Nr. 82 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 6. April M5 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Siehe». 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Die Vorbereitungen der englischen Regierung für die Dreimächtekonferenz in Stresa sind in vollem Gange. Eden tritt heute mit Ministerpräsident Mac- d o n a l d und Außenminister Simon in Verbindung, um einen kurzen vorläufigen Bericht über seine Reise nach Moskau, Warschau und Prag abzustatten. Auf Montag ist eine Sitzung des Gesamtkabinetts einberufen, um den Gesamtbericht entgegenzunehmen. Im Unterhaus wird Sir John Simon voraussichtlich am Montag die Namen der englischen Vertreter für Stresa mitteilen. Er st am Dienstag wird er im Parlament eine Erklärung über seinen und Edens Besuche in den europäischen Hauptstädten abgeben. Neber den voraussichtlichen Inhalt des Berichtes von Eden meldet „Daily Telegraph" u. a.: Der Lordsiegelbewahrer sei auf seiner Rundreise zu der Auffassung gelangt, daß Europa immer noch genügend Seif habe, um den zukünftigen Frieden auf kollektiver Grundlage zu organisieren. Die Lage sei zwar beunruhigend, aber die Gefahr, dah Europa plötzlich in Flammen stehe, sei keineswegs so groß, wie man sich allgemein eingeredet habe. Polens Opposition gegen ein kollektives Sicherheitssystem könne vielleicht überwunden werden. richt der „T i m e s" Sir John Simon aus B e r • I i n mitgebracht haben soll. Die „Times" schreibt, man habe Deutschland über- eilt als Gegner eines Kollektivsystems verurteilt, aber der Führer sei bereit zum Abschluß von zweiseitigen Pakten mit jedem Nachbarn (ausgenommen Litauen) und zu einer Vereinigung dieser Pakte zu einer allgemeinen Konvention, die alle Mächte verpflichte, dem Angreifer jeglichen Bei st and finanzieller, wirtschaftlicher oder militärischer Art zu versagen» Diese Isolierung des Angreifers würde in vollem Einklang mit der Dölkerbundsfatzung stehen, deren Artikel 16 ja allen Mitgliedern des Völkerbundes die Verpflichtung auferlegt, zu dem Angreifer alle Beziehungen abzubrechen. Die „Times" führt dann in den Erklärungen des Führers als positive Beiträge zur Erörterung weiter feine Bereitwilligkeit zu einer allgemeinen proportionalen Verminderung des Rüstungsniveaus, zu einer internationalen Rüstungskontrolle, zum Abschluß eines L u f t p a f t e s für Westeuropa und zur Teilnahme an Flottenverhandlungen an. Das Blatt schließt daraus die Notwendigkeit, auf den Ehrgeiz zu verzichten, nach einem Allheilmittel zu suchen, vielmehr jede Gelegenheit auszunutzen, wo über einen Punkt eine Vereinbarung erzielt werden könnte und so Schritt für Schritt das System einer Sicherung des Friedens zu erweitern und auszubauen, statt mit einem Schlage alles zu wollen und bann etwas zu erreichen, was zwar so aussehe wie kollektive Sicherheit, in Wahrheit aber nichts anderes sei wie ein System bewaffneter Bündnisse und feindlicher Blocks. Aus diesen Erwägungen spricht das gleiche vernünftige Sichbescheiden auf das Mögliche, mit dem einmal ein praktischer Anfang gemacht werden muß, wie in der ersten deutschen Antwortnote auf die Londoner Erklärung vom 3. Februar. Es wäre ein wahrhaft verheißungsvoller Auftakt für Stresa, wenn sich auch die britischen Sprecher auf der Konferenz zu dieser Auffassung der „Times" durchringen würden, daß nur ein vorsichtiger, aber stetiger Ausbau des im Augenblick Erreichbaren z« einem brauchbaren Svstem für die Sicherheit des Friedens in Europa führen kann. nämlich beide so eng mit Osteuropa verbunden, daß bei einem Krieg im Osten sie zwangsläufig mit hineingezogen würden und ihrerseits wieder Großbritannien mit hineinziehen würden. Man beginne deshalb sich der Einsicht zu beugen, daß auf die Dauer die Regierungen entweder zu dem Völkerbunds- system der kollektiven Aktionen bereitfinden, ober sich mit der Tatsache abfinden müßten, daß ein neuer Krieg sich vorbereite. Weder die britische noch andere Regierungen seien geneigt, für alle Zeiten den Statusquo in Europa zu garantieren. Das sollte aber auch gar nicht notwendig fein. Nötig sei vielmehr eine Bürgschaft für bas kollektive Vorgehen gegen irgenbein Land in Europa, das versuchen sollte, den Statusquo durch Intrigen zu ändern oder aufrecht zu erhal- t e n. Eine britische Bürgschaft dieser Art würde die Frage der Rüstungsbegrenzungen und Sicherheit lösen. Zum erstenmal würde sie ferner die Möglichkeit schaffen, daß eine Abänderung der Verträge ohne Furcht vor einem Kriege erörtert werden könne. Englische Vorbereitungen für Stresa Eden wird am Montag dem britischen Kabinett Bericht erstatten grade Mrschroute? feit gegeben hätten. Nachdem sich Deutschland aber weigere, diese Formel auch für den Ostpakt gelten zu lassen, sei man gewissermaßen gezwungen gewesen, zum Völkerbundspakt d. h. zur F e st st e l - lung des Angreifers, zurückzukehren, indem man ein solches Abkommen durch die Verpflichtung zu militärischem Beistand ergänze. Der „Petit Parisien" erklärt: Der französische Plan werde sich auf den Völkerbundspakt st ü tz e n, d. h. im Falle eines Angriffes werde der Völkerbund zusammentreten, um auf beschleunigtem Wege den Angreiferzu bestimmen, worauf dann automatisch der gegenseitige Beistand gegen den Angreifer einsetze. Es handele sich also im Grunde genommen um einen Beistands - paft im zweiten Grade, da dieser Beistand er st durch einen Beschluß des Völkerbundes in Kraft treten könne. Außenminister Laval wird im heutigen M i - n i ft e r r a t das Problem zur Sprache bringen. Angesichts der bestehenden Meinungsoerfchiedenhei- ten ist zu erwarten, daß sich die Regierung weder für die eine noch für hie andere Lösung und des Lordsiegelbewahrers über die Besprechungen in Berlin, Moskau, Warschau und Prag. 3. Die Frage der österreichischen Unabhängigkeit und die besten Mittel zu ihrer Aufrechterhaltung. 4. Eine Erwägung der Möglichkeit, gewisse Bedingungen in den Friedensvertr ä g e n mit Oesterreich, Ungarn und Bulgarien abzuändern. Reuter meint, der Vorschlag für eine Abänderung der österreichischen, ungarischen und bulgarischen Friedensverträge würde bedeuten, daß Mussolini denjenigen Staaten, die keine „e i n - Zeitigen" Maßnahmen zur Abänderung dieser Verträge ergriffen hätten, eine „besondere Anerkennung" gewähren möchte. Diese Anerkennung würde darin bestehen, daß die genannten Staaten von den Militärklauseln ihrer Verträge befreit werden sollten. vermeiden, die bei Konflikten dritter Mächte das eigene Land zum Aufmarschgebiet fremder Heere, ja zum Kriegsschauplatz machen könnten. England wie Polen haben das gleiche Interesse — und sie finden sich darin mit Deutschland zusammen —, allen Bestrebungen ihre Unterstützung zu versagen, die das Auseinanderfallen Europas in zwei feindliche Mächtegruppierungen begünstigen könnten. Eden hat feine Informationsreise in Prag beendet. Was er hier von Herrn B e n e s ch als Sprecher der Kleinen Entente gehört hat, wird ihm kaum Neues hat sagen können. Daß die Tschechoslowakei bereit fein würde, auch ohne die Mitwirkung Deutschlands und Polens den Ostpakt mit Frankreich und Sowjetrußland abschließen würde, ja daß Herr Benesch sogar ein Scheitern des ursprünglichen Ostpaktplanes nicht ungern sähe, um dann das vorbereitete Militärbündnis zwischen Frankreich, Sowjetrußland und der Tschechoslowakei unter Dach und Fach zu bringen, das alles ist ebenso längst bekannt, wie die Einstellung der Kleinen Entente zu dem Projekt des Donau- pattes, mit dessen Hilfe man Deutschland vom Donauraum ausschalten, aber auch Italiens Beschützerlaunen in Schach hatten möchte. Aber wichtiger als diese Sorgen der Herren Benesch und Titu- lescu ist nun, welche Folgerungen das britische Kabinett aus den Berichten Simons und Edens über ihre Reise nach Berlin, Moskau, Warschau und Prag ziehen und welche Marschroute es dem englischen Sprecher für die nun fällige Konferenz inStresa mitgeben wird. Aus den Erörterungen der englischen Presse scheint das eine jedenfalls hervorzugehen. Das britische Kabinett wünscht auch in Stresa in den Besprechungen mit Frankreich und Italien seine Rolle als ehrlicher Makler weiterzuspielen. Es wird das Problem der Sicherung des europäischen Friedens von allen Seiten prüfen und alle Möglichkeiten reiflich erwägen, die auch den Nationen den Beitritt $u einem kollektiven Sicherheitssystem erleichtern konnten, die den zur Debatte gestellten Ostpaktplan als ungeeignet ab» lehnen mußten. Die Franzosen wollen anscheinend selber in Stresa mit neuen Plänen aufwarten, die aus der Sackgasse herausführen sollen, in die sie sich von Litwinow hineinmanövrieren ließen. Verheißungsvoller und zukunftsträchtiger scheinen uns jedoch die Anregungen zn sein, die noch einem De» dürfte man trotz des in recht optimistischen Tonen gehaltenen Echos haben, das der Moskauer Besuch Edens in der britischen Presse hatte. Dieser Eindruck verstärkt sich merklich nach Edens Besprechungen in Warschau, und auch die englischen Zeitungen, soweit sie mit dem französisch-sowjetrussischen Ostpaktprojekt bisher sympathisiert hatten, werden erheblich bedenklicher in der Beurteilung seiner Aussichten. Man ist irre geworden an dem friedenstiftenden Charakter dieses Sicherheitsplans durch die strikte Weigerung Polens, sich an ihm in der gedachten Form zu beteiligen. Obwohl Polen sich zwischen zwei mächtigen Nationen eingeklemmt sieht, deren nachbarliches Verhältnis zu ihm durch schwerwiegende Jnteressenkollisionen belastet ist, zeigt es wider Erwarten keinerlei Bedürfnis nach einer Verstärkung feiner Sicherheit in der ihm angetragenen Form des Ostpaktes, sieht vielmehr in den bestehenden zweiseitigen Nichtangriffsoerträgen mit Deutschland einerseits und Sowjetrußland andererseits eine völlig ausreichende Sicherung des Friedens im östlichen Raum, die höchstens noch verstärkt werden könnte durch einen Garantiepakt, an dem England teilhabe, ein Wunsch, der kaum jemals in Erfüllung gehen dürfte bei dem bekannten und auch jetzt wiederholten Grundsatz der britischen Politik, über Locarno hinaus, abgesehen von dem in Aussicht genommenen Luftabkommen der Westmächte, keinerlei Bindungen auf dem Kontinent einzugehen, am allerwenigsten in dem an Konfliktsstoff so überreichen Osteuropa. So konnte Edens Besuch in Warschau nur ein recht mageres Ergebnis haben, aber vielleicht bedeutet es doch für den Lordsiegeldewahrer die wertvollste Information seiner Erkundungsreise und der Angelpunkt zu einer neuen Orientierung, nachdem in Warschau eindeutig klargestellt worden ist, daß das Ostpaktprojekt Litwinows und Barthous niemals die Zustimmung Polens finden wird. Grade auf einen britischen Staatsmann müßten ja Polens Gründe $»n der Erkundung zurück. Der britische Lordsiegelbewahrer Eden, aus Rücksicht auf konservative Bedenklichketten dem Staatssekretär Simon als erster Gehilfe in der Leitung der auswärtigen Politik des Jnfelreiches beigeordnet, ist von feiner Erkundungsfahrt durch die Hauptstädte des Ostens nach London zurückgekehrt und wird wohl inzwischen schon seinen Ministerkollegen über die Ergebnisse seiner Besprechungen Bericht erstattet haben. Überraschungen dürften dabei kaum erwartet werden. Darüber können weder die von amtlicher Seite herausgegebenen Kommuniques, noch die ausführlichen Schilderungen der britischen Journalisten Hinwegtäuschen, die Eden auf jede Etappe seiner Informationsreise begleiteten. Von besonderem Interesse für die Engländer war natürlich der Besuch in Moskau. Nach den Beobachtungen unbefangener Augenzeugen, denen die Moskauer Atmosphäre vertraut ist, hatten die roten Machthaber alles getan, um sich dem britischen Gast von der friedfertigsten Seite zu präsentieren. Im Gegensatz zu sonstigen Gepflogenheiten hatte man auf jede Schaustellung militärischen Gepränges verzichtet. Selbst die sonst täglich in großen Geschwadern am Moskauer Himmel exerzierenden Flugzeuge hatten Anweisung, sich nicht zu zeigen. Stattdessen führte man Eden in das Club- Haus der Roten Armee mit Gemäldesammlung, Bibliothek, Konzertsälen und Ruheräumen, also leibst hier ein Dorado des Friedens, man zeigte dem britischen Gast Museen, Oper und Ballett, fuhr ihn auf der neuen Untergrundbahn spazieren, kurzum von dem 900 000 Mann-Heer, mit dem die Herren des roten Kreml noch vor kurzem selbstbewußt und herausfordernd aufgetrumpft hatten, bekamen der Lordsiegeldewahrer und seine Begleiter nicht allzuviel zu sehen. Der Zweck wurde erreicht; der Korrespondent des „Daily Telegraph" fabelte seinem Blatte: „Hier ist von aggressiven Absichten der Sowjetunion nichts zu hören und zu sehen". Und der Vertreter des „News Chronicle" berichtete nach Hause „Bin fest überzeugt, daß Eden nach London die Erklärung mitbringt, daß es in der ganzen Wett kein friedliebenderes Land gibt, als die Sowjetunion". Kein Wunder, wenn „Jswestija", das Organ der Sowjetregierung befriedigt feststellt: „Von jetzt ab wird es außerordentlich schwierig fein, Erfindungen über Friedensbedrohungen Sowjetrußlands vom Stapel zu lassen." Doch sollten solche Potemkinsche Dörfer den geschärften Blick des britischen Staatsmannes für politische Wirklichkeiten auch nur einen Augenblick hätten trüben können? Wir haben hier bereits am Dienstag in einer eingehenden Erörterung des Moskauer Besuches das tatsächliche Ergebnis, allen propagandistischen Beiwerks entkleidet, herauszuschälen versucht. Wir kennen Edens Vorliebe für eine Friedenssicherung durch Beistandspakte, die beträchtlich abweicht von seines Kollegen Simon Idee einer kollektiven Friedensgarantie. Wir wissen, daß von Eden daher ein erheblich geringerer Widerstand zu erwarten war gegen den französisch-russischen Plan eines Ostpaktes, gegebenenfalls auch ohne Deutschland und Polen. So war der Lordsiegeldewahrer zweifellos für die Sowjetleute der rechte Verhandlungspartner, mit dem man keine „beträchtlichen Meinungsverschiedenheiten" hatte, wie sie Simon mit dankenswerter Offenheit als Eindruck feines Berliner Besuches festgestellt hat. So triefte zwar das im Kreml redigierte Kommunique über die Besprechungen Edens mit Stalin und Litwinow geradezu von Herzlichkeit und Einstimmigkeit, aber an Tatsächlichem bleibt, daß England sich in feinem Punkte festgelegt hat, daß Eden im Sinne des rein informatorischen Charakters seines Besuchs sich wesentlich auf das Zuhören und Abhorchen be-hrcinkt haben wird und auch Moskaus Wunsch nach einer Sicherung in Asien durch ein „ß o c a r n o d e s Fernen Ostens" lediglich zur Kenntnis genommen haben dürfte. Von Tokio aus ist >a sofort die kalte Dusche erfolgt durch die kategorische Erklärung des japanischen Außenministeriums, daß es im Fernen Osten feine Stadt mit Namen Locarno gäbe. England, reife aus Berlin besucht habe, irgendwelche aggressiven militärischen Absichten feststellen können, überall wünsche man ernstlich die Organisation des Friedens. England könne Europa helfen, dieses Ziel zu erreichen. Man habe die Wahr zwischen verschiedenen Grundlagen, auf denen das europäische Sicherheitswerk errichtet werden könnte. Damit sei die Möglichkeit gegeben, dem Rechnung zu tragen, was Polen und Deutschland dem bisher geplanten System gegenseitiger Unterstützung entgegenbrächten. Die Vorschläge, die Mussolini in Stresa vorbringen wolle, dürften u. a. eine genauere Definierung des Artikels 16 des Völkerbundsstatuts und „die besondere Anerkennung Europas als einer unteilbaren Einheit" umfassen. „News Chronicle" erklärt, das Ergebnis der Rundreise Edens erlaube den Schluß, daß das Vertrauen im Regionalpakte überall stark abgenommen habe.. Der Ostpakt sei tot. Der geplante Nichteinmischungspakt für Oesterreich «liege auf dem To- tenbett, nachdem Hitler bargelegt habe, daß man den Oesterreichern nicht erlaubt habe, über ihr eigenes Schicksal und ihre Zukunft abzustimmen. Der Locarnopakt trage auch nicht allzuviel, dazu bei, ein Gefühl der Sicherheit zu schaffen. Frankreich und Deutschland seien London, 6. April (DNB.-Funkspruch.) Reuter meldet, daß Mussolini bereits einzelne Vorschläge für die Konferenz der drei Mächte in Stresa aufgesetzt habe, gerüchtweise verlautet, daß diese Vorschläge bereits unterwegs an die englische und dse französische Regierung seien. Man glaube, daß der Duce etwa folgendes Programm für Stresa ins Auge gefaßt habe: 1. Die Stellungnahme Englands, Frankreichs und Italiens zu dem „einseitigen Voraehen Deutschlands" soll festgelegt werden, in anderen Worten: die politische Linie der drei Mächte, wenn der französische Appell auf der Sondertagung des Völkerbundsrates in Genf zur Sprache kommt. 2. Entscheidung über eine gemeinsame Front der drei Mächte, um das Programm vom 3. F e - b r u a r zu verwirklichen. Hierzu gehört eine Prüfung der Berichte des englischen Außenministers Hat Frankreich eine Paris, 6. April (DNB.-Funkspruch) Die Vorbereitungen der Konferenz von Stresa scheinen noch auf ernste Schwierigkeiten zu stoßen, da die Ansichten der drei beteiligten Regierungen ziemlich weit voneinander abweichen. Französischerseits, so erklärt das „Journal", habe man am vergangenen Samstag den beiden anderen Mächten und Sowjetrußland einen Vorschlag unterbreitet, der auf die Organisierung eines allgemeinen gegenseitigen Beistandpaktes hinauslaufe. Der französische Vorschlag lehne sich eng an den Völkerbundspakt an. Man sei sich aber darüber klar geworden, daß die Lage sich seit 1914, wo Sowjetrußland und Frankreich unmittelbar an Deutschland grenzten, verändert habe, und daß die Neutralität Polens heute genüge, um irgendeine Handlung der sowjetrussischen Armee zu lähmen. Außerdem müsse man berücksichtigen, daß die Rückkehr zum Völkerbund in erster Linie dem Gedanken an eine Verallgemeinerung des Locarnopaktes aufkommen lassen. Dieser Pakt sei aber nur möglich gewesen, weil beide Teile ihm den Charakter der Gegenseitig$>as bei den Marineb esprechungen in London bereits die Hartnäckigkeit und Unbeirrbar kett der japanischen Politik kennengelernt hat, wird schwerlich die kommende Flottenkonferenz mit einem Problem belasten wollen, das die Japaner bereits mit einer Handbewegung abgetan haben. Damit sollen nicht die Möglichkeiten einer britisch-russischen Verständigung in der asiatischen Frage unterschätzt werden. Wir wollen beileibe nicht in den Fehler der deutschen Vorkriegspolitik verfallen, bie auf Am Algerischen Balken, daß zwischen Bär und Walfisch es keine politische Freundschaft geben könne, ihre Kartenhäuser erbaute. Aber man darf wohl annehmen, daß es dem britischen Interesse näherliegt, mit Japan zu einem neuen, wenn auch noch so teuer erkauften Flottenabkommen zu gelangen, das die Seerüstungen der pazifischen Mächte in gewissen Grenzen hält, als durch ein Zusammengehen mit Moskau die Japaner zu isolieren. Tokio konnte immerhin in einer neuen Aktion in Mittelasien, die kaum an der britischen Interessensphäre Halt machen würde, sich einen gewaltsamen Ausweg aus der drohenden Einkreisung zu bahnen suchen. Im britischen Oberhaus wurden vor wenigen Tagen diese drängendsten Probleme der britischen Reichspolitik erörtert, selbstverständlich mit der Vorsicht, die dem delikaten Gegenstand gemäß ist. Die Lords Anden sehr friedfertige Worte, die wohl von dem Wunsch nach einer Verständigung mit Japan über eine Ab- ?renzung der Interessensphären in China sprachen, einesfalls aber so klangen, als ob man um Moskaus schöner Augen willen gesonnen fein könnte, es mit Japan zu verderben. Weder frier noch in ——• ■ • - ~ - - --—- ---—...... ,, der Ostpaktfrage wird sich England von Litwinow rmt Rücksicht auf seine geographische Lage^ bestrebt fcrangk taffen, sich fefautegffl. Diesen Eindruck1 sein, die Uebernahme von Verantwortlichkeiten zu e Deutsche Wissenschaft Heilshelden niemals auf diesem und für immer Deutschland auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Ich muß nun heute sagen, daß es nicht mehr angeht, in diesem Punkte zweierlei Marschrichtung zuzulassen. Die Forderung, die sie stellen können, ist die, daß ihnen in ihrem religiösen Empfinden und in ihrer religiösen Zielsetzung von uns keine Schwierigkeiten ent- gegengestellt werden. Ich erkenne diese Forderung an. Ich stelle die Gegenforderung: Für die Jugend unseres Volkes, die einst in eiserner Geschlossenheit, wenn sie Männer geworden sind, beieinander stehen soll, muh es heihen: Line Jugend steht unter einer Flagge, und sie sitzt da (wobei der Minister auf die an der Kundgebung teilnehmende Hitler-Jugend hinwies). (Lang- anhaltender stürmischer Beifall.) Ich werde in der nächsten Zeit mit verschiedenen Mahnahmen dieser Jugend auch von mir aus noch stärker unter die Arme greifen. Sie soll an uns Tode verurteilt oder zu jahrzehntelangen Zuchthausstrafen verurteilt werden können. Daß kleine Staaten dies noch wagen, ist die Folge des durch das frühere System vertanen Ansehens Deutschlands in der Welt. Nichts spricht aber so sehr für die Friedensliebe des heutigen Deutschlands als die Tatsache, daß es seine Mittel nicht so zum Schutze seiner Söhne einsetzt, wie es England, Frankreich, Italien im gleichen Falle getan haben würden. Deutschland legt sich diese unerhörte Zurückhaltung auf, um den Frieden Europas nicht zu gefährden. Allerdings auch in der Erwartung, daß die Mächte, die die Garanten des Rechtes in dem betreffenden Gebiete sind, endlich ihrer Verpflichtung nachkommen — wiederum im Interesse des Friedens — aus daß nicht der Glaube um sich greife, daß derartige internationale Verpflichtungen nur auf dem Papier stehen und letzten Endes doch d i e Macht allein den Schutz von Minderheiten und Staatsangehörigen in fremden Landen zu garantieren vermag. Es ist schon viel zu viel an internationalem Vertrauen dadurch vertan worden, daß gewichtige Teile schwerwiegender Verträge, wie die im Versailler Vertrag verankerte Zusage der Abrüstung der Welt nach Deutschlands Abrüstung, nicht erfüllt werden. Feierliche Versprechungen wie die 14 Punkte Wilsons wurden nicht gehalten. Kann es die Welt Deutschland verübeln, wenn es mit größter Zurückhaltung allen Plänen gegenübersteht, in denen Deutschland internationale Verpflichtungen auf sich nehmen soll, ohne eine Gewähr zu haben, daß die Vertragspartner ihren eigenen Verpflichtungen und Versprechungen besser nachkommen wie von 1918 bis heute? Kann es insbesondere die Welt Deutschland verübeln, wenn es allen Abmachungen, an denen Sowjetruhland beteiligt ist, mit abwartender Vorsicht gegen- übersteht? Haben doch die fowjetrussischen Politiker verschiedentlich erklärt, daß der Ratestaat Verträge mit den sog. kapitalistischen Staaten — zu denen Moskau vermutlich doch wohl auch Deutschland rechnet — nur zu dem Zwecke schließe, um auf diesem Wege diese Staaten und deren Wirtschaft zu schädigen und die Weltrevolution voranzutreiben! Dennoch anerkennen wir die Bemühungen der englischen Staatsmänner um die Schaffung einer dauerhaften Basis eines europäischen Friedens und erhoffen Erfolg von ihnen — auch wenn wir uns über die Begleitumstände des englischen Besuches in Moskau eines leichten Zweifels nicht erwehren können. Es ist nicht ohne Reiz zu lesen, wie die Vertreter der Weltrevolution Trinksprüche auf den König von England auswechseln, dem Verwandten des Zaren Nikolaus, der von Vertretern der gleichen Revolution in Jekaterinburg n,,f eine in der Weltgeschichte immerhin seltene Weise beseittgt worden war, nur weil er ein Monarch gewesen ist. Unsere Empfindungen, die vielleicht auch die Empfindungen nationalbewußter Männer anderer Völker sind, werden nicht harmonischer, wenn das Pariser Kommunistenblatt „Humanitö" anläßlich des Besuches Edens in Moskau feststellt, „das stolze Königreich begrüßt die Diktatur des Proletariats und b e u g t' f i ch vor dieser Macht. Die Revolution hat sich ihren Platz unter der Sonne erobert. Der Sieg über diesen großen Sektor kündigt weitere Siege an. Wenn Deutschland sich schwer dazu entschließen kann, zu glauben, daß Verträge mit einem Staat, der die Weltrevolution mit allen Mitteln, auch mit den Mitteln der Gewalt, vorantreiben will, wirklich den Frieden Europas garantieren können, so nehmen wir bewußt für uns in Anspruch, daß unsere Skepsis aus der Sorge um diesen Frieden, auf der Sorge um die europäische Kultur beruht. Wenn das nationalsozialistische Deutschland Verträge abschließt, will es den Glauben habere und Forschung aus völkischer Grundlage. Heichsmimster Rust bei der Einweihung der neuen Kölner UniverfltSi. aufgetreten sind. Der Führer hat für sich den Anspruch erhoben, Gebiete auch nur teilweise maß- ausspncht, sondern es der G e s ch i ck l i ch k e i t L a o a l s überläßt, in Stresa den goldnen Mit t e l w e g zu finden. Erfolgreiche SicherheitspoM. nicht nur Zeugen ihres jugendmutigen Rjngens haben. Ich habe em Wort an die Erzieher zu richten. Wer sagt: „Ich stehe zum Staat , den frage ich: „Wo ist der Beweis?" Ich will wissen, ob du dafür sorgst, was später kommt. Für die Gegenwart sind Partei und Staat da. Der Erzieher ist für die n ä ch st e Generation da. Wenn wir eine Generation weiter geführt haben, wenn wir einmal an einer Generation einen Beweis geliefert haben, dann liegt der deutsche Weg offen. Wenn du deutscher Erzieher fein willst, mußt du hier deine Verantwortung fühlen. (Begeisterte Zustimmung.) Ich glaube an dich, deutscher Erzieher, daß du deine Pflicht begreifst. Und dann kommt die Stunde, wo der Erzieher sich fragt, ob er das Kind auch richtig geführt habe in der Verantwortung vor Gott. Ich unterschätze diese Gewissensbisse nicht. .Aber darüber braucht Ihr nicht mehr zu grübeln und Euch zu quälen. Wir können immer bestehen, wenn wir sagen können Ich habe das getan, was ich vor meinem deutschen Volke tun mußte. (Anhaltende stürmische Zustimmungskundgebungen.) Nationalsozialismus und Christentum. Grundsätzliche Ausführungen des Reichserziehungsministers Rust über das Verhältnis von Staat und Konfessionen. hält. 3. Ein Donaupakt der Nichteinmischung mit genauer Bestimmung des Begriffes Nichteinmischung. 4. Ein w e st e u r o p ä i s ch e r L u s t p a k t. Deutschland, so heißt es in dem Telegramm wei-. ter, sei bereit, all diese Dokumente zu unterzeichnen und in den Völkerbund zurückzukehren, wenn der V ö l k e r b u n d s p a k t von den Frie- densverträgen abgetrennt werde und alle Spuren einer Deutschland benachteiligenden Stellung verschwinden. Darunter sei das Recht Deutschlands auf Kolonia l m andate zu verstehen und die Aufhebung der Internationalisierung der Oder und des deutschen Teiles der Donau. „Gazetta Polska" stellt dann den bisher vergeblichen allgemeinen Bemühungen zur Organisation eines dauernden Friedens die erfolgreiche polnische Politik zur Erhöhung der eigenen Sicherheit gegenüber. Die Sicherheitsbemühungen Europas hätten bisher Mißerfolg gehabt, da man immer wieder einen Einfall zugunsten eines neuen aufgab. Polen habe, wie jedem Verständigen ein Blick auf die Landkarte lehren müsse, nicht aus allgemeine Lösungen warten können. Polen habe niemals einen Vorschlag zugunsten eines anderen aufgegeben, sondern sich immer bemüht, die einmal eingeschlagene Linie zu entwickeln. Schon gleich nach dem Abschluß des Friedensoertrages von Riga mit der Sowjetunion habe es am Ausbau des friedlichen Verhältnisses gearbeitet und schließlich den Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion abgeschlossen. Im Sinne dieser Richtlinien habe Polen, als es den Nichtangriffsoertrag mit dem Deutschen Reich schloß, seine Bündnisverpflichtungen und alle übrigen früheren Verträge unberührt aufrechterhalten. Die polnische Politik habe sich immer a u s dem gra besten, wenn auch nicht immer auf dem leichtesten Wege fortentwickelt. Polen habe den Frieden vor allem mit feinem unmittelbaren Nachbarn gesucht, und zwar nicht auf Kosten anderer Verpflichtungen. In den letzten Tagen könne man erfreulicherweise in der europäischen Oefsentlichkeit ein wachsendes Verständnis für die Politik Polens feststellen. * In Warschau ist ein deutsch-polnisches Abkommen über die Behandlung der Erni - grant^n-Kautionen abgeschlossen worden. Das Abkommen bezieht sich auf die Steuersicherheiten, die deutsche Rückwanderer aus P o l e n, insbesondere aus den abgetrennten Gebietsteilen von Posen und Westpreußen, und polnische Rückwanderer aus Deutschland in den Jahren 1919 bis 1922 auf Grund der damals bestehenden Vorschriften bei den Finanzämtern stellen mußten. Danzig, 5. April. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß hielt eine Rede zu den Danziger Wahlen im Kurhaus Zop- pot. Gerade in Danzig, so sagte er u. a., sollte wegen seiner besonderen Lage als Außenposten des Deutschtums Einigkeit notwendiger sein, als anderswo und alle kleinen Einzelinteressen mehr noch als im Reich überbrückt werden. Die Staatsführung in Deutschland, die auf der Gemeinschaftsarbeit und der Vertretung des gesamten Volkswillens beruhe, handele nicht nach den Interessen von Klassenkampfparteien, sondern nach den Interessen des Gesamtvolkes und sie finde für ihre Arbeit b re Zustimmung des gesamten Volkes. ,Hch wollte", betonte Rudolf Heß, „jeder Danziger Arbeiter, der glaubt, seine Klassenpartei mit ihrem Haß gegen Hitler und das neue Deutsch- lanö sei notwendig, hätte vor wenigen Tagen mehr als 5000 Arbeiter in den Reichsbahnwerkstätten z u München vor sich gehabt, mit welch leuchtenden Augen sie meiner wirklich kompromißlosen nationalsozialistischen Rede folgten. Wie schlecht die Auslandspresse heute noch über die Stimmung im neuen Deutschland unterrichtet ist, beweist die Meldung eines englischen Blattes, daß die Wehrpflicht von den Arbeitern mit Gleichgültigkeit und Besorgnis aufgenommen worden fei. Die Antwort der deutschen Arbeiter dröhnte wenige Stunden später der Welt in die Ohren. Diese Arbeiterkundgebung war ein so überwältigender Ausdruck der Verbundenheit zwischen dem werktätigen Deutschland und seiner Führung, war nach Iah- ren der gegenseitigen Zerfleischung ein so zu Herzen gehender Eindruck, daß die meisten, die Zeuge sein durften, tiefe Ergriffenheit erfaßte. Fragen der Außenpolitik übergehend, er- klärte Rudolf Heß: Sie wifsen, daß selbst heute noch da und dort in der Welt Deutsche mehr oder weniger als vogelfrei behandelt werden können. Sie wissen, daß es heute noch vorkommt, daß Menschen deutschen Blutes in Gerichts- st/IJ10 r -e,n' noch dem Urteil englischer Nechtsanwalte keine einwandfreien Gerichtsverfah-1 ren iind, fußend auf unwahren, durch Folterungen erpreßten Aussagen zum' Warschau, 4. April. (DNB.) Ein Berliner Telegramm der „Gazeta Polska" versichert, daß die deutsche Regierung die Möglichkeit eines Kompromisses in folgendem Rahmen sieht: 1. Ein europäisches Abkommen über die R ü - stungsbeschränkung, die die deutsch Gleichberechtigung nicht in Frage stellt. 2. Ein o st europäischer Sicherheits- Pakt, der die Verpflichtungen zum Nichtangriff, zur Nichteinmischung, zur Nichthilfeleistung für den Angreifer und zur Konsultation ent- Deutschland hält geschloffene Verträge. Oie deutschen Bedenken gegen Bindungen mit Gowjetrußland.-Rudols Heß spricht in Danzig Köln, 5. April. (DNB.) Die neue Kölner Universität wurde am Freitagmittag im Rahmen eines Festaktes im Gebäude der Universität durch den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, R u st, eingeweiht. Vor der Hauptfront der Universität, die mit Girlanden geschmückt war, hatten zum Empfang des Reichsministers Rust Ehrenabordnungen der SA., SS., PO., des Arbeitsdienstes und der HI. Aufstellung genommen. In der festlich geschmückten Aula war der gesamte Lehrkörper der Universität, die Professoren in ihren Amtstrachten, zahlreiche Vertreter der Parteigliederungen, der Reichsund Staatsbehörden, des wissenschaftlichen Ledens sowie die Studentenschaft versammelt. Nach dem Einmarsch der Chargierten und der Fahnenabordnungen der Bewegung traf kurz nach 11 Uhr Reichsminister Rust ein, geleitet vom Rektor der Universität, Hofrat Prof. Dr. von Haberer, dem Reichskommissar der Universität, Gauleiter Staatsrat Grohs, dem Vorsitzenden des Kuratoriums, Dr. Winkelnkemper, dem kommissarischen Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Gauleiter Staatsrat Terboven und dem Oberbürgermeister der Stadt Köln Dr. Riesen. Nach einem Orgeloortrag dankte Oberbürgermeister Dr. Riefen dem Minister für die Förderung, die er stets der Universität habe angedeihen lassen. Er gab einen Ueb erb lick über die Geschichte der Universität und schilderte die Schwierigkeiten, die sich bei Erstellung des Neubaues ergeben hatten, der von 1931 bis 1933 stillgelegen fyabe, aber dann "dank der Hilfe des neuen Reiches jetzt fertiggestellt werden konnte. Auch der Rektor sprach ttofemp- funbenen Dank aus für die kühne Tatkraft, Weitsicht und Einsatzbereitschaft, mit der die verantwortlichen Männer des neuen Deutschland sich für Erhaltung und Ausbau dieser Universität im Geiste ber natioalsozialistischen Revolution eingesetzt hätten. Ein Orgelvortrag, Händels Andante larghetto 8-Dur leitete dann über zur Festrede des Ministers. Aeichsmimster Aust erinnerte daran, daß, während die französische Revolution Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit predigte, in Königsberg ein Mann gesessen habe, der den Mut hatte, die Menschheit zu mahnen an die Grenzen alles Erkennens. Er gehe noch einen Schritt weiter und sage, daß alle Erkenntnisse Frankreichs Rüstunqsvermehrung. Die Verlängerung der Dienstzeit für ausgebildete Soldaten. Paris, 6. April. (DNB.-Funkspruch.) Im Militärausschuß der Kammer, der sich mit der Frage zu beschäftigen hatte, ob die Soldaten, die im April ausgedient haben, noch länger unter den Fahnen behalten werden sollen, wurde, wie „Petit Parisien" in Uebereinstim- mung mit anderen Blättern meldet, die Dienst- zeitverlängerung grundsätzlich beschlossen. Agentur Havas bestätigt diese Nach- richt und erklärt, es sei beabsichtigt, die Soldaten mindestens 3 Monate länger im Dienst zu behalten. Als Begründung wird angeführt, daß die in diesem Monat einberufenen Rekruten erst eine gewisse Ausbildungszeit hinter sich haben müßten, ehe man die ausgebildeten Soldaten entlassen könne. Da das französische Militärgesetz die Einziehung der Rekruten in zwei Abteilungen, April und Oktober, vorsieht, darf man wohl damit rechnen, daß auch das im Oktober freiwerdende Kontingent über d i e einjährige Dien st zeit hinaus unter den Fahnen behalten werden wird. Im „Populaire" wendet sich Leon Blum scharf gegen die Verlängerung. Es fei unmöglich, von einer rekrutenarmen Periode im Jahre 1935 zu sprechen, da diese Periode erst 1 936 beginne. Es fei auch nicht möglich, die Notwendigkeiten der Landesverteidigung in den Vordergrund zu schieben; denn diese Notwendigkeiten hätten sich seit dem 22. März, als der Militärausschuß sich gegen die Beibehaltung der augenblicklichen Kontingente über die einjährige Dienstzeit hinaus aussprach, nicht verändert. Vom 22. März bis 5. April habe s i ch nichts e r - eignet, was eine Zuspitzung der internatio- nalen Lage herbeiführen könnte. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland sei vor dem 22. März erfolgt. Die ultrareaktionären Kreise hatten diese Dienstzeitverlängerung gefordert. Flan- dm, der in seiner Rede in Vincennes gedroht habe, sie zu verprügeln, leiste ihnen heute Gehorsam. Frankreichs Sicherung der Nordostgrenze. Paris, 5. April. (DNB.) Das Kriegs - minifterium gibt bekannt: Entsprechend den Angaben, die Der Ministerpräsident am 2. April vor der Kammer gemacht hat, wurden kürzlich eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die dazu bestimmt sind, die Wacht an der Grenze zu gewähr- lellten. Es handelt sich vor allem um die tatsäch- liche Besetzung der französischen befestig t e n W e r k e i m N o r d o st e n. Zu diesem Zweck sind einige, übrigens begrenzte Trup pen- Verschiebungen vorgenommen worden: Ein Bataillon des 8. motorisierten Regiments hat seine bisherige Garnison verlassen und vorläufig im Oberelsaß Garnison bezogen, zwei Bataillone des 80. Infanterie-Regiments in Nar- banne werden nach Metz übergeführt, wo sie vom 7. April ab liegen werden Köln, 5. April. (DNB.) Aus Anlaß des Kölner Besuches des Reichserziehungsministers fand am Freitagabend in der Rheinlandhalle in Köln eine große kulturpolitische Kundgebung statt, an der die Erzieher der Rheinprovinz sowie Führer und Führerinnen der HI. und des BdM. und Abordnungen der Deutschen Arbeitsfront teilnahmen. Deutschland ist für uns, so führte der Minister aus, niemals etwas anderes als die Summe seiner Menschen. Der Nationalsozialismus ist nicht gesonnen, für irgendeine Ideologie den Einsatz der Gefolgschaft zu fordern, denn jeder, der zur Fahne kam, wußte, daß feine Aufgabe nur sein konnte, am Neuaufbau des deutschen Volkes zu helfen, mit dessen Bestand oder Untergang auch fein Schicksal sich entschied. Leider gab es in Deutschland eine Reihe von Menschen, denen die Aielsehung der nationalsozialistischen Bewegung nicht ausreichte und die forderten, daß das- deutsche Volk auch über eine gemeinsame Weltanschauung hinaus gesammelt werden müsse in einer gemeinsamen Auffassung über das, was jenseits von Volk und Raum liegt. Sie wollten auch die religiöse Einigung des deutschen Volkes auf das Programm der Bewegung gesetzt sehen. Adolf Hitler Hal diesem Wollen nicht eine Minute und einen Zentimeter Raum gegeben. Gewiß hat es in der Weltgeschichte Gestalten gegeben, die zu gleicher Zeit als religiöse Führer und völkische Frei- an bas völkische Erbe gebunden seien. Das sei auch das, was uns zu Treitschke hingezogen habe. Die Gebundenheit an das Völkische trete vielleicht noch stärker als bei der Erkenntnis beim Willen in die Erscheinung. In allem hätten wir uns dem Gesetz des Lebens zu unterwerfen, es uns zur Richtschnur zu machen, zum kategorischen Imperativ. Dabei müsse betont werden, daß in Verfolg der nationalsozialistischen Rev» lutton niemals Grenzen der Erkenntnis auf gerichtet worden feien, sondern nur immer wieder darauf hingewiesen werde, daß diese Grenzen notwendigerweise seit je beftanben hätten. Wenn es eine Sorge gebe, die unberechtigt sei, bann sei es bie, baß mit einem biktatorischen Druck von oben den deutschen Wissenschaftlern der Weg der Forschung irgendwie verleat werden solle. Nach jabrefangem schweren Kampf, so führte der Minister weiter aus, hat unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eine neue Grundlage für eine gedeihliche Fortentwicklung geschaffen, und nun muß langsam die allmähliche Umstellung des ganzen deutschen Geisteslebens erfolgen, auf bie weber Verzicht geleistet werden soll noch kann. Die Grundlage unserer wissenschaftlichen Forschung ist völkisch. Daraus folgert, daß auf manchen Gebieten der Wissenschaft eine wesentliche Um- stellung erfolgen muß. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, die Universitas nicht danach zu beurteilen, ob sie mit dem letzten entbehrlichen Lehrstuhl versehen ist, sondern sie unter dem Gesichtspunkt einer großen geistigen Einheit au sehen, die mit einem Neuerstehen des organischen Bodens unter unseren Füßen verbunden ist. Seit dem Entstehen der Landesfürstentümer haben die deutschen Hochschulen vornehmlich aus landesherrlicher Grundlage existiert. Heute arbeiten wir auf der Grundlage eines Deutschen Reiches und auf der Grundlage einer deutschen Wissenschaft. In der Zukunft soll die Mittelmäßigkeit an deutschen Hochschulen keinen Platz haben. Wir wollen Forscher haben, die auf den deutschen Hochschulen internationale Höhen erreichen und Künder eines unerhört schöpferischen deut- schen Geistes sind. Nach der von lebhaftem Beifall häufig unterbrochenen Rede des Ministers wurden die beiden Nationalhymnen gesungen. Damit fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. gebend zu sein. Adolf Hitler ist bei seiner Ablehnung eines An- pruches religiöser Sendung nicht stehen geblieben, sondern als Führer der nationalsozialistischen Bewegung weitergegangen. Er hat in aller Deutlichkeit den Satz in sein Programm hineingesetzt: „Der Nationalsozialismus bekennt sich zum positiven Christentum." Religiöse Sendung ist dazu da, die Menschen zu bessern und sie in ihrem Leben und in ihrer Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und gegenüber der Nation zu einer sittlichen Grundhaltung zu bringen. Wenn aber in verschiedenen Kreisen geglaubt ivird, daß der Streit um kirchliche Dinge fortgeführt werden muh, dann soll er dort ausgetragen werden, wo der platz dafür ist.- Dir wollen das Kreuz auf den Kirchen schützen, aber wir wollen das Hakenkreuz» aus den Thing- und Sportplätzen leuchten lassen, wir kommen niemandem ins Gehege und müssen, fordern, dah man auch uns bei der Lösung aller Probleme, die wir uns nicht selbst aufgeladen haben, sondern die uns das Schicksal auf die Schultern gelegt hat, nicht hineinredet. Zweimal hat der Führer sein Wort gegeben, daß er nicht nur die Kirche, sondern auch ihre Bekenntnisse schützen werde. Wenn aber wie heute in der großen Evangelischen Kirche eine volle Einheit über Das Bekenntnis nicht erreicht wird, dann ist es natürlich auch ür den Staat ungeheuer schwer, sein Wort zu er- üllen. Der Schwierigkeiten, die sich gerade in die- em Punkte uns entgegenstellen, bin ich mir voll bewußt. Aber gerade deshalb will ich, daß alles geschieht, damit die maßgebenden politischen Führer, vor allem die Führer der Jugend, nach dem Befehl des Führers handeln und damit die letzte Möglichkeit denen nehmen, denen es nicht um Gott geht, sondern um eine langsame Unterminierung einer Bewegung, mit der heute Auf einem Jagdgang starb der Staatsrat Dr. Dr. h. c. Ernst Brandes - Althof. Er war vom Herbst 1914 ab Präsident der Landwirtschaftskammer Ostpreußen. Nach dem Kriege war er Präsident des Dr. Leys Rede zu den Vertrauensratswahlen Rückwirkungen der Währungskrisis in Belgien. Llebereinkommen mit Frankreich über den Exporthandel. Deutschen Landwirtschaftsrates und der Preußischen Landwirtschaftskammer. Nach der Machtübernahme leate er die Aemter nieder und wurde in den Preußischen Staatsrat übernommen. Er besaß vier Güter im Kreise Insterburg. Das vom Kriegsgericht in Saloniki ergangene Todesurteil gegen den Major Volants wegen führender Beteiligung an dem Märzaufstand ist durch Erschießen voll*streckt worden. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Bene sch ist von Außenkommissar Litwinow zu einem Besuch in Moskau eingeladen worden. Be- nesch hat die Einladung angenommen. General Göring in Königsberg. Königsberg, 5. April. (DNB.) Am Donnerstag besuchte der Reichsminister der Luftfahrt, General der Flieger Göring, die in der Nähe von Königsberg liegenden Standorte der Luftwaffe. Anwesend waren außerdem neben dem Befehlshaber des Luftkreises I, General der Flieger W a ch e n f e l d, der Staatssekretär des Reichsluftfahrtministeriums Generalleutnant Milch und der Befehlshaber der Flak-Artillerie, General Rüde. Der Herr Oberbefehlshaber der Luftwaffe besuchte zunächst die in der Stadt liegenden Teile der F l a k a b t e i l u n g e n, die im Carolinenhof Paradeaufstellung genommen hatten. Vom Carolinen- hos aus begab er sich auf die in der Nähe von Königsberg liegenden Flugplätze. Bei der Ankunft des Reichsministers der Luftfahrt auf dem Hauptbahnhof in Königsberg hatten sich zur Begrüßung Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen eingesunden. Essen, 5. April. (DNB.) In den Essener Kruppwerken hoben im blauen Werkmannskittel, im braunen Kleid der PO., der SA., der HI., 6000 Werksangehörige Aufstellung genommen, während in allen übrigen Betrieben sich die Gefolgschaft des Kruppwerkes wie in allen Betrieben Deutschlands das Arbeitsvolk sich zum Gemeinschaftsempfang versammelt hatte. „Es ist ein wundervolles Bild", so führte Dr. Ley u. a. aus, „diese Riesenhalle gefüllt mit Tausenden Werkmännern, als ob es nie anders gewesen wäre, und doch ist die Zeit noch nicht fern, wo diese Menschen getrennt waren in Klassen, Schichten und Stände, wo einer gegen den anderen stand. Oft fragt uns das Ausland, welches Rezept habt Ihr, daß Ihr das fertig gebracht habt? Wir können ihm nur antworten: „Unser Rezept heißt Adolf Hitler, unser Rezept heißt die Rück-» kehr zur Vernunft, unser Rezept heißt, die Einsicht, daß unser Leben nach einer göttlichen organischen Gesetzesmäßigkeit abläuft und nicht nach Willkür und nicht nach Zufall und nicht abhängig von Mehrheiten, sondern allein abhängig von den Grundbegriffen, die das Leben des einzelnen ausmachen, und darüber hinaus das Leben des gesamten Volkes. Wir werben wieder eine Sprache miteinander sprechen, die jeder versteht. Es genügt uns nicht, daß jeder einen Arbeitsplatz hat, sondern jeder muß feinen Arbeitsplatz haben. Wir müssen erreichen, daß die Menschen eingeteilt werden in Bataillone des Kampfes für die Existenz der Nation. Wo etwas geleistet werden soll, muß Gehorsam sein, muß Disziplin sein und dann wird auch ein wahres Führertum kommen und eine wahre Gefolgschaft. Hier ist uns Vorbild der Soldat. Der Soldat ist ja der beste Sozialist, den es in der Welt gibt. Der Soldat hat die größte Kameradschaft, die ergebenste Treue und den besten Gehorsam und damit auch die höchste Leistung. Will der Unternehmer ein wahrhafter Wirtschaftsführer sein, so genügt es nicht, daß er sein Werk fein säuberlich kaufmännisch oder technisch leitet, nein wir Nationalsozialisten verlangen, daß er sich um seine Gefolgschaft sorgt und kümmert. Nach kaum zwei Jahren hat der Führer die allgemeine Wehrpflicht wieder einführen können, weil Ihr, die schaffenden deutschen Menschen, eine große Gemeinschaft geworden seid. Wir wollen keinen Krieg. Wenn es jemals ein Volk ehrlicher mit diesem Wort meint oder gemeint hat, dann sind wir es. Wer das Leben will, der muß den Tod hassen. Und der muß damit auch den Krieg hassen, denn der Krieg ist der Tod. Wir werden emporsteigen zum Licht, zur Freiheit, zu Arbeit und Brot. Wir wollen den Kampf um Deutschlands willen, um seines Glückes willen. französischen F r an k e n, den Dollar und das englische Pfund gilt, die den Goldausfuhrpuntt überschritten. Ferner war am Terminmarkte ein erhöhtes Agio für ausländische Valuten festzustellen. Parallel hiermit ging auf der Effektenbörse eine weitere starke Verkaufsneigung von Staatsobligationen und anderen Rentenwerten. Die Kapitalfluchttendenzen haben somit ansehnlich zugenommen. Sie dürften jedoch hauptsächlich auf aus Paris stammenden Orders beruhen. Am Geldmärkte nahm die Versteifung zu. In Amsterdamer Finanzkreisen erwartet man, daß die Niederländische Bank ihren Diskontsatz abermals um 1 v. H. heraufsetzen wird. Kriseninitiative zur Verwerfung zu empfehlen. Im Nationalrat erklärte der Vorsitzende des eidgenössischen Finanzdepartements über das Zinsproblem, daß der Bund alles tue, um den Zinsfuß der öffentlichen Anleihen nach unten zu beeinflussen. Das Finanzdepartement verfolge die Lage sehr aufmerksam und behalte sich vor, zu gegebener Zeit die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Weiter erklärte sich der Redner gegen Zinsvereinbarungen für Bund und Kantone. Der neuernannte Bundesrat O b r e ch t, der künftige Vorsitzende des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, sprach sich entschieden gegen jede Abwertung des schweizerischen Franken aus und betonte, d-ß dieser stark genug sei, sich zu behaupten. Angriffe aus den holländischen Gulden. A m st e r d a m, 5. April. (DNB.) Obwohl die gestrige Diskontheraufsetzung der Niederländischen Bank in der Oefsentlichkeit unzweifelhaft einen guten Eindruck hinterlassen hat, war heute noch keine Erlahmung der Baisse angriffe auf die holländische Währung zu verzeichnen. Am Devisenmärkte zogen auch heute die Kurse allgemein an, was namentlich für den und wahltechnische Aufrüstung entgegengestellt worden. Die Bestrebungen des ungarländischen Deutschtums seien nach wie vor aus- schließlich kultureller Natur, die jedoch politischen Gesichtspunkten nicht untergeordnet werden dürfen. Die deutsche Frage in Ungarn sei ein überparteiliches Problem, das zwischen den Führern des ungarländischen Deutschtums und der ungarischen Regierung gelöst werden müsse. Meine politische Nachrichten Der Führer und Reichskanzler empfing ben Direktor der Akademie für deutsches Recht Dr. Lasch und den Schatzmeister der Akademie, Generaldirektor Arendts, zum Vortrag über den Neubau des Hauses des deutschen Rechts, das nach dem Vorschlag des Präsidenten der Akademie für deutsches Recht, Reichsministe'r Dr. Hans Frank, in München erbaut werden soll. Der Führer nahm mit Interesse von den Plänen für die innere und äußere Ausgestaltung des Hauses Kenntws und genehmigte die sofortige Inangriffnahme der Arbeit. * Der Führer und Reichskanzler hat den Reichsminister K e r r l zum Leiter des Z w e ck v e r- bandes Reichsparteitag Nürnberg und den bayerischen Staatsmin-ister Adolf Wagner zum Stellvertreter des Leiters bestimmt. daß die Vertragspartner sich genau so innerlich an die Verträge gebunden fühlen wie Deutschland. Denn Deutschland wägt kritisch jede mögliche Auswirkung eines Vertrages ab, bevor es ihn eingehl. Dann aber kann die Welt sich darauf verlassen, daß es ihn unbedingt einhält. Das Deutschland, das heute Verträge abschlieht, ist ein Deutschland, das seine Ehre über alles stellt. Nicht- einhaltung eines Vertrages aber ginge gegen seine Ehre. Wenn Deutschland nach gerechten Abmachungen mit seinen Nachbarn strebt, so auch auf Grund der guten Erfahrungen, die durch den Vertrag mit Polen gemacht worden sind. Beide Nationen wußten, daß der Vertrag Opfer von ihnen forderte. Beide Nationen brachten sie dem Frieden Europas zuliebe. Die vertragsschließenden Männer waren auf beiden Seiten soldatische Männer, und es hat sich gezeigt, daß soldatische Naturen nicht nur besonderes Verständnis f ü r die Notwendigkeit des Friedens haben, sondern auch die Kraft aufbringen, diese Erkenntnis in die Tat u m z u s e tz e n. Der Vertrag, der zwischen Deutschland und Polen besteht, gilt der Befriedung der beiden Völker, aber auch dem Frieden der Welt, und ich glaube, daß es nützlicher ist für die Sache des Friedens, ihn zu studieren und von ihm zu sprechen, als täglich in der Weltpresse die Gefahren eines drohenden Krieges aufzuzeigen. Ein vergleichender Blick in die deutsche Presse mit der Auslandspresse zeigt jedem, wo mit dem Gedanken des Krieges am häufigsten gespielt wird. (Sin erstaunlicher Brief. Seltsame Informationsquellen des Danziger Bölkerbundskommissars. Danzig, 5. April (DNB.) 3n mehreren aus- ländischen Zeitungen wird ein Brief des Völkerbundskommissars von Danzig, £ e ft e r, an den Generalsekretär des Völkerbundes, 3. A. Avenol, veröffentlicht. 3n dem Brief heißt es u. a. wie folgt: Die Versammlung über die Auflösung des Volkstages hat gestern stattgefunden. 3ch habe noch keine Zeitung über diesen Gegenstand erhalten, aber der Marchese Giustiniani ist in meinem Auftrage in der Sitzung anwesend gewesen, und ich habe ein Memorandum des sozial - demokratischen 3ournalisten Bro st erhalten. Der Völkerbundskommissar schildert die bekannten Vorgänge in der großen volkstagsfihung, und zwar, wie er verschiedentlich erwähnte, auf Grund der Darstellung des Vertreters der sozialdemokratischen „Volksstimme", Brost. Zur LrNä- rung bemerkt er. „daß die Pressegalerie viel näher an der R e g i e r u n g s b a n k liegt als die Diplomatengalerie, und daß infolgedessen hier nicht alle Bemerkungen genau zu verstehen waren". — Er faßt seinen Bericht in dem Urteil zusammen, daß „die Geschehnisse für Parlamente nicht ungewöhnlich sind", wobei er sich aber über das Verhalten des Danziger Senatspräsidenten kritisch äußert und Gerüchte über fein früheres Auftreten im hafenausfchuh wiedergibt. Der Brief schließt wörtlich mit dem folgenden Sah: „Brost steht natürlich in einem Gegensatz zum Senat, weil er bekannt ist als Kanal, der von der sozialdemokratischen Partei als Verbindung zu mir benutzt wird. Dies zu 3hrer 3nformation.“ hierzu bemerkt DNB.: Wie erinnerlich, ging kürzlich durch verschiedene ausländische Zeitungen die Meldung, daß der Völkerbundskommissar von Danzig ganz entschieden in Abrede gestellt bat, einen derartigen Bericht an den Völkerbundssekretär gesandt zu haben. Die Aufklärung dieser etwas mysteriösen Angelegenheit bleibt daher abzuwarten. Die Wahlniederlage des ungarländischen Deutschtums. B u d a p-e st, 5. April (DNB.) Der Führer des schwäbischen Deutschtums, Dr. Kußbach, richtet in der Wochenzeitung des hiesigen Deutschtums an die Wählerschaft der schwäbischen Wahlbezirke einen Aufruf, in dem die Trauer Über den für das hiesige Deutschtum unglücklichen Ausgang der Wahlen zum Ausdruck kommt. In dem Aufruf heißt es, den sicheren Sieg habe dem Deutschtum der Umstand entrissen, daß am Wahltage Tausende deutscher Wähler ihre verfassungsmäßigen Rechte nicht aus- üben konnten. Unter diesen Umständen entspreche das verkündete Wahlergebnis nicht dem Willen der überwältigenden Mehrheit der Wählerschaft Das Deutschtum könne sich mit diesem Urteil nicht abfinden. Gegen die Personen, die durch ihr gesetzwidriges Verhalten bei den Wahlen Mißbräuche begangen hätten, sei ein strafrechtliches Verfahren angestrengt worden. Wie so oft in der Geschichte der ungarischen Wahlen seien auch diesmal den Ideen materielle Machtmittel Paris, 6. April. (DNB.-Funbspvuch.) Handels- m knister Marchand eau ist am Freitagabend von einer Brüsseler Reise nach Paris zurückgekehrt. Marchandeau hatte die Ausgabe, die Brüsseler Regierung davon in Kenntnis zu setzen, daß Frankreich sich gezwungen sehe, angesichts der Belga- Abwertung eine Reche von Zollmaßnahmen zu ergreifen, die ein Dumping der belgischen Ausfuhr nach Frankreich unmöglich machen sollten. Der französische Handels- minister erklärte, daß die Besprechungen einen zufriedenstellenden Verlauf genommen hätten. Die belgische Regierung habe versichert, daß es nie in ihrer Ablicht gelegen habe, die französisch- belgischen Wirtschaftsbeziehungen in irgendeiner Weise zu erschweren. Marchandeau hat daraufhin die belgische Regierung gebeten, diese Erklärung in geeigneter Form schriftlich niederzulegen, und versprochen, daß die französische Regierung unter diesen Umständen von Schutzmaßnahmen Ab st and nehmen werde. Keine Abwertung des schweizerischen Franken. Bern, 5. April. (DNB.) Die 14tägige ordentliche Frühjahrssitzung der Bundesversammlung ging am Freitag zu Ende. In der Schlußabstimmung beschlossen beide Häuser, dem Volke d i e Aus aller Welt. Neues Strafverfahren gegen die Brüder Sklarek wegen Steuerhinterziehung. Die beiden Brüder Leo und Willi Sklarek, die wegen ihrer vielerörterten Schiebergeschäfte während der Systemzeit zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt worden sind und ihre Strafen gegenwärtig im Zuchthaus Brandenburg (Havel) absitzen, werden sich demnächst in einem neuen Strafverfahren zu verantworten haben. Es handelt sich dabei um Gewerbe - und Umsatz- steuerhinterziehungen im Gesamtbeträge von 60 000 Mark. Nach dem Ergebnis der Voruntersuchung sollen die beiden Angeklagten für ihre drei Gesellschaften: „Textilhandel Gebr. Sklarek" (Einkauf der Materialien), „Willi Sklarek" (Fabrikation) und ,KVG. Gebr. Sklarek" (Vertrieb der Waren) in der Zeit von 1925 bis 1929 Steuern im genannten Betrage hinterzogen haben. Diese Hinterziehungen sollen durch Falschbuchungen verschleiert worden sein. vierzehnjähriges Mädchen mit Benzin übergossen und angezündei. — Der Täter schwer verbrannt. Der 50jährige Bruno Bröhmer in Crimmitschau übergoß am Freitaanachmittaa das etwa 14 Jahre alte Aufwartomädchen Dova Hühner, während es sein Zimmer kn Ordnung brachte, mit Benzin und brachte es zur Entzündung. Das Mädchen trug indes nur leichte Brandwunden davon. Der Täter selbst erlitt schwere Verbrennungen und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Der Grund zur Tat ist nicht klar ersichtlich. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Glassteine als Brillanten. Der Berliner Kriminalpolizei gelang es, eine gemeingefährliche Betrügerkolonne auszuheben, die in der Reichshauptstadt, in Magdeburg, Dortmund und Hannover ihr Unwesen getrieben hat. Die Gauner befaßten sich damit, wertlose Glas- steine an vertrauensselige Personen als c d) t e Brillanten zu verkaufen. Sie fanden ihre Opfer hauptsächlich auf großen Bahnhöfen oder an Schiffsanlegeplätzen. Die Polizei konnte vier Mann festnehmen. Es handelt sich durchweg um alte Bekannte der Kriminalpolizei, die sämtlich bereits ein großes Konto an Vorstrafen aufzuweisen haben. Wetterbericht des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt. lieber Europa ist lebhafte Wirbeltätigkeit im Gange, deren Schwerpunkt zur Zeit im Nord- und Ostseegebiet lieat. Demgemäß werden auch wieder feuchte ozeanische Luftmassen über Deutschland hinweg verfrachtet, die seit Donnerstagabend eine Steigerung der Schauertätigkeit gebracht haben. Im Gebirge hat sich die Schneedecke weiter erhöht, so daß noch einmal recht gute Sportmöglichkeiten ausgekommen sind. Wohl ist eine Umgestaltung der Großwetterlage zu beobachten, die uns eine langsame Temperatursteigerung bringen wird, doch bleibt der Gesamtcharakter der Witterung noch sehr unbeständig und wechselhaft. Aussichten für Sonntag: Nach verbreiteten Niederschlägen wieder mehr wechselnd bewölkt und einzelne Schauer, im ganzen etwas milder, doch für die Jahreszeit noch zu kalt, lebhafte um West schwankende Winde. Aussichten für Montag: Immer noch Fortdauer der sehr unbeständigen Witterung. Lufttemperaturen am 5. April: mittags 5 Grad Celsius, abends 2,3 Grad; am 6. April: morgens 1,3 Grad. Maximum 0,4 Grad, Minimum —0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. April: abends 4,8 Grad; am 6. April: morgens 3,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6,3 Stunden. — Niederschläge 4,7 mm. — Schneehöhe 1,5 cm. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch' und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. So hat auch die neue Bildersammlung Die Nachkriegszeit 1918-1934» —"uurg ——-1 ” _ . rasch überall Freunde und Fürsprecher gefunden. Weil es sich hier ja nicht um eine Sammel- Spielerei handelt, sondern um ein anregendes, bildendes Nachschlagewerk von bleibendem Wert. Von Mund zu Mund empfohlen wird nur, was wirklich gut ist. 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Erstklass. [01521 Schneiderin ^TB J* r2'l .Kü. | Nr. 82 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag. 6. April (935 Wehr und Waffen. Wettlauf um die schnellsten Flugzeuge. Die „Royal Air Force", oder allgemein abgekürzt RAF, sind mitten in der beschleunigten Aufrüstung, die bis 1938 spätestens beendet sein soll. Die „Kgl. Luftstreitkräfte", welche immer über ganz hervorragendes fliegendes Material verfügt haben, sollen auch in diesem Ausbauprozeß mit dem Besten ausgerüstet werden, was die englische Luftrüstungsindustrie hervorbringen kann, und es wird schon deswegen so gut sein, weil die englische Flugzeugtechnik auf einer ganz besonders hohen Stufe steht. Da die Stei- gerung der Geschwindigkeit eine bedeutende Rolle in der Luftwaffe spielt, hat man diesem Problem ganz besondere Beachtung geschenkt. Neben schnellen, weitreichenden Bombern mit möglichst hoher Bombenlast sind vor allem Jagd- und Verfolgungsflugzeuge erforderlich, deren Schnelligkeit es ermöglicht, die Bomber zu erreichen und zu bekämpfen, ebenso wie natürlich auch schnelle Begleitflugzeuge erforderlich sind. Nachdem sich die Geschwindigkeit der Bomber immer mehr derjenigen der Jagdflugzeuge, ihrer gefährlichsten Gegner, genähert hat,' ist diese Frage stark in den Vordergrund getreten. Und man sucht daher nach denjenigen Konstruktionsformen, welche am besten geeignet sind, die Aufgabe zu erfüllen. Kürzlich hat sich das englische Luftministerium durch seine berufenen Vertreter öffentlich geäußert und dabei auf die Absicht hingewiesen, wieder dem Eindecker mehr Beachtung zu schenken. Gerade in England waren bisher die hervorragendsten Jagdflugzeuge, wie der zur Zeit beste Jagdeinsitzer H a w k e r „High Speed Fury", als Doppeldecker gebaut, weil diese Bauform infolge ihrer hohen Wendigkeit sich besonders für' den Luftkampf eignet. In anderen Ländern sind in den letzten Jahren mehrfach Jagdflugzeuge wieder als Eindecker oder auch Anderthalbdecker konstruiert worden. So ist z. B. der ausgezeichnete polnische „PZL-24" ebenfalls ein Eindecker, auch in Frankreich und USA. sind derartige Eindecker-Jagd-Flugzeuge entstanden. Bei diesen Flugzeugen kann meist das Fahrgestell eingezogen werden, was infolge der Verminderung des Widerstandes zur Beschleunigung beiträgt, wie überhaupt das ganze Bestreben der Technik darauf hinausgeht, alle irgendwie den Luftwiderstand steigernde Elemente hereinzunehmen. Erzielt der genannte englische Jagdeinsitzer „High Speed Fury" bereits eine Geschwindigkeit von über 440 Kilo- meter st unden, so sollen die neuen Eindecker zu noch höheren Leistungen gelangen, und es ist deutlich zu erkennen, wie auch die Erfolge anderer Länder bewiesen, daß die Schnelligkeit der Jagdflugzeuge bereits stark auf 500 Kilometerstunden hinstrebt: Hierbei ist zu bemerken, daß mit besonderen Spezialmaschinen, die nur für Rekordzwecke gebaut wurden, in Italien bereits 700 Kilometerstunden als Welthöchstleistung erzielt worden sind. Das sind natürlich Werte, die noch keine praktische Bedeutung für die Luftwaffe haben können, die aber immerhin die Möglichkeit derartig phantastischer Leistungen aufzeigt, und es ist ja im- mer fo gewesen, daß die Rekordleistungen im Laufe einer gewissen Entwicklungszeit praktisch I fahrtministeriums stark darauf gedrängt, die erreicht und auch Überboten wurden. Neben der Schnelligkeit der für England besonders wichtigen Erhöhung der Geschwindigkeit der Jagdflugzeuge Flugboote zu erhöhen; denn Geschwindigkeit bewirb von den Engländern auch diejenige deutet auch Reichweite und damit die Möglichkeit, der Bomber und Aufklärer weiter zu er- die Räume, über denen Luftoperationen stattfin- höhen gesucht, und man hat von feiten des Luft- den sollen, ganz erheblich zu erweitern. GvM. SMG-Zug fährt in Stellung Verstärkung der Feuerkraft der Infanterie war schon vor dem Kriege eine allgemeine Forderung. So wurden um die Jahrhundertwende die ersten Maschinengewehrkompanien aufgestellt. Während vor dem Kriege nur jedes Regiment über eine MGK. verfügte, gilt heute in allen neuzeitlichen Heeren der Grundsatz, daß jedes Bataillon mit einer MGK. ausgerüstet fein muß. Zwei Züge der MGK. sind mit zwei Pferden bespannt; ein Zug ist vierspännig. Wie man im Bilde sieht, ist bei ihm die Bedienungsmannschaft beritten oder aufgesessen. Dieser Züg ist daher besonders beweglich. Die schweren MG. unterstützen im Angriff das Vorgehen der Schützen durch Einsatz ihrer starken Feuerkraft. An die Geschütze! „Feindliche Flieger"! Was war uns die Flugabwehr (Flakwaffe) im Weltkriege? „3a, liebe Kamera-den, da streitet ihr euch schon wieder, wer von euch das w i ch t i g st e Kampfglied im Weltkriege war, wer von euch den größten Anteil bzw. Verdienst an den gewonnenen Schlachten, an den erfolgreichen Stellungskämpfen und raffiniert ausgefüh'rten Rückzugsgefechten im Westen, Osten und Süden der Risfenfront gehabt hat!" Ihr lobt euch alle, wie ihr da seid, über den Schellen-König hinaus und tut genau so, wie in jener bekannten Fabel steht: „Die Glieder bzw. Organe des menschlichen Körpers stritten sich eines Tages, wer von ihnen die wichtigste Funktion im Körper habe. Und da sie sich nicht einigen konnten, sollte eines nach dem andern streiken, um alsdann seine Wichtigkeit zu beweisen. — Ihr wißt ja, wie dieser Streit ausging und wie sehr die einzelnen Teile des menschlichen Körpers durch ihr eigenes irriges Verhalten sich selbst schädigten und §roh waren, als sie wieder gemeinsam arbeiten konnten, zu ihrem eigenen Wohle." Und so war und ist es auch mit allen Waffengattungen, die wir im Weltkrieg hatten und die gemeinsam halfen, den Bein von unserer Heimat, von Haus und Hof fernzuhalten? — „Hahaha , tönt es da in der Runde, und damit willst du Flak-Schorsch sagen und beroeifen, daß ihr von der Flugabwehr-Waffe auch ein wichtiges Glied im Weltkrieg gewesen seid? Wo seid ihr denn gewesen? Ihr habt ja nur Löcher in die Lust geschossen, aber getroffen? — Nichts?! Und doch, bemerkte Flak-Schorsch, haben wir von der Flugabwehr große Erfolge aufzuweisen. Jawohl, unsere Waffe war bei den feindlichen Flie- gern gefürchtet! • Warum denn glaubt ihr wohl, haben unsere Feinde im Weltkriege gerade unsere Waffe im Versailler Vertrage verboten? Warum wachen sie ängstlich darüber, daß an unseren Feldgeschützen kein Zahnkranz für die zum Flakschießen nötige Rohrerhöhung angebracht ist? Warum ist unserer Wehrmacht das Aufstellen von Flak-Regimentern verboten? Weil unsere Flaks ihnen besonders 1917 und 1918 derartig zugesetzt haben, daß sie, wenn es ihnen mal wieder behagt, über Deutschland herzufallen, für ihre Flieger die Sicherheit haben wollen, vom deutschen Flak nicht abgeschossen zu werden. So ist es! Unsere Feinde haben diese Spezialwaffe fürchten gelernt, denn die Flaks haben starke Lücken in ihre Fliegerreihen gerissen. Die Bilanz der Feindmächte bei ihrem Flieger-Einsatz im Weltkrieg ist: Nachweisbar ab geschossen durch deutsche Flaks = ca. 1800 Flieger, davon 1918 allein fast die Hälfte. Beschädigt und dadurch vorübergehend außer Gefecht gesetzt durch deutsche Flaks, lt. Statistiken der Feindmächte und unseren Feststellungen, fast das fünffache = ca. 9000 Flieger. Und dazu kommt die erfolgreiche Abwehr von Angriffen auf unsere Fesselballons, Munitionsdepots, Proviantämter, Pionierparks, Eisenbahnen» Brücken, für unsere Verteidigung lebenswichtige Fabriken in der Heimat und Etappe, ganz zu schweigen von der Zusammenarbeit zwischen Flieger und Flak durch Abgeben von Warnungs- und Örientie- rungsschüssen an unsere Artillerie- oder Kampfflieger und Schutz der Infanterie gegen Schlachtflieger und — Tanks. — Jawohl, auch gegen Tanks! Z. B. war es eine K-Flakbatterie, die am 20. November 1917, als die Engländer mit ihren 300 Tanks den Durchbruch forcieren wollten, diesen gepanzerten Ungetümen das erste Halt gebot und in kurzer Zeit drei zusommenschoß. den andern derartig eins vor die Nase gab, daß sie sich darüber verstimmt zurückzogen. — Doch was die Tanks nicht erreichen konnten, das sollte die Kavallerie erzwingen. Zwei englische Schwadronen sollten unter Ausnützung des Geländes im forschen Draufgängertum die unangenehme Batterie überraschen. Auf 100 Meter an diese herangeprescht, empfing sie aber ein derartiges Schnellfeuer, daß es nur wenigen von Albions stolzer Reiterschar möglich war, sich in toller Flucht in den nahen La-Folie-Park zu retten. Als am 2. August 1914 die deutsche Armee ins Feld rückte, ahnte noch niemand, welche Bedeutung die Fliegerei und damit auch ihre Erdabwehr im Laufe des Krieges gewinnen würde. — Mit 18 im Frieden zu Versuchszwecken entwickelten Kraft- wagengoschützen, die zudem noch auf die West- und Ostgrenze verteilt waren und mit wenig Erfahrung im Bekämpfen von Luftzielen trat die Erdabwehr als Spezialwaffe in den Kampf. Die neue Waffe erhielt zuerst die Bezeichnung: BAK. — Ballon-Abwehr-Kanonen. — Beim Beschießen von Luftzielen hielt man sich zuerst an die Schießvorschrift der Feldartillerie, um aber dann festzustellen, daß man bei diesem Schießverfahren nicht zu einem Erfolge kommen kann, denn das Charakteristische beim Beschießen von Flugzeugen war, daß das Ziel in der Einstellung in den Heeresdienst. Nun, da die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wieder Gesetz geworden ist, lebt die Erinnerung an die alte Armee, deren Bestes jetzt im deutschen Volk wieder erstehen soll, doppelt stark in uns auf. So kommt uns das neue Werk, das General von Eisen- hart-Rothe und Franz Schauwecker im Frundsberg-Verlag GmbH., Berlin, Preis geb. 24 Mark (105) herausgebracht haben, „S o war die alte Armee" gerade recht auf den Tisch. In lebensvollen Schilderungen, ergänzt durch Hunderte, heute oft seltener Aufnahmen aus dem Leben des deutschen Soldaten der Vorkriegszeit, läßt das Buch uns die Armee der Vorkriegszeit entstehen, von der Generalfeldmarschall v o n Mackensen in dem Vorwort zu dem Buch sagt: „Die alte Armee war als Erziehungs- ftätte und Fortbildungsschule der männlichen Jugend Deutschlands zugleich Quelle und Vollstreckerin der inneren Kräfte feiner Sohne in Waffen, deren Dasein und Wirkung im Weltkriege die Feinde überraschte und das Erstaunen der Welt erregte. Nicht die Waffe allein macht den Soldaten, sondern erst der Geist." Das sind Worte, die heute, da das deutsche Volksheer wieder ersteht, besonders hell in uns nachklingen. Wir bringen nachstehend das erste Kapitel dieses Buches, das jedem alten Soldaten eine Freude, jedem jungen Soldaten ein lebendiger Spiegel seines Vorbildes ist. „Jeder Deutsche ist wehrpflichtig und kann sich in Ausübung dieser Pflicht nicht vertreten lassen." Dieser Satz enthält ein Gesetz und ist eindeutig. Es begründet die Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes. Wer in dem jeweiligen Jahr sein zwanzigstes Lebensjahr vollendete, hatte sich bei der vorgesetzten Behörde zur Vervollständigung und Berichtigung der Grundliste mit allen nötigen Papieren empfinden Bald danach kam die M u st e r u n g. Da saß die Ersatzkommission, ein Stabsoffizier, der Landrat und noch einige. Und dann war da der Stabsarzt, der die körperliche Untersuchung auf Diensttauglichkeit vornahm Das war sozusagen die Voruntersuchung. Bald danach kam die Oberersatzkommission. Sie überprüfte die Listen, die Untauglichen, den Landsturm, die Ersatzreserve und die Diensttauglichen. Hier wurden die Diensttauglichen auf Waffengattung und Truppenteil eingestellt. Persönliche Wünsche wurden berücksichtigt. Da kam die alte Tradition innerhalb einer Familie zum Vorschein. Der Vater und der Großvater hatten schon immer bei der Artillerie gedient, und es war Ehrensache, daß der Sohn gleichfalls bei der Artillerie eintrat. Dar- mjf wurde Rücksicht genommen, wenn Ber'.U und verbeschasfe'chcit es zuließen. Und bann f-*m her Tag nach der Aushebung für de., bestimmten 7 .up- penteil, der Tag, crn dem man sich dem jeweiligen Bezirkskommando zum Abtransport nach dem Truppenteil zu melden hatte. Bis dahin gehörte man dem Beurlaubtenstande an und war der Kontrolle des Hauptmeldeamts, des Meldeamts oder des Bezirksfeldwebels unterworfen. Dann kam der Abschied von zu Hause. Der Zivilhut und der Stock wurden mit bunten Blumen geschmückt. Vom Aufschlag des Rockes hingen lange bunte Bänder. Man war vergnügt und munter, die Alten erzählten von ihrer Dienstzeit und blinzelten dem Neuling zu: „Nun paß man auf, wie das bei den Preußen ist. Sie werden dir die Hammelbeine schon langziehen. Aber das tut gut. Paß mal auf, wie du aussiehst, wenn du nachher zurückkommst. Du bist jetzt schon ein strammer Junge, aber nachher sollst du mal sehen, wie die Mädels sich nach dir umgucken." Und die Mädels guckten jetzt schon, denn er war in ihrer Achtung bereits um einige Leitersprossen gestiegen und außerdem ging er jetzt weg, und er war immer ein netter Junge gewesen. So gingen sie zu zweien und zu dreien durch die Dorfstraße oder die Gassen der kleinen Stadt, und die Leute kamen aus den Häusern gelaufen oder rissen die Fenster auf und sahen ihnen nach: „Na, die kommen jetzt auch ran, dem Berndt tut das auch not, der ist ja viel zu spillerig für fein Alter, und der Horn kriegt allmählich einen krummen Rücken, wenn sie ihm den nicht rechtzeitig gerade biegen, und der Wagner, der ist schon viel zu lange viel zu sehr hinter den Mädels her, vor dem ist ja keine sicher. Nun werden sie endlich mal zur Ordnung gebracht werden." Abends fanden sich bann noch viele mit den Eltern und manche mit ihren Mädchen im Gasthaus zusammen, und da wurde erzählt und Abschied genommen. Vor allen Dingen die Väter wurden ganz lebendig und gingen aus sich heraus. Sie dachten an ihre Dienstzeit, denn das war mit das größte Erlebnis ihres Lebens als Mann. Und manche erzählten vom Kriege, von Düppel oder Königgrätz oder Vionville. Die Söhne hörten zu, manche mit gemischten Gefühlen, denn nicht alle waren außer sich vor Freude, nun endlich Soldat werden zu dürfen. Und als es dann losging, klopfte der Vater ihm auf die Schulter und sagte: „Halt die Ohren steif, Junge, und mach uns keine Schande. Es ist keiner von der Familie außer der Reihe getanzt, und du wirst das ja wohl auch nicht tun. Na, und —", und der schlug ihm noch einmal derb auf die Schulter, „und im übrigen habe ich es ja gar nicht nötig, dir das noch extra zu sagen." Damit fuhr der Sohn mit dem Rekrutentransport ab. Sie fuhren alle zusammen, lauter Bekannte, und sahen vom Zug aus noch lange auf die Heimat zurück und sahen sich allerhand Photographien an und sprachen von zu Hause und dachten an die Zukunft und wurden müde und dösten ein bißchen. Mit einem Male war der Zug an Ort und Stelle. Da wurden sie nach den Waffengattungen eingeteift: Artillerie, Infanterie. Kavallerie. Sie musterten sich untereinpnber, denn da waren pH'» Gesichtet Na 7 es würde schöp werdf' .. gleich einigt 'Umesossiziere ' unö Gefreite zu den eingeteilten Gruppen, um sie heil und sicher dorthin zu führen, wohin sie gehörten. Gleich waren sie eingerahmt von Uniform und Waffe. Das militärische Leben fing an ernsthaft zu werden. Koffer in der einen, Stock in der anderen Hand, ging es in Kolonne unter militärischer Führung mitten durch die Stadt zur Kaserne. Die Zivilisten blieben stehen und sahen ihnen nach. Halb fühlten sie sich, halb waren sie unsicher Manche sahen bedenklich aus, aber die meisten nahmen sich vor, sich unter gar keinen Umständen imponieren zu lassen. Und dann kam die Kaserne. Sie sah vollkommen nüchtern aus, ein gelbroter Backsteinbau, streng und sachlich. Das war für zwei Jahre die neue Heimat. Na ja —. Sie wurden eingeteilt in Bataillone und Kompanien. Dann ging es in die Kaserne hinein. Lange, hallende Gänge nahmen sie auf, Bilder von Heerführern und Soldaten sahen sie an. Alles war fast abweisend gemessen und sachlich. Hier herrschte eine Gesetzlichkeit, die ihnen noch nie begegnet war. Soldatentum und Disziplin schienen eine unerbittliche und schwierige Sache zu sein. Frauen gab es hier nicht. Mutter war zu Hause geblieben und die Braut hatte hier nichts zu suchen. Der Leutnant, der da an ihnen vorbeiging, sah sie mit einer kühlen Wißbegier an, und sie fühlten sofort den Abstand und die Zucht, die hier herrschte. Hier mußte man sich e r ft bewähren, wenn man anerkannt werden wollte. Und die Bewährung war nicht einfach. Hier hieß es: selbst i ft der Mann. Aber dazu sollte einem wohl verhalfen werden. Und dazu waren die' Vorgesetzten da, vom Gefreiten an aufwärts. Die würden das schon besorgen. Mal sehen. Sie kamen in die M a n n s ch a f t s st u b e, sozusagen in ihre Wohnung. Da standen die Betten übereinander und die Schränke nebeneinander. Alles war ausgerichtet wie mit der Schnur. Alles war vorwiegend sauber und einfach, exakt und praktisch. Die Wände waren weiß getüncht. Schöne Tapeten gab es nicht. Teppiche waren nicht vorhanden. Tischdecken auch nicht. Jedem gehörte ein Bett und ein Schrank. Sie starrten sich diese vorschriftsmäßige, kühle, fast ausdruckslose Stube an, und diese Stube, die im Deutschen Reich Zehntausende ihresgleichen hatte, starrte sie an, sah gewissermaßen durch sie hindurch und nahm sie gleichmütig auf, wie sie vorher schon Tausende von Soldaten empfangen, beherbergt und entlassen hatte. Die Spinde nahmen ungerührt den Inhalt der kleinen Köfferchen auf und sahen genau so vorschriftsmäßig aus wie immer. Noch hatten sie die verschiedensten Kleidungsstücke an: blauer Anzug, braune Joppe, Schnürstiefel, Halbschuhe, alles bunt durcheinander. Der eine hatte eine Mähne, die ihm in den Nacken wallte, der andere trug die Haare gekräuselt, der. dritte zeigte einen Scheitel. Man konnte sie alle auseinanderhalten und schon auf hundert Meter deutlich unterscheiden Sie paßten schlecht in diese gleichförmige Stube. Aber das wurde rasch anders. Es kam ein Befehl, der "rste Be^hl im neuen Leben. .Antreten ! Wnü U rt.t f 0 r m *> m p.v 0 n a'-!. 1 D'-' -b Mfcnbc i Korridore und über dröhnende Treppen ging es tzum Kammerunteroffizier. Da wurde Wäsche verpaßt, Drillichzeug, Uniformhosen und Waffenröcke und Halsbinden, Stiefel und Feldmütze. Es war ein Gefluche und Gewürge, ein Gezwänge und Gefchwitze — es gab Leute, die in keine Hose paßten — aber schließlich war alles notdürftig eingekleidet. Jeder hatte seine Sachen. Der Kammerunteroffizier verstand sich darauf, seine Sachen bet den Rekruten unterzubringen und die Rekruten in die Sachen reinzustopfen. Er hatte eine einzigartige Begabung darin, seine Leute anzuziehen. Dann ging es wieder zurück in die neue Wohnung. Und als sie nun allesamt neu bekleidet waren, gleichmäßig uniformiert, als der vorschriftsmäßige Haarschnitt die obere Hälfte des Kopfes umgab, da waren sie auf hundert Meter nicht mehr voneinander zu unterscheiden, höchstens an der Größe, da war mit dem blauen Anzug der angehende Kaufmann, mit der braunen Joppe der Bauernsohn, mit dem grauen Jackett der Schmied verschwunden. Da waren sie plötzlich eins: Soldaten. Das heißt: sie wollten es erst werden. Mit einem Male waren sie alte, ob lang oder kurz, bläßlich oder sonnverbrannt, schmal oder breit, eine Einheit aus Vielen. Mit einem Male wurde in ihnen allen zusammen, vorläufig nur schwach durchschimmernd, etwas bemerkbar, das vorher nicht dagewesen zu sein schien: das Volk, das Nation werden wollt e. Plötzlich begann ein auf Aeckern und in Kaufläden, in Werkstätten und Büros verstreutes und feiner selbst kaum bewußtes Volk sich zu sammeln und zu ordnen; es fing an, sich feiner bewußt ZU werden, und ging daran, in Bewegung und Gefühl, Denken und Leben einem einheitlichen Gesetz Zu gehorchen und einen großen geschlossenen Körper zu bilden. Diese große Ordnung sah sie überall an. Sie begann schon mit dem vorschriftsmäßig gelegten Bettzeug, sie drückte sich schon aus in den ausgerichteten Bettstellen und Spinden, sie betätigte sich in der ersten Frühe beim Stubendienst, sie herrschte beim gemeinsamen Essen, beim Exerzieren, in der Putz- und Flickstunde, sie war überall und jederzeit. Alle Mützen waren gleich, alle Mäntel waren dieselben, die Stiefel waren nicht voneinander zu unterscheiden. Ein Befehl galt allen, und alle gehorchten ein und demselben Anruf. Heimat und Eltern, Wald und Universität, Kolonialwarenladen und Tischlerei waren noch da, aber die Kasernenhofmauer war ihre Grenze. Hier herrschte eine andere Welt: Männlichkeit und Zucht, Befehl und Gehorsam, Dienst und Waffe. Und hinter all dem, hinter Scheunen und Städten, hinter Eltern und Großstadt erhob sich aus dem neuen Leben des Dienstes und der Nation schweigend und nur fühlbar der Krieg. Dafür standen sie letzten Endes da, traten sie an, richteten sie sich aus, rissen sie die Hacken zusammen und legten die Hand an die Hosennaht, brachten sie Kimme und Korn zusammen und machten sie ftunhenlanae Märsche». Es konnte irgendwann einmal sein, daß dieser hinter den Himmelsrä ad^rn und Wäld".rn -nsichU'ir gelagerte Krieg plötzlich erwachte und ausstand, riesengroß, den ganzen Horizont erfüUentk lein ungeheures Gebirge bi» in die Bollen. (Sofhaf 14facher Lebensretter. | H js 5'. ■ Scheri-tiildmaterndiens t Der Gefreite Goltz von der 1. Kompanie der Nach' richten-Äbteilung Potsdam bekam vom Führer und Reichskanzler für die Errettung von 14 Menschen vor dem Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Außerdem wurde Goltz zum Unteroffizier befördert. Unser Bild zeigt die Ueberreichung der Rettungsmedaille durch Oberstleutnant R u ß w u r m. Zeit des Abschusses bis zum Eintreffen des Spreng- Punktes (Krepieren des Geschosses in der Luft) seine Stellung in der Luft und zwar im Unterschied von einem sich bewegenden Erdziel (z. B. vorgehende Kavallerie) in drei Dimensionen — Höhe, Entfernung, Seite — sehr erheblich ändern kann. — Das sind die Löcher, die wir in die Luft schossen, aber nicht absichtlich, denn der Flieger nützte seine ganze Manöverierkunst aus, um unseren Schüssen auszuweichen. Frühjahr 1915 umfaßte die BAK.-Waffe, |nöter ob 1916 „Flak" genannt, bereits 175 Geschütze, deren Gefechtswert mehr als zweifelhaft war, denn der weitaus größte Teil bestand aus 9-cm-Kano- nen, die auf Holzsockeln notdürftig montiert und deren ballistische Leistung zum Fliegerschießen ungenügend waren. Man hat diese Mängel noch rechtzeitig erkannt und so wurde der jetzige Generalleutnant a. D. Grimme, der heutige Präsident des Reichsluftschutzbundes und Führer des Waffenrings der Flugabwehr (Flakwaffenring) e. D. — (d. i. die kameradschaftliche Vereinigung aller ehemaligen Angehörigen der Flugabwehr im Weltkriege und in die jeder ehemalige Flakkamerad eintreten soll) — von der Obersten Heeresleitung im Einvernehmen mit dem Kriegsministerium mit der Stellung eines Inspekteurs der B A K. (— Flak —) im Großen Hauptquartier betraut. Die erste Sorge dieses Flak-Führers galt der Schaffung eines neuen Geschützes, das den Anforderungen an eine wirksame Flugzeugbekämpfung einigermaßen entsprach. Mit großen Schwierigkeiten kämpfend gelang es dem Flak- Inspekteur im Laufe des Krieges 1000 neue pferdebespannte Geschützte und solche auf Kraftwagen herauszubringen, deren artilleristische Leistung für eine erfolgreiche Flugzeug-Bekämpfung ausreichend war. Außerdem wurden vor allem Beeutegeschütze für Flakzwecke umgebaut. So kam es, daß am Ende des Krieges nicht weniger als 25 (!) verschieb bene Geschützarten als Flak benützt wurden, aber es blieb keine andere Wahl, denn wir hatten ja in Deutschland Rohmaterial-Mangel: auch konnten die Geschützfabriken so rasch wie gewünscht nicht liefern. Für die Munitions-Beschaffung war dieser Umstand sehr nachteilig, denn die Beutemunition, die für Erdziele bestimmt war, ergab in höheren Luftschichten bis zu 80 Prozent Versager. Aber auch dieser Uebelstand wurde nach und nach beseitigt und so kam es. daß mit der Entwicklung der Geschütze und Munition, auch die Flakgeräte, die erst ein erfolgreiches Fliegerschießen ermöglichen, nämlich Entfernungsmesser, Kommandogeräte, Scheinwerfer und Horchgeräte Schritt hielten. — Am Ende des Krieges verfügte die Flakwaffe über rund 2600 Geschütze, 720 Scheinwerfer, 4000 Fahrzeuge, 2800 Offiziere, 55 000 Unteroffiziere und Mannschaften und 17 000 Pferde. Berücksichtigt man die erheblichen Schwieriakei- ten, mit denen die Flakwaffe gegenüber der Fliegertruppe hinsichtlich Material- und Personalbeschaffung zu kämpfen hatte, und bedenkt man, daß Kraftwagen-Flak und bespannte Flak-Batterien und -Züge bei der Offensive und Defensive in der Kampflinie als Jnfanteriebegleit-Batterien ihren Dienst versahen und sowohl gegen Luft- und Erdziele — Tanks, Infanterie, Kavallerie und Artillerie — gekämpft und damit Front, Etappe und Heimat gemeinsam mit unserer ganz hervorragenden Fliegertruppe gegen feindliche Fliegerüberfälle wesentlich beschützt haben, so kann sie mit Stolz auf ihre Leistungen zurückblicken. Nicht nur die Geschütze, Maschinenkanonen und -Gewehre waren es, die Flieger abschossen, sondern auch die Flakscheinwerfer betätigten sich mit Erfolg beim Abschuß „mit Licht". Manches Flugzeug, das im Scheinwerferkegel mal gefaßt war, wurde zur Landung gezwungen, weil der Flieger, vollständig geblendet durch den Lichtstrahl, plötzlich die Orientierung verloren hatte. Und nicht allein das Abschießen und die Abwehr war die Aufgabe der Flugabwehr, auch der W a r n d i e n st gehörte dazu. Jedes feindliche Flugzeug wurde, wenn es unsere Linie überflogen hatte, d. h. durchbrochen hatte, sofort nach rückwärts gemeldet. Die Meldungen wurden ausgewertet und die Orte, die in der Flug^ichtung des feindlichen Fliegers lagen, dadurch rechtzeitig alarmiert. Nicht nur die Flakbatterie in der Heimat, die einen verantwortungsvollen und anstrengenden Dienst hatten, sie standen im Dienste vor dem Feinde, und wichtige Industrie- und Verkehrs-Anlagen schützten, erhielten diese Meldungen rechtzeitig, auch die zivile Bevölkerung konnte sich rechtzeitig in die Keller retten. So sah unsere Flugabwehr bei Beendigung des Krieges aus! Die Tradition in der Reichswehr ist ihr leider genommen, weil die Feindmächte diese im Weltkrieg geborene Waffe fürchten und achten gelernt und sie dadurch im Versailler Vertrag verboten haben. Verboten gemeinsam mit Flugzeugen und schwerer Artillerie, die die anderen im Ueberfluß haben. In Belgien ist es doch schon so weit, daß fast jeder lebenswichtige Betrieb seinen eigenen Luftschutz hat, aber nicht den „Passiven", wie wir im Reichsluftschutzbund, sondern den „Aktiven". Kommt heute Alarm über Belgien, so lassen die Männer den Schraubstock und die Maschinen stehen, den Federhalter fallen und rennen an b i e Maschi - nengewehrstände ober in bie Batterie- stellungen, sofern sie nicht zur kämpfenben Truppe einberufen sind, um aktiv mitzuwirken. Auch Frankreich u n b Englanb haben ihre Flugabwehr erheblich ausgebaut und, wenn sie uns auch weismachen wollen, daß die Flakwaffe Überholt fei, da man heute schon geräuschlos fliegende Flugzeuge habe, so ist das nicht wahr! Denn gerade diese Mächte sind es, die in letzter Zeit, die Flakwaffe v e r st ä r k t haben und schon Geschütze bis zur Reichhöhe von 14 000 Meter und Reichweite bis zu 23 000 Meter besitzen. „Es ist eine zynische Grausamkeit, einem Lande den Luftschutz zu verbieten"! Diese Worte sprach der belgische Delegierte auf der vorbereitenden Abrüstungskonferenz in Genf, Mai 1926. Und wie sieht es bei uns aus? Uns ist der aktive Luftschutz verboten! Unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler lehnt den Krieg ab, er will den Frieden. Aber einen solchen der Gleich- berechtigung und der Ehre für Volk und Vaterland! Damit hat der Führer uns den Weg bereitet, damit auch uns auf friedlichem Wege u n - fere reine Abwehrwaffe „F l a k" wieder gegeben wird, denn „Luftschutz tut not!" Damit, liebe Kameraden, habe ich Euch das wesentlichste von der Flakwaffe gesagt und Ihr wißt nun, daß auch diese Waffe ein wichtiger Faktor zur Verteidigung unserer lieben Heimat war und wieder werden muß. Kn. Neue französische Nurchbruchsianks. Die Franzosen spezialisieren sich immer mehr auf den sogenannten Durchbruchstank, also einen Kampfwagen auf Raupen, der besonders stark gepanzert ist und schwere Waffen besitzt. Daneben geht allerdings die Modernisierung der kleineren und mittleren Tanks, über die bie Armee in großer Zahl verfügt, flott weiter. Cs ist schon einige Zeit her, als zum ersten Male bei den französischen Manövern ganz besonders schwere Panzerwagen zum Einsatz gelangten. Sie dürfen als eine direkte Fortsetzung der aus der Knegszeit bekannten großen englischen Tanks angesehen wer- den. Von dem Typ „Char 2 C“, der lange geheim gehalten wurde, sind seinerzeit sofort etwa hundert Stück in die Armee eingereiht worden. Doch der Tank ist eine Waffe, die noch immer in der Entwicklung steckt und vor allem ihren Herstellern deswegen besonders große Kopfschmerzen macht, weil die Formel noch nicht gefunden ist, die einem ganz starken und schwer bewaffneten Wagen die gleiche Geschwindigkeit verleiht wie dem kleinen Ein- oder Zwei-Mann-Tank. „Char 2 C“ hatte ein Gewicht von 62 Tonnen, ein 75-Milli- meter-Geschütz und vier Maschinengewehre. Doch bald war dieser Wagen verbessert. Es konnte noch ein 15,5-Zentimeter-Geschütz eingebaut werden. Dieser Typ „D“ mit einem Gewicht von 92 Tonnen fand ebenfalls Eingang in die Armee, ist aber bereits wieder überholt. Denn jetzt hört man etwas von einem Tank D 2, der etwa die gleiche Bewaffnung besitzt, 12 Kilometer Stundengeschwindigkeit entfalten kann und sich vor allem durch seine dicken Panzerplatten auszeichnet, die so stark sein sollen, daß ein mittleres Artilleriegeschoß abprallt. Die geringe Geschwindigkeit macht natürlich eine gute Panzerung notwendig, weil langsamer fahrende Tanks leichter von der Artillerie unter Feuer genommen werden können. Sehr wahrscheinlich wird auch dieser Typ in absehbarer Zeit durch eine Neukonstruktion ab gelöst werden, da der Jdeclltank noch nicht erfunden ist. Kulturpolitische Streiflichter aus der Sowjetunion Von unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, März 1935. Seit dem Abschluß des Sowjetkongresses ist auf dem Gebiet des Ausbaues des Rätesystems eine Reihe von Fragen aufgetaucht, die vielleicht besser als politische Abhandlungen es vermögen die inneren Zustände des Landes beleuchten. Es ist seit je das Kennzeichen des bolschewistischen Regimes, daß alle öffentlichen Funktionen des Staates und der herrschenden Partei und alle Bezirke des privaten Bürgerlebens einer ständigen Umorganisierung unterworfen sind, so daß seit der kommunistischen Revolution von einer ruhigen Stetigkeit der inneren Entwicklung nicht die Rede sein kann. Hinzu kommen zwei Ursachen, die ftets den Zuständen ihren besonderen Stempel ausgedrückt haben: Wissenschaft, Schule, Literatur und überhaupt alle Geistigkeiten sind in der Sowjetunion parte iisiert, kollektiviert, mit kommunistischen Dogmen durchdrungen. Die Partei- aufsicht ertötet jede private Initiative, die Kontrolle selbst über die Gedanken hat ernste wissenschaftliche Forschung unmöglich gemacht. Ein Mißvergnügter schrieb vor kurzem ganz offen in der „Prawda": „Es ist überall nur von der Anwendung des Kommunismus die Rede, die Parteimäßigkeit und die marxistische Dialektik spielen in jedem technischen Prozeß die gleiche beherrschende Rolle, wie sie überall, von der Mikrobiologie und bis zur Schuhmacherei, ausschlaggebend sind." Sodann haben aber die Unzulänglichkeit der Mittel, der geistige Tiefstand und die wirtschaftliche Notlage den Kampf um eine wesentliche Besserung a u f lange Jahre hinaus aussichtslos gemacht. Es werden zwar oft umfassende Sanierungspläne verkündet, die aber im großen und ganzen auf dem Papiex stehen bleiben. Es werden Einzelmaßnahmen durchgeführt, die aber schon zehn Kilometer vom Kreml entfernt nicht mehr durchgeführt werden — „Rußland ist groß und der (rote) Zar ist weit" — und schließlich siegt noch immer die Wurstigkeits-Stimmung des Durchschnittsrusien: Es wird schon irgendwie gehen! Es sind jetzt über 15 Jahre her, daß Lenin fein berühmt gewordenes Dekret über die Beseitigung des russischen Analphabetentums herausgab. Es wurde die a 11 g m e i n e Schulpflicht eingeführt, und auch die erwachsenen Russen sollten bis in die allerältesten Jahrgänge hinein im Lesen und Schreiben unterwiesen werden. — Seitdem sind, wie gesagt, 15 Jahre vergangen. Eine Erscheinung, die man auch auf anderen Gebieten immer wieder feststellen kann, zeigte sich hier mit besonderer Deutlichkeit: Drei- oder viermal in dieser Zeit — immer, wenn ein neuer von Stalin festgesetzter Termin endlich die „Liquidierung des Analphabetentums" bringen sollte -- wurde außerordentliche Betriebsamkeit entfaltet. Man sah, wie alle Mütterchen von kleinen Knirpsen in der Lesekunst unterwiesen wurden, wie abge- müdete und verhärmte Arbeiter nach ihrer Fabrikarbeit sich abends abmühten, ihre Krähenfüße auf eine Schreibtafel zu malen, wie in den Kollektivdörfern nach dem schweren Tagesschaffen auf dem Felde die Bauern und Bäuerinnen sich im Klub oder im Dorfsowjet in die Geheimnisse einer Fibel einweihen ließen. Dieser Eifer ebbte aber immer wieder ab. Der e r ft e Termin für die „endgültige Liquidierung des Analphabetentums", der zehnte Todestag Lenins, ging vorüber — die Aufgabe, „der Plan" war noch nicht erfüllt! Dann wurde als nächster Stichtag der 1. Januar 1930, schließlich der Beginn des zweiten Fünfjahresplans festgesetzt .. . Alle diese Termine sind läng st vorbei, „die Kllpp’s Kaffee Bremer Qualitäts-Kaffee stets frisch zu haben in den Fachgeschäften des Einzelhandels Die Zfftandstöchter und ihre Freier. Vornan von 3- Gchneider-Foerstl Copyright by Verlag Oskar Meister. Werdau t. Sa. 24 Fortsetzung Nachdruck verboten! Frau Henriette streichelte behutsam das Haar des Mädchens und sagte bann mit etwas schwankender Stimme: „Das ist doch selbstverständlich, Kind. Ich habe seinerzeit, als ich deinem Vater mein Jawort gab, ganz genau auch die Pflichten erwogen, die mir gegen euch erwuchsen. Ich hoffe auch, daß es ohne allzu drückende Einschränkungen gehen wird. Die alte Nanne muß wieder allein die Küche führen. Auch einem der Zimmermädchen habe ich bereits gekündigt. Der Verwalter spart den Eleven ein, und das zweite Auto wird verkauft. Luzie hat zwar gemeint, daß die Jagd und auch die Fisch- wasser verpachtet werden müssen, aber es läßt sich nicht anders machen. Bob soll im nächsten Semester in München weiterstudieren." Klaudines Gesicht hob sich langsam. „Wenn du mich entbehren könntest — möchte ich mich gern um eine Stellung umsehen." „Ich kann dich nicht entbehren", sagte die Stiefmutter ernst. „Mutter--!" „Ich danke dir, mein Kind." Von ihrem Arm umschlossen, lag Klaudine an der Brust der Stiefmutter. Unten fuhr eben der Schlitten vor, der Bob und Luzie aus der Stadt brachte. * Gare du Nord. Ein kalter, regnerischer Februartag mit huschenden Gestalten in hochgeschlagenen Mantelkragen und tief hinein versteckten Gesichtern. Er ist nicht gekommen, dachte Niels' Diener, als er am Bahnhof zum dritten Male die Wagenreihe entlang lief, ohne etwas von seinem Gebieter zu erspähen. Plötzlich klopfte ihm jemand von rückwärts auf die Schulter. „Suchst du mich?" Er schrak wie ein ertappter Sünder zusammen. „Gewiß, gnäbiaer Herr! Ich bitte zu verzeihen, baß ich Sie übersehen habe." „Du hast mich einfach nicht erkannt", korrigierte Pöttmes lächelnd. „Sag' nicht „Nein", bu bist schon rot geworben. Laß bie Koffer bem Gepäckträger. Hier ist mein Fahrschein. Ist Oskar draußen?" „Gewiß. Wenn der gnädige Herr einen Augenblick warten wollten —' „Nicht nötig. Ich finde mich schon selbst zurecht. Wurde mein Bruder verständigt?^ Das hat er nun wieder nicht mehr gehört, dachte Niels Pöttmes, als er keine Antwort darauf erhielt, durchschritt die Bahnhofshalle und sah davor seinen Wagen stehen. Der Chauffeur saß am Führersitz und hielt den Blick aufmerksam auf den Ausgang gerichtet. „Guten Tag, Oskar." Ein erstauntes Seitwärtsdrehen des Kopfes, dann in offenkundiger Verwirrung: „Der gnädige Herr!" „Wir müssen noch auf Gottfried warten! — Wie geht's?" „Danke, Herr Pöttmes. Darf ich mir erlauben, nach Ihrem Befinden zu fragen?" „Wie du siehtst", lächelte Niels schmerzlich, „zu breioiertel wieder in Ordnung. Warum ist denn Bob nicht mitgekommen?" Er sah an dem verlegenen Achselzucken, daß man ihm eine unangenehme Nachricht vorenthalten wollte. „Krank?" Als Erwiderung kam abermals dieses Achselzucken. Dann nahm sich Oskar Mut: „Herr Bob ist nicht mehr in Paris." „Na hören Sie", unterbrach Niels ihn aufgeregt, „wo in aller Welt sollte er denn sonst sein? Ich habe vor fünf Tagen noch eine Karte von ihm von hier aus erhalten." „Unmöglich! Gottfried und ich sind noch vorgestern, gestern und heute in feiner früheren Woh- nung gewesen und haben der Dame, bei der er gewohnt hat, zugesetzt, uns zu sagen, wohin er verzogen ist. Sie hat es nicht gewußt. Herr Bob habe persönlicher Verhältnisse wegen schon zu Weihnachten das Zimmer gekündigt, vor etwa drei Wochen seine Koffer bei ihr geholt und sei seither nicht wiedergekommen." „Das sind ja nette Geschichten! — Sagen Sie mal", wandte sich Niels an den Diener, der eben mit dem Gepäckträger an den Wagen trat, „haben Sie denn schon auf der Polizei nachgefragt, wie die neue Adresse meines Bruders lautet?" Gottfried bejahte. „Ich konnte aber nur in Er- fahrung bringen, daß Herr Pöttmes abgemeldet ist. Eine neue Anmeldung ist nicht mehr erfolgt." Niels überlegte einen Augenblick. „Wir werden ja sehen", meinte er dann, nun schon wieder ruhiger geworden. „Was macht Elisabeth?" Ein verstehender Blick flog von Gottfried zu dem Chauffeur hinüber. Dann räusperte sich der Diener. „Fräulein Elisabeth — ist leider bereits im November gestorben." „Und davon erfahre ich erst jetzt?!" rief Niels entrüstet. „Der gnädige Herr hatte keine Adresse hinterlassen, und es war trotz aller Bemühungen vergeblich, sie irgendwo zu erfahren." Das stimmte. Man konnte niemand eine Schuld geben, die man sich selbst anlasten mußte. Aber niederschmetternd war dieser erste Willkomm in Paris: Bob nicht zu finden! Die Sekretärin tot! Pöttmes drückte sich in eine Ecke feines Wagens und ließ sich zuerst ins Hotel und von dort nach Bobs früherer Wohnung fahren. Es verhielt sich alles so, wie Gottfiied und Os- kar gesagt hatten. Die Dame war sichtlich gedrückt, sie hatte bis jetzt nicht wieder vermieten können. Das Zimmer war den meisten Studenten zu teuer. „Gestatten Sie", sagte Niels, „daß ich einen Blick in den Raum werfe, den mein Bruder bewohnt hat?" „Ader gewiß." Sie offnere die eine her hohen Türen und ließ ihn eintreten. „Es ist doch nichts daran zu tadeln, Monsieur", klagte sie und zeigte auf das weißbezogene Bett, die blankpolierten Möbel und bie schönen Bilder an den Wänden. Nein, es war nichts zu tadeln, und Niels empfahl sich mit dem Versprechen, wiederzukommen. „Monsieur würden mich glücklich machen!" Gottfiied ging ihm die Treppe hinab voran. „Wir fahren zur Sorbonne", sagte Pöttmes, als der Chauffeur den Motor anfprtngen ließ. Wenn, bann formte man hort am ersten Auskunft erhalten. Als Hörer her Universität mußte er eingetragen fein. Hoffentlich mit feiner richtigen Abresse. Das stimmte benn auch. Der Beamte gab sehr höflich Auskunft. Bob Pöttmes — cand. med. — bei Madame Cecille (Tarnee — Montmartre, nie Bujo — 39. Also nach bem Montmartre war er verzogen! Niels bekam einen bitteren Geschmack auf bie Zunge. Junge, Junge, was machst bu für Geschichten! Chauffeur unb Diener atmeten auf, als er bie Abresse angab. Wieher zurück in bie Richtung Gare bu Norb! Dann in scharfer Wenbunq einen Berg hinauf. Die Kirche Sacr6-Coeur leuchtete wie eine Marmormoschee aus bem herabsinkenden Dämmer. Die Straßen wandten und drehten sich. Endlich hielt der Wagen. Oskar hatte den Schlag geöffnet. „Fahren Sie ein Stück zurück", befahl Niels, „unb warten Sie bann auf mich." „Jawohl, Herr Pöttmes!" Gottfrieb bekam den Auftrag, im Haufe nachzusehen, in welchem Stockwerk Bob wohnte. Er blieb mächtig lange aus, was Niels veranlaßte, sich unter bie Haustür zu stellen, benn her Regen fiel zwar leise, aber unablässig. Endlich tauchte der Diener wieder auf. „Vierter Stock, links", sagte er, und 3ur Entschuldigung seines langen Ausbleibens: „Es ist ganz unterm Dach und stockdunkel droben. Ich brauche ewig lange, um bie Visitenkarten an ben Türen zu enträtseln, ba ich kein Streichholz hatte." „Aber er wohnt hier--?" „Gewiß, Herr Pöttmes. Soll ich mit hinaufkommen?" „Danke. Das Genick werbe ich mir wohl nicht gleich brechen." Aussehen tut es zwar banach, überlegte Niels, als er bie steilen Treppen hinaufstieg. Mabame (Tarnte öffnete selbst. Nicht mehr allzu jung, aber folib, stellte Niels beruhigt fest. Er wäre ein Freunb bes jungen Herrn Pöttmes. Ob er ihn sprechen könne?" „Augenblicklich nicht." Monsieur käme' immer erst gegen sieben Uhr. Ob er warten wolle? Das wollte Niels. Sie sollte ihrem Mieter aber nicht sagen, baß Besuch gekommen sei. Er mochte ben Freunb gern überraschen. „Wie Monsieur wünschen." Eine halbe Stunbe später würbe bie Flurtür ausgeschlossen. „Achtung, mein Junge", murmelte Niels, „es ist Gefahr im Verzug." Aber Bob ahnte nicht, welche Ueberraschung ihm bevorstand. Ein Gefühl her Freude durchflutete Pöttmes, als er nun draußen die Stimme bes Brühers erkannte: „Ist Post für mich gekommen, Madame?" „Nichts, Monsieur." Dann wurde die Tür geöffnet. Der Sessel, in bem sich Niels niebergelaffen hatte, staub im Dunklen. Trotzdem hatte Bob ben Bruber sofort gesehen unb erkannt. „Niels! — Niels!" Er hing an seinem Halse, küßte ihn auf ben Munb unb legte bann bie Hänbe um bas schmalgeworbene Gesicht bes Brubers. „So blaß bist bu noch! Du bist ja noch krank. Du gehörst nicht nach Paris bei biefem Wetter." Wie ich biefen Menschen liebe, dachte der ältere Pöttmes. „Warum läßt bu bich suchen, Bob?" „Ich wußte nicht, daß du kommst, Niels." „Eben, weil du nicht zu finden warst. Weder Oskar noch Gottfried vermochten deine Adresse herauszubringen. Ist es auf bem Montmartre schöner als in her Rue de Vendse?" „Das gerabe nicht--" „Aber —?" „Billiger!" stieß Bob hervor. „Na, hör' mal!" Niels ließ sich auf bem etwas wackligen Sofa, das an die Schmalwand gerückt war, nieder und zog den Bruder neben sich. „Geizt die „Gnädige" auf einmal so mit ihrem Gelds? Oder — hast du Nebenauslagen?" Trotzdem das Licht nur mehr spärlich war, bemerkte er doch, daß Bobs Wangen sich dunkel färbten. Aha, dachte Niels, ein Mädchen also. Armer Kerl! Und da Bob sich ausschwieg, sagte er warnend. „Ich tadle dich durchaus nicht. Nur sotttst du dich nicht verplempern. „Nein, Niels." „Jedenfalls wünsche ich, daß du wieder in die Rue de Vendee ziehst. Die Aussicht hier ist ja ganz nett. Paris zu seinen Füßen hat nicht jeder. Aber die mer Treppen, mein Junge, diese miserable Beleuchtung und dieser Geruch — wie in einem Schafpferch — verzeih', aber es ist nicht anders. Für wie lange hast du hier gemietet?" „Bis Semesterschluß." dich fertig! Ich regle inzwischen mit Madame Carnse die Geldfrage. Bis ich zurückkomme, hast du deine Koffer gepackt." — Madame machte keine Einwendung. Sie hatte sich ohnedies schon im stillen gewundert, wie ein solcher Mieter in ihre Mansardenwohnung kam. Und Niels bezahlte das leere Zimmer, als ob Monsieur -Bob barm wohnen bliebe ... (Fortsetzung folgte einer Tagung von Vertretern der sog. Seite, zwischen Geist und Brot schwankt er hin ster- ren F x ö Z7/> Die Religiosität im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten treibt zuweilen wunderliche Blasen auf. Aus Groton (Amerika) wurde vor einiger Zeit folgendes berichtet: „C. S. Carter errang die P f a n n - kuchenmei ft erschuft von South Dakota. Er aß 51 Pfannkuchen in 35 Minuten, die ihm das örtliche kirchliche Komitee gewährt hatte. Er verbesserte damit den Rekord, den W. P. Myrs hielt, um 8 Punkte." Diese Amerikaner haben doch entschieden originelle Ansichten von der Entwicklungsfähigkeit des Christentums! Unwillkürlich denkt man an jene Wüstenheiligen der Urkirche zurück, deren id) lange Zeit bleiben. der Brotkarte und die g Stück 30 Pfg, ) Stück RM 085 Streiszüge im Mittelmeer. Äon Or. Paul Rohrbach. Eine „Huldigung" eigener Art hat die Sowjetregierung dem Grafen Leo T o l st o i auf dessen Besitzung Jassnaja Poljana im Gouvernement Tula bereitet. Das Gutshaus, in dem Tolstoi den größten Teil seines Lebens gewohnt hat und wo seine Hauptwerke „Krieg und Frieden" und „Anna Karenina" entstanden sind, wird zwar, wie vor kurzem ein italienischer Reisender berichtete, als eine Art Nationalmuseum gut instand gehalten, allein die Gedenktafel, die den Besucher am Eingang empfängt, deutet nicht gerade auf ein besonders herzliches Verhältnis der heutigen Machthaber zu Rußlands größtem modernen Schriftsteller. Auf ihr steht nämlich ein Ausspruch Lenins über Tolstoi, der so lautet: „Tolstoi war ein sehr großer Künstler, aber ein schlechter Denker. Seine schwache Lehre beweist die Unfähigkeit der alten Adelsklasse, eine neue Staatsordnung zu schaffen." Daran ist nun zweifellos manches richtig, denn Tolstoi war in seiner reichlich verschwommenen Gefühlsmystik alles andere als ein klarer Kopf; immerhin hat seine Lehre sehr viel zur Unterminierung des Zarismus und damit zum Siege der bolschewistischen Doktrin beigetragen. Da Tolstoi aber auch ein religiöser Reformator war (oder doch sein wollte), darf er natürlich nicht in die Reihe der geistigen Wegebahner der Revolution aufgenommen werden. Als Künstler mag er schon seinen Ruhm behalten; das ist unverbindlich und verpflichtet zu nichts. — Dank vom Hause Lenin! SanbMen iur kleine» Zeitgeschichte. 13 du Ernst v Niebelscküh Der leidenden Menschheit eröffnen sich wieder einmal „ungeahnte Perspektiven". Diesmal auf dem Gebiete der Psychotherapie. Daß unsere Seele gehörig unter Suggestion gesetzt ober gar nach allen Regeln einer kunstgerechten Hypnose bearbeitet, der tollsten Leistungen fähig ist und in solchem Zustande Dinge unternimmt,' auf die sie unter normalen Verhältnissen nicht kommen würde, wissen wir und notieren es mit Staunen. Bisher aber glaubten wir, dergleichen Wirkungen könne nur der Mensch auf den Menschen ausüben. Das Verfahren ist im Begriff, von einer neuen psychischen Beeinflussungsmethode überholt zu werden, die nun in verschiedenen europäischen Hauptstädten durch Experimentalvorträge eingeführt wird. Sie besteht, kurz gesagt, darin, daß die Suggestivkraft der menschlichen Persönlichkeit auf eine Schall- platte übertragen wird, die ihrerseits dem HilfsbeDürftigen genau die gleiche Diätetik der Seele verabfolgt wie früher der Seelsorger, der Arzt, der Hypnotiseur. Wer künftig Sorgen hat, braucht also nichts weiter zu tun, als sich im Hausgrammophon eine solche Platte vorspielen zu lassen, und gleich wird er spüren, wie sich unter dem Einfluß des psychophonen Zaubers eine unendliche Heiterkeit und Harmonie über fein eben noch so verstörtes Gemüt verbreitet. Denn diese Platten, die genau dosiert und auf alle nur denkbaren Fälle, vom einfachsten bis zum kompliziertesten, abgestimmt sind, machen die bekanntlich überaus unbequeme S e l b st e r z i e h u n g der Seele vollkommen überflüssig. Sie stellen also gleichsam eine Sortimentkiste psychischer Exerzitien dar, die man wie eine Arznei zu bestimmten Tageszeiten ein- nimmt, um sofort aller Beschwerden los und ledig zu sein. Aber Scherz beiseite: wohin soll dieser fieberhafte Eifer, den Teufel der Nervosität durch Den Beelzebub einer falsch, d. h. rein mecha - nisch verstandenen Seelentherapie auszu- rotten, eigentlich noch führen? nach wie vor groß. Auch die Ausbildung ist äußerst unbefriedigend; die Studenten werden im Eilzugtempo durch einige Semester gehetzt — im Beruf verderben diese „Aerzte" dann mehr als sie zu nützen vermögen. Die sanitären Zustände Rußlands waren für den Westen stets ein eindeutig negativer Begriff — sie werden es trotz aller amt Bekanntlich wird der Wunsch des ehemaligen amerikanischen Schatzsekretärs Andrew Mellon, seine Kunstsammlungen zum größten Museum der Welt auszubauen und sie dem Staate zu schenken, in dem gegen ihn schwebenden Steuerhinterziehungsprozeß eine große Rolle spielen. Uns interessiert hier weniger die Frage, ob sich der Staat von der angeblichen Uneigennützigkeit und dem Patriotismus Mellons überzeugen lassen wird, als der Plan selber, und zwar deshalb, weil seine praktische Verwirklichung ja nur auf Ko st en Europas möglich wäre. Das angelsächsische Amerika besitzt keine nennenswerte eigene Kunst, dafür aber eine durch den Dollar repräsentierte magische Anziehungskraft auf den locker gewordenen europäischen Bestand an alter Kunst, der allen staatlichen Ausfuhrverboten zum Trotz in den letzten Jahrzehnten, besonders nach dem Weltkriege, sehr starke Verluste zugunsten Amerikas erlitten hat. Man kann heute Meister wie Rembrandt oder van Dyck ohne Zuhilfenahme des transozeanischen Museums- und Privatbesitzes in der alten Welt nicht mehr voll kennen lernen! Man versteht es also, wie Mellon den Plan fassen konnte, durch riesenhafte Ankäufe in Europa seinem Vaterlande einen Kunsttempel zum Geschenk zu machen,, in dem sich der amerikanische Größenwahnsinn wie in einem Spiegel betrachten könne. Die für unsere Begriffe bereits phantastischen Bildererwerbungen Mellons aus dem Bestand an Meisterwerken der Eremitage in Leningrad waren erst ein bescheidener Anfang. Denn in den Augen dieses Stahltrustmagnaten mit der verzehrenden Liede für die Kunst ist ja das alte Europa kaum etwas anderes als eine kostbare Beute, die von rechts- roegen dem Stärkeren, nach amerikanischer Vorstellung also dem Mei st bietenden, gehört. Aus aller Welt. Der Raubmörder von Garmisch feslgenommen und geständig. Der Raubmörder von Garmisch namens Jesko von Sz pingier, der in der Nacht zum 1. April die 52jährige Berliner Oberschwester Katharina Peters ermordet und beraubt hatte, wurde in Berchtesgaden fest genommen. Er hatte sich dort in einem Gasthaus unter falschem Namen eingemietet und wurde von einem Beamten der Berchtesgadener Polizei bei einer Fremdenkontrolle erkannt. Dem Polizeibeamten war auf- gefallen, daß sich unter den Fremden-Anmeldungen ■ein Zettel befand, auf dem ein junger Mann sich als Kaufmann mit einer fo schlechten Schrift eingetragen hatte, daß die Berufsangabe unmöglich stimmen konnte. Bei einer Nachprüfung fand er den Verdächtigen noch im Bett vor. Der Beamte erkannte ihn nach der Personalbeschreibung als den Raubmörder von Garmisch. Als er ihm die Tat auf den Kopf zusagte, legte der Bursche nach kurzem Zögern ein Geständnis ab. Bei ihm wurden noch die goldene Damenuhr und die Lorgnette, die er geraubt hatte, gefunden. Die anderen Gegenstände will der Bursche in München verkauft haben. Der Täter wurde nach München gebracht. Der Mörder hatte in dem Berchtesgadener Gasthof unter dem Namen Wander gewohnt. Er ist personengleich mit dem am 28. August 1918 in Kiel geborenen Jesko von S^pingier. Der Mörder ist geständig, bestreitet aber die Tötungsabsicht Jubiläumsspende für die englische Jugend. Die anläßlich des silbernen Regierungs- jubiläurnsdesKönigsGeorg vonEng- land geschaffene Dankstiftung für die Wohlfahrt der englischen Jugend wird über ein Grundkapital von 4 Millionen Pfund Sterling verfügen. Die Stiftung wird durch weitere Spenden erweitert werden und gilt als ständige Einrichtung zur Unterstützung der großen Organisation des Landes, die sich die Sorge um die englische Jugend in sozialer und gesundheitlicher Hinsicht zum Ziele gesetzt haben. Eine beträchtliche Anzahl von Spenden aus Kanada, Indien und dem Fernen Osten sind bereits eingegangen. lichen Schlagworte noi Die Aufhebung _________ Verteuerung der Lebenshaltung hat aber auch in der Arbeiterschaft zunehmende (Erbitterung hervorgerufen. Der Sowjetarbeiter, zwar eine der stärksten Stützen des Systems, war bisher dennoch stets auch eines seiner ersten Opfer. Nach dem schweren Tagewerk bricht für ihn erst die Sorge an. Parteiversammlungen, Kundgebungen, Aufmärsche, Lernen und Lesen, Propagandaarbeit — von der „Politik" ist er völlig gefangengenommen. Dazu aber die furchtbaren Wohnungsverhältnisse, Schlangestehen nach Lebensrnitteln, sich nicht sattesten können — zwischen Kvmiteeardeit, Versammlungen und Propaganda auf der einen und der Sorge um das tägliche Leben und um die Erhaltung der Familie auf der ande- Fähigkeit des Lesens und Schreibens" hat zlpar unleugbar Fortschritte gemacht, von einer wirklichen Beseitigung des Analphabetentums ist man aber noch sehr weit entfernt, und schließlich hat die Schaffung von etwa 50 Millionen Halbanalphabeten dem Staat ungeheuren Schaden zugefügt. Denn sie sind es, die in allen Berufen vertreten sind, die in den Schulen Die Kinderseelen verderben und vergiften, in den Fabriken wertvolle Maschinen zerstören, auf den Lokomotiven Eisen- bahnunglücksfälle verschulden und auf den Feldern die Bauern aufreizen. Mit der „Liquidierung des Analphabetentums" ist es wie mit Der „Aneignung Der Technik" unD mit Dem „Kulturleben": Man glaubte es im ersten Ansturm zu erreichen und ein JahrhunDert westeuropäischer Entwicklung zu überspringen — aber es sinD nur Schlagworte geblieben. Seit den ersten Märztagen ist ein neuer „Feldzug" in Räterußland im Gange: d i e „Schul - kampagne". Die Krise der Sowjetschule, die seit Den ersten Tagen des Regimes schwelt und die nie aufgehört hat, eines der wichtigsten Probleme des inneren Aufbaus der Sowjetmacht zu fein, ist nach schulen der Sowjetunion" wieder akut geworden. Was auf der Tagung aus der Praxis dieser „Musterschulen" ans Licht der Oeffentlichkeit gedrungen ist, legt allerdings beredtes Zeugnis von den Zuständen in der Sowjetschule ab. Das ganze kommunistische Erziehungswesen erscheint hier in einem Lichte, das den Sowjetbehörden außerordentlich unangenehm ist. In einer Reihe von Zuschriften an Die großen Sowjetblätter aus Moskau und der Provinz werden nicht nur die Schulen auf dem weiten Lande, sondern auch diese Musterschulen als verwahrlost und heruntergekommen geschildert. Man hat kein Geld — also muß in drei Schichten unterrichtet werden. Dächer und Fußböden weisen große Löcher auf, durch die Fenster und Türen pfeift der Wind. Lehrer und Schüler sind geistig und moralisch gleich verkommen. Hier haben sich die Schüler einer Anstalt in zwei Parteien geteilt, die sich zwei bekannten Räuberbanden anschlossen, dort werden die Klassenschränke regelmäßig erbrochen, Mäntel und Bürogegenstände gestohlen, ja, die Aktentaschen der Lehrer mitgenommen; in Rostow am Don befinden sich die Schulen „in der Macht der Straße" (laut „Jswestija"), und in einer der Moskauer „Musterschulen" — also unter den Augen der Regierung! — werden Prügeleien und Diebstähle gar nicht gezählt, manz registriert nur noch Messerstechereien und Massenüberfälle von Schülern! Schuldisziplin im europäischen Sinne ist diesen Zöglingen ein unbekannter Begriff. Zum größten Teil hat die Regierung diese Zustände selbst verursacht. Ursprünglich hatten die Schulen eine „Selbstverwaltung", wobei die sog. „Schülerräte" die ausschlaggebende Rolle spielten. Sie entschieden über Die Aufnahme eines neuen Schülers. Schüler saßen zu Gericht über — die Lehrer und Eltern der Kinder, sie hatten selbst bei der Aufstellung des Lehrprogramms mitzureden! Die Folge war, daß die Moral Der Straße in Der Schule regierte. Nur allmählich rourDen in Den letzten Jahren hier Die gröbsten Auswüchse beseitigt. Noch immer aber krankt Die Sowjetschule an Der sittlichen und moralischen Derlodderung, an der Unzulänglichkeit der finanziellen Mittel, an dem geistigen Tiefstand von Schülern und Lehrer, an der Üeberfütterung Der KinDer mit Partei- Dogmen von ihrem jüngsten Alter an und an dem katastrophalen Mangel an Lehrern. Diese erhalten 80 bis 90 Rubel im Monat, während ein Metallarbeiter 200 bis 350 Rubel verdient und ein Pfund Brot 0,50 bis 1,50 Rubel kostet. Unterrichtet wird „irgendwie und irgendwas", die Kenntnisse der Lehrer sind „bescheidensten Umfanges" (wörtlich aus der „Jswestija), und es ist kennzeichnend für. ihr Wissen, daß auf einer Lehrerprüfung u. a. von einem der kommenden Erzieher der Jugend erklärt wurde, Tokio sei die Hauptstadt Indiens, Roosevelt sei der Präsident Chinas, die Seine sei ein Fluß in Sibirien und Peter der Große sei der Vater des letzten Zaren gewesen ... Ein gleich wichtiges Problem ist das Der Aerzte- schäft. In Diesen Tagen brachte Die Sowjetpresse den Bericht über die bevorstehende Errichtung eines „medizinischen © i ganten", eines gewal- , tigen Komplexes mit Krankenhäusern, Polikliniken, Laboratorien usw., das einen Stadtteil für sich darstellen, mit allem Komfort versehen sein und die sämtlichen Aerzte, Angestellte und Arbeiter beherbergen soll. Also ein neuer „Rekord", wieder etwas „Noch-nie-Dagewestnes". Man wird abwarten müssen, ob diese „medizinische Stadt" wirklich in fünf Jahren fertig sein wird. — Während dieser Plan aber zu Papier gebracht wurde, tauchte ein ganz anderes „medizinisches Problem" auf. Die Regierung mußte sich mit der Lage der ärztlichen Betreuung des weiten Landes, mit dem Verdienst der „medizinischen Arbeiter" und anderen sanitären Fragen befassen--und feststellen, daß die gegenwärtigen Zustände Besorgnis erregen. Seit Jahr und Tag — besonders aber seit der Abschaffung Der Brotkarte — ist eine regelrechte Flucht Der Aerzte aus Dem Beruf im Gange. Zahlreiche Beamte des Sanitätskommissariats, Aerzte, Krankenpfleger und Schwestern ha- haben ihre Posten verlassen und das Weite gesucht. In einem Bezirk Großrußlands ist von 700 Aerzten nur noch die Hälfte im Dienst und der übergroße Teil der Jungärzte tritt seinen Dienst auf dem Lande überhaupt gar nicht erst an. Nun werden in einer umfangreichen Verordnung die G e h ä l t e r der Aerzte und des Sanitätspersonals neu geregelt. Sofern aber einem Arzt je nach Dienstalter und Tätigkeit 300 bis 600 und einem Krankenpfleger und einer Schwester 80 bis 150 bis 220 Rubel zugebilligt werden, so ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stern, wenn Die Lebensmittelteuerung ftänDig zunimmt. Die Krankenhäuser sinD oft in einem völlig sanitatswidrigen Zustand, die ausreichende Verpflegung der Kranken und Genesenden scheitert an Der praktischen Unmöglichkeit, Lebensmittel zu beschaffen, unD Der Mangel an Aerzten — es fehlen laut „Jswestiia z. B. in Westsibirien 50 v. H. Aerzte unD m Ka- sakstan mangelt es an 160 Krankenhäusern — ist Baratieris Unglück bei Adua war nicht zuletzt eine Folge des voreiligen Drängens in der Heimat auf Siegesnachrichten aus Afrika. Verstärkungen waren unterwegs, die Etappenlinie war noch im Ausbau, aber Crispi telegraphierte: Vorwärts! Das englische und das romanische Temperament waren eben verschieden. Heute verfügen die Italiener über den Vorteil, daß sie von zwei Seiten her kommen können, von Eritrea im Norden und von Somaliland im Süden. Von hier wie von dort sind teils Autostraßen, teils Eisenbahnen (teilweise Schmalspur) bis ai> die Grenze Des abessinischen Gebiets gebaut. Es bleiben aber sowohl von der südlichen als auch von der nördlichen Basis her 700 bis 800 Kilometer Luftlinie auf sehr schwierigem Terrain zu überwinden. Sollte man in Rom ernsthaft an einen Feldzug denken, so werden die verantwortlichen Stellen wohl Die Doppelte Lehre aus Den Erfahrungen Napiers unD Baratieris berücksichtigen. Italien hat gute Geographen, unD die Italiener sind seit Jahrhunderten bekannt als ausgezeichnete Ingenieure und Techniker. Ein afrikanischer Krieg ist aber stets zu drei Vierteilen e i n Kampf mit der Natur, mit den Schwierigkeiten für die Bewegung, Ernährung und Gesunderhaltung einer europäischen Truppe, und nur zu einem Viertel ein Kampf mit dem bewaffneten Gegner. Die italienische Heeresleitung wird sich wohl hüten, Die nationale Stimmung in bezug auf Afrika Durch Uebereilungen zu gefährben, und Daher könnte es vermutlich längere Zeit Dauern, bis Die Welt die wirklichen afrikanischen Pläne Italiens erfährt. Gerade hier in Venedig erinnert die Geschichte Daran, Daß die Venetianer in früherer Zeit schon ein großes italienisches Kolonialreich gegründet haben, Das sich bis Kreta, bis Cypern unD zur Zeit des lateinischen Kaisertums vorübergehend sogar bis Ko n ft anti- n o p e 1 ausdehnte. Heute find solche Räume zu klein für ein Volk, das in die Weltpolitik hinaus will. Mag auch noch im Mutterlande ein z w e i - t e s Italien geschaffen werden können — Die heimische Enge wird doch bleiben, und über kurz oder lang wird sie zum Wagnis des dritten, jeyseits Der Meere, Drängen! Das Wagnis Dabei wird niemandem in seinem Inneren besser gewärtig sein, als dem Mann am Steuer. und he*. Seine Einkommensverhältnisse sind, gemessen an Der Kaufkraft, mit Denen etwa eines europäischen Arbeiters nicht zu vergleichen. Nach Der Aufhebung Der Brotkarte funktioniert die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln immer noch nicht. Der staatliche Handelsapparat ist äußerst s ch w e r f ä 11 i g , in allen amtlichen Stellen macht sich der Bürokratismus breit und die Erhöhung des Brotpreises hat auf allen Gebieten eine Verteerung nach sich gezogen. Die Lage der Arbeiterschaft in Sowjetrußland hat sich ganz allgemein verschlechtert. Die Teuerungszuschläge sind ungenügenb oder werden nicht aus« gezahlt, teilweise sind sie noch nicht einmal in ihrer Höhe festgesetzt worden. Selbst in der „Prawda" werden diese Mißstände als unerhört bezeichnet. Brotschmuggel und Schiebungen stehen in voller Blüte — und der Arbeiter ist wieder einmal das Opfer. Seit die Sowjetregierung dem Bauern den Kampf angesagt und das Brot politisiert hat, ist die Ernährungsfrage eines der wichtigsten Probleme. Hier wie überall sagt man sich in Den Kremlpalästen: E s roirD schon irgenDroie gehen. UnD Der Russe ist Fatalist — also geht es „irgendwie". Nur darf man die Opfer nicht zählen! Unser langjähriger Mitarbeiter, dessen politische Reiseberichte immer das besondere Interesse unserer Leser gefunden haben, trat soeben eine neue Reise durch d i e Küsten- länder des ö st lichen Mittelmeeres an, die ja durch Die politischen Ereignisse Der letzten Zeit besondere Aufmerksamkeit verdienen, lieber seine Beobachtungen wird Paul Rohrbach laufend im „Gießener Anzeiger" berichten. I. Italiens Kolonialpolitik. Venedig, 4. April 1935. Daß Italien Kolonien besitzt, kommt Der Volksstimmuna hier immer erst zum Bewußtsein, wenn in Den behaupteten unD beanspruchten lieber« feegebieten eine Krise eintritt. So war es 1911, als plötzlich Der Krieg um Tripolis losging, unD so ist es jetzt wieder beim Konflikt mit Abessinien. Man muß unterscheiden zwischen den Zeitungen und der nichtöffentlichen Einstellung des Durchschnittsitalieners. Beides kann recht verschieden sein. So ist es ja auch im Augenblick gegenüber Deutschland. Man wird Mühe haben, einen Italiener zu finden, dem nicht im Herzen die Deutschen lieber wären, als die Franzosen. Das Gefühl, daß Frankreich auf Dem Wege Italiens zur wirklichen Großmacht Der hindernde Block ist, wird sobald nicht schwinden, auch nicht beim Mann auf Der Straße, soweit sich dieser für die große Politik interessiert. Der Unterschied gegen früher ist immerhin bemerkenswert. Die politische Erziehung des letzten Jahrzehnts hat bei der Masse gewirkt, ein Expansionswille ist vorhanden, auch trotz Der großen Erfolge Der „Bonifica Integrale“, Der großen Landes-Melioration, die das „Zweite Italien" auf dem Raum zwischen Alpen und Meer schaffen soll. Es ist viel davon die Rede, daß dieses Jahr, 1935, ein halbes Jahrhundert italienischer Kolonialpolitik schließt, ohne daß Italiens „berechtigte koloniale Ansprüche" Erfüllung gefunden haben. Dabei fehlt aber in allen öffentlichen Aeußerungen die Note, daß Abessinien nun in Das afrikanische Kolonialreich Italiens einbezogen werden soll. Es heißt nur: die Abessinier haben uns herausgefordert, sie sind uns Genugtuung schuldig! Allerdings ist auch von der Revanche für Adua die Rede. Jene Niederlage vom Jahre 1896 hatte noch einen besonderen Stachel durch die Angabe des mit den Trümmern Der Drei vernichteten BrigaDen entkommenen Befehlshabers Baratieri, unter Den Truppen sei auf Dem Schlachtfeld eine grundlose Panik ausgebrochen. Baratieri muhte den Vorwurf vor Dem Kriegsgericht zurücknehmen, aber etwas von ihm blieb trotzdem hängen. Wenn auch noch Unklarheit herrscht, ob die eigentlichen Absichten auf eine friedliche Beilegung des Streites gehen ober auf die Durchführung einer großen Aktion in Afrika, wird es nützlich fern, sich Daran zu erinnern, daß eine große europäische Macht schon einmal einen geglückten Feldzug in das Innere von Abessinien unternommen hat: Die EnglänDer 1867/68. Damals regierte als „König Der Könige" von Äthiopien Theo- Dorus II., Der erste von Den abessinischen Reform- Herrschern. Er säkularisierte Die Kirchengüter, versuchte Die Einehe im Volk Durchzuführen und sein Heer europäisch, zu bewaffnen, wollte aber nichts von fremden Missionaren in seinem Lande wissen unD beleibigte Den englischen Gesandten. Darauf rüstete England eine militärische Expedition unter Sir Robert Napier aus. Der englische General war von Indien her in Kolonialkriegen erfahren. Er ließ sich nicht weniger als ein halbes Jahr Zeit mit der Vorbereitung des Nachschubs und der Transportmittel, drang erst, nachdem er seine Etappenlinie vollständig gesichert hatte, aufs Hochland vor und erstürmte dann auch glücklich die Bergfestung Magdala, wohin sich Theooorus mit den europäischen Gefangenen und seinen treuesten Streitern zurückgezogen hatte. Der Negus gab sich selbst den Tod, bevor er in die Hände der Engländer fiel, und in England erwog man vorübergehend, die Position in Abessinien zu behaupten, aber man gab Den GeDanken auf, weil Die Dazu erforDerlidje Besetzung Des Laubes mit starken Kräften zu große Kosten verursacht hätte. Das englische Ansehen war roieber hergestellt, Napier bekam zur Belohnung Den Titel eines Barons von Magbala, aber Das blieb Die einzige Erinnerung an Den FelDzug; auch im Hafen Maffaua wurDe Die englische Flagge eingezogen. Siebzehn Jahre später trat, mit EnglanDs Zustimmung, Die italienische an ihre Stelle. A Oberheffen a I B LJÄiioav ßiAftAn Am Öswaldsgarten . Ue Da naUSCli UICDen Telefon Nr. 2145,2146 1545 A iiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiiiiiiii Gießen (Wilhelmstraße 36), den 5. April 1935. 9051 d 2005 D IIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIII o Zu- Katalog kostenlos zugehen Frankfurt am Main DEUTSCHE MÖBEL kostet weniger! Dank großer Auswahl in allen Drahtsorten, auch Spann- u.Stacheldrähten sowie Krampen findet bei uns Jeder Käufer das für Ihn wirtschaft!. vorteilhafteste Drahtmaterial. Ausfuhr!. Druckschrift auf Wunsch.Wiederverk. für alle ausw. Plätze werden nachgewiesen. Interessenten lassen auf Verlangen gern wir den inter - Zwecke obere Berges wurde, p olo 0101 Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermfthlungaanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Das Zeichen für Deutsche WK- Möbel, die beste deutsche Wohnkultur verkörpern und trotzdem sehr uiohlfeil sind, bietet Ihnen sichere Gewähr für restlose friedenheit. Die Beerdigung findet am Montag, dem 8. April, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bitte ich absehen zu wollen. Im Namen der Hinterbliebenen: Lene Clemm, geb. Werner. Frankfurt a. M, den 6. April 1935. Melemstraße 19 Beerdigung: Montag, den 8. April, nachm. 2 Uhr, in Winnerod. Im Sinne des Verstorbenen bitten wir von Kranzspenden und Beileidsbesuchen abzusehen. Der neue Bürgermeister von Hungen. & Hungen, 4. April. Nachdem unser früherer, langjähriger Bürgermeister Fendt nach Erreichung der Altersgrenze im November v. I. in den Ruhestand getreten, wurden die Bürgermeistereigeschäfte durch den Beigeordneten Hofmann versehen, der nunmehr zum Bürgermeister ernannt und in öffentlicher Sitzung des Gemeinderats in das Amt eingeführt wurde. Dazu hatten sich auf Einladung die Vertreter der SA., Vertreter der Bhörden, der Vereine, der Altbürgermeister, eine Anzahl sonstiger Einwohner und die städtischen Beamten eingefunden. In seiner Ansprache wies der Vertreter des Kreisamts Gießen, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s, einleitend auf die am 1. April 1935 in Kraft getretene neue Reichs-Gemeindeordnung hin, welche die Einführung des neuen Bürgermeisters notwendig gemacht habe und die Verwaltung der Gemeinden wesentlich gegen früher verändere. Nach dieser Gemeindeordnung, die für alle Gemeinden gilt und keinen Unterschied zwischen Stadt- und Landgemeinden mehr kennt, wird der Bürgermeister nicht mehr von der wahlberechtigten Einwohnerschaft eines Gemeinwe- sens gewählt, sondern von der Behörde ernannt, womit die bei den Wahlen stets vorgekommenen unerfreulichen Vorgänge von vornherein ausgeschaltet seien. Dem Bürgermeister stehe in Zukunft eine weit größere Selbständigkeit zu, da er nicht mehr der Vollstrecker von Gemeinderatsbeschlüssen, sondern der zu selbständigem Handeln verpflichtete Vertreter der Gemeinde sei, dem der Gemeinderat beratend zur Seite stehe. Eine derartige Stellung lege ihm allerdings auch eine größeres Maß von Verantwortung auf. Bei allen Maßnahmen aber habe der Grundsatz unbedingt zu gelten: „Gemeinnutz geht ihrem Schlußabend selbstverständlich des W h i l f s w e r k s gedacht und diesem guten zusammen 100 Mark zugeführt. In tiefem Schmerz: Adam Lotz, Postinspektor. ■ Staufenberg, 5. April. Die Burg, die den höchsten Punkt unseres als Ruine krönt, weil sie 1647 gesprengt Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. __________________________________________2028 D Dqs zuverlässige <8fc>FAHRRAD Rosenzüchterei Gillmann, Leih- gestern.Weg!18, gibt Buschrosen undHochstämme in zirka 50 Sorten ab. [2032D Vogtsche PrivabHandelsschulen Gießen / Herborn Die Beerdigung unsres lieben Kameraden Friedrich Seibert Wieseck findet am Sonntag, dem 7. April 1935, nachmitt. 2 Uhr in Wieseck statt. Geschäfts-Drucksachen I"h, DrietDiatter Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftekarten vor Eigennutz". Anschließend nahm der Regierungsvertreter die Vereidigung des neuen Bürgermeisters vor und händigte ihm die Bestallungsurkunde aus, nach der er auf sechs Jahre ernannt ist. Nach einer kurzen Ansprache des Bürgermeisters und des Ortsgruppenleiters der NSDAP, wurde die Sitzung mit Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler und dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes geschlossen. Am Abend brachten die beiden hiesigen Gesangvereine dem neuen Bürgermeister, vor dessen Wohnung eine Maie errichtet worden war, ein Ständchen, bei dem der Ortsgruppenleiter der NSDAP, eine Ansprache hielb der eine solche des neuen Bürgermeisters folgte. Heimat-Ausstellung in Bad-Nauheim. LPD. Bad-Nauheim, 5. April. Im Rahmen der Heimotwoche fand gesteh in der alten Wil- helmskirche die Eröffnung einer Ausstellung „Altes Brauchtum, Bilder und Gemälde der Heimat" statt. Stadtrat Dr. H a m m a n n begrüßte eine Anzahl geladener Gäste, darunter auch den Kreisringleiter des Landschaftsbundes für Volkstum und Heimat der Landschaft Rheinfranken-Hessen-Nassau, Oberstudiendirektor Philipps (Friedberg), und wies auf die tiefere Bedeutung dieser Schau hin, die den Heimatsinn und die Liebe zu alten Sitten und Gebräuchen wieder wecken solle. In übersichtlicher Form birgt die Ausstellung vorgeschichtliche Funde aus der Steinzeit, Broncezeit, Eisenzeit, alte Landkarten und Schriften über die Anfänge des Bades, Bilder be- rühmter Salinisten und Aerzte, alten Hausrat Bad- Nauheimer Familien, Druckschriften aus Vergangenheit und Gegenwart, Salze und Soleprodukte sowie Gegenstände, die das kirchliche Leben von Alt-Nau- heim betreffen. Gestern nacht 12% Uhr entschlief sanft und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Ludwig Clemm Kammerrat a. D. im Alter von 68 Jahren. Nach Gottes Willen verschied am 4. dieses Monats meine innigst- geliebte Frau und treusorgende Lebensgefährtin, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Auguste Lotz, geb. Schulze im 59. Lebensjahre. zur Not noch Mlärdn — 8er zweite ist Ne Offen- barung Luzifers in Person. Die bekannte Erzählung Dostojewskis von dem Pistolenschießen der russischen Bauern auf die Hostie erscheint harmlos gegenüber diesem amerikanischen „Rekordbruch". „Crapo“ übertrifft alle Drähte SX pelt starker Zinkauflage in dichter und inniger Verbindung mit dem Drahtkem! Original- ,,CRAPO“mit der blauen | Q Äii aav /IiaA/vm Am Oswaldsgarten Schutzmarke bez. man v. Ue Da naUSvli W16836 fl Telefon Nr. 2145, *2146 Heute nacht entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, mein lieber Bruder und Onkel Friedrich Seibert im Alter von 57 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Margarete Seibett u. Kinder Wilhelm Seibert Wieseck, den 5. April 1935. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. April, nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause, Gießener Straße 105. aus statt. ____________________20121 Oster-Artikel für Wiederverkäufer in großer Auswahl Ernst Muth, Ludwigstr.42 war seither kaum von Westen und Südwesten aus zu sehen, weil die „durchgegangenen" Ahornbäume, seit vielen Jahren nicht geschnitten, jede Aussicht versperrten. Die Heimatvereinigung Staufenberg sah es von Anfang an fils ihre Aufgabe an, hier Abhilfe zu schaffen. Sie wurde dabei unterstützt und ermutigt durch das verständnisvolle Verhalten des Forstamtes Gießen (Oberforstmeister Lipp) und die fachliche, sachkundige Beratung des Vorstandsmitgliedes Gartenbauarchitekten Schwarz (Gießen). Nun leuchtet die fr eigelegte Ruine wieder weit in das Lahntal hinaus. § Mainzlar, 5. April. Der hiesige Verein für Krankenpflege hielt in der Gastwirtschaft von Müller seine Jahresschlußversammlung ab. Der Vorsitzende, Pfarrer G u ß m a n n aus Kirchberg bei Lollar, gab in seinem Jahresbericht einen umfassenden Ueberblick über das Wirken des Vereins im verflossenen Jahre und insbesondere über die aufopferungsvolle Tätigkeit der Krankenschwester. Der Schwester und allen Helfern des Vereins wurde in gebührender Weise Dank gesagt und ferner das Andenken der im Berichtsjahre verstorbenen Mitglieder in üblicher Weise geehrt. Die Zahl der Mitglieder stieg im Jahre 1934 von 133 auf 140. Die Krankenschwester pflegte 379 Kranke, machte 4874 Kranken- und 16 Nachtbesuche sowie 6 Nachtwachen. Vereinsrechner W. Wehn erstattete den Kassenbericht, der in bester Ordnung befunden wurde und die einstimmige Entlastung des Rechners bewirkte. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit Dankesworten an alle Mitarbeiter, mit der Bitte um weitere Förderung des Vereins und mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer. — Der hiesige Männergesangver- e i n hielt eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der von dem Vereinsführer ein eindringlicher. Appell an alle Volksgenossen des Dorfes gerichtet wurde, den deutschen Männergesang mehr als bisher zu pflegen und zu fördern. Erfreulicherweise fand dieser Appell ein günstiges Echo, von dem man erwarten kann, daß der Verein nun wieder auf die Höhe gebracht wird und in seinen Reihen neben dem deutschen Lied auch die Kameradschaft und Volksgemeinschaft eine Pflegestätte haben wird. — In der letzten Zeit ist in unserem Orte eine dankenswerte Verbesserung der Straßen vorgenommen worden, durch die auch eine Anzahl Volksgenossen lohnende Beschäftigung hatten. t Treis a. d. Lumda, 5. April. Um die Verbindung der Schule mit dem Elternhause zu fördern und den Eltern der Schulkinder die neuzeitlichen Erziehungsmethoden etwas nahezubringen, veranstaltete die hiesige Schule gestern in Wills Saal einen Elternabend, der recht gut besucht war. Nach einem von der ersten Klasse gesungenen vierstimmigen Choral und einem Sprechchor derselben Klasse, richtete der Schulleiter, Lehrer Walter, beherzigenswerte Begrüßungsworte an die Eltern und warb um ihr Vertrauen zur Schule. Dann brachten die einzelnen Schulklassen Gedichte, Sprechd)öre und Lieder zu Gehör, die in die Arbeit der heutigen Schule einen Blick tun ließen. Interessant war sodann die Vorführung des neuen Filmapparates der Schulen des Kreises Gießen durch Lehrer Schädel, dahier. Es wurden Bilder aus der Töpferei und der Korbmacherei, sowie von Ausgrabungen vorzeitlicher Siedlungsstätten und das .'Keimen und Wachsen der Erbse gezeigt. Zum Schluß richtete Lehrer Walter noch einige ernste Worte an die heute zur Entlassung kommenden ^Schüler. Nachdem von einem Mitglied des Schulvorstandes den Lehrern der Dank der Versammelten ausgesprochen worden war, wurde der Abend mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. * T r e i s a. d. L u m d , 5. April. Dieser Tage fuhren die beiden Oberklassen der hiesigen Volksschule unter Leitung ihrer Lehrer mit einem Omnibus der Reichspost an den Rhein. Die Hinfahrt führte durch den Westerwald,>. die Heimfahrt durchs Lahntal. Der Blick vom „Deutschen Eck", die Motorbootfahrt von Koblenz nach Braubach und die Fahrt durch das Lahntal hinterließen unvergeßliche Eindrücke und erschlossen den Kindern eins der schönsten Stücke unserer Heimat, die nach dem Willen des Führers jeder Deutsche kennen soll, damit er sie desto tiefer liebt. Auch die Bedeutung solcher Fahrten für Heimatkunde und Geschichte begründet I die Anlage von Wanderkassen. Wertere Berichte im dritten Blatt, Seite 4. Job. Steinbach. Gießen Wolkengasse 21. 16Wv Innnen- # IMOoli ati-mgeb Bestell, erb. wir v Vostk. Damp^gewerk Lollar B.NuhnA.6., Lollar. 200 Zentner MelM» abzugeben Oi«6 Karl Phil. Sreunö Alten-Vnseck. WlstüMe HßtüP MeuWsk in reichbebtlderten. leichtverständl. Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlagserzeug- nisse. Sie vermitteln einen tiefen (Einblick in die Geheimnisse des Naturoeschehens und damit durch et« weitertes Wissen er. höhteFreudeanden vielfältigen Schön, beiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte undProbe- hefte der Zeitschrift ,Der Naturforscher" ÖDgoBetmflBlet Bering Betiin-CKhtetfeiOe Es geht doch nichts über die Beweiskraft der Zahlen. Zu welch wahnwitzigen Konse- quenzen das Jonglieren damit führen kann, zeigt eine Notiz in einer amerikanischen Zeitschrift, die anläßlich einer Statistik über den Automobilverkehr h den Vereinigten Staaten mit unverkennbarem nationalem Stolz festgestellt, daß zwischen dem Atlantik und dem Pazifik jede 42. Sekunde ein Verkehrsopfer, sei es tot oder verletzt, zu verzeichnen sei. Diese glänzende Leistung wird mit der kaltschnäuzigen Bemerkung gebucht: „Dieser jährliche Zoll an Getöteten oder Verstümmelten übertrifft noch die Verluste der amerikanischen Armee im Weltkriege." — Hübsche Aussichten! Timotbee- «yWfrW* ... »£ Ue f ert iebe Menge MMller Produkte (Siegen Frankfurter Straße 60. Tel. 3571 Einjährige Höhere Handels* schule für Schüler mit Obersekunda- und Prima-Reife, Schulgeld RM 19.— keine Nebengebühren. Zweijährige Handelsschule für Schulentlassene m. 8|ähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). Für Mädchen auch ochen und Nähen. Schulgeld RM 17.—, keine Nebengebühren. Ein- u. halbjährige Handelsfach sch uje Schulgeld RM19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i.Maschinenschreiben,Stenographie und allen Handelsfächern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schul- Bebäude Goethestr. 32, in erborn v. 8-13 Uhr im Schulgebäude Schlageterstr. II. Nahrung schließlich nur noch in der geweihten Hvsile bestand. Aber das waren primitive Zeiten. Heute gewinnt den Preis der Heiligkeit, wer am meisten fressen kann. Wir zweifeln nicht, daß der „Pfannkuchenmeister von South Dakota, wenn er sich weiter so tapfer hält, auch noch mit dem wohlverdienten Heiligenschein ausgestattet wird. — Welche Gesinnung diesem religiösen „Sport" zugrunde liegt, ist unschwer zu erraten. Auch dafür ein Beispiel: eine große amerikanische E s s i g f a b r i k schrieb einen Wettbewerb für das wirkungsvollste Reklameschild aus. Unter den eingelaufenen Arbeiten befand sich auch eine Darstellung der — Kreuzigung! Die Pointe bestand nun darin, daß Christus den Essigschwamm des römischen Soldaten mit dem Bemerken zurückweist, daß er das Fabrikat der Firma X allen anderen Essigsorten bei weitem vorziehe? — Eigentlich sollte man es ja dem materialistischen Zeitgeist danken, daß er einmal sein Gesicht so ganz ohne Puder und Schminke zeigt. Läßt sich der erste Fall mit einer grenzenlosen Entferntheit vom Heiligen Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 5. April. Durch den Abbruch einiger Gebäude in der Mitte des Dorfes am sog. „Kreuz" wurde vor zwei Jahren die dortige unübersichtliche Kurve beseitigt und ein geräumiger freier Platz geschaffen, ferner wurde durch die Ver- legung und Ueberbrückung des Bieberbaches viel Raum gewonnen. Bei jener Neugestaltung blieb nur der Faselstall stehen, da man zur Unterbringung der Faseltiere noch keine andere Möglichkeit hatte. Nachdem einige andere Pläne zur Errichtung eines Gemeinde-Faselstalles gescheitert sind, hat der Gemeinderat nun in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das jetzige Feuerwehrgerätehaus zu einem F a s e l st a H umzubauen und auf dem „Kreuz" an Stelle des alten Stallgebäudes ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr zu errichten, von dem man sich in Verbindung mit dem großen Platz eine wesentliche Verschönerung des Dorfbildes verspricht. CD Lollar, 5. April. Die fünf evangelisch- kirchlichen Frauenhilfen des Kirchspiels Kirchberg, nämlich von Staufenberg, Lollar, Mainzlar, Daubringen und Ruttershausen, haben an ffiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiniiiiiii Treibriemen i NAH- end Binde, lernen Hermann Röhrig, Leder- handlung,Gießen,Neustadt43 iiilihiiiiiiiiiihiiiiutiiiiiiiilllllllhiHllllihiiliiii Oie Haustochter näht für die Familie Ausstellung d. Schülerinnenarbeiten der hauswirtschaftl. Fachschule d.Aliceschulvereins in der Sonnen- straße am Samstag, den 6., und Sonntag, den 7. April. Geöffnet von 11-13 und 14-18 Uhr. 20i8d Nr. 82 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 6. April (955 Aus der Provinzialhaupistadt. Oie Fahrt ins Leben. Vor drei Jahren schrieben wir zur Schulentlassung: . Das Leben beginnt. So meinen sie Aber nicht alle. Die jungen Menschen sind ja nun in dem Alter, in dem sie merken, wie es eben in Deutschland aussieht In der Familie, auf der Straße, in den Zeitungen, überall hören und lesen sie, wie schlimm es mit der Arbeitslosigkeit ist. Da kommt auch ihnen eine Ahnung von der Schwere der Zeit. Und am heutigen Tag der Entlassung aus der Schule wird es nicht nur Tränen geben bei denen, die wirklich gern zur Schule gingen, sondern auch bei denen,' die nicht wissen, was sie nun beginnen sollen . . . Das ist die Not der deutschen Jugend, die große Not. Die Eltern sind ratlos, stehen verzichtend bei Seite oder ergrimmt über diese Zustände. Sie selber sind ohne Arbeit, ohne Verdienst. Was soll es mit den Mädchen und Jungen geben? Viele, allzu viele können noch nicht einmal eine Lehrstelle erhalten . . ." Diese schlimmen Jahre sind ja nun hoffentlich für immer vorbei. Es weht ein anderer Wind in Deutschland. Wohl sind wir noch nicht am Ziel, aber die schwere Zeit -liegt doch wie ein wüster Traum hinter uns. Wir hoffen wieder und sehen zuversichtlich iy die Zukunft. Und unsere Jugend erst recht. Tausende und aber Tausende Jungen und Mädchen stürmen nun hinaus ins Leben. Mit glänzenden Augen und voll Begeisterung besteigen sie das schwankende Schiffleim auf dem sie die Fahrt ins Leben antreten. Es wird noch sehr oft ins Schaukeln geraten, das Lebensschifflein, es wird viel Mühe' kosten, einen festen und geraden Kurs einzuhalten. Wie oft stellen sich uns noch, kurz vor dem schützenden Hafen, harte Klippen und hohe Felsen entgegen. Wir müssen proben und prüfen, wie wir durch diese Fährnisse hindurchkommen. Dann wieder erhebt sich ein starker Sturm und wirft das Schifflein ganz hinaus auf das offene Meer. Wir müssen es treiben lassen, wie es Wind und Wetter gefällt. Aber mit hartem Willen und kühnem Mut werden auch die stärksten Stürme bezwungen, und wir können glücklich im Hafen landen. Das Leben bringt uns Menschen gar viele Prüfungen, und auch unserer Jugend werden sie nicht erspart bleiben. Man kann für die Fahrt ins Leben keine Vorschriften mitgeben, man kann keine Regeln aufstellen. Das müssen die jungen Menschen selber lernen, erproben und erkennen, was gut und recht ist. Aber das Leben und unsere Erfahrungen geben schon Beispiele genug, und diese Beispiele sollen helfen, den Jungen ihren Weg leichter zu machen. Wenn der Bergsteiger einen hohen Berg bezwingen will, dann nimmt er sich einen guten Führer mit. Ein solcher Bergführer kennt alle Wege genau und ist mit dem Gebirge vertraut Er merkt die drohenden Nebel und weiß, wo sich gefährliche Gletscherspalten verbergen. Aber auch die bequemsten Wege und die schönsten Aussichtspunkte kennt der Bergführer. Wer aber eine Bergbesteigung ohne Führer vornimmt, der läuft Gefahr, an den schönsten Stellen vorüberzugehen. Und dabei liegen diese Plätzchen vielleicht nur ein paar Schritte abseits von seinem Wege. So sollen Elternhaus und Lehrherren mithelfen, der Jugend die Wege zu zeigen und sie auch zu den Schönheiten des Lebens führen. Freilich gibt es viele Irrwege, die mit verlockenden Blumen geschmückt sind, und gar zu gern werden diese Wege von der Jugend beschritten, aber sie enden meist an einem Abgrund oder in einer felsigen Wüste. Der Weg zur Höhe ist manchmal sehr schwer und oft gar nicht zu erkennen. Es gehört viel guter Wille und zähes Aushalten dazu, um zum Ziele zu gelangen. Deshalb müssen wir immer wieder prüfen und versuchen. Was heute nicht geht, das gelingt vielleicht morgen. Auch Rom ist nicht in einem Tage erbaut worden. Eins aber hat die heutige Jugend, das vor Jahren noch ganz fehlte, das ist die Kameradschaft- Gießener Frühjahrsmesse im Bilde. W 0WW L —* -» - -6 MMW '*=*»■ ' W . .... >- 5 - W * Links oben: Die Neuheit der diesjährigen Frühjahrsmesse auf dem Oswaldsgarten, das Zeppelin-Karussell, mit dem man 12 Meter hoch und außerdem „um die Erde" fliegen kann. Rechtsoben: Der Scherzartikel-Stand, der auf keiner Messe fehlen darf. Linksunten: Die Kinder vor dem Kasperletheater. Das Kasperletheater hatte diesmal unter seinen Mit- wirkenden auch einen lebenden Affen. lichkeit, die sie in der Hitlerjugend, bei dem BdM. und in der SA. findet. Es ist eine große Gemeinschaft, die deutsche Jugend, nicht mehr in Grüppchen zerteilt und zersplittert. Und das Lebensschiff der Jungen fährt mit einem Lotsen, der sie sicher und unbeirrt durch die Klippen und Sandbänke geleitet, das ist der deutsche Staat und seine Regierung. Der Führer weiß, daß das nhpe Deutschland der Zukunft in den Händen der Jungen liegen wird und daß sie voll und ganz erreichen, was heute noch nicht vollständig möglich ist: ein großes, starkes Deutschland! Und deshalb fahren unsere Jungen und Mädchen unter dem starken Schutz unserer Regierung hinein ins Leben, und wir Eltern stehen erwartungsvoll am Ufer und wissen, daß ihr Schifflein wohlbehütet sein wird, wenn sie selber nur ein wenig mithelfen wollen beim Steuern. Und das wollen sie doch alle. D. Ostereier-Sammlung der ASV. Hausfrauen! Wir wollen den Bedürftigen eine Osterfreude bereiten und sammeln in den nächsten Tagen frische Lier. Sorgt Luch für einen kleinen Vorrat und gebt den Gehilfen des Osterhasen reichlich! > NS.-Volkswohlsahrt Kreisamtsleitung Gießen. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Giehen-Güd In der Zeit vom 9. bis 11. April erfolgt die Ausgabe der Opferringkarten Mir Pfundsammlung. Gleichzeitig werden die Pfundpakete für den Monat April in Empfang genommen. In den gleichen Tagen wird die diesjährige Ostereiersammlung durchgeführt. Volksgenossen! Bewahrt Euren Opfersinn auch weiterhin! Eiersammlung in der OrtsgruppeMitte Das Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Mitte, teilt mit, daß am Dienstag, 9. A p r4I, die Oster-Eiersammlung stattfindet. Die Eier werden von den Jungmädeln im BdM. abgeholt. Wir bitten die Hausfrauen, die Eier ob 9 Uhr vormittags bereit zu halten. Heil Hitler! Amt für Volkswohlfahrt. Seutfthe Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Ein Madeira-Fahrer erzählt von seinen Erlebnissen. Am kommenden Montag hält Pg. W o b k e r in Heuchelheim in der Turnhalle einen Lichtbildervortrag über seine Erlebnisse. auf der Madeira-Fahrt. Wir bitten unsere Arbeitskameraden, diesen hochinteressanten Vortrag zu besuchen. Beginn:' 20 Uhr. Heidelbergsahrt. Für die Heidelberg-Fahrt am 5. Mai können noch 400 Meldungen angenommen werden. Meldeschluß ist der 15. April. Bis zu diesem Tage müssen die Fahrpreise allgemein ein- gezahlt sein. Sonderzüge für den Samstag. Betr. Schumanntheater. Nach Beendigung der Vorstellung am Samstag gehen Sonderzüge nach Londorf um 23.50 Uhr und nach L i ch um 23.30 Uhr. Karten sind noch an der Abendkasse in der Volkshalle zu haben. Preisermäßigung für die Sonderzüge durch Sonntagskarten oder Gesellschaftsfahrkarten. Amt für Verufserziehung. Verufsgruppe der Werkmeister. Der Lehrgang für die Fachgruppe Tabakindustrie „Die Entstehung und Verarbeitung des Tabaks" findet am Sonntag, 7. d. M., vormittags 9 Uhr, in Rodheim a. d. B i e be r statt, und zwar in der Gastwirtschaft Bechthold. Die Berufskameraden aus Gießen fahren mit der Biebertalbahn um 8.20 Uhr und treffen sich spätestens um 8.15 Uhr am Bieber-^ tal-Bahnhof Oie DA!?, aibt Darlehen. Dem in der Deutschen Arbeitsfront erfaßten Mittelstand aus Handel und Handwerk ist durch die Abteilung „Sonderhilfe" eine Darlehenseinrichtung geschaffen worden, die ihm durch die Gewährung eines Darlehens die Erhaltung der Existenz im Falle derNot ermöglicht, oder den Aufbau einer neuen Existenz begründet. Die Darlehen werden nur an solche deutsche Volksgenossen gegeben, die durch ihre charakterlichen Eigenschaften und fachlichen Kenntnisse Gewähr dafür bieten, daß ihnen mit dem Darlehen die Erhaltung ihrer Existenz bzw. der Neuaufbau einer solchen ermöglicht wird. Die Darlehen dürfen nur im Dienste des Arbeitsbeschaffungsprogramms verwendet werden, z. B. für den Einkauf von Waren, Maschinen, Arbeitslöhne usw. Ausgeschlossen ist die Verwendung der Darlehen zur Tilgung von Schulden und Hypotheken. Die Höhe der Darlehenssumme ist zur Zeit begrenzt. Es werden Darlehen bis zu 500 Mark (Fünfhundert) gewährt. Die Gebühren sind niedrig und betragen 0,25 Mark per 100 Mark und Monat. Die Tilgung erfolgt durch monatliche Raten, deren Höhe, unter Berücksichtigung des Existenzminimums des Empfängers, seitens der Deutschen Arbeitsfront festgesetzt wird. Grundsätzlich soll jedoch das Darlehen innerhalb zwei Jahren wieder getilgt sein. Kleiner Bachabend des „Gingkreis Gießen". Die Tatsache, daß vor 250 Jahren Bach und Händel geboren wurden, hat der musikalischen Welt Veranlassung gegeben, ihrer in besonderem Maße zu gedenken. Landauf und landab, in Schulen und Vereinen finden „Bach-Händel-Schütz-Feiern" statt (Schütz, einer der größten Musiker seiner Zeit, ist genau 100 Jahre früher geboren), ja sogar aus Japan wird gemeldet, daß man dort diese Meister durch Aufführungen ihrer Werke würdigt. Durch diese Feiern wollen wir bartun, daß wir wohl wissen, was wir den Meistern schuldig sind. Sie sind es vor allen Dingen gewesen, die unserer deutschen Musik Weltgeltung verschafften. Und fast scheint es, als steigere sich die Größe und Eindringlichkeit ihrer Werke, je mehr uns die Schöpfer zeitlich entrückt werden. Zu den Vereinigungen, die sich die Pflege wertvoller alter Musik, wie wir sie vor und um Bach in reichem Maße besitzen, besonders angelegen sein lassen, gehören ohne Zweifel die Singkreise. Im Hinblick auf das Ziel ihrer Arbeit ist es nicht verwunderlich, daß sie zahlenmäßig nicht besonders stark sind, aber es wird mit Lust und Freude bei ihnen musiziert. Die Veranstaltung des Gießener Singkreises nannte sich bescheiden „Kleiner Bachabend". Das äußerlich schon recht liebevoll ausgestattete Programm bot aber in feiner Auswahl einen Ueberblick über fast das gesamte Schaffen des Leipziger Thomaskantors, mit Ausnahme der Orgel. Wie der Veranstalter und Leiter, Herr Siegler, in feinen einleitenden Worten betonte, wollen die Darbietungen keinesfalls im üblichen Was bisher kein Lebender fah - wir find Zeugen Bon Heinrich Hauser. Eine Zusammenstellung von nüchternen Tatsachen, und doch eine glühende Hymne auf eines der größten Erlebnisse unseres Zeitalters — so stellt sich uns das Bekenntnis des Dichters und Fliegers Heinrich Hauser zur Luftfahrt dar. Wir, die wir heute dreißig Jahre oder älter sind, haben sie geschaut: Die ersten Drachenflieger. Aus hölzernen Schuppen — Schafställen verzweifelt ähnlich — rollten sie über den jungfräulichen Rasen des „Aerodroms". Höchst unheilschwanger sahen sie aus, und das waren sie auch: Drahtkommoden, „Oelsardinen", knatternd, seu^speiend, bebend, schwankend in der Luft wie Schmetterlinge und ebenso zerbrechlich. Sie setzten ihr Leben ein mit jedem Sprung, mit jedem Flug, jene ersten Piloten im verölten Lederzeug. Wer von ihnen lebt heute noch? Man schalt sie vermessen. „Wissenschaftlich" bewies man ihnen die Unmöglichkeit ihres Ziels. Den wirtschaftlichen Fehlschlag des Menschenflugs rechnete man ihnen für alle Zeiten vor. Sie hörten es nicht, die Besessenen der Idee * Wir sahen die Vorkrieg-Zeppelin e. Sie setzten den Himmel in Aufruhr. Pogelschwärme drückten sich unter dem Donner der Motoren tief ins Gezweig. Eines Tages hielten wir einen Brief in der Hand, der war mit dem Zeppelin befördert worden. Die Alten schüttelten die Köpfe: War die Eisenbahn nicht sicherer und schneller? Nur die Markensammler schmunzelten. * In uns Jungen brannte die Sehnsucht: Fliegen! * Es kamen die großen „U e b e r l a n d f l ü g e", es kam das Ringen der Motoren und Leichtgewicht, Zuverlässigkeit und Leistung, „Ueberlandslüge" — kann sich noch einer vorstellen, was es damals bedeutete, sich über die Umgebung der Flugplätze hinauszuwagen? Es kam der Krieg. 1914 packte man einen Karabiner in die Kiste Mtib meinte, man hätte nun ein Kampfflugzeug. Wir wissen, was sich bis 1918 (und seither!) auf dem Gebiet ereignet hat. Wir tragen Namen im Herzen, die wir bis ans Lebensende nie vergessen werden: Jmmelmann, Boelcke Richthofen Nachkrieg: Zu nefiaen ©cb^iterbaufen aet'^mt, verbrennen in Deutschland Tausende von Flugzeugrümpfen: Auf Befehl! Schmiedehämmer zerschlagen die Wunderwerke der Motoren: Auf Befehl! Einige wenige Maschinen bleiben am Leben. Man hat sie umgebaut. Den Rumpf überwölben sonderbare, postkutschenartige Kästen. — Man befördert darin Post und Passagiere. Das ist die Keimzelle der deutschen Lufthansa. ♦ Weil sie mit dem Motor nicht mehr fliegen können, haben ein paar Fanatiker der Idee wieder da angefangen, wo Lilienthal endete: Beim Segelflug. Wo die Füchse sich Gute Nacht sagen, in den Dünen der Nehrung, auf den unwirtlichen Höhen der Rhön üben sie ihr sonderbares Handwerk. 1921: Das sind keine Gleitflüge mehr, wie die von Lilienthal: der Schultz, der Martens und noch ein paar andere fliegen wirklich! Stundenlang und viele Kilometer weit. Geheimnisvolle Strömungen im Luftmeer tragen sie, die Vogelmenschen, die Segler; reinste Verkörperung uralter Menschheitssehnsucht ♦ 1925: Es gibt immerhin einige Fluglinien in Deutschland. Die großen Vögel blinken in der Sonne — Metall! Der Bauer schaut kaum mehr auf vom Pflug, gleitet der Schatten der Maschine über ihn hinweg. In den Dörfern an der Strecke fängt man an, die Uhren nach dem Flugzeug zu stellen: der Vogel ist pünklicher als manche Kirchturmsglocke. Geschäftsleute entdecken, daß Luftpostbriefe doch erheblich Zeit ersparen. Eigentlich geht da kaum ein Brief verloren. Wenn man's richtig überlegt, gar keiner. Da könnte man doch auch sich selbst dem Flugzeug anvertrauen ... Es gibt schon Leute, die das tun. Und diese Leute haben Erfolg im Leben. 1926: Die Mauern des Luftraumes über d e m Ozean sind gefallen! Die Pioniere großer Luftstraßen stehen so leuchtend am Himmel unseres Zeitalters wie die Entdecker der. großen Handelsstraßen auf dem Meer, wie jene, so werden auch ihre Namen Jahrhunderte überdauern. ♦ 1930: Wir treten ein in den Bereich des kurzlebigen Gedächtnisses unserer Zeit. Die Ursache dieser Kurzlebigkeit liegt in der Fülle des Geschehens. Der Fluggedanke breitet sich über die Welt wie ein Lauffeuer. Die letzten weißen Globusflecken werden aus der Luft erforscht und erschlossen. Große Jnselvölker leben praktisch auf keiner Insel mehr. Nationen werden „luftfahrend" so wie sie früher „seefahrend" wurden. In endloser Kette werden Höchstleistungen heute aufgestellt — morgen übertroffen. Dem Rekordflug folgt die Fluglinie auf dem Fluß, und die Luftlinien weben den Erdball in ein neues Netz, nicht weniger dicht als das der Eisenbahnen und der Schiffe. * 1935: Nur ein Genius könnte ermeffen, was die Eroberung der Luft für die Zukunft der Menschheit bedeuten wird. Schon greift man nach den Sternen! Schon bringt man in Räume ein, in denen die menschliche Natur so wenig lebensfähig ist wie unter Wasser! Wir Menschen des Alltags, der Strenge eines nüchternen Berufs verhaftet, haben beinahe unbewußt die Wandlung erlebt: Vom Wunder des Menschenfluges zur Selbstverständlichkeit. Wir wissen:'Der Brief, den du heute in den Kasten wirfst, liegt zweieinhalb Tage später auf dem Schreibtisch des Geschäftsfreundes in Pernambuco. Das Ersatzteil für dein Auto, heute in Berlin bestellt, ist morgen in Rom. Du mußt früh in Berlin im Büro sein, nachmi- tags bei einer Besprechung in London und abends in Paris: Das Flugzeug schafft's. ♦ Das klingt sehr nüchtern. Aber indes wir völlig sachlich zu denken und zu handeln meinen, geschehen Wunder: Menschen mit kürzeren Nervenbahnen, mit arößerer Reaktionsgeschwindigkeit, mit anberm Fühlen und Denken: der neue Mensch. Noch immer hat der Weg zur Menschheit zu fernen Horizonten nie ans „Ende der Welt", sondern stets zu noch weiteren und ferneren Horizonten hingeführt. Wir fühlen die Größe unseres Zeitalters in der Erfüllung des Traumes: „Ich bin frei, ich bin frei, wie ein Vogel bin ich frei!" Kauft und Wissenschaft. Ein neues Stück von Vernarb Shaw. Das Hamburger Thalia-Theater hatte einen großen Abend: Vernarb Shaws neue Komöbie „D i e Insel b e r Ueberraschungen", bie selbst in Englanb noch nicht gespielt worben ist, gelangt zur beutschen Uraufführung. Der achtunbsiebzigjährige Ire, ber englischer ist, als er selbst zugesteht, gibt in biesem neuen Werk eine Zusammenfassung seiner geistigen Welt. Gesellschaftskritik findet sich bnrm ebenso w'" *»e Verherrlichung ber werteschaffenben Lebenskräfte; auch bie Wenbung zur Religiosität ist nichts N ues, obwohl Shaw sie noch nie so bmHtrb betont hot. Das Stück spielt auf einer Sübseeinsel, bie zum britischen Reich gehört. Aus biefer erdichteten Insel ber Ueberraschungen, bie zu einem Spiegelbild der Welt, richtiger ber britischen Welt, wirb, ver- binben sich allerlei komische unb närrische Leute zu einer Gemeinschaft, bie eine neue Art Mensch erschaffen will; aus einer kleinen Zelle soll eine tau- sendjährige Weltkultur aufwachsen. — Die Komöbie, bie Hans-Robert Bortfelbt geschmackvoll in Szene fetzte, würbe sehr beifällig ausgenommen. Das Frühjahrsprogramm des Verlaaes Ullstein und des Propyläen-Verlages, Berlin. Ullstein unb Propyläen-Verlag bringen in biesem Frühjahr folgenbe Neuerscheinungen heraus: Christian Röck: Die Festung im Gletscher. Vom Heldentum im Alpenkrieg. Mit vielen Bilbern. — Ernst Vollbehr: Bunte, leuchtenbe Welt. Die Lebensfahrt bes Malers Ernst Vollbehr. — Ri- charb Boleslawski: Polnische Ulanen. Roman. — Paul Wiegler: Schicksale unb Verbrechen. Die großen Prozesse ber letzten hunbert Jahre. — Curt Strohmeyer: Meister Bokert, ber Herr ber Wasserburgen Ein Biberroman, mit 40 seltenen Bilbern. — Luther lebt! Seine Tischgespräche. Ausgewäblt für unsere Zeit von Hermann M u l e r t. — Rubolf van Wehrts, Morro Castle. Die Sterbestunbe eines Schiffes. — Die Küche unb ihre Jahreszeiten. Das große beutfche Kochbuch, herausgegeben von Dr. E. Urban unb Barbara von Treskow — Das kluge Alphabet, Konversations-Lerikon in 10 Ganzleinen-Bänben. Von diesem Volks« lexikon erschien der 7. Band. Plakate an neu gestrichenen Häusern. Straßenbemalung. Sinne eines Konzertes betrachtet und gewertet fein. Mit ihnen will man sich in das Werk des Meisters einleben, und damit wird musikalische Erziehungsarbeit geleistet. Ganz in diesem Sinne §nb auch die Erläuterungen zu verstehen, die Herr Siegler zu den einzelnen Teilen der Folge gab. Im Mittelpunkt des Geschehens stand der Chor des Siegkreises selbst. Wie bei der Einstellung der Mitglieder nicht anders zu erwarten war, wurde mit Freude und viel Hingabe gesungen. Aber trotz der Erklärung des Dirigenten will es uns nicht im Geist des Gemeinschaftssingens erscheinen, daß aus dem Gesamtchor noch einmal ein kleinerer Chor herausgezogen wurde. Die vom Chor gebrachten Werke beruhten zum großen Teil auf dem Choral' schaffen des Meisters, erfreulich war, daß man mit der Bauernkantate auch den humorvollen Bach zu Worte kommen ließ. Nicht ganz geeignet erschien im Hinblick auf die Zahl der Ausführenden der Chor aus dem Weihnachtsoratorium, gesungen wurde er recht gut. Die mitwirkenden Instrumentalisten stützten und unterstützten den Chor recht sicher, die Reinheit des Basses in der Bauernkantate war nicht immer tadellos. Die übrigen folistischen Darbietungen auf verschiedenen Instrumenten sind ebenfalls in der Hauptsache erziehlich gedacht, um eben ein abgerundetes Bild von Bach zu geben. Herr N e b e l i n g spielte sauber und gut abgestuft auf dem Cembalo ein Stück aus dem Klavierbüchlein und ein Präludium mit Fuge aus dem „Wohltemperierten Klavier". Herr Kehrmann blies mit gewohnter Sicherheit eine Bouree und eine Sonate. Herr A p- penheirner brachte eine Sarabande für Cello allein zum Vortrag. Leider konnten wir die von Herrn M u r l e gespielte Chaconne für Solovioline nicht mehr hören. Ein Kapitel aus Brachvogels „Wilhelm Friedemann Bach" versetzte in die Zeit, als noch der alte Kantor auf Erden weilte. Wie schon erwähnt wurde, war freudige Arbeit aller Mitglieder des Singkreifes zu beobachten. Es ist ein hohes und schönes Ziel, musikfreudige Menschen zu den Großen ihrer Kunst hinzuführen, damit das Volk ihnen nicht fremd wird. Auf welchem Weg das geschieht, ist letzten Endes einerlei. Der Singkreis bewies in seinem Bachabend, daß es ihm mit der Arbeit ernst ist. —a— Abgangsprüfungen an der Gewerbe- und Maschinenbauschule. Man berichtet uns: Am Mittwoch fanden vor der Prüfungskommission die Abgangsprüfungen an der Gewerbe- und Maschinenbauschu le statt. Den Vorsitz bei ber Prüfung an der Gewerbeschule führte der langjährige staatliche Prüfungskommissar Reg.-Baurat Kuhlmann (Gießens. Der Prüfungskommission gehörten ferner an: als Vertreter der Handwerkskammer der Göschäftsfüh- rer der Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen und Kreisamtsleiter der NS.-Hago Pg. Schimmel, der Vorsitzende der Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen Pg. Steinhäuser (Gießen), der Kreishandwerksmetster Pg. S t ü h l e r (Gießen), der Leiter des Amtes für Berufserziehung der DAF. Pg. M e r t e s, die Mitglieder der Mei- sterprüfungskommMon Maurermeister Wagner (Gießen), Maurermeister Balser (Bettenhausen), Schreinermeister K. Beil (Gießen), Zimmermeister Weigand (Pohl-Göns), der Direktor der Schule Baumeister Pg. K. R u ft, Gewerbelehrer Pg. H. Walther, Malermeister Pg. Fr. Belitz (Gießen) und Lehrmeister Pg. H. S ch e p p. Bei der Prüfung an der Maschinenbauschule führte den Vorsitz der staatliche Prüfungs- kommissar Reichsbahnrat Pg. Nied e r stra ße r (Gießen). Die Prüfungskommission setzte sich zusammen aus den Herren Odering. Pg. G r a h l - mann (Gießen), Reichsbahnamtmann Obering. Hammel (Gießen), Pg. Mertes, Leiter des Amtes für Berufserziehung der DAF., dem Direktor der Gewerbe- und Mafchinenbauschule Obering. Pg. K. Rust (VDI), den Lehrern Dipl.-Jng. Pg. W. Brinkmann und Jng. Pg. P. T i e l m a n n. Sämtliche Prüflinge bestanden bie Prüfung, davon zwei an der Gewerbe- und zwei an der Maschinenbauschule, mit der Gesamtnote „Gut". Sowohl die Prüfungs- als auch die ausgestellten Semesterarbeiten fanden die vollste Anerkennung der Prüfungskommission und legten nicht nur Zeugnis vom Können der Schüler ab, sondern stellten auch unter Beweis, daß die Schule im Sinne nationalsozialistischer Berufsausbildung mit Erfolg tätig ist. (Siebener Dochenmarktpreise. * Gießen, 6. April. Auf dem heutigen Wochen- marft kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 30 bis 35 Pf., Honig 40 Pf. bis 1,10 Mark, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: 20 Uhr in der Volkshalle Gastspiel des Schumanntheaters. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der alte und der junge König". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Artisten". — VDA., 20 Uhr, in der Aula, Volksdeutsche Feierstunde von Maria Kahle. — Artillerieverein, 20.30 Uhr, im „Hessischen Hof", Mo- natsversammlung. — Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, 20.15 Uhr, große Veranstaltung auf Der Karlsruhe. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 Uhr, Führung durch die Ausstellung Krauß-München. — Tageskalenderfür Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr, „Der Vetter aus Dingsda". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der alte und der junge König". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Artisten". — VHC. Wanderung. — Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus an Brandplatz, 2 Ausstellung aus Gießener Privatbesitz von 11 bis 13 Uhr. — Reichsbund für Leibesübungen, 14 Uhr, in der Volkshalle, Olympia-Vergleichs- Turnen. — GRG., 10.30 Uhr, Flaggenhissung, 11.20 Uhr Start zum Dauerrudern. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: Sonntag, 7. April, 19.30 Uhr, außer Abonnement die Operette: „Der Vetter aus Dingsda", von Künneke; Leitung: Hub, C u j 4 , Rabenau. — Montag, 8.April, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, die Operette: „Der Vetter aus Dingsda" von Künneke, Leitung: Hub, Eus 4, Rabenau. An Häuserwänden, Zäunen usw. hängen noch zerrissene Zehen früher geklebter Plakate viel- acher Art, und schon wird vielerorts versucht, an risch gestrichenen Häusern usw. neue Plakate und Werbezettel anzukleben, oder aber auch Straßen zu bemalen. Die Eigentümer, an deren Wänden usw. solche Rückstände hasten, werden ausgerufen, den alten Plunder restlos zu beseitigen. Gleichzeitig rufe ich die gesamte Bevölkerung auf und ordne für die Partei und ihre Gliederungen an, das wilde kleben restlos zu unterlassen. Ls gibt Gelegenheit genug, Bekanntmachungen In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus dem Kreise der PO. der SA., der HI., der Behörden, des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, des Arbeitsdienstes und verschiedener anderer Organisationen wurde gestern, Freitag, vormittag auf dem Gleiberg das zweite Juristen-Schu- lungslager des BNSDJ. feierlich eröffnet. Als die zahlreichen Gäste gegen 11 Uhr auf dem Gleiberg erschienen, war die Burg in Wolken und Schnee gehüllt. Heftiger Wind peitschte um das alte Gemäuer. Im Hofe der Burg traten die Teilnehmer des Schulungslagers — 4Ö junge Juristen aus der näheren und weiteren Umgebung — zur Flaggen- h i f f u n g an, die sich in würdiger Form vollzog. Im Anschluß daran sand man sich zur Eröffnungsfeier im Kaisersaal der Burg ein. Ein Teil des Musikzuges der Standarte 116 eröffnete die Kundgebung mit dem Badenweiler Marsch und trug später auch mit weiteren Darbietungen zur Verschönerung der Feier bei. Als erster Redner prach der Gauführer des BNSOI., Kurt Wirth. Der Bund habe — so führte er u. a. aus — die jungen Juristen auf den Gleiberg zur Schulung berufen, damit sie sich mit solchen geistigen Dingen beschäftigen, für die sonst im Alltag wenig Zeit vorhanden sei. Vor allem gelte es, den Begriff des „Rechtswahrers" ganz zu erfassen. Das Rechtsleben werde häufig genug noch von solchen Männern getragen, die nicht Rechtswahrer, sondern nur Juristen seien, solche Juristen, die den Sinn der Bewegung noch nicht erfaßten, sondern sich nur auf die Autorität des Staates stützten. Ob diese Juristen die Gedankengänge Der Bewegung noch erfassen würden, bleibe dahingestellt. Deshalb werde in die junge Generation alle Hoffnung gesetzt. Die Jugend sei berufen, den Geist des Führers auch in das Rechtsleben hineinzutragen. Die Schulung solle dazu beitragen, daß der Gedankengang der Bewegung im einzelnen vertieft und ganz erfaßt werden könne, daß aus dem Nachwuchs der Juristen wirkliche nationalsozialistische Rechtswahrer würden. Anschließend sprach im Auftrage des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger <3auinfpefteur Heyse. Er übermittelte die Grüße des Gauleiters und wies darauf hin, daß das Interesse des Reichsstatthalters an diesem Lager besonders groß fei, weil Anfang 20 Uhr. — Dienstag, 9. April, 20 Uhr, zum erstenmal die Komödie: „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergman; Spielleitung hat Wolfgang Kühne. — Mittwoch, 10. April, 19.30 Uhr, Wiederholung der Erstaufführung: „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergman. — Donnerstag, 11. April, außer Abonnement. 4. Symphonie-Konzert; ausgeführt vom Orchester des Stadttheaters Und der Militärkapelle unter der Leitung von Obermusikmeister Krauße; als Solist A. Eichhorn vom Gewandhausorchester Leipzig, Cello. — Freitag, 12. April, 20 Uhr, Wiederholung: „Der Nobelpreis". — Samstag, 13. April, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, Künnekes Operette: „Der Vetter aus Dingsda"; Anfang 20 Uhr. — Sonntag, 14. April, außer Abonnement 19.30 Uhr, die Operette: „Der Vetter aus Dingsda". — Der Oberhessische Kun st verein teilt im heutigen Anzeigenteil mit, daß am heutigen Samstag, 16 Uhr, im Turmhaus am Brandplatz eine Führung durch die Ausstellung von Krauß- München mit einleitendem Vortrag stattfindet. — E i n liturgischer Gottesdienst zum Gedenken an I. S. Bach findet am morgigen Sonntagabend in der Stadtkirche statt. Siehe heutige Anzeige. — Vorstellung NS. -Kultugemeinde, Ring „Deutsche Bühn e". Die Vorstellung für Die Donnerstag -Abonnenten der NS.- Kulturgemeinde, Ring „Deutsche Bühne", muß wegen des Symphonie-Konzertes am Donnerstag, 11. April, auf Montag, 8. April, vorverlegt werden. Zur Aufführung gelangt Künnekes Erfolgs- Operette „Der Vetter aus Dingsda". — E i n Konzert des Bauerfchen Gesangvereins unter Leitung von Professor Dr. Temesvary findet am nächsten Samstag, dem 13. April, in der Aula der Universität statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — E i n Klavierabend zu Gun st en des Gießener Studentenwerkes findet am Dienstag, dem 16. April, im Studentenhaus, Leihgesterner Weg, statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ♦ ** Arbeitsjubiläum. Die Firma Wilhelm Zimmer GmbH, in Gießen konnte wieder einmal ein Arbeitsjubiläum feiern. Am gestrigen 5. April waren es 25 Jahre, seit Herr Willi Hill- gärtner aus Gießen als Former bei der Firma tätig ist. Herr Hillgärtner erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Der Führer des Betriebes, Herr Zimmer, beglückwünschte den Jubilar, dem von der Firma und der Gefolgschaft an seinem geschmückten Arbeitsplätze namhafte Geschenke überreicht wurden. ** Das Mu^eu m im Allen unb im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Stadttheater-Abonnement. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes veröffentlicht die Bürgermeisterei eine Bekanntmachung über die Einlösung des 7. Abschnittes des Stadttheater- an Anschlagtafeln und Plakatsäulen anzubringen. Auch aus dem Lande ist vielfach durch die Erstellung von Schaukästen und Anschlagtafeln einfacher Art die Möglichkeit gegeben, alles, was wert ist, veröffentlicht zu werden, der Bevölkerung zu übermitteln. Wir alle haben die Pflicht, unsere Landschaft, unsere Straßen und unser Häuser- und Städtebild in Ordnung und Sauberkeit zu erhalten. Die zuständigen Behörden ersuche ich, die Aktion im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu unterstützen. Oer Gauleiter. er wisse, daß wir alle einmal Gelegenheit finden müßten, in der Abgeschiedenheit Stellung zu nehmen zu den Dingen um uns. Der Redner forderte auf, stets danach zu streben, bewußter Nationalsozialist zu sein und nicht nur in der Hochstimmung eines großen Tages „Heil Hitler!" au rufen. Feiern und Aufmärsche sollten wohl fühlen lassen, daß es schön sei, im Dritten Reiche zu leben und arbeiten zu dürfen, wir müßten uns aber auch stets der Aufgaben im Alltag bewußt fein. Gleichzeitig müsse eine Vereinigung zwischen dem Schwung und dem Idealismus der Bewegung und der Realität des Alltags geschaffen werden. Der Aufbau im Dritten Reich vollziehe sich planmäßig. Großes erlebten wir immer wieder. Um so mehr mühten wir im täglichen Leben im Geiste der Pflichterfüllung, im Geiste des Führers wirken. Als dritter Redner der Feier sprach der Reichsgeschästsführer des BAGOZ. Or. Heuber. Er überbrachte die Grüße des Reichsjuristenführers Dr. Frank und gab feiner Freude über das Schulungslager auf dem Gleiberg Ausdruck. Der Versuch der Gemeinschaftslager werde allgemein begrüßt. Die Laaer sollten dazu dienen, die Aufgabe, die der Führer Adolf Hitler den Juristen gestellt habe, das Recht zu erneuern, verwirklichen zu helfen. Dieser Aufgabe müsse man sich jeden Tag bewußt sein. Ein wesentlicher Grundzug im Nationalsozialismus sei die Gemeinschaft und ihre Forderung. Ein deutsches Recht aus unserem Volke zu finden und zu gestalten, habe die Voraussetzung der Verbundenheit mit dem Volke. Nur unter dieser Voraussetzung könne die Aufgabe, die der Führer den Juristen stellte, gelöst werden. Wenn hier die jungen Juristen im Lager Zusammenleben, so gelte es weniger große geistige Leistungen zu vollbringt, als eben Zusammengehörigkeit zu erleben. Wenn dies das Ergebnis des Lagers sei, dann sei auch der Erfolg gewiß. Wir seien, so schloß der Redner, die Vorkämpfer des Führers auf dem Gebiete des Rechts. In diesem Geiste möge das Lager eröffnet fein und in diesem Geiste feinen Verlauf nehmen. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Im Anschluß daran nahmen die Gäste an einer Besichtigung des Lagers teil. Abonnements. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Liebig-Museum. Am morgigen Sonntag ist das Liebig-Museum von 11 bis 12 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. ** Die Ausstellung von Schülerin- nen-Arbeiten der hauswirtschaftlichen Fachschule des Alicevereins wird in unserem heutigen Anzeigenteil der Oeffentlichkeit in Erinnerung gebracht. Näheres in der Anzeige. ** Diebstahl. In der Nacht zum gestrigen Freitag wurden aus einem Garten im Eichgärten- aelände zwei Dompfaffe (ein Pärchen) durch Diebstahl entwendet. Die Straftat wurde der Polizei angezeigt, die Nachforschungen sind im Gange. Wer über den Verbleib der gestohlenen Vögel Auskunft geben kann, wird gebeten, seine Wahrnehmungen der Polizei mitzuteilen, damit der bestohlene Vogelzüchter, der einen schweren Daseinskampf zu führen hat, wieder in den Besitz feines Eigentums gebracht werden kann. ** Wer kann in dieser Sache Auskunft geben? Ein Leser unseres Blattes übermittelt uns folgende öffentliche Anfrage: Wer kennt die Erzählung (Sage?), daß Philipp der Großmütige nach feiner Rückkehr aus der fünfjährigen Gefangenschaft zu Mecheln im Jahre 1552 an her Grenze feines Landes (bei Bromskirchen- Somnlar» unter einer dicken Eiche nr hcifniete und Gott für seine Befreiung dankte? Wo stand (oder steht) die Eiche? Antwort an die Schriftleitung des „Gießener Anzeigers" in Gießen erbeten. Kundgebung der O-AZ. in £td). ? Lich, 6. April. Am gestrigen Freitagabend veranstaltete bie Ortsgruppe ßid) derDeut° fchen Arbeitsfront in der Turnhalle eine öffentliche Kundgebung, die einen außerordentlich guten Besuch aufwies. Nach einleitenden, von der Kapelle der Freiw. Feuerwehr Lich gespielten Märschen, dem Einmarsch der Fahnen und kurzen Begrüßungsworten des Ortsgruppenamtsleiters der DAF., Pg. Schwab, sprach der stellvertretende Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Hahn (Gießen). In feinen Ausführungen ging der Redner davon aus, daß wir in einer Zeit der Umgestaltung und Umbildung des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens stünden. Alle von früher her bestehenden Formen würden einer Prü- Ung unterzogen, neue Werte entstünden aus diesen chöpferischen Methoden einer neuen Weltanschauung. Es gelte einen neuen, im Nationalsozialismus gefestigten Menschentyp zu schaffen. In dem ungeheuren Schwung dieses weltanschaulichen Geistes werde das Morsche und Veraltete hinweggeräumt werden, nur so konnten wir Ziel, Fundament und Richtung-für kommende Generationen geben. Das Wesen der nationalsozialistischen Weltanschauung könne nicht studiert, sondern müsse empfunden werden, ihr Ziel sei die endgültige Beseitigung aller Verfallserscheinungen auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Der Redner befaßte sich dann nach grundlegenden Gedanken über Arbeit und Leistung mit dem Gesetz zur Ordnung der Volksgenosse! Mit dem NGV.-Opferbuch wird im Rahmen der NS.-Volkswohlfahrt der Ge- undhelt des deutschen Volkes gedient. Durch Spenden, die in das Opferbuch eingetragen werden, können spätere Generationen sehen, was in der Zeit des Umbruchs für die Volksgesundheit geopfert wurde, hilf beherzt und kräftig mit an dieser edlen Tat zur Arterhaltung deiner Nachkommenschaft! Kreisamtsleitung der NSV. Gießen. nationalen Arbeit. Der Betrieb sei früher zum Selbstzweck geworden, in dem sich alle Schattierungen der Gewinnsucht austoben konnten. Das sei i)eute verschwunden, die soldatischen Tugenden kommen wieder zu Ehren beim Wirtschaftsführer und bei der Gefolgschaft. Der Wirtschaftsführer dürfe nicht nur Vorgesetzter fein, sondern müsse die Fähigkeit besitzen, anzusühren und wie ein Vater in der Familie für das Wohl der Gefolgschaft sorgen. Ein neues Verhältnis von Mensch zu Mensch müsse ge- unden werden. Nicht eigene Initiative soll unterbunden werden, sondern die Grenze sei dort zu ziehen, wo sie sich schädlich für die Volksgemeinschaft auswirke. Ein neues Ethos der Arbeit müsse ge= chaffen werden, der Arbeiter, ganz gleich, wo er stehe, wieder stolz darauf sein, deutscher Arbeiter zu sein. Im Reiche Adolf Hitlers sei der Arbeiter vollwertiger Volksgenosse; nicht nach dem Herkommen, sondern nach seiner Leistung und nach seiner Einstellung zur deutschen Volksgemeinschaft werde jeder Volksgenosse gewertet. Am Schlüsse seiner Ausführungen sprach Pg. Hahn über die Entwicklung. die die Welt nach dem Schandfrieden von Versailles genommen hat. Das neue Deutschland habe stets seinen Friedenswillen bekundet, aber es fordere einen Frieden der Ehre und der Gleichberechtigung. So sei auch die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht gleichbedeutend mit der Proklamation der deutschen Freiheit und Unabhängigkeit. Mit einer Huldigung und einem Irene« gelohnte zu unserem großen Führer Adolf Hitler schloß der Redner seine mit Begeisterung aufgenommene Ansprache. Nach Dankesworten an den Redner schloß der Ortsgruppenamtsleiter Schwab mit dreifachem Sieg-Heil, denen sich das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied anschlossen, die Kundgebung. Brandfeiertag in Bettenhausen. oo Bettenhausen, 6. April. Der Himmel hatte es. uns gestern leicht gemacht, mitten in der Woche einen halben Tag zu feiern: er hatte Feld und Flur winterlich weiß eingehüllt, als wir uns anschickten, die Erinnerung an den großen Brand von Bettenhausen am 5. April 1 6 3 5 zu begehen. In sonntäglicher Arbeitsruhe und Stille lagen die Straßen da, in denen vor 300 Jahren das grause Geschehen sich vollzog. Vom Kirchturm, dem einzigen noch vorhandenen Zeugen jener Tage, grüßten die deutschen Fahnen und bas weiße Banner mit dem violetten Kreuz. Dann sammelte sich die Gemeinde zum Gedächte nisgottesdienst. Leider konnte der Gesangverein nicht auftreten, da unser Dirigent erkrankt war. Dafür fang die Gemeinde lauter Lieder, die in der Schreckenszeit des Dreißigjährigen Krieges entstanden sind. Die Gedächtnispredigt stellte uns unter das Bibelwort Psalm 66,12: „Herr, du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser gekommen; aber du hast uns ausgeführt und erquickt." In zwei Teilen handelten die Ausführungen erstlich von dem grauenhaften Schicksalen der Väter, sodann von den gottgewirkten Kräften, die ihnen den Wiederaufstieg aus tiefem Verderben ermöglichten. Für die Schilderung der Ereignisse vor 300 Jahren sei auf den Aufsatz in Nr. 14 der „Heimat im Bild" des Gießener Anzeigers" vorn 4. April „Weibliche Handarbeiten in Bettenhausen" verwiesen. Nur folgendes sei zur Ergänzung angefügt: Bettenhausen war vor dem Kriege ein wohlhabendes Dorf gewesen, das 43 Familien, d. h. etwa 220 Einwohner zählte. Bis zum Jahre 1639 erlitt es durch Hunger, Seuche, Pest, Mord und Landflucht derartige Verluste, daß nur noch ein Häuflein von etwa 50 Köpfen in 10 Familien ein elendes Leben fristete, die mündliche Ueberlieferung im Dorfe weiß noch heute von der Not einer Frau jener Tage zu erzählen: „Buhls Krein" (Katharina) flüchtete mit ihrem Kindlein nach Lich, um sich hinter dessen schützenden Mauern zu bergen. Aber sie wurde dort abgewiesen und wanderte in ihrer Angst um ihr und des Kindes Leben bis zur Residenz ihres Landesherrn, nach Braunfels. Dort fand sie Aufnahme und Rettung." Der zweite Teil der Gedächtnispredigt handelte von den Kräften, die der Allmächtige unseren Vätern gab, daß sie wieder sich erheben und den Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimat vollbringen konnten. Das war erstens bie gefunbe bäuerliche Urkraft, bie wie eine Naturgewalt aus biefen heimatlieben- ben Menschen hervorbrach. Sie offenbarten in ber Kraft Gottes ein Helbentum, bas ber schlagende Beweis bafür ist, baß ein gefunbes Bauerntum unbesieglich ist. Das war sobann ber fruchtbare Ackerboden, ber zähem Fleiß ben Lohn nicht versagte. Wohl ward Unkraut unb wildes Gesträuch in langen Kriegsjahren auf ben Acker geflogen. Aber ber in biefem Dorfe von jeher heimische rastlose Fleiß hatte ben Boben balb roieber kultiviert. Es war ferner eine Fügung bes Himmels, baß bie wilden Raubscharen ber Kriegszeit ben Walb ganz unversehrt gelassen hatten. Es ist, als ob selbst in jenen Morobanden noch ein Rest geschlummert hätte von ber urgermanischen Ehrfurcht vor dem Heiligtum bes Walbes. Dazu kam eine gerabezu erstaunliche Fruchtbarkeit ber Ehen. Gegen bas Jahr 1700 betrug bie Einwohnerzahl schon wieber etwa 200. Also waren in zwei knappen Menschenaltern bie Verluste bes großen Krieges fast eingeholt. Nicht vergessen werben barf bie großzügige Tätigkeit ber Braunfelser ßanbesregierung. Jene halbverwehte Sage von ber „Buhls Krein" bebeutet ja einen Niederschlag ber lanbesväterlichen Fürsorge, mit ber man sich ber brangfalierten Untertanen annahm. Daß babei zuweilen auch mit eiserner Strenge durchgegriffen werden mußte, ist bei jenen verwilderten Zeiten fast selbstverständlich. Endlich aber half den Vätern vor allem bie seelische Kratt, um berentwillen all das Grauenhafte erlitten wurde, der Glaube. Sie verloren alles, aber als endlich Friede ward, war der Kampfespreis, wenn auch unter unausdenkbaren Opfern, gerettet: der evangelische Glaube. In seiner Kraft gingen die Besten ans Werk und ließen ihre Heimat n-i erstehen. Diesem Heldentum einer deutsch-evangelische« Bauernschaft galt unsere gestrige ErttmerrmgsftzLe«. Änsteu-Schuluugslager auf dem Gleiberg. Feierliche Eröffnung. SJL-’fpor* Waldlauf der Gießener GA die SA- etwa 400 Start er- Cauf geht Kilometer Am morgigen Sonntag veranstaltet Standarte 116 einen Waldlauf, an dem Kameraden der SA teilnehmen. Der folgt um 9 Uhr an der Liebigshöhe. der sodann über die Strecke von etwa 4 Vorher spielt die Jugendmannschaft gegen die Jugend von 1900 Gießen. Kreisklaffenspiele des Sonntags. Aufstiegfpiel: Heuchelheim — Albshaufen (Rüspeler, Gießen). Gesellschaftsspiele: Großen-Buseck gegen To. 1846 Gießen (Bernhardt, Wieseck); Großen- Buseck II — Tv. 1846 Gießen II (Hofmann, Wieseck); VfB. II — Werdorf (Niersbach, Wetzlar); Steinbach gegen Grüningen (Schnabel, Wieseck); Launsbach gegen Krofdorf (Bender-Fellingshausen); Londorf gegen Lollar (Deibel, Gießen); Fellingshausen gegen Erda (Rüspeler, Gleiberg); Kinzenbach — Alten- Buseck (Hillebrecht, Großen-Buseck). Heuchelheim spielt auf eigenem Platz gegen Albs- muß das Spiel gewinnen, wenn der g nicht in Frage gestellt werden soll. Tv. 1846 fährt nach Großen-Buseck und dürfte nicht um eine Niederlage herumkommen, denn der Gastgeber ist auf eigenem Platz sehr gefährlich. VfB. II empfängt Werdorf und muß alles daransetzen, daß das Spiel nicht verloren wird. Der Gegner ist sehr spielstark. Grüningen hat wieder den Spielbetrieb ausgenommen und spielt in Steinbach. Man hält Steinbach für spielerfahrener. Krofdorf VfB.-Reichsbahn III — Sportverein Werdorf II. Die Dritte fährt nach Werdorf und darf dieses Spiel nicht leicht nehmen, wenn sie erfolgreich abschneiden will. In erster Linie muß ihr Sturm sich eine rationellere Spielweise angewöhnen. Man erwartet einen Erfolg der Gäste. VfB.-Reichsbahn I 3gb. — Sportverein Werdorf I 3gb. Die Iugendmannschaft tritt in Werdorf zum Vorspiel an. Ihre Spielstärke dürste ausreichen, die Gastgeber einwandfrei zu schlagen. Aber auch sie wird trotzdem kämpfen müssen. Kußballpokalkampf in Watzenborn-Steinberg. FC. Teutonia W.-Steinberg I — 1900 Gießen I. Am morgigen Sonntag finden weitere Kämpfe um den vom Reichssportführer gestifteten Vereinspokal statt. Nachdem in allen deutschen Gauen in durchgeführten drei Vorrundenspielen die Teilnehmer der unteren Klassen an den Zwischenrunden festgestellt waren, trafen sich am 24. März in der ersten Zwischenrunde die Siegermannschaften der drei Vorrundenspiele mit den ersten Mannschaften der Bezirksklasse. In der zweiten Zwischenrunde am kommenden Sonntag kämpfen nun die Sieger der seitherigen Spiele um die Teilnahmeberechtigung zur dritten Zwischenrunde und damit um die Ehre, mit immer stärkeren Mannschaften in den Kampf um den Pokal einzutreten. Und hier liegt nun der Reiz und die Zweckmäßigkeit der neu eingeführten Vereinspokalspiele. Mannschaften unterer Llassen haben die Gelegenheit, an stärkeren Gegnern ihre Kräfte zu messen und von ihnen zu lernen. Dazu kommt noch, daß eist Sieg einer unteren Klassemannschaft über einen stärkeren Gegner oft im Bereich des Möglichen liegt, und es ist deshalb schon der Aufwand alles Könnens und aller Energie wert, in diesen Spielen Sieger zu bleiben. In der Gruppe Giehen-Dlll haben sich bis jetzt sechs Mannschaften behaupten können, die am kommenden Sonntag in drei Paarungen um den Sieg kämpfen. Mit größtem Interesse sieht man dem Treffen in Watzenborn-Steinberg entgegen. Es ist dies auch wohl das Treffen, auf das am kommenden Sonntag in unserem Bezirk die meisten Augen gerichtet sind. Den Spielvereinigungsleuten aus Gießen muß man aber in diesem Kampf unbedingt ein plus zusprechen. Die seitherigen Derbandsspiele stellen dies unter Beweis. Nur einmal konnten die Teutonen den Spielvereinigungsleuten ein Unentschieden abringen. Die Spielvereinlgung 1900 ist als klar spielstärkste Elf der Bezirksklasse Gruppe Gießen-Dill zu bezeichnen. Es ist am morgigen Sonntag mit dem Mitspielen der am vergangenen Sonntag in Büdingen fehlenden Stützen der Elf — Lippert, Heilmann, Wilhelmi und Kaps — zu rechnen, also mit einer Mannschaft in bester Besetzung. Die Platzmannschaft hat zwar in der letzten Zeit ebenfalls beachtliche Erfolge errungen. Don einer kompletten Mannschaft kann aber bis jetzt noch keine Rede sein. Eine endgültige Mannschaftsaufstellung konnte bis jetzt noch nicht erfolgen, es ist aber anzunehmen, daß auch die Einheimischen in guter Verfassung auf den Plan treten. Schiedsrichter ist D e i s (Nauborn). durch den Wald zur Lieblgshöhe zurück, wo sich auch bas Ziel befinbet. Die interessante sportliche Veranstaltung unserer Gießener SA wirb zweifellos die gespannte Aufmerksamkeit aller Gießener Sportfreunde finben. Handballvorschau im Sau Nordheffen. Gauklasse. Die Spiele in der Gauklasse nähern sich ihrem Ende. Der Meister ist ermittelt, die noch ausstehenden Kämpfe haben nur noch für das Aussehen der Tabelle einige Bedeutung. Der Tv. Wetzlar ist bei Kurhessen Kassel zu Gast und wird, nach der derzeitigen Form zu urteilen, einen sicheren Sieg lan- den. Tv. Eschwege hat gegen den Tabellenletzten auf eigenem Platz anzutreten. Mit ziemlicher Sicherheit wird man die Einheimischen als Sieger bezeichnen können. In Marburg kommt das Endspiel um die Gaumeisterschaft der Frauen zwischen Tv. 1860 Hanau und Hessen-Preußen Kassel zum Austrag. Der Sieger hat den Gau bei den Spielen um die deutsche Meisterschaft zu vertreten. 1900 zum Verbandsspiel In Kirchbauna. Zum letzten Spiel der Verbandsserie 1934/35 haben sich die 1900er morgen dem To. Kirchbauna zu stellen. Es ist dies ein schwerer Gang für die Blauweißen, hat doch Kirchbauna erst am vergangenen Sonntag seine ausgezeichnete Form unter Beweis gestellt, indem es den nunmehrigen Tabellenzweiten, Tufpo 86/09 Kassel, auf dessen Platz 10:9 schlug. Die Kirchbaunaer Mannschaft ist auf allen Posten gut besetzt. Im Vorspiel konnten die Spielvereinigungsleute nach wechselvollem Kampf einen 8:6- Sieg herausholen. Obwohl sie morgen eine gegenüber den letzten Treffen verstärkte Elf im Felde haben werden, dürfte es schon als ein außerordentlicher Erfolg zu buchen sein, wenn ein Unentschieden herausgeholt werden könnte. Bezirksklasse. Die Aufstiegspiele nehmen mit dem Spiel Pohl- Göns — Kesselstadt ihren Fortgang. Es ist zu erwarten, daß auch diesmal wieder ein rassiger Kampf zustandekommt, den die Gäste knapp gewinnen sollten. II. Kreisklasse. In der II. Kreisklasse sind mit Rücksicht auf die in der Gießener Dolkshalle stattfindende Großveranstaltung des RfL. keine Spiele angesetzt. Auch der Freundschaftsspielbetrieb ist, weil für Gießen und nähere Umgebung ab 13 Uhr Spielverbot besteht, sehr spärlich. Es treffen sich deshalb z. T. früher Tv. Hochelheim I — Tv. Münchholzhausen kombiniert. Die Hochelheimer sollten dieses Treffen auf Grund ihrer augenblicklichen Spielstärke ziemlich sicher gewinnen, zumal die Gäste mit zahlreichem Ersatz antreten. Tv. Garbenheim Jgd. — Tv. Heuchelheim Jad. Es ist mit einem ausgeglichenen Spiel zweier gleichwertiger Gegner zu rechnen, das der Glückliche gewinnen sollte. DfB.-Neichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn — Sportverein Somborn. Die Gießener haben sich die Ligamannschaft des Sportvereins Somborn zum Gesellschaftsspiel ver- pflichtet. Die Gäste spielen in der Bezirksklasse Hanau und nehmen den dritten Tabellenplatz ein. Aus der Stellung, die sie innerhalb ihrer Klasse einnehmen, läßt sich schließen, daß sie einen spielstarken Gegner abgeben, der den Hiesigen überlegen sein dürfte. Eine vorläufige Umgruppierung der Mannschaft des Platzbesitzers sollte ihr eine größere Durchschlagskraft verleihen. Der Ausgang des Spieles ist offen. Als Schiedsrichter wird Philipp- Gießen amtieren. VfB.-Reichsbahn II — Sportverein Werdorf I. Mit diesem Spiele treten die Platzbesitzer erneut einem Vertreter der Kreisklasse Wetzlar gegenüber. Die Werdorfer konnten in letzter Zeit beachtliche Resultate erzielen. Trotzdem gehen die Hiesigen nicht ohne Aussichten in diesen Kampf; denn die zweite Mannschaft ist zur Zeit in ihren Leistungen sehr «konstant und kann mit ihrer Spielstärke auch gegen die Gäste einen spannenden Kampf liefern. will in Launsbach zu einem Siege kommen. Das Spiel ist offen. Londorf empfängt zum Rückspiel Lollar. Eine Voraussage ist für diesen Kamps nicht möglich. In Fellingshausen dürste Erda wohl kaum zu einem Siege kommen. Alten-Buseck fährt nach Kinzenbach. Wer Sieger wird, ist nicht zu sagen, da beide Mannschaften gleichstark sind. Sportverein 1920 Heuchelheim. 2. Aufstiegsspiel: Heuchelheim I — Albshausen I. In Heuchelheim erwartet man am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft von Albshausen zum angesetzten Aufstiegsspiel. Bekanntlich haben die Einheimischen bis jetzt ein Aufstiegspiel ausgetragen, das auf dem gefürchteten Niedergirmeser Platz stattfand und 1:3 verloren wurde. Die Spielstärke der Gäste ist hier nicht bekannt. Man wird daher gut tun, die Gäste nicht zu unterschätzen. Für die Einheimischen dürfte sich bei diesem Spiel schon entscheiden, ob der Aufstieg gelingt oder nicht. Obwohl die Platzelf mit Ersatz antreten muß, erwartet man doch einen Sieg. Fußball im Turnverein Großen-Linden Grohen-Linden I — Watzenborn-Steinberg II. Arn morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft des Tv. Großen-Linden die 2. der Teutonen aus Watzenborn-Steinberg. Das Vorspiel vor 14 Tagen sah Großen-Linden als knappen Sieger. Für den bevorstehenden Kampf hat nun die Platzmannschaft ihren Sturm wesentlich verjüngt und dürfte einen weit stärkeren Gegner abgeben, als in Steinberg. Die 2. Mannschaft von Großen-Linden, die am vorigen Sonntag in Lich gegen die dortige 1. Mannschaft mit 7:1 unterlag, fährt nach Lang-Göns um gegen die dortige 1. Mannschaft das fällige Rückspiel auszutragen. Das Olympia-DergleichMnen in der Volkshalle Auftakt zum Gaufest des Neichsbundes für Leibesübungen. Anfang August 1935 findet in Gießen das erste Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen statt. Zum ersten Male überhaupt in der Geschichte der deutschen Leibesübungen werden die Gaumeisterschaften im ganzen Reich für alle Sportarten gemeinsam durchgeführt. Als Auftakt zu dieser einzigartigen Veranstaltung findet am morgigen Sonntag um 14 Uhr in der Volkshalle zu Gießen eine große Werbekundgebung, verbunden mit einem Olympia-Vergleichsturnen der Kreise Kassel, Fulda, Hanau und Gießen statt. Bei dieser Gelegenheit wird der Gau- beauftragte des Reichssportführers im Gau XII (Meister, Kassel) über Olympia-Vorbereitung und die Aufgaben des Reichsbundes für Leibesübungen sprechen. Die dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Vereine haben geschlossen an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Außerdem ist die gesamte «Bevölkerung von Gießen herzlichst eingeladen und es wird erwartet, daß sie ihr Interesse an den Leibesübungen durch zahlreichen Besuch dieser Veranstaltung beweist. Orstgruppe Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. I. V.: Lotz. Oie Mannscbasten. Das im Rahmen des feierlichen Auftaktes für das 1. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen des Gaues XII ftattfindende Olympia-Dergleichsturnen der Turnkreise I, IV, VIII und XII des Gaues XII sieht folgende Turner im Wettkampf: kreis I (kastel). Fink II, Otto, Zülch, (Bergs, Schiebe- ler, Fink I, Kehrer und Wedekind, sämtlich aus Kastel. kreis IV (Fulda). Petry, Wald, Diegmann, Schäfer, alle Turn- uyd Fechtklub Fulda-Odenwald Tgm. Fulda, Mertz und Schneider (Schlitz) und Henning (Lauterbach). kreis VIII (Gießen). Kreuter (Merkenbach),' B u 11 i (Sinn), Be t- t i n und Sch öffmann (Wieseck), Seht (Gro- ßen-Linden), Herbert Ldg., Herbert Heinrich und Schick (Tv. 1846 Gießen). Kreis XII (Hanau). Klüb er, Walther und Gallus (Groß- Krotzenburg), Schmidt (Fahrenkopf) und L o - schengruber (Hanau), Muth (Langendiebach), Valentin (Kesselstaidt). Ferner ist von jedem Kreis ein Ersatzmann namhaft gemaust. Von den im Wettkampf stehenden Turnern sind Über die Hälfte Sieger bei den Deutschen Gerätmeisterschaften, Deutschen Turnfesten, Deutschen Kampfspielen, nahezu alle sind aber mit Erfolg bei Gau- oder Kreisturnfesten tätig gewesen. Sie sind wohl in der Lage, besonders aber auf Grund ihrer Schulung und Leistung einen Beweis von dem hohen Stand des deutschen Geräteturnens zu geben. Diese Mannschaften, die die Olympia- Kernmannschaften her vier Kreise darstellen, sind nicht etwa zum Kampfe aufgefordert oder ausgesucht worden, sondern sie mußten sich das Recht zur Teilnahme erst erkämpfen. Alle zwölf Turnkreise traten in vier Gruppen gesondert zum Vorkampfe an. Die Teilnehmer am Olympia-Vergleichsturnen sind die Sieger dieser Gruppen. Gar mancher Könner von Format mußte notgedrungen auf der Strecke bleiben. Auch im Kamps in der VolksHalle in Gießen werden zum Kampf der Gaue XI, XII, XIII nur acht Turner ausgesucht werden, den Gau in Koblenz zu vertreten. Heute auch nur ein Wort über den Sieger des morgigen Sonntags zu sagen, ist eine Unmöglichkeit. Die Kräfte sind gleichmäßig verteilt. Kunst- turner sind vielleicht noch mehr abhängig von „Tagesform" und „Glückhaben" als Meister anderer Gebiete deutscher Leibesübungen. Am Sonntag wird.wiederum die Frage offen fein: „Schaffen es die Spitzenkönner allein ober wird die Mannschaft Sieger werden, die den besten Durchschnitt stellt?" Das Olympia-Dergleichsturnen in Gießen wird wieder einen Schritt weiterbringen in der Olympiavorbereitung, die in der Herauskristallisierung der deutschen Kernmannschaft ihr Ziel sieht. Lehrgang für Volksturnwarte des Turnkreises Lahn-Oill. Die Volksturner hatten gehofft, mit dem morgigen Sonntag ihre Arbeit im Freien aufnehmen zu können. Leider hat das winterliche Wetter dies vereitelt, so daß der Lehrgang in der Turnhalle am Oswaldsgarten ftattfinben muß. Die Arbeit wird die wichtigsten volkstümlichen Hebungen sowohl von der Seite der Leistung wie von der Breitenarbeit her bringen. Kurze Sportnotizen. Eampbells vier Weltrekorde, die er am Strande von Daytona Beach über 1 Kilometer mit 8,10 Sekunden (444,444 Stundenkilometer), 1 Meile mit 13,05 Sekunden (445,492 Stundenkilometer), 5 Kilometer mit 41,66 Sek. (432,069 Stundenkilometer) und 5 Meilen mit 1:11,60 Minuten (404,583 Stundenkilometer), sämtlich mit fliegendem Start, erzielte, wurden jetzt vom internationalen Verband anerkannt. ♦ 19 Skuller wurden zu dem vom 8. bis 18. April in Berlin-Grünau stattfindenden Skuller- Olympiakursus einberufen. Unter den Teilnehmern befinden sich die Frankfurter Paul und Hülling- hoff, der Mainzer Hoffmann, Iödt-Gießen, Schäfer-Mannheim und Schmitt-Bamberg. Eine deutsche Eishockey-Auswahl traf am Donnerstag in Paris auf eine durch die Kanadier Gaudette und Moufette verstärkte ftan- zösische Auswahlmannschaft, die auf Grund des überragenden Könnens dieser Beiden 4:2 (0:1, 1:1, 3:0) gewann. Die deutschen Treffer erzielten Adler und Jaenecke, für die Franzosen waren die beiden Kanadier erfolgreich. 11 e ber 500 Meldungen sind zum ersten großen Straßen-Radrennen des Jahres 1935, der am 14. April stattfindenden Fernfahrt Berlin— Kottbus—Berlin über 260 Kilometer abgegeben worden. * Elf Nationen haben jetzt zu den Europameisterschaften im Ringen am 21. und 22. April in Kopenhagen abgegeben. Fünf Nationen und zwar Deutschland, Dänemark, Finnland, Lettland und Schweden, werden mit einer vollständigen Mannschaft von sieben Ringern in allen Gewichtsklassen an den Start gehen. _______________________ Sprecyitunven Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag gefchlosten. 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L. öffentliche Handels-Lehranstalt der Industrie- und Handelskammer Gießen Lieblgstraße 16 (Alte Klinik) Fernruf 2480 Höhere Handelsschule: Schulgeld RM.19.-, Abschluß entspricht der „Prüfung für praktische Kaufleute“. Zweijährige Handelsschule: Schulgeld RM.17.-, Abschluß mit „Mittlerer Reife“. Gründliche fachliche Schulung u. Erweiterung der Allgemeinbildung und nationalpolitischen Erstehung. Keine Nebengebühren. Keine Kurse. Eintritt nur an Ostern. Anmeldungen bis spätestens 15. April 1935. V erspäte- ter Eintritt nicht möglich. Prospekte kostenlos. eseD * Ägypten-Palästina-Syrien 7332 km Süditalien—Marokko—Südspanien 6734 km Ins westliche Mittelmeer 10371 km an einschl. voller Verpflegung 4. Mai ab Venedig — 26. Mai in Genua über Spalato, Gravosa (Ragasa), Bucht von Cattaro, Bari, Corfu, Port Said (Cairo, Luxor, Assuan), Haifa (Nazareth, Tiberias, Jerusalem, Bethlehem, Totes Meer), Rhodos, Palermo. 2.Juli ab — 26. Juli in Hamburg über Antwerpen (Weltausstellung Brüssel), Gibraltar, Palma de Mallorca, Villefranche (Nizza, Monte Carlo, Mentone), Ajaccio/ Corsica, Neapel (Capri, Pompeji, Vesuv, Sorrento, Rom), Ceuta (Tetuän), Cowes (Insel Wight). 31. Mai ab Genua — 19. Juni in Hamburg über Ajaccio, Neapel, (Capri, Pompeji, Paestum, Vesuv, Amalfi, Sorrento, Rom), Palermo, Cagliari, Palma de Mallorca, Alicante (Palmenhain von Elche), Gibraltar, Casablanca (Rabat), Cadiz (Sevilla). Fahrpreis IfiA von RM. IOV ttelmeerreisen mit M. S. »Monte Rosa« und M. S. »Monte Pascoal« _ ._ _ amerikanische Dampf- UM -----L -e mm Ciirl schlfffahrts-Gesellschaft UM CI 111 D U aC| "wUU Hamburg 8. Holzbrücke 8 Vertretung: Reisebüro Kreger, Seltersweg 89 Gtadtiheater - Abonnement. Die Einlösung des siebten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 2019C Montag, den 8. April 1935, ür die Dienstag- Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr, Dienstag, den 9. April 1935, für die Mittwoch- Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr, Mittwoch, den 10. April 1935, für die Freitag- Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Stadttheaters Gießen erfolgt Uebersendung der Abonnementskarten. Die zu zahlende siebte Rate beträgt für: Ranglogen 2 bis 6 und 13 bis 17, 1. Rang RM. (Reihe 1 und 2) 8,— Ranglogen 7 und 8, 11 und 12, Proszeniumslogen 8,— Ranglogen mit 4 Plätzen 20,— Sperrsitz (Reihe 1 bis 9), 1. Rang (Reihe 3 und 4) 6,— Sperrsitz (Reihe 10 bis 13), 1. Rang (Reihe 5 und 6, Logenrückplätze) 5,— Sperrsitz (Reihe 14 bis 18), 2. Rang (Reihe 1 Mitte, Vorderplätze) 5,— 2. Rang (Reihe 2 und 3) 3,— 2. Rang (Reihe 4 bis 5) und 2. Rang (vordere Seitenreihe) 3,— Die Einlösung muh vor der 25. Abonnementsvor- stellung erfolgt fein. Gießen, den 1. April 1935. Die Bürgermeisterei: Dr. f) a m m. ÄUa Anzeigen-Aktlengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gletzen / Stbrrlfivatze 2 HAUS DER GUTEN I Obecheffen Eine (fierjamm» und Lieder wechselten Mit einem Sieg-Heil schloß die schön ver- ren- und Blockflötenvorträge in bunter Reihenfolge ab. auf Führer und Vaterland laufens Veranstaltung. ch Sellnrod, 5. April. lung für das Winterhilfswerk hatte in unserer Ortsgruppe folgendes Ergebnis: Groß-Eichen 228, Sellnrod 204, Solms-Ilsdorf 70. Die Eier werden im Kreise Hanau an Bedürftige zu Ostern verteilt. rl. U l r i ch st e i n , 5. April. Eine Belohnung besonderer Art wurde der hiesigen Schulgemein >s ch a s t des VDA für ihre eifrige Mitarbeit bei der VDA.-Winterhilfssammlung. Sie hat die verhältnismäßig höchste Summe im Kreise Schotten aufgebracht und erhielt deshalb vom Landesverband Hessen des VDA. ein Paket Erdnüsse aus einer deutschen Siedlung in Südamerika. Rußlanddeutsche Kinder, die Gründer des Uniern-ehmens befan-den, durch dke Ueberreichung von Ehrenurkunden zuteil. Auch der nun schon im 96. Lebensjahre stehende frühere Direk« tor der Molkerei, Oekonomierat Klingelhöffe r, Hof-Graß, war erschienen. Die Versammlung war sehr gut besucht, es hatte sich auch eine Anzahl geladener Gäste, sowie die Vertreter verschiedener oberhessischer Molkereien eingefunden, die ihre Glückwünsche neben denjenigen der einheimischen Vertreter vom Unternehmen überbrachten. Den geschäftlichen Teil der Versammlung leitete der Vorsitzende des Aufsichtsrats, während der Direktor der Molkerei einen geschichtlichen Ueberblick über die Molkerei seit deren Gründung gab. Die^Molkerei Hungen, die wohl mit an führender Stelle steht, hat sich trotz mancher widriger Umstände aus kleinen Verhältnissen heraus in erfreulicher Weise zu chrer heutigen Höhe entwickelt und ist ein Segen sowohl für die Landwirtschaft treibende Bevölkerung im allgemeinen als auch der hiesigen Gegend, besonders auch, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen, für unsere Stadt und die Umgegend geworden. Die besten Wünsche begleiten darum die Jubilarin in die Zukunft, Kreis Schotten. t Groß-Eichen, 5. April. Gestern abend veranstaltete die Oberklasse unserer Volksschule unter ihrem Lehrer Appenheimer im dichtbesetzten Rahn'schen Saale einen wohlgelungenen Elternabend. Rach einem Chor (Schulkinder) und zwei Musikvorträgen für Klavier (Pfarrer König), Cello (Lehrer Appenheimer) und zwei Geigen (Lehrer Bell und Lehrer Müller- Lardenbach) wurde sehr fein das Märchenspiel „Dornröschen" von den Kindern aufgeführt. Im zweiten Teil des Abends hielt Lehrer Appenheimer eine Ansprache, in der er sich besonders an die aus der Schule zur Entlassung kommenden Kinder wandte. Gedichte, Volkstänze, Gitar- Landkreis Gießen. wo. G r o ß e n - B u s e ck , 5. April. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde Bürgermeister R e b h o l z, der seit 10 Monaten die Bürgermeistereigeschäfte führte, als Bürgermeister vereidigt. Nach der Bekanntgabe des Gemeinde-Voranschlags sprach Bürgermeister R e b h o l z noch über die neue Gemeindeordnung, deren wichtigste Bestimmungen er verlas. Dem ausscheidenden Gemeinderatsmitglied Philipp H e n ß wurde für feine uneigennützige Tätigkeit der Dank der Gemeinde ausgesprochen. Als Nachfolger des am 1. April in den Ruhestand getretenen Gemeinderechners Wilhelm Stephan wurde der seitherige Schuldiener Christoph Harbach bestimmt, zum Schuldiener wurde der Landwirt Karl Wagner IV. ernannt. — Dieser Tage fand die erste Pflichtübung und die Neueintkilung der Freiwilligen und der P f l i ch t f e u e r - wehr statt. Bei dieser Gelegenheit hielt der Feuerwehrkommandant eine Ansprache über Feuerverhütung und Feuerbekämpfung. Im Anschluß daran begannen die Hebungen der Feuerwehrmannschaften. — Gegenwärtig wird in unserer Gemarkung die Frühjahrsspritzung der Obstbäume zur Schädlingsbekämpfung durchgeführt. Neben der Gemeinde lassen auch zahlreiche Privatbesitzer von Bäumen die Spritzung vornehmen, um die Bekämpfung der Obstbaumschädlinge auf möglichst breiter Grundlage durchzuführen. 00 Klein-Linden, 5. April. Unter außerordentlich starker Beteiligung hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse in der Wirtschaft „Zum deutschen Hof" ihre diesjährige Generalversammlung ab. Bürgermeister Fischer als Vorsitzender des Aufsichtsrats eröffnete und leitete die Versammlung. Zunächst widmete die Versammlung dem verstorbenen Kreisbauernführer Dörrschuck und dem im verflossenen Geschäftsjahr verstorbenen Mitglied S ü ß m u t h ein stilles Gedenken. Kassenrechner Theodor Leib erstattete die Bilanz und verlas die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Bilanz schließt in Aktiva und Passiva mit einem Betrag von 191893,11 Mark ab. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Aus dem Geschäftsbericht des Direktors Wilhelm Fey ist entnommen, daß sich die Kasse im verflossenen Geschäftsjahr gut entwickett hat. Besonderes Interesse brachten die Mitglieder dem Sparmarkenverkauf entgegen. Sehr gut hat sich auch die im Geschäftsjahr eingerichtete Schulsparkasse bewährt. An neuen Sparkassenbüchern wurden 149 ausgegeben. Für die Geschäftsanteile werden 4 v. H. Dividende ausbezahlt. Ferner wurden, wie dies schon seit Jahren üblich ist, die Kinderschule mit 20 Mk. und die Volksbücherei mt 10 Mk. unterstützt. Der Rest des Gewinnes soll nach Abzug der Kosten für die Generalversammlung je _ zur Hälfte der Reserve- und der Betriebsrücklage überwiesen werden. Direktor Wilh. Fey gab noch die Aenderung der Satzungen nach den neuen, vom Reichsverband vorgeschriebenen Einheitssatzungen bekannt. Die Generalversammlung nahm sodann die Satzungen an. Für das satzungsgemäß aus dem Vorstand ausscheidende Vorstandsmitglied Christian Jung, das auf eine Wiederwahl verzichtete, wurde Rudolf Jung in den Vorstand berufen. In den Ausfichtsrat wurde Friedrich S te i n m Ü l l e r als Mitglied berufen. Der in der Versammlung anwesende Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann sprach in längeren Ausführungen über den Ausbau der der Kasse angegliederten Schulsparkasse, die die Unterstützung aller hiesigen Lehrer findet. Bürgermeister Fischer erstattete den Dank an die Lehrer für ihre Mitarbeit. Die Generalversammlung wurde in üblicher Weise geschlossen. = Lang-Göns, 5. April. Unser Dors kann den Anspruch erheben, in züchterischen Leistun- g e n auf dem Gebiete der Viehzucht sowohl, als auch im Kartoffel- und Getreidebau führend zu sein. Gegenwärtig werden wieder, wie in jedem Frühjahr, Tausende von Zentnern Saatkartoffeln nach allen Gegenden Deutschlands verfrachtet. Einer größeren Anzahl Landwirte ist aus Antrag durch die Bauernkammer die Berechtigung erteilt worden, eine Saatbaustelle zu betreiben. In der Hauptsache werden Originalzüchtungen wertvoller Kartoffelsorten, wie Industrie, Frühgold, Allerfrüheste Gelbe u. v. a. von den Züchtern zu hohen Preisen bezogen, angebaut und dann meist als erste Absaat oder zweiter Nachbau weiter versandt. = Steinbach, 5. April. Die E i e r s a m m - lung in der Ortsgruppe ergab: Albach 224 Stück, Garbenteich 360 Stück, Steinbach 600 Stück. cxd Lich, 5. Aprll. An der hiesigen Volksschule wurden im Winterhalbjahr 1934/35 an 67 Schüler und Schülerinnen 1013 Liter Vollmilch und 4408 Brötchen verabreicht. > Hungen, 3. April. Dieser Tage fand hier im „Darmstädter Hof" die diesjährige ordentliche G e - neralversammlung der Molkereigenossenschaft statt, mit ber die Feier des 40- jährige n Bestehens der Genossenschaft verbunden war. Eine besondere Ehrung wurde aus letzterem Anlaß den verdienten älteren Mitgliedern, unter denen sich noch eine Anzahl der vor einigen Jahren der russischen Hölle entfliehen konnten und mit Hilfe des VDA. in Südamerika eine neue Heimat fanden, haben diese Erdnüsse für ihre deutschen jugendlichen Helfer gesammelt und in 60 Säcken mit vielen Briefen über den Landesverband Hamburg an die verdientesten Gruppen übermitteln lassen. Ein Dampfer der Hamburg-Amerika- Linie hat die Säcke frachtfrei nach Deutschland befördert. Rundsunkprogramm Sonntag, 7. April. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.20: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. „Trösteinsamkeit", eine Funkfolge. 10.15: Chorgesang. 11 bis 11.25: „Tag des deutschen Rudersports 1935." Begrüßung des Ruderjahres 1935 durch den Reichssportführer. 11.30: Mein Gott, wie lang, ach lange. Kantate von Joh. Seb. Bach (G. A. Nr. 155). 12: Mittagskonzert I. 13: Aus der deutschen Kolonie in Alexandrien (Aegypten). Zur Jugendzeit des Reichsministers Rudolf Heß. — Dr. Alfred Kaufmann (Gießen) erzählt. 13.15: Mittagskonzert II. Schall und Platt reagieren auf Mahnbriefe. 14: Kinderfunk. „Kasperl und der Löwe", Hörspiel. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.30: Deutsche Freiballonmeisterschaft 1935. Funkbericht aus dem Korb eines Ballons mit Kurzwellensender. 19: „Herz im Vorfrühling", Funkfolge. 19.55: Sportbericht. 20.05: 6. Volkskonzert der Museumsgesellschaft. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Kitsch in der Musik. Eine Plauderei mit Beispielen von Hans Rosbaud. 23: Nachtkonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 8. April. \ 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55t Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Lied und Volkstanz der Ausländsdeutschen. 16.30: „Einmaleins für Gartenfreunde" (III). Nützliche Betrachtungen eines Dichters. 16.40: Ludendorffs Werdegang. Eine Würdigung zum 70. Geburtstag des Generals (9. April). Don General a. D. Dr. Bethcke (Gießen). 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. Wir schulen die Landjugend. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Neue Chor- und Klaviermusik. 21.15: „Retter der Mütter." Eine ärztliche Großtat. Funkfolge. 22: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Tanz- unterricht in Kursen u. Einzelstunden erteilt zu jed. Tageszeit [1901D Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Telephon 3835. TORPEDO nur RM. 188.— sdion für 489Ä 7.90 monntlich Alleinverkauf Niederhausen&Co. Bahnhofstraße Menüb.Hotel Schütz Klaviere, ® flannoDiums rv sachgemäß u.preisw. gestimmt u.rev. G.EherlÄ Ließen, Lndwi6stra6e5p. Televb.2403. Verkauf o.neu u gebr. Klan Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. 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April 1935, abends 8 Uhr, in der Tageshalle des Studentenhauses, Leihgestemer Weg Nr. 16 Kostenlos erhalten Sie das reichhaltige Osterfahrtenpro- gramm der 1-, 2-, 4- und 8-tägi- gen Reisen mit Bahn und Karten zu RM. 1.50, RM. 1—, Studierende und Schüler RM. 0,50 in den Musikalienhandlungen, im Studentenhaus und bei Herrn Sekretär Ritter im Vorlesungsgebäude. Bauerscher Gesangverein e.v. Am Samstag, dem 13. April 1935, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula der Landes-Universität: Seorg Jfuftlmann Werke von Bach, Mozart, Chopin, Schumann. Das Konzert findet zugunsten des Studentenwerk Gießen e. V. statt. Verkehrsbüro Selterstor Gießen Vertretung In Gießen: Hapag- Reise-BOro Kreger, Seltereweg 89 Sonntag, 14. April zur Baumblüte an die Bergstraße RM. 8.50 Leitung: Prof. Dr. Stefan Temesvary. Solisten: Leni Gehrig, Frankfurt-M. (Sopran), Heinr. Grau, Mitglied des Stadttheater-Orchesters (Klarinette). Chöre von Mozart, Beethoven, Isaac, Cornelius, Finken, Silcher u. and. Solo-Gesänge von Schubert u. Mozart. Konzertstück für Klarinette von Weber. Kartenvorverkauf: Musikalienhandlung Challier, Gießen, Neuenweg 10. - Preise der Plätze: RM 1 —. 75 und 50 Pfennig. Eintritt für Mitglieder frei, Karten nur bei Germer und Wagner, Gießen, Neuenweg 50, Telephon 2559. Der Bechstein-Konzertflügel ist von der Klavier-Niederlage Robert Schönau, Gießen, Bahnhofstraße 76. 2027 v TANZ i bei Gastwirt Wilhelm Dorfeld! Liturgischer Gottesdienst zum Gedenken an Johann Sebastian Vach Chor- und Solo-Gesang, Streich- auartett, Orgel und Gemeindelied. Gesangbuch mitbringen! zp-zo Urlaub aufSee ERtiftn auf brutsch«« Schiss«« sind R«is«u auf deutschem Bob«« 3wöd»ge Ferien reisen nach Amerika jeden Donnerstag ab Hamburg ca RM 400.- el«schließlich Hotel und Besichtigungen 23.4-,. i Am mechanischen Webstuhl. An der Spinnmaschine. Auf vielen Spindeln wird der Faden gedrebl. Aus „Kette" und „Schuß" wird das Tuch. Im Vordergrund das Schiffchen. Teilansicht des Lagers der Firma Bücking. W ■ V k Frau ihrem eigentlichen Beruf als Hausfrau und Mutter wieder zuzuführen. Sie hat hierdurch dem Wunsche des Führers weitestgehend Rechnung getragen. In der Hauptsache widmet man sich in dem Betriebe der Herstellung von Berufskleidung. Der Aerztekittel und der Anzug des Monteurs, der Mantel des Friseurs und der des Lageristen, der Ueber- anzug des Mechanikers oder des Schlossers, wie auch die typische Bekleidung des Koches und die Arbeitstracht vieler anderer Berufe gehen aus diesen Werkstätten hervor und finden den Weg in die Welt. Außerdem werden Sportartikel, wie Seppelhosen, Trachtenjanker usw. in großen Massen hergestellt. Um für die zahlreiche Belegschaft ständige und laufende Arbeit zu haben, ist die Firma dazu übergegangen, Lodenmäntel und Lodenjoppen her- zustellen, die die stille Geschäftszeit in den Wintermonaten überbrücken helfen Die Arbeit vollzieht sich wie es in einem modernen Industriebetrieb selbstverständliche Voraussetzung sein muß, in einem genau festgelegten und in der Praxis betätigten Rhythmus. Der Modellschneider entwickelt die Form des jeweiligen Kleidungsstückes (sofern es neu zu gestalten ist); er fertigt'auch die Schnitte an, die den verschiedene^ dungsstück, nachdem es durch viele Hände ging und dann einer anschließenden gründlichen Kontrolle unterworfen war, in die Bügelei befördert wird. Mit Dampf und unter hohem Druck werden die einzelnen Teile, Aermel, Rücken, Vorderteile usw. sorgfältig gebügelt. Fix und fertig verlassen die Kleidungsstücke den Bügelsaal. Das Lager und der Verpackungsraum sind die letzten Stationen des Betriebes. Interessant zu hören ist, daß durch die Firma Bücking, die in vieler Hinsicht bahnbrechend wirkte, die Zweinadelmaschine vor dem Kviege in der Berufskleiderfabrikation eingeführt und von der- selben benutzt wurde. Durch die Einführung der Hydronfarbe, insbesondere für blaue Arbeitsanzüge, erweiterte sich die Firma ihr Absatzgebiet sehr wesentlich. Vor einigen Jahren ging man sogar, um einer erhöhten Haltbarkeit der Erzeugnisse willen, dazu über, die Dreinaht für Arbeitsanzüge der Mechaniker, Schlosser usw. einzuführen. Diese Dreinaht wird auf einer Maschine in einem Arbeitsgang hergestellt. Drei Nadeln nähen also zu gleicher Zeit nebeneinander. Ein Blick in die Werkstätten der Firma Bücking vermittelt den Eindruck einer intensiven und zielbewußten Arbei, die nicht nur der Firma, sondern auch unserer oberhessischen Heimat in der ganzen Welt zur Ehre gereicht. wird, werden die einzelnen Teile ausgeschnitten. In einem geschlossenen Block liegen dann sofort 60 völlig gleichmäßige Schnitte übereinander. Kleinere Teile mit vielen Rundungen in ihrer Form, die mit dem schweren Motormesser nicht geschnitten werden können, werden auf einer Maschine bearbeitet, in der ein schmales, endloses Messerband läuft, das jede Feinheit des Schnittes gestattet. Je nach der Größe werden dann die einzelnen Teile, Futter usw., für irgendein Kleidungsstück zusammengestellt, um als festes Bündel in den Nähsaal zu wandern. Im Nähsaal steht eine Maschine neben der andern. Alle sind mit motorischer Kraft betrieben und arbeiten außerordentlich rasch. Zahlreiche Männer und Frauen sind hier tätig und nähen in rationell geteilter Arbeit Teil an Teil. Spezialmaschinen, von Männern bedient, nähen Säume, schlingen Knopf- Normalgrößen angepaßt sind. Nun muß man aber | löcher, nähen Knöpfe an, bis schließlich das Klei- nicht denken, daß jedes Teil einzeln zugeschnitten wird! Nein! Vielmehr werden durch einen einfachen, sinnreichen Apparat von langer Bahn viele (oft bis zu sechzig) Lagen Stoff übereinander gebracht und auf die oberste Lage dann mit Kreide unter Zuhilfe- nähme des Schnittmusters und unter äußerster Ausnützung des Stoffs die einzelnen Teile ausgezeichnet. Mit einem besonders konstruierten Messer, das sich rasch auf und abwärts bewegt und von einem unmittelbar damit verbundenen Elektromotor betätigt Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Weshalb es in Siam keine Bubenköpfe gibt. (h. h.) Bangko k. Nachdem die jungen Siamesinnen Jahr und Tag die Amerikanerinnen und Engländerinnen beneidet hatten, die mit gebobbten Haaren in Siam auftauchten, versuchten sie auch selbst, die Sitte in ihrem Lande einzuführen. Sie stießen aber auf einen erheblichen Widerstand — und zwar von feiten der Regierung. Es wurde ihnen strikte untersagt, die Haare kurz schneiden zu lassen. Nicht etwa aus Bedenken allgemeiner ober aus religiösen Gründen, — sondern wegen einer geschichtlichen Erinnerung: Als nämlich vor einigen hundert Jahren Siam von Norden her mehrfach von Feinden bedrängt wurde, stellte der König von Siam ein Amazonenheer zusammen, dessen Mitglieder kurzgeschnittene Haare trugen. Alle Nachkommen jener Frauen, die in diesem Heere dienten, durften seitdem kurze Haare tragen. Die Nachfahren der Amazonen aber sind ausgestorben! Nur die Erinnerung an diese große Amazonenzeit ist noch lebendig. Und ihr blieb die Regierung von Siam treu, als sie den modernen Siamesinnen die gebobbten Haare verbot... Was zuviel ist, ist zuviel. D. B o mb a y. In einer indischen Industriestadt wurde ein besonders raffinierter Gaunerstreich aufgedeckt, der einen indischen Arbeiter beinahe zum reichen Mann gemacht hätte. Dieser kluge Mann war in einer Zigarettenfabrik angestellt. Jeden Tag brachte er still und heimlich seine Brieftaube mit in die Fabrik, band ihr ungesehen ein paar Päckchen Zigaretten unter den Leib und ließ sie aufstetgen. Das brave Tier flog dann heim, wo die Frau des Arbeiters ihr die Last ab nahm. So ging das Tag für Tag, und in der Fabrik hatte man noch nichts von dem Diebstahl gemerkt. Bis der Inder allmählich die Geduld verlor. Die wenigen Päckchen täglich genügten ihm nicht, er wollte so schnell wie möglich reich werden. Nach und nach erhöhte er die Zigarettenlast der Taube, und willig ließ sie sich immer mehr aufladen. Aber schließlich ging es nicht mehr, die Taube stürzte auf die Straße herab, wo sie gefunden wurde, und damit war die Gaunerei ans Licht gekommen. Das hübsche Kindermädchen. R.D. Los Angeles. Die kleine Miß Mabel Talgarth, die erst vor zwei Jahren von England nach Amerika ausgewandert war, hatte sich schon einen hübschen Batzen Geld erworben, als man ihr endlich das Handwerk legte. Die junge Dame hatte verschiedene Stellungen als Kindermädchen angenomen. Ueberall hatte sie mehr Augen für den Hausherrn als für die ihr anvertrauten Kinder und verdrehte den Männern rasch den Kopf — sie war hübsch und erst 22 Jahre alt. Es kam — bis zum ersten Kuß. Dann drohte das liebe Mädchen plötzlich mit einem Riesenskandal. Alles sollte die Gattin erfahren, und höchstens dann würde sie sich bereit erklären, still zu schweigen, wenn ihr der Hausherr eine „Abfindungssumme" zahlte. Sprachlos vor Schreck und Ueberraschung pflegten dann die hereingefallenen Ehegatten ihre Brieftasche zu ziehen und dem Mädchen das Geld einzuhändigen. Dann ging Miß Mabel zur Haus- ftau, kündigte und bekam, natürlich nicht ohne heimliche Hilfe von feiten des Hausherrn, ein glänzendes Zeugnis. Dieser Trick gelang dem Mädchen neunmal. Beim zehnten Mal fiel sie selbst herein. Der betreffende Hausherr hatte nach der Drohung des Kindermädchens den Mut, feiner Frau den Kuß einzugestehen und Miß Mabel wegen Erpressung bei der Polizei anzuzeigen. Da kamen dann durch eifrige Nachforschungen die Schandtaten des tüchtigen Kindermädchens heraus, und zum Trost für alle Ehemänner wurde Miß Mabel aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen. Wo ist Gladstones Stimme? (—) London. Alle englischen Zeitungen und alle englischen Rundfunksender im Mutterland und in den Dominions beteiligen sich an der Suche nach einer berühmten Stimme: der des großen Staatsmannes Gladstone. Das Archiv der englischen Rundfunk- aesellschaft besitzt eine „Diskothek", das heißt eine Sammlung berühmter Stimmen auf Grammophon- platten aus den Anfängen des Sprechapparates. Man besitzt auch die Stimmen der Königin Viktoria und Lord Deaconsfield-Disraelis. Aber eben die Stimme seines großen Gegenspielers Gladstone fehlt, obwohl feststeht, daß sie anläßlich eines Banketts in Kensington auf einer Platte ausgenommen worden ist, die leider spurlos verschwand Alle Besitzer älterer Platten werden deshalb gebeten, einmal eine Inventur oorzunehmen, bei der vielleicht doch noch Gladstones Stimme entdeckt wird. Sollte das nicht der Fall sein, will die englische Rundfunkgesellschaft einen Schauspieler, der eine ähnliche Stimme wie Gladstone besitzt, damit be- auftragen, eine Platte für ihre Diskothek zu besprechen. — Ein Esel und ein Ochse (h. k.) Gibralta r. Auf diesen Sieg ist die Besatzung von Gibraltar sehr stolz: sie hat ihren Esel gerettet. Der sollte entsprechend den Regierungsverfügungen über die Umstellung in der britischen Armee eigentlich längst abgeschafft sein. Heute aber steht es nun fest: der Traum über einer Landkarte. Von Friedrich Bischoff Die Märzdrossel singt. Ich bin von Wandersehn- sucht befallen. Wie ein Fieber springt es mein Blut an und treibt mich durch die Straßen. Ich habe den ersten Halm aufleuchten sehen in gitterumschlossenen Edelgärten. Ich habe vor den Schaufenstern der Reisebüros gestanden und sah den Pic Teneriffa rauchend und glühend aus der Perlmutterschale kanarischer Inseln steigen. Ich sah es, und Tamarindengebüsch schlug über mir zusammen, und ich verwuchs zu Oleanderblüte und honigquellender Frucht. Fregattvögel lärmten unter rosigen Wolken. Aufschreiend schwärmten sie über den Strand und ritzten mit silberner Schwinge die salzig rollende Flut. Ich stand und sah es — inmitten der großen deutschen Stadt, überrauscht von Regenschauern und dem Getümmel der Plätze. Ich sah es, lebendig wurde das leuchtende Plakat, auf dem das riesige Meerschiff in die ungeheure Ferne zog. Wie war ich nach Hause gekommen? Ich weiß es nicht mehr. Die Bäume fröstelten noch laublos vor dem Fenster. Ich saß und sann. Die uralte Landkarte hatte ich aus der Lade hervorgeholt, auf der sich die Götter Jupiter, Mars, Saturn und Neptun in die Meere und Kontinente teilen und die Erde zur Kugel wölben. Zierlich und kühn waren Meridian und Breitengrad, Insel, Untiefe und Meerungeheuer mit stählerner Nadel gestochen. Nichts war vergessen. Dämonenfratzen wogten medusisch aus Maelftrömen auf, der Steinbock sprang mit spitzem Sterngehörn über den südlichen Wendekreis, und wundersam war es zu lesen, schwarz auf weiß, das mythifche Wort: Thule, dort, wo heute grönländisch grünes Eis sich türmt und winterewig klirrt. Uralte Sage von Feuer, Erde und Meer stieg auf, Atem versunkenen Landes, eiszeitdurchfrosteter Luft, Wikingerdrachen durchpflügten die Wasser, Lummenschrei über den Segeln, der die Ferne ankündigt, das Abenteuer, die Sehnsucht ins Grenzenlose .. Ich preßte den Kopf auf das modrige Bütten und rauschte in die Ozeane hinab. Seestern und Qualle zuckten heran und legten sich kühl an die atmende Brust. Glockenhaft dumpf tönte der blaue Wassergrund. Tintenfische ruderten heran, und die Rochen hingen elektrisch knisternd über züngelnden Korallenbüschen. Ich sah die Wracks verschollener Weltumfahrer versteinert altern in fischdurchschwungenen, wandernden Wäldern aus grünem Tang. Mattosen- geripp schaukelte über muschelumwucherten Seeräuberkanonen und der böse Haifischgott der Südsee schwamm um die Wunderinseln: Palau, Hawai, Nauru. Steil stieg die Woge zum Fels auf und warf die lichtumblitzten Wassersträhne rückwärts in den Sand. Kanoes schnellten; braune Männer riefen. In Bambuströgen schäumte Kokosmilch. Kilaio stand em Muschelstrand, schmalhüftig, urwaldäugig und lächelte mich an. Eine Südseenacht lang feierte ich unter dem wilden Schein polynesischer Sterne. Dumpf scholl das Tanzhaus von Pauken und goldenem Gong. Der rosige Flamingowind des Morgens rief mich fort. Die ungenossenen Länder riefen. Die niegefdjauten Kontinente dröhnten. Bis an die waldzottige Brust standen sie, schäumend, fteinein- geboren im springenden Meere und winkten mit Buchten, Jnselarmen und riesigem, eisewigem Gebirg. Die Pampas, Arizona, Texas: Der Kontinentexpreß schob sie unter sich zusammen. Aber auf den Gletschern Tehuantepeks standen die indianischen Götter Mexikos und warfen mir die heilige Sonne zu. Das Meer spie Feuer und lohte gelb mit Vogelschwärmen in den Abend des Zodiakus. Das große Meerschiff aus dem Plakat der Reiseauskunf- ten brach durch die atlantischen Stürme, schwarz und gischtend. In Yokohama holte es mich ein. Ich grüßte es und ging an Bord. Wir fuhren weit durch Traum und Nacht und Tag und tarnen erst an einem Frühlingsmorgen in der Traumstille meiner Stube heim ... Ich stand an einer Reiseauskunftei. Eine große Reife habe ich getan. Nach einem Traumjahrtausend kam ich wieder. Nun steht die Frühe fröstelnd über der Stadt. Die Märzdrosfel singt wieder. Von neuer Wandersehnsucht bin ich befallen. Ich werde mir eine Bahnsteigkarte lösen, um die Fernzüge fahren zu sehn; die alte Länderkarte an die Brust gedrückt. Wie eilt fieber springt es mein Blut an und treibt mich fort. Eine Nohnveihe wird photographiert. Man kann als Naturfreund auch in Deutschland, an einem kleinen pommerschen See, die schwierigsten Abenteuer erleben. Im undurchdringlichen Dickicht haust die Rohrweihe, und als Fritz Sie- d e l beschloß, sie aufzunehmen, ahnte er nicht die unendliche Mühsal, der er sich unterzog. Anfang April suchte er nach dem Horst und schickte sich an, den 20 bis 80 cm tiefen See zu durchwaten. Wie es ihm dabei ging, erzählt er im Aprilheft von Velhagen & Klasings Monatsheften: Essl von Gibraltar bleibt, uni) würde er alt wie jener sagenhafte Methusalem! Er ist der letzte aller englischen Armee-Esel. An eigenartigen Tieren innerhalb der Armee findet man im übrigen nur noch einen Ochsen, der auf Mauritius haust. Bis zum vorigen Jahre hielt man an Stelle dieses Ochsen ebenfalls einen Esel. Warum nun dieser Esel einem Ochsen Platz machen mußte, ist nicht einmal dem Generalstab der britischen Armee ganz klar geworden. Immerhin tröstet man sich über ben letzten noch vorhandenen Esel hinweg mit dem Gedanken daran, daß manchmal sogar auch Esel in der Geschichte eines Landes eine große Rolle gespielt haben... Der verkannte Caruso. (a. d.) Rom. Jeden Abend pünktlich um halb elf Uhr ertönte seit langer Zeit vor einem großen Miethaus in einer Vorstadt Roms eine Serenade: zu den Klängen einer Gitarre erscholl die Stimme eines Tenors, der stets dieselben Lieder vortrug: „Una furtiva la- crima“, „Torna a Sorrentq“ oder „Vorrei bac- ciar .. In jeder Wohnung des Miethauses lebte wenig- ftens ein junges weibliches Wesen, und es blieb ein ungelöstes Rätsel, welcher von ihnen das obligate Abendständchen eigentlich galt. Aber je öfter sich der Tenor einstellte, desto ärgerlicher und miß- ttauischer wurden die männlichen Bewohner des Hauses! Schließlich argwöhnte ein jeder, das Gesinge gelte seiner Tochter, seiner Nichte, seinem Dienstmädchen ober gar seiner Frau! Hin unb wieder tat sich ein Fenster auf, unb eine rauhe Männerstimme forderte den unglücklichen Sänger auf, sich zum Teufel zu scheren, ja, die Aufforbe- rung war sogar manchmal von einem Guß kalten Wassers begleitet. Als das aber alles nichts half, bemächttgten sich eines Abends einige handfeste Einwohner des Sängers unb schleppten ihn auf die Polizeiwache. Zum allgemeinen Erstaunen stellte sich dort heraus, daß die Serenaden nicht das geringste mit einer Herzensangelegenheit zu tun hatten. Der Tenor sang vielmehr aus reiner Liebe zur Kunst. Er sei überzeugt, meinte er, seine Kehle sei nicht weniger wert als die des großen Caruso. In dem betreffenden Hause wohne ein Gesanglehrer. Dem und niemandem anders hätten seine abendlichen Kunst- barbietungen gegolten! Wenn der nämlich erst einmal feine Stimme höre, würde er ihm schon den Weg zum Erfolg ebnen ... Weil das Zimmer des Gefanglehrers auf einen Hinterhof hinausgeht, riet man dem hartnäckigen Sänger, den Lehrer doch am einfachsten dort einmal persönlich aufzusuchen. Aber der Tenor meinte, als armer Tapezierer, der über keine Mittel unb keine Beziehungen verfüge, könne er bas boch nicht wagen. Da erbarmte sich ber Pvlizeikommiffar unb schrieb ihm einen Empfehlungsbrief. Ob das helfen wird? Wenn das Standesamt sich irrt . (c. s.) VUdape st. Zu komischen Verwicklungen führte in der Gemeinde Mugaras in Siebenbürgen ein kleiner Schreibfehler, der vor 26 Jahren dem dortigen Standesbeamten unterlaufen war: Lukrezia Breban stellte sich vor einigen Wochen auf dem Standesamt als Braut des Johann Barla vor, um vor der kirchlichen Trauung ihre Ehe staatlich fanttionieren zu lassen. Pflichtgemäß blätterte der Standesbeamte in dem Geburtsregister nach. Und erklärte dann streng, — Lukrezia fei ja gar fein Mädchen! Der damals zuständige Standesbeamte habe sie jedenfalls als „Nikolaus Breban" eingetragen, unb tnfolgebeffen könne sie bie Ehe mit Johann Barla „zunächst" noch nicht eingchen. Es blieb der armen Braut nichts anderes übrig, als sich mit einem Gesuch an das Gericht zu wenden unb die Berichtigung des standesamtlichen Geburtsregisters zu verlangen. Das Gericht war so entgegenkommend, bie Angelegenheit in einer sonst von ihm nicht gewohnten Schnelligkeit zu erledigen. Alles schien damit in Ordnung gebracht, unb von neuem begann man, die Eheschließung vorzubereiten. Bis die Militärbehörden dazwsichenkamen! Lukrezia, die im Jahre 1909 geboren wurde, war infolge der fehlerhaften Eintragung des Standesbeamten inzwischen auf die Liste der Militärdienst- pflichtigen gekommen. Da sich „Nikolaus" Breban „Barfuß nur mit Holzpantoffeln unter den Füßen, ging es hinein. Andauernd wickelten sich Rohrhalme um Körper und Beine. Das Wasser ging manch »al nur halb bis an die Knie, oft aber auch bis an den Leib. Zwei Stunden war ich schon unterwegs. Hin und wieder bog ich besonders dichten Stellen aus, wo das Rohr von mehreren Jahren unentwirrbar durcheinandergefilzt war. Dadurch kam ich aus der Richtung. Schweißtriefend suchte ich nach einem Ausweg. Endlich fand ich eine flachere Stelle, an der ich weitergehen konnte. Noch eine Stunde watete ich weiter und war dann wieder am Ufer. Dreiundeinehalbe Stunde war ich unterwegs gewesen, nur 350 Meter hatte ich zurücklegen können. Die Füße und Schienbeine bluteten überall von Rissen und Schnitten, die ich mir durch die scharfen Rohr- ftengel zugezogen hatte. Gefunden hatte ich keinen Horst. Eine Woche habe ich bann noch gesucht, bis ich den ersten Horst fand. Viel Kopfzerbrechen bereitete mir die Frage, wie ich es wohl anftellte, so dicht an den Horst zu kommen, daß ich die Weihen photographieren konnte. Aus Holz und Segeltuch baute ich eine kleine Hütte, in genau derselben Farbe wie das Rohr. Wo das tassengroße Tele-Objektiv heraussah, hatte ich eine Sonnenblende angebaut, hinter ber eine Glasscheibe das Objektiv markierte. Um auch aus ber Hütte sehen zu können, hatte ich an berfelben Seite, an ber bas Objektiv mar, eine Lichtschleuse angebaut, burch bie man wohl von innen hinaussehen, aber nicht von außen hereinsehen konnte. Diese Hütte brachte ich mit meinem ständigen Helfer in die Nähe des Horstes, 25 Meter davon entfernt. An den Transport dieser Hütte durch die Rohrdickichte bis zum Rohrweihenhorst werde ich mein ganzes Leben denken. Aber jede Arbeit hat einmal ein Ende, auch diese. Als wir mit der Hütte ankamen, flog die brütende Weihe weg, doch da wir die kleine Hütte, die eine tadellose Schutzfärbung hatte, ja 25 Meter vom Horst entfernt aufstellten, umflog sie, nachdem wir weg waren, wohl einige Male argwöhnisch die Hütte, um bann aber gleich wieder auf den Horst zu gehen, von dem aus die Hütte durch die dichten Rohrwände natürlich nicht sichtbar war. Nun ging ich jeden Tag um die Mittagszeit an die Hütte und stellte sie jedesmal einen Meter näher an den Horst heran. Es fiel der Rohrweihe nicht auf, daß bie Hütte immer näher herankam, ba sie sie ja schon kannte unb wußte, daß dieses Etwas für sie ganz ungefährlich war. Endlich war ich dem Horst auf 8 Meter nahegerückt; so dicht muß man mindestens fein, um ein gutes Bild mit dem Tele-Objektiv zu erhalten." ftfir den Ariefmarkensammler. Eine eigenartige Wohlfahrtsbriefmarke wurde soeben in Belgien herausgegeben. Sie zeigt die Kinder des belgischen Königspaares. € r e- Hi B1U f 'S natürlich nie gestellt hatte, wurde „er" feit Jahren schon im ganzen Königreich Rumänien als Fahnenflüchtiger gesucht... Nachdem bann aber endlich alle Schwierigkeiten beseitigt waren, wurde die Hochzeit der nunmehr richtig eingetragenen Lukrezia mit vielem Aufwand, wie ihn nur eine siebenbürg siche Bauernhochzeit kennt, gefeiert. Uebrigens wurde auch jener Standesbeamte, der durch feine falsche Eintragung all die Verwicklungen verursacht hatte, und der sich schon lange vom Dienst zurückgezogen hatte, eingeladen. Bis Mitternacht erhielt er aber statt Wein nur Selterswasser zu trinken, „damit er für seine damalige Zerstreutheit wenigstens nachttäglich noch ein bißchen bestraft werde". Das Ende des „Blauen Sterns". (u) Prag. Heute ist nur noch ein großer Schutthaufen übriggeblieben vom berühmten „Blauen Stern", einst einem der besten Hotels von Prag. Eine Bank, die Expansionsbedürfnisse hatte, stellt einen Neubau in diese Schuttinsel hinein. Es verlohnte sich nicht, von dem „Blauen Stern" zu sprechen,' wenn er nicht eine große Vergangenheit gehabt hätte: Hier „baute" man den Frieden von Prag im Jahre 1866, auf dem Balkon dieses Hotels stand der König von Preußen und nahm den Vorbeimarsch der siegreichen Truppen ab. Auch Kronprinz Friedrich, Bismarck und Moltke wohnten einst hier. Und das „Friedenszimmer", ber Raum, wo der Friebensvertrag unterzeichnet würbe, ist bis in bie letzten Tage in dem Hotel wie ein Heilgtum gehütet worden. Dorthinein stellte man kein Bett, dort durfte auch kein Reisender auf dem Sofa ruhen, wenn alles überfüllt war. Nun ist alles dahin. Das Haus ist abgebrochen. Die Möbel standen in der letzten Woche auf eindr Auktion. In den Katakomben von Wilna. (ha) Wilna. In alten Chroniken von Wilna tauchten immer wieder Angaben über mysteriöse Katakomben auf, die sich unter einem großen Teil ber Stadt Hin- Ziehen sollen. Ein Historiker fand nun auch beim Studium ber Akten über bie erfolglose polnische Revolte gegen Rußland im Jahre 1863 einige Bemerkungen über diese Grabkammern. Er nahm diese Tatsache zum Anlaß, mit einigen anderen Historikern große Nachforschungen anzustellen, die von einem überraschenden Erfolg gefrönt waren: Ausgehend von einem Dominikanerkloster, unter dessen Altar ein Eingang in das unterirdische Wilna gesunden wurde, drang man viele hundert Meter weit vor und aeriet schließlich an zwei große Kam- mern, bereu Türen gesprengt werden mußten. In den Kammern bot sich den Augen der Forscher ein grauenvolles Bild! Männer, Frauen und Kinder lagen durcheinander auf dem Boden, fast alle noch vollkommen erhalten unb infolge des Mangels an Luft kaum verwest. Erst jetzt, als frische Lust ein» brang, zerfielen bie Toten rasch. Die Untersuchungen ergaben, daß es sich um Rebellen von 1863 handelte, die in die Katakomben geflüchtet waren, hier aber von einer Abteilung russischer Soldaten überrascht unb erschossen wurden. Man ließ sie liegen, wie sie fielen und schloß nur hinter diesem grauenvollen Schauspiel die Türen zu — hoffend, daß nie eines Menschen Auge I die schrecklichen Spuren dieser Metzelei erblicke. Eine Reihe prachtvoller Aufnahmen, die ber Verfasser in Velhagen & Klasings Monatsheften zeigt, war ber mühsamen Arbeit Lohn. Hochschulnachnchten. Der in Marburg im Ruhestanb lebenbe Orbi- narius ber romanischen Philologie an ber Universität Greifswalb, Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Edmund Stengel, beging am 5. April seinen 9 0. Geburtstag. Bis zum Jahre 1896 gehörte er ber Marburger Philosophischen Fakultät an und war ber erste Direktor bes auf seine Anregung gestifteten romanischen Seminars ber Universität. In biefe Zeit fällt bie erste Blüte ber neuphilologischen Stubien in Marburg. Gelegentlich seines golbenen Doktorjubiläums 1918 erneuerte bie Bonner philosophische Fakultät ihm bas Doktorbiplom und betonte dabei seine reiche wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiete namentlich des Altfranzösischen und Provenzalischen. Geheimrat Stengel ist seit fast 20 Jahren erblindet und lebt seit zehn Jahren in Marburg, wo sein Sohn, Professor Dr. Edmund Stengel, als Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte und Direktor des Seminars für historische Hilfswissenschaften wirkt. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor unb Oberarzt an ber Frankfurter Universitäts-Kinber- klinik unb Poliklinik, Dr. med. Helmut Mommsen, ist mit ber Vertretung ber burch bie Emeritierung bes ordentlichen Professors Dr. von Mettenheim freigewordenen planmäßigen Professur für Kinderheilkunde und mit der Leitung der Universitäts-Kinderklinik unb Poliklinik bis auf weiteres beauftragt worben. Der Privatbozent Dr. Erwin Wolff in Königsberg ist auf ein neugeschaffenes planmäßiges Extraorbinariat für Klassische Philologie an ber Universität Frankfurt berufen worben Er nimmt feine Vorlesungen mit bem Beginn bes Sommersemefter? auf. Der nichtbeamtete außerorbentliche Professor Dr. phil. Paul Kirn an ber Universität Leipzig ist als planmäßiger Extraorbinarius für mittlere unb neuere Geschichte an bie Universität Frankfurt berufen, worben. Er nimmt seine Vorlesungen mit bem Beginn bes Sommersemesters 1935 auf. Provatbozent Amts- unb Lanbgerichtsrat Dr. Walter Hamel in Greif swalb ist beauftragt worben, an ber Rechtswissenschaftlichen Fakultät ber Universität Frankfurt im Sommersemester 1935 bas Staatsrecht in Vorlesungen unb Hebungen zu vertreten. Wirtschaft. Oie Industrie« und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 610: Italien hat für die Länder, mit denen Verrechnungsabkommen bestehen, alfo auch für Deutschland, die Erlaubnis zur 100prozenti- gen Einfuhr der vom 19. Februar bis 31. März 1934 eingeführten Warenmengen bis zum 30. April 1935 ausgedehnt. 611: Aenderung des Verrechnungsabkommens mit der Tschechoslowakei (betr. Nebenkosten, Transithandel, Lohnoeredelungsverkehr). 612: Erleichterungen im Reiseverkehr mit dem Memelland. 613: Neuregelung der Rohstoffkreditgeschäfte. 614: Einstellung >des Postauftrags- und Nachnahmeverkehrs nach Belgien. 615: Französische Bestimmungen über die Gültigkeitsdauer deutscher Kontingentsbescheinigun- gen. 616: Verordnung über Höchstpreise für Altgummi und Gummiabfälle. 617: Gebührenordnung der UeberwachungsstSlle für Ruß. 618: Vorschriften für die Verarbeitung von Baumwollgarnen bei der Herstellung von gummi- isolierten Leitungen und Kabeln. Ivochenvericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die sonst gegen Monatsende eintretende Verminderung des Angebots war in der letzten Woche nicht zu verzeichnen, lediglich Weizen wurde etwas weniger angeliefert. Mit Beginn des neuen Monats und der dadurch wieder um 1 RM. per Tonne höheren Festpreise hat sich das Angebot erheblich verstärkt. Der Handel setzte aus seinen großen Beständen seine Abgaben, insbesondere in Roggen, fort. Dagegen hat sich die Nachfrage nicht belebt; die Mühlen halten mit ihren Einkäufen zurück, angesichts ihrer erheblichen Bestände und besonders im Hinblick auf den unbefriedigenden Mehlabsatz. Lediglich beste Weizensorten aus Mitteldeutschland blieben zur späten Lieferung etwas beachtet, während Roggen nur in ganz geringem Umfange bei den Landmühlen Unterkunft sand. Das M e h l g e s ch ä f t stagniere nahezu vollkommen, nur Weizenbrotmehl war noch gut abzusetzen, dagegen hat sich der Verkauf von Roggenmehl infolge der geplanten Einführung eines neuen, helleren Mehltyps eher noch schwieriger gestaltet. Es dürfte aber zu erwarten sein, daß das bisher hochausgemahlene, dunkle Roggenmehl eine brauchbare Verwertung finden wird. Am Futtermittelmarkt blieb die Lage weiter entspannt, nachdem von der RfG. Futterweizen und -roggen verteilt und infolgedessen mehr angeboten wird. Hafer und Futtergerste blieben jedoch weiterhin knapp; soweit Futtergetreide bezogen wird, besteht naturgemäß für den billigeren Eosinroagen Interesse. Die neuen in Aussicht stehenden Maßnahmen für eine erhebliche Lockerung der Verwendungsvorschriften für Brotgetreide, wonach die Getreidewirtschaftsverbände die Ermächtigung erhalten, die Brotgetreideveräußerung zu Futterzwecken freizugeben, soweit die Ablieferungspflicht durch die Landwirtschaft erfüllt ist oder noch wird, werden eine weitere Erleichterung der Futtermittelversorgung mit sich bringen. Auch eine evtl, zu erwartende erleichterte Mühlenlagerpflicht wird die nach der letzten Vorratsstatistik noch ausreichend vorhandenen Mengen von Brotgetreide besser aufnahmefähig werden lassen. In hochwertigen Futtermitteln, wie Oel- kuchen und Kleie, blieb das Angebot bei noch starker Nachfrage knapp, dagegen sind nickt preisgebundene Futterartikel kaum noch verkäuflich. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehm^rkt. Mit Beginn des neuen Monats pflegt die Nachfrage des Konsums in den Fleischerläden lebhafter zu werden, was anderseits die Metzger veranlaßt, in erhöhtem Umfange Käufe vorzunehmen. Infolgedessen wiesen die einzelnen Gattungen in der ersten Aprilwoche meist etwas höhere Zufuhren auf. Sie waren indessen so, daß keine zu starke Beschickung vorhanden war, so daß auch die Preise ihren erhöhten Stand der letzten Wochen nicht nur gut behaupteten, sondern darüber hinaus verschiedentlich weitere Aufbesserungen zeigten. Am Großvieh- markt standen 1175 (966) Tiere zum Verkauf, wobei Bullen mit 159 (91) zu stark beschickt waren, so daß hierfür die Preise mäßig nachgaben und etwas Ueberstand verblieb, während im übrigen infolge der sehr guten Qualitäten noch Erhöhungen bis 1 Mark eintraten. Infolge hoher Forderungen setzte das Geschäft langsam ein, da sich die Metzger nicht zu den hohen Preisen entschließen konnten. Später war die Nachfrage, nachdem man sich auf etwas ermäßigte Preise geeinigt hatte, lebhafter. Der Kälbermarkt zeigte bei lebhaftem Geschäft infolge der verminderten Zufuhr von 1368 (1651) Stück Preissteigerungen von 4 bis 5 Mark und der Markt wurde geräumt. Auch für Hammel und Schafe war das Ge- schäft bei bis 2 Mark höheren Preisen lebhaft, die Zufuhr von 148 (133) Tieren wurde geräumt. Am Schweinemarkt blieben die Preise ziemlich unverändert, die Nachfrage war mittel bis ruhig, doch wurde die Beschickung von 4158 (4149) Stück ausverkauft. Der nach der Schweinezwischenzählung vom 5. März wieder normale Bestand von 20.25 Mill. Stück (—8 v. H.) läßt im laufenden Jahre eine dem Bedarf entsprechende Versorgung erwarten. * * Frühjahrsbaugel-Zuteilung der Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot. Mit ihrer 51. Baugeldzuteilung hat die GdF. Wüstenrot in Ludwigsburg wiederum 265 Bausparern 3 009 000 Mark bereitgestellt. Die Gesamtzuteilungen dieser Bausparkasse belaufen sich damit nunmehr aus 225,4 Mill. Mark. Neben seiner regel« mäßigen. Baugeldzuteilung hat das Unternehmen zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung bzw. zum Cigen- heimbau oder zur Hypothekenablösung im ersten Vierteljahr 1935 weitere 2,7 Mill. Mark vorzeitig bereitgestellt. Da auch die bei den früheren Baugeldvergebungen zugeteilten Beträge noch nicht alle von den beteiligten Bauiparern in Anspruch genommen worden sind, steyen bei ber GdF. augenblicklich mehr als 15 Mill. Mark zum Abruf bereit. Auch die Steigerung des Sparerneuzuganges hält an, er war mit über 16,5 Mill. Neuabschlüssen an Bausparverträgen und Vermögensbüchern im ersten Vierteljahr 1935 fast doppelt so groß wie im ersten Vierteljahr 1933 und fast doppelt so groß wie im ganzen Jahre 1932. Mein-Mainische Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 5. April. Wie man bereits vorbörslich erwartet hatte, setzte die amtliche Börse in sehr stiller Haltung ein. Die Kursentwicklung war nach den Befestigungen in den letzten Tagen uneinheitlich, wobei kleine Abschwächungen überwogen haben. Von der Kundschaft lagen Aufträge nur in sehr kleinem Umfange vor, da die aus dem Kupon- termin freigewordenen Mittel ziemlich erschöpfend angelegt worden sind. Die Kulisse schritt dagegen zu einiaen Realisationen, zumal aus der Wirtschaft keine Anregungen Vorlagen. Am deutschen Rentenmarkt zeigte sich noch etwas Kaufinteresse, das Geschäft allerings nahm kein nennenswertes Ausmaß an. Altbefitzanleihe eröffneten mit 112,13 unverändert, während späte Reichsschuldbuchforderungen' auf 96,25 (96,13), Zinsvergütungsscheine auf 89,55 (89,50) und 6prozentige Stahlverein-Bonds auf 99,75 (99,50) anzogen. Lebhafter waren Kommunal - Umschuldung mit plus 0,13 v. H. Von fremden Werten neigten Silbermexikaner weiter leicht nach unten, 5 v. H. äußere Gold fetzten mit 11,50 unverändert ein. Am Aktienmarkt gaben die Kurse zumeist von 0,50 bis 1 v. H. nach. Chemiewerte lagen heute sehr still, IG. Farben gingen auf 149 bis 148,75 (149,75) und Deutsche Erdöl sowie Metallgesellschaft um je 0,50 v. H. zurück. Am Elektromarkt büßten Siemens 2 v. H., AEG. 0,75 v. H., Licht und Kraft 0,25 v. H. ein, Gesfürel lagen behauptet, Lahmeyer zogen noch 0,40 v. H. an. Montanaktien notierten überwiegend etwas schwächer, so Stahloerein mit 80,65 (81,40), Mannesmann mit 81 (81,50), Buderus mit 96,13 (96,65), Klöckner, Rheinstahl und Harpener lagen behauptet. Von Zellstoffwerten verloren Aschaffenburg 1,50 v. H. auf 82, Waldhof lagen mit 117,50 unverändert. Verkehrswerte tendierten ungleichmäßig, wobei AG. für Verkehr 1 v. H., Hapag nach leicht befestigtem Beginn 0,25 v. H. nachgaben, während Allgemeine Lokal und Kraft 0,50 v. H. gewannen. Sonst eröffneten u. a.: Reichsbank 161,25 (161), Zement Heidelberg 119,75 (119,50), Eßlingen Maschinen etwa 77,50 bis 78 (76,50), Holzmann 91,50 (90), Hanfwerke Füssen 83,50 (82,75), Deutsch- Atlanten-Telegraf 118,75 (118) und AKU 54 (53.75), etwas niedriger waren Daimler 93,75 (93,90), Feinmechanik Setter 78 (78,50) und Süddeutscher Zucker mit etwa 164 (168). Sehr fest wurden erneut Chade- Aktien genannt. Im Verlaufe blieb die Haltung bei kleinen Veränderungen und stark verringerten Umsätzen uneinheitlich. Chade-Aktien A—C kamen mit 241 bis 245 (236,50) zur Notiz, andererseits Süddeutscher Zucker mit 165 (168), Bemberg mit 118,50 (117). Leicht erhöht waren Gesfürel, Daimler, Thüringische Lieferung und Aceumulatoren, während Montan- werte überwiegend abbröckelten. Im Freiverkehr blieben Growag auf Befürchtungen über Dividendenermäßigung stark angeboten mit etwa 80 nach 84 und vorgestern noch 86,50. Heute wurden hier öffentlich meistbietend 2200 RM. Vereinigte-Deutsche-Metallwerke-Aktien zu 113 v. H. versteigert. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei eher abbröckelnden Kursen ebenfalls gering. Kommunal- Umschuldung und Zinsoergütungsscheine verloren bis 0,13 v. H. Altbesitz konnten sich gut behaupten. Goldpfandbriefe blieben gesucht und zogen durcyweg bis 0,25 v. H. an, auch einige Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen notierten etwas fester, Kommunal-Obligationen blieben behauptet. Am Auslandsrentenmarkt gaben Schweizer Bahnanleihen erneut nach, 5prozentige Mexikaner bröckelten auf 11,13 (11,50) ab. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H- Abendbörfe sehr ruhig. An der Abendbörse war das Geschäft sehr klein, die Kurse zeigten gegen die Mittagsschlußkurse nur ganz geringe Veränderungen nach beiden Seiten. Die Kulisse übte im Hinblick auf die morgige AR.- Sitzung der Farbenindustrie und wegen der unsicheren Bewegung der holländischen und schweizerischen Währung Zurückhaltung. Die Kundschaft war nicht am Geschäft beteiligt. Einigen Umsatz verzeichneten Kunstseide AKU. und Rheinstahl, ferner IG.-Farben. Am Rentenmarkt blieoen deutsche Anleihen und Pfandbriefe gut behauptet, Kommunal-Umschuldung lagen geringfügig höher, anderseits bröckelten späte Reichsschuldbuchforderungen auf 96,10 (96,15) ab. Von fremden Werten waren mexikanische Anleihen unverändert, 4prozentige Schweizer Bundesbahn konnten sich um 1 v. H, auf 154 erholen. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 5. April. Die erhoffte Belebung im Frankfurter Eiergrohhandel ist mit Beginn Des neuen Monats noch nicht eingetreten, auch die Publikumsnachfrage beim Einzelhandel ließ zu wünschen übrig uno beschränkte sich vorwiegend auf die billigsten Sorten. Die Absatzverhältnisse dürften aber im Hinblick auf den bevorstehenden Dfterbebarf eine nicht unerhebliche Besserung erfahren. In deutschen Eiern blieben die Zufuhren infolge der starken Produktion sehr reichlich, wogegen Auslandseier wenig angeliefert wurden. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Handelsklasseneier 8 9% bis 10, A 9% bis 9%, B 8% bis 9, C 8% bis 8%, D VA bis 7%. Holländer Klasse S 9'/-- bis 10, A 9% bis 9%, B 8XA bis 8%. Dänen und Flandern Klasse S 9A bis 9%, A 9 bis 9/, B 8% bis 8Yi. Bulgaren 7% bis 8. Jugoslawen 1% bis 1%. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, ben 7. April. Judika. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; 15: Propst Knodt, Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Matthäusgemeinde 20: Liturgischer Gottesdienst zum Gedächtnis an Ioh. Seb. Bach. — Johanneskirche. 8.30: Pfarrer Ausfeld, Militär- gottesdienst; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 14: Pfarrer Bechtolsheimer, Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden >der Lukasgemeinde; 18: Pfarrer Ansfeld; 20: Missionsstunde im Johann essaal, Pfarrer Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Professor D. Cordier; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Anthes; 15: Pfarrer Anthes, Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Luthergemeinde. — JJefrus- kapelle. 9.30: Pfarrer Trapp. — Saat der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Iohannesgememde, Pf-arrer Ausfeld. — wieseck. 9.30: Vorstellung der Konfirmanden, Kollekte; 11: Kinderkirche; 15: Pibel- stunde; 20: Konfirmandenmütterabend. — Alten- Buseck. 10: Prüfung der Konfirmanden, Kollekte; 20: Passionsandacht. — Grohen-Dufeck. Prüfung und Vorstellung der Konfirmanden; 10.30: Kollekte für Gustav-AdolfVerein. — Oppenrod. Prüfung und Vorstellung der Konfirmanden; 8.30: Kollekte für Gustav-Adolf-Verein. — Steinbach. 10: Vorstellung der Konfirmanden; 19.30: Passionsandacht. — Atbach. 12.30: Paffionsgottesdienst. — Klein-Lin- den. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden unter Mitwirkung des Konfirmandenchores, Kollekte; 13: Kindergottesdienst, 2. Abteilung. — Kirchberg. 10: Vorstellung und Prüfung der diesjährigen Konfirmanden (Knaben), Kollekte; 13.30: Darstellung und Prüfung der diesjährigen Konfirmanden (Mädchen), Kollekte. — Treis a. d. Lumda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Vorstellung der Konfirmanden. — Wahenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst; 20: Vortrag von Herrn Pfr. Trapp im Saale der „Krone" in Steinberg. — hausen. 11: Gottesdienst. — Garbenleich. 9.30: Gottesdienst. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn, hl. Abendmahl, Predigt zum Volkstag der Inneren Mission; 12.45: Kindergottesdienst; 14.30: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; 20: Kirchenmusikalische Abendfeier zum Besten der Chorschule. — Nieder-Vessingen. 11.15: Stiftsdechant Kahn. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, Vorstellung der Konfirmanden. — Langd. 13: Gottesdienst, Vorstellung der Konfirmanden. — Langsdorf. Vorstellung der Konfirmanden; 11: Kollekte für Epilept.-Anstatt. — Bettenhausen. Vorstellung der Konfirmanden; 14: Kollekte für die Epilekt.-Anstalt; 20: Abendmahlsfeier für die jüngeren Gemeindeglieder. — 2Hün- zenberg. 11: Hauptgottesdienft; 20: Passtonsabend- gottesdienst. — Treis-TNünzenberg: 9: Gottesdienst. — Kirtorf. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. — Ober-Gleen. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Vorstellung der Konfirmanden, Kollekte. — Veilsberg. 13: Vorstellung der Konfirmanden, Kollekte. Dienstag, den 9. April. TNünzenberg. 20 Uhr: Mädchenabend. Mittwoch, den 10. April. Gießen. Stadtkirche. 18 Uhr: 6. Passionsandacht, Pfarrer Becker. — TNünzenberg. 20: Frauenabend. — Lich. 20: Passionsandacht. — Langsdorf. 20.30: Passionsandacht. — Ober-Gleen. 19.30: Passionsandacht. — Kirtorf. 20.30: Passionsandacht. Donnerstag, den 11. April. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht, Pfarrer Anthes. Freitag, den 12. April. Gießen. Petruskapelle. 20 Uhr: Passionsandacht, Pfarrer Becker. Evangelische Stadtmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 7. April. 13.30 Uhr: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, den 10. April. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 6. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 7. April. Passionssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 20: Predigt und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hockamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Vredigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 10. April. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 7. April. 9.30 Uhr: Gottesdienste; 16: Gottesdienste. Mittwoch, den 10. April. 20.30 Uhr: Gottesdienste. Baptisien-Gemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 7. April. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30 Uhr: Prediger Falk. Donnerstag, den 11. April. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung; Prediger Lotz. Die Heilsarmee (Grabenstrahe 11, Hof). Sonntag, ben 7. April. 9 Uhr: Heiligungsversammlung; 14: Kindergottesdienst; 20: Heilsversammlung. Mittwoch, den 10. April. 15 Uhr: Kindergottesdienst und Liebesbund; 20: Heiligungsoersammlung. Freitag, den 12. April. 20 Uhr: Heimbund für Frauen und junge Mädchen. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500 Aerzte : Dr. Hofmann, Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. SBerfin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. TU. Datum 4 4 5.4. 112,1 112,13 112,05 112,13 99,6 100,6 99,4 33,5 33 97 97 97,25 95,5 95,75 95,75 149,5 148,5 100,25 100,5 92,25 116,75 90,5 114,5 114,25 113,9 114,25 5 119,5 96 95,75 96,25 Banknoten. 100,75 100,5 101,1 101,25 101,1 101,4 96 96 96 96 7 26,5 26,5 105,25 Grttzner O| 36,5 I 36,75 1 36,25 I Mainkraftwerke Höchst 4 93,5 93.5 1 — ' Süddeutscher Zucker •! 168 I 165 I —I 36,5 165 8,5 8,7 89,75 89,75 161,5 99,4 97 99,75 96,25 102 100,13 96,25 102 100,13 96,25 101,5 89,25 89,25 160,25 96,13 107,5 97,25 108,9 96,25 107,9 89,25 89,25 160,5 93,9 154,25 119,75 130,5 101,75 109,65 7,13 6,55 6,65 11,5 0 10 0 0 89,5 89,75 161 129 92,5 81 105,5 96,13 33,25 27,5 34,25 82,4 108 87 53,75 117 117,5 83,5 93,75 154 103 111,4 95,75 96,25 102 210,25 107,5 80,65 15,13 111,5 111 154 96 105,8 96 105,8 96 105,8 96 105,8 105,75 154 123,4 33,65 27 34,75 83,65 108 88 36,13 137 109,75 124,75 89,25 122 122 Schluß- turs Schluß« turü 104 112,13 96,25 212 107,65 81,4 14,5 110,5 112,5 109,5 54,13 117,5 117 81,75 128,75 93,75 154 89 34,25 251 164,25 151 A.E.G. Bekula 35 83,75 107,5 88 34,9 82,5 107,5 87 106,13 155,75 122 106,13 154 122.75 Schluß. Mittag« börie 37,25 136,65 110,75 125 89 122 121,5 105,75 156 123 37 137 110,5 125,25 89,25 122 120,75 36,25 137 110 124,5 89 122,25 122,5 129,75 93 81,5 129,13 92 81 54,13 117,5 117,25 82 106,25 97 26 LI Zementwerk Hetdelber Cementwerk Karlstadt. Gesellschaft.. Dresdner Bank Retchsbank ... 26 1,2 7,05 6,5 6,7 11,6 7,05 6,5 6,65 11,5 34,5 246 164 151 34,4 236,5 163 153 109,75 53,9 117,5 117,13 83/5 129,4 93,25 154,5 89,5 34,25 237,5 164 153,5 6,5 6,75 11,5 Elektr. Lteferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... ey, Felten & Guilleaume o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr « SchuckertL Co. . Siemens L Halske. LahmeyerLEo. .. 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchtsche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ..... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4>/3% vesgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klücknerwerke Mannesmann-Röhre« Buderus o| 96,65 Deutsche Erdöl 108,5 Gelsenkirchener — Harpener...................0 106,75 Hoesch Eisen—Köln-Reuessea .. O1 — 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6Vt% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4l/»% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Boltsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12 . . 6Vi% ehem. Hess. Landcs-Hypm thekenbank Darmstadt Staut ... 4WZ> ehem. 8% Darms«. Komm. Landesb.Goldschuldverichr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten V/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Gvldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6’4% ehem. 4’/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbrtefe....... 6%% ehem. iy2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4y,% ehem. 8% Pr.Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landcspfand- briefanst., Gold Komm. Lbl.V I Steuergutsch.Verrechnungsk. 86-89 Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Echlußk. Abend« börie 5 4 Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldbof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer GaS ............... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 6 Orenstein & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Chade 0 Accumulatoren-Fabrik 12 Conti-Gummi........... 8 129,9 93 81,5 4-4. i"o2 109.75 Frankfurt 0.2)1. Berlin Schluß- turs Schluß«. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 4-4- 5.4. 4-4- 5.4. Frankfurt 0. M Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend» börse Gchluß- kurö Schlußk. Mittagbörse' Datum 4.4. 5-4. 4-4 5.4. 4% desgl. Serie 11 ............. 8,5 8,5 8,7 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,4 4,45 4^%Ruman.vereinh.Rentev.1913 6,75 6,75 6,75 6,55 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,2 4,25 4,25 4,2 2%% Anatolier ............... 32,5 33,25 33 33 4-April 5. April Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Brief Gelb Brief Buenos Atre. 0,658. 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... — — — — Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,67 53,77 53,86 53,96 Danzig..... 81,30 81,46 81,25 81,41 London ..... 12,02 12,05 12.06 12,09 HelstngforS.. 5,305 5,315 5,325 5,335 Paris ...... 16,42 16,46 16,41 16,45 Holland .... 167,73 168,07 167,33 167.67 Italien..... 20,58 20,62 20,58 20,62 Japan ...... 0,702 0,704 0,705 0,707 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,41 60,53 60,62 60,74 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,91 10,93 10,95 10,97 Stockholm... 61,98 62,10 62,19 62,31 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 34,02 34,08 33,99 34,05 Prag....... 10,40 10,42 10,395 10,415 Budapest ... — — — — Neuyork... 2,488 2,492 2,490 2,494 ManSfeider Bergbau ... ......8 102,13 101,25 Kokswerke............ ......5 —— — Phönix Bergbau....... ......0 — —— Rheinische Braunkohlen .....12 212 212,25 Rheinstahl ............ .... sy, 107,5 107,5 Vereinigte Stahlwerke.. ......0 81,4 80,65 ......0 14 95 1 Kaliwerke Aschersleben.. ......5 110,75 112 Kaliwerke Westeregeln .. ......6 112 111 Kaliwerke Salzdetfurth . .... 154 154 I. G. Farben-Jndustrie . ......7 149,75 148,25 ...... 9 215 214,5 Goldschmidt .......... ......0 104 103 Rütgerswerke......... ......4 112,5 112 Metallgesellschaft....... ......4 96,5 96 Philipp Holzmann ..... ......0 90 .. 91 Serlln.Z-Aprll Geld Brlel Amerikanische Roten.............. 2,442 2.462 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 41,87 53,65 12,025 16,35 166,92 20,46 60,41 61,98 80,34 33,52 42,03 53,87 12,065 16,41 167,58 20,54 60.65 62,22 60,66 33,66 Schweizer Noten................. Spanische Noten <ö Ul'ja. keit und Anmut 1973 D Miele CARLIMowArK GIESSEN SELTERSWEG 81 1966 A PreuDisch-SüddeolscheKlassenlolterie 1992 D Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, SchulstraBe 7 Vmivgf Angebote ?Q29A Telefon 3565 JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER Anprobe und Beratung jederzeit und unverbindlich im Rechnungen Briefblätter Brlefu mach läge Postkarten Geschäftekarten Teppiche Gardinen Bettumrandungen Steppdecken Bahnhofstraße 31 finden Sie in größter Auswahl im bekannten Spezialgeschäft Die Ziehung der 1. Klasse 45. (271.) Lotterie beginnt am 26. April. - Wir machen besonders auf die wesentliche Vermehrung der Mittelgewinne aufmerksam. 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