Donnerstag, 5. Dezember 1935 185. Jahrgang Nr. 284 Erstes Blatt Gietzemr Anzeiger Anstand. Wir haben niemals i in lingianö magrgeriuuuirci« iiec Höflichkeit unferer Besucher i eines Systems körperlicher Ertüchtigung lieferten. etwas anderes von Festlicher Empfang M Ehren der deulschen Mannschast sei, wie er sagte, die erste derartige Einmischung in den englischen Fußballsport gewesen und hoffentlich auch die letzte. Die Ruhestörer schienen vergessen zu haben, daß das Fußballspiel ein Sport sei und kein Tummelplatz für Strolche. Anschließend überreichte der 85jährige Präsident den Deutschen zur Erinnerung an das schöne Spiel eine große silberne Schale. Jeder einzelne Spieler erhielt außerdem eine Erinnerungsmedaille. Hierauf sprach Dr. Erbach für den durch Krankheit an der England-Fahrt verhinderten Präsidenten des deutschen Fußballbundes, Linnemann. Er bedankte sich in herzlichen Worten für die vorzügliche Aufnahme, das faire Spiel und den sportlichen Geist, den die Engländer in jeder Beziehung bekundet hätten. Ein weiterer Ausbau der sportlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sei zu wünschen und zu erhoffen. Dr. Erbach überreichte dann im Auftrage des deutschen Fußballbundes den Engländern zur Erinnerung an dieses, denkwürdige Treffen eine große Porzellanvase aus der staatlichen Porzellanmanufaktur, während die englischen Spieler und die führenden Persönlichkeiten der Football-Association Erinnerungszeichen erhielten Während der ganzen Veranstaltung herrschte unter Gastgebern wie Gästen beste Stimmung. Die Reden fanden herzlichsten Beifall. London, 5. Dez. (DRB. Funkspruch.) Das Präsidium des englischen Fußballbundes veranstaltete am Mittwochabend im Hotel „Victoria" anläßlich des Besuches der deutschen Fußballmann- ßchaft einen E m p f a n g, zu dem außer den deutschen Spielern und ihren Begleitern der Reichs- ßportführer von Tschammer und O st e n, Botschaftsrat Fürst Bismarck, der Präsident des deutschen olympischen Komitees Exzellenz Dr. L e w a l d , der Generalsekretär des internationalen olympischen Komitees Dr. Die hm u. a. geladen ivaren. Die herzliche Aufnahme, die den Deutschen ffchon am Nachmittag von der Oeffentlichkeit bereitet worden war, fand auf dieser offiziellen Veranstaltung des englischen Fußballbundes in Wort rund Tat beredten Ausdruck. Der Präsident des Bundes, Sir Charles C l e g g, Der das Wort ergriff, nachdem ein Toast auf den »englischen König und auf den Führer und Reichskanzler ausgebracht worden war, sagte zu den [Deutschen gewandt: „Sie zeigten uns heute, wie ^Fußball gespielt werden sollte. Ich beglückwünsche runsere deutschen Freunde zu ihrem Spiel. Wenn idie englischen Spieler sich nicht anstrengen, wird ies bald mit ihrer Vormachtstellung im Fußball zu «Ende sein." Unter Anspielung auf das gescheiterte Vorgehen des Gewerkschaftsrates drückte der Redner fein Bedauern über den Zwischenfall aus. Es wird nirgend anderswo das Erstaunen teilen, daß die Leiter der ungarischen und der österreichischen Politik gerade in diesem Augenblick das Bedürfnis empfunden haben, ihre Ansichten über die europäische Lage auszutauschen, wie man auch in der Teilnahme des italienischen Gesandten bei den engen Beziehungen der beiden Staaten zu Italien und der besonderen Art des wahrscheinlichen Gesprächsthemas nichts Anormales ober Auffälliges erblicken kann. Beide Regierungen, sowohl Ungarn als Oesterreich, haben sich, geleitet von politischen und wirtschaftlichen Erwägungen, von den Sanktionen des Völkerbundes gegen Italien distanziert, ihre Beteiligung verweigert, was noch zu ernsten Auseinandersetzungen mit den Sanktionsmächten und dem Völkerbund führen kann, wenn die bei diesem Anlaß ausgesprochene Drohung des offiziösen französischen Blattes richtig ist, daß man die Beeinträchtiaung der Sanktionswirkung durch den österreichischen und ungarischen Transitverkehr nach Italien „zu verhindern wissen werd e". Die Aussicht, gemeinsam einem Druck ober Repressalien der Sanktionsmächte ausgesetzt zu werben, wäre also ein hinreichender Grund zu gemeinsamer Besorgnis und zu einer Verständigung, wie solchen Versuchen zu begegnen wäre. Es braucht unter diesen Umständen kaum noch versichert werden, daß alle übrigen Vermutungen, die an die Wiener Verhandlungen geknüpft werden und die wieder an jene Herbstphantasien erinnern wollen, schon von einem einigermaßen gesunden Menschenverstand verworfen werden müssen. Alle Regierungen, die der großen wie der kleineren Staaten,' sind zur Zeit darauf angewiesen, zu warten, wie Europa und die Welt aussehen, wenn der abessinische Konflikt beendet ist, oder wie sie sich verändern, wenn es nicht gelingt, ihn bald beizulegen. Aus der im flüssigen Aggregatzustande sich befindlichen europäischen Masse kann auch die genialste Diplomatie nichts Neues formen, weil keine festen und sicheren Voraussetzungen gegeben sind. Ja, man kann aus den Erfahrungen in der Entwicklung des abessinischen Kam Mentalität in weitestem Maße Rechnung. Weder i waren Uniformen noch Abzeichen angelegt, man bummelte nicht neugierig umher, sondern beschränkte sich auf wohl disziplinierte Rundfahrten. Nur die Fußballer selbst, die 14 deutschen Mannen, bildeten eine Ausnahme; denn sie nahmen Gelegenheit, sich nach Kräften auszuspannen, um für den großen Kampf gerüstet zu fein. Zweifellos haben die 10 000 Mann eine hohe Aufgabe zu erfüllen gehabt und haben sie zur Befriedigung gelöst: die nämlich, den Engländern zu zeigen, daß sie es nicht mit Rowdies und herausfordernden Streithähnen, sondern mit ruhigen und vernünftigen Menschen zu tun haben, die wir nun einmal von Hause aus sind — wenn man es auch im Auslande nicht immer gern wahrhaben möchte. So zivil das Auftreten der Schlachtenbummler war, fo sportlich, fair und gentlemanlike agierten unsere Mannen auf dem grünen Rasen, der leider — genau genommen — gar kein grüner Rasen war. Die „Heißsporne von Tottenham" haben den Unseren das Leben in der Tat schwer gemacht. Aber der Kampf ging ritterlich verloren, er endete fo, wie man es von dem Ringen zweier stammverwandter Nationen erwartet hatte. Sicherlich hat das Können unserer Elf den besten Eindruck auf der britischen Insel hinterlassen. Wegen der Niederlage, die mit 0:3 immer noch erträglich und achtbar ausgefallen ist, brauchen wir uns keine grauen Haare wachsen zu lassen. Noch keine Fußballnation ist wieder aus England abgereist, ohne Haare gelassen zu haben. Und dazu waren diesmal die Voraussetzungen so schlecht wie nur möglich. Albion hat uns in seine Höhle gelockt und unsere Jungens geschluckt; aber es war zweifellos ein harter und zäher Biffeii. / Wir aber wollen uns trotz alledem freuen, daß gerade in dieser Zeit, die voll ist von Verständigungsplänen und Verständigungsgesprächen, Gelegenheit zu einem so wichtigen und bedeutsamen Länderkampf gegeben war. Der Sport verbindet die Völker und die Massen. Die siebzigtausend englischen Zuschauer haben unsere prachtvollen Spieler gesehen und haben vor ihren Angriffen gebangt. Sie haben aufs neue ein Bild der deutschen Sportnation erhalten und werden es vor Augen haben, wenn sie eines Tages von der Vertiefung der Freundschaft zwischen den beiden Großmächten hören. Der „Völkerbund des Sports", den man in England wahr haben möchte, ist tatsächlich eine andere Basis des Verstehens als der Völkerbund am Genfer See. An dieser Ausstreuung ist manches richtig: nur nicht die Hauptsache, nämlich die in sie hineingelegte Tendenz einer geheimen Verschwörung gegen das übrige Europa und seine legitimen Interessen. Die drei genannten Staaten stehen in der Tat in den besten freundschaftlichen Beziehungen, woraus die leitenden Staatsmänner kein Geheimnis machen, und haben den Wunsch, diese Beziehungen ständig zu vertiefen. Sie wollen damit nicht warten, bis der sogenannte Donaupakt, mit dem Die Stresapolitik nicht zu Rande kam und der heute noch problematischer geworden ist, als je, wieder aus den Schubfächern des Quai d'Orsay hervorgeholt wird, sondern versuchen, ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen, die in vielen Punkten gleich lausen oder sich ergänzen lassen, ohne fremdes Protektorat in Einklang zu bringen. Daß weder Polen, das mit Frankreich verbündet ist, noch Ungarn, das ein Bündnis mit Italien hat, sich dadurch nicht abhalten lassen, ihr Verhältnis zu Deutschland selbständig zu ordnen, mag zwar den Vorstellungen von der politischen und diplomatischen Vorherrschaft Frankreichs und dem Vasallencharakter der anderen mißfallen, aber es ist in Wirklichkeit nur der Ausdruck der Tatsache, daß die zwischenstaatlichen Verhältnisse Europas viel zu mannigfach und zu kompliziert sind, als daß sie sich von einer Stelle und unter einem Gesichtspunkte regeln ließen. Der Tatsache auch, daß die Erstarkung Deutschlands, die sich wie ein europäisches Naturgesetz durchsetzte, die diplomatische Universalität Europas im französischen Sinne beseitigt hat. Dasselbe unruhige Mißtrauen, daß in Europa und besonders in dessen Milte etwas geschehen könnte ohne Vorsitz und Segen Frankreichs, scheint der Besuch hervorzurufen, den soeben der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö 5 und der Außenminister von Kanya in Wien abgestattet haben, wo sie mit dem Bundeskanzler Schuschnigg, dem Außenminister Berger-Waldenegg und dem Vizekanzler Fürst Starhemberg unter Beiziehung des italienischen Gesandten in Wien, was der Pariser „Temps" als besonders verdächtig bemerkt, verhandelt haben. Die offiziellen Wiener und Budapester Berichte über diese Unterredungen betonen, wie dies immer zu geschehen pflegt, die Uebereinftimmung Der Staatsmänner in den besprochenen Fragen und heben besonders hervor, daß die Einfuhr von Weizen und Fett aus Ungarn nach Oesterreich Gegenstand der Verhandlungen gewesen sei. Nun ist es richtig, daß dies „auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege" hätte geregelt werden können, wie der „Temps" rügt, aber man das jetzt mit solcher Begeisterung in Deutschland betrieben wird. Die deutschen Spieler werden herzlich willkommen sein, wann immer sie wiederkehren. In einem Leitaufsatz der „Daily Mai l" heißt es, das deutsch-englische Fußballspiel habe gezeigt, daß es in England keine deutsch-feindliche Stimmung gebe, soviel auch die Kommunisten und der Gewerkschaftskongreß das behaupten. Der Versuch, das Länderspiel für politische Zwecke auszubeuten, sei fehlgeschlagen. Das Ereignis habe die lächerlichen Behauptungen der Gewerkschaften im wahren Licht erscheinen lassen und habe nicht nur keine Feindschaft erregt, sondern viel getan, um d i e freundliche Stimmung zwischen den beiden Ländern zu fördern.— „Daily Expreß" schreibt, der Futzballkampf England—Deutschland, von dem eine Minderheit glaubte, daß er für die Erhaltung freundschaftlicher Beziehungen ebenso gefährlich fein werde, wie die Anwendung von Sühnemaßnahmen, fei so fried- l i ch und so ohne bedauerliche Zwischenfälle geblieben, wie ein Frühstück auf einer Landpartie. Tatsächlich habe es niemals ein Sportereignis gegeben, bei dem eine s o vollkommen angenehme Stimmung herrschte. Niemals habe sich eine fröhlichere Menschenmenge versammelt. Der jüdische Boykott gegen das Spiel, Don dem so viel gesprochen worden war, sei nicht durchgeführt worden. Falls Kommunisten anwesend waren, müssen sie sich versteckt haben. Eine andere einzigartige Tatsache war es, daß nicht ein unfreundlicher Ruf und nicht ein foul passierte. Es war das sauberste Fußballspiel, das jemals stattgefunden hat. Die Meise der Deutschen. Sehr freundliche Verabschiedung in London Englisch-deutscherSeemannswettkampf 3:2 für England. London, 5. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das Fußballspiel zwischen der Mannschaft des „Columbus" und einer Mannschaft britischer Seeleute, das am Mittwochnachmittag gleichzeitig mit dem großen Länderkampf i n Southampton stattfand, endete mit einem 3 : 2 - $ i e g der Engländer. Das e r st e Tor war von den Deulschen erzielt worden. Auch in diesem Falle herrschte das beste Verhältnis unter den Mannschaften und einer Zuschauermenge von 6000 Personen. Vach dem Treffen waren der Bürgermeister von Southampton und andere führende englische Persönlichkeiten als Gäste des Kapitäns von Theulen auf dem „Columbus" zum Tee. Eine französische Stimme. Paris, 5. Dez. (DNB. Funkspr.) In der Besprechung der Pariser Sportzeitung „L'A u t o" über den deutsch-englischen Fußballwettkarnpf heißt es: alle deutschen Spieler könnten dazu beglückwünscht werden, daß sie sich mit so großem Nachdruck für die Ehre ihres Landes eingesetzt haben. Die englische Mannschaft habe keinen großen Kampf gespielt und keine großen Anstrengungen gemacht. Sie habe die deutsche Mannschaft geschlagen, aber diese schien selbst im Unglück neue Kräfte zu schöpfen. Die deutschen Spieler hätten ihr Bestes für •bie Ehre ihrer Farben hergegeben. London, 5. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das «Gastspiel der deutschen Fußballmannschaft, der Be- ssuch der 10 000 deutschen Sportfreunde in London hat in jeder Beziehung einen äußerst b e • «friedigenden Verlauf genommen. Man darf daher den gestrigen Tag als in jeder Beziehung wohl gelungen bezeichnen. Dies geht auch vus den Aeußerungen der Londoner Morgenblätter hervor. „Sailt) Telegraph" sagt, der internationale Fußballkamps zwischen Gngtonb und Deutschland, der die Herzen des Gewerkschastsrates |o unnötig aufgeregt hat, ist °°ruber^ Aus der deutschen Invasion in London ist nichts schlimmeres entstanden als eine Verkehrsstörung: aus dem Fuß- ballseld von Tottenham herrschte vollkommene Ordnung und A n st a n d. Wir haben niemals Ausgezeichneter Verlauf des deuisch-englischen IußbaMesfens Guter Eindruck der deutschen Mannschaft auf die englische Oeffentlichkeit. Lebhafte Anerkennung des deutschen Spiels. Das Echo in der englischen presse. „(Sitte wunderbare Schaustellung besten Fußballspiels." oder von der Ritterlichkeit der Londoner erwartet. Das Spiel selbst war ein Muster dessen was ein internationaler Kampf fein sollte, und stand in entschiedenem Gegensatz zu dem internationalen Kampf des letzten Jahres der viele Leute veranlaßt hatte, sich ernst ich zu fragen, ob solche Begegnungen nicht mehr UnfteundUches als Gutes zeitigten. Der Geist der das Spiel be- herrfchte war wunderbar, und obwohl England 3.0 qeroann,' brauchte die deutsche Mannschaft sich nicht wegen ihrer Niederlage zu gramen Kem Zweifel herrschte unter den Augenzeugen, daß die deutschen Amateure e i n f a che i n e w underb ar e Schaustellung be st en Fuß - ballfpiels gaben und daß sie das beste bisher in England wahrgenommene Argument zugunsten politische Besuche. Als im Herbst dieses Jahres der ungarische Ministerpräsident Gömbös einige Tage in Deutschland war, gab dieser Besuch und seine besonderen Begleitumstände, die Jagdeinladung zu dem preußischen Ministerpräsidenten General Göring und die Unterredung zwischen Gömbös und dem Führer und Reichskanzler den diplomatischen Spähern und Spezialisten der internationalen Presse reichlichen Stoff zu jenen geheimnisvollen Vermutungen, die nur insoweit Interesse verdienen, als sie manchmal, nicht immer, von der offiziellen Diplomatie dazu benützt werden, um kleinere oder größere Brandraketen in mißliebige Häuser zu werfen. Namentlich die französische Presse und die der Kleinen Entente erhitzten sich damals an der angeblich in Berlin verhandelten Konstruktion eines engen Zusammenschlusses zwischen Deutschland, Polen und Ungarn, durch das man den in der abessinischen Krise steckengebliebenen D o n a u p a k t endgültig erledigen wollte. London, 4. Dez. (DNB.) Die Abreise der deutschen Fußballspielbesucher wickelte sich dank der ausgezeichneten Organisation der Londoner Polizei und der Eisenbahnbehörden reibungslos ab. Die ersten Züge verließen London gegen 19 Uhr Ortszeit. Die 'Londoner Bevölkerung zeigte sich gegenüber Den Deutschen Besuchern sehr freundschast- lich. Von Den Bürgersteigen unD aus Den Häusern winkte man ihnen zu unD überall hörte man Lob und Anerkennung für ihr sportliches Verhalten. Die Deutschen Fußballspieler unD ihre Begleiter rourDen mit besonders lebhaftem Beifall begrüßt. „Preß Association" schreibt: Als Die Spieler Das Feld verließen, manche von ihnen Arm in Arm, brach Die Menge in langanhaltenDe Beifallsstürme aus. Auf allen Seiten hörte man einstimmiges Lob über Die Leistung Der Deutschen Mannschaft. Sie hat auf Die Zuschauer nicht nur Durch ihre Leistungen EinDruck gemacht, sonDern auch Durch ihr sportliches Verhalten. Die Polizei teilt mit, Daß keinerlei ernstliche Ruhestörungen Durch feinDfelige Elemente vorgekommen seien. Sieben Personen, Die außerhalb Des Fußballplatzes Fähnchen mit deutsch- seinDlichen Aufschriften gezeigt hätten, seien verhaftet worden. „Evening News" schreibt, Dte Unruhestifter hätten einen schweren Schock erlitten, als sie Die Begeisterung Der Massen auf Dem Fußballplatz sahen. Die Deutschen selbst hätten am m e i ft e n Dazu beigetragen, um irgendwelche KunDgebungen zu verhüten. Die meisten Fußballbesucher hatten Die vor Dem Platz verteilten kommunistischen Flugblätter zerrissen unD in Den Schmutz geschleudert. I Die englische Presse hat in vergangenen Jahrzehnten nicht sonDerlich liebenswürdige Worte für Deutschland unD in Den letzten Jahren noch weniger freundliche Worte für Das Dritte Reich gefunDen. Man weiß zur Genüge, wo Die Quellen Dieser Pressekampagne flössen, wo sie auch heute noch — schaler allerdings unD nicht mehr so emsig spru- ÖelnD — fließen. Man braucht nur Die Vorge- schichte Dieses verflossenen LänDerkampfes zu studieren, um zu wissen, woran man ' ist. Der in letzter Stunde noch angezettelte Feldzug Der Gewerkschaften gegen Das bedeutungsvolle Treffen beweist mehr, als Worte sagen können. Er zeigt, Vaß man uns aus Prinzip zu schäbigen trachtet, wo es eben möglich ist. Mit um so größerem Interesse sah Die englische Oeffentlichkeit Dem Auftreten unserer Ländermann- sschaft entgegen. Die gewerkschaftlichen Boykottver- Üudje hatten höchstens Dieses Interesse noch verstärkt itnD Neugierde erweckt, wie Die „Hunnen" Denn eigentlich aussehen unD was sie tun unD lassen würden. — LonDon hatte in Der Tat reichlich Gelegenheit, Den „Deutschen Fritz" zu beobachten, wie er [leibt unD lebt. In zehntausenD Exemplaren war Fritz" _ so nennt man Den Deutschen nicht nur in Frankreich, sonDern auch in EnglanD mit Vorliebe — erschienen. Es war eine in mancher Beziehung merkwürdige Huldigung, Die man DeutschlanD bereitete. Eine große englische Zeitung brachte einen Deutsch geschriebenen Leitartikel, eine anDere eine Deutsche Beilage. In Der RiesenstaDt war Der Fußballkampf Tagesgespräch; ünD wenn auch von einer Volksfest- Ütimmung nichts zu verspüren war, wie sie hin unD roieDer aufglimmt, wenn etwa SchottlanDs Fußballer antreten, fo herrschte Doch Der EinDruck eines festlichen Ereignisses allgemein vor. Die Deutsche „Invasion", Die selbst von wenig : [deutschfreundlichen Blättern als höchst Diskret unD unauffällig geroürDigt rourDe, trug Der englischen England fiegt 3:0. London, 4. Dez. (DNB.) Der Fußball-Länder- Pampf Deutschland—England endete nach interessantem Verlaus mit einem verdienten 3:0-Sieg der eng- > lischen Berufsspieler, die schon zur Pause mit 1:0 in Führung lagen. Einen ausführlichen Spiel- Bericht finden unsere Leser im Sportteil des heutigen Blattes. jf! a€*A**AM a A** Gießener Familienblätter M JW JW ww HB «MM' IW MV Grundpreise für 1 mm hohe Heimat im Bild-Die Scholle ■ U MM WZ MM W W MM W MW | ■ MM W M W MM W für Anzeigen von 22 mm Monats-Bezugspreis: ■ ■ ■ ■ HL< Mk WZ ■ W WZ ■ f ■ W ■ WZ ■ ■ ■ WZ W Breite 7 Rpf., Text- Mit 4 Beilagen RM.1.95 MM M W ■ ■ ■■ W W M W Z Ä. II W M W M W anzeigen von 70 mm Brette Ohne Illustrierte 1.80 M ■ W W SSL £.1^ H HL W W 50Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr .. „ -.25 ■ M W M W M M vorh.Dereinbg.^ mehr. VJ V -W W« WW; infolge höherer Gewalt w e * •• zäa < < ** Stellen-, Derems-, gemein« EML General-Anzeiger für Oberhessen ZZM richten. behördliche Anzeigen 6Rpf. 8rantturt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Vuch- und Steindruckerei R.Laage in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 fliks sogar den Rückschluß ziehen, daß schon vorher die europäische Lage so flüssig und veränderlich war, daß alle Versuche, sie vorzeitig zu stabilisieren, alsbald durch die Ereignisse überholt wurden. Siehe: Ostpakt, Stresafront und Donaupakt! Abessinischer Ourchbruchs- versuch am Takazze? Die Abessinier melden neue Erfolge an der Südfront. Asmara, 4. Dez. (DRV. Funkspruch.) In der Gegend des Takazze-Flusses an der Nordfront hat eine lebhafte Tätigkeit der Abessinier eingesetzt, die darauf hinzudeuten scheint, daß der abessinische Durchbruchsversuch in di es er Richtung zu erwarten ist, während der Kern des abessinischen Heeres vor M a - falle d i e italienischen Streitkräfte zu binden sucht. Man glaubt, daß vielleicht die innerpolitische Lage Abessiniens den Negus zwingen könnte, eine Entscheidungsschlacht anzunehmen, die er bisher zu vermeiden gesucht habe. * In Addis Abeba sind Nachrichten eingelaufen, die von einer Besetzung von Gorrahai und Gerlogubi durch abessinische Truppen sprechen. Diese Meldungen sind von zuständiger abessinischer Seite bisher nicht bestä- t i g t worden. Die italienischen Streitkräfte sollen die Kampfhandlungen vorläufig e i n g e st e l l t haben, da sie, so wird behauptet, ihre unter schweren Opfern eingenommenen Ausgangs st el- lungen wieder verloren hätten. Militärische Sachverständige vertreten die Ansicht, daß die italienischen Streitkräfte an der Südfront für die nächsten drei Wochen jede Angriffsmöglichkeit verloren hätten, zumal es den abessinischen Truppen gelungen sei, die seit dem Angriff auf Ual-Ual von den Italienern besetzten Gebiete ohne große Opfer zurückzuerobern. General Virgin über die Aussichten Abessiniens. Stockholm, 4. Dez. (DNB.) „Stockholms Tidningen" bringt eine Unterredung mit dem früheren Ratgeber des Negus von Abessinien, dem schwedischen General Virgin. Der General, so heißt es in dem Bericht, erklärt, die Italiener seien nicht weiter als etwa 60 Kilometer ins Land vorgedrungen, und jetzt seien die Abessinier dabei, zu handeln. Es gelte vor allen Dingen, die rückwärtigen Verbindungen der Italiener durch Ueberfälle hinter der Front abzuschneiden. Je weiter die Italiener ins Gebirge vorrückten, desto verwundbarer würden ihre Verbindungen sein. Die Verbindungen der Abessinier hingegen seien vortrefflich. Zu dem Abfall des Ras Gugfa erklärte General Virgin, die nomadisierenden Stämme des Ras hätten von vornherein nicht mitgerechnet, und der Ras selbst habe von jeher gegen den Kaiser Ränke geschmiedet. Der Kaiser habe vergebens versucht, ihn durch die Ehe mit seiner Tochter an sich zu binden. Um so zuverlässiger sei Ras S e y u m, der Befehlshaber an der Nordfront. Auf die Stämme, die heute das abessinische Heer darstellten, könne sich der Kaiser bestimmt verlassen. Friedliche Lösung in Aordchim? Nanking, 4. Dez. (DNB.) In einer Unterredung mit dem japanischen Botschafter A r i y o s ch erklärte der stellvertretende Außenminister Tangyujen am Mittwochnachmittag, der Kriegsminister H o y i n g s ch i n, der mit großen Vollmachten Nankings ausgerüstet sei, werde in den Nordprovinzen eine Sonderverwaltung einsetzen, die den Wünschen der Bevölkerung Nordchinas und den örtlichen Verhältnissen weitgehend Rechnung trage, ohne aber Chinas souveräne Rechte irgendwie zu schmälern. Der japanische Botschafter sprach unter Bezugnahme auf Anweisungen, die er am Dienstag aus Tokio erhalten hat, die Hoffnung auf eine glückliche Lösung der Frage aus. Nach einer Meldung aus Peking erklärte General Sungcheyuan Pressevertretern, seine Politik in den letzten zwei Monaten sei der Nankinger Weisung nach äußer st em Wider- st a n d e gefolgt. Die Ankunft des Kriegsministers Hoyingfchin enthebe ihn der weiteren Verantwortung. Er sei bereit, unter Hoyingfchin den Posten eines Befriedungskommissars in den Provinzen Hopei und Tschachar zu übernehmen. Die Sirafrechisän-erung in Danzig. Das Gutachten des Haager Gerichtshofs. Danzig, 4. Dez. (DNB.) Die Pressestelle des Senates teilt mit: „Der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag ist in der ihm vom Völkerbund vorgelegten Frage zu folgender Ansicht gelangt: Die Rechtsverordnungen vom 29. August 1935 über Aenderung des Strafrechtes und des Strafprozes- s e 5 stehen, soweit es sich um § 2 handelt, der die „analoge Anwendung" im Danziger Strafrecht einführte, rnitder Verfassung der Freien Stadt Danzig nicht in Einklang. Das Gutachten ist mit neun zu drei Stimmen beschlossen worden. Aus der Begrüdung erfahren wir: Die Verfassungswidrigkeit ist nicht aus formellen Gründen hergeleitet, sondern deswegen, weil die in § 2 angeblich enthaltene freie Rechtssetzung durch den Richter mit dem Geist der Verfassung, insbesondere mit den Grundrechten nicht vereinbar sei. Danzigs Verfassung anerkenne Grundrechte in besonders starkem Maße. Damit sei eine solche Freiheit des Richters nicht vereinbar. Es gebe zwei strafrechtliche Auffassungen: die eine gehe vom Schutz des Individuums aus; die andere vom Gemeinschaftsinteresse. Die Verfassung Danzigs erfordere das Ausge-hen vom Schutz des Individuums. Drei Mitglieder des Gerichtshofes haben von dem Recht Gebrauch gemacht, ihre Spezialauffassung besonders niederzulegen. So hat Graf R o st w o r o w s k i (Pole) sich als Gegner der Idee des Ermächtigungsgesetzes bekannt und' damit das gesetzwidrige Verfahren in Danzig, das auf dem Ermächtigungsgesetz beruhe, als verfassungswidrig abgelehnt Ferner hat der Staatsrechtler Anzi-lotti (Italiener) den Gerichtshof für unzuständig erachtet, weil diese jetzt ihm vorgelegte Frage, die nur innerstaatliche Dinge berührte, nicht vor das Forum des Inter- nationalen Gerichtshofes gehöre. Dagegen hat N a - g a ck a (Japaner) seine Meinung dahin niedergelegt, daß von einer Verfassungsverletzung keine Rede sei." Kreuzfahrten -es britischen Gibraltar-Geschwaders in den Atlantik. Eine englische Geste zur politischen Entspannung im Mittelmeer? London, 5. Dez. (DNB. Funkspr.) Wie einige Blätter melden, werden die Schlachtkreuzer „Hood" und „Renown", die gegenwärtig vor Gibraltar liegen, zusammen mit 4 Zer st ö- rern eine 10-tägigeKreuzfahrt in den Atlantischen Ozean unternehmen. Der „Hood" soll Madeira und der „Renown" Tanger besuchen. Die 4 Zerstörer sollen Huelva an der südwest-spanischen Küste anlaufen. Als Begründung für diese Kreuzfahrt wird angegeben, daß die Mannschaften Hebungen brauchten. Zweifellos bedeute diese Anordnung aber, so sagt Daily Mail, eine Entspannung der Lage im Mittelmeer. „Daily Telegraph" schreibt, es handele sich bei den Schiffsbewegungen nicht um den Versuch, die Italiener zu besänftigen. Die britische Flotte im Mittelmeer werde vorsichtshalber nach wie vor in voller Kriegs- st ä r k e gehalten. In den nächsten Tagen werde es sich entscheiden, ob das Ende des italienischabessinischen Krieges in Sicht sei oder die durch den Krieg verursachte Spannung fortdauern oder größer werden solle. Die Entscheidung liege bei Mussolini. Bisher hätten weder Frankreich noch England offiziell etwas gehört, was die Hoffnung auf eine baldige Regelung rechtfertige. Erst bei der Pariser Begegnung zwischen Hoare und Laval werde es sich zeigen, welche Schritte getan werden könnten. Die Wahl werde zwischen einem g e - meinfamen englisch-französischen Schritt gegenüber Italien, einem französischen von England gebilligten Schritt und einem von Frankreich unterstützten englischen Schritt liegen. Bisher sei in London wie in Paris nur die Grundlage einer Vereinbarung erwogen worden. Nach Pariser Blättermeldungen weichen die Ansichten Frankreichs und Englands noch in mehreren Punkten voneinander ab. Man habe an folgende Vorschläge gedacht: 1. Italien tritt an Abessinien einen Hafen in Italienisch-Eritrea ab. 2. Eine leichte Grenzberichtigung im Tigre-Gebiet, wobei die Heilige Stadt Aksum abessinisch bleiben soll. 3. Abessinien tritt an Italien die Provinzen südlich des achten nördlichen Breitengrades, also Ogaden, ab, im Westen soll die Grenze des italienischen Gebietes nach englischer Ansicht auf dem 40. Längengrad, nach französischer auf dem 38. Längengrad liegen. Hierbei spiele die Frage, ob Italien einen Zugang zum Seenge b i e t erhalten soll oder nicht, eine Rolle. Der Rest Abessiniens würde unabhängig bleiben und auch nicht unbedingt unter eine internationale Schirmherrschaft gestellt werden. Dem Negus würde freigestellt werden, mit dem Völkerbund einen Beistandspakt abzuschließen oder nicht. „Daily Telegraph" meint, man habe jetzt eine neue Schwierigkeit wahrgenommen. Der Völkerbund werde zweifellos auf einem Waffen» ftiUftanö in Abessinien beharren und Mus» folini auf einer Aufhebung der Sühne- maßnahmen. Nun frage es sich, ob bei einem Fehlschlag der Friedensbesprechungen und bei einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten die Sühnemaßnahmen von neuem angewandt ober ausgedehnt werden müßten. RälselralenumdasErdölmonopolderSlandardOil Italien dementiert. Rom, 4. Dez. (DNB.) Die Agentur Stefani teilt mit: Einige amerikanische und englische Zeitungen haben eine Meldung über ein angebliches Petroleummonopol veröffentlicht, das die italienische Regierung der Standard Oil Company of New Jersey zugestanden haben soll. Diese Meldung ist vollständig unbegründet. Sollte der Achtzehner-Ausschuß in seiner nächsten Sitzung die Erdölsperre gegen Italien beschließen, so würde davon vorerst nur bie Zivilbevölkerung betroffen werben. Heer, Flotte unb Luftflotte Italiens unb feiner Kolonien sollen über f o ausgebehnte Vorräte verfügen, baß Italien .einer Erbölfperre für eine geraume Zeit entgegensetzen könne. Schon aus biefer Sachlage allein ergebe sich bie Unrichtigkeit amerikanischer Meldungen über ein Erdolmonopol der Neuyorker Standard Oil. Das Abkommen nur noch nicht unterzeichnet? Paris, 5. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der holländische Berichterstatter des „M a t i n" greift die gestern von Rom und von Neuyork als falsch bezeichneten Gerüchte über ein amerikanisch-italienisches Erdöl-Lieferungsabkommen wieder auf. Das Dementi, fo erklärt er, beziehe sich nur auf die Unterzeichnung des Abkommens; diese sei wirklich nicht erfolgt. Es liege aber ein fertiges Abkommen.vor, für den Fall, daß der Völkerbund Erdöllieferungen an Italien verbiete. Diese Vereinbarung sehe im Falle einer Blockade im Mittelmeer sogar unmittelbare amerikanische Erdölsendungen nach Eritrea und I t a l i e n i s ch - S o m a l i l a n b vor. Die amerikanischen Ausfuhrhänbler würben außerbem einen Krebit oon eine Milliarde Golblire bereitstellen, um bie Erbölgewinnung in Albanien zu steigern, wo auch schon eine Rohrleitung vom Erdölgebiet zur Küste gelegt worben sei. Nach Ansicht italienischer Fachleute soll bie albanische E r b ö l a u s b e u t e im Jahre auf 3 0 0 0 0 0 Tonnen gebracht werben können. Schließlich sollen sich Oesterreich unb U n - garn als ßänber, bie nicht an ben Sühnemaßnahmen teilnehmen, verpflichtet haben, bie Durchfuhr rumänifd)en CErböls nad) Italien zuzulassen. Die Vereinbarungen zwischen ben amerikanischen Erböl-Hänblern unb Italien seien nur für ben Fall abgeschlossen, baß ber Völkerbunb über Italien bie Erdölsperre verhängt. Staatssekretär Hüll weiß nichts von einem Bonovowertra^. Washington, 4. Dez. (DNB.) Staatssekretär Hüll erklärte, baß er von einem angeblichen Mo- nopolvertrag ber Stanbarb Oil mit Italien nichts wisse. Er bleibe bei seiner Stellungnahme, baß bie Ausfuhr von Kriegsmaterial, fobalb es über bie gewöhnlichen Mengen hinaus an bie kriegführenden Länder geliefert werde, eine Verletzung des amerikanischen Neu» tralitätgesetzLs darstellt. Zu diesen Kriegsmaterialien gehöre auch Petroleum und Kupfer. Man steht auf dem Standpunkt, daß die Regierung ohne Ermächtigung durch ben Bunbes- kongreß bie Ausfuhr von Petroleum nicht d erbte t e n könne, unb baß ber Bunbeskongreß biefe Ermächtigung nur bann geben werbe, wenn auch alle anberen Ausfuhrländer Petroleum auf bie Verbotslifte fetzen würben. Die Noiwen-igkeiien -er -euischen Wirtschaft erfor-ern in erster Linie Disziplin. Reichsbankpräsi-eni Dr. Schacht spricht zu -en Amtswaltern -er Deutschen Arbeitsfront. Leipzig, 4. Dez. (DNB.) Der zweite Tag ber 5. Arbeits- unb Schulungstagung ber DAF. erhielt Bebeutung burch eine Rebe bes Reichsbankpräsiden- ten Dr. Schacht. Dr. Schacht erklärte, baß man ben von allen Nationalsozialisten auf bas schärfste bekämpften Kapitalismus nicht mit bem Wirtschaftssystem verwechseln bürfe, bas sich ber fortschrittlichen Werkzeuge unb Maschinen bebiene, um ben Erfolg ber Erzeugung auf ein möglichst großes Ergebnis zu steigern. Man könne nicht mit bem Spinnrad in der Spinnstube einen modernen Staat aufrecht erhalten. Dr. Schacht wandte sich gegen jede Gleichmacherei. Denn darüber sei Klarheit, daß auch das deutsche Volk immer einen großen Teil wohlhabender Leute werde brauchen müssen. Man könne niemals Kunst und Schönheit in die Welt hineinbringen, wenn man nicht die Menschen habe, die ihr Geld dafür gerne ausgeben wollten. All dies dem Staat allein zu überlassen, sei eine Unmöglichkeit. Auch er hoffe, daß der Wohlstand unserer Volkes in den breiten Massen steigen möge, das sei der Wunsch jedes anständigen deutschen Menschen. Dr. Schacht sprach weiter über die ungeheure Gefahr, die in einer Verwechslung von Geld und Kapital läge. Es würden täglich neue Maschinen gebaut, neue Erfindungen gemacht, um den Produktionsprozeß zu verbessern und auch die Lage des Arbeiters in der Produktion zu heben. Hierzu benötige man Mittel. Hinter dem deutschen Gelbe stehe das höchste, was das deutsche Volk an Werten besitzt, nämlich das.Vertrauen des deutschen Volkes zur Führung und untereinander. Jeder, der sich überlege, welche Mittel der nationalsozialistische Staat für feine verschiedenartigen Aufgaben benötige, werde verstehen, daß der Staat versuchen müsse, soviel an Steuern zu erhalten, wie nur möglich sei. Unter diesen Umständen sei es verständlich, wenn es zur Zeit noch keine Steuerherabsetzungen gebe. Auch der Nationalsozialismus könne nicht an der Tatsache vorbeigehen, daß wir unerhörte Opfer zu bringen haben. Er selbst habe noch nie einen Arbeiter gefunden, der nicht verstanden hätte, wenn man ruhig und sachlich über die Not- Wendigkeiten dieses Lebens mit ihm gesprochen habe, daß das, was geschehen müsse, wichtig sei, und daß er seinen Teil zu alldiesen Dingen beitragen müsse. Dr. Schacht sprach weiter über seine A n - teihepotitik und erklärte, daß die Spa r- gelber nirgends fo sicher seien wie bei unseren Sparkassen. Dr. Schacht wies die Möglichkeit einer Inflation zurück. „Ich garantiere Ihnen", erklärte Dr. Schicht unter brausendem Beifall, daß ich diesen Betrug niemals mitmachen werde, wenn er irgendwo empfohlen wird, und Sie, meine Freunde, haben das Wort des Führers dafür, daß er dies niemals zulassen wird." Das Wesentliche sei die Vermehrung unse- rer Güter im Rahmen des Möglichen. Es gebe aber gewisse Güter, die wir in Deutschland überhaupt nicht hätten. Wir müßten also gewisse Dinge aus dem Auslande hereinholen. Dr. Schacht wandte sich gegen eine falsche Propaganda, die unsere Ausfuhr erschwere und durch die Hunderte von Millionen Devisen uns verlorengingen und die Arbeitsplätze in der Ausfuhrindustrie gefährdet würden. Es sei vor allem notwendig, daß wir Rohstoffe aus dem Auslande beschaffen, und je mehr wir von diesen Rohstoffen hereinschaffen konnten, um so stärker und großer sei unsere Arbeitsbeschaffung. Er selbst sei Überzeugter Nationalsozialist, und müsse von jedem verlangen, daß er dieses große Ziel vor Augen habe. Es gilt, alle Disziplin auszurichten auf diesen einen Punkt der Arbeitsbeschaffung und auf den der W e h r h a f t m a ch u n g. Es gilt, für Ruhe im Betrieb zu sorgen und Betriebserschütterungen nach Möglichkeit überall zu verhindern. Es gilt auch Konzentration im weltanschaulichen Kampf. Darunter leidet nicht das Ziel unserer Weltanschauung und nicht unsere innere Gesinnung, sondern wir erhalten die Mittel, um unsere Weltanschauung durchsetzen zu können. Wenn Dr. Ley dieser Tage zu Ihnen von den großen weltanschaulichen Erkenntnissen gesprochen hat, die wir uns alle zu eigen machen müssen, so mochte ich besonders die eine unterstreichen: „Haltet Disziplin!" Die nationalsozialistische Sozialordnung. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach dann über die neue nationalsozialistisch-' Sozialordnung. Arbeit sei für den Nationalsozialismus keine Ware, sondern eine Funktion der Persönlichkeit des Menschen und sein Wertmesser. Unternehmer und Arbeiter seien beide Soldaten der Arbeit, die auf verschiedenen Kommandoposten ständen und sich als Kameraden ehrten und achteten. Eine Gemeinschaft nationalsozialistischer Prägung unterscheide sich von dem Kollektiv bolschewistischer Prägung dadurch, daß jeder in dieser Gemeinschaft an feinem Platze sei. Wir wollen eine lebendige Gemeinschaft, ausgerichtet nach Fähigkeiten, erzogen zum Kampf. Und wir werden eifersüchtig darüber machen, daß die Einheit und Reinheit auch in den Urzellen des Betriebes niemals angetastet wird. Nur em vernünftiges und gerechtes System der Wertung der Arbeit sichere den gerechten Lohn. Hatten wir das gefunden, so sei der'Klassen- *£mPf für olle Zeiten vernichtet. Der einzelne Mensch könne aber nicht nur verlangen, daß er für Öen Beruf stark gemacht, sondern auch in seinem Lebenskampf gefunderhalten werde. Dazu diene Schönheit der Arbeit, die Forderung nach einem ausreichenden Erholungsurlaub, die Fürsorge des Unternehmers für feine Gefolgschaft. Die Sozialversicherungen heutiger Prägung müßten in eine Sozialverpflichtung der Gemein s ch a f t gegenüber dem einzelnen umgebaut und völlig neu geschaffen werden. Völlig neue Wege müßten wir gehen. Dies gelte namentlich für die Alte rs Versorgung, die durch vernünftige Arbeitsmethoden völlig neu zu ordnen fei. Die Arbeitsmethoden müßten wir nach den Kräften des Menschen je nach den Altersklassen laufen lassen. Bei der Krankenversicherung müßten alle Volksgenossen verpflichtet sein, zur Gesunderhal-' tung des Volkes beizutragen. Wenn die Interessen des einzelnen die Interessen der Gemeinschaft sind, dann sind sie am besten zu befriedigen. Wer etwas leistet, soll etwas fordern. Jede Forderung hat aber dort aufzuhören, wo die Interessen der Gemeinschaft anfangen. Es ist undeutsch und falsch, wenn der eine glaubt, sich gegen den anderen schützen zu müssen. Deutschland muß begreifen, wir sind eine Burg und die Bürger in dieser Burg sind auf Gedeih und Verderben zusammengeschweißt und verschworen. Ser koloniale Gedanke marschiert! General von Epp spricht in Hamburg über die Notwendigkeit des Besitzes eigener Kolonien für Deutschland. Hamburg, 5. Dez. (DNB.) Bei einer vom Reichskolonialbund veranstalteten Kundgebung sprach der Führer des Deutschen Kolonialkriegerbundes und stellvertretender Präsident des Reichskolonialbundes Reichsstatthalter General Ritter von E p p. Er gab seiner Freude über den starken kolonialen Willen Ausdruck und wies auf die gro- ßen Verdienste der deutschen Kolonialoerbänd e hin, denen allein es zu verdanken fei, daß oer koloniale Gedanke in den Nachkriegsjahren erhalten blieb und heute wieder zu feiner vollen Kraft erwache. Alle unsere Nachbarvölker, so fuhr General von Epp fort, haben großen Kolonialbesitz. Sie legen hierauf den größten Wert und wissen genau, was oiefer Besitz bedeutet und wie wertvoll er ist. lieber ,N o twendigkeit seiner kolonial- p oli tischen Forderungen ist das deutsche Lolk sich einig. Die Frage, worüber noch zu reden ist, ist nur das W i e u n d W o. Wir können mcht einem anderen Land Kolonien fortnehmen. M Dom Nordpol bis zum Südpol ist die ganzeü Welt mit Beschlag belegt. Aber auf! unsere eigenen ehemaligen Kolonien haben wir nach wie vor einen klaren und ausgesprochenen Rechtstitel. Die kolo- male Schuldlüge ist heute auch im Auslande längst als ein Machwerk der Propaganda während des Weltkrieges erkannt. General von Epp schilderte, wie Deutschland durch die Befriedigung seiner kolonialen Ansprüche in die Lage versetzt sein werde, seinen dringenden Roh- st o f f b e b a r f auf zahlreichen Gebieten selbst zu befriedigen und betonte die Wichtigkeit kolonialen Besitzes als Betätigungsfeld deutscher Tatkraft und Initiative. Die Erklärung, daß Deutschland mit wiedererlangtem Kolonialbesitz keine imperialistische Machtpolitik treiben werde, löste stürmischen Beifall aus. Wir brauchen Arbeit und Brot für unsere Volks- i I b । je"D mI 1,011 MÖQ DO IBtmber bis r Her 3,r 8 » ' ' s «tollten £ die o/' :X0t)U i waren 1 Iking -Mahn 3a bi inM" z aM wen l ioiM r>c ■1.3a nu W der geiram Orauszc iE Jan Mitt v L935 I ;oie Eint' iMteuer j-chlubi Htiö Ms W W- midjt 9 Slnnöun ■Rallen I flall ist | i?n de- o leinen p'lßer e Dezei u tra i>te de Mill : Ber aoerbotee Silier Berk 1’21 ngel aw ordi M’Önbij Me N mit Devis Mit Bk L' köer \\ IMsrnansl Ilten, sah löcreifs b boon 9h Winsul uinb Best iloung oe jim Jnla I. Diese Handl Mche u paus leg Mndisch :iim ga Werf zui Maden Md in Markzah Wesen. enthalten eine ungewöhnlich aromatische Fülle. Durch Verwendung von Tabaken dieser Ernte konnten wir die ALVA-Misehung noch wesentlich ien ame« Die Programmgestaltung des Rundfunks. Richtungweisende Ausführungen des Reichspropagandaministers. ...... Ji Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer und Urn- ■ien nur so-»steuer und die 1935 fällig gewordenen 21 b - ^nd über scrlußzahlungen auf die Einkommensteuer Betriebs« 1 i verhin« | n weit' । ibet nicht I ht unfen I ie MA | i tonnen | ben stko- ochen Hal so möd)ti } „halte, kampf, der nach dem Vorbild und im Rahmen des Reichsberusswettkampfes der deutschen Jugend nun auch für d i e Studierenden an allen Hoch- und Fachschulen durchgeführt wird. Durch den Wettkampf sollen die Studenten erstmalig an eine politisch-weltanschauliche Aufgabenstellung herangeführt werden und so zum praktischen Einsatz für die Weltanschauung veranlaßt werden. Vier Hauptfragen des völkischen Lebens sind in den Mittelpunkt des Reichsleistungskampfes gestellt worden, und zwar die Aufgaben „Das deutsche Dorf", „Der Betrieb als Einheit", „Der Einfluß der Juden in Wissenschaft und Kunst" und „Die völkische Idee als kulturell gestaltende Kraft" Alle Teilnehmer, die entsprechend ihrer Fakultätsangehörigkeit in s e ch - zehn Sparten eingeteilt sind, bearbeiten nun im Rahmen dieser Hauptaufgaben bis zum 15. März 1936 eine Aufgabe. Ihre Ausarbeitung erfolgt im Rahmen von Mannschaftskämpfen, wobei jeder einzelne eine kleinere wissenschaftliche Fachaufgabe im Rahmen eines größeren Themas der Mannschaft zu lösen hat. Die Siegerverkündung erfolgt wie beim Reichs- | berufswettkampf am 1. M a i. Nicht; )me, boß 15 über aus an cde, eine i Neu« i Krieg;, m und , daß bie Bunbe;- ht oer. reß biele lenn auch Petroleum „Daily Telegraph" hört, daß sich der König der Belgier in London in einer Klinik aufhalte, wo ein hervorragender Arzt eine Operation zur Beseitigung der Narben am Munde und im Gesicht des Monarchen ünrgenommen hat. Die Narben waren eine Folge der Verletzungen, die König Leopold bei dem Kraft- wagenunsall bei Luzern davongetragen hatte. In Sao Paulo verhaftete die Polizei den Sowjetrussen Igor Dolgoruki, der als Verbindungsmann zwischen der Komintern und dem Führer der brasilianischen Aufständischen Prestes arbeitete. Er hatte den Auftrag, nach erfolgreichem Verlauf des Aufstandes im Namen der Komintern dis Tätigkeit der geplanten brasilianischen Sowjetregierung zu kontrollieren. Die am italienischen Königshof üblichen Neujahrsempfänge des Diplomatischen Korps und der Behörden sind für das kommende Jahr abgesagt worden. Die Absage geht zweifellos auf die durch die Sühnemaßnahmen geschaffene Lage und den damit verbundenen italienischen Abwehrkampf zurück, in den festliche Empfänge dieser Art auch nach dem Volksempfinden nicht hineinpassen würden. Ein veniselistischer Polizist soll im Verlaufe von veniselistischen Kundgebungen in Siderokastron (Mazedonien) einen Polizeioffizier durch Revolverschüsse getötet haben. Saarbrücken, 5. Dez. (DNB. Funkspruch.) Reichsminister Dr. Goebbels erklärte den zur festlichen Eröffnung des Reichssenders Saarbrücken dort zusammengekommenen Intendanten sämtlicher deutscher Sender auf Grund von Erfahrungen und Beobachtungen aus den letzten Wochen und Monaten über die Gestaltung des Rundfunk-Programms u. a.: In der letzten Zeit hätten verschiedene Sender in der Absicht, das Programm politisch zu gestalten, den Rundfunk mehr und mehr mit den sog. „Stunden"-Darbietungen der verschiedensten Art regelrecht atomisiert. Sie hofften, damit das Volk „politisieren" zu können. Das sei aber n i ch t bie richtige Methode. Man dürfe solche Fragen nicht vom Standpunkt des speziell interessierten Berufsstandes aus behandeln, sondern man müsse sie dem Verständnis des ganzen Volkes nahebringen. Es sei auch durchaus kein Beweis für .die politische Haltung eines Senders, wenn er jeden Tag zwei oder drei sog. „po- mene, mit Schädigungen für die deutsche Wirtschaft verbundene Handel in Reichsmarknoten im Auslande unterbunden wird, so hat dies, wie die feste Notierung der freien Reichsmark zeigt, keinerlei Bedeutung für die deutsche Währung als solche. Es handelt sich lediglich um Sicherungsmaßnahmen da- ür, daß die deutsche Volkswirtschaft nicht auf illegale Weise um den ihr zustehenden Deoisenertrag des deutschen Exporthandels, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs gebracht wird. Oer Reichsleistungskampf der Studenten. Bier Hauptaufgaben zur Bearbeitung gestellt. Berlin, 4. Dezember. (DNB.) Der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen Andreas Feickert und der Leiter des Sozialen Amtes der Reichsjugendführer, Obergebietsführer Axmann, eröffnen am Freitag, 6. Dezember, in der Alten Aula der Universität Berlin den Reichsleistungswett- lU°nd würden Itarbe Dinnunq e Nr. worden E die ^ahre kn tön. "Mn. waßnch Durch, talien Reichsmmister Dr. Goebbels übergibt den Reichssender Saarbrücken seiner Bestimmung Brücke in die Welt. — Symbol der Einheit des Reichs. geordnet habe, betonte Dr. Goebbels, wie sehr es dem Reich eine Herzenssache gewesen sei, gerade diesen Sender zu schaffen. Die große Phase der Wiedereroberung des Saargebietes ist abgeschlossen, und wir sind mitten begriffen in der Wiedereingliederung des Saarlandes ins Reich. Das Saarland hat sich mit feinem Bekenntnis zur deutschen Heimat auch für bie Stabilität Europas eingesetzt, es ist ber Pionier ber deutschen Einigkeit unb ber Bahnbrecher bes europäischen Friedens geworben. Schwere Krisen erschüttern Europa. Deutschland aber hat die Kraft und die Macht, aus den Wirrnissen und Händeln herauszu- bleiben. Es kann fein Schicksal selbst gestalten. Das deutsche Volk hat Vertrauen zu seiner Regierung, es ist glaubensfähig und glaubensbereit geworden. Es schwankt nicht mehr wie ein Rohr im Winde, es ist nicht Spielball der Weltmächte, sondern st e h t f e st und sicher auf seinen eigenen Füßen. Möge der neue Sender der Erhaltung dieses Zustandes dienen und eine Brücke in bie Welt sein. Er soll der Welt bie Einheit des Reiches zeigen. Gerade weil hier einmal die Einheit des Reiches bedroht war, soll diese Einheit hier erster und letzter Programmpunkt der funkischen Arbeit sein. Denn in dieser Einigkeit liegt unsere Kraft, in unserer Kraft ruht der Friede, und im Frieden ruht unser Glück und die Wohlfahrt des Reiches!" — Nach der Kundgebung fuhr der Minister nach Bad Dürk- heim, wo er im Kreise von Winzern und Bauern an einem Heimatabend teilnahm. Saarbrücken, 4. Dez. (DNB.) Der Reichs- minifter für Volksaufkläruny und Propaganda Dr. Goebbels ist zu der Einweihung des Reichssenders Saarbrücken eingetroffen. Sowohl in der Burbacher Hütte, der fein erster Besuch galt, als auch in den Röchlingschen Eisen- und Stahlwerken bereitete die ganze Belegschaft dem Minister inmitten wehender Flaggen und heulender Sirenen einen begeisterten Empfang. In beiden Werken sprach Dr. Goebbels zu den Belegschaften. „Der deutsche Arbeiter", so schloß Dr. Goebbels unter den begeisterten Zurufen der Gefolgschaft, „bekennt sich zu uns, weil er sieht, daß wir es ehrlich mit i h m meinen. Der Führer hat mich beauftragt, den Arbeitern an der Saar seine besonderen Grüße zu übermitteln. Alles Denken und Trachten unseres. Führers ist darauf gerichtet, das Los des deutschen Arbeiters zu bessern und zu heben." Höhepunkt des Besuches war gegen Abend, als die Stadt Festbeleuchtung angelegt hatte, eine würdige Feier zur Eröffnung des Reichs- fenbers Saarbrücken im Saal der „Wartburg". Ein Festspiel eröffnete die Feier. Nachdem dann Reichssendeleiter Hadnmovsky die deutschen Sender zum Appell in Saarbrücken aufgerufen hatte — in eindrucksvoller Weise antworteten im Reich die Sender mit markigen Sprüchen und mit Grüßen an ihren jüngsten Bruder an der Saar — nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort. Nach einem Hinweis auf die historische Tat des Führers, der mit der Einigung des Reiches auch die früheren Landessender dem Reichsgedanken unter- Gieuerrückstände a| bis zum Jahresende zahlen! "t> Liste der säumigen Steuerzahler M"«' Berlin, 4. Dez. (DNB.) Der Reichsminister , e*nem Ihr Finanzen hatte angeordnet, daß im Früh- ,Unö bei jc h r 19 3 6 eine Liste der säumigen en die Hit euer zahlerzu jedermanns Einsicht anop »i M < « ■ « _ < t x 4» x tvX m xam cd• rxa litische Vorträge" bringe, die in den meisten Fällen Ausarbeitungen über Spezialfragen, so z. B. au dem Gebiet der Wirtschaft, der Sozialpolitik usw. seien. Es werde bei allen diesen Fragen, um eben zu beweisen, daß der Vortrag politischen Charakter habe, mit Weltanschauung gearbeitet, willkürlich und unwillkürlich und ob das am Platze sei oder nicht. Das schließe selbstverständlich nicht aus, daß große politische Vorgänge, die das Volk am tiefsten bewegen und interessieren, wie z. B. die Veranstaltung des 1. Mai, der Parteitag, der Erntedanktag, eine Rede des Führers weiterhin eine wichtige politische Angelegenheit des Rundfunks feien. Der Rundfunk habe der Auflockerung des Alltags zu dienen. Er habe die große Aufgabe, den von Sorgen bedrückten Menschen nach den Mühen des Tages Ausspannung zu bieten. Wer nur schwere Konzertwerke unserer Meister Horen wolle, werde gut daran tun, die Einrichtung der Konzertsäle zu benutzen. Mit der edlen Unter« Steuerzahler zu jedermanns Einsicht ö f entlieh ausgelegt wird. In der Liste leiten dieSteuerpflichtigen verzeichnet sein, bi- am 1. Januar 1935 mit Steuerzah- z hlungen oder Vorauszahlungen aus bic Zeit vor dem 1. Januar 1935 rückständig wiren oder im Jahre 1935 hinsichtlich einer Zah- Berlin, 4. Dez. (DNB.) Trotz des Ausfuhr- urbotes für Reichsmarknoten ist auf Grund illegale Verbringung solcher Noten ins Ausland deren Angebot im Ausland überaus stark geworben. Das hohe Disagio, welches die hinaus- ü( chmuggelten Reichsmarknoten im Ausland in- Medesien aufwcisen, führte dazu, daß bie aus- indischen Abnehmer beutscher Waren Zahlungen an bie deutschen Exporteure statt nut Devisen oder im staatlichen Verrechnungsverkehr jn t Reichsmarknoten zu leisten suchten. Der für Deutschland unbedingt notwendige De- »i^nanfall wurde gefährdet. Um dies zu unterbin’ bei, sah sich die Reichsregierung genötigt, zu dem ler eits bestehenden Verbot der Versendung an Reichsmarknoten ins Ausland ein Einfuhrverbot für R e i ch s m a r k n o t e n iiiö Bestimmungen zu erlassen, welche bie Verwen- bvig verbotswibrig eingeführter Reichsmarknoten iir Jnlanbe verhindern. Diese Maßnahmen sind reine Abwehr- h. nblungen und berühren unsere Währung als siche und ihren Wert in keiner Weise. Reichsmark do legal erworbenen, freien transferierbaren aus- lä bischen Guthaben im Inland, ist nach wie vor ir ganzen Ausland vollwertig und no= Art zur Münzparität. Diese freien Reichsmarkgut- bcoen bzw. Auszahlungsanweisungen auf sie firo in normalen Zeiten bie alleinigen Morkzahlungsmittel im internationalen Verkehr ge= Haltung bes Hörers im besten Sinne des Wortes werde der Rundfunk feiner wichtigen Aufgabe gerecht, an der allgemeinen, inneren Aufrichtung des Volkes mitzuarbeiten. Er müsse dazu beitragen, bie politische Entschlußkraft des Vol» kes z u wecken. Es gelte dabei, den Mittelweg zu finden, in der Weife, daß auch der geistig Verwohnte noch interessiert werde, aber auch ber weniger Anspruchsvolle eben noch mitkomme. Dann werde der Rundfunk auch tatsächlich das ganze Volk erfassen. Der Minister warnte vor der mißbräuchlichen Verwendung von Begriffen der nationalsozialistischen Weltanschauung, die auf keinen Fall abgegriffen werden dürften. Man könne nicht dauernd im Sonntags st aat einhergehen. Im übrigen appelliere er an die gewissenhafte Beachtung des sprachbildnerischen Elements im Rundfunk. Als ein Kind der Zeit müsse er mit der Zeit gehen und aktuell und modern sein. Der 20. April Eintrittstag in das Deutsche Jungvolk. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Der Reichsjugendpresse- dienst teilt mit: So wie der 9. November eines jeden Jahres der Tag des Eintritts der jungen Garde in bie Partei und in die Formationen der Partei ist, so wird in Zukunft der 2 0. April, der Geburtstag des Führers, der Tag des Eintritts der Jüngsten in das Deutsche Jungvolk und in die Jung- mädelgruppen des BDM. sein. Am 20. April 1936 finden zum ersten Mal die großen Eingliederungsfeiern der 10= und 11jährigen in das Jungvolk und in die Jungmädelgruppen statt. Gleichzeitig erfolgt an diesem Tage die feierliche Ueber- führung der 14 Jahre alt gewordenen Jungvolk« pimpfe in bie Hitlerjugend. Einfuhr von Gefrierfleisch aus Südamerika. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Mit Südamerika sind Verhandlungen über bie Einfuhr von Gefrierfleisch geführt worden. Auf Grund der getroffenen Vereinbarungen kann damit gerechnet werden, daß Anfang Januar 1936 bie er ft en Sendungen von hochwertigem Gefrierfleisch in erheblichem Umfang in Deutschland eintreffen werden. Kleine politische Nachrichten. Das Deutsche Mode-Institut nimmt nach einer Vorbereitungszeit zur Neugliederung seines inneren Aufbaues seine aktive Arbeit wieder auf. Das besondere Arbeitsziel ist die Betreuung aller kulturellen Belange auf dem Gebiete der Mode. : Für die Erfüllung dieser Ziele haben die zuständigen amtlichen Stellen ihre Unterstützung und Forderung zugesagt. Mit der Gesamtleitung des Deutschen : Mode-Instituts ist Frau Hela Strehl beauftragt • worden. niiffen, und einen großen Teil dieses Brotes und ibjer Arbeit wollen wir uns in unseren Kolo» n en beschaffen. Unter lautem Jubel schloß Gene- ref von Epp: „Es gibt nur eine Person, die uns »e Möglichkeit kolonialer Betätigung wiede^geben ft in, und das ist A d o l f Hi t l e r ! hng ober Vorauszahlung es zu einer zweiten Lahnung hatten kommen lassen. Da bie meisten Steuerpflichtigen ihre Rückstände in Jahre 1935 beseitigt und zu erkennen ge- flijen haben, daß sie ihre steuerlichen Verpflichte igen in Zukunft pünktlich erfüllen «irden, hat der Reichsminister der Finanzen ange- oonet, daß an die Stelle des 1. Januar 1935 der 1. Januar 1936 tritt. Es wird also in die fite der säumigen Steuerzahler nur ausgenommen, w r am 1. Januar 1936 mit Steuerzahlungen oder Ärauszahlungen rückständig ist, die vor dem 1. Januar 1936 fällig gewesen sind. Hierunter fallen auch bie am 10. Dezember 13 5 fälligen Vorauszahlungen auf ! Körperschaftssteuer für 1934. Die Aufnahme in Liste der säumigen Steuerzahler setzt voraus, dem Steuerpflichtigen der rückständige Betrag H t gestundet worden ist oder werden wird, nbung kann nur in außergewöhnlichen llen gewährt werben. Ein außergewöhnlicher I ist nur gegeben, wenn bie allgemeinen Jnter- n bes Volksganzen eine Stundung geboten er- inen lassen. Ber es unterläßt, seine Steuerrückstände bis zum Dezember 1935 zu regeln, wird bie Folgen n\- tragen haben, die mit der Aufnahme in die Arie der säumigen Steuerzahler in wirtschaftlicher ui? persönlicher Hinsicht verbunden fein werden. Ö ist jedem Steuerpflichtigen dringend zu raten, el ia vorhandene Steuerrückstände bis zum 31. De- gmber 1935 zu beseitigen. Einfuhrverbot für Neichsniarknoien. Tbwehr des Reichsmarknotenschmuggels ins Ausland. ien umge* iöllig neue namentlich jurd) oer- jrbnen |ei> m Kräfte« aufen lob ilen nllt undechol- Merck' in e* i hat T ■ GenB' lsch' schütze".^ sind di auf» i und o"' igsurlaiA Mirrzaytungsminei im internationalen joeneyi ge- ie Gefck . ^sen. Wenn nun der ungesetzlich zustandegekom- PrägM-- 1 ng der - — ort*'1| ff* ihr-«« n -kr«Ä ,tp 'V ,’’V »RUNDE SORTE« truimürni^c^m aUtde# SiMitf 33 --1 Aus aller Welt 2 n K £ Nachruf! GLORlfl Damit ist wieder ein treues w Mitglied aus unseren Reihen 7018 d 6936 A 3, Verschiedenes 7022D [Vermietungen! 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Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. fd ge 18 un Qu Uni bar N; D01 der rvie auf gen Sier reck u.al.mst.Haarew. nurb dievonmil angew.,einz.sicd, Meth. unt. Gar, imm.mitd.Wm^ fdjmenl.entfertu Frau B. Gulden. Spreckstd. iebeti Freitag,Gießen. Alicenstratze40p- 9-7 Uhr durcbg. De Wil zeit ans 6ti unt Mn Schneedecke von 30 Zentimetern, Weiler im Allgäu von 25 bis 30 Zentimetern. Aus den Bergen war der Schneefall noch ergiebiger. Auf den Hohen um Jmmenstadt wurden beispielsweise 60 bis 70 Zentimeter gemessen. Das Nebelhorn meldet am Dienstag bereits eine Schneehöhe von 1,7 Metern. Stellenweise ist bereits der Schlitten als Verkehrsmittel eingesetzt. — Auch München Zollst? QIJ Mittwochmorgen ein winterliches Bild. Dächer und Straßen waren mit einer, wenn auch nur dünnen Schneedecke bedeckt. Im Bayerischen Wald hat es am Dienstag fest geschneit. In Zwiesel liegt der Schnee durchschnittlich 10 Zentimeter hoch. Ehrung einer hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Maria Hörmle in Denkingen aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. .eben,3000-5000 Mk. zum Anbau Nikolaus-Bärte und Masken von 40 Pf. an Zwergbärte, Schminkstifte, Puder Anfertigung und Verkauf von: Puppen-Perücken aus echtem Haar empfiehlt Walter Wahl Spezial- Damen- Salon Bahnhofstraße 63. 6977d Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das Zentrum des mächtigen Europa bedeckten Tiefdruckwirbels befindet sich in Auffüllung. Die bei England noch ankommenden Führungsgebiete werden vornehmlich über Frankreich nach dem Mittelmeer gesteuert, so daß im ganzen mit erheblichem Nachlassen der Niederschlagstätigkeit gerechnet werden kann. Durchaus beständiges Wetter ist aber vorerst noch nicht zu erwarten, doch werden sich die noch zu erwartenden Niederschläge auf einzelne Schauer, die zum Teil bis tn die Niederungen als Schnee fallen werden, beschränken. Aussichten für Freitag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur noch vereinzelten Niederschlagsschauern (auch in den Niederungen teilweise Schnee), nachts vielerorts Frost, lebhafte westliche bis nordwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Voraussichtlich weitere Beruhigung, aber nachts noch kälter. Lufttemperaturen am 4. Dezember: mittags 3,8 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 5. Dezember: morgens 3 Grad. Maximum 4 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Dezember: abends 3 Grad; am 5. Dezember: morgens 3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,9 mm. winlersporl-wetternachnchlen. Vogelsberg. Hoherodskops: Dunstig, — 4 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, 10 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: leichter Schneefall, —2 Grad, 14 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski gut, Rodel mäßig. Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —2 Grad, 17 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. ERÖFFNUNG unserer neu errichteten Gaststätte am Samstag, dem 1. Dezember 1935 Verabreichung nur bester Speisen und Getränke zu angemessenen Preisen / Aufmerksamste Bedienung Angenehmer Aufenthalt Um geneigten Zuspruch bitten Josef Ohlenschläger und Frau Bekanntmachung Die Otto fUäs Ehefrau, Katharine, geb. Seuling, in AltenVuseck, Daubringer Straße 30, wurde laut rechtskräftigem Urteil des unterzeichneten Gerichts vom 15. November 1935 wegen Milchfälschung zu einer Geldstrafe von 40 RM. evtl. 8 Tagen Gefängnis und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. 7012D Gießen, den 27. November 1935. __Amtsgericht.___________________ Die Firma Gustav 3. Kahn, Inhaber Hugo Leopold in Gießen, Frankfurter Straße 6, hat bei dem unterzeichneten Gericht den Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens eingereicht. Zum vorläufigen Vergleichsverwalter ist der Rechtsanwalt Koehler in Gießen, Plockstrahe, bestellt. 7011D Gießen, den 3. Dezember 1935. Das Amtsgericht._________________ Seltersweg Freitag, 6. Dezember, Samstag, 7. Dezember, abends 10.45 ühr 2 große Nacht Vorstellungen und Sonntag, 8 Dez., vormitt. 11 Uhr große Früh-Vorstellung! Büchertisch. — Praktische Winke für den photographierenden Bergfreund. Verlag des Blodigschen Alpenkalenders, Paul Müller, München 2 NW. Taschenformat. Folge 1936. Preis 60 Pf. — (490.) — Neuartig ist die Idee des Verfassers mittels der dem Heftchen beigegebenen technischen und bildmäßigen Besprechungen ausgewählter Blätter des „Blodigschen Alpen-Kalenders" das Ganze zu einem kurzgefaßten Anschauungsunterricht über Gebirgsphotographie zu runden. Eine praktische Zusammenstellung alles Wissenswerten für den alpinistischen Lichtbildner, sowohl für den Anfänger als auch für den Fortgeschrittenen geschrieben. — Waldemar Keller: Warum lächeln Sie, Herr Moggenstorm?, Kriminalroman. Schildhorn Verlag Berlin SW 50. Preis gebunden 3,90 Mark. — (378) — Im Garten der Familie Klokkers im Haag wird der Versicherungsagent Tiggeloove ermordet. Noch während der Untersuchung findet man den alten Klokkers im Garten tot auf. Der junge Detektiv Moggenstorm verfolgt die Spuren. Sie führt nach Batavia und bringt schließlich nach mancherlei spannenden Erlebnissen die Enträtselung. Es ist nicht letztes Gewicht auf die^Handlung, sondern mehr auf die amüsante Ausführung gelegt. So ist ein prächtiges Seitenstück zu den Büchern von Frank Heller und Sven Eloestad zustande gekommen. — He in ar Schilling: Germanische Frauen 215 Seiten. Ganzleinen 2,85 Mark. Leip- zi, K. F. Koehler, Verlag, 1935. — (453) — Die Germanen sehen in ihr etwas Heiliges — so schreibt Tacitus über die germanische Frau und drückt damit die Hochachtung aus, die dem Weibe von unseren Vorfahren gezollt wurde. Aber nicht nur treusorgende Haushüterinnen und Mütter waren diese Frauen, oft genug griffen sie selbst in die Kämpfe der Männer, in die Schicksale ihrer Stämme und Völker ein, und von mancher Heldin wissen uns uralte Sagas und die Frühgeschichte zu berichten. Schilling, der sich durch seine „Germanische Geschichte" einen guten Namen gemacht hat, stellt in seinem neuesten Buch zwanzig Lebensbilder germanischer Frauen zusammen. Plastische, knappe Schilderungen historischer Gestalten wie Thusnelda Cafe-Restaurant „Nizza“ Gießen, am Alten Steinbacher Weg Rundfunkprogramm Freitag, 6. Dezember. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei Bedienen Sie sich meines reichhaltigen Lagers. Sie werden bestimmt das für Sie Geeignete finden EmilPislorMlolto Laden u. Lager Ausstellung MorktstraBe 10 Hindeoburgwall 20 € 0 21 w uMthen zwei und örei. 15: Wirtfchaftsberlcht. 1515: Weihnachtsmarkt der Frankfurter Künstler. 15 25' Ueber bas Wesen des Nordischen, Vortrag von Thilo von Trotha. 15.40: Die andere Welt. Ein Deutscher in Leningrad. Von Kurt Obodda. 16: Konzert 17: Leipziger Kaleidoskop. Buntes musika- lisches Farbenspiel. 18.30: 1. Der Himmel im Dezember. Woher stammen die Meteorite? Vortrag von Prof. Edmund Sittig. 2. Aufgaben der Lan- desplanung. Von Wilhelm Bickendorf. 19: Unter, haltunqskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichs- senders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20^15: Stunde der Nation. Georg Schumann: Händel-Vanattonen. 20.45: Der Held. Kurzhörspiel von Walther Gott- fried Klucke. 21.15: Kunterbunt zur Abendstund. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Dein Buch unterm Weihnachtsbaum. 22.35: Sportschau der Woche. 23: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Bim gebraucht, tadellos erhalten, bill. zu verkauf. 7013V August Förster Gießen Babnhosstr.71. LaniwirlsGhaltLKoDsiiiDverBinWieseck Mittwoch, den 11. Dez. 1935, abends 8.30 Uhr taeral-teamialöog bei Gastwirt Daniel Erb I. Wwe. Tagesordnung: 1. Geschäfts- u. Revisionsbericht 2 Ersatzwahlen des Vorstand es und Auf Sich t sr ats s» von uns gegangen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 6 Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Wir bitten unsere Kameraden u.Mitglieder, dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. National-Sozialistische 70210 Kriegsopferversorgung e. V., Ortsgr. Gießen. 7023 A Borrmann L Gießen Neustadt 5 Ruf 4165 MM« (ließen emo Freitag, 6. Dez. 20-22.30 Uhr Alleinige Uraufführung: Der Stern von Sevilla Trauerspiel von Lope de Vega- Deutsche Bearb. undUebersetzung v. Hans Schlegel Spielleitung: Der Intendant' 10.^rett.°Abomi. Preise von 0.40b.2.50RD!. und Amalaswintha und Frauentypen der altnordi- schen Sagawelt, wie Gudrun, Kriemhild oder Hildegunde geben ein Bild der germanischen Frühzeit, ihrer Sitte und Kultur, einer Zeit, die hart und eisern war und deren Charakter sich auch in den Frauen widerspiegelt. Das Buch ist mit stilgemäßen Titelleisten künstlerisch ausgestattet. — Professor Dr. O. Schrader: Die Indogermanen, neubearbeitet von Priv.-Doz. Dr. H. Krähe. 16.—20. Tausend mit 6 Tafeln. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. Preis 2 Mark. — (449) — Das klassische Büchlein des Altmeisters der indogermanischen Altertumskunde liegt nun in einer Neubearbeitung vor, die die neuesten Ergebnisse der Forschung berücksichtigt und auch zu der viel- umstrittenen Frage nach der Urheimat der Jndo- germanen in interessanten Ausführungen Stellung nimmt. Bei dem nun auch in breiteren Kreisen unseres Volkes gewecktem Interesse für die indogermanische Vorgeschichte wird das Büchlein in seiner neuen Gestalt viele Freunde finden. — Professor Dr. Theodor Birt: Zur KulturgeschichteRoms. Gesammelte Skizzen, fünfte verbesserte Auflage, besorgt von Walter Görlitz. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig C 1. Preis 1,80 Mark. — (448) — Die ungemein anschaulichen Skizzen des verstorbenen Marburger Gelehrten, dessen Lebenswerk es war, die antike Welt dem Verständnis des interessierten Laien zu erschließen, liegen nun in einer Neuausgabe vor, die alle Vorzüge leicht faßlicher und dabei äußerst lebendiger Darstellung mit der Zuverlässigkeit wissenschaftlich gesicherter Forschungsergebnisse verbindet. — Professor Dr. Eugen von Frauenholz: Wehrpolitik und Wehrwissen. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig C 1. Preis geb. 1,80 Mk. — (447) — Das Büchlein des bekannten Kriegshistorikers der Universität München, dem wir eine ausgezeichnete „Deutsche Kriegs- und Heeres- geschichte" verdanken, gibt in gedrängter Form eine Darstellung der deutschen Wehrpolitik in ihrem historischen Ablauf von der germanischen Frühzeit an bis zur Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht im nationalsozialistischen Reich. In einem zweiten Abschnitt werden Wege gewiesen für eine Wehrerziehung, die das ganze Volk erfassen muß, wenn sie der Landesverteidigung dienen soll. Das Büchlein selbst ist hierfür ein sehr brauchbares Hilfsmittel. * — Bayernkalender 1936. Don dem feit einem Vierteljahrhundert im Verlag Carl Gerber, München, erscheinenden Bayernkalender ist der neue Jahrgang erschienen. — (492) — Er bietet auf 122 Blättern eine mit Geschmack ausgewählte und drucktechnisch mustergültige neue Sammlung schönster Bilder bayerischer Kunst, bayerischen Städtebaues» bayerischen Volkslebens und bayerischer Landschaft. Das Bildmaterial ist ebenso reichhaltig wie anschaulich, und stellt in Verbindung mit kurzen beschreibenden Texten einen anregenden Führer durch das sck)öne Bayernland dar. Der Kalender kostet 2,50 Mk. 11 Schöne osiss Mia-lm. sofort zu vermiet. Nicgelvfad861. Zu vermieten: BI. Zimmer m.Kiichenbenutz. Kleine osm Mühlgasse 71.r. 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Im Schach wettkampf um die Welt- m e i st e r s ch a s t zwischen Aljechin und E u w e wurde in Zandvoort die 26. Partie gespielt. E u w e führte die weißen Steine und wußte sich sehr bald in Vorteil zu setzen. Die Partie wurde nach dem 40. Zuge in Gewinnstellung für Euwe abgebrochen und am nächsten Tage in Amsterdam weitergespielt. Aljechin gab hier nach 7 Zügen auf, so daß Euwe jetzt mit 9:7 bis 10 Remispartien führt. Die Bluttat in Heidelberg. Die Leichen der beiden im Hause Quinckestraße 39 in Heidelberg ermordeten Frauen wurden frei- gegeben. Die Hausangestellte Anna Marie Flucke soll in ihrer pfälzischen Heimatstadt Deidesheim beerdigt werden. Die Suche nach dem Täter wird eifrig fortgesetzt. Es ergaben sich weitere Anhaltspunkte, denen sofort nachgegangen wurde. Ein Schüler hat beobachtet, wie ein etwa 30jähriger Mann, den er ziemlich genau beschreiben kann, am Tage der Tat nachmittags das Grundstück verließ und in der Richtung Handschuhsheim weiterging. In einem zweiten Falle wird ein Bettler gesucht, der mehrfach im Hause aufdringlich aufgetreten ist und u. a. erwähnt haben soll, daß er sich bei der JG- Farbenindustrie vergeblich um Arbeit bemüht habe. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 4. Dezember ist in Schneidemühl der 1910 geborene Willy Abendroth hingerich t e t worden, der vom Schwurgericht in Schneidemühl unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Der wegen Sittlichkeitsverbrechens vorbestrafte Verurteilte hatte am 2. Juni 1934 die sechsjährige Christel Korth in einen Kellerflügel gelockt, sie unsittlich berührt und dann erwürgt. Der Rhein und seine Rebenflüsse steigen. Die anhaltenden Niederschläge der letzten Tage führten zu einem starken Steigen des Rheines und seiner Nebenflüsse. Für die kanalisierte Lahn, die Mosel und die Saar mußte bereits das Schiffahrtsverbot ausgesprochen werden. Im Flußtal der Mosel sind die Uferstrecken stellenweise weithin überschwemmt. Keller mußten geräumt werden. Zahlreiche Fischernachen und sonstige kleine Fahrzeuge wurden von der Flut mitgerissen. Bei Traben-Trarbach sank ein Bagger, der von der Störmung abgetrieben worden war. Weiteres Steigen der Mosel ist zu befürchten. Von der Saar wird Stillstand des Hochwassers gemeldet. Die Lahn und die N a h e haben ebenfalls die Ufer an vielen Stellen überschwemmt. Die Nahe hat seit dem Jahre 1918 kein so verheerendes Hochwasser mehr geführt. Der Rhein hat in seinem Mittel- und Unterlauf noch weiteres Steigen zu verzeichnen, während vom Oberhein bereits fallendes Wasser gemeldet wird. In Köln stieg das Wasser an einem Tage von 2,92 Meter auf 4,12 Meter. Darauf wurde für den Rhein das Verbot für die Floß-Schiffahrt ausgesprochen. Starker Schneefall im Alpenvorland. In der Nacht zum Mittwoch hat im ganzen Alpenvorland neuerlich st a r t e r Schneefall eingesetzt. Dabei wurden zum Teil schon beträchtliche Schneehöhen erreicht. So meldet Kempten eine ttioapimt (Blaupunkt) Zweiröbren, für Gleichstromwegzugshalb. zu verkaufen. 05182 Moltkeftr. 2vvt. [Verschiedenes | ZweSsBekompsnngorr Schwarzarbeit können Arbeits-Angebote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage besGewerbenachweijes ausgenommen werden. Verlag derStebenerAozetgers mit Küche für sofort zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 05184 an d.Gietz. Anzeiger._______ 1 bis 2 leere Räume für Geschästs- zwecke oder Laden per bald gesucht. Schr.Angeb.unt. 05186 and.G.A. Moderne Bürornöbe^ J machen^ J Well sie diese Tag für Tag gebraucht, macht es doppelte Freude. Brotkasten, Kaffeemühle, Wasserkessel, Mopbesen, Kaffeefilter, Töpfe. 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IBööLäiaimer mit Heizung zu vermieten, osiss Frankfurter Straße 31 I. r. Nr. 284 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 5. Dezember 1935 Deutsche Weihnachtsschau am Funkturm. (Sin Rundgang durch die neue große Berliner Ausstellung. Wenn der Weihnachtsmann selbst als Torwächter einer Ausstellung Posten saßt, dann kann man getrost vermuten,' daß winterliches Behagen und adventliche Freude die Besucher erwarten. Was der unermüdliche Nikolaus aber auf der „Deutschen Weihnachtsschau am Funkturm Berlin 1935" an Ueberraschungen ausgepackt und aufgebaut hat, das kann nur aus der Riesenspielzeug- Schachtel modernster Ausstellungstechnik stammen Mit einer weiten Handbewegung hat der gute Nikolaus die Halle I des Berliner Messegeländes verwandelt und verzaubert. Der Besucher reibt sich die Augen. Eben ging er noch über den Asphalt breiter Großstadtstraßen und hörte das Hupen der Automobile, jetzt steht er mitten in deutscher Dorfromantik, und an sein Ohr dringen die uralten Lieder der „Julsänger". Weihnachten im Waide Es ist ein seltsames Dorf, dessen Dächer da schneebeladen leuchten. Die einzelnen Häuser mit ihren Giebeln und Stuben tragen d.as Gesicht der verschiedensten deutschen Gaue. Ein Stelldichein der Architektur, der Geographie und der — Arbeit. Denn in den Häusern führen nicht stumme Märchenfiguren das Regiment, sondern schaffende Menschen zeigen hier gestaltendes Leben. Sie sind von weit und nah mit dem tausendfältigen Gut ihrer Weihnachtsbräuche, aber auch mit der Alltagslast ihres Handwerkszeuges gekommen. Sie wollen beides zeigen: ihren Werktag und ihr Fest. Jedes Häuschen hat zwei stimmungsvolle, lichtdurchflutete Räume, eine Weihnachtsstube und eine W e r k st a t t. Adventliche Sitten und Arbeit in deutschen Landen tragen und runden das Bild weihnachtlicher Gemeinschaft. Dinge, die der Berliner, die der Großstädter nie gesehen und geahnt hat, stehen hier in bescheidenem Glanz vor seinen Augen. Weihnachtsabend in deutschen Gauen. In dem kleinen Hause der Bayerischen O st - mark -sitzen über ihrem Arbeitsgerät Holzschnitzer und Glasschleifer, Töpfer und Porzellanmaler. Unter erzgebirgischem Dache schaffen Spiel- zeugmaler und Spielzeugmacher im Verein mit vier Klöpplerinnen. Baden zeigt das mühselige Tagewerk der Spinnerinnen, der Strohflechterinnen und Trachtenstickerinnen, K u r h e s s e n die Arbeit am Webstuhl und an der Töpferscheibe. In Nürnberg gibt es einen Zweig der Heimarbeit, der stzine flimmernden Strahlen in die ganze Welt hinaussendet: das Blattgoldengelmachen. Aus gleißendem, papierdünnem Material entstehen Flügel und Röckchen, glitzernde Köpfe und flimmernde Kerzen. Hessen-Nassau hat aus der Stille des Odcnwaldes Schnitzer, Schlesien hat aus seinen dunklen Tälern Töpfer geschickt. Schwaben, Thüringen und Ostpreußen, sie alle zeigen ihr festliches Handwerk. Und auch die Kurmark ist zur Stelle mit ihren Holzschuhmachern und Geschirrtöpfern. Weihnachten im alten Berlin. Als auf Urgroßvaters Weihnachtstisch eine kleine Postkutsche stand, da spielte er mit ihr nicht unter dem brennenden Lichterbaum, sondern unter dem kunstvollen Gefüge einer — „W eihnachts- Pyramid e". So, wie Chodowiecki sie uns in liebevollem Stich überliefert hat, ist eine Christfeststube des alten Berlin aufgebaut worden, mit buntem Flügelrad auf Oer Spitze der Weihnachtspyramide und allerlei schillerndem Behang an den metallenen Stäben. Eine der Pyramiden zeigt die große Spielzeug-Sensation der Jugend des vorigen Jahrhunderts: eine Eisenbahn. Ihr Temperament wurde noch nicht durch die geheime „Triebkraft" einer Stahlfeder „auf dem Laufenden" gehalten, und sie hatte erst recht keinen elektrischen Atem. Sie kroch, sanft geschoben, im Schneckentempo über holprige Schienen und flitzte keineswegs als „Fliegender Hamburger" zwischen Wohnstube und Eßzimmer hin und her ... Oer Weihnachtsberg. Zum ersten Male hat die Weihnachtsschau einen „W eihnachtsberg" aus Sachsen nach Berlin gebracht. In den kleinen Hütten, in den abgelegenen Tälern des Erzgebirges kennt man eine seltsame, rührendfeierliche Sitte: eines Tages nimmt ein Familienhaupt das Schnitzmesser zur Hand, sucht ein wenig Holz zusammen und beginnt, einen „Weihnachtsberg" zu bauen. Mit Kerbmesser und Säge und Pinsel werden die ersten Figuren geschaffen: Bergknappen und Jäger, Bauern und Bürgermeister, vertraute Gestalten der Umwelt. Dann kommt der Sohn und arbeitet weiter an dem „Berg", bastelt neue Figuren und Gipfel, neue Häuschen und Bäume dazu. Enkel und Urenkel führen das Werk fort, das sich nie vollendet. Denn es wächst rund um die Krippendarstellung, von Jahr zu Jahr. Tief im Innern der „Weihnachtsberge" ruht eine geheimnisvolle Mechanik. Auf ein unmerkliches Kommando läßt sie den Jäger die Büchse heben, den Bauer durch das Dorf schreiten, Gondeln über silberne Teiche schwimmen, Bergknappen in den Stollen fahren oder als heimatliche Stellvertreter der Heiligen drei Könige zur Krippe wandern. Oer Krippenstoll Im Hintergründe des Weihnachtsdorfes steht unter schützendem, niedrigen Dache ein großer,,^rip- pen-Stal l". Eine ' Sonderschau jener einfachen oder mit zarter Pracht ausgestatteten Arbeiten, die vielleicht am hellsten deutsche Weihnachtssehnsucht ausstrahlen: Krippen mit dem Christkind und den Hirten. Immer sind diese Szenen hineingestellt in das Bild heimatlicher Landschaft und Bräuche. Nichts mehr von der Ferne exotischen Landes, — alles ist unserem Begreifen und Empfinden nahegerückt. Hier steht die' Krippe auf der Waldlichtung neben dem rauchenden Meiler, dort hat sie ihren Platz in der Barock-Kirche einer deutschen Kleinstadt gefunden, ganz so, wie ein im besten Sinne einfältiges und zugleich dichtendes häusliches Handwerk feine Welt sieht. Die Gestalten, die da vor dem Christkinde der Krippen aus Westfalen und Bayern, aus Sachsen und Schlesien und dem Erzgebirge ihre Knie beugen, sind Gestalten von unser aller Blut und Leben. Weihnachtsbaumschmuck als Wettbewerb. Noch im verebbenden Schimmer der Fenster des Weihnachtsdorfes fdeht ein Tannenbaum-Wald. Die Sterne, die aus seinem dunklen Gezweigs zittern, find unzählbar. Sie sind leuchtende Schlußpunkte unter einer Arbeit, wie sie die Berliner Jugend nie freudiger und eifriger verrichtet hat. Es ging hier um einen Wettbewerb im Weihnachts- baum-Schmücken, an dem sich rund 400 Jungens und Mädels beteiligt haben. In drei Gruppen haben Abgangsklassen der Volks- und Mittelschulen, der Berufs- und Fach-Schulen und schließlich die Frauenschule, das Pestalozzi-Fröbel- Haus, der Lette-Verein und das städtische Werk- lehrerinnen-Seminar die Baume geputzt. Es wurde ihnen die Bedingung gestellt, nach Möglichkeit nur Material zu verwenden, das wenig Unkosten verursacht und seinen Reiz durch die Art der Verarbeitung und Anordnung erhält. Auch hier sollte das landschaftliche Brauchtum der deutschen Gaue sinnfälligen Ausdruck finden. Es läßt sich denken, daß sich die Berliner Jugend mit bedeutend größerem Be- .1 W In Anwesenheit von etwa 1000 Ehrengästen eröffnete Staatskommissar Dr. Lippert in Berlin btd „Deutsche Weihnachtsschau am Funkturm". Hier betrachten Kinder erzgebirgische Spielsachen, die ihnen offenbar viel Freude machen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Hagen in das Studium des Tannenbaum-Schmuckes, als in die Erforschung des Lehrsatzes vom rechtwinkligen Dreieck oder der Schallgeschwindigkeit versenkt hat. Jetzt strahlen die Lichterbäume tausend weihnachtliche Anregungen hinaus in zahllose Familien. Oie Spielstube. Die Weihnachtsschau am Funkturm will kein Schaufen st erpanorama der Spielwaren- Geschäfte geben, aber sie kann dennoch am Spielzeug nicht wort- und bildlos vorübergehen. So hat das Amt für weltanschauliche Schulung der Reichs- jugendsührung eine kleine Sonderschau empfehlenswerter Heim - und Brettspiele zusammengetragen, die sich in erster Linie an die Eltern wendet. Es soll einmal gezeigt werden, wie man selbst Spielzeug anfertigen kann. Man kann von dem zur Weihnachtszeit ohnehin einigermaßen in Anspruch genommenen Vater schlecht verlangen, daß er des Abends noch Nachhilfeunterricht in Physik nimmt und knifflige Probleme der Technik löst. Das mag den vielfältigen Stätten deutscher Spielzeugherstellung vorbehalten bleiben. Aber es gibt eine Fülle von alten und neuen Heim- und Brettspielen, die man teils selbst anfertigen kann, oder deren Herstellung notleidenden Volksgenossen Heimarbeit gibt. Die brauchbaren und erzieherisch wertvollen Spiele dieser Art sind hier zusammengefaßt, und in einer „Spielstube" hat man Gelegenheit, sie kennenzulernen und zu versuchen. OaS gute Buch Zum deutschen Weihnachtsfest gehört das deutsche Buch. Auch ihm hat die Schau ein weites Reich eingeräumt. Unter Förderung der Reichsschrifttumskammer haben die Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwerbung, Reichsschrifttumsstelle, und der Reichsbund Deutscher Buchhändler, Gau Berlin, die Sonderschau geschaffen. Mit modernsten ausstellungstechnischen Mitteln, mit einem stilvollen Feuerwerk von Farbe, Licht und Architektur haben sie das Material so gegliedert, daß es Reiz und Lockung wird. Hinter jeder Gruppe, hinter jedem Buchtitel steht die Ahnung: hier liegt auch für dich ein Reichtum, den du in ruhevoller Stunde nur zu heben brauchst ... Vom „Struwwelpeter" bis zum „F a u st", von den Zusammenstellungen „Der Roman in der deutschen Landschaft" und „Wir reisen mit dem Buch in alle Welt" bis zu den grundlegenden Geistes-Werken des neuen Deutschland: eine Parade der besten Köpfe und Federm Oie Budenstadt der deutschen Gaue. Was wäre eine Weihnachtsschau ohne den freu, digen Trubel einer rechten, bunten Budenstadt?! Menschen aus allen deutschen Gauen werden hier heimatliche Bilder wiedererkennen. Als greifbare Wirklichkeit stehen da die Figuren des „Nürnberger Christkindelmarkte s", aus nächster Nähe hört man den alten Ruf „Hallo, hallo, an Zwetschgamoh!" Hier stehen erzgebirgische Weihnachtswaren, dort zeigt Bayern seine farbfrohen Schnitzereien. Krüge und Puppen, Glaskugeln und Engel, Weihnachtsmänner und Schimmel, Gebrauchgegenstände und Kinderspielzeug, handgewebte Tücher und geklöppelte Spitzen, — was immer in deutschen Werkstuben für die Adventszeit geschaffen wird, 'ist hier unter lustigen Budendächern aufmurschiert ... „Tag der Briefmarke": 7. Januar 1936. Der Reichsverband der Philatelisten hat allö deutschen philatelistischen Verbände, Vereine und die Briefmarkensammler aufgesordert, sich am „Tag der Briefmarke" am 7. Januar 1936 mit dem Vertrieb von Wohlfahrtsbriefmarken in den Dienst der deutschen Nothilfe und damit des Winterhilfswerkes zu stellen. Die Deutsche Reichspost wird diese Bestrebungen durch eine Reihe von Maßnahmen unterstützen. So wird sie u. a. überall genügende Bestände an Wohlfahrtswertzeichen, insbesondere auch an Wohlfahrtsmarkenheftchen bereit halten. Die Verkäufer der Wohlfahrtsmarken werden von der Post mit Ausweisen versehen, die sie u. a. am 7. Januar auch zur freien Benutzung der Kraftposten der Deutschen Reichspost berechtigen, soweit es sich darum handelt, den Markenabsatz auf dem Lande zu fördern. T-octseUeM - - Reife. - - SwUeekeit: Körting-Radio Oer Dichter August v. piafcn. Zum 100. Todestage am 5. Dezember Unser Volk beoeht das Gedächtnis von P l a t e n s 100. Todestage mit zahlreichen Feiern, und mit ihm feiert die italienische Nation, die den Dichter als einen der ihrigen betrachtet, nachdem er fast ein Jahrzehnt in Italien gelebt und das Land in unsterblichen Dichtungen verherrlicht hat Noch nicht dreißig Jahre war Platen alt, als er Deutschland für immer verließ und sich nach seiner Wahlheimat südlich der Alpen wandte — und wieviel lag schon hinter dem Scheidenden! Kadettenzeit in München-, Dienst in der bayerischen Pagenanstalt; der tatenlose Feldzug 1815 in Frankreich; Studium des beurlaubten Leutnants in Würzburg und Erlangen. Die Tagebücher legen ein beredtes Zeugnis davon ab, welche Unsumme von geistiger Arbeit Platen in so jungen Jahren bewältigt hat. „Zwölf Sprächen erlernt' ich", sagt er selber m einem Epigramm; und in all diesen Sprachen — darunter das Persische — las er unermüdlich. Der Neunundzwanzigjährige hatte die wichtigsten Werke der Weltliteratur in der Ursprache in sich ausgenommen. Und diese unablässige Arbeit an seiner geistigen Vervollkommnung vollzog sich unter wahren Gewitterstürmen schmerzvoller Erlebnisse, zu denen die leidenschaftliche Seele ihn verurteilte. Auch die innere Existenz ward mit diesem ent-I scheidenden Schritte umgestoßen. Der Platen, ben | wir in Italien sehen, ist ein durchaus anderer, als der, der sieben Jahre in der kleinen deutschen Universitätsstadt zubrachte. Das Tagebuch, fast zwanzig Jahre der getreue Begleiter des Jünglings, verstummt mehr und mehr, weil die Schmerzen, Klagen, Enttäuschungen verstummen, deren Echo es war. Sind oie Aufzeichnungen aus Deutschland bis zum Rande gefüllt mit Aufschreien einer gepeinigten öeele, so erklingt in denen aus Italien nur selten noch ein Laut aus der Tiefe der Brust. Als ob von dem talienischen Boden, kaum daß er ihn betreten, magische Kräfte ausgingen, wird des Dichters Herz stille nach all den Kämpfen und Krämpfen qualvoller Jünglingszeit. Die Heiterkeit der Landschaft und des italienischen Lebens hat es gestillt, die Fülle der Kunst, die verschwenderisch über den alten Kulturboden ausgestreut ist, hat ihm einen überpersönlichen Inhalt aegeben. Klage und Aufschrei ist zur Schwermut gebändigt: Schwermut des Spätgeborenen, des Nachgeborenen, der zwischen den erhabenen Trümmern seiner Welt umherwandelt; die Trauer über die „verlorene Schöne" strömt ihm fortan in den Maßen jener Urheimat seiner antikischen Seele von den Lippen, den Maßen der sapphischen Ode und des pindarischen Festgesanges, die für die deutsche Sprache zu erobern seine Sendung bleibt. Von Platens lauterem Künstlertum angezogen, schloß sich ein Kreis von Männern an ihn an, deren Namen noch heute vollen Klang besitzt: der Bildhauer Rauch, der Historiker R a n k e d e r KunsP Historiker R u m o h r , der Dichter August K o p l s ch sowie Bayerns König und Bayerns Kronprinz, die beide damals in Italien reisten; der König sandte ihm nach Neapel jenen berühmten Brief, der mit den Worten beginnt: „Ausgezeichnet unter des Vaterlandes jungen Dichtern erheben Sie sich Auch Preußens Kronprinz und nachmaliger König Friedrich Wilhelm IV. ward durch seine Dichtung so gefesselt, daß er ihm preußische Dienste antrug. Aber es gelang nicht, Platen zur Heimkehr zu bewegen; zu tief hatte er erkannt, daß sein Leben und Lebenswerk sich in Italien vollenden muss. Zweimal nur kam er nach München, die alte MuP ter xu besuchen; doch immer wieder ging er nach Llk-n zurL/d°. °r wandernd °°n der. Alpen bis nach Sizilien mehr als einmal durchquerte, arm und anspruchslos, dem Gotte dienend, dem er sich verschworen. Langsam, ein geduldiger Bildner, meißelte er aus dem körnigen Marmor der spröden deutschen Sprache die vollendeten Formen semer Odem Elegien, Epigramme, Hymnen und Festgelsänge heraus, nie bedacht auf den Beifall der ltte- Jn bittren Lebenserfahrungen läuterte sich eine Dichtung, die hinfort zu dem Edelsten gehören sollte, । was in deutscher Sprache je geschaffen wurde Der , Neunundzwanzigjährige hatte in seiner ärmlichen j Klause am Markt zu Erlangen bereits die Sonette , geschaffen, die ihn für alle Zeiten als den Meister deutscher Sonettdichtung bestätigen; hatte bereits Balladen geschrieben, die heute in allen Schul- ; lesebüchern stehen. Aber in dem Klima, das zu Be- , ginn des vorigen Jahrhundert, in Deutschland \ herrschte, konnte auf die Dauer weder ein Menschentum noch ein Dichtertum, wie das Platensche, gedeihen und sich zur Blüte entwickeln. Im Jahre 1824 hatte der Dichter eine Reise nach Venedig unternommen — die unsterblichen „Sonette aus Venedig" waren die künstlerische Frucht; und seitdem lebte in seiner Seele nur der eine Gedanke- sein Leben, soviel ihm davon noch zugemessen war unter dem Himmel Italiens zu verbringen. -Dorthin zoa es fortan diesen letzten Nachfahren der Antike mit unwiderstehlicher Leidenschaft. Und wie besessen von diesem Traum, stieß er ferne ganze Existenz um, schnürte sein Ranzel und begab sich auf bie „rastlose Wanderschaft", die rote em Jugendfreund ihm einmal geschrieben „demiemgen geziemt, der sich in allen Dingen zu den Entsagenden rechnet". rarischen Tagesmode, die sich in Deutschland im wilden Treiben der Romantik austobte. Früh nahten sie sich ihm beide, Hand in Hand, der Todesengel und der Ruhm. Vor der in Italien wütenden Cholera fliehend, schiffte sich Platen im Spätsommer 1835 von Neapel nach Sizilien ein — es sollte seine letzte Reise werden. Er durchwanderte die ganze Insel, um sein Winterquartier in Syrakus zu nehmen. Am 22. November erkrankte er dort an einer Kolik. In der Furcht, von der Seuche befallen zu sein, nahm er Arzenei gegen die Cholera in solchem Uebermaß, daß sein Zustand rasch bedenklich wurde. Am 5. Dezember nachmittags 3 Uhr starb er in den Armen seines Gastfreundes Don Mario L a n d o l i n a, der ihm, dem Protestanten, dem die Kirche kein Grab gewährte, in seinem Garten die letzte Ruhestätte rüstete. Tausende und aber Tausende von Deutschen haben in dem nun verstrichenen Jahrhundert an diesem Hügel gestanden, den Ferdinand G r e g o r o - Dius das „schönste Dichtergrab der Erde" nennt, und den ein von Freunden und Verehrern gestiftetes schönes Marmordenkmal schmückt. Und heute, da Platen hundert Jahre in der Erde schlummert, die er so geliebt hat, bereitet ihm das italienische Volk auf Anordnung M u s f o l i n i s , der sich selbst als großer Bewunderer und Verehrer seiner Kunst bekennt, eine würdige Totenehrung. Auch wir Deutsche gedenken an seinem 100. Todestag seiner als eines unsrer edelsten Dichter, dessen Wirkungen auf unser Schrifttum heute noch fortdauern und dessen geistiges Erbe kein Geringerer als Stefan George ausgenommen und fortgesetzt hat. Hans von Hülsen. Gin neuer San Dyck. Ein bisher völlig unbekannter und außerordentlich wertvoller Van Dyck, der erst kürzlich in einem Landhaus in Nordengland entdeckt worden ist, wird jetzt in London ausgestellt. Die bisherigen Besitzer hatten keine Ahnung, über welche Kostbarkeit sie verfügten. Die Schönheit des Bildes war allerdings unter einer dicken Schmutzschicht verborgen. Nach der inzwischen vorgenommenen gründlichen Säuberung erstrahlen die Farben jedoch in einer Reinheit, als ob das Gemälde neu wäre. Das Bild ist eine der wenigen Arbeiten Van Dycks mit einem religiösen Motiv, es stellt die Flucht nach Aegypten dar. Während aber die Jungfrau Maria bei der sonst üblichen Gestaltung dieses Vorwurfs das heilige Kind auf den Armen trägt, erscheint sie hier müde und erschöpft und wird von dem Knaben geführt, dessen aufwärts gewendetes Gesicht von Liebe erstrahlt. Der heilige Joseph drängt sie in Wort und Geste sanft zur Weiterwanderung. — lieber Palmen fliegt ein weißer Ibis mit einer Schlange im Schnabel, das Zeichen der Besiegung des Bösen durch das Gute. Kunstgeschichtlich ist das Werk von besonderem Interesse, weil es eine Abwandlung eines ähnlichen Motivs ist, das Rubens einst gemalt hat. Van Dyck war in den Jahren 1616 und 1617 Schüler und Mitarbeiter des großen Meisters. — Der Esel, der in dem Bild von Rubens stark Hexvortritt, ist bei Van Dyck gänzlich verschwunden. Die Haltung des Kopfes bei dem heiligen Kind wirkt bei Van Dyck anmutiger und gelöster, und die Landschaft ist impressionistischer empfunden. Van Dyck malte diese „Flucht nach Aegypten", nachdem er die Werkstatt von Rubens verlassen hatte, und bevor er nach England ging, wo er der beliebteste Porträtist des Hofes wurde. Zeitschriften. — In der Weihnachtsfolge beginnen Weste r - manns Monatshefte mit der Veröffentlichung des neuen Romans von Ludwig Tügel „Lerke". Weitere Beiträge haben ausgesprochen weihnachtlichen Charakter, z< B. „Adventsterne und Nachbarzeichen", „Zweckvoll und schön", „Kinderspielzeug — hölzern und ungekünstelt" und „Schenken hei^t Freudegeben". Alle Beiträge sind mit vielen Abbildungen geschmückt, und wollen dem Leser die Wahl von Weihnachtsgeschenken für große und kleine Leute leicht machen, lieber „Lothar Windsperger" schreibt Friedrich Stichtenoth; eines seiner schönsten Lieder, die Vertonung von Lenaus „Primula veris" ist mit Noten beigefügt. Bruno Brehm ist mit einer Novelle „Die Pferde" vertreten, Dr. Gustav Wichern berichtet über die Wirkungen der geheimnisvollen Stoffe Hormone — Fermente — Vitamine und Katalysatoren. Ein besonders interessanter Beitrag nennt sich „Unbekanntes von Adolph von Menzel". Die Erstveröffentlichungen der in diesem Aufsatz wiedergegebenen Werke Menzels geben dem Beitrag eine besondere Bedeutung. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Ottokar Tesar, Ordinarius für Strafrecht, Straf- und Zivilprozeßrecht, Konkursrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Königsberg, erhielt einen Ruf an die Universität Hamburg an Stelle des nach Leip- z i g berufenen Strafrechtlers und Kriminalpolitikers Professor Dr. Eberhard Schmidt. Der ordentliche Professor der Philosophie und Pädagogik Dr. Ernst Hoffmann an der Universität Heidelberg wurde auf Ansuchen von den amtlichen Verpflichtungen enthoben. Tag der nationalen Solidarität in Gießen 3. 6. von Frei- 9. 10. und in den Straften eingesetzt werden, stehen mit Das Merhandwerk opfert für oas WHW eitere Geldspenden für das WHW 250,— 5,— 10,— 5,— 30,- 30.11.: 20,— 20,- 10,— 5,— 5,— 9,25 5,— 20,— 10,— 5,— 50,— 10,— 10,— 100,— 4. 5. 7. 8. 20,— 10,- 5,— 12,— 25,— RM. 20 642,06 10,— 20,— 100,— 50,— 5,— 5,— 5,— 10,— 5,— 10,— 10,— übrigen Sammler haben ebenfalls zu erscheinen. Die namentlichen Meldungen sind zum gröftten Teile bei der Kreisleitung eingegangen. Soweit diese Meldung nicht erfolgt ist, erwarten wir, daft sie umgehend nachgeholt wird, wer diese Meldung abzugeben hat, geht aus der Zeitung vom 3.12.35 hervor. Kreisleitung Gieften der NSDAP. 10,— 5,— 10,— 25,— 10,— 3,— 5,— 10,— 5,— 10,— 25,— 10,— 5,— 15,— 10,— 15,— 6,— 10,— Duseck Firma A. Reinig, Gieften Eisenbahnverein, Gießen 29.11.: Verkehrsoerein, Gießen 10,— 5,— 10,— 10,— 5,— Zwei Lieder für Männerchor: a) „Mahnung" von Heinrichs, b) „Deutschland Heitger Name" von Bauhnern; II. Polonaise von Liszt; „ Szenen aus der Oper „Der fliegende Hollander 50,— 10,— 5,— 5,— strafte; K. Wiftner, Steinstrafte; F. Peter, Kaiser- führung des Winterhilfswerkes. allee. | Kreisführung des WHW. Gieften. von Wagner; Zwei Lieder für Männerchor: a) „Sonnenaufgang" von Cornelius, b) „Wo gen Himmel Eichen ragen' Heinrichs; Gießener Ortsgruppen. Am Freitagabend find die Kaffen an der Volkshalle ab 19 Uhr geöffnet. Vortragsfolge: 1. „Marsch der hessischen Grenadiere" von Buchwald; 2. Feftouvertüre von Lortzing; 10,— 5,— Kreisleitung Gieften der NSDAP. Anordnung für den Tag der noi'vnaten Solidarität. Sämtliche Sammler treten an am Samstag, dem 7.Dezember, 14 Uhr, im Cafe Leib. Die Sammler, die auf öffentlichen Platzen Rapsodie von Friedemann; Angereihte Stücke aus der Oper „Der schütz" von Weber; Zwei Märsche für Fanfarentrompeten: a) „Adolf-Hitler-Fanfare" von Blume, b) „Reichsritter-Fanfare" von Prager; „Erinnerung an das Militär" von Retling. Annerod: W. Heberling. Allendorf a. d. Lumda: E. Wüst, E. Zinßer. Bellersheim: F. Schwalm, M. Vogt WwL. Birklar: W. Scheuermann. E b e r st a d t: A. Engel. Garbenteich: K. Stumpf. Großen-Buseck: K. Rühl I. Grünberg: E. W. Becker, H. Carle, H. Frank, G. Fuldat, H. Wolf, Wwe. Heuchelheim: K. Volkmann. Holzheim: O. Engel II., P. E. Jung. Hungen: H. Draut, H. Frutig, I. Holland, A. Vogt. Inheiden: H. Rarr. Lang- Göns: L. Steinmüller, H. Weitzel. L i ch : K. Al- bach, L. Jhring, H. Thorz. Lollar: K. Heinze, G. Kreipl. Muschenheim: PH. Köhler. N i e - der-Bessingen: W. Schröder. Nonnen- roth: W. Hoppe. Ober-Bessingen: H. Bün- ding. Ober-Hörgern: K. Diehl. Reiskirchen: Ph. Stumpf. Rödgen: I. Wagner. Saasen: K. Will. Steinbach: E. Damasky. Trais-Horloff: H. Krieger. Treis a. d. Lumda: H. Göbel. Utphe: K. Schwarz. Dilling e n : K. Graf, W. Zimmer IX. Wiefeck: E. Christ, K. Christ, K. Lein, K. Post, G. Weller. Hundert Zentner Kohlen stiftete die Kohlenhandlung Eduard K l i n k e l, Gieften, Bahnhofstraße 10, für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes zum Kampf gegen die Kälte. Möge dieses Beispiel der Opferfreudigkeit den nötigen Widerhall der übrigen Geschäftswelt unseres Kreisgebietes finden. Sachspenden nimmt jederzeit entgegen die Kreis- dem noch viel zu tun bleibt, bis alle Not verbannt ist. Dazu ist es auch weiter erforderlch, daß die deutsche Volksgemeinschaft ihre ganze Kraft an- fpannt, um in brüderlicher Verbundenheit denen hilfreich zur Seite zu stehen, die aus eigener Kraft ihrer Not nicht Herr werden können. Dabei ist es Ehrenpflicht aller deutschen Männer und Frauen, in Wahrheit zu opfern, um durch dieses Opfer für die ärmeren Volksgenossen nicht nur in materieller Hinsicht eine Brücke aus der wirt- : schaftlichen Geborgenheit zur wirtschaftlichen Not zu schlagen, sondern um auch in seelischer Beziehung den Gleichklang des Empfindens herzustellen. Die richtige seelische Einstellung werden jeder Volksgenosse und jede Dolksgenossin dann haben, wenn sie sich mit ganzem Herzen in der Lage der Brüder und Schwestern Hineinoersetzen, bei denen die Not immer noch täglicher Hausgenosse ist. Dann werden sie diese Not anderer als eigene Not empfinden und bei ihrer Spende f o handeln, wie sie es gerne sehen würden, wenn sie selbst auf der Schattenseite des Lebens säßen. Wenn jeder Volksgenosse und jede Dolksgenossin in diesem Gedanken den Sinn und die hohe Zielsetzung des „Tages der nationalen Solidarität" ansehen, dann wird auch in unserer Stadt Gieften ein Ergebnis der Sammlung zustandekom- men, mit dem unsere Gießener Bevölkerung vor dem Führer uch) vor den Augen der deutschen Dolksge- me'-nschast wird bestehen können. Die Sammler in unserer Stadt, denen der selbstlose Dienst für ein hohes Ziel und insbesondere die Arbeit für das Aufbauwerk des Führers zum Wohle unseres deutschen Volkes eine Herzensangelegenheit ist, stehen am „Tage der nationalen Solidarität" zum Dienst bereit Möchten auch alle übrigen Volksgenossen und Volksgenossinnen in der gleichen Opferfreude zur Mitarbeit durch Opferspenden be- reitstehen, um diesen friedlichen Krieg des deutschen Volkes gegen Hunger und Kälte siegreich gestalten zu helfen! In dieser Gemeinschaft von Sammlern und Spendern wird der „Tag der nationalen Soli- , darität" auch in unserer Stadt Gießen und ebenso in unserer engeren Heimat ein bedeutsamer Meilenstein werden auf dem Wege zur Sicherung des Platzes an der Sonne für unser Volk unter der Führung Adolf Hitlers. Nornoiizen Tageskalenver für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen, im Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Gloria-Palast, Seltersweg: . „Der Himmel auf Erden". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Knox und die lustigen Vagabunden". — Oberhessischer Geschichtsverein im Deutschen Volks- bildungswerk: 20.15 Uhr im Hörsaal 44 der Universität Vortrag von Professor Dr. T a e g e r, Marburg. — Sängerkranz Gießen: 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität Händel-Konzert. — Evangelischer Bund: 20.15 Uhr Gemeindeabend in der Stadtkirche. Paul Eipper in Gieften. Auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins wird am morgigen Freitagabend der bekannte Tierfchriftfteller Paul Eipper zu seinem Film „Freude kommt vom Tier" sprechen. (Siehe heutige Anzeige.) Weihnachtsfeiern der NSDAP. Am Sonntag, 22. Dezember 1935, finden die Weihnachtsfeiern statt, die von der N S D A P. durchgeführt werden. An diesem Tage fallen alle übrigen Weihnachtsfeiern aus. Kreisleitung Gieften der NSDAP. Schmelz. USD., Ortsgruppe Mitte. Die Kohlenhändler werden ersucht, die für den Monat November gültigen Kohlengutscheine der Serie B am Donnerstag, 5. Dezem - b e r, 20.30 Uhr, bei der NSD.-Geschäftsstelle Kap- lansgasse mit Firmenstempel versehen nebst den entsprechenden Rechnungen einzureichen. Der Termin ist unter allen Umständen einzuhalten, da eine Ablieferung nach dem 5. Dezember ftrengstens untersagt ist und die Scheine ihre Gültigkeit verlieren. Freitag, 6. Dezember, um 20.15 Uhr, großes Konzert in der Dous-ialle. Der gesamte Ertrag wird dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugeführt. Kein Volksgenosse, der an dem Konzert teilnehmen kann, sollte daher den Blockleiter der NSDAP., der ihm eine Eintrittskarte zum Kauf anbieten wird, wegschicken, ohne eine Eintrittskarte erworben zu haben. Jeder deutsche Haushalt kauft zum mindesten eine Eintrittskarte. Jeder Blockleiter wird hiermit aufgefordert, nochmals allen jenen Haushalten, die bis jetzt noch keine Eintrittskarte für bas Konzert erworben haben, eine solche anzubieten. Bekennt euch zur Kameradschaft des deutschen Volkes! Ausführende: Mufikkorps des Infanterie- Regiments 36, Leitung: Obermusikmeifter E. K r a u ft e ; 300 Sänger der Gießener Mannergesangvereine, Leitung: Ehormeister Groß. Die Volkshalle ist geheizt. Eintrittspreise: Numerierte Sitzplätze 1,— Mark, Kleine politische Nachrichten. Nationale Solidarität. Am morgigen Freitab, um 20.15 Uhr, werden das Musikrorps des Infanterie-Regiments 36 und 300 Sänger der Gießener Männergesangvereine in der Volkshalle ein großes Konzert geben, dessen ge- samter Ertrag dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden wird. Nach diesem Auftakt zum „Tag der nationalen Solidarität" werden am Samstagnachmittag und -abend in allen Straften und Häusern die Sammler mit den Sammelbüchsen erscheinen, um die Spenden der Volksgenossen für das große Hilfswerk in Empfang zu nehmen. Beide Veranstaltungen stehen unter dem großen Gedanken, die Not eines Teiles der deutschen Volksgenossen als gemeinsame Not der Volksgesamtheit zu betrachten und durch gemeinsamen Einsatz aller Kräfte au überwinden. Der „Tag der nationalen Solidarität" wird in Gieften auch in diesem Jahre wieder, wie überall im Reiche, nicht nur die führenden Männer der Partei und ihrer Gliederungen, sondern darüber hinaus auch alle Volksgenossen des öffentlichen Lebens als Sammler für das Winterhilfswerk vereinen. Für jeden von ihnen wird es eine Ehrenpflicht sein, die Sammelbüchse in die Hand zu nehmen und hinauszugehen in die Straften und die Häuser, um dort die Spenden für die bedrängten Brüder und Schwestern zur Weiterleitung an das WHW. zu sammeln. Bei dieser Tätigkeit im Dienste der Volksgemeinschaft werden die Sammler nur ein Ziel kennen: ihre Sammlerpflicht bis zum äußersten zu erfüllen und damit dem groften Werke unseres Führers zu dienen. Wer sich in Stadt und Land umsieht, wird keinen Augenblick darüber im Zweifel fein, daß durch die Aufbauarbeit der Regierung Adolf Hitlers bereits viel Not und Elend überwunden wurde, aber trotz- Heimatvereinigung Schiffenberg Kriegerkameradschaft, Hungen .Obst- und Gartenbauverein, Gießen Verein ehemaliger 116er, Gießen Gießener Konzertoerein Ev. Bund, Ortsgr. Grüningen Gd. Frauenhilfe, Saasen Kriegerkameradschaft Alten- Buseck * Eo. Frauenhilfe, Mainzlar Tanzklub Rot-Weiß, Gießen Rotes Kreuz, Ortsmännerverein Gießen Wilhelm Friedrich, Gieße.l Kriegerverein, Birklar Kriegerkameradschaft, Röthges Bezugs- und Absatzgenoffenschaft, Ober-Besfinaen Bezugs- und Absatzgenossenschaft, Nieder-Bessingen Freiwillige Feuerwehr, Birklar Frauenbund der Kolonialgesell- schaft, Gieften Spar- und Vorschuftoerein, Leih- geftern Kr^gerkameradschaft, Großen- Ev. Frauenhilfe, Staufenberg Kriegerverein, Rüddingshausen Bezugs- und Absatzgen. Langd Spar- und Darlehenskasse Bellersheim Obst- u. Gartenbauoerein, Lollar Schweine - Versicherungs - Verein Ober-Hörg rn Bezugs- u. Absatzgen. Großen- Linden Schweine -Versicherungs -Verein Wieseck Turnverein Mainzlar Kriegeroerein Allendorf an der Lumda Spar- u. Darlehenskassenverein Lumda Wie im Vorjahre, gliedert sich auch in diesem Jahre das Bäckerhandwerk durch eine hochherzige Stiftung in den Kampf gegen Hunger und Kälte ein. So wurde dieser Tage von dem hiesigen Obermeister der Bäckerinnung, dem Pg. Schorn- b er, Gieften, der Kreisführung des Winterhilfswerkes eine Spendeliste aus dem Mitgliedertreis feiner Innung überreicht, wonach die nachstehend aufgeführten Bäckermeister sich zu einer Spende von insgesamt 1 683 Broten, verteilt auf die Zeit vom 1. Dezember 1935 bis zum 31. März 1936, bereiterklärt haben. Es handelt sich um folgende Betriebe in: Gießen: L. Bende, Crednerftraße; P. Bender, Schubertstrafte; A. Deibel II., Neuenweg; W. Dippel, Bahnhofstraße; G. Erhard, Marburger Straße; A. Euler, Ludwigsplatz; W. Fleckensten, Walltor- ftrafte; C. Haas II., Bleichstraße; F. Haibach, Ebelstraße; W. Hoelters, Frankfurter Straße; L. E. Keil, Neustadt; L. Keil, Neuen Säue; G. Kronenberg, Löwengasse; Ph. Lange, Neustadt; W. Loe- ber, Walltorstraße; L. Müller, Kaiserallee; I. Müller, Seltersweg; L. Müller, Bahnhofstraße; A. Neurath, Asterweg; A. Noll, Mäusburg; K. Paul, Bahnhofstraße; H. Reitz, Licher Strafte; L. Reuß, Seltersweg; L. Rühl K.-G., Marktplatz; G. Schilling, Bismarckstraße; W. Schomber, Walltorstraße; K. Sommer, Bismarckstraße; E. Stritter, Neustadt; L. Weber I., Hillebrandstraße; L. Weber II., Krof- dorfer Straße; A. Weil Wwe., Steinstraße; H. Weimar, Frankfurter Straße; F. Wintterlin, Bruch- Gefarntfumme der bisher eingegangenen Geldspenden Wettere Geldspenden gingen ein in der Zeit vom 26.—30. Noo.: 26.11.: Rechtsanwalt und Notar Dr. Schneider Verkehrs- und Verschönerungsverein, Lich Kameradschaft 1911, Gießen Altersvereinigung 1871—1921, Gießen Gesangverein Heiterkeit-Sängerkranz, Groften-Buseck Deutscher Verein gegen den Alkoholismus Eh. Altersoereinigg. 1858—1908, Gieften Sonntags-Stammtisch im Hotel Prinz Carl Angler-Klub, Gießen Dr. Neuenhöffer, Lich 27.11.: Bezugs- und Absatz - Genossenschaft, Londorf Kriegeroerein, Dorf-Gill Verein für Volksbildung, Lich Ev. Frauenhilfe, Lollar Freiw. Feuerwehr, Lollar Kirchenchor Burkhardsfelden Sitzplätze 0,50 Mark. uno in uen Straßen eingqcßt roccutn, ftcycu um Vorverkauf: Durch die Blockleiter der NSDAP., ihrem Namen am Freitag in der Zeitung. Alle Kreisleitung der NSDAP., Geschäftsstellen der - Kegelklub Trohe Milchabsatzaenoffenfchaft Mainzlar Großscher Männerchor, Gießen Gesangverein Germania, Bellersheim 28.11.: Eo. Frauenhilfe, Allendorf an der Lumda Sängervereiniaung Eintracht- Harmonie, Klein-Linden Schutz- und Polizeihundesportverein, Lich Vogelsberger Höhen-Club, Lich Kriegerkameradschaft, Annerod Edeka, Londorf Bezirks-Obstbauverband Gießen Spar- und Darlehnskasse, Ettingshausen Offiziersvereinigung ehemaliger 116er, Gießen Spar- und Leihkafse, Großen- Gesangv. „Sängerkranz" Gieften Ev. Frauenhilfe Daubringen Heimatvereinigung Staufenberg Eo. Frauenhilfe Ruttershausen Kursus Gießen der Meister- Prüfungen Reit- und Fahrklub Gießen Metzgermeister Eduard Sack, Gießen Lohnspenden von Arbeitnehmern vom 21.11.1935 bis 30.11.1935. 26.11.: Firma Andreas Euler, Gießen Arbeitsamt Gieften Fliegerhorstkommandantur Kassel DAF., Lich 27.11.: NSKK., M 147, Gieften 28.11.: Milchzentrale Gießen Firma Malex, Gieften Hotel Schütz, Gieften Baugenossenschaft städt. Beamten, Gieften Buderus Lollar Fliegerhorftkommandantur Kassel Firma E. Niemann, Gieften Oberer Hardthof, Gieften Licher Tonwerke Reifende der Firma Malex NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen Mannesmann-Röhrenwerke Büro, Gieften Didier-Werke, Mainzlar DAF., Heuchelheim Heimer & Co., Gieften Allgem. Ortskrankenkasse, Gieften 30.11.: DÄF., Groften-Linden DAF., Heuchelheim W. u. G. Schuchard, Gießen Univ.-Versuchsgut Lupusheilstätte, Gieften Bezirkssparkasse, Gießen Arbeitsamt, Gießen Fliegerhorstkommandantur Kassel Finanzkasse Hungen Andreas Euler, Gießen 10,— 15,— 10,— 10,— 10,— 10,— 120,— 16,70 75,65 12,70 30,75 5,40 22.13 9,55 11,10 150,14 207,33 6,08 14,25 6,75 8,50 10,30 5,36 6,60 38,05 17.— 49,20 27,05 75,75 54,05 36,— 12,90 20,57 95,85 27,15 5,40 15,45 17,15 Zusammen: 23 113,17 150 Mark für die GießenerWinterh lfe. Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt uns mit: Aus Anlaß der Eröffnung des Gloria-Lichtfpiel- haufes hat dessen Besitzer, Herr A. Henrich, dem Herrn Oberbürgermeister 15 0 R M. zugunsten der Gießener Winterhilfe überwiesen und dadurch die Verbundenheit mit der Gießener Bevölkerung besonders zum Ausdruck gebracht. Fettverbilligungsmaßnahmen DNB. Die von der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette füf die minderbemittelte Bevölkerung getroffenen Maßnahmen werden für die Monate Januar, Februar und März 1936 im bisherigen Umfange fortgeführt. Die Stammabfchnitte sind auf grünem Wafferzeichenpapier hergestellt; sie enthalten wiederum je drei Reichverbilligungsscheine A und B, sowie einen Bestellschein für drei Pfund Konsummargarine. Der neue Letter des Hauptzollamts <5’efien. Der Herr Reichsfinanzminister in Berlin hat mit Wirkung vorn 1. Dezember 1935 Herrn Zollrat Wilhelm Jensen, bisher Vorsteher des Hauptzollamts in Lyck (Ostpreußen), mit der Leitung des Hauptzollamts in Gießen beauftragt. Am 3. Dezember 1935 fand durch den Herrn Landesfinanzamtsdirektor Mohr vom Landesfinanzamt Darmstadt in feierlicher Weife die Einführung in das neue Amt statt. Herr Jensen, der u. a. auch mehrere Jahre beim Reichsfinanzministerium in Berlin tätig war und dem der Ruf eines ausgezeichneten Fachmanns auf dem Gebiete des Zollwesens oorausgeht, hat sich durch die Herausgabe eines heute für jede Zolldienststelle unentbehrlichen Kommentars „Deutsches Zollrecht" um die Belange der Reichszollverwaltung sehr verdient gemacht. Aus parteiamtlichenDekanntmachungen Neue Geschäftsräume sind von der Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, in dem Haufe Frankfurter Straße 29, Hinterhaus pari., bezogen worden. Dort finden die Ge- schäftsstunden bis auf weiteres wie folgt statt: Ortsgruppenleiter Montags und Freitags von 20.30 bis 21.30 Uhr, Geschäftsführung und Kaffe Montags, Mittwochs und Freitags von 20 dis 21.30 Uhr, NS.-Betreuung Dienstags von 19.30 bis 20.30 Uhr. NSLB., Kreis Gießen. Die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" hielt am gestrigen Mittwoch im Hotel Köhler eine Versammlung ab, die sehr gut besucht war. Lehrer Dr. Reidt, Heuchelheim, begrüßte die Erschienenen und gab das Wort an Lehrer Selber, Garbenteich, der einen sehr lehrreichen Vortrag über „Luftfahrt und Schule" hielt. Im Änschluft an die Ausschreiben des Reichsminifters Rust wurden Anregungen und Winke gegeben, wie dieses Gebiet in der Volksschule zu pflegen ist. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab Lehrer Reinheimer (Großen-Linden) noch nähere Erläuterungen über den Modellbau von Segelflugzeugen. Zum Schluß besprachen die Flurnamensammler des Bezirkes ihre Arbeiten. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Abgesagte Kundgebungen Die von der Gießener Studentenschaft für Dienstag und für den gestrigen Mittwochabend angekün- digten Kundgebungen konnten nicht stattfinden. Der Gaustudentenbundsführer Conrad war am Dienstag durch plötzliche anderweitige dringende Inanspruchnahme verhindert, nach Gießen zu kommen, so daß die auf Dienstagabend in das Gießener Ka- meradschaftshaus anberaumte Kundgebung gegen Abend abgesagt werden mußte. Zu der für den gestrigen Mittwochabend vorgesehenen Kundgebung im Cafs Leib, in der der Reichsführer der Deut« Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGIS Würze und achten Sie genau darauf, daß Ihr Fläschchen aus MAGGIS großer Originalflasche gefüllt wird. In dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als „MAGGP'ist nicht eine allgemeine Bezeichnung MAGGP WÜRZE für Suppenwürzen,sondern die gesetzlich geschützteFabrikmarke für alleMAGGI-Produkte d Kapitän kircheiß über feine Zorschungssahrten Wirken er in Er erinnerte Nachdruck verboten! 2. Fortsetzung. und spät ihre hob. lands diesen In Er zwang, sich, unbefangen zu erscheinen. „Aber Annelies, was machst du denn hier so Kap tön Kirchei" zunächst an seine große Weltumsege- auf einem kleinen Kutter hinter sich Teil seines Vortrages. einem prächtigen und sehr aufschlußreichen den der Redner selbst ausgenommen hatte. dich wirklich nicht so viel deinen Gedanken hingeben, Annelies. Das ist nicht gut. Man muß doch einmal fertig zu werden suchen mit dem, was hinter einem liegt. Und gerade ein solcher Abend ist ganz und gar nicht dazu angetan." Sie gab keine Antwort. Günter trat zu ihr heran. Seine Hand streifte leise die ihre, als er sich aus dem Fenster beugte. „Es ist wirklich kein sehr tröstlicher Abend. Nicht ein einziger Stern steht am Himmel." „Doch", widersprach sie, und bog seine Schulter leicht mit der Rechten zur Seite. „Dort drüben — siehst du? — gerade über der Brücke. Es ist die Venus. Ich habe lange suchen müssen, bis ich sie fand." Jetzt entdeckte auch Günter das nur ganz schwach im Abenddunst flimmernde Gestirn. „Wirklich, da ist sie. Du liebst sie, ich weiß. Vielleicht finde auch ich noch den Stern, den ich liebe. Möchtest du mir das wünschen?" Er hatte sich ihr zugewandt. Aber sie foh an ihm vorüber durch das Fenster. In ihren goldbraunen Augen stand Der leise Widerschein des blassen Mondlichtes. „Möchtest du mir das wünschen, Annelies?" wie- derholte Günter. Ihre schmalen Schultern schienen noch schmaler zu werden. „Ich wünsche es dir von ganzem Herzen", erwiderte sie mit einer Stimme, die gewaltsame Anstrengung verriet. Günter griff nach ihrer herabhängenden Rechten und umschloß sie mit beiden Händen. Sie hielt die Augenlider gesenkt. Ihr weiches, kastanienbraunes Haar, das in einem warmen Goldton schimmerte, wenn die Sonne darauf schien, war dicht vor seinen Augen. Wo war heute das goldene Licht, das diesem herrlichen Braunhaar sonst einen so besonderen Reiz verlieh? Durfte er es in dieser Stunde nicht sehen, weil es nicht für ihn da war? Es ist alles nur halb in meinem Leben!, dachte er. Aber war es nun nicht endlich genug der Halbheiten und der Entschlußlosigkeit? (Fortsetzung folgt!) lung, die er ... brachte,- eine Reise, die er aus nationalen Gründen unternahm, indem er es sich zur Aufgabe gemacht Nicht müde werden, Annelies? Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin. „Sie hat mir noch geholfen, die Kartoffeln zu reiben, dann ist sie gegangen." Günter erhob sich. . .,, _ . . „Das arme Kücken! Leicht hat sie s nicht. Sei du nur immer gut zu ihr." „Das bin ich doch auch. Man muß sie doch gern haben." . . Günter legte der alten, treuen Dienerin den Arm um die Schulter. „Bist ein guter Kerl, meine alte Kathrin! Glückstrahlend sah sie zu ihm auf. Wenige Augenblicke danach trat Günter aus der hinteren Haustür. Vor ihm lag im dunstigen Dunkel der alte, parkähnliche Garten, der sich weit in die Tiefe erstreckte. Die feuchte Luft war schwer vorn Geruch der Erde, schwer von dem bedrängenden Atem des Frühlings. Man sah kaum die nächsten Bäume und Sträucher mit ihrem jungen, frischen Grün in dem verschwommenen Abenddunkel. Die Tiefe des Gartens war nur zu ahnen, wie eine lockende Welt der Geheimnisse. Aber dicht neben Günter leuchtete matt das goldgelbe Blütengehänge der Forsythia. Er beugte sich über die Blütensterne, behutsam legte er die Hand unter das traubenförmige Gold- qehänge. Da lag nun all die junge Schönheit des weiten Gartens verborgen im Abenddunft, wie in weiter unerreichbarer Ferne — hier aber, ganz nahe leuchtete ihm in scheuer, aber eindringlicher Schönheit ein stilles Blütenwunder War es im Leben nicht auch so? Hielt bie Welt nicht manches Ersehnte und Erträumte in unerreichbaren Fernen? Sollte man nicht das nahe Muck, das scheu wie eine junge Blüte im Morgenlicht wartete, mit bei- den Händen umschließen und festhalten für alle Ewigkeit? Es hatte einmal eine Zeit gegeben, da er das Glück seines Lebens gefunden zu haben meinte. Aber das war zerflattert und verweht wie ein welkes Blatt im Herdstwind. War das eigentlich schon sehr lange her? Ihm schien es, als ob ein Menschenalter seitdem vergangen wäre. Es beunruhigte nicht mehr, wenn man einmal daran dachte, also war es wohl nur ein erster, flammender Iugend- rausch gewesen. Es war wohl gut so, daß das nur eine Episode gewesen war — vielleicht würde sich sehr bald eine verhängnisvolle Ernüchterung eingestellt haben. Noch einmal beugte Günter sich über die leuchtenden Blütensterne. Sie schienen das ganze Licht des Tages in sich hineingesogen zu haben, das sie nun mit mildem Strahlen wieder von sich gaben — wie ein Mensch, der voll von Sonne und Herzenswärme ist und seinen Mitmenschen leuchtet in der quälenden Enge dunkler Stunden. Dann richtete er sich auf, um nach Annelies zu sehen. Er ging den breiten Mittelweg entlang, der bis zum hinteren Ende des Gartens führte. Seltsam schwer hoben sich die alten Bäume in den Abenb- himmel. Das grüne Blattwerk der Sträucher erschien in dem sternlosen Dunkel fast schwarz Und darüber schwamm der blasse, vergrämte Mond. Als ob gefrorenes Licht haltlos und irr zwilchen Him- mel und Erde schwebte, sah es aus. Und doch war dieser Mond vielleicht morgen schon wieder voll von Licht, übervoll, so übervoll, wie nur em Menschenherz sein kann. Nirgends sah Günter etwas von Annelies. Es wäre das einfachste gewesen, nach ihr zu rufen Wie fcbön mußte es sein, wenn ihre warme Stimme von irgendwoher aus der kühlen Unsichtbarkeit Antwort gab! Aber ihm war, als durfte er nicht rufen Schlafwandelnde soll man nicht anrufen — und wie eine Schlafwandelnde mochte Annelies sich wohl wieder einmal in ihre Gedanken emgespon- n-n haben Wenn sie wirklich im Garten war, tonnte man sie nur an ihrem Lieblingsplatz suchen, in dem Turm am hinteren Ende des Gartens. Günters Schritte wurden lebhafter, während er die beträchtliche Tiefe des Gartens durchmaß Wie ein zackiger Schattenriß tauchte endlich das Turm- qemäuer vor ihm auf. Der Garten wurde von einer breiten aus mächtigen Quadern gefugten Mauer hatte, gegen die Kriegsschuldlüge zu sprechen Seine zweite Reise aber — die der Redner in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte —, galt mehr wirtschaftlichen Gesichtspunkten, und zwar wollte er sich einen Ueberblick verschaffen über die Art und Weise, ih der in anderen Ländern, bei anderen Völkern, die Schätze des Meeres gehoben werden. Zu diesem Zweck hatte er eine Fahrt unternommen, die ihn an die Polarkreise führte An Hand aufschlußreicher Zahlen wies der Redner darauf hin, daß wir in Deutschland bemüht sein müßten, mit allen Mitteln Abhängigkeiten auf Rohstoffmärkten, insbesondere hinsichtlich der Textilrohstoffe und des Fettes unabhängiger zu werden. Die Fahrt, die Kapitän Kircheiß zunächst an den Südpolarkreis führte, galt aus diesem Grunde zunächst der Erkundung über die Möglichkeiten des Walfischfanges. Er wies dabei zunächst auf die große Bedeutung des Walöles hin, das in vielfältiger Hinsicht Verwendung finden könne und fast täglich auch von uns verwandt werde, sei es in Der Form der Margarine ober in der Hautcreme. Das Walöl sei eines der wertvollsten Oele, besonders, weil es nicht ranzig werde, und jahrelang aufbewahrt werden könne. Deutschland zähle zu den größten Walölverbrau- chern, ohne auch nur einen einzigen Walfischfänger zu besitzen. Seine (des Redners) Bemühungen seien deshalb darauf hinausgelaufen, für einen deutschen Walfischfang die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und die Reichsregierung für die Pläne, Walfischfang einzurichten, zu gewinnen. Seine Bemühungen seien bei der Regierung des Dritten Reiches denn auch von Erfolg gewesen. Entsprechende Schiffe (Kochschiff und Fangboote) befänden sich bereits im Bau. Im Jahre 1936 werde damit zu rechnen sein, daß Deutschland Walfischfänger in die Weltmeere schicken könne/ Walöl stelle das billigste Oel dar, um so mehr, da ja das Weltmeer überall, außerhalb der Hoheitsgebiete, für jedes Volk als Fanggebiet frei sei. Walfleisch sei von gutem Geschmack, ähnlich dem des Rindfleisches. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner bann bie Walfangtechnik und wies dabei auf die Erfindung von Prof. Weber, eines Deutschen, hin, die es gestatte, Wale auf elektrische edjoiun gegen Den löcjctjeiO Des ttreisamis Scholten vom 14. Juni 1935 wegen Versagung der Legi- timationskarte für 1935 Kj.; 7 Klage des Nathan Katz in Schotten gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj.: 8. Klage des Salo Stern in Schotten gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1935 Kj. Schöffengericht Gießen. Gegenstand der gestrigen Sitzung, die sich bis in die späten Abendstunden hinein erstreckte, war der Unfall, der sich in der Nacht vom 20. zum 21. Mai bei Nieder-Weisel ereignete, und dem zwei Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Der in Nauheim wohnhafte Dr. Ludwig Baur machte am Abend des 20. Mai in Begleitung seiner Frau und einer Bekannten eine Autofahrt. Sie begaben sich zunächst nach Butzbach, wo in einem dortigen Lokal kurze Rast gemacht wurde. Darauf ging die Fahrt weiter nach Münzenberg, wo man ebenfalls einkehrte. Nachdem man schließlich in Lich angenommen war, fuhr der Angeklagte wieder zurück iiuui n^Hvaa), wo er nochmals Hali machte. Etwa S24 Uhr fuhr der Angeklagte zurück nach Bad- eim. Unmittelbar hinter Nieder-Weisel verlor er infolge verkehrswidrigen Fahrens die Herrschaft über seinen Wagen und stieß mit einem jungen Mann aus Pohl-Göns, der mit seinem Motorrad, auf dem noch ein junges Mädchen Platz genommen hatte und aus entgegengesetzter Richtung kam, zusammen. Während das Mädchen sofort tot war, verstarb der Motorradfahrer an schweren Verletzungen einige Tage später im Krankenhaus zu Nieder- Weisel. Nach eingehender Beweisaufnahme beantragte der Vertreter der Anklage eine Gefängnisstrafe von 10 Monaten. Nach Auffassung des Staatsanwalts stand der Angeklagte in jener Nacht unter dem Einfluß des Alkohols. Eine Stütze dafür bot sich jedoch in der Beweisaufnahme nicht, zumal die Aerzte eine Blutentnahme verweigerten und dec. Kreisarzt an jenem Abend nicht zu erreichen war. Fest steht jedoch, daß der Angeklagte von der rechten Straßenseite abgekommen ist und es so zu dem Zusammenstoß kam. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Film, den der Redner selbst ausgenommen hatte, lernte man die Technik des Walfischfanges kennen, gewann starke Eindrücke von den mächtigen Tieren deren größte Art, der Blauwal, bis zu 110 Tonnen schwer werden kann. Nich weniger interessant waren Die Bilder von der Verarbeitung des Wals auf den Gießener Wochenmarklpreste * Gießen, 5. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf-, der Zentner 5 bis 6 Mk., Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., Gelbe Rüben 8 bis 12 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 50, Zwie- beln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Df., Birnen 15 bis 25, Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 90 Pf. bis 1,10 Mk., Enten 1 Mk., Tauben, bas Stück 40 bis 50 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf. noch?" Sie lächelte. Ein Lächeln, das in dem Abend- dunkel ertrank, in ihrer Stimme aber nachzuklingen schien, als sie antwortete: ,Jch fange abendliche Grillen, du neugieriger Mensch. Man sieht sie nicht, aber die ganze Luft ist voll von ihrem Zirpen, wenn man nur recht zu hören versteht. Und eine von ihnen, die schönste, hebe ich mir auf — für alle Zeiten ..." Er fühlte einen dunklen Strom durch seine Adern rauschen. „Es ist schön, sich etwas einzufangen, was man für alle Zeiten behalten kann", erwiderte er mit merkwürdig klingender Stimme. „Aber du solltest Weise (Spannungsaufwand von nur 80 Bolt) innerhalb von Sekundenbruchteilen zu töten. Dadurch seien Verluste zu vermeiden, insofern, als die schwe- ren Tiere, die von den Fängern bisher nicht gehalten werden konnten und sich von den Harpunen losrissen, nun nicht mehr verloren gehen können. Diese Verluste waren bisher sehr erheblich und betrugen bis zu 20 v. H. Die häufig gehegte Befürchtung, der Wal sterbe aus, seien völlig unbegründet. Der Wal sei in seinem Vorkommen höchstens zu dezimieren, aber nicht auszurotten. Die Menschheit habe nicht Geld genug, um den Wal auszurotten. Die Jagdgebiete seien reich und unermeßlich. Walfang werde seit über 500 Jahren betrieben und eine Bestandsabnahme sei kaum festzustellen. Mit Hinweisen auf die Möglichkeiten, die sich hier für Deutsch- Fettoersorgung ergeben, schloß der Redner zirk Wiesbaden und Gebiet der Landesregierung Hessen) ihren Betrieb bis zum 15. Dezember bei dem genannten Verband, Frankfurt a. M., Bocken- • Heimer Landstraße 55, schriftlich anzumelden. Die ; Anmeldung hat den Vor- und Zunamen, Wohnort, ‘ Straße und Hausnummer zu enthalten. Ferner ist • anzugeben, ob die Meister- oder Gesellenprüfung j abgelegt worben ist. Lehrausflug Der Gießener Biologen nach Frankfurt. Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstaltete gemeinsam mit dem Deutschen , Biologenverband, Ortsgruppe Gießen, am Samstag einen Lehrausflug nach Frankfurt a. M. unter der Führung von Professor Dr. Henneberg । und Dozent Dr. A n k e l. Die verfügbare Zeit war in erster Linie dem Senckenbergischen Naturmuseum gewidmet. „Senckenberg" forscht, lehrt und dient, und der Dienst am Volke ist bie vornehmste biefer Aufgaben" lagt ber seit kurzem gebrückt oorliegenbe Führer burch bas Museum. Das ist kein neuer Kurs: Seit vor nunmehr halb 120 Jahren, angeregt burch Goethe, Männer aller Stänbe, Arbeiter der Stirn und der Faust, zusammentraten und die „Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft" gründeten, ist die Parole und Ausrichtung dieser Gemeinschaft keine andere gewesen, hat sie die Opferbereitschaft und die freiwillige gemeinnützige Mitarbeit Frankfurter Bürger stets lebendig erhalten. Dankbar bemerkt der Besucher, wie unentwegt an dem schon vor Jahren unter D r e d ermanne genialer Planung begonnenem Werk fortgefahren wird, den Sinn und die Bedeutung aller ausgestellten naturwissenschaftlichen Schätze jedem . Volksgenossen verständlich und dadurch die wissenschaftliche Vorarbeit überhaupt erst fruchtbringend zu machen. Die ungeheuren Skelette vorweltlicher Tiere sollen nicht durch Größe, Maße und Sonderbarkeit beeindrucken, sondern eingefügt werden in bas Gesamtbild vom lebenden Geschehen auf unserer Erde mit seinem ewigen Wechsel von Neuformung, Herrschaft, Kampf, Sieg ober Untergang. Die 'Auszählung und Kenntnis lateinischer Namen gehört in die Arbeitsstube des Wissenschafters, das Volksmuseum aber soll keine Stätte toter Anhäufung und Schaustellung, sondern ein Feierraum des Erlebnisses sein. Die Teilnehmer des Lehrausfluges wurden von dem Zoologen Dr. Z i l ch in anregender Weise durch das Museum geführt. Höhe- punkt und Abschluß fand die an Eindrücken reiche Besichtigung vor dem neu aufgestellten Walskelett von 25 Meter Länge, das in dem neu hergerichteten Walsaal vom 7. Dezember ab allgemeiner Besichtigung zugänglich sein wird. Ein seit Jahrzehnten gehegter Wunsch der Gesellschaft ist damit in Erfüllung gegangen, sie ist stolz, jetzt den größten in Deutschland vorhandenen Finnwal in vorbildlicher Aufstellung zeigen zu können. Nach gemeinsamem Mittagessen wurden am Nachmittag die Gewächshäuser des Palme n • g artens besucht. Gartenbauinspektor Encke verstand aus der Fülle der hier gepflegten Pflanzen die Lebensbilder ber einzelnen tropischen ßanb- striche erstehen zu lassen unb zeigte die Zusammen- hänge zwischen Form unb Verhalten unb den jeweiligen Lebensbedingungen. Die prachtvollen Palmen- und Bambusgruppen, die Kakteen, Brome- ♦* Straßensperre Wegen Ausführung von Kanalarbeiten wird die Provinzialstraße Lich — Birklar — Münzenbera, Ortsdurchfahrt Birklar, vom 5 Dezember ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Bettenhausen. ♦* Sterbefälle In Gießen. Es verstürben in ber Zeit vom 16. bis 30. November in Gießen: 16. Karl Köhler, Kaufmann, 69 Jahre, Schiffen- berger Weg 19; 17. Franz Knapp, Kanbibat ber Rechtswissenschaft, 22 Jahre, Auf der Weißerde 6; 20. Friedrich Bachmann, Lokomotivführer, 55 Jahre, Wilsonstraße 4; 21. Karoline Wetzel, geb. Plank, Wwe., 76 Jahre, Bleichstraße 17; 22. Barbara ßöber, geb. Rohrbach, Wwe., 90 Jahre, Katharinengasse 14; 26. Karoline Stumpf, ohne Beruf, 91 Jahre, Johannesstraße 7; 26 Geh. Hofrat Dr. Paul Gisevius, Univ.-Prof. i. R., 77 Jahre, Moltke- straße 4; 26. Elise Rösler, geb. Allvater, Wwe., 57 Jahre, Goethestraße 42; 27. Karoline Mandler, geb. Krombach, Wwe., 74 Jahre, Schillerstraße 13; 27. Heinrich Runzheimer, Werkmeister, 58 Jahre, ßudwigstraße 55; 28. Hermann ßeyerzapf, Schlossermeister, 68 Jahre, Asterweg 23; 29. Elisabeth Wagner, geb. Moos, Wwe., 79 Jahre, Horst- Wessel-Wall 17 ** Sitzung bes P r o o i n z i a l a u s s ch u s- les. Am Samstag, 7. Dezember, vormittags 8.30 Uhr beginnenb, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, ßandgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Otto Schaffner in Gießen wegen Versagung des Wandergewerbescheins; 2. Klage des Walter Richter in Gießen gegen den Bescheid des Kreis- amts Gießen wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj.; 3. Klage des David Fröhlich in Ulrichstein gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj.; 4. Klage des Albert Reiß in Ulrichstein gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Versagung der ßegitimationsfarte für 1935 Kj.; 5. Klage des Fritz Flörsheim in Alsfeld gegen den Bescheid des Kreisamts Alsfeld vom 6. April 1935 wegen Versagung der Ligimationskarte für 1935 Kj.; 6. Klage des Hermann Goldschmidt in lebt,* Studenlen|cha|i lanurtas y e i a e r 1 |premen sollte, war bie Studentenschaft bereits vor ber Universität angetreten, um gemeinsam zum Cafe Leib zu marschieren. Kurz vor dem Abmarsch traf die Nachricht ein, daß ber Reichsstubentenfuhrer Feickert in ber Nähe von Göttingen mit seinem Kraftwagen eine schwere Panne erlitten hatte, bie ihm bie Weitersahrt unb bie rechtzeitige Ankunft unmöglich machte. Jnfolgebessen mußte auch biese Kunbaebung im letzten Augenblick abgesagt werben. Die Stunbentenschaft trat weg, unb bie im Caf6 Leib erschienenen Interessenten aus ber Gießener Bevölkerung konnten ben Heimweg wieber antreten. Landschastsbund Volkstum und Heimat Den Tierfreunden unseres Bundes sei ber Besuch des Filrnvortraas von Paul Eipper über „ftreube kommt vom Tier" (veranstaltet vom Goethe-Bunb am Freitag, 6. b. M., 20 Uhr, in ber Neuen Aula) bestens empfohlen. Ermäßigte Eintrittskarten zu 75 Pf. bei Challier. Anmeldung der Hausschiächter Wie der Vorsitzende des Schlachtviehverwertungsverbandes Hessen-Nassau bekannt gibt, haben sämtliche Hausschlächter im Bereich bes Schlachtviehver^ öertungsoerbanbes Hessen-Nassau (Regierungsbe- uazeen unO uiajiOetn landen oe|onDerc UßurDigung, an einer Ameisenpflanze würbe das Beispiel einer „Symbiose", zwischen Tier unb Pflanze, eines Lebensverhältnisses mit gegenseitigem Nutzen, erläutert. Der Abend vereinigte die Frankfurter mit den Gießener Biologen zu einem kameradschaftlichen Zusammensein in einer Aepfelweinschenke auf dem Römerberg. Die mehrfach wiederholte Erfahrung, daß ein Vormittag für die Besichtigung des Senckenberg- Museums zu kurz ist und allenfalls einen Ueberblick über das Ganze vermitteln ckann, veranlaßt die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und die Ortsgruppe Gießen des Biologenverbandes zu dem Plan, wiederholte Führungen einzurichten, die jeweils einzelnen Abteilungen des Museums und später dem Zoologischen Garten und dem Palmengarten gelten sollen. Bedingung für das Zustandekommen ist eine genügende.Zahl von Teilnehmern. Jedermann, der an einer solchen Führung teilnehmen möchte (Eintritt frei, Fahrpreis ermäßigt) wird daher gebeten, sich jetzt schon bei den Vorsitzenden der beiden Vereinigungen für diese Lehrausstüge anzumelden. Der erste Besuch ist für Ende Januar geplant. Günter stand ganz still, nur sein Atem ging plötzlich schwerer. Aber Annelies schien seine Gegenwart zu fühlen. Langsam wandte sie sich um sah ihm wortlos entgegen. Er sah nicht, wie Brust sich unter einem stockenden Atemzug Mit leise klopfenden Schläfen trat er ein. begrüßte im Auftrage ber Gießener Hochschulgesell- schaft bie zahlreichen Zuhörer, insbesonbere aber auch ben Rebner bes Abenbs, bessen Leben unb kurzen Zügen schilberte. Sobann sprach Im Saale des Studentenheims am Leihgesterner Weg fanden sich gestern viele Mitglieder unb Freunbe ber Gießener Hochschulhesellschaft ein, um einen Vortrag bes Kapitäns Kirchheiß zu hören, bes Weltumseglers, ber es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ähnlich wie Graf Luckner, für bie deutsche Sacke im Auslanb zu werben, für bas Deutschtum im Auslanb mit bem gesprochenen Wort einzustehen unb barüber hinaus ben Auslanbsbeutschen ein Stück beutsche Heimat näherzubringen. Or. Meesmann abgeschlossen. Mitten in ber Mauer ftanb bas Turm- gebäube, ber „Kummerturm", wie Onkel Korbinian ihn getauft hatte. „Ich breche meinem stillen Kummer bas Genick", pflegte er mit verschmitztem Lächeln zu sagen, wenn er beschaulich mit der ewigen Zigarre bei einer Tasse gutem Kaffee ober einem Glas leichten Moselwein in bem zu ebener Erbe gelegenen Turmzimmer saß unb in das weite Lanb hinaussah. An schönen Tagen saß es sich hier wunbervoll. Draußen hinter ber Mauer, ein wenig tiefer, lag ber schmale, mit alten, knorrigen Eichen beftanbene Werder. Dahinter zog der Fluß sein Helles Band. Und jenseits des Wassers dehnte sich das weite, schwellend grüne Bruch in die sonnen- durchleutete Ferne. Im Augenblick freilich war nichts von alledem zu sehen. Das Turmzimmer war dunkel, bie eisen- beschlagene eichene Tür war nur angelehnt. Behutsam zog Günter sie vollenbs auf. Wie eine schmale, bunfle Silhouette sah er am gegenüberliegenben Fenster, bas nach bem Werber hinausging, eine Gestalt regungslos in versunkener Haltung stehen. Es war Annelies. Ihr Blick war in die abendverhangene Ferne gerichtet. Kochdampfern, wie auch auf den Walfischstationen. Film und Vortrag wurden von den zahlreichen Zuhörern mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Nach einer Pause brachte der Redner noch eine Fülle der interessantesten Schilderungen seiner Eindrücke aus Süd- und Nordamerika. Im Geiste begleitete man ihn nach Süd-Georgien zu Robben unb Pinguinen, nach den Falklandsinseln, nach Brasilien, dann in den schönsten Hafen der Welt, Rio de Janeiro, fuhr mit ihm auf modernen Straßen durch den Urwald bis zu den Anden unb in bas Peruanische Hochlanb, in bas Reich ber Inkas. In Wort unb Filmbilb hörte man von ben Ureinwohnern bes Lanbes, von ben Jnbianern, von ben Bauten ohne Sanb unb Mörtel, wie sie bie Inkas aufführten, man lernte ben Titicacasee (3800 Meter über bem Meere) kennen, begleitete bann ben Welt» reijenben nach Panama, zu ben riesigen Vogelkolonien unb zu ben Perlfischern. Schließlich führte Kapitän Kircheiß seine Zuhörer nach Kalifornien, nach San Franzisko; er erzählte von ben Wundern im Pellowstone-Park, und zeigte ihnen bann in Wort unb Bild Alaska. Hier hörte man von ber Jagb auf Seespinnen burch bie Japaner, von ber Jagb auf Pelzrobben, bie bas Sealfell liefern, von ber Lachsjagb unb vielem anberen mehr. Immer wieber aber zog ber Rebner bie Bemühungen ber Völker, bem Meere feine Schätze abzuringen, in ben Kreis feiner Betrachtungen unb wies zum Schluffe barauf hin, baß auch Deutfchlanb an ber ungeheuren Ausbeute, bie bas Meer gestatte, Teil haben müsse. Voraussetzung bafür ist eine gesteigerte Seefahrt, ist Seemacht. An guten Seeleuten mangele es nicht. Die Schätze bes Meeres unserem Volke bienstbar zu machen, müsse uns heute um so mehr gelingen, ba boch bas ganze Volk einig hinter bem Führer stehe. Mit kurzem Gebenken an ben Führer schloß ber Rebner seinen aufschlußreichen Filmvortrag. Viel ruhiger werden 1 ..auf Kaffee Hag umstellen! Oberheffen. Erhebung des Dorfes Lich zur Stadt — Lich, 4. Dez. Gestern abend wurde in feierlicher Sitzung der Ratsherren unter dem Vorsitz des Bürgermeisters der zweite Beigeordnete unserer Stadt, Ortsgruppenleiter Karl Kuhn, in sein neues Amt eingeführt und vereidigt. Bei der Einführung der neuen Gemeindeordnung galt es für unsere Gemeinde urkundlich nachzuweisen, daß Lich von altersher Stadt- rechte besitzt und infolgedessen die Gemeinderäte den Titel Ratsherren führen dürfen. Dieser Titel Ratsherr kommt bekanntlich in den alten Kirchenbüchern in früheren Jahrhunderten häufig vor. Der urkundliche Nachweis der Erhebung der Gemeinde Lich zur Stadt wurde auf Grund einer im hiesigen Fürstlichen Archiv liegenden Urkunde vom 10. März 1300 geführt. Durch diese Urkunde wurde die der Gemeinde Lich von Rudolf von Habsburg bereits zehn Jahre vorher dem damaligen Landesherrn von Lich, Werner von Falkenstein, verliehene Stadtgerechtigkeit bestätigt. Bürgermeister Geil veranlaßte, daß diese Urkunde photographiert wurde. Die Photographie soll demnächst im neuen Sitzungssaale der jetzigen Bürgermeisterei (früheres Amtsgericht) aufgehängt werden. Die Urkunde hat, in die deutsche Sprache übersetzt, folgenden Wortlaut: „Albrecht, von Gottes Gnaden römischer Kaiser allzeit Mehrer des Reiches, entbietet feinem getreuen Diener Philipp von Falkenstein seine Gnade und alles Gute. Deinem An-« suchen geneigt und in der Absicht, gus königlicher willfähriger Gesinnung dir eine besondere Gunst zu erweisen, erteilen wir dir durch Gegenwärtiges die Ermächtigung, gestützt auf unsere wohlwollende Zustimmung, dein Dorf Lich zu einer Stadt zu erheben, und verleihen ihr in Gnaden und ihren Einwohnern, Gegenwärtigen und Zukünftigen, als Beweis unserer Allerhöchsten Gewogenheit das Recht einer Bürgergemeinde und schenken ihr alle Freiheiten in vollem Umfang, wie sie andere Städte des Reichs und ihre Einwohner besitzen, wobei uns und unseren Nachfolgern vor allem die Gewalt vorbehalten bleibt, solches Recht und solche Freiheiten wieder aufzuheben, wenn das Bestreben, gegen wen es auch sei, darauf gerichtet sein sollte, Unsere erwähnte Vergünstigung vielleicht zum Nachteil anderer Städte des Reichs zu wenden. Zur Beglaubigung dessen erteilen wir diese Urkunde, verbrieft mit unserem Kaiserlichen Siegel. Gegeben zu Heilbronn im Jcrhre eintausend dreihundert, am sechsten Tage vor dem Jdus des März, im zweiten Jahre unserer Regierung." Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 4. Dez. Arn Dienstag-1 abend fand in dem weihnachtlich geschmückten Saale | der Kleinkinderschule die Adventsfeier der evangelischen Frauenhilfe statt. Mit viel Liebe und Sorgfalt hatten die beiden Schwestern der Schwesternstation die Feier vorbereitet. Gedicht- und Ehorvorträge von Mitgliedern und deren Kindern wechselten mit gemeinsamen Gesang der alten Adventsweisen. In seinem Schlußwort dankte Pfarrer König als Vorsitzender der evangelischen Frauenhilfe allen Mitwirkenden für ihre Darbietungen. Die Kollekte des Abends fließt in die Kasse der Kleinkinderschule. * Leihgestern, 5. Dez. Bei der Arbeit zog sich der 17 Jahre alte Heinrich Krieck von hier so erhebliche Verletzungen am Knie zu, daß er nach Gießen in die Klinik verbracht wurde. * Lang-Göns, 4. Dez. Der am Sonntag von den Handwerksmeistern, Gesellen und Lehrlingen vorgenommene Verkauf der Edel st einrose tten erbrachte in unserem Dorfe den schönen Betrag von 157 RM. § Dau bringen, 4. Dez. Bei der hiesigen B ü ch s e n s a m m l u n g für das Winterhilfs- w e r k wurden die Achatabzeichen restlos abgesetzt. Es kamen insgesamt 20 Mark zusammen. 8 A l t e n - B u s e ck, 4. Dez. Am gestrigen Dienstagabend fand hier im Saale von PH. Einhäuser eine gut besuchte Versammlung der Deutschen Arbeitsfront statt. Zunächst sprach Pg. Adam von der DAF. über die Pflichten, Rechte und Vorteile der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, wobei er die Zuhörer aufforderte, geschlossen in die DAF. einzutreten. Anschließend sprach Kreisschulungsleiter Jung von der DAF. über die Entwicklung des Wirtschaftslebens von der Zeit unserer ältesten Vorfahren bis zur Gegenwart. Als Ergebnis feines interessanten Vortrages stellte er in eindrucksvoller Weise die hohen Ziele und den reichen Ideengehalt der Deutschen Arbeitsfront und des nationalsozialistischen Staates heraus. Nach Dankesworten des Ortswalters Wagenbach für die mit großem Beifall aufgenommenen Reden wurde die Versammlung in üblicher Weise ge- chlossen. wg. Großen-Buseck, 4. Dez. Die Stra - ßensammlung für das WHW., die am Vorigen Sonntag von den Handwerkern urib Beamten durchgeführt wurde, erbrachte insgesamt 83,31 Mark. Davon entfallen auf Großen-Buseck 52,26 Mark, Burkhardsfelden 20,85 Mark und auf Oppenrod 10,20 Mark. — Nachdem durch Eintritt der Schüler und Schülerinnen unseres Ortes in die Hitler-Jugend die Voraussetzungen erfüllt waren, wurde dieser Tage die Fahne der HI. über unserer Schule gehißt. Nach voraus- gegangenem Frühsport traten die Schüler und Schülerinnen zu der Feierstunde an, die von Jungvolk und Jungmadeln mit Gesang, Gedichtvorträ- gen und Sprechchören eingeleitet wurde. Rektor Inderthal und Ortsgruppenleiter Bürgermeister R e b h o l z hielten kurze Ansprachen, die der Bedeutung dieser Feierstunde gerecht wurden. Dann wurde die Fahne der HI. feierlich gehißt. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. * Oppenrod, 5. Dez. Unser Mitbürger Wilhelm Brück, Zimmermeister, wird am 7. Dezember 7 0 Jahre alt. Lange Jahre gehörte der Jubilar der früheren Gemeindevertretung als Gemeinderat und zuletzt als Beigeordneter an. * Grünberg, 5. Dez. Der wegen des Kuh- diebftahls in Lang-Göns von der Gendarmerie in Grünberg verhaftete und in das Grünberger Amtsgerichtsgefängnis eingelieferte Lang-Gönfer Einwohner G., der den Diebstahl der Kuh eingestand, hat gestern vormittag im Amtsgerichtsgefängnis in Grünberg einen Selbstm'ordversuch durch Oeffnen der Pulsadern unternommen. Die Tat wurde jedoch schnell entdeckt, und dem Manne konnte rechtzeitig ärztliche Hilfe gebracht werden. Nun ist der Verhaftete in das Landgerichtsgefängnis in Gießen eingeliefert worden. )( L > ch, 5. Dez. Zu dem gestrigen Bericht über die Wiederher st ellung der Seitenkapelle der Marienstistskirche wird von zuständiger Stelle ergänzend mitgeteilt: Die Ausmalung der Kapelle ist nicht durch Kirchenmaler V el t e - Darmstadt, sondern durch Kirchenmaler K i e n z l e - Eberstadt bei Darmstadt erfolgt. Derselbe Kirchenmaler hat auch bei der Wiederherstellung der Nachbarkirchen Birklar, Nieder-Bessingen, Langsdorf und Bettenhausen mitgewirkt. Die Kosten der Wiederherstellung der Seitenkapelle wurden nicht aus dem Kirchenerneuerungsfonds, sondern aus laufenden Mitteln, sowie durch Stiftungen aufgebracht. Auch der Hessische Staat hat sich durch einen Zuschuß beteiligt, ein weiterer Zuschuß wurde in Aussicht gestellt. Bei der Landeskirche ist ebenfalls ein Zuschuß nachgesucht worden. Die Wiederherstellung ist noch nicht beendet. Die Fenster und Türen werden ebenfalls erneuert. Die Beleuchtungskörper find von den beiden Frauenhilfen unserer evangelischen Gemeinde gestiftet worden. Die weitere Ausstattung des Raums erfolgt, sobald die nötigen Mittel zur Verfügung stehen. Die Kapelle soll nach ihrer völligen Wiederherstellung und Bestuhlung für kleinere Taufen und Trauungen, später nach Wiederherstellung der Kirche, als Sakristei benutzt werden. Es sollte vor allen Dingen der Gemeinde die Anregung gegeben werden, unablässig an der Wiederherstellung der Kirche weiterzuarbeiten und dafür die nötigen Mittel im Kirchenerneuerungsfonds zu sammeln. 50 Gemeindeglieder und die beiden Frauenhilfen 1 und 2 arbeiten seit Jahren durch regelmäßige Beiträge an der Ansammlung eines Kirchenerneuerungsfonds, der bereits die Höhe von 3400 Mark erreicht hat. Kreis Schotten. □ ßaubad), 4. Dez. Am Sonntag führte die hiesige Kriegerkameradschaft ein Opfer, schießen für das Winterhilfswerk durch. Die Beteiligung war in Anbetracht des sehr schiech, len Welters zufriedenstellend. Es wurden 44 Serien geschossen, je Serie drei Schuß stehend freihändig mit Kleinkaliber auf 50 Meter Entfernung. Die erzielten Resultate waren sehr gut. Es schossen: Hugo Weber 34, Gg. Tr öl ler 32, Hch. Wahl 31, Bürgermeister Otto Högy 30, Hch. Aug. Stengel 29, Forstmeister Zimmer 28 und Fr. Rud. S i l ß 28 Ringe. — Bei einem Kameradschaftsabend d e s Arbeitsdankes sprach am Samstagabend im „Solmser Hof" der Bezirksobmann 2/22, Feldmeister H a n ß , über die Einrichtung und Bedeutung des Arbeitsdankes, dein die Betreuung der ausgeschiedenen Arbeitskameraden obliegt. Die klaren Ausführungen des Redners wurden mit großem Beifall ausgenommen. — Am Samstagabend fand im Hotel „Schützenhof" die Jahreshauptversammlung und der Kameradschaftsabend der ehemaligen 116er unter dem Vorsitz des Kameradschaftsführers Heinrich Wahl statt. Nach seiner Begrüßungsansprache, die in einem rückhaltlosen Bekenntnis zu Führer, Volk und Vaterland gipfelte, gedachte er der Toten des Weltkrieges unb der Bewegung, sowie des kürzlich verstorbenen früheren Regimentskommandeurs der 116er Exzellenz von Madai. Aus dem sodann erstatteten Geschäftsbericht war ein günstiger Kassenbestand zu ersehen. Kamerad Tröller sprach anschließend über die Kriegsgräberfürsorge und gab eine Werbeschrift bekannt, die die Unterhaltung der Patenfriedhöfe von Anloy und Maissin zum Gegenstand hat. Die Kameraden wurden weiterhin aufgefordert, neue Mitglieder zu werben. Der Kameradschaftsabend wurde nach dem Sieg-Heil auf den Führer mit dem Gesang der beiden Nationalhymen geschlossen. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 4. Dez. Heute fand hier eine Zuchtviehverfteigerung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, Tierzuchtamt Gießen, statt, die sich eines sehr starken Zu- spruchs von Käufern aus allen Teilen Oberhefsens erfreute. Es standen zur Versteigerung 55 Bullen und 52 Eber. Es wurden durchweg gute, als normal zu bezeichnende Preise erzielt. Die Preise für Bullen bewegten sich zwischen 500 bis 1200 Mark. Den höchsten Preis erbrachte ein Bulle mit 1240 Mark. Die Preise für die versteigerten Eber bewegten sich für Landschweine von 150 bis 200 Mark, für deutsche Cdelschweine zwischen 200 unb 300 Mark. Während ber Verkauf ber Bullen flott war, blieb bei der Eberoersteigerung ein lieber« stand von 23 Stück. Bei der Versteigerung bewährte sich die von ber Stadt Alsfeld errichtete Unterstell- Halle für das Marktvieh sehr vorteilhaft. GLORlfl Heute Donnerstag: Premiere Das köstlichste aller Lustspiele mit de : i PALAST Giessen KANONEN DES HUMORS Die 5 Kanonen: Heinz Rühmann, Theo Lingen Adele Sandrock, HermannThimig Hans Moser Auf der Bühne: Das Ballett Dorian Eines der bedeutendsten deutschen Variete-Balletts mit der Solotänzerin Ariman Canon. Dazu Beiprogramm: 7005a Im Fjordgebiet Ostgrönlands und neueste Ton-Woche Fisch-Zentrale Marktlaube. Morg.vonn.trifft große Sendung Seefische wFisch- Filet ein. osisi •Jo h. Verhey Telefon 2295. M« z.Mitn. v. Güter per 6. b. M. von Heppenheim — Darmst.-Frankfurt-Gießen bietet an 7oieD Stüdram&Benöer Gießen Möbeltransport Telefon 3519. Vornehm/ Geschmackvoll I Persönlich! Dleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien» Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Der sechste Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und England gehört der Vergangenheit an. Am Mittwochnachmittag kämpften auf dem Tottenham-Platz in der Londoner Vorstadt White Hart Lane die besten Fußballer Deutschlands und Ena- lands vor 75 000 Zuschauern ein ritterliches Gefecht aus, das mit 3:0 (1:0) für die Engländer einen gerechten Ausgang nahm. Deutschlands Reichsmannschaft lieferte einen ausgezeichneten Kampf. Deutschlands Fußballsport hat einen großen Erfolg errungen, trotz der Schlappe, die er nach dem Torergebnis erlitten hat. Unsere Fußballer und mit ihnen die 10 000 deutschen Schlachtenbummler hinterließen aber bei den sportlich denkenden und fair eingestellten Engländern dank ihres äußerst anständigen Spielens und ihres bescheidenen, vornehmen Auftretens einen so nachhaltig guten Eindruck, daß dagegen die auf dem grünen Rasen zu- standegekommene Niederlage in den Hintergrund tritt. Die deutsche Fußballgemeinde dankt den elf Spielern der Reichsmannschaft für ihren restlosen Einsatz und ihr unermüdliches Kämpfen. Sie dankt außerdem den verantwortlichen Männern, die unseren Spielern eine so ausgezeichnete Vorbereitung zukommen ließen. Die Niederlage durch England wird dem Ansehen des deutschen Fußballs keinen Schaden zufügen, denn es kann sich noch keine europäische Fußball-Nation rühmen, die Engländer auf dem Jnselreich besiegt zu haben. London im Zeichen eines Fußballkampses. Etwa 10 000 fußballbegeisterte Deutsche hatten sich am Dienstag aus allen Teilen des Reiches aufgemacht, um „gen London zu fahren". In den frühen Morgenstunden des Mittwochs begann dann programmgemäß der friedliche Einfall der Deutschen in das Jnselreich. Die Stimmung aller „Schlachtenbummler" war gut, trotz Seekrankheit und Schlaflosigkeit, mit denen die meisten Englandfahrer zu kämpfen gehabt hatten. Der deutsch-englische Fußballkampf ist, ohne zu übertreiben, selbst für die kühlen Londoner ein sportliches Ereignis ersten Ranges. Die Presse hat sehr geschickt das Feuer geschürt. Die Spalten der Zeitungen sind gefüllt mit Berichten, über das große Spiel. Aber daneben erfährt die Oeffentlichkeit auch einiges über das neue Deutschland, von dem man zwar schon viel gehört hat, aber dennoch so wenig weiß. Bis Sonntag hatte die Londoner Bevölkerung wenig Zeit, sich mit dem Länderkampf näher zu befassen. In Gedanken war man noch bei den Meisterschaftsspielen Erst mit dem Eintreffen der deutschen Mannschaft war der Bann gebrochen — das Interesse erwachte Am Dienstagabend war das Fußballspiel das allgemeine Gespräch und das Echo steigerte sich von Stunde zu Stunde und fand seinen Höhepunkt am-Mittwochmorgen, als die deutschen Schlachtenbummler mit den Sonderzügen eintrafen. Aus Dover und Southampton trafen in den frühen Morgenstunden rund 17 Sonderzüge ein. Die „Columbus-Fahrer" hatten einen großen Lorbeerkranz mitgebracht, dessen Schleife die Inschrift trug: „Zum Gedenken an die britischen Toten — von 1500 deutschen Fußballanhängern, die zum Länderkampf gekommen sind" Der Kranz wurde am englischen Kriegerdenkmal in der White- Hall niedergelegt. Leider schlechtes Wetter. Leider hat sich das Wetter verschlechtert. Nach einigen klaren, wenn auch frostigen Tagen ist der gefürchtete Londoner Nebel gekommen, dazu fällt ein feiner, dünner Regen. Die Eingänge zum Platz der Tottenham Hotspurs sind wohl schmal aber so zahlreich und übersichtlich angeordnet, daß der Menschenstrom ohne Gedränge und Stockungen auf die steil ansteigenden Ränge kommen kann. Schon seit sieben Uhr früh befinden sich die Zuschauer auf dem Wege nach Tottenham. Der Anmarsch der Massen vollzog sich in mustergültiger Ordnung. Die ohnmächtigen Versuche roter Hetzer, den friedlichen Wettkampf zu stören fanden nirgends Beachtung. Amtliche Vegrüßungsworte. Das amtliche Programm enthält folgende Begrüßungsworte in deutscher Sprache: , Die Mitglieder der deutschen Fußballmannschaft, die Vorsitzenden und deren Landsmänner, welche die Reise von ihrem Vaterlande unternommen haben, das Wettspiel zwischen Deutschland und England zu sehen, heißen mir herzlich willkommen. Wir sind vertrauensvoll, daß das Wettspiel im Sinne wahrer Sportfreundschaft ausgetragen wird zugunsten beider Mannschaften. Möge das Resultat des Spieles das Gefühl der beiden Nationen hegen und ihre Freundschaft mit einem treuen Bande knüpfen." 75 000 Zuschauer auf den Rängen. Auf den Tribünen des Tottenham-Platzes wehen der Union Jack und die Hakenkreuz-Flagge wegen des Trauerfalles im englischen Königshause auf Halbmast. Das Wetter hat sich etwas gebessert. Das Spielfeld ist von den Regenfällen in der Nacht weich. Die deutschen Schlachtenbummler sind au der großen zweistöckigen Tribüne untergebracht. Eine halbe Stunde vor Beginn des Spieles ist der Platz mit 75 000 Zuschauern fast ganz gefüllt. Die beiden Mannschaften sind bereits angekommen. Die deutsche Elf ist frohen Mutes und sieht sich au dem Platz um. Währenddessen geht eine Welle der Begeisterung durch die Reihen der deutschen Zuschauer. Die Kapelle intoniert das Horst-Wessel- Lied, das von den Deutschen entblößten Hauptes, mit erhobener Rechten angehört wird. In der Ehrenloge sind die führenden Mitglieder des deutschen und 'englischen Fußball-Verbandes erschienen auch der Reichssportführer mit seinem Stab wohnt dem Länderspiel bei. Man sieht den Präsidenten der englischen. Football-Association Charles Clagq, den Sekretär Rous, von deutscher Seite den Leiter der deutschen Expedition Dr. Erbach. Auch der deutsche Botschafter von Hoesch der Landesqruppenleiter der NSDAP für Großbritannien und Irland Bene, Dr. Diem und der österreichische Botschafter in London sind erschienen. Am Vortage ihres großartigen Kampfes gegen die englische Berufsspielerauslese unterzog sich die deutsche Mannschaft aus dem Kampfplatz der Tottenham- Hotspurs bei London einem letzten Training. Man sieht hier die Spieler beim Lauf. Von links nach rechts: Gra mlich (der nächste Spuler ist verdeckt), Münzenberq, Szepan, Rasselnberg, Lehner, Janes, die Ersatzleute Zielinski, Siffling, Buchloh, dann den Mittelstürmer Hohmann und Fath. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Mannschaften kommen .. Um 2.15 Uhr englischer Zeit (3.15 Uhr MEZ.) ertönt aus einer Ecke des Platzes Beifall, der sich zum Orkan steigert. Die deutsche Mannschaft betritt zusammen mit der englischen Mannschaft das Spiel- Der Verlaus Dann formieren sich die beiden Mannschaften in den angekündigten Aufstellungen zum Kampf, also mit: Jakob Haringer Münzenberg Janes Goldbrunner Grämlich Lehner Czepan Hohmann Rasselnberg Fath. Bastin Westwood Camsell Carter Matthews Bray Barker Crayston Hapgood Male Hibbs Das Spiel beginnt eine Viertelstunde früher als angesetzt. Die Deutschen haben Anstoß. Das Spiel ist sehr schnell, obwohl der Boden glatt ist. Durch weite Flügelvorlagen kommen die Engländer immer gefährlich durch. Die englischen Angriffe häufen sich. Zwei-, dreimal rettet Jakob durch Fausten im Gedränge und erhält dafür tosenden Beifall. Neun Ecken — aber nur ein Tor. In der neunten Minute ist die erste Ecke für England fällig, der bis zur Pause noch acht weitere folgen sollten. Die Ecke kommt gut herein, kann aber abgewehrt werden. Die deutschen Spieser sind ziemlich nervös, aber hinten stehen Grämlich und Haringer eisern und werfen sich mit größter Ruhe den zahlreichen englischen Angriffen entgegen. Eine halbe Stunde ist schon vergangen, und immer noch steht der Kampf 0:0. Im deutschen Sturm ist Hohmann die treibende Kraft. Die deutschen Vorstöße werden von ihm und seinen Nebenleuten eingeleitet, leider sind es jedoch nur sehr wenige. Die englische Mannschaft ist stark überlegen. Die britischen Spieler sind unheimlich schnell. In der 25. Minute ist die dritte Ecke für England fällig, nachdem die zweite schon einige Minuten vorher abgewehrt worden war. Zwei Minuten darauf, in der 27. Minute, rettet Jakob den vierten Eckstoß der Engländer. Unsere Mannschaft ist ganz in ihre Hälfte zurückgedrängt. Nur Hohmann steht vorn, sonst helfen alle Spieler in der Verteidigung mit. Die Ueber- legenheit der Engländer ist so groß, daß die Verteidiger Male und Hapgood bis zur Mittellinie aufrücken können. Trotz der zahlreichen deutschen Verteidigung kann der englische Linksaußen Bastin durchbrennen und seinen Nebenmann Westwood bedienen. Westwood schießt, der Ball geht zur Ecke, die gut hereinkommt, aber von Münzenberg erneut zur Ecke abgewehrt wird. Nach der achten und neunten Ecke Englands kommt auch Deutschland wieder einmal zum Angriff Lehner erzwingt im Nahkampf mit Hapgood die erste Ecke für Deutschland. Lehner tritt sie hoch herein, Rasselnberg springt dem Ball entgegen, kann ihn aber nur knapp über die Latte lenken. Die deutschen Spieler wehren sich mit dem Mute der Verzweiflung, sie zerstören Angriff auf Angriff, zwei Minuten vor der Pause können sie jedoch das Unheil nicht mehr abwenden. Camsell Englands Mittelstürmer, erhält den Ball und spielt sich obwohl sich ihm drei deutsche Spieler entgegenwerfen, durch und schießt hart bedrängt aus nur vier Meter Entfernung flach und unhaltbar für Jakob ins Tor. England führte mit 1:0. Dom Wiederanstoß weg spielt sich Rasselnbcrg nach vorne, wird aber schließlich vom Ball abge- dränqt Etwas mehr Glück hat Lehner, der Hap- aood umspielen kann und zu Szepan weitergibt. Szepan schiebt zu Fath, dessen Schuß streicht jedoch an der Breitseite des Tores vorbei auf den rechten Flügel, wo sich Lehner vergeblich streckt. Gleich darauf pfeift der ausgezeichnete Schiedsrichter Olsson-Schweden zur Pause. feld. Die deutsche Elf in schwarzer Hose und weißem Hemd mit roten Aufschlägen, die Engländer in blauem Hemd und weißer Hose. Die Kapelle stimmt das Deutschlandlied an, alle stehen entblößten Hauptes. Dann wird 'die englische Hymne gespielt. des Kampfes. Die zweite Halbzeit. Die Deutschen eröffnen das Spiel mit einem schönen Vorstoß, doch Lehner geht einem Kampf mit seinem Gegner aus dem Wege. Auf der anderen Seite geht ein Schuß von Camsell am deutschen Tor vorbei. In der dritten Minute arbeiten sich Fath und Rasselnberg fein durch, der Ball kommt zu Hohmann. Dieser schlägt aus der Luft in die Ecke, doch Hibbs dreht den Schuß im letzten Augenblick ab und bringt dadurch Deutschland um das sonst sicher fällig gewesene Ehrentor. Wieder greifen die Engländer an. Jakob erhält schwere Arbeit. Dennoch kommt der deutsche Sturm zeitweilig besser ins Spiel. Einige schöne Kombinationen, bei denen besonders Rasselnberg geschickt aufbaut, gefährden das englische Tor. Lehner erhält den Ball in Abseitsstellung, schießt mit dem linken Fuß und trifft auch das Ziel, aber Olsson hat vorher schon gepfiffen. Das Abseitstor hat keine Anerkennung gefunden. Gleich darauf läßt Carter einen Bombenschuß aufs deutsche Tor los, der Ball prallt von der Latte ab, doch Münzenberg schlägt ihn in letzter Sekunde zur 11. Ecke aus. Allerdings hätten die Engländer in dieser Spielzeit gut drei Treffer erzielen können, aber Jakob stand seinen Mann. Das Spiel der Deutschen läuft immer besser. Die Leistungen sind ausgeglichener. Haringer fährt bei der Abwehr nach englischem Muster wuchtig dazwischen. Und doch erfüllt sich das Verhängnis. Zweites Tor für England. In der 21. Minute erhöht England seinen Vorsprung auf 2:0. Bastin hat sich fein durchgespielt. Während der Linksaußen das Leder hoch hereingibt, hat Goldbrunner nur einen Augenblick den englischen Mittelstürmer Camsell unbeobachtet gelassen. Jakob springt heraus, jedoch kann sich Camsell „länger machen" und sein Kopfball geht hoch über den Regensburger hinweg in das deutsche Tor. Sofort mit dem Wiederanstoß sind die Engländer wieder im deutschen Strafraum, und drei Minuten später ist der Kampf entschieden. Die deutsche Mannschaft ist durch den Treffer etwas verwirrt und ehe sie sich wieder gefunden hat, kommt England in der 24. Minute zu seinem dritten Tor. Ein schneller Flügelwechsel zwischen B a st i n und Camsell gibt dem englischen Linksaußen Gelegenheit, das Leder mit großer Wucht in die äußerste Torecke zu schlagen. England hat sein drittes Tor erzielt. In der deutschen Mannschaft sind jetzt einige Schwächen erkennbar. Die Verteidigung ist nicht mehr so eisern wie vorher. Jakob verhütet in letzter Minute ein Selbsttor; der Ball geht zur 12. Ecke für England ins Aus. Jakobs Abstöße reichen nicht mehr weit genug. Dor dem englischen Tor hat dann Lehner Pech. Immer noch hat der deutsche Sturm Gelegenheit, den Ehrentreffer herauszuholen. Das überaus scharfe Tempo des Spieles hat aber die Unsrigen erschöpft. Die letzten Minuten... Immer noch droht dem deutschen Tore Gefahr. Dann lassen auch die Engländer nach. Sie fühlen sich ihres Sieges sicher und in den letzten Minuten hat Deutschland noch eine Gelegenheit. Eine Steilvorlage von Rasselnberg Über Hohmann zu Fath sieht gefährlich für England aus, doch Hibbs ist schneller aus dem Tor als die Deutschen wieder am Ball sind. England erzielt die 13. Ecke, Camsell stellt noch einmal Jakob auf die Probe. Inzwischen ist die Dunkelheit hereingebrochen und das Spiel geht fast bei völliger Finsternis zu Ende. Als der Schlußpfiff ertönt, rauscht noch einmal der Beifall von den sich zum Heimweg rüstenden Zuschauern mächtig auf. Die Kritik. Die deutsche Elf kämpfte während der ersten 50 Minuten mit einem Löwenmut. Unzählige, kaum zu lösende Situationen gaben die englischen Berufsspieler unserer gesamten Mannschaft auf, die sich geschlagen hat, wie keine Mannschaft zuvor in England. Der herzliche, langanhaltende Beifall der 75 000 Zuschauer für das wundervoll faire Spiel und den selbst für englische Verhältnisse un« begreiflichen Kampfeswillen waren der beste Beweis dafür, daß die deutsche Mannschaft ihre Mission in London erfüllt hat. Bester Spieler der deutschen Elf war Jakob im Tor. Seinem entschlossenen Dazwischenfahren gegen spröde Haut haben wir es zu danken, daß die Niederlage nicht höher ausfiel. In der Verteidigung kam Münze n b e r g dem englischen Kampfeinsatz und dem englischen Kampfwillen nahe. Haringer war mit seinem entschlossenen Dazwischenfahren eine Kleicklg- keit härter. In der Läuferreihe leistete Gold- brunner bis zur Pause fabelhafte Arbeit. Er bildete eine der erfreulichsten Ueberraschungen. Grämlich und Janes hielten sich in der ersten Halbzeit ausgezeichnet. Dann fiel Janes ab. Zusammen mit Fath bildete er die einzigen schwachen Punkte in der deutschen Mannschaft. Das Mittelfeld wurde nach der Pause von Szepan und Rasselnberg beherrscht, soweit es die deutschen Angriffe betrifft. Nach Jakob ist, wenn man eine Rangfolge aufstellen müßte, Hohmann, der quecksilbrige Mittelstürmer, als erfolgreichster Spieler zu bezeichnen. Lehner überraschte ebenfalls angenehm. Die Engländer haben es nicht leicht gehabt, diesen 3:0-Sieg zu erringen. Bis zur Pause gab es allerdings nur eine Mannschaft: England. Ueberragend in der englischen Mannschaft war das Verteidigungspaar Male und Hapgood mit seinem entschlossenen und blitzschnellen Eingreifen. Beide ergänzten sich aufs Vortrefflichste im Stellungsspiel. Der Angriff operierte wie aus einem Guß. Camsells Stärke war sein kluges Zuspiel. Seine raumgreifenden Vorlagen und seine erfolgreichen Torschüsse stempelten ihn zum Helden seiner Mannschaft. Carter und Matthews waren vor der Pause, W e st w o o d unir B a st i a n nach dem Wechsel der bessere Flügel. Erstaunlich erschien das Zuspiel der englischen Außenläufer zu den Stürmern. Meinunaen noch dem Spiel. Der DNB.-Vertreter hatte nach dem Fußball- Länderspiel zwischen England und Deutschland auf dem Tottenham-Platz Gelegenheit, einige Spieler und den deutschen Reichstrainer Nerz über ihre Meinuyg zu dem Kampf zu befragen. Reichstrainer Nerz antwortete: Das Spiel war sehr fair und gut, und es kam kein einziger Mißton auf. Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wir haben natürlich nie erwartet, daß wir eine solch hervorragende Mannschaft schlagen können. Aber auch unsere Mannschaft hat sich ausgezeichnet gehalten. Das Spiel hat alle Erwartungen erfüllt. Der deutsche Mannschaftskapitän Szepan erklärte: Wir spielten so gut wir konnten und möchten so gut spielen können wie die Engländer. Wir haben uns ausgezeichnet mit den englischen Spielern verstanden. Der englische Mannschaftsführer Hapgood: Es war ein sehr schönes Spiel. Die Deutschen erwiesen sich als überaus faire Fußballer. Allerdings war ich ein klein wenig enttäuscht, denn ich hatte eine noch größere Leistung erwartet. Das Passierspiel der Deutschen ist sehr geschickt, aber nicht schnell genug, so daß meine Mannschaft stets Zeit hatte, die Lage zu retten, Die zehn Gebote de« Die Aktiengesellschaft gehört zu denjenigen Einrichtungen der Wirtschaft, die dringend einer inneren Umstellung bedürfen. Die Reichsregierung hat nach der staatlichen Neuordnung zunächst vermeiden wollen, eine überstürzte Reform des Aktienwesens vorzunehmen, um der Wirtschaft eine möglichst ungestörte, ruhige Entwicklung zu sichern. Es ist jedoch ein AktienrechtSausschuß eingesetzt worden, der unter Führung der Akademie für deutsches Recht und des Reichsjustizministeriums die einschlägigen Fragen in eingehenden Beratungen geprüft und dann bestimmte Vorschläge für eine Reform des deutschen Aktienrechts gemacht hat. Diese Reform soll in der Richtung zur Durchführung gebracht werden, daß die Anonymität, die im Wesen der Aktiengesellschaft liegt, möglichst beschränkt wird. Man glaubt dieses Ziel dadurch zu erreichen, daß man das Führerprin- z i p auch in der Aktiengesellschaft weitgehend verwirklicht. Gegenüber dem Einfluß der anonymen und oft an dem Gedeihen des Unternehmens wenig interessierten Aktionäre soll der des verantwortlichen Leiters der Aktiengesellschaft wesentlich gestärkt werden. Diese Reform soll aber nicht etwa zu einer Beschränkung der Bedeutung der Aktiengesellschaft innerhalb der deutschen Wirtschaft führen. Die Aufgabe, die auf dem Gebiete des Aktienrechts gelöst werden soll, besteht vielmehr gerade darin, die Aktiengesellschaft zu einem möglichst brauchbaren Instrument der Kapitalbeschaffung für die deutsche Wirtschaft zu machen. Aktie und Aktiengesellschaft sind nicht Selbstzweck der Wirtschaftsgesetzgebung. Eine innere Berechtigung haben sie nur insoweit, als sie der Wirtschaft durch Beschaffung von Kapital für produktive Zwecke wertvolle Dienste leisten. Soweit sie aber zu diesem Zwecke unentbehrlich sind, müssen sie erhalten und gegen Mißbräuche geschützt werden. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat in einer Rede vor der Akademie für deutsches Recht die Bedeutung der Aktie als Instrument der Kapitalbeschaffung für die Wirtschaft scharf herausgearbeitet. Er ging dabei von dem Leitgedanken aus, daß alle Einrichtungen der Wirtschaft einem einzigen Gesicht punkt untergeordnet werden müssen, nämlich den Lebensrechten des deutschen Volkes. Diese Lebensrechte erfordern heute zwar eine Beseitigung der Mängel, die bisher mit der kapitalistischen Einrichtung der Aktiengesellschaft verbunden war, aber keineswegs eine Beseitigung des kapitalistisch - technischen Apparats, den die moderne Volkswirtschaft nun einmal nicht zu entbehren vermag. Dr. Schacht zog einen sehr treffenden Vergleich mit der Notwendigkeit höchster technischer Entwicklung in der Landwirtschaft und im Heerwesen. Wie die L a n d- wirtschaft heute nicht ohne kapitalistisch-technische Einrichtungen, so z. B. Erntemaschinen, Dampfpflüge, Getreidesilos usw., auskommen kann und darum auch eine Agrarverfassung haben muß, die diese Einrichtungen anwendbar macht, und wie ferner der Bedarf der heutigen Wehrmacht an Geschützen, Flugzeugen, Unterseebooten u. dgl. nur bei kapitalistisch hochentwickelten Unternehmungen gedeckt werden kann, so braucht auch die Industriewirtschaft in heutiger Zeit Großunternehmungen, die mit bedeutenden Kapitalien arbeiten. Ein einzelner Unternehmer aber kann so große Kapitalien selten oder niemals investieren. Gerade in dem verarmten Deutschland, in dem es nur verhältnismäßig wenige sehr reiche Leute gibt, werden die technisch-industriellen Aufgaben, die die heutige Zeit stellt, vielfach nur durch ein Zusammentragen von Kapitalien, die sich in vielen einzelnen Händen befinden, gelöst werden können. Diese Sammlung der Ersparnisse vieler und ihren Einsatz für eine bestimmte Unternehmung ermöglicht in erster Linie die Aktiengesellschaft. Das Aktienrecht muß deshalb so gestaltet werden, daß ein möglichst großer Anreiz zur Investierung von Kapitalien in der industriellen Produktion vorhanden ist. Um zu zeigen, welches die Voraussetzungen sind, die eine solche gut funktionierende Kapitalbeschaffung für die industrielle Erzeugung gewähr- lejsten, hat Dr. Schacht in seiner Rede zehn Grundsätze aufgestellt, die für die Neuformung des Aktienrechts im nationalsozialistischen Staate richtunggebend sein sollen. In diesen zehn Grundsätzen ist der Inhalt der kommenden Aktienrechts- resorm knapp und einleuchtend zusammengefaßt. Darum verdienen sie eine nähere Betrachtung. Das erste Gebot, das der Reichsbankpräsident für unerläßlich hält, ist die Rechtssicherheit auf wirtschaftlichem Gebiet. Sie ist der selbstverständliche Ausgangspunkt der gesamten nationalsozialistischen Wirtschaftsgesetzgebung. Für die Aktiengesellschaft wird außerdem ihre Anerkennung als geeignetes Instrument zum Aufbau moderner Großunternehmungen gefordert. Dieses Instrument kann aber nur bei williger Mitarbeit der einzelnen Kapitalisten und Sparer funktionieren. Je v e r - i neuen Aktienrechts. kehrsfähiger daher die Aktie ist, d. h. je leichter verwertbar sie ist, wenn sich ihre Rückwandlung in flüssiges Geld aus irgendwelchen Gründen als notwendig erweist, desto bereitwilliger werden die Ersparnisse vieler der Produktion und damit der Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Außer diesem Zufluß des anonymen Kapitals braucht die Aktiengesellschaft freilich den verantwortungsbewußten Wirtschaftsführer, dessen Stellung daher auch gegenüber den Aktionären gestärkt und gefestigt werden muß. Aber diese Führer werden, wie Dr. Schacht betonte, auch in der Wirtschaft nicht ernannt, sondern sie ent- st e h e n von selbst und müssen sich durch ihre Leistung bewähren. An die Stelle des früher Auslandslizenzverkauf des jüngsten deutschen Flugzeugwerkes. Fwd. Die deutsche Flugzeugindustrie hat einen Auslandserfolg zu verzeichnen, der deswegen besondere Beachtung verdient, weil das jüngste oeutsche Werk in schärfster internationaler Konkurrenz erfolgreich blieb. Nach langwierigen Erprobungen, Denen verschiedene international bekannte Flugzeugtypen unterworfen waren, hat sich der Aeroklub der Schweiz in Zusammenarbeit mit den zuständigen Schweizer Stellen für die Einführung des deutschen „Bücker-Jungmann-Flugzeugs^ im Lizenzbau für die Schweiz entschieden. Der genannte Flugzeuatyp besitzt hervorragende Eigenschaften als Schul-, Sport- und Kunstflugmaschine. Die Wahl fiel jedoch hauptsächlich deshalb auf ihn, weil diese Eigenschaften durch niedrige Anschaffungs- und Unterhaltungskosten ergänzt werden. Die Bäcker- Werke bei Berlin tragen damit als jüngstes deutsches Flugzeugwerk ebenfalls dazu bei, den Ruf der deutschen Produktion im Ausland neu zu festigen. Oie Jndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1328: Neue Bestimmungen über den Reiseverkehr nach der Schweiz. 1329: Neuregelung des Zahlungsverkehrs mit Ungarn. 1330: Bekanntmachung KP 71 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1331: Reichsgartenschau Dresden 1936 (24. April bis 11. Oktober 1936). * * Hoher Ertrag der 1935er Weinernte. Während Fachkreise den Ertrag der 1935er Weinernte bisher auf ° etwa 3,6 bis 3,7 Mill. Hektoliter schätzten, zeigt die Uebersicht bei den zuständigen berufsorganisatorischen Stellen, daß die Weinernte von diesem Jahre doch noch stärker an das Ergebnis des letzten Jahres herankommt. Der Ertrag 1935 wird nach Informationen des Fwd. mit 4 Mill. Hektoliter, also 85 v. H. der vorjährigen Rekordweinernte von 4,7 Mill. Hektoliter beziffert. Rhein-Mainische Börse. INillagsbörfe: Mexikanische Anleihen lebhafk und fest. Aktien und deutsche Renten still. Frankfurt a. M., 4. Dez. Die Mittagsbörse wurde bei Eröffnung und später von einer lebhaften Aufwärtsbewegung der mexikanischen Anleihen beherrscht. Die schon seit einigen Tagen feste Haltung der Auslandbörsen löste heute am hiesigen Markt erneut lebhafte Nachfrage der Kundschaft und des berufsmäßigen Borseichandels aus. Starke Umsätze hatten 5proz. äußere Gold mit 14,40 bis 14,75 (13,25) und 5proz. Silber mit 5,80 bis 6,00 (5,50), ferner stiegen 4,5proz. Irrigation auf 8,55 bis 8,70 (7,85), 3proz. Silber auf 5,20 (5,05) und 4proz. Gold von 1904 auf 8,40 bis 8,65 (8). Der deutsche Rentenmarkt lag still, nur Reichs-Altbesitz fanden etwas Nachfrage zu 112,13 bis 112,25 (112,13), während Kommunal-Umschul- dung auf 88,50 (88,65) abbröckelten. Zinsvergütungsscheine mit 91,05 und späte Reichsschuldbuch- forberungen mit 97 lagen unverändert. Einiges Geschäft erhielt sich auch für zertifizierte Dollar- Bonds zu gestrigen Kursen, 6- und 6,5proz. Preußen 64,75 bis 64,50, 7proz. Spargiro 64,75, 6proz. Spargiro 63,50. Der Aktienmarkt lag dagegen nahezu geschäftslos und wies keine einheitliche Tendenz auf. Die Grundstimmung war jedoch freundlich und meist ergaben sich kleine Erhöhungen. Stärker befestigt waren Zellstoff Waldhof mit 116 (114,50), ferner kamen Feinmechanik Setter nach Pause mit 77 (74) häufig beobachteten Gegensatzes zwischen Betriebsführer und Aktionären soll künftig das gleiche Vertrauensverhältnis zwischen beiden treten, das in dem Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft den Klassenkampf verdrängt und ersetzt hat. Im übrigen kann kein Wirtschaftsfrüher unumschränkt walten, sondern auch er bedarf der Kontrolle, die in der Aktiengesellschaft vor allem die Generalversammlung ausübt ober schafft. Das neue Aktienrecht soll bie Mängel der Vergangenheit beseitigen, aber zugleich einer besseren künftigen Entwicklung die Bahn frei machen, damit die Aktiengesellschaft ihre Aufgabe, der Arbeit das nötige Kapital bereitzustellen, möglichst vollkommen erfüllen kann. Das Ziel, dem sich alle anderen Gesichtspunkte unterzuordnen haben, ist auch hier die Sicherung einer größtmöglichen Leistung. zur Notiz. JG.-Farben eröffneten mit 149,75 (149,50), Metallgesellschaft 110,75 (110). Von Elektroaktien gewannen Siemens 0,65, RWE. 0,25, Ges- fürel 0,75 v. H. AEG. 36 (36,13). Montanaktien gaben durchweg von 0,25 bis 0,75 v. H. nach, nur Buderus unverändert 93,50. Im einzelnen kamen Reichsbank mit 179,50 (179), BMW. mit 117,75 (117), Daimler mit 90,50 (91), Junghans weiter ermäßigt mit 77 (77,50) und Feldmühle Papier mit 114 (114,50) zur Notiz. Im Verlaufe unterlagen mexikanische Anleihen stärkeren Schwankungen, das zuweilen herauskommende Angebot wurde zu den höchsten Kursen aufgenommen; das Geschäft blieb lebhaft. 5proz. Silber stiegen auf 6,06 nach 6, 3proz. Silber auf 5,40 nach 5,20 und 5proz. Tehuantepec auf 7,65 nach 7,40 (7,40), 5proz .äußere Gold schwankten zwischen 14,50 bis 15. Deutsche Anleihen blieben still und unverändert. Kommunal - Umschuldung etwa 88,55 nach 88,50. Goldpfandbriefe lagen behauptet, während Liguidationspfandbriefe 0,13 bis 0,25 v. H. nachgaben. Stadtanleihen notierten teilweise etwas höher. Industrie-Obligationen lagen behauptet. Am Aktienmarkt war die Haltung später etwas fester, die Umsätze blieben aber gering. Montanwerte waren von 0,25 bis 0,50 v. H. erholt, ferner fliegen JG.-Farben auf 150 und Scheideanstalt auf 217 (215), dagegen gingen Reichsbank auf 179 nach 179,50 zurück. Von später zur Notiz gekommenen Papieren verloren Conti Line Zürich 1,5 v. H., Cement Heidelberg 1 v. H., Lahmeyer 1 v. H., Licht & Kraft 0,50 v. H. Tagesgeld war leicht und wurde auf 2,5 (2,75) v. H. ermäßigt. Abendbörfe ruhig. Die Abendbörse nahm allgemein einen sehr ruhigen Verlauf. Am Aktienmarkt waren die Kurse zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. unter Berliner Schluß gefragt Etwas fester lagen Zellstoff Wald- Aus -en preußisch« Todessturz vom Aussichtsturm. LPD. Gelnhausen, 4. Dez. Am Fuß des ungefähr 30 Meter hohen Aussichtsturmes auf dem Hufeisen im Altenhaßlauer Gerichtswald wurde der 20jährige Joachim Sperr aus Frankfurt a. M. t o t aufgefunden. Sperr hatte sich vor einigen Tagen von feiner Pflegestätte in Großenhausen entfernt und ist beim Besteigen des Turmes a b gestürzt. Ein doppelter Schädelbruch hatte den sofortigen Tod herbeigeführt. Kreis Wetzlar. LPD. Wetzlar, 4. Dez. Im Gemeindewald bei P h i l i p p ft e i n ist der 36 Jahre alte Friedrich Müller aus Philippstein bei Holzfällerarbeiten von einem herabstürzenden schweren Ast getroffen worden. Dem Manne wurde der Schädel zertrümmert, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte war verheiratet und hinterläßt zwei kleine Kinder. <£ Rodheim a. d. B., 4. Dez. Der Führer und Reichskanzler hat dem Johannes F a ss a u e r fchen Ehepaar von hier anläßlich seiner Goldenen Hochzeit eine Ehrengabe von 50 RM. nachträglich überwiesen, die dem Jubelpaare durch Bürgermeister P e p p l e r mit den besten Wünschen übergeben wurden. — Die hiesige Kameradschaft des Kyffhäuserbundes wird am nächsten Sonntag im Manischen Saale im Anschluß an eine Mitgliederversammlung ein Preis- schießen zum Besten des Winterhilfswerkes veranstalten. Glückwunsch des Bührers. LPD. D a r m ft a b t, 4. Dez. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: Der Geschäftsleiter des Oberhof mit 117,25 (116,75), dagegen gaben AKU. auf 50,25 (50,65) nach. Deutsche Anleihen lagen still, etwas fester Altbesitz mit 112,40 (112,13). In mexikanischen Anleihen entwickelte sich heute abend nur sehr kleines Geschäft; nach den starken Erhöhungen zeigte sich etwas Zurückhal- tung und teilweise erfolgten kleine Abgaben; 5 v. H. äußere Gold gaben auf 14,65 (14,90), 4 v. H. Gold auf 8,50 (8,70) nach, auch 5 v. H. Silber nannte man mit 6 nach 6,10 und 4,50 v. H. Irrigation mit 8,50 nach 8,70. Etwas fester lagen Ungarn Gold mit 9,25 bis 9,30 (9,10). U. a. notierten: Altbesitz 112,40, IG. Farben- Bonds 125,50 Br., 5,50 v. H. Franks. Hyp. Liquid. 100,70, 4 v. H. Ungarn Gold 9,25 bis 9,30, 5 v. H. äußere Mexikaner 14,65, 4 v. H. Goldmexikaner 8,50, Commerzbank 83,75, Reichsbank 179, Buderus 93,50, Harpener 103, Mannesmann 79, Mansfeld 117, Rheinstahl 101,75, Stahlverein 75,50, AKU. 50,25, Bekula 134,50, Daimler 90,50, Scheideanstalt 217, Licht & Kraft 132, IG. Farben 149,75, Gessürel 123,25, Goldschmidt 105,13, Holzmann 86,50, RWE. 130,25, Schuckert 118, Siemens 170,65, Kaufhof 25,75, Zellstoff Waldhof 117,25, Hapag 15,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Dez. Der Getreidegroßmarkt lag allgemein ruhig. Die Angebotsverhältnisse in Brot- und Futtergetreide haben gegen den letzten Markt keine Veränderung erfahren, nach Futterhafer und Futtergerste besteht weiterhin großer Bedarf. Futtermittel, soweit es sich um bewirtschaftete handelt, waren nicht angeboten, dagegen lag Angebot in Futter- und Nachmehlen sowie in Mischfutter vor. Der Abruf in Weizenmehl blieb zufriedenstellend, Roggenmehl hat sehr kleines Geschäft. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in Mark: Weizen W 13 205, W 16 208, W 19 212, W 20 214, Roggen R 12 168, R 15 171, R18 175, R19 177, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Sommergerste für Brauzwecke 220 bis 225, Weizenmehl W13 28,05, W16 28,30, W19 28,30, W 20 28,65, Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, alles plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W13 10,65. W 16 10,80, W 19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Trockenschnitzel 8,80, .Großhandelspreis ab Fabrikstation, Heu 8 bis 8,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,40 bis 3,60, gebündelt 3,20 bis 3,40. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 50 Rinder (5 Ochsen, 1 Bulle, 41 Kühe, 3 Färsen), 773 Kälber, 400 Schafe, 450 Schweine. Es kosteten: Kälber 48 bis 76 Mark, Härnrnel 43 bis 48, Schafe 25 bis 43, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Kälber, Härnrnel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. landesgerichts Darmstadt, Bürodirektor I a to b Hoffmann, sieht am 5. Dezember 1935 auf eine 41jährige Dienstzeit zurück. Der Führer und Reichskanzler hat ihm aus diesem Anlaß seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden. Vom Zug überfahren. Ein Toter, ein Schwerverletzter. Darmstadt, 4. Dez. (LPD.) In der Nähe der Stvckschneise zwischen Darmstadt und Weiterstadt der Bahnstrecke nach Mainz wurde der verheiratete Rvttenarbeiter Wilhelm K ö n i g aus Griesheim bei Darmstadt von einem Zuge überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Wenn du dich an Weihnachten an den leuchtenden Augen deiner Kinder erfreust, denke auch an deine armen Volksgenossen! Darum spende in diesen Tagen dein Weihnachtspaket für das WHW. An Weihnachten soll niemand ohne Gabe fein! Ein zweiter Arbeiter wurde ebenfalls schwer verletzt und kam in 'das Stadtkrankenhaus nach Darmstadt. König wich einem in Richtung Darmstadt kommenden Zuge aus und wurde von einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Zuge, den er nicht rechtzeitig bemerkte, erfaßt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franktun a. M. Berlin Schluß« lurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- börse Oatum 3.12. 4.12. 3.12. 4 12. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,5 100,25 100,65 100,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,5 97,5 97,5 97,5 57a% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102 102 Deutsche Anl.°Ablös.-SchuId mit Auslos.-Rechten ............. 112,13 112,9 112,13 112,25 4*/i% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 100,13 100 100,4 100,4 (rückzahlb. 102%)............ 97,75 97,75 97,75 97,75 471% ehem. 8% Hessische Lande«' baut Darmstavt Gold 81.12.... 96,25 96,25 57z% ehern. 4/,% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 100,75 100,5 472% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 93 93 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,13 113,4 113,4 47t% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,95 67z% ehem. 472% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 100,85 100,7 57i% ehern. 472% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 101 101 ioi 100,9 47.% ehem. 8% Pr.Landcspfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl.VI 97 97 97 97 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 107,7 107,7 107,7 107,75 4% Oesterretchische Goldrente... — _ _ 27,25 4,20%, Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 1,25 1,25 1,4 9,1 1,4 9 9,3 9,25 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,9 8,9 9 — 47i% desgl. von 1913.......... 8,9 8,9 — 9 5% abgest. Goldmerikaner von 99 13,25 14,65 13,25 14,75 4% Türkische Bagda'dbahn-Anleihe Serie I..................... — 1 - Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- börle Votum 3-12 4.12. 3.12. 4.12, 4% desgl. Serie II ........... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1902 5.8 5,8 5,85 5,8 4'/i%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,25 8,25 8,65 8,7 4% Rumänische vereinh. Rente 2 74% Anatolier............ 4,8 4,8 4,8 4,75 38,8 38,8 38,65 39 Harnburg-Arnerika-Paket ..... 0 15,5 15,5 15,5 15,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 26,13 — Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,4 16,75 17 16,65 '21.(1). für Verkehrswesen Akt. .. 0 85,75 85,25 85,65 85,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 113,25 113 113,25 113,5 Commerz- und Prival-Bank ... Deutsclie Bank und Disconto» 0 84 83,75 84 83,75 Gesellschaft................ 0 83,5 83,75 83,5 83,75 Dresdner Bank.............. 0 84 84 84 84 Reichsbank ................ 12 179 179 179 179,13 A.E.G...................... 0 36,13 36 36 36,25 Bekula.................... 10 134,75 134,5 134,75 134,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 110,75 110,5 110 111,5 Licht und Kraft ........... 67* 132,5 132 132,5 132 Felten & Guilleaume......... Gesellfch.f.Eicktr. Unternehmung. 4 104 104,25 104 104,25 6 121,5 123,25 122 123 Rheinische Elektrizität ........ 6 — — 129 — Rhein. Wests. Elektr.......... 6 129,25 130,25 129,25 130,5 Schuckert & (£o............... 4 118 118 118.25 118.5 Siemens L Halske............ 7 170 170,65 169,75 170,5 Lahmeyer &(£o.............. 7 121,5 120,5 121 121 Buderus ............... 4 93,5 103 93,5 102,75 93,5 103 93,75 103 Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener................... 0 103 103 103,13 103,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 81,25 81,65 81,25 81,5 Ilse Bergbau ............... 6 160,5 — 158 156,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 126 125,25 126 125,13 Klöcknerwerke ............... 8 80 79,5 79,5 79,13 Mannesmann-Röhren........ 0 78,9 79 78,75 78,75 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Scblußk. Mittag- Votum 3-12. 4.12. 3.12. 4.12. Marisfelder Bergbau....... Kokswerke................ Rheinische Braunkohlen .... Rheinstahl ................ Bereinigte Stahlwerke...... Ltavi Minen ............. .. 6 .. 6 . 13 .. 4 .. 0 117,75 102,25 75,25 18,13 126,5 120 117 213 101,75 75,5 18,4 126,5 190 118 113,75 210 102,5 75,13 18,13 127 120,5 192 117,25 114,5 211,5 101,9 75,4 18,25 127 190 Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 5 .. 5 77a 3- G. Farben-Jndustrie..... Scheideanstalt............. Goldschmidt ........ 149,5 215 104,5 112 110 149,75 217 105,13 112,5 110,75 149,75 104,5 113,5 110 149,9 105,13 112,5 110,5 Rütgerswerke ............ Metallgeiellschaft........... -4 Philipp Holzmann........ 87 116,5 129 86,5 115,65 129 87,5 86,5 Zementwerk Heidelberg .... Eementwerk Karlstadt....... Schultheis Patzenhoser ..... _ 101 5 Alu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg...... .. 0 50,5 101,5 114,5 75,75 50,25 102,65 117,25 76,75 51,13 101,25 113,75 76 125 90,5 136,5 50^65 102,75 116,75 77,5 124,75 90.75 136 Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ...... .. 5 Daimler Motoren...... 91 136,5 90,5 136,5 Deutsche Linoleum......... Lreusicin & Koppel ........ Westdeutsche Kaufhof....... Chade........ .. 0 7'/. - 12 .. 8 25,75 281 169 159,5 25,75 278,5 159,4 25,65 278 159,75 76,5 25,65 Accumulatoren-Fabrik...... Conti-Gummi............. 278,5 168,25 159,4 Gritznec....... 26,4 87,75 200 26,9 201 Mainkraftwerke Höchst a.M . Süddeutscher Zucker ....... .. 4 . 10 87,75 200 M Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL 3.Dezember 4.Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Bries Geld Briet Buenos Sitte. 0,681 0,685 0,681 0,685 Brüssel .... 42,04 42,12 42,05 42,13 Rio de Jan. 0,140 0,142 0,139 0,141 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,73 54,83 54,75 54,85 Danzig..... 16,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,255 12,285 12,26 12,29 Heljingfors.. 5,40 5,41 5,40 5,41 Paris ..... 16,375 16,415 16,37 16,41 Holland ... 168,33 168,67 168.38 168,72 Italien.... 20,13 20,17 20,13 20,17 Japan ...... 0,714 9,716 0,713 0,715 Jugoslawien 5,644 5,656 5,644 5,656 Oslo..... : 61,54 61,66 61,57 61,69 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,12 11,14 11,12 11,14 Stockholm... 63,19 63,31 63,22 63,34 Schweiz ... 80,40 80,56 80,39 80,55 Lpanien... 33,97 34,03 33,95 34,01 Prag....... Budapest .. 10,265 10,285 10,265 10,285 Neuyork .. 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten. Berlin,4.Dezember_______ Geld Brie' Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,91 42,07 Dänische Noten ................. 54,56 54,78 Englische Noten ................. 12,225 12,265 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten ............... 167.96 168,64 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,41 61,65 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — —- Schwedische Noten............... 63,05 63,31 Schweizer Noten................. 80,21 80,53 Spanische Noten................. 33,59 33,73 Ungarische Noten................