*1 ttr. 259 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 5. November 1935 -LL'Ä'ZÜÄL e Mnnaime #on Snjetgeit »SÄ iZkt AM A44 All 1IM4 A4 A Aü Heimat im Bild - Die Scholle ■ ■ Ä »t- B B ga fl 'M M ▼ ■■ mH y IWW A Mg JW H^ Grundpreise für 1 mm höhe Monats-Bezugspreis: H Kl WM M HL^^ BZ H ■ S B B B Hz H H H H für Anzeigen 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 WM M ■ HT H »Hf ■ H Bf B B B B W Br B B B Bf W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte „ 1.80 Äp Hk. E HK K H »k ... ME Ak ^H B B ^H KB. B B B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. „ < V U I ▼ B TTV I V HW V V 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen H vorh.Vereinbg.250/^ mehr. V cw« ®r«n6»tdft: MM General-Anzeiger für Oberhessen Kranifuri am motn 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiiülrvuch- und Steindruckerei R. Lange In Sieben. Schriftleitung und ScschSstrftelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B Oie bolschewistische Herrenschicht. Don unserem 7!.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, Oktober 1935. Ende September haben die Sowjetregierung und der Zentralvollzugsausschuß der Sowjetunion, also die höchsten Exekutivbehörden des Staates, eine Verordnung beschlossen und veröffentlicht, die im Innern der Sowjetunion wie nach außen hin gleichermaßen sensationell wirkt. Es handelt sich um die W i ederherstellung der alten Rangbezeichnungen in der Armee und die Einführung einer Reihe von neuen Rangstufen. Sie stellt einen der weithin sichtbarsten Meilensteine in der innersowjetrussischen Entwicklung der letzten Lahre dar. Die Diktatur des proletarischen Staates hat sich hier entschlossen, mit dem letzten Rest der kommunistischen Gleichmacherei aus der Epoche des Kriegskommunismus zu brechen und der Armee einen äußeren Rahmen zu geben, der sie bewußt an die Armeen derwe st europäischen Staaten annähert. Diese Entscheidung ist natürlich nicht von ungefähr erfolgt. Rach dem Abschluß des militärischen Bündnisses mit Frankreich und insbesondere auch während der vor kurzem in der Ukraine stattgefundenen großen Manöver der Roten Armee haben fortlaufend militärische Besprechungen zwischen den Vertretern der beiderseitigen Generalstäbe stattgefunden. Man wird auch in der neuen sowjetrussischen Offiziersrangliste' unschwer französische Einflüsse feststellen können. Von der Kampfkraft der „Roten Arbeiter- und Bauernarmee" haben sich die Franzosen bei den Manöoern in der Umgebung von Kiew selbst überzeugen können; nun präsentiert man ihnen auch ein dem französischen nachgebildetes Offizierskorps, das die Armee des Sowjetstaates Der des Verbündeten im Westen annähern soll. Der „Leutnant" ist wieder auferstanden, der „Kapitän", wie in Frankreich, regiert die Stunde und, ebenso wie es einen „Marschall von Frankreich" gibt, wird künftighin ein „Marschall der Sowjetunion" von dem Willen der Sowjetunion zeugen, die beiden Armeen, die stärksten der Welt, möglichst eng verwandt erscheinen zu lassen. Man gibt sich in Moskau die allergrößte Mühe, die Rote Armee als einen in jeder Beziehung bündnisfähigen Machtfattor hinzustellen und unterstreicht bei jeder Gelegenheit ihre außergewöhnliche Bedeutung für die ganze Zukunft des bolschewistischen Staates. Und man stößt fid erst recht nicht daran, auch die letzten Reste der alten kommunistischen Begriffe als „überlebt" anzusehen und abzuschaffen. — Hinzu kommt, daß auf der einen Seite Stalin ein täglich steigendes Interesse für die militärischen Dinge beweist und daß er damit der Armee eine Geltung im Lande verschafft hat, wie sie außer ihr vielleicht nur noch die GPU. besitzt, während auf der anderen Seite diese bevorzugte Kaste im bolschewistischen Staat sich ihrer gestiegenen Geltung durchaus bewußt ist und bereits begonnen hat, nicht ohne einen gewissen Erfolg selbst in außenpolitische Angelegenheiten hineinzureden. Wohin dieser neue Zustand für die Sowjetunion selbst eines Tages führen kann, bleibt eine Frage der Zukunft. Tatsache ist schon heute, daß die Angehörigen der roten Wehrmacht durch diese Verordnung auf innenpolitischem Gebiet einen Machtzuwachs erfahren haben, der sie um mehrere Stufen von den übrigen, der „einfachen" Sterblichen im Sowjetparadies, von der großen Masse der Sowjetproletarier, trennt. Die gesetzliche Festlegung der ausgesprochenen Rangunterschiede legalisiert hier einen Zustand der Schichtung, der heute nicht einmal mehr verhüllt wird. Der Offiziers- stand soll bewußt ein gehobener Stand sein, der sich sowohl in feinen Idealen wie in der allgemeinen Lebenshaltung von den „einfachen Sowjetbürgern" unterscheidet. Das Bewußtsein der besonderen Aufgaben, die er zu lösen hat, der besonderen Würde, die er besitzt,, und der besonderen Verdienste, die er sich erworben hat, wird ihm mit klarer Absicht eingetrichtert; er soll einen pri - vilegierten Stand, eine bevorzugte Kaste, * eine Klasse für sich im „klassenlosen Staat" bilden! Zusammen mit der Klasse der hohen Parteifunktionäre, der höchsten Staatsbeamten, der Fabrikdirektoren" und Ingenieure, sowie schließlich der freien Künstlerschaft und einiger Hochschullehrer wird der Offiziersstand in Zukunft noch mehr die k o m - munistische Herrenschicht im Staat bilden. Und wenn diese neue Erscheinung der Stalinschen Herrschaft in der Tat auch nicht mehr viel mit den alten kommunistischen Dogmen zu tun hat, so ist doch kein Zweifel, daß auch oiese Elite der bolschewistischen Diktatur sich fest in der Hand Stalins befindet, daß sie nur ein Werkzeug bildet, um feine Gewalt im Lande zu befestigen und fein Regiment im Mutterstaat des Kommunismus zu sichern. Auch für das Ausland von besonderem Interesse ist aber diese Entwicklung der klaren Unterscheidung zwischen den „führenden Menschen" und den „Nur- Sowietbürgern"; eine Entwicklung, die vielfach Übersehen werden konnte, weil sie äußerlich mit den Grundsätzen der „Diktatur des Proletariats" nicht in llebereinftimmung zu bringen war. Es ist nicht übertrieben, und man tut wohl auch den leitenden Männern in Moskau heute nicht mehr weh, wenn inan behauptet, daß diese Diktatur des Proletariats sich in der Tat in eine Diktatur über das Proletariat verwandelt hat! Auf Schritt und Tritt kann man Feststellungen treffen, die von der rücksichtslosen Ausnutzung der Arbeiter und Bauern, dafür aber aud) von einem unerhörten Englands VölkerbundspoM im Mlelpunkt des Wahlkampfes Englands europäische Sendung Baldwin sieht gute Vorzeichen für die kollektive Sicherung des Friedens. London, 5. Rov. (DRB. Funkspr.) In einer Wahlrede in Liverpool sagte Ministerpräsident Baldwin u. a.: Vor vierzig Jahren habe ich in dieser Halle erklärt, es handele sich nicht darum, einen neuen Staat zu schassen, sondern den alten Staat zu retten. Wir haben den alten Staat gerettet. Diesmal wünschen wir eine Vollmacht, die es uns ermöglicht, unser Werk fort» zusetzen, und die Schöpfer eines neuen Staates und, wenn es Gottes Wille ist, eines neuen Europa zu werden. England verlangt eine starke und erprobte Regierung. Aber ich glaube auch, daß Europa heute feine Blicke auf England richtet, um Hilfe, Ratschläge und eine Führung zu erhalten, wie es dies niemals zuvor getan hat. Es gibt kein ermutigenderes Zeichen der Zeit, als die Tatsache, daß der Völkerbund eine Lebenskraft und eine Männlichkeit gezeigt hat, die ein gutes Vorzeichen für den kollektiven Frieden der Zukunft bilden. In ganz Europa herrsche zweifellos ein starker und entschlossener Wunsch nach Frieden. Dies komme in dem Wunsche des Völkerbundes zum Ausdruck, daß Frankreich und England ihr möglichstes tun möchten, um eine friedliche Lösung zu finden, die für Italien, Abessinien und den Völkerbund annehmbar wäre. Diesen Versuch würden Frankreich und England mit Unterstützung des Völkerbundes unternehmen. Nichts werde hinter dem Rücken des Völkerbundes geschehen. Es werde keine isolierte Handlung Englands geben. Alle würden sich zurückhalten und das Risiko und, falls eine Regelung erreicht werde, die Ehre miteinander teilen. Englands pvÄlk ist die Politik des Völkerbunds. Hoare gegen seine Kritiker. London, 4. Nov. (DNB.) In einer Rede im Londoner Stqdtteil Chelsea wandte sich Außenminister Sir Samuel Hoare gegen die Auslegung, die die britische Außenpolitik durch politische Gegner im In- und Auslande erfahre. Die englische Außenpolitik sei einfach und äußerst gradlinig. Das Kabinett habe keinen Plan zur Reform des Völkerbundes erwogen. Es habe auch nicht bei ausländischen Nationen in dieser Frage Fühlung genommen. Er habe seit Wochen alles getan, um den Völkerbund zu stärken und seinen kollektiven Maßnahmen zu einem wirklichen Erfolg zu verhelfen. Zum ersten Male in der Geschichte der Welt seien kollektive Maßnahmen gegen einen nicht herausgeforderten Angriff vorbereitet worden. 40 bis 50 Staaten hätten sich auf einer gemeinsamen Grundlage geeinigt und dadurch zum Ausdruck gebracht, daß sie bereit feien, für die Sache des kollektiven Friedens beträchtliche Opfer zu bringen. Sie hätten gezeigt, daß sie nicht den unnatürlichen Argwohn hegten, wie Lloyd George, Lord Snowden und die Arbeiterführer, und daß sie die Bemühungen der französischen und britischen Regierung, eine ehrenvolle Lösung der Auseinandersetzung zu finden, in jeder Hinsicht billigten. Das seien die beiden großen Ergebnisse von Genf, die ohne einen Druck der britischen Regierung zustandegekommen feien. Die gradlinige und einfache Politik der Treue England.s zum Völkerbund und die Bereitwilligkeit, sich um eine ehrenvolle Lösung zu bemühen, sei die Politik des Völkerbundes in feiner Gesamtheit. Das fei feine Antwort auf die Wahlmanöver der politischen Gegner, die erklärten, daß England den Völkerbund heute unterminiere und entschlossen sei, ihn morgen zu zerstören. Englische Familien verlassen Italien. London, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Rom, daß sich eine Anzahl englischer Familien aus Furcht vor einem Boykott und vor Lebensmittelmangel infolge der Sühnemaßnahmen veranlaßt gesehen habe, Italien zu verlassen. Andere, die ihre Sommer« ferien außerhalb von Italien verbracht hätten, hätten ihre Rückkehr dorthin aufgeschoben, um eine Besserung der Aussichten abzuwarten. Der englisch-amerikanische Verein in Rom habe infolge mangels an Mitgliedern seine Tätigkeit eingestellt. Wirtschaftliche Folgen der Sanktionen für Frankreich. Paris, 5. Nov. (DNB. Funkspr.) Die „Journse Industrielle" weist auf die immer mehr zuneh- menben Klagen französischerJndustrie- Zweige hin, die besonders stark durch die wirt» schaftlichen Sühnemaßnahmen gegen Italien be» troffen werden. Diese Industrien, deren ganze Tätigkeit auf die Ausfuhr nach Italien eingestellt sei, lägen praktisch lahm. Andererseits werde aber auch Beschwerde darüber geführt, daß gewisse Staaten trotz Zustimmung zu den Sühnemaßnahmen versuchten, das Handelsverbot mit Italien zu umgehen. Man weise besonders auf die Anwesenheit einer sowjetrus fischen Wirtschaftsabordnung in Mailand hin, die angeblich ihren italienischen Abnehmern die Einfuhr von Erzen garantiert habe, vorausgesetzt, daß die Lieferung nicht mehr wie bisher frei Genua sondern frei Poti (Schwarzes Meer) erfolge. „Gruß an die Feinde von einst." Eine italienische Betrachtung am Waffenstillstandstag. Rom, 4. Nov. (DNB.) Unter der Überschrift „Gruß an die Feinde von ein ft" richtet das halbamtliche „G i o r n a l e d ' I t a I i a" am Jahrestag des Waffenstillstandes, an dem es sich von feinen einstigen Weltkriegsverbündeten völlig im Stich gelassen fühlt, einige Worte an die Feinde Italiens im Weltkriege. Das Blatt schreibt? „Am Samstagabend hat eine fest zusammengefügte Schar von Völkerbundsstaaten endgültig das Datum für die wirtschaftliche Belagerung Italiens festgesetzt. Unter den Teilnehmern an dieser Belagerung befinden sich weder Oe st erreich noch Ungarn, die auch dem Völkerbund angehören, noch Deutschland, das aus dem Völkerbund ausgetreten ist. Unseren loyalen früheren Feinden entbieten mir einen bewegten Gruß. Die wechselvolle europäische Geschichte will es, daß alles dies mit dem Jahrestag unseres Siegeszuges zusammenfällt. Auf dem Schlachtfeld, durch ein verschiedenes aber hohe« Ideal getrennt, haben auch die Feinde Gelegenheit gehabt, sich kennenzulernen und ihren Mut als Kämpfer und Männer abzuschätzen, um sich dadurch zu achten. Oesterreicher und Ungarn haben vier Jahre lang den Italienern gegenübergestanden, und alle werden sich nach an die Worte erinnern, die sie dem Monte San Michele widmeten. Die Deutschen maßen sich mit uns bei Bligny und am Jsonzo. Und aus dieser auf dem Schlachtfelde entstandenen Achtung heraus fühlen die Feinde, die heute zu Freunden wurden, tiefer den Wert der Freundschaft, der man nicht mit schönen aber leeren Worten Genüge leistet, sondern die sich durch V e r st ä n d n i s und Solidarität ausdrückt. Die Italiener müssen feststellen, daß die Erinnerung an die in verschiedenen Ländern durchkämpften harten Krieae unter den Feinden von gestern das Gefühl der Loyalität, anstatt es zu verdunkeln, noch v erst ä r k t hat. Diese Loyalität fand in männlichem Mut ihren Ausdruck, von dem Europa als eine der glänzendsten Tatsachen seiner Kultur und Ehre Kenntnis nehmen muß." Der „Teuere" schreibt, daß die Italiener heute als „Belagerte" den Tag feierten, dem einst die Alliierten den allgemeinen Waffenstillstand vom 11. November verdanken durften. Die letzten 17 Jahre hätten nur dazu gedient, das Band der im Kriege geborenen und geweihten Freundschaften zu einem dünnen Faden werden zu lassen, mit dem man heute Italien erwürgen wolle. Jedes Jahr seien die Kränze der einstigen Verbündeten an dem Grabe des italienischen unbekannten Soldaten niedergelegt worden. Es sei heute nicht einmal mehr möglich, einen Eichenzweig nach Italien auszuführen. Ebensowenig wie man in Versailles Italien Gerechtigkeit widerfahren lassen wollte, wolle man heute, wo Italien einen entschlossenen und unwiderruflichen Willen zeige, Verständnis für feine Ansprüche aufbringen; im Gegenteil, man versuche, ihm den Weg zu versperren und sein Vorgehen schwieriger zu gestalten, indem man den absurden Sanktionsapparat einsetze Italien werde jedoch weder Drohungen noch Druck nachgeben. Auf dem Savona-Friedhof in Mailand wurde am Sonntag an dem Denkmal, das für 2 0 0 im M a i 1917 mit einem torpedierten Schiff untergegangene britische Soldaten errichtet worden ist, ein großer Kranz niedergelegt. Die Schleife in den italienischen Farben trägt die Aufschrift „Trotz der Undankbarkeit der Lebenden". Italien schnallt den Gürtel enger. Don unserem römischen (5 -Korrespondenten. R o m, Anfang November. Es war einmal eine Internationale Getreidekonferenz und die Weifen der Wirtschaft faßen um den Duce herum und redeten auf ihn ein, er solle doch feine Getreideschlacht abblasen. Es gäbe ja ohnehin schon viel zu viel Korn auf der Welt, in Amerika heize man die Hochöfen damit und dem ungarischen Bauer werde das Mehl fix und fertig zu einem niedrigeren Preise ins Haus geliefert, als er für den Weizen auf dem Halm erzielen könne. Der Duce aber meinte, wenn wirklich ein lieber» schuß an Korn vorhanden sei, so solle man dem Herrgott für den Segen danken; denn sicherlich gäbe es neben den besagten Hochöfen und den durch Weizenfütterung fettgewordenen ungarischen Karpfen auch noch einige hungrige Menschen, die sich über ein Stück Brot freuen könnten. Vielleicht liege der Fehler nicht an der Ueberzeugung, sondern an der mangelhaften Verteilung. Da lächelten die anderen Herren und sprachen in hohen nationalökonomischen Tönen. Der Duce blieb fest. Und siehe, sie verstanden einander nicht, denn der eine übersetzte Getreide mit Preis und Geld, beranbere mit Brot unb Volk. Da sahen ihn bie Fremben entgeistert an unb machten sich kopfschüttelnb davon: dem Manne konnte nicht geholfen werden. Heute feiert Mussolini einen feiner schönsten Siege. Er kann seinem Volk die Brotkarte ersparen. Ohne die erfolgreiche Getreideschlacht müßte es jetzt schon vor der Aushungerungsbrohung kapitulieren; so aber reichen bie Vorräte bis zur nächsten Ernte. Und vielleicht scheitert an den viel- Wohlleben der Herrschenden Zeugnis ablegen. In der Stadt füllt diese Entwicklung am ehesten in die Augen. Vor einem der Torgsin-Magazine, d. h. der Äuslänberläben, die aber auch an oalutafräftige Inländer verkaufen, konnte kürzlich folgendes Gespräch belauscht werden, das sehr eindringlich für die Klassenbildung in Sowjetrußland spricht. Vor dem Schaufenster steht eine Arbeiterfrau mit ihrem Kind: „Mutti, kauf mir diese schöne Wurst". — „Das kann ich nicht, mein Kind. Ich habe kein Geld!" — „Mutti, ich möchte dieses Spielzeug da haben." — „Das können wir uns nicht leisten. Das ist nur etwas für bie Reichen! Komm, mir gehen!" — Das ist be» zeichnenb: Das Bewußtsein von bem Unterschieb in der Schichtung ber Bevölkerung je nach Besitz hat sich schon fest bem Sowjetbürger eingeprägt! „Das ist nur was für bie Reichen'... Wie früher bie reichen Russen Hunderttausende verschwendeten, während Millionen der armen Mitbürger hungerten und ihre Not als etwas Schicksalgegebenes Hinnahmen, so hat heute das Leben selbst den Grundsatz der kommuni st ischen Gleichmacherei beseitigt und an seine Stelle das Prinzip der Schichtung gesetzt. Nur, daß in diesem Falle von einem klassenlosen Staat nicht mehr die Rede sein kann. Der bevorzugte, ber besitzende Sowjetrusse ist auch auf den ersten Blick schon zu erkennen. Der hohe Parteibeamte, der leitende Staatsangestellte, der Ingenieur oder Fabrikbirektor, der von den Bolschewisten privilegierte Künstler — sie alle gehen gut angezogen, sie flitzen in eigenen Automobilen durch die Straßen, sie besitzen irgendwo in der Umgebung der Stadt ein Landhaus, wo sie das Wochenende verbringen, sie verfügen über Wohnungen, die mit dem modernsten Komfort eingerichtet find, sie haben ihr Bankkonto, das oft sechsstellig ist, sie verdienen 3000, ja 5000 und 10 000 Rubel im Monat,--während die allgemeine Verelendung Riesenfortschritte macht, während ein einfacher Arbeiter sich und feine Familie mit 150 Rubel im Monat ernähren muß. Aber nicht nur der Besitz, auch die öffentliche Geltung ist das bevorzugte Anrecht jener dünnen Oberschicht. Wenn es heute, was einem Ausländer besonders seltsam im kommunistischen Staate erscheint, tatsächlich bereits RubelmiHili o n ä r e gibt, so ist das nur das Gegenstück zu der Heranbildung einer ausgesprochenen kommunistischen Aristo kratie durch die Sowjetleitung auf der anderen Seite. Vertreter dieser Sowjetaristokratie findet man in allen Berufen und in allen Städten wie auch auf dem Lande. Zunächst sind es überall bie Parteimitglieder, die um mehrere Stufen nicht nur von der allgemeinen Rechtlosigkeit, sondern auch von der allgemeinen Not getrennt sind. Sie werden bevorzugt beliefert, sie erhalten freie Reise auf den Sowjetbahnen und frei Erholung in den Kurorten, ihre Kinder werden in den Schulen als erste berücksichtigt, sie haben' das höchste Einkommen und die besten Aussichten auf allen Gebieten. Neben den Angehörigen ber höchsten Sowjetbürokratie, der GPU. und ber Armee bilben sie ben bevorzugten Stand im Sowjetstaat. Freilich haben sie noch nicht die soziale Höhe ber großen Partei» unb Staatsfunktion- näre erreicht; aber wenn biese bereits an ihren Wohnungen wieder besondere Eingänge „für Dienstboten" einrichten lassen, so ist es jedenfalls ihrer aller Bestreben, es auch einmal „so weit zu bringen". Dieser Grundsatz ber strengen Schichtung zieht sich burch alle öffentlichen unb halböffentlichen Einrichtungen bes Staates unb ber Partei unb burch bas ganze Sowjetleben. Waren in ber Jnbustrie früher bie „Ubarnifi", bie „Stoßtruppler", bie Orben bekamen, freie Wohnungen erhielten unb mit allen Lebensmitteln bevorzugt beliefert würben, so finb es heute bie „Otlitschniki", bie „ausgezeichneten Arbeiter". Waren es in ben Kollektiven ehebem bie „Sri- gabiere", bie selbst für ben Mist nur etwa ein Zehntel des allgemein geltenden Preises zu bezahlen brauchten, so sind es heute die „alten Kolschosniki", bie bie führende Schicht auf dem Dorfe bilden und Stalins stärkste Stütze auf bem ßanbe finb. In ber Beamtenschaft unb bei den Angestellten, bei der Industrie und ber Staatsleitung, in Stabt unb Dorf gibt es diese Herrenschicht der neuen Reichen. Die Masse aber ist rechtlos. Und die Masse darbt. geschmähten, vielaerühmten Makkaroni und Spaghetti der ganze schöne Sanktionsplan. 3m übrigen erklärte Mussolini klipp und klar, jeder müsse jetzt den Gürtel enger schnallen und zur gleichen Stunde haben wir ihn auch um ein Loch enger geschnallt. Ich sage wir, denn die Ausländer machen natürlich nolens yolens mit. Morgen kommt das zweite Locy daran, übermorgen das dritte undsoweiter. Mal schauen, wer es länaer aushält, Rom oder Genf. Das ist gegenwärtig die Stimmung, um von unvernünftigem Uebermut, der sich gelegentlich auch aeigt, zu schweigen. Die Einsichtigen geben sich keiner Täuschung darüber hin, daß es bald verdammt Ernst werden muß, wenn die Blockade ernst gemeint ist. Denn die übrigen Spardekrete zeigen schon, wie traurig es mit Den Reserven, das Brot ausgenommen, bestellt ist. Der Mangel an Fle i s ch soll gemildert wer- den durch fleischlose Tage, Beschränkung auf eine Fleischplatte in den Gasthäusern, Erweiterung der Jagd und Fischerei. Nun, eine Jagd in unserem Sinne gibt es in Italien Überhaupt nicht. Das Land, durch jahrtausendelangen Raubbau an Fauna und Flora, von allem durch die Vernichtung der Wälder trostlos verarmt, ist an sich terra ingrata, undankbare Erde, und treibt ja hauptsächlich deshalb seine Menschen zur Eroberung von Kolonien an. Dank ober vielmehr schuld der allgemeinen Schießerlaubnis ist es völlig ausgeschlossen; ober hätte schon jemals einer in Italien einen Hasen, ein Reh, ja nur ein Eichhörnchen zu Gesicht bekommen? So etwas gibt es nur im zoologischen Garten ober in ben Reservaten ber großen Herren. Daher sollen bie nun geöffnet werben. Viel kann dabei nicht herauskommen, geht bie Nachricht doch schon durch alle Zeitungen, wenn irgendwo ein Schwarm von Jägern bei einer solchen Festjagd vier Wildschweine zur Strecke bringt. In den Alpen muß für jede Gemse ein Schußgeld bezahlt weichen, mit dem man in Deutschland eine ganze Jahrespacht begleichen kann. In „freier Wilbbahn" gibt es eigentlich nur Vögel, Zugvögel, und wie ihnen nachgestellt wird, ist ja zum Ueberdruß bekannt. Wird nun auch die Dvgelschießerei noch eifriger betrieben, so kann damit keineswegs die alte Nutzrechnung verbessert werden, die sich aufstellen läßt, „roenn man unter Verzicht auf die „Sentimentalität", wie sie den Tierfreunden von den Dvgeljägern vorge- warfen wird, lediglich ben Nährwert ins Auge faßt: ein Rotkehlchen ober Buchfink liefert höchstens acht bis zehn Gramm Fleisch, auf ein Kilo gehen baher 100 Stück. Selbst jeden Schuß mit einem Treffer gleichgesetzt, kommt man also, bei einem Patronen- vreis von mindestens 30 Eentesimi, auf 30 Lire für das Kilo Singvogelfleisch. Und jeder Schuß verringert doch wieder das Vermögen der nationalen Verteidigung an Pulver, Blei, Papier und Messing. Das ist kein Ausgleich gegenüber ben Sanktionen. Etwas, nicht viel besser steht es mit der Fischerei. Der italienische Fischer kratzt mit seinem malerischen Segelboot schon ohne besondere Ermunterung alles zusammen, was frutta di mare ist, Meeresfrucht. Von der einen Zentimeter langen Fischbrut bis zum Hai kommt sie auf den Markt, dazwischen die merkwürdigsten Krebsgebilbe, die wir höchstens als Kuriosität bestaunen, ohne daß uns das Wasser im Munde zusammenläust. Hochseefischerei? Steckt noch in ben Kinderschuhen, und überdies brauchen die Dampfer Kohlen. Die Fische- reikorporation glaubt bei intensiver Ausnützung der Süßwasser vierzigtausend Doppelzentner mehr herauszuholen, aber das Zehnfache und Fünfzehnfache wurde bisher jährlich eingeführtl Folglich kann der Fisch das Fleisch nicht ersetzen. Um Kohlen und Strom zu sparen, werben die Bürozeiten geändert. Um Papier zu sparen, dürfen die Zeitungen nur noch sechs Seiten haben, die Amtsdruckereien werden an allen Ecken und Enden beschnitten, das Format für Schreibpapier samt Umschlägen schrumpft zusammen, Neuanschaffungen von Möbeln sind zu unterlassen. Und so weiter. Das führt uns zur H o l z n o t. Für die herrlichen Südtisoler Wälder bricht eine böse Zeit an, eine schlimmere noch als für die Singvögel. Ich fürchte, ber Baum, aus dem das Papier gewonnen werben soll, bas ich für den ersten Frühlingsartikel brauche, ist noch nicht gewachsen. In den Geschäften herrscht Ausverkaufs st immun g. Man gibt her, was da ist, mit mehr oder minder großem Aufschlag, empfindlich bereits bei allen Metall- fachen, solange Vorrat reicht. Und bann? Mistero! Selbst bas aber wirb mit einem Lächeln ausgesprochen. Nein, die großen Reserven des italienischen Volkes liegen nicht auf Stapelplätzen, in Magazinen und Vorratskammern, sondern in seiner Genügsamkeit, seiner Verzichtbereitschaft und — Disziplin. Unsere faschistische Disziplin, das ist das Schlagwort, das der Stein ber Weisen, bas Tischleindeckdich. Ein im vormussolinischen Italien unbekannter Begriff, um so begeisterter daher in den Mund genommen und — angewendet. Preußischer als die Preußen, spartanischer als die Spartaner wollen alle werden und scheinen. Als erste vor die Front traten die Frauen, die Mütter und Witwen der Kriegsgefallenen. Von Haus zu Haus wollen sie ziehen und alle Familien zum heiligen Krieg der Entsagung, der Abwehr, der Verteidigung gegen die Sanktionen aufrufen. Sie haben es leichter als damals die Frauen der belagerten Mittelmächte, denn niemand fällt ihnen mit Spott und Hetze, mit defätistischen Wühlereien in den Arm. Sie sind Faschisten, sie in erster Linie, sagen sie. Und das heißt schweigend gehorchen und dienen zum Wohle des Vaterlands. Die Italiener fetzen den Vormarsch fort. 21 5 m a r-a, 5. Nov. (Funkbericht des Kriegs- berichtserstatters des DNB.) Die italienische Kamel- reiter-Abteilung, bie sich bei Renba Como mit ben Danakil vereinigt hat, rückt in Gewaltmärschen a u f 2) a t o vor. Sie steht bereits bei D a g a- d a r o unb hat schon bie Hälfte bes Weges zurück- • gelegt. An ber Norbf ront hatte ber Dormarfch unter starken Regengüssen zu leiben. Trotzdem gelang es bem Eingeborenenkorps Haz, Wogoro zu erreichen. Das Korps Maravigna hat in ber Gegend von Abua ben Vormarsch auf Abiabo fortgesetzt. Die Fliegeraufklärung stellte fest, baß nicht nur am Aschangi-See, fonbern auch an ande- ren Stellen, insbefonbere in ber Hochebene von lembien, süblich von Abua, starke abessinisch e K r ä f t e sich sammeln. Aus Berichten ber italienischen Prelle ergibt sich, daß Montag mittag bie italienische Vorhut Abbi A b b i, 90 Kilometer süblich von Haussien und 40 Kilometer westlich von Makalle, erreicht hatte. Nordöstlich von Makalle hatte sich die Vorhut bis Agula, 35 Kilometer Luftlinie, an Makalle herangearbeitet. Die ganze Landschaft G e r a 11 a ist vor allem durch die Besetzung des Berges M a g a b praktisch bereits in italienischen Händen. Abgesehen von einigen Derteibigungsnestern, die ausgehoben werben mußten, vollzieht sich ber italienische Vormarsch fast ohne feben Wider st anb, was auf bie Stimmung ber Bevölkerung zurückgeführt wirb, die die italienischen Truppen als Befreier begrüße. Auch die Haltung des koptischen Klerus sei den Italienern sehr günstig. Umbildung der dänischen Regierung. Kopenhagen, 4. Nov. (DNB.) Nach den Wahlen zum dänischen Folketing hatten Verhandlungen über eine Umbildung der aus Sozialdemokraten und Demokraten bestehenden Regierung das Ergebnis, daß fünf bisherige Minister ihre Aemter niedergelegt haben. Die neue Regierung setzt ich folgendermaßen zusammen: Ministerpräsidium: Staun in g, Sozialdemokrat (unveränd.); Aeuße- res: Dr. Munch, Demokrat (unverändert); Finanzen: H. P. H a n s e n, Sozialdemokrat (unverändert); Inneres: Dahlgaard, Demokrat (unverändert); Justiz: S t e i n ck e , Sozialdemokrat (bisher soziale Angelegenheiten); Landwirtschaft: Bording, Sozialdemokrat (unverändert); Verteidigung: Alsing Andersen, Sozialdemokrat (neu); Soziale Angelegenheiten: Christensen, Sozialdemokrat (neu); Handel, Industrie und Seefahrt: Kjaer- b ö I, Sozialdemokrat (neu); Oeffentliche Arbeiten: Fisker, Sozialdemokrat (neu); Unterricht: Jörge n f e n , Demokrat (neu); Kirchliche Angelegenheiten: Johannes Hansen, Sozialdemokrat (neu). Von den neuen Ministern hatten ber Verteidi- gungs- und der Unterrichtsminister bisher den Vorsitz der sozialdemokratischen bzw. demokratischen Folketing-Fraktion. Der neue Handelsminister kommt ebenso wie der Minister für soziale Angelegenheiten, der dem Landsting angehört, aus der Gewerkschaftsbewegung. Der Minister für öffentliche Arbeiten, bisher Direktor einer Hypothekenbank, bekleidete das Amt des zweiten Vorsitzenden der sozialdemokratischen Folketing-Fraktion. Der neue Kirchenminister, der von Beruf Lehrer ist, gehört dem Landsting an. Ein deutsch-polnischer Wirtschaftsvertrag Warschau, 4. Nov. (DNB.) Am 4. November 1935 ist in Warschau ein d e u t s ch - p o l n i s ch e r Wirlschaflsvertrag unterzeichnet worden, der den gesamten Warenverkehr zwischen den beiden Ländern aus der Grundlage der W e i st b e - günftigung regelt und eine Erweiterung der Warenumsätze unter Berücksichtigung der beiderseitigen wirtschaftspolitischen Erfordernisse vorsieht. Die Zahlungen für den gegenseitigen Warenverkehr werden aus dem Verrechnungswege abgewickelt werden. 21m sicherzustellen, daß das vereinbarte Vertragssystem reibungslos arbeitet, werden von beiden Seiten Regierungsausschüsse eingesetzt, die alle bei der praktischen Auswirkung etwa entstehenden Hemmnisse beseitigen sollen. Deutscherseits ist der Vertrag von dem Botschafter von Moltke und dem Delegationsführer Botschaftsrat hemmen, polnischerseits von Unterstaats- sekretär Graf Szembek und dem Delegationsführer Ministerialdirektor Sokolowski unterzeichnet worden. Der Vertrag, der ratifiziert werden soll, wird am 20. November vorläufig in Kraft gesetzt werden. * Zu dem Abschluß des Wirtschaftsvertrages wird der „Volkswirtschaftlichen Korrespondenz" von maßgebender Seite u. a. geschrieben: Der Wirtschaftsvertrag setzt an bie Stelle ber bisherigen „Kompensationsabkommen", Kontingent« unb sonstigen Einzelregelungen einen Neubau, ber ben gesamten Warenverkehr zwischen beiben Ländern auf Grundlagen stellt, die den beiderseitigen wirtschaftlichen Belangen entsprechen. In den Verhandlungen über den Wirtschaftsvertrag ist jene „klare unb offene Sprache" geführt war» ben, bie seit bem für bie Neugestaltung ber deutsch- polnischen Gesamtbeziehungen grunblegenben Vertrage vom 26. Januar 1934 nach einem Worte bes polnischen Außenministers Beck ben „Boden für den 2lufb'au dauerhafter Formen eines guten nachbarlichen Verhältnisses" geschaffen hat. Trotz all der Schwierigkeiten, die sich aus Len Folgen der Weltwirtschaftskrise, aus devisengesetzlichen Rücksichten unb aus ber allgemeinen Wirtschaftslage ergeben, hat b er guteWillebeider Seiten unb bas gegenseitige Verstänbnis für bie wirtschaftlichen Notwenbigkelten bes Partners zu einer Neuregelung Geführt, bie bie vom Führer unb von Marschall Pllsudski zwischen beiden Ländern eingeleitete Verständigungspolitik auf wirtschaftlichem Gebiete ausbaut. Mit dem neuen Wirtschaftsverträge ist ein weiterer Schritt auf dem Wege vollzogen worden, den der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in der Reichstagsrebe vom Januar 1934 bezeichnete, als er unmittelbar nach Abschluß bes Zehnjahresvertrages bie Hoffnung ausfprach, baß nun auch die wirtschaftlichen Beziehungen eine Gestaltung derart erfahren würden, daß dem Zustande unfruchtbarer Zurückhaltung eine Zeit nützlicher Zusammenarbeit folgen könne. Dem Zehnjahresver- trag ist im März 1934 das Protokoll über bie B e - enbigung bes deutsch-polnischen Zollkrieges aefolgt unb — neben einer Reihe privat- wirtschaftlicher unb Einzelabkommen — ber für ein Jahr geschlossene Kompensationsvertrag vom Oktober 1934. Der jetzige Wirtschaftsvertrag geht in feiner Bebeutung unb in feinem Umfange weit über bas vorjährige Kompensationsabkommen hinaus. Als wichtigste Neuerung führt er zwischen Deutschlanb unb Polen ben Grunbsatz ber Meistbegünstigung für ben Wirtschaftsverkehr zwischen beiben ßänbern ein. Statt ber bisher befolgten Methobe ber Einzelkompensationen schafft ber neue Wirtschaftsvertrag bie Möglichkeit einer erheblichen Ausbehnung bes Warenaustausches unb regelt dabei ben Zahlungsverkehr über Verrechnungsstellen so, baß ein Ausgleich ber Handelsbilanz angestrebt werben kann, der sich aus dem ständigen, regelmäßigen Fluß ber Wirtschaft ergibt. Der Wirtschaftsvertrag, ber zunächst bis zum 31. Oktober 1936 laufen soll, sieht bie Möglichkeit ber Verlängerung vor unb schafft da- durch bie erwünschte Festigkeit unb Stänbigkeit im Handelsverkehr. Fast noch wichtiger als biese Tatsache ist, baß er zugleich auch für bie Biegsamkeit ber Einzelbestimmungen oorsorgt unb jeberzeit bie Möglichkeit gibt, bie starren Paragraphen ben praktischen Bedürfnissen und der Erfahrung anzupasfen. Zu diesem Zwecke werden in Berlin und Warschau „Reglerungsaus- f ch ü s s e" errichtet, deren Führung voraussichtlich die Leiter ber jetzt abgeschlossenen Verhandlungen — deutscherseits Botschaftsrat Hemmen und pol- nischerseits Ministerialdirektor Sokolowski — übernehmen werden. Die Ausgabe dieser Ausschüsse wird es fein, in dauernder Fühlungnahme miteinander zu stehen, um alle bei der Durchführung bes Wirtschaftsvertrages sich ergebenden Schwierigkeiten zu beseitigen unb durch etwaige Neuregelung ber Kontingents- unb ähnlicher Bestimmungen von Jahr zu Jahr ben Vertrag mit ben praktischen Bedürfnissen ber Wirtschaft in Einklang zu halten. Der E>tavisky-Prozeß hat begonnen. Paris, 4. Nov. (DNB.) Montagnachmittag begann in Paris der Staoifky-Prozeß. Das gesamte Aktenmaterial war bereits einige Tage zuvor in einem Stahlfchrank untergebracht worden, der Tag und Nacht von zwei Polizeibeamten bewacht wurde. Das Material umfaßt nicht weniger als 4 8 Bände von insgesamt 35 000 Seiten, 33 Sachoerständigenberichte und weitere 7000 Seiten technische Erläuterungen. Lange bevor der Verhandlungssaal geöffnet wurde, hatte sich vor dem Gerichtsgebäude eine große Menschenmenge eingefunden. Nur Inhaber von Sonderkarten wurden jedoch von den Polizeiwachen in den für diesen Riefenprozeß viel zu kleinen Verhandlungsraum eingelassen. Pressevertreter unb Photographen, Rechtsanwälte unb Sachverstän- bige erhielten Einlaß. Einen Platz mußten sie sich jeboch erst erkämpfen. Nachbem bie lange Reihe ber Angeklagten Einzug gehalten, gefolgt unb umgeben von einem starken Polizeiaufgebot, nahm ber Präsident, Gerichtsrat Barnaub, mit seinen Geschworenen Platz. Die erste Sitzung bestand im wesentlichen in der Verlesung der Namen ber Angeklagten. Die Stavisky - Affäre hat vor etwa zwei Jahren bas politische Leben ber Republik tief auf- gerührt und schien einen Augenblick lang nicht nur bie amtierenbe Regierung, fonbern auch bas politische System ber bemvkratischen Republik überhaupt zu bebrohen. Man erinnert sich ber großen Straßendemonstrationen in Paris, in benen ins- befonbere bie rechtsgerichtete Jugend gegen bas Korruptionssystem bes Parlamentarismus und ber republikanischen Bürokratie protestierte, unb bie ben Sturz ber rabikalsoziali st Ischen Regierung zur Folge hatten unb Frankreich hart an ben Rand einer allgemeinen Revolution führten. Inzwischen ist es gelungen, ben Skandal, ber seinen üblen Geruch über bie ganze Welt ausbreitete, in die prozessualen Formen eines Monstrepro- zesses einzufangen unb statt bes Systems eine Reihe von mehr ober minder bedeutenden unb mehr ober minber schulbigen Angeklagten auf bie Anklagebank zu setzen. Da etwa breißig Verhandlungen vorgesehen sind und siebzig Rechtsanwälte sich um bie Reinwaschung ihrer Klienten bemühen werden, wird Paris etwa zwei Monate lang die Sensation bes gerichtlichen Nachspiels biefer Affäre haben, ohne baß jeboch bie von bem einen Teil Frankreichs befürchteten, vom andern erhofften politischen Wirkungen zu erwarten sind. Ein Großer Prozeß auf ber Grundlage einer riesigen Anklageschrift von tausend Schreibmaschinenseiten, die kaum jemand übersehen kann, steht bevor, aber keine Reinigungsaktion des öffentlichen und staatlichen Lebens der Republik. Der Hauvtangeklagte, der aus Ostgalizien einige Jahre vor dem Kriege nach dem Lande der Freiheit und Demokratie eingewanderte Jude Stavisky, ber Freunb von Ministern, Abgeordneten, Bank- birektoren unb einflußreichen Zeitunasleuten, ber Besitzer von Spielhöllen, Diamantenhändler, Be- grünber zweifelhafter Aktiengesellschaften, ber Groß- runbe stäbtffcher Leihanstalten, ber „be^aubewbe Mensch", der mit feinem Scheckbuch die PaiVser Gesellschaft beherrschte, ber wiederholt Angeklagte und sogar Verhaftete, aber immer wieder auf Einspruch hoher Gönner unb nach geheimnisvollem Verschwinden ber Akten wieder Freigelassene, ber Ausländer dunkler Herkunft, den das nationalistische Paris unbesehen an sein kosmopolitisches Herz zog, dieser Riesenschwindler, an bem nichts groß war als seine Menschenverachtung, hat sich bekanntlich burch seinen Selbstmorb in Chamonix — ober war es ein Morb? — nicht nur ber Gerechtigkeit, sondern auch der Aufklärung seiner verwickelten Geschäfte und der restlosen Feststellung ber Mitschulbigen entzogen. Auf der Anklagebank bleibt feine Witwe, als ehemalige „Schönheitskönigin" ein Liebling der Pariser snobistischen Salons und der Sensationspresse und eine Reihe von Persönlichkeiten zweiten Grades, bie man gerade noch erwischt hatte, als sich die Tür hinter den großen Mitschuldigen der Regierungs-, Parlaments- und Verwaltungskreise lautlos, aber fest geschlossen hatte: der Direktor des Bayonner Leihhauses, der radikale Abgeordnete unb Bürgermeister von Bayonne, ber Direktor einer Versicherungsgesellschaft, drei Rechtsanwälte, von denen einer auch radikaler Abgeordneter ist, die ihre Rechtskunde gegen hohe Honorare dem Schieber und feinen Schiebungen zur Verfügung gestellt hatten, vier Zeitungsbesitzer ober Journalisten, bie gegen Bezahlung die Unternehmungen Staviskys Dem französischen Publikum empfahlen, unb enblich ein früherer General und Kommandeur der Ehrenlegion, der geldgierig und einfältig genug war, als Aufsichtsratsoorsitzender verschiedener Stavisky-Ge- sellschaften seinen guten Namen unb seinen Offiziersrock zu beschmutzen. Alles in allem mehr ober minber schuldige Opfer eines Milieus, das sie für unanfechtbar hielten, weil es eben bas Milieu von Paris war unb in bem sie alle sich tummeln sahen, bie Minister, bie Abgeorbneten, die Bankleute, die Männer der öffentlichen Meinung, die schönen begehrten Frauen, alles, was zur großen glänzenden Gesellschaft von Paris und Frankreich gehörte. Der Prozeß wird mit der Verurteilung aller, ober vielleicht auch mit ber Freisprechung bes einen ober anberen Angeklagten enden unb beansprucht, nachdem man ihn auf bas kriminell Faßbare beschränkt hat, kaum ein weiteres Interesse. Aber bie Sta- olsky-Affäre wirb in ber Geschichte ber brüten Republik nicht vergessen werben, benn ihre Wir- jungen auf bas moralische Bewußt- fein Frankreichs dauern fort und sind noch nicht zu überblicken. Man hat sie mit jener berühmten Halsbandgeschichte verglichen, die ber großen französischen Revolution vorausgmg und bie bas Ansehen bes Königtums im Bewußtsein bet Volkes so untergraben hatte, baß es einige Jahre barauf zum Sturm auf bie Bastille geführt werden konnte. Auch damals stand im Hintergründe ein Abenteurer, wenn auch großen Formats, der Magier C a g l i o ft r o , und der Kardinal R o • han, ber bie Tugenb ber Königin leichtfertig kompromittiert hatte, würbe unter bem Jubel bes Volkes freigesprochen. Der wahre Schuldige war in einen Augen das Königspaar, obwohl es un- chuldig war, und nicht die armseligen Werkzeuge, die man verurteilt hatte. Solche historischen Analo- gien liegen nahe, aber sie erfüllen sich nie ganz. Die staatlichen Hüter der Republik haben es jeden- alls verstanden, bie bireften Serbinbungen, bie von ber Affäre Stavisky zum politischen System Frankreichs führten, in ein geheimnisvolles Dunkel zu hüllen. Die Frage ist nur, ob sich das franzö- ifche Volk damit abfindet, daß der Stavifky-Skandal nur in einem Gerichtsprozeß und nicht in einem Staatsprozeß enden soll. V V Mit einem Schwerthieb zerteilt Ministerpräsident Göring das Band und übergibt damit die Rheinbrücke bei Neuwied dem Verkehr. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Grußpflichten in der Wehrmacht. Gegenseitige Grußpflicht besteht zwischen: Wehrmachtsangehörigen untereinander, soweit nicht die Bestimmungen über Ehrenbezeigungen in Frage kommen, einschl. ehemaligen Angehörigen ber Wehrmacht, bes alten Heeres unb ber alten Marine in Uniform, Angehörigen der Wehrmacht, der Polizei und der Gendarmerie, den Forst- beamten des öffentlichen Dienstes und den Bahnschutzbeamten, den Angehörigen des DLV. unb RLB., der SA. mit ihren Gliederungen, der SS. und des FDA. Grußpflicht des einzelnen besteht ferner: gegenüber Den Fahnen unb Felbzeichen, beim Spielen bes Deutfchlanbliebes unb bes Horst- Weffel-Liebes, beim Herantreten an Ehrenmale ober beim Betreten von Ehrenmalen, vor allem Leichenbegängnissen, Gegenüber Vorgesetzten in bürgerlicher Kleibung, sofern sie bem Wehrmachts- angehörigen bekannt sind, gegenüber ben in Uniform befinblichen politischen Leitern ber Parteiorganisation. Die Grußformen ergeben sich für Wehrmochts- angehörige in Uniform mit Kopfbebeckung sinngemäß aus ben Bestimmungen über Ehrenbezeigungen. Wehrmachtsangehörige in Uniform ohne Kopfbedeckung ober in bürgerlicher Kleibung grüßen mit bem Deutschen Gruß. Der im Dienstgrad Niebere ober im Dienstalter Jüngere soll mit bem Gruß zuvorkommen. Es ist — insbesonbere auch bem zu grüßenben Nichtangehörigen der Wehrmacht gegenüber — Ehrensache des Soldaten, jeden Gruß soldatisch stramm zu erweisen. Vorgesetzte erwidern eine Ehrenbezeigung durch Gegengruß; in Gemeinschaft mehrerer erwidert jeder Vorgesetzte einzeln die Ehrenbezeigung. Erwidert ein Vorgesetzter die Ehrenbezeigung eines Soldaten mit dem Gegengruß „Heil", „Guten Morgen"" usw., so wird der Gruß im gleichen Wortlaut unter Hinzufügen von Herr...... (Dienstgrad des Vorgesetzten)" beantwortet. Vorgesetzte begrüßen geschlossene Abteilungen mit „Heil!" unter Hinzufügung ber Waffengattung ober des Verbandes. Die Antwort der Truppe lautet: „Hell" unter Hinzufügen . von Herr . . . (Dienstgrad des Vorgesetzten)". Dem Reichskriegsminister antwortet die Truppe: „Heil! Herr Generaloberst!" Dem Führer und Reichskanzler antwortet die Truppe: „Heil! Mein Führer!" Uniform ber Offiziere bes Beurlaubienstanbes Der Reichskriegsminister hat verfügt: Ehemalige aktive Offiziere unb Offiziere des Beurlaubten standes der alten Wehrmacht, welche noch nicht in bas Offizlerkorps^ bes Beurlaubtenstandes ber neuen Wehrmacht übernommen worden sind, tragen bei Ableistung von Hebungen die Uniform der Reserve-Offiziere des betreffenden Wehrmachtsteils mit den Achselstücken ihres Dienstgrades ohne Regiments- usw. Nummern und mit folgender besonderer Kennzeichnung: quer unter ben Schulterstücken zwei Tressen nach bem Muster für Verabschiedete des Heeres, ber Kriegsmarine unb der Luftwaffe. Diese Uniform darf nur im Dienst, auf dem Wege vom und zum Dienst, sowie in Offiziershelmen angelegt werden. Für ehemalige Offiziere einer fremden Wehrmacht Gelten dieselben Bestimmungen mit der Einschränkung, daß sie vor Uebernahrne in das Offizierkorps des Beurlaubtenstandes zunächst die Achsel- stücke eines Leutnants zu tragen haben, unbeschadet ihres in der fremden Wehrmacht er» reichten Dienstgrades. Bei ihrer Anstellung im Offi- zierkorps des Beurlaubtenstandes erhalten sie den Dienstgrad, der ihrer Eignung entspricht. Chinas Kampf um die SWerwährung. London, 4. Noo. (DNB. Funkspr.) Die chinesische Regierung hat die staatliche E i n z i e • hu n g des Silbers für China angeordnet. Man nimmt an, daß ein Ausfuhrverbot für Silber erlassen wird, falls die ausländischen Banken sich nicht an die Verordnung halten. Alle Zahlungen von Steuern und alle öffentlichen und privaten Zahlungen müssen in Noten erfolgen. Der Gebrauch von Silberdollar oder Edelmetallen ist untersagt. Die Noten der Regierungsbanken werden gesetzliche Zahlungsmittel. Der chinesische Dollar wlrd auf Den augenblicklichen Stand stabilisiert. Die Regierung kündigt ferner eine Neuordnung der Zentralbank an, mit dem Ziel des Währungsschutzes zur Sicherung des Geldmarktes für Handel und Industrie unter besonderer Berücksichtigung des Hypothekenmarktes. -Innerhalb von 18 Monaten solle außerdem der Staatshaushalt ausgeglichen werden. Weiter werden scharfe Maßnahmen gegen Spekulation und Preiswucher anoekündigt. Die ausländische wie die chinesische Presse begrüßt die neuen Maßnahmen als erfolgversprechendes Heilmittel gegen die den Handel lähmende Krise. Eine englische Anleihe an China? Japan ist entrüstet. Tokio, 4. Noo. (DNB.) Die javanische Presse meldet, daß England China eine Anleihe ge- währt habe. „Tokio Aschi Schimbun" erklärt, Letth-Roß habe versprochen, nur in Zusammenarbeit mit Japan die Frage einer Anleihe an China zu behandeln. Zwar habe Leith- Roß kürzlich der japanischen Regierung einen Anleiheplan vorgelegt, aber die Antwort nicht abgewartet und damit unaufrichtig gehandelt. Auswärtiges Amt und Finanzministerium besprachen die Auswirkungen, die die Anleihe auf die chinesisch-japanischen Beziehungen haben könnte. Vizeaußenminister Schigemitsu erklärte, daß das Vorgehen Englands gegen alle Abmachungen verstoße, und daß England für alle finanziellen Verwicklungen, die sich aus der neuen Silberpolitik Chinas ergeben könnten, die Verantwortung trage. England wolle anscheinend nach der Festi- fluna der Verhältnisse in Europa alle wirtschaftlichen Kräfte auf den Fernen Osten konzentrieren. Oevisenprozeß gegen Paderborner Ordensschwestern. Berlin, 4. Noo. (DNB.) Dor dem Berliner Sondergericht begann ein neuer Devisenprozeß, bei dem es um die Devisenschiebungen bei der „Genossenschaft der Schwestern der ch r i st l i ch e n Liebe" in Paderborn geht. Die Hauptangeklagte, die Generaloberin Gertrud N i ck e s , ferner die erste Generalassistentin des Ordens Ida Bauer, die Generalverwalterin Klara Schreiber, die Oberin der deutschen Ordensprovinz, Agnes Koch, die Verwalterin der deutschen Ordensprovinz Elisabeth Starke und der langjährige Finanzberater des Ordens Joseph Körner. Im Mittelpunkt der deoisenrechtlichen Verfehlungen stehen wieder Obligationsrückkäufe in Höhe von 75 000 holländischen Gulden, durch die die vom Orden im Jahre 1928 in Holland aufgenommene 250 000 -Gulden-Anleihe unter Ausnutzung des niedrigen Kursstandes von 50 bis 60 v. H. zum erheblichen Teil getilgt werden sollte. Weiter wurde nach der Anklaae in den Jahren 1932 bis 1934 über Abgaben Der außerdeutschen Provinzen unter Verletzung der Devisenbestimmungen verfügt und eine Darlehnsschuld getilgt. Auch wurden die Auslandsschulden der deutschen Provinz nicht angemeldet. Ein kleinerer Devisenbetrag soll von den Angeklagten Bauer, Starke und Körner aum Ankauf von Obligationen über die Grenze geschmuggelt worden sein. Das Geld floß auf Umwegen der von dem berüchtigten Dr. H o f i u s geleiteten Unioerfumbanf in Amsterdam zu. Gertrud Nickes soll in den Jahren 1932 bis 1934 über Forderungen des Generalats in ausländischer Währung gegenüber den ausländischen Provinzen in Höhe von insgesamt 51 686,68 Dollar, 59 289,75 Lire und 5000 chilenischen Pesos verfügt haben. Personalveränderungen im HZ.-Gebiet l Z. Die Abteilung Presse und Propaganda der Gebietsführung Hessen-Nassau gibt bekannt: Wegen Einrücken eines Teils der Bann- und Jungbann- suhrer in Wehrmacht und Arbeitsdienst mußten einige Versetzungen und Neubesetzungen vorgenommen werden. Der Gebietsführer beauftragte mit der Führung des Bannes 87 (Westerwald) den bisherigen Führer des Bannes 115 Bannführer Freudenberg, mit der Führung des Bannes 88 (Wetzlar) den bisherigen Führer des Bannes 253 Unterbannführer Krummeich, mit der Führung des Bannes 253 (Lahntal) den bisherigen Führer des Baynes 87 Unterbannführer N a st o l d , mit der Führung des Bannes 115 (Darmstadt) den Jungbannführer Steubing, mit der Führung des Bannes 118 (Worms) den Gefolgschaftsführer Grünewald, mit der Führung des Bannes 287 (Offenbach) den Gefolgschaftsführer Guyot, mit der Führung des Jungbannes 117 (Mainz) den bisherigen Führer »des Jungbannes 303 Stammführer Änderte, mit der Führung des Jungbannes 115 (Darmstadt) den Ge- folgfchaftsführer K o f ch e m a n n, mit der Führung der Geschäfte des Jungbannes 118 beauftragte der Gebietsführer den Jungzugführer K n e II. Erste Arbeitstagung im ^Haus der deutschen Äerzte^. Im neuen Haus der deutschen Aerzte eröffnete am Montag der Reichsärzteführer und Hauptamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit, Pg. Dr. W a g n e r, die gemeinsame Arbeitstagung der Gau- amtsleiter des NS. Aerztebundes und des Hauptamtes für Volksgesundheit. Der Reichsärzteführer tonnte feststellen, daß sich in der letzten Zeit immer Der (Sieg -«Monarchie in Griechenland Griechenlands Weg zum Nationalstaat. Don unserem ke.-Korrespondenien. Athen, 4. November. Als vor einem Jahrhundert das griechische Volk aus langem, aufgezwungenem Schlaf erwachte, als es sich auf feine Tradition besann und feine nationale Einheit, entschloß es sich zu einem heldenmütigen Kampf gegen die Fremdherrschaft. Und, obwohl in der Minderheit, obwohl bedeutend schwächer als der Beherrscher, haben der Mut, die Entschlossenheit und der einigende Gedanke des ganzen griechischen Volkes es vermocht, die Ketten zu sprengen, sich von der Türkenherrschaft zu befreien und einen Nationalstaat zu begründen. Die politisch interessierten Mächte beschlossen daraus, dieser neuen Nation einen König zu geben und setzten Otto von Wittels b ach auf den griechischen Thron. 29 Jahre regierte König Otto, von 1833 bis 1862. Nach ihm wurde der Dänenprinz Wilhelm als Georg I. zum König ernannt. Und damit begann die eigentliche Geschichte der griechischen Monarchie. Am 23. März 1924 wurde Griechenland Republik und ist es seither bis zu jenem denkwürdigen 10. Oktober 1935 geblieben, an dem die Regierung Tsaldaris gestürzt und unter dem Vorsitz des Kriegsministers General Kondylis ein neues Kabinett gebildet wurde, das noch am gleichen Tage d i e Monarchie wieder aufrichtete. In der kurzen Zett der demokratischen Republik Griechenlands hat das griechische Volk nicht weniger als vierundzwanzig Aufstände und Revolutto- nen erlebt, die feine Lebenskraft zwar nicht geschwächt, aber feine Lebensbasis erheblich verschlechtert, haben. Und immer waren an diesen Revolten die Offiziere in starkem Maße beteiligt. Die Begeisterung der Bevölkerung bei öffentlichen Versammlungen war in den Vortagen der Abstimmung größer als sie in den besten Zeiten des Landes erlebt wurde, selbst auf Kreta, der Hochburg des Denizelismus haben in allen größeren Städten öffentliche Kundgebungen für die Monarchie und König Georg stattgefunden. General'Kondylis, der die Regentschaft in Vertretung des Königs übernommen hat, ist heute der gefeiertste Mann im Staate, und nicht nur die Freunde der Monarchie, sondern auch die gesamte Armee, die gern gegen die Regierung der Rechten konspirierte, steht geschlossen hinter dem Kabinett. Die Nachrichten, die in der internationalen Presse über das heutige Griechenland verbreitet werden, und die leider großenteils nicht aus Griechenland selbst flammen, sondern aus anderen Balkanstaaten, in denen die Korrespondenten gerade wohnen, sind oft falsch. Wenn der griechische Außenminister bei seinem ersten Presseempfang von der großen Toleranz gegenüber der Weltpresse sprach, aber den Wunsch äußerte, daß dieser Toleranz durch Wahrheitsliebe gedankt werde, so ist es besonders für uns deutsche Korrespondenten eine Selbstverständlichkeit, diesem Wunsche zu entsprechen. Denn nicht allein, daß wahrhaftig über die Situation berichtet werden muß, um ein richtiges Bild zu entwerfen, nicht allein, daß ein falsches Bild den griechischen Staat beleidigen ober gar schädigen könnte, sondern die Erkenntnis, daß sich hier im Südosten Europas ein ähnlicher Gedanke verwirklicht, wie im Herzen des Kontinents, daß auch hier ein falsches, unfruchtbares System als wertlos erkannt und entsprechend verworfen wird, daß die Idee des Nationalstaates, beruhend auf dem Führerprinzip, durchgeführt wird, das ist es, was gerade die deutschen Korrespondenten veranlassen muß, Griechenland so zu schildern, wie es heute, nach dem entscheidenden Tag des 3. November sich zeigt. Wenn man angekündigt hat, daß der Volksentscheid eine überwältigende Mehrheit für den König bringen wird, so war dies keineswegs ein Wagnis, das Abstimmungsergebnis beweist es. Dies aber ist nicht das Ausschlaggebende, sondern, wie sich das Volk zu dem Programm seiner Regierung stellt, wie es die notwendige tätige Anteilnahme äußert, das gibt die Hoffnung auf einen raschen Wiederaufbau, auf eine fruchtbare Entwicklung Griechenlands. Das Ergebnis der Volksabstimmung übertrifft noch das Wahlergebnis vom 10. Juni d. I., das rund 90 v. H. für die Regierung Tsaldaris und die Monarchisten zusammen und nur 10 v. H. für die Venizelisten und die Kommunisten brachte. Am 3. November haben sich nach den bisherigen Meldungen ungefähr 95 v. H. des griechischen Volkes für die Wiedereinführung der Monarchie ausgesprochen und haben damit die Ereignisse vom 10. Oktober mit dem Rücktritt der Regierung Tsaldaris, der Uebernahme der Regentschaft durch General Kondylis und den Beschluß der Nationalversammlung auf Wiedereinführung der Monarchie mit imponierender Einmütigkeit gebilligt. Es ist bemerkenswert, daß die Opposition so gut wie gar keine Rolle mehr gespielt hat und nur noch in vereinzelten Trupps auftreten konnte. Es ist denn auch nicht mehr als eine folgerichtige Fortentwicklung dieser Volksabstimmung, wenn nach Mitteilungen des Regenten Kondylis „die politischen Parteien glücklicherweise zu bestehen aus- hören". Aller Wahrscheinlichkeit nach wird bas am 10. Juni gewählte Parlament aufgelöst werden, wenn die letzte Entscheidung darüber natürlich auch bei König Georg II. steht. Sollte er sich dem Vorschlag des Regenten anschließen, so kann man annehmen, daß das nächste Parlament überhaupt keine Vertretung der Venizelisten mehr, sondern nur noch eine einzige Regierungspartei aufweisen wird. Das Ergebnis der Volksabstimmung vom 3. November darf man um fo mehr als Ausdruck der wahren Volksmeinung ansehen, als unbedingte Wahlpflicht bestand, deren Verletzung unter Strafe gestellt war. Wahlpflichtig waren alle Männer über 21 Jahre. Auch das Militär war in diesem Fall in seinen Kasernen zur Abstimmung zugelassen. In Anbetracht des lebhaften Temperamentes des Griechen ist die Diszipliniertheit der Abstimmung bemerkenswert. Treueid des Kabinetts auf den König. Athen, 4. Nov. (DNB.) Das oorläufige Endergebnis der griechischen Volksabstimmung wurde am Montag gegen Mittag bekanntgegeben. Don 1 527 714 Wahlbeteiligten stimmt 1 491 992 für die Monarchie und 32 454 für die Republik. 3540 Stimmen waren ungültig. — Die Mitglieder des griechischen Kabinetts haben vor dem Regenten Kondylis dem König Treue geschworen. — Der Regent betonte, daß es nur dem König zustehe, die schwebenden politischen Fragen zu entscheiden. „Wir werden unseren Rücktritt erklären und den König über unsere Pläne entscheiden lassen." mehr eine klare Linie und eine ebenso klare Führung in der Gesundheitserneuerung herausgebildet habe. Dabei fei wesentlich, daß stets das Dorrecht der Partei gewahrt bleibe. Bei der Aerzte- Auslese und Niederlassung werde am Grundsatz des Landjahres für den jungen Arzt festgehalten. Der Stellvertreter des Reichsärzteführers Dr. Bartels stellte als Richtschnur allen Handelns für den nationalsozialistischen Arzt den Satz auf, „Des Volkes Wohl ist oberstes Gesetz". Der Derwaltungsführer des NS.-Aerztebundes und Leiter des Hauptamtes für Volksgesundheit Pg. Wi11mann sprach über organisatorische und verwaltungstechnische Fragen. Der Beauftragte des Reichsärzteführers für die kassenärzliche Vereinigung Deutschlands, Pg. Dr. Grothe, hob als fundamentalen Grundsatz für die KDD. hervor, daß nur d e r Arzt zugelassen werde, der die Sicherheit biete, daß er neben einer fachlichen Eignung s i ch rückhaltlos für den Nationalsozialismus einsetze. Damit werde in der Zukunft der nationalsozialistische Aerztestand erreicht. Oie Kriegsschiffe der deutschen Kriegsmarine. Im Marineverordnungsblatt wird nunmehr die Lifte der Kriegsschiffe der Deutschen Kriegsmarine nach dem Stand vom 1. Oktober 1935 bekannt- gegeben: Nach dieser Aufstellung verfügte die Kriegsmarine über 5 Panzerschiffe, von denen „Deutschland" und „Admiral Scheer" Dienst tun. „Admiral Graf Spee" befindet sich noch im Bau, das gleiche gilt für das Panzerschiff „D" (Ersatz Elsaß) und „E" (Ersatz Hessen). Am Bestand der Linienschiffe hat sich nichts geändert. Hier verfügen wir noch über die 3 alten Linienschiffe „Hannover", „Schlesien" und „Schleswig-Holstein", die aus den Baujahren 1905 und 1906 stammen. In der Liste der Kreuzer sind aufgeführt: „Emden", „Königsberg", „Karlsruhe", „Köln", „Leipzig". Der Kreuzer „Nürnberg", der demnächst dienstbereit ist, wird noch als im Bau befindlich aufgeführt. Weiter befinden sich im Bau die Kreuzer „Q" (Ersatz Berlin) und „H" (Ersatz Hamburg). Die aufgeführten Zerstörer befinden sich noch sämtlich im Baustadiurn. Von den Untersee-Booten sind die Bote U 1 bis U 12 in Dienst gestellt. Im Bau befinden sich noch U 13 bis U 20 und I bis VIII. Ebenfalls befinden sich die Fl o 11 e n b e g 1 e i t er Fl bis F10 im Bau. Am Bestand der Minensuchboote hat sich nichts geändert. 3 Räumboote und 3 Schnell- > boote werden als im Bau befindlich aufgeführt. Ebenso befindet sich noch im Bau das Artillerie- Schulschiff „Brummer". Aus aller Wett. 3n Erinnerung an die Schlacht bei Torgau. Torgau feierte die 175. Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Torgau. Die HI. gedachte am Denkmal auf den Süptttzer Höhen an der Stelle, wo damals die Entscheidung gefallen war, der großen Tat der Vorfahren. Aus den Feldern in Elsnigk lohten in der Nacht die Lagerfeuer des Biwaks auf, das von Wehrmacht, SS., SA. und den politischen Leitern sowie dem Kyffhäuserbund auf demselben Gelände aufgeschlagen war, auf dem in der Nacht nach der Torgauer Schlacht versprengte Preußen und Oesterreicher um die Lagerfeuer standen. Eine stille Feier in der kleinen Elsnigker Kirche, in der der Alle Fritz die Siegesbotschaft Ziethens empfing, stand im Mittelpunkt des Abends. Eine Kundgebung auf dem Marktplatz, bei der die Wehrmacht durch eine Schwadron des Torgauer Reiterregiments vertreten war, fand ihren Höhepunkt in der Rede des Gauleiters. Auf dem Sanssouci-Exerzierplatz führte das Reiterregiment pferde- unb motorsportliche Hebungen vor, während eine Flugzeugstaffel über dem Platz kreuzte. Den Abschluß der Feiern bildete eine Festaufführung von Otto Ludwigs „Torgauer Heide" und eine Hubertusjagd des Reiterregiments. — Der Gießener Anzeiger roirt) am kommenden Samstag im Rahmen seiner Wehrbeilage einen Gedenkaufsatz über die Schlacht von Torgau aus fachkundiger Feder bringen. Jubiläum der Deutschen Humboldlschule in Buenos Aires. Die Deutsche Hurnboldtschule in Buenos Aires feierte am 2. und 3. November ihr Schulfest, das im Zeichen des 25jährigen Bestehens der Schule stand. Die Schule ist aus kleinsten Anfängen heraus entstanden, ihr Aufbau war ein gewaltiges Stück Arbeit deutscher Erzieher, die fern der Heimat für die Güte deutschen Schullebens beredtes Zeugnis ablegen. Don 41 Kindern im Gründungsjahr hat sich die Humboldtschule in Buenos Aires zur größten deutschen Schule in Südamerika mit einer Schülerzahl von rund 900 Kindern entwickelt. Die Schule wird überwiegend von deutschen Kindern besucht; ferner gehen hier 95 argentinische Kinder, 48 österreichische, 4 schweizerische, ein skandinavisches und 11 finnische und baltische Kinder zur Schule. Der Leiter ist der Rektor Josef A l d i ck e r, der seit 1925 an der Schule tätig ist. Außerdem wirken 34 Lehrer und Lehrerinnen an der Anstatt, darunter 27 deutsche. Unfall Im Ceunaroerf. Im Leunawerk bei Merseburg entstand infolge Undichtwerdens einer Leitung ein Brand, der leider ein Todesopfer forderte. Dem Arbeiter Alfred Wucherer, Merseburg, gelang es nicht mehr, den Flammen zu entkommen. Er starb in treuer Pflichterfüllung als Opfer der Arbeit. Der Brand verursachte erheblichen Materialschaden, konnte jedoch in etwa einer Stunde gelöscht werden. Explosion in einer österreichischen Sprengstoffabrlk. In der neuen Nitroglyzerin-Erzeugungsanlage der österreichischen Sprengstosfabrik Blumau ereignete sich beim ersten Probebetrieb eine Explo- Hon, deren Ursache bisher nicht festgestellt wer- den konnte. Die Anlage wurde durch die Explosion vollkommen zertrümmert. Personen wurden nicht verletzt. Der Schaden beträgt etwa 300 000 Schilling. Sechzehn Arbeiterinnen durch Einatmen von Petroleumdampfen erkrankt. Die Dresdener Berufsfeuerwehr wurde nach einer Einlegesohlenfabrik in Attnaußlitz gerufen. Dort hatten sich beim Reinigen von Maschinen mit Petroleum Dämpfe gebildet, durch die sich 16 in dem Betrieb beschäftigte Arbeiterinnen Vergiftung s- e r f d) e i n u n g e n zugezogen hatten. Die Sanitätsabteilung der Feuerwehr nahm sofort mit Sauerstoffapparaten Wiederbelebungsversuche vor. Elf Arbeiterinnen mußten mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden, während fünf an Ort und Stelle bleiben konnten. Nach den bisherigen Feststellungen besteht bei keiner der Verunglückten Lebensgefahr. Schwerer Orkan an der Küste von Florida. Die Küste von Florida (USA.), vor allem zwischen Miami und Palm Veach, ist von einem schweren Tropenorkan heimgesucht worden. Der Orkan raste mit einer Geschwindigkeit von über 120 Kilometern an der Küste entlang. Obwohl die Wetterwarte Jacksonoille Stunden vorher die betroffenen Gebiete hatte warnen können und weitestgehende Sicherungsmaßnahmen getroffen werden konnten, ist der Schaden dennoch beträchtlich. In Fort Lauderdale deckte der Orkan die Dächer sämtlicher Häuser ab und verursachte große lieber« schwemmungen. Die Küstenschiffahrt ist ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der norwegische Frachtdampfer „Sneland" teilte durch Funkfpruch mit, daß er im Orkan nicht manövrieren könne und der Küste zutteibe. Ein Küstenwachschiff ist ihm zu Hilfe geeilt. Durch den Wirbelsturm wurden vier Personen getötet. In der Nähe des Strandes von Miami hat ein bisher noch nicht erkannter Dampfer Notsignale ausgesandt. Genauere Schätzungen über das Ausmaß der Verheerungen konnten noch nicht erfolgen. Der Wirbelsturm ist nach Süden weitergezogen. Schwere Stürme im Schwarzen Meer. Im Schwarzen Meer herrschen fett Tagen verheerende Stürme. Die Schiffahrt ist zum größten Teil unterbunden. Die meisten Dampfer können aus den rumänischen Häfen nicht auslaufen. Der Hafen Constanza ist voll von Fahrzeugen aller Art, die Zuflucht vor dem Sturm gesucht haben. Der rumänische Dampfer „Ducuresti" kämpft nach den letzten Nachrichten auf offenem Meer gegen den Sturm und kommt mühsam kaum eine Meile stündlich vorwärts. Die Funkstatton von Constanza hat verschiedene unverständliche SOS-Rufe aufgefangen. Der fowjetrussische Dampfer „Cicerin" ist nördlich von Constanza auf einer Sandbank gestrandet. Bier Todesopfer in den Bergen. Die beiden jungen Münchener Bergsteiger Wienand T o 1 ch und Walter Koehler stürzten von der Südkarspitze im Karwendelgebirge to d 1 i chad. Am (Puffert bei Tegernsee verunglückte eine Frau Veronika Lettner aus Warngau tödlich. Bei einer Klettertour über den in dieser Jahreszeit völlig oeeeiften Südgrat des Großen Priel im Toten Gebirge (Oberösterreich) sind ein Kletterer und feine Begleiterin abge stürzt. Das Mädchen war auf der Stelle tot, während der Hochtourist mit schweren Verletzungen geborgen und ins Krankenhaus gebracht wurde. Betrunkener Matrose als Amokläufer in Gdingen. In der polnischen Hafenstadt Gdingen wurden durch einen betrunkenen Matrosen vier Fußgänger durch Messerstiche so verletzt, daß sie in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Der Amokläufer konnte schließlich von der Polizei überwältigt und gefesselt werden. Bollstreckung eines Todesurteils. In Weimar ist der 1910 geborene Walter Kai- ser hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Altenburg am 30. April 1935 wegen Raubmordes an der Zigarrenarbeiterin Marta Georgi in Altenburg zum Tode verurteilt worden war. Bombenanschläge jüdischer Kommunisten in Amerika. In Milwaukee (Visconsin, USA.) ereignete sich in einer Garage eine furchtbare Explosion. Zwei Männer und ein achtjähriges Mädchen wurden getötet und elf Personen verletzt. Die Garage wurde völlig zerstört und zahlreiche Häuser der Nachbarschaft beschädigt. Die Polizei vermutet, daß die beiden getöteten Männer die Urheber des Anschlages waren. In der letzten Zeit haben sich bereits mehrere ähnliche geheimnisvolle Anschläge gegen öffentliche Gebäude ereignet. Der Zeitung „Ny American" zufolge ist es gelungen, die Urheber der Bombenanschläge zu ermitteln. Es handelt sich um die beiden jüdischen Kommunisten Jdzy Rutkowski und Paul Cha» d a n e t, die bei dem letzten Anschlag in einer Garage zusammen mit einem Kinde ums Leben kamen. Die beiden Kommunisten hatten innerhalb einer Woche zwei Polizeistattonen, ein Rathaus in Osram- |i|]-Lampen mit dem doppeltgewen.* delten Kristalldraht geben, je nach Größe, bis 20% mehr Licht. Neue Osram - EH ampen sind in den Elektro• Fachgeschäften zu haben 68 Die meisten Arbeitsplätze haben viel zu wenig Licht. besseres einer Vorstadt und zwei Bankgebäude in die Luft gesprengt. Der letzte Anschlag galt vermutlich dem Gebäude der „Wisconsin News", die auf die (Ergreifung der Bombenwerfer 5000 Dollar Belohnung ausgesetzt hatte. In der Hearst-Presse wird erneut auf die zunehmende kommunistische Propaganda in der Postoerwaltung und der Erwerbslosenfürsorge sowie in den Schulen hingewiesen. Ein neuer Fall amerikanischer Lynchjustiz. Aus den Süüstaaten wird ein neuer Fall amerikanischer Lynchjustiz gemeldet, der sich auf der Landstraße in der Nähe der Ortschaft White Bluff in Tennessee ereignet hat. Der 35jährige Neger Baxter Bell war hier unter der Beschuldi- guna, eine weiße Frau beleidigt und geschlagen zu haben, verhaftet und von zwei Polizisten in einen Kraftwagen gebracht worden. Die Polizisten wollten den Neger in das Gefängnis bringen. Jedoch wurde der Wagen mitten auf der Landstraße von einer Gruppe weißer Männer angehalten und die Polizisten entwaffnet. Die Männer, die sich dem Kraftwagen entgegengestellt hatten, fuhren mit dem Neger in rasendem Tempo davon, hielten in der Nähe eines Gehölzes an und schoßen Baxter Bell über den Haufen. Die Leiche des Negers, von Kugeln förmlich durchlöchert, wurde dann in einen Graben geworfen. Lebenslängliches Zuchthaus für einen Berufsverbrecher. Das Hanseatische Sondergericht in Hamburg verurteilte den Gewohnheitsverbrecher Hans K ü - ft e r s aus Köln wegen Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens und wegen fortgesetzten versuchten und vollendeten schweren Diebstahls und Verstoßes gegen das Schußwaffengesetz zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem Ehrverlust. Weiter erkannte das Gericht gegen den Gewohnheitsverbrecher Theoder Müller aus Köln wegen gewerbsmäßiger Hehlerei auf IOV2 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und auf Sicherungsverwahrung. Von den übrigen fünf Angeklagten dieses Prozesses wurden vier wegen Hehlerei zu Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren verurteilt, während eiivr mangels Beweises freigesprochen wurde. Aus der Beweisaufnahme ergab sich von dem Hauptangeklagten Küsters das Bild eines typischen Berujs- verbrechers. Er hat in Hamburg, Berlin und Köln als Fassadenkletterer gearbeitet und bei 24 Einbrüchen Schmucksachen und Pelzmäntel in einem Gesamtwert von nicht weniger als 130 000 Mark erbeutet. Die Schmucksachen wurden sofort von dem Mitangeklagten Theodor Müller, auch ein durch zahlreiche Vorstrafen gekennzeichneter Berufsverbrecher, zu Geld gemacht und hauptsächlich in Frankfurt a. M. Hanau und Gießen abaesetzt. Zuchthaus für einen Brandstifter. Das Wiesbadener Schwurgericht verurteilte in einer Verhandlung in Nastätten den aus Pohl im Unterlahnkreis gebürtigen Josef Erfurt wegen vorsätzlicher Brandstiftung in Tateinheit mit Versicherungsbetrug zu einem Jahr Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Im vergangenen Jahre wurde das Anwesen des Angeklagten durch ein Großfeuer völlig vernichtet; schon während der Löscharbeiten tauchte die Vermutung auf, daß vorsätzliche Brandstiftung die Ursache sei. Erfurt leuanete auch bei seinen Vernehmungen jede Schuld. Die Beweisaufnahme belastete ihn aber derart, daß für das Gericht kein Zweifel bestand, daß der Angeklagte der Täter gewesen war. Nur seinem Alter hat es der Angeklagte zu verdanken, daß er mit der Mindeststrafe davonkam. Schreckenstaten eines geistesgestörten Brandstifters in Neuyork. Ein geistesgestörter Brand st ifter, der in den letzten Monaten im Neuyorker Stadtteil Hartem über 20 Brände angelegt hat, und nach dem die Neuyorker Polizei fieberhaft fahndet, fetzte in der letzten Nacht eine alte fünfstöckige Mietskaserne in dem Armenviertel auf der Neuyorker Ostseite in Brand. Der Brand überraschte die Hausbewohner zum größten Teil' im Schlaf. Es spielten sich furchtbare Schreckensszenen ab. Feuerwehrleute, die unter Lebensgefahr die Hausbewohner in Sicherheit zu bringen suchten, fanden eine Mutter mit ihren fünf Kindern im Alter von 8 und 14 Jahren als verkohlte Leichen in der Küche ihrer Wohnung auf. Der Vater der selben Familie, dem es gelungen war. aus dem Fenster zu springen, mußte von Polizisten zurück- gehalten werden, da er sich auf die Nachricht von dem Tode seiner Familie wieder in die Flammen stürzen wollte. Die Aussichten des deutschen Wnahandels. Der chinesische Markt ist seit Jahren außerordentlich scharf umstritten. Hier muß die deutsche Ware mit den Erzeugnissen der drei großen Abwertungsländer England. Japan und der Verein i g- t e n Staaten konkurrieren. Zu diesen Schwierigkeiten kommt noch hinzu, daß China empfindlich unter der Deflation leidet, die durch die amerikanischen Silberaufkäufe hervorgerufen worden ist. Denn da China noch eine Silberwahrung hat, wird ihm dadurch, daß die Vereinigten Staaten alles erreichbare Silber an sich ziehen, die Grundlage seiner Währung und sein wichtigstes Zahlungsmittel entzogen. Zwar hat die chinesische Regierung zur Abwehr dieser Gefahr ein Ausfuhrverbot fjür Silber erlassen. Aber diese Maßnahme hat sich 1 angesichts der unsicheren politischen Zustände in China und der geringen Macht der Nankinger Regierung nicht als genügend wirksam erwiesen. Nur scheinbar wird durch die Deflation der Export europäischer Waren nach China begünstigt. In Wirklichkeit schwächt das Abfließen des Silbers aus China die Kaufkraft des Landes in fo hohem Maße, daß der chinesische Außenhandel ständig zurück g e h t. Die kürzlich veröffentlichte Außenhandelsstatistik der chinesischen Zollbehörden für den Monat Juli zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, wie schwere Einbußen der Außenhandel Chinas auf der Einfuhrseite erlitten hat. Denn die Einfuhr nach China ist hiernach im Monat Juli d. I. mit rund 64 Millionen Dollar um nicht weniger als 27 Millionen geringer als im Vormonat und um 32 Millionen Dollar geringer als im Mai 1935 gewesen. Dieses scharfe Äbsinken des chinesischen Imports erstreckt sich auf alle wichtigen Warengattungen, die in der chinesischen Einfuhrbilanz eine wichtige Rolle spielen, nämlich sowohl auf Getreide und Mehl als auch auf Oele und Fette, Seife, Kerzen usw., in wesentlich geringerem Grade auch auf Metalle und Erze. Wenn sich in Gegensatz zu dieser Gesamtentwicklung des chinesischen Außenhandels die Ausfuhr deutscher Waren' nach China, die im Jahre 1934 stark zugenommen hatte, auch im Jahre 1935 verhältnismäßig gut behauptet hat, so ist das in erster Linie darauf zurückzuführen, daß Deutschland nach China vorwiegend nicht diejenigen Waren exportiert, welche China in der Hauptsache aus den andern Importländern bezieht, sondern in erster Linie Qualitätserzeugnisse deutscher Spezialindustrien, wie optische Instrumente, chemisch-pharmazeutische Erzeugnisse usw. Außerdem hat sich Deutschland der schwierigen Lage der chinesischen Wirtschaft dadurch angepaßt, daß es vor allem das Kompensationsgeschäft mit China pflegt. Dieses entspricht zur Zeit auch den besonderen Erfordernissen der deutschen Devisenlage am besten. Im China- Handel bedeutet es zugleich die Ausschaltung der chinesischen Währungsschwierigkeiten, die das Chinageschäft lähmen. Deutschland bezieht im Austausch gegen seine Fertigwarenausfuhr aus China Häute, Holzöle für die Lackfabrikation, Oele für die Fetterzeugung usw., also Waren, die in Deutschland nicht in genügenden Mengen vorhanden sind, und die man daher lieber im Austausch gegen andere Waren al s gegen knappe Devisen importiert. Deutschland steht heute unter den Einfuhrländern Chinas an dritter Stelle nach den Vereinigten Staaten und Japan. Es hat im Monat Juli 1935 für rund acht Millionen Dollar Waren nach China ausgeführt. Das bedeutet zwar ebenfalls einen Rückgang um 2,4 Millionen Dollar, gegenüber dem Monat Juni. Aber dieser ist erheblich geringer als der der amerikanischen und auch der japanischen Ausfuhr* nach China. Nur England konnte seinen Export nach China, der freilich vorher einen starken Rückgang erfahren hatte, diesmal etwas erhöhen. Wenn Deutschland hiernach seine Stellung im chinesischen Außenhandel trotz aller Hindernisse erfolgreich gehalten hat, so ist das in erster Linie auf die umfangreiche Anwendung des Aushilfsmittels der Kompenfations- und Verrechnungsstelle zurückzu- führen. Das geht daraus hervor, daß der deutsche Chinahandel auf den Gebieten, auf denen keine Kompen- fationsmöglichkeiten vorhanden sind, ebenfalls stark zurückgegangen ist. Die Ergebnisse des deutschen Austauschhandels mit China würden dagegen noch wesentlich günstiger gewesen sein, wenn nicht auch dieser durch die politischen Unruhen, die immer wieder in großen Teilen Chinas das Wirtschaftsleben erschütterten, empfindlich beeinträchtigt worden wäre. Von der weiteren politischen Entwicklung in China wird es daher auch im wesentlichen abhängen, ob der deutsche Chinahandel in nächster Zeit noch weiter ausgebaut und gesteigert werden kann. Der besondere Wert dieses Andels für Deutschland liegt u. a. darin, daß er einen Ausfuhrüberschuß zugunsten Deutschlands erbringt. Denn die chinesische Außenhandelsbilanz ist im ganzen stets passiv, wenn auch der Einfuhrüberschuß Chinas in letzter Zeit der Not gehorchend vermindert worden ist. Es gibt heute leider nur wenige Länder, mit denen Deutschland eine aktive Handelsbilanz im Warenaustausch hat. Der Handel mit diesen Ländern bedarf besonderer Pflege und Förderung. Die deutsche Handelspolitik wird daher zweifellos alle Möglichkeiten ausnützen, den Austausch von Waren mit China weiter auszudehnen. Sie darf dabei auf die Unterstützung der chinesischen Regierung rechnen. Denn eine Steigerung des deutsch-chinesischen Handelsverkehrs entspricht durchaus den Bedürfnissen der Wirtschaft beider Länder. Man darf deshalb hoffen, daß die Schwierigkeiten, die zurzeit das Chinageschäft stanz allgemein behindern und die chinesische Regierung zu einer Einschränkung der Gesamteinfuhr gezwungen haben, gerade im deutsch-chinesischen Austausch in steigendem Maße überwunden werden können. Diese Hoffnung gründet sich darauf, daß das Kompensationsgeschäft gegenwärtig das Fundament des deutsch-chinesischen Handels bildet, und daß dieses von der zu erwartenden weiteren Erhöhung der chinesischen Einfuhrzölle nicht betroffen werden wirb. Aus diesem Grunde vor allem find die Aussichten des deutschen Chinahandels gegenwärtig günstiger als die der Konkurrenten Deutschlands, deren Hauptwaffe, die Währungsabwertung, auf dem chinesischen Markt an Schärfe erheblich verloren hat. Neues für den Büchertisch. — Paul Oskar Höcker: Die reizendste Frau — außer Johanna. Roman aus der Zeit Bismarcks. Geh. 2,50, Ganzleinen 3,80 Mark. 254 Seiten. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1935. — (265.) — Die Fürstin Catherine Orloff hat im Leben Bismarcks eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Zweimal kreuzt sich sein Schicksalsweg mit dem ihren; das erste Mal in Petersburg, wo er preußischer Gesandter ist; ein zweites Mal in Biarritz. Abgespannt und verbittert, der Politik und Quertreibereien müde, trifft Bismarck in dem französischen Seebad ein, wo er dem Ehepaar Orloff begegnet. Bismarck ist entzückt von der Fürstin; anmutig, frisch und natürlich, wie sie ist, zieht sie ihn sofort in ihren Bann, lieber drei Wochen verbringt er mit den beiden, mit jeder Stunde geizend. „Sie würde Dir ebenso gefallen" schreibt er an seine Frau Johanna. Die Politik ist vergessen, selbst Zeitungen rührt er nicht mehr an. Mit elf Tagen Verspätung, verjüngt und glücklich, kehrt der preußische Gesandte nach Paris zurück — einen Monat später ist er in Berlin Ministerpräsident. Merkwürdig wie diese Begegnung ist das Leben her schönen Frau, die die innere Stärke hat, ein schweres Schicksal zu tragen und sich selbst zu überwinden, Menschen und Dinge zu meistern, glücklich und traurig zu machen. — Prof. Dr. Ernst R Huber: „W e f e n und Inhalt der politischen Verfas- s u n g". Heft 16 der Schriftenreihe „Der deutsche Staat der Gegenwart" Herausgeber Professor Dr. Carl Schmidt. Preis kart 3 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (291) — Huber entwickelt zuerst den Verfassungsbegriff des 19. Jahrhunderts und zeigt dabei, daß die liberale Zeit den Staat als eine abstrakte gedankliche Kategorie zu verstehen suchte. Die Ueberroinbung der Verfassungsfvrm durch die Verfassungswirklichkeit verdanken wir der Revolution von 1933. Bis dahin war die Verfassung Ausdruck eines Kompromisses zwischen Obrigkeit und Volk; im Führerstaat ist sie nunmehr Niederschlag des völkischen Gemeinschaftswillens. Die Zustimmung, die das Volk her durch den Führer ge- chaffenen Ordnung gibt, ist Ausdruck der Gefolg« chaft und des Bekennens. — Oberleutnant Fritz Schnell: Volk und Wehrmacht, Verlag Robert Noske, Borna bei Leipzig, Preis kart. 1,20 Mark. — (416.) — Rundfunkvorträge und Zeitungsaufsätze eines jungen deutschen Offiziers sind hier in einem Büchlein zusammengestellt, das von echt soldatischem Empfinden zeugt und die enge Verbundenheit von Nationalsozialismus und Wehrmacht vor Augen führt. Für die deutsche Jugend, der der Tag ihres (Eintritts in unser neuerstandenes Heer ein Tag freudigen Stolzes sein wird, ist dieses Büchlein wie geschaffen. — Reinhold Gad 0 w : Gelb oder Weiß am Stillen Ozean? Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O./Berlin. Preis steif kartoniert RM. 1,00 — 277) — Im Vergleich zu den innereuropäischen Spannungen, ja selbst neben der stärkeren Erschütterung des Friedens durch den italienischen Feldzug gegen Abessinien, hat der Kampf, der sich am S t i l l e n Ozean vorbereitet, wahrhaft planetarischen Charakter. Dort, wo die Welt der Weißen seit Jahrhunderten einen Gürtel der Herrschaft um die der Farbigen gelegt hat, steht ein mächtiges Volk, mächtig zu Lande und zur S-s, im Begriff, den Zwang zu brechen, den Weißen zu Derbrängen, an feine Stelle als Herrscher," Erzeuger unb Hänbler zu treten. Dieser Kampf entleibet sich zur See, wo bie weiße (Eroberung begann, unb bie Wiberstanbskräfte ber Weißen Mächte, geführt burch bie USA., fangen an, sich in einer Richtung zu sammeln. Was von biefem riesigen Schicksalskampf ber Flotten unb Rassen zu erwarten ist, wie seine Bebingungen find im weiten Pazifik, wie sich alle anberen Interessenten ber beteiligten Großmächte ihm unterzuorbnen beginnen, welchen Anteil Deutschland an ihm zu nehmen hat, bas wird in der flüssigen Darstellung des Konteradmirals Gadow, den unsere Leser aus zahlreichen marinepolitischen Aufsätzen im Gießener Anzeiger als zuverlässigen Führer durch alle komplizierten Fragen der Weltpolitik kennen, ungemein fellelnd unb aufschlußreich auseinandergesetzt. Sorgfältig zusammen- getragenes Zahlenmaterial unb eine gute Karte tragen wesentlich zum Verstänbnis bes Gesagten bei. — In ber Bilberfolge „Das Jahr der Pflanze" sind als Band III unb IV im Verlag ber Garten» chönheit, Berlin-Westend/Bern, erschienen: „Freu- b i g e s Reifen" unb „Blumen am Fenster". Je 88 Seiten. Preis 1,75 Mark für jeden Band. — (389/390) — Die beiden gut ausgestatteten Bändchen bringen nach einer kurzen Einführung eine Fülle ausgezeichnet roiebergegebenen Bilbmaterials, bas jebem Blumen- unb Gartenfreunde eine unerschöpfliche Quelle ber Freude unb bes Genusses fein muß. Auch wer sich Blumen nur als Zimmerschmuck halten will ober kann, wirb hier eine Menge bankbar begrüßter Anregungen finden. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik ausgehende Störungstätigkeit gewinnt in Deutschland langsam ostwärts Raum. Während die mit dem östlichen Hochdruckgebiet zusammenhängende Aufheiterungszone am Montag noch bis zur Weser reichte, beschränkt sie sich heute bereits auf die Gebiete östlich ber Elbe, in benen es bereits zu verbreiteten Strahlungsfrösten gekommen ist. Bei uns sinb bagegen in ber Nacht zum Dienstag Regenfälle eingetreten, auch muß mit ber Fortbauer ber unbeftänbigen unb zeitweise regnerischen Witterung gerechnet werben. Aussichten für Mittwoch: Vielfach bun- ftig, sonst wolkig bis beberft, zeitweise auch regnerisch, bei Winben aus Süd bis West mild. Lufttemperaturen am 4. November: mittags 8,1 Grab Celsius, abenbs 5,9 Grab; am 5. November: morgens 6,7 Grad. Maximum 8,6 Grab, Minimum 4,7 Grab. x HauptschriftleitLr: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. 21. X. 35: 10 000. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- brucferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf^ mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Danksagung Für die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen in so reichem Mabe erwiesene Teilnahme sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Georg Pfaff. Gieben (Dammstr. 30), den 5. November 1935. _____________________________________________________________P385 D Achtung VERTRETER für ben weltbekannten Vorwerk - Kobold dem Nniverfal-Gerät, welches als Staubsauger, Bohner, Heißluftdusche, Haartrockner,Ver- gaser und Mottenvernichter verwendet unb zu moncttl. Raten von Mk. 5.— unb 6.— verkauft werden kann, suchen wir seriöse Herren. Zu melden Mittwoch, den 6. November, 5 Uhr, Hotel Schütz, oder schriftliche Angebote an Vorwerk & (So , Frankfurt a. M. Steinweg 9. 6366 v Avl «he «Schuh-GvoShandiung sucht für Hessen, Hessen-Nassau und angrenzende Gebiete eingeführten weisenden Lageristen und Expedienten mit Branchekenntnissen, sowie Frttnlein für Schreibmaschine und Kontor. Schriftliche Angebote unter 04772 an den Gieß. Anzeiger. 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Der phantastische Zug eines europäischen Heeres auf afrikanischer Erde wird noch einmal wach bei obenstehender Meldung —: die sogenannte „e n g lische Straße", Italiens nächstes Ziel an der Nordfront, ist jener Heerweg, den im Jahre 1868 der englische Lord Napier mit seinen Truppen auf Magdala zu überwand, wo sich der grausame Negus Theodoros, dem diese Strafexpedition galt, verschanzt hatte In dem Hafenort -Zula, heute der italienischen Kolonie Erythräa zugehörig, hatten sich damals die englischen Truppen zunächst gelagert; von hier aus traten sie ihren ebenso strapaziösen wie bewundernswerten Zug hinein ins Innere Abessiniens an. Anfangs ging der Marsch schnell vorwärts. Bald aber war man im Gebirge, und die großen Schwierigkeiten m den zerklüfteten Bergen, in denen manchmal ein Durchmarsch überhaupt unmöglich schien, begannen und wuchsen mit jedem Schritt. Man mußte sich den Weg überhaupt erst schaffen— daher der Name „bie englische Straße" für diese ganz weite Strecke von Abessiniens Nordgrenze bis zu der Festung Magdala. In Ober-Suru befand man sich schon zweitausend Fuß über dem Meeresspiegel — in Senafe war man bereits 7464 Fuß hoch. Und von hier nach Magdala war es noch vierhundert englische Meilen weit... Und es galt, hier Pfade du hauen und vom Meere her eine ununterbrochene, gesicherte Kette herzustellen, die das He -r davor bewahren mußte, abgeschnitten und dem Verhungern preisgegeben zu werden — eine Aufgabe von gewaltiger Größe... Von Senafe aus ging es immer höher empor —: in einer Höhe von 8291 Fuß erreichte man die erste größere Stadt, A d i g r a t, heute schon im Besitz der Italiener Bis hierher allein war das Heer zwei Monate unterwegs gewesen. Der Weg, den die Truppen dann bis Mai Wihis weiterzogen, war besser als der frühere. Allmählich ging es nun wieder abwärts, nach Ad Abagin und weiter nach Agala und Tschelikut. Aber die Nächte während dieses phantastischen Zuges waren trotz der sich mindernden Höhenlage oft so kalt, daß den Soldaten unter den wenigen Decken, die sie mit sich führen durften, die Glieder vor Frost klapperten, während Raubtiere, besonders Schakale und Hyänen, das Lager umheulten. Dann aller- i dings wieder, vielleicht schon in der nächsten Nacht, > hüllten weiche balsamische Düfte sie ein. Vorwärts über reißende Flüsse —; das war die Parole nach dem Verlassen von Tschelikut. Es handelte sich um jene Gewässer, die auch jetzt wieder eine große Rolle während der Kriegshandlungen spielen; sie fließen der Geba zu, die sich wiederum in den Nil ergießt und großen Anteil an den hier ortsüblichen Ueberschwem- m u n g e n hat, von denen heute wieder des öftern gemeldet wird. Alsbald ging es dann erneut aufwärts. nach Antalo, im Bereich der jetzt viel genannten befestigten Stadt Makale gelegen. Hier war man schon wieder fast 8000 Fuß hoch überm Meeresspiegel. Und man zog nicht nur mühsam vorwärts, sondern baute sich Tag und Nacht recht eigentlich erst den Weg, den man zu ziehen gedachte — die „englische Straße", wie sie seither heißt — und sie führt noch heute hinein in das Gebiet Abessiniens, das vielleicht in den nächsten Tagen die ersten wirklich großen Kampfhandlungen dieses Krieaes sehen wird tige Aladschin-Paß überquert, bis man in Lat die Truppen trennte: ein Teil blieb zurück zur Befestigung und Sicherung der Etappenlinie, Der andere zog vorwärts gen Magdala. Immer ging es hinauf und hinab —: elftausend Fuß hoch zum Emano-Pah, dreitausend Fuß abwärts bis zur Quelle des Takazzieflusses, wieder zehntausend Fuß aufwärts nach Biedehor.. und tief drunten rauschte in einer unwegsamen Schlucht die Dschidda. Wie man diesen Fluß schließlich überschritt, hatte man enorme V e r l u st e zu verzeichnen, vor allem an Lasttieren und Artillerie, aber auch an Soldaten, die kaum noch den ständigen Strapazen zu widerstehen vermochten. Auf der Hochebene von Talanta angekommen, waren die Engländer jeden Tag gefaßt auf einen Angriff der Abessinier. Aber er blieb aus: der Negus Theodoros, den es bei diesem Kriegszug zu bestrafen galt, weil er grausame Uebergriffe gegen britische Staatsangehörige gewagt hatte, erwartete den Feind erst in der starken Bergfeste Magdala. Und bis dorthin galt es, sich wegebauend vorzuarbeiten. Die schlimmste Katastrophe für die kühne europäische Truppe kam beim Uebergang über den Beschlofluß. Hier waren die Verluste an Tieren, an Soldaten, an Verpflegungs- und Artillerie- material am stärksten. Nachdem die Engländer aber auch noch das hinter sich gebracht, konnten sie endlich die Bergterrassen nach Magdala emporklet- tern und hier ihren Feind belagern — nach einem Marsch, der nicht weniger als viereinhalb Monate gedauert hatte... Die Feste wurde später erobert. und die Heerstraße, die von Abessiniens Grenze zu ihr führt und damals von dem Expeditionskorps angelegt war, besteht heute noch —: sie ist das nächste Ziel des großen"italienischen Angriffs im Norden des begehrten Landes... „die englische Straße"! h. w. k Arbeitstagung der HL. und der Gaujugendwaltung der DAF. LPD. Frankfurt a. M., 4. Nov. Am 2. und 3. November hat im Haus der Jugend in Frankfurt am Main eine bedeutsame Tagung stattgefunden, die sämtliche Kreisjugendwalter und Kreisjugendreferentinnen der DAF., sowie die Bann - Sozial st ellenleiter der HI. und Untergau - Sozialreferentinnen des B D M. vereinte. Die Tagung diente tn erster Linie der Vorbereitung des dritten Reichsberufswettkampfes, zu welchem im kommenden Februar wieder rund eine Million Jungarbeiter aller Berufe antreten werden. Bannführer G r ü n d l e r vom Reichsamt für Jugend in der DAF. sprach eingehend über Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Reichsberufswettkampfes, dessen erzieherische, innen- und außenpolitische Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Der Gebietsführer der HI. Herbert Pott- Das Richtfest aus dem Migsplah in München. 1 w » A W Der Marsch ging durch die Gebiete von Wodsche- rat und Doba, und auf einer Höhe von fast zehntausend Fuß wurde der strategisch wich- Links auf dem Balkon des Führerhauses der Führer während seiner Ansprache. Im Hintergrund die beiden Ehrentempel und dahinter das neue Verwaltungsgebäude der NSDAP. - (Preffe-Bild-Zentrale-M.) hoff gab einen umfassenden Ueberblick über das Geschehen unserer Tage und die Aufgabe der Jugend in der Gegenwart und Zukunft. Die deutsche Jugend kämpfe an vorderster. Front und spanne alle Kräfte an, um durch ihre Arbeit und durch ihr Schaffen Deutschlands Aufstieg mit herbeizuführen. Jeder einzelne müsse Diener am Ganzen sein, seine OdinBoUrng jedes arb^cndcnOculfchm 3um Wiederaufbau: EinfirbcUsbofdiaffiingslos Pflicht tun und stets so handeln, als laste die höchste Verantwortung auf seinen Schultern. Auf der Tagung sprachen außerdem der Gaujugendwalter der DAF. über die Aufgaben des Jugendamtes und der Gebiets-Sozialabteilungsleiter der HI. über Zusammenarbeit von HI. und DAF. An einer Sonder- tagung der Referentinnen nahm auch die Obergauführerin des BDM. teil. Weitere Betrügereien jüdischer Weinfirmen ausgedeüt. Aus einem Fatz 15 Sorten Wein. Mainz, 4. Nov. (LPD.) Die Kriminalpolizei teilt mit: Die im Anschluß an den Fall H e y m a n n Söhne von der Kriminalpolizei Mainz durchgeführte Kontrolle der übrigen Weinfirmen hat zur Aufdeckung ähnlicher Schwindelgeschäfte bei den ineinander geschachtelten jüdischen Weinhandlungen August Feldheim Söhne und Gebrüder Masbach in Mainz geführt. Auch diese bedienten sich zur Ausführung ihrer betrügerischen Manöver zum Teil einer arisch getarnten Firma Eduard Ritter. Es wurde festgestellt, daß in einem Falle nicht weniger als 15 Sorten Wein aus e i n und demselben Faß „gewonnen" wurden. Aus einem Faß Malaga kamen acht verschiedene Sorten mit sieben verschiedenen Preisen. Der junge Masbach und der Prokurist der Firma, Kohler, wurden in Haft genommen. Kohler war als Mittelsperson bei den Geschäften mit der Firma Ritter dazwischengeschoben worden, und zwar in der Weise, daß Ritter, der früher eine Weinhandlung in Gonsenheim hatte, den Namen hergab, aber selbst keinerlei Verfügungsrecht hatte, während Kohler die finanzielle Sache übernahm Veranlaßt durch die Pressemeldungen über den Fall Heymann Söhne teilte ein früherer Angestellter der Firma Gaertner & Blum in N i e r st e i n der Kriminalpolizei mit, daß dort ganz ähnliche „Geschäfte" getätigt würden, wie bei der Firma Hey- mann Söhne. Die polizeilichen Nachforschungen bestätigten den Verdacht in vollem Umfange, so daß die beiden Inhaber Blum s e n. und Blum jun. ebenfalls in Untersuchungshaft genommen mürben. Der gleichzeitig festgenommene Prokurist S ch n e i b e r konnte nachweisen, daß er direkt mit der Festsetzung der Preise und dem Vertrieb der Weine nichts zu tun hatte, sondern lediglich die büromäßige Bearbeitung der Geschäfte leitete Er wurde daher wieder aus der Haft entlasten. In allen Fällen wurden die Kellereien und Büros versiegelt. Im Zusammenhang mit der Angelegenheit Hey- mann Söhne, über die wir kürzlich berichteten, sei darauf hingewiesen, daß der Name des Inhabers der arischen Firma" richtig Fritz P r o s ch (nicht Porsch) lautet. dec Stntfatiq, - - Uecctick dec Klonal Körting-JKadio „OieWerst zum grauenHecht." Lichtspielhaus. Der vor kurzem verstorbene Schriftsteller Hans Joachim Freiherr von R e i tz e n st e i n ist durch seinen Roman „Oberwachtmeister Schwenke" und durch dessen geglückte und erfolgreiche Verfilmung schnell bekannt geworden.' Bald nach seinem Tode hat die Terra auch den zweiten Roman dieses zweifellos begabten Menschen verfilmt: „Die Werft zum arauen Hecht"; daraus hat Frank Wysbar ein yeiteres Volksstück gemacht und es auch selber in Szene gesetzt. Wysbar hat ein sehr feines, auf die besonderen Erfordernisse des Films empfindlich reagierendes Gefühl und einen sicheren künstlerischen Blick bereits mit der Verfilmung der Keller-Novelle „Das Fähnlein der sieben Aufrechten" bewiesen; es ist wohl kein Zweifel, daß diese Fähigkeiten auch dem Roman von Reitzenstein außerordentlich zugute gekommen sind. Es ist ja mit der Verfilmung von epischen Stoffen, wie an dieser Stelle oft genug gesagt und an zahlreichen Beispielen belegt worden ist, allemal eine gefährliche Sache. Das Experiment scheint uns aber auch tn diesem Falle, aufs Ganze gesehen, geglückt zu sein, zumal Wysbar so klug und so vorsichtig war, im Film ein Volksstück daraus zu wachem, wozu an sich bei dieser Vorlage mancher Anlaß und genügend Anregungen gegeben waren. Denn erstens nimmt man es traditioneller Weise beim Volksstück (das ist im Film wie auf dem Theater) nicht so genau, und außerdem hatten Wysbar wie Reitzenstein bei den erwähnten früheren Filmen Gelegenheit zu zeigen, daß sie — jeder auf seinem Felde — für Erfassung und Ausformung volksmäßiger Szenen und Bilder in besonderem Maße befähigt sind. Die Umwelt und die Schauplätze sind hier klar und einhellig abgegrenzt, und man bekommt eine richtige Vorstellung davon, wie es auf einer Bootswerft bei Potsdam und in einer Autowerkstatt nicht weit davon aussieht und zugeht. Ein interessantes, kaum erst in Reportagen und Bildberichten erfaßtes Lebens- und Aroe'knfteld, die Welt der Chauffeure auf Fernlastzügen, eröffnet sich so nebenbei, und wo man hinschaut, sind — bis auf eine Ausnahme — Menschen von Fleisch unt) Blut, mit Arbeitslust und Unternehmungsgeist und allerhand geschäftlichen Plänen, aber natürlich auch mit dem dazugehörigen Privatleben, (ohne das ja der Film kein Spielfilm wäre, sondern ein Kulturfilm) mit allerhand Sorgen und allerhand Gefühlen. Ganz natürlich und glaubhaft, und wenn in der rauhen Wirklichkeit vielleicht manches doch ein bißchen anders aussieht, und auch zum Schluß die geschäftlichen und die Liebessorgen nicht immer so gefällig und so glatt wie ein gutgemachtes Rechenexempel aufzugehen und ins Reine zu kommen brauchen, wie das hier der Fall ist, so darf man eben wieder daran erinnern, daß wir ja im Kino sitzen und nicht geradezu auf der Landstraße oder irgendwo an der Havel. Da geht das alles ja auch für gewöhnlich ohne die sehr hübsche und melodiöse Musik vor sich,-die Fr. W. R u st dazu geschrieben hat, die das Spiel einleitet und auch ausklingen läßt. Außerdem freut man sich über die feine und kultivierte Regieführung von Wysbar; er photographiert io nebenbei ein paar Einzelheiten heraus, ein Stück Himmel, ein bißchen bewegtes Wasser mit hohem Schilf und mit Segelbooten, und man merkt gleich, daß das nicht umsonst, von ungefähr und zufällig geschieht, sondern dazu gehört und sogar ein bißchen mitspielt; deswegen unterbricht es nicht störend die im übrigen straft und übersichtlich geführte Handlung und wirkt nicht wie eine aufgepappte Naturstimmung. Auch sonst wird man des öfteren daran erinnert, was Wysbar kann (und in den „Sieben Aufrechten" gezeigt hat) —: an ein paar sparsamen Lrebesszenen, ganz einfach und ganz ernst, und später etwa bei einer luftigen Hochzeitsgesellschaft, wo er so richtig aus dem Vollen wirtschaften kann. Was die Liebesszenen betrifft, so ist es ein Gewinn, die junge Marianne Hoppe wiederzusehen mit ihrem schmalen, gescheiten und ausdrucksvollen Gesicht, und mit einer ungemachten, warmen Herzlichkeit, die einem wohltut. Speelmans ist der, den sie meint und endlich auch bekommt, wie sich's gehört, und es steht ihm nicht übel, daß er diesmal dem siegesgewissen Draufgängertum, das ihn sonst auszeich- net, durch die bubenhafte Unbeholfenheit eines guten großen Jungen ein Gegengewicht schafft. Ausgezeichnet, sehr scharf und plastisch Oscar Sima, gut auch die Nebenfiguren: Barthel, Leibelt, S t e p a n e k und Ruth E w e l e r. Dann ist da noch Fita B e n k h o f f in einer recht wichtigen Frauenrolle, die sie auch höchst komisch heraus- bringt; trotzdem glauben wir, daß es sich hier um eine Fehlbesetzung handelt, und daß die Frau, die hier gemeint war, ganz anders aussieht. (Im „Schwenke" war eine ähnliche Figur richtig besetzt.) Die Benkhoff dagegen spielt eine jener geschwätzigen, aufgeplusterten, oberflächlichen und entrüsteten Tanten, die man schon öfters von ihr gesehen hat: sie macht das sehr witzig, wir sagten es schon, aber es entsteht eine Gestalt, die gar nicht hierher gehört. * Abgesehen davon wird jedermann bei diesem Film auf feine Kosten kommen. Im Beiprogramm sieht man außer der Wochenschau u. a. je einen Vorspann zu dem neuen Albers-Film „Varietö", zum „Idealen Gatten" (nach Oscar Wilde) und zur „Leichten Kavallerie". —y— Sophie Reinheimer. Nachruf auf eine Iugendschrifistellerin. „Dank und Gruß allen Freunden!" ist ein Auftrag meiner geliebten Schwester Sophie Reinheimer aus ihren letzten Tagen. Und Dank für alle Liebe in Wort, Blumen, Geleit, Gesang und Gedenken fügt tief ergriffen hinzu Marie Reinheimer. Hofheim a. T., im Oktober 1935. So lautet die Danksagung, die alle die erreichte, die zur Zeit in engster Fühlung mit Sophie Reinheimer und ihrer Schwester Marie standen. Sophie Reinheimer, die bedeutende und weithin bekannte und geliebte Märchenerzählerin, hat ihre Augen für immer geschlossen. Ihr „Dank und Gruß allen Freunden" gilt all denen im deutschen Lande und vielfach darüber hinaus, die ihre Märchen liebten und somit in innerer Verbundenheit mit der Dichterin standen. Denn nur im Gleichklang der Empfindungen kann die Künstlerseele begeistern und entzünden. Ich bin gewiß, wo die Kunde von Sophie Reinheimers Hinscheiden gehört wird, wird bei stiller Anteilnahme viel aufrichtiger Dank zurückklingen für all die Freude, die sie durch ihre lebendigen Erzählungen großen und kleinen Menschenkindern bereitet hat. Wer die Dichterin nur durch ihre Märchen kennt, die voll kindlicher Fröhlichkeit, voller Humor und von bunter Mannigfaltigkeit sind, ahnt nichts davon, daß ihr Leben Tragik war im schwersten Sinne des Wortes. Doch durch die Tragik ihres Lebens, die sie ohne Klage trug, wurde das Große und Schöne ihrer Seele geboren. Nur kurz konnte sie den in ihrer Jugend mit Begeisterung ergriffenen Beruf als Kindergärtnerin in Frankfurt am Main ausüben. Ihr zarter Körper hielt nicht stand, sie brach zusammen. Ihr Schicksal führte sie nach Hofheim am Taunus. Sie kam und blieb ihr Leben lang in Behandlung des weithin geschätzten Arztes Sanitätsrat Dr. M. S ch u l z e - K a h l e y ß. Zu körperlicher Betätigung jedoch konnte sie nie wieder zurückkehren. Welch ein Schmerz für ein Menschenkind, das in sich zur freudigsten Lebensbejahung veranlagt ist. Im Ringen mit ihrer versagenden Körperlichkeit kristallisierten sich jedoch die Gaben und Kräfte ihres Geistes und ihrer Seele. Die ersten und feinsten ihrer Märchen nahmen Gestalt an, und in unermüdlicher Schaffensfreudigkeit hat sie durch drei Jahrzehnte hindurch in sprudelnder Lebendigkeit die kleinen Dinge in Wald und Flur, die Wolken und Regentropfen, den Wind und das Wetter, die Sonnenstrahlen und die Sternlein am Himmelszelt, ja selbst das Christkindlein in die Unsterblichkeit ihrer Märchenwelt ausgenommen. Es sei ihr gedankt. Umsorgt von aufopfernder Schwesterliebe und Treue, von ihrem ärztlichen Freund geführt und geleitet, von eigenem starken Lebenswillen beseelt, durch viel Freundestreue gestützt, konnte die zarte Hülle ihrer starken und reinen Seele so lange dem Erdendasein erhalten werden, bis schließlich das flackernde kleine Lichtlein durch einen Windstoß ausgelöscht wurde. Ich sah und sprach sie acht Tage vor ihrem Hin- scheiden, tief ergriffen und erschüttert — ich sah und grüßte sie als Letzte, ehe ihre sterblichen Reste der Erde übergeben wurden, in Tannengrün und bunten Blumen gebettet — ich werde dies nie vergessen. Auf ihrem Antlitz-lag Ruhe und Frieden. Möchte Sophie Reinheimer, erlöst von aller Erdennot, nun unaufhörlich in vollkommener Reinheit und Schönheit das schauen dürfen, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieb haben. Wir aber schaueü ihr nach und grüßen sie in der Ewigkeit... M. E. Ein preisgekröntes Volksstück. Im Nationaltheater in Mannheim wurde das Volksstück „Petra und Alla" (Obrist Michael) von Max Geifenheyner uraufgeführt. Das Werk des bekannten Frankfurter Schriftstellers wurde seinerzeit beim Dietrich-Eckart-Wettbewerb preisgekrönt. Es handelt sich um die Dramatisierung der Kleiftschen Novelle „Michael Kohlhaas". Petra und Alla sind die Namen zweier Pferde, die dem Dbriften Michael durch den Grafen von Sasch- witz beschlagnahmt werden, weil er den Zoll für seine Waren nicht zahlen will. Das Gericht spricht Michael die Pferde zu, aber der Haß des Grafen gegen ihn wird immer größer, und es kommt zu einer neuen Gerichtsverhandlung, die durch eine aufrührerische Horde gesprengt wird. Michael lehnt es ab, sich mit dieser Horde zu verbünden, um sein gutes Recht durchzusetzen. In letzter Minute versucht er, die Stadt Torgau vor der Einäscherung durch die aufrührerischen Mordbrenner zu bewahren. Das gelingt ihm nicht; er wird verhaftet. Im letzten Akt sieht er vor Martin Luther sein Unrecht ein, wie fein Gegenspieler. Das Stück, das besonders in der zweiten Hälfte stark dramatisch ist,- wurde von dem vollbesetzten Haus sehr beifällig ausgenommen. Die Hauptrolle des Obristen Michael wurde durch Hans Fi n o h'r hervorragend verkörpert. Sein Gegenspieler Graf von Saschwitz war Erwin Linder. Am Schluß der Aufführung gah es für die Darsteller und für ben Verfasser, der sich wiederholt zeigen mußte, lebhaften Verfall. l. Wirtschaft ben der sozialismus liegt in der Größe seiner Ideen und in der Kraft, mit der er aus ihnen das ganze Leben meistert. Die geplante Erziehung wird es zuwege bringen, daß Führung und Gefolgschaft in Einigkeit zusammenstehen und ein starkes, unbesiegbares Deutschland bilden. Jeder Lagerteilnehmer mag sich prüfen: wenn er stark genug zum Führer ist', dann darf und muß er Führer werden; wenn nicht, dann reihe er sich in die Gefolgschaft ein. Das ist keine Unehre für ihn; ebenso wie umgekehrt es keine Ehre ist, in führender Stellung zu sein, wenn man diese Stellung nicht voll ausfüllt. Die lebendigen, anschaulichen und mitreißenden Worte des Vortragenden wurden mit begeistertem Beifall ausgenommen. Es schloß sich noch eine rege Aussprache an. Frankfurt a. M., 4. Nov. Zum Wochenanfang lagen einige Verkäufe vor, daneben beobachtete man kleine Glattstellungen der Kulisse. Die Tendenz war allgemein schwächer, da die Aufnahmeneigung eng begrenzt blieb und die abwartende Haltung der letzten Zeit anhielt. Das Angebot war verhältnismäßig klein, bei der starken Geschäftsstille führte es dennoch durchschnittliche Abfwächungen von 1 v. H. herbei. Am Aktienmarkt waren besonders Montanwerke rückläufig. Klöckner notierten mit 89,25 bis 88,50 (90,40), Stahlverein mit 79,40 bis 79 (80), Hoefch mit 92,50 bis 92 (93), ferner gaben Ilse Genuß 0,50 d. Sy, Rhein. Braunkohlen 1,5 v. Sy und Mannesmann 0,25 v. Sy nach. Von chemischen Werten verloren JG.-Farben 0,65 v. Sy auf 147,90 bis 147,75, Scheideanstalt waren angeboten, Taxe 217 (220). Elektroaktien ließen durchweg 0,25 bis 0,75 v. Sy nach, Siemens gingen um 1,13 v. Sy zurück. Schwächer lagen ferner Reichsbank mit 172,40 (174) und Deutsche Linoleum mit 138,50 (140) und Allgemeine Lokal 8t Kraft mit 118,90 (119,40). Unverändert eröffneten Rordd. Lloyd, Eßlingen Maschinen und Reichsbahn-VA. Auch der Rentenmarkt erfuhr bei sehr kleinen Umsätzen weitere leichte Rückgänge. Altbesitz verloren 0,25, späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13, Kommunal-Umschuldung 0,15 und Zinsvergütungsscheine 0,10 v. Sy Don Auslandrenten gingen ungarische Werte bis 0,25 v. Sy zurück. Bei anhaltender Geschäftsstille bröckelten die Kurse im Verlaufe weiter ab, nur JG.-Farben mit 147,65 und Reichsbank mit 172,50 lagen widerstandsfähig. Dagegen gingen Montanwerte nochmals um durchist die Bekanntmachung von dem Vorsitzenden Hauptvereinigung, Boettcher. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörfe schwächer. schnittlich 0,50 bis 0,75 v. Sy zurück, insbesondere Stahloerein auf 78,40, Hoesch auf 91,75, Mannesmann auf 82 und Rheinstahl auf 104,65 sowie S)ar» pener auf 107. Scheideanstalt kamen mit 216 um 4 v. Sy niedriger zur Notiz. Am Rentenmarkt zeigten die Kurse nur noch wenig Veränderung. Industrie-Obligationen sowie Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen gut behauptet. Von Stadtanleihen stiegen 4,5prozentige Mainz auf 92,75 (92,25) und 4.5proz. Darmstadt von 1928 auf 93 (92,50). Auslandanleihen lagen ruhig. Im Freiverkehr schwächten sich Ufa-Aktien auf die Möglichkeit eines Dividendenausfalls auf 53,50 (57) ab, andererseits lagen Bamag-Meguin mit 48 (44) fest. Tagesgeld etwas leichter mit 3 (3,25) v. Sy Abendbörse sehr ruhig. Die Abendbörse nahm einen sehr stillen Verlauf, die Zurückhaltung hielt in vollem Umfange an. Die Kurslage zeigte gegen den Berliner Schluß überwiegend weitere leichte Rückgänge, da verschiedentlich noch kleines Angebot vorlag. IG. Farben ermäßigten sich auf 147,40 bis 147,25 (147,75), Gef- fürel auf 121,50 (122,25), Metallgesellfchaft aus 103,50 (104,13), außerdem bröckelten Montanwerte 0,25 bis 0,50 v. Sy ab. Scheideanstalt gingen auf 215 (216) zurück. Fest lagen andererseits Reichsbankanteile mit 174 bis 174,50 (174, Frankfurter Schlußkurs 172), auch Bemberg erhöhten sich bei kleinstem Umsatz auf 105,75 (105). Von Großbankaktien lagen Commerzbank mit 84,75 (85) etwas niedriger. Der Rentenmarkt lag sehr still und nahezu unverändert. Von Stadtanleihenn erhöhten sich 4,50 v. Sy Darmstadt von 1928 auf 93,50 (93) und 4,50 v. Sy Mainz von 1928 auf 93 (92,75). Auslandsrenten lagen geschäftslos. 11. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,65, IG." Far- ben-Bonds 122, Reichsbahn-Vorzugsaktien 122,40, 4,50 v. Sy Darmstadt von 1928 93,50, 4,50 v. Sy Mainz von 1928 93, Schutzgebietsanleihen 10,25, 4 v. Sy Rumänen 4,85, Adca 73,75, Commerzbank 84,75, DD.-Bank 85, Dresdner Bank 85, Reichsbank 174 bis 174,50, Harpener 107, Mannesmann 81, Hoefch 91, Rheinstahl 104,50. Stahlv rein 78,40, AKU. 52,40, AEG. 36, Betula 141,25, B inberg 105,75, Conti Gummi 156, Deutscher Eisenhandel 103, Scheideanstalt 215, Deutsche Linoleum 138,50, Licht & Kraft 129,50, IG. Farben 147,40 bis 147,25, Feinmechanik Jetter 81, Geffürel 121,50, Hafenmühle Frankfurt 103, Holzmann 89,25, Metallgesellschaft 103,50, Siemens 162, Westdeutsche Kaufhof 24,25, Süüd. Zucker 210, Schöfferhof-Binding 162,75. serem Volt, die in vergangenen Stärke war, erhalten. Die Stärke Nationalsozialistische Schulung und Erziehung. Oer Siuschulungsleiter spricht zu den Zungjmisten auf dem Gleiberg. * Frachtverbilligung für 19 3 4er Faßweine. Die Hauptoereinigung der Deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft teilt mit: Die Hauptvereinigung der Deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft hot die Möglichkeit, für den Abtransport von 1934er Faßweinen aus den Erzeugergebieten in die Bedarfs, und Derbrauchergebiete eine Frachtoerbilligung zu gewähren. Die Frachtoerbilligung wird gewährt für den Abtransport von 1934er Weinen aus notleidenden Weinbaugegenden, die noch größere Weinbaubestände der 1934er Ernte auf Lager haben. Weinverteiler, die von dieser Verbilligung Gebrauch machen wollen, bitte ich, sich sofort bei der Hauptvereinigung der Deutschen Garten- und Weinbouwirtschaft, Berlin NW. 40, Schlieffenuser 21, zu melden. Nähere Auskunft wird alsdann von mir erteilt. Unterschrie- seren Reihen hatten. Nach dem Worte des Führers sollen alle Deutschen Nationalsozialisten werden, die besten * Nationalsozialisten aber Parteigenossen. Deutschland hat in seiner Geschichte viele einzelne Führerpersönlichkeiten aufzuweisen, aber keine Führerschicht, so daß die Werke der einzelnen Führer, die das Volk geeint hatten, nicht von Bestand sein konnten, und das Volk nach ihrem Tode wieder zerfiel. Deshalb müssen wir eine Führerschicht mit einer wirklichen Tradition heranbilden, und die Führerschicht muß sich von unten her ständig erneuern. Wir sehen sie heute bereits heranwachsen und haben die Gewißheit, wenn wir unseren Führer Adolf Hitler einst verlieren, und wenn dann vielleicht einmal ein ganz großer Führer fehlt, dann wird der Orden der Führer stark genug sein, das Werk zu tragen und zu erhalten. Die Auslese wird dadurch erreicht, daß jeder Deutsche in den nationalsozialistischen Gemeinschaften aufwächst. Schon frühzeitig beginnt diese Arbeit im Jungvolk, damit die jungen Menschen untereinander einig werden ohne Rücksicht auf Stand oder Konfession. Für das sehr wichtige Alter von 14 bis 18 Jahren ist die HI. geschaffen. Sie hat drei Aufgaben: die körperliche Ertüchtigung, die sich auf die ganze Jugend erstrecken und auch in der Schule nach neuen Grundsätzen betrieben werden soll, nämlich unter Berücksichtigung des Charakters, des Wertes der führenden Persönlichkeit; ferner die Weltanschauung: hier wird die Jugend schon an die Probleme heranaeführt, die sie später einmal lösen soll, damit sie sich mit ihnen auseinandersetzt und sich übt, ehe sie entscheidend mitreden darf; endlich die berufliche Ertüchtigung, eine bisher sehr Der« wollen J)ie Vielfalt großer Persönlichkeiten in un- Zeiten uüsere des National- Jn dem Jungjuristen-Schulungslager auf Burg Gleiberg hielt am Vormittag des 1. November der Sauschulungsleiter pg Ruder einen Vortrag über „Nationalsozialistische Schulung und Erziehung". Schulungslager, Kurse, Führerschulen und ähnliche Einrichtungen, so führte er u. a. aus, werden heute überall im Reiche in stärkstem Maße durch- aeführt, und zwar für alle Berufe, seien es nun Lehrer, Aerzte, Juristen oder Arbeiter. Man will nämlich die Gedanken des Nationalsozialismus auf allen Lebensgebieten durchführen; deshalb sollen alle Volksgenossen geschult und zu nationalsozialistischem Handeln erzogen werden, insbesondere die jüngeren, die später einmal berufen sind, die Arbeit der alten Kämpfer in demselben Geiste weiterzuführen. Der Nationalsozialismus ist nie mit dem Erreichten zuftieden, er sieht immer neue große Ziele vor sich und beginnt tatkräftig mit der neuen Arbeit. Der Führer betont immer wieder, daß mit der Machtergreifung die Arbeit des Nationalsozialismus eigentlich erst angefangen hat: alle Volksgenossen müssen für die neuen Ideen gewonnen werden, das deutsche Volk muß deutsch erzogen, nationalsozialistisch geformt und ausgerichtet werden; dann wird es so alle Zeiten überdauern. In den früheren Jahren konnte das Schwergewicht nicht auf der Schulung liegen. Dafür bestanden die dringenderen Aufgaben der Propaganda und der Organisation. Die Propaganda hat es erst ermöglicht, daß der Nationalsozialismus die Macht ergreifen konnte. Eine gute Idee nützt ja nichts, wenn sie nur bei wenigen Menschen lebendig ist; von selbst setzt sich das Gute nicht durch. Der Führer hat das Mittel der nationalsozialistischen Pro- vaganda geschaffen, er ist selbst voraufgegangen mit Der hireißenden Kraft seiner Rede, und feine getreuen Kämpfer sind ihm gefolgt. Man hat unter planmäßigem Einsatz aller der Kräfte, die man überhaupt zur Verfügung hatte, die nationalsozialistischen Ideen durch Versammlungen, Aufmärsche, Presse und Flugblätter im ganzen deutschen Volk verbreitet; man hat dafür gesorgt, daß sich aus dem Parteidurcheinander eine klare Unterscheidung herausbildete, eine Scheidung der Geister, indem auf der einen Seite die Nationalsozialisten standen und auf der andern Seite alle anderen Parteien als ihre Gegner. So hat man die Voraussetzungen ge- schaffen, auf Grund deren man die Macht ganz und ungeteilt, aber auch unwiderruflich an sich ziehen konnte. Seit der Machtergreifung läßt die Regierung immer noch vor wichtigen Maßnahmen Propagandawellen durch das Volk gehen, so daß es die Maßnahmen versteht und sie freudig bejaht und ausführt. Hatte man durch die Propaganda die Masse der Wähler und Anhänger gewonnen, so war es die Aufgabe der Organisation, die arbeitsfähigen Leute auszusuchen und am richtigen Platze einzusetzen, die Kräfte auszulesen und zusammenzufassen. Nach der Machtergreifung wurde diese Aufgabe besonders schwierig. Man hat nicht den Fehler gemacht, alle die, die jetzt neu zur Bewegung kamen, in eine einzige große Organisation hineinzunehmen, so sehr man mit ihren riesigen Zahlen Eindruck gemacht hätte, sondern man hat sie planmäßig auf die verschiedenen Verbände verteilt, wo sie jeweils von ausgesuchten alten Kämpfern geführt und erzogen werden. Organisation besteht nicht in der Anlegung großer Karteien mit hohen Zahlen, sondern sie ist Auslese und Zusammenfassung der Kräfte. Die Erziehung des neuen Menschen, des Nationalsozialisten, kann nicht in den Formen einer vergangenen Heit vor sich gehen. Deshalb mußten die Gewerkschaften und jetzt auch die Studentenverbände verschwinden. Durch bloße Porträge kann man den Menschen nicht die Volksgemeinschaft und das Führerprinzip beibringen; man muß vielmehr die Leute zwingen, nach diesen Grundsätzen zu leben, und das geschieht in den verschiedenen nationalsozialistischen Organisationen. Sie alle erziehen den deutschen Menschen zum Nationalsozialismus. Auch die anderen Formen des menschlichen Zusammenlebens, wie etwa die Wirtschaftsformen, werden sich hier angleichen müssen; wir können die Arbeiter nicht zu Sozialisten machen, wenn sie in Betrieben arbeiten, in denen fein Hauch vom Geiste des Sozialismus zu spüren ist. Bei der Erziehung erfolgt auch die Auslese der Führer. Zwar kann man den einzelnen großen Führer nicht erziehen, er wird geboren; aber man kann wohl eine Führerschicht erziehen. Hier ist eine strenge Auslese nötig; nur wo die besten führen, wird etwas geleistet, und wir haben den Kampf nur gewonnen, weil wir die Besten in unnachlässigte Aufgabe. Heute sind viele junge Menschen wirtschaftlich und seelisch unsicher, weil ihnen eine Fachausbildung fehlt. Hier liegt der Wert Der Reichsberufswettkämpfe, deren Ergebnisse von Jahr zu Jahr besser werden. Sodann kommt für den Heranwachsenden Menschen der Arbeitsdienst, die Wehrpflicht und weiterhin der Dienst in SA. oder SS. Wer diesen Weg durchlaufen hat, von dem hat man ein genügend klares Bild? nunmehr kann man aus den jungen Leuten die besten ausfuchen und in die Partei übernehmen, die dann eine Elite fein wird. Diesen Leuten wird man auch die führenden Stellen im Staat und in der Wirtschaft anoertrauen. Die Partei wird immer frisch und jung bleiben, und das deutsche Volk wird, zum ersten Male in seiner Geschichte, die Besten aus allen Schichten zu Führern haben. Für die Zwischenzeit wird in den heutigen Führerschulungslagern die entsprechende Auswahl getroffen. In dem Führergedanken liegt die Anerkennung der schöpferischen Persönlichkeit. Der Sozialismus des neuen Deutschland hat nicht zum Grundsatz „Jedem das gleiche", sondern „Jedem das Seine". Wir Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 4. Nov. Seitens der Land» wirtschaft haben sich die Anlieferungen in Brotgetreide verstärkt, während die Aufnahme der Mühlen, die weiterhin durch Zuweisungen der RfG. mit alterntigem Material versorgt sind, gering war. Futtergetreide und schwere Futtermittel blieben gesucht, das Angebot war sehr klein. Das Mehlgeschäft nahm einen normalen Verlauf, Weizenmehl war vor dem Monatswechsel lebhafter gefragt. In Roggenmehl erfolgten trotz der Preisermäßigung nur Käufe für den laufenden Bedarf. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 203, W 16 206, W 19 210, W20 212; Roggen R 12 166, R15 169, R 18 173, R 19 175 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 210; Weizenmehl W 13 27,95, W 16 28,20, W 19 28,20, W 20 28,55; Roggenmehl R12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50, plus 50 Pf. Frachtausgleich; Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation; Soyaschrot m. M. 16,20. Kartoffeln: Industrie hiesiger Oegpr.u. 2,90 bis 2,95, gelbfleischige hiesiger Gegend 2,80 bis 2,85, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 2,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Nov Auftrieb: 818 Rinder (gegen 1001 am letzten Montagsmarkt), darunter 169 Ochsen, 31 Bullen, 449 Kühe, 169 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Kuh, 352 (359) Kälber, 64 (68) Schafe, 1466 (1205) Schweine. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a2) 42 (am ?8. Oktober 42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 41 bis 42 (40 bis 41); Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 41 bis 42 (40 bis 41); Kühe a) 42 (42), b) 39 bis 42 (39 bis 42), c) 32 bis 38 (30 bis 38), d) 25 bis 31 (22 bis 29); Färsen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 40 bis 41 (40 bis 41); Kälber andere a) 71 bis 75 (71 bis 75), b) 64 bis 70 (64 bis 70), c) 56 bis 63 (56 bis 63), d) 48 bis 55 (50 bis 55); Lämmer und Hämmel b2) 48 (46), c) 48 (45 bis 46), d) 45 bis 46 (—); Schafe nicht notiert; Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51); Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). — Marktverlauf: Rinder sehr lebhaft, ausverkauft; Kälber mittelmäßig, ausverkauft; Hämmel und Schafe sehr lebhaft, ausverkauft; Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroß- Marktes: 745 Viertel Rindfleisch, 69 ganze Kälber, 37 ganze Hämmel, 381 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76; Bullenfleisch 74 bis 78; Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76; Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84; Hammelfleisch b) 92 bis 95 (am 31. 10. 90 bis 95); Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Speck hiesiger Schlachtung, roh unter 7 cm 77 bis 88. — Marktverkauf ruhig. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 6. November: 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bauernfunk. 9.15: Nur Kassel: Johann Lewalter zum Gedächtnis. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirt- schaftsbericht. 15.30: Was bringen die Zeitschriften des ■ Monats Oktober? 15.45: Rhein-mainische Er- Zähler (II). Ein literarischer Streifzug durch unsere weitere Heimat. Von Erich Meißner. 16: Musik am Nachmittag. 17: Der bunte gesungene, gesprochene, gespielte und geblasene Frankfurter Mittwoch-Nach- mittag. 18.30: Ausgrabungen im Trierer Land. (Vortrag.) 19: „Drei Sträuße". Ein Unterhaltungs- konzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation — Der einsame Mensch Ein Hörspiel zum Gedenken des 9. November. 20.45: „Lachender Funk". 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) D. k. in Kl. L. In die preußischen Hochschulen für Lehrerbildung können auch Hessen aufgenom- men werden, wenn sie die Erklärung abgeben, nach Abschluß ihres Studiums mindestens drei Jahre an preußischen Volksschulen unterrichten zu wollen. R. £. Die Kosten für die Teilnahme an einem Kursus für Luftschutz-Hauswarte können auf dis einzelnen Mietparteien des Hauses umgelegt werden. Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse. Devisenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 o Sy, Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.UL Berlin Frankfurt a. M Gerl in Schluß- kurS Schluß!. Abend- börsc Schluß« kurö Schluß!. Mittag- börse Schluß- fürs Schluß!. Abendbörse Schluß« lurs Schluß!. Miliag- börsc Datum 2.1L 4.11 2-11. 4.11. Datum 2 11 • 4.11. 2-11 4.11 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichttanl. von 1834 6Vt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü AuSlos.-Rechten ............. 4,/b% Deutsche ReichSpostscha-an- Weisungen von 1934, 1....... 6% efjem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (riickzahlb. 102%) ............ 4%% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 19........ 6%% ehern. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltaui ... 4%% ehern. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammel abl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4H% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bl» 1935 •54% ehern. 4'/,% Franks. Hyp.- vank-Liqu..Psandbriese....... 6V,% ehern. 4^% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 4H% ehern. 8% Pr. Lande-Pfand- oriesanstalt, Psandbriese 8t 19 454% ehern. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Cbl.VI Gtruergutsch.Verrechnungsk. 85-89 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staats reute v. 1910 454% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4%IifdWd)e Bagdadbahn-Arüeihe 100,4 97,75 102 112,9 100,2 96,75 96,13 100,5 91,65 121,25 113,25 96,25 100,75 100,9 OT 97 107,65 30 1,4 9,9 9,6 9,65 10,5 100,4 97,75 102 112,65 100,25 96,5 96,25 100,5 91,65 113,4 96,25 100,65 100,9 97 97 107,75 30 9,7 9,6 9,5 10,4 100,5 97,75 112,65 100,4 96,5 96 113,3 100,75 97 97 107,65 30 1,25 9,85 9,65 9,65 10,25 100,5 97,75 102 112,7 96,5 96 113,3 100,75 97 97 107,75 30,25 9,7 9,65 9,6 4% desgl. Serie II ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4s-4%Rumän.vereinh.Reruev.lS13 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Sam burg-S merika-Paket 0 Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 ReichSbauk ................ 12 A.E.G......................0 Betula.................... 10 Elektr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft .......... 3% Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unteruehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 SchustertSCo........ 4 Siemens L HalSke.......... 7 Lahmeoer S Co.............. 7 Buderus ...................0 Deutsche ErdSl .............. 4 Gelsenkirchener ............. 0 Haroener ............... 0 Hoesch Eisen-Köla-Neueft« .. 0 Ilse Bergbau ........... 6 Ilse Bergbau Genüsse ........ 6 5,9 4,85 39,65 16 17,4 79 1ld,5 85 85,25 85,25 174 36,9 141,75 109,25 131 104 123,25 129,5 121,75 118 163,5 132 101,75 103,5 108 93 160 127,5 90,4 82,65 5,85 4,85 39,4 17,4 78 110,25 84,75 85 85 174,5 36 141,25 108,25 129,5 103,5 121,5 130 121 162 131 101,25 102,9 107 51 159 127 88,5 81 9,3 5,9 8,65 4,9 39,4 15,75 28,5 17,5 78,9 110,5 85,25 85,25 85,25 174 36,75 141 131,5 103,75 123,5 130,5 121,75 118,5 164.25 132,25 101,75 103,5 110 92,75 159,75 127,5 90 82,9 5,9 8,55 4,85 • 39,3 15,75 28,5 17,25 78,25 110,13 85 85 85 174 36,13 141,25 108,25 129,4 102 122,25 129,75 121 117,75 162 131 100,5 102,4 109 91,25 154 126,5 87,65 81,5 Serie 1 T...7.7172T.......7. — — 9 »3 — Mannesmann-Röhre« ........ 0 Frankfurt a. M. Serfln Schluß- fürs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 2.11. 4.11. 2.11 4-11. Mansfeld er Bergbau .. eeeee .. • 118 — 118,25 118 Kokswerke .......... .. 6 — —— 113,9 113,5 Phönix Bergbau...... .. 0 — — Rheinische Braunkohlen 12 216 214,5 _ 214,75 Rheinstahl.......... ..MM. BK 105,75 104,5 106,25 104,75 Vereinigte Stahlwerke. .. 0 80 78,4 80 78,65 Ctooi Minen ....... Kaliwerke Aschersleben. .. 0 .. 5 19 129 18,5 18,75 128 18,85 128 Kaliwerke Westeregeln . .. 6 123,5 122 123,9 122 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7H 180 - 178,75 g. G. Farben-Jnbllstrie .. 7 148,4 147,25 148,75 147,75 Scheideanstalt........ .. 9 220 215 - - Goldschmidt ......... .. 0 105,5 105 106 105 75 Rütgerswerke........ .. 4 112,5 112,5 112,25 112 Merallgeiellschaft...... .. 4 105 103,5 104,75 104,13 Philtvv Holzmann .... .. 0 89 89,25 90 89 Zementwerk Heidelberg - - - - .. 6 118 117 Cementwerk Karlstadt.. .. 4 130 130 — — Schultheis Patzenhofer _ _ 102 101,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53,25 52,4 53,25 52,65 Bemberg ........... .. 0 105,65 105,75 106 105 Zellstoff Waldhof ..... . 0 111 110,5 111 110,75 Zellstoff Aschaffenburg . . . . . .. 0 79 78,5 78 Dessauer Gas ....... .. 7 — — 125,75 125,4 Daimler Motoren..... .. 0 93 92,25 93,5 92 Deutsche Linoleum .... .. 6 140 138,5 139 138,25 Lrenstein & Koppel ... .. 0 79 77,75 Westdeutsche Kaufhof.. .. 0 25,25 24,25 25,25 24,25 Cbave ............. c 292 290 292,75 289 Aecumulatoren-Fabrik 12 171 171,5 Conri-Gummi ....... 8 158 156 157,5 155,75 Gritzner.................. Mainkrastwerke Höchst a.8R_. .. 0 29,25 1 89,5 28,75 89 29,25 28,13 Süddeutscher Zuck« .. •eeeee» W 1 210 210 2. November 4 November Amtliche Geld | Kotierung »rief Amtliche Jlotieruna Geld 1 3 rief Buenos Aire 0,677 0,681 0,677 0.681 Brüssel .... 41,90 41.98 41,93 42,01 Rjo de Ian. 0,140 0,142 0,141 0,143 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,57 54,67 54,62 54,72 Danzig..... 46,81 46,91 46,81 46,91 London ..... 12,22 12,25 12,23 12,26 HelsmgsorS.. 5,39 5,40 5,395 5,405 Paris ...... 16,375 16.415 16,37 18,41 Holland .... 168,88 169,22 168,79 169,13 Flalten..... 20,20 20,24 20,20 20,24 Japan ...... 0,714 0,716 0,715 0,717 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... ; 61,36 61,48 61,41 61,53 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11.085 11,105 11,095 11,115 Stockholm... 62,99 63,11 63,04 63,16 Schweiz .... 80,81 80,97 80,79 80,95 Spanien.... 33,95 34,01 33,95 34,01 Prag....... Budapest ... 10,265 10,285 10,265 10,285 Reuyork.... 2,486 2,490 2,486 2.490 ____8erlin,4.November Geld Lrlei Amerikanische Rote».............. 2,438 41,80 54,41 12,195 16,32 168,37 19,46 --1,25 62,87 80,61 33,59 2,458 41,96 54,63 12,235 16,38 169,05 19,54 61,49 63,13 80,93 33,73 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Sesterreich. i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Not«................ Ur. 259 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Dienstag, 5. November 1955 Kein Heger — kein Läger. Don Ernst Holzel. Eine Futterglocke für Rebhühner. V d Sein Wild zu hegen und zu pflegen hat der Weidmann schon immer als seine vornehmste Pflicht betrachtet. Aber nicht alle, die sich Jäger nannten, waren Weidmänner im besten Sinne des Wortes. Die erschreckend hohen Verluste des Notwinters 1928/29 wären nie in diesem Ausmaße eingetreten, hätten damals alle deutschen Jäger in gleicher Weise ihrem Wilde den Tisch gedeckt und ihm Schutz gegen Kälte und Raubzeug verschafft. In nicht wenigen Revieren waren bis heute Fütterungsanlagen irgendwelcher Art unbekannt. Diesem Zustande hat das Reichsjagdgesetz ein Ende bereitet. Zum ersten Male in der jagdlichen Gesetzgebung ist in ihm die Hege pflicht im allgemeinen und die Fütterung sp flicht in Notzeiten im besonderen gesetzlich verankert. Damit wird jeder Eigentümer oder Pächter einer Jagd vor die Frage gestellt, welche Maßnahmen er ergreifen soll, um den Forderungen des Jagdgesetzes gerecht zu werden. Abgesehen von sehr kalten und schneereichen Wintern, die bei uns bekanntlich in den letzten Jahrzehnten wenig häufig waren, ist eine starke Wild- futterung in unserer Höhenlage meist unnötig oder doch nur bei einzelnen Wildarten angebracht. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Vorkehrungen für eine solche Fütterung trotzdem getroffen werden müssen. Denn die Erfahrung zeigt, daß in Revieren, wo die Vorsorge unterbleibt, die Fütterung meist zu spät praktisch einsetzt oder die Futterstellen vom Wilde nicht gefunden werden. Das, was unseren heimischen Revieren meist fehlt, ist die nötige Deckung im Winter. Hohlwege, Raine und Hecken sind zum großen Teile der Feldbereinigung zum Opfer gefallen oder vom Grundeigentümer beseitigt worden. Kahles Feld, soweit das Auge reicht, bei Schnee dem geübten Auge jedes Huhn, jeden Fasan, jeden Hasen leicht verratend. Kein Wunder, daß dann ganze Ketten Hühner den Räubern der Luft zum Opfer fallen. Wer wirkliche Wildhege treiben will, muß daher zunächst an die Schaffung von Deckungen denken. Das ist meist nicht schwer, wenn nur der Wille vorhanden ist. Da liegt irgendwo im Revier eine aufgegebene Sandgrube oder ein alter Steinbruch, öde ober von wertlosen Unkräutern überwuchert. Der Eigentümer wird meist nichts dagegen einzuwenden haben, wenn der Jäger sie seinen Zwecken nutzbar machen will. Diesem steht aber auch das Jagdgesetz zur Seite, das bestimmt, daß der Eigentümer die Genehmigung zur Anlage einer Fütterung z. V. geben muß, wenn ihm die Duldung der Anlage zugemutet werden kann, er selbst also dadurch wirtschaftlich nicht beeinträchtigt wird. Brombeeren wachsen überall im Walde und lassen sich gut auf das Oedland verpflanzen, Ginster ist vielleicht auch zu haben. Wer Geld für einige Pflanzen des Sachalinknöterichs übrig hat, wird bald erleben, wie sich der kahle, deckungslose Boden überzieht. So können überall im Revier an Oedlandstellen kleine Schutzinseln entstehen. Oft aber wird es möglich sein, Anlagen von größerem Ausmaße und vielseitigerem Werte zu schaffen. Der Jäger muß auch ein Freund der Natur sein, sonst ist er kein Jäger. Und nicht nur sein Wild leidet unter dem Deckungsmangel, sondern auch unsere Vogelwelt, unsere gefieberten Sänger, bie Auge unb Ohr erfreuen unb zugleich eine Unmenge von Schüblingen der Landwirtschaft unb besonders bes Obstbaues vertilgen. Bilb rechts unten zeigt solch ein „Vogelschutzgehölz", gebacht für Vogelschutz unb Wildschütz zugleich. Es entstand im Jahre 1931 unter gemeinsamer Arbeit der Gemeinde Wieseck, des Obst- und Gartenbauoereins und der Jagdpächter. Weißdorn, Hainbuche, Heckenrose, Liguster, Vogelbeerbaum, kleine Fichtengruppen wachsen hier durcheinander und werden mit der Zeit eine Dornröschenhecke abgeben, in der im Sommer die Henne ungestört brüten und die Häsin setzen kann, während in den Astquirlen die Vogelnester stehen, und in her im Winter alles Schutz und Deckung findet, was ihrer bedarf. Aber auch der Tisch ist darin gedeckt, denn am Fuße der Tafel mit der Aufschrift „Vogelschutzgehölz" ist eine gedeckte Futterstelle, wo Hühner und Fasanen Aesung suchen können, ohne dem Raubwilbe ausgesetzt zu sein. Die gerabezu magnetische Anziehungskraft einer solchen Schutzinsel ergibt sich auch baraus, baß fast das ganze Jahr hindurch Rehwilb barin seinen Einstanb nimmt. Gar manche Ricke hat barin schon ihre Kitze vor ber Mähmaschine gerettet. Bilb links oben zeigt von einem Vogelschutzgehölz nur bie Tafel. Mehr ist auch bis jetzt kaum zu sehen, benn bie Bepflanzung würbe erst in biefem Jahre begonnen. Die Beschilderung ist aber zum Schutze ber Jungpflanzen nötig. Das Bilb soll uns zeigen, wie man in kürzester Zeit ohne Kosten eine durch» aus brauchbare Fütterunasanlage, zugleich als Winbschutz geeignet, für Rebhühner Herstellen kann. Eine Anzahl Fichtenreiser, zugespitzt unb im Kreise um ben Pfahl gesteckt, werben oben fest mit einer Schnur zusammengebunden, so baß eine glockenförmige Schutzhütte entsteht. Solche Fütterungen können in großer Zahl über bie ganze Feldmark verstreut angelegt werben. Es ist eine geringe Mühe, bie sich sehr bezahlt macht. Wenn Oeblanb fehlt, bann wirb es oft möglich fein, einen Acker zu pachten unb bem Milbe nutzbar zu machen. Bilb links unten zeigt eine solche Schutzinsel. Die Pflanzen, bie wir barauf sehen, sinb Topinamburpflanzen, ein Knollengewächs, bas vielleicht mancher Leser vom Kriege her als Kartoffel» ersatz kennt. Die Stengel, bie bei guter Düngung über mannshoch werben, können als Trockenfutter für ben Winter getrocknet werben, bie Knollen nehmen Rehe, Hafen, Fasanen gleich gut an. Sie sinb babei frosthart unb können währenb bes Winters ruhig in ber Erbe bleiben. So geschieht es hier mit diesem mitten im freien Felde liegenden Acker. Wenn alles ringsum kahl ist, bann zieht sich alles mögliche Wilb borthin, währenb im Sommer regelmäßig Rehwilb barin steht unb selbst ber Dachs schon ben Weg zum Bau im Walbe offenbar für lästig unb unnötig empfanb unb sich beswegen hier einschob. Das Bild zeigt uns gleichzeitig eine erprobte Futterstelle aus Fichtenholz und Dachpappe. Jedes Revier hat seine Besonderheiten. So wird L - , -7ii r-'ffl ****»*••""• ' ■" - ' - * - .. V-' Eine Futterstelle aus Holz und Dachpappe. Mannshohes Vogelschutzgehölz. — Aufnahmen 14]: Neuner, Gieß. Anz.) I Beim Herrichten einer sog. „Stocksulze". A 'm 1 WM man in anderen Jagdbezirken mit gutem Erfolg andere Wege gehen. Man kann z. B. in Hecken leicht schneedichte Dächer aus Fichtenreisern einbauen, die sich glänzend bewähren. Die Hauptsache ist, daß wirklich etwas geschieht. Ist Deckung so gewonnen, ist beinahe alles gewonnen. Nun muß die Fütterung noch hinzukommen. Wo Fasanen vorkommen und gepflegt werden sollen, ist Fütterung unerläßlich. Hühner sind außerordentlich dankbar dafür. Der dauernde Rückgang der Hühnerjagd hat sicherlich mancherlei Gründe, aber bestimmt darunter den der meist vollkommen fehlenden winterlichen Fütterung und Pflege. Dabei ist gerade das Huhn so einfach zu füttern. UeberaU auf den Heuböden liegen die Heu» blumen, Gras- und Unkrautsamen in Menge. Sis sind das ideale Futter für die Hühner. Auch Fa- fanenfütterungen können damit beschickt werden, doch nimmt man hier besser ordentlich Kaff von der Dreschmaschine, Hinterkorn von Roggen oder Weizen oder solches Getreide selbst, wenn nicht etwa Mais ober Sonnenblumen zur Versütterung stehen. Eines vergesse man babei nie: S a n b. In jede Fütterung für Hühnervögel gehört grober Sand. Das Huhn will hudern, und es braucht Sandkörner in feinem Magen. Ferner wird sehr oft nicht daran gedacht, daß auch ein Futter mit einem gewissen Feuchtigkeitsgehalt nötig ist. Das findet sich im Haushalt. Wenn dort Wirsing ober Weißkohl verarbeitet wirb, gibt es Abfall genug. Ober man opfert feinem Milbe ganze Köpfe, beren Blätter zerhackt unb bann geschüttet werben. Rüben, Knollen bes Topinambur, rohe Kartoffelschalen können in gleicher Weise zerkleinert ben Fütterungen beigegeben werben. Fasanenfütterungen, wie sie Bilb 3 zeigt, gehören auch überall in ben Wölb, wo der NIVEA mild, leicht • chöumend, ganz wundervoll im Geschmack London im November-Nebel Von Dr. 3- Horn, Gießen Den November nennen wir den „Nebelmonat", und wir tun gut daran, ihn mit diesem unpoetischen Namen zu tadeln. Die Londoner aber haben allen Anlaß, den düsteren Gesellen zu hassen, denn er beschert ihnen den gefürchteten Nebel, der die Gesundheit schädigt, den Verkehr stört und Unfälle veranlaßt, die den Verlust von Menschenleben zur Folge haben. Eine Riesenfaust fährt gleichsam mit grauem Pinsel über das Angesicht der Riesenstadt hin, im trostlosen Grau alles Lichtend alle Farbe auslöschend. In seinem Buche „Wanderer in London" unterscheidet E. V. Lucas zwei Hauptarten des Londoner Nebels: Den schwarzen Nebel, der die Menschen zu blenden und zu ersticken droht, und den Dünnen Nebel, der nur einhüllt und verschleiert. Die erste Sorte herrscht eigentlich nur an den Ufern der Themse, und der Londoner bezeichnet ihn drastisch als thick as pea-soup (dick wie Erbsensuppe). Wenn bie Ausbünstungen ber Essex-Marschen von dem Ostwinb über London gejagt werden und die dampfgesättigte Herbst- und Winterluft die Zerstreuung des Rauches von Tausenden von Schornsteinen hindert, dann leiden sämtliche Sinne unter dieser seltsamen Atmosphäre; auch Geruch und Geschmack werden beleidigt, alle Gegenstände fühlen sich feucht und fettig an. Man muß sich seinen Weg an den Häusern entlang tasten und wird von seinen unsichtbar gewordenen Mitmenschen fluchenden Tones um orientierende Auskunft ersucht. Sorglich läßt der Polizist sein bull’s-eye (kleine Blendlaterne) über Straßen und Häuser hinblinken, denn den Spitzbuben ist die pea-soup zu ihrem stehlenden Gewerbe hochwillkommen. Wenn jener spanische Diplomat an einem Tage solchen Nebels London zum ersten Male sah (bzw. nicht sah), dann sind die sehnsuchtsvollen Worte leicht zu begreifen, die er feinen heimkehrenden Freunden nach dem sonnigen Süden mitgab: „Grützt mir die Sonne in Spanien, benn hier sehe ich sie ja boch nicht!" Ein Witzbilb erklärte bie beiben Nebelarten plastisch in folgenbem lieblichen Bilbe: Der bünne Nebel bietet benselben Anblick bar, wie wenn man den rauchenben Schornstein hinaufsieht; sieht man den Schornstein hinunter, so brodelt einem der schwarze Nebel lustig entgegen. Ein Franzose machte sich Gedanken über den Ausspruch, daß die Sonne tlh Britischen Reich niemals untergehe. Eines TagLs aber, als er in einem fürchterlichen Nebel in England an Land ging, rief er erfreut aus: „Jetzt habe ich es; sie geht hier überhaupt pid)t auf!" Der andere Nebel, ber nur verschleiert, aber nicht au^loscht, ber nur linbert unb milbert, aber nicht schmutzig macht, ber Nebel, besten verschönenbe Eigenschaften der Maler W h i st l e r entdeckt hat, solch ein Nebel, meint Lucas, kann uns zur Wonne und zum Entzücken werden. Durch diesen weichen Nebel gesehen wird London zu einer romantischen Stadt, denn alles, was hart und häßlich ist an seinen Bauwerken, was düster und abstoßend wirkt, all das verschwindet. Armselige Gebäude, sagt Whistler, verlieren sich in dem düstern Himmel, die hohen Schornsteine der Fabriken werden zu schlanken Glockentürmen, die Warenhäuser erscheinen als Feenpaläste in der Nacht, und die ganze Stadt scheint wie im Märchenreich am Himmel zu hängen. So entdeckte also dieser Amerika-Pariser die Stadt London als Stätte geheimnisvoller Schönheit; was dem gewöhnlichen Sterblichen als Gegenstand sarkastischen Spottes und als Feind erscheint, kann dem künstlerisch fühlenden Menschen zur Freude sich wandeln. Wie undankbar wäre es, bem ach so regelmäßig wieberkehrenben Gast unb populär geworbenen anhänglichen guten Bekannten kalt-abweichenb zu begegnen! Mit feinem ausgeglichenen Temperament nimmt ber Englänber auch seinen Nebel mit Gleichmut hin, unb sein Sprechen über bas Wetter ist ein untrügliches Zeugnis bafür, baß er allem, was bie Natur ihm bietet, Geschmack abgewinnt. In Län- bern ewig-blauer Einförmigkeit unb ba, wo bie klimatischen Bebingungen gerabeheraus schlecht sinb, spricht man nicht vom Wetter. John Bull hält es mit Heinrich Seibel, ber ben mürrischen November sogar liebevoll besingt: Solchen Monat muß man loben: Keiner kann wie bieser toben, keiner so verbrießlich sein unb so ohne Sonnenschein. In einem feiner Werke spricht ber berühmte Romanschriftsteller John Galsworthy (geft. 1933, Nobelpreisträger) von ben verfchiebenen Elementen, bie ben Charakter bes typischen Englänbers heraus- zubilben zusammenhelfen. Sein Klima sei zwar ge« funb unb neige nicht zu Extremen, aber es sei durchaus wechselhaft und verteufelt feucht. Wer solch ein herbes Klima jahrhundertelang erträgt, so meint Galsworthy, muß notwendigerweise in sich bas Gegengewicht einer trockenen Philosophie, eines trotzigen Humors unb einer erzwungenen mittleren Temperatur bie Seele nähren. Er stellt eine große Portion unbekümmerten Gleichmutes, ja stoischer Abgestumpftheit, im Charakter des Typus John Bull fest. Und wir gehen gewiß nicht fehl, wenn wir bie Herausbildung dieses — nach deutschen Begriffen nicht erstrebenswerten — Wesenszuges bem miserablen Nebel auf sein reichhaltiges Schulb- konto setzen. Zeitschriften. — „Das Innere Reich". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und beutsches Ceben. Herausgeber: Paul 211 oerbes und Karl Benno von Me» ch o w. Vierteljährlich 4,80 Mark, Einzelheft 1,80 Mark. Verlag Abert Langen-Georg Müller, Mün- chen. — Die große „Amerikanische Rebe" von Hans Grimm, bem Dichter von „Volk ohne Raum", steht unter ben zahlreichen im Novemberheft enthaltenen Beiträgen als ber in feiner volks- unb weltpolitischen Tragweite bebeutenbfte an ber Spitze. Sie ist ein menschliches und geistiges Dokument. Diese Anfang Oktober zum „Deutschen Tag" in Neuyork anläßlich bes 250. Jahrestages ber ersten großen Deutschen-Einwanderung vor ben vereinigten Der- bänben ber Deutschamerikaner gehaltene Rebe gibt nicht nur ein klares Bilb bes auslanbsbeutschen Schicksals, bas im Laufe ber Jahrhunderte unzähligen deutschen Menschen der räumlichen Enge ihres Vaterlandes wegen widerfahren ist und sie immer wieder zwang, für fremdes Land und Volk mit ihrem Gut und Blut zu bezahlen und sie dennoch in ihrem Glauben bestärkte, der fernen Heimat die Treue zu bewahren — sie ist vor allem auch eine eindringliche Mahnung, daß die „drei großen Nordleute England, Amerika und Deutschland" mit ihrem «gleichgearteten Wesen zu „Vormännern bie» 'de" berufen sind. An weiteren Beiträgen bringt das Heft einen Aufsatz über Heinrich Schütz, in dem Hans Joachim Moser einen deutschen Meister von erstem Range erkennt, ferner eine Betrachtung „Landschaft an Rhein und Main" von Franz Stegmeyer, und eine von Paul Alverdes beigesteuerte, klug abwägende und vortrefflich beratende Bücherschau über einige der wichtigsten Neuerscheinungen. Natürlich kommt daneben auch das rein Dichterische zu feinem Recht: außer den Versen von Oda Schäfer und Paul Appel bleibt besonders der Geschichte „Das seltsame Trauerge- folge" von Wilhelm von Scholz zu gedenken. Der Hauptteil des Heftes gehört der Erzählung „Katharina" von Günther Eich. Dieses Erlebnis einer frühen Liebe wird auf eine Weife erzählt, daß bar» aus ein kleines dichterisches Kunstwerk entstanden ist. — Zur vielerörterten Frage: Wurde bas Christentum ben Germanen aufge- zwungen? weist im Nooemberheft ber „Zeit* wenbe" (Michern-Verlag, Berlin-Spanbau) Sieg» frieb Beyschlag anschaulich nach, baß der nordische Glaube in sich selber verbrach, aus seinem eigenen Ungenügen, und daß die Botschaft vom „weißen Krist" die Nordgermanen gerade in dieser Krisis ihrer arteigenen Religion erreichte und von ihnen willig als Erfüllung einer ungestillten Sehnsucht ausgenommen wurde. Mährend die große Mehrheit der deutschen Stämme die Lehre vom Heiland mit überraschender Schnelligkeit angenommen hat, haben die Sachsen erbittert und blutig gekämpft. Aber sie stritten in erster Linie nicht für ihren Glauben, sondern für ihre politische Unabhängigkeit; nach ihrer Eingliederung in das Reich Karls des Großen nahmen auch sie das Chrstentum überraschend schnell an. Hierüber berichtet Professor D. Dr. Malter Friedensburg in einem Aufsatz über „Das Christentum bei den alten Sachsen". Zwei weitere Beiträge des Heftes handeln vom Verhältnis der evangelischen Kirche zu den politischen Gewalten. Lic. Friedrich Loy spricht zum Reformationsfest „Vom einsamen Luther", der einsam wurde und blieb, weil er bas Evangelium weber an bie soziale Revolution ber Bauern noch an bie nationale Revolution ber Ritter noch an bie Weltanschauung ber Humanisten verraten wollte, unb bem bie lutherische Kirche ber Gegenwart auch um ben Preis ber Einsamkeit folgen muß, wenn sie ihre Senbung recht erfüllen will. Christian Stoll stellt eine grunbsätzliche Betrachtung über „Das Machtprinzip unb die Kirche" an; klar arbeitet er heraus, daß die evangelische Kirche, getreu der Regel Jesu und der Botschaft der Reformation, eine entpolitisierte Kirche sein will und sein muß, daß sie weder nach politischer Macht streben, noch das weltliche Machtprinzip in ihre eigene Leitung und Verwaltung hineintragen lassen darf. 6orf>fchulnacbrid)fen. Professor Dr. Siegfried Kähler, Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte an der Univer» fität Halle, erhielt einen Ruf als Nachfolger von Professor Dr. Alexander kartellier i auf den Lehrstuhl für Geschichte an der Universität Jena. Die S u d h o f f - M e d a i 11 e der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissen- Ichaft und Technik wurde Professor Dr. Wilhelm H a b e r l i n a, Extraordinarius für Geschichte der Medlin an der Medizinischen Akademie Düsseldorf, verliehen. mittel sollte er stets im Gebrauch sein! 21.30 bis er- am Uhr 20 (nur für 20.30 bis t Die ötutfdic Rrbcjtefront 7 n.9.=0cmcinfdiaft „Rraft öurdi frcuöc ** Preußisch - Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung der zweiten Klasse der laufenden (46.Z272.) Lotterie findet am 13. und 14. November statt. Schluß der Erneuerung 6. November. Feierstunde zum 9. November am Samstag, dem 9. November, 20 Uhr, auf dem Oswaldsgarten Es nehmen feil: sämtliche Politischen Leiter aus Gießen, die vier Gießener Ortsgruppen, sämtliche Gliederungen und angeschlossenen Verbände der VSDAP. Alle Volksgenossen unserer Stadt werden ausgesordert, an dieser Feierstunde feilzunehmen und werden hiermif dazu eingeladen. Die Mitglieder der Wehrmacht, die Reichs- und Staatsbehörden, der Arbeitsdienst werden hiermit ebenfalls ein- geladen. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. J^ierfotge: 1. Fahneneinmarfch. Begleitung dazu Landsknechttrommeln des Jungvolks. 2. Aahnenfpruch, gesprochen von einem hitlerjungen. 3. Aeiermusik, gespielt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116: „Jeiermusik zum 9. Rovember von Erich Lauer". 4. Totenehrung. Sprecher Obersturmbannführer Parteigenosse 2N Luker. 5. Aeieransprache. Ls spricht der Kreisleiter. 6. Aahnenspruch. Sprechchor der Hitler-Jugend. 7. llebersührung der Hiller-Jugend, hierzu spricht der Unterbannführer Schneider. 8. Sieg-Heil aus den Führer und Horst-Dessel-Lied. 9. Großer Zapfenstreich, gespielt von dem Vlusikzug der SA.-Standarte 116. Sonderveranstaltungen einzelner Ortsgruppen oder Gliederungen müssen während dieser Feier aussallen. Ende gegen 21.30 Uhr. heil Hitler! Gez.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. hältlich. Ausführung von Holzappel' Am Mittwoch, 6. November, veranstaltet der Goethe-Bund Gießen in der Neuen Aula einen Dichterabend. Der Dichter und Arbeiter Heinrich Lersch lieft aus eigenen Werken. Zu diesem Abend hat uns der Goethe°Bund Gießen verbilligte Eintrittskarten zum Preise von 0,40 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Karten sind auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerbunde in Gießen hat uns für den Vortrag über Abessinien verbilligte Eintrittskarten zum Preis von 0,40 Mark zur Verfügung gestellt. Die Karten sind auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, NSG. „Kraft durch Freude'': 20.30 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele Frauen) in der alten Pestalozzischule; 21.30 Uhr Skigymnastik und allgemeine Körperschule in der Schillerschule; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 10. November im Gießener Stadt- t h e a t e r. Um vielfachen Wünschen gerecht zu werden, bringen wir am Sonntag, 10. November, 15 Uhr, eine Wiederholung des lustigen Volksstückes „Holzappel", von H. A. Weber. Wir haben die Vorstellung auf den Nachmittag gelegt, um auch den auswärtigen Volksgenossen Gelegenheit zu geben, diese Aufführung zu besuchen. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten und kosten: 30 Pf., 70 Pf., 1,—, 1,30 und 1,50 Mark. Karten sind im Vorverkauf erhältlich: Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg; Mufikhau^ Cdallier, Neuenweg; Kreisdienststelle „KdF.", Smanzen- straße 18. Sportamt »Kraft durch Freude-. heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Alte Pestalozzischule, Wernerwall. Ski-Gymnastik und Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße. Schwimmen, für Frauen und Männer. Von 20 bis 21 Uhr und von 21 bis 22 Uhr, Dolksbad. Reiten. Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. * Für die Kurse Hallentennis (Samstag nach- mittag und Sonntag vormittag) und Ski- Trocken (Freitag abend) können noch Anmeldungen auf dem Sportamt abgegeben werden. Treibt Leibesübungen mit „Kraft durch Freude"! Variete Abend der NSG. »Kraft durch Freude-. Der Dariet6-Abend der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Caf6 Leib stand unter dem Gedanken: „Lache mit uns." In diesem Sinne schickte auch Pg. Biene n gröber einen Willkommens- gruh an die zahlreich Erschienenen voraus, denen das Gau-Tournee einige Stunden der Daseinsfreude bereitete. Der Ansager Bobby Hausmann verstand es, seine Zuhörer in die rechte Stimmung zu bringen. Die Geschwister D o r f a y eröffneten mit in der bäuerlichen Heilkunde. Die Tatsache, daß viele der Heilkräuter als Teil ihres botanischen Namens den Zusatz in der Apothekersatzung gebräuchlich tragen, beweist ihr hohes Ansehen auch beim Fach- Fasan vorkommt. Der Einbau in Laubholzschläge i ist dabei besser wie in Nadelholzdickunyen. ' Für das Rehwild müssen an ungestörtem Orte < Raufen vorhanden sein, in denen Futter rote Heu, i Laubheu oder Grummet gereicht werden kann. Erb- : sen- und Haferstroh sind auch gut, während unge- droschene Hafergarben eine besonders wertvolle Gabe darstellen. Mehrere kleine Futterstellen sind dabei besser, als eine große Das Wild ist gewohnt, im Ziehen zu äsen. Besonders bei starker Schneelage bleibt es an großen Fütterungen entgegen seiner Lebensgewohnheit stehen. Wird ihm dann ausschließlich Rauhfutter gereicht, so ergeben sich die vielen unverständlichen Erscheinungen, daß Rehwild mit heugefülltem Pansen verendet in der Nähe der Fütterung gefunden wird. Das Wild soll umherziehen müssen, um satt zu werden. Wichtig ist, daß ihm dabei auch Rüben und ähnliches Futter gereicht wird, das Wasser enthält. Eicheln schüttet man einfach auf den Boden oder in kleine Krippen. Besonders wertvoll aber, um das Wild mit der Futterstelle vertraut zu machen, ist die S a l z l e ck e. Es gewöhnt sich daran, sie immer wieder aufzusuchen und findet damit auch zum Futter hin, wenn ihm solches gereicht werden mußte. Die bequemste Form sind die ziemlich widerstandsfähigen Pfannensteine, die in kleine Kästen oder einfach unter der Raufe auf den Boden gelegt werden. Bild rechts oben zeigt eine empfehlenswerte Form der Salzlecke, die Stockfulze. Alte Baumstümpfe, die sich überall im Walde finden, werden gesalzen. Ihre Rinde soll noch fest, das Innere dagegen schon etwas mulmig fein. Dann kann man Viehsalz darauf streuen oder — wie auf dem Bilde — einen Pfannenstein darauf oder hineinlegen. Das Bild stellt die Auffrischung einer solchen sehr stark angenommenen Stocksulze dar. Meist wird der Fehler gemacht, daß man im Frühjahr nur Salz legt und es vor dem Winter nicht erneuert. Eigentlich sollte immer Salz im Revier zu finden sein. Gehen auch die Ansichten über seine Wirkung auseinander, so ist doch sicher, daß es das Wild ans Revier zu fesseln vermag. Der Weidmann, der die Leidenschaft des Jägers und die Liebe zum Wilde, wie sie der Heger empfindet, in seinem Herzen miteinander vereint, kennt allein die tiefe Befriedigung, die darin liegt, wenn er weiß, daß er sein Revier gut bestellt hat, ehe der Winter kommt. Mögen dann Frost und Schnee kommen, er weiß sein Wild aeborgen, soweit dies in seiner Macht steht. Und zieht er selbst hinaus in den winterlichen Wald, den Rucksack gefüllt, die Büchse nur zum Schutze seines Wildes über der Schulter, und findet feine Fütterungen angenommen, dann ist ihm das Gefühl, feine Iägerpflicht getan zu haben, höchster Lohn. Für ihn treffen die wunderbaren Worte zu, die der große Wegbereiter der Gedanken des Reichsiagdgefetzes Hermann L ö n s in „Kraut und Lot" für den Heger gefunden bat: Das Schießen allein macht den Jäger nicht aus; Wer weiter nichts kann, bleibe besser zu Haus. Doch wer sich ergötzet an Wild und an Wald, Auch wenn es nicht blitzet und wenn es nicht knallt, Und wer noch hinauszieht zur jagdlosen Zeit, Wenn Heide und Holz sind vereist und verschneit, Wenn mager die Aesung und bitter die Not, Und hinter dem Wild einherschleicht der Tod; Und wer ihm dann wehret, ist Weidmann allein, Der Heger, der Pfleger kann Jäger nur fein. Wer bloß um das Schießen hinausging zur Jagd, Zum Weidmanns hat er es niemals gebracht. . bis 23 Uhr „Dogelhändler". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Werft zum grauen Hecht". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 20 Uhr im Zoologischen Institut (Bahnhofstraße 84) Vortrag von Professor Merker „Die Lebensbedingungen in den oberhessischen Fischteichen und die Fischzucht". und zur Nachahmung empfohlen zu werden. Hubertusjagd. Am 6. November wird von der Garnison und dem hiesigen Reiteroerein die „Hubertusjagd" geritten. Der Ausritt erfolgt 12.30 Uhr von der Artillerie» Kaserne aus mit dem Trompeter-Korps des Arttl- lerie-Regiments durch die Stadt über H e Hch e l - heim nach Ortsausgang A tz b a ch. Dort beginnt die Jagd 14 Uhr; sie endet mit einem Fuchsschwanzgreifen an der Chaussee etwa ein Kilometer östlich Heuchelheim, südlich der Brauerei. Zum Zusehen bieten sich Gelegenheiten 14 Uhr dicht südöstlich Atzbach und etwa 14.20 Uhr östlich Heuchelheim. Große Bücherdiebstähle eines Zungen. Der gestrige Polizeibericht der Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: Im Laufe des Monats September wurden aus der Lesehalle in Gießen nach und nach insgesamt 422 Bücher, u. a. vaterländische Geschichten, Jugendschriften, Reisebeschreibungen usw., gestohlen. Nach umfangreichen Ermittelungen konnte am 1. November der Täter festgestellt 'werden. Es handelt sich um einen 14jährigen Schüler einer hiesigen Lehranstalt, der die Bücher mittels Nachschlüssels aus der Lesehalle entwendet hat. Die Diebstähle führte der Junge an Sonntagoormittagen aus. Der Wert der Bücher, die restlos wieder zur Stelle geschafft werden konnten, beläuft sich auf 1800 RM. Gleichzeitig konnten dem Jungen zwei weitere Bücherdiebstähle, die noch nicht zur Kenntnis der Polizei gekommen waren, nachgewiesen werden. In dem einen Falle entwendete er aus einem Aufbewahrungsraum 102 Bücher, die zwei aufgelösten Jugendvereinen ae- hörten, im andren Falle 40 Bücher aus der Bibliothek einer Lehranstalt. Der Junge hatte sich in seiner elterlichen Woynung eine richtiggehende Bibliothek karteimäßig eingerichtet und auch bereits mit dem Ausleihen der Bücher begonnen. Die Eltern dürften sich wegen Hehlerei strafbar gemacht haben. Entwichene,- Zuchthausgefangener! Kurze Freiheit. Der Gießener Polizeibericht teilt mit: Gestern vormittag gegen 7 Uhr ist aus dem Landeszuchthaus llKarienfchloß, der 35 Jahre alte Paul W o l f r u m aus Alzenberg b. Hof, der eine 15- jährige Zuchthausstrafe wegen versuchten Totschlags zu verbüßen hat, ausgebrochen. Die sofort aufgenommene Verfolgung führte bald zum Ziel. Wolfrum konnte nach wenigen Stunden in der Nähe einer Muhle von Gambach, wo er sich zunächst verborgen hielt, ergriffen und wieder in das Zuchthaus zurückgebracht werden. fchäftsstelle Gießen, Lonystraße 18, Zimmer 10, ober Schanzenstraße 18, Dorderbau, Zimmer 7, eingesehen bzw. in Empfang genommen werden. Mitglieder der DAF. Die Mitgliedsbuchumschreibung im Kreise Gießen hat begonnen. Sämtliche im Besitz der Mitglieder befindlichen Bücher sind auf Anforderung der Ortsgruppenwalter bzw. der Betriebsgemein- schaftswalter zwecks Umschreibung abzugeben. Bei Nichtabgabe läuft das Mitglied Gefahr, daß es feine erworbenen Rechte verliert. Als Quittung für das abgegebene Buch erhält das Mitglied eine gelbe Ersatzausweiskarte. Bei der Buchabaabe sind sofort 0,50 RM. Umschreibegebühr zu entrichten. (Erwerbslose gebührenftei.) zwei ausgezeichneten Tanzdarbietungen den langen Reigen der Vorführungen. Grace Horse wartete mit seinen Original - Prärie - Attraktionen auf. Der treffsichere Lassowerfer zeigte rote« der seine Kunstfertigkeit im Messer- und Beilwer- fen, wofür er und seine tapfere Partnerin reichen Beifall fanden. w „ Auf sehr liebenswürdige Art führte „Arivan seine Täuschungskünste vor, die immer wieder neues Lachen hervorriefen. Schließlich zwang Rudolf K l a u s , der „Paganini", auf dem Akkordeon seine Lauscher in den Bann. Er spielte mit solcher Hin- gäbe und Klangfülle, daß er sich immer wieder zu Zugaben verstehen mußte. Nach der Pause erfreuten die Geschwister Dorsay mit einem Spitzentanz, der großen Beifall fand. Bobby Hausmann bewies, daß er nicht nur ein scharmanter Ansager, sondern auch ein einfallsreicher Dichter ist. B e n - B e n s t, „der Pechvogel , der mit feinen gut bekannten Ungeschicklichkeiten die Zuschauer zum Lachen brachte, erwies sich als em Meister der Spielerei. G r e p p und G e o r g e t h warteten mit geschickten Akrobatenkünsten auf und sorgten mit ihrem komischen Boxkampf für einen Lacherfolg. Noch einmal trat Rudolf Klaus auf, der mit dem Pilgerchor aus „Tannhäuser" einen Sturm der Begeisterung entfesselte, so daß er noch einige Tanzliedchen und Märsche dazuyeben r/^ußte. Den Schluß bildeten akrobatische Darbietungen von R a i und C h e l t mit ausgezeichneten Sprung- Übungen. Eine flotte Hauskapelle trug ihr Teil zur Verschönerung des Abends bei. Für das WHW: 4151,06 Ml. in der Stadt GieHen. Die groß angelegte erste Sammlung für das Winterhilfswerk 1935/36 in unserer Stadt erbrachte am Sonntag das erfreuliche Ergebnis von 4151,06 Mark. Durch die eifrige Tätigkeit der SA. der Standarte 116, der 83. SS.-Standarte, des NSKK. und des Marine-Sturmbannes Gießen konnten 15 200 Abzeichen (Wikingerschiff und Segelschiff), ferner 652 Autoplaketten (je zu 50 Pfennige) und etwa 3000 Spitzenrosetten verkauft werden. Hervorragend! Von dem Pressereferenten der SA.-Standarte R/116 wird uns mitgeteilt: Der Fahnenschar des Sturmes 12 der Reservestandarte 116, bestehend aus dem Sturmmann Balser und den SA.-Män- nern Dunkel und Wi11stock, gelang es bei der am Sonntag in den Abendstunden durchgeführten letzten Sammlung — als wohl die meisten Volksgenossen ihr Scherflein schon gegeben hatten — noch einen Betrag von 83 (dreiundachtzig) Mark einzubringen. Da die mitgeführte Büchse dem zufließenden Geldstrom nicht gewachsen war, mußte eine SA.-Mütze als Sammelbüchse in Funktion treten. Die SA.-Männer, alle drei alte, mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Verwundetenabzeichen geschmückte Frontsoldaten, haben durch ihren Eifer gezeigt, wie der alte Frontgeist der Hilfsbereitschaft und Kameradschaft bei den Männern der Reservestürme fortlebt. Dieses vorbildliche Verhalten zu Gunsten der Aermsten der Armen verdient der breiteren Öffentlichkeit bekanntgegeben mann. _ _ Offenbart sich die vielfältige Kraft der Mutter Erde in den Pflanzen und Bäumen, die m ihr wurzeln, so sei auch noch jener Gabe der pflanzlichen Blüten gedacht, die Heilkraft und Nahrung zugleich spenden und welche uns die Bienen bei ihrer -Aufgabe der Fruchtbestäubung in den „Jm- menftanb", den Bienenkorb, bringen. Es ist der Honig. Er ist ein naturerwachsenes Heil- und Stärkungsmittel unserer Heimatscholle wie wenige andere, eine ungekünstelte Essenz ersten Ranges. Er ist in der Volksheilkunde sehr geschätzt. Enthält er doch nicht nur den nahrhaften Zucker, sondern auch die Beruhigungsmittel, welche er aus dem Blütensamen mitbringt als besten Teil der blühenden, fortpflanzungsreifen Pflanze. Als Beruhigungsmittel und zur Nervenstärkung wirkt der Honig — besonders abends genommen — vortrefflich; selbst bei Verbrennungen und Wunden wurde er stets mit Erfolg angewandt. Der Honig ergänzt die naturgemäßen Heilmittel somit bestens, als körperliches Aufbau- Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Am heutigen Dienstag Lichtbildervortrag von Professor Merker über „Die Lebensbedingungen in den oberhessischen Fischteichen und die Fischzucht". (Siehe gestrige Anzeige.) Heinrich Lersch in Gießen. Auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins lieft, wie man uns schreibt, am Mittwoch, 6. November, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität der bekannte Arbeiter-Dichter Heinrich Lersch aus eigenen Werken. Es ist eine bedeutsame Dichterstunde zu erwarten. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß auf Grund einer Vereinbarung mit dem Deutschen Volksbil- dunqswerk Kreis Gießen den Mitgliedern der NSDAP., der NS.-Frauenschaft und Der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Eintrittsermäßigungen gewährt werden, ebenso auch den Mitgliedern der NS.-Kulturgemeinde und dem Landschaftsbund Volkstum und Heimat. (Siehe heutige Anzeige.) AusparteiamtlichenBekanntmachungen Der NSLB., Kreis Gießen, versammelt sich am morgigen Mittwoch, 6. November, 15.30 Uhr, in der Neuen Pestalozzischule in Gießen zu einer Kreisversammlung, in welcher der ©auobmann Ministerialrat Ringshausen sprechen wird. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Musik" und sämtliche Schulamtsanwärter des Kreises werden eine Stunde vor Beginn der Kreisoersammlung in der Neuen Pestalozzischule erwartet. Deutsche Arbeitsfront. Abteilung für Arbeitsführung und Verufserziehung in der kreiswaltung Gießen. Die neuen Winterbildunas plane der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der DAF. sind erschienen und können von den Angehörigen aller Berufsgruppen in der Ge- Aus der Provinzialhauptstadt. Heilkräfte der Heimatscholle. Im Haushalt und in der Heilpflege stehen die Säfte der Kräuter seit Jahrtausenden im höchsten Ansehen. Wenn man die volkstümliche Wissenschaft von den Arzneipflanzen von ihrem oft recht wunderlichen, abergläubischen Beiwerk reinigt, so bleibt ein sehr ansehnlicher, wichtiger und brauchbarer Bestand alterprobter Heilkunst übrig, der außer im Hausmittelschatz auch in der ärztlichen Praxis und in der Apothekenkunde von hohem Nutzen ist und bleiben wird. Das ererbte Volksgut auf dem Gebiete der Ge- fundheitspflege muß gepflegt werden. Für die Behandlung riajHger Krankheiten ober auch nur bei Verstimmungen des Körpers, die zu Krankheiten ausarten können, ist einzig und allein der Arzt heranzuziehen. Aber es gibt mancherlei leibliche und seelische Störungen, die es nicht nötig machen, sogleich den vielgeplagten Arzt —- zumal den Landarzt — nächtlich oder für weite Strecken in Bewegung zu setzen. Ein erprobtes, von den. Vorfahren übernommenes Heilmittel ist da gewiß empfehlenswert. Das gilt nicht zuletzt für beruhigende und für schweißtreibende Mittel. Wenn ein Kranker ein Schlafmittel wählt, so sollte er vielleicht einmal Baldrian versuchen. Auch der Apotheker wird seine berufliche Befriedigung darin finden, Kräuter, Tees und Pflanzensäfte anzubieten, deren Voranwendung der Arzt meist billigen wird, während ihm das eigenwillige „Herumdoktern" mit schweren Heilmitteln stets die Behandluna, ja selbst schon die Feststellung der Krankheit erschwert. Salbei ober Wermut, Arnika ober Anis-Pimpinelle, Fenchel ober Pfefferminze, Hausmittel, die bereits unsere germanischen Ahnen vor Jahrtausenden benutzten, haben eine heilende, keimtötende, atemstärkende und schleimlösende Wirkung, wenn sie mit Verstand angewandt werden, und geben einen guten Uebergang zu der eigentlichen Kur durch Arzt und Apotheker. Krautstengel und Wurzeln, Blätter, Blüten und Beeren sind es, die oft, von derselben Pflanze gewonnen, verschiedenartig angewandt werden können. Mag man sich nun zum Räuchern, zum Teeaufguß, zur Kühlauflage oder sonstwie ihrer schollenstarken Kräfte im Dienste der menschlichen Heilpflege bedienen: Hollunder und Lindenblüte, Liebstöckel und Faulbaum, Isländisch-Moos und Wacholder werden ebenso nutzbringend und gefahrlos verwandt wie Mischungen aus verschiedenen Kräutern. Für innere Schäden zum Beispiel verheißt ein altes Bauern- wort: „Sanikel, Ehrenpreis und Waldmann (Waldmeister) heilt Lung' und Leber zusamm'!" Auch das schön blühende Lungenkraut hat seinen festen Platz Tßiuftoutcyu* Nit. MAGGI5 Würze und achten Sie genau darauf,daßlhr Fläschchen aus MAGGI5 großer Originalflasche gefüllt wird. In dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als MAGGI5 WÜRZE „MAGGI" ist nicht eine allgemeine Bezeichnung für Suppenwürzen, sondern die gesetzlich geschützte Fabrikmarke für alle MAGGI - Produkte. — Achten Sie auch auf die. typische Form der Flasche und auf die gelb-roten Etiketten« Handball-Mnterhilsespiele im Kreis Lahn-Dill Bei dem 3 Forttetzung Nachdruck oerbotenf b r (Fortsetzung folgt l) t. Durch werde il i« I« t* er id 0' Kombination ausgezeichnet, obwohl einige Spieler bereits chr zweites Spiel machten». Zum Schluß machten sich jedoch Ermüdungserscheinungen bemerkbar, die die Gaste ausnutzten und einen knappen aber verdienten Sieg feierten. die nunmehr beginnende Holzhauerei der Arbeitsmarkt eine Entlastung erfahren. Einsatz der Arbeitskräfte solle aus wirt- die Verpflichtung des deutschen Menschen zur Arbeit. Jeder, der arbeiten könne, sei zur Arbeit verpflichtet. Der Staat seinerseits sei nicht zur Unterstützung verpflichtet. Wer glaube, nicht arbeiten zu können, müsse dies nachweisen. Der Staat werde zu prüfen haben, inwieweit Arbeitsunfähigkeit vorliege. Berlin habe für Unterstützte Pflichtarbeit in Aussicht gestellt. Der Pflichtarbeit werde in Zukunft allgemein mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Es müsse das Bewußtsein durchdringen, daß es ohne Pflichtarbeit keine Unterstützung geben könne. Wer nicht bereit sei, sich in irgendwelcher Form zu betätigen, habe auch von der NSV. nichts zu gewärtigen. Mit kurzen Worten über die Lage des Land- arbeiterftanbes und über die Formalitäten bei der Meldung eines Erwerbslosen und der Stellung des Unterstützungsantrages schloß Oberregierungsrat Dr. L i st feine interessanten Ausführungen. Nach einer kurzen Pause hörte die Versammlung noch einen Vortrag über das Thema: „Fragen aus der Invalidenversicherung". Der Redner, Verwaltungs-Inspektor Kuhn von der Landesversicherungsanstalt, gab einen Ueberblick über die Geschichte der Invalidenversicherung, über ihren Sinn und ihre Bedeutung. Er erläuterte die Versicherungspflicht, die Möglichkeiten der Versicherung, die Bedeutung der Ouittungskarte als Dokument und schließlich die Ziele der Invalidenversicherung im Dritten Reich. Nachdem Regierungsrat Weber vom Kreisamt noch kurz über die Handwerkskammerbeiträge gesprochen hatte und durch den Versammlungsleiter einige Rundschreiben der Landesdienststelle zur Kenntnis gegeben worden waren, fand die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler ihren Abschluß. Die Gemeinden imDienste derMeiisbeschaffnng Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gießen. Aber sie sprach nicht. Sie preßte sich an ihn unb weinte. Viele Minuten vergingen, ehe stoßweise bie ersten Worte kamen. Eine Erklärung brachten sie nicht. Lena war nicht feige, nur ratlos. Sie fand eine matte Ausrebe. Die Nerven — Migräne. Er begriff nicht/ Sie hatte niemals einen solchen Anfall gehabt. Er rebete ihr sanft zu unb fühlte sich väterlich überlegen. Er war balb zwanzig Jahre älter als sie. Dor zwölf Jahren hatte er sie geheiratet, als ber Krieg aus war, als ber Reservehauptmann beim Stabe ber Armee bie hübsche Sekretärin, an bie er sich gewöhnt hatte, nach Hause schicken sollte. Hauptmann Bassenberg war allein auf ber Welt. Zwei Brüber hatte ber Krieg gefordert. Das Hamburger Exportgeschäft gehörte nun ihm. Nach vier Jahren Krieg also wieder Zahlen, Konferenzen, Geschäftsbriefe? Er hatte zugepackt, kurz entschlossen eigentlich entgegen seiner besonnenen nordischen Art. Und er hatte sein Glück gegriffen. Wahrhaftig. Er war bereit, sich stündlich daran zu erinnern. Er kleidete sie aus wie fein Kind. Ihr Weinen verstummte. In feinen Armen schlief sie ein. Er lag noch wach und dachte: was hat sie nur gehabt? Aber ihm wollte nichts einfallen. Das Ge- burtstagsfest war doch sehr nett verlaufen. Merkwürdig. Er betrachtete sie noch einmal, diese Züge, bie er liebte wie damals. Dann drehte er bas Licht aus und entschlief neben ihr. Am anderen Morgen erwachte sie allein. Der Konsul war schon zeittg aufgeftanben, ohne sie zu wecken. Sie fuhr auf. fjatte sie nicht in dieser Nacht einen bösen Traum gehabt? ... Aber bie gütige Täuschung währte nur Sekunden. Ein Griff in den Schmuckkasten, wo sie die Perlen- kette zu verwahren pflegte, rief ihr bie Geschehnisse oollenbs zurück. Basilius war hier gewesen! Sie erhob sich unb taumelte schon wieder. Vor dem Spiegel sank sie auf den niedrigen Hocker. So hatte sie gestern abend gesessen, als sich die Tür öffnete und — mit einem Schrei sprang sie empor und fuhr herum. Aber es war nur das Mädchen, bas jetzt hereinkam. Spielern zu besitzen unb barf getrost unb mit einiger Zuversicht in die Zukunft blicken. — Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, haben die abgeführten Beträge Die des vergangenen Jahres bei weitem übertroffen, trotzdem mit Absicht weit weniger Spiele angesetzt worden waren. Tv. Dorlar — Tv. Wetzlar-Niedergirmes 5:13 (1:6). Dieses Spiel, das gleichzeitig auch als Pflichtspiel gewertet wird, nahm den erwarteten Ausgang. Dorlar ist zur Zeit vollkommen außer Form, zumal einige ber besten Spieler zum Militär bzw. Arbeitsbienst eingezogen worben sind. Die Gäste dagegen roerben von Spiel zu Spiel besser. Dutenhofen — A11 e nb o r f - M ün ch- holzhausen 9:11 (6:5). Die Paarung lautete ursprünglich anbers. Daburch aber, daß Münchholzhausen unverständlicherweise nur mit vier Mann antrat, mußte noch in letzter Minute umdisponiert Warum Trocken-Skikurse? Im Lager der Skiläufer gibt es eine Reihe „Zünftiger", die Trocken-Skikurse als verfehlt unb überflüssig ablehnen. Diese Ablehnung hat auch eine gewisse Berechtigung, denn Skiläufen kann man selbstverständlich nicht in einer Halle erlernen, ebensowenig wie man Schwimmen auf dem Trockenen erlernen kann. Und doch gehört das Einüben der Schwimmübungen auf dem Lande heute zum festen Bestandteil beim Schwimmunterricht des Schwimmverbandes. Aus den gleichen Erwägungen heraus hat ber Deutsche Skiverband (Fachamt Skilauf im RfL.) in seiner amtlichen Laufschule einen breiten Raum den Trockenskiübungen gewidmet. Durch geprüfte Skilehrer wird ber Anfänger und ber Fortgeschrittene mit ben mannigfaltigen Stellungen des Skisportes schon zu einer Zeit vertraut gemacht, ba in unserer Gegend noch kein Schnee liegt. Somit werden später im weißen Gelände Stunden und Tage des Erklärens und Dormachens ber einzelnen Uebungen gespart. Der Skiläufer kann nach Teilnahme an einem solchen Trockenskikursus nun seine Zeit zum praktischen Skilauf unter Anwendung des Gelernten ausnützen. Selbst ein alter Skiläufer wird alljährlich nach den ersten Tagen des Ausübens seines geliebten Sportes die Spuren eines tüchttqen Muskelkaters nicht verbergen können, weil der «vkilauf, wie kaum eine andere Sportart, den ganzen Körper durch- arbeitet und bestimmte Muskelpartien, bie von keiner anderen Leibesübung betätigt werben, ganz befonbers erfaßt. Diese bestimmten Muskelpartien werden in den Trocken-Skikursen durch besondere Skigymnastik „liebevoll erfaßt" und dadurch für du wieder verschwinden mußt! Weshalb kamst du überhaupt her? Brauchst du Geld? Ist es das? Natürlich wird es das sein!" Sie sah sich suchend im Zimmer um, sand ihre Handtasche, lief hin unb öffnete sie. In bem kleinen Gelbbehälter steckten ein paar Scheine. Sie knitterte sie mit zitternben Fingern zusammen unb gab sie ihm. „Da, nimm. Laß es gut sein. Geh nun. Komme nie roieber hierher." Er hielt bas Gelb auf ber flachen Hanb. Mit spitzen Fingern stieß er baran, baß bie gefalteten Banknoten roieber aufsprangen. Er lachte kurz auf, als er bie Zahlen erkannte. „Nepnzm Mark", stellte er fest. „Du bist wohl verrückt? Denkst bu, ich sei noch ber kleine Agent, ber dich damals heiratete? Ich habe genau wie du Karriere gemacht, mein Schatz. Mit neunzig Mark bezahle ich nicht einmal meine Handlanger!" Väterlich legte er seine Hand auf ihre Schulter. „Wirklich, bu scheinst etwas kindisch, Lena." Sanft streichelte er ihren Hals. Es störte ihn nicht, daß sich ihr Gesicht vor Widerwillen verzog. Er faßte bie Perlenkette an, bie sie trug. „Ist sie echt?", fragte er. „Man sollte es annehmen. Konsul Bassenberg wird seiner Gattin nicht Talmischmuck schenken." # Gewandt löste er die Sicherung und das Schloß auf ihrem Nacken, nahm bie Kette ab und steckte sie ein. „Sollte sie nicht echt fein", tröstete er, „bekommst du sie zurück. Sonst nehme ich sie erstmal als Betriebskapital." Sie stand mit erloschenem Blick. „Betriebs — was heißt —" Er nickte ihr zu. „Ich gehe jetzt", kündete er an. „Die Höflichkeit erfordert, daß man bie erste Auf- Wartung nach so langer Zeit nicht übermäßig aus- behnt. Höre zu, was ich dir jetzt sage. Wir kennen uns nicht.' Wo immer ich dir auch begegne, bu hast mich nie vorher gesehen! Verstehst bu mich?" Sie streckte bie Hanb aus. „Oh, Basil, ich banke bir. Gott segne bich für ben Entschluß. Behalte bie Kette benn, aber geh unb komm nie roieber." Er zog eine Fratze, es schoß ihm ins Lachen. „Unfug", knurrte er, „felbftrebenb komme ich wieder. Aber bu hast mich nicht zu kennen, klar?" „Aber ich begreife nicht — wenn ich bich nicht kennen soll — was beabsichtigst du denn?" Die Kreisabteilung Gießen in ber Can- desbienststelle Hessen-Hessen-Nassau bes Deutschen Gemein betages vereinigte am gestrigen Mon- tagnachmittag bie Bürgermeister bes Kreises Gießen ZU einer wichtigen Versammlung im Unioerfitätscafö m ber Plockstrahe. Als Vertreter ber Partei nahmen ber fteUöertretenbe Kreisleiter Pg. Hopfenrnül - I e r unb Pg. Dvpheibe teil, für bas Kreisamt waren Oberregierungsrat Dr. Schönhals unb Regierungsrat Weber erschienen. Im Mittelpunkt ber Versammlung staub nach ber Begrüßung durch ben Obmann ber Kreisabteilung, Bürgermeister Euler- Wieseck, ein Vortrag von Oberregierungsrat Or. List, dem Leiter des Arbeitsamtes Gießen, über bie Lage am Arbeitsmarkt in unserem oberhessischen Bezirk. Der herannahenbe Winter stelle, so führte ber Rebner u. a. aus, bie Bürgermeister ber ©emeinben vor bie wichtige Frage, wie man arbeitslosen Volksgenossen burch gerneinbliche Arbeitsbeschaffung Hel- sen könne. In einem Gebiet, bas sich mit bem politischen Kreise Gießen becke, würbe mit bem 31. August 1935 ber niebrigfte Staub in ber Zahl ber Erwerbslosen mit 1005 Personen erreicht. Im Vorjahre zur gleichen Zeit belief sich bie Zahl auf 1705 Erwerbslose. Die Zahl ber Erwerbslosen habe allerbiugs in ben letzten Monaten eine saisonmäßig bebingte Steigerung auf 1407 (am 31. Oktober 1935) erfahren. Im Arbeitsamtsbezirk Oberhessen entfielen auf 1000 Einwohner 10,5 Arbeitslose. Der Reichsburchschnitt bewege sich bei 25,6 Erwerbslosen je 1000 Einwohner. 3m Landesarbettsamtsbezlrk Hessen-Nassau stehe der Bezirk Gießen in günstigem Sinne an zweiter Stelle. Die Lage sei gegenwärtig wesentlich günstiger, als um die gleiche Zeit des Vorjahres. Der Sommer bringe saisonmäßig immer eine starke Entlastung bes Arbeitsmarktes. Im Winter trete bementsprechenb ein Nachlassen ber Beschäfti- Sin Erscheinung. Durch Die Beeubiguug von irbeiten in verschobenen Teilen bes Bezirkes seien außerbem Arbeitskräfte freigeworben. Um ber Erwerbslosigkeit weiterhin zu steuern, sei befonbers für ben Winter bie Durchführung von Not - ftanbsarbeiten burch bie ©emeinben wünschenswert. Im vergangenen Winter bzw. im ablaufenben Jahre sei in biefer Hinsicht von ben ©emetnben viel getan worben. Es wurden im Kreisgebiet Gießen Notstandsmaßnahmen im Umfang von etwa 50 000 Tagewerken mit 300 000 Mark Kosten durchgeführt, zu denen etwa 114 000 Mark Zuschuß gegeben wurden. Wenn bie Durchführung von Notstaubsarbetten durchaus wünschenswert erscheine, so solle boch nicht von bem ©runbsatz abgegangen roerben, baß die burchzuführenben Arbeiten in ihrer Finanzierung für bie ©emeinbe tragbar unb gußerbem wirtschaftlich sein müßten. Meliorationen unb Drainagen seien wichtig, wirtschaftlich unb in vielen ©emeinben notroenbig. mich bem Wegebau solle alle Aufmerksamkeit zugewandt werden. Allerdings müsse berücksichtigt werden, daß Wege auch ber ftänbigen Unterhaltung bebürften. Forstarbeiten würben auch in biefem Jahre wieder alle mögliche Förberung erhalten. Für die kommende Zeit wurden durch das Arbeitsamt folgende Notstandsarbeiten in den folgenden Gemeinden genehmigt: Virklar (Kanalbau) 230 Tagewerke, Burkhardsfelden (Drainage) 1750, Beltershain (Wegebau) 400, Grohen-Vufeck (Waldarbeit) 1000, Langsdorf (Quellenfassung) 250, Muschenheim (Wegebau) 400, Stangenrod (Wegebau) 1140 und Trais- Münzenberg (Wegebau) 310 Tagewerke. Insgesamt also 5250 Tagewerke. Darüber hinaus seien in zahlreichen Gemeinden Notstandsmaßnahmen beabsichtigt und zur Genehmigung eingereicht worden. Es handele sich um folgende Gemeinden, Vorhaben und Tagewerkszahlen: Rödgen (Drainage) 830 Tagewerke, Dillingen (Drainage) 3200, Alten-Buseck (Drainage und Wegebau) 1070, Bersrod (Drainage) 1230, Trohe (Verbindungsweg) 160, Daubringen (Wasserleitung), bie spätere Betätigung im Schnee so vorgearbeitet, daß sich wenig ober gar kein Muskelkater bemerkbar macht und man sich sofort ben Freuden bes Skilaufens uneingeschränkt hingeben kann. Außerbem werden in ben Ruhepausen Ratschläge über Behanblung ber Skiausrüstung unb alle not» wenbigen Fragen in Wort und Bttb gegeben. Deshalb beginnen am Mittwoch, 6. November 1935, in der Reithalle am Brandplatz von 21 bis 22 Uhr die allwöchentlichen Trocken-Ski- unb Gym» naftifftunben bes Ski-Klubs Gießen (Fachamt Skilauf im RfL.) unter Leitung geprüfter DSV.- Lehrwarte, die für sämtliche Teilnehmer, auch Nichtmitglieder, vollkommen kostenlos und ohne jede Verpflichtung sind. Leihskier können auf Wunsch gestellt roerben. Diese Uebungsftunben roerben später im Schnee fortgeführt. Man beachte bie heutige Anzeige. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 II — Vfv.-R. II 1:1. In diesem Spiel gab es feinen Sieger. 1900 sah Zwar bis kurz vor Schluß burch ein Tor seines Mittelstürmers banach aus, aber in letzter Minute schafften bie Grün-Weißen boch noch ben Ausgleich. Den Leistungen ber beiden Mannschaften war dieses Resultat auch gerecht, benn was VfB. an spielerischem Können voraus hatte, glichen bie Blau-Weißen burch großen Eifer aus. Garbenteich I — 1900 III 1:3. Entgegen allen Erwartungen konnte bie Dritte einen Sieg von Garbenteich mit nach Hause bringen. Die Mitwirkung einiger älterer Spieler wirkte sich sehr vorteilhaft auf bie Jugenblichen aus. MlMVMMW Homan von Frank $. Braun. schastlichen Gründen darauf gesehen werden, daß Leute, bie bisher in Rotten zusammenarbeiteten, auch in diesem Jahre wieder in ihren Rotten vereinigt würben. Im weiteren Verlaufe ferner Darlegungen beschäftigte sich Oberregierungsrat Dr. List mit einigen allgemeinen Fragen. Er sprach von bem großen Arbeitsanfall beim Arbeitsamt burch bie 2t u 5» ftellung ber Arbeitsbücher unb wies auf bie Schwierigkeiten hin, bie baburch entstehen, baß bie gestellten Fragen nicht richtig, ober nur ungenügend beantwortet werben Durch bas Arbeitsamt Gießen wurden bis zum 31. Oktober 17 000 Arbeitsbücher ausgestellt, wettere 21 000 Bücher sollen bis zum 1. Januar ausgestellt sein. Bis 31. Mai sollen im Reich 21000 000 2Irbeits- bücher ausgestellt fein. Bei ber Beantwortung ber Frage nach ber bisherigen Beschäftigung komme es für bie länblichen Antragsteller nicht so sehr auf bte Berufsbezeichnung (Dienstknecht, Dienstmagb), als vielmehr auf bte Tätigkeit innerhalb bes Betriebes an. In Zukunft könne nirgenbs mehr eine Arbeit ohne bas Arbeitsbuch ausgenommen roerben. Nach einigen kurzen Ausführungen über bie Schwarzarbeit sprach ber Rebner noch über „Das wirst bu früh genug merken. Ich werbe bich rechtzeitig einweihen, benn natürlich brauche ich zu gegebener Zeit beine Unterstützung." Er war im Begriff sich abzuwenben, aber Lena Bassenberg sprang vor. Sie stellte sich mit ausgebreiteten Armen vor bie Tür. „Ich lasse bich nicht hinaus, ehe ich weiß, welche Teufelei bu planst!" „Keine Teufelei", wehrte er ab, wie man einem Kinb gut zuspricht. „Rede dir nicht etwas ein. Ein Geschäft will ich machen, ein glattes sauberes Geschäft mit bem Herrn Konsul. Laß mich jetzt hinaus." „Nein! Erst rebe!" Sie war eine Besessene; ihr wußte baran liegen, baß Basil sich raschest entfernte, — habet hielt sie ihn auf. Wahrscheinlich hätte er ihr seinen Plan aufgebeckt, denn über kurz ober lang brauchte er ihre Mithilfe sowieso, aber ba erscholl auf ber Straße ober im ©arten ein schriller Pfiff. Es war bas oerabrebete Zeichen, bas Jolly gab. D" es nur ein einzelner Pfiff war, bebeutete es lebiglid) bie erste Warnung. Es hieß etwa in Worten: bie Schachpartie ist beenbet Aber Basilius fanb, es sei genug qerebet unb alles gesagt. Besser, Jolly brauchte im ©arten nicht in Aktion zu treten. Er packte hart zu unb warf bie Frau aus feinem Weg. „Närrin", sagte er, „sei boch vernünftig. Du siehst boch, baß ich bereit bin, eucy zu schonen. Es geht nicht an bas Leben, sondern nur an den Geldbeutel." Lena Bassenberg taumelte auf bas Bett. Sie ließ sich ber Länge nach in die Kissen fallen. Als die Tür klinkte, sah sie auf unb fand sich allein. Es blieb still im Hause. Minuten vergingen. Dann kamen ruhig und gelassen die Schritte zweier Mäm ner die Treppenstufen herauf, und sie horte, wie Zerny sich mit einem Gutenachtwunsch von ihrem Manne verabschiedete. Als sich die Tür öffnete unb Bassenberg eintrat, als sie sein gütiges Gesicht, feine Gestalt an ber Stelle sah, rod eben noch Basilius geftanben hatte, warf ein Gefühl sie um unb sie brach haltlos in ein lautes Schluchzen aus. Der Konsul sprang zu ihr hin. „Lenakinb, Liebste, was ist benn?" Er nahm sie in seine Arme unb hielt sie an seiner Brust fest. ,Lst dir etwas ge» schehen, sprich dochl" „Nicht? Höchst sonderbar. Ich besitze nämlich Antworten von dir, lange Schreiben, in denen du mich bittest, dich freizugeben." „Diese Briefe hast du aufbewahrt?" Freundlich nickte er. „Ich trenne mich schwer von solchen Schriftstücken. Sie können immer noch einmal von Nutzen sein. Hier zeigt es sich wieder einmal." Sein offenkundiger Spott machte sie vor Zorn und Ratlosigkeit sieden. „Was willst du tun?", keuchte sie. „Ist es deine Absicht, mir heute nach zwölf Jahren Schwierigkeiten zu machen? Ich liebe meinen Mann. Ich habe zw>i große Jungen. Du kannst nicht kommen und hier das Gespenst der Vergangenheit spielen! Ich warne dich. Mein Mann wird sich weder so noch so auf eine Erpressung einlassen!" „Es wird am besten jein, du rufst ihn herauf." „Wie — meinst du das?" Ihre Zähne schlugen aufeinander; sie vermochte ihn nicht länger anzu- sehen. „Genau wie ich es sage. Ich will mit ihm sprechen. Ich werde ihm sagen, daß du nach dem Gesetz noch meine Frau bist. Daß du die in Frage kommenden Behörden betrogen hast und zu Unrecht aussagtest, daß ich verschollen sei. Du hast seinerzeit ben zwar spärlichen, aber immerhin zwischen uns bestehenben Briefwechsel abgebrochen. Du bist ba« üongegangen unb hast bie Verschollene gespielt! Als ich zurückkam, erfuhr ich, daß bu mit unbekanntem Ziel ins Auslanb abgereift feiest." „Was dir bestimmt ganz außerorbentlich gelegen kam! Denn bu hattest nicht so viel" — sie tat eine Bewegung, bie ein Stäubchen vom Fingernagel schnippte — „für mich übrig. Mein Gelb hatte bir in bie Augen gestochen. Als es zu Enbe ging, war ich bir gleichgültig." „Eine sentimentale Geschichte. Glaubst bu, baß sie beinen Mann rühren wirb?" . „Basil ...", sie ftanb ganz dickt vor ihm „wenn bu ein Mensch bist — begreifst bu denn nicht, daß Grünberg (Schaffung eines Fischteiches), Staufenberg (Walbarbeit) 240, Allenborf a. b. ßba. (Walbarbeit) 340, Wiejeck (Walbarbeit) 206, Nonnenroth Bachregulierung) 1200; Trais - Horloff, Beuern, Ober-Bessingen unb Röthges beabsichtigen Wegebau; Harbach (Wasserleitung), Albach (Walbweg), 300, Gießen (Lahneinbeichung), Mainzlar (Wege- bau) 360, Wetterfelb (Walbweg) unb Garbenteich (Drainage) 980 Tagewerke. Insgesamt handele es sich also um Arbeitsvorhaben, die einen Arbeitsaufwand von etwa 14 000 Tagewerken erfordern. Boch im Gange befindliche Botstandsmaß- nahmen. Großen-Bufeck (Feldwege und Wegebau) 5800 Tagewerke, Gießen (Straßenbau) 8000, Villingen (Kanalisation) 200, Allertshausen (Wegebau) 1900 und Watzenborn (Kanalbau) 1400 Tagewerke. Der Gesamtunkostenbetrag für Die im Gang befindlichen Vorhaben betrage etwa 112 000 Mark mit einer ©runbförberung von 49 300 Mark. Oberregierungsrat Dr. List betonte bann bie Notwendigkeit bes gegenseitigen Einsatzes. Die Arbeitsbeschaffung müsse in ber Schicksalsgemeinschaft verstanden werden. Gemeinden, die wenig Arbeitslose haben unb bementsprechenb weniger große Lasten tragen müßten, seien verpflichtet, bas meiste zur Arbeitsbeschaffung beizuttagen. Gerabe jene ©emeinben, bie bisher immer Zurückhaltung übten, müßten jetzt mehr tun. Befonbers gelte es, ben langfristig Erwerbslosen Arbeitsmöglichkeit zu geben. Die Reichsanstalt habe bie Möglichkeit, bie Gemeinden mit Darlehen zu unterstützen, wenn sie es ermöglichen, Arbeitslose aus ber Großstadt in die ländliche Gemeinde zu bringen. Die Unterbringung von Arbeitslosen aus den großen Städten auf dem Lande fei um so dringender, da es darunter manchen gebe, der schon seit fünf und sechs Jahren unter der Arbeitslosigkeit leide. In Lehrbach, Kirtorf unb Wahlen seien etwa 400 Arbeitslose aus Der Großstadt unterae- bracht worben. Wenn es auch nicht leicht gewesen sei, so führten sie sich bock gut ein. Das Ergebnis ber Bemühungen in diesem Sinne sei durchaus gut. Darüber hinaus müsse die Unterbringung der Großstädter auf dem Lande als eine nationalsozialistische Erziehungsarbeit betrachtet werden. Der Redner forderte die Bürgermeister auf, wenigstens je drei ober vier großstädtische Erwerbslose in ihren Gemeinden unterzubringen. Ferner müsse alle Aufmerksamkeit auf die Unterbringung alter Kämpfer gerichtet werden, deren in Oberhessen noch 60 Mann seien, die sich bisher vergeblich um Arbeit bemühten. Arbeit müsse ihnen nach Fähigkeit und Leistung verschafft werden. Die diesjährigen Winterhilfespiele haben vom I werden. Die Platzbesitzer hielten sich gegen die Wetter begünstigt einen ausgezeichneten Verlauf Knmhtmnftnn nusnoiot^r.^ a^w-am «ma« genommen. Nicht nur, daß recht schöne Beträge dem Winterhilfswerk zugeführt werden konnten, es wurden auch fast ohne Ausnahme ausgezeichnete Leistungen geboten. Gerade derartige Spiele können viel zur Werbung beitragen und haben es vor allem in sich, auch Zuschauer heranzuziehen. — Der Kreis VIII jedenfalls barf stolz barauf fein, eine fo einsatzbereite Gefolgschaft in ben Vereinen unb Tv. Heuche 1 heim — Tv. Atzbach 6:12 (3:4). Heuchelheim kann sich biefe Niederlage selbst zu- schreiben. Anstatt zu spielen verlegte man sich nämlich auf das kritisieren, was zur Folge hatte, baß nicht nur bas Spiel verloren ging, sondern auch noch zwei Mann bes Feldes verwiejen wurden. — Im übrigen muß gesagt werden, daß Atzbach z. Z. groß in Fahrt ist und daß ihm in dieser Form aller Wahrscheinlichkeit nach die Meisterjchast der 1. Kreisklasse in diesem Jahr kaum zu nehmen fein wird. Tv. Lützellinden -- Sp.D. 1900 Gießen 7:13 (2:6). Es war schade, daß die Platzbesitzer nicht ihre komplette Mannschaft zur Stelle hatten, fönst wäre es vielleicht zu einem Kampf gekommen, der noch mehr alle Zuschauer in feinen Bann gerisfen hätte. Trotzdem lieferten sich beide Mannschaften Aufregung? Warum denn? ♦ .. auf Kaffee Hag umstellen! Oberheffen beiden werden unseren Gau bei den deutschen ©e« und 7. Lettin, TV. Wieseck, 165,6 Punkte. 1. 2. 3. 4. 5. 6. Zu Beginn der gestern Abend im Vereinsheim abgehaltenen Hauptversammlung gedachte der Vereinsführer Dr. W a l b r a ch des in diesem Jahre verstorbenen Führers Dr. W o d a e g e, dem der Verein den derzeitigen sportlichen Hochstand zu verdanken hat. Darauf erfolgte der Bericht des Sport- wartes Dr. Loh, der kurz die Ereignisse des letzten Winters streifte. Unter diesen war bemerkenswert, die Austragung der Eishockeymeisterschaften in Gießen und die Teilnahme der Eisschützen an den Deutschen Meisterschaften in Garmisch. Der Bericht des Rechners Demi ergab, daß der letzte Winter mit 7 Lauftagen weit hinter feinen Vorgängern zurückblieb. Trotzdem hat sich der Mitgliederstand aut über 300 gehalten und auch die Kassenverhältnisse sind als gut zu bezeichnen. Infolgedessen steht der Verein auch gerüstet für die aus den Neuanlagen entstehenden Ausgaben. Eine starke Bereicherung erfährt die sportliche Arbeit durch dm Ausbau des Rollschuhfeldes. Der Rollschuhsport soll von Anbeginn auf breitester Grundlage aufgebaut werden, so daß weitere Freunde diesen Ergänzungssport des Eislau- ein Spiel, wie man sie nicht oft findet, wie man sie aber oft sehen möchte. Tv. Wißmar — Mtv. Gießen 6:16 (4:8). Die Gießener Männerturner zeigten in Wißmar Sin Lehrspiel im wahrsten Sinne des Wortes. Sie waren ihrem Gegner, der bis zur Pause noch starken Widerstand entgegensetzte, in jeder Beziehung überlegen und begeisterten durch ihre einwandfreie und schöne Spielweise die zahlreichen Zuschauer. Tv. Holzheim — Garbenteich-Hausen 7:8 (5:4). Die Kombination entpuppte sich als recht spielstark. So kam es auch, daß ein spannendes, jederzeit anständiges Spiel zustandekam, das von der glücklicheren Mannschaft gewonnen wurde. Denn mit dem gleichen Ergebnis hätte auch Holzheim den Sieger stellen können, zumal bereits vor der Pause eine knappe Führung bestand. To. Grüningen — Garbenteich-Hausen-L ich 6:3 (3:2). Die Platzbesitzer können, wenn sie wollen, Handball spielen. Das beweist der Sieg über die aus drei Vereinen zusammengestellte Mannschaft. Man sah auf beiden Seiten recht schöne Leistungen. Der bessere Sturm der Platzmannschaft gab den Ausschlag. Tv. Hochelheim — Hörnsheim-Groß- Rechtenbach 9:5 (2:2). Bei den Gästen wollte es besonders in der zweiten Halbzeit nicht klappen. Kein Wunder war es deshalb, daß Hochelheim fens gewonnen werden können. Die Sportabteilung beabsichtigt, die in Düsseldorf stattfindenden Kunstlauf- und Eishockeymeisterschaften zu besuchen, will aber andererseits versuchen, die Meisterschaften der Eisschützen für Gießen zu erhalten. So steht eine starke Belebung der sportlichen Arbeit im Verein zu erwarten. Die nun folgende Wahl des Vereinsführers ergab die Wiederwahl des bisherigen, Dr. W a l b r a ch, der in einer anschließenden Besprechung folgende Herren zu Mitarbeitern ernannte: stellvertretender Vereinsführer Dr. Fischer, Rechner und Eiswart Demi, Sportrvart und Werbewart Dr. Loh, Schriftwart Dr. Pfeffer. Weiterhin befaßte man sich mit der Frage, in wie weit der Gedanke einer Eisbahn auf dem Hoherods- kopf weiterverfolgt werden soll. Die Besprechung ergab, daß mit der Ausgestaltung der Baulichkeiten und mit Beendigung der Meliorationsarbeiten die Angelegenheit spruchreif wird. Inzwischen sollen die nötigen Vorarbeiten geleistet und entsprechende Verbindungen ausgenommen werden. nen gerade an diesem Gerät nachgeholt hat. So wurden die Gau-Gerätemeisterschaften, zu denen auch Gaubeauftragter M e i st e r - Kassel erschienen war, zu einem turnerischen Erlebnis. 1. Sieger beim Ausscheidunqsturnen unseres Gaues wurde S ch ö f f m a n n - TV. Wieseck, dem als Zweiter G e r g s - ACT. Kassel folgte. Diese Die Ergebnisse. Schöffmann, TV. Wieseck, 202 Punkte; Gergs, ACT. Kassel, 190,6 Punkte; Fluck, TV. Limburg, 185,8 Punkte; Niemann, TV. Frielendorf, 180,7 Punkte; Busch, TV. Limburg, 175,2 Punkte; Herbert, TV. 1846 Gießen, 170,3 Punkte; Alle Kräfte frei für das WhD. Hoch sind nicht alle Deutschen in Arbeit und Brot, das rvhD. will helfet!! rätemeisterschaften vertreten. Dazu kommt noch Adolf Fink- Marburg, der in der Olympia-Klasse für den Gau kämpfen wird. Als Ersatz für die Meisterklasse werden noch gemeldet: Fluck-Limburg, Niemann- Frielendorf, Busch- Limburg Seth- Großen-Linden. Schöffmann-Tv. Wieseck gaubeffer ©eräleturner! Die Gaugerätemeisterschafien in Hersfeld. Haupkversammliing des Gießener Eisvereins Eine Eisbahn auf dem HoherodSkopf? chenvorstand, sowie 40 Jahre lang im Vorstand des Landwirtschaftlichen Konsumvereins mitgearbeitet. Bei der Bevölkerung erfreute sich der allezeit durch Rat und Tat hilfsbereite Mann allgemein großer ^△^eiT/rn, 4. Nov. In einer öffentlichen Sitzung der G e m e i n d e r ä t e führte Ortsgruppen- leiter Hofmann-Bersrod den ersten Beigeord- neten Wilhelm Arnold und den zweiten Beige- ordneten W. Otto, sowie die Gemeinderäte Albert Ranft, Heinrich Spa ar, Johann Konrad, Heinrich Krämer, Ludwig Pfeiffer und Karl Becker in ihre Aemter ein. Der Bürgermeister nahm die Vereidigung vor und schloß die Sitzung mit Sieg-Heil auf den Führer. J) Göbelnrod, 4. Nov. Am gestrigen Sonntagmorgen spazierte ein mittelgroßer Fuchs in aller Gemütlichkeit von der Beltershainer Straße her in unsere Dorf st raße herein. Als Meister Reineke sich entdeckt sah, flüchtete er, die Zahl der Verfolger war jedoch so groß, daß er schließlich durch ein Loch in den Keller des Landwirts Christian Velten sprang, wo man den vi-rb«-ini- gen Eindringlich fangen und erlegen konnte. Leider stellte sich heraus, daß das Tier die Räude hatte. — Dieser Tage fand hier auf Veranlassung der bäuerlichen Werkschule in Grünberg ein S ch a u - D ä m p- f e n mit einer fahrbaren Kartoffeldämpf« Kolonne statt, bei dem bis zu 18 Zentner Kartoffeln im Laufe einer Stunde gedämpft wurden. Die Kosten beziffern sich auf etwa 15 Pf. je Zentner. Die Vorführung begegnete dem großen Interesse der Bevölkerung von hier und aus der Umgegend. — Der älteste Einwohner unseres Ortes, Herr Jakob Weber, konnte in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist der einzige noch lebende Veteran des Krieges 1870/71. + Grünberg, 4. Nov. Dieser Tage hielt der Gallusmarkt - Ausschuß feine Abschlußsitzung ab. In einer allgemeinen Besprechung erörterte man nochmals die Erfahrungen des diesjährigen Gallusmarktes. Es konnte festgestellt werden, daß der Markt sowie die von der Kommission angeregten Veranstaltungen einen guten Verlauf genommen und fördernd auf den Markt gewirkt hätten. Auch Bürgermeister Wagner, der zum ersten Male den Markt erlebt hatte, sprach sich anerkennend aus. Die Besprechung ergab weiterhin schon eine Reihe von Anregungen für den nächstjährigen Markt, der im Zeichen der 750jährigen Gründungsfeier der Burg zu Grünberg stehen wird. — Am Samstagabend veranstaltete die N S G. ,K r a f t d u r ch F r e u d e" in der Turnhalle ein Winzerfest. Die Zahl der Besucher, darunter auch viele von auswärts, war so groß, daß außer dem Saal auch sämtliche Nebenräume stark besetzt waren. Der Abend nahm in allen Teilen einen guten Verlauf. ch Lauter, 4. Nov. Die Honig- und Geleesammlung zugunsten des Winterhilfswerks ergab hier den Ertrag von 120 Pfund Honig und 10 Pfund Gelee. — Bei der gestern durchgeführten Büchsensammlung kam ein Betrag von etwa 15 RM. zusammen. — Am gestrigen Sonntag feierten im Kreise ihrer Angehörigen Heinrich K o n r a d i und Ehefrau Katharina, geb. Gehringer, das Fest der silbernen Hochzeit. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 5. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, Kühlhaus (holländische) 11, (inliDdische) 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., oer Zentner 6 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 8 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pk, Zwiebeln 7, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mark, Boskop 25 bis 36 Mark, Birnen, das Pfund 15 bis 25 Pf., Nüsse 40 bis 50/Zwetschenhonig 40, junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Gänse 85 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 25, Rettich 5 bis 10. Canofrris Gießen 00 Klein-Linden, 4. Nov. Die Vorstände der K r a n k e n st a t i o n und der K l e i n k i n d e r- schule hielten eine gemeinsame Sitzung im Pfarr- haus ab. Pfarrer König als neuer Vorsitzender sprach die Hoffnung und den Wunsch auf gutes Zusammenarbeiten zum Wohle der beiden Stationen aus. Die Besprechung galt im besonderen der Finanzierung der schwer um ihre Existenz ringenden Kleinkinderschule. Von allen Seiten wurde die Erwartung ausgesprochen, daß vor allen Dingen die Eltern der die Schule besuchenden Kinder ihren Verpflichtungen der Schule gegenüber nachkommen. An verschiedene Jnsfitute soll mit der Bitte um Unterstützung herangetreten werden. Von den Mitgliedern des im Jahre 1932 gegründeten Vereins zur Förderung der Kleinkinderschule soll ein Jahresbeitrag von 1 Mark erhoben roerben. Es wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß sich noch viele Mitglieder dem Verein, der gegenwärtig 50 Mitglieder zählt, anschließen. Da auch die finanzielle Lage der K r a n fe n ft a t i o n gegen früher eine Verschlechterung aufzuweisen hat, wurde auch hier äußerste Sparsamkeit angeregt. Für die Zukunft sollen nur noch die Mitglieder der Krankenstation kostenlose Pflege erhalten. Sollten Nichtmitglieder die Hilfe der Krankenstation in Anspruch nehmen müssen, so haben diese die Kosten für die Pflege selbst zu zahlen. Infolge einiger Spenden von privater Seite wird es auch dieses Jahr wieder möglich sein, die Kinder der Kleinkinderschule mit einem schönen Geschenk zu Weihnachten zu erfreuen. h. Großen-Linden, 5. Nov. Heute feiert eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Christine P i r r, geborene Luh, Obergasse 20, ihren 8 3. Geburtstag bei voller körperlicher Rüstig- feit und geistiger Frische. Sie hilft noch bei allen Arbeiten im Haushalt und Stall. — Im Hofe unserer neuen Schule wurde dieser Tage eine Brunnenanlage errichtet. Auf einer erhöhten Steinstufe erhebt sich ein quadratisches Becken von zwei Meter im Geviert, gleichfalls aus ßungftein erbaut. An den vier Seiten dieses Wasserbeckens sind zwölf Trinkfontänen für die Schüler angebracht. In der Mitte des Beckens erhebt sich eine Stein- säule, die gleichfalls aus mehreren Röhren Wasser in das Becken plätschern läßt. Die Anlage wurde nach einem Entwurf des Architekten Fischer (Gieren) von dem hiesigen Bauunternehmer Weiß aus» geführt und gereicht dem Schulbau zur Zierde. £ Lang-Göns, 5. Nov. Unser Mitbürger Fritz Höfer und Ehefrau begehen am morgigen Mittwoch, 6. November, das Fest der silbernen Hochzeit. + Steinbach, 5. Nov. Dieser Tage veranstaltete die N S. - G e m e i n s ch a f t Steinbach eine Sammlung von Gelee und Honig für das Winterhilfswerk, die einen guten Erfolg hatte. co Staufenberg, 4. Nov. In unserer Gemeinde befinden sich neben dem Bürgermeister noch zwei Beigeordnete und vier Gemeinderäte im Amt. Neben dem seitherigen Beigeordneten August Moos wurde als zweiter Beigeordneter der Landwirt Heinrich Moos II. in der jüngsten Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Reuter in sein Amt eingefüyrt. Von den vier Gemeinderäten Heinrich Stephan, Heinrich Rein, Heinrich Braun und Ludwig G r ö l z waren die beiden erstgenannten seither schon im Amt. <£ Reiskirchen, 4. Nov. In einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats, die gestern abend in der alten Schule unter Leitung des Bürgermeisters L a u n f p a ch stattfand, wurde die Vereidigung der neuen Gemeinderäte vorgenommen. Nach einer Ansprache des Ortsgruppenleiters Hofmann- Bersrod nahm Bürgermeister L aun spach die Vereidigung vor. Die Gemeinderäte sind Heinrich Hartmann II., Philipp S ch ä- f e r V., Philipp Launspach IV., Wilhelm Damm VII., Heinrich Schomber und Karl L i n- d e n st r u t h. Die Sitzung wurde mit Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. Im Anschluß an diese Feier wurde der bisherige kommissarische Zellenleiter von Reiskirchen, Lehrer Roth, von dem Ortsgruppenleiter Hofmann endgültig als Leiter der Zelle Reiskirchen verpflichtet. — Der frühere langjährige Beigeordnete und Gemeinderatsmitglied Philipp Stumpf V. wurde am Samstag im Alter von 74 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Der Heimgegangene hatte auch im Schul- uiib im Kir- Jn Anwesenheit von Vertretern der Partei, der Behörden und der Wehrmacht wurden am Sonntag in Hersfeld die Ausscheidungskämpfe des Gaues Hessen für die Deutschen Gerätemeisterschaften, die am 30. November und 1. Dezember in Frankfurt a. M. stattfinde«, ausgetragen. Die Kämpfe hatten wieder nicht die Beteiligung gefunden, die man erwartet hatte. Fünf der gemeldeten Turner mußten aus beruflichen Gründen ober wegen Erkrankungen bzw. Verletzungen absagen, darunter auch S e t h - Großen-Linden. Hinzu kam, daß noch im letzten Augenblick Adolf Fink-Marburg als Angehöriger der Olympia-Kernmannschaft zu einem Schulungslehrgang nach Köln verpflichtet worden war. So traten nur 7 Turner an, um um die Wurde eines Gaubesten zu kämpfen und darüber hinaus sich die Teilnahmeberechtigung an den Gerätemeisterschaften der DT. zu erwerben. Was im einzelnen von den Teilnehmern an Leistungen geboten wurde, legte Zeugnis ab von dem hohen und reifen Können unserer hessischen Kunstturner. Wenn auch die Pflichtübungen, insonderheit am Reck, teilweise noch nicht in Vollendung gezeigt wurden, so standen aber die Kürübungen durchweg auf beachtlicher Höhe und fanden den ungeteilten Beifall des vollbesetzten Hauses. Zu erwähnen ist, daß sich ganz erheblich die Leistungen an den Ringen gebessert haben. Wenn diese Formverbesserung auf der -anzen Linie festzustellen ist, so glauben wir berechtigte Hoffnungen haben zu dürfen, daß unsere Nationalmannschaft das in Budapest fehlende Kön- gerabe in dieser Phase des Kampfes mächtig aus sich herausging und durch eine schöne Gesamtleistung einen sicheren Sieg errang. Treis-Londorf — Allendor f-The uern 0:10 (0:4). Die Zusammenstellung dieses Spieles kann als sehr glücrlich bezeichnet werden. Denn beide Mannschaften lieferten sich einen Kampf, der von Anfang bis zum Ende durch ausgezeichnete Leistungen begeistern konnte. Schade war es nur, daß Londorf-Treis sogar der Ehrentreffer versagt blieb. Ruttershausen — Staufenber g-Wiß- mar Jgd. 12:3 (5:1). Mit diesem glänzenden Erfolg haben die Platzbesitzer erneut bewiesen, daß sie zur Zeit zu den besten Jugendmannschaften des Kreises zählen. , Wetzlar-Niedergirmes — Tv. Münchholzhausen 5:7. Auch dieses Spiel wurde als Pflichtspiel im Rahmen der Winterhilfespiele aus- getragen und nahm den erwarteten Ausgang. Die Staffelmeisterschaft ist nunmehr Münchholzhausen nicht mehr zu nehmen. Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar 2:24 (0:6). Gegen die ausgefeilte Technik und das wunderbare Spiel der Wetzlarer konnte Garbenheim nur den ihm eigenen Eifer entgegensetzen, lieber die Maßen großes Schußpech lieh allerdings weitere Tore aus. Trodcenskis und tiymnastiksKurse Jeden Mittwoch ab 6. Nov. 1935, von 21-22 Uhr. in der Reithalle am Brandplatz unter Leitung geprüfter D SV. - Lehrwarte. Auch für Nichtmitgliedei vollkommen kostenlos. 637öD Ski-Klub (neben (Fachamt Skilauf L R. f. L.). Im Univ.-Cafe und Restaurant Plockstraße spielt jetzt täglich nachmittags und abends Kapelle Stein in doppel-instrumentaler Besetzung essoD Nachmittags Kaffee- Gedeck: Kännchen Kaffee mit 2 Stück Gebäck 65 Pf. — Erstkl. Küche. 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