Nr. 30 Erstes Blatt Dienstag, 5.8ebruarM5 185. Jahrgang Gietzemr Anzeiger o s 32 D, d r r «? o Q n 3 s Ö CI er nb Cre n.3 ö S’ O: I? | n S n 0- v 3 r? 3 V 15 d- r- er Ze ib r- m ?r u in h' e P (- einig, daß Englanb erstmalig etwas Handgreifliches nicht nur gegeben, sondern auch empfangen habe. Und gleichzeitig, so lautet wenige Stunden nach der Abreise der französischen Minister der Tenor der Meinungsäußerungen, hat Englanb die Tür geöffnet, um seine „Ideale" (allerdings mit sehr realistischem Hintergrund) zu verwirklichen. Es bleibt der Zukunft und dem guten Willen Englands vorbehalten, ob die „frei zu verhandelnden Pakte" eine Gestalt annehmen, die die deutschen Hoheitsrechte nach innen und außen in keiner Weise mehr beeinträchtigen. • ?. n le .ch ib ln nb en >il n. u- Ze er Die Auffassung in Berlin. Deutschland zur Mitarbeit an einer Rüstungskonvention bereit. Berlin, 4. Febr: (DRB.) Der englische Botschafter Sir (Eric Phipps erschien am Sonntagmiltag beim Reichsautzenmini st er Frhr. von Reurath und übermittelte ihm den vorläufigen Text des engllsch-französi- scheu (Kommuniques. Der Reichsautzenrnini- ster meldete dann den englischen Botschafter auf seinen Wunsch für den Abend beim Führer an. Auch der französische Botschafter Francois Pon§et äutzerte den Wunsch nach einer Unterredung mit dem Führer. Frhr. von Reurath begab fia- darauf am Sonntagabend mit dem englischen und dem französischen Botschafter zum Führer. Am Abend übergab dann der englische Botschafter dem Rerchsautzenmi- nister das endgültige Londoner (Kommunique. o nCö(?1 le'® 2 F-S; ,*c ® O" - ■ 2.-“1 o 2. ZA? öb ■gps i ü > o 3 ° Ä = ° ß n 2 » L Deutschland wird benachrichtigt. Oer englische und der französische Botschafter beim Führer. land und den übrigen interessierten Mächten vereinbart werden soll, die Rede ist. Was die Rüstungsfrage betrifft, so erinnert auch die Londoner Verlautbarung an das römische (Kommunique vorn 7. Januar, worin festgestellt wurde, daß eine einseitige Aenderung vertraglicher Rüstungsbeschränkungen unzulässig sei. Anscheinend ist aber nicht beabsichtigt, hiermit eine unfruchtbare theoretische Diskussion, wie sie jahrelang geführt wurde, neu zu beleben. Deutschland hat im Einklang mit dem Versailler Vertrag seine einseitige Entwaffnung immer als V o r - leistung in Erwartung einer allgemeinen Abrüstung betrachtet. Heute, im vierten Jahre des Bestehens der schon mit reichlicher Verspätung einberufenen Genfer Abrüstungskonferenz muß leider festgestellt werden, daß sich die allgemeine Abrüstung zu einer Utopie verflüchtigt hat. Die Grundlagen der Versailler Rüstungsregelung sind an der Macht der politischen Gegebenheiten zerbrochen. Deshalb ist das Wesentliche und Wertvolle an dem Londoner Programm der Wille zur R ü - stungskonvention, der diesmal nicht nur von England, sondern auch von Frankreich bekundet wird. Um dieses wichtige Ziel zu erreichen, darf in der Tat den Beteiligten keine Anstrengung zu groß, kein Entschluß zu schwer sein. Auch Deutschland fühlt sich mitverantwortlich und ist bereit, mitzuarbeiten, damit der Weg einer wirklichen und wirksamen Verständigung gegen den Rüstungstaumel und die damit verbundenen Gefahren gefunden wird. England hat bei den Londoner Verhandlungen ein großes Maß von Bereitschaft zur praktischen Mitarbeit gezeigt. Gewiß muß die endgültige Gestalt der beabsichtigten Vereinbarungen noch unter Mitwirkung aller Interessierten festgesetzt werden. Wichtig und interessant ist aber die solidarische Handlung Englands gerade auch in der Frage der Aktivierung von Locarno, die durch ein besonderes Luftabkommen der Locarno-Staaten erreicht werden und in Europa die Gefahr eines Zusammenstoßes der großen Luftmächte vermindern soll. Der G e i st von Locarno, d. h. die fruchtbare Beschränkung auf klare Eventualitäten, sollte auch für die Verhandlungen über die Sicherheit anderer Teile Europas richtunggebend sein. Dann wäre ein Ausgangspunkt gewonnen, um greifbare und ausgeglichene Ergebnisse zu erlangen. 3 5 ? 2 th) Die Franzosen haben sich mit ihrem Vorschlag auf Abschluß eines Luftabkommens wieder einmal als ausgezeichnete Psychologen und Kenner der englischen Geisteshaltung erwiesen. Sie haben in den vorherigen Verhandlungen das Schwergewicht diesmal weniger auf die eigene als auf die englische Sicherheit gelegt und haben die englischen Politiker in der bereits vorhandenen Ueberzeugung bestärkt, daß bei bem heutigen Stand der Militärluftfahrt England heute genau so verwundbar sei, als hätte es vor dem Kriege keine Marine besessen. Daher sind die englischen Kommentierer zum Verhandlungsergebnis sich heute in der Feststellung >3 2 $-3; "»SA © = ?? pariser Auslegungen. Oie französische presse ist verschiedener Meinung. Eine neue phafe? Es war auf der Konferenz von Lausanne, in der es der Türkei Kemal Paschas gelang, sich auf Grund ihrer Waffensiege gegen Griechenland in Kleinasien von den Fesseln des Friedens von Sevres zu befreien und sich eine ehrenhafte nationale Existenz zu sichern. Die französische Delegation war geführt von P o i n c a r e, der damals auf der Höhe seiner politischen Macht stand und den Triumph der europäischen Vorherrschaft Frankreichs für gesichert halten konnte; die englische Außenpolitik wurde geleitet von Lord Curzon, der die letzten Anstrengungen seines Lebens darauf verwandte, die durch den Versailler Frieden bedrohte Weltmachtstellung und die europäische Schiedsrichterrolle Englands aufrecht zu erhalten. Zwei Temperamente und zwei historische Ziele von größter Gegensätzlichkeit prallten hier aufeinander. Gleich in der ersten Sitzung kam es zu einer höchst merkwürdigen und bezeichnenden Szene, über die wir durch das Buch des englischen Diplomaten Harold Ricolson „Die letzte Phase" (Verlag S. Fischer, Berlin) unterrichtet sind. Der Zusammenbruch der griechischen Armee in Kleinasien und damit der ganzen von England geführten interalliierten Politik im Rahen Orient war dadurch herbeigeführt worden, daß die Franzosen ihre Truppen aus der gemeinschaftlichen Front mit den Engländern zurückgezogen hatten. Lord Curzon klagte nun auf der Konferenz in der knappen und trockenen Form des englischen Staatsmanns alten Stils Frankreich der Illoyalität an, deren es sich nicht nur in Kleinasien, sondern auch in Verfolgung seiner eigensüchtigen europäischen Politik habe zuschulden kommen lassen. Am Nachmittag antwortete Poincare auf den Angriff. „Seine Stimme war trocken, seine Worte waren abgehackt, seine Beschuldigungen waren Lanzenstiche. Curzons weiße Händ^ zitterten heftig auf dem grünen Tischtuch. Er konnte es nicht länger ertragen. Er erhob sich vom Platz, murmelte etwas von einer Vertagung und hinkte in das anstoßende Zimmer. Er wurde von seinen Sekretären und Lord Hardinge, unserem damaligen Botschafter in Paris, begleitet. Er sank in einen purpurfarbenen Lehnsessel, faßte Lord Hardinge am Arm. .Charlie', keuchte er, ich kann diesen furchtbaren kleinen Mann nicht ertragen. Ich kann ihn nicht ertragen. Er weinte.---" Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit sich die tief greifenden Veränderungen in der weltpolitischen Stellung Englands und in der Frankreichs in diesem erschütternden nervösen Zusammenbruch eines englischen Staatsmannes offenbarte, der einer der letzten großen Vertreter des britischen Weltimperiums war. Er selbst ist tot, und auch der „furchtbare kleine Mann", der ihm so auf die Nerven fiel, ist nicht mehr. Aber die Tendenzen, die beide vertraten, leben noch, und ihr gegenseitiger Kampf ist, wie sich auch die Themen und Gegenstände der diplomatischen Zeitaufgaben verändern, der große historische Hintergrund, von dem alles Zeitgeschehen beurteilt werden muß. Wieder haben sich bei den nun abgeschlossenen Land o • ner Verhandlungen englische und französische Staatsmänner gegenübergestanden, und bei aller Veränderung, die der Wechsel der handelnden Persönlichkeiten und die freundschaftlichere Atmosphäre in den Beziehungen der beiden Länder bedingen mag, handelte es sich doch um die Frage, welches Gewicht die englische Stimme in Europa und der Welt noch besitzt und bis zu welchem Grade es seinen Einfluß für den künftigen Lauf der Geschichte noch durchzusetzen vermag. Heber den menschlichen und intimen Verlauf der Londoner Aussprache ist die Oefsentlichkeit begreif- licherweise noch nicht so drastisch unterrichtet, wie über jene Episode von Lausanne. Aber auch jetzt mag es — der langwierige und vom ursprünglichen Programm abweichende Verlauf der Konferenz hat es gezeigt — Augenblicke gegeben haben, in denen die freundschaftliche und verbindliche Form nur eine mühsam gewahrte Maske in dem Ringen schwerster Interessengegensätze war. Aber wie sich die englischen Unterhändler, der kosmopolitisch angehauchte Außenminister Simon und sein erster Mitarbeiter, der weltgewandte Eden, von dem Stockbriten Curzon unterscheiden, in demselben Maße bedeuten auch die Figuren des fast über Menschenmaß hin- ausreichenden, ganz nordisch gebauten französischen Ministerpräsidenten Flandin und seines kleinen südfranzösischen, in allen Florettkünsten geübten Kollegen Laval die Wandlung der französischen Politik zu einem schmiegsameren Verständnis für nicht rein französische Gesichtspunkte und Weltbildvorstellungen, die den hartköpfigen Lothringer Poincare, dem „furchtbaren kleinen Mann", nicht gegeben war. Sicher ist, daß keiner dieser vier Unterhändler gemeint hat und daß keine Partei die Konferenz mit dem Gefühl völliger Niederlage ober völligen Sieges verlassen hat. Also ein Kompromiß? Die gemeinsame Veröffentlichung, die in der Konferenz geschlossen wurde, scheint dieses Urteil zu rechtfertigen. Die englische Regierung stellt ihre wohlwollende Mitarbeit und Unter st ützung bei den von der französischen Diplomatie im Verlauf des letzten Jahres eingeleiteten P a k t s y st e m e n für Osteuropa und die Donauländer in Aussicht und erhält bafür von der französischen Regierung das Zugeständnis eines entgegenkommenden und biegsamen Verhaltens in der Behandlung ber Frage des Wiedereintritts Deutschlands in den Völkerbund und ber Wiederaufnahme ber Rü - stungsverhandlungen unter Außerkraftsetzung des Teils V des Versailler Vertrags, an des- »5 3 lange Friedenszeit bringen. Die Verwirklichung hänge nur von dem guten Willen und der Ehrlichkeit Deutschland ab. Die Berliner Regierung habe nun das Wort. „Echo de Paris" (Rüstungsindustrie) verrät, daß der Gedanke eines Luftabkommens den französischen Ministern erst auf der Ueberf ahrt von Calais nach Dover gekommen sei. Laval habe ursprünglich gezögert, diese Frage bei den Besprechungen anzuschneiden, aber der französische Ministerpräsident habe sie noch am gleichen Abend während des Essens mit Macdvnald aufgeworfen. Flandin habe sogar darauf bestanden, dieses Abkommen zwischen England und Frankreich sofort abzuschließen. Englischerseits habe man jedoch darauf hingewiesen, daß es dann als eine B e - drohung Deutschlands ausgelegt werden könnte. Das „Journal", das sich für den Ostpakt in seiner augenblicklichen Form nie begeistert hat, meint, es sei möglich, baß der Plan Litwinows in London den Todes st oß erhalten habe, was natürlich nicht ausschließe, daß andere Vorschläge ausgearbeitet worden seien, die sich der augenblicklichen Lage besser anpaßten. Das gleiche Blatt weist im übrigen in Ueberein- ftimmung mit den meisten französischen Blättern darauf hin, daß die Anerkennung der Gleichberechtigung nichts an der entmilitarisierten Rheinlandzone ändern werde. Teil V des Versailler Vertrages beziehe sich lediglich auf die Rüstungen, während die entmilitarisierte Rheinlandzone in Artikel 42, 43 und 44 festgelegt sei. p $2 3 L2 co' t'S'SCD n > 3 - n « 5-3*^ London ein neuer Ausgangspunkt. Das Gimon-Kompromiß die Grundlage weiterer Verhandlungen Drahibericht unseres Lü-Korrespondenien. p 5 3 * dS* 1? Paris, 4. Febr. (DNB.) In Erwartung der Beschlüsse des für Dienstag einberufenen Mimster- rates über das Ergebnis der Londoner Unterredungen beschränkt sich die Presse im wesentlichen auf eine inhaltliche Darlegung der französisch-englischen Erklärung. Die „L i b e r t e" stellt fest, das Londoner Abkommen habe die peinliche Bedeutung, daß Frankreich und England, die nicht in der Lage waren, Deutschland zur Einhaltung der Abrüstungsklauseln zu veranlassen, Hitler nun eine Revision der militärischen Bestim- mungen des Versailler Vertrages z u - ge steh en. Das sei nicht etwa ein Messerstich gegen den Versailler Vertrag, sondern ein Hieb mit der Axt! Das Abkommen stelle em Kompromiß zwischen der englischen und der französischen Auffassung dar. _ Der „T emps" bezeichnet das Londoner Schriftstück als einen Wendepunkt in der Politik des Friedens und der Zusammenarbeit. Wichtig sei vor allem, daß Frankreich und England sich vollständig über einen Plan der allgemeinen Regelung geeinigt hätten. Nicht weniiger wichtig sei, daß das Londoner Abkommen Deutschland Zwing e n werde, seine Verantwortung hinsichtlich der gleichzeitigen Verwirklichung der Gleichberechtigung und der für alle Volker gleichmäßig organisierten S i ch e r h e i t zu über= nehmen. Drittens hebt der „Temps' die Tatsache hervor, daß durch das System der geplanten Luft- abkommen jeder plötzliche Angriff zur Luft verhindert wird. Die Verwirklichung des englisch-französischen Planes würde Europa eine & & z, n 25" ZT 4 Zs xsC- Die „Deutsche Diplomatisch-Politische Korrespondenz" schreibt unter der Heberschrift „Das Londoner Programm" zur Londoner Verlautbarung u. a.: Die Londoner Verlautbarung umreißt ein großzügiges Programm zur gemeinsamen Regelung der Rüstungs - und Sicherheitsfragen in Europa, speziell in der Mitte und im Westen des Erdteils. Sie stellt zwei Gesichtspunkte voran, die auch in Deutschland ein lebhaftes Echo finden werden, weil sie stets eine Hauptsorge der deutschen Politik gewesen sind: Vermeidung des Wettrüstens und Ausschaltung von Kriegsgefahren. Zu den Londoner Beratungsgegenständen, die in Vorbesprechungen eingehend vorbereitet worden waren, gehört wiederum die zum Ueberdruß oft erörterte Zweiheit: Gleichberechtigung und Sicherheit. Es war nicht mehr möglich, hierzu neue Gedanken zu formulieren. Man wird erst nach eingehender Prüfung der Londoner Beschlüsse mit Bestimmtheit sagen können, welche Tragweite und welchen inneren Zusammenhang die verschiedenen Punkte nach Ansicht ihrer Urheber haben sollen. Wichtig ist aber schon jetzt, daß von einer allgemeinen Regelung, die frei zwischen Deutsch- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, den 4. Februar 1935. Die englische Außenpolitik hat ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Vorwort hierzu ist bereits in den vergangenen sechs oder acht Monaten geschrieben worden. Es beginnt mit der Feststellung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Baldwin im vergangenen Sommer, daß Englands Grenze von nun ab nicht mehr der Kreidefelsen Dovers, sondern der Rhein sei, und schließt mit einer Aeußerung Neville Chamberlains vor etwa vierzehn Tagen in Belfast, wo der englische Schatzkanzler, einer der drei oder vier „starken Männer" des Kabinetts, erklärte, daß die Entsendung der britischen Truppen nach dem Saargebiet einen Präzedenzfall geschaffen habe, der die künftige Marschrichtung der brittschen Außenpolitik bestimme. Maßgebende englische Interpreten haben seinerzeit diese zunächst immerhin befremdlich klingenden Aeuherungen dahin ausgelegt, daß sie sich nicht gegen Deutschland richteten, sondern grundsätzlich eine schon seit langem vorgesehene Aktivierung der Londoner Politik gegenüber dem Fe st lande mü dem Ziele ankündigten, im Interesse einer gesunden politischen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung innerhalb des Imperiums auf dem Kontinent endlich ein Atmosphäre zu schaffen, die das geringstmögliche Maß an Gefahren für das englische Mutterland und damit für das Weltreich überhaupt in sich birgt. Aus dieser Einstellung heraus hat sich allmählich auch die Erkenntnis ourchgesetzt, daß es bei aller Würdigung des Wertes der französischen Freundschaft ebenso widersinnig wie unklug sein würde, sich an einen Friedensvertrag zu klammern, der angesichts eines wieder erstarkten und nicht mehr aus den Angeln zu hebenden Deutschlands heute nur noch ein politischer Leichnam ist. Die Annahme und die in manchen Kreisen zweifellos auch vorhanden gewesene Hoffnung auf eine vielleicht in absehbarer Zeit zu erwartende Liquidierung der nationalsozialistischen Herrschaft ist durch das Zeugnis zahlreicher maßgebender englischer Persönlichkeiten, die Deutschland kürzere oder längere Besuche abgestattet haben, ad absurdum geführt worden. Das politische England, seit jeher mit einem ausgezeichneten Wirklichkeitssinn begabt, hat hieraus eine wenn auch leider noch nicht allerletzte Schlußfolgerung gezogen. Diese Einschränkung zu machen, ist unumgänglich; denn es wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten Herausstellen, ob das Schriftstück über die Ergebnisse der englisch-französischen Verhandlungen, das gestern der Weltöffentlichkeit übergeben worden ist, Elemente enthält, die sich auch vom deutschen Standpunkt aus verwirklichen lassen. Die amlliche Verlautbarung ist ein Meisterwerk weniger des Außenministers als des Juri st en Sir John Simon, dessen vorsichtige Federführung Zeile für Zeile erkennbar ist. Sie stellt nach allem, was man härt, ein geradezu ungewöhnliches, aus den verschiedensten Rücksichtnahmen zusammengesetztes Kompromiß dar. Sie trägt weitgehend den Empfindlichkeiten derjenigen englischen Kreise Rechnung, die grundsätzlich gegen zusätzliche Bindung Englands aus dem Fe st land sind; sie ist teilweise vielleicht auch ein Zugeständnis an die Stimmung der französischen öffentlichen Meinung und des Pariser Parlaments, von dessen Haltung das Schicksal der Regierung Flandin-Laval abhängt; sie versucht ferner in sehr bedächtigen Formulierungen die deutschen Gleichberechtigungsfor- 'derungen innerhalb des geplanten Kollektivsystems als befriedigt hinzustellen, wobei besonders von dem Grundsatz der Gleichzeitigkeit viel Aufhebens gemacht wird; und sie schlägt schließlich eine Brücke zwischen den tatsächlichen Vereinbarungen zwischen England und Frankreich auf der einen Seite und der den anderen Mächten und insbesondere Deutschland vorgeschlage- n e n Erörterungsgrundlage auf der anderen. Der letztgenannte Punkt ist von besonderer Wichtigkeit, weil er den bevorstehenden diplomatischen Verhandlungen sein Gepräge geben dürfte. Wie berechtigt diese Annahme ist, geht aus dem Bericht eines englischen Zeitungskorrespondenten in Paris hervor, der noch vor Bekanntwerden der amtlichen Mitteilung die Lage wie folgt umschrieb: „Was auch das zu erwartende Kommunique über die Londoner Verhandlungen bringen mag, es wird nur andeutungsweise das enthalten, was tatsächlich zwischen Großbritannien und Frankreich vereinbart worden ist." Das Kernstück der in der englischen Hauptstadt gefundenen Erörterungsgrundlage ist zweifellos die geplante Luftkonvention, die bemerkenswerterweise nicht Bestandteil des beabsichtigten Kollek- tivsystems werden soll. Wenn nicht alle Anzeichen täuschen, sind zum mindesten zwei der in Aussicht genommenen Unterzeichner bereits über den Abschluß dieser Konvention völlig einig, gleichgültig, wie sich die übrigen Mächte verhalten werden. Da Italien bereits seine Abneigung gegen einen Beitritt zum Ausdruck gebracht hat, kämen als weitere vertragschließende Parteien nur nach die beiden übrigen Locarno-Partner Deutschland und Belgien in Frage. 8 ZK " ?3 3 V-3 V Z. Erscheint täglich, außer M Ak M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ▼ ▼ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte Ä . Lä A A A AA A A A. A AA bis 8'/,Uhr des Vormittags äsä« UIIlIiIlIIIlI Zill iLllILl KzBVlIVIIVk von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt * ä •• < w- Stellen-, Vereins-, gemein- sss- General-Anzeiger für Oberhessen ssb richten: Anzeiger Gießen V f Aff gen, Bäder-, Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. grantfutt am Main liess Druck und Verlag: vrLHI'sche Unioerfiläts vuch- und Steinörudcrei R. Lange in Siehe«. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe r Meng-nabschlüff-Staffel 8 Jen Stelle das neue, alle Staaten verpflichtende Rüstungsabkommen zu treten hätte. Gin neues, aber mit der Sicherheits- und Abrü- stungsfrage im engsten Zusammenhang stehendes Pröblet ist mit dem Vorschlag eines L u f t a b - kommens in Westeuropa in die Debatte geworfen worden. Praktisch handelt es sich dabei um eine Ergänzung des Locarnopaktes, dessen Bestimmungen über den Schutz vor Angriffen sich nur auf das Landheer beziehen. Es ist interessant, daß von deutscher Seite hinsichtlich der Luftsicherung bereits ein Vorschlag existiert, der bisher weder in den öffentlichen Erörterungen noch bei den diplomatischen Verhandlungen der anderen Länder eine Rolle spielte, nämlich der an die englische Adresse gerichtete Vorschlag des Reichsluftfahrtministers General Göring vom Oktober v. Js. Im übrigen aber gilt für diese Anregung der Hinweis, daß mit einem solchen Abkommen ein entscheidender Schritt zur RMungskonvention getan wird. Denn Frankreichs Grundsatz ist, daß eine Regelung der Rüstungsfragen in Europa eine zusätzliche Sicherheit zur Folge oder sogar zur Voraussetzung haben müsse. Der Luftangriffspakt, den England und Frankreich vorschlagen, steht am Schluß des Londoner Verhandlungsberichts. Wenngleich eine Betrachtung der Londoner Verhandlungen nicht in dem Fehler ausmünden darf, die einzelnen Ergebnisse zu sezieren, so ist in diesem Falle doch die Tatsache bemerkenswert, daß man in London zum Ausdruck gebracht hat: Zugleich und in Uedereinstimmung mit Bedingungen der Erklärung vom 11. Dezember 1932 über die Gleichberechtigung in einem System der Sicherheit müssen Vereinbarungen über die Rüstung im allgemeinen getroffen werden. Hier liegt entgegen der französischen These erstmalig in konkreter Form die Anerkennung des Grundsatzes vor, daß eine deutsche Vorte i st u n g nicht mehr verlangt wird. Deshalb wird man die Anregung über den westeuropäischen Luftpakt so betrachten müssen, daß eingehende Besprechungen und Verhandlungen notwendig sind, um diese Frage in den Gesamtkomplex der Rüstungsfragen einzugliedern. Es ist lehrreich, das Problem des O st p a k t e s zusammen mit der Frage des westlichen Luftab- kommens zu überprüfen und beide in ein Verhältnis zueinander zu bringen, Ostpakt: das heißt für uns ein Pakt mit Sowjetrußland. Sowjetrußland: das bedeutet für uns die Teilhaberschaft mit einem Land, das nur aus einem ungeheuerlichen Bündel von Fragezeichen besteht, ein Land von schlechthin unbegrenzter Fläche, ein Land mit unzähligen Nachbarn, heillosen Verwicklungen, unüberseh- b a ren Grenzproblemen. Ostpakt: das ist für uns die Verquickung mit den uns so fern liegenden ostasiatischen Fragen, mit einer Fülle von undurchsichtigen, weitläufigen und unerfreulichen Komplikationen. Dagegen stellt sich das geplante Lu ft abkommen als eine Angelegenheit dar, die bis in die letzten Konsequenzen hinein klar zu überschauen sein würde. Für ganz bestimmte Voraussetzungen, für ganz bestimmte Mächtegruppen und für ganz reale Zwecke geschaffen, würde öps Luftabkommen also, wenn nicht alles trügt, eine durchaus konkrete Lösung einer vertretbaren Einzelfrage bedeuten: in jeder Hinsicht also das Gegenteil eines Ostpaktes, der dazu noch die Garantie von Grenzen in sich zu tragen hätte, an denen Deutschland, auch rein geographisch gesehen, nicht im geringsten interessiert ist. Es war zu erwarten, daß man sich in London in großen Zügen die Mentalität zu eigen machen würde, die hinsichtlich des Teiles V des Versailler Vertrages bereits in der römischen Besprechung zwischen Laval und Mussolini zum Ausdruck gekommen ist. Auch England schließt sich danach der Auffassung an, daß d i e R ü st u n g s - beschränk ungen nicht einseitig (von Deutschland) außer Kraft gesetzt werden dürfen. Anderseits aber beschäftigt man sich nicht piit der Tatsache, daß sich ja doch 15 Jahre hindurch keine einzige der Siegermächte um die eindeutige Verpflichtung zur Abrüstung gekümmert hat, die der Versailler Vertrag sämtlichen Staaten, das heißt auch den Siegern des Weltkrieges, auferlegt. Nach allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätzen kann die Forderung nach Vertragstreue unmöglich auf eine einzelne Nation beschränkt werden, während die meisten anderen Unterzeichner es mit der Vertragstreue in der gleichen Sache nicht allzu genau genommen haben und auch jetzt nicht genau nehmen. Der Bankrott der Abrüstungskonferenz bedeutet nichts anderes als die klare Erkenntnis, daß die hochgerüsteten Staaten nicht daran denken, sich den in Versailles unterschriebenen Abrüstungsverpflichtungen zu unterwerfen. Die Anerkennung der Gleichberechtigung vom 11. Dezember 1932 bedeutet anderseits aber bereits in der Praxis die Zustimmung zu einer Angleichung Deutschlands an den Rüstungsstand der anderen. Was bisher gefehlt hat, das ist lediglich eine Paragra- phierung dieses bereits geschaffenen Rechtszustandes. Das find nur einige der Probleme, die London aufgeworfen hat. Andere wesentliche Punkte müssen erst eingehend beleuchtet und erwogen werden, bevor dazu Stellung genommen werden kann. So fragt es sich, was unter einer „allgemeinen Regelung" gedacht ist? Handelt es sich dabei um eine Art Ueberpakt, der alle anderen bisher geschaffenen Verträge aufheben oder einbeziehen soll? Oder handelt es sich um die Schaffung neuer Pakte und um deren Verbindung mit bereits bestehenden? Ist ferner England dem französisch-italienischen Konsultativpakt über den Donauraum beigetreten oder unterstreicht das Com- muniquö nur die bereits im vergangenen Jahre übernommene englische Garantie für die österreichische Unabhängigkeit? Die amtliche Verlautbarung schließt mit der Erklärung, daß Frankreich und England ihre Beratungen wieder aufnehmen werden, sobald d i e Antworten der anderen interessierten Mächte vorliegen. Damit ist der Wert der Besprechungen zwischen den französischen und englischen Staatsmännern gekennzeichnet: London bildet d i e Grundlage für die diplomatischen Verhandlungen. Der englische Standpunkt, daß man durch die Londoner Konferenz keine vollendeten Tatsachen schaffen wollte, ist somit durchgesetzt. Diese Tatsache ist dadurch besonders unterstrichen worden, daß der englische Botschafter in Berlin vor der Veröffentlichung und endgültigen Formulierung des offiziellen Berichts Den Führer und Reichskanzler zur Unterrichtung a u f g e s u ch t hat und daß noch am Sonntagabend, bevor die Veröffentlichung erfolgte, der endgültige Wortlaut in Berlin durch die beiden Botschafter Frankreichs und Englands überreicht worden ist. Die Tragweite und Möglichkeiten der in London gefaßten Beschlüsse werden sich erst aus den Ver- Gnadenrecht und Beamtenernennungen Vier Erlasse des Führers und Reichskanzlers zur Vereinheitlichung der Iieichsgewalt. Berlin, 4. Febr. (DNB.) Im Zuge der Vereinheitlichung der Reichsgewalt ist ein weiterer bedeutsamer Schritt dadurch getan worden, daß der Führer und Reichskanzler am 1. Februar 1935 drei Erlasse unterzeichnet hat, durch die für das ganze Reichsgebiet das Gnadenrecht und das Recht der Beamten- ernennung eine grundlegende Neuregelung gefunden haben. In dem Erlaß über die Ausübung des Gnadenrechts ist bestimmt, daß der Führer und Reichskanzler in den wichtigsten Sachen, insbesondere bei Todesstrafen, in Hoch- und Landesverratssachen sowie bei Freiheitsstrafen von mehr als sechs Monaten gegen Wehrmachtsangehörige d i e Entscheidung persönlich trifft. Der Führer und Reichskanzler hat sich ferner hinsichtlich der unmittelbaren Reichsbeamten die Aufhebung eines auf Dienstentlassung lautenden Disziplinarurteils, ferner die Zuerkennung bisher nicht bewilligter Ruhegehaltsbezüge und die Beseitigung der b e a m t e n r e ch 11 i ch e n Folgen einer strafgerichtlichen Verurteilung vorbehalten. Im übrigen sind d i e Reichsmini st er zu Gnadenentscheidungen i n - nerhald ihres Arbeitsbereichs ermächtigt worden. Der Führer und Reichskanzler hat sich aber ausdrücklich das Recht gewahrt, auch in diesen Sachen die Gnadenentschließung selbst zu treffen. Die zwei weiteren Erlasse betreffen die Ernennung und Entlassung der Reichs- und der Landesbeamten. Unter Aufhebung aller früheren Erlasse wird das Beamtenernennungsrecht sowohl für das Reich als auch für die Länder nach einheitlichen Grundsätzen geregelt. Hiernach behält sich der Führer und Reichskanzler die Ernennung und Entlassung der Reichs- und Landesbeamten vor, die entsprechend der Reichsbesoldungsgruppe A 2c und höher besoldet werden, d. h. also sämtlicher planmäßigen Beamten des oberen Dienstes. Die Vorschläge werden vorgelegt für Preußen vom Ministerpräsidenten, für die übrigen Länder im Bereich der allgemeinen und inneren Landesverwaltung vom Reichs» m i n i ft e r des Innern, sonst von den z u - ständigen Reichsmini st er n. Bei Abweichung von den Reichsgrundsätzen über Einstellung, Anstellung und Beförderung ist vor der Vorlage die Zustimmung der Reichsminister des Innern und der Finanzen einzuholen. Diese Zustimmung ist nicht erforderlich zur Ernennung a) der Oberpräsidenten und ihrer allgemeinen Vertreter, b) der Regierungspräsidenten, Kreishauptleute, Landeskommissäre und ihrer allgemeinen Vertreter, c) der Polizeipräsidenten und Polizeidirektoren der staatlichen Polizeiverwaltungen, d) der Landräte, Bezirksoberamtsmänner, Amtshauptleute, Kreisdirektoren (Vorstände der Behörden der unteren Staatsverwaltung). Die Ausübung des Rechtes zur Ernennung und Entlassung der s o n st i g e n Beamten hat der Führer und Reichskanzler auf die Leiter der ober st en Reichsbehörden und, soweit es sich um preußische Landesbeamte handelt, auf den preußischen Ministerpräsidenten übertragen, die zur Weiterüberttagung ermächtigt sind. Bei Abweichung von den Reichsgrundsätzen über Einstellung, Anstellung und Beförderung ist die Zustimmung der Reichsmini st er des Innern und der Finanzen erforderlich. Die Reichsminister können die Ausübung des Rechtes zur Ernennung und Entlassung dieser Beamten mit Zustimmung des Reichsministers des Innern auf die Reichs st atthalter übertragen, die ihrerseits zur Weiterübertragung ermächtigt sind. Für besondere Fälle behält sich der Führer und Reichskanzler das Recht der persönlichen Entscheidung auch bezüglich dieser Beamten vor. Die bisherigen Bestimmungen über die Ernennung der mittelbaren Landesbeamten (wie Beamten der Gemeinden, Gemeindeverbände) bleiben unberührt. Technik und Wirtschaft. Einheitliche Wirtschastslenkung und sparsame Verwaltung werden eS Deutsch land ermöglichen, die technische Entwicklung mit Kapital zu untermauern. Unter dem Beifall des Unterhauses beglütfr wünschte der Führer der liberalen Opposition, Sir Herbert Samuel, den Staatssekretär des Aeußern „zu dem bisher erzielten Maß der Vereinbarungen" und drückte die Hoffnung aus, daß diese zu nütz» lichen Ergebnissen führen werde. Er forderte dis Versicherung, daß die Verfolgung der in der amtlichen Mitteilung enthaltenen Ziele nicht zu einem Nachlassen der Bestrebungen führen werde, ein allgemeines Abrüstungsabkommen herbeizuführen, „für die diese Vorschläge natürlich kein Ersatz sind". Simon erwiderte: „Im Namen der Regierung zögere ich nicht, diese Versicherung zu geben". Damit waren die Erörterungen beendet. Flandin berichtet dem Präsidenten der Mpublik. Paris, 4. Febr. (DNB.) Außenminister Laval wurde bei seiner Ankunft in Paris vom Vertreter des Präsidenten der Republik und des Ministerpräsidenten, dem englischen Botschafter, mehreren hohen Beamten und Abgeordneten begrüßt. Als er feinen Kraftwagen bestieg, wurde er Gegenstand lebhafter Beifallskundgebungen. Der Präsident der Republik Lebrun hat am Montagnachmittag Ministerpräsident Flandin empfangen, der ihm über feine Londoner Verhandlungen Bericht erstattete. Das Staatsoberhaupt dankte Flandin und auch Außenminister Laval für die von ihnen erzielten Ergebnisse. — Der englische Außenminister Sir John Simon wird am kommenden Freitag in Paris an dem Jahresessen der englischen Handelskammer teilnehmen und bei dieser Gelegenheit eine Rede halten. ♦ Der nationalistische „Petit Bleu" zeigt sich als eines der wenigen Blätter skeptisch über die praktische Durchführung des Luftabkommens, das theoretisch betrachtet vorzüglich sei, man dürfe aber nicht vergessen, daß die in diesem Plan vorgesehene Garantie eines Beistandes gegen einen nicht herausgeforderten Angriff eine gewisse Rolls spielen werde. Damit tauche aber die Frage der Feststellung des Angreifers wieder auf und alle Welt wisse, welche Schwierigkeiten damit verbunden seien. Der „Q u o t i d i e n" (radikal- sozialistisch) gehört ebenfalls zu den wenigen Außenseitern, die mit den Londoner Abkommen nicht zufrieden sind. Das Blatt spricht von einem neuen Verzicht Frankreichs. Der europäische Friede sei nicht gefestigt. Der Zeitabschnitt der Verzichte werde fortgesetzt. Man könne deshalb auch nicht behaupten, daß Flandin und Laval in London für den Frieden gearbeitet hätten. Befriedigung in Belgien. Die glückliche Ehe. Ein Vortrag des Neichsbankpräsidenten. Berlin, 4. Febr. (DNB.) Der Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes von 1821 hatte zu feinem 114. Stiftungsfest im Hotel „Kaiserhof" eine große Anzahl führender Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und der deutschen Wirtschaft geladen. Reichsverkehrsminister a. D. Dr. Kröhne, der Vorsitzende des Vereins, eröffnete die Veranstaltung. Es folgte ein Vortrag von Professor Dr. Ubbelohde, dem Leiter des Chemisch-Technischen Instituts der Technischen Hochschule zu Berlin, über „Rohstoffprobleme und wissenschaftliche Forschung". Reichsbankpräsident Dr. Schacht betonte sodann in feiner Festansprache, daß der Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes von 1821 eine stolze Tradition zu wahren habe. Die Betreuung des Gebietes „T e ch n i k u n d Wirtschaft", die dem Verein im Rahmen der Reichsgemeinschaft technisch-wissenschaftlicher Arbeit künftig obliegen wird, ist eine lohnende, aber ganz gewiß keine leichte Aufgabe. Technik und Wirtschaft leben in einer Ehe, die noch nie re st los glücklich war. Das liegt daran, daß die Grenzen der technischen Leistungsfähigkeit viel weiter gezogen sind als die der wirtschaftlichen Möglichkeiten. Technisch kann man Diamanten aus Kohlenstoff erzeugen oder Gold aus dem Meerwasser gewinnen, wirtschaftlich kann man es nicht oder wenigstens noch nicht. Deshalb werden sich Reibungen zwischen der vorwärtsstrebenden, ja stürmenden Technik und der an den Rechenstift gebundenen Wirtschaft nicht immer vermeiden lassen. In der Zett nach der formalen Beendigung des Krieges erwies es sich, daß zwischen bjer Kapitalbildung der durch Krieg und Reparationen zerrütteten und ausgesogenen deutschen Wirtschaft und dem Kapitalbedarf der Technik zum Wiederaufbau ihres abgenutzten und teilweise überalterten Apparates eine tiefe Kluft gähnte. Die Wirtschaft hätte damals den Kapitalbedarf der Technik, obwohl er vom technischen Standpunkt aus völlig berechtigt war, in die Grenzen dessen zurückdrängen müssen, was Deutschland aus eigener Kraft zu leisten vermochte. Statt dessen lieh man sich Kapital vom Ausland in einem Ausmaß, das mit den Rück- zahtungsmöglichkeiten in keinem Verhältnis stand. Die Folgen waren u. a. jene überrationalisierten Fabrikanlagen, die 19 2 6 technische Wunderwerke darstellten, 1931 aber weit unter ihrer Kapazität beschäftigt waren. Es gibt keinen erschütternderen Gegensatz als den zwischen der stets steigenden Produktionskapazität der modernen Maschine und dem hungernden und frierenden Heer der Arbeitslosen. Der Nationalsozialismus hat es sich zu seiner ersten Aufgabe gesetzt, diesen unvernünftigen wie unmoralischen Zustand zu beseitigen und damit die unnatürliche Spannung zwischen Technik und Wirtschaft zu lösen. Die Krise hat leider Tausende tüchtiger Chemiker und Techniker brotlos gemacht. Da sie kein Unterkommen mehr fanden, rückten sie der Wirtschaft selbst mit den Mitteln moderner Technik zu Leibe. So sind jene unzähligen Wirtschafts- und W ä h r u n g s p r o j e k t e entstanden, die alle mit Zirkel und Logarithmentafeln zufammenkonstruiert gewesen sind. Alle diese Projekte übersahen aber eines, daß die Wirtschaft kein erdachter Mechanismus, sondern ein lebendiger Organismus ist. Mit Dilettantismus und mit dem Reißbrett kommt man den wirtschaftlichen Dingen nicht bei. Der Grundgedanke des Nationalsozialismus sei die unlösliche Verknüpfung von privater Wirtschaft und staatlicher Wohlfahrt. Wir brauchten die Einsetzung der Höchstleistung jedes einzelnen, aber auch die Einordnung der privaten Leistung in das nationalsozialistische Gesamtziel. „Wir wollen die Wirtschaft steuern, aber nicht ausüben." Am Steuer könne aber nur einer stehen, der Staat. Darum sei die neue Organisation der Wirtschaft dem Reichswirtschaftsmini st er direkt unterstellt. Die Reichswirtschaftskammer und ihr Unterbau sollen das Instrument fein, in dem die Organisationen der Wirtschaft einheitlich zusammengefaßt find. Die freien Verbände der Wirtschaft sollen nicht grundsätzlich beseitigt werden, können aber doch reichlich unter die Hälfte zusammenge- strichen werden; sie sollen mit den Jndustrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern zu einer Organisation zusammenwachsen. Der Kostenapparat der Verwaltung müsse verringert werden. Rur mit einer solchen einheitlichen Wirtschaftslenkung und mit einem sparsamen Verwaltungsapparat werde Deutschland in der Lage sein, die Aufgabe der Wirtschaft zu fördern, die darin bestehe, die technische Entwicklung laufend mit Kapital zu untermauern. Der bewährte Sparsinn des deutschen Volkes, die geordnete Finanzgebarung des Dritten Reiches und nicht zuletzt die Stoßkraft der nationalsozialistischen Idee seien dabei unsere Kraftquellen. Das Ziel sei die Befreiung der deutschen Wirtschaft von dem Fluch des Versailler Diktates und die Erreichung dieses Zieles werde auch der ganzen Welt zum Segen gereichen. Diesen steilen und dornenvollen Weg gehe Deutschland mit unbeugsamem Willen und unbesiegbarem Optimismus. Das deutsche Volk habe in seinem Führer Adolf Hitler endlich den Garanten einer besseren Zukunft gefunden. Ihm durch alle Fährnisse und Beschwerden getreu zur Seite zu stehen, sei unser aller Pflicht. Handlungen über ihre praktische Durchführung ergeben. Für Deutschland ist darin positiv zu werten, daß seine Gleichberechtigung aufs neue als Grundlage jeder Regelung anerkannt wurde und daß'man offenbar auf eine deutsche Vorleistung, etwa durch Wiedereintritt in den Völkerbund, taktisch verzichtet. Damit sind wenigstens Möglichkeiten geschaffen, die den Weg in eine europäische Neuordnung offenhalten, ein Ziel der englischen, aber auch der deutschen Politik wäre er- üllt oder wenigstens nähergerückt Nicht nur Deutschland, sondern, was viel wichtiger ist, Frankreich wäre damit in den Kreis einer gesamteuropäischen Politik wieder eingerückt, in dem es weder Sieger noch Besiegte, weder Vorherrschaft noch Vasallenstaaten gibt. Ist „der furchtbare kleine Mann", der in Lausanne der Schrecken Curzons war, nun wirklich tot? Simon im Unterhaus. London, 4. Febr. (DNB.) Jrn Unterhaus erklärte der Staatssekretär des Aeußern, Sir John Simon: „Daß, bevor die amtliche Verlautbarung veröffentlicht wurde, die anderen Locarno- Regierungen über unsere Erörterungen unterrichtet wurden, und wir sie jetzt einladen, sich uns und der französischen Regierung in gleichberechtigter Beratung anzuschließen. Ich mochte bezüglich des Planes zur Schaffung eines Abschreckungsmittels gegen einen nicht her- ausgeforberten Luftangriff in Westeuropa hinzufugen, daß zwischen den französischen Ministern und uns vereinbart worden ist, daß der Plan unsereeigeneDerpflichtungnicht auf Fälle ausdehnen würde, die über die bestehenden Locarno » Verpflichtungen hinausgehen. Brüssel, 4. Febr. (DNB.) Der Ministerrat nahm am Montag den Bericht entgegen, den der Außenminister über den Besuch des französischen und des englischen Botschafters erstattete. Der Ministerrat gab sodann seiner Befriedigung über das Ergebnis .der Londoner Besprechungen und das Einverständnis zwischen Frankreich und Italien Ausdruck. Die belgische Regierung werde mit größtem Interesse an den Verhandlungen über den gegenseitigen Luftschutz t e i l n e h m e n. Freiherr von Lersner. Der Bundesführer der Reichsvereinigung ehern. Kriegsgefangener, Freiherr Wilhelm von Lersner - Potsdam, begeht am 9. Februar d. I. feinen 5 0. (Geburtstag. Als Oberleutnant bei den Darmstädter Dragonern im August 1914 ins Feld gerückt, geriet Freiherr von Lersner schon zwei Monate später als Führer einer von den Engländern umzingeltes Reiterpatrouille in Gefangenschaft. Er mürbe bei Poern ben Franzosen übergeben, bie ihn infolge Aussageverweigerung in Dünkirchen ins Gefängnis sperrten. In französischen Lagern fiel er bald als Beschwerdeführer seiner Kameraden bet den Franzosen unangenehm auf. Seine Verwendung als Geisel auf einem Hospitale cf) i f f war die Folge. 1917 wurde er mit einem Austauschtransport an bie Schweiz ausgeliefert und konnte hier im Interesse seiner kriegsgefangenen Kameraden eine segensreiche Tätigkeit entfalten. Unzähligen heimkehrenden Kriegsgefangenen wurda er durch fein Wirken auf der Vernehmungs- und Austauschstation Konstanz bekannt. Er gehörte zu den Gründern des Volksbundes zum Schutzs Der Kriegs- und Zivilgefangenen. Als Bundesfüh- rer der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, deren Ziel die Auswertung des Stacheldrahterlebnisses für Volk und Heimat ist, erfreut sich Freiherr von Lersner der größten Verehrung seines Kameraden und weiter Kreise der deutschen Oeffent- lichkeit. Kleine politische Nachrichten. Auf bas am 30. Januar zum Tage der Machtübernahme an ben Führer unb Reichskanzler gerichtete Telegramm des Hessischen Staatsministers ging folgende Drahtantwort des Führers ein: Staatsminister Jung, Darm» tabt. Für Glückwünsche unb Treugelöbnis danks i ch ber Hessischen ßanbesregierung herzlichst. Sieg- Heil für gemeinsame Weiterarbeit. Abolf Hitler. Unter bem Borsitz des preußischen Ministerpräfi» beuten Hermann Goring fanb ein Minister« r a t statt, an bem bie Minister Popitz, Rust Kerrl, Darr£, Gürtner unb Dr. Schacht mit ihren Staats« ekretaren teilnahmen. Der Ministerrat beschäftigt- ,ch vorwiegend mit Fragen, bie ben preußischen Haushalt unb die Landwirtschaft betreffen. Grundlagen und Ziele neuen deutschen Filmschaffens Feierliche Einweihung -es Reichsfilmarchivs im Berliner Harnackhaus. programmatische Rede -es Reichspropagan-aminifiers Dr. Goebbels. -em 1. ds. Mts. andauernden Regenfälle und Schnee st ürme sowie den orkanartigen Sturm ist in allen Gebieten der bayerischen Alpen mit größter Lawinengefahr zu rechnen. Alle Berg- und Skifahrten sind zu unterlassen und der Eintritt günstigerer Wetterlage abzuwarten. 60 Skiiäufer in einer Hütte eingeschloffen. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Das R e i ch s f i l m - archiv, das größte Filmarchiv der Welt, wurde in feierlichem Rahmen von Reichsminister Dr. Goebbels im Harnack-Haus eingeweiht. Während der Vorführung der Filme erschien auch der Führer und Reichskanzler. Unter den Anwesenden sah man neben dem Staatssekretär Funk Ministerialrat Hanke, den Präsidenten der Kai- ser-Wilhelm-Akademie Geheimrat Planck und den „ganzen Film"-. Das Fehse-Quartett gab den stimmungsvollen Auftakt zu der Begrüßungsansprache des Präsidenten der Reichsfilmkammer Dr. Scheuermann. Das Reichsfilmarchiv solle eine kulturgeschichtliche Sammlung sein gegenseitiger Betrachtung, Belehrung, offener Kritik dienen, und die künstlerische Auseinandersetzung zwischen Filmwirtschaft und Filmkunst fördern. Reichsminisler Dr. Goebbels betonte einleitend, er wolle lediglich einige Grundgedanken skizzieren, die erkannt werden mühten, um das Problem des Films im modernen Leben überhaupt zu charakterisieren. Die Mängel, die der Filmproduktion bei Beginn der Machtübernahme besonders anhafteten, waren: Der Konjunkturfilm, gegen den man sich schließlich nicht anders als durch Verbote helfen konnte; der S e r i e n f i l m, der, in einer Vielzahl nach dem Schema eines erfolgreichen Films gedreht, dessen künstlerische Höhe vollständig verwertete; der Film ohne Lebenshintergrund, in dem ein Leben dargestellt wurde, das es in Wirklichkeit gar nicht gab, der nicht aus künstlerischem, sondern nur aus geschäftlichen Rücksichten Illusionen vormuberte; der Film, der unter der Maske einer wichtigen und ironisch-satirischen Darstellung allgemeine Verblödung verzapft; und schließlich der Film, der nur auf billigste Effekte, auf bloße Mache ausging, der allein von den Gesichtspunkten der gefüllten Kassen aus gedreht wurde. Was uns bisher gefehlt habe, fei der künstlerisch und weltanschaulich gesicherte Film, ein Film, der auf einem festen geistigen Boden stehe und der damit eine souveräne Haltung gegenüber den modernen Aeitproblemen übernehmen könnte. Es fehlte nähme zu enthalten. Hierbei habe er wie auf dem Gebiete des Theaters die Meinung vertreten, daß man sich aller Talente bedienen müsse, die auf dem Gebiete des Films bereits tätig sind. Es solle hierdurch nicht eine eigene staatliche Filmproduktion aufgebaut werden, sondern man werde sich der bereits bestehenden Einrichtungen des Wenn es aber in einigen wenigen Spitzenleistungen gelinge — es seien fünf große Entwürfe schon in der Idee oder auch zum Teil im Manuskript fertig —, der deutschen Filmindustrie wieder Muster zu geben, dann werde sich das gesamte Film- niveau bald heben. Wenn man keine Vergleichsmöglichkeiten habe, verschwinde auch der künstlerische Ehrgeiz. Wenn man aber im Film erst wieder Qualität von Kitsch unterscheiden lerne, dann werde der Kitsch bald aus der Produktion ausgeschaltet werden können. Die dem Film eigenen Gesetze seien vielfach noch verkannt worden. Man habe hier und da nicht verstanden, daß eine photographierte Theateroperette noch kein Film sei. Gelinge es, die dem Film eigenen Gesetze zum Durchbruch zu bringen, gelinge es, die Vorgänge auf der Leinwand nicht nach Bühnen-, sondern nach filmischen Gesehen abrollen zu lassen, dann werde der deutsche Film die Welt erobern. Es müsse eine Umwandlung des Publikumsgeschmacks von der Kunst her geschehen, denn es sei nicht wahr, daß der Publikumsgeschmack schlechte Filme verlange. Das Gegenteil sei richtig. Der deutsche Film, so fuhr der Minister fort, könne nicht in einer ausdruckslosen Maske an die Welt appellieren. Er müsse sich zur deutschen Films bedienen. Man werde schließlich auch der Versuchung widerstehen, nun jeden einzelnen Film der Jahresproduktion in diese geistige Führung zu nehmen. Es gebe — wie beim Theater — auf dem Gebiete des Films Hunderte von Erzeugnissen, die keine künstlerischen Ansprüche stellen, sondern nur Unterhaltungsware sein wollen. Gegenwart bekennen. Denn die Welt von heute wolle keine Filme aus der Zeit vor der Machtergreifung sehen, sondern Filme aus dem heutigen Deutschland. Und sie werde sie sehen wollen, wenn sie wirklich Qualität und Höhe haben. Auch der Film vertrete die Nation gewollt und ungewollt. Deshalb müsse es das Bestreben der Filmschaffenden sein, ihm den Ausdruck unserer Zeit zu geben. Er habe keinen sehnlicheren Wunsch als den, auf dem Gebiete des Films — wie es bereits auf anderen Gebieten der Fall fei — den nationalen deutschen Ehrgeiz anzustacbeln. Aus diesem nationalen Ehrgeiz könne eine Unsumme nationaler Fähigkeiten und Initiative entspringen. Dann werde auch die Filmkunst zu einer wirklichen K u n st erhoben. * Es wurde dann eine Anzahl von stummen und tönenden Filmen aus den Beständen des neuen Reichsarchivs gezeigt. Von einer der e r st e n Wochenschauen aus dem Jahre 1905 und den ersten Anfängen des stummen Spielfilms aus den Jahren um 1900 bis zu den Fridericus Rex- Film aus dem Jahre 1922 und dem Dienstag zur Uraufführung kommenden NDLS.-Film „D e r alte und der junge König" wurde die Richtigkeit der von Dr. Goebbels bezeichneten Entwicklung des deutschen Filmes verdeutlicht. Anschließend weilten der Führer und Reichskanzler und Reichsminister Dr. Goebbels noch einige Zeit im Kreise der Filmschaffenden in den Gasträumen des Har- nackhauses. timtoanblnng des publikumsMmackes durch den guten nationalen Mm. aber auch der gute, gekonnte, mit Witz und Laune und überlegener Satire gedrehte deutsche Unterhaltungsfilm. Es fehlte eben der künstlerische Film. Deshalb sei es gerade in den letzten Monaten sein Bestreben gewesen, nicht nur an die filmische Wirtschaft, sondern auch an den Künstler im Film zu appellieren, ganz abgesehen davon, daß er sich klar darüber sei, daß auch im Film die Kunst nach Brot schreie und daß eine weise Staatsführung nicht der Meinung sein dürfe, daß eine Kunst aus sich heraus sich ernähren müsse. Darum habe die Regierung ihre ersten Bestrebungen darauf abgestellt, dem Film für seine Existenzfähigkeit einige materielle Grundlagen durch die Schaffung der Film bank, durch eine gewisse Auflockerung der Zensur, durch die Einrichtung einer R e i ch s f i l m - dramaturgie und schließlich durch die Schaffung eines R e i ch s f i l m p r e i s e s zu geben, mit dem der Produktion eine Herausforderungs-, eine Konkurrenzmöglichkeit geboten worden fei. Der Minister verkannte nicht, daß in den letzten Monaten eine Reihe von sehr guten und qualitativ hochstehenden Filmen gedreht wurde. Das dürfe aber nicht dazu verleiten, die Ansprüche niedriger zu schrauben. Er sei der lleber- zeugung, daß bei den wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten, über die die deutsche Filmwirtschaft verfüge, und bei den künstlerischen Potenzen, die für den deutschen Film bereits tätig seien, oder die wir veranlassen könnten, sich ihm zur Verfügung zu stellen und bei der ungeheuren Förderung, die der Film heute von amtlicher Seite erfahre, es möglich sein müsse, ihn auf der Welt wieder, wie schon einst, vorbildlich zu machen. Bisher sei der deutsche Film von zu vielen Faktoren oft unkünstlerischer Natur abhängig gewesen. Deshalb sei er mit dem Ersuchen an die Filmwirtschaft heranaetreten, dem künstlerisch schaffenden Menschen im Film die Möglichkeit zu bieten, einen Film herzustellen und sich wenigstens bei diesem ersten Versuch für ein großes und monumentales deutsches Filmwerk jeder Einfluß- Zahlreiche Lawinenopfer in -en Bergen. Oie Arlbergstrecke verschüttet. Die Generaldirektion der österreichischen Bundesbahnen in Wien teilt mit, daß die Arlbergstrecke abermals von drei mächtigen Lawinen zwischen Bludenz und Langen verschüttet wurde. Da es sich um Grundlawinen handelt, die viel Gestein und Baumstämme mit sich führten, werden die Aufräumungsarbeiten lange Zeit in Anspruch nehmen. Die Lawinenwächter der Ennstalstrecke melden das Auftreten gefährlicher Schneebrecher auf den steilen Hängen an der Strecke. In Lassing im Lande Salzburg wurden zwei Bauernhöfe von einer Lawine verschüttet. Die Hauptverkehrsstraße Wien—Salzburg ist bei Vöcklabruck durch Lawinen unterbrochen, ebenso die Straße Salzburg—Mondsee. Bei Wagrein im Lande Salzburg wurde ein Knabe von einer Lawine verschüttet. In den meisten Gegenden Oesterreichs dauern die Schneefälle bei verhältnismäßig hohen Temperaturen an. Die Rettungsmannschaften konnten die beiden Bauernhäuser im Lande Salzburg, die von einer Lawine verschüttet worden waren, freilegen. Zwei Personen, die sich im Augenblick, als die Lawine über die Häuser ging, im Freien befunden hatten, wurden t o t aufgefunden. Die übrigen Bewohner der Häuser fand man unverletzt vor. Dagegen war ein Stallgebäude von den Schneemassen zerdrückt worden, wobei ein Pferd, 17 Rinder und 22 Schafe getötet wurden. Opfer der Lawinen. Eine mächtige Grundlawine, die Bäume und gewaltige Felsblöcke mit sich führte, brauste von der Nordkette gegen den Innsbrucker Vorort Mühlau nieder. Ein Haus, wurde völlig von den Schneemassen zugedeckt. Da neue Lawinen drohen, hat die Gendarmerie das gefährdete Gebiet abgesperrt. Im großen Walsertal am Faschina-Joch zerstörte eine Lawine das Nebengebäude eines Hotels. Alle Verkehrsverbindungen im Walsertal und im Bregenzer Wald sind eingeschneit. Der 39 Jahre alte Skilehrer Sepp Niederberger unternahm vom Predigtstuhl bei heftigem Sturm, da die Bergbahn vorübergehend den Betrieb eingestellt hatte, allein die Abfahrt nach Bad Reichenhall über die Roethelbachalm. Da er in Reichenhall nicht eintraf, suchten ihn die Alpine Rettungsstelle, Reichswehr und Bergwacht trotz schwerstem Südweststurm. Niederberger, der schon mehreren Personen das Leben gerettet hatte, ist zweifellos vom Sturm oder einer Lawine fortgetragen worden. Die Leiche konnte noch nicht gefunden werden. Auf der Strecke Salzburg—Innsbruck wurde ein Schülerzug von einer Lawine erfaßt. Der Lokomotivführer und ein Zugbegleiter erlitten Verletzungen. Bei Heiligenblut am Großglockner wurde ein Skifahrer von einer Lawine verschüttet. Man befürchtet, daß er dabei ums Leben gekommen ist. Beim Aufstieg von Arosa zur Weißhornhütte ereignete sich ein L a w i n e n u n g l ü ck. Der Hüttenwart Christian Z o g g von der Weißhornhütte des Skiklubs Arosa, seine Frau und zwei Touristen, sowie zwei Träger waren infolge des Schneegestöbers von der gewöhnlichen Aufstiegroute abgekommen. Plötzlich löste sich eine Lawine, die beide Träger und den Hüttenwart verschüttete. Zogg, der noch einen Arm aus dem Schnee herausstreckte, konnte sofort von seiner Frau gerettet werden, während die beiden Träger unter dem Schnee begraben wurden. Die Sucharboiten wurden ausgenommen. Seit Sonntagfrüh werden die beiden Skifahrer Franz H i l l i n g e r und Emil Beck aus München vermißt. Beide tragen das Dienstabzeichen der Deutschen Bergwacht. Lie Vermißten sind um die angegebene Zeit vom Wankhaus abgefahren und hatten unterwegs einen Bindungsbruch erlitten. Sie wurden beobachtet, als sie zu Fuß zum Wankhaus zurückkehren wollten. Dort sind sie jedoch nicht eingetrofffen. Seitdem fehlt jede Spur von ihnen. * Die „Deutsche Bergwacht" in München teilt mit: Durch den Witterungsumschlag, der seit Freitag, Auf der Planer-Hütte in den Ennstaler Bergen in Steiermark sind 40 Skiläufer, meist aus Wien und Graz, und 20 Soldaten von zahllosen in der Nacht niedergegangenen Lawinen eingeschlossen worden. Die Eingeschlossenen versuchten unter Führung des Oberleutnants Anton Hofbauer vom Infanterie-Regiment Nr. 3 in Wien, dessen Kommando sich alle freiwillig unterstellt hatten, einen Vorstoß ins Tal. Neue Lawinenstürze vereitelten das Unternehmen. Lediglich dem Oberleutnant und einem Soldaten gelang es, in einer Fahrt auf Leben und Tod das Tal zu erreichen und die alpinen Rettungsstationen zu verständigen. Man hat eine Hilfexpedition aus erfahrenen Alpinisten zusammengestellt. Der bekannte Skifahrer Fritz Weinzettel brach sich auf dem Tiroler Kögen in Niederösterreich bei einem mit großer Kühnheit durchgeführten Abfahrtslauf beide-Beine und erfror schließlich im Schneesturm. Seine Leiche wurde gefunden. Im Gebiet des Zirbitzkogen in Steiermark wurden sechs Personen von einer Lawine überrascht. Während fünf von ihnen an den äußersten Rand der Lawine getragen wurden und sich bald aus den Schneemassen befreien konnten^ wurde der sechste getötet. Aus aller Welt. Eine amerikanische Erbschaft für Frankfurt er Banken. Labilität zu beurteilen. Wenn man die volkswirtschaftliche Betrachtungsweise in den Vordergrund rückt, und die Bankunternehmungen nicht vom Standpunkt ihrer privatwirtschaftlichen Erfolge zugunsten der eigenen Aktionäre, sondern von dem ihrer Leistungsfähigkeit im Dien st e d er Gesamtwirtschaft aus betrachtet, ist bie Frage ihrer ßiquibität weit wichtiger als bie ihrer Rentabilität. Aus der Bilanz der Berliner Handels-Gesellschaft darf man erfreulicherweise den Schluß ziehen, daß sich die Liquidität der Banken auch im letzten Jahre wei - ter erhöht hat. An die Stelle der Auslandseinlagen, die weiter geschrumpft sind und heute nur noch knapp ein Fünftel der Kreditoren ausmachen, während sie bei der Berliner Handelsgesellschaft einst die Jnlands- kreditoren beträchtlich überstiegen, sind erhöhte Einlagen der Jnlandskund schäft getreten. Die diesjährige Bilanz der Berliner Handels- Gesellschaft weist eine Zunahme der Jnlandsein- lagen um 7V2 Millionen Mark auf. Eine Verbesserung der Liquidität ist u. a. dadurch eingetreten, daß die Anlagen in Wertpapieren beträchtlich verstärkt worden sind. Insbesondere haben die Banken ihre verfügbaren Gelder mit Vorliebe in festverzinslichen Rentenwerten angelegt und dadurch an der von der Reichsregierung erstrebten Gesundung des deutschen Rentenmarktes mitgearbeitet. Ebenso sind ihre Bestände an Wechseln beträchtlich gestiegen. Durch Hereinnahme von Arbeitsbeschaffungswechseln sowie von Schatzanweisungen und Schatzwechseln des Reichs haben die Banken an dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erfolgreich teilgenommen,' zugleich aber auch ihre eigene Liquidität gestärkt. Bei der Berliner Handels-Gesellschaft hat sich der Anteil der liquiden Anlagen von 47,7 auf 52,8 Prozent erhöht. Das Kreditgesetz wirkt dauernd in der Richtung einer Verflüssigung der Banken. Das Bankgeschäft selbst hat sich offenbar im letzten Jahre recht befriedigend entwickelt. Die Belegschaft der Berliner Handels-Gesellschaft ist um 29 auf 577 Köpfe vermehrt worden. Die Aera der Betriebsverkleinerungen und der Personalverminderungen ist also auch bei den Banken, wo die Einschränkungen besonders einschneidend waren, glücklich überwunden. Obwohl man aus den günstigen Gewinnergebnissen der Berliner Handels-Gesellschaft noch nicht den Schluß ziehen darf, daß die Rentabilität der Banken im allgemeinen schon wiederhergestellt sei, belegt sie doch die fortschreitende Gesundung des deutschen Bankgewer- bes, das wieder eine befriedigende Liquidität erlangt hat. Wenn die Großbanken, deren Unkostenetat durch die Unterhaltung der Depositenkassen stärker als der der Berliner Handels-Gesellschaft belastet ist, ihre Mittel vorsichtig Zusammenhalten, so bedeutet auch das nichts anderes als eine im Interesse der deutschen Gesamtwirtschaft sehr erwünschte Stärkung und Festigung des Bankenapparats Mädchey liegt zur Zeit noch an Mittelohrvereiterung im Krankenhaus. — Die Wurst- und Specksammlung ergab in unserer Ortsgruppe gut zwei Zentner. Es wurden gespendet: 87 Pfund Speck, 77 Pfund Leber- und Blutwurst und 39 Pfund Zervelatwurst. Grüningen brachte 85 Pfund, Eberstadt und Dorf-Güll je 59 Pfund Räucherwaren auf. Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 4. Febr. Zum Besten des WHW. veranstaltete am Samstagabend die Weidig - Werner-Oberrealschule einen Deutschen Abend, der sehr gut besucht war. Oberstudiendirektor Dr. Gans begrüßte die Besucher und bat um Verständnis für die Darbietungen der Schüler. Seien es auch noch Kinder, so beseele sie doch alle der Wunsch, mitzuhelfen am WHW. des Vaterlandes. Von vornherein fei bemerkt, daß sämtliche Darbietungen als wohlgelungen zu bezeichnen sind, sei es nun das flotte Zusammenspiel des Schülerorchesters, oder der gute Vortrag des Sprechchors, als auch der verschiedenen Gedichte, in hochdeutscher Sprache oder Mundart. Von ernster Wirkung und bildlich sehr eindrucksvoll war das dramatische Bild: „Im Schützengraben", von H. Keßler (Illb), einem Schüler der Oberrealschule versaßt. Möge dem jungen Verfasser die ergriffene Stille am Schlüsse des Stücks Dank genug und Ansporn für die Zukunft sein. Turnerische Vorführungen, die reizende Wachtparade bei Heinzelmännchen, ausgeführt von einer VDA.-Gruppe und das Märchenspiel „Das gläserne Herz", das überall eine belustigte Aufnahme fand, bildeten den Abschluß des Abends. Zwischen den verschiedenen Darbietungen trugen Konzertsängerin Frl. Mia Brücke! (Bad-Nauheim), sowie Pfarrer Lic. Laut (Okarben) verschiedene Lieder von Brahms, H. Wolf u. a. vor, die sich eines starken Beifalls erfreuten. * Butzbach, 2. Febr. Wie die hiesige Gendarmerie mitteilt, sind aus einem Schafpferch in der Gemarkung O st h e i m bei Butzbach 5 Schafe gestohlen worden, bei denen es sich um gekennzeichnete Tiere handelt. Wohin die Tiere geschafft worden sind und ob dabei etwa „billige Fleisch- besorger" ihre Hand im 'Spiel haben, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Die Ermittlungen gehen dahin, den Verbleib bzw. den Transport der Tiere festzustellen. Zu diesem Zweck erbittet die Gendarmerie Butzbach die Mitwirkung der Bevölkerung. Kreis Büdingen. —s— Lißberg, 4. Febr. Bei der vom Forstamt Konradsdorf in der hiesigen Gastwirtschaft Karl Mies abgehaltenen Holzversteigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 1. Klasse 8,30 Mk., 2. Klasse 6,30 Mk. Eichenscheite 5,50 Mk. Buchenknüppel 5,80 Mk. Hainbuchen- knüppel 5,60 Mk. Eichenknüppel 3,60 Mk. Es kamen etwa 1000 Festmeter Holz, meist aus den Förstereien Schwickartshausen und Lißberg, zum Angebot, die bei der sehr starken Nachfrage verhältnismäßig hohe Preise brachten. Kreis Schotten. ch Groß-Eichen, 4. Febr. Gestern abend veranstaltete die H I. im Faustschen Saale einen Unterhaltungsabend. Es wurden einige kleinere Theaterstücke aufgeführt. Anschließend fand Tanz statt. Die Veranstaltung war gut besucht. — ch Sellnrod, 4. Febr. Die gestrige Büchsensammlung für das WHW. brachte in unserer Ortsgruppe 33,70 Mark ein (Sellnrod 9,60, Solms-Ilsdorf 1,60, Groß-Eichen 22,50 Mark). Kreis Alsfeld. * Deckenbach, 5. Februar. Am morgigen Mittwoch feiert einer der beiden in unserem Orte noch lebenden Veteranen von 1870/71, Heinrich Sohl II., seinen 8 6. Geburtstag. Der hochbetagte Mann diente beim 25. Artillerie-Regiment in Darmstadt. Der andere Veteran, Georg Kornmann, ist etwa drei Jahre älter. — Ebenfalls am morgigen Mittwoch begeht unser Mitbürger Wilhelm Paulus seinen 72. Geburtstag. Heinrich Scholl III. und seine Ehefrau Louise, geb. Metz, begehen morgen das Fest der silbernen Hochzeit. — Bdi dem heftigen Sturm in der Nacht zum Sonntag wurden in den Rabenauschen Waldungen zahlreiche Bäume entwurzelt. Der Verkehr zwischen hier und Rüd- dingshausen war empfindlich gestört. Die Post mußte über Höingen nach Rühdingshausen fahren. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Luftdruckgegensätze über Europa gleichen sich aus. Dementsprechend finden nur noch schwache Luftversetzungen statt, so daß die Temperaturen wieder stärker von der Bewölkung abhängen werden. Eine ausgesprochene Kalt- oder Warmluftzufuhr ist dagegen vorerst unwahrscheinlich. Der Witterungscharakter bleibt unbeständig, doch wird sich gelegentlich auch Aufheiterung einstellen. Aussichten für Mittwoch: Vielfach neblig, sonst veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch noch einzelne Niederschläge (in den höheren Lagen Schnee) bei schwachen, meist westlichen Winden wenig geändert. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig ober nebliges Wetter mit einzelnen Niederschlägen, aber auch zeitweilig Aufheiterung, nachts stellenweise leichter Frost. Lufttemperaturen am 4. Februar: mittags 4,3 Grad Celsius, abends 1,2 Grad; am 5. Februar: morgens 0,5 Grad. Maximum 4,8 Grad, Minimum — 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefs am 4. Februar: abends 2,2 Grad; am 5. Februar: morgens 1,3 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 0,3 Stunden. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —4 Grad, 50 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grad, 25 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, — 2 Grad, 160 cm GSsamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Sauerland. Winterberg: Nebel, —4 Grad, 56 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, 1 Grad, 25 cm Gesamtschneehöhe, vereist, nur Rodel möglich. Harz. Schierke: Heiter, — 7 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.____________________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- and Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. im 74. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: abzusehen. 694D a Dorothea Wacker, geb. Hammel nebst Hinterbliebenen. Wieseck, Launsbach, Frankfurt am Main und Gießen, den 4. Februar 1935. Die Einäscherung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt — Von Blumenspenden bittet man IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Ätta Attzeigen-Äkttenseiellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gietzen / SthrMvatze? lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!llllllllllllllll Hmte verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel Balthaser Wacker Schuhmachermeister Sie kennt dos schon von zuhause. Da waren es immer die »Sonne'-Briketts, die in der ganzen Wohnung wohlige Wärme spendeten. Warum also einen anderen Brennstoff wählen, wo es so gute Briketts gibt wie die »Sonne*-Briketts. Briketts Nachweis der Bezugsquellen durch: Brikett - Verkauf „Sonne" G m b H., Leipzig C1 Nordpla^ 11-12 NurhlÜQQP von3 bis 20 v‘H’erha,ten sie bei wieder* lidwIllduuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei WAWDWIEIBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Ganzleinenb., Gr.: 20 x26 cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Nr. 3V Zweites Blatt Dienstag, 5. Februar M5 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Sie Reichsmimster Göring und Dr. Goebbels aus dem Berliner Preiseball. x > ^>7 ■ /T, ;a.<" M *'z. ■ L • Jr r< < Auf dem Presseball, der in traditioneller Weise die Spitzen des geistigen und kulturellen Lebens vereinigte, erschienen auch Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, Frau Magda Goebbels, Staatsschauspielerin Emmy Sonnemann und Ministerpräsident Hermann Göring. schäft sowohl direkt als auch indirekt noch stark auf Auslandseinfuhren angewiesen. Diese Gründe machen es verständlich, daß sich der Reichsnährstand im Jahre 1934 besonders der bäuerlichen Veredlungswirtschaft angenommen hat, und zwar in Form folgender Maßnahmen: 1. Die Preise wurden mit Hilfe der bei allen wichtigen Erzeugnissen durchgeführten Marktordnung auf eine für den Erzeuger auskömmliche, für den Verbraucher aber noch tragbare Höhe gebracht. a) Die Milchpreise für den Erzeuger konnten sich sowohl für Trinkmilch als auch für Werkmilch durch organisatorische und betriebswirtschaftliche Verbesserungen und Ausgleiche aller Art im Vergleich zum Jahre 1933 weiter verbessern, obgleich die Milch,- Butter- und Käsepreise für den Verbraucher nicht erhöht wurden. Nur dadurch war es möglich, die deutsche Milcherzeugung im Jahr 1934 trotz der wesentlich geringeren Futterernte im Vergleich zum Jahr 1933 noch zu steigern. b) Die Schlachtviehpreife konnten bei Schweinen auf eine angemessene Höhe gebracht und auf dieser auch gehalten werden. Da wir gerade bei Schmalz noch außerordentlich stark vom Ausland abhängen, ist eine auskömmliche Preisbildung die Voraussetzung für eine sich im Rahmen der vorhandenen Futtervorräte bewegenden pflegliche Schweinemast. Die Marktordnung hat sich auch bei Schlachtrindern segensreich ausgewirkt, wenn auch hier die Kürze der Zeit noch keine absolute Stabilisierung gebracht hat. c) Die Eierpreise haben sich unter der seit April 1934 bestehenden Marktordnung für Erzeuger und Verbraucher befriedigend gestaltet. Die früher üblichen großen Preisschwankungen zwischen der eierknappen und eierreichen Zeit wurden sehr stark gemildert und die Spannen teilweise gesenkt. Bei Beibehaltung der diesjährigen Preishöhe dürfte das Jahr 1935 uns einen Schritt zu unserer Selbstversorgung weiterbringen. Auch bei anderen Veredlungserzeugnissen, erinnert sei nur an Wolle, wurden vom Reichsnährstand Maßnahmen von weittragender Bedeutung unternommen. 2. Die auf dem inneren Markt geschaffene Ordnung gab die Grundlage für volkswirtschaftlich wertvolle Verträge mit dem Ausland ab. Durch die in Form von Reichsstellen zwischen den Zwischenstaatlichen- und dem Binnenmarkt eingebauten Schleusen gelangt die Einfuhr nicht mehr als lästiger Störenfried, sondern mengen- und preismäßig dem Binnenmarkt angepaßt, als Bedarfsergänzung herein. Auf diese Weise ist mit den für uns handelspolitisch besonders wichtigen Ländern Dänemark, Holland, Polen, Ungarn, Jugoslawien und anderen ein für beide Teile ersprießliches Einvernehmen geschaffen worden. Die Einfuhr wurdg weitgehend mit unseren industriellen Ausfuhrinteressen in Einklang gebracht und sie ermöglichte eine positive Handelspolitik. Die deutsche Veredlungswirtschaft wird im Jahrü 1935 besonders stark im Zeichen der vom Reichsbauernführer aufgerufenen Erz e u g u n g s schlacht stehen. Die Arbeit des Jahres 1934 schuf hierzu die Voraussetzungen. Schmerz, Seele und Körper. Professor Sauerbruch über das Wesen des Schmerzes. — Oer Schmerz als Alarm. — Abstumpfung, Askese und Soldatentum. Landwirtschastliche Veredlungswirlschafi 1934. Verbesserung der Binnenmarktlage und Zusammenhang mit der deutschen Oevisenbewirtschastung. Don Stabsabteilungsleiter im Reichsnährstand Or. Ludwig Herrmann. Im Rahmen der Grünen Woche 1935 wird auf der Sonderausstellung des Reichsnährstandes ein Ueberblick über die Möglichkeiten der Nahrungsversorgung des deutschen Volkes auf Grund des heutigen Standes der einheimischen Landwirtschaft gegeben werden. Folgende Ausführungen befassen sich mit der Entwicklung der landwirtschaftlichen Veredelungswirtschaft im Jahre 1934, die in dieser Sonderausstellung einen breiten Raum einnehmen wird. Um die rein wertmäßige Bedeutung der landwirtschaftlichen Veredelungswirtschaft würdigen zu können, muß man sie mit dem Wert der übrigen landwirtschaftlichen Erzeugung und auch der Hauptgruppen der i n d u st r i e l l e n Erzeugung in Vergleich stellen. Nach Abzug der im Wege der landwirtschaftlichen Veredelung verfütterten Mengen verblieben: Millionen RM. Gesamternte: Deutsche Getreideernte 1934 etwa 2000—3300 „ Kartoffelernte 1934 etwa 900—1400 „ Zuckerrübenernte 1934 etwa 300 „ Milcherzeugung 1934 etwa 2500 „ Schlachtoieherzeugung 1934 etwa 3600 „ Eiererzeugung 1934 etwa 500 „ Kohlenerzeugung 1934 etwa 1531 „ Roheisenerzeugung 1934 „ Roheisenerzeugung 1934 etwa 400—500 Diese Gegenüberstellung muß auch den Laien von der ungeheuren volkswirtschaftlichen Bedeutung der bäuerlichen Veredlungswirtschaft überzeugen. Nicht weniger wichtig als diese Untersuchung bezüglich des absoluten Wertes ist ihre Würdigung vom völkischen bzw. sozialpolitischen Gesichtspunkt aus: Die Veredelungswirtschaft war wegen ihrer großen Anforderung an persönliche Arbeit und Pflege seit jeher Domäne des mittel- und kleinbäuerlichen Besitzes, während sich der landwirtschaftliche Großbetrieb vornehmlich mit der Getreide- und Kartoffelerzeugung befaßt. Dieses Verhältnis veranschaulicht die folgende Tabelle. Auf je 100 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche kommen in Betrieben: Kühe Schweine Hühner bis 0,5 ha 36 344 2607 von 0,5— 5 ha 63 88 471 „ 5,0— 20 ha 40 51 199 „ 20,0—100 ha 27 38 115 über 100 ha 15 17 32 Wer also in erster Linie den Mittel- und Kleinbauern helfen will, muß sich besonders der bäuerlichen Veredlungswirtschaft annehmen. Ueber allem aber steht die höchste Aufgabe, das deutsche Volk aus eigener Scholle zu ernähren. Diese ernährungspolitische Mission der bäuerlichen Veredlungswirtschaft macht sie geradezu zum Zentralproblem der deutschen Volkswirtschaft. Während Brot und Kartoffeln dem deutschen Volk in normalen Erntejahren in genügender Menge zur Verfügung stehen, sind wir auf dem Gebiete der bäuerlichen Veredlungswirt- Von Or. K Aßmann. Das Erlebnis des Obersten. Nach dem Todesritt von Mars-la-Tour! In mörderischem Ansturm hatten die deutschen Reiter die Franzosen aus ihren Stallungen geworfen und ihr Oberst ritt zurück, den Sieg zu melden. „Sie bluten ja! Sind Sie verwundet?" — Da erst bemerkte der Oberst, daß eine Kugel ihn getroffen hatte; sein Schenkel war zerschmettert. In der Begeisterung des Angriffs, in der Konzentration auf den Kampf hatte er den Schmerz der Verletzung überhaupt nicht empfunden. — So kann die seelische Einstellung die Schmerzwahrnehmung ausschalten, wie der berühmte Chirurg Professor Dr. Sauerbruch in einem Vortrag über „Wesen und Bedeutung des Schmerzes" vor der deutschen Philosophischen Gesellschaft, Berlin, erklärte: Körper und Seele sind an der Schmerzempfindung gemeinsam beteiligt; man darf den Schmerz nicht nur von der körperlichen Seite sehen, wie es leider viele Mediziner tun, nicht nur von der seelischen, wie vielfach die Psychologen. Der rechte Arzt muß beides bei der Heilung in Rechnung stellen. Der Nerv meldet. . . Jedes Lebewesen hat die Fähigkeit, Vorgänge seiner Umwelt wahrzunehmen. Das Bärentierchen besitzt sie ebenso wie der Mensch. Natürlich ist die Organisation beim Letzteren etwas komplizierter. Sein Nervensystem ist die Steuerung aller Lebensoorgänge und unterhält die Beziehungen zur Außenwelt. Wo die Außenwelt als Störung wirkt, geht eine Meldung über die Nervenbahnen zum Gehirn, das ist „der Schmerz". Ueberall, an der Oberfläche der Haut, im Muskel, in der Tiefe der Bauchhöhle liegen Empfangsorgane des Nervensystems, die an verschiedenen Stellen auf die Art und die Stärke der Störungen verschieden reagieren. Durch das Rückenmark laufen die Nachrichten der Nerven dann zum Gehirn. Die Wissenschaft hat jedoch noch nicht ergründen können, wie dort der Erregungsstrom der Nervenbahnen zum Erleb« nis umgeformt wird. Hier beginnt das Seelen« Problem, das naturwissenschaftlich nicht mehr zN fassen ist. Oas „starke^ Geschlecht ist empfindlicher. Die Menschen verhalten sich je nach Rasse, Alter und Bildung sehr verschieden zum Schmerz: Frauett sind manchmal tapferer als Männer. Der Denker ist weniger widerstandsfähig. Starks Willensmenschen können den Schmerz unterdrücken. Niederkämpfen. Völlig Erschöpfte sind manchmal schon zu schwach, um den Schmerz noch zu empfin« den. So ist der Schmerz ein Persönlichkeitsproblem, er enthüllt oft erst das wahre Antlitz der Menschen. — Vom Organismus her gesehen ist der Schmerz ein Alarm! Er meldet die Störung durch die Außenwelt, er zeigt den Herd einer Krankheit an, ja er läßt nicht selten auf ihren Cha« ratter schließen. Asketen und Soldaten. Die für den Arzt, insbesondere für den Chirurgen wichtigste Frage ist natürlich: Wie lindere i'chden Schmerz, kann ich ihn ganz ausschalten? — Methoden seelischer Schmerzbekämpfung find ewiger Besitz der Menschheit. Die Griechen hatten Methoden der Abstumpfung, das Christentum gab dem Schmerz einen Glorienschein des wirklichen oder des geistigen Märtyriums in dem Gedanken des „Mitleidens mit Christus". Spartaner, Japaner, vor allem das Preußentum bildeten durch Erziehung eine soldatische Haltung heraus, dis dem Schmerz wenig zugänglich ist. Während aber diese Methode den Schmerz durch den Willen zu bezwingen sucht oder durch einen tief in der Stube der Erinnerungen. Von Theodor Engelmann. Hier erzählt ein weitgereister Mann — der u. a. mit dem Dichter von „Volk ohne Raum", Hans Grimm, in jungen Jahren zusammen im gleichen Kontor in Südafrika gearbeitet hat — von den Erlebnissen und Erinnerungen, die sich mit den Raritäten in seinem Heim verbinden. Wenn die naßkalten Wintertage da sind mit Nebel und grauverhängtem Himmel, dann sehnt man sich nach der Wärme und Helle des Südens. Den Frühling freilich möchte man nirgends anders als in Deutschland verleben, aber die übrige Zeit hindurch ist für den, der lange in südlichen Ländern gelebt, immer ein Heimweh nahe nach der Helle und Weite jener Länder und der Ursprünglichkeit ihrer Menschen und Lebensformen. Wird das Fernweh gar zu mächtig, dann flüchte ich mich wohl in meine ,Stube der Erinnerung^. Dort sind allerhand Andenken an fremde Länder und ferne Zeiten aufbewahrt, und sie erzählen mir mancherlei von lieben Erinnerungen und alten Bildern, ,die längst ich vergessen geglaubl.. / Wild und kriegerisch drohen dort aus der Ecke die scharfgeschliffenen Schwerter, die Bogen und Pfeile der damals noch „wilden" Völker im Innersten Afrikas, — selbstgefertigte Waffen jenes Nomadenstammes, der von Milch und Blut lebte: Milch — von den Herden, die sie mit sich treiben, Blut — das sie den erlegten Jagdtieren trinkend entnehmen. Den schönsten doppel-spießigen Wurfspeer hatte ich einem alten Häuptling abgekauft, dem der Silberglanz meiner neuen Rupiethaler in die gelb- gierigen Augen stach. Dann aber reute ihn der Handel, und ich sehe ihn noch, wie er bittend wie ein Kind hinter mir herrief: „Herr, gib mir meinen schönen Speer zurück!" Doch mein Kanoe war schon zu weit vom Ufer entfernt Hier diese schöne, handgewebte Decke mit den Hakenkreuzen sei doch gewiß deutsches Erzeugnis aus jüngster Zeit, meinen meist die Besucher. In Wirklichkeit habe ich sie aus dem inneren Mexiko mitgebracht zu einer Zeit, wo man bei uns noch kaum an dieses Hakenkreuz dachte; es ist also offenbar das uralte Swastika-Symbol, das vor Zeiten aus asiatischen Ländern nach Mexiko gekommen ist. Schade, daß ich damals nichts von der späteren Bedeutung des Hakenkreuzes ahnte, — ich hätte wohl Wertvolles über die Herkunft der Decke und der Zeichen erfahren können! Zur Teestunde mache ich mir zuweilen das Vergnügen, den südamerikanischen Mat6 nach echter Gaucho-Art aus der Bombilla zu schlürfen, jenem kleinen Kürbisgefäß mit dem versilberten Saugrohr. In primitiver Technik ist darauf das Bild eines kleinen Ranchos mit Frau und Kindern gezeichnet, davor hoch zu Pferd der mit Lasso und mächtigen Sporen bewehrte Gaucho und daneben das Kamp- Feuer, an dem der obligate Asado (Spießbraten) *brobelt. Noch habe ich den kräftigen Fettgeruch da- von in der Nase, unb es oerbinbet sich damit bie Erinnerung an jene unvergeßlichen Tage und Nächte, die man in den weiten, einsamen Pampas Argentiniens jugendfroh und sorglos verbracht hat. Das kleine Aquarell über dem Schreibtisch birgt eine Fülle hübscher und interessanter Erinnerungen in sich: es ist ein Bild jenes Farmhauses in Südafrika, wo Hans Grimm, der Dichter von „Volk ohne Raum", lebte, damals noch Kaufmann und nicht wissend, daß er dieses bescheidene Fleckchen Erde einmal dichterisch verewigen werde. Wundervoll waren die Stunden, die wir, beide noch jung, dort in der sonnigen Weite des afrikanischen Veldts und an dem nahen Strande des Indischen Ozeans verlebten, und so klar und nahe ist die Erinnerung, daß ich es kaum fassen kann, sehe ich die Jahreszahl auf dem Bildchen: 1904, — also einunddreißig Jahre zurück! Auch jener arabische Gebetsteppich mit den seltsam verblaßten Farben hat seine Geschichte. An einem kleinen Hafenplatz des Orients hatte unser Schiff angelegt, — nur für einen ganz kurzen Aufenthalt. Aber es war so viel an Land zu sehen und zu kaufen, daß man sich verspätet hatte und schon die bekannten drei Warnungspfiffe des zur Abfahrt klaren Schiffes vernahm. Gerade in diesem Augenblick muß ein arabischer Händler erscheinen und geheimnisvoll im dunklen Winkel des Basars einen herrlichen Teppich zu lächerlich niedrigem Preise anbieten. Zum Handeln und Prüfen ist keine Zeit mehr, der Kapitän wartet und versteht in dem Punkte keinen Spaß! So kaufe ich rasch das Stuck und bringe es triumphierend ob des Kaufglücks an Bord, es dort meinen Freunden vorlegend. „Drehen Sie mal den Teppich rum", meint da ein alter Oft- afienfahrer, und grinsend weist er mir die Marke „Made in Germany“ vor. Seit dieser Erfahrung traue ich auch dem indianischen Tuche dort auf dem Rauchtisch nicht mehr so recht. Es wurde mir zwar in Kanada als echte Ein- geborenenarbeit verkauft, aber man hat mit der Zeit auf Reifen so allerlei gesehen und erlebt, was einen etwas mißtrauisch werden läßt. So erinnere ich mich, eimtral einen Hamburger Geschäftsmann getroffen zu haben, der in „Curios" reifte. In einem Dutzend mächtiger Koffer führte er Muster von Kuriositäten aller Art und Preislage mit sich: Götzenbilder aus dem Osten mit wahlweise bösen, freundlichen oder neutralen Gesichtern; Waffen und Kriegs- trophäen aus Zentralafrika mit oder ohne Blut- spuren und Menschenhaaren; Schmuckstücke aus der Südsee, zu jedem Wohnungsstile passend, und andere courante Sortimente von „Exotica", alles garantiert wahrheitsgetreu in Deutschland angefertigt, bei Dutzendorders billiger! — Gleichfalls deutschen Ursprungs, aber keine wertlosen Fälschungen, sind jene Schnitzereien auf dem Schranke dort: Arbeiten, die in den düsteren Baracken der Kriegsgefangenenlager unseligen Angedenkens entstanden sind, oft nur mit einem alten Seemannsmesser als Werkzeug. Hübsch ist die einfache Form und Farbgebung, und man kann danach gut verstehen, daß mit der Zeit wahre Kunstwerke handgewerblicher Art in diesen Werkstätten hinter feindlichem Stacheldraht geschaffen wurden, die von kriegsgefangenen Künstlern stammten und in der ganzen Welt Zeugnis davon ablegten, was die Deutschen selbst im Elend der Gefangenschaft hervorzubringen fähig waren. Uns selbst aber, die wir ihre Leidensgefährten waren, sind diese Stücke wertvolle Erinnerungen an die freundlichere Seite jener Stacheldrahtjahre. Von diesen Kriegsgefangenenlagern bis zur Felsen- infel St. Helena, wo der Franzosenkaiser Napoleon Bonaparte als Gefangener lebte und starb, ist gedanklich fein allzugroßer Sprung. Jenes kleine, vergilbte Bild wahrt die Erinnerung an die erste Begräbnisstätte des Kaisers auf der Insel; sie zeigt noch die beiden französischen Leibgardisten, die Wache an dem Grabe halten. Später sind die Gebeine Bonapartes bekanntlich nach Paris übergeführt worden... „In welchem Erdteil bist du denn?" — das Telephon hat geklingelt — ertönt jetzt eine Stimme aus dem Wohnzimmer und bringt mich rasch zurück in die deutsche Wirklichkeit. pof und pafachon zum letzten Mal. Wir hatten geglaubt, die auch bei uns zu verblüffender Volkstümlichkeit gelangten Gestalten der Herren Carl Schenstroem und Harald Mad - s e n aus Kopenhagen seien bereits für immer von der Leinwand verschwunden; mit Nichten: sie erscheinen noch einmal, in ihrem letzten Tonfilm, wie das Programm verkündet, und „schlagen sich durch". (Produktion: Paladium, Kopenhagen, Regie: Lau Lauritzen.) Pat und Patachon, der lange Große und der kleine Dicke, in einem Mäd« chenpensionat, auf einem Segelschiff, hinter den Kulissen einer Wanderschmiere. Was sie da treiben, ist konzentrierter Blödsinn, man kann es nicht anders nennen. Die ältesten Effekte der amerikanischen Groteske, der Watschelschritt Charly Chaplins feiern aufs neue ungeahnte Triumphe. Und »es ist beispielsweise erstaunlich, welcher Wirkungen, von andern Dingen zu schweigen, die volle Ladung eines Wasserschlauches fähig ist. Auf dem Schiff haben sie eine Szene, die man „Steuermannslied und Ma- trosenchor" nennen könnte, und die tatsächlich unwiderstehlich zum Lachen reizt. Weniger erheiternd, vielmehr etwas nachdenklich stimmt die Feststellung, daß das Haus weit besser besucht ist als in manchem guten deutschen Film. Und die Leute lachen nicht bloß, sondern sie schreien vor Vergnügen; eg scheinen also weitere kritische Betrachtungen über Pat und Patachon überflüssig zu sein. — Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus die neue Wochenschau und die „Die Abenteuer der Biene Maja" nach dem bekannten Roman von Bons« e l s, ein Film, dessen Mikrophotographie unendliche Geduld und Routine der Kameraleute erfordert haben muß. Zeitschriften. In der Februarnummer von WestermannS Monatsheften unternimmt Herbert von Reyl- Hanisch den Versuch, malerischen Ausdruck zu fin« den für Gefühle und Zustände der menschlichen Seele. An acht farbigen Aquarellen zeigt der Künstler feine Gedanken, ohne sich anderer Vorbilder zu bedienen, als derer der Landschaft. Besonderes Interesse wird in gleichem Heft ein Bericht von seltsamen und seltenen Meeresbewohnern, von dem Direktor der Staat!. Biologischen Anstalt auf Helgoland, Prof. Dr. Arthur Hagmeier, finden. Aufnahmen von F Schensky geben Kunde von dem sonst dem menschlichen Auge verschlossenen phantastischen Leben am Meeresgrund. Eine Novelle zum 250. Geburtstage Georg Friedrich Händels „Der große Bär" von Kurt Arnold Findeisen, schildert die Begegnung Händels mit Friedemann Bach. Dr. h. c. Hugo Jbscher berichtet vom Schicksal der wichtigsten Papyrusfunde und von ihrer Erschließung. Urbayerisches von einer fröhlichen Schi-Fastnacht unter lauter „Zünftigen" schildert mit vielen bunten Zeichnungen Rotraut Hinderks-Kutscher. Erwähnt sei noch der Beitrag von Dr. Hellmuth San« genbucher „Kulturbesitz des deutschen Volkes", in dem der Verfasser eine Ueberschau auf die Neuerscheinungen der Literatur gibt, die unvergänglichen deutschen Kulturbesitz der Gegenwart nahe bringen c in £ as d- :r- er V'b ie V l- i» d, e- - R. in le sch nd fein nd en eil n. u- ge er i -- er he ib r- m er zu d r inzwischen auch die lokale Betäubung ent- Wirtschaft Preußen. schäft ausklangen. verein-' hiesiger Gegend, per 50 Kilo bei Opfere für das Winterhilfswerkl Auch du kannst deine Pflicht erfüllen durch Verwendung der Wohlfahrtsbriefmarkent 5,40 Mark. Kartoffeln: gelbfleischige, unverändert 2,80 bis 2,90 Mark Waggon-ezug. Der günstige Verlauf der Zinskonoersion konnte sich am Rentenmarkt angesichts der nur kleinen Geschäftstätigkeit nicht auswirken, die Kurse brök- kelten leicht ab. ©o Altbesitz auf 113,65 (113,75), späte Reichsschuldbuchforderungen auf 99,13 (99,40), Zinsvergütungsscheine auf 89,55 (89,65) und Korn- munal-Umschuldung um 0,15 v. 5). Stahloereins- Obligationen blieben mit 97,25 v. H. behauptet. Auch im Verlaufe blieb das Geschäft außerordentlich eng und die Kurse bröckelten eher noch leicht ab und zwar um durchschnittlich 0,50 v. H. Schift- fahrtswerte unterlagen kleinen Schwankungen, der Saldo blieben sie behauptet. Später zur Notiz gekommene Papiere lagen ebenfalls meist schwächer, so u. a. Rütgerswerke mit 105,50 (107), Westdeutsche wurden Mittel bekannt, nicht nur die Seele, sondern auch den Körper zu betäuben. Die Kälte ist ein solches Mittel; die Lappen lassen noch heute einen verletzten Arm oder ein Bein einfrieren, um es dann schmerzlos amputieren zu können. — Erst 1843 lernte die Medizin aber die Narkose, die die Inder schon vor 3000 Jahren gekannt hatten. Sie besteht bekanntlich darin, daß der Mensch Aeth^r oder Cloroform in bestimmten Mengen so einatmet, daß er dadurch für bestimmte Zeit völlig betäubt ist. Die Narkose hat erst die großen Fortschritte der modernen Chirurgie ermöglicht; denn erst jetzt konnte der Arzt wirklich mit dem rettenden Messer an d^m Kranken arbeiten, ohne befürchten zu müssen, ihm wehe zu tun. Bis dahin hatte nicht selten der furchtbare Operationsschmerz das Herz stillstehen lassen und die Hilfe des Arztes zunichte gemacht. Kinzenbach und Heuchelheim sprachen zum Schluß herzliche Worte zu den Turnern, die in einem Gut-Heil! auf Führer, Volk und Deutsche Turner- Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Februar. Auftrieb: Großvieh 1083 (gegen 1047 am letzten Montagsmarkt vom 28. Januar), darunter 350 Ochsen, 94 Bullen, 336 Kühe, 303 Färsen. Kälber 509 (503), Schafe 60 (69), Schweine3861 (3370). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 37 bis 40, b) 31 bis 36, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Bullen a) 34 bis 36, b) 30 bis 33, c) 26 bis 29, d) 23 bis 25. Kühe a) 33 bis 34, b) 26 bis 32, c) 20 bis 25, d) 14 bis 19. Färsen a) 38 bis 40, b) 32 bis 37, c) 27 bis 31, d) 23 bis 26. Kälber a) 46, b) 35 bis 42, c) 29 bis 34, d) 20 bis 28. Lämmer und Hammel b2) Weidemasthämmel 35 bis 36, c) mittlere Mastlämmer und Hämmel 32 bis 34. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 52, a2) 50 bis 52, b) 49 bis 53, c) 48 bis 52, d) 45 bis 51, gl) 43 bis 46, g2) 38 bis 42. Im Preisoergleich zum letzten Montagsmarkt blieben die Preise meist unverändert, nur beste Ochsen, Färsen und Kühe zogen je 1 Mark an. Marktoerlauf: Rinder mittelmäßig, geringer Ueberstand (18 Ochsen). Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberstand (146 Stück). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischmarktes: 557 Viertel Rindfleisch, 76 ganze Kälber, 15 ganze Hämmel, 105 halbe Schweine. Preise für 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40. Färsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Kalbfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck unter sieben Zentimeter 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktoerlauf: ruhig. Kaufhof mit 38,50 (40), Allgemeine Lokal und Kraft mit 119,50 (121,50), ferner gingen Daimler auf 50,50, AKU. auf 50,75 (51,25)' und Zellstoff Waldhof auf 52,25 (53) zurück. Gut behauptet lagen Scheideanstalt mit 206 und Lechwerke mit 98,75. Am Kaffamarkt waren Jndustriewerte noch gesucht und meist fester, aber Chem. Albert angeboten und etwa 92 Brief (94,50). Am Rentenmarkt bröckelten die variablen Anleihen späterhin nochmals bis 0,25 v. H. ab, das Geschäft war sehr klein. Gesucht waren Dekosama I zu 114,50 (114). Der Pfandbriefmarkt lag recht ruhig und nicht immer voll behauptet. Stadtanleihen blieben gut gehalten. Industrie-Obligationen lagen teilweise angeboten. Fremde Werte waren ohne Geschäft. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abenbörse: kaum behauptet. Infolge der anhaltenden Geschäftsstille als Folge der starken Zurückhaltung von Kundschaft und Kulisse nahm die Abendbörse eher einen weiter etwas schwächeren Verlauf. Gegen die schon merklich ermäßigten Mittagskurse ergaben sich zumeist nochmalige Rückgänge um 0,25 bis 0,50 v. H. im Durchschnitt. Vor allem zeigte sich noch Abgabeneigung in Montanpapieren, insbesondere die Werte der Stahl- vereins-Gruppe waren gedrückt. Gelsenkirchen gingen auf 70,65 (71,50), Stahlverein auf 46,50 bis 46,25 (46,90) und Phönix auf 55,75 (56,13) zurück. Auch Rheinstahl ließen um 0,75 v. H. auf 95,50 d. H. nach. Der Elektromarkt lag dagegen recht widerstandsfähig, auch Schiffahrtsaktien und IG. Farben konnten sich behaupten. Von sonstigen Werten verloren Conti Gummi 0,75 v. H., Deutsche Erdöl 0,50 o. H., Reichsbank 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,50 v.H. und AKU. 0,40 v. H. Am Kassamarkt bröckelten von Kreditbanken Ov-Bank und Dresdner Bank erneut je 0,50 v. H. ab, Commerzbank blieben unverändert und ADCA. lagen um 1,50 v. H. fester. Von Jndustrieaktien waren Südd. Immobilien auf 4,50 (3,25), IG. Chemie Basel volle auf 154 (151,50), Hartmann & Braun auf 68,50 (68) erhöht, andererseits kamen Bremen-Besigheim Oel mit 85 (86,50) zur Notiz. Der Rentenmarkt hatte ebenfalls nur kleines Geschäft. Von variablen Werten bröckelten Altbefitz 0,13 v. H., Stahloerein-Bonds 0,25 o. H. und Zins- vergütungsfcheine auf 89,55 (89,60) ab, späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung waren gehalten. Für Liquidationspfandbriefe erhielt sich etwas Nachfrage bei gut gehaltenen Kursen. Von Auslandrenten zogen 4prozentige Schweizer Bundesbahn auf 162 (161,50) und do. 3,5prozentiqe auf 155 (154,50) an. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 113, 6 o. H. Stahlverein 96,75, Reichsbahn-Vorzugsaktien 118,75, 6 v. H. Stadt Mainz von 28 92, 5,5 v. H. Franks. Hyp. Liquidation 99,75, 5,5 v. H. Rhein. Hyp. Liquidation 99,75, ADCA. 75,50, Commerzbank 81,75, VO-Bank 83, Dresdner Bank 84, Reichsbank 162,25, Gelsenkirchen 70,65, Harpener 101, Mannesmann 79,13, Phönix 55,75, Rheinstahl 95,50, Laurahütte 21,25, Stahlverein 46,50 bis • 46,25, AKU. 50,90, Bekula 142,50, IG. Farben 144, Conti Gummi 147, Deutsche Erdöl 103,25, Deutsche Linoleum 126, Licht & Kraft 119, Eßlingen Maschinen 72, Gesfürel 116,50, Holzmann 85,25, Lahmeyer 119,25, Moenus Maschinen 86,'Schuckert 100, AG. für Verkehr 86,25, Hapag 32, Nordd. Lloyd 34,40. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Febr. Das vorliegende Angebot von Brotgetreide wurde von den Mühlen ausgenommen, insbesondere war Weizen nach der Ermäßigung der Ausgleichsabgabe um 2 Mark per Tonne besser gefragt, als im Vormonat. Die Fest- wickelt, bei der nur eine einzelne Körperstelle schmerzlos gemacht wird, oder bei der die Nervenbahnen für einen Körperabschnitt unterbrochen werden, so daß die Schmerzempfindung nicht zum Gehirn gelangen kann. Wie Prof. Sauerbruch aber hervorhob, darf es für den Arzt, der nicht nur den körperlichen, sondern gerade auch den seelischen Faktor beachtet, eigentlich nur die Allgemein-Nar- kose geben, da nur diese die seelische Komponente ausschaltet. Bei der „Lokalanästhesie" ist das Operationserlebnis für manchen eine starke seelische Belastung. So steht der Arzt im ständigen Kampf gegen den Schmerz, dessen seelische Seite er nicht vergessen darf. Immer stellt der Schmerz vor eine Willensentscheidung und muß als Lebensereignis gewertet werden; Zeugung, Geburt und Wachstum machen Schmerzen und alles Große, vor allem der Charakter wird nur unter Schmerzen geboren! Rundfunkprogramm. Mittwoch, 6. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.15: Kleine Morgenmusik. 10: Nachrichten. 10.15 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15$ Diese fanden bei der starken Geschäftsschrumpfung jedoch nur auf ermäßigter Basis Unterkommen, so daß am Aktienmarkt gegenüber dem Wochenschluß durchschnittliche Abschwächungen von 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Besonders am Montanmarkt war der Verkaufsdruck deutlich, da die hvchaestellen Erwartungen hinsichtlich des jetzt veröffentlichten Stahlverein-Prospekts enttäuscht wurden; man hatte insbesondere mit der Aussicht auf baldige Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung gerechnet. Die Stahlvereinswerte, die schon am Samstag gegen Schluß der Börse zur Schwäche neigten, büßten weiter ein, so G-llsenkirchen 2 v. H., Phönix 1,50 v H. und Stahlverein 1 v. H. Auch andere Montanwerte wurden hierdurch beeinträchtigt, wobei Mannesmann 1,75 v. H., Rheinstahl 1 v. H. und Harpener 0,75 v. H. verloren. Laurahütte erschienen mit Minus- Zeichen und tarnen mit 20,90 (22,75) zur Notiz. Von chemischen Werten gingen IG. Farben auf 144,25 (145) zurück, Met'allgesellschaft gaben 0,25 v. H. und Deutsche Erdöl 0,75 v. H. nach. Elektroaktien lagen sehr ruhig, hatten aber verhältnismäßig geringe Einbußen. AEG. lagen 0,75 o. H., Siemens 0,50 v. H. und Lahmeyer 0,25 v. H. schwächer, Betula und Schuckert konnten sich behaupten. Recht matt lagen Reichsbantanteile mit 163,25 (165,75) und Zellstoff Aschaffenburg mit 70 (72,50). Schiff- sahrtsattien blieben von der Neuregelung des Hapag-Norddeutfchen-Lloyd-Abtommens unberührt, Hapag minus 0,13 v. H., Norddeutscher Lloyd minus 0,50 v. H. Etwas freundlicher eröffneten Daimler- Motoren mit 51,40 (51) und Zement Heidelberg mit 113,75 (113,25), Holzmann lagen mit 86,75 (87) nur tnapp gehalten. Hanfwerke Fussen mit 70 o. H. unverändert. MittaZskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30 Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 16: Nachmittagskonzert des kleinen Funkorchefters. 18: Aus Zeit und Leben. Geschichte und Landschaft am Wege: Donaueschingen, Echzell. 18.50: Zur Dämmerstunde. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Das erste deutsche Reich der Deutschen. Es spricht: Alfred Rosenberg. 20.45: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag. 7. Februar: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenfpruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienft. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30 Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gau- leitung. 15.15: Kinderftunde. 16: Doppelkonzert. 18: Der nordische Mensch: Weltbild und Lebensraum (I.). Germanischer Schicksalsglaube. Von Univ.-Prof. Konstantin Reichard. 18.20: „Volk auf dem Wege". Josef Pontens neue Romanreihe. 18.35: Neue deutsche Dichtung: Eberhard Wolfgang Möller. 18.50: „Fröhlicher Klang — luftige Wort". Unterhaltungskonzert des Kleinen Funkorchefters. 19.45: Der Zeitfunk Bringt Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Deutsche Lieder. 21: Wiener und Berliner Volksmusik. Grinzing und Rixdorf. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk 22.20: Aus Washington: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Der General-Postmeister in Frankfurt. Wir gehen durch das Turn und Taxisfche Palais. 23: Tanzmusik. 24: Nachtkonzert des NS.-Reichs- Symphonie-Orchefters. 1 bis 2: Nachtmusik. * Neuer Erfolg des Reichserdölprogramms. Im Auftrage des Konsortiums Preußag- Elwerath wurde durch die Bohrverwaltung der Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG. in Schönebeck (Elbe) die Bohrung „Fallstein I" (Reichsbohrung 45) in der Nähe von Halberstadt niedergebracht. Diese Bohrung wurde bei einer Teufe von 1504 Meter im mittleren Zechstein fündig. Sie bringt neben großen Gasmengen auch Del. lieber die Höhe und Wirtschaftlichkeit der Oelförderung können zur Zeit noch keine endgültigen Angaben gemacht werden. Kreis Wehlar. <£ Lützellinden, 4. Febr. Im Dienstzimmer des Gemeindeschulzen fand die Verpflichtung und Vereidigung der Gemeindeschöffen und G e- meinöeälteften statt. Die Gemeindevertretung setzt sich aus drei Schöffen und acht Gemeinderäten zusammen. Durch den Landrat wurden nachfolgende Schöffen und Gemeinderäte' in ihr Amt berufen: 1. Gemeindeschöffen: Wilhelm Altenheime r, Maurer und Landwirt. Ludwig Hölz, Landwirt. Ludwig Jung, Landwirt. 2. Gemeinderäte: Der örtliche politische Leiter der NSDAP. Adolf Spengler, Kassen- angestellter, der örtliche rangältefte SA.-Führer Otto Hofmann. Heinrich Lenz, Landwirtschaftlicher Ortsfachberater. Friedrich Luh, Landwirt. Georg 2111 en d ö r f e r, Maurermeister. Friedrich Zimmermann, Landwirt. Heinrich Bork, Landwirt. Ludwig Franz, Landwirt. Gemeinde- schulze Engel wies die Schöffen und Gemeinderäte auf das Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 hin und vereidigte sie durch Handschlag. Er ermahnte sie, ihr Amt verantwortungsbewußt und in treuer Pflichterfüllung zum Wohle der Gemeinde auszuüben. Der Gemeinderat fei die Verbindung zwischen der Gemeinde und dem Leiter der Gemeinde, er sei berufen, die Angelegenheiten der Gemeinde mit ihren Sorgen, Nöten und Wünschen dem Leiter der Gemeinde vorzutragen, ferner über alle Anordnungen und Beschlüsse in der Gemeinde aufklärend zu wirken. Gemeindefchulze Engel gab der Hoffnung Ausdruck, daß die neue Gemeindevertretung im engsten Einvernehmen untereinander und im Sinne des nationalsozialistischen Staates das Amt ausübe. Im Anschluß an die Vereidigung wurden noch einige Anträge erledigt. = Groß-Rechtenbach, 4. Febr. Dieser Tage wurde das für das Winterhilfswerk im hiesigen Orte gezeichnete Getreide abgeholt. Es wurden 22,10 Zentner Roggen und 1,10 Zentner Weizen abgeliefert. Im Monat Januar wurden an Geldspenden aufgebracht: Eintopfgericht 50,15 Mark und Spitzenrosetten-Verkauf 18 Mark, zusammen 68,15 Mark. * Kinzenbach, 5. Febr. Der vergangene Sonntag brachte den Mitgliedern und Turnfreunden des Turnvereins Kinzenbach das Winterfest im vollbesetzten Saale der Gastwirtschaft P e u s ch. Die Veranstaltung bekundete die geleistete Arbeit innerhalb der einzelnen Abteilungen. Mit besonderer Freude begrüßte Vereinsführer Ludwig B e p l e r die Turnbrüder von Heuchelheim. In bunter Reihenfolge zeigte dann die aktive Mannschaft ihr Können an Barren, Reck, und Pferd und erntete reichen Beifall. Zöglinge beschäftigten sich gleichfalls an den Geräten und ließen gute Ansätze turnerischen Könnens erkennen. Die Turnerinnenabteilung bot schöne Leistungen in der Ball-Gymnastik und begeisterte mit zwei Reigen. Nach Beendung des turnerischen Programms verlebte man noch einige schöne Stunden bei Tanz und turnerischer Fröhlichkeit. Die Vereinsführer von preise für Getreide haben mit dem heutigen Markt eine Erhöhung um 1,50 Mk. per Tonne erfahren. Am Futtergetreidemarkt, wie überhaupt am Futtermittelmarkt blieb die Nachfrage außerordentlich stark, während die Angedotsverhältnisfe noch keine Besserung aufwiesen. Durch die Neuregelung des Weizenmehlpreises entwickelte sich Ende der Vorwoche lebhafteres Geschäft, heute war es bei erhöhten Preisen ruhiger. Roggenmehl blieb bei unveränderten Preisen vernachlässigt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige ie 100 Kilo) >n Mark: Weizen W IX 206,50, W XIII 210,50, W XVI 214,50; Roggen R IX 166,50, R XIII 170,50, R XV 174,50, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 168,50, G XI 17150, G XII 173,50: Hafer H XIII 166,50, H XIV 168,50, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mk. mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,50, plus 0,50 Mark Frachtausgleich, W XVI 27,95 plus 0,50 Frachtausgleich; Roggenmehl R XIII 23,60 plus 0,50, R XV 24 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17, Weizenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10,73, W XVI 10,95, Roggenkleie R XIII 9,99, R XV 10,23, alles Mühlenfcftpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Trockenschnitzel 9,62 bis 10,02, Heu, südd., 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 5 bis Rheiu-Maimsche Mittagsbörse. t Tendenz: meist schwächer. Frankfurt a. M., 4. Febr. Das Ergebnis von London hinterließ an der Börse nur wenig Eindruck. Das Geschäft setzte zum Wochenbeginn nur zögernd ein, es herrschte allgemein Zurückhaltung, zumal der Auftragseingang aus der Kundschaft sich erheblich verringert hat. Bei der Kulisse bestand nach der lebhaften Betätigung in den letzten Wochen und angesichts des merklich erhöhten Kursstandes seit Beginn des neuen Jahres Neigung zu weiteren Glattstellungen. ^eele wurzelnden Glauben, ucht der Arzt em. Und Be ÜUÄUNa sicheres körperlich wirkendes Mittel. Auch er wußte uuv «oc aiivung. früh schon durch Zuspruch und Ablenkung den |. Neben dieser Allgemein-Narkose hat die Medizin Schmerz zu lindern. Alle großen Aerzte besaßen * * - 6 1 crx ' “ < diese Fähigkeit. Aber erst verhältnismäßig spät Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.2DL Berlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- lurs (schiupl Abend- börs. Schlußkurs Schlupk. Mittagbörse Schluß- turs Schlul-I. Abend- börh> Schlußkurs Schluß!. Miitag- börsc Schluß- kurs Schlußk. Abend- börie Schlußkurs Schlußk. Miitaq- 2. Februar 4-Februar Datum 2.2 4-2 2-2. 1 4-2- Datum 2-2- 4-2- 2.2- 4.2- Datum 2-2 4-2 2-2 4-2- Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld I Brief 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% etjem.7% Dt. Neichsanl. ü. 1929 614% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ef)em.8% Hess. Bolköstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold HL 12................ 6¥i% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 654% ehern. 4¥i% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6y«% ehern. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. *% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrcnte 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 454% desgl. von 1913 ......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4%2ücfiM)e Bagdadbahn-Anleihe .............. 99.5 101.75 113.75 96 99-75 114 96.25 96.25 99-8 99.75 97 97 104.5 28.25 1.25 8.4 8-4 8-25 10.75 8.1 99.5 101.75 m 98-5 95-75 99.5 114-5 96 96 99-75 99.75 97 97 104 65 1.25 10.5 8.2 99.5 101.75 113.75 114.13 99.75 97 97 104-5 29 1-25 8-6 8-3 8 10-65 8.5 99-5 102 113-13 98 114-65 96 100 97 97 104-65 277 1-35 8 7.8 8 10-65 4% desgl. Serie 11 ............. 6% RumSn. vereinh. Rente v. 1903 4?4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2¥*% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschiff........... o Norddeutscher Lloyd ......... O A.G. für Verkehrswesen AkL .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank......... O Reichsbank ................12 A.E.G....................... Bekula..................... o Elektr. Lieserungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ...... 6 Felten & Guilleaume......... o Gesellsch.f.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ & Schuckert L Co............... 5 Siemens & Halske............ 7 Lahmeyer L Co.............10 Buderus ................... 0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener........ 0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... e Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klockneriverke ...............0 ManuesmamfRühre» •••••..« 0 8.1 7.1 4-4 35-25 32-25 35 87-5 113-5 81-9 84 75 35-75 165-75 30-9 1439 108 119.5 86 117-75 100-5 147-5 120-5 92.9 105 73.75 103 125.13 87.75 81-25 8-2 465 7-1 4 3 35-25 32 34-4 86-25 11325 81 75 83 34 162-25 29-75 142-5 106-75 119 84-5 116-5 100 147 119-25 90-9 103-25 70-65 101 125 86-5 79.13 4-75 7.35 4.4 35-75 32-13 28 34 5 87.9 113 82-25 84-75 85-75 165 30.5 143.5 108.25 120 86 117-5 1095 100.75 146.5 120 92-13 105.25 73’4 102 88.9 125-25 87.5 80.65 8-6 4.8 7.13 4-25 35.25 32.13 29 75 34.4 86-75 113-75 81-75 83.5 84-5 162.5 29-9 142-5 107 119 84.25 116-4 109-25 100 144.75 119-25 91.25 103.75 71-5 101.5 87-5 146 124 65 86-9 Z9 Mansselver Bergbau ......... O Kokswerke ..................O Phönix Bergbau.............O Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl .................. O Bereinigte Stahlwerke........O Ctaoi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7}< I- G. Farben-Jnbustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke............... 0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Holzmann...........O Zementwerk Heidelberg ......O Zementwerk Karlstadt.........O Schultheis Patzenhofer .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof............O Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........O Orenstein & Koppel..........O Leonhard Tietz ..............0 Cbade......................10 Aecumulatoren-Fabrik........0 Conti^Summt...............O Grttzner....................01 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutsche» Zucker......... ös 93 57.5 212 65 98 48 12.75 111-25 110-5 145 206 95-5 107 94-25 87 113-25 51.25 115 5 53 72-5 51 63.5 40 202 146.25 33.75 91.5 169-76 92-5 55.75 212 95 5 46 25 12 4 109.13 110 155.5 144 206 93 105 94 85-5 113.75 127 50.9 113 52 25 70-5 50-5 126 38 5 202 154.25 147 11 93.25 104.5 57.5 212.5 97.65 47.75 12.65 111 110.75 156.25 145 95.5 107 94 104.25 51.13 115.5 52-9 72 130 50.75 64.25 85 39.65 160 147-5 92.5 103.5 56-13 211-65 96-25 46.9 12-4 109 110 155.5 143-9 93 105 94 85.5 102-75 51-25 114.5 52 70.5 128 5013 125.75 85 38.65 201.5 155 147.75 32-5 166 Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Jaoan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reu York ... ______»£ Amerilamiche Belgische Rote Dänische Rote Englische Note Französische N Holländische H Italienische N Norwegische N Deutsch Leste Rumänische N Schwedische N Schweizer Not Spanische Not Ungarische!Ro 0-628 58.17 . 0.194 3-047 54.43 81.22 12.19 5.382 16 41 168.34 21-30 0.709 5.649 61.26 »8.95 11 065 62.84 80.72 34.04 10.40 2.502 2 lin, 4.Februar Roten....... n........... n ........... n ........... oten......... oten......... )ten.......... oten ........ -reich, i 100 G oten......... oten......... en........... en........... 0.63 58.2 0.19 3-05 54-5 81.3 12-2 5.39 16.4 168.6 21.3 0.71 5.66 61.3 49-0 11.08 62.9 80.8 34.1 10.4 2 50 Zankno chilling 2 9 6 3 3 8 2 2 5 c; 3 5 5 6 0 ' 2 len. 0-628 58.17 0.194 3-047 54.48 81-22 12-20 5-385 16-41 168.28 21-30 0.710 5.649 61.32 48.95 11.075 62-90 80.72 34-02 10-40 2-505 Geld 2.458 57.96 54-27 12.165 16 37 167.86 21-11 61.16 62-68 80.44 33-78 0 632 58 29 0.196 3-053 54-58 81.38 12-23 5-395 16.45 168 62 21-34 0-712 5-661 61 44 49-05 11-095 63-02 80 88 34.08 10-42 2.511 Briet ’ 2.478 58.20 54-49 12-205 16.43 168-54 21-19 61.40 62.94 80-76 33.92 ®to6, ISllr.30 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag. 5. Zebruar 1935 Hellnacht-pirschgang'. Wissenschaft und des Metall-Flugzeugbaues. le Einsamkeit: ein Stück Wild springt vor mir ^Öst sich aus den Kronen der ei, eine dithanlönhnit(i>c; In 76. Antwort „Das habe ich gestern schon gekauft" immer eine sonderbare Wirkung auslöst, obwohl nicht bezeifelt wird, daß eine derartige Antwort in den weitaus meisten Fällen der Richtigkeit entspricht. Darum meine Volksgenossen, tragen Sie doch das Abzeichen an den beiden Sammeltagen (Samstag und Sonntag), und zwar an sichtbarer Stelle, damit Sie nicht unnötig angehalten werden müssen. Gerade das unsichtbare Tragen des Abzeichens fordert von dem Sammler ein Hin- und Herlaufen und bringt Enttäuschung, wenn sein Anbieten dadurch zur Erfolglosigkeit verurteilt ist. Eine an einen Volksgenossen mit aller Höflichkeit gerichtete Aufforderung im Interesse der Sammler, das Abzeichen sichtbar zu tragen, wurde mit den Worten „Das kann ich doch machen, 'wie i ch will", beantwortet. Meine Volksgenossen, muß das fein? Kaufen Sie ein Abzeichen zugunsten des Winterhilfswerkes, dann tragen Sie es, tragen Sie es aber auch an sichtbarer Stelle." Wieder ist ein Sammeltag vorbei. Wieder einmal ist es geschafft: die schöne Galalithplakette zugunsten des' Winterhilfswerkes „Mutter und Kind" verkauft. Wie immer, so stellten sich auch dieses Mal wieder die Amtswalter, Helfer und Helferinnen der RS.-Volkswohlfahrt' in den Dienst der guten Sache, bereit, trotz Regen und Kälte, den Wunsch des Führers in die Tat umzusetzen. Schon am Samstag in den frühen Morgenstunden konnte man Volksgenossen mit dem schönen Abzeichen auf der Straße beobachten. Ueberall standen die Verkäufer und überall konnte man hören „Darf ich Ihnen ein Abzeichen verkaufen!" Diele Volksgenossen, die den Dienst des Sammlers zu schützen wissen, sind immer bereit, der Aufforderung des Sammlers zu entsprechen, und ein Abzeichen zu erwerben. Aber auch viele Dolkgenossen haben immer noch nicht erfaßt, um was es geht. Ohne die Sammler eines Blickes zu würdigen, ohne ihnen auf das „Darf ich Ihnen ein Abzeichen verkaufen" eine Antwort zu geben, gehen sie vorüber. Eine höfliche Antwort, wie „Be- daure sehr, habe kein Geld" usw., würde den Sammler nicht mutlos machen. Richt zu verkennen ist, daß die so oft an den Sammler herantretende I ö ck e l Ortsgruppenamtsleiter der RS.-Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Rord. L “usoer: fhitf). H unb Marktes: ganze L5n° < B f) 52 Wb) 44 b u 5 60- Kb's 56. W b) 70 er lieben Markt, München starb, wie schon gemeldet, an seinem . . Geburtstag Professor Dr. Hugo Junkers, der bekannte Forscher auf dem Gebiete der Wärme- P Schluß Keinem | Turner- Oie Abzeichen -es WHW. Ein Wort nach der Etraßensammlung am 2. und 3. Februar. Auf Einladung der Gießener Hochschul- u. a.). Der Vortragende bezeichnete Chicago als g e s e l l s ch a f t hielt gestern abend im großen die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, d i e Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten Bericht von einer Studienreise in Amerika. Zwecks Regelung der Besuchszeit wollen sich Verbände und Schulen alsbald mit dem Ortsringleiter Dr. Michel, Gießen, Weserstraße 4, in Verbindung setzen. Der Ortsring Gießen lädt weiterhin die Mitglieder des Kreisrings zu seiner Abendveranstaltung am Donnerstag, 7. d. M., ein, bei der auch Ministerialrat Ringshausen sprechen wird (siehe unten!). Ortsring Gießen. inerstag, 7. Februar, laden wir glieder und Gäste zu zwei Veran« en ein: H 60 •.’S fl« Endlich ist das Wetter umgesprungen. Als ich a.cnds vor die Tür der Jagdhütte trat, fuhr mir eiiger Wind entgegen, und eine Schneewolke stob o, mir vorbei in den Raum. Da ist es drinnen doch n mütlicher. Ich saß noch eine Stunde beim Därn- nerschein der Petroleumlampe und blätterte in oten Jaadzeitschrifien. Draußen rüttelte der Sturm ai den Läden, drinnen bullerten die Buchenscheite Ire Ofen. Da ließ es sich schon aushalten. Doch die Müdigkeit kam schnell, denn der Tag war anstren- amd gewesen, und so lag ich schon früh in den Adern Drei Uhr ist es, als der Wecker raffelt; mit beiden leinen raus, und den Störenfried abgestellt. Jetzt irrte ich erst, wie kalt es ist, denn das Feuer ist loigft runtergebrannt. Da heißt es nicht lange iiterlegen; den Kopf in die Waschschüssel, um frisch zli werden; dann angezogen und während ich in die Wiefel fahre, brutzeln schon die Eier auf dem Feuer. Ahn Minuten später bin ich fertig. Die bicke Joppe wrb heute das richtige fein; Glas, Drilling und Lucksack umgehängt, und raus in die Kälte. Draußen ist alles weiß. Der Wind hat sich gelegt, feit blinken die Sterne vom dunklen Himmel und üh er dem Moor steht groß und klar der volle Mond. 3 der Baum, jeder Zweig trägt ein dickes Schnee- pUster, dunkel und wuchtig streben die Stämme N ch oben. In den Kronen bricht sich das Licht, bringt durch die Lücken und malt ein seltsames, «irres Muster in Hell und Dunkel. Lautlos schreite ich durch den fußhohen Schnee, leffte Stille ist um mich, der Schnee scheint jedes eräusch zu verschlucken. Rur selten stört ein Laut I Aus Oer Provinzialhaupistadi " — | p 25, 37- I^höni- LWWere He I bis 52 LP 43 LvW Uh: ? «ühe 1 S'ltel. ■ halber durch Wirk- bis 2: Sende« f. @rin« 94 |.76 .sr 10.15: Küche s Zeit Wege: o.-Prof. Wege", deutsche :„Fröh- spricht. rt. Wit Polais. W5* i. 20.15: V SHefd) Gau- t. 18: k v 0.632 58-29 9.196 3-053 54-58 8138 12-23 5-395 16-45 68.6 21-34 0-712 5.661 6144 I l-J '.095 13-02 0 88 ;4-08 0-42 1.511 .478 ?.2O |.49 .205 i.43 1.54 .19 .40 'ymnastik, zett. 8.15 uusik. io; f- 11.45: lchrichten. k- 13.15: Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Np. 6 Erfcheint Dienslag und Freitag. 5. $C6rUür Nur durch die Post zu beziehen. 1935 Inhaltsübersicht: Verordnung über die Ausübung und Behandlung der Jagd. — Merkmale einer Fälschung von Reichsbanknoten über 50 RM. — Abgabe von Fleisch, das zum Genüsse für Menschen untauglich ist. — Dienstnachrichten. Verordnung über die Ausübung und Behandlung der Jagd. (Ueberleitungsvorschristen zum Reichsjagdgesetz.) Vom 9. Januar 1935. Aus Grund des § 66 des Reichsjagdgesetzes vom 3. Juli 1934 (RGBl. I S. 549) werden mit Zustimmung des Reichsjägermeisters folgende Ueber- leitungsvorschriften zum Reichsjagdgesetz erlassen: § 1. Die Mindestgrüße der gemeinschaftlichen Jagdbezirke wird für das Land Hessen auf 250 Hektar festgesetzt. Für bisherige Gemeindejagdbezirke, die im ganzen oder in Teilen (Jagdbögen) weniger als 250 Hektar im Zusammenhang umfassen, erlischt der Pachtvertrag am 31. Marz 1935. Diese Bezirke sind anderen Jagdbezirken anzugliedern oder zu neuen Jagdbezirken zusammenzu- schließen. § 2. Wenn auf Grund des § 1 eine Grundfläche zu einem Jagdbezirk hinzutritt oder wenn aus einem Jagdbezirk, der aus getrennten Teilen besteht, eine Grundfläche ausscheidet, so erhöht oder vermindert sich der Pachtzins im Verhältnis der zuwachsenden oder wegfallenden Grundfläche zur Gesamtfläche des Jagdbezirks. Werden einem nicht verpachteten Eigenjagdbezirk Jagdflächen zugeschlagen, so bemißt sich der hierfür zu entrichtende Pachtzins nach dem Pachtzins des nächstliegenden verpachteten Jagdbezirks. Falls diese Regelung des Pachtzinses zu erheblichen Unbilligkeiten führt, kann auf Antrag die Staatsverwaltungsbehörde eine anderweitige endgültige Regelung treffen. § 3. Laufende Jagdpachtverträge, deren Pachtzeit vor dem 31. März 1935 endigen würde, werden bis zum 31. Mär; 1935 verlängert; für die Zeit der Verlängerung wird ein Pachtzins nicht gezahlt. Von den laufenden Jagdpachlverlrägen können vom Verpächter und vom Pächter gekündigt werden: a) die vor dem 31. Januar 1932 abgeschlossenen ober verlängerten Pachtverträge bis spätestens 31. Januar 1935 auf den 31. März 1935, b) die nach dem 31. Januar 1932 abgeschlossenen oder verlängerten Pachtverträge bis spätestens 31. Januar 1936 auf den 31. März 1936. Aus Gründen des öffentlichen Interesses kann die Staatsverwaltungsbehörde bis zum 31. März 1936 den Verpächter anweisen, gegenwärtig lausende Pachtverträge auf einen von ihr zu bestimmenden Zeitpunkt zu kündigen. Kommt der Verpächter der Anweisung der Staatsverwaltungsbehörde nicht nach, so kann diese an seiner Stelle die Kündigung aussprechen. § 4. Soweit bisherige Gemeindejagdbezirke in gemeinschaftliche Jagdbezirke im Sinne des § 9 des Reichsjagdgesetzes umgewandelt werden, tritt in die über den 31. März 1935 hinaus fortlaufenden Jagdpachtoerträge für solche Jagdbezirke an Stelle der Gemeinde die Jagdgenossenschaft (§ 10 des Reichsjagdgesetzes) ein. Die Vorschrift des § 67 Abf. 1 des Reichsjagdgesetzes bleibt unberührt. § 5. Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung in der „Darmstädter Zeitung" in Kraft. Darmstadt, den 9. Januar 1935. Der Hessische Staatsminister: Jung. Bekanntmachung. Das Reichsbankdirektorium gibt folgende Merkmale einer Fälschung von Reichsbanknoten über 50 RM. bekannt, die hiermit zur allgemeinen Kenntnis und zur Beachtung für die staatlichen und sonstigen öffentlichen Kaffeftellen gebracht werden: Von den im Umlauf befindlichen Reichsbanknoten über 50 RM. der Ausgabe vom 11. Oktober 1924 ist eine Fälschung festgestellt worden, die an nachstehenden Merkmalen zu erkennen ist: Papier: Gering schwächer, mitunter weicher als das echte, auf beiden Seiten leicht pasteartig überdruckt und meist mehrmals gefaltet und geknittert. , . Pflanzenfasern: Falsche Fasern sind vereinzelt m dem paste- artigen Aufdruck gelagert. Wasserzeichen: Durch Aufdruck mit verschwommener Zeichnung nachgeahmt. Gemusterte Blindprägung mit Kontroll stempel: Sichtbar gröber geprägt. Vorderseite: Im meist stark glänzenden, männlichen Bildnis ist der Nasenrücken schmäler gehalten, die Unterlippe linienartig begrenzt; dem linken Ohr — vom Beschauer aus gesehen — fehlt in feinem oberen vorderen Teile der auf echten Noten gut sichtbare Ohrmuschelansatz. Die farbige Füllung in der Zierleiste ist heller gehalten. In den Schriften und Unterschriften zeigen sich viele kleine Abweichungen, u. a. fehlt im verkritzelt wiedergegebenen Namen „Grimm" — letzte Unterschrift der ersten Unterschriftszeile — der Punkt, der erste Teil des zweiten Namens „Budczies" der zweiten Unterschriftszeile ist verkleckst gedruckt. Auf dem Schaurande ist die kleine obere Wertzahl „50" dünn, die große (in der Mitte des Schaurandes) kleiner als auf echten Noten wiedergegeben, außerdem die Ziffer „0" höher gestellt. Rückseite: Das Druckbild ist allgemein heller, in der Zeichnung offener gehalten. Die Wertzahl 50 der linken unteren Ecke ist nicht in die Mitte der Kreisrofette, sondern meist tiefer und nach rechts gestellt. Reihenbezeichnung und Nummer (erstmalig beobachtet): C. 7 666 554 A. 9 227 805 F. 8 810161 veränderlich. 2. Herstellungsart: Anscheinend Lichtdruck. An sämtliche unterstellten Kassen. Auf vorstehende Bekanntmachung weisen wir ausdrücklich hin. Gießen, den 4. Februar 1935. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schönhals. Bekanntmachung. Betr.: Abgabe von Fleisch, das zum Genüsse für Menschen untauglich ist. 1) Gemäß §36 der Ausführungsbestimmungen A zum Reichsfleischbeschaugesetz sind Geschlechtsteile, bei Schweinen einschließlich des Nabelbeutels und Afterausschnitte, soweit sie nicht als sogenannte „Krone" am Mastdarm verbleiben, Augen- und Ohrenausschnitte sowie Hundedärme in jedem Falle als untauglich zum Genüsse für Menschen anzusehen und dementsprechend unschädlich zu beseitigen. Abgesehen von der Unschädlichmachung durch Anwendung höherer Hitzegrade ober durch chemische Verfahren kann nach § 45 Abs. 3 der Ausführungsbestimmungen im Einzelfalle die unschädliche Beseitigung nach näherer Anordnung der Landesregierung auch auf andere Weise zugelassen werden, jedoch mit der Maßgabe, daß diese unschädliche Beseitigung polizeilich überwacht wird. Um nun einem bestehenden Bedürfnis abzuhelfen und die Verwertung derartiger Konfiskate als lierfuffer durch gemeinnützige Unternehmungen (Tierschutzvereine, Tierheime, Diensthundehaltungen, Fischzuchtanstalten usw.), in einzelnen Fällen auch durch unbemittelte zuverlässige Tierhalter im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, hat das Hess. Staatsministerium von der reichsrechtlich gegebenen Ermächtigung Gebrauch gemacht und ausnahmsweise, jedoch unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs, gestattet, daß die nach §36 zu beanstandenden Geschlechtsteile, After- und Ohrenausschnitte an den oben abgegrenzten Kreis von Unternehmungen und Personen zur Verwertung als lierfufter abgegeben werden, unter der Bedingung, daß sie vorher unter polizeilicher Überwachung mit tiefen Einschnitten versehen und mit einem auffälligen, von der Fleischfarbe abweichenden Farbstoff derart behandelt worden sind, daß ihre Verwendung als Nahrungsmittel für Menschen ausgeschlossen ist. Als Färbemittel wird in erster Linie eine 0,2°/oo Gentianaviolettlösung empfohlen. Die Abgabe der genannten Teile in anderer Form, insbesondere im ungefärbten Zustand, ist nicht zulässig. Nabelbeutel können in der kalten Jahreszeit an Vogelschutzorganisationen oder zuverlässige Einzelpersonen ausnahmsweise auch ungefärbt als Vogelfutter abgegeben werden, da diese Teile in gefärbtem Zustande von den Vögeln verschmäht werden. Hundedärme sowie Augen kommen als Tierfutter ebensowenig in Betracht, wie sonstige Konfiskate aus der Fleischbeschau. 2) Fleischteile von Kadavern aus Abdeckereien (Tiermehlfabriken, Sammelabdeckereien, Einzelabdeckereien und Wasenmeistereien) dürfen aus Grund der Bundesratsausführungsbestimmungen zum § 1 Abs. 2 des Reichsgesetzes, betreffend die Beseitigung von Tierkadavern, vom 28. März 1912 (RGBl. S. 230) nur ausnahmsweise und nur mit Genehmigung des zuständigen Kreisamtes als Futtermittel für Tiere verwendet werden. Die Genehmigung wird nur von Fall zu Fall und nur unter der Bedingung erteilt, daß das Fleisch vor der Abgabe gekocht und hierauf durch Einspritzung auffälliger, von der Fleischfarbe abweichender Stoffe (vgl. zu Ziffer I) vollständig gefärbt wird. Die Verwendung des Fleisches wird polizeilich überwacht. Gießen, den 5. Februar 1935. Kreisamt Gießen. I. 23.: Weber. Dienstnachrichten des Kreisamts. Der hessische Staatsminister, Ministeriatabteitung Ib. 1 Der Bürgermeisterei Biebesheim ist die Erlaubnis erteilt worden, ,ur Förderung des Zuchtviehmarktes in Biebesheim am 5. März 1935 eine Ausspielung von lebendem Vieh und landwirtschaftlichen Bedarfsgegenständen in der Zeit vom 21.Jan«ar bis 5. März 1935 im Volksstaat Hessen zu veranstalten, 2 dem Verein zur Förderung des Wiederaufbaues des Spiel- und Festhauses e. 23. in Worms ist die Vertriebszeit ihrer Losbriefe bis zum 1. Juni 1935 verlängert worden. Anton Link aus Bellersheim wurde als stellvertr. Wiegemeister für die Gemeinde Bellersheim bestellt und verpflichtet. Karl Krieb aus Allendorf/Lda. wurde als kommissarischer Bürgermeister für die Gemeinde Allendorf/Lda. bestellt und verpflichtet. 17 Uhr eröffnet Herr Ministerialrat usen im Turmhaus am Brand eine : - und Spitzen-Werkschau, die fe für Frauenarbeit und in deutschem »urzelnde Heimgestaltung wachrufen soll« i alter Spitzen, Stickereien und Musterden beiden letzten Jahrzehnten des iderts wird jeder deutschen Frau An- leben, besonders aber den technischen Wege zeigen für einen an hessisches ebunbenen Stickereiunterricht. tellung ist bis Mittwoch, 20. Fes ägli'ch von 14 bis 18 Uhr g e * ür gruppenweisen Besuch steht eine sach- hrerin zur Verfügung. Zwecks Verein- Besuchszeit wende man sich an den Orts- r. Michel, Weserstraße 4. Erwachsens i Unkostenbeitrag von 10 Pf.; Schulen »sätzlich frei, doch stellen wir den Kindern, der Lage sind, die Zahlung eines Scherf- n. ) % U t) r findet in der Aula des Gyms le Hindenburgwall und Bismarckstraße, a t a b e n d statt, bei dem auch Here at Ringshausen sprechen wird« Professor Dr. Funk hält einen Licht- g über „den deutschen Wald". Chore der nigung „Liederkranz - Heiterkeit" und che Vorträge werden den Abend be- itglieder zahlen 10 Pf., Nichtmitglieder ritt. Lehrerbund, Gießen-Stadt. 6. Februar, Bezirksversammlung in bet a ab 17.30 Uhr. Es spricht Pros. Dr. )om Wittenberg College Springfield im i über: „Die Stellungnahme der Deutsch- zum neuen Deutschland." Auch die An- mserer Mitglieder sind zur Teilnahme ngeladen. Bundesabend ngetischen Bundes in Gießen, igelische Bund in Gießen hielt am Sonn- Stadtkirche einen Bundesabend ab. Nach sarn gesungenen Liede „Erhalt uns Herr Wort" sprach Pfarrer Trapp über ngelische Bewegung in O e st e r» 2 evangelische Kirche habe in Österreich olle Vergangenheit. Zweimal seien dis n Deutschen in Oesterreich vor den gro- alt gestellt worden, ihren Glauben abzu- der die Heimat zu verlassen. Das erste h es zu Beginn des Dreißigjährigen i zweitesmal unter Ferdinand II. im . Viele Tausende verließen die Heimat, nde aber blieben, wurden katholisch, im Herzen weiter evangelisch waren und rsammlungen abhielten, wenn auch stets ignis, entdeckt zu werden. Die eoange- sei lange Zeit eine Kirche des Kampfes ärtyrertums in Oesterreich gewesen. Als es 18. Jahrhunderts die Duldung des n Glaubens verkündet worden sei, habe r Hosburg zu Wien die Ueberraschung [en, daß sich noch 70 000 evangelisch ge- icfjen vorfanden. Die Los-von-Rom-Be- >e der evangelischen Kirche weitere Tau- Anhängern gebracht. In der Gegenwart evangelischen Deutschen das Bekenntnis chwer gemacht. Wien, als Bundesstaat nals marxistisch regiert, habe unter dem llfuß eine katholiche Hochburg werden : der marxistischen Regierung seien viels >orben, aus der Kirche auszutreten, nun veranlaßt, sich wieder der Kirche anzu- e jetzige österreichische Regierung wünsche in die katholische Kirche. Gegen eoan» istliche in Oesterreich werde besonders gegangen, weil sie verdächtigt würden, itationalsozialismus zu sympathisieren, llem sei die evangelische Bewegung groß rbar. Herzliche Gemeinschaft bestehe in ischen Gemeinden, die zwar über keine Gotteshäuser verfügen, sondern schon nenn sie in einem Schulraum Gottesdienst iten und darin vielleicht sogar ein vorhanden sei. Der Kampf der evange- )e in Oesterreich um das reine Wort in aufrechter Kampf, für den sich jeder ib- Blut einzusetzen bereit sei. Anschlie« n Vortrag sang man bas Lied: „Ich oen ich baue!" ach Pfarrer Heinemann (Brauers er das Thema: „Martin Luthers Kampf Tagen". Der 23ortrag klang in den ge- in h' e • 05 id- er- er "d e- ie g- l- o» b, e- . K. in le Htf) nb *(n nb en eil n. luge er i - er ße nb »r- m er ;u i= d i= ?r i» i- a. e- »r v b )e )- e t i ) r Wirtschaft Kreis Wehlar. i ,1 r verein iten w i- * l S' Die hinter den 114. 99. 104 1.25 10.5 10 8.2 8.1 ■» u 99.5 101.75 113.75 96 99.75 98-5 95.75 99.5 hiesiger Gegend, per 50 Kilo bei 99.5 101.75 113 114-5 96 96 99.75 99.75 97 97 104 65 Diese fanden bei der stärken Geschäftsschr jedoch nur auf ermäßigter Basis Unterkoi daß am Aktienmarkt gegenüber dem schluß durchschnittliche Abschwächungen von 1 v. Sy eintraten. Besonders am Montanm der Verkaufsdruck deutlich, da die hochgest Wartungen hinsichtlich des jetzt veröffentlicht —---Prospekts enttäuscht wurden; man l besondere mit der Aussicht auf baldige W nähme einer Dividendenzahlung gerechnet. 1 vereinswerte, die schon am Samstag gege der Börse zur Schwäche neigten, büßten w so E-Eenkirchen 2 v. H., Phönix 1,50 r Stahlverein 1 v. Sy Auch andere Montanm, den hierdurch beeinträchtigt, wobei Man 1,75 v. Sy, Rheinstahl 1 o. Sy und Harpe v.Sy verloren. Laurahütte erschienen mit Zeichen und kamen mit 20,90 (22,75) zi Von chemischen Werten gingen IG. Fa 144,25 (145) zurück, Mctallgesellschaft ga v. Sy und Deutsche Erdöl 0,75 v. Sy nach, aktien lagen sehr ruhig, hatten aber verhält geringe Einbußen. AEG. lagen 0,75 v. Sy, 0,50 v. Sy und Lahmeyer 0,25 v. Sy s Vckula und Schuckert konnten sich behaupt matt lagen Reichsbankanteile mit 163,25 und Zellstoff Aschaffenburg mit 70 (72,50 fahrtsaktien blieben von der Neuregel Hapag-Norddeutschen-Lloyd-Abkommens u Hapag minus 0,13 o. Sy, Norddeutscher Lloi 0,50 v. Sy Etwas freundlicher eröffneten Motoren mit 51,40 (51) und Zement S, mit 113,75 (113,25), Holzmann lagen mit E nur knapp gehalten. Hanfwerke Fussen mit unverändert. Seele wurzelnden Glauben, sucht der Arzt ein sicheres körperlich wirkendes Mittel. Auch er wußte früh schon durch Zuspruch und Ablenkung den Schmerz zu lindern. Alle großen Aerzte besaßen diese Fähigkeit. Aber erst verhältnismäßig spät wurden Mittel bekannt, nicht nur die Seele, sondern auch den Körper zu betäuben. Die Kälte ist ein solches Mittel; die Lappen lassen noch heute einen verletzten Arm oder ein Bein ein frier en, um es dann schmerzlos amputieren zu können. — Erst 1843 lernte die Medizin aber die Narkose, die die Inder schon vor 3000 Jahren gekannt hatten. Sie besteht bekanntlich darin, daß der Mensch Aethtzr oder Cloroform in bestimmten Mengen so einatmet, daß er dadurch für bestimmte Zeit völlig betäubt ist. Die Narkose hat erst die großen Fortschritte der modernen Chirurgie ermöglicht; denn erst jetzt konnte der Arzt wirklich mit dem rettenden Messer an d^m Kranken arbeiten, ohne befürchten zu müssen, ihm wehe zu tun. Bis dahin hatte nicht selten der furchtbare Operationsschmerz das Herz stillstehen lassen und die Hilfe des Arztes zunichte gemacht. Kartoffeln: gelbfleischige, unverändert 2,80 bis 2,90 Mark Wag'gonbezug. Rhein-Mainische Mittagsbörse, t Tendenz: meist schwächer. Frankfurt a. M., 4. Febr. Das Erge' " London hinterließ an der Börse nur wenig Das Geschäft setzte zum Wochenbeginn nur ein, es herrschte allgemein Zurückhaltung, z Auftragseingang aus der Kundschaft sich verringert hat. Bei der Kulisse bestand lebhaften Betätigung in den letzten Wo, angesichts des merklich erhöhten Kurssta Beginn des neuen Jahres Neigung zu Glattstellungen. 28.25 1.25 8.4 8.4 8.25 10.75 9! 101. 113. Kaufhof mit 38,50 (40), Allgemeine Lokal und Kraft mit 119,50 (121,50), ferner gingen Daimler auf 50,50, AKU. auf 50,75 (51,25) und Zellstoff Waldhof auf 52,25 (53) zurück. Gut behauptet lagen Scheideanstalt mit 206 und Lechwerke mit 98,75. Am Kassamarkt waren Jndustriewerte noch gesucht und meist fester, aber Chem. Albert angeboten und etwa 92 Brief (94,50). Am Rentenmarkt bröckelten die variablen Anleihen späterhin nochmals bis 0,25 d. Sy ab, das Geschäft war sehr klein. Gesucht waren Dekosama I zu 114,50 (114). Der Pfandbriefmarkt lag recht ruhig und nicht immer voll behauptet. Stadtanleihen blieben gut gehalten. Industrie-Obligationen lagen teilweise angeboten. Fremde Werte waren ohne Geschäft. — Tagesgeld unverändert 3 v. Sy 4% Oesierretchtlche Goldrente.... 4,20% Oesterceichische Gilbertente 4% Ungarische Goldrenie ....... 4% Ungarische Staaisrente v. 1910 *Vi% bedgl. Don 1913 ......... 5% abliest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanleihe von 1911 4%Türkische Bagdavbahn-Anlethe .. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Februar. Auftrieb: Großvieh 1083 (gegen 1047 am letzten Montagsmarkt vom 28. Januar), darunter 350 Ochsen, 94 Bullen, 336 Kühe, 303 Färsen. Kälber 509 (503), Schafe 60 (69), Schweine3861 (3370). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 37 bis 40, b) 31 bis 36, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Bullen a) 34 bis 36, b) 30 bis 33, c) 26 bis 29, d) 23 bis 25. Kühe a) 33 bis 34, b) 26 bis 32, c) 20 bis 25, d) 14 bis 19. Färsen a) 38 bis 40, b) 32 bis 37, c) 27 bis 31, d) 23 bis 26. Kälber a) 46, b) 35 bis 42, c) 29 bis 34, d) 20 bis 28. Lämmer und Hümmel b2) Weidemafthämmel 35 bis 36, c) mittlere Mastlämmer und Hämmel 32 bis 34. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 52, a2) 50 bis 52, b) 49 bis 53, c) 48 bis 52, d) 45 bis 51, gl) 43 bis 46, g2) 38 bis 42. Im Preisoergleich zum letzten Montagsmarkt blieben die Preise meist unverändert, nur beste Ochsen, Färsen und Kühe zogen je 1 Mark an. Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, geringer Ueberstand (18 Ochsen). Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberstand (146 Stück). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischmarktes: 557 Viertel Rindfleisch, 76 ganze Kälber, 15 ganze Hämmel, 105 fjalbe Schweine. Preise für 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40. Färsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Kalbfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Dettmaren: Roher Speck unter sieben Zentimeter 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Markt- Verlauf: ruhig. Schmer; und Betäubung. Neben dieser Allgemein-Narkose hat die Medizin inzwischen auch die lokale Betäubung ent- wickelt, bei der nur eine einzelne Körperstelle schmerzlos gemacht wird, ober bei der die Nervenbahnen für einen Körperabschnitt unterbrochen werden, so daß die Schmerzempfindung nicht zum Gehirn gelangen kann. Wie Prof. Sauerbruch aber hervorhob, darf es für den Arzt, der nicht nur den körperlichen, sondern gerade auch den seelischen Faktor beachtet, eigentlich nur die Allgemein-Narkose geben, da nur diese die seelische Komponente ausschaltet. Bei der „Lokalanästhesie" ist das Operationserlebnis für manchen eine starke seelische Belastung. So steht der Arzt im ständigen Kampf gegen den Schmerz, dessen seelische Seite er nicht vergessen darf. Immer stellt der Schmerz vor eine Willensentscheidung und muß als Lebensereignis gewertet werden; Zeugung, Geburt und Wachstum machen Schmerzen und alles Große, vor allem der I Charakter wird nur unter Schmerzen geboren! > a c-rw I herzliche Worte zu den Turnern, die in einem ^LutzelNnüen, 4. Febr. Im Dlenstzimmer ^^eil! auf Führer. Volk und Deutsche Turner- Der günstige Verlauf der Zinskonversio sich am Rentenmarkt angesichts der nui Geschäftstätigkeit nicht auswirken, die Ku kelten leicht ab. So Altbefitz auf 113,65 späte Reichsschuldbuchforderungen auf 99,1: Zinsvergütungsscheine auf 89,55 (89,65) u munal-Umfchuldung um 0,15 v. Sy Stal Obligationen blieben mit 97,25 v. Sy behai Auch km Verlaufe blieb das Geschäft auß lich eng und die Kurse bröckelten eher n ab und zwar um durchschnittlich 0,50 d. $ fahrtswerte unterlagen kleinen Schwankui Saldo blieben sie behauptet. Später zur ' fommene Papiere lagen ebenfalls meist j so u. a. Rütgerswerke mit 105,50 (107), Wc Neuer Erfolg des Reichserdölprogramms. Im Auftrage des Konsortiums Preußag- Elwerath wurde durch die Bohrverwaltung der Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG. in Schönebeck (Elbe) die Bohrung „Fallstein Y‘ (Reichsbohrung 45) in der Nähe von Halberstadt niedergebracht. Diese Bohrung wurde bei einer Teufe von 1504 Meter im mittleren Zechstein fündig. Sie bringt neben großen Gasmengen auch Del. lieber die Höhe und Wirtschaftlichkeit der Oelförderung können zur Zeit noch keine endgültigen Angaben gemacht werden. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Neichsanl. v. 1929 6K% Doung-Anleihe von 1930 .. Dünsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslof.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslof.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolköstaal 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................. 6%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt tilqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen.......... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechlen 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6y,% ehem. 4y,% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6%% ehem. 4y,% Rheinische HYV.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefansialt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. LO Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. preise für Getreide haben mit dem heutigen Markt eine Erhöhung um 1,50 Mk. per Tonne erfahren. Am Futtergetreidemärkt, wie überhaupt am Futter- mitteTmartt blieb die Nachfrage außerordentlich stark, während die Angebotsverhältnisse noch keine Besserung aufwiesen. Durch die Neuregelung des Weizenmehlpreises entwickelte sich Ende der Vorwoche lebhafteres Geschäft, heute war es bei erhöhten Preisen ruhiger. Roggenmehl blieb bei unveränderten Preisen vernachlässigt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige ie 100 Kilo) in Mark: Weizen W IX 206,50, W XIII 210,50, W XVI 214,50; Roggen R IX 166,50, R XIII 170,50, R XV 174,50, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisaebiets. Futtergerste Q IX 168,50, G XI 17150, G XII 173,50. Hafer H XIII 166,50, H XIV 168,50, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mk. mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,50, plus 0,50 Mark Frachtausgleich, W XVI 27,95 plus 0,50 Frachtaus- Zleich; Roggenmehl R XIII 23,60 plus 0,50, R XV 24 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17, Weizenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10,73, W XVI 10,95, Roggenkleie R XIII 9,99, R XV 10,23, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Trocken- schnitzel 9,62 bis 10,02, Heu, südd., 11, Weizen- und Roggenstroh, hrahtgepreßt oder gebündelt, 5 bis 5,40 Mark. Preußen. I Kinzenbach und Heuchelheim sprachen zum Schluß . j« bt JÄH* (IbÄ aiWyw afl1 £ j)a1,6 'S>S 4 Gunters8 Lfe |Bs£ -O ! y (NW bl । Mer $aun!'. ir*r'?"nin Hk.mqt durch iauttos ch' BetaM 8U, t>« e*”1, ab, eine öd . Riefern, rau i -ruckend l|t iu ahnen, u lammen, fd)l Qehanten ti stiichene St sich ein, r n iltigen. M klicken mich i in ihren 2Ii i; Doch banr ifin langer, Lautlos Qt. bis 2 k'S 25. hib? 37 JMÄ! p; i b's 52 tP 43 Ar * Rüf,c \ A"el- ■ Wölber t ®uSDets ch Und Marktes: ganze « Kilo- Ä LC) 52 'ch.b) 44 96? 60- 2 bis 56. ch b) 70 !er sieben >• Markt, m6e Einsamkeit: ein Stück Wild springt vor mir o, eine Schneelast löst sich aus den Kronen der L esern, rauscht herab und schlägt dumpf auf. Berückend ist diese gedämpfte Stille, ich wage kaum . ahnen, um sie nicht zu stören, und schrecke zu- :mmen, schlägt das Glas einmal an einen Knopf, edanken tauchen auf; Gedanken an längst ver- ichene Stunden. Langsam, schleppend stellen sie ch ein, mit dem Grundgeschmack des Schwer- ütigen. Menschen, «bie mir einst viel bedeuteten, icken mich an, und ich meine Vorwurf und Trauer - ihren Augen zu lesen. Doch dann schrecke ich auf, vor mir bewegt sich :i langer, schmaler Schatten auf der Schneise, lautlos sacke ich in mich zusammen, ganz langsam L’itet der Drilling von der Schulter. Und während 1 ihn Zoll für Zoll hochnehme, fühle ich den Und im Nacken, und ehe ich fertig bin, verschwin- t der Fuchs mit wehender Lunte im Bestand, as kommt davon, wenn man auf der Jagd träumt. Endlich habe ich den Waldrand erreicht, eine eite, weiße Fläche dehnt sich vor mir. Gestern h man sie noch, die kargen Saaten, das Stückchen Ödland, den Streifen Heide. Heber Nacht hat der chnee alles gleichgemacht und mit einer schützenden ecke zugedeckt. Nur hier und da zeigen vereinzelte >achholder an, daß dort ein Stückchen Heide vom flug verschont blieb. Ein verfallener Jmmenzaun »bt sich groß und verloren heraus. ! Langsam pirsche ich am Waldrand vor, Schritt f£r Schritt, im Schatten der Bäume. Das Wild ist iige, zahlreiche Fährten kreuzen den Weg: Reh, »eh, Hase, wieder ein Sprung Rehe, ein Fuchs. Lus dem Feld treten dunkle Schemen hin und her; Rehwild ist es, das den Schnee von der Saat jglägt und so kärgliche Nahrung findet. Kurz und rauh schreckt ein Reh! Ich fahre zu- s:mmen; das muß doch hinten am Bruch sein. ,.ööoh, Böööh, Böau", jetzt schmält auch ein zwei- fis, ein drittes fällt ein. Es ist plötzlich ein Heiden- hektakel. Sollten die Sauen etwa wieder da sein, pn denen ich vorige Wochen die Brechstellen fand? die nächste Schneise schwenke ich ein, dann geht es erstmal Trab, bis der Schweiß aus allen Poren bcicht und das Herz zum Zerspringen hämmert. Eine kurze Pause zum Verschnaufen; das Rehwild slhreckt noch immer. Und dann geht es ganz behutsam weiter, bis das Bruch vor mir liegt. Gespenstisch sieht es aus, die Hellen Birkenstämme, unnatürlich verkümmert, und die wirren Schatten, die fis auf den Boden werfen. Die Rehe find verstummt, wieder ist Totenstille. Es muß gewagt werden! Dorthin, wo das Wild zuletzt schreckte, führt mein Weg, quer durchs Bruch, behutsam schiebe ich mich von Stamm zu Stamm, mit hämmernden Pulsen, den Drilling schußbereit. Lber so vorsichtig ich auch pürsche, alle Augenblick kracht es unter meinen Füßen; ein Zweig, ein verschneites Loch, ein verwehter Baumstumpf. Es ist zum Wildwerden; wenn das so weiter geht, komme ich nie ran. Alle Augenblick bleibe ich stehen und suche mit dem Glas das Gelände ab, nichts. So ceht es eine Viertelstunde. Vor mir sehe ich zwei dunkle Klumpen. Mir ist so als ob, aber auch mit lern Glas kann ich mit dem besten Willen nichts erkennen; bewegungslos stehen sie im Schnee — Baumstubben. Also weiter! Doch kaum habe ich ?wei Schritte getan, da gerät Leben in jene „Studien" und es kracht und prasselt und bläst, der Schnee stiebt! Die Stelle vor mir ist leer, und ich itehe da, mache das dümmste Gesicht meines Lebens, luche in mich hinein und könnte vor Wut heulen, über das bringt die Sauen nicht zurück. Langsam gehe ich zurück, den Drilling übers Kreuz geschlagen, achtlos; was um mich vorgeht, Interessiert mich nicht. Das war doch etwas reichlich, trft der Fuchs und dann die Sauen! „Ja, hattest du . Ebenso für den Sinne des in jedem 1 an die s zu füh. ns aufs , )en mit otage der ider Tur« n, um an Lehrer- Unioeril' rerbildung sr» chloffenere aus dem dem H"'' ,, Zabel* ,08$^* ' Stand, ^arinnem nein'"1 len sieg' Ä r cht flut in Form Das Spiel des VfB. Kurhessen g gen den VfL. Biedenkopf mußte abgesetzt werden, d Weyandt in der Gaumannschaft aufgestellt war. Spielvereinigung 1900 Gießen. Lin „Unentschieden- (2:2) gegen Biedenkopf. Die spielstarken Gegner, die in letzter Zeit auf h Sportplatz an der Liebigshöhe gastierten, rissen §-ch die Dlauweißen zu besonderen Leistungen mit. In so enttäuschter war man, daß die Gießener im fpiel am letzten Sonntag gegen den VfL. Bieden- klpf eine ausgesprochen schwache Partie lieferten, äußerst schnell und unermüdlich eifrig am Ball, d:ber von einem kaum glaublichen Glück begün- stgt, kamen die Gäste zu einem Unentschieden, das dm Geschehnissen auf dem Spielfeld nickt gerecht uarde. 1900 trat bis auf Langsdorf in der ange- krndigten Aufstellung an, für den Jäger eintrat. Ls mangelte aber diesmal am Verständnis unter- enanber. Der schußunsichere Sturm überbot sich in Auslassen der Torchancen. Der Spielverlauf begann für 1900 wenig verheißungsvoll, denn nachdem die hiesigen eine Münzende Gelegenheit ausgelassen hatten, kam - edenkopf überraschend bei einem schnellen Durchbruch durch ein Mißverständnis zwischen Zeiler und Schmidt zum Führungstor. Dann spielte sich aber dir Kampf, unterstützt vom heftigen Wind, fast nur ir Biedenkopfs Hälfte ab. Aber ohne Ausnahme »urde alles verschossen. Biedenkopf konnte auch nid) der Pause mit dem Rückenwind nicht überlegen »erden, und 1900 hatte stets die besseren und zahl- sicheren Chancen. Trotzdem kamen die Gäste bei einem schnellen Durchbruch zu einem unhaltbaren zweiten Treffer. Jetzt erst spielten die Platzbesitzer erergievoller. Bei einem großen Gedränge ver- ftuloete ein Biedenkopfer einen Handelfmeter, den Dank prompt verwandelte, und dann endlich stellte Schmelz durch harten Nachschuß den Gleichstand h-r. Selbst der verdiente Siegestreffer hing oft- Mls an einem Faden, kam aber durch Ungefchickt- ftit nicht mehr zustande. Die Gäste wurden durch «nelle Vorstöße hin und wieder gefährlich, fanden o: er Schmidt im 1900-Tor stets auf dem Posten. den Spielleiter Volkmar (Wetzlar) wurden ir dem verhältnismäßig fairen Spiel keine hohen Laforderungen gestellt. 1900 II — Krofdorf I 0:2 (0:1). Diese Niederlage der Gießener war direkt be- ommenb in der Art, in der sie verursacht wurde, bn den IV2 Spielstunden trugen sich die Ereig- issse über eine Stunde in Krofdorfs Spielhälfte . Die Gäste verteidigten dann mit allen Mannen, ins Geschick wollte es, daß einer der wenigen (iästevorstöhe zum ersten Treffer für Krofdorf .hrte. Mit 0:1 wechselte man die Seiten. Die Überlegenheit der Blauweißen wurde drückend, oer niemand fand sich, der den Ball in des Geg- v rs Netz beförderte. Ein leichtsinnig verschuldeter andelfmeter besiegelte 1900s Niederlage. Die Ergebnisse der Spiele in den Kreisklassen. Werdorf — Heuchelheim, Pokalspiel, 4:1; 1900II - Krofdorf 0:2; Lollar — Leihgestern 4:1; Sportfr. Metzlar — Naunheim II 13:1; Launsbach — Erda 2; Oberbiel — Berghausen 7:1. Wintersport-Meisterschaften abgebrochen. Da es am Montag in Garmisch-Partenkirchen immer noch weiter regnete, wurde beschlossen, den Spezial-Sprunglauf ausfallen zu lassen und die putschen Wintersport-Meisterschaften 1935 für beendet zu erklären. Das Spiel um die Deutsche Eis- t,ckey-Meisterschaft zwischen dem SC. Riessersee und tm EV. Füssen kommt am 17. Februar in Garmisch Kir Durchführung. Oie deutsche Elf für Amsterdam aufgestellt. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die am 17. Februar in Amsterdam den Länderkampf gegen Holland bestreiten wird, wurde wie folgt aufgestellt: Buchloh (Speldorf); Stührck (Eimsbüttel), Busch ■ (Duisburg), Grämlich (Eintracht, Frankfurt a. M.); Münzenberg (Alemannia, Aachen), Cielinski (Union, Hamborn); Lehner (Schwaben, Augsburg), Hohmann, (VfL. Benrath), Conen (VF. Saarbrücken), Rohwedder (Eimsbüttel), Kobierfki (Fortuna, Düsseldorf). Als Ersatzleute werden Janes, Bender (Fortuna, Düsseldorf), Linke (Turu, Düsseldorf) und Juristen (Elberfeld) aufgeboten. Oie Echlußveranstaltung des Berliner Reitturniers. Das Berliner Reitturnier ging am Sonntagabend zu Ende. Im Axel- Hol st- Erinnerungs- Jagdspringen siegten Rittmeister M 0 m m auf Baccarat, Hauptmann Weikinn auf Saida und Leutnant de Bartillat (Frankreich) auf Saida mit je 0 Fehlern. Im Kameradschaftsspringen holte sich Oberleutnant B r a n d t auf Avion mit 0 Fehlern 1 1 jl 1N W* _ ___k | Bei strömendem Regen ging die Fahrt der Gießener Skiklub-Jugend am Samstag nach Wetzlar. Von dort brachte ein Autobus die jugendlichen Skiläufer von Gießen, Grünberg und Wetzlar durch das schöne Weiltal nach Schmitten i. Taunus, dem Ort der mitteldeutschen Jugendskimeisterschaften des Deutschen Skiverbandes, dem Fachamt für Skilauf. Der am Samstag eingetretene Witterungsumschlag hatte auch den Taunus nicht verschont, so daß der Schnee sehr wässerig geworden war. Aber „zünftige- Skiläufer sind Optimisten. Der mustergültige Organisationsausschuß unter Leitung des Bezirksjugendwartes Claus (Frankfurt a. M.) hatte die Rennen nicht abgesagt. Und so trafen gegen 18 Uhr die Autobusse aus Gersfeld, Frankfurt, Gießen, Wetzlar, Mainz, Betzdorf ufw. ein. Etwa 300 Skijungen und Skimädchen konnte der Gaujuaendwart Karl A l t h a u s (Gießen) willkommen heißen. Darnach wurde der Film: „Eine Weihnachtsfahrt ins Walfertal", der die diesjährige Jugendskifahrt des Mitteldeutschen Skiverbandes schildert, uraufgeführt. Dieser Film, der in Kürze auch in Gießen zur Vorführung gelangt, zeigte herrliche Aufnahmen vom Leben auf der Skihütte, von Hochtouren, vom Skiunterricht am Uebungshang und von sausenden Abfahrten am Steilhang. Zu den Klängen der Ziehharmonika wurden Skilieder gesungen. Gegen 22 Uhr wurde der Heimweg zu den Privatquartieren angetreten. Um 7 Uhr war am Sonntagmorgen großes und 46 Sekunden den Sieg vor Oberleutnant H a f f e 1 auf d'Artagnan mit 0 Fehlern und 47 Sekunden, Leutnant d e B u s n e l (Frankreich) auf Wange mit 0 Fehlern und 47,2 Sekunden und Oberleutnant S ch l i ck u m auf Caftagnette mit 0 Fehlern und 49,3 Sekunden. Die Halle war nochmals ausverkauft. Eonniagsfahrkarten zu den Ireiballon- Meisterschasten in Darmstadt. Für den 16. und 17. Februar 1935 werden anläßlich der Austragung der Deutschen Freiballon- Meisterschaft 1935 von allen Bahnhöfen im Umkreis von 75 Kilometer um Darmstadt Sonntagsrückfahrkarten (auch Blankokarten) nach Darmstadt aus- gegeben. Die Karten gelten: Zur Hinfahrt vom Samstag, 16. Februar, 0 Uhr, bis Sonntag, den 17. Februar; zur Rückfahrt vom Samstag, 16. Februar, 12 Uhr, bis Montag, 18. Februar, 12 Uhr. loser Vorlage, sauberer Haltung und sicherem Aufsprung über die nur notdürftig errichtete Schanze. Im Gasthaus „Zum Ochsen" fand im großen Saal die Siegerverkündigung statt. Stolz nahmen die Gersfelder den Wanderpreis des Gaues in Empfang. Der „Frankfurter Pokal" für den besten Frankfurter Teilnehmer fiel an Josef Pete r m a n n von der Skiabteilung des Taunusbundes. Die Plakette, gestiftet vom Sporthaus Schwan (Gießen), errang der Skiklub Schmitten. Mit einem dreifachen „Skiheil!" auf den so schön verlaufenen Jugendskitag und den Deutschen Ski" verband traten die Jungens und Mädchen die Heimfahrt nach allen Richtungen an. Nachstehend die Ergebnisse: Abfahrkslauf. Klasse! (16 bis 18 Jahre), Jungens: 1. Reinau, Gersfeld, 22,36 Min.; 2. Weikard, Gersfeld, 23,06; 3. Barth, Schmitten, 23,47; 4. Löw, Schmitten, 24,31; 5. Petermann, Frankfurt, 25,30; 6. Weyl, Ekkehard, Skiklub Gießen, 25,54; 7. Schmidt, Schmitten, 26,01; 8. Anthes, Frankfurt, 26,17; 9. Eifert, Frankfurt, 26,32; 10. Heß, Frankfurt, 26,48; 11. Thaler, Betzdorf, 27,13; 12. Wald- schmidt, Wetzlar, 27,31 Minuten. Klasse! (16 bis 18 Jahre), Mädchen: 1. Gamillschegg, Wetzlar, 4,47 Min.; 2. Gretel Guth, Skiklub Gießen, 5,10 Minuten. Klasse II (14 bis 16 Jahre), Jungens: 1 Burkard, Gersfeld, 3,59 Min.; 2. Richter, Gersfeld, 4,05; 3. Raabe, Gersfeld, 4,16; 4. Seibert, Wetzlar, 4,23; 5. Eifert, Schmitten, 4,34; 6. C. Krenzlen, Skiklub Gießen, 4,41; 7. Deusch, Mainz, 4,42; 8. Eid, Schmitten, 4,45 Minuten. — Mädchen: 1. May, Frankfurt,5,03 Min.; 2. Zürn, Wetzlar, 5,29; 3 Forkel, Frankfurt, 5,43; 4. Kappes, Gertrud, Grünberg, 5,45; 5. Braun, Frankfurt, 5,56 Minuten. Klaffe III (12 bis 14 Jahre), Jungens: 1. Brendel, Schmitten, 2,03 Min.; 2. Lücke!, Schmitten, 2,04; 3. Schleicher, Gersfeld, 2,07 Minuten. Sprunglauf. Klaffe I: 1. Reinau, Gersfeld, Note 136,4; 2. Wcikard, Gersfeld, 96,4; 3. Gamillschegg, Wetzlar, 94,6; 4. Waldschmidt, Wetzlar, 86. Klasse II: 1. Richter, Gersfeld, Note 101; 2. Meister, Oberreifenbg., 87,4. Klasse III: 1. Raabe, Gersfeld, Note 110,4; 2. Schleicher, Gersfeld, 53. Deutscher Skimeister 1935 wurde bei den in Garmisch - Partenkirchen ausgetragenen Wettbewerben auf Grund seiner Leistungen im Langlauf und Sprunglauf der Norweger Sigurd R ö e n. Wecken. Und wer beschreibt die Freude aller Teilnehmer, als man die etwa 10 Zentimeter hohe Neuschneedecke gewahrte. Um 7.45 Uhr wurde zur Morgengymnastik angetreten und um 9 Uhr wurde unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Startplatz marschiert. Für- die Jungensklasse I war ein Absahrts - und ßanqlauf von 4,5 Kilometer abgesteckt, während die Mädchenklasse I und die Jungens- und Mädchenklasse II und III eine reine Abfahrtstrecke von 2 bzw. 1 Kilometer zu bewältigen hatten. Der Schnee war sehr führig und die Strecken sehr abwechslungsreich zusammengestellt. Die Leistungen der jugendlichen Skiläufer, sowohl Jungens wie Mädchen, waren ganz ausgezeichnet, besonders die Leistungen der Gersfelder und Schmittener verdienen höchste Anerkennung. Aber auch die Gießener Skijugend belegte in allen Klassen gute Plätze. Nach dem Mittagessen fand auf einem, aus Schnee zusammengebauten Sprunghügel das Springen für die Jungens statt. Trotzdem der Sprungtisch nur etwa 1 Meter hoch war, zeigten hier die Rhönbuben, die kaum dreikäsehoch waren, wundervolle Sprünge bis zu 15 Meter Trotz ungünstigem und vereistem Anlauf gingen diese Jungens in tadel- Obecheffen. Neue Bürgermeister und Beigeordnete in Oberhesien. Nach einer Bekanntmachung des Personalamts des hessischen Staatsministers wurden ernannt: Zu Bürgermeistern: Hermann Müller in Birklar (Kreis Gießen), Georg Otto Schultz in Bad Salzhausen, Otto Lenz in Effolderbach (Kreis Büdingen), Erwin Menge! in Schotten, Gg. Ludwig H 0 f m a n n in Ulfa, Karl Schauer- mann V. in Ober-Lais (Kreis Schotten); zu Beigeordneten: Wichelm K a l l m a n n in Bad Salzhausen, Karl Nies in Schwickartshausen (Kreis Büdingen), Friedrich Fritz in Ruppertsburg, Heinrich Erb in Solms-Ilsdorf (Kreis Schotten). Landkreis Gießen. * Wieseck, 3. Febr. Der Kriegerverein Wieseck 1 8 7 2 beging gestern abend in der Gastwirtschaft Braun seinen diesjährigen Familien- abend, der trotz des Sturmwetters so gut besucht war, daß der große Saal bis zum letzten Platz besetzt war. Nach einem schneidigen Eröffnungsmarsch der vereinigten Ortskapelle M a n k begrüßte der Vereinsführer, Kam. Bürgermeister Euler, die Mitglieder mit ihren Angehörigen und entbot dem Bezirksführer des Landesverbandes Heffen-Darm- ftadt des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyfthäu- jer", Kam. B 0 n h a r d (Gießen), besonderen Willkomm. In längeren Ausführungen sprach er dann über die Aufgaben der Kriegervereine, die heute wie zur Zeit der Gründungen nach dem deutsch- NIVEA die grosse Tube mild, leichr schäumend, ganz wundervoll im Geschmack Nachdruck verboten! W Fortsetzung. Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. lllrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). „Sie wird schon wieder zu sich kommen", sagten lie Kollegen zu Gerlinde. „Wir müssen in die Vor- f ellung. Der Alte macht sonst Lampen." Damit alten sie davon und ließen sie bei der ohnmächtigen Schwester allein. Unablässig kühlte Gerlinde Giselas Stirn. Dann besann sie sich, daß sie noch etwas Kölnisch Wasser in ihrem Täschchen fyatte, von der Reise her. Sie tropfte etwas in ihr Taschentüchlein und hielt es Gisela dicht unter die Nase. Dieses Mittel schien aidlich Erfolg zu haben. Nach wenigen Minuten schlug die Schwester die Augen auf und tarn langem wieder zu sich. „Ach ... was war nur? Ich tanzte ja in einem Meer von Blut ... lauter Blut ... bald wäre ich irrftitft ...", flüsterte sie. Gerlinde antwortete nicht. Sie streichelte nur Gi- Xlas abgezehrte Hände. Wie furchtbar mußte die Llermste gelitten haben! Plötzlich klopfte es. Ein Boy trat herein. Es brachte einen riesenhaften Strauß dunkelster Rosen und eine Karte. „Der Herr bittet sehr darum, Fräulein Steinbrück noch heute sprechen zu dürfen!" Gerlinde sah auf. Gisela war eben ein bißchen mngeschlafen. Sie wußte nicht, was sie tun sollte. Dann aber schien es ihr am richtigsten, dem Herrn ||u sagen, daß ihre Schwester todkrank sei und in Den nächsten Tagen mit ihr heimfahre. So sagte sie srlüsternd zu dem Boy, ohne einen Blick auf den Namen zu werfen, der auf der Karte stand: „Sie sehen, jneine Schwester ist krank! Führen L-ie mich, bitte, zu dem Herrn! Ich werde mit ihm «sprechen." Dann rief Gerlinde die Garderobiere und bat sie, □uf die Schwester acht zu geben „Sagen Sie ihr bitte, wenn sie aufwacht, daß iich gleich zurück sein werde", sagte Gerlinde jetzt in tadellosem Französisch. Dann folgte sie dem Boy, l>er sie durch das Lokal hindurch zu einer etwas abseitigen Nische führte. Und nun stand Gerlinde ®em Herrn gegenüber, der ihre Schwester um eine llnterrebung gebeten hatte. Sie schaute ihn an, und itor Herz schien für Sekunden auszusetzen. Vor ihr sstand Günter von Gersheim. „Herr Baron!" schrie sie leise auf. Gersheim, in dessen Gesicht es bei Gerlindes 2In= Sblirf schmerzlich zuckte, verbeugte sich tief. „Verzeihen Sie mir, gnädiges Fräulein, wenn ich um diese Unterredung bat. Sie können gewiß nicht verstehen, aber — ich mußte Sie noch einmal wiedersehen. Ein einziges Mal noch. Das muß mir genügen. Ich' weiß. Von Berlin komme ich hierher. In Ihrer Wohnung in der Sieboldstraße wurde mir der traurige Bescheid, daß Ihre Frau Mutter ...", Gersheim stockte, als er sah, wie Gerlindes Augen sich mit Tränen füllten, und impulsiv streckte er ihr die Hand hin. „Sie Aermste! Nehmen Sie mein allerinnigstes Beileid ..Nach einer kurzen Pause fuhr er in abgerissenen Worten fort: „Erst in der Verdi-Diele erfuhr ich Ihre Pariser Adresse, die aber hier dann auch nicht mehr stimmte. Aber — dann, dann habe ich Sie doch gefunden." Gerlinde wurde es kalt und heiß. Was war bas? Was wollte Gersheim mit biefen seltsamen Worten sagen? Warum — warum suchte er sie? Wieder hatte ©erünbe in diesem Augenblick jenen hilflosen Ausdruck in den lichtgrauen Kinderaugen, den Gersheim nie vergessen hatte, und der ihm aber gleichzeitig wieder die unglaubliche Aehn- lichkeit mit jenem Mädchenbildnis in Schloß Buchenrode erkennen ließ. „Und warum kommen Sie zu mir, Herr Baron? Ich verstehe das alles nicht recht", sagte Gerlinde gequält. „Warum?" Zum ersten Male verließ Günter von Gersheim seine gewohnte Beherrschung. Der Schmerz brach in ihm durch. Spielte Gerlinde ihre Komödie ihm gegenüber auch jetzt noch weiter? Er mußte hinter das Rätsel dieses seltsamen Mädchens kommen, das scheinbar zwei Seelen hatte. Engel und — Teufel! Madonna und — „Weil ich Sie liebte, Gerlinde Steinbruck, vom ersten Augenblick, als ich Sie sah, und weil ... weil ich Sie zu meinem Weibe machen wollte. Sie aber ließen mich fallen, hatten keine Zeit für mich an jenem Abend, während Sie wenige Stunden später in der Verdi-Diele tanzten ... Mein ehrliches Werben schlugen Sic ab, und doch sagt man von Ihnen, daß Sie die Freundin dieses ... Doktor von Sachs gewesen seien. Das tat mir weh, so bitter weh. Ich meinte es doch so freu mit Ihnen und so gut ..." Gersheims Stimme brach ab, als ob er erst noch einmal Kraft sammeln müsse, dann fuhr er hastig fort: „Ich weiß ja, Sie können mich fortjagen ... Ich fyabe kein Recht, Sie zu behelligen. Aber ... aus Ihrem eigenen Munde wollte ich hören, warum das alles so ist, so rätselhaft ... Denn ich kann in meinem Herzen nicht glauben, daß Ihre Augen so lügen können ... Ich kann es nicht glauben, deshalb kam ich hierher. Sagen Sie mir — lagen Sic, Gerlinde Steinbrück, wie sind Sie denn in Wahrheit?" „W" Die kleine Gerlinde war totenblcch geworden und mußte sich auf die Lehne des Sessels stützen. „Ich ... ich bin immer dieselbe! sagte sie einfach. „Ich weiß nicht, was das ist, Gerlinde ... Ich fühle nur, daß ich Ihnen glauben muß, auch jetzt — und wenn der Schein noch fo gegen Sie spricht." Gerlindes Herzchen begann zu klopfen. Stürmisch. Glücklich. So sehr liebte sie also dieser Mann!? „Es ist wohl nur ein kleines Mißverständnis bei allem gewesen", sagte Gerlinde, und trotz des Ernstes dieser Situation huschte ein leises Lächeln um ihren Mund. „Ich habe ja niemals in der Verdi- Diele getanzt. Ich war auch immer in Berlin. Bis heute. Ich bin erst vor Stunden hier angekommen, um meine kranke Schwester heimzuholen ... Meine Schwester Gisela, sie ist Tänzerin; sie sieht mir allerdings — sehr, sehr ähnlich." „Was?" Gersheim schlug sich vor die Stirn, als erwache er aus einem bösen Traum. „Das waren also nicht Sie, sondern ... Ihre Schwester? Oh, Gerlinde ... und ich ... wie hab' ich mich gequält! Aber ich weiß ja noch immer nicht. Ich denke ja auch jetzt nur an mich und habe Sie noch gar nicht gefragt, ob Sie mich ein klein wenig liebhaben könnten ... ob Sie meine Frau werden wollen, Gerlinde?" Gerlinde erwiderte kein Wort. Zu plötzlich war das Glück über sie hereingebrochen. Nur in ihren Augen leuchtete eine fo unendliche Seligkeit, daß Günter von Gersheim ganz beruhigt war. „Verzeihen Sie, ich muß jetzt aber zu meiner Schwester!" sagte die kleine Gerlinde endlich und wollte Gersheim die Hand zum Abschied reichen. „Nein ... nein, mein Glückchen! Jetzt darfst du mich nicht wieder abweisen. Jetzt bleib' ich immer bei dir. Denn nun hab' ich ja ein Recht dazu — denn du bist ja meine kleine, liebe Braut." Gerlinde wußte nicht, warum sie schweigend alles dulden mußte, was dieser Mann sprach und tat. Ja, fast schien es ihr, als ob sie gar keinen eigenen Willen mehr habe, sondern nur den einen, sich in alles zu fügen, was Gersheim wollte. Der aber schob feinen Arm unter den ihren und schritt, Gerlinde fest stützend, mit ihr hinauf in die kleine Garderobe, wo Gisela immer noch lag. Aber sie hatte sich schon ein wenig erholt, wie es schien, und sah mit verwunderten Augen auf den schönen, eleganten Mann, der Gerlinde folgte. Gersheim aber erschrak tief bei Giselas Anblick, und fein scharfer Blick stellte sofort fest, daß man hier eine Todkranke vor sich habe. Ja, die Aehn- lichkcit mit Gerlinde war stark; und doch — unwillkürlich atmete er auf —, wenn er Gerlinde so wiedergefunden hätte wie Gisela? Oh, vielleicht hätte er diesen Schmerz nicht überwunden. Gerlinde war auch bleich und verhärmt, aber sic schien doch sonst gesund zu fein. Gisela jedoch trug offenbar die Zeichen der Lungenschwindsucht. Andererseits — auch sie war noch jung, konnte vielleicht noch gerettet werden. Das eine {ebenfalls wußte Gersheim schon jetzt, daß er kein Mittel, keine Ausgabe scheuen würde, um Gerlindes Schwester wieder gesund zu machen. „Bitte sprechen Sie nicht viel, gnädiges Fräulein! Sie sollen sich nicht anstrengen. Gersheim ist mein Name. Gerlinde ist meine Braut. Sie können volles Vertrauen zu mir haben", sagte Gersheim zu Gisela in seiner herzlichen, beruhigenden Art. „Gerlinde ... Braut?" flüsterte die Kranke und sah mit fragenden Augen auf die Schwester, die tief errötet war. „Das hat sie mir aber noch nicht gesagt." „Ich wußte es ja selbst nicht, Gisi!" sagte die kleine Gerlinde, ohne den Blick zu heben. Gisela war zu schwach, um weitere Fragen zu stellen. Ein Hustenanfall packte sie. Sie preßte das Taschentuch vor den Mund; aber als der Anfall vorüber war, fuhr Gerlinde ein eisiger Schreck durch die Glieder. Sie hatte an dem feinen Tüchlein Blutflecke gesehen. So weit ... fo weit also war es schon mit Gisela? Aus den wenigen Tagen, die Scholzchen und Gerlinde in Paris bleiben wollten, war schon eine Woche geworden. Scholzchen war sprachlos gewesen, ihre kleine Gerlinde nun als Braut wiederzusehen, und war traurig zugleich bei dem Gedanken, das geliebte Geschöpf nun schon wieder hergeben zu müssen, so sehr sie ihr das große, große Glück auch gönnte. Auf der anderen Seite aber war Baron Gersheim so reizend zu ihr, besprach alles genau mit ihr und traf kaum irgendwelche Anweisungen ohne Scholzchens gewissenhafte Ratschläge. So war man übereingekommen, Gisela zur völligen Wiederherstellung ihrer Gesundheit an die Riviera zu schicken, und zwar in ein erstklassiges Sanatorium, das ein Pariser Spezialarzt, der Gisela gründlich untersucht hatte, Gersheim empfahl. Und wer sollte ihre Begleiterin fein? Gerlinde bat dringend darum, die Schwester begleiten zu dürfen. Und so ungern Gersheim sich noch einmal von seiner Braut trennen wollte, gab er es bann boch zu, nicht zuletzt in der Hoffnung, baß auch Gcrlinbes geschwächte Gesunbheit sich in ber herrlichen Luft bes Sübens kräftigen sollte. „Aber nur unter einer Bcbingung", sagte ber früher so ernste Gersheim lächelnb, „baß Scholzchen euch beibe betreut!" Gerlinbe strahlte unb fiel ber alten Freundin, die sie seit einiger Zeit duzte, um den Hals. „Scholzchen, du bleibst immer bei uns, wohin wir auch gehen! Guck mal — was sollst du denn in dem alten großen Berlin, wenn deine Linde nickt mehr da ist? Und wenn wir erst in Gersheim sind, dann brauch' ich erst recht jemanden, Scholzchen! Denn Günter hat doch nicht den ganzen Tag Zeit für seine kleine Frau — denn er ist schließlich doch ein Mann", sagte Gerlinde in ihrer entzückendnaiven Art, so daß alle herzlich lachen mußten. (Schluß folgt.) j t X In M- e - as id- er- ter mb * e- ie 9a d- n- d, >e- . K. in lle ^ch nb ein inb ien eil »n. UP ge >cr n - ier tze nb »r- im er zu n- rb a- er n- st- n. e- er q- f= )■ b- e 1. n n 1, h r Der ordentliche Professor für Volkheitskunde an der Universität Halle, Dr. Hans Hahne, ist, wie schon gemeldet, im Alter von 59 Jahren einem Schlaganfall erlegen. Mit ihm ist einer der bahnbrechenden Vorzeitforscher dahingegangen. französischen Krieg die Kameradschaft zu pflegen und den Wehrwillen im deutschen Volke zu erhalten hätten. Scharf ging er dann mit den Verhältnissen des Weimarer Reiches ins Gericht, die es zuließen, daß die ehrwürdige, mit dem Reichswappen geschmückte Vereinsfahne aus dem Jahre 1877 vom Fahnenschaft getrennt und auf öffentlicher Versteigerung ausgeboten wurde. Freiherr vom Stein, den die Systemparteien so oft für sich in Anspruch genommen hatten, sei kein Mann internationaler Geistesrichtung gewesen, sondern ein Vorkämpfer der nationalen Einigung aller deutschen Stämme. Sein Wahlspruch „Gerade aus und gerade durch" könne auch heute noch als Richtschnur dienen. Das Nachkriegsdeutschland sei, so führte der Redner weiter aus, einem vom Sturm gepeitschten, in höchster Seenot befindlichen Schiffe vergleichbar, das führerlos auf dem Weltmeere getrieben habe, bis dann der größte Deutsche der Gegenwart, Adolf Hitler, das Steuer ergriff und mit eiserner Hand die Rettung vollzog. Mit dreifachem Sieg-Heil! üuf den Führer schloß der Redner seine Ausführungen, worauf das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied durch den Saal hallten. Bezirksführer Kamerad Bon Hard dankte für die Einladung, sprach dem Verein zu seiner Neugründung und Aufwärtsentwicklung (Mitgliederzuwachs innerhalb eines Jahres um über 70) die besten Wünsche der Kriegerkameradschaft Hassia aus und umriß die Aufgaben des Reichskriegerbundes, der sich einig und geschlossen hinter die Maßnahmen der Reichsregierung stelle. Es folgte dann die Aufführung eines Militärstückes aus dem Soldatenleben der Vorkriegszeit in 4 Aufzügen. Es wurden nacheinander dargestellt Appell mit Zustellung der Gestellungsorder, Musterung und Untersuchung, das Einrücken und Einkleiden der Rekruten, die Jnstruktionsstunde und der Urlaubsball in der Heimat. Auch in dem zweiten Soldatenstück „Wache vor dem Pulverturm", zeigte sich, daß echter Frontkämpfergeist, der zäh und verbissen seine Pflicht erfüllt, nur da gedeihen kann, wo echte soldatische Eigenschaften in Fleisch und Blut übergegangen sind. Doch auch der soldatische Humor sollte hier zu seinem Rechte kommen. Die jüngeren und auch älteren Mitspieler meisterten die ihnen zugewiesenen Rollen in bester Weise. In den Pausen trug die Gesangsabteilung des Turnvereins Wieseck e. V. 18 6 2 unter Stabführung seines Dirigenten H. Meyer (Wieseck) mehrere klangvolle Chöre vor, die Kapelle Mank spielte Märsche und Soldatenlieder und Konzertsänger Römer von hier erntete mit mehreren Sologesängen reichen Beifall. Den Beschluß des ersten Teiles der Feier bildete eine Verlosung von Lebensmitteln, Kleinmöbeln, Haus- und Gebrauchsgegenständen, die durchweg von den Mitgliedern zur Verfügung gestellt worden waren. Der zweite Teil des Abends brachte Tanzmusik. § Mainzlar, 4. Febr. Am Samstag fand in unserem Gemeindewald die erste diesjährige Holz- versteigerung statt. Es kamen zur Versteigerung 180 Raummeter Buchenscheit (Raummeter 24 RM.), 225 Raummeter Eichenscheit (Raummeter 13 bis 16 RM.), 50 Raummeter Kiefernscheit Raummeter 10 bis 14 RM.), 75 Raummeter Bu- chen-Knüppel (Raummeter 12 bis 15 RM.), 154 Raummeter Eichenknüppel (Raummeter 7 bis 10 RM.), 95 Raummeter Kiefern-, Fichten- und Lär- chen-Knüppel (Raummeter 10 bis 14 RM.), 450 Raummeter Buchen-, Eichen-, Kiefern- und Fichtenreisig (Raummeter 13 bis 14 RM.), 15 Raummeter Eichen-Nutzscheiter (Raummeter 20 bis 22 Reichsmark). * Rödgen, 4. Februar. Ein unglaublicher R o h e i t s a k t wurde in einer der letzten Nächte ausgeführt. Einem hiesigen Einwohner wurden e l f Ob ft bäume, die er im vorigen Jahre gepflanzt hat, etwa Handbreit über dem Boden vollständig a b g e s ä g t. Da solche Roheitsakte in den letzten Jahren wiederholt in hiesiger Gemeinde vorgekommen sind und man immer denselben Täter vermutet, wird es hoffentlich einmal gelingen, diesen Rohling auf frischer Tat zu erwischen und seiner wohlverdienten Strafe zuzuführen. 5 Steinbach, 5. Febr. Der älteste Einwohner von Steinbach, Philipp Balthasar Müller feiert am 6. Februar seinen 8 9. Geburts- t a g. Der alte Herr ist Veteran von 1870 und Mitbegründer des Kriegervereins Steinbach. Sein Gesundheitszustand ist verhältnismäßig gut. Er wurde zu Hausen als Sohn des Philipp Müller, Ackermannes, und dessen Ehefrau Katharina, geb. Engelhard, im Jahre 1846 geboren und zog 1872 nach Steinbach, wo er in erster Ehe mit Sophie Krämer verheiratet war. Nach dem Tode seiner ersten Frau schloß er die zweite Ehe mit Christine Briegel, gebürtig aus Garbenteich, im Jahre 1888. Auch die zweite Frau starb nach fünfjähriger Ehe, ebenso die zwei Kinder aus dieser Ehe. Im Jahre 1894 ging er die dritte Ehe mit seiner heute noch lebenden Ehefrau Marie Katharina Reuschling ein. Aus dieser Ehe stammen drei Kinder, die alle drei hier in Steinbach verheiratet sind. Neun Enkel können mit dem Großvater diesen seltenen Tag feiern, da ihr Ahne 89 Jahre alt wird. 00 Klein-Linden, 4. Febr. Der Turnverein Klein-Linden 18 8 9 hatte seine Mitglieder und Freunde für den Samstag zu einem Familienabend in sein mit den Bildern von Hindenburg und Hitler und den Fahnen des Dritten Reiches und den Turnerfahnen reich geschmücktes Heim eingeladen. Der Vereinsleiter Karl Weiß begrüßte die Teilnehmer und gedachte der deutschen Brüder an der Saar. Ihnen es gleichzutun, für Volk und Vaterland einzustehen, sei unsere erste Pflicht. Das gemeinsam gesungene Saarlied und das Horst-Wessel-Lied schlossen sich an die Ansprache an. Dietwart Karl E y r i n g sprach über das Thema „Leibesübungen als wichtiges Aufbaumittel unseres Volkes" und führte u. a. aus, daß unser Führer in Stuttgart gesagt habe, die Deutsche Tunerschaft habe in den Jahrzehnten, als eine liberalistische geistige Mißbildung unser Volk zersetzt habe, die körperliche Kraft der Nation gestählt und dadurch sei sie zu einem gewaltigen Faktor der Erhaltung unseres Volkes geworden. Unser Führer habe die Arbeit der DT. anerkannt und sie als unentbehrlich in unserem Volk bezeichnet. Im Verlaufe des Abends ernannte der Vereinsvorsitzende die jahrzehntelangen Mitglieder Ludwig Volk, Wilhelm Jung VIII., Wilhelm Germer und August Weller unter Würdigung ihrer Verdienste um die Turnsache zu Ehrenmitgliedern des Vereins und überreichte den Jubilaren je eine Ehrenurkunde. Turner und Turnerinnen zeigten unter Leitung des Oberturnwartes Ernst Pfaff und des Frauenturnwarts Karl Klinke! Abschnitte aus allen möglichen Gebieten des deutschen Turnens und ernteten für ihre schönen Darbietungen den Beifall der Besucher. Der übliche Tanz beschloß die schön verlaufene Feier. A Garbenteich, 4. Febr. Am Sonntabnach- mittag hielt der Turnverein „Gut Heil" seine Jahreshauptvevsammmlung ab. Vereinsführer Sommer erstattete nach der Begrüßung der Mitglieder zunächst den Jahresbericht, lieber die Tätigkeit der Handballabteilung berichtete Spielwart E. Wambsganß. Leider mußte die Mannschaft nach gut einsetzendem Spielbeginn wegen Ausfalls vieler Spieler zurückgezogen werden, es wird jedoch beabsichtigt, in Kürze eine neue Handballelf ins Feld zu stellen und sich im Frühjahr am Handball» turnier in Gießen zu beteiligen. Kassenwart Pfe f- f er konnte bei der Jahresrechnung erfreulicherweise mit einem kleinen Plus aufwarten. Nachdem dis Kaffenprüser von der einwandfreien Führung der Kasse berichtet hatten, erteilte der Bereinsführer Entlastung und bestätigte den Vorstand in der seitherigen Zusammensetzung. Im weiteren Verlaufe ernannte er als Gründer und für 25jährige Treue die Mitglieder Jak. Briegel II., Ludw. Bopp II., Hch. Jammer, Ludw. Jammer, Jak. Keß- I er, Wilh. Kullbach, Hch. Lang II., Wilhelm P i tz Jak. Rühl III., Karl Schöck I., Heinrich Stumpf VIII. und I. Wallb ottlll. zu Ehrenmitgliedern und überreichte jedem eine Ehrenurkunde. Anschließend belohnte er die aus dem Vereinsabturnen im Herbste hervorgegangenen Sieger mit einem entsprechenden Diplom. Im Namen der neuernannten Ehrenmitglieder dankte Hch. Lang II. für die Ehrung und versprach, auch weiterhin in gewohnter Treue den Verein zu unterstützen. U. a. gab er noch bekannt, daß am Gründungstage (11. Juli 1909) 48 Turnfreunde den Verein ins Leben gerufen haben. Im Laufe der Zeit fei jedoch wieder mancher freiwillig ausgeschieden, und heute deckt auch schon 17 Mitgründer der grüne Rasen, teils in der Heimat, teils im ehemaligen Feindes- land. Ihr Andenken ehrte man in der üblichen Weise. Nach Erledigung einiger kleiner Anfragen schloß Vereinsführer Sommer mit einem Sieg- Heil auf unseren Führer Adolf Hitler und die Turnsache den offiziellen Teil der Versammlung. (D Lich , 4. Febr. Den Bemühungen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins ist es gelungen, den weithin bekannten nassauischen Heimatdichter, Konrektor i. R. Rudolf Dietz aus Wiesbaden, zu einem Vortragsabend zu gewinnen. Konrektor Dietz ist ein Sohn unserer Stadt, wie er dies in seiner Familiengeschichte „Von Lich bis auf mich" ausgeführt hat. Als besonders bemerkenswert ist daraus hervorzuheben, daß einer seiner Vorfahren, der am 9. Juli 1773 zu Schwanheim bei Bensheim als Urenkel des Johann Dietrich Dietz zu Lich (1653 bis 1725) geborene Joh. Christian Dietz, sich als Klavier- und Orgelbauer und Erfinder zahlreicher anderer mu- sikalischer Instrumente, als auch technischer Maschinen eine Namen gemacht hat. Kein Geringerer als Napoleon I. wurde durch die Vielseitigkeit und Genialität dieses Mannes auf den Erfinder aufmerksam und ließ ihn nach Paris berufen. Das geschah in der ersten Hälfte des Jahres 1812, als Bonaparte gerade den Raubzug nach Deutschland und Rußland vorbereitete. Dietz erwarb sich um dis Kanalisation der französischen Hauptstadt ein be- sonderes Verdienst durch die Trockenlegung der Champs Elysees. Aber er war nicht praktisch genug veranlagt, um seine Erfindungen geschäftlich und geldlich auszubeuten. Er starb im Jahre 1849 in Brüssel. 2. Grolles Nationales Reit-Turnier 1935 in der Festhalle Frankfurt a. M. Samst. 9. Februar, abds. J.,sUhr - Sonntag, 10. Februar nachm. 3 u. abds. 8 Uhr ErmäHiole Fahrpreise für Karteninhaber aut Reichsbahn und Straßenbahn Karten sind zu haben bei der Hamburg-Amerika-Linie in Gießen Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firmg Alfred Dihel, Alleininhaber Alfred Dihel, Gießen, wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 687D Gießen, den 28. Januar 1935. Amtsgericht. Gebrauchte Schreibmaschinen und Leihmascbinen »r 42sA Niederhausen &Co. Bahnhofstr. geg. Hotel Schütz. Denk bei Deinem aalich Brot v* und Kinder Not .... und zum Bauen Abermann. an der Hütteiti Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Vermietungen Freundl. rnöbl. Zimmer ansolidenjungen Kaufmann zu vermieten, «ssv Zn erfr. i. d. Ge- schäftsft. d. G.A. | Mietgesuche | Offizier sucht 4-5-ZiDimer- Wohnung für sofort oder spät. 1. Avril. Schriftl. Angeb. unter 0416 an d. Gießener Anz. 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STUDENTENSCHAFT Dr. RAU RACH, Lektor für Auslanddeutschtum an der Universität Halle, spricht über DAS REICH u.d.TSCHECHEN Mittwoch, den 6. Februar 1935, 20 Uhr, Neue Aula. Unkostenbeitrag 20 Pf. 690 0 Deutsche am Aanga parbat Dortrag von Teilnehmer Willi Schneider am Donnerstag, dem 7.Februar, abends 6 Uhr, in der Universitäts-Aula Eintrittspreise: Vorverkauf 50 pf.,Abendkasse 60 pf. Vorverkaufsstellen: Zigarrenhaus Gemmer, Äahnhofstr. 66, Stempel.Albold, Kirchenplatz 10. 618O । Hotel Hopfeld Mittwoch,den 6 Februar Sitiläitiliesl Durch Beschluß unserer Generalversammlung vom 20. Marz 1933 sind die jährlichen Pflichteinzahlungen unserer Genossen auf ihre Geschäftsanteile von RM.60 - auf RM. 24.- herabgesetzt worden. Gesetzlicher Vorschrift entsprechend wird dies hierdurch bekanntgemacht mit der Aufforderung an die Gläubiger, sich zu melden falls dagegen etwas einzuwenden sein sollte. Handels- und Gewerbebank e. G.m. b.H. Arnold. 669t) Mattern. Mittwoch, den 6. Februar 1935, nackm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 ,s3um Löwen" zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Bestimmt: 1 Herrenfahrrad, 1 Partie Herren- und Knaben- mützen, -Hüte und -Selbstbinder, Pfeifen, Mutzen, Zigarettenetuis, Schwämme, Fleckenwasser u.a. m. 2. Bestimmt an Crt und Stelle, Bekanntgabe in obigem Lokal: 1 Büfett. 1 Bücherschrank, 1 neue komvl. Schlafzimmereinrichtung (birkevoliert). 692D 3. Weiter an Crt und Stelle: 1 Framo-Lieferwagen, 1 Schäfte- stevvmaschine, Lederwalzen, Nähmaschinen, 1 Schreibmaschine, Registrierkassen, Büfetts, Flu^arde- roben, 1 Ladentheke, 1 Waage, Kassen-, Eis- und Bücherschränke, 1 Drogenschrank,Kleider- u.Wäsche- schränke, Vertikos, 1 Spiegel, eine Truhe,Sofas,Tische,Stühle,Sessel, Chaiselongues, 1 Gasherd, 1 Grammophon, 1 Svieluhr, Oel-, Essig- und Senfgefäße, 1 Partie Stiefel, 1 komvl. Schlafzimmereinrichtung. Schwalb, Stellvertr. des Gerichtsvollziehers Junker in Gießen, Wiesecker Weg 16 Telephon 3383 Umladung zu der am Mittwoch, 6., Donnerstag, 7., Freitag, 8. Febr., nachmittags 4.30 Uhr und abends 8.30 Uhr, im Stadt- Caf6 stattfindenden S'rüfijafirs- Jlioden-^fdiau Elegante Complets, Straßen-, Tee- u. Abendkleider v. Berliner Modellbaus Marg. v. d. Boogaart, Berlin W 15, Kurfürstendamm 184. Anschließend Masken-Reigen mit Gesang, Tanz, Hnmor und schönen Frauen 0454 Auf zum Fasching! Berliner promin. Künstler treten anl Überraschungen. Damenspenden Tischbestellungen rechtzeitig erb. Eintritt nachm. 0.50, abends 0.50 M. Zum Feldzug gegen Verschandelung der Heimatnatur! Naturschutz im Dritten Neich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemä'ß.Naturschuharbeit v. prof.Or. Walther Gchoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen und Leiter der Fachstelle Naturschutz im Neichsbund Volkstum und Heimat. 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