Nr. 180 Erstes Blatt 185. Zahrgang Montag, S. August 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter i Heimat im Bild - Die Scholle Monats vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche llniverfitälr-vuch- und Steindruckerei ».Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/3lH)r des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.', für Textanzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsauzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B rung nur eine das. Zurück zu dienen, wir aber dienen dem Volke. Wir rollen jede S la a l s f e l n d s cha f t Berlin, 4. Aug. (DNB.) Generalfeldmarschall von Mackensen, der seit der Gründung des „Stahlhelms" dessen Ehrenmitglied ist, hat mit dem 31. Juli die Ehrenmitgliedschaft des „NS. - Deutschen Frontkämpferbundes (S t a h l h e l m)" niet) er gelegt und diesen Schritt den alten Stahlhelmkameraden m i t folgendem Schreiben bekanntgegeben: An alle Angehörigen des RS.Deutschen Front- kämpferbundes (Stahlhelm)! Das wichtigste Kampfziel des allen „Stahlhelms" ist durch das von der Reichsregierung am 16. Wär; 1935 beschlossene Gesetz zur Wiedereinführung der ckllgemeinen Wehrpflicht verwirklicht! In den allerersten schweren Nachkriegsjahren habt ihr euch unter den schwierig st en Verhältnisse n im Sinne der alten, in Hunderten von Schlachten erprobten Weltkriegskämpser zusammengeschlossen und euch immer kraftvoll und selbstlos für die Verwirklichung dieses Zieles eingesetzt. Auch späterhin seid ihr als treue Verfechter des Stahlhelmgedankens tatkräftig — als „alte Kämpfer" auch vom Führer und Reichskanzler stets besonders a n e r k a n nt — für die Erneuerung unseres geliebten deutschen Vaterlandes eingetreten! Damit ist die vom alten Stahlhelm sich selbst gestellte Hauptaufgabe erfüllt! Es gibt im Staate nur einen Träger des politischen Willens, das ist unsere Bewegung. Sie repräsentiert Staat und Volk. Sie mutz sein, sie ist unauflösbar. Selbst wenn alle Deutschen national! o- zialistisch wären, müßte sie bleiben, um alle Deutschen nationalsozialistisch zu erhalten. So weit neben dieser Bewegung andere Verbände uni) Organisationen existieren, sind sie dienende Glieder der Partei. Es gibt neben der Partei keine Organisation, die das Recht auf ein politisches Eigenleben hätte. Die Wacht gehört ganz uns. Wir geben nichts davon ab, denn wir wissen: Kur im vollen Gebrauch der Wacht haben wir die Wöglichkeit, die großen Fragen der Gegenwart zu lösen. Wir trauen den Verbänden an sich nicht viel Böses zu, wir sprechen ihnen aber den Instinkt ab, den Feind an der richtigen Stelle aufzuspuren und zu wittern. Den Mangel an diesem Instinkt haben sie in der Kampfzeit tausendfach unter Beweis gestellt. (Lebhafter Beifall.) Wenn sich in diese an sich harmlose Vereine und Verbände Gegner des Staates einschleichen, um dort im Schutze von patriotischen Phrasen und Fahnen Sabotage am Staat zu betreiben, so sei ihnen gesagt: Sie fallen dann mit diesen ©lernen- t e n. (Starker Beifall.) Da hört die Sentimentalität auf. Der Staat duldet keine Gegnerschaft. (Erneuter Beifall.) Sie täuschen sich, wenn sie glauben, daß das Volk irgend etwas mit ihnen zu tun haben wollte. Den Instinkt für das Volk haben wir niemals verloren. Auf die paar taufend Meckerer können wir gern Verzicht leisten, wenn nur die 66 Millionen deutschen Mmschen bei uns sind: denn das ist das Entscheidende. Vorrechte müssen bei uns durcb Vorvilicht-'n erworben werden. (Stärkster Beifall.) Eine gewisse Auslandspresse sagt, das ist eine Staatskrise. (Stürmische Heiterkeit.)' Das ist eine ganz gewöhnliche Reinigungskur! Das, was schon längst fällig war, wird jetzt Zug um Zug getan. (Neuer Beifall.) Die Auslandspresse macht aus einem Floh einen Elefanten. Schau in Berlin auf den Kurfürstendamm einen Juden schief an, und du wirst das Wehegeschrei von London bis Peking hören! Wenn die deutschfeindliche Presse jetzt in der S a u r e n - G u r k e n z e i t nach Sensationen sucht, so gibt es in der Welt ein so großes Betätigungsfeld, daß sie sich nicht gerade ans Deutschland versteifen muh. Beispielsweise ist Krieg in Abessinien in Sicht. Eine an sich immerhin interessante Frone, über die es sich zu schreiben verlohnt, vor allem im Hinblick daraus, daß unter dem Jubel derselben Weltpresse in Paris vor ein paar Jahren feierlich ein Kriegsächtungspakt von den Rationen, die jetzt einen Krieg nicht verhindern können, unterschrieben worden ist. (Lebhafter Beifall.) In Woskau redet man davon, daß die Kommuni st ische Inter- nationale die Länder zur Revolution bringen will, und einige Wonate vorher singt man England zuliebe: „Gott segne den König!" was die englische Presse anlangt, so sei sie daraus hinzuweisen: „Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah!" 3 n Belfastbrennendie häuser, und was die Sicherheit in Deutschland anlangt Flaggen anderer Staaten haben wir durch Wob noch niemals von den Masten Herunterreitzen lassen. Das tut man nur in Kultur- Keldmarschatt von Mackensen legt die Ehrevmitgliedschast im Stahlhelm nieder Bei der Weiterentwicklung des Gemeinschaftsgedankens in unserem deutschen Vaterlande ist ein Bestehenbleiben von verbänden, denen keine besonderen Aufgaben zugewiesen werden können, im Interesse der vom Führer und Reichskanzler stets angestrebten Einheitlichkeit nicht mehr angezeigt. Ich habe mich daher nach reiflichem Aeberlegen und Durchdenken heute entschlossen, meine Ehrenmitgliedschaft im „R S.-Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm)" niederzulegen. Wit meinem wärmsten Dank für euer stets besonders anerkanntes kraftvolles Elst^ceten für die nationale Erhebung verbinde ich meine treuen kameradschaftlichen Grütze und den immer gleichen Wunsch, datz jeder alte Frontkämpfer, den ich mit zu dem wertvollsten Bestand augenblicklichen deutschen Wannes- t u m s zähle, sich an der ihm geeignet erscheinenden Stelle bei dem Wiederaufbau unseres geliebten deutschen Vatertandes e i n s e h e n möge. In diesem Streben habe ich mich eins gewußt mit den Schöpfern und Witgliedern des „Stahlhelms" und werde dies auch unter den veränderten Umständen weiterhin tun. gez. v. Wackenfen, Generalfeldmarfchall. W ü n st e r i. w., 3. Aug. (DRV.) Die Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Wünster teilt mit: Es ist gelungen, einen versteckten Angriff, der von der „Kolping-Familie" in Werne a. d. Lippe gegen SA. und andere RS.- Forma- ti o n e n gerichtet wurde, aufzuklären. In der Rächt zum 1. August wurden in Werne a. d. L. an katholische Einwohner Flugblätter verteilt, die ein Spotllied auf den Bischof von Wünster und ein Hetzlied gegen die Devisenverbrechen enlhiellen. Der Verdacht gegen die Verteiler des Flugblattes richtete sich seitens der katholischen Bevölkerung gegen die Witgtieder der SA. und die RS.-Forma t i o n e n. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, daß als Hersteller und Verbreiter dieses Flugblattes neunWitgliederder,Kolbings-Familie" aus Werne in Frage kommen. Acht Täler konnten fe ft genommen werden, während der neunte nach Holland flüchtete. Alle Beteiligten haben ein Geständnis abgelegt und gaben an, daß sie die Flugblätter verteilt haben, um die katholische Bevölkerung in Werne über die angebliche kirchenfeindliche Einstellung der RSDAP. und Partei, Armee und Staat ein harter Granitblock. Reichspropagandaminister Or. Goebbels spricht auf dem Essener Gautag der NSDAP wir vergangene Sünden so leicht vergessen hätten. Wir achten jede religiöse Ueberzeugung. Der Ton liegt auf jede! Wir dulden keine neue In - quisition. Wir eignen uns nicht dazu, wie im Mittelalter Scheiterhaufen aufzurichten. Bei uns kann jeder nach seiner Fasson selig wer- d e n. Die Jugend zur Religiosität zu erziehen, mag Sache der Kirchen sein. Die Jugend politisch zu erziehen, ift . unsere Sache! Wenn die Kirchen Sportvereine gründen, so ist es denn doch sehr die Frage, ob diese Sporterziehung auf das Jenseits gerichtet ist. (Stürmische Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Die Jugend gehört uns, und wir geben sie an niemand ab. Auch eine konfessionelle Presse ift überflüssig. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Wir haben 400 Tote geopfert, um die parteipolitische Atomisierung unseres Volkes zu überwinden. Sollen wir t" was wir über die Vordertreppe hinuntergefeuert haben, über die Hintertreppe wieder herauflassen? Gewissenlose Hetzer enllarvl. Die Urheber eines heimtückischen Angriffs auf die SA entdeckt und verhaftet. Boden eines positiven Christentums. Wir wünschen und verlangen aber, daß genau so, wie wir religiös positiv ch r i st l i ch sind, die Kirchen politisch positiv nationalsozialistisch sein müssen. Lin Lippenbekenntnis kann nicht genügen, wir wollen ein Bekenntnis der Tat. Daß in Deutschland überhaupt noch Kirchen stehen, ist der Tatsache zu verdanken, daß wir den Bolschewismus zu Boden geworfen haben. (Stür- mische Zustimmung.) Das Zentrum war zu schwach dazu und es wollte das auch im Ernst gar nicht; denn es fühlte sich dem Bolschewismus innerlich verwandter als uns. Sie sollen nicht glauben, daß haben für Bewegung und Führer gekämpft, wir dulden es aber nicht, datz die Geschickten sich in die vordere Reihe drängen und die alten Kämpfer in den Hintergrund geschoben wer- den. Im übrigen überschätzte man diese kleinen Gruppen nicht, wir brauchten nur einen Teil unserer Wacht anzusehen, und sie kröchen wieder wie im Februar und Wärz 1933 in ihre Mauselöcher zurück. Partei, Armee und Staat bilden einen harten, festen Granitblock und man kann sich an diesem Granitblock höchstens die Zähne ausbeitzen. Was das Judenproblem anlangt, so möchte ich in aller Öffentlichkeit fragen: Wer hat provoziert? Die Juden oder wir? Wer hat mit einer wahren Schafsgeduld über zwei Jahre lang diesem aufreizenden Treiben zugeschaut? Das Judentum hat sich in Deutschland den Gesetzen des Gastvolkes unterzuordnen. Wir haben ihm eine Chance gegeben. Wenn es diese Chance mißbraucht, darf es sich nicht über die Folgen beklagen. Wir kennen die Juden, wir haben sie als Kommunisten, als Sozialdemokraten, als Schakale des Wirtschaftslebens kennengelernt. Wir werden nicht müde werden, das deutsche Volk über die Gefährlichkeit dieser internationalen Rasse aufzuklären. Eheschließungen zwischen Deutschen und Juden werden in Zukunft nicht mehr geduldet. (Stürmischer Beifall.) Wir lassen es nicht zu, daß die Rassenverderbnis auch in den zukünftigen Geschlechtern sich fortsetzt. Auf die Frage der konseffionen eingehend erklärte Dr. Goebbels: Die nationalsozialistische Bewegung steht und bleibt stehen auf dem Mittler zum Volk. Für die Kirchen aber gibt es Losung, die den Frieden gewährleistet: den Kanzeln! Die Kirchen sollen Gott aus, wo immer sie sich zeigen mag. Wir wollen keinen kullurkampf. Wir haben aber den Eindruck, daß es in ehemaligen Zen- lrumskreifen gewisse Eliguen gibt, die einen Kulturkampf herbeiführen möchten. Was soll man beispielsweise dazu sagen, wenn in Westfalen Schmähflugblätter gegen den Bischof beschlagnahmt werden und sich herausstellt, daß sie verfaßt und vertrieben worden sind von Mitgliedern des katholischen Kolpingvereins! (Stürmische Pfuirufe.) Das ift ein Spiel mit dem Feuer, und wir werden dafür sorgen, daß diese inneren Unruhestifter einer so drakonischen Strafe zugeführt werden, daß ihnen und ihresgleichen die Lust zu ähnlichen Experimenten vergeht. (Stürmischer Beifall.) Was soll man dazu sagen, wenn in derselben Provinz eine gemeine und niederträchtige Kirchen- und Kanzelschändung festgestellt wird und sich bann ergibt, daß sie von katholischen Kreisen durchgeführt wurde, um den Nationalsozialismus damit zu belasten! (Lebhafte Pfuirufe.) Man sieht, wo die Kulturkampfhetzer sitzen, und man wird in den nächsten Wochen zu sehen bekommen, was wir mit ihnen anfangen. (Lebhafter Beifall.) Wenn ein Jude Devisen schiebt, so ift dabei nichts verwunderlich; denn die Katze läßt vom Mausen nicht. Wenn aber ein Diener am Wort des Evangeliums über die Grenze fährt und dabei Devisen in die Kutte eingenäht hat, so muß ich schon sagen, käme Christus wieder, er würde solche Verräter am Christentum mit der Peitsche austreiben und diejenigen dazu, die solche Verbrecher als Märtyrer erklären. (Starker Beifall.) Schon fett altersher haben wir mit dem Volke unmittelbar verkehrt. Wir brauchen keine ihrer Gliederungen aufzuklären. Aus dieser Tatsache ergibt sich klar und deutlich, mit welchen heimtückischen und hemmungslosen Mitteln der politische Katholizismus seinen Kampf gegen Staat und Bewegung führt. Grabdenkmal eines SA.-Mannes geschändet. Düsseldorf. 3. August. (DNB.) Wie der P r e s s e d e z e r n e n t beim Landgericht Cleve mitteilt, ift auf dem Grabdenkmal des SA.-Mannes Josef Arntz in Hau das Kreuz abgerissen worden. Auf die Ermittlung des Täters hat der Regierungspräsident eine Belohnung ausgesetzt. Auch vom Dienst enthoben. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Die Pressestelle des Reichsforstamtes teilt mit, daß auf Grund der durch eine Veröffentlichung des „Angriffs" vom 2. August, 1. Ausgabe, bekanntgewordenen Vorfälle außerhalb des Dienstes der Forst- affeffor Graf Fink von Finken st ein sofort seines Dienstes enthoben wurde. Eine disziplinarische Untersuchung gegen Forstassessor Graf Fink von Finkenstein ist bereits am Nachmittag d e s 2. August angeordnet worden. Dr. Goebbels spricht. Reichsminister Dr. Goebbels dankte zunächst den alten Parteigenossen für ihre Treue zur Bewegung, für die Standhaftigkeit und die stolze, feste lieber» zeugung von der Siegyaftigfeit der nationalsoziätt- stischen Idee. Es bereite ihm eine große Freude, wieder, wie am Gründungstage vor zehn Jahren, vor der alten Parteigarde zu stehen. Die kurze Sommerpause dieses Jahres sei nun zu Ende und derKampf beginne aufs neue. Gerade bei dieser ersten Großkundgebung der Partei nach der politischen Sommerpause solle das Gelöbnis abgelegt werden: Wir sind uns klar über unsere eigene Kraft, aber mir kennen auch u n - s er e Feinde; und sie sollen davon überzeugt sein: Wo sie uns entgegentreten, werden wir sie in Öen Staub werfen! Sie irren, wenn sie iglauben, daß unsere Langmut Schwäche sei. (Stürmischer Beifall.) Dr. Goebbels fuhr dann fort: Nach alten ge-, wohnten Methoden hat eine gewisse Ausland- presse auch in diesem Monat wieder aus den Gesundungserscheinungen des deutschen öffentlichen Lebens eine Krise zu machen versucht. jedesmal bemerkt das Ausland bei uns eine .Krise, wenn wir in Deutschland aufräumen und besonders dann, wenn wir uns unterstehen, dabei auch einmal einen Juden anzufassen. Wie notwendig das war, mag man daran erkennen, daß bas ^Judentum es wagte, in der Reichshauptstadt offen gegen einen ihnen unangenehmen Film zu protestieren. Da allerdings ift der Augenblick gekommen, wo wir sagen: Bis hierher und nicht weiter! wenn wir daraus Konsequenzen in mancherlei Hinsicht ziehen, so ist das ausschliehlich unsere Sache. Richt die Auslandpresse, sondern w i r regieren in Deutschland! (Stürmischer Beifall.) Richt der Staat ist gefährdet, sondern die kleine Clique, die ihn zu sabotieren versucht. Dir haben uns nie in lautem Pathos zu Bewegung und Führer bekannt, sondern wir E s s e n, 4. August 1935. (DNB.) Mit einer gewaltigen Kundgebung sämtlicher Gliederungen der NSDAP, und zugleich mit dem größten SA.-Aufmarsch, den Westdeutschland wohl je sah, erlebte der Gautag des Gaues Essen und die 10-Jahrseier der nationalsoizalistischen Bewegung im Ruhrgebiet ihren Höhepunkt. Gauleiter Terboven leitete mit kurzen Worten die Kundgebung ein. Wer immer, so erklärte er, in Deutschland oder in unserer Umwelt noch Zweifel habe, ob das neue Reich Bestand haben wird, der mag sich diese gewaltige Kundgebung der Einheit und Geschlossenheit in sich aufnehmen und er wird dann wissen, das Reich, das von diesen Männern getragen und aehalten wird, ist unerschütterlich und wird unerschütterlich bleiben. Stabschef Lutze erinerte an die Zeit des gemeinsamen Kampfes im Ruhrgebiet gegen Klassenkampf und Standesdünkel, gegen Marxismus und Bolschewismus, gegen Spießertum und gegen Reaktion. Wir haben dem Volke durch die Praxis bewiesen, daß Nationalsozialismus und Sozialismus zwei Begriffe find, die ohne einander gar nicht bestehen können. Wir haben uns immer mit Nachdruck für die Belange des ganzen Volkes eingesetzt, und wir werden dies auch in Zukunft fs halten. Wir haben jeden, der sich ehrlich bereit erklärte, mit uns für das deutsche Volk und den deutschen Staat zu arbeiten, immer i n offener Kameradschaft d i e Hand geboten. So wird es auch in Zukunft sein. Wir haben aber ebenso jedem, der sich offen oder versteckt uns entgegenstellte, der gegen uns, gegen das Volk und gegen den Staat arbeitete, schonungslos, und wenn es fein mußte, mit brutaler Gewalt niedergekämpf. Auch das werden wir in Zu fünft so halten. Wir sind mehr als tolerant, wir inb großzügig gewesen, aber wir sind nicht chwach. Mit uns hat die Anständigkeit über die Inanständigkeit, die Vernunft über die Unvernunft gesiegt. Wer sich dennoch gestattet, aus diesen Tat- -sachen, die auch unsere unbelehrbaren Gegner im In- und Ausland heute nicht mehr leugnen können, falsche Schlüsse ziehen, muß sich nicht wundern, wenn plötzlich hart zugefaßt wird. Stabschef Lutze wandte sich scharf gegen die politisierende Geistlichkeit und betonte, daß nach dem Willen des Führers einzig und allein die nationalsozialistische Bewegung die Politik mache. Wir wollen den Frieden im Innern und nach außen. Wir können jedoch niemals auf zwei Dinge verzichten, innerpoli- tisch auf den Totalitätsanspruch unserer Bewegung, und außenpolitisch auf die Ehre unseres Volkes. Diese beiden Dinge sind wir bereit, bis zum fetzten Atemzug zu verteidigen. Unsere Treue zu unserem Führer ist unerschütterlich, und unbändig ist unser Glaube an Deutschland. Und hier wende ich mich insonderheit an meine alten Kameraden. Wir waren vor 10 Jahren tue Träger dieser Treue, dieses Glaubens und dieser Opferbereitschaft. Das, meine Kameraden muß immer so bleiben, und das wird immer so bleiben. W i r sind und bleiben d ie Alten. Von den Tausenden stürmisch begrüßt nahm dann Reichspropagandaministev Dr. Goebbels das Wort. ländern. (Anhaltender Beifall.) Mr sehen mit Ernst auf diese von Streiks, Aufständen und Krisen durchschültelte Wett. Dir glauben, daß Europa nicht eher zur Ruhe kommen kann, als bis es sich über die primitivsten Grundlagen seines Lebens geeinigt hat. Mit Stolz können wir andererseits sagen, daß Deutschland, gereinigt durch die nationalsozialistische Revolution, fest und unbeirrbar über der Weltkrise steht. Bei uns trägt eine starke Partei den Staat. Bei uns schützt eine neuer ft anbene Armee die Nation. Bei uns ist Volk und Führung eines Willens und vollbringt die nationale Einigkeit Wunder der Arbeit. Wir leben nicht in einem Paradies, aber wir leben ein Leben, das sich zu leben immerhin verlohnt. Wir können mit Stolz bekennen: Dieser großen Zeit haben wir die Bahn gebrochen, und wir lassen sie uns nicht verderben. Als Ehrenwache über den deutschen Staat stehen diese alten Gardisten, die treuesten Mitkämpfer unseres Führers. Das Ziel, das wir uns einmal steckten, ist unerschütterlich. Die Mittel, die wir zur Erreichung die-1 ses Zieles anwenden, sind elastisch und biegsam.! Wir haben einen Führer, an den wir glauben, und auch in dieser großen Treuekund-1 Das Zudenproblem. Essen, 3. Aug. (DNB.) Jrn Rahmen des Essener Gautages fand Samstagabend im Zirkus Ha- genbeck eine Massenkundgebung der Beamten unb Lehrer unb ber DA F. statt, auf der Reichsinnenminister Dr. Frick in einer großen Rede u. a. auch auf die vom Ausland erhobenen Vorwürfe einer angeblichen Judenverfolgung in Deutschland einging und erklärte: Die Juden- frage wird langsam aber sicher so gelöst werden, wie es das Programm der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oorsieht. Sie wird vollkommenlegal gelöst werden, und ich möchte ausdrücklich vor wilden Einzelaktionen warnen, die uns nur schädigen und den Enderfolg gefährden können. Ich vertraue der unbedingten Disziplinder Partei, daß sich Parteigenossen nicht durch staatsfeindliche Provokateure zu gewaltsamen Maßnahmen hinreißen lassen. Aber die Juden in Neuyork sollen ja nicht glauben, daß sie durch bezahltes kommunistisches Gesindel, das gegen Deutschland demonstriert, ihren Rassegenossen m Deutschland irgendwie helfen können, sie werden damit höchstens das Gegenteil erreichen. Die Katholische Kirche. Auch zu der angeblichen Verfolgung der Katholiken in Deutschland nahm der Minister Stellung. Ich lehne, so erklärte er, hier ausdrücklich jeden neuen Kulturkampf ab und es ist mir nicht bekannt, daß der Führer bis heute den Programmsatz von 1920 der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, wonach die Partei für ein positives Christentum eintritt, aufgehoben hätte. Es besteht also nach wie vor zu rechtens. Das aber muß ich allerdings sagen, wir verlangen auch von den Kirchen in Deutschland, ebenso von der katholischen wie von der protestantischen, daß sie sich rückhaltlos in den nationalsozialistischen Staat einordnen und für den natio- nalsoziallstischen Staat und seine Staatsführung eintreten. Wir wachen eisern darüber und werden es nicht zulassen, daß die Kirchen sich in die Staatspolitik einmischen. Die Politik machen ausschließlich die nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und der Führer Adolf Hitler. Es soll jeder nach seiner Fasson selig werden, aber in der Politik soll die Religion in Deutschland keine Rolle mehr spielen, denn wir haben wahrhaft in der deutschen Geschichte genug gelernt. Deswegen legen wir so außerordentlichen Wert auf die konfessionelle Befriedung des deutschen Volkes. Dr. Frick wiederholte dann seine in Münster zur Frage des Sterilisationsgesetzes abgegebene Erklärung, daß Reichsgesetze für aebung, die wir für ihn, für seine Bewegung und sein Volk veranstalten, wiederholen wir Den Leit- jpruch unseres Lebens auch für die Zukunst: Führer befiehl, wir folgen! (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Keine Weiterarbeit des Bundes reisender Kaufleute. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, erläßt folgende Anordnung: „Ich habe festgestellt, daß immer noch der frühere zum DHD. gehörende Bund reisender Kaufleute in Untergliederungen besteht und weiter arbeitet. Da durch den Ausbau der DAF. alle sozialpolitischen Fragen der Handelsvertreter und Geschäftsreisenden in der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel bearbeitet werden, gilt der Bund reisender Kaufleute als aufgelöst. Ich untersage hiermit die Weiteroerwendung der Briefbogen dieses Bundes und bestimme in diesem Zusammenhang, daß im „Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung" die frühere Abteilung „Gruppe der reisenden Kaufleute" mit sofortiger Wirkung die Bezeichnung führt: „Abteilung Handelsvertreter und Geschäftsreisende". alle Deutschen verbindlich sind, auch für die deutschen Katholiken, und daß dies auch nach dem Konkordat rechtens ist. Nun hat, fuhr der Minister fort, der Off eroator e Romano es für nötig gehalten, mir hier fchärfstens entgegenzutre- ten in einer offiziösen Kundgebung des Vatikans, die auch auf den Kanzeln der katholischen Kirchen Deutschlands verlesen worden ist. Man hat argumentiert, dieses Gesetz verstoße gegen göttliches Gesetz: Nun frage ich Sie, deutsche Volksgenossen: Wenn Gott ein Volk gesund geschaffen hat, so glaube ich eher, es ist göttliches Gesetz, daß dieses Volk auch gesund erhalten wird. Ich muß also diese Argumentation schärfstens zurückweisen. Dieses Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wie sie die Vererbungslehre uns gegeben hat. Wir haben schon erlebt, daß Päpste versucht haben, wissenschaftliche Erkenntnisse durch dogmatische Lehren zu wi- verlegen oder aus der Welt zu schassen. Ich erinnere nur an die Grundsätze des Kopernikus, an Galilei, die als gegen die Bibel verstoßend bezeichnet mürben. Heute, glaube ich, wird auch vom Vatikan nicht mehr in Abrede gestellt, daß sich endlich die Erde um die Sonne dreht. Genau so liegt es auch hier mit diesem sachlichen Problem, mit der wissenschaftlichen Erkennens. Heute sträubt sich die katholische Kirche angeblich, weil die Sterilisation gegen das göttliche Gesetz verstoße. Gegen diese Erkenntnis und gegen die Schlußfolgerung, die man daraus vernünftigerweise ziehen muß, und ich hoffe, daß in einiger Zeit der Vatikan auch genau so wie Kopernikus die Richtigkeit der Erkenntnis auch seinerseits anerkennt. Der Stahlhelm. Zu anderen Behauptungen der ausländrschen Presse im Zusammenhang mit dem verschiedentlich notwendig gewordenen Vorgehen gegen den Stahlhelm erklärte Minister Frick: Ich stelle als eine unbestreitbare Tatsache fest, daß der Stahlhelm vielfach, sicherlich ohne und gegen den Willen feiner Bundesführung, zum Sammelbecken staats- femdlicher ober die Partei ablehnender Elemente geworden ist. Es wurde deswegen auch verschiedent- sich von Reichsstatthaltern und Oberpräsidenten der Stahlhelm in verschiedenen Teilen des Reiches verboten, und ich habe schon wiederholt den verantwortlichen Stellen des Stahlhelms gesagt, daß d i e Aufgaben des Stahlhelms durch die Tat des Führers vom 16. März 1935, mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht eigentlich erfüllt feien, und ich würde als die beste Lösung finden, und ich möchte hoffen und wünschen, daß daraus die Bundesführung die Schlußfolgerung zieht, und von sich aus den Stahlhelm a u flö st oder überführt in einen all- »Deschlußstelle in Rechtsangelegenheiten der Evangelischen Kirchen Berlin, 3.Aug. (DRV.) Nachdem durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 16. Juli 1935 die bisher im Reichs- und preußischen Ministerium des Innern sowie im Reichs- und preußischen Minl- slerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung bearbeiteten kirchlichen Angelegenhei t e n auf den Reichsminister k e r r l übergegangen sind, hat der Reichsminisler des Innern die Angelegenheiten der Veschluhftelle in Rechlsangelegen- heilen der Evangelischen Kirche ebenfalls Herrn Reichsminisler kerrl übertragen, der den Vorsitz übernommen hat. Au Beisitzern der Veschluhftelle sind ernannt worden die Lehrer für öffentliches Recht Professor Dr. Weber in Berlin und Professor Dr. Dahm in kiel sowie die Sachbearbeiter für kirchliche ver- safsungsfragen in der kirchenableilung des Reichs- minisiers kerrl Ministerialrat S l a h n und kon- sislorialrat Dr. R u p p e l in Berlin. Der Beschluß- stelle liegen schon zahlreiche Prozesse vor, so dah damit zp rechnen ist, dah sie ihre Arbeiten bald aufnimmt. gemeinen Soldatenbund, wodurch bann dieser leidige Streitpunkt am besten aus der Welt geschafft würde. Die Freimaurerlogen. Dr. Frick beschäftigte sich sodann kurz auch mit den Freimaurerlogen. Es paßt nicht, er- Köln, 4. August (DNB.) Der Kölner Kreistag der NSDAP, erhielt besondere Bedeutung durch Ansprachen des Reichsjuristenführers, Reichsministers Dr. Frank, und des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley. Reichsminister Dr. Frank beschäftigte sich mit der K i r ch e n f r a g e. Niemals war das Christentum in Deutschland so unbeschwert, wie es heute der Fall ist. Gar nicht möglich wäre es, daß nationalsozialistisch wirklich gläubige Deutsche irgendeiner kirchlichen Handlung entgegentreten würden. Andererseits wird aber auch niemand in Deutschland wieder einen 30jährigen Krieg der Selbstzerfleischung aus konfessionellem Haß predigen dürfen. Der Kampf, der gegen uns geführt wird, ist immer derselbe. Früher trat man uns in Deutschland offen gegenüber, heute ist das schwierig, und so wird der Kampf der internationalen Juden und internationalen Jesuiten vom Ausland her gegen Deutschland geführt. In diesem Kamps müssen wir uns immer wieder klar werden, daß von unserem kämpferischen Elan und von unserer kameradschaftlichen Geschlossenheit das Schicksal der Bewegung und der deutschen Freiheit abhängen wird. Und weiter wollen und dürfen wir nie vergessen, daß wir nicht an der Macht wären und alles nicht tun könnten, wenn nicht unser Führer mit solcher grandiosen Genialität diese Bewegung geschaffen und unter furchtbaren Opfern zum Siege geführt hätte. Keiner weiß besser wie er, wie Revolutionen durchzuführen find, und keiner von uns wäre imstande, irgendeine Maßnahme besser und sicherer zu treffen, wie er. Daher bleibt auch ihm immer d i e Entscheidung über die Weiterführung des nationalsozialistischen Kampfes vorbehalten. Die Aufgaben, die der Führer heute zu erfüllen hat, laufen nicht allein darauf hinaus, den Nationalsozialismus im innerpolitischen Geschehen restlos zur Macht zu verhelfen, sie gefjen vielmehr dahin, einem 70» Millionen-Volk wieder die Existenz und den klärte er, in das Dritte Reich, daß matt hier noch einen Geheimbund hat mit dunklen Zielen, und es ist allerhöchste Zeit, daß nun auch die Freimaurerlogen aus Deutschland verschwinden, genau so, wie sie aus Italien verschwunden sind. Und wenn diese Erkenntnis in den Kreisen der Freimaurer nicht selbst allmählich durchdringt, banit werde ich demnächst in dieser Richtung nachhelfen. Die Partei bildet den politischen Willen der Nation. Nach kurzem Eingehen auf die außenpolitischen Vorgänge in Genf, wobei er das Versagen des Völkerbundes feststellte, schloß Reichsminister Dr. Frick: „Zehn Jahre sind im Leben einer Nation eine kurze Spanne Zeit, und es kann keiner davon reden, daß deswegen, weil wir die Macht im Staate erobert haben, das Weiterbestehen der Partei überflüssig geworden sei. Im Gegenteil, die Partei ist heute notwendiger denn je. Es ist die Aufgabe der Partei, von der HI. angefangen, über SA., SS. und Arbeitsfront, NS.-Frauenschaft und aller einzelnen Parteig'liederungen und angeschlossenen Verbände, jeden deutschen Mann und jede deutsche Frau zu betreuen, von der Wiege angefangen sozusagen bis zum Grabe. Dann wird das erreicht, was dem Vorkriegsdeutschland nicht gelungen, der einheitlich geschlossene Wille der Nation, der die Voraussetzung dafür ist, daß sich Deutschland in seinem Lebenskampf und seiner Existenz auch behaupten kann. Niemals ist Deutschland besiegt worden, außer durch Deutsche s e( b ft, durch ihre Uneinigkeit. Deswegen ist es so wichtig, daß das ganze deutsche Volk, jeder einzelne Volksgenosse erfaßt wird von dem Gemeinschaftswillen, von der wahren Volksgemeinschaft, daß sich jeder Volksgenosse in einer Lebens- und Schicksalsgemeinschaft verbunden fühlt mit der Gesamtheit und daß diese Einheit immer mehr vertieft wird, bis der letzte Volksgenosse ein echter und wahrer. Nationalsozialist geworden ist. Aufbau der Freiheit au ermöglichen. Kritik am Werk des Führers ist heute nicht mehr am Platze. Für uns gibt es nur eins: Treue und Gehorsam zum Führer, damit er in die Möglichkeit versetzt wird,, das letzte Ziel des Nationalsozialismus um so schneller und besser zu erreichen. Reichsorganisalionsleiler Dr. Ley geißelte die destruktiven und unheilvollen Kräfte, die heute wieder versuchen, das große Aufbauwerk des Führers zu sabotieren. Er erklärte u. a.: „Gerade ihr, die ihr vom Göttlichen redet, solltet begreifen, was Religion ist, und ein wenig von der Mission, die der Nationalsozialismus zu erfüllen hat. Das kann man nicht studieren, und alle theologische Weisheit der Jahrtausende zusammengetragen, bringt uns hier keinen Schritt weiter. Während der einfache Bauer, der einfache Arbeiter, der schlichte Mann aus dem Volke die große Zeit erlebte, ergingen sich die anderen in theologischen Konstruktionen. — Ihnen müsse erklärt werden: Die Partei ist da und sie bleibt da, solange Deutschland bleibt! Jene Kräfte sollen uns in Ruhe lassen, wenn wir versuchen, auch ein klein wenig vom Jenseits auf diese Erde zu übertragen, wenn wir uns bemühen, diese Erde schön zu machen. Wenn behauptet wird, wir greifen die Religion an, so er- klären wir: Wer hat denn für diese Religion gekämpft? Wir haben Tote in unseren Reihen, wir haben Märtyrer, wir haben Heilige der Gegenwart. Wir verteidigen Kirche und Religion. Wäre der Na- tionalsozialismus nicht gekommen, so würde Moskau über Deutschland geschritten sein. Während unsere Helden gefallen sind, haben jene Kräfte mit den Gottesleugnern paktiert. Ihr habt versagt. Ihr hattet Gelegenheit, einmal Seelsorger dieses Volkes zu sein, aber ihr seid es nicht gewesen. Der neue Seelsorger des deutschen Volkes ist heute der poli- tische Leiter und der SA.-Mann. Ihr tragt eine heilige Mission in euch. Das ist tiefste Religion. DasnaüonalsozialWscheDeuWlandlehnijedenKullurkampfab Reichsinnenminister Br. Krick fordert Entkonfessionalisierung des öffentlichen Lebens. Nationalsozialismus und Christentum. Reichsjuristenführer Dr. Frank und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zur Kirchenfrage. Zu Hause auf dem Bettrand rechnet er in seinem 1 Notizbuch. Er kraut sich verwundert den Kopf. Aber schließlich wurde doch auch allerlei gespart; listig schmunzelnd zieht er einfach die Ersparnisse von den Ausgaben ab. Zufrieden fällt Krause in das Kopfkissen zurück. Die beiden Alten drücken sich noch einmal die Hand. Dann schlafen sie ein nach diesem schönen, schönen Tag: dem Sonntag für drei Mark. Staub rollen, die Autos und Motorräder vorbeiflitzen. Endlich kommt eine Bahn, die einen rnit- nimmt. Für fünfzig Pfennige fahren die beiden lange und genußreich. Sie kommen an der Kneipe vorbei, die Krause bevorzugte, als er noch mit Mutter verlobt war, an dem Laden, den Frau Grünspecht hatte, als sie noch lebte ... Endstation: Hoppla! Vater Krause lacht. Wie ungeschickt Mutter in den letzten Jahren geworden ist. Er ist froh, wenn er sie glücklich vom Trittbrett bugsiert hat. Ei, wie viele Leute unterwegs sind. Zwar pumpt man einigen Staub in die Lungen, aber immerhin, man spürt, daß Sonntag ist. Eine wahre Pracht, diese Parade von Sonntagsanzügen und Sonntagskleidern, dieser rollende Park Kinderwagen, heftig umklafft von Adjutanten, die rastlos den Zug ab- jagen. Eine frohgelaunte Völkerwanderung unter hohen Kiefern. Da liegt der märkische See wie ein nordischer tyjorö. Von Booten schallen die Grammophone. Die Muggelberge ragen stolz. Vater Krause knöpft die Weste auf, schultert den Stock. Ein fremder Hund springt jauchzend an ihm hoch. Mutter Krause hat sich in die zierliche Fracht eines Kinderwagens Der» hebt. Sie erzählt von ihren Enkeln in Werdau. -8ater Krause zeigt einen) Herrn eine Photographie: Sangerhausen. Und schon hat man Anschluß! Vater Krause muß „Ahoi!" rufen und den Hut schwenken, denn Schulzes sind natürlich wieder ganz hinten. Frau Schulze fallen immer kleine Steine in die p.uJe' Schrecklich, man verliert sich so leicht. Man r '?on™dU acht, noch ein Kinderwagen, noch zwei Hunde, Vater Krause übernimmt die Führung. Eine Wegblegung, da liegt das Gartenrestaurant. Einzug der Zwölftausend! Der Kellner beschreibt Kurven schwerbelasteter Höflichkeit. Die Tassenpyramiden klirren. Der Wirt segelt handereibend, die Völker grüßend, über die Tanzflache und durchs Jnselmeer der Tische. Kra- chend fallt das Orchester ein. In Mutters Händen ringelt sich der Strickstrumpf, Vater Krause nimmt em großes Klrschwasser zu sechzig. Und vor zu» iriedenen Augen wippt tanzende Jugend, ein leben» Des Planetarium, durch das der unglückliche Kellner wie em fremder Komet irrt... „Ober! Zahlen! Zweimal Kaffee, ein Kirschwasser. — „Eine Mark und achtzig, bitte!" Am ^sgang nimmt Vater Krause für den wohl» geratenen Kuchen, den Mutter im Pompadur mit» Berliner Sonntag für drei Mark... Von per Gchwenzen. Sieben Tage machen eine Woche. Hundert Pfennig machen eine Mark. Auf sechs Tage kommt ein Sonntag, und auf jede Mark kommen gewöhnlich, bildlich gesprochen, für etwa eine Mark siebzig notwendigste Anschaffungen: Nahrung, Licht und Stiefelsohlen. Aber der Trieb zur Freude, das Recht auf Entspannung und Erholung, das bißchen Glanz auf den Kanten des Lebens, das liebe, zähe Herz unter der sorgengemusterten Weste des Familienvaters haben auch eine Stimme in der Debatte der Zahlen. Es ist ein Machtwort, das sich über die Sorge und alle Gas- und Wäscherechnungen hin- wegsetzt: Drei Mark für den Sonntag! Denn auf dem himmlischen Lohn am Ende der meltaufenb Bürogänge, auf die Chore der Seligen zu warten, nein, das verlangt der gütige Himmel nicht! Vater Krause versteht zu genießen. Zuerst der Sonntagmorgendauerschlaf. Der Wecker, raffinierterweise wie immer auf sieben Uhr gestellt, schrillt. Krause erwacht, fährt hoch, Büro, Hauptbuch, alle Requisiten der Pflicht bedrängen den erwachenden Geist. Dann aber trifft der Blick den Kalender: Rot! Vater Krause fällt erlöst in die Kissen zurück. Der Wecker wird abgestellt, und ein glücklicher Morgentraum hält bis zur sonntäglichen, geblümten Kaffeekanne an ... Der erquickliche Schlummer war ein Gratisgeschenk des Himmels. Punkt zwölf Uhr kommt Mutter mit dem Essen. Dann machen die alten Leutchen ein Nickerchen und schreiben später eine Postkarte an Emil, der in Sangerhausen Arbeit, und an Erna, die in Wer» bau Mann und Kinder hat. Um drei kommen Schulzes herüber. Vater Krause macht selbst das Holz für die Küche klein, ordnet seine Marken» und Schmetterlingssammlung und liebt, liebt das Dasein. Er hockt aber nicht den ganzen Tag zu Hause. Nein, er und Mutter haben einen frohen Sinn für das öffentliche Leben ... Man bricht endlich umständlich auf. Was es doch für ungeduldige Menschen gibt! Leutchen, es kommt doch gleich wieder eine Straßenbahn! Das findet Vater Krause gerade so nett, an der Haltestelle zu schauen, wie sich die Leute mit den Kuchenpaketen, die Kinder mit den Schmetterlingsnetzen heranschieben, wie die Dackel durch den *u beachten. So darf die Braut auf feinen Fall chr Brautkleid selber nähen; denn das könnte die traurigsten Folgen für die junge Ehe nach sich ziehen. Es soll junge Mädchen geben, die lieber in ihrem Hauskleid vor den Altar treten würden, als m dem schönsten Seidenkleid, das sie sich selbst genäht haben. Auch soll es nicht ratsam sein, daß die Braut das Kleid schon vor der Hochzeit anzieht, wenn es vollständig fertig ist. Besonders in Eng- land ist man ängstlich darauf bedacht, der Braut das Kleid auszuhändigen, wenn es noch irgend- welche Mängel hat. Dann muß erst noch geändert und ausgebessert werden, und erst bei der Trauung darf die Braut zum ersten Male das fertige Kleid tragen. Zn vielen Londoner Schneiderateliers ist man auch der Anschauung, daß es den dort beschäftigten Näherinnen Glück bringt, wenn sie in jedes Kleid, öas sie Herstellen, eines von ihren Haaren mit hineinnähen. Wer diesem Brauch bei einem Brautkleid entspricht, der wird im nächsten Jahre selber Braut werden und ein Brautkleid benötigen Als eine Dame der englischen Gesellschaft allerdings einmal em rotes Haar in ihrem Kleid eingenäht fand, gab sie es sofort wieder an die Schneiderstube 3uru(f; benn sie fürchtete, baß ein rotes Haar ihr Unglück bringen werbe. Gtne Diel verbreitete Regel in ber Schneiderei warnt bavor, bie Arbeit am Montag gerabe mit Auftrennen zu beginnen. „Trennt man am Montag, 1° trennt man bie ganze Woche." Deshalb hütet man sich in manchen Schneiberstuben am Wochenanfang vor dem Auftrennen. Auch die Nadeln spielen im Schneiderglauben eine große Rolle. Wenn man an einem Kleid etwas näht, und handle es sich auch nur um die Befestigung eines Knopfes, io durchsticht man dabei angeblich bie Freunbschaft, unb Nabeln, bie in einem Kleib gefunben werben, loüen ankünbigen, baß bie Trägerin bes Kleiber noch so viele Jahre auf bie Ehe warten muß, als Nabeln im Kleib finb. Auch für ben Umgang mit per Schere gibt es viele Regeln. Sv soll es Feinb- chaft unb Streit anzeigen, wenn man bie Schere so weltergibt, daß die Spitze dem Empfänger ent* gegensteht. Diesem Aberglauben liegt aber wohl bie einfache Erfahrung zu Grunbe, baß sich ber Abnehmer ber Schere auf biefe Weise sehr leicht stechen kann. Vielleicht waren auch bie anberen abergläubischen Grunbsätze ursprünglich solche zweckmäßigen Ermahnungen, die in Vergessenheit geraten finb. nahm, für zehn Pfennig Schokolabe. Den letzten Walzer fummenb, strebt man auf roalbigen Umwegen ber Straßenbahn zu. Abenbs hat Mutter Heringsalat gemacht. Weil das Wetter so schön ist, kann man zu Fuß noch zum „Biervalast" gehen, wo Vaters Kegelbrüder vom Verein „Alle Neun" warten. Mutter sitzt mit Frau Schulze in ber Gaststube. Vater Krause aber steht in Hembsärmeln, kneift ein Auge zu, reckt ben Hals, hüpft im Wechselschritt, schiebt bie Kugel glanzvoll über bie Bohle, macht glücklich „alle neune'7 unb — hat sich freigekegelt. Fröhlich klopft sein ökonomisches Hausvaterherz. Krause bestellt einen Portwein unb einen Pfannkuchen für Mutter, baß sie wohlig verspürt, was es heißt, bas Weib eines Siegers zu fein! Die erste unb bie zweite „Molle" hält er ben Kampf burch, bie Kreide leuchtet gewinnend für ihn, bie Hölzer fallen — schwächen bie Börsen feiner Partner. Bis elf Uhr sitzt man zusammen, Mutter wehrt mit verschämtem Lachen ab, aber beim vierten Glas Bier, zwischen bem ersten unb bem zweiten Korn, kauft er ihr laut unb deutlich eine Tafel Schokolade. Arm in Arm gehen die Alten nach Hause. Sie plaudern von den Kindern in Sangerhausen und Werdau. Man nähe ein Haar ins Brautkleid. Die Frauen stehen nun einmal — ob zu Recht oder Unrecht soll dahinaestellt bleiben — in bem Ruf, abergläubischer zu fein, als bie Männer, unb so werben in ben Schneiberstuben, in benen bie Frauenkleibung hergestellt wirb, viele seltsame Vorstellungen unb Bräuche überliefert. Vielfach wirb bas Vorurteil genährt, baß manche Farben ihren Trägerinnen Unglück bringen; befonbers Grün und Gelb gelten als Unheilsfarben, die nach bem Aberglauben ber Näherinnen ben Kunbinnen nicht empfohlen werben bürfen. Vor allem aber finb bei ber Herstellung eines Brautkleibes viele scheinbar nebensächliche Umftänbe Oie Einigung in Genf. Lngangbringen des Schlichtungsverfahrens. — Bericht an den Bölkerbundsrat und allgemeine Aussprache am 4. September. Genf. 3.Aug. (D3tB.) Dem Völkerbunds- rat wurden Samstagabend zwei Entschließungen vorgelegt. Die zweite, die die politisch wichtigere ist, lautet folgendermaßen: „Der Rat beschließt. in jedem Fall am 4. September zusammenzutreten, um die allgemeine Prüfung der Beziehungen zwischen Italien und Abessinien nach ihren verschiedenen Seiten aufzunehmen.- Die erste längere Entschließung befaßt sich ausführlich mit der Fortsetzung der Schlichtungs- und Schiedsverhandlungen. In ihr heißt es: Der Rat stellt fest, daß die Arbeiten des Schlichtungsund Schiedsausfchusses unterbrochen worden sind. Der Rat ist der Auffassung, daß die Z u st ä n - digkeit des Lüsschusses auf den Vereinbarungen zwischen den Skreitparteien beruht, die beiden Parteien nicht darüber einig gewesen sind, daß der Ausschuß die Grenzfragen prüfen oder die Abkommen und Verträge über die Grenze juristisch interpretieren sollte; deshalb gehört dieser Gegenstand nicht zur Zuständigkeit des Ausschusses. Seine Entscheidung über den Zwischenfall von Ual-Ual darf also nicht der Lösung der Fragen vorgreifen. die nicht zu seiner Zuständigkeit gehören. Der Ausschuß hat den Umstand nicht zu berücksichtigen, ob Ual-Ual der Souveränität der einen oder anderen Partei untersteht. sondern hat sich allein an die anderen Elemente des Streites über den Zwischenfall zu halten. Der Rat nimmt zur Kenntnis, daß die beiden Parteien ihrem Willen Ausdruck gegeben haben, ein Schlichtungs- und Schiedsverfahren unter den in Artikel 5 des Vertrages von 1928 festgesetzten Bedingungen wieder aufzunehmen. Der Rat nimmt die Erklärung der beiden Parteien zur Kenntnis, nach der die vier Mitglieder des Schlichtungs- und Schiedsausfchusses ohne weitere Frist einen fünften Schiedsrichter benennen werden, dessen Ernennung für die Durchführung ihrer Arbeit nötig werden könnte. Der Rat rechnet damit, daß dieses Verfahren vor dem 1. September 1 935 mit der Regelung des Streites abgeschlossen sein wird und fordert die beiden Regierungen auf, ihn von dem Ergebnis spätestens am 4. September 1935 in Kenntnis zu fetzen. Die Ratssitzung. „Einstimmige" Annahme bei Stimmenthaltung Italiens. Der abessinische Vertreter Ieze erklärte, daß Abessinien im Interesse des Weltfriedens sich veranlaßt sehe, ein großes Opfer zu bringen. Der Text der Resolutionen spreche eine deutliche Sprache, aber die abessinische Regierung wolle dem Rat nochmals den Beweis ihres Vertrauens und ihres guten Willens bringen und ihm die Lösung der schwierigen Aufgaben erleichtern, die er im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens unternommen habe. Der italienische Delegierte Baron Aloisi erklärte, die e r st e Entschließung anzunehmen. Was jedoch die zweite Entschließung anlange, die sich auf die Ratstagung vom 4. September bezieht, so werde er sich der Stimme enthalten. Der französische Ministerpräsident Laval stellte fest, daß die Verhandlungen sich sehr schwierig gestaltet haben. Die Ernennung des fünften Schiedsrichters berechtige den Rat zu der Hoffnung, daß alles getan werde, um den Zwischenfall von Ualual endgültig zu regeln. De* englische Delegierte Eden erklärte: Im Namen der britischen Regierung im Vereinigten Königreich befürworte ich die Annahme der uns vorgelegten Entschließungen. Ich tue das in dem Glauben, daß.das geplante Verfahren die besten Aussichten auf die Herbeiführung einer friedlichen Lösung der Differenzen zwischen Italien und Aves- sinien bietet. Eine solche Lösung wird von allen Ländern der Erde sehnlichst und dringlichst erwartet. Auf jeden Fall wird der Rat am 4. September zusammentreten, um die allgemeine Frage der Beziehungen zwischen Italien und Abessinien zu prüfen. Wir alle hoffen, daß an jenem Zeitpunkt die gegenwärtigen Schwierigkeiten in befriedigender Weise beseitigt sein werden. Sollte dies jedoch unglücklicherweise nicht der Fall sein, so wird es eine Pflicht des Rates sein, die Gesamtfrage, wie sie dann besteht, zu behandeln. Ich schließe mit der nachdrücklichen Versicherung an den Rat, daß die britiscke Regierung alles aufbieten wird, um eine friedliche Erledigung dieses Streitfalles in Einklang mit den Grundsätzen des Völkerbundspaktes zu sichern. Litwinow erklärte, er habe mit Befriedigung festgestellt, daß die beteiligten Mächte einig geworden sind, untereinander in Verhandlungen einzutreten. — Die erste Entschließung (Fortsetzung des Schlichtungs- und Schiedsgerichtsverfahrens) wurde einstimmig angenommen. Bei der zweiten Entschließung, die die Prüfung des Gesamtproblems am 4. September d. I. vorsieht, enthielt sich der italienische Vertreter der Stimme. Nach der Geschäftsordnung gilt diese Entschließung gleichfalls als einstimmig angenommen. Litwinow schloß hierauf die Tagung mit Worten des Dankes an die Vertreter Frankreichs und Englands für ihre ausgezeichnete Arbeit. „Italien behalt freie Hand/' Rom, 4. August. (DNB.) In einem Genfer Bericht des „Popolo di Roma" wird hervorgehoben, wie nichtssagend die zweite Entschließung über die Eröffnung einer Generalaussprache über den abessinischen Konflikt am 4. September sei. Italien als wichtigste interessierte Macht habe es nicht für zweckmäßig gehalten, dieser Entschließung zuzustimmen. Die allgemeine Frage der abessinisch-italienischen Beziehungen sei nach dem Willen Italiens von jeder Erörterung durch den Völkerbund ausgeschlossen. Italien behalte völlig freie Hand bei jeder etwaigen kommenden Verhandlung vor dem Völkerbund. An zuständiger Stelle wird erklärt, daß der italienische Standpunkt in Genf vollkommen durchgedrungen sei und entsprechend der italienischen Forderung keine Ausdehnung der Aussprache stattgefunden habe. Es wird aus- drücklich daraus hingewiesen, daß die vorgesehenen Dreierverhandlungen auf Grund des Vertrages von 1906 außerhalb des Völkerbundes beschlossen wurden und durchgeführt werden, und daß dieser Vertrag eine nur die drei interessierten Länder Italien, Frankreich und England betreffende Abmachung,darstelle. Wie Italiens Kriegsplan aussehen soll. Paris, 4. Aug. (DNB.) Die Genfer Sonderberichterstatterin des „Oeuvre" gibt Gerüchte wieder, die in Genf über die militärischen Absichten Italiens in Abessinien umlaufen. Danach stellt sich der italienische Kriegsplan etwa folgendermaßen dar: Fünf italienische Abteilungen würden von I t a li e n i s ch - S o ma li l a nd in die Provinz Ogaden Vordringen und dabei dem Lauf von fünf Flüssen folgen. Sie hätten etwa 500 Kilometer nach Addis Abeba zurückzu- legen, wo sie auf etwa 20 000 Abessinier unter dem Oberbefehl von Nassibu stoßen würden. Drei italienische Abteilungen würden von Assab in Eritrea aus den fünf anderen entgegenmarschieren und dabei die Wüste von Dankali zu durchqueren haben, wo das Thermometer bis auf etwa 45 bis 50 Grad Celsius steigt. Der abessinische Thronfolger werde sich ihm an der Spitze von 40 000 Mann a u f b e Höhen von Wolla entgegen st eilen. Die wirklichen militärischen Operationen würden sich im Norden von Abessinien abspielen, wo eine starke italienische London, 4. Aug. (DNB.) Die Genfer Kom- promißformel im italienisch-abessinischen Konflikt wird von der englischen Sonntagspresse durchweg ungünstig und wenig optimistisch beurteilt. Die überwiegende Ansicht der Blätter geht dahin, daß Genf praktisch so gut wie nichts zur Lösung des Problems beigetragen habe. „S u n d a y Expreß" schreibt: „Unsere Minister haben hart für den Frieden zwischen Italien und Abessinien gearbeitet. Sie haben aber genau nichts erreicht. Wir sind dem Frieden nicht näher, wird sind dem Krieg nicht ferne r." Mit beißendem Spott sagt Garvin im „Observer": „Eine Atempause von einem Monat ist „gewonnen" worden. Das ist ungefähr der Zeitabschnitt, der ohnehin ablaufen muß, bevor militärische Operationen in Nordabessinien durchführbar sind. Der Völkerbund hat ferner sein unerschütterliches Recht bestätigt, solange zu schwätzen, bis der Krieg ausbricht. Im übrigen hat sein Verfahren nicht den geringsten Einfluß auf die abessinische Gefahr gehabt." „S u n d a y D i s p a t ch" schreibt: „Alles,, was sich ereignet hat, ist, daß das Genfer Geschwätz um einen weiteren gefährlichen Monat aufgeschoben und daß die Unbeliebtheit Englands in Italien auf einen weiteren Monat verlängert worden ist. Keine süße Musik aus Genf kann die Zielbewußt- Potsdam, 4. Aug. (DNB.) Zu einer erhebenden Kundgebung des Frontsoldatentums wurde der Frontsoldaten- und Kriegsopfer-Ehrentag in Potsdam. Tiefgestaffelte Kolonnen der NSKOV., des Kyffhäuserbundes, der SA. und der HI. füllten den weiten Raum des Lustgartens. Unaufhörlich rückten weitere Kolonnen an. SA., NSKOV. und Reichstreuebund, Hitler-Jugend mit Marine-Jugend bildeten einen einzigen Aufmarschblock. Rings um die Rednertribüne waren die kriegsverletzten Kameraden mit ihren Fahrstühlen aufmarschiert. Nach kurzem Willkommensgruß durch den Kreisleiter und Oberbürgermeister Friedrich, überbrachte Oberst Reinhardt die kameradschaftlichen Grüße des Kyffhäuserbundes. Kameradschaft und Disziplin, so führte er u. a. aus, sind von jeher seelische Träger soldatischer Haltung. Wir wollen durch diese von uns über alles gestellte Gemeinschaft soldatischen Wesens der Heranwachsenden Jugend lebendiges Vorbild sein. Die Soldaten ruhmvoller Weltkriegstradition wollen der jungen Generation, den Soldaten von morgen, das hohe Gut der Kameradschaft praktisch zeigen. Denn Kameradschaft kann nicht gelehrt, sondern muß v o r g e l e b t werden. Aus dieser Kameradschaft in den eigenen Reihen, wie sie in unseren Organisationen gepflegt wird, erwächst dann auch folgerichtig die Kameradschaft zwischen alten Front- Moskau, 3. Aug. (DNB.) Auf dem Komintern-Kongreß berichtete; „Genosse" Dimitroff über „das Vordringen des Faschismus" und die „Aufgaben der Komintern im Kampfe um die gewerkschaftliche Einheitsfront". Es könnte, so meinte dieser berüchtigte Agitator, hier und dort die Lage eintreten, in der die Bildung einer Regierung der „proletarischen Einheitsfront" oder der „antifaschistischen Volksfront" (Einschluß der bürgerlichen Parteien) im Interesse des Proletariats notwendig erscheine. In diesem Falle werden wir, ohne zu zögern, für die -Schaffung einer solchen Regierung eintreten! Dimitroff warnte davor, die „ansteckend wirkende Kraft der faschistischen Ideologie" zu unterschätzen. Das Gegenrezept bestehe darin, die „kommunistische Ideologie" in breiter Front unter den Massen zu entfalten auf der Grundlage einer klaren volkstümlichen Beweisführung und einer gut durchdachten Anpassung an die Psychologie der Massen, wobei sie an ihrer „völkischen Eyre und die geschichtliche Vergangenheit ihrer Völker" (!) gepackt werden sollen. Diejenigen Kommunisten, die es nicht verstünden, im reinen Geiste der Marx, Lenin und Stalin den Massen die Vergangenheit chrer eigenen Armee die weiten Flächen von Wolquit durchqueren werde, um gegen Gondar vorzustotzen. Hier würde sich eine abessinische Streitmacht von etwa 70 000 Mann unter dem Oberbefehl des Ras Kaf-a entgeaenstellen. In Italien setze man die größten Hoffnungen auf die Truppe, die von Tosmanara in Eritrea auf Addis Abeba marschieren und hierbei den klassischen Weg einschlagen würde, den jahrhundertelang alle Eroberer Abessiniens eingeschlagen hätten, ebenso wie die Italiener, als sie im Jahre 1895 in Adua geschla^n wurden. - Ruhigere Auffassung in Addis Abeba. London, 5. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie die „Times" aus Addis Abeba meldet, ist am Sonntag der Bericht des abessinischen Vertreters in Genf, Prof. Jeze, eingetroffen. Er habe wesentlich zu einer ruhigeren Auffassung der Lage beigetragen. Der Kaiser habe einen Sendboten an die in der Umgebung von Addis Abeba lagernden 60 000 Wallami- und Konta-Krieger geschickt und ihnen sagen lassen, sie wollten nicht in die Hauptstadt einmarschieren, da der Kaiser mit Rücksicht auf den Völkerbund keine kriegerische Kundgebung wünsche. Die einzige Kundgebung, die infolgedessen am Sonntag veranstaltet worden sei, sei die der abessinischen Jugend gewesen, die patriotisch und ruhig verlaufen sei. heit Mussolinis übertönen. Keine Drohungen europäischer Mächte können eine Hand festhalten, die so fest das Schwert für eine Sache, die er für gerecht hält, ergriffen hat." „Daily Telegraph" glaubt behaupten zu können, daß während der Genfer Besprechung Frankreich und Großbritannien sich wieder sehr viel näher gekommen seien. Es sei richtig, was Eden getan habe für die Verstärkung der englisch-französischen Front gegen weitere Zugeständnisse an Italien. Aber es sei dabei vollkommen klar gewesen, daß Laval und seine Ratgeber einstimmig die engste Arbeit mit Großbritannien wünschten. Nicht weniger zweifelhaft sei die erneute französische Ueberzeugung gewesen, daß die französisch-britische Zusammenarbeit für Frankreich die wertvollste Sicherung gegen eine Kriegsgefahr bilde. Diesen Punkt werde man wohl in Rom während der nächsten Wochen nicht unbeachtet lassen. Was die Dreimächtebesprechungen angehe, so sei bereits italienischerseits zu verstehen gegeben worden, daß britische Belange im Bezirk des Tsanasee wohl erörtert werden könnten. Hieran liege andeutungsweise das Angebot eines Tausches, zugleich aber auch eine verhüllte Drohung in einer Frage, von der die lebenswichtigen Belange Aegyptens tief berührt werden. kämpfern überhaupt, aus der der Gedanke der Frontkämpferverständigung heraus geboren worden sei. Reichskriegsopferführer Oberlindober würdigte unter brausendem Beifall der Anwesenden die ruhmreiche Vergangenheit der Frontkämpfer, deren Opfer nicht umsonst gewesen seien. Er würdigte auch nicht nur den Kämpfer im deutschen Vaterland, sondern auch den Streiter im Gegengraben, der genau so sein Leben eingesetzt habe wie der deutsche Soldat. Mit besonderer Genugtuung stellte er fest, daß bei dem heutigen Appell englische Frontkämpfer zugegen seien, die gelernt hätten, deutsche Gegner zu achten. Mit aller Schärfe verurteilte er die Kriegstreiber, die im Ernstfälle nie im vorder st en Graben zu finden seien. Deutschland wolle den Frieden und diene nach dem Willen seines Führers der Wohlfahrt. Der deutsche Frontsoldat habe den Grundsatz geschaffen für die Bewegung, die heute den Staat trägt. Der Frontsoldat sei immer Vorbild der Disziplin, d-er Kameradschaft und des Opfersinns gewesen. So würden auch immer Kameraden bleiben die Angehörigen der jungen deutschen Wehrmacht, des Reichstreuebundes, des Kyffhäuserbundes und der NSKOV.— Mit einem Vorbeimarsch aller Formationen endete dieses erste große Auftreten der NSKOV. vor der i Öffentlichkeit. Völker vor Augen zu führen, überließen freiwillig das Feld den Faschisten. Obwohl Dimitroff bestätigt, daß die Kommunisten unversöhnliche Feinde des bürgerlichen Nationalismus in allen seinen Schattierungen und auch keine Anhänger des „nationalen Nihilismus" seien, will er die nationalen Gefühle als Köder für die Massen gelten lassen. Er sagt: „Derjenige, der annimmt, daß der Grundsatz des proletarischen Internationalismus es ihm erlaubt, auf alle nationalen Gefühlen der breiten Massen zu pfeifen, ist weit entfernt vom echten Bolschewismus." Dimitroff will sich mit einer Einheitsfrontbildung zwischen Kommunisten und Sozialisten noch nicht zufrieden geben. Er fordert vielmehr eine einheit - I i cf) e politische Massenpartei des Proletariats in jedem Lande. Diese Partei müsse eine kämpferische und revolutionäre Partei sein, tapfer genug, um das Proletariat in dem Kampf um die Macht zu führen! Dimitroff meinte höhnisch, es gebe tatsächlich noch besonders Schlaue, die in all dem einen Rückzug aus den grundsätzlich eingenommenen kommunistischen Stellungen und eine Art Rechtsschwenkung von der Generallinie des Bolschewismus witterten. Das sei aber nur die Meinung „politischer Hühner", die im Hungerzustande stets von Hirse träumten. Die Klänge der „Internationale" belohnten Dimi- troffs agitatorische Rede. Ein Durcheinander von Rufen setzte ein: „Hipp, hipp Hurra!" „Eoviva!", „Rotfront!" Schließlich singt der ganze Kongreß. Italienische, polnische, deutsche und chinesische kommunistische Haßgesänge ertönen durcheinander. Den Abschluß bildet das französische Barrikadenlied „Carmagnole" mit dem kriegerischen Kehrreim: „dansons la carmagnole! Vive le son du canon!“ „Antifaschistische" französische Frontkämpfer in Moskau. Moskau, 4. August (DNB.) Das „Journal de Moscou" berichtet von dem Besuch einer „antifaschistischen" Gruppe französischer Kriegsinvaliden und ehemaliger Frontkämpfer in Moskau unter Führung von Abgeordneten, die der parlamentarischen Frontkämpfergruppe angehören. Bei einem Empfang durch den Volkskommissar für soziale Fürsorge betonte der Führer der französischen Abordnung, Abgeordneter Planche die freundschaftlichen Gefühle für die Sowjetunion und erklärte, man wolle beiderseits „gegen Faschismus und Krieg" tätig sein. Aus der Aufmachung des Besuches im „Journal de Moscou" ist deutlich ersichtlich, daß es sich um ein beabsichtigtes „ a n t i => faschistisches" Gegenmanöver gegen die Annäherung der großen Frontkämpferverbände handelt, die zwischen den ehemaligen Kriegsgegnerstaaten im Gange ist und die Verständigung der beiderseitigen staatlich positiven Kräfte auf nationaler Grundlage anstrebt. Kommunisten-llnruhen in Palästina. Paris, 4. August. (DNB.) „Petit Parisien" berichtet von kommunistischen Unruhen in Palästina, die zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei geführt hätten. Die Kommunisten hätten in Jerusalem und Haifa Straßenumzüge veranstaltet und die Einführung des politischen Regimes in den Gefängnissen gefordert. Dabei seien kommunistische Druckschriften verteilt worden, iij denen sich die Kundgeber mit den letzthin verhafteten Kommunisten solidarisch erklärten, die in den Gefängnissen in den Hungerstreik getreten seien. Als die Kundgeber der polizeilichen Aufforderung, sich zu zerstreuen, nicht Folge leisteten, habe die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. SA , SG. und TlSKK. bei der Bekämpfung von Waidbränden. Berlin, 3. August. (DNB.) Nachdem die Führung der SA., SS. und des NSKK. sich zum Einsatz ihrer Verbände zur Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden bereit erklärt haben, hat nunmehr der Reichsforstmeister bestimmte Richtlinien für die Verwendung von Einheiten dieser Verbände herausgegeben. Diese werden einmal als Waldstreifen zur Unterstützung der Forstbeamten an Tagen besonderer Waldbrandgefahr eingesetzt, zum anderen zur Bekämpfung von Waldbränden selb st herangezogen, wobei durch einen wohlvorbereiteten Alarmplan ein möglichst schnelles Eingreifen der Verbände sichergestellt ist. Die Leitung sowohl der Waldstreifen wie auch der Brandbekämpfung liegt in den Händen des zuständigen For st beamten. Eröffnung der Großglocknerstraße. Am Samstag wurde die Großglockner-Hochalpenstraße nach Fertigstellung des letzten Teilstückes feierlich dem Verkehr übergeben. Die Straße führt vom Tal der Salzach ins Tal der Drau. Von Bruck bei Zell am See geht die Straße in ununterbrochener Steigung bis auf 2500 Meter Höhe, wo zuletzt ein 312 Meter langer Tunnel den Hochtorgrat an der Landesgrenze Salzburg — Kärnten durchbricht. Dann windet sich die Straße südwärts in zahllosen Serpentinen nach Heiligenblut. Aus Anlaß der Verkehrsübergabe flatterten auf dem höchsten Punkt der Straße die Flaggen fast sämtlicher kraftfahrenden Völker des Erdteils, darunter die Hakenkreuzfahne. Zum Festakt hatten sich mit dem Bundespräsidenten M i k l a s auch Vizekanzler Starhemberg, die Mitglieder der Bundesregierung, des Diplomatischen Korps, darunter der deutsche Gesandte von Pap en, sowie Vertreter der Behörden, der Wirtschaft, der Industrie und viele Kraftfahrer des In- und Auslandes eingefunden. Bundespräsident M i k l a s beglückwünschte die am Bau beteiligten Stellen zu ihrer großen Leistung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das neue Werk dem Frieden Europas dienen möge. Nachdem der Bundespräsident dem leitenden Ingenieur Wallak das Kompturkreuz des österreichischen Verdienstordens überreicht hatte, übergab er die neue Straße der Öffentlichkeit. Hierauf nahm der Fürsterzbischof von Salzburg die kirchliche Weihe der Straße vor. Unter den zahllosen Kraftfahrzeugen, die schon am ersten Tag die Großglocknerstraße befuhren, bemerkte man auch etwa 30 reichsdeutsche Wagen, die die Wimpel mit dem Hoheitszeichen trugen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgobeort Frankfurt. Während bei Island wieder lebhafte Wirbeltätigkeit in Gang kommt, hat sich gleichzeitig das atlantische Hochdruckgebiet auf den Kontinent hin entwickelt. Dementsprechend hat sich bei absteigender Luftbewegung sein Einfluß auf unser Gebiet verstärkt und wird auch vorerst noch erhalten bleiben. Aussichten für Dienstag: Trocken und überwiegend heiter, mittags recht warm, nördliche und östliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der heiteren und trockenen Witterung, tagsüber recht warm. Lufttemperaturen am 4. August: mittags 22,7 Grad Celsius, abends 14,1 Grad; am 5. August: morgens 12,1 Grad. Maximum 23,1 Grad, Minimum 9,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. August: abends 20 Grad; am 5. August: morgens 16,6 Grad. — Sonnenscheindauer 10,2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenlelter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K -G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Lliiiällschlmg in der englischen presse. Kameradschaft, Disziplin, Opferfinn! Großer Frontsoldaten- und Kriegsopfer-Ehrentag in Potsdam. Die Kampfmethoden des weltrevolutionären Kommunismus. Oer bulgarische Agitator Dimitroff auf dem Weltkongreß der Komintern. AuslandsdeutscheLugend bei -er Wehrmacht und zum Bauen 7ogl> -------7 1 5000 Mk. (Verschiedenes I z. Ablösungen Li» I Aufwertung^ einer Aufwertungs- Frau Emilie Döring. o wirtschaftlich, zuverlässig, schnell Reichskom- bar, daß Umständen einer ohne Gewinne Der Hausbesitz im Wirtschafts-Neubau. OerZentralverband deutscher Haus-und Gmndbesitzervereine tagt in Königsberg Die Deutschlandfahrt brachte die auslandsdeutsche Fügend am Sonntag quer durch den Gau Halle- Merseburg bis nach Thüringen. Nachdem die Wagen das Gebiet der Bitterfelder Kohlen- und chemischen Industrie durchquert hatten, wurde in Halle die Fahrt zur Mittagspause unterbrochen. Dann ging es nach Naumburg mit seinem alten Dom und weiter nach Bad Käsen zur Ru° Danksagung. Für die uns anläßlich des Hinscheidens unseres lieben Verstorbenen erwiesene Teilnahme spreche ich hiermit im Namen der Hinterbliebenen meinen Dank aus Oie letzten Großsegler. Das Hennen der Weizensegler Auffralien-Sngland General-V ertretung: 4479* Hch.Wagener, Gleßert Frankfurter Str. 45, Telefon 412fr Falläplel zu kaufen gesucht Konservenfabrik E. Kröck Weserstrahe 19. Saur- Abdnich D.Fachwerkhaus Heuen Bflue 5 in Gietzen soll a. Abbruch vergeb, werden. Die Unterlagen liegen in mein.Büro offen. Angebote sind bis zum 9. d. M. bei mir einzureichen. Ärch. BDI Nicolaus And. Johannes- krrche 5. ZZAM-MWU mit 5Ulche und Zubehör, eventl. Bad, zum 1. Oktober gesucht. Angebote an 4477V Dipl.-Landwrrt Fischer, Paven- burg, Richardstraste 18. Vvfkäuie Seidenplüsch- Garnitur gut erh., Polst, besond. gut,Sofa und zwei Sessel, a. Nachlab preiswert zu verkauf. Marb. Str. 20, im Hof. (08250 polen und Danzig. Der Danziger Senat begründet seine wirtschaftlichen Notmaßnahmen Nach kurzer, schwerer Krankheit nahm Gott der Herr unser innigstgeliebtes Kind Karl Heinz im Alter von 6 Jahren zu sich. In tiefem Schmerz: Familie Karl Jost Familie Wilhelm Jost Familie Weig. Müller. Gießen (Welckerstraße 5), den 5. August 1935. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. August, nachmittags 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt --------------------------------------- ----------03285 Dr. Sternberg-Raasch vom missariat für Preisüberwachung legte der Reichskommissar unter gar keinen dulden werde, daß der Hausbesitzer aus ob. Gelände für Garten am Nahrungsberg oder Altenfeld zu käu- fengesucht.Schr. Angeb. u. 03283 an d. Gieß. Anz. Aus aller Welt. Da» erste Seeschiff in Heidelberg. Durch die Eröffnung des Großschiff ahrtsweaes nach Heilbronn können nun auch größere Schiffe den Neckar benützen. Das erste Seeschiff größeren Ausmaßes, der in Brunsbüttelkoog beheimatete „Kamera b" traf jetzt in Heidelberg ein, um sofort die Weiterfahrt nach Heilbronn anzutreten. Das Schiff wird in Heilbronn Soda laden und dann nach Holland fahren. Bei der Bergfahrt nimmt das Schiff Getreide als Ladung auf. Französischer Dergnügungsdampser leckgelausen. Ein französischer Vergnügungsdampfer, der 250 Fahrgäste an Bord hatte und von einem Sonntagsausflug nach den Inseln Moleno und Quessat nach dem Heimathafen B r e st zurückfahren wollte, lief in der Nähe von Quessat auf einen Felsen auf. An Bord entstand eine Panik, deren die Besatzung nur mit vieler Mühe Herr werden konnte. Infolge Lecklaufens erlitt das Schiff starke Schlagseite. Don den benachbarten Leuchttürmen war das Unglück bemerkt worden. Durch Kanonenschüsse wurde die Aufmerksamkeit der in der Nähe befindlichen Schiffe auf das Wrack gelenkt. Sämtliche Fahrgäste konnten von den zur Hilfe herbeigeeilten Schiffen übernommen werden. Zwei Schleppdampfer brachten die Schiffbrüchigen nach Brest. Lwanssverrfteksevnns Dienstag, den «.August, 14 Uhr, sollen tm „Löwen" hier, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 44730 Haus-, Laden- und Büromobel aller Art, 1 Laden- und Registrierkasse, 8 Pelzmützen, Eisschränke, Oefen, Radios, 1 Motor, Klaviere, 1 Bohr-, Näh-, Schreib- u. Poliermaschine, Anzugsstoffe, 1 Massage- avparat, m.Handschuhe,m.Schuhe, 10 Einschlaglupen, 1 Goniometer, 2 Ferngläser, 1 Schleifbank. Bestimmt: 1 Oelbehälter, 2 Ferngläser, 1 Tisch- u. Schrankgrammo- vhon, mehrere Flurgarderoben. Scharmann, Gerichtsvollz.,Gießen Wernerwall 33 Telefon 3108. relativer Begriff. Denn für die 15 000 Metten fangt Ueberfahrt brauchen die Segler mindestens 9 0 Tage, das ist gerade zehnmal so viel, wie der Sieger in dem großen Flugrennen von London nach Melbourne im vorigen Herbst gebraucht hat. Im letzten Jahr hat ein deutsches Segelschiff, die „P r i w a l l", die schnellst« Ueberfahrt gemacht. Dieses Schiff und die „P a • d u a" sind der Rest einer berühmten Flotte, der „Flying-P-Schifse", die die Hamburger Reederei Laeis einst gebaut hat und die wegen ihrer Schnelligkeit Weltruf besaßen. Allein noch dies« beiden Schiffe sind in deutschem Besitz. Einige andere gehören französischen und schwedischen Reederm Der Großteil aber der noch vorhandenen Segelschiffe, etwa 30 an der Zahl, ist in der Hand eines einzigen Mannes vereint, des Finnen Gustav Eriksson, der einst selbst zur See gefahren ist und diese Schiffe, nachdem er sich zur Ruhe gesetzt hatte, nach und nach für billiges Geld aufgekauft hat. Die Flagge Gustav Erikssons weht jetzt von fast allen noch vorhandenen Segelschiffen der Welt. Aber selbst mit der Weizenfracht aus Australien könnte dieser Mann seine eigenartige Reederei nicht rentabel gestalten. Dazu mußte er sich einen Nebenverdienst suchen, und er hat ihn auch gefunden. Wie man weiß, bevorzugen alle Kriegs- marinen der Welt Segelschiffe zur Ausbildung ihres Offiziernachwuchses, weil der Dienst auf einem richtigen Segelschiff noch immer die beste Schule für den Seemann ist. Aber auch viele andere angehende Seefahrer wissen, daß ihre Aussichten in diesem Beruf besser sind, wenn sie die Ausbildung auf einem Segelschiff nachweisen können. Darauf baut sich Erikssons Nebenverdienst auf. Er nimmt junge Seeleute zur Ausbildung auf seinen Schiffen an Sie müssen sich für zwei Jahre verpflichten und außerdem eine gewisse Summe zuzahlen. So bekommen die Schiffe, die unter der blauen Flagg« mit den weißen Buchstaben G. F. fahren? einen leit ihrer Mannschaft billig zusammen und haben doch immer ausgezeichnetes Mannschaftsmaterial an Bord. Schwer ist das Leben auf den Segelschiffen. Ganze Männer erfordert der Dienst. Wenn die schweren Stürme das Schiff hin und her werfen, wenn der letzte Rest der Leinwand geborgen wer- ben muß, damit nicht alles zerschlagen wird, dann gibt es keine Freiwache, und oft tun die Matrosen tagelang kein Auge zu. Wer aber die zwei Jahre hinter sich hat, der ist bestimmt ein guter Seemann geworden und er wird niemals die Zeit vergessen die er auf den letzten Segelschiffen erlebt hat. Der versäumte Teilnehmer a. b. Marburgsahrt am 4.8.16.09 bittet u. ein Wie- berf eben b.03284 an ben Gießener Anzeiger. JIUIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIl Tagelang wurde nicht nur in Deutschland die Öffentlichkeit durch die Ungewißheit über das Schicksal der deutschen Segeljacht „Störte- b etter" in Aufregung versetzt, bis der Funkspruch aus Bergen eintraf: „Störtebecker allright". In diesen Tagen werden sich viele Menschen gefragt haben, wie das nur möglich ist, daß es heutzutage noch ein Mensch wagt, mit so kleinen Segelschiffen ohne motorische Unterstützung über die Ozeane zu fahren. Aber diese Frage wird zu Unrecht gestellt. Das geht schon allein daraus hervor, daß wir ja wissen, wie unsere Dorfahren in noch kleineren und viel unsicheren Schiffen über die Meere gesegelt find. Das Beispiel des „Störtebecker", des kleinsten Bootes bei der Ozean-Regatta, ist bezeichnend. Der starke Mensch liebt eben den Kampf mit den Elementen, für ihn bedeutet er, zusammen mit der Romantik, die eine solche Sache mit sich bringt, das echte Leben. Aber nicht nur zum Vergnügen fahren auch noch heute Segelboote über die Weltmeere. Auch in einem Zeitalter, da das Dampfschiff in wachsendem Maße vom Motorschiff abgelöft wird, haben die Segler noch einen kleinen Rest ihrer alten Herrschaft verteidigen können. Es gibt auch heute noch große Frachtensegler, die sich durch schwerste Stürme hindurchkämpfen, vielfach abseits von den großen Verkehrsadern. Allerdings ist ihre Zahl nur noch sehr klein, denn kein neues Frachtensegelschiff wird mehr neu aufgelegt, sie sind zum Aussterben verurteilt. Noch aber lebt die Romantik der Segelschiffe, wenn auch die meisten Menschen kaum etwas davon wissen. Hart ist das Brot der Schiffer, karg der Verdienst, und nur auf einer einzigen Route gibt es rentable Fracht für die Segler: auf der klassischen Strecke zwischen Australien und England. Hier lieferten sich vor 100 Jahren die Frachtensegler, die die Wolle von Australien nach England brachten, schon den Kampf um das „Blaue Band des Meeres". Zu dieser Zeit brachten die Fahrten, unbeschwert von der Konkurrenz der Dampfschiffe, wenigstens noch etwas ein. Allerdings waren auch damals die besten Zeiten schon vorbei. Noch früher einmal konnte ein Kapitän an einer Gewürzfracht, die er von Indien nach Europa brachte, wohl bis zu 100 000 Mark verdienen. Heute ist das anders. Heute leben die Segler von dem australischen Weizen, den sie nach England bringen. Alljährlich im April beginnt das Rennen der Weizensegler von Australien nach England. Jeder Kapitän hat den Ehrgeiz, mit seinem Schiff als erster den englischen Bestimmungs- hafen zu erreichen. Allerdings ist hier „schnell" ein Danzig, 3. August. (DNB.) Die polnische Regierung hatte durch ihren diplomatischen Vertreter in Danzig Minister Papäe beim Danziger Senatspräsidenten Greiser gegen die Anweisung der Danziger Regierung an das Landeszollamt, die Einfuhr lebenswichtiger Waren zollftei in das Gebiet der Freien Stadt zu gestatten, Einspruch erhoben und um eine offizielle Stellungnahme gebeten. Diese ist in einer Note übersandt worden, in der es heißt: Mit Bedauern habe ich Ihren Erklärungen entnommen, daß die polnische Regierung nicht bereit ist, die Verordnung des pol- nischen Finanzministers vom 18. Juli d. I. aufzuheben. Die von ihr befürchteten Wirkungen sind eingetreten, die Einfuhr über den Danziger Hafen hat a u f g e h ö r t. Die Wirtschaftsgrenze zwischen Danzig und Polen ist wieder aufgerichtet, zumal inzwischen die polnischen Derwaltungsbehör- den dazu übergegangen sind, Einfuhrgüter aus Danzig in Polen zu beschlagnahmen ober erneut zu verzollen. Die Grundlage für eine ba- lanzierende Zahlungsbilanz ist zerstört. Das Wirtschaftsleben der Freien Stadt Danzig steht infolge der Verordnung des polnischen Finanzministeriums unmittelbar vor der Vernichtung. Die Existenzgrundlage der Freien Stadt, die zur erhalten nach dem Versailler Vertrag und nach den zu seiner Durchführung geschlossenen Verträgen Pflicht der polnischen Regierung ist, ist durch das Verhalten der polnischen Regierung selbst ins Wanken gebracht. In dieser Lage äußerster Not für Staat und Wirtschaft besteht für die Freie Stadt nicht mehr die Möglichkeit, eine abwartende Haltung einzunehmen. Die Danziger Regierung wird nunmehr die Einfuhr solcher Waren, die für die Erhaltung der Wirtschaft und des Staates nicht entbehrt werden können, zollfrei in das Gebiet der Freien Stadt Danzig hineinlassen. Die Maßnahmen zielen lediglich darauf aß, die gestörte Wirtschaftslage wiederherzustellen und dadurch die Existenzgrundlage der Freien Stadt, die ihr durch den Versailler Vertrag gewährleistet ist, zu erhalten. Die Maßnahmen der Danziger Regierung sind daher ausschließlich wirtschaftlicher Natur und darauf berechnet, zu verhüten, daß durch eine Wirtschaftskatastrophe das Danziger Statut ins Wanken gebracht wird. Die Regierung der Freien Stadt gewährleistet nach wie vor der Republik Polen den Freien Zugang zum Meer. Die Danziger Zollverwaltung wird daher die Ueberroeifung von Waren, dis für Polen bestimmt sind, in zöllnerischer und steuerlicher Beziehungen in der gleichen Weise vornehmen, wie dies bisher geschehen ist. Die Danziger Regierung ist nach wie vor bereit, in sofortige Verhandlungen einzutreten. Sperrung der polnischen Grenze für die Einfuhr aus Danzig. Danzia, 3. August (DNB.) Die polnisches Zollstellen an der Danzig-polnischen Zollgrenze haben ab Samstag 12 Uhr die Grenze für die Einfuhr sämtlicher Waren aus dem Gebiete der Freien Stadt Danzig nach Polen gesperrt. Der Wagenverkehr in umgekehrter Richtung wickelt sich weiterhin ungestört ab. b e l s b u r g unb ber ihr benachbarten Burg Saaleck. Hier fanb am Grabe der Freikorpskämpfer Fischer unb Kern auf dem kleinen Dorffried- hof eine Gedenkfeier statt. Etwa 40 Landesführer ber volksdeutschen Jugend im Ausland legten unter den Klängen des Blutliedes der Bewegung einen Kranz nieder, der auf feiner Schleife die Inschrift trug: „Die Ehre ist mehr als der Tod!" Der Leiter des Deutschlandlagers, Oberbannführer Minke, hielt eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Wenn wir als Vertreter der auslandsdeutschen Jugend zu diesem Grab gingen, dann, weil wir wüßten, daß nur Menschen mit diesem kompromißlosen „Sieg oder stirb" diejenigen seien, die unser Volk durch alle Fährnisse hindurchführen könnten. — Die große Kolonne der 45 Autobusse traf am Nachmittag in Weimar ein, wo sie auf dem Fürstenplatz durch Staatsminifter Wachtier begrüßt wurde. Königsberg, 4. Aug. (DNB.) In Königs- bera fand die 56. Jahrestagung des Zentralver- banoes deutscher Haus- und Grundbesitzervereine statt. Ministerialrat Dr. Ebel vom Reichsarbeitsministerium sprach über „W ohnungsmarkt unb Wohnungsbau", wobei er u. a. erklärte: Infolge der feit 1933 vermehrten Bautätigkeit feien 1934 rund 318 000 Wohnungen neu hergestellt worden, davon allein 120 000 durch Teilung von Großwohnungen oder anderer Räume im Rahmen der großen Zuschußaktion. Im Ganzen gesehen habe jedoch der Zugang an Wohnungen seit 1929 nicht mit dem Zugang an Haushaltungen Schritt gehalten. Das Statistische Reichsamt habe daher die Zahl der Wohnungslosen noch vor kurzem auf 1350 000 geschätzt gegenüber einer Million im Jahre 1929. Mittel des Reichs würden eingesetzt für die Kleinsiedlung, den Bau billiger Kleinwohnungen und die Altstadtsanierung. Das Endziel müsse aber die Befriedigung des Wohnungsbedarfes ohne Reichshilfe sein. — Oberregierungsrat Dr. Fischer-Dieskau vom Reichsarbeitsministerium behandelte aktuelle Probleme des neuen Hausbesitzes, dessen Gesundung infolge des ständig steigenden Wohnungsbedarfes in Verbindung mit dem Fortschreiten der Zinssenkung und der anhaltenden wirtschaftlichen Belebung bald rasche Fortschritte machen werde. tigten Miets st eigerungen nicht, so bleibe nichts anderes übrig, als hart anzugreifen. Selbstverständlich hätten auch alle anderen Beteiligten die gleiche Pflicht, ihr Tun und Lassen sozial einzurichten, der Mieter und Hypotheken- gläubiger. Auch sie täten besser, von sich aus ihre Schuldigkeit.zu begreifen und zu tun, als erst behördliche Eingriffe abzuwarten. Der Höhepunkt der Reichstagung wurde am Sonntagvormittag mit einer Kundgebung erreicht, auf der für die Reichsregierung Ministerialrat Dr. Ebel vom Reichsarbeitsmmisterium sprach. Der Vorsitzende der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, arbeitete den nationalsozialistischen Eigentumsbegriff, bezogen auf das Grundeigentum, heraus. Das Eigentum des Einzelnen gewinne und behalte feinen Wert nur als Teil des gesamten Volksvermögens. Nicht durch Gewalt, sondern nur durch ethische Verwurzelung in der Volksgemeinschaft könne die Rechtssicherheit des Eigentums gewährleistet werden. Der Leiter der rechtspolitischen Abteilung im Reichsrechtsamt, Hauptstellenleiter Landgerichtsrat Barth, machte Ausführungen über die Funktionen des Grundeigentums im nationalsozialistischen Recht. Pg. L a z a r i, Fachbearbeiter der Deutschen Arbeitsfront, machte Mitteilung über ein zwischen dem Zentralverband und der DAF. geschlossenes Abkommen, wodurch Arbeitsgebiete und Funktionen der beiden Organisationen abgegrenzt werden und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der Weg gebahnt wird. — In seinem Schlußwort betonte Präsident Iribius den Gedanken der Hausgemeinschaft zwischen Mieter und Vermieter. Gießen (Friedensstraße 20), Im August 1935. ___________________________________________________4481 D DöbSritz, 3. Aug. (DNB.) Einen würdigen Auftakt für die Deutschlandfahrt der aus dem Lager Kuhlmühle kommenden auslandsdeutschen Jugend bildete ein Besuch beim Reichsheer draußen in Döberitz. Der kommandierende General des 3. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis III, Generalleutnant von Witzleben, hatte eine größere Hebung angesetzt, um den Jungen, von denen viele zum erstenmal überhaupt einen deutschen Soldaten zu Gesicht bekamen, Gelegenheit zu geben, die verschiedenen Waffengattungen des jungen deutschen Heeres im Gefechtsbild zu sehen und anschließend in einem großen Friedensbiwak das kameradschaftliche Leben kennen zu lernen. Ein prachtvolles Bild bot sich, als gegen Mittag auf dem Hasenheidenberg an der Berlin-Hamburger Chaussee die auslandsdeutschen Jungen mit den Kameraden der Hitlerjugend im großen Viereck antraten. Der Kommandant von Berlin, Generalleutnant von Schaumburg betonte, daß es ihm eine aufrichtige Freude fei, den jungen Mensen Gelegenheit zu geben, mit der Wehrmacht in Berührung zu kommen, der deutschen Wehrmacht, die durch die große Tat unseres Führers Adolf Hitler wieder neu erstanden fei. Ein Erlebnis für die Jungen war die Uebung. Mit der Infanterie arbeitete Artillerie, ein Kraftrad-Schützenzug, Panzerwagen und Fliegerstaffeln. Offiziere und Unteroffiziere gaben den jungen Gästen Erläuterungen. Nach einem Vorbeimarsch vor Generalleutnant von Witzleben wurden die Biwakplätze bezogen. Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, fuhr die einzelnen Biwaks ab und nahm Gelegenheit, mit vielen Hit- lerjungens aus allen Teilen der Welt zu sprechen. Die Freude der jungen Deutschen war darüber besonders groß. Eine Abordnung aus Deutsch-Südwest fiel durch ihre hervorragende soldatische Haltung besonders auf. Der Oberbefehlshaber hörte sich dann noch den großen Zapfenstreich an, der von allen Biwaks zum Denkmal auf dem Hasenheiden- berg hinüberklang. pericßaüt rubigen Schlaf, ist erprobt bei Ber- AkuA'rBeklemmung, Atemnot, Herzklopfen, Kopfweh, Schwindel, Unfähigkeit klar zu s^Äk^^M^svNtl'umunfl, auch Hornaus- scheidend. Allein echt zu hab.st, all. Avotb. u.im «ekovmhaus, rkeenrvlas s. ——__4268 D Bekanntmachung. Das im Staats- unb Gemeindewald des Forst« amtsbezirks noch lagernde Nutz- und Brennholz muß bis zum 10. September 1935 bei Vermeidung einer Anzeige abgefahren fein. 4478D Gießen, den 3. August 1935. Hessisches Forstamt Schiffenberg. __I. V.: von Gall. Familien- Drucksachen- Verlobungsaniclgcn * bei Br0hl,Schulstra0e7 «'.^.7,°."!"°" Cn tlUleferwoge* wie er nicht besser sein kon* lieferbar flfr 500v.750 kg Tragkraft •peclolowfbowten fGr jeden Zweck fein Zutun entstandenen Konjunktur ziehe. Die Einführung einer neuen Wohnungszwangswirtschaft liege nicht im Sinns der Reichs-! regierung. Unterblieben aber die unberech-I Gavtett Ei« Eichen- WMVWW Schlafzimmer wenig gebraucht, sehr gut erhalt., best.aus 2 Betten mit Patentrahm, ohne Matratzen, 2 Nachttischen, gr. Steil. Schrank f. Wäsche u. Kleider, zu verkauf. Preis RM. 200- Schr.Angeb.unt. 4472D a.d.G.A. MlslerWs gut erhalt., aus Nachlaß, preisw. zu verkaufen. Marb. 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Sie wünschen gleich mir die Reiseandenken, über die man sich freuen muß, wenn man sie erhält, und die man ein Jahr um sich dulden muß, bis einem eine glückliche Ausrede einfällt, daß sie das Opfer eines Einbruchs, einer Feuersglut oder eines Orkanes geworden sind. Reiseandenken für die Daheimgebliebenen, ein erhabener, schöner Gedanke. Aber es gibt kaum eine andere Gelegenheit, wo der Geschmack sich so verirrt. Zugegeben, in den kleinen oder größeren Sommerfrischen wird auf Kunst weniger Wert gelegt als in den Städten, aber muß dann die Muschel mit dem strotzenden Segel, in deren rotem Samtpolster sich ein Fingerhut befindet, gekauft werden? Und ich frage mich, ob eine Porzellankuh, die die Dünen von Strandmüde auf der einen und drei Windmühlen aus der anderen Seite zeigt und aus deren Maul die Milch fließt, unserem Frühstückstisch zur Zierde gereicht? Oder gar ein Gnom aus Baumrinde, häßlich angetan mit einer roten Filzjacke und einem grünen Schurzfell, dessen Buckel schöngespitzte Zahnstocher trägt? Was gibt es nicht für Sommerfrischengreuel. Ich kenne Leute, die schon am ersten Tage ihres Aufenthaltes in den Ferien die Derkaufsstände mustern und die einzelnen Gegenstände für die Lieben daheim auswählen. Die Daheimgebliebenen verdienen einen anderen Lohn fürs Daheimbleiben. Nichts wäre mehr, als solche „Aufmerksamkeiten". Man kann nicht genug vom Mitbringen bemalter Gipswandteller mit der Alpenlandschaft oder dem gepolsterten Pantoffel-Nadelkissen abraten. Das sind geschmacklose Staubfänger, die den Empfänger ärgern, ihm im Wege stehen und die meist nicht zu ihm und seiner Umgebung passen. Es gibt schon hübsche Reiseandenken, wenn man sich die Mühe macht, die einheimische Industrie einzelner Gebirgsgegenden, der Wasserkante oder wo man sich gerade befindet, zu studieren. Wie hübsch sind oft Schnitzereien, die Gebirgsbewohner fertigen und die eine künstlerische Note aufweisen. Oder gar Handwebereien in Leinen, in bunten Stoffen. Und dann gibt es selbstgeklöppelte Spitzen in deutschen Mittelgebirgen, in anderen Gegenden sind es Glasbläsereien oder Glasschleifereien, die zu erschwing- sichen Preisen die schönsten Reiseandenken Herstellen. Und wenn man in einem kleinen Fischerdorfs weilt, so soll man keine muschelbeklebten Leuchttürme kaufen, sondern frischgeräucherte Flundern und Aale, die zwar keinen Ewigkeitswert haben, aber den Gaumen erfreuen. Beim Einkäufen von Reiseandenken soll man in erster Linie die einheimische Volkskunst prüfen, dann an den Geschmack und die Lebensgewohnheiten des zu Beschenkenden denken und danach seine Auswahl treffen. Es braucht nicht nach „viel" auszusehen, aber es soll den Zweck, Freude zu bereiten, erfüllen. Vornotizen. Tageskalender für Montag: NSG. „Kraft durch Freude: 18 bis 19.15 Uhr, Schwimmen in der Badeanstalt des Männerbadeoereins; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Erbe in Pretoria". __ Unsere Garnison rückt ab. In der Nacht zum Mittwoch werden unsere Soldaten die Garnison verlassen, um auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow ihre Ausbildung fortzusetzen. Der Transport geht auf dem Bahnwege vor sich. NGV., Ortsgruppe Gießen-TIorb. Lebensmittelopferring. Am Dienstag, 6. August, und Mittwoch, 7. August, findet die Einziehung des Lebensmittelopferringes statt. Die Hausfrauen werden gebeten, d'ie Pfundpakete bereitzuhalten und den Inhalt auf den Umhüllungen anzugeben. * ** Berkehrsunfälle. Am gestrigen Sonntag ereigneten sich hier zwei Verkehrsunfälle, bei denen es leider zwei erheblich Verletzte gab. In der Kaiier- allee/Ecke Wolfstraße stießen ein Auto und ein Motorrad zusammen, wobei der Motorradler, der 32 Jahre alte Schreiner Ernst Müller aus Wieseck, am linken Bein schwer verletzt wurde. Der Autofahrer kam, obwohl sich sein Wagen durch den Zusammenprall mehrmals überschlug, wie durch ein Wunder unverletzt davon. Bei dem anderen Unfall wurde die Frau Wilhelmine K e r st e n aus Kassel, die auf dem Motorrad mit ihrem Mann fuhr, von einem Auto von hinten angefahren, wobei sie neben allerlei Prellungen anscheinend auch innere Verletzungen davontrug. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. Beide Verletzte wurden nach der Chirurgischen Klinik verbracht. In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 8) lejen wir: Das Verfahren, betreffend die Ausgabe der Schuldverschreibungen auf Grund des Gesetzes zur Förderung des Wohnungsbaues vom 30. 3. 1935 (RGBl. Nr. I, S. 469) ist inzwischen durch den Runderlaß d. RdF. v. 14. 6. 1935 H 2078 — 15II, RStBl. 1935, S. 909 näher geregelt worden. Ein besonderer Antraa ist — anders als bei den erörterten Guthabenbescheinigungen (im Rundschreiben Nr. 5 vom 1. Mai 1935) und früher bei der Erteilung der Steuergutscheine — nicht erforderlich. Der Anspruch auf Aushändigung der Schuldverschreibungen entsteht von selbst, und zwar in dem Zeitpunkt, in welchem auf dem Anleihekonto ein Guthaben von je 100 Mark erreicht ist. Die Schuldverschreibungen, die an die Einzahlungspflichtigen zur Ausgabe gelangen, lauten über Nennwerte von 100, 200, 500 und 1000 Mark. lieber die Zinsansprüche ist in dem Runderlaß vom 14. 6. 1935 zu III b angeordnet, daß der Zeitpunkt, in welchem auf dem Anleihekonto jeweils volle 100 Mark erreicht sind, für den Zinsenlauf maßgeblich ist, und zwar rückwirkend, indem alsdann Zinsscheine für das in Frage stehende Halbjahr auszuliefern find. Wer also auf seinem Anleihekonto je 100 Mark in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 1935 erreicht, hat mit einer Schuldverschreibung über 100 Mark auch die Zinsabschnitte ab 1. 4. 1935 zu beanspruchen. Zugunsten des Einzahlungspflichtigen ist zur Vermeidung verspäteter Gutschriften besonders angeordnet, daß es auf den Zeitpunkt ankommt, in welchem die Gebäudeentschuldungssteuer auf der Hebestelle entrichtet wird; alle Zahlungen, die in den Monaten September 1935, März 1936 usw. bei der Hebestelle geleistet werden, sind noch in die Anleihelisten für diese Monate aufzunehmen. Bei Guthabenbescheinigungen ist für die Verzinsung der Zeitpunkt entscheidend, in welchem das Kreditinstitut den Umtausch bei der Finanzkasse oder Oberfinanzkasse beantragt. Soweit ein Hausbesitzer die Gebäudeentschuldungssteuer gemäß der Notverordnung vom 8. 12. Die deutlcke Arbeitsfront n.9.=Gemcinf(haft „firaft burch frcubc" Sonderzug nach Heidelberg am 25. August. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, veranstaltet am Sonntag, 25. August, die letzte Heidelbergfahrt des Jahres 1935. Der Preis beträgt einschließlich Mittagessen 5 RM. Alle KdF.- Warte haben sofort Aushang auf roten KdF.- Anschlagtafeln in den Ortsgruppen und den betrieben zu machen. Die Anmeldungen werden bei den KdF.-Warten abgegeben. Meldungen aus den Betrieben müssen nachweisen, in welchem Bahnort die Teilnehmer einsteigen, damit wir rechtzeitig für richtige Anschlüsse sorgen können. Gesamtteilnehmerzahl 800 Personen — also möglichst umgehend anmelden. Mit der Anmeldung ist sofort der Betrag einzuzahlen; andere Anmeldungen sind ungültig. Ein großer Abend in der Volkshalle Die Preise sind: 40, 60, 80 Pf. und 1,— Mk. Man wird für dieses Geld einen Abend erleben, der hinter den beiden Abenden des Schumann- Theaters und des Kabaretts der Komiker bestimmt nicht zurückbleiben wird. Ein Abend des gemeinschaftlichen Besuches für ganze Betriebe. Eine gute Lautsprecheranlage und Helle Bühnenbeleuchtung werden dafür sorgen, daß man auch am letzten Platz für das wenige Geld einen wirklich fröhlichen Abend verleben kann. Willi Reichert, der vom Rundfunk her be- kannte große Humorist aus Stuttgart, der Mann, dessen unbeschreibliches Lachen alles mit in Bann Aietjt und alle zu befreiendem Lachen erlöst — diesen Mann müssen Sie gesehen haben. 1931 (RGBl. I, S. 706) bereits durch Zahlung eines einmaligen Betrages abgelöst hat, hat er keinen Anspruch auf Anleihestücke. Dies ist auch nicht etwa unbillig, da in der vorerwähnten Notverordnung bereits die Senkung der Gebäudeentschuldungssteuer ab 1. 4. 1935 um 25 v. H. vorgesehen war und die Zuteilung der Anleihestücke dieser Senkung entspricht. Die Weiterveräußerungen der Schuldverschreibungen seitens des Empfangsberechtigten ist gemäß § 17 KapDerkStG. der Börsenumsatzsteuer unterworfen. Auch ist, sofern der Hausbesitz zum Betriebsvermögen gehört, und deshalb die zutzeteilten Schuldverschreibungen ebenfalls dem Betriebsvermögen zuzurechnen find, bei einer Weiterveräußerung der Schuldverschreibungen der etwa erzielte Gewinn einkommensteuerpflichtig, während ein solcher Veräußerungsgewinn, soweit die Anleihestücke zu dem Privatvermögen gehören, nicht der Einkommensteuer unterliegt, selbst wenn die Veräußerung bereits innerhalb eines Jahres seit dem Erwerb erfolgt (§ 23 Abs. 2 Ziff. 1 EinkStG. 1934). Kurs der hauszinssteuer-Anleihe. Demnächst erhalten die Hauseigentümer erstmalig für die 25prozentige Hauszinssteuersenkung, und zwar für die Monate April und Mai, die auf sie entfallenden Stücke der Gemeinde-Umschuldungs- anleihe oder anstatt dessen entsprechende Guthabenbescheinigungen. Die vierprozentige Gemeinde-Um- schuldungsanleihe ist am 27. Mai d. I. erstmalig an der Berliner Börse halbamtlich notiert worden, und zwar belief sich der Geldkurs der Anleihe auf 89 Prozent. Die Kursfeststellung der Gemeinde-Um- schuldungsanleihe wird auch in Zukunft täglich auf dem Berliner unnotierten Markt stattfinden. Auf den einzelnen Börsen im Reich wird dagegen eine gesonderte Notierung nicht erfolgen. Die Guthabenbescheinigungen, die an Stelle der Anleihestücke bei kleineren Beträgen ausgegeben werden, sind ebenfalls verwertbar. Wie mitgeteilt wird, haben die Kreditinstitute sich ausdrücklich bereit erklärt, die Guthabenbescheinigungen für Anleihebeträge unter 100 RM. zu einem 0,5 v. H. unter dem Geldkurs liegenden Preis zu erwerben. Beim Erwerb findet eine Stückzinsenberechnung nicht statt. Großfeuer in Geiß-Nidda. CO Nidda, 5. Aug. (Drahlberichi des Gieße- ner Anzeigers.) 3n der letzten Nacht wurde unser Nachbarort G e i h - N i d d a von einem furchtbaren Grohfeuer heimgesucht. Dem verheerenden Brand, dessen Ausbreitung durch starken Nordwind und durch erheblichen Wassermangel begünstigt wurde, sind zwei Wohnhäuser und fünf mit ungedroschener Frucht voNgesüllte Scheunen vollständig zum Opfer gefallen. Zwei weitere Wohnhäuser wurden durch die Flammen erheblich beschädigt, konnten aber schließlich gerettet werden. Milverbrannl sind die Kleinviehbestände, während das übrige Vieh zum Glück rechtzeitig gerettet werden konnte. Ferner sind dem wütenden Element landwirtschaftliche Maschinen zum Opfer gefallen. Welter bedrohte Nachbargebäude konnten gerettet werden. Die Ortsfeuerwehr und die Feuerwehren aus zahlreichen anderen Orten waren sehr eifrig tätig, sie konnten aber ihre Kraft nicht voll entfalten, da der starke Wassermangel ein unüberwindliches Hindernis bot, die niedergebrannten Gebäude auch einen völlig zusammenhängenden Vaublock bildeten. Die Ursache des gewaltigen Feuers ist noch unbekannt. Der Brand- s ch a d e n ist g r o ß , da die Geschädigten nur z u m Teil versichert sind. Besonders bedauerlich ist es, daß von dem schweren Unglück nur kleine und mittlere Bauersleute betroffen wurden. Die Brandgefchädigten find die Einwohner Gustav Beltz, Johann Groh, Gustav Schmiedel, Emil Scherer, Hermann Spieß und Johann D 8 l l. Die Ortseinwohner zeichneten sich durch eifrige Hilfeleistung bei den Rettungsarbeiten aus. Feuer in Ahback. > Atzbach (Kreis Wetzlar), 5. August. In dem Grundstück des Einwohners Friedrich Velte, Haus Nummer 96, brach in der letzten Nacht in der mit Frucht (fast die ganze Ernte) v o l l g e - füllten Scheune Feuer aus, dem die Scheune mit ihrem gesamten Ernteinhalt und mit landwirt sch östlichen Maschinen zum Opfer fiel. Mitverbrannt sind auch die Hühner, dagegen konnte das übrige Vieh gerettet werden. Das Wohnhaus und ein benachbartes weiteres Wohnhaus waren stark gefährdet, konnten aber durch eifrige Arbeit der Ortsfeuerwehr und der Wehren aus den Nachbarorten gehalten werden. Der Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Ursache des Feuers ist noch unbekannt. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 7. August. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 1. Aus Fürsorge und Sozialpolitik. 2. Offene Stellen. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 16: Kleines Konzert. 16.30: Der Zeitfunk fährt über Land. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht. 18.45: Saardienst. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bauernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Heilig ist das Blut. 20.45: Ferngesteuertes Funkbrettl. 22: Reichswettkampf der SA. Hörbericht 3. Gruppe Kurpfalz. 22.10: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.20: Deutsche Fechtmeisterschaften. 22.30: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2 Nachtmusik. Andersen. 3um 60. Todestage des dänischen Marchendichters. Von Walter Schwerdtseger. Betrachtet man den Lebenslauf dieses Jungen, den das Schicksal für das Gefängnis oder das Spit- tel bestimmt zu haben schien und dem eine gute Fee die Galoschen des Glücks gab, man ist versucht, die Schilderung mit dem unsterblichen Anfang aller Märchen zu beginnen: Es war einmal ... Als seine Mutter im siebenten Monat schwanger ging, heiratete sie den Flickschuster Andersen. Sie eine Dienstmagd, triebhaft und robust, aus einem Bauerngeschlecht der Insel Fünen. Er, fünfzehn Jahre jünger, klein, schwächlich, zerfahren, da- bei außergewöhnlich belesen, der Sohn eines geistesschwachen Häuslers, der, in bizarre Lumpen gekleidet, phantastische Holzfigürchen mit Tierköpfen, die er selber schnitzt und bemalt, in der Stadt feilbtetet. Dies waren die Eltern. Und ihr Erbe, das 6rbe einer psychopathischen Familie, hat das Leben des Hans Christian Andersen veraiftet, ihn in ständiger Furcht vor dem Wahnsinn gehalten, dessen Keim er in seinem Blute spürte. In einer Bodenstube, die zugleich als Werkstatt diente und außer einem Bett und der Schlafbank für den Knaben kaum mehr als eine Truhe und ein Wandbrett mit Büchern und Noten enthielt, verbrachte er feine Kindheit. Der Johannisbeerstrauch in dem engen Hof, Petersilie und Schnittlauch, die in einem Holzkasten an der Dachrinne wachsen, das ist sein Garten. 1812 verdingte sich der Vater als Soldat; in jener Zeit ein Akt der Verzweiflung. Als er starb, heiratete die Mutter zum zweiten Mal, einen trägen Kerl Ende der Zwanzig. Nach'wie vor mußte sie für die wohlhabenden Familien der Stadt waschen. Wenn sie mit den andern Weibern in dem seichten Wasser der Odense Aa stand und mit dem schweren Schlägel die Buchenasche aus den Linnen klopfte lag der Knabe am Ufer und träumte: Am andern Ende der Erde, gerat) unter dem Bach ist das Kaiserreich China — das weiß er von den Spinnweibern aus dem Armenhause der Großmutter — und einmal, in einer Vollmondnacht, wird ein chinesischer Prinz, der ihn hat singen hören, aus dem Flusse steigen und ihm Glanz und Reichtum verleihen. Und er wird sich in Odense ein Schloß bauen größer noch als das des Buchdruckers Joersen, dessen Park man am andern Ufer sieht. Ganze Abende lang saß er und entwarf Zeichnun- gen seines künftigen Palastes. Morgens ging er wieder in die Armenschule. Die Knaben hänselten ihn: „Komödienschreiber!" denn seine Gedanken kreisten immer um das Theater. Aus dem Personenverzeichnis der Zettel, die er für eine deutsche Truppe austragen half, fabulierte er sich ganze Dramen zusammen. Und als er, nach kurzer Beschäftigung als Färberlehrling und als Arbeiter in einer Tuchfabrik, eingesegnet wurde, erklärte er, nach Kopenhagen an das Staatstheater gehen zu wollen, um berühmt zu werden. Eine alte Kartenlegerin weissagte der Mutter, ihr Sohn werde einst ein großer Mann werden und die Stadt Odense ihm zu Ehren illuminieren. Fast ein halbes Jahrhundert verging, ehe sich die Prophezeiung des alten Weibes erfüllte, und die Stadt Odense dem Staats- und Konferenzrat Andersen anläßlich der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes einen Fackelzug darbrachte. Die Mutter war längst, halbblind, gelähmt und immer im Branntweinrausch, im elenden Altersheim der Stadt gestorben und auf dem Armenfriedhof verscharrt. Kopenhagen! Mit wieviel Hoffnung, wieviel banger Erwartung hat er als Vierzehnjähriger die Residenzstadt betreten: hoch aufgeschossen, im hecht- grauen Rock, dessen Aermel die mageren Handgelenke sehen lassen, schrägen Augen, großer Nase und dem langen Hals im festgeknüpften Kattuntuch. In feinem Zimmer in der üblen Holmensgade übt er Ballettschritte, Triller und Mordente, die ihm der italienische Gesanglehrer einstudiert, schreibt er Gedichte und Tragödien. Abends steht er gedrängt in den „Hökerlogen" des Theaters. Manchmal nimmt man ihn als Figuranten in den Chor, als Hirten ober als Krieger. Ein Mitglied der Theaterleitung, der Finanzdeputierte Collin, wird schließlich auf ihn aufmerksam und verschafft ihm ein Stipendium für die Lateinschule. Er ist ein „Bücherschlucker", liest Lessing Goethe, Tieck, Jean Paul. E. T. A. Hoffmann, veröffentlicht ein Bändchen „Jugendversuche". Dann beginnt die Zeit seiner Reisen, die ihn durch ganz Europa führen, bis nach England, nach Gibraltar, an den Bosporus. Die romantische Schilderung einer Wanderung nach der Sundinsel Amak bringt ihm den ersten Ruhm. Es folgen die „Schal- tenbilber von einer Reise nach bem Harz". Cha- misso übersetzt Gebichte von ihm, barunter „Der Solbat" (Es geht bei gedämpfter Trommel Klang), das durch die Vertonung Friedrich Silchers zu einem unserer volkstümlichsten Lieber geworben ist. Sein erster Roman, „Der Improvisator", macht ihn berühmt; halb barauf erscheinen „O. T." unb „Nur ein Geiger", im Grunbe alles bunte Verkleibungen eines Ich. Don Deutschland aus, wo er zuerst Anerkennung finbet, erobert er sich allmählich bie Welt: zuletzt fein Vaterland, besten führenbe Literaturzeitschrift von dem „Improvisator" überhaupt keine Notiz genommen hat. In feinem hübschen Biedermeierzimmer am Botanischen Garten in Kopenhagen schreibt er bie ersten Märchen: vom Feuerzeug, bas maliziöse, von ber Prinzessin auf der Erbse und Klein Idas Blumen. Schon damals urteilte ein Freund: „Der Improvisator macht Dich berühmt, die Märchen werden Dich unsterblich machen." Bald vergeht keine Buchsaisvn ohne ein Heft dieser Märchen und Ge- schichten mit ihrer Unschuld der Empfindungen, der ganz germanischen Tiefe des Gefühls und der klaren Schlichtheit ihrer Sprache. Bis nach Indien und Japan bringen sie. Jbealifiert tauchen bie Ereignisse unb Gestalten seines Lebens in vielen Märchen Andersens auf: in ber „Geschichte von einer Mutter", im „Kleinen Mäbchen mit ben Schwefel- hölzern"; bie zarte Luise Collin ist das Däume- linchen, bie große Sängerin Jenny Linb bie Nachtigall, er selbst ber Schweinehirt. Am klarsten spiegelt sich sein eigenes Leben in bem Schicksal bes „Häßlichen jungen Entleins". „Er bachte baran, wie er verfolgt unb verhöhnt worben war, unb hörte nun alle sagen, baß er ber schönste aller schönen Vögel sei; selbst ber Flieder bog sich mit den Zweigen gerade zu ihm in das Wasser hinunter, und die Sonne schien warm und mild." Ist es nicht die Quintessenz, die harmonische Auflösung des Märchens seines Lebens? Wie ein Löwenbaby reist. Dor kurzem ist ein kleiner Lowe in ben ßonboner Zoo gebracht worben, besten bisherige Lebensgeschichte bes Erzählens wert ist. Shing — so heißt der junge König der Tiere — wurde Ende März dieses Jahres im Zoologischen Garten ber inbischen Stabt Dschamnagar geboren unb alles beutete bar» auf hin, baß er seine Tage in diesem Tierpark beschließen werde. Da griff der Brief eines kleinen englischen Jungen in sein Schicksal ein. Dieser schrieb nämlich an feine Mutter, die als Gast bei bem Maharadscha Dscham Sahib weilte, sie müsse ihm unbedingt einen Löwen ober einen Tiger aus Indien mitbringen. Als die Dame diese Bitte lachend an der Hoftafel erwähnte, nahm der Maharabscha die Sache sehr ernst unb ließ sofort das einzige männliche Löwenbaby, das sich gerade in seinem Tierpark befand, als Geschenk für den kleinen Jungen auswählen. Die Mama mußte wohl oder übel den Transport übernehmen. Singh war damals noch nicht vierzehn Tage alt, ein Bündel aus rauhem Fell von der Größe einer Katze. Um für die Reife vorbereitet zu werden, mußte er erst entwöhnt werden »und wurde daher jeden Tag einige Stunden von seiner Mutter entfernt, bis er in menschlicher Umgebung heimisch war. Ein starker Holzkäfig, der gegen das Licht abgeschlossen werden konnte, wurde angefertigt, denn Singh liebte die Dunkelheit. Als man ihn schließlich für immer von feiner Mutter trennte, konnte er noch nicht allein trinken, sondern ihm mußte alle zwei Stunden Milch eingeflößt werden. Er nahm aber recht gut zu, überstand glücklich die Landreise bis Bombay und wurde bann in seinem Käsig auf ben Dampfer aebracht. Als er groß genug war, um zu gehen, führte man ihn täglich an Halsbanb unb Kette auf dem Deck spazieren. Das gehörte zu ben großen Ereignissen für die Passagiere während der Seereise. Er spielte mit jedem, der sich ihm widmete, unb lernte bald, seine schon ziemlich langen Krallen so einzuziehen, daß sie seinen Spielkameraden nicht gefährlich würben. Bei einer Ernährung, bie aus Kinbermehl unb rohen Eiern bestaub, gedieh er vortrefflich; er wurde wie ein Schoßhündchen gebadet und gebürstet und erhielt dadurch ein glattes, glänzendes Fell und zeigte auch niemals den unangenehmen Raubttergeruch. Die italienische unb französische Regierung gewährten bem Gast beim Überschreiten ihrer Grenzen jebe Erleichterung, aber in Englanb hatten bie Behörden ihre Bedenken, und erst als die Direktion des Zoologischen Gartens sich verpflichtet hatte, ihn aufzunehmen, wenn es sich als notwendig erweisen würde, durfte Singh im Auto nach seinem neuen Heim gebracht werden. Ein Inspektor des Ackerbau-Ministeriums begutachtete die Unterbringung und erklärte, daß ein großer Speicher unb bie bichten Rosenhecken des anschließenben Gartens genügenb Sicherheit für seine Unterbringung gewährten. Hier lebte Singh ein paar Monate in bester Freundschaft mit allen Hausgenossen und zeigte niemals schlechte Laune ober irgendwelche gefährliche Angriffslust. Aber bann kam die Zeit, wo er so groß geworben mar, baß man ihn nicht mehr als Haustier hegen unb pflegen konnte und ihm im Zoo eine neue Wohnstätte angewiesen werden mußte. Der Schluß der „16. Rhön". 513 Starts.-40 000 Klugkilometer. Die diesjährige „16. Rhön" erreichte am Sams« tag bereits hinsichtlich der Ausschreibungspreise ihr Ende. Die Sportleituiig schrieb einen Tagespreis von 400 RM. für diejenigen vier Flugzeuge aus, die als erste von der Wasserkuppe im ununterbrochenen Flug Laucha erreichen und auf dem dortigen Flugplatz der Reichssegelfliegerschule landen. Diese etwa 143 Kilometer lange Flugstrecke, die eine 50-v. $).« Steigerung der gestrigen Kasseler Leistung darstellt, konnte allerdings bei der herrschenden Südwestwind- Wetterlage von keinem Piloten geflogen werden. Trotzdem unternahmen einige Piloten Ueberland- flüge, die bis in die Gegend von Fulda, Gießen, Frankfurt a. M., Darmstadt — etwa 60 bis 100 Kilometer — führten. Den Vogel schoß zweifellos der Pilot Kennel der Luftsportlandesgruppe Hannover ab, der seinen Rhönadler sicher südlich Stuttgart in etwa 213 Kilometer Entfernung von der Wasserkuppe zur Erde brachte. Den Oechsenberg umkreisten weiter der Stuttgarter Kraft, der Nürnberger Wagner und der Darmstädter Späte. Außerdem wurden noch einige beachtliche Höhenflüge unternommen. Mit den am Samstag ausgeführten 57 Starts erreichte die Gesamtzahl aller Wettbewerbsflüge über 50 0. Insgesamt bewältigten unsere Segelflieger 40 000 Kilometer, was dem Umfang der Erde entspricht. In der Wertung der Fern f lüge liegt Peter Riedel mit 1300 Kilometer Länge an der Spitze vor Rudolf Oeltfchner mit 1200 Kilometer und Ludwig Hoffmann mit 1100 Kilometer. Das Ergebnis des Wettbewerbs. Das schöne Sommerwetter hatte am Sonntag wieder zahlreiche Besucher auf die Wasserkuppe gelockt. Die Sportleitung schrieb an Tagesprämien einen Dauer-, einen Höhen- und einen Zielflugpreis von je 300 Mark für diejenigen drei Flugzeuge aus, welche die längste Flugdauer und die größte Flughöhe erzielten. Der Zielflugpreis forderte eine Landung auf dem Exerzierplatz in Fulda, unter gleichzeitiger Wertung der größten Flugdauer. Die Wetterlage war keineswegs günstig. Die Bedingungen wurden auch noch dadurch erschwert, daß die Flieger sofort nach dem Start den Hang verlassen mußten. Der Stuttgarter F r o h w e i 'n und der Berliner Bergens landeten auf dem Exerzierplatz. während vier weitere Piloten, die Stuttgarter Büchner und Hakenjos, der Nürnberger Wagner und der Berliner von Miakich das Ziel nicht ganz erreichten. Reichsluftsportführer Oberst L o e r z e r , der unter den Segelfliegern weilte, meldete dem Reichsminister der Luftfahrt, General der Flieger Goring, telegraphisch die Beendigung des 16. Rhön-Segel- flugwettbewerbs. Der Sinn der „16. Rhön", so führte Oberst Loerzer aus, war das kameradschaftliche Zusammenwirken in einer Arbeitsgemeinschaft von Piloten, Handwerkern, Startmannfchaften und Kraftfahrern. Dieser Arbeitsgemeinschaft war ein voller Erfolg befchieden. 59 eingesetzte Segelflugzeuge führten insgesamt 513 Starts aus und legten eine Strecke von insgesamt 40 000 Flugkilometern zurück. Die größte höhe, die erreicht wurde, betrug 3600 Meter. Aber auch dis Kraftfahrer vollbrachten eine sehr beachtliche Leistung, indem sie beim Rücktransport der Maschinen irn Tag- und Nachtdienst insgesamt 110 000 Kilometer zurücklegten. General der Flieger Göring beglückwünschte Oberst Loerzer und die deutschen Rhönsegelflieger telegraphisch zu den großen Erfolgen. Das Preisgericht trat erstmalig am Sonntag gegen Abend zu seiner ersten Sitzung zusammen. Nach dem vorläufigen Ergebnis schnitten unter Berücksichtigung der rein fliegerischen Leistungen die Luftsportlandesgruppen Dresden, Stuttgart, Essen, Darmstadt und Hannover am besten ab. Da die kameradschaftlichen und handwerklichen Leistungen noch nicht berücksichtigt wurden, ist noch mit Verschiebungen zu rechnen. Die Preisverteilung findet am Montagmittag statt. Nie Deutschen Meisterschaften im Kechten. Ehrengabe der Stabt Offenbach a. HL Anläßlich der vom 4. bis 9. August in Frankfurt am Main stattfindenden Deutschen Meisterschaften im Fechten hat Oberbürgermeister und Kreisleiter Dr. Schranz- Offenbach a. M. dem Fachamtsleiter für Fechten, Erwin C a s m i r, drei Wanderpreise als Ehrengabe der Stadt Offenbach für die Sieger der Florett-, Degen- und Säbel-Mann- fchaftskümpfe überreicht. Die in den Werkstätten der bekannten Offenbacher Kunstgewerbefchule geschaffenen, außerordentlich geschmackvollen Ehrengaben, bestehen in drei silbernen, emailleverzierten Bechern, die jeweils in einem tabernakelartigen, Offenbach als Stadt des Leders und der Lederware repräsentierenden, künstlerisch wertvollen Ledergehäuse, dessen Türen die silbernen Siegertafeln aufnehmen, untergebracht sind. irtschast. & r 4* * Warenversand in Postsendungen nach dem Gebiet der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion. Infolge des am 1. August in Wirksamkeit tretenden neuen Zahlungsabkommens zwischen Deutschland und der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion müssen alle aus Deutschland nach Belgien, Luxemburg, Belgisch-Kongo und in die belgischen Mandatsgebiete eingeführten Waren bei der Zollabfertigung versehen fein: a) mit dem Doppel des Abschnitts A der Exportvalutaerklärung, die der deutsche Aus- führer auf Grund der deutschen Devisenbestimmungen bei seiner zuständigen Reichsbankanstalt abzugeben hat; b) mit einem Rechnungsdoppel, das Angaben über die Fälligkeit und die Versicherung enthalten muß, daß die Ware in Deutschland erzeugt oder dort einer Umwandlung oder erheblichen Bearbeitung unterzogen worden ist. Den Aos^ndern deutscher Waren wird empfohlen, den Empfängern ein Doppel des Abschnitts A der Expörtvaluta- erklärung mit den schon bisher erforderlichen beiden Rechnungsabschriften, die fortan die vorerwähnten neuen Angaben enthalten müssen, rechtzeitig zu übersenden. Hhein-Mainische Börse. Fester. Frankfurt a. M., 3. Aug. Die Börse lag zum Wochenschluß verhältnismäßig fest, die Kursveränderungen erreichten aber, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kein größeres Ausmaß. Der Ordreeingang blieb im ganzen klein, anderseits lagen aber Abgaben kaum vor. Die Tatsache, daß die günstige Steuerentwicklung auch im Juni angehalten hat, machte auf die Kursentwicklung zwar keinen Einfluß, wurde aber stark beachtet. Arn Aktienmarkt traten einzelne Montanaktien stärker hervor. So waren Stahlverein gesucht und auf 89 bis 89,40 (88,25) erhöht, wobei Divi- dendehoffnungen für das am 30. September abgelaufene Geschäftsjahr mitfprachen, und zwar erörterte man 4 o. H. Mannesmann zogen auf 92,90 bis 93 (92,25), Buderus auf 107,50 (107,13) und Hoefch auf 105,50 (105,25) an. Elektroaktien notierten überwiegend 0,25 bis 0,50 höher, Siemens gewannen 0,75 v. H. Etwas lebhafter waren JG.° Farben mit 157,75 bis 158 (157,65), ferner erhielt sich für Autoaktien etwas Interesse. Daimler 98 (97,75), Kleyer im Freiverkehr unv. 105,25. Conti Gummi waren bei Mindestumsatz um 2,50 auf 159 erhöht. Von sonstigen Papieren lagen Reichsbank 0,65, Nordd. Lloyd 0,25, AKU. 0,25, Iunghans 0,25 vom Hundert fester. Etwas schwächer eröffneten Kali Westerregeln mit 131,25 (132,50), Moenus Maschinen mit 88,13 (88,50), Deutscher Eifenhandel mit 102,75 (103) und Hapag mit 17,50 (17,65). Am Rentenmarkt war das Geschäft bei freundlicher Tendenz klein. Zinsvergütungsfcheine zogen auf 90,70 (90,60) an, im übrigen lagen die Kurse unverändert. Zertif. Gulden-Obligationen waren etwas höher gefragt. Fremde Werte lagen still. Im Verlauf riar die Haltung weiter fest, das Geschäft blieb aber sehr klein. Auch die anfangs lebhafter gehandelten Papiere lagen bei voll behaupteten Kursen still. Etwas höher notierten noch AKU., Daimler, Reichsbank und Deutsche Eisenhandel bei Besserungen bis 0,40 v. H., Nordd. Lloyd gaben 0,25 v.H. nach. Fest lagen BMW. mit 128,25 (126,50), Hanfwerke Füssen mit 91,50 (89,50), Lah- meyer mit 136,40 bis 136,50 (135). Gement Heidel- berg, Deutsche Linoleum und Rheag gewannen je 1 v. H. Etwas schwächer lagen Chade A—C mit 289 bis 288 (289,25). Am Kassamarkt kamen Ludwigshafener Aktienbrauerei nach längerer Pause mit 106 (100) zur Notiz. Am variablen Rentenmarkt traten keine Veränderungen ein. Kassarenten lagen ebenfalls still und wenig verändert, so der Pfandbriefmarkt und die Mehrzahl der Stadtanleihen. Industrie-Obligationen notierten nicht ganz einheitlich. Von fremden Werten bröckelten Mexikaner leicht ab. Tagesgeld unverändert 3 o. H. Frankfurter Schlachtviehmarkk. Frankfurt a. M., 5. August. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 760 Rinder (128 Ochsen, 51 Bullen, 384 Kühe, 197 Färsen), 343 Kälber, 33 Schafe, 3682 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 39 bis 42 Mark, Bullen 38 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen 35. bis 42, Kälber 38 bis 66, Hämmel 37 bis 39, Schweine 48 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine sehr lebhaft, Kälber und Hämmel mittelmäßig. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit her Schriftleitung.) Eia alter Abonnent! Die Eltern sind grnndsätz- lich verpflichtet, ihren Kindern auch über das 25. Lebensjahr hinaus Unterhalt zu gewähren. Sie können jedoch den Unterhalt verweigern, wenn die Tochter imstande ist, sich selbst zu ernähren. Don der Tochter muh verlangt werden, daß sie ihre Arbeitskraft zur Gewinnung des Unterhalts verwertet und auch ihren Kräften entsprechend im Haushalt hilft, vorausgesetzt, daß die Arbeit ihren Verhältnissen angemessen ist. Die Unterhaltspflicht der Eltern fällt auch dann weg, wenn sie bei Be- rücksichtigung ihrer sonstigen Verpflichtungen außerstande sind, ohne Gefährdung ihres standesgemäßen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren. Zwangs- Maßnahmen in der von Ihnen angegebenen Art stehen Ihnen nicht zu. StabilerArbeiiseinsch in denAngestelllenberusen Stellt ältere Angestellte ein! Nach den Beobachtungen der Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront hat sich der Arbeitseinsatz der Angestellten im Juli weiterhin gefestigt. Nach wie vor besteht Nachfrage nach jüngeren Fachkräften, die jedoch kaum noch vorgemerkt sind. Dagegen stehen ältere, insbesondere verheiratete Angestellte, in genügender Anzahl zur Verfügung. Das Vermittlungsergebnis und die eingegangenen Besetzungsaufträge entsprechen den Zahlen des Vormonats. Der Bewerberzugang ist dagegen leicht gestiegen, 25 v. H. des Neuzuganges sind jedoch Bewerber in ungefünbigter Stellung. Für Arbeitspaß-Jnhaber bestanden gute Dermittlungsmöglichkeiten. In der Kaufmannsgehilfen-Dermitt- l u n g bestand rege Nachfrage nach jüngeren Verkäufern aus der Kolonial-, Manufaktur- und Eisen- Branche, die gut dekorieren und Plakatschreiben können. Außerdem werden Drogisten mit Giftprüfung und Photokenntnissen gesucht. Die Nachfrage nach perfetten Stenotypisten und Maschinenschreibern konnte nicht immer gedeckt werden. Für Buchhalter, insbesondere Bilanz-Buchhalter, die mit den neuen Steuer- und Devisen-Bestimmungen vertraut sind, bestanden gute Unterbringungsmöglichkeiten. Weiter wurden Kontoristen und Korrespondenten mit Sprachkenntnissen vermittelt. Die Behörden st ellenoermittlung hatte Aufträge für Sparkassen-Angestellte und Verwaltungsgehilfen mit Fachprüfung vorliegen. Da diese Kräfte knapp sind, wurde vereinzelt auf den Nachweis der Prüfungen verzichtet. Aufnahmefähig waren neben Reichsoienststellen auch die Partei und ihre Nebengliederungen. In der Techniker-Stellenvermittlung bestand Nachfrage im Maschinenbau an Konstrukteuren für Eifenkonstruktion, Werkzeugsvorrich- tungs- und Apparatebau; im Hoch- und Tiefbau nach jüngeren Hoch- und Tiefbautechnikern. In der Elektrotechnik hat sich eine lebhafte Nachfrage nach Installations- und Beleuchtungs-Technikern bemerkbar gemacht. Gute Vermittlungsmöglichkeiten bestanden für erfahrene, selbständige Architekten. Der Bedarf an technischen Zeichnern für fast alle Berufsgruppen hält unvermindert an. Es fehlen Fachleute für den Maschinenbau, Schiffsbau, Hoch- und Tiefbau und für das Vermessungswesen. Spezialisten in Stahltürenbau und Konstrukteure für den Lastwagenanhängerbau werden stark gefragt In der Werkmeister-Stellenvermitt» lung ist sowohl im Auftragszugang, als auch in der Vermittlung eine beachtliche Steigerung zu verzeichnen. Im Reichsgebiet bestand Nachfrage im Bau- und Metallgewerbe. Gesucht wurden Beton- und Hochbau-Poliere, Schachtmeister und Bagger- meister. Im Eisen- und Flugzeugbau, im allgemeinen Apparatebau und Werkzeugmaschinenbau hält die Nachfrage nach tüchtigen Fachkräften an. Außerdem machte sich in der Schwach- und Starkstromindustrie eine stärkere Belebung bemerkbar. In der Textilindustrie konnten vereinzelt jüngere Kräfte untergebracht werden. Die Stellenvermittlung der Land- und Forst- ange st eilten hatte einen guten Zugang an Bewerbern zu verzeichnen. Die Vermittlung von älteren landwirtschaftlichen Angestellten ist nach wie vor schwierig, da die Nachfrage sich fast nur auf ledige junge Kräfte bezieht. In der Vermittlung der weiblichen Ange- st e l l t e n überstieg bei den ausgesprochenen Frauenberufen die Zahl der offenen Posten den Bestand an Bewerberinnen. Das trifft zu für gut aus- gebildete Kräfte für landwirtschaftliche Betriebe und städtische Haushaltungen. Aerztliche Helferinnen und Dentistinnen mit staatlichen Prüfungen sind sehr gesucht, jedoch kaum vorgemerkt. Für Kindergärtnerinnen und Volkspflegerinnen, auch ältere, bestanden gute Vermittlungsmöglichkeiten, ebenso für Direktricen mit Meisterprüfung. Weibliche kaufmännische Angestellte, insbesondere junge Verkäuferinnen mit guten Fachkenntnissen, sind sehr gesucht. Aus aller Wett. vier Raubmörder hlngerlchlel. Die Iustizpressestelle Berlin teilt mit: Heute früh um 6 Uhr wurden in Berlin W 14 d i e Eheleute Bruno und Erna Laudy hin gerichtet, die vom Schwurgericht in Berlin wegen Raubmordes rechtskräftig zum Tode verurteilt worden waren. Sie hatten den 86 jährigen früheren Dentisten Hermann Schmidt, bei dem sie in Untermiete wohnten, und der ihnen nur Gutes erwiesen hatte, ermordet und die Leiche, um einen Unglücksfall vorzutäufchen, auf die Straße geworfen. Das erbeutete Geld, annähernd 100 Mark, haben sie unmittelbar nach der Tat in Vergnügungsstätten restlos ausgegeben. In Schwerin in Mecklenburg sind am 3. August die vom dortigen Schwurgericht am 15. Mai 1935 wegen Raubmordes zum Tode verurteilten Friedrich Pankow und Helmuth Saß h i n g e r i ch t e t worden. Pankow und Saß haben am 22. März 1935 den 35jährigen Händler Johann Cizfewski aus Wismar auf offener Landstraße aus schnöder Geldgier und mit großer Kaltblütigkeit und Rohheit ermordet und beraubt. Das sowjetrussische U-Bdof „B3“ gehoben. Das sowjetriMche U-Boot „B 3", das am 25. Juli im Finnischen Meerbusen von einem Kriegsfahrzeug der Baltischen Roten Flotte gerammt wurde und mit der gesamten Besatzung, 55 Mann, sank, ist am 2. August gehoben worden. Die Bergungsarbeiten gestatteten sich sehr schwierig, da die Meerestiefe an der Unglücksstelle 60 Meter betrug. Wie die Taucher feststellten, hatte sich das U-Boot auf die Seite gelegt und sich mit seinem Bug tief in den Grund gebohrt. Die Bergungsarbeiten zogen sich eine Woche hin. In ISftünbiger Fahrt wurde dann „B 3" nach Kronstadt g e ■ schleppt. Am Sonntag fand, in Leningrad die feierliche B e i s e tz u n g Der bei dem Unglück ums Leben gekommenen 55 Mariner statt. Englischer Kanaldampfer durch Feuer vernlchleL Der englische Kanaldampfer „P r i n c e ß G n a" (2000 Tonnen) ging in der Nähe der Kanal-Insel Jersey in Flammen auf und mußte von der Be- satzung verlassen werden. Fahrgäste befanden sich nicht an Bord. Die „Princeß Ena" hatte gegen Mittag sämtliche 600 Fahrgäste in Jersey ausge- schifft und setzte die Reise nach St. Malo an der französischen Nordküste fort. Gegen 15 Uhr bemerkte man vorn Land aus, daß das Schiff in eine dichte Rauchwolke gehüllt war. Später traf die Nachricht ein, daß der Kapitän und die 38köpfige Besatzung in die Rettungsboote gegangen feiern Ein Flugzeug meldet, daß es ganz unmöglich fei, nahe an das Schiff heranzukommen, das vom Bug bis zum Heck in Flammen stehe und bereits starke Schlagseite habe. Die Besatzung wurde von einem vorüberfahrenden Dampfer aufgenom« men. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o. H. $ranffurt a. M. 5er (In hir< frfrfc Datum 2.8. 3.8. 2.8. 3.8. Banknoten. Ungcmiche Note« 97,75 157,25 93 121 135 o 0 0 7 0 6 0 0 0 12 S SchultheU Vaßenhofer < Aku % Rumän. vereinh. Rente v. 1903 1^,%Rumän.vereinh.Rentev.l918 1% Rumänische vereinh. Rente .. Anatolier ............... )amburg.Amerika-Paket .....o bamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd ....... q M.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und DiLconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank............... KetchSbank .................. L.E.G.................. 0 Bekula.................. 10 ileltr. Lteferungsgesells'chaft... 5 Licht und Kraft ........... gu Zelten K Guilleaume....... g Gesellsch.f.Elektr.Untemehmung. 6 st hei nische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........« Schuckert L Co............. 4 Siemens L Halske....... 7 Lahmeyer L Co...........7 Buderus ........... 0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener............ 0 6,25 8,4 5 39,65 17,65 19,13 87 116,25 90,4 91,5 91,5 188 39,5 139,65 117,25 134,5 109,5 129 139 135 128,5 183,65 135 107,13 113,5 12 6,4 5 39,75 17^5 19,13 88 117,5 90,4 91 91 188,75 39,9 140 117,75 135 109,75 129,25 140 135,25 129,5 184,4 136,5 107,5 114 12 6,5 8,25 4,9 39,4 17,65 28 19,13 67 117,75 90,4 91,5 91,5 188,4 39,5 139.65 117 134,75 109,5 128,9 138,5 135 129 182,5 135,75 107,5 113,75 8,15 5 48,65 17,5 19,25 88,4 117,5 90,5 91 91 188,9 39,4 139,9 117,65 135,25 110,13 129,13 140 135,4 129,5 184,25 136 107,5 114 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% beSgl. von 1913.......... 5% sogest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 9,75 9,25 9,5 11,75 9,9 9,25 9,5 11,75 10 9,6 11,9 12 9,8 9,5 11,4 Zarpener ................. £ Hoesck) Eisen—Köln-Neuesse» .. 0 Alse Bergbau ......... * Zlse Bergbau Genüsse ........« Mcknerwerke .............tV» Mannesmann-Röhre» ........ 0 117,5 105,25 170 132 102 92,25 117 105,65 170 132,5 102,5 93 117,5 104,75 172 131,5 102 92,75 117 105,13 175 132 102,75 93 2-August 3.August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 2rief Geld I 23ricf Buenos Satte-. 0,663 0,667 0,663 0,667 Brüssel..... 41,86 41,94 41,85 4i ,93 Rio de Jan. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,81 54,91 54,79 54,89 Danzig..... 46,91 47,01 46,935 47,035 London..... 12,275 12,305 12,27 12,30 HelstngforS.. 5,415 5,425 5,41 5,42 Paris ...... 16,405 16,445 16,415 16,455 Holland .... Italien..... 168,11 20,33 168,45 20,37 168,17 20,33 168,51 20,37 Javan ...... 0,723 0,725 0,722 0,724 Jugoslawien 5,684 5,696 5,684 5,696 Oslo..... _• 61,69 61,81 61,67 61,79 49,05 11,15 63,38 48,95 11,13 63,29 49,05 11,15 63,41 48,95 11,13 63,26 Lissabon.... Stockholm... Schwetz .... Spanien.... Prag....... 81,04 34,02 10,285 81,20 34,08 10,305 81,09 34,02 10,29 81,25 34,08 10,31 Budapest ... Neuyork... 2,477 2,481 2,476 2,480 in 110,75 121,9 112 122,25 222,75 222,5 222,5 116 116 115,75 89 88,25 89 18 17,9 18 135 135,5 135,5 131,25 132,75 131,65 200 200,25 199,75 158 157,4 158 237 —— — 109,5 109,75 110 121 121,25 120,9 114,5 114,65 114,25 93,13 93,75 34 122 135 112 111,9 82,65 62,13 62,75 118,5 —— 117,75 120,5 119,25 120 90 89,75 89,75 — 134,4 97,25 134,65 98 98,5 158,25 156,75 157,5 —w 88,9 88,25 32,4 32,25 32,4 288 289 289,5 184,5 184,75 186 159,5 156,75 158,5 35,25 35,9 35,65 99,5 199 196 — Gelb Sriei " 2,428 2,448 41,72 41,18 54,73 54,95 12,235 12,275 16,365 16,425 167,75 168,13 19,46 19,54 61,46 61,70 — wnr — 63,04 63,30 80,86 81,18 33,66 33,80 — •— Montag, 5. August Mo Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ur.180 Drittes Blatt Bildbericht vom lGausest des M.in Gießen. Gefallenen-Ehrung — Festzug — Kampf — Spiel — Tanz. - 1 I I ? Ä- %' A f 1 A i^Ä ► * G Ti* r; ? >< 1 3 - H M 3 A -k > \ **' I 4 I W | I • ' s ■ ■ ■ fe H < • ■ : W 1 , & je» z» Z u unseren Bildern: Erste Reihe links: Die stattliche Fahnen- gruppe unseres heimischen Kreises 8 (Lahn-Dill) im Festzug. Rechts: Die Festteilnehmerinnen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat in ihrer bunten Tracht. Im Vordergrund links Georg S) e ß (Leihgestern). Zweite Reihe links: Blick über das Hauptkampffeld während der Gefallenen-Ehrung. Rechts: Vorführungen der Wehrmacht: Minenwerfer in Feuerstellung. Dritte Reihe links: Oberst Dierow während seiner Ansprache zur Gefallenen-Ehrung. Mitte: Fahnenschwingende Turnerinnen im Festzug. Rechts: Die ersten Sieger beglückwünschen sich. (Links Fräulein Gertenbach, Rothenditmold, rechts der Turner Wedekind, Kassel.) Vierte Reihe links: Die Turnerinnen bei ihren schönen Reigentänzen. Rechts: Volkstanz beim Gaufest zu den Klängen der Ziehharmonika. (Aufnahmen: Photo-Pfaff s5s, Neuner, „Gießener Anzeiger" Ul ) MHM| v MM Leibesübung und Volkstum als Ziele des 3Rf£. Glänzender Verlauf des I. Gaufestes des Gaues XII Hessen.-Reichsstatthaller Gauleiter Sprenger besichtigt den Kestzug. 2 Ein prächtiges Heimatfestfpiel in der Volkshalle.—Bei herrlichem Wetter Massenbesuch am Sonntag. Eine sehr erfreuliche Feststellung zuvor: das I. Gaufest des Gaues XII Hessen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen steht in allen Teilen als ein voller Erfolg da! Nicht nur turnerisch, nicht nur sportlich, nicht nur — und besonders — als großes Ereignis der Volkstums- und Heimatpflege, sondern als eine gewaltige Tat des Gemeinschaftsgestaltens und -erlebens aus nationalsozialistischem Geiste in der Gesamtheit! Unsere Stadt Gießen kann mit Genugtuung feststellen, daß diese große Tat in ihren Mauern vollbracht wurde. Große Leistungen waren auf dem Wege zu diesem Erfolg allenthalben und vor vielen zu vollbringen, alle waren mit voller Begeisterung und mit ganzer Kraft am Werk — alle Glieder dieser langen, langen Kette von Schaffenden im Dienste dieses Gemeinschaftsarbeitens können mit Recht auf die schönen Früchte ihres Mühens stolz [ein. Und noch eins: prächtiges Wetter an allen drei Tagen des Gaufestes verhalf zu dem vollen Erfolg und trug sehr wesenlich dazu bet, daß diese Veranstaltung zu einem herrlichen Volksfeste bester deutscher Art wurde. Es ist wohl nicht zu hoch geschätzt, wenn | man die Zahl der Teilnehmer an diesem denkwürdigen Erlebnis auf 20 000 bis 25 000 beziffert. Wer am gestrigen Sonntagnachmittag die Menschenmassen aus dem Festplatz gesehen hat, wenn das überaus eindrucksvolle Bild der dichtgedrängt Kopf an Kopf in vielfacher Tiefengliederung stehenden Menge rund um die Turn- und Sportplätze noch klar vor Augen steht, der wird uns bei dieser Schätzung sicher zustimmen. Es war ein überwältigendes Bild! Und erhaben in seiner Größe und in seiner Stärke ist der in diesem Massenaufmarsch bekundete Wille, im Geiste Jahns und Hitlers die starke deutsche Volksgemeinschaft, erfüllt vom Geiste des Nationalsozialismus, immer mehr zu verbreitern und zu vertiefen, die Einheit im Reichsbund für Leibesübungen als Vorbild für das Wirken auf anderen Gebieten unseres deutschen Volkslebens anzusehen. Mögen diese herrlichen Tage besten deutschen Volkstumserlebens sich immer segensreich für die großen Aufgaben auswirken, die unser deutsches Volk unter der Führung Adolf Hitlers zum Wiederaufstieg unseres Vaterlandes erfüllen muß und will! Größe an den Führer und den Reichssporlführer Die Gaufestleitung hat folgende Grußtelegramme abgesandt: An den Führer und Reichskanzler Berlin. Turner und Sportler des Gaues XII Hessen, vereint im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, entbieten dem Führer von ihrem 1. Gaufest in Gießen ehrfurchtsvolle Grüße mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue. Gau XII: Hessen. Meister, Brunst, Gaubeauftragter. DT.-Gauführer. An den Reichssportführer von Tschammer und Osten Äerlin. Turner und Sportler des Gaues XII Hessen, in Gießen vereint zu ihrem 1. Gaufest des RfL., grüßen in treuer Gefolgschaft ihren Reichs- sportführer. M e i ft e r. Brunst. Ein Gruß an die Saar. An die Brüder von der Saar wurde fernmündlich folgender Gruß gesandt: An DT.-Bezirksführer Karl Burk Saarbrücken. Die Turner und Sportler des Hessengaues, heute in Gießen zu ihrem 1. Gaufest vereint, grüßen die Turnbrüder und Sportkameraden von der Saar und gedenken dabei gern des 32. Mittelrheinischen Kreisturnfestes in Gießen, das heute vor 10 Jahren durch die Teilnahme Hunderter von Saarturnern seine besondere vaterländische Note erhielt. Heil Hiller! Brunst, DT.-Gauführer. Ein Gruß vom Reichssportführer. Reichssportführer v. Tschammer und Osten sandte folgendes Grußwort an das Gießener Gaufest: „Allen Teilnehmern des Gaufestes Hessen des Reichsbundes für Leibesübungen übermittele ich meine Grüße mit gleichzeitigem Bedauern, an ihm nicht teilnehmen zu können. Ich bin auch so m i t vollem Herzen bei den Hessen, die sich am Samstag und Sonntag in Gießen imSinne Jahns und Hitlers sammeln, und wünsche aufrichtig, daß der Verlauf den Beweis erbringen möge, wie stark der E i n h e i ts- ged a n k e im deutschen Sport- und Turnleben aus nationalsozialistischem Empfinden Fuß gefaßt hat. Nochmals guten Erfolg und herzliche Grüße. Heil Hitler! Reichssportführer von Tschammer. * Ein Gruß an den Reichssportführer. Die am Sonntag früh in Kassel gestarteten Radfahrer überbrachten im Auftrage des Oberbürgermeisters der Stadt Kassel eine dem Reichssportführer zugedachte kunstvoll ausge- stallete Urkunde mit nachfolgendem Jnyalt: „Kassel, den 30. Juli 1935. Hochverehrter Herr Reichssportführer! DieStadtKassel übermittelt Ihnen anläßlich des 1. Gaufestes des Reichsbundes für Leibesübungen im Gau XII Hessen in der Feststadt Gießen die besten Grüße und wünscht der Veranstaltung einen guten Verlauf und vollen Erfolg. Heil Hiller! Der Oberbürgermeister: Lahmeyer." Festspiel „Deutsches Wollen - Deutsche Kraft". Am Samstagabend war die Volkshalle die Stätte einer erhebenden volkstümlichen Feierstunde, bei der die Herzen warm wurden für die herrlichen Schätze, die unsere deutsche Heimat, die unser deutsches Volkstum in so überreichem Maße bergen. Den erneuten starken Hinweis auf diese Schätze gab wiederum unser oberhessischer Heimatdichter Georg Heß, Leihgestern, mit seinem Festspiel. Die Volkshalle, in. der doch immerhin rund 4000 Menschen Platz finden, erwies sich für diesen prächtigen Abend des Heimatgedankens, der sehr an- erkenenswerten Verflechtung der deutschen Volkstumsarbeit mit den Aufgaben des Reichsbundes für Leibesübungen, noch als zu klein. Es dürften wohl 5000 bis 6000 Menschen gewesen sein, die sich hier zusammenfanden, und viele mußten umkehren, weil eben wirklich „kein Apfel mehr zu Boden" fallen konnte. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann eröffnete und bereicherte den weiteren Verlauf des Abends mit seinen glänzenden instrumentalen Darbietungen, die von der ausgezeichneten musikalischen Schulungsarbeit des Musikzugs erneut eindrucksvoll Zeugnis gaben. Die Vereinigten Gießener Sänger unter der Leitung des Lehrers Dietrich brachten zwei herrliche Massenchöre in prächtiger gesangskünstlerischer Gestaltung zum Vortrag, die den Sängern und dem Chormeister in gleicher Weise zum Ruhm gereichten. Nachdem der DT.-Gauführer Brunst den Abend eröffnet und den Gästen herzlichen Willkommengruß entboten hatte, sprach als Vertreter des Leiters des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat (RheinfrOiken-Nassau-Hessen), Ministerialrats Ringshausen, der am Erscheinen verhindert war, Stabsleiter Steinicke, Darmstadt. Der Redner zog eine Parallele zwischen unserer Zeit und der völkischen Notzeit vor über 100 Iah- ren. Damals hat F. L. Jahn den Sport in den heiligen Dienst am deutschen Volk gestellt in der Erkenntnis, daß körperliche und seelische Volksge- sundheit die unbedingte Voraussetzung politischer Selbständigkeit und Freiheit ist. Jahns Worte könnten Worte unseres Führers Adolf Hitler fein, der auch den Wert der Leibesübungen für die Gestaltung unseres deutschen Volkstums oft genug anerkannt hat. Mit freudig aufgenommenem Sieg- Heil auf den Führer schloß der Redner seine vom Geiste lebendiger Volkstumsarbeit getragenen Ausführungen. Nun folgte Gg. Heß' Festspiel „Deutsches Wollen — Deutsche Kraft". Die Ouvertüre zur Oper „Rissnzi" (fein gespielt vom Musikzug der SA.- Standarte 116) leitete die Aufführung ein. Dann folgte ein Vorspruch, der die Volks- und Heimatverbundenheit des deutschen Menschen eindrucksvoll betonte (gesprochen von Anton Neuhaus, erster Spielleiter des Stadttheaters Gießen, der hier in ausgezeichneter Weise die Regie führte), und dann wurden die Gedanken noch einmal in die furchtbare Zeit der Not, der Hoffnungslosigkeit, der Verzweif- lang, des ganzen Jammers und Elends unter dem überwundenen System gelenkt; treffend hat der Dichter diesen Teil „Nacht über Deutschland" genannt. Aber nun klang auch schon als gute Hoffnung das „Deutschland erwache!" der SA. und SS. auf; Kameraden der SA. und SS. standen, erwachendes Volk, auf der obersten Empore der Bühne auf. Der Badenweiler Marsch erklang, HI. und BDM. marschierten auf die Bühne und legten durch ihre Sprecher starkes Bekenntnis für Füh- rer und deutsches Volkstum ab. Und dann kamen, gerufen von dem Schmied am Amboß (Anton Neuhaus), einig in der Arbeit, mit dem Gesang „Brüder aus Zechen und Gruben" die Werkleute aller Berufe (dargestellt von Männern des Arbeits- dienstes) in ihrem Kleid der Arbeit, um Zeugnis für die Schaffensfreude eines einigen Volkes ad- Aulegen, das Deutschland, Deutschland über alles stellt. In diesem Augenblick erscheint ein auslandsdeutscher Turner, der die Lügenflut im Ausland gegen das neue Deutschland erlebt tjat und sich nun in der deutschen Heimat von der Wirklichkeit' der Dinge selbst überzeugen will. Diesem auslandsdeutschen Bruder zeigt der Schmied nun das wahre Gesicht des neuen Deutschland: das Volk selbst ruft er herbei! Und es erscheint in allen feinen Schichten und Berufen, in seinem Wirken bei der Arbeit und in der Freizeit, in seinem Denken und Fühlen: Bauer und Städter, Arbeitsdienstmann, Turner, Sportler, Turnerinnen, Sänger, Trachtenträger usw. usw., zum Schluß die deutsche Wehrmacht als Hüter und Schützer des deutschen Volkes gegenüber dem Ausland — kurzum ein gewaltiges, erhabenes Bild des geeinten und einig verbundenen Volkes. Turner und Turnerinnen zeigten ihre Leibesübungen; die Trachtenträger aus dem Hüttenberg, der Marburger und der Biedenkopfer Gegend, dem Katzenberg, dem Schützer Land, der Rhön und dem Odenwald erfreuten durch ihre heimatlichen überlieferten Tänze und durch ihre schönen Volkslieder; die Sänger machten die Schönheit des deutschen Volksliedes deutlich — kurzum das deutsche Volk der Wirklichkeit sprach hier! Mit heißem Herzen war alles bei diesen prächtigen Darbietungen, die oft bei offener Bühne stürmischen Beifall auslösten. Dann sangen die Mitwirkenden, rund 400 an der Zahl, gemeinsam das von Gg. Heß gedichtete Lied „Auf, Brüder, folget den Fahnen!", dann hörte man die ernste Mahnung des Sprechers: „Deutscher, horch auf, diese Heimat ist dein!" und zum Schluß marschierte eine Abteilung der Wehrmacht auf, die an den Schutz unserer Grenzen durch die Waffenträger der Nation erinnerte, die Soldaten präsentierten' das Gewehr, während gleichzeitig von den Tausenden, ergriffen von dem packenden Festspiel, das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen wurde. Damit klang die Darstellung aus. Georg H e ß hat mit diesem Festspiel ein Werk geschaffen, das alle seine bisherigen Schöpfungen der Heimatdichtungen weit, weit überragt. Hier fa nSm v/el, viel stärker als sonst den wahren deutschen Menschen, hier erschließt er das deutsche Volkstum und die heiße Liebe zu diesem deutschen Vater- und Heimatland so tief, daß jeder von dieser Folge von Bühnenbildern bis ins Innerste gepackt wird. In verdienter Weise wurden daher auch am Schluß Georg Heß immer und immer wieder herzliche Huldigungen und inniger Dank für dieses herrliche, tiefe Erleben durch fein Festspiel dar- gebracht. Mit herzlichem Beifall wurden aber auch Anton Neuhaus amb die übrigen Mitwirkenden belohnt. Diese Stunde tiefer Weihe wird noch lange in den Herzen • aller Teilnehmer nachklingen. Es wäre anderen Städten zu empfehlen, sich die Aufführung dieses Festspiels angelegen sein zu lassen, da es allen Volksgenossen unendlich viel zu geben vermag. • Veranstalter der Aufführung in Gießen waren der Landschaftsbund Volkstum und Heimat in Gemeinschaft mit „Äraft durch Freude", denen für diese gute Tat volle Anerkennung gebührt. Der Festsonntag: Settkämpse -Festzug - Gemeinschaststag. e Preffeempfang beim Reichsdietwart. Am Sonntagvormittag fand ein Presseempfang beim Reicbsdietwart Münch, der als Vertreter des Reichssportführers gekommen war, im Schützenhaus statt. Gaupresfewart O ß w a l d (Bad-Nauheim) — unter dessen Leitung und eifrigfter Mitarbeit der Pressedienst des Gaues in sehr anstrengender, opferfreudiger Arbeit still und unbeachtet von der breiten Oeffentlichkeit für die Presse und zugleich auch für den RfL. vorbildlich tätig war, worauf hier mit besonderer Anerkennung hingewiesen sei — und der stellv. DT.-Gausührer Schäfer dankten der Presse für ihre Unterstützung bei der Vorbereitung dieses Festes. Dann sprach Reichsdietwart Münch in grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben und Ziele des Reichsbundes für Leibesübungen im Dienste des nationalsozialistischen Aufbaues eines neuen, schönen Deutschland. Der Redner aab den Vertretern der Presse sowie den Kreispressewarten und den Dietwarten der Vereine zahlreiche bemerkenswerte und aufschlußreiche Einblicke in das geistige Wollen und Streben des RfL. Gaupresfewart O ß w a l d schloß nach kurzen Dankesworten des Gaubeauftragten Meister (Kassel) die Zusammenkunft mit Dem „Sieg-Heil!" auf das deutsche Vaterland und den Führer Adolf Hitler. Oer Jefizug. Am frühen Nachmittag bewegte sich ein prächtiger Festzug durch die Stadt zum Festplatz. Die Aufstellung erfolgte in der Steinstraße und in den angrenzenden Straßenzügen, marschiert wurde in Viererreihen nach DT.-Kreisen. Der Marsch ging durch folgende Straßen: Steinstraße, Wernerwall, Neustadt, Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Neuenweg, Gartenstraße, Hindenburgwall, Goethestraße, Ludwig- straße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Grünberger Straße zum Festplatz. In den Straßen hatten sich große Menschenmassen auf den Bürgersteigen aufgestellt, die den marschierenden Kolonnen herzliche Sympathie darbrachten. Der ganze Zug kam in ausgezeichneter Marschdisziplin vorüber. An der Spitze, hinter dem tadellosen Ordnungsdienst der Polizei und der SS., marschierte zunächst das Musikkorps unseres Regiments unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e, gefolgt von einer Abteilung Soldaten-Sportler unserer Garnison, geführt von dem Sportoffizier Oberleutnant Nietsche; die Soldaten machten durch ihr blauen Sportdreß der Wehrmacht und machten durch ihr sttaf fes soldattsches Marschieren den besten Eindruck. Dann kamen der DT.-Gaufuhrer Brunst, der technische Leiter Gauoberturnwart Paul und der Leiter des Hauptausschusses des Gaufestes R e i n i n g mit dem Gaubanner, anschließend Schützenfahnen, bann Fechter und Fechterinnen. Wetter faf) man in stetigem Wechsel der vielgestalttgen Bilder immer wieder prächttge Gruppen von Turnerinnen in ihrer schmucken weißen Turnkleidung für den Marsch, Turner in ihrer bekannten Turnkleidung, Fahnen und immer wieder Fahnen, dazwischen Radfahrer mit zum Teil recht hübschen und originellen Einzel- bildern, Tennissportler, Schützen, den Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann, die Trachtenträger mit Gg. Heß irn Rahmen des Ortsrings Gießen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, die alten Soldaten im Kyffhäuferbund, die Gießener Turner und Turnerinnen, Fußballer, Handballer, zwei Rhönräder mit Turnerinnen und Turnern im Rad, die Paddler, die Ruderer, wieder Musik, immer wieder DT.- und Vereinsfahnen, Erntekränze, erneut starke Gruppen von Turnern, Sportlern usw usw., stets Bilder von größtem Reiz. Eine besonoere Freude erlebten die Marschierenden vor der Universität, wo sich der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger eingefunden hatte, um den Festzug an sich vorbeimarschieren zu lassen. Dem Reichsstatthalter wurden lebhafte Kundgebungen der Sympachie durch begeisterte Zurufe „Heil Hiller" und „Gut Heil" aus den Reihen der Marschkolonnen bereitet. In der Begleitung des Gauleiters befanden sich u. a. der stellv. Gauleiter Regierungsrat Rainer, Verwaltungsdirektor L ö ■ wer, Kreisleiter Klostermann, Oberbürger- meiste Ritter, Standartenführer Lutter, Standartenadjutant Obersturmbannführer M ü n k e r, als Vertreter des in Urlaub weilenden Führers der 83. SS.-Standarte, SS.-Obersturmbannführers I a c 0 b e r, der SS.-Untersturmführer Elm, der Führer der SS.-Motorstaffel I/II, Obersturmführer Ruhl, sowie Polizeidirektor Meusel. Der Gauleiter weilte anschließend noch kurze Zeit auf dem Festplatz, mußte aber wegen anderweitiger Inanspruchnahme bald wieder abfahren; der .stellv. Gauleiter Rainer und Verwaltungsdirektor Löwer wohnten dem Verlauf des Nachmittags bis zum Schluß bei. Auf dem Marsche wurden von den Kolonnen viele Turner-Marschlieder gesungen und häufig „Gut Heil"-Rufe ausgebracht. Vielfach wurden Blumen in die Reihen der Marschierenden geworfen, um auch dadurch die herzliche Verbundenheit der Zuschauer mit den Turnern und Sportlern zu bekunden. Alles in allem ist zu sagen: der Festzug war ein glanzvoller Höhepunkt, an den man immer gerne zurückdenken wird. Aus -em Fesiplah. Nach der Ankunft des Zuges entwickelte sich auf dem Festplatz reges sportliches Treiben. Man hatte nicht genua Augen, um alle Vorführungen so aufmerksam verfolgen zu können, wie sie es bei ihrer Trefflichkeit verdienten, lieber den sportlichen Teil dieser Darbietungen berichten wir weiter unten. In diesem Zusammenhänge seien die militär- sportlichen Wettkämpfe des Infanterie-Regiments Gießen hervorgehoben. Es war eine reichliche Anzahl von Hindernissen, die bei diesen Hebungen zu überwinden waren. Zunächst galt es, über eine Bank zu springen, dann unter einer solchen durchzukriechen, hierauf einen hohen Kastenwagen zu überqueren, dann unter ein dicht am Boden aufgespanntes Netz durchzukriechen, weiter ein Drahthindernis zu beseitigen, um dann endlich in Feuerstellung gehen zu können. Zuerst sah man von jeder Schützenkompanie eine Bedienung ün Hindernislauf mit leichten Maschinengewehren; dann von jeder Maschinengewehrkompanie zwei Bedienungen im Hindernislauf mit schweren Maschinengewehren; von der 13. Kompanie vier Bedienungen im Hindernislauf mit Minenwerfern; zum Schluß Vorführung und Hindernislauf mit Tat; für die beiden letztgenannten Hebungen bestanden die Bank-, Wagen-, Netz- und Drahthindernisse nicht, sondern hier waren andere Hindernisse gegeben. Unter stärkster Anteilnahme der riesigen Zuschauermenge führten die Soldaten ihre Uebungen durch. Es war eine besondere Freude, zu sehen,' mit welchem Schneid und mit wieviel Gewandtheit dabei verfahren wurde. Der Verlauf der Uebungen offenbarte die glänzende Ausbildung der Truppe, die — nach diesen Proben — einen Faktor von höchstem Gefechtswert darstellt. Die Darbietungen unserer Feldgrauen hatten aber auch das erfreuliche Ergebnis, die Liebe zu unserer Wehrmacht und die herz- liche Freude an ihrer Arbeit im Dienste der Nation noch viel mehr zu vertiefen, als das bisher schon der Fall war. Und unsere Stadt kann stolz darauf sein, dieser vortrefflichen Soldaten Garnisonstadt zu sein. Während dieser Uebungen erfreute die Landes sliegergruppe Darmstadt mit interef- fanten Motor- und Segelflügen, die mit Recht ebenfalls Bewunderung und alle Anerkennung verdienen. Es war ein herrliches Bild, die Flieger in exakter Flugordnung über den Platz dahinziehen zu sehen. Ehrung her Gefallenen Anschließend marschierten eine Ehrenkompanie der Garnison, Abordnungen der Gliederungen der Bewegung, die Turner und Turnerinnen, die Sportler und Sportlerinnen mit Fahnen in mehreren Fronten bzw. Säulen zur Ehrung der Gefalle- nen des Krieges und des nattonalfozialistischen Freiheitskampfes auf. Die riesige Menschenmenge nahm auch an diesem pietätvollen und würdigen Akt der Heldenehrung herzlichen Anteil. Der Regimentskommandeur Oberst Merow hielt dabei die nachstehende Ansprache: „An diesem Festtage, dem 1. Gaufest des Gaues Hessen, gedenken wir in Ehrfurcht und stolzer Trauer aller derer, die auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges ihr Leben ließen, die todesmuttg auszogen, um nie wiederzukehren, wir gedenken aber auch insbesondere Derjenigen, Die im Kampfe um Die Erneuerung Deutschlands begeistert und voller Hoffnung auf ein neues, besseres Vaterland ihr Leben dahingaben. Voll Stolz können wir jetzt bekennen, sie alle sind nicht vergeblich gestorben, ihr Blut ist nicht umsonst geflossen. „Ich will kämpfen und vielleicht auch sterben in dem Glauben an ein schönes, erhabenes Deuffch- land, in dem Eigennutz und Unehrlichkeit verbannt, wo Treue und Ehre wieder in ihre alten Rechte eingesetzt sind." So schrieb einst ein junger Student aus dem Felde an seine Eltern. Und so dachten und handelten, sie alle. Mr aber, die Ueberlebenden dieser Generatton, die so heldenmütig zu kämpfen und so tapfer zu sterben verstand, und du, deuffche Jugend, die im friedlichen Kampfe bei Spiel und Sport Geist und Körper stählt, um dereinst die Waffen führen zu können, wir geloben, nie zu rasten und zu rosten, unsere Pflicht in Treue und Gehorsam bis zum Letzten zu tun, und Das Vermächtnis aller Derer Au erfüllen, Die im grauen und im braunen Kleid starben, Damit wir leben können." WährenD die Truppen das Gewehr präsentierten, die Fahnen gesenkt wurden, die Musik leise die Melodie des Liedes vom guten Kameraden spielte und die Menge bie rechte Hand zum deutschen Gruß erhob, gedachte man still der Gefallenen. Sodann rückten die Ehrenkompanie und die Abordnungen der Partei ab. Das Gaufest nahm seinen Fortgang mit den Freiübungen, über die wir ebenfalls weiter unten berichten. t i i 2 Ö n d o 6 di tu üb F für 2 fta ba ®« ge fai au h S a l r t i: r > a s ( 3 h rr P 1 6 b 1 d L fi Pl ÜC 2 ( 1 V. v [ b d f 1 b a b ! A A oie rec d S st f( sc h st Q tt bi ni wi Der beu hat Ibn hiQi Tüd tÖQ Oei Oie Siegerehrung. Zur Siegerehrung bot sich den vielen Zuschauern ein großartiges Bild. Unter dem Kommando von Gauoberturnwart Paul traten die Turner und Turnerinnen, Sportler und Sportlerinnen gemeinsam zur Siegerehrung an. Rechts und links flankierten Fahnenreihen das Bild und gaben den prächtigen Rahmen, in der Mitte stand das Gaubanner. In großen geschlossenen Säulen standen die Turner und Sportler, ihnen zur Seite, nach innen, die Turnerinnen und Sportlerinnen. Im Vordergrund standen die Sieger und Siegerinnen des Gaufestes. Die Siegerehrung gestaltete sich ebenso einfach, wie würdig. Beispielhaft und zum Vorbild wurden der 1. Sieger im 12-Kampf Kurt Wedekind vom ATC. Kassel und die Siegerin im Neunkamps Elfried Gerthenbach vom Tv. Rothenditmold auf die Tribüne gebeten, wo ihnen der Gauoberturnwart die schlichten Eichenkränze aufsetzte. Alle übrigen Siegerinnen und Sieger folgten dann dem Beispiel. Mit einem begeistert aufgenommenen „Sieg-Heil!" schloß der Gauoberturnwart seine kurze Ansprache zur Siegerehrung. Der Oberturnwart und stellvertretende Führer der Deutschen Turnerschaft, Carl Steding, überbrachte dann in einer kurzen Ansprache die Grüße des Reichssportführers von Tschammer und Osten und dankte allen Mitarbeitern, die um die Gestaltung und die Durchführung des Gaufestes bemüht waren. In einer weiteren kurzen Ansprache übergab sodann der Leiter des hessischen staatlichen Sportamtes, Verwaltungsdirektor Löwer, Darmstadt, im Auftrage des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger die beiden von diesem gestifteten Ehrenpreise. Den einen der beiden Preise konnte sich der Gießener Schwimmverein sichern, den anderen Preis errang die Aeltere Kasseler Turngemeinde. Der DT.-Gauführer B r u n st dankte auch seinerseits allen Mitarbeitern, insbesondere auch der Gauleitung und der Kreisleitung der NSDAP., und schloß seine Ansprache mit einem begeisterten dreifachen Sieg-Heil auf Volk, Führer und Vaterland. Mit den gemeinsam gesungenen beiden Nationalhymnen klang das Gaufest aus. Verdienstvolle Helfer. Um das volle Gelingen des Gaufestes haben sich neben den berufenen Männern — hier in erster Linie Gauoberturnwart Paul und der Leiter des Hauptausschusses Reining — noch viele Helfer verdient gemacht. Es seien in diesem Zusammenhang genannt: das Musikkorps unseres Regiments, der Musikzug der SA.-Standarte 116, die Polizei, die SA.-Reserve und SA.-Landwehr im Absperrdienst auf dem Festplatz, die SS. und die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz; die Sanitätskolonne leistete bei einer großen Anzahl leichter Sportverletzungen, wie sie bei solchem Massenbetrieb immer vorkommen, tatkräftig Hilfe, zum Glück aber kamen schwere Verletzungen nicht in Betracht. Noch einmal sei auch hier auf die großen Verdienste von Georg Heß und allen seinen Mitwirkenden hingewiesen, ferner sei die zum Glück nicht in Anspruch genommene Feuerwehr erwähnt. Sollte bei dieser Aufzählung irgend jemand übersehen worden sein, so mag er sich selbstverständlich In die Front der verdienstvollen Helfer einreihen, denen die Festleitung und alle Beteiligten Dank zu sagen haben. Kasiel den 1. Sieg. Die Spielvereinigung 1900 mußte sich mit dem dritten Platz begnügen. Im Rahmen des Gemeinschaftstoges am Sonntag wurde noch eine „R e i ch s b u n d st a f f e l" über 10 X Va Runde gelaufen, an der sich fünf Kreise beteiligten. Den Sieger stellte hier der Kreis 1 (Wilhelms- höhe-Reinhardswald). Der heimische Kreis 8 (Lahn» Dill) schnitt wenig gut dabei ab. Von den leichtathletischen Wettbewerben der Frauen sind erwähnenswert der Sieg im 100-Meter- Lauf von Frl. B r e h l (Tgmde. Fulda), der Sieg von Frau M a l k o m e s i us (TC. Kassel) im Hochsprung mit 1,35 Meter, und der schöne Sieg von Frl. Lotti Diehl (Spielvereinigung 1900 Gießen) im Mädchen-Dreikamps. Der Samstag und der Sonntag brachten auf zahlreichen anderen Sportstätten interessante Begegnungen. Die Gchwrmmwettkämpfe. Die Wettkämpfe des Fachamtes V, Schwimmen, wurden am Samstag in der Müllerschen Badeanstalt an der Lahn ausgetragen. Die erzielten Leistungen standen fast durchweg auf beachtlicher Höhe. Im Springen der Herren (Klasse 1) ging wieder Max Schüler, Schwimmverein Gießen (124,82 Punkte), mit überlegenem Punktvorsprung Tum- und Sporlweükämpfe auf breiter Front. Die Mehrkämpfe der Turner. Rings um den Festplatz und um die Kampfstätten flatterten di/Fahnen im Morgenwind, hell glänzte das Licht der Frühsonne über den blitzblanken neuen Geräten, reges Leben füllt bereits um 6 Uhr morgens den weiten Platz. Die Wettkampfturner versammelten sich außerhalb des Kampfplatzgeländes auf dem freien Trieb, standen beisammen und übten zum Teil rasch noch einmal ihre Freiübungen. In Riegen traten sie dann an und unter dem oemeinsam gesungenen Lied „Turner auf zum Streite, wir treten in die Bahn", marschierten sie auf den Kampfplatz. Die Kampfrichter hatten inzwischen auch alle Vorbereitungen getroffen. lieber den Verlauf der Kämpfe am Samstagoormittag berichteten wir bereits. Die außerordentlichen Leistungen sah man wiederum in der Sonderstufe, wenngleich die Leistungen in der Ober- und Unterstufe zum Teil auch hervorragend waren. Unsere heimischen Turner konnten sich in den einzelnen Wettbewerben sehr günsttg placieren. Im 12-Kampf der Turner-Sonderklasse dominierten die Kasseler, Schöffmann-Wieseck kam auf den 4. Platz vor Seth-Großen-Linden. Im Zehnkampf der Turner-Sonderklasse belegte Seth- Großen-Linden den 5. Platz vor Schöffmann- Wieseck. Im Zwölfkampf der Turner-Oberstufe kam erfreulicherweise der Gießener Ludwig Herbert mit 201 Punkten an die erste Stelle. Als Dritter placierte sich Schick vom Turnverein 1846 mit 189 Punkten. Einen großen Erfolg errang der Gießener Turner K. Reuter vom Turnverein 1846, der im Hessenkampf den ersten Sieger mit 141 Punkten stellte. Einen weiteren 1. Sieg hatte der Turnverein 1846 Gießen durch B i n g e l im Zehnkampf der Jugend zu verzeichnen. Der Wettkampfbetrieb hielt während des ganzen Samstag ununterbrochen an. Immer wieder bot sich das Bild der Riegen, wie sie von einem Kampfplatz zum anderen wechselten, von Gerät zu Gerät, von der Sprungbahn zur Wurfbahn oder zur Aschenbahn. Oie Mehrkämpfe der Turnerinnen und Volksturner. Am Nachmittag leuchtete das Kampffeld auf dem Trieb kornblumenblau: Die Turnerinnen zogen mit frischem Kampflied ein. Es waren 22 Riegen, tue sich zu je einem Neun-Kampf der Ober- und Unter- stufe, zu einem Sechskampf mit Wasserübungen und einem volkstümlichen Vierkampf gliederten. Der Nachmittag brachte aber in erster Linie die Austragung der volkstümlichen Mehrkämpfe, den Fünfkampf der Oberstufe, den Dreikampf der Unterstufe, den Dreikampf der Altersturner der Klasse I (33 bis 39 Jahre) und bef Klasse II (über 40 I.), ferner den Dreikampf der Jugend und den Vierkampf der Turnerinnen. Die Zahl der Turner und Sportler, die zu diesen Wettkämpfen antraten, war außerordentlich groß. Am schnellsten konnten sich die Läufe abwickeln, da eine elektrische Zeitnehmervorrichtung geschaffen worden war, die in wenigen Sekunden die Ermittlung der gelaufenen Zeiten gestattete. Den zahlreichen Zuschauern bot sich durch die rasche Folge der Läufe ein sehr anregendes Schauspiel. Die Läufer, insbesondere die Jugend, lieferten sich erbitterte Kämpfe. Im volkstümlichen Fünfkampf der Oberstufe gingen die ersten vier Plätze an Fulda, Lauterbach, Eschwege und Marburg. An fünfter Stelle konnte sich Herrmann und an siebenter Stelle Mohl, beide vom DfB.-R. Gießen behaupten. Einen achten Platz errang der MTVer Lindenstruth. Im Dreikampf der Unterstufe stellte der Ruttershause- ner Will den Sieger. Hill (Mtv. Gießen) wurde Zweiter. Im Dreikampf der Altersturner Klasse I siegte Gröh von der Turngemeinde Friedberg, in der Klasse II Fink (Lauterbach). Den volkstümlichen Sechskampf gewann Jüngst vom TV. 1846 Gießen und den Sechskampf der Turnerinnen Frau Malkomefius von der Kasseler Turngemeinde, die ja in Gießen keine Unbekannte ist. Frau Malkomefius ging beim Mtv. Gießen in eine gute Schule. Den volkstümlichen Dier- kampf der Turnerinnen konnte Erika R ö h m i g vom Mtv. Gießen als Siegerin an sich bringen. In der schweren Konkurrenz des Neunkampfes der Turnerinnen-Oberstufe stellte Frl. Gerten- bad) vom TV. Rothendittmold die Siegerin, im Neunkampf der Unterstufe Frl. Gautier vom TV. Hanau 1837. Oie leichtathletischen Einzelkämpfe. Leider konnte eine stattliche Anzahl der besten Leichtathleten nicht teilnehmen, da sie zum größten Teil bei den Deutschen Leichtathletischen Meisterschaften in Berlin starteten. Aus unserer engeren Heimat fehlten aus diesem Grunde die vier ausgezeichneten Kämpfer Kilo, Jung, Faulseit und Gugel von der Spielvereinigung 1900 und Otto Luh vom VfB.-Reichsbahn. Die stark besetzten Dor- und Zwischenkämpfe wurden in verhältnismäßig kurzer Zeit ausgettagen. In den Entscheidungskämpfen gab es stets nur knappe Differenzen. Im hart umstrittenen 100-Meter-Lauf siegte Müller von der Hanauer Turngemeinde in 11,3 Sekunden. Hill vom Mtv. Gießen erreichte allerdings in einem der Zwischenläufe die bessere Zeit von 11,1 Sekunden. lieber 400 Meter siegte Pfeiffer (Kassel), über 800 Meter Ries (Kassel). Langrock (1900 Gießen) kam über 400 Meter nur auf den 3. Platz. Peters (1900 Gießen) belegte über 800 Meter ebenfalls einen 3. Platz. Ein außerordentlich spannendes und dramatisches Rennen brachte der 5000-Meter-Lauf, den in einer überragenden. Manier der Heuchelheimer Turner Franz Neide! in der hervorragenden Zeit von 15:47 Minuten gewann. Als zweiter folgte sein Bruder Hans in 16:02,4 Minuten. Für den Sieger bedeutet dieser Lauf einen großen Erfolg. Er schloß sich der Deutschen Extraklasse an. Der Samstag brachte noch zahlreiche Vorkämpfe, u. a. auch in den Staffeln. Ferner wurden auch die Vorkämpfe — zum Teil fielen auch die Entscheidungen — in den technischen Wettbewerben für Aktive, Frauen und Mädchen ausgetragen. Während der ganzen Nachpnttagsstunden hatten die Zuschauer Gelegenheit, Turner und Sportler in heißen Wettkämpfen zu sehen. x Auf dem Waldsportplatz wurde in der 4X150 0- Meter-Staffel um die Gaumeisterschaft gelaufen, die sick die Kasseler Turngemeinde in 18:23,2 Minuten vor der Spielvereinigung 1900 Gießen mit 18:31,0 Minuten, also mit einem nicht sehr erheblichen Vorsprung vor der Gießener Mannschaft sichern konnte. An dritter Stelle kam Heuchelheim mit 18:36,4 Minuten ein. Im Rahmen des Gemeinschaftstages des Reichsbundes für Leibesübungen fielen am Sonntag einige weitere Entscheidungen in den leichtathletischen Disziplinen. Dor allem interessierten hier die Staffelläufe, wie auch die Entscheidungen in den kurzen Sttecken. In einer scharfen 4X100- Meter-Staffel der Männer siegten mit klarem Vorsprung die Hessen-Preußen Kassel vor der Turngemeinde Kassel und der Turngemeinde Friedberg. Die 4 X 10 0 - M e t e r - S t a f f e l der Frauen ging an die Turngemeinde Hanau 37, da die an sich siegreiche Staffel von CT. Kassel distanziert werden mußte. Die Gießener Mtverinnen kamen durch sehr schlechte Wechsel stark in das Hintertreffen. In der 4X400-Meter-Staf- fel der Aktiven holten sich die HessenPreußen von als Sieger hervor; den zweiten Platz belegte Hermann Eckhard, Tgm. Kassel (96,96 Punkte). Auch im Springen der Damen konnte sich die 1. Siegerin von den Gaumeisterschaften Frieda Henkel (1860 Marburg) wieder klar behaupten. Im Mehrkampf der Herren, der nur in der Klasse 2 ausgetragen wurde, errang Fritz Werner (Tv. 1846 Gießen) vor Meyer (To. Großen-Linden) und vor dem Jugendlichen Koh- linger (Tv. 1846 Gießen) durch bessere Durch» schnittsleistungen den ersten Sieg. Im Brust- schwimmen der Herren (Klasse 1) über 200 Meter konnte in einem spannenden Rennen Fredi Mewes (Schwimmverein Gießen) mit der guten Zeit von 3,06 Minuten seinen Sieg wiederholen. In der Klasse 2 siegte Hübner (Tv. Wetzlar) mit 3:13,6 klar über den Jugendlichen Walter D ö p f e r (1846 Gießen), der mit 3:21,1 ebenfalls eine sehr beachtliche Zeit schwamm. Großes Interesse fanden die Rennen der Herren-Altersklassen. Während in der Klasse 32 bis 40 Jahre Fritz Pascoe (Gießener Schwimmverein) in der erstaunlichen, kaum von den Aktiven gebotenen Zeit von 1:25,6 Minuten den 1. Sieg errang, konnte in der Klasse über 40 Jahre Rudolf Renz (Tgm. Kassel) mit Handschlag vor Franz Sauer (Tv. 1846 Gießen) den ersten Platz belegen. Im 200-Meter-Brust- schwimmen der Damen (Klasse 2) konnte Margot K ö h l i n g e r (Tv. 1846 Gießen) sich bedeutend verbessern. Im 100-m-Kraulschwimmen für Herren (Klasse 1) konnte A i ch i n g e r (Kurhessen Kassel) seinen Sieg wiederholen, Arnold Zimmer (Gießener Schwimmoerein) belegte den zweiten Platz. In der Klasse 2 zeigten die Jugendlichen von Gießen, daß sie sich bereits in der Herren-Klasse durchzusetzen verstehen. In der 10 X 50-Meter-Herren-Brust- st a ff e l konnte der Gießener Schwimmoerein seine Tradition bewahren und ein klar überlegenes Rennen gegen den To. Wetzlar schwimmen. Ein scharfes Rennen lieferten sich auch der Tv. Wetzlar und der Tv. 1846 Gießen in der 3 mal 50-Meter-Damen- Lagenstaffel. Wetzlar siegte knapp. Eine sehr gute Zeit wurde schließlich auch im 100-Meter-Rücken- schwimmen der Herren-Klasse 2, bei dem Kurt Horeyseck vom Turnverein 1846 Gießen (1:27) seinem Konkurrenten Seibert vom Turnverein Wetzlar (1:26,6) mit Handschlag knapp unterlag. Bei dem Wasserballspiel Schwimmoerein Gießen gegen Tv. 1846 gewann der Gießener Schwimmoerein mit 2:1 (1:1). Oie Fechter in der Liebigshöhe. Während des Samstags und des Sonntagvormittaas wurde in der Liedigshöhe fast ununterbrochen gefochten. Die Meldungen waren sehr zahlreich eingegangen und es gab bei den verschiedenen Nachdruck verbotenl 19 Fortsetzung. Vornan von Klothilde v. Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme Verlag Halle (S.) Flink lief sie zu einer Vase, in der em paar wunderbare mattrosa Rosenknospen dufteten. Geschickt befestigte sie diese mit einer Brillantnadel an dem Pelz des Mantels. Dann reichte sie Marlen die Tasche aus grauer Schlangenhaut. „Nun sind gnädiges Fräulein fertig. Darf ich dem gnädigen Fräulein viel Glück wünschen." Marlens ernste Augen verschleierten sich. „Ick danke Ihnen, Gretchen. Ja, ich kann's brauchen, das Glück." Dann ging sie schnell aus dem Hotelzimmer hinaus. Das Mädchen sah ihr erstaunt nach. Hatten die Worte des gnädigen Fräuleins nicht traurig geklungen? Ach, das bildete sie sich wohl nur em. Denn ein größeres Glück gab's wohl nicht, als einen Mann wie den Grafen Veltheim zu heiraten. Aber ihre Herrin war auch die schönste und beste Dame, die sie je kennengelernt hatte. Die beiden würden recht glücklich miteinander merbetr. Flink lief sie ans Fenster. Sie mußte doch sehen, wie das junge Paar das Hotel verlieh. In dem eleganten Vestibül des Hotels saß Dietrich. Er war in tadellosem Besuchsanzug. Vor ihm auf dem niedrigen Tisch lag ein großer Strauß Rosen. Jetzt sprang er auf. Marlen kam aus dem Fahrstuhl ihm entgegen. Einen Augenblick stockte ihm fast der Atem. Jäh schoß es ihm zu Herzen. Wie schön, wie hinreißend schön Marlen aussah! Er hatte sie seit dem Verlobungstag nicht mehr wiedergesehen. Er war am nächsten Tage abgereist und hatte nur brieflich alles mit ihr verabredet. Gestern war sie auf seinen Wunsch hier in Locarno angekommen. Er hatte sie nicht am Bahnhof erwartet, denn sie hatte ihn brieflich ausdrücklich gebeten. es nicht zu tun. So hatte er sich nur telephonisch von seinem Sanatorium aus erkundigt, ob sie eine gute Reise gehabt hätte, und ihr mitgeteilt, daß er sie heute mittag zum Standesamt abholen würde. • Marlen hatte ihm telephonisch kaum zu antworten vermocht. Seine Stimme wieder zu hören, bedeutete für sie ein Aufreißen aller Wunden. Jetzt hatte sie es doch bereut, daß sie Karlas Begleitung abgelehnt hatte. Hauptmann Weckenroth fjatte, ja mächtig gescholten und erklärt: So etwas Verrücktes wie diese Heirat im fremben Laybe, ohne einen lieben Menschen, ber zu einem gehörte^ wäre ihm noch nicht passiert. Aber Karla hatte Marlen unterstützt unb beteuert, daß ihr die weite Reise viel zu beschwerlich wer- den würde. Grollend hatte sich Hauptmann Weckenroth den „Weiberlaunen", wie er es nannte, fügen müssen. Aber an dem einsamen Abend in dem fremden Hotelzimmer am Abend vor ihrer Hochzeit hatte Marlen es doch bereut, daß nicht ein lieber Mensch sie bei diesem Schritt begleitete. Wer mochte wissen, was für gleichgültige Zeugen Dietrich Veltheim bereit hatte! Lange hatte sie am Abend auf dem Balkon vor chrem Zimmer gesessen. Das Zimmer hatte Aussicht auf den See. Die blaue Fläche lag im vollen Licht des Mondes wie dunkles Silber vor ihr. Die Lichter von Locarno und fernhin von den vielen Orten leuchteten wie eine flirrende Kette von Glanz durch den stillen Abend. Mandolinenklang floß aus einer italienischen Schänke irgendwoher zu ihr herauf. Die Grillen zirpten unermüdlich. Die ganze Nacht atmete Süße und Sehnsucht. Da wollte ihr das Herz beinah brechen vor Leid. Sie sehnte sich nach Dietrich. Er war ihr ja so nahe; dort in jenem großen weißen Hause, dessen Lichter zu ihr herüberleuchteten, weilte er. Ganz nahe waren sie sich, und doch ferner, als wenn sie auf verschiedenen Erdteilen geweilt hätten. Das war nun ihr Glückstag! Sie legte den Kopf auf das kühle Geländer des Balkons. Niemand als die stille Nacht sah ihre Tränen. Als aber der Tag graute, hatte sie sich wieder in der Gewalt. Nichts regte sich in ihrem Gesicht, als sie Dietrich Veltheim jetzt wiedersah. Ihre Begrüßung klang, als hätten sie sich eben erst getrennt. „Guten Tag, Dietrich! Du siehst gut aus.— ich freue mich, daß du dich jo gut erholt hast. Also können wir wohl gehen/ Sie sagte es in gleichmütigem Plauderton, als ob sie zu irgendeinem ganz entfernt Bekannten spräche. Dietrich Veltheim zuckte zusammen. Er hatte einen Augenblick bei Marlens Anblick alles vergessen, was zwischen ihnen stand. Er hatte nur ihre Schönheit und Anmut in sich hineingetrunken. Gefühlt, wie er mehr und mehr von Marlens Zauder umsttickt wurde. Diese kühle Begrüßung aber riß ihn in die Gegenwart zurück. Und wieder stieg ein Haß in ihm auf gegen die Frau, die ihm feinen Glauben zerstört hatte. „Jawohl! Darf ich dich bitten!" Gemessen schritt er an ihrer Seite dem Ausgang zu. Der Portier riß die Flügeltüren vor ihnen auf, ein kleiner Boy öffnete den Schlag des Autos. Ein paar vorübergehende Passanten blieben stehen und sahen dem schönen Paar nach. Das Auto fuhr durch die bunten Straßen mit ihren glänzenden Auslagen, wand sich geschickt um alle Ecken. Nun ging der Weg ein Stück am Meer ent2ßie’ wunderbar schön!" sagte Marlen leise und wandte ihren Blick der See zu. Ihr reines, klares Profil bot sich Dietrichs Blicken. Mit Zorn und > Schmerz prüfte er diese schönen Zuge. Wie war es möglich, daß diese grauen Augen lügen konnten? Daß dieser zarte, reine Mund zu einem habgierigen Menschen gehörte? Zu einem Mädchen, das sich um äußerer Vorteile willen verkaufte. Das war das richtige Wort. Verkauft hatte sie sich, nur um ein sorgenloses Leben zu führen. Und er fjatte diesen schmählichen Handel mitmachen müssen, nur um das Erbe der Väter wahren zu können. Wie beschmutzt erschien ihm auf einmal alles, was ihm einst so heilig und rein war. Wäre nur dies alles vorbei! Nach der standesamtlichen Trauung würden sie sich sofort wieder trennen. Er würde noch im Süden bleiben. Marlen konnte reifen, wohin sie wollte. Sie würden nur noch durch den Anwalt verkehren. Nun näherten sie sich dem Gebäude, in dem sich das Standesamt befand. Zwei Herren gingen in der hellen Sonne dort wartend auf und ab. „Die Zeugen!" erklärte Dietrich. „Der eine ist ein Universitätsprofessor aus Süddeutschland, der andere der zweite Sanatoriumsarzt hier, mit dem ich mich recht angefreundet habe/ Das Auto fuhr in einem Bogen um das blühende Boskett des Vorhofs. Marlen fühlte' ihr Herz in einem jähen Entsetzen schlagen. Dieser Herr dort, der ihnen nun entgegenkam, sie kannte ihn doch? Das war doch Doktor Langgisser. Doktor Langgissers Augen wurden groß. Erstaunt sah er auf die elegante schöne, junge Dame in dem kostbaren grünen Kostüm, der Veltheim nun höflich aus dem Auto half. Tief erblaßt stand Marlen nun vor den beiden Herren. , ,v „Gestatte, liebe Marlen, daß ich dir die beiden Zeugen vorstelle: Herr Professor Doktor Berger, Heidelberg — Herr Doktor Langgisser." „Ich habe schon den Vorzug, Ihr Fräulein Braut zu kennen, Herr Graf." Doktor Langgisser. schüttelte Marlen freudestrahlend die Hand. „Welch unverhofftes Wiedersehen, mein gnädiges Fräulein! Ich hatte keine Ahnung. Darf ich Ihnen nachträglich meine innigsten Glückwünsche aussprechen." Erstaunt sah Dietrich auf Langgisser. „Sie kennen meine Braut?! Aber warum haben Sie mir denn das nicht gesagt?" „Aber ich habe doch den Namen Ihrer Braut überhaupt nicht gewußt, Herr Gras. Außerdem habe ich doch bis heute früh überhaupt keine Ahnung gehabt, daß Sie verlobt sind. Sie haben Ihr glückliches Geheimnis gut gewahrt, Herr Graf." Lächelnd fiel Professor Berger ein: , Da sieht man, daß nicht jedes Sprichwort wahr ist. Es heißt immer: „Wes des Herz voll ist, des fließt der Mund über. Aber Ihr Verlobter, mein gnädiges Fräulein, hat eifern geschwiegen." Marlen wurde noch blasser. Doktor Langgisser sah sie forschend an. Was war aus der immer gleichmäßig heiteren Marlen Korda geworden? Irgend etwas Gequält-Fremdes war in ihrem Gesicht. Unb dasselbe Gequälte war in den Zügen des Grafen Veltheim. Ueberhaupt war Veltheim immer gedrückt und stumm gewesen. Obgleich es ihm täglich gesundheitlich besser ging, schien seine Seele dem erfahrenen Arzt irgendwie krank zu fein. Langgisser hatte schon mehrfach versucht, in behutsamen Gesprächen zu ergründen, was Veltheim bedrückte. Denn er wußte: ehe die Seele eines Menschen nicht gesundete, war auch der Körper nicht völlig genesen. Darum war er über die Mitteilung von Veltheims Verlobung und dicht bevorstehender Heirat ehrlich erstaunt gewesen. Wie ein glücklicher Bräutigam sah Veltheim nicht aus unb Marlen Korba nicht wie eine glückliche Braut. Was war nur zwischen diesen beiden Menschen? Nun, er mußte sehen, Marlen einmal allein zu sprechen, um dies Geheimnis zu ergründen. Sie hatte ihm ja früher so viel Vertrauen geschenkt, sie würde ihm vielleicht auch jetzt Rede und Antwort stehen. Nur Professor Berger hatte von der Spannung zwischen den drei Menschen nichts gespürt. Sein fröhliches und unbefangenes Geplauder rettete die Situation. Und nun standen Marlen und Dietrich vor dem Beamten. Kalt und klar klang Dietrichs „Ja!" durch den Raum. Leise und tonlos war Marlens Stimme. Nachdem der Beamte dem jungen Paar Glück gewünscht hatte, wandte man sich zum Gehen. „Darf ich Sie bitten, meine Herren, mit mir und meiner jungen Frau ein kleines Frühstück einzunehmen?" bat Dietrich. „Ich schlage vor, daß wir bei dem herrlichen Wetter eine Autofahrt nach Lugano machen. Ich habe dort im Hotel ein Frühstück bestellt. Wenn es dir recht ist, Marlen, nehmen wir beide zunächst auch Wohnung in Lugano. Ich wollte ja ohnehin den Sanatoriumsaufenthalt jetzt beenden und ein wenig nördlicher gehen. Wir haben dann von Lugano aus direkten Anschluß. Mein großes Gepäck habe ich nach Sankt Moritz dirigiert. Mein kleiner Handkoffer ist heute früh bereits vom Sanatorium zum Auto gebracht worden." „Mir ist alles recht, Dietrich!" versetzte Marlen leise. Aber ihr Herz zitterte vor Angst. Dietrich würde doch nicht etwa die Verabredung brechen und von ihr verlangen, daß sie mit ihm zusammenbliebe? Nur das nicht!, dachte sie angstvoll. Aber äußerlich ließ sie sich nichts merken. Sie plauderte lächelnd, während man jetzt im Wagen an der himmlisch schönen Küste des Lago Maggiore entlang fuhr. Dann wand sich der Weg steil unb steiler an den Berghängen entlang. Eine wunderbare Gebirgslandschaft öffnete sich, um immer wieder durch hohe, grüne Bäume den Blick auf das tiefblaue Wasser frei zu geben. Vorbei an romantischen Dörfern unb freundlichen Wiesen ging es, bis man sich Lugano näherte. (Fortsetzung folgt!) Kn harte Begegnungen, fö daß bte Kämpfe ' dauerten, als man ursprünglich angenommen hatte. Nicht weniger denn 28 Florettfechter, 12 Degenfechter und 20 Säbelfechter hatten gemeldet und waren erschienen. Die Damen beteiligten sich ebenfalls sehr zahlreich. Für das Damen-Florettsechten lagen 20 Meldungen vor. Die Kämpfe der Fechter und Fechterinnen wurden gleichzeitig als Gau- Itteisterschaften gewertet. Im Florettfechten der Herren war das besondere Augenmerk auf das Abschneiden des Gaumeisters Walter Gerhard vom Turnverein 1846 Gießen gerichtet. Er focht leider unter einem unglücklichen Stern und konnte nur Fünfter werden. Sein Bruder, Ludwig Gerhard dagegen wurde Dritter. Den Sieger und Gaumeister stellte H a s p e r von CT. Kassel mit 8 Siegen. Die Kampfe führten über fünf Vor- und vier Zwischenrunden in die Endrunde. In den Florettkämpfen der Damen sah man nicht weniger hartnäckige, wenn auch nicht so scharfe Begegnungen. Für die Endrunde konnten sich völlig klar die beiden Gießenerinnen Frl. Else Wirth und Frl. Mohr qualifizieren. Beide fielen allgemein durch ihre Sicherheit auf und gefielen sehr. Leider mußten sie sich mit dem zweiten, bzw. mit dem dritten Platz begnügen. Der Sieg ging an Frau Thilde Lengemann von ET. Kassel mit 7 Siegen. Auch das Säbelfechten machte viele Ausscheidungskämpfe notwendig, die zum Tell lange dauerten. Auch hier konnte Hasper den Sieg für sich buchen, und zwar mit sieben Siegen. Ludwig Gerhard (Id. 1846 Gießen) wurde Zweiter mit fünf Siegen. Er war der einzige Säbelfechter, der dem neuen Gaumeister eine Niederlage beizubringen vermochte. Im Degenfechten dominierte die Kasseler Turngemeinde mit ihren beiden Fechtern F. P a u l (der Sieger wurde) und H. Wagner. Die Gießener hatten hier keine Aussichten, zudem einer ihrer Besten in dieser Waffe, Leutnant E g e r, an den Kämpfen wegen dienstlicher Verhinderung nicht teilnehmen konnte. Flieger über dem Festplah. Im Rahmen der Vorführungen zum Gaufest fehlten auch die Flieger nicht. Acht Motorflugzeuge flogen verschiedentlich in wechselnder Formatton über den Festplatz hinweg. Der Darmstädter Fluglehrer B e d a l l von der Luftsportlandesgruppe Darmstadt, der sich in einem Segelflugzeug „Rhönbussard" auf ziemliche Höhe schleppen ließ, zeigte verschiedene kühne Kunstflugfiguren. Die turnerischen und sportlichen Darbieiungen des Gemeinschastsiages. der einheitlichen Bewegung der vielen gleichgestimmten Menschen konnte sich wohl kaum einer der Zuschauer entziehen. Liste der 1. Sieger aller Kämpfe. Turnen. Zwölfkampf: Turner Sonderklasse (5 Teilnehmer, 5 Siege): 1. Wedekind, ACT. Kassel, 187 Punkte. Zehnkampf: Turner Sonderklasse (10 Teilnehmer, 10 Sieger): 1. Fink, Tv. 1860/85 Marburg, 177 Punkte. Zwölfkampf: Turner Oberstufe(43 Teilnehmer, 38 Sieger): 1. L. Herbert, Arbeitsmann 5/220, Tv. 1846 Gießen, 201 Punkte. Zwölfkampf: Turner Unterstufe (224 Teilnehmer, 157 Sieger): 1. Giesel, Tuspo. Niederzwehren, 194 Punkte. Neunkampf: Alters turn er [33 bis 39] (134 Teilnehmer, 23 Sieger): 1. Best, Tv. 1847 Wetzlar, 155 Punkte. Neunkampf: Altersturner [über 40 Jahres (46 Teilnehmer, 38 Sieger): 1. Meier, Tgmd. Bad-Nauheim, 156 Punkte. Hessenkampf: (Neunkampf) Turner (16 Teilnehmer, 11 Sieger): 1. Reuter, Tv. 1846 Gießen, 141 Punkte. Zehnkampf: Jugendturner [14 bis 18 Jahres (124 Teilnehmer, 78 Sieger): 1. Bingel, Tv. 1846 Gießen, 162 Punkte Deutsche rSechskampf: Turner (3 Teilnehmer, 2 Sieger): 1. O. Jüngst, Tv. 1846 Gießen, 81,8 Punkte. Neunkampf: Turnerinnen Oberstufe (77 Teilnehmer, 64 Sieger): 1. Gertenbach, Tgdm. Rothenditmold-Kassel, 165 Punkte. Neunkamps: Turnerinnen Unterstufe (216 Teilnehmer, 161 Sieger): 1. Gautier, Tgmd. 37 Hanau, 156 Punkte. Deutscher Sechskampf: Turnerinnen (7 Teilnehmer, 4 Sieger): 1. Malkomesius, CT. Kassel, 98 Punkte. Vierkamp fr Turnerinnen (78 Teilnehmer, 54 Sieger): 1. Röhmig, Mtv. Gießen, 87 P. Fünfkampf: Oberstufe Turner (104 Teilnehmer, 81 Sieger): 1. Scheller, Tgmd. Fulda, 108 Punkte. Dreikampf: Unterstufe (163 Teilnehmer, 119 Sieger): 1. Will, Tv. Ruttershausen, 60 Punkte. Dreikampf Altersturner II (33 bis 3 9 Jahre): (29 Teiln., 15 Sieger): 1. Größ (Turngemeinde Friedberg), 52 Punkte. Dreikampf (Altersklasse III, 40 Iahre und älter): (18 Teiln., 13 Sieger): 1. Fink, Hermann (Tschft. Lauterbach), 51 Punkte. IDreif ampf Jugend (14 bis 17 I.): (162 Teiln., 93 Sieger): 1. Waldschmidt, Tv. Wetzlar, 58 Punkte. Fechten. Florett Männer: 1. und Gaumeister W. Hasper (CT. Kassel), 8 Siege. Florett Frauen: 1. und Gaumeister Lengemann (CT. Kassel), 7 Siege. Säbel: 1. und Gaumeister W. Hasper (CT. Kassel), 6 Siege, 17 Treffer. Degen: 1. und Gaumeister F. Paul (CT. Kassel), 4 Siege, 8 Treffer. Die turnerischen und sportlichen Darbietungen, : Die sie der Gemeinschaftstag des Reichsbundes für Leibesübungen brachte, waren außerordentlich viel- eitig. Zum Teil fielen am Vormittag oder am Nachmittag die Entscheidungen in den verschiedenen Disziplinen, zum anderen Teil wurde eine Anzahl Schauvorführungen geboten. Schon in früher Morgenstunde herrschte auf den Kampffeldern bei prächtigstem Sonnenschein und fcinem frischen Winde, der keine Hitze aufkommen regster Betrieb. Vor allem sammelten sich nach der abschließenden Austragung der Einzel- und Mehrkämpfe die Turner und Turnerinnen zum Bereinsriegenturnen und zum Kreis- furnen. Zwar war die Beteiligung daran nicht ganz so stark, wie man es ursprünglich erwartet hatte, das was aber gezeigt wurde, war ausgezeichnet. Der Tv. Oberlahnstein konnte sich beim Riegenturnen das Prädikat „ausgezeichnet" erwerben, 14 Vereine, darunter auch drei Riegen der hiesigen Turnvereine konnten mit „sehr gut" bewertet werden. Vier Vereine erhielten die Wertung „gut bis recht gut" und 13 Vereine die Wertung „gut". Die Beteiligung am Kreisturnen der Männer war [chwach. Die meisten Kreise zeigten gemeinsames Turnen an den Geräten. Der Kreis 1 fand mit feiner Kugel-Gymnastik viel Beifall. Im Gegensatz zu den Männern waren zum Kreisturnen der Frauen sämtliche Kreise angetre- jen. Man sah schöne rhythmisch-beschwingte Freiübungen, Hebungen mit Seilen, mit kleinen Hanteln und mit Keulen. Mit seinen Keulenübungen gefiel besonders der Kreis 8 (Lahn-Dill), der Kreis 11 mit seinen tänzerischen Hebungen und der Kreis 3 mit Tanzübungen. Bei den meisten der Hebungen trat klar zutage, daß fleißig geübt worden war. Die Musikkapelle der Wehrmacht unserer Garnison gab für die einzelnen Vorführungen sehr verständ- tnsvoll den Rhythmus an. Die völkischen Aussprachen wurden iauch an diesem Vormittag noch fortgeführt. Darüber berichten wir gesondert. Starkes Interesse fanden die Kämpfe und Wettbewerbe der Schwerathleten, die auf den Tanzpodien, bzw. auf dem Musikpodium kämpften und eine begeisterte Zuschauermenge fanden. Der Nachmittag brachte vor etwa 20 000 Zuschauern abermals eine Fülle der verschiedenartigsten Darbietungen. Kaum hatte man Augen genug, um alles verfolgen zu können. Ein Handball kampf zwischen Mannschaften Von Marburg und Gießen endete unentschieden mit 10:10 Toren. Das Fußballspiel der Kreis- Mannschaften von Gießen und Friedberg konnten die Gießener mit 5:0 Toren für sich entscheiden. Den Faustballkampf des Gaumeisters Tv. Gießen 1846 — Tv. Philippstein konnten die Gießener er- toartungsgemäß mit 45:21 Punkten sicher gewinnen. Der weitere Verlauf des Nachmittags brachte linier der Leitung der Gauführerin Friedel Kasten herrlich bewegte Freiübungen der Turnerinnen, deren etwa 500 im schmucken blauen Trikot auftraten und sehr diszipliniert und fehlerlos schönste rhythmische Hebungen ausführten. Ihnen folgten dann 500 Turner, Die unter der Leitung des Gaumännerturnwarles Dahms zum Teil sehr schwierige Hebungen turnten und, ebenso wie die Turne- ibnnen, starken Beifall ernteten. Der Großartigkeit Schwerathlet. Olympischer Dreikampf, Bantamgewicht: 1. Götz, Gießen, 220; Mittelgewicht: 1. Wermann, Marburg, 520; Federgewicht: 1. Westbrock, Gießen, 405; Halbschwergewicht: 1. Emmerich, Gießen, 450; Leichtgewicht: 1. Vetter, Gießen, 400; Schwergericht: 1. Gary, Marburg, 610. Ringen, Federgewicht: 1. Funk, Gießen; Leichtgewicht: 1. Detter, Gießen; Halbschwergewicht: L. Emmerich, Gießen. Jugendklasse: L Becker, Gießen. Radfahren. Straßenrennen Kasse l—G i e ß e n, 120 Kilometer. Sieger: Drumm, Rb. Tuspo. Kassel, 3:36,30 Std. Schietzen. Kleinkaliber: Mannschaftskampf. Klein- Kaliber-Schützenoerein Altenhahlau 739 Ringe; Einzelkampf: 1. Kurt Kuhn, Klein-Kaliber-Schützen- verein Altenhaßlau 160 Ringe; Jungschütze: Kurt Streck, Post-Sportverein Gießen 148 Ringe. Wehrsport, Klein-Kaliber: Mannschaftskampf: Schützenverein Gießen 779 Ringe; Einzelkampf: 1. Krause Klein-Kaliber-Schützenver- ein Korbach 169 Ringe; Jungschütze: W. Schilling, Schützenoerein Gießen 160 Ringe. A u f Olympia-Scheibe: 1. W. Schilling, Schützenverein Gießen 370 Ringe. Auf Stand 175 Meter Scheibenbüchse: 1. W. Schilling, Schützenverein Gießen 212 Ringe. A u f Wehrmannscheibe: Mannschaftskampf: Schützenverein Gießen 1050 Ringe; Einzelkampf: 1. W. Georg, Schützenverein Gießen 226 Ringe. Auf Wehrmann-Wehrsport: Mannschaftskampf: Jnf.-Reaiment Gießen, 7 Komp. 873 Ringe; Einzelkampf: Hnteroffizier Dietz, Jnf.-Regi- ment Gießen, 1. Komp. 224 Ringe; Pistole: Rich. Koch, Schützenverein Gießen 339 Ringe. Leichtathletik. 100-Meter-Lauf Männert 1. Müller, Hanau Tgmd. 11,3. 400-Meter-Lauf: 1. Pfeifer, CT. Kassel 52,6. 800-Meter-Laufr 1. Ries, CT. Kassel 2.03,7. 5000-Meter-Lauf: 1. Neidel, Tv. Heu« chelheim 15.470,0. 4X100-Meter-Staffel: 1. Hessen Preußen, Kassel 45,2. 4 X 400 Meter: 1. Hessen Preußen, Kassel 3.33,6. 4X1500-Meter-Staffel: 1. CT. Kassel 18:23,2 Minuten. Diskuswerfen: 1. Gary, VfB. Marburg, 37,13 Meter. Kugelstoßen: 1. Hartung, Kassel-Betten- hausen, 13,11 Meter. Frauen. 100-Meter-Laus: 1. Brehl, Tgm. 48 Fulda, 13,8 Sekunden. 4X100-Meter-Staffel: 1. Tgm. 1837 Hanau, 54,8 Sekunden. Hochsprung: 1. Malkomesius, CT.Kassel, 1,35 Meter. Speerwerfen: 1. Meck, Rb. Dillenburg, 30,70 Meter. Dreikampf, Mädchen: 1. Diehl, 1900 Gießen, 61 Punkte. 10X200-Meter-Staffel der Reichsbund kreise: 1. Kreis 1, Kassel, 4:07,8 Minuten. Tennisschlutzkämpfe. Männer-Einzel, Kl. A: Hamel, Hanau. Männer-Einzel, Kl. B: Bachmann, Bad Wildungen. Frauen-Einzel: Frl. Hamel, Hanau. Männer-Doppel: Hamel-Pfad. Frauen- und Männer-Doppel: Frl. Hamel-Hamel. Die deutschen Leichtachleliknieisterschasten. Zwei Rekorde am ersten Tag. Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften nahmen am Samstagoormittag auf dem Platz des SC. Charlottenburg in Berlin-Gichkamp ihren Anfang. Dor zahlreichen Zuschauern und bei gutem Weller wurden zunächst sechs Vorläufe für den 100-Meter-Lauf der Männer abgewickell. Meister wurde Borchmeyer in 10,5 Sekunden vor Leichum und Hornberger. Der Vormittag brachte bereits zwei neue deutsche Rekorde und zwar übersprang Leichum (Stetttn) im Weitsprung 7,73 Meter und der Königsberger Blast schleuderte den Hammer 49,17 Meter weil. Mit diesen Leistungen wurden die beiden Sportler auch Meister in ihren Disziplinen. Der Meister des Vorjahres, Lang (Leipzig), schied aus. Blask holte sich seinen Titel im Hammerwerfen vor Becker, Saarbrücken (47,87 Meter), Kolibabe, Neiße (46,93 Meter), und Nägele, Karlsruhe (46,93 Meter). In dem 3000-Meter-Hindernislaufen sicherte sich Hnteroffizier Heyn von der Reichsluftwaffe den Titel in 9:42,2 Minuten vor Otto Siemens und Berg-Köln. Dem deutschen Meister im Kugelstoßen Wöllke - Berlin war der Sieg in seiner Disziplin nicht zu nehmen. Mit einer Vor- kampfleislung von 15,33 Meter gewann er auch den Endkampf. Das 10 000 -Meter-Laufen war eine sichere Angelegenheit für den in letzter Zeit stark nach vorn gekommenen Darmstädter Haag (Zeil: 31:41,6 Minuten). Im Stabhochsprung siegle Müller- Kuchen mit der ansprechenden Höhe von glatt vier Metern. Aul der olympischen Strecke mit Start und Ziel im Sportforum wurde die 50-Kilomeler- Meisterschaft im Gehen entschieden. Hähne l - Berlin siegte im 5:02:19.4 Stunden vor Bleiweiß-Berlin (5:04,53,4) und Seifert-Leipzig. Bei den Frauen wurden am Samstag zwei Meisterinnen ermittelt. Elfriede Kaun - Kiel gewann das Hochspringen mit 1,53 Meter. Das Diskuswerfen war selbstverständlich der Münchener Weltrekordler in Gisela Mauer- m e y e r, die mit 44,63 Meter gewann, nicht zu nehmen. Der zweite Tag. Heuer 100-INeter-Rekord der Frauen. Am Sonntag gab es einen neuen Rekord im 100-Meter-Lauf der Frauen durch die Titelverteidigerin Käthe Krauß- Dresden und außerdem konnte Drechsel- Thalheim die seit 1914 bestehende Höchstleistung im Dreisprung erreichen, aber nicht überbieten. Von den Meistern und Meisterinnen des Vorjahres konnten sich in den Wettbewerben des Sonntags nur sechs siegreich behaupten. Bei den Männern schied der 200» Bieter* Meister Schein und der aussichtsreichste Anwärter, Hornberger, wegen Verletzung vorzeitig aus. Im Endlauf gewann der junge Mannheimer Neckermann m 21,6 Sekunden vor Borchmeyer und dem Fuldaer Pontow. Die 4 0 0 Meter sahen den, allerdings verletzten, Titelverteidiger Metzner auf dem vierten Platz, Sieger wurde der Berliner Hamann in 49,2 Sekunden. Ein schönes Rennen lief König (Hamburg) über 800 Meter, die er in 1:54,4 um Brustbreite vor Studentenweltmeister Dessecker (Stuttgart) gewann. Die 15 0 0 Meter wurden eine Beute des vorjährigen Meisters Schaumburg, der 3:54,2 benötigte. Auch über 5000 Bieter setzte sich der Meister des letzten Jahres, Syring, wieder durch. Heber 110 Meter Hürden ließ Wegener (Berlin) in 14,6 seine sämtlichen Gegner, darunter den Vorjahresmeister Welscher (Frankfurt) einfach stehen. Im Marathonlauf war der alte und unverwüstliche Berliner Brauch nicht zu schlagen (Zeit: 2:39,20 Stunden). Hervorragend schlug sich Gerhardt (ehemals 1900 Gießen), der Zweiter wurde. Im Hochsprung kam Rekordmann W e i n » kötz „nur" auf 1,93 Bieter; er mußte diese Höhe mit dem Kieler Marlens teilen und kam nur durch Stichkampf auf den ersten Platz. Im Dreisprung stellte Drechsel (Thalheim) die Rekordweile von Holtz (Berlin) aus dem Jahre 1914 mit 14,99 Bieter ein. Heberraschungs- sieger im Diskuswerfen wurde Lampert (Saarbrücken) mit 46,65 Bieter. Im Speerwerfen verteidigte W e i m a n n (Leipzig) mit 69,09 Bieter erfolgreich feinen Titel. Den Zehnkampf gewann Feldwebel Huber mit 6793 Punkten, da Stöck im Stabhochsprung vollkommen Der- fagte. Bei den Frauen gab es einen packenden 100- Meler-Endlauf und einen neuen deutschen Rekord durch die Titeloerleidigerin Krauß (Dresden) in 11,8 Sekunden. Frl. Dollinger (Nürnberg) blieb nur knapp in der gleichen Zeit zurück. Im Speerwerfen siegte die Berlinerin G o l d m a n n mit 42,35 Bieter. Im 80-Meter-Hürdenlauf siegte in Abwesenheit oon Frau Engelhardt die Duisburgerin Steuer in 12,2 Sekunden. Kurze Sportnotizen. In den Doppelspielen wurden für dis Deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg bei den Männern Henkel-Denker, Puncec-Pallada, Hebda« Tarkowski und Wilde-Freshwaler gesetzt. Die „Gesetzten" im Gemischten Doppel sind: Sperling-oon Cramm, Noel-Wilde, Außem-Henkel II und Adamson- Bernard. ADLERWERKE VORM. HEINRICH KLEYER A G FRANKFURT A M General-Vertretung: Heinrich Wagener, Gießen Nicht jeder Wagen ist ein idealer Passbezwinger, denn dazu müssen viele glückliche Konstruktions- Elemente zusammmen wirken. Der AULEtt ANTRIEB besitzt sie. Seine alpinen Siege sind der beste Beweis. Frankfurter Straße 45 . Ruf 4120 4474 A Nachlässe von z ns 20 v. s. erhalten Sie bet wiederholten Stuf, nahmen einer AaretO, Tanzen lehrt in Einzel- stund. u. 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