AFT ■urteil, UtzL I M ■ e b Im ■ winriit 1U« ■v^ten. M^er. ■> de, ■kV« ’i ■terbm it ■en. u V7-N i* Ule-iedoq ■ ueinbeji U Übliche, ■ ^fraget WEM Sie« U und bi, Wmlung. ■Mir, Meins ir Wssauischr, M'etz au.. Wend m ■n unjnu U'geschichte | Als be- M^duheben, IM 177; »entöl dk- I l?25) ge, Wvier- uni Mderer nm. (er Mascha ingcror Q|; it und tzt, r aufmerl. ,Q5 geschÄ als 8onoi chland uni ch um di, dt ein b» egung fr raktisch Si. g efööftlidi We 1849 um IEI ula, 690 D rbat chneider ;ds s Lihl, iffeöopf. )offlr. 66, 6180 £ och.6.,D0B' tag, 8. Febr., !0 Uhr und , im Stadt* mden ifirs- ’tfiaii Seo-, Tee1 Mail» rlinM^ schließend Hninor u>* oy schind r treten enspende“ ,taeitiger' ends* elung ! ch Keich idSru^ huharbe'l hoeniche" SteM ereil”111 U»* N«* jiiwM11 91.3.6° de Nr.31 Erster Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 6.8ebruar 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bießener Familienblatter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monat§-Vezug§prei§: Mt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronkfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts vuch- und Lteindruckerel R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/2U6rbes Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 60Npf.,Plahvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Zwischen Osi und West. Don Or. Max Clauß. Die Londoner Besprechungen vom 1. bis 3. Februar haben einen Kompromiß ergeben zwischen der traditionsgemäß kontinentalen Auffassung der Franzosen und der universalen oder besser gesagt globalen Sehweise der Engländer. Die deutsche Gleichberechtigung als das zentrale europäische Problem tritt in stereoskopischer Greifbarkeit erst recht hervor, nachdem zwei Nationen von so verschiedener eigener Lage und Art sie gemeinsam betrachtet haben. W e st l e r sind beide Parteien und also einig in ihrer Vorliebe für den runden Tisch in Genf. der Frage der nationalen Sicherheit jedoch kann das maritime, weltweite England dem mit allen Fasern am Heimatboden und am Begriff der festen Landgrenze hängenden Frankreich grundsätzlich nur die Zugeständnisse machen, die auch für Deutschland annehmbar sind. Daher in erster Linie die Empfehlung einer westeuropäischen Luftkonvention zwischen den fünf Locarnomächten und anderseits ein beredtes Schweigen über die bisherige französische Idee, das halb'asiatische Sow- jetrußland zum Schiedsrichter über Krieg und Frieden zu machen. Die Engländer find gewiß auch Europäer wie Deutsche und Franzosen, aber vor allem erst einmal Angelsachsen. Nicht zufällig hat vor einem Vierteljahr der südafrikanische Kriegsminister General S m u t s in jener Rede, die dem deutschen Standpunkt zum ersten Male volle Gerechtigkeit widerfahren ließ, für England und feine Dominons gefordert, sie sollten der unbekannten Zukunft, wenn überhaupt im Verein mit anderen, dann „nur in Gesellschaft der Vereinigten Staa- t e n" entgegengehen. Wer die Verbindlichkeit einer solchen europafernen Ansicht für das englische Mutterland anzweifelt, kann bei Smuts gleich auch das durchschlagende Argument finden: „Wir Dominions haben keine Lust mehr, noch einmal d i e Kriege der Alten Welt mitauszufechten". So könnte auch ein Amerikaner sprechen, und die glühendsten Anhänger der alten Entente cordiale wissen, zu beiden Seiten des Kanals, daß die Mächtekonstellation von 1914 bis 1919 ein für allemal vorbei ist. Zwei Tage vor der Londonreise der Franzosen hat der amerikanische Senat dem Präsidenten Roosevelt die notwendige Zweidrittelmehrheit für den Beitritt der USA zum Haager Internationalen Gerichtshof verweigert! London war durch diese neue Kundgebung der amerikanischen Jsolie- rungspolitik stark alarmiert, Paris offen entrüstet. Schließlich ist der Haag ja keine politische Einrichtung wie der Genfer Völkerbund, und man hatte dem Unterhändler des Weißen Hauses Elihu Root sogar das gewaltige Zugeständnis machen wollen, daß einfacher Einspruch Washington genügen sollte, um jede Untersuchung, die amerikanische Interessen berühren würde, unmöglich zu machen. Trotzdem hat Roosevelt, vor kurzem erjt glänzender Sieger bei den Kongreßwahlen, in der Haager „Niederlage" einen Vorgeschmack dessen erlebt, was vor 15 Jahren seinem unglücklichen Vorgänger Wilson geschah. Die Senatoren und Abgeordneten der Opposition erklären denn auch deutlich, sie lehnten den internationalen Gerichtshof deshalb ab, weil sie mit den „diplomatischen Launen" der Mächte, die ihre Kriegsschulden nicht einmal zahlten, nichts zu tun haben und „nie wieder einen Soldaten nach Europa" schicken wollten. Im übrigen gab es am nächsten Tag, am 31. Januar, auch zum Kapitel Schulden eine amerikanische Sensation: Staatssekretär Hüll in Washington erklärte nach einer letzten kurzen Unterredung mit dem Moskauer Botschafter Troja- no w s k i das Schuldenabkommen mit der Sowjetunion für gescheitert. Die Sowjets hatten, nach dem Muster der „symbolischen" Zahlungen Westeuropas an Amerika, mit einer Abstandssumme von immerhin 100 Millionen Dollar loszukommen gehofft. Statt dessen wird nun die berüchtigte Johnson-Bill, wonach an nichtzahlende Gläubiger kein amerikanischer Kredit gegeben werden darf, auch auf Rußland Anwendung finden, und die neugegründete Export- und Jmportbank für das Sowjetgeschäft in Neuyork kann wieder zumachen. In Europa allerdings gedachte die Sowjetunion nicht länger abseits zu stehen, sondern hat sich seit Sommer 1934 durch den Entwurf eines O st - Paktes und den Eintritt in den Völkerbund auf der ganzen Linie eingeschaltet, dank dem in gemeinsamer Abneigung gegen das nationalsozialistische Reich gefundenen Einverständnis der Herren Barthou, Benesch und Litwinow. Wenn bisher schon Friede und Sicherheit in Europa gefährlich belastet waren durch Frankreichs Verpflichtungen gegenüber der Kleinen Entente — ein bekannter Pariser Autor hält eine französische Intervention im Osten für den „wahrscheinlichsten Kriegsfall" —, so würde eine militärisch-diplomatische Bindung an Moskau alle Berechnungen über den Haufen werfen. Ebenfalls in der vergangenen Woche tagte in Moskau der 7. Sowjetkongreß, der zwei besonders bemerkenswerte Reden zur Außenpolitik brachte. Erstens sprach am 28. Januar der Vor- sttzende des Rats der Volkskommissare, Molotow: er polemisierte nicht nur gegen Deutschland, Polen unö Japan, sondern auch gegen England, UI1? Rußlands Freunden stellte er an die eqte Stelle nicht etwa das große Frankreich, sondern die seit langen Jahren verbündete Türkei, deren Botschafter von der Versammlung stürmisch bejubelt wurde. Bekanntlich lehnt aber der türkische Außenminister Rüschdi Aras die römischen Projekte ^.^unkrelchs vollkommen ab und befürwortet viel- leicht noch dringender, wenn auch mit weniger Einfluß als die Herren Benefch und Titulescu, die öomjetorientierung in Paris. Der Reichsehrerigerichishof der Arbeit. Das Gebot der Ehre höchstes Gesetz in der Gemeinschaft der Schaffenden. Der Reichsarbettsminister bei der ersten Sitzung. Im Berliner Oberverwaltungsgerichtsgebäude trat der Reichsehrengerichtshof, der nach dem Gesetz zur Ordnung her nationalen Arbeit gebildet wurde, in Anwesenheit zahlreicher Behördenoertreter zu seiner ersten Sitzung zusammen. Den Vorsitz führte Reichsgerichtsrat Schrader, der auch die feierliche Vereidigung der Beisitzer vornahm. Der Gerichtshof besteht aus zwei Mitgliedern des Reichsgerichts und drei Beisitzern, von denen das Reichsarbeitsministerium, die Betriebsführer und die Gefolgschaftsmitglieder je einen stellen. Zieichsarbeitsminister Franz Eeldte wies vor Beginn der Verhandlung auf die hohe Bedeutung der sozialen Ehrengerichtsbarkeit für die Neugestaltung unseres sozialen Lebens hin. In ausgesprochenem Gegensatz zum früheren Rechts- zustand fei das Schwergewicht der gesamten arbeitsrechtlichen Gestaltung in den einzelnen Betrieb gelegt. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände ständen nun nicht mehr in zum Klassenkampf ausgearteten Jnteressenkämpfen einander gegenüber. Das gemeinsame Interesse, das alle, die in einem Betriebe gemeinsam schafften, an dessen Blühen hätten, sei die Grundlage des sozialen Ausgleiches. Deshalb sei der Gesetzgeber zur Ausgestaltung und Betonung der Betriebsgemeinschaft gekommen. Diese selbst sei nach den Grundsätzen der gegenseitigen Treue, des Vertrauens und der Kameradschaft ausgerichtet. Dieser Stellung der Betriebsgemeinschaft als des tragenden Pfeilers des sozialen Lebens entspräche es, wenn zu ihrer Verwirklichung und zu ihrem Schutze in grundlegend neuen Gedankengangen eine eingehend geregelte soziale Ehrengerichtsbarkeit errichtet worden sei. Im Arbeitsleben handele nur derjenige ehrenhaft, der die ihm je nach feiner Stellung innerhalb der Betriebsgemeinschaft obliegenden Pflichten gewissenhaft erfülle und sich durch sein Verhalten der Achtung würdig erweise, die sich aus seiner Stellung ergebe, der im steten Bewußtsein seiner Verantwortung sich dem Dienst des Betriebes widme und dem Gemeinwohl unterordne. Die Ehrengerichte hätten rücksichtslos alle diejenigen aus der Gemeinschaft der Schaffenden auszumerzen und durch Strafen zu brandmarken, die den Geboten der Ehre zuwiderhandelten. Gleichzeitig hätten die Ehrengerichte eine wichtige E r- ziehungsarbeit zu leisten, lieber allen Ehrengerichten schwebe als endgültige Berufungsinstanz der Reichsehrengerichtshof, der berufen fei, aus der Praxis heraus Richtlinien für die Anwendung der neuen Bestimmungen zu geben. Für die Einheitlichkeit der Rechtssprechung sowie für eine sinngemäße Fortbildung des Rechtes Sorge zu tragen. Der Vorsitzende des Reichsehrengerichtshofes, Reichsgerichtsrat Schrader, dankte dem Minister für feine Begrüßungsworte und versicherte, daß der Reichsehrengerichtshof stets bestrebt fein werde, feine Aufgabe in dem Geiste zu erfüllen, in dem das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit erlassen worden sei. Anschließend nahm Reichsgerichtsrat Schrader die Vereidigung der Beisitzer vor. Der Ehrengerichtshof trat dann in die Verhandlung der ersten drei Berufungsfälle ein. Die erste Verhandlung. Beschwerdeführer im ersten Fall war ein G u t s- Inspektor, der durch feine gehässigen Nörgeleien und ehrkränkenden Schimpfereien den Arbeitsfrieden in empfindlicher Weife störte. Als er sich zu groben Mißhandlungen gegenüber einem Gefolgschaftsmann hinreißen ließ, mußte der Treuhänder eingreifen, und das Ehrengericht in Königsberg erkannte auf Entfernung des Angeklagten von feinem Arbeitsplatz. — Dieses Urteil wurde vom Reichsehrengericht bestätigt. Der zweite Fall betrraf einen ostpreußischen Gutsbesitzer, dem vom Sozialen Ehrengericht in Königsberg die Betriebsführereigenschaft auf die Dauer von sechs Monaten a b gesprochen worden war, weil er den auf dem Gut wohnenden Gefolgschaftsleuten unzulängliche Wohnungen zur Verfügung gestellt und trotz wiederholter Aufforderung die notwendigen Ausbesserungen nicht hat vornehmen lassen. — Hier hielt das Reichsehrengericht dem Beschwerdeführer fein vorgerücktes Lebensalter und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zugute, mit denen er zu kämpfen hatte, und erkannte in Abänderung des ergangenen Urteils lediglich auf einen Verweis. Im letzten Falle handelte es sich um einen jugendlichen Filialleiter eines Betriebes in Stettin, der die im Geschäft tätigen weiblichen Angestellten ehrkränkend behandelt hatte. Das Ehrengericht in Stettin hatte gegen ihn auf Entfernung von seinem Arbeitsplatz erkannt. Dieses Urteil wurde vom Reichsehrengericht abgeändert und gegen den Beschwerdeführer lediglich eine Geldstrafe von 2 0 0 Mark verhängt. * - M ’ ■ V ■ M U || Mx l * “ re L- fe 4 ■ ■ ■ WD U} Unsere Aufnahme zeigt die Vereidigung der Beisitzer des Reichsehrengerichtshofs. Von links: Beisitzer der Gefolgschaft Forstarbeiter S t o f e r, Beisitzer des Reichsarbeitsministeriums württembergischer Wirtschaftsminister Dr. L e h n i s ch , Reichsgerichtsrat Schrader, Reichs'gevichtsrat L o ß, Beisitzer der Betriebsführer Böttner, Führer der Reichsfachschaft Gartenbau. Eine ganz besondere Note jedoch kam in die internationale Friedensdebatte durch die höchst offenherzigen Ausführungen des stellvertretenden Verteidigungskommissars Tukaschewski am30.Januar In Anwesenheit Stalins und unter beaeifterter Zustimmung des Sowjetdelegierten enthüllte dieser ehemalige Offizier der Zarenarmee die ganz ungeheure Aufrüstung der Sowjetunion in jüngster Zeit. Von 562 000 Mann im Jahre 1931 hat sich die friedensstarke Rote Armee heute auf 940 000 Mann erhöht, die schwere Artillerie ist verdoppelt, die Zahl der Kampfflugzeuge verdreifacht, die der Tanks aufs Achtfache gestiegen. Schließlich kündigt Tukaschewski für 1935 eine Erhöhung öer Mehrausgaben des Vorjahres um weitere 30 v. H. an und stellt mit Genugtuung fest: „Mögen die Feinde nur kommen, wir find bereit unter Woroschilows eiserner Führung!" Zieht man die Nutzanwendung der Außenpolitik in USA. und UdSSR, auf das Londoner Kommunique vom 3. Februar, so versteht man die dringende Hoffnung der Engländer, das D e u t s ch e Reich möge sich raschestens in die europäische Gemeinschaft gleichberechtigt einordnen. Was aber die sowjetrussische Friedensmission betrifft, wie sie Barthau vorgesehen hatte, so zweifeln die Engländer schon deshalb daran, weil die zwei nächstbetroffenen Länder Polen und Deutschland sich nicht mit dem Ostpakt befreunden können. Am Tag nach dem Empfang des Ministerpräsidenten General Göring bei Marschall Pilsudski — es war zugleich der Ankunftstag der Franzosen in London — hat der polnische Außenminister Oberst B e cf im Sejm gesagt, der Ostpakt enthalte „allzu- viele Fragezeichen" und dürfe jedenfalls „die bereits erreichten wirklichen Friedenssicherungen in Nordosteuropa" nach dem Muster des deutsch-polnischen 'Abkommens nicht stören. Der englische Liberale Lord Lothian aber schrieb am selben Tag in der „Times" mit Bezug auf eine vielleicht drohende russische Gefahr: „Wird Deutschland dann als möglicher Feind Europas betrachtet werden oder als Europas Bollwerk, als Drohung oder als Schützer für die neuen osteuropäischen Nationen?" Das Londoner Kommuninque gibt darauf insofern die Antwort, als es Deutschland ausdrücklich zur Befestigung des Friedens einlädt, von S o w j e t r u ß l a n d aber nicht mehr spricht. Das Ende der Diktate. Das Echo der Vereinbarung von London. — Aeußerungen Flandins. Ueberblicft man die sehr zahlreichen Presse- fommentare der europäischen Zeitungen, die sich mit dem Ergebnis der Londoner Aussprache über Rüstung, Gleichberechtigung und Sicherheit befassen, so stellt man zunächst fest, daß sich in keinem Lande eine vollständige Ablehnung der in dem Kommunique enthaltenen Pläne findet. Genau so wie die Saarentscheidung für Deutschland allgemein als ein Moment begrüßt wurde, das wesentlich zur Entspannung der internationalen Lage beitragen könnte, verknüpfen sich auch mit dem Londoner Ergebnis neue Hoffnungen der Völker und ihrer Regierungen. Dabei ist es nur natürlich, daß das Echo dieser Ouvertüre in den einzelnen Ländern sehr verschieden klingt, laut ober gedämpft, jubelnd oder verhalten. Aber es ist doch kein schriller Mißton dabei. Man bemüht sich um gegenseitiges Verständnis, und man fordert auch von Deutschland nicht eine sofortige Entscheidung, ein Ja oder Nein. Das ist aus dem Grunde schon nicht möglich, weil das Londoner Kommunique nur eine Verhandlungsgrundlage bilden soll, und weil der nächste Schritt nur darin bestehen kann, die in ihm enthaltenen Anregungen in gegenseitigen Besprechungen oder Mitteilungen genauer zu präzisieren. Für den endgültigen Erfolg der kommenden Auseinandersetzungen wird es von wesentlicher Bedeutung sein, in welchem Geiste sie vonstatten gehen. Es mag in diesem Zusammenhänge als ein günstiges Zeichen gewertet werden, daß sich die maßgebliche englische Presse nach wie vor bemüht, dem Ideal eines modernen Europa näherzukommen. So findet sich in dem letzten Leitaufsatz der „Times" der fundamentale Satz: „Europa ist mit den Diktaten ferti g". Die Zeitung betont außerdem noch einmal ausdrücklich, daß auch nicht der leiseste Versuch zu einer Nötigung Deutschlands unternommen werden solle und daß auch zwischen Großbritannien und Frankreich keine geheime Vereinbarung irgendwelcher Art bestehe. Der oft offiziös inspirierte „Daily Telegraph" vertritt in ähnlichen Wendungen den gleichen Standpunkt und fügt hinzu, daß man eine unmittelbare Antwort Deutschlands nicht zu erwarten brauche, daß auch niemand die Schwierigkeiten unterschätzen werde, die die deutschen Staatsmänner gegenüber einer Beteiligung am Ostpakt empfinden müssen. Für den Fall eines Mißerfolges der in Aussicht genommenen Verhandlungen habe sich keine Seite im voraus fest gelegt. Auch die letzte amtliche Aeußerung von französischer Seite, die Rundfunkansprache des Ministerpräsidenten Flandin, zeigt im Gegensatz zu der alten Schule der Pariser Diplomatie eine modernere Auffassung über die zu lösenden Probleme. „Wir wissen alle", so erklärte er, daß Deutschland seit einigen Jahren sein Rüstungen erheblich erhöht hat. Es hat sich praktisch von einem Teil der ihm vom Versailler Vertrag auferlegten Verpflichtungen freigemacht. Die Luftwaffe ist infolge ihrer niederschmetternden lieber- raschungswirkung zu m ge sä h r li ch ste nKriegsmittel geworden. Kein um sein Geischick besorgtes Volk kann sich auf diesem Gebiete eine ausgesprochene Unterlegenheit gefallen lassen. Dagegen bildet die sichere Überlegenheit der Verteidiger des Friedens gegen den etwaigen Angreifer die entschei- denste Verhütungsmaßnahme. Der Plötzlichkeit des Angriffs gegen den Frieden wird künftig die sofortige Antwort des Gegenangriffs gegen den Krieg gegenüberstehen. Ich will nicht daran zweifeln, daß die übrigen zum Abschluß dieses Luftabkommens aufgeforderten Teilnehmer ihm beitreten. Aber wir haben auch vorgesehen, daß sich die britische und die französische Regierung sofort nach Eingang der Antworten ins Einvernehmen setzen. Nach meinem Dafürhalten ist die Beteuerung dieses gemeinsamen französisch-englischen Willens, dem Luftkrieg den Damm des Bündnisses der friedlichen Völker entgegenzustellen, ein entscheidender Schritt auf dem Wege des Friedens." In der Kammer ergänzte Flandin feine Rundfunkrede. „Wir glauben", so erklärte er, „daß es zur Lösung des Problems der Gleichberechtigung und der Sicherheit unzweckmäßig wäre, irgend jemand einen Vorwand zu geben, sich den internationalen Verpflichtungen zur Organisation des Friedens zu entziehen. Ich will mich auf keine Polemik über die Vergangenheit eia- lassen, während wir eine Zusammenarbeit an einem gesteckten Ziele wünschen; aber ich will ausdrücklich betonen, daß in der traditionellen Politik Frankreichs keine Aenderung eintritt. Wir haben eine Solidarität zwischen der englischen und der sranzösischen Regierung geschaffen. Die Regierungen sind der Auffassung, daß ganz Westeuropa, daß alle an dem Frieden hängenden Völker angeschlossen werden müssen, um die Gefahr eines Luftangriffes zu verhindern. Das ist der Grund, aus dem heraus sich die beiden Regierungen entschlossen haben, Deutschland, Belgien und Italien zu Verhandlungen über diese Frage aufzufordern." Es verdient Beachtung, daß Flandin sich von jeder Polemik über die „deutsche Rüstungsoermehrung" ferngehalten hat. Mag sein, daß dabei die Ueberlegung mitgespielt hat, daß Frankreich bei einer solchen Debatte auf jeden Fall schlecht abschneiden würde. Denn der Satz des Londoner Communiquäs, daß die-britischen und französischen Minister übereinstimmen, daß weder Deutschland noch irgendeine andere Macht, deren Rüstungen durch Friedensverträge bestimmt worden sind, berechtigt ist, durch einseitige Aktion diese Verpflichtungen abzuändern, — dieser Satz bezieht sich, wenn man den Ablauf der Nachkriegsgeschichte und die Reihenfolge der Daten der Rüstungsvereinbarungen im Auge behält, nicht so sehr auf Deutschland, als vielmehr auf die hoch - gerüsteten Mächte, und insbesondere auf Frankreich, das seit Inkrafttreten des Friedensdiktates die darin enthaltenen Verpflichtungen nicht innegehalten hat. Erft aus diesem Rechtbruch hat Deutschland seinerseits die Folgerungen gezogen. Es mag die gleiche Ueberlegung von der zeitlich begrenzten Wirkungsdauer solcher Diktate gewesen sein, die Flandin dazu bestimmte, die schon im Kommunique festgelegte Freiheit und Gleichheit der kommenden VerHandlungsmethoden noch einmal in den Vordergrund zu rücken. Diese neue Methode soll sich nicht nur auf die zu erarbeitende Rüstungskonvention erstrecken, sondern ebenso auf die Verhandlungen, die nach französischem Wunsch ein allgemeines großes Sicherheitspaktsystem in Mittelund Osteuropa erstreben. Hier macht sich jedoch ein gewisser Widerspruch bemerkbar, denn der von Barthou ersonnene O st p a k t ist in seiner bisherigen Form der Reichsregierung nicht zur Verhandlung, sondern zur Annahme oder Ablehnung vorgelegt worden. Von einer „allgemeinen und frei zu beratenden Konvention" konnte in diesem Falle bisher nicht die Rede sein. Es erhebt sich deshalb die berechtigte Frage, in welcher Weise die Franzosen diesen Widerspruch auszulösen gedenken. Wird man in Paris, wie eine italienische Zeitung andeutet, dem Ostpakt den Charakter eines bloßen Nichteinmischungsvertrags geben und die höchst gefährliche Verpflichtung zum gegenseitigen Bei st and aus ihm entfernen? Wie beim Ostpakt, so machen sich auch noch bei der Kommentierung der Luftkonoention auf französischer Seite Tendenzen bemerkbar, aus denen die alte Mentalität der Weltkriegsgeneräle und poinca- ristischen Politiker spricht. Der halbamtliche „ T e m p s " betont, daß das Londoner Abkommen Deutschland zwingen werde, die Verantwortung zu übernehmen, und daß die Verwirklichung des englisch-französischen Planes nur von dem guten Willen und der Ehrlichkeit Deutschlands abhänge, und selbst Flandin kann es sich nicht verkneifen, in einer verklausulierten Wendung den Deutschen im Falle des Scheiterns der Verhandlungen mit einem „Bündnis der friedlichen Völker" zu drohen. Noch immer wird in manchen europäischen Hauptstädten Deutschland als der mögliche Friedensstörer betrachtet, noch immer kommt hier und da der unversöhnliche Geist der Pariser Vorortsdiktate zum Durchbruch. Hier liegen starke psychologische Schwierigkeiten, denen die Regierungen keinesfalls neue Nahrung geben dürfen, wenn sie sich nicht zu einem starken Hemmnis bei den künftigen Sicherheits- und Rüstungsverhandlungen auswächsen sollen. Der Satz der „Times", daß Europa mit den Diktaten fertig sei, muß überall in vollem Umfange begriffen werden, er muß ein fester Bestandteil des geistigen Eigentums der Völker und Regierungen sein, wenn der europäische Friede nicht nur eine juristische Formel, sondern eine leben zeugende Tatsache werden soll. Ein neuer Anfang. „Times" fordert strenge Durchführung des Grundsatzes der Gleichberechtigung. London, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) In einem der englisch-französischen Vereinbarung gewidmeten Leitaufsatz beschäftigt sich „Times" mit den Fragen des Ostpaktes, der baldigen Vereinbarung eines Rüstungsabkommens, eines Luftabkommens und des Verhältnisses Deutschland zum Völkerbund. Das Blatt kommt zu dem Schluß, es gebe viele verwickelte Fragen, die allmählich g e l ö st werden müßten, bevor die Staatsmänner Europas die im Londoner Abkommen in Aussicht genommene allgemeine Regelung erreichen könnten. Unentbehrlich für den Erfolg fei, daß keine Schwierigkeiten aus bloßer Sophisterei oder Kleinigkeitskräme- r c i erhoben würden, daß bei den Verhandlungen ein wirklich neuer Anfang auf der Grundlage der Gleichheit gemacht werde und daß das große Ziel niemals aus dem Auge verloren werde. Die politische Liquidierung des Krieges werde erst fertig sein, wenn alle Länder wieder theoretisch und tatsächlich auf gleichem Fuß dastehen. Es werde der Geduld und des Mutes bedürfen. Die Locarnooerhandlungen hätten annähernd ein Jahr beansprucht, und die jetzige Aufgabe sei noch verwickelter. Verzichten die Vereinigten Staaten auf die militärischen Bestimmungen des Berliner Vertrages ? Washington, 5. Febr. (DJIB.) Die britische Regierung soll die amerikanische Regierung durch die Botschaft der Vereinigten Staaten in London ersucht haben, in die Aufhebung der aus dem Versailler Diktat in den Berliner Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland übernommenen militärischen Bestimmungen einzuwilligen. Gleichzeitig habe die britische Regierung versichert, daß kein geheimes Bündnis oder Abkommen zwischen England und Frankreich bestehe. Das Ersuchen der britischen Regierung ist bisher im Staatsdepartement noch nicht eingegangen. Man nimmt aber an, daß sich die amerikanische Regierung nicht st rauben werde, denn sie hat diese militärischen Bestimmungen des Berliner Vertrages niemals irgend wie geltend gemacht. Sie Hal vielmehr stets betoht, daß es sich lediglich um die pauschale Uebernahme von Paragraphen handele, die für Amerika kein praktisches Interesse hätten. Die amerikanische Regierung wird jeden Schritt fördern, der die Reichsregierung geneigt macht, zur Abrüstungskonferenz zurückzukehren. Verschwörung deutscher Kommunisten in Holland aufgedeckt. Amsterdam, 5. F-br. (DNB.) Der Polizei glückte es, eine geheime Zusammenkunft früherer deutscher Kommunisten zu überraschen. Hierbei wurden zehn deutsche Kommunisten, darunter der frühere Reichstagsabgeordnete K r e u tz b e r g, die sich alle auf illegale Weise in der holländischen Hauptstadt aufhielten, v e r h a f - t e t. Haussuchungen in den Schlupfwinkeln der Festgenommenen ergaben, daß man eine weitverzweigte kommunistische Verschwörung vor sich hatte, deren Teilnehmer über ganz Holland verteilt sind. Die meisten von ihnen hielten sich m Amsterdam und im Limburger Kohlenbecken auf. In aller Stille arbeiteten sie an der Errichtung geheimer kommunistischer Organisationen in Deutschland, deren Hintermänner von Holland aus mit kommunistischer Propaganda versorgt wurden. Die in Holland weilenden deutschen Kommunisten bildeten einen ständigen Herd für die illegale Propaganda gegen die deutsche Regierung und waren auch Instrukteure für die holländische Kommunistische Partei im Kampf gegen die holländische Staatsordnung. Im westlichen Stadtteil von Amsterdam, in dem zahlreiche Kommunisten wohnen, wurden Kundgebungen zugunsten der Freilassung der deutschen Komunisten veranstaltet. Es wurden Flugzettel verteilt, in denen auf das holländische Asylrecht für politische Flüchtlinge hingewiesen wurde. Ferner wurden Sprechchöre gebildet, die den Verkehr behinderten. Der Polizei gelang es aber bald, die Kommunisten zu zerstreuen. Geringerer Arbeitsrückgang im Winter. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Die NSK. teilt mit: Der Arbeitseinsatz im Winter steht immer vor den besonderen Schwierigkeiten, die den Beschäftigungsmöglichkeiten bei Außenarbei- t e n durch die jahreszeitlichen Einflüsse gesetzt sind. Langdauernde Frostperioden legen naturnotwendig derartige Arbeiten still und die hierbei Beschäftigten müssen entlassen werden und kommen als Arbeitslose in Zugang, auch wenn die Aussicht besteht, daß diese nach Beendigung der Kälteperiode ihre verlassenen Arbeitsplätze wieder einnehmen können. Der verhältnismäßig milde Winter 1933 auf 1934 hatte eine sehr späte und nur einmalige Freisetzung von 344 000 Arbeitskräften im Monat Dezember gebracht. In diesem Winter begann die Zunahme an Arbeitslosen jedoch schon im November mit 85 000, denen im Dezember weitere 252 000 folgten, womit der Gesamtrückgang immer noch mit 7000 unter dem des Vorjahres zurückblieb. Da die Kältewelle jedoch auch den Januar hindurch in ganz Deutschland anhielt, wird mit einer weiteren erheblichen Zunahme an Arbeitslosen aus den Außenberufen zu rechnen fein. Sie ist aus den angegebenen Gründen unvermeidlich und kann auch nicht durch vermehrte Einstellung in der Industrie wettgemacht werden. Denn die Entlassungen in den Außenberufen kommen stoßweise und umfassend, während die Mehreinstellungen in Industrie und Wirtschaft allmählich und dem Bedarf entsprechend vor sich gehen. Vergleicht man die Zunahme der jahreszeitlichen Arbeitslosigkeit in den Jahren vor der nationalsozialistischen Machtergreifung mit der des Vorjahres und der voraussichtlichen Entwicklung in diesem Jahre, so wird man feststellen können, daß das regelmäßige Anschwellen der winterlichen Arbeitslosigkeit gegenüber früher erheblich kleinere Ausmaße angenommen hat. Die Zahl der Arbeitslosen nahm, während der Wintermonate 1927—1928 um 1,022 Millionen • 1928—1929 „ 1,899 1929—1930 „ 1,809 1930—1931 „ 1,720 1931—1932 „ 1,505 1932—1933 „ 0,892 dagegen 1933 — 1934 nur um 0,344 Millionen zu. Während also in den früheren Jahren der Beschäftigungsrückgang des Winters zwischen ein bis zwei Millionen Menschen erfaßte, ist dieser im Vorjahr noch weit unter einer halben Million geblieben und wird auch in diesem Winter wesentlich gegenüber den Zahlen der Jahre 1927 bis 1933, in denen sich gleich- zeitig der konjunkturelle Niedergang abspielte, z u - rückbleiben. Wenn dennoch das Ausmaß des winterlichen Beschäftigungsrückganges in diesem Jahre größer sein wird als im Vorjahre, so dar -daraus nicht ein Nachlassen in der energischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geschlossen werden. Es ist vielmehr zu berücksichtigen, daß seit dem Vorjahr die Gesamtzahl der Arbeitslosen um weitere 1,7 Millionen abgenommen hat, daß also der Ausgangspunkt der winterlichen Zunahme bei einem Stand von 2,27 Millionen Arbeitslosen im Oktober 1934 gegenüber 3,7 Millionen im Herbst 1933 liegt. Ganz abgesehen von den Mehr- einstellungen in den witterungsunabhängigen Berufen sind also im vergangenen Jahre auch ganz erheblich viel Arbeitskräfte neu in den Außenberufen 3 u g e ft r ö m t, die nun eine entsprechend größereFreisetzung zur Folge haben müssen. Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen im Winter ist also ein ganz natürlicher Vorgang, der sich im Wirtschaftsleben immer wieder abspielen muß und vor allem auch beweist, daß das nationalsozialistische Deutschland entgegen den immer wiedcr aus dem Auslande auftauchenden Behauptungeil, die Arbeitslosigkeit nicht auf dem Wege künstlicher Beschäftigung beseitigt, sondern einzig und allein durch organische Wirtschaftsbelebung, die dann in den Saisonberufen ebenso organisch dem Wechsel unterworfen ist. der Volksgemeinschaft dient, was die organische Gliedschaft im ganzen sichert. Recht ist mit anderen Dorten die Gesamtheit der staatlichen und oolklichen Lebens- ordnung, die durch Blut und Boden bestimmt wird. Die Aufgabe des Richters besteht letzten Endes nicht in der Gesetzesauslegung, sondern in der Rechtsprechung, in der Hebung oon Gerechtigkeit. Er ist nicht Gesetzestechniker sondern Sucher des Rechts. Das Gesetz soll dem Rich, ter die Rechtsfindung erleichtern, kann sie ihm aber nicht abnehmen. Und wenn die Anwendung des Gesetzes im konkreten Fall zu einer dem Rechtsbewußtsein widersprechenden unbilligen und sittlich unhaltbaren Entscheidung führen würde, hat der Richter sie zu verhindern, indem er aus feinem Rechtsgewissen heraus Recht schöpft und spricht und nicht nur das Gesetz dem Buchstaben nach anwendet. Zur Erfüllung solcher hohen Aufgaben gehört ein un. aufhörliches Arbeiten d n sich selb st, eine Selbsterziehung zur Nation und zur nationalsozialistischen Weltanschauung. Alle Rechtstatlgen und insbesondere die Richter müssen sich stets bewußt bleiben, daß sie sich der Vorzugsstellung, dis sie in ihrer richterlichen Unabhängigkeit und Unabsetzbarkeit haben, täglich neu würdig erweisen und sie täglich neu erobern müssen, indem sie ihr gesamtes Tun und Lassen auf das alleinige Ziel ausrichten, dem Volksganzen zu dienen. Zum Schluß sprach Reichsstatthalter Sprenger dem seitherigen Oberlandesgerichtspräsidenten 2)r< Müller seinen tiefsten Dank für die mustergültige Leitung aus. Erbhofbauer von Neurath. Der in Südwestdeutschland gelegene Leinfel- d e r Hof, feit etwa 100 Jahren im Besitz b e r Familie von Neurath, war bisher langjäh. rig verpachtet. Nunmehr läuft die Pacht ab, der Pächter übernimmt ein anderes Gut, und der Lein- fclber Hof wird als Erbhof vom Erbhof, bauern Reichsaußenmini st er Frei. Herrn von Neurath selbst bewirtschaf. t e t. Man freut sich der Entwicklung, durch die einer der Reichsminister gleichzeitig zum Erbhofbauern wird. Man freut sich aber besonders der Tatsache, daß diese Doppelrolle dem Reichsaußenminister zufällt. Tritt doch damit klar hervor, daß die Gegensätze, die ehedem zwischen dem Auswärti- gen Amt und dem Reichsernährungsministerium bestanden, im neuen Staat keinen Raum mehr haben. Früher herrschte die Ressortpolitik; ein Ressort stand gegen das andere. In den Reichstagsdebatten trat immer wieder hervor, daß im Reichsernährungsministerium eine ganz andere Politik betrieben wurde als im Reichswirtschafts- und im Reichsaußenministerium. Unter Adolf Hitler aber kommt nur eine einheitliche Politik in Frage, und die Landwirtschaft hat ihre Freunde und Helfer auch im Reichsaußenministerium. Wird jetzt der Reichsaußenminister zugleich Erbhofbauer, so ist das nur eine neue Erinnerung an den Wandel, durch den der Bauer als die tragende Säule des neuen Staates in feinen Rechten und Pflichten von allen Instanzen des Reiches in gleicher Weife geachtet und gefördert wird. Als im früheren System die Agrarkrisis sich immer roeitej verschärfte, wiederholten sich auch die Vorschläge, die Minister im Reich und Der Richter Sucher -es Rechts. Einführung des neuen Darmstädter Oberlandesgerichtspräsidenten durch den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. LPD. Darmstadt, 5. Febr. Im festlich geschmückten Festsaal des Alten Palais fand die feierliche Amtseinführung des neuen Oberlandes- gerichtspräfidenten Staatssekretär a. D. Dr. Wilhelm Stuck art durch den Herrn Reichsstatthalter Sprenger statt. In feiner Einführungsrede erklärte der Reichsstatthalter: Ich begrüße Sie und heiße Sie willkommen. Sie, denen die Rechtsbetreuung des Volkes anoertraut ist. Insbesondere begrüße ich den Parteigenossen Staatssekretär Dr. S t u ck a r t, den nunmehrigen Oberlandesgerichtspräsi- deuten in meinem Amtsbezirk. Nach der Ver- reichlichung der Justizverwaltung find Sie, Herr Oberlandesgerichtspräsident, als solcher der erste, der nun im Amte zu wirken beginnt. Ich begrüßte Sie als alten Parteigenossen in Ihrem Heimatgau und freue mich besonders, daß gerade ein Mann diese Stelle innehat, der mit Land und Leuten vollkommen vertraut ist, der aber nicht nur feiner engeren Heimat als Nationalsozialist bekanntgeworden ist, sondern der auch draußen im Reiche, ich möchte ruhig sagen, sich hat den Wind um die Ohren wehen lassen und im harten Kampfe die Erfahrungen hat sammeln können, die notwendig sind, um ein derartig hohes Amt zu führen. Ich verkenne nicht die ungeheuren Schwierigkeiten, die Sie und all Ihre Amtskameraden vor sich haben. Denn eines stehl fest: Roch haben wir in Deutschland eine Gesetzgebung, die mit ihrem Geiste vielfach nicht mit der in Deutschland herrschenden Weltanschauung, der nationalsozialistischen Weltanschauung, übereinstimmt. Roch haben wir alte Gesetze und eine neue Weltanschauung, einen neuen Geist im gesamten deutschen Volk, hier diese Schwierigkeiten zu überwinden, ist nun Ihre Aufgabe, d. h. wenn ich es auf einen Renner bringen soll, müssen Sie den Wortlaut der Gesetze mit Nationalsozialist em Geist erfüllen und Ihre Pflicht in diesem Geiste zu erfüllen suchen. Ich glaube, daß in keinem Zeitpunkt eine höhere Aufgabe Ihnen gestellt war, aber auch eine Aufgabe, die das Höchste darstellt, was oon einem Beruf gefordert werden kann, nämlich, daß der Rechts tätige dem Umstande Rechnung trägt, daß d i e Rechtsprechung an sich eine Kunst ist, und nur wer in dieser Kunst letzten Endes auflebt, wird sie restlos meistern. Ihnen obliegt nun die Aufgabe, gerade auf diesem Gebiete vorbildlich z u fein und zu wirken. Ich übergebe Ihnen dieses hohe Amt mit dem inneren Wunsche, daß es Ihnen gelingen möge, diese Aufgabe zu erfüllen. Arbeiten Sie daran zu Ihrer eigenen Befriedigung im Sinne des Volkes und unseres Führers Adolf Hiller. Oberlandesgerichtspräsident Dr. Stuckart nahm dann das Wort zu längeren Ausführungen, denen wir folgendes entnehmen: Das Vertrauen des Führers und das Vertrauen des Herrn Reichsstatthalters haben mich in das Amt des Präsidenten des Oberlandesgerichts Darmstadt berufen, dessen Leitung ich heute übernommen habe. Bei meinem Amtsantritt gelobe ich Ihnen, Herr Reichsstatthalter, wie dies für alte Nationalsozialisten selbstverständlich ist, treue Gefolgschaft und stete Einsatzbereitschaft. Maßstab und Richtschnur meines sandelns soll wie bisher auch in meinem neuen Amte sein: Alle meine Kräfte einzusetzen nach dem Willen des Führers zum Nutzen des Volkes. Im Geiste nationalsozialistischer Opfer- und Tatbereitschaft, in Liebe und Treue zum Führer und im Hinblick auf das Blutopfer der Soldaten des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Revolution gelobe ich mein Amt zu führen. Ich werde mich bemühen, in meinem neuen Amte mein Bestes zu leisten, wie ich in meinem bisherigen Amte die Anerkennung meines Führers als schönsten Dank erhalten habe. Ich hoffe, vor allen Dingen auch zu meinen Mitarbeitern am Oberlandesgericht und der gesamten Beamtenschaft der bisherigen Hessischen Justizverwaltung jene Grundlage vertrauensvoller Zusammenarbeit zu finden, die eine der wichtigsten Voraussetzungen erfolgreicher nationalsozialistischer Aufbauarbeit und echter Lebens- ustd Berufsgemeinschaft ist. Ich liebe klare Offenheit und treue Kameradschaft, weil sie deutsch und nallonalsozialistisch sind. Ich werde mich bemühen, allzeit ein gerechter Leiter der mir anoertrauten Verwaltung zu fein Ich werde bemüht fein, für alle Fragen, die Person oder Sache der Justizverwaltung betreffen, weitgehendstes Verständnis zu haben und, soweit es im Bereich des Möglichen liegt, berechtigten Wünschen gerecht zu werden. Aber für eins werde ich nie und nimmer Verständnis aufbringen: für eine nichtnationalsozialistische Haltung und Handlungsweise. Hier gibt es für mich fein Kompromiß feine Entschuldigung und auch feine Verzeihung ,,2ch h°b- ° in - h ° h e Au f s °,,U n g ° ° n d °m Amt des Richters. Ich bin geneigt, den Richter in gewissem Sinne über den Gesetzgeber /u Iteüen, weil gute Richter auch mit schlechten Gesetzen em Bolt zu rechtichaffenen Staatsbürgern erZ'ehen tonnen, ebenso aber schlechte Richter mit guten Gesetzen ein rechtschaffenes Volk zur Verzweiflung zu treiben vermögen. Dir erblicken das Wesen des Rechtsstaates nallonalfozialistischer Prägung darin, die sinnvolle, mit den biologischen Lebensgesehen übereinstimmende Organifafion des Volkes zu fein, die alle volkliche Lebens- krafl zur Sicherung des Rechtes des Volkes auf Leben, Freiheit und Ehre nach innen und außen zusammenfaßt. Recht ist, was der Erhaltung des Lebens, der Erhaltung der Art, in den Ländern in ihren Bezügen in erster Linie oon Einnahmen aus Land- und Forstwirtschaft abhängig zu machen. Heute lächelt man über dieses Rezept. Die Erhaltung und Vermehrung des deutschen Bauerntums ist allen Stellen des Reiches und seiner Gliederung eine Selbstverstänblich- t e i t. Jetzt nutzen auch die im Staat am höchsten gestellten Persönlichkeiten mit Freude die Gelegenheit, wenigstens im Nebenamt Bauer zu sein und sich damit jederzeit zur Landwirtschaft zu bekennen. So wird das Aufrücken des Reichsaußenministers zum Erbhofbauern von selbst zum weiteren Zeichen für die Gesundung unserer politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Schulungstagung der Landesbauernschast Hessen-Nassaus Unter dem Vorsitz von Landesbauernführer Dr. Wagner fand am 1. Februar eine Schulungstagung in der Landesbauernschaft Hessen - Nassau tatt, in der sämtliche Kreis- und Bezirksbauern- ührer in die neuen Teilaufgaben der Erzeugungsschlacht eingeführt wurden. Als erstes Thema wurde die Schafzucht in der Erzeugungsschlacht behandelt. Der nächste Vortrag beschäftigte sich mit der Ertragssteigerung in der Rindviehhaltung. Etwas abseits liegend von diesen Fragen und doch auch in das große Gebiet der Erzeugungsschlacht gehörend, war ein interessanter Bericht über die M e l i o r a t i o n s- und Folgearbeiten im Gebiet der Landes- bauernschaft Hessen-Nassau, wo gerade in dieser tynfidjt Vorbildliches geleistet wurde. Auch die Aufgaben der Kleintierzucht wurden in einem Vortrage bargelegt und wertvolle Hinweise für ihre Durchführung in der Erzeugungsschlacht gegeben. Em Vortrag über Marktregelung in der E l e r w i r t s ch a f t schloß die Reihe der Referate Das Begräbnis eines alten Kämpfers. M ü n ch e n, 5. Febr. (DNB.) Dem alten Kämpfer J)an5 St na u 11) wurden bei seiner Feuerbestattung alle einem alten Kämpfer gebührenden Ehren zuteil. lLs hatten sich im Krematorium der Stellvertreter des Führers,RudolfHeß Reicks- tatthalter Ritter von Epp, und eine Anzahl oberer Führer eingefunden. SA., SS. und Strei- endienst hatten Ehrenstürme gestellt. Der Schriftteller Kirchbauer feierte Knauth als Helden bes Weltkrieges, und treuen Mitkämpfer Adolf Hitlers Der Stelloertreter des Führers legte einen mächtigen Lorbeerkranz mit den Worten nieder: Dem SA- Führer aus schwersten Kampfjahren der'Bewequng. Im Namen des Führers." Sodann widmete Gruppenführer Hellfeer im Namen des Stabschefs einen Kranz dem treuen Kameraden. Kleine politische Nachrichten. Nach einer Übersicht des französischen Finanz. Ministeriums waren die Einnahmen aus direkten Steuern im letzten Vierteljahr 1934 um 590 Mil- lionen Franken geringer als im entfnro- chenden Zeitabschnitt 1933. Das Aufkommen der indirekten Steuern blieb mit 1,5 Milliarden Fran- fen unter dem Soranfrhfnn -i-, Jahre 1934 gingen an indirekten Steuern t/Sul Haushaltsplan vorgesehen.^Das Finanzministerium weist auf die Notwendigkeit der ffia h u ” N**‘" 5 < flU W 9(ufruf M ■ Der ö0In Itöl« S/<-ihr »-b-' Ästd, S- ftimgre uni> °> «rn .h°> * ia8‘ ÄP 2Ln»n, in d- und unr M nicht miß" Sasni ,-r.M > an MW' Ersatzansprüche, lit technisch. ßsung für ei --Rundfunks zu 1 M zu gemein ch Jü. Wer den Run! st l'ch E d-r gossen, im Dienst ergeben. Das Do! Schutz gegen Mn rungsrecht wachst, schuft selbst empo Leitsätze sür uchi non selbst auf: 1. Das Recht des Run! 2. Soziale Mies, iRunbf. I gen unb übe l VMiorität Mung dieser idie Regelung jame $efr rungen verbiii j.Die Entstc Recht haben, Zwangswi reit die Reichsp üundsunk den R 'Minen und ihre ch erstreckenden t ständig die Ve Äses wichtigen Am 5. Februar ll5 zu der die fommunalobligat Einspruch er J nur in gc ^brauch qt Ortzeit der R- W auf die Pri Mch zügelt ansühren, ^)fben, unb © J Sinsfonoei 7-Welcher Wien Zins, Mnung , &ln das ®ung der Archer Akt »r empfu ft.N bie y^etetyi tzn Cn,s L7"t°In Am a b ki.r,"°I« 1 schlagen lassen, in dem es heißt: „Wir werden weder J den Politikern, noch den Regierungen dienen. Die Das neue Rundfunk - Entstörungsgeseh e c ddh isoi uis iln nb ' en eil ■>n. u- ge er i - er he nb der das Liedschaffen besonders eingehend in dem großen Werk Georg Schünemanns, „Das Lied der deutschen Kolonisten in Rußland" (München 1023), behandelt worden ist. Da erkennt man, welch reicher Liederschatz sich trotz einer über 150 Jahre erstreckenden Abgeschlossenheit bei diesen Deutschen erhalten hat, wie stark sie an ihrem Deutschtum festhielten und es gegen slawische Uebermacht verteidigten. Und dieses Festhalten wurde durch keine schriftliche Aufzeichnung unterstützt, denn als die Kolonisten auszogen, gab es in Deutschland noch keine gedruckten Volksliedersammlungen: „Man singt in den Kolonien noch die ältesten deutschen Lieder, wie „Es stand eine Lind im tiefen Tal", die Volksweisen des 16. Jahrhunderts: „Es wollt' ein Jäger jagen", „Es wollt' ein Müller früh aufstehn", „Es weidet ein Schäfer"; Marienlieder des 17. Jahrhunderts: „Es träumte einer Frau", „Der güldene Rosenkranz"; Lieder des 18. Jahrhunderts: „Schönstes Kind, zu deinen Füßen", das fragmentarische „Oh, edle Rose" und „Dem Gläslein muß sein Recht geschehen", um nur einige wenige Beispiele aus diesem Liederschatz zu nennen. Später sind auch neue und neueste Stücke in die abgeschiedensten Dörfer gedrungen. Aber nicht nur die alten deutschen aus der Heimat mitgebrachten Lieder wurden gesungen, sondern es entstanden auch neue eigene Schöpfungen, so über die Einführung der Wehrpflicht, über die Kriege Rußlands gegen Japan und Deutschland, über Ereignisse in den Kolonien selbst u. a. Zum Natiönallied der Kolonisten ist das Lied „Einst lebt ich froh im deutschen Vaterlande" in üh- ij>as ib= 1 er- Schon frühzeitig hat die Rundfunk-Entstörung die Deutsche R e i ch s p o st beschäftigt. Ähr lag nichts an Zivilprozessen, an dem lähmenden Streit um Ersatzansprüche. Der Reichspost ging es darum, die technisch und wirtschaftlich beste Lösung für eine wirkliche Entstörung des Rundfunks zu suchen und Rundfunk und Starkstrom zu gemeinschaftlicher Arbeit zusammenzufuhren. Wer den Rundfunk stört, verletzt die Pflichten, die sich aus der Verbundenheit mit den Volksgenossen im Dienst an der Gemeinschaft und für sie ergeben. Das Volk hat Anspruch auf staatlichen Schutz gegen Rundfunkstörung. Das neue Entsto- rungsrecht wächst aus dem Wesen dieser Gemeinschaft selbst empor. So baut sich das Gefüge der Leitsätze für unser neues Rundfunk-Entstörungsrecht von selbst auf: 1. Das Recht soll Schutz gegen Störung des Rundfunkempfangs geben. 2 Soziale Pflicht gegenüber der Allgemeinheit ist es Rundfunk st örun gen zu beseitigen und überhaupt zu vermeiden. 3 Priorität gibt kein Recht, sich der Erfüllung dieser sozialen Pflicht zu entziehen. 4 Die Regelung muß eine technisch wirksame Befreiung des Rundfunks von Storungen verbürgen. 8. Die Entstörungsstellen müssen das Recht haben, Anordnungen mit staatlichen Zwangswirkungen zu treffen. Seit die Reichspost als technische Behörde für den Rundfunk den Rundfunk-Entstörungsdienst mx?i> nommen und ihrem großen, über das ganze Reich sich erstreckenden Dienstbetrieb eingegliedert hat, hat sie ständig die Vervollkommnung und den Ausbau dieses wichtigen Dienstzweiges gefördert. Ueber außerdem vorsichtigund schrittweise vor. Zunächst wurden nur die mit 6 und mehr v. H. verzinslichen Pfandbriefe und Kommunalobligationen in 4,5prozentige konvertiert. Der gesamte Umlauf in diesem Sektor des Rentenmarkts betrug etwa 8 Milliarden Mark. Es war aber bei der be- Vom völkischen und rassischen Gesichtspunkt aus ' gesehen bieten diedeutschenWolgakolonien eines der interessantesten Probleme dar, mit dem sich näher zu beschäftigen für jeden, der seinen Blick über die Grenzpfähle des Reiches schweifen laßt, Gewinn bringt. Mit Bedacht ist der Titel zu dem folgenden Beitrag gewählt worden: Deutschland an der Wolga! Denn der Volksteil von etwa einer halben Million Deutscher hat der von ihnen geschaffenen Kulturlandschaft im Wolgagebiet tatsächlich einen deutschen Charakter aufzudrücken vermocht, der sich bis jetzt erhalten hat und auch für fernerhin eine Zelle gedeihlicher Ordnung, Sauberkeit und wirtschaftlichen Unternehmergeistes bleiben wird. Es ist seltsam, wenn man auf Reisen in Rußland deutsche und russische Dörfer nebeneinander sieht. Schon dicht bei Leningrad hatte ich dieses eigenartige Vergnügen. Da waren ein deutsches und ein russisches Dorf nur durch einen wenig breiten Graben getrennt. Aber es waren zwei Welten, die schon der bloße äußere Anblick darbot. Das deutsche Dorf bestand aus sauber gehaltenen großen Häusern mit schön geschnitzten Toreinfahrten, Gärten und Stallungen; die Stuben waren blitzblank, saubere Decken lagen auf Kommoden und Tischen, wie in der Heimat. Drüben auf der anderen Seite des Grabens standen windschiefe Hüttchen, ein paar magere Ziegen meckerten, und die Bewohner waren ebenso ungepflegt wie ihre Behausungen. Und das vor den Toren einer Großstadt, wo sowohl Russen als Deutsche die gleichen guten Absatzmöglichkeiten für ihre landwirtschaftlichen Produkte haben. Hier wird man wohl nicht mehr davon reden können, daß nur die höhere wirtschaftliche Kultur der eingewanderten Deutschen bei der Erhaltung solcher Zustände ausschlaggebend gewesen ist, Denn bei so naher Nachbarschaft hätten die Russen ja die etwa vorhandenen besseren Geräte der Deutschen und deren vollkommenere Ackermethoden einfach übernehmen können, um bann ebenso wie diese dazustehen. In diesen Verhältnissen scheint mir einer der deutlichsten Beweise dafür zu liegen, daß, die osteuropide Rasse, der das großrussische Bauerntum größtenteils angehört, in Fleiß, Ausdauer und handarbeitendem Geschick den andersgearteten Mischungen, aus denen das deutsche Volk besteht, zweifellos unterlegen ist. Diese Dinge sind ja nicht erst heute beobachtet und in derselben Weise erklärt worden, sondern schon vor vielen Jahrzehnten, ja man kann sagen vor Jahrhunderten. Und auch den gebildeten Russen ist solcher Unterschied nicht verborgen geblieben. Victor Hehn, der große deutsche Kulturforscher, teilt uns beispielsweise in seinen Tagebuchblättern „Zur Charakteristik der russischen Volksseele" (De monbus Ruthenorum, Stuttgart 1892) folgende bemerkenswerte Aufzeichnungen mit: „Den 24. Juli 1873. — Die deutschen Kolonien sind in blühendem Zustand. Besonders auffallend ist der Kontrast zwischen den wohlgeordneten reinlichen, wohlhabenden, ehrbaren, fleißigen deutschen Dorfbewohnern und den daran- toßenden schmutzigen, versoffenen, m jeder Beziehung abstoßenden russischen Eingeborenen. Der Großfürst Konstantin machte dieses Jahr eine solche Fahrt und fragte nach den Ursachen eines so in die Augen fallenden Unterschiedes. Man antwortete ihm: ,Was wollen Sie, Kaiserliche Hoheit? Jenes ind Deutsche, wir aber Russen'." — Aus dieser von einem Russen gegebenen Antwort geht hervor, daß so verschiedener Lebensart wesentliche rassisch bedingte Charakterunterschiede zugrunde liegen müssen. . Schon seit dem 10. Jahrhundert sind Deutsche nach Rußland berufen worden, etwa der Mönch Adalbert aus dem Kloster des heiligen Maximln in Trier durch die russische Fürstin Olga, wie Prof. R Kain dl in seinem Werk „Die Deutschen in Osteuropa" mitgeteilt hat. Der gleiche Gelehrte meldet auch, daß zu Beginn des 11. Jahrhunderts der deutsche Mönch Brun von Querfurt m Mls- ionsangelegenheiten nach Rußland ging, vom Furten Wladimir fteundlich ausgenommen wurde und zwischen ihm und den benachbarten wilden Petfche- negen unter sehr schwierigen Verhältnissen einen Frieden zustande brachte. Im Jahre 1184 bauten Üch deutsche hanseatische Kaufleute in der Stadt Nowgorod ihre St. Peterskirche, und zur gleichen Zeit weiß man auch von den deutschen, hauptsächlich Regensburger Kaufleuten in Kiew, der südlichen Handelsbaüptstadt, die mit Konstantinopel tn Be- ziehunq stand. Bis zum Jahre 1241 dem Datum des Mongoleneinfalls, bestand eine richtige deutsche Kolonie' in Kiew, die sich dann wahrscheinlich aufgelöst hatte. Aber erst unter der Kaiserin Katharina 11. kam eine in großem Stil gehaltene deutsche Kolonisierung russischer Landesteile zustande. Katharina 11. war eine deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt-Zerbst, und drei Wochen erst hatte sie den Thron inne, als sie einen Aufruf erließ, der die verschiedensten Ausländer, mit Ausnahme der Juden, aufforderte, ihr Land zu besiedeln. Dieser Aufruf, der nur ganz allgemein gehalten war hatte wenig Erfolg, aber schon am 25. Juli 1763 erließ die Kaiserin ein zweites Manifest, worin die einzelnen Rechte und Vergünstigungen, die den Einwanderern zugebilligt werden sollten bis ms einzelne aufgezählt wurden. Dieser Ausruf wurde, wie Dr. M. Langhans-Ratzburg m feiner ausgezeichneten Studie über das Staats- und Der- waltungsrecht der Wolgadeutschen in Vergangenheit und Gegenwart (Die Wolgadeutschen, Berlin 1929) dargestellt hat, „ungeachtet aller Hindernisse m großzügiger Weise in dem durch den Siebenjährigen Krieg verarmten Deutschland werbend durch russische Staatsbeamte ober private Auswanderungsagenten verbreitet. In der Tat folgten gar viele, insonderheit Schwaben, diesem Ruf und gelangten, größtenteils QUf dem Seewege Lübeck—Petersburg, unter mancherlei Beschwernissen in die neue Heimat; einige blieben wohl in Petersburg und gründeten den kleinen, noch heute deutsche Namen tragenden Kranz deutscher Kolonien um die damalige Hauptstadt, während der größte Teil ü b e r 8 0 0 0 F a m i l i e n mit 27 000 Seelen — im Verlauf der Jahre 1764 bis 1767 sich an den beiden Seiten der mittleren kannten Tatkraft und Konseguenz, mit der die nationalsozialistische Reichsregierung ihre Aktionen durchzuführen pflegt, für jedermann von vornherein klar, daß der Konversion dieses Teils der Rentenwerte der der übrigen folgen wird. Ein Ausweichen in die anderen, zur Zeit noch nicht konvertierten Rentenpapiere erschien daher als nutzlos. Auch der Aktienmarkt hatte sich bereits weitgehend einem niedrigeren Landeszinsfuß angepaßt. Die Rendite der Aktien war gesunken, und dadurch war auch hier ein Ausweichen der Rentenbesitzer vor der Konversion wenig erfolgversprechend. Das Ergebnis war, daß die Inhaber der der Konvertierung unterliegenden Renten in ihrer erdrückenden Mehrzahl an ihrem Besitz f e st - hielten. Infolgedessen blieben auch die Kurse dieser Renten diesmal stabil. Die Pfandbriefbesitzer erkannten durch ihr praktisches Verhalten die Berechtigung und die Notwendigkeit der Zinskonver- gemorben. Aus alter Wett. Immer neue Lawinenstürze in Oesterreich. Die' aus den österreichischen Bunbeslänbern ein« laufenben Meldungen zeigen, daß die Lawinen« k a t a st r o p h e n, die Oesterreich in den letzten Tagen heimgesucht haben, fast ohne Beispiel sind. Viele Gebirgstäler und Dörfer Oesterreichs sind von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Die auf der Planer-Hütte e-ingeschl offenen 60 Skiläufer konnten inzwischen das Tal erreichen. Die Heimkehrer erzählen, sie hätten eine fürchterliche Nacht durchgemacht. Die Wetterlage in Oesterreich hat eine weitere Verschlechterung erfahren. Der Regen, der seit Montag ununterbrochen fällt, ist in den mittleren und höheren Lagen in Schnee übergegangen. Da der Schnee aber weich und wässerig ist, befürchtet man eine Verschärfung der Lawinentätigkeit, zumal auch die Schneemassen in manchen Gebieten Oesterreichs eine Höhe erreicht haben, wie sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet werden konnte. Ein derart umfangreiches Niedergehen von Lawinen ist seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet worden. Aus dem Zillertal wird gemeldet, daß bei Ginzling eine große Lawine zwei Bauernhäuser vollkommen verschüttete, wobei ein 27 Jahre alter Bauernknecht ums Leben kam. Eine von Wiesfeld bei Loser niedergegangene Lawine verschüttete den 16jährigen Josef Möschl, der aber glücklicherweise noch lebend geborgen werden konnte. Im Hochkönigsgebiet herrschte ein überaus heftiges Gewitter mit Donner und Blitz. Gleichzeitig wütete ein furchtbarer Sturm. Bei Schwarzensee in der Nähe von St. Wolfgang wurde der Schleusenwächter des Elektrizitätswerkes von einer Lawine erfaßt und getötet. In nächster Nähe wurde von einer zweiten Lawine ein Bauernknecht verschüttet, der gleichfalls nur tot geborgen werden konnte. Das Hochwasser der deutschen Flüsse. Die außerordentlich schweren Regenfälle der letzten Tage haben weit ernstere Folgen gehabt, als man anfangs annehmen konnte. Besonders das Tal des Neckars sowie die Täler der kleinen Schwarzwaldflüsse wurden betroffen. Die dort angerichteten Schäden werden sich erst übersehen lassen, wenn sich die Fluten verlaufen haben. Der Oberrhein führte erheblich stärkere Wassermassen zu Tal. Er stieg in Mannheim um 1,60 Meter. Der Dbermain ließ einen bedeutenden Rückgang des Wassers gegenüber dem Vortag erkennen. Das Wasser der Nahe ist zum Still- stand gekommen. Die O b e r m o s e l ist dagegen bei Trier noch weitergestiegen. Die gesamte Mosel- schifsahrt und der Verkehr auf der Saar mußten vollkommen eingestellt werden. Die Lahnschiff - fahrt mußte ebenfalls eingestellt werden. Die Bäche, die vom Taunus und vom Westerwald her- abfließen, haben weite Strecken des Geländes überflutet. Für den Rhein ist das Verbot der Floß- fchiffahrt wirksam geworden. Die Rheinstrombauverwaltung hat eine Hochwasserwarnung veröffentlicht, da wegen weiterer Regenfälle am Oberrhein Hochwassergefahr besteht. In Markt-Erkheim bei Memmingen (Schwabenbrach die Günz, die zu einem reihenden Fluß an- Am 5. Februar war d i e F r i st a b g e l a u f e n , bis zu der die Besitzer von Pfandbriefen und Kommunalobligationen gegen die Zlnskonverslon Einspruch erheben konnten. Von diesem Recht ist nur in ganz minimalem Umfange Gebrauch gemacht worden. Die erdrückende Mehrheit der Rentengläubiger hat also durch Verzicht auf die Protesterhebung der Rentenkonverston praktisch z u g e st i m m t. Es lassen sich viele Grunde dafür anführen, warum dieses Ergebnis erzielt worden, und warum der durchschlagende Erfolg dieser Zinskonversion im voraus erwartet werden durste. Welcher Unterschied besteht zwischen dieser organischen Zinskonversion und dem durch die vierte Notverordnung vom Jahre 1931 vorgenommenen Eingriff in das Zinsniveau! Damals wurde die Herabsetzung der Zinssätze als ein willkürlicher gesetzgeberischer Akt, als eine Ungerechtigkeit gegen die Gläubiger empfunden. Die Folge war denn auch, daß die Anlagesuchenden sich zum großen Teil Dom Rentenmarkt zuruckzogen, daß die Kurse absanken, und daß infolgedessen die Rendite der festverzinslichen Papiere kaum eine wesentliche Veränderung erfuhr. Der Versuch, den landesüblichen Zinsfuß zu senken, mißglückte damals, weil die Effektivverzinsung im wesentlichen die gleiche wie vorher blieb. Die Rentenbesitzer, die zur Verflüssigung ihrer Anlagen aus irgendeinem Grunde gezwungen waren, verloren infolge des Kursoerfalls der Renten einen erheblichen Teil ihres Kapitals. Sie empfanden das begreiflicherweise als eine Ungerechtigkeit, als eine Gefährdung ihrer Eigentumsrechte. Die Folge davon war bann wieder, daß das Kapital von einer langfristigen Anlage w festverzinslichen Renten a b g e f ch r e (f t wurde, daß also dem Rentenmarkt lange Zett überhaupt fein neues Kapital zufloß. Das Versiegen des Zu- ftroms von neuem Kapital machte damals den gesamten Kapitalmarkt für lange Zeit funktionsunfähig. Die ganz anders verlief die Zinssenkung dies- Nial! Sie war seit langem s y st e m a t i s ch und zielbewußt vorbereitet. Die Inhaber von festverzinslichen Werten hatten seit langem mit ihr gerechnet und sich auf sie einstellen können. Sie wurde aber erst zur Durchführung gebracht, nachdem durch ein allgemeines Ansteigen der Kurse der fe st verzinslichen Papiere eine tatsächliche Senkung des Landeszinsfußes erwiesen worden war. Man ging bei dieser organischen Zinskonversion Paris, 5. Febr. (DNB.) Anläßlich der Wieder- tzhr des 6. Februar hat der Nationale Der - ;and der ehemaligen Kriegsteilnehmer (UNC.) einen Aufruf erlassen. Der Verband (-innert daran, daß die ehemaligen Frontkämpfer < einem Jahr auf die Straße gezogen tjen, damit Frankreich in Ehre und Sauber- feit lebe. Paris habe vor einem Jahr das E r - pachen derFrontgeneration begrüßt, seitdem feien gewiß einige Ergebnisse erzielt warst jen. Einige Parlamentarier seien verhaftet und chüchterne Reformen auf finanziellem Gebiet an- ledahnt worden. Das sei aber unzureichend. f)ie ehemaligen Frontkämpfer würden die Regie- 5 chngsmacht zwingen, dem Lande die Wahlreform, jb sie Staatsreform, die moralische, wirtschaftliche und I siziale Reform zu gewähren, die es leidenschaftlich J pünsche. Ein gewalttätiges Vorgehen sei nicht ge- d a in ng .ahntet jend Jfrci ' die irf- sen ter« be- sig- 5 - er* ' Tr- md ?r- mg .mg i e r ■iur 'nb- den 'm« daß die alte Verfassung durch Kaiser Paul I. tm Jahre 1797 wiedereingeführt wurde. Sie bestand bis 1866, wo unter dem russisch-nationalistischen Druck die Wolgakolonien in die russischen Gouvernements- und Kreisstaatsverwaltungen eingeordnet wurden. Und während bisher die amtliche Verwaltungssprache das Deutsche war, durfte jetzt statt dessen nur noch das Russische angewandt werden. Mit dem Jahre 1890 traten wettere das Eigenleben der Kolonien sehr erschwerende rückschrittliche Neuordnungen in Kraft, so daß z. B. als Lehrer nur noch jemand angestellt werden konnte, der das russische Lehrerexamen bestanden hatte, und mit Ausnahme des Religionsunterrichtes wurde Russisch jetzt sogar Unterrichtssprache. Während des Weltkrieges sogar sollte dem gesamten Deutschtum in Rußland der Todesstoß versetzt werden, dadurch, daß man alle Deutschen zwingen wollte, ihren mit soviel derTrikolore schwankt, Inflation und Verstaatlichung verursacht, wird uns n i ch t a n ihrer Seite finden. Wir wollen nut Achtung den ersten Sieg der französischen Moral feiern." Nachdem der Ministerrat beschlossen hat, das Verbot von Straßenkundgebungen auch für den 6. Februar aufrecht zu erhal- t e n, hat der Pariser Polizeipräsident am Dienstagabend noch einige ergänzende Erklärungen abgegeben. Der Concorde-Platz, so betonte er, müsse am Mittwoch das übliche Bild zeigen. Jede Ansammlung von Fußgängern sei ver« boten, auch wenn es sich nur um ganz wenige Personen handele. Für die Vertreter der Presse, die Photographen und Filmberichterstatter gebe es diesmal keine Ausnahme. Automobile dürften nicht an- halten. Ein starker Ordnungsdienst wird für die Durchführung dieser Maßnahme Sorge tragen. Am Mittwoch werden in zahlreichen Pariser Kirchen die Gedenkgottesdienste an die blutigen Straßenkämpfe vom Februar vergangenen Jahres abgehalten. Ministerpräsident F l a n d i n und mehrere andere Minister, sowie Vertreter der Pariser Stadtverwaltung werden persönlich an dem Gottesdienst in der Kathedrale Notre Dame teil« nehmen, der in Anwesenheit des Kardinal-Erzbischofs von Paris abgehalten wird. Vertreter der verschiedenen nationalen Verbände werden ebenfalls mit den Fahnen ihrer Vereinigung anwesend fein. Das „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß dieser Beschluß des Ministerpräsidenten, persönlich an einer Gedenkfeier für die Februargefallenen teilzunehmen, bei der radikalsozialistischen Kammerfraktion sehr unangenehm überrascht hat. Einige Fraktionsmitglieder hätten Flandin nahegelegt, an seiner Stelle den Pensionsminister zu entsenden. Der Ministerpräsident habe diesen Vorschlag aber ebenso höflich wie entschlossen zurückgewiesen. I'/L Statt besonderer Anzeige. in sein ewiges Reich. Kassel-Wilhelmshöhe, Berchtesgaden. Schloß Buseck (Oberhessen), 3. Februar 1935. Humen- ? Die Trauerfeier in Schloß Buseck findet statt Donnerstag, 7. Februar, nachm. 2 Uhr. 706 D Bedachungsmaterialien 0448 Eva Freifrau von Nordeck zur Rabenau, geb. Blume Evamaria Freiin von Nordeck zur Rabenau Götz Eberhard Freiherr von Nordeck zur Rabenau Marietta Freiin von Nordeck zur Rabenau Ernestine Freiin von Nordeck zur Rabenau. Gott der Herr nahm heute, unerwartet infolge Herzschlages, meinen geliebten Mann, unseren treusorgenden Vater und Bruder Deutscher und Oesterreich. Alpenverein Sektion Gießen Oberhessen. Wir machen unsere Mitglieder auf den am Donnerstag, dem 7.d.M.,20Ubr,in derAula der Universität stattfind. Lichtbild.Vortrag des Willi Schneider üb. die Nanga- Parbat-Expedltin aufmerksam. 6Md Donnerstag, den 7. Februar 1935, nachm. 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Sofa, 2 Chaiselongues, 2 Sessel, SchnEres Kraftwagenunglück auf den Kanarischen Inseln. In der Nähe von Tenerifa auf den Kanarischen Inseln fuhr ein Privatkraftwagen in voller Fahrt gegen einen Baum Von den drei Insassen wurden der Direktor der British Bank in Tenerifa sowie ein englischer Student auf der Stelle g e - tötet, während der Sohn des amerikanischen Generalkonsuls in Paris, Sena, lebensgefährliche Verletzungen davontrug. Man nimmt an, daß das Unglück durch einen Steuerbruch verursacht worden ist. Meteorologischer Ballon erreicht eine höhe von 23 700 Meter. Ein unbemannter Ballon zur Erforschung der höheren Luftschichten, eine sog. Radiosonde, der in der Nähe von Leningrad aufgestiegen war, erreichte eine H ö h e v o n 2 3 7 O 0 M e t e r. Die Temperatur in dieser Höhe betrug 33 Grad unter Null. Der Fall Hauptmann. In der Pariser Redaktion der Zeitung „New Port Herold" hat sich ein 41jähriger Weißrusse namens Nikolaus Issaeff vorgestellt, der jetzt in Paris wohnt. Er behauptet, zwei Tage nach dem Raub des Lindberghkindes im Stadtviertel Bronx zwei Flaschen Kognak an einen Kunden verkauft zu haben, als den er nachträglich Bruno Hauptmann wieder- erkenne. Bei dem Verkauf, den er damals als Alkoholschmuggler von Haus zu Haus getätigt habe, habe er in der Wohnung seines Kunden, der angeblich Bruno Hauptmann gewesen sei, ein kleines Kind mit einer verbundenen Kopfwunde bemerkt. Man habe ihn ausdrücklich aufgefordert, sich möglichst still zu verhalten, um die Ruhe des Kindes nicht zu stören. Dieses Kind könne nicht der Sohn Hauptmanns gewesen sein, da dieser damals noch nicht geboren gewesen sei. Jssaeff will sein Erlebnis bisher verschwiegen haben, da er als Alkoholschmuggler seine Verfolgung gefürchtet habe. Sechs Tage nach der Mordtat zum Tode verurteilt. Kennzeichnend für die Schnelligkeit und Schlagfertigkeit, mit der die Strafrechtspflege im neuen Reich arbeitet, ist folgender aus Halle berichtete Fall: Am 26. Januar 1935 nachmittags wurde in einem Vorort von Halle die Leiche eines ^jährigen Mädchens gefunden, deren Schädel durch Schläge mit Feldsteinen vollkommen zertrümmert war. Im tatkräftigen Zusammenarbeiten von Staatsanwaltschaft und Polizei gelang es, noch am gleichen Tage den Täter zu ermitteln und das Verbrechen alsbald aufzuklären, so daß bereits am 28. Januar die Voruntersuchung eröffnet und am gleichen Tage geschlossen werden konnte. Arn 29. Januar wurde das Hauptverfahren eröffnet. Arn 1. Februar fand die Schwurgerichtssitzung statt, in der der Täter zum Tode verurteilt wurde. So fand das Verbrechen des Mordes innerhalb von sechs Tagen seine Sühne. Ein Jäger beim Kesseltreiben erschossen. In den Waldungen der Hunsrückgemeinde Pfaf- fenbeck trug sich auf einer Jagd nach Wildschweinen ein schwerer Unfall zu. Eine größere Jagdgesellschaft hatte ein Wildschwein eingekesselt, dabei wurde ein Landwirt von einer Kugel tödlich getroffen. Der Schütze konnte nicht festgestellt werden. Angriff chinesischer Piraten auf einen englischen Dampfer abgeschlagen. Der englische Dampfer Tungchow, der seit 24 Stunden überfällig war und auf dem sich 70 englische Schulkinder befanden, welche aus den Ferien in die Schule zurückkehrten, ist auf hoher See von chinesischen Seeräubern überfallen worden. In dem sich entspinnenden Gefecht zwischen den Räubern und der Wachmannschaft des Dampfers wurde ein russischer Wachmann getötet und ein weiterer verwundet. Es gelang aber schließlich, die Seeräuber zum Verlassen des Dampfers zu zwingen. Die „Tungchow" befindet sich jetzt in Obhut englischer Kriegsschiffe, die von der englischen Marinestation in Weihaiwei (Provinz Schäntung) in See geschickt worden waren. Die Schulkinder sind sämtlich unverletzt. Internationaler Hoteldieb unschädlich gemacht. Vor der Potsdamer Großen Strafkammer hatte sich der bekannte aus Polen gebürtige 34 Jahre alte internationale Hoteldieb Franz Kowalski, der eine große Reihe raffinierter Diebstähle in Berliner, Kölner, Breslauer und anderen Hotels begangen hatte und zumeist unter falschem Namen arbeitete, neuerlich zu verantworten. Kowalski hat bereits viele Gerichte in Deutschland und Polen beschäftigt. Jetzt lautete die Anklage gegen ihn auf schweren Diebstahl in mehreren Fällen. Zur Verhandlung mußte em Dolmetscher zugezogen werden, da der 2Ingenagte Die deutsche Sprache nicht genügend beherrschte. Kowalski war im letzten Sommer in Potsdam festgenommen worden, als er gerade in einem Hotel Behältnisse ausraubte. Vor Gericht spielte der Angeklagte den Unschuldigen. Das Gericht hielt ihn aber m allen Punkten der Anklage für überführt und verurteilte ihn wegen mehrfachen vollendeten Diebstahls im strafverschärfenden Rückfall zu fünf Jahren Zu ch t = haus und fünf Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht ausgesprochen. Zusammenstoß zweier Petroleumzüge entfesselt ein Flammenmeer. In der Nähe von Konstanza (Rumänien) ereignete sich ein Zusammenstoß z w i s ch e n z w e t Petroleumzügen offenbar infolge falscher Weichenstellung. Der Zusammenstoß war fo heftig, daß mehrere Waggons mit Erdöl aus den Gleisen gehoben wurden und umstürzten. Das Oel fing sofort Feuer und ergoß sich in flammenden Strömen weit über die Strecke und das Land, so daß ein wahres Flammenmeer entstand. Militär ist mit Hilfe der Bevölkerung im Begriff, durch Schanzarbeiten die Flammen abzudämmen und ein Weitergreifen zu verhindern. Der Geistesgegenwart des einen Lokomotivführers gelang es, Die nicht beschädigten Tankwagen abzukoppeln und mit größter Geschwindigkeit aus dem Feuerbereich zu fahren, so daß ein noch größerer Umfang Der Feuersbrunst vermieDen werben konnte. Riesiger Oelbranb in USA. In Little Ferry (New Jersey) zerstörte ein Großfeuer vier Tanks mit einem Inhalt von einer halben Million Liter Rohöl im Werte von 35 000 Dollar. Mehrere kleine Häuser sind eingeäschert worden. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Gegen die Ueberfremdung des Aerzteberufes in Frankreich. — Proteststreik der Studenten von Grenoble und Montpellier. Die Studenten von Grenoble und Montpellier haben gegen d i e Ueberfremdung Des Aerzteberufes in Frankreich für den 31. Januar den Streik beschlossen. Unter den französischen Medizinstudenten machte sich bereits seit einiger Zeit eine Protestbewegung gegen Die Ausübung des Arztberufes durch Ausländer in Frankreich geltend. Während für den Anwaltsberuf und für staatliche Aemter strenge Gesetzesbestimmungen Die Zulassung von Ausländern begrenzen, besteht für Fremde, die in Frankreich den Arzt- beruf ausüben wollen, eine gewisse Möglichkeit zum Unterkommen. Nach einer Eingabe des Studentenoerbandes sind vor allem in den Krankenhäusern der Provinz Ausländer als Aerzte eingetreten. So soll sich der Hundertsatz der ausländischen Aerzte in den Krankenhäusern von Montpellier auf 55 bis 60, in Nancy und Tours auf 60 bis 70 belaufen und auch in Grenoble verhältnismäßig hoch fein. Mittelalterliche Ausgrabungsfunde bei Bad Dürkheim. Bei einer Verfuchsgrabung innerhalb der Klosterkirche der Abtei Limburg, die durch die Stadt Dürkheim unter wissenschaftlicher Leitung des Historischen Museums der Pfalz durchgeführt wird, fand sich in geringer Tiefe eine runde Bleiplatte. Sie zeigt in der Mitte das vertiefte Bildnis des Kaisers Konrad II., des Erbauers der Limburg und Des Speyerer Doms. Im Mittelschiff stieß man auf einen unversehrten Steinsarg. Die Lage innerhalb der Kirche entspricht der Lage der Kaisergräber im Speyerer Dom. Es darf vermutet werden, daß es sich um das Grab der Königin Gunhild handelt, die im Jahre 1038 in Der Limburg beigesetzt rourDe. TORPEDO nur RM. 188.— schon für 489A 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausen & Co. Bahnhofstraße Menüb.Hotel Schütz Mladen mU25(i)oufenftetD beste Lage, per 1. Avril zu vermieten. Schriftliche Angeb. unt. 0469 au d. Gieß. Anzeig, erbeten. wer will im Zrühjahr ein Zahrraö kaufen H Ä Schreiben Sie uns, Wl"r ma “«h daß er S. Jhb es sche M* .aller L Sn "den wi. 7-.v-e keine o Ae wie Dor 'Mädchen, 9 ^dchen den Ms in 2 /ut!uren Nl lUnlf oet ft®*» bei & 4 S.«be » 51 Wt hf -s und j M? Uvch pri »teit 'S? tfe W Mplttn ferner an Ort und Stelle, Bekanntgabe im obigen Lokal: 1 Schreibmaschine, 1 Motorrad, 1 Personenwagen, 2 Chaiselongues, 2 elektr. Kühlschränke, 2 Büfetts, 1 Klavier, 1 Diwan, 1 Sofa, 1 Vertiko, zwei Warenschränke, 1 Registrierkasse, 3 Ladentheken, 1 Schreibtisch, ein. Tisch,! Grammophon, 6 Kartoffel- auetschen, 30 Wärmstaschen, 10 Paar Zugketten, 6 Kaffeemühlen, 1 Dosenoerschlußmaschine, 200 öfenroürrinae, 14 Besteckkartons, 40 Kilo Kaltleim, 100 St.Thermos- flaschen, 150 Tuben Herdputz. 7nO THnfl Gerichtsvollzieher in Gießen «I U Ludwigstr.33I,Teleph.3239, Ehrliches,tüchtig. Mädchen in allen Hausarbeiten erfahr., in gut. Haushalt zum 15. Februar gesucht. Zu erfr. m der Geschäffs- stelle d. Gieß. A. Verkäufe VogelsbergerKah Mitte März kalbend (zugfest) zu verk. Krofdorf, 0467 Haus Nr. 69 Gebrauchtes AlWWlM ru verkauf. 04fi6 _ /Wagner ^ahrradhandlg., Krofdorf. Str.'37 Wirkauf.a.Priv. Pianos Flügel _ Lichtenstein, Fsm., Zeil 104. Tel.26864. 34vV [Verschiedenes^ Laden zu vermieten. Näheres S68D SelterSweg 19. Mietgesuche""| 1-2 Simmet mit Küche, nicht üb.25Mk.Miete, per sofort oder 1. März gesucht. Schr.Angeb.unt. 0464 an d. G.A. | Stellenangebote] Ordentliches Mdchen gesucht 713d ^aiserallee 4. Wetterbericht des Reichs Wetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Von dem Azorenhoch hat sich ein starker Ausläufer noch Skandinavien hin entwickelt, der eine Zufuhr ursprünglich polarer und daher trockener und kälterer Luft nach Deutschland bedingt. In ihrem Bereich ist es in den Küstengebieten Deutschlands bereits zu Aufheiterung und nächtlichen Strahlungsfrösten gekommen, ihr weiteres Vordringen in westlicher und südlicher Richtung wird durch einen kräftigen, zur Zeit über Frankreich liegenden Teilwirbel begünstigt. Im ganzen genommen kann daher mit dem Aufkommen freundlicheren Witterungscharakters, wenn auch mit nächtlichen Strahlungsfrösten gerechnet werden. Aussichten für Donnerstag: llebergang zu mehr heiterem und trocknerem Wetter, nachts Frost, nach Oft drehende Winde. Aussichten für Freitag: Zunächst noch Fortdauer der vielfach aufheiternden Witterung mit nächtlichen Frösten. Lufttemperaturen am 5. Februar: mittags 1,7 Grad Celsius, abends 2,4 Grad; am 6. Februar: morgens 1,2 Grad. Maximum 2,9 Grad, Minimum 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Februar: abends 1,5 Grad; am 6. Februar: morgens 1 Grad Celsius. — Niederschläge 2,3 mm. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —2 Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulver- schnee, Ski und Rodel sehr gut. Sauerland. Winterberg: Bewölkt, —2 Grad, 58 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —7 Grad, 175 cm Gesamtschneehöhe, 25 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck und Verlag: Brühl'lche Universitäts-Buch^ and Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. unD Samstags 15 Pf* mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. ?r Ahnungb£1 -ia° •*? qenoinlni E )all -« es liregt roor^n$ operel Wnkung , flU, Md es l 7 Oi. °°r 1,, »ankfurl. ■Ausläufer We Zufuhr und kälte- ihrem Ze, hlands be> trahlungs« n in west- ''nen kräf- Tcilwirbel daher mit ngscharok. ngssrösten Uebergang ter, nachis löchst notz tterung mit Aus der Provinzialhauptstadt. Wechsel in der Leitung des Gießener Stadttheaters. Intendant Hanns König, der im Juli 1933 als Nachfolger des nach Darmstadt berufenen 3nfen- tanten Dr. Rolf p r a f ch die Leitung des Gießener 5tadttheaters übernahm, wird, wie wir hören, mit llblauf der gegenwärtigen Spielzeit feinen Posten «erlassen. Die Kündigung des Dienstvertrages if bereits ausgesprochen worden. Mit der für die «eue Spielzeit 1935/36 notwendig werdenden Reu- lesehung des Gießener Intendantenpostens ist, wie ' pir im Zusammenhang damit erfahren, auch eine Neuordnung der Spielplangestaltung in Aussicht genommen. Jedenfalls dürfte von der mchsten Spielzeit ab das Schwergewicht der künst- trifchen Arbeit am Gießener Stadttheater wieder iuf das Schauspiel gelegt werden, wie das früher ter Fall war und auch von uns des öfteren angeregt worden ist; es wird mit einer gewissen Einschränkung des Operettenrepertoires zu rechnen sein, i inb es würde sich aus der Reugestaltung ein Spiel- j plan entwickeln lassen, der für die künstlerische Ge- I samthaltung und den über Gießen hinausreichenden Ruf des Stadttheaters nur förderlich fein könnte. Heber den Rachfolger bes ausfcheidenden Intendanten König ist noch nichts bekannt. Obwohl über die neue Stelle noch nicht öffentlich ausgeschrieben ist, liegen bereits jetzt, wie wir hören, eine Reifte von Bewerbungen um den freiwerdenden ( Zntendantenposten vor. Wechsel in der Studentenschasts- sührung der Universität Gießen und bei der hochfchulgruppe Gießen des RS. Deutschen Studentenbundes. Der seitherige langjährige Hochschulgruppenführer und Studentenschaftsführer der Landesuniversität ! Gießen Pg. Bernhard Edler von Graeve i)at, um sein Studium zum Abschluß zu bringen, | Idas langjährige Mitglied des NSDStB. cand. Itheol. Hans Stenger zu seinem Nachfolger in J der Studentenschafts- und hochschulgruppensührung j ernannt. Landrat Ludwig Freiherr von Nordeck zur Nabenau t. Am Sonntag verstarb unerwartet infolge eines Herzschlages in Kassel der Landrat i. e. R. Dr. Ludwig Freiherr von Nordeck zur Rabenau. littags 1,7 . Februar: Minimum > Tiefe am ruar: mor» 3 mm. rab, 55 cm iloerfänee, -4®rab, Pulver» -2 Grad, , Pulver« -7 Grad, nee( Pul- Lange. 3. Lange, i übrigen ins Beck, Theodor Verlag: ndruckerei n. h 25 Pf. )34 gültig- rebräuO vdex 3168 an ff. 7«>V sSftSlÜ •uor 1935» re irb tot $ dalner, Ä Bekannt' Schreib' Personen' , 2 elektt. 1 Klavier? KK N» SA A'A Der Verewigte war als Sohn des Großh. Hess. Oberstallmeisters Ferdinand Freiherrn von Nordeck zur Rabenau in Darmstadt am 8. Oktober 1880 geboren und verlebte auch seine früheste Jugend in Darmstadt. Dann wohnte er mit seinen Eltern teilweise im elterlichen Schloß in Großen-Buseck I und genoß von dort aus einen Teil seiner Schul- i ausbildung in Gießen. Nach dem Studium der URechte war er als Referendar und Regierungs- ossesior in Mors (Niederrhein) tätig, von dort wurde ler nad) Danzig versetzt, wo er die Prüfung als Dr. jur. ablegte. Er war dann weiter als Regie- [ rungsrat in Sag an und als Landrat in Lauban (Schlesien) tätig. Von dort wurde er nach der nationalen Revolution an die Regierung in Kassel berufen, wo er bis zu seinem plötzlichen Tode beschäftigt war. Seiner Militärpflicht genügte er als Einjähriger beim hessischen Dragoner-Regiment Nr. 23 in Darmstadt, wo er Reserve-Offizier wurde. Als Rittmeister der Reserve machte er den Weltkrieg bei verschiedenen Truppenteilen mit. Am letzten Samstag weilte der Verewigte in Darmstadt in einer Sitzung, die er in voller Frische und Gesundheit leitete. Er kehrte dann nach Kassel zurück, wo er sich in seiner Wohnung umkleiden wollte, jedoch lange Zeit unsichtbar blieb, bis man nach ihm ausschaute und ihn tot in seinem Zimmer vorsand. Ein Herzschlag hatte dem Leben des schaffensfroh wirkenden Mannes ein schnelles Ende bereitet. Der Heimgegangene erfreute sich infolge feiner vortrefflichen Charaktereigenschaften und seines liebenswürdigen, gegen jedermann allezeit freundlichen und verbindlichen Wesens allgemein großer Wertschätzung und bei denen, die in engerer Beziehung zu ihm standen, großer Verehrung. Tanzen Sie! Oft haben die Philosophen gefragt, welche der Künste zuerst bestanden habe. Und sie fanden, daß im Anfang aller Dinge der Rhythmus gewesen sei, und daß er sich gespalten habe in Musik und Tanz. Und es scheint wirklich, daß der Tanz die primärste aller Künste ist, denn bei den primitiven । Völkern finden wir ihn so ausgebildet und so geheiligt, wie keine andere Kunst. heute wie vor Hunderten von Jahren tanzen Südseemädchen, Arabeiünnen, Neger, Indianer, Hindumädchen den Göttern zu Ehren. Manchmal sind diese Götter auch Liebesgötter. Denn der Tanz ist die alte Brücke vom heiligen zum Vrofanen, von der Anbetung der himmlischen zur Anbetung der irdischen Liebe. Indien, Japan, Griechenland, drei alte Kulturen, haben ihre schönsten Mädchen in dieser Kunst vervollkommnen lassen, den Göttern und den Menschen zur Freude. Wie ist es bei uns? Bei den dörflichen Festen ist dem Tanz vielfach noch ein Teil feines ursprünglichen Sinnes erhalten: Ausdruck eines starken Gefühls der Freude oder der Verehrung, der Trauer oder der Liebe zu sein. Wie da die Dorfburschen ihre Schönen umfangen, wie da die alten Bauern ihre Mütterchen feierlich Herumschwingen, das hat uoch mit richtigem Tanz zu tun. So muß es sein. Tanz als Ausdruck des Empfindens. Kinder wissen das ganz genau, ohne es gelernt zu haben. In ihren Spielen kommen „Freudentänze" und „Trauertänze" vor, genau wie bei Zachen noch primitiven Völkern, die uns vielfach an Lebendigkeit des körperlichen Ausdrucks über- iegen sind. Wir wissen alle, welch großen Einfluß ein paar '$-Qfte Musik und ein paar entsprechende BewegM- 9P auf unsere Psyche haben können. Ein Marsch "Mgt von der Straße her zu uns herauf... wir Zehen im Takt, und unser ganzer Körper strafft sich, wir halten uns unwillkürlich etwas gerader... innerlich und äußerlich. Ein Walzer, den eine Drehorgel draußen spielt: Wir wiegen uns tm Takt, uns wird ein bißchen weich zumute, wir denken an Den Frühling, an viele Dinge, die mit diesen paar Takten vielleicht für unsere Erinnerung zusammen- Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Neubau für das pharmakologische Institut. x vvV.Nnwgr'' Das Pharmakologische Institut, das gegenwärtig noch in sehr beengten räumlichen Verhältnissen in einem Gebäude an der Frankfurter Straße untergebracht ist, erhält (wir berichteten bereits vor längerer Zeit eingehend darüber) in absehbarer Zeit eine andere Wirkungsstätte. Das Institut wird in dem Gebäude neben der Lupusheilstätte in der Gaffkystraße Einzug halten, das gegenwärtig für die speziellen Zwecke des Instituts umgebaut wird. Erwähnenswert ist im Zusammenhang mit diesem Umbau besonders die Schaffung eines geeigneten Hörsaales, der in der Form eines kreisrunden, kuppelartig überdachten Gebäudes in seiner äußeren Gestalt nahezu fertiggestellt ist. Gegenwärtig ist man mit dem Innenausbau des Hörsaales beschäftigt. Unser Bild zeigt das künftige Pharmakologische Institut, insbesondere aber den angebauten Hörsaal (im Bilde links) und das aufgesetzte Stockwerk auf dem nach rechts angrenzenden Jnftitutsgebäude. Opferbereitschast für die Winterhilfe. i % 'I Einige Beamte der Losekauf-Gemeinschaft von Beamten und Angestellten des Finanzamtes beim Erwerb der Lose im Auftrage ihrer Berufskameraden. — (Aufnahme: Hagemann.) In anerkennenswerter und vorbildlicher Weife haben Beamte und Angestellte des Finanzamts Gießen in ihren Reihen eine Geldsammlung für das Winterhilfswerk in die Wege geleitet. Die an dieser Sammlung beteiligten Beamten und Angestellten haben als erste Opfergabe im Rahmen dieser Aktion einen Betrag von 51 Mark aufgebracht. Dafür ließen sie bei einem Loseoerkäufer der Winterhilfelotterie rund hundert Lose kaufen, um auf diesem Wege auch dem am Absatz der Lose pekuniär interessierten Loseverkäufer einen Verdienst zu geben. Ein besonderer Gewinn ist bei diesem Losekauf nicht herausgekommen, es war aber auch nicht die Absicht der Sammlungsteilnehmer, etwa einen besonderen Vorteil für sich, oder für ihre Gemeinschaft auf diesem Wege zu erlangen. Haupt- aesicytspunkt war lediglich der Gedanke, dem Winterhilfswerk Geldmittel zuzuführen. Dieser Gedanke wird durch die Fortsetzung der Sammlung auch weiterhin lebendig bleiben und dem Winterhilfswerk aus dem Kreise dieser Sammelgemeinschaft immer neue Spenden zuführen, bei denen auch etwaige Geldgewinne dem Winterhilfswerk wieder dienen sollen. hängen. Man fühlt sich gespannt, abgespannt von dem vielen Sitzen über einer Arbeit, angespannt von zu großer Erregung... Tanz ist das wunderbarste Ventil, das es gibt! Die meisten haben heute ein Radio oder ein Grammophon, jeder weiß im Notfall ein paar Takte irgendeines leichten Musikstücks zu fingen ... Versuchen Sie es! Tanzen Sie! Oie Atomforschung. Kürzlich fand in der Gießener Hochschulgesellschaft ein Vortrag statt, in dem der Direktor des Physikalischen Institutes, Prof. G e r t h s e n, über den neuesten Stand der Atomforschung berichtete. Der Vortrag wurde durch eine größere Anzahl von Versuchen ergänzt, die dem Zuhörer das Verständnis für die nicht ganz alltäglichen Vorstellungen erleichtern sollten. Es wurde zunächst gezeigt, wie das Bild des Atoms aussieht, zu dem uns die Forschung der letzten Jahrzehnte geführt hat. Die Atome stellen Gebilde dar, die in der äußeren Erscheinung große Aehnlichkeit mit den Sonnensystemen des Makrokosmos aufweisen. Um einen zentralen Kern, der fast die gesamte Masse des Atoms darstellt, kreisen in weiten Abständen auf scharf definierten Bahnen negativ geladene Elektronen. Durch Wort und Versuch wurde gezeigt, daß in der Tat der Ausspruch Lenards aus dem Jahre 1903, daß die Materie leer sei wie der Himmelsraum, der Wirklichkeit voll entspricht. Während sich nun die üblichen chemischen Reaktionen an den Elektronenschalen der Atome, also den äußeren Randgebieten abspielen, greifen die modernen Forschungsarbeiten über Atomumwandlungen in das innerste Gefüge des Atoms, den Kern unmittelbar, ein. Die hierbei auftretenden Energieumsätze sind gegenüber den bei chemischen Prozessen üblichen um das Millionenfache erhöht. Daraus folgt, daß der Aufwand an experimentellen Hilfsmitteln ungeheuer, vor allem aber sehr kostspielig ist, wenn es gilt, derartige künstliche Eingriffe an den Atomkernen vorzunehmen. Aber wie es etwa genügt, ein Zündholz zu entflammen, um eine große Menge Knallgas zur Explosion zu bringen, so ist der auslösende Energieaufwand bei Atomumwandlungen ebenfalls oft wesentlich kleiner, als der bei dem Prozeß nachher frei werdende Energiebetrag. Es wurde dann dargestellt, daß das übliche Verfahren bei der Atomumwandlung dasjenige der Beschießung mit sehr schnell fliegenden Atomen des Heliums («-Teilchen der radioaktiven Substanzen) oder Wasserstoffs (Protonen oder Deutonen) ist. Diese schnellen Teilchen treffen dabei mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit so wirksam mit den ruhenden Atomen zusammen, daß diese entweder zertrümmert, ober aufgebaut bzw. umgeformt werden, wobei es gegebenenfalls zum Einbau des geschossenen Teilchens kommt. Das Entscheidende ist dabei, daß die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Prozeß außerordentlich gering ist (etwa 1:1000 000). Diese Tatsache muß berücksichtigt werden, wenn man eine etwaige wirtschaftliche Ausbeutung derartiger Vorgänge erwägt, an die heute nach Lage der Dinge leider noch nicht zu denken ist. Diese Tatsache bestimmt aber nicht die Zielsetzung der Forschung; ohne Zweifel wird — vielleicht erst nach Generationen — das, was heute die reine Forschung erarbeitet, seine praktische Anwendung erleben. Außer diesen Vorgängen der reinen Atomumwandlung, die bereits seit 1919 einen breiten Bereich physikalischer Forschung ausmachen, kam auch das Problem der künstlichen Radioaktivität zur Sprache. Es umfaßt Prozesse der obenbeschriebenen Art, wobei aber instabile Kerne entstehen, die mit einer endlichen Wahrscheinlichkeit zum Zerfall kommen. Gerade hier besteht vielleicht am ehesten Aussicht für eine wirtschaftliche Ausnutzung, da Forschungen vers-tzedenster Art, vor allem aber auch die Medizin, sehr unter dem Mangel an natürlichem Radium leiden. Der Redner gedachte besonders der Tatsache, daß die deutsche Forschung bedauerlicherweise bei all diesen Forschungen dem Ausland gegenüber stark im Nachteil ist, da die in ausländischen Forschungsinstituten verfügbaren Mittel in keinem Verhältnis Mittwoch, 6.8ebruar 1935 stehen zu dem, was in deutschen Laboratorien aufgewandt werden kann. Im Anschluß an den Vortrag wurden die Teilnehmer in Gruppen durch die Räume des Institutes geführt, wobei ihnen in den einzelnen Laboratorien eine Reihe von Versuchen gezeigt wurde, die das im Vortrag Dargestellte veranschaulichen und vertiefen sollten. Außerdem war Gelegenheit gegeben, durch Einblicke in die Werkstatträume und das Maschinenhaus des Institutes ein Bild von dem Arbeitsstil und den technischen Anforderungen moderner physikalischer Forschungen zu gewinnen. Dr. Reuße. Nie Sturmschäden im Gießener Stadtwald. Der in der Nacht zum Sonntag über unsere Landschaft gegangene Sturmwind hat auch im Gießener Stadtwald, insbesondere in der Nähe der Abtriebe, viele Bäume entwurzelt. Das Erdreich, das durch die starken Regenfälle der letzten Zeit sehr weich geworden war, bot den Bäumen nicht genügend Halt, um den Angriffen des Windes Widerstand leisten zu können. Es wurden insgesamt etwa 400 Bäume (etwa 200 Festmeter Holz) festgestellt, die vom Winde entwurzelt wurden. Im Schiffenberger Wald ist der Schaden bedeutend geringer. Das Winterfest der Gastwirte. Im Dienste des Winlerhilfswerks. Die Kreiswaltung Gießen des Reichseinheitsver- bandes des Deutschen Gaststättengewerbes hatte für den gestrigen Dienstagabend zum Winterfest in die „Liebigshöhe" eingeladen. Die Veranstaltung erfreute sich eines lebhaften Besuches, der um so erfreulicher war, als die Veranstaltung mit ihrem Ertrag dem Winterhilfswerk dient. Der Abend brachte ein sehr unterhaltsames Programm. Den größten Teil des Abends bestritt die hiesige Reichswehrkapelle in starker Besetzung, die unter der Leitung von Obermusikmeister E. Krauß e mit ebenso guter, wie handfester Musik aufwartete. Ein Marsch „Deutsche Einigkeit", eine vaterländische Festouvertüre, eine schwäbische Rapsodie und die stimmungsvolle Einleitung des 3. Aktes zur Oper „Lohengrin" bildeten den musikalischen Auftakt. Der stellvertretende Kreiswalter im Gaststättengewerbe, Herr Keil, hielt eine kurze Ansprache. Er hieß die Teilnehmer im Namen der Kreisverwaltung willkommen. Der Führer Adolf Hitler habe es sich, so führte er u. a. aus, zur Aufgabe gemacht, alle Volksgenossen innerhalb vier Jahren in Arbeit und Brot zu bringen. Zwei Jahre seien vergangen und der größte Teil der Erwerbslosen habe in Arbeit gebracht werden können. Noch aber sei vielen anderen zu helfen. In Verbindung mit dem Winterfest einen Teil zu diesem großen nationalen Werke bei- zusteuern, betrachteten die Gastwirte als Ehren- fache. Nach einem kurzen Gedenken an die vorbildliche nationale Haltung unserer Brüder und Schwestern an der Saar und nachdem der Redner noch die Lage des Gaststättengewerbes in der Gegenwart Umrissen hatte, nachdem er ferner dazu aufgefordert hatte, den Mut und die Hoffnung auf eine endgültige Besserung auch im Gaststättengewerbe nicht zu verlieren, schloß er mit einem dreifachen „Sieg - Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Im weiteren Verlauf des Abends hatte man Gelegenheit, die außerordentliche Gewandtheit verschiedener Mitglieder des Radfahrvereins von 1885 Gießen im Kunstfahren zu bewundern. Herr Haas zeigte im Einer-Kunstfahren ein beachtliches Können und die Herren August Deibel und Willi V o n - E i f s erwiesen sich im Zweier-Kunstfahren, auf einem bzw. auf zwei Rädern, als vollendete Techniker. Die sportlichen Vorführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Dann folgten wieder musikalische Darbietungen. Herr Eifert machte den Zuhörern mit zwei Violinsolis große Freude, während Herr Kleinert mit Meisterschaft ein Trompetensolo zu Gehör brachte. Schneidige Märsche, vaterländische Potpourris, schließlich zwei schneidige Märsche für Fanfaren und Kesselpauken lösten stürmischen Beifall aus, so daß sich die Kapelle zu einer Reihe von Zugaben entschließen mußte. Nach dem Loseverkaus und der Verteilung der Gewinne beschloß Tanz zur guten Musik der Mitglieder des Stadttheaterorchesters den überaus harmonisch verlaufenen Abend. Dornotijen. — Tageskalender für Mittwoch. NSLB. Gießen-Stadt und Gießen-Land, 15.30 Uhr, Zusammenkunft in der Schillerschule. — NSLB. Gießen-Stadt, 17.30 Uhr, Pflichtoersammlung in der Neuen Aula über das Thema „Die Stellung der Deutsch-Amerikaner zum neuen Deutschland", von Prof. Dr. Krüger. — Stadttheater, 19.30 bis 22.15 Uhr: „Vier Schlaumeier". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pat und Patachon". — VDA. und Studentenschaft, 20 Uhr, in der Neuen Aula Vortrag von Dr. R a u p a ch über „Das Reich und die Tschechen". — Reichstreubund, Kameradschaftsabend im Filmsaal der Zeughauskaserne. — Deutsche Kolonial-Ausstellung, 15 bis 21 Uhr im Einhorn. — Frühjahrs-Modenschau, 16.30 und 20.30 im Stadt-Cafe. — Sta*d11heater Gießen. Heute abend die Biedermeier-Posse „Die vier Schlaumeier" von Walter W. Gvetze. Spielleitung hat Heinrich Hub, musikalische Leitung Kapellmeister Fritz C u j 6. — Stickerei- und Spitzen-Werk schau. Im heutigen Anzeigenteil wird auf diese Ausstellung des Reichsbundes Volkstum und Heimat im Turmhaus am Brandplatz aufmerksam gemacht. Näheres in der Anzeige. — Deutsche Himalaja-Expedition 19 3 4 (N a n g a - P a r b a t). lieber dieses die ganze Welt im vorigen Jahr in Spannung haltende deutsche Bergsteiger-Unternehmen wird am morgigen Donnerstagabend in der Universitätsaula der Teilnehmer an der Expedition Willy Schneider einen Vortrag halten, bei dem auch viele Lichtbilder gezeigt werden sollen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Kulturbauamts-Personalie. Ernannt wurde durch Urkunde des Herrn Reichsstatthalters der Regierungsbaumeister Karl Berg in Heppenheim a. d. B. mit Wirkung vom 1. Januar ab zum Regierungsbaurat bei einem Kulturbauamt. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am kommenden Freitag, 8. Februar, wird Frau Elise Rühl, Mittelweg 12 wohnhaft, 75 Jahre alt. Die Jubilarin ist seit etwa 30 Jahren treue Leserin des Gießener Anzeigers. ** Fahrpreisermäßigung derReichs. bahn zum 2. Großen Nationalen Reit- twrnter 1935 tu Frankfurt. Zu dem am 9. und 10. Februar in Frankfurt stattfindenden 2. Großen Nationalen Reitturnier 19-35 gibt die Reichsbahnoerlvaltung Sonntagsrückfahrkarten aus. Gültigkeit: Hinfahrt vom 9. Februar 0 Uhr bis 10. Februar; Rückfahrt vom 9. Februar 12 Uhr bis 11. Februar 12 Uhr. (Spätester Antritt der Rück- fahrt.) Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt ab Gießen 2. Klaffe 5,20 RM., 3. Klasse 3,60 RM. Bei Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. ** Von der Treppe gestürzt. Jnfolae eines Fehltritts stürzte gestern der Arbeitsdienstmann Albert Zeiger im hiesigen Arbeitsdienst- Lin hübsches Geschenk für jeden Sammler sind die Wohlfahrtsbriefmarken der schaffenden Stände. lager eine Treppe herunter. Dabei erlitt der junge Mann eine leichte Gehirnerschütterung, die seine Ueberführung nach der Klinik erforderlich machte. Sein Befinden ist erfreulicherweise nicht besorgniserregend. Große Strafkammer Gießen. Wegen Verbrechens nach § 176 Ziff. 3 StGB, wurde der 36jährige Peter Dahlhausen aus Großen-Buseck unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu 2 Jahren 3 Monaten Zuchthaus verurteilt.. Zwei Monate erlittener Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Kleine Strafkammer Gießen. Der H. K. aus Nieder-Seemen wurde wegen widernatürlicher Unzucht vom Amtsgericht Ortenberg zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung nahm der Angeklagte zurück. Das Verfahren gegen den A. A. aus Renzendorf, der wegen Betrugs vom Amtsgericht Schlitz verurteilt worden war, wurde auf Grund des Amnestiegesetzes e i n g e st e l l t. Wegen Beleidigung eines Feldhüters wurde der F. G. vom Amtsgericht Friedberg zu 5 0 Mark Geldstrafe verurteilt. Die gegen dieses Urteil von dem Angeklagten eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Die Kammer befaßte sich sodann mit den Brüdern K. und W. B. aus Gießen, die vom hiesigen Amtsgericht wegen Widerstandes zu 2 Monaten Gefängnis, ersterer außerdem wegen Beleidigung zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt wurden. Dagegen verfolgten die Angeklagten das Rechtsmittel der Berufung. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde durch die Beweisaufnahme festgestellt, daß der Angeklagte K. B., als sein jüngerer Bruder zwangsweise dem Schulunterricht zugeführt werden ollte, dem Beamten erheblichen Widerstand entgegensetzte und sich diesem gegenüber in Beschimpungen erging. Dagegen ergab die Beweisaufnahme nichts für eine Strafbarkeit des W. B. Während die Berufung des K. B. kostenpflichtig verworfen wurde, sprach das Gericht den W. B. von Kosten und Strafe frei. Ein Eisenbahndamm eingestürzt. LPD. Erbach (Odenwald), 5. Febr. Auf der Bahnlinie Eberbach—Darmstadt, in der Nähe der Station Kailbach, stürzte gestern vormittag eine etwa acht Meter hohe Mauer, die die Eisenbahnlinie nach der Talseite zu abstützt, ein und überschüttete die Straße Eberbach—Erbach, die mit der Bahnlinie parallel läuft, mit einem Berg von Steinen und Felsgeröll. Die Felsstücke wurden weit ins Wiesental geschleudert. Menschen sind glücklickerweise nicht zu Schaden gekommen. Da die Gleise vollständig in der Luft hängen, ist der Bahnverkehr, ebenso der Straßenverkehr, vollständig unterbunden. Der Bahnoerkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Anscheinend ist der Einsturz auf die Unterspülung durch die großen Wassermengen zurückzuführen, die in den letzten Tagen infolge Regen und Schneeschmelze zu Tal gegangen sind. Saarspende der Deutschen Studentenschaft. Kundgebung in Gießen am 8. Februar. Am Freitag, 8. Februar, findet an allen deutschen Hoch- und Fachschulen eine Sammlung zur Saarspende der Deutschen Studenten! ch a st statt. Der gesammelte Ertrag wird von der Deutschen Studentenschaft am Tage der Rückgliederung des Saargebietes an Gauleiter B u r ck e l als Ehrengabe der Studenten übergeben. Wie chon immer, wenn es galt, für das nationalso^alistlsche Deutschland einzutreten, wird auch mit vieler Spende die Deutsche Studentenschaft erneut ihren Willen und ihre Treue zu Adolf Hitler bekunden. Auch an der U n i v e r s i t ä t G l e ß e n wird der kommende Freitag ganz unter dem Zeichen dieser Sammlung stehen. Früh morgens findet em kur- zer Appell der gesamten Studentenschaft statt, bei dem auf die Bedeutung dieses Tages hingewiesen wird. Dann wird den ganzep Tag über in den Instituten und in der Universität gesammelt und das für die Saarspende der Deut- schen Studentenschaft geprägte Abzeichen verkauft Im Zeichensaale der Schillerschule fand am Samstag eine Tagung der Fachschaft Volksschule (Gießen-Stad t) unter dem Vorsitz des Leiters der Fachschaft Lehrer Heinrich Frank statt. Der Fachschaftsleiter begrüßte die Versammlung und gab dann verschiedene Mitteilungen bekannt. Hierauf sprach Lehrer Roth über „Volksdeutsche Arbeit und volksdeutsches Opfer“. Der Redner erörterte zunächst die Verpflichtung zur volksdeutschen Arbeit und zum volksdeutschen Opfer. Diese Verpflichtung tragen alle Erzieher und Erzieherinnen in sich; sie bildet einen wesentlichen Teil der Berufsaufgabe. Das Gebiet des Grenz- und Auslandsdeutschtums wird sehr pfleglich behandelt. Lehrende und Lernende spüren, wenn von den Brüdern in außendeutschen Landen die Rede ist, etwas von der blutsmäßigen Verbundenheit unseres Hundertmillionenvolkes. Die Bereitschaft zur volksdeutschen Arbeit ist durchaus vorhanden. Wenn eine vom VDA. eingeleitete Maßnahme in den Schulen durchgeführt wird, stehen alle Amtsgenossen und Amtsgenossinnen den Leitern der Schulgemeinschaften hilfreich zur Seite. Die erste Volksschulgruppe des VDA. ist seinerzeit von Rektor Reul an der Goetheschule eingerichtet worden. Heute besteht in allen Schulhäusern eine Schulgemeinschaft. An der großen Pfingstfahrt des VDA. nahmen in den letzten Jahren auch Volksschüler Gießens teil. Die volksdeutsche Einordnung der Volksschule im Kreise Gießen ist eingeleitet, die Leitung liegt bei Schulrat N e b e l i n g in guten Händen. Volksdeutsche Arbeit wird ergänzt durch das volksdeutsche Opfer. Volksdeutsche Arbeit, volksdeutsches Opfer sind allgemeine, sind überragende Verpflichtung. Der VDA. ruft: Hilf, deutscher Erzieher, hilf, deutsche Erzieherin, daß der „Volksbund" verwirklicht wird! Nach dem sehr beifällig aufgenommenen Vortrag sprach der Kustos des Gießener Museums, Herr Szczech, über das Thema „Die Kulturkreise der Bronzezeit“. Der Redner führte u. a. aus: Um das Jahr 2000 v. Ehr. beginnt die Bronzezeit. Die Geschmeidigkeit des neuen Materials, der Bronze, öffnet den Weg zu ungeahnten Formen. Als Rohmaterial und Fertigware ist sie nach Deutschland gekommen. Händler sind die Träger der Bronzekultur und haben die hauptsächlichste Bewegung nach Deutschland gebracht. Ueberall schließt sich die neue Kultur an die neolithischen Siedlungen an. Der Gegensatz zwischen Norden und Süden bleibt weiter bestehen. Bei uns ist die neue Kultur besonders vertreten in der sogenannten Hügelgräber- Bronzezeit. Die Grabanlagen entsprechen denen der letzten Steinzeit. Man glaubte früher, daß die Kultur der Bronze aus dem Osten nach Europa gelangt sei. Ebenso wie man heute weiß, daß das werden. Am Freitagabend (20.15 Uhr) findet als Abschluß in der Tageshalle des Gießener Stu- dentenhauses ein Vortragsabend statt, dessen Reinerlös ebenfalls der Saarspende zugeführt wird. Dr. Alfred Kaufmann- Gießen pricht an diesem Abend über „Das Deutschtum im Orient". Dr. Kaufmann, der über 15 Jahre an der deutschen Schule in Alexandrien gewirkt hat, wird viel Interessantes von unseren Brüdern im Orient berichten; u. a. wird Dr. Kaufmann auch auf die Familie Heß, die Eltern des Stellvertreters des Führers, als Vorbild einer deutschen Familie im Ausland zu sprechen kommen. Dozenten, Studenten und alle interessierten Kreise sind zu diesem Abend eingeladen. Alle statten ihren Dank für die Treue unserer Volksgenossen an der Saar ab und spenden bei der Sammlung der Deutschen Studentenschaft zur „Saarspende". indogermanische Urvolk sich im europäischen Raum gebildet hat, weiß man auch, daß dort die Bronzetechnik entstanden ist, deren Entfaltung nirgends so reich uns entgegentritt wie gerade im Norden. Von dieser Erkenntnis unberührt bleibt die Tatsache, daß das Rohmaterial selbst, Kupfer und Zinn, nur im Süden und Nordwesten vorkommt (Spanien, England). Verfehlt wäre es, für die Zeit der Hügelgräber-Bronzeleute schon bestimmte Volksund Stammesnamen aufzustellen. Denn noch ist um diese Zeit West-, Mittel- und Süddeutschland nicht „germanisiert", sondern nur „indogermcmi- siert". Der Gräberbefund unserer Heimat ermöglicht uns, Tracht, Bewaffnung und Schmuck der damaligen Menschen einigermaßen genau zu bestimmen und zeigt uns, daß ein für allemal Schluß zu machen ist mit jener phantastisch romantischen Vorstellung, die man bisher über die Menschen der deutschen Vorzeit gehabt hat. Am Ende der Hügelgräber-Bronzezeit beginnt eine Kultur sich in unser Gebiet auszudehnen, die sehr verschiedene Beurteilung erfahren hat, deren Erscheinungen uns klar sind, über deren Ursprung jedoch die Meinungen nicht Übereinstimmen: die Urnenfelder st ufe. Das Siedlungsgelände hat gewechselt. Wir treffen die Urnenfelderkultur wiederum an den alten Siedlungsplätzen der Bandkeramiker und sehen wie das Gebirge nun wiederum menschenleer wird, nachdem es über 700 Jahre lang die Menschen beherbergt hatte, so daß die Ebene verlassen war. Die Hügelgräberbronzeleute waren Hirten. Die Urnenfelderleute leben von dem Ackerbau. Man glaubte an ein Wiederaufleben der Bandkeramiker aus der Steinzeit, man kann aber anderseits einen Volkszuzug aus dem Süden nicht weg- leugnen. Der Charakter der Kultur selbst ist stark östlich bedingt, und die überraschende Äehnlichkeit mit der Lausitzer Kultur veranlaßte den Vortragenden, auf diese Erscheinung des deutschen Ostraumes näher einzugehen. Man braucht nicht an eine Menscheneinwanderung aus dem Osten in unser Gebiet zu denken, man darf hier durchaus den Begriff der „Mode" einführen. Insbesondere die originelle Keramik hat der Kultur Eingang in den Westen verschafft. In ganz Oberhessen macht sie sich bemerkbar. Ueberall, wo wir die Kultur treffen, ob in der Lausitz, ob in der Wetterau, haben mir die gleiche Art der Bestattung. Die Skelettbestattung der vorausgegangenen Stufe ist der Brandbestattung gewichen. Mannigfach sind die Grabanlagen der Urnenfelderleute. Doch allen ist die Urne mit der Leichenasche gemeinsam. Während die Hügelgräber der vorhergehenden Jahrhunderte reichen Bronzeschmuck (Nadeln, Spiralen, Beil- und Dolchklingen) lieferten, Keramik aber äußerst selten war, treffen wir nun den umgekehrten Befund: sehr wenig Bronze, aber reiche und vielgeftattete Keramik. Die Fülle der VeigabH und die Sorgfalt der Grabanlage zeigen uns ei® wohlvermögendes Ackerbauvolk, das in feinen offe« nen Dörfern wohl allen kriegerischen Verwicklungen abhold war. Für solche Fälle zogen sie sich auf ihrj Fliehburgen zurück, die in der Steinzeit entstanden, während der Bronzezeit unbenutzt geblieben waren. Diese Burganlagen sind die politischen Mittelpunkt» des Landes gewesen. In diesem Zusammenhang zeigte Herr Szczech, wie die vergleichende Sprachwissenschaft die Vor« geschichte oft ergänzt. Diese Burganlagen, zu denen der G l a u b e r g in Oberhessen gehört, stellen ost auch eine Grenzbefestigung dar, besonders in dem Gebiet nördlich unserer Heimat, wo sie die Stütz, punkte der Kelten gegen die Germanen bildeten, die um diese Zeit ihre ersten Vorstöße gegen de« Westen und Süden unternehmen. Die Ausführungen des Vortragenden erweckten großes Interesse und ernteten reichen Beifall. Herr Szczech wird feinen Vortrag durch eine Führung im Museum praktisch erläutern. Herr Frank schloß die anregend verlaufen» Tagung in der üblichen Weise. Oberhessen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 5. Febr. Sein diesjährige, Winterfest, verbunden mit feinem 80. StiftungsfH beging am Samstagabend der Gesangverein „Teutonia" in der hiesigen Turnhalle. Nach einem Begrüßungsmarsch hielt der Vereinsführer Albert V o l k m a n n eine Ansprache, in der er einen kurzen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte des Vereins gab und auf die hohe Aufgabe him wies, welche die Gesangvereine durch die Pflege des deutschen Liedes zur Erreichung einer wahren Volksgemeinschaft zu erfüllen haben. Seine Aus- führungen schloffen mit einem „Sieg-Heil!" au| den Führer Adolf Hitler. Die gesanglichen Vorträge unter Leitung des Dirigenten Bender (Steinberg) standen auf einer beachtlichen Stufe des Könnens. Die Theaterabteilung fand mit einem gut gespielten Dreiakter reichen Beifall. Für den musikalischen Teil sorgte in bekannt guter Weise di» Kapelle Bender-Menges. Tanz beschloß den harmonisch verlaufenen Abend. — Die Sammlung für das Hilfswerk „M utter und K i n d", die von der SA.-Referoe vorgenommen wurde, er* brachte in unserer Gemeinde den Betrag von 85 Mark. £ Wieseck, 5. Febr. Der hiesige Ziegenzuchtverein hielt bei Gastwirt Walter seine diesjährige Generalversammlung ab, die sehr gut besucht war. Der Vorsitzende, Schuhmachermeister Heinrich Weller XVI., leitete die Versammlung. Nachdem der Schriftführer das letzte Protokoll verlesen hatte, gab der Vorsitzende den Jahresbericht bekannt. Es wurden im verflossenen Jahre drei Versammlungen und zwei Vorstandssitzungen ab« gehalten. Der Verein beteiligte sich mit 14 Tieren an der Prämiierungsschau in Gießen, bei der fast alle Tiere Preise erhielten. Um der durch die vor« jährige Trockenheit verursachten Futterknappheik entgegenzuwirken, wurde ein gemeinschaftlicher Bezug von Dickwurz organisiert, bei dem alle Käufer' zufriedengestellt wurden. Ankörungen wurden bet 8 Tieren durchgeführt, eine sehr geringe Zahl; es wird für die Folge hier eine stärkere Beteiligung gewünscht. Der von Rechner Stark erstattete Kassenbericht kann als befriedigend bezeichnet werden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Zum Schluß wurden noch einige Zuchtfragen besprochen. Es sollen: Salzlecksteine bezogen und unter die Mitglieder für deren Tiere verteilt werden. Mit dem Wunsche auch im laufenden Jahre der Ziegenzucht die größte Aufmerksamkeit zu schenken, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Im Anschluß an die General- Versammlung fand eine Gratisverlosung von Zucht- gegenständen statt. * Lang-Göns, 6. Febr. Dem hiesigen Bahnarbeiter Heinrich Rudolf wurden dieser Tage sechs seiner neunjährigen Obstbäumchen dicht über der Erde angesägt und von dem Sturm in der Nacht zum Sonntag umgeworfen. (Weitere Berichte auf Seite 4.) Tagung Der Fachschaft Volksschule des AM. fl ... ft.w‘9- »ft' GS- fe-S? 'gestellt' iel' 1 ®>r? % Ml /di- 91 ! Frische. Engels j Sentner vers schickt mitzugehel wo die Melodil verzichten tonnt Nach dem be Neitzenstei den „Oderwack gel und C Hauptmann t nei für die T Es war ein allenfalls, M plitfologiftyn i[t iinwaijrity Quente, volle üe Frau liebt, irrt, und dann sirft du einmal Innen der Dri sch vergessen Hs Gustav Frö 6r ist es mit l I diesen Menscher ' ober Versüßlict ! Er hat ein pao ' gibt eine herv als Verbrecher. Oie Reise. Erzählung von K. X Neubert. Jeden Monat hatte Fritz dreißig Mark zurückgelegt. Vier Monate lang. Nun hatte er hundertundzwanzig Mark zusammen. Dieses Sparen war ihm sauer genug geworden, aber jetzt hatte er sein Ziel erreicht. Jetzt ging er in das Reisebüro, dessen Plakate ihm von jeder Litfaßsäule entgegenleuchteten, und wurde Teilnehmer an der Gesellschaftsfahrt in die Bayerischen Alpen. Nächste Woche begann die erste Hälfte seines Winterurlaubs. Vergnügt steckte er das Geld in die Tasche und machte sich auf den Weg zum Reisebüro. Er war mit den Gedanken schon in den Bergen. Als er am Kanal entlangging, erregte jedoch eine Menschenansammlung seine Aufmerksamkeit. Männer und Frauen sprachen durcheinander. Vi^leicht hatte es ein Verkehrsunglück gegeben. Er trat näher und sah auf der Bank am Kanal einen älteren Mann sitzen, dem die Verzweiflung im Gesicht stand, während die anderen sich bemühten, ihn zu beschwich- Eigen. „Suchen Sie doch mal in allen Taschen nach!" riet ihm eine Frau. Und der Mann begann kopfschüttelnd und mit Tränen in den Augen in den Taschen nachzukramen, ein Beginnen, das er in der letzten Viertelstunde wohl schon öfter versucht hatte. "Was ist hier denn geschehen?" wandte sich Fritz an die Frau. „Der Mann hat Geld verloren!" erklärte sie. „Zwei Fünfzig-Mark-Scheine!" „Viel Geld!" sagte Fritz. Dann wollte er sich entfernen. Aber der Mann sah ihn plötzlich an, und es war ein Ausdruck in feinem Gesicht, der ihn erschütterte. Der Blick der verzagten, flehenden, ratlosen Augen ließ ihn nicht los. „Ja, was soll man da machen?" seufzte Fritz. „Wie kam das denn überhaupt?" Er setzte sich zu dem Manne auf die Bank. Von den Umstehenden, die dessen Geschichte wohl schon gehört hatten, entfernten sich einige. Manche schienen ehrlich betrübt zu sein, andere zuckten die Schultern, und es gab auch welche, die lächelten ungläubig. „Ich bin in einem Büro angestellt, mache dort Portier- und Botendienste. Lange bin ich noch nicht dort. Erst ein halbes Jahr. Ich war froh, daß ich diese Stellung bekam in meinem Alter!" begann der Mann zu erzählen. „Heute sollte ich nun hun- dert Mark zu einem Lieferanten bringen, und wie ich dort bin, finde ich das Geld nicht mehr." „Waren Sie vorher irgendwo anders?" forschte Fritz. in feinen Augen, einem Nicken bi „Ja, meine Adresse — —", meinte Fritz und seufzte. Er schrieb die Adresse aus ein Blatt feines Notizbuches und reichte es dem Mann. Der faßte plötzlich feine Hände, und Tränen standen wieder wandte lich Fritz rasch mit ies Kopfes um. „Nur in einem Tabakladen, aber da war ich gleich noch einmal, nachdem ich den Verlust des Geldes entdeckt hatte. Der Besitzer des Ladens kennt mich, dort habe ich das Geld bestimmt nicht verloren." Die letzten Zuhörer waren nun gegangen, Fritz saß mit dem Mann allein auf der Bank, nur links am Brückengeländer lehnte ein junger Mann, der nachdenklich ins Wasser starrte. Wenn Passanten vorbeikamen blickten sie verwundert auf die beiden Männer auf der Bank, von denen der eine sich immer wieder die Tränen aus den Augen wischte. „Es ist wohl das beste, wenn Sie ins Büro gehen und den Verlust melden!" sagte Fritz, der eine Gelegenheit suchte, sich wieder zu entfernen. Er fühlte sich in der Nähe des Mannes bedrückt und befangen, als hätte ihm jemand plötzlich und hinterrücks eine schwere Last aufgebürdet, die er nun nicht so leicht abwerfen konnte. Der Mann stand jetzt auf. „Ich danke Ihnen!" sagte er. Bemühen Sie sich doch nicht mehr." „Wohin wollen Sie denn?" fragte Fritz. „Ich begleite Sie ein Stück!" Er dachte, daß der Mann ins Büro zurückgehen wollte. An der Ecke konnte er sich ja verabschieden. Aber der Mann drehte sich jah $ur Seite, lief zum Brückengeländer und wollte sich in den Kanal stürzen. t "Was machen Sie?" schrie Fritz und hielt ihn fest. Er führte den Mann, der am ganzen Körper SU zittern begann, wieder auf die Bank zurück. „Das ist doch Unsinn!" sagte er. „Wegen hundert Mark!" „Man wird mir aber nicht glauben, daß ich das Geld verloren habe", stammelte der Mann, und wenn man es mir glaubt, wird man mich entlassen, po) bin alt, habe niemand. Untätig kann ich nicht fein. Lieber--" 1 Es war unerwartet, was jetzt kam, und selbst rZritz hatte das Gefühl, daß ein anderer in ihm bandelte, ihm einen fremden Willen aufzwang. Er zog feine Brieftasche. „Ich werde Ihnen die hundert Mark borgen!" sagte er. Es war, als wäre er selber erschrocken über seine Stimme. Erschraken sah ihn auch der Mann an, als konnte sich das Wunder, das vor feinen ratlosen verzweifelten Augen erstand, im nächsten Augenblick als em plumper Scherz ober ein Irrtum heraus- stellen. Aber Fritz hatte die beiden Geldscheine schon m der Hand. können es mir zurückzahlen, wenn Sie dazu m der Lage sind! sagte er. Mit zitternder Hand griff der Mann nach den Scheinen. Das Wunder roar 3u groß, als daß er es begreifen konnte. Unb Ihre Jörcffe--" flüsterte ber Wann, L,oie muß ich doch wissen.* ; Er ging schnell weiter. Er war wie benommen. • Nach einigen Schritten hörte er eine Stimme hinter i sich: „Einen Augenblick mal, Herr!" Er drehte sich i um und stand dem jungen Manne gegenüber, der i vorhin am Brückengeländer gewartet hatte. „Ich fürchte. Sie haben eine Dummheit began- , gen!" sagte der Fremde. „Wieso?" fragte Fritz, obwohl er es ahnte. „t9lauben Sie denn wirklich die Geschichte von : den verlorenen hundert Mark? Es ist ein Trick! । Und wie plump sein Selbstmordversuch wirkte! . Wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf, mein Herr, beeilen Sie sich, noch können Sie den Mann ' durch einen Polizeibeamten feststellen lassen!" Fritz blickte über die Straße. Dort ging der Mann, dem er die hundert Mark gegeben hatte. 1 Für einen Augenblick stellte er sich noch sein Gesicht l vor, die Verzweiflung, die Angst, die Ratlosigkeit, die inbrünstige Hoffnung auf ein Wunder. \ „Nein!" sagte da Fritz, „was Sie sagen, glaube lch nicht. Der Mann dort ist kein Betrüger!" „Sie sind ein Optimist!" lachte der Fremde. ,Sie glauben, daß er Ihnen eines Tages das Geld zurück- gibt? Sie haben ihm zu diesem Zweck Ihre Adresse gegeben?" „Allerdings!" „Unb haben Sie benn feine Abresse, Herr?" „Stein!" sagte Fritz verblüfft. Daran hatte er gar nicht gebucht. "Na, Mahlzeit!" verabschiebete sich ber Fremde Fall!eme Handbewegung: „Hoffnungsloser Gefühlen jetzt- F-jtz feinen -Ißeg fort. Manchmal war er wirklich geneiat sick einen Dummkopf zu schelten. Don einer Rekl'am^ fauk blickte ihn wieder bas Werbeplakat des «Reife- buros an. Es schien ihm in diesem Augenblick wie eme Ironie. „Meine schöne Reise!" dachte er Mein Mjones Geld!" Dann suchte er seine Handlungsweise ßHoöer au entschuldigen, zu begründen. Er geriet so m einen immer größeren Zwiespalt. Er ging in SnachW^ “ unruhig und unjt Seme Wirtin kam ihm gleich entgegen. Ein fierr märtet schon eine Stunde auf Sie?" sagte fie qebeim- nisootf Er dachte sofort an Polizei. „Vielleicht hat nrnn ihn schon festgenommen!" war sein erster Ge- Als er in sein Zimmer trat, saß dort der Mann, dem er die hundert Mark gegeben hatte. „Wie kom« men Sie hierher?" fragte Fritz verlegen, da er ihn eben noch in so schwerem Verdacht gehabt hatte. Der Mann zog freudestrahlend zwei Fünfzig. Mark-Scheine aus der Tasche. "Fch kann sie Ihnen schon wiedergeben!" fagtd er „2ßie ich ins Büro zurückgekommen bin, stellt midj unser Kassierer zur Rede, warum ich denn das Geld liegengelaffen hätte? Stellen Sie sich vor, ich hatte die hundert Mark gar nicht eingesteckt, und was wäre bald aus dieser dummen Vergeßlichkeit geworden Na, ich hab dann dem Kassierer alles ^ahlt, ich war natürlich froh, daß es sich so auf« geflart hatte, und er gab mir gleich Urlaub, damit ich Ihnen das Geld zurückbringen konnte. Aber zu« erst wollte er es aar nicht so recht glauben!" r » a^c, unb Fritz dankbar an. Mit eine- foft zärtlichen Sorgfalt steckte Fritz die beiden Scheine in die Brieftasche, in der sie schon früher gelegen hatten. Es war ihm, als wären sie nicht mehr hundert, sondern tausend Mark wert. Noch viel mehr! Unb bie Reise... dachte er und lächelte vor sich hm, wird nun noch einmal so schon! Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hans Niederweyer (Eitra» ÄS «C "ää““"*’ Zeitschriften. ~ Verlag F. Bruckrnann AG., München, gibt IN Ihrem Februarheft in anfprechen. der Weise Berichte und Bilder aus den verschiedene» Bereichen der schönen Künste, so eine Betrach, tung der Werke des Norweger Malers Edvard Munch mit vielen chonsn Bildreproduktionen, eine Wiedergaben von eigenartigem Reiz unb einen Nachruf zum Gedächtnis des im Weltkrieg aefaUe« nen Malers Götz von Seckendorfs. ent^ücEenÖe au - nahmen des Lichtbildners Adolf Last Stuttgart, begleiten den Artikel „Zur künstlerischen Photo« graphie Als Mittler zwischen Kunst und Leben behandelt der Teil über Wohnkultur nrth Nnn-v-inrLLL ^"MsZönen Au^L'' d°u' Lassta- 3en=M üchisp V , ."Wir gehen Pieler" sagte Wug, gab es bereut, seir chinesischen Sc Al, und nicht Pnb 3au ™in man (o »enbtn Nach »durch bas A durch dk ®*enb ich > erinn fe bto W & W **ä Berliner Filmbrief. „Hohe Schule." Ein Rudolf F o r st e r - Film ist wohl in jedem Fall ein Erfolg. Und er ist ein ganz großer Wurf, wenn sich dazu noch ein gutes Manuskript (von Oberländer) und eine vorzügliche Regie (von Engel) einfinden und wenn das Ganze mit der unnachahmlichen Grazie der Wiener Atmosphäre gesehen und von der Kamera eingefangen wurde. Graf I. in einem feudalen österreichischen Reiterregiment, wird während des Krieges vor die Notwendigkeit gestellt, seinen eigenen Freund zu erschießen. Er wird aus dem Heere ausgestoßen und rettet sich in die bunte Welt des Varietäs, wo er als Schulreiter auftritt. Eines Tages kommt für ihn der große seelische Konflikt, daß er sich in seine Schülerin, die Schwester des erschossenen Freundes, verliebt, und sie nicht mehr lassen kann, als sie sich von ihm lossagen will. Jetzt offenbart er dem Vater sein Geheimnis, und sagt dem alten General, daß er seinen Sohn erschoß, weil dieser Spielschulden hatte und, um seinen Verlust zu decken, für eine feindliche Macht Spionage getrieben hatte. Um die Familie vor der Schande zu bewahren, mußte er handeln. Daß der Ehrenkodex des Heeres ihn auch bei genauer Kenntnis der wahren Tatsachen fallen lassen mußte, steht auf einem andern Blatt. Forster ist und bleibt der letzte Grandseigneur und der kritische Beobachter seines eigenen Lebens. Ein Mann, der überall Konflikte und Spannungen schafft, ohne es zu wollen, und dem die letzte große Kraft >des Herzens und des Erlebens fehlt, um das Dasein in seiner berauschenden Größe ausschöpfen zu können. Angela S a l l o k e r ist seine Partnerin. Sie ist zweifellos begabt, wenn auch ein Schauspieler von Forsters Rang eine Partnerin verdient hätte, die über größere Erfahrungen in den Gesetzen der Leinwand verfügt. Aber das Mädchen Salloker hat ein warmes Herz, das entschädigt für manche Unsicherheit. Moser ist der Diener des Schulreiters For- ster-Cavelli. Gegensätzlichere Gestalten lassen sich wohl auch mit der kühnsten Phantasie nicht erdenken. Er ist großartig in seiner wienerischen Komik, die von innen heraus strahlt. Als bedeutender Chrakterdarsteller stellte sich Hans H o m m a vor, der den alten General mit so feinen Strichen zeichnet, daß die ganze, nun lang verschollene Welt des österreichischen Adels lebendig wird. Lisl K i e n a st als Nummern-Girl verrät Begabung und Frische. Engels Regie und die Musik von Schmid- Gentner verstanden es, unaufdringlich und geschickt mitzugehen, zu unterstreichen und still zu sein, wo die Melodie des Herzens auf jedes Beiwerk verzichten konnte. „Oberwachtmeisier Schwenke." Nach dem bekannten Roman von Freiherrn von R e i tz e n st e i n hat die Carl Fröhlich-Produktion den „Oberwachtmeister Schwenke" verfilmt. S p i e- g e l und S t e m m l e lieferten das Drehbuch, Hauptmann der Schutzpolizei Quasbarth zeichnet für die Richtigkeit der polizeilichen Darstellung. Es war ein großer Erfolg. Zu bemängeln bleibt allenfalls, daß die Neugestaltung für den Film der psychologischen Reinheit vieles schuldig bleibt. Es ist unwahrscheinlich, daß ein Kerl wie dieser Schwenke, voller Anstand und Ehrgefühl, erst die eine Frau liebt, dann sein Herz an eine zweite verliert, und dann (o schauerliches happy end, wann wirst du einmal ausgestorben sein?) beglückt in den Armen der Dritten liegt und alles Leid augenblicklich vergessen hat. Gustav Fröhlich ist Wachtmeister Schwenke. Er ist es mit Liebe, Verständnis und Eignung für diesen Menschentyp. Frisch, ohne jede Uebertreibung oder Versüßlichung, erweckt er ihn zum Leben. Er hat ein paar große Szenen. Harald Paulsen gibt eine hervorragende Leistung in seiner Rolle als Verbrecher. Diese unheimlichen Augen, in denen Aus der Wett des Ulms. Gier und Angst brennen, diese unwahrscheinlichen Töne. Sehr gut gesehen ist überhaupt das Berliner Leben, die Verstrickung von verschiedenen sozialen Schichten, von Anstand und Gemeinheit, Humor und Disziplin. Aufregende Szenen sind die Verbre- cheroerfolgung. Sybille Schmitz gibt der Zofe ihr leidenschaftliches Gesicht und ihre innere Anteilnahme. S t e i n b e ck als betrügerischer Bankier ist in seiner Angst noch wirkungsvoller als sonst. Emmy Sonnemann ist eine liebende Gattin, die sich durch Anmut, Damenhaftigkeit und vorzügliche Haltung auszeichnet. Marianne Hoppe konnte diesmal nicht recht erwärmen, obwohl man glauben müßte, diese Rolle, die Frische und starke Liebeskraft eines jungen Menschen verlangt, sei ihr auf den Leib geschrieben. Der Erfolg beim Publikum ist stark und berechtigt, denn der Film ist als Ganzes gesehen eine abgerundete, saubere Leistung, die den Durchschnitt weit übersteigt. „Alles hört auf mein Kommando." Es bedeutet ein Wagnis, einen Film ganz auf Adele Sand rock zu stellen. Man kennt sie aus hundert Bewegungen, kennt ihre Kommandostimme, ihre Gesten, ihre ehrliche Theatralik und ihre klassische schauspielerische Kunst. Aber... man ist ein bißchen übersättigt von diesen immer wiederkehrenden Dingen. Trotzdem wurde der Film ein Erfolg. Das Publikum war belustigt und gerührt. Es folgte dieser alten polternden Theatermutter, die uns an dem Schmerz des Alterns teilnehmen läßt und uns zeigt, daß man dieser Tragik nur mit Weisheit und Humor begegnen kann. Ein Lob für den Regisseur Zoch, der nicht nur den Ulk betonte, sondern die menschlichen Züge des Stücks ausspielen ließ. Ein Lob auch für Marianne Hoppe, die wieder einmal zeigt, daß sie ein herziger Kerl, ein prächtiger urgesunder Mensch ist, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Film-Typen, wie sie im Dreh-Buch stehen. Das setttrinkende Mdchen. Wenn es in einem Film einmal nicht weiter geht (der Einfallsstrom ist versiegt, und man ist um eine psychologische Möglichkeit verlegen, zwei Leute zusammenzubringen), wenn keine „Stimmung" anderweitig erzeugbar, aber unbedingt für die nächsten 100 Meter erforderlich ist, wenn alle Hände bereits in der Musterkollektion gängiger Szenen gekramt haben, ohne eine passende zu finden, dann ertönt stets der erlösende Ruf: „Sekt!" Er bedeutet nicht, daß die Herren gesonnen sind, sich an Champagner zu betrinken, sondern daß sie diesen Rausch einer Schauspielerin zudiktieren, deren Rolle damit zu einer Wendung gelangen soll. Das süße Mädel wird also tn eine Bar hinein- gespielt, und der Kellner, ohne auch nur zu fragen, rollt den Kübel an. Ein kurzes Nesteln an der Verkorkung und — peng — schon springt der Stöpsel an die Decke, es schäumt und strömt in die beiden Kelche. Und dann: das Mädchen ■— mit zwei Finger umfaßt es zögernd den dünnen Stiel, die andern drei abwechselnd gespreizt. Jetzt sondiert die Nase stupsig über dem Glas, aus dem die mit ewig gleicher Präzision photographierten Perlen aufsteigen, die edlen Nüstern, zart gekitzelt, geraten in ein verständliches Vibrieren, die gespitzten Lippen berühren den Kelchrand, da — in dem Augenblick höchster Steigerung, wo jeder Zuschauer rufen möchte: „Trink nicht, sonst ist es geschehen!" — da sieht man die Augen des. Begleiters lauernd über des Mädchens Gestalt streifen. Die Maid besinnt sich noch einmal, er aber sagt geziert: „Haben Sie Angst vor mir?" Da nimmt sie mit geschlossenen Lidern den ersten Schluck, so zierlich, wie ein Kanarienvogel. Die Augendeckel fangen an zu klappern, ein Lachen perlt aus der Kehle, als habe das Mädchen etwas Urkomisches erlebt, und schon hat sie das Glas zum zweitenmal angesetzt, trinkt einen tüchtigen Schluck, lacht goldig blöd in das Separe, wiegt den Kopf zum obligaten Walzer, schon etwas taumelig sucht sie mit der freien Hand eine Stütze, der Begleiter legt schwer feine eigene Hand auf die ihre, sie lehnt sich genießerisch zurück und gießt den Rest in den weit geöffneten Mund. Die Hand zittert beim Aufsetzen des Glases, falls es nicht einfach fallen gelassen wird. Das Mädchen will aufstehen, kann aber nicht, sie will sprechen, aber es geht nicht, sie kann nur dem Begleiter das Glas zum Einschenken zuschieben, worauf sich der geschilderte Vorgang in vergröberter Form wiederholt. Dann endlich hat die Rolle die entscheidende Wendung bekommen; das Mädchen tut, was der Herr wünscht und das Drehbuch verlangt. Schnaps täte das auch und Bier, aber das würde ja abstoßend wirken. Wein photographiert sich schlecht. Wenn es keinen Sekt gäbe, müßte er für den Gebrauch des Films erfunden werden. Denn wie viele Zentner Psychologie und Hektoliter Logik sind schon eingespart worden durch eine einzige Flasche Sekt. Der ergebene Diener. Er darf nie fehlen in einem Film, in dem es fein zugeht. Während der Beschauer sich immer wieder wundert, wo der herrschaftliche Held sein tadelloses Benehmen gelernt hat, setzt ihn beim unvermeidlichen Diener nichts Derartiges in Erstaunen, denn der sieht immer so aus, als habe er die vornehmste Schule der Kavaliere, das humanistische Gymnasium und die der Berlitzschool mit Auszeichnung absolviert. Der ergebene Diener seines Herrn ist die fleischgewordene Diskretion. Er weiß alles, was im Film vorgeht, und wie er enden wird. Diese Wissenschaft hat seinem Gesicht einen abgeklärten Schimmer verliehen. Mit hochgezogenen Brauen und gespitztem Mund serviert er zum fünfhundertsten Male dieselben Einfälle, und obwohl er weiß, daß es alter Käse ist, könnte sein Gesicht glauben machen, er reiche frisch perlenden Sekt. In einer unerschütterlichen Gemessenheit vollziehen sich seine Bewegungen. Wer hat ihn jemals einen Tropfen neben das Glas gießen sehen? O nein, er hat eine leichte Hand, mit der er die Wäsche und gelegentlich auch die Liebesabenteuer seines Herrn zu ordnen weiß. Seine Höchstleistung auf diesem Gebiete war jener glorreiche Abend, an dem er vier „Bräute" seines Chefs auf drei Zimmer verteilte, ohne daß die eine von der anderen etwas merkte. Er löste diese Aufgabe so elegant, daß sie aufging wie eine Gleichung dritten Grades mit vier Unbekannten unter der Hand eines mathematischen Genies. Wie souverän er mit Menschen umgehen kann, wie er die Worte setzt, als sei jeder Satz ein unfehlbarer Ausspruch! In stets gleichbleibendem Tonfall erteilt er hoch und niedrig seine Auskünfte und Belehrungen. Gelegentlich erscheint dabei auf feinem Gesicht das mitleidige Lächeln eines Eingeweihten über die Ahnungslosen. Wahrlich, er ist eingeweiht in die Mysterien der „oberen Zehntausend" des Films. Er ist ein Meister aller ihrer geheimen Verabredungen, das Unnatürliche zur Satzung des guten Benehmens zu machen. Er wird uns noch im Traum erscheinen, der unsagbar vornehme Diener: als leibhaftiges Ausrufungszeichen. Mit ehrfürchtigem Schauer gewahren wir ihn am Portal, das zur Welt der Bügelfalte führt. Und höhnisch steht er neben uns, wenn wir einmal Austern zu essen versuchen, und er entscheidet unwiderruflich: „Sie werden nie ein feiner Mann werden." Frank Leberecht. Len-shi, der Gchaitenspieler. Lichispielkunst vor 3000Jahren Von Herbert Kernlein. „Wir gehen heute abend zu einem Schattenspieler" sagte mein Freund. Wenn er etwas Vorschlag, gab es keine Widerrede, und niemals habe ich bereut, feinen Vorschlägen gefolgt zu fein. Die chinesischen Schattenspieler sind Meister besonderer Art, und nichts ist mit ihrer Kunst zu vergleichen. Sie sind Zauberer, denn nur durch Zauberkraft kann man so gestalten, wie es diese wenigen überlebenden Nachkommen einer Künstlerschaft können, die durch das Kino zum Aussterben verurteilt ist und durch die sogenannte europäische Zivilisation. Während ich die vielfältige Handlung vor mir betrachtete, erinnerte ich mich der Geschichte vom Ursprung des chinesischen Schattenspiels, die die Geschichte vom Ursprung des Kinos ist; denn das bunte Schattentheater hat vor unserem heutigen Film sogar noch die Farbigkeit voraus, die wir mit so viel Mühe in den Film hineinzubringen versuchen, und die der Chinese schon seit dreitausend Jahren kennt. Jen-shi, der Silberschmied, saß in seiner Werkstatt und ziselierte eine Kampfszene auf einer Silberschale. Die Oellampe vor ihm warf ihren gelblichen Schein auf das blitzende Metall, und bei ihrem Flackern bewegten sich die Menschen und Tiere, die der Meister gravierte. Er ließ den Stichel sinken und lächelte, freute sich über dies Spiel der Lichter und Schatten imb war ganz versunken in feine Träumerei, als Die Tür aufging. Herein trat fein Sohn. Jen-shi wandte sich um und gewahrte an der Wand den hin und her sich bewegenden Schatten eines riesigen Tieres, wie er es noch nie gesehen hatte, und erschrak. Am Hofe des Kaisers Wu (1001 bis 947 v. Chr.) erschien ein Mann in mittleren Jahren, er hatte einen Diener bei sich, der eine Kiste trug, und verlangte den Kaiser zu sprechen. Lächelnd über so viel Naivität ließ der Eunuch ihn ein und befahl ihm zu warten, und Jen-shi, der Silberschmied, wartete eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden, aber niemand kam, ihm eine Antwort zu bringen. Da befahl er dem Diener, die Kiste zu öffnen, und es Zeigte sich, daß sie wie ein moderner Schrankkoffer eingerichtet war, und daß in ihren vielen Fächern seltsame Scherenschnitte aus bunter, durchschimmernder Eselshaut lagen. Männer und Frauen, Tiere und Geister, Drachen und Dämonen, Häuser, Bäume, Schiffe, Sonne, Mond und Sterne. Und Jen-shi stellte einen Papierschirm auf und nahm hinter ihm Platz. Eine kleine Oellampe warf ihr gelbliches Licht auf diesen Schirm, die erste Filmleinwand, und Jen-shi, der Silberschmied, begann kleine Bambusstäbchen mit der Hand zu bewegen, an denen die seltsamen Eselshäute mit Drähtchen befestigt waren. Und siehe, auf dem Schirm begann es lebendig zu werden, Menschen kamen daher und verschwanden, schritten Treppen empor zum Tor des Palastes, wurden empfangen und abgewiesen, begrüßten einander und beschimpften einander, und es wurden immer mehr, immer mehr. Bald war ein Gewühl von Menschen zu sehen, die durcheinanderwogten, bis im Tor des Palastes der Kaiser erschien, um zu erfahren, was hier vorgehe. Der Diener untermalte die ganze Handlung mit den Tonen feiner Geige oder eines Gongs. Dann wechselte die Szene. Zwei feindliche Heere stürmten aufeinander ein, die Hiebe prasselten nieder, Speere flogen durch die Luft, die Kämpfer sanken von den Pferden, wurden überritten, das Schicksal schwankte hin und her, bis der junge Führer der einen Partei die Entscheidung herbei- sührte und der Feind in wilder Flucht floh. * Jen-fhi hatte nicht bemerkt, wie der Saal sich allmählich füllte, wie immer mehr Menschen kamen, wie sie einander Schweigen zuwinkten, wie sie staunend dem Spiel auf dem weißen Papierschirm folgten, hinter dem Jen-shi, der Silberschmied, saß und seinen Gestalten seine Sprache lieh und seinen Geist. Er war der Held und der Dämon und der Drache, er war das Heer, das siegte, und das Heer, das floh, er war der Kaiser und der Bettler und die Nonne und der Hund, der hinter ihr hertrabte, und er dachte nicht an den Wächter, der ihn hier warten ließ und an den Kaiser, den er zu sprechen wünschte... Jen-shi, der Silberschmied, genoß bald hohe Ehren am Hose des Kaisers Wu. Immer wieder mußte er seinen Papierschirm aufstellen, immer wieder mußte er feinen Helden, den jungen, schonen, edlen Ritter, über die bösen Mächte und die bösen Menschen siegen lassen. Die Damen des Hofes jauchzten vor Lust und verlangten immer wieder das Auftreten des jungen Helden, bis der Kaiser eines Tages aufsprang, von Eifersucht geschüttelt, und befahl, diesen Helden zu köpfen. Jen-shi fiel vor dem wütenden Kaiser nieder und bat ihn, hinter den Papierschirm zu treten, was bisher niemandem erlaubt war, nicht einmal dem Kaiser selbst, und der Kaiser ließ sich von der Neugierde besiegen und trat hinter den Schirm. Da zeigte ihm Jen-shi, daß der vermeintliche Nebenbuhler nicht ein Mensch aus Fleisch und Blut sei, sondern ein Stück bemalter Eselshaut, etwa eine I Spanne hoch. Der Kaiser war überrascht und entzückt, doch ein einmal gegebener Befehl konnte nicht rückgängig gemacht roeroen. So erschien also der Henker auf der Leinwand, und der Kopf des Helden rollte in den Sand. Die Damen des Harems meinten vor Schmerz und meinten noch Tage und Nächte nach diesem Ereignis, bis Jen-shi, der Silberschmied, eines Tages mieber einen Helden auftreten ließ mit den Zügen des Kaisers. * Dies ist die Geschichte von Jen-shi, dem Silberschmied, und der Entstehung der chinesischen Schattenspiele, der dreitausend Jahre alten Vorläufer unserer heutigen Filmkunst. Körperlichkeit im Film. Von Dr. Franz Kittier. Die Bestrebungen der Filmtechnik gehen bekanntlich dahin, den Film zu einer naturgetreuen Wiedergabe der Wirklichkeit zu machen. Wenn er das werden sollte, mußten dem ursprünglich stummen Bild drei Eigenschaften verliehen werden, die Sprache, die Farbe und die Körperlichkeit. Die Sprache hat es inzwischen erlangt, auch farbige Filme gibt es, und körperlich wirkende hat man gleichfalls geschaffen. Um das Ziel der naturgetreuen Wiedergabe zu erreichen, müssen ferner die auf den drei erwähnten Gebieten errungenen Erfolge zufammengefaßt werden. Auch in dieser Hinsicht hat man bereits Fortschritte erzielt. Die Arbeiten gehen aber, besonders beim körperlichen Film, immer noch weiter. Wiederum ist ein neues Verfahren aufgetaucht, das den Eindruck der Körperlichkeit auf einem Wege herbeizuführen sucht, der sich von dem bisherigen wesentlich unterscheidet. Die Bilder, die auf der Leinwand erscheinen, lagen bisher in einer einzigen Ebene. Sie haben eine Ausdehnung in die Hohe und in die Breite. Körperlich erscheint ein Gegenstand erst bann, wenn sich seine Ausbehnung nach brei Richtungen bes Raumes erstreckt, in bie Höhe, in bie Breite unb in bie Tiefe, wenn er also in zwei Ebenen liegt. Dann entstehen in unseren Augen zwei verschiebene Silber. Das im rechten Auge sieht etwas anbers aus als das im linken. Wir brauchen, um uns von dieser Tatsache zu überzeugen, nur einen Würfel derart vor uns auf den Tisch zu stellen, daß feine Mittellinie genau vor der unseres Gesichts liegt. Kneifen wir nun das rechte Auge zu, dann sehen wir seine Vorderseite unb seine, von uns aus gesehen, linke Seitenfläche. Kneifen wir bas linke Auge zu, bann erscheinen Vorberfläche unb rechte Seitenfläche. Jebes Auge sieht also ein anderes Bild. Die beiden Bilder peri1 Betrachtungen über den Mm. Von Luis Trenter. Luis Trenter spielte hier zuletzt in dem Film „Der verlorene Sohn". Bevor man einen anständigen Film anfängt, nimmt man aus einer Bank oder sonst woher einen anständigen Batzen Geld. Von fünf Nullen auswärts. Wenn das ganze Geld weg ist, liegen voS einem auf dem Tisch fünf runde Blechschachteln voH oft recht problematischem Wert. Das weiß jeder, bei einmal einen Film gemacht hat. Wenn in biefetf Schachteln ein ehrliches Kunstwerk steckt, sind s^ oft weniger wert, als wenn ein rechter SchunÄ brinnen ist. Daraus entsteht bas ganze Unheil der schlechten Filme. Wer einen Film breht, der muß wissen, welche Leute es finb, bie sich einen Film anschauen gehn. Denn leiber muß ja bas ganze Gelb, welches in ben fünf kleinen Blechfchachtem steckt, roieber aus ihnen herauskommen. Das breite Publikum verlangt: Eine Zehnzimmer- wohnung mit 23ab unb allem Komfort. Aus diesem Grunb zeigt man ihm immer mieber: zehn verrückte Zimmer, Babezimmer, Halle, Terrasse, eine schöne Jungfrau brinnen; ber Liebhaber kommt bei ber einen Tür rein; Kuß; beibe gehen bei ber anbe» ren Tür raus. Das ist eigentlich nichts. Aber es bringt Gelb. Um gute Filme brehen zu können, muß matt gute Kreise für ben Film interessieren, unb das macht man wieder, indem man gute Filme drehL Es ist also nicht leicht. Ja, aber schön wär's. Es würde plötzlich ge-> bildete Regisseure geben, die gute Filme drehen, für die sich dann gebildete Menschen interessieren. Man könnte, statt immer nur sichere Stars als Zugkräfte zu verwenden, sich auch um den Nachwuchs kümmern, der, wie die bisherige Erfahrung gezeigt hat, reichlich zu finden ist. Ich würde mich recht herzlich freuen, wenn meine Filme dazu Anregung schaffen würden. Gutes Menschenmaterial und wirklichen Künstlergeist gibt es genug. Vor allen Dinaen aber müßte sich das gute Publikum mehr für den Film interessieren. Es wird auch dann noch immer schwer genug fein, es allen Leuten recht zu machen. Nach der Premiere des „Verlorenen Soh- n e s" habe ich viele sehr strenge Briefe aus dem Publikum bekommen, in denen mich die Leute immer wieder in drohendem Ton fragten: „Woher hat der verlorene Sohn das Geld gehabt, in die Heimat zurückzukommen?" — das muß man sich eben ausmalen, wie man will. Vielleicht hat er ein großes Geschäft gemacht, ober er hat das Gelb von einem Freunb bekommen. Eine anbere Frage: „Warum ist fein Freund verhaftet worben?" — Also ich weiß bas nicht, bas ist aber boch auch ganz gleichgültig. Er war Tonio Feuersingers Kamerab, hat mit ihm gehungert unb hat ihm gezeigt, wie man Arbeit findet. Er hat ihn gelehrt, die Milch fürs Frühstück zu stehlen. Na, vielleicht hat er selber was gestohlen? Noch eine Frage: „Wieso hat der Feuersinger seine Braut in der Rauhnacht trotz der Vermummung erkannt?" — Da kann ich nur sagen, das wundert mich selber! Der freundliche Sriefschreiber rät mir noch, ein Kreuz als Erkennungszeichen auf die Maske zu malen. Sehen Sie, solche Leute, die so fragen, bie sind zu realistisch unb verkennen bie Aufgabe bes Films. Gott fei Dank gibt es auch andere, unb für bie ist es eine Freube zu arbeiten, wenn nicht am Enbe bie Schere einem bie wichtigsten Stellen aus ben Filmen fchneibet, wie mir bas bei meinem Film „Berge in Flammen" passiert ist. Mit biesem Film wollte ich ben Kämpfern, ben Kaiferjägern, ein Denkmal schaffen unb wissen Sie, was man mir herausgeschnitten hat? Gerabe bie wichtigste Stelle, wo ber Offizier zu seinen Leuten sagt: „Halts euch brav, ihr kämpft für eure Heimat, Tirol!" Damit wäre der Kernpunkt bes einigen sich in unserem Bewußtsein zu einem einzigen, bas ben Einbruck ber Körperlichkeit macht. Wenn man also eine körperlich erscheinenbe Wieber- gabe eines Geaenstanbes erreichen will, muß man von ihm zwei Silber schaffen, von benen jebes für sich, aber mit einer geringen Verschiebung gegen bas anbere, ausgenommen ist. Jebes Auge muß ein untreres Bilb sehen, wie es im Stereoskop ber Fall ist. Man hat bas stereoskopische Sehen in ver- schiebener Weise auf ben Film übertragen, inbem man ein rotes unb ein grünes Bilb, bie mit geringer Versetzung gegeneinanber aufgenommen waren, burch eine Brille mit einem roten unb einem grünen Glas betrachten ließ. Das rote Glas löscht für bas eine Auge bas rote Bilb aus, bas grüne Glas bas grüne. Ferner hat man befonbere, Schirme geschaffen, auf benen sich winzige prismatische Linien befinben. Auf ihnen erscheinen bie nach einem eigenen Verfahren aufgenommenen Silber berart, baß jebes Auge ein anberes sieht. Das neue Verfahren bient bem Zweck, jebe b e - liebige Aufnahme-Kamera zur Herstellung bes plastischen Films verwenben zu können. An ihr wirb ein Zusatzgerät angebracht, bas von einem Arm berart getragen wirb, baß eine Sehin- berung ber Aufnahme nicht, ftattfinbet. Das Gerät enthält brei Spiegel, bie sich in verschobenen Ebenen brehen unb bie ein Silb bes aufzunehmenben Vorgangs burch die optischen Einrichtungen ber Kamera hinburch auf ben Film werfen. Die Spiegel finb so angeorbnet, baß jeder ein Silb auf bem Film gibt, bas gegen bie beiben anderen Silber etwas verschoben ist. Die Stellung ber Spiegel ist berartig, baß bie brei Silber einzeln untereinanber auf bem Film erscheinen. Erst erscheint efti Silb, bas ben Vorgang wie gewöhnlich roiebergibt. Er ist also unmittelbar von vorne ausgenommen. Darunter kommt ber gleiche Vorgang burch bie Wirkung ber einen Spiegels mit einer kleinen Verschiebung nach rechts ausgenommen. Hierauf abermals burch Spiegelung erzeugt eine Aufnahme etwas von oben und schließlich eine etwas mehr von links. Daß sich diese vier Aufnahmen im Augezueinem körperlichen Bild formen, beruht auf ber Trägheit unseres Sehorgans. Das in ihm erscheinende Silb verschwinbet bekanntlich nicht sofort, fonbern bleibt als Nachbilb gewissermaßen noch etwas haften. Wenn man baher ben Film in einem gewöhnlichen Silbroerfer abrollen läßt, folgen sich bie vier Aufnahmen auf bem Schirm so rasch hintereinanber, baß sie für unser Sewußtsein zu einer einzigen zusammenfließen. Diese einzige aber macht, ba sie sich aus vier Aufnahmen zufammenfetzt, die von oerschiebenen Seiten her entstauben finb, ben Einbruck, als ob sie auch ben Raum nach ber Tiefe zu erfüllt. Sie wirkt also körperlich. - > 5 > ' < ) e p b « in ng aß- htet end frei bie >f- fen ;er- be- isig- s - er« Er- mb Er- -ng ing .er iur nb- ben 'nn- J i .n. rüge )er n - ier tze nb ?r= im /er •3U n- rb n- 1er ■ n- Ji“ 'n. e- er g- ck- b- b- h. n n i, h r i w W gOW -— - . i o L M-WA) 7P4 A aller zugelassenen Artikel liegen im Inventur-Verkauf zu besonders niedrigen Preisen zum Aussuchen aus Stoff-Spezialhaus Bernard&Sohn GIESSEN, Plockstraße14-16 Große Posten RESTE Oberheffen das Wort zu einer Kirche und Schule mit heißer Milch gemischt: 661D V, f. B. Reichsbahn. 69? D VI/11 699 D (712V | Einspaltige vif F PRE DRUCKSACHEN ■ BrühPsche Druckerei Kleinanzeigen Grundpreis von 5 Pf. für die MUlimeterzelle veröffentlicht) digungen: 5 + 0 (8 + An der Feier des hl. 1242 + 388 (1214 + Vom 8. bis 20. Februar 1935, täglich von 14 bis 18 Uhr. - Es wird ein Unkostenbeitrag von 10 Pfennig erhoben Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz Muff er und Sind vor Jlof schützen! Dieser Appell des Winterhilfswerks gilt jedem deutschen Volksgenossen 16+6 (11 + 1), Beer- 5). Abendmahls nahmen teil: 372) Erwachsene, nämlich $06 ji mit ROMA! kheberrechtsschutz schaulicher Weise befjani _ Vergangenheit, die Ursachen des politischen und wirtschaftlichen Verfalls und die durch unseren Führer ergriffenen Maßnahmen zur Rettung und Zusammenschweißung des deutschen Volkes zu einer wahren Volksgemeinschaft. Die Ausführungen fanden begeisterten Beifall. Sodann nahm der Redner in Vertretung des Kreisleiters die feierliche Weihe der Fahne vor, die von Ortsgruppenleiter Pg. Freund mit einem Treuegelöbnis zum Führer in Empfang genommen wurde. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied begleitete die feierliche Handlung. Im weiteren Teile der Vortragsfolge gelangte das Freiheitsstück „Andreas Hofer" durch Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe zur Aufführung. Die mit innerlicher Hingabe dargestellte Handlung des Schauspiels wurde mit stärkster Anteilnahme verfolgt und mit starkem Beifall belohnt. Die SA.-Kapelle Großen-Buseck verschönte die Feier durch flotte Märsche und hielt nach Abschluß des offiziellen Teiles der Veranstaltung die Teilnehmer noch einige Stunden bei Tanz und gemüt- wirkt schleim- und hustenlösend. Niederlage: J ean Weisel, Gießen, Sonnenstr.6,Tel.3888 Fritz Heinzerling, Gießen, Schiffenb.Weg32,Tel.3259 Filmes verloren gewesen. Ja, wenn ich es nicht noch rechtzeitig bemerkt hätte. Da hat's wohl einen teuflischen Krach gesetzt. Also, wir Regisseure werden gute Filme machen, wenn das Publikum es anerkennt, daß man gute Filme machen kann. Wenn das Publikum nämlich in die guten Filme geht. Wenn die Leute auch verstehen lernen, daß ein Film kein Rechenexempel ist, das sich ein jeder ausrechnen können muß, sondern ein Kunstwerk, das die Phantasie anregen soll und schließlich, wenn der Mann mit der großen Schere einem den Film nicht noch im letzten Augenblick ruiniert. föei ©rippe und Jtatarrhen Selters-Sprudel Augusta Victoria steht nun ben ga and) bas unter i[ {innen, ßints üb W westlichster € Vs angibt. Sei »seinen Haupts i Castor und ' r man die bett) üt Zwillinge em tt ist dies nur t< Mag der beiden Vetzberg, den 4. Februar 1935. Schmidt, Bürgexmeister, . 646 + 189 Männer (623 + 189), 596 + 199 Frauen (591 + 183). Das entspricht einem Hundertsatz der konfirmierten Evangelischen von 182,38 in Münzenberg, von 173,21 in Trais-Münzenberg. Danach hat der Abendmahlsbesuch in Münzenberg um 6,44 v. H., in Trais-Münzenberg um 7,14 v. H. zugenommen. Die im Jahre 1933 entstandenen Rückgänge im Abendmahlsbesuch sind damit wieder aufgeholt worden. Die Zahl der Abendmahksfeiern beträgt: 10 + 5 (10 + 4). Der Gottesdienstbesuch: In Münzenberg fanden 65 Hauptgottesdienste, in Trais - Münzenberg 66 statt (1933: 63 + 63), Nebengottesdienste 24+5 (24 + 5), Christenlehren: 8 + 7 (10 + 0: Die Christenlehrpflichtigen nahmen in 1933 wegen ihrer kleinen Anzahl an der Christenlehre in Münzenberg teil), das sind insgesamt: 89 + 71 Predigtgottesdienste = 160 (1933: 87 + 68 - 155), mit den Christenlehren: 175 (165). Diese Gottesdienste waren besucht von: 7515 V 2298 (8801 + 2309) Landkreis Gießen. F Alten-Buseck, 6. Febr. Am Sonntagabend veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDA P. einen Deutschen Abend, verbunden mit der Weihe der Ortsgruppenfahne. Die Beteiligung der Einwohnerschaft war so zahlreich, daß der geräumige Saal von Ph. Einhäuser die Teilnehmer kaum zu fassen vermochte. Nach dem Einmarsch der PO. und SA. erfolgte der gemein- Samslag, den 9. Februar 1935, nachmittags 2 Uhr, in der Wirtschaft Becker, kommen aus dem Gemeindervald Vetzberg nachstehende Holzsortimente zum Verkauf: Stämme: Nadelholz: 148 Stück Kl. la 23,69 km, 168 St. Kl. 1b 56,83 fm, 78 St. Kl. 2a 48,39 km, 25 St. Kl. 2b 25,05 fm; Eiche: 122 St. Kl. la ^Viertel §Vollmond {letztes Werfel Kirchenstatistik von Münzenberg und Trais-Münzenberg. S Münzenberg, 5. Febr. Das kirchliche Leben der beiden, Pfarreien Münzenberg und Trais-Münzenberg im Jahre 19 3 4, soweit es sich in Zahlen fassen und darstellen läßt, stellt sich wie folgt dar: Die erste Zahl bezieht sich jedesmal auf Münzenberg, die zweite (nach dem Pluszeichen) auf Trais-Münzenberg. Die entsprechenden Zahlen für 1933 sind in Klammern gesetzt. Bei den Prozentberechnungen sind sowohl für 1934, als auch für 1933 die Ergebnisse der Volkszählung von 1933 zugrunde gelegt. sch eh en her Ereignisse. Es ist der älteste (Eltfi wohner in unserer Gemeinde. Kreis Friedberg. + Butzbach, 5. Febr. Im Saale des „Deub, schen Hauses" veranstaltete der Verein ehemaliger 16 8er einen Kameradschaftsabend, zu dem die Offiziere und Unteroffiziere der Traditionskompanie aus Gießen erschienen waren. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Münch ehrte er den Kompanieführer, Hauptmann Caesar, durch Ueberreichung eines wertvollen Bildes. Der Geehrte dankte in herzlichen Worten und versprach, das Geschenk im Sinne der Spender verwenden zu wollen. Seine Ansprache klang aus in einem dreifachen Hurra auf Führer und Vaterland. Der Kamerad- schaftsabend, bei dem die mannigfaltigste Unterhaltung geboten wurde, nahm einen frohen und stimmungsvollen Verlauf. — Zur gleichen Zeit tagte im Gasthaus Werb der M a r i n e d e r e i n, der seine Jahresschlußfeier beging. Der Vereinsvorsitzende K. Schlemm gab bekannt, daß am 1. und 2. Juni dieses Jahres ein großes Tref. fen ehemaliger Marineangehöriger in Butzbach stattfinden wird. Gaufachleiter Heinemann hielt einen Vortrag, in dem er zeitgemäße Fragen be- handelte und alle Kameraden aufforderte, sich restlos für Volk, Führer und Vaterland einzusetzen. Der Leiter des Marinevereins dankte dem Gauführer und erfreute die Marinekameraden mit der Nachricht, daß bei der großen Gautagung hier eine Skagerrakstraße geweiht werden wird. Bei geselliger Unterhaltung, bei der Erlebnisse aus Krieg und Frieden ausgetauscht wurden, vergingen zu rasch die Stunden. Den Schluß bildete ein dreifaches „See-Heil!" auf Führer, Vaterland und Marine. Kreis Alsfeld. n. Flensungen, 5. Febr. Bei der Sa mm« l u n g „M utter und Kind" durch den BdM kamen in Flensungen 17 Mark zusammen. — Am Mittwoch, 6. Februar, kann das Ehepaar Maler und Weißbinder August H ä g e l e (Flensungen) das Fest der Silberhochzeit begehen. £ Groß-Felda, 5. Febr. Im Jahre 1934 gab es hier 15 Taufen (3 davon auswärts), 9 Trauungen und 10 Sterbefälle. In Kestrich waren es 4 Taufen (eine auswärts), 2 Trauungen, aber kein Sterbefall, in Windhausen 5 Taufen (3 auswärts), 6 Trauungen und 4 Sterbefälle. und großem Beifall ausgenommen wurden. Im zweiten Teile der Vortragsfolge wurde sehr geschult ein musikalisches Ständchen, ,Der bekehrte Nachtwächter", sowie ein Schwank in drei Akten, „Der Schuster als Prinz", ebenfalls vom Publikum mit viel Beifall belohnt, aufgeführt. Alles in allem brachte der Abend in allen Teilen Darbietungen, die die beste Stimmung beim Publikum auslösten. Nachdem noch die Herren Adolf Weinandt, Ph. Z ö r b II., Chr. Henrich und Wilh. W e i g a n d t für 30jährige Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt worden waren, fand der offizielle Teil sein Ende. Die Veranstaltung schloß nach einigen recht gemütlichen Stunden, bei denen die Tanzlustigen zu ihrem Recht kamen. CXD Eberstadt, 5. Febr. Im Gasthaus „Zum Schwanen" fand unter der Leitung des Ortsbauernführers G ö r l a ch eine Bauernversammlung statt, in der Berufsschullehrer Steinmann (Gießen) einen Vortrag über die Erzeugungsschlacht hielt. Der Redner behandelte insbesondere den Kartoffelbau, die Beschaffenheit der Pflanzkartoffeln, die sachgemäße Kartoffellagerung und den Bau von Kartoffelsilos. Weiter erörterte er kurz Fragen des Saatgetreides und der Oel- und Gespinstpflanzen. Dem Vortrag folgte eine rege Aussprache. Die Versammlung wurde dann von dem Ortsbauernführer in üblicher Weise geschlossen. — Der hiesige SA. - Sturm 33/222 veranstaltete am Samstag im geschmückten Saale von Wedemann einen Kameradschafsabend. Sturmführer Düringer (Ober-Hörgern) hielt eine kurze Ansprache, weiter sprach der Sturmbannführer über „die Aufgaben der SA. in der Kampfzeit und heute". Truppführer Görlach (Eberstadt) sprach über „Nationalsozialismus und Weltanschauung", ferner sprach noch ein Kamerad aus Butzbach. Lehrer R e u h l von hier zeigte schöne Lichtbilder, ferner wurden von der SA.-Kapelle flotte Soldatenmärsche gespielt und von hiesigen SA.-Kameraden einige lustige Theaterstücke aufgeführt. Der Abend fand mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst- Wesfel-Liedes feinen Abschluß. * Muschenheim, 5. Febr. In seinem Familienkreise konnte gestern der Bäckermeister und Landwirt Heinr. Leschhorn in voller Gesundheit seinen 8 9. Geburtstag begehen. Der alte Herr liest noch jeden Tag ohne Brille seinen Gießener Anzeiger und nimmt regen Anteil an dem Ge- Durcb Beschluß unserer Generalversammlung vom 20. Ai ar; 1933 sind die jährlichen Pflichteinzah- lungen unserer Genossen auf ihre Geschäftsanteile von 9tBk.60 - nur" RM. 24.- herabgesetzt worden. Gesetzlicher Vorschrift entsprechend wird dieshrerdurch bekanntgemacht mit der Aufforderung an die Gläubiger, sich zu melden, falls dagegen etwas einzuwenden sein sollte. Handels» und Gewerbebank e. G.m.b.H. Arnold. 66»u Mattern. Xanga-Parbat is spricht der Teilnehmer Willi Schneider im 7. Febr., 20 Uhr, in der Universitätsaula >0 Lichlhildei der überwältigend schönen BerO- tell des Himalaja-Gebirges werden gezeigt! Eintrittspreise: Vorverkauf 0.50 RM„ Abendkasse '.60 RM. VorverkaufsteUen: Zigarrenhaus Gemmer, Sahnhofstraße 66; Stempel-Albold, Kirchenplatz 10. hat, trat zurück, übernahm aber das Amt des Jugendleiters. Als neuer Vereinsführer wurde einstimmig der Mitbegründer des Vereins Otto Gerhard bestimmt. Der neue Vereinswalter bestimmte dann den Vorstand und forderte zu reger Mitarbeit auf. Mit einem „Sieg-Heil!" auf Führer und Volk schloß der Vereinsführer den offiziellen Teil. $ Steinbach, 5. Febr. Der Evangelische Frauenchor Steinbach hielt seine Jahres- schlußversammlung in gewohnter einfacher Weise nach der Singstunde ab. Der Chor ist dem Landesverband Evangelischer Kirchenchöre Nassau-Hessen angeschlossen, der der Fachschaft II im Verband D II der Reichsmusikkammer angehört. Der Vorsitzende, Pfarrer D ö l l, gab zunächst der Schriftführerin Frl. E. W a l b das Wort zur Erstattung des Jahresberichtes, der in gewohnter Art die Vereinsgeschichte des vergangenen Jahres bot. Freud und Leid der Mitglieder, Gottesdienste und Gemeindefeiern gaben dem Chor öfters Anlaß, mit seinem Gesang der Gemeinde zu dienen. Den Kassenbericht erstattete die Rechnerin Frl. M. Stabe!. Die zweite Vorsitzende, Frau H. Keßler, berichtete dann über den Besuch der Singstunde, worüber eine genaue Liste geführt wird. Der Vorsitzende dankte den Vorstandsmitgliedern für ihre treuen, selbstlosen Dienste und ermahnte die Sängerinnen zum regelmäßigen und pünktlichen Besuch der Singstunden, um dem Dirigenten, Musikmeister Schleuse, seine Arbeit, die er in vorbildlicher Art dem Chor seit der Gründung leistet, zu erleichtern. Da der Chor auf Zuwachs durch die Jugend angewiesen ist, bat der Vorsitzende um Unterstützung in der Werbung neuer Sängerinnen. Der Schlußabend, der mit der Frauenhilfe in alter Art gefeiert wird, findet am 13. März im Saale des „Einhorn" statt. * Großen-Linden, 5. Febr. Am Samstag feierte der Gesangverein „Harmonie" sein 85. Stiftungsfe st. Nachdem der 2. Vorsitzende des Vereins, Zigarrenfabrikant Wilh. Stroh, die Gäste begrüßt hatte, wies er in kurzer Ansprache auf die Volksgemeinschaft hin, die in Sängerkreisen gepflegt wird, und welches Volksgut das deutsche Lied in sich birgt. Er ermahnte Sänger und Sangesfreunde, durch aktive Beteiligung mitzuhelfen am Aufbau des großen Werkes unseres Führers und so Kämpfer im neuen Staate zu sein. Mit vortrefflichen Worten führte er an, wie die saardeutschen Sänger gekämpft und so Anteil an der Rückgliederung des Saarlandes zum Deutschen Reiche hätten. Das sehr geschmackvolle und von großem musikalischen Können zeugende, von Musiklehrer Wilhelm Schüttler (Gießen) zusammengestellte Programm bot im ersten Teil Chöre von Weber, Kreutzer, Thuille, Zöllner usw., sowie Musikstücke von Mozart, Brahm, Wieniawski usw. Mit welcher Sorgfalt die Chöre von Herrn Schöttler einstudiert waren, bewies der kaum zu überbietende Vortrag. Von den Musikstücken, die ebenfalls unter Leitung von Herrn Schöttler unter Mitwirkung von Frl. Waltraud und Frl. Martha S ch ä 111 e r, sowie der Kapelle E i n b r o d t mustergültig vorgetragen wurden, sei das Konzert für Violine mit Orchesterbegleitung in D-Moll von Wieniawski besonders hervorgehoben, das von Frl. Waltraud Schöttler, trotz ihrer Jugend, technisch vollendet mit bewunderungswürdiger musikalischer Reife frei aus dem Gedächtnis gespielt wurde. Der Verein, der im Jahre 1850 gegründet wurde und mit zu den ältesten in unserer Gegend gehört, wird von Herrn Schütt- l c r seit dem Jahre 1906 mit einer Unterbrechung von einigen Jahren bis jetzt geleitet. Mit Genugtuung konnte die innige Verbundenheit zwischen Chorleiter und Sängern festgestellt werden. Die hervorragende Hand des Chorleiters und wunderbar ausgeglichenes Stimmenmaterial brachten Spitzen- leistungen, die von den Zuhörern mit Begeisterung kicher Unterhaltung beisammen. wg. Großen-Buseck, 5. Febr. Heute feiert der weit über das Buseckertal hinaus bekannte Gastwirt Wilhelm Rühl, jetzt Alten-Busecker Weg, seinen 8 4. Geburtstag. Der Jubilar war bis in fein hohes Alter hinein stets gesund und rüstig. Seit einiger Zeit muß er allerdings das Bett hüten. — Der in der Nacht zum Sonntag auch über unser Tal gegangene Sturmwind hat großen Schaden angerichtet. Im hiesigen Gemeindewald wurden 13 0 Bäume entwurzelt bzw. geknickt. wg. Großen-Buseck, 5. Febr. Hier fand in der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund" unter der Leitung des Ortsbauernführers Wilh. Schmidt eine Bauernversammlung statt, in der Landwirtschaftsrat Dr. Lung von der Bäuerlichen Werkschule in Gießen in etwa zweistündigem Vortrag über die Bedeutung der Erzeugungsschlacht sprach. Der Redner empfahl besonders die Wiederaufnahme des Anbaues von Oelfrüchten, er machte auf die Bedeutung des Anbaues von Körnermais aufmerksam, außerdem besprach er den Kartoffelbau, Fragen der Düngung und des Saatgutwechsels und der Futtersilos. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine rege Aussprache, dann wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. * Steinbach, 6. Febr. Am Samstag hielt der Fußbal l s portve r e i n 1 9 2 6 Steinbach feine Generalversammlung in der Wirtschaft „Zum Deuker" ab. Der seitherige Vereinsführer Reusch- l i n g begrüßte die Mitglieder und gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Der Verein wurde auch im verflossenen Jahr von einer guten Führung des gesamten Vorstandes überzeugt. Die 1. Mannschaft spielte dieses Jahr in der zweiten Kreisklasse, letzte sich an die Spitze der Tabelle und wird an Den Aufstiegspielen teilnehmen. Der seitherige Vereinswalter, der sein Amt etwa 9 Jahre gut geführt Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVogldCo., Gießen Seltersweg 44 i76fiA Taufen: 20 + 8 (9 + 5), Trauungen 13 + 4 (11 + 5), Konfirmierte: Stickerei- und Spitzen- Werkschau des Reichsbundes Volkstum und Heimat ininöet bann e! 8*n der Ab-' titer, wird dadu >jt am 25. sehr T üllung man aus £jen Ende des JJ schaftliche Gesang des Liedes „Volk ans Gewehr". Anschließend begrüßte Pg. Bürgermeister Kahl die Erschienenen in herzlicher Weise und wies auf die hohe Bedeutung der Feier hin. Kreispropa- ganbaleiter Pg. Schmelz- Gießen ergriff sodann groß angelegten Rede; in an» hcmoelte er die Ereignisse der 8n dem alten c 65 °uf und niedk *? I>e, würde sich [J bißchen oon MN ihr doch bc Erden noch 4bet die ftir Schohchi Ä+oiftiW 5* Q«i) -echt f « eme N Ichsk-it, bii tortn dem ? Freundin i +«ber fuL , k* auch 1 öpf . öto «ch ®=t Wie eine Die rNonoksplakette des Mnlerhilfswerks 1934/35 (Monat Februar) Sillige Seefische z. Koch, im Ausschnitt, u v. an Filet Marke « v. 35 a an Grüne Heringe . 3 Pfund 50 schollen, Notzungen, Heilbutt, Flußhechte empfiehlt billigst A. -Koch Nachfolger MäuSburg 15 GioD) Telefon 3612 kn LZunn ÄS, Lt/. schöner fe Uine L,S'-n D- |nh kfr"|ie L’bl'nten W*; t Se 3m Atter von 103 Jahren gestorben. LPD. Biedenkopf, 5. Febr. Die älteste Mitbürgerin, Frau Sophie Plitt, geb. Husmann, die erst kürzlich zur Ehrenbürgerin der Stadt Biedenkopf ernannt wurde, ist im Alter von 10 3 Jahren infolge Herzschlags g e stor ben. An den Geschehnissen unserer Tage nahm sie noch regen Anteil. Man erinnert sich noch lebhaft an den 19. August des vergangenen Jahres, als sie als eme der ersten ihre Stimme für den Führer ab gab. Reichsftatthalter Gauleiter Sprenger beglückwünschte damals die Frau zu ihrem vorbildlichen Verhalten in großer Zeit. ] werden zum ermäßigten Aquarium Morgen Donnerstag: 703d Melzeliuuue Männern, 6551 + 2203 (6076 + 1875) Frauen. 6563 + 1853 (8133 + 1785) Kindern, das ergibt einen Gesamtbesuch von 20 629 + 6354 (23 010 + 5969) Erwachsenen und Kindern. Das entspricht einem Prozentsatz von 39,72 v. H. + 38,62 v. H. der Erwachsenen, die pro Woche an den Gottesdiensten teilnahmen (41,46 v. H. + 35,92 v. H.), ober 43,69 v. H. + 40,87 v. H. aller Evangelischen (48,10 v. H. + 38,39 v. H.). Danach hat der Besuch der Erwachsenen in Münzenberg pro Woche um 1,74 v. H. abgenommen, in Trais-Münzenberg um 2,70 v. H. Zugenommen. Da in Münzenberg 1934 keine NS.- Feldgottesdienste mehr stattfanden, entstand in 1934 ein Ausfall von einigen Tausenden, namentlich auch Jugendlicher, der aber durch den stärker gewordenen Gottesdienstbesuch durch die Gemeinde zum Teil wieder ausgeglichen wurde. An Kollekten und freiwilligen Gaben gingen ein: Gustav-Adolf-Derein: 54 Mk. + 24 Mk. "(54 + 28), Heidenmission: 136 + 80 (92 + 26), Innere Mission: 172 + 67, fast alles davon ging am Volkstag der Inneren Mission ein (38 + 12), Evangelischer Bund: 5 + 5 (10 + 5), Evangelische Bewegung in Oesterreich 37 + 0 (0 +0), Elisabethenstift, Darmstadt: 131 + 62 (78 + 32), Sonstige (Bekenntnisgemeinschaft, Evangelium in Spanien, Syrisches Waisenhaus, Brüder in Not): 100 + 30 (157 + 54). Das ergibt für kirchliche Vereine: 635 + 268 (429 + 157). Kirchliche Kollekten: 197 + 101 (155 + 95). Für kirchliche Zwecke: €08 + 205 (671 + 163). Stiftungen: 200 + 0 (1500 + 0). Das find zufam- men: 1740 + 574 (2755 + 415) oder pro Konfir- mierter in Münzenberg: 2,55 Mk., in Trais-Mün- Zenberg: 2,56 Mk. (3,99 + 2,04). Bei Außerachtlassung einer Stiftung in 1933 in Höhe von 1500 Mark und in 1934 von 200 Mark zeigt sich, daß die Gaben in 1934 gegen 1933 erheblich zugenommen haben, nämlich in Münzenberg um 300 Mark, in Trais-Münzenberg um zirka 150 Mark, und Zwar erstreckt sich die Erhöhung auf fast alle Arten der Gaben. SS lieÄiW /n, *+ Schluß tif, h"" freilich V . die beiden Restauration „StadtMainz“ Morgen Donnerstag, 7. Februar: MesÄcfcl mit Konzert ?o?d Bis 4 Uhr nachts geöffnet! gilb Stunden sicht Itr, der Aars und immer früher: be: „Verschieben auf i er ist geaen Ende sehen. An fernem der Spica kann soltzen. Der W • nachi auf. , Am Firsternhi 's Wnterbilder unsi 19,25 fm, 10 St. Kl. Id 3,05 fm. — Stangen: 135 St. 1. Kl., 84 St. 2. Kl., 24 St. 3. Kl. stets // HM Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 6.5ebruar 1935 Ur. 31 Dritter Blatt Oer Stemhimmel im Februar SJL-tfpoit Die Olympiade - Ausstellung in Berlin sich bann die beiden inneren Wandler vom Saturn; liier Merkur kehrt freilich bald wieder um und ver- Steme: Handball im Gau XII Lahn-Dillkreis Pause überlegen von den Gästen geführt, wurde Dam. ausgeglichener und brachte nur noch drei schwindet dann ebenso wie der Saturn in Dornholzhausen Spv. 05 Wetzlar llffl nat Strahlen der Abendsonne. Die Venus jedoch weiter, wird dadurch immer länger sichtbar ein den den eilt und die wo- liegt nicht auf den breiten Landstraßen, wo großen Autos fahren, das Glück liegt ganz anders. Soll ich dir's zeigen?" Da ließ der große Mensch sich führen wie kleines Kind. Gerlinde aber schritt mit ihm in Jupiter Saturn Kleine Buch- staben Merkur Venus absolvierte, ebenso die Platzmannschaft, mit dieser Begegnung das letzte Spiel der Verbandsserie. Die Elf brachte einen sicheren Sieg nach Hause. Die schlechten Platzverhältnisse hinderten die Spieler stark in ihrer Entfaltung. Der Kampf, vor der ron ?n- N ' öas tz bh „Da, Großvater, ist noch eine — meine liebe Schwester Gisela." „Kinder — Kinder meiner Klara. Oh, warum hat der Herrgott unsere Wege nicht eher zusammengeführt? Warum so spät? Und doch, niemals ist es zu spät, wenn man wieder gutmachen will. Ach, was habe ich meinen Trotz, meine Härte gebüßt .. In diesem Augenblick setzten die Hochzeitsglocken ein. Das war gut, sehr gut; so konnte ein jeder erst einmal der tiefen Bewegtheit Herr werden, während der Zug sich ordnen mußte. Wie über einen Teppich ging der Hochzeitszug den Weg, der dicht mit Blumen bestreut war, vom Schloß hinüber zur kleinen Kapelle. Feierlich spielte die Orgel. Gerlinde schien alles, alles ein wundersamer Traum, und doch war herrliche Wirklichkeit geworden, was sie damals geträumt hatte — nur die Mutter war nicht mehr dabei. Wie gut der alte Geistliche predigte! Man fühlte ganz deutlich, was für ein Kinderherz er sich bewahrt hatte. „Die Liebe ist langmütig", predigte er jetzt die schöne Stelle des Korintherbriefes; „sie erträgt alles, sie.glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles . kleinen Sorgen mit ihr, aber auch die vielen Freuden, die das neue Leben gebracht hatte und täglich brachte. Der alte Friedrich, der feinem Herrn so ergeben war, strahlte, wenn die junge Schloßherrin an ihm vorüberging und ihm freundlich zunickte. „Ein Engelchen, wirklich ein Engelchen — unsere gnädige Frau", sagte er dann immer wieder. Und feine Meinung war die Meinung auf dem ganzen Schloß. Nur Baron Gersheim machte manchmal scherz- hafterweife ein betrübtes Gesicht, und wenn Gerlinde ihn nach dem Grunde fragte, sagte er: „Ach, mein Herzlein, es will mir gar nicht gefallen, daß du nun auch so reich bist. Da kann man dir wohl gar keine Freude mehr machen?" Mit diesen Worten war er auch eben wieder auf die sonnige Terrasse getreten, auf der Gerlinde und Scholzchen ihr Frühstück einnahmen. „Aber Günter!" sagte Gerlinde mit liebem Vorwurf. „Du kannst mir schon noch Freude machen. Es ist doch alles Freude für mich, was von dir kommt. Sehe ich doch, wie lieb du mich hast, und das ist doch das Allerfchönste." „Wirklich?" hatte Baron Gersheim glücklich zurückgefragt und feine junge Frau von ihrem Sessel emporgezogen. „So komm jetzt, Lindekind!" Lächelnd war Gerlinde dem Gatten gefolgt. Sicher plante er eine kleine Ueberraschung, wie es so seine Art war. — Dann aber staunte sie doch. Unten vor der Freitreppe stand ein ganz entzückender kleiner Wagen — ein Sportzweisitzer. Er sah genau so aus wie derjenige, den Gerlinde damals gewonnen hatte, als sie noch ein kleiner Mannequin war im Modehaus Merkur. Sie blickte dem Mann in die Augen, den sie so sehr lieb hatte, und ohne daß sie daran gedacht hätte, quoll ihr dieselbe Frage über die Lippen wie damals: „Was soll ich denn mit einem Auto?" Dann aber nahm sie ihren Mann bei der Hand und sagte lächelnd: „Das hast du sehr schön gemacht, Günter, und ich danke dir auch tausendmal. Aber eines weißt du doch nicht, du lieber, kluger Mann: Das Glück Sonnenaufgang von 7.45 bis 6.50 Uhr, Sonnenuntergang von 16.45 bis 17.35 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 10. um 10 Uhr, Vollmond am 20. um 7 Uhr, letztes Viertel am 26. um 11 Uhr. Die Zusammenkunft des äußersten Planeten, des Saturn, mit den beiden inneren, Venus und Merkur, die am Schluß des vorigen Monats zu sehen aiar, hält auch noch in den ersten Tagen dieses Monats an; freilich ist sie auch nur wieder in der Preisklasse I. In der Kreisklasse I kam die Begegnung Tv. Bezirksklasse. Das Spiel zwischen Mtv. Gießen — Tuspo Marburg kam nicht zum Austrag, da die Gäste nicht antraten und Gießen so kampflos zu zwei Punkten kllm. Ueberhaupt fielen einige Spiele auch in den Kreisklassen, der schlechten Platzverhältnisse wegen, aus. steht am 25. sehr nahe dem Frühlingspunkt, dessen Stellung man auf diese Weise leicht finden kann. Gegen Ende des Monats ist sie abends gut anderthalb Stunden sichtbar. Die beiden äußeren Wandler, der Mars und der Jupiter, erscheinen nun auch immer früher; beim Mars kann man schon vom „Verschieben auf den Abendhimmel" sprechen, denn er ist gegen Ende des Monats schon vor 22 Uhr zu sehen. An seinem größer werdenden Abstand von der Spica kann man leicht seine Bewegung verfolgen. Der Jupiter dagegen geht erst nach Mitternacht auf. Am Fixsternhimmel beanspruchen noch immer die Winterbilder unsere Hauptaufmerksamkeit. Der Orion steht nun den ganzen Abend über so hoch, daß wir auch das unter ihm stehende Bild des Hasen sehen können. Links über ihm erstrahlen die Zwillinge, deren westlichster St^rn die höchste Stelle des Tierkreises angibt. Seinen Namen führt das Sternbild nach feinen Hauptsternen, die den beiden „Diolsku- ren" Castor und Pollux geweiht waren. Offenbar hat man die beiden Sterne als ähnlich, als eine Art Zwillinge empfinden. Nach neueren Forschungen ist dies nur teilweise richtig. Zwar ist die Entfernung der beiden nicht sehr verschieden; sie beträgt Der die 24 Stundenzahlen von Mittet* nacht bis Mitternacht eines Tages ent» haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest• stehend zu denken. De. Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei» ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil % Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats- mitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- Gestalt zeigt. sonnigen Park hinein. Immer tiefer, immer tiefer — bis sie zu einem ganz schmalen Weglein kamen, auf dem nur zwei Menschenkinder dicht nebeneinander gehen konnten. Still gingen die beiden diesen Weg, dicht aneinandergeschmiegt, zwischen den hohen Tannen. Es war der Weg, den sie im Volksmund den Hochzeitspfad nannten, und von dem die Sage ging, wenn zweie ihn schritten, die sich von ganzem Herzen lieb hätten — dann führe er mitten ins Paradies» Nun war alles so anders geworden. Gerlinde von Gersheim war nicht mehr das arme Mädchen aus dem Berliner Norden, sie war die Enkelin des reichen Grafen Nyssen und konnte sich jeden Wunsch erfüllen. Aber Gerlinde schien das wenig zu berühren; mehr freute sie diese Tatsache für ihre Schwester Gisela, die mit ihrem Scholzchen auf das großväterliche Schloß übergesiedelt war. Graf Nysfen liebte feine Enkelkinder mit derselben Liebe, mit der er feine einzige Tochter Klara geliebt hatte, und Gerlinde und Gisela versuchten, seinen Lebensabend noch recht schön zu gestalten. Es war nun in alle Dinge Klarheit gekommen. Manche Zusammenhänge waren aufgedeckt. Auch die Worte ihrer Mutter auf dem Sterbebett wußte sich Gerlinde jetzt zu erklären. Großvater hatte ihr von jener Anzeige in den Berliner Tageszeitungen erzählt. Gewiß hatte die Mutter diese Anzeige gelesen, denn eine Zeitung hatte ja bogelegen; und sie hatte darüber jenen freudigen Schreck bekommen, der leider gleichzeitig ihr Tod gewesen war. Die irdischen Ueberreste der stillen Dulderin waren nach Schloß Buchenrode übergeführt worden, wo man sie in der Ahnengruft beigesetzt hatte. Noch einmal war der Schmerz der Hinterbliebenen furchtbar gewesen. Graf Nysfen war tagelang wie versteinert gewesen, dann aber hatte ihn das eine allmählich getröstet, daß die Tochter ihm auf ihrem Sterbebett verziehen hatte und selig gestorben war in der Gewißheit, daß ihre Kinder nun die Liebe genießen würden, die ihr auf dieser Erde nicht mehr hatte zuteil werden sollen. Scholzchen war glücklich in Gerlindes Nähe. Sie umsorgte sie wie eine Mutter und teilte all die etwa 20 Lichtjahre, sie können also noch als unsere Nachbarsterne angesehen werden und sind auch in Wirklichkeit, nicht nur am Sternhimmel nicht allzuweit voneinander entfernt, und auch ihre Helligkeit ist nicht nur für'uns, sondern auch an und für sich nicht sehr stark verschieden: Sie sind beide ungefähr 25mal so hell wie unsere Sonne. Aber sonst weichen sie doch recht stark von einander ab! Der beim Aufgang tiefer stehende und etwas hellere Pollux ist ein Stern wie viele andere auch. Er ist ein „roter Riese". Sein Wärmezustand ist nicht hoch, jedenfalls viel niedriger als der unserer Sonne, und da er doch wesentlich heller leuchtet als sie, so muß er eben sehr viel größer sein. Da aber die Masse aller 3,9) aufzuweisen. Das angefetzte Jugendentscheidungsfpiel um die Kreismeisterschaft in Allendorf/Lahn zwischen MTV. Gießen — TG. Wetzlar-Niedergirmes fiel ebenfalls aus. Preisklasse III: Tv. Münchholzhausen — Tv. Lützellinden 11:6 (6:1): Einen überraschenden ober verdienten Sieg erfocht sich die zweite Mannschaft von Münchholzhausen im letzten Derbandsspiel dieser Klasse, auf eigenem Platz gegen die starken Gäste. Die Mannschaft war während des ganzen Spieles tonangebend und hatte bereits bis zur Pause einen entscheidenden Vorsprung herausgespielt. Die zweite Hälfte brachte ausgeglichenes Spiel und beiden Parteien mit je fünf Toren die entsprechenden Erfolge. Tv. Münchholzhausen I — Tv. Heuchelheim I 12:11 (2:10): Ein Gesellschaftsspiel mit dramatischem Verlauf zwischen einem Bezirksklassenverein und einer führenden Mannschaft der Kreisklasse, kam in Münchholzhausen zur Durchführung. Nach der Pause wurde dem Kampf durch die Platzbesitzer eine etwas harte Note gegeben. Die Mannschaft setzte nunmehr alles auf eine Karte und holte dann auch Tor um Tor auf. Die Gäste mb in 1934 Mich auch geworbenen M Teil nicht zur Durchführung, da hier ebenfalls die Gäste auf die Punkte verzichteten, indem sie nicht antraten, während in Groß-Rechtenbach sich To. Groß-Rechtenbach — To. 21 b a d) 3:3 trennten. Die Begegnung brachte einen Spielabbruch. Das Spiel begann flott und brachte bald die Mannschaft der Gäste in Führung, die kurze Zeit später auf 2:0 erhöhten. Der Gastgeber kam nun auch seinerseits besser in Schwung und gestaltete bas Treffen ausgeglichen. Nachdem Die Mannschaft durch zwei abgeschlossene erfolgreiche Angriffe den Gleichstand hergestellt hatte, übernahm sie im weiteren Verlauf seinerseits die Führung. Das Spiel stand nunmehr 3:2 und wurde recht hart, das zur Folge hatte, daß je ein Spieler der Mannschaften des Feldes verwiesen wurden. Der Kamps nahm an Härte weiter zu und die Gäste glichen bald aus. Um Kollisionen zu vermeiden, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Damit war die erste Hälfte noch nicht abgeschlossen. Kreisklasse II. Auch in dieser Klasse kam das angesetzte Treffen Lollar — Launsboch nicht zur Durchführung. Tv. Staufenberg — Tv. Dorlar 2:6 (1:4). Der Tabellenführer und Meister dieser Gruppe 1,74 D.j). 2,70 D.j), feine N5.« ]ingen ein: 54 + 28), nere 9)1 fr fßoltstag Wäscher cgung in t, Dörrn« Kenntnis« Syrisches 57 + 54). 268 (429 55 + 95). . + 163). nb zusom« :o Konsir« rais-Mün- llußeracht- Don 1500 : sich, baß zugenom- 300 Mark, Rar!, und alle Arten Tore, von denen der Gast zwei und die Platzelf eins auf ihr Konto brachten. Dorlar hat nach Beendigung der Runde aus zehn Spielen ein Punktverhältnis von 19:1 und 119:31 Tore (Durchschnitt Sanim« °en BdA 'n- - Ani 1Qr Malek ln9en) bas lgt-n für dl* > N Sterne nicht sehr verschieden ist, so müssen wir ihn uns sehr dünn vorstellen. Also kurz gesagt, er ist ein nicht allzu hell glühender, aber mächtig ausgedehnter Gasball. Sein Zwillingsbruder Castor Dagegen ist einer der merkwürdigsten Sterne des Himmels. Schon lange wußte man, daß er ein so-, genannter Doppelstern ist und daß die beiden Sonnen sich in einem Zeitraum von ungefähr 300 Jahren umkreisen. Nunmehr aber hat sich herausgestellt, daß jede dieser beiden Sterne auch wieder aus zwei Sonnen besteht, von denen das erste Paar 3, das zweite 9 Tage zu einem Umlauf braucht. Bei so schnellem Umlauf müssen sie sehr nahe beieinander stehen. Um diese ganze innere Gruppe läuft in größerer Entfernung wieder ein Begleiter, und auch dieser hat sich als doppelt erwiesen. So ist das, was wir so schlechtweg „Castor" nennen, eine Gruppe von nicht weniger als 6 Sonnen. Die hellsten von ihnen sind im Gegensatz zum Pollux sehr viel heißer als unsere Sonne, sie leuchten demnach heller, Dürften aber etwa von Derselben Größe sein. Taten für den 6. Februar 1935. 1813: Aufruf Yorcks an Die preußischen Stände; — 1872: der Dichter Wilhelm Schmittbonn in Bonn geboren; — 1922: Kardinal Achille Ratti wird Papst (Pius XI). ein atz dineider itätsaula genM M! endkasse Gemmer, nplatzlÖ. 69? D L'N ■tit R j h*i 1 ,Qgii i . ... «nnt, JJ ■ Abenddämmerung zu sehen; dort kann die helle °6es'Xre? 4 Venus die Auffindung erleichtern. Bald entfernen j firh hnnn hi» hpihpn innprpn 9(Xnnhfpr nnm förthtrn • A h h ■ Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). (Schluß.) In dem alten guten Herzen der Direktrice wogte es auf und nieder. Ach, wenn das möglich wäre — sie würde sich gewiß niemals aufdrängen; aber ein bißchen von ferne Gerlindes Glück sehen, das schien ihr doch das Schönste, was der Herrgott ihr auf Erden noch schenken konnte. „Aber die Firma?" warf sie doch noch ein. „Ach, Scholzchen, die haben ja deine Kraft vierzig Jahre gehabt Nun ist's genug. Man darf auch nicht so egoistisch sein. Schließlich wird ein junges Blut auch recht froh, wenn so 'ne Alte mal abgeht und eine Stell- frei wird", scherzte Gisela, Die sich bei Der guten Nahrung Der letzten Tage unD Der Sorglosigkeit, Die ihr nun mit einem Male be- schieden war, schon etwas kräftiger fühlte und sich mit Scholzchen ebenfalls bereits angefreundet hatte. So fuhren denn die Schwestern mit ihrer mütterlichen Freundin nach dem herrlichen Süden. Gersheim aber fuhr zurück in die geliebte Heimat, die nun bald auch Gerlindes Heimat sein sollte. Er hatte den Kopf voll schöner Pläne; aber er dachte nicht an sich selbst bei alledem, sondern am allermeisten an Gerlinde, die er so glücklich machen Wollte, wie eine Frau nur sein kann. 11. Kapitel. Traumhaft schön lag der Frühling über dem lieblichen Thüringer Land. In dem geheimnisvollen Schoß Der Dunklen WälDer regte sich neues Leben, unD Die herrlichen WalDwiesen ftanDen, von weißen Margueriten übersät, bräutlich geschmückt. Aber schöner als dieses alles fand Günter von Gersheim feine junge Braut, die er heute zum Altar führen wollte. Gerlinde sah ergreifend schön aus in ihrem bräutlichen Gewand. Ihre Augen strahlten, wie Don einer Sonne durchleuchtet, die tief aus ihrem Innern kommen mußte. Scholzchen, die die Brautmutter vertrat, wandte keinen Blick von ihrem Liebling; aber auch Gisela, bie — wenn sie sich auch noch sehr schonen mußte — ihre Gesundheit völlig wiedergewonnen hatte, ichaute ohne den leisesten Neid auf die Schwester. Heute wußte Gisela, daß Gerlinde, Die sich nicht hatte ablenken lassen von ihrem reinen Wege, richtig gegangen war. Aber auch sie war nun innerlich stark geworben durch das Leid, das sie hatte durchgehen müssen, und ihre Seele war auch zu Ruhe unD FrieDen gekommen. Niemals mehr sehnte sie sich in die Welt Des Ruhmes und Glanzes zurück. Die OlympiaDe-Ausstellung in Berlin enthält neben WieDergaben von BilDwerken, Die frühere olympische Wettkämpfe Darstellen, auch Modelle Der in DeutschlanD für 1936 bestimmten Sportanlagen. Der Mittelpunkt Der Ausstellung ist Das hier wiedergegebene Modell des zukünftigen Reichssport» feldes in Berlin-Grunewald, das Der Schauplatz Der Olympischen Spiele 1936 fein wird. Iw k »Pit dki R* «US Krieg 9‘ngen in ,eiJ drei, pd uni ^oon Der sie früher geträumt hatte, unD Die sich als eine so tückische Welt Der Lüge und des Scheins erwiesen hatte. Auch aus Giselas Antlitz waren die Spuren ihres einstigen Lebens so gut wie ausgelöscht. Sie hatte wieder Den Hauch gefunDer Röte auf Den lieblich gerundeten Wangen wie Gerlinde. Es war eine ganze Anzahl Gäste geladen. Und keiner hatte Gersheim eine Absage gegeben — selbst sein alter Schachfreund Graf Nysfen nicht, den er als Trauzeugen gebeten hatte. Eben fuhr unten wieder ein Wagen vor, dem ein alter, würdiger Herr entflieg, der mit rüstigen Schritten und in noch immer tadelloser Haltung vor den beiden Lakaien her die Freitreppe des Schlosses hinaufeilte. Es schien, als ob Gersheim diesen Gast ganz besonders auszeichne. Zumindest strahlten feine Augen beim Anblick des Alten hellauf, der ihm ebenfalls herzlich beide Hände drückte. „Oh, wie ich mich freue, Graf Nysfen, daß es mir gelungen ist, endlich einmal Den alten Fuchs aus Der Höhle zu locken", scherzte Baron Gersheim qlückstrahlenD. Dann schob er sanft Gerlinde zu dem Grafen hin: „Und hier — mein Bräutchen! 2Zrld nun meine kleine Frau — Fräulein Gerlinde Steinbrück." Graf Nysfen schaute Gerlinde an, Doch plötzlich schien ihn ein SchwinDelanfall zu überkommen. Er taumelte unD fiel schwer in Den Sessel, Den Gersheim im Moment noch, geistesgegenwärtig, herbeigezogen hatte. Graf Nyssen war aschfahl. Aber auch GerlinDe war nicht ruhig geblieben. Ihr Gesicht war auch jäh erblaßt. EnDlich stieß Graf Nyssen hervor: „Gersheim — Sie erinnern sich — im Turmzimmer — Das BilD ..." Gersheim nickte. Ja, er erinnerte sich nur zu genau. Aber ..? „Ihre Braut — kein Zweifel, Der Name stimmt. Wie hieß Ihre Mutter, liebes KinD?" roanDte sich Graf Nyssen, bebenD vor Erregung, an Gerlinde. „Meine Mutter? Klara Steinbrück geborene Gräfin Nyssen", sagte Gerlinde wie unter einem Zwang „O Gott!" Der alte Mann stöhnte auf. „Klara — meine Klara! Gerlinde, du mein, liebes Enkelkind, wo — wo ist deine Mutter?" „Mutter ist tot." Jetzt schluchzte Gerlinde laut. Sie war auf den alten Mann zugetreten, Der bei Gerlindes Antwort völlig in sich zusammengesunken war, und ihre weiche Hand streichelte behutsam über sein silberweißes Haar. „Großvater — lieber, lieber Großvater ..." Graf Nyssen schämte sich seines Schmerzes nicht. Mühsam raffte er sich auf, und da stand der große Mann wie eine alte Eiche, aber die Tränen liefen ihm über die Wangen wie einem kleinen Kind. Er zog Gerlinde an sein Herz, diese aber wandte sich nach der Schwester um, Die noch gar nicht recht begriffen hatte. STERNBILDER: GROSZE BUCHSTABEN ) Frauen, dös ergibt '4 (23010 ' entspricht )2 d. j). der ttesbienster ober 43,(8 (48,10 D.j), ch her Er- L 1934 gab *; FrQuungen ! | es4Tau« ;! e,n Sterbe, auswärts), Sonne Mond: D1. Viertel @ Vollmond d letztes Viertel (P Pollu* W ■ ■10, '16, 18 5 22, —— £> jZp' ■44 R , s > l ) e p I d -> in ng aß- htet ! end . frei 1 die pf= Ilsen ker- '• be* sig- ■*t 5 « er« >Er- , unö Er- ang mg . er nur nb- /Den ' im- 1 3 r I in üh- nd- ner- m- ige )er n - ier tze nb er- im »er zu , »ter mb 8e- bie ög- ''al- an- irb, Ge- .ZK. in .'lle '.uch mb ein inb len '»eil n- rb ir- er fi- 'n. e- er q. ck- b- .b- )e 'n. ib. n n 1, h l- r i ließen stark nach. In einem mächtigen Endspurt wurde der Ausgleich erzwungen und mit einem Erfolg, knapp vor Toresschluß, schließlich ein glück- licker Sieg. Vandball der Studenten. Weilburg — Gießen 3:5 (3:3). Am Samstagmittag weilte die Handballmannschaft der Universität Gießen in Weilburg, um das Rückspiel gegen die dortige Hochschule für Lehrerbildung auszutragen. Wenn auch das Ergebnis von 5:3 für Gießen im Vergleich zum Vorspielresultat (9:4 für Gießen) ziemlich mager erscheint, so muß doch berücksichtigt werden, daß die Gießener ohne Acker, Kissel, Schott II spielten; spielten, soweit der aufgeweichte Boden, das schlechte Wetter, das robuste An-den-Mann-gehen der Weilburger es überhaupt erlaubten. Vergleicht man beide Mannschaftsleistungen, so schneidet hierbei Gießen am besten ab. Das Abwehrtrio, das zum erstenmal in der Aufstellung Grünig, Schott I., Frey antrat, war dem der Weilburger in jeder Beziehung überlegen. Die Läuferreihen waren sich gleichwertig. Vielleicht waren Knauß und Herbert etwas besser als ihr Gegenüber. Die markantesten Spieler in den Stürmerreihen waren bei Weilburg der bekannte Ries, £er mehrfache Repräsentative, bei Gießen Magsaam, dessen Balltechnik angenehm auffiel, und Barth auf Rechtsaußen, der durch herrliche Läufe hervorstach. Der Schiedsrichter (ein Schüler der Weilburger Hochschule) war ein krasser Versager. Hervorgehoben sei noch der freundliche Empfang und die herzliche Begrüßung durch die Leitung der Hochschule. Die Stunden, die die Spieler nach dem Treffen noch zusammen verbrachten, werden dazu beitragen, die Bande zwischen den beiden Instituten noch enger zu knüpfen. Um die Deutsche Ireiballonmeisterschast Darmstadt 1935 Am 17. Februar 1935 findet in Darmstadt die Austragung der obigen Meisterschaft statt. Es starten 18 Ballone, wovon 16 sich an der Wettfahrt beteiligen. Die restlichen zwei gelten als Postballone und nehmen die mit einem besonderen Poststempel versehenen Festpostkarten mit. Mit der Zahl der startenden Ballone ist die genannte Veranstaltung die größte, die jemals stattgefunden hat. Der Beginn wurde auf 15 Uhr festgesetzt. Sonntagskarten haben in einem Umkreis von 75 Kilometer von allen Stationen Gültigkeit. Der Wettbewerb findet auf dem kleinen Kavallerie-Exerzierplatz am Hauptbahnhof Darmstadt statt. Gerätewettkampf LaunSbach, Groften-Linden und Leihgestern. Am kommenden Sonntag wird erstmalig ein Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Launs- bach, Großen-Linden und Leihgestern in Leihgestern ausgetragen. Jede der drei Mannschaften besteht aus sieben aktiven Turnern, die an Pferd, Barren und Reck je eine Kürübung turnen. Außerdem werden von jeder Mannschaft zwei Turner eine Kürfreiübung zeigen. Alle drei Vereine werden durch ihre besten Turner vertreten sein, so daß man gute Leistungen erwarten darf. Deutsche Skisiege bei den Akademischen Welt-Winterspielen. Bei den IV. Akademischen Welt-Winterspielen in St. Moritz kamen die deutschen Vertreter am Dienstag in den Skiwettbewerben zu schönen Erfolgen. Xaver K r a i s y (München) gewann den 18-l