2658 A ilsen I eilen Durchgenau hat sie Wort- immer nb an» it, das Rech» Kepp. mmen. recht ■ai sie. en, be» Küchen- ■ service. 'eller u. affe«-11- scbafts- platten, »nvasen, fein- u- Tgläser, }las- reller, usw. -'scher 'einer ben!" po& Äber tsr°j- Sch )NUN- It die msge- über» Sport- Bären, »en und garten- , Schau’ irnöbei. Vitos, igeräte» .eln usw- »duue Montag, 6. ülai 1955 185. Jahrgang ttr.104 Erstes Blatt Auch bei Nichterscheinen ■ ■ ■■ Ä .... . i£.. von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise, infolge höherer Gewalt • M •• < < ** Stellen;, Vereins-, gemein« MM- General-Anzeiger für ©bereifen WM 8,. U Unil 6 tUgt, öe h°tz '..Mts SultintX Dqs wert- « von $1 auf Sendung Iee werde Wn sie UA allen erfuze. < 'tvjetS. der fron« letzt in 11 Feldzug "Üische eninfa- Lehre des nach feiner 1° treibt ’ von einer J entfernt, d.gültig in ringt mich, Derständi' unterbre- brechen Is über die tes nach- tW nud).) Der retz Po. -fowjel- effenllichkeii Elnsiel- dem p o I - all dem die i, und von handeln französisch- i) gegen lfchland nnb ime Grenze, n deutschen tr Seefeife offen, wo m Deutsch- lfe kommen europa be- flleeren als „ff r a - 3tn Grunde tnyolen. pas und die ie öchlüssel- eine gewisse abet gleich- nl an der ölen fett ie Ihm nicht die mohlver- Europa auf» !th. >e Mehrheit: mmen er- wäre, daß immen aus- französischen rgungen ge« -wählen zum SS ÄpÄ-x r aber °>i°- Herren °e- bet W1 ‘rjibem •ft» l>° 'in wMt öaB ? innen1 auf bhl n ir-s von ver- Aus aller Welt Kleine politische Nachrichten Verlust gang erzielt hauptet Gewinn Partei Kommunisten Altsozialisten Neusozialisten Abschluß der großen Ausstellung „Das Wunder des Lebens". Die Besprechungen sind am heutigen Sonntag ohne übermäßige Betriebsamkeit und Eile fortgesetzt worden. Man hat sich lediglich am Vormittag einige Kunst und Wissenschaft. Ehrungen des Komponisten 6.3X. von Reznlcek zum 75. Geburtslage. Der Führer und Reichskanzler hat dem Korn- ... ponisten Emil N. Freiherrn v. Reznicek in Brr- ünksfront lin-Eharlottenburg anläßlich seines 7 5. G e b u r^t s- ,Graf Zeppelin" wieder nach Südamerika unterwegs. In den Räumen des Städel in Frankfurt wurde eine Ausstellung der Frankfurter Künstler und Kun st Handwerker durch Ergebnis wie folgt: Im 1. Wahl- Be- und der österreichische Außenminister Berger- Waldenegg teilnehmen, haben cnn gestrigen Samstag gegen 17 Uhr begonnen. Die erste. Begegnung wurde gegen 20 Uhr beendet. Don italienischer Seite wird zu den Verhandlungen ausdrücklich erklärt, daß die Besprechungen von Venedig nicht als Konferenz bewertet werden könnten. Es werden daher über deren Verlaus Die Parlamentswahlen in Güdslawien Voraussichtlich überwältigende Mehrheit für die Regierung. setz zu beschließen, so daß die Regierung gezwungen Die Zusammensetzung des Pariser Stadtrates durfte war, diese Maßnahme auf dem Verordnungswege - -...... durchzubringen, was sich verfassungsrechtlich kaum „Graf Zeppelin" ist trotz starken Bodenwindes am Samstag um 21.48 Uhr unter Führung von Kapitän Witte mann zu seiner dritten diesjährigen Südamertkafahrt mit 18 Fahrgästen nach Pernambuco—Rio de Janeiro gestartet. Unter ihnen befindet sich der berühmte Violinspieler Professor Kreisler aus Berlin. Das verschollene Reiseflugzeug aufgefunden. — Die Insassen getötet. Haus in Berlin. Der Film „Das Mädchen Johanna" erneut ausgezeichnet. Der Ufa-Tonfilm „Das Mädchen Johann a", der bisher das Prädikat künstlerisch wertvoll hatte, erhielt soeben die Prädikate staatspolitisch wertvoll und besonders wertvoll, die höchsten Auszeichnungen, die ein Film in Deutschland erhalten kann. Eignungsprüfung für den Bühnennachwuchs. In Verfolg der Anordnung der Reichstheater- kammer betreffend Einführung von Eignungsprüfungen wird in Frankfurt unter dem Vorsitz des Generalintendanten Meißner im Laufe des Monats Mai eine Sonderprüfung für Schauspiel- und Gesangsschüler, die sich dem Bühnenberuf widmen wollen, abgehalten. Anmeldungen können schriftlich unter Beifügung von Lebenslauf und amtlicyem Gesundheitsattest an die Prüfungsstelle der Reichstheaterkammer in Frankfurt erfolgen. Belgrad, 6.Mai. (DNB.) Die endgültigen Ergebnisse der am gestrigen Sonntag in ©üb j lato i e n erfolgten Parlamentswahlen liegen um Mitternacht bisher nur vereinzelt vor; jedoch • ist aus den Meldungen bereits ersichtlich, daß die Regierung mit sehr zufriedenstellenden Wahlziffern rechnen kann. Allerdings konnte auch die Opposition beachtliche Erfolge erringen. Es gelang ihr z. B. in Belgrad, das naturgemäß am stärksten dem Einfluß der Regierung unterliegt, bei der öffentlich und mündlich durchgeführten Abstimmung f a st 30 v. H. oller Stimmen auf sich zu vereinigen. Dagegen weisen die vom flachen Land gemeldeten Ziffern fast nur Regierungsstimmen auf. In manchen Gegenden scheint sich der gegen bte Regierung eingestellte Teil der Bevölkerung allerdings der Abstimmung weitgehend enthalten zu haben. So erschienen z. B. in der südserbischen Hauptstadt Skoplje (Uesküb) nur 40 v. J). der Wahlberechtigten bei der Abstimmung. Die Gesamtziffern sind jedoch nicht vor Montag zu erwarten. Die bisher mitgeteilten Ergebnisse lassen den Schluß zu, daß die Regierung nicht nur die relative, sondern möglicherweise auch die absolute Mehrheit für sich buchen konnte. Sle wird demzufolge von den 370 zur Verteilung gelangenden Mandaten etwa 300 besetzen. Das Wahlgesetz sieht nämlich vor, daß die relativ stärkste Partei drei Fünftel aller Mandate erhalt, daß aber eine Partei mit absoluter Mehrheit auch an der Verteilung der restlichen Mandate noch einmal teil- nimmt. Am schwächsten schnitt der ehemalige Ministerprä- siedent Ljotitsch ab, auf dessen Parteiprogramm die Forderung nach dem Ständestaat steht. Es ist so gut wie sicher, daß er die Mindestzahl von 50 000 Stimmen nicht erreichen und demzufolge ohne Mandat bleiben wird. Auch der ehemalige Justizminister M a x i m o w i t s ch , der mit einer eigenen Liste auftrat, hat nur wenig Aussicht aus Erfolg. Die Agentur Avala bringt bereits einige Ergebnisse aus größeren Städten, aus denen hervorgeht, daß die Liste I e f t i t s ch in allen Teilen des Landes eine überwältigende Mehrheit erzielt hat. So stimmten in Belgrad 90 v. H. der Wähler für die Liste Ieftitsch, in der Hafenstadt Susak 80 v. H. Skoplje (Uesküb) in Südserbien meldet 75 v. H. für Jeftitfch und Banja Luka in Bosnien über 75 v. H.. In der Stadt Laibach in Slowenien ergab eine um 21 Uhr veröffentlichte vorläufige Zählung 2494 Stimmen für Ieftitsch, 6 Stimmen für Matschet und 5 Stimmen für Ljotitsch. Besprechungen in Venedig. Venedig, 5. Mai. (DRB.) Die Italienisch- ungarisch-österreichischen Besprechungen, an denen der italienische Staatssekretär S u - v i ch, der ungarische Außenminister von Kanya Das Retseflugzeug D-ONYH, das, wie gemeldet, auf seinem Fluge von Stuttgart nach Breslau verschollen war, ist im Fichtelgebirge am Schneeberg aufgefunden worden. Holzarbeitersrauen aus der dortigen Gegend wurden durch die Nachricht von dem Verschwinden des Flugzeuges daran erinnert, daß sie am 30. April gegen Mittag von ihren Arbeitsstätten aus ein krachendes Geräusch gehört hatten und erstatteten die Meldung, die zur Auffindung führte. Aus ihren Aussagen und dem Befund an der Unglücksstelle ergibt sich, daß das Flugzeug infolge dichten Nebels in Erdberührung gekommen und dabei abgestürzt ist. Der Absturz muß den sofortigen Tod der Insassen zur Folge gehabt haben. Mit der Besatzung, die aus dem Fluglehrer Sacht und den Flugschülern Heinrich und Deichmann bestand, sind als । Fluggäste der Generalmajor im Reichsheer H ö - ring mit Frau und Tochter und der Oberleutnant der Reichsluftwaffe Braun ums Leben gekommen. — Die deutsche Regierung hat nach der Auffindung des Flugzeuges Anlaß genommen, durch ihren Militärattache in Prag den tfchechoslowaki- .... _________ o v schen Behörden den Dank für die bereitwillige Stunden unterhalten, während das Programm des Unterstützung der Bemühungen um die Verscholle- Nachmittags gänzlich unpolitischer Natur war und ^en auszusprechen. den fremden Gästen Gelegenheit bot, die Schön- Deutscher Rekordflug Berlin—Paris, heiten Venedigs kennenzulernen. - - . I Auf der Flugstrecke Berlin—Köln—Paris hat der deutsche Derkehrsflieger G u t s ch m i d t in den letzten Tagen die beste Flugzeit erzielt. Er benötigte mit der dreimotorigen Iu 52 der Deutschen Lufthansa, deren Motoren mit Kompressoren ausgerüstet sind, nur 3 Stunden 52 Minuten. Das Flugzeug fliegt mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 255 Stundenkilometer und kann mit voller Belastung eine Höhe von 9000 Meter er- Ueber den augenblicklichen Stand der Verhandlungen sind nach wie vor wenig konkrete Dinge zu hören. Auf allen Seiten wird große Zurückhaltung geübt. Man weist jedoch immer wieder darauf hin, daß der gegenwärtige Meinungsaustausch im gleichen freundschaftlichen Geiste fortgesetzt worden sei. Die Verhandlungen würden keine Sensationen bringen. Die Besprechungen erstreckten sich neben der Erörterung des Donaupaktes auf die Frage der Gleichberechtigung, der Wiederaufrüstung und der Minderheiten. zu einer republikanisch-nationalen Mehrheit führen. Von den zur Wahl stehenden 8 Ministern ind 7 im ersten Wahlgang gewählt worden. Nur Herr iot kommt in Lyon zur Stichwahl. vertreten ließ. Die Gemeindewahlen werden auch hinsichtlich der ■ Wahlbündnisse der Parteien, die bei dem französischen Wahlverfahren eine so große Rolle spielen, wichtige Aufschlüsse bringen. Bei den letzten Kammerwahlen im Jahre 1932 wie auch bei den vorhergehenden Linkswaylen des Jahres 1924 waren die Radikalsozialen Hand in Hand mit den Marxisten marschiert und hatten auf Grund dieses Bündnisses den Sieg errungen. Inzwischen sind nun wichtige innenpolitische Verschiebungen vor sich gegangen. Die Radikalsozialen sind nach der blutigen Revolte vom 6. Februar vorigen Jahres indasRechtskabinettder „Union nationale" eingetreten, in dem sie sich auch heute noch unter Flandin befinden. Ihre Bundesgenossen, die Marxisten, aber sind nach links gegangen und haben sich mit den Kommunisten zur Front commun" zusammengeschlos- s'e n, die zu der gegenwärtigen Regierung in erbitterter Fehde steht. In vielen Bezirken werden die beiden marxistischen Parteien zusammen marschieren, so daß die Radikalsozialen gezungen sind, nach rechts hin Anschluß zu suchen. Sie werden aber wahrscheinlich auch hier und dort mit der „Front commun" gemeinsame Sache machen, unter dem Vorwand, daß es d i e „F a s ch i st e n" zu schlagen gelte. Darauf deutet das. oben genannte Gesetz zur Erweiterung des Pariser Stadtparlaments hin, das die Radikalsozialen gegen die Stimmen der Rechtsparteien der „Front commun" zugeschanzt haben. Da nämlich die neuen Wahlbezirke in den marxistischen Arbeitervierteln eingeschoben worden sind, wird die „Front commun" entsprechend mehr Sitze erhalten, so daß sogar damit gerechnet werden muß, daß die jahrzehnte alte Rechtsmehrheit im Pariser Stadtparlament gebrochen wird. Richt unwesentlich ist schließlich, daß bei den Gemeindewahlen das politische Prestige maßgeblicher Politiker, die gleichzeitig B ü r - germeister oder Stadträte sind, auf dem Spiele steht. Es seien nur Herriot, Laval und der Handelsminister Marchandeau genannt, die als Bürgermeister von Lyon, Aubervilliers und Reims in den Wahlkampf verwickelt sind und ihn unbedingt siegreich bestehen müssen. Oie neueste Zählung. Paris, 6. Mai (DNB. Funkspruch). Die letzte Aufstellung des Innenministeriums über das Ergebnis der Gemeinde- und Stadtratswahlen von 5.15 Uhr betrifft 750 Gemeinden mit mehr als je 5000 Einwohnern. Der erste Wahlgang hat davon in 374 Gemeinden entschieden; in 376 Gemeinden finden Stichwahlen statt. Auf die einzelnen Parteien verteilt sich das bisherige Wagen seine Fahrt in Richtung Wetter-Bochum ort. wo scheint bei uns die Sonne am meisten? Das Reichsamt für Wetterdienst legt jetzt einen ausführlichen Witterungsbericht für März 1935 vor, aus dem sich ergibt, daß im März München dis onnigste Stadt des Reiches war. Die Sonne schien nicht weniger als 202 Stunden lang. Die nächstsonnigen Städte waren Freiburg i. Br., das aber nur 186 Stunden Sonne hatte, bann folgten Emden mit 184, Bremen mit 183 und Karlsruhe mit 181 Stunden Sonnenschein. Die Städte Marburg und Potsdam konnten 174 Sonnenstunden, Stuttgart und Magdeburg 173 Sonnenstunden zählen. Ein Punkt hätte München beinahe den Rang abgelaufen der sonnigste Fleck des Reiches zu sein: das war die Zugspitze; sie brachte es aber „nur" auf 200 Stunden Sonne. Die ganze Familie vergiftet. — Zwei Todesfälle. In der Familie des Werkstättenschreibers F. Holzer in Zweibrücken gab es als Abendessen gebackene Enteneier mit Vanilletunke. Sämtliche Familienmitglieder, die von dem Gericht gegessen haben, die Ehefrau Holzer, ihre beiden 13- und 10jährigen Söhne, sowie der Schwiegervater, der Pensionär Karl S t y n e r, erkrankten darauf unter schweren Vergiftungserscheinungen, so daß die Ueberführung ins Krankenhaus angeordnet werden mußte. Dort sind Styner und der 10jährige Sohn bereits der Vergiftung erlegen. Der Zustand der beiden übrigen Erkrankten gibt keinen Anlaß zu ernster Besorgnis. Sechs Tote bei einem Vootsunglück auf der Donau. Ein schweres Bootsunglück auf der Donau hat am gestrigen Sonntag bei Mitter-Arnsdorf in der Wachau sechs Menschenleben gekostet. Eine. Gesellschaft von zehn Personen wollte mit einem Boot den gegenwärtig infolge Hochwassers sehr reißenden Donaustrom überqueren. Das Boot kennterte und alle zehn Insassen stürzten in die Flut. Nur vier von ihnen konnten gerettet werden, während die übrigen sechs ertranken. Bisher konnte nur eine Leiche geborgen werden. Ein geretteter 13jähriger Gymnasiast aus Wien hat bei diesem Unglück Vater und Mutter verloren. Der Fall Hofrichter lebt wieder auf. Der ehemalige Oberleutnant Adolf H o f r i ch t e r hat beim Wiener Landesgericht ein Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet. Hofrichter, der ein sehr ehrgeiziger Offizier im Generalstab der K. u. K. österreichisch-ungarischen Armee war, wurde seinerzeit vor Gericht gestellt unter der Anklage, im November 1909 zehn Generalstabsoffi- zieren Zyankalipillen als ©tärfuÄßsmittel gesandt zu haben, durch deren Genuß fmer derselben den Tod fand. Angesichts des geradezu ungeheuerlichen Tatbestandes hatte die Angeleaenheit damals riesiges Aufsehen hervorgerufen. Hofrichter wurde für schuldig befunden und zum Tode verurteilt, später aber zu lebenslänglichem Kerker b e - g n a b i g t. Im Jahre 1918 wurde er amnestiert. In seinem Wiederaufnahmegesuch behauptet er, unschuldig zu sein und verlangt die Wiederherstellung seiner verletzten Ehre. Drandunglück in Holland. — Zwei Kinder ums Leben gekommen. Die ersten Aufführungen anläßlich der Reichsfe st spiele im Heidelberger Schloß und auf der Thingstätte des Heiligen Berges sind „Käthchen von Heilbronn", „Was Ihr wollt", „Minna von Barnhelm", das Thingspiel „Der Weg ins Reich", „Götz von Berlichingen". Die Spielleitung von „Käthchen von Heilbronn" hat Richard Weichert, von „Was Ihr wollt" und „Minna von Barnhelm" Albert F l o r a t h, „Götz von Berlichingen" Heinrich George. Die Leitung des Thingspiels liegt in den Händen von Lothar M ü t h e l vom Staatlichen Schauspielreichen. Ueberführung der Leiche des ermordeten Arbeits- dienstmannes. Am Samstag erfolgte die feierliche Ueberführung des in einer der letzten Nächte in Kirchhundem (Kreis Siegen) einer feigen Mordt a t »um Opfer gefallenen Arbeitsdienstmannes Erich Koch nach feiner Heimatstadt Bochum. Sämtliche Gliederungen der Bewegung und der umliegenden Arbeitsdienstlager bildeten auf den Straßen des Stadtkreises Hagen, die der Leichenwagen durchfuhr, Spalier. Die Fahnen waren auf Halbmast aesetz. Vor dem Rathaus in Hatzen hatte neben den Fahnenabordnungen eine Abteilung des Arbeitsdienstes mit geschultertem Spaten Auffteb luna genommen, um ihrem Kameraden den letzten Gruß zu erweisen und einen Kranz zu überreichen. Nach einigen Minuten stillen Gedenkens setzte der den Kreiskulturwart Pg. v. Holzhausen eröffnet. Die Schau gliedert sich in zwei Abteilungen, in den rein künstlerischen und in den kunstgewerblichen Teil. Beide sind reich beschickt und geben einen umfassenden Einblick in das Schaffen der einheimischen Künstler. Namentlich die Kunsthandwerksabteilung ist außerordentlich reichhaltig. Alle Gebiete des Kunsthandwerks sind vertreten. In der künstlerischen Abteilung sieht man eine wirklich naturgetreue Büste des Führers von dem Frankfurter Künstler Hub. Die Heidelberger Reichsfesifpiele 1935. keinerlei offizielle oder offiziöse Mitteilungen ausgegeben. Die Zusammenkunft von Venedig sei lediglich eine Beratung zwischen den drei Mächten, die das Römische Protokoll vom 17. März 1934 unterzeichneten. Es werden also, wie ausdrücklich von italienischer Seite versichert wird, keine Entschlüsse gefaßt, die Besprechungen würden nicht über den Rahmen eines gegenseitigen Gedankenaustausches hinausgehen. Auf italienischer Seite wird erklärt, es bestehe kein Grund zu der Annahme, daß Ungarn sich der kommenden Donaukonferenz fernhalten wolle. In ungarischen Kreisen verlautet, daß in Venedig keine Protokolle unterschrieben, geschweige denn ein Pakt abgeschlossen würde. Es handele sich nach wie vor nur um eine Beratung. Wie man hört, sollen Sonntag auch W i r t s ch a f t s f r a g e n angeschnitten worden sein. Bekanntlich haben sich vor etwa Jahresfrist bei einer Besprechung zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös die italienische und österreichische Regierung verpflichtet, Ungarn eine bestimmte (Betreibemenge zu einem Preise abzunehmen, der über dem üblichen Weltmarktpreis liegt. Dieses Uebereinfommen läuft dieser Tage ab. Es heißt mm, daß Italien bereit sei, Ungarn sogar noch Der Chef der Heeresleitung,General der Artillerie Die Ausstellung „Das Wunder des Le- Freiherr von F r i t f ch, hat sich gestern zu 5 e n 6« Berlin schloß am Sonntag ihre Pforten. Truppenbesichtigungen nach Süddeutschland begeben, ggo 000 Besucher passierten die Tore. Das Interesse Nach Uebernachtung in Stuttgart wird der Chef der für diese Ausstellung war nicht nur in Deutschland, Heeresleitung dem Dienst auf den Truppenübungs- sondern auch im Auslande außerordentlich groß. Plätzen Münsingen und Neuberg beiwohnen. Die Der Auslandsbesuch kann auf 10 bis 15 v. H. des Rückkehr nach Berlin erfolgt am 10. Mai. Gefamtbefuches geschätzt werden. Der Widerhall der * Ausstellung im Ausland geht aus unzähligen Be- Der französische Ministerpräsident Flandin richten der Zeitungen aller Länder hervor. In ame- hatte am Samstag kurz nach 18 Uhr an der Pariser rikanischen Zeitungen wird die Ausstellung als ein Stadtgrenze auf der Straße nach Auxerre einen Musterbeispiel für bie ganze Welt Hin- Kraftwagenunfall. Der Wagen des Ministerpräsiden- gestellt und gesagt, die Deutschen seien die hervor- ten, in dem sich auch seine Frau und seine Tochter, ragendsten Organisatoren von Ausstellungen in der sowie vier weitere Personen befanden, stieß mit Welt. Wegen der Ueberlassung des Ausstellungs- einem anderen Kraftwagen zusammen. Der Mini- materials liegt eine Reihe von Anfragen vor, und sterprästdent erlitt einen Armbruch und wurde in zwar aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Hol- ein Krankenhaus übergeführt. Der Zustand Flau- land, Belgien, England, Rumänien, Polen und der dins ist nicht besorgniserregend. Seine Frau erlitt Tschechoslowakei. Der Wert der weltanschau - nur eine leichte Erschütterung. Die Tochter und die lichen Erziehungsarbeit dieser Ausstel- vier anderen Personen blieben unverletzt. lung erhellt besonders daraus, daß das Gau- * ' schulungsamt der NSDAP, die Amtswalter der C\vnt1 im Judenviertel zu NSDAP, und ihrer sämtlichen Gliederungen in heftigen Zusammenstößen, in deren Verlauf geschloffenen Abteilungen zur Ausstellung geführt mehrere Revolverschüsse gewechselt wurden. Der hat. Präfekt hat mehrere Züge Zuaven eingesetzt, um die Ordnung wiederherzustellen. In der Ortschaft Zan bei Huissen (Gelderland) brach in dem Hause des Gärtnereibefitzers d e H a ß aus bisher ungeklärter Ursache ein Gr 0 ßfeuer aus. Die Bewohner des Hauses, die während der Nacht von dem Feuer überrascht wurden, konnten sich fast alle im letzten Augenblick in Sicherheit bringen. Nur zwei Knaben, im Alter von 11 und 2 Jahren, konnten nicht mehr gerettet werden und sind in den Flammen umgekommen. Der Vater versuchte noch, die Kinder zu erreichen. Da aber das Dach einstürzte, war sein Rettungsversuch vergeblich. Er zog sich schwere Brandwunden zu, die seine Ueberführung in das Amheimer Krankenhaus notwendig machten. Große Wolkenbrüche über Vahia. — 100 Todesopfer? Seit fünf Tagen gehen über der Gegend von Bahia in Brasilien Wolkenbrüche nieder, die die Stadt weithin überschwemmten. Eine Feuerwehrmannschaft, die zur Hilfeleistung bei einem Erdrutsch eingesetzt war, wurde unter den Erdmassen begraben. Viele Gebäude, darunter ein Hotel und ein Regierungsgebäude, find ein* größere Getreidemengen abzunehmen. Durch ein derartiges wirtschaftliches Entgegenkommen will man offenbar auf italienischer Seite gewisse politische Zugeständnisse Ungarns hinsichtlich der Donau- konferenz erreichen. Im übrigen wird erklärt, daß weder das Datum noch der Ort der kommenden Donaukonferenz endgültig festgesetzt seien. Todesurteil gegen Veniselos und plastiras. Athen, 5. Mai. (DNB.) Das Kriegsgericht Ihat eine Reihe von führenden Politikern, die an dem letzten Aufstand beteiligt waren, in Abwe - fe nheit zum Tode verurteilt, und zwar: Veniselos, General Plastiras, Tfana- t a k i s und K u n d u r 0 s. Der Präsident des Senats Konatas erhielt 5 Jahre Gefängnis, Kyriakos Veniselos, der Sohn des Anstifters her Rebellion, zehn Jahre Gefängnis. Erste Presseurteile. P a r i s, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die außerordentlich langwierige Auszähluntz und Uebermitt- lung der einzelnen Wahlergebnisse erschwert die Ausbeutung der gestrigen Wahlhandlung des französischen Volkes. Soweit sich zur Stunde übersehen läßt, bleibt die Zahl der Wahlbezirke, in denen die Suchwahlen am nächsten Sonntag entscheiden müs- en, kaum hinter der Zahl der Wahlbezirke zurück, in denen der erste Wahlgang entschieden hat, so daß also an die 50 v. H. der Urteilselemente auch beim Vorliegen des endgültigen Ergebnisses des ersten Wahlganges noch immer fehlen werden. Die Enthaltung der Wähler war so, wie man sie in Frankreich gewöhnt ist; um die 20 0. H. Ver- chiedentlich setzte W a h l st r e i k ein, so in 65 Gemeinden am Kanal und in 35 Gemeinden im Orne- Sozialrepublikaner Radikalsozialisten Unabh. Radikale Linksrepublikaner Volksdemokraten Marin-Gruppe Konservative Unabh. Sozialisten llnbeftimmt . In Paris sind im ersten Wahlgang 37 der Stadtratssitze vergeben worden; in 53 Fällen muß die Stichwahl entscheiden. Es ist in Paris im ersten Wahlgang kein Sozialist gewählt worden. Von Den Kommunisten, die früher 9 Sitze hatten, konnten sich im ersten Wahlgang nur 2 durchsetzen. Departement, wo die S ch n a p s b r e n n e r auf diese Weise gegen die Nichtberücksichtigung ihrer Wünsche in steuerlicher Hinsicht protestierten. Die Auslegung der Morgenpresse ist ganz (hieben. Der „Mat in" erklärt, die Links,.....,--------- „ r , m ei in Paris geschlagen worden und in der Provinz t a g e s am 4. d. M. in Anerkennung seiner Ver- m Mbneijmen bgriffen. $as „Gdjo b e a r t sz bienfte auf b-m Gebiete bet Oper unb bes behauptet, man verzeichne einige ziemlich merkliche symphonischen Schaffens bte G o e th e°Me b aill e kommunistische Gewinne, bie aus bie ungeheure für Wissenschaft unb Kunst verliehen, Propaganda und auf die von der Partei verwandten Reichsminister Dr. Goebbels hat an den sicher beträchtlichen Summen zurückzuführen sei, die Komponisten folaenbes Telegramm gerichtet: „In aus Deutschland (!) gekommen seien. Die „Ere dankbarer Würdigung und aufrlchtlger Wert- No uv elle" schreibt, man gewinne den Eindruck Schätzung Ihres großen künstlerischen Schaffens wirklicher politi eher Beständigkeit, aus der die repu- entbiete ich Ihnen zum heutigen Tage und auch blikanischen Parteien, die bisher die Mehrheit hatten, für kommende Jahre ungeminderter erfolgreicher Nutzen ziehen werden. Das „Oeuvre" will in Arbeit für bie deutsche Kunst meine herzlichsten dem Ergebnis des ersten Wahlganges eine Der- Wünsche." ftärfung der extremen Parteien sehen. Der mar- Ausstellung Frankfurter Künstler unb Kunst- riftische „ P 0 pulaire schreibt, trotz des heftigen Handwerker. Ansturmes der Reaktion behaupteten die fozlallsti- fchen Parteien ihre Stellungen. Die „ V i c 10 i r e " erklärt, die Rote Front, die alles kurz und klein schlagen wollte, habe in Wirklichkeit nichts zer- schlagen und die Gemäßigten aller Richtungen, die aufwachen wollten, hätten sich darauf beschränkt, ihre Stellungen zu behaupten. — Die kommunistische „Humanit L" spricht von beträchtlichen Fortschritten der Kommunisten. 33 29 4 0 71 70 1 9 8 6 2 3 18 16 2 1 83 17 6 9 22 18 4 2 62 57 5 5 4 2 2 0 61 54 7 5 6 6 0 0 1 1 0 0 5 4 1 0 'N R/W? tWlRIii M ' 'S d7 ■•.^z** Ar>';':'■?>:•>■' £*• .7’ -4 j M D-MK •T/- ■ . - ' 1 LL K7 ¥*3, 2lm Aeihe des^ % s» ^(hfl°ni König ( Krönn-Z Hl Die j scher R tag gei einen h Publiku! außerori der Ru r handelte das Put und dar den für j JWtäm Von den Werbern drei beft erneut Verehrt Zeichen länbers leinen ji Anteil at Als DO krankt w England« nioeaus erste Fv „How i- SteUten Äst die kam erf äußere zu sein Abend und at harn P lesen, i es war unverfc , Die 22 durch d "vledern Dann be Mr P, Menden Unktech Mm Jen bu D'tte Q polten, scheinet "Ur nc suchern ,,Nd 'Heater Don qr' redsam Sanzen Wachte populq „älsb Sert" ^bend tote, ai '«lüge 'äni». dei N eh los zusammenbrach. Er mußte sofort einem Krankenhaus zugeführt werden, wo er in bedenklichem Zustand darniederliegt. Der Täter, von dem jede Spur fehlt, raubte einen Wertbrief von 1500 Mark sowie sieben Einschreibebriefe. Blutige Unruhen im indischen Fürstentum Jaipur. In der Nähe des Dorfes Kudas (Fürstentum Jaipur) ist es zwischen »mehreren hundert Jats (Angehörigen einer Bauernklasse) und Polizeitruppen zu heftigen Kämpfen gekommen. Die Polizei mußte zweimal das Feuer eröffnen und verwundete eine große Zahl von Bauern, von denen bereits 37 ihren Verletzungen erlegen sein sollen. Auf feiten der Polizei wurde ein Offizier verletzt. Etwa 100 Jats sind verhaftet worden. Die Ursache dieser Zusammenstöße soll die Vergewaltigung einer Jatsfrau durch einen Polizei- und zahlreiche andere hohe" ehemalige Gardeoffiziere. Neben dem Stadtkommandanten von Berlin Generalmajor Schaumburg vertraten der Kommandeur des Wachregiments von Berlin Oberst v Keifer und eine größere Offiziersabordnung die Reichswehr. Unter den Ehrengästen sah man ferner Oberbürgermeister Dr. S a h m, den Kommandeur der Berliner Schutzpolizei Oberst in der Schutzpolizei Dillenburger und Brigadeführer Oppermann vom NSKK. Nach dem Abschreiten der Front der Fahnenkompanie durch Generalmajor Schaumburg und die Generäle der alten Armee erklang der Choral „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" über den weiten Platz. Der evangelische Feldbischof Dohrmann und der katholische Standortspfarrer Opermann-Spandau sprachen von dem sitt- Scherl-Bildmatem dienst Die Regimenter mit den Traditionsfahnen aus dem Königsplatz angetreten. — Auf dem Podium: Oberst von Reinhardt. lichen Vermächtnis der alten Garde für unsere Mutige Zeit. Der Choral „Großer Gott, wir loven Dich" leitete über zur Festansprache des Führers des Kyffhäuserbundes und letzten Kommandeurs des 4. Garderegiments zu Fuß, Oberst a. D. Re, n- Hardt. Er wies auf den Anlaß des Gardetref- fens, die vor 75 Jahren auf Veranlassung des damaligen Prinzregenten und späteren Kaisers Wilhelm I. erfolgte Heeresvermehrung hin und hieß dann die Vertreter der Wehrmacht, von Reichsund Staatsbehörden, der NSDAP, und ihrer Gliederungen willkommen. Nachdem er Gruße des ehemaligen Kronprinzen und des Generals Litzmann bekanntgegeben hatte, gedachte Oberst Reinhardt der Toten des Weltkrieges. Die Kameraden seien nicht vergeblich gestorben Das, was sie erstrebt hätten, sei erreicht. Der Führer habe uns die Waffen wiedergegeben, nicht um Krieg zu führen, sondern um die friedliche Arbeit unseres Volkes zu schirmen und zu schützen in einer Zeit, in dec die ganze Welt in Waffen starre. Die siegreiche Garde von einst sei zwar nicht mehr, aber ihr Geist lebe fort, vor allem rn der neuen Wehrmacht und den Traditionskompanien. Abschließend legte Oberst a. D. Reinhardt für die alten ehemaligen Gardisten das Gelöbnis ab, fest hinter dem Führer und unerschütterlich zur Erneuerung des wiederhergeslellten Reiches stehen zu wollen. Mit den Nationalhymnen schloß der Feldgottesdienst. Dann folgte der einstündige Vorbeimarsch, den Generalmajor Schaumburg und die Generale des alten Gardekorps von der Freitreppe des Reichstagsgebäudes abnahmen, an dem auch Abteilungen der SA., SS., des NSKK., des NS.-Frontkämpferbundes und des Kyffhäuserbundes teilnahmen. Lubiläumsireffen -er alten Gardisten Der Geist der siegreichen Garde lebt fort! Ruhmestitel erworben. Schwerer Anglücksfall bei einem Motorradrennen. Bei einem Motorradrennen in der Nähe von Warschau um die „Meisterschaft der Hauptstadt" ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Als sich zwei Motorräder in einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer auf der Chaussee dem Ziel näherten, trat aus den Reihen des Publikums der Photograph eines Warschauer Blattes mit einem großen Filmapparat hervor und lief auf die Mitte der Chaussee. Der heranbrausende Fahrer Zmijewski suchte an dem Photographen vorbeizufahren und stieß dabei mit dem zweiten auf gleicher Höhe befindlichen Teilnehmer des Rennens zusammen. Während letzterer von der Maschine geschleudert wurde, ohne schwere Verletzungen zu erleiden, fuhr Zmijewski gegen den Photographen und schlug sich an dem schweren Apparat trotz seines Schutzhelmes die Stirn e i n. Die Maschine Zmijewskis raste in das Publikum und verletzte fünf Personen schwer. Der Fahrer Zmijewski ist unmittelbar nach dem Unfall gestorben, der Photograph, der das Unglück verschuldet hatte, liegt mit einem Schädelbruch und gebrochenen Beinen in sehr ernstem Zustand im Krankenhaus. Raubüberfall auf einen Postwagen. — Der Postboke schwer verletzt. Auf der Landstraße Raestrup—Everswinkel (Westfalen) wurde der Postbote Heinrich E sch- ko e t t e r, als er mit dem Postwagen die Strecke passierte, plötzlich von einem unbekannten Mann angehalten und unter Bedrohung mit einer Pistole aufgefordert, in den nahen Wald zu fahren. Da der Postbote dieser Aufforderung nicht nachkam, nahm der Mann das Pferd am Kopf und führte es in den Wald. Hier forderte er mit vorgehaltener Pistole die Herausgabe der Pakete, die der Ueberfallene, da er machtlos war, herausgab. Als der Postbote jedoch einen zufällig des Weges kommenden Radfahrer sah, rief er laut um Hilfe. Hierauf streckte der Räuber den Boten durch einen B r u st s ch u ß nieder und flüchtete. Der Verwundete hatte noch so viel Kraft, sich aufzuraffen und zu seiner elterlichen Wohnung zu fahren. Hier konnte er nur noch kurze Angaben über die Tat machen, worauf er bewußt- Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeorl Frankfurt. Während flache Störungen über Frankreich Bewölkung und vielfach auch Regen bringen, herrscht im übrigen Teil des europäischen Festlandes, sowie über Großbritannien im Bereich eines ausgedehnten Hochdruckgebietes heiteres Wetter. Infolge der starken Sonneneinstrahlung am gestrigen Sonntag stiegen die Temperaturen allgemein über 20 Grad Celsius an, Nachtfrostgefahr kann daher als beseitigt gelten. Der Hochdruckeinfluß wird auch weiterhin überwiegen. Voraussage für Dienstag: Fortdauer der freundlichen und tagsüber warmen Witterung, zeitweilig Aufkommen von Bewölkung, meist östliche Winde. Voraussage für Mittwoch: Im wesentlichen Fortdauer der freundlichen Witterung. Lufttemperaturen am 5. Mai: mittags 23,3 Grad Celsius, abends 11,1 Grad; am 6. Mai: morgens 10,3 Grad. Maximum 23,7 Grad, Minimum 4,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Mai: abends 15,6 Grad; am 6. Mai: morgens 11,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11,8 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst ' Blumschein. 23er- antwortlich für Politik: I. 23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. beamten fein, der diese Gegend in Steuerangelegenheiten bereist hatte. Die Lage muß als sehr ernst bezeichnet werden. Die Bevölkerung hat Beschwerdetelegramme an den Dizekönig und an den obersten britischen Beamten von Najputana abgesandt. Ein ähnlicher Zusammenstoß hatte sich bereits vor einigen Wochen in der gleichen Gegend ereignet. In den Bergen vermißt. Seit mehreren Tagen wird im Zugspitzgebiet die 24jährige Krankenschwester Ilse Zwanzig aus Plauen (Vogtland) vermißt. Die Krankenschwester, die zuletzt in einer Pension in Garmisch wohnte, wollte an diesem Tage durch das Reintal die Zugspitze besteigen, obwohl ihr wegen ihrer völlig mangelhaften Ausrüstung dringend abgeraten worden war. Es ist damit zu 'rechnen, daß Ilse Zwanzig verunglückt ist. Berlin, 5. Mai. (DNB.) Die Reichshauptstadt stand am Sonntagvormittag im Zeichen der aus dem ganzen Reich zum Jubiläumstreffe n in Berlin versammelten rund 20 000 alten Gardisten. Den Höhepunkt der Veranstaltun- gen bildete ein Feldgottesdienst auf dem Königsplatz mit anschließendem Vorbeimarsch vor dem in Vertretung des Reichswehrministers erschienenen Stadtkommandanten von Berlin, Generalmajor Schaumburg, und zahlreichen Generälen des Gardekorps der alten Armee. Vor dem Bismarck-Denkmal versammelte sich die alte Generalität des Gardekorps. Man sah u. a. den ehemaligen Kriegsminister Generaloberst von Falkenhayn, die Generale v. L 0 ch 0 w , v. Altrock, v. Fabeck, v. Hülsen, v. Eberhardt, ferner den Prinzen Eitel Friedrich gestürzt. Der Verkehr ist völlig unterbrochen. Auch der Fernsprech- und Telegraphenverkehr liegt still. Eine Verbindung mit Bahia ist nur auf funkentelegraphischem Wege möglich. Unter den vielen obdachlosen Familien ist eine Panik ausgebrochen, da man ihnen infolge der Ueberschwemmung keine Hilfe bringen kann. Die Todesopfer werden bereits auf über hundert geschätzt. 500 Tote bei dem Erdbeben in der Türkei. Nach den neuesten Meldungen über das Erdbeben in der türkischen Provinz Kars an der sowjetrussischen Grenze sind bisher an 5 0 0 Tote und 1200 Verletzte gezählt worden. kardinal Faulhaber weiht zwei Missionsflugzeuge. Kardinal Faulhaber nahm auf dem Münchner Flughafen die feierliche kirchliche Weihe von zwei neuen Missionsflugzeugen vor, die in den Dienst der „Miva" gestellt werden. Es handelt sich um „Das fliegende Kreuz", ein Dornier-Amphibium, und „St. Johannes", einen zweisitzigen Eindecker. Außerdem wurden zehn Missions- kraftwagen geweiht. An der Weihe nahmen zahlreiche Ehrengäste, darunter Ozeanflieger Köhl, teil. Kardinal Faulhaber hielt von dem auf den Flughafen errichteten Altar aus eine Ansprache, in der er die Ausgaben des Missionswesens verdeutlichte. Dabei erklärte er u. a.: „Uns selbst muß die heutige Weihestunde Flügel geben in dem Einsatz unseres Glaubens, und die Liebe und Opfergemeinschaft in unserem Volk muß Flügel bekommen. Das Winterhilfswerk war für unser Volk ein weltgeschichtliches, leuchtendes Werk. Das deutsche Volk hat mit ihm vor der ganzen Welt einen neuen ▼ Pickel, Mitesser und Flechten verschwfnden durch meDninol fierba-dtife St 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) Illlllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen,Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten eie Ihnen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 «mimmmmmmillllllllllllllllllllllllllllllllllllll Bett-und Haus- Wäsche ,o„ Röhr erfreut Sie viele Jahrei ________ ____________2701 A HANOMAG Lichtspielhaus Gießen Ab heute Montag bis Mittwoch ein Ufa-Film .. unter Leitung von Paul Wegner mit H Carl Ludwig Diehl Käthe v. Nagy Theodor Loos — Jessie Vihrog Die Freundin Wenn Sie einen zuverlässigen Wagen kaufen wollen, der Ihnen viel Freude macht, dann kaufen Sie einen Hanomag, zu haben von 2 375 RM an. m. Ein-Druck-Zentrolschmierung, hydraulischer Vierradbremse, Viergang-Getriebe,Tiefrahmen, Ganzstahl - Karosse u. e. w. 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Die Tafeln bringen naturgetreue farbige Abbildungen der Vögel selbst, sowie photographische Aufnahmen von besonders charakteristischen Nestern u. Gelegen. Die heimische« Raubvögel Don Dr. Martin Löpelmann. Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flugtafeln und 26 Abbildungen im Text. Preis gebunden Reichsmark 4,—. Der Verfasier gibt ein urnfasiendes Lebensbild aller in Deutschland heimischen Arten, schildert ihre Bedeutung im Haushalt der Natur, Körperbau, Gefieder, Lebensweise, ihre geistige Derfasiung und vor allem den A. KIRCHER Gießen — Bleichstraße Nr. 15 2708 D Alois Kube und Frau Gießen, den 6. Mai 1935 01950 Für die uns anläßlich unserer goldenen Hochzeit entgegengebrachten Glück» wünsche sagen wir allen unseren herz, llchsten Dank Halbtagsmädchen gesucht 01949 das die Ferien zu Hause sein kann. «Klein. Haushalt) LlcherStraße 361. 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W1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Nr. ,04 Zweites BIctt mit stehen, Im Der Apothekenbesitzer Dr. Richard Loose in den ganzen lang sichtbar ^)t Vierte« @ Vollmond d letztes Vierte/ STERNBILDER; GROSZE BUCHSTABEN Merkur Venus ®Mars Q) Jupiter beiden Wiener Wäschermädel Gisela Kern und Helga Kannen-, zuletzt die allerkleinste: Karola Rojahn mit einem ungarischen Tanz von Brahms Herr Cord Wupper fand großen Beifall für zwei Saxophon-Soli, Herr Nieren für die schöne und grauslige Geschichte vom letzten Dollar im Zirkus von Denver iCalorab»! Zwischen den einzelnen Nummern wickelte sich der Wettbewerb ab: in fünf Abteilungen stellten sich je zwei Sprecher — Redezeit: höchstens vier Minuten — dem Richterspruch des mit Stimmzetteln bewaffneten Publikums. Jeder hatte eine kleine Reportage zu sprechen: über eine Rheinfahrt, über den Betrieb im Arbeitslager, über den Weg des Bauern ins Dritte Reich, über das Lullusfest in Hersfeld über die Segelfliegerei, über die letzten Köhler im Vogelsberg, über die Schwalm und die Schwälmer, über die Erzeugungsschlacht und über eine Sonnwendfeier. In der Pause herrschte em großer Andrang zu den Urnen, und dann begann gleich die Auszählung der Stimmen Nach der Pause setzte sich der muntere Reigen fort: das Orchester spielte die „Zigeunerliebe", Frl. S a l z m a n n sang das Couplet vom kleinen Mädel, Hüde Plank tanzte einen Step nach allen Regeln dieser schwierigen Kunst, Leni Haase ein paar heitere Grotesken und gab sogar noch ein Solo auf der Handharmonika zu. Stürmische Heiterkeit erregten die oberhessischen Geschichten von Herrn Sei'tz. Fritz Wilhelmy und Wilhelm Lenz gaben ein drolliges Ehestandsgeplauder (Duett für Oboe und Fagott) zum Besten. Eine besonders hübsche Nummer war der Zauber- und Illusionsakt von Herrn Baccesino, Darmstadt, der mit Taschentüchern, Täubchen, zerrissenen Zeitungen und einem behexten Kartenspiel einen verblüffenden Hokuspokus vollbrachte und alle Leute in Staunen und Heiterkeit versetzte Nauheim (Nr. 10). Die Sieger erschienen auf der Bühne, wurden begrüßt und beglückwünscht; Herr Langenbach gab in kurzen Schlußworten der Hoffnung Ausdruck. daß die Gewählten den Kreis Gießen im Haüptkampf ehrenvoll vertreten werden. • Z'T. Lob der Wiese. Von H Waggerl Wiesengrund, wo die Ahornbäume lichtest geworden, im Frühjahr kam er jung aus der trächtigen Erde. Seine krausen Blätter sind ihm zugewachsen, kein anderer Halm in der Welt hat so schön gekräuselte Blätter wie er. Ich habe ihn entdeckt. Einen Namen muß er nicht haben, aber ich möchte wohl einmal seine schimmernde Rispe in die Hand nehmen. Es ist wunderbar still um den Mittag und ich höre dennoch die hundertfältigen Geräusche des Lebens um mich her, das Knistern und Schwirren im Gras und auch das Rauschen des Blutes in meinem Leibe. Die Wiese nimmt mich immer auf, die Erde zieht mich an sich, die gute braune Erde. Gestern lag ich hier und sah die Knospe einer Flockenblume, aber es kam der Abend, ehe sie aufbrach. Heute blüht sie, und blüht, obwohl inzwischen vielerlei in der Welt geschah, was mir das Herz schwer machte. Das ist ein Trost für mich. Versteht ihr, so einfältig wird ein Mensch, der in einer Wiese gestrandet ist. Wenn diese Flockenblume jetzt blühen kann, sage ich mir, muß es dann nicht eine verborgene Quelle geben, die ihr und mein Leben speist? Ich bin so wahr in mir selbst, wie sie, aber ich irre, weil ich die Wahrheit suchen will. Die Wahrheit muß man sein. Ich will nicht länger müßig liegen, was kann ich denn tun? Es ist mir nicht leicht gemacht, aber ich könnte vielleicht etwas aufschreiben, diese paar friedlichen Zeilen für euch, meine Freunde. Es ist ja nichts Großartiges, ihr lächelt darüber, oder ihr ärgert euch daran — Gras, ach Gott, Kräuter und Käfer! Aber was ist nun eigentlich wichtig in der Welt? Mein Grashalm wächst und trägt Frucht und stirbt ab, im andern Jahr wird da wieder ein Halm wachsen und vergehen, ungesehen, es weiß niemand von ihm. Und trotzdem hat sein Dasein so gut Platz und Sinn wie meines. Vor Gott, Freunde, sind wir alle einerlei Gras, es sei denn, daß er die schönen Halme liebte und die kümmerlichen verwürfe, wie geschrieben steht. Dann kam die mit Spannung erwartete Sieger- Verkündung. Als die besten Funksprecher wurden auf Grund der abgegebenen Stimmenzahl ermittelt: an erster Stelle ' Herr Philipp, Grünberg, (Nr. 3), an zweiter Stelle Herr Rosbacher (Nr. 4), an dritter Stelle Herr Reinhard, Bad- und durch ihr Erscheinen lange vor allen andern Sternen gibt sie sich ohne weiteres zu erkennen. So auffallend und wohlvertraut sie dem Sternfreund ist, um so mehr Rätsel gibt sie dem gelehrten Sternforscher auf. Vor hundert oder hundertfünfzig Jahren konnte man in volkstümlichen Himmelskunden höchst anschauliche Schilderungen über die Gewohnheiten der Venusbewohner lesen, aber seitdem sind wir doch wohl etwas vorsichtiger und auch bescheidener geworden, sagen also ehrlich. Nachdruck verboten! Sonnenaufgang von 4.30 bis 3.45 Uhr, Sonnenuntergang von 19.25 bis 20.10 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: erstes Viertel am 10. um 13 Uhr, Vollmond am 18. um 11 Uhr, letztes Viertel am 25. um 11 Uhr. Dieser schönste und beliebteste aller Monate empfiehlt sich in diesem Jahr noch dadurch ganz besonders, daß er uns alle mit bloßem Auge sichtbaren Wandler bringt, und mit Ausnahme des Saturn sogar alle am Abendhimmel. Allen voran erfreut uns die Venus, der holde Abendstern, die 6od>touino*ndhfen Professor Dr. Friedrich N ö t s ch e r, Ordinarius für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen an der Universität Wien, ist zum ordentlichen Professor in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn ernannt worden. Die Kunst, beliebt zu sein. Betrachtung«, zum englischen Legierungs-Jubiläum. Von unserem Londoner Dr. L.W.-Verichierstatier. Der die 24 Stundenzahlen von Mittet^ nacht bis Mitternacht eines Tages ent» haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont. sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei• ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigtt um die Monatsmitte sicht• baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo* natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin» eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo* natsmitte ist der gerade Pfeil V3 Stund0 früher, für je 5 Tage nach der Monats* mitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Del Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht» gestalt zeigt. Monat über beinahe drei Stunden ist. Durch ihren Stand im Westen Die 22 Nummern umfassende Vortragsfolge wurde durch die vom Stadttheater-Orchester gespielte „Fledermaus"-Ouvertüre stimmungsvoll eröffnet. Dann betrat der Vereinsgeschaftsfuhrer des RDR., Herr Plackert, die Bühne und hieß Me Anwesenden namens des RDR. und des Deutschen Funktechnischen Verbandes herzlich willkommen. Der Abend erhalte seinen Charakter m erster Lime durch den Rundfunkfprecherwettbewerb, soweit er für Gießen durchzuführen sei. Herr Plackert richtete die Ditte ans Publikum, seines Schiedsrichteramtes zu walten. Die Bewerber würden nicht persönlich erscheinen, auch nicht namentlich genannt, sondern nur nach Nummern bezeichnet werden. Allen Besuchern wünschte er einige recht frohe Stunden Anschließend erfchien Herr Nieren vom Stadttheater, mit Mikrophon und Weckeruhr bewaffnet, von großem Beifall begrüßt, mit sprudelnder Beredsamkeit begabt und sofort im Kontakt mit dem ganzen Hause; er begrüßte das Publikum und machte sich als witziger Ansager sogleich ungemein populär Alsbald begann sich ein vielseitiges Programm abzuwickeln. Therese S t e i n k a m p sang, von Herrn Krämer unterstützt, der für den ganzen Abend die Begleitung am Flügel übernommen hatte, mit zierlichen Koloraturen die „Dorfschwalben aus Oesterreich", Herr Valckenberg das rassige alte Reiterlied vom Prinzen Eugen, Hansi S a l z m a n n und Herr Lindt dos muntere Vitkolo-Duett aus dem „Walzertraum". Den Reigen der Tänzerinnen eröffnete Maja v. Rabenau mit einem Walzer von Chopin; sehr niedlich die Dem konnte. Alles in allem eine tüchtige Frau, deren Herz am rechten Fleck sitzt. Wie sie wohl im Innersten über ihren ältesten Sohn, den Thronfolger, denken mag? Geistig müssen sich die beiden etwas fremd gegenüberstehen — diese ernste Calpurnia und jener heitere, bewegliche und burschikose Mann, mit seinem sprudelnden Humor, seiner Schlagfertigkeit, seiner Sportlust, seiner oft allzu verwegenen Reiterei. Gegen den Widerstand Lord Kitcheners setzte er es durch, daß er doch den Krieg mitmachen durfte — und einmal „Over liiere", wußte er nicht, was Gefahr fei, spaßte mit den Tommies, erwies sich als „a good sort“, und hatte ein heiteres, aufmunterndes Wort für jedermann. Eines Tages besuchte er ein Hospital und hörte von einem Verwundeten, der so entsetzlich entstellt war, daß man dem Prinzen diesen furchtbaren Anblick vorenthalten wollte. Aber gerade diesen Fall will der Prinz sehen; er läßt sich ans Bett des Armen führen, steht dort eine Minute in stummer Ergriffenheit, und — beugt sich nieder und küßt den Mann. Raffinierte Berechnung? Unsinn! Keine Berechnung, sondern jener wahre Takt, der aus dem Herzen kommt Während seines Besuches einer Der Dominions, wo gerade eine Arbeiterregierung am Steuer war, sagte ihm der Premierminister ziemlich unverblümt, er dürfe sich auf (eine Liebedienerei gefaßt machen, „denn, sehen Sie, wir sind hier entschieden linksstehende Sozialisten". — „Na, wenn sie alle so wie Sie sind", entgegnete der Prinz, „dann hoffe ich recht viele von der Sorte kennen zu lernen". — „Ein verflucht netter Kerl", sagte der betreffende Premierminister hinterher. Und bann taucht dieser verflucht nette Kerl eines Abends ganz unerwartet auf einem Arbeiterball auf und tanzt mit diesem Außerdem aber — und das fällt schwer ins Gewicht — ist er entschieden ein Mensch der Pflicht, fein Bonvivant wie sein Vater, von dem die witzige Lady Oxford and Asquith sagte, daß er dem Wohlergehen seines Volkes unermüdlich jeden Augenblick widmete, den er von seinen Vergnügungen erübrigen konnte. Dieser Monarch — das kann sich jeder an den fünf Fingern abzählen — hat sich fein Leben lang wenig Zerstreuung gegönnt; immer ein Jahr nach dem anderen dieselbe Routine der öffentlichen Funktionen: . Empfänge, Besichtigungen industrieller Unternehmen .. ohne auch nur ein Gähnen zu unterdrücken! Daß ihn diese beinahe maschinenmäßige Tätigkeit nicht immer besonders fesseln kann, ist selbstverständlich; daß er in der Erfüllung auch der langweiligsten Pflichten unermüdlich ist. wird ihm mit Recht als Verdienst angerechnet Schließlich weiß man doch auch, datz seine Regierung eine recht sorgenreiche gewesen ist; während des Krieges stand auch sein Thron auf dem Spiel, und alles hätte recht schlimm enden können. Und dann: Nikolaus II. und Konstantin von Griechenland waren feine Vettern und Freunde, Wilhelm II. immerhin fein Vetter, obwohl kein Freund; Georg V. müßte weniger als menschlich sein, wenn ihn das Mißgeschick dieser nahen Verwandten nicht tief und schmerzlich berührt hätte. Dessen ist sich auch „the man in the Street" (der Mann auf der Straße) bewußt, und er sagt sich: „Der Mann hat auch durch den Krieg viel gelitten und dabei nicht gemuckst; Respekt vor ihm!" und jenem hübschen Fabrikmädel, was das Zeug hält! Sollte der Prinz von Wales nicht heiraten — und mit dieser Möglichkeit ist zu rechnen — dann wird dereinst sein Bruder, der Herzog von York, Thronerbe, der eine weit weniger blendende Erscheinung, aber pflichttreu und verläßlich ist. Jedes Jahr verlebt er eine Woche mit Hunderten von Jungen der Arbeiterstände im Zeltlager und teilt ihre Spiele und ihre Speise; er war wohl der erste Königssohn, der mit einem Führer der Labour- partei Golf spielte; und daß er statt eines Palastes ein Haus mit einer Hausnu mm e r bewohnt, trägt nur zu feiner Beliebtheit bei. Außerdem aber ist er der glückliche Vater der entzückenden kleinen Herzogin Elisabeth, die bei jedermann einen großen Stein im Brett hat. Warum dieses liebenswürdige Persönchen derartig vergöttert wird? Ja, das ist ihr Geheimnis; es ist jener unnachahmliche Charme, von dem Barrie sagt, daß die Frau, die ihn besitzt, alles andere entbehren kann, während derjenigen, die ihn nicht hat, keine andere Gabe nützt. Die Herzogin von York ist der „star" der königlichen Familie. Man sehe sie, wenn sie im offenen Wagen durch die Stadt fährt; oder besser noch, man sehe und bemerke die Menschenmenge auf den Straßen. Keine lauten Zurufe, keine „loyalen Kundgebungen", nur auf allen Gesichtem, in allen Augen, ein überaus freundliches — sozusagen beseligtes — Lächeln. Warum und wieso? Das ist nicht zu erklären; sie sitzt nur da und lächelt die Menschen wieder an, ganz ungezwungen, und ein jeder kommt sich vor, als ob ihr Blick ihm — gerade ihm -- gelte. Ob sie einmal Königin sein wird? „Queen of : Hearts" — Königin der Herzen — wenigstens ist : sie heute schon! & Als vor Jahren der englische Könia ernstlich erkrankt war, gab es viele Wochen hindurch für den Engländer jedweden Standes, Alters, Bildungsniveaus nur ein Hauptthema des Interesses; die erste Frage morgens, die letzte am Abend, lautete: „How is the King?" — „Wie geht es dem König? Stellten die Aerzte einen wirklichen Fortschritt fest? Ist die Zeit der Gefahr überstanden?" Alles andere kam erst in zweiter Linie in Betracht — innere und äußere Politik, Handel und Wandel ... ja, ja, alles zu seiner Zeit, aber: How is the King? Jeden Abend wartete eine Volksmenge, jung und alt, reich und arm, bunt zusammengewürfelt, vor Buckingham Palace, nur um das neue Bulletin sofort zu lesen. An dieser Stimmung war nichts Gemachtes; es war echtes Gefühl, das hier zum Ausdruck kam, ü9poWto J-w Conlon, im Mai. Am 6. Mai beginnt in Englard die unendliche Reihe großangelegter Festlichkeit^ zur Feier des 25jährigen R e g i e r u n; s j u b i l ä u ms des Königspaares. Drei Monate hindurch wird dem englischen Volk anläßlich dieses Jubläums die ganze Macht und große Vergangenheit des Weltreiches Grotz-Britannien wieder erstehen. Während dieser Festmonate wird die englische Natioi immer wieder Andere sind so winzig klein, daß es gar nicht auszudenken ist, wie denn auch sie ihre sechs Beine mit dreimal sechs Gliederchen haben können. Ader sie sind sich selbst groß genug. Ein dutzendmal klettert so ein Käfertier an einem Halm in den Sommerwind hinauf, ein paarmal hat es die mütterliche Sonne am Himmel gesehen, und darüber ist es seyr alt und sehr weise geworden. Zuletzt schwirrt es noch ein Stück über die glockenblaue Wiese, es faltet seine Flügel wieder sorgsältig zusammen und dann stirbt es, das Käserchen. Nun gibt es aber noch diese Halme selbst, diese vielerlei prächtigen, von der zärtlichen Luft bewegten Gräser. Wenn ich die Augen hebe, sehe ich hoch über mir ihre glänzenden Häupter im weiß- blauen Himmel schwanken. Auch sie sind der Wissen- Sketsch unter dem Titel „Hier herrscht Ordnung", von Frl. W i e 1 a n d e r und Herrn Lindt mit Hingabe gespielt, und der Rausschmeißer des Orchesters beschlossen das vierstündige, in allen Teilen " großem Beifall aufgenommene Programm. Gießener Gtadttheater. Heiterer Abend: Gietzener Allerlei. Die Kreisgruppe Gießen im Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer veranstaltete am Sams- tag gemeinsam mit dem Gießener Stadttheater einen heiteren Abend, der ein sehr zahlreiches Publikum angelockt hatte. Im Mittelpunkt des außerordentlich umfangreichen Programms stand der Ru n d f u n k f p r e ch e r ° W e 11 b e w e r b: es handelte sich um einen Ausfcheidungskampf, wobei das Publikum zum Schiedsrichter aufgerufen war und darüber zu Gericht zu fitzen hatte, wer von den für den Kreis Gießen Gemeldeten zu den Aus- Wahlkämpfen nach Frankfurt geschickt werden fall. Von den zehn in engerer Wahl befindlichen Be- Werbern mußten an Hand eines Stimmzettels d,° drei besten ermittelt werden Der Sternhimmel im Mai die langschäftigen Eschen und das grüne Gewölk der Haselstauden, da ist mein Schiff vor Anker gegangen. Auch ich war in der Welt, aber das ist lange vorbei, meine Fahne flattert nicht mehr in fremden Winden, die farbigen Wimpel der Jugend. Und dennoch ist mir die Welt nicht kleiner geworden, nein, ich lobe meine Wiese, sie ist groß und unabsehbar geräumig, wenn ich bäuchlings in ihr liege, und den ganzen hohen Himmel habe ich über mir. Ich sehe Halme vor meinen Augen, die haarigen Sck)äste des Günsels, das fadendünne Gespinst der Miere auf dem Moos, und ich kann mir gut denken, wie weitläufig und abenteuerlich das Leben in diesem Wald der Gräser sein mag. Käfer find unterwegs und mühen sich ab, ganz winzige und auch große in prunkvollen Panzern. Ich kenne sie alle, weil ich nicht weiß wie sie heißen und weil ich ihre Namen nicht verwechseln kann. Sie haben es schwer genug, besonders die großen, immer einmal rollen sie unversehens auf den Rücken und dann müssen sie wohl ein Jahr ihres Käferlebens daran wenden, wieder auf die Beine zu kommen. nun eigentlich, dieses allgemeine Anteilnehmen am Befinden eines Monarchen, der doch nie — wie etwa Eduard VII. — in die Schicksale der Nation leitend eingegriffen hat, der weder durch Beredsamkeit noch durch imposante Erscheinung je einen großen Eindruck zu machen versucht hat? Dieser durchaus einfache Gentleman, ohne den Nimbus der Autorität, der die alte Königin Victoria umschwebte, ohne die weltmännischen Allüren seines Vaters — wie hat er fid) derart die Zuneigung eines ganzen Volkes erworben? Und woher kommt es, daß zu einer Zeit, wo drei alte Dynastien in Europa auf immerdar verschwunden sind, gerade in England das dynastische Prinzip stärker ist als je? Die Antwort auf diese Fragen ist wohl vor allem die, daß Georg V. feinen Untertanen grabe deshalb sympathisch ist, weil er augenscheinlich Durchschnittsmensch und von Durchschnittsintelligenz ist. Sie verstehen ihn; der König ist „one of them", einer von ihnen. Ein Genie will Reden halten, große Politik treiben, sich Bewunderung erzwingen. König Georg hat vom Genie nicht das Geringste an sich, ist ein schlichter, grober Herr, teilt bas lebhafte Interesse ber Massen an Cricket unb Fußball unb macht sich blutwenig aus Kunst, Wissenschaft unb Literatur, genau so wie 999 von Taufenb seines Volkes. Kurz unb gut, sie verstehen ihn unb vertrauen ihm. Winkelzüge wirb er nie machen, unb gegen feine Minister wirb er nicht intrigieren. Scherl-Bildmaterndiensl König Q/eorg V. unb feine Gemahlin Mary im Krömvffgsstaat im Buckingharnpalast zu Lonbon nach V ber feierlichen Krönung vor 25 Jahren erneut ihrem Königshause Beweise der Treue unb Verehrung barbringen. Ganz Englanb feiert, ein Zeichen engster Verbundenheit jebes einzelnen Eng- länbers mit feinem König Georg V. Englanb liebt feinen König, er gehört zum Volk, bas von jeher Anteil an feinem Leben unb Geschick nimmt. Sterne ■ Kleine Buchstaben DlQUc'l jJUllllltl |U/lvui ne 11. auuj v 1 r / 1 v , ' . ' . schäft bekannt, es gibt ihrer unzählige, lagt man,! Marburg würbe beauftragt, m der Vhllosophlschen tausend Arten vielleicht, eher noch viel mehr. Aber ' Fakultät ber Universität Marburg b’p Avotheken- ü'en im biefen Halm vor mir, biefes feine zitternde Gebilde, 4ind Arznevnsttelgefetzgebupg in Vorlesungen und — ©inIben kennt die Wissenschaft nicht. Er ist in der Heim-1 Hebungen zu vertreten. Queen Mary hat manche Eigenschaften, die sie nicht beliebt machen könnten, und sie ist es doch! Sie steht jeder ausgesprochenen modernen Richtung, selbst was Kleidung anbetrifft, unverhohlen ablehnend gegenüber, hat eine gewisse Steifheit und Kühle in ihrem Auftreten unb ist in ihrer ganzen Lebensauffassung sehr „Victorian", wie man es hier nennt. Ihre einzige Tochter hat sie äußerst streng erzogen, unb ließ bas arme Mäbchen in einer Tracht umhergehen, bie seit Jahren aus ber Mode gekommen war. Man lächelt ein wenig über Queen Marys Marotten, über ihre Toiletten, — aber man achtet sie ungemein, weil sie eine wahrhaft gute Frau ist, ihrem Hof ein gutes Beispiel von Lebens- ün°" lä-lA'bund'^^^k-nn^! g ertlTrtMta I s°r- OH ■ ■ '10. 18 3 land. f9& <7 daß wir darüber nichts wissen. Aber das können wir sagen, daß allem Anschein nach die Venus für Menschen und überhaupt für irdische Lebewesen kein sehr angenehmer Aufenthalt wäre. Vermutlich bestehen die tieferen Schichten ihrer Lufthülle aus der für uns unerträglichen Kohlensäure, und ob es dort so freundlich warm und yell ist, wie mancher aus der Sonnennähe schließen mag, ist keineswegs sicher, denn der ungemein dichte Wolkenschleier wirft die große Mehrzahl der auftreffenden Sonnenstrahlen nach außen zurück und läßt sie nicht auf die Venusoberfläche gelangen; diesem großen Rückstrahlvermögen ihrer Lufthülle verdankt die Venus ja ihre große Helligkeit; es ist aber leicht möglich, daß es auf der Oberfläche weder wärmer noch heller ist als auf der Erde. Ueberdies verhindert der dickte Wolkenschleier jede genauere Kenntnis ihrer Oberfläche, so daß sie wohl für immer zu den weniger bekannten Wandlern gehören wird. Während die Venus uns den ganzen Monat über erfreut, ist ihr Nachbar, der sonnennahe Merkur, nur um den 20. herum gut zu sehen, aber diese Tage sind die für ihn günstigste Zeit des ganzen Jahres. Recht eindrucksvoll sind auch die beiden äußeren Wandler, der Jupiter und der Mars. Der Jupiter, der nach dem Untergang der Venus der bei weitem hellste Stern des Himmels ist, gerät am 10. in die „Gegenstellung" zur Sonne, was immer mit seiner größten Erdnähe und infolgedessen auch seiner größten Helligkeit zusammenfällt. Er steht im Sternbild der Waage, während der Mars in der Nähe des Herbstpunktes in der Jungfrau steht. Dessen Helligkeit nimmt nun im Laufe des Monats zwar schnell ab, ist aber doch noch größer als die aller augenblicklich sichtbaren Fixsterne. Die hellsten Fixsterne sind der Arctur und die Wega; zwischen beiden erblicken wir die halbkreisförmige Krone und den Herkules, unter dem Herkules, unmittelbar an ihn anschließend den Schlangenträger mit der Schlange. Die Nächte verlieren schon viel von ihrer Dunkelheit, und für den größten Teil des Monats kann man bereits von „Mitternachtsdämmerung" sprechen. Wirtschaft. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 719: Anordnung 27 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 26. April 1935, betr. Lagerbuchführung und Bestandsmeldung für unedle Metalle. (Neue Fassung der Anordnung 12 vom 25. September 1934.) 720: Anordnung 28 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 26. April 1935, betr. Lieferung von Umarbeitungsmaterial. (Neue Fassung der Anordnung 11, betr. Umarbeitungsgeschäfte, vom 25. September 1934.) 721: Anordnung 29 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 27. April 1935, betr. Bedarfsbescheinigungen für unedle Metalle. (Neue Fassung der Anordnung 20 vom 8. Dezember 1934.) 722: Bekanntmachung 5 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 27. April 1935, betr. Ausführunasbestimmungen zur Anordnung 29 vom 27. April 1935, betr. Bedarfsbescheinigungen für unedle Metalle. (Neue Fassung der Bekanntmachung 4 vom 8. Dezember 1934.) Vorgenannte Anordnungen sind im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 102 vom 3. Mai 1935 veröffentlicht. Infolge der Wicktigkeit der Bestimmungen empfehlen wir allen interessierten Firmen dringend, diese Ausgabe gegen Voreinsendung eines Betrags von 0,30 Mk. zuzüglich Porto durch die Post oder durch den Verlag (Berlin SW 48, Wilhelmstraße 32) zu beziehen. 723: Neue Verordnung über die Einfuhr französischer Waren. Devisenpolitisches Einfuhrverbot gegenüber Frankreich. Entsprechend einer Übereinkunft zwischen der deutschen und der französischen Regierung wird am 6. Mai 1935 gegenüber Frankreich ein devisenpolitisches Einfuhrverbot in Kraft treten. Die Regelung wird im wesentlichen die gleiche sein wie die gegenüber der Tschechoslowake! bereits bestehende. Die Einfuhr von französischen Waren sowie von Waren aus den französischen Kolonien, Protektoraten und Mandatsgebieten werden die Zollbehörden vom 6. Mai 1935 ab nur zulassen, wenn bei der Einfuhr eine Devisenbescheinigung oder ein dieser gleichgestelltes Papier (Bestätigung einer Bank bei Bezahlung der Ware auf ein Ausländersonderkonto, Bestätigung einer Devisenstelle über das Vorliegen eines privaten Verrechnungsgeschäftes oder eines Rohstoffkreditaeschäftes, Unbedenklichkeitsbescheinigung einer Ueberwachungsstelle) oorgelegt wird. Die Einfuhr ohne Devisenbescheinigung, bei der bisher von den Zollbehörden an die Ueberwachungs- ftellen eine sog. „Rote Meldung" erstattet wurde, ist vom 6. Mai 1935 ab also nicht mehr möglich. Das devisenpolitische Einfuhrverbot macht die Verordnung über die Einfuhr von Waren aus Frankreich vom 12. Januar 1934 überflüssig. Diese wird deshalb mit Wirkung ab 6. Mai 1935 aufgehoben werden. Für die Einsuhr der darin bezeichneten Waren wird vom 6. Mai 1935 ab eine Einfuhrbewilligung des Reichskommissars für Aus- und Einfuhrbewilligung demnach neben der Devisenbescheinigung nicht mehr erforderlich sein. Die auf Grund der Verordnung vom 12. Januar 1934 bereits ausgestellten Einfuhrbewilligungen verlieren mit dem 6. Mai 1935 ihre Wirksamkeit. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. An • der stillen Geschäftslage am Frankfurter Getreidegroßmarkt hat sich nichts aeändert. Die Umsätze bewegten sich — wie schon Die ganze Zeit — in sehr engen Bahnen. Das Brotgetreide angebot war trotz der um 1 Mark per Tonne höheren Festpreise für Mai in der letzten Aprilwoche sehr reichlich, während es sonst vor dem Inkrafttreten neuer Preise wesentlich kleiner zu werden pflegte. Seitens der Landwirtschaft war zwar in Anbetracht der Beanspruchung mit Feldarbeiten die Anlieferung geringer, dagegen boten Handel und Genossenschaften dringend Ware an. Indes haben sich die Absatzmöglichkeiten noch nicht gehoben. Die Mühlenbestande gehen unter Einrechnung des bereits zur Vermahlung freigegebenen Teils der Pflichtlager über den voraussichtlichen Bedarf bis Ende des Erntejahres hinaus. Seit der Bekanntgabe der teilweisen Freigabe der Mühlen-Pflichtlager vor wenigen Tagen sind auch die bis dahin noch vorhandenen geringen Absatzmöglichkeiten für Weizen zu Mühlenfestpreisen auf spätere Lieferung fast ganz geschwunden. Nur kleberreiche mitteldeutsche Weizen waren etwas gefragt. Roggen wurde in sehr großen Mengen vergeblich angeboten, selbst bei den Provinzmühlen ist die Aufnahmebereitschaft sehr klein geworden, da die Mühlen ihre Roggenvermahlung im Hinblick auf die neue Type fast eingestellt haben. Un- zweifelhcrft wird sich aber die Nachfrage nach Roggen heben, sobald der Verkauf für die Helle Type 815 eingesetzt hat. Soeben wird befanntgegeben, daß ab 1. M a i neben den am 7. August 1934 festgesetzten Typen eine weitere Type, nämlich die hellere 815 Roggenmehl hergestellt und in den Verkehr gebracht werden darf. Während der letzten Woche stockte der Absatz von Roagenmehl vollkommen. Auch in Weizenmehl entwickelte sich nur kleines Geschäft, lediglich die Abrufe aus alten Schlüssen haben sich vor dem Monatsende etwas gebessert, während Neuverkäufe nicht zustande kamen. Futterweizen, Eosinroggen und andere Futterroggen waren stark angeboten und nur schwer verkäuflich. Der Handel verfügt allgemein über recht erhebliche Mengen aus Verkäufen der Reichsstelle. Für die schwierige Absatzlage für Futter-Brotgetreide spielt die in den letzten Wochen eingetretene wesentlich reichlichere Versorgung der nichtlandwirtschaftlichen Tierhalter mit anderem Futtergetreide und Futtermitteln eine merkliche Rolle. Futtergerste und Hafer ist auf Basis der Festpreise ohne Gegen- und Koppelgeschäfte auch jetzt noch kaum zu haben, doch sind immerhin die Koppelbedingungen für Hafer und Gerste in letzter Zeit für den Käufer schon wesentlich günstiger geworden. Es ist jedenfalls eine weitere Entspannung für Futtergetreide festzustellen, und es scheint, daß seinerzeit die Futtermittelknappheit wesentlich überschätzt worden ist. In Futtermitteln ist dagegen noch keine nennenswerte Erleichterung zu verspüren, nur Nachmehle waren etwas reichlicher zu haben, außerdem blieben Melasse-Mischfutter, insbesondere die leichten Mischungen, stark angeboten und waren nahezu unverkäuflich. Oelhaltige Artikel, Kleie und zuckerhaltige Futtermittel blieben knapp, doch war die Nachfrage infolge der Aussicht auf baldige Grünfütterung und den Weidegang nicht mehr so dringend wie während der ersten Monate des Jahres. Rhem-Mainifcke Mittagsbörse. Fest. Frankfurt a. M., 4. Mai. Die Börse blieb, insbesondere am Aktienmarkt, weiter fest. Aus der Wirtschaft lag eine ganze Reihe anregender Momente vor. So fand die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung bei der Jlseder Hütte mit 7 v. H., der günstige Abschluß der Schuckert & Co., Nurn- berg, mit allerdings nur unverändert 4 v. H. Dividende und die Belebung des Jnlandmarktes der Rheinisch-Westfälischen Eisenindustrie, sowie die weiter günstige Entwicklung bei der Deutschen Reichsbahn im März Beachtung. Die Kulisse stellte zwar zum Wochenfchluß auf der erhöhten Kursbasis teil- weise etwas glatt, was jedoch durch vorliegende Kauforders aus der Kundschaft ausgeglichen wurde; allerdings hielten sich die Kursgewinne heute in etwas engeren Grenzen, immerhin betrugen sie im Durchschnitt 1 v. H. Lebhafteres Geschäft hatten erneut Montanaktien, Buderus gewannen 2 v. H., Rheinstahl 1 v. H. und die übrigen Werte 0,50 bis 1,25 v. H. Otavi Minen erhöhten sich um weitere 1 Mark auf 19,50. JG.-Farbenindustrie lagen etwas ruhiger mit 142,50 bis 142,25 (141,90), Metallgesellschaft, Deutsche Erdöl zogen bis 1 v. H. an. Am Elektromarkt blieben Felten gesucht mit 94,50 (93), Lahmeyer gewannen 0,90 v. $)., AEG. 0,40 v. H., Licht und Kraft und Gesfürel je 0,50 v. H., dagegen büßten Schuckert 1,50 v. H. und Betula 0,40 v.H. ein. Von Schiffahrtswerten notierten Nordd. Lloyd 1,25 v. H. höher, Hapag lagen nur behauptet. AG. für Verkehrswesen bröckelten 0,25 v. H. ab. Sehr fest lagen Eßlingen Maschinen mit 81,75 (79,50). Sonst eröffneten noch u. a.: Daimler 0,40 v. H., Junghans 0,25 v.H., Kaufhof 0,25 v. H., Aku 0,13 v. H., Haufwerke Füllen 0,75 v. H., Reichsbank 0,50 v. H. und Deutsche Linoleum 1,25 v. H. fester. Fest lagen ferner Zellstoffaktien, insbesondere Aschaffenburger mit 83 (81,75), Waldhof gewannen 0,50 v. H. auf 114,50. Der Rentenmarkt lag ebenfalls freundlich und etwas lebhafter, insbesondere Reichs- und Städte-Altbesitz waren gefragt und bis 0,40 v. H. fester. Zinsvergütungsscheine mit 89,65 und späte Schuldbuchsorderungen mit 97,13 sowie Kommunal- Umschuldung lagen gut gehalten. Von fremden Werten hatten Ungarn weiter lebhaftes Geschäft, 1914er 8,13 (8), 4proz. Goldanleihe 8,25 (8,10). Im Verlaufe blieb die Tendenz fest, das Geschäft konnte sich allerdings nicht stärker beleben. Gefragt blieben besonders einige Montanaktien, hauptsächlich Harpener, Mannesmayn und Stahlverein. Am Elektromarkt waren Schuckert 0,50 v. H. erholt. Auf den übrigen Marktgebieten erfuhren die An- fangskurfe keine größere Veränderung. Fest waren noch Scheideanstalt mit 216 (215), IG.-Farben lagen mit 142,25 gehalten. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz auf 114,75 bis 114,90 (114,65) an, Dagegen gingen Zinsvergütungs- fcheine auf zirka 89,55 bis 89,60 zurück. 6proz. Stahlverein erhöhten sich um 0,13 v. H., do. 5proz. um 0,50 auf 97,50. Goldpfandbriefe lagen behauptet, Liquidationspfandbriefe teilweise bis 0,25 v. H. höher, dagegen gingen sowohl Kommunal-Obliga- tionen als auch die meisten Stadtanleihen etwas zurück. Von fremden Werten blieben Ungarn und Mexikaner behauptet. Sehr fest lagen Schweizer Bundesbahnen, 4proz. 168 (165). 3^/rproz. 159 (156). Im Freiverkehr waren Russen-Prioritäten etwas gesucht und fester, 1902er 0,90 bis 0,95, Gulden- Russen 0,95. Fester waren außerdem noch Anatolier mit 36,75 (36). Tagesgeld war zu 2,75 v.H. (3 v. H.) leicht. gtanffurfer Schlachtviehmartt. Frankfurt a. M., 6. Mai. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 867 Rinder (199 Ochsen, 61 Bullen, 375 Kühe, 232 Färsen), 673 Kälber, 12 Schafe, 3802 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 42 Mark, Bullen 34 bis 42, Kühe 20 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 42, Kälber 35 bis 60, Schweine 38 bis 51 Mark. Marktverkauf: Rinder lebhaft, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine schleppend. Rundfunkprogramm. Dienstag, 7. Mal. 6 Uhr: Morgenspruch — Choral. Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk — Schlesien. Hörfolge. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. Zucker und Salz. Eine hauswirtschaftliche Plauderei. 11.45: Bauern funk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: M'ttagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Was gibt's Neues? Ereignisse und Gesetze. 15: Nur Freiburg: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Kleines Konzert. 16.30: Die Umwelt der Tiere. Interessante Forschungsergebnisse aus der Tierpsychologie. Von Dr. H. Graupner, München.16.45: Oskar von Miller. Dem Schöpfer des Deutschen Museums zum 80. Geburtstag. 17: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18.30: Justus Möser, ein vergessener deutscher Publizist. Zwiegespräch. 18.45: Ei Unbekannter, mit dem man jeden Tag zu tun hq. Eine Plauderei. 19: Unterhal- tungskonzert. 2t Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt len Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. Heute spielt der Frühling seine Welse. Funkdichtung dci Friedrich Schnack. Musik: Ernst Doelkel. 21: Unerhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichtn aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Vok im Maien. Singestunde des, Lo- beda-Chores be; DA. Kassel. 23: Musik vor Mit- temacht. 24: Saarland — Grenzland — Heimat- land. Funkfolg«. 1 bis 2: Nachtkonzert. Schreckliches Unglück im Offmbacher Hauptbahnhof. SPD. Offinbach, 4.Mai. Am Samstag um 15 Uhr ereßnete sich im Hauptb a h nhof Offenbach ein furchtbares Unglück. Die etwa 60 Jahre alte Frau Dora B r a ck h a h n aus Hockenheim bei Mannheim fuhr mit ihrem vierjährigen Enkelkind von Hamburg im v-Zug nach ihrer Hstmat. Als der Zug in Offenbach anfuhr, wollte die Frau anscheinend die Klosettür öffnen, öffnete aber aus Versehen die Wagentür und stürzte auf die Schienen. Der Körper der Frau wuchs von den Rädern des Zuges in zwei Teile getrennt. Die Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gaben nach der Bestandsaufnahme die Leiche frei. Die Heideibeerbliite vernich ei. LPD. Lohr, 5. Mai. Der starke Nachtfrost am Donnerstag hat im Spessart die Heidelbeer- b l ü te n vernichtet. Die arme Spessartbevölke- rung hat damit einen großen Schaden erlitten, denn es muß mit einer totalen Mißernte gerechnet werden. ©er Unfall bei Raunheim aufgeklärt. ♦ Wetzlar, 6. Mai. Am Abend des vorigen Donnerstags wurde, wie wir berichteten, die Ehefrau Luise Koch in Naunheim am Ortsausgang nach Waldgirmes von einem Kraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß sie den Folgen der Verletzungen erlag. Der Führer des Kraft- wagens, von dem man zunächst vermutete, daß er flüchtig gegangen fei, hat sich nunmehr selbst Der Polizei gestellt. Es hanDelt sich um einen Mann namens H. Gerth aus Bechlingen. Bei seiner Vernehmung gab er an, von Dem Unfall nichts gemerkt zu haben. Der Bericht Des „Wetzlarer Anzeigers" über Den Unfall, wie auch BefchäDigun- gen am Kotflügel unD am Winker feines Autos hätten ihn aber Darauf aufmerksam gemacht, daß er mit seinem Wagen an Dem schweren Unfall beteiligt sein kHnnte. Neun Mühlenbesiher zu Geldstrafen vevurieilt. LPD. M a r b u r g, 4. Mgi. Vor Dem Marbu r- ger Schöffengericht bdffeZL sich 13 Müh • lenbesitzer wegen Vergehens gegett- die Bestimmung vom Juli 1934 zu verantworten, wonach Das Mehr einen Aschegehalt von 0,967 Prozent Enthalten muß. Das Gericht verurteilte neun Der 2in'5rte’ klagten zu Geldstrafen von 10 bis 100 Mark, vier Angeklagte wurden sreigesprochen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 6. M., Gießen. Der Uebernehmer Des Bauernhofes ist zur Aufwertung verpflichtet. Da Das MünDel seither minDerjährig war, ist eine Verwir- kuna Des Anspruchs wegen schulDhafter Nichtgeltend- machung desselben nicht eingetreten. k G., Gießen. Nach der heutigen Rechtsprechung ist ein Radioapparat der Pfändung nicht unterworfen; handelt es sich jedoch um ein besonders wertvolles Gerät, so kann in dieses vollstreckt werden, wenn Der Die Zwangsvollstreckung betreibenDe Gläubiger Dem SchulDner einen Apparat zur Verfügung stellt, der Den gewöhnlichen AnforDerunaen genügt, also ein brauchbares Gerät mittlerer Art unb Güte. Die vom Wohlfahrtsamt gezahlten Renten unD Unterstützungen unterliegen gleichfalls nicht Der PfänDung oDer Beschlagnahme. 0. ü, in G. Ein steuer- und führerscheinpflichtiges Motorrad kann vom 18. Lebensjahr ab geführt werden. Ausnahmen können zugelassen werden unter der Voraussetzung einer ärztlichen Untersuchung, in der festzustellen ist, ob der Anwärter körperlich und geistig in der Lage ist, ein Motorrad zu führen. Für steuer- und führerscheinfreie Motorräder hat diese Vorschrift keine Geltung. £. 2R. in h. Ueber das vollendete 15. Lebensjahr hinaus werden Kinderzuschüsse und Waisenrenten aus der Unfallversicherung nicht mehr gewährt. (Verordnung vom 8. Dezember 1931 s. S. 419, Kapitel IV, Abschnitt 1, § 1.) Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DiviDende an. — Relchsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M Serlln Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Schiußk. Mittag- börse Schluß- kurs Gchlu Aden börs E Schluß« kurs Schiußk. Mittag- börse Datum 3.5 4.5 35 4.5- Datum 3 5 45 3.5. 4.5. 4% desgl. Serie 11 ............. 6% Rumän. vereinh. Rente b.1903 4!4°/LRumSn.vereinh.Renlev.i9i3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2*4% Anatolier ............... 8,5 4,4 6,5 4,1 36 33 34,9 85,25 109,75 94,5 95,25 95,25 159,5 38,25 133,75 106 123,5 93 124,25 123,5 105 153 121 97,5 107,5 106,25 121 92,4 79,25 8,5 4,6 6,75 4,25 36,75 33,25 36,13 85 111 94,5 95,5 95,5 160 38,5 134,5 107,25 123,5 94,5 124,5 104 154,25 122,75 99,9 107,5 107 122,65 92,5 79 r9 4,4 6,35 4,05 36,25 32,65 27,13 35 85,13 110,5 95 95,25 95,25 159,9 38,25 133,9 106 123,5 92,75 124 123,5 105 153 120,75 98 107,4 106,4 94,9 147,25 120,5 92,25 79,25 8,85 6,65 4,15 36,75 33,5 27,5 35,9 85,13 111 94,75 95,5 95,5 160,65 38,25 133,75 106,75 123,5 93,75 124 123 Jj 104,25 155,5 121,4 100 108 107,65 95,13 148 122,75 92,75 80,25 ManSfelder Bergbau...... 8 Kokswerke..................6 Phönix Bergbau......... 0 Rheinische Braunkohlen .....13 Rheinstahl............ 8*/, Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben...... 6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....ly, I. G. Farben-Jndustrte.......7 Schetdeanstalt........... 9 Goldschmidt .......... 0 Rütgerswerke ...............4 Metallgesellschast....... 4 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......6 Cementwerk Karlstadt.........4 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku ('Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ........... 7 Daimler Motoren....... 0 Deutsche Linoleum........... 6 Orenstetn S Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Ehade......................0 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gumm» .............. 8 Gritzner....................0 Mainkrastwerke Höchst a-R.... 4 Süddeutscher Lucker .—*«••• • 105,75 210 106,5 81 18,5 114,25 114,5 141,9 215 99,25 114 97,75 90,25 116 54,13 114 114 81,75 93 152,75 35,5 265 148,25 36,5 93 166,75 105,75 212 107,75 81,75 19 116 142,25 99 113,75 98,65 90,25 116 54,25 113 114,5 83 93,4 153,75 35,9 271 148,25 36 97,9 166,75 106 117,25 212 106,25 80,65 18,65 114,5 115 162,5 141,5 99,75 113,75 97,75 90^5 108,25 54,13 114 114 82 123,5 92,75 152,25 87,5 35,4 264 159,5 148,25 n 106 116,9 212,75 107,5 81,5 18,9 117,75 117 164 142,5 99,75 114 98,25 92 108 54 112,5 114,25 83,25 124,4 93,13 154,65 88,25 35,65 272 160,75 147,5 35,65 168 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Eiektr.Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens & Halske............7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus ....... ....... .. 0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener..............0 Harpener................... o Hoejch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 Ilse Bergbau ...............0 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke............. Mannesmann-Röhre«........ 0 Frankfurt 0.371. 3erhn Echiuß- kurs Schiußk. Abend- börse Schluß- kurs Schiußk. Mittag- börse L)atum 3.5. 4.5. 3 5 4-5. 6% Deutsche Reichsonleihe v. 1927 100,13 100 100,25 97 100,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,25 97,25 97 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102 101,75 — Deutsche Anl.-Wlvs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4*/t% Deutsche Reichspostschatzaw 114,4 115 114,2 115,13 Weisungen von 1934, I....... 100,4 100,5 100,5 100,5 6% eitern.8% Hess. Boltsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 — 98,25 *Vi% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold 9L 12........ 96,25 96,25 —- — ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioui ... 100,25 100,4 — - —_ 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeLb.Goldschuldverschr. R.6 — —— - Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auölos.-Rechten ............. 118,5 119,13 Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 116 116,65 116,4 116,25 4Vz% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96 96 96 _ 6%% ehem. 4’/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 100,65 100,9 — t>Vi°/o ehem. 4/2% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 100,9 101 101 101 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand, brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,5 96,5 96,25 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 96,5 96,5 96,25 _ Lteuergutsch.Berrechnungsk. 85-89 105,9 105,9 105,9 105,9 4% Oesterreichische Goldrente.... 27,25 27,25 27 28 4,20% Oesterreichische Silberrente —— 1,13 1,13 1.2 4% Ungarische Goldrenle ....... 8,1 7,9 8,25 8,1 8,2 4% Ungarische Staawrente v. 1910 8,05 7,85 8 4*/,% desgl. von 1913.......... 8 8,13 8,05 8,2 14 5% abgest. Goldmexikaner von 9! 14 14,25 14,3 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 8,8 M 8,65 — 3.Mai 4. Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Sricf Geld Brief Buenos Atre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,65 53,75 53,61 53,71 Danzig..... 46,97 47,07 46,93 47,03 London ..... 12,015 12,045 12,005 12,035 HelstngforS.. 5,305 5,315 5,305 5,315 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,73 168,07 167,76 168,10 Italien..... 20,68 20,72 20,68 20,72 Japan ...... 0,707 0 709 0,706 0,708 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,39 60,51 60,34 60,46 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,91 10,93 10,90 10,92 Stockholm... 61,96 62,08 61,90 62,02 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 33,92 33,98 33,92 33,98 Prag....... 10,35 10,37 10,355 10,375 Budapest ... — Reuyork... 2,483 2,487 2,483 2,487 Vanknoten. Seriin,4.Mai Geld Lriei Amerikanische Rot«....... 2,435 2,455 41,82 41,98 53,50 53,72 11,97 12,01 Französische Noten........ 16,32 16,38 Holländische Noten........ 167,34 168,02 Italienische Noten......... 20,31 20,39 Norwegische Noten ...... 60,13 60,37 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten....... — —— Schwedische Noten........ 61,69 61,93 Schweizer Noten.......... 80,24 80,56 Spanische Noten.........."..,., Ungarische Roten 33,45 33,59 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ur. (04 Drittes Blatt Montag, 6. Mai (935 „Krast-i>urch-Freui>e"-Sport für Alle. Aus der Provinzialhauptstadt. Bilanz des Stücks. Wenn die Behauptung, daß wir das Glück nur in uns selber finden können, auch so alt ist, daß selbst Methusalem in seiner Jugend bei ihrem Anhören kaum ein Gähnen unterdrücken konnte, so tft sie doch nichtsdestoweniger wahr. Um so erstaunlicher ist es, daß, wenn man sich aufmacht, um einmal eine hübsche Anzahl wirklich glücklicher Leute zusammen zu bringen, man meistens mit einem recht mageren Ergebnis zurückkommt. Woran liegt das? Woran liegt es, daß alle diese Menschen, die doch angeblich das Glück, oder vielmehr die Möglichkeit zum Glück in sich tragen wie ein Licht, das bloß angezündet zu werden braucht, daß sie olle behaupten, nicht glücklich zu sein? Es liegt in sehr vielen Fällen an einem wahren Mangel an Mut zum Glück. Es gibt tatsächlich wenig Menschen, die es wagen, sich selbst oder anderen einzugestehen, daß sie glücklich seien. Denn erstens fürchten sie, damit das Glück zu verscheuchen, zweitens fürchten sie, daß man es ihnen Übelnehmen könnte, und drittens, sind sie sich überhaupt nicht darüber klar. Sie sind zwar nicht krank, sie haben auch genug zu essen und ein Bett, sie haben einen guten Lebenskameraden und nette Freunde ... aber, aber ... es könnte doch besser sein. Und weil um sie herum alles klagt, so klagen sie halt mit. Das ist die große Mehrzahl. Dann gibt es Menschen, deren Empfindungsmöglichkeiten für das Glück durch ein schreckliches Hebet für immer getötet sind: das find die Blasierten. Wenn jemand einmal zehn Gebote zum Glücklichsein aufstellen wollte, dann müßte er an den Anfang setzen: Du sollst nicht blasiert sein. Wen die kleinen Wunder des Lebens, eine Blume, ein Frühlingshimmel, das Lachen oder das Geschenk eines Kindes, nicht mehr freuen können, der kann auf immer feine Hoffnungen einpacken. Nie in feinem Leben wird er glücklich fein. Dabei brauchten sie nur „die Hand auszustrecken", nur ein bißchen Mut und Erkenntnis, Zufriedenheit und Phantasie zu besitzen, um zu erkennen, daß sie eigentlich so glücklich sind, wie man es nur auf die Dauer sein kann. Und hier zeigt sich noch eine andere Bedeutung dieses mysteriösen kleinen Wortes: Glück. Das ist ein ganzes Leben von zwei Menschen, eine Reihe von Bildern, in denen diese zwei Menschen zusammen sind, oder arbeiten, oder mit ihren Kindern spielen. Und Glück ist: eine einzige Minute, die zischend aufsteigt wie eine Rakete, die gespannt ist wie ein Bogen, ach, viel zu gespannt, um dauern zu können; eine Welt von Gefühlen, eingepreßt in eine einzige Minute, so stark, daß es schmerzen würde, wenn sie länger dauerte. Augenblick und Dauer, beides ist Glück. Das Gleichgewicht zwischen beiden, auch das ist Glück. Man muß nur begreifen, wissen, die Augen aufmachen. Man muß nur manchmal das „Brett von der Stirn nehmen" und sein Leben s o ansehen, als ob man eben frisch angekommen wäre. Wieviel Glück kann in einer Minute liegen! Wieviel Glücksminuten sind in einem Jahr! Wieviel Jahre hat ein Leben! Machen Sie einmal Bilanz, und dann werden Sie sehen, daß das Glück Ihnen gar nicht soviel schuldet, wie Sie glaubten. Wartung zugeflogener Böget. Vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen, wird uns geschrieben: Im Frühling kommt es öfters vor, daß sich Jung- vägel im Zimmer verfliegen, oder im Garten regen- durchnäßt hilflos am Boden flattern. Was soll man da tun? Vor allem setze man Vögel, die am Boden kauern, auf einen Strauch ober Baum. Sie sind dort viel weniger Gefahren ausgesetzt. Sind die Alten in der Nähe, so werden diese sicher für die Jungen sorgen, besser als wir es könnten. Auch die im Zimmer verflogenen Jungen setzt man in der Regel am besten wieder aus. Die Eltern nehmen sich ihrer sofort wieder an. Wenn die Tierchen verletzt sind, muß man versuchen, sie aufzufüttern. Im Rahmen der Freizeitgestaltung spielen die Leibesübungen eine wichtige Rolle. So wurden bisher durch die Sportämter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in vielen Städten Deutschlands Turn-, Sport-, Spiel- und Gymnastikkurse eingerichtet, die für jedermann die Möglichkeit bieten, zu billigen Gebührensätzen sich körperlich zu betätigen. Das Gausportamt der NSG. „Kraft durch Freude" in Frankfurt a. M. beabsichtigt nunmehr sein Arbeitsgebiet zu erweitern und hat in Gießen einen Stützpunkt errichtet. Es ist jetzt allen Werktätigen der Stadl Gießen und aus der näheren Umgebung billig Gelegenheit gegeben, sich in den Sportkursen körperlich zu kräftigen, um damit die Leistungsfähigkeit im Berufe zu steigern. 3n froher Gemeinschaft finden in den Sporlkursen des Stützpunktes Gießen hunderte von Volksgenossen nach den beruflichen Anstrengungen körperliche Entspannung und Freude. Durch die NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" sind folgende Sportkurse eingerichtet worden: Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer gemeinsam): Freitags von 20 bis 22 Uhr im Lyzeum, Gießen, ab 10. 5.1935. Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Donnerstags von 20 bis 21 Uhr im Lyzeum, Gießen, ab 9. 5. 1935, für jüngere; Donnerstags von 21 bis 22 Uhr im Lyzeum, Gießen, ab 9.5.1935, für ältere; Freitags von 20 bis 21 Uhr in der Heilanstalt, Gießen, ab 10.5.1935. Leichtathletik (Frauen und Männer gemeinsam): Samstags von 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz Am Kugelberg, ab 11.5.1935. Fröhlicher Sport- und Spielnachmit- t a g (Gymnastik, Leichtathletik und Spiele, für Frauen und Männer gemeinsam): Freitags von 18 bis 20 Uhr, Universitätssportplatz Am Kugelberg, ab 10.5.1935; Dienstags von 18 bis 20 Uhr, Universitätssportplatz Am Kugelberg, ab 14. 5.1935. Diese Kurse sind offene Kurse, in die Eintritt jederzeit möglich ist. Die Gebühren für Gym- Zuerst setze man solche Tierchen in einen Käfig, wo sie sich zunächst etwas beruhigen können. Oft sperren sie nach 1 bis 2 Stunden schon verlangend die Schnäbel auf, wenn man sich ihnen nähert. Sind es Insektenfresser, erkenntlich am dünnen, meist langen Schnabel, so verfüttere man gewöhnlich vorher getötete Fliegen. Mit einer Pinzette gebe man dem Vogel die' Nahrung ein. Wenn er den Schnabel freiwillig öffnet, ist das natürlich keine Kunst. Man muß dann nur ja nicht zu mel auf einmal einführen wollen. Häufig will der Vogel aber nicht „sperren", dann muß er gestopft werden. Man nimmt ihn dazu sorgfältig in die Hand, ohne ihn zu drücken, und läßt nur das Köpflein zwischen Zeigefinger und Daumen durchgucken. Am Schnabelwinkel, oder besser noch etwas gegen die Spitze zu versuche man nun sorgsam den Schnabel zu öffnen — besser geht es, wenn zwei sich helfen — und schiebe das Futter gegen den Schlund, meist schluckt dann der Vogel. Sorgfältig muß man darauf achten, daß die Nahrung nicht unter die Zunge gerät, oder durch die Pinzette der Schlund verletzt wird. Körnerfresser, am dicken, kurzen Schnabel erkenntlich, sperren in der Regel nicht. Als Stopffutter eignet sich Brot in Milch aufgeweicht. Es gelingt aber hier viel seltener und erst bei großer Uebung, den Vogel durchzubringen. NSLB./ Kreis Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung", Bezirk Gießen. Tagung der Pflichtarbeitsgemeinschaft am Mittwoch, 8. Mai, in der Turnhalle der neuen Pestalozzischule. 15.30 bis 16.30 Uhr Knabenturnen; 16.30 bis 17.15 Uhr Leistungsturnen; 17.15 bis 18.15 Uhr Mädchenturnen. nastik, Körperschule, Fröhlichen Sport- und Spielnachmittag betragen für DAF.-Mitglieder Mark —,20, für Vichtmitglieder Wart —,40. Leichtathletik kostet 30 und 50 Pfennig. . Schwimmen für Anfänger und Fortgeschrittene (Männer und Frauen gemeinsam): Mittwochs von 20 bis 21 Uhr im Volksbad, Gießen, ab 22.5. 1935; Mittwochs von 21 bis 22 Uhr im Volksbad, Gießen, ab 22.5.1935. Der Schwimmkursus ist ein geschlossener Kursus und ist Eintritt nur bei Kursus- beginnt möglich. DAF.-Gebühr: 6 Sportmarken je 30 Pfennig = 1,80 Mark. Normalgebühr: 6 Sportmarken je 50 Pfennig = 3,— Mark. Am 8. und 15. Mai finden von 20 bis 21 Uhr und von 21 bis 22 Uhr Einführungsabende statt, an denen alle Volksgenossen zu dem Preis von 30 Pf. teilnehmen können. Reiten (für Männer und Frauen gemeinsam): Montags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz, ab 20.5.1935; Dienstags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz, ab 14.5. 1935. Reiten sind geschlossene Kurse. DAF.-Gebühr: 6 Sportmarken je 1,— Mark = 6,— Mark. Normalgebühr: 6 Sportmarken je 1,50 Mark = 9,— Mark. Für die Teilnahme an diesen Kursen ist vorherige schriftliche Anmeldung an die Kreiswaltung der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Fernruf: 2919, einzureichen. Genaue Anschrift und evtl. Telefonnummer ist erforderlich. Das Kulturgut des Sportes gibt frohen Mut und Lebenskraft. Darum ergeht auch an dieser Stelle wiederholt die Mahnung und Aufforderung an alle Volksgenossen: Reiht euch ein in die Front des ,Kraft-durch- Freude"-Sportes! Wacht euren Körper stark und widerstandskräftig durch Teilnahme an Leibesübungen bei den Sporlkursen der RSG. „Kraft durch Freude", Gießen. Erwerbt die Jahressportkarte (mit Versicherung 30 Pf.), entweder in der Geschäftsstelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, oder bet den Sportlehrern in den Sportstunden. Im Mittelpunkt der Tagung stehen die von der Landesregierung für alle Schulen verbindlich ausgeschriebenen Wettspielrunden. Die beiden Spiele Fußschlagball und Grenzball werden besprochen und vorgeführt. Die Lehrer der anderen Bezirke sind dazu eingeladen. Kem HI.-Dienst nm Muttertag. Anordnung des Reichsjugendführers. Am Sonntag, 12. Mai, feiert das deutsche Volk wiederum den Muttertag. In würdigen Familienfeiern bekennt es sich zur deutschen Mutter und zum deutschen Familien- und Volksleben. Aus diesem Grunde hat der Reichsjugendführer Baldur von Schirach angeordnet, daß der Sonntag,derl 2. Mai,fürHJ. und B d M. dienstfrei ist. Da der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Schulfeiern zu Ehren der deutschen Mutter und der deutschen Familien für Samstag, 11. Mai, angeordnet hat, wird nach der Anordnung des Reichsjugendführers der Staatsjugendtag an diesem Tage um 11 Uhr abgeschlossen. Die Schüler und Schülerinnen, die Mitglieder der H. I. und des BdM. sind, beteiligen sich in Zivilkleidung an den für 11 Uhr angesetzten Schulfeiern. Amtliche Mitteilung der Reichsmusikkammer. Bekr.: Eingliederung der Solisten in die Fachschaft IV der Reichsmusikerfchaft in der Reichsmusikkammer. Gemäß Anordnung des Herrn Präsidenten der Reichsmusikkammer vom 18. März 1935 betr. Eingliederung von Solisten in die Fachschaft IV der Reichsmusikerschaft bitten wir die Künstler, welche auf dem Gebiete des Oratoriums und Konzerts so- listisch tätig sein wollen, sofort einen Antrag auf Aufnahme in die Fachschaft IV der Reichsmusiker- schäft stellen zu wollen. Diese Bekanntmachung betrifft auch Mitglieder welche bisher der Fachschaft IV schon angehört haben. Dem Antrag sind beizufügen: Lichtbild, Lebenslauf, polizeiliches Führungszeugnis, künstlerisches Material, Pressestimmen, Repertoire usw. Von dem Befund dieser Unterlagen wird es abhängen, ob der Antragsteller eine Prüfung abzulegen hat, deren Zeitpunkt noch bekanntgegeben wird. (Prüfungsgebühr RM. 5,—). Die Anträge sind an die zuständige Ortsmusikerschaft bis spätestens 10. Mai 1935 einzureichen. Darmstadt, 3. Mai 1935. Reichsmusikkammer Der Landesleiter Hessen-Nassau F i ch t m ü l l e r. Glückwunsch vom Führer. Anläßlich der goldenen Hochzeit der Eheleute Alois K u b e in Gießen, Aulweg 100, am Freitag, 3. Mai, erhielt das Jubelpaar das nachstehende, vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eigenhändig unterzeichnete Glückwunschschreiben: „Zu dem seltenen Fest der goldenen Hochzeit sende ich Ihnen und Ihrer Gattin meine herzlichsten Glückwünsche. Ich hoffe und wünsche, daß Ihnen noch ein recht langer und ungetrübter Lebensabend im Kreise Ihrer Familie beschieden sein möge. Gez. Adolf Hitle r." Lebensmiiielsammluna. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-TNitte. Im Bereich der Ortsgruppe Mitte wird am Mittwoch, 8. Mai, die Lebensmittelsammlung durchgeführt. Die Sammlerinnen werden die erhaltenen Spenden in die Mitgliedskarten vom Lebensmittelopferring quittieren. Wir bitten deshalb die Hausfrauen, die Spenden sowohl als die Mitgliedskarten ab Mittwoch, vormittags 9 Uhr, bereitzuhalten. Amt für Volkswohlfahrt. proviuzmlausschuh-Gitzung. In der öffentlichen Sitzung des Provinzialaus- fchusfes der Provinz Oberhessen am Samstag kamen folgende Verwaltungsstreitsachen zur Verhandlung: Eine Klage des Jakob Stampfl in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 29. Januar 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheines für 1935 Kj. wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen und der Streitwert auf 100 Mark festgesetzt. Die Beschwerde des Max R u h l a n d in Bad- Nauheim gegen die Entscheidung der Bürgermeisterei Bad-Nauheim vom 7. März 1935 wegen Zurücknahme der Erlaubnis zum Verkauf von Milch wurde als unbegründet kostenpflichtig zurückgewiesen und der Streitwert auf 500 Mark festgesetzt Der städtische Gelderheber Hugo Klinkerfuß aus Bad-Nauheim wurde in dem gegen ihn eingeleiteten Dienststrafverfahren freigesprochen und die Kosten des Verfahrens der Stadt Bad-Nauheim zur Last gesetzt. Gegen Störungen der Ruhe und Ordnung durch Musizieren. Die Polizeidirektion weist daraus hin, daß anhaltendes Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spielenlassen von mechanischen Musikapparaten (Grammophonen, Radiolautsprechern und dgl.) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche Belästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des § 360, Ziffer 11, des Reichsstrafgesetzbuches (ungebührliche Erregung ruhestörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) erfüllt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, dagegen einzuschreiten. ffnfer größter Botschafter. Wagner-Begeisterung in Italien. Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Mai. Er ist immer noch unser größter Botschafter: vor Richard Wagner beugt sich der kaltschnäuzige Kanonenhändler, der gerissenste Diplomat, der unfreundlichste Politiker. Vielleicht kann nur der Auslanddeutsche so ganz ermessen, erfühlen, was wir an dem musikalischen Künder unseres Wesens haben, denn erst im feindseligen Ausland begreift man feine grenzensprengende Kraft. Von ihm geht aus ein Leuchten, eine menschen- und feuerzwingende Macht wie von Wotans heiligem Speer. Es gibt überall -in der Welt, die uns im Kriege gegenüberftanb, Leute, die während der auch über die deutsche Musik verhängten Blockade schier verhungerten, die ohne Wagner nicht leben konnten und sich kümmerlich von Konserven nährten, den.hetm- lich gespielten Schallplatten. Kaum schwieg der Lärm der Waffen, da erzwangen sich die „Wagner- narren" allen Boykottversuchen zum Trotz den Weg nach Bayreuth, die Herren Kapellmeister in Paris sogar gehorchten — ach und wie gern sie gehorchten! Alles hatte genug von der vitammlosen Winternahrung, der K-Musik. Und Nikisch zog nach Rom. Ich sehe ihn noch vor dem See am damals noch ungepflasterten Bahnhofsplatz stehen, ein Wolkenbruch ging nieder, und ich hatte den neuen Strohhut auf. Nikisch sand keine Furt, da hieß es halt durch, der Strohhut flatterte ihm als Signal entgegen, auf einem Seitenweg gelang es, den Maestro zu einer Droschke zu lotsen. Wie die Stimmung sei, fragte er. Besser als das Wetter, sagte ich, und sein durchdringender Blick verlor sich ungläubig in der molluskenhaften Masse, die in der Flohecke der Droschke schwabbelte: Strohhut wie Wagner, das schien ihm heute die gleiche Herausforderung. Aber dann der Abend im Augusteum! Das Publikum war geladen mit Spannung, aus allen Fingern sprühte es wie St. Elmsfeuer, die Wagner- hungrigen verschlangen schon „Tannhäuser" mit förmlicher Gier. Und schließlich glomm es auf, das überirdische Leuchten, es zog Isoldes Liebestod durch das Mausoleum des Augustus — da hielt es die Menschen nicht mehr, da sprangen sie auf, vergebens rangen Frontkämpfer mit den Tränen, harte Männer gruben die Fingernägel in die Handflächen, um nicht aufschreien zu müssen ... und als die letzten tost hinstachM wie das Mri-W KM ainfifi (Lose nenuniergangs auf dem Bodensee, als unermeßlich einherschritt das Sehnen einer Menschenseele, da, ja da war es, als müsse nun der zweitausendjährige Bau einstürzen. Deutschland hatte gesiegt ... Und wieder herrscht unfreundliches Wetter in Italien, die Zeitungen, wie kontrapunktisch gebunden an das Pariser Leitmotiv, scheinen uns nicht verstehen zu wollen, sie ziehen wieder einmal in den Staub, was uns heilig ist. Sie verspotten den Wotan des Rings als „alten Nörgler", sie machen ein lächerliches Duell aus seiner letzten Begegnung mit Siegfried, sie tun sich etwas auf die überlegene lateinische Kultur. Macht auch das Volk dabei mit? Nun, als die Oper in Turin kürzlich den Ring durchsetzte, mußte das Publikum durch Anschläge ersucht werden, das Beleuchten der Textbücher durch Taschenlampen während der Vorstellung zu unterlassen. So verbissen sich die Wagnerfreudigen in die Partitur! Rom brachte dann in einer vollendeten Darstellung die Meistersinger heraus. Wer keinen Platz mehr errang, hängte sich an den Rundfunk. Wer in Deutschland mithörte, weiß, wie die Begeisterung durch das Haus hallte. Wäre der Fernseher schon da, so hätte man auf der allerhöchsten Galerie reihenweise junge „Fanatiker" sitzen gesehen, die, das Notenheft auf den Knien, den Kopf in den Händen vergraben, die Welt um sich vergaßen. Das größte Musikereignis der Saison: Schlußkonzert des Augusteums. Niemand hätte etwas Ungewöhnliches dahinter gefunden, wenn es von den nationalen Musikheroen bestritten worden wäre, ist es ja doch auch guter Brauch, die Opernsaison stets mit einem nationalen Werk zu eröffnen. Ungewöhnliches aber geschah: das Augusteum hatte den Mut, die Saison mit einem Wagner-Konzert zu beschließen! Von allen Mauern schrien es die Plakate, von Mund zu Mund wurde die Sensation weiter- getragen. Nur Wagner! In Rom! Im Augusteum! Mehr noch: Molinari dirigierte, der römische Nikisch. Und der Rundfunk wollte kein Geheimnis mehr daraus machen, er übertrug auf alle Landesund viele ausländischen Sender, unmittelbar nach der Weihe von Lourdes. So hörte man um 18.30 Uhr noch den Kardinal, eine Viertelstunde später den „Fliegenden Holländer", schließlich Wotan. Und unter dem fantasma des Walkürenritts verließen die Menschen summend und singend den Saal, wie blind für die Gefahren der Straße, der alltäglichen wie der politischen. Da war keiner, der an einen alten Nörgler dachte, als der Gott schied von feinem Kinde. Da war nur ein einziger inbrünstiger Herzschlag, als das Maufo- teum jßlbes teoneu Mas m srsbstmdsL Lcchs» UeberaU sind Anschläge, die die Zuhörer ermahnen, kein „bis" zu verlangen, keine Wiederholung, jeder weiß es von Jugend auf, und doch, was vergißt man nicht alles bei einer solchen Musik, die Leute rasten vor Verlangen: büs! büüüss! Da capo! Büsssss! Sie trommelten mit Fäusten und Füßen. Wäre Wagner selbst dagewesen, man hätte ihn in Stücke zerrissen vor Liebe und Begeisterung. Er ist immer noch unser größter Botschafter. Eine Schädel-Operation mit Feuersteinen. Die modernen Mittel der Medizin, in der Chirurgie vor allem die Verwendung der feinsten Instrumente bei gleichzeitiger Schmerzbekämpfung durch Narkose, erscheinen uns heute als so selbstverständlich, daß wir uns kaum mehr vorstellen können, wie eine schwierige Operation vor vielen tausend Jahren ausgeführt wurde. Wie war es möglich, daß der Mensch unter den Werkzeugen des „Arztes" Nicht verblutete oder vor Schmerzen den Verstand verlor? Tatsächlich aber hat man — das wissen wir aus einer Reihe von Funden — schon in vorgeschichtlichen Zeiten sog. Trepanationen vorgenommen, d. h. operative Oeffnungen einer von Knochen umgebenen Höhle durch Aufmeißelung oder Anbohren, insbesondere an der Schädelkapsel. Nun ist an der Sussex-Küste van England vom Schleppnetz eines Fischdampfers ein derart primitiv behandelter Schädel vom Meeresgrund ans Tageslicht gefördert worden; er ist von dem Direktor des Brigh- ton-Mufeums auf die Bronzezeit bestimmt und von dem Londoner Chirurgen Doktor Wilson Parry einer genauen Untersuchung unterzogen worden. Es handelt sich hier um einen menschlichen Schädel, an dem zwei Trepanationen vorgenommen worden sind und der ein außergewöhnliches Beispiel vorgeschichtlicher Chirurgie darstellt. Die abgeschrägten Seiten der Löcher, von denen jedes mehr als 2,5 Zentimeter groß ist, sind offensichtlich mit Feuersteinen bearbeitet worden. Der Arzt hat wahrscheinlich vor dem Kranken gekniet und feinen Kopf fest zwischen die Knie genommen, eine Anzahl frisch vorbereiteter Feuersteine griffbereit zur Seite. Dann ist nach einem Einschnitt in die Kopfhaut mit einem scharf zugespitzten Feuerstein die Schädeldecke ausgehöhlt worden. Beide Trepanationen sind unmittelbar hintereinander durchgeführt worden. Nach den Versuchen, die Dr. Wilson Parry, der sich schon fast zwanzig Jahre mit dieser Art vorgeschichtlicher Chirurgie beschäftigt, an mehreren Schädeln vor- flßimmmen hat. hauM M jplcher operativer Umgriff mindestens eine halbe Stunde. Die Oeffnung des jetzt neuentdeckten Schädels aus der Bronzezeit erfolgte anscheinend als letzte dringende Hilfe gegen eine Knochenhautentzündung, worauf die in den Knochen hineingefressenen Löcher hindeuten. Einige dieser winzigen Löcher haben sich im natürlichen Wachstum geschlossen, ein Anzeichen dafür, daß die Operation vorgenommen wurde, während der Patient noch lebte. Der Kranke scheint den chirurgischen Eingriff aber nicht lange überstanden zu haben und dürfte nach ungefähr sechs Wochen vermutlich an Vergiftung gestorben sein. An zwei anderen Schädeln, die schon vor einiger Zeit auf englischem Boden gefunden wurden, haben die Operationen offensichtlich zu verschiedenen Ergebnissen geführt; der eine Patient hat nach der Trepanation höchstwahrscheinlich noch lange gelebt, während der andere unter den Händen des Arztes gestorben ist. Am Fußabdruck wird das Kind erkannt. Während man in deutschen Krankenhäusern mit den Neugeborenen so sorgsam umgeht, daß Verwechslungen ausgeschlossen erscheinen, hat man in Amerika ein Verfahren ersonnen, das jeden Zweifel an der Identität jedes Kindes tilgt. Dr. Hans Schneickert beschreibt es im Machest von Beltz a g e n & Klasings Monatsheften: Während im Gebunsraum die notwendigen ersten Tätigkeiten ausgeführt werden, wird als eine der ersten Maßnahmen eine Metallmarke an Hals ober Handgelenk des Neugeborenen befestigt, welche die gleiche Nummer trägt, wie eine entsprechende um den Hals der Mutter gebundene Metallmarke. Sofort nach der Waschung erhält der Neugeborene einen Stoffklebestreifen auf den Rücken geklebt mit dem Namen der Mutter und dem Tag der Geburt. Als drittes Verfahren wird die Aufnahme von Fußabdrücken angewendet an Stelle von Fingerabdrücken, die .unmittelbar nach der Geburt wegen der Feinheit der Papillarlinien noch nicht aufnahmefähig sind. Die Fußabdrücke werden ausgenommen, noch ehe der Neugeborene oder die Mutter den Geburtssaal verläßt. Die Abdrücke werden auf zwei Vordrucken ausgenommen, von denen ein Abdruck im Hospital verbleibt und der zweite in Form eines Hospital-Geburtszeugnisses der Mutter beim Verlassen des Krankenhauses ausgehändigt wird. Neuerdings wird auch ein Fingerabdruck der Mutter auf die im Hospital verbleibende Urkunde gesetzt, was deswegen die -oidjeröeit erhöht, weil damit nochmals einwandfrei beurkundet wird, welcher Neugeborene zu einer bestimmten Mutter go° HÜÄ» GewichtsfestsetzungauchsiirWeizen-undMWwt die Wiederherstellung beschädigter Ruhebänke in der Umgebung des Schiffenbergs hat die Heimatvereinigung im abgelaufenen Jahre weitgehende Mittel ausgewendet. Um die Ausschmückung der Räume des Schiffenbergs hat sich die Heimatvereinigung ebenfalls begrüht. Leider gibt es immer noch Menschen, die das Verständnis für derartige Bestrebungen vermissen lassen. In der Nacht zum 1 Mai haben Rohlinge ein Bild der Heimatvereinigung Schiffenbera aus dem Heimatsaal durch das Fenster in den Klosterhof geworfen, so daß es vollständig in Stücke gmg. Im Einvernehmen mit dem Forstamt Schiffenberg wurden auch die Wege nach dem Schifsenberg teilweise verbessert. Im übrigen hat die Vereinigung im abgelaufenen Jahre eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, die in erster Linie der Heimatpflege dienten. Aus dem vom Rechner H. Kirchner erstatteten Rechenschaftsbericht ging hervor, daß die Vereinigung zu Beginn des Vereinsjahres über einen Kassenbestand von 209,77 RM. verfügte. Im Laufe des Vereinsjahres wurden 263,95 RM. eingenommen, zusammen also 473,72 RM. Ausgegeben wurden insgesamt 340,42 RM., so daß heute 133,30 RM. noch vorhanden sind. Außerdem verfügt die Vereinigung noch über einen besonderen Fonds von etwa 500 RM. als Ueberschuß der 800-Iahrfeier, der für besondere Aufgaben der Heimatvereinigung bestimmt ist. Im weiteren Verlaufe der Versammlung gab der Vorsitzende davon Kenntnis, daß Geh. Rat Prof. Dr. Sommer sich entschlossen habe, seinen Besitz in Obersteinberg, am Pfahlgraben, der Heimatvereinigung „Schiffenberg" zu schenken. Es handelt sich um eine unbebaute Fläche von etwa 2000 Quadratmeter Größe. Die Versammlung beschloß einstimmig, diese hochherzige Schenkung anzunehmen. Die hierdurch bedingte Eintragung des Vereins in das Vereinsregister wurde gutgeheißen. Ebenso wurde der hierdurch notwendigen Aenderung der Satzungen zugestimmt. Die Bestimmung über die Verwendung des Vermögens bei Auflösung der Vereinigung soll der Vorstand treffen. In der Aussprache wies Dr. Michel auf die ersprießliche Zusammenarbeit zwischen dem Landschaftsbund Volkstum und Heimat und der Heimatvereinigung Schiffenberg hin, unter gleichzeitiger Brote hergestellt werden. Die bisher gültige Bestimmung, wonach Kleingebäck, d. h. Brot bis 250 Gramm, nicht unter die Gewichtsangabevorschriften fällt, wird aufrechterhalten. Weiterhin wird für Brot, das in Packungen oder Behältnissen in Scheiben geschnitten verkauft wird, ebenfalls ein Mindestgewicht und eine Gewichtsskala sowie ein Zwang zur Kenntlichmachung des Gewichtes eingeführt. Dadurch werden Umgehungen der Gewichtsvorschriften durch Verkauf des Brotes in Scheiben verhindert. Rr. 2 des Gesetzes bringt eine Anpassung der Zuständigkeiten auf Grund des Brotgesetzes in der bisherigen Fassung an die Vorschriften der Verordnung zur Ordnung der Getreidewirtschaft. Den Zusammenschlüssen der Getreidewirtschaft wird die Befugnis gegeben, Ausnahmen von den Gewichtsvorschriften für geschnittenes Brot zuzulassen, um zur Vermeidung von Härten Uebergangsvorschriften zu ermöglichen. Aus dem gleichen Grunde tritt das neue Gesetz auch nicht sofort in Kraft, sondern erst zu einem Zeitpunkt, den der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft bestimmt. Den beteiligten Wirtschaftsgruppen kann so insbesondere auch für die Umstellung auf die neuen Gewichtsvorschriften und zum Verbrauch von noch vorhandenen abweichenden Packungen eine angemessene Uebergangsfrist gewährt werden. Die Reichsregierung hat ein Gesetz zur Aenderung des Brotgesetzes beschlossen, das soeben im Reichsgesetzblatt verkündet wird. Danach wird bestimmt, daß Brot gewerbsmäßig nur in bestimmten Gewichten hergestellt werden darf. Bisher galt diese Vorschrift lediglich für solches Brot, für das ausschließlich ober überwiegend Mahlerzeugmsse des Roggens verwendet werden. Die Zunahme des Verbrauchs von inländischem Weizen als Brotfrucht machte die Ausdehnung dieser Bestimmung auch auf die anderen Brotarten, wie Mischbrot und 2ßei=„ zenbrot, erforderlich. Der Verbraucher wird dadurch nunmehr bei allen Brotarten vor Uebervorteilung durch Verabreichung eines zu niedrigen Brotgewichts geschützt. Weiterhin wird das bisherige Mindestgewicht für Brot von 500 Gramm auf 750 Gramm heraufgefeht, soweit das Brot aus 20 und mehr Hundertteilen Roggenmehl oder Roggenschrot hergestellt ist (Schwarz-, Roggen- und Mischbrot). Der Brotmarkt wird hierdurch von allzu vielen Brotgrößen bereinigt. Die Mindestgewichtsgrenze für die übrigen Brotsorten (insbesondere Weizenbrot und Spezialbrote) wird auf 500 Gramm festgesetzt, weil diese Brote bisher durchweg kleiner als Roa- gen- und Mischbrot hergestellt wurden. Durch diese Mindestgewichtsvorschriften wird im übrigen verhindert, daß in unwirtschaftlicher Art zu kleine Bekanntgabe der nächsten Veranstaltungen des Landschaftsbundes. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit dreifachem Siegheil aus den Führer. Anschließend an die Jahresversammlung fand eine Familienzusammenkunft statt. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Bender, Watzenborn- Steinberg, übernommen und erfolgreich durchgeführt. Auch her Gesangverein „Eintracht" Steinberg, unter Leitung von Chormeister Harnisch, erfreute durch den Vortrag einer Anzahl wirkungsvoll zu Gehör gebrachter Volkslieder. Zwischendurch sang Frau Steiner, Hausen, ein von Rektor i. R. V. Müller verfaßtes und vertontes Lied: „Heimat, o Heimat, wie bist du so schön", begleitet von Pfarrer Steiner, das besonderen Beifall fand. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erfreuten Frau Steiner und Frau Kirchmann durch den Vortrag mehrerer Duette. Vornolizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Freundin eines großen Mannes". ** E i n Neunundachtzigjähriger. Am morgigen Dienstag, 7. Mai, kann Herr Peter V ö l - zing von hier, Steinstraße 21, in körperlicher und geistiger Frische feinen 89. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist Veteran von 1870/71. In diesem Kriege verlor er den linken Arm und das linke Sein. Er ist treuer Leser des „Gießener Anzeigers". ** D i e Geschäfts stunden der Kreis - dien ft stelle der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" sind ab 6. Mai von Montag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18.30 Uhr, Samstags von 10 bis 13 Uhr. **BetretenundBefahrenderReichs- auto-Kraftfahrbahn durch Unbefugte strafbar. Mit Genehmigung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung Abt. Ib — wird von der zuständigen Stelle angeordnet: „Das Betreten und Befahren der Kraftfahrbahn in allen Teilen ist Unbefugten verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft. Die Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung im Amtsverkündigungsblatt (3. Mai 1935) in Kraft." Zahlung der Vermögenssteuer am 15. Mai. Vom Reichsfinanzministerium wird darauf hingewiesen, daß nach der gesetzlichen Regelung am 15. Mai 1935 der gleiche Betrag an Vermögens- ’ steuer zu entrichten ist, Den der Steuerpflichtige am ■ 15. Februar 1935 zu zahlen hatte. Entsprechendes gilt für die späteren, im Rechnungsjahr 1935 fällig , werdenden Teilbeträge an Vermögenssteuer vom 15. August, 15. November 1935 und 15. Februar 1936. Lossprechung der Buch- und Steindrucker-Lehrlinge. In feierlicher Form fand am Samstagnachmittag im Saale des Caf6 Ebel die feierliche Lossprechung der Lehrlinge des Buch- und Steindruckgewerbes statt. Der Saal war festlich geschmückt. Unter einem Bilde des Führers prangte inmitten von frischem Grün die Porträtbüste Gutenbergs, des Altmeisters der Buchdruckerkunst. Nach einer feinen musikalischen Darbietung am Klavier (Herr Andreas) betraten die neuen Iunggehilfen den Saal. Der Obermeister der Buch- und Steindrucker-Jnnung für die Provinz Oberhessen (Reichsbetriebsgemeinschaft Druck) Christ-Gießen hielt eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß auch in diesem Jahre die Lossprechung der Lehrlinge des Gewerbes in feierlicher Form erfolgen solle. In eindrucksvollen Worten ermahnte er die Iunggehilfen, die beendete Lehrzeit nicht so aufzufassen, als ob es nichts mehr zu lernen gebe. Jeder müsse stets bestrebt sein, das berufliche Können in dem so vielseitigen Gewerbe immer weiter auszubauen, um so ein wertvolles Glied des Berufsstandes zu werden. Er forderte auf, den älteren Berufskameraden gegenüber stets ehrerbietig zu sein, die sich dann jederzeit gerne bereit finden würden, aus ihren Erfahrungen auch dem jüngeren Kameraden zu vermitteln. Nachdem der Obermeister die Iunggehilfen aufgefordert hatte, auch stets ihrer Pflichten dem Volke und dem Da- terlande gegenüber eingedenk zu fein, sich außerdem stets als rechte Jünger Gutenbergs und Senefelders zu fühlen und dementsprechend zu handeln, erklärte er durch Handschlag die jungen Berufskameraden zu Gehilfen. Anschließend überreichte er ihnen die entsprechende Urkunde und überantwortete sie, nach altem Brauch, dem Gautschmeister Karl Lind en - st r u t h, der nach einer kurzen, zunftgemäßen Ansprache seine Helfer ausforderte, den neuen Gehilfen die ordentliche Weihe zu vermitteln. Mit Standhaftigkeit und ohne Widerspruch ließen die jungen Gehilfen die eigenartige, luftige Wassertaufe über sich ergehen, begaben sich dann für einige Zeit an die Sonne, um schließlich und zum guten Ende an den Tischen bei den älteren Gesellen Platz zu nehmen.. Zur feierlichen Lossprechung und zur Gautschfeier fand sich eine Anzahl Gehilfen ein, die mit großer Aufmerksamkeit dem Brauchtum folgte. Am Abend traf man sich zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Heimatvereinigung Schiffenberg. Die Heimatvereinigung Schiffenberg hielt am gestrigen Sonntagnachmittag auf dem Schiftenberg ihre Jahresversammlung ab. Oberforstmeister Nicolaus begrüßte die aus Gießen und Umgebung außerordentlich zahlreich erschienenen Volksgenossen und gedachte der im abgelaufenen Dereinsjahr aus dem Leben geschiedenen Mitglieder des Vereins, zu deren Andenken sich die Besucher von ihren Sitzen erhoben. Hierauf erstattete der Schriftführer der Heimatvereinigung, Rektor i. R. Valentin Müller, den Jahresbericht. Daraus war zu entnehmen, daß die Heimatvereinigung auch im letzten Jahre bemüht gewesen ist, die Schönheiten des Schiffenbergs und feiner Umgebung zu heben. Din geplante Sammlung von Volksliedern zu einem Liederbuch ist nahezu beendet. Außerdem hat die Vereinigung im abgelaufenen Vereinsjahr auf dem Altan des Schiffenbergs eine Orientierungstafel aufgestellt, die be- fonbers von Fremben eifrig benutzt wirb. Auch für ** Erster schöner Maisonntag. Nach langen regnerischen Monaten unb Wochen änberte ich in ben letzten Tagen bas Wetter grünblich und im besten Sinne. So war uns geltem ein prächtiger Maisonntag beschieben, ber bisher wohl ber, chönste Tag bes Jahres genannt werben barf. Die Bevölkerung unserer Stabt hatte sich zu Ausflügen gerüstet unb allenthalben konnte man gestern in Falb unb Felb unserer näheren unb weiteren Umgebung ben Spaziergängern begegnen. Zu Fuß, auf bem Fahrrab unb im Kraftwagen befanb man ich unterwegs. Die Reichsbahn hatte. ebenfalls verstärkten Verkehr zu verzeichnen. Die Natur hatte sich auf bas Schönste geschmückt unb bot herrlichen Aufenthalt. Gestärkt für bie Arbeit bes Werktags kehrte man am Abenb zurück. ** Gefährlicher Biß. Der elfjährige Sohn bes hiesigen Artisten Vetter, wohnhaft „An ber Kläranlage", würbe biefer Tage von einem Affen Seinen Urlaub verbringt der deutsche Junge in den Sammellagern der Hitler-Jugend! in das Knie gebissen. Die Wunde verschlimmerte ich so sehr, daß der Junge in die Klinik gebracht werden mußte. Sein Befinden ist nicht unbedenklich. ** Briefposten für die Kreuzer „Em° ben" unb „Karlsruhe". Die Absendung der Briefposten für bie Kreuzer „Emben" unb „Karlsruhe" vom Marinepostbüro Berlin C 2 erfolgt im Mai unb Anfang Juni an folgenden Tagen: 1. an ben Kreuzer „Ernbe n" am . 17., 18. unb vom 20. bis 26. Mai täglich nach Lissabon (Portugal), vom 27. Mai bis 3. Juni werktäglich nach Vigo (Spanien); 2. an ben Kreuzer „Karlsruhe" vom 24. bis 29. Mai täglich, am 31. Mai, 1. und 3. Juni nach Vigo (Spanien). Die gewöhnlichen Brieften- bungen müssen spätestens an ben Absenbungstagen vormittags beim Marinepostbüro eingehen. ** Kein Geld in gewöhnliche Briefe e i n l e g e n ! Die einzig richtige Art, Gelb mit ber Post zu verschicken, ist bie mit Postanweisung, Zahlkarte ober Gelbbrief. Wer einen größeren Zahlungsverkehr unterhält, bem kann nur bringenb bie Einrichtung eines Postscheckkontos empfohlen werben. Er hat bann nur nötig, eine kostenlose Überweisung ober einen Scheck auszuschreiben unb ben gelben Scheckbrief mit 5 Pfennig frankiert in ben nächsten Briefkasten zu werfen. Diese einfachen unb sicheren Gelbversendungsarten werben leiber von einem großen Teil bes Publikums nicht benutzt. Vor ber Versenbung von Gelb in gewöhnlichen Briefen wird bringenb gewarnt. Für in Verlust geratene Einschreibbriefe werben höchstens 40 Mark Ersatz geleistet, für beraubte Einschreibbriefe besteht ba- gegen keinerlei Haftung. Bei Verlust ober Beraubung gewöhnlicher Briefe haben Absenber und Empfänger immer ben Schaben zu tragen, weil biß Post nicht haftet. Oberhesten. Fahrplanverbefferung auf der Vogelsbergbahn. Der Sommerfahrplan bringt auf ber Reichsbahnstrecke Frankfurt a. M. — Stockheim — Gebern — Lauterbach erfreuliche Verbesserungen. Die bisherigen langen Fahrzeiten werben verkürzt unb burch Einlegung neuer Züge die Fahrgelegenheiten vermehrt. Von Wichtigkeit ist ferner bie birekte Durchführung mehrerer Züge von Frankfurt bis Lauterbach. Ebenso sind bie Anschlüsse von Hanau—Gelnhausen—Friebberg unb Gießen günstiger gestaltet. Besonbers zu begrüßen ist bie neu geschaffene günstige Verbinbung zum Wochenenbe im Vogelsberg. Ein birekter Zug ab Frankfurt Hbhf. 13,41 Uhr, ber bereits zwischen 16 unb 17 Uhr bie Orte bes hohen Vogelsberges erreicht, ermöglicht ben schaffenben Volksgenossen eine lohnende Ausnützung ber Sonntage. Die Rückfahrt am Sonntagabenb kann mit bem bekannten Sonn- Vornan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.). 14. Fortsetzung. Nachbruck verboten! Sie fühlte sich schulbig, sie hatte bem Mäbchen zu viel zugemutet, sie hatte Ueberlegung unb Sparsamkeit von Sophie erwartet und sich selbst unfähig gefühlt, sparsam zu wirtschaften. Die Einsicht' war bitter. Gestern hatte sie sich noch gerühmt, ohne Hausbame auszukommen, heute sah sie fast bie Unmöglichkeit ein, bem Haushalt selbst vorzustehen. Woher sollte sie bas Gelb zum Bezahlen ber Rechnungen nehmen?* Freb bitten? Unmöglich, sie schämte sich viel zu sehr. Sie mußte in ber nächsten Zeit sehr sparsam sein, nur Freb bürste nichts merken. Im Gegenteil, er mußte zufriebengestellt werben; sie mußte versuchen, feine Wünsche kennenzulernen, auch wenn er nichts sagte. Mittags kam eine weitere Enttäuschung. Der Chauffeur kam zu Fuß zurück. „Die gnäbige Frau möchten nicht auf ben Herrn warten. Herr Morlanb hat mit bem Auto wegfahren müssen. Er wirb wahrscheinlich erst am Sonntag spät wie- berkommen." Liane setzte sich allein an ben gebeckten Tisch, sagte nicht, würgte am Essen unb fragte sich immer toieber: Wo mag er hin fein? Sie betrat bas einstige Arbeitszimmer ihres Vaters, in bas jetzt Freb eingezogen war. Nichts verriet ben neuen Herrn, kein Zettel lag auf bem Schreibtisch, nur in bem Bücherschrank glaubte sie einige neue Bücher zu entberfen. Sie nahm ein Buch heraus, schlug es auf. Ein Briefumschlag klemmte zwischen ben Seiten. Von einer Damenhand geschrieben, las sie Frebs frühere Abresse. Liane fühlte, wie ihr Herz zu schlagen begann; sie nahm bas Kuvert in bie Hand, drehte es um. Es zeigte keinen Absender und war leer. Sie suchte den Poststempel zu ermitteln, vergebens. Fred empfing Damenbriefe! Gewiß, es konnte eine Mutter, eine Schwester jein, die ihm schrieb; aber betonte er nicht stets, völlig ohne Familie da- zustehen? Schnell legte Liane den Briefumschlag zurück, stellte das Buch in den Schrank, schloß ab und warf sich plötzlich herzbrechend weinend auf den Diwan. Sie war so erschöpft, als sie sich endlich erhob, daß sie müde nach ihrem Schlafzimmer schlich und sich zu Bett legte. Spät abends hörte sie die Mädchen heimkommen, noch später kam Fred. Sie lag und starrte mit brennenden Augen ins Dunkle. Würde ihr Leben nie anders werden? Würde es immer so weitergehen? — Für Fred war die Komödie seiner Ehe beendet; er glaubte seine Pflicht getan zu haben, er hielt es nicht mehr für nötig, die Scheinehe, in der er lebte, zu vertuschen, zeigte sich nie mit feiner Frau, machte keinerlei Besuche mit ihr, ließ sie stets abends allein. Sonntags nahm er immer das Auto und fuhr, ganz gleich wie das Wetter war, schon bei Morgengrauen davon. Ja, es kam vor, daß er schon Samstags verschwand und erst am Montagmorgen seltsam erfrischt wieder erschien. Liane fügte sich stumm, aber sie litt maßlos unter dem Verhältnis. Sie ließ sich verleugnen, wenn jemand kam, sie zu besuchen, verließ nie das Haus, sorgte sich um die Schulden, die nicht kleiner werden wollten, fühlte sich elend. An einem ber nächsten Sonntage erschien vormittags bas Ehepaar Lechner in aller Form. Der Zufall wollte es, bah Liane gerabe vom Garten ins Haus schlüpfen wollte, als sie bas Ehepaar vor ber Gartentür sah. Nun mußte sie bas Paar begrüßen, mußte sie zum Näherkommen nötigen. „Wie geht's, wie steht's, Liane? Wo ist ber Gatte?" lachte Irene sie an. „Er wirb sehr bebauern, nicht zu Hause zu sein. Gerabe ist er nach Offenbach gefahren." „Was bein Mann nur immer Sonntags geschäftlich zu tun hat!" münberte sich Irene. „Da hätte ich wohl lange warten können, bis ihr bei uns erschienen wäret. Warum hast bu bich nicht längst einmal blicken lassen? So förmlich brauchen wir es boch nicht zu machen." Liane suchte nach Ausflüchten, log, sah bie schone, strahlenbe Irene, bie einfach fabelhaft elegant gekleibet war, voll Bewunberung unb heimlichen Neibes an. Irene erzählte wie am Schnürchen von ihrer herrlichen Reise, von ihrem großen, schonen Haushalt, von ben Dienstboten, von ihrem Zweisitzer — bas Hochzeitsgeschenk ihres Gatten — unb von bem großen geselligen Verkehr, ben sie pflegten. Zum Tennisspielen käme sie gar nicht mehr, aber Liane solle sodalb als möglich kommen. Liane bachte nicht baran, sie zu besuchen; bas Glück ber anberen in Augenschein zu nehmen; ging über ihre Kraft. Irene aber bestaub auf ihrem Willen, sie holte bie Freunbin ganz einfach mit ihrem Auto ab, unb Liane blieb nichts weiter übrig, als zu folgen. Die beftricfenbe ßiebensroürbigfeit Irenes war Liane schrecklich, unb wie quälenb waren so manche Fragen, bie Irene, scheinbar ohne sich etwas babei zu benfen, hinwarf, wie: „Warum geht ihr nie aus? Habt ihr euch schon bieses unb jenes angesehen? Neulich trafen wir beinen Mann übrigens allein." Liane umging bie Antworten, unb Irene in ihrer großen Erfahrung wollte belehren; „Ich würbe meinen Mann nicht allein fortlaffen. Die Sonntage müßte er mir auf jeben Fall roibmen. Weißt bu denn, was er tut, wenn er nicht ba ist? Uebrigens trafen wir boch neulich beinen Mann, unb zwar in einer Bar. Er war wohl mit Kunb- fchaft bort unb sehr vergnügt. Das würbe ich nicht zugeben. Du mußt ihn mehr an bich fesseln. So sehr ich meinen Mann liebe, ja, gerabe weil ich ihn so sehr liebe, mürbe ich ihn nie allein ausgehen lassen." Innerlich staunte Liane. War bas biefelbe Irene, bie sich eigentlich immer ein Bißchen über Kurt luftig gemacht hatte, von beren Liebe zu ihm man eigentlich nie etwas gemerkt hatte? Liane verließ bie Freunbin, fobalb es nur ging. Sie ärgerte sich, überhaupt mitgegangen zu sein. War es nicht bas beste, sich im eigenen Haus zu vergraben, sich von keinem Menschen sehen zu lassen? Mußten benn nicht überall mitleibige ober spöttische Blicke sie treffen? Würben nicht halb zu biefen mitleibigen Blicken auch noch bro- henbe kommen, wenn sie weiter nicht bezahlen konnte? Die Katastrophe kam schneller, als sie gebacht; sie kam in ber breiten, vierschrötigen Gestalt bes Metzgers, ber sich auf ber Diele breitmachte unb mit seiner lauten, harten Stimme schrie, baß man ihn im ganzen Haus hörte. Liane achtete kaum auf feine Worte. Sie zitterte auch nicht einmal vor bem Manne. Sie bangte vor bem Kommen Frebs. Wenn Freb ben Mann hier antraf — er konnte jeben Augenblick kommen — was bann? Sie gab ihre letzten zehn Mark her, versprach, noch heute ben Rest zu senben, unb atmete wie erlöst auf, als sie allein war. Kaum eine Minute später kam Freb. Sie ging in bas Eßzimmer unb erwartete ihn, sich ben Kopf zergrübelnb, was zu tun sei. Wenn Frau Wibe- mann wenigstens nicht auf ber Reise gewesen wäre. Freb kam mit gefurchter Stirn, grüßte flüchtig. „Diese Rechnung hat sich zu mir verirrt!" sagte er, inbem er ein Blatt aus feiner Brieftasche zog. „Ich wünsche bergleichen nicht mehr zu erhalten. Wenn bu irgenbwelche größere Ausgaben hast, roenbe bich an mich. Mit bem Kleinkram kannst bu mich aber verschonen." Sie war über unb über rot geworben, nahm bie Rechnung in Empfang. „Es ist ein Irrtum!" stammelte sie. „Dann ist es gut!" Er aß, wie immer, mit bem besten Appetit, ohne sich roeiter um sie zu kümmern. Als sie sich vom Tisch erhoben, zitterten Liane noch immer bie Knie. Sie ging in ihr Schlafzimmer, suchte in ihrem Schmuckkasten, rief nach Betty. „Hier, Betty! Sehen Sie zu, bie Kette zu verkaufen. Ich brauche Gelb." Plötzlich stauben ihre Augen voll Tränen. An jebem Schmuckstück hing eine Erinnerung an ben Vater. Trotzdem — es mußte fein. „Gnäbige Frau", staub Betty unschlüssig ba, „ich will nichts gesagt haben, aber... aber ich würbe ber Sophie mal orbentlich auf bie Finger sehen. Nein, ich will nicht auklagen. Sie hat mir nur einen Pelz gezeigt, ben sie sich neulich gekauft hat. Sie will mir zwar oorreben, bas fei Imitation, aber so bumm bin ich nicht. Etwas verstehe ich schon bavon." Liane waren wohl schon ähnliche Gebauten gekommen, aber sie hatte sich bisher nicht getraut, bem Verbacht nachzugehen. Wenn Sophie wirklich zur Diebin geworben war, so hatte sie ganz einfacy einer Versuchung nicht wiberstehen können. Der man sie nicht hätte aussetzen bürfen. Sie warf sich erschöpft auf bie Couch niebcr. Die Tränen stossen stärker, wie in einem Weinkrampf zuckte ihr Körper. Sie war nicht fähig, aufzustehen. Als sie sich etwas beruhigt hatte, hämmerte sie eine ganze Weile vor sich hin, schlief schließlich ein. Es mußte schon am späten Nachmittag fein, als ein Klopfen an ber Tür sie weckte. Betty verlangte Einlaß. „Gnäbige Frau, ber Metzger hat schon wieber angerufen. Da ist auch bas Gelb." Wie wenig brachte Betty für bas kostbare Schmuckstück! Aber es reichte wenigstens, um bie bringenbften Schulben zu bezahlen. Schon im Hinausgehen, roanbte sich Betty noch einmal um. „Hier ist auch noch etwas abgegeben worben, gnäbige Frau." Liane empfing erstaunt ein Päckchen, auf besten Umhüllung bas' Firmenschild eines bekannten Juweliergeschäfts zu sehen war. Sie öffnete es. Eine golbene Armbanbuhr kam zum Vorschein. Die quittierte Rechnung lautete auf ben Namen ber Sophie. „Ich habe mir's boch gleich gebacht!" kam es vorschnell aus Bettys Munb. Neugierig war sie hinter ihrer Herrin stehengeblieben. Liane würbe es schwarz vor ben Augen. „Sie glauben wirklich?" roanbte sie sich Hilfe- suchenb an Betty. „Je nun... Ich weiß, wie roeit man mit feinem Lohn kommt. Ich kann mir keinen Pelz, keine Armbanbuhr kaufen, unb Sophie steht auch allein." „Ja, ja, es wirb schon so sein. Was fange ich aber nun an? Wo nehme ich so schnell Ersatz her?" fragte Liane fast roeinenb. In biefem Augenblick erschien ihr bas Unglück, bie gute Köchin zu verlieren, bas weitaus schlimmste. „Nun, bas wirb nicht so schwer sein", meinte Betty frisch. „Der Herr kommt sowieso nur mittags. Das bißchen Essen werbe ich schon zusammenbringen." „Betty, Sie glauben wirklich?" „Ja, ich habe mich schon immer ein bißchen fürs Kochen interessiert. Soviel weiß man boch, um einige Mittagessen zusammenzustellen." (Fortsetzung folgt!) SJL-tfpoit GerAe-Rannschastskamps in Großen-Linden Das 1. Gaufest des RsL. und seine Vorbereitung (Sitte wichtige Versammlung. — Oie Mitwirkung der Sportorganisationen. Das Saufest, ein Hochfest vaterländischer Gesinnung. Spielhandlung litt sehr wesentlich darunter. Es kamen keine Kombinationszüge zustande, die das Spiel hätten flüssiger gestalten können. Zwar kamen die Gäste immer wieder in gefährliche Tornähe, zu Erfolgen vermochte, der schwache Gästesturm in der ersten Halbzeit aber nicht zu kommen. Eine Ueberraschung bildete das Führungstor der Gießener. Kaps nahm einen Ball sehr schön aus der Luft auf und lenkte ihn in die linke untere Ecke. Der Tormann war darauf nicht gefaßt und Für den Samstag sei u. a. eine feierliche Weihe st unde vorgesehen, in deren Rahmen die Dietarbeit Ausdruck finden werde. Der Sonntag sei ganz dem Reichsbund für Leibesübungen in seiner Gesamtheit vorbehalten. Es werde ein Schauturnen stattfinden, daß in weitester Fassung zu denken sei. Ferner solle der Sonntag die wirkungsvollsten Endkämpfen in den einzelnen Disziplinen, die Staffelentscheidungen usw. bringen. Siegerehrung und Treueschwur zu Führer und Vaterland werden den Ausklanq des Festes darstellen. Zum Abschluß dieser Ausführungen wies Gauoberturnwart Paul darauf hin, daß das Gaufest unter allen Umständen als ein Fest des Reichsbundes für Leibesübungen durchgeführt werde. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Stadt Gießen alle mögliche Unterstützung zugesagt habe. Die Beteiligung der Fachämter. In gedrängter Ueberschau gab der Redner dann bekannt, in welchem Ausmaß und in welcher Form Rach Wiederbeginn haben die Hiesigen umgestellt, eine Maßnahme, die sich nicht bewährte. Weiterhin sind die Hiesigen im Angriff. Sczponik geht von der Mittellinie ab durch, überläuft die gegnerische Deckungsreihe und schießt aus vollem Lauf das schönste Tor des Tages. Dann nimmt der Homburger Tormann dem Gießener Halblinken den Ball vom Kopf und verhütet damit ein sicheres Tor. Jetzt kommt der Umschwung. Der Gießener Mittelläufer fällt dem Tempo zum Opfer und gerät ins Schwimmen. Hierdurch hat die gegnerische Läuferreihe Zeit zum Aufbau und Angriff auf Angriff rollt gegen das hiesige Tor. Als der Homburger Mittelläufer einen Strafstoß an die Latte schießt, war das Glück auf feiten der Hiesigen. Wieder hat der Halblinke Schwarz umgangen und kann den Ball zu dem freistehenden Halbrechten leiten, der den Ball nur noch einzudrücken braucht. Die Gäste sind auf 3:2 herangekommen. Für kurze Zeit flackert noch einmal der Kampfgeist der Hiesigen auf um dann endgültig den Gästen das Kommando zu überlassen. Ein großer Schnitzer von Schwarz gestattete den Gästen den Ausgleich. VfB.R. II. — Kinzenbach I 5:1 (1:1). Die zweite Mannschaft konnte erst in der zweiten Halbzeit, nachdem sie in der ersten ein ziemlich planloses Spiel gespielt hatte, zu ihrer gewohnten Form auflaufen und einen sicheren Sieg erringen. Vfv.-R.IN — Gröningen I 2:0 (1:0). Die Hiesigen hatten in diesem Spiele ihren Gegner sehr unterschätzt, und lieferten, als nicht alles so klappte, wie es wollte, das schlechteste Spiel, das man bis jetzt von der Elf sah. VsB.-R. 2. 3gk — Kinzenbach 1. 3gd. Id. treffet entgegensetzen konnten. VfD.-Reichsbahn Gießen. VfB.-R. 1 — Reichsbahn Bad Homburg I 3:3 (2:1). Wenn auch die Hiesigen in diesem Spiele eine Stunde lang überlegen waren und zeitweise sogar die Gäste einschnürten, so haben diese doch das Unent- chieden verdient. Sie verstanden es in der letzten halben Stunde, die vollkommen auseinanderfallenden Gießener zu überspielen. Die Hiesigen spielten eine Stunde lang in einer Form, wie wir sie von der Mannschaft lange nicht gesehen haben. Besonders der Sturm zeigte sehr gutes Verständnis. Die Mannschaft hat sich stark verbessert und hielt nur der Nervenprobe nicht stand. Der Spielverlauf: Die hiesigen haben Anstoß und schon schießt Wlodareck dem gegnerischen Tormann in die Hände. Dann ist der gegnerische Linksaußen durch, sein flacher Paß kommt zum Halblinken, der zwei Gegner täuscht und das erste Tor, das Janz unbedingt hätte halten müssen, erzielt. Im Gegenangriff setzt sich der Mittelstürmer der Hiesigen erfolgreich durch, seinen Schuß kann der Tormann nur noch ins eigene Tor lenken. Der Ausgleich ist erzielt. Die Hiesigen sind jetzt drückend überlegen. Janz rettet beim plötzlichen Vorstoß der Gäste zusammen mit Lehrmund in letzter Sekunde. Mit einer Vorlage von Knaus läuft der hiesige Linksaußen seinen Bewachern davon, gibt uneigennützig zu dem besserstehenden Erben, der die 2:1- Führung durch einen unhaltbaren Schuß in die äußerste rechte Ecke erzielt. Halbzeit! Gestern sand in der Turnhalle zu Großen-Linden der dritte und damit letzte Geräte-Mannschafts- kampf der Turnvereine Lollar, Wieseck und Großen- Linden statt. Der sehr gute Besuch bewies das Interesse, das dem Geräteturnen in Großen-Linden und bei den Nachbargemeinden entgegengebracht wird. Als besonderer Anziehungspunkt kann noch angesehen werden, daß sich hier Mannschaften im edlen Wettstreit gegenüberstanden, die zu den besten des Turnkreises Lahn-Dill zählen. Der Vereins- sichrer des Turnvereins Großen-Linden, Dr. Römer, begrüßte die Erschienenen und sprach über die Bedeutung der Geräte-Mannschaftskämpfe. Er hob hervor, daß hierbei auch der beste Einzelturner nicht den Sieg erringen könne, wenn nicht auch der weniger gute Turner genüge. Mit einem Treueschwur zu Führer und Vaterland schloß Dr. Römer seine Ansprache und übergab die Leitung des Kampfes dem Kreisoberturnwart Schüler-Wetzlar. Dieser gab zunächst bekannt, daß ein Turner vom Turnverein Lollar wegen Verletzung nicht antreten könne und daher von den beiden anderen Mannschaften der Turner mit niedrigster Punktzahl bei der Gesamtwertung ausscheiden müsse. Aufstiegspiele in Nordhessen. Durch einen glücklichen 1:0- (0:0=) Sieg über den bisherigen Tabellenzweiten SV. Wetzlar 05 sicherte ich der Führer der Tabelle, SV. Bad-Nauheim, mit drei Punkten Vorsprung die Spitze. Da sich Alemannia Niederbrechen und der SV. Klein-Stein- Heim unentschieden 2:2 (0:1) trennten, wurden Wetzlar und Klein-Steinheim punktgleich und auf Grund des besseren Torverhältnisses nimmt nun Klein-Steinheim den zweiten Rang in der Tabelle ein. • Oie Kämpfe um die deutsche Handballmeisterschast. Gruppe 1: Magdeburg: PSD. Magdeburg — Greif Stettin 23:1 (10:0); Berlin: PSD. Berlin — MSD. Vischofsburg 14:8 (6:3). Gruppe 2: Fürth: Spvgg. Fürth — CT. Kassel 8:8 (3:3); Leipzig: Spfr. Leipzig — PSD. Oppeln 9:8 (6:5). Gruppe 3: Hannover: Pol. Hannover — SV. Waldhof 3:5 (1:3); Siegbg.-M.: TV. Siegbd.-Mülld. — Tbd. Göppingen 11:5 (6:2). Gruppe 4. Darmstadt: Darmstadt 98 — MSV. Minden 5:8 (2:5); Mülheim: Ras. Mülheim — Pol. Hamburg 12:8 (6:5). HandballergebniffeimKreisLahn-Oill. Gauklasse: Wetzlar — Turu Kassel 7:2. Aufstiegspiele in der 2. Kreisklasser MTV. Gießen — Turnverein Katzenfurt 11:4 (6:3); Turnverein Dorlar — Burg-Gemünden 8:4 (3:3). Freundschaftsspiele: Turnverein Wißmar — Turnverein Londorf 3:1 (3:1); Ruttershausen Jugend — MTV. Gießen Jugend 5:17 (3:9); Staufenberg — Treis a. d. Lda. II 17:1; Turnverein Treis I — 1900 Gießen kombiniert 6:6 (3:5); Turnverein Albach — Turnverein Grüningen 11:6 (6:3). Blitzturnier in Münchholzhausen: ^.-Klassen-Sieger: Dornholzhausen; 6-Klassen-Sie« gerr Turnverein Allendors a. d. Lahn. Die Ergebnisse. ; 100 Meter: 1. Hill (G.) 11,8 Sek.; 2.Kermer j (W.) 11,9; 3. Scharf (G.) 12,2; 4. Werner C&j 12,3. 200 Meter: 1. Hill (G.) 23,9 Sek.; 2. Kermer (W.) 24,4; 3. Louis (W.) 25,2; 4. Bepperling (G.) 25 2 400 Meter: 1. Bepperling (G.) 53,3 Sek.; 2. Ketter (W.) 54,3; 3. Louis (W.) 55,0; 4. Peters (G.) 56,8. 800 Meter: 1. Peters (G.) 2:07,5 Min.; 2. Baumstieger (G.) 2:08,2; 3. Ketter (W.) 2:12,6; 4. Schwertel (W.) 2:18,4. 1500 Meter: 1. Maxeiner (G.) 4:29,8 Min.; 2. Schwertel (W.) 4:38,6; 3. Sobezak (G.) 4:39,6; 4. Hensen (W.) 4:41. 3000 Meter: 1. F. Reidel (G.) 9:13,6 Min.; 2. H. Reidel (G.) 9:16,9; 3. Schranke! (W.) 9:53,4; 4. Goßmann (W.) 10:36. 4X100-Meter-Staffel: 1. Gießen 46,1 Sek.; 2. Weilburg 46,2. Weitsprung: 1. Kermer (W.) 6,44 Meter; 2. Acker (G.) 6,28; 3. Bungart (G.) 5,89; 4. Werner (W.) 5,76. Hochsprung: 1. Beyer (G.) 1,62 Meter; 2. Acker (G.) 1,59; 3. Werner (W.) 1,53; 4. Heinen (W.) 1,53. Stabhochsprung: 1. Jung (G.) 3,30 Meter; 2. Werner (W.) 3 Meter. Diskuswerfen: 1. Kilo (G.) 41,35 Meter; 2. Acker (G.) 39,54; 3. Kermer (W.) 38,92; 4. Pfeiffer (W.) 32,45. Speerwerfen: 1. Kermer (W.) 49,45 Meter; 2. Gitter (W.) 48,30; 3. Felsing (G.) 41,90; 4. Reb- scher (G.) 40,80. Kugelstoßen: 1. Rebscher (G.) 12,43 Meter; 2. Kilo (G.) 12,12; 3. Werner (W.) 12; 4. Pfeiffer ( H a m m erwerfen : 1- Puffer. (W.) 26,63 Meter; 2. Werner (W.) 24,66; 3. Birkenstock (G.) 20,10; 4. Rebscher (G.). 19001 - „Olympia^ Frankfurt I 2:1 (1:0). Das Spiel, das man am gestrigen Sonntag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 zu sehen bekam, konnte nicht voll befriedigen. Erstens begann es mit einer dreiviertelstündigen Verspätung, die das Publikum in Anbetracht des schonen Wetters jedoch nicht Übelzunehmen schien. Zweitens spielten beide Mannschaften sehr unter ihrer Form. Die Mannschaft der Spieloereinigung 1900 zeigte längst nicht das, was man am Sonntag vo^ her zu sehen bekam. Die Mannschaft fand sich fast während des ganzen Spieles nicht und der Sturm vergab die sichersten Chancen. Die Verteidigung arbeitete zwar sehr sicher und gut, hatte aber auch häufig das Glück zur Seite. In der Läuferreihe war Heilmann wieder einmal sehr gut und eifrig. Er war es wesentlich, der den Sturm immer wieder nach vorne riß. Die Spielvereinigung trat mit folgender Elf an: Schmidt; Zeiler, Livpert; Monk, Heilmann, Hein- bach; Wilhelmi, Schmelz, Birkenbiel, Horz, Kaps. Der RsL. werde seine Kräfte in den Tagen vom 2. bis 4. August zu einer eindrucksvollen Werbung sammeln. Das 1. Gaufest solle ein Hochfest vaterländischer Gesinnung werden. Die Durchführung sei der Turnerschast übertragen, weil man ihre Erfahrung und vorbildliche Form der Festorganisation neidlos anerkennen müsse. Das Gaufest solle ein Fest aller Sportler werden. Man werde peinlich darauf bedacht fein, das Fest nicht als ein Gau turn fest anklingen zu lassen. Deshalb müßten alle Vereine Mitwirken. Jeder Verein könne mitwirken und zum Gelingen beitragen. Die Vereine müßten aber auch gewillt sein, das Fest zu einer großen völkisch-vaterländischen Sache zu machen. Gauoberturnwart Paul, Gießen referierte sodann als technischer Leiter des Gau- festes über die F e st g e st a l t u n g. Er betonte jedoch, daß das, was er vorzutragen habe, durchaus nicht endgültigen Charakter trage, sondern das Festprogramm lediglich in grobem Rahmen dar- stelle. Das 1. Gaufest solle der Wegbereiter für andere Feste dieser Art sein. Die Vereine des VfL. würden zu beweisen haben, daß sie die Aufgabe mit Energie anpacken. Eine Anzahl Fachämter habe sich begeistert zur Mitarbeit bereit erklärt. Zum Gaufest soll die gesamte Turn- und Sportbewegung geeint auf den plan treten. Das Fest gliedere sich in Arbeitsveranstaltungen und in Festveranstaltungen. Der Donnerstag (1. August) werde letzte vorbereitende Sitzungen bringen. Der Freitag, (2. August) sei der Durchführung der Einzelwettkämpfe, der Samstag der Durchführung der Mannschaftskämpfe vorbehalten. Am Freitagabend finde die feierliche Eröffnung auf Oswaldsgarten statt, an die sich nach einem gemeinsamen Marsch zur Volkshalle ein Begrüßungsabend anschließe. mußte den Ball passieren lassen. Die Frankfurter gingen daraufhin mächtiger ins Zeug, aber auch jetzt, trotz zeitweise überlegenem und bruckvollerem Spiel, konnten sie nichts Zählbares erreichen. Gegen Ende der ersten Halbzeit gestaltete sich das Spiel spannender. Die Hiesigen kamen verschiedentlich auf und schufen sehr gefährliche Situationen vor dem Gästetor. Es blieb aber beim Halbzeitergebnis von 1:0. Die zweite Spielhälfte trug keinen wesentlich anderen Charakter als die erste. Wieder wurde von den Hiesigen manche sichere Chance vergeben. Der Sturm zeigte sich manchmal geradezu hilfslos. Die Gäste kämpften sehr matt. Zeitweise kamen i