185. Jahrgang Nr. 54 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 5. Marz 1935 HeimattmBild-DieScholle MH Ws^W^ N M HZ fi B H @ W M W W Hj M Xr ■ fl K Ä Jr M für Anzeigen von 22 mm äs. llllr I1< IIIl R ZIIIXIlIUIlI. NM:L v4V|bVI‘^4 SLSrrWS SASS: KF M «**«£** infolge höherer (Lewalt e ä •• zAa < < ** Stellen-, Vereins-, gemem General-Anzeiger für Oberhe en BZW nd)ten: Anzeiger Siegen V W 1 behördliche Anzeigen KRps. 5r-nN°mm°!n'l1686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe r M°ng°n°bschiüN° Stnffel s Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oer Aufstand in Griechenland. Ser Teschener Weiierwmkel. Oie polnisch-tschechische Spannung. fügen des Das von der Regierung erklärte Kriegsrech t Die Regierung meldet Erfolge in Thrazien bisher drei Jahrgänge mobilisiert. Außerdem hat der Staatspräsident bereits ein Gesetz unterschrieben, durch das Kriegsgerichte eingesetzt werden. die bereits heute mit ihrer Arbeit beginnen sollen. Die Vermögen der Meuterer sollen beschlagnahmt werden. Zwietracht, der brüderliche Haß und trotz einer glänzenden Anlage, die Verworrenheit im politischen Denken hat abermals zu einem Aufruhr geführt, der beweist, daß die Griechen heute dieselben sind, wie zu der Zeit, da die athenische Demokratie nach der Blütezeit des P e r i k l e s schnell verdarb und unter dem Demagogen Kleisthenes es sogar fertig brachte, jeden Dag einen neuen Staatspräsidenten zu küren. Die unzähligen sich befehdenden Gruppen fielen dem R ö m e r t u m als Beute zu, das Griechenland erbarmungslos ausplünderte ohne eine eigene Kultur, die der griechischen ebenbürtig gewesen wäre, schaffen zu können. Unter der Herrschaft von Byzanz wurde dann Griechenland der Tummelplatz jener Völkerkämpfe, die um die ost- römische Trutzstadt entbrannten bis schließlich der Türke, nachdem die Völkerstürme und der Slaweneinbruch über Griechenland weggefegt waren, dem Lande die Friedhofsstille brachte. halten. Aber die Entente republikanischen Parteien. Konstantin zum Rücktritt Alexander starb an König K o n st a n t i n, Griechenland neutral zu verbündete sich mit den oder der andere Partner sich von diesem unseligen Geist, der nicht in den Räumen entstanden war, iq denen er wirkte, lossagte. In die Warschauer Aemter zogen neue M ä n - n e r ein, die Klärung der Beziehungen zur Tscheche« slowakei Hub an. Die polnischen Zeitungen sagte« greift lief in das Athener Leben ein. Am Tage herrscht lebhaftes Treiben in den Straßen. Alle Läden sind geöffnet und es herrscht ein starker Fußgängerverkehr, da Automobile und Kraftdroschken nicht fahren dürfen, sofern sie nicht besondere Erlaubnis dazu erhallen haben. Die Polizei übt eine strenge Kontrolle der wenigen auf der Straße auftauchenden Kraftwagen aus. Vom Morgen bis zum Abend erscheinen fast halbstündlich Exlrablät- t e r, die von den Zeitungsjungen laut ausgerufen werden. Diese Sonderausgaben finden stets beim Publikum reihenden Absatz und häufig sind selbst Frauen und Kinder lesend auf der Straße anzutreffen. 3m allgemeinen herrscht große Erregung gegen die Aufständischen. Nachts sind in Athen sämtliche Restaurants und Kinos geschlossen und der Kraflwagenver- kehr ist mit Ausnahme der Dienstautos der Diplomaten gänzlich aufgehoben. Zivilpersonen dürfen nach 23 Uhr die Straße nicht betreten. Das ganze Stadtbild ähnelt dem einer Stadt bei Kriegsaus- bruch. Die Vororte Athens sind abends völlig von der Innenstadt abgeriegelt. Die allgemeine Stimmung ist zuversichtlich, man rech- net bestimmt mit einer Niederwerfung des Aufstandes. Scherl-Bildma terndienst. Karte zu der Aufstandsbewegung in Griechenland. Die Politisierung der Armee im Sinne einer Teilnahme des Offizierkorps an den Partei- kämpfen hat sich seit längeren Jahren als eine e r - neute Gefahr für die ruhige Entwicklung Griechenlands gezeigt. Nachdem es aber damals gelungen war, die Empörung Plastiras an einem Tage Athen, 5. März. (DNB.) Ganz Kreta, Teile Thraziens und Südostmazedoniens mit den Städten Kawala und Drama, waren in den Händen der Aufständischen. Militärische Verstärkungen nach Saloniki sind von Athen aus abgegangen. In Thrazien greift der regierungstreue General G i a l i - ft r a s die Aufständifchen an. Nach einem amtlichen Bericht der Regierung sind die Versuche der Aufständischen, ihre revolutionäre Bewegung auf die Nordprovinzen auszubehnen bereits gescheitert. „Die geheimen Agenten, die nach Nordgriechenland entsandt worden waren, haben für ihre Pläne keinen günstigen Boden gefunden Eine unvoreingenommene Prüfung der allgemeinen Lage läßt mit einer vollständigen und schnellen Unterdrückung der revolutionären Bewegung rechnen. Aus einem von (Kreta) eingelaufenen Funkspruch geht hervor, daß die Aufrührer auf Kreta sich zur Flucht vorberei- t e n und hoffen, Rhodos zu erreichen." Nach einer Mitteilung des Gouverneurs von Mazedonien herrscht in Saloniki völlige Ruhe. Auf Kreta wurden über der Stadt K a n e a , dem Aufenthaltsort Venifelos', Aufrufe abgeworfen. Die Instandsetzung der beschädigten Kriegsschiffe ist nunmehr beendigt, so daß sie bald gegen die Aufständischen in See gehen können. Drei Torpedobootszerstörer sollen nach Kreta ausgelaufen sein, um mit Unterstützung der Flugzeuge der Regierungstruppen gegen die Kriegsschiffe der Aufständischen oorzu- gehen. Der 71jährige frühere Ministerpräsident Veniselos steht an der Spitze des Aufstandes. die Ordnung in Griechenland vollkommen wiederhergestellt sein werde. Die Regierung plant, angesehene Anhänger von Veniselos sestzunehmen und in Theben in einem besonderen Lager als Geißeln fest zusehen. Der Erzbischof von Athen versucht, auf friedlichem Wege den Aufstand beizulegen. Die Regierung hat Zuversichtliche Stimmung in Athen. Das Kriegsrecht verhängt. — Ziege« Leben in der Hauptstadt. Im Jahre 1917 wurde gezwungen, (sein Sohn einem mystischen Affenbiß im Schloßpark von Tatoi. Während der ganzen Zeit regierte Veniselos Griechenland. Nach Rückkehr Konstantins mußte er in die Verbannung. Konstantins Sohn, König Georg- II., regierte nur bis 1924, bis durch einen Volksentscheid sich etwa 75 Prozent für die Republik erklärten. Seitdem aber ist Griechenland der Spielball der Parteien. Erst nach langwierigen Kämpfen schlug für Griechenland im Juli 1830, also vor etwas über hundert Jahren, d i e Stunde der Befreiung, aber sofort setzte der Parteienkampf ein. König Otto I. aus dem Hause Wittelsbach mußte 1862 das Land verlassen. Der dänische Prinz Wilhelm wurde als König Georg auf Geheiß Englands eingesetzt, aber die Streitigkeiten gingen weiter. Sein Sohn, ' -versuchte, im Weltkriege Athen, 5. März. (DNB.-Funkspruch.) 3n der Umgebung des Ministerpräsidenten zeigt man sich sehr optimistisch und versichert, daß im Lause heutigen oder spätestens des morgigen Tages Von unserem v.-Korrespondenten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) Prag, Februar 1935. Benesch ist nicht mehr arbiter Europae. Er durfte sich einmal als Schiedsrichter des Kontinents fühlen. Aber diese Zeit ist vor- b e i. Die Unterhändler der Großmächte kommen heute auch ohne ihn aus. (Bei den Londoner Verhandlungen 1925 sprach er noch ein gewichtiges Wort, zehn Jahre später wurde er gar nicht mehr zugezogen.) „Außenminister der Kleinen Entente" ist angesichts der nur noch bedingten Uebereinstim- mung der Staaten, die die Legitimation für dieses Amt ausstellten, keine entscheidende Position mehr. Aber ehrgeizig und aktiv ist Benesch g e - blieben. Er kann sich nicht damit abfinden, daß fein Einfluß nicht weiter reichen soll als die Kräfteausstrahlungen des tschechoslowakischen Staates. Da ist er, weil er auf andere Wirkungsmöglichkeiten verzichten mußte, offen unter die Quertreiber gegangen und gibt gegen alle Entwicklungen, die dem Frieden dienen, hinterrücks Störungsfeuer. Es ist ein Teil dieses Störungsfeuers, wenn er im Zuge gegen die angeblich imperialistische Kampagne des Deutschen Reiches, die darin bestehen soll, daß Berlin jetzt nach der Saarabstimmung — so wird gelogen — deutsche Volksgruppen zu Plebiszitbestrebungen anstachele, behauptet, auch im Sudetendeutschtum mache sich eine solche Bewegung bemerkbar. Das ist absolut unsinnig. Denn die Sudetendeutschen wissen sehr wohl die politischen Möglichkeiten abzuschätzen, und ihre Zeitungen haben auch sehr deutlich gesrchieben, daß es eine solche Bewegung im Augenblick nicht gebe. Schwerere Granaten läßt die tschechoslowakische Politik seit Jahr und Tag gegen Warschau auffahren. Es ist nicht die Schuld Polens, wenn das Siedlungsgebiet der polnischen Minderheit in der Tschechoslowakei, das Teschener Schlesien, zu einem richtigen politischen Wetterwinkel geworden ist und das teschechisch-polnische Verhältnis sich so schlecht gestaltet hat, wie es heute ist. Die Geschichte dieser Beziehungen und des Teschener Landes ist vielmehr eine einzige Anklage gegen Prag. Tschechen und Polen mochten sich schon vor dem Kriege nicht. Der Blick Warschaus war damals nach den Mittelmächten zu gerichtet. Die Tschechen aber liebäugelten mit Moskau und Paris und liefen dementsprechend im Kriege zu den Feindmächten über, wo sie Legionen bildeten, während die polnische Legion mit Deutschland focht. Die Tschechen hatten, als der Krieg seinem Ende nahte, Großes vor. Im Wiener Parlament erklärte am 3. Oktober 1918 der Abgeordnete Stanek, d i e Front der drei slawischen Staaten — Polen, Tschechoslowakei und Südslawien — müsse von der Ostsee über Prag bis zur Adria reichen, und Klofatsch als Wortführer des tschechischen Volkes fügte hinzu, Polen, die Tschechoslowakei und Südslawien würden die „Vereinigten Staaten von Mitteleuropa" bilden. Die Dmowski und Pade- rewski schmetterten begeistert die Fanfare mit, aber die panslawistischen Träume der Tschechen verblaßten rasch, als die staatlichen Verhältnisse neu geordnet wurden. Die Tschechen, die den Polen gegenüber sehr freigiebig waren mit Ländereien, auf die sie selber keinen Anspruch erheben konnten, ließen es nicht zu, daß das Teschener Schlesien dem polnischen Staat zugeschlagen wurde, wie es den Be- völkerungsverhältnissen entsprochen hätte. Das Gebiet ist zwar klein, aber wichtig, denn es ist von reichen Kohlenlagern durchzogen. 1918 zogen polnische Truppen in das Land ein, denen sich die tschechische Armee entgegenstellte. Die Kämpfe gingen ein Jahr lang hin und her, bis neutrale Truppen Teschen besetzten. Der junge polnische Staat war damals in höchster Gefahr. Die Rote Armee stand vor den Toren Warschaus. Polen war gezwungen, sich mit einem faulen Kompromiß abzufinden. Eine neutrale Kommission, die unter tschechischem Einfluß stand, teilte das Teschener Land und gab Prag und Warschau je eine Hälfte. Daran, daß Polen damals in.einer brenzlichen Situation war, waren aber wieder die Tschechen schuld, Ungarn hatte den Polen eine Hilfsarmee zur Verfügung gestellt. Die Prager Regierung aber verbot den Durchzug dieser Armee. Polen brauchte d'ringendst Waffen und Munition. Prag aber verbot sowohl die Ausfuhr als auch die Durchfuhr von Kriegsmaterial nach Polen. Prag fiel den Bolschewiken zuliebe der polnischen Armee in den Rücken, es verriet die „slawische Brudernation". Gegen die polnische Bevölkerung im Teschener Schlesien aber richtete man genau das gleiche Willkürregiment auf, mit dem die Tschechen alle ihre Minderheiten seit der Gründung des Staates bis auf den heutigen Tag knebeln. Dmowski und Paderewski ließen es sich gefallen. Sie freuten sich, daß Benesch in der Frage der Teilung Oberschlesiens ein sehr wohlwollender Schiedsrichter war, und sie freuten sich noch mehr darüber, daß die Prager Politik vom gleichen Geist der westlichen nationalen Demokratie beherrscht war wie die ihre. Es war vollkommen klar, und keine dritte Macht brauchte etwas dazu zu tun, daß Polen und die Tschechoslowakei einander nicht verstehen konnte« und miteinander abrechnen mußten, wenn der eine lich den Aufständischen zur Verfügung gestellt haben soll Das Wiedererscheinen dieses Mannes auf der politischen Bühne, der viele Jahre eine fast unbeschränkte Macht in Griechenland ausgeübt und auch in der europäischen Politik eine große Rolle gespielt hat, wäre nicht nur für die Regierung Tsaldaris eine schwere Gefahr, sondern auch ein Ereignis von einer gewissen europäischen Bedeutung. Ob Beweggründe der auswärtigen Politik mitsprechen, ist undurchsichtig. Für eine solche Annahme scheint zu sprechen, daß der Außenminister Maximos, der zur Zeit in Paris ist, auf die Nachricht von dem Ausbruch der Bewegung feinen Abschied genommen und sich damit deutlich von der jetzigen Regierung distanziert hat. Unter seiner Leitung wurde der engere Anschluß an bie übrigen Balkanstaaten im Balkanbund und die intime Zusammenarbeit mit der Türkei vollzogen, somit an ein System, das den Südosten Europas zu einem geschlossenen Block zusammen- und zu einem mitbestimmenden Faktor der Immerhin war das kleine, kaum fünf Millionen ] Einwohner zählende Griechenland lebenskräftig ge- । nug, um nach der vernichtenden Niederlage am . Flusse Sakkaria im Herbst 1922, die mit der Wiedererrichtung der Türkenherrschaft in Kleinasien und der Austreibung der Griechen aus jenem Gebiet schloß, rund 1,5 Millionen Hellenen auf seinem Boden auszusiedeln. Aber durch diesen Zuzug wurden die Schwierigkeiten Griechenlands fast unerträglich und ganz natürlich kam im Streit um die Ansiedlung der griechischen Flüchtlinge, um die Art der Reformen bald Veniselos und bald die andere Gruppe ans Ruder. Bluturteile gegen frühere Minister wechselten ab mit dem Aufruhr gegen Veniselos oder dem Aufstand unterlegener Veniselisten. Im Jahre 1928 vereinigte die venise- listische Gruppe, die nur dem Namen nach liberal und demokratisch ist, noch rund 80 v. H. aller Stimmen. Sie hatte fast diktatorische Gewalt und hat sie jahrelang ausgeübt, aber im September 1932 verlsr Veniselos die Mehrheit. Die Royalisten holten auf und Veniselos mußte in die Verbannung gehen. Nach mannigfachen Wirren und einem erbitterten Streit zwischen Veniselisten und den Anhängern einer mehr autoritär gerichteten Staatsform kam schließlich in der letzten Zeit der Ministerpräsident T s a l d a r i s zur Macht, der aber die Opposition der Veniselisten im Senat und seine sehr schwache Mehrheit in der Kammer schmerzlich empfand, während die Veniselisten den Aufruhr vorbereiteten, der am Freitag voriger Woche ausbrach. Der Aufstand scheint zu einem Bürgerkrieg größeren Stiles zu führen, dessen Ausgang und Folgen heute noch nicht übersehen werden können. Die legitime Regierungsgewalt hat durch Mobilisierung von Land- und Seestreitkräften umfangreiche Geaen- maßnahmen getroffen, was allein schon zeigt, daß die ursprünglich von der Flotte ausgegangene Bewegung größere Ausmaße genommen und auch einzelne Teile des Heeres mit sich gerißen hat Die Gesamtsituation scheint ungefähr so zu sein, daß es der Regierung T s a l b a r i s Zwar gelungen ist in der Hauptstabt Athen bie Gewalt in ben Händen zu behalten und sie durch standgenchtliche Urteile zu wahren, baß aber bie nach Kreta ausgelaufene meuterische Flotte bort bie Sympathie ber immer zu Unruhen geneigten Inselbewohner gefunben hat und sich bort eine feste Basis für bie Ziele der Bewegung zu schaffen sucht; ebenso scheinen bie Truppen in ben Norbgarnisonen Griechenlanbs wenigstens zum Teil mit ben Aufrührern gemeinsame Sache zu machen, so bah bie Regierung in die unangenehme Lage versetzt werben kann, von zwei Seiten angegriffen zu werben und schließlich einem in heller Empörung stehenden Lanbe sich gegenüber zu sehen. Zweifellos ist es ferner — unb bies ist für bie politische Wurbigung der Vorgänge wichtig —, baß bie Revolution v o n verab'schiebeten Offizieren der Flotte unb bes Heeres ausgegangen ist, also vermunicy von solchen, bie wegen ihrer früheren Teilnahme an bem vor einigen Jahren von bem jetzt in Cannes im Exil lebenben General P I a ft i r a s versuchten, aber mißlungenen Militärputsch aus Heer unb Marine entfernt worben waren. Der aktive Träger ber Revolution ist also bie Armee, deren Zuverlässigkeit schließlich ber letzte Grabmesser *fur Den Bestanb einer Regierungsgewalt bilbet. europäischen Politik zu machen sucht. Da bieses Ziel zugleich eine nicht unwichtige Karte im Spiel ber französischen Diplomatie ist, liegt bie Vermutung nicht ganz fern, baß man in Paris einiges mehr über bie Hintergrünbe ber griechischen Vorgänge weiß. Nicht ausgeschlossen ist auch, baß bie nationale Gärung, bie sich in letzter Zeit in ber griechischen Bevölkerung ber von Italien annektierten Zwölf-Inselgruppe (Dvbekanes) unb auf ber von Englanb einverleibten Insel Cypern sehr lebhaft gezeigt hat, auf bie Stimmung in Flotte unb Armee übergegangen ist unb von ben politischen Gegnern ber Regierung als Trumpf in bas Spiel um bie Macht gemischt würbe. Die Beziehungen Deutschlanbs zu Griechen- lanb waren nach bem von Veniselos herbeigeführten Intermezzo ber Teilnahme am Weltkrieg ungetrübt unb freunbschaftlich. Dies wirb bei bem Fehlen jeben biretten Konfliktstoffes, bei ber gegenseitigen Wertschätzung ber beiben Völker unb bei bem gleichen Interesse an einer weiteren Entwicklung bes Hanbelsaustausches so bleiben, welchen Ausgang auch biete inneren Machtkämpfe nehmen werben. Man wirb beshalb in Deutschlanb in ber Beurteilung ber Vorgänge in Griechenlanb nur ben einen Wunsch haben, baß bem allzu oft von inneren Wirren heimgesuchten Lanbe halb bie Ruhe unb bamit bie Voraussetzung einer völligen lieber- roinbung ber vielen Schöben roiebergegeben wirb, bie auch Griechenlanb aus bem Weltkrieg, aus seinem Zusammenbruch in Kleinasien unb aus ber wirtschaftlichen Verwirrung ber% Welt baoonge- tragen hat. Der Griechen größter Feind ist der Grieche. Diemederzuschlagen, schien sich eine Konsolidierung vor- ......*..... .... zubereiten, die durch die große Popularität des jetzigen Ministerpräsidenten Tsaldaris begünstigt wurde. Aber die Gunst des Volkes wechselt sehr rasch, die Entscheidung wird bei den Waffen liegen. Ob die Führer der militärischen Bewegung ein bestimmtes politisches Ziel verfolgen und von ben vorläufig im Hintergrunb stehenben politischen Gegenspielern ber Regierung Tsalbaris geleitet werben, ist noch unsicher. P last i r a s hat eine solche Verdinbung geleugnet, wäh- renb ber in Kreta lebenbe V e n i s e l o s sich angeb- betreu O r» t> O N 1 6 N Sa Co M lAwkutktra^ * ,a' *** Uk ^Ckaffrts es nun immer wieder, daß Teschen nicht vergessen sei. Sie forderten gerechte Behandlung der polnischen Minderheit in der Tschechoslowakei. Und Prag glaubte, die richtige Antwort dadurch geben zu müssen, daß es diese Minderheit nun erst recht verfolgte, Polen auswies, Zeitungen verbot, polnische Bürger von diesseits und jenseits der Grenze einkerkerte. Da mußte man sich durch die polnischen Gegenmaßnahmen sehr bald belehren lassen, daß man doch nicht in jedem Falle so kann, wie man will. Und man mußte in Prag zu seinem großen Schmerz sehen, daß Polen die Anerkennung als Großmacht doch erreichte, obwohl Benesch alles getan hatte, diese Anerkennung zu verhindern. Die Beziehungen wurden seit dem Sommer 1934 gespannter und gespannter. Zu spät versuchte Benesch, wieder in ein gutes Einvernehmen mit Polen zu kommen, und was er durch seine weise Politik verscherzt hatte, das mußte er erkennen, als Gom - bös kurz nach dem Marseiller Attentat nach Warschau reifte. Er mußte es auch anläßlich der jüngsten außenpolitischen Erklärung Becks sehen, in der kein Wort über die Tschechoslowakei fiel, aber in das beharrliche Schweigen zu diesem Thema ein deutlicher Hinweis auf die guten polnisch-ungarischen Beziehungen eingeflochten wurde. In einer monatelang andauernden Pressekampagne hat Benesch versucht, „Klarheit zu schaffen". Er hat wohl heute diese Klarheit. Nur wird er sein Gefallen daran haben. Und wer die tschechischen Machenschaften gegen Polen, von den Nadelstichen gegen die Minderheit bis zu den Keulenschlägen der Verhinderung militärischer Hilfe, verfolgt hat, der weiß, wer die Schuld trägt an der Spannung zwischen Prag und Warschau. Umbildung der Regierung Gömbös Das Reformprogramm bleibt das alte. Budapest, 4. März. (DNB,) Amtlich. Die Regierung versammelte sich unter dem Vorsitz, des Ministerpräsidenten Gömbös und beschloß auf An- i trag des Ministerpräsidenten ihren Rücktritt. Den Beschluß des Ministerrats brachte Ministerpräsident Gömbös unverzüglich dem Reichsoerweser zur Kenntnis, der den Rücktritt annahm und gleichzeitig mit der Bildung des neuen Kabinetts den bisherigen Ministerpräsidenten Gömbös betraut. Die neue Regierung wird wie folgt zusammengesetzt sein: Ministerpräsident und Kriegsminister: Gömbös, Minister des Aeußeren: von K a ny a, Finanzminister: F a b i n y i, Ackerbauminister: D a r a n y i, Justizminister: Lazar, Inneres: Nikolaus von Kozma (neu), an Stelle von Kerefztes-Fischer, Kultus und Unterrichtsminister H o m a n, Handelsminister: Geza Borne m i s sz a (neu). Die Regierung wurde zum Rücktritt von der Absicht bewogen, der im Verlauf der letzten Monate künstlich angefachten politischen Unruhe und der infolgedessen entstandenen politischen Unsicherheit, die sich sowohl in den außen- wie in den innerpolitischen Interessen des Landes nachteilig geltend machte, ein Ende zu fetzen. Gleichzeitig sollte Gelegenheit geboten werden, daß die zu bildende neue Regierung im Besitze des Vertrauens des Staatsoberhauptes, die 3um Besten des Landes so notwendige einheitliche und zielbewußte Linienführung in den außenpolitischen wie den inneren Problemen sichere. Ministerpräsident Gömbös erklärte, auch das neue Kabinett betrachte den nationalen A r - beitsplan als Grundlage seiner Zielsetzungen. Die allgemeine Richtung der innerpolitischen Zielsetzung und der Wirtschaftstätigkeit der Regierung werde beibehalten. An erster Stelle stehe die Verwirklichung der sog. konstitutionellen Reformen (Ausdehnung der Machtbefugnisse des Reichsverwesers, Wahlrechtsreformvorlage, Reform des Oberhauses und des Presserechts), ferner Durchführung von siedlungspolitischen und von Fideikommiß-Re- formplänen sowie Jnteressenvertretungsgesetz und Dolkserziehungsreform. Diese Pläne bilden, wie Gömbös betonte, ein organisches Ganzes. Ihre Verwirklichung dürfe nicht dadurch behindert werden, daß sie zum Gegenstand politischer Aktionen gemacht würden. Deutschland in der Weltwirtschaft. Eine Kundgebung des Wirtschaftspolitischen Amts der NSDAP, auf der Leipziger Messe. Leipzig, 4. März. (DNB.) Die Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, veranstaltete wahrend her Leipziger Messe, am 4. März, abends, in einer Halle des ßeipsiger Messegeländes eine große Kundgebung, die unter dem Motto stand: Deutschland in der Weltwirtschaft! Namens der Sta'dt Leipzig begrüßte der Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. Goerdeler die Anwesenden, lieber „Deutschland in der Weltwirtschaft" kann da besonders wirksam gesprochen werden, wo das, was wir sehen und das, was wir hören, von innerer Verbundenheit mit der Weltwirtschaft Zeugnis ablegt. Das ist in den großen deutschen Seestädten, in den großen Handelsstädten des deutschen Binnenlandes der Fall. Hier ist die Arbeit von vielen Jahrhunderten in den Anlagen und Verkehrsmitteln verkörpert, die einen Sinn nur haben, wenn wir in die Welt hin- a u s w o l l e n , und deren Zweck es ist, die Verbindung mit der Weltwirtschaft herzustellen und lebendig zu erhalten. Unser Lebensstandard ist davon abhängig, in welchem Maße wir hochwertige Erzeugnisse" deutscher Köpfe und Hände auf dem Weltmärkte absetzen und uns dafür solche Güter beschaffen können, die entweder nur anderwärts zu haben sind oder die nun einmal unter anderen, bei uns nicht vorhandenen klimatischen Bedingungen ein-facher, besser und billiger entstehen. Die Preise für ausländische Rohstoffe sind zum größten Teil von Tatsachen abhängig, auf die wir nur einen bescheidenen Einfluß nehmen können. Anordnungen des Reichskommissars für Preisüberwachung können also nur Vorsorge treffen, daß Preisbewegungen auf dem Rohstoffmarkt nicht zu spekulativen oder unlauteren Preisbildungen auf dem Binnenmarkt ausgenutzt werden. Es ist bekannt, daß der deutsche Preisspiegel im Durchschnitt wesentlich über dem Stande der Weltmarktpreise liegt. Diese Tatsache stellt zwei Forderungen an uns: 1. Wir müssen unsere Preise dem Weltmarktpreise wieder näher bringen. Je besser und schneller uns das gelingt, um so größer ist die Absatzfähigkeit deutscher Erzeugnisse in der Welt, um so mehr deutsche Menschen können wir mit der Herstellung solcher für die Wett bestimmter Erzeugnisse beschäftigen. 2. Die Abfatzfähigkeit deutscher Erzeugnisse ist um so aussichtsreicher, je besser die Beschaffenheit der deutschen Ware im Verhältnis zum geforderten Preis ist. Sind wir in der Beschaffenheit so überlegen, daß in ihr ein dem höheren Preis entsprechender Mehrwert an Leistungen oder Benutzungsdauer vorhanden ist, so ist auch der höhere Preis durchsetzbar. Wenn Deutschland in der Weltwirtschaft seinen Platz wiedergewinnen will, dann muß es auf die geistige, technische und handwerksmäßige Ausbildung feiner Menschen den größten Wert legen. Organisches Denken und damit schöpferisches Handeln setzt immer Charakter voraus. Und nur wenn das deutsche Volk die ihm geschenkten Möglichkeiten organischer ersaßt, wenn es Arbeit nicht als Last, sondern als Inhalt des Lebens und als Trägerin jedes Fortschrittes und jedes Emporringens erkennt, dann kann es zu jener Harmonie aller Fähigkeiten und Kräfte gelangen, deren wir für das Ringen auch in der Weltwirtschaft bedürfen. Eine so gewonnene Harmonie in L e i st u n g u m z u s e tz e n , die in der Welt sich wieder ihren Platz erringt, ist nur der Persönlichkeit und nur beschränkt dem Reglement gegeben. Die höchsten Energien entfaltet ein Volk, das in ebenso eiserner wie selbstverständlicher nationaler Disziplin, in straffer Ordnung der grundsätzlichen Lebens- und Wirtschaftsregeln dem einzelnen freie Bahn zur Entfaltung seiner Kräfte läßt und ihn anfeuert, diese Kräfte im täglichen Ringen um Leben und Fortschritt einzusetzen, zu stählen und zu stärken. Mit einer gewissen Sorge sehe ich, daß wir seit Jahren Gefahr laufen, dem Träger solcher Leistung, der Persönlichkeit, den Boden zu entziehen. Die Bewertung nach Leistung setzt eine Auslese voraus nach Tüchtigkeit, nach Können, nach Fleiß und Charakter. Jeder Reichskommissar für Preisüberwachung wird das ©einige dazu tun müssen, um in dem enger gewordenen Raum die Spiel- und Kampfregeln anständig zu gestalten und der Wirtschaft Selbstverwaltung und Selbstverantwortung zu schaffen. In diesem Raum müssen dann diejenigen, die es können, im anständigen Wettbewerb um beste Leistungen dem deutschen Volke die bestmögliche Lebenshaltung verschaffen dürfen. ReWbandräfident Sr. Schacht führte dann als nächster Redner u. a. folgendes aus: Wirtschaftspolitik ist keine Wissenschaft, sondern eine K u n st. Das Können bedingt zwar die volle Kenntnis von Handwerkszeug und Methoden, aber es ist begründet in Seele, Glaube, Hingabe, Willen, mit einem Wort in dem, was man Weltanschauung nennt. Darum gibt es eine nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, so gut wie es eine merkantilistische oder eine libe- ralistische Wirtschaftspolitik gegeben hat Darum ist es eine Irrlehre, wenn man von exakten Wirtschaftsmethoden und' von unveränderlichen Wirtschaftsgesetzen spricht. Der Wirtschaftspolitiker muß auch scheinbar Unmögliches möglich machen können. Es ist diese geistige Kraft der nationalsozialistischen Bewegung, die jetzt die Welt zum Nachdenken bringt. Zahllose materielle Interessenten erheben mancherlei Bedenken, die auf den ersten Blick Eindruck machen mögen. Revolutionen sind aber keine Doktordissertationen, und in der nationalsozialistischen Revolution wird genau wie bei allen Revolutionen manches mit umgerissen, das mehr zufällig als verdient fällt. Auch mögen liebereifer und heilige Einfalt einzelner hier und da Schaden anrichten, den auch die Regierenden zu leiden haben. Wenn der Nationalsozialismus mit Recht das Sichbreitmachen fremraffigen Wesens in Staat und Kultur ausmerzt, so heißt das nicht unterschiedslos jeden Juden vernichten, und wenn freimaureriscffe Heimlichtuerei mit Recht abgetan wird, so gilt deshalb nicht jeder Freimaurer als Landesverräter. Aber Mißgriffe dieser Art sind vergängliches Beiwerk, das noch keiner Revolution gefehlt hat. Was Revolutionen an geistigen Großtaten heroorbringen, bleibt, und das große geistige Gut der nationalsozialistischen Revolution wird seinen unvergänglichen Siegeslauf durch die Geschichte halten Alle Kritik der ausländischen presse an den Formen und der Einheitlichkeit dieses Lebenswillens trifft ins Leere. Darum sind auch die Versuche, dauernd Gegensätze zwischen den einzelnen Führerpersönlichkeiten der Bewegung oder der Reichsregierung zu konstruieren, abwegig. Ich kann Ihnen versichern, daß alles, was ich sage und tue, die absolute Billigung des Führers hat, und daß ich nichts tun und sagen würde, was feine Billigung nicht hat. Hüter der wirtschaftlichen Vernunft bin nicht ich, sondern der Führer. Die Stärke des nationalsozialistischen Regimes liegt eben in der einheitlichen Willenslenkung durch den Führer und in der begeisterten und bedingungslosen Hingabe seiner Mitarbeiter und des Volkes an ihn. Die Wirtschaftskrise der Wett verschärft sich fast von Tag zu Tag. Die Ursache liegt in den politischen Auswirkungen des Weltkrieges. Deutschland hat alles getan, um feine Schulden abzuzahlen. Das Ausland hat aber den (Erfolg dieser Anstrengungen durch seine Handelsrestriktwnen und Währungsdumpings vereitelt. Außerdem ist ein Teil unserer Gläubigerstaaten zu dem System der Clearings übergegangen und hat damit unseren Transithandel säst vollständig zum Erliegen gebracht und durch Bürokratismus und Formularwirtschaft den fremden Käufer abgeschreckt, in Deutschland einzukaufen. Die zwangsläufige Folge ist, daß wir f ü r unsere Ausfuhr immer weniger freie Devisen erlangen, um Rohstoffe aus denjenigen Ländern zu kaufen, denen gegenüber wir im Warenaustausch passiv sind. Infolgedessen entsteht für uns die Zwangslage, auch diesen Ländern gegenüber den zweiseitigen Verkehr in Anwendung bringen zu müssen. Es liegt in der Ralur dieser Entwicklung, wenn unsere durch den neuen plan gekennzeichnete Politik der Selbstbehauptung umwälzende Wirkungen haben muß. Niemand würde es mehr begrüßen als wir, wenn die Voraussetzungen zur Wiederherstellung des mehrseitigen Handels geschaffen werden konnten. Solange diese Voraussetzungen indessen nicht bestehen, sind wir aus Gründen unserer Selbsterhaltung gezwungen, unsere Stellung als Rohsiofskonsument mit vollem Gewicht in die Wagschale zu werfen und nur dort zu kaufen, wo man gewillt ist, unsere Produkte abzunehmen. Die Losung des deutschen Schuldentransferproblems ist nur auf zwei Wegen möglich, entweder Herabsetzung von Zins und Amortisation unserer Anleihen im Zusammenhang mit einer zeitweisen Stundung J^er ausreichende Erhöhung des deutschen Exportüberschusses. Ich freue mich, daß der Leiter der Vertragsabteilung im amerikanischen Staatsdepartement, Mr. Grady, ein Kompromiß aus beiden Maßnahmen empfiehlt. Das würde sich mit dem Wege decken, den ich wiederholt unteren Gläubigern empfohlen habe, nämlich den deutschen Anleihedienst für einige Jahre aus- zusetzen und ihn danach zu maßvollen Zinsen wieder aufzunehmen. Die dazwischen liegende Zeit müßte dazu verwandt werden, um den normalen internationalen Handelsverkehr wieder aufzubauen. Die in der Zwischenzeit aufla enden Zinsen konnten fundiert und der Anleihe zugeschlagen werden. Um unseren ehrlichen Willen zu bekunden, gehe ich soweit, das Wiederaufleben aller ursprünglichen Rechte der Anleihegläubiger zuzugestehen, wenn ein solches Abkommen von uns später nicht eingehatten werden sollte. Der Wille, unser Schicksal selbst in der Hand zu hatten, ist bestimmend gewesen für die Einführung des sog. „Neuen Planes". Der Grundsatz dieses Planes lautet: Nicht mehr kaufen als bezahlt werden kann und in erster Linie das kaufen, was notwendig gebraucht wird. Wir find durch den Winter glatt hindurchgekommen mit gesteigerten Produktionsziffern und einer sehr geringen saisonmäßig bedingten Steigerung der Arbeitslosenziffer. Allerdings ist es sehr schwer gewesen. Das Haupthindernis des Neuen Planes bleiben die Clearingsverträge. Der Grundsatz, nicht mehr zu kaufen, als Devisen vorhanden sind, wird nämlich durch sie fortlaufend durchlöchert. Es hat sich auf den Verrechnungskonten bereits eine deutsche Neuverschuldung von über einer halben Milliarde Mark entwickelt, die uns zwar devisenmäßig nicht bedrückt, weil ihre Bezahlung nur in Waren verlangt werden kann, die aber doch psychologisch wenig erfreulich ist, weil sie wiederum den Eindruck erweckt, als ob Deutschland rückständige Warenschulden sich wieder ansammeln läßt. Im Gegensatz zu dem Clearing Land ohne Nacht. Von Ioses Ponten. Wir sind in der Dänemarkstraße zwischen Island und Grönland. Sie ist so breit, wie etwa Bremen von Berlin entfernt ist. Der Polarkreis wird überschritten. Wir fahren in der offenen Trift des Island umschlingenden Golfstromarmes — ein anderer und der stärkere Arm des Jslandarmes hat sich südlich von Island in Richtung Amerika zurück- gebogen — dünn ist der verbleibende Rest des Stromes, und ttnks von uns streicht der eiskalte Polarstrom her. Von Grönland ist nicht zu sehen und wäre auch nichts zu sehen, wenn die (Entfernung es zuließe. Denn wie der Strom auf dem Meere Grönland mit Eis blockiert, so blockiert er es in der Luft mit Nebel. Katt scheint es von Westen herzustreichen, man meint, die Ausstrahlung des erdteilgroßen Eisschildes über Grönland zu fühlen, man riecht Eis, man riecht Grönland. Das laute Treiben einer mäßigen Schiffsgesellschaft ist verstummt, man hat sich in warmes Zeug gewickelt. Das Meer ist grau, monoton und unendlich, nasser Nebel steht in der Luft und belastet die Augenwimpern. Am anderen Tage verdichtet sich links der Fahrt der Nebel — wir sind auf der Höhe des europäischen Nordkaps — zu einer ungeheueren, nicht hoch über der Erde liegenden Wolkenbank, sie läßt wenigstens den Fuß des bergigen, einsamen Landes, das sie überlagert, frei und uns sehen — die Insel Jan Mayen. Wir dürfen uns mit dem Wenigen, diesem Fußküpfen des Wolkenkleides sozusagen, zufrieden geben, denn für gewöhnlich bleibt die Insel verhüllt. Wir können dunkle vulkanische Grate und Linien ahnen und wiederum einen „Eisberg", wiederum die atmosphärisch-massive Verkleidung eines toten Vulkans sehen oder zu sehen meinen. Unbewohnt ist das Eiland. Noch zwei Tage pflügt der Dampfer, fast Nord- kurs haltend und das vom großen, über die Farör- fchwelle gegangenen Goldstromarm offengehaltene Eismeer aufsuchend, das grüngraue Wasserfeld, ewig und stetig rauscht die Bugwelle, so gleichmäßig wie die Uhr klopft. Schon sind wir auf der Höhe der nördlichen Kaps von Sibirien und Asien, und es ist vom stillen Dasein am sauberen Bord des blanken Schiffes nichts zu verzeichnen, als daß man das Schlafengehen verspätet. Man schaut auf die Uhr, es ist fast Mitternacht, und noch immer ist Tag, grauer Tag freilich, aber Tag. Und nun wird es überhaupt nicht mehr Nacht, Um Mitternacht sieht man eine bleiche Sonne nahe am Horizont, sie beschreibt, hinter Dunstschleiern zu erraten, einen Kreis am Himmel, aber sie taucht nicht mehr ins Meer. Der Unerfahrene wird sich denken, der monatelange Polartag dieser sommerlichen Jahreszeit müsse schon, das Fehlen der Nacht angenehm sein — aber es ist quälend. Man schläft ein — es ist Tag, man wacht im Schlafe auf — es ist Tag, man erhebt sich morgens (nur die Uhr sagt, daß es Morgen ist) — es ist Tag. Nicht Ausgeschlafenheit kündet einem ohne Uhr den Morgen, diese uns fast als Störung der Natur erscheinende geographische Gegebenheit hat auch unser gewohntes Leben gestört. Man hat sich mit der fehlenden Nacht um die zugemessene Ruhe betrogen. Man sehnt sich — es ist, als ob die Körperorgane sich sehnten nach dem starken Gesetz der unerbittlichen Weltuhr, das auch ihnen ihr Recht läßt. Ein gewisser Mißmut ist in einem, und die ganze Reisegesellschaft ist mißlaunig. Eines Morgens schwimmen zahlreiche Eisschollen bugvorauf, das Schiff tritt in die weiße Herde ein, die auseinanderzutreten scheint, wie wenn man auf einer Straße einer Schafherde begegnet. Aber die Herde wird dichter, und die Individuen werden größer, man sieht grünliches Eis, Meereis, Eis als Salzwasser; aber auch bläuliches Eis, und man mag wissen, daß es Gletschereis ist, Eis aus Süßwasser, und also von einem Lande stammend, das man in der Nähe vermuten kann» das man aber in nebel- verhängter Kimme nicht sieht. Und plötzlich gibt es einen Ruck, das Schiff, das schon mit sehr langsamem Kurse fuhr, stoßt gegen eine große Scholle und stoppt. Die Scholle gibt den Stoß weiter und knirscht dahinten laut an anderen Schollen auf, ein unheimliches Knirschen geht durch die stille Wett — die Polarwelt hat aufgeknirscht. Nie wird man diesen Ton vergessen, Ton aus Weltenmund. Und nie wird man den Stoß vergessen, der durch das Schiff ging, als es an dieser unerbittlichen Grenze anlief. Vor uns dehnt sich weit das Eisfeld, leicht schwankend, leicht schaukelnd, in der Ferne schon starr, mit Krusten und aufgcfrempelten Rändern die Raine der weißen Felderflur bezeichnend. Vor uns also liegt der Pol. Oh, gar nicht so weit. Etwa tausend Kilometer weit, so weit nur wie der Durchschnitt Deutschlands lang, wie Rügen von der Zugspitze entfernt ist, liegt der geheimnisvolle Pol, wir sind auf 80° 25' nordöstlich und 10° 50' östlich. ®or uns das stumpfweiße, von Randkränzen seiner Schollen und einigen auf die großen gesetzten kleinen Schollen belebte Eisfeld Vorn Nebel und hinten und hoher von Wolken überlagert, und die Ferne sich verlierend in Nebel und" Wolkendunkel. Ein schwarzer Strich am Himmel im Norden vor uns ist wohl ein „Wasserhimmel", Widerschein einer großen Wake im Eis, aber für uns, für die Empfindung steht er am Himmel hingezeichnet, als wollte er ein wahres Ende der Welt bedeuten: Strich! Aus! Man ist leicht enttäuscht ... Wir halten südostwärts auf Spitzbergen zu. Am Nachmittag kommt die Sonne hervor. Wir treten in die Rote Bai ein, die man nicht jedes Jahr eisfrei findet. Eine zwanzig Kilometer lange, fünf Kilometer breite, genau von Norden nach Süden streichende Meerbucht nimmt uns auf. Auf der Westseite besteht sie aus Gneis, und die westliche Wand ist völlig von gewaltigen Gletschern durchmodelliert, die bis in das Meer reichen. Die fast geschloffene Ostseite aber ist alter roter Sandstein, jetzt gerade von der Abendsonne angeglüht (von ihm hat die Bai den Namen), der wasserdurchlässig ist, und auf solcher Unterlage bilden sich kleine' Gletscher, ein »Merkwürdiger, landschaftlich im höchsten reizender Gegensatz. Vom Widerschein der roten Wand ist das Wasser leicht rot, im Westen aber grün von der Farbe der hohen, mauergleichen, grünen Gletscherenden. Das Wasser ist eben wie ein Teich — aber jetzt wellt es, denn eine aufrechtstehende Schicht des Gletschereises, haushoch und an Masse ein Haus, brach vom Gletscher unter einem so plötzlichen Knall, wie wenn eine Kanone abgefeuert wird, los und stürzte in die See. Tausend Vögel flattern schreiend und kreischend von ben Felsen der Gneisseite auf, aber bald beruhigt sich wieder diese einsame Natur! die Echos des Donners sind verrollt, die Vögel fallen wieder ein, das Wasser glättet sich — und da liegt vertraut ein Seehund auf einer Scholle in der Sonne. Wir durchfahren die Bucht in einem Boote (das Schiff liegt draußen), der Seehund, welcher Menschen und ihre Gefährlichkeit nicht kennt, läßt sich durch uns nicht stören. Und wir tun ihm nichts. Unvergleichlich großartig stehen die grünen und blauen Abbruchwände der Gletscher da, die in scheinbar starrem Fluß aus unbekannten toten Gebirgen herabkommen, und in der Bucht bei niedriger später Sonne ist ein Farbenspiel von Dunkelrot der Sandsteinwand, Grün und Blau der Gletscherenden, Bleichblau als Widerschein des Nordhimmels im glatten Wasser, das man als unverlierbaren Besitz von bannen nimmt. Tiefer erscheint die Stille und Ruhe in diesem nur von Tieren, nicht von Menschen bewohnten Lande, die Welt ist einsam wie in Urtagen, und der Reisende ruht aus, ruht tief aus von den Menschen und ihrem lauten Getriebe weiter unten in der besiedelten Wett, von den Menschen und sozusagen von sich selbst ,/Jungfrau gegen Mönch/- Um den etwas rätselhaften Titel dieses Lust- spielchens zu erklären: die „Jungfrau" und der „Mönch" sind zwei Hotels in einem schweizerischen Kurörtchen, deren Besitzer, abgesehen von der naturgegebenen Konkurrenz, einen bereits seit 150 Jahren währenden Prozeß miteinander führen, dessen Ende zur Freude der beteiligten Anwälte noch gar nicht abzusehen ist. Erst als der Besitzer der „Jungfrau" eines Tages das Zeitliche segnet und einer- entfernten Verwandten, einer jungen Lehrerin, das Hotel samt dem darauf lastenden Prozeß als Erbschaft vermacht, nehmen £>ie Dinge eine einigermaßen dramatische Wendung dergestalt, daß der Krieg zwischen den feindlichen Häusern aufs neue entbrennt, hitzige Schlachten entfesselt und am Ende durch eine Verlobung der beiden Besitzer glorreich beendet wird. Die Sache kommt unter der Regie von E. W. (Emo ziemlich behäbig und umständlich in Fluß, ergibt aber später allerlei ergötzliche Situationen, die die Besucher angenehm erheitern. Paul Richter, der vor vielen Jahren als Siegfried in den „Nibelungen" den Drachen erschlug, hat sich mittlerweile in einen feschen Hotelbesitzer verwandelt. Dorit K r e y s l e r vertritt mit Energie die jungfräulichen Interessen und kapituliert in allen Ehren erst im letzten Augenblick. Ida W ü st, scharmant wie immer, Eric Ode, Fischer- Koppe und Werner Finck tun sich im Ensemble hervor. — Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus das Lustspiel „Lottchens Geburtstag"; wir kennen es von der Bühne her, aber es tut auch auf der Leinwand feine drastische Wirkung und erregt verständnisvolle Heiterkeit Massenpsychose. Psychologisches Seminar in der Universität T. Die Hörer sind fast alle Lehramtskandidaten, und Professor Danksch hat deshalb Sonderübungen über das Thema „Moderne Pädagogik und kindliche Lüge" angekündigt. „Meine Herren", sagt er, „bevor ich beginne, eine Frage: Wer von Ihnen hat die beiden letzten Kapitel meines Buches »Kindliche Lüge als Massen- Psychose* gelesen?" Sämtliche Hörer heben die Hand. „Das ist ja ausgezeichnet!", ruft der Professor. „(Einen besseren Anknüpfungspunkt kann ich mir gar nicht denken, meine Herren. Das Buch ist nämlich noch gar nicht erschienen." H. R. hat sich die Form des deutsch-englischen Handelsabkommens durchaus bewährt, die Abtragung der Schuldenrückstände aus dem Warenverkehr macht erfreuliche Fortschritte. Außer den Clearingsabkommen haben unseren Export behindert die mangelnde Kauffähigkeit der Rohstoffländer, die hohen Zölle fast des gesamten Auslandes, die zunehmende Kontin- g e n t s p o l i t i k bei unseren Abnehmern und nicht zuletzt die Währungsentwertungen und .schwankungen der verschiedenen Länder. Wenn wir trotzdem nicht weiter im Export zurückgeworfen worden sind, als dies praktisch geschehen ist, so bedeutet dies eine Anerkennung der deutschen Qualitätsarbeit und zeigt gleichzeitig, daß unsere Mühe um die Steigerung des Exportes nicht vergeblich zu fein braucht. Die Lage unserer Ausfuhr ist gewiß schlecht. Aber sie ist nicht wesentlich schlechter als in den übrigen Ländern auch. Zwar ist der deutsche Anteil am Welthandel in den letzten, beiden Jahren leicht zurückgegangen. Das erklärt sich aber zu einem erheblichen Teil daraus, daß bei den großen Kolonialmächten, insbesondere bei Großbritannien und Frankreich, der Handel zwischen Mutterland und Kolonien bezw. Dominien sich relativ gut gehalten hat, da es innerhalb dieser geschlossenen Währungs- und Wirtschaftsgebiete ein Transferprobtem nicht gibt und der Austausch von Rohstoffen und Fertigfabrikaten innerhalb dieser Gebiete ein vollständigerer ist als bei Deutschland. Dabei zeigt sich immer klarer, daß für einen Industriestaat der Besitz kolonialer Roh- ftoffgebrete als Ergänzung seiner heimischen Wirtschaft unerläßlich ist. Auch das frühere Deutschland hat mit seinen Kolonien immer nur wirtschaftliche Ziele verfolgt. Die deutschen Kolonien waren keine militärischen Stützpunkte, keine R"krvtierunqsaebiete für die heimische Armee. Deutschland hat seine Kolonien wirtichaftlich und kulturell besser entwickelt als andere Länder, wenn Deutschland seine Kolonien hätte, würde das Transtervroblem Deutschland unendlich viel leichter sein, weil es einen erheblichen Teil seiner Rohstoffe, die es heute in ausländischer Valuta bezahlen muß, im Rahmen seines eigenen währungsbereiches erzeugen könnte. Der Nationalsozialismus sieht in geregelten Wirtschaftsbeziehungen der Völker untereinander einen wesentlichen und unentbehrlichen Kulturfaktor und ist deshalb bereit und gewillt, das Seinige zum Wiederaufbau des Welthandels beizutragen Deshalb erkennt das nationalsozialistische Deutschland seine Auslandschuldverpflichtunqen, obwohl sie in ihrer jetzt noch vorhandenen Höhe ausschließlich reparationsbedingt sind, als bindend an Der Nationalsozialismus lehnt aber die Erfüllungspolitik um jeden Preis, mit der frühere Negierungen Deutschland an den Rand des Bolschewismus gebracht haben, auch auf wirtschaftlichem Gebiet strikt und kompromißlos a b. Der Zahlungswille Deutschlands, der nur durch Warenlieferungen betätigt werden kann, bedingt einen Annahmewillen der Gläubiger für diese Waren. Dieser Annahmewille hat gefehlt und» f e h l t h e u t e noch wie die Einfuhrrestriktionen und die Währungsdumpings beweisen. Internationalen Kredit hält auch der Nationalsozialismus für ein unentbehrliches Hilfsmittel des Welthandels, aber er wehrt sich gegen den Mißbrauch solchen Kredites zu einer bloßen Verschleierung des vorhandenen Spannungszustandes So lange deshalb durch Förderung des deutschen Exports ober durch Reduzierung der Schulden kein Ausweg geschaffen ist, wird das nationalsozialistische Deutschland sich darauf konzentrieren, sich aus eigener Kraft zu erhalten. Sie alle kennen unsere Bemühungen zur Steigerung der deutschen Produktion an Jnlandrohstoffen, nicht um irgendeinem Autarkieideal zu fröhnen, sondern aus Selbsterhaltungstrieb. Auf der anderen Seite glauben wir, durch unsere Politik der Geschäftsbelebung im Innern auch dem Wiederaufbau der Weltwirtschaft vorzuarbeiten nach der nationalsozialistischen Devise, daß erst geordnete Nationalwirtschaft eine geregelte Weltwirtschaft bringen kann.. Leider verlockt die lebhafte deutsche Jnlcmdkon- tunktur manche Industriebetriebe zur Vernachlässigung des Exports. Die deutsche Jnnen- konjunktur ist eine vom Staat und mit staatlichen Mitteln herbeigeführte Konjunktur sie ist nicht das Verdienst der deutschen Unternehmer. Ohne die Leistung des deutschen Industriellen verkleinern zu wollen, möchte ich doch hier nachdrücklichst auf die Pflichten aufmerksam machen, die dem deutschen Unternehmer aus den Anstrengungen erwachsen, die der Staat für ihn macht. Der nationalsozialistische Staat hat es mit Recht abgelehnt, selber zu wirtschaften und beschränkt sich stattdessen auf die Lenkung der Wirtschaft. Das verleitet nun leider manche Unter- nehmerkreise dazu, die Sicherung ihrer Existenz vom Staat zu erwarten. Die weitgehende Siche- rung, die der Bauer durch die aus ganz anderen Gründen erfolgte grundsätzliche richtige Erbhofgefehgebung erfahren hat, scheint hier und da den Wunsch auch anderer kreise auf dauernde Sicherung ihrer Lebensansprüche geweckt zu haben. Die absurde Idee vom gewerblichen Erbhof ist erst kürzlich aus berufenem Wunde zurückgewiesen worden. Leider wirken auch die Lehren vom ständischen Aufbau in vieler Beziehung mißverständlich. Es fällt dem Rationalsozialismus nicht ein, an die Stelle des von ihm zertrümmerten klaffen st aates nun etwa einen kastenstaat zu fetzen und neben den erblichen Bauern oder erblichen Industriellen den erblichen Arbeiter zu stellen. Die Verantwortung des einzelnen für fein wirtschaftliches Geschick, die Möglichkeit des Aufstieges darf niemals ausgefchaltet werden, wenn die wirtschaftliche Leistung erzielt werden soll, ohne die der Staat nicht existieren kann. Wan kann nicht ohne Schaden für das Gesamtwohl den Fleißigen bestrafen und den Faulen prämiieren wollen. Der Rationalsozialismus wünscht gleiche Anstrengungen eines jeden nach feiner Kraft, nicht aber Prlvileglenwirtfchaft. So sucht das nationalsozialistische Deutschland inmitten einer irregeführten und hin und her schwankenden Wirtschaftswelt einen festen Punkt zu schaffen, von dem aus es bereit und willens ist, seinen Anteil am Wiederaufbau des Welthandels zu leisten. Der Geist der Leipziger Messe ist völkerverbindend. Das imponierende Bild, das auch die diesmalige Leipziger Frühjahrsmesse bildet, muß Ihnen zeigen, daß deutsche Wirtschaftskraft, deutscher Kaufmannsgeist, deutsche Solidität und deutsche Leistung im Schutze des nationalsozialistischen Regimes ihre alte Wirksamkeit behaupten. Schlußwort Bernhard Köhlers. Nach den mit starken Beifall aufgenommenen Ausführungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht hielt der Leiter des Wirtschaftspolitischen Amtes der NSDAP. Bernhard Köhler die Schlußansprache. Er wies auf den Sinn der Kundgebung hin, der darin liege, die Einheitlichkeit und die Einmütigkeit in der deutschen Wirtschaftspolitik zu unterstreichen. Das Vertrauen des deutschen Volkes zum Führer sei nicht zu erschüttern. Nationalsozialistische Politik werde nicht mit Richtungen und Systemen gemacht, sondern mit Männern. Das bedeute, daß jeder, den das Vertrauen des Führers an einen verantwortungsvollen Platz gestellt habe, seine ganze Kraft und Persönlichkeit für seine Aufgaben einsetze. Es gibt in Deutschland nur eine Politik und eine politische Richtung, und das ist diejenige Adolf Hitlers. Wer wissen will, welchen Weg die deutsche Politik gehen wird, der braucht sich nur zu fragen, wo der wahre Vorteil und die Ehre des deutschen Volkes liege, und er wird stets wissen, mit welchen Maßnahmen und mit welchen Schritten er zu rechnen hat. Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik könne nicht anders fein als sozialistisch, sie habe bereits bewiesen, daß sie unter Sozialismus nicht die Irrlehren verstehe, die Kapitalismus als Eigentumswirtschaft und Sozialismus als Enteignung darstellten. Das deutsche Volk sei kein Arbeitnehmervolk und nicht der Proletarier der Weltwirtschaft, sondern ein Arbeitervolk. Der Glaube des deutschen Volkes an den Sozialismus sei der Glaube an sein Recht. Rintelen über die Beziehungen ter tefben zueinander gesprochen habe. Er hat den Eindruck gehabt, daß die beiden gut miteinander gestanden hätten. Der nächste Zeuge, Ingenieur Spritzer, der mit Dr. Rintelen am Montag, dem 23. Juli, beim Mittagessen zusammen war, bestätigt, daß Dr. Rintelen keine Aeußerung gemacht habe, die auf die bevorstehenden Ereignisse des 25. Juli schließen ließe, er habe ihm vielmehr gesagt, er möchte am liebsten sofort aus Urlaub gehen. Der Student Victor von der Lippe, ein früherer Angehöriger des Heimatschutzes, der in Rom viel im Hause Dr. Rintelens verkehrt hatte, erklärte, daß der schon mehrfach genannte Student Spitzy in 9lom seinerzeit auch bei dem österreichischen Gesandten beim Vatikan Kohlruß ziemlich häufig verkehrt habe. Ein Abkommen zwischen Italien und Abessinien über eine neutrale Zone bei !tal-!lal. London, 4. m-ir, (DRB.) wie Reutet meldet, hat die italienische Regierung der britischen Regierung mitgeteilt, daß ein Abkommen zwischen Italien und Abessinien abgefchlossen worden fei z u r Errichtung einer neutralen Zone in der Gegend von Ual-Aal. um neue Scharmützel an der Grenze zu verhindern. Aus aller Wett. Bis zu 31 Grad Kälte in Schlesien. Schlesien, das sich zur Zeit unter einer geschlossenen Schneedecke befindet, die im Flachland vielfach 20 Zentimeter erreicht, und in den Kammlagen der schlesischen Gebirge zwei Meter überschreitet, hat im Bereich der offenen arktischen Kaltluftmassen ungewöhnlich strenges Frost weiter zu verzeichnen. Der Reichswetterdienst meldet aus Breslau- Krietern minus 18 Grad, aus Liegnitz minus 21 Grad, aus Oberschreiberhau minus 22 Grad und aus Groß-Iser die bisher in diesem Winter tiefste Temperatur von minus 31 Grad. Wirbelsturm in Texas und in Louisiana. Ein Wirbelsturm, der die kleine Stadt For- ney in Texas schwer heimgesucht hat, richtete auch in verschiedenen Gegenden von Nordost-Texas sowie in Winnfield in Louisiana großen Schaden an. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, darunter auch das aus Holz bestehende Rathaus in Winnfield. Mehrere Personen trugen Verletzungen davon. Die „Lindenwirtin" zur letzten Ruhe bestattet. Aennchen Schuhmacher, die Lindenwirtin am Rhein, wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Stadt Godesberg zur letzten R u h e b e st a t t e t. Die Volkstümlichkeit der in den Liedern so viel besungenen Lindenwirtin kam in vielen Kranzspenden zum Ausdruck. In dem Leichenzuge, dem die SA.-Kapelle von Godesberg voranschritt, sah man u. a. die Chargierten von mehr als 20 Korporationen der Universitäten Bonn und Köln, ferner die Anverwandten der Verstorbenen, sowie Vertreter der Behörden. Drei weiß gekleidete Mädchen trugen die vielen Bänder, die der Lindenwirtin zu ihren Lebzeiten verliehen worden waren. Aennchen Schuhmacher fand auf dem Godesberger Burgfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Schlimme Folgen eines kindersireiles. Ein neunjähriger Junge in Neuwied war mit einem Mädchen in Streit geraden. Dabei schlug das Mädchen den Jungen mit einer Handtasche, in der sich eine Flasche befand, über den Kopf. Der Junge brach bewußtlos zusammen und starb nach einigen Tagen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Schwere Bluttat eines Eifersüchtigen in Dijon. Im Laufe einer Eifersuchtsszene versuchte ein 32 Jahre alter Reisender in Dijon seine Frau und seine drei Kinder zu erschießen. Er traf jedoch nur seine fünfjährige Tochter, die tödlich verletzt wurde, während seine Frau und die anderen beiden Kinder sich durch ein Fenster ins Freie retten konnten. Als die Polizei erschien, schoß der Reisende auf die Beamten und verwundete einen von ihnen tödlich und einen zweiten leicht. Darauf richtete er die Waffe gegen sich selbst und be- ging Selbstmord. Die kindertragödie bei Söllingen. — Feuerhahn gesteht einen Doppelmord. Die Braunschweiger Mordkommission hat am Tatort in Gegenwart des verhafteten Feuer - h a h n erneut Ermittlungen über die Söllinger Kindertragödie vorgenommen. Angesichts der vielen neuen Feststellungen, hat F. zugeben müssen, daß wurde, in den hauptsächlichsten Punkten nicht zutraf. Er mußte zugeben, daß er die beiden Mädchen vorsätzlich ins Wasser gestoßen und in brutaler Weise ertränkt hat. Auch die Leichenöffnung des zweiten Kindes hat als Ergebnis gezeitigt, daß der Tod durch Ertrinken eingetreten ist. Danach scheidet die Annahme eines Sittlichkeitsverbrechens aus. Schreckenstat eines jugendlichen Raubmörders. — Drei Menschen erschlagen und den Hof eingeäfchert. Der knapp über 14 Jahre, alte Johann lieber« m a ff e r in Weinzirl in Oberösterreich hat in der Nacht feinen Dienftgeber Joseph Preining, dessen Gattin Katharina und deren Tochter Maria mit einer Hacke erschlagen. Der Täter hat Simons Berliner Reise. Eden begleitet den britischen Außenminister. London, 4. Wärz (DRB.) Es ist nunmehr entschieden worden, daß Außenminister Simon aus seiner Reise nach Berlin von Lordsiegelbewahrer Eden begleitet werden wird. Sir John Simon hielt in Bristol eine Rede, in der er u. a. sagte: Ich gehe mit Eden am Donnerstag nach Deutschland. Es ist richtig und natürlich, daß nach den Zusammenkünften in Rom, Paris und London eine gleiche Begegnung in Berlin stattfindet. Ich will im gegenwärtigen Augenblick nur darauf Hinweisen, daß ich die Reise im vollen Bewußtsein der außergewöhnlichen Tragweite der vorliegenden Fragen unternehme, die Gegenstand der bevorstehenden Verhandlungen sind. Es ist unser einziger Wunsch, daß diese Besprechungen zur W i e d e r h e r st e l l u n g des Vertrauens in Europa und des Friedens in der Welt beitragen werden. * , „Daily Mail" schreibt, Sir John Simons Aufgabe in Berlin fei nicht leicht. Als Mitglied des Kabinetts habe er während der letzten drei Jahre in der Londoner Atmosphäre des Pazifismus und der Sentimentalität gelebt. Er werde sich mit einem Schlag an die Atmosphäre von Berlin anpassen müssen, in der entschiedener Wirklichkeitssinn herrsche. Der Reichskanzler und seine Regierung von Frontkämpfern sei ganz verschieden von jeder anderen Regierung, mit der das Foreign Office bisher die europäische Lage erörtert habe, sie seien in der Lehre Bismarcks ausgewachsen, daß die großen Fragen der Zeit nicht durch Reden und Mehrheitsbeschlüsse geregelt werden, sondern durch eiserne Disziplin und Todesbereitschaft für eine wertvolle Sache. Alles deute darauf hin, daß der Reichskanzler freundschaftliche Beziehungen zu Großbritannien herzustellen sucht. Einer entsprechenden Annäherung von seiner Seite sollte Simon auf Haldem Wege entgegenkommen. Die große Mehrheit des englischen Volkes hege keine Feindschaft für Deutschland, sondern im Gegenteil ein Gefühl der Freundschaft. Die Feinde des Reichskanzlers und feiner Regierung in der englischen Presse kämen jetzt, wenn auch etwas spät, zu dieser Einsicht. Sie bemühten sich um die Wette, ihre Leser davon zu überzeugen, daß sie Deutschland und seinem großen Führer immer nur das Beste gewünscht hätten. „Daily Mail" spricht weiter von der Möglichkeit, daß die Erörterung über die Lustpaktfrag-e bei den Berliner Besprechungen eine viel wichtigere Rolle spielen werde, als man in manchen Kreisen glaube. Einige britische Minister seien der Ansicht, daß die Aussicht auf eine baldige Vereinbarung endgültigen Charakters nicht durch andere Erwägungen verzögert werden sollte. Die britischen Minister wollten nicht, daß der Luftpakt verschleppt werde, während Bemühungen imgange «seien, hinsichtlich schwieriger und wenig vorteilhafter Pläne, wie des Ost-Locarnopaktes. Falls der Reichskanzler wünsche, über einen Luftpakt zu verhandeln, durch den Deutschlands Gleichheit in der Lust anerkannt würde, dann werde Simon wahrscheinlich sofort zustimmen.___________ Englands Aufrüstung. Eine große Wehrvorlage ausgearbeitet. London, 4. März. (DNB.) Zur Vorbereitung der großen Weltreich-Wehrdebatte, die am 11. März im Unterhaus stattfinden wird, hat die englische Regierung dem Unterhaufe ein W e i ß° buch „lieber die Verteidigung" vorgelegt. In diesem Weißbuch sind die Beweggründe für die Ausrüstung Englands niedergelegt. Das erste Kapitel enthält eine allgemeine Erklärung über die englische Friedenspolitik. Das zweite enthält einen Hinweis auf die bisherige „einseitige A b - r ü ft u n g" Englands, das dritte eine Schilderung über den Fehlschlag der Abrüstungsverhandlungen und das „Wiederaufrüsten" Deutschlands. In drei weiteren Kapiteln werden die englischen Aufrüstungsmaßnahmen begründet. Die Haushaltsvoranschläge für das englische Heer belaufen sich auf 43,55 Millionen Pfund (522,6 Millionen Mark). Sie weisen gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 3,95 Millionen Pfund (47,4 Millionen Mark) auf. Die Voranschläge sehen die Verstärkung des Mannschaftsbestandes von 149 500 Mann auf 152 200 vor. Von der Erhöhung der Ausgaben entfällt ein beträchtlicher Teil auf die Arsenale, für die weitere 2,1 Millionen Pfund (25,4 Millionen Mark) ausgeworfen sind. Die Territorialarmee erhält 267 000 Pfund (3,204 Millionen Mark) mehr als im Vorjahr. Kriegsminister Lord H a i l s h a m erklärt: Die Einrichtung und Verbesserung von Küstenverteidigungsan- lagen im In- und Ausland und die notwendige Verstärkung derLuftverteidigung sind von größter Dringlichkeit. Das Mechanisierungsprogramm müsse beschleunigt werden. Die Infanterie wird nur dreizöllige (7,62 Zentimeter) Mörser erhalten. Auch ist die Herstellung eines leichten Maschinengewehrs an Stelle des Lewis-Gewehrs in Angriff genommen. Wichtige Fortschritte sind schließlich bei der Funkentelegraphie und drahtlosen Telephonie gemacht worden. Oer Rinielen-Prozeß. Wien, 4. März. (DNB.) Im Prozeß Rintelen wurde die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt. Es ging zunächst um die Frage, ob tatsächlich, als Rintelen noch im Hotel war, jemand zu ihm gekommen ist und ihn um Vermittlung zwischen den sich in Waffen gegenüberstehenden Parteien gebeten hat. In seinem Äbfchiedsbrief hat Rintelen diese Tatsache mitgeteilt. Sie steht auch in dem Protokoll, das der jetzige Polizeipräsident Presser einige Tage nach dem Putsch im Sanatorium mit Rintelen ausgenommen hat. Rintelen gab an, daß er sich an diese Sache nicht mehr erinnern könne. Wenn damals tatsächlich ihn jemand um Vermittlung gebeten habe, sei bestimmt nichts Unrechtes daran gewesen, sonst hätte er auch eine Vermittlung nicht zugesagt, sondern geantwortet» er müsse sich erst unterrichten. Während der Verhandlungen brach einer der militärischen Wachposten, die zu beiden Seiten des Gerichtshofes stehen, bewußtlos zusammen. Es wurde bann mit der Zeugenvernehmung begonnen Der Direktor der Siemens & Halske - AG., Kraus, gab an, daß er zweimal mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß und mit Dr. Wenn Sie Franck Spezial, Sie feine Kaffeemütze in Gcießform verwenden, brauchen Sie weniger Kaffee als sonst und bekommen trotzöem ein volles, herzhaftes, kräftiges Getränk. Franck Spezial ist sehr würz- . kräftig, dämm ergiebig und billig. Machen Sie einen versuch! Au haben in allen einschlägigen Geschäften—'/5kg 24 Pf0., /»kgi5P,g. dann etwa 700 Schilling Bargeld geraubt. Nach verübter Tat legte Uebermasser an das Anwesen Preinings Feuer. Der Hof ging bis auf die Mauern in Flammen auf. Der jugendliche Verbrecher gestand ohne eine Spur von Reue, daß er einen Haß auf seinen Dienstgeber hatte, weil dieser ihn im Herbst vorigen Jahres wegen eines Diebstahles gerügt hatte. Er wollte seine Untat schon zu Weihnachten verüben. Als der jugendliche Uebeltäter an die Stätte seines Verbrechens geführt wurde, spielte ein Lächeln um seine Lippen. Die gerichtsärztliche Untersuchung der drei Leichen ergab, daß der Bursche mit solcher Wucht zugeschlagen hatte, daß die Hacke, die er als Mordinstrument be- nuAe, die Schädel der Opfer bis zur Wirbelsäule gespalten hatte. Raubmord im Pfarrhaus. — Zwei Todesopfer. In Geiftingen an der Sieg wurden in ihrer Wohnung der im Ruhestand lebende 58jährige katholische Pfarrer Stanislaus Friederichs und seine 64- jährige Schwester, die ihrem Bruder den Haushalt führte, ermordet aufgefunden. Der Pfarrer lag mit schweren Schädelverletzungen im oberen Stockwerk, während seine Schwester mit zerschnittener Kehle in den Räumen des unteren Stockwerkes gefunden wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach liegt Raubmord vor. Von dem oder den Tätern fehlt noch jede Spur. Vermutlich ist die Tot bereits am Freitagvormittag verübt worden. Entmannung eines zweifachen Lustmörders. Die Große Strafkammer in Breslau erkannte gegen den jetzt 34 Jahre alten Paul S ch i e w e ck , einen zweifachen Frauenmörder, nachträglich auf Entmannung. Schieweck war am 17.November 1930 vom Breslauer Schwurgericht wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode und zu dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Ermatte im Januar 1928 die Prostituierte Marie Kristen und im Februar 1930 seine von ihm geschiedene Ehefrau ermordet. Bei beiden Bluttaten handelt es sich um typische Lustmorde. Im September 1931 war die Todesstrafe in eine lebenslängliche Zuchthaus st rafe umgewandelt worden. Wegen schwerer Steuervergehen in Untersuchungshaft genommen. Der Generaldirektor der Deutschen Continentalen Gas-Gesellschaft in Dessau, Oberbaurat Bruno Heß in Dessau, ist wegen Steuervergehens in besonders schweren Fällen in Verbindung mit der bereits erfolgten Verhaftung einer seiner Brüder in Berlin in Untersuchungshaft genommen worden. Die Verhaftung des Generaldirektors Heß erfolgte allein wegen seiner Privatgeschäfte und hat mit der Continentalen Gas-Gesellschaft nicht das Geringste zu tun. Die Führung der Untersuchung befindet sich in den Händen des Generalstaatsanwalts in Berlin- Moabit. Iubiläumsstiftung zum Regierungsjubiläum des Königs Georg von England geplant. Der Prinz von Wales teilte vor einer Versammlung von Oberbürgermeistern, Provinzgouverneuren und Vertretern der Kirche in London seinen seit längerer Zeit angekündigten Plan für eine „Danksagung des englischen Volkes zur Feier des königlichen Regierungs- jubiläums" mit. Der Thronfolger schlägt die Schaffung einer Jubiläums st iftuna für die Heranwachsende Generation vor. Diese Stiftung soll den großen Freiwilligen-Oroanisationen, die sich mit der Wohlfahrt und Erziehung der Knaben und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren befaffen, neuen Aufschwung geben. Durch die Sammlung von Geldern in ganz England sollen die Pfadfinderbewegung, die „Knabenbrigade", der Verein christlicher junger Manner und ähnliche Organisationen in die Lage versetzt werden, neue Möglichkeiten zur Erholung und zur erzieherischen sportlichen und beruflichen Ausbildung der Jugend zu schaffen. Geheimnisvolles verschwinden von Pariser Geldsendungen. Nachdem bereits vor einigen Wochen ein Postsack mit 1,5 Millionen Franken Lohngeldern im Vorortverkehr von Paris verschwunden ist, ohne daß man bis jetzt das Geld wiederfinden oder die Täter ermitteln konnte, verlautet gerüchtweise, daß ein von Paris nach Maifons-Laffitte bestimmter Postsack mit 900 000 Franken in Banknoten ebenfalls verschwunden ist. Die Polizei stellt gegenwärtig diese Gerüchte noch in Abrede, einige Pariser Zeitungen schenken jedoch diesem Dementi wenig Glauben. Zwei glanzvolle Rosenmontagsziige am Mein. „Hier hawwe nix druff" in Mainz Die närrische Welle, die seit Samstagnachmittag durch die Stadt Mainz flutet, wurde zur förmlichen Springflut beim großen Rosenmontag s- zug. Schon Stunden vor Eintreffen des Zuges waren die Straßen von erwartungsvollen Menschenmassen umsäumt, und als die ersten Herolde das Erscheinen der närrischen Prozession ankündigten, wurden sie mit jubelnden Rufen empfangen. Die lokalen Ereignisse und die Vorgänge in der Welt fanden in zum Teil prächtig ausgestatteten Gruppen ihre närrische Glossierung. Daß dabei das so ungewollt berühmt gewordene „Rieweloch" nicht fehlte, versteht sich von selbst. Warum die Jupiter- süule noch immer ohne Jupiter dasteht, beantwortete eine witzige Gruppe „Mir hawwe nix druff, weil mir nix druff hawwe". In das Gebiet der hohen Politik führte der Wagen „Der lachende Dritte", der hinter streitenden Chinesen und Russen einen mächtigen Japps zeigt. Ein wenig schmeichelhaftes, aber treffendes Bild des Völkerbundes brachte die Gruppe „Dumme Kälber wählen ihre Metzger selber". Die innerdeutsche Säuberung hatte eine ganze Gruppe zum Gegenstand. Eine wirkliche Zeitgeschichte im närrischen Spiegel. So die „Entrümpelung im Dachstock", „Michel hat ausgemistet", ein Wagen, auf dem sich allerlei „Schmutz und Schund" befand, die „Straßburger Märchentante mit ihren Hörern", einem halben Dutzend ausgewachsener Esel. Eine besondere Gruppe galt dem Jubel über die Rückkehr der Saar und der Freude über das Mißlingen des Ränkespiels der Franzosen und Emigranten. Eine ganze Anzahl weiterer treffender Einfälle, ost in künstlerischer Weise ausge- sührt, rief immer wieder lebhafte Zustimmung und Helle Begeisterung bei der dichtgedrängten Zuschauermenge hervor. Zugteilnehmer und Zuschauer sangen gemeinsam das Mainzer Lied. Alle fühlten sich offensichtlich als eine Einheit. Daß der Wagen mit dem Brautpaar Düsseldorf-Mainz besonders freundlich begrüßt wurde, kann nicht verwundern. Mainzer Handkäs und Düsseldorfer Mostrich vertragen sich ja auch ganz vortrefflich. Zwischen all den närrischen Gruppen zogen in farbenprächtigen Uniformen die alten Garden mit ihren Musikkapellen zu Fuß und zu Pferde. Den eindrucksvollen Schluß bildete das Staatsministerium seiner närrischen Hoheit. Echt rheinischer Frohsinn und Mutterwitz haben einen Zug geschaffen, der seine Aufgabe, die Festesfreude auf den Höhepunkt zu bringen, in vollem Maße erfüllt hat. „Hier kriege Freud" in Düsseldorf Als Auftakt zum Düsseldorfer Rofen- montagszua fand nach altem Brauch mittags der Empfang des Prinzen Karneval und der Prinzessin Venetia durch den Oberbürgermeister statt, der sich dieses Jahr zum erstenmal in aller Oeffent- lichkeit auf dem Marktplatz vor dem Rathaus vollzog. Nach dem offiziellen Zeremoniell auf dem Marktplatz wurde der Empfang im wundervoll aus- geschmückten Sitzungssaal des Rathauses in Anwesenheit geladener Gäste bei einem guten Trünke abgeschlossen. Dann rückte der Höhepunkt des Rosenmontages, der Rosenmontagszug selbst, immer näher heran. Vom Planetarium kommend traf der Zug auf der Königsallee ein, die einschließlich der Tribünen von mindestens 50 000 Menschen umsäumt war. Man kann schon sagen: der Zug war prächtiger, bunter und origineller als je zuvor. Wirklich ein Triumph der Narretei! Bevor die Spitze des Zuges sichtbar wurde, spielten sich noch vor der Hosloge Jan Wellems (des volkstümlichen, prunk- und prachtliebenden Kurfürsten, der vor 200 Jahren in Düsseldorf residierte und nun von seinem Postament vor dem Rathaus heruntergestiegen ist, um im Jahre 1935 mit seinem Düsseldorfer Volk den Karneval zu verleben), in der neben Jan Wellem mit feinem Hofstaat der Oberbürgermeister Dr. Wagenführ mit seinen Stadträten in mittelalterlicher Amtstracht und zahlreiche Ehrengäste Platz genommen hatte, köstliche Szenen ab. Das Interessanteste war wohl, als der Ueberfall- wagen der närrischen Polizei kam und der Oberbürgermeister verhaftet und in die Zelle des Ueber- fallwagens gesperrt, ein Stück über die Königsallee gefahren und schließlich an der Hofloge wieder haftet wurde. Diese Szene rief unter den Zehntausenden eine ungeheure nicht endenwollende Begeisterung der singenden und schunkelnden Volksmenge hervor. Wirklich in diesem Jahre ein echter Volkskarneval, in dem aber auch jeder mitmachte. Der Zug selbst, in dem immer wieder das Motto „Von Jan Wellem bis heut, mer kriege Freud'" feinen Ausdruck fand, bot ein herrliches Bild, lieber 40 Wagen, an die hundert der verschiedensten Fußgruppen, zahllose Kapellen wechselten in bunter Reihenfolge. Ein Wagen schöner als der andere, eine Fußgruppe lustiger und bunter als die andere. Alle möglichen Probleme fand man in echt Düsseldorfer Humor dargestellt. Auch die anderen Straßen, die der Zug insgesamt etwa vier Stunden lang durchzog, waren von dichten Menschenmengen umsäumt. Nicht nur der Zug war prächtiger als früher, sondern auch die Stimmung lustiger und überschäumen- der denn je. So kann man wohl sagen, der diesjährige Düsseldorfer Rosenmontagszug war ein großes Erlebnis. Das hörte man auch von den Fremden, die auch diesmal wieder in großer Anzahl nach Düsseldorf gekommen waren. Wetterbericht der Reichswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Die Südwest-Verlagerung des mächtigen Hochdruckgebietes hat weitere Fortschritte gemacht, so daß sein Einfluß auf die Witterung Deutschlands im allgemeinen zugenommen hat. Da vor allem in Mittel- und Ostdeutschland, begünstigt durch Ausstrahlung über der Schneedecke, besonders kräftige Fröste aufgekommen sind, macht sich im Westen noch eine leichte Störung bemerkbar. Sie brachte auch unserem Gebiet am Dienstagmorgen verbreiteten Schneefall. Da sich jetzt über dem Kontinent von West nach Ost ein kräftiger Hochdruckrücken erstreckt, kann auch bei uns mit häufiger Aufheiterung und, begünstigt durch die aufgefommen» Schneedecke, mit stärkeren nächtlichen Frösten gerechnet werden. Aussichten für Mittwoch: Heiter big wolkig, im wesentlichen trocken, nachts starke Fröste^ meist nördliche und östliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der teilweise heiteren und besonders nachts recht kalten Witterung. Lufttemperaturen am 4. März: mittags 1,7 Grad Celsius, abends —1,2 Grad; am 5. März: morgens — 3,4 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum —4,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. März: abends 2,6 Grad: am 5. März: morgens 1,4 Grad Celsius. Wintersport. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 6 Grad, 186 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Harz: Schierke: Heiter, —14 Grad, 53 cm Ge- samtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel gut Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. 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Von unserem Sonder-Äerichierstatier. Leipzig, den 4. März 1935. Die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus zeigt sich naturgemäß mit besonderer Deutlichkeit an dem außerordentlich zuverlässiaen „Barometer", das die Leipziger Messe für Deutschlands Industrie und Handel bedeutet. Nach den immer katastrophaler werdenden „Krisenmessen", die mit der Herbstmesse des Jahres 1931 mit voller Schärfe einsetzten, zeigt die Entwicklung der Leipziger Messe seit dem Jahre 1933 eine deutlich ansteigende Tendenz, die diesmal allem Anschein nach dazu führen wird, daß wir zum ersten Male seit dem Beginn der Wirtschaftskrise wieder eine „große" Messe erleben werden. Ein paar Zahlen mögen die Entwicklung der Leipziger Messe im neuen Deutschland veranschaulichen. Auf der Frühjahrsmesse 1933 hatten insgesamt 6417 Firmen ausgestellt, im Frühjahr 1934 waren es 7406 Firmen und diesmal beträgt die Zahl nach den bisherigen Feststellungen des Meßamts 8076. Damit ist zum ersten Male seit der Frühjahrsmesse 1930 d i e Za hl 8000 wieder überschritten worden. Die gleiche Tendenz zeigt die Entwicklung der Besucherziffern: im Frühjahr 1933 waren 91 500 Meßgäste nach Leipzig gekommen, ein Jahr darauf waren es bereits 142 500 und diesmal wird aller Voraussicht nach eine noch erheblich höhere Besucherzahl erreicht werden. Mancherlei Anzeichen lassen dies erkennen: die Zimmerbestellungen sind ganz wesentlich höher als im Vorjahr, die Zahl der vorgesehenen Sonderzüge hat erheblich zugenommen, viele von ihnen mußten sogar doppelt gefahren werden. Auch sonst lauten die Berichte über den Einkäufer-Besuch aus dem In- und Ausland durchwegs erheblich günstiger als im Vorjahr. Reichhaltiges Angebot. Die Zahl der deutschen A u s st e l l e r ist im Vergleich mit dem Vorjahr von 6810 Firmen diesmal auf 7538 gestiegen; an dieser verstärkten Beschickung sind fast alle deutschen Gaue beteiligt, nur Sachsen hat einen geringen Rückgang der Ausstellerzahl zu verzeichnen. Branchenmäßig sind besonders die Gruppen Hausrat und Wohnbedarf, Möbel, Musikinstrumente unb Kunstgewerbe stärker als im Vorjahr vertreten; eine etwas geringere Beteiligung weisen die Branchen Spielwaren, Beleuchtungskörper, Elektrotechnik und Edelmetallwaren auf. Das Ausland ist diesmal etwa ebenso stark wie im Vorjahr auf der Messe vertreten: insgesamt stellen 538 ausländische Firmen aus 19 verschiedenen Ländern (im Vorjahr 547) zur Messe aus. Besonderes Interesse wird die außerordentlich umfangreiche japanische Kollektivausstellung finden: Japan ist mit nicht weniger als 180 Ausstellern zur Stelle, die rund 8000 Muster zeigen. Außer Japan veranstaltet noch Italien eine Kollektivausstellung, die von etwa 30 Firmen be- schickt ist..Unter den fremden Einzelausstellern steht die Tschechoslowakei mit Glas-, Porzellan- und Scymuckwaren, Raucherartikeln und Galanteriewaren, Spielwaren Küchengeräten und Musikinstrumenten an der Spitze. Es folgen Oesterreich mit Edelmetall- und Schmuckwaren, kunstgewerblichen Erzeugnissen, feinen Leder- und Papierwaron, U n - garn mit Kunstgewerbe, die Schweiz mit Textilmaschinen, sowie England und eine Anzahl anderer Länder mit Maschinen, chemischen Erzeugnissen und Produkten der Photobranche. Wie wird das Exportgeschäft? Für die deutsche Wirtschaft ist die Leipziger Frühjahrsmesse 1935 in vieler Beziehung von ganz besonderer Bedeutung: handelt es sich doch um die erste Messe nach dem Inkrafttreten des „Neuen Planes", den Reichsbankpräsident Dr. Schacht anläßlich eitles Presseabends auf der letzten Herbstmesse angekündigt hatte. Daß der „Neue Plan" für eine Exportaktion größten Stils, wie wir sie in der Leipziger Messe vor uns haben, von entscheidender Bedeutung sein muß, ist ja selbstverständlich — die kommenden Tage werden nun zu zeigen haben, wie sich seine Bestimmungen auf das Messegeschäft auswirken. Alle mit Deutschland handeltreibenden Staaten sind daher gerade an der kommenden Frühjahrsmesse besonders interessiert; diese Tatsache gibt sich auch daran zu erkennen, daß diesmal eine Steigerungder Besucherzahl aus dem Auslande um mindestens 25 v.H. zu erwarten ist. Insgesamt rechnet man mit 20 000 Messebesuchern aus dem Auslande, das sind etwa 4000 mehr als im Vorjahre! Besonders stark ist die Zunahme an Besuchern aus den Ländern, die die schwersten wirtschaftlichen Krisenjahre überwunden haben und sich nunmehr bereits in einem mehr oder weniger ausgeprägten Aufschwung befinden. Dies gilt vor allem für Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und die Türkei. In gleichem oder noch stärkerem Umfange wirken sich die handelspolitischen Beziehungen auf die Besucherzahl aus den einzelnen Ländern aus. So zeigen die Staaten, mit denen Deutschland erst jetzt wieder neue Abkommen geschlossen hat, wie Jugoslawien, Polen, Spanien usw., eine sehr starke Besucherzahl. Aus den Vereinigten Staaten sind diesmal rund 500 Besucher angemeldet, während diese Ziffer im Vorjahre nicht einmal von den Besuchern aus Nord-, Mittel- und Südamerika zusammen erreicht wurde! Ueberhaupt wird auf dieser Messe nach langer Zeit wieder der Einkäufer aus Uebersee — der bei den letzten Messen leider nur recht selten zu sehen war — vermutlich stärker als bisher in das Geschäft eingreifen. Diese Veränderung geschieht weniger darum, weil sich die überseeischen Länder nun wesentlich mehr als früher für die deutschen Waren interessieren, sonder sie handeln im w o h l- verstandenen eigenen Interesse. Die überseeischen Länder, aus denen Deutschland bisher gewaltige Mengen von Rohstoffen bezogen und dadurch seine Handelsbilanz mit diesen Ländern stark passiv gemacht hat, haben erkannt, daß unter der straffen Führung der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik ihr Absatz nach Deutschland ernstlich gefährdet werden wird, wenn keine Einigung auf der Basis der Gegenseitigkeit zustandekommt. Aus diesen Gründen ist in den letzten Monaten das Kompensationsgeschäft — Rohmaterialien aus Uebersee gegen deutsche Fertigwaren — stark in den Vordergrund getreten. Derartige Geschäfte aber mit ihren komplizierten Einzelheiten lassen sich naturgemäß mündlich besser als schriftlich erledigen, und auch dieser Grund hat dazu beigetragen, das Interesse des Auslandes für die Messe zu verstärken. Inwieweit sich allerdings diese günstigen Faktoren nun in tatsächlich erzielten Exportaufträgen auswirken werden, läßt sich nach dem ersten Messetage noch nicht übersehen. Immerhin sind diesmal die Aussichten für eine Besserung des darniederliegenden Exportgeschäftes zweifellos erheblich besser als im Vorjahr. Was zeigt die Neffe? In den Ständen der Aussteller sieht man diesmal eine ganze Reihe von Neuheiten, die im Zusammenhang mit den Rohstoff- und Devisenproble- men durch die Richtungsänderungen der deutschen Produktion hervorgebracht sind. Auf der Textilmesse spielen die neuen Erzeugnisse aus Kunstspinnfaser eine große Rolle, Gegenstände aus Kunstharz und Preßstoffen, sowie die Maschinen zur Bearbeitung dieses Materials zeigen, daß in zahlreichen Artikeln der Branchen Haus- und Küchengeräte das metallische Material durch Preßstoff ersetzt wird. Die gleiche Entwicklungsrichtung macht sich auf der Technischen Messe bemerkbar, wo beispielsweise die Umstellung auf heimische Treibstoffe zu einer erheblichen Zunahme des Angebots an Dieselmotoren geführt hat, die für solche Treibstoffe eingerichtet sind. Auch sonst begegnet man in vielen Ständen recht interessanten Versuchen, deutsche Rohstoffe und deutsches Material an die Stelle der bisher vom Ausland eingeführten zu fetzen. Man sieht beispielsweise sehr geschmackvolle Beleuchtungskörper aus Porzellan statt aus Bronze, in der' Elektrotechnik ist eine starke Zunahme der Verwendung von Aluminium — an Stelle von Kupfer — zu beobachten, und auch sonst macht sich vielfach das Bestreben bemerkbar, von der Belieferung mit ausländischen Rohstoffen nach Möglichkeit unabhängiger als bisher zu werden. Ganz allgemein ist über das Angebot auf dieser Messe zu sagen, daß sich in nahezu allen Branchen noch viel deutlicher als bei der vorigen Frühjahrsmesse der Qualitätsgedanke durchgesetzt hat. Zwei Gründe sind hierfür veranwortlich zu machen: die langsam, aber stetig ansteigende Hebung der innerdeutschen Kaufkraft hat dazu geführt, daß der Verbraucher sich wieder den „Luxus" leisten kann, an die Qualität der von ihm zu erwerbenden Waren höhere Ansprüche als bisher zu stellen — auch dann, wenn er einen etwas höheren Preis als für die standardisierte Maffen- roare zu zahlen hat. In der gleichen qualitäts- fteigenden Richtung wirken die Erfahrungen, die in der letzten Zeit beim Export gemacht worden sind. Das Ausland hat verhältnismäßig wenig Interesse an der billigen deutschen „Exportware" im früheren Sinne, da in den billigen und billigsten Preislagen andere Lieferanten (Japan !) zur Genüge vorhanden sind. Wohl aber besteht Nachfrage nach der hochwertigen deutschen Qualitätsware, die eben doch — wie die Erfahrung gezeigt hat — durch die Erzeugnisse anderer Länder nicht so ohne weiteres zu ersetzen ist und daher vom ausländischen Verbraucher verlangt wird. Man kann bei einem Rundgang durch die Messe fast überall feststellen, wie weitgehend die Rückwendung zur Qualität schon durchgeführt ist; soweit es noch nicht der Fall ist, wird die Konkurrenz der besseren Ware ganz von selbst ein Einschwenken in diese Linie erzwingen. Wie wird das Geschäff? Es ist eine alte Erfahrung, daß man nach dem ersten Messetage noch kein wirklich zuverlässiges Urteil über den Verlauf des Geschäfts fällen kann, weil die Einkäufer sich zunächst über das gesamte Angebot gründlich zu orientieren und erst in den folgenden Tagen ihre Aufträge zu erteilen pflegen. Immerhin war schon heute festzustellen, daß an vielen Ständen bereits eine lebhafte Verkaufstätigkeit eingesetzt hatte; die an diesem ersten Messetage erzielten Umsätze sind in nahezu allen Branchen ungewöhnlich groß — größer als sie seit Jahren zu beobachten waren. Auch Exportaufträge sind bereits erzielt worden, allerdings wird hier das Geschäft erst in den nächsten Tagen voll einsetzen. Der Andrang in den Messehäusern war wirklich so, wie auf einer der „großen" Messen früherer Jahre — auf dem Gelände der Technischen Messe wurden trotz des schlechten Wetters gegen Mittag bereits 46 000 Besucher gezählt! Im ganzen ist nach dem Ergebnis des heutigen Tages festzustellen, daß der geschäftliche Erfolg dieser Messe gut, in vielen Branchen sogar sehr "gut zu werden verspricht. Dr. Heinz Wolle reck. *■** W Ätz W i Technische Neuigkeiten auf der Frühjahrsmesse r. Die Leipziger Frühjahrsmesse brachte interessante technische Neuheiten. Auf unserem Bild sieht man links einen modernen Schlepplader zum Fördern und Laden bei Erdbewegungen. Der in der Mitte oben gezeigte elektrische Heißwasser-Apparat, wohl der kleinste elektrische Heißwasserspeicher, wird mittels Steckkontakt an die Stromleitung angeschlossen und kostet 9,50 RM. Die Schiebkarre (unten) ist mit einem Raupenband versehen und hat den Vorteil, daß sie bei weichem Boden nicht so schnell einsinkt. Das Bild rechts zeigt einen Klein-Schwinglader, der auf Lastwagen montiert werden kann. Der Führer als erster und letzter Vesucher der Automobil-Ausstellung. Wie die NSK. mitteilt, stattete der Führer gestern der Merced es-Benz-Rennsport - Ausstellung im Pavillon gegenüber der Halle 1 einen Besuch ab. Diese Sonderschau wurde um einen Tag länger offengehalten, da der Führer den Wunsch äußerte, die ausgestellten historischen Wagen noch zu besichtigen. Von Direktor W e r l i n und von Hentig und Altmeister Lauten- s ch l ä g e r geleitet, ließ er sich die einzelnen Daimler- und Benz-Wagen von 1889 bis zum neuesten Weltrekord-Wagen erklären. Besonderes Interesse erweckte der Benz - Vis ä Vis, der 1898 das erste Automobilrennen der Welt mit einem Stundendurchschnitt von 20,5 Kilometer gewann. Bei dem ausgestellten Daimler-Motor 1884 ließ sich der Führer die Zündung und den Qberflächenvergnser erklären. Besonderes Aufsehen erweckte der Mercedeswagen vom Jahre 1906, mit dem Baron de Taters schon damals eine beachtliche Geschwindigkeit von über 100 Kilometer erzielte. Ferner der Benz- Rekordwagen, 200 PS, der 1911 in Amerika den Weltrekord von 228 Stdkm. erreichte; ein Rekord, der erst im Jahre 1924 mit einem fünfmal stärkeren Wagen geschlagen wurde. Die Konstruktion des Benz-Weltrekordwagens bezeichnet der Führer auch heute noch als sehr beachtenswert. Unter den alten Benzwagen entdeckte er auch einen Benz-Victoria 1897, das erste Automobil, welches er damals als Junge zu Gesicht bekam. Lautenschläger erklärte noch Einzelheiten über seine Grand Prix-Siege 1908 und 1914. 1908 erzielte er einen Durchschnitt von 111 Kilometer auf einer 770 Kilometer langen Strecke bei zwölfmaligem Reisenwechsel. 1914 war der Stundendurchschnitt 105 Kilometer auf schwieriger, kurvenreicher Strecke. Der Führer hörte den Ausführungen mit Interesse zu. Mit diesem letzten Besuch des Führers hatte die bedeutendste aller bisher veranstalteten Automobilausstellungen einen würdigen Abschluß gefunden. * Beim Führer und Reichskanzler ging das folgende Telegramm ein, das den Dank der Industrie und der Verbraucherschaft zum Ausdruck bringt: An den Führer und Reichskanzler! München. Im Augenblick des Abschlusses der größten Automobilausstellung der Welt danken wir, Industrie und Verbraucherschaft, Ihnen, unserem Führer, nochmals von ganzem Herzen für die gewaltige Förderung der Kraftoerkehrswirtschaft, die Sie uns und damit unserer gesamten Volkswirtschaft haben zuteil werden lassen. Wir geloben auch in diesem Augenblick wieder zugleich im Namen der gewaltigen Massen der Besucher, die die Ausstellung besichtigt haben, unerschütterliche Treue und Gefolgschaft und werden in Ihrem Geiste unentwegt weiter arbeiten an den großen Aufgaben der Motorisierung unseres Volkes. Hierfür haben Sie uns Ziel und Weg gewiesen. Wir folgen mit der Tat. Gez. Allmers. Hühnlein. Der Führer zum Tode von Bischof Bares. Berlin, 2. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an das Domkapitel zur Heiligen Hedwig in Berlin folgendes Telegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der das Domkapitel und die Diözese Berlin durch den so frühen Tod des Bischofs Dr. Nikolaus Bares getroffen hat, spreche ich Ihnen mein herzliches Beileid aus. Gez. Adolf Hitler." Zum Tode des Bischofs schreibt die NSK.: „Das unerwartete Hinscheiden des Bischofs Bares bedeutet für die Diözese Berlin und die Katholiken Deutschlands einen schweren Verlust. Mit Bares ist ein Kirchenfürst dahingegangen, der sich stets aufrecht bemühte, dem heutigen deutschen Staate Verständnis entgegenzubringen, seinen nationalen Notwendigkeiten gerecht zu werden und damit das Verhältnis von Staat und Kirche im nationalsozialistischen Deutschland erträglich und lebensvoll zu gestalten. Wir erkennen diese Bemühungen des dahingeschiedenen Bischofs Bares dankbar an und geben der Trauer um seinen Tod aufrichtigen Ausdruck." Kirchliche Betreuung der Landjahrpflichtigen. Bei der Auswahl der Landjahrpflichtigen für das Landjahr 1935 ist bei Eltern katholischer Kinder die Meinung verbreitet worden, den Insassen der Landjahrheime sei keine Gelegenheit gegeben, ihren kirchlichen V e r p f l i ch t u n g'e n nachzukommen. Diese Bedenken sind völlig unbegründet. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat bereits zu Beginn des vorigen Landjahres wiederholt angeordnet, daß den Landjahrpflichtigen a n Sonn- und Feiertagen die Ausübung ihrer kirchlichen Verpflichtungen regelmäßig ermöglicht wird. Wo sich Kirchen nicht in unmittelbarer Nähe der Landjahrheime befinden, werden andere geeignete Räume, insbesondere Schulen, TurnlMen usw. auf Antrag der kirchlichen Behörden für den bezeichneten Zweck zur Verfügung gestellt. Der Oberpräsident der Bheinprovinz in den einstweiligen Buhestand versetzt. Berlin, 4. März. (DNB.) Ministerpräsident Göring hat den Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Freiherr von Lüninck, auf seinen Antrag in den einstweiligen Ruhe st and versetzt. — Mit der kommissarischen Verwaltung der Stelle des Oberpräsidenten hat Ministerpräsident Göring den Gauleiter T e r b o - oen, Essen, beauftragt. Ministerpräsident Göring hat an Freiherrn von Lüninck, der dem Preußischen Staatsrat weiterhin angehört, folgendes Schreiben gerichtet: „Ihre Versetzung in den einstweiligen Ruhestand, den ich auf Ihren Antrag durch die anliegende Urkunde vollzogen habe, gibt mir Anlaß, dankbar die Dien ft e anzuerkennen, die Sie als Oberpräsident der Rheinprovinz dem Staate geleistet haben. Es war keine leichte Aufgabe, die Sie übernommen haben, als ich Sie in Der ersten Zeit des Aufbaues des nationalsozialistischen Staates an die Spitze der Rheinprovinz stellte. Dank Ihrer hervorragenden Kenntnisse in Wirtschaft und Verwaltung ist es Ihnen jedoch gelungen, den Ihnen zugestellten Ausgaben in vollem Umfange gerecht zu werden und bie Geschicke der Ihnen anvertrauten Provinz zielsicher und mit bestem Erfolge zu lenken." Preußen Wirtschaft Das fliegende Hotel Wie sieht „L Z 129" von innen aus? Der Rentenmarkt stagnierte bei wenig veränderten Kursen fast vollkommen. Im Freioerkehr erhöhten sich Ufa-Aktien auf 65.50 (64). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,40, Stahlverem-Bonds 97,65, Lissabonner Stgdtanleihe 49,25, 4 v. H. Rumänen 4,10, Adca 76,75, Reichsbank 167,50, Gelsenkirchen 71,75, Harpener 98, Mannesmann 77,25 Phomx 57,50, Rhein Braunkohlen 210, Rheinstahl 95,50, Stahloerein 48, AKU. 53,50, AEG. 31,40 Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 4. März. Am Getreidegroß- markt blieb das Geschäft klein. Futtermittel aller Art waren stark gesucht, während entsprechendes Angebot fehlte. Kleie wurde nur bei gleichzeitigem Bezug von Mehl in geringen Mengen abgegeben, ebenso verhielt es sich mit Futtergerste und Hafer, die im Tausch gegen ölhaltige Futtermittel abgegeben wurden. In den letzten Tagen wurden kleine Mengen Kraftfuttermittel an die Landwirte des hiesigen Bezirks verteilt; im freien Markt lag aber kein Angebot vor. Brotgetreide war reichlich an- geboten, insbesondere Roggen, die Nachfrage der Äühlen, auch der kleinen Landmühlen, blieb aber minimal. Selbst für hochwertige Sachse-Saale- Weizen bekundete man nur geringes Interesse. Die leichte Erhöhung der Mehlpreise hat keine Belebung des Geschäftes gebracht, auch die Abrufe aus alten Abschlüssen ließen zu wünschen übrig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W IX 208, W XIII 212, W XVI 216; Roggen R IX 168, R XIII 172, R XV 176, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 170, G XI 173, G XII 175; Hafer H XIII 168, H XIV 170, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05; Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10, alles plus 0,50 Mk. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17, Weizenfuttermehl 13,25, Wei^enkleie W XIII 10,82, W XVI 11,02; Roggen- kleie R XIII 10,08, R XV 10,32, alles Mühlenfest- preife ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Cora- schrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrik, preise ab südd. Fabrikstation. Treber nicht notiert. Trockenschnitzel 9,50, Heu 10,50, Weizen- und Jlog- genstroh, drahtgepreßt ober gebündelt, 5 bis d.4U. Kartoffeln: gelbfleischige, hiesiger Gegend, 2,80 bis 2,90 Mark per 50 Kuo bei Waggonbezug. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 4. März. Auftrieb: Rinder 1050 (am 25. Febr. 1056), darunter 283 Ochsen, 90 Bullen, 381 Kühe, 296 Färsen. Kälber 490 (473), Schafe 39 (40), Schweine 3774 (3686). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 38 bis 40 (am 25. Febr. 37 bis 39), b) 34 bis 37 (32 bis 36), c) 30 bis 33 (27 bis 31), d) 27 bis 29 (23 bis 26). Bullen a) 36 bis 38 (3"> dis 36), b) 33 bis 35 (31 bis 34), c) 29 bis 32 (27 bis 30), d) 27 bis 28 (24 bis 26). Kühe a) 34 bis 35 (34 bis 35), b) 28 bis 33 (27 bis 32), c) 22 bis 27 (20 bis 26), d) 15 bis 21 (14 bis 19). Färsen a) 39 bis 40 (38 bis 39), b) 35 bis 38 (34 bis 37), c) 30 bis 34 (30 bis 33), d) 25 bis 29 (24 bis 29). Kälber b) 39 bis 47 (38 bis 46), c) 34 bis 38 (32 bis 36), d) 26 bis 33 (23 bis 31). Hämmel b2) 37 (36 bis 37). Schweine al) 49 bis 52 (50 bis 52, a2) 49 bis 52 (50 bis 52), b) 48 bis 52 (48 bis 52), c) 47 bis 52 (46 bis 52), d) 45 bis 50 (44 bis 50), gl) 45 bis 48 (45 bis 48), g2) 40 bis 44 (39 bis 44). Marktverlauf: Großvieh lebhaft, Kälber, Hämmel und Schafe rege, Schweine mittelmäßig, alles ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 584 Viertel Rindfleisch, 63 ganze Kalber, 4 ganze Hämmel, 85 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62. Bullenfleisch b) 56 bis 60. Kuhfleisch b) 48 bis 54, c) 34 bis 42. Färsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62. Kalbfleisch b) 62 bis 70, c) 56 bis 62. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zentimeter 68 bis 72, Flomen 180 bis 85. Marktverkauf: lebhaft. Geländeschiestübunoen bei Erda. Der Landrat des Kreises Wetzlar gibt bekannt: In der Zeit vom 8. bis 9. März und vom 11. bis 16. Mürz finden auf der Schußbahn bei Erda Geländeschießübungen statt. Die Schießzeiten sind am 8. und 9. März von 6 bis 18 Uhr und vom 11. bis 16. März von 7 bis 16 Uhr. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt und muh eine Stunde vor Beginn des Schießens bis eine Stunde nachher von jedem Verkehr frei bleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Das Gelände wird innerhalb folgender Linienführung abgesperrt: Südlich der Straße Erda—Frankenbach, westlich der Straße Crumbach—Fellingshausen, nördlich der Straße Fellingshausen—Bieber—Königsberg—Hohensolms und östlich der Straße Hohensolms—Erda. Kreis Wetzlar. < Odenhausen, 4. März. Die hiesige Ortsgruppe der NS. - Volkswahlfahrt hatte am Samstag zu einer Feier in die Gastwirtschaft Klinket eingeladen. Zahlreiche Gäste waren dem Rufe gefolgt. Nach einem van einer Reichsheer-Musikkapelle gespielten Marsch und einem van Leni B a - st i a n vorgetragenem Gedicht begrüßte Stützpunktleiter Fritz die Besucher. Schulungsleiter Roth hielt eine zündende Ansprache über die Notwendigkeit der NS.-Volkswohlfahrt. Ein von Hans Hen - k e l vorgetragenes Gedicht leitete über zu Gesängen der Schulkinder unter Leitung von Lehrer Schnei- d e r. In bunter Reihenfolge wechselten Gesänge der Kinder mit Theater-Aufführungen ab, in denen Elisabeth Fischer, Erna Simon, Frieda Schwarz, Anna Kraft und Elli Simon ihr Bestes gaben. Besonderes Vergnügen bereitete allen Anwesenden das „Musikalische Kaffeekränzchen", in dem Hanna Rink und Leni M a h r h a u f e n mit den oben genannten Mädchen durch ihren schönen Gesang erfreuten. Für die Einstudierung gebührt Herrn Lehrer Schneider höchster Dank. Die erhebende Feier schloß mit einem Schlußwort von Stützpunktleiter Fritz und dem gemeinsam gesungenen Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied. Noch lange blieb man in fröhlicher Stimmung zusammen. < Niederkleen, 4. Mörz. Die hiesige Vorschuß- und Kreditkasse hielt in der Gastwirtschaft Ohly unter Leitung des Vorsitzenden Ernst Eisenhardt ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende gab zunächst einen kurzen Ueberblick über das vergangene Geschäftsjahr. Kreisstellenleitor Berg trug die' Bilanz vor, die einstimmig angenommen wurde. Sodann ermahnte er zur Einigkeit, zur Gemeinschaftsarbeit und zur Opferbereitschaft. Dom Reingewinn wurden 14 Mark dem Winterhilfswerk überwiesen. Der bisherige Rechner, der Vorsitzende und das Vorstandsmitglied Heinrich Rühl wurden wiedergewählt. Das Einheitsstatut des Reichsnährstandes wurde einstimmig angenommen. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland. Jugendherberge undVerkehrswerbung Lpd. Frankfurt a. M., 4. März. Der alte Hader zwischen Gaststättengewerbe und Ju- gendherbergswerk ist begraben. Die bisher nach vielerorts vertretene Behauptung, die Jugendherbergen seien eine Konkurrenz des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes ist vor einiger Zeit durch eine Entscheidung der Hauptgruppe „Handel" der deutschen Wirtschaft ins Reich der Fabel verwiesen. Die Gruppe IX „Handel" als vorgesetzte Behörde des REV. des Gaststättengewerbes erkennt an, daß bei Einhaltung der für die Jugendherbergen gültigen Vorschriften von einer Konkurrenz keine Rede fein könne. Der gemeinnützige und hohe erzieherische Wert der für die ganze Welt mustergültigen deutschen Jugendherbergen steht auch für die Hauptgruppe „Handel" außer allem Zweifel. Die Jugendherberge ist, wie ihr Name schon sa t, eine Rast- und Übernachtungsstätte für Jugendliche, denen mehrtägiges Wandern erst durch das billige Uebernachtungsgeld von 20 bis 30 Pf. ermöglicht wird. Daß diese gering bemittelten Wanderer nicht als Gäste des Hotels in Frage kommen, ist ohne weiteres klar. Zwar können auch Erwachsene in der Jugendherberge übernachten, doch nur unter der Voraussetzung, daß sie als Mitglieder das Jugendherbergswerk durch Jahresbeitrag in Höhe von 3,60 Mark unterstützen. Und dann können sie immer erst in zweiter Linie als Gäste Aufnahme finden. Selten machen die Erwachsenen von dem Uebernachtungsrecht Gebrauch, denn die Jugendherberge mit ihren spartanischen Einrichtungen ist nicht nach jedermanns Geschmack. Wer es sich einigermaßen gestatten kann, wird auf mehrtägigen Wanderungen das Hotel mit all feinen Bequemlichkeiten vorziehen, auch wenn es wesentlich teurer ist. Die Mitgliedschaft der Erwachsenen besteht daher auch meist nur in der Absicht, das Jugendherbergswerk zu fördern. Machen erwachsene Einzelwanderer als Mitglieder des Jugendherbergverbandes von ihrem Uebernachtungsrecht Gebrauch, so handelt es sich meist um solche, die wirtschaftlich nicht in der Lage sind, mehrtägige Wanderungen mit Hotelübernachtungen auszuführen. Sie fallen als Gäste des Hotels von vornherein aus. Geschäftsreisende, Sommerfrischler usw. bekommen nicht das Recht zum Uebemachten in Jugendherbergen. Von einer Konkurrenz des Gaststättenge« roerbes kann nach alledem nicht gesprochen werden. Küche, die im unteren Deck liegt und eine ganz moderne elektrische Einrichtung hat, und vor allem der Rauchsalon. Ein Rauchsalon an -öorö eines Luftschiffes ist bisher tatsächlich noch nie da- gewesen. Auch über die Duschräume ist man ehrlich erstaunt. Man kann hier wirklich von einem fliegenden Hotel sprechen. Schon bei dem Aufbau selbst werden neuartige Verfahren angewandt. So werden die d i er bis f ü n s_M illlonen Nieten, die an dem Gerippe des T Z 129" befestigt werden, nicht eingeklopft, sondern eingedrückt. Man bedient sich dazu besonderer Nietzangen, deren lange Hebelarme über mehrfache Übersetzungen einen Druck von drei, ja sogar von vier Tonnen ausüben, der vollständig genügt, um die Nieten mit Köpfen zu versehen. Wurden die Nieten eingeklopft, dann brauchte man für jede Niete zwei Mann, jetzt hantiert ein Mann allein mit dieser neuartigen Nietenzange und kann außerdem viel schneller arbeiten. Die Ringe des Gerippes werden in wagrechter Linie fix und fertig montiert. Sie werden dabei von mächtigen Montageringen umschlossen und auch noch festgehalten, während sie in die Senkrechte gezogen und in das Gerippe eingefügt werden. Erst bann gibt der Montagering sie frei. Diese Maßnahme ist nötig, um zu verhindern, daß sich die Ringe verziehen. Erwähnenswert ist ein Dersuchsapparat, der zum erstenmal an einem Luftschiff angebracht wird. Mit seiner Hilfe will man zum Gewichtsausgleich für den Brennstoffverbrauch Feuchtigkeit aus der Luft auffangen und kondensieren. Dadurch wird das Schiff nicht nur mit Ballast- sondern auch mit Gebrauchswasser beliebig versehen. Die Ballons haben nicht mehr die sog. Schmetterlingsform wie beim „Graf Zeppelin", wo die Ballons mit zwei riesigen Säcken über den oberen Laufgang, den Axialsteg, hinunterhängen, sondern sind in geschlossener Ballonform hergestellt worden. Nur für den Axialsteg ist ein Durchgang ausgespart. Die Ballons des Luftschiffs „L Z 129" sind — ebenfalls eine entscheidende Neuerung — nicht mehr mit Goldschlägerhäuten, das sind getrocknete Schlingdärme von Ochsen und Kälbern, sondern mit einem künstlichen, absolut gasdichten „F i l m st o f f " überklebt worden. Ein paar solcher neuen Gaszellen hat übrigens „Graf Zeppelin" schon ausprobiert. hielt sich für Stadtanleihen. Von fremden Werten zogen Anatolier Eisenbahn auf 35,65 (35) an. Im Verlaufe schrumpfte das an sich schon kleine Geschäft auf ein Minimum zusammen. Die Kursveränderungen gegen den Anfang waren gering. Auf den Samstagsstand von 168 waren Reichsbank wieder erholt, ferner zogen Daimler auf 53,90 und Westdeutsche Kaufhof auf 41 an. Fester lagen noch Bekula mit 142 (140,75) und Conti Linoleum Zürich mit 148 (147). Schwach lagen im Zusammenhang mit der Pfundschwäsche Chade A—C mit 191,50 (196), Lit. D 188 (192) und Kunstseide AKU. mit 53,50 (54,65). Matter waren außerdem nach dem letzten Anstieg Feinmechanik Setter mit 77 (77,90). Am Kassamarkt waren Chem. Albert angeboten. Der Rentenmarkt blieb auch späterhin fast ge= schäftslos bei allerdings wenig veränderten Kursen. Stadtanleihen lagen bei minimalen Abweichungen nicht ganz einheitlich. Pfandbriefe blieben bei kleinem Geschäft zumeist gut behauptet. Staatsanleihen lagen ruhig und kaum verändert. Im Freiverkehr büßten Frankfurter Handelsbank bei kleinstem Umsatz 10 Punkte auf 45 ein, andererseits waren Ufa-Aktien auf 64 (61,50) erhöht. Tagesgeld war zu 3,25 (3,50) v. H. weiter erleichtert. Abendbörse: sehr still. Die Abendbörse entbehrte jeglicher Anregung. Vor allem blieben Aufträge der Kundschaft wieder aus, wodurch auch die berufsmäßigen Börsenkreise Zurückhaltung übten. Das Geschäft war auf allen Marktgebieten außerordentlich still. Die Grundstimmung blieb aber zuversichtlich, wobei auch die weiteren Berichte über die Leipziger Messe Beobachtung fanden. Das Kursniveau lag im Vergleich zum Berliner Schluß unö auch zum hiesigen Schlußverkehr gut behauptet, teilweise auch noch etwas fester. So erhöhten sich IG. Farben, Gelsenkirchen, Stahlverein, Deutsche Linoleum, AEG. usw. um 0,25 bis 0,50 v, H., Lahmeyer zogen 0,75 v. H. an und Bem- berg waren sogar um 1,50 v. H. befestigt. Etwas niedriger lagen dagegen Holzmann, Siemens und AKU.' Am Kassamarkt zogen Commerzbank auf 84,50 (84,25) an, DD.- und Dresdener Bank lagen mit je 84,25 unverändert. Rhein. Hyp. Bank fliegen auf 130,25 (130). Es wird nicht mehr sehr lange dauern, dann wird das neue herrliche Luftschiff, an dem in der Werft in Friedrichshafen noch gebaut wird, fertig fein und feine erste Fahrt antreten. Noch in diesem Jahre soll ja der regelmäßige Luftschiff-Verkehr Deutschland—Nordamerika eingerichtet werden, und „L Z 129" soll der Hauptträger dieser neuen Linie werden. , Aber schon jetzt steht man gebannt vor dem mächtigen Gerüst, das zum Teil bereits mit de» Hülle bezogen wurde. Schon sieht man auch, abgesehen von der doppelten Größe, hier und da die technischen V e r b e f f e r u n g e n , tie das neue Schiff vor seinem Vorgänger „Graf Zeppelin" voraus hat. Da ist zunächst das Fallreep, über das man jetzt in das Innere des Schiffes einsteigt. Während man beim „Graf Zeppelin" mühsam eine Holztreppe an das Schiff tragen mußte, um ein Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, wird jetzt aus dem Inneren des Schiffes ein bewegliches Fallreep herabgelassen und bei der Abfahrt wieder hochgezogen. Außer dem Vorzug der größeren Einfachheit ist damit eine gesteigerte Unabhängigkeit des Schiffes von seinem Landeplatz gegeben. . Die Kabinen sind größer geworden und in ihrer Einrichtung bequemer. Von den beiden Sprungfedermatratzen wird die eine tagsüber durch Drehung in den Scharnieren in die Decke befördert, während die untere sich in ein bequemes Sofa verwandelt. Jede Kabine verfügt über ein Waschbecken aus Zellon mit fließendem Wasser und über elektrisches Licht. Insgesamt besitzt das Luftschiff Kabinen für 50 Personen. Auch die übrigen Passagierräume sind erweitert worden. Gegenüber 100 Quadratmeter Bodenfläche bei dem „Graf Zeppelin" stehen den Fahrgästen auf „L Z 129" 400 Quadratmeter Bodenfläche zur Verfügung. Speiseraum' und Wandelgang werden bei Tag durch Entfernung der leichten Stoffwand in einen großen Gemeinschaftsraum verwandelt, der fein Licht durch die klaren Zellonfenster erhält. Abends werden Speiseraum und Wandelgang wieder getrennt, wobei der Wandelgang abgedunkelt wird,' so daß man die Aussicht ungestört genießen kann. Neu ist ferner der Speiseaufzug aus der Nhein-Mainische Mittagsbörse. Freundlich. Frankfurt a. M., 4. März. Die Börse zeigte zum Wochenanfang das gleiche ruhige Bild der Vorwoche, da sich aus der Privatkundschaft noch keine Verstärkung der Nachfrage bemerkbar gemacht hat. Von roettigm Spezialwerten abgesehen, hatte das Geschäft nur geringen Umfang, zumal auch die Kulisse gewisse Zurückhaltung übte. Der nunmehr für Donnerstag festgelegte Besuch des englischen Außenministers in Berlin und der befriedigende Anfang der Leipziger Messe boten der Tendenz etwas Rückhalt. Die Kursentwicklung war uneinheitlich, wobei sich die Veränderungen nach beiden Richtungen in engen Grenzen hielten. Am Aktienmarkt machte sich erhöhte Nach- fraae nach ZellstoffaKien geltend, vor allem Aschaffenburger waren gefragt und angesichts der Markt- leere auf 80,50 bis 81 (79,75) gesteigert, Waldhof zogen auf 197 (106,75) an. Außerdem traten von Autowerten Daimler-Motoren mit 53,13 bis 53,65 (52,75) wieder stärker hervor, und auch das Geschäft war etwas lebhafter. Adlerwerke Kleyer galten im Freiverkehr 89 Geld (89), waren aber zunächst ohne Umsatz. Montanaktien eröffneten bei ganz geringen Abweichungen uneinheitlich, während chemische Werte, so IG. Farben, Scheideanstalt und Rütgers- roerfe bis 0,25 v. H. nachgaben. Von Elektroaktien lagen AEG. 0,40 v. H., Licht und Kraft und Lahmeyer je 0,25 v. H. freundlicher, andererseits gingen Gesfürel 0,40 v. H., Schuckert 0,25 v. H. und Siemens 0,75 v. H. zurück. Fest notierten in Anpassung an Berlin Rheinische Elektro, Mannheim, mit 115,50 (112). Reichsbankanteile gaben zunächst auf 166,75 (168) nach, konnten sich aber bald nach dem ersten Kurs auf 167,50 erholen. Sonst eröffneten noch Westdeutsche Kaufhof 0,65 v. H. und Hapag 0,25 v. H. fester, Zement Heidelberg dagegen 0,25 v. H. schwächer. Der Rentenmarkt lag stark geschäftslos. Altbesitz büßten 0,75 v. H., Stahlverein-Bonds 0,40 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. ein. Zinsvergütungsscheine und Gemeinde-Umschuldung konnten sich behaupten. Etwas Nachfrage er- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Frankfurt 0.2)1. »er im Frankfurt a. M Serlin Fronksur a.M. | Berlin Schluß» lurS Schluß«. Abend, bifric Schluß. lurS Schlutzl. mittag- bör'c Schluß» kurs Schlup!. Abend- börse Schluß» lurs Schluß!. Mittag« Schluß» kurS Schluß!. Abendbörse Schluß- kurä Schluß!. Mittag. börse Odium 2.3- 4.3 2-3- 4 3. Datum 2.3 4 3. 23 4-3. Datum 2-3. | 4.3 2 3- 4 3. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,1 100 99,8 99,9 4% veSgl. Serie 11 .......... 8,5 8,5 — — Mansselder Bergbau....... . 3 93 92,5 93,5 93,5 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 96,25 96,25 96,25 96,25 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 M 4,4 —— 4,3 Kokswerke................ — 105,75 106,13 Wo Dom'g-Anleihe von 1930 .. 101,5 101,5 101,65 101,75 4!4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7 7 7 7 Phönix Bergbau........... 56,65 57,5 — — Deutsche Anl..Adlös.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente 2 *4% Anatolier ............ 4,05 4,1 4,1 4,1 Rheinische Braunkohlen .... 3'i 208 210 — 210 112,65 112,4 112,6 112,65 35 35,65 35,2 35,4 Rheinstahl ..............-.. 95 95,5 94,75 95,75 4*/»% Deutsche ReichSpostschahan- Bereinigte Stahlwerke...... . 0 47 48 71,13 72,25 Weisungen von 1934, I....... 6% et)cm.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ......... 97,25 97,25 97,25 97 Hamburg-Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff Norddeutscher Lloyd ........ A G. für Berkehreivesen Akt. . 0 . 0 30,4 30,5 33,75 86,5 30,65 30,5 26 33,4 85,5 L tavi Minen ............. Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... :t . 5 12,4 110 109 12,13 109,75 108,5 11,9 109,75 109 12 110 109 4Vi°/o ehem. Hessische Landesbank 0 0 34 87 86^9 116,5 84,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... iy2 148 147,25 148 147,25 96 99,5 96 99,5 96 117 84,5 116,25 84,25 5%% ehem. Hess. LandeS.Hypo. thekendank Darinstadt Lioui ... — -oecuner ^>anoeicgciennnail ... v Commerz, und Prioa! Bank ... 0 Deutsche Bank und D'-'conto- 84,25 I. G. Farben-Industrie..... Scheideanstalt............. .. 7 . 9 141,4 207 147,25 206,75 141,5 141 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Gesellschaft............... . 0 84,5 84,25 84,5 84,25 Goldschmidt .............. .. 0 89 89 89,5 89,5 Landesb.Goldschuldvcrschr. R.6 — ■— — — Dresdner Bank............. . 0 84,5 84,25 84,5 84.25 Rütgerswerke ............. .. 4 105,4 105,25 105,5 105,75 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit Reichsbank ................ 12 168 167,5 168 167,5 Metallgesellschaft........... .. 4 91,9 91,75 91,9 92 Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,5 113,5 113,65 113,5 A.E.G..................... . 0 30,4 31,4 30,65 31,25 Philipp Holzmann......... .. 0 89,25 119,65 127 89,25 89,75 90 4y,% ehem.8°/o Franks. Hyp.-Bank Bekula.................... 10 140,75 142,75 141,5 142,75 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... 118,75 127 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 95,75 95,75 — 95,75 Elektr. Lieferungsgeselllchast. . 5 107,5 107,25 107,25 107,9 — 5’4% ehem. 4*4% Franks. Hyp.- 95,75 Licht und Kraft ........... 6 y> 118 119 117.9 118,9 99,5 _ Felten & Guilleaume........ . 0 87,25 87,5 87,5 88,5 Schultheis Patzenhofer ..... .. 1 —— 104,25 104,75 ßy,% ehem. ’w/o Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 54,65 99,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 115,5 115,25 115 115,25 Aku ('Allgemeine Kunstseide) .. 0 53,5 54,25 53,9 99,5 99,75 99,7 Rheinische Elektrizität ....... . 5 112 115,5 112 116 Bemberg................. .. 0 118 118,5 116,5 117,5 4Vt% ehem. 8% Pr. Landespfand. Rhein. Wests. Elektr......... . 6 - — — Zellstoff Waldhof .......... .. 0 106,75 106,75 106,5 106,5 drtesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Schuckert LCo.............. . 4 99,75 100 99,75 100,13 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 79,75 82 80 82,5 4 yr% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briefanst., Gold Komm. Öbl.Vi Steuerautsch.Berrechnungsk. 35-39 97 105,9 Siemens & Halske........... . 7 140,5 139,5 140,75 140 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 127,25 129,9 97 97 105,9 97 105,9 Lahmeyer & Go............. . 7 122.75 124,25 123,25 123,5 .. 1 52,75 53,65 147 88,5 145,5 89-25 113 105,9 Deutsche Linoleum......... .. 6 146,25 l — 91,13 99,5 91,5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — 85,5 87 4% Oesterretchische Goldrente... 27 — 27 — Deutsche Erdöl............ Gelsenkirchener............ Harpcner................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen 99,5 99-5 99,25 Westdeutsche Kaufhof....... Chade .................... Accumulatoren-Fabrik...... .. U 39,75 41,13 39,9 41,5 192 160 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,2 8,1 7,6 1,2 7,9 7,5 1,2 8,1 1,25 8 .. 0 70,25 . n: qr 71,75 98 98 98 . 12 191,5 160 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,6 7,6 .. 87,9 88 Conti-Gummt............. .. 8 — — — 4y,% desgl. von 1913.......... 7,75 10,9 7,5 7,6 ■ Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse...... _ - 5% abgest" Goldmexikaner von 98 10,65 10,65 10,65 .. 6 122,4 124,25 122,5 124 Gritzner................. .. 0 1 - 1 34,5 1 34,25 1 34,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Kloünerwerke ............. L'/,l 86,5 86,75 86,5 86,9 Mainlrastwerke Höchst a.M. .. - 90,25 90,5 1 — Serie 1.................... 8*5 8,5 8,65 Manneümann-Nöhren...... .. O| 77,4 77,25 77,25 77,4 Süddeutscher Zucker ...... .. 6 1 162 1 162 1 162 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U. 2. März 4-Mörz Amtliche Notierung Geld 1 Ärief Amtliche Notierung Geld | :3rief Buenos Atre. 0,628 0,632 0,623 0.627 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0,194 0,196 0,194 0,196 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 52,80 52,90 52,13 52,23 Danzig..... 81,315 81,475 81,315 81,475 London ..... 11,825 11,855 11,675 11,705 Helsingfors.. 5,225 5,235 5,15 5,16 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,18 168,52 168,31 168.65 Italien..... 21,14 21,18 21,14 21.18 Japan ...... 0.694 0,696 0,684 0,686 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Lslo..... : 59,44 59,56 58,66 58,78 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 10,74 10,76 10,61 10,63 Stockholm... 60,98 61,10 60,20 60,32 Schweiz .... 80,72 80,88 80-72 80,88 Spanten.... 34,03 34,09 34,06 34,12 Prag....... 10,38 10,40 10,385 10,405 Budapest ... — _ Neuyvrk... 2,466 2,470 Banknoten 2,462 2,466 Serlln,4.Mörz Geld Zrlel Amerikanische Noten.............. 2,414 2,434 Belgische Noten.................. 57,96 58,20 Dänische Noten ................. 51,93 52,13 Englische Noten ................. 11,64 11,68 Französische Noten............... 16,42 16,48 Holländische Noten............... 167,89 168,57 Italienische Noten................ 21,33 21,4» Norwegische Noten .............. 58,50 58,7t Deutsch Lesterretch, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 59,99 60,23 Schweizer Noten................. 80,44 80,76 Spanische Noten................. 33,62 33,76 Ungarische Noten................ Dienstag, 5. Marz 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen) Nr. 54 Drittes Blatt Die Feuchtigkeit im Kragen wird die Frage nach der I priesen, eine „Curliste" aufgestellt, Stammbuchverse ...j.Lf.j’ hnhon miL für AtnmmHfi-hbruber wiederaeaeben, bis schließlich Für er Ä” K Und cts ljabe ein Ä verbürgte Zwiegesprnche, emtz-irc.« milder Gott sich seiner Kümmernis angenommen, ein Verzeichn^ neuer ^Tiere trn zoologischen Gart n so stand er plötzlich, staunend und sehr verblüfft,. (auch ein „Schlammoeißer findet sich in dem Tier- unserem ehrwürdigen Schirm triefend gegenüber. !bestand^dann werden allerlei^Geheimmit g^ Jungen und Mädel in den Betrieben! Hitlerjugend und Deutsche Arbeitsfront rufen euch zum 2. Reichsberufswettkampf. Meldet euch sofort zur Teitnahme an! Aus der provinzialhaupistadi. Oer Baumwollgreis mit Vosenkante. Viele Häuser meiner Straße haben Vorgärten. Eiserne Gatter trennen ihre schmalen Erdstreifen vom Steinband der Straße ab. Und diese Gatter haben zweifelsohne etwas sehr Nüchternes, wenn auch die einzelnen Stäbe mit ihren pfeilblattförmigen Spitzen einen kriegerischen Eindruck erwecken könnten. Jedenfalls geht man ihnen vorüber, ohne sich dabei sonderlich interessiert zu fühlen. Aber auch ein langweiliger Mensch kann sich plötz- leich eine leuchtende Krawatte umbinden. Dann bleibt man stehen und ist verblüfft. So ging es mir neulich mit einem der Vorgartengitter. An einer Querleiste zwischen den dünnen Gußeisenspeeren hing -nämlich ein Regenschirm. Ach, werden Sie sagen, was ist schon ein Regenschirm! Run, Sie haben diesen Regenschirm nicht gesehen. Mögen andere Schirme schlichte, seidebespannte Gestelle sein — dieser Schirm war jedenfalls das reinste Abenteuer. Man besah ihn nicht, man erlebte ihn. Er war geradezu ein museales Stück, ein Patriarch unter den Schirmen, ein würdiger Greis der Wetterabwehr. Blaue Baumwolle bildete seinen wichtigsten Bestandteil. Verschossen, aber immer noch mit auffälliger Leuchtkraft begabt. Seine Krücke war nicht in der nüchtern-modischen Form eines Keulenendes gestaltet, seine Krücke hatte vielmehr Profil, eben jenes markante Profil, das würdige und noch sehr ansehnliche Greise auszuzeichnen pflegt. Nichts von belangloser Glätte. Tief gekerbt, wies dieser Griff kunstvolle Schnitzarbeit auf. Es war nicht ganz klar, ob dabei ein botanischer oder ein zoologischer Vorwurf behandelt worden war, denn es hätte gleichviel eine verkrümmte Schlange wie eine eigenwillige Orchidee sein können, die diesem Schirm zum Anfassen diente. Aber in jedem Fall lag hier etwas Bedeutendes vor. Die baumwollene Bespannung aber hatte noch eine Kante. Nicht irgendeinen beliebigen Abschlußstreifen, sondern gleichsam ein sinniges Spruchband. Im Sinne der Forderung „Laßt Blumen sprechen!" war sie entstanden, denn sie zeigte in behäbiger Breite eine Kette von Nosenblüten. Mit sehr schönen, üppig entfalteten Blättern. Wie hübsch mußte Wir Deutschen sind ein „Volk ohne Raum", wir haben keine Kolonien und müssen daher alles, was wir nicht selbst produzieren, aus dem Auslande einführen. Darum ist es nötig, jeden Fußbreit unseres Bodens so zu nützen, daß er einen möglichst hohen Ertrag abwirft. Wir können es Ans nicht leisten, daß unsere Forsten von Schadinsekten, unsere Felder von Ratten und Mäusen im Werte verringert werden. Wir müssen diese kleinen Feinde mit allen Mitteln bekämpfen. Ein wichtiger Bundesgenosse in diesem Kampfe ist — wie seit langem bekannt — der Vogel, der Singvogel als Jnsekten- vertilger, Raubvögel und Eulen als Feldpolizei. Vogelschutz ist Forstschuh und Feldschuh. Wie aber die Vögel schützen? Das Anbringen von Nistkästen allein genügt nicht. Wir müssen die gesamte Biologie unserer Vögel erfassen, um mit unseren Schutzmaßnahmen an der richtigen Stelle einsetzen zu können. Und gerade hier ist der Vogelring ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug der Forschung. Er zeigt uns die Wege und Winterquartiere unserer Zugvögel, er zeigt uns die Todesursache so manches beschwingten Kampfgenossen und damit die Gefahren, denen unsere Vögel ausgesetzt sind. Kennen wir aber diese Gefahren, so können wir auch versuchen, sie zu bannen. Durch Verträge mit den „Durchreiseländern" können wir hier Verluste verringern. So hat z. B. Italien, dessen „Roc- Es stammt vom 17. Januar 1875. Das Blatt kostete vier Kreuzer. Wer ein Dutzend abnahm, erhielt zwölf Stück. Gedruckt wurde es. in der Buchdruckerei von Eduard O t t m a n n in Gießen, die heutige Druckerei Heppler & Meyer. Das „Blättche" brachte auf vier Oktavseiten gereimt und ungereimt eine Fülle von Humor, der, wie man leicht erraten kann, durchaus auf lokale Ereignisse, auf die Schwächen und Vorzüge Gießener Bürger und Mitglieder des Carnevalvereins zugeschnitten war und sicherlich bei manchem Leser jenes heimliche Grinsen oder gar homerische Gelächter ausgelöst haben mag, das man bei solcher Lektüre kaum unterdrücken kann, wenn man die Zusammenhänge kennt. Heute ist diese Carnevalszeitung nicht mehr ganz verständlich, weil ja diejenigen, die für den Spott nicht zu sorgen brauchten, meist nicht mehr unter uns sind. Vorsichtig wird die Zeitung allerdings durch einen gereimten Schrieb eingeleitet, der den Titel „Und darum keine Feindschaft" trägt. Der Inhalt bringt, wie es in einer solchen Zeitschrift nicht anders zu erwarten ist, Ratschläge für Bräute oder solche, die es werden wollen, lustige, mehr oder und Zigarrenhändler, Gastwirtsfrauen und Kaufmannsgattinnen treffliche Laienspiele mit Schwung und Können aufführen, daß dröhnende Lachsturme das Haus durchbraufen. Sogar Text und Musik machen diese begabten Bürger sich selbst. Und es gibt ihrer viele. Wie sollte sonst das Programm der riesenhaften Fremdensitzungen in der Stadthalle gefüllt werden? Einer um den anderen steigt zum prunkvollen Thron des Elferrats empor, hinein in die „23 ü t t", ein großes Faß mit luftigem Eulengestcht, um seine uber= mütig-derben, manchmal aber auch bissig-satirische Büttenrede" zu halten. Zehntausend sitzen dichtgedrängt und klatschen begeistert Beifall, wenn die Pointe „sitzt" und die grünen Eulenaugen aufleuchten. Der Rosenmontag bringt endlich den Höhepunkt: Den mit kritischem Witz künstlerisch gestalteten Festzug! Schwarz sind die Straßen von dichten Menschenmauern, begeistert wird jeder gute Einfall umjubelt. Farbige Papierschlangen wirbeln durch die Luft, Konfetti und Blumengrüße flattern aus den Fenstern. Nachmittags sammeln sich die Karnevalsgarden in ihren Feldlagern oder marschieren in Trupps durch die Stadt: Generäle, Offiziere, Soldaten in den farbenfrohen, graziösen Uniformen der Nokokozeit, der Troß mit (Sektflaschen-)Artille- rie, Marketenderinnen und Feld(wein)apotheke hinterdrein ... Für Griesgrame und Meckerer ist in den Karnevalstagen im frohen goldenen Mainz kein Platz, alle Sorgen ertrinken in den Wogen der Freude und des guten Weins, und Meister wird, wer's am närrischsten treibt! Wintersport. Wiederum ist Pfronten das Ziel des Zuges, das mit den Nachbarorten die Urlauber aufnimmt. Gleichzeitig ist die Anfahrt erstmalig wieder ausgedehnt auf die wunderbare Fahrt durch den Schwarzwald (Triberg) über Friedrichs» Hafen, wo ein Frühstück die Teilnehmer am 31. März morgens erwartet. Der Besuch der Zeppelinwerft schließt sich an. Die Weiterfahrt ins Urlaubsgebiet wird noch einmal unterbrochen auf der Jnselstadt im Bodensee, Lindau. Hier werden alle Teilnehmer die Möglichkeit haben, die Stadt in ihrer Eigenart kennenzulernen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen geht es dann in das Urlaubs» braucht ihre ganze gute Erziehung, um ihr Staunen zu verbergen. Sie hat diesen Herrn noch nie gc* sehen. Er lächelt weiter. „Wie ein Verkäufer hinter dem Ladentisch", denkt Evelyne. Der Herr fragt, ob sie ihn wiedererkenne? Er sei ihr Nachbar aus der Parkettreihe. Er dankt ihr, daß sie feine Karten angenommen und seine Blumen und daß er eine Karnevalswoche lange dicht neben ihr sitzen durfte bei graziösen Melodien. Der Kapellmeister ist kein Genie, er schickte ihm trotzdem auch täglich eine Blume als kleinen Dank. Denn nun komme die Hauptsache. Er zog ein Etui aus der Tasche, ließ es aufschnellen, ein herrlicher Opal schimmerte in tausend Farben vor Evelyne. Sie errötete vor Freude und Verlegenheit und will sagen, daß sie natürlich solch ein Geschenk niemals annehmen kann. Der Herr lächelt und sagt: „Geschäft ist Geschäft. Ich wußte, wenn Sie ihn sehen, können Sis nicht .Nein' sagen", und nennt eine achtbare Geldsumme. Der Aschermittwoch ist also da! — Evelyne bitter, ihr den Ring zu schicken. Das Geld dafür würds dem Ueberbringer ausgehändigt werden Evelyne trägt diesen Opal alle Tage. Fred, der inzwischen ihr Gatte geworden ist, hat nie erfahren können, woher dieser Ring stammt. Er ist ein wenig eifersüchtig auf diesen Ring; und eigentlich trotz alledem nicht mit Unrecht... coli" alljährlich Hunderttausende unserer Zugvögel zum Opfer fielen, einen wirksamen Vogelschutz ein« geführt. Die Beringung zeigt uns auch, welche Vogel alljährlich das'alte Nistgebiet aufsuchen und welche zum „Abwandern" neigen. Ferner erlaubt sie bei planmäßiger Bearbeitung bestimmter Dogelkolonien die Aufstellung von „Stammbäumen". Alle diese und noch viele andere Möglichkeiten geben uns ein Bild von den Einzelheiten des Vogellebens, und damit die Erkenntnisse, die zu einem umfassenden Vogelschutz nötig sind. So ist die Vogelberingung ein Hilfsmittel zum Schuhe unserer Wälder und Felder. Und wir nützen dieses Werkzeug, ist doch die Vogelwarte Helgoland mit ihren zahlreichen Mitarbeitern und insgesamt über einer halben Million Beringungen die g r ö ß e B e r i n g u n g s z e n- träte der gesamten alten Welt. Jährlich werden weit über tausend ihrer beringten Vögel zurückgemeldet. An nächster Stelle folgt die Vogelwarte Rossi11en. Die Rückmeldungen bilden ein Material, das sich dauernd vergrößert und ständig zu neuen Ergebnissen führt. So hat die von dem Dänen Mortensen zuerst systematisch begonnene Vogelberingung in Deutschland ihren größten Ausbau erfahren. für Stammtischbrüber wiedergegeben, bis schließlich auf der letzten Seite das dicke Ende kommt und die Fastnachts-Schriftleitung berichtet, daß sie statt der „guten Wünsche" für das Unternehmen lieber Geld in Empfang nehmen würde. Das vergilbte Blatt ist eine kleine Reminiszenz einer vergangenen Zeit, der man sich am Fa- chingsdienstag gern einmal erinnern kann. Wer mag wissen, wie es kam, daß Evelyne plötzlich vor der „Pergola" steht, dem schönsten Theater von Florenz! Sie liest die Anzeigen der Operetten« Gesellschaft, die hier gastiert für diese letzte Karnevals-Woche. Der Kapellmeister wird gerühmt mit allen schönen Beiworten der musikalischen Sprache. Es fehlt noch eine Minute bis zum Beginn der ersten Vorstellung des „Grafen von Luxemburg". Als der „Maestro" den Taktstock zum Beginn heben will, verzögert sich dies, weil die Tür noch einmal geöffnet wird. Evelyne ist es, die ihren schnell gekauften Platz noch zu erreichen sucht. Sie sitzt in der ersten Reihe, schräg hinter dem Dingen« tenpult. Sie lächelt den mit erhobenem Taktstock Gehemmten verlegen an. Er lächelt zurück, wie nur ein italienischer Musiker lächeln kann. Dieser Austausch des Lächelns wiederholt sich in jeder Pause, die die fröhliche Partitur dem Taktierenden gönnt. — Nach Schluß der Vorstellung hilft der Theaterdiener Evelyne übereifrig in den Mantel. Auch er lächelt dabei geheimnisvoll. Kein Untergebener im Land Italien, der sich nicht im notwendigen Augenblick in einen Amor zu verwandeln versteht! Richtig, Evelyne findet in der Tasche ihres leichten Mantels eine Eintrittskarte für den Platz, den sie eben innegehabt für die folaende Abendvorstellung. Man soll den „Walzertraum geben. Evelyne nimmt sich fest vor, die Vorstellung nicht zu besuchen. Aber im Moment, wo der Kapellmeister den Taktstock zum Anfang hebt, ist sie da. Auf ihrem Platz liegt ein Busch prachtvoller Nelken. Eine von der gleichen Sorte hat der Kapellmeister am Rockaufschlag. Bei dem berühmten Walzerlied wiegen sich zwei Lächelnde zart im Takt. Nach Schluß der Vorstellung ist der Theaterdiener wieder hilfsbereit. Evelyne findet in ihrer Manteltasche die Karten für ihren Platz für alle Vorstellungen der Operettengesellschaft; für nachmittags wie für abends Sie versäumt keine. Am Fastnachts-Dienstag ist großer Maskenball im Theatro della Pergola. Die elegante Welt von Florenz trifft sich dort maskiert. Um 11 Uhr taucht Evelyne dort auf inmitten eines kleinen Trupps befreundeter Ausländer. Sie findet sofort einen Tänzer. Er trägt an der Kapuze seines Domino eine Nelke und einen Violinschlüssel. Es scheint Evelyn- nicht schwer zu erraten wer ihr Tänzer ist Auch ihren Domino schmucken Nelken. Man tanzt schweigend. Man ist sich darüber klar, daß Musik mehr zu verraten mag als Worte. Kurz vor Mitternacht sitzen sie m einer stillen Nische des Nebensaales. Die Uhr schlägt Zwölf, und die Masken fallen. Vor Evelyne steht ihr Tänzer und lachett. Sie „Oie Iaflenbretzei". Es gab einmal eine Gießener Faschingszeilung. Das wissen sicherlich viele Gießener nicht mehr, daß es in unserer Stadt auch einmal eine Fastnachtszeitung gab, die sich „Die Fastenbretzef' betitelte und von dem „Carnevalverein Türkei als ein „Amts- und Regierungsblatt" herausgegeben wurde. Frau Kaiser, Bleichstraße 42, stellte uns eines dieser kleinen Blättchen dieser Tage zu. Deutsche Arbeitsfront. NZ.-Gemeinschafl „Kraft durch Freude". Urlaubszug in die Pfalz vom 23. bis 3 0. März; Kosten 29,50 Mark. In fast nächster Nähe unseres Heimatgebietes gelegen und doch so unbekannt ist die Pfalz, die ihre Reize in ihrer landschaftlichen Schönheit mit den Burgen und Ruinen und den reichen Wäldern birgt. Neu- stadt, Hardt, Hambach sind die Quartierorte, die unsere Urlauber aufnehmen. Spaziergänge in ausreichender Art führen in die verschiedensten Richtungen des Pfälzer Landes. Aber auch eine Kostprobe des Pfälzerlandes im Pfälzerwein wird den Urlaubern geboten. Ein Tag während der Urlaubsdauer wird alle Urlauber zusammenführen zu einer gemeinschaftlichen Fahrt in die alte Domstadt Speyer am Rhein. Die Abfahrt ist vorgesehen für den 23. März nachmittags, die Rückkehr am 30. März mittags, so daß alle Teilnehmer bereits in den Nachmittagsstunden ihre Heimat erreichen. Schlußtermin für die Anmeldung: 16. März. Urlaubs <3 ug in den Allgäu vom 3 0. März bis 7. April; Ko st en 33,50 Mk. Noch einmal bietet sich der winterliche Allgäu unfe« I rert Urlaubern mit einer letzten Möglichkeit für den Pfundsammlung in der Ortsgruppe Mitte. Wir teilen allen Hausfrauen mit, dH am Don- n e r s t a g , 7. M ä r z , im Bereich btt Ortsgruppe Mitte die Pfundsammlung durchgeführt wird, und wir bitten, auch diesmal so reichlich wie bisher rechtlichen Zugehörigkeit nicht lange haben aufkeimen lassen. So wie der Ertrinkende sich nicht viel darum kümmert, welcher Reederei der zugeworfene Rettungsring gehört, so nahm der Regennasse den Schirmgreis von der Querleiste. Mit seligem Lächeln wird er ihn entfaltet haben, und als ein Geborgener ist er dann entschritten, die Hand um das naturwissenschaftliche Problem der Krücke gelegt, der Unbill des Regens den Zauber baumwollener Rosen getrost entgegenzusetzen. H. B. v. M. gebiet, wo am 31. März, abends, der Zug eintreffen wird. Ausflüge an den Felshängen des Alpenlandes werden am Tage die Urlauber beschäftigen, soweit sie nicht durch Wintersport ihre Erholung suchen. Heimatabende werden Bevölkerung und Urlauber zusamm-nführen. Schlußtermin für die Anmeldung: 15. März. Vnchslustschuhbund, Ortsgruppe Gießen. Besuch der Großen Luftschuhausstellung in Frankfurt a. M. mit Sonderzug am Sonntag, 10. März. Alle Mitglieder des Reichsluftschutzbundes, insbe« sondere die Amtsträger und ausgebildeten Luftschutzbauswarte, werden zur Teilnahme an der Gemeinschaftsfahrt hiermit aufgefordert. Fabrpreis einschließlich Eintritt 2,40 Mark. Genaue Abfahrts- und Rückfahrtszeiten, sowie Zeit und Ort des Antretens werden in der Presse noch bekanntgegeben. Verbindliche Anmeldungen zur Teilnahme habett bis Dienstag, 5. März, 18 Uhr, zu erfolgen, entweder an die Ortsgruppen der NSDAP, oder an die Revierführer des RLB., also für die Einwohner im Polizeirevier I an Revierführer Elotz, Wiesenstraße 2, für die Einwohner im Polizeirevier II an Revierführer North, Ebelstraße 17« Ortsgruppe Gießen des RLB. I. A.: gez. Schuchardt. NGLB. Arbeitsgemeinschaft für Fibelbesprechung, Bezirk Gießen-Stadt und Giehen-Land. Mittwoch. 6. März, 15.30 Uhr, Zusammenkunft in der Schillerschule zu Gießen. Das Vflücken von Weidenkätzchen ist verboten! Am vergangenen Sonntag konnte man beobachten, wie trotz des kreisamtlichen Verbotes Zweige mit Weidenkätzchen, mitunter recht dicke Bündel, mit nach Hause genommen wurden. Meistens sind sich die Betreffenden der Strafbarkeit ihrer Handlung nicht bewußt. Bekanntlich schützt aber dieser Umstand nicht vor Strafe. Diese Art ,,Naturfreunde" hinterlassen ihren spazierengehenden Mitmenschen, die sich ebenfalls an den ersten Frühlingskindern der Natur erfreuen wollen,, nur verstümmelte Sträucher, traurige Reste. Daß sie nebenbei auch eine beliebte und ertragreiche Bienenweide zerstören und damit gegen volkswirtschaftliche Interessen ver- st o ß e n , kommt ihnen nicht zum Bewußtsein. Auch ohne Verbot und Strafandrohung muß es für jeden . anständig Denkenden heißen: Hände weg von den Weidenkätzchen! Volkstum und Heimat; Landschaft Rheinfranken- Nassau-Hefsen. Ortsring Gießen — Naturschutz. Daten für den 5. März. 1534: der italienische Maler Antonio Allegri da Corregio in Corregio gestorben; — 1904: der preu» zu spenden. Die Lebensmittelpakete werden von den Sammlerinnen ab 9 Uhr abgeholt. Um unsere Arbeit zu erleichtern, bitten wir, Inhalt und Gewicht durch Aufschrift auf die Umhüllung kenntlich zu machen, jede Spende 'wird eine Quittung erteilt. Amt für Volkswohlfahrt. Zeitschriften. — Dem Bedürfnis nach Aufklärung über die re« ligiöfen Auseinandersetzungen unserer Zett kommt das neue Heft der „Süddeutschen Monatshefte" (München) „Prägungen germanischer Religiosität" nach. Aus dem weiten Umfang der altarischen Religiosität führt Hermann Mandel zu der besonderen germanischen Haltung. Auf eine wenig bekannte Formung des ersten Zusammentreffens von Christentum und Germanentum, die arianisch- gotische Religiosität, wirst der Aussatz von Edmund Weber überraschende Lichter. Daß es nicht Zugezeigt ist, Katholizismus und Protestantismus einfach ent- gegenzusetzen, zeigt Alois Dempf in feinen "Abführungen über Meister Eckhart, der auf dem Boden der allgemeinen abendländischen Religiosität doch eine besondere und unverkennbare deutsche Frömmigkeit entwickelte. Arnold Oskar Meyer schildert Grundlagen und Entwicklung der Religiosität Bis. marefs. In einem formvollendeten Essay über Kierkegaard schilderte Emanuel Hirsch das Ringe« dieses "so germanischen Dänen mit der Unerbittlich» Feit Gottes. Erich Vogelsang schreibt über die Frömmigkeit im Heliand. „Meenzer Faffenacht." Von Franz 3- Schwarzenstein. Mainz im Sommer, das ist bereits Inbegriff rheinhessischer Fröhlichkeit und Heiterkeit. Nun aber er ft Mainz im Winter, im Karneval! Da kennt der sommerliche Reisende das alte Moguntiacum kaum wieder so toll brandet die Lustigkeit der „M e e n - z k r F a s s e n a ch t" durch die Gassen und Straßen. Erst vor dem Dom macht der wilde Strom karnevalistischer Begeisterung halt; dicht genug rückt er dem gewaltigen Recken an die grauen Quadermauern: Vor dem Ostchor ist das traditionelle Feldlager der P r i n z e n g a r d e, einer jener Heersäulen närrischer Karnevalssoldaten, ohne die eine richtige Fastnacht nicht denkbar ist. . Es ist schon so: Auf sommerlicher Rhemfahrt schweigt der Fremde ehrfurchtsvoll vor den Denkmälern aus tausendjähriger Geschichte. Doch jetzt, im Karneval, hat der Herr Fremdenführer eine luftige Narrenkappe auf, feine Augen blinzeln E- schmitzt, er bietet dir wider alle Etikette vielleicht sogar den Arm und macht aus dir, selbst wenn du ein „steifer" Norddeutscher sein solltest, einen springlebendigen Freund ausgelassenen Fastnachtsjubels. Erst wenn man den Karneval miterlebt, lernt man „Meenz und die Meenzer" richtig kennen. Wo gibt es ein Fastnachts- und Rosenmontagstreiben von solcher Urwüchsigkeit? Es ist, als sei die ganze Stadt auf den Kopf gestellt, als hätte jung und alt überhaupt nur noch Sinn für luftige harmlose Spaße, für Mummenschanz und frohen Tanz. . Alles läuft in phantastischen Kostümen einher. Schon die Kleinsten müssen ihre „Maske" haben, und wenn's nur ein buntes Papiermützchen ist, das die Großmama selber dem Baby im Kinderwagen aufs Köpfchen fetzt. Und selbstverständlich darf die „Pritsche" nicht fehlen, jene ungefährliche Hiebwaffe ber Narren, die beim Schlagen einen Höllenlärm macht. Wahre Pritschenschlachten werden ausgetragen, bis die Gegner — häufig sind auch schöne Gegnerinnen dabei! — aufhören müssen, weil das Schlagzeug sich in seine papiernen Bestandteile auflöst Himmel, was haben die Straßenfeger für Berge zerschlagener Pritschen wegzuräumen! Aus ihrer Höhe weissagen sie den Stimmungsgrad des nächsten Tages . Wie bei den römischen Saturnalien Herren und Knechte für Tage ihre Rollen vertauschten, so ma- chpn's noch heute im Karneval die Mainzer mit ihren Schauspielern im Stadtheater. Die Stars sitzen im Zuschauerraum, derweil auf der Buhne biedere Schuhmacher und Klempner, Böttchermeister Warum Vogelberingung? Von Or. H. Schildmacher. Floreniinisches Abenteuer. (Sine Faschingsgeschichie von Alice Verend. In Florenz ist Karneval! Es ist schon März. Das Wetter ist herrlich, Tag und Nacht klingen die Gitarren. Ein Getümmel von Maskierten und Spaßmachern ist auf der Sonnenseite der Straßen zwischen Blumen und buntem Konfetti, darüber der blaue Himmel. — Auch Evelyne, die junge Engländerin, hat sich angewöhnt, den ganzen Tag und die halbe Nacht unterwegs zu sein. Sogar ihre Opalsammlung ist ihr gleichgültig geworden; es kümmert sie nicht, daß jedesmal, wenn sie aus per Buntheit der Straßen in die Hotel-Pension zuruck- kehrt, ein Juwelenhändler sie vergeblich gesucht hat mit dem Angebot eines ganz selten schonen Steines. Sie will endlich einmal etwas erleben, bevor sie nach Haus zurückkehrt, um Fred zu heiraten, mit dem sie seit ihrer Kindheit verlobt ist. es sich doch, rosenblattgeschützt, unter diesem blauen Baumwolldach im Regen wandeln lassen, die Orchideenschlange oder Schlangenorchidee fest in der Hand! Während ich noch dieser lieblichen^ Vorstellung nachträumte, schlug mahnend die nahe Kirchenuhr, und ich stürzte zum Büro, nur ungern den Wettergreis mit der Rosenkante zurücklassend. Im Büro übersann ich dann den zweiten Teil dieses Abenteuers, nämlich den problematischen. Wie kam der Baumwollpatriarch überhaupt an das Vorgartengitter? Zunächst lag es nahe, dahinter die Tat eines der Professoren zu vermuten, wie sie immer wieder in Witzblättern abgebildet werden. Aber dieser Schirm war nicht stehengelassen worden. Er hing vielmehr hoch und säuberlich an der eisernen Querleiste und mußte also mit Vorbedacht dort abgelegt worden sein. Warum dann aber dies? Ml)n hängt doch so ein tadellos erhaltenes, ehrwürdiges Stück nicht einfach am Vorgarten auf? Das wäre ja geradezu ein Akt der Gefühlsroheit gewesen, noch dazu angesichts der Rosenkante! Nein, hier lag nichts anderes als ein krasses Rätsel vor, dessen Losung schlechthin unerfindlich. Aber sei dem nun wie auch immer, auf dem Nachhauseweg regnete es, und als ich an der bewußten Stelle vorbeikam, mit begreiflicher Vorfreude erfüllt, war der Schirm weg. Wo am Morgen noch blaue Baumwolle und rosa Rosen hingen, da waren jetzt nur noch graue Eisenstangen. Und mochte vorher ber ganze Fall vom Dämmer der Geheimnisse umschattet gewesen fein, in seiner Fortsetzung war er sonnenklar. Irgend jemand war mißmutig unter rieselndem Tropsenfall durch die Straße gekommen, und der Regen lief ihm in den Kragen. Schirmlos und ungeschützt vor der nassen Kälte 3#® Seit. Obecheffen Erben es nicht verkaufen. Das stattliche Gebäude (14 heizbare Zimmer) wurde für 800 fl. an Keil $etr.: § Lieder füllten die Pausen. Der Dortz^nde dankte zum Schluffe allen Mitfeld), das Thema „Das deutsche Volkslied". In hu- 22 Fortsetzung Nachdruck verboten! morvoller Weise schilderte er schen Volksliedes und stellte deutsches Volksgut dar, das in ernsten und in heiteren Tagen zu uns Menschen spricht und treffend Aufl oember Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der goldene Pierrot". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Jungfrau gegen i von der Fortbach auf — Abbruch verkauft, der diese Arbeit in gründlicher, barbarischer Weise 1808 besorgte, so daß ein Trümmerhaufen übrig blieb. Von der Stadt Staufenberg wurde berichtet, wie sie entstand, ihre frühere bauliche Gestalt (drei Tore) 5) il auf den Führer den schön'verlaufenen Abend. a. Klein-Linden, 4. März. Am Samstagabend versammelte die M i l ch a b s a tz g e n o s s e n- s ch a f t ihre Mitglieder in der Wirtschaft „Zum Deutschen Hof" zur diesjährigen Generalversammlung, die von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Landwirt Wilhelm V o l t m a n n , geleitet wurde. Der Direktor der Genossenschaft, Landwirt Philipp Fung XX., erstattete den Jahresbericht, aus dem erntete damit starken Beifall. Lehrer Rau als Leiter der örtlichen Volksbildungsarbeit dankte dem Redner für seine vortrefflichen Ausführungen und bat, das Gehörte hinauszutragen in unser Volk. Der Pflege des deutschen Volksliedes sich besonders anzunehmen, sei eine der dankbarsten Aufgaben unserer Gesangvereine. Ortsgruppenamtswalter R e u- mit Blut und Boden, Heimat und Erde verwurzelt sei, verleihe uns Kraft, die unerschöpflich sei. Herr Schmoll zeigte dann mit vielen Lichtbildern Wander-, Soldaten-, Liebes-, Studenten-, Kinder- Aber die Vögel benutzen die Nisthöhlen nur, wenn sie sauber gehalten werden. Nur selten geht ein Vogel in ein altes Nest. Sind aber erst mehrere Nester übereinander im Kasten angelegt und befinden sich dort womöglich noch andere Verunreinigungen, wie etwa eingegangene Bruten, so wird das Nistgerät nicht mehr benutzt. Regelmäßige Reinigung, am besten im Herbst, jedenfalls aber bis Anfang April, ist daher dringend erforderlich, wenn die Nistgeräte ihren Zweck erfüllen sollen. ** Tage der Garde-Feldartillerie. Am 4., 5. und 6. Mai findet in Potsdam ein Artilleristentag für die Kameraden des ehemaligen 2. und 4. Garde-Feldartillerie-Regiments statt. Alle, die in Krieg und Frieden in den Reihen der Regimenter und deren Kriegsformationen gestanden haben, sind eingeladen. Auskunft über die Festfolge usw. erteilt Steuersekretär Liebmann, Berlin- Steglitz, Treitschkestraße 15. * Wieseck, 4. März. Der Turnverein 18 6 2 Wieseck hielt am Samstag bei Gastwirt Braun unter der Leitung des Vereinsführers Daupert eine außerordentliche Generalversamm- Karl Klinke! als Frauenturnwark, Wilhelm Weber als Jugendturnwart, Rudolf Jung als Männer- und Volksturnwart, Otto Hahn als Spielwart, Heinrich Lang als Schwimmwart, Ernst W e ig e l als Wanderwart, Heinrich Hohbach als Gerätewart und die Turnerin Frl. Gärtner als Führerin der Schülerinnen. Dem neu gebildeten Aeltestenrat gehören nach Berufung durch den Vereinsführer folgende verdiente Ehrenmitglieder an: Adolf Brandenburger, Wilhelm Ufer, Jakob Frey, Friedrich Knapp, Wilhelm Weigel und Wilhelm R e u f ch l i n g. Zu Kassenprüfern wählte die Generalversammlung die Turner Wilhelm Fey und Ludwig Volk Um die enge Verbundenheit mit dem Winterhilfswerk kundzutun, soll am 24. März ein Schauturnen größeren Stils zum Besten des Winterhilfswerks stattfinden. Nachdem der Ortssachberater für die Olympischen Spiele 1935 in Berlin, Turner Karl Klinket, noch für dies bedeutungsvolle Werk geworben hatte, schloß der Vereinsführer mit dem Sieg- Heil auf unseren Führer, das deutsche Volk und die Deutsche Turnerschaft die Versammlung. Volkstum und Heimat eingeladen. Nach Eröffnung durch den Ortsgruvpenomtswalter der Deutsch n Arbüts^ront Neuser begrüßte Kreisamtswalter C h r i st - Gießen von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die Besucher und sprach über die Bedeutung des deutschen Volksliedes und seine tiefe Einwirkung auf die Seele des deutschen Menschen. Ein kleines Mädchen grüßte mit einem Vorspruch. Sodann behandelte der NS.-Kulturwart des Kreises Alsfeld, Lehrer Schmoll (Elpenrod, Kreis Als- mit viel Geschick am Klavier begleitet, zu einigen der Bilder Volkslieder älterer und neuerer Art und suchen wird. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler fand die Ansprache ihren Abschluß. Sodann wurde mit gutem Erfolg ein Theaterstück aufgeführt. Die Pausen wurden von der Kapelle mit guter Musik ausgefüllt. * Großen-Buseck, 4. März. Der hiesige, 46 Jahre alte Schmied Wilhelm Mattern erlitt bei seiner Arbeit eine schwere Verbrennung der rechten Hand und mußte sich zur Behandlung nach Gießen begeben. Augen geführt, die iährlichen drei Märkte erwähnt usw. Der Auszug der Gießener Studenten Letr.: ®e| Das H vom U- b Daubring« abhalten. LuMe -Daubr Schießen Das linie un werden, leisten. Wähl Buseck u DaubriNl bzw. um Gieß Woche für Woche werden Millionen Teller Knorr Suppe in Deutschland gegessen. Der natürliche Eigengeschmack und die große Sortenauswahl dieser Suppen, die alle erforderlichen Zutaten richtig aufeinander abgestimmt enthalten, erklären ihre große Beliebtheit! Zeder gelb-braune Knorr Suppenwürfel mit dem grünen Streifen „Extra fein" kostet nur lOPfg.und ergibt 2 reichliche Teller Suppe. Schon seit 50 Zähren: TVhoMl Suppen - gute Suppen! 18 H für nicht mitzumachen. Gibt es hier so etwas wie eine Schlafgelegenheit — oder muß man erst auf der Chausseewanze wieder zurück in die Kreisstadt fahren?" Hopman lachte. „Zwar habe ich eigentlich hier nichts zu sagen, aber bis der Hausherr ankommt, maße ich mir eben Herrenrechte an. Wir werden Sie alle schon unterbringen. Ich selbst habe ein paar Stunden Schlaf wirklich nötig." * Bald war alles im Schloß ruhig. Der Kreisarzt war abgefahren, nachdem er keinerlei Besorgnisse mehr für die schlafenden jungen Mädchen zu hegen brauchte. Fanny hatte es sich nicht ausreden lassen, im Zimmer ihrer Herrin zu wachen. Und Hopman hatte ihren Wunsch erfüllt. Er fühlte sehr wohl, daß in diesen kleinen Dienstleistungen für Fanny eine kleine Minderung ihrer Schuld lag. Ohnehin hatte das junge Ding ihren Leichtsinn und ihre Bindung an den Verbrecher Charles, der einer sehr harten Bestrafung entqegen- sah, schwer gebüßt. 23. Kapitel. Horst von Gernsheim war durch das zweite Attentat, das man auf ihn verübt, vollkommen verstört. Seine Nerven versagten. Erst als man ihm die Nachricht von dem Tode des Verbrechers Ba- stieni, der sich ihm als südamerikanischer Verleger genähert, mitteilte, wurde er ruhiger. Nun endlich erzählte er auch dem Hamburger Polizeikommissar von dem Wiedersehen mit Helma — und der eigentümlichen Veränderung, die mit Helma im Verlauf von wenigen Stunden vor sich gegangen „Ich möchte am liebsten gar nicht mehr nach Gernrode fahren", sagte er heftig, „die Erinnerung an die ganze Art, die Helma diesem Verbrecher gegenüber hatte, ist zu abscheulich und abstoßend. Es müssen da irgendwelche Zusammenhänge sein, die ich noch nicht durchschaue; vielleicht war es Überhaupt eine Verabredung zwischen meiner Adoptlvschwester und diesem Bastieni, mich beizeiten aus dem Wege zu räumen", fügte er leiser hin- ZU' während ein schmerzliches Zucken über sein bleiches Gesicht ging. Der Hamburger Polizeikommissar lächelte. Auf Bitten Hopmans hatte er diesem die letzte Aufklärung überlassen. „Die Dinge verhalten sich vollkommen anders, Herr von Gernsheim", begütigte der Polizeimann, »nter J hn 5er c d°N> -tz De Sanzo hat sich in dem Augenblick von seinem Jugend- und Studienfreund getrennt, als er dessen Neigung zum Verbrecherischen sah." „Und seine Forschungen, oder besser gesagt, seine Spionage hier auf Gernrode?" „Sollte nur so weit gehen, daß er den heißersehnten Schlupfwinkel mit Hilfe des Weihkelches entdeckte. Zu einem Verbrechen hätte er sich nie entschlossen." „Dann hätten also Bastieni und de Sanzo ..." „... zu gleicher Zeit hier gearbeitet, nur daß de Sanzo nicht wußte, daß der famose Diener Charles der Beauftragte und Helfershelfer von Bastieni war. Uebrigens — Charles war der einzige, der nicht in Hypnose für Bastieni gearbeitet hat, sondern bei vollem Bewußtsein, und daher ist die Geschichte auch schief ausgegangen. Sowie de Sanzo hier spürte, es sind Verbrecher am Werk, bekam er es mit der Angst zu tun. Und als Sie, lieber Hopman, hier begannen, herumzuschnüffeln, da dachte er bei sich: Vorsicht ist die Weisheit des Tapferen. Er hatte wohl so kalkuliert: Wenn er erst das Geheimnis des Schatzes aus den Inschriften des Weihkelches herausgelesen hatte, wollte er Fräulein Helma oder Herrn von Gernsheim eine Partnerschaft vorschlagen: Sage ich euch den Ort, so gebt ihr mir die Hälfte des Schatzes!, war feine Berechnung. Bastieni war weniger bescheiden. Er hatte, seitdem er den alten Herrn von Gernsheim von dem Weihkelch hatte reden hören, seinen bestimmten Plan. Erst mußte der alte Herr ermordet werden, dann sollte Fräulein Helma drankommen — und man wollte eine falsche Helma hier unterschieben. Den jungen Herrn von Gernsheim wollte man schon vorher unschädlich machen. Da das nicht gelang, wäre es sicherlich noch einmal und auf die gleiche Weife geschehen, wie man den alten Herrn umgebracht. De Sanzo sollte durch den Smaragdendiebstahl verdächtigt und so unschädlich gemacht werden." „Gottlob", sagte Hopman aufatmend, „so war ich zwar in bezug auf den guten de Sanzo auf falscher Fährte, aber in bezug auf diesen famosen Diener Charles doch nicht. Gut, daß ich meine Kenntnisse über die südamerikanischen Giftbäume gehabt und erweitert habe. Auf lange Sicht haben die Schurken den Plan angelegt, das kann man wohl sagen." „Unb wenn Sie den Plan haben, mein guter Hopman, noch auf lange Sicht diese Abendunterhaltung fortzusetzen, ich für meine Person denke Nach der r>AF St-Wn leines Ih w? S Sun , t (9r0£ btn H'm s ytfant "W'rchi Wr,,n.l Dielt' gekehrt. D Gießen wg. Großen-Buseck, 4. März. Am Samstag hielt der Gesangverein „Germania" im Saale von Heinrich Brück fein 72. Stiftungsfest ab. Nach dem Erö'fnungsmarfch brachte der Chor des Vereins vier Lieder zu Gehör, die unter Leitung von Musiklehrer Albert K a st e n (Gießen) gesungen wurden und von bester Schulung zeugten. Dann hielt der Vereinsführer Karl B o n a r i u s eine Ansprache, in der er auf den Umbruch im deutschen Gesangswesen hinwies. An Stelle des früheren Gesangswettstreits sei jetzt das Wertungssingen mit schriftlicher und mündlicher Kritik getreten. Der Verein konnte dabei auf Grund seiner jahrelangen Erfahrung gute Erfolge verzeichnen. Der Vereinsführer ehrte sodann sechs Mitglieder für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein, und zwar: Heinrich Größer III., Balthasar Dort, Ludwig Gans, Balthasar B u ch t a l e ck , Wilh. H e n ß V. Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrschtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). Heimatvsreinigung Staufenberg. A Staufenberg, 4. März. Gestern abend fand im Saale des Gastwirtes Zecher V. in Gemeinschaft mit der Ortsgruppe für Volkstum und Heimat, die durch ihren Vorsitzenden vertreten war, ein schön verlaufener Heimatabend statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Pfarrer G u ß m a n n (Kirchberg), in der er kurz auf die Ziele der Heimatvereinigung hinwies, fang f."1.1 Dl •te ”atl i- „Können Sie sich erklären", fragte Hopman, der ganz verstört vom Telephon zurückkam, „Dundee, was nun eigentlich dieser rätselhafte de Sanzo mit der ganzen Mordgeschichte zu tun hat? Auf einmal jft der spurlos von der Bildfläche verschwunden — unb wer weiß, wo wir seiner habhaft werben." Dunbee lächelte. „De Sanzo ist nicht so schulbig, wie Sie benfen. Gr ist em alter Bekannter von mir — ein verbohrter Narr, aber harmlos." ,,3a, ro>nserer Volksschule oder die Zuhörer passende Wei- x,uy.u,uMlluDC. ,^um,|tuu j der Hand der K'rchberger Psarrchromk über fen sangen. Musiklehrer Dietrich- Gießen sang Mönch". — Spielvereinigung 1900 Gießen: Großer^? Unter bürg oder das S.yloß r-tauienberg seiner vollen Stimm , von Lehrer Justin und scharf in Wort und Ton sich ausdrückt. Leider Daupert eine außerordentliche Generalversamm- fei es in vergangenen Jahren durch den Schlager,! lung ab. Wichtigster Punkt der Tagesordnung war oft von übelster Sorte, zurückgedrängt worden, aber die Besprechung der neuen Einheitssatzungen der dank der Tätigkeit unseres Führers habe sich unser | DT., die in ollen Teilen angenommen wurden. Volk wieder gesunden und den Wert unseres Volks- i Nach einer Aussprache über die bevorstehenden Der-- liebes wieder erkannt. Das deutsche Volkslied, das । nnftattungen wurde die Versammlung in der übli- . o, . - • . v _ chen Werse geschlossen. Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen JJr Erscheint Diensiag und Freitag 5.5)1013 ^ur durch die Post zu beziehen. 1935 Inbalts-Ueberficht: Straßensperre. — Gefechtsschießen 1935. — Sammlung des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände. — Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Dienstnachrichten. __________ mde am 2. Juni und das Endspiel am i bleiben bestehen. Kurze Sportnotizen. es Rennen über 90 Kilometer beim längsten Ski-Dauerlauf der Welt, beim 'auf in Schweden. Unter 42 Teilnehmern Arthur Häggblad (Umea) und Hjalmar :dt (Vindeln) gleichzeitig als Erste durchs * mieri, der beim Tennisturnier in Monts inseren deutschen Meister Gottfried v. Cramm , schlug nun in der Vorschlußrunde dieses s auch den ausgezeichneten Engländer Bunny Austin verlor überraschend glatt in drei 1:6, 1:6, 5:7. * Bekanntmachung. Betr. Straßensperre. Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Provinzialstraße Ortsdurchfahrt Treis a. d. Lumda vom 4. TNärz 1935 ab für den schweren Lastwagenverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Alten-Buseck—Beuern—Climbach und umgekehrt. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten. Gießen, den 28. Februar 1935. Hessische Provinzialdirektion Oberhessen. Bekanntmachung. Betr.: Gefechtsschießen 1935. Das II. Bataillon des Infanterie-Regiments Gießen wird in der Zeit vom 11. bis 16. März 1935 einschließlich auf der Schußbahn nördlich des Daubringer Passes gefechtsmäßige Schießübungen mit scharfer Munition abhalten. Das Schußgelände wird im allgemeinen begrenzt durch Die Luftlinie Alten-Buseck—Beuern—Climbach—Treis a. d. Lumda—Mainzlar — Daubringen—Hofgut Heibertshausen—Hangelstein—Alten-Buseck. Das Schießen findet jeweils von 7 bis 16 Uhr statt. Das gefährdete Gebiet liegt innerhalb der oben angeführten Luftlinie und wird während der Schießzeiten von der Truppe abgesperrt werden. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Während der Schießzeiten werden die Straßen Daubringen—Alten- Buseck und Daubringen bis Wegegabelung Gießen — Lollar / Gießen Daubringen gesperrt. Umleitung findet über Daubringen—Lollar Gießen bzw. umgekehrt statt. Gießen, den 2. März 1935. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. Bekanntmachung. Betr.: Sammlung des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände. Abschrift. Auf Grund des § 1 Abf. 1 und 2 des Sammlungsgesetzes vom 5. November 1934 — RGBl. I S. 1086 — und der hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen vom 14. Dezember 1934 — RGBl. I S. 1250 — hat der Herr Reichs- und Preußische Minister des Innern dem Arbeitsausschuß Deutscher Verbände in Berlin W 35 unter Vorbehalt jeder- zeitigen Widerrufs die Genehmigung zur Sammlung von Geldspenden zu Gunsten seiner Deutschtumsarbeit durch Versand von Werbeschreiben und durch persönliche Werbung an und bei solchen Firmen und Persönlichkeiten, die auch bisher schon die Arbeit des Arbeitsausschusses durch Hergabe von Spenden unterstützt haben, für die Zeit vom 15. Februar bis zum 15. Mai 1935 erteilt. Diese Genehmigung gilt für das ganze Reichsgebiet. In den Werbeschreiben ist auf diese Genehmigung Bezug zu nehmen Gießen, den 2. März 1935. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. Nachweisung über den Stand der Alant- und Klauenseuche in Hessen. Am 15. Februar waren sämtliche Kreise seuchenfrei. Dienstnachrichten des Kreisamts. Die Abteilung Ib des Hessischen Staatsministenums: 1. Dem Harzburger Rennverein e. V. Bad Harzburg wurde die Erlaubnis erteilt, 3000 Lose zu je 1 RM. der Niedersächsischen Pferdelotterie 1935 in der Zeit vom 21. Februar bis 22. Mai 1935 im Dolksstaat Hesfen zu vertreiben, 2. dem verwaltenden Bauherrn der St. Petri-Domkirche in Bremen wurde die Erlaubnis erteilt, 3000 Lose zu je 1 RM. der Geldlotterie zugunsten des Bremer Domes in der Zeit vom 19. Februar bis 5. Juli 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben. Karl Jung von Watzenborn-Steinberg wurde als Fleischbeschauer und Trichinenschauer für die Gemeinde Watzenborn-Steinberg bestellt und verpflichtet. Karl Alünch von Saasen wurde als Fleischbeschauer und Trichinenschauer für die Gemeinde Saasen bestellt und verpflichtet. Druck der Brübl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen 0 Teilnehmer haben zu dem am ?z stattfindenden Stuttgarter Hallensportfest !t. * Radball-Weltmeister Germania/ duft Frankfurt belegte bei einem Zweier« : in Dessau den ersten Platz vor dem RV^ it Chemnitz. * i o r Campbell begann mit seinem „Blue jetzt seine Rekordfahrten am Strande von a Beach. Bei einer Fahrt über die Meile e er ein Stundenmittel von 435,281 km, amit aber unter seinem Weltrekord, der auf Sidkm. steht. * - kische Orientierungsfahrt am, ärz. An der diesjährigen Märkischen Orien- sfahrt, die am 10. März stattfindet, wird tonn Wimmer auf 3-Liter-Adler-Diplomat während Paul von Guilleaume und rotte Bahr auf 1,7-Liter-Adler-Trumpf an fahrt teilnehmen. fLahn-Dillkreis). r gestalten und trotzdem es die schlechte ©eitd vier Tore aufholen. Der Sieg von Lützeln war auch in dieser Höhe verdient. Lützellinden II — Tv. Hochelheim II :0). Der angenommene sichere Sieg der Gäste cht zustande. Die Hochelheimer mußten eine; age hinnehmen, die ganz unerwartet kam. piel, das in der ersten Hälfte ziemlich aus« n war, nahm nach der Pause einen über« )en Verlauf. Die Gäste wurden vollkommen Hälfte eingeschnürt und nur mit viel Glück i sie ihre Tore erzielen. Hausen I — VfB.-Reichsbahn II 5). Das schöne Spiel blieb aus. Der Grund r nicht untersucht werden. Das Treffen be« ür die Platzbesitzer vielversprechend, sie fan- ) sehr schnell und führten nach kurzer Zeit 4:2. Von nun ab nahm das Spiel an Härte s Endergebnis entspricht nicht ganz dem rlauf. Bei etwas mehr Glück hätte Hausen en müssen. Zarbenheim — Tv. Groß-Rechten« 2:6 (1:3). Das Spiel litt außerordentlich em aufgeweichten Boden. Wenn es trotzdem ig und ritterlich durchgeführt wurde, fo ge« beiden Mannschaften ein Gesamtlob. Dev er Gäste ist etwas zu hoch ausgefallen. Ei? ) aber erklären, wenn man bedenkt, daß dis Nischen viel zu viel den Jnnensturm ein« anstatt die guten Außen zu bedienen, benheim Jgd. — Tv. Wetzlar Jgd. 1). In der ersten Halbzeit ausgeglichenes nach der Pause konnten die Garbenheimer hren größeren Eifer einen verdienten Sieg Dorlar I — Tv. Münchholzhausen 11:3 (9:1). Das obige Ergebnis, das gegen s sechs Spielern der ersten Mannschaft Der» zweite erzielt wurde, besagt, daß die Dor» ür die demnächst beginnenden Aufstiegspiele sind. Das Glanzstück in der Mannschaft ist rrm, der jede sich bietende Gelegenheit aus» nd aus allen Lagen schießt. — Das Spiel otz der drückenden Ueberlegenheit der Einsen in der ersten Halbzeit sehr schön, ließ ach der Pause, dadurch, daß die Dorlarer m spielten, nach und war zum Schluß ziem» ^geglichen. Dorlar Jgd. — Tv. Münchholzhau» [b. 8:3. Die Dorlarer Jugend scheint sehr gute ng zu haben, denn sie bewährte sich in dienet vorzüglich und zeigte eine feine Gesamt» Nach herzlicher Begrüßung durch den Kreiswalter der DAF. Schneidmüller begann das Landes- Symphonie-Orchester unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Cornelius. Der Theater- 3uq d e s Reichspropagandaamtes der DAF und KdF. hat, wie die Aufführung bewies, ausgezeichnete Kräfte, die reichen Beifall ernteten. Die Bevölkerung begrüßte es dankbar daß solche Kunst nunmehr auch der Bewohnerschaft des Landes zugänglich gemacht wird. ch Groß-Eichen, 4. Marz. Der gestrige Sonn- tag brachte für das W ch W. eine 3t et orbfamny tun q. Es wurden in unsrer Gemeinde 2OOEd e l- weißabzeichen verkauft. Die Sammlung wurde von den weiblichen Mitgliedern des-Turnvereins im Auftrag des WHW. durchgeführt. *!* Aus dem Vogelsberg, 4. Marz. diesem Winter ist das K i r s ch b a u m h o l z sthr begehrt. Für dicke Stämme werden 38 bis 40 JJir. je Festmeter bezahlt. Geringere Stämme erzielten entsprechend weniger. Kreis Alsfeld. *!* Ruppertenrod, 4. März. Das Forst- amt Nieder-Ohmen hielt hier eine V e r - fteigerung d e s Holzes aus der Försterei Elpenrod ab. Es wurden bezahlt: Buchenschelte 6 Mk., Buchenknüppel 4 bis 4,50 Mk., Buchenrelsig 55 bis 65 Pf. je Raummeter. Fichten-, Kiefern-, Eichen- und Hainbuchenholz wurde mit 3 bis 5 Mark je Raummeter versteigert. Kirche und Schule. Fünfzig Jahre Kirchendiener. 8 Münzenberg, 3. März. Am Ende des heutigen, überaus stark besuchten Hauptgottesdien- ftes wurde das 50. Dienstjubiläum des hiesigen Kirchendieners Heinrich Schäfer in feierlicher Weise in Gegenwart der Gemeinde begangen und unter Gottes Wort gestellt. Seit 1885 waltet der Jubilar in immer gleicher Rüstigkeit seines Amtes in der Kirchen- und bürgerlichen Gemeinde, nachdem es zuvor sein Schwiegervater 35 Jahre ver- Treis — Tv. Ruttershausen 5:5. rat am Sonntag wieder zum erstenmal auf an. Das Ergebnis ist etwas schmeichelhaft „Anfänger", es ist aber zu erklären, wenn 'f°"dätz das Tempo" n°chU°ß7 In dieser!m°n berücksichtigt, daß die Gäste mit vielfachem Zeit konnte Hochelheim das Spiel etwas ausge- Ersatz antraten. Warum „Gaufeste des Reichsbuubes für Leibesübungen". Von O. Löwer, Darmstadt. teibigung eingestellt, unb mußte sich nur auf einzelne Durchbrüche beschränken. Aus einem solchen gelang es auch ben Gießenern ihren Erfolg zu erzielen, einen schlecht abgewehrten Ball konnte ber Mittelläufer einschießen. Kurz barauf gelang es aber ben Krofdorsern ben Ausgleich zu erzielen. Der Rest bes Spieles war nur noch eine einbeutige Sache von Krofborf, aber bie bestgemeinten Durchbrüche würben von ber zahlreichen Verteidigung der Gießener zunichte gemacht. Nur mit Glück wurde das Resultat gehalten. Bei der Begegnung der Schüler beider Vereine gelang ben Krofborfern ein knapper l:O-Sieg. Sportverein 1920 Heuchelheim Sportverein 1920 I — Leihgestern I 2:0 (0:0). Beide Mannschaften zeigten ein temperamentvolles Spiel, bei welchem die bessere Elf Sieger blieb. Leihgestern gefiel durch feinen großen Eifer, jedoch mangelte es an dem notwendigen Ausbau. Heuchelheim zeigte teilweise nicht die gewohnten Leistungen. Sofort nach Spielbeginn zogen die Gäste vor das Heuchelheimer Heiligtum. Da die Verteidigung einige Schnitzer machte, sah es öfters nach Erfolgen für die Gäste aus. Der gute Heuchelheimer Tormann war aber nicht zu überwinden. Nach 15 Minuten Spieldauer fanden sich die Einheimischen und diktierten von nun an das Spiel. Erfolge blieben jedoch in der ersten Spielhälste versagt, da auch der Gästetorwart durch glänzende Paraden zu überzeugen vermochte. Nach der Pause setzte der Heuchelheimer Sturm seine blitzschnellen Flügelstürmer öfters in Aktion. Der erste Erfolg wurde durch eine Flanke des Links- außens eingeleitet. Die Gäste kamen jetzt selten über die Mittellinie hinaus. Einen weiteren Prachtschuß des einheimischen Linksaußen vermochte der Gästehüter nur zur Ecke abzulenken, die aber nichts einbrachte. In der Folge waren die Gaste insofern vom Glück begünstigt, als eine Reihe von kräftigen Torschüssen entweder neben ober über das Tor qingen. 10 Minuten vor Schluß erzielte der Heuchelheimer Rechtsaußen nach einem blitzschnellen Allem- Als der Reichssportführer am 30. Januar 1934 ben „Deutschen Reichsbund für Leibesübungen" verkündete, da bahnte er hiermit den Weg für eine Neuorganisation der gesamten Deutschen Turn- und Svortsache. Wenn wir die hiermit emsetzende Neuformung der Deutschen Leibesübung in ihrer Wirkung voll und ganz erkennen wollen, so müssen wir uns erst wieder an die Zersplitterung erinnern, tue im vergangenen Staate bis weit in die Vorkriegszeit zurück auf der Turn- und Sportbewegung wie ein Alpdruck lastete und jede produktive Kräfteentfaltung unmöglich machte. Neben den sogenannten bürgerlichen Turn- und Sportverbänden hatten sich die politischen und religiösen Verbände gebildet und standen in einer geradezu unglaublich fanatischen Kampfstellung gegeneinander. Die bürgerlichen Verbände waren aber unter sich nochmals in zwei Lager gespaltet unb zwar burch ben Streit zwischen ber Deutschen Turner- fdiaft einerseits und den Deutschen Sportverbänden andererseits, die sich zeitweise auf das heftigste bekämpften (reinliche Scheidung!), zeitweise einen übertünschten Scheinfrieden (Interessengemeinschaft!) miteinander schlossen. Ganz abgesehen davon, daß diese Veilseitigkeit von Verbänden sich lähmend auf die gesamte Turn- und Sportbewegung auswirken mußte, waren die leidtragenden Teile in erster Linie die aktiven Turner unb Sportler selbst, bie man teils burch Verhetzung politischer und religiöser Art, teils durch Paragraphen hinderte, gemeinsam in einen edlen Wettkampf zu treten. Die nationalsozialistische Revolution hat deshalb zunächst im Jahre 1933 die politischen unb religiösen Turn- unb Sportverbänbe von der Bildfläche verschwinden lassen, die Zusammenarbeit zwischen ber Turnerschaft unb den Sportverbänden war dagegen leider bis zur letzten Konsequenz noch nicht durchgeführt. Es ist das Verdienst des Reichsfportführers, durch die Schaffung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen mit feinen 23 Fachämtern auch diese getrennt marschierenden Körperschaften auf einer gemeinsamen Linie zu vereinigen. ri ,, . . Was Jahn vor hundert Jahren erstrebte, wirb heute im nationalsozialistischen Staate Deutschlands von allen Fesseln freigemacht und beginnt sich langsam zu erfüllen. Unter dem Begriff „Deuts ch e Leibesübungen" sehen wir heute eine geeinte deutsche Turn- unb Sportbewegung um auch hier enblich ben einigenben deutschen Geist Adolf Hitlers in die Tat umzusetzen. Damit erst werben die beut- schen Turner und deutschen Sportler Arm in Arm wahre Jünger des Altvaters Jahn. Es ist selbstverständlich, daß die nunmehr begin- nende Zusammenarbeit sich nicht auf Aeußer * lichkeiten beschränken darf, sondern sie muh in der Tiefe beginnen. Sie muß dort anfangen, wo bie ganze Turn- unb Sportbewegung ihren Anfang ** Arbeitsvergebung. Das städ und Tiefbauamt veröffentlicht in unsere, Anzeigenteil eine Bekanntmachung übei gebung von Erd-, Pflaster- und Cho arbeiten zum Ausbau von Straßen. Ji seien auf die Bekanntmachung besonders h ** Stadttheater - Abonnem Bürgermeisterei fordert in einer Bekar in unserem heutigen Blatte zur Ein! 6. Abschnittes des Stadttheater-Abonnei Näheres in der Bekanntmachung. ** Städtische Brennholzve rung. Am kommenden Freitagvormii eine Brennholzversteigerung der Stadt C dem Bezirk der Försterei Rödgen stad in der heutigen Bekanntmachung. ** „Bauern reden aus der $ Die Landesbauernschaft weist auf einen S Reichssender Frankfurt hin, der im Ri Erzeugungsschlacht am heutigen Dienstag bis 20 Uhr gehalten wird. Das Thei „Bauern reden aus der Praxis". ** Sterbefälle in Gießen. Es in Gießen in der Zeit vom 16. bis 28 Fe Heinrich Balßer, Maurer, 55 Jahre alt, 9 16 Wilhelm Risten, Schneider, 51 Iah gaffe 23; 17. Willi Fritz, 7 Jahre, Diezstr Wilhelm Lenz, Kanalarbeiter, 36 Jahr« gaffe 20; 19. Helene Christel, geb Asch, Horst-Wessel-Wall 54; 21. Wilhelm Schi valide, 72 Jahre, Lindengasse 18; 22. Ko Keil, Weißbinder, 33 Jahre, Weidenga Lina Grün, geb. Ziegler, 67 Jahre, Neue 25. Heinrich Debus, Rentner, 77 Jahre, 2 berg 18; 26. Eva Zanger, geb. Dreher, bische Generalfeldmarschall Alfred Gra derfee in Hannover gestorben; — 1933 Erhebung in Deutschland; Reichstagwah Laler Mehrheit. Kurse zur Vernichtung der Wi Die Landesbauernschaft läßt demn einen geeigneten erfahrenen Wühlmm vielen Orten im Gebiet der Landes Fangkurse von eintägiger Dauer abh Kurse sollen Baumwärtern, Feldschütze stigen Personen die Möglichkeit geben, s gen der Wühlmäuse mit Fallen aus- i zubilden. Die zuständigen Obstbaumbear men die Ortschaften in ihrem Kreisgeb chen der Kursus durchgeführt wird. £ haben sich bei den zuständigen Obstbau zu melden. Eine Teilnehmergebühr rot hoben. Gießener Wochenmarktprell * Gießen, 5. März. Auf dem Heutic markt kosteten: Molkereibutter, das Pfu 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) Wirsing, das Pfund 20 bis 22, Weißkrc kraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 10 bi Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, U 8 bis 10, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bi salat 70 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Pfund 20 bis 25 Pf., Blumenkohl, da bis 60, Salat 18 bis 20, Endivien 15, I 10, Sellerie 10 bis 40 Pf- Vornotizen. — Tageskalender für D Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der golder — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,^Junc Mönch". — Spielvereinigung 1900 Gieß Maskenball im Caf6 Leib. — Oberhessis verein, Turmhaus am Brandplatz: III. stellung von 16 bis 17 Uhr. — Fasching er ft ins Stadt Au^ dem Stadttheaterbüro wird uns Unsere diesjährige Karnevals-Operette „1 Pierrot" von Walter W. Goetze kommt l zum letztenmal zur Aufführung. Acht luf mit tollen Einfällen und beschwingtem trerben unter Führung von W r e d e - Rabenau — Plank bereiten güns mung. Die Vorstellung ist außer Abonn fang 20 Uhr; Ende 23 Uhr. Helma lachet Kriminalroman von Klothilde von & Urheberrochtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, S 22 Fortsetzung Nachdruck „Können Sie sich erklären", fragte Ho ganz verstört vom Telephon zurückkam, was nun eigentlich dieser rätselhafte de Gu..Ov ..... der ganzen Mordgeschichte zu tun hat? Auf einmal ist der spurlos von der Bildfläche verschwunden — und wer weiß, wo wir seiner habhaft werden." Dundee lächelte. „De Sanzo ist nicht so schuldig, wie Sie denken. Er ist ein alter Bekannter von mir — ein verbohrter Narr, aber harmlos." „Ja, wie denn? Steht er nicht mit Bastieni in Verbindung? War er nicht ein Helfershelfer und ist nur aus bisher noch undurchsichtigen Gründen vor der Zeit hier verschwunden?" „Nein, er steht nicht mit Bastieni in Verbindung, oder vielmehr nicht mehr. Die ganze Geschichte ist folgendermaßen zu erklären. Bastieni und de Sanzo waren früher Freunde. Sie haben zusammen auf der Universität Cordoba studiert. Da haben sie irgendeine alte Handschrift ausgegraben, die einen Hinweis enthielt auf diesen Weihkelch und seine Bedeutung. Wer die Inschrift des Weihkelche« entziffert hatte, der hatte jenen sagenhaften Schatz, von dem in den alten spanischen Handschriften noch aus der Maurenzeit berichtet wurde. Gemeinsam machten sich die beiden auf die Suche. Später veruneinigten sie sich aber, als Bastieni immer mehr auf die schiefe Ebene geriet. Seit er seine hypnotischen Fähigkeiten entdeckt hatte, benutzte er die, um immer mehr Menschen in seinen Bann zu ziehen. Durch seine willenlosen menschlichen Werkzeuge ließ er Verbrechen über Verbrechen begehen, schreckte nicht vor Diebstahl, Raub und Mord zurück. Er selbst blieb immer im Hintergründe. Er hatte ja die Menschen, die, ganz in seinem Bann, alles für ihn nach seinen Befehlen erledigten. Ja, diese Menschen machten in der Hypnose alles viel besser, als es Verbrecher tun konnten, die mit klarem Bewußtsein arbeiten. Fällt doch bei den Hypnotisierten jede Angsthemmung und Kenntnis der Gefahr weg. Wurden diese Unglücklichen erwischt — nun, dann hatten sie auf Befehl Bastienis seinen Namen vollkommen vergessen — und büßten allein für eine Tat, die man ihnen nur suggeriert hatte — und für die sie eigentlich nicht vor den Richter, sondern zum Arzt gebracht werden mußten. „... zu gleicher Zeit hier gearbeitet, nur daß de Sanzo nicht wußte, daß der famose Diener Charles der Beauftragte und Helfershelfer von Bastieni war. Uebrigens — Charles war der einzige, der nicht in Hypnose für Bastieni gearbeitet hat, sondern bei vollem Bewußtsein, und daher ist die Geschichte auch schief ausgegangen. Sowie de Sanzo hier spürte, es sind Verbrecher am Werk, bekam er es mit der Angst zu tun. Und als Sie, lieber Hoprnan, hier begannen, herumzuschnüffeln, da dachte er bei sich: Vorsicht ist die Weisheit des Tapferen. Er hatte wohl so kalkuliert: Wenn er erst das Geheimnis des Schatzes aus den Inschriften des Weihkelches herausgelesen hatte, wollte er Fräulein Helma oder Herrn von Gernsheim eine Partnerschaft vorschlagen: Sage ich euch den Ort, so gebt ihr mir die Hälfte des Schatzes!, war seine Berechnung. Bastieni war weniger bescheiden. Er hatte, seitdem er den alten Herrn von Gernsheim von dem Weihkelch hatte reden hören, feinen bestimmten Plan. Erst mußte der alte Herr ermordet werden, dann sollte Fräulein Helma drankommen — und man wollte eine falsche Helma hier unterschieben. Den jungen Herrn von Gernsheim wollte man schon vorher unschädlich machen. Da das nicht gelang, wäre es sicherlich noch einmal und auf die gleiche Weise geschehen, wie man den alten Herrn umgebracht. De Sanzo sollte durch den Smaragdendiebstahl verdächtigt und so unschädlich gemacht werden." „Gottlob", sagte Hoprnan aufatmend, „so war ich zwar^ in bezug auf den guten de Sanzo auf falscher Fährte, aber in bezug auf diesen famosen Diener Charles doch nicht. Gut, daß ich meine Kenntnisse über die südamerikanischen ©iftbäume gehabt und erweitert habe. Auf lange Sicht haben die Schurken den Plan angelegt, das kann man wohl sagen." „Und wenn Sie den Plan haben, mein guter Hopman, noch auf lange Sicht diese Abendunterhaltung fortzusetzen, ich für meine Person denke Bald war alles im Schloß ruhig. Der Kreisarzt war abgefahren, nachdem er keinerlei Besorgnisse wehr für die schlafenden jungen Mädchen zu hegen brauchte. Fanny hatte es sich nicht ausreden lassen, im Zimmer ihrer Herrin zu wachen. Und Hopman hatte ihren Wunsch erfüllt. Er fühlte sehr wohl, daß in diesen kleinen Dienstleistungen für Fanny eine kleine Minderung ihrer Schuld lag. Ohnehin hatte das junge Ding ihren Leichtsinn und ihre Bindung an den Verbrecher Eharles, der einer sehr harten Bestrafung entgegensah, schwer gebüßt. 23. Kapitel. Horst von Gernsheim war durch das zweite Attentat, das man auf ihn verübt, vollkommen ver- ftort ©eine Nerven versagten. Erst als man ihm die Nachricht von dem Tode des Verbrechers Bastieni, der sich ihm als füdamerikcmifcher Verleger genähert, mitteilte, wurde er ruhiger. Nun endlich erzählte er auch dem Hamburger Polizeikommis- sar von dem Wiedersehen mit Helma — und der eigentümlichen Veränderung, die mit Helma im -^erlauf von wenigen Stunden vor sich gegangen „Ich möchte am liebsten gar nicht mehr nach Gernrode fahren", sagte er heftig, „die Erinnerung an die ganze Art, die Helma diesem Verbrecher gegenüber hatte, ist zu abscheulich und abstoßend. Es müssen da irgendwelche Zusammenhänge sein, Oie ich noch mehr durchschaue; vielleicht war es überhaupt eine Verabredung zwischen meiner Adoptioschwester und diesem Bastieni, mich beizeiten aus bem Wege zu räumen", fügte er leiser hin- 3V'. “a^,enb ein schmerzliches Zücken über fei'n bleiches Gesicht ging. per Hamburger Polizeikommissar lächelte. Aus Bitten Hopmans hatte er diesem die letzte Aufklärung überlassen. „Die Dinge verhalten sich vollkommen anders, Herr von Gernsheim', begütigte der Polizeimann,. nute gerettet wurde. Sie sehen also, daß Ihr Verdacht vollkommen abwegig ist. Sie wie Ihre Adoptivschwester waren als Opfer ausersehen — und eine andere vermutlich auch; aber mehr kann und will ich jetzt nicht sagen. Aber ich mache Ihnen einen Vorschlag: Ich muß in diesen Tagen dienstlich nach Gernrode, um mit dem Kollegen Hopman die ganze Geschichte durchzusprechen und dem Präsidenten hier dann Bericht zu erstatten. Wie wäre es, wenn Sie mit mir reiften — sozusagen unter polizeilichem Schutz?" „Am liebsten gleich!" sagte Horst von Gernsheim stürmisch. Der Gedanke, daß Helma unschuldig und durch unglückliche Verkettung von Verhängnissen in falschem Licht vor ihm gestanden, gab ihm seine Kräfte wieder. Als der Arzt zur Visite kam, fand er Horst von Gernsheim wider Erwarten frisch und zuversichtlich. So gestattete er die Reise für die allernächsten Tage — allerdings unter allen erdenklichen Vorsichtsmaßregeln. ♦ Es war schon gegen Mittag, als die beiden Patientinnen auf Schloß Gernrode aus ihrem tiefen Erfchöpfungsfchlaf erwachten. Die erste, die die Augen aufschlug, war Helma. Noch etwas benommen, sah sie sich um, richtete sich auf — da war auch schon Fanny von ihrem Stuhl aufgesprungen: „Gnädiges Fräulein!" Sie zitterte, Tränen standen in ihren Augen. Und nun vergaß sie alles, was Hopman ihr eingeschärft, daß sie Helma nicht aufregen sollte, daß sie tun sollte, als wäre nichts geschehen. Alles vergaß sie, fiel vor dem Bett Helmas in die Knie, bedeckte ihre Hand mit Küssen. „Gnädiges Fräulein", stammelte sie unter Tränen, „verzeihen Sie!" Und immer wieder: „Verzeihen Sie!" Nun wurde Helma vollkommen munter. Ein leichter Schwindel war noch in ihrem Kopse, und eine schwache llebelfeit im Magen; aber dennoch vermochte sie durchaus klar zu denken. (Fortsetzung folgt!) Handball im Gau XII (Lahn-Dillkreis) Gauklasse: denn auch prompt den Ball erhielt und zum 2:1 für und schoß noch ein viertes Tor. Der Jubel im (CT.) Bezirksklasse: Goßfelden Spielvereinigung 1900 Gießen. Dillenburg I — 19001 4:4 (1:1). Essen, gestorben 28. Febr. 1935; Prof. D. Weimar, Darmstadt; Ferd. Heß, Pfarrer zu Darmstadt; Wilh. Leimbach, Pfarrer i. R. zu Frankfurt; Wilh. Meyer, Pfarrer zu Steinbach i. T.; Hans B e y r i ch, Studienrat in Offenbach und Hans-Friedrich Lenz, derzeitiger Pfarrer zu Münzenberg. Die Feier mitsamt der Ansprache des Geistlichen stand unter dem Leitwort, das zahlreiche Münzenberger alte Hausinschriften einleitet: Soll Deo gloria! Gott allein die Ehre! Ein nachträglich beim Landesbruderrat der Bekenntnisgemeinschaft Nassau-Hessen beantragter Gedenkschein wird am nächsten Sonntag überreicht werden. verein hielt am Samstagabend im Saale von Sommerlad einen wohlgelungenen und gut besuchten Familienabend ab. Der Vereinsführer Stein gedachte der gefallenen Kameraden, sprach CT. Kassel — Tuspo. 86/09 Kassel. 7:9 (4:7). Dieses Treffen hat nicht die erhoffte Klärung in der Meisterschaftsfrage gebracht. Es ist nunmehr, wenn unerwartete Ereignisse nicht mehr dazwischen kommen, ein Entscheidungsspiel zwischen den beiden Spitzenreitern notwendig. Kurhessen Kassel — Tura Kassel 4:4 (1:2). Auch in diesem Spiel hat Tura wieder den Beweis erbracht, daß sein Tabellenstand mit der derzeitigen Form nicht zu vereinbaren ist. Der Abstieg wird nicht zu vermeiden sein. Die Tabelle hat jetzt folgendes Aussehen: Ganz abgesehen davon, daß diese SBeilfeihgfeit von Verbänden sich lähmend auf die gesamte Turn- und Sportbewegung auswirken mußte, waren die leidtragenden Teile in erster Linie die aktiven Turner und Sportler selbst, die man teils durch Ver- Paragraphen hinderte, gemeinsam in einen edlen Wettkampf zu treten. Die nationalsozialistische Revolution hat deshalb zunächst im Jahre 1933 die politischen und religiösen Turn- und Sportverbände von der Bildfläche verschwinden lassen, die Zusammenarbeit zwischen der Turnerschaft und den Sportverbänden war dagegen leider bis zur letzten Konsequenz noch nicht durchgeführt. Es ist das Verdienst des Reichssportführers, durch die Schaffung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen Kasseler Turngemeinde Tuspo. 86/09 Kassel Tuspo. Bettenhausen Kurhessen Kassel To. Wetzlar 1900 Gießen Tv. Eschwege Tv. Kirchbauna Tura Kassel Das unentschiedene Ergebnis läßt auf einen ausgeglichenen Kampf schließen. Dem war aber nicht so. Die Gießener waren viel mehr im Besitz des Leders, spielten aber allzu sorglos. Schon in der ersten Minute war Schmelz frei durchgekommen, placierte aber dann aus kürzester Entfernung ganz knapp daneben. Auch Wilhelmi vergab beim fünften Eckball eine totsichere Sache. Hammers scharfen Flachschuß in die äußerste Ecke meisterte der Dillen- Tuspo. Bettenhausen — Tv. Wetzlar 4:6 (2:1): Der Tv. Wetzlar konnte gestern, trotzdem seiner der besten Stürmer ersetzt war, für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche nehmen. Der Sieg, der erst nach schwerem Kampf erfochten wurde, hat den Wetzlarern einen guten Mittelplatz m der Tabelle eingebracht. eine Feldüberlegenheit 1900s heraus. Der Angriff war wie ausgewechselt. Es war nur noch eine Viertelstunde zu spielen, aber in knapp zehn Minuten war der Ausgleich geschaffen. Wilhelmi schoß zweimal aus dem Hintergrund über alle Köpfe weg placiert und wohl auch unhaltbar ein. Dann setzte sich Schmelz nochmals durch und schoß von Halbrechts den viel bejubelnden Ausgleich. Man teilte sich also in die Punkte. Schiedsrichter Wingen- feld (Fulda) leitete ausgezeichnet. Nach Aussage der Dillenburger, soll es das schönste Meisterschaftsspiel dieser Saison in Dillenburg gewesen sein. Die Gießener spielten in folgender Aufstellung: Schmidt; Zeiler. Livpert; Jäger, Heilmann, Heinbach; Schneller, Wilhelmi, Schmelz, Hammer, Dörr. 1960 2. Jugend — Rieder-Ohmen 1. Jugend 5:2 (2:0). Am Sonntag weilte die zweite Jugend der Spielvereinigung 1900 in Nieder-Ohmen zu einem fälligen Rückspiel. Die Mannschaft, die seit langer Zeit' wieder einmal vollzählig war, lieferte ein schönes Spiel. In der ersten Spielhälfte waren die Platzbesitzer leicht im Vorteil. Bis zur Pause hatten sie einen Vorsprung von 2:0 herausgeholt. Sie hielten dieses Ergebnis noch 20 Minuten der zweiten Spielhälfte. Dann drehten die Gäste mächtig auf und binnen 10 Minuten hieß das Ergebnis 4:2 für die Blauweißen. Den Rest der Spielzeit waren die 1900er ständig überlegen, kamen aber nur noch gang den zweiten Treffer. Schiedsrichter K a l e t f ch (Wetzlar) leitete sicher. Vorher trug die Jugendmannschaft von Heuchelheim ein Gesellschaftsspiel gegen die gleiche Elf von Allendorf aus, das die Einheimischen 4:0 gewinnen konnten. Deutsche Fußball-Meisterschast 1935. Die Einteilung der vier Gaugruppen für die Endspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1935 lautet nach amtlicher Mitteilung wie folgt: Gruppe 1 : Gaue Brandenburg, Schlesien, Ostpreußen und Sachsen; Gruppe 2 : Gaue Pommern, Westfalen, Nordmark und Niedersachsen; Gruppe 3: Gaue Baden/ Südwest, Mittelrhein und Niederrhein; Gruppe 4: Gaue Württemberg, Bayern, i Nordhessen und Mitte. Die Termine für die Gaugruppenfpiele (7., 14. und 28. April, 5., 19. und 26. Mai), für die Vor- Kurhefsen Marburg — TV. _ 7:7 (0:2). Wir haben mit unserer Vorhersage recht behalten. Die Soldaten können von Glück sagen, daß Ihnen nicht beide Punkte abgenommen wurden. Jedenfalls sah es lange Zeit danach aus. Nachstehend die endgültige Tabelle der Staffel 5 Als der Reichsfportführer am 30. Januar 1934 den „Deutschen Reichsbund für Leibesübungen verkündete, da bahnte er hiermit den Weg für eine Neuorganisation der gesamten Deutschen Turn- und Sportsache. Wenn wir die hiermit einsetzende Neuformung der Deutschen Leibesübung in ihrer Wirkung voll und ganz erkennen wollen, so müssen wir uns erst wieder an die Zersplitterung erinnern, die im vergangenen Staate bis weit in die Vorkriegszeit zurück auf der Turn- und Sportbewegung wie ein Alpdruck lastete und jede produktive Krafteent- faltung unmöglich machte. Neben den sogenannten bürgerlichen Turn- und Sportverbänden hatten sich die politischen und religiösen Verbände gebildet und standen in einer geradezu unglaublich fanatischen Kampfstellung gegeneinander. Die bürgerlichen Verbände waren aber unter sich nochmals in zwei Lager gespaltet und zwar durch den Streit zwischen der Deutschen Turnerschaft einerseits und den Deutschen Sportoerbanden andererseits, die sich zeitweise auf das heftigste bekämpften (reinliche Scheidung!), zeitweise einen übertünschten Scheinfrieden (Interessengemeinschaft!) miteinander schlossen. sehen. In diesen 50 Jahren hat der fetzt 73jährige bei täglich fünfmaligem Läuten 91 250mal die Glocken geläutet, bei durchschnittlich 100 Gottesdiensten im Jahr 5000 Gottesdienste miterlebt, an denen nach der Statistik mindestens 1000 000 (eine Million!) Gemeindeglieder teilgenommen, und 500 Abendmahlfeiern mit etwa 60 000 Abendmahlgästen beigewohnt. In dieser langen Dienstzeit hat er die Pfarrer zu 928 Taufen, 335 Trauungen und 582 Beerdigungen, zusammen 1845 Amtshandlungen, geleitet. Mit acht Pfarrern, darunter sechs definitiven, hat er in dieser Zeit feiner Kirche gedient, nämlich: Karl Wahl, gestorben; v. Th. Wahl, arum „Gaufeste des Aerchsduudes für Leibesübungen". Von O. Löwer, Darmstadt. glichener gestalten und trotzdem es die schlechte Seite! hatte, vier Tore aufholen. Der Sieg von Lützel« linden war auch in dieser Höhe verdient. Tv. Lützellinden II — Tv. H o ch e l h e i rn II 11:4 (2:0). Der angenommene sichere Sieg der Gäste kam nicht zustande. Die Hochelheimer mußten eins Niederlage hinnehmen, die ganz unerwartet kam. Das Spiel, das in der ersten Hälfte ziemlich ausgeglichen war, nahm nach der Paufe einen überraschenden Verlauf. Die Gäste wurden vollkommen in ihre Hälfte eingefchnürt und nur mit viel Glück konnten sie ihre Tore erzielen. Tv. Hausen I — VfB.-Reichsbahn II 9:9 (5:5). Das schöne Spiel blieb aus. Der Grund soll hier nicht untersucht werden. Das Treffen begann für die Platzbesitzer vielversprechend, sie fanden sich sehr schnell und führten nach kurzer Zeit bereits 4:2. Von nun ab nahm das Spiel an Härte zu. Das Endergebnis entspricht nicht ganz dem Spielverlauf. Bei etwas mehr Glück hätte Hausen gewinnen müssen. Tv. G a r b e n h e i m — Tv. Groß-Rechtenbach 2:6 (1:3). Das Spiel litt außerordentlich unter dem aufgeweichten Boden. Wenn es ttotzdem anständig und ritterlich durchgeführt wurde, so gebührt beiden Mannschaften ein Gesamtlob. Der Sieg der Gäste ist etwas zu hoch ausgefallen. Er läßt sich aber erklären, wenn man bedenkt, daß dis Einheimischen viel zu viel den Jnnensturm ein« setzten, anstatt die guten Außen zu bedienen. Garbenheim Jgd. — Tv. Wetzlar Jgd. 3:1 (1:1). In der ersten Halbzeit ausgeglichenes Spiel, nach der Pause konnten die Garbenheimer durch ihren größeren Eifer einen verdienten Sieg erringen. Tv. Dorlar I — Tv. Münchholzhausen komb. 11:3 (9:1). Das obige Ergebnis, das gegen eine aus sechs Spielern der ersten Mannschaft verstärkte zweite erzielt wurde, besagt, daß die Dor- larer für die demnächst beginnenden Aufftiegspiele gerüstet sind. Das Glanzstück in der Mannschaft ist der Sturm, der jede sich bietende Gelegenheit ausnutzt und aus allen Lagen schießt. — Das Spiel war trotz der drückenden Ueberlegenheit der Einheimischen in der ersten Halbzeit sehr schön, ließ aber nach der Pause, dadurch, daß die Dorlarer verhalten spielten, nach und war zum Schluß ziemlich ausgeglichen. , Tv. Dorlar Jgd. — Tv. Munchholzhau- s e n Jgd. 8:3. Die Dorlarer Jugend scheint sehr gute Anleitung zu haben, denn sie bewährte sich in diesem Spiel vorzüglich und zeigte eine feine Gesamtleistung. Tv. Treis — Tv. Ruttershausen 5:5. Treis trat am Sonntag wieder zum erstenmal auf den Plan. Das Ergebnis ist etwas schmeichelhaft für die „Anfänger", es ist aber zu erklären, wenn man berücksichtigt, daß die Gäste mit vielfachem Ersatz antraten. § Mainzlar, 4.Marz. Am Samstag hielt der hiesige Krieger- und Schützen-Verein (SA.-R. II) bei Kamerad Gastwirt Koch dahier einen Kameradschaftsabend ab. Der hiesige Schießstand ist am Samstag vollendet worden und dürfte allen modernen Anforderungen genügen. t Treis a. d. Lda., 4. März. Einen schönen und genußreichen Abend bereitete die NS.- Frau- enschaft dahier gestern in Mills Saal den zahlreichen Mitgliedern und Freunden durch ihre Darbietungen, die den allgemeinen Beifall der Besucher fanden. Nach einem Musikstück mit Klavier und Geige, vorgetragen von den Herren Lehrern Schöne (Allendorf) und Böing (Treis), hielt die Vorsitzende, Frau Bing, die Begrüßungsansprache, mehrere Frauen trugen Gedichte vor, dann wurden zwei den Geist der NS.-Frauenfchaft verherrlichende Theaterstücke aufgeführt. Die Festansprache hielt Schulrat N e b e l i n g (Gießen). * Allertshausen, 4. März. Hier ereignete sich ein Unfall mit der Schußwaffe. Der 15jährige Johann N a ch t i g a l l, der Spatzen schießen wollte, kam dabei plötzlich zu Fall, das Gewehr entlud sich und traf den jungen Mann in den linken Arm. Er mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. * Beuern, 4. März. Der hiesige Krieger- über die Aufgaben des Kriegeroerems und über ; ^er Torwart durch Werfen gerade noch zur Ecke, kameradschaftlichen Geist Seine Ansprache Hang, äb'[te nad) Vorarbeit durch Schmelz. Aber noch Deutschlandlied gesungen. Im> unterhaltsamen Teck b.em Seitenwechsel kam Dillenburg bei einem des Abends gelangten einige Theaterstücke zur Auf- feiner schallen Vorstöße zum Ausgleich. An sich sührung, die den Mitgliedern die Mttttarzett in die ' Qr bier.er Treffer als Belohnung für die Anstren- Grinnerung zurückriefen. Die Aufführungen sanden 6 qunqen ^rdient, wenn auch dieses Ergebnis keines- starken Beifall. Musikalische Darbietungen, Gedicht-.? Geschehnissen auf dem Spielfeld entsprach, oorträge und Tanz beschlossen den Abend. >benn hier waren die Blauweißen tonangebend. *Lang-Göns, 4. Marz. Der 27jahnge Arbeiter , 2(ud) n