' -~*faa^r - ■■ " rSr* I Samstog/Sonntag, 5./6. Oktober 1955 Nr. 2ZZ Erstes Blatt 185. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer ÄHH W A. A Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ▼ M ▼ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte Ä A ▲▲ ▲ ▲ A A, bis 8'/,Uhr des Vormittags NS.SKNS: iHiAirAliA'r Illi rAlAAr w,.w--w ■e MeyeMr zin jcigcr ss msolg« höherer Gewalt < Stellen-, Vereins-, gemein- SB General-Anzeiger sur Oberhessen sssb richten. Anzeiger Giehen t/ I I H gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatzyuch- und Steinbruderci R. Lange in Giehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 c* S 3 ? s S i S 5- I Ä s s : «’s f KS 1? Cf X o- * AZ 3 3m deutschen Sauern grüßen wir unser Volk. Rjr----- einer Zeit, da die Welt erfüllt ist von Un- Zn aus (Aufnahme: Neuner. Gießener Anzeiger) liebliche Süßigkeit erster Zeugung behalten und im Lichte der mythischen Zeit bleiben. Und solange werden wir auch Kultur haben. Und bas soll es sein. Denn wir können ohne den Bauer nicht leben. Mag man ihm zuweilen, wie den Landsknechten, Starrsinn, Rechthaberei, Händelsucht, Prahlsucht, Spielsucht und noch andere Süchte vorwerfen: auf dem Lande allein wird noch ursprünglich gelebt. Stolz und Reinheit der Rasse, Kühnheit, List, ja Verschlagenheit, elementarer Bauernzorn, aber auch Frömmigkeit, Treue, Lebensfrische sind nur auf dem Lande zu finden, auch wenn der Städter hinausgeht, dann bräunt er im Sommer nicht nur die Haut, sondern er lädt sich mit jenen geheimnisvollen Feuerkräften, die nur noch schwach durch den Stein der Städte dringen. Zn diesem Verse wird der Bauer geradezu zum Sinnbild ewiger Dauer, an dessen Unsterblichkeit der gedichtete Liedruhm des Kriegers gemessen wird. In der Tat sind die in diesem heiligen Verse berührten Gestalten des Sängers, des Kriegers und des Bauern Urgestalten des Volkes, keine ist von der anderen zu trennen, alle drei sind Bürgen der Ewigkeit eines Volkes und werden nur zugleich sterben. Auch des Bauern Gefahr ist nicht die Technik im Kleinen, deren er noch Herr fein kann, sondern die völlige Dürchmechanisierung des Lebens mit den großen Maschinen. Solange er ihrer Verführung nicht unterliegt, die ihm um den Preis eines Schattenlebens die Stille, Kraft, Zähigkeit eigenen Mitteln zu ernähren. Der Bauer. Von Josef Magnus Wehner. Der Bauer, richtig gesehen, ist etwas gar Ehrwürdiges. In allen Sagen ist er der erstgeborene Sohn der Erde, und als Adam und Eva sündigten und damit Menschen wurden, bauten sie das Land. Freilich Darin erst vollendete sich die Befreiung. Das hat Adolf Hitler geleistet, und dafür soll ihm am 6. Oktober der Dank des Bauern st andcs und des ganzen deutschen Volke» erneut dargebracht werden. Erbhofrecht und Marktordnung haben das deutsche Bauerntum wieder auf die gesunde Grundlage gestellt, von der aus es die Aufgabe erfüllen kann, die es zum Urstand im harmonisch ausgeglichenen, ebenso sozialen wie nationalen Fest des Friedens und der Freiheit von Or. Wilhelm Frick, Reichs- und preußischem Minister des Innern. Deutscher Erntedank. von Or. paul Harms Das Wesen des Staates hat zwei Seiten: die nationale und die soziale. Vollkommen und umfassend durchgebildet, „total", ist das Staatswesen, wenn beide Seiten harmonisch aufeinander eingestellt sind. Der Rational-Staat ist die Lebensform eines Staatsvolkes, einer Ration, das ist eines Volkes, dem der Drang innewohnt, feine Kultur zu vollenden, indem es feine Eigenart in geschlossener Form, eben in seinem Staate, darstellt. Rach außen, anderen Völkern gegenüber, tritt der Rational- Staat auf a l s E i n h e i t, als Staatspersönlichkeit, als eine Macht, die beseelt ist geschaffene Welt wie ein Kunstwerk, und jede Arbeit geschieht unter dem großen Himmel, der mit Sonne, Mond und Sternen auch eine Welt überspannt. Zn der Einheit und Ganzheit, wie die Gelehrten sagen, spielen Arbeit und Leben des Bauern-, unmittelbar, gehorsam und treu erfüllt der Bauer den Sinn der Erde: die Fruchtbarkeit und Glanz und Duft steigen aus seinem Feld zu den Sternen. So freut sich auch der Bauer am Reichtum, wie er sich auch an Wachstum und Fruchtbarkeit freut, er haßt nur den Reichtum ohne Land, den toten Reichtum, der dem abgeleiteten Leben dient. Aber meist ist er nicht reich. Die großen Bauern des fetten Marschlandes ober die silbertalerklingenden Holz- und Weinbauern Südtirols sind kleiner geworden, ebenso die schweren Kornbauern Niederbayerns, die den großen Bauerngrafen im preußischen Osten glichen, sind selten geworden. Der Bauer arbeitet heute schwer-, im Kampf mit dem Meere der Bauer der Geest ober bie winzigen Bauern ber Hallig, beren Lanb wie auf einem Teller mitten im Wasser liegt, ber alte beftanbige Bauer Riebersachsens unb Westfalens, ber noch tn schwerer Versonnenheit bas zweite Gesicht hat, unb ber Märtyrer unter ben deutschen Bauern der arme Häusler der bayrischen Ostmark; der Almbauer, der bie spärliche Ernte bie steilen Berge hinauf, ben Mist die abschüssigen Halben hmab tn ber Kiepe trägt, ber Rhönbauer am Ranbe ber kargen, weitschwingenben Moore unb bie siebter allüberall in ben flachen Wilbnissen ber Ostgrenze. Aber er arbeitet nun im neuen Staate für bas ewige Erbe. Er ist bie erhaltenbe unb tragenbe Kraft, inbem er bie Gesetze wahrt unb erfüllt, auf benen ber Bau bes Lanbes ruht unb auch in Kindern fruchtbar ist. Aus diesen einfachen Gesetzen heraus hat er zuerst bie Sitte geschaffen, bie starker ist als ber Tob. Ost genug starb er eher als sie zu verletzen, unb bie nachfolgenden Geschlechter erfüllen sie noch fromm unb treu, wenn sie auch längst den Sinn nicht mehr verstehen. Die Sitte ist ein reicher, strenger unb farbiger Baum geworben, in besten uraltem Schatten ber Bauer auch bas Reue ersinnt. Aus jenem Lebensgesetz wuchsen ihm auch bie tausenbsältigen Früchte bes Brauchtums. Zu ihm zuerst, ber in ber sommerlichen Gottesfrühe ober im Herbststurm auf dem Felbe ganz allein ist mit ben oorüberroaUenben, geftalttragenben Mächten, kamen bie Märchen, Sagen, Lieber, Spiele, Sprüche, Schnitzwerke, Malereien, Trachten bes ungeheuren Volkstums, in besten Schoße alle kom- menben Künste vorgebilbet finb. Taufenbfach unb getreu hat er unsere Weistümer überliefert unb wir wären auch in biefer Beziehung arm ohne ihn. So gleicht er in einer tiefen Weife bem Dichter, ber auch Heger unb Hüter bes unwillkürlichen Wachstums ist, unb es bleibt noch auszuforschen, ob benn bie Dichtkraft überhaupt noch gebeihen kann ohne bie Lanbkraft, wie benn auch ber Krieger sicherlich untergehen wird, wenn die Elementar- kraft des Bauern in lauter Technik erstickt fern wird So tief nämlich ist ber berühmte Vers des altdänischen Bjarkiliedes aus dem 10. Jahrhundert aufzufassen: . , , , „ , '.Solange Leute / bas Land bebauen / lieber» dauert den Tod / Der Taten Ruhm. wollen auch ber Jäger unb ber Krieger bie Ersten fein, aber wer hat ihnen zu essen gegeben in jener Dämmerung vor aller Zeit, als Gott bie Arten schuf. Der Bauer steht in Gottes Hanb, ja, er führt bie Arbeit weiter, bie ber große Schöpfer begonnen hat. Wenn er jät unb erntet, gießt unb brennt, robet unb schneibet, ist er ber Heger unb Hüter, ber Erbauer unb Bilbner ber Erbkräfte. Er muß ein Ohr haben, fein wie ein Musikant, für bie unwillkürlichen Mächte bes Wachstums in Halm unb Baum, in Tier unb Mensch. Er muß vieles wissen unb bazu noch weise sein, manchmal auch klug. Er muß auf bie himmlischen Zeiten achten; manchmal nützt ihm ber Kalender gar wenig, unb bas Mißtrauen gegen bie gelehrten Leute, bie immer nur ein Stückchen ber Welt kennen, ftanb jahrhunbertelang auf feiner Stirn geschrieben. Er hat inbessen manches von ihnen gelernt. Denn ein Bauer muß auf feinen Vorteil sehen, sonst wächst er nicht; aber er wirb nie tun wie bie Bolschewiken in Ruh- lanb, bie Tier, Mensch unb Erbe aus ihrem uralten Zusammenleben herausreißen unb jebes für sich züchten wollen, zu Tausenben unb aber Tausenden. Der Bauer weiß, baß eine gute Wiese in hunbert Jahren aus taufenb Gräsern zusammengewachsen ist, wie sie bas Vieh braucht, unb baß bie meisten Gräser sterben, wenn man sie allein steckt, weil sie ohne bie anbern nicht leben wollen. So ist jeher Bauernhof öine kleine ruhe, Erschütterungen und Kriegsoorbereitungen, feiert bas beutsche Volk sein schönstes Friedensfest. Wenn alle Kornfelder leer stehen unb nur noch bie Hackfrüchte ber Ernte harren, wenn bie golb- gelben Ackerfelder vorn Pflug ber Bauern umgebrochen werben, um zur Winterruhe ober zu neuer Saat gelüftet zu sein, bauten wir alle ber göttlichen Fruchtbarkeit unserer Urmutter Erbe, bie unsere Heimat unb bie Quelle alles menschlichen Lebens ist. Das Erntebankfest ist im nationalsozialistischen Deutschlanb kein Fest bes Landvolkes allein. Alle Deutschen feiern diesen Tag und geben so ihrer Verbundenheit mit der Heimatscholle Ausdruck. Das ist heute kein leeres Lippenbekenntnis, sondern ein wahrhaftes Erlebnis! Wir empfinden an diesem Tage, daß wir alle letzten Endes auf die Ernte aus deutscher Erde unb beut- schem Bauernfleih angewiesen sind, und daß wir alle, wo immer wir mit unserer Kraft bem beut- schen Volke bienen, von ber Ernte bes Landes leben, bas unser aller Vaterland ist. Wie anders war es noch vor wenigen Jahren! nicht mehr das Ausbeutungsobjekt volks- und landfremder Getreide- und Börsenspekulanten und erhält für seine ehrliche Arbeit wieder ehrlichen, festen Lohn. Der nationalsozialistische Staat sichert ihm wieder sein Auskommen unb gibt ihm feinen Ehrenplatz innerhalb ber Ration, wie er jeder ehrlichen Arbeit ihren Rang unb Lohn sichern will. Der beutsche Bauer bars roieber voll Freube unb Stolz bas Erntedankfest feiern und das ganze deutsche Volk mit ihm. Am Erntebanktag 1935 gebenden wir aber auch bes Ertragesber Arbeit besFührers, ber Ernte ber Ration, unb fürwahr, wir bürfen uns auch ihrer freuen. Zum ersten Male feiert bas be freite Saarlanb gemeinsam mit bem Mutterlanb dieses schöne Fest. Rach 15 Jahren ber Frembherrschaft ist es roieber mit bem Daterlanb vereint. Trotz aller Sorgen unb Schwierigkeiten ein freies Lanb. Gemeinsam mit allen anbern beutschen Volksgenossen hat es ben Tag miterlebt, an bem uns ber Führer im März biefes Jahres b i e Wehrfreiheit unb bamit bie Gleichberechtigung mit allen anderen Völkern gab. Die Erwerbslosigkeit ist erneut gesenkt worden unb ber Zeitpunkt ist nahe, ba alle Deutschen wieder in Arbeit stehen unb aus ihrer Hänbe unb ihres Geistes Fleiß ihr Brot oerbienen. Ein Versprechen nach bem anderen löst ber Führer ein unb gibt bamit bem Reich Vertrauen, Geschlossenheit unb Kraft. Als er bie Macht übernahm, forderte er vier Jahre Zeit bis zur ersten großen Etappe der Befreiung aus Zerrissenheit und Ohnmacht, aus Rot unb Arbeitslosigkeit. Zweieinhalb Jahre finb ins Land gezogen, und ein neues Deutschland, ein Staat ber Wehrfreiheit, ber Ehre, Orb- nung unb Kraft ist aufaerichtet. So dürfen wir in diesen Tagen nicht nur den Erntedanktag bes beutschen Bauern feiern, sondern können uns auch bernationalen unb politischen Ernte bes Reiches erfreuen. Am Bückeberg, bem Wahrzeichen alten deutschen Bauerntums, roirb der Führer inmitten feiner Bauern das Erntedankfest begehen. In zehntaufen- den deutschen Dörfern und tausenden Städten wird an diesem Tage die ganze Ration der Vorsehung dafür danken, daß es dieses Fest ber Freude in Freiheit und Frieden begehen darf. von einem Willen. Denn Macht braucht der Nationalstaat, um fein Lebensrecht im Kampf der Völker ums Dasein zu verteidigen und durchzusetzen. Wird aber die Macht, die ein Volksstaat zu entwickeln imstande ist, nicht einheitlich eingesetzt, verzehrt sie sich in der Zersplitterung innerer Gegensätze, so ist es gerade so, als fei sie gar nicht vorhanden. Aus Macht wird Ohnmacht. Diese Gefahr liegt überall da nahe, wo ein Nationalstaat die andere Seite feines Wesens, die soziale, vernachlässigt. Auch ein Staatsvolk, eine Nation, ist keine gleichförmige Masse. Ein Volk besteht aus ungleichen Schichten von besonderer Art und eigenem Daseinszweck. Jede dieser Schichten ist auf Gedeih und Verderb mit dem Staatsganzen verbunden, jede erfüllt im gesunden Staat eine bestimmte Aufgabe, die bi^> Gesamtheit von ihr fordern muß; jede braucht aber auch, um diese ihre Aufgabe zu erfüllen, das Bewußtsein, von der Gesamtheit als Träger eben dieser lebenswichtigen Aufgabe anerkannt und gewürdigt zu werden. Fehlt es irgendwo am gerechten Ausgleich zwischen den Schichten, mangelt es der Führerschicht zumal der Einsicht, daß dieser soziale Ausgleich für den Staat lebensnotwendig ist, dann entartet der Staat zum Klassenstaat; ein mehr ober min- ber großer Teil ber Macht, bie er haben könnte, schwinbet bahin im KaMps ber Schichten gegeneinanber, im Klassenkampf, unb die Einheit des Staatswillens, diese unentbehrliche Voraussetzung der Selbstbehauptung, bleibt dauernd gefährdet. Der Staat ber Vorkriegszeit war auf bem Wege zum reinen Inbustrie- unb Hanbeisst a a t, auf dem Wege also zu einem Staat, der sich nur dadurch erhalten kann, daß er für andere arbeitet, der sich vom Ertrag feiner Arbeit von anderen kauft, was er zu feiner Erhaltung braucht. In solch einem Staate muß notgedrungen ber Stand verkümmern, der ursprünglich dazu bestimmt war, die Erhaltung der Volksgemeinschaft aus eigener Kraft und aus eigenen Mitteln sicherzustellen. Das ist der Sauern ft an b. Aufgabe bes Bauernstanbes ist es, bem Mutterboben, womit ber Staat unlösbar oerbunben ist, bas abzugewinnen, was zur, Erhaltung bes Staatsvolkes unbebingt nötig ist. Erfüllt ber Bauernstanb biefe seine Aufgabe, so hat er für bie Selbstbehauptung bes Staates bie unerläßliche Voraussetzung geschaffen. Denn ber Staat, ber sich nicht, wenn es fein muß, aus eigenen Mitteln erhalten kann, ist und bleibt abhängig vom guten Willen berer, bie über biefe Mittel verfügen. Er ist nicht so frei, wie er fein muß, um bem Staatsvolk bas Leben nach eigenem Gesetz zuverlässig verbürgen zu können. Es war also nicht nur eine soziale, es war auch zugleich eine nationale T a t allerersten Ranges, als im Staat Abolf Hitlers ber Bauernstanb seinen ursprünglichen Aufgaben und der damit verbundenen Pflicht vorbehaltlos zurück- gegeben wurde. Eine große Fabrik aus Deutschland zu machen, eine Trivutkolonie, eine Industrie- Plantage, in der für den Siegerkapitalismus geschwitzt und geschuftet wurde, das war das Ziel des Versailler Systems gewesen. Die Lebenskraft des Tributvolkes nach feinen Bedürfnissen zu regeln, hatte der Siegerkapitalismus dabei durchaus in ber Hanb, benn er war es ja, ber bas beutsche Sklavenvolk mit Lebensmitteln zu beliefern hatte — wenn es überhaupt am Leben bleiben sollte! Wer bem beutschen Volke bie Sklavenketten zerbrach, der konnte das Werk der Befreiung auf die Dauer nur sichern, wenn er ihm die Möglichkeit schuf, f i ch Das demokratisch-liberalistische System zwang die ganze Nation in zersetzende Klassenkämpfe. Arbeiter standen gegen Unternehmer, Städter gegen Bauern, Handwerker gegen Beamte, Klassendünkel gegen Klassenhaß. In jener Zeit gab es auch in Deutschland Bauernunruhen unb Streiks Aber ist es nicht auch heute noch in vielen ßänbern ähnlich wie bamals bei uns, hören wir nicht täglich von Bauernunruhen in Litauen? Gärt es nicht in ben Reihen ber französischen Bauern? Stehen bie amerikanischen Farmer nicht seit Jahren in einem ber schwersten Kämpfe um ihre Existenz unb geht nicht in Svwjetrußlanb, bem Lanb, bas einst bie Kornkammer Europas war, ein Millionensterben burch bie Reihen ber russischen Bauern — ohne baß bie Regierung auch nur bas geringste zur Hilfeleistung täte? Das Deutsche Reich erfreut sich inbessen der Ruhe, bes Friedens und der Ordnung. Gewiß, auch wir kämpfen noch hart, denn der deutsche Boden ist eng begrenzt und seine Fruchtbarkeit gering. Aber der deutsche Bauer hat durch bie Agrargesetzgebung ber Regierung Aböls Hitlers roieber feften Boden unter ben Füßen. Er ist r । unb Große seiner Erscheinung abkaufen mochten, roirb er bie schwere Härte ersten Schöpfertums, bie nun tung nuni der überhöht. Letzte Vorbereitungen auf dem Bückeberg. Bauer und Soldat. Oie Wehrmacht auf dem Bückeberg. Wieder versammeln sich -underttausende deutscher Bauern aus dem uralten Bückeberg, um in treuem Pflichtbewutztsein dem Führer, ihrem Retter 3 u huldigen und in überlieferter Art den Dank an ihre Sch 0 11e abzustatten. Mit ihnen zusammen feiern nicht nur die Dörfer in allen deut chen Gauen Erntedankfest, auch die Stad- ter legen in entsprechenden Veranstaltungen ein freudiges Bekenntnis zum deutschen Bauerntum ab. Wie am 1. Mai das gesamte deutsche Volk sich dessen erinnerte, daß durch die A r b e i t des ©ev stes und der Faust alle Lebensmöglichkeiten nach außen und innen geschaffen werden, so grüßt das nationalsozialistische Deutschland am Erntedanktag den deutschen Bauern als Schirmer des Urquells deutschen Blutes und der Art und als Hüter der fruchtbringenden deutschen Scholle, die geschützt werden muß vor jeglicher Ausbeutung und Verschleude- Kein anderer Festtag im Jahre ruft das deutsche Volk so zur inneren Besinnung, daß aus der Erde alles Leben wächst, daß alle Voraussetzung für das Wirken und Gestalten der Menschen überhaupt, daß Freiheit und Brot, Blut und Ehre sche Volk auf ihn, der inmitten der schopserijcyen Natur lebt und wirkt und ihre geheimnisvollen Möglichkeiten verwaltet, an diesem Tag blickt, Tag der Mahnung, weil er ihn gleichzeitig erinnert an sein großes Pflichtbewußtsein gegenüber der Nation und an die Dankesschuld gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung, die ihm die Wiederherstellung seiner Ehre erkämpft hat. So wollen wir, wenn auf den Höhen die Erntedankfeuer zum Himmel leuchten, daran denken, daß über uns der Segen ruht, weil Adolf Hitler die Gabe der Muttererde wieder einem blutver- bundenen Volke dienstbar gemacht hat, dem er in diesem Jahr auch seine Nahrungs- und Wehrfreiheit wiedergab, weil Brot und Freiheit einander bedingen, Pflug und Schwert zueinander gehören, Bauer und Soldat der Beistand des Volkes find. Der Landesbauernführer: (gez.) Dr. Wagner. Die schwarze Zauberin. Die wandernde Dreschmaschine kommt. Weit über die Gipfel fremder Forste hört man sie dröhnen. Wenn die weiße Dampfsäule der Lokomobile über die dunklen Wälder steigt, laufen ganze Dörfer ihr entgegen. Unter ihren Eisenrädern zermalmt sie die Waldwege, und die Zweige der jungen Scho- zittern, wie die Erde bebt.Hinter ihr gekoppelt ____iohnwagen des Heizers, schaukelnd wie eine Brautkutsche, der rote Riesenkasten der Dresch- seines Lebens erfüllen kann. Keine Fackeln bei nächtlicher Gpalierbildung. Königsberg, 4.Dtt. lastung der Großstädte dienen. aus dem heiligen Boden d e u t scher Bauernerde kommen, wie der Erntedanktag. Darum ist dieser Tag für den deutschen Bauern Ehrentag und Tag der ernsten Mah- i g zugleich. Ehrentag, weil das ganze deut» Dolk auf ihn, der inmitten der schöpferischen Oer listige Landmann. Don Johann peier Hebel. In Steiermark, ein wenig abhanden von der Straße, dachte ein Bauer im letzten Krieg: „Wie fang' ich's an, daß ich meine Kronentaler und meine Dukätlein rette in dieser bösen Zeit? Die Kaiserin Maria Theresia ist mir noch so heb, tröst sie Gott, und der Kaiser Joseph, tröst ihn Gott, und der Kaiser Franz, Gott schenk ihm Leben und Ge- sundheit. Und wenn man meint, man habe die lieben Herrschaften noch so gut verborgen und geflüchtet, so riecht sie der Feind, sobald er die Nase ins Dorf steckt, und führt sie in die Gefangenschaft nach Lothringen oder in die Champagne, daß einem armen Untertanen das Herz dabei bluten möchte vor Patriotismus. Jetzt weiß ich", sagte er, „wie ich's anfange", und trug das Geld bei dunkler, blinder Nacht in den Krautgarten. „Das Siebengestirn verratet mich nicht", fagte er. Im Krautgarten legte er das Geld geradezu zwischen die Gelbveigleinstöcke und die spanischen Wicken. Nebendran grub er ein Loch in das Weglein zwischen den Beeten und warf allen Grund daraus auf das Geld und zertrat ringsherum die schönen Blumenstöcke und das Mangoldkraut, wie einer, der Sauerkraut einftampft. Am Montag darauf streiften schon die Chasseurs im ganzen Revier, und am Donnerstag kam eine Partie ins Dorf, frisch auf die Mühle zu, und aus der Mühlr mit weißen Ellbogen zu unferm Bauern, und „Geld her, Buur", rief ihm ein Sundgauer mit blankem Säbel entgegen, „ober bet dein letztes Vaterunser." Der Bauer sagte, sie möchten nehmen, was sie in Gottes Namen noch finden. Er habe nichts mehr, es fei gestern und vorgestern schon alles in die Rapuse gegangen. „Vor euch kann man etwas verbergen", sagte er, „ihr seid die Rechten." Als sie nichts fanden außer ein paar Kupferkreuzern und einen vergoldeten Sechser mit bem Bilbnis ber Kaiserin Maria Theresia unb ein Ringlein bran zum Anhängen, „Buur", sagte ber Sunbgauer, „bu hast bein Gelb verkocht, auf ber Stelle zeig', wo bu bein Gelb verlacht haft, ober bu gehst ohne bein letztes Vaterunser aus ber Welt." — „Auf ber Stelle kann ich's euch nicht zeigen", sagte ber Bauer, „so sauer mich ber Gang ankommt, fonbern ihr mußt mit mir in ben Krautgarten gehen. Dort will ich euch zeigen, wo ich es verborgen hatte, unb wie es mir ergangen ist. Der Herr Feinb ist schon gestern und vorgestern dagewesen und haben's gefunden und alles geholt." Die Chasseurs nahmen den Augenschein im Garten ein, fanden alles, wie es der Mann angegeben hatte, und keiner dachte daran, daß das Geld unter dem Grundhaufen liegt, sondern jeder schaute in das leere Loch und dachte: „Wär' ich nur früher gekommen." „Unb hatten sie nur die schönen Gelbveigleinstöcke tmb ben Golblack nicht so oerberbt", sagte ber Bauer, Garden auflaben. Wenn das Wetter sich hält, kann man bald ein- fahren. Das ist schöne Arbeit: Garben auflaben, einstecken mit blanken Gabelzinken, bie Muskel bes Unterarms spannen, baß bie Abern unter ber 5)aut sich bäumen. Hochschwingen mit sicherem Schwung genau zwischen bie Hänbe bes Stauers aus bem Wagen. Gleichmäßig im Rhythmus, mit höherer Lust, je höher ber Turm wächst auf bem Wagen. Hingerissen wirb man von ber eigenen Wucht, bezaubert von ber eigenen Wut. Unter ben Rinnsalen von Schweiß fühlt man sich leicht, man febert, ist unbänbig stark. Man spuckt in bie Hänbe> unb wird ganz verwachsen, mit bem blanken, glatten Gabelstiel. Es knarren bie Naben ber Räber unter ben Lasten. Verlängert finb bie Zügel, steil steigen sie auf zur Höhe, wo, unsichtbar bem Blick, ber Kutscher sitzt. Schwarz färben sich Gras unb Distel am Weg, vom Fett ber Achsen. Es blasen bie Pferbenüstern, geht es bergan. Auf ben schweißnassen Rücken zucken bie Spiegellichter ber Sonne. Tief buckt sich ber Knecht ins Stroh, wenn Baumkronen rauschend über bas Dach bes Wagens fegen. Staate macht. Unbillig wäre es, zu verlangen, daß alles, was Jahrhunderte am deutschen Bauern gesündigt haben, im Zeitraum von knapp drei Jahren wieder gutgemacht sein sollte. Man darf doch nicht vergessen, daß bie staatlichen Sünber roiber ben bäuerlichen Urstand ungefähr ebenso alt sind wie bie Anfänge beutfcher Staatlichkeit selbst. Zugleich $ mit bem feubale« Lehnswesen, als ritterliche Wehr- • Hastigkeit mehr unb mehr ein Vorrecht bes Groß- j grunbbesitzes würbe, begann bie Entwicklung, bereu - Ziel es war, ben ehebem gemeinfreien Bauern zum \ bloßen Arbeitstier herabzubrücken. Starke Herrscher ' von Karl bem Großen bis zu Friebrich bem Gro- i ßen Haden sich vergeblich gegen bie Entwicklung > gestemmt, unb auch bie Reformen bes Freiherrn vom Stein haben mit ihr nicht von heute auf • morgen Schluß machen können. Erft bie Gesetz- , gebung im Staate Abolf Hitlers hat von gesicherter ' Grunblage aus eine neue Entwicklung begonnen. Sie konnte es tun, weil sie nicht heute national ' unb morgen sozial sein will, fonbern weil sie in allem, was sie tut unb angreift, national unb sozial zugleich ist. Sie hilft bem Bauern- ftanb, ber jahrhunbertelang bas Stiefkinb ber Gesellschaft gewesen, enblich zu seinem Recht, nicht nur, weil sie bas für ihre soziale Pflicht hält, fonbern ebenso sehr, weil ber nationale Staat seines Daseins nicht froh werden kann, solange dem Bauernstände nicht geholfen ist. Und daß die Regieruna geholfen hat, dafür ist ihr nicht nur der Bauernstand zu Dank verpflichtet, sondern ebensosehr jeder andere Stand, bie Summe aller Stände: die Gemeinschaft des Volkes. Das ist es, was am Erntedanktag lebendigen und nachwirkenden Ausdruck erhalten soll: diese Verbundenheit der Lebensinteressen, dieses Gefühl dafür, daß jeder Stand nur um der gemeinsamen Lebensform des Staatsvolkes willen da ist, und daß umgekehrt diese Lebensform nur dann ihren Sinn und Zweck erfüllt, wenn sie um aller Willen, und nicht einzelner bevorzugter Schichten wegen da ist. Lebendigen Ausdruck hat diese organische Verbundenheit von Nationalismus und Sozialismus vor allem auch im Winterhilfswe r k erhalten, das nach dem Erntedanktag seine Tätigkeit wieder aufnimmt. Der Staat, der Nationalismus und Sozialismus nur als zwei Seiten feines einheitlichen Wesens empfindet, hat im Winterhilfswerk die urchristliche Forderung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" in die Tat umgesetzt. Wer ist mein Nächster, wenn nicht mein Volksgenosse? Wer bedarf meiner werktätigen Liebe mehr, als der Volksgenosse, der unverschuldet in Not geraten ist? Das sind Forderungen, die für den Staat des nationalen Sozialismus den Charakter der Selbstverständlichkeit annehmen. Er organisiert die Winterhilfe, dieses soziale Werk tätiger Nächstenliebe, das seinesgleichen nicht hat, um der notleidenden Volksgenossen willen, aber ebensosehr um seiner selbst willen; denn eben weil es Volksgenossen sind, die leiden, leidet der Staat mit, wenn ihnen nicht geholfen wird. Erntedanktag und Winterhilfe, sie entspringen einer und derselben Art, die Dinge dieser Welt anzuschauen. Als Organ, wodurch allein der einzelne für bie Menschheit unb ihr Menschentum wirken kann, warb ihm sein Volk unb bieses Volkes Staat gegeben. Wer von biefer Weltanschauung burch- brungen ist, ber weiß, baß er außerhalb eines Volkes und des Staates dieses Volkes nichts ist, unb er finbet es nur selbstverstänblich, baß hm- roieberum ber Staat jebem einzelnen Volksgenossen bas Gefühl ber Geborgenheit zu vermitteln trachtet. Jeber soll wissen, daß er im Staat seines Volkes am richtigen Platze ist und daß er nur auf bem Boden dieses seines Dolksftaates den Zweck Rehe im Bannkreis. Prasselnd klappert die Maschine vorbei: Der Knecht winkt mit der Peitsche unb brüllt Herüber durch die hohle Hand: Es ist etwas im Feld. Ich nehme den Drilling zur Hand, ziehe die Hähne auf: vielleicht ein Fuchs? Schmaler und schmaler wird der Wald der Aehren, immer dichter eingefreift von der Maschine. Unruhig zieht Wild hiir und her durch die wehenden Halme, glaubt sich gefangen in dem dröhnenden Zauberkreis, wirft die Kopfe auf, versucht zu spähen, — Rehe. Schon schimmert durch das Geld das Rot ihrer Decke — ba brechen sie los: voran ber Bock mit einer weiten Flucht fährt er heraus, bie Augen blanke Angst, zurückgelegt bas brave Gehörn, feine weißen Ecken glänzen wie Perlen. / Vefperzett. Kahl ist das Felb; man baut bie Mieten auf, bie langgestreckten Hütten, ganz Dach, ftanbfeft, weil sich alle Garben gegeneinanberlehnen. Dorfkinber fahren einen Hanbwagen. In bie Schattenhöhle einer Miete fetzen sie Kannen, Butter, Milch, bie Pakete ber Brote in alte Zeitungen gewickelt, bie sich bunkel färben von fchmelzenbem Fett, bie Kaffeekannen, hellblaue Emaille, abge» stoßen vom Gebrauch. Gut ist Jm-Schatten-Sitzen, gelehnt an frisch fnifternbes Stroh. Gut ist Durstlöschen mit bem bitteren Korngeschmack von heißem, hellbraunem Getränk, bie Flasche hoch am Munb, Kehle glucksenb; bie Augen dankbar zu ben ziehenben Wolkenballen in ben Himmel gehoben. Gut ist bas starke Brot, geformt wie ein Mühlstein. Beim Schneiben knirscht es von Frische; weiß- gepubert ist seine Rinbe von Mehl. Gut bie kühle Feuchte bes Quarks, gut Ausruhen, bie Hänbe verschränkt unterm Nacken. pferbe am Waldrand. Im Schatten bes Walbranbs stehen bie Pferbe, bie Stangen ber Gebisse hängen gelöst von ihren Mäulern. Mit zornigem Mitleib schlage ich mit flacher Hanb bie Bremsen, die den Bug der Gäule bedecken. Rot färbt sich meine Hand vom Pferdeblut, das sie ^ich eingezogen haben. Böse glitzern die Regenbog^Tsfarben ihrer Flügeldecken. Unruhig schlagen die Gäule mit ben Schweifen unb können boch nicht treffen, bie sich feftgefogen haben, ander nackten, geäderten Haut der Bäuche, an den Schenkeln. Mit einem Laubzweig schlage ich sie herunter, und mit langsamer Hand, damit bie Pferde nicht erschrecken, wische ich die Peiniger aus den Winkeln der großen, geduldigen Pferdeaugen. Sie spüren die Hand, die Füchse, und halten still. Sie schnuppern an meinen Taschen: Ah, es ist Zucker darin. Sie klirren mit ihren Ketten, Hans und Liese, im Eifer, wie ihre samtweichen Schnauzen, ihre vorsichtigen gelben Zähne ihn von der Handfläche schnuppern. und so hinterging er diese und alle, die noch nachkamen, und hat auf diese Art das ganze erzherzogliche Haus, den Kaiser Franz, den Kaiser Joseph, die Kaiserin Maria Theresia und den allerhöchst- seligen Leopold den Ersten gerettet und glücklich im Land behalten. Ernte-Symphonie. Von Heinrich Hauser. Der goldene Rausch. Wenn das Korn über bem Nagel bricht, dann ist es Zeit zu ernten. Stark finb bie Farben ber Felber; gelb bas Korn, rot ber Mohn, blau finb bie Kornblumen. Rotblaugelb, bas finb auch bie Farben ber Mähmaschine. Sie umzingelt ben Acker, brückt tief die Kränze ihrer Räder in den Boden. Geschliffen sind die dreikantigen, spitzen Zähne ihrer Schneide dicht an der Erde. Wie ein Schlachtschiff zum Rammen, fo wendet sie sich gegen den Saum des Korns. Mit breiten Armen hält ber Knecht bie Zügel, mit ftampfenben Hufen treten bie Pferbe seitwärts, bis bie ganze Breite ber Schneibe ansteht gegen bie gelbe Mauer ber Halme. Es klatschten bie Zügel nieber auf bie blanken Pferberücken: bie Hinterbacken spannen sich in Striemen, bie großen Köpfe nicken: es klappern bie Räber, es schlägt bas Holzkreuz, bas bie Garben abteilt wie eine roanbernbe Winbmühle unb hinein frißt sich bie Schneibe in bie gelbe Wanb. Es sinken bie Halme unb rauschenb roanbern sie über bie rollenbe Leinwanb bes Transportbanbs. Staub hüllt Pferbe unb Maschine ein. Nur ein Knecht auf feinem wippenden Eisensitz ragt aus der Wolke, peitschenschwingend, knallend, hührufend: ein rat- ternber, prasselnber Donnergott. Dunkel färbt sich bie Haut ber Gäule von Schweiß, sie spüren, baß es gilt, alle Kraft herzugeben. Schwer ist bie Maschine, heiß ist ber Tag. Ernten kommt über Menschen und Tiere wie ein Rausch. Sehl die Arbeiterinnen! Windenblüten, bewegt im Wind, gleichen sie mit ihren weihen Kopftüchern. Wie geschickt sie die Garben raffen in der Höhlung ihrer Sicheln. Wie sie .einen Strang von Halmen wie mit einem Griff zusammendrehen, unterschlingen und die Enden ineinander verdrehen und verstopfen, daß die Garbe sich staucht. Dunkel sind ihre Gesichter in den weißen Tüchern, durchblutet von Bücken, gebrannt von Sonne. Hell schimmern die feinen Haare an den Wangen, über ben Lippen. Hell finb bie Augen von Schweiß, blank sprühen Tropfen, wenn sie mit bem Hanbrücken über ihre Brauen wischen. Nackt finb bie Beine, bunkel wie Bronze, zerstochen von Stoppeln und Bremsen. Zustandes empfunden worben, wie im Bauerntum. Gewiß spielen dabei auch bie Erinnerungen an bie alte Armee unb baran, was sie für bie Lanbbevöl» ferung unb diese für bie Armee als tüchtigstes Sol- batenmaterial bebeuteten, eine große Rolle. In ben Zeiten, in denen die Verbindung von Stadt und Land sehr spärlich war, war die Militärzeit für viele Söhne des plaften Landes die einzige Epoche ihres ruhigen, an die Scholle gebundenen Lebens, in der sie mit der Stadt, ihren Einrichtungen, mit anderen Ständen und Berufen, aber auch mit dem Staat und feinen höheren Forderungen in Berührung tarnen. Diese Bedeutung der Dienstzeit als einer großen Einheitsschule der Nation, als einer im besten Sinne demokratischen Einrichtung, wie sie auch im monarchistischen Deutschland von den Schöpfern und Führern der Armee aufgefaßt wurde, ist der neuen Wehrmacht erhalten geblieben, wenn sich auch in der modernen Entwicklung Stadt und Land nahe gerückt sind, den Bauer aus seiner tiefen Vereinsamung und Weltabgeschiedenheit von einst gelöst und ihn in nähere Verbindung mit dem Gemeinschaftsleben der Nation gebracht haben. Wenn das neue Deutschland die innige Verbindung von Bauerntum und Soldatentum betont und wenn sie von beiden als natürlich empfunden wird, fo ist es weniger jenes romantische Erlebnis ber Garnisonstadt, bei ben mobernen technischen Erforbernissen ber Armee, bie so gut wie ben körperlich kräftigen Mann vom Laube auch ben gelernten Arbeiter unb Hanbwerker ber Stabt braucht, auch nicht bie bessere Eignung bes Bauern zum Solbaten, fonbern eben jene desou- bers enge innere Gemeinschaft bes zur 23er» teibigung bes Bobens von Natur bereiten Bauerntums mit ber nationalen Einrichtung, deren Namen sagt, daß sie bie „Macht zur Wehr" barstellt. Es ist eine ber großen Leistungen bes nationalsozialistischen Deutschland, baß es den neuen auf- bauenben Jbeen, bie bie nationale Wiebergeburt sichern sollen, eine weithin sichtbare unb allen Der» stänbliche repräsentative Form zu geben weiß. Der Gebanke, am Treffen ber beutschen Bauernschaft, bereu ersten Söhne in wenigen Wochen zu ben neu entrollten Fahnen eilen, Teile berWehr« macht heranzuziehen, bie sie in ihre Reihen auf- Konsumsreiheit oder Arbeitsbeschaffung? w I SUPERB reichen — cmeincmdergereiht — die „Mokri*- Zigaretten eines Jahres 1 Modernste Maschinen, Tausende von fleißigen Händen und ein unbeirrbarer Wille zur Qualitäts-Leistung — alles im Lande-Betrieb vereint —vollbrachten diese Leistung. frei- den- vor- zah- hohem Maße in die Lage versetzt worden, seine Selbstversorgung mit wichtigen Nahrungsmitteln zu fördern. Während noch im Monatsdurchschnitt des Jahres 1913 für 234 Millionen Mark an Lebens- Mitteln und Getränken eingeführt werden mußten, nähern wir uns heute bereits der monatlichen 50« Millionengrenze; während im Jahr 1929 an solchen Waren für 3817 Millionen Mark eingeführt werden mußten und während noch bei der Machtübernahme für zweieinhalb Milliarden Lebensmittel über die Grenzen kamen, ist diese Summe bis auf eine Milliarde heruntergeschraubt worden: und niemand in Deutschland hat bisher auch nur im geringsten merken können, daß er sich etwa deshalb hätte einschränken müssen. Im vergangenen Jahr war schon einmal eine Angstpsychose ausgebrochen, als einige Wochen lang scheinbar die Frühkartoffelanfuhr nicht recht klappen wollte. Es fehlten damals in manchen deutschen Gebieten nur einige Waggons dieses begehrten Nahrungsmittels, und es wäre kaum irgendwie eine Knappheit in Erscheinung getreten, wenn nicht selbstsüchtige Hamsterer hergegangen wären, die handenen Bestände aufzukaufen und minder lungsfähige Volksgenossen zu benachteiligen. so müsse er fragen: „Sind wir denn der Herrgott. der die Sonne scheinen läßt? Und regieren wir auch über den Himmel, der die Ernte macht? kann man uns verdenken, daß wir lieber einmal für 14 Tage ober drei Wochen eine immerhin noch erträgliche Butterknappheil in kauf nehmen, um die dadurch gesparten Devisen für die Roh - ft off ein fuhr zu verwenden, mit der wir die Arbeitsfchlacht schlagen, als daß Millionen ohne Arbeit und damit auch ohne Brot bleiben?“ (hier bricht die Menge in stürmische Zustimmung aus.) Dabei solle niemand glauben, daß die Regierung die Schwierigkeiten in der Ernahrungsfrage unter- schätze. „Wir wissen, wie schwer es ist, sich mit dieser oder jener Knappheit zeitweilig abjufin- ben. Aber worauf man bringen muh, ist boch, bah bas beutsche Volk in so schwerer Zelt Disziplin hält. Es barf nicht vorkommen, bah gewisse Fette, wie Schmalz, bie an sich in genügenber Wenge vorhanben finb, burch Angstkäufekünstlichverknappt werben.“ hier erwachse ben Hausfrauen eine befonbere Aufgabe, bie sie täglich erfüllen mühten. Der Versorgung der Bevölkerung mit Brot, Kartoffeln, Rind-, Kalb- und Hammelfleisch, Fischen, Milch, Eiern, Zucker und vielen anderen Lebensmitteln ist in Deutschland absolut sicher- gestellt. Dagegen ist allerdings eine vorübergehende Schweineknappheit festzustellen. Diese Schweineknappheit hat ihre ganz natürliche Ursache. Im vorigen Jahre haben wir eine schlechte Ernte gehabt. Wir hatten keine Futtermittel und mußten deshalb die Schweine- Die Frage ist die, ob das Volk bereit ist, in williger Selbstdisziplin seinen Mittagstisch mit sengen Lebensmitteln zu beschicken, die in großen Dr. Goebbels über die Lebensmittelversorgung. Eine zeitweise erträgliche Butter- und Gchweineknappheit ist eher in Kauf zu nehmen als Rohstoffmangel und Gefährdung der Arbeitsschlacht. Ostpreußen huldigt dem Führer. Starke Eindrücke innerer Geschlossenheit von Ostpreußen«! Führerwoche. Riesenkundgebung in Halle. halle, 4. Okt. (DNB.) 150 000 deutsche Volksgenossen waren am Donnerstagnachmittag auf dem halleschen Thingplatzgelände zusammengeströmt, um Reichsminister Dr. Goebbels zu hören. Im Festschmuck prangte der Thingplatz, von dem die Fahnen des Reiches und der HI. grüßten. Stunden schon vor Beginn der Kundgebung waren die Straßen auf den Anfahrtwegen mit Menschen besetzt. Die reichbeflaggte Stadt selbst lag wie ausgestorben, die Geschäfte hatten b e - reite um 13.00 Uhr geschlossen. Bei der Ankunft auf dem Thingplatz wurde Dr. Goebbels mit oieltausend stimmigen Heilrufen begrüßt. Kreisleiter Domgöraen entbot ihm den Willkommensgruß der Gaustaot Halle. Nichts konnte wohl die Beliebtheit und Volkstümlichkeit des Reichsminifters besser zum Ausdruck bringen, als die Rufe von allen Seiten im Sprechchor: „W ir gratuliere n!" Endlich kam der Minister zu Wort. Er spreche in einer Zeit stärk st er internationaler Spannungen, während über Abessinien schon die Geschütze donnern und die Fliegerbomben herunterbersten. Die Welt stehe vor schweren Entscheidungen, und es sei ein tröstliches Gefühl zu wissen, daß Deutschland wieder eine Weltmacht sei, nachdem es seine Wehr- Hoheit wiedergewonnen habe. Es sei ein Irrtum, zu glauben, daß ein Volk allein dadurch den Frieden erhalten könne, daß es ihn liebe. Der Friede stehe nicht beim Schwachen; er stehe beim Starken und werde nicht mit Lamentationen gesichert. Der Minister kam im weiteren Verlauf feiner Rebe auf bie Lebensmittelversorgung des beutfchen Volkes zu sprechen. Wenn man der Regierung zum. Vorwurf mache, bah zur Zeit bie Butter etwas knapp geworben fei, schlechtesten daran. Andere Völker nehmen heute für nationale Ziele sogar Kriege von ganz u n • destimmtem Ausgange auf sich. Wollen wir unsere tägliche Lebenshaltung durch diese Völker beschämen lassen? Ich meine, der Nationalsozialismus ist nicht gekommen, um sich an anderen Völkern ein Beispiel zu nehmen, sondern um der Welt ein Beispiel zu geben!" (Bei diesen Worten bricht unter der Menge ein ungeheurer Jubel st u r m aus.) Der Nationalsozialismus frage ja nicht bie Schulb, bah Deutschlanb zu wenig Rohstoffe besitze. Weil wir aber nicht genügend Rohstoffe haben, mühten wir diese einführen. Sie werben in Deutschlanb verarbeitet. Wenn wir skattbessen nur Lebensmittel einführen, so werben biese auch verarbeitet, aber nur mit bem Munbe unb Wagen. Das schaffe keine Arbeit, sonbern ko sie Gelb. Als ber Nationalsozialismus an bie Wacht gekommen sei, habe Deutschlanb für 2,5 Williar- ben Wark Lebensmittel einführen müssen. Diese Summe sei mittlerweile burch bie agrarpolitischen Wahnahmen ber Regierung b i s auf eine Willlarbe heruntergeschraubt unb ber ersparte Betrag f ü r Zwecke ber Arbeitsbeschaffung freigemacht worben. Sei bas nicht auch eine Leistung? Der Minister kam dann noch auf die Judenfrage zu sprechen. Wenn diese Frage in Nürnberg einer Lösung zugeführt worden sei, so müsse der Staat verlangen, daß nicht jeder nach Belieben diese Frage seiner eigenen Meinung entsprechend zu lösen versuche. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, die Bewegung, die Armee und das deutsche Volk schloß der Minister seine fast eineinhalbstündige Rede, die immer und immer wieder vom Beifall der Massen unterbrochen wurde und in stürmischem Jubel ausklang. sondern daß er gerade hier in dem dem Reich fernen Ostpreußen die Menschen wieder seelisch frei gemacht und einen Druck von ihnen genommen habe, unter dem sie viele Jahre litten. In Ostpreußen flüsterte sich gerade in diesen Wochen die Reaktion wieder einmal Histörchen ins Ohr von angeblichen Reibereien zwischen dieser und jener Organisation der Partei. Diese Tage des Führerbesuches waren für die Reaktion ein Schlag ins Gesicht. In wuchtigster Geschlossenheit, in herrlichster Begeisterung und in tiefster Gläubigkeit haben Partei und Volk ihre Einheit und Einigkeit bekundet und unter Beweis gestellt, stand das Korps der Amtsträger der Bewegung zusammen vor dem Führer, um von ihm die Parole zu empfangen. Und das junge Geschlecht? Ost preußens Jugend hat große Tage hinter sich, und die Pimpfe, das Jungvolk, die Mädel des BDM. können stolz fein. Diele Male ließ der Führer bei der Jugend hatten. Diele Male sprach er mit ihnen, bie einmal Erbe des Reiches fein werden, strich er ihnen über die Blondköpfe, ließ sich von ihnen Vorsingen. Und diese Jugend ist schon in einem ganz anderen Geiste, unter einer ganz anderen Lebensauffassung aufgewachsen, als unsere Generation. Selb st zücht und Selbstbeherr- s ch u n g liegen ihr im Blut. So stand der zehnjährige Pimpf genau so stramm und exakt im Spalier wie der SS.-Mann gegenüber. Ostpreußens Führerwoche geht nun zu Ende! Am Freitag fuhr der Führer unter Jubelbrausen ber Königsberger, bie ihrer Stabt bas schönste Gewand angezogen hatten, in die Oper. Bei ihm waren bie Spitzen ber Bewegung in Ostpreußen, Gauleiter unb Oberpräsibent Koch, SA.-Gruppenführer Schöne, SS-Gruppenführer von bem Bach- Zelewski, die Führer ber HI., bes Arbeits- bienftes unb bazu bie Offiziere des Dolksheeres. beftände lichten. Und das, was wir im vorigen Jahre an Schweinefleisch z u viel gegessen haben, müssen wir bann eben in Gottes Namen in biesem Jahre weniger essen. Im übrigen wirb biese Knappheit schon zusehends überwunden. Wir haben am 1. Juli dieses Jahres nur einen Bestand von 20 Millionen Schweinen gehabt. Bis zum 1. September ist dieser Bestand bereits auf 22,5 Millionen geftiegen. können wir denn nicht die Zeit warten, bis diese Schweine gemästet sind, oder hätten wir wirklich Devisen in Uebermaß freimachen sollen zur Einfuhr von Schweinen? Die Arbeitslosen hätten dann warten müssen. Was würden diese dann sagen, wenn wir uns vor ihnen entschuldigen wollten, indem wir erklärten: Wir muhten Schweine kaufen, das deutsche Volk wollte es so.“ (Brausender Beifall.) Im übrigen habe der Reichsernährungsminister bereits eine Reihe besonderer Maßnahmen zur geregelten Versorgung der Bevölkerung mit Schweinefleisch eingeleitet. Auf dem Gebiete der Butter- oerforgung werde schon in allernächster Zeit eine Entspannung eintreten. Es werde alles versucht, um durch handelspolitische Abmachungen auftretenbe Schwierigkeiten zu überroinben. Die Regierung müsse aber auch Rücksicht auf diese Lage beim deutschen Publikum voraussetzen. Denn wenn jebe Maßnahme ber Regierung einfach burch Unverstand einiger Unbelehrbarer gefährdet werden könne, wohin würde das am Enoe noch führen? „Unb dabei ist das deutsche Volk nicht einmal am Mengen jederzeit greifbar sind, oder ob der einzelne eines Viertel Pfund Butters zuliebe oder wegen eines Schweinekoteletts weniger die Verantwortung auf sich nehmen will, daß wichtige Rohstoffe, die wir zur Aufrechterhaltung unserer Wehrfähigkeit oder zur Aufrechterhaltung günstiger Beschäftigungs- Verhältnisse in ber Jnbustrie bringenb gebrauchen, nicht gekauft werben können. Konsumfreiheit ober Arbeitsbeschaffung — bas ist hier die Frage! Konsumfreiheit: das heißt unbekümmertes Schwelgen eines Teiles der Bevölkerung zu Lasten des Ernährungsstandards des anderen. Arbeitbeschaffung: das heißt sparsame Haushaltsführung und wohlüberlegter Einkauf jeder einzelnen Hausfrau zugunsten der Arbeiter und der Arbeitslosen, die darauf warten, in den Produktionsprozeß eingestellt zu werden. Die Antwort kann nicht schwer fallen. Wir alle wissen, daß unsere Ernäy- rungswirtschaft in den besten Händen liegt und daß, wenn einmal vorübergehend Knappheit eintritt, nationalpolitische Gedankengänge im Vordergrund stehen, bie jeben von uns zur Disziplin verpflichten. Königsberg, 4. Okt. (DNB.) Freitag früh fuhr der Führer burch bas Ermlanb nach Königsberg. Zunächst besichttgte ber Führer bei Elbing bie Sieb 1 ung Vogelsang, wo eine Reihe von alten Kämpfern der NSDAP, angesiedelt worden ist. Dann ging es über Frauenburg, Braunsberg unb Heiligenbeil nach Königsberg. Im vorwiegend katholischen Ermland boten sich Bil - ber von einer Begeisterung, bie kaum n och z u übertreffen sind. Durch bie ganzen Orte hindurch war der Fahrdamm in einen einzigen grünen Teppich aus Tannengrün und bunten Herbstblumen verwandelt. Einem Triumph zug, wie man ihn hier noch nicht erlebt hat, gleicht die Fahrt durch diese Dörfer und Städte. Die kleinen Siedlungshäuser verschwinden oft hinter der Fülle ber Fahnen, die schönster Beweis dafür finb, baß ber Nationalsozialismus gerabe auch das katholische Ermland sich restlos erobert und zu einer Burg seiner Weltanschauung gemacht hat. Nichts konnte das besser dokumentieren, als die Liebe, mit ber gerabe bie katholische Bevölkerung hier ben Führer empfing. In Königsberg besichtigte der Führer zunächst das S A. - E h r e n m a l am Bahnhof und dann sämtliche Räume der Staatlichen B ernst e i n m a n u f a t t u r , in der er sich auch die einzelnen Arbeitsvorgänge zeigen ließ. Dann begab sich der Führer zu der Ottokarstraße, in der Gauleiter Koch seine Wohnung hat. Dort wurde dem Führer im Kreise der engsten Mitarbeiter vom Oberbürgermeister ber Stadt Königsberg Pg. Dr. Will Der Ehrenbürgerbrief der ost preußischen Provinzialhauptstadt überreicht. Der Führer nahm die Urkunde mit herzlichen Worten des Dankes für diese Ehrung entgegen. Am Freitagnachmittag sammelte sich in der Stadthalle das gesamte ostpreußische Führer- k o r p s der Partei, zu dem der Führer nach einer Begrüßung durch Gauleiter Koch in eindrucksvoller Weise sprach. Auf der Rückfahrt war ganz Königsberg illuminiert. Die ganze alte schöne Stadt am Pregel glich einem Lichtermeer, ein romantischer Eindruck in dieser wundersamen Dämmerstunde. Den Führer auf seinen Fahrten mit bem Volke zu sehen, ist immer ein beglürfenbes Erlebnis. Be- sonbers glückhaft aber erschien uns biefes Eins- werben von Führer unb Volk in Ostpreußen. Ganz befonbere einbrucksvoll war biese fast religiös zu nennende Inbrunst unb Gläubigkeit, mit ber bie Menschen am Führer hingen, wenn er vorbeifuhr ober unter ihnen ftanb. Glaube an ben Führer unb Glaube an Deutschlanb — sprach aus biefen Gesichtern. Gauleiter Koch faßte bas in Worte, wenn er sagte, baß ber Führer nicht nur Deutschland, Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. T). 21. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Behr Einkaussdifziplin. Im gleichen Augenblick, in bem in Italien Trillionen von Schwarzhemden, Millionen von Bür- ?;ern, Bauern unb Arbeitern mit frenetischem Bei- all den Ausbruch des Krieges in Abessinien begrüßten und sich damit bereiterklärten, freiwillig für die Größe ihres Vaterlandes und für die Erkämpfung neuen Lebensraumes ihr Leben in die Schanze zu schlagen, gab es in einigen Teilen des Reiches vor den Lebensmittelgeschäften unb vor den Fleischereien kleine Prozessionen maulender Hausfrauen, daß sie anstelle eines Pfundes Butter nur breioiertel Pfund bekommen konnten und nur Rind-, Kalb-, Hammel- und sonstiges Fleisch, nicht aber Schweinebraten unb Eisbein in beliebiger Menge zu erhalten vermochten. Man muß diese beiden Beispiele miteinander vergleichen, um sich ein unvoreingenommenes Urteil über die Trostlosigkeit der Auffassung über Pflichtgefühl unb Opferbereitschaft mancher, wenn auch immer kleiner roerbenben Kreise zu machen. Sollte man es für möglich halten, daß angesichts der überwältigenden Fortschritte, die das Reich seit zweieinhalb Jahren hinter sich gebracht hat, der B l ick für das Wesentliche in manchen Hirnen noch so wenig entwickelt wurde, daß es überhaupt zu Klagen über die vorübergehende Knappheit auf zwei kleinen Teilgebieten bes Lebensmittelmarktes kommen muhte. Reichsminister Dr. Goebbels hat soeben in Halle mit Emst die Gründe bargelegt, bie zu einer Verknappung auf dem Buttermarkt und auf dem Schweinemarkt geführt haben. Er wies darauf hin, daß es nicht zu verantworten wäre, wenn die kostbaren Devisen für bie Einfuhr entbehrlicher Leb ensmittel eingesetzt würden, während auf der anderen Seite industriell wichtige Rohstoffe auf alle Fälle herbeigeschast werden müßten, um den Standard der Arbeitsschlacht zu stützen, die Industrie in Gang zu> halten und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Er geißelte die geringe Einkaussdifziplin mancher Hausfrauen, die die Stunde gekommen glauben, auf Kosten anderer Volksgenossen Lebensrnittel zu hamstern unb bie vorübergehend knapp gewordenen Vorräte an einzelnen landwirtschaftlichen Produkten durch unbegründete Angstkäufe zu vermindern. Seit wir eine landwirtschaftliche Marktregu- lierung haben und seit die Erzeugungsschlacht des Nährstandes immer größere (Erfolge gezeitigt hat, ist Deutschland bereits in Persil Preisliste gediegen* In Form und Material sind PHOENIX Nähmaschinen Gasgeräte sind Jederzeit Billig und betriebsbereit Hans Sch. r / Für . Büro Laden Säle Gas-Heizöfen | Heizgas-Tarif 8 Pf. | Rat und Auskunft: Gas-Gemeinschaft Gießen 5685 a Für Küche o Bad » »WSMM woh- nunn Die seither von Herrn Otto Reitz, Giehen, geführte Hoamonn-lioiiaiofihlnen- VklttklW ist auf mich übergegrmyen. 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Oktober 1955 Em Ruck geht durch England Die Lage aus dem Kriegsschauplatz J. ■uD »• ger W jjen i» b )t n» nt in et t- lr 52 Ihr. em. ).5O men. Die mittlere Säule unter General B i - coli befindet sich in Debradarno, nordwestlich Adigral, während die rechte Säule unter General Waravigna unmittelbar auf Adua marschiert. Die Italiener sollen beabsichtigen, die abessinischen Streitkräfte zwischen der linken und der rechten Säule zu zerreiben. Die Mittlere italienische Heeressäule soll aus zehntausend eingeborenen Truppen bestehen, die von weihen Offizieren befehligt werden. Rach einem Havas-Bericht aus Addis Abeba dauerte die Schlacht an der Front Akfum-Adua mit unverminderter Heftigkeit an. Die Abessinier leisteten erbitterten Wider st and. Der Hauptteil des abessinischen Heeres unter dem Befehl des Ras S e y u m habe noch nicht in den Kampf eingegriffen; nur eine Division unter dem Befehl des Generals Gabriel Woelde, die dem Ras Seyum mit unterstellt fei, habe gegenwärtig mit dem Feinde Fühlung. Die Italiener hätten Infanterie, Artillerie, Tanks und Flugzeuge, aber keine berittenen Truppen eingesetzt. Die Flugzeuggeschwader lösten einander zwecks ununterbrochener .Bombardierung ab. Während die Italiener vor allem auf ihre Luftwaffe hofften, schienen die militärischen Befehlshaber des Regus ihre Hoffnungen auf das Fußvolk zu fet- w >85* dens, ein unproduktives Zehren an dem geliebten Reichtum, eine ungesunde Verlagerung der Kräfte vom Handel auf einen blutigen Sportplatz. Nach dem Kriege galt es deswegen, aufzuholen. England war das einzige Land, das die Schäden des Krieges, langsam, ohne wesentliche Erschütterungen und aus den eigenen Kraftreserven wieder gutmachte, die moralischen Veränderungen der Gesellschaft ungerechnet, die von Kennern als tiefgehend bezeichnet, aber wahrscheinlich überschätzt werden. Die Verträge, auf denen der europäische Frieden begründet war, wurde in England als mangelhaft empfunden und bald von den englischen Urhebern selbst hart kritisiert. Aber sie waren d i e Basis, auf der sich England erholen wollte. Dazu waren zwei ihrer Bestimmungen vorzüglich geeignet: die allgemeine Abrüstung, die Versailles versprach, und die Organisation des Völkerbundes, die künftige Kriege verhindern sollte. Das waren Gedanken ganz nach englischem Sinn, eine Paarung von Ideal und Vorteil, gegen die andere Bestimmungen der Verträge, wie territoriale Ungeheuerlichkeiten, entehrende oder ungerechte Diskriminationen der ehemaligen Gegner allzu leicht gewogen wurden. Mit den für England wünschenswerten Punkten der „Neuordnung der Welt" nahm man es dagegen sehr genau und ehrlich. England war der einzige Siegerstaat, der abrüstete, zum mindesten nicht aufrüstete. Es lebte, wie ihm jetzt von französischen Freunden halb verweisend, halb triumphierend gesagt wird, von den Reserven des Krieges.- Das Budget für das Landheer, ohnehin das Stiefkind Englands, wurde mehr als kärglich bemessen. Die Flotte wurde zur Not gegenüber der Frankreichs und Italiens, die dem 1930 mit den Vereinigten Staaten und Japan geschlossenen Verhältnisabkommen nicht beigetreten waren, in der traditionellen Ueberlegen- heit gehalten. Die neue fünfte Waffe, das unheimliche Fragezeichen künftiger Kriege, die die B e- herrfchung der Luft vielleicht zur Entscheidung macht, wurde fast gänzlich vernachlässigt, sie ist jetzt eine schwere Sorge Englands, aber auch Gegenstand der ungewöhnlichen Energie und Leistungsfähigkeit dieses merkwürdig lässigen und doch so stahlharten Landes. Es dauerte lange, bis sich England überzeugte, daß die Abrüstung ein Betrug, nicht einmal ein frommer, war, dem die Machtstellung Englands zum Opfer fallen mußte, wenn es noch länger an ihn glaubte. Die deutsche Aufrüstung war die entscheidende Aufklärung Englands, nicht weil sie eine Bedrohung Englands darstellt, so oft dies auch in der zwangsläufigen Argumentation der auf ein Ziel eingeschlossenen Propaganda behauptet wurde, sondern weil Deutschland es gewagt hatte, den letzten Schleier von der vernebelten europäischen Situation wegzuziehen. Von diesem Augenblick wußte England, daß es mit der Abrüstung nichts wird oder daß sie von einem ganz anderen Ende wieder angefaßt werden muß. Das Flottenabkommen mit London, 5. Oft (DRB. Funkspruch.) Auf Grund der letzten Berichte von der italienisch-abessinischen Front rechnet die englische Morgenpresse mit dem unmittelbar bevor st ehenden Fall von Adua. Es wird gemeldet, daß sechs italienische Divisionen mit insgesaml 100 000 Mann über eine 65 Kilometer breite Front von Eritrea her vorrücken. Sie gehen mit Hilfe von Flugzeugen, kleinen schnellen Tanks und Gebirgsartillerie vor. In Addis Abeba soll ferner zugegeben worden sein, daß die Italiener den Berg Ramat, einen wichtigen strategischen Punkt im Gebiet von Adua, befehl haben. Riedrig fliegende Flugzeuge und leichte Tanks unterstützen die italienischen angreifenden Kolonnen. Die abessinischen Schützen wurden aus den Aeltlöchern, in denen sie sich verschanzt hatten, vertrieben. Die abessinischen Truppen leisteten lebhaften Widerstand. Die Umgebung Aduas sei militärisch als ein vollkommen organisiertes Wider st ands- Zentrum zu betrachten. Der italienische Vormarsch erfolgte, nach einem in „Daily Telegraph" veröffentlichten Bericht von der italienischen Front, in drei Heeressäulen. Die linke Säule unter dem Oberbefehl des Generals Santini hat Adigrat genom- b. rc. b. >ve hr. 13. hr, Id- me er» ist. eb. Erbitterte Kämpfe vor Adua. Die Italiener rücken in drei Heeressäulen vor, stoßen aber auf heftigen Widerstand abessinischer Truppen.—Ist der Angriff zum Stehen gekommen? rg. tt.. Ut)t L iel uttp ßeit stück 'her, 1L. b t tte ff., ihr Es ist in diesem ersten Anfangsstadium des Krieges in Afrika sehr schwierig, sich ein klares Bild der militärischen Lage aus dem Wust von ebenso widerspruchsvollen wie zahlreichen Meldungen zu konstruieren. Am Freitag schienen die Dinge so zu liegen, daß der für die Italiener historisch und prestigemäßig so wichtige Ort A d u a an der Nordgrenze von Abessinien den italienischen Truppen ohne einen Schwertstreich in die Hände gefallen ist. Wenn es dazu auch noch nicht gekommen ist, so scheinen die schweren Kämpfe im Gebiet von Adua doch den Fall der Stadt wahrscheinlich zu machen. Die weiteren Angriffsabsichten der Italiener an der Nordfront scheinen sich dann zunächst auf den Provinzort A k s u m zu richten, der etwa 35 Kilometer westlich von Adua liegt. Der Besitz dieses Ortes ist für die Italiener insofern von Bedeutung, als von dort eine Straße (abessinischer Art) in südwestlicher Richtung über das Hochgebirge nach G o n d a r und von dort weiter zum Tana-See führt. Die Italiener würden damit am Tana-See in die rein britische Interessensphäre ein- dringen (der Tana-See speist mehrere Quellzuflüsse des Nils und ist daher für die große Baumwollwirtschaft des brittschen Sudans und Aegyptens von unersetzlichem Wert). Und zweitens würde dieser südwestliche Vormarsch der Italiener über Gondar fie in das Gebiet von Amhara bringen, das zen und gute Stimmung zu bewahren. Die Regie- , rungskreife in Addis Abeba zeigten hinsichtlich der j Einheit der abessinischen Politik keinerlei Besorgnis ; trotz der von den italienischen Fliegern abgeworfe- ' nen Flugblätter, die unter den Abessiniern । Uneinigkeit stiften sollten. Nachlassen der Kämpfe? Addis Abeba, 5. Oft. (DNB. Funkspr.) Arn ; Freitagabend haben auf der gesamten Rordfront die Angriffe der italienischen Truppen nachgelassen. Rach unbestätigten Wel- dungen sollen in der Schlacht, die sich zwischen Adua und Aksum abgespielt hat, auf abessinischer Seite 600 bis 1000 Wann gefallen sein. Die Verluste der Italiener sollen dieselbe höhe erreicht haben. In der nordwestlichen Provinz W a l k a i t haben die Abessinier in der Rächt erfolgreiche Gegenangriffe unternommen. Die Italiener haben in der Verlängerung der Straße Bereritu hemberti angegriffen, aber nur geringe Fortschritte erzielen können. Der Führer der ihnen gegenüberliegenden Truppen, Dedjas Ayalu, gilt in abessinischen Kreisen als hervorragender Stratege. Ein abessinischer Regierungsvertreter soll erklärt haben, daß Abessinien auf Grund eines lange vorbereiteten Planes niemals beabsichtige, die Linie Aksum Adua zu verteidigen. Der wirkliche Entscheidungskampf werde viel weiter südlich vor sich gehen. An der Südfront in Ogaden sei ein allgemeiner italienischer Vormarsch zur Zeit unmöglich, da das Gebiet noch völlig vom Regen durchweicht sei. Unsichere Derlustziffern L o n d o n, 4. Okt. (DNB.) Der Korrespondent der Nachrichtenagentur Central News hatte Donnerstagabend unter Berufung auf amtliche Angaben die Zahl der Toten und Verwundeten in Adua mit 1 700 angegeben. Nach einer Reuter-Meldung aus Addis Abeba find amtliche Ziffern über die auf abessinischer Seite entstandenen Verluste nicht ausgegeben worden. In Regierungskreisen wird die genannte Zahl als gröblich übertrieben bezeichnet. Nach einer Mitteilung aus Addis Abeba haben die Abessinier an der südlichen Front in der Provinz Ogaden 18 0 Mann Verluste erlitten. Nach anderen, allerdings völlig unbestätigten Gerüchten sollen die Abessinier bisher insgesamt 5 0 0 0 lote und Verwundete an allen Fronten verloren haben. Nach „Daily Telegraph" verlautet in Rom gerüchtweise, daß bei dem Vormarsch in Abessinien am Freitag 4 0 0 italienische Offiziere und Mannschaften getötet worden seien. ... . .... . . .. . iinhorhiirf Über die Laae des Landes feine Siedlungen und feine Bodengestalt. Im Nordosten erheben sich gewaltige Gebirge, während im Sudosten $ieJe^^nrnbufdifteooen52Inareikrearo^e Schwierigkeiten bieten. Straßen fehlen fast ganz, nur eine einzige Eisenbahn führt von der Küste, dem französischen Djibouti, nach Addis Abeba, der ausgebehnte dürre Dornbuschsteppen dem Angreifer große $HaUptftobt DOtt Abessinier!. - (Scherl°M. - Zeichnung: Dietrich Reimers Durch den englischen Staatskörper geht ein fast hörbares Sichftraffen. Eine Periode der englischen Politik ist abgeschlossen, eine neue beainnt. Die zu Grabe getragene fing an mit dem Enoe des Weltkrieges. Sie kann dahin charakterisiert werden, daß sie ein tiefes Aufatmen und die Verlockung eines wohligen Sichausruhens war. Der Krieg ist für den Engländer — und die Staatspolitik folgt ihm hierin — eine unangenehme Unterbrechung des Frie- fich unmittelbar südlich an den Tana-See anschließt. In diesem Gebiet sitzt der größte Teil des Arnhara- Volkes, der Abessinien völlig beherrscht und ihm nationalpolitisch das Gerüst gibt. Der italienische Vorstoß in dieser Richtung von Norden her kann zweierlei bezwecken, einmal das Zentrum des abessinischenKriegerreservoires vernichtend zu treffen und dann im weiteren Vordringen nach Südosten abschwenkend, sich im Gebiet der Bahn Addis-Abeba — Djibouti mit der von Osten und der dritten vorn Süden her eindringenden Armee zu vereinigen, durch Stillegung der Bahn Abessinien von Zufuhren abzuschneiden und dann die nächsten Operationen auf eine direkte Verbindung zwischen Eritrea im Norden und Italie - nisch-Somaliland im Süden durch einen breiten abessinischen Streifen abzustellen. Gesetzt den Fall, diese militärischen Operationen würden von den Italienern unter strenger Respektierung der britischen Interessen durchgeführt werden, so würden sie für England zum mindesten die fast völlige Einschließung von Britisch-Somaliland durch italienisches Gebiet zur Folge haben. Ob England die damit verbundene erhebliche Verschiebung der Machtoerhältnisse in Ostafrika hinnehmen würde, ist eine offene Frage. WZ ^ADU/.’ ^^48 DAL, Wit Vk! 5. < 3 Scan ITALAI £ N fr >F 1 ;Ö| RUaotF »ee sm Wß WM I 1 1 I I SGRO656 UMWE6SAmt' SOUUW trtS . K SaJ v: ■ AM if AV l'ltutwTv.' 5€E % ÜttAffA ' -x "2ULA. 6SBIRI Mi , " < T BARBERA 4 . - TIGRE. AODt jHdHfc GteiROSAteicHl [VWMESSAinE fVMWCHtE'i i ü. PPR Nlftgg P j BORANA DIWKU^'JI * - "F ZM ■ ■ - ' - ' 5 0 - OCHNtf ft WAS5FR-L F14SeR.Rt*T£AV5 L , „4 IBfDECKf M-T ZM GRAS U/CESTRUW*^ > f4A,U tANX LJSS ML kanzosisch - f Mährend Abessinien seit Dezember 1934 wiederholte Anträge auf Schiedsverfahren und fried li'ch e Regelung g e st e l l t hat, hat Italien seine seit August 1934 begonnenen Truppen- und Kriegsmaterialsendungen und die Verstärkung seiner kriegerischen Vorbereitungen weiter fortgesetzt. während der ganzen Dauer des vor dem Rat anhängigen Verfahren, und hat alle Vor- schläqe einer friedlichen Lösung ab- gelehnt. Es beginnt heute mit der Ausführung seiner offen angekündigten Drohungen auf Eroberung des abgerufteten Abessinien. Trotz des klaren und brutalen italienischen Angriffs, der Abessinien zwingt, sein Gebiet gegen den Angr elfer zu verleid ig en, erneuert die kaiserliche Regierung hiermit ihren festen Willen zur Zusammenarbeit mit dem Völkerbundsrat im Rahmen des Dölkerbundspaktes. Herouy. Der italienische Staatssekretär telegraphierte an das Völkerbundssekretariat: „Ich habe die Ehre, mich auf das Telegramm der abessinischen Regierung an den Völkerbund vom 2. Oktober zu beziehen. Rach diesem Telegramm hätten die italienischen Truppen an diesem Tage südlich des Berges Mussa im Sultanat Aoussa die G r e n z e ü bersch r i t t e n. Die italienische Regierung hat die Ehre, diesbezüglich mitzuteilen, daß abgesehen von der Tatsache, daß in dem angegebenen Gebiet d i e Grenze zwischen Eritrea und dem Sultanat von Aoussa noch nicht fest gestellt ist, keine militärische Bewegung italienischer Truppenteile in dieser Gegend stattgefunden hat. Die Nachricht ist also gänzlich unbegründet. Suvich." Wiinschi Mussolini weitere Verhandlungen? Eine Botschaft des Duce an Hoare und Laval. London, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" veröffentlicht einen ausführlichen Bericht über die Unterredung zwischen dem englischen Außenminister Sir Samuel Hoare und dem italienischen Botschafter Gran di. Grandi übermittelte dem englischen Außenminister eine sehr herzliche Botschaft Mussolinis, die mit der gleichzeitig dem französischen Ministerpräsidenten Laval überreichten Mitteilung gleichlautend ist. Mussolini erklärt, daß die jetzt von den Italienern ergriffenen Maßnahmen in keiner Weise seinen Beschluß änderten, wenn irgend möglich in voller Uebereinstimmung mit der englischen und der französischen Regierung einen Schritt zu vermeiden, der zur Ausdeh- nungbes Streitfalles führen könnte. Wenn es von ihm abhänge, würde der Streit örtlich begrenzt werden, und es würde verhindert werden, daß sich ein Kolonialkrieg zu einem allgemeinen Krieg entwickelt. Nach Ansicht Mussolinis würde die Dauer der Feindseligkeiten verkürzt werden, wenn an Stelle der gegenwärtigen Spannung im Mittelmeer eine ehrliche Zusammenarbeit im Interesse einer endgültigen Regelung treten würde» Alle betroffenen Parteien könnten zu diesem wünschenswerten Ziel beitragen durch eine gleichzeitige und entsprechende Aufhebung der Vorsichtsmaßnahmen, die zur Begegnung einer Gefahr ergriffen worden seien, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sei. Mussolini sei sich seiner Verantwortung für die Verteidigung der hauptsächlichsten italienischen Interessen bewußt, er habe aber gleicher Weise den Wunsch, die Zusammenarbeit zwischen den Nationen aufrechtzuerhalten, die die Bedingung fester und friedlicher Zustände in Europa sei. Aus diesem Grunde wolle er s i ch nicht von den internationalen Besprechungen in Genf zurückziehen, obwohl er nicht der Ansicht sein könne, daß Italien bis jetzt in Genf gerecht behandelt worden sei. Italien würde zu diesen Besprechungen in einem Geist der Zusammenarbeit beitragen, falls es nicht durch die Stellungnahme anderer Völkerbundsmitglieder gezwungen werde, sich von Genf zurückzuziehen. Die jetzt in Afrika eröffneten militärischen Maßnahmen schließen nach Ansicht Mussolinis nicht die Tür zu einer friedlichen Erorte- rung mit der englischen und der französischen Regierung. Diese Erörterung würde das Ziel haben, eine Verständigung herbeizufühkren, die sowohl die gerechten Forderungen Italiens befriedigte, als auch eine friedliche Regelung des gegenwärtigen Streites erzielen würde, wobei die In t e r e f f e n aller betroffenen Parteien angemessen berücksichtigt werden sollen. Verhandlungen, die die Herstellung normaler Beziehungen bezwecken, werde man in Rom begrüßen. Frankreichs Marschroute in Gens. Ausschließlich »wirtschaftliche Oruckmaßnahmen", zeitlich und sachlich gestaffelt, sobald der Angreiferstaat festgestellt ist. Deutschland war die erste überraschend schnelle und wendige Folgerung der neuen Lage. Von den Ruhepolstern der Fnedensvertrage blieb noch der Völkerbund mit seiner paragraphenreichen Versicherung gegen den Krieg. In keinem Lande war der Glaube an ihn so tief, allgemein und ehrlich wie in England. Wir haben schon gesagt, warum: aber es war auch viel Frömmigkeit und Ideal dabei. Der Völkerbund funktionierte schlecht und kompromittierte sich, wo er konnte. Das sah man auch in England. Dinge wie Oberschlesien, Ruhrbesetzung, Memel, die Auslieferung Chinas und anderes waren nicht nach feinem Geschmack, und die Direktion des Bundes und der europäischen Politik durch Frankreich reizte die Nerven des letzten englischen Außenministers alten Schlages, des Lord Curzon, oft genua bis zum Zerreißen. Aber das Bedürfnis nach Ruhe, die Rücksicht auf den in vielen Dingen geradezu psychopathischen Kriegsfreund Frankreich, wohl auch die geheime Furcht vor seiner Gewalttätigkeit, blieben vorwiegend. Auch innere Strukturwandlungen der englischen Politik, die lange Herrschaft der Arbeiterpartei, die Qualität der neuen Staatsmänner, trugen dazu bei, daß England das halbe Menschenalter nach dem Kriege die Führung an Frankreich verlor, dieser neuen, noch mehr gefährlichen als beschämenden Tatsache mit fatalistischer Ergebenheit zusah und verwundert zuhörte, daß man überall in der Welt vom Nieder- gang der englischen Weltmacht sprach und es gelegentlich auch fühlen ließ. Dann kam die abessinische Frage Die Hochrüstung Italiens hatte man in England als die notwendige Maskerade eines nicht unsympathischen Diktators angesehen, jedenfalls nicht als bedrohlich empfunden, zumal sie Frankreich m Bescheidenheit halten konnte, ehe sich die beiden im Januar dieses Jahres überraschend gefunden hatten. Als das Ausmaß der italienischen Pläne in Afrika sichtbar wurde, wachte England auf. Was es noch im Frühlicht des neuen Tages, aber schon in festen Umrissen vor sich sah, war nicht sehr erhebend: hochgerüstete Mächte, die, wenn sie sich zusammenfanden, dem zwar wieder leidlich wohlhabend gewordenen, aber schlecht mit Waffen versehenen England ihren Willen auszwingen und es langsam ohne Krieg und Gewalt von der stolzen Höhe seiner Weltmachtstellung herunterholen konnten. Die Erkenntnis ist bitter, aber sie kommt nicht zu spät. Noch ist England eine gewaltige Macht. Wer mit ihm geht, dem kann nicht viel geschehen;' seine Feindschaft schließt ein großes Risiko ein. Diese Entscheidung hat Frankreich zu treffen oder hatte zu treffen, wenn man richtig sieht, daß die erprobte Macht Englands in Paris stärker wog, als die unerprobte Italiens Der Völkerbund ist nur der von England gewählte Kampfplatz, auf dem diese Entscheidung von geschichtlicher Tragweite ausgefochten wird. Es wäre falsch, anzunehmen, daß m die neue Periode der englischen Politik nichts von der alten übernommen wird und daß sie einen vollständigen Umbruch darstellt. Dies wäre wahrscheinlich nur bann, wenn sich der Völkerbund m der abessinischen Frage der englischen Politik versagen und damit von selbst als Hiljsorgan jeder Politik ausschalten würde. Aber seine Führung wird in di e Hande Englands übergehen, das entschlossen ist nicht mehr in die Träumerei der Nachkriegszeit zurückzufallen. Durch die englische Politik geht em Ruck, der sich zunächst in schneller Verstör- kung der Rüstung ausdrücken wird. Der deutsche Gedanke, daß Abrüstung nur unter Starken möglich ist, ist England ungeahnt schnell aufgegangen. Es wird die beiden Fortschritte, die nach seiner Meinung und nach seinen Bedürfnigen der Weltkrieg zurückgelassen hat, die Abrüstung und den Völkerbund, nicht aufgeben, aber es wird sie nach seinem Willen zu gestalten suchen und seine Vorleistungen zurücknehmen. Nicht nur Mussolini, sondern die ganze Welt steht vor dem englischen Anspruch und Willen zur Führung. Allerdings mit sehr verschiedenen Empfindungen und Aussichten. Der ttalienMe Feldzugsplan. L o n b o n, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) llöie „T i - mes" meldet, erfolgt der italienische Vormarsch m Abessinien auf Grund eines seit Wochen oufge ft eilten Planes, dessen provisorische Daten den militärischen Geheimdiensten Europas bekannt gewesen seien. Dadurch werde die amtliche italienische Note an den Völkerbund, wonach der Vormarsch auf Grund der Herausforderung durch die abessinische Mobilmachung erforderlich geworden sei, beeinträchtigt. Das Vorrücken der italienischen Truppen an die Grenze sei auf den 1. und 2. Oktober, eine Rekognoszierung auf den 3. Oktober, und die Besetzung neuer Stellungen durch die Hauptkolonnen auf den 4. Oktober festgesetzt gewesen. Der italienische Feldzug werde sich voraussichtlich in Form von zwei strategischen Flankenbewegungen von Norden und Süden gegen Addis Abeba mit einer mittleren „Sicherungstruppe" (Holding Force) entwickeln. Die letztere würde aus den nördlichen und südlichen Armeen durch Verbindung an den seewärts gelegenen Flanken außerhalb der Grenzen von Britisch- und Französisch-Somaliland gebildet werden. Dieses Zentrum sei als Sicherungstruppe für die Eisenbahnlinie und gegen die zentrale Verteidigung der Hauptstadt gedacht, deren Außenkreis in Äwash, etwa 160 Kilometer östlich von Addis Abeba liege. Die Haupt- truppen sollten im Norden den Angriff vorwärts tragen, im Süden dagegen verzögernde Bewegungen machen, um diesen nördlichen Angriff zu erleichtern. Sollte der Angriff im Norden aufgehalten werden, so würden die süd- lichen Kolonnen energischer vorgehen, um die Hauptstadt zu bedrohen und so den Druck im Nor- den zu erleichtern. Beide Knegspartelen depeschieren an den Völkerbund. Genf, 4. Okt. (DNB.) Der abessinische Außenminister hat folgendes Telegramm an den Völkerbundsrat gesandt: Die abessinische Regierung nimmt davon Kenntnis, daß Italien seine Verantwortlichkeit für den Einfall in die Provinz Agame und die Bombardierung zweier offener Städte z u - gibt, wobei Kinder und Frauen getötet und das Spital mit dem deutlich sichtbaren Zeichen des Roten Kreuzes zerstört wurden, in dem die Handlungen als für die Verteidigung notwendige Maßnahmen bezeichnet wurden und der Rückzug der abessinischen Truppen um 30 Kilometer hinter die Grenze als strategische Bewegung ausgelegt wird. Paris, 4. Okt. (DNB.) Der französische Ministerrat hat bis 18 Uhr gedauert. Der Ministerrat hat sich, wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, für die Durchführung des Artikels 16 der Dolkerbundsfatzungen ausgesprochen, der Maßnahmen für den Fall eines Angriffes gegen ein Völkerbundsmitglied vorsieht. Laval hat dem Ministerrat einen vollständigen Bericht über die Lage gegeben, die durch die Eröffnung der Feindseligkeiten zwischen Italien und Abessinien geschaffen' worden ist. Er hat weiter seine Leitgedanken entwickelt, denen er am Samstag in Gens zu folgen gedenkt, wo nach Pariser Auffassung der Völkerbundsrat nunmehr den Artikel 16 in A n - Wendung bringen wird. Die Regierung hat die Absichten Lavals einmütig gebilligt zum einen, um die Achtung vor dem Völkerbund s p a k t sicherzustellen, der, wie man erneut in Paris betonte, die Grundlage der französischen Politik bleibt, zum anderen, um die Belange Frankreichs zu verteidigen, die sich nach Lavals Aufruf an das Land mit der Sache des Friedens decken. Man erwartet daher, daß Laval in Genf feine Bemühungen zur Mäßigung und Aussöhnung fortsetzen oird. Der minifterrat befand sich mit Laval in Heber- einffimmung, daß jeder Gedanke an militärische Sühnemahnahmen gegen den Angreifer zurückgewiesen wird. TUan glaubt, daß diese Ansicht von allen in Genf vertretenen Ländern geteilt wird, besonders von England. Laval hat weiter die Art der „wirtschaftlichen Druckmaßnahmen" zur Kenntnis gegeben, die er zu unterschreiben bereit ist, und die automatisch gegen den Angreifer st aal a u s g e l ö ff werden, sobald der Völkerbundsrat den Angreifer bezeichnet haben wird. Diese wirtschaftlichen Sühnemahnahmen gehen von der Kreditverweigerung bis zum Verbot der Waffenausfuhr und der Ausfuhr solcher Rohstoffe, die für die Kriegsindustrie notwendig sind. Sie gehen fogar bis zum Verbot von Käufen in dem Land, das als für den Streitfall verantwortlich bezeichnet werden wird; fchliehen jedoch die Möglichkeit der Blockade aus, die als m i l i t ä r i f ch e Maßnahme bezeichnet wird. Der Mechanis- mus dieser Maßnahmen wird zeitlich und sachlich gestaffelt. Frankreich wird also sich keiner Verplich- t u n g entziehen, die sich aus den Volkerbunds- satzungen ergeben. Aber es will auch nicht auf feine versöhnende Rolle verzichten, die es von Beginn des Streitfalles an übernommen hat. Frankreich wird feine Bemühungen darauf richten, eine Ausdehnung des Streitfalles zu verhindern, und es wird zu erreichen versuchen, daß der Friede sobald wie möglich wieder hergestellt wird. Im Ministerrat ist weiter die Antwort der französischen Regierung auf d i e englische Anfragewegen d er Haltung Frankreichs im Falle eines Streitfalles im Mittelmeer ohne Abänderung angenommen werden. Der Wortlaut der Antwort deckt sich mit den bereits bekanntgewordenen Hinweisen. Ebenso wie die Anfrage ist auch die Antwort allgemein gehalten. Sie zielt darauf ab, die von England geforderte Zusammenarbeit zur See a u f alle militärischen Gebiete z u erweitern, zu Wasser, zu Lande und in der Lust. Ein Aufruf Lavals an das französische Volk. Paris, 4. Okt. (DNB.) Ministerpräsident und Außenminister Laval hat am Freitagabend folgenden Aufruf an das französische Volk erlassen: „Indem ich den Ministerrat verlasse und kurz vor meiner Abreise nach Genf stehe, ist das Vertrauen, das meine Kolleg en mir einmütig ausgesprochen haben, für mich eine Ermunterung. Die Tätigkeit, die ich während der letzten Wochen vor dem Völkerbund unter der nützlichen und herzliches Wirkung der gesamten französischen Abordnung verfolgt habe, hat eine voll» ständige Biligung erfahren. Ich über- nehme die Verantwortung, die mir zufällt und über deren Schwere ich mir Rechenschaft gebe, in der klaren Erkenntnis der Belange meines Landes, die sich mit b e r Sache des Friedens in Uebereinstimmung befinden. Ich habe unter den gegenwärtigen Umständen das Recht, an alle Franzosen zu appellieren. Die inneren Meinungsverschiedenheiten müssen sich beschwichtigen, die parteipolitischen Leidenschaften müssen schweigen, die Auseinandersetzungen unter Bürgern des gleichen Landes müssen aufhören. Dem Beispiel der Regierung folgend muß das ganze Land den Beweis derEinig- feit, der Ruhe und der Kaltblütigkeit bieten. Wenn es sich um unsere innere Politik handelt, sind alle Auseinandersetzungen berechtigt, sie müssen aufhören, wenn es die höheren Belange des Landes erfordern. Ich werde morgen in Genf nicht eine politische Partei, sondern ganz Frankreich vertreten. Je stärker die Einigkeit des Landes ist, um so größer wird meine Autorität sein." Die Sanktionen. London, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, wenn die Vollversammlung am kommenden Dienstag oder Mittwoch zusammentrete, werde sie voraussichtlich direkt auf den Kern der Sache gehen, und Italien in bestimmter Form zum Angreifer erklären. Dann werde der Völkerbund zum erstenmal aufgefordert, zu erwägen, welche Sühnemaßnahmen von den Mitgliedsstaaten ergriffen werden können, um den Krieg in Abessinien so schnell wie möglich zu beenden. Eden teilte dem französischen Ministerpräsidenten Laval am Donnerstagabend mit, daß die Sühnemaßnahmen nach Ansicht der britischen Regierung „in eindrucksvollem Ausmaß" aufgestellt werden sollen. Man erkenne zwar, daß keine Form der wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen sofortige Ergebnisse zeitigen könne; aber England sei der Ansicht, daß geringfügige Scyri11e, die den Verlauf der Feindseligkeiten nicht wirksam beeinflussen, zwecklos wären. „Time s" meint, man wisse wohl, daß ein kollektives Vorgehen zunächst wirtschaftlicher und finanzieller Natur sein werde. Aber das bedeute nickt, daß es unwirksam wäre, und noch weniger, daß seine Unwirksamkeit bereits der Gegen st and einer st illschweigendenVereinba rung zwischen Italien und anderen Völkerbundsmächten sei. Die britische Abordnung werde vor dem Völkerbundsrat und später vor die Vollversammlung mit Vorschlägen für verschiedene und beträchtliche Maßnahmen sowohl aktiver wie passiver Natur auf wirtschaftlichem Gebiete treten. England wird ausschließlich als VölkerbundS-WWed handeln. Baldwin über die Notwendigkeit britischer Rüstungen. London, 4. Oktober (DNB.) Ministerpräsident Baldwin hielt nach dem Abschluß der Jahres- tagung der Konservativen Partei auf einer Massen- Versammlung in Bournemouth eine Rede. Baldwin sprach zunächst über die Gründe, die seiner Meinung nach zur Bildung des Völkerbundes geführt hätten. Er zweifle nicht, daß, wenn die ganze Welt dem Völkerbund beigetreten mare, Kriege heute verhindert werden konnten. Mehrere wichtige Mächte befänden sich außerhalb des Völkerbundes; dadurch werde die Aufgabe schwieriger. Aber wenn man diese Aufgabe jetzt verlasse, dann werde jede Gelegenheit verschwinden, die Nationen der Welt im Völkerbund zu vereinigen, was heute vielleicht noch möglich fei. Nach seiner Ansicht werde vielleicht die Zeit kommen, wo bie Ereignisse in Europa Rückwirkungen haben könnten, die im ganzen Britischen Reich verspürt werden würden. Nicht nur als Nation, sondern auch als Reich müsse England seine Rolle auf dem Festland spielen. Baldwin sprach dann über den italienisch-abessinischen Streitfall. Von Anfang an habe England lediglich in seiner Eigenschaft als Mitglied des Völkerbundes gesprochen und gehandelt. Niemals habe es irgendeine nationale Feindschaft zwischen England und Italien gegeben, und er hoffe, daß dieser Fall niemals eintreten werde. Die britische Regierung Habs niemals die Absicht gehabt, in diesem Streitfall allein vorzugehen. Wenn die Sicherheit am besten durch gemeinsame Beratung und gemeinsames Vorgehen erzielt werden könne, dann müsse die Verantwortung für jede Aktion ehrlich und aufrichtig von allen übernommen werden. Baldwin wandte sich dann gegen die Behauptung, daß England seine Ansichten Italien nicht schon seit Monaten mitgeteilt habe. England habe seit dem Weltkriege auf dem Gebiet der prak- tischen Abrüstung mehr ils irgendein anderes Land getan. Dieser Weg könne nicht mehr länger be- schritten werden. Die gesamte Perspektive auf dem Festlande habe sich in den letzten ein oder zwei Jahren durch die Wiederaufrüstung Deutschlands geändert. Er habe keinen Grund, an irgendwelche feindselige Absichten zu glauben. Er sehe nicht in Deutschland oder in irgendeinem anderen Lande notwendigerweise einen möglichen Feind. Er erhoffe eine Fortsetzung j en e r Freundschaft, die England nach dem Weltkriege so oft mit denjenigen habe schließen können, die kürzlich noch im Felde seine Feinde gewesen seien. Aber er könne nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, daß das Vorhandensein einer anderen großen Nation, die bewaffnet fei, das Bild Europas ändere. Vielleicht werde einmal der Tag kommen, an dem die Nationen, die ihre Völkerbundsver- pflichlungen erfüllen, die Satzungen mit Waffengewalt auf rechter halten müßen. Mit der ganzen Verantwortung, die auf ihm als dem Hauptberater der britischen Maje- stät falle, müffe er sich die Frage vorlegen, ob diese Verpflichtungen in jeder Hinsicht angenommen werden konnten, ohne daß d i e Mängel in der britischen Verteidigung wieder gulgemacht würden. Baldwin sprach hierauf von Diktaturen, die die Neigung zeigten, die Aufmerksamkeit von inneren Schwierigkeiten durch äußere Abenteuer abzu- lenken. Es liegt an uns, zu zeigen, daß ein großes Volk geeinigt und entschlossen ist, den Frieden der Welt durch kollektive Aktion zu bewahren und sich für diese Aufgabe bereitzumachen. Henry de Zouvenel f. Paris, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) Henry de I o u v e n e l ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Gegen Mitternacht sahen Polizeibeamte, wie ein Unbekannter auf dem Champs Elysees von einem Unwohlsein befallen wurde. Sie begleiteten ihn in einer Kraftdroschke ins nächste Kranken- Haus, wo der diensthabende Arzt nur noch den Tod fest st eil en konnte. Bei der Durchsicht der Ausweise entdeckte man, daß der Tote Henry de I o u d e n e l war. Jouvenel war früher Hauptschriftleiter des „Ma- tin" und wurde 1921 Senator. Von 1922 bis 1927 war er französischer Dölkerbundsvertreter und im November 1925 wurde- er zum Oberkommissar in Syrien ernannt. Nach dem Drusenaufstand trat er zurück. 1932 wurde er Botschafter in Rom, wo er bis zum Juli 1933 blieb. Seine Tätigkeit galt der französisch-italienischen Annäherung. Stimmenfälschung eines litauischen Auszählers. Memel, 4. Okt. (DNB.) Bei der Prüfung der Wahlumschläge ereignete sich ein Zwischenfall, der in Memel allergrößtes Aufsehen hervorgerufen hat. Zur Zählung und Nachprüfung der Stimmzettel sind von litauischer Seite 50 Studenten der litauischen Hochschule in Memel herangezogen worden, obgleich sich die Studentenschaft unter der Memeler Bevölkerung wegen mancherlei Krawalle schon mißliebig genug gemacht hat. Von drei bis vier Zu- schauern auf der Galerie wurde nun .beobachtet, wie einer der Zähler, der aus Südlitauen stammende Student Prapiestis, Stimmzettel 1 in einem schubladenähnlichen Fach an seinem Platz im Tisch f o geschickt verschwinden ließ, daß fein Gegenüber, ein bie Kontrolle ausübender Vertreter der Einheitsliste, nichts wahrnahm. Als der Vorsitzende der Wahlkreiskommission herbeige- rufen wurde, wurde das Schubfach untersucht, und man fand darin 56 Stimmzettel 1, sämtlich von Kandidaten der Einheitsliste bis auf zwei Stimmzettel litauischer Kandidaten, die der Student wohl in der Eile des Verschwindenlassens versehentlich mit den anderen Zetteln mit in das Schubfach hatte rutschen lassen. Der Student leugnete zunächst alles. Er wurde indessen verhaftet und yat ein Geständnis abgelegt. Er erklärte, aus eigenem Antrieb gehandelt zu haben. Der Wahlausschuß der Einheitsliste hat wegen dieses Vorfalles entschiedenen Protest bei der Wahlkreiskommission eingelegt. Das Zählen wurde am Freitagmorgen fortgesetzt. Beim Beginn des Zählens wurden alle Schubladen untersucht. Bei schlechter Verdauung Bullrich-Salz Gauletter Gireicher spricht in Berlin. Berlin, 5. Ott. (DNB.) Zum zweitenmal sprach Gauleiter Julius S t r e i ch e r am Freitag in Berlin. Die Judenfrage, so rief Streicher unter stürmischem Beifall aus, wird im Dritten Reich Stück für Stück auf gesetzlichem Wege gelöst. Wer sie in ihrem Kern und in ihrem ungeheuren Ernst erkannt hat, wird sich nicht zu einem lächerlichen Treiben hergeben. Wir schlagen keine Schaufenster ein und schlagen auch keine Juden nieder. Wir haben das gar nicht nötig. Wer sich für Einzelaktionen solcher Art hergibt, ist ein S t a a t s f e i n d , ein Provokateur oder gar ein Jude. Wenn man das Unglück der Welt beseitigen will, so fuhr der Redner fort, muß man es an der Wurzel ergreifen. Die Ursache des Unglücks in der Welt aber ist jenes Volk, das seit Jahrhunderten in allen Völkern sein Unwesen treibt. Wenn man weiß, so fuhr der Frankenführer fort, welche ungeheuren Schädigungen des Volksgutes durch Bastarde entstehen, dann begreift man, warum der Nationalsozialismus auf dem Reichsparteitag der Freiheit dasGefetzzumSchutze des deutschen Blutes und der deut- fchen Ehre geschaffen hat. Ist es nicht unser gutes Recht, die deutsche Frau zu schützen? Gerade damit beweisen wir die Kultur, die die Juden eben aus demselben Grunde uns unehrlicherweise absprechen. In 100 oder 200 Jahren wird das deutsche Volk ein neues Volk geworden sein, weil wir fremdes, schlechtes Blut von ihm ferngehalten haben. Streicher beendete seine Rede mit einem ausdrucksvollen Appell an die Treue und den Glauben des deutschen Arbeiters. Bei solchem Glauben, so sagte er, wird sich erfüllen, was der Nationalsozialismus dem deutschen Volke für die Zukunft verspricht. Wir glauben weiter an den Führer und an seine Bewegung. Streicher schloß mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer als dem Schöpfer des neuen deutschen Volkes. Beflaggung der Kirchenqebäude. Berlin, 4. Okt. (DNB.) Der R e i ch s m i nist e r d e s Innern hat int Einvernehmen mit dem Reichsmini st er für die kirchlichen Angelegenheiten auf Grund des Artikels 4 des Reichsflaggengesetzes vom 15. September 1935 folgendes bestimmt: Wenn gemäß meinem Erlaß über Anordnungen zur Beflaggung der Dienstgebäude vom 8. Juni 1935 (Reichsministerialblatt Seite 545) die öffentlichen Gebäude allgemein zu beflaggen sind, so sind auch die Kirchengebäude und kirchlichen Dienstgebäude allein mit der Reichs - und Nationalflagge zu beflaggen. Wollen die Kirchen aus anderem Anlaß flaggen, so können sie die K i r ch e n s a h n e n zeigen. Glückwunsch des Stabschefs der SA. an Minister Or. Goebbels. Berlin, 3, Okt. (DNB.) Stabschef Lutz- hat an Minister Dr. Goebbels anläßlich der Geburt des Stammhalters folgendes Telegramm geschickt: „Reichsminister Dr. Goebbels-Berlin. Lieber Joseph! Zum Stammhalter Deiner Gattin und Dir herzliche Glückwünsche und beste Wünsche für den jüngsten Hitler-Jungen. Dein Viktor." Personalveränderungen im Heer. Berlin, 4. Okt. (DNB.) Mit dem 1. Oktober sind befördert worden: Zum General der Infanterie: Generalleutnant L i st. Kommandierender General des 4. Armeekorps; zum General der Artillerie Generalleutnant Beck, Chef des Generalstabes des Heeres; zu Generalleutnanten: die Generalmajore von Niebel- schütz, Jnfanterieführer I, Feßmann, Kommandeur des Kraftfahrlehrstabes, und von Reichenau, Kommandierender General des 7. Armeekorps. Grohe Sevisenschiebungen in Gaioncki Die Aufdeckung von Devisenschiebüngen des jüdischen Bankiers Hefe kiel, der bereits am 1. Oktober verhaftet wurde, hat in Athen zu weite- ren Verhaftungen geführt. So wurden die jüdischen Wechsler Leon Russo und Ch. N a o u m verhaftet, weil sie ebenfalls große Devisenfchiebun- gen durchgeführt haben sollen. Es heißt, daß weitere Verhaftungen von Juden und griechischen Bankbeamten bevorstehen. Die Devisenschiebüngen wurden dadurch aufgedeckt, daß ein Amtsdiener des Hauptpostamtes in Saloniki die Briefe des Bankiers Hesekiel, die Devisen enthielten, öffnete und den Betrag für sich behielt. Der Amtsdiener hat auf diese Weise über 300000 Drachmen unterschlagen, damit seine drei Töchter ausgestattet und ein kleines Häuschen gekauft. Er verknuste auch einige unterschlagene Schecks an einen Krämer, die dann zufällig wieder in die Hände Hesekiels gelangten. Hesekiel verständigte sich daraufhin mit dem Amtsdiener und bot diesem 10 000 Drachmen und einen monatlichen Zuschuß von 2000 Drachmen an, wenn er in Zukunft seine Auslandspost ungeöffnet weitergehen ließe. Diese unvor- schriftsmähige Behandlung der Post wurde jedoch von den Behörden entdeckt, und die Devisensckiebun- gen kamen zutage. Der Bankier Hesekiel hat inzwischen ein Geständnis abgelegt, weigert sich aber noch, seine Mitschuldigen zu verraten. Die Untersuchung hat ergeben, daß er allein im Jahre 1935 Deorsenschiebunaen im Betrage von 1 0 0 0 0 0 englischen Pfund durchgesührt hat. Die Be- Hörden erklären, daß es sich um eine sehr ernste Angelegenheit handelt und daß Hesekiel vermutlich noch viele Mitschuldige hat. Außenministerium, dessen Chef, Außenminister Munch, häufig mit dem deutschen Minister von Richthofen über die deutsch-dänischen Probleme kon- feriert. Um diplomatische Vertretungen ist immer ein Schleier des Geheimnisvollen gewoben. Ein Blick in das Haus am Kastellvej in Kopenhagen legt das nüchterne Gleiswerk frei, durch dessen Hebeldruck die Verbindungen zwischen den Ländern in Funktion gehalten werden. Eine schwere und verantwortungs« volle, aber auch eine schöne Arbeit. Aus aller Wett. 2 Tote, 45 Verletzte bei einem Straßenbahnunglück in Stuttgart. In Stuttgart ereignete sich ein schweres Stra, ßenbahnunglück. Zwei Slraßenbahnwaged waren in einer abschüssigen Kurve aus den Schlei n e n gesprungen, fuhren dann etwa 28 Meter auf dem Pflaster weiter und stürzten nach weiteren vier Metern um. Eine noch unbekannte Passantin wurde von dem stürzenden Straßenbahnwagen erdrückt und war sofort t o t. Ein Mann wurde schwer verletzt und st a r b bald darauf im Krankenhaus. Bei vier weiteren Schwerverletzten scheint Lebensgefahr nicht zu bestehen. Insgesamt wurden etwa 45 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Der württembergische Innenminister Dr. Schmid weilte längere Zeit an der Unfallstelle. Fünf Todesopfer eines Grubenunglücks in Herne-Sodingen. Auf der Zeche „Mont Cenis" in Herne-Sodinaen hat sich in Der zweiten östlichen Abteilung zwischen der 5. und 6. Sohle eine örtliche Schlagwetterexplosion ereignet. Von den dort beschäftigten Bergarbeitern sind fünf Tote und fünf Verletzte geborgen. Die Bergbehörde unter Leitung des Berg- Hauptmannes in Dortmund ist eingefahren. Die bergpolizeiliche Untersuchung ist im Gange. Anläßlich des Grubenunglücks sandte die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau folgendes Telegramm an Reichsorganisationsleiter Dr. Ley: „Zeche Mont Cenis 1/3 Herne-Sodingen ereignete sich heute 5.20 Uhr eine schwere Schlagwetterexplosion. Bisher fünf Tote und fünf Verletzte geborgen. Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pg. Padberg und Gau- walter Pg. Stein weilen an Unfallstelle und leiten Bergungsarbeiten." Wetterbericht des Reichswetterdsenstes. Ausgabeort Frankfurt. Die gestern in einem Warmluftstrom durch Sonnenstrahlung über Deutschland erreichte Wärme betrug im Westen bis 25 Grad Celsius im Schatten. Sie lag beträchtlich über dem jahreszeitlichen Durchschnitt und löste bei der gegebenen Druckverteilung einen Vorstoß kühlerer Meeresluft aus. Ihr Eindringen brachte auch bei uns in der Nacht zum Samstag unter heftigem Druckanstieg verbreiteten Regen. Mit dieser Entwicklung ist wieder größere Lebhaftigkeit in die Gesamtwetterlage gekommen, wobei für uns zunehmende Witterungsbesserung erwartet werden kann. Aussichten für Sonntag: Teilweise Dunst- und Nebelbildung, sehr häufig aufheiternd und nur noch vereinzeltes Auftreten von Niederschlägen, bei westlichen Winden vor allem nachts wieder frischer. Lufttemperaturen am 4. Oktober: mittags 19,3 Grad Celsius, abends 13,9 Grad; am 5. Dtober: morgens 11,7 Grad. Maximum 19,3 Grad, Minimum 10,8 Orab, — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Oktober: abends 13,8 Grad. Snfeln des Deutschtums. IX. Der Schutzengel der Ausländsdeutschen. Don unserem B.-Korrespondenien. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kopenhagen, Mitte September 1935. Fremde Sprachen, fremde Gewohnheiten, fremde Menschen — auch der keckste Großstädter, der sich „in der Welt umsehen will", wird bald kleinlaut und bescheiden, wenn er, die freundliche Pforte der deutschen Heimat verlassend, an die Mauern des Fremden stößt. Es läßt sich nicht beschreiben, dieses seltsame Gefühl, das nicht direkt Heimweh zu sein braucht, aber das sich einstellt, wenn in der Fremde Bilder aus Deutschland und der Heimatstadt auftau- chen. Und wenn plötzlich deutsch gesprochen wird! Die Oase alles Deutschen in der Fremde ist die diplomatische Vertretung, die Botschaft oder die Gesandtschaft. Und es ist schön zu sehen, wie zum Beispiel hier in Kopenhagen das Diplomatisch-Geheimnisvolle durchaus hinter dem Menschlichen zurücktritt. Deutsche Ballonfahrer sind unfreiwillig im Oere- sund „gelandet", stehen mit ihrer Ballonhülle und nassen Füßen hilflos zwischen neugierigen Ausländern — d i e deutsche Gesandtschaft hilft. Wanderburschen haben ihre Kräfte und die Dehnbarkeit ihres Zehrgeldes überschätzt — bi e beut» s ch e Gesanbtschaft springt für fielet n. Ein dänischer Auslanbsbeutscher windet sich zwischen gutgemeinten, aber peinigenden Maßnahmen der fremben Behörben — b i e beutsche Gesanbtschaft hilft. Der Schutzengel ber Heimat schwebt herbei, und schon die ersten freundlichen Worte, auf deutsch gesprochen, entwirren manchmal den Knäuel der Mißverständnisse. Dabei ist natürlich die Persönlichkeit der Beamten, die so zu wirken haben, von außerordentlicher Bedeutung. Eine Absage, freundlich und „diplomatisch" gegeben, kann manchmal ein Lächeln auf das Gesicht des Betroffenen zaubern, während ein ungeschickt formuliertes Entgegenkommen Verstimmung hervorruft. In dieser Beziehung ist die große deutsche Kolonie in Kopenhagen gut daran. An der Spitze ber Gesanbtschaft steht seit fünf Jahren Freiherr Herbert von Richthofen, ein Mann, ber mit großem Geschick unb Takt, unterstützt von seiner gesellschaftlich erfahrenen unb gewanbten Gattin, um bie Pflege der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern bemüht ist. Die Situation ist ja hier in Dänemark besonders schwierig. Sind einerseits die Dänen — wie die Skandinavier überhaupt — an Deutschland und allem Deutschen sehr interessiert, so befremdet sie andererseits oft der innerpolitische Unterschied zwischen den Völkern. Daß diese natürlichen Differenzen kein Anlaß zu Verstimmungen zu sein brauchen, hat ber Führer unb Reichskanzler beutlich genug zum Ausbruck gebracht, unb biefe offenen Worte finb erfreulicherweise hier auf fruchtbaren Boben gefallen. Immerhin bleiben ja genug „Störungsquellen", bie mit größter Zurückhaltung unb Geschicklichkeit überrounben werben müssen. Ein besonberes Kapitel ber beutsch-bänischen Beziehungen ist ber Hanbel. Die Gesanbtschaft unterhält eine große Wirtschafts- unb Hanbelsabtec- lung, bie unter ber Leitung eines ausgezeichneten Kenners ber Materie, Dr. Krüger, gleichzeitig beutfcher Konsul in Kopenhagen, steht. Hier werben alle Strömungen unb Abweichungen in bem beutsch- bänischen Wirtschaftsaustausch beobachtet unb aus- geroertet. Täglich gehen zahlreiche Anfragen unb Bitten um Entscheide aus Deutschland ein, Valutabewilligungen sollen besorgt, Forderungen sollen eingetrieben, die Fragen der Doppelbesteuerung geklärt, Beurkundungen vorgenommen und unzählige andere wichtige Arbeiten durchgeführt werden, von deren verantwortungsvoller und gewissenhafter Erledigung oft Erhaltung ober Verlust großer Werte abhängen. Der enge Kontakt zwischen Gesanbtschaft unb Kolonie erforbert viele Bemühungen um Ernstfälle unb um gemeinsame Veranstaltungen Des Deutschtums im Auslanb. In bem Ortsgruppen- vvrsitzenben ber NSDAP., Rittmeister a. D. Schäfer, ber gleichzeitig ber Deutschen Kolonie versteht, ist ein hervorragenber Mittelsmann gesunben, ber mit bem richtigen Verstänbnis bie kleinen unb bie großen Sorgen ber Auslanbsbeutschen abwägt, unb ber auch mit ber richtigen Energie für bie ein» heitliche Marschlinie sorgt. Die Personenfrage ist in Kopenhagen in glücklichster Weise gelöst, bas läßt sich z.B. auch von ber Vereinigung bes Deutschen Presse- k l u b s sagen, in bem bie Korresponbenten ber großen beutschen Blätter unter ber besonnenen Leitung bes Prasibenten Hermann Kiy zusammengeschlossen sinb. Schließlich — bas Wichtigste zuletzt — unterhält bie Gesanbtschaft als offizielle Vertretung bes Deut- scheu Reiches enge Derbinbung mit bem bänischen WIR BRINGEN DIE NEUEN GERÄTE Vier ganz neue Geräte von RM 184.- bis RM 380.- bringt BLAUPUNKT-RADIO dem fortschrittlichen Hörer. Jedes für sich dos auserwählte einer Klassel - Verlangen Sie ie neue bunte Preisliste I IDEAL WERKE A. G. BlN.-HOHSNSCHÜNHAUStN SUPER^UU, 4 W 65 UM 332. Kupferkessel fabrizieren als Spezialität mmd Wilhelm Zimmer 6. m.b.H. Abteilung Kupferschmiede Bahnhofstraße 12 - Gießen - Telefon 2072 Für Wiederverkünfer besondere Preise! I--------------------------------------------------'-------------------------------------------1 Deutsche Traube, deutscher Wem sind -es Lebens Sonnenschein iliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiHnmiiiiu In den Geschäften sind folgende Weine zu haben: 1934 er Ahobter Rosengarten.. Mk. 0.70 1934 er Hambacher, natur.... 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Unter diesen Umständen war es angezeigt, die Polizei um Hilfe gegen den unredlichen . „Geschäftsmann" zu bitten. verstorbenen Generalfeldmarschalls Hindenburg ge- macht: bei Roosevelt schlug die Rute aus, bei Hindenburg rührte sie sich nicht. — Im übrigen hat m der südafrikanischen Union in der letzten Zeit eine ungewöhnlich starke Hitze geherrscht. „Revolver sind in der Garderobe abzugeben." (ur) Mexiko City. In den letzten Monaten hat man im mexikanischen Parlament mehrfach dadurch Aerger gehabt, daß irgend jemand seine gegenteilige Meinung mit Hilfe einiger Revolverschüsse bekräftigen wollte. Der unangenehme Widerhall, der diese Schüsse in der ganzen Welt begleitete, hat das mexikanische Parlament bewogen, nunmehr eine Neuregelung zu treffen, die jedenfalls neuartig für Mexiko ist: Jeder, der an einer Sitzung im Parlament teil- nehmen will, muß vorher seinen Revolver in der Garderobe abgeben. Für die Besuchergalerien werden besondere Untersuchungsposten aufgestellt. Aber auch den Parlamentariern will man hinter die verborgenen Revolver kommen. Man' plant nämlich den Einbau eines Magnetographen, der mit Hilfe von unsichtbaren Strahlen das Vorhandensein einer jeden größeren Metallansammlung in der Tasche eines Menschen unweigerlich anzeigt. Da bislang die Revolver noch immer aus Metall hergestellt werden, dürfte man auf diese Weise wirklich den Pistolen auch in den verborgensten Geheimtaschen auf die Spur kommen. Man wird also im Parlament von Mexiko City in Zukunft nur noch mit Worten kämpfen können. Die romantischen Zeiten werden mitsamt dem Revolver in der Garderobe abgegeben... Welches sind die höchsten Städte der Erde? (h. k.) La Paz (Bolivien). Ihr Alten - wir Jungen! Von Hans Ialk, Gebietsführung Heffen-Aaffau. Wo sich der Widerstand der Jugend erhebt — gestern, heute und morgen —, da geschieht es meist weniger aus Verstandesgründen als vielmehr aus Gehorsam gegenüber der unverfälschten Stimme unseres Blutes, die das ewiae Gewissen der Nation ist. Es gab Zeiten und Mächte, die diese Stimme ersticken wollten — aber sie würde nur sterben mit dem letzten Menschen deutschen Blutes auf dieser Erde! Wenn diese neue Jugend vielleicht stolzer und aufrechter ist, als irgendeine andere, dann hat sie sich mit dem Opfer von 21 Kameraden dieses Recht erworben und erwirbt es sich täglich neu mit selbstlosem Einsatz. Keiner von ihnen bann lest auch bitte weiter! sind überhaupt die „Alten" und Ich möchte hier sofort einen weit- Verleumdern ausgestreuten Jrr- Lhasa, der Hauptstadt von Tibet, gehalten, Ne 3549 Meter hoch liegt. k Um nach La Paz zu kommen, gibt es drei Mog- lichketten. Entweder man kommt über Chile. Hier muß die Eisenbahn 4200 Meter emporklettern. Oder man kommt von Buenos Aires. Hier muß man mit drei bis vier Tagen langweiligster Fahrt rechnen. Die dritte Route aber kommt von Peru. Diese Bahn muß 4500 Meter Höhe überwinden und fährt am höchsten See der Welt, dem Titicaca-See, vorbei. Wegen dieser außerordentlichen Höhe sind die meisten Waggons, vor allem aber die Speisewagen, mit Sauerstoffbehältern ausgerüstet. Der Sauerstoff wird hier genau so bei Tisch herumge» reicht wie etwa Del und Essig. Er ist vor allem für jene Personen bestimmt, die bet 4500 Meter Hohe luftkrank werden. . . -Südamerika hat auch sonst noch einige Städte mit erheblicher Höhenlage. So liegt Quito 2800 Meter hoch, Bogota „nur" 2570 Meter. — In Europa hält Madrid mit 645 Metern den Rekord und wird nur von Bern mit 555 Metern nahezu erreicht. Berlin liegt 48 Meter hoch, P a r i s 30 Meter und L o n d o n 45 Meter. Athen und Kopenhagen liegen genau auf Meereshöhe. Aber das nur nebenbei und um den Anspruch der bolivianischen Hauptstädter zu begründen. Es hat 44 geschlagen! BLD. London. Eine Turmuhr verursachte kürzlich in einem Londoner Stadtteil beträchtliches Aufsehen. Der riesigen Uhr auf dem Turm der Bakerstreet fiel es eine» Nachmittags ein, statt vier vierundvierzig zu schla- gen. Die Passanten blieben auf der Straße stehen, die Fenster öffneten sich, und alles sah erstaunt und kopfschüttelnd nach der Uhr. Eine Stunde später schlug es vom Turm statt fünf zweiundzwanzig. Jetzt entstand vor dem Uhrturm bereits ein Aufkauf, und man begann auf den nächsten Glockenschlag zu wetten. Um sechs Uhr verloren viele Leute ihr Geld, denn sie hatten darauf gesetzt, daß die Uhr immer weniger schlagen werde. Es schlug aber einundfünfzig. Das Wettfieber stieg, und gegen sieben Uhr wurde es nahezu dramatisch. Die Menschenmenge hatte sich in zwei ziemlich gleich große Lager geteilt, von denen das eine wettete, ' die Uhr werde mehr als fünfzig, das andere, sie , werde weniger als fünfzig schlagen. Die „Pessimisten" behielten Recht, denn um sieben Uhr, als alle aufgeregt die Ohren spitzten, blieb es ganz still. . Der Uhr war die Puste ausgegangen... so gewaltigen weltgeschichtlichen Umbruch wie wir. Im Kriege rächten sich an uns die Sunden einer tausendjährigen Zersplitterung deutscher Kraft. Wir vu.v; Generation alles wieder gutmachen und gleichzeitig dem Führer helfen, die Grundlagen zu schaffen für aber tausend Jahre einer deutschen Zukunft der Größe, der Kraft und der Herrlichkeit. Wer fragt jetzt noch, wer alt, wer jung ist? Hur die Tat entscheidet. Unsere Fahne reißt alle vorwärts, die jungen Herzens sind, damit Deutschland ewig sei durch Deutschlands ewige Jugend! wir nicht der Zahl der Jahre nach! Es ist keineswegs so, daß der Mensch von dreißig ' Jahren ab zu den „Kalkgreisen" oder „Spitzklickern" gerechnet wird! Die Hitlerjugend kennt Männer, die 70 oder 80 Jahre alt sind und die ihr geradezu als die Verkörperung eines höheren Begriffs von Jugend erscheinen. Denkt an den alten General Litzmann! Was zählen Jahre, wenn Herz und Geist jung bleiben! Wir kennen auf der anderen Seite 20jährige Gummikavaliere, Asphaltpflanzen, die trotz ihrer jugendlichen Jahre schon mehr als Greise, nämlich innerlich tot sind! Darum bekennen wir: „Jugend ist eine Haltung!" Und es gibt gerade unter den älteren Generationen so unendlich viele, die durchaus jung geblieben sind — nur haben sie nicht den Mut, sich zu ihrer Jugend zu bekennen, weil das „in unseren Kreisen nicht üblich ist." Hand aufs Herz: welcher Geheimrat hat noch nicht in der Badewanne mit dem Thermometer „Schiffchen gespielt" oder heimlich auf dem Flur den Roller seines Jungen ausprobiert? "Mehr Mut zum Jungsein, ihr lieben „Alten". Gewiß, es ist heute schwer, weil das ganze gesellschaftliche Leben noch in die alten erstarrten Formen gepreßt ist. Fiele es Ihnen als erwachsenem Manne morgen ein, auf der Straße ein Stück zu laufen — nur mal so aus Freude an der Bewegung: ein Weltall würde Ihnen das tiefste Interesse widmen! Jedenfalls würde in dem Maße, in dem die „Alten" jünger werden, der „berühmte" Gegensatz zwischen den Generationen verschwinden. Wir kommen den Alten dabei sogar entgegen, indem wir — älter werden. Dieser Generationsgegensatz wurde gerade vor zwei Jahren dadurch verstärkt, daß man uns vorwarf, die HI. habe überhaupt keine Ehrfurcht und keine Achtung vor in Arbeit und Ehre ergrauten Köpfen. Nur eine Frage: Halten Sie es für möglich, daß ein Pimpf etwa an einem 80jährigen, verschafften Bauern vorüber ginge, ohne zu grüßen oder ohne das Gefühl einer tiefen Ehrfurcht? Pimpfe haben ein feines Gefühl für wahren Manneswert! Anderseits kann sich eine Kampfjugend nichts von Männern sagen lassen, die vielleicht auch graue Häupter haben — aber nur darum, weil sie vergessen hatten, sich begraben zu lassen. Wer von 1918 bis 1933 geschwiegen hat,'zu jedem Unheil geschwiegen, der sollte dann auch nach dem 3 0. Januar 33 schweigen! Das ist eine Selbstverständlichkeit, die von der Jugend um so schärfer vertreten werden kann, als sie das Glück hat, kompromißlos ihrer Weltanschauung leben zu dürfen. fühlt sich als einer der „kommenden Führer Deutschlands", aber alle wissen, das sie das kommende Deutschland des Führers sind! _ , Unsere junge Generation muß andere Maßstäbe an sich selbst legen als ihre Eltern und Voreltern. Niemals lebte eine Generation in einem Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Einer sucht seine Mutter. (R.W.) Tokio. Hier wurde kürzlich folgender Aufruf veröffent- licht: „Junger chinesischer Archäologe aus Tientsin namens Li Shiao-mu bittet alle Behörden m Japan, ihn bei der Suche nach seiner Mutter, die er seit 27 Jahren nicht gesehen hat, zu Unterstützern Vor 33 Jahren heiratete der damalige chinesische Gesandte in Tokio, Li Sheng-tse, eine Japanerin namens Kiku Pokomizu. Sie begleitete ihren Mann auf seinen neuen Posten nach Brüssel, wo der jetzt 30jährige Li Shiao-mu geboren wurde. Als der kleine Li drei Jahre alt war, kehrte seine Mutter nach Japan zurück, und seit dieser Zeit hat man nichts mehr von ihr gehört. Der Vater wurde nach seiner Rückkehr nach China Präsident des chinesischen Senats. Er lebt jetzt als 78jähriger im Ruhestand. Der junge Li ging nach Japan und studierte an der Kaiserlichen Universität Kyoto Archäologie. Trotz seiner Jugend zahlt er heute bereits zu den besten Archäologen Chinas. Die Sehnsucht nach der Mutter, die er lange Jahre vergeblich suchte, hat ihn nun veranlaßt, sich an die japanischen Polizeibehörden zu wenden, die ihn auf der Suche nach seiner Mutter unterstützen wollen. Das Schicksal des jungen Li und der verschollenen Mutter hat in Japan allgemeines Mitgefühl erweckt. Aber man glaubt kaum, daß die Mutter noch am Leben ist. Ein Wünschelrutenspleen. (ma) Kapstadt. Ein hier ansässiger Kaufmann, der offenbar viel Zeit hat, überrascht die Welt mit der Mitteilung von hervorragenden Versuchen, die er mit Wünschelruten angestellt habe. Danach kann man mittels einer Wünschelrute an Hand der Photographie eines abwesenden Menschen feststellen, ob dieser noch lebt oder schon gestorben ist. (!) Man hält die Rute über das betreffende Bild: gibt sie einen Ausschlag, lebt die dargestellte Person noch, bleibt die Rute still, hat sie sich zu ihren Vätern versammelt. Der Entdecker dieser magischen Eigenart der Wünschelrute hat die Probe auf das Exempel mit den Bildern des amerikanischen Präsidenten Roosevelt und des Im Zusammnhang mit dem italienisch-abessinischen Konflikt wird immer wieder die Behauptung aufgestellt, A d d i s A b e b a , das ja tatsächlich 3227 Meter über dem Meer liegt, sei die höchste Stadt der Erde. Gegen diese Behauptung empört sich das Nationalbewußtsein der Bolivianer, die darauf bestehen, daß ihre Hauptstadt mit 3600 Metern den Rekord zu beanspruchen habe. Dieser Rekord wird allerdings nur mit 51 Metern gegenüber Ihr Alten, zieht die Stirne bitte nicht in Falten! Die Ueberschrift sollte euch nur „mittenmang" locken, na, und wenn ihr schon bis hierher gelesen habt, Uniformen sämtlicher Formationen 55O6D und zum Bauen Mehr* entgegengenommen. 671?D Am Oswaldsgart,Gießen,Ruf2U5 2148 5701 £> Kommen Sie zu 5677 A Edgar t die Eigenheim-Schau irtring A.-G., Gießen, der Bauwirtring 04257 Marktplatz 8. üoctzstatter-Tapeten Bjjjl Namenschilder Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei und Bezeichnungsschilder W aus Emaille und Messing für M jeden Zweck und in jeder M Form-ob 1 Stück oder 1000 M Stück - preiswert ist Immer == Auch der Bauer sollte photographieren. Gerade der Mann vom Lande findet in der Photographie eine geistreiche Beschäftigung. Der Hof, die Pferde, die Kühe und die Felder - all das gibt nette Bilder. Jeder kann sich diesen unterhaltenden Sport leisten. Wiederbeginn der Sprechstunde: Dienstag, den 8. 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Jung und alt muß bei der Kartoffelernte helfen. — (Aufnahmen [7]: Neuner, Gießener Anzeiger.) r 19 l er e- m ’n se llt ;u i)t inen . ’l für Deutschland in der zu gewinnen! 581. creit 671^ Erntedankfest. Ein bedeutsamer Feiertag, der noch vor wenigen Jahren nur auf dem Lande und bei den mit bäuerlichen Familien verwandten Städtern Geltung hatte. Die große Mehrheit des Stadtvolkes stand diesem Tag gleichgültig gegenüber. Heute dagegen, seit dem Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution, ist dieser Tag ein Fe st der Volksgemeinschaft von Stadt und Land, ein besonderes Ereignis für alle deutschen Menschen. An diesem Tage offenbart sich eindrucksvoll sichtbar die tiefe Wirkung des Wortes: Stadt und Land, Hand in Hand! Die Städter ziehen hinaus in die Dörfer, wo sie in den bäuerlichen Familien mit altbekannter Gastfreundschaft ausgenommen werden. Dank gegen den allmächtigen Schöpfer der Welt für den Erntesegen erfüllt die Stunden des gemeinsamen Feierns, froh- gestimmte Herzen schlagen in gleichem Empfinden für die hohe Bedeutung dieses Tages. Durch diese Geineinschaftsfeiern des Erntedankfestes, die ihre höchste Vollendung und stärkste Wirkung auf dem Bückeberg in Anwesenheit des Führers finden, werden die Bande immer enger geknüpft, die den In diesem unlöslichen Verbundensein aller deutschen Menschen durch die Kraft des deutschen Blutes und des deutschen Bodens wollen auch wir im Kreise Gießen uns am morgigen Erntedankfesttag wiederum die Hand drücken, als äußeres Zeichen unserer gemeinschaftlichen Verpflichtung gegenüber Führer, Volk und Vaterland. Wenn morgen unsere Gießener Volksgenossen hinaus aufs Land ziehen, die deutschen Brüder und Schwestern aus den anderen Städten unserer engeren Heimat ebenfalls die Bauernhäuser ihrer näheren Umgegend auf- suchen, so wissen wir alle, daß bei dieser Gelegenheit nur eine große deutsche Familie sich vereinigt. Wir Stadtmenschen wollen in diesen frohen Stunden der gemeinsamen Erntedankfestfeier im Geiste wieder den arbeitenden Landmann bei seinen -vielfältigen Verrichtungen im Dienste des deutschen Volkes schauen; wir sehen ihn beim Roggenschnitt, beim Bergen der Futterernte, beim Heimschaffen der Kartoffelfrucht, beim Sammeln des Ertrages der Obftbäume ufw. Aber wir find auch gewiß, daß der Landmann unsere Arbeit in der Stadt jetzt in rechter Weise zu würdigen versteht, daß er sich bewußt ist, wie wertvoll für das Volksganze auch der schaffende deutsche Mensch in den Arbeitssälen der Industriebetriebe, in den Werkstätten des Handwerks, in den Schreibstuben mm Hand^b, Gewerbe und Industrie unÄ auf den Straßen und Plätzen irgendwo in der Stadt ist. Und aus dieser verständnisvollen gegenseitigen Würdigung der Arbeit aller deutschen Menschen auf dem Lande und in der Stadt wird auch an dem morgigen Erntedankfesttag der Wille zu stetem, aufrechtem Zusammengehen im Dienste der deutschen Nation wiederum neue Kräftigung erfahren. So wird der Erntedankfesttag 1935 im Schutze haben bann während bis ganzen Zages, .bk Last der lanbwirtschaftlichen Arbeit allein zu bewältigen, bis am Abend ber Mann nach Hause zurückkehrt unb nun bas Werkzeug bes Industriearbeiters ober des Arbeiters auf einem Bau mit dem Gerät des Landmannes vertauscht, auf seine Aecker hinaus- geht und ebenfalls bis in die Nacht hinein alle die Arbeiten vollbringt, die von Frau unb Kindern nicht bewältigt werden konnten. Fürwahr, es ist ein schweres Stück Brot, das unsere Bauern unb unsere Kleinlandwirte sich erarbeiten müssen. Aber die Arbeit in der herrlichen freien Gottesnatur hat auch ihre schönen Seiten, sie ist trotz körperlicher Mühsal eine Erquickung für den naturfrohen Menschen. Und so kann man denn in unseren Dörfern der Lahngegend, ber Wetterau unb bes Vogelsberges ein zufriedenes Volk antreffen, das sich im Besitze feiner Arbeit glücklich schätzt. Die Erntedankfestfeier, diesmal das dritte große Gemeinschaftserleben dieser Art von Stadt unb Lanb seit ber Machtübernahme durch Adolf Hitler, ist unserem Landvolk jetzt aber noch aus einem anderen Grunde wert unb bedeutsam geworden. Der Landmann weiß heute, daß — im ©egenfafj zu dem früheren politischen Kurs — fein Wirken unb feine Existenz nicht als das letzte Glied ber Kette angesehen wird, sondern unter der nationalsozialistischen Staatsführung als das Fundament für den Bestand des ganzen Volkes gilt. Bei dieser Bewertung ber bäuerlichen Arbeit ist es nur ganz natürlich, baß von der Regierung alles getan wird, um einen gesunden und leiftungsfräftigen Bauernstand zum Wohle des ganzen Volkes zu schaffen und zu erhalten. Und so konnte auch der Land- mann in unserer oberhessischen Heimat, in ber ber bäuerliche Mittel- unb Kleinbetrieb stark vorherrschend ist, die Feststellung machen, daß er nicht mehr wie früher das schutzlose Objekt eines hemmungslosen Spekulantentums ist, sondern daß seine Arbeit, feine ganze Existenz auf der Grundlage des gerechten Lohnes eingebaut ist in den großen Plan der Regierung, allen deutschen Volksgenossen durch gerechten Ertrag ihrer Arbeit eine befriedigende Entwicklung ihres Lebens zu ermöglichen. Erfreulicherweise ist auf dieser Ebene der in früheren Jahren leider vielfach vorhandene Gegensatz zwischen Stadt unb Land, der oft sogar die Formen des Hasses unb des Bruderkampfes annahm, nun überwunden und die Parole „Stadt und Land, Hand in Hand" zur Wirklichkeit geworden. ■tS* 81 Erntelied Don Wolfram Brockmeier Gutes Kom gab uns das Jahr, Apfel leuchtet prall und Birne. Danket froh drum dem Gestirne, das der Reife freundlich war. Lobt getrost die eigne Kraft, doch lobt auch des Bodens Güte, der aus Keimen trieb die Blüte und die Frucht gefüllt mit Safi. Lobt die 6mte, lacht der Not! Sonne, Erde, Wind und Wolke brachten gutes Brot dem Volke. Ehrt und brechet fiumm das Brot! Links oben: Das Futterfchneiden, eine wichtige Arbeit im Ablauf des Jahres. — Links unten: ©etreibeernte, die hohe Zeil des Bauern. Rechts oben: Rasche Arbeit mit ber Kartoffel-Erntemaschine. — Rechts unten: Die Dickwurzernte ist im Gange M (bau tietb |42d7 der durch den Führer wieder errichteten starken deutschen Wehr auch in Oberhessen ein weiterer wichtiger Markstein auf dem Wege unseres Volkes in eine glücklichere deutsche Zukunft fein, ein Tag, dessen wir uns von Herzen freuen wollen, um daraus gesteigerte Kraft zum weiterem Schaffen Gefolgschaft Adolf Hitlers schaffenden deutschen Menschen der Scholle mit dem schaffenden deutschen Bruder in der Stadt zum Heile bes gesamten Volkes unb seines ewigen Bestands verbinden. Fürwahr, ein gewaltiges Erleben unserer Zeit, ein wahrhaftes Erntedankfest auch im höheren Sinne ... * Mit dem besinnlichen Bauer und der Bäuerin blicken auch die ernstdenkenden Stadtmenschen besonders an diesem Tage zurück auf die langen Wochen und Monate der bäuerlichen Arbeit, bis der Zeitpunkt der Ernte kam. Wir erinnern uns dabei, daß die Bergung des Arbeitsertrages für unsere Bauern ja nur ein einziges Mal im Jahre kommt, daß voraus Wochen und Monate des Risikos und ber Sorgen um das gute Gebeihen bes bäuerlichen. Werks liegen. Im Geiste burdjleben die nicht an ber Oberfläche haftenden Stadtmenschen an diesem Erntedankfest noch einmal die Kümmernisse mit, die im Verlaufe des letzten Sommers durch die wochenlange Trockenheit und ihre sengende Sonnenglut in unseren Bauernhäusern zu Hause waren. Wie oft hörten wir in jenen Wochen, wenn wir uns mit den Volksgenossen vom Lande irgendwo im Kreise Gießen über den Saatenstanb und die Ernteausfichten unterhielten, sorgenvolle Klagen über die Wirkungen der anhaltenden trockenen Hitze auf die Felder. Der Stand der Körnerfrucht gab damals zu mancherlei Sorgen Anlaß, die Heuernte ließ zu wünschen übrig, der Ansatz der Wiesen zur Grummetnutzung war weit entfernt von den Notwendigkeiten des bäuerlichen Betriebs, die Futternot und damit die Sorge um den Bestand der Viehhaltung wurde immer größer, auch bte Aussichten der Kartoffelernte waren noch vor wenigen Wochen alles andere als günstig. Da aber kam eine Wendung zum Guten. Die Ernte von den Fruchtäckern konnte als Mittelernte glücklich geborgen werden. Kaum war diese Arbeit beendet, da wurden die Aecker und Wiesen durch Regenfälle in gedeihlichem Maße befruchtet. Unsere Bauern konnten eine schöne Grummeternte heim- bringen. Die Sorgen um den Futtervorrat und den. Viehbestand wurden zum Glück gemindert. Und nun sind sie dabei, eine Kartoffelernte heimzubrin- gen, die sowohl dem Bauernhaus, als auch den Volksgenossen in der Stadt eine ausreichende Versorgung bis zur nächsten Ernte sichert. So sehen wir am morgigen Erntedankfesttag trotz mancher sorgenvollen Wochen des verflossenen Sommers einen befriedigenden Erntefegen unseres Feldes vor uns, wenn auch die Obsternte viel zu wünschen übrig ließ. Und mit frohem Sinn kann unser Landvolk nun wieder an den Altären der Kirchen, schöner alter Sitte gemäß, am Erntedankfesttag die Früchte des Feldes zur Ehre des allmächtigen Gottes als sichtbares Zeichen des Dankes für die himmlische Güte niederlegen, den Menschen zur Freude, dem gütigen Gott zu Preis und Ehre! * Am Erntedankfesttag erinnern wir uns aber auch, wie außerordentlich hart die Arbeit unserer Volks- genossen des bäuerlichen Berufes ist. Im Sommer, wenn kaum die Sonne mit ihren ersten Strahlen den jungen Tag verkündet, ist der Landmann bereits in'den Ställen und auf dem Hofe, die Land- frau schon am Küchenherd, um überall schnell die ersten Arbeiten zu erledigen, damit es dann un- behindert hinausgehen kann auf bte Aecker, die Wiesen oder in den Wald. Bei Wmd und Wetter, bei glühender Sonnenhitze, ober im Sturm und Regen wirkt der Landmann mit seinen 5ulnad)rid)fen. Professor Dr. Gustav Ehrismann, der emeritierte Ordinarius für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Greifswald, vollendete dieser Tage sein 8 0. Lebensjahr. Ehrismann, einer der Senioren der Germanistik, ist bekannt geworden vor allem durch sein dreibändiges Handbuch der Geschichte der deutschen Literatur bis zum Ausgana des Mittelalters. Professor Dr. Viktor T l i n g m ü 11 e r, Ordinarius für Dermatologie und Direktor der Hautklinik an der Universität Kiel, ist von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsoerfahren beigetrieben wird. Sportamt „Kraft durch Freude". Folgende „KdF."-Sportkurse sind in dieser und nächster Woche für neu hinzukommende Teilnehmer kostenlos! Sam s t a g : Waldlauf, für Frauen und Männer. Von 17 bis 18.30 Uhr, Umversi- tätssportplatz. Montag: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 19.45 bis 20.45 Uhr, Großen-Buseck, Gasthaus Wagner. Dienstag: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Alte Pestalozzischule, Werner wall. — Skigymnastik, für .Frauen und Männer. Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße. Mittwoch: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. — Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Wieseck, Gasthaus Braun. Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 19.45 bis 20.45 Uhr, Großen- Buseck, Gasthaus Wagner. Donnerstag: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz. — Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Damm- straße. Von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Freitag: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. — Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantinengebäude der Firma Buderus. Ferner betreut das Sportamt Gießen noch folgende Kurse: Schwimmen, Reiten, Skitrocken, Kleinkaliberschießen und Hallentennis, lieber die Uebungs- zeiten und Kosten der Kurse gibt das neue Sportprogramm Auskunft. Dasselbe kann unentgeltlich auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Leibesübung ist Gebot der Selbst- er h altun g ! Das deutsche Frauenwerk gegen das Borgunwesen. Das deutsche Frauenwerk schreibt uns zum Feldzug gegen das Borgunwesen: Es liegt im Sinne der inneren Umgestaltung des deutschen Menschen, daß er es mit seiner Ehre wieder ernst nimmt. Kredit geben ist Vertrauenssache. Das Vertrauen ungezählter deutscher Handwerksmeister ist aber auf das schmählichste getäuscht worden. Es wurden Bestellungen gemacht, oder Einkäufe getätigt, für die keine Deckung da war. Es entstand ein Borgunwesen, das heute droht, den deutschen Handwerksmeister zu ruinieren. Die Inflation hat den meisten ihr Stammvermögen genommen. Bekommt der Handwerker nicht rechtzeitig sein Geld für die gelieferte Ware, so ist auch er gezwungen, fein Rohmaterial gegen Kredit einzukaufen. Wir deutschen Hausfrauen, die wir in diesen Jahren oft mit einem Minimum an Mitteln ein Maximum an Leistungen bewältigen mußten, kennen die Rot, die dann entsteht, wenn z. B. ein kleiner Betrag zurückgelegt werden konnte für die Beschaffung eines notwendigen Gegenstandes des Haushalt und der Kleidung, der dann bis zur Fertigstellung durch ganz unvorhergesehene schwierige Zwischenfälle angebrochen werden mußte und uns in peinliche Verlegenheit brachte, unserer übernommenen Pflicht nicht nachkommen zu können. Der Appell des Reichs- Handwerksmeisters aber richtet sich ebenso an das Ehrgefühl des Käufers, wie an feine Einsicht. Bedauerlicherweise sind es gerade die Kreise, denen es wirtschaftlich möglich ist, gegen Barzahlung zu kaufen, die dem „Anschreibenlassen" besonders huldigen. Es ist aber auch für die kleinen Gewerbe- DieLmtedMestseiemderGießenerOrisgnippen Oer Sonderzug Gießen-Süd nach Lang-Göns. Zur Erntedankfeftfeier der Ortsgruppe Gießen- Süd in Gemeinschaft mit den Volksgenossen in Lang-Göns fährt der Sonderzug Gießen-Süd vom Bahnhof Gießen um 12.45 Uhr ab und trifft um 13.03 Uhr in Lang-Göns ein. Die Rückfahrt erfolgt ab Lang-Göns um 22.18 Uhr, die Ankunft in Gießen um 22.32 Uhr. Die Fahrkarten und Ouartierfcheine sind im Zigarrengeschäft von Alfred M ä n n ch e, Liebigstraße 83, abzuholen. Am Bahnhof sind keine Fahrkarten zu haben. NSDAP., Sießen-Nord. Belr.: Erntedankfest am 6. Oft in Großen-Linden. Die Abfahrt des Sonderzuges zum Erntedankfest erfolgt um 12.45 Ahr ab Bahnhof Gießen, die Rückfahrt um 22.25 Uhr ab Grohen-Linden. Der Fahrpreis betragt 0,20 Mark hin und zurück. Kinder von vier bis zehn Jahren zahlen die Hälfte, während Kinder unter vier Jahren kostenlos mitgenommen werden können. Die Fahrkarten werden den Teilnehmern durch die Blockwalter ausgehändigt. Rachmeldungen zur Teilnahme werden auf der Geschäftsstelle, Walltorftrahe 16, entgegengenommen. Letzte Anordnung. Die Teilnehmer der Ortsgruppe Gleßen- Rord sammeln sich zellenweise um 12.15 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude. Geschlossene Formationen treten um dieselbe Zeil ebenfalls vor dem Bahnhofsgebäude an. Transportierter find: 1. Ortsgruppenleiter Pg. Thomas, 2. stellv. Ortsgruppenleiter pg. Wen z e l. Den Anweisungen dieser Transportleiter ist unbedingt Folge zu leisten. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgt, wie bereits durch die presse bekanntgegeben, um 12.45 Uhr. Rach der Ankunft in Großen-Linden schließen wir uns dem Festzug der dortigen Ortsgruppe an und marschieren geschlossen zum Festplah. Dort findet bann die Uebertragung der Führerrede statt. Anschließend werden für die Bedürftigen Essen- scheine für ein Rachtessen verausgabt, und zwar in der Reihenfolge der Zellen 1 bis l. Bekanntgabe erfolgt noch auf dem Festplah. Rach einigen Darbietungen der HI. und des BDM., die noch auf dem Festplah ftattfinden, ist in sämtlichen Lokalen Grohen-Lindens gemeinsam mit der dortigen Bevölkerung zwangloses Zusammensein und Tanz. Rachzügler können die fahrplanmäßigen Züge benutzen, doch haben hierzu selbstverständlich die Fahrkarten für den Sonderzug keine Gültigkeit. Die Rückfahrt des Sonderzuges nach Gießen erfolgt um 22.25 Uhr. NSDAP. Ortsgruppe Gieheu-Ost. Erntedanktag in Großen-Buseck. Der Sonderzug nach Großen-Buseck fährt ab Bahnhof Gießen 12.20 Uhr, ab Haltestelle Licher Straße 12.25 Uhr. Rückfahrt ab Großen - Vuseck 22.10 Uhr, an Gießen Licher Straße 22.24 Uhr, an Gießen Bahnhof 22.29 Uhr. Der Fahrpreis beträgt für hin- und Rückfahrt 0,40 Mark. Für Kinder vom vollendeten 4. bis vollendeten 10. Lebensjahr 0,20 Mark. Fahrkarten können gegen Erstattung des Fahrpreises ab geholt werden: in der Wirtschaft „Germania", Kaiserallee 141, Samstag von 14 bis 20 Uhr. An der Bahn werden keine Karten mehr ausgegeben. Es empfiehlt sich, wenn sich mehrere Teilnehmer zusammenschliehen und die Karlen durch einen Beauftragten abholen lassen. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Die Ortsgruppe Giehen-Mitte fährt zur morgigen 'Erntedankfestfeier nach Geilshausen. Die Fahrtteilnehmer und die beiden der Ortsgruppe zu- geteilten Stürme der SA. treten um 11 Uhr in der Bahnhofstraße / Ecke Alicenstraße an. Abfahrt des Sonderzuges ab Bahnhof Gießen 11.26 Uhr. Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt 90 Pf. pro Person, Kinder von 4 bis 10 Jahren zahlen die Hälfte, Kinder bis zu 4 Jahren werden umsonst befördert. Die Fahrkarten werden durch die Blockleiter und die Führer der beiden Stürme ausgehändigt. Rückfahrt ab Geilshausen 22 Uhr, Ankunft in Gießen 22.45 Uhr. Fahrzeuge (Autos) zur Fahrt nach Geilshausen müssen punkt 11 Uhr an der Goetheschule versammelt sein. treibenden, besonders z. B. für die Fleischer und Bäcker, ein Verlust gar nicht zu vermeiden, der dann im Preis auf die Waren umgelegt werden muß. Wir deutschen Hausfrauen begrüßen darum die Aktion des Reichshandwerksmeisters gegen bas Borgunwesen und werden ihm in seinen Bestrebungen nach besten Kräften behilflich fein, und es wird die Ehre der deutschen Hausfrau sein, ihren Pflichten gegenüber dem Handwerk ebenso gewissenhaft nachzukommen, wie es die Ehre des Handwerks sein wird, die ihm übertragenen Aufträge pünktlich und gewissenhaft zu erledigen. Schützt den Kettenhund. Das Kreisamt Gießen hat an die Ortspolizeibehörden und die Gendarmeriebeamten des Kreise^ die nachstehende Verfügung erlassen: Die Pflege der Kettenhunde läßt vielfach zu wünschen übrig, sei es, daß die Hundehütte keinen genügenden Schutz gegen Kälte und Rässe bietet, sei es, daß unzureichendes Futter gereicht, oder daß nicht für Reinlichkeit in der Hütte und Umgebung gesorgt wird. Grobe Vernachlässigung in der Haltung und Pflege von Tieren ist nach den Paragraphen 2 und 9 des Reichstierschutzgesetzes vom 24. November 1933 verboten und strafbar. Wir weisen Sie daher unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 24. April 1933 an, die Haltung der Hof- und Kettenhunde bei jeder sich bietenden Gelegenheit nachzuprüfen und gegebenenfalls Strafanzeigen zu erheben. Verwendet Wohlfahrtsbriefmarken! In diesen Tagen beginnt der Vertrieb der Wohlfahrtsbriefmarken. Es werden in diesem Jahr zehn verschiedene Marken mit Bildern von Frauen und Mädchen deutscher Stämme in ihren Trachten verkauft. Neben diesen Briefmarken wird eine Wohlfahrtspostkarte mit eingedruckter 6-Pf.-Marke, die das Bild eines Mädels vorn BDM. trägt, ausgegeben. Es ergeht hiermit der Aufruf an die Bevölkerung, recht viel von diesen Wohlfahrtsbriefmarken zu verwenden. Noch keine Kraftpostverbindung mit Allendorf (Lahn). Vom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Die in dem Druck der neuen Kraftpost-Fahrpläne bereits vorgesehene Einbeziehung des Ortes Allendorf (Lahn) in die Kraftpostlinie Gießen—Hochelheim kann vorerst noch nicht ausgeführt werden, weil die Reichsbahn Einspruch erhoben hat. Textilbetriebe zur verstärkten Kurzarbeiter-Unterstützung zugelaffen. Dec Präsident der Reichsanstalt für Arbeiter, mittlung und Arbeitslosenversicherung hat mit Wir- tuna oom 1. September 1934 auch die Betriebe aller Gewerbearten der Textilindustrie, in denen reael- mäßig weniger als zehn Arbeiter oder Angestellt, beschäftigt werden, zur verstärkten Kumarbe,ter- Unterstützung zugelassen. chausgewerbebetriebe sind nur insoweit mit eingeschlosten, als der Hausge. werbetreibende Betriebsarbeiter beschäftigt, für die die allgemein gesetzlichen Vorschriften über die Arbeitszeit gelten. Heimarbeit für das Bekleidungsgewerbe. Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mitgeteitt: Der Sondertreuhänder für das Bekleidungsgewerbe hat die Listen für die im Bekleidungsgewerbe tätigen Heimarbeiter eingefordert. Deshalb sind dem Arbeitsdienst Gießen die Heimarbeiterlisten für das Bekleidungsgewerbe in doppelter Ausfertigung spätestens bis zum 10.11. einzureichen. Aufzufuhren sind diejenigen Heimarbeiter, die in der Zeit vom 1.5. bis 31.10.1935 in Heimarbeit beschäftigt worden sind. Die Listenoordrucke sind durch die Firma W. Kohlhammer, Buchdruckerei, Stuttgart, zu beziehen. Schwerer Verkehrsunfall an der Schottstraße. Heute morgen gegen 7.30 Uhr ereignete sich ein üenjängnisDoüer Derkehrsunfall. Der hiesige Händler Kremer aus der Hammstraße 5, der sich unterwegs nach Daubringen befand, geriet mit feinem Opelkraftwagen an der Ecke Schottstraße und Hit- lerwall auf dem nassen Pflaster ins Schleudern. Dabei fuhr der Personenkraftwagen gegen einen im gleichen Augenblick vom Walltor her kommenden, schwer mit Sand beladenen Lastkraftwagen einer Wiesecker Firma. Der Lastkraftwagenführer lenkte geistesgegenwärtig seinen Wagen scharf nach rechts und fuhr auf den Bürgersteig, hart an dem dortigen Gartenzaun entlang, er konnte den Zusammenstoß aber trotzdem nicht verhindern. Der Führer des Personenautos wurde bei dem heftigen Anprall mit großer Wucht gegen das Schaltbrett gestoßen und erlitt dabei eine schweren Bruch des linken Beines, unmittelbar unterhalb des Knies. Da die Windschutzscheibe in Trümmer ging, erlitt her Fahrer auch einige Schnittverletzungen an der Hand. Die Frau des Verunglückten, wie auch deren Mutter, blieben glücklicherweise unverletzt. Der vordere Teil des Kraftwagens wurde bei dem Zusammenstoß schwer beschädigt; der linke Kotflügel und das linke Vorderrad wurden völlig eingedrückt, der Stoßdämpfer und die Lampen zerstört, das Steuerrad brach. Der Wagen mußte abgeschleppt werden. Den Verunglückten brachte die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach erster ärztlicher Hilfeleistung in das Katholische Schwesternhaus. Die Polizei nahm sofort die notwendigen Ermittlungen^ über den Unfall auf. Freiwillig länger Dienende im Arbeitsdienst. Das Inkrafttreten der Arbeitsdienstpflicht ist mit der Einberufung eines Teiles des Jahrgangs 1915 zum 1. Oktober Wirklichkeit geworden. Die dienstpflichtigen jungen Männer haben bis Mitte September sämtlich den Musterungsbefehl erhalten, indem entweder die Einberufung zum 1. Oktober 1935 oder die Mitteilung stand, daß die Einberufung erst zum 1. April 1936 erfolgen wird. Außer den Dienstpflichtigen stellt der Arbeitsdienst, offenbar zur Bereitstellung der nötigen Autoführer, „freiwillig länger Dienende" zum 1. Oktober 1935 ein, die dann über 17 und unter 25 Jahre alt sind. Es kommen Roman von Anny von panhnys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 9 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Gretel erhob sich. „Nein, bann komme ich lieber wieder, Bettina. Ich kaufe inzwischen ein, und dicht vor der Heimfahrt hole ich mir den Rahmen. Nach zwölf Uhr. Laß das Bild nur gleich darin." Bettina nickte: „Um zwölf Uhr ist die Gravierung fertig." Gretel Syden bezahlte gleich und entfernte sich mit einem Scherzwort. Bettina aber lag das Herz zentnerschwer in der Brust. Wie schade, daß Gretel bas Bild im Rahmen gelassen. Sie wollte es nicht ansehen unb mußte es doch tun. Sie wollte Hans Sybens Züge hart und häßlich finden unb fand sie dock vornehm und stolz. Sie hätte das Bild im Raymen auf den Fußboden schleudern mögen, damit das Schutzglas in Scherben zerklirrte, und strich doch halb unbewußt mit fünften Fingern über das Bild hin, dachte verwirrt: Meine Liebe ist doch tot, weil er so grausam gegen mich gewesen. Warum tut denn aber nur noch alles so bitterweh? Die Ladenklingel riß sie aus ihrer Versunkenheit, sie sah einen gut aussehenden Herrn eintreten. Er grüßte und sie erwiderte höflich den Gruß, legte as gerahmte Bild etwas seitab auf den Verkaufs- tisch. Sie kannte den Herrn nicht, aber vom Frühjahr bis Spätherbst rechnete man hier am meisten mit Fremden, die den Rhein besuchen. Bettina fragte höflich: „Womit kann ich Ihnen dienen, mein Herr?" Er antwortete: „Ich möchte etwas für meine Mutter kaufen, ein Andenken, ein Mitbringsel. Sie haben Schmuck in der Auslage, der nach einem Hinweis in eigener Werkstatt angefertigt wurde. Der Amethystanhänger interessiert mich." Bettina nahm das mit violettem Samt überspannte Brettchen aus dem Schaufenster und ließ den Kunden die darauf ruhenden Schmucksachen betrachten. Der Amethystanhänger gefiel ihm. Es war ein daumennagelgroßer klarer Stein von satter Farbe, der schon geschliffen von einer Vogelklaue aus Weißgold gehalten wurde. Bettina pries das Stück an. „Vater ist vor allem Goldschmied, in richtiger Bedeutung des Wortes. Den Schmuck, der aus den Fabriken kommt unb der er im allgemeinen verkaufen muß, weil bie Leute nicht viel ausgeben können ober wollen, mag er nicht. Wenn er so etwas geschaffen wie zum Bei- spiel ben Anhänger, ist er sehr glücklich." Gerharb Diendorf lächelle zustimmend. „Man fühlt, daß Lust und Liebe bei der Arbeit geholfen." Er entschied sich. „Den Anhänger nehme ich gern." Der ziemlich hohe Preis störte ihn nicht, weil es sich wirklich um kunstvolle, sorgfältige Handarbeit handelte. Er zahlte und steckte bas ihm überreichte Etui, bas jetzt ben Anhänger barg, in feine Brusttasche. Zufällig blieben jetzt seine Augen auf dem seitlich liegenben Silberrahmei? haften, unb feine Hanb streckte sich unwillkürlich banach aus. „Darf ich den Rahmen von nahe betrachten, er scheint sehr hübsch." Bettina nickte: „Bitte sehr!" und die Rechte des Kunden faßte den mattsilbernen Gegenstand, hob ihn auf. Bettina bemerkte mit Erstaunen, die Hand, die den Rahmen hielt, zitterte plötzlich. Ganz deutlich sah sie es. Sie blickte den Fremden an und sah mit Bestürzung, sein Gesichtsausdruck, der noch vor wenigen Sekunden freundlich und liebenswürdig gewesen, war jetzt hart und kalt. An seiner einen Schläfe war die schmale Aber angeschwollen. Er betrachtete auch gar nicht bön Rahmen, fonbern bas Bilb in bem Rahmen. Hans Sybens- Bilb. Bettina erschrak vor ben Augen, bie sie jetzt ansahen. Dem verbinblichen Herrn, ber eben von ihr ben Amethystanhänger gekauft, hätte sie nicht zugetraut, baß seine Augen so böse, so zornig funkeln konnten. Angst erfaßte sie. Vielleicht war ber Frembe krank. Sie bachte an bie Irrenanstalt, bie ein Viertel- stünbchen von ber Stabt entfernt auf einem Hügel lag. Es sollte ja schon vorgekommen sein, baß Kranke baraus entwichen waren. Gerharb Diem borf beachtete nicht bas ängstliche Gesicht bes blon- ben Mäbchens, er war ja völlig in Anspruch genommen von ber seltsamen Ueberraschung, bie ihm ber zufällig in bie Hanb genommene Rahmen bereitet. Eine größere unb bessere Ueberraschung hätte es für ihn auf ber ganzen Welt nicht geben können, benn er hielt bas Bild bes Mannes in Händen, ber fein Glück vernichtet hatte. Das Bilb stellte den Menschen bar, mit bem er am frischen Grabe Wally Walds so seltsame Fragen unb Antworten gewechselt. Zu beutlich hatte sich ihm bas Gesicht eingeprägt. Ja, es war die gebogene Nase bes Fremden, sein Trotz unb Eigenwillen oerratenbes Kinn unb seine herrischen Augen, bie auf ber mattbraunen Fotografie erkennen ließen, sie waren sehr bunfel. Gerharb Dienborf fragte mit heiser flingenber Stimme: „Ich möchte gern wissen, wer ber Herr auf ber Fotografie ist?" Er fühlte, kaum baß er bie Frage ausgesprochen, ber Ton ber Frage war nicht richtig gewählt unb er setzte mit mühsamem Lächeln hinzu: „Ich meine nämlich, in bem Herrn einen Studienfreund zu erkennen, von bem ich seit langen Jahren nichts mehr gehört." Bettina glaubte nicht, was ber Frembe gesagt. Seine noch sichtbare Erregung strafte bie Worte Lügen unb in feinen Augen brannte ein Licht, bas Haß entzünbet haben mußte. Sie gab nicht gleich Antwort, ba fragte er noch einmal unb bas erquälte Lächeln glich einer Grimasse: „Wer ist ber Herr auf bem Bilb?" Sie wollte ben Namen nennen, benn schließlich war ja weiter nichts babei. Schon öffneten sich ihre Lippen, ba wieberholte er feine Frage abermals, aber merklich ungebulbiger. Zu ungeduldig und auffallend. Eben horte Bettina den Vater in das Hinterzimmer eintreten. Nun war Schutz in ihrer Nähe. Sie brauchte nur auf den kleinen Klingelknopf unter dem Verkaufstisch zu drucken und der Vater träte ein. Sie antwortete: „Wenn Sie in dem Herrn einen Studienfreund erkennen, müssen Sie doch seinen Namen wissen." Dr. Diendorf ärgerte sich, weil er seine Frage so ungeschickt gestellt. Er nahm Haltung an. Er sah ein, er benahm sich auffallend, aber er war zu fieberhaft erregt. „Natürlich weiß ich seinen Namen, ich drückte mich falsch aus. Bitte, Fräulein, ich möchte nur wissen, wo mein Studienfreund jetzt wohnt. Wir haben uns aus den Augen verloren." Das klang leidlich glaubwürdig und vernünftig, aber Bettina glaubte nun unb nimmer, baß es sich um eine vorhin falsch gestellte Frage gehanbelt. Sie war fest überzeugt, ber Frager hatte keine Ahnung, wie ber hieß, ben bas Bilb barstellte, aber er versuchte, es jetzt auf bem Umwege ber Frage nach feinem Aufenthalt aus ihr herauszubringen. Es war, als warne sie eine laute Stimme, bie jetzt gewünschte Auskunft zu geben. Ein wenig kurz erroiberte sie: „Ich bebaure sehr, mein Herr, Ihre Frage nicht beantworten zu können. Ich kenne ben Herrn auch nicht unb weiß Weber Namen noch Wohnort von ihm." Er fragte trotzbem: „Von wem haben Sie bie Fotografie, für men ist ber Rahmen bestimmt?" „Für eine Kunbin, weiter kann ich Ihnen keine Auskunft geben." Dr. Dienborf sah ein, auf bie Weise kam er nicht weiter. Die Verkäuferin handelte korrekt, sie brauchte ihm keine Fragen über bie Kunbschaft zu beantworten. Er griff also nach seinem Hut, aber er fühlte sich mit einem Male unsagbar schlecht. Er hatte gestern abend zuviel schweren Wein getrunken, hatte unruhig geschlafen und dazu gesellte sich jetzt bie Aufregung über bas Bilb. Er bat: „Würden Sie mir nicht ein Glas Wasser besorgen, Fräulein, ich wäre Ihnen dafür sehr dankbar." Sie sah, wie müde und abgespannt feine Züge waren. Jetzt tat er ihr ein wenig leid. Sie hätte nun eigentlich den Vater von nebenan rufen müssen, damit sich jemand im Laden befände, während sie von der Leitung im Flur ein Glas Wasser besorgte. Aber der Vater würde inzwischen jede Frage des Kunden harmlos beantworten, und das mußte sie verhindern, denn eine erschreckende, aber das Betragen des Fremden erklärende Ahnung tauchte in ihr auf. Eine Ahnung, die, wenn sie stimmte, Hans Syden nichts Gutes verhieß. Sie mußte, um die Person des Vaters auszuschalten, den Fremden eine Minute allein lassen. Das war blitzschnell durch ihren Kopf gegangen. Sie antwortete: „Ich hole Ihnen sofort ein Glas Wasser." So schnell sie konnte, verließ sie ben Laben burch bie schmale Tür nach bem Flurgang, wünschte nur inbrünstig, ber Vater möge inzwischen nicht ben Laben betreten. Auf bem Borb über ber Wasserleitung auf bem Flur stauben immer ein paar saubere Trinkgefäße bereit, aber gar nicht schnell genug schien sich heute so ein kleines Glas zu füllen. Nun kehrte sie in ben Laben zurück. Der Frembe saß jetzt auf einem ber Stühle, fast schien es ihr, er hätte sich bereits etwas erholt. Er trank hastig, bankte unb ging mit flüchtigem Gruß. Bettina grübelte vor sich hin. Die Ahnung von vorhin, wer ber fonberbare Mensch gewesen fein konnte, verbichtete sich immer mehr in ihr, sie kam nicht mehr bavon los. Bettina horte, wie ber Vater, ber anscheinend nebenan in ber Morgenzeitung gelesen, roieber hinüberging in bie Werkstatt. Da fiel ihr ein, bie Gravierung mußte ja sofort gemacht werben. Sie nahm ben Rahmen zur Hanb, ber mit ber Dorder- feite auf einem Bogen ©eibenpapier lag, aber ihre Liber zwinkertest plötzlich, als zweifelten bie Augen, richtig zu sehen, benn ber Rahmen war leer, bie Fotografie Hans Sybens steckte nicht mehr hinter bem Glas. Es beburfte keines Nachbenkens, wo sie geblieben fein könne. Der Käufer bes Amethystanhängers hatte sie an sich genommen, währenb sie für ihn bas Mas Wasser besorgt. Unb kaum zwei Minuten war sie fort gewesen. O, hätte sie boch bie Bitte abgeschlagen, ober, ehe sie den Laden verließ, wenigstens den Silberrahmen mit dem Bild eingeschlosten! Sehr leichtsinnig hatte sie gehandelt, aber an die Möglichkeit, der Fremde könne das Bild wegnehmen, hatte sie nicht im entferntesten gedacht. Sie war verzweifelt. Das Fehlen ber Photographie wäre an unb für sich wohl unangenehm, aber schließlich nicht so schlimm gewesen, schlimm würbe es erst durch die besonderen Umstände. Vor allem, was hatte der sonderbare Mensch damit vor? t Ihre Ahnung von vorhin quälte sie, versetzte sie in Helle Angst. (Fortsetzung folgte SS- an die Front! Adolf Hiller. Achtung Bückebergfahrer! Sonder- 5.10.35 an 6.10. 35 ab an 2. Zonderzug Ba 95/1595 19.18 Darmstadt ab 5.10. 35 an 6.10.35 ab an Vögeln auch den Winter über bei uns bleibt. um SpAtoM* (okceHl-Oü Idee lllll Wied veewieW*«^ ® Gebrauchtes, sehr gut erhaltenes Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache Schlaf-undSpxjseziMMer bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aue- wegen Verkleinerung billig ZU Der« Kopf hoch! führungeerten schnell und zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf 2251 HhnMakn Fuß- OLE X" DEUTSCHE BENZIN- UND PETROLE UM - GESELLSCHAFT M. B. H. 15.59 15.17 14.41 13.53 13.42 13.22 11.36 8.20 Fahrpreis Mk. 20.15 21.02 21.46 21.58 22.22 0,28 3.50 0.53 23.56 23.35 23.07 22.01 21.02 20.36 20.13 19.30 18.09 14.50 Der Führer des SS.-Abschnittes XI: Hildebrandt, SS.-Brigadeführer. Geschmackvoll Vornehm Persönlich Frankfurt Friedberg Gießen Lollar Marburg Kassel Hameln 9,20 8,30 8,10 7,60 7,— 5,90 5,70 5,30 5,10 am 7.10. ab 20.46 Worms „ 21.40 Mainz sahen Sie, . 7,50 7,— 6,30 5,70 5,50 5,10 am 7.10. 22.06 Wiesbaden 22.44 Niedernhausen 23.40 Limburg 0.38 Wetzlar 1.04 Gießen 1.27 Niederwalgern 2.00 Marburg 3.50 Kassel 6.49 Hameln Karl Egner, Gießen, Frankfurter Straße 9 Medizin. Fachgeschäft, TeL 4191. Unverbindliche Vorführung aller Originalfabrikate der Quarzlampen-Gesellschaft m-b.IL, HaiMtik Alle Schwankungen sind am Ende zu ertragen, alle Schicksalsschläge zu überwinden, wenn ein gesundes Bauerntum vorhanden ist. * Gießen, 5. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Kche, das Stück 4 bis 10, Eier (holländische Kühlhaus) 11, (inländische) Handelsklasse B 12, C 11, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 5 Mark, Weißkraut, das ** Aufgehobene Straßensperre. Die Sperre der Ortsdurchfahrt Ober-Widders- Heim, die wegen Straßenbauarbeiten verfügt war, ist wieder aufgehoben worden. ** Straßensperrung. Die Provinzialstraße Eichelhain — Lanzenhain ist wegen Ausführung von Brückenbauarbeiten vom 7. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Engelrod — Bahnhof Rixfeld — Herbstein. ** Schulpersonalien. Ernannt wurden: Der Schulamtsanwärter Heinrich Langohr aus wegen Verkleinerung billig zu verkaufen.Adressenangabe von Privat erbet.u.5733V an denGieß.Anzeig. Seit Tagen rollt die Propaganda der HI. durchs Land. HI. marschiert. HI. arbeitet. h 3. wirbt l Die völlige Einigung der deutschen Jugend soll und wird Wirklichkeit werden. Schon haben sich Taufende in unsere Reihen eingegliedert. Wit täglich gesteigerter Anspannung aller Kräfte geht es dem Tage zu. der die Krönung dieser Arbeit sein soll: In meiner Handarbeits-Abteilung finden Sie stets die letzten Neuheiten und die schönsten Modelle Handarbeits-Wollen -Garne und -Seiden Reichstes Farbensortiment 5693D Der Führer des SS.-Abschnittes XI an die HZ. .LJ.I Jeder Angehörige der Schutzstaffel grüßt von Herzen Eure Aktion ,H3. an die JrontF. Um so mehr, da in Euren Reihen der Nachwuchs für das .Schwarze Korps' marschiert. Nur eine starke und gesunde Hitler-Jugend kann unferm Volk die Männer geben, die es in Zukunft braucht!" z ü g e bekannt: 1. Sonderzug Ba 97/597 (kommt von Kaiserslautern) L sie müssen wir schon jetzt sorgen, um sie vor dem Schlimmsten zu bewahren. Diele von ihnen sind Höhlenbrüter. Diese können wir in der harten Winterszeit vorteilhaft dadurch unterstützen, daß wir schon jetzt Nisthöhlen anschaffen und aushangen. Denn diese Nisthöhlen werden von den Vögeln nicht nur als Brutplätze, sondern auch als Schlafstellen angenommen. Aber achtet darauf, daß die Nisthöhlen nicht zu sehr von dem Laubwerk der Bäume verdeckt werden! hängt sie so auf, daß das Flugloch nach Südosten gerichtet und die Fluglochseite etwas übergeneigt ist, damit kein Regen in die höhlen eindringen kann. Plätze, die zu Anlagen von Vogelschutzgehölzen bestimmt sind, arbeitet man besten jetzt schon grobschollig um, damit die Erde im Winter gut durchfrieren kann. Auch Futterglocken, Futterhäuschen, Futtersteine und andere geeignete Futtergeräte kann man jetzt schon anfertigen oder ankaufen, denn schnell rückt die Zeit heran, die unserer Vogelwelt Not und Tod bringt. C.W. Gießener Wochenmarktpreije. Verl Sie die illustr. Dr udcs. 8*3 m. Preiien 1 Quarzlampen Gei. mJi.. Hanau a. M. I Portfad) 415 • ZweigtL V. Friedrich»!. Leipziaerrtr. 27 28. Vorführg. i med Fadigesch AEG- u Stemem-l. Nieder!. ttfihmnirflino RM. IIS.-gegen Barzahlung. IIUUIUU lUlllC Weltmarke, fabrikneu, volle Gar. auch auf TeiUabl., wöchentl. Mk. 1.50 mri entsvr, Aufschlag. 1. Rate November, Lieferung sofort frei Haus ohne Anzahlung. Altmaschure m Zahlung. M2M A. Döll. Seltersweg 55, Seitenbau (Hof). 1 Original Hanau^B KompL Apparate von RM W. » RM. 241.20 freiHau^^gjg^ unrr mu 'bo*"bäh’eine Zahl von 1 Pfund 5 bis 10 Pf. der Zentner 5'Mark, Rotkraut, Queckborn, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volks. Flur. Aber wir wissen.-d.ch^ ja ^ne ^ayi | ^und 8 bis 10 Pf., der Zentner 6 Mark, Gelbe schule zu Weickartshain, Kreis Gießen; ber Schul- Rüben, das Pfund 7 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 30, (gelb) 20 bis 30, Unterkohlrabi 5 bis 8, Erbsen 30 bis 35, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 15 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel 14 bis 18 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 20 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche (italienische) 50 bis 55, Brombeeren 40 bis 50, Birnen 10 bis 20, Zwetschen 12 bis 15, Nüsse 35 bis 40, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Enten 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Die Sonderzugkarten dürfen nur für den Zug benutzt werden, dessen Zugnummer auf der Fahrkarte aufgedruckt ist. Außerdem wird nochmals darauf hingewiesen, daß alle Teilnehmer ausnahmslos demjenigen Wagen zusteigen müssen, dessen Nummer auf der Rückseite jeder Fahrkarte aufgedruckt ist. Für die Teilnehmer an der Feier auf dem Bückeberg werden Privat- und Massenquartiere in ausreichender Anzahl und Güte bereitgehalten. Es emp- fieht sich jedoch, nach Möglichkeit eine wollene Decke für die Uebernachtung mitzunehmen. Für ausreichende Verpflegung sowohl in den Quartieren als auch auf dem Platz ist Sorge getragen, jedoch sollen die Teilnehmer Verpflegung für einen halben Tag selbst mitbringen. Der Hilfszug Bayern wird ein schmackhaftes und billiges Essen bereithalten. Außerdem werden die Geschäfte in der Umgegend des Bückebergs am Sonntag geöffnet sein. Zudem sind bei den Ankunftsbahnhöfen und den Quartieren große Verpflegungs-, Wirtschaftsund Dergnügungszelte errichtet. Es wird alles getan, um den Volksgenossen, die zum Bückeberg kommen, ihre Anwesenheit und Wartezeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Nachstehend geben wir noch einmal die Fahr- pläne mit Fahrpreisen der aus der Landes- bauernschaft Hessen-Nassau fahrenden Deine Beklemmungen De pressionen und der hohe Blutdruck lind nur dieJol □en Deiner Überarbeitung. Machs wie idil Bestrahle Dich mit der .Höhensonne _ Original Hanau. - das beruhigt." erfrisdat. belebt und bald bist Du wieder ein ganzer Kerl. Ä Bewerb WeMen Llebigstraße 16 BauabtaUung „ Abteilung Maschinenbau und Elektrotechnik Abteilung Schreinerfachsehule Abteilung Malerfachschule Abteilung Schuhmacherfachschule Staatliche Abgangsprüfung. Theoretische Meisterprüfung. Beste Gelegenheit zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Semesterbeginn am 2. November. Prospekte und Auskunft kostenlos. M64D Die Direktion. J. h. FUHR Sonnenstraße 25 Der zechte Tierfreund ist nie ohne Pflichten. Er kann nicht unachtsam an dem stillen Leid der Kreatur vorübergehen. Vieles sieht er, was andere nicht merken, er sucht zu helfen, wo andere noch an keine Not denken. So läßt er sich auch nicht durch die schönen warmen Herbsttage verleiten, die Gefahren, die der bevorstehende Winter für unsere Tierwelt bedeutet, zu vergessen. Schon jetzt sorgt der Tierfreund dafür, daß die ihm anvertrauten Tiere im Winter keine Not zu leiden haben. Er sucht schon jetzt einen geeigneten Platz aus, um die Hundehütte geschützt vor Wind und Regen aufzustellen und hängt eine Decke oder einen Sack vor den Hütteneingang. Er sorat dafür, daß seine Stall- tiere vor Kälte und Zugluft geschützt sind. Besonders für unsere gefiederten Freunde müssen wir vorsorgen. Wohl ist schon ein großer Teil von ihnen nach den warmen Südländern entschwunden, und still und stiller ist es geworden in Wald und Beschwerden? Dann zu LThöt-Gießen;XKS Lieferant aller Krankenkassen! Höhere Prifalschiile Gießen Wernerwall Nr. 15 Leitung: Dr. phil. H. Fuchs Oberrealschulplan, realgymnasiale und gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung auf alle Schulprüfungen (Obersekund areife, Reifeprüfung). 5680 D Beste Prüfungserfolge! Täßl, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme in allen Klassen (auch Sexta) jederzeit. Sprechstunden täglich von 11.30 -13 Uhr. Fernsprecher Nr. 2129. Verlangen Sie Prospekte. ht Betracht: 1. ehemalige Angehörige des FAD., wenn sie ihm mindestens sechs Monate mit guter Führung angehört haben; diese Bewerber können bei Eignung als Dormann ober Obervormann ein- gestellt werden und müssen sich auf mindestens sechs Monate verpflichten; 2. solche Bewerber, die noch nicht im Arbeitsdienst waren. Sie müssen sich auf mindestens zwölf Monate verpflichten und werden nach sechs Monaten bei Eignung zum Dormann befördert. Oer Blumenschmuck-Wettbewerb 1935 Am vergangenen Donnerstag fand in der Alten Bürgermeisterei die Verteilung der Preise statt, die der hiesige Verkehrsverein für die besten Leistunaen im Blumenschmuckwettbewerb ausgesetzt hatte. $ur Ausgabe gelangten 22 erste, 39 zweite und 17 dritte Preise, bestehend aus Zimmerpflanzen, wie Palmen, Gummibäumen, Wachsblumen, Kakteen, Alpenveilchen, Primeln, Begonien und anderen Blatt- und Blütenpflanzen. Außerdem aus Büchern über Garten- und Zimmerkultur, Theaterkarten und anderen durchweg wertvollen Gegenständen. Man sah nur freudige Gesichter und Genugtuung über anerkannte Leistungen. Für das nächste Jahr ist eine erhöhte Werbetätigkeit vorgesehen. Die Preisverteilung soll alsdann im Rahmen einer größeren Veranstaltung gemeinnütziger Art im Zusammenwirken mit dem Obstund Gartenbauverein besonders feierlich ausgestaltet werden. Um die Teilnahme allgemeiner werden zu lassen, ist ferner vorgesehen, die verbilligte Abgabe von Fensterkästen, ohne die es einmal nicht möglich ist, ein üppiges Wachstum bis zum Herbst zu unterhalten. Ferner soll erstklassige, nahrhafte Blumenerde für die Bewerber unentgeltlich verabfolgt werden. Auch auf die Blumenpflege durch die Schulkinder wird man wieder zurückkommen müssen, um das im deutschen Volke vorhanden Schönheitsgefühl und Verständnis für Blumen und Pflanzen, für verschöntes Heim und Heimat neu zu wecken und zu beleben. Auch in dieser Hinsicht ist die Jugend die Trägerin wertvollen Volksgutes, das wir nickt verkümmern lassen sollen. Zu dem diesjährigen Ergebnis ist noch einiges nachzutragen. Sehr viele Bürger unserer Stadt hatten, ohne sich zum Wettbewerb gemeldet zu haben, ihre Wohnungen oder Geschäftshäuser reichlich und geschmackvoll geschmückt. Wir erinnern in diesem Zusammenhangs nur an den großen Balkon über den Räumen der Stadtpost, an das Haus Kreuz- platz 15 (Horn), an das Haus hitlerwall 12 (h. W. Rinn), den Vorgarten hitlerwall 23 (Schaffftedt), die Kaserne der Maschinengewehr-Abteilung usw. Daneben gibt es viele Häuser, die früher im Blumenschmuck prangten, mit leeren Fenstern, ja ganze Straßenzüge entbehren des Grün- und Blumenschmuckes fast vollkommen. Man denke nur an die Ludwigstraße. Der Einheimische geht über dergleichen Erscheinungen achtlos oder unbewußt hinweg, der Fremde aber, der sich nicht genug über das freundliche Aussehen der in reichem Blumenschmuck prangenden Dörfer wundert, merkt, daß es hier anders sein könnte. Monatskalender für Tierschutz. Oer Tag von Limburg am 13. Oktober! h 3. zieht nach Limburg! 20 000 Jungen und Mädel marschieren auf! Der Reichsjugendführer spricht!! germeifterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf diese wichtige behördliche Mitteiluna besonders hingewiesen. ** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat September gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- oraf-Phuipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Arbeitsvergebung. Das hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Bauarbeiten für den Neubau eines Doppelwohnhauses in der Schottstraße aus. Das Baugewerbe sei aus diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** höhere Privatschule Gießen. Wie man uns berichtet, haben bei _ der diesjährigen Herbst-Reifeprüfung sämtliche Prüflinge mit gutem Erfolg bestanden. In unserem heutigen Anzeigenteil wird auf die Kurse und die Aufnahme in die Klassen hingewiesen. Näheres in der Anzeige. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung des Forstftrafgesehes wurde der A. P. aus Hattenrod durch Strafbefehl mit 5 Mark Geldstrafe, eventuell einem Tag haft, belegt. Die auf den Einspruch des Angeklagten anberaumte Hauptverhandlung ergab, daß er aus dem Gemeindewald einen Wagen Holz abgefahren hatte, ohne im Besitz eines Bezugscheins zu fein. Es verblieb bei der im Strafbefehl festgesetzten Strafe. Der K. W. aus Fellingshausen fichr am 28. Mai mit seinem Lastkraftwagen in der Grünberger Straße so dicht an einem Radfahrer vorbei, daß dieser zu Fall kam und erhebliche Verletzungen davontrug. Während der Angeklagte durch Strafbefehl 50 Mark Geldstrafe, evt. 10 Tage Gefängnis, erhielt, wurde gestern in Anbetracht der schweren Folgen des Unfalls die Strafe auf 8 0 Mark erhöht. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte das Gericht gegen einen Mann aus Gießen, ber einen Zeugen, ber sich einer Maßnahme des Erb- gefundheitsgerichts zu unterziehen hatte, verhöhnte und verächtlich machte. Nachdem der Angeklagte durch Strafbefehl mit 1 Monat Gefängnis belegt worden war, blieb auch das Gericht bei dieser Strafe. In der Begründung führte der Vorsitzende aus, daß die unter die Gesetze zur Erhaltung , gesunden Blutes fallenden Personen gegen Verunglimpfungen besonders zu schützen seien und derartige Fälle, wie der vorliegende, mit einer empfindlichen Strafe gesühnt werden müßten. Am 8. Juni fuhr ber W. W. aus Friedberg, ’ nachdem er vorher erheblich dem Alkohol zugesprochen hatte, mit feinem Kleinkraftrad durch die Kaiserallee und überholte dabei ht unvorschrifts- ; mäßiger Weise eine Passantin. Das Gericht erhöhte die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe von 30 aus 50 Mark. leisteten treuen Dienste. ** Die Ziehung der Auslosungsreck t e zu den städtischen Ablösungsanleihen betrifft eine Bekanntmachung Der Sür- o Erstes und ältestes Fachgeschäft am Platze ,amtsanwärter Georg Rothermek aus Roda«, I Kreis Bensheim, zum Lehrer an der Volksschule zu Stockheim, Kreis Lauterbach, beide mit Wirkung vom Tage der Dienstanweisung an. — Uebertragen wurde dem Lehrer Otto Strauch zu Alzey eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen mit Wirkung vom Tage des Dienstantrittes an. — In den Ruhestand versetzt wurde auf seinen Antrag ber Lehrer Richard Hahn an ber Volksschule zu Lindenstruth, Kreis Gießen, mit Wirkung vom 1. Oktober ab unter Anerkennung seiner dem Reiche ge- Trinkt deutschen Wein! Die Gießener Herbstmesse wird ausgebaut. Zur Wein-Werbewoche in Gießen. ■ft ' x.% Gestern traf in unserer Stadt — wir berichteten gestern bereits kurz darüber — aus Oppenheim am Rhein der Wein ein, der während der Werbewoche für den deutschen Wein zum Verbrauch in Gießen bestimmt sein soll. Unser Bild (oben) zeigt den schweren Lastzug mit den riesigen Fässern, die 10 000 Liter Wein bergen. Zur Freude der Passanten in der Schulstraße gab es gleich eine kleine Kostprobe, die (siehe das untere Bild) recht gut geschmeckt zu haben scheint. (Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.) *<Ä * HeichSfrauenführerin Scholh-Klink spricht in Darmstadt. Darmstadt, 4. Okt. (LPD.) Am Samstag, 19. Oktober, 17 Uhr, spricht die Reichsfräuenführe- rin Pgn. Frau Gertrud Scholtz-Klink in der Festhalle in Darmstadt. Auf diese Veranstaltung wird schon heute aufmerksam gemacht. Näheres ist bei den Kreisfrauenschaftsleiterinnen als Leiterinnen des Frauenvereins und bei den Kreisvorsitzenden des Roten Kreuzes, Hessischer Alice-Frauen- verein, zu erfahren. Seit einigen Lagen sind auf Oswaldsgarten viele fleißige Hände damit beschäftigt, die Vorbereitungen für die diesjährige Herbstmesse zu treffen. Wagen um Wagen, schwer beladen, fuhr an. Kisten, Bretter, Balken, bemalte Leinwand und vieles andere wurden abgeladen, und nach einer vielgeübten Aufbautechnik entstanden Buden, Karussells, die Achter- I 1 ML Die Achterbahn wird aufgebaut. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) bahn, die auch diesmal dem Platz der Herbstmesse wieder die besondere Note gibt. Immer wieder finden sich viele Zuschauer, die den Arbeitern im Gerüst auf luftiger Höhe mit allem Interesse zusehen. Die Messe wird den Besuchern auch in diesem Jahre wieder ein abwechslungsreiches Bild bieten. Neben einigen Karussells wurde eine Anzahl Schaubuden aufgestellt, in denen die bekannten „Weltattraktionen" zu sehen sein werden. Die Schießbuden fehlen auch nicht. Eine der Schießbuden ist sogar sehr phantafievoll mit einer Wald- und Heidelandschaft ausgerüstet worden, so daß sich der Schütze mitten in die Natur hinein versetzt fühlen kann. Neben einer neuartigen Schlangenbahn ist wieder die elektrische Autobahn auf dem Platz. Selbstverständlich wird auch für allerlei Leckerbissen gesorgt sein. Die Jugend, die schon jetzt mit erlebnislustigen Augen um den Platz streicht und die Ausbauarbeiten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, braucht nicht mehr lange zu warten. Morgen wird die Messe eröffnet. Hoffentlich ist den Schaustellern diesmal etwas besseres Wetter be- schieden als zur Frühjahrsmesse. Don der Gießener Arbeitsdienstabteilung Seit einigen Tagen herrscht lebhaftes Treiben bei der Arbeitsdienstabteilung 5/22 „Justus von Liebig", Gießen. Kaum haben die alten Arbeitsmänner nach einer schönen Abschiedsfeier, die so recht die Zusammengehörigkeit von Führer und Mannschaft zeigte, die ihnen lieb gewordenen Räume verlassen, als auch schon der erste Jahrgang der Dienstpflichtigen seinen Einzug hielt. Erst mit ihren Stuben und ihrem Strohsack vertraut gemacht, stehen sie schon wieder neu eingekleidet im Hof bet den Formübungen, werden in der richtigen Handhabung des Arbeitsgeräts unterrichtet, oder sie marschieren zur Baustelle, um mit dem Platz ihres neuen Wirkens bekannt gemacht zu werden. Aber schon hat ein Einleitungsvortrag des Abtei- lungsführers und die wenigen Stunden des Zusammenseins mit dem übrigen Führerpersonal die ersten Hemmungen überwunden und es wird nicht mehr lange dauern, dann wird jeder dieser jungen Menschen wissen, daß im Arbeitsdienst der Standes- dünkel überwunden, wahre Volksgemeinschaft gepflegt, die Liebe zum Boden durch die Arbeit an ihm gefördert und überhaupt praktischer Nationalsozialismus gepflegt werden. Dann werden sie wieder begreifen, daß Arbeit adelt. Die Luftwaffe und die Frau. Der Reichsluftschutzbund, Landesgruppe Hessen- Rheinland-Süd, teilt mit: Wenn heute neben dem Manne auch die Frau l u s t s ch u tz p f l i ch t i g ist, dann trägt daran die Entwicklung des Militärflugzeuges zu einer gefährlichen Angriffswaffe die Schuld. Um feine Wirksamkeit auf die Zivilbevölkerung zu begrenzen, ist der Ausbau des Selbst- chutzes eine gebieterische Notwendigkeit geworden. Ohne die Frau ist er nicht denkbar. Neue, aber durchaus mögliche Leistungen werden jetzt und in der Zukunft von Deutschlands Frauen und Mädchen verlangt. Selbstschutz kann nicht von heute auf morgen geschaffen werden. Er muß in umfangreicher Arbeit in vielen Jahren vorbereitet werden. Mit den Ein- zelfragen kann man sich nicht früh genug befassen, und gerade die Frau wird berufen fein, verantwortliche Posten — Luftschutzhauswart oder Brandwart — zu übernehmen, weil im Ernstfälle nur wenige Männer verfügbar sein werden. Selbstverständlich gibt es in den Ausbildungskursen des Reichsluftschutzbundes Gelegenheit in Hülle und Fülle, die notwendigen praktischen Kenntnisse zu gewinnen, und es muß jeder Frau geraten werden, die gebotenen Möglichkeiten ohne weitere Verzögerung auszunutzen. Es ist nicht unsere Absicht, einen Querschnitt durch den erwähnten Kursus zu geben; wir wollen lediglich einige Gesichtspunkte in den Vordergrund rücken, die dis Notwendigkeit der fraulichen Mitarbeit dartun werden. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Enk- rümpetung des Dachbodens. Alle leicht brennbaren und vor allem wertlosen Gegenstände, die bei einem Fliegerangriff Anlaß zu einer Vrandkatastrophe werden können, müssen beseitigt werden. 3n der Wohnung selbst muß rechtzeitig Vorsorge zum Verdunkeln getroffen werden. Eine kluge Hausfrau wird beizeiten überlegen, was sie für die Vorbereitungen braucht. Zum Schuhe der Fenster, die unter der Wirkung von Sprengbomben der Zerstörung ausgesetzt sind, müssen besondere Vorkehrungen getroffen werden. Jeder Luftfchuh- hauswart gibt Auskunft. In jedem haushalt müssen gasdichte Behälter vorhanden fein, die lm Ernstfall die notwendigen Lebensmittel aufnehmen. Ist der Schuhraum bereits erstellt, so wird die Frau, die praktisch ausgebildet ist, bei der Einrichtung desselben ein gewichtiges Wort mitreden müssen. Schließlich müssen Kinder und Kranke von der Frau betreut werden. Ein neues Gebiet weitgehendster Fürsorge öffnet sich der Frauenwelt. Sie wird es übernehmen müssen im Interesse von Familie und Volk, und sie wird sie leisten können, weil die Frauen von heute und morgen dem Vaterlande freudig dienen. Mein lieber Mann, unser guter Vater Die G. JJ. Alemannia 04294 5697 D iSORA Nafabeize »Ceresan« Nahbeize »Germisan« Auguste Reit, geb. Westhoff Hilde Reit Walter Reit empfiehlt Samenhaus I. A.: Ernst Weyl Innnen- - ANlllMvß umugeb. Bei!eil. erb wir n Vosfl DamplsägewerkLollar B.NuhnA.G..Lollar. Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVolMCo.. Gießen Seltersweg 44 lBr a Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christine Müller, geb. Pieh nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 59 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Müller nebst allen Angehörigen. Gießen, den 5. Oktober 1935. Heinrich Hahn Bahnhofstraße Telephon 3403. Die Beerdigung findet Montag, 7. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand nehmen zu wollen. 5720 D Georg Karl Reit ist heute nach langem Leiden in Frieden heimgegangen. Unterfertigte betrauert aufs tiefstfe das Ableben ihres 1b. A. H. Jakob Kn ab, Pfarrer i. R. (akt. 1875). Heuchelheim-Gießen den 5 Oktober 1935. Die Beisetzung findet in der Stille statt Deshalb aber nicht verzweifeln! Doppelherz ist das bewährte Kräftigungsmittel für alle,die sich matt und elend fühlen. Doppelherz erneuert Blut und Körpersäfte. Bei Schlaf- losigkeit,Nervositähjnd Mattigkeit als Kräftigungsmittel unentbehrlich. Flaschen zu 1,95 KM, 3,70 KM, 4,65 KM, Doppelherz-Dragees 1,50 KM. Zu haben in nachstehenden Drogerien : C. Seibel, Frankfurter Str., O. Win ter hoff, Kreuzplatz 9/10. Grün berg?: Karl Schott u. sämtl. Filialen. Laiibach: Solms-Lau- bacher Drogerie Karl Klein, Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei trocken mit der neuer» wirtschaftlichen Universal- Trockenbeize oder nass mit der billigen Universal Nassbeize Uspulun- Universal Bekanntmachung. Die öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1935 findet am Donnerstag, dem 24. Oktober 1935, 15 Uhr, Zimmer Nr. 6 im Stadthaus, Bergstraße 20, statt. 57030 Das Ergebnis der Auslosung wird in den Tageszeitungen baldmöglichst bekanntgegeben. Gießen, den 5. Oktober 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Bekanntmachung. Vetr.: Die Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger usw. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer für seine Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsver- fahren beigetrieben. 57020 Gießen, den 3. Oktober 1935. Bürgermeisterei Gießen. 3.23. : Dr. Hamm, Bürgermeister. Arbeitsvergebung. Für den Neubau eines Doppelwohnhauses in der Schottstraße sollen vergeben werden: 5699D 1. Erd- und Maurerarbeiten, 2. Zimmerarbeiten, 3. Dachdeckerarbeiten, 4. Spenglerarbeiten. Angebotsvordrucke sind ab Montag, den 7. b.21U bei uns zu haben, wo auch die Zeichnungen offenlegen. Angebote sind verschlossen und mit ent- jprechender Aufschrift versehen bis zum Verdingungstermin am Freitag, dem 11. Oktober 1935 vormittags 10 Ubr bei uns einzureichen. Gießen, den 4. Oktober 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert