftsleute in solchen Fällen tun sollten: sie ging nach einer nahen Amtskasse und lieh den Schein dort prüfen. Er wurde als falsch erkannt und H. wurde von der Polizei fe ft genommen. Er hatte noch 2 3 falsche Scheine bei sich. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen der Kriminalpolizei führten zur Auffindung der Werkstätte in der Wohnung des H. Es wurde sämtliches Material und Werkzeug, das zur Fälschung benutzt wurde, gefunden. H. behaup- tet, bisher keine Falschscheine verausgabt zu haben. Es handelt sich um Fälschungen der Ausgabe vom 22. Januar 1929, die auf der Schaufeite rechts und als Wasserzeichen im Schaurand den Kopf Werner von Siemens tragen. Die Ausführung ist sehr schlecht, die Scheine sind ohne weiteres als falsch zu erkennen. Das Papier ist sehr dick und fühlt sich fettig an. Die Scheine tragen durchweg die Nummer L. 08 916 128. Unterschriften und Kontroll- buchstabe fehlen. Bemerkenswert ist der Oelfarbe- geruch der Scheine. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 6. Juni. Der 29 Jahre alte Hilfsarbeiter Ludwig Prinz von hier erlitt gestern bei einem Unfall einen Bruch des linken Unterschenkels und mußte nach Gießen in das Krankenhaus gebracht werden. Wetterbericht des Reichswetterdienskes. Ausgabeork Frankjucl. Auch gestern fetzte sich die Unbeständigkeit des Wetters fort. Dabei drang von der Rückseite eine Störung, die teilweise von heftigen, vom Meer kommenden Luftmassen begleitet war, ein. Bei Irland ist zurzeit eine heftige Störung in Entwicklung, die im Laufe des Freitag Einfluß auf unser Wetter nehmen wird. Die Großwetterlage befindet sich in einer Umgestaltung, die sich auch auf unser Wetter auswirken wird. Aussichten für Freitag: Nach anfänglicher Aufheiterung und neuer Wärmezufuhr wieder Verschlechterung mit leichten Gewitterniederschlägen, lebhafte, zunächst südliche Winde. Aussichten für Samstag: Noch unbeständig und wechselhaft, doch im ganzen freundlich. Lufttemperaturen am 5. Juni: mittags 19,4 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 6. Juni: morgens 12 Grad. Maximum 20,9 Grad, Minimum 11 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juni: abends 16,2 Grad; am 6. Juni: morgens 14,3 Grad. — Sonnenfcheindauer 9,7 Stunden. — Niederschläge 1,2 mm. Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume am Dienstag, dem 11.Juni 1935 (Pfingstdienstag) geschlossen sind, während sie am Pfingstsamstag wie üblich (von 8 bis 13 Uhr) geöffnet bleiben. Bezirkssparkasse Gießen Commerz- u. Privat-Bank Aktiengesellschaft, Filiale Gießen Deutsche Bank u. Disconto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen Dresdner Bank, Zweigniederlassung Gießen Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H., Gießen —----------------------- 3384 D In jeden Garten gehört ein Empfehlungen Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwäschePfd.25^ Naßwäsche... Pfd.18A (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen „i > Ruf 3487 Pfingsten in Filsen b.Camv (Rh.). „Pension Haus Rheinblick". 332oD Samstag- bis Montagab. 7 M. B.Pem.v.T.3^ L. Müller Wwe. Rohr- und Korbmöbel aus dem Spezial- U a m If O I Sonnen- geschäft 11 C II li G I straße 18 Gegründet im Jahrel876 02427 Stellenangebote) Tüchtiges Märchen für den Haushalt zum 15. Juni ge- iucpt. 33ooD tvrau Amens ^-'•»hnbofftr GS Mündlich können <2ie es nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Jupge, saubere JW011 für Freitags vormittags 2 Std. sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 33910 a.d.G.A. Silber- Chrom cm Alleinverkauf: läiifiüSdninD Gießen Bahnhofstr.27 I. Sächsische Herrenwäsche-Fabrik sucht für den Bezirk Hessen-Thüringen, bayr. Pfalz einen eingeführten arischen ersflOertreler mit eigenem Auto. Schriftliche Angebote unt.3375V an den Gießener Anzeiger erb. u.al.läst.Haarew. nurd dievönnnr angew.,einz.sich. Meth. unt. 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Zum 1935 Nr.M Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) der Ausstellung 1850 in Hildes» eit-, Spring- Scherl-Bildma temd ienst n >n an Der den in Geschmeidig- verkörpern die Schönheitsideal sunde Leiber und aufrechte Seelen feit, Ausdauer und Kameradschaft Einheit, die uns heute wieder als vorschwebt Heinrich George gibt den Burgund, gewiß eins Rolle, an der sich die gesamte darstellerische Spann- weite dieses bedeutenden Schauspielers nicht ermessen läßi; aber er macht eine mächtig ausladende, kraftstrotzende Figur von falstoffischen Ausmaßen und wildem Humor daraus — Mimisch und sprachlich überaus belebt und betont der Talbot von Erich P o n t o . einem der ersten Darsteller des Dresdener Schauspiels, dem man übrigens selbst hier noch stellenweise das Fach des Charakterkomikers ganz von ferne anzumerken glaubt Willy Birgel (aus „Barearole" bekannt), Theo- dor Loos, vorzüglicher Sprecher, und Aribert Wäscher wirken in ihren knappen Szenen als La Trernouille Dunois und Alen^on sehr überzeugend. ebenso der jugendlich-feurige, bis zuletzt an die Jungfrau glaubende und für sie kämpfende Maillezais von Rene Seligen — An der Kamera stand, was hervorgehoben zu werden verdient, Günther Krampf Aus dem Borprogramm ist neben der bereits bekannten Wochenschau ein farbiger Bildbericht vom Erntedankfest 1934 und der Vorspann zu „Bengali" zu nennen —r— Dieser große Dorführungsrmgm hat in der Hauptsache dem R dabei ihre Kunst gezeigt. In der Hauptsache hat es sich um den jungen Reiternachwuchs gehandelt, der Tag für Tag hinter dem Pflug geht und nun wieder die Beherrschung des eigenen Körpers und des Pferdes gelernt hat Besonders bemerkenswert ist es, wieviel von bäuerlichem Brauchtum in den Reitsport übergegangen ist. Das brauchtümliche Reiten wird naturgemäß in erster Linie von den ländlichen Reitervereinen gepflegt. Aber auch der städtische Reitsport hat viel davon angenommen. Bald war das Oval gefüllt von Scharen von Reitern in bunter Bauerntrachi, daß der Schlag von Tausenden Hufen den lauten Beifall übertönte. Dann wieder gab es lustige Reiterspiele, wie sie sich in allen Gauen unseres Vaterlandes erhalten haben: Bänderreiten, Zitronenreiten und Ringstechen, als besonders großartige Leistung der Sprung mit den Pferden durch den brennenden Ring. Als modernes Gegenstück dazu gab es Schaunummern, wie wir sie sonst etwa von Polizeischulen gewohnt sind: die Dressurprüfung von Bauernpferden unter jungbäuerlichen Reitern im Lärm der durch die Bahn und gemeinsam mit dem Pferd an den Hindernissen oorbeirasenden Motorräder. Wie alles, was wirklichen kulturellen Wert hat, zugleich feine sinnvolle Bedeutung für das praktische Leben besitzt, so ist das gerade bei der bäuerlichen Reiterschulung auch der Fall. So wirtschaftlich wertvoll die Ausstellung im übrigen gewesen ist, bleibt doch der Eindruck haften, daß diese Beweise einer neuen, lebendig und blutvoll wachsenden Bauernkultur der wertvollste Ertrag dieser Hamburger Woche sind. rühmten Zeugnis der englischen Anglerphilosophi« wurde. Dort steht auch jener berühmte Satz über das Angeln, der immer wieder von leidenschaftlichen Freunden dieses Sportes zitiert wird, wenn man sie um ihrer Beschaulichkeit willen im Zeitalter der Technik verspottet: „Wenige Kunstübungen", heißt es da, „verdienen so sehr unsere Bewunderung. Di» Attitüden, die der Angler dabei zeigt, sind zugleich im höchsten Grade männlich und graziös." warb. 1901 erhielt er die 81. Infanterie-Brigade in Lübeck, 1905 das Kommando der 27. Division in Ulm und wurde 1909 kommandierender General des II. Armeekorps in Stettin. Dieses^Korps führte er zunächst im Weltkrieg in den Schlachten bei Mons, an dem Qurcq (Marneschlacht) und in den Kämpfen bei Ppern. Als dann im Winrer 1914'15 deutsche Truppen den Oesterreichern in den Karpathen zu Hilfe geschickt wurden, die D e u t s cb e Südarmee, wurde Linsingen mit ihrer Führung beauftragt. Er nahm ruhmvollen Anteil an der Verteidigung der Karpathen und später an der Rückeroberung von Galizien als Führer der Bug- Armee. Es gelang ihm, die Rusten aus ber ungarischen Ebene zurückzudrängen. Bald konnte er zu einer durchgreifenden Offensive schreiten, bei ber ihm bie Erstürmung bes Zwirnin glückte. Die Wiedereroberung von Galizien, die Besitznahme von Brest-Litowsk, die Einnahme von Przenmsl und Lemberg waren Linsingens Werk. Die Zurück- bröngung ber gefährlichen russischen Offensive am Stochob unb bei Kowel im Sommer 1916 ist ebenfalls Linsingens Verdienst gewesen. Damals ernannte ihn der Kaiser zum Chef Des 1. Hannover- schen Infanterie-Regiments Rr. 74. Im April 1918 wurde er zum Generalobersten befördert und an Stelle des verstorbenen Generalobersten von Kestel zum Ober st kommandierenden in den Marken ernannt. Rach dem Zusammen brach erbat der Generaloberst am 8. Rovemoer 1918 den Abschied, weil seine Anordnung, mit Flugzeugen gegen das Zusammenströmen von Ausständischei: 'n und Fahrturnier gedient. Tausende von Zuschauern haben sich Tag für Tag hier gedrängt, um den bunten Wechsel reiterlicher Glanzleistungen zu bewundern. Wie heute der ganze Turniersport auf die Prüfung für den praktischen Gebrauch zugeschnitten ist, so standen auch in Hamburg d i e Eignungsprüfungen und Materialprüfungen für Mann und Pferd im Vordergrund. Richt etwa nur wenige Spitzenreiter haben Bauernkultur im Welthafen. Eindrücke neben der Hamburger Reichsnährstandsschau. Von Irithjos Melzer. ,Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll, Ein Fischer saß daran, Sah nach dem Angel ruhevoll, Kühl bis ans Herz hinan." Dieser Ruhe verdankt der Angelsport vieles von seiner Wertschätzung. Vielleicht haben schon jene ersten Angelfischer, die man in der frühen Steinzeit suchen muß, etwas von der wohltuenden Gelassenheit empfunden, wenn sie sich nach erregender Jagd auf wilde Tiere an die vorüberrauschende Flut eines Stromes oder an das stille schimmernde Gewässer eines Sees setzten, um sich eine Fischmahlzeit zu angeln Wenn sie sich hierbei zum Teil auch wohl noch nicht der Angelrute bedienten, sondern sich darauf beschränkten, an einer Schnur einen Angelhaken zu befestigen, so haben sie dabei doch die gleiche Geduld üben müssen wie die heutigen Jünger Petris. Allerdings haben es die Fischer der Vorzeit insofern leichter gehabt, als der Fischreichtum damals sicherlich um vieles größer gewesen ist als heute Auffallend ist, daß sich das Angeln als Sport und Liebhaberei schon früh Anhänger gewann, während der gewerbsmäßige Fischfang die Reuse ober- bas Retz benutzte. Die vornehmen Herren unb sonstigen Freunbe geruhsamer Weltbetrachtung wanbten sich ganz bem Angeln als einem eblen Zeitvertreib zu Auf ägyptischen Silbern können mir solche Jünger bes Angelsports sehen, bie es sich auf Sesseln unb Teppichen bequem gemacht haben unb in vollenbeter Ruhe bie Angel halten. Vor ihnen tummeln sich in künstlich angelegten Teichen bie Fischlem, um sich schließlich burch ben Kober in ihrem Wohlleben irreführen zu lasten. Den Römern, bie sich übrigens schon künstlicher Fliegen als Köber bebient haben sollen, fehlte es allerbings an ber Beschaulichkeit, bie ber Angelsport erforbert. Dazu waren sie wohl zu tatenfreübige Menschen, unb ber glänzenb organisierte Fischereibetrieb im römischen Kaiserreich sorgte bafür, baß eine erlesene Fischmahlzeit auf ihren Tischen keine Seltenheit war In ben fischreichen Gebieten bes hohen Rorbens aber ist bas Angeln seit unvorbenklichen Zeiten bis in unsere Gegenwart hinein eine ebenso nützliche unb einem ganz großzügigen Einsatz von Spiel unb Gegenspiel sichtbar gemacht unb unmittelbar erlebt. Ueberhaupt kommi uns ber Ston lchvn dadurch sehr gegenwärtig zum Bewußtsein, daß die Gestalten des Schauspiels, obwohl im Kostüm des 15. Jahrhunderts, eine überaus deutliche unb uns allen verstänbliche Sprache reben. bie mit bem stilisierenben Versmaß Schillers viel weniger gemein hat als mit ber nüchternen Prosa bes Iren Vernarb Shaw. Aber bas ist nur ber äußere Einbruck: wesentlicher ist bie innere Umformung bes Stoffes, ber uns nun einmal feit Schiller in Fleisch unb Blut übergegangen ist. Die wenigen einleitenden Worte, bie bem Film vorangestellt finb, lassen keinen Zweifel barüber, was mit biefer Gestaltung durch den Film gegeben werden sollte: die Verwirklichung einer großen nationalen Idee, verkörpert in Der heroischen Sendung und in der unschuldigen Opferung eines gläubigen, von glühender Liebe zur Sache feines Landes erfüllten jungen Menschen, eines Kindes, geboren aus bem Schoße bes Volkes. 500 jungen Menschen waren gleichzeitig bas köstlichste Schaustück ber Ausstellung. Auch ber bäuerliche Mensch ist in Hamburg repräsentiert worben Diese Jugenb Hai auf bem Vorführungsring sich nicht in sportlichen Höchstleistungen überboten ober Kunststücke gezeigt, fonbern lebiglid) sinnvolle Uebungen vorgeführt, bie für ben bäuerlichen Menschen eine Ergänzung ber Berufsarbeit finb unb ben Körper stählen. Ge- Alexanber von Linsingen wurde heim geboren und 1869 Offizier im 17. preußischen Infanterie-Regiment. Er machte den Krieg von 1870/71 mit. wobei er sich das Eiserne Kreuz er» Zu Beginn der Ausstellung lagen Bord Bord drei Schisse im Hamburger Hasen Hapag-Dampfer „Hamburg" hat Blick auf bie weiten Wasser des Weltverkehrs gelenkt. Daneben das Panzerschiff „Deutsch- I a n d", der Stolz unserer Flotte und der Ausdruck der Wehrhaftigkeit zur See. Unb ganz vorn „5) ein ® obenmin b", bas romantisch anmutenbe Segelschiff, bie schwimmende Jugendherberge, die'in diesen Tagen 500 Jungbauern aus dem gan- -en Reich beherbergte Diese 500 frischen Menschen sind nicht nur als Gäste zum Besuch der Ausstellung gekommen Gewiß haben auch sie die endlosen Straßen der Ausstellungsstadt durchzogen, um sich mit den Fortschritten der Landtechnik vertraut zu machen und um das bäuerliche Brauchtum anderer Gebiete, wie es auf ber Ausstellung in Aus-, schnitten gezeigt würbe, kennen zu lernen Diese Die in Hamburg burchgeführte 2. Reichsnähr- standsausstelluna^ mit welcher bie seit fünfzig Jahren Mannten Wanberausstellungen ber Deutschen Laubw^-schafts-Oesellschaft fortgeführt werben, hat sich mit ber grundsätzlichen Aufmachung über den rein wirtschaftlichen Rahmen der Agrartechnik erhoben Bauernkultur ist heute nicht mehr nur eine Angelegenheit von Heimatforschern ober von Trachtenvereinen-, sie wächst wieber lebenbig unb hat im Zeichen von Blut unb -Boben ihren neuen Sinn als Ausbruck ber Bodenstänbigkeit unb der Volksverbundenheit erhalten Es ist erstaunlich, was alles an solider Bauernkultur über die Jahrhunderte des Mißverstehens bäuerlichen Wesens hinweg erhalten geblieben ist Heute werden diese Dinge nicht mehr künstlich erhalten oder nur wissenschaftlich registriert Sie haben wieder ihre unmittelbare Daseinsberechtigung und sind von blutvollem Leben erfüllt So verlohnt es sich schon, neben der Betrachtung der mehr wirtschaftlichen Seite der Rähr- standsfchau, neben ben Zusammenhängen von Arbeitsschlacht, Erzeugungsschlacht. Nahrungsfreiheit und Rohstoffversorgung auch einen Blick auf diese Erscheinungsformen eines neuen bäuerlichen Kulturwillens in dem nicht alltäglichen Rahmen der . Hafenstadt Hamburg zu werfen. Es war ja wohl mehr als ein Zufall, daß die Reichsnährstandsausstellung eingeleitet wurde mit dem „lag ber deutschen Seefahrt" unb baß sie ausmünbet in bas Internationale Tonkünstlerfest. Wenn man heute so viel in ber großen Politik von „Unteilbarkeit bes Friebens" rebet, so ist es jebem falls Tatsache, baß bie Kultur unteilbar ist, aber sie setzt sich wie ein gewaltiges Mvsaikbilb zusammen aus ben verschiebenen Steinchen, bie von allen Seichten bes Volkes zusammengetragen werden unb bie bie unendliche Vielgestaltigkeit des blühenden Lebens widerspiegeln Der außerordentlich starke Besuch der Reichsnährstandsschau war auch in anderer Beziehung e i n kultureller Gewinn Die beiden wichtigen Volksschichten, bie bie Ernährungswirtschaft unb ben Außenhanbel tragen haben die historische unb praktische Beweisführung bafür kennen gelernt baß gefunbe Bauernpolitik unb gefunbe Außenpolitik einanber bebinaen unb baß der Geist bodenstänbiaer Bauernpolitik aufs engste verwanbt ist mit bem Geist ber Hanse, wie das an dem Beispiel der Marktordnung besonders einleuchtet. So war ber Bauernbesuch in b§r Hasen- ftabt eine Weitung bes Gesichtsfelbes für beibe Teile Manch ein Bauer hat zum erstenmal einen wirklichen Hafen gesehen unb bas große Wasser gerochen, wie umgekehrt mancher Hamburger zum erstenmal eine Vorstellung von ber Vielgestaltigkeit unb Mühseligkeit bäuerlicher Tagesarbeit bekommen hat Mit Angel und Köder Aus der Geschichte des Angelsports. Damit entfiel auch ber entscheidenbe tragische Konflikt, persönlich erlebt unb ausgetragen von Jeanve b'Arc, ber bei Schiller zugleich bas Herzstück unb ben Angelpunkt bes Dramas bilbete Es fiel auch das Vorspiel, die Berufung Johannas: der Film greift sogleich in die Mitte ber Ereignisse stürmisch ein, unb wenn mit einem Schlage alles verloren scheint, ist Johanna ba, gefenbet vom Erzengel Michael, innerlich glühenb von ihrer Sen- bung unb Aufgabe-, sie ergreift ihre Fahne, reifet Volk und Krieger mit sich und beginnt ihren Siegeszug, der das Schicksal des Königs unb bes ganzen Lanbes roenbet Der Film reicht — ähnlich wie das Drama Shows — auch chronologisch weit über ben Ablauf ber Ereignisse bei Schiller hinaus: wir erleben nicht nur ben Triumph Johannas, nicht nur bie Krönung zu Reims (onbern auch ben Umschwung unb iahen Sturz ben Scheiterhaufen in Rouen unb — em Vierteljahrhunbert später - die Heiligsprechung einer Märtyrerin. Aus dem Gipsei ihres Glucks, nach dem Sieg und der Krönung zu Reims, beginnt bereits die Schicksalswende, beginnt das feurige und blutige Ende sich anzukündigen. die Stimmung des Volkes richtet sich gegen die Jungfrau- die Vasallen und Feldherren des Königs streiten sich um den Sieg, den keiner von ihnen erfochten hat; Verleumdung beschmutzt bie Heilige, unb als in der Stadt die Pest ausbricht, da ist die Heilige schon in aller Munde die Hexe, die das Unheil heraufbeschworen hat Was die Unterschiede und Abstände zwischen dem Drama, also der Bühnenform ganz allgemein, uno dem Film angeht, fo gilt natürlicherweise un grundsätzlich auch hier, was bisher bei. fast allen Verfilmungen literarisch festgelegter Stoffe gegoltc hat man hat zunächst ben Einbruck einer unbegrenzten räumlichen Ausweitung; alles, was au dem ^Theater indirekt, hinter der Szene, geschaht oder allenfalls angebeutet vielleicht 3urri‘ nfrfien Suqeftänbnis erhoben werben konnte (oer Krönungszug bei Schiller!) - bas geschieht im Film in ber breitesten realen Entfaltung: ber Sturm auf das englische Lager, ber Marsch auf Reims, ber Ausbruch ber Pest werben nicht nur berichtet, fon- bem mit Menschenmassen kompakten Architekturen jungfrau", immer ein Mäbchen, auch in ber starren Rüstung, mit einer hohen, leisen, fast kinblichen Stimme, eine reine unb rührenbe, schlichte und gläubige Gestalt. Darstellerisch wächst bie" Gestalt bes Königs, ber bei Schiller bestenfalls eine für geschickte Schauspieler nicht unergiebige Charge bleibt, fast über sie hinaus. Es ist nicht ganz abzusehen, wie weit bas Drehbuch unb wie weit bie großartige Leistung von Grünbgens an biesem Einbruck beteiligt ist, jedenfalls steigert sich die Erscheinung des Königs gegen Ende immer mehr zur beherrschenden Zentralfigur. - Gründgens ist in Maske und Spiel, in der geistigen unb bialektifchen Durchbringung feiner Rolle schlechterbings nicht zu übertreffen; nicht e i n lautes Wort in biesem gewiß an lauten unb (ärmenben Stimmen nicht armen Stück, aber nicht ein Satz geht verloren, unb jeber Satz ist in seiner Wirkung unb Beziehung auf bas peinlichste burchbacht: so' entsteht bas unheimliche, schil- lernbe Bild eines Fürsten, ber, überlegen unb biplo- matisch berechnenb, geführt unb getrieben scheint unb bennoch in ber Entscheibung bie Fäben in ber Hanb hält; eine psychologisch vertiefte Gestaltung, ber übrigens auch sehr menschliche Züge nicht fehlen, von außerorbentlichem Reiz. wie beliebte Beschäftigung. Die germanischen Küstenfahrer wußten Wunderbinge vom Fischreichtum ber Meere zu berichten; ber Kabeljaufang um Helgo- lanb im 9. Jahrhunbert unb bestimmte Sinnbilber im religiösen Kult bes heibnischen Rügen beuten barauf hin, baß man ben hohen Wert dieser Meeresschätze schon früh kannte und zu nutzen wußte. An den Küsten des Atlantischen Ozeans gewann der Fischfang der Spanier im 12. Jahrhundert durch die Darstellung der Fischerei als eines Gott besonders wohlgefälligen Standes einen großen Aufschwung; denn unter den Jüngern Christi befanden sich vor allem Fischer, und der Heilige Petrus ist der Schutzpatron der Fischer und Angler geworden. Wenn es nach den Fastengeboten streng untersagt war, Fleischspeisen auf die Tafel zu bringen, so waren Fischgerichte erlaubt; den Mönchen und Geistlichen war die Jagd nicht erlaubt, aber bem Fischfang bürsten sie nachgehen, unb so würbe bas Angeln im Mittelalter ber Lieblingssport ber Geistlichen. aber auch ber Ritter. Kaiser Max, ber „letzte Ritter", wirb als eifriger Angler gerühmt, ber in feinem „Weißkunig" manches über ben Angelsport zu sagen wußte. Späterhin aber galt es nicht mehr als vornehm, sich persönlich um ben Fang einer Fischmahlzeit zu bemühen; bas Angeln würbe nicht mehr zu ben „höfischen Divertissements", gezählt, fonbern unter bie „nieberen Vergnügungen" eingereiht, mit benen sich bas Volk bie Zeit vertrieb. In unseren Tagen aber ist bas Angeln wieber eine allgemein beliebte unb verbreitete Beschäftigung Besvnbers bie Englänber halten hartnäckig an ihrem aristokratischen Angelsport fest unb haben ihm auch in anberen Länbern wieber Freunbe gewonnen. Das lohnende Angeln aber ist in ben europäischen Länbern nie aus ber Mobe gekommen. Die Englänber rühmen sich, daß das Angeln und die Ernsthaftigkeit und Würde, mit der es von ihnen betrieben wird, geradezu einen klassischen Ausdruck ihres Volkscharakters darstelle, ber nach einem „geruhigen Leben" nach ber Arbeit verlange. Um bie Mitte bes 17. Jahrhunberts erschien Waltons Werk „Der vollständige Angelfischer oder des beschaulichen Mannes Erholung", das zu einem de- Damit ist Johannas Schicksal besiegelt: Flucht, Gefangennahme, Kerker und Tod. Der König hätte sie vor dem Aeußersten retten können, aber „ein Wunder läßt sich nicht wiederholen", und er weiß: Johannas Tod ist jetzt so notwendig wie zuvor ihr bloßes Dasein; sie wird sterben und gleichsam aus der Flamme als die Nationalheldin ihres Volkes wieder auferftehen; und Johanna erleidet den furchtbaren Tod bewußt im Glauben an ihre Sendung und in unerschütterlicher Liebe zu ihrem Lande. So erhält die Historie und die Heiligenlegende ihren neuen Sinn und ihre übernationale Gestalt Gustav 11 c i cf i) führt Regie; er ist mit der Bewältigung ähnlicher historischen Stoffe im Film rühmlich bekannt geworden Hier hat er em Jnsze- nierungsproblem von ungeahnten Ausmaßen vorgefunden. Er arbeitete nicht nur räumlich und personell mit einem riesigen Einsatz an Mitteln, sondern er hatte auch einen gerechten, künstlerisch abgewogenen Ausgleich zwischen Szenen von äußerster Realität und Szenen von visionärer Entrücktheit zu schaffen, was um so schwieriger erscheinen mußte, als bie Hanblung sogleich mit einer Steigerung klanglicher und dramatischer Elemente einsetzt, die doch erst den Auftakt zu den späteren Höhepunkten des Filmes bilden Die- Szene hallt wider von Kriegsaeschrei und Volkslärm, von Trommel- und Fanfarenklang, und im ungewissen Halblicht grenzen sich die Schauplätze, die feindlichen Fronten, die Lager der Engländer und der Franzosen, der Gläubigen unb ber Ungläubigen von einander ab Noch bedeutsamer aber als der gebändigte Einsatz bewegter Massen erscheint bie Aufbietung ausgezeichneter Einzeldarsteller für die tragenden Rollen des Spieles.' und aus dem klanglichen ' Furio o ber Volks- unb Kampfszenen heben sich um so eindringlicher die sehr ausgefeilten, stark 1 belichteten und scharf akzentuierten Dialogstucke heraus, in denen die geheimsten Antriebe der |tur= misch und lärmend abrollenden Außenhandlung ! offenbar werden * ' Das Mädchen Johanna ist Angela © all o f e r. i Dieser Film ist nach dem „Schwarzen Walsych । (mit Jannings) und der „Hohen Schule" (mit For- : ffer) ihre dritte große Leistung: sie gibt in dieser i Rolle gerade das, worauf in der Filmfassung die , Betonung gelegt worden ist: sie erscheint — mit einem Wort — als Werkzeug in Gottes Hand, ' wie sie unerschütterlich glaubt, als Werkzeug freilich i auch in der Hand bes Königs; äußerlich schlank unb zart, nichts von bem Typus ber robusten „Helben- „Das Mädchen Johanna." Lichtspielhaus Dieser große historische Film der Ufa, dem bei seiner Uraufführung tn Berlin em außerordentlicher Erfolg zuteil geworden ist, wurde aus Anregung unb unter nachbrücklicher Forberung bes Reichs- minifteriums für Volksaufklärung unb Propaganda geschaffen und als eine der Spitzenielstungen der deutschen Produktion mit dem Prädikat „Künstlerisch unb staatspolitisch besvnbers wertvoll" ausgezeichnet, er darf also mit gutem Grunbe als vorbildlich und richtungweisend — in seiner Stoffwahl, in der Inszenierung wie in der Darstellung — bezeichnet werden. * Das Manuskript schrieb der bekannte Dramatiker Gerhard M e n z e 1, der seinerzeit bereits für seinen Film ,Flüchtlinge" mit einem gilmpreis bedacht worden ist. Im Gegensatz zu jenem ®erf das em sehr gegenwärtiges Thema behandelte, hat er hier einen berühmten geschichtlichen Stoff e^nffen be burch bie Jahrhunderte hindurch - vonVvltcnre und Shakespeare bis zu Schiller und Shaw die Weltliteratur bewegt hat. Uns allen 'ss das Mädchen von Domremy aus Schillers "romantischem Schauspiel für immer em unvergeßlicher Besitz, o eie werden sich auch der ganz anders gearteten, un- romantischen ja nüchternen Auffassung erinnern, mtt der Lernard Shaw vor Jahren die legendäre Gestalt zu neuem Leben erweckt und m ein neues Licht gerückt hat. Nun kommt der Film, und। bas Schauspiel um Orleans unb bas von Gott gefanbte unb erwählte Bauernmäbcken ersteht abermals gestaltet nach ben Gesetzen und mit den op sch und akustischen Mitteln der jüngsten Kunst unserer Zeit Generaloberst von Linsingen gestorben. Generaloberst von Linsingen, einer unseres ruhmreichen Führer im Weltkriege, der noch zu seinem 85. Geburtstag am 10. Februar d. I. zahl» reiche Ehrungen entgegennehmen konnte, ist am Mittwochabend in Hannover nach kurzer, schwere» Krankheit entschlafen. Berlin oorzugehen, vom Kriegsministeri im aufgehoben wurde. Anderntags gab er selbst un die Truppen den Befehl, von der Schußwaffe keinen Gebrauch zu machen, da infolge der Haltung dieser Truppen eine Bekämpfung der Nevolut'vn nicht mehr möglich erschien. Seither lebte der Generaloberst erst in Stettin und zuletzt in Hannover im Ruhestand. Aus aller Welt. Kundgebung am „Tage der deutschen Technik" in Breslau. Anläßlich des „Tages der deutschen Tech- n i k" fand in Breslau eine öffentliche, stark besuchte Kundgebung statt. Die Kundgebung wurde von dem Generalinspektor für das Straßenwesen, Dr. Tod t, eröffnet, der betonte, daß der Techniker in den letzten Jahren wohl wirtschaftlich zu denken gelernt habe, aber der Wirtschaftsführer nicht technisch zu denken. Präsident P i e tz s ch sprach über das Thema „Die Gestaltung nationalsozialistischer Wirtschaftsführung durch technisches Denken". Versucht man, so betonte er, für die praktischen Handlungen der Wirtschaftsführung die zuverlässigsten Unterlagen durch entsprechende Weiterbildung der Wirtschaftsstatistik zu schaffen, so ergibt sich zwingend die Notwendigkeit der Aufstellung einer „Bilanz" der deutschen Volkswirtschaft. Eine solche analog jenen Arbeitsmethoden der Technik auszubildende zentrale Wirtschaftsbeobachtung ist daher eine unerläßliche Voraussetzung für das große Endziel der Wirtschaftsführung, für die Verhütung der Wirtschaftskrisen und ihrer ungeheuren Verschwendung volkswirtschaftlicher Kräfte Reichsoerkehrsminister Freiherr von Eltz- R ü b e n a ch behandelte die „Kraftquellen der Verkehrsmittel". Der Minister, der selbst Ingenieur ist, schilderte in seinen Ausführungen die Inanspruchnahme der Kraftquellen (Kohle, Del, Elektrizität) durch die einzelnen Verkehrsmittel. Er legte dann die Gründe dar, die auf den einzelnen Verkehrsgebieten — Eisenbahn, Seeschiffahrt, Binnenschiffahrt, Kraftfahrt — zu einer Abänderung der gegenwärtigen Inanspruchnahme drängten und nahm im letzten Teil seines Vortrages zu diesen Aenderungsbestrebungen selbst Stellung. „Nahrung und Kleidung aus deutschem Boden" war das Thema, zu dem Stabsamtsführer Dr. R e i f ch l e, Berlin, sprach. Er umriß die Aufgaben der deutschen Landwirtschaft, mindestens die Ernährung des deutschen Volkes aus eigenem Boden sicherzustellen und darüber hinaus noch den Anteil des deutschen Bodens an der Versorgung mit Kleidung und auch mit gewissen industriellen Rohstoffen nach Möglichkeit zu steigern. Für die Agrarpolitik ergebe sich daraus die Aufgabe, das bisher vorherrschende Prinzip der Rentabilität, dem die Landwirtschaft zum Opfer gefallen wäre, zu ersetzen durch den Gedanken der Lei- st u n g s st e i g e r u n g für das gesamte Volk ohne Rücksicht auf die Rentabilität, also kurz gesagt, eine Ersetzung der Rentabilität durch die Produktivität. Für die Landwirtschaft sei die Lösung dieser Aufgabe gewissermaßen vordringlich, da die Sicherstellung von Nahrung und Kleidung aus dem deutschen Boden notwendig gewesen sei, bevor man an die Sicherstellung anderer Lebensbedürfnisse des Volkes Herangehen konnte. Als letzter Redner sprach Dr.-Jng. e. h. Karl Arnold über „Jngenieurarbeit als Führungsaufgabe". Wanderausstellung „Deutschland braucht Radfahrwege". Die Reichsgemeinschaft für Radfahrwegebau hat sich entschlossen, eine Wanderausstellung unter dem Motto „Deutschland braucht Radfahrwege" durchzuführen. Die Ausstellung wird in Berlin Ende Juli eröffnet. Von Berlin aus nimmt sie dann ihren Weg durch die deutschen Großstädte. Ausgehend von der Darstellung des Umfanges und der Bedeutung des Radfahrverkehrs werden eine Menge interessanter Radfahrwegeprojekte aus allen Teilen Deutschlands gezeigt. Die Reichsgemeinschaft befaßt sich satzungsgemäß mit der Förderung der Anlage von Radfahrwegen. Durch entsprechende Propagandamaßnahmen wurde erreicht, daß die Stadtverwaltungen und die sonstigen für den Radfahrwegebau zuständigen Stellen jetzt fast ausnahmslos die Notwendigkeit des Baues von Radfahrwegen anerkennen. Kranzniederlegungen als Auftakt zum Handwerkstag. Kreishandwerksmeister Schmidt hat angeordnet, daß als Auftakt zum Reichshandwerkstag am Mittwoch, 12. Juni, um 18 Uhr, Kranzniederlegungen ftattfinden: In Berlin am Ehrenmal und am Grabe Horst-Wesfels durch Reichshandwerksmeister Schmidt, in München am Mahnmal durch Landeshandwerksmeister Roos, in Tannenberg am Grabmal des verstorbenen Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg durch Landeshandwerksmeister M a g u n i a , in Nürnberg am Grabe Dürers und Hans Sachs durch Gaube- triebsgemeinfchaftswalter Leuschner, in Darmstadt am Grabe des Gauleiters Peter Gemeinder durch Landeshandwerksmeister Garner, in Frankfurt a. M. am Grabe des für die Bewegung gefallenen Schlosserlehrlings Hans Handwerk durch Gaubetriebsgemeinschaftwalter Becker, in Düsseldorf an der Gedenkstätte Albert Schlageters durch den stellvertretenden Landeshandwerksmeister und Gauamtsleiter Hegenberg. Darüber hinaus sollen im ganzen Reichsgebiet weitere verdiente Handwerksführer durch Kranzniederlegungen geehrt werden. Tagung der deutschen homöopathischen Aerzte in Bad Elster. Eine der ältesten medizinischen Gesellschaften Deutschlands, der vor 107 Jahren gegründete Deutsche Zentralverein homöopathischer Aerzte, hielt seine 96. Hauptversammlung in Bad Elster ab. Das Hauptthema der Tagung, die unter der Leitung von Dr. Aschmann- Dresden stand, lautete „Homöopathie und Rheumatismus". Die zahlreichen Vorträge zu diesem Thema gaben ein anschauliches Bild von der Mannigfaltigkeit der in dem Gedankengut der in der Homöo vathie enthaltenen Möglichkeiten und eröffneten den Ausblick auf ein vielseitiges Arbeits- und Forschungsfeld. Besonders aufschlußreich waren die Ausführungen von Dr. S t i e g e l e - Stuttgart und und Dr. Rabes- Berlin. Die staatspolitischen Aufgaben wurden durch Prof. Dr. K ö t s ch a u - Jena aufgezeigt, und sein Appell an die homöopathische Aerzteschaft zu einer tätigen Mitarbeit bei der Schaffung der „neuen deutschen Heilkunde" fand lebhaften Widerhall. Mit dem an der Tagung teilnehmenden Führer des Reichsbundes für Homöopathie und Lebensvlleqe (Hahnemann-Bund) Ober- Die Brücke über -en Dnjestr. i K "W HW ' MF''' :! J König Carol von Rumänien befindet sich auf einer Fahrt durch Bessarabien. Der König besichtigte auch die Grenze, die Bessarabien von Sowjetrußland trennt. Man sieht den König (links in weißer Uniform) am rumänischen Ufer des Dnjestr. Das gegenüberliegende Ufer ist bereits die Sowjetunion. — (Weltbild-M.) Der Dnjestr bildet seit 15 Jahren d i e Grenze zwischen der Räteunion und Rumä- nisch-Bessarabien. Aber erst seit dem 9 Juni 1934 hat Sowjetrußland die Zugehörigkeit Bessare- biens zu Rumänien und damit die Dnjestrgrenze anerkannt. König Carol hat auf seiner jetzigen Reise in das Grenzgebiet, von dessen Bevölkerung er mit größter Begeisterung empfangen wurde, keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um immer wieder zu betonen, daß Bessarabien ein für alle Ewigkeit rumänisches Land sei. Hat er dabei auch die sowjetrussischen Durchmarschpläne im Auge gehabt, die den Bolschewisten die Erfüllung ihrer Militärbündnisse mit Frankreich und der Tschechoslowakei ermöglichen sollen? Hat er damit seinem Volke ein Versprechen gegeben, daß Bessarabien niemals zum Tummelplatz der Roten Armee würde? Es ist ja bekannt, daß der rumänische Außenminister Titulescu seit einiger Zeit alle Hebel in Bewegung setzt, um zwischen Rumänien und dem Rätebund einen dem tschechoslowakisch-russischen Beistandspakt entsprechenden Vertrag abzuschließen. Mit dieser Absicht hat sich Titulescu bisher scheinbar nicht durchsetzen können. Die Widerstände kommen wohl einesteils von dem König selbst, andernteils von dem rumänischen Generalstab, der mit Recht das rumänische Heer nicht für stark genug hält, um eventuellen Uebergriffen der über das Land hinwegflutenden roten Soldateska entgegentreten zu können. Auch weiß die rumänische Heeresleitung ganz genau, daß in dem Augenblick, da ein Militärbündnis mit Moskau perfekt würde, der am 3. März 1921 abgeschlossene Bündnisvertrag mit Polen sowie der Garantievertrag zwischen Warschau und Bukarest vom 26. März 1926 ihren Wert verlieren würden. Es fragt sich aber, ob ein Beistandspakt mit Moskau den Verlust des polnischen Verbündeten aufwiegen würde. Für die rumänischen Sicherheitsbedürfnisse hat die polnische Freundschaft unzweifelhaft ein größeres Gewicht als die gefährliche Nachbarschaft des unberechenbaren Nachbarn am Dnjestr. So ist der Durchmarschplan der Bolschewisten einstweilen in der Versenkung verschwunden. Trotzdem beabsichtigt Titulescu, der inzwischen mit neuen Anweisungen aus Prag und Paris versorgt wird, in absehbarer Zeit nach Moskau zu reisen und damit dem Beispiel seines tschechoslowakischen Kollegen B e n e s ch zu folgen. Wir wissen nicht, ob Titulescu, wenn aus diesem Besuch überhaupt etwas werden sollte, die solange verödete Grenze auf der nun wieder fertiggestellten Dnjestrbrücke oder auf dem Luftwege überschreiten wird. Nachdem sich der Weg zu Lande für die Rote Armee zunächst als unpassierbar erwiesen hat, ist es leicht möglich, daß Titulescu versuchen wird, mit Hilfe' eines Luftabkommens den Russen eine neue Möglichkeit des militärischen Durchfahrtrechtes nach der Tschechoslowakei zu verschaffen. Die polnische Sicherung allerdings dürfte Rumänien auch in diesem Falle einbüßen, denn es ist aller Voraussicht nach nicht damit zu rechnen, daß in Warschau eine neue, sowjetfreundlichere Richtung ans Ruder kommt. Es ist ein gewagtes Spiel, das Rumänien jetzt spielt. Die Bukarester Regierung wird es sich wohl überlegen müssen, ob sie die neue Dnjestrbrücke nur dem Passagier- und Wirtschaftsverkehr oder auch den Kriegstransporten Sowjetrußlands öffnen will. lehrer Wolf-Stuttgart, wurden die Richtlinien für eine engere Verbindung von Arzt und Volk im Sinne der vom Reichsärzteführer Dr. Wagner geforderten ärztlichen Volksaufklärung festgelegt. Ein Vortrag von Professor Vogt- Pyrmont über „Balneologie und Homöopathie" schloß das Tagungsprogramm ab. Grubenunglück bei Bad Ems. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte. Auf der der Stolberger AG. für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation gehörenden Grube „Merkur" bei Bad Ems hat sich ein schwerer Unglücks- fall bei Schießarbeiten unter Tage ereignet. Durch Gesteinsmafsen, die sich gelöst hatten, wurden vier Bergleute getroffen. Der Hauer Franz L e u k e l aus dem Westerwalddorf Dettingen fand dabei den Tod. Die Hauer Jakob Klee und Wilhelm Klinge l h ö f e r wurden schwer und der Hauer Jakob Müller leicht verletzt. Bei einem der Schwerverletzten besteht Lebensgefahr. Die Bergbehörde befindet sich zur Klärung der Unfallursache auf der Grube. Omnibus und Lastzug zusammengestoßen. — Siebzehn Personen verletzt. Aus der Berlin-Hamburger Chaussee in der Nähe von Wusterhausen ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Der zwischen Berlin und Hamburg verkehrende Hamburger Expreß-Dmnibus „Vaterland" stieß mit dem Lastzug einer Privatfirma, dessen Anhänger zwecks Reparatur aufgebockt war, zusammen. Der Anhänger des Lastzuges kippte um und riß den Personenomnibus mit um. Von den 18 Fahrgästen des Personenomnibusses wurden 17 verletzt, darunter vier schwer. Die Verletzten fanden Ausnahme im Kyritzer Krankenhaus. Lebensgefahr besteht bei keinem von ihnen. Zwei Bergleute tödlich verunglückt. Durch Steinfall aus dem Hangenden verunglückten auf der Dortmunder Zeche „Dorstfeld" die Häuer Wilhelm Kauermann aus Eichlinghofen und Wilhelm G e r h o l d aus Barop t ö d l i ch. Die Bergungsarbeiten werden von den zuständigen Bergrevierbeamten, dem Führer des Betriebes, sowie einem Vertreter des Vertrauens- rotes geleitet. Pariser Familie durch Leuchtgas vergiftet. — Eltern und drei Kinder ums Leben gekommen. In Pans wurde in einer Wohnung eine ganze Familie e r ft i cf t aufgefunden. Die polizeiliche Untersuchung hat ergeben, daß die Familie durch Leuchtgas vergiftet worden ist. Es handelt sich um fünf Familienmitglieder, und zwar um ®ater, Mutter, eine 15jährige Tochter und zwei Söhne im Alter von 13 und 14 Jahren. Ein Gesundbeterverein in Hamburg verboten. Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 wurde die „Freie Christengemeinde e. V." für das gesamte hamburgische Staatsgebiet aufgelöst und verboten. Das Vermögen des Vereins wurde beschlagnahmt. Außerdem ist es den Mitgliedern verboten, sich unter einem anderen Namen wieder zusammenzuschließen. Das Verbot der Freien Christengemeinde erfolgte, weil hier unter dem Deckmantel einer re- lig'ösen Betätigung eine Gesundbeterei betrieben wurde, die eine erhebliche gesundheitliche Schädigung vieler Mitglieder zur Folge hatte. Außerdem konnten in diesem Verein staatsfeindliche Umtriebe feftgeftettt werden. Der Leiter und Prediger der Gemeinde, bei dem es sich um einen Ausländer handelt, machte sich besonders an Frauen heran, die er unter einem unheilvollen seelischen Druck hielt und von denen er sich reichlich aushalten ließ. Er wurde aus dem Reichsgebiet ausgewiesen. Büchertisch. — Köpfe der Weltpolitik. Wesen, Werden, Wirken in der Darstellung hervorragender Kenner. Herausgegeben von Giselher Wirsing. 2. Auflage, mit 32 Bildern. (Verlag Knorr & Hirth, München.) Geh. 4,80 Mark, Leinen 5,80 Mark. — (76) — In 30 Einzelbeiträgen schildert das Werk die Männer der heutigen Weltpolitik nach ihrem Wesen, Werden und Wirken, stellt sie nebeneinander, ordnet sie also nicht nach Ländern ein, sondern nach Typen der Eigenheit ihrer Machtstellung entsprechend. Ein buntes Mosaik, das sich zusammenfügt zu einem geschlossenen Bild der Weltpolitik von heute. Das fesselnde Buch, den wir hier schon eine ausführliche Besprechung gewidmet haben, ist soeben neu bearbeitet in zweiter Auflage erschienen. Gewiß der beste Beweis, wie sehr es dem allgemeinen Interesse entgegenkommt. — Kurt Arnold Findeisen: Gottes Orgel. Roman um Bach und Händel. Mit 12 Wiedergaben nach zeitgenössischen Bildern und 4 Handschriften. Verlag von Richard Bong, Berlin W 57. Preis: Ganzleinen 5,00 Mk. — (68) — Findeisens Roman beginnt mit Bachs Amtsantritt als Leipziger Thomaskantor und drängt in die Zeit von 1723 bis zu Bachs Tode 1750 alle bedeutenden äußeren und inneren Erlebnisse zusammen. Die Jugend- und Wanderzeit, die Jünglings- und Mannesjahre in Arnstadt, Mühlhausen,' Weimar, Köthen klingen an; die Leipziger Kämpfe mit Stadtrat und Kirchenbehörden werden ebenso lebendig wie die Schaffensprozesse der großen Instrumental- und Vokalwerke. Der Mensch Bach trägt sein Schicksal. Seine Söhne, wie der hochbegabte Friedemann und Emanuel, seine Frau Anna Magdalena und die Töchter umschließen den Kreis. Dem Bach des Alltags gegenüber aber sprengt der Bach der musikalischen Berufung, der Sucher und Vollender die enge Bühne des Daseins. Und immer, in höchsten Augenblicken, ist er in Demut das verklärte Instrument, auf dem der heiligste Wille spielt: Gottes Orgel. — Gleichzeitig lebt draußen in der Welt, meist in London, der große Händel und kämpft einen gigantischen Kampf um sein musikalisches Ideal, stürmt durch Glanz und Ueberschwang wild- bewegter Tage einem Ziele zu, das ihm schon zu Lebzeiten Weltruhm einbringt. An zwei Stellen des Romans berühren sich die Lebenslinien der beiden Genies von fern, als Bach durch feinen Sohn Friedemann dem anderen die Bruderhand hinstreckt, die aber ausgeschlagen wird — und als beide in schöpferischer Entrücktheit um die Verklärung des Gottessohns ringen: Bach in seinen Passionen und in der „tt-Moll-Messe", Händel in feinem „Messias". Zeitereignisse, die die Bachforschung bisher kaum beachtet hat, wie das Auftreten der Salzburger Emigranten 1732, werden in die Handlung einbezogen. Alles in allem ist Sef Roman Findeisens eine Spiegelung und Deutung deutscher Musik vor Beethoven und Wagner. — Bruno Wellenkamp: Lauter Sonntage. Ein kleiner Roman. Kart. RM. 1,60; Halbleinen RM. 2,50. Brunnen-Verlag, Willi Bischofs, Berlin. — (106) — Dies ist eine rührende Kinder- Liebesgeschichte, denn als sie anfängt, ist sie, die Tochter des alten Proviantmeisters vom Norddeutschen Lloyd, 14 Jahre alt, und er, der Sohn des Sanitätsrats in der kleinen Stadt 50 Kilometer landeinwärts, auch eben 14 Jahre und Tertianer. Das „Mücklein", wie die Kleine genannt wird, hat es ihm sofort angetan. Die Sache spielt an ein paar Sonntagen bei Beginn des Weltkrieges, Tagen leuchtender Sonne, Abenden märchenhaften Mondscheines. Mit 17 stellt der Junge sich als Kriegsfreiwilliger, und das Mädchen reift zum Abschied zu ihm nach Hannover. An eine Nottrauung oder dergleichen denken sie nicht, sie sind ja noch fyalbe Kinder, aber es kommt so, wie es in Halbes „Jugend" kommt. Der Junge zieht dann ins Feld, ein paar Wochen später ist er gefallen, „Mücklein" hat nur noch die Erinnerung an die paar Sonntage ihres Lebens. — Diese Erzählung, aus der wir vor einiger Zeit einen Ausschnitt im Feuilleton brachten, wurde übrigens im Novellen-Wettbewerb einer bekannten Zeitschrift mit dem Tausend-Mark- Preis ausgezeichnet. — Josef Ponten: „D i e Stunde Heidelberg s". Verlag Georg Müller-Albert Langen in München. — (96) — Von einem der bittersten Kapitel der deutschen Geschichte berichtet Josef Ponten in dieser Erzählung, lieber Stadt und Schloß Heidelberg steht drohend das Verhängnis. Die jahr» hunderte alte Gewalt- und Vernichtungspolitik des französischen Kabinetts hat zur letzten, zur grausigsten Waffe gegriffen: vor die französische Dstgrenze soll ein Glacis gelegt werden, in breiter Front soll die blühende Landschaft am Dberrhein, sollen Städte und Schlösser zerstört und geschleift werden. In höchster Not schickt Heidelberg einen Boten nach Paris, zur Liselotte, der kurpfälzischen Prinzessin am Hofe des Sonnenkönigs. Wird es Johannes Meinhard, dem früheren Schloßküfer von Heidelberg, gelingen, der Prinzessin die drohende Not der Vaterstadt nahezubringen? Nach langem Warten und Suchen findet er wohl die Prinzessin — aber umsonst fließen die Tränen der Prinzessin, umsonst ist alles Bitten des treuen Küfermeisters — Heidelberg geht in Flammen auf, die starken Türme des Schlosses zerspringen in Trümmer — „Heidelberg liegt öde" ... Eine kleine Erzählung ist es nur, die Ponten uns gibt, aber sie ist stark durch ihren Vorwurf und durch die Gestaltung im dichterischen Wort eine ewige Mahnung, nie zu vergessen, was uns geschah! — Will Vesper: „Der entfesselte Säugling." Eine komische Geschichte für Erwachsene. Seinen 3,80 Mk. Albert Langen-Georg Müller Verlag in München. — (63) — Nach der luftigen Kleinstadtgeschichte vom Kamerun-Neger „Sam in,Schnabelweide", dieser übermütigen kleinen Bosheit gegen das deutsche Philistertum, schenkt Will Vesper uns mit seinem neuen Buch eine herzhaft-komische Satire auf das „Jahrhundert des Kindes", auf die verlogene und falsche Verhimmelung der „Jugend", die aller echten Jugend tief zuwider ist. Aber nicht Nörgelsucht und Kritiksucht um ihrer selbst willen haben Pate gestanden bei diesem Buch, nein, das Kind einer guten Laune ist dieser „entfesselte Säugling" und gute Laune wird er verbreiten, wo immer man herzhaft zu lachen versteht. Es geht nicht ab ohne manchen satirischen Seitenhieb in dieser vergnügten Selbstdarstellung eines überklugen Säuglings. Der ganze Umtrieb der „pädagogischen" Jahrzehnte, von der Behandlung des Säuglings bis zur Kindererziehung, alles wird kräftig und behaglich ironisiert. Dies oft so boshafte Büchlein will nicht schulmeistern ober gar verächtlich machen — es will uns lachen machen, über eigene und fremde Torheiten, es will Freude bereiten, die keine Angst hat vor einem offenen derben Wort. Auch an der Art des Lachens soll man spüren, daß ein frischer Wind weht im Land. — Veronika Lühe: Die Chronik des Amtsschreibers von Thorshafen. Biegsam gebunden 2,40 RM. Schutzumschlag von Olas Guldransson. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1935. — (107) — Diese Geschichte von den Far-Oern ist das Erstlingswerk einer bisher unbekannten Autorin. Es ist ein Ge- schehen, reich an Leidenschaften, Taten und Leiden. Herbe, verschlossene Menschen sind es, von Leiden- schäften getrieben und zugleich von einem unzerstörbaren Rechtsempfinden gehalten. Wir erleben diese harten Nordlandsmenschen durch das Medium des scheuen, weichen und empfindsamen Amtsschrei- Hers, der von seiner stillen dänischen Heimat hier auf die kargen und oben Inseln im wilden Nordmeer versetzt wird. Ein nordisch düsterer Himmel hängt über dem Geschehen, die wilde See fordert manches Opfer, und Gewalttat, Trotz und Eigensinn herrschen in den Menschen. Aber hell leuchtet über allem die Unbedingtheit ihres Wollens und Handelns, das trotzige „Dennoch", das sie ihren Weg zu Ende gehen läßt, wie es auch sei. Der Verlag hat diesem Buch ein besonders schönes Aeußeres gegeben; den Umschlag zeichnete Olaf Gulbransson. — Hans Friedrich Blunck: Der Flam-- menbaum. Balladen. (Die Kleine Bücherei Nr. 46.) Albert Langen/Georg Müller, München. 1935. — (99) — Blunck legt in diesem Band nach den „ungelehrten" Balladen der Sammlung „Fru Holle un de Mönk" feine ernsten Balladen vor. Die stärkste und eigentümlichste Kraft des Dichters spüren wir in diesen 15 Gedichten immer dort, wo er Gestalten aus Sage und Geschichte lebendig werden läßt, vor allem aber, wo sich ihm mythische Vorstellungen aus heidnisch-germanischer Vorzeit zu Bildern und Geschichten formen, so in der Titelballade vorn „Flammenbaum". Stark ist auch die Seeballade vom „Qua", die dem Sagenkreis um den „Fliegenden Holländer" zugehört. Doch spüren wir das germanische Erbe ntfjt minder in den Balladen um Paracelsus, Swedenborg, Kepler und Hamann und vor allem in der Ballade vom „Wunder der zweiten Hand". — Gerhart Schumann: Die Lieder vom Reich. (Die Kleine Bücherei Nr. 50.) Albert Langen/Georg Müller, München 1935. — (95) — Sehnsucht, Leidenschaft und tatbereiter Wirklichkeits- wille sind der tragende Grund, dem diese Lieder ent- wachsen. Die zuchtvolle Haltung eines jungen Kämpfers findet ihren gemäßen Ausdruck in einer Sprache, die von innen her brennt, ohne jemals die edle Form zu sprengen. Was in dem Kernstück dieses Bändchens, den Gesängen „Von der Reinheit des Reiches" zusammengefaßt ist, ist von innerem Adel getragen, und es gibt kein Zeugnis, in dem die wirkliche Verwandlung junger Menschen im Anhauch des revolutionären Umbruchs so stark dichterische Wirklichkeit geworden ist, wie in diesen „Liedern vom Reich". Donnerstag, 6. Zum 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyeffen) Nr.130 Dritter Blatt ’S Aus der Provinzialhauptstadt j- II Pfarrer vorigen ;e >11 . ite in ich sm les iel« 3er len 3er nst lei- öes erg die or- orf ns r« ie ge )ir an rb rt» in a- en te 5r- org der ger lei» !Nkt erz- des me- tief ucht bei une une 'm sofort beim Vormarsch acht. Und schließlich waren es zu Ende des Krieges insgesamt 19 Bundes» brüder, die ihre Treue zum Vaterland mit dem Tode besiegelten, auf daß Deutschland lebe! Eine denkwürdige Erinnerung an die Zeit des großen Krieges hat durch Einrichtung einer Sammlung der Kriegsbriefe der Bundesbrüder in regelmäßig erscheinenden Kriegsverbindungsberichten der damalige langjährige Führer des AH.-Verbandes, Professor Dr. Krausmüller (Gießen) geschaffen. Die aber, die aus dem Dölkerringen zurückkehrten, brachten das Wissen von dem großen Erleben einer Rang und Stand nicht achtenden Kameradschaft der Frontsoldaten mit, und sie begannen in den folgenden Jahren, ihre liebgewordene Gemeinschaft in der Heimat im Sinne jener Kameradschaft auszurichten. Nun hielten sie an der Zeit, die Farben dieser Kameradschaft auch offen zu tragen, und so setzte der Bund im Sommersemester 1921 Vollcouleur auf, nachdem er bereits den früheren schleppenden Nomen schon am 12. April 1919 in „Merovingia, wissenschaftliche Verbindung im DWD.", geändert hatte Herrlicher Geist atmet aus den Briefen und Berichten jener Zeit, aber besonders aus der Art, wie sie an die nationale Durchdringung ihres Bundes gingen, wie sie aber auch darüber hinaus sich der Not des Vaterlandes entgegenstemmten und an den Grenzen und im Innern um das Reich kämpften. Eine große Anzahl reihte sich bereits damals in die nationalen Be- nicht verlegen. Und schmeicheln können sie vor Pfingsten besonders gut. Aber auch in den Orten, an den Seen, auf den Bergen, gibt es Pfingstreifefieber! Aber das ist mehr „passives" Pfingstreifefieber. Das sind die Inhaber der Hotels, der Gasthöfe, der Pensionshäuser, die uns gerufen haben! „Pfingsten muß es bringen!" Da gibt es vor Pfingften manche Nacht, in deren Träumen die Wetterkarte wie ein Albdrücken wirkt. Nur an einer Stelle gibt's kein Reisefieber vor Pfingsten. Da, wo man es am ehesten vermutet: bei der Reichsbahn! Ob 100 oder 200 Pfingstsonder- züge — einerlei! Das geht wie ein Räderwerk, wie am Schnürchen! Es wäre gut, wir würden Pfingsten einen Augenblick auch an diese gewissenhafte und aufopferungsvolle Arbeit unserer Volksgenossen im Dienst der Reichsbahn denken, die keine Pfingsten kennen! Wer aber nicht verreist? O, man kann auch Pfingsten wundervoll mit der Elektrischen — verreisen. Vor den Toren der Stadt kann man ebenfalls Herr- S0ZahreLandsmannschafi„Merovingia" :r Ausstellung im Marburger Universitätsmuseum. Das Museum der Universität in Marburg veranstaltet zur Zeit eine umfassende Ausstellung der Werke von Heinrich Giebel, Marburg, Hermann Metz, Wandsbek, Paul Scheffer, Kassel (gefallen im Kriege), fowie von Weißstickereien Alexandra Thielmanns in Willingshausen. Insbesondere möchte die Ausstellung einen Ueberblick geben über die Leistung Heinrich Giebels, der in kurzem 70 Jahre alt wird. Aus allen Stufen seiner Entwicklung sind bezeichnende Stücke — großenteils aus Privatbesitz — herbeigeholt. So sehen wir z. B. d.ie durch Buntdruck bekannt gewordenen Gemälde „Bauer auf dem Heimweg", „Dämmerstunde" und „Auf der Anhöhe". Als eins der hervorragendsten Werke neuerer hessischer Malerei überhaupt wird immer das Bildnis des Oberförsters Hücker gelten. In den letzten Jahren widmete sich Giebel vor allem dem romantischen Städtebild. Aus Schlitz und Büdingen werden so eine Reihe schöner Arbeiten erstmalig auf der Ausstellung in Marburg gezeigt. !S ?r t. at in ?n d, s. eb er be es lb, ze nq, oft her )tn, M men soll anb. des Zieg- Dlaf eorg Gewerk Seihen, iben- nzer» eben bium fjrei* hier lorb» nmel röert igen» ichtet und ihren Der önes Olaf kon verreist. Pfarrer D. Zritsch f. Im 77. Lebensjahre ist gestern abend „d-r> )) keitS' rent* W einet 's Vie Dieses tdes Oel »ich w veri am- herei chen- nach Die hters ■t n)0 wer« Dor« t zu Eitet' h die aW i wir laden nann r der Wir leiden wohl alle so ein bißchen an diesem Pfingstreisefieber! Aber doch eigentlich erst, seitdem uns das Reisen so leicht gemacht wird. Vor hundert Jahren wäre kein Mensch darauf gekommen, nur „über die Feiertage" zu verreisen. Damals schloß man mit dem Leben ab, bevor man sich der Post» kutsche anoertraute, die einen dann in mühevoller, beschwerlicher und oft gefährlicher Rumpelfahrt davontrug. Heute lachen wir darüber. Doch wer weiß, wie bald es an den Anschlagsäulen heitzt: „Pfingsten an die Niagarafälle!" Ja, nun lachen Sie! Aber so etwas kann schnell Ernst werden. Aber da gibt es eine große Anzahl von Menschen, die gar nicht auf die Anschlagsäulen sehen und doch ihr Pfingstreisefieber haben. Das sind unsere Jungens und Madel! „Das wäre gelacht! Pfingsten zu Hause fein!" Pfingsten geht's auf Fahrt! Auf Schusters Rappen, mit dem Rad oder mit dem Boot! Nicht früh genug kann Mutter anfangen mit den Vorbereitungen. Denn diesen Teil der Reise überläßt man ihr allzu gern. „Weil du es am besten verstehst, Mutti!" Ja, um Ausreden sind sie das^Marionettentheater in Empfang, Anton die dreißig Pfennig für den „Admiral". Ich ging leer aus. Denn die „Hoffnung" war nicht gekommen. Es bestand auch keine Aussicht mehr, sie war sicherlich von den Ratten untergetaucht oder an einem Felsenriff angestoßen und gekentert mit allem darauf der Kommandobrücke, dem Steuerhauschen, der Kombüse. Die „Hoffnung" war untergegangen. Doch wie feit langem vermißte Schiffe plötzlich m einen Hafen laufen, so konnte auch die „Hoffnung nach vielerlei Gefahren vielleicht eines Tages ans Licht kommen, aus der Unterwelt. Ich ging noch oft zur Höhle hinaus, allein, um Ausschau nach „Hoffnung" zu halten. „Hoffnung" kam »nicht. Und Anton meinte später einmal, als wir auf sie zu sprechen kamen: Sie war nicht ordentlich gebaut, zu schwer, zu viel Klimbim darauf, das ist nicht gut! " Und damit war die Sache mit der „Hoffnung endgültig für ihn erledigt. Ich aber konnte nie an der Höhle vorbeigehen, auch später nicht nach Jahren der Abwesenheit von der Heimat, ohne nicht stehenzubleiben und in das Dunkel zu schauen, ob nicht „Hoffnung doch noch zurückkäme von der Fahrt ins Unbekannte. liche Pfingsten verbringen. Genau so herrliche und schöne wie mein Bekannter mit den vielen Reiseprospekten, der Pfingsten immer auf feinen —Balbi. D. Zeitschriften. — Die Junifolge von West er man ns Monatsheften beginnt mit dem Bericht einer Jn- bienreife von Dr. Alfred Nawrath; elf hervorragend in Tiefdruck wiedergegebene Aufnahmen sind bei- aefügt. Ministerialrat Dr. Joachim Haupt, Inspekteur der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, zeigt den „Wandel des Bildungszieles", den zwangsläufig der Sieg der neuen deutschen Weltanschauung mit sich brachte. Die Entstehung d^ größten Polizeizentrale der Welt und die Geschichte des Mordes von Ratcliffe Highway, der ein mittelbarer Anlaß zur Gründung von Scotland Yard war, schildert Lothar Philipp- Einen Beitrag über die fünfzigjährige Frau, die in diesem Alter den entscheidenden Schritt tut von der jugendlichen Forderung an bas eigne Leben zu der stilleren, opferbereiten Mithilfe an der ßebensgeftaltung der jungen Generation, schaffte Christa Niesel-Lessenthin „Kowski — eine Geschichte aus dem Felde", nennt Sanber eine Erzählung aus dem Kriege. ^Blaf3hd3 ber Kieler Woche oerbient ber Beitrag „Gäbe Wirch, ahoi , befonbere Beachtung. Sieben Bühnenbichter antworten auf eine Runbfrage über unsere neue deutsche Dramatik. Viele Kunstblätter unb Silber vervollstänbigen ben Reichtum bes schonen Heftes. wegungen ein. Die Gegensätze zu bem „Arnstäbter Verbanb , ber in ber Korporationsfrage noch immer auf seinem schon in ber Zeit um bie Jahrhunbertwenbe vom Bunbe bekämpften Stanbpunkt stehen geblieben war, brängten auch hier auf Entscheibung. Als bie Anträge bes Bunbes auf ber Tagung btefes Derbanbes an Pfingsten 1921 auf Satisfaktionspflicht aller bem Verbanbe angehörenben Mitglieder abgelehnt wurden, erklärte „Merovingia" ihren Austritt. Und als es nun galt, sich einem anderen Verbände anzuschließen, der den Grundsätzen der Korporation nahesteht und verspricht, ihre seit Jahrzehnten erhaltene geachtete Stellung in Hochschule und Oessentlichkeit weiterhin auszubauen, befand man sich bereits auf dem Wege zur „Deutschen Landsmannschaft", die sich damals noch „Coburger Landsmannschaftsconvent" (LC.) nannte Die Waffenfrage war kein Problem für den Bund, ber schon seit seinem Bestehen, allerbings bis bahin immer auf bie Waffen anberer Gießener Korporationen, Säbel unb freiwillige Schlägermensuren gefochten hatte. Auf bem Pfingstkongreß 1922 würbe bie Korporation, bie sich seit Sommersemester 1921 „Freie Lanbsmannschast Merovingia" nannte vorläufig, im folgenben Jahre (1923) enbgültig m bie Deutsche Lanbsmannschaft ausgenommen. War mit bieser Ausnahme ber äußere Schlußstein unter eine seit bem Bestehen bes Bunbes folgerichtig betriebene Entwicklung gesetzt, so übten bie Geschicke bes Vaterlanbes auch nach bem Kriege starken Einfluß auf bas innere Bunbesleben aus. Schon bie ersten Nachkriegsjahre erforberten umfangreiche soziale Hilfsmaßnahmen zur Unterstützung namentlich ber jüngeren Bunbesbruber. Am einschneibenbsten aber wirkten sich bie politischen Verhältnisse, wie auf alle beutschen Korporationen, auch auf „Merovingia" aus. War ber nationale Gebaute burch äußere Betonung der nationalen Erziehung des jungen Bundesbruders schon vor, in und nach dem Kriege immer starker Oer Dichter und der Hund. Der Dichter Adalbert Stifter war ein großer Freund der Tiere und vertrat mit Leidenschaft die Behauptung ihrer Vernunftbegabung. Einem Maker, der einst zu Besuch bei ihm weilte, verkündete er stolz, daß sein Lieblingshund Liby jedes an ihn gerichtete Wort verstände, und zwar genüge es, einen Wunsch nur so obenhin zu äußern. Der Dichter wollte das seinem Gast gleich beweisen und tat so, als ob er ganz in eine Auseinandersetzung vertieft wäre; dazwischen rief er, ohne aufzublicken: „Lidy, geh in den Papierkorb!" Zu Stifters Triumph begab sich ber folgsame Hund sofort an die ihm befohlene Stelle. Nach einer halben Stunde ließ es sich nun ber Maler, ber ein großer Skeptiker war, einfallen zu sagen: „Liby, geh nicht in den Papierkorb!" Lidy ging aber in den Papierkorb. Hochsckulnachrichten Geheimrat Professor Dr. Leopold Wenger, Ordinarius für römisches Recht, deutsches bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte an der Universität München, hat einen Ruf an die Universität Wien angenommen. Geheimrat Wenger, der feit mehreren Jahren Präsident der Bayerischen Ate. demie der Wissenschaften ist, gilt als hervorragend Autorität auf dem Gebiete des antiken Rechts. Reisefieber vor Pfingsten. Pfingsten steht vor der Tür. Wer es noch nicht wissen sollte, braucht nur einen Blick auf die Anschlagsäulen zu werfen. In allen Städten groß und klein, ja oft auch auf dem Dorfe stehen die Anschlagsäulen und locken uns mit ihren bunten, fröhlichen Plakaten in bie Ferne. „Pfingsten in Neapel!", „Pfingsten in Kopenhagen!", „Pfingsten am Rhein!" ober „Pfingsten in bie Nieberbumsborfer Schweiz!" Man hat wahrhaftig genug Auswahl. Soviele Pfingftsefte erlebt ber Normalmensch gar nicht, wie es Orte unb Seen unb Täler unb Berge gibt, bie uns zu Pfingsten rufen. Ich hatte einen Bekannten, ber ganz befonbers stark vom Pfingstreisefieber geplagt war. Stundenlang stand er zu dieser Zeit vor den Schaufenstern der Reisebüros. Haufenweise schleppte er Pfingst- prospekte und Pfingstreisesührer nach Hause. Bis in die Nacht hinein studierte er in ihnen herum, wälzte er die dazugehörigen Handbücher und Kursbücher und Atlanten. Wenn man ihn unalucklicher- weife vor Pfingsten auf der Straße traf, überfiel er einen mit den tollsten Reiseplänen, setzte einem alle Schönheiten der Welt auseinander und lieh unsern Rackknopf überhaupt nicht wieder los. Am liebsten hätte er sich zu Pfingsten gevierteilt! Kam bann aber Pfingsten, bann... boch bavon nachher! D. Fritsch, ber von 1896 ab bis zum Jahre in segensreicher Weise als Pfarrer in Ruppertsburg wirkte, in Laubach, wo er feinen Ruhe» ftanb verbrachte, nach kurzer Krankheit verstorben. Der Verewigte - hat sich nicht nur um feine Gemeinde Ruppertsburg, sondern auch um bie evangelische Kirche überhaupt burch sein umfassendes und vorbildliches Wirken große Verdienste erworben. Für den Pfarrerstand arbeitete er viele Jahre lang in fruchtbarer Weife zum Wohle der Gesamtheit; u. a. versah er in vieljährigem Wirken die Schriftleitung des „Hessischen Pfarrerblattes", durch das er immer gute Aufbauarbeit im Dienste des deutschen Volkes leistete. Ferner mar er im Deutschen Pfarrerverein lange Jahre an führender Stelle als Mitarbeiter tätig, feine Kraft stellte er auch in hingebungsvoller Weife für die Sache des Gustav Adolf-Vereins, des Evangelischen Bundes, für die evangelische Sozialarbeit, wie überhaupt für die Förderung aller gemeinnützigen Bestrebungen zur Verfügung. Sein verdienstvolles Wirken Zu Pfingsten wird die Landsmannschaft „Merovingia" zu Gießen die Feier ihres hatbhmsd^tjährigen Bestehens festlich begehen. Zunickgehend auf den Mathematisch-Physikalischen Verein zu Gießen, welcher am l.Jum 1885 gegründet wurde, hat die Landsmannschaft sich durch die mannigfachen Wandlungen von fünf Jahrzehnten unter unbeirrter Führung und oft größten Opfern aller ihrer Mitglieder nicht nur erhalten, sondern ihre innere Festigkeit und eine geachtete äußere Stellung in folgerichtiger Entwicklung bis heute erhöhen und ausbauen können. Ohne jemals suspendiert worden zu sein, gibt die Korporation m ihrer Geschichte ein Beispiel des Opfermutes deutscher Studenten in Krieg und Frieden. So soll die^zum Stiftungsfest in Buchform erscheinende Geschichte der Landsmannschaft „Merovingia" etn mahnendes Denkmal für Kommende sein, wie der Männerbund sich bildet aus der Freundestreue, wie er sich erhalt durch die hohe Auffassung von der Ehre und wie er sich bewährt in stetiger Bereitschaft zum letzten Einsatz für Volk und Vaterland. Von den 12 Mathematikstudierenden, welche tm Sommersemester 1885 den Math.-Phys.-Verein zu Gießen gründeten und ihm Farbe, Aufgabe und Ziel gaben, gehören noch heute die Mehrzahl dem Bund als Ehrenburschen an, allen voran fein erster Chargierter, der unermüdliche Freund und Förderer während der verflossenen hundert Semester, Professor Philipp K r a m e r zu Darmstadt. Er war es, der die Gründung angeregt hatte und der die blau-weiß-goldenen Farben in schweren Zeiten mehr als einmal hochhielt, der dem Bunde immer wieder jungen Nachwuchs zuführte, ihm in allen Zeiten mit Rat und Tat zur Seite stand, und der auch bis ins hohe Alter hinein voll berechtigten Stolzes über fein Werk das breifarbene Banb mit aller opfernben Teilnahme bes treuesten Bunbesbrubers schöne Worte blieben, fonbern nach bestem Vermögen in bie Tat umgesetzt würben. Führer des Bundes ist heute Oberveterinärrat Dr. M o n • narb (Gießen). So trat ber Bunb ein in bas neue, in bas Dritte Reich, in ber Ueberzeuaung, baß er nun nicht überflüssig geworben sei, fonbern das seine Aufgaben als Sachwalter der nationalsozialistischen Erziehung der jungen Studenten und auch noch der Alten Herren zur opfernden Kameradschaft und zum soldatischen Geist wahrer Persönlichkeit noch ungemein gewachsen sind. Der Bund hat darum bei dem in jüngster Zeit entbrannten und jetzt glücklich beendeten Kampf um die deutsche Korporation mit an vorderster Stelle gestanden. Führer und Gefolgsmann der Landsmannschaft „Merovingia" sind sich darin einig, daß das dreifarbene Band und die mannhafte Mensur sie in doppelte Bindung an Führer und Volk stellte, der sie damit noch mehr ihrer „Freiheiten" opferten als der, welcher sich aus mancherlei Grundfätzen studentischer Kameradschaft entzieht. So kann die Landsmannschaft „Merovingia" bei ihrem 50jährigen Stiftungsfest mit Stolz auf ihre Vergangenheit blicken, mit ebensolcher Zuversicht aber auch auf ihre Zukunft! „Ernst in der Wissenschaft, treu in der Freundschaft", will sie nichts, Drei Schiffe ziehen fort... Von Joses Wernthaler. Schiffchen ziehen lassen -- das mar ein Spiel in unserer Kindheit, das wird das Spiel der K nd- heit bleiben, ja, ich habe schon viele! Erwachsene gesehen, die am Seeufer eifrig des Schstschens harrten mit ihrem Jungen, das sie btnau5gelaf em einem Segelboot in festlicher Weife und geblähtem Segel, und ich selber ertappe mich ost, wo Wasser Ht,%abei, daß ich ein Stückchen Holz forttreiben lasse und gespannt bin, wohin es treiben wird. Uns dreien, dem Anton, dem Hans und mir fügten sich damals Umstände zu diesem Spiel, die es uns in einer besonderen Weise interessant^machten Mußten sich andere Jungen mit einem See ober Bach ob J gar mit einer Regenlache begnugem so hatten wir einen mit ^unbwasser „erso fenen Stollen worin wir unser Schiffchen auf gut Gluck ziehen lassen konnten, sie bebeutenberen Abenteuern im Dunkel überlastend. Wir hatten> naml.ch heraus. XJtnSÄWfÄ mochte etliche hunbert Meter m ben Berg geben. Ratten hausten barin, unb bie lügenhafte Vor- Heilung belobte bie verlassenen Felshohle mit allen Schrecknissen. Wir brei bauten jeher ein Schiff- Anton, ber geschickte Bastler, Hans, ber gern träumte und ,ch ber sich's schwer machte unb etwas umständlich ver fuhr. Wessen Geführt bie Fahrt burch bie Uni - weit ohne Fehl bestünbe, zuerst mieber ans Licht käme das sollte den ersten Preis bekommen, ei Marionettentheater mit einem Kistchen voller Fi- guren unb einigen Textbüchern. Für den zweiten Preis legten wir dreißig Pfennige zusammen, der, dellen Schiff zuletzt kam, sollte leer ausgehen. Anton baute ein schönes Segelboot mü kunst- gereckter Takelage und nannte es „Admiral -Urpitz - Hans machte sich keine Mühe; er schnitzte ein dünnes Brett vorne spitz zu, schlug ringsum Nägelchen em steck e einen Stab in die Mitte als eine Art Mast und spannte von dessen Spitze zu jedem der Nägelchen einen weißen Bindfaden. Das Ganze nann e er Liederlich". Ich verwendete eine Blechschal^ bie k Äiaarettenkistenholz abbeckte unb mit Korn- ! eUbäuUn unb W Uun- merte, bas Ungetüm bewimpelte ich bunt mit^ kleinen Papierbreieckchen unb nannte es „Hoffnung . „Deutschen Derbanbes wissenschaftlicher Verbin- bungenz in ben Jahren 1909 bis 1914. Es zeigte sich hierin, baß bie Pflege ber Wissenschaften unentwegt eines ber Hochziele bes Bunbes geblieben war. Seit langem waren zu biefem Zweck Arbeitsabteilungen für bie einzelnen wissenschaftlichen Fächer in ber Korporation eingerichtet. Als bas Vaterlanb 1914 zu ben Fahnen rief, stellte sich bie gesamte Aktivitas unb bie überaus große Mehrzahl ber Alten Herren zur Verfügung. Von ben 88 Bunbesbrübern, bie ausrückten, fielen An einem sonnigen Junitag zogen wir zur Hohle, unterm Arm unsere Schiffe. Zur festgesetzten Zeit sollten sie vom Stapel laufen. Hans hielt eine Rebe, bann feuerten wir mit blechernem Revolver etliche Schüsse los unb gaben zugleich jeber seinem Gefährt einen Stoß, nach rechts hin, wo bas Wasser in bie Höhle strömte, kaum wahrnehmbar. „Lieberlich legte sich sofort auf bie Seite, zog aber gut an, trotz ber schlechten Haltung. „Abmiral Tirpitz segelte ruhig unb sicher, ohne Schwanken bahm. Meine , Hoffnung" schlingerte bebenklich, faßte sich aber unb hielt einigermaßen ben Kurs. So zogen bie drei Schifte in bie bunkle Höhle; bis sie alle oer» schwunben unb nicht mehr zu sehen waren, im Dunkel stauben wir unb sahen ihnen nach. Em weißes Schimmern ber Segel von „Abmiral Tirpitz war ber letzte Gruß. Unter zwei Tagen hatte es feinen Sinn, zur Höhle hinauszugehen, wir zogen jeboch jeben Tag vor ben Stollen hin, guckten angestrengt m das Dunkel, ob nicht bald ein Schiff sichtbar wurde. Drei Tage sahen wir nichts. Am vierten glaubten wir ein Weißes zu erkennen, also die Segel des „Admiral Tirpitz". Keiner konnte es freilich mit Bestimmtheit sagen, es konnte auch eine Täuschung fein in dem Glauben, der „Admiral" mache den Ersten Wir liefen wieder heim, holten Kienho z, zündeten es an und leuchteten damit in bie Hohle. Nichts. Kein Schiff. Vielleicht waren sie alle bret unterqeqanqen ober von ben Ratten gekapert. Nichts als bas schauerliche Düster starrte uns entgegen, gespenstisch flackernb im Licht ber Kienfackel. Nock ein Tag verging, bis wir wirklich ein Schiff sichteten. Unb bies war „Lieberlich". Hansens leichte lieberliche Schute mit ben Fabensegeln unb ber Bu geleisenform. Schief geneigt war ber Mast eine sehr schlechte Haltung hatte bas Gefährt, aber es zog aus bem Dunkel ber Höhle a s erstes. „Admiral" kam als 3roeües Stolz ruhig, wie es abfuhr, kam es einige Stunden nach „Liederlich . Die Segel waren weiß und reinlich, alles daran m vollendeter Ordnung. , Ml Jubel wurde sie aus dem Master gehoben. Es schienen die Gefahren daran zu hasten mit dem Nasi, ein etwas modriger Geruch war s wirklich, vielleicht waren die Ratten, wie Seeraube^ daran vorbeige,chwommen, sie zu kentern, war Gewürm darauf über Deck gekrabbelt. Bevor wir aber die Preise verteilten, warteten wir auf meine „Hoffnung". Jede freie Z-.t benutzten wir. um hinauszuqehen zur hohle. „Hoffnung kam nicht an den folgenden Tagen, es verging em Tag um den andern. Nach einer Wache gaben mir s auf ,u warten und verteilten die Pr°,f°. Hans nahm gepflegt worden, so schlossen sich nun immer mehr junge und alte Bundesbrüder der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung Adolf Hitlers an. War fchon von je die Mitgliederfrage des Bundes nie eine Frage des Geldbeutels ober ber Visitenkarte gewesen, hatte er schon immer, aber konsequent allein auf bie Mürbigkeit unb bie Treue bes Bunbesbrubers gesehen, fo würben bie letzten Reste eines falschen Korporationsgeistes, ber sich noch aus ber Vorkriegszeit herübergerettet hatte, zum Teil schon unmittelbar nach bem Kriege beseitigt. Man war sich klar barüber, baß man Geselligkeit ebensogut ohne verschrobene Trinksitten pflegen konnte, baß aber jebe Geselligkeit hinter bie Erziehung bes ganzen Menschen zum wehrhaften Deutschen, ber seinem Vaterlanb in seinem Berufe wirkliche Leistungen bringen kann, zurücktreten muß. Diesen Grunbsätzen entsprachen alle Maßnahmen, bie ber Bund seit mehr als zehn Jahren mit eiserner Folgerichtigkeit ergriff. Sport und Wanderungen und die volks- und staatspolitische Schulung ist darum bereits Jahre vor der nationalen Erhebung zu Waffengang und geselliger Freundschaft in immer stärkerem Maße getreten. Hiervon zeugen zahlreiche Erfolge, und die Tatsache, daß seit mehr als einem Jahrzehnt der Bund aus seinen Reihen eine überaus große Anzahl , , Inhaber studentischer und politischer Ehrenämter als Deutschland dienen, besetzt hat, zeigt, daß jene Grundsätze nicht nur1 — i ^Der alte Math.-Phys.-Verein sollte in wissenschaftlicher Arbeit und geselliger Freundschaft seine Mitglieder korporativ binden. Von vornherein wurde der Grundsatz der Maturität und der unbedingten Genugtuung eingeführt. Die Farben sollten jedoch nicht getragen werden, denn man sah — für die Vorkriegszeit vielfach mit Recht — in der Couleur eine Gefahr für die echte Kameradschaft und ein Abgleiten in Nur-Aeußerlichkeiten. Da es durch bas strenge korporative Prinzip unb ben Rückgang bes Stubiums in ben mathematisch-technischen Fachern um 1890 zu . einer schweren Krise im Bestanb bes Bunbes kam, lockerte man bamals bas strenge Fachprinzip unb ließ auch Stubierenbe anberer Facher zu, sofern sie wenigstens in einem Nebenfach mathematische oder physikalische Fächer hören mußten. Um die Erweiterung seiner Mitgliedergrundlage auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen nannte sich der Bund vom Sommersemester 1899 ab „Mathematisch - Naturwissenschaftlicher - Verein . Er wehrte in den folgenden Jahren auftretende Couleurbestrebungen ab, weil der Altherrenschaft die übliche Korporativität der studentischen Farberttor- porationen der Vorkriegszeit nicht verlockend schien und die alte bewährte Kameradschaft unter ben Bunbesbrübern auch unter bem „schwarzen Prinzip", ja bort für bie bamalige Zeit noch besser gewährleistet schien. Daß inbessen der korporative Grundsatz an sich immer mehr in den Vordergrund trat zeigte sich in der zu Beginn des Wintersemesters 1912/13 erfolgten Umbenennung in „Mathematisch-Naturwissenschaftliche Verbindung". Eigentlich war der Bund schon seit seiner Gründung kern „Verein im üblichen Sinne gewesen, was m ben starken Gegen- fähen zu seinem bamaligen Verbände, oem „-verband mathematisch-naturwissenschaftlicher Vereine an deutschen Hochschulen", dem nachmaligen „Arn- städter Verband", in der Frage der Korporativität, die der MNV. immer wieder auf den Verbands- taqen aufrollte, zum Ausdruck. Eine besondere und führende Rolle spielte die Math.-Nat. Verbindung zu Gießen bei der Gründung und dem Ausbau_bes^ fand ii. a. seine Anerkennung dadurch, daß die Theologische Fakultät der Universität Gießen ihn vor einigen Jahren zum Ehrendoktor der Theologie ernannte. Pfarrer D. Fritsch genoß aber nicht nur als Seelsorger und Vorkämpfer der evangelischen Sache, sondern auch wegen seiner hohen nationalen Gesinnung, seines liebenswürdigen Wesens, hervorragenden Charakters und seiner steten Hilfsbereitschaft gegenüber jedermann in weiten Beoölkerungskreisen größte Wertschätzung. Das Andenken an diesen vorbildlichen deutschen Mann wird allezeit in Ehren fortleben. Aus parteiamilichenBekanntmachungen In der NS. -Frauenschaft Gießen-Süd findet heute ein Vortrag des Pg. Dr. med. Kranz über „Erbforschung und Erbpflege" im Hörsaal der Universität um 20 Uhr statt. Der Besuch dieses Vortrages für die Frauenschaft ist Pflicht. Amt für Dottswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Donnerstag, 6. Juni, und Freitag, 7. Juni, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Opferringsammlung (Lebensmittelsammlung) für die NS.-Volkswohl- fahrt statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspende (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten. Heute zum letztenmal Ausstellung „Gießen und die Luftfahrt". ** E i n Doppel-Jubiläum. Gestern feierte Schuhmachermeister Karl M ö b u s dahier, Asterweg 59, sein 25jähriges Geschäftsjubiläum und beging gleichzeitig mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. **,Jn den Ruhestand versetzt wurden: der 'Obergärtner bei den Universitätskliniken zu Gießen Heinrich Belz mit Wirkung vom 1. Juni 1935, unter Anerkennung seiner dem Reich geleisteten treuen Dienste; nach Erreichung der Altersgrenze der Strafanstaltsoberwachtmeister bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Karl K n ö ß. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. Mai verstarben in Gießen: 18.: Emma Müller, ohne Beruf, 73 Jahre alt, Weserstraße 20; Karl Stadler, Tapezierer, 60 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 10. 20.: Heinrich Schaub, Kaufmann, 43 Jahre alt, Ludwigplatz 5. 21.: Konrad Graulich, Amtsobergehilfe i. R., 70 Jahre alt, Löberstraße 7. 24.: Eva Reich, geb. Erbst, 43 Jahre alt, Diezstraße 13. 26.: Katharine Schart, geb. Volz, 49 Jahre alt, Wolkengasse 12; Heinrich Ritter, Invalide, 72 Jahre alt, Liebigstraße 16. 27.: Ida Melchier, Haushälterin, 32 Jahre alt, Memeler Straße 4; Anna Happel, geb. Waldt, 40 Jahre alt, Rodheimer Straße 42; Prof. Heinrich Fuchs, Studienrat i. R., 67 Jahre alt, Ebelstraße 17. 28.: Marie Schulte, geb. Zörb, 29 Jahre alt, Roon- straße 8. 29.: Anna Maria Katharine Siegler, geb. Jung, Wwe., 63 Jahre alt, Schillerstraße 16. 31.: Hans Walter Stratemann, 20 Jahre alt, Wartweg 10. ** Die Gießener Geldinstitute am P f i n g st d i e n s t a g geschlossen. In unserem heutigen Anzeigenteil geben die Gießener Geldinstitute bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Pfingstdienstag geschlossen sind, am Pfingst- samstag aber in üblicher Weise geöffnet bleiben. Man beachte die Anzeige. ** Die Verbrauchergenossenschaft Gießen besuchte am letzten Sonntag — wie man uns berichtet — mittels Sonderzugs mit weit über 1000 Mitgliedern die Betriebe des Reichsbundes der deutschen Verbrauchergenossenschaften in Mannheim. lieber das Gesehene, wie Mühle, Teig-, Malz- kaffee- und Zichorienfabrik, sprachen sich Die Mitglieder sehr befriedigend aus. Ein besonderes Lob erhielt die Sauberkeit, die in diesen Betrieben herrscht. Werbeberater M e i st e r (Heidelberg) begrüßte die Mitglieder und forderte sie auf, auch in Zukunft treu zur Genossenschaft zu stehen. Alles, was sie gesehen hätten, sei ihr Werk. Ein Vorstandsmitglied hieß die Mitglieder im Auftrag der 23er- brauchergenossenschaft Gießen herzlich willkommen und dankte für die zahlreiche Beteiligung. Am Nachmittag brachte der Sonderzug die Mitglieder nach dem schönen Heidelberg, wo eine Besichtigung des Schlosses stattfand. Vielen wird dieser Besuch eine bleibende Erinnerung sein, zumal der größte Teil bisher noch nicht Gelegenheit hatte, dieses schöne Stückchen deutscher Heimat zu sehen. Am Abend brachte der Sonderzug die Teilnehmer in froher Stimmung wieder in die Heimat. die in 26 Reihen in unser Volk hinausgehen, rech, nen kann. Schulrat Nebeling dankte unter dem Beifall der Zuhörer dem Redner für seine Darbietungen und zeichnete noch die Bedeutung der Olympiade nicht nur von der sportlichen, sondern auch von der wirtschaftlichen Seite aus. In der Tagung wurden noch die in den hessischen Schulen zur Durchführung geplanten Mannschaftsspiele vorgeführt. Schülerinnen des Lyzeums mit ihrer Turnlehrerin, Frl. Jaeger, spielten den vorge- schriebenen Grenzball, Schüler der höheren Prioat- schule, mit Studienassessor Fontius als Leiter, das neue Fußschlagballspiel. Ferner zeigte eine Klasse der Oberrealschule mit demselben Leiter Bo. denturnen, eine Gruppe Lehrerinnen aus der Ar- beitsgemeinschaft für körperliche Erziehung Körper, schulen und Turnen am Pferd und einige Lehrer, ebenfalls aus der Arbeitsgemeinschaft für körper, liche Erziehung, Körperschulen. Kreisobmann Schulrat Nebeling schloß mit Dankesworten an alle Mitwirkenden und einem warmen Aufruf, die Segnungen des Turnens und Sportes auch dem eigenen Körper zu Gute körn- men zu lassen, die Kreisversammlung, die im Gelöbnis der Treue zu Führer und Volk ausklang. Die Tagung war umrahmt von Vorträgen des Orchesters des NSLB. und gemeinsam gesungenen Liedern der nationalsozialistischen Bewegung. Kreisversammlung des AELB. Die im Saale des Caf6 Leib von der Flieger- Ortsgruppe Gießen hergerichtete Ausstellung „Gießen und die Luftfahrt", in der eine große Anzahl interessanter Bilder aus der Entwicklung der Luftfahrt-Förderung in Gießen gezeigt wird, geht am heutigen Donnerstag abend zu Ende. Um auch den werktätigen Volksgenossen, die tagsüber durch ihre Berufspflicht an dem Besuch der Ausstellung verhindert find, Gelegenheit zur Besichtigung der interessanten Bilderschau zu geben, bleibt die Ausstellung am heutigen Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: NS.-G. „Kraft durch Freude", 20 Uhr, im Stadttheater, Kdbarett der Komiker. — NS.-G. „Kraft durch Freude", 20 bis 21.30 Uhr, Vortrag, Professor Zwick: „Tierseuchenbekämpfung durch Tierseuchenforschung". — NS.-G. „Kraft durch Freude", 20 bis 21 Uhr, Gymnastik und Spiele, 21 bis 22 Uhr, Gymnastik und Spiele nur für Frauen im Lyzeum, Dammstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Mädchen Johanna". — Im Cqfe Leib Ausstellung „Gießen und die Luftfahrt", bis 20 Uhr geöffnet. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz), 16 bis 17 Uhr, Ausstellung Christian Rohlfs-Hagen. — Oberhefsifcher K u n st o e r e i n. Die Jahres-Mitgliederversammlung findet am Mittwoch, 12. Juni, statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Gießener Dochenmarkkpreife. * Gießen, 6. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 18, Weißkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben, Bündel 15 bis 20, alte, das Pfund 25, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15, Römischkohl 15, Bohnen (grün) 45, Suppenspargel 30, Spargel III 40, II 50, I 55, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 15, Tomaten 55 bis 60, Zwiebeln 20, Schwarzwurzeln 30 bis 45, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 20 Pf., Aepfel, 70, Kirschen 70, Nüsse 45 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45, Blumenkohl, das Stück 50, 60, 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 15 bis 18, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 15, Bündel 20, Radieschen 7 bis 10 Pf. Der NS-Lehrerbund Kreis Gießen hielt gestern nachmittag in der Turnhalle der neuen Pestalozzifchule eine K r e i s v e r f a m m l u n g ab. Kreisobmann Schulrat Nebeling begrüßte die Versammlung und führte u. a., aus, daß diese Kreisversammlung ganz unter die Gedanken „Sport und Turnen" gestellt sei. Die Zeit, in der wir heute leben, sei eine Zeit des Wiederauferstehens unseres Volkes. Allenthalben, in der Stellung nach außen, wie im Leben innerhalb unseres Volkes, mache sich der Wiederaufstieg Deutschlands bemerkbar. Dieses Emporarbeiten könne aber nur dann von dauerndem Bestand sein, wenn die Arbeit an Volk und Vaterland von gesunden und starken Menschen getragen werde. Die Schule sei in besonderem Maße dazu berufen, durch die Pflege von Turnen und Sport ein gesundes Geschlecht zu erziehen. Während die von der hessischen Regierung ausgeschriebenen Mannschaftskämpfe den Spielbetrieb in den Schulen fordern sollten, solle das „Deutsche Jugendfest" am 22. und 23. Juni mit seinen Wettkampfübungen der Pflege des Turnens und Sportes dienen. Schulrat Nebeling berichtete weiter über die Ausgestaltung des Deutschen I u g e n d f e st e s. Die näheren Bestimmungen über das Fest sind bereits im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht worden. Er gab ferner noch einiges über die Mannschaftskämpfe bekannt. Wichtig für alle Schulen fei, so sagte er, daß sich alle Lehrer mit allen Kräften für das gute Gelingen und den reibungslosen Verlauf der Veranstaltungen einsetzen. Im Anschluß gab Turnlehrer Mohr (Gießen) noch Auskunft über Einzelheiten der Mannschaftskämpfe, deren Austragung bis nach den Sommerferien zurückgestellt sei. Turnlehrer Mohr hielt dann einen Vortrag über die Olympiade 1936 in Berlin. Einleitend schilderte er Geschichte, Sinn und Zweck der olympischen Spiele und führte u. a. aus, daß die ersten olympischen Spiele in Griechenland im Jahre 776 vor Christi Geburt durchgeführt wurden. Als ihr Schöpfer gelte Herakles. Die Spiele fanden alle vier Jahre statt. Dem Sieger winkte der schlichte Kranz von Blättern des wilden Oelbaumes. Die olympischen Spiele waren ein Fest der Gotter, und deshalb ohne Gottesdienst und Opfer nicht denkbar. Das höchste Ziel, das die Spiele verfolgten, war, Körper und Geist in gleicher Weise auszubilden. Mit dem Niedergang des Griechentums verschwanden auch die Spiele, und Turnen und Sport wurde später nur noch von Athleten ausgeübt. Deutschen Forschern ist es zu verdanken, daß die Spiele wieder gefunden wurden und die Uebungen auflebten. Als im Jahre 1896 die erste Welt-Olympiade stattfand, wurde sie in dem neu errichteten Stadion in Athen durchgeführt. Als Ort der zweiten Welt-Olympiade wählte man Paris. Fm Jahre 1916 sollte in Berlin die Olympiade abgehalten werden, dies unterblieb jedoch infolge des Weltkrieges. Nach dem Kriege fanden die Olympiaden 1920 in Antwerpen und 1924 in Paris statt, an denen aber Deutsche nicht teilnahmen. Erst 1928 in Amsterdam und 1932 in Amerika beteiligten sich auch wieder deutsche Turner und Sportler an den olympischen Spielen. Zur Olympiade in Berlin werden nun schon seit Monaten gewaltige Vorbereitungen getroffen. Erst dem Nationalsozialismus war es Vorbehalten, Bläne von nie geahnter Möglichkeit in die Tat umzusetzen. Die Schirmherrschaft hat unser Führer, der ja schon öfters fein starkes Interesse für den Sport bekundete, übernommen. Sämtliche fünf Erdteile werden durch ihre Teilnehmer in Berlin vertreten sein. Die deutschen Turn- und Spvrtverbände sind mit großem Eifer am Werk, um Teilnehmer mit Erfolg zur Olympiade zu senden. Am 1. August 1936 wird die Glocke, die die Inschrift trägt „Ich rufe die Jugend der Welt", die Eröffnung der Olympiade einläuten. Die Wettkämpfe werden zwischen 2. und 16. August ausgetragen. Die Olympiade wird den ausländischen Teilnehmern die Wahrheit über das neue Deutschland kundtun, und viele werden, von den Schönheiten unseres Landes entzückt, mit einer ganz anderen Meinung über unser Land und Volk heimkehren. Es ist nun Pflicht jedes Deutschen, nach Kräften am Gelingen der Olympiade mitzuarbeiten. Zur Mitarbeit für eine gute Sache gehört bekanntlich auch das Opfer, zu denen man auch den Kauf der Olympiawerbehefte, Große Strafkammer Gießen. Die Kammer begab sich am Dienstag nach Hom. berg, um dort gegen den Karl Wilhelm Georg Stumpf aus Kirtorf wegen Verleitung zum Meineid zu verhandeln. Der Angeklagte schrieb am 19. Juni 1933 an den Willi Krug in Erbenhausen einen Brief, in dem er diesen aufforberte, bei einem am 21. Juni 1933 vor dem Amtsgericht in Homberg stattfindenden Termin wissentlich unter Eid falsche Angaben zu machen. Der Angeklagte wurde deshalb seinerzeit zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem dieses Urteil rechtskräftig geworden war, bewirkte der Angeklagte ein Wiederaufnahmever- fahren, indem er ganz neue Tatsachen vorbrachte insofern, als angeblich sein Vater den fraglichen Brief geschrieben haben sollte. Die Beweisaufnahme ergab jedoch nichts für die Richtigkeit dieser Be- Häuptling. Gegen 21.30 Uhr verkündete das Gericht das Urteil, nach dem gegen den Angeklagten auf 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren erkannt wurde. Außerdem wurde gegen ihn Haftbefehl erlassen. Erholungswerk des deutschen Volkes. Rund 14000 Kinder im Gau Hessen in Gaststellen. Frankfurt a. M., 5. Mai. (LPD.) Däs Amt für Volkswohlfahrt Gau Hessen-Nassau teilt mit: 21m 4. Ium sind innerhalb des Gaues Hessen-Nassau wiederum weit über 3000 Kinder in Er - 1) olung verschickt worden, nachdem am 3.Juni CIP Transport ab Mainz nach Schleswig-Holstein mit über 700 Kindern abgefahren ist. Nunmehr bat der Gau Hessen-Nassau einschließlich der Kinder, CREME: 15 Pf.-RM 1.00 / ÖL: 35 P1.-RM 120 KAM vakemstdu mich, Barbara? Roman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 3 Fortsetzung Nachdruck verboten! Wie bitter hatte er sich getäuscht! Barbara von Stechow schien vergessen zu haben, daß er einst hier gleichberechtigt im Hause verkehrt hatte. Sie sah in ihm weiter nichts als den Angestellten und ließ ihn das von Anfang an fühlen. Hätte er mit einem Wort sich verraten, hätte sie seine Liebe zu ihm irgendwie tzespürt, dann hätte er diese eisige Zurückhaltung vielleicht begriffen. Denn er konnte ia vicht erwarten, daß sie seine Gefühle irgendwie erwiderte. Daß sie ihn aber so geringschätzig behandelte, nur weil er bei ihr in Lohn und Brot war, das war eine herbe Enttäuschung. Wie em eisiger Reif fiel ihre Kälte auf sein leidenschaftliches Empfinden für sie. Ihr Bild, das er so schon und klar in seinem Herzen trug, wurde wm durch diesen Hochmut gemindert. Beinah hatte er gewünscht, daß er nicht anders wie dienstlich mit ihr zu tun hätte. Aber eine gewisse gesellschaftliche Beziehung ließ sich nicht vermeiden. Es gab eine alte Tradition, die in sämtlichen deutschen Familien hochqehalten wurde. An jedem Sonntag aßen die höheren Angestellten des Gutes am Tisch der Gutsherrschaft. Diese Tradition hatte Barbara von Stechow sofort nach dem Tode ihres Mannes wieder ausgenommen. Sie hatte beim Dienstantritt Eckehards ihn kurz davon unterrichtet und gesagt: „Ich bitte, daß Sie mit Rücksicht auf die hergebrachte Sitte neben Herrn Oberinspektor Roke sch Sonntagmittag bei mir speisen." Er hatte sich stumm verbeugt. Zuerst war bei Barbaras Worten etwas wie heiße Freude in ihm aufgebrochen, doch sie schwand so schnell, wie sie gekommen war. Barbara hatte ja ausdrücklich auf die althergebrachte Sitte hingewiesen. Nur aus diesem Grunde würdigte sie ihn, an ihrem Tisch zu erscheinen. Bon diesem Tage an hatte Eckehard mit eiserner Energie versucht, in Barbara nichts anderes zu sehen als die Gutsherrin. Im Verkehr mit ihr gelang ihm das auch. Aber jetzt, wie er so dasah und sie anschaute, die im Tanz an ihm oor- uberglitt, war fein Herz voll Sehnsucht und Kummer. 5. Kapitel. „Na, Herr von Mackenroth, so nachdenklich?" klang eine spöttische Stimme hinter ihm. Er wandte sich um. Der junge Graf Josef Bannosch war aus einem der Zimmer herausgekommen und stand nun neben ihm. Eckehards schlechte Laune wurde durch die Be» g'egnung mit Bannosch nicht gebessert. Er war früher viel mit Bannosch und Stechow im Reit- klub zusammen gewesen, damals, als seine Eltern noch das Gut hier an der Grenze besessen. Bannosch war ein tollkühner und erfolgreicher Reiter. Daneben aber ein Spieler und Frauenjäger. So sehr Eckehard die Reitkunst Bannoschs bewundert hatte, so stieß ihn immer wieder sein Wesen ab. Bannosch gehörte zu den Männern, die sich in Gegenwart von Frauen der Gesellschaft der liebenswürdigsten Ritterlichkeit befleißigten. Aber in Herrengesellschaft war er einer von denjenigen, denen kein Witz frei genug war. Es war im Reit- Uub eine Art und Weise eingerissen, sogar über die Damen der Gesellschaft zu sprechen, die Eckehard empörte. Er war so erzogen, daß er auch heute noch in einer Frau ein Ideal sah, das man nicht mit zynischen Worten erniedrigte. Es war einmal zu einem harten Zusammenstoß zwischen ihm, Bannosch und Stechow gekommen. Denn auch Stechow hatte im Herrenkreise leicht vergessen, was er der Würde der Frauen schuldig war. Hätten sich nicht einige Klubkameraden ms jmittel gelegt, so wäre es wohl zwischen Bannosch und Eckehard damals zu einem Zweikamp gekommen. Eckehard und Bannosch hatten sich dann aus den Augen verloren. Bannosch lebte lange in Paris. Eckehard hatte nach dem Gutsverkauf feiner ^“crn keine Fühlung mehr mit den Kreisen hier aufrechterhalten. ?o§.?onnosch tat jetzt, als wäre zwischen ihm und Eckehard niemals etwas gewesen. Er streckte ihm liebenswürdig die Hand entgegen. Zögernd 'chlug. Mackenroth ein. Josef Bannoschs Gesicht war immer noch das gleiche. Mackenroth fand, er sah aus wie ein liebenswürdiger Windhund: Aro» gertenschlank; mit feiner durchtrainierten .Keiterfigur in dem tadellosen Frack war er das männlicher Eleganz. Wären nicht um feinen Mund die Zuge schon ein wenig schlaff gewesen, können ° S G’nen fä®nen Mann bezeichnen mar begreiflich, daß Josef Bannosch alle Mädchen- und Frauenherzen zuflogen. Nur Ecke- Hard wußte, daß hinter der bestrickenden Aeußer- lichkeit ein unzuverlässiger Charakter steckte, der keiner Illusionen und keines Glaubens fähig war. Ä ^hört, Sie haben scheußliches Pech arfeI!r0 $a' la' man hat's nicht leicht letzt. Ich muß mich auch gewaltig einrichten." Eckehard lächelte bitter. Man wußte, wie Graf Josef Bannosch sich einrichten mußte! Seine Verwandten, die Tschewnicks, hatten einen Narren an Mem einzigen Neffen gefressen. Sie gaben von ihren ungeheuren Einkünften aus den Braun- ^hlenwerken für den leichtsinnigen Lebenswandel Bannoschs ungeheure Summen. Bannosch schien Eckehards schweigende Abwehr nicht zu bemerken. „Hätten es klüger anfangen müssen, Mackenroth", meinte er vertraulich. „Sie hätten sich durch eine reiche Heirat rangieren müssen." Eisig erwiderte Eckehard: „Das würde mir nicht liegen, Graf. Ich würde mich schämen, einer Frau unter solchen Voraussetzungen von Liebe zu sprechen!" Graf Joses Bannosch schnippte nachlässig die Asche von seiner Zigarette in den Aschenbecher auf dem kleinen Tisch. „Große Worte! Wenn man ein einigermaßen netter Kerl ist, kann es sich jede Frau nur zur Ehre rechnen, wenn man sich um ihretwillen lebenslange Ehefesseln auferlegt." /-Diese Auffassung teile ich nicht, Graf Bannosch. Für mich ist eine Frau etwas so Hochstehendes, daß ich mich nicht als ihr überlegen ansehen kann." Er hatte es sehr scharf gesagt. Joses Bannosch verstand. Ein ironisches Lächeln spielte um feine üppigen Sippen. „Es kommt immer daraus an, um wen es sich handelt, mein lieber Mackenroth. Ihre gesamte gesellschaftliche Situation hat sich ja gegen früher gewaltig verschoben. In Ihrer jetzigen Stellung kann ich es begreifen, daß Sie zaghafter geworden sind. Hätten es sich eher überlegen müssen, mein Lieber. Dann wären Sie heute vielleicht etwas anderes als Inspektor bei unserer schönen jungen Wirtin. Aber ich bin Ihnen nicht böse. Wirklich nicht. Hatte früher manchmal die Idee, daß Sie mir bei gewissen Leuten ins Gehege kommen könnten. Nun ist das wohl nicht mehr möglich." Er schaute mit einem bezeichnenden Blick hinüber zu Barbara, die gerade mit einem Tänzer von der Seite her den Saal betrat. Eckehard sah ihn drohend an, als wollte er Bannosch geradeswegs an die Kehle springen. Der hielt es für geraten, schnell in einer Gruppe Herren unterzutauchen, die dort am Eingang zum Rauchzimmer standen. Josef Bannosch kannte die Zornanfälle des sonst so ruhigen Mackenroth. Er hatte ja damals im Klub eine Probe davon bekommen. Aber er hatte erreicht, was er wollte. Er hatte Eckehard deutlich zu verstehen gegeben, baß ein Versuch Eckehards, sich Barbara von Ste- chow zu nähern, geradezu lächerlich sein würde. Eckehard war voll tiefster Erregung. Hatte dieser Josef Bannosch seinen Plan immer noch nicht aufgegeben? Das durfte nicht sein. Diesem Mann durfte Barbara nicht anheimfallen — diesem nicht. Barbara tanzte jetzt an Eckehard vorbei. Ihre schlanke Gestalt in dem weißen Seidenkleid lehnte weich und doch zurückhaltend in dem Arm ihres Tänzers. Mit Gewalt riß sich Eckehard von seinen Gedanken los. Es ging nicht, daß er hier den ftemernen Gast spielte. Er benahm sich geradezu unhöflich gegen seine Tischnachbarin. Wie verloren die Kleine neben ihm saß! Nein, er durfte sie nicht so schlecht behandeln. „Wollen wir nicht tanzen?" Es kam so plötzlich Un ct,Leina^ ^^9, daß Magdalena zusammenschrak. „Ich glaube, ich kann nicht tanzen", meinte sie ganz schüchtern. Ihr wurde plötzlich eng bei dem Gedanken, Mackenroth so nahe zu sein. Wonnen", sagte er herrisch. Er stand auf. Erschrocken erhob sie sich gleichfalls. Sein Blick bannte sie geradezu. Schon standen sie beide auf dem glänzenden Parkett des Saales. Er hatte sie in feine Arme gezogen, sie glitten im Takt des Tages dahin. Eckehard wußte selbst nicht, was ihn dazu be- roogen hatte, die kleine Magdalena Gerwig plötzlich aufzufordern. Er hatte ja gar keine Lust zu tanzen, da er es mit der einen nicht durfte. Aber es war etwas wie Trotz in ihm aufgestiegen. Barbara hatte feinen sehnsüchtigen Blick ja gemerkt. 2ßte sie den Kopf fortgewandt hatte mit einem hoch, mutig vereisten Gesicht, war es ihm Beweis ge» wesen: sie hatte sein Anstarren wie eine lästige Ungehörigkeit empfunden. Sie sollte nicht denken, daß er um ihre Freundlichkeit bettelte. Sie sollte nicht denken, daß er sie liebte, sie nicht und Josef Bannosch nicht. Der schaute beobachtend zu ihnen herüber. Ein wilder Trotz stieg in Eckehard auf. Tor, der er war! Immer wieder von etwas zu träumen, was niemals fein konnte! War er schon unglücklich, so wollte er wenigstens nicht lächerlich wirken! ' Gerade glitt Barbara, weiß und schmal, am Arm 'hres Tänzers an ihm vorüber. Da faßte er die Ueine, zarte Gestalt Magdalenas fester. Warum wollte er nicht auch versuchen, was taufend Menschen taten, eine unglückliche Liebe durch einen Flirt zu übertäuben? Barbara von Stechow war ja schließlich nicht die einzige Frau der Welt. Es mußte doch gelingen, fein Herz von ihr loszulofen. Seit dem Zusammen- bruch der elterlichen Existenz hatte feine Energie ipm ja über so vieles hinweggeholfen. Ein ganzes Leben hatte er sich neu formen müssen. Sollte er m diesem einen Punkte versagen? Diese kleine Magdalena Gerwig war ein süßes, reizendes Ge- schopfchen. Jeder Mann mußte glücklich fein, einen so fernen, lieben Menschen leben sich zu haben. Sicherlich, sie war sanft und fügsam, nicht hochmütig und auf ihre Stellung pochend wie Barbara von Stechow. Vielleicht konnte man in einem kleinen Flirt mit dieser Magdalena Gerwig feinen eigenen Kummer etwas vergessen. Und doch, eine innere Stimme mahnte ihn. Er hatte noch nie im Leben leichtsinnig eine Liebelei angefangen. Selbst bas einfachste Mädchen hatte ihm dazu zu hoch gestanden. Und Magdalena war ein Mädchen feiner Kreise. Aber da sah er wieder Barbaras Gesicht, es stieg wieder in ihm auf wie maßloser Trotz. Er mußte sich irgendwie befreien. (Fortsetzung folgt!) BÄ LPD- befW paf««ld,C Sie Le beim" 131) Audi LPD. ® ordentliche ' tag in D aus folgen* mußten gefa den AbMbl ,üge erfor rund 55000 MO, zusan nach Dar wattigen Be' besördermg lagungauf eg der W reibungslos namentlich, in Darmstai in den Dien Höchstleistun höchste. Ane Programms Plan für di ändert. Trat schnellstem 2 bern. Erst sich ans den Verspätungei dem srohgeb wurden. die .W MW iw MM« sich in6!r° Men ( LPD. D I wegen Schc 41jährige $ und der 24j । Im Jahre j zeugmeisteri fenburg übt | schwierigkeil süe 1933 gr L B E r Gest ertra mut E n ii h z Die Wie erfolgt die Einführung des Arbeitsbuches? zu nehmen. Gießen, Berlin, Dresden, Weimar, den 6. Juni 1935. 3387 D 3389 D Herren-Sakko- und Sport-Anzüge nal ff Kreuzplatz 15 3386 D 3378 A ft <1 * Pfingsten in neuer Kleidung Damen-Mäntel und -Kostüme in großer Auswahl u. hervorragender Paßform In tiefer Trauer: Johanna Fritsch, geb. Bagge Hanna Diehl, geb. Fritsch Pfarrer Karl Fritsch Oberingenieur Hermann Fritsch Theo Fritsch Pline Fritsch Bertha Schmitt, geb. Klipstein Pfarrer Wilhelm Diehl Käthe Fritsch, geb. Hoffmann Kiesel Fritsch, geb. Rosenau Nina Fritsch, geb. von Holstinghausen Oberamtsrichter Dr. Ludwig Schmitt und 14 Enkel Kreuzplatz 15 __________3390 A Knaben-Anzüge Trachten- u. Sommerkleidung für groß u. klein Herren-Mäntel in Gabardine, Popeline, Batist und Lederol! otß aus den gaufremden Gebieten hier in Erholung sind, nahezu 1 4000 Kinder in G a ft ft e l - len untergebracht. Die bis jetzt uns zur Verfügung stehende Pflegestellenzahl reicht bei weitem nicht aus, und wir bitten daher, alle deutschen Dolks- aenosien, die sich noch nicht zur Aufnahme eines Ferienkindes bereiterklärt haben, sich umgehend bei der zuständigen NSD.-Dienststelle zu melden. Verkäufe "] Einfamilienhaos solid gebaut, 6-7 Räume, Nebengebäude f. Autogar. pass., Herr!. Gart.,a.n.Bahn- stat.v.Gietz. gel., sof. beziehbar, zu verkauf.Interest, woll. ihre Adresse unt.3382va.den Gieß.Anz. abgeb. del, sondern auch die des Handwerks sowie die Arbeitslosen. Die Ausstellung des Arbeitsbuches erfolgt nur durch die Arbeitsämter. Zuständig ist das Arbeitsamt des Wohnsitzes des Arbeitnehmers, an dem er polizeilich gemeldet ist und nicht das des Beschäftigungsortes. Zur Vereinfachung des Verfahrens werden sich die Arbeitsämter mit den größe- ren Betrieben — mit 20 und mehr Arbeitnehmern — in Verbindung fetzen, damit die Ausfüllung des Antragsoordruckes in den Betrieben erfolgen kann. Bei den Betrieben, die weniger als 20 Arbeits- kräfte beschäftigen, werden die Arbeitsämter über die Handels-, HSndwerks- und Gewerbekammern, sowie über die Wirtschaftsgruppen und die Presse diesen Betrieben Anforderungen zugehen lassen, die vorgeschriebenen Antragsvordrucke bei den Arbeitsämtern in Empfang zu nehmen. Die Arbeitsfront wird diese Aufklärungsarbeit auch ihrerseits unterstützen, damit jede Betriebsstätte erfaßt wird. Auf die Beachtung dieser Aufforderungen und der von den Arbeitsämtern in der Presse erlassenen Bekanntmachungen ist besonders zu achten, damit die reibungslose Einführung des Arbeitsbuches gewährleistet wird. Die Erfassung der Arbeitslosen erfolgt durch die Arbeitsämter unmittelbar. Am 4. Juni d. I. hat im Landesarbeitsamt Hessen mit dem Treuhänder der Arbeit, der Arbeitsfront, Vertretern der Handels-, Industrie- und Handwerkskammern, sowie den Wirtschaftsgruppen des Landesarbeitsamtsbezirks eine Besprechung stattgesun- den, wobei sämtliche Organisationen bereitwilligst in dankenswertester Weise ihre Unterstützung zugesagt haben. Verhaftung eins langgesuchten Hochstaplers. LPD. Frankfurt a. M., 4. Juni. Ein seit langem gesuchter Hochstapler, Ern st Mus - hake, konnte jetzt von der Frankfurter Polizei verhaftet werden. Mushake hat feit 1931 durch seine Betrügereien, an denen auch eine Frau be- Lagez.Ueber- ihm.ein.An- KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tanicnden ,1 beachtet und gelejen. In tiefem Schmerz: Eugenie Bläser Aletta Löblich, geb. Bläser Clara Mardersteig, geb. Bläser Generalleutnant a. d. Karl Löblich Justizrat August Mardersteig Die Beerdigung findet am Samstag, dem 8. Juni, um 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Rheindampferfahrt soll noch schöner werden. Verbilligte Wochenend-, Zwei- und Dreitagereisen. Mainz, 5. Juni. (Lpd.) Um den Ausblick von den Rheindampfern auch bei windigem Wetter zu einem Genuß werden zu lassen, hat die Köln - Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt auf ihren Dampfern eine neue Bank- und Stuhlordnung durchgeführt; einige Dampfer haben auch neue Sonnendecks erhalten, und außer den Wetterfchutz- scheiben wurden besondere durchsichtige Zellonfchei- ben angebracht, die die Sicht nicht beeinträchtigen. — Expreßfahrten werden in diesem Sommer nur noch rheinabwärts durchgeführt, die Schnellfahrten dagegen nach wie vor in beiden Richtungen. Neu- eingeführt wurden verbilligte Wochenendreisen, sowie Zweitagereisen nach Aßmannshausen—Rüdes- heim, ferner Dreitagereisen von Köln nach Wiesbaden und Mainz. Ihren neuen Teppich kaufen Sie vorteilhaft bei Bekleidungsstätten", wobei Roth die Zulassungsnummer des Aschaffenburger Geschäfts benutzte, Jttmann die seines väterlichen Geschäfts in Groß- Umstadt. Beide erteilten nun Bestellungen in ganz Deutschland und unterhielten Lager in Frankfurt am Main, Groß-Umstadt und Schaafheim. Jnsge- samt 224 Firmen wurden von ihnen um rund 200000 Mark geschädigt. Zeugen gegenüber bekundeten sie, nach Brasilien auswandern zu wollen, weshalb sie anscheinen die hohen Beträge zusammenzuraffen versuchten. Jttmann als Urheber erhielt drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, der geständige Roth zwei Jahre Zuchthaus unter Anrechnung von sechs Monaten Untersuchungshaft. Beim Aufspnngen auf einen fahrenden Zug verunglückt. LPD. Frankfurt a. M., 5. Juni. Dienstag nachmittag versuchte ein Reisender bei der Ausfahrt eines D-Zuges nach Dortmund auf den bereits in Fahrt befindlichen Zug aufzuspringen. Der Reisende kam zu Fall, siel zwischen dem Bahnsteig und dem zweitletzten Wagen dev fahrenden Zuges auf den Bahnkörper und wurde schwer verletzt. Der Verunglückte wurde in das Städtische Krankenhaus verbracht. Es handelt sich vermutlich um einen Hüttendirektor a. D. Afholderbach aus Bochum.__________ Es wird Putz-, Mode-, Kurz- rvaren-, Textil- Geschäfti best. Gestern abend entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden, unsere geliebte Schwester und Schwägerin Frau Geheimrat Hansen geb. Bläser Rundfunkprogramm. Freitag, 7. Juni. 6 Uhr: Gymnastik. 6.15: Von Königsberg: Frühkonzert. 8.10: Von Stuttgart: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernsunk. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Wirtschaftsbericht. 16: Kleines Konzert. Neun Lieder für Alt und Klavier nach flowakifchen Volksliedtexten von Kurt Ungerer. 16.30: Exportkaufleute warten auf ihren Einsatz. Ein Gespräch mit dem Leiter der Stellenvermittlung der DAF., K. Dohn, Frankfurt a. M. 16.45: Mein liebes kleines Auto. 17: Don Hamburg: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. Der „Neue". Aus einer Fürsorgeanstalt. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Rundfunkindustrie und Rundfunkeinheit. 20.15 Von Königsberg: Deutsche Tänze und Märsche aus zehn Staaten. 21.30: Uebertragung nach Königsberg: OHL. Berichte und Gespräche aus der Arbeit des Großen Hauptquartiers. 22.45: Zum hundertjährigen Jubiläum von Bad-Nauheim. Ein Weltbad spricht. 23.15: Von Stuttgart: Nachtmusik des Landesorchesters Gau Württemberg - Hohen- zollern. 24 bis 2: Uebertragung nach Stuttgart: Orchesterkonzert. NS.-Reichssinfonieorchester. Samstag, 8. Juni. 6 Uhr: Gymnastik. 6.15: Von Breslau: Frühkonzert. Sang und Klang zur Morgenstunde. 8.10: Don Stuttgart: Gymnastik. 9: Nur Frankfurt: Nachrichten. 9.15: Nur Frankfurt: Konzert. 9.50: Prosa aus dem Sendegebiet: „Scherenschleifer". Erzählung von Hans Bartmann. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Von Stuttgart: „Buntes Wochenendkonzert". 13.15: Von Stuttgart: Mittagskonzert II. „Buntes Wochenend-Konzert". 14.30: Fröhliches Wochenende. 15.15: Jugendfunk. Ein Marsch wuchs uns ins Herz. Hörfolge um die Geschichte des Badenweiler Marsches. Don Gerhard ll^iese. 16: Von Köln: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Fahrt durch südwestdeutsches Land. Funkberichte von der Grenze. 18.20: Stegreifsendunq. 18.30: Von Freiburg: Volksmusik. 19: Von Kassel: Uebertragung bis 19.45 auf den Deutschlandsender: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20.15: Von Speyer: Bunter Abend des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer mit dem Reichssender Frankfurt. 22.20: Aus Washington: Ansprache des deutschen Botschafters Dr. Luther anläßlich der 75. Jahrfeier der deutschen Turnerschaft und des akademischen Turnvereins. 22.30: Orchesterkonzert zum 125. Geburtstag R. Schumanns. Sinfonie Nr. 4 in D-Moll, Werk 120. 23: Von Leipzig: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Von Stuttgart: Nachtkonzert. Robert-Schumann-Gedenkstunde. Es hat Gott dem Herrn gefallen, seinen treuen Diener, meinen lieben Mann, unseren guten Vater u. Großvater D. theol. Johannes Fritsch ev. Pfarrer i. R. im 77. Lebensjahre nach kurzem, schweren Leiden heute abend 9% Uhr zu sich in sein himmlisches Reich nahmestellem. Laden- und Lchaufenster- Beteiligung von bekannter erst. Färberei u.Chem. Reinigung sofort gesucht Schr. Angeb. unt. 3383V an denGieß.Anz. Arbeiisvergebung Auf Grund der Reichsverdingungsordnung sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Für einen Kurvenumbau an der Weidenmuhle zwischen Allendorf a. d. Lda. und Londorf: die Lieferung von: 600 cbm Stückstemen, 200 cbm Schotter, 20 cbm Splitt, 80 cbm Schlämmsand; die Ausführung von: 1100 cbm Erdabhub, 1200 qm Fahrbahnaufbruch, 1800 qm Packlage 2000 qm Vorprofilierung, 10 m Rohrdurchlaß, Verlegung des Mühlgrabens und 80 Fuhrwerksstunden. Anqebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab Donnerstag, den 6. Juni, nur vormittags, auf unserem Büro, Gießen, Hitlerwall 371, 3tmmer 6, erhältlich, woselbst Bedingungen und Plane emzu- sehen sind. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submission Allendorf-Londorf bet uns bis zum Samstag, dem 15. Juni, vormittags 10'Uhr, portofrei einzureichen. dd/°7 Angebote ohne Aufschrift auf dem Umschlag wer- den nicht berücksichtigt. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Ueber das Erholungswerk des deutschen Volkes im Gau Hessen-Nassau wird am Donnerstag, 6. Juni, in der Zeit von 15 bis 15.15 Uhr, ein umfassender Bericht im Rundfunk in der Gausendung gegeben. Jedem, der über die Arbeit der NS.-Volkswohlfahrt, die im Sommer zu leisten ist, näheres erfahren will, wird hierbei dazu Gelegenheit gegeben. Alles schaltet sich in der obengenannten Zeit ein! Der Führer als pale. LPD. Westerburg, 5. Juni. Beim 10. Kind des Arbeiters Josef Höhn in Hundsaugen Übernahm der Führer und Reichskanzler die E YT e n- Patenschaft. Nie Leistung der Reichsbahn beim Darmstädter Gautag. 130 Sonderzüge und 90 Leerzüge gefahren. LPD. Darmstadt, 5. Juni. Welch außerordentliche Aufgaben der Reichsbahn zum Gau - tag in Darmstadt gestellt waren, ergibt sich aus folgenden Ziffern: 13 0 Sonderzüge mußten gefahren werden, zur Fahrt von und nach den Abstellbahnhöfen waren außerdem 9 0 Leerzüge erforderlich. Mit den Sonderzügen wurden rund 55 000, mit fahrplanmäßigen Zügen rund 20000, zusammen also rund 75 000 Reisende nach Darmstadt befördert. Trotz des ge- wattigen Verkehrs, der sich namentlich für die Rückbeförderung der Massen nach Beendigung der Tagung auf wenige Stunden zusammendrängte, ist es der Reichsbahn gelungen, den Verkehr glatt und reibungslos zu bewältigen. Das gesamte Personal, namentlich des Bahnhofs und der sonstigen Stellen in Darmstadt, hat sich mit der größten Aufopferung in den Dienst der vaterländischen Sache gestellt und Höchstleistungen vollbracht. Seine Haltung verdient höchste. Anerkennung. Durch die Aenderung des Programms und das ungünstige Wetter wurde der Plan für die Rückbeförderung der Teilnehmer geändert. Trotzdem ist es möglich gewesen, sie auf schnellstem Wege wieder in ihre Heimat zu befördern. Erst in den späteren Abendstunden ließen sich ans dem Abgangsbahnhof Darmstadt kleinere Verspätungen nicht ganz vermeiden, die aber von dem frohgelaunten Publikum in Kauf genommen wurden. Wegen Schädigung des Volkswohls ins Zuchthaus. LPD. Darmstadt, 5. Juni. Zuchthausstrafen wegen Schädigung des Gemeinwohls erhielten der 41jährige August' Jttmann aus Groß-Umstadt und der 24jährige Wilhelm Roth aus Schaafheim. Im Jahre 1933 hatten beide das von der Reichs- zeugmeisterei zugelasfene Bekleidungshaus in Aschaffenburg übernommen, das jedoch bald in Zahlungsschwierigkeiten geriet. Nach dem Genuß der Amnestie 1933 gründeten beide die „Nationalsozialistischen teiligt mar, zahlreiche Leute um erhebliche Betrage geschädigt. Mushpke bezeichnete sich als Inhaber des „Franzmathes-Verlages". Sein „Büro" befand sich in einem Dachzimmer, die darin befindlichen Möbel waren sämtlich gepfändet. Er nahm Be- stellungen auf Bücher und Broschüren an und ließ sich Anzahlungen machen. Die Besteller der Bücher warteten aber vergeblich auf Lieferung, denn in Wirklichkeit bestand gar keine Möglichkeit für den „Verlag", die Bestellungen auszuführen. Mushake, der sich unberechtigterweise auch den Doktortitel zu- legte, hat noch andere Betrügereien auf dem Kerbholz, die ihm 7000 Mark einbrachten. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: In den letzten Wochen ist die Oeffentlichkeit bereits wiederholt über die Einführung des Arbeitsbuches und den damit verbundenen besonderen arbeitspolitischen Zweck unterrichtet worden. Dabei ist bekanntgeaeben worden, daß nicht für alle Berufe die Einführung auf einmal erfolgt. Vielmehr werden alle Arbeitnehmer, die nach dem Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 26. Februar 1935 und der dazu ergangenen Verordnungen und Ausführungsvorschriften in den Besitz eines Arbeitsbuches gelangen müssen, in drei großen Abschnitten ersaßt. Zum ersten Abschnitt, der bis zum 30.9.1935 ersaht sein muß, gehören die Arbeiter und Angestellten, die in den folgenden Betriebsgruppen beschäftigt find: Industrie der Steine und Erden, Eisen- und Stahlgewinnung, Wetallhütten- und rNelallhalbzeugwerke, Herstellung von (Eifen-, Stahl- und BletaUroaren, Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei), Elektrotechnische Industrie, Optische und fein- mechanische Industrie, Chemische Industrie, Papierindustrie, Leder- und Linoleumindustrie, Kautschuk- und Asbestindustrie, Baugewerbe und Baunebengewerbe, Großhandel, Einzelhandel, Berlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels, Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Zu den einzelnen Betriebsgruppen gehören nicht nur die Arbeiter und Angestellten aus Industrie und han- Laubach, Freienseen, Herrmannsgrün, Bons, Buenos Aires, den 5. Juni 1935. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 8. Juni 1935, nachmittags 3 Uhr in Ruppertsburg statt. 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Juni, nachmittags 21/, Uhr vom Sterbehause. Kirchstrafie 36, aus statt MaesM# feirwitf) :oz unbedingt eine moderne, hübsche Bluse! Flotte Sportblusen ÄWü-. MM -ff NmLsJ! a aus feinem Milanese c En . cn mit weißem Kragen D.öU, 4.UU Schöne Blusen aus uni Mattkrepp mit dem-j Cfl C 7K neuartigen Jabot.. LUU, 0, lu Moderne Sportblusen aus reinseidenem Toile in cn Pastellfarben.......... I.UU Entzückende Blusen aus bunten Modestoffen, in den neusten Dessins, in sehr großer Auswahl Die solide Frauenbluse einfarbig und dezent gemustert, in reichhaltigem Sortiment und zu jeder Bluse finden Sie den passenden Rock Wied er-Er Öffnung des vollständig neu hergerichteten, mit den neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der modernen Haarpflege ausgestatteten Damen-und Herren-Frisiersalon Neuen Baue Nr, 12 am Donnerstag, dem 6. Juni. — Infolge meiner jahrelangen Praxis bin ich in der Lage, den verwöhntesten Ansprüchen zu genügen. 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Personenstands-Veränderungen Kaushaltungsgründungen, Todesfälle sowie alle übrigen Aenderungen, die gegenüber den eingeholten Angaben für das Adreßbuch 1935 entstanden sind, bitten wir uns sofort mitzuteilen l725 D Oberhessischer Adreßbuchverlag Brühl'sche Üniversitäts-Äuch« und Steindruckerei, ft -(ange, Gießen, Schulstraße 7/9 — I^uf 2251 VA Zum Beginn der SOMMER-SAISON in moderner, eleganter Ausführung: Damen-Wäsche: Hemden, Schlüpfer, Röcke, Strümpfe / Markenstrümpfe: „Elbeo", „FTO", „Arwa" Neuheiten in Pullovers, Blusen, Handschuhen, Schals, Spitzenkragen, Knöpfen und Klippsen Herren-Artikel: Oberhemden, Selbstbinder, Unterwäsche, Sportstrümpfe und Socken Kinder- Pullover, Anzüge, Kleidchen, Hütchen, Blusen, Sporthemden. Kniestrümpfe, Söckchen Bade - Artikel: Marken „Juvena", „Porolastic“ und „Ribana" Frdr. Teipel ......................................................................................„ 2 Z Aussteliungsr^m^Mäusbu'rg 4 n —v WM . ■ - ■ ▼ I 1 ist der Ausdruck der Eleganz. Einen Anzug zum Passen zu bringen, ist weiter kein Kunststück, aber darüber hinaus der Kleidung das gewisse Etwas zu geben, wodurch erst der Schick entsteht, gilt unsere ganze Mühe. - Breite Schultern, scharf markierte Taille und viele andere Merkmale geben unsern Anzügen und Mänteln die besondere Note. Von teuer kann man nicht sprechen bei Anzug-Preisen von Mk. 38a" 48a" 58a" 0061 68a" für die guten Köhler-Qualitäten 78.-, 96.- sind die Preise für hochwertige Modell-Anzüge aus feinen Maßstoffen, teils eigener Anfertigung — Flotte Sport-Sakkos einfarbig und gemustert 24.00 32.00 38.00 46.00 Fresko u. 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Juni, nachmittags 5% Uhr, im Turmhaus am Brandplatz Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht 2. Jahresabrechnung 3. Wahlen 4. Verschiedenes _ 3371 D Harte Arbeit braucht Erholung/ JHefai 'QastpfÖtZe^M^M EMütäu'tgsw&ik desheutsi/t&n VcrCkes* der Ortsgruppe der NSV GF Q*a mgi ca1tt,Do3ßm.75 Qte • -t*0 und einen ertragreichen Bilderbeutezug wünsche ich allen Photo-Amateuren und insbesondere meinen Kunden und Freunden. Frisches Aufnahme - Material (zu den ermäßigten Preisen) halte ich für Sie bereit und in meinem modernen Labor werden dann am Pfingst- Dienstag Ihre Photos mustergültig entwickelt und kopiert. Photo - Kino - Kreuzplatz 9. Nr. 130 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dsunerrtag, 6. Zum 1935 Kunst- irößeren Vereine omponiften oer- 200-Iahrfeier in Homberg. Gießen: Deibel O. Von-Eiff A u f st e l l u n g. Hauck speisungen usw. wurde tätig mitgeholfen. Sorna» riterkurse, an denen sich 15 Teilnehmerinnen unter Leitung von Medizinalrat Dr. Zinßer beteiligen, werden zur Zeit abgehalten. Nach der Rechnungsablage, die durch Rektor Sern erfolgte, sowie verschiedenen Hinweisen seitens der Vorsitzenden, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. $ Steinfurth, 5. Juni. Am 16. Juni wird hier im Hengstschen Saalbau das Wertungssingen des Gaues W e t t e r a u des Hess. Sängerbundes stattfinden. 29 Vundesvereine mit über 1OOO aktiven Sängern treten zu friedlichem Wettstreit an, um vor zwei prominenten Wertungsrichtern Proben ihres Könnens abzulegen. Sie Vereine bis zu 30 Sängern fingen zwei Volkslieder nach freier Wahl, während die größeren Vereine zu zwei Chören zeitgenössischer Komponisten verpflichtet sind, so daß jeder Besucher Gelegenheit hat, über 50 verschiedene Tondichtungen zu hören. Kreis Bübingen. }) Nidda, 5. Juni. In dem benachbarten Michelnau mit rund 240 Einwohnern leben zur Zeit sechs Leute im Alter von 81 und 82 Jahren, die außer einem Altersgenossen noch angemessene Arbeiten im landwirtschaftlichen Berufsleben auszuführen imstande sind. Es sind dies: Kath. Hofmann, Emilie Bach, Polizeidiener i. R. Albus, Schreinermeister H. Rockel, die Landwirte Emilie Bach und Ludwig Ockel; letzterer ist seit mehreren Jahren leider erblindet. S Nidda, 4. Juni. Alter Sitte gemäß gaben sich die 50-Jährigen des Kirchspiels Nidda am Sonntag hier ein Stelldichein. Nach dem Zusammentreffen am historischen Marktbrunnen zog man geschlossen zum Gottesdienst in der Stadtkirche. Sanach besuchte man die Gräber der verstorbenen Schulkameraden, Pfarrer und Lehrer und legte hier sowohl, als auch am Ehrenmal am Johanniterturm Kränze nieder. Einem Rundgang durch das Heimatstädtchen, sowie gemeinsamem Mittagessen im Gasthaus „Zur Krone" schloß sich die offizielle Feier mit Familienangehörigen und geladenen Gästen an. Bei Musik- und sonstigen Unterhaltungsvorträgen verbrachte man unter Austausch mancher Jugend- erinnerungen gemütliche Stunden bis tief über Mitternacht. Kreis Schotten. * Laubach, 5.Juni. Auf der Landstraße Lich— Grünberg in der Nähe des Sorfes Nieder-Befsingen rannte ein Personenauto aus Frankfurt a. M., in dem ein Ehepaar aus Frankfurt mit seinem 12 Jahre alten Sohne saß, gegeneinenBaum. Sabci erlitt der Mann, der den Wagen lenkte, eine Quetschung der Brust und Kopfverletzungen, die Frau ebenfalls Verletzungen am Kopfe und besonders an den Beinen, während der Junge mit leichten Prellungen davonkam. Sie Verunglückten mußten hierher ins Krankenhaus überführt werden. Sas Auto wurde stark beschädigt. Kreis Alsfeld. * Mücke, 6. Ium. Auf dem benachbarten Stockhäuser Hof verunglückte gestern der 22 Jahre alte Hugo Nickel durch einen Sturz in der Scheune. Ser bedauernswerte junge Mann mußte mit einem Oberschenkelbruch nach Gießen in die Klinik gebracht werden. # Ober-Ohmen, 4. Juni. Am Sonntag de- ging die ä l t e st e E i n w o h n e r i n unseres Sorfes Frau Kratz Witwe ihren 94. Geburtstag. Sie hochbetagte Mitbürgerin erfreut sich trotz ihres biblischen Alters noch einer zufriedenstellenden Ge- sundheit. Ober-Ohmen, 5. Juni. Saß Vögel in Ausübung ihres Brutgeschäftes nicht immer den ruhigsten Platz auswählen, kann man hier an einem Rotschwänzchen feststellen, das, wie im Vorjahre, aus diesmal wieder im Maschinen- haus d e s Basaltwerkes seine Kinderstube aufgeschlagen hat und unbekümmert um die Erschütterungen und das Vorhandensein der Arbeiter seine Jungen füttert. Ser am Nest vorbeiführende Treibriemen und der Lärm der Brecheranlage werden von dem Vögelchen gar nicht beachtet, ebensowenig der Staub, der bei trockenem Wetter Nest und Junge mit einer grauen Schicht überzieht. künstlerische Einwirkung der Kräfte der gewerbeschule auf die deutsche Warenerzeugung und Warenwerbung. Nach weiteren Ausführungen Wißner W. Von-Eiff Baum Willi Göbel Walter Göbel Nolte Hagener Elmshäufer Niedergirmes: Gemmer Niedergirmes hatte Anstoß und kam sogleich vor das Gießener Tor. Sie beiden Verteidiger wurden umspielt, Walter Göbel schoß aufs Tor, der Ball wurde vom Torhüter abgewehrt, jedoch der Nachschuß von Nolte ging unhaltbar für den Tormann ins Netz. 1:0 für Niedergirmes. Sie Gießener konnten sich auf dem unebenen Rasen noch nicht recht finden. Sie Girmeser waren in den ersten zehn Minuten tonangebend, dann klappte es bei den 85ern besser, und in der 15. Minute wurde der Ausgleich erzielt. Surch eine schöne Kombination von Wißner, Baum und Willi Von-Eiff konnte letzterer wenige Minuten später den Führungstreffer erzielen. Bis zur Pause waren die Gießener weiter überlegen, doch blieb es beim Stand von 2:1. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich wieder eine kleine Feldüberlegenheit der Girmeser: diese brachten schöne Angriffe vor das Gießener Tor. Sie zahlreichen Schüsse auf das Tor wurden aber eine sichere Beute des glänzend abwehrenden Tormannes Hauck. Bei einem Surchbruch der Gießener erzielten diese den dritten Treffer, der damit die Niederlage der Girmeser besiegelte. Wenige Minuten vor Schluß waren die 85er nochmals erfolareich und stellten somit das Endergebnis auf 4:1. Mit diesem, Siege verteidigte der GRV v. 1885 seine vorjährige Bezirksmeisterschaft erfolgreich. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Erster Pokalsieger in Sinn. Am Himmelfahrtstag nahm die 1. Mannschaft von Großen-Buseck an dem Pokalfest in Sinn teil. Sie blieb in der Bezirksklasse unter starker Beteiligung erster Sieger. Um die Entscheidung mußte sie gegen die Liga Frohnhausen, die das Freilos hatte, an- treten. Trotzdem sie drei Spiele hinter sich hatten, kämoften die körperlich schwächeren Busecker mit lleberanftrengung. Sa die Zuschauer nur für Buseck eingestellt waren, feuerten sie die Spieler immer da er mit vorbildlicher Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit seinen Posten erfüllt. £ Lollar, 4. Juni. Unter dem Motto: „Wir funken — Sie lachen!" veranstaltete am Samstagabend die Kreisgruppe Gießen des R e i ch s v e r b a n d e s deutscher Rundfunkteilnehmer im Saalbau „Zur Linde" einen heiteren Abend. Nach einigen Musikstücken der Kapelle Alfred E i n b r o d t begrüßte der Vertreter des RSR., Herr Langenbach, die leider nur in geringer Zahl erschienenen Besucher. Er gab einen Ueberblick über die wichtigen Aufgaben des Verbandes und über feine bisherigen Leistungen. Vor allem wies er auch hin auf die Wichtigkeit des weiteren Ausbaus des deutschen Rundfunks. Stelle er doch das einzige wirksame Mittel dar zur Bekämpfung der ausländischen Lügenpropaganda und zum eindeutigen Verkünden des deutschen Friedenswillens. Es folgten dann die einzelnen, mit ungeteiltem Beifall aufgenommenen Sarbietungen. Sie Gesamtleitung und Ansage lag in den Händen von Paul Nieren, der immer wieder durch feine luftigen Einfälle und Späße die Zuhörer zum Lachen brachte und den Kontakt mit ihnen sehr bald herzustellen verstand. Zunächst sang der Tenor Alfred Krey vom Staatstheater Braunschweig Lieder von Robert Stoltz. Unter großem Beifall tanzte dann Maja v. Rabenau hingebungsvoll einen Walzer von Lanner. Sodann erschien Heini Göbel, der luftige Lausbub, auf der Bühne. Das altbekannte Schulaufsatzheft mit seinen herrlichen Stilblüten verfehlte auch bei ihm nicht die Wirkung. Sie junge Gießener Künstlerin Elsbeth Jäger fang hierauf einige Lieder. Mit ganz besonderem Beifall wurde die sechsjährige Balletteuse Karola R o j a n , eine Schülerin von Maja von Rabenau, begrüßt, deren ungarischer Tanz eine beachtliche tänzerische Veranlagung offenbarte. Nun folgten, besonders dankbar ausgenommen, zwei Stucke auf dem Xylophon, gespielt von Ludwig Bauer, und Schlagerlieder, gesungen von Alfred Krey. Elsbeth Jäger trug anschließend Gedichte in hessischer Mundart vor. Als letzter trat der Bauchredner Paul Roschetti mit seiner Puppe auf. Sen Abschluß des Programmteils bildete ein gemeinsam gelungenes Schunkellied. Unter den Klängen der Kapelle Einbrodt vergnügte sich die Jugend noch einige Stunden beim Tanz. — Eine gleiche Veranstaltung fand am nächsten Abend mit ebenfalls gutem Erfolg in Heuchelheim statt. § Mainzlar, 5. Juni. Gestern abend hatte die hiesige Ortsgruppenverwaltung der SAF. zu einem Appell der Reichsbetriebsgemeinschaft 18 die Handwerker unseres Ortsgruppengebietes Mainzlar, Saubringen und Staufenberg in das Lokal des Gastwirtes Hch. Vogel ein- berüfen. Ort^grunvenwalter L. Voael non hier und stellv. SAF.-Ortsgruppenwalter August Weimer aus Saubringen gaben die Richtlinien für den Reichshandwerkertag bekannt. Kreis Friedberg. über Sinn und Zweck der Ausstellung, in deren Mittelpunkt die deutsche Schrift, Metall- und Textilarbeiten stehen, ergriff Reid?Statthalter Gauleiter Sprenger das Wort und beglückwünschte die Stadt Offenbach und die Kunstgewerbeschule dazu, daß sie mit dieser Ausstellung vor die Oeffentlichkeit getreten seien. Sie schöpferische Grundlage, die der Jugend gegeben werde, gehe von der nationalsozialistischen Weltanschauung aus, fußend auf der historischen Grundlage, die gerade der Nationalsozialismus dem deutschen Volke wiedergegeben habe. Es müsse die Ausgabe der Schule sein, die Jugend wieder zu ihrer Aufgabe zu führen. Sen Schülern der Kunstgewerbe- schule müsse diese Weltanschauung vorher im allgemeinen Bildungsgang gelehrt werden. Es fei weiter Aufgabe ber Kunstgewerbeschule, auf allen Gebieten Fähigkeiten der Jugend zu entdecken und dann die Jungens und Mädels nach dem Maßstab ihrer inneren Veranlagung zu sichten, damit sie höchste Leistungen- hervorbringen. Gauleiter Sprenger gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Versuche seitens der Partei höchste Befriedigung ausgelöst haben, so z. B. das Motiv für den diesjährigen Gautag in Sarmftabt. Es fei wundervoll, mit welcher Vielfältigkeit die Schüler der Kunst- gewerbeschule an diese Aufgabe herangegangen seien. Auch sei es Aufgabe der Kunstgewerbeschule, die früher ihre Anregungen hauptsächlich der Industrie gab, heute den Gang stark umzulenken. Heute müßten künstlerisch schöpferische Menschen heran- gebildet werden zwecks Wiederauflebens des Offenbacher Wirtschaftslebens. Sarüber hinaus bestünden weitere Aufgaben, so z. B. Ersatzstoffe heranzuziehen. Sie Kunstgewerbeschule solle mit schöpferisch vor- wärtstreiben und der Industrie den Weg bereiten, damit wir in der ganzen Welt mitbestehen könnten. Wenn die Schule in diesen Singen Wegweiser sein könne, bann habe sie dem deutschen Volke einen großen Dienst erwiesen, dann stehe die Kunstgewerbeschule im Sienste der gesamten deutschen Nation. Sas sei ihre Aufgabe, und sie solle ihren Sienst verrichten im Geiste Adolf Hitlers. Ser Neichsstatthalter erklärte dann die Ausstellung für eröffnet, worauf ein Nundgang statt- fanö. ren, erreicht. * Großen-Linden, 4. Juni. Mit der Leitung des am 23. Juni hier stattsindenden Wertungssingens des Sängerkreises Gießen im Gau XII (Hesscn-Sarmstadt) des Seut- schen Sängerbundes wurden die Gesangvereine „Germania" und „Harmonie" beauftragt. Neunzehn Vereine, durchweg für sehr gute Leistungen bekannt, treffen sich zum friedlichen Wettkampf, der vormittags 8.30 Uhr in der Turnhalle zu Großen-Linden beginnt. Eine große Kundgebung auf dem Festplatz vor der neuen Schule folgt dem Wertungssingen. Sas anschließende Volksfest mit Tanz im Freien verspricht der Veranstaltung einen würdigen Abschluß zu geben. DFÄ.-Erttspiel erst am 23. Juni. Wegen des Eifelrennens verschoben. Um ein zeitliches Zusammentreffen mit dem am 116. Juni auf dem Nürburgring stattfindenden Eifelrennen zu vermeiden, hat der Seutsche Fußdall- bunb des Endspiel um die Seutsche Meisterschaft zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfB. Stuttgart auf den 23. Juni verlegt. Austragungsort bleibt das Kölner Stadion. Schiedsrichter ist Albert B e st (Frankfurt a. M.-Höchst). OeutscheHochschul Fußballmeisterschast Universität Erlangen im Endspiel, Warburg 4 : 3 geschlagen. Im Rahmen des Würzburger Hochschul- Sportfestes kam am Mittwoch das Wiederholungsspiel der Vorschlußrunde zur Seutschen Hochschul- Fußballmeifterschaft zwischen den Universitätsmannschaften von Erlangen und Marburg zum Austrag. Beide Mannschaften waren sich etwa gleichwertig, Erlangen im Feldspiel eine Kleinigkeit überlegen, und auf Grund dieser Überlegenheit, die sich in der zweiten Hälfte steigerte, kann man den Sieg der Bayern als verdient bezeichnen. Sie Leistungen bewegten sich allgemein nicht auf besonderer Höhe. Sie Marburger gingen zuerst in Führung, aber Erlangen erzielte zwei Treffer, kurz vor der' Pause glichen die Marburger erneut aus. Gleich nach der Pause führte Erlangen 3:2, aber Marburg kam nochmals zum Ausgleich. Zum Schluß fiel dann der Siegestreffer der Erlanger, die nun im Endspiel erneut mit ihrem vorjährigen Gegner, dem Titelverteidiger Berlin, Zusammentreffen. Schiedsrichter des Treffens war Wurzschmidt-Würzburg. Gießener Radfahrer-Verein von 1885. Vezirksmeister im öer Rasenradball. Ser Bezirk Gießen im Seutschen Radfahrer-Verband trug in Niedergirmes seine diesjährige Meisterschaft im 6er-Rasenradball aus. Dem Schiedsrichter, Bezirksführer Stammel, stellten sich die Mannschaften des Gießener Radfahrer-Vereins von 1885 und des Radfahrer-Vereins Wetzlar-Nieder- 1 girmes in folgender Oer Verkehrsunfall bei Butzbach. * Butzbach, 5. Juni. Zu dem kürzlichen Zusammenstoß eines Autos aus Bad-Nauheim und eines Motorradfahrers aus Pohl-Göns in der Nähe von Nieder-Weisel — bei dem Unglücksfall wurde bekanntlich ein 20 Jahre altes Mädchen aus Nieder-Weisel auf der Stelle getötet, während der Motorradler einige Tage spater im Johanniter-Krankenhaus in Nieder-Weisel an den Folgen seiner schweren Verletzungen verstarb — wird uns 'mitgeteilt, daß das Ermittlungsverfahren über bie Schulbfrage n och im Gange ist und infolgedessen auch noch nicht gesagt werden kann, wer für den tragischen Vorfall verantwortlich ist, insbesondere ob den Auto- besitzer, einen Arzt aus Bad-Nauheim, die Schuld trifft. Tanzturnier-Länderkampf England — Deutschland * Bad-Nauheim, 6. Juni Hier findet im großen Bühnensaal des Kurhauses am kommenden Samstagabend der Tanzturnier-Landerkampf England — Deutschland ftatt. 2ln dem Länderkamps werden die besten englischen Professionalpaare gegen die besten deutschen Tanzpaare teilnehmen. Interessenten seien auf die heutige Anzeige aufmerksam gemacht. Landkreis Gietzen. OO Klein-Linden, 4. Juni. Am Sonntagnachmittag trat die Ortsgruppe Klein-Linden des Reichsbundes für Leibesübungen mit einer Werbeveranstaltung für deutschen Sport zum erstenmal seit ihrem Bestehen an die Oeffentlichkeit. Unter den Klängen e*n^r, kapelle marschierten die dem RfL. angeschlossenen Vereine, die Radfahrervereinigung Klein - Linden, der Schützenklub „Roland" und der hiesige Turn- v-erein, in einem Werbeumzug durch die Straßen des Dorfes. Im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" hieß der Leiter der hiesigen Ortsgruppe die mitwirkenden Vereine und die vielen Gäste willkommen und sprach über die Bedeutung des RfL. für unser Volk und über die hohen Aufgaben des deutschen Sports für jeden deutschen Volksgenossen. Sodann traten die Vereine mit ihren Vorführungen auf den Plan. Die Radfahrer zeigten unter Leitung ihrer Fahrwarte Gottfried Deibel und — Homberg (Oberhessen), 6. Juni. Zu der am 9., 10. und 11. Juni stattsindenden 7 0 0 - Jahrfeier unserer Stadt sind die Vorbereitungen nunmehr abgeschlosfen. Die Feier der 700. Wiederkehr des Jahres der Verleihung der Stadt- rechte beginnt am ersten Pfingstfeiertag mit einem Begrüßungsabend in der Stadthalle. Im Verlaufe dieser Feier sollen Liedervorträge, Reigen, Abschnitte aus der Geschichte der Stadt Homberg, Tanze und Konzert den Besuchern eine wertvolle Unterhaltung bieten. Am zweiten Pfinaftfeiertag wird sich von 14 Uhr ab ein großer historischer Festzug durch die Stadt bewegen, i" Sehenswürdigkeiten gezeigt werden sollen. Bei der anschließenden Feier in der Stadlhalle wirb man bie Festrebe hören, bann ein Festspiel erleben können, hierauf werden Konzert und Tanz folgen. Für den Abend ist eine Illumination der Stadt vorgesehen, gleichzeitig wird Musik in den Straßen geboten werden. Man rechnet hier mit einem starken Besuch aus der näheren und der weiteren Umgegend, da unsere Stadt sowohl bei dieser festlichen Veranstaltung, als auch durch die landschaftliche Schönheit den Besuchern viel Jnteresian- tes zu bieten hat. LPD Offenbach, 5. Juni. Am Mittwoch wurde in der Kunstgewerbeschule Offenbach durch den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger eine Ausstellung „Die Kun st gewerbeschule im Dien ft e der Nation" eröffnet. In dem mit den Symbolen des Dritten Reichs geschmückten Ausstellungsraum waren neben dem Reichs- sta11halter u. a. erschienen Gaupropagandaleiter Müller-Scheld und Vertreter der Parteidienststellen, der staatlichen und städtischen Behörden. Oberbürgermeister und Kreisleiter Dr. Schranz wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß diese erste Ausstellung im ganzen deutschen Vaterland zeigen werde, daß die Kunstgewerbeschule die Vertreterin aller Berufszweige sei. Dr. Schranz erteilte hierauf dem Leiter der Kunstgewerbeschule Prof. Eberhardt das Wort zu einer längeren Rede, in der er u. a. ausführte, daß die Kunstgewerbeschule oder Handwerkerschule sich als Glied des deutschen Wirt- Ichastslebens fühlen müsse und daß die Handhabung des Unterrichts sich von diesem Charakter aus zu ergeben habe. Sie besondere Hervorhebung des Künstlerischen im Handwerk sei zur Zeit seiner Blüte überflüssig gewesen, denn bie Einheit von Kunst unb Handwerk, von Kunst unb Gewerbe war eine burchaus organische, eine völlig unzerlegbare. Ser iähe Niedergang handwerklichen Könnens, den die flutartig über bie europäischen Kulturländer sich verbreitende Industrialisierung im Gefolge hatte, sei erstmals durch die Welt-Industrieausstellung im Hydepark in London 1851 offenbar geworden. An ihr habe sich auch Offenbachs Kunst- inbuftrie in starkem Umfang unb mit viel Erfolg beteiligt. Surch Errichtung von Kunstgewerbemuseen unb Kunstgewerbeschulen habe man ben Wieberaufstieg des Gewerbes zu erreichen gesucht. Werkstoffe wie Leder, Holz, Metalle, Flachs, Wolle übten als Erzieher oft eine viel eindringlichere Wirkung aus, als manche Lehrkaft. Ser eigentliche Zweck der Kunstgewerbeschule als einer Fachschule gelte dem beruflichen Unterricht. Aber selbst bei präzisester Bindung an das programmatische Ziel der Schule ließen sich Aufgaben beigesellen, deren Losung nicht weniger im Interesse des Volksganzen liege, als der der Fachschule zugewiesene ursprüngliche Zweck. Besonders gelte dies für die * Friedberg, 6. Juni. Wie der „Oberhessische während einige Rad- ’ Anzeiger" mitteilt, ist der frühere Bürgermeister van - — - ° Friedberg, Sr. Seyd , mit Wirkung vom 1. Ium ] 1935 ab zum Sirektor der Hessischen Ver - sicherungsanstalt für gemeindliche ^Beamte in Sarmftabt ernannt worben. Gleich- 1 zeitig übernahm er bas Amt bes Vorsitzenben des ; Verwaltungsrates bei dieser Versicherungsanstalt. pb. Butzbach, 4. Juni. Ser hiesige Alice- Frauenverein vom Noten Kreuz hielt im „Gambrinus" eine gutbesuchte Mitgliederversammlung ab. Aus dem Jahresbericht, den die Vorsitzende Frau Luise Patz erstattete, war zu entnehmen, daß auch der hiesige Verein, ebenso wie die anderen Note-Kreuz-Vereine, auf nationalsozialistischer Grundlage neugestaltet und im großen deutschen Frauenwerk unter Führung von Frau Gertrud Scholz-Klinck am Aufbau mithilft. Sie Tätigkeit erstreckte sich auf Mithilfe beim Win- terhilfswerk der NSV., bei der 30 Frauen und Mädchen tätig waren. Weiter wurden, wie in den Vorjahren, Nahabende zur Herstellung von Wäsche und Kleidern eingerichtet, bei der Christbescherung der Kleinkinderschule, sowie auch bei ben Kinder- (T) Grüningen, 5. Juni. Bei ber G r a s v erst e i g e r u n g ber Gemeinde wurden infolge der Auswinterung des Rotklees sehr hohe Preise er-1 zielt. Es kostete z. B. ein Weg mit fünf Abschnitten 50 Mark. In der Wirtschaft Singel wurde die Wald- und Feldjagd der Gemarkung Grüningen und Bergheim, bestehend aus 645 Hektar, zum Preise von 60Ö Mark an Herrn Balser- Gießen verpachtet. > Holzheim, 5. Juni. Am Samstagnachmit- tag fand hier im Rahmen der Neichs-Sportwerbe- wöche eine Werbeveranstaltung auf dem Sportplatz statt. Saran beteiligten sich die Schuljugend, der Turnverein, HI. und BdM. Mit dem Spielmannszug des Turnvereins an der Spitze marschierte die Jugend nach dem Sportplatz, wo bald ein reges Leben unb Treiben einsetzte. Sie Schul- jugenb begann mit einem Lieb, worauf sie mit der allmorgendlich geübten Gymnastik aufwartete. Sann folgten Bodenübungen des BdM. Zwischen Turnverein und HI. wurden einige Mannschaftskämpfe durchgeführt, wie Staffellauf, Tauziehen unb bergl. Am Schlüsse fanb ein Handballspiel der ersten und zweiten Mannschaft des Turnvereins statt. = Steinbach, 5. Juni. Heute feierte Frau Katharina Gerhard, geb. Horn, die Witwe des Landwirtes Heinrich Gerhard III., ihren 8 0. Geburtstag. Frau Gerhard hatte vor acht Wochen einen Beinbruch erlitten. Sa sie sich noch einer guten Gesundheit erfreut, ist die Heilung trotz des hohen Alters gut vorgeschritten. j Hoffentlich hat der Werbetag feinen Zweck, dem r-ff™ ro'" deutschen Sport recht viele neue Freunde zuzufüh- zu Wirtschaft * Verlängerung des E r z l i e f e r u n g s u. a. schon, bei arbeiteten Gastgeber die Gäste mehr auf hinnehmen. Das Spiel wurde von ihnen auf die leichte Schulter genommen. Man sah die Gäste durch ihren Eifer, den sie während des ganzen Spieles zeigten, verdient als Sieger. In der ersten Hälfte war die Platzmannschaft mit dem Wind im Rücken klar im Vorteil und kam auch zu zwei Erfolgen, die mehr als verdient waren. Das Resultat hätte hier wünschen übrig. Turn- und Sportgemeinde Nodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Wißmar I 1:0. Rodheim Jgd. — Wißmar Jgd. 4:1. schwache Leistung, sonst hätte das Resultat höher jein müssen. Wißmar gefiel durch sein schnelles Spiel, hier zeigte besonders der Sturm eine gute Leistung. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Rach Halbzeit wurde das Spiel härter. Ein Elfmeter für Wißmar wurde vom Rodheimer Torhüter in feiner Manier unschädlich gemacht. Dies gab die einigermaßen Ausnutzung der herausge- Torgelegenheiten, mit 4:5 Toren für den stehen müssen. Rach der Pause kamen durch den Wind im Rücken mehr und und erreichten bald den Ausgleich und kurz vor Schluß noch den Siegestreffer. Während bei den Gästen der Schlußmann der beste war, ließ die Besetzung dieses Postens auf der Gegenseite sehr Äepfel, Kiste etwa 40 Pfund, 19,— bis 22,— (Austral.); Apfelsinen (Blut) 24 bis 28 (span.); Aprikosen 35 bis 40 (span.); Bananen, Kiste 25 Pfund, 13,— (Jam.); Erdbeeren (alles Treibhaus) I 1,40 bis 1,80, II 1,10 bis 1,30, Freiland 1,— bis 1,20; Kirschen 38 bis 45, 35 bis 40 (ital.). - Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 41 Rinder (2 Ochsen, 8 Bullen, 20 Kühe, 11 Färsen), 1050 Kälber, 25 Schafe, 548 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 63 Mark, Hämmel 35 bis 40, Schweine 44 bis 51 Mark. — Marktverkauf: Kälber lebhaft, Hämmel, Schafe und Schweine mittelmäßig. ändert. Bananenangebot knapp, bei steigenden Preisen lebhafter Verkauf. Es notierten Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 652: Stellung der Einfuhrbewillitzungsanträge in Frankreich für die neu kontingentierten Jn- dustrieerzeugnisse im dritten Vierteljahr 1935. 853: Fälligkeit von Zahlungen im Sinne der Devisenbewirtschaftung, wenn ein Skontoab- zug vereinbart ist. der uneinheitlich und überwiegend um 0,25 v. H. leichter. Industrie-Obligationen wiesen nur wenig Veränderung auf. Von Ausländern lagen Ungarn nicht ganz einheitlich, Mexikaner zumeist mäßig höher. — Tagesgeld blieb zu 2,50 v. H. unverändert. Abendbörse schwächer. Nachdem bereits gegen Schluß der Mittagsbörse infolge von Gewinnmitnahmen Abschwächungen zu verzeichnen waren, setzten sich die Realisationen an der Abendbörse fort. Im Durchschnitt gingen die Aktienkurse um 1 v. H. zurück. Darüber hinaus verloren u. a. JG.-Farben unter Schwankungen 1,50 v. H. auf 156,75, Siemens 1,50 v. H. auf 179,50, Scheideanstalt 2 v. H. auf 233,50, Mansfelder Bergbau 2,50 v. H. auf 116, Buderus 1,65 v. H. auf 109, Mannesmann 1,40 v. H. auf 88,40 usw. Das Geschäft war verhältnismäßig lebhaft. Am Einheits« markt erhielt sich Nachfrage nach Hypothekenbankaktien, Franks. Hyp.-Bank 98 (96), Pfälz. Hyp.- Bank 89,75 (88,75), auch ADCA. waren um 1 v. H. auf 86,50 befestigt, wogegen Commerzbank auf 93,75 (94,25) nachgaben. Am Rentenmarkt blieb die Stimmung freundlich und die erhöhten Mittagskurse lagen voll behauptet. Größeres Geschäft war aber nicht zu verzeichnen. Gesucht waren Dekosama I zu 115,50 (115), auch Altbesitzanleihe lagen noch mäßig über Berlin. Liquidationspfandbriefe bröckelten teilweise etwas ab, so Rheinische auf 101 (101,13) und Frankfurter Hyp. auf 100,65 (100,80). Von fremden Werten ließen Ungarn, Rumänen und Mexikaner bis 0,40 v. H. nach. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Juni. Der Getreidegroßmarkt blieb gegenüber dem Montagsmarkt unverändert. Auch die Angebotsverhältnisse in den einzelnen Sparten blieben die gleichen. In preislicher Hinsicht waren nur Treber weiter ermäßigt, und zwar auf 17,50—17,30 nach 17,50—17,75. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 210, W 13 214, W 16 218, Roggen R 9 170, R 13 174, R 15 178 Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G 9 172, G11 175, G12 177, Hafer H 13 170, H 14172 Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen RM. 3,— mehr. Weizenmehl W13 27,70, W16 28,15, Roggenmehl Type 997 R13 23,80, Type 815 R13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R 15 24,70 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,92, W 16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot mit Monopolzuschlag 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50 Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber 17,50—17,30, Trockenschnitzel 9,70—10,20, Heu 9,75, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 5,10. Der nächste Getreidegroßmarkt findet am Mittwoch, 12. Juni, statt. Frankfurter Obff- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 4. Juni. Der Gemüse- großmarkt hatte starke Zufuhren von Gurken, Kopfsalat, Kohlrabi, Rettich, Rhabarber, Spinat und Wirsing; Spargel und Karotten waren knapper. Gute Nachfrage herrschte für Spargel, Karotten und Kohlrabi gut, im übrigen befriedigend. In Spinat, Kopfsalat und Wirsing verblieb Ueberstand. Preise für Spargel höher, für Spinat, Salat und Wirsing gefallen, sonst unverändert. Es notierten u. a. im Verkauf an den Kleinhandel in Mark für 100 Pfund, Stück oder Bündel: Blumenkohl, Stück 15 bis 60; Salatgurken (Treibhaus) 20 bis 35; Karotten (Treibhaus), Bündel 8 bis 12; Kohlrabi I 10 bis 14, II 5 bis 8; Kopfsalat 3 bis 5Vr; Rettich, Bündel 8 bis 35; Sellerie 25 bis 40; Spargel A 1 43 bis 45, A 2 38 bis 40, B 31 bis 33, C*16 bis 18; Spinat 6 bis 9; Wirsing 4 bis 6; Zwiebeln mit Schlotten, Bündel 8 bis 12, 11 bis 15 (ägypt.), 12 bis 13V2 (ital.). Ob st großmarkt. Angebot von Treib-Erdbeeren nicht ganz ausreichend. Von Kirschen und Freiland-Erdbeeren geringe Erstlingsangebote. Erdbeeren wurden zu höheren Preisen flott abgesetzt, Kirschen schleppend. Ital. Kirschen, Erdbeeren und Aprikosen genügend angeboten. Preise kaum ver- erneute Regierungskrise in Frankreich wurde viel beachtet. An den Aktienmärkten ergaben sich gegen die schon stärker befestigte Abendbörse neue Gewinne von durchschnittlich 1 bis 1,50 v. H. Erhöhte Nachfrage zeigte sich insbesondere nach sogenannten „schweren" Werten. So lagen beispielsweise Scheideanstalt mit 233,50 bis 234,50 um 2,50 o. H., Siemens mit 183 um 2 v. H. und Ilse Bergbau ca. 8 v. H. höher. Lebhafteres Geschäft wiesen vor allem Elektroaktien auf. Bekula, Felten, Gesfürel, RWE., Schuckert und Lechwerke Augsburg gewannen je 1,50 v. H. AEG. bei .größerem Umsatz 0,40 v. H. und Elektr. Lieferungen 0,50 v. H. Auch Montanwerke wurden stärker gefragt, insbesondere Rheinstahl mit plus 2,25 v. H., Ilse Genuß mit ebenfalls plus 2,25 v. H., ferner zogen Buderus 1,75 v. H., Stahlverein, Klöckner und Mannesmann bis 1 v. H. an. Von Kali-Aktien Aschersleben plus 1 v. H. Am Chemiemarkt setzten IG. Farben 1,75 v. H., Deutsche Erdöl und Rütgerswerke je 2 v. H. höher ein. Auch Maschinen- und Motorenwerte wiesen Kurserhöhungen bis zu 2 v. H. auf, so Daimler, Moenus und Gebr. Junghans. BMW. plus 0,50 v. H., Eßlingen Maschinen plus 0,75 v. H. Feinmechanik Jetter kamen auf Basis der gestrigen Taxe mit 73,65 (1. K. 78,50) zur Notiz Von Bankaktien gewannen Braubank 3,50 v. H., Reichsbank 0,25 v. H. Sonst zogen noch bis 0,75 v. H. an: Cement Heidelberg, Holzmann, AKU., Hanfwerke Füssen, AG. für Verkehrswesen und Nordd. Lloyd. Der R e n t e n m a r k t lag still, aber ebenfalls wieder fester. Altbesitz gewannen 35 Pf., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H., Kommunal- Umschulduna und Zinsvergütungsscheine lagen unverändert. Zertifizierte Dollar-Bonds gewannen bei kleinem Umsatz 0,25 bis 0,50 v. H. Von fremden Werten erhöhten sich 4,20prozentige Oesterr. Silberrente auf 1,95 (1,80), 4prozentige Rumänen auf 6,20 (6,10) und 4prpzentige Goldmexikaner von 1904 auf 10 (9,75) v. H. Nachdem nach den ersten Kursen verschiedentlich kleine Abgaben erfolgten und die Kurse leicht nachgegeben hatten, setzten sich in der zweiten Börsenstunde bei anhaltend lebhaftem Geschäft neue Erhöhungen von durchschnittlich 1 v. H. durch. IG. Farben stiegen auf 158,50 nach 156,75, Siemens auf 185,50 nach 183, AKU. auf 63 nach 61,75. Fest lagen außerdem Deutsche Linoleum mit 171 bis 172 (169), Metallgesellschaft mit 11,75 bis 112 (109), Jul. Berger mit 121 (119), ferner Chade-Aktien A bis C mit 296,25 (289). Feinmechanik Jetter konnten sich auf 75 (73,65) erholen. Später unterlagen die Kurse starken Schwankungen und die Haltung war etwas unsicher, wobei vielfach Abschwächungen eintraten. Siemens gingen auf 182,50 zurück, ferner AKU.. auf 62, IG. Farben auf 158. Der Rentenmarkt blieb dgegen sehr ruhig bei unveränderten Kursen. Am Pfandbriefmarkt entwickelte sich bei zumeist unveränderten Kursen etwas größeres Geschäft als bisher. Stadtanleihen lagen wiener Schuß ging über oder neben den Kasten. Fast mit dem Schlußpfiff konnten die Einheimischen den siegbringenden Treffer anbringen. Handball im Sau VIII. To. Garbenheim Jgd. gegen Tv. Heuchelheim Jgd 5:2 (4:1). Der Sieg der Platzmannschaft ist zwar verdient, er hätte aber nach dem Spielverlauf nicht so hoch ausfallen dürfen. Die Heuchelheimer Mannschaft ist noch zu jung und konnte schon deshalb die gebotenen Chancen nicht restlos ausnutzen. ,Tv. Ehringshausen gegen Tuspo. W. - Niedergirmes 3:14 (1:8). Die Einheimischen haben neu angefangen und konnten so natürlich gegen das reifere Können der Gäste nie aufkommen. Kurze Sportnotizen. Rund 4 5 0 0 0 0 Zuschauer wohnten den 48 Spielen der vier Gaugruppen im Kampf um die Deutsche Fußball-Meisterschaft bei. Die beiden Spiele der Vorschlußrunde am letzten Sonntag waren nach genauer Zählung von zusammen 53 000 Zuschauern (41 000 in Düsseldorf und 12 000 in Leipzig) besucht. Auch Schwedens Fußball -Mei st er- schaft ist inzwischen entschieden worden. Den Meistertitel sicherte sich der I. F. K.Göteborg, der zwar noch ein Spiel auszutragen hat, mit seinen 33 Punkten aber von AJK. Stockholm und Elfsborg Boras nicht mehr einzuholen ist. Ein neuer Zweifronten-Fußball- kampf wird am 18. August ausgetragen. Während in München an diesem Tage das Länderspiel Deutschland gegen Finnland beide Nationen zum wieder an. Als erste Sieger erhielten sie als Preis ein großes Bild des Führers und Volkskanzlei;s Adolf Hitler, das die Gemeinde Sinn für die höchste Klaffe gestiftet hatte. Am vorigen Sonntag hatte die 1. Mannschaft von Großen-Buseck die 1. Mannschaft vom Turnverein 1846 Gießen als Gast. Da von der Ersten durch die Ueberanstrengung in Sinn einige Spieler nicht antreten konnten, mußte sie mit Ersatz spielen. Gleich in der ersten Minute wurde das Führungstor durch eine Flanke vom Rechtsaußen und durch den Linksaußen geschossen. Ein scharfes Tempo auf beiden Seiten setzte ein, aber bei allem konnten die Gäste nichts erreichen, jo daß Buseck bis zur Halbzeit mit 3:0 in Führung ging. Nach Halbzeit hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel, da sie mit dem Wind spielten, und sie konnten zwei Tore aufholen. Zum Ausgleich reichte allerdings die Zeit nicht aus, so daß das Spiel 3:2 zu Ende ging. Sportverein 1928 Sarbenteich. Garbenleich I — DfR. Lich I 5:4 (2:1). 5po. Bieber 1. Jgd. — Garbenleich 1. Jgd. 1:2. FSV. Steinbach 1. Sch. — Garbenteich 1. Sch. 1:7. Der Sportverein 1928 Garbenteich stellte am vergangenen Sonntag drei Mannschaften ins Feld. Sie konnten alle als Sieger aus ihren Spielen hervorgehen. Noch in letzter Stunde wurde ein Spielabschluß der 1. Mannschaft mit dem VfR. Lich getätigt. Garbenteich war hierdurch gezwungen, Ersatz in seine Reihen einzustellen, da der Halbrechte Mohr und der Mittelläufer A. S t u m p f nicht zur Stelle sein konnten. Man hatte darum der 1. Mannschaft gegen diesen Lokalgegner nicht die größten Chancen ein- geräumt. Trotzdem gelang es, durch großen Siegeswillen und Eifer einen verdienten 5:4-Sieg herauszuholen. Das Spiel war von Anfang an hart und wuchtig, blieb jedoch im Rahmen des Erlaubten. Der Gastgeber konnte bei Halbzeit 2:1 führen und dann das obenstehende Schlußergebnis Herstellen. Beiderseits wurde ein Elfmeter verwandelt. Schiri Hofmann- Wieseck leitete einwandfrei. Die erste Mannschaft hat somit nach der Derbandsspielserie von 13 ausgetragenen Spielen 11 gewonnen und 2 verloren, und zwar gegen beachtenswerte Gegner. Das ist ein Beweis für die Spielstärke der 1. Elf. Auch die Jugendmannschaften wollen der ersten Mannschaft gleichkommen und zeigen sich von ihrer besten Seite. Die 1. Jugend trug ein Freundschaftsspiel gegen die gleiche vom Sportverein Bieber aus. Sie siegte trotz fremden Platzes knapp, aber verdient mit 2:1 Toren. Mit einem 7:1-Sieg siegten die Jüngsten des Sportvereins über die gleichen des Nachbarvereins Steinbach. Sie haben in ihren wenigen Spielen schon viel gelernt. Fußball in Oaubringen Am Sonntag weilte der Sportverein Grünberg mit seiner Mannschaft in Saubringen. Daubringen stellte eine Mannschaft ins Feld, die Kampfgeist besitzt und jederzeit sich für den Erfolg einsetzte. Saubringens Mittelläufer beherrschte das Mittelfeld, unterband alle Angriffe und fütterte seinen in guter Schußlaune befindlichen Sturm mit genauen Vorlagen. Ser Erfolg blieb nicht aus. Grünbergs Mannschaft wurde mit 8:1 überspielt. Halbzeit 5:1. Eckenverhältnis 8:2. Ser Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Ser Schiri leitete einwandfrei und lieh sich in seinen Entscheidungen freie Hand. Grünberg hat sich durch faires Spiel hier Freunde gewonnen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden I — Wieseck I 3:2 (2:1). Großen-Linden Jgd. — Wieseck Jgd. 6.0 (4:0). Am Sonntag war Wieseck mit zwei Mannschaften in Großen-Linden zu Gast. Sas Spiel der beiden ersten Mannschaften, das unter Leitung von Schiedsrichter R ü fpeler - Gießen stand, zeigte die Gäste gleich im Angriff. In der 8. Minute konnten die Platzbesitzer durch einen Fehler des Wiesecker Torhüters in Führung gehen. Ser Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Sann entwickelte sich ein spannender und packender Kampf, bis die Platzmannschaft durch einen Strafstoß aus 60 Meter erneut in Führung ging. Mit 2:1 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel drückte Wieseck mit aller Macht auf den Ausgleich, der auch sofort gelang. Zehn Minuten vor Schluß schoß der Linksaußen von Großen-Linden ein drittes Tor, das den Sieg der Platzmannschaft bedeutete. Dor diesem Spiel lieferten sich die Jugendmannschaften beider Vereine ein sehr schönes Spiel, das die Jugend von Wieseck mit nur neun Spielern mit 6:0 verlor. Sic 2. Mannschaft von Großen-Linden war in Collar zu Gast und verlor dort nach einer mäßigen Leistung ihres Ersatztorhüters mit 5:1. Hußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Kinzenbach Jgd..—VfB.-R. Gießen 2. Jgd. 2:3 (2:0). 3m Rückspiel auf eigenem Platz mußten die Einheimischen eine knappe, aber verdiente Niederlage Vertrages zwischen west deutsch en Hüttenwerken und Eisenerzbergbau. Wie der Bezirksgruppe Wetzlar der Fachgruppe Eisenerzbergbau mitgeteilt wird, ist mit den Rheinisch- Westfälischen Hütten eine Vereinbarung getroffen worden, die die Abnahme der Förderung, auch die zu erwartende Mehrförderung von etwa 10 000 t monatlich, bis zum 31. Mai 1936 sicherstellt. Sie Preise bleiben unverändert und gelten wie bisher frei Bahnwagen ab Grube. Wie wir hören, ist auch das Abkommen zwischen den westdeutschen Hüttenwerken und dem Siegerländer Erzbergbau, das Ende Mai ablief, um ein weiteres Jahr verlängert worden und sieht die Lieferung von Siegerländer Erzen in unveränderter Höhe vor. — Im Eisensteinbergbau an Lahn, Sill und in Oberhessen betrug die Förderung im Mai rund 69 000 t (62 000 t), der Absatz 76 000 t (70 000 t). Sie Vorräte haben sich entsprechend um weitere 7000 t vermindert. Sie Beleg- jchaft betrug Ende Mai rund 2700 Mann. Sie Bohrungen schreiten weiter fort. Bis Ende Mai wurden 4247 m in 35 Bohrlöchern abgebohrt, die auch im Mai verschiedentlich schöne Ergebnisse brachten. * Heeresbauten nur nach deutschen Normen. Es ist für alle Zweige der Bauindustrie wichtig zu wissen, daß seitens des Reichskriegsministers allen Baudienststellen für Heeresbedarf Anweisung gegeben wurde, die bestehenden Normalblätter des deutschen Normenausschusses zu beachten. * Te11us A G. für Bergbau und Hüttenindustrie, Frankfurt a. M. Ser Generalversammlung am 27. Juni werden 6 v.H. (5 v.H.) Sividende für das Geschäftsjahr 1934 vorgefchlagen. Auch die Tochtergesellschaft, die Westdeutsche Bleifarbenwerke — Sr. Kalkow AG., Frankfurt a. M., beantragt ebenfalls die Verteilung einer Sividende von 6 v. H. für das Geschäftsjahr 1934. Hhein-Mainische Mittagsbörse. Fest. Frankfurt a. M., 5. Juni. Sie Börse setzte ihre Aufwärtsbewegung bei sehr lebhaften Umsätzen fort, da der großen Publikumsnachfrage fast kein Angebot gegenüberstand, zumal auch die berufsmäßigen Börsenkreise als Käufer auftraten. Sie Wißmar war mit zwei Mannschaften in Rodheim. Zuerst spielten die jugendmannschaften. Sie Einheimischen konnten einen sicheren 4:1-Sieg erringen, nachdem die Gäste lange Zeit mit 1:0 führten. Große Leistungen wurden nicht geboten. Nach dem Jugendspiel spielten die 1. Mannschaften. Man jah ein flottes, scharfes Spiel. Rodheim war im Feld überlegen, aber der Sturm bot eine sechsten Male zusammenführt, stehen sich am gleichen . , , „ ____ o„ ... Tage in Luxemburg die Mannschaften von Luxem- Wendung. Rodheim gab alles her, und manch schö-1 bürg und Seutschland zum zweiten Male gegenüber. Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Ste frinter öcn Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Sividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lomdardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.1)1. Berlin Frankfurt a. Ul Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schluß- kurs «a)iupi. Abend- börsc Schluß« kurs Schlußt. Mittag, börse Schluß, kurs Schluß!. Abend« Schluß, lurs Schlußk. Mittag- börse Schlußkurs Schlußk. Abend« Schluß« kurs Schlußk. Mittag« 4. Juni 5 3uni -Datum 4.6 5 6 4-6. 5.6 Datum 4.6. 5.6 4-6. 5-6. Datum 4 6 56- 4 6- ! 5-6 Amtliche Notierung Geld | »rief Amtliche Notierung Geld | Brief 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 &/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. <*/i% Deutsche ReichSpostschahan. Weisungen von 1934, I....... 6% eljem.8% Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ *¥i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6¥i% ehem. Hess. Landcs-Hypo thekenbank Darmstadt fiiaui .. *Vi% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 100 25 97 103,75 113,25 100,4 98,75 96,5 100,75 92,25 124 100 100,13 97,1 104 113,4 100,13 96,25 100,13 4% desgl. Serie II ........... _ — 14 15 Mansfelder Bergbau......... 8 117.75 117 117 118,5 130 235,25 118 86,5 18,25 127,5 127 180 158,25 108 126,5 110,5 98,65 114,5 61,25 125 121,75 Buenos Aire- 0,658 0,662 0,658 0,662 103,75 114,65 100,2 98,75 96,5 100,5 92,25 125,5 97,25 114,6 100,2 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r°/.»Rumän.vereinh.Rentev.19l3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Pakel .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o ÖL®, für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................. Dresdner Bank............... Reichsbank ....... 12 7 10 6,1 39 33,5 35 92,75 120,5 94,65 96 96 182,5 7,3 10 6 s 34 35,75 90 121,5 93,75 96 96 181,25 7,1 10,13 6,1 39,5 33,65 26,5 34,9 92,13 119,5 94,5 96 96 181,75 7,4 10,25 6,13 39,75 33,5 27 35 90,75 122,5 94,5 96 96 181,75 Kokswerke ..................5 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....12 Nheinstahl ................ sy2 Vereinigte Stahlwerke........0 Ltcwi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3- G- Farben-Inbustrie.......7 Scheideanstalt........ 9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke............... 4 Metallgesellschaft............. 4 234 117 86,5 18,65 128 128,5 180 155 232 109 124,5 109 99 >20,75 61 122,25 122,75 90,5 236 116 85,5 18,65 127 127 181 156,75 233,5 107 126,25 110,5 98,75 121,75 60,25 124 122 90,5 127,75 234 116 85,9 18,25 127,25 127,25 179 154,25 108,75 124,65 108,5 99,65 112,65 59,25 122 122 89,75 Brüssel..... Rio de Ian. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo..... : Wien....... Liiiaöon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuqork ... 41,98 0,149 3,047 54,24 46,75 12,145 5,355 16,345 167,49 20,51 0,715 5,649 61,04 48,95 11,03 42,06 0,151 3,053 54,34 46,85 12,175 5,365 16,385 167,83 20,55 0,717 5,661 61,16 49,05 11,05 41,98 0,149 3,047 54,64 46,65 12,235 5,395 16,31 167,23 20,51 0,720 5,649 61,49 48,35 11,11 42,06 0,151 3,053 54,74 46,75 12,265 5,405 16,35 167,57 20,55 0,722 5,661 61,61 49,05 11,13 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *¥*% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6yz% ehem. 4%% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 571% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... *¥i% ehem. 8% Pr.Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 *71% ehem. 7% Pr. Landespfand, briefanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.Verrcchnungsk. 85-39 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreicyische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I................... 115,5 96 100,5 101,13 96,75 115 96 100,65 101 96,75 115,5 100,65 96,75 115,25 101,13 96,75 A.E.G....................... Bekula.................... jo Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... ßV, Felten L Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co..............T 4 44,4 140,75 117 133 104,5 129,75 131 130,25 122,75 43 141,4 117,5 135 106 !31 130 122 179,5 133 109 217 43,9 140 116,9 134,5 104,25 129,65 131 129 122,5 181 131,25 107,25 115 44 141,5 117 134,5 105 131,65 133 123,4 181 132,25 110,65 116,75 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......5 Cementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg............... 0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas....... ....... 7 Daimler Motoren....... 0 Deutsche Linoleum....... e Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chad«................... 0 Accumulatoren-Fabrik.......12 Conti-Gumm».............. g 62,63 80,72 33,86 10,34 2,467 r 62,75 80,88 33,92 10,36 2,471 Zanknoten. 63,09 80,52 33,71 10,32 2,473 63,21 80,68 33,77 10,34 2,477 35erlin,5.3uni Geld 1 Ärle, Amerikanische iltoteo.............. 2,425 41,82 54,43 12,20 16,25 2,445 41,98 54,65 12,24 16,31 167,48 20,00 61,52 96,75 106,25 96,75 106,3 Siemens 6 Halske.........T , 7 181 132 108 116 90,5 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... 96,75 106,3 96,75 106,3 Lahmeyer L Co............ 7 Buderus ......... 0 91,65 169 91,25 169,5 136,13 91,75 169,5 91 37,4 289 172,5 158,9 44 180 ! 138,25 91,5 170,5 91,25 38,25? 296 176 159 43,5 34,25 1,75 4,5 ,95 35,4 1,8 34,9 1,9 Deutsche Erdbk............... Gelsenkirchener..............n 37,9 289 172,5 159,5 44,5 95,25 182 37,25 296,25 175,5 158,5 43,131 97 181 Holländische Noten............... Italienische Noten................ 166,82 19,92 61,28 13 13,25 12,4 12,65 13 12,9 12,6 12,3 Harpener.................. q Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 117,5 116 117 103,5 168 133,75 100,4 89,65 115,75 104,5 176 134,75 101,75 89,75 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling 13 13,8 12,9 13,95 13,4 14 12,75 14 1' Ilse Bergbau ...............- Ilse Bergbau Genüsse........8 Klöcknerwerke ............. gy Mannesmann-Röhre«........0 165 133 101,25 «9,9 135,5 100 88,75 Gritzner..................... Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........9 Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Note«......... .. .. 62,87 80,29 33,24 63,13 80,61 33,38