DruÄ und Verlag: vrühl'sche UniverfitSts Such- und Steindruckerci «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschästrstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/ö mehr Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche AnzeigenSRpf. 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März 1935 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen g Ein befremdendes Dokument t e i d i An anderer Stelle schreibt der „Völkische Beobachter"- Wenn die englische Regierung von der Notwendigkeit spricht, ihre Mittel zur Selbstoerteld.- qunq sichern zu müssen, da das Vertrauen auf internationale Bindungen heute noch verfrüht sei, mit welchem moralischen Recht könnte man Deutschland Vorwürfe machen, nachdem man selber fest- gestellt hat, daß seine Vertragspartner ihre Verpflichtungen durchgehend verletzt hatten? Oder soll der Begriff Sicherheit noch heute, im März 1935, verschiedene Auslegung erfahren, je nachdem, um welche Nation es sich handelt? Dann könnten wir nur darauf verweisen, daß auch das Ausland sich darüber klar sein muß, daß es heute zu tun hat mit dem nationalsozialistischen Deutschland und nicht mehr mit dem der Jahre von 1918 bis 1933. Für dieses neue Deutschland ist der Begriff Gleichberechtigung nicht nur eine Forderung, sondern eine unumstößliche Bedingung. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" nennt die Denkschrift eine „e l n s e i t l g e A rbe 11 , bic alles verschweige, was die anderen belasten könnte, und alles zusammentrage, was sich gegen Deutschland richtet. Wir wollen nicht, so sagt das Blatt, daß dieses unfreundliche Dokument die Politik der europäischen Entspannung belastet. Die in dem Weißbuch erhobenen Belastungen sind nicht geeignet, die politische Linie zu ändern, die wir Das Echo in DenWand. Starkes Befremden und große Enttäuschung. Schuld ist das nicht, aber daß dieses Programm notwendig war, ist e i n e F o l g e eben der französischen Aufrüstung. Hier liegt der Hase im Pfeffer, und man hätte in London ehrlich genug sein sollen, diese Tatsache auszusprechen. Statt dessen verweist man auf die verschiedenen Paktsysteme und auf den Ostpaktplan und auf das Donauabkommen, wobei das Weißbuch ganz naiv aber wahrhaftig sagt, militärische Verpflichtungen sei dabei England nicht ein gegangen. Man will also aus solchen Verträgen den R u tz e n ziehen, ohne die entsprechenden Verpflichtungen einzugehen, die man — Deutschland ebenso naiv wie unverhüllt auflegen will. Das ist die doppelte Moral, die das Weißbuch durchzieht. Man sieht sich gezwungen, das Beispiel der hochgerüsteten Staaten nachzuahmen, aber beschuldigt den am schwächsten gerüsteten Staat der Urheberschaft. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Wehrhaushalts für das kommende Finanzjahr liegen dem englischen Parlament zwei Anträge auf Gewährung von Zusatzkrediten vor, die noch im alten Finanzjahr verbucht werden sollen. Es handelt sich um 150 000 Pfund für die Flotte und 200 000 Pfund für die Luftstreitkräfte. Der Zusatzkredit für die L u f t st r e i t k r ä f t e soll für den Erwerb von Grund und Boden für neu zu errichtende Flug- ~ ''' Gebäude Sicherheit erforderlich find, die es ferner oem briti chen Reich ermöglichen, eine Rolle bei der Aufrechterhaltung des Weltfriedens weiter zu spielen Das Weißbuch unterstreicht, daß der britische Wunsch, die Welt durch das britische Beispiel einseitigen Abrüstens zur Abrüstung zu führen, feinen Erfolg gehabt habe. Es wurde ein Programm entworfen, um Die britischen Verteidigungskräfte und Verteidigungsmittel auf die Höhe zu bringen. Für die Flotte, deren Stärke durch Verträge beschränkt ist, und für das Heer bedeutet dieses Programm zum größten Teil eine Versorgung mit technischen Bedürfnissen, Beschaffung moderner Ausrüstungen und genügenden Personals sowie von Kriegsmaterialreserven. Für die Luftstreitkräfte allein wurde eine merkliche Verstärkung von Einheiten sofort für notwendig erachtet. Erhöhungen werden auch in der vom Heer gestellten Flugzeugabwehr notwendig sein. 3n dem Weißbuch heißt es bann weiter: „Am 28. November 1934 hat die britische Regierung die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Wie- beraufrüften gerichtet, in betn Deutsch- l a n b begriffen war, unb hat eine Beschleunigung ber bereits beschlossenen Erhö- Punkt des schwächsten Widerstandes, nämlich Deutschland, zu treffen, für diese moralisch nicht einwandfreie Handlung verantwortlich gemacht werden kann. Man wird in England in der Praxis nicht um die Tatsache herumkommen, daß Deutschland seine eigene Sicherheit betont, weil es als schwächstgerüsteter Staat von Nationen umgeben ist, die eben ihre Sicherung in einer höchstmöglichen Aufrüstung suchen. . Wer uns die Gleichberechtigung in Rustungs- bingen versagt, wie es wenigstens formaljuristisch im Weißbuch geschieht, der treibt eine Politik mit doppeltem Boden und hat wahrlich nicht das Recht, sich als Moraltante Europas aufzuspielen, zumal wenn er bestrebt ist, durch ungeheure Ausgaben, die dem Volke schmackhaft gemacht werden sollen die bisher versäumten Rüstungen nachzuholen, die England gegenüber Frankreich und Rußland wenigstens einigermaßen sichern können. Wie gesagt, unsere Seltsame Begründung des englischen Aufrüstens. Das Weißbuch der Regierung sucht die Heeresvsrlage der britischen Oeffentlichkeit mit der deutschen „Wiederaufrüstung" schmackhast zu machen. jo offenkundig und klar bereits bei der Abrüstungs- tonjerena vor, daß nur die britisch« Sucht, den r i f f e n habe. Besondere Berstartung der Lustflotte. Doppelte Moral. In einer englischen Zeitung wird die Veröffentlichung des Weißbuches über die Rüftungsfragen als eine Bombe gegen Deutschland und Japan bezeichnet, und tatsächlich hat die britische Regierung ihre neuen 2Iufrüftungsforberungen damit begründet, daß vor allem Deutschland feit feinen! Ausscheiden aus dem Völkerbund unter Verletzung des Teils V des Versailler Vertrages auf- rüfte. Aber mit keinem Wort wird auf die Sachlage eingegangen, die Deutschland rechtlich dazu zwang. Als die Abrüstungskonferenz versagte, war tatsächlich Deutschland in Verfolg der Versailler Bestimmungen abgerüftet. Nach Wortlaut und Sinn der Äbrüstungsverpflichtungen waren die Siegermächte verpflichtet, ebenfalls abzurüsten, aber daß sie das unter dem Vorantritt Frankreichs nicht taten, sondern f o r t f u t) r e n , z u rüsten, ist eine Tatsache, biee das Weißbuch Berlin, 6. März (DNB.) Die Berliner Morgenpresse beschäftigt sich eingehend mit dem britischen Weißbuch. Die Blätter weisen alle mit Nachdruck auf den einseitigen Eharakter dieser amtlichen britischen Auslassung hin, in der Deutschland nicht mit dem gleichen Maße^ gemessen werde, wie die anderen Machte. 2Ilfreb Rosenberg betont im „Völkischen Beobachter", daß das Weißbuch m ganz Deutschland starkes Befremden und große Enttäuschung hervorgerufen habe. Geradezu grotesk sei es, daß ausgerechnet die Hitler- fugend und ihre Erziehung als Grund für die Gefährdung des Weltfriedens hm- gestellt werde. Während in fast allen Staaten die Jugend streng militärisch am Gewehr und am Maschinengewehr ausgebildet werde, sei die deutsche Hitlerjugend un bewaffnet, und da man das offenbar auch in Landon wisse, verlege man das Schwergewicht des Barwurfs auf den viel zitierten „militärischen Seift der deutschen Jugend Es sei einigermaßen beschämend, dieses Argument in einer amtlichen Urkunde eines großen Reiches zu finden. Der Berfuch, die Schuld für die an sich verständliche Verstärkung der britischen Streitkraste aus Deutschland zu laden, sei um so unverständlicher, als gerade in den letzten Wochen aus R u ß l a n d m grellem Unterschied zu den aktiven Friedensbemühungen des Führers die stärksten Kampf- fanfaren ertönten. fahrt widmen. Die Voranschläge für die britischen Luft st r e i t- kräfte belaufen sich auf 20,65 Millionen Pfund — rund 240 Millionen Mark — und stellen danach eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um fast 3,1 Millionen Pfund dar. Da jedoch schon im alten Finanzjahr Zusatzkredite bewilligt worden sind, belaufen sich die diesjährigen Bruttoausgaben auf 23,85 Millionen Pfund (rund 285 Millionen Mark). Die Heimatluftflotte wird um 11 Geschwader vermehrt werden, also auf 54 Geschwader gebracht werden, von denen 41 als reguläre Geschwader gelten, während die übrigen 13 als Hilfsluftgeschwader angesetzt sind. Darüber hinaus werden die S e e f I u g ft r e i t f r ä f t e um 19 Frontflugzeuge vergrößert werden. Die Gesamtstärke der Kgl. Luftstreitkräfte wird sich nach Durchführung dieses Programms auf 106V- Geschwader belaufen. Scharfe Kritik Snowdens. „Born französischen Außenministerium diktiert". London, 5. März. (DNB.) Ueber das Weiß- buch äußerte der vormalige Schatzkanzler Lord Snowden, es handle sich um das tragischste und niederdrückendste Doku- ment seit dem Kriege, das nichts weiter in Aussicht stelle als eine Verschärfung d e s Rüstungswettbewerbes und eine große Erhöhung der Ausgaben zur Vorbereitung eines Krieges. Die Entschuldigung, daß Deutschland für die erhöhten Rüstungen ner» antwortlich sei, fei furchtbar insofern, als sie unmittelbar vor der Berliner Reise Simons vorgebracht werde. England rüste gegenüber Deutschland als seinem eventuellen Feinde auf. Dies sei vermutlich eine Ergün z u n g z u Baldwins Erklärung, daß die britische Grenze der Rhein sei. Das ganze Schriftstück mache den Eindruck, daß es vom französischen Außenministerium verfaßt worden sei. Großbritannien habe keine andere Außenpolitik als die, die ihm von Frankreich diktiert werde. Durch seine Unterwürfigkeit gegenüber Frankreich sei England bereits in einen Krieg gebracht worden, und es habe jetzt den Anschein, als ob es in einen neuen Krieg gebracht werden solle. Die Veröffentlichung des Weißbuches wird von der gesamten Presse als. große Sensation aufgemacht. Die Aufnahme ist je nach der politischen Einstellung der Blätter verschieden. Allgemein finden größte Beachtung die Bemerkungen Macdonalds im Weißbuch über das deutsche W i e - beraufrüften, die vom „Evening Standard als „strenge Worte" des britischen Premierministers gegenüber Deutschland gewertet werden. Der unabhängig-konservative „Daily Expreß tragt di« Ueberschrift: „Minister Macdonalds Bomben: Eine für Deutschland, eine andere für Japan' . Im live- ralen „News Chronicle" lieft man: „Fassungslosigkeit der Parlamentsmitglieder über den Auf- rüftungsplan. Der Premierminister klagt Deutschland an. Sir John Simons Reise ist zwecklos geworden. Neues Rüstungswettrennen in der Welt. „Times" bemerkt, Die Notwendigkeit für Die Der- - mebrung der Mehrausgaben sei bewiesen, wie be« i bäuerlich es auch sei, die harten Ersparnisse ber t Nation für Kriegswerkzeuge auszugeben. Aber cs : müße eingeräumt werden, daß es eine politische plätze sowie für die Errichtung neuer Gebäube oermanbt werben. Die für Die Flotte angefor- berten Zusatzkrebite sollen bazu bienen, bie alten Gehälter unb Löhne für Offiziere und Mannschaften w i e b e r h e r z u st e l l e n , Die im Herbst 1931 mit Rücksicht auf bie angespannte Finanzlage gekürzt worben waren. In ber Begrünbung ber Voranschläge für die ßuftftreitfräfte finbet auch bie Frage ber Luft- ch i f f a t) r t kurz Erwähnung. Danach scheinen bie nilitärischen Sachverstänbigen ben Luftschiffgeban- ken noch keineswegs aufgegeben zu Haden, benn es ist beabsichtigt, sowohl bie Luftschiffwerke in Carbington als auch bie Lanbeoorr ich * tun’gen in Karatschi (Jnbien) und Ismail a (in ber Nähe bes Suezknanals) weiterhin aufrecht zu erhalten. In Carbington wirb stch eine Stubiengefellschaft einem sorgfältigen Studium ber Entwicklung ber auslänbischen Luftschiff- hung in den C uf t ff r ei l f r ä f f en verkündet. Die Aktion der britischen Regierung bedeutete natürlich nicht ein Sichabfinden mit einem Bruch des Vertrages von Versailles. Dieses Wiederaufrüsten wird, wenn es in feinem gegenwärtigen Ausmaß unvermindert und unkontrolliert fortgesetzt wird, die Besorg- nis der Nachbarn Deutschlands ver- stärken, und es kann infolgedessen eine Lage erzeugen, in der der Frieden gefährdet wird. Die britische Regierung hat die Erklärungen der Führer Deutschlands, daß sie den Frieden wünschen, zur Kenntnis genommen und begrüßt. Sie muh aber bemerken, daß nicht nur die Kräfte, sondern auch d e r G e i st, in dem die Bevölkerung und insbesondere die Jugend des Landes organisiert werden, das allgemeine Gefühl der Unsicherheit, das bereits unzweifel- haft erzeugt worden ist, begründen und fördern. Das mit ben Initialen bes .P r e m i e r m i n i- ft er s unterzeichnete, von ihm bem Parlament unterbreitete Weißbuch schließt mit ben Worten: „Um es zusammenzufassen: ^rieben ist bas Hauptziel ber britischen Außenpolitik. Die nationale Regierung beabsichtigt, biefen Zweck zu förbern nicht nur durch Methoden, bie in ben letzten Jahren angenommen worben finb, nämlich Unterstützung bes Völkerbunbes, Sicherheitsvereinbarungen, internationales Einvernehmen unb internationale R e - gelung ber Rüstungen, sonbern auch burch alle anderen verfügbaren Mit- t e l. Trotz ihres Vertrauens in den schließlichen Triumph friedlicher Methoden erkennt sie im augenblicklichen unruhigen Zustand der Welt, daß au 9t ü ft ungen nicht verzichtet ro erbe n kann. Sie muß ben Frieben wahren, bie Sicherheit aufrecht erhalten unb Angriffe abschrecken. Die vorsätzliche Verlangsamung unserer Rüstungen als Teil unserer Friedenspolitik hat sie unter ben Stanb gebracht, ber erforberlid) ist für bie Erfüllung biefes Zweckes insbesondre angesichts ber Unsicherheit ber internationalen Lage unb ber Erhöhung ber Rüstungen in allen Teilen ber Welt. Lonbon, 5. März. (DNB.).Zur Vorbereitung ber großen Wehrbebatte, bie am 11. März im Unterhaus beginnen soll, hat bie britische Regierung, wie gestern schon kurz gemelbet, ein Weißbuch ausgearbeitet, bas in ber Oeffentlichkeit bas größte Aufsehen erregt hat. Das Weißbuch beginnt mit ber Feststellung, bisher habe bie öffentliche Meinung in Englanb zu ber Annahme geneigt, baß nichts für bie Aufrechterhaltung bes Friebens er- forberlid) sei außer ber bestehenben internationalen politischen Maschinerie unb baß bie älteren Verteibigungsmethoben, bie Flotten, Heere unb ßuftftreitfräfte, letzten Enbes nicht länger benötigt feien. Die Ereignisse in ber Welt hätten jeboch gezeigt, baß biese Annahme verfrüht ist. Es habe sich gezeigt, baß, wenn einmal eine Aktion unternommen worben ist, bie internationale Maschinerie für bie Aufrechterhaltung bes Friebens als ein Schutz gegen einen Angreifer nicht verläßlich ist. Die nationale Regierung könne nicht länger ihre Augen vor ber Tatsache schließen, baß angemessen e V e r- ' gungsmaßnahmen weiterhin für die jeit erforberlid) finb, bie es ferner dem eingefchlagen haben, und die in vielen Reden Hitlers aller Welt eindeutig offenbart worden ist. Die Jermani a" schreibt unter der lieber- chrift „Im Ton vergriffen!": Wenn man sagt, das englische Weißbuch enthalte eine Spitze gegen Deutsch 1 and, so ist das die hof 1 ich ste F v r m, in Die wir das Urteil über dieses amtliche ßonöo- ner Schriftstück fassen können. Die ßvndoner Regierung hat eine wenig glückliche Hand gehabt. Wenn man wirklich Wert auf die unmittelbare Aussprache zwischen ßondvn und Berlin gelegt hat, so wie es bei uns der Fall war, dann beschließt man die ßeftüre des Weißbuches mit dem Eindruck, daß ßondvn sich hier im Ton d er- verschweigt. Mit bem Verlassen des Rechtsbobens durch die anderen Mächte mar Deutschland, das mehr offene Grenzen hat als irgendeine andere Nation, gezwungen, feine Sicherung selbst zu bestimmen. Wir hätten es lieber gesehen, wenn nach dem deutschen ? Vorbild die anderen Mächte ihre Rüstun- } gen beschränkt hätten. Wir hatten auf der ] Abrüstungskonferenz klare Vorschläge gemacht und । sogar dem Abrüstungsprogramm des britischen Mi- nisterpräsidenten Macdonald, dessen Initialen dieses ; Weißbuch zieren, zugestimmt, obgleich dieser . Vorschlag Deutschland benachteiligte. Das Weißbuch verschweigt, daß nicht an Deutschland, sondern an j Frankreich Macdonalds Plan gescheitert ist. Es mag ein beliebtes Propagandamittel der briti- . scheu Regierung sein, vor ihrem Volke sich weiß zu waschen, aber es bleibt doch bie historische Schulb , Großbritanniens, daß Sir John Simon im Oktober < 1933 die Nichtgleichberechtigung Deutschlands in der Rüftungsfrage betonte. Wenn er auch seitdem eine andere Politik trieb, so ist dieser Kardinalfehler doch der Ausgangspunkt der verstärkten Rüstungen aller Rationen, denen Deutschland nach seinem Austritt aus dem Völkerbund aus seinen vitalsten Interessen heraus ein Gegengewicht entgegensetzen mußte. Kurzum, die Schuld an der Aufrüstung tragen die Mächte, die Deutschland durch ihre Nichtabrüstung zwangen, seine Sicherheit zu verstärken. Das englische Weißbuch arbeitet nun mit dem Araument, nach Teil V des Versailler Vertrages, der" noch in Kraft wäre, dürfe Deutschland nicht aufrüften unb bie englische Regierung habe bereits die Aufmerksamkeit ber Nationen auf die deutsche Aufrüstung gelenkt. Der Teil V des Versailler Vertrages steht nur noch auf dem Papier, benn er war einem Schwächeren unter derBedingung auf- gezwungen worden, daß die anderen Nationen ihre Rüstungen verminderten. Als das nicht geschah, als die Vertragspartner — wenn man schon bei einem diktierten Frieden von Partnern sprechen mill — den Vertrag brachen, war Deutschland nur nach der Maßgabe feiner Schwäche ober feiner Stärke an den Vertrag gebunden oder nicht gebunden. Es ist und bleibt eine Spiegelfechterei zu behaupten, Deutschland rüste nicht nur auf, sondern sein militärischer Geist durchdringe sogar die Jugend, wenn dies den Nationen ohne weiteres zuerkannt wird, bie mit Englanb am gleichen Strange ziehen und von denen jeder einzelne sich ein furchtbares Kriegsinftrument ausbildete Bei uns wird Disziplin, wird Selbstzucht und Gehorsam gelehrt; bei uns steht bie Körper- ertüd)tigung an erster Stelle; m anderen Landern aber stellt man halbwüchsige Pennäler an Maschinengewehre, übt ste in der Bedienung der Tanks und Vanaerflugzeuge. In Frankreich sind sogar Frauen Kindermund Greise in da- Verteidigungs- system einbezogen worden, in Italien ist die getarnte Jugend für Kriegszwecke organisiert m allen übrigen Staaten befolgt man das System der militärischen Schulung der Jugend, unb tue irreale Größe Räterußlands ist ein Problem, das in einer Hinsicht dennoch klar ist: Sowjetrußland r u ft e t mit aller Macht, es hat sogar Frauen-Regi- menter sowie eine ungeheure ßuftroaffe. Man versteht nicht, daß im Augenblick der Rei > e Simons nach Berlin Deutschland der Dorwurf gemacht wird, den man anderen Nationen gegenüber nicht zu erheben wagt. Es ist doch ein wohlfeiles Ablenkungsmittel, die Aufmerksamkeit der englischen Oeffentlichkeit nur auf Deutschland zu richten. Das geschieht gemäß dem Bis- marckwort, dieses England mit seiner Nicht-Inter - ventionspolitik sei eine ganz gleichgültige Grotz- macht, „die sich nur durch ihr ewiges tantenhaftes Bevormunden einen gewissen künstlichen Einfluß geschaffen hat." Weil diese Tantenhaftigkeit und das ewige Moralisieren englischer Blätter in ber Abrüstungsfrage sich lediglich gegen Deutschland richtete, ist England tatsächlich in seiner Rüstung zurückgeblieben. Aber ist Deutschland dafür verantwortlich? Wir betrogen gewiß nicht England, und selbst das Weißbuch muß zugeben, daß die Friedenserklärungen des Führers eine ausgestreckte Hand zum Frieden sind. Wir müssen daher mit aller Energie den britischen Vorwurf zurückweifen, an der zwangsläufigen Entwicklung die Schuld zu tragen. Die Schuld der anderen lag Grundlage für die Begrenzung der Rüstungen geben müsse, und diese Grundlage bestehe noch nicht. Die Verhandlungen, die Simon und Eden Ende der Woche um eine Etappe weiterführen würden, eröffneten tatsächlich die beste Aussicht auf Herstellung eines Sicherheitssystems, die sich bisher gezeigt habe. Die logische Folge eines angemessen organisierten kollektiven Systems werde in der Verminderung der nationalen Streitkräfte bestehen. Der liberale „News Chronicle" macht der Regierung den Vorwurf, sie habe die Flinte ins Korn g e w o r f e n , sie verteidige ihren Beschluß mit Argumenten, die darauf hindeuteten, daß sie die Hoffnung auf die Möglichkeit der Erhaltung des Friedens auf anderem Wege als dem militärischer Vorbereitungen verloren habe. Das Blatt bezeichnet es als ein Unglück, daß höhere Rüstungsvorschläge von England inmitten der Verhandlungen über den englisch-französischen Plan bekanntgegeben würden, auch wenn dies durch das Arbeitsprogramm des Parlaments notwendig gewesen sein möge Doppelt bedauerlich findet „News Chronicle" es, daß der Voranschlag von einer Rechtfertigungsschrift begleitet worden sei, die den Eindruck mache, als ob das Kabinett die Sendung des Staatssekretärs des Aeußern nach Berlin und Moskau von vornherein zunichte machen wolle. „Daily Herold" führt aus, das Dokument des Premierministers, das eine ungeheure Erhöhung der britischen Rüstungsausgaben zu rechtfertigen suche, sei das beste Beispiel vorsätzlicher 23er« anstaltung einer Panik in England, die England seit dem berühmten Feldzug von 1909 bewegt habe, in dem acht neue Dreadnoughts gefordert wurden. Das Weißbuch verfolge den offenbaren Zweck, der mangelnden Volkstümlichkeit dieser kolossalen Ausgaben für kriegerische Vorbereitungen dadurch entgegenzuwirken, daß die Nation überzeugt werde, ihre Sicherheit sei in Gefahr. Es beide abzuwarten, welche Wirkung es auf die kommenden Verhandlungen in Berlin und anderen Städten haben werde. Förderlich könne dieser Eindruck nicht sein, aber das scheine der Regierung gleichgültig zu bleiben. „E v e n i n g Standard" spricht von erstaunlicher und gefährlicher Logik. Der Höhepunkt der Ironie sei die Tatsache, daß der Locarnopakt, für den Großbritannien jetzt seine Rüstungen vermehre, das ausgesprochene Ziel gehabt habe, eine Abrüstung herbeizuführen. Im Pressedienst der Arbeiterpartei wird das Weißbuch als ein „B e - trug an der Sache des Friedens" bezeichnet Die Regierung habe das kollektive Friedenssystem über Bord geworfen und beginne jetzt ein Rüstungswettrennen, das unvermeidlich d i e Kriegsgefahr vermehren werde. Nie zuvor sei die Sache der Abrüstung und des Friedens fo gründlich betrogen worden. Niemand habe häufiger als der Ministerpräsident Macdonald in der Vergangenheit das Land darauf aufmerksam gemacht, daß Rüstung keine Sicherheit bedeute. Vor der Wehrdebatie im Unterbaus. London, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Sir Herbert Samuel und die von ihm geführte liberale Unterhausgruppe haben für die Wehrdebatte am nächsten Montag folgende Entschließung angemeldet: „Das Unterhaus bedauert tief, daß die Art und Weise, in der die britische Regierung die Verhandlungen mit anderen Ländern geführt hat, nicht zu größerer Sicherheit für die Erhaltung des Friedens, sondern zu der Forderung nach einer erheblichen Mehrausgabe für Rüst ungen geführt hat." Die Arbeiterpartei wird erst am Mittwoch über ihre Haltung Beschluß fassen. Es ist höchst wahrscheinlich, daß sie einen ähnlichen Antrag einbringen wird. Henderson ist eingeladen worden, an der heutigen Zusammenkunft teilzunehmen. Mehrere radikale Mitglieder der Arbeiterpartei sind der Meinung, daß der Inhalt des Weißbuches eine direkte Kränkung für Henderson bedeute, und daß er bei der Unterhausdebatte seinen Rücktritt vom Vorsitz der Abrüstungs- k o n f e r e n z ankündigen sollte. Macht und Wirtschaft. Dr. Goebbels spricht zu den Landesleitern des Reichspropagandaministeriums. Berlin, 5. März. (DNB.) Am Dienstag fand die monatliche Tagung der L a n d e s st e l l en- lei t e r des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda in Berlin statt. Dr. Goebbels gab diesen alten Gardisten der Partei einen Einblick in die Werkstatt der Politik. Zwei Probleme ständen im Vordergrund, die beide voneinander abhängig seien: die Wirtschaft und die Macht. Ohne Macht könne man keine Wirtschaft aufbauen. Eine leistungsfähige Wirtschaft anderseits sei unerläßlich zur Wiedergewinnung der Macht. Hinter der Lösung dieser großen Probleme müßten die kleinen Tagesfragen zurücktreten. Die Männer in der Regierung hätten auf lange Sicht gearbeitet. Das letzte Ziel sei in der Politik entscheidend und nicht die Mittel. Dr. Goebbels wandte sich gegen das Denunziantentum und erklärte in aller Schärfe, daß er in Zukunft seine Mitarbeiter gegen alle Verunglimpfungen a u f d a s nachdrücklich st e in Schutz nehmen werde. Der Führer habe bisher bei allen seinen Maßnahmen noch immer Recht behalten und daraus sei das blinde Vertrauen der Gefolgschaft zum Führer erwachsen. Der Rintelen-Prozetz. Wien, 5 März (DNB.) Im Rintelen-Prozeß wurde der frühere Minister im Kabinett Dollsuß Dr. Kerber sowie Staatssekretär Oberlandesgerichtspräsident Dr. Glaß vernommen. Beide weilten am 21. Juli in Graz im Hause Rintelens, als Rintelen aus Rom dort eintraf. Beide konnten nichts über eine Verbindung Rintelens mit den Nationalsozialisten oder über ein gespanntes Verhältnis zwischen Dollfuß und Rintelen oder gar über irgend welche Absichten Rintelens bekunden, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des 25. Juli gestanden hätten. Der frühere Generalsekretär im Bundeskanzleramt, Peter, der mit Rintelen dienstlich viel zu tun hatte, äußerte auch nichts Belastendes gegen den Angeklagten. Er sagte nur aus, daß Dollfuß ein gewisses Miß- trauen gegen Rintelen gehabt habe. Der ehemalige Chefredakteur des „Neuen Wiener Journal", N a g e l st o ck , äußerte sich dahin, daß das Verhältnis zwischen Rintelen und Dollfuß g u t war. Rintelen habe ihn, den Zeugen, sogar auf» gefordert, in seinem Blatt für Dollfuß einzutreten. Er kennt Rintelen nur als Chistlich-Sozialen des rechten Flügels. Irgendeine Berbindung mit den Nationalsozialisten ist ihm nicht bekannt. Hofrat Bohm gab an, daß zwischen Dr. Dollfuß und Rintelen nie andere als sachliche Gegensätze bestanden hätten. Das Verhältnis der beiden Männer zueinander sei aber später durch Quertreibereien vergiftet worden. Der Name Rintelen sei schon während des Pfrimer-Putsches schnöde mißbraucht worden. General Wagner, ein hervorragendes Mitglied der Christlich-Sozialen Partei, erklärte, daß Dr. Rintelen auf dem Standpunkt stand, mit den Nationalsozialisten müsse ein Ausgleich getroffen werden. Diese Meinung sei von einem großen Teil seiner Parteifreunde geteilt worden, wie denn überhaupt viele Christlich-Sozialen, insbesondere der Bundesländer, Anschlußfreunde gewesen seien. Rintelen habe selbst niemals mit den Nationalsozialisten Fühlung gehabt, außer in jenen Besprechungen, die mit Wissen und auf Wunsch Dr. Dollfuß' stattgefunden hätten. Dr. Rintelen habe nach solchen Besprechungen mit Nationalsozialisten sofort hervorragende Heimwehrführer von ihrem Ergebnis verständigt. Der Führer leicht erkrankt. Der Berliner Besuch des britischen Außenministers verschoben. Berlin, 5. März. (DMB.) Anläßlich seines Besuches in Saarbrücken hat sich der Führer eine leichte Erkältung, verbunden mit einer Harfen Heiserkeit, zugezogen. Aus ärztliche Anordnung sind daher zur Schonung der Stimme die für die nächste Zeit anberaumten B e - sprechungen abgesagt worben. Unter diesen Umständen hat die Reichsregierung durch den Reichsauhenminister dem englischen Botschafter die Bitte übermittelt, daß der festgelegte Besuch der englischen Minister verschoben werden möge. Die Mitteilung, daß die deutsche Regierung um einen Aufschub des englischen Besuches in Berlin nachgesucht hat, ist den englischen Regierungsstellen am frühen Nachmittag durch den britischen Botschafter in Berlin, S i r Erik Phipps, amtlich übermittelt worden. Die englischen Nachmittagsblätter veröffentlichen die Nachricht von dem Aufschub des Besuches in großer Aufmachung und unter fettgedruckten Schlagzeilen. Der liberale „S t a x * meldet, daß die Berliner Mitteilung eine große Ueberraschung in London hervorgerufen habe. — „Evening News" meint, daß die englische Regierung eine „sympathische Antwort" auf die deutsche Mitteilung absenden werde. — Preß Association meldet: Anscheinend habe die deutsche Regierung noch keine Andeutung darüber gegeben, auf w i e lange Zeit die deutsch-englischen Besprechungen aufgeschoben werden sollen. Etwaige Vermutungen, daß die Erkrankung Hitlers nicht der einzige Grund für die Aufschiebung der Besprechungen sei, würden in diplomatischen englischen Kreisen nicht geteilt. Einige nichtamtliche Beobachter neigten jedoch der Annahme zu, daß der Aufschub der Verhandlungen mit der gestrigen Veröffentlichung des britischen Weißbuches über die englische Rüstungspolitik zu verbinden sei. Im Regierungsviertel sei man jedoch der Ansicht, daß der Hinweis in dem Weißbuch auf das „deutsche Wiederaufrüsten" keine Neuigkeit für die deutsche Regierung bedeute, da der Präsident des englischen Staatsrates, Baldwin, schon vor einiger Zeit im Unterhaus in ähnlicher Weise über das gleiche Thema gesprochen habe. Es fei noch nicht bekannt, fo fährt Preß Association fort, welche Wirkung der Aufschub des Besuches von Sir John Simon auf die beabsichtigte Reife nach Moskau und Warschau haben werde. Die Lage werde am Mittwoch auf der Kabinettssitzung zur Erörterung kommen. Giaaisminister Schemm bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen. roinnen (Italien), der die Festigung der Verhältnisie auf dem Balkan nicht in die Rechnung paßte. Aber auch für den Fall, daß Veniselos siegen sollte, könnte er das Balkanabkommen nicht ohne weiteres beiseite schieben, denn die Stimmung in Griechenland gegen die erwähnte Großmacht ist nicht besonders freundlich. Die „Novosti" erinnern an die Kundgebungen gegen Italien sowie an die Zusammenstöße im Dodekanes und fahren dann fort: Griechenland würde ohne den Balkanpakt absolut nichts bedeuten, sondern in die Lage Albaniens obet eines anderen kleinen Staates geraten, die Spielbälle in den Händen jener Großmacht sind. Auch in Paris sehe man die Quelle des griechischen Aufstandes in einer Aenderung der Außenpolitik. Veniselos sei in das Lager der Gegner Frankreichs abgeschwenkt. Der neue Oberpräsident der Rhe'nprov'nz. Köln, 5. März. (DNB.) Zu der Ernennung von Gauleiter T e r.b o v e n zum Oberpräsidenten der Rheinprovinz schreibt der „Westdeutsche Be- o beicht er" u. a.: Die (Ernennung ist das Ergebnis einer vor kurzem stattgefundenen Besprechung der vier rheinischen Gauleiter (Simon, Koblenz; Grohe, Köln; Florian, Düsseldorf und Scherl-Bildmatemdfenst, Bayreuth, 5. März. (DNB.) Das Sportflugzeug des Gauleiters der bayerischen Ostmark Hans S d) e m m verunglückte am Dienstag, 17 Uhr, auf dem Bayreuther Flugplatz. Die Maschine, die von dem Gaupiloten Michael Schmidt gesteuert wurde, war aus bisher ungeklärter Ursache unmittelbar nach dem Start mit einer Tragfläche an den Winbsack auf dem Dach der Flugzeughalle geraten. Die Tragfläche brach, und die Maschine st ü r z t e ab. Während der Pilot mit leichteren Verletzungen davonkam, waren die Verletzungen des Gauleiters e r n st e r Natur. Er wurde sofort in das Städtische Krankenhaus Bayreuth gebracht und dort operiert, ist jedoch gegen Mitternacht den schweren Verletzungen erlegen. Der Führer sandte auf die Nachricht vom Tode des Gauleiters folgendes Telegramm an Frau Staatsminlster Schemm, Bayreuth: „Auf das ttefste erschüttert über das Unglück meines alten treuen Parteigenossen und Mitkämpfers spreche ich Ihnen mein bewegtes Beileid aus. (gez.) Adolf Hitler." * Der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Gauleiter und Staatsminister Hans S ch e m m war gleichzeitig Führer des Natio- nalsozialistischen Deutschen Lehrer- b unb es, Leiter bes Hauptamtes für E r - Ziehung bei ber Reichsleitung ber NSDAP, unb bayerischer Minister für Unterricht unb Kultus. Er würbe 1891 in Bayreuth geboren, besuchte bas Lehrerseminar unb war zunächst Lehrer in Neufang bei Wirzberg. Währenb bes Krieges würbe Schemm als nicht voll verwenbungs- fähig in bakteriologischen Laboratorien unb beub schen Lazaretten eingesetzt. Hier holte er sich eine Tuberkuloseinfektion. Nach bem Kriege trat er roieber in ben Schulbienst. Er nahm an ber E r - oberung Münchens burch bas Freikorps Epp teil. 1921 würbe er Leiter eines bakteriologisch- chemischen Institutes in Thale am Harz, ein Jahr Athen, 5. März. (DNB.) Der Kampf zwischen ben Regierungstruppen unb ben Aufstänbischen h a t seinen Anfang genommen, bie Artillerie ist in Tätigkeit getreten. Bei ber Insel Amor- gos würbe ein Schiff ber Aufstänbischen gesichtet, bas mit Vollbampf auf bie Insel Santorin Kurs hält. Wie bie Flugzeuge melben, fahren bie Meutererschiffe getrennt Der Stanbort bes Kreuzers „Aweroff" ist unbekannt. Der heutige Kriegsrat hat fünf weitere Altersklassen einberufen. Buba- pester Blätter stellen übereinftimmenb fest, baß Zwar auf bem Festlanb bie Lage für bie Regierung günstig sei, jeboch bie Inseln sich voll st ä n - bi g in Hänben ber Aufstänbischen befänden. Auf Kreta habe Veniselos einen breigliebrigen revolutionären Vollzugsausschuß gebilbet, ber biktatorische Maßnahmen ergriffen habe. Alle Staatsgelber seien von ben Aufstänbischen beschlagnahmt worben; ber Vollzugsausschuß beabsichtige, eine Zwangsanleihe aufzulegen. In Saloniki sollen bie Aufstänbischen nach einem blutigen Gefecht zurückgeschlagen worben sein. Die Macht ber Aufstänbischen stütze sich hauptsächlich auf bie Flotte, bie v o l l st ä n b i g in ihren Hänben sei. Auf bem Kreuzer „Awe- roff" sollen 25 Matrosen, bie sich gegen bie Revo- lution erklärt hätten, erschossen worben sein; ebenso soll ber Präfekt ber Insel Kreta Segu- r o w, sowie ber ehemalige Präfekt Meimara - k i s stanbrechtlich erschossen worben sein. Die Regierung habe bie Anorbnung, wonach Sparein- iagen von ben Banken nicht ausgezahlt werben surfen, roieber aufgehoben. Veniselos habe jetzt bie ^bstcht, zum Angriff überzugehen unb Truppen an ber Subtufte zur Besetzung Athens zu lanben -Der frühere Außenminister unb Mitarbeiter von Veniselos Michalakopulos hat sich an Deni- |eios gewandt unb unter Hinweis auf bie Vaterlandsliebe den Abbruch des Aufstandes später wiederum Lehrer in Bayreuth. Hier wurde er Mitglied ber NSDAP, unb grünbete 1925 ben Gau Oberfranken. Schemm hat auch ben Nationalsozialistischen Deutschen Lehrerbunb geschaffen. Im April 1933 würbe er bayerischer Minister für Unterricht unb Kultus. Mit Hans Schemm ist einer ber ältesten Nationalsozialisten unb eine ber markantesten Gestalten im politischen Leben, insbesondre Bayerns, ein Führer unb Wegweiser ber beutschen Erzieherschaft hingegangen. DieTrauer der deutschen Erzieher Das Hauptamt für Erzieher unb ber Na tionalsozialistische Lehrerbunb roibmen ihrem verstorbenen Reichsamtsleiter fol- genben Nachruf: Tiefste Trauer erfüllt alle beutschen Erzieher unb Erzieherinnen, bie, im Nationalsozialistischen Lehrerbunb geeint, ben so plötzlichen unb allzu frühen Tob ihres unersetzlichen Leiters Hans Schemm beklagen. Sein Wille unb seine Tatkraft schufen b i e große beutsche Erziehergemeinschaft, bie seit Pestalozzis unb Fichtes Zeiten als Sehnsucht in ben Herzen ber Erzieher aller beutschen Schulzweige glühte. Als ragenbes Symbol bieser Gemeinschaft erftanb aus feiner Jbee heraus bas Haus ber beutschen Erziehung in Bayreuth, ber Stabt Wagners unb Chamberlains, ber Bahnbrecher für ben Weg ins Dritte Reich. In ber gotisch gerichteten Weihehalle bieses seines Lieblingswerkes wirb Hans Schemm aufgebahrt werben. Hans Schemms Größe im Denken, feine unerschütterliche Kameradschaftstreue zu seinen Volksgenossen, seine Wärme bes Herzens für Deutschlands Jugenb charakterisieren ihn als ben geborenen beutschen Erzieher. Hans Schemm ist tot. Sein ©eift lebt in seinen Werken unb Taten unb verpflichtet alle beutschen Erzieher zu treuer Nachfolge. (gez.) Max Kolb, Hauptstellenleiter im Hauptamt für Erzieher, Reichsgeschäftsführer bes NSLB. geforbert, ber bem Laube eine Wunbe schlage, bie kaum in zehn Jahren sich schließen werbe. Griechenland werbe zu einem Fetzen Europas. Kriegsminister Konbylis hat sich zum letztenmal in einem Aufruf an bie Aufstänbischen mit ber Forderung gewandt, d i e Waffen abzugeben und sich ber rechtmäßigen Regierung zu ergeben, ba sonst ber Schrecken bes Krieges in Ostmazebo- nien burch Bombenflieger, Reiterei, Artillerie unb Infanterie noch erhöht werben würbe. Er hoffe, baß bas Vergießen von Bruberblut, das durch die Schuld von Veniselos fließe, ein Ende nehme. Kondylis hat sich an die Strymon-Front begeben, um persönlich die militärischen Unternehmungen zu leiten. Die Regierungstruppen haben nach Wiederaufbau der von den Aufständischen zerstörten Brücken ben Strymon überschritten unb be- jinben sich im Vormarsch. 21 Flugzeuge bom- barbieren bie Aufstänbischen, bie in großer Un- orbnung flüchten. Die brahtlose Station von Pha - leron fing einen Funkspruch des Aufstandischen- Admirals D e m e st i ch a auf, wonach der Kreuzer „Aweroff" nur noch mit sieben Seemeilen fahre, was auf das erfolgreiche Bombardement durch Flugzeuge zurückgeführt wird. Außenpolitische Hintergründe? Veniselos und der Balkanpakt. Belgrad, 5. März (DNB.) Die südslawische Presse betrachtet bie Entwicklung in Griechenlanb nicht ohne Sorge. Die Agramer „ N o v o st i " erklären, bie Haupttolle beim griechischen Aufstand spielt zweifellos bie Außenpolitik. Veniselos hatte vor etwa einem Jahre betont, baß er nicht gesonnen sei, bas Abkommen über ben Balkanpakt anzuerkennen. Es war ihm gelungen, für seine Politik eine Großmacht im Mittelländischen Meer zu ge= Ierbdden, Essen) mit Ministerpräsident Hermann Göring. Die Gauleiter hatten die Bitte ausgesprochen, die akut gewordene Nachfolgefrage des rheinischen Oberpräsidenten durch die Ernennung des di en st ältesten rheinischen Gauleiters zu losen. Dieser Bitte ist entsprochen worden. Diese Regelung ist bis zurSchaf- f u ng ber Reichsgaue gedacht, da die jetzige Rheinprovinz nicht Reichsgau werden, sondern in mehrere Reichsgaue aufgehen wird. Die Mütterschulung in der NG.-Frauenschaft. Die letzte Rede des verunglückten bayrischen Kultusministers. Koburg, 5. März. (DNB.) Auf Schloß Hohenfels würbe am 5. März eine Tagung über Mütterschulung eröffnet. Hierzu waren außer den Gauamtsleiterinnen aller deutschen Gaue auch bie Sachbearbeiterinnen für Mütterschulung erschienen. Nach einer Eröffnungsansprache ber Reichsführerin ber NS.-Frauenschaft, Frau Schultz-Klink, leitete ber heute abenb bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommene bayerische Kultusminister Schemm bie Tagung mit einem Vortrag über bie Erziehungsinbee im nationalsozialistischen Staate ein. Eine wahre Mutter sei, so sagte er, in ihrem kleinen Kreise von jeher Nationalsozia l i st i n gewesen, beim sie habe ja von Natur aus bie große Aufgabe, für bie Gemeinschaft ihrer Schutzbefohlenen Tag für Tag zu sorgen. Es gelte nun, biefen Gemeinschafts- gebauten von ber Familie a u f bas ganze Volk z u übertragen. Die beutsche Frau und Mutter sei bie Repräsentantin bes Zukunftsgeban- kens unb ber ewigen Erneuerung bes beutschen Volkes. Dieses Bewußtsein, hochgemut unb ibeali- stisch betätigt in sorgendem Wirken für Familie unb Volk, sei praktische Religion. Die äußere Form bes Dogmas unb ber Kirche sei babei nicht bas Wesentliche Vielmehr werbe sich manche Form, bie bas kommende Zeitalter noch zu gestalten habe, ergeben aus derjenigen Ideenwelt, der es am besten gelingen werde, die Liebe zur Gemeinschaft in werktätiger Hilfe zum Ausdruck zu bringen. So sehr es für die deutsche Frau notwendig sei, sich für die praktischen Ziele ihres Wirkens vor- zubereiten unb zu schulen, so sei doch ausschlag- gebenb für ben Erfolg bie primäre Einstellungsbefähigung unb Gewilltheit, über ben Egoismus ber Vergangenheit hinwegzugelangen unb mitSelbstlosigkeit, Opfermut unb warmem Herzen Helferin, Retterin unb Fürsorgerin bes beutschen Volkes zu sein. Als bas große Ziel müsse ber beutschen Frauenwelt oorschweben, eine neue tatkräftige unb glückliche Jugenb bem beutschen Volke zu schenken. Reichsminister Sr. Goebbels auf ber Leipziger Messe. Der Reichsminister für Volksaufklärung unb Pro- paganba Dr. Goebbels ist zum Besuch ber Leipziger Frühjahrsmesse eingetroffen. Zunächst würbe bie Kunstgewerbeschau im Grassi-Museum besucht, bann bie große Technische Messe unb schließlich noch einige Meßpaläste in der Innenstadt. Dr. Goebbels wurde überall herzlich begrüßt. Der Minister hat seinen Eindruck von ber Messe in bie Worte zusammengefaßt: „Die Leipziger Messe erfüllt jeben Be- sucher mit tiefer Bewunberung für deutsche Tatkraft, Intelligenz unb Unternehmungs- freube; sie ist auch biesmal roieber eine Musterschau ber beutschen Gesamtprobuktion." Dr. Goebbels unb Begleitung besuchten am Abenb bas Geroanbhaus-Sonberkon- zert, bas von Hermann Abenbroth birigiert würbe. Nach ber Ouvertüre zu Benvenuto Cellini von B e r l i o z brachte Kammersänger W i 11 r i s ch von ber Staatsoper Berlin u. a. zum Vortrag „0 kommt im Traum" von Franz Liszt, „Verborgenheit" unb „Wer ift’s?" von Hugo Wolf sowie „Morgen" unb „Cäcilie" von Richard Strauß. Den Abschluß bes Konzert bilbete Beethyvens S 9 w p hon i e. Währenb ber Pause unterhielt id) Reichsminister Dr. Goebbels angelegentlich mit Jem Dirigenten Hermann Abenbroth unb bem Solisten Marcel Wittrisch. Der Kampf gegen die Aufständischen in Griechenland Hai begonnen. Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Zwei Jahre nationalsozialistische Reichsreform. — Ein Rückblick und Ausblick des Staatssekretärs im Reichsinnenministerium Pfundtner. DNB. veröffentlicht eine Unterhaltung mit dem Staatssekretär des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern, Dr. Pfundtner, in der dieser u. a. folgendes erklärte: Das Ermächtigungsgesetz vom 2 4. März 1933 gab der Regierung Adolf Hitler eine weitgehende Vollmacht auf dem Gebiete der Rechtssetzung. Der Verzicht des Reichstages wie des Reichsrats auf Einschaltung in das Gesetzgebungsoerfahren bedeutete vor allem die klare Absage an einen Parlamentarismus, der die Quelle alles Leides für unser Volk geworden war, und er bedeutete den endgültigen Ersatz anonymer Verantwortung durch das Verantwortungsbewußtsein und die Verantwortungsfreudigkeit führender Männer. Am Ende des er st en Jahres der nationalsozialistischen Revolution, d. h. am 30. Januar 1934, bestand folgender staatsrechtlicher Zustand: Im nationalsozialistischen deutschen Staat gibt es nur einen Führer, in dessen Hand jede Entscheidung liegt. Die Mitglieder der Reichsregierung sind die Vertrauensmänner und Berater dieses Führers. Die Regierung ist von der Gunst eines Parlaments unabhängig, so daß sie auf weite Sicht zu arbeiten und zu disponieren vermag. Der Reichstag stellt eine geschlossene und einheitliche Vertretung des Gesamtvolkes dar; Die Landesregierungen sind in ihren wichtigsten Befugnissen nur noch Vollzugsorgane der Reichsregierung. Diese tatsächlichen Verhältnisse legte das am 1. Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution vom Reichstag und Reichsrat einstimmig beschlossene „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches" staatsrechtlich fest und führte damit einen reichsrechtlichen Zustand herbei, der die Erfüllung eines vielhundertjährigen Traumes der Deutschen und einen Abschluß einer tausendjährigen Entwicklung bedeutet: „Der Einheit des nationalen Willens entspricht die Einheit der Staatsführung und der Einheit des Volkes die Einheit des Staates." Die Landesbehörden nehmen seitdem die ihnen zur Wahrnehmung übertragenen Befugnisse nicht mehr kraft eigenen Rechts der Länder, sondern im Auftrag und im Namen des Reiches wahr. Das Reich ist jeder Zeit in der Lage, den Auftrag allgemein wie für einen einzelnen Verwaltungszweig zurückzuziehen und alle Zuständigkeiten an sich zu nehmen. Im zweiten Jahre der nationalsozialistischen Staatsführung ist für das einheitliche Reich auch das einheitliche Staatsoberhaupt geschaffen worden. Nachdem der getreue Ekkehard des deutschen Volkes, Reichspräsident Generalfeldmar- fchall von Hindenburg, zur Ruhe gegangen war und durch sein Testament das deutsche Volk und Reich vertrauensvoll in die Hände des Führers gelegt hatte, ist durch das Gesetz vom 2. August 1934 der Führer Adolf Hiller auch staatsrechtlich In den vom Reichsfinanzministerium herausgegebenen Veranlagungsrichtlinien zur Einkommen- und Körperschaftssteuer 1934 werden in der Einführung folgende allgemein interessante Punkte behandelt: Um einen ersten Schritt zur Anpassung des Einkommensteuerrechts an die weltanschaulichen Grundsätze des Nationalsozialismus handelt es sich im wesentlichen bei der stärkeren Berücksichtigung des Familienstandes. Die Steuer für Verheiratete mit Kindern ist innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen niedriger als bisher. Dahinzu kommen insbesondere die folgenden Vorschriften: 1. Kinderermäßigung wird a u f Antrag auch für volljährige Kinder gewährt, die auf Kosten des Steuerpflichtigen für einen Beruf ausgebildet werden und das fünfundzwanzigste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und zwar auch dann, wenn sie nicht zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören. 2. Die Abzüge für bestimmte Sonderausgaben bemessen sich nach der Höhe der Zahl der Kinder, für die Kinderermäßigung gewährt wird. Eine Senkung der Steuerlast gegenüber bisher ergibt sich: 1. bei allen Verheirateten mit Kindern innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen; 2. bei allen denjenigen Steuerpflichtigen, die nach dem Verbrauch besteuert werden; denn die Einkommensteuer nach dem Verbrauch beträgt nur die Hälfte der Steuer, die sich aus der Einkommensteuertabelle ergibt; ‘ 3. bei allen denjenigen Gewerbetreibenden und Angehörigen der freien Berufe, die Bücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs führen, und bei allen buchführenden San d - und F o rst- wirten, wenn sie den § 6, Ziffer 1, Satz 4, betreffend B e w e r t u n g s f r e i h e l t f u r k u r z - lebige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, in Anspruch nehmen; 4. bei allen denjenigen Gewerbetreibenden, die Bücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches führen, und bei allen buchführenden Land- und Forstwirten, die Teile ihrer E i n k u n f t e aus Gewerbebetrieb und aus Land- und Forstwirtschaft im Betrieb belassen. Für diese Telle wird die Steuer auf Antrag nur in Höhe von 20 v. H. erhoben. Entnahmen aus dieser steuerbegünstigten Rücklage werden nur mit 5. v. H. nachversteuert gegenüber 10 bis 20 vom Hundert bisher. Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft oder Kommanditgesellschaft, Einzelkaufleute und buchführende Land- und Forstwirte können demnach den Einkomm en- steuersatz auf insgesamt 25 v. H. beschrän- k e n. Dieser Hundertsatz gilt auch für Ledige. Bisher konnte der Einkommensteuersatz bis zu 40 vom Hundert erreichen. Dahinzu kam die Ehestandshilfe mit bis zu 5 v. H. Wie jeder Steuerpflichtige der Volksgemeinschaft Gegenüber verpflichtet ist, seine steuerpflichtigen Einkünfte restlos anzugeben, so ist jeder Steuer- b e amte verpflichtet, die Steuererklärung sorgfältig zu prüfen und darauf bedacht zu fein, daß die steuerpflichtigen Einkünfte re st los erfaßt werden. Der Steuerbeamte muß, wenn die Steuererklärung nicht gewissenhaft ausgefüllt worden ist, die Nachprüfung der Einkom- mensverhältniffe des Steuerpflichtigen mit befon- das alleinige Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches geworden. Die Reichsminister sind seine Berater und feinen Anweisungen unterworfen. Die fichtbare Folge dieses staatsrechtlichen Auslandes ist der Eid, den die gesamte Beamtenschaft auf den Führer und Reichskanzler abgelegt hat und durch den sie zu ihm in ein persönliches Treueverhältnis getreten ist, das zu äußerster Hingabe verpflichtet und nur durch den Tod gelöst werden kann. Es war im zweiten Jahre der nationalsozialistischen Reichsregierung naheliegend, wenn unter loser Anknüpfung an Gedankengänge aus dem Bismarckschen Reich und unter Weiterbildung der durch das Reichsftatthaltergefetz für Preußen bereits eingeleiteten Regelung die gleichartigen Ministerien des Reichs und Preußens in engere Verbindung miteinander g eb r a ch t wurden. So allein konnten die letzten Reste des schädlichen Dualismus zwischen der Reichs- verwaltung und der preußischen Verwaltung beseitigt werden. Demgemäß wurden im Sommer 1934 mit Ausnahme des Finanzministeriums sämt- l i ch e preußischen Ministerien mit den entsprechenden Reichsministerien in der Leitung verbun- d e n. Zwangsläufig ergab sich für den Behördenleiter die Notwendigkeit, die Sachkenner für die einzelnen Gebiete ohne Rücksicht darauf anzusetzen, ob es sich bei der einzelnen Frage um eine Reichsangelegenheit oder um eine preußische Angelegenheit handelte. Sachlich gleiche Arbeitsgebiete flössen immer mehr ineinander. Diese Entwicklung hat sich weiter zwangsläufig vollzogen, indem die Reichsund preußischen Ministerien ganz verschmol- z e n wurden. Nur die Finanzministerien des Reiches und Preußens unterstehen bisher noch getrennter Leitung. Die besondere Stellung des preußischen Ministerpräsidenten als Vertrauensmann des Führers uni> Reichskanzlers hat sich durch diese Fusion nicht geändert. In seiner Hand liegen diejenigen Befugnisse, die in den außerpreußischen Ländern den Reichsstatthaltern zustehen. Nach dem neuen Reichs st att- h alter gesetz kann der Bezirk des Reichsstatthalters von Landesgrenzen unabhängig gemacht werden. Der Führer und Reichskanzler kann für den Reichsftatthalter einen Amtsbezirk bestimmen, der über die Ländergrenzen ohne weiteres hinausgreifen und sich allein nach Zweckmäßigkeitsrücksichten bemessen kann. Wir stehen in kurzem auch vor dem Erlaß eines neuen deutschen Beamten- gef ehes und einer neuen deutschen Dienststrafordnungr Durch sie werden alle Beamten — gleichgültig ob Reichs-, Landesoder Kommunalbeamte, in einheitlicher Eigenschaft als Reichsbeamte — unmittelbar oder mittelbar — gesetzlich festgelegt. An die Stelle des bisherigen Landesbeamtenrechts tritt einheitliches Reichsrecht. Die neue deutsche Gemeindeordnung schafft an Stelle des bisher zersplitterten Gemeinderechts der deutschen Gaue ein einheitliches Recht für alle deutschen Gemeinden. Sie regelt die Führung in der Gemeinde nach dem Führerprinzip: gewährt der Partei ein entscheidendes Mitbestimmungsrecht bei der Schaffung der Gemeindeorgane und verfolgt unter weiser Beschränkung des Staatsaufsichtsrechts das Ziel, leistungsfähige, nach gefunden finanziellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten geleitete Gemeinden zu schaffen. Eine ähnliche Regelung wird bald für die Kommunalverbände (Kreise usw.) folgen. An eine Beseitigung leistungsunfähiger Zwerggemeinden wird herangegangen werden mit dem Ziel, überall größere leistungsfähige Gemeinden und Gemeindeverbände zur Verfügung zu haben. In der letzten Zeit ist in der Oesfenllichkeit mehrfach erwähnt worden, daß die Einteilung in Reichsgaue noch in diesem Jahre zu erwarten sei. Da die territoriale Neugliederung auch eine Neufundierung des Finanzausgleichs und eine Fülle von anderen Maßnahmen und vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen bedingt, find an anderer Stelle Zweifel darüber aufgetaucht, ob nun tatsächlich in diesem Iahre die territoriale Neugliederung des Reiches kommen werde. Ich kann dazu nur folgendes feststellen: Den Zeitpunkt hierfür bestimmt ausschließlich und allein der Führer und Reichskanzler. Die Entwicklung wird in keiner Weife überstürzt werden. Sie wird sich unter Berücksichtigung aller geographischen, volklichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte so vollziehen, wie es dem Wohle des deutschen Volkes und Reiches am besten entspricht. Auch die Zahl der künftigen Reichsgaue kann heute noch nicht fest gelegt werden. Doch werden es in sich geschloffene, leistungsfähige Gebilde sein, die zur Lösung der ihnen zu übertragenden wichtigen Selbstverwaltungsaufgaben fähig und imstande sind. Die Reichsregierung unter Führung Adolf Hitlers schreitet zielbewußt auf diesem Wege fort, und wenn man das Ergebnis der bisher hinter uns liegenden zwei Iahre des Neuaufbaus zufammenfaht, fo ist ohne Hebert,reibung festzustellen, daß das große Ziel, das Adolf Hitler dem deutschen Volke bei seiner Machtübernahme vorzeigte, schon heute im wesentlichen erreicht ist: Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Kunst und Wissenschaft. Welturaufführung des RVL-Mms „Hände am Werk". In die großen Pesreiungsfeiern der deutschen Saar reihte sich eine deutsche Feierstunde würdig ein, die im Ufa-Palast zu Saarbrücken vor geladenen Gästen stattfand und die in entsprechendem Rahmen das Erlebnis der Welturaufführung des RPL.-Films „Hände am Werk" brachte. Es muß dankbar anerkannt werden, daß die Uraufführung dieses Films gerade dem Saarland vorbehalten blieb. Dieses hohe Lied deutschen Fleißes und deutscher Schaffenskraft, diese Verkörperung pulsierenden Lebens des neuen Deutschlands muß gerade den Menschen zum besonderen Erlebnis werden, die nunmehr diesem Deutschland einverleibt werden, die erst jetzt aktiv Anteil nehmen können an der neuen großartigen Entwicklung der Dinge im Reich. Der Film „Hände am Werk" ist eine RPL.- Produktion, die unter der Herstellungsleitung von Eberhard F a n g a u f geschaffen wurde. Die Gestaltung des Filmwerks lag in Händen des jungen Künstlers Walther F r e n tz, der das Werk in Gemeinschaft mit dem Musiker Walther Gronostay aufbaute. Das Werk ist eine Symphonie der Arbeit nach ganz neuem Stil, Gesetzen und Wirkungsmöglichkeiten. Walther Frentz ist hineingegangen in die Betriebe des neuen Deutschland, auf das schaffende Land, an die Arbeitsplätze des Arbeitsdien- tes. Es werden uns prachtvolle Typen werktätiger Menschen gezeigt. Wir sehen sie an der Arbeit, ob es an der Drehbank ist, im lärmenden Getriebe einer Maschinenfabrik, tief drunten im Kohlenschacht, bei fröhlicher Weinlese oder bei der Be- tellung der heimatlichen Scholle. Der abgerundete Eindruck wird uns jedoch nicht nur vermittelt durch die gezeigten Bilder, sondern durch die neuartige Zusammenwirkung von Bild, Musik und Wort. Die Harmonie dieser drei Komponenten ist vollkommen erreicht. Es gibt keine Spielhandlung, es gibt während der Bilder selbst kein gesprochenes Wort, und doch wirkt das Kunstwerk nicht wie eine Aneinanderreihung einzelner Ausschnitte aus dem werktätigen Leben Deutschlands, sondern der Film wird zu einem abgerundeten, zusammenfließenden Erlebnis, das die deutsche Arbeit verherrlicht als lebenswichtigsten Faktor deutschen Lebens. Beschlagnahmung kunstbolschewisiischer Bilder. Die Geheime Staatspolizei in Berlin hat auf Ansuchen der Amtsleitung der NS.-Kulturgemeinde, Abteilung bildende Kunst, in der von der Firma Max Perl, Unter den Linden 19, veranstalteten Auktion moderner Gemälde, Handzeichnungen und Graphiken eine große Anzahl typisch k u n st - bolschewistischer Darstellungen pornographischen Charakters beschlagnahmt und sichergestellt. Es handelt sich um insgesamt 63 Arbeiten zum großen Teil prominenter Künstler des vergangenen Systems. Durch das Eingreifen der Staatspolizei und dadurch, daß die NS.-Kultur- gemeinde hier die Initiative ergriffen hat, wurde verhindert, daß derartige schamlose, jedes gesunde Empfinden aufs tiefste verletzende Machwerke der deutschen Oesfenllichkeit im nationalsozialistischen Staate weiterhin unter Mißbrauch des Namens ,Kunst" vorgesetzt und durch eine Scheinbewertung mit Auktionspreisen zur Irreführung der Oeffent- lichkeit benutzt werden. Aus aller Welt. Präsident Roosevelt ehrt deutsche Seeleute. Der amerikanische Generalkonsul in Hamburg überreichte den deutschen Seeleuten vom Tankschiff „P h o e b u s" der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft, die seinerzeit die Ueberlebenden des amerikanischen Riesenluftschiffes „A k r o n" im schwersten Sturm unter Einsatz des eigenen Lebens gerettet haben, eine Auszeichnung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Roosevelt. Kapitän Dalldorf erhielt eine goldene Uhr mit dem eingravierten Familienwappen des amerikanischen Staatsoberhauptes, der Erste Offizier einen Feldstecher und die sieben Besatzungsmitglieder, die sich bei der Rettung hervorgetan hatten, je eine goldene Medaille mit einer persönlichen Widmung Roosevelts. Das Tankschiff „Phoebus" war in der Nacht vom 3. zum 4. April 1933 bei schwerem Gewitter einziger Zeuge der furchtbaren Katastrophe des amerikanischen Marmeluftschiffes „Akron" gewe- sen, das mit 77 Mann Besatzung in tiefster Finsternis, bei Regen und Sturm ins Meer stürzte und in wenigen Augenblicken versunken war. Unter den wenigen Ueberlebenden befand sich damals der Leutnant Com. Wiley, der Führer des kürzlich ebenfalls verunglückten zweiten Riefenluftfchiffes „Macon". Das Schleisweiler Eisenbahnunglück vor Gericht. Vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart begann .der Prozeß wogen des Eisenbahn- unglücksbei Schleisweiler, bei dem im Dezember v. I. zehn Personen ums Leben kamen und 32 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Die beiden Angeklagten, Reichsbahnobersekretär Georg Dürrwächter aus Sulzbach und Reichsbahnassistent Karl Stotz aus Murrhardt, wurden wegen fahrlässiger Eisenbahnttansportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung in zehn Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in 32 Fällen zu je 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Der Strafantrag hatte gegen D. auf 2 Jahre 6 Monate und gegen St. auf 2 Jahre 2 Monate Gefängnis gelautet. In der Urteilsbegründung kam zum Ausdruck, daß bei beiden Angeklagten grobe Verstöße gegen die - Dienstvorschriften vorliegen, die das Unglück herbeigeführt hätten. Andererseits sei öen bisher unbescholtenen und pflichttreuen Beamten menschliches Mitgefühl nicht zu versagen. Bei einer höheren Strafe hätten die Angeklagten automatisch aus dem Dienst der Reichsbahn entlassen werden müssen. Gemeiner Mordplan eines Versicherungsbetrügers. In Berlin verkündete die 10. Große Strafkammer des Landgerichts das Urteil gegen den 55jährigen Albert D i e f e n e r aus Klein-Mühle bei Finsterwalde (Niederlausitz), der, wie seinerzeit gemeldet, einen Strafgefangenen zur Herbeiführung eines tödlichen Verkehrsunglücks an- geftiftet hatte, um auf diese Weise durch Versicherungsbetrug in den Besitz einer Geld- summe zu gelangen. Das Urteil lautete entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts auf fünf Jahre Gefängnis, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Wie der Anklagevertreter, so drückte auch der Vorsitzende bei der Urteilsbegründung sein Bedauern darüber aus, daß die Verhängung einer höheren Strafe nach den be- stehenden gesetzlichen Vorschriften nicht möglich sei. Der Angeklagte könne von Glück sagen, daß sein teuflicher Plan nicht zur Ausführung gekommen ei denn sonst stände er jetzt vor dem Schwur- gericht und hätte die Todesstrafe zu gewärtigen. Die amtlichen Richtlinien für die Veranlagung zur Einkommensteuer. derer Gründlichkeit durchführen. Enthält die Steuererklärung Unklarheiten oder erscheinen dem Finanzamt Angaben nicht glaubhaft, so kann es an den Steuerpflichtigen entsprechende Fragen richten, und wenn es das für zweckmäßig hält, gleichzeitig eine Nachschau durchführen. Der Steuerpfttch- tige ist verpflichtet, bei der Nachschau dem Steuerbeamten in jeder Weise behilflich zu sein. Bei der Ermittlung des Einkommens darf selbstverständlich nicht ü b e r t ri e b e n f l e i n- l j ch verfahren werden. Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit sind nicht gleichbedeutend mit Bürokratismus und Kleinlichkeit. Oberste Pflicht eines jeden Steuerbeamten hat staatspolitisches und damit im Rahmen seines Berufs auch fiskalisches Denken zu sein. Er darf jedoch bei allem fiskalischen Denken niemals vergessen, daß auf sozialpolitischem Denken die Volksgemeinschaft, auf bevölkerungspolitischem Denken die Zukunft unseres Volkes und auf wirtschaftlichem Denken die Hebung der wi r t sch a f 11 i ch e n Le i st u n g s- fähigkeit und des Lebenshaltungsstandes der Volksganzheit beruht, und daß sozialpolitisches, bevölkerungspolitisches und wirtschaftspolitisches Denken auch Voraussetzungen für die Gesundung der öffentlichen Finanzen sind. Besondere wirtschaftliche Verhältnisse. Bei der Veranlagung werden auf Antrag besondere wirtschaftliche Verhältnisse, die die steuerliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen wesentlich beeinträchtigen, durch Ermäßigung der Einkommensteuer berücksichttgt, wenn das Einkommen 20 000 Mark (bei Steuerpflichtigen, denen Kinderermäßigung für mehr als Zwei Kinder zusteht, 30 000 Mark) nicht übersteigt. Als außergewöhnliche Belastungen kommen insbesondere die folgenden in Betracht: 1. Der Unterhalt eines Kindes erfordert größere Aufwendung als bei der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und Dermögensoerhältniffe. Es ist dabei belanglos, ob das Kind minderjährig oder volljährig ist und ob es zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehört oder nicht. Z. B. A. Das Kind muß in einer Blindenanstalt oder dergleichen untergebracht werden. Oder B. Das Kind hat das ein- undzwanzigste Lebensjahr vollendet und muß mangels eigenen oder genügend großen Einkommens durch feine Eltern noch unterhalten werden. Oder C. Der Vater gewährt feiner verheirateten Tochter oder feinem verheirateten Sohne einen Zuschuß zum Haushalt. 2. Dem Steuerpflichtigen erwachsen Ausgaben durch Krankheit, Todesfall, Unglucksfall oder durch sonstige Umstände. 3. Der Steuerpflichtige unterhält bedürftige Angehörig e. Hier ist auch an die Ledigen gedacht, die bedürftige Angehörige unterhalten. Für die Entscheidung der Frage, ob ein Steuerpflichtiger durch den Unterhalt (die Unterstützung) bedürftiger Angehöriger außergewöhnlich belastet ist, ist es unerheblich, ob der Unterhalt auf Grund gesetzlicher Unterhaltspflicht oder freiwillig gewährt wird. Die Aufwendungen müssen aber unter Berücksichtigung der Verhältnisse des Unterhaltsempfängers notwendig und angemessen fein. Aufwendungen, die das hiernach gegebene Maß überschreiten, bleiben unberücksichtigt. Wird einem bedürftigen Angehörigen der volle Unterhalt gewährt, sy werden die Kosten des Lebensunterhalts, je nach den Verhältnissen, mit bis zu 80 Reichsmark monatlich angenommen, wenn der Unterhalt durch Aufnahme in den eigenen Haushalt erfolgt. Auf diesen Betrag sind die eigenen Einkünfte des Unterhaltsempfängers, z. B. Rente oder Zinsen, anzurechnen. Etwa geleistete Haushaltshilfe ist nicht anzurechnen. Sind die Voraussetzungen für die Anwendung des § 33 EStG. 1934 gegeben, so ermäßigt das Finanzamt die tarifliche Einkommensteuer um einen nach Ermessen zu bestimmenden Betrag. Dabei ist das Finanzamt weder an die Einkommenstufen noch an die Steuerbeträge der Einkommensteuertabelle gebunden. In welcher Höhe eine Ermäßigung des Steuerbetrugs zugebilligt werden kann, richtet sich nach den Einkommens- und Vermögensoerhältnif- fen des Steuerpflichtigen. Das Höchstmaß der Steuerermäßigung ist der Betrag, um den die Einkommensteuer geringer fein würde, wenn der Steuerpflichtige ein um die besonderen Aufwendun- den geringeres Einkommen bezogen haben würde. Es wird in der Regel zweckmäßig sein, dieses Höchstmaß Steuerermäßigung zur Anwendung zu bringen. Das bedeutet im Ergebnis, daß die als außergewöhnliche Belastung anerkannten Aufwendungen vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgesetzt werden. Damit soll der sozialen Gerechtigkeit und der steuerlichen Gleichmäßigkeit gedient werden und Härten beseitigt werden, die sich im Einzelfall ergeben. Bei der Anforderung von Unterlagen und Nachweisungen darf inkeinemFallkleinlich verfahren werden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter E. N. Bohle, zu einem mehrstündigen Vortrag über Fragen d e s Deutschtums im Ausland. Der Führer betonte hierbei fein reges Interesse an den Arbeiten der Organisation, die dem Zusammenschluß der deutschen Volksgemeinschaft im Auslande dienen. Der Führer und Reichskanzler empfing ferner den Leiter des Jbero-Amerikanifchen Instituts zu Berlin, General a. D. Faupel. Der Schulkreuzer „Emden" hat nach längerer Fahrt durch den Indischen Ozean den Hafen T r i n - komali auf der Insel Ceylon angelaufen. Vor dem Schwurgericht in Salzburg fand ein Sprengstoffprozeß gegen 20 Angeklagte aus dem Pinzgau statt. Siebzehn von den Angeklagten wurden zum Tode verurteilt. Eine Gruppe von 60 polnischen Professoren und Studenten der Technischen Hochschule in Warschau traf zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Berlin ein. Die Gruppe wird auch die größten Werke der Elekttizitätsindustrie im Reich besichtigen. Scherl-Bildmaterndienst B 1787: Straubi Goethe Zeichena feiner- jurf" ( Sif rö ”0 es aus da- rling der Kindern ' Oeisheil Meinen W in i!M die Psylho und r würde nici schreiben. Mein L bisher nj' wurde fu)1 langte, un z-igt-i* Later mit schichten i heitzt, er Bücherwe Väter be wahr jei In No Fünf 3° mir mei spielt", u weg. $0' Frieda, i er. Er z> Spielzeu liebste L der Fric Plötzli 3d) sor Nebenbi „N „Nein Bom ften: „31 ließ er Dieter; Von i gab ihn zurück. Geschenl Das । nicht nu Wir Hal kaust, bi in das das Epi gesproch Das j Dieter t mit ihr und fanc füllte id) dem Woh lismus! x noch W Gvche fängt mi Banause, Sonntag! zu mein« das jung gesehen Das großen Weui Wettete der Wir W Bn Jon 19ie 11 Btto Jemals \ ©en Nnsüchii Äquator Wen i 5« ’M fei ^.Doch »,! f°tonifie waltete schneie 9un9 Qt 9cre 5ö Ä"Arb tonbern !>t P, Afrika Ä Sw & h* »=kn, Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVoOliCo.. Gießen Seltersweg 44 176ga Prüfung der motorisierten Straßenpolizei daß das, was gepredigt würde, auch gelebt werden müsse, und daß es die Ausgabe der Hitler- s 1309 D| Werbe-Vertreter. 0915 Grünberg, den 5. März 1935. Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 - Telefon 3239. Deutscher und Oesterreich. Älpenverein Sektion Gießen Oberhessen. Heutige w1td Monatsversammlung imHessisch.Hof. DerVerelnsftthrer Wieseck, den 5. März 1935. Die Beerdigung findet Donnerstag, 7. März, nachmittags 3 Uhr statt. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 MsAk J Sfljöfemoaö lWolf) entlaufen Pulvermühle, Rodheimer Str. Einzige Vrennholzversteigerung aus den Förstereien Vernsseld und Merlau. m a n d o s dar, die aus fünf Mann bestehen und bei folgenschweren Zusammenstößen usw. die Ausnahme des Tatbestandes durchführen, wie es unser Bild zeigt. Sie führen das erforderliche Hilfsgerät, u. a. auch Photoapparat, Schreibmaschine usw. mit sich. Einer der Mitfahrenden ist stets ein Kriminalbeamter. Bei den theoretischen Prüfungen kam es auf das Wissen der Reichsstraßenverkehrsordnung, das Überprüfen der Fälle nach dem deutschen Recht usw. an. Der Beamte muß sofort erkennen, ob ein Verkehrsvergehen nur mit einer mündlichen Verwarnung oder gebührenpflichtig zu rügen ist, ober ob die Sicherstellung des Fahrzeuges erforderlich ist. Er muß erkennen, ob der Fahrer evtl, getrunken hat und muß ihn in diesem Falle zur Feststellung des Grades feiner Trunkenheit der betreffenden Stelle übergeben. Roch vieles andere war auf dem Prüfungsprogramm für die neue motorisierte Landstraßenpolizei. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniininniiHiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiii Äla Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen Gietzen / Stbulsivaße? Lpd. Frankfurt a. M., 5.März. Zu einer Arbeitstagung waren die Bannschulungsleiter des Gebietes 13 der HI. nach Wiesbaden ins Adolf - Hitler - Haus, dem Sitz der Gebietsführung, am 2. und 3. März zusammengerufen worden, um als Träger und Vermittler der weltanschaulichen Schulung Richtlinien und Anregungen für die Sommerarbeit zu emfangen. Einleitend sprach Gebietsschulungsleiter, Bann- sührer Fritz Handwerk, der auch die Tagung leitete, über „Die Zerredung des Nationalsozialismus", worin er forderte, Tagung der Bannschulungsletter der HI im Gebiet 13 Hessen-Nassau. Zur Bearbeitung eines umfangreichen Adreiien-Materials mit günstigen Erfolgsaussichten suchen wir einen tatkräftigen hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. S u h n e r. In der Fahrschule der Berliner Schutzpolizei und in der Feldjägerkaserne fanden heute vormittag die Schluß-Prüfungen des Sonderkurses zur Ausbildung der motorisierten Straße n p o l i 3 e i statt. 60 Schupos und 60 Feldjäger erhalten schnelle Sportwagen und Motorräder mit Beiwagen. Die motorisierte Truppe muß sich aus hervorragenden Fahrern zusammensetzen, aus Mannern, die dem auf der Landstraße verunglückten Fahrer oder Fahrzeug auch technisch helfen können. So wurde denn das A b s ch l e p p e n beschädigter Wagen bei Achsenbruch, Bruch einer Vorderfeder usw. geprüft. Ein Vergaserbrand wurde künstlich hervorgerufen und gezeigt, daß dies, wenn ein Fahrer nicht die Nerven verliert und zweckmäßig in seiner Bekämpfung vorgeht, nicht gefährlich auszufallen braucht. Vor allem wurde auch auf die überflüssigen Geräusch- belästigungen ein Augenmerk gerichtet. Eine besondere Einrichtung stellen die U n f a l l k o m - Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres lieben entschlafenen Vaters Christoph Mootz sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 6. März 1935. noanlag 4 (Lcyrewmaicyinen, 1 Kaffen- schrank, 4 Sessel, 5 Sofas, 3-oer= Vermeiden Sie den „Waschtag“ Mangelwä8chePfd.26^ Naßwäsche... Pfd.18^ (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen 59d Ruf 3487 Kinnen- § MWlWlZ abzugeb Benell erb. wir v Pont Damplsägewerklollar B.NuhnA.G.,Lollar. SalarMeln neuere Nachbauten, verkauft zu billigsten Preisen Gruft Köhler Bettenhausen Lich-Land. osis ACHTUNG Klinikslieferanten 1 Auf Anordnung des Herrn Reichsministers für Finanzen muß der diesjährige Jahresabschluß spätestens hinsichtlich der Anweisungsarbeit von Lieferungsrechnungen mit Rücksicht aut den Bücher- I schhiß in den ersten Apriltagen beendet sein.Es ist deshalb zwingend notwendig, daß Lieferanten ihre Rechnungen für Januar, Februar, März,bzw.fürMärzl935,spätestens a m Dienstag, dem 2. April 1935. em- gereicht haben und zwar in zweifacher Ausfertigung nach den bekannten Richtlinien. Für später eingehende Rechnungen ist mit Bestimmtheit eine nicht unerhebliche Auszahlungsverzögerung zu erwarten. 1315D digen Witterung. m h Lufttemperaturen am 5. Marz: mittags 1,7 Grad Celsius, abends -0,8 Grad; am 6^Närz: morgens 11 Grad. Maximum 1,7 Grad, Minimum —1,9 ©rab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5 März- abends 1,7 Grad; am 6. März: morgens 1,1 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — Schneefall 2,5 cm. Wintersport. Sauerland: Winterberg: Schneefall, — 3 Grad, 25 Zentimeter Gesamtschneehohe, 8 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald: Feldberg: Schneefall, —5 Grad, 185 Zentimeter Gesamtschneehohe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen: Garmisch-Partenkirchen: heiter. —-3 Grad, 50 Zentimeter Gesamtschneehohe, 4 Zentl- meter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. _________________________ _ Drei Personen in einem gestohlenen Wagen verbrannt. Auf der Straße zwischen Guntramsdorf und Loosdorf (Oesterreich) wurde ein fast vollständig zerstörter Personenkraftwagen aus Wien gefunden. In dem Wagen lagen zwei verkohlte Leichen. Cme weitere Leiche, die stark verkohlt war, lag neben dem Wagen. Nach dem Befund dürfte der Wagen mit voller Wucht gegen einen Baum gefahren, zertrümmert und in Brand geraten sein, wobei Die drei Insassen den Tod fanden. Die Persönlichkeit der Toten konnte bis jetzt nicht festgestellt werden. Ermittelt wurde nur, daß der Wagen dem Ingenieur August Braun gestohlen worden war- Der Dieb und'seine Mitfahrer, die auch seine Mithelfer gewesen sein können, hatten dann auf diese furchtbare Weise den Tod gefunden. Felssturz in einer spanischen Ortschaft. —, wutter mit fünf Kindern erschlagen. Infolge der starken Schneeschmelze lösten sich in der spanischen Ortschaft Perlunes bei Oviedo, die in einer wildzerklüfteten Berggegend liegt, mehrere Felsblöcke. Sie stürzten auf das Wohnhaus einer achtköpfigen Familie. Das Haus wurde zertrümmert und die Mutter mit fünf Kindern g e - tötet. Eisenbahnunglück in Frankreich. — Jünf Streckenarbeiter vom Schnellzug überfahren und getötet. Auf der Strecke zwischen Mormant und VernEl l'Etang ereignete sich ein schweres Unglück. Em fahrplanmäßiger Schnellzug fuhr in eine Gruppe von 100 Streckenarbeitern, die wegen des Nebels den Zug nicht bemerkt hatten. Fünf Arbeiter wurden auf der Stelle getötet. Das Unglück ereignete sich auf der Zufahrtsstrecke zum Pariser Ostbahnhof. Auto fährt in die Lokomotive. Mainz, 4. März. (LPD.) Die Reichsbahndirek- ; Hon Mainz teilt mit: Sonntag um 14.33 Uhr fuhr , ein Kraftwagen des Arbeitsdienstes auf den , Nebenbahnzug 3573 von Seeheim nach Bickenbach. Der Zug hatte vor der Straße gehalten und war dann, Warnungszeichen gebend, weitergefahren Der Kraftwagen hatte den Zug anscheinend nicht bemerkt und führ in ziemlich rascher Fahrt i n d i e Lokomotive hinein. Der im Wagen befindliche Oberfeldmeister Roth aus Wiesbaden wurde schwer verletzt, der Fahrer Wacker aus Wiesbaden kam mit leichten Verletzungen davon und konnte sich nach Hause begeben. Der Kraftwagen wurde stark beschädigt. Der Zug konnte mit 25 Minuten Verspätung seine Fahrt fortsetzen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Dille an die Sladlverwaltung. Der Anlagenweg, der zugleich Verbindungsweg zwischen Ederstraße (Ecke Wernerwall) und Asterweg ist, befindet sich in einem derartigen Zustand, daß bei eintretenbem Regenwetter der Vorübergehende nicht mehr feststellen kann, ob er sich auf einem Anlagenweg befindet, oder ob er durch einen Bach watet. Die Bewohner der Ederstraße und der Steinstraße und alle, die diesen Weg benutzen, wären der Stadtverwaltung dankbar, wenn sie sich beim nächsten Regenwetter den Schaden besehen würde, um zu erwägen, wie Abhilfe zu schaffen ist. Eine einfache Aufschüttung von Erde und dergleichen wird wenig Zweck Haden. Der Weg muß von Grund aus befestigt werden, so daß eine ordentliche Wölbung, die den Abfluß ermöglicht, entsteht. Kleinpflaster, wie in verschiedenen anderen Anlagenteilen, wäre für diesen vielbenutzten Weg am praktischsten. Ein Passant. jugend sei, die Idee des Nationalsozialismus schon bei der Jugend in die Wirklichkeit umzusehen. Er wies auf die Gefahr hin, die darin bestehe, daß gewisse „Auch - Nationalsozialisten" mit geprägten Tatbegriffen des Nationalsozialismus hausieren gingen, um die Nichtigkeiten aufzubauschen und so den wahren Wert und die Bedeutung wirklichen Einsatzes und rechten Opfers minderten. In einzelnen Referaten wurde auf die Musik- und Singarbeit, die Sprechpflege, die Iugendfilmstun- den und die Propaganda. der Schulungsarbeit em- I gegangen. ________________________ Große nordd. Seifenfinna sucht für den Vertrieb ihrer erstklassigen Seifen, Wasch- und Putzmittel usw. an ihre nachgewiesene Privatkundschaft Verteiler hiwVerteilerin gegen hohe Provision. Strebsamer, ehrlicher und sauberer Person jeden Sta ndes bietet sich Möglichkeit zur Schaffung eines sicheren Verdienstes (auch nebenberuflich). Kleine Sicherheit oder Bürgschaft für Lager erforderlich. Schrift!. Angebote u. 0918 an den Gieß. Anzeiger. Deunmer SWertM zugelaufen bei i3osO mroig immer ll. Allendorf/Lahn Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Während über Mittel- und Ostdeutschland bei hei- terem Himmel auch in der vergangenen Nacht wie- der sehr starke Fröste (vielfach niehr als -10 Grad Celsius) auftraten, brachte em Borstoß feuchter Ozeanluft bei uns Bewölkungszunahme und Schneefall. Wir verbleiben vorerst am Nordrand eines sich von der Biskaya ostwärts erstreckenden Hochdru^ rückens und damit noch im äußersten der im Norden vorüberziehenden Tiesdruckstorung. Der Witterungscharakter wird daher wechseln, aber zu häufiger Aufheiterung neigen. , Aussichten für Donnerstag: Vielfach aufheiternd, doch vorübergehend auch Niederschlage, bei nächtlichem Aufklaren Fröste, Tagestempera- turen weiter ansteigend. Aussichten für Freitag: Fortdauer der vielfach ausheiternden, aber nicht durchweg beftan« Wir zahlen b.Eignung feste Bezüge und Provision. Nur zielbewußte Streber wollen Bewerbung einreichen unt. A103 (1305V) a.d. Gieß. Anz. Tüchtig. Mädchen nicht unter 20 I., im ganzen Hauswesen perfekt, z. 15. März o. 1. 4. gesucht. (Vom Lande bevorz.) Werner mi Mockstr. 111IL Der f. Mittwoch» den6.März angesetzte Kamerad- schastsabend int Unteroffz.-Heim fällt aus. Am Mittwoch, d. 6.März,20.15Uh< Führerratssitzung im Hessischen Hof Frankfurter Str. beiKam.Janson. Besprechung der Führertagung in Saarbrücken. Er» scheinen der Ka- meraden,diedem Fübrerrat ange« hören, ist Pflicht. Der für 9. März angesetzteKame- radschaftsabend fällt ans u.findet am Sonntag, dem lO.März,20.15 Uhr im Aquarium mit Damen statt.Dis in der Bundes« zeitung bestieg. Fragebog. müff. bis spätestens 8. März 1935 bei KameradBecker» Hammftr. 12 v.» abgegebenwerd. Der Ortsgruppen- Itthrer. i3oaO Aeußerst aufschlußreich und packend waren dis Ausführungen des Gauschulungsleiters R u d e r über „Kampf um die Weltanschauung .Es gelte d nie erlahmende Propagierung der Idee des My rers in Rede und Schrift, in Feier und Versamm hing, im Alltag und bei der Arbeit. Der Nationalsozialismus habe keine Probleme, die nicht jeder Deutsche erfüllen könne. EL sei nur darauf zu achten, die Organisation mch erstarren zu lassen, sondern einen lebenden Drga nismus zu erhalten. Der Nachlchub aus den 19 Kräften der HI. biete die Gewahr dafür. In diesem Zusammenhang ging Pg. Ruder auf die -ü der Hitlerjugend im Rahmen der allgemeinen ^>chu- lungsarbeit der Partei ein. . - Im Schlußwort wies Bannfuhrer Hand wert den Schulungs-Leitern die dringliche Aufgabe zu, gerade den Jungarbeitern in der Hitler-Jugend, denen die Nachkriegszeit körperlich und seelisch 2Ibhrud) getan habe, die Schau der Landschaft und des Volkstums zu vermitteln. Wie un vergangenen Iayr gäben ihnen auch 1935 die Zeltlager, die Fahrten, die heim- und Sportabende der HI. neben der Erholung und Stärkung die Freude am Leben, dem Beruf und am Alltag wieder. I. Försterei Bernsfeld am 12. März 1935, vormittags 9 Uhr, in der INüllerschen Wirtschaft zu Dernsseld aus den Forstorten Brühl 2, Lichterwald 6, Eisenkaute 7, Buchwald 3—7, Pferdsbacherholz 1, 8, 10, 12, Pfingstweide 2, 7: 1304D rm Scheiter: 600 Buche, 115 Eiche, davon 40 rm gefpalten im Lichterwald 6, 2 Erle, 20 Fichte. Knüppel: 200 Buche, 86 Eiche, 12 Kiefer, 30 Fichte. Reiser III. Klasse: 280 Buche. Donnerstag,7.März,nachmtttags II. Försterei Werlau am 14. Wärz 1935, vor- 2 Mir, versteigere ick an.Ort und mittags 9 Uhr, in der hürleschen Wirtschaft zu stelle,. Bekanntgabe ^wlgtt im ?n"l™enfUungertöp^r,tOrten' """ rm Scheiter: 480 Buche, 26 Hainbuche, 114 Eiche, Segen ^^ablung. 2 Birke, 2 Aspe, 2 Weide, 50 Fichte. Knüppel: 200 g Wlschrarcke, i%bioanlaaem Buche, 50 Hainbuche, 130 Eiche^O Birke, 17 Fichte. tÄÄinen lbloaÄe”/ Reiser III. Klasse: 518 Buche. fünuiTl 5 - — Brennholz mit blau unterstrichenen Nummern Likos, 4 Chaiselongues, 2 Dvel- kommt nicht zum Verkauf. Vorherige Besichtigung wagen,lKautsch,3Grammophone, des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Bean- 1 Korbgarnitur, IDamenarmband- ftanbungen nicht berücksichtigt werden. Weiteres uhr, 1 Collier, 1 Bücherschrank, Brennholz wird in den Förstereien Bernsfeld und 1 R Sanduhr, 1 Klavier, 1 gutett, Merlau nicht versteigert. Nähere Auskunft durch die r^g e r ? B aÄ EiKnser- Zerren Forster Faust, Bernsfeld, und Bauer, vawr^'19rühmaschine, 2 Waren- Mucke, und die unterzeichnete Stelle. Personen, bie fcbränfe, 3 Ladentheten, 1 Tisch, ihre 1934er Domanialgefälle bis zum 8. März 1935 lBlumengripve,lWaschkommode, nicht bezahlt haben, kann der Zuschlag nicht erteilt verschiedene Flaschen Autopolitur werden. Bei Zahlung nach dem 8. März empfiehlt und Metallvutz, 1 JauchMmve, sich Quittungsoorlage auf dem Forstamt und nicht ^datw Schlittschuhe, 11I Shlo ßu« in dem Dersteigerungslokal. ward-Leim, 2 Mantelkessel. Grünberg, den 5. März 1935. jltoU 13120 Weg. Umzugs billig z. verk. 0918 em. Badewanne, marmor. Waschbecken,Vaill. Gasbadeofen, eisern. Weinschr., Obstgestell, Schaukel- stnhl, Schülerpnlt Bel.-Körper u. a. Molt kest raße 161. | Kaufgesuche j Gut erhaltener, moderner ßinöerroagen zu kauf, gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. i3oiD Laden zu vermieten. Näheres 66?d Seltersweg 19 | Mietgesuche"] Berufstätige Dame sucht für sof. ruhig geleg. möhl. Zimmer mögl.m.Zentrhz. in gutem Hause. Offert. U.1311D andenGieff.Anz. [Stellenangebote Keine Ursprungszeugnisse, iondern nur Zeugnis- abichriften dem Be werbungsichreiben beilegen ! — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na. men und Anschrift des Bewerbers tragen 1 Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynot. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. detr&nfer. Zigarren anWir- te u.Private.'^v H. Jürgensen &Co. Hamburg 22. Verkäufe | Einfvrungfähig. Simmentbaler Bulle steht zu verkauf, bei §iarl Roth, Reinhardsüain, Post Grün berg (Hessen). i2iüD Todesanzeige. Heute nacht entschlief plötzlich infolge Herzschlags mein lieber Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Römer II. im 83. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ferdinand Römer. Vermietungen*! 7-ZininiJohng. mit Küche, part. zum 1. April zu vermieten. Schr.Angeb. unt. 1314D a.d.G.A. 2 Zimmer mit Abschluß zu vermieten, ^chr. Anfrag.unt.0920 andenGietz.Anz. Wohn-D. 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DrogerieWinterhoff, Kreuzpl. 9/10 Nr. 55 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, b.Mrz (935 Line großherzige Tat des Winterhilsswerks Dii gesinnt ist, findet die große Nachmittagskundqebung im Hofe der Dergkaserne ftatt Anderfalls ist Vorsorge getroffen, daß die Hauptveranstaltung in der Reithalle der Bergkaserne vor sich gehen tonn, und von hier aus in Parallelversammlungen, für die das Hotel Trapp, das Tentral-Thsater und das Kasino vorgesehen sind, übertragen wird, lieber die genaue Programmausgestaltung, sowie sonstige Fragen werden an dieser Stelle laufend Veröffentlichungen folgen, auf die hiermit besonders hingewiesen sei. Die Reichsbahn gewährt 60 v. h. Fahrpreisermäßigung. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. hat sich bereit erklärt, allen Teilnehmern an der großen Bauernkundgebung am kommenden Sonntag in Friedberg gegen Vorzeigung des Programmheftes an den Fahrkartenschaltern 6 0 v. H. Fahrpreisermäßigung zu gewähren. Der genaue Fahrplan der Sonderzüge wird am Freitag oder Samstag durch die Presse bekanntgegeben. Darum: Auf nach Friedberg! Einzelhandels. 600 000 Scheine zu 50 Pf., also im Gesamtwert von 300 000 R2TL, kommen im Gau Hessen-Nassau zur Ausgabe. Es können damit alle, deren Not noch groß ist. entsprechend bedacht werden und die notwendigsten Lebensmittel einkaufen. Für beste Qualität und günstigste Preise steht der gesamte selbständige Lebensmittel-Einzelhandel ein. Werden die so betreuten Volksgenossen in ihrer Freude über die unerwartete Spende auch einmal darüber nachdenken, woher- die Gelder kommen, die auf diese Weise zu ihren Gunsten verwandt werden? Gewiß sind alle Schichten der Bevölkerung an dem Aufkommen des WHW. je nach ihrer Leistungsfähigkeit beteiligt. Vielfach übersieht man aber, daß gerade der selbständige Lebensmittel-Einzelhandel, bei dem nach dem Aufdruck die Scheine einzulösen sind, mit zu den Bevölkerungsschichten gehört, die in ihrer Opferbereitwilligkeit oftmals unterschätzt wer- Der zweite Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend findet in der Woche vom 18. bis 23. März 1935 statt. Jungarbeiter, hast du dich schon zur Teilnahme angemeldet? — Meldeschluß am 10. März! Anmeldeformulare durch die Berufsschulen und durch die Iugendwalter der Deutschen Arbeitsfront! den, obwohl gerade der Kaufmann hinter seinem Ladentisch täglich bereit sein muß — und er ist es mit Freuden — zu opfern, wenn die verschiedensten Sammler an ihn herantreten. Der Geschäftsmann verdient's ja, er kann ja auch zahlen, so denkt wohl mancher, ohne fick zu überlegen, welch' mühsames Brot gerade ein solcher Kaufmann ißt. Von den frühesten Morgenstunden bis in den späten Abend hinein muß er tagaus tagein seinem Gewerbe nachgehen, und dabei wachsen ihm bei den außerordentlich knapp bemessenen Verdienstspannen die Bäume nicht in den Himmel. Der Lebensmittel-Einzelhandel ist dem WHW. ebenfalls zu großem Dank verpflichtet für die Art der diesmaligen Spende, trägt doch auf diese Weise ein Teil seiner Opfergaben zu einer bescheidenen llmsahsteigerung bei. Dankbar werden die Lebensmittelhändler in ihrer Opferwilligkeit sich auch in Zukunft von niemanden übertreffen lassen. Der Gauleitung des WHW. muß das Zeugnis ausgestellt werden, wieder einmal echten Nationalsozialismus in das praktische Leben übertragen zu haben. Große Bauernkun-gebung -er Landesbauernschast in Friedberg mit der Musik von Josef Lanners. Spielleitung hat W r e b e; musikalische Leitung Cujä ; Einstudierung der Tänze B ä u l k e. Deutsche Arbeitsfront. NS.-G. ..Kraft durch Freude". Unser heutiger Sportkursabend „Fröhliche Gymnastik und Spiele" für Frauen muß ausfallen, da in der Turnhalle des Lyzeums ein Elternabend stattfindet. Der Kursus „Allgemeine Körperschule" für Manner und Frauen am Freitag findet in der Turnhalle des Lyzeums statt. Anmeldungen hierzu werden noch entgegengenommen. AuöparteiamtlichenAekannimachungen tagung in Saarbrücken. — Stadttheater Gießen: Heute abend zum letzten Male die reizende Operette „Alt-Wien" I gäbe von Bodelschwingh in Haus Mark in Westfalen geboren; — 1867: der Historienmaler Peter von Cornelius in Berlin gestorben; — 1930: der Großadmiral Alfred von Tirpitz in Ebenhaufen gestorben; — 1934: Grundsteinlegung des Richard-Wagner- Nationaldenkmals in Leipzig durch Adolf Hitler. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: NSLB Arbeitsgemeinschaft für Fibelbesprechung, Bezirk Gießen-Stadt und Gießen-Land, 15.30, Uhr, in der Schillerschule Zusammenkunft. — Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr, „Alt-Wien". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Jungfrau gegen Mönch". — Oberhessischer Kunstverein am Brandplatz, dritte Jahresausstellung von 16 bis 17 Uhr. — Reichstreubund, Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr im „Hessischen Hof", Frankfurter Straße, Besprechung der Führer- Dieter zieht wieder ein. Von irgendwoher hat er einen Ring erhalten. Er gab ihn der Frieda und verlangte ihn nicht mehr zurück. Das ist ungeheuerlich. Kinder verschenken Geschenke! Das ganze Nest kennt die junge Liebe. Es ist nicht nur der Vater, der den Wonnemond miterlebt. Wir haben unserem Jungen ein Spielhöschen gekauft, das er nicht mag. Aber wir find vernarrt in das Spielhöschen. Jetzt instruieren wir Frieda, das Spielhöschen schön zu finden. Die Liebste hat gesprochen, die Kleidung wird mit Lust getragen. Das junge Glück ist ungetrübt. Immer muß der Dieter die Hand seiner Liebsten ergreifen, wenn er mit ihr geht. Ich werde von dem Glück angesteckt und fange an, mit Muttern zu scherzen. Als Vater fühle ich Verpflichtungen und erkundige mich nach dem Wohlstand des Nachbarn. Schäbiger Materialismus! In seiner reinen Liebe hat mein Sohn noch gar nicht an die Mitgift gedacht. Goethe liebte mit sechs Jahren, mein Sohn fängt mit vier Jahren an. Was war ich für ein Banause, als ich mit zwölf Jahren mir meinen Sonntagsanzug anzog, mir die Schuhe putzte und zu meiner Jugendliebe ging. Nichtväter, seht euch das junge Glück an, und berichtet mir, ob ich zuviel gesehen habe. , H- P- Daten für den 6. März. 1787: der Physiker Joseph von Frauenhofer in Straubing geboren; — 1831: der Philanthrop Fr. In der Ortsgruppe Gießen-Ost findet am kommenden Montag, 20.30 Uhr, im großen Saal der Liebigshöhe Mitgliederversammlung mit Ausgabe von Mitgliedsbüchern- und -karten statt, fer- efer Tage erhalten die vom WHW. betreuten bedürftigen Volksgenossen über ihre Ortsgruppe eine Sonderspende in Gestalt von Gutscheinen zur Entnahme von Lebensrnitteln in den Geschäften des Im Ratskeller zu Friedberg fand am Montagnachmittag eine abschließende Vorbesprechung anläßlich der am kommenden Sonntag stattfindenden großen Bauernkundgebung in den Mauern der alten freien Reichsstadt statt, die von der Kreisbauernschaft Oberhessen-West, zu der die politischen Kreise Friedberg, Gießen, Büdingen und Ufingen gehören, vorbereitet wird. In der Vorbesprechung, die von Kreisbauern'führer Pg. Dorr- s ch u ck geleitet wurde, waren weiterhin anwesend Landesobmann Kreisleiter Pg. Seipel, Bürgermeister und stellv. Kreisleiter Pg. V i e t h , Kreis- propagandaleiter Pg. K r a u ß e r, in dessen Händen die hauptsächliche Organisation liegt, da die Kundgebung mit der NSDAP, gemeinsam durchgeführt wird, die Bezirksbauernführer von Friedberg, Gießen, Büdingen und Ufingen, ein Vertreter des Kreispropagandaleiters von Gießen, Vertreter des Kreispresseamtes Friedberg, Vertreter der Presse und der einzelnen Gliederungen der Partei. Es wurden im wesentlichen die einzelnen Programmpunkte, sowie organisatorische Fragen besprochen. Wenn der Wettergott der Großkundgebung gnädig schiedene Arten von Abzeichen anbieten: Bernstein-- abzeichen, Bildnisse von Kindern mit Sammelbüchsen und künstlerisch wertvolle geschnitzte Holzköpfe in mannigfaltiger Typenprägung. Diese Sinnbilder wurden im Erzgebirge, in Ostpreußen und in anderen deutschen Grenzgebieten hergestellt. Wer sie kaust, hilft schon rein arbeitsmäßig seinen Volksgenossen. Darüber hinaus wird durch die Opfergabe selbst — eines dieser geschmackvollen Abzeichen kostet nur 20 Pfennige — in allen Kreisen und Schichten des deutschen Volkes das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit aller gestärkt und durch die Tat bewährt. Auch diesmal muß einer dem anderen helfen nach seinen besten Kräften. Die Wehrmacht im Kampf gegen Hunger und Kälte. Großkonzert in der Volkshalle. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil heroorgeht, findet am kommenden Samstag, /9. März, in der Volkshalle ein Großkonzert statt, bas von fünf Musikkorps (200 Mitwirkenden) des Reichsheeres unter der Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e ausgeführt wird. Die Veranstaltung findet zugunsten des Winterhilfswerkes statt. Das Konzert, das ebenfalls von fünf Musikkorps des Reichsheeres bestritten, schon einmal in Koblenz im Rahmen einer großen Gaukulturwoche abgehalten wurde, fand in der „Deutschen Militärmusiker- Zeitung" eine eingehende Kritik und dabei volle Anerkennung. Darin heißt es u. a.: „Die Stabt am Deutschen Eck erlebte soeben eine großartige Gaukulturwoche, bereu festlicher Abschluß ein in jeber Hinsicht hochstehenbes Reichswehrkonzert in ber Koblenzer Stabthalle bilbete. Die Zusammenstellung ber Spielfolge unb bie erstklassige Wieder- gabe bes orchestralen Tonsatzes burch Holz- und Blasinstrumente brachten bas Aubitorium in erhöhte Spannung. Die Stabthalle war brechenb voll, bas Publikum begeisterungsstark wie selten." Ferner lieft man: „Obermusikmeister Ernst Krauße (Gießen) hat in bezug auf rhythmische unb klangliche Wiebergabe alles getan, um ben Wert bes Abends zu erhöhen und jedem Komponisten die gebührende Achtung entgegenzubringen. Mit auffallend technischer Meisterung wurden bei Richard Wagner die meistersingerlichen Klänge, bei Humperdinck die entzückend beschwingte Märchenstimmung erreicht. Bei ner spricht der Ortsgruppenleiter Dr. Röder. Zu ber Versammlung sind auch Gäste eingeladen; für die Parteigenossen ist der Besuch Pflicht. Im NSLB., Bezirk Londorf, findet am heutigen Mittwoch Bezirkskonferenz und Turnstunde in Londorf statt, zu der Turnschuhe und Uebungsanzug mitzubringen sind. Der zweite ÄDA.-Opfertag für das Winterhilfswerk. Am 9. März. Wie im Vorjahre, wurde auch heuer die Sammlung des VDA. für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes Ende Januar durch einen Kornblumentag eingeleitet. Wie im Vorjahr wird bie Sammlung auch biesmal fortgesetzt burch ben Verkauf eines besonbers schönen Sinnbilbes. Am zweiten Opfertag — Samstag, 9. März — sammeln bie Mitglieder bes V D Ä. in ©tobten unb Dörfern, auf Straßen unb in Häusern unb werben brei ver- Aus der prvviuzialhaupistadt. Ich werde Schwiegervater. Goethe war gewiß ein großer Mann. Wenn dich Zeichen aber nicht trügen, wird der Olympier von meinem Sshne entthront. Der große Meister liebte zuerst mit sechs Jahren, mein Sohn ist vier Jahre alt und liebt schon. Was von Elternliebe zu halten ist, wissen Sie. Die Welt kennt nur schöne und kluge Kinder, wenn es auf das Urteil der Eltern ankäme. Jede Aeuhe- rung ber Kinber ist eine Weisheit. Unb ist aus Kindern nichts herauszuholen, woraus man eine Weisheit machen könnte, bann blicken eben bie Kleinen so verstänbnisooll unb so weise. Eltern finb in ihrem Urteil unbesiegbar. Hoffentlich schöpfen bie Psychologen, wenn sie ihre Bücher über Kinber schreiben, nicht aus ben Urteilen ber Eltern. — So bin auch ich nur ein Vater. Käme ein Fremder unb würbe alles sehen, was ich beschreibe, er würbe nichts sehen. So will ich benn ein Märchen schreiben, an bas ich glaube. Mein Sohn liebt. Er ist vier Jahre alt unb war bisher wie alle Kinber. Er heulte oft, aß schlecht, würbe schwerhörig, wenn man was von ihm verlangte, unb tat gern bas Gegenteil. Doch nein, er zeigte schon besonbere Züge — unb jetzt brennt ber Vater mit mir burch. Er erzählte erfunbene Geschichten unb hatte es mit ber Philosophie. Das heißt, er stellte Fragen, bie ich mit all meiner Bücherweisheit nicht beantworten konnte. Viele Väter behaupten bas gleiche, aber bas kann nicht wahr sein. In Nachbars Garten wohnt ein kleines Mäbchen. Fünf Jahre ist bie Halbe alt. Eines Tages erzählt mir mein Junge: „Ich habe mit ber Frieda gespielt", unb er zeigte sie mir. Dann blieb ber Junge weg. Vom Morgen bis zum Abenb war er bei ber Frieba, unb wenn er gerufen würbe, bann meinte er. Er zankte sich nicht mit ihr, teilte mit ihr bas Spielzeug unb baute sich mit ihr ein Haus. Der liebste Onkel konnte mich besuchen, Dieter blieb bei der Frieda und beachtete meine Besuche nicht. Plötzlich blieb mein Junge von der Frieda weg. Ich forschte nach dem Grunde unb lernte einen Nebenbuhler kennen. Horst war bei ber Frieba. „Hat ber Horst bich geschlagen?" /z „Nein, aber ich will mit ber Frieba allein sein. Vom Fenster rief ber Dieter nach feiner Liebsten: „Ist ber Horst noch ba?" Nach ber Verneinung ließ er sich nicht mehr halten. Horst ist entlassen. DeuW-OstasrikanachdemKriege 13on E W. Strack. In biefen Tagen feiert bie Deutsch-Ostafri- kanische Gesellschaft ihr 50jähriges Jubiläum; bie ersten Erwerbungen von Carl Peters würben bamals burch Bismarcks Schutzbrief unter ben Schutz bes Deutschen Reiches gestellt. Die folgenben Zeilen geben einen Einbruck, wie schwer es heute bie zurückgekehrten Deutschen bort haben. Das erste Jahrzehnt nach dem Krige hatte einen großen Teil unserer Landsleute aus ihrer Bahn geschleudert, die willkürliche Abtrennung deutscher Gebiete machte Ungezählte heimatlos, der Stillstand der Wirtschaft nahm den Familienvätern das tägliche Brot, und das „vae victis“ der Zufallssieger von 1918 scholl immer lauter und furchtbarer durch die Straßen. „Volk ohne Raum", das war damals das Los der Deutschen, und es ist begreiflich, wenn ein großer Teil unserer Mitbürger mit sehnsüchtigen Augen auf jenes ?arid jenseits des Aeguators schaute, über dem einst die deutschen Farben im Tropenwinde geweht haben ..Raum ohne Volk", das ist das weite Afrika, dort hofften unsere Volksgenossen durch Fleiß und Arbeit, durch Sparsamkeit und eisernen Willen im Laufe der Jahre für sich und ihre Familien wieder eine bescheidene Lebensmöglichkeit zu finden. . Doch der willkürliche Richterspruch der Feind- möchte hatte uns auch die Kolonialgebiete geraubt. Mit der Begründung, der Deutsche könne nicht kolonisieren, nahm man uns die mustergültig verwalteten, blühenden Länder im schwarzen Erdteil, rechnete sie uns nicht einmal als Kriegsentschädigung an, sondern fand eine viel bessere und billigere Losung, um die Früchte unserer dreißigiahn- gen Arbeit an sich zu reißen. Man setzte den Engländern als Zwangsverwalter ein, Mandatsherr nennt er sich, und er übt nun in unserem, alten Ostafrika Macht und Verwaltung, Aufsicht und Handelsbeziehungen aus. — Unbesiegt hatte General von Lettvw-Vor- 6 e ck bis zum traurigen Ende des Weltkrieges jede Handbreit deutschen Bodens gegen vielfache lieber® macht verteidigt, und mit Stolz und Treue erzählen die alten Askaris noch heute von der großen Zeit, als sie unter dem heldenhaften Feldherrn für die deutschen Farben kämpfen durften. Und Ost- Afrika ist jedem Deutschen ein Stück Heimat gewesen, Arbeit, Schweiß und Blut unserer Landsleute hat es zur Heimaterde gemacht. — Doch wie anders sieht heute jenes Land aus, über dem einst die deutschen Farben wehten. Auf den deutschen Verwaltungsgebäuden der Bezirksstädte bläht sich der Union-Jack des Briten, in den Kasernen unserer Schutztruppen liegen englische Askaris und Besatzungsmilitär; Eisenbahn, Post und alle Behörden sind mit englischen und indischen Beamten besetzt, auf den Briefmarken prangt das Bild des englischen Königs, und die Gerichte urteilen nach englisch-indischem Recht. Nichts verrät mehr, daß jenes Land einst von uns Deutschen in harter, zäher Arbeit vom unerforschten Negergebiet zum Kulturträger jenseits des Aequators gemacht wurde. In den ersten Jahren war uns Deutschen die Einreise nach Afrika überhaupt verwehrt, man wollte uns ausschalten, wollte in den Negern nicht mehr die Erinnerung an ihre alten Herren, die Deutschen, wachrufen. In dieser Zeit aber versteigerte der Brite als Mandatsherr unsere alten, wertvollen Pflanzungen für Trinkgelder an Inder, Buren, Engländer, Griechen und wer sonst Lust hatte, sich an dem Raube zu beteiligen, und siedelte das noch freie Land in umfangreichen, etwa 5000 bis 10 000 Hektar großen Flüchen ab, auf das sich gewerbsmäßig, fremde Bodenspekulanten setzten. Den Rest erklärte der Mandatsherr für Eingeborenenreservat. Hierbei handelte es sich um alle jene Landstriche, die in entsprechender Hohe lagen und klimatisch, sowie durch Wasserverhältnisse begünstigt, für Pflanzungen und Hochkulturen in Betracht kamen. Die wasserarmen Steppen, die dornige Wildnis allein blieb übrig, sowie die Sumpfwälder dieser Fiebergegenden. Als uns Deutschen dann wieder die Einreise in unser eigenes Kolonialland gewährt wurde, mußten wir die traurige Erfahrung machen, daß man großzügig unser eigenes Fell verteilt, uns selbst aber von dieser Verteilung ausgeschlossen hatte. Nun kamen die geschäftstüchtigen L a n d s p e kulanten und boten ihren Grund und Boden an, den sie nur zu diesem Zweck erworben hatten. Für hundert Hektar Urwald verlangte man durchschnittlich 20 000 Mark, das bedeutet pro Morgen 50 Mark. Nun hieß es den Urwald schlagen, roden, abbrennen und das Land erst einmal für Kaffee kulturfähig machen. Aber nach vier Jahren erst trägt der Kaffeebaum die erste bescheidene Ernte. Die wenigsten hatten genügend Kapital, um so lange durchzuhalten: sie hatten nach der Inflation die letzten Notgroschen gerettet, um sich damit im schwarzen Erdteil eine bescheidene Existenz zu gründen, sie glaubten in Afrika den „Raum ohne Volk" gefunden zu haben, und sahen sich nun bitter enttäuscht. So warfen oft drei und vier Familien ihr Geld zusammen und begannen dann gemeinsam als Partner und Gesellschafter eine Pflanzung zu gründen, doch in vielen Fällen ging das Geld nach ein bis zwei Jahren aus. Die Ueberproduktion des fübamerifani» jchen KajleemarNes jührtL um 1930 lM. um zu einem erschreckenden Preis st urz und nahm damit auch den Pflanzungen in unserem ehemaligen Ostafrika einen großen Teil ihres Wertes. Der Sisal-Anbauer war zunächst von derartigen Schicksalsschlägen verschont geblieben. Der Sisal wächst in tieferen Lagen, ist eine dickblättrige Riefenagave, die auf großen Flächen angebaut wird. Pflanzungen von 20 000 bis 30 000 Morgen sind keine Seltenheit. Solche Pflanzungen erfordern allerdings ein ungeheures Stammkapital, und vornehmlich waren es Konzerne, die sich auf diesen Wirtschaftszweig warfen. Amerika mit seinen ausgedehnten Getreideprovinzen war der Hauptsisalverbraucher. Da machte plötzlich ein kluger Kopf eine neue, technische Erfindung, die das Bindegarn für landwirtschaftliche Maschinen weithin überflüssig machte und für Sisal hatte man nur noch geringen Bedarf. Die geringen Mengen aber, die Europa an Sisal benötigt, konnten den Sturz nicht aufhalten, und so sind nun auch die Sisalpflanzer heute in Not gekommen. Genau so ist es einst den Kautschukpflanzern ergangen, die von den inzwischen herangereiften indischen Plantagen oft überflügelt werden, da sie nicht so billig Herstellen können und doppelt so hohe Fracht haben wie diese. Der schwindelnden Hausse folgt stets die ernüchternde Baisse. Doch hier hat es leider keine berufsmäßigen Börsenspekulanten dabei erwischt, sondern ehrbare Pflanzer, die von den klimatischen und wirtschaftlichen Verhältnissen gezwungen, alles auf eine Karte setzen müssen. — Die Lage der afrikanischen Pflanzer ist also heute keine beneidenswerte, und unsere deutschen Farmer haben schwer zu kämpfen, um ihre Existenz und ihren Besitz zu halten. Um so stärker und teilnahmsvoller begleiten sie unsere Gedanken, kämpfen sie doch auch dort als Vorposten für ein neues Deutschland, das zu seinen großen Zielen wieder zurückgefunden hat. Masken. Tinfang war auf einem Maskenball. Als Apache natürlich. Mit einem roten Tuch um den Hals und einer schmutzigen Ballonmütze auf dem Kopf. Als er morgens um vier nach Haufe geht, nicht mehr ganz gerade und den Pelzmantel über dem Arm, kommt ein Schupo auf ihn zu. „Halt!" ruft er. „Woher und wohin?" „Um Gottes willen ", stottert Tinfang, „regen Sie sich nicht auf, Herr Wachtmeister. Ich bin kein richtiger Apache, ich bin kein richtiger Verbrecher, ich bin ein anständiger Mensch und komme vom Maskenball." „Ach so", sagt der Wachtmeister, „das trifft sich ja ausgezeichnet. Ich bin auch kein richtiger Schupo." Und er nimmt Tinfang den Pelzmantel vom Arm; und weg ist er. H. R. Zeitschriften. „Der Naturforsche r", vereint mit „Natur und Technik". Vierteljährlich 2,50 Mark, einzeln 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Das Märzheft dieser ausgezeichneten, vielfältig unterrichtenden und anregenden Monatsschrift ist eine hervorragende Leistung. Das gilt für die ausgezeichnete bilderreiche Ausstattung sowohl, als auch für den vielseitigen, wissenschaftlich einwandfreien Inhalt. Professor Dr. W. Jaensch von der Charite, Berlin, setzt die Konstitutionstypen (Pykniker, Leptosome) in Beziehung zu den Güntherschen Rassen. Zu eindrucksvollen Naturaufnahmen über die Geweihentwicklung unserer Hirsche und Rehe gibt Forstassessor Horst Siewert nach dem heutigen Stand unseres Wissens Antwort auf die Frage: „Wie entsteht ein Geweih?". — Dr. E. Wegmann, der als Geologe an der dänischen Grönland-Expedition teilnahm, veröffentlicht Aufnahmen und Beobachtungen über die eigenartigen und noch unbekannten „Eis- und Schneeformen in Nordostgrönland." — Beim Herannahen des Frühjahrsoogel- zuges wird von allen Naturfreunden der hervorragend mit Natururkunden bebilderte Aufsatz von Friedrich von Lucanus über den Kiebitz begrüßt werden. — Der bekannte Planzengeograph Dr. Kurt Hueck, Berlin, berichtet an Hand von Bildern von feinen Forschungen über Herkunft und Wanderwege deutscher Steppenpflanzen. — Die schnell vordringende „Kernphysik" erläutert der Physiker Dr. Erich Schneider in einem außerordentlich klar und anschaulich wirkenden Querschnitt. Dr. Richard Rein berichtet über „Ein eiszeitliches Wildgehege im Naturschutzgebiet Neandertal". Dr. Brandes bringt einen sehr beachtlichen Aufsatz über die „Gewinnung und Verwertung des Bernsteins", der mit ganz hervorragenden Naturaufnahmen von Bernstein-Einschlüssen bebildert ist. — Aeußerst vielseitig sind wiederum auch die „Kleinen Beiträge aus allen Gebieten" und die „Forschungsergebnisse. Hocksckuknacknchien. Professor Dr. Ernst Kohlmeyer, Ordinarius für Kirchengeschichte an der Universität Halle hat einen Ruf an die Universität Bonn erhalten; sein Nachfolger in Halle wird Professor D. Ernst Wolf von der Universität Bonn. Professor Dr. Heinrich Sommerfeld, Ordinarius für Betriebswissenschaft an der Universität Heidelberg, hat einen Ruf auf den betrieb** wissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität Köln (als Nachfolger von Professor Schmalenbach) abgelehnt. Lin Nichtsdestoweniger waren die Verfasser der Oberheffen £ berg Diebi „Fastenbretzel" großzügig und humorvoll genug, auch diese Begebenheit ihrer Zeitung einzuverleiben. Ja, wer sich nicht auch einmal selbst verspotten kann... Die „Fastenbretzel", das Gießener „türkisch-närrische" Carnevalsblättchen, das wir gestern bereits in einer kurzen Schilderung erwähnten, scheint noch in mancher Gießener Familie aufbewahrt zu sein. Herr August Michel von der Kronendrogerie in der Walltorstraße sendet uns eine ganze Reihe dieser lustigen Blätter, die recht unterhaltsam zu lesen sind. Bei der Durchsicht der vergilbten Papiere finden wir in Nr. 7 der „Fastenbretzel" aus dem Jahre 18 65 zwei lustige Gedichte, in denen geschildert wird, wie die Verfasser der „Fastenbretzel" in der Regel zu ihrem „Material" gekommen sind, im vorliegenden Falle aber nicht dazu kamen, sondern durch den R e d e st r e i k der anderen Seite vollkommen daneben gerieten, als sie sich auf dem Erkundungsgang durch die Gastwirtschaften begeben hatten. „Nein, als Schmähartikelschreiber Sind die Beiden hier bekannt: Bretzelmänner, Ehrenräuber, Mit dem Zuchthaus nah verwandt! „Sonntags schleichen die Cujone Sich in jedes Gasthaus ein, Und vor ihrem gift'gen Hohne Schützt das Schweigen nur allein. „Redacteur nennt sich der Kleine; Kurzweg heißt er Bretzelmann; Und der And're vom Vereine Ist sein treuer Hampelmann." gehörige frühere Amtsgerichtsgebäude in der Kaiserstraße, das ursprünglich, als Hungen noch Sitz eines Kreisamts war, für dieses erbaut wurde und danach bis zu der im vergangenen Jahre er- olgten Aufhebung des Amtsgerichts Hungen den Zwecken des letzteren diente, wird gegenwärtig einem gründlichen Umbau im Innern unterzogen, um nach Fertigstellung der Arbeiten das Finanzamt und die F i n a n z k a s f e aufzunehmen, während das derzeitige reichseigene Finanzamtsgebäude wie bisher Dienstwohnung des Amtsvorstandes bleibt und die gegenwärtigen Diensträume einem weiteren Beamten als Wohnung überlassen werden. Das Finanzkassengebäude kommt zum Verkauf. Gegenwärtig wird in dem künftigen Finanzamtsgebäude durch die Firma Kappeller & Fehrenbach in Bellersheim, die bereits ähnliche Arbeiten am hiesigen Platze ausgeführt hat, umgebaut. Lediglich das Dachgeschoß des Hauses wird als Wohnung bestehen bleiben und nach einigen Neuherstellungen einem Fi- nanzbeamten überlassen. Die nicht unerheblichen Umbaukosten fallen nahezu sämtlich der Gemeinde zur Last, indessen ist es möglich, sie durch bereits in früheren Jahren für andere Zwecke angesam- melte Rücklagen zu decken. Nach seiner Fertigstellung wird das an sich schon stattliche Gebäude mit seinen großen Räumen ein ideales Amtsgebäude darstellcn. An Entgegenkommen dem Reich gegenüber hat es die Stadt in keiner Weife fehlen lassen. Die Auswanderer von Steinbach. L Steinbach, 5. März. Zu dem Bericht in Nr. 29 des „Gießener Anzeigers" vom 4. Februar über die Auswanderer im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt der Verfasser einige Zuschriften. Die erstaunlich hohe Zahl der Aus- Wanderer aus Steinbach, etwa 50 von etwa 500 bis 600 Seelen, läßt die Frage nach den Gründen der Auswanderungen begreiflich erscheinen. Leider schwelgen darüber die Kirchenbücher. Dagegen hat Herr Lehrer Würz (Eichelsdorf) ein Aktenstück aus dem Staatsarchiv bearbeitet, in dem Steinbacher LPD. Lauterbach, 5. März. Auf der Straße Altenschlirf—Her bst ei n rannten gestern nacht zwei Männer aus Lauterbach mit ihrem Motorrad gegen einen Baum. Der Soziusfahr'er Franz Szczabowski erlitt bei dem Anprall einen Schädelbruch, Prellungen und einen Bluterguß, der Fahrer Schneider kam mit leichteren Prellungen davon. Sie wurden beide in das Herb- steiner Krankenhaus gebracht. Schneider gab bei seiner Vernehmung an, er sei durch ein entgegen- kommenes Auto geblendet worden und Habs dadurch die Herrschaft über das Rad verloren. Doch sie trinken alle Beide Langsam ihren Schoppen aus. Nur zu ihrem Herzeleide Fehlet jeder Ohrenschmauß. Nicht ein Wort wird laut gesprochen, Keiner bricht des Schweigens Bann. Einer hat sich gar verkrochen Hinter seinen Vordermann. Nichts von Hämmeln war zu hören, Nichts vom Ochs und and'rem Vieh. Offenbar, die Beiden stören Hier die Sonntags-Melodie. Endlich geh'n die Beiden wieder. Dieser Fischzug war mißglückt. — Hinter ihnen tönen Lieder, Alles freut sich hochentzückt. — Und ein Fremder, der mit Staunen Dies Gebühren angeschaut, Fragte seinen nächsten Nachbar, Als der endlich aufgethaut: „Diese Herren, wohl zwei Prinzen? Eure Ehrfurcht zeigt so was?" Dieser aber spricht mit Grinsen: „Schöne Prinzen sind mir das!" endete die Vorführung. < Queckborn, 5. März. Der hiesige Ge- angverein „Jugendtreu" hatte seine Mitglieder und deren Angehörige zu einem Familienabend eingeladen. Eine Anzahl Chöre, ein Sing- piel und eine lustige Handwerksburschengeschrchte orgten für die nötige Unterhaltung. Den Höhe- punkt des Abends bildete die Ueberreichung von Ehrendiplomen an die Sänger Hch. Brück III., Wilh. Peter Röder, Hch. Sch epp und Karl Junker, die 25 Jahre in vorbildlicher Treue dem Verein als aktive Sänger gedient haben. Ein Sieg- Heil auf den Führer, das Deutschland- und das Horft-Wessel-Lied beschlossen die Darbietungen. Im gemütlichen Teil blieb man bei vergnügter Stimmung noch lange beisammen. £ Hungen, 5. März. Der hiesige Zwerg, verein des VHC. feierte am Sonntag sein diesjähriges Auszeichnungsfest, der Zeit und den Verhältnissen entsprechend in engstem Rahmen. Nach einer kleinen Wanderung in den Stadtwald und nach dem beliebtesten Ausflugsort, den Teichen, fanden sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen im „Solmser Hof" zusammen, wo der Vorsitzende des Zweigvereins, Lehrer Schmidt, die Erschienenen begrüßte und einen Ueberblick über die Der- einstätigkeit im Jahre 1934 sowie über die Entwicklung des Vereins seit seinem Bestehen gab. Auf Grund einer mehr als 25jährigen, zum Teil nahezu 40jährigen Mitgliedschaft konnten fünf Mitglieder mit dem vom Hauptoerein ausgegebenen Ehrenzeichen ausgezeichnet werden. Die Beteiligung an den Wanderungen im letzten Vereinsjahr hatte durch das Fehlen der Jugend zu leiden, immerhin konnten sechs Mitglieder für ihre eifrige Wandertätigkeit mit dem goldenen Abzeichen bedacht werden. Erfreulich ist die Treue eines festen Stammes von Mitgliedern als Wunderer, der auch dafür bürgt, daß der Appell des Vorsitzenden, wie einiger anderer Mitglieder, zur regeren Beteiligung an den Wanderungen des laufenden Jahres seine Wirkung zweifellos nicht verfehlen wird. In fröhlicher Stimmung, die durch Gesang, Ansprachen und Vorträge erhöht wurde, verliefen die Stunden. kreis Iriedberg. £ Steinfurth, 5. März. Am Sonntagabend trat die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes Volkstum und Heimat unter Führung von Lehrer N e e b erstmalig mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Der Saalbau H e n g st war bis auf den letzten Platz besetzt. Alle Vereine und die zwei oberen Schulklassen teilten sich in die Darbietungen. Ortsringführer N e e b verbreitete sich in seiner Begrüßungsansprache über die kulturellen und völkischen Aufgaben des Reichsbundes, dem vom Führer in erster Linie die Aufgabe gestellt sei, durch Zusammenfassung und Entfaltung aller Kräfte in der Gemeinde und darüber hinaus im Volk wahre, wirkliche Volksgemeinschaft zu pflegen. Nach dem gemeinsamen Gesang „Kennt ihr das Land so wunderschön" und einem Heimatchor des Gesangvereins hielt Lehrer Metzler als Leiter der Abteilung Naturschutz einen Vortrag über „Naturschutz im Dritten Reich". Seine vortrefflichen Ausführungen vertiefte er durch eine Anzahl Lichtbilder und Gedichte. Nach weiteren gemeinsamen Gesängen und Chören des Vereins und der beiden oberen Klassen folgte der zweite Teil des Abends, der mehr der Heiterkeit diente. Herr Heinrich T h ö n g e s XV. entpuppte sich als glänzender Rezitator für heitere Dialektdichtungen, die freudigen Beifall fanden. Hervorragend waren zum Abschluß die Leistungen der Turner und besonders die Reigen und Volkstänze der Damenriege des Turnvereins, die mit ihrem Kostümtanz stärksten Beifall erntete. — Am Samstag feierte der hiesige Gesangverein „Frohsinn" im „Darmstädter Hof" seinen Familienabend. Der Abend brachte zunächst ein Konzert, während die folgenden Stunden mehr dem Tanz und heiterer Unterhaltung gewidmet waren. Konzertstücke des Musik- vcreins Rockenberg wechselten mit Chören der Sänger unter Leitung ihres Dirigenten S ch m a n d t. Stürmischen Beifall ernteten die Sologesänge des Ehrenmitglieds Lehrer Kruger (Büdesheim), der Minne- und Volkslieder aus dem 15. bis 18. Jahrhundert zu Gehör brachte. Für viel Stimmung sorgte der Humorist Heim (Friedberg). Alle Darbietungen fanden ein beifallfreudiges Publikum. f Kreis Lauterbach. Das Hungener Amtsgericht wird Finanzamt. Hungen, 5. März. Das der Stadt Hungen Weber wurde auf das volkstümliche Profil gedeutet. In den Märschen mit Fanfaren und Kesselpauken erreichte die virtuose Spielart der 200 Musiker ihren Höhepunkt. Der „Große Zapfenstreich , das Lied der Deutschen und unser unsterbliches Horst-Wessel-Lied rundeten das farbige Bild. Auf das Konzert, das auch in unserer Stadt größtem Interesse begegnet, sei besonders hinge- wiesen. Gießener Karneval 1935. Landkreis Gießen. □ Allendorf (Lahn), 5. März. Am Sonntag stürzte der 30jährige Mechaniker Ernst U l m in der Scheune seiner väterliche Hofreite aus beträchtlicher Höhe ab und blieb besinnungslos liegen. Zum Glück haben sich die Verletzungen als nicht schwer herausgestellt, so daß mit einer baldigen Wiedergenesung des Verunglückten gerechnet werden kann. leitend über das deutsche Lied, sowie über den deutschen Männergesang und schloß mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer. Die sodann unter der Stabführung von Chormeister Georg H a r - n i s ch (Steinberg) vorgetragenen Chöre („Flamme empor", „Schlußgebet", „Lustiger Matro ensang ) zeugten uon guter Schulung. Die anschließenden leichteren Chöre („Wohlan, die Zeit ist kommen , ,Kir teure Heimat dort am Rhein") und die Volkslieder („Morgen marschieren wir" und "Beim Kronenwirt"), gaben zu erkennen, daß der Verein auch in dieser Hinsicht auf der Höhe ist. Zwei verdienstvollen Mitgliedern wurden Ehrungen zuteil. Friedrich Kissel erhielt für 30jährige Treue im Verein ein Diplom und August Kullbach für 35jährige Gesangstätigkeit ein Geschenk überreicht. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde die für - die Volksbühne neubearbeitete Schauspieloper „Preciosa" aufgeführt und mit stärkstem Beifall ausgenommen, um so mehr, da sämtliche Mitwirkende Mitglieder des Vereins und Laiendarsteller sind. Die Pausen wurden durch Musikstücke der Kapelle Harnisch ausgefüllt, die in würdiger Weife der Vortragsfolge angepaßt waren. Verlosung und Tanz beschlossen den in allen Teilen gut verlaufenen Abend. 4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4^2% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4tz%ehcm. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 4% Oesterreichische Goldrente. 4,20% Oesterreichische Silberren'te 4% Ungarische Gvlvrcnle .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/,% desgl. von 1913....... ■imipeiici...................0 9« Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — Ilse Bergbau ............... g _ Ilse Bergbau Genüsse........ 6 124 25 Klöcknerwerke ............. 2% 86 75 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... o#o3 wlunnesmann-invyren........ o 77,25 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Swlußk. Mittag« börse ‘Datum 4.3. 5.3 4 3- 5 3- Mansfelder Bergbau....... . 3 92,5 93,25 93,5 93,5 Kokswerke................ .. 5 — —— 106,13 105,75 Phönix Bergbau........... .. O 57,5 58 — Rheinische Braunkohlen .... 12 210 211 210 — Rheinstahl................ 3 V, 95,5 94,5 95,75 94,75 Bereinigte Stahlwerke...... .. O 48 48 72,25 71,13 Otavi Minen ............. .. 0 12,13 !09,75 12,13 111,75 12 11,9 109,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 110 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 108,5 111 109 109 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y»i 147,25 148 147,25 148 I. G. Farben-Jndustrie..... . 71147,25 140.25 141 141,5 Scheideanstalt............. . 9 206,75 206.75 — 89 105,25 90 105,5 89,5 105,75 89,5 105,5 Rütgerswerke ............. . 4 Metallgesellschaft........... .. -1 91,75 91,5 92 91,9 Philipp Holzmann......... .. O 89,25 118,75 88,5 90 89,75 Zementwerk Heidelberg .... .. 5 119 Cementwerk Karlstadt....... . 4 127 127 Schultheis Patzenhofer ..... . 4 — — 104,75 104,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 53,5 53,25 53,9 54,25 Bemberg................. . O 118,5 118 117,5 116,5 Zellstoff Waldhof.......... .. O 106,75 106,75 106,5 106,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... . O 82 82 82,5 80 Dessauer Gas............. . 7 — —— 129,9 127,25 Daimler Motoren.......... .. O 53,65 53,25 89-25 88,5 Deutsche Linoleum......... . 6 147 146 113 145,5 Orenstein & Koppel........ .. O —— — 87 85,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 41,13 40,75 41,5 39,9 Chade .................... . O 191,5 190 192 — Accumulatoren-Fabrik...... 12 — 160 160 160 Conti-Gummi............. . 8 — Gritzner.................. .. O 34,5 90,5 35,5 91 34— 35,5 Mainkrastwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker .. 0 162 164 -* - 4-März 5.März Amtliche Notierung ' Amtliche Notierung Geld Trief Geld Brief Buenos Aires 0,623 0.627 0,623 0,627 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de 3an. 0,194 0,196 0,194 0,196 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 52,13 52,23 52,36 52,46 Danzig..... 81,315 81,475 81,22 81.38 London ..... 11,675 11,705 11,725 11,755 Helsingfors.. 5,15 5,16 5,175 5,185 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,31 168 65 168,33 168,67 .Italien..... 21,14 21,18 21,14 21,18 3aoan ...... 0,684 0,686 0,689 0,691 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 58,66 58,78 58,94 59,06 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49.05 Lissabon .... 10,61 10,63 10,64 10,66 Stockholm... 60,20 60,32 60,46 60,58 Schweiz .... 80.72 80,88 80,72 80,88 .Spanien.... 34,06 34,12 33,97 34,03 Prag....... 10,385 10,405 10,37 10,39 Budapest ... Neuyork... —— —— 2,462 2,466 2,457 2-461 Banknoten _________Serlw,5. Man 1 Geld Lriet 2,409 2.429 57,96 58,20 52,16 52,36 11,69 11,73 16,42 16,48 167,91 168,59 21,33 21,41 58,78 59,02 — — — 60,25 60,49 80,44 80,76 33,53 33,67