£&&&&&& 'fi „K;v i a ■ v • Wh $ V K p| v ■» '• R >w grettag. 5. April 1935 185. Jahrgang Nr.81 Erster Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen tt ? h* °>°r ' ”3 Sö[, 25 v®6™ “ b'i 33, "lauf: Sei Erscheint täglich, außer M "W- M Mnnaljmt oon Anzeigen Sonntags und Feiertags MW für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A A Kä A A A A AA AA A A A A A AA bis ^/Mr des Vormittags Gietzener Familienblatter M MU jwWy JWVY W W N MU JWV JWWF Grundpreise für 1mm höhe ’x-ä* tiiipkpiipr /inurch zur W igettagten »«• einen Schaden , der versuchten üe Angeklagten ; Derfahrenwe- lestie eingestellt ,658 ,201 ,047 3,25 1,30 ,925 „265 6,42 ts 59,94 18,95 10,83 61.50 ftS 2,186 genbe amtliche Bericht ausgegeben: „Lordsiegelbewahrer Eden ist Donnerstag früh in Prag eingetroffen. Bei der Zusammenkunft, die im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten in Prag siattfand, tauschte Eden mit Dr. Benesch in herzlicher und freundschaftlicher Weise die Ansichten über alle im Londoner Kommunique vom 3. Februar 1935 enthaltenen Fragen aus. Dr. Benesch dankte Eden herzlich für seinen Besuch in Prag und für die Mitteilung, die Seine Exzellenz ihm über die Ergebnisse seiner Reise in die übrigen Hauptstädte gab. Seinerseits gab ihm Dr. Benesch eine ausführliche Darstellung der Friedenspolitik der Tschechoslowakei. Beide Minister stellten eine vollständige U e Verein st im- mung in den Zielen der Politik ihrer Länder hinsichtlich der Erhaltung des allgemeinen Friedens und ihre aufrichtige und unabänderliche Ergebenheit der Politik des Völkerbundes gegen- über fest." Nach bei- Konferenz lud her tschechische Außenminister seinen Gast zu einem Mittagessen in kleinem Kreise ein. Während des Essens hielten die beiden Staatsmänner Trinkfprüche. Dr. Benesch dankte zunächst Eden für seinen Beuch und erklärte dann u. a.: Die Tschechoslowakei et durch ihre geographische Lage, durch ihre Geschichte, durch ihre gegenwärtige Politik und ihre Bestrebungen für die Zukunft dafür bestimmt, in Mitteleuropa eine wahrhafte Friedensaufgabe zu erfüllen. Die Außenpolitik der Tschechoslowakei stehe denen zur Verfü- land, das die Rolle des allgemeinen Friedensstifters spielen wolle, müsse sich auch bereit zeigen, a n einem europäischen System teilzunehmen, das einen etwaigen Bruch des Friedens a b - zuwehren bestimmt fei. In ftanzösischen, italienischen und sowjetrussischen Kreisen sei man enttäuscht über die Warschauer Verlautbarung. Man mache kein Geheimnis daraus, daß man eine deutlichere S t e l» lungnahme erhofft habe. Anscheinend hätte man in diesen Kreisen ein endgültiges pol» nische Nein zum Ostpaktplan der jetzigen zweideutigen Haltung vorgezogen. Dagegen sei Warschau sehr befriedigt über den Besuch, weil man hoffe, daß nunmehr die Gründe für Polens ablehnende Haltung in England, und vielleicht auf dem Umweg über London in Frankreich besser verstanden werde. In Frankreich fei man geneigt, jede Hoffnung auf greifbare Ergebnisse hinsichtlich des Ostpaktes aufzugeben, und sich wieder einer umfassenden europäischen Regelung im Rahmen des Völkerbundes zuzuwenden. Damit meine man offenbar eine Regelung in der Art des Genfer Protokolls einschließlich eines allgemeinen Systems gegenseitigen Beistandes und einer gleichzeitigen Rüstungsbegrenzung. Ferner neige man zu der Auffassung, daß Großbritannien gewissermaßen verpflichtet sei, einen Teil der Verantwortung für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens mit zu übernehmen. Wenn man auch einen Ostpakt für wirksamer gehalten hätte, so glaube man doch jetzt, daß sich die Organisation gegenseitigen Beistandes auf einer europäischen Grundlage als leichter erreichbar erweisen dürfte. wickelte sich in eine Revolution. Unter den Angeklagten der ersten Serie befinden sich besonders zwei markante Gestalten: die Gebrüder Tzi gante s. Der eine ist Oberst, der andere Hauptmann. Sie spielten bei der Wegnahme des Garderegimentes der Evzonen und der Kadettenschule eine Hauptrolle. Ihre Gesichtszüge sind äußerst energisch, ihre Vergangenheit ist eine durchaus kriegerische. Oberst Tzigantes kämpfte tm Weltkriege am M t>V,"v.; '/'£>• 'M?-" W :n= Konferenz am Lago Maggiore Wie sieht es in der Wirtschaft aus? hat sich ferner mit den schöner als vom Mit einer unbe- die Weichheit der des Blütenmeeres plastisch vor uns Zehntausenden an sich zieht, Gipfel des Monte Mottarone. schreiblichen Geste, die förmlich Konturen, den zarten Schmelz Die Hk Maler l Deutscher Würdig" tretet bei bundsausschusses eine zuerkennen kann. Methoden auf außenpolitischem Gebiet eingebracht haben. praktische Bedeutung nicht * ^cheri-Bildmatemdienst Gegenüber Stresa im Lago Maggiore liegt die „Iso l a bell a", die schöne Insel, wo die Vertreter Englands, Frankreichs und Italiens zur Konferenz zusammenkommen werden. Nach einer Agenturmeldung aus Mailand sind die Vorbereitungen für die Konferenz von Str es a bereits in vollem Gange. Zum Tagungsort ist der Palazzo Borromeo au: d er Js o la Bella ausersehen worden. Für die Verhandlungen dürfte der Musiksaal gewählt werden, der neben dem sogenannten Thronsaal und dem Zimmer liegt, in dem Napoleon I. wohnte. Aus dem Musiksaal wurden alle antiken Musikinstrumente ausgeräumt und der Raum mit' wertvollen floretinischen Möbeln, mit Genueser Brokatteppichen und anderen Kunstschätzen geschmückt. Die berühmten Gar tenan lagen auf der Insel werden nachts vollständig erleuchtet sein. Die Stadt wird in blauem und rotem Licht erstrahlen, womit man den Nationalfarben der zu Gast geladenen Nationen ein Kompliment machen will. Auf allen Gebäuden werden die Flaggen der drei Mächte wehen. Empfang der Partei beim Führer im Hause des Reichspräsidenten. Berlin, 4. April. (DNB.) Der Führer hatte am Donnerstag im Hause des Reichspräsidenten zu einem Empfang der Partei geladen. Der Stellvertreter des Führers, die Reichsleiter, Gauleiter, Gruppenführer und eine Reihe weiterer führender Persönlichkeiten der Partei waren mit ihren Damen erschienen. Im gesellschaftlichen Beisammensein verbrachte der Führer einige Stunden im Kreise seiner in Uniform erschienenen Getreuen und Mitarbeiter. Die historischen Räume des bekannten Hauses in der Wilhelmstraße boten an diesem Abend ein festlichesBild nationalsozia- listischer Geselligkeit und auch der gesellschaftlichen Verbundenheit des Führers mit seiner Bewegung. Auf Der Jahrestagung der Autzenhandelsftelle für das Rheinland in Köln ist eine Reihe wichtiger Ausführungen über die gegenwärtige deutsche Ex- fi o r t l a g e gemacht worden. Der Vorsitzende Frhr. v. Schröder wandte sich insbesondere gegen den Vorwurf der Exportmüdigkeit der deutschen Industrie. Wenn auch bisweilen gute Jnlandaufträge die Bemühungen um die Steigerung des Auslandgeschäftes ungünstig beeinflußten, so wüßten doch die meisten industriellen Erzeuger, daß sie mit ihrem Binnenmarktabsatz auf die Dauer nicht auskommen können und darauf angewiesen sind, das Auslandgeschäft zu pflegen. Ferner forderte Frhr. v Schröder eine schärfere Ahndung von Preisunterbietungen im Exportgeschäft. Entsprechend der geographischen Lage des Rheinlandes beschäftigte sich die Kölner Außenhandelstagung besonders mit den Handelsbeziehungen zu den Niederlanden und Belgien. Der Präsident der Deutschen Handelskammer in Amsterdam, Franke, ging in seinem Referat von der Tatsache aus, daß sich das Verhältnis zwischen der deutschen Ausfuhr nach den Niederlanden und der holländischen Ausfuhr nach Deutschland, das früher 2:1 Der Aufbau des österreichischen Heeres. Wien, 4. April. (DNB.) Wie bereits kurz gemeldet, hat der Ministerrat am Mittwoch grundsätzlich der allgemeinen Wehrpflicht zugestimmt und beschlossen, Schritte zu unternehmen, um sich die Zustimmungen des Völkerbundes zu sichern. Wie verlautet, wird daran gedacht, ein ständiges Heer von 4000 Offizieren, 4000 Unteroffizieren und 12 000 Mann aufzustellen, überdies zwei Jahrgänge von je 35 0 0 0 e i n- zuberufen. Aus dem Schutzkorps sollen 400 Offiziere und 7000 Mann übernommen werden. Ueber die Auflösung der übrigen Bestände des Schutzkorps konnte noch keine Einigung erzielt werden. Die Dienstzeit soll zwei Jahre betragen. Es werden zwei ständige Armeekommandos errichtet, das eine in Wien mit drei Divisionen (Wien, Wiener Neustadt, St. Pölten), das zweite in Salzburg mit vier Divisionen (Salzburg, Graz, Klagenfurt und eine Alpendivision in Innsbruck) beißt sie auf deutsch, die schönste der drei borro- meischen Inseln im Lago Maggiore, deren Schönheit i'cbon ein Jean Paul sich in seiner rornan- Die l vetanstal schäft un letzte, f Kreuznalt wird zunächst abwarten, welche Wirkungen Die Abwertung der belgischen Währung auf Die Gestaltung der deutsch-belgischen Handelsbeziehungen haben wird. Deutschland ist der zweitgrößte Lieferant und der drittbeste Kunde Belgiens. Die deutsch-belgische Handelsbilanz war bisher zugunsten Deutschlands aktiv. Es ist aber sehr wohl möglich, daß gleich anderen Ländern auch Deutschland sich gezwungen sehen wird, gegenüber einer dumpingartig wirkenden Währungsabwertung Belgiens Ausgleichmaßnahmen zu treffen. Das gleiche gilt für Luxemburg, das bekanntlich in Zollunion mit Belgien steht und daher seinen Franken ebenfalls abwerten mußte, wenn auch zunächst nur um 10 Prozent feines bisherigen Goldwerts. Minister hätte erwarten müssen. Das „Oeuvre wirft dem Abgeordneten Taittinger vor, etwas Schönes angerichtet zu haben und wundert sich darüber, daß er noch nicht aus dem Ausschuß für Landesverteidigung ausgewiesen worden ist. „Populaire" erklärt, der Ministerpräsident sei wütend gewesen, er begreife nicht, warum der Abgeordnete, besonders unter den augenblicklichen Umständen, vertrauliche Mitteilungen der Minister der Oefsentlichkeit preisgegeben habe. Heue Enthüllungen über das französische Mstungsproaramm Pa r i s, 5. April. (DNB. Funkspruch.) Nach dem „Populaire" hat Ministerpräsident Flandin im Finanzausschuß der Kammer gestern erklärt, das Programm für die Landesverteidigung erfordere für die Luftfahrt 800 Millionen Fran- ken (131 Millionen Mark) für 1935 und eine Milliarde (164 Millionen Mark) für 1936. Für die Materialbeschaffung seien jedoch 4,5 Milliarden (738 Millionen Mark) notwendig, die aber auf drei Jahre verteilt werden könnten. Flandin habe ferner erklärt, daß Frankreich seit 1920 für Heereszwecke 134 Milliarden Franken ausgegeben habe, wovon 15 Milliarden Franken f ü r Neuanlagen verwendet worden seien. Bemerkenswert ist, daß es sich bei vorstehenden Angaben des „Populaire" wieder um Indiskretionen aus den Verhandlungen des Finanzausschusses handelt, für die Flandin nachdrücklich um Stillschweigen erbeten hatte führt l Der ! Streu pische. und Rei< ter vorsi Der M der Flitl der Prä XI. OM bei. Der fchen Ko seine Zu zum erst pischen L geführt u Von der In Ber der „ K Künstlc dem Bors Benno di bie Samen Künstler er diesem Gei die Arbeit Zum kämet große Anz sensiahl wettet, Mauru« sendeleiter rate ha Schmel der Küns beisamme 1 Die Gegenüberstellung der Voranschläge und der tatsächlichen Reichssteuererträge in Den Rechnungsjahren 1930/31 bis 1934-35 läßt ebenfalls sehr eindringlich die Wirtschaftsbelebung erkennen, die sich — als Folge der aktiven Konjunktur- unb Steuerpolitik der Reichsregierung — durch ge- etzt hat. Während in den Jahren 1930/32 das tatsächliche Aufkommen hinter dem an sich schon von Jahr zu Jahr herabgesetzten Sollbetrag immer wieder weit zurückblieb (von 1817 bis 1366 Millionen Mark ist 1933/34 der Voranschlag erstmalig etwas überschritten worden: im laufenden Rechnungsjahr werden voraussichtlich sogar über eine Milliarde Mark mehr an Steuern in die Reichskasse fliehen, als in dem gegen das Vorjahr erhöhten voranfchtag vorgesehen war. Die Besserungssätze bei den einzelnen Steuern, eit 1932/33 zeigen zunächst eine anscheinend ganz verschiedenartige und unübersehbare Entwickelung jeder Steuer. Bei einer Gruppierung der einzelnen Steuern nach konjunkturellen Gesichtspunkten er- D'e Lai Mnifteriur g'bt über tnörber- W. bte Schüler n Myng, Staats, ichon me ^schwind i'ch eine , N>ini P?n,enbUr M UfiQ hnc Die Kölner Tagung I, deutsch-belgischen Wirtschaftsbeziehungen befaßt, die durch die Abwertung des Belga wesentlich beeinflußt werden dürften, Die neue belgische Regierung wird jetzt ebenfalls £en Weg einer Binnenmarktbelebung und Stärkung der Kaufkraft beschreiten müssen. Man lllfl öt Oie " bisher u Ende eisiges Stellen' (Eine nochn'-t T)erf° enifchier" rech!^'1 auch f«ri 21m l Der „8 | des: De i Reuen ; Hellme '' weiter zu fort die 1 Ende der atr Neue hat Awu Ms n® Reuin & schieden- starke unb dort spiel zu s Berkaus । ist oorers zu rechm hO Steueraufkommen als Barometer -er Wirtschastsbelebung Besonderes Hervortreten der Umsatzsteuer. ^nete sich Ä i e r c . ,;.s gew ein 1 yÄ.?” SS zu Deutschlands Gunsten betrug, auf 1,6:1 verschlechtert hat, weil sich das System der holländischen Einfuhr-Kontingentierung, ganz besonders aber das von Deutschland nicht gewünschte Clearing zuungunsten Deutschlands auswirkt. Dadurch sei eine für beide Länder auf die Dauer unerträgliche Lage entstanden. Die Nachteile des C l e a r i n g s y st e rn s werden allgemein, und durchaus nicht nur in Deutschland, immer mehr erkannt. Der Völkerbundsausschuß, der zum Studium der Clearingverträge eingesetzt wurde, hat auf Grund der Mitteilungen, die 20 Staaten über ihre Erfahrungen mit dem Clearingwesen gemacht haben, davor gewarnt, dem Clearingverfahren da, wo es noch nicht besteht, Eingacktz zu verschaffen. Daraus ist natürlich zu folgern, daß auch be = stehende Clearingverträge, die handelshemmend wirken, geändert werden müssen. Grundsätzlich empfahl der Völkerbundsausschuß, die Lage der Schuldnerländer durch Vtthrabnahme ihrer Waren zu bessern, um so dllmählich zu einer Abschaffung der Kontrolle des Devifenhandels zu gelangen. Leider find die Aussichten auf eine Verwirklichung dieser guten Ratschläge heute so gering, daß man auch dieser Stellungnahme eines Völker- lahme Dementis. Ter Ministerpräsident wütend über die Indiskretionen Taittingers. Paris, 5. April. (DNB.-Funksprucb.) Der französische Kriegsmini st er und der Luft- fahrtminister haben am Donnerstag die ihnen zugeschriebenen Erklärungen vor Dem Unterausschuß für LandesverteiDigung Dementiert, wonach zwischen Frankreich, Der Tschechoslowakei, Italien und Sowjetrußland militärische Luftabkommen beständen, und wonach ferner mit Der belgischen Regierung vereinbart sei, Den französischen Truppen im Falle eines Krieges freien Durchmarsch zu gewähren. Ohne Die Aufrichtigkeit Der beiden Minister in Zweifel stellen zu wollen, muh jedoch auf eine Erklärung Des Ministerpräsidenten vor dem Finanzausschuß Der Kammer am Don- nerstagoormittag hingewiesen roerDen, Die sämtliche Pariser Morgenblätter roieDergeben. Hiernach sollen sich Der sozialistische AbgeorDnete Vincent Auriol unD einige seiner Kollegen über Die Indiskretionen des rechtsgerichteten Abgeordneten Taittinger beschwert haben. Ministerpräsident Flandin habe darauf geantwortet, daß, wenn sich ähnliche Indiskretionen noch einmal wiederholten, er jede Zusammenarbeit mit den parlamentarischen Ausschüssen e i n st e l l e n würde. Man spricht also nur von Indiskretionen und nicht von der Verbreitung falscher Berichte, wie man es nach Dem Dementi Der beteiligten beiDen Die Mandelbäume mögen in Baden-Baden früher blühen, Die Konturen Des BoDeniees mögen noch zarter und inniger sein, aber die Szenerie der oberitalienischen Seen, Der fantastische Kontrast zwischen ftarrenDen FelDwänden, den ewigen Gletschern Der greifbar nahen Monte-Rosa-Gruppe im Hintergrund und Dem klaren Tiefgrün und Blau Des Sees mit Den schimmernden Villen und alten Städtchen ist nun einmal unvergleichlich großartiger. Alles das, was sich der Deutsche unter südlichem Frühling vorstellt, vereinigt sich hier im April zu einem einzigartigen Zauberdild, das in seiner Schönheit beinahe kitschig wirkt. Kein Wunder, wenn vor allem die Engländer seit Jahrhunderten Die berühmten kleinen Kurorte rings um Den See überfluten. Locarno, Pallanza, Stresa, Baveno, Jntra unD wie sie alle heißen mögen.... Noch im vorigen Jahrhundert pflegten sich Die Souveräne in Baden-Baden oDer in anDeren großen Deutschen BäDern zu treffen, in Denen sich Die Damals herrschende Schicht fürstlicher und adliger Familien ein Stelldichein gab. Später siedelte man auf Den internationalen und zugleich neutraleren BoDen der Schweiz über, und heute genießt neben der Schweiz unzweifelhaft Italien Den Vorzug, ein begehrter Konferenrort zu fein. Das gilt nicht nur für die großen politischen Konferenzen, sondern auch für die großen internationalen Tagungen überhaupt. Die Propaganda, Die Italien damit für feine landschaftlichen Schönheiten macht, Darf nicht unterschätzt roerDen. Die Zeit Der ganz großen Massenkonferenzen, wie mir sie noch von London und Lausanne in einem recht zweifelhaften Andenken haben, scheint endgültig vorüber zu sein. Das Gespräch unter zweien, unter dreien und vieren beherrscht die politische Welt. Auch ein Zeichen der Zeit! Aber auch auf diese konzentrierte Form Der Zusammenkunft ist Die Schönheit Der Natur niemals ohne Einfluß geblieben Die belgisch-luxemburgische Devalvation ist auch nicht ohne Bedeutung für Die Entwicklung in Den internationalen EisenverbänDen. Bekanntlich hat E n g l a n D seine Eisenzölle bereits erhöht. Die VerhanDlungen über einen Beitritt Englands zu Den kontinentalen Exportorganisationen, Die Mitte April roieDer ausgenommen roerDen sollen, roerDen daher unter keinem besonders günstigen Stern stehen. Aber die Eisenverbände haben schon so manche Klippe glücklich umschifft. Soeben erst ist es gelungen, die schwierigen Fragen, die infolge der Rückgliederung des Saargebietes entstanden waren, zu läsen. Die Verbandsquoten der deutschen Eisenindustrie sind entsprechend erhöht worden. An der Aufrechterhaltung der internationalen Eisenfyndi- zierung sind alle Mitgliedsländer so stark interessiert, daß bisher alle inneren Differenzen schließlich beigelegt werden konnten. Vielleicht gelingt also auch die seit langem geplante Verständigung der kontinentalen Eisenkartelle mit der englischen Eisenindustrie, so daß eine Zusammenarbeit im gesamten Welteisenaeschäst erreicht wird. Eine erhebliche Anzahl von Aktiengesellschaften hat in der letzten Woche günstige Jahresabschlüsse veröffentlicht. Viele Gesellschaften haben teils ihre Dividendenausschüttung wieder aufnehmen, teils ihre Vorjahresdividende erhöhen können. Zu ihnen gehört auch Die Dem Reich gehörige Elektrorverke AG., Deren Stromabsatz sich insbesondere auf Grund eines Mehrverbrauchs der Aluminium- und der Stickstoffindustrie in befriedigender Weife erhöht hat. Auf Den internationalen Roh ft o ffmärften Überwegen noch immer Die Preisrückgänge. Die Unsicherheit Der Währungsverhältnisse übt einen ftänbigen Druck aus. Eine wichtige Ausnahme machen aber Die Metallmärkte. Die Einigung Der internationalen Kupferproduzenteit über eine neue Kupferrestriktion hat ein Anziehen Der Kupferpreise zur Folge gehabt. Daneben sind auch Die Preise von Blei, Zink und Silber kräftig gestiegen. Die deutschen Metallrichtpreise sind de» internationalen Marktveränderungen angepaßt unD (mit Ausnahme des Zinnpreises) ebenfalls erhöht worden. Stresa, April 1935. Einer der unbeschreiblichen Kontraste, Die uns auf einer europäischen Reise begegnen können, wird wohl immer Die Fahrt im Simplontunnel unD Die Ausfahrt aus Der winterlichen Schweiz in Den oberitalienischen Frühling bleiben. Noch liegt Der Schnee meterDirf auf allen Gebirgspässen, trommelt Der Regen in Der Schweiz gegen Die Fensterscheiben. Im Zug eine seltsame Aufregung, auf Die sich Dann wie Albdruck Die berüchtigte Tunnelluft im Simpion legt, unD Dann plötzlich Das Hineinfahren in Die warme Luft Der Seen, in bas Blütenmeer am Lago Maggiore Don keinem Ort sieht man dieses „Wandergebiet, Das alljährlich Die Reisenden aus England, Deutschland und Den anDeren großen ReiselänDern zu und das unbeschreibliche Blau , . . , stellte, lenkt unser Führer den Blick auf die Mitte Des Sees: „Iso 1 a Bella"! „Schöne Insel" Während Das stetige Ansteigen Der Linie des Konjunkturoerlaufs durch winterliche Saisoneinflüsse zeitweilig und stellenweise eine Unterbrechung er- ahren hatte, beginnen sich diese Rückschläge durch rühjahrsbedingte belebende Einflüsse allmählich nieder auszugleichen, und der grundsätzlich a n - leigende Kurs der allgemeinwirtschaftlichen Entwicklung tritt wieder klarer hervor. So wird u. a. in dem letzten Monatsbericht Der Reichsbahn ausdrücklich betont, daß die erneute Verkehrssteigerung nicht nur auf Saisoneinflüsse, sondern darüber hinaus auf die fortschreitende arund- ätzliche Festigung der allgemeinen Wirtschaftslage zurückzuführen ist. Abgesehen von solchen Symptomen, wie die anhaltende Steigerung der Produktion und des Absatzes von Kraftfahrzeugen, die neben Der Besserung Der allgemeinen Wirtschaftslage schließlich noch befonbere Ursachen haben, zeigt auch Der soeben herausgekommene Bericht über Die Umsatzentwicklung Des Einzelhandels im Februar eine weitere Umfatz- teigerung, Die für Januar und Februar zusammen gegenüber dem Vorjahre rund 5 v. H. beträgt. Besonders deutlich geht aber die fortschreitende Wirtschaftsbelebung aus der Entwicklung des gesamten R e i ch s st e u e r a u f k o m m e n s hervor. Während in den Jahren 1930 bis 1932 bas tatsächliche Aufkommen hinter dem an sich schon von Jahr zu Jahr ermäßigenden Sollbetrag immer wieder erheblich zurückblieb, ist 1933/34 der Voranschlag erstmalig sogar etwas überschritten worden, und im laufenden Rechnungsjahre werden voraussichtlich rund eine Milliarde Mark mehr an Steuern in die Reichskassen fließen, als in dem gegen das Vorjahr sogar erhöhten Voranschlag vorgesehen war. Nichtsdestoweniger ist im Hinblick auf die fortgesetzte Ankurbelungshilst der öffentlichen Hand für die Wirtschaft der öffentliche Geldbedarf nach wie vor beträchtlich hoch, was u. a. auch daraus hervorgeht, daß der Ermäßigungsbetrag aus der 25prozentigen Senkung der Hauszins ft euer ab 1. April nicht dem Haus- besitz zur freien Verfügung überlassen wird, sondern zusammen mit 50 Millionen Mark aus den Mitteln zur Gewährung von Ehestandsdarlehen, zur Forderung des Wohnungsbaues Verwendung finden soll, wobei der Hausbesitz den ihm vorenthaltenen Ermäßigungsbetrag dem Reiche als verzinsliche Anleihe zur Verfügung stellt. Besondere Anforderungen hat der 1 April als Quartalstermin an die Öffentlichen Kassen gestellt. An diesem Termin ergab sich namentlich für das Reich eine Häufung von Fälligkeiten aus der Anleihe - Ablösungsschuld, aus Steuergutscheinen, Schuldbuchsorderungen und Zinsvergütungsscheinen. Dazu kam Der Durch Den Quartalstermin, Der diesmal noch mit dem Wochenschluß zusammenfiel, bedingte höhere Kreditbedarf der Wirtschaft und endlich die Fälligkeiten aus der zwei- prozentigen Bonuszahluna aus der Pfandbrief- konverfion, so daß Die Reichsbank in Der letzten Märzwoche mit insgesamt etwas mehr als einer halben MilliarDe Mark in Anspruch genommen werden mußte. In dem Reichsbankausweis kommt der erhöhte Geldbedarf der öffentlichen Hand besonders darin zum Ausdruck, daß deren Guthaben auf Girokonto eine stärkere Abnahme erfuhren, so daß Die per SalDo eingetretene Erhöhung Der gesamten Guthaben auf Girokonto auf Die entsprechend höheren Einzahlungen Der privaten Wirtschaft zurückzuführen ist tisch überschäumenDen Fantasie im „Titan" als eines Der großen WunDer Der Welt vor Die Augen zauberte! UnD hier auf „Jfola Bella" roerDen sich Mussolini, Laval unD Simon treffen im Prunkschloß Der Grasen Borromei, Die im 17 Jahrhundert Dieses ©artenparabies schufen Die politische Welt der Nachkriegszeit wußte von jeher, wie die Härte Der Auseinandersetzung verbunden werden könnte mit Den Schönheiten einer glücklichen Natur und eines auserwählten Klimas. Gens verdankt seine heutige Stellung' nicht zuletzt Der ungewöhnlichen Schönheit seiner Lage. Die Daten Der große Konferenzen Der Nachkriegszeit gleichen fast einer Aufzählung Der berühmtesten und schönsten Reiseziele in der Schweiz und in Oberitalien: Cannes, Rapallo, Genua, Stresa, Locarno, Lausanne ... Schließlich wissen Diplomaten auch zu leben, wissen um die Schönheiten Der europäischen Landschaften und schließlich spielen bei den großen Konferenzen auch die Rücksichten aus die Frauen, Die Schlachtenbummler und die Bequemlichkeiten in den Hotelpalästen eine nicht zu unterschätzende Rolle Die großen Seen bieten immerhin eine Möglichkeit, sich vom Schwarm der Journalisten und Schlachtenbummler zu isolieren. Die Absperrung fällt leichter. Ein Grund, der nicht zuletzt vermutlich zur Wahl Der „Isola Bella" als Konferenzort jetzt geführt hat. Stresa, Das bereits einmal Die führenden Wirtschaftler Europas xur Beratung über die wirtschaftliche Lösung des 2)onauproblems vereinte, bietet Riesenhotels in Fülle, um Den Troß aufzunehmen. Die Eisenbahnverbindungen sind selten günstig. Die herrlichen Schloßterrassen und 'verwunschenen Gärten der Insel werden zu den wunderbarsten ©artenanlagen- Der Welt gerechnet. Zwei Jahrhunderte hindurch sind keine Kosten gescheut worden, um die seltensten Bäume und Gewächse aus aller Herren Länder hier auf künstlich hergerichteten Gewölben über Der ursprünglich felsenstarrenden Insel anzupflanzen. Jede Schaufel Erde brachten Die Kühne von Den fetten Ufern hinüber. Ein idealer Konferenzort fürwahr! Die Italiener verstehen zu prunken. geben sich jedoch durchaus charakteristische Unterschiede im Verhalten dieser Steuergruppen wahrend des Konjunkturverlaufs. Die Steuergruppen, Denen Die einzelnen Steuern mehr oder wenig einDeutig zugeordnet werden können, werden nach Dem Merkmal gebilDet, ob eine Steuer von der Produktion, vom Einkommen, vom Verbrauch oder vom Vermöge n s b e s i tz erhoben wird. Nach dieser Einteilung sind die wichtigsten und in dieser Hinsicht besonders typischen Neichssteuern in Den vier Gruppen: Produktionssteuern, Einkommenssteuern, Verbrauchssteuern, Vermögensbesitzsteuern zusammengefaßt. Während nun Die konjunkturelle Erholung Der Gruvpe „P r o D u f ti o n s ft e u e r n" vom Kriegstiefstand bis zum letzten Stand zwischen 10 0 und 170 v. H. liegt, schwankt sie bei Der Gruppe „E i n komme n st e u e r n" zw is che n 15 unD 50 v. H. und bei Den „V e r b r a u ch s st e u e r n" sogar erst zwischen 5 u n d 10 v. H. Die „Vermög e n s- ft e u e r" schließlich, Die ihren konjunkturellen Tiefstand aüerDings erst im April 1934 erreicht hatte, zeigte bisher nur eine geringe Besserung. Ganz allgemein kann man also daraus folgern, das die Erträge der einzelnen Steuern um fo früher und stärker auf einen neuen fton- jnnktlurabfchnitt reagieren, je näher ihre Steuerobjekte mit Der Produktion verbunden find. Besonders stark hat der Anteil der Umsatzsteuer zugenommen, die 1929/30 noch mit 11 v. h. an vierter Stelle der großen Reichssteuern gestanden hatte, heute aber mit 23,4 v. H. alle anderen Steuern an Bedeutung weit überragt. Berlin, 4. April. (DNB.) Die Erholung Des gesamten Reichs st eueraufkom- mens hat sich bis in Die jüngste Zeit fortge« etzt. Setzt man Den Steuerertrag im letzten K"' enjahr 1932/33 gleich 100, so hat sich nach Dem neuesten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung Das ©esamtaufkomnn n in Den bisyc-i- gen elf Monaten des Rechnungsjahres 1934/35 u m 23 v. H., in den beiden letzten Monaten allein aber schon um 32 v.H. geheuert. Kunst und Wissenschaft. Heber 90 Bewerbungen um den Gießener Lntendantenposten. Vle mir von der Stadtverwaltung erfahren, sind bisher über 90 Bewerbungen um den mit Ende dieser Spielzeit frei werdenden Posten des Gießener Stadklhealer-Jntendanten eingegangen, die zur Zeit bei den zuständigen Stellen in Berlin einer Prüfung unterzogen werden. Eine Entscheidung über die Neubesetzung ist bisher noch nicht getroffen worden. Auch die Ensemble- p e r s o n a l f r a g e ist bis jetzt noch nicht endgültig entschieden. Wie wir hören, ist indessen damit zu rechnen, daß ein Teil der zur Zeit hier tätigen Kräfte auch für die nächste Spielzeit engagiert werden wird. Um die Zukunft des Neuen Theaters in Frankfurt. Der „Völk. Beob." entnimmt der DVK. folgendes: Dem bisherigen Besitzer und Leiter des Neuen Theaters in Frankfurt a.M., Arthur Hell m e r, wurde die Konzession, die Bühne M eiter zu leiten, entzogen. Hellmer hat darauf sofort die Leitung des Hauses niedergelegt. Bis zum E-p-de der Saison wird noch das bisherige Ensemble nrr Neuen Theater tätig sein. Bis zu dieser Zeit hat Fvau Lucie Kaiser die Leitung übernommen. Was nach dem Ausscheiden Hellmers mit dem Neu«n Theater geschehen wird, ist noch nicht entschieden. Seitens der Städtischen Bühnen besteht starke Neigung, das Neue Theater zu übernehmen und dort das bisher arg vernachlässigte Kammerspiel zu pflegen. Da infolge des hohen Preises ein Berkauf, des Hauses kaum zustande kommen wird, ist vorerst nur mit einer pachtweisen Uebernahme zu rechnen. hessische Staatsmedaille für einen Münchener Künstler. Die Hessische Staatsregierung hat dem Münchener Maler Oswald Poetzelberger anläßlich der Deutschen Frühjahrsausstellung Darmstadt 1934 in Würdigung seiner künstlerischen Leistungen als Vertreter der jungen nationalen Künstlergeneration die Hessische Staatsmedaille verliehen. Richard Strauß führt dem Führer die „Olympische Hymne" vor. Der Olympia-Pressedienst meldet: Dr. Richard Strauß hat die von ihm komponierte „Olympische Hymne" Robert L u b a h n s dem Führer und Reichskanzler durch den Kammersänger Völker vorsingen lassen und diesen selbst dazu begleitet. Der Vorführung wohnten Ministerpräsident General der Flieger Göring, Staatssekretär Funk und der Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, bei. Der Führer, der von der Schönheit der Strauß- schen Komposition sichtlich stark beeindruckt war, gab seine Zustimmung zur Aufführung der Hymne, die zum erstenmal bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin am 1. August 1936 aufgeführt werden wird. von der „Kameradschaft der deutschen Künstler". In Berlin fand die zweite Präsidialbeiratssitzung der „Kameradschaft der deutschen K ü n st l e r " zusammen mit dem Kuratorium und dem Vorstand statt. Der Präsident, Bühnenbildner Benno von A r e n t, sprach über die Erfolge, die die Kameradschaft als Sammelpunkt aller deutschen Künstler errungen habe, und betonte, daß nur in diesem Geiste nationalsozialistischer Kameradschaft die Arbeit der deutschen Künstler gedeihen könne. Zum kameradschaftlichen Beisammensein erschien eine große Anzahl deutscher Künstler, u. a. Leni Riefe n st a h l, Theodor Loos, Hans Brause- weiter, Professor Clemens S ch m a l st i ch, Gerda Maurus, Genia Nikolajewa sowie Reichssendeleiter H a d a m o v s k i und die Ministerialräte Hanke und Dr. Iahnck e. Auch Max Schmeling war anwesend. Bunte Vorträge der Künstler hielten die Kameradschaft noch lange beisammen. Die diesjährige Tuberkulose-Tagung in Bad Kreuznach. Die diesjährige Tuberkulose-Tagung, veranstaltet von der Deutschen Tuberkulose-Gesellschaft und der Vereinigung Deutscher Tuberkulose- Aerzte, findet vom 13. bis 15. Juni d. I. in Bad Kreuznach statt. Aus aller Wett. Festnahme eines Knabenmörders. Die Landesstelle Mecklenburg-Lübeck des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gibt über die Festnahme eines Knabenmörders einen Bericht heraus, in dem es u. a. heißt: Im Februar verschwanden in Schwer i.n die Schüler Neumann und Zimmermann, ohne daß es gelang, ihr Verbleiben feststellen zu können. Umfangreiche Suchaktionen waren ergebnislos. Von der Staatsanwaltschaft wurden zum Vergleich einige schon weiter zurückliegende Fälle des Verschwindens von Knaben herangezogen. Es ergab sich eine merkwürdige U e b e r e i n st i m m u n g , auch beim Verschwinden von drei Knaben in Oranienburg und Neuruppin. Es bestand die Auffassung, daß es sich um eine Folge von schweren Verbrechen an Knaben handelte, die einem einzigen Täter zuzuschreiben waren. Während noch Ermittlungen angestellt wurden, ereignete sich ein neuer Fall am 22. März 1935 in Wittenberge, wo der neunjährige Schüler Thomas in einer Schonung vor der Stadt tot aufgefunden wurde. Auch in diesem Falle ergaben sich wiederum die gleichen Tatumstände. Es konnte keinem Zweifel unterliegen, daß auch dieser Knabe ein Opfer des unbekannten Täters geworden war. Ein wichtiger Hinweis ging der Staatsanwaltschaft Schwerin aus Ludwigslust zu. Dort hatte ein Mann im Dezember 1934 einen Knaben durch Versprechungen von Geschenken an sich gelockt. Die Mutter des Knaben war über das Ausbleiben ihres Kindes unruhig geworden und hatte es schließlich mit einem fremden Mann Göring spricht im Danziger Wahlkampf Triumphsahrt durch das Danziger Land. D a n z i a , 4. April. (DNB.) Nach einer beispiellosen Jubelfahrt durchs Danziger Land ist Ministerpräsident General Göring am Donnerstag um 17 Uhr in Danzig e i n g e tro f f e n. Aus dem Bahnhof in Marienburg hatten sich bereits zur Begrüßung der Danziger Gauleiter F o r st e r , der Danziger Senatspräsident Greiser, ferner die Führer der Danziger SA., SS., der deutsche Generalkonsul in Danzig von Radowitz u. a. führende Persönlichkeiten eingefunden. Die Kraftwagenkolonne mit dem Wagen des Ministerpräsidenten an der Spitze fuhr über die Nogatbrücke an der Marienburg vorbei zur Danziger Grenz- stelle Kalthof, wo dem Ministerpräsidenten die erste begeisterte Begrüßung auf Danziger Boden bereitet wurde. Unter klingendem Spiel schritt der Ministerpräsident die Fronten der Ehrenbereitschaften ab, während eine große Menschenmenge, die aus den umliegenden Dörfern herbeigeströmt war, den Ministerpräsidenten begeistert begrüßte. Dann begann bei strahlendem Vorfrühlingswetter die Fahrt durch das Danziger Landgebiet. In allen Dörfern umsäumten jubelnde Menschen die Wagen. Die Häuser prangten im Schmuck unzähliger Hakenkreuzfahnen. Selbst in den kleinsten Dörfern leuchteten Transparente auf den Straßen. An vielen Stellen konnte Ministerpräsident Göring kleine, mit besonderer Liebe ausgewählte Geschenke entgegennehmen: Erzeugnisse der Danziger Heimatkunst und Bücher, die die alte deutsche Kultur dieses Bauernlandes wiederspiegeln. In der kleinen Landstadt T i e g e n h o f wurde Ministerpräsident Göring von dem Landrat des Kreises Danziger Werder Pg. Andres auf dem Marktplatz herzlichst begrüßt, der ihm eine Flasche hundertjährigen Tiegenhöf er Machandel, das Danziger Nationalgetränk, überreichte. Bei Käsemark wurde auf zwei Dampffähren, die mit Sirenengeheul den Ministerpräsidenten begrüßten, der Weichsel st rom überquert. Bald tauchten die Türme der Stadt Danzig auf. Immer dichter wurden die Spaliere der heilrufenden Menschen, und dann fuhr die Wagenkolonne in einem einzigartigen Triumphzuge durch die ehrwürdigen Gassen der alten Hansestadt nach dem historischen Langen Markt. Dort hatten Ehrenbereitschaften der Danziger Landespolizei, der Schutzpolizei, der Flieger, der SS., SA., PO. und HI. mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Dahinter drängte sich eine unübersehbare Menschenmenge. Als Ministerpräsident Göring die Fronten abschritt, brauste der Jubel der Massen ihm entgegen. Aus allen Fenstern erklangen Heilrufe. Empfang im Ariushos. Dann fand in dem historischen A r t u s h o f die feierliche Begrüßung durch den Senatspräsidenten Greifer statt. Der Senatspräsident betonte, daß Danzig sich geistig unlöslich mit dem Schicksal der nationalsozialistischen Bewegung und des deutschen Mutterlandes verbunden fühle, deshalb könne Danzig, ohne die durch internationale Verträge gezogenen Grenzen zu verletzen, Hermann Göring an dieser Stelle als treuen Diener des Führers des deutschen Volkes und der deutschen Einheit offen und herzlich begrüßen. Göring möge dem Führer berichten, daß die deutsche Bevölkerung Danzigs immer dem Deutschtum treu bleiben werde. Senatspräsident Greiser überreichte dann dem Ministerpräsidenten als Geschenk des Danziger Senates zwei alte Erzeugnisse des Danziger „Lachs". Ministerpräsident Göring dankte dem Senatspräsidenten. Die innere Gemeinschaft des deutschen Volkstums umfasse auch Danzigs Schicksal. Unter minutenlangem immer wieder aufbrausendem Jubel der riesigen Versammlung betrat Ministerpräsident Göring am Donnerstag bald nach 20 Uhr die Sporthalle in 'Danzig und sprach in einer fast zweistündige Rede von mitreißender Leidenschaft zur Danziger Bevölkerung. Göring unterstrich einleitend die überströmende Liebe und Begeisterung der Bevölkerung auf seiner Fahrt durch das Danziger Land. Die Begeisterung der Danziger sei deshalb so groß, weil das Volk fühle, daß eine Entscheidung bevorstehe, die mit dem Glauben gewonnen werden müsse, und darum wiederum könne man schon heute sagen: „Die Danziger Wahlschlacht ist gewonnen!" „Wenn Ihr am Sonntag in Danzig zur Wahl geht, so gilt es, der Welt gegenüber festzustellen, wie Danzig denkt, und Danzig wird zeigen, daß es nationalsozialistisch denkt. (Stürmischer Beifall!) Göring erklärte dann, daß es nicht das Wichtigste sei, ob das Danziger Land heute organisatorisch zum Reiche gehöre oder nicht, sondern es komme darauf an, daß es in sich deutsch fei. Nur ein widerrechtlicher Zwang habe die äußere Trennung Danzigs vom Reich herbeiführen können. Das Deutsche Reich erkenne heute an, was ist. Es brauche und werde Danzig niemals mit Gewalt besehen, denn ein Naturgesetz siege von s e l b st. Die übrige Welt werde selbst einmal die natürliche Gesetzmäßigkeit anerkennen, gegen die es keine Auflehnung gebe. Danzig wisse ebenso wie Deutschland, was es bedeute, den Frieden zu erhalten, und was es heiße, den Frieden zu stören. Die Danziger Volkstagswahlen sollen der Welt lediglich beweisen, daß Blut zu Blut gehört, und daß das Blut der Danziger deutsch geblieben ist, wie es immer war. Ministerpräsident Göring ging dann auf dis inneren Verhältnisse Danzigs ein und betonte, daß aus natürlichen und völkischen Gründen die gleiche Lage hergestellt werden müsse wie im deutschen Mutterlande. Auch Danzig müsse heraus aus der Zersplitterung der Darum sei es natürlich, daß auch die Herzen der Danziger Menschen sich zu der Bewegung bekennen, die die Voraussetzungen für die Erneuerung des Deutschtums geschaffen hat. Das Reich werde stets die innere Verbindung zum Danziger Deutschtum a u f r e ch t e r h a l t e n , denn deutsche Menschen könnten nicht von deutschen Menschen getrennt werden. Ministerpräsident Göring trat dann zu Fuß einen Rundgang durch die alten Gassen Danzigs an. Umflattert von einem Meer von Hakenkreuzfahnen, umbrandet von der jubelnden Begeisterung, der Tausende, die in beängstigendem Gedränge die Straßen umsäumten, schritt Göring durch Danzig. Parteien zur inneren Kraft und Geschlossenheit. Ministerpräsident Göring unterzog dann unter immer wiederholten Beifallsstürmen die Danziger Splitterparteien von links bis rechts einer vernichtenden Kritik, indem er bemerkte, daß sie ihr küm* merliches Dasein nur dem Schutze internationaler Verträge verdankten. Unter jubelndem Beifall rief Ministerpräsident Göring aus: „Für die freien Deutschen das freie Wort, für den von der Internationale bestochenen Agenten den Maulkorb." Wir haben ein einiges und machtvolles Reich geschaffen. Zugleich hat der Führer der ganzen Welt bewiesen, daß dieses starke Reich den Frieden will. Er hat die Verständigung durchführen und damit den Weg einer praktischen Friedenspolitik beweisen können, weil Hitler für Deutschland und drüben in Polen ein Mann autoritär für ein Land sprechen konnten. Beide Völker find darauf angewiesen, den Frieden zu halten, und Deutschland wird zeigen, daß es ein aufrechter wahrer Vertragspartner ist. Wir werden uns durch nichts provozieren lassen und erwarten von der Gegenseite das Gleiche. Auch Frankreich brauche nicht bis Moskau zu gehen, wenn es Frieden und Sicherheit haben wolle. Für Europa sei ein starkes Deutschland notwendig. In seiner Hoffnung auf einen künftigen dauernden Frieden in Europa müsse das Reich stark sein nach innen und außen, durch die eisernen klammern des Glaubens und des Vertrauens zusammengehalten. Mit der Führerehrung und dem Horst-Wessel- Lied wurde die Kundgebung abgeschlossen. Draußen auf der Straße bereiteten Zehntausende von Menschen, die die Rede Görings durch die Lautsprecherübertragung gehört hatten, dem Ministerpräsidenten stürmische Huldigungen. Mit einem Fackelzug und einem Vorbeimarsch der nationalsozialistischen Organisationen fand der denkwürdige Tag sein Ende. Der Ministerpräsident begab sich im Kraftwagen nach Marienburg, von wo er die Rückreise nach Berlin antrat. Danzig ist deutsch und deshalb nattonalsozialiWch in Grabow entdecken können. Durch das Hinzukommen wurde der Fremde sicher vor einem neuen Verbrechen zurückgehalten. In Grabow hatte 1930 ein Mann zwei Knaben unter Versprechungen an sich gelockt und in ein Gehölz verschleppt. Nur einem Zufall war es zuzuschreiben, daß damals die Kinder vor dem Schlimmsten bewahrt blieben. Der Entführer der Kinder konnte festgestellt werden als der jetzt 65jährige Adolf Seefeldt. Die Ueber- prüfung der Person des Seefeldt führte zunächst zu der überraschenden Feststellung, daß er vielfach wegen Sittlichkeitsverbrechen vorbe- st r a f t war, und daß diese Verbrechen eine merkwürdige Uebereinstimmung mit dem unaufgeklärten Verschwinden und Tod der Kinder in Mecklenburg und Brandenburg aufwiesen. Seefeldt pflegt als Uhrmacher in Mecklenburg und der Provinz Brandenburg umherzuziehen, um Reparaturaufträge zu suchen. Er nächtigte bei Kunden, zuletzt hat Seefeldt sich in Schwerin aufgehalten und war dann plötzlich verschwunden. Ein Zeuge, der den Schüler Thomas mit dem fremden Mann in Wittenberge gesehen hatte, erklärte, Seefeldt nach dem Lichtbild mit aller Bestimmtheit als diese fremde Person wiedererkannt zu haben. Schon 48 Stunden, nachdem die Person des vermutlichen Täters festgestellt war, konnte Seefeldt im Kreise Neuruppin fe st genommen werden. Eine Gegenüberstellung mit Zeugen in Wittenberge führte zu der Gewißheit, daß mit der Festnahme des Seefeldt auch der Mörder des kleinen Thomas gefaßt war. Seefeldt wurde nach Schwerin weitertransportiert. Es ist kaum zu zweifeln, daß Seefeldt der gesuchte Knabenmörder ist. Mit dieser Festnahme ist die Bevölkerung von einem der schlimmsten Volksschädlinge befreit worden. 30000 Freifahrten mit „Kraft durch Freude" für unbemittelteVolksgenoffen Berlin, 4. April. (DNB.) Um vielen Volksgenossen, die selbst die sensationell niedrigen Preise der „Kraft-durch-Freude"-Fahrten nicht bezahlen können, die Teilnahme an einer der herrlichen „Kraft-durch-Freude"-Reisen zu ermöglichen, hat sich das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub entschlossen, nicht weniger als 3 0 0 0 0 Freifahrten zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck werden 30 000 Gutscheine, die besonders künstlerisch aufgemacht sind und auf der ersten Seite ein koloriertes, wertvolles Bild zur bleibenden Erinnerung enthalten, in allen Gauen Deutschlands zur Verteilung gebracht. Sie berechtigen zur Teilnahme an einer La-ndfahrt bis zum 15. Mai oder an einer Hochseefahrt bis zum 31. Mai. Mit dieser Aktion der Deutschen Arbeitsfront soll gleichzeitig unter Berücksichtigung der landschaftlich schönsten Notstandsgebiete eine Belebung der Vorsaison stattfinden. Schwere Bluttat eines Betrunkenen. Drei Menschen lebensgefährlich verletzt. In einem Wirtshaus in Bergen auf Rügen hat ein Betrunkener eine schwere Bluttat verübt. Der Betrunkene, der in der Nähe.von Bergen ansässig war, hatte seine Frau schwer mißhandelt, und diese war in ein Wirtshaus in Bergen geflüchtet. Als der Mann ihren Aufenthaltsort in Erfahrung gebracht hatte, erschien er in der Gaststube, ließ sich zu trinken geben und zog dann plötzlich eine Pistole, mit der er wild um sich schoß. Dabei wurden der Leiter des Kreiswohlfahrtsamtes, Inspektor Friedrichsen, der Angestellte des Landratsamtes, Lange, und der Gastwirtssohn Dornquast durch Bauchschüsse schwer verletzt. Sie liegen in hoffnungslosem Zustande im Krankenhaus Bergen. Ferner erhielt der Schneider C z i r n i o l eine leichtere Verwundung. Sämtliche Verletzten waren an der Angelegenheit gänzlich unbeteiligt und dem Betrunkenen auch völlig unbekannt. Sühne für den Pfarrermord von Geislingen. Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgericht in Bonn den 33 Jahre alten Karl Przybilla aus Geistingen, der am 1.Märzd.I. den Pfarrer im Ruhestand Stanislaus Friederichs und dessen Schwester Maria in ihrer Wohnung in Geistingen ermordete, sowie 150 Mark Bargeld und verschiedene Schmuckstücke gestohlen hatte, wegen zweifachen Mordes zweimal zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Wegen Unterschlagung erhielt Przybilla ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne Bewegung auf. Wie erinnerlich, hatte die Mordtat seinerzeit außerordentliches Aufsehen erregt. Sie war erst zwei Tage nach dem Verbrechen entdeckt worden. Den Pfarrer fand man im Eßzimmer der Wohnung mit zertrümmertem Schädel aus, während die Schwester erschlagen im Kellergeschoß lag. Dank den raschen Ermittlungen der Kölner Mordkommission konnte der Täter bald gefaßt und überführt werden. , Das Räuberbandenunwesen in Sowjelrußland. — Zahlreiche Hinrichtungen. Wie erst jetzt amtlich mitgeteilt wird, wurde am 22. März die Filiale der Staatsbank in Kamenez- Podolsk (Ukraine) unweit der rumänischen Grenze von einer Räuberbande überfallen. Der Kassierer der Bank wurde dabei erschossen und zwei weitere Beamte verletzt. Die Räuber konnten nach einigen Tagen festgenommen werden, und zwar sechs in Kiew und vier in Moskau. Sie wurden nach Kamenez-Podolsk gebracht und dort vom Gericht zum Tode verurteilt. Die Urteile sind bereits vollstreckt worden. In der Sowjet-Union wurden in der Zeit vom 20. März bis 2. April nach amtlichen Mitteilungen insgesamt 41 Personen wegen Bandenunwesens hingerichtet. Sieben Schwerverletzte bei einer Explosion unweit von Bordeaux. — Und alles wegen einer Maus. Eine folgenschwere Explosion ereignete sich in einem Siedlungshaus bei Bordeaux. Drei Frauen und vier Kinder wurden sehr schwer verletzt. Die Explosion hat folgende seltsame Vorgeschichte: In einer der beiden Wohnungen des Siedlungshauses waren zwei Frauen und vier Kinder in der Küche versammelt, als plötzlich eine Maus über den Boden lief und in dem Unterraum des Küchenausgusses verschwand. Die Frau, die am Küchenherd beschäftigt war, nahm den noch heißen Kohlenhaken und versuchte damit die Maus zu töten, ohne in diesem Augenblick daran zu denken, daß ihr Mann, der dem Jagdsport huldigt, unter dem Küchenausfluß in mehreren Blechbüchsen das Pulver aufzubewahren pflegt, das er bei der Selbstherstellung seiner Patronen verwendet. Als die Frau mit dem heißen Kohlenhaken eine der Pulverbüchsen berührte, explodierte sie und die Explosion teilte sich auf die ganze vorhandene Pulvermenge mit. Zwei Zimmer der Wohnung wurden völlig zerstört, die Hauswand gespalten und ein Teil der Decke brach zusammen. Dabei wurde auch eine 71 Jahre alte Frau, die auf der Straße vorbeiging, schwer verletzt. Neuer Gouverneur des Memelgebietes K o w n o , 5. April. (DNB. Funkspruch.) Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist am Donnerstag durch Verfügung des Staatspräsidenten der kürzlich zum Preiskommissar von Litauen bestimmte frühere Präsident der Kownoer Landwirtschaftskammer, Vladas Kurkauskas, zum neuen Gouverneur des Memelgebietes ernannt worden. Kurkauskas war früher Ofizier und im Jahre 1920 Kommandant von Wilna. Er ist der Schwiegersohn des bekannten Grafen Subow, dessen Name bei der letzten Direktoriumsbildung in Memel wiederholt genannt wurde. Rundfunkprogramm Samstag, 6. April: 6.15 und 6.30 Uhr: Von Stuttgart: Gymnastik. 7: Von München: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Von Stuttgart: Gymnastik. 9.15: Nur Frankfurt: Konzert. 9.45: Der deutsche Urners. Von Privatdozent Dr. Max Kommerell. 11.45: Sozialdienst. 12: Von München: Mittagskonzert I. 13.15: Uebertragung nach Stuttgart: Mittagskonzert II (Schallplatten). 14.30: Die besten Schallplatten der Woche. 15: Von Koblenz: Jugendfunk. 16: Von Köln: Aus dem Schützenhaus, Herford: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.25: Stegreifsendung. 19: Don Kassel: Msiltärkonzert. 20: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Vom Deutschlandsender: Fahrt in den Frühling. 22.30: Tanzmusik. fluto em ßpifpti Mit Kreuzer,,Em-en"um die halbe Welt. Sie Wen Tage in Mmbaffa. Don Korvettenkapitän (3ng.) Weber. VI. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) An Bord Kreuzer „Emden", im März 1935. In meinem letzten Bericht hatte ich die Hoffnung ausgesprochen, daß die letzten Tage in Mombassa wohl noch einiges Erwähnenswertes bringen würden. Zwei Dinge will ich aus der Reihe der Ereignisse herausgreifen: eine Hochzeit und den Sport. Hochzeit an Bord kommt nicht alle Tage vor, und wir warteten mit Freude auf die Ankunft des jungen Brautpaares aus dem Kilimandscharoaebiet. In fröhlicher Stimmung fand man sich zum Polterabend zusammen. Es wurde sogar recht lange gepoltert! Am nächsten Vormittag fand auf der mit Flaggen geschmückten Schanze die Trauung durch den Bordgei st lichen statt, der ein H o chz e i t s e s s e n in der O f f i z i e r s m e s s e folgte. Die Deutschen Mombassas und ein vertrauter Freundeskreis, der mit dem Brautpaar zusammen .die weite Reise vom Kilimandscharo nach Mombassa gemacht hatte, nahmen daran teil. Der Sport stand in Mombassa im Vordergrund. Zunächst fanden zwei Fußballspiele gegen den dortigen Sportklub statt, von denen das eine 1:0 für den Klub, das andere 3:1 für „Emden" endete. Großes Interesse rief bei den Engländern die Vorführung eines Handballspieles durch unsere beiden Handballmannschaften hervor. Ein Wettrudern unserer Schiffsmannschaft gegen die Wassersportoereinigung Mombassas gewannen wir mit drei Bootslängen. Besonders gute Leistungen zeigte die „Emden" im Wasserballspiel, das mit 7:0 überlegen gewonnen wurde. Viel Freude brachte auch eine Segelveranstaltung, an der der hiesige Jachtklub mit seinen Booten und zwei unserer Kutter teilnahmen. Das Ergebnis lautete 10:11 für den Jachtklub... Auf den Seychellen. Als kurz vor der Ausreise der „Emden" aus der Heimat der Reiseplan bekannt wurde und ich darin auch Port Mähe auf den Seychellen vorfand, war die Freude groß. Seychellen? Sie liegen 1500 Kilometer östlich von Sansibar zwischen dem 4. und 5. Breitengrad auf der südlichen Halbkugel. Sie sind britischer Besitz, etwa 90 kleine Inseln gehören zu diesem Archipel; Mähe ist mit 138 Quadratkilometern unter ihnen die größte. Die Inselgruppe wurde 1502 von Vasco da Gama auf einer Reise zur Erforschung des Seeweges nach Indien entdeckt; von 1742 bis 1793 befand sie sich unter französischer Herrschaft und wurde danach von den Engländern besetzt. Die Verwaltung und der Oberbefehl liegen seit 1880 in den Händen eines Gouverneurs, der unmittelbar vom König von England ernannt wird. Bis dahin waren die Seychellen der Verwaltung von Mauritius unterstellt. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf rund 27 200 Köpfe. Am Morgen des 11. Februar fällt auf der Reede von Port Viktoria der Anker. Die Verhältnisse gestatten größeren Schiffen ein nahes Unter« * Vgl. den letzten Brief in Nr. 52 des „Gießener Anzeigers" vom 2. März. landgehen nicht; man braucht noch etwa 15 Minuten, um mit einem unserer Motorboote an Land zu kommen. Aber durch das Glas sieht man bereits auf allen Inseln, die um uns herum liegen, eine bis fast auf die Gipfel der höchsten Berge hinauf reichende tropische Vegetation. Nachdem die üblichen Besuche ausgetauscht sind, geht alles, was dienstfrei ist, an Land. Die Bevölkerung ist freundlich. Für sie bedeutet der Besuch des Kreuzers eine fast sensationelle Abwechslung. Wie abgeschieden diese Inseln von dem großen Weltgetriebe liegen, erhellt schon der Umstand, daß nur alle Monate ein Postdampfer von Bombay, und alle zwei Monate einer von Mombassa kommend den Häfen von Port Viktoria anlaufen. Allerdings ist auf der anderen Seite der Ort auch durch ein Kabel mit der übrigen Welt verbunden. An der langen Mole stehen Neugierige, aber auch Geschäftstüchtige, die die Früchte des Landes anbieten. Vor allem sind es Bananen, von denen man für etwa 75 Pfennige eine Staude mit 120 Stück kaufen kann. Ueberhaupt ist das Leben hier recht billig, und eine Familie, die ein jährliches Einkommen von 3000 Mark nach unserem (Selbe hat, gilt bereits als vermögend. Sie kann bei mäßigem Gebrauch sogar dabei ein Auto unterhalten, wie mir ein hier lebender verabschiedeter englischer Fliegeroffizier erzählte. Wenn man durch das Innere der Inseln streicht, wundert man sich auch nicht mehr darüber, denn die Vegetation ist unglaublich üppig. Hier wächst alles, was die Tropen hervorbringen können. Und nach einem Regen — die durchschnittliche Jahresregenhöhe beläuft sich auf über 3000 Millimeter — herrscht auf den Inseln überall Treibhausluft. Wir haben während unseres Hierseins mehrfach solchen Tropenregen erlebt. An Bord setzt dann nicht etwa eine Flucht in die unteren Decke ein, sondern es wird im Gegenteil sehr lebhaft an Oberdeck und auf der Hütte. Der tiefere Grund dieses Umstandes ist außer der großen Hitze im Schiff der, daß wir unser Süßwasser an Bord meist selbst mit Hilfe unserer Verdampfungsanlagen her st eilen müssen, und das ist nicht wenig, denn der Maschinenbetrieb, das Waschen und Trinken verlangen doch immerhin fast 50 Tonnen am Tage. Kein Wunder also, daß der Wasserverbrauch bei uns rationiert ist, und man möchte auf der anderen Seite doch gerne einmal im Ueberfluß schwelgen, ganz abgesehen von der körperlichen Abkühlung. Wir waren also am Pier angekommen und wollen an Land gehen. Der Weg führt über eine sehr lange Mole. Sie ist nicht sonderlich schön, aber beim Eintritt in das kleine Städtchen werden wir entschädigt. Die meisten Häuser liegen eingebettet zwischen Palmen, hohen Bäumen und Buschwerk. Gleich beim Eingang halten die Rickschahs und man sieht auf ihnen manchen Seemann freundlich grinsend durch die Gegend fahren. In den „Geschäftsstraßen" ist reges Leben. Man begegnet Weißen, Kreolen — eine Mischrasse zwischen Franzosen und Negern — Indern, Chinesen und Schwarzen. Wenn man in die offenen Türen der mit Wellblech obgedeckten Holz- oder Steinhäuser sieht, fällt die Sauberkeit in den Negerwohnungen auf, überall ieht man Stühle und einen sauber gedeckten Tisch; ihre Brüder in Afrika kennen diesen Komfort noch nicht und sind auch sonst nicht gerade ausgesprochen sauber. Wir durchstreifen die Insel Mahä nach allen Richtungen; hin zur gegenüberliegenden Küste, wohin ein kaum beschreiblich schöner Weg unter Fächerpalmen und Bananenstauden hindurch führt, entlang an der diesseitigen Küste, wo eine starke Brandung steht und schneeweißer Strand zum Baden lockt, vorbei an den Bergabhängen, von wo aus es herrliche Blicke auf das Gesamtpanorama gibt, und zum Botanischen Garten mit seiner romantischen Wildheit. Die Bergsteiger kommen hier zu ihrem Recht. 915 Meter Höhe stehen ihnen zur Verfügung und für zwei Rupie (1,90 Mark) bekommt man einen schwarzen Führer, den man haben muß, weil man bei dem üppigen Bodenwuchs nie weiß, ob nicht der nächste Schritt bereits in die Tiefe führt. Bei diesen Wanderungen kann man so recht das gute Herz des deutschen Seemanns studieren. Er braucht durchaus nicht immer Feste und Tanz und Autos. Er sehnt sich im Gegenteil viel mehr nach Gottes freier Natur, schnallt seine Brottasche um und wandert, obgleich es jämmerlich heiß ist. Und abends, kurz nach dem Dunkelwerden, kommt er dann wieder mit frischem Gesicht und frohen Augen an Bord. Natürlich wird auch hinausgezogen, um die Riesenschildkröten und die Seychellennuß zu bewundern. Die Riesenschildkröte bildet häufig ein Geschenk bei der Taufe eines Negermädchens. Anfangs dient sie als Spielgenosse und als Reittier, dann aber endet sie am Hochzeitstage der schwarzen Söhne im Kochtopf. Die Seychellennuß ist die größte Frucht der Erde und kommt nur auf diesen Inseln vor. Sie erreicht ein Gewicht bis zu 20 Kilogramm. Früher fjat man sie auch „Coco de Mer" oder „Maledivennuß" genannt, weil die Früchte bereits vor der Entdeckung der Seychellen bei den Malediven und an der Malabarküste gefunden wurden, ohne daß man ihre Herkunft kannte. Sie wüchsen in den Tiefen des Indischen Ozeans, meinte man. Erst um 1800 wurde entdeckt, daß sie durch den Südwestpassat an die indische Küste getrieben wurden. Die braune Nuß, die in der Mitte der Länge nach tief eingefurcht ist, braucht sieben Jahre zu ihrer Reife. Noch heute findet sie in Indien als Heilmittel Verwendung, da ihre Schalen alle Gifte unschädlich machen sollen. Etwas ganz besonderes wird hier den Divisionen geboten: sie werden alle je zwei Tage auf einer fast unbewohnten Insel — Long Island ist ihr Name — ausgesetzt, um dort ein Robinsonleben zu führen. Außer einem Vermessungsbeamten, der ein paar Neger als Gehilfen um sich hat, haust dort niemand. Dort werden aus Seeleuten bald „Inselbewohner". Manche verständigen sich in ihrem Uebermut nur noch durch Krächzen von Naturlauten. Nut Mittags kommt alles zusammen und spricht fließendes Deutsch, denn da trifft die Verpflegung von Bord ein, übrigens der einzige Augenblick, in dem man sich der in der Nähe schwimmenden deutschen Heimat erinnert. Abends wird ein Scheiterhaufen angezündet. Alles setzt und legt sich um das Feuer, Seemanslieder werden gesungen und der Blick schweift durch Palmengeäst auf das vom Mondlicht schimmernde Meer. Dann geht einer nach dem anderen schlafen, wohl mit dem Gedanken, daß diese Tage zu den schönsten unserer Reise gehörten. Meine politische Nachrichten. Zum Bürgermeister der Stadt Andernach wurde Staatsrat Spaniol, der frühere Landesleiter des Saargebiets berufen. Der neue Bürgermeister wurde Mittwoch in sein Amt ein» geführt. * Am Dienstag, den 16. April, wird Minister« Präsident Göring in der Festhalle in Koblenz die feierliche Einführung des neuen Oberpräfi« b e n t e n der Rheinprooinz, Gauleiter Staatsrat Terbooen, vornehmen. * Die schweizerische Bunbesversammlung wählte als Nachfolger des zurückgetretenen Bunbesrats S ch u l t h e ß ben Nationalrat Hermann Obrecht« Solothurn, ber von ber bürgerlichen Fraktion unterstützt würbe, mit 125 von 214 abgegebenen Stimmen zum Bundesrat. Der sozialdemokratische Kandidat erhielt 54 Stimmen. * In französischen und italienischen Zeitungen der letzten Tage ist die Nachricht verbreitet worden, daß 25 Ingenieure der Firma Siemens nach Abessinien abgereift seien, um dort Flugzeuge für Abessinien zu bauen. Diese Meldung ist von Anfang bis Ende erfunden. Wetterbericht des Reichswetterdlenstes Ausgabeork Jtantfurt Auf die am Donnerstag bei uns eingebrungent feucht-milde Ozeanluft erfolgte in der vergangenen Nacht ein Einbruch kalter polarer Luft. Er führte nicht nur zu einem starken Temperaturrückgang, sondern auch zum Auftreten recht ergiebiger Niederschläge, die anfänglich aus Regen bestanden, dann aber in Schnee übergingen. Die höheren Lagen unserer Mittelgebirge tragen heute früh bei Temperatur um —5 Grad Celsius wieder eine beachtliche Schneedecke (z. B. Taunus 10 bis 15 Zentimeter, Rhön 20 bis 25 Zentimeter). Die Witterung bleibt zwar zunächst noch sehr wechselhaft und unbeständig, doch befindet sich die Großwetterlage in einer Umgestaltung, die für später wieder mildes Wetter in Aussicht stellt. Aussichten für Samstag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch wiederholten schauerartigen Niederschlägen, bei lebhaften! westlichen Winden für die Jahreszeit zu kalt. Aussichten für Sonntag: Bei lebhaftes südwestlichen und westlichen Winden milder, aber immer noch recht unbeständig. Lufttemperaturen am 4. April: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 5. April: morgens — 0,2 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum —0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. April: abends 5,4 Grad; am 5. April: morgens 3,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,3 Stunden. — Niederschläge 2,9 mm. — Schneehöhe 1 cm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. HAG verbürgf: wirklichen Genuss,weil nur ausgesuchte Sorten verwen- det werden. KAFFEE HAG bürgt aber auch für völlige Unschädlichkeit, weiter ceffelnfrei ist. 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Aus der Provinzialhauptstadt. heit oft nicht weniger unangenehm wirken, als die ungepflegten Plakatfriedhöfe, die sie weiter verunstalten Es braucht daher ein Werbefchild, das bei geschmackvoller Anfertigung angebracht wird, durchaus nicht störend zu wirken, sondern kann sogar die öde Fläche angenehm unterbrechen. Dasselbe trifft zu für festgebaute undurchsichtige Umzäunungen. Ist die Umzäunung, die Wand oder der Giebel länger als 60 Meter, so kann für je 30 Meter ein Schild angebracht werden. Für Wände mit vereinzelten Fenstern gelten die gleichen Bestimmungen. Man wird zugeben, daß bei diesen Bestimmungen die berechtigten Wünsche der Landbevölkerung weitgehend berücksichtigt worden sind. Der Industrie und dem Handel, die an der Werbung interessiert sind, sind starke Einschränkungen auferlegt worden Was vom Daueranschlag gilt, gilt auch vom Bogenanschlag (Plakate). Das Ankleben von Plakaten an alle möglichen Stellen des Dorfes hat in Zukunft zu unterbleiben. Um das wirtschaftliche Bedürfnis, das für einen Bogenanschlag zweifellos vorhanden ist, zu befriedigen, müssen in jeder Ortschaft Anschlagstellen eingerichtet werden. Diese Anschlagstellen können entweder von der Gemeinde einem Unternehmer übergeben, oder sie können als freie Anschlagstellen eingerichtet werden. Es ist dafür zu sorgen, daß diese Anschlagstellen eine dauernde Pflege erhalten. Ueberblickt man die Bestimmungen, so wird man zugeben, daß die starke Einschränkung der Anschlagmöglichkeiten auf dem Lande weitgehend den Wünschen der Landbevölkerung entgegenkommt, und daß nur dort das Anschlagwesen geduldet wird, wo es ohne Schaden für das Kultur- und Naturempfinden verantwortet werden kann. Deshalb müßte sich jeder sagen, daß ein Verletzen dieser Bestimmungen nicht nur die Volksgenossen schädigt, sondern auch der Volkswirtschaft nachteilig ist Dies ist insbesondere zu bedenken, wenn in der Uebergangszeit nicht alles so schnell geht, wie der schönheitsempfindende Dauer es möchte. Wenn Eingriffe von diesem Ausmaß vorgenommen werden, so ist eine gewisse schonende Behandlung in der Uebergangszeit angebracht. Mit je mehr Verständnis jeder an der Regelung in der Uebergangszeit arbeitet, desto schneller wird das Ziel erreicht, das dem Werberat der deutschen Wirtschaft oorschwebt: die Verbannung der häßlichen Reklame aus dem Landschafts- und Ortsbild und die Gestattung der wirtschaftlich bedeutsamen Werbung an den Stellen, an denen sie wirklich wirksam ist und nicht verletzend sein kann. Der Mitarbeit des Reichsnährstandes ist der Werberat versichert worden. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Geweinschafl „Kraft durch Freude". Bei dem Gastspiel des Schumanntheaters am kommenden Samstag, 6. April, 20 Uhr, wirkt auch das gesamte Stadttheaterorchester aus Gießen mit. Somit haben alle Volksgenossen die Möglichkeit, neben einem ganz ausgezeichneten Variete-Pro- gramm auch noch gute Musik zu hören, wir machen noch darauf aufmerksam, daß an der Abendkasse noch Karten zum Preise von 40 Pf. zu haben sind (unnumerierte Plätze). Reisen, Wandern, Urlaub: Im ganzen vergangenen Jahre nahmen fast 300 Volksgenossen aus dem Kreise Gießen an Ferienfahrten teil. Wie die Teilnahme in diesem Jahre sein wird, kann man aus folgender Zahl ersehen: Vom Montag bis Mittwoch dieser Woche, also in 3 Tagen, wurden 54 Voranmeldungen zur Teilnahme an den Ferienzügen dieses Sommers abgegeben. Urlaubsfahrt in die Sächsische Schweiz vom 27. April b i s 5. Mai. Fahrtkosten: RM. 36,—. Schlußtermin für die Anmeldung 6. April. Wer weiß im Reich von den riesigen Waldungen des Grenzlandes Sachsen? Dieser deutsche Wald, ein schier unendlich grüner Wald, mit uralten Laub- und Nadelbeständen, er- Zager? Achtung! Die Pressestelle des Gaujägermeisters für Oberhessen teilt mit: Die Ausführungsbestimmungen zum Reichsjagd- gosetz (A.-V. RJG.) sind erschienen. Genaues Studium wird jedem Jäger dringend empfohlen. Die Anträge auf Ausstellung eines Reichsjagdscheines müssen nunmehr an die Kreisjägermeister eingereicht werden. Soweit es seither schon ohne Benutzung des vorgeschriebenen Formblattes geschah, behält es dabei sein Bewenden. Benutzung des Formblattes wird erst im kommenden Jagdjahr in jedem Falle verlangt werden. Dem Antrag auf Erteilung eines Jahresjag>djcheines sind beizufügen: 1. ein Ausweis über den Abschluß einer ausreichenden Haftpflichtversicherung (150 000 bzw. 15 000 Mark), 2. Angabe der Nummer des letzten Jahresjagdscheines und der ausstellenden Behörde, 3. Bescheinigung darüber, daß eine der drei anerkannten, amtlichen Jagdzeitungen bis zum 31. März 1936 bestellt ist, 4. ein neueres Paßlichtbild. Der Kreisjägermeister gibt die Papiere nach Prüfung und nach Entscheidung darüber, ob der Antragsteller einen Paß erhalten darf, an das Kreisamt weiter. Die Einlösung des Paffes hat dort gegen eine Gebühr von 50 Mark zu geschehen. Sie muß spätestens am 20. April 1935 vorgenommen werden, wenn im Besitze eines gültigen Jagdpafses keine Unterbrechung eintreten soll. Mit dem 20. April verlieren auch alle Dienstjagb- pässe der Forstbeamten ihre Gültigkeit. In Zukunft erhalten alle Reichs- und Staatsforstbeamten, Forstbeamten öffentlich-rechtlicher Körperschaften, Privatforstbeamten und Angestellten, welche die vorgeschriebene Ausbildung genossen haben und in ihrem Beruf tätig sind, sowie Personen, die sich in der hierfür vorgeschriebenen Ausbildung befinden, einen unentgeltlichen Jagdschein. Dasselbe trifft zu für die im Berufe tätigen Berufsjäger, die die vorgeschriebene Hilfs- oder Revierprüfung abgelegt haben oder sich bei einem anerkannten Lehrherren in Ausbildung befinden. Alle vorgenannten Personen erhalten nunmehr ihre Jagdflcheine nur noch über den Kreisjägermeister und nicht mehr über ihre dienstlich vorgesetzte Behörde, ©ie haben den Antrag aus Ausstellung eines unentgeltlichen Jagdscheines baldigst einzureichen, den Nachweis der Versicherung zu erbringen, die Bestellung einer Jagdzeitung auf ein Jahr nachzuweisen und ein Paßbild anzufügen, ferner eine Bescheinigung ihrer vorgesetzten Dienststelle über ihre berufliche Tätigkeit. Sie erhalten dann durch das Kreisamt ihren Jagdschein, für den sie als Beitrag zur deutschen Jägerschaft 10 Mark (sind sie noch in der Ausbildung, Betriebsbeamte oder Berufsjäger 5 Mark) zu zahlen haben. Da diese Regelung für Berufsjäger und Forstbeamte völlig neu ist, wird empfohlen, die nötigen Anträge umgehend zu stellen. freut immer wieder die Besucher. Wie wundervoll ist hier das Wandern, wo der Wanderer tagelang kaum aus dem Wald herauskommt. Ueberall tun sich Fernblicke von überraschender und überwältigender Schönheit auf. Landschaften, in denen die deutsche Romantik sonnig leuchtet. Den schönsten Teil des Grenzlandes aber bildet das Elbsand- steingebirge, die Sächsische Schweiz. Die Elbe hat hier mit dem Durchbruch aus dem böhmischen ins sächsische Gebirgsland eine Zauberwelt aufgebaut, die alljährlich Tausende immer wieder in ihren Bann schlägt. Felsen in phantastischen und grotesken Formen von verwirrender Fülle überraschen immer wieder den Blick des Besuchers. Hier an den Ufern der Elbe, im Elbsandsteingebirge, werden die Urlauber um Königstein herum untergebracht. Eine Dampferfahrt mit den schmucken Elb- dampfern wird ihnen alle die Schönheiten des Gebirges erschließen. Die schroffen und steilen Felsen werden immer wieder wagemutige Kletterer zum Erklimmen herausfordern. Eine herrliche Fernsicht ist der Lohn für die beschwerliche und anstrengende Kletterei. An Abwechslung und Zerstreuung, an Freude und Erholung, wird es unseren Urlaubern in dieser Wunderlandschaft nie mangeln. Allzu schnell nur werden die herrlichen Urlaubstage vergehen, und mancher wird sich nur schwer am 5. Mai von dieser schönen, wildromantischen Landschaft trennen können. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, entgegengenommen. * Neunte Sinfonie. Nächste Probe: Freitag, 5. April, im großen hörsaal, 20 Uhr: Sopran und All. 21 Uhr: Tenor und Baß. — Alle Herren, auch die nicht in den vereinen organisierten, werden gebeten, zu erscheinen. Die Bekämpfung der Schnakenplage. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Nach § 3 der Polizeiverordnung, betreffend die Bekämpfung der Schnakenplage vom 28. November 1911, hat jeder Grundstückseigentümer in den Monaten April bis September einschließlich mindestens einmal monatlich die auf seinem Grundstück befindlichen stehenden Gewässer, die den Schnaken zur Brut dienen (Wassertümpel, Regenfässer, Bassins, Wasserlachen, Jauchegruben, Abortgruben usw.) mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum usw.) zu übergießen. Nichtbefolgung dieser Vorschrift wird bestraft. BetriebsappeUe. Anläßlich der bevorstehenden Vertrauensratswahlen in den Betrieben fanden am gestrigen Donnerstag, im Anschluß an den Betriebsappell der Stadtverwaltung, weitere Appelle dieser Art in den Arbeitssälen der Firmen Bänninger, Poppe, S ch a f f ft a e b t und des Gießener Anzeigers statt. Im Betriebe des Gießener Anzeigers versammelte sich die gesamte Mitarbeiterschaft mit ihrem Betriebsführer Richard Lange an der Spitze im Saale der Handsetzerei zum Betriebsappell, bei dem nach öert Eröffnungsworten des Betriebsführers der stellvertretende Kreiswalter der DAF., Pg. Hahn, die Ansprache hielt. Der Redner umriß in eindrucksvollen Darlegungen die Stellung des schaffenden deutschen Menschen im Dritten Reich, im Gegensatz zu den Verhältnissen in den Jahren des überwundenen politischen Systems. Er wies dabei auf die unlösliche innere Gebundenheit aller Volksgenossen an die von Blut und Rasse gebildeten Daseinsgrundlagen hin und schilderte die aus dieser Gebundenheit resultierenden Bedingtheiten für das Schaffen der werktätigen Kräfte in den Betrieben und damit auch für bie Volksgemeinschaft. In klarer Weise stellte er das neugestaltete Verhältnis der am gemeinsamen Werk des Betriebs schaffenden Menschen dar, das nicht mehr, wie früher, in Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu trennen ist, sondern auf dem Gedanken der Schicksalsgemeinschaft und der Betriebsverbundenheit nach dem Grundsatz des Führerprinzips beruht und nur noch die einheitlich ausgerichtete Front des Betriebsführers und der Betriebsgefolgschaft auf der Grundlage des gegenseitigen vollen Vertrauens kennt. Von diesem großen Gesichtspunkt aus gesehen machte der Redner sowohl die inner- als auch die außenpolitische Bedeutung der kommenden Vertrauensratswahlen deutlich, von denen insbesondere das Ausland erkennen soll, daß nach der Ueberroinbung des Marxismus allenthalben in Deutschlanb unb befonbers auch in ben Betrieben im Verhältnis zwischen bem Betriebsführer unb ber Betriebsgefolgschaft ein neuer Geist herrscht: ber vom Nationalsozialismus unb seinem Führer Abolf Hitler geschaffene Geist ber Volksgemeinschaft. Er hob weiter hervor, daß die Wirtschasts- unb die Sozialpolitik aus einem einheitlichen Gesichtspunkt heraus betrachtet werden müssen, so daß sich jetzt entscheiden muß, ob jemand nur Sozialpolitiker sei, oder auch Wirtschaftspolitiker. Mit einem Hinweis auf das große Borbild des Führers Adolf Hitler , der in sich die besten Eigen- schäften des schaffenden deutschen Menschen verkörpert, und mit der Ermahnung, diesem Vorbild allezeit nachzueifern, schloß der Redner seine von der Belegschaft mit starkem Interesse unb mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rebe. Anschließend brachte ber Betriebsführer Richard Lange ein breimaliges Siegheil auf ben Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler aus, bas von ber Belegschaft lebhaft aufgenommen würbe. Gemeinsam würbe fobann ber erste Vers bes Horst-Wessel- Liebes gesungen. Angesichts der einheitlichen Grundrichtung und der gleichartigen Durchführung dieser Appelle müssen wir es hinsichtlich der Berichterstattung bet dieser Gesamt-Registrierung der Veranstaltungen dieser Art belassen. Elternabend der pestalozzischule. In ber freunblich hellen unb geräumigen Turnballe ber neuen Pestalozzischule fanb gestern ein Elternabenb statt, ber viels Eltern unb Kinder in schöner Gemeinschaft vereinigte. Nach einem ein- leitenden Lieb („Kennt ihr bas Land?"), von Mädchen m schöner stimmlicher Steigerung gesungen, hielt der Schulleiter Rektor Kaufmann eine kurze Ansprache. Er gab zunächst dem Gedanken Ausdruck, daß es ein langgehegter Wunsch ber Schule sei, einmal mit ber Elternschaft zusammen zu sein. Schule unb Elternhaus haben, so sagte er u. a., die gemeinsame Aufgabe der Erziehung ber Kinder. Die Kinder sollen gesund sein an Leib und Seele, sie sollen herangeführt werden an deutsche Kulturschätze und bekannt werden mit den Taten großer deutscher Männer. In den Kindern sollen Charaktere gebildet werden. Es soll eine Jugend heranwachsen, die die Aufgaben des Lebens zu lösen vermag. Hinter der vermeintlichen Strenge in der Schule steht immer die Liebe zum Kinde. Die Jugend kann aber nicht im Schatten stehen, sie liebt die Freude zu sehr. Dieser Abend soll deshalb der Freude gewidmet sein. In seinen weiteren Ausführungen gedachte der Redner der deutschen Volksgenossen im Memelland, die unter fremder Knechtschaft stehen, deutsch sind und es immer bleiben möchten. Wir hoffen alle, daß es den Brüdern und Schwestern im Memelland bald vergönnt fein möge, wieder zurückzukehren in das Vaterland, in das deutsche Volk. Die Jungens unb Mäbchen von heute werben bald bas beutsche Volk darstel- len. Es wirb einmal bas Schicksal bes deutschen Volks in biefen Hänben liegen. Die Jugenb muß beshalb so erzogen werben, baß wir ihr einst bas Aus besten Steinpilzen entsteht die hervorragende „Knorr Pilz-Suppe"! — Auch die übrigen Knorr-Suppen verdanken den reinen, unverdeckten Eigengeschmack ihren natürlichen Bestandteilen, seien es nun Erbsen mit Schinken oder Bohnen mit Speck, Reis mit Tomaten, Grünkern, Spargel, Blumenkohl oder andere Gemüse. — 1 Würfel-- 2 reichliche Teller --10 Pfennig. Schon feit 50 Jahren: TfäioVi. Suppen - gute Suppen! Die Zfflandsiöchier und ihre Freier. Vornan von J. Schneider'^oerstl Copyright by Verlag Oskar Meister, Werbau i. Sa. 23 Fortsetzung Nachbruck verboten! Wo sie stand, riß Klaudine die Hülle bes Eilbriefes auf, überflog bie wenigen Zeilen unb vermochte keinen Fuß mehr zu rühren. — Aus! — Das war der Ruin! Henriette fo arm, wie ber Vater es gewesen war, bevor er sie als seine Frau nach Haslbach holte. — Fritz aus seinem Studium gerissen! Bob besgleichen. Die Heimat unter dem Hammer. Das war das Ende, wie es schrecklicher hätte nicht über sie alle hereinbrechen können. Aus dem Chaos, in das sie dieser Brief geschleudert hatte, löste sich schließlich klar und deutlich der eine Gedanke: Ich muh nach Hause! Heim zu Henriette, zu Bob und Fritz und Luzie. Mittragen helfen, dieses Fürchterliche! Trost geben, soweit sich bei einer solch entsetzlichen Schicksalsfügung überhaupt noch Trost geben ließ. Don der Hütte her rief Berthelmes ihren Namen in die Mittagshelle und warnte dann: „Tuan's Eahna fei net verkühl'n, Fräul'n Klaudinia!" Sie wandte das Gesicht und ging langsam dem Hause zu, sah ihn an und sah ihn doch nicht. „Ganz weiß san's scho", schalt er ärgerlich. „Und d' Fmgerln verfror'n. D' Bergbuckln bleib’n ja für a ganze Ewigkeit da. De segn's ja morg'n wieder unb übermorg’n unb ollerweil." „3a", sagte Klaubine abwesenb, „ja, Barthelmes." „Segn's!" rief er erschrocken, als sie sich plötzlich gegen bie Hüttenwanb lehnen mußte. „Segn's, da harn ma's jetzt scho. Jetzt gengan’s aber glei eini in bie Stuab'n unb tuan's a Schnapserl trinf’n. Glei gengan’s eini, sonst hol' i ben Herrn Pöttmes!" Klaubine ging hinter bem Alten brein durch ben dunklen Vorplatz und fühlte, wie sie ein Schüttelfrost packte. „Was ist denn?" fragte Pöttmes, als er sie so blaß und verändert unter der Tür stehen sah. „Ausg'fror'n hat sie's a so vül, ’s Fräul'n Klau- binia", antwortete an ihrer Stelle Barthelmes unb setzte bereits einen Topf Wasser auf bas offene Herdfeuer. „Tuan's Eahna jetzt glei a Schnapserl einschenk'n. — Kruzitürk'n noch amal, a Schnapserl solln's trinf’n, hab i g’fagt!" schalt er, als Klaudine abwesend ins Leere blickte, ließ den Topf stehen unb lief zum Fensterbrett, wo ber Enzian ftanb. Mit zittrigen Fingern aoß er einen Becher voll und wartete, bis sie ihn hmuntergestürzt hatte. „So, jetz'n wird's glei wieder roerb’n." Niels hatte bis jetzt kein Wort gesagt. Nachdenklich schaute er in Klaudines ernstes Gesicht. „War es wirklich nur die Kälte?" fragte er so leise, daß Barthelmes es nicht hören konnte. Der feine Hauch, der ihre Wangen durchglühte, verschwand sofort wieder. Sie sah über ihn hinweg unb bann nach ihm hin, sein Gesicht stumm ins Auge fassend: Die Buchtung seiner Stirn nach den Schläfen zu, bie feingezeichneten Brauen, ben leichten Schatten, ber immer unter seinen Augen lag, bie beiben scharfen Rinnen, bie von ber Nase nach bem Munbe zu liefen. „Klaubine", sagte Niels bittenb, „ist bas Ihr ganzes Vertrauen zu mir?" Sie schüttelte ben Kopf, ftanb auf unb ging zu Barthelmes nach bem Herb, um bie Taffe Tee, bie er ihr eben eingoß, an den Tisch zu tragen. Schweigend nahm sie bann bas heiße Getränk zu sich. Als sie in ihre Kammer ging, um ein Tuch zu holen, sahen ihr beibe Männer nach. „Was hat sie benn?" fragte Pöttmes erregt. „Ist Post für sie gekommen?" hab' nix g’feg’n", erklärte Barthelmes. „Wia i halt' sag, ausg’fror’n hat's es a so. — Segn's jetzt san bie Aeuaerln scho roieber Höll", meinte er, als Klaubine wieder in die Stube trat und ihm zunickte. In der Tat vermochte sie jetzt schon wieder zu lächeln, bat nochmals um eine Tasse Tee unb setzte sich bann, als wäre nun alles vorüber, zu Pöttmes an ben Tisch. Er legte seine Hanb auf bie ihre unb fragte: „Warum haben Sie mich vorhin so genau ftubiert, Klaudine?" Sie erwiderte nichts, aber es war wieder der gleiche Blick, der jetzt über ihn hinging. „Verzeihen Sie!" Sie erhob sich und trat zu Barthelmes an den Herd. — * Der Nachmittag erschien Klaudine endlos. Die Zeit bis zum Abendessen eine Ewigkeit. Sie mußte sich gleichmütig zeigen unb verbrannte in ber Ungewißheit, wie sich bie Dinge auf Haslbach gestalten mochten, was Henriette trieb, wie sie es aufnahm, was Bob sagte, unb ob Luzie sich in bie veränber- ten Verhältnisse schicken könne. Beim Abenbtisch wagte sie kaum mehr Niels anzusehen. Nur ein paarmal streifte ein flüchtigeixBlick sein Gesicht. Barthelmes fühlte, baß heute etwas anders war, als sonst, stellte bas Grammophon auf ben Tisch unb reichte Pöttmes bie Schachtel mit ben Platten. Statt feiner begann Klaubine auszuwählen. Da bin ich aber neugierig, buchte Niels ber tiefer schürfte, als sie glaubte. Er ärgerte sich, als gleich barauf ein Walzer von Strauß burch bie nie» bere Stube klang. „Das stimmt ja nidjtr sagte er peftig unb nahm noch vor Schluß bie sich brehenbe Platte weg. ,Letzt wähle--" schnitt er ihre Emwenbung ab. Für eine Sekunbe ftanb sie wie angeschmiebet, als Koschats: „Verlassen, verlassen" zu ben schwarzen Balken aufklang. Dann lief sie mit abgemanbtem Gesicht aus bem Zimmer unb riegelte bie Kammer hinter sich ab. Die beiben Männer mußten ihr „Gute Nacht" burch bas Schlüsselloch sagen. * Die Nacht war von traumhaft winterlicher Stille. Kein Luftzug ging über ben Grat. Nur einmal loste bie Hanb eines Bergbämons ein Schneebrett von einem ber Gipfel, baß es krachenb zu Tal fuhr unb ein bumpfes Echo wachrief. Niels richtete sich im Bette auf und horchte. Da war es schon vorüber. Das Ohr an die Wand gelegt, lauschte er. Aus Klaudines Kammer drang kein Ton. Morgen frage ich sie, was es ist, dachte er, den Kopf wieder zurücklehnend. In der vergangenen Nacht hatte es begonnen. Da war sie in bie Stube geschlichen, von bort hatte sie mein Rufen verscheucht. Das war bas erstemal, baß sie mich belog. Unb heute abenb — biefer Walzer von Strauß — war roieber eine Lüge. Er sollte ein Lachen vortäuschen — unb bist boch zum Sterben traurig, arme Klaubine, war sein letzter Gebaute, mit bem er einschlief. Es war noch gar nicht hell in ber Kammer, als Pöttmes burch ein mörberisches Fluchen geweckt mürbe. Barthelmes knallte verschiedene Türen zu, unb ber Walbl ließ sein langgezogenes Wimmern hören. Langsam erhob sich Niels unb begann sich anzu- kleiben. Da würbe bie Kammertür aufgerissen, unb Barthelmes’ zornig gerötetes Gesicht kam zum Vorschein. „Sitzn's Eahna nur glei roieber nieber, Herr Pöttmes, sonst trifft Eahna ber Schlag! — Fort is!" „Wer?" fragte Niels verstänbnislos. „D' Klaubinia! Auf unb bavon! D' Kammer leer, ber Rucksack weg, 's G'roanb — all's. Dos hat's balaft’n." Dabei hielt er ihm ein Blatt Papier unter die Nase. .Lieber Barthelmes! Tausenb Dank für alles. Klaubine." „Unb für mich?" fragte er ungläubig. „Für Eahna — —?" Das Stück Papier zwischen ben Fingern zerkrümelnb, lachte ber Alte zornig auf. „Für Eahna hat's extra a Anbenk'n hinterlass'n. Glei unterhalb ber Hüttn', foane zwoa Meter weit, ba steht im Schnee neikrotzt: Niels. Unb weiter unten noamal! Jetzt wissn S's, Herr Pöttmes." Ja, jetzt wußte er's.--Unb trotzdem! Liebe, kluge Klaudine, deswegen allein bist du nicht gegangen. Du hast mich auch diesmal belogen. Aber ich finde dich schon! Hab' keine Angst, daß ich dich nicht wiedersinde, unb wenn ich bis ans anbere Enbe ber Welt suchen gehen müßte. Ich heiße nämlich Niels Pöttmes, mein Mäbchen! ♦ „Ach, Klaubine", sagte Henriette, als biefe vollkommen unerwartet auf Haslbach eintraf, „wie übereilt von Luzie, dich von meinem Unglück zu unterrichten! Aber ich freue mich doch sehr, daß du wieder da bist. Was macht Niels?" Und als Klaudine, bie bie Stiefmutter vollkommen gebrochen vorzu- finben glaubte, unb nun einer völlig gefaßten Frau gegenüberstand, nicht gleich zu anroorten vermochte, lächelte Henriette unb nahm ihr selbst Hut unb Mantel ab. „Bob ist nach ber Stabt. Ich habe auch Luzie mitgeschickt. Die beibe,n stellen bie gesamte Lage auf ben Kopf. Bob will zu ftubieren aufhören unb irgenbroo unterzukommen suchen, unb Luzie nimmt bemnächst eine Stelle als Kinbermäbchen an, bamit Bob nicht zu verhungern braucht." Ueber Klaubines verdutztes Gesicht lächelnd, erklärte sie: „Ja, mein Kind, so ist das. Nun wird aus der Stiefmutter auch noch eine Schwiegermama." Klaudine sank in ben nächsten Stuhl unb brachte kein Wort hervor. Luzie und Bob? Sie wunderte sich, daß ihr Gehirn überhaupt noch zu denken vermochte. Statt ihrer sprach Henriette wieder: „Ist Niels' Befinden wieder zufriedenstellend? Ja? — Das freut mich! Ich war so beruhigt, dich bei ihm zu wissen. Er hat natürlich keine Ahnung, wer du bist?" „Nein." „Ist dir der Abschied schwer geworden?" Klaudine übersprang die Frage. „Ich bin gegangen, als Niels noch schlief." „Das war gut, ja", freute sich Henriette. „Mache es dir jetzt bequem. In einer Viertelstunde trinken wir Tee. Dann sprechen wir über alles. Mit Bob und Luzie ist nicht vernünftig zu verhandeln. Sie bringen zu jeder Stunde andere Pläne, aber es ist nie einer darunter, ber brauchbar wäre." ■ Als sie bann nach bem Tee in Henriettes Zimmer beisammensaßen, entwickelte biefe bie ganze Lage. Einfach, sachlich, mit allem Für unb Wiber, ohne etwas aufzubauschen ober irgenb etwas belangloser hinzustellen, als es in Wirklichkeit war. „Meine Verluste bei ber Bank betragen breihunbert- fünfzigtausenb Mark. Vorausgesetzt, baß wirklich zwanzig Prozent bavon gerettet werben — so heißt es nämlich — verfüge ich bann noch über siebzig- taufenb Mark. Das ist nicht eben viel. Ein Glück, baß ich seinerzeit beinern Vater einhunbertfünfzig» tausenb Mark für Hypothekenablösung gegeben habe, sonst wäre auch bas noch verloren. Es fragt sich nur, wie teilen wir bas Ganze ein, bamit euch bie Heimat erhalten bleibt." „Henriette!" brachte Klaubine nur hervor unb senkte bie Stirn auf deren Hand. (Fortsetzung folgt!) Schicksal des deutschen Volkes getrost und vertrauensvoll in fjie Hände geben können Sie alle sollen erzogen werden zum Dienste für Volk und Vaterland (Herzlicher Beifall.) Die folgenden Darbietungen standen unter dem Gedanken „Unseren Brüdern jenseits der Grenzen". Man hörte von den Mädchen sehr schön gesungen das Lied „Vor allen Landen", das die Heimat pries. Dann führten Jungens und Mädchen ein eindrucksvolles Sprechchorwerk auf, in dem die Verbundenheit der Deutschen im Reich mit den deutschen Volksgenossen im Ausland, ferner auch unsere Forderung nach Recht und Gerechtigkeit würdig zum Ausdruck kamen. Ein weiteres Lied beschloß das volksdeutsche Gedenken. Der weitere Verlauf des Abends zeigte die Kinder bei fröhlichem Spiel, beim Sport, bei Tanz und Gesang. Die Jungens zeigten sehr diszipliniert ihren Frühsport, urgesunde Freiübungen. Ferner führten sie ihr lustiges Bodenturnen vor, bei dem sich sehr viele Jungens nicht nur sehr geschickt, sondern auch sehr mutig zeigten. Auch das Kastenturnen gefiel sehr gut. Die Mädchen zeigten das, was ihrer Art entsprach, den Volkstanz. Man sah vier verschiedene Tänze, die zu reizenden kleinen Liedern gesungen wurden und helle Freude wachriefen. Eines der Kinder brachte dann ein Gedicht „Der Frühling naht" zu Gehör und sagte es mit frischer Stimme und schöner Betonung. Von einem Mitglied des Lehrkörpers der Schule hörte man in sehr gutem Vortrag zwei Lieder. Dann kam ein großes Lenzspiel zur Aufführung. Die Jungens und Mädchen traten dabei in schönen, selbstgefertigten bunten Kostümen und in allerlei symbolischen Gestalten auf. Reigentävze und Lieder vertieften die Wirkung des bunten Spiels, das mit herzlichem Beifall ausgenommen wurde Mit einer kurzen Ansprache und mit Worten des Dankes an alle Mitwirkenden schloß der Schulleiter den Abend. Gemeinsam wurden noch die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes gesungen und ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf Vaterland und Führer ausgebracht. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlen-Gutscheine am Freitag, 5. März 1935, zwischen 15 und 18 Uhr auf unserem Geschäftszimmer, Crednerstraße 24, einzureichen Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: „Der Vetter aus Dingsda". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der alte und der junge König". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Artisten". — VHC. 20.30 Uhr Monatsversammlung mit Lichtbilder-Vortrag von Stud.-Rat Dr. Flörke im Hotel Hopfeld. — — Stadtthearer Gießen. Heute 20 Uhr die Operetten-Wiederholung von Künnekes: „Der Vetter aus Dingsda", Leitung haben Hub - Cuj 6 - v. Rabenau. Anfang 20 Uhr. * ** Ein Sechzigjähriger. Am morgigen 6. April kann der Handelsvertreter Karl W e i d i g in Gießen, Schiffenbergerweg 2, in voller Frische seinen 60. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist nicht nur durch seine weitverzweigten Geschäftsbeziehungen in Stadt und Land sehr bekannt geworden, sondern erfreut sich auch wegen seines guten und unverwüstlichen Humors in weiten Kreisen bester Wertschätzung. Im Vereinsleben unserer Stadt hat Karl W e i d i g immer in tatkräftiger Weise mitgewirkt. Lange Jahre war er aktiver Turner und eine Reihe von Jahren auch Vorstandsmitglied des Turnvereins 1846. Er gehört ferner zu den Gründern des Vogelsberger Höhenklubs, Zweigverein Gießen, außerdem stellte er seine Kraft jederzeit gerne in den Dienst des Gleibergvereins und der Heimatvereinigung Schiffenberg. In der Gießener Ortsgruppe des Verbands reisender Kaufleute gehört' er seit über 30 Jahren dem Vorstand an, über 25 Jahre war er Abgeordneter dieser Organisation für die Fragen des Verkehrswesen. Der NSDAP, trat er schon früh als Mitglied bei, und er betätigte sich auch in eifriger Weise werbend für die Idee Adolf Hitlers. Schon von seinem Elternhaus her an sein Heimatblatt, den Gießener Anzeiger, gewöhnt, bezieht er unser Blatt seit über 30 Jahren bis auf den heutigen Tag in dankenswerter Treue. ** D i e Dien st stunden der Polizeidirektion Gießen. Infolge Anordnung des Herrn Reichsstatthalters tn Hessen, Personälamt, werden mit sofortiger Wirkung die Dienststunden der Polizeidirektion Gießen für den Publikumsverkehr von 8.30 Uhr bis 15 Uhr, Samstags von 8.30 bis 12.30 Uhr, festgesetzt. Für Samstagnachmittags ist in der Zeit von 16 bis 17 Uhr ein Eildienst eingerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können. ** Genehmigung von L a i, e n.s p i e l e n. In Durchführung des Theatergesetzes wird im Rach- gang zur Verfügung II/V 31 449 von der hessischen Landesregierung mitgeteilt, daß Laienspiele, d. h. alle nicht berufsmäßigen Theaterspiele, von den Kreisämtern bzw. den Bürgermeistereien der fünf großen hessischen Städte zu genehmigen sind, falls nicht im Inhalt der Stücke oder in der Person der Veranstalter politische Bedenken bestehen. ** Der Winker zeigt sich noch nicht bereit, auf seine Herrschaft endgültig Verzicht zu leisten. Er wehrt sich energisch gegen den Einzug des Frühlings, dem er z. B. in der letzten Nacht wiederum kräftigen Widerstand entgegensetzte. Während es nämlich gestern abend nur regnete, zeigte sich heute in den frühen Morgenstunden, daß im Verlaufe der Nacht ein kräftiger Eisregen niedergegangen war, der die Straßen, Gärten und Felder mit einer ansehnlichen weißen Decke versehen hatte. Im Vogelsberg trat erheblicher Schneefall ein, durch den die Züge aus Richtung Fulda—Alsfeld heute früh Verspätung hatten. Ferner kamen aus Richtung Kassel die Fernzüge aus Berlin und Hamburg infolge Behinderung durch Schnee und Eis mit ansehnlichen Verspätungen hier an. Im Verlaufe der Vormittagsstunden ist allerdings schon mancherlei von der verspäteten weißen Herrlichkeit wieder zu Wasser geworden. — Auf dem Hoherodskopf hat in der letzten Nacht starker Schneefall eingesetzt, der bis gegen Morgen andauerte. Die Sportmöglichkeit ist jedoch nicht gut, da durch den Sturm insbesondere an den Hängen starke Verwehungen eingetreten sind. Wie wird nach dem Reichsjagdgeseh eine Jagd verpachtet? Die Pressestelle des Gaujägermeisters für Oberhessen teilt mit: Es zeigt sich, daß bezüglich der Verpachtungen von Gemeindejagden noch eine außerordentliche Unklarheit besteht und daß vielfach Schritte eingeleitet werden, deren Durchführung gesetzwidrig wäre und einen Pachtvertrag, der auf dieser Grundlage abgeschlossen würde, nichtig werden ließen. Um Pächter wie vor allem Verpächter vor Schaden zu bewahren, wird um genaue Beachtung nachstehender Ausführungen gebeten. Zunächst ist für uns in Hessen das grundsätzlich Neue, daß die politische Gemeinde nicht mehr das Jagdausübungsrecht verpachtet, sondern die Grundbesitzer selbst, die in einer „Jagdgenossenschaf t", einer Körperschaft öffentlichen Rechtes, zusammengeschlossen sind. Besser gesagt müßte es heißen „in einer Jagdgenossenschaft zusammengeschlossen werden sollen". Denn in der Praxis ist es wohl noch nirgends geschehen. Da aber den Jagdgenossen ein Einfluß auf die Verpachtung zusteht, muß vor der Verpachtung die Genossenschaft gegründet werden. Ihr Vorsteher ist der Bürgermeister, der als solcher die Bezeichnung „Jagdvorsteher" führt. Mitglieder der Genossenschaft sind alle Grundbesitzer des Jagdbezirkes, aber nur dann, wenn sie Gelände besitzen, in dem das Jagen auch erlaubt ist, also nicht nur etwa ein bebautes Grundstück und einen eingefriedigten Garten ihr eigen nennen. Es ist bei der Feststellung der Genossenschaftsmitglieder wichtig, zugleich auch die Größe ihres Anteils an der Jagdfläche festzustellen. Diese Jagdgenossenschaft muß jetzt überall ohne Verzug auf die Beine gestellt werden, denn sie entscheidet darüber, was mit ihrer Jagd geschehen soll. Der Gemeinderat hat als solcher auf die Jagdverpachtung keinerlei Einfluß mehr, er kann sich mit der Frage höchstens als „Jagdgenosse" noch befassen, da ja vielfach die Gemeinde selbst über nicht unbeträchtlichen Grundbesitz verfügen wird, also selbst Jagdgenosse ist. Im Gemeinderat ist aber nicht darüber zu verhandeln, wer und zu welchem Preis usw. die Jagd bekommen soll. Damit maßt sich der Gemeinderat ein Recht an, das ihm nicht zusteht und greift in die Rechte der Jagdgenossen ein. Der „Jagdvorsteher" begründet also zunächst seine „Jagdgenossenschaft". Er kann für sie eine Satzung aufstellen, die vom Kreisamt zu genehmigen ist. Ist, eine große Gemeinde in mehreren Jagdbezirken (mindestens 500 Hektar pro Bezirk!) eingeteilt, dann ist für jeden Bezirk eine eigene Jagdgenossenschaft aufzustellen. Es erhebt sich nun die Frage, was mit der Jagd geschehen soll. Dazu bestehen verschiedene Möglichkeiten. Eine Genossenschaft kann die Jagd selbst durch einen angestellten Berufsjäger a u s ü b e n lassen. Der Fall wird selten bleiben. — Die Jagd soll an den seitherigen Pächter weitervergeben werden. Dies darf nur geschehen, wenn diejenigen Genossen zustimmen, die zusammen über mehr als die Hälfte der gesamten Jagdgrundfläche verfügen. Außerdem muß der Kreisjägermeister dem Verlängerungsvertrag zustimmen. — Dieselben Bestimmungen gelten für eine freihändige Abgabe, d. h. eine Abgabe ohne öffentliche Ausbietung und Verpachtung. — Der häufigste Fall dürste wohl der einer öffentlichen Verpachtung sein, und zwar durch öffentliche Versteigerung oder durch Aufforderung zur Abgabe schriftlicher Gebote. Es besteht dabei die Möglichkeit, das Recht des Bietens nur Jagdgenossen zuzugestehen, also Nichtgrundbesitzer und Auswärtige auszuschalten. Die Anzeige der Verpachtung erfolgt in diesem Falle nur in ortsüblicher Weise. — Meist wird es sich wohl um Verpachtungen mit unbeschränktem P e r s o n e n k r e i s handeln. Zugrundegelegt wird allen Verpachtungen der Einheitspachtvertrag, den das RJG. vorschreibt und an dem keinerlei Streichungen vorgenommen werden dürfen. Sind besondere Zusätze erwünscht, dann sind sie mit Zustimmung des Kreisjägermeisters möglich. Die beabsichtigte Art der Verpachtung ist vom Jagdvorsteher jeweils dem Kreisjägermeister vor Ausschreiben zu melden, der Vertrag vorzulegen. Ergeben sich keine Anstände, erfolgt die Bekanntgabe. Die Verpachtung muß in den drei Verkündi- gunggfcläffern der Deutschen Jägerschaft veröffentlicht werden, nachdem der Wortlaut des Ausschreibens vom Kreisjägermeister genehmigt ist. Die Verpachtung^ selbst darf erst siatt- finden, nachdem die Anzeige in der ersten der drei Zeitungen mindestens 14 Tage vor dem Tag der Verpachtung erschienen ist. Eine Veröffentlichung in der Tagespresse bleibt freigestellt. Kommt ein Pachtvertrag zustande, so trägt der Pächter die Kosten der Anzeigen in den amtlichen Zeitungen, in der Tagespresse dagegen stets der Verpächter. Handelt es sich um ein Revier, in dem Schalenwild (in Oberhessen Reh- und Rotwild) vorkommt, dosten Abschuß einem Abschuß- plan unterliegt, dann muß vor der Verpachtung der für die kommenden drei Jahre vom Kreisjägermeister genehmigte Abschuß bekannt sein. Der Versteigerungstermin beginnt damit, daß die ordnungsmäßige Bekanntgabe festgestellt und der Vertrag verlesen wird. Bei den vielen Grenzveränderungen scheint' das Verlangen nach Vorzeigen einer einfachen Skizze des Jagdbezirks nicht unbillig. Ehe das Bielen beginnt, ist festzustellen, wer bieleberechttgl ist. Zu diesem Zwecke soll jeder Bieter eine Bescheinigung seines Kreisjägermeisters vorzeigen können, wonach er pachtberechtigt im Sinne des Gesetzes ist. Nur diese Interessenten dürfen mitbieten. Es kann eine Bietekaution bis zu 150 Mark verlangt werden, wenn die persönlichen Verhältnisse des Bieters nicht bekannt find. Die Versteigerung selbst darf der Jagdvorsteher erst schließen, wenn auf Aufforderung hin niemand mehr ein Gebot abgibt. Eine Abgabe weiterer Gebote oder das nachträgliche Eintreten in das Höchstgebot sind verboten. Die drei Höchstbietenden bleiben an ihr Gebot zwei LVochen gebunden. So lange hat sich der Jagdvorsteyer Frist zum Zuschlag vorzubehalten. In der Regel ist dem Höchstbietenden der Zuschlag zu erteilen. Zum Zuschlag ist grundsätzlich die Zustimmung des Kreisjägermeisters erforderlich, sie muß in schriftlicher Form erfolgen, wenn dem höchstbietenden der Zuschlag nicht erteilt wird. Auswärtige Bieter dürfen beim Zuschlag nicht benachteiligt werden. Erfolgt binnen zwei Wochen kein Zuschlag, hört die Bindung an das Gebot auf. Der Vertrag ist erst rechtsgültig, wenn er unterzeichnet ist. Bei Abgabe schriftlicher Gebote gelten sinngemäß dieselben Vorschriften, lieber jede Der- Ostereier-Sammlung der ASV. Hausfrauen! Wir wollen den Bedürftigen eine Osterfreude bereiten und sammeln in den nächsten Tagen frische Eier. Sorgt Euch für einen kleinen Vorrat und gebt den Gehilfen des Osterhasen reichlich! NS.-Volkswohlsahrt Kreisamtsleitung Gießen. Pachtung ist ein Protokoll zu führen. Von dem Pachtvertrag erhalten Kreisjägermeister und Finanzamt je eine Abschrift. Aus dem Vorstehenden geht hervor, daß überall, wo Neuverpachtungen erfolgen müssen, sofort mit den Vorarbeiten zu beginnen ist, weil die Verpachtungstermine sonst noch weit hinausgeschoben werden können, und daß es ferner geboten ist, sich genau an die Bestimmungen zu halten. Sie sind vielfach von dem in Hessen seither Üblich so abweichend, daß die Möglichkeit zu vielen Fehlern besteht, durch die eine Anfechtung der Verpachtung möglich wäre. Oberhessen. Landkreis Gießen. X Wieseck, 4. April. Bei dem Schlußuoend der Evangelischen Frauenhilfe am Dienstag im Vereinssaal war auch der Kreisverband Gießen durch Frau K r e u d e r vertreten, die nach Begrüßung und Rückblick auf das Winterhalbjahr durch Dekan Sattler auf den Evangelischen Mütterdienst empfehlend hinwies. Er hat zusammen mit dem Evangelischen Pfarramt zu einem Konfirmandenmütterabend eingeladen. Auf den Volkstag der Inneren Mission und den Gustav- Adolf-Verein wurde weiter hingewiesen. Nachdem sich die Frauenhilfe an den letzten Dienstagabenden mit dem Buch von Gedat: „Ein Christ erlebt die Probleme der Welt" beschäftigt, wurde sie durch Pfarrer i. R. Becker, Gießen, zuletzt in Lang- stadt, mit einem Lichtbildervortrag erfreut, zu dem die Schulleitung ihren Vorführungsapparat zur Verfügung gestellt hatte. Der Vortragende hatte vor fünf Jahren eine Reise in das Heilige Land gemacht und fesselte fast zwei Stunden läng die zahlreichen Besucher mit schönen Bildern und lebendigen Schilderungen. Ein gemütliches Kaffeestündchen schloß sich an. — ß i cf), 4. April. Am Montag konnte Frl. Anna Fey dahier auf eine 25jährige Tätigkeit im Haus des Fürsten bzw. der F'ürstin Karl zuSolms-Hohenfolms-Lich zurück- blicken. Freud und Leid hat sie in dieser langen Zeit mit der Schloßherrschaft geteilt. Ein große Anzahl von Glückwünschen und Geschenken wurde der Jubilarin dargebracht. )( L i ch, 4. April. Am Montag- und Dienstagabend hielten die evangelisch-kirchlichen Frauenhilfen 1 und 2 im Gemeindesaal ihre diesjährige Winter-Schlußfeier ab. Nach gemeinsamer Kaffeetafel wechselten Gedichte ernsten und heiteren Inhaltes, kleine Aufführungen und mehrstimmige Chöre im Vortrag miteinander ab, so daß die Abendstunden sehr rasch vergingen. Der Ortsgeistliche gab einen Rückblick über die im Winter geleistete Arbeit der beiden Frauenhilfen, verlas den Jahresbericht des Syrischen Waisenhauses und forderte zu weiterer treuer Mitarbeit auf. Am Montagabend konnte er auch dem Mitglied der Frauenhilfe 1, Frl. Anna Fey, zu ihrem gerade auf diesen Tag fallenden 25. Dienstjubiläum ©rofer AiiMzverkauf zu Merlau am Freitag, dem 12. April 1935, vormittags 9.30 Uhr, in der Gastwirtschaft Hörle. Teil I. Sämtliche Starkeichen (4., 5. und 6. Kl.) aus den Forstorten Mühlberg 4a, 4b, 4d, 5, zusammen 48 Fm., und Forstort Lichterwald 6 = 70 Fni. Sämtliche Vuchen-Stämme (3., 4. und 5. Kl.) aus den Forstorten Eisenkaute 8, 9, Buchwald 3a, 4a, 4b (Aushieb für die Reichsautobahn). Fichten-Slämme 2b-Kl. = 5,04 Fm.; 3a-Kl. = 18,78; 3b-Kl. = 22,63; 4a-Kl. = 29,39; 4b-Kl. = 16,08; 5. Kl. - 8,84 Fm.; ferner Kiefern-Stämme: 2b-Kl. = 9,66; 3a-Kl. = 18,12; 3b-Kl. = 12,14; 4a-Kl. = 2,50; 5. Kl. = 4,70 Fm. Die Fichten und Kiefern liegen in den Forstorten Vorderster Köpfe! unter den Nummern 3307—3516, Haag 2b Nr. 3400—3536, Burgwald 8a Nr. 3876 —3909 und Kahlofen 22b Nr. 1110—1112. Lärchen- Stämme aus Atzenboden a Nr. 3046—3048 = 5,50 Fm., Alter Zwilling 3a Nr. 3284—3286 - 3,23 Fm., Sinnes 13 Nr. 3862 = 1,73 Fm., Nr. 3869 = 3,11 Fm., Eselskopf 2a Nr. 4386 = 1,40 Fm., Nr. 4398 = 2,39 Fm., Kahlofen 2c Nr. 4761 = 2,33 Fm., Eisenmannsberg 7 Nr. 4832, 4833, 4850 = 3,28 Fm., Eisenmannsberg 12 Nr. 4975 = 0,92 Fm. Die Nummern des vorgenannten Holzes sind rot unterstrichen. Das unter Teil I aufgeführte Holz unterliegt dem freien Verkauf und kommt öffentlich zur Versteigerung; Händler und Sägewerke find zugelassen. Teil II. Eichen-Stammholz: 1. Kl. = 3,23; 2. Kl. - 42,38; 3 Kl. = 26,13 Fm. aus Haag 2 (Försterei Nieder- Ohmen) Nr. 265—325, sämtliche Eichen in der Försterei Merlau, die Eichen 1. und 2. Kl. aus den Forstorten Buchwald 3a, 4a, 4b und sämtliche Eichen aus Brückerwald 1 und Hainzenberg 6d. Sämtliche Eschen-Stämme: 1. Kl. - 1,10; 2. Kl. = 11,08; 3. Kl. = 2 Fm., in Mühlberg 4a, 4d und Hainzenberg 14 und 17 Ahorn-Stämme = 3 Stück mit 1,25 Fm in Mühlberg 4a, Vorderster Köpfe! 3b und Kahlofen 12 3 Linden-Stämme im Dornkrätzer la = 0,94 Fm. 1 kirfchdaum im Vorderster Köpfe! 3b = 0,32 Fm. Fichten-Stämme: la-Kl. = 0,88; lb-Kl. = 8,23; 2a-Kl. = 24,29; 2b-Kl. = 19,91; 3a-Kl. = 24,11; 3b-Kl. = 29,21; 4a-Kl. = 28,40; 4b-Kl.. - 10,22; 5. Kl. = 3,54 Fm. kiefern-Stämme: lb-Kl. = 0,54; 2a-Kl. = 13,14; 2b-Kl. = 20,70; 3a-Kl. = 27,03; 3b-Kl. = 9,57; 4a-Kl. = 4,22 Fm. Das Fichten- und Kiefern- Stammholz liegt in der gleichen Nummernfolge wie die Fichten und Kiefern unter Teil I, sowie Buchwald 4 v. Nr. 3206—3356. Sämtliches Lärchen- Stammholz in allen Förstereien lb-Kl. = 1,40; 2a-Kl. = 10,14; 2b-Kl. = 14,00; 3a-Kl. = 3,00; 3b-Kl. = 5,03; 4a-Kl. = 1,58 Fm. Derbffangen: Stück: Fichte 690 1. Kl.; 298 2. Kl.; 87 3. Kl. Eiche: 18 l.K!.; 40 2. Kl.; 67 3. Kl. (Alter Zwilling und Gänsheege 2a). Jlufj- fcheiter: Rrntr.: 13 Eiche Gänsheege, Burgwald 7b, Brückerwald 1. Ruhreiser (Schichthaufen): 65 Rrntr. Fichte in Alter Zwilling 1b. Interessenten für Buchenschwellenholz (12 Fm.) aus den Förstereien Bernsfeld, Elpenrod, Nieder- Ohmen erhalten Auskunft bei den zuständigen Beamten. 1983D Teil II des Verkaufes ist ein Freihandverkauf nach Richtpreisen an Handwerker und ortsansässige Selbstverbraucher. Händler und Sägewerke sind hierbei ausgeschlossen. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohl- len, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch die unterzeichnete Stelle und die Herren Förster von Nieder- Ohmen, Merlau, Elpenrod und Bernsfeld. Personen, die ihre 1934er Domanialgefälle bis zum 8. März 1935 nicht bezahlt haben, kann der Zuschlag nicht erteilt werden. Bei Zahlung nach dem 8. März empfiehlt sich Quittungsvorlage auf dem Forstamt und nicht in dem Versteigerungslokal. Grünberg, den 3. April 1935. Hessisches Forstamt Rieder-Ohmen. S u ß n e r. IIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllllll ÄÜÄ Anzeigen-Akiiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen Gießen / Schulstvatze z IIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIillllllllllllllllllllllllllll Strumpfe von uns sinü immer Wer Damen-Mattseiden-Strnmpf lang oder Knieform, besonders teinfädige Ware.......1.— Damen-Seidenstrümpfe ganz feine elegante Ware, zum Teil Seide auf Seide — Marke F.T.O., 1.95 1.65 1.50 1.35 Damensti*iinipfe,Flormit Seide Strapazier-Strümpfe, trotzdem elegant aussehend meA 1.80 1.60 1.35 1.10 Herren - Sportstrümpfe, in allen nur erdenklichen Farben 1.65 1.45 1.— 0.65 Herren-Socken, in den neuest. 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April 1935. 1970 D Heute verschied nach kurzer Krankheit unser Lagermeister 1978 D Die Herrenwelt spendet Beifall 1979 D Gebr ERES“: Die Mäntel von Weltruf im Alleinverkauf Imheuser am Markt I9^2A 196M im F achgesch.Herrn.Röhrig Leder u.Lederwar., Gießen, Neustadt 43 Heute verschied nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater sie macht das Haar voll und locker Gießen, den 3. April 1935. Die Trauerfeier findet Samstag mittag 12 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt — Wir bitten von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Samstag,20'/>U. Monats- Versammlung mit Vortrag im Hess. Hos.inM Jugendliche Mäntel gut verarbeit., entzückende Formen und Stoffe 29.- 32.- 35.- 39.- Jugendliche Mäntel für Backfische und Konfirmanden, sehr flott 19.- 23.- 25.- 27.- Elegantere Mäntel in Boucl6,engl.K'garn,auch schw. u. marine Qualitäten 40.- 45.- 49.- 52.- Frauen-Mäntel extraweit,bek.gute Paßform 28- 33.- 39-. 45.- Kostüme sehr flotte jugendl. Formen 24.- 27.- 29.- 32.- Winterhilfe-Abschluß in Hessen-Nassau 3m Sau Hessen-Nassau ist das Endergebnis größer als das vorjährige. die besten Glück- und Segenswünsche der Frauenhilfsschwestern aussprechen. Eine zum Schluß vor- genommene Sammlung für den Kirchen - Erneuerungsfonds ergab 62 bzw. 59 RM., während für den deutschen Sittlichkeitsverein im Laufe des Winters 6 bzw. 9 RM., und für das Syrische Waisenhaus 12 bzw. 64 RM. eingingen. Mit einer Andacht über die Losung des Tages wurden die Feiern geschlossen. * Reiskirchen, 3. April. Der Turnoerein „G u t Heil" Reiskirchen hielt dieser Tage das von der Führung der Deutschen Turnerschaft festgesetzte Werbeturnen ab, dessen Reinertrag dem Winterhilfswerk zugeführt wurde. Die Musik stellte die Feuerwehrkapelle unter Führung ihres Kapellmeisters Christian Möbus von Reiskirchen. Rach dem Einmarsch der Fahne mit Gefolgschaft der Turner, Turnerinnen, Schüler und Schülerinnen hielt der Vereinsleiter Glaub eine Ansprache, in der er den Zweck der Veranstaltung für das Winterhilfswerk, wie auch den der Turnerei schilderte, wobei er den gesundheitlichen und erzieherischen Wert des Turnens für den einzelnen, sowie für das Volksganze hervorhob. Zum Lob der Turnerinnen, Turner und der teilweise beteiligten Schüler und Schülerinnen müsse gesagt werden, daß sie mit allem Eifer schon wochenlang vorher unter Anleitung ihrer Vorturner und -turnerinnen fleißig geübt hätten, um an einer der größten sozialen Einrichtungen unseres Führers mitzuhelfen und dem Winterhilfswerk zu dienen, durch das so viel Rot gelindert werden konnte. Der im Weltkrieg gefallenen 20 Turner des Vereins, deren Photographien in einen Rahmen zufammengestellt find, wurde würdig gedacht. Der erste Vorsitzende sprach ergreifende Worte. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Das Turnen am Barren und Pferd und die Bodengymnastik wurden exakt in flotter Reihenfolge gezeigt und durch reichen Beifall beKriegerverein Gießen Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Heinrich Kümmel findet am Samstag, dem 6. April, 12 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet die Führerschaft ______________________________________1974 D zu 75 Pffl» die Pfunddcse. Hier bei: Hindenburg-Drogerie H. Elges, Seltersweg 68a; Germania-Drogerie K. Seibel, Frankfurter Straße 39. i676v Frankfurt a. M., 4. April. (LPD.) Das Winterhilfswerk 1 934/35 ist nunmehr beendet und sein Ergebnis ist einzigartig in der Weltgeschichte. Als das vorjährige Ergebnis bekannt wurde, da horchte die Welt auf. Man glaubte vielfach, daß ein Volk nur einmal solche Leistungen für die Gesamtheit vollbringen würde und daß beim nächsten Winterhilfswerk durch Spendemüdigkeit ein Rückschlag eintreten werde. Diese Neunmalweisen haben sich gründlich verrechnet: Die Opferwilligkeit aller Volkskreise und die Verinnerlichung der Liebestätigkeit war stärker und deutlicher. Auch in unferm Gau Hessen-Nassau ist ein glänzender Sieg für die Idee der volksgemein' Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. April, nachmittags4 Uhr vom Trauerhause, Ludwigstrafie 26, aus statt. schaff errungen worden. Wenn auch das endgültige Ergebnis noch nicht feftfleht, fo beweisen doch schon die vorläufigen Zahlen, daß Großes geleistet worden ist. Neu war nur das Weihnachtswerk, das sich mit seinem Ergebnis von rund 160 000 Liebespaketen glänzend bewährt hat. Im ganzen Gau find rund 600 000 Bedürftige, alfo etwa der fünfte Teil der Bevölkerung, vom WHW. betreut worden. Bei dieser Zahl ist zu berücksichtigen, daß nicht nur die Erwerbslosen betreut wurden, sondern vielfach erhielten auch alte Leute oder Kurzarbeiter ergänzende Zuwendungen. Zu Ostern für die Dame: Handtaschen und Reiß' Verschlußtaschen In tiefer Trauer: Katharine Mandler und Kinder. Carl Becker II, Bahnhofstraße 16 Fahmer-Schmuck Deutsche Wertarbeit / Das vornehme Geschenk zur Konfirmation Kunsthandlung 3. Hirz Gießen / Seltersweg 22 1967 D inniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiidiiiiiiiiiiiiiiiiffliiiiiiif Kinderwagen kauft man bei Berth. Kühne Seltersweg 26 artige, solide Lederausführ., schonzu3.50,4.- 4.50 dis 6.50 ,!Woa Th. Ludwig Mandler im Alter von 61 Jahren. Herr Th. Ludwig Mandler Fast 47 Jahre lang, bis in die letzten Tage, hat der Verstorbene mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit seine ganze Ar» beitskraft und seine reiche Erfahrung unserer Firma gewidmet Dem guten Arbeitskameraden, dessen Hinscheiden von allen seinen Mitarbeitern aufs tiefste betrauert wird, werden wir stets ein dankbares und ehrendes Gedenken bewahren. 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Sehr groß war die Zahl der ständigen ehrenamtlichen Helfer, lieber 15 000 Volksgenossen unseres Gaues stellten sich in selbstloser Aufopferung dem WHW. zur Verfügung. Aber sie reichten für die großen Aktionen, wie z. B. Tag der nationalen Solidarität, Brotsammlungen, Weihnachtswerk, Ostereiersammlung, nicht aus, so daß zeitweise über 120 000 Helfer tätig waren. Man kann wohl sagen, daß jede Familie durch das WHW. erfaßt wurde, sei es nun als Helfer, Spender oder Empfänger. 3m einzelnen wurden im Gau- Hessen-Nassau nach den vorläufigen Zahlen verteilt (alles in runden Zahlen): 450 400 Zentner Kartoffeln, 37 900 Zentner Mehl, 2 727 400 Pfund Brot, 495 000 Pfund Fische, 139 130 Dosen Fischkonserven, 475 800 Pfund Fleischkonserven, 289 400 Pfund Käse, 169 400 Pfund Marmelade, 438 000 Liter Milch, 949 600 Pfund Nudeln, 58 400 pund wurstwaren, 843 800 Pfund Zucker, 213 300 Pfund Hülsenfrüchte, 191810 Pfund Reis und über 1,5 Millionen. Zentner Kohlen und Briketts. In vielen Familien machte sich infolge langer Arbeitslosigkeit der Mangel an Bett- und Leibwäsche sowie an Bekleidung dringend fühlbar. Auch auf diesem Sammelgebiet ist Erfreuliches geleistet worden. Es konnten u. a. nicht weniger als 135 000 Männerhofen und 25 000 Moll- und Strickwaren verteilt werden. Erwähnt feien schließlich noch die Eintopfspenden, die sich steigender Popularität erfreuten, und deren Ergebnis sich von Monat zu Monat steigerte. Das Lied „Nun danket alle Gott" folgte. Frau Ranft Überreichte ein Geschenk, von den Frauen Stockhausens gestiftet. Die hiesige Gemeinde Überbrachte durch Bürgermeister Trüller die herzlichsten Glückwünsche und überreichte eine Ehrengabe. Ferner gab Bürgermeister Trüller die Geburtszahlen der letzten 25 Jahre bekannt. Im Namen der Gemeinde Stockhausen überreichte Bürgermeister Jochem ebenfalls eine Ehrengabe. In dem letzten Dierteljahrhundert konnten dort über 300 Geburten gebucht werden. Pfarrer Diehl brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf das liebe Vaterland und unseren verehrten Führer aus. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes war der offizielle Teil beschlossen. Ein Kaffekränzchen (Spenderin Frau Opper) leitete zum gemütlichen Teil über. Bei Gesang und Musikvorträgen blieb man noch einige Stunden in froher Stimmung beisammen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, unvergeßlichen Mann, meinen lieben, treusorgenden Vater Heinrich Kümmel Reichsbahn-Obersekretär i. R. im 77. Lebensjahre nach kurzer, schwerer Krankheit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Kümmel, geb. Christ Elli Kümmel. lohnt. Entsprechend den hiesigen Verhältnissen war der Ertrag für das WHW. befriedigend.