Nr. 258 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, 4-November 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bteßener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatrvezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Testanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/a mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Zrau und Landesverteidigung Don Dozent Or. Gerhard Scholh * Hauptmann a.O. Männer führen die Waffen, wenn der Krieg die Völker und Staaten auf die Probe ihrer inneren Widerstandskraft stellt. Diese seit dem Altertum währende und durch allen Wandel der Kriegsformen bisher unberührte Wehrentwicklung hat begonnen, neue Bahnen zu betreten. Die Frage nach der E i n- ordnung der Frau in den Dien st an der Landesverteidigung ist aufgeworfen. Die auf dem Gebiete des Wehrdienstes der Frau bei einigen Fremdstaaten bekanntlich schon praktisch eingeleitete Entwicklung reicht weit in die Zukunft hinaus. Es bleibt ernstlich zu prüfen, ob wir im gegenwärtigen Zeitalter nicht auch auf diesem Gebt etete werden umlernen und unser Denken in neue Bahnen bringen müssen. Die Voraussicht, daß der neuzeitliche Krieg die ganzen betroffenen Staatsgebiete bedecken und angreifen wird, ist allgemein und unbestritten. Vorzüglich die Leistungsfortschritte der Luftwaffe haben die Staatsgebietsräume in einem früher un- ausdenklich gehaltenen Ausmaße verletzlich gemacht. Gleichzeitig ist 'die Zerstörungskraft der Sprengmittel gewachsen; der Fortschritt in der Entwicklung der Kampfgase wird bei allen Staaten, die diese Teilseite der neuzeitlichen Rüstungsmittel pflegen, sorgfälttg geheimgehalten. Die Folgerung aus dieser Entwicklung, die alle Überlieferten Kriegsformen umgestürzt hat, ist die Notwendigkeit einer Organisation der Widerstandskraft, die dem Umfange und der Art der neutzeitlichen Angriffsfähigkeit angemessen ist. Hinsichtlich der Schutzbedürfttgkeit und des Erfordernisses eines Abwehraufbaues über den ganzen Umfang der Staatsgebiete ist die allgemeine Wehrlage überall in der Welt gleichartig geworden. Der Luftschutz stellt eine entscheidend wichtige Teilseite der Landesverteidigung dar. Es liegt vor aller Augen, daß er durch die Heere und die Luftstreitkräfte allein nicht ausreichend wahrgenommen werden kann. Im Falle der neuzeitlichen Abwehr wird z. B. mindestens ein Teil der für die Heeres- bedarf-Erzeugung arbeitenden Werke zum Selbstschutz befähigt werden müssen. Der Eisenbahn- Luftschutz zeigt ein anderes ähnliches Beispiel für eine Fülle von Ausgaben, die neu gestellt sind. Ohne passive Abwehr kein dauernder Kampferfolg der Heere, ohne örtliche Wehrkraft kein Widerstandsvermögen außer den Schlachtfeldern. Wie Minderjährige und Greise, so wird auch d i e Frau von der neuzeitlichen Kampfmittelwirkung mitbetroffen sein. Damit ist eine nüchtern anzusehende Tatsache bezeichnet, die aller Urteilsbildung zugrunde gesetzt werden muß. Es ergibt sich die Einsicht, daß der Lebenszuschnitt der Frau von dem Fortschritte der geschichtlichen Wehrentwicklung nicht unberührt bleiben kann. Die Dinge wiegen zu schwer, als daß die Gleichgültigkeit gegenüber diesen in der Tat „unbequemen" Fragen oder die „Ablehnung des Krieges" gerechtfertigt werden könnte. Nicht die Meinung des einzelnen entscheidet, sondern die wahre Wider st andskraft von Volkstum und Staat, denen der einzelne eingeboren und untergeordnet ist; sie erst setzen dem Einzelleben seinen inneren Sinn und die Aufgaben des Wirkens in der Welt. Die Landeverteidigung ist nicht mehr nur — oder vorzüglich die Sache der Männer. Dienen das Heer, die Luftwaffe und die Kriegsmarine der kämpferischen Landesverteidigung mit dem Gebrauche der Waffen, so bleibt der Frau die verantwortungsvolle Teilnahme an der nationalen Abwehr. Die Wahrnehmung von Schutzauf- oaben entspricht dem natürlichen Sinn ihres erhaltenden und pflegenden Wesens. Sowenig der Frau gleichgültig fein kann, ob ihr eines Tages oder nachts die Wohnstätte unter der Sprengwirkung eines Bombentreffers über dem Kopfe zusammenbricht, sowenig kann sie mehr erwarten, daß auch in einem fortgeschrittenen Zeitalter, das bis zu den Gründen verwandelt ist, es auch künftighin allein die Sache des Mannes sei, dafür Sorge zu tragen, daß ihr Unheil entfernt bleibe — und sowenig kann sie teilnahmslos und untätig zuwarten, ob iyr jemand eine Schutzstätte bereitgestellt hat. Der Mutterschutz für die Kinder ist die seit den Urzeiten der Menschheit natürlichste Aufgabe des weiblichen Wesens. Der Schutz der minderjährigen Jugend, des kostbarsten Gutes der Nation, kann der Frau auch im Falle der künftigen Landesverteidigung weder durch eine öffentliche Einrichtung noch von sonst jemandem abgenommen werden. Das gegenroärtige Zeitalter verlangt jedenfalls die tatkräftige Frau. Nur ungern und selten erinnert man sich heute noch des „Kohlrübenwinters" 1916/17, der Sparöfen, der Nahrungsmittel - Ersatzstoffe und der Kriegsfettwirtschaft. Dem gewöhnlichen Gedanken an die angeblich völlige „Unmöglichkeit" der Wiederkehr einer ähnlichen, entsprechenden Auswirkung des „jedenfalls" fernen, künftigen Abwehrfalles steht die neuzeitliche Erkenntnis entgegen, daß die Fähigkeit zur annähernden Selbstversorgung heute überall in der Welt als ein Gesetz der Landesverteidigung gilt. Jene harten Weltkriegserfahrungen haben eine Fülle von praktischen Erfahrungen und Lehren hinterlassen, die aus dem Willen zur Bewältigung der Not hervorgegangen sind und die nicht fahrlässig vergessen werden sollten. Sie sind halbwegs vergessen worden. Die Stärke der Heere hängt an der Widerstandskraft her „Heima t", der nicht beim Heere eingeordneten Volksteile. Diese machen jenen den Rücken erst frei, und sie sind immer die Wurzeln seiner Kraft. ♦ Dieser Aufsatz ist der Zeitschrift „Wehrfront", Berlin, entnommen. Der Führer weiht die neuen Bauten in derHauptstadt der Bewegung, der Stadt der deutschen Kunst. Symbole eines einigen Bauwillens am neuen Reich. München, 3. Nov. (DNB.) Dem für München als Hauptstadt der Bewegung als Stadt der deutschen Kunst so denkwürdigen 3. November war trockenes, wenn auch durch eine Hochnebeldecke herbstlich gestimmtes Wetter beschieden. In der Gebend der Ludwigsbrücke ballten sich schon frühzeitig dichte Spalierreihen zusammen. Am frühen Vormittag begab sich der Führer zur Grab- stätte des Professors Paul Ludwig T r o o ft, des leider zu früh verstorbenen großen Baumeisters und legte einen großen Lorbeerkranz mit weißen Chrysanthemen nieder. Zu beiden Seiten des in Blumen gebetteten Grabes loderte der Feuerschein zweier Pylone als sinnvolle Ehrung für den Schöpfer der gewaltigen Bauten, deren Richtfest heute begangen wird. Die Eröffnung derLudwigsbriicke Die Feststraßen zu beiden Seiten der Ludwigsbrücke hatten einen wahrhaft großzügigen Schmuck erhalten. 150 hohe Fahnenmasten ließen die Ban^ ner des Reiches flattern. Don den vier Pylonen zu beiden Seiten des westlichen Brückenkopfes loderten die Flammen empor. Am östlichen Brückenkopf waren zwei Tribünen errichtet. Am anderen Jsarufer war vor einer 12 Meter hohen mit wein- rotem Tuch verhängten Wand eine weitere Tribüne errichtet, ihr gegenüber eine vierte Tribüne. Auf der Tribüne des Führers flankierten zwei Münchener Kindl das Rednerpult. Jungvolkpimpfe hielten das rote Band, das zunächst noch den Eingang zur Brücke sperrte. Punkt 11 Uhr kündeten Jubelrufe der Massen das Herannahen des Führers, der die Front der Ehrenformationen abschritt. Der Münchener Oberbürgermeister F i e h l e r gab dann einen Ueberblick über die Geschichte der Ludwigsbrücke und die gewaltige Bedeutung des jetzt geschaffenen Neubaues. Dann gab der Führer selbst in einer kurzen Ansprache seiner großen Freude über das Gelingen des Werkes Ausdruck, das sich in das schöne Bild der deutschen Kunststadt München gut einfügen werde. Er hoffe, daß die vielen traurigen Ereignisse, Der Führer nach dem Richtfest der Führerbauten auf dem Königsplatz. — (Weltbild-M.) 3 die in der Vergangenheit diese Brücke, heimgesucht hätten, sich in Zukunft nicht wiederholen mögen, und daß der Zug vor zwölf Jahren das letzte düstere Erlebnis dieser Brücke gewesen sein möge. Von nun an möge die Brücke, das sei sein Wunsch, nur noch Zeugin sein eines glücklichen Marsches der deutschen Nation m ein Zeitalter der Freiheit und eines inneren gesegneten Lebens. Mit diesem Wunsche übergebe er die Brücke dem Verkehr. Der Führer schritt hierauf zur Brücke. Schlag 11.30 Uhr trentne er das Band und während das Horst-Wefsel-Lied erklang, schritten der Führer und die Ehrengäste langsam über die Brücke Das Richtfest der Führerbauten Der Führer begab sich bann zum zweiten Akt dieses ereignisreichen Tages, zum Richtfest der Führerbauten. Vor dem Führerbau und dem Verwaltungshaus grüßten mächtige bändergeschmückte Richtbäume. Von den beiden großen Bal- konen leuchtete auf tiefem Braun ein goldenes Hakenkreuz. Die gesamte am Bau beteiligte Arbeiterschaft hatte am Führerbau Aufstellung genommen. Um Frau Professor Tro ost und Chefarchitekt Professor Gall scharten sich die Angehörigen des Baubüros. Nachdem der Führer die Fronten der ausgestellten Ehrenformationen abgeschritten hatte, gab Reichsschatzmeister Schwarz eine eindrucksvolle Schilderung der Geschichte der Geschäftsstelle der Bewegung und des Werdens dieser die Kraft des Führertums, die umfassende Organisation, die Größe der Bewegung und des Vaterlandes versinnbildlichenden Bauten. Dann hielt ein Arbeits- tamerab aus der Bauarbeiterschaft eine kurze Ansprache, in der er schilderte, wie Treue und Glaube die Fundamente dieser Häuser am Königs- platz seien, wie ein Wille, ein Glaube, ein Ziel, ein Symbol, ein Richtspruch alle Mitschaffenden vereint habe: Deutschland. Er rief den Kameraden des Spatens und der Kelle, der Feder und des Zirkels zu: Wir haben gebaut die Häuser der Partei, Deutschland zur Ehr' dem deutschen Volk zu Wehr! Nach ihm bestieg ein Parlier die Rednerkanzel, um den herkömmlichen Richtspruch zu halten, bei dem nach gutem Handwerksbrauch auch das Glas Wein nicht fehlen darf, das mit vollen Zügen ausgetrunken und dann als Zeichen des Glücks für den aufaeführten Bau in viele Scherben zersplittert werden muß. Der Parlier gedachte in gebundener Sprache des großen Baumeisters des Dritten Reiches, brachte auf ihn ein brausend aufgenommenes Sieg-Heil aus, und, während die Ehrenformationen präsentierten, leerte der Sprecher fein Glas auf den Führer und zerschellte es an den Kanten der Rednerkanzel. Der zweite Trinkspruch galt dem genialen Former der Führerbauten, dem verewigten Professor Tro ost: „Dies Glas kann ich nicht leeren, voll wie es ist, soll's ihm gehören!" Mit dem dritten Trinkspruch wandte sich Der Parlier an die NSDAP.: „Die den Auftrag gegeben, der wünsch' ich Glück und Segen. Mag' auch in den neuen Bauten, der alte Kampfgeist sich stets regen!" — In seinen weiteren von Hans Zo beriet n heiter und humorvoll verfaßten Worten wandte sich der Sprecher dem Reichsschatzmeister Schwarz zu, um „den Mann zu loben, von dessen Konto wir abgehoben" und ließ sein leer- getrunkenes Glas mit dem Wunsche zersplittern, „daß nichts sein Leben mög’ verbittern". Der fröhliche Richtspruch galt dann noch Frau Professor Troast, dem Chefarchitekten Gall, den Architekten und Ingenieuren und allen Arbeitsleuten vom Bau, und schließlich brachten die hübschen Verse den Wunsch zum Ausdruck, „daß bald des Führers Gunst neue Aufgaben weist für unsere Kunst!" Nach dem Richtspruch erhängen die Nationalhymnen. Dann ließ sich der Führer die beiden Sprecher der Arbeiterschaft herbeirufen, reichte ihnen die Hand und klopfte dem trinkfesten Parlier anerkennend auf die Schulter. Der Badenweiler Marsch gab den feierlichen Ausklang des Richtaktes. Dann betrat der Führer das Führerhaus, um als Baumeister dem Führerkorps der Partei den monumentalen Bau zu zeigen. Sprechchöre der auf dem Königsplatz versammelten Tausende riefen schon nach wenigen Minuten nach dem Führer, der denn auch bald auf dem Balkon erschien und für die sich immer wieder aufs neue wiederholenden Heil!-Rufe dankte. In ihnen kam nicht zuletzt die Freude und der Stolz der Münchener Bevölkerung dafür zum Ausdruck, daß der Baumeister des Reiches durch die Schaffung dieser großartigen Bauwerke auch zum baulichen Neugestalter Münchens geworden ist. Das Richtfest der Glaspalastanlagen. Als dritte Veranstaltung folgte nun das Richtfest der Glaspalast-Gaststätten und -Parkanlagen. Auch dieses Werk ist nach den Skizzen von Professor T r o o st gestaltet. Tannengirlanden schmückten den Gaststättenbau, von dessen First Der Richtbaum und die Flagge des Reiches grüßten. Generaldirektor Döhlemann, der Geschäftsführer des Kuratoriums für Die Ausgestaltung Der alten Glaspalastanlagen begrüßte Den Führer unD Die Ehrengäste unD geDachte freuDig Des Gelingens Dieses Werkes, Das aus Dem-Schutt Des GlaspalastbranDes vom 6. Juni 1931 Die Hauptstadt Der Bewegung um ein neues Juwel städtebaulicher Anlagen bereichert. Ein Parlier sprach Dann Den poetischen Richtspruch unD leerte sein Glas auf DeutschlanD unD seinen Führer, auf Den Staatsminister ADolf Wagner, Der Dieses Werk mit Rat unD Tat geförDert hat, auf Das LanD Bayern unD Die Stadt München, auf Die SpenDer, auf Die Künstlerschaft unD Die Bauleitung unD auf Die Durch Des Führers Werk geeinte Arbeiter- unD Unternehmerschaft. Ein Großteil Der während Des Krieges erfahrenen schweren Härten Des Kriegslebens ist auf Die Damals völlig fefjlenDe Vorbereitung Der Frau für Die Kriegsarbeit unD die Landesverteidigung zurückzuführen. Dabei muß noch herücksich- tigt werden, daß her deutsche Reichsboden Der gegnerischen Waffenwirkung Damals kaum ausgesetzt gewesen ist. Um was es sich hanDelt, ist eine notroenDiq wäh- renD Des Friedens unD in langen Anlaufsstufen durchzuführende Erziehungsaufgabe größten Stiles. Während eines Zeitalters her großen Ent- fcheihungen roirb offenbar, in welchem Umfang her vorgezeichneten Aufgaben bis heraufsteigenbe Ju- genb hineinwächst: es roirb sich ergeben, baß her völkische Wert biefer Jugenb vom Werte ihrer Mütter blutmäßig bebingt ist. Die sorgsame Pflege einer Kinbheit unb frühen Jugenb auf bie Sehens- roiberstanbsfähigkeit unb auf bie bebtngungslofe Daterlanbsliebe hin ist bie Aufgabe. Für eine wehrtauglich roerbenbe männliche Jugenb ist eine gefunbe unb tapfere Mäd - chen-Generation bie Grunbvoraussetzung. Das öffentliche Absehen her Frau hängt an bem, was sie barstellt: einen Wehrbereich bes Lebens, her im Völkischen wurzelt. Die Handfertigkeit in her Bedienung her neuzeitlichen Lust- unb Kampfgasschutz- sowie her Tarnungsmittel roirb einmal zum Regel- unb Pflichtbil- bungsteil werben. Das Recht unb bie Pflicht zur Mutterschaft sinh an ben Nachweis her Befähigung zum Schutz her minberjährigen, für sich noch nicht abwehrfähigen Jugenb zu knüpfen. Dem staatlichen Schutze her Ungeborenen entspricht folgemäßig bie Aufsicht über bie Wahrnehmung dieser Verantwortung. Die Dorangegangene Schulung in ben Schutzmaßnahmen, befonbers für ben Jugenbschutz, ergibt sich heraus. Ein gewisses, wenigstens für ben Notfall, unb für bie augenblickliche Hilfe hinlangendes Verständnis für bie Herstellung behelfsmäßiger Deckungen (gegen Sicht unb Splitter im freien Felbe unb Kellerverstärkungen unb -bichtungen) sollte ergänzen. Eine elementare L u f t g e fahr- Wetterlehre fehlt noch: sie ist ein Bedürfnis. Die Folgen einer Geringschätzung her leicht mit einem Lächeln abgeschobenen Dinge sinh unaus- henkbar; ober richtiger: sie finb seyr deutlich vor- auszusehen. Der Ausgabenzuwachs her Erziehung roirb freilich erst später einmal im vollen Umfange zu überblicken sein. Sie muß bie weltanschauliche Festigung, ein Minbestmaß an Wissen über ben Gebrauch her Selbst- unb Jugenbschutzmittel, über bie notwirtschaftliche Haushaltsführung unb eine vorzüglich praktische Ausbildung umfassen. Die neue Jugenb muß Schulter an Schulter her- aufwachsen. Dafür roirb es von bebeutenber Ent- scheibung sein, baß bie Geschlechter von Kindheit an in selbstverständlicher llebereinftimmung sind hinsichtlich Der Mitverantwortung an Der Landes- oerteiDiaung. Die seine Weiblichkeit braucht unter der waffenlosen Wehrschulung nicht zu leihen; vielleicht trägt aber gerabe diese doch entscheidend mit dazu bei, daß derjenige Helle, widerstandsfähige und tapfere Frauentypus entwickelt wird, den nur als Gestalt des Dritten Reiches, unseres Blutes, unseres Deutschseins wünschen müssen. Die Wersabe des Hauses der deutschen Aerzte. Als vierte im Kranze der Münchener Feiern folgte die Einweihung des Hauses der deutschen Aerzte. Punkt 15 Uhr fuhr der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß vor, von Reichsärzteführer Dr. Wagner begrüßt. Amtsleiter Dr. Scholten kennzeichnete die Weihe des Aerztehauses als Mark- stein in der Geschichte der deutschen Aerzteschaft und betonte, daß das Haus bestimmt sei als Pflegestätte nationalsozialistischen Denkens und Arbeitens und als Wirkungsstätte im Dienste der Volksgesundheit. Der Stellvertreter des Führers übergab sodann den Neubau seiner Bestimmung mit dem Ruf: „Möge dieses Haus beitragen zum erfolgreichen Wirken der deutschen Aerzteschaft zum Wohle des deutschen Volkes!" Alsbald danach fuhr der Führer vor, abermals von herzlichsten Kundgebungen der Liebe und Treue begrüßt. Er wurde vom Hauptamtsleiter Dr. Wagner empfangen und durch die Räume geführt. Deutschland soll wieder schön,stark und reich werden Oer Führer spricht auf dem Kameradschastsfest der Werkleute. An den Richtakt der Glaspalastanlagen schloß sich ein kameradschaftliches Zusammensein der an diesem Werk beteiligten Unternehmer und Arbeiter im Festsaal der Mathäfer-Bierhallen. Kaum eine andere Gelegenheit konnte besser zeigen, wie die Führer des Staates und der Partei mit dem Volk, die Unternehmer mit den Arbeitern im neuen Reich verbunden find. Der Stellvertreter des Führers saß mitten unter den Zimmerleuten, die in ihrer Freude ein dreifaches „Holz her!" ausbrachten. Zn einer kurzen Ansprache wies er darauf hin, wie in München und überall in Deutschland durch das Zusammenwirken aller schaffenden Volksgenossen Neues und Bleibendes entstehe. Dank dafür gebühre dem Baumeister, der an der Spitze des deutschen Baues steht und dafür sorgt, daß in Ruhe und Sicherheit geschafft werden kann, der eine Armee gegründet hat, in der alle dienen, gleichgültig ob arm oder reich. Die am Königsplatz beschäftigten Arbeiter und Angestellten versammelten sich zu einem gemeinsamen Mittagessen in dem großen Saal des Löwenbräukellers. Mit ihnen hatten Mitglieder der Reichsleitung, Männer des Staates und der Wehrmacht der Einladung Folge geleistet. Das Beisammensein wurde zu einem herzerhebenden Akkord der Volksgemeinschaft. Unmittelbar vor der mit Hakenkreuzfahnen ausgeschlagenen Bühne nahm der Führer Platz, zu seiner Rechten Frau Professor T r o o st, zu seiner Linken Reichsschatzmeister Schwarz. Stolz und Freude leuchteten aus den Augen der Arbeiter. Während sie bewirtet wurden, wanderte ihr Blick immer wieder hinüber, dorthin, wo der Führer mitten unter seinen Arbeitern saß. Eine große Auszeichnung wurde den vielen Hunderten von Arbeitern, Handwerkern, Meistern und Gesellen dadurch zuteil, daß jeder dieser Volksgenossen ein Bildnis des Führers in silbernem Rahmen mit der eigenhändigen Unterschrift Adolf Hitlers erhielt. Den Höhepunkt der Veranstaltung aber bildete die Rede des Führers. Der Führer ging davon aus, wie ungewöhnlich es im alten Staat gewesen wäre, ein Richtfest wie das heutige in seiner Geschlossenheit und seiner Volksgemeinschaft zu feiern. Nur aus der Kraft und Gemeinschaft des neuen Reiches konnte ein solches Werk geschaffen werden. Wenn man frage: Warum so groß? so antworte er: Weil die Bewegung so groß ist, die es verherrlichen sollt Warum aus Stein? Weil die Partei so hart ist wie Steint Wir haben diese Bauten so schön gemacht, weit sie nicht einzelnen von uns gehören, weil sie allen gehören! Weil sie das ganze deutsche Bolk verherrlichen sollen! Das große Werk wird ein Denkmal deutscher Kunst sein, jener Kunst, die wieder Monumente des wahrhaft künstlerischen Sehens und Erlebens geschaffen hat. Der Führer sprach von dem Stolz, der alle erfüllen könne, die an einem solchen Werk Mitarbeiten durften: Jeder einzelne, der mithelfe, baue sich dadurch sein eigenes Denkmal. Ein wunderbares Kunstwerk, das für die spreche, die es erdacht haben und dann erstehen ließen, an- aefangen von unserem großen Baumeister bis zum letzten Steinträger. Sie bauen es für Jahrhunderte und Jahrhunderte. Heute stünden wir e r ft a m Ende des zweiten Baues. Andere würden folgen und versuchen, den früheren an Schönheit gleichzukommen. Er sehe im Werden dieses Werkes das Symbol des Willens im neuen Reich. Der Führer sprach von der Hauptstadt der Bewegung als einem Eckpfeiler des Reiches, von einer neuen Blüte des deutschen Kun st Handwerks, das sich in solchen Bauten entfalte, von der Wiederbelebung' der deutschen Steinindustrie und der Beschäftigung ihrer deutschen Arbeiter. Und so wie der Nationalsozialismus hier am Werke sei, wirke er für das ganze Reich. Deutschland solle wieder schön, stark und reich werden. Schön in seinem Anblick! Stark in seiner Geschlossenheit! Reich an all den Gütern und Tugenden, die notwendig sind, um in diesem Leben zu bestehen. Der Führer gab seinen Empfindungen Ausdruck, roje glücklich es ihn mache, seine Arbeitskameraden hier begrüßen zu können. Er sei ja s e l b st vom Bau, und immer ziehe es ihn dorthin zurück, woher er gekommen sei. Er komme daher sehr oft in diese Stadt und sei glücklich, wenn er ihre Bauplätze besuchen könne. Im Anblick dieser Bauten lebe er auf und sehe in ihnen symbolisch das Werk des neuen Reiches und seiner Gemeinschaft. Für diese Volksgemeinschaft bauen wir die Häuser! Wenn er heute inmitten seiner Arbeitskameraden weile, dann empfinde er diesen Tag als einen besonders glücklichen in seinem Leben. „Es ist wunderbar, was wir hier schaffen. Politiker, Handwerker und Baumeister, alle an einem einzigen Werk tätig. Lernen wir aus dem heutigen Bau: E i n Auftraggeber, e i n Bauherr, e i n Plan, e i n Wille. Alle arbeiten gemeinsam an dem großen Werk, am Bau des heiligen Deutschen Reiches." Als der Führer geendet hatte, wollten die Heil- Rufe kein Ende nehmen. Immer wieder ging brausender Jubel durch den Saal, immer wieder mußte der Führer danken für die ihm bereiteten Huldigungen. Eine Viertelstunde weilte der Führer noch im Saal, von allen Seiten um Unterschriften bestürmt, die er bereitwillig gab. Dann schritt der Führer unter den Klängen des Badenweiler Marsches zum Ausgang. Da und dort schüttelte er die schwielige Hand eines der Arbeiter und nahm mit herzlicher Freude Abschied von dieser denkwürdigen Stätte. Dieselbe Begeisterung, derselbe Jubel, die den Führer empfangen hatten, begleiteten ihn auch aus dem Saal. Wald und Weidwerk im Dienst des deutschen Volkes. Veichsjägermeister Hermann Göring spricht in Braunschweig zu den Jägern. Braunschweig, 4. Nov. (DNB.) Der Reichsjägermeister Hermann Göring traf am Sonntagabend hier ein, um an der Tagung der Landes- und Gaujägermeister im Reichsjägerhof Hermann Göring teilzunehmen. Im historischen Rittersaal der Burg Dankwarderode hatten sich die Landes- und Gaujägermeister Deutschlands mit ihren Stäben eingefunden, unter ihnen auch Reichs- ftatthalter Ritter o. Epp als Landesjägermeister von Bayern, Reichsstatthalter Sprenger als Landesjägermeister von Hessen, außerdem zahlreiche Offiziere der Wehrmacht. Auch SA., SS. und die übrigen Gliederungen der Bewegung waren gekommen, um den alten Kampfgefährten zu bemühen. Hermann Göring begab sich aus den vom Scheinwerferlicht hell erleuchteten und mit den Farben des jungen Reiches geschmückten Altan ber Burg. Als die brausenden Heilrufe der den Platz dicht umsäumenden Menge verhallt waren, ergriff der Reichsjägermeister das Wort zu einer Ansprache, in der er Aufgaben und Zielsetzung der deutschen Jäger- schäft umriß. In den Jahren seit der Machtergreifung, so führte er u. a. aus, ist auch für den deutschen Wald und das deutsche Wild viel getan worden. Unter der festen Führung des Staates find Gesetze geschaffen worden, die nun der weiteren Arterhaltung unseres Wildes und auch der Erhaltung unseres Waldes dienen. Wald und Flur und die dort von Gott eingesetzten Kreaturen sind G e - samtgut des deutschen Volkes. Wir wollen in den Geschöpfen den Schöpfer ehren. Unser herrliches Deutschland soll und muß seine Vielgestaltigkeit in der Natur behalten, denn sie gibt dem schwerarbeitenden deutschen Volksgenossen Lust und Liebe zur Heimat und die Möglichkeit zur Erholung und Sammlung. Es ist kostbares Volksgut auch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus, das uns hier anvertraut ist. Ich glaube, allein der gewaltige Beitrag der deutschen Jägerschaft zum vorjährigen Win ter - hilfswerk hat dem Volke blitzartig gezeigt, welchen wichtigen Faktor das Wild auch in der Ernährung des gesamten deutschen Volkes darstellt. Ich weiß, daß, wenn ich die deutsche Jägerschaft in diesem Jahre wieder aufrufe, sie sich auchdiesmal nock überbieten wird. Wenn die deutsche Jägerschaft aber ihrerseits ihre Pflicht erfüllt, so darf sie auch erwarten, daß der einzelne Volksgenosse das ©einige dazu tut, um diese Arbeit zu ermöglichen. Auch hier gilt der Satz, daß der Gemeinnutz vor Eigennutz geht. Es darf nicht sein, daß jemand dem deutschen Wild im deutschen Wald jedes Recht auf Aesung abspricht. Auch das Wild hatein Rechtzum Leben, denn Gott hat es geschaffen. Die Jaadhaltung darf nicht durch übertriebene Ansprüche gegen Wildschaden unmöglich gemacht werden. Wir erwarten von den Organisationen und Ständen und von den einzelnen Volksgenossen die Anerkennung des deutschen Weidwerkes. Der Reichsjägermeister wandte sich dann dagegen, alles zu kultivieren, was in Deutschland an Boden vorhanden sei. Wir zerstören damit die Naturquellen, die uns nun einmal als Schönheit gegeben worden seien. An alle Volksgenossen richtete der Reichsjägermeister den dringenden Appell, den Wald als ein von Gott gegebenes Geschenk zu achten. Er solle uns eine Stätte der inneren Sammlung und Erbauung sein. Die Jäger müßten sich der hohen ethischen Verpflichtungen, die mit dem Weidwerk verbunden seien, stets bewußt sein. Wir brauchen Jäger, so schloß er, die die innere Verpflichtung in sich fühlen, d i e Hegerei der Jägerei voranzustellen. Ich verlange deshalb, daß die deutsche Jägerschaft das sittliche Ideal des Nationalsozialismus in sich aufnimmt: Nichts für die eigene Person, alles f ü r unser deutsches Volk. Weidmannsheil! Indienststellung des Kreuzers „Nürnberg". Kiel, 2. Nov. (DNB.) Als gegen 9.30 Uhr ein flinkes Chefboot der Kriegsmarine mit blitzendem Messingschornstein von der Reventlow-Brücke im Kieler Hafen anlegt, liegt ein hauchzarter grauer Schleier über Hafen und Förde. Fast silhouetten- haft wirkt der graue Leib des Kreuzers „Königs- b e r g", der bei der Boje am Signalturm liegt. Gespenstisch ragen die schwarzen Schatten der vierten Torpedoboots-Halbflottille an der Blücher-Brücke in den Dunst. In rascher Fahrt schäumt unser Boot quer durch den Hafen. Aus einem Gewirr von Werft- und Arsenalgebäuden und Kränen hebt sich allmählich die Nürnberg heraus, die am Artilleriekai des Marinearsenals an dem Ostufer des Kieler Hafens liegt. Ueber das Fallreep geht es a n B o rd. Auf der Schanz unter den Drillingstürmen tritt ein Teil der Besatzung des Kreuzers „Nürnberg" gemeinsam mit den Arbeitern und Angestellten aller Abteilungen der Bauwerft, der Deutschen Werke, an, während der Rest der Besatzung auf dem Kai dicht neben dem Schiff divisionsweise Aufstellung nimmt. Um 9.45 Uhr treffen die Ehrengäste, Gauleiter Streicher und der Nürnberger Oberbürgermeister Die eihe der neuen Meinbrücke. Die neue Brücke ist deshalb von so großer wirtschaftlicher Bedeutung, weil bisher auf der 150 Kilometer langen Strecke zwischen Bonn und Mainz nur eine feste Straßenbrücke bei Koblenz vorhanden war. Die Brücke hat eine Länge von insgesamt 496 Meter. — (Scherl-Bilderdienst-M.) LPD. Neuwied, 3. Nov. Bei herrlichem Herbstwetter fand die feierliche Einweihung der neuen Rheinbrücke bei Neuwied, die den Namen „Her- mann-Göring-Brücke" erhielt, durch den preußischen Ministerpräsident statt. Die Fahrt des Ministerpräsidenten durch die Straßen von Neuwied glich einem Triumphzug. An der Rampe der neuen Brücke schritt der Ministerpräsident dann die Fronten der Ehrenstürme ab. Unter nicht endenwollenden Heil!-Rufen wies dann der Ministerpräsident darauf hin, daß der Bau dieser Brücke wieder einen Beweis des Aufbauwillens des deutschen Volkes geliefert habe. Es fei ein herrliches Gefühl, überall, wohin man komme, die sehen, wie neues geschaffen werde. Wenn auch heute noch hier und dort Schwierigkeiten beständen, wenn Rohstoff- und Devisenmangel uns noch zwängen, von manchem abzusehen, so sei das nicht das Entscheidende. „Das Entscheidende", so rief der Ministerpräsident aus, „ist der l e i = denschaftliche Wille zum Leden unseres Volkes, zum Aufbau unserer Nation. Dieser Wille geht vom Führer selbst aus. Der unerschütterliche Tatwille unseres Führers hat schon größere Schwierigkeiten überwunden. Solange das Volk in blindem Vertrauen zum Führer stehe und von einem unbeugsamen Willen zur Tat erfüllt sei, werde das deutsche Volk vorwärtsgehen, alle Schwierigkeiten überwinden und sich den Platz an der Sonne sichern, der ihm für seine Arbeit, seinen Fleiß und seine Tüchtigkeit gebührt. Mein Wunsch ist, daß diese Brücke immer und zu allen Zeiten ein Werk des Friedens, der friedlichen Ver- binbung von Ufer zu Ufer, aber auch von Volk zu Volk fein soll. Ich übernehme die Brücke im Sinne der Pflichterfüllung jedes einzelnen. Wenn sie den Namen „Hermann Göring" trägt, bann trägt sie ben Namen eines Mannes, ber über alle Ehren unb Titel hinweg leidenschaftlich nur eins sein will: Nationalsozialist!" Nach bem Sieg-Heil auf ben Führer schritt ber Ministerpräsident mit ben Ehrengästen über bie neue Brücke nach bem linksrheinischen Weißenthurm, wo ihn bie Bevölkerung herzlich bewillkommnete. Der Ministerprädent verbrachte bann gemeinsam mit ber Gefolgschaft bes Brückenbaues eine Fest- ftunbe. Am Brückenkopf ber neuen Brücke auf ber Neuwieber Seite ist eine Tafel mit folgenber Inschrift eingelassen: „Hermann-Göring-Brücke. Erbaut 1934/35. Wo Julius Cäsar einst "bie erste Rheinbrücke schlug, um seine Hanb nach unserer Freiheit auszustrecken, hat deutscher Wille unter bem Führer unb Reichskanzler Adolf Hitler diese Brücke errichtet. Ihr Bau half die Arbeitsnot des Volkes wenden, ihr Name dankt den Männern, die dem Führer im Kampf um das Reich zur Seite standen." Weiter Sprenger weiht die Ängmäde!- Führerinnenschnw Hessen-Nassau in Wiesbaden. LPD. Wiesbaden, 2. Nov. Die neu eingerichtete, inmitten der Taunuswaldungen an der Platter Straße gelegene Jungmädel-Führerinnen- schule des Obergaues Hessen-Nassau, die 15. im Reich, ist durch Gauleiter Sprenger ihrer Bestimmung übergeben worden. Nach der Begrüßung durch die Ob^rgauführerin Else Riese und einer trefflichen Darbietung der Obergau-Spielschar um- riß die Reichsreferentin des BDM. Trude Mohr Zweck und Ziele dieser Führerinnenschulen. Die Führerinnen der Jüngsten sollen hier geschult und geformt werden zu treuen Einsatzbereitschaft für die hohen Ziele des Führers. Alle Arbeit gelte ber großen Pflicht, die getarnte deutsche Jugend zu erfassen, damit sie geschlossen auf den Befehl bes Führers antrete unb nach ben Gesetzen hanble, unter beneW ber BDM. heute schon steht. Es gelte bie Ha111ung vorzubereiten, baß bie Jungmädchen später als Mädchen und als Frau das nationalsozialistische Gedankengut für ihren Umkreis spürbar werden lassen. Solcher Geist müsse in den Führerinnenschulen stets heimisch sein. Gauleiter Sprenger wies bie Iugeuo darauf hin, daß ihr durch die Schaffung dieser Schule neue Wege gewiesen worden seien. Schon die freie Lage dieser Schule inmitten der schönen Landschaft beute barauf hin, baß hier jebes Mädchen sich in Freiheit gemäß seinen Anlagen entwickeln soll. Der Gauleiter versicherte, baß von ihm alles getan werbe, um bie Bestrebungen der Jugend zu unterstützen und zu fördern. Hier sollten die ausgesucht werden, die sich zur Führerin eignen. Wenn der deutsche Mensch seinem Blute folge und auch der Verstand dieser Stimme Gefolgschaft leiste, dann sei er auf dem rechten Wege. Diese Schuld müsse verhindern, daß je wieder fremder Geist und damit Gift in die Herzen der Jugend einziehe. Wer in der Jugend den Nationalsozialismus erlebt habe, der könne nicht mehr wankend werden. Der Gauleiter weihte hierauf die Schule und übergab sie der deutschen Jugend, die im G e i st e des Führers erzogen werden solle. Nach ber Flaggenhissung erfolgte ein Runbgang burch bas Haus, ber baoon überzeugte, daß sich die deutsche Jugend hier eine Stätte froher Arbeit geschaffen hat. Der Schulungsplan jeden Kurses, ber 14. Tage bauert, sieht jeben Tag zwei bis brei Stunben Sport unb Volkstanz, eine Stunbe Ge» länbe- und Fahrtenkunde, Sanitätsübungen usw., sowie zwei Stunden Werkarbeit und Basteln vor. Es sprechen u. a. über das Thema „Die Deutsche Landschaft" Professor Dr. Roedemeyer, über „Der Deutsche Bauer" Landesbauernführer Dr. Wagner über „Unsere Weltanschauung" Gau- schulungsleiter Ruder und über „Unsere Deutsche Kunst" Dr. Weh n. Liebel, ein. Der Kommandant Kapitän zur See Schwund t ergreift das Wort. Als fein Kommando: „Heißt Flagge unb Wimpel" ertönt, steigt langsam unter ben Klängen bes Präsentiermarsches bie ^riegsflagge am Heck empor. Am Schluß ber Ansprache ertönt das Kommando: „Besatzung still- aeftanben!" Bei präsentiertem Gewehr der Sicherheitswache braust bann ein dreifaches Sieg-Heil aus kräftigen Kehlen. Leuchtenden Auges stimmen die an der Kaimauer stehenden Arbeiter des Marinearsenals kräftig mit ein. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied klingen feierlich über bas Wasser. Die Indienststellung ist beendet. Die Mannschaft tritt ab. Da bittet (Bauleiter Streicher bie zur Besatzung gehörenden Franken auf bie Schanz. 19 Mann sinb angetreten. Er ermahnt sie, den Namen „Nürnberg" stets in Ehren zu halten und allzeit als ganze Männer für Volksgemeinschaft unb Vater- lanb einzutreten. Oberbürgermeister Liebel weist besonders darauf hin, daß die Stabt Nürnberg stets mit dem Kreuzer „Nürnberg" und besonders den auf ihm befindlichen Landsleuten in enger Verbindung bleiben werde. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generaloberst v. Blomberg besichtigt vom 4. bis 6. November verschiedene Standorte des Heeres und der Luftwaffe im Bereich des V. Armeekorps. In Krakau stellte ein Ausschuß unter Vorsitz bes höchsten polnischen Militärarztes, bes Generals Rouppert, fest, daß bie Balsamierung ber Leiche Pilsudskis einwandfrei ist. Jedoch wurde die Uniform gewechselt, die durch das Eindringen von Luft in ben Sarg Beschädigungen erlitten hatte. Weiter wurde beschlossen, einen neuen Sarg in Auftrag zu geben, in Öen ber jetzige Metallsarg hineingesetzt werben soll. Etwa vom 15. Dezember an wirb bann bie sterbliche Hülle bes Marschalls nicht mehr für bas Publikum sichtbar sein. ♦ Der bisherige Inspektor des bulgarischen Artilleriewesens General Saimoff, ber vorige Woche vom Hohen Militärrat in ben Ruhestanb versetzt worben war, ist verhaftet, da er in den Um- sturzplan des Obersten a. D. Weitscheff verwickelt gewesen ist, mit dem er sich zusammen mit weiteren 26 Verschwörern vor dem Militärgericht zu verantworten haben wird. Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. November 1935 befördert zum General der Panzertruppe: Generalleutnant Lutz, Kommandierender General der Panzertruppen, zugleich Inspekteur der Krastfahr- karnpftruppen und der Heeresmotorisierung. i Z <> (Scherl-Bilderdienst-M.) Saarbrücken, 2. Nov. (DNB.) Auf einer Besichtigungsfahrt durch das Saarland fuhr Ministerpräsident General Göring über Dudweiler, Fried- richsthal, Sulzbach nach Grube Reden. Das Saarvolk jubelte dem Getreuen des Führers aus vollem Herzen zu. Auf der Grube Reden fuhr der Ministerpräsident zusammen mit Reichskommissar B ü r ck e l in die Grube ein. Ministerpräsident Göring verfolgte mit großem Anteil die technischen Aufbauarbeiten und nahm vor allem Gelegenheit, sich auch mit den Bergleuten im Schacht zu unterAsmara, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Eine am Sonntagabend ausgegebene amtliche Mitteilung bestätigt die Wiederaufnahme des Vormarsches an der Nordfront und kündigt gleichzeitig an, daß die Truppen auch an der S o m a l i f r o n t wieder weiter vormarschieren. Das eingeborene Armeekorps an der Nordfront stand am Sonntagabend bei H a u s i e n. Nach italienischen Berichten wurden die Truppen beim Einmarsch in neubesetzte Ortschaften von der Bevölkerung freudig begrüßt. De Bono begab sich mit seinem Stab in die Gegend südlich von Adigrat, um dem Abmarsch der Truppen zum weiteren Vorgehen beizuwohnen. Die abessinischen Streitkräfte sollen sich beim Herannahmen der Italiener weiter zurückgezogen haben, scheinen sich aber jetzt südlich Makalle zu sammeln. Es ist aufgefallen, daß die Italiener am S e ti t-Ab sch n itt, der den Zugang nach (Bonbar und nach dem Tana-See bildet, vorläufig noch eine abwartende Haltung einzunehmen scheinen. Dabei sollen gerade der Hauptstadt der Bewegung München wurde die Vereidigung der Gauarbeitskammern zuerst vorgenommen. Dabei führte Dr. Ley u. a. folgendes aus: „Unser oberster Grundsatz muß immer die Gemeinschaft sein. Es genügt nicht, sie nur zu predigen, sondern wir müssen Institutionen bilden, in denen die Gemeinschaft geübt wird. Nationalsozialismus ist immer Streben nach Vollendung. Es gibt nur einen Nationalsozialisten, der vollkommen ist, und das ist unser Führer. Die Aufgabe der DAF. ist es, den Volksgenossen zu stärken in seinem Kampf um das Schicksal. Wir können ihm diesen auf diesem Abschnitt starke abessinische Abteilungen zusammengezogen werden. Italienische Flugzeuge konnten in der Gegend von Orn Agar an der Su- dan-Grenze eine Ansammlung von tausenden von Kamelen beobachten. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß man mit einem starken abessinischen Vorstoß aus dieser Gegend zu rechnen haben wir, der gleichzeitig mit einem Gegenangriff der Abessinier in Richtung Makalle erfolgen dürfte. Mit der Besitznahme von Makalle würden sich die Italiener in den Besitz der alten Karawanenstraße, die nach dem Innern Abessiniens führt, gebracht haben. Makalle selbst ist ein wirtschaftlich hochentwickeltes Gebiet. Wichtig vor allem ist hier der Salzhandel. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sich den Italienern mit der Besetzung Nordabessiniens eröffnen, sind sehr groß. Es sind bereits italienische Sachverständige eingetroffen, die metallurgische Vorkommen, vor allem goldhaltiges Gestein, unter- Neuer Bormarsch derZtaliener Makalle ist das nächste Ziel. Deutschlands Aufrüstung eineLeistung für den Frieden Ministerpräsident Görings Rede in Saarbrücken. Ministerpräsident General Göring auf der Grube Reden im Bergmannsanzug. — (Weltbild-M.) halten, was bei den Bergleuten ganz besondere Freude auslöste. Nach Beendigung der Grubenfahrt fand im Zechensaal ein Betriebsappell statt. Auch hier wurde der Ministerpräsident mit lauten Heilrufen begrüßt. Dann fuhr Ministerpräsiden Göring über Neunkirchen, Spiesen, St. Ingbert nach Saarbrücken, wo er auf einer großen Kundgebung in der Wartburg sprach. Er erinnerte an jene schweren Stunden, wo das ganze deutsche Volk aus die Stimme des Volkstums an der Saar lauschte, an jenen Kampf um die völkische Freiheit des Saaroolkes, der in einem gewaltigen Bekenntnis zum Deutschtum gipfelte. Wenn man geglaubt hatte, mit dem Versailler Diktat über den deutschen Menschen einfach zur Tagesordnung übergehen, deutsche Teile herausreißen zu können, um sie vielleicht bei anderen Völkern anzugliedern oder durch besondere ideelle oder materielle Vorteile untreu am eigenen Volkstum machen zu können, dann hat man hier an der Saar und dort an der Memel erkennen müssen: Was deutsch ist, bleibt deutsch ! (Stürmischer Beifall.) Wenn man glaubte, vielleicht leichter einen Teil des deutschen Volkes abspenstig machen zu können, wenn man das Heimatland unter besonders schweren Druck sehen würde oder wenn NotüberNotim Heimatland herrschte, so wurde auch hier wieder bewiesen, daß all diese Imponderabilien hier nicht mitsprechen, wenn das Blut betroffen wird und Blut zu Blut zurückzuströmen beginnt. Das Bekenntnis der Saar war nicht nur das Bekenntnis zu Deutschland; es war auch das für Adolf Hiller. (Stürmischer Beifall unterbricht minutenlang den Redner.) Denn Deutschland ist Hitler, und Hitler ist Deutschland. Das Reich bot keine goldenen Schüsseln, das Reich forderte Opfer. Und doch kehrte die Saar zurück, nicht weil man Speck und Schinken erwartete, sondern weil das Blut zum Deutschtum hinwies. Es ist selbstverständlich, daß nicht jede Generation für sich allein da ist. Wenn wir heute unser Volk wieder so hoch emporsteigen sehen, so nur deshalb, weil unsere Väter und Vorfahren für uns gearbeitet und gekämpft haben. Jede Generation ist nur ein Glied in der großen Kette, die Geschichte heißt. Unsere Generation hat darum die Pflicht, sich ihrer Vorfahren und Ahnen würdig zu zeigen, ein würdiges Glied in dieser Kette zu bilden, die wieder der nachkommenden Generaton den Anschluß geben soll. Das ist der wahre Inhalt der Lehre von Blut und Boden, die nichts zu tun hat mit einer romantischen Vorstellung von germanischem Gotteskult und Wotansglauben. Wir verstehen unter Blut und Boden als Grundlage unseres Volkstums die Rückkehr zu einer heroisch-germanischen Geistes- Haltung, deren Tugenden wir wieder zur all- aemeinen charakterlichen Haltung des deutschen Volkes machen wollen. Man müsse den Deuschen an der Saar dankbar sein, daß sie durch ihre Entscheidung dazu beitrugen, die Bahn für d i e Erhaltung des Friedens zu ebnen. Von Frankreich wollen wir nichts anderes als den Frieden. Mögen die Franzosen endlich von jener wahnwitzigen Vorstellung abkommen, als lauerten wir nur darauf, eines Tages Frankreich zu überfallen. Wir haben uns im großen Völkerringen kennengelernt, und wir haben Achtung voreinander. Wir brauchen unsere Kräfte nicht mehr in einem Waffengang zu messen. Wir wollen unseren Wettstreit lieber in friedlicher Arbeit austragen. Ich bin überzeugt, so wie das deutsche Volk den Frieden wünscht, wünscht auch das französische Volk nichts sehnlicher als den Frieden. Es sind noch niemals die Völker gewesen, die den Krieg wollten. Denn die Völker haben die Lasten und Opfer jedes Krieges zu tragen. Aber dieser Friede hängt nicht allein von uns ab. Und deshalb haben wir uns die Sicherung geschaffen, daß dieser Friede uns nicht so leicht gestört wird. Die A u f r ü st u n g Deutschlands ist deshalb ein positiver Beitrag zum Frieden gewesen; denn ein wehrloses Land ist für seinen Nachbarn immer ein großer Anreiz. Nun aber, nachdem Adolf Hitler dem deutschen Volk das Schwert wiedergegeben hat, können wir ruhig sein, denn das ist es gerade, weshalb das Volk mit einer grandiosen Hingabe an ihm hängt. Es ist selbstverständlich, daß wir ihm alles geben, was wir hab en, und wenn er ruft, kommen wir, und was er will, wird ihm gegeben. Denn er verlangt nichts für sich, sondern alles nur für sein Deutschland, und deshalb, meine deutschen Volksgenossen, steht hinter dem Führer wie bisher! Solange ihr ihm folgt, folgt ihr ihm auf dem Pfade, der Deutschland zu Glück und Größe führt. (Lang anhaltender brausender Beifall.) Vereidigung der Gauarbeiis- kammer München. München, 2. Nov. (DNB.) In diesen Tagen finden im ganzen Reich die Vereidigungen der Gauarbeitskammern statt, die der Reichsleiter der DAF., Dr. L e y, persönlich vornahm. In Kampf nicht abnehmen, er muß ihn allein führen. Wir aber müssen ihm das R ü st z e u g in die Hand geben, daß er diesen Kampf leichter besteht. Menschen, die zwar in der Gemeinschaft leben wollen, aber sich nicht an den Gemeinschaftsleistunaen beteiligen, gehören ausgemerzt. Vertrauensrat, Arbeitsausschuß, Arbeitskammer und Arbeits- und Wirtschaftsrat, sie alle dienen dem einen Gedanken, das Vertrauen im Betrieb zu hüten. Dabei ist es von großer Wichtigkeit, daß der Betriebsführer nicht als Partner des Vertrauensrates gilt, sondern a l s Mitglied im Vertrauensrat. Alle diese Männer kommen aus der Art, ob Betriebsführer ob Arbeiter. Sie sollen mit ihrem gesunden Menschenverstand zu den schwebenden Fragen em Urteil ab» geben. Sie sollen auf dem Boden der Gemeinschaft sich einigen mit dem Grundsatz „Nur was meinem Volke nutzt, ist richtig „Und über all ihrem Handeln soll immer stehen das eine Wort: „Deutschland". 1 V.-X- SETir mngbalfl Dorfrand DWsRbeba JTAL. FRONT AB ESS. FRONT KENIA-KOLONIE ENGL.( ägypt: SUDAN f^franz- SOMALI . AI)$5A1ka§a v ) ßenflb Gedogubij^ * c/7 WARANDA8(•* 65^- Oonöar t^-^SEE a« mussaI AU <^fflbeir= ML kommt jetzt zur Verarbeitung! Hierdurch wurde ALVA noch edler und zarter, ihr Aroma noch blumiger und feiner. suchen sollen. Seit langem verlassene Goldgruben sind wieder in Betrieb genommen worden, doch dürften vorläufig noch keine großen Erträge zu er- warten sein. Am 18. Aovember treten die Sanktionen in Kraft. Die Beschlüsse der Genfer Konferenz. Genf, 2. Nov (DNB.) Die Sanktionskonferenz hat die Entschließung zu den Sanktionsvorschlägen 2, 3 und 4 angenommen. In diesen drei Entschließungen wird davon Kenntnis genommen, daß die Kreditsperre gegen Italien bereits von 39Regierungen durchgeführt werde, und daß sich 43 Regierungen bereit erklärt hätten, die Ein- und Ausfuhrsanktionen gegen Italien anzuwenden. Alle Völkerbundsmitglieder wurden aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um diese Sanktionen auf allen ihren Gebieten vom 18. November ab durchzuführen. Der französische Ministerpräsident Laval erinnerte an seine wiederholten Erklärungen, daß Frankreich den Pakt loyal anwende. Man müsse aber so schnell wie möglich eine gütliche Regelung des Konfliktes anstreben. Da Frankreich am 7 Januar d. I. einen Freundschaftsvertrag mit Italien geschlossen habe, werde er mit aller Zähigkeit die Suche nach all den Elementen fortsetzen, die als Grundlage für ein etwaiges Verhandeln dienen könnten. Jedoch nur im Rahmen des Völkerbundes könnten Vorschläge geprüft und Entscheidungen getroffen werden. Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare erklärte: Wenn der Völkerbund seinen Einfluß behalten solle, sei ein kollektives Vorgehen unvermeidlich. Das Ziel sei die Abkürzung des Krieges. Wir werden weiterhin für einen Frieden arbeiten, der für alle Beteiligten ehrenvoll ist. Hinter dem Rücken des Völkerbundes werde keine Vereinbarung geschlossen werden. Nichts läge ihnen auch ferner, als eine Vereinbarung herzustellen, die nicht für alle drei streitenden Parteien annehmbar sei. Nach den Erklärungen Lavals und Hoares sprachen zahlreiche Vertreter ihre Befriedigung über das gemeinsame Streben der beiden Mächte nach einer baldigen Wiederherstellung des Friedens aus. Der Vorsitzende schloß die Sitzung und betonte, daß der Weg der Versöhnung auch in Zukunft weit offenstehe. Der Präsident ließ sich ermächtigen, die Beschlüsse der Konferenz den Nichtmitgliedern zur Kenntnis zu bringen. Die britisch-französische Zusammenarbeit. London, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Außen- minifter Sir Samuel Hoare und Unterstaatssekretär Sir Robert V a n s i t t a r t hatten am Sonntagnachmittag eine Konferenz mit Ministerpräsident Baldwin. „Daily Telegraph" meldet, die Genfer Besprechungen Hoares mit Laval hätten jeden Zweifel an der englisch-französischen Zusammenarbeit im Falle eines Angriffes auf einen von beiden im Zusammenhang mit den Sühnemaßnahmen beseitigt. Dieser bedeutsame Fortschritt erhalte praktische Gestalt durch Pläne, die von den Stäben der beiden Länder ausgearbeitet würden. Die britische Abordnung habe den Eindruck, daß die Verhandlungen über Abessinien schwierig seien und sehr viel Zeit erfordern würden. Neue italienische Truppentransporte nach Oflhfrifa. Rom, 3. Nov. (DNB.) Am Sonntag haben von Neapel aus die drei Dampfer „Saturnia", „Co- loinbo" und „Piemonte" mit 1 0000 Mann der Schwarzhemden - Diwilionen „3. I a - nu ar" und „1. Februar" die Ausreise nach Ostafrika angetreien. Für Montag ist die Ausreise von den beiden Dampfern „Atlänte" und „Toscana" mit über 3000 Schwarzhemden angesetzt. Am Dienstag schließlich wird die „Liguria" mit über 3000 Schwarzhemden in See gehen. An Bord der „Liguria" werden sich auch der Herzog von P i st o j a und der Generalstabschef der Schwarzhemden, Teruzzi, nach Ostafrika einschiffen. Lln neuer Diederaufbauskandal in Frankreich. Das Strafgericht in Mülhausen verurteilte einen Bauunternehmer und einen Beamten, die den französischen Staat um mehrere Millionen Franken betrogen haben, zu aroet bzw. fünf Jahren Gefängnis. Die Verurteilten hatten nach der Fertigstellung wieder aufgebauter Häuser, für die hohe Entschädigungen aus dem Reparationsfond gezahlt worden waren, dem Prüfungsausschuß Berichte eingereicht, wonach nach Fertigstellung der Bauten Risse aufgetreten seien. Diese Risse seien durch angeblich nicht zugedeckte Unterstände bzw. Laufgräben entstanden. Der Bauunternehmer erhielt dann gewöhnlich eine zusätzliche Entschädigung von 100 000 Franken und mehr, die er mit dem betrügerischen Beamten teilte. Da. „Echo de Paris" weist darauf hin, dß zahlreiche Parlamentarier ihre Hand bei diesen betrügerischen Machenschaften im Spiel gehabt hätten. Es sei an der Zeit, die Verantwortlichen festzustellen. Lleberwältigender Sieg der Monarchie in Griechenland. Athen, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Minister des Innern gab in den späten Abendstunden des Sonntag folgende Gesamtergebnisse der Volksabstimmung bekannt: Athen: Gesamtzahl der Wähler 141457, davon haben gestimmt für die Monarchie 138 785 und für die Republik 1930. Piräus: Gesamtzahl der Wähler 52 858, davon haben gestimmt für die Monarchie 51 551 und für die Republik 1228. Saloniki: Gesamtzahl der Wähler 68 343, davon haben gestimmt für die Monarchie 67 114. Die Athener Telegraphen-Agentur verbreitet noch einige Abstimmungsergebnisse aus den Provinzen. König Georg II. (Archiv). Danach erhielten in 34 Wahlkreisen der Provinzen Attikaund Böotien bei insgesamt 16629 abgegebenen Stimmen die Monarchisten 16 345 Stimmen, während für die Republikaner nur 126 abgegeben wurden. In 12 Wahlkreisen von Larissa lauteten von den 5164 abgegebenen Stimmen 5116 zugunsten der Monarchie. In der Stadt C h a l k i s wurden in den fünf Bezirken, in denen die Zählung bereits beendet ist, 2393 Stimmen abgegeben, von denen 2273 Stimmen für die Monarchie waren. Obwohl die Auszählung in ganz Griechenland noch nicht beendet ist, lassen die bisher vorliegenden Er- gebnille auf über 95 v. H. der Stimmen z u- 9 u n* e n d e s Königtums schließen. Der Minister des Innern, S ch i n a s , erklärte, das griechische Volk habe sich in f r e.i e r Abstimmung und in vollkommener Ruhe für die Monarchie ausgesprochen, da es überzeugt sei, daß nur diese ihm Wohlergehen durch innerpolitische Stetigkeit sichern könne. Athen hatte am Sonntagabend aus Anlaß des Sieges der Monarchisten illuminiert. Im ganzen Lande fanden Freudenfeiern statt. Ein Ausruf des Regenten Athen, 4. Nov. (DNB. Funkspr.) Der Regent K o n d y l i s hat an das griechische Volk einen Aufruf gerichtet, in dem er darauf hinweist, daß König Georg II. von nun ab der Herrscher aller Griechen sei. Wir können nicht wissen, so heißt es in dem Aufruf, wie Seine Majestät die politische Frage regeln wird, aber wir können versichern, daß Georg II. als König aller Griechen kommt. Er kennt weder Parteien noch politische Ansichten, er kennt nur Griechen, denen er uneingeschränkte Gerechtigkeit und Gleichheit gewährleisten will. Uebrigens hören heute glücklicherweise die politischen Parteien zu bestehen auf. Das griechische Volk, das während der Abstimmung einen Block bildete, hat sie zerschmettert. Am 3. November beginnt ein neues Zeitalter für unser Griechenland. Wie in Regierungskreisen erklärt wird, werde bis zur Ankunft des Königs die gegenwärtige Regierung an der Macht bleiben. Sie werde ihr Programm durch die Presse und in Volksversammlungen bekanntgeben. Des Vertrauens des Königs und der Armee wisse sie sich sicher. Sie habe sich auch der Unter st ützunavon 14 8 Abgeordneten versichert. Weitere Abgeordnete hoffe sie noch zu gewinnen. Der König werde die Lage gemäß den Fingerzeigen des Ministerpräsidenten regeln, der sich zurzeit des Eintreffens des Königs in Griechenland an der Macht befinde. Die Streikräfte des Landes werden am Mittwoch, den 6. November, in Athen a u f d e n König vereidigt werden. An die Feier, die im Stadion stattfinden wird, wird sich eine große Parade anschließen. Der Regent Kondylis wird den König von dem Ergebnis der Abstimmung telegraphisch unterrichten. Eine griechische Abordnung wird König Georg einholen. Athen, 4. Nov. (DNB. Funkspr.) Wahrscheinlich am Donnerstag dieser Woche werden sich der Krieqsminister, der Verkehrsminister und der Präsident der National-Versammlung nach London zu König Georg begeben, um mit lhm nach Griechenland zurückzukehren. Auch eine Abordnung des Heeres, der Marine und der Luftfahrt sowie ein Vertreter der Stadt Athen werden nach London reisen. König Georg wird heute, wie in unterrichteten Kreisen verlautet, eine Proklamation an das griechische Volk richten, in der er mitteilt, daß er gemäß dem Wunsche des Volkes seine Pflichten als König von Griechenland wieder übernehme und auf den Thron zurückkehre. Moskaus Fäden in China. WangtschingweiaufdemWegderBesserung. Nankina, 2. Nov. (DNB.) Das Besinden des durch drei Kugeln schwer verletzten Ministerpräsidenten W a n g t s ch i n g w e i ist den Umständen nach gut. Der Attentäter ist den bei der Verhaftung erlittenen Verletzungen erlogen. Er war früher Führer einer Maschinengewehrkompanie in der 19. chinesischen Armee, die seiner Zeit Schanghai gegen die Japaner verteidigte und später am Fukien-Aufstand beteiligt war. Die Untersuchung der Polizei hat ergeben, daß er seit Jahresfrist in Nanking gemeinsam mit dem Besitzer und Schriftleiter der Agentur Chingwong ein Komplott zur Ermordung des Ministerpräsidenten geschmiedet hatte. Es gelang, eine umfangreiche Organisation aufzudecken, deren Ziel die Ermordung des Marschalls Tschiangkaischek war. Da man infolge der Wachsamkeit der Umgebung des Marschalls die Pläne nicht zur Durchführung bringen konnte, suchte man sich den Ministerpräsidenten als zweites Opfer aus. Die Komplicen des Revolverhelden arbeiteten eng mit der kommunistischen Zentrale zusammen. Die Mor^orqa- nisation reicht weit hinein in die Kreise der Kuomintang und Ministerien. Am Aufbau der Organisation war die einzige chinesische Journalistin beteiligt, die in Moskau studiert hat. Sie gab sich als warme Anhängerin der Kuomintang aus und konnte sich das Vertrauen führender Personen erschleichen. Ihr Mann arbeitete in der Zentrale der Kuomintang. Im Hause der Journalistin wurden zahlreiche Moskauer Briefe gefunden. Der durch Los zur Selbstopferung bestimmte Attentäter hat vor seinem Tode kein Geständnis abgelegt, obwohl die Polizei nichts unversucht ließ. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während in Mittel- und Ostdeutschland im Bereiche des Hochdruckeinflusses heiteres Wetter herrscht, hat sich bei uns, wie das in derartigen Lagen im Herbst und Winter sehr oft der Fall ist, eine Nebeldecke gebildet, die sich in etwa 300 bis 600 Meter Höhe erstreckt. Darüber herrschte am Sonntaa sonniges und heiteres Wetter, während in den Niederungen unfreundliche Witterung war. Inzwischen hat sich die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit neu belebt und bereits fast ganz Frankreich mit Regenfällen bedacht. Es ist zu erwarten, daß die unbeständige Witterung auch auf unser Gebiet übergreift. Aussichten für Dienstag: Nach Regentätigkeit mehr wechselnd bewölktes Wetter mit nur noch vereinzelten Niederschlägen, bei lebhaften Winden um Süd im ganzen milder. Lufttemperaturen am 3. November: mittags 7,4 Grad Celsius, abends 6,4 Grad; am 4. November: morgens 5,7 Grad. — Maximum 7,8 Grad, Minimum 5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. November: abends 7,4 Grad; am 4. November: morgens 7 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Zu unterem doppelten Ehrentaq wurden uns von so vielen Seien Glückwünsche und Geschenke übermittelt, so daß wir nur auf diesem Wege allen herzlich danken können. Wilhelm Kraushaar und Frau Katharine, geb. Jost Rödgen, am 4. Nebelung 1935. _____________________________________________*364 D Handarbeiten Quadrate 0.15, 0.12, 0.10 Nachttischdeckchen 0.40, 0.35, 0.30 Mi teldecken 0.95, 0.75, 0.65 Kissen 0.95, 0.75, 0.40 Tischdecken 130 160 3.75, 1.95, 1.75 Ueberhandtücher 1.50, 1.25, 0.95 Vorlagen für moderne Woll- und Filet-Häkelei Ausstellungsraum im Hause C. Berg, Mäusburg 4 Frdr.Teipel 16 Markt 16 _________________________________ 6355 A Lwanssvevftetsevuns Dienstag, 5. November, 14 Uhr, sollen im „Löwen" hier, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 6359D Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 2 Eisschränke, 3 Registrierkassen, 2 Oefen, 1 Goniometer, 2 Ferngläser, 1 AuSstell.-Schrank, 1 Schleifbank, 1 Silberkasten, eine Sleindruckschnellpresie, 1 Motor, 1 Radio, 3 Klaviere, 8 Pelzmützen, 2 Blumenbänke, 1 Fahrrad, 1 Re- chenmasch., 1 Kassenscbr., iTevvich, 1 Näh-, Schreib- u. P oliermaschine. Bestimmt: 1.Kommode, 1 Kleiderschrank, 1 Bett, mehrere Herren- Oberhemden, Selbstbinder u. Krawatten, 1 großer Posten Damen- ttrünwfe, Handschuhe und Schals. Scharmann,Gerichtsvollz., Gießen Wernerwall 33 Telefon 3108. Dienstag. öen5.noo..abl0Hör verkaufe ich Neuenweg 28 folgende Gegenstände: Büfetts, Kredenzen, Auszieh- und andere Tische, 1 komplette Küche, einzelne Küchenschränke,Eisschrank, 6 Kassenschränke, Kleiderschränke, Wasch- und Nachttische, Sofas, -Regulatoren, Betten, Federzeug, 1 Kinderbett, Spiegel, Bilder, 'JiiPü6 und Autttellsachen, Schmierfett - für Wagen, Pferdegeschirre wie: Kummet und Unterkummete, Dovvelspämterziigel, leb. 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Eine der seltsamsten Erscheinungen, die es im Tierreich überhaupt gibt, ist zweifellos jene erstaunlich weit durchgeführte „Maskerade", die von manchen Tieren als ungemein wirksamer Schutz vor ihren Feinden angewendet wird — „M imikry" nennt das der Wissenschaftler. Man kann Fälle dieser Art schon bei einem kleinen Waldspaziergang häufig beobachten: Da gibt es Raupen, die genau wie kleine Aeste aussehen, Schmetterlinge, die täuschend ein welkes Blatt nachahmen usw. Die Wissenschaft hat sich mit diesem außerordentlich interessanten Problem schon seit langem eingehend beschäftigt; in letzter Zeit sind unsere Kenntnisse auf diesem Gebiet um einige recht wesentliche Entdeckungen bereichert worden. Der Kampf ums Dasein in der freien Natur erlaubt keine Schwachheit; die Anforderungen, die das Leben beim Nahrungserwerb, bei der Verteidigung gegen stärkere Feinde und der Aufzucht der Nachkommenschaft an jedes Tier stellt, merzen ein kampfunfähiges Individuum sehr bald aus. Deshalb finden wir in der Tierwelt eine so ungeheure Mannigfaltigkeit in der Ausrüstung mit Angriffsund Verteidigungswaffen; alle Arten von Schutzpanzern, Gehäusen und Zangen, giftigen Stacheln und Zähnen, widerlichen Geschmack oder Geruch, gute Verstecke oder auch außerordentliche Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Kraft. Nun gibt es aber eine große Anzahl von Tieren, die entweder keine einzige dieser Waffen haben oder nur solche, die ihnen infolge besonders erschwerter Lebensbedingungen nicht genügen. Diesen „Schwachen" hat die Natur den einfachsten und zugleich kompliziertesten Schutz gegeben: sie sind nämlich unsichtbar — d. h. sie ahmen durch Körperfarbe und -gestalt ihre Umgebung möglichst getreu nach, um dadurch den Blicken ihrer Feinde zu entgehen. Tiere, hfc wie pflanzen aussehen. Der großzügigste Fall dieser Art ist die lieber- einstimmung ausgedehnter Wohngebiete mit ihrer Tierwelt, wie in den arktischen Zonen und Wüsten, wo die sonst verschieden gefärbten Tiere je nach ihrer Umgebung dieselbe weiße oder fanbgelbe Farbe haben. Diese Anpassungsfähigkeit geht soweit, daß manche Tiere, wie Polarfuchs, Alpenhase und Schneehuhn mit schwindender Schneedecke im Sommer ihr nun zu auffälliges Winterkleid abwerfen und ein dem sommerlichen Boden entsprechendes Sommerkleid anlegen. Wir brauchen aber gar nicht an so extreme Gegenden wie Pol und Wüste zu denken, denn das gleiche Prinzip ist auch in unseren Wiesen und Laubwäldern verwirklicht, wo Frösche, Eidechsen und zahllose Insekten sich durch die grasgrüne Färbung dem Blick entziehen. Sonst sind es vor allem Schmetterlinge, besonders Nachtfalter, die sich durch die Nachahmung des grau-braunen Farbtones ihrer Ruheplätze in morschem Holz und Mauernischen verbergen. Meist ist nur die Oberseite der Flügel dunkel, die beim Sitzen unsichtbare Unterseite leuchtet oft in den buntesten Farben. Hand in Hand damit geht die völlige Umwandlung der Instinkte, vor allem das Verhalten bei Gefahr, der nicht mehr durch Flucht oder Verstecken begegnet wird, sondern durch S t i l l h a l - te n in der richtigen Stellung. So kann man z. B. die auf der Baumrinde lebenden Spinnen und Käfer oft erst entdecken, wenn man sie durch Abreißen eines Stücks Flechte zur Aufgabe ihrer Ge- fahrstellung zwingt; vorher sind sie infolge ihrer mit eigenartigen Flecken und Höckern versehenen Korperoberfläche kaum von der Rinde zu unterscheiden. Noch höhere Ansprüche an den Instinktmechanismus werden bei Tieren gestellt, die auch im Körperumriß die Form der Unterlage, meist von Pflanzenteilen, nachahmen. Die überraschendsten Beispiele hierfür bieten die bekannten Stabheu - schrecken der Tropen, die zu Hunderten einen Strauch besetzen können, ohne daß sie ein daoor- stehender Mensch entdecken könnte. Sie gleichen durch ihre Stabform völlig den Sprossen der von ihnen bewohnten Büsche, manche haben sogar die Gestalt knorriger Zweige, an denen abgebrochene Anhänge und Flecken vorgetäuscht werden. Auch unsere einheimischen Tiere, vor allem Schmetterlingsraupen, haben solche Meisterleistungen aufzuweisen, wie die Raupe des Bir- kenspanners, die sich an einem Ende festklammert und ihren Körper starr und unbeweglich in die Höhe reckt und so vollkommen wie ein Birkenästchen aussieht. Auch Blätter werden häufig ausgezeichnet nachgeahmt, besonders von Heuschrecken und Schmetterlingen, wobei erstere grüne, letztere da- gegen dürre Blätter nachahmen. Beide erreichen die geradezu verblüffende Aehnlichkeit mit den Vorbildern dadurch, daß sie nicht nur durch Flügelumriß und Farbe, sondern auch durch die Flügeladern ein Blatt mit Beschädigungen, Pilz- flecken und Verwelkung mit einer überraschenden Genauigkeit vortäuschen. Manche Schmetterlinge haben sogar einen „Blattstiel" in Form eines besonderen Fortsatzes der Hinterslügel, der aus einem Aestchen der Planze hervorzuwachsen scheint und sich als Streifen in die Mittel- und Seitenrippen der Flügel fortsetzt. „Fälschungen" im Demich. Das mag genügen, um ein Bild dieser merkwürdigen Mittel und Wege zu geben, die die Natur findet, um ihre „Schwachen" zu schützen. Dagegen sei noch auf eine viel merkwürdigere Methode hingewiesen, die auch auf dem Prinzip der Nachahmung beruht. Es gibt nämlich im Tierreich außer der Schutzfärbung eine Warnfärbung: ein grelles, auffallendes Farbenkleid, welches die Verfolger belehren soll, daß die betreffenden Tiere giftig, widrig schmeckend oder sonstwie gefährlich sind. Diese „immunen" Tiere werden nun von allen möglichen unbewehrten Arten nachgeahmt, um die Feinde zu täuschen und so vor ihren Angriffen sicher zu sein. Besonders beliebt ist dieser Trick bei den Insekten: die „beliebtesten" Vorbilder sind die stechenden Wespen- und Bienenarten, die durch schwarzgelbe oder gelbbraune Warntracht gut geschützt sind. Auffallend erstaunlich ist hierbei die Tatsache, daß sie nicht nur von mehr oder minder verwandten Arten nachgeahmt werden, sondern von den Angehörigen aller möglichen anderen Familien wie von Schmetterlingen, Fliegen, Käfern und Heuschrecken. Eigentlich scheint es doch unmöglich, etwa einen Falter mit einer Wespe zu verwechseln — und doch ist das bei den sogenannten Glasfaltern der Fall, die nicht nur den Körperumriß und alle Farbschattierungen, sondern auch Flügelschnitt und Durchsichtigkeit der Flügel nachahmen. Sogar ihre Flugart und ein ganz „echt" klingender Brummton erinnern an Bienen und Hummeln. Auch der Unterschied zwischen Fliege und Biene scheint unverkennbar, und doch werden beispielsweise die Schlammfliegen von den meisten Menschen nicht angefaßt — aus Furcht vor dem Stachel der angeblichen Biene. Die neuesten Untersuchungen haben Übrigens ergeben, daß Bienen, Hummeln usw. von den Vögeln weniger ihres Stachels als wegen ihres für die meisten Vogelarten überaus widrigen Ge- s ch in a ck e s gemieden werden. Bei den Versuchen wiesen die Vögel jede mit dem Safte einer Biene beschmierte Nahrung sofort zurück. Die durch ihre Aehnlichkeit geschützten Nachahmer sind im Gegensatz dazu, wie weitere Versuche lehrten, für die Vögel durchaus wohlschmeckend, aber ihre Feinde lassen sich durch das „gefälschte" Aussehen jener Insekten täuschen. Beliebte Vorbilder sind auch die wehrhaften Ameisen, die besonders von Spinnen, Wanzen, Heuschrecken und Käfern „gefälscht" werden. Die Mimikry — so nennt der Zoologe die Nachahmung anderer Tiere — der Ameisen bietet sogar einen interessanten Spezialfall. Es gibt nämlich im Ameisenbau sog. „Gäste". Das sind fremde Tiere, die durch Brut- und Eiraub ziemlichen Schaden anrichten, aber den kriegerischen Charakter der Ameisen nicht zu fürchten brauchen, da sie von ihnen infolge ihrer „Mimikry" für Stam- mesgenossen gehalten werden. Es ist nun durch eingehende Versuche nachgewiesen worden, daß diese Täuschung ganz genau auf die Fähigkeiten der jeweiligen „Wirte" eingestellt ist. Bei den Ameisen, die gut entwickelte Augen haben, wird die Farbe urtb gestalt nachgeahmt, während bei blinden Ameisen öie Täuschung auf der Aehnlichkeit der Form und Behaarung beruht, also von den „Fälschern" mit dem Tastsinn ihrer Wirte gerechnet wird. Schließlich sei noch auf die Schmetterlingsmimikry hingewiesen, bei der durch widerlichen Geschmack geschützte Arten von ungeschützten so genau nachgeahmt werden, daß selbst das geübte Auge des Sammlers Vorbild und Nachahmer beim Fluge nicht unterscheiden kann. Obecheffen. Gemeindeaufträge nur an Mitglieder der OAJ. * (Brünberg, 4. Nov. Der Bürgermeister hat auf Grund des §3 Abs. 1 der Deutschen Gemeindeordnung folgende Satzung der Stadt Gründe r g erlassen: 1. Arbeits- und Lieferungs-Aufträge der Stadt Grünberg werden nur noch an Volksgenossen und Firmen vergeben, die mit ihrer gesamten Gefolgschaft Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind. Der Bürgermeister entscheidet im Einzelfall, ob die Zugehörigkeit zu einem anderen Verband oder einer anderen Körperschaft (z. B. Reichsnährstand, Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen) der Mitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront gleichzuachten ist. 2. Außerdem werden bei der Ausschreibung von städtischen Aufträgen die Angebote derjenigen Firmen bevorzugt, deren Inhaber Mitglieder der NS. - Volkswohlfahrt sind. 3. Die Mitgliedschaft bei der DAF. und bei der NSV. ist der Stadtverwaltung auf Verlangen nachzuweisen. Landkreis Glesien. s. Rödgen, 3. Nov. Die Doppelfeier des Ehepaares Wilhelm Kraushaar gestaltete sich zu einem Fest, an dem die ganze Gemeinde teil- nahm. Schon früh um 6.30 Uhr überraschte Kranken- schwester Emma Schuck mit ihrer Sängergruppe das Jubelpaar mit einigen schönen Liedern. Dann kamen in frühester Vormittagsstunde an die Gratulanten, und bald füllte ein Wald von Blumen, Geschenken das Festzimmer. An dem Gottesdienst um 15 Uhr nahm die halbe Gemeinde teil und brachte dadurch zum Ausdruck, wie beliebt und angesehen das Ehepaar Kraushaar in der Dorfgemeinschaft ist. Als am Abend der Gesangverein sich zu einem Ständchen einfand, waren Hunderte von Menschen qcfommen, um an der Ehrung teilzunehmen. Der Vereinsführer N o ck e r überbrachte die Wünsche des Vereins und wies darauf hin, daß das Ehepaar Kraushaar als erstes Paar von dem Verein vor 50 Jahren gesungen bekam und heute abermals als erstes Paar, das die goldene Hochzeit feiert. Seine Worte gipfelten in dem Wunsch, daß das Ehepaar auch die diamantene Hochzeit feiern möge. = Steinbach, 3. Nov. In öffentlicher Sitzung im festlich geschmückten Rathaussaal fand die V e r- pslichtung des neuen G e m e i n d e r a t e s statt. Zwei Beigeordnete: Landwirt und Kirchenrechner Karl R e u f ch l i n g IV. und Landwirt Karl Reu schling I., sowie sechs Gemeinderäte: Heinrich Ludwig Gerhard, Landwirt und Kassenrechner; Wagner Karl Nicolaus I., Theodor Müller, Metzger, SA.-Führer, Landwirt Jakob Sehrt, Landwirt Philipp M. Haas, Arbeiter Jakob Schneider I. wurden von Bürgermeister und Ortsgruppenleiter H. R i n k mit einer Ansprache in ihr Amt eingewiesen. Y Watzenborn-Steinberg, 2. Nov. In der jüngsten Gerne in beratssitzung, in der auch die politischen Leiter der hiesigen Ortsgruppe anwesend waren, wurden die beiden Beigeordneten und sechs Gemeinderäte eingeführt und verpflichtet. Bürgermeister Schäfer wies in seiner Ansprache auf die Art der Betätigung in dem verantwortungsvollen Amte hin. Nachfolgend genannten Beigeordneten und Gemeinderäten wurden die Urkunden ausgehändigt: 1. Beigeordneter: Landwirt Johannes Philipp II., 2. Beigeordneter: Kanzleigehilfe Ludwig Fett. Gemeinde- röte: Landwirt Karl Hirz I., Kaufmann Balthasar Häuser II., Landwirt Joh. Heinrich Hammel, Zimmermann Richard Reinhold Engel, Landwirt Karl Hirz III. und Kaufmann Gottfried B r ü ck e l. Bei der Erledigung der Tagesordnung wurden zu Wiesenvorstandsmitgliedern ernannt Joh. Georg Schmandt II., Karl Kloos I., Georg Häuser XVI., Balthasar Philipp IX., Heinrich Schäfer I. und Heinrich Hammel. U. a. wurde noch der Beschluß gefaßt, daß ein Erlaß der Gewerbesteuer eintritt, sobald eine Wertminderung des Gewerbesteuerkapitals von 20 v. H. vorliegt. Die Bürger st euer wurde um 200 Prozent gesenkt, so daß für das kommende Jahr der 300-Prozentsatz in Frage kommt. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 3. Nov. In Zusammenarbeit mit der hiesigen Ortsgruppe der N S. - Kulturgemeinde sand gestern abend die Ausführung der Fischerkomödie „Lotse an Bord" von Ferd. Oesau durch das Frankfurter Künstlertheater für Rhein und Main im großen Saal des „Hessischen Hof" statt. Die Spielleitung hatte Intendant Fritz Richard W e r k h ä u s e r. Die Aufführung war ein glänzender Erfolg. Da die Darsteller ihr Bestes gaben, steigerte sich der Beifall von Auszug zu Auszug. Der Saal war gut besetzt. Kreis Schotten. — Groß-Eichen, 3. Nov. In der Turnhalle fand ein Elternabend statt, der durch Lehrer Appenheimer eröffnet wurde. Die Filmstelle für Reichs-Schulfilme im Bezirk Laubach zeigte sechs kurze Lehrfilme, die mit großer Aufmerksamkeit Großer Abend der Aeichskuliurkammer. Im Frankfurter Opernhaus. In dem bis auf den letzten Platz besetzten Opernhaus in Frankfurt am Main fand am Samstagabend in Anwesenheit führender Persönlichkeiten der Partei, der staatlichen und kommunalen Behörden, der Wehrmacht, der Wissenschaft und natürlich besonders des Kunstlebens ein „Großer Abend der Reichskulturkammer" statt. Die Veranstaltung bot schon rein äußerlich ein sehr eindrucksvolles Bild; aber ihre eigentliche Note erhielt sie erst durch ihre innere Bedeutung und die wesentlichen Gründe ihrer Abhaltung: hier sollten zunächst einmal Kunstschaffende und Kunstinteressierte näher zusammengeführt werden; sie sollten sich im breiten Rahmen ihres Schaffens und Dienens einmal kennenlernen und innerlich näherkommen. Aber darüber hinaus wurde durch die Veranstaltung noch ein weiteres erreicht: den zahlreichen Besuchern wurde einmal die Breitenarbeit der Reichskulturkammer und ihr Wirken in verschiedenen von ihr erfaßten Tätigkeitszweigen, die Förderung auch wirtschaftlicher und sozialer Angelegenheiten der Kulturberufe und nicht zuletzt die Schaffung eines Ausgleichs zwischen den verschiedenen Pestrebungen der ihr angehörenden Gruppen gezeigt. Allerdings konnte an einem Abend, wie Landes- kulturwalter Wilhelm Müller-Scheld, Frankfurt am Main, in seiner Begrüßungsansprache hervorhob, nur ein kleiner Ausschnitt aus der Arbeit der 7 Einzelkammern der Reichskulturkammer geboten werden. Auch sollte die Veranstaltung, wie Müller-Scheld betonte, nicht Ausdruck einer schon geschlossenen und vollendeten Weltanschauung — der nationalsozialistischen — fein, sondern durch sie sollte lediglich das Wollen zu gemeinsamer Arbeit innerhalb einer in sich geschlossenen Organisation zum Ausdruck gebracht werden. Und so wurde der Abend eine große querschnitt- liche Schau der Arbeit und der Leistungen, wie sie in verschiedenen kulturellen Arbeitsgruppen des Gaues lebendig zutage treten. Berufsmusiker und Berufsschauspieler boten neben Liebhaberorganisationen ihr Bestes auf, so daß das Programm zu einer bunten Fülle und in mannigfacher Gestalt eine Auslese aus dem Kunstschaffen im Rhein-Main-Gebiet wurde. • Nachdem kurz nach 20 Uhr Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger im Opernhaus eingetroffen mar, leitete die vom Orchester der Frankfurter Städtischen Bühnen ufiter der temperamentvollen Leitung von G. L. Joch um gespielte wuchtige „Iubelouvertüre" von C. M. v. Weber die 23er- anftaltung ein. Noch klang das Thema des Deutschlandliedes aus der Ouvertüre im Raum, als Lan- deskulturwalter Müller-Scheld im Namen der Reichskulturkammer die Gäste begrüßte und in den teils schon erwähnten Gedankengängen den Sinn und die Bedeutung des Abends erläuterte. An- knüpfend an die Kulturrede des Führers in Nürnberg streifte er die Bedeutung des Künstlers im Dritten Reich und wies auf die organisatorische Eigenart der Arbeit in der Reichskulturkammer hin. ♦ In der weiteren Programmfolge wechselten Darbietungen musikalischer und rezitativer Art, von Mitgliedern der verschiedenen Bühnen im Rhein- Main-Gebiet bargeboten, mit Gesangs- und Jnstru- mentalDorträgen Frankfurter Gesang- und Musikoereinigungen in bunter Reihe ab. Der Schulersche Männer- und Knabenchor sang vier Lieder von Franz Philipp. In bunter Matrosenkleidung spielte der Groß-Frankfurter Har- monika-Spielring Lieder und Tänze. Professor G a m b t e leitete den vom Lehrergesangverein und der.Frankfurter Singakademie vorgetragenen Weinchor aus Joseph Haydns Jahreszeiten". Der Frankfurter Zitherverein, ein Lautenchor und die Bezirksgruppe Frankfurt des Deutschen Mandolinen- und Gitarren- Spielerbundes ließen ihr Können hören. Aus der Reihe der Rhein-Mainischen Bühnen sprach Elisabeth Reuwirth vom Rhein-Maini- schen Künstlertheater Gedichte von S ch i r a ch und An acker. Schöne Tänze zeigten Mitglieder des Hessischen Landestheaters, des Mainzer und des Hanau-Aschaffenburger Stadttheaters. Dazwischen hatte das Orchester des Reichssenders Frankfurt unter der Stabführung von Hans R o s b a u b bie Ouvertüre zu C. M. v. Webers „E u r y a n t h e" gespielt. Starken unb ungeteilten Beifall ernteten Gustav Bley unb Wilhelm Greif vom Gießener Stabttheater, bie unter ber musikalischen Leitung von Arthur Grüber bas Buffo-Duett zwischen Falstaff unb Fluth aus bem zweiten Akt von Nicolais „Luftigen Weibern von Winbsor" sangen. Ihr Beitrag bewies, baß bas Gießener Stabttheater nicht außerhalb bes Gesamtleistungsgrabes ber Rhein-Mainischen Bühnen steht, fonbern sich ohne weiteres mit ben übrigen Theatern bes Gaues messen kann. Nach weiteren Gesangsoorträgen von Künstlern d-s Hessischen Lanbestbeaters unb ber Stäbtischen Bühnen Frankfurts beschloß bas Finale bes zweiten Aktes ber „Fledermaus" für Soli, Chor unb Tanzgruppe ben bestens gelungenen Abenb ber Reichskulturkammer. ♦ Im Anschluß an bie künstlerischen Darbietungen fanben sich Künstler unb Besucher in ben Dorräumen bes Opernhauses zu einem geselligen Derweilen mit Tanz zwänglos zusammen. k. h. Morgenfeier derHiiler Jugend Karl Götz in der Neuen Aula. Am Sonntagvormittag veranstaltete die Gießener Hitler-Jugend, Bann 116, in der Aula ber Universität eine Morgenfeier, in ber ber schwäbische Dichter Karl GÖtz, Ratsherr ber Stabt Stuttgart, vom Auslandsdeutschtum erzählte unb aus seinem mit bem Volksdeutschen Schrifttumspreise ausgezeichneten Buch „Das Kinderschiff" (Verlag I. Engelhorns Nachf. in Stuttgart) vorlas. Die mit den Fahnen ber HI. unb mit einer Büste bes Führers roürbig geschmückte Aula war stark besetzt; insbesondere die Hitler-Jugend, das Jungvolk und der Bund Deutscher Mädel waren in großer Zahl erschienen. Nach bem Einmarsch ber Fahnen würbe bie Feier mit einem von ber HI. gesungenen Liebe unb einem Vaterlanbsspruch eröffnet. Darauf hielt Bannführer Schreiber eine kurze Ansprache, in der er auf bie Bedeutung dieser Veranstaltung anläßlich ber Woche bes deutschen Buches hinwies; es gelte, bem beutschen Volke bas gute deutsche Buch wieder nahezubringen, das gelte vor allem auch für die Jugend. Wir freuen uns, so schloß der Bannführer seine Ansprache, den Dichter Karl Götz unter uns begrüßen zu können. — Gausach- schaftsleiter H. Köster sprach namens der Buchhändler unb betonte bie ben Jungbuchhänbler ver- pflichtenbe Berufsaufgabe, bas beutsche Buch gerabe ber beutschen Jugend nahezubringen. Aus solchen Gedankengängen sei diese Morgenfeier entstanden; das Wichtigste sei, wie es hier geschehen könne, eine lebendige Begegnung zwischen Dichtung und Volk, zwischen dem Dichter und der Jugend zu verwirklichen. Dann betrat Karl Götz das Podium und begann alsbald sehr frisch und in unverfälschter schwäbischer Mundart aus seinem Buche vorzulesen und zu erzählen von Palästina, wo er als Dorfschulmeister in einer deutschen Schule lange gelebt hat inmitten eines der vielen kleinen deutschen Volkssplitter auf der weiten Welt. Er berichtete davon, sehr anschaulich und eindringlich, wie in diesen auslandsdeutschen Gemeinden immer und unauslöschlich die große Sehnsucht nach der alten Heimat lebendig bleibt und der große, geheime, meist unerfüllbare Wunsch, einmal nach Deutschland zu fahren. Aber die Gemeinde ist klein und arm, und die Reise ist weit und kostet viel mehr Geld, als je dafür zusammengebracht werden könnte. Da setzt sich eines Tages der Lehrer Karl Götz in Palästina hin unb schreibt einen Brief an bie beutsche Levantelinie in Hamburg, einen Brief so aufs Geratewohl unb ohne viel Hoffnung auf Erfüllung; er schildert denen daheim, wie es ihnen zumute ist, und bittet sie, doch mit einem ihrer Schiffe die Kinder seiner Schule einmal mitzunehmen nach Deutschland. Mit diesem Brief begann die Geschichte einer großen Sehnsucht und einer glücklichen Reise übers weite Meer nach Deutschland. Dies war nun frei» lid) nur der erste Anfang, und es ist noch viel Zeit darüber hingegangen, sie haben lange warten unb mandje Träne vergießen und manche herbe Ent- tauschung auf sich nehmen müssen, bis es endlich o weit war. In der Vorgeschichte zu dieser Meer- ahrt mit dem „Kinderschiff" spielten eine Elternver- ammlung, ein Hamburger Frachtdampfer und sonderbarerweise auch die Zwiebelernte in Aegypten eine schicksalhafte Rolle, ferner ein langwieriger Briefwechsel und der Besuch eines Generaldirektors der Schiffahrtslinie. Ader am Ende war es soweit, daß sie sich freuen durften, und nicht bloß freuen, sondern auch mancherlei lernen mußten, zum Beispiel was eine Tonne und was eine Seemeile fei, und manches andere mehr. Dann beginnt die Kinderfahrt, endlich, endlich, durch die südliche Landschaft bis nach Kairo, wo es, wie in aller Welt, auch schwäbische Landsleute gibt. Und dann nimmt ber Dampfer „Galiläa", Kapitän Brathering, sie auf, unb bie Fahrt bes Kinberfchiffes beginnt. Die Geschichte bieser Fahrt ist reich an Zwischenfällen unb Anekboten, auch an schönen unb unvergeßlichen Erinnerungen, voll von ben Wundern bes Meeres, ber fremben Welt unb ber großen Ferne unb bes Lebens mit Kinbern. Aber bas größte ber Wunber beißt boch Deutschlanb, bas herrlichste Lanb der Welt. Dann folgten eine Reihe von Bildern und Schilderungen aus dem Buche: vom Erlebnis des nächtlichen Sternhimmels auf dem Meere, von der Seekrankheit und dann von dem großen Palästina- deutschen Abend in Hamburg, auch von der Begegnung mit einer alten schwäbischen Landsmännin, von der Heimkehr ins Schwabenland und von der unvergeßlichen Reise durch Deutschland, von der hier einige der markantesten Stationen festgehalten wurden: in Potsdam, im Harz, im Siebengebirge. Und am Ende dann wieder bie Heimkehr in die zweite, die neue Heimat Palästina. Reicher Beifall lohnte die fesselnden Schilderungen des schwäbischen Dichters Karl Götz, ber hier feinen jungen Hörern ein lebenbiges Bild vom größeren Deutschlanb gegeben hatte, von ber Verbundenheit und von der Sehnsucht unserer Landsleute da draußen. Dann folgte ein markiges Fahnenlied der HI. Der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopfenmüller richtete ein Schlußwort an btt jungen Kameraden: Aufgabe und Verpflichtung für die Zukunft sei es, ihr unverbildetes gesundes Jun- gentum sich zu bewahren im Sinne des Führers. Dazu sei auch das Buch ein Helfer: sucht die Seele unseres Volkes im Buch! Nachdem der Bannfüb. rer bem Dichter gebankt hatte, würbe bie Morgenfeier mit bem Gruß an ben Führer, mit bem ge- meinfamen Gefana bes Liebes „Vorwärts, vorwärts!" unb mit Dem Auszug ber Fahnengruppe beschlossen. __ y __ verfolgt wurden. In Zukunft fallen, so führte Lehrer Appenheimer aus, weitere Elternabende statt- finben, in der Erziehungsfragen und andere Angelegenheiten zwischen Eltern und Lehrer besprochen Verden. In kurzen Erläuterungen streifte Lehrer Appenheimer die Ziele der Staatsjuyend. Propagandaleiter Becker dankte für die lehrreichen Darbietungen des Abends. — In unserer Kirche hatte der Hausschwamm die Frauenbänke befallen. Maurer und Schreiner beseitigten den Schaden. Der Boden wurde betoniert, der Fußboden neu verlegt. Nach Abschluß der Arbeiten fand bei Gastwirt Faust eine kleine Feier statt, an der alle an dieser Arbeit Beteiligten in kameradschaftlicher Weise für einige Stunden vereinigt waren. Preußen. Kreis Deziar. ♦ Launsbach, 3. Nov. Der Schützenverein Launsbach hielt sein Schluß- und Königschießen ab. Am Schießen beteiligten sich 26 Schützen. Jeder erhielt einen Preis. Geschossen wurden je drei Schuß liegend, kniend und stehend freihändig. Den 1. Preis errang Rudolf Müller mit 79 Ringen, 2. Albert Muller 79 Ringe, 3. Karl Bechthold 77 Ringe, 4. Otto Bechthold 76 Ringe, 5. Otto Debüs 73 Ringe. Ferner wurden noch fünf Ehrenpreise geschossen, und zwar je drei Schuß liegend freihändig. 1. Preis Rudolf Müller 35 Ringe, 2. Preis Franz B e ch t h o l d 35 Ringe, 3. Preis Otto Debus 35 Ringe, 4. Preis Otto Bechthold 35 Ringe und 5. Preis Karl Bechthold 34 Ringe. Schützenkönig wurde Rudolf Müller. Die Preisverteilung und eine Familienfeier im Dereinslokal Rinn beschlossen die Veranstaltung. < Lützellinden, 3. Nov. Der Reichsbahn- Zugführer Georg Wenzel von hier konnte gestern auf eine 4 0jährige E i s e n b a h n d i e n st- e i t zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm vom Führer und Reichskanzler und von der Reichsbahn-Verwaltung Dank- und Anerkenungs- schreiben für die geleisteten treuen Dienste durch den Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamts Gießen, Oberbahnrat Wilke, überreicht. Herr Wenzel ist langjähriger Bezieher des Gießener Anzeigers. Der Große Woog Eigentum der Stadt Darmstadt. LPD. Darmstadt, 3. Nov. Der Reichsfinanzminister hat auf Veranlassung des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger den Großen Woog mit seinem Hintergelände, der bisher staatliches Eigentum darstellte, der Stadt D a r m- st a d t übereignet. Der Stadt Darmstadt ist damit ein großer Dienst erwiesen, denn nunmehr kann auch in diesem Gelände die Entwicklung des Darmstädter Turn- und Sportwesens ihren Fortgang nehmen. Die Stadtverwaltung hat nunmehr die Möglichkeit, an die Verwirklichung der den Erfordernissen der Zeit entsprechenden Pläne, so wie sie von der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen bereits vorgeschlagen wurden, heranzugehen. Schnöder Vertrauensmißbrauch führt ins Zuchthaus. LPD Mainz, 2. Nov. Die Große Strafkammer verurteilte den Karl Schneider aus O st h o f e n wegen Amtsunterschlagung, Ur kund en- vernichtung, Anstiftung zur Untreue zu insgesamt drei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und zu Geldstrafen von insgesamt 400 Mark, ferner den Johann Jakob Schreiber in Osthofen wegen Untreue und Vergehens gegen das Schußwassengesetz zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis und Geld st rasen von zusammen 7 0 0 Mark. Beiden Angeklagten wurden zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet. Schneider hat zugegebenermaßen rund 2100 Mark Gemeindegelder veruntreut, die dazu gehörigen Urkunden, Postabschnitte und Briefe zunächst beseitigt und späterhin verbrannt. Er hat schließlich unter Ausnutzung seiner Stellung als Vorgesetzter den Angeklagten Schreiber dazu angestiftet, ihm Gehaltsuberzahlungen von ca. 1400 Mark in IV2 Jahren zu leisten, trotzdem die Gemeinde materiell knapp gestellt war. Er hat das in ihn gesetzte große Vertrauen seiner Vorgesetzten schnöde mißbraucht und der Gemeinde großen Schaden zugefügt. Das veruntreute Geld verwandte er für ein luxuriöses Leben und für Frauen. Schreiber zahlte alle verlangten Beträge skrupellos an Schneider aus, obwohl er wissen mußte, daß dessen Gehalt auf diese Weise zu Lasten der Gemeinde stark überzogen wurde. Er selbst kaufte sich ein Motorrad für 700 Mark und zahlte es mit einem Scheck auf die Gemeindekasse. Er trug auch einen Revolver ohne Erlaubnis, womit er Selbstmordgedanken verwirklichen wollte. Das Reichserbhof- und das Reichsnährstandsgeseh Vortrag im Iungjuristen-Schulungslager auf dem Gleiberg. Am 31. Oktober sprach Kreisbauernführer Geiß zu den Jungjuristen des Gleiberg-Lagers über das Reichserbhof- und das Reichsnähr- standsgefetz. Er ging von der grundlegenden Erkenntnis aus, daß, wenn sich ein Volk nicht aus eigener Scholle zu ernähren und zu kleiden vermag, das Ausland ihm jederzeit den Brotkorb höher hängen kann. Infolge des Krieges haben sich die Produktionsländer Industrien geschaffen, so daß die deutsche Ausfuhr erschwert ift Auch diese Tatsache zwingt dazu, die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes wiederherzustellen. Pg. Geiß erläuterte sodann die wesentlichen Teile des Reichserbhofgesetzes.. Dieses Gesetz macht den Boden zum heiligen Eigentum der Nation und bestellt den Bauer zu seinem treuen Sachwalter. Das Gesetz soll verhindern, daß der Bauer zeit seines Lebens für das Kapital arbeitet, um am Ende doch noch verschuldet zu fein. Ferner sott die Ueberfrembung des Bodens verhindert werden, damit nicht in- und ausländische Kapitalisten auf Grund von Hypothekeneintragungen nach ihrem Belieben mit dem Boden schalten und walten können. Es bestehe ein Regierungsprogramm, in Verbindung mit dem Siedlungsgesetz neue Erbhöfe zu schaffen. Auch die Feldbereinigung soll dazu beitragen, kleine Betriebe zu Erbhöfen „aufzufüllen". Der Redner behandelte weiter die Anerbenfolge. Diese ist in 6 Ordnungen festgelegt. In Gebieten, in denen bisher keine Anerbensitte geherrscht hat, kann der Bauer bei Lebzeiten durch Uebergabever- trag den Hof an einen Anerben übertragen. Bei hohem Alter des Bauern kann dies im Interesse des Volksganzen sogar erwünscht sein. Im Heber» gabeoertrag kann bei wichtigen Gründen mit Genehmigung des Anerbengerichtes von der gesetzlichen Anerbenfolge abgewichen werden. Es ist zulässig, in dem Vertrag Abfindungen von Geschwistern des Anerben und die Leistungen für den alten Bauern und seine Frau festzusetzen. Sie sollen die Leistungsfähigkeit des neuen Bauern nicht überfteigen. Der Uebernehmer soll aber den vollen Wert für den Erbhof bezahlen. Daher wird in allen Fällen die Versorgung des alten Bauern so hoch festgesetzt werden, daß |ie für seinen Lebensunterhalt ausreicht. Auch durch Testament kann von der gesetzlichen Anerbenfolge abgesehen werden. Das Anerbengericht entscheidet dann, ob ausreichende Gründe für die Hebergehung des gesetzlichen Anerben vorliegen. Der grundsätzlich unveräußerliche Erbhof kann mit Zustimmung des Anerbengerichts belastet werden. Bei der Entscheidung über solche Anträge wird das Anerbengericht die Tatsache zu berücksichtigen haben, daß die Geldinstitute auch heute noch nur gegen dingliche Sicherung Kredit geben. Sodann wurde das Reichsnährstandsgesetz erörtert. Der Reichsnährstand hat drei Hauptabteilungen: Die erste betreut den Menschen an sich, die zweite berät den Bauer in technischer Hinsicht, die dritte regelt den Absatz der Erzeugnisse. Die Getreidemarktregelung hat den Zweck, die Brotversorgung und einen erschwinglichen Brotpreis sicherzustellen. Die Regelung der Milchwirtschaft hat — auf lange Sicht gesehen — den Zweck, die Fettversorgung zu sichern. Die Regelung des Fleischmarktes muß vor allem der künstlichen Verknappung durch Angstkäufe entgegentreten. Für die Regelung der Getreidewirtschaft besteht eine Ablieferungspflicht, deren Erfüllung durch umfangreiche Kar- teien kontrolliert wird. Wirtschaft. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1223: Behandlung aus dem Ausland geschenkter Scrips. 1224: Bekanntmachung KP 53 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. Langfristige Gewerbekredite der Bank für deutsche Industrie-Obligationen. (Fwd.) Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Bank für deutsche Industrie-Obligationen in Berlin mit der Landeskommunalbank- Girozentrale für Hessen in Darm ft ab t, Peter - Gerneinder - Straße 14, vertragliche Vereinbarungen getroffen hat, auf Grund deren die Landeskornrnunalbank-Girozentrale für Hessen an der Ausleihung langfristiger Gewerbekredite, soweit es sich um Kleinkredite von 500 bis 15 000 Mk. handelt, mitwirkt. Bekanntlich stellt die Jndustrie- bank kleinen und mittleren Betrieben der Industrie des Handwerks und des Handels langfristige Darlehen zur Verfügung, die auf hypothekarischer Grundlage gewährt werden und zur Ablösung überhöhter kurzfristiger Verbindlichkeiten, zur Finanzierung langfristiger Investitionen, sowie zur Verstärkung der Betriebsmittel dienen. Nähere Auskunft über diese Kredite und ihre Bedingungen erteilen die Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen in Darmstadt, Peter-Gemeinder-Strahe 14. Die Sparkaffeneinlagen im September Die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen sind im September um 4,9 Millionen Mark auf 13 238 Millionen Mark gestiegen. Von dem Zuwachs entfielen 2,7 Millionen Mark auf den Einzahlungsüberschuß, 1,1 Millionen Mark auf Zinsgutschriften und weitere 1,1 Millionen auf sonstige Buchungsvorgänge. Wie bereits im Bericht über die Sparkasseneinlagen im August vorausgesagt wurde, ist der Einzahlungsüberschuß, der im August noch 30,5 Millio- nen Mark betrug, aus saisonmäßigen Gründen im Berichtsmonat zurückgegangen. In diesem Jahre kam noch im besonderen hinzu, daß die Spartätigkeit in gewissem Grade auf den Wertpapiermarkt abgelenkt wurde, da das Reich 500 Millionen Mark 4Vrprozentige Schatzanweisungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt hatte, auf die bereits die ersten Einzahlungen geleistet wurden. So ist es nicht verwunderlich, daß der Einzahlungsüberschuß sogar unter die Höhe des Vorjahres gesunken ist. Bemerkenswerterweise liegen jedoch nicht nur die Einzahlungen, sondern — wie bisher — auch die Auszahlungen im Sparverkehr unter der Dorjahreshöhe. Im einzelnen wurden nämlich 397,3 Millionen Mark eingezahlt und 394,6 Millionen Mark ausgezahlt. Im Vergleich zum September 1934 haben sich somit die Einzahlungen um 32,5 Millionen Mark und die Auszahlungen um 19,6 Millionen Mark verwindet. Gegenüber dem Vormonat sind die Einzahlungen um 23,7 Millionen Mark zurückgegangen und die Auszahlungen um 4,1 Millionen Mark gestiegen. Da man saisonmäßig mit einer weniger starken Abnahme der Einzahlungen, hingegen mit einer stärkeren Zunahme der Auszahlungen rechnen konnte, ergibt sich hieraus, daß die zusätzlichen Ausgaben weniger aus den Spareinlagen, als in erster Linie aus dem Einkommen bestritten worden sind. Nhein-Maimsche Börse. Ruhig. Frankfurt a. M., 2. Nov. Die Börse lag bei freundlicher Grundstimmung auch zum Wochenschluß sehr ruhig. Die Kurslage zeigte gegenüber gestern nur wenig Veränderung. Der Eingang an Aufträgen der Kundschaft blieb sehr klein, auch die Kulisse verharrte in ihrer Zurückhaltung. Am Aktienmarkt tarnen zunächst nur sehr wenig Papiere zur Notiz. IG. Farben lagen mit 149 unverändert. Von Elektroaktien setzten AEG., Licht & Kraft behauptet, Lechwerke und Schuckert je 0,25 v. H. leichter ein, wogegen RWE. 0,75 v. H. und Siemens 0,50 v. H. gewannen. Montanaktien tendierten uneinheitlich. Schwächer lagen Harpener mit 108 (109), auch Mannesmann und Hoesch konnten sich nur knapp behaupten, während Ilse Genuß 0,50 v. H. anzogen und Stahlverein zu 80,40 v. H. unverändert eröffneten. Im einzelnen bröckelten Reichsbank 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. und Feldmühle Papier 0,25 v. H. ab, Daimler kamen mit unverändert 93 zur Notiz. Am Rentenmarkt war die Geschäftstätigkeit ebenfalls sehr klein, die Kurse lagen ziemlich unverändert, so Altbesitz mit 112,90, Zinsvergütungs- scheine mit 90,75 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,25. Im Verlaufe bröckelten die Kurse am Aktienmarkt infolge der starken Geschäftslosigkeit meist um 0,25 bis 0,50 v. H. ab und auch die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen zumeist nur knapp gehalten. Fest lagen jedoch Gessürel mit 123,25 (121,50), außerdem waren Scheideanstalt kräftig erholt auf 220 (216). Niedriger lagen dagegen Klöckner mit 90,40 (91,25). Bemberg mit 105,65 (106,40), AKH. mit 53,50 (53,75). IG. Farben gingen auf 148,50 und Stahlverein auf 80,13 zurück. Im Freiverkehr waren Ufa-Aktien weiter angeboten zu 57 Bries (61). Am Rentenmarkt bröckelten Zinsvergütungsscheine auf 90,65 ab, im übrigen blieben die Kurse gehalten. Der Pfandbriefmarkt lag still und unverändert. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, Frankfurter gaben 0,25 v. H. nach, während Darmstädter 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Der Auslands- rentenmartt lag sehr still. — Tagesgeld unverändert 3,25 v. H. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 818 Rinder (169 Ochsen, 31 Bullen, 449 Kühe und 169 Färsen), 352 Kälber, 64 Schafe, 1466 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 42, Bullen 40 bis 42, Kühe 24 bis 42, Färsen 40 bis 42, Kälber 50 bis 75, Hämmel 45 bis 48, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder sehr flott, Kälber, Hammel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zugeteilt. Aus aller Welt. Euwe gewinnt die 14. Partie im Schachwettmeisterschaftskampf. Im Kampf um die Schachmeisterschaft der Welt zwischen Aljechin und Euwe wunde in Groningen die 14. Partie gespielt. Euwe hatte die weißen Steine und eröffnete mit dem Damenbauer. Aljechin spielte von Anfang an zu riskant und geriet infolgedessen in eine gefährdete Stellung. Euwe nutzte seine Chancen sehr geschickt aus, und nach 41 Zügen wurde Aljechin m a 11 g e s e tz t. Stand des Wettkampfes ist jetzt: Aljechin 5, Euwe 5, remis 4. — Die nächste Partie wird in Soest gespielt. Bei einem Linsiurzunglück ums Leben gekommen. Auf dem Anwesen der Stahl- und Walzengießerei Ed. Breitenbach G. m. b. H. in Weidenau (Sieg- Kreis) stürzte ein Teil der großen, im Jahre 1921 errichteten, aus Eisenbeton bestehenden F a - brikhalle ein. Die etwa 70 Mann starke Gefolgschaft hatte sich zum Glück eine Viertelstunde vorher zur Einnahme des Mittagessens in den Speiseraum begeben. Don den vier Personen, die noch in der $aUe zurückgeblieben waren, wurden der 39 Jahre alte Former Wilhelm Opfer aps Eiserfeld von den herabstürzenden Eisenteilen t ö d° l i ch verletzt; drei weitere Arbeitskameraden erlitten Verletzungen, die aber nicht lebensgefährlich sind. Die Ursache des Einsturzes ist noch nicht geklärt. Schweres Bootsunglück im Arischen Haff. Ein schweres Unglück ereignete sich in Dubas- haken am Frischen Haff. Zwei Danziger Zollbeamte waren mit ihrem Boot nach nächtlichem Dienst auf dem Festland auf der Heimfahrt begriffen und ließen sich, um schneller vorwärts zu kommen, von einem vorbeikommenden Motorboot ins Schlepp nehmen. Plötzlich kenterte das Boot und die beiden Insassen ertranken, bevor ihnen noch vom Festlande Hilfe gebracht werden konyte. Geistesgestörte Brandstifterin. Die 45jährige Elisabeth Pfisterer, eine hochgradig schwachsinnige Frau aus Heidelberg-Kirchheim, hatte am 19. Juli d. I. die Scheune ihres Mannes in Brand gesteckt, wie sie angab, aus Rache gegen ihren Mann, mit dem sie des öfteren Meinungsverschiedenheiten hatte. Im August 1934 hatte sie schon einmal einen Versuch zur Brandstiftung unternommen. Die Angeklagte war schon mehrmals in der Psychiatrischen Klinik und in einer Heil- und Pflegeanstalt untergebracht und ist hochgradig unzurechnungsfähig. Ihr Treiben erfordert nach dem Antrag des medizinischen Sachverständigen die dauernde Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt. Das Gericht konnte keinen Beschluß fassen, ob § 51 Absatz 1 oder 2 anzuwenden sei und sprach die Angeklagte daher frei. Er ordnete aber die Verbringung in eine Anstatt an. Nächtlicher Raubüberfall auf einen Berliner Autobus. In einer der vergangenen Nächte wurde auf einen Berliner Autobus der Linie 27 ein Raubüberfall verübt. Der Wagen befand sich auf der Strecke von Müggelheim nach Köpenick. Durch ein über die Straße gespanntes Drahtseil wurde der Autobus zum Stehen gebracht, und ein Wegelagerer versuchte mit vorgehaltenem Revolver, dem Schaffner die Geldtasche zu rauben. Der Räuber feuerte verschiedene Schüsse auf den Chauffeur und den Schaffner, die glücklicherweise nur die Mäntel der beiden durchlöcherten. Durch die Geistesgegenwart des Autobusführers wurde das Drahtseil zerrissen und der Autobus konnte seine Fahrt fort« setzen. Das Überfallkommando nahm sofort nach Meldung mit Spürhunden die Verfolgung auf, konnte jedoch bisher den Räuber nicht stellen. Blutiges Aamiliendrama in einem polnischen Dorf. In dem polnischen Dorfe Gurce bei Warschau ereignete sich ein blutiges Familiendrama. Während eines aus Eifersucht entstandenen Ehestreits, bei dem ein Knüppel und ein Feuerhaken in Tätigkeit traten, griffen die Mutter der Ehefrau und die zwei Töchter in die blutige Auseinandersetzung mit Aexten ein und töteten den Ehemann. Die drei Mörderinnen wurden verhaftet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt deschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskom 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt L.M. Berlin Frankfurt a. M Serlln Schluß» kurs Schlußt. Abend« börse Schluß« kurs Schluß». Mittag, börse Schluß« kurs Schluß». Abendbörse Schluß« »urs Schluß». Mittag« börse Datum 1.11. 2.11 111. 2.11. Datum 111. 211 1.11 2-11 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,4 100,4 100,5 100,5 4% desgl. Serie 11 ............. — — 9,5 9,3 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 97,75 97,75 97,75 97,75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,9 5,9 — 5,9 bYi% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102 102 — 4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,75 — 8,65 8,65 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,85 4,85 4,9 4,9 112,0 112,65 2%% Anatolier ............... 39,5 39,65 39,65 39,4 4x/i% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 100,13 100,2 100,3 100,4 16 16,13 15,75 6% ehem.8°/o Hess. Boltsstaat 1929 Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 28 28,5 (rückzahlb. 102%) ............ 96,75 96,75 96,5 96,5 17,65 17,4 17,5 17,5 *¥x% ehern. Hessische Landesbank A.G. für Beckehrswesen Akt. .. 0 78,75 '79 78,75 78,9 Darmstadt Gold N. 12........ 96,13 96,13 96 96 110,5 110,75 110,5 6&% ehern. Hess. LandeS-Hypo- Commerz- und Privat-Bank ... O "85 85 85 85,25 thekenbank Darmstadt Liaui ... 100,5 100,5 W— Deutsche Bank und Tisconto- 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Gesellschaft................O 85,25 85,25 85,25 85,25 Landesb.Goldschuldverschr. R.6 91,5 91,65 Dresdner Rank .............. 0 85,25 85,25 85,25 85,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit ReichSbanI ................ 1*2 174,25 174 174 174 _ 121,25 — Deutsche Komm. Cammelabl. Aw 113,25 113,3 A E.G......................0 36,9 36,9 36,9 36,75 4%% ehemL% Franks. Hyp.-Bank Bekula.................... 10 141,65 141,75 141,75 141,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 — — Sieht. Lieferungsgesellschaft... S 109,25 109,25 109,25 —— bVi% ehem. 4V2% Franks. Hyp.- Licht und Kraft ........6¥i —— 131 130,25 131,5 Bank-Ltqu.-Pfandbriese....... 100,75 100,75 Felten L Guilleaume......... 0 104 104 104,5 103,75 6¥t% ehem. iy,% Rheinische Hesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 121,5 123,25 122,13 123,5 Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse..... 100,9 100,9 100,75 100,75 Rheinische Elektrizität ........5 — 129,5 — 130,5 4ty% ehem. 8% Pr. Landespfanb- Rhein. Wests. Elektr..........6 121,5 121,75 121,5 121,75 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Schuckert 8 Co............... 4 118 118 118 118,5 4*4% ehem. 7% Pr. Landespfand- Siemen« S Halöke............ 7 163 163,5 163 164,25 132 132 132,75 132,25 Kteuergutsch.BerrechnungSh 85-89 107,65 107,65 107,65 107,65 Buderu» ...... O 101,75 101,75 102,25 101,75 4% Oesterreichtfche Goldrente.... 30,25 30 30,5 30 Deutsche Erdbk .............. 4 103,25 103,5 102,75 103,5 1,4 1,4 1,25 1,25 Gelsenkirchener .............. C — — 9 85 9,85 Harpener................. 0 109 108 111,5 110 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9J5 9,6 9,7 9,65 Hoesch Eisen—Köln-NeueNea .. 0 93,25 93 93 92,75 «H% vesgl. von 1913.......... 9,75 9,65 9,7 9,65 Ilse Bergbau ............ ( 159 160 160 159,75 5% äbgelll Goldmexikaner von 99 10,5 10,5 10,5 10,25 Ilse Bergbau (Benüfie........6 127 127,5 126,75 127,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Klöcknerwerke .......... tH 91,25 90,4 91 90 Serie l................... — — 9,5 9,3 Mannesmann-Röhre» ....... 0 82,75 82,65 82.75 82,9 $ranffurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schluß». Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 1.11. 2-11- ML 2.11. Mansselder Bergbau .. ....... | 118 118 118,5 118,25 Kokswerke ........... .......5 — — 114 113,9 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohle» .......O —- — — ..... 12 217 216 215 — Rhetnstahl ........... .....sy, .......0 105,75 105,75 106 106,25 Bereinigte Stahlwerke. 80,4 80 80,25 80 Otavi Minen ........ .......0 18,9 19 18,9 18,75 Kaliwerke Aschersleben. .......6 128,75 129 128,9 128 Kaliwerke Westeregeln . ....... 6 122,5 123,5 122,75 123,9 Kaliwerke Salzdetfurth .....IV, 180 180 — I ®. Farbe ».Industrie ....... 7 149 148,4 149,4 148,75 Echeideanstalt........ .......1 216 220 — — Goldschmidt ......... .......O 105,75 105,5 105,75 106 Rütgerswerke ........ •......4 112,5 113 112,25 Metallgesellschaft...... .......4 105 105 105 104,75 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg .......0 89,5 89 89,65 90 ......1 118,13 118 Zementwerk Karlstadt.. .......4 1 130 130 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................O Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ........ 7 Daimler Motoren ............ O Deutsche Linoleum...........6 Orenstein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof......... O Chade................ O Aecumulatoren-Fabrik....... 18 Conti-Gummi ..... 8 — 102,75 102 53,75 53,25 53,9 53,25 106,4 105,65 106,5 106 111,5 111 111,5 111 79 79 79,5 — — 126,5 125,75 93 93 93 93,5 140,25 140 140 139 — 79,4 79 25 25,25 25,13 25,25 292,25 292 292,5 292,75 — — —— 171 158 158 — 157,5 Grttzner....................O| 29,25 Mainkraftwerke Höchst a.w— 4 89,5 Süddeutscher Zucker ......... t| 210 I 29,25 I 29,75 I 29,25 89,5 — - 210 I 210,13 I — Devisenmarkt Berlin — Arankfurt a. ZIL 1 .November 2-November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld | Brief Buenos atte>. 0,676 0,680 0,677 0,681 Brüssel..... 41,87 41,95 41,90 41,98 Rio de Jan. . 0,140 0,142 0,140 0,142 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,52 54,62 54,57 54,67 Danzig..... 46,80 46,90 46,81 46,91 London ..... 12,21 12,24 12,22 12,25 Helimgfor».. 5,385 5,395 5,39 5,40 Paris ...... 16,37 16,41 16,375 16.415 Holland .... 168,74 169,08 168,88 169,22 Italien..... 20,20 20,24 20,20 20,24 Japan ...... 0,714 0,716 0,714 0,716 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 OSlo..... : 61,31 61,43 61,36 61,48 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,08 11,10 11.085 11,105 Stockholm... 62,96 63,08 62,99 63,11 Schweiz .... 80,76 80,92 80,81 80,97 Spanien.... 33,93 33,99 33,95 34,01 Prag....... 10,265 10,285 10,265 10,285 Budapest ... Reuyork ... 2,486 2,490 Banfnoten 2,486 2,490 Berlin,2-November Gelb Bries Amerikanische Roten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,36 54,58 Englische Noten ................. 12,185 12,225 Französische Noten .............. 16,325 16.385 Holländische Noten............... 168,46 169,14 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,20 61,44 Deutsch Oesterreich. * 1OO Schilling — —■ Rumänische Noten............... — —— 62,82 63,08 80,63 80,95 Spanische Sloten ..••••L....•••••• 33,59 33,73 Ungarische Äotee •••••••••••••••• — 1 •t i Nr. 258 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Montag, 4-November [935 SA., SS. und NSKK sammeln für das WHW. Rund 20000 Abzeichen verkauft. Die Wehrmacht opfert ihre Spende. — (Ausn. [4p. Photo-Pfaff, Gießen.) Standartenführer (rechts) und Sturmbannführer (links) beim Sammeln. Die Mädels vom BDM. fehlen nicht bei der Spende. Gemeinsam wird das Opfer-Zeichen angesteckt. Aus der Provinzialhauptstadt Die erste Straßenschlacht im Dienste des Winterhilfswerks ist geschlagen Wie bei der bekannten Opferfreudigkeit unserer Gießener Bevölkerung nicht anders zu erwarten war, ist die Geldsammlung zu einem schönen und starken Erfolg für das WHW. geworden. Träger dieses friedlichen Kampfes gegen hunger und Kälte mit den Sammelbüchsen und den Spendeplaketten waren die Männer unserer Gießener SA., SS. und NSKK. In vorbildlichem, opferbereitem Einsatz erfüllten sie ihre Aufgabe mit einer Unermüdlichkeit und mit einer Umsicht, die der Größe ihres Auftrages würdig waren Deutsche Arbeitsfront. Abteilung für Arbeitsführung und Verufserzlehung in der kreiswaltung Gießen. Die neuen Winterübungspläne der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der DAF. sind erschienen und können von den Angehörigen aller Berufsgruppen in der Geschäftsstelle Gießen, Lonystrahe 18, Zimmer 10, oder Schanzenstraße 18, Vorderbau, Zimmer 7, eingesehen bzw. in Empfang genommen werden. Am gestrigen Sonntag wurde schon vom zeitigen Vormittag ab der Sammelfeldzug fortgesetzt. Bis weit in den Nachmittag, ja gegen Abend hinein erstreckte sich diese vorbildliche Tätigkeit unserer SA.-, SS.- und NSKK.-Männer. Unermüdlich ging es auch jetzt wieder in allen Straßen zu. Wo nur irgend eine Aussicht zur Erlangung einer Opfergabe sich bot, wurde bereitwilligst die Sammelbüchse hingehalten, mit freundlichem' Wort und nicht minder freundlichem Lächeln der Anreiz zum Spenden erhöht, und wenn man Kameraden, Freunde oder Bekannte traf, so wurde nicht gezögert, ihnen zu dem bereits erworbenen Spendeabzeichen ruhig noch ein zweites oder ein drittes zu verkaufen, damit unter allen Umständen der Vorrat abgesetzt und der Ertrag der Sammlung gesteigert werde. Der flotte Absatz hatte zur Folge, daß bei zahlreichen Sammlern die Spendeplaketten — nebenbei bemerkt, sehr schöne Abzeichen aus Majolika in Form eines Wikkinger- bzw. eines Segelschiffes — verhältnismäßig schnell ausverkauft waren und nunmehr als Ersatz Spitzenrosetten, wie sie bei einem früheren Abzeichen-Verkauf gegeben wurden und zum Teil noch vorrätig waren, zur Ausgabe gelangten. Insgesamt war natürlich der Absatz in den Sonntagsstunden etwas langsamer, da sich der größte Teil der Volksgenossen schon im Verlaufe des Samstagnachmittags und -abends mit den Abzeichen versehen hatte; dennoch wurde auch gestern in ansehnlichem Maße gespendet Der Musikzug der SA.-Standarte 116 erfreute auch am gestrigen Sonntag wieder durch ein Platzkonzert am Vormittag an der Plockstraße und ein weiteres Konzert am Nachmittag auf dem Bahn- hofsplatz; bei beiden Veranstaltungen lauschte eine große Menschenmenge mit Freude den bekannten guten Darbietungen des vortrefflichen Klangkörpers. Hervorgehoben fei noch, daß das Dienstauto des Standartenführers an der Karosserie eine aus Pappdeckeln hergestellte Attrappe einer Riesensammelbüchse trug, mit der es unermüdlich durch die Straßen fuhr und dergestalt immer, wieder an die Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen für das WHW. erinnerte. Die für unseren Stadtbezirk gelieferten Abzeichen (Wikingerschifs und Segelschiff) wurden restlos verkauft. Es handelte sich dabei um 15 2 0 0 A b - zeichen. Um die Sammlung weiter durchführen zu können, wurden Abzeichen, die aus früheren Sammlungen zurückgeblieben waren (Spitzenroset- ten, Emaille-Veilchen und Austern) eingesetzt. Auch von diesen Abzeichen wurden noch etwa 4500 Stück verkauft. Zusammenfassend kann man wohl sagen: der große Tag der SA., der SS. und des NSKK. im Dienste des WHW. war ein voller Erfolg für das Hilfswerk und einer der schönsten Diensttage der braunen und der schwarzen Uniformträger der politischen Streiter des Führers. gegen den Bescheid der Bürgermeisterei Bad-Nauheim vom 7. Juni 1935 die nachgesuchte Milc^ Handelserlaubnis unter der Bedingung erteilt, daß der Ehemann Max Ruhland, dem durch Urteil bei Provinzialausschusfes vom 3. Mai 1935 die Milch« Handelserlaubnis versagt worden war, an der Ausübung des Gewerbebetriebs in keiner Weife beteiligt ober im Gewerbebetrieb beschäftigt wird. Die Kosten bes Verfahrens sind von der Beschwerdeführerin unter Zugrundelegung eines Streitwertes von 500 Mark zu tragen. 2. Die Klage des Reisevertreters Paul Kühner in Bad-Nauheim gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 8. Juli 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. Vornotizen. Tageskalender für Montag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.15 Uhr im Taft Leib Gastspiel des Großvarietös. — Stadttheater, Ring Deutsche Bühne: 20 bis 23 Uhr „Cosi fan tutte“. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Werft zum grauen Hecht". — Gießener Eisverem e. 23.: 20.15 Uhr im Eissporthaus Generalversammlung. OasZnstitut für Wirtschaftswissenschaft in Gießen. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird Das Sammelwerk nahm bereits am Samstagnachmittag seinen Anfang. Die alte Erfahrung, daß ' in den späten Nachmittagsstunden des Samstags der Straßenbetrieb immer erheblich größer ist als an den Sonntagen und infolgedessen auch die Gelegenheit zur Erlangung ansehnlicher Geldspenden in erhöhtem Maße besteht, war maßgebend für diesen Beginn des Sammelwerks. In langen Marschkolonnen strebten daher am Samstag gegen 17 Uhr die Stürme nach dem Platz vor dem Standarten- gebäube, wo sie auf die einzelnen Ortsgruppen^ Bezirke bes Stadtbereichs verteilt wurden. Rasch war diese Einteilung vollendet. Dann gings hinaus in die Diensträume der SA.-Standarte 116, wo die Sammler die Pappkästchen mit der abgezählten Plakettenzahl und die Sammelbüchsen in Empfang nahmen. Von hier zog man hinaus in die Straßen der Stadt zum Kamps für das gute Hilfswerk. Da ah man denn unsere SA.-, SS.- und NSKK.- Männer aus allen Berufsschichten in eifriger Weise der Sammeltätigkeit obliegen. Der Mann der geistigen Arbeit, sei er nun Universitätsprofessor, Regie- rungsrat, ober stäbtischer Beamter, ober auch Privatangestellter, wirkte hier wieberum, wie.es ini ber SA. selbstverständlich ist, in bester Kameradschaftlichkeit gemeinsam mit dem SA.-Kameraden aus dem Stande des handarbeitenden Menschen, des Arbeiters der Faust. Und überall gab es von Anbeginn an in reicher Weise zu tun. Vielfach genügte allein schon das Vorzeigen der Sammelbüchien, um die Volksgenossen und Volksgenossinnen zum Zucken ihres Geldbeutels und zur Opferspende zu veranlassen. Oft wurde durch ein freundliches Scherzwort und ein gewinnendes Lächeln die Spendetätigkeit Kfür die Sammler, wie auch für die Opfern- rschönt. In kurzer Zeit konnte man schon die Feststellung machen, daß der Inhalt der Sammelbüchsen ganz „anständig rappelte", ein Zeichen dafür, daß die Spenden in guter Weise flössen. Und so ging es bis weit in den Abend hinein in allen Straßen je nach der Stärke des Verkehrs unermüdlich weiter. Dabei setzten sich die SA.-Kameraden, von dem Führer der Standarte, Standartenführer Lutter, über die Sturmbann- und die Sturmführer, die Trupp- und die Scharführer bis zum letzten und jüngsten SA.-Mann, mit aller Kraft ein, um für das gute Werk den größtmöglichen Erfolg herauszuholen. Damit aber auch die spendenden Straßenpassanten eine besondere Freude erfuhren, hatte sich ber Musikzug ber SA.-Stan- barte 116 unter Leitung bes Musikzugfuhrers Herrmann freubig in ben Dienst der Sache gestellt: er bereitete durch ein vortreffliches Platzkonzert auf dem Kreuzplatz den vielen Männern und Frauen, die mit froher Miene zuhörten, einen schönen Wochenendgenuß. Währenddessen wurden natürlich unermüdlich die Sammelbüchsen herumge- reickt und überall gab es in bereitwilligster Weise Spenden für den guten Zweck des WHW. Selbst- verständlich waren di- Hauptpunkte des Verkehrs, । . B Seltersweg, Kreuzplatz, Marktplatz, Bahnhos- strahe, Bahnhof und die enaere Umgegend unlerer aroheren Gaststätten, von den Sammlern bewnders aufs Korn genommen, damit überall das Bestmöglichste geschehen konnte, um den Inhalt der Sammelbüchsen soweit wie irgendmoglich zu eftigern. In dieser unermüdlichen Sammelarbeit ging es Stunde um Stunde weiter, so daß man noch gegen 22 Uhr zahlreiche Sammler die Straßen abparrouil- lieren sehen konnte, die trotz der vorgerückten Abendstunde immer noch manchen schönen Erfolg hatten. uns mitgeteilt: Die neuen Räume des Instituts für Wlrtfchafts- Wissenschaft an der Universität Gießen, die bereit« im vorigen Semester teilweise bezogen werden konnten, sind jetzt fertiggestellt worden. Bei der Einrichtung des Instituts kam es darauf an, auch mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln nicht allein die Aufteilung der vorgesehenen Räume denkbar zweckmäßig zu gestalten, sondern auch schöne, in freundlichem Tone gehaltene Arbeitsplätze zu schaffen, die einerseits den vorgeschrittenen Semestern Gelegenheit zu ungestörter Arbeit und geistiger Konzentration geben, anderseits aber auch die unbehinderte Gemeinschaftsarbeit, fei es im Rahmen der Fachschaft, sei es im Rahmen der Arbeit mehrerer sich zu einer besonderen Untersuchung zusammenfindender Studenten, ermöglichen. Der heutige staatswissenschaftliche Student soll ja nicht nur individuell gefördert werden, um sich im Laufe seines Studiums einen mehr ober minder großen Wissensstoff anzueignen, er soll in erster Linie in Gemeinschaft mit seinen Studienkameraden an praktische Untersuchungen und Probleme, z. B. an Planungen und raumwissenschaftliche Forschungen herangeführt werden, die engfte Zusammenarbeit auch mit den Schwesterwissenschaften wie Geographie, Geologie, Technik, Forstwissenschaft usw. erfordern. Gerade auf dem Gebiete der Planungswissenschaft und Raumforschung liegen beim Gießener Institut für Wirtschaftswissenschaft schon erhebliche Erfahrungen vor, so daß diesen Arbeiten in Zukunft besondere Aufmerksamkeit zugewandt werden kann. Von anderen Zweigen der Staatswissenschaft, die bei der Neueinrichtung des Instituts für Wirtschaftswissenschaft neben den bisher vertretenen vorzugsweise berücksichtigt wurden, mögen noch Soziologie und Dersicherungstechnik genannt fein. Programm der Dinlerfahrten. Das Progralnm der Winterferienfahrten ist ein« getroffen und 3um Preise von 10 Pf. auf unserer Dienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. Vortrag über Abessinien. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Gießen hat uns für den Vortrag über Abessinien am 7. November verbilligte Eintrittskarten zur Verfügung gestellt. Die Karten kosten 0,40 RM. und sind auf unserer Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. Sprechstunden des BDM. in Gesundheitsfragen jeden er st en Montag im Monat von 11 bis 12 Uhr Goethe« straße 63. Die Aerztin des BDM.-Untergaues Gießen. Dr. Frieda Feulgen. Für die Jungmädel jeden ersten Mitt- woch im Monat, abends von 18 bis 19 Uhr, in der Universitäts-Kinderklinik. Die Aerztin des JM.-Untergaues Gießen. Ruth Heid. Sitzung des Provinz alauSschuffes. Gießener Militärmusik in Frankfurt. Am Samstag und am gestrigen Sonntag spielte das Musikkorps des Infanterie-Regiments 36 Gießen zum Besten des Winterhilfswerkes in Frankfurt a. M. Am Samstagabend fand im Hippodrom, veranstaltet von der Kreisleitung Groß-Frankfurt der NSDAP., eine große musikalische Veranstaltung statt, die ausgeführt wurde von dem Musikkorps des Gießener Regiments und der Kapelle der Landes- polizei. Dieses Großkonzert, das in zwei Teilen Blas- und Streichmusik zu Gehör brachte, wurde ein außerordentlich großer Erfolg. Werke von Wagner, wie Kriegsmarsch, Schlachthymne und Gebet aus Rienzi, Teile der Meistersinger, Einzug der Gäste auf der Wartburg aus Tannhäuser, die Ouvertüre aus Rienzi oder die 1 Ungar. Rapsodis von Liszt, zusammen mit einer Reihe schöner Militärmärsche, hierunter „Historische Märsche europäischer Staaten" brachten den Ausführenden von dem gut besuchten Hause großen Beifall ein. Im gleichen Rahmen stand dann am gestrigen Sonntag ein Militärkonzert im Palmengarten zu Frankfurt, wo sich die Gießener Militärmusiker unter der Stabführung von Obermusikmeister Ernst K r a u ß e wiederum durch ihr exaktes Auftreten, sowie hervorragendes musikalisches Können einzig dastehender Beliebtheit erfreuten. In diesem Zusammenhang dürfte es vielleicht allgemein interessieren, daß in der zweiten Oktoberhälfte in den Städten des unteren Lahntales, wie Limburg, Freiendiez, Nassau, Bad Ems, Niederlahnstein und ferner am Rhein in Mainz, Nieder- Ingelheim, Bingen, St. Goarshausen und noch in Wiesbaden große Militärkonzerte stattfanden, die ebenfalls von der Gießener Militärmusik ausgeführt und von der NS.-Gemeinschaft „Krast durch Freude" veranstaltet wurden. Alle diese Konzerte waren volle Erfolge für unsere Gießener Militärmusik. Oie Gerichte für den zweiten Eintopfsonntag in den Gaststätten. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe hat für den zweiten Eintopssonntag am 10. November die folgenden Eintopfgerichte in den deutschen Gaststätten bestimmt: Erbsensuppe mit Wurst, Fischeintopfgericht, Zusammenstellung nach Wahl, Gemüsetopf vegetarisch oder mit Fleischeinlage. In den deutschen Gast- und Schankwirlschaften dürfen in der Zeit von 10 bis 17 Uhr am zweiten Eintopssonntag keine anderen Gerichte abgegeben werden. ♦ ** Seinen 76. Geburtstag kann am morgigen 5. November der langjährige Schuldiener ber Stadtknabenschule Wilhelm Dechert, Lahnstr. 3 wohnhaft, begehen. Herr D e ch e r t ist seit über 50 Jahren treuer Bezieher des „Gießener Anzeigers". ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Gleisauswechslungsarbeiten in der Bahnhofstraße (Hotel Schütz) wird die Bahnhofstraße In der öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen am Samstag kamen folgende Verwaltungsstreitsachen zur Verhandlung: zwischen Horst-Wessel-Wall und Alicenstraße von Montag, 4. November, ab auf die Dauer von drei Tagen für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitung«- schilder sind zu beachten. _____ ~ ________o. ** Oef fentliche Bücherhalle. Im Okto- 1. Der Therese Ruh land in Bad-Nauheim, ber wurden 1749 Bände ausgeliehen. Davon tarne* Iohannesstraße 17, wurde auf ihre Beschwerde I auf: Zeitschriften 32, Gedicht« und Dramen ö» Er» Oie militärische Feier am kommenden Donnerstag. Die Vereidigung der Rekruten des Standortes Gießen findet am Donnerstag, 7. November, auf dem Platz zwischen der neuen Artillerie-Kaserne und der Dolkshalle statt. Um 8 Uhr wird vor der dort angetretenen Garnison die neue Reichskriegsflagge gehißt werden. Nach kurzen Ansprachen der Geistlichen beider Konfessionen und des Standortältesten wird die eigentliche Vereidigung durch den Regiments-Adjutanten des Infanterie-Regiments 36 vorgenommen. Der vollzogenen Vereidigung wird sich die Bekanntgabe eines Erlasses des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht durch den Standortältesten anschließen. Danach Vorbeimarsch der Truppen. Für die Einwohnerschaft der Stadt bietet sich an ber Grünberger Straße unb auf bem Trieb hinter ber Absperrung Gelegenheit, ber Feier beizuwohnen. General von Lettow-Vorbeck spricht in Gießen. De» Frauenbunb der Deutschen Kolonialgesellschaft schreibt uns: Der italienisch-abessinische Streit rollt die Kolonialfrage von neuem auf. Wir empfinden immer tiefer, wie hart uns das Versailler Diktat getroffen hat, und weich' großes Unrecht dem ganzen deutschen Volke durch den Raub seiner Kolonien angetan wurde. Mit Stolz und Dankbarkeit denken wir an den großen Helden und Streiter für Ostafrika, General von Lettow-Vorbeck. Paul Rohrbach sagte einmal: „Noch heute ift es größte Ehre für einen Schwarzen oon Oftafrifa, [sagen zu können, er hat unter Lettow-Vorbeck gekämpft." Zäher Siegeswille, Heldenmut und Hingabe gaben unserer Schutztruppe unter ihrem großen Anführer die Kraft, im Weltkrieg unbesiegt einer mehr als zwanzigfachen Uebermacht zu trotzen. Der mit deutschem Blut getränkte Boden unserer verlorenen Kolonien ist für uns heiliges Land! Die Kolonialfrage ist brennend für uns und geht jeden Volksgenossen an, der deutsch denkt und deutsch fühlt.' Lettow-Vorbeck spricht am 9. Dezember , in Gießen. Die beutfche Arbeitsfront ? n.3.=Gemeinfchaft „firaft durch frcudc" zählens Literatur 1121, Jugendschriften 261, Länder- und Völkerkunde 94, Kulturgeschichte 3, Naturwissenschaft und Technologie 59, Heer- und Seewesen 5, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 2, Religion und Philosophie 4, Staatswissen- jchaft 10 Bände. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstürben in der Zeit vom 16. bis 31. Oktober: 17. Ludwig Klein, Metzgermeister, 63 Jahre alt, Brandgasse. — 18. Geh. Rat Dr. Gustav Güngerich, Land- gerichtsprästdent i. R., 85 Jahre alt, Ludwigstr. 72. — 19. Katharina Münker, geb. Rink, Wwe., 82 Jahre alt, Frankfurter Straße 94; Wilhelm Hermann Kräcker, Kanzleigehilfe, 24 Jahre alt, Am Kugelberg 29; Anna Marie Goß, geb. Gilbert, 47 Jahre alt, Katharinengasse 9. — 21. Margarete Schneider, geb. Jochim, Wwe., 82 Jahre alt, Licher Straße 74. — 23. Karl Nikolaus, Weihbindermeister, 67 Jahre alt, Am Nahrungsberg 2. — 24. Gustav Naumann, Pfarrer i. R., 72 Jahre alt, Friedensstraße 29. — 25. Karl Rau, Justizinspektor i. R., 73 Jahre alt, Am Kugelberg 22. — 26. Reinhard Schürhosf, Invalide, 74 Jahre alt, Friedrichstraße 5. — 28. Hch. Ludwig Balßer, Bademeister, 28 Jahre alt, Steinstraße 39; Margarete Arnow, geb. Tröller, Wwe., 58 Jahre alt, Neuenweg 38. — 29. Karl Speier, Invalide, 56 Jahre alt, Frankfurter Straße 140; Marie Pfaff, geb Weiß, 68 Jahre alt, Dammstraße 30; 29. Wilhelm Rinn, Metzgergehilfe, 56 Jahre alt, Schiffenberger Weg 34. ** Seinen schweren Verletzungen er- legen. Anfang September verunglückte hier in der Frankfurter Straße der Motorradfahrer Heinr. Haas von hier, Löwengasse 20 wohnhaft, durch einen Zusammenstoß mit einem Lastkraftwagen schwer. Der bedauernswerte Mann mußte damals mit einem Schädelbruch und mit Rippenbrüchen nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden. Reichsleistungskamps d Nachdem in den vergangenen Jahren der Reichs- berufswettkampf von der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend durchgeführt wurde, ruft nunmehr auch die Deutsche Studentenschaft alle Studierenden an den Hoch- und Fachschulen zum „R e i chs le istu n g s ka m pf der Deutschen Studenten" auf. Der Arbeiter der Stirn soll hierbei den Beweis liefern, daß er seine Wissenschaft nicht mehr, wie in der liberalisti- jchen Zeit, nur um der Wissenschaft willen in theoretischer Isolierung betreibt, sondern daß sein Bestreben zu neuer Wissenschaftsgestaltung nur das eine Ziel kennt: Dien st an der Volksgemeinschaft. Ls werden also besonders solche Themen zur Bearbeitung gestellt, an denen die Beziehung des einzelnen wissenschaftlichen Faches zum Volksganzen und feine Bedeutung für den nationalsozialistischen Staat herauszuarbeiten ist. Der Leiter des Reichsleistungskampfes für die Universität Gießen, Kamerad Kissel, hatte auf Samstagvormittag die erste Arbeitstagung zur Vorbereitung des Reichsleistungskampfes einberufen. Zugegen waren die meisten Amtsleiter der Gießener Studentenschaft, unter ihnen als Stellvertreter des am Erscheinen verhinderten Studentenschasts- leiters der neue Kameradschaftshausführer Frank. Als Gäste wurden die Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend, sowie der Do- zentenschaftsleiter und eine Anzahl Dozenten begrüßt. Kamerad Kissel machte zugleich als Hauptamtsleiter für Fachschaften einleitend längere Ausführungen über den in Aussicht genommenen Neuaufbau der Studentenschaft Gießen, über die völlig neuartige Organisation des Reichsleistungskampfes und behandelte alle grundsätzlichen sachlichen Fragen wissenschaftlicher und Dort ist er nach wochenlangem Schmerzenslager am Samstag seinen schweren Verletzungen leider erlegen. ♦* Bet der Arbeit verunglückt ist am Samstagnachmittag in der Reichsbahnwerkstätte der Reichsbahnarbeiter Wilhelm Priemer, Buddestraße 8 wohnhaft. Der bedauernswerte Mann geriet zwischen eine Lokomotive und die Gebäudewand, wobei er am Oberkörper gequetscht wurde. Mit einem Oberarmbruch und mit Brüchen der linken Rippen mußte er der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ** Neuer Werktagszug Gießen — Mücke. Ab Montag, 4. November, wird der mit Einführung des Winterfcchrplans ausgefallene Personenzug Gießen—Mücke, Abfahrt in Gießen um 17.08 w)r, Ankunft in Mücke 17,55 Uhr, werk- tags wieder gefahren. Der Zug hält auch an der Hattestelle an der Licher Straße. Für die auswärts wohnenden Arbeiter, die um 16.30 Uhr Arbeitsschluß haben, liegt dieser Zug sehr günstig. * * Sonntags - Rückfahrkarten zur Olympia-Aus st ellung in Frankfurt a. M. Um den weiter von Frankfurt a. M. entfernt wohnenden Volksgenossen den Besuch der Olympia- Ausstellung zu ermöglichen, gibt die Reichsbahndirektion bis zum Schluß der Ausstellung Sonntags- Rückfahrtarten im Umkreis von 75 Kilometer von Frankfurt a. M. aus. Die Sonntags-Rückfahrkarten gelangen Mittwochs, Samstags und Sonntags zur Ausgabe. Sie gelten Mittwochs von 0 bis 24 Uhr und Samstags von 12 Uhr bis Montags 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Als Sicherungsmaßnahme gegen eine mißbräuchliche Benutzung werden die für Mittwochs ausgegebenen Sonntagsrückfahrkarten auf der Rückseite von der Ausstellungsleitung gestempelt. !l deutschen Studenten, politischer Art, die durch die Organisierung eines solchen Wettkampfes an einer Hochschule entstehen. Die gesamte Studentenschaft wird in Fachschaften, jede Fachschaft in wissenschaftliche Abteilungen und diese wieder in Zellen zu je zehn Studenten gegliedert. Ls wurde festgelegl, daß sich die einzelnen Fachschaften am nächsten Dienstagabend versammeln, ihre Dozenten ein- laden und mit ihnen die Themagestattung im einzelnen besprechen. Besonders eingehend wurden die Fragen der Gruppenarbeit, der Bildung wissenschaftlicher Themen mit politischer Ausrichtung, der landschafts- und volkstumsgebundenen Themen, der Zusammen- arbett mehrerer Fachwissenschaften an einer Aufgabe, der Bewertung der Ergebnisse und andere behandelt. Im Anschluß an die Ausführungen des Kam. Kissel zeigte sich in einer lebhaften Aussprache besonders das außerordentlich rege Interesse der anwesenden Dozenten am Reichsleistungskampf. Der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Mer - tes, gab aufschlußreiche Ausführungen über die Organisation des Reichsberufswettkampfes und behandelte eingehend die Fragestellungen und Erfahrungen, die sich für unsere Hochschule aus dem so anders gearteten Berufswettkampf der Arbeitsfront übernehmen lassen. Diese Anregungen wurden dankend entgegengenommen. Auch der Student, der sich der Volksgemeinschaft gegenüber verpflichtet fühlt, kann heule (ein Linzeldasein mehr führen. Lr betätigt praktischen Sozialismus. Das neue Semester beginnt mit neuen Aufgaben und bringt eine neue Form der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens. 9er Gloria-Palast vor der Vollendung. Im Seltersweg, auf dem Eckgrundstück an der Straße nach dem Volksbad, ist im Verlauf der letzten drei bis vier Monate eine starke Umwandlung des Straßenbildes vor sich gegangen. An Stelle der früheren Appelschen Häuser, die an der Straßenfront Ladenräume und in einem rückwärtigen Gebäude an der Straße nach dem Dolksbad Wohnungen und eine Werkstatt enthielten, ist der N e u • bau des zweiten großen Lichtspielhauses in unserer Stadt, das den Namen „G l o r i a - P a l a st" erhalten hat, entstanden. Der Besitzer des Lichtsvielhauses in der Bahnhofstraße, Herr Henrich, hat diesen Neubau im Seltersweg auf dem von ihm erworbenen Appelschen Grundstück geschaffen, um dem gesteigerten Bedürfnis nach der unterhaltsamen Lichtspielkunst und ähnlicher Vorführungen in ausreichendem Maße Rechnung tragen zu können. Um für das neue große Lichtspielhaus genügend Raum zu schaffen, wurde der Eckbau des Appelschen Grundstücks, samt dem Hintergebäude nach dem Volksbad zu, abgerissen und dann von Grund auf mit dem Neubau begonnen. Eine große Schar von Arbeitern hat den Bau soweit gebracht, daß in etwa einer Woche die Pforten des Gloria- Palastes sich den Besuchern zur ersten Vorstellung öffnen werden. Schon heute kann man beim Passieren der Baustätte erkennen, daß hier inmitten unseres Verkehrszentrums ein Bau erstanden ist, der für unsere Hauptgeschäftsstraße ein besonderes Charakteristikum darstellt und der an Großzügigkeit der Anlage und an Zweckmäßigkeit der Raumverwendung hinter der Großstadt nicht zurücksteht. Vom Seltersweg aus betritt man durch ein breites Portal, über dessen Straßenfront eine weithin leuchtende Lichtschrift den Gloria-Palast kenntlich macht, das neue Haus. Inmitten des Portals werden die Kassen freistehend ungeordnet, die Wände sollen Raum und Anlagen zu Ankündigungen aus dem Gebiet der Lichtspielkunst erhalten. Dom Portal aus gelangt man in einen Dorraum, der durch breite Fenster in reichern Ausmaß natürliches Licht empfängt und von dem aus die Zugänge zu dem großen Saal bzw. zu der Empore offen sind. Der Saal ist in feinen räumlichen Ausmaßen so berechnet, daß rund 110 0 Personen bequem Platz finden können. Die rückwärtige Seite des Saales, nach den Eingängen vom Dorraum zu, wird die Saal-Logen erhalten, davor nach der Bühn« zu wird sich das Gestühl für die übrigen Plätze aufbauen. Die Beleuchtung des Saales erfolgt auf indirektem Wege und durch eine „ßieneftra- Röhre", deren Licht große Helligkeit über den Saal ausströmen wird. Die Wände erhalten sowohl zur Verschönerung des Raumes, wie auch zur Erzielung einer guten Akustik eine Stoffbespannung, durch die den neuzeitlichen Erfahrungen auf diesem Gebiete Rechnung getragen wird. Der Bühnen- rau m , der die Leinwand für die Vorführungen enthält, aber auch mit Leichtigkeit anderen Darbietungen technisch angepaßt werden kann, ist etwa 9 Meter hoch und ebenfalls mit indirekter Beleuchtung versehen; der Raum der Bühne bietet auch in ausreichendem Maße Platz, um für eine etwaige musikalische Darbietung ein großes Orchester bequem unterbringen zu können. Seitlich neben der Bühne und in einem Obergeschoß darüber sind Räume vorgesehen, die bei Sonderveranstaltungen dem Künstlerpersonal einen schönen Aufenthalt zur Erholung bzw. die neuzeitliche Gelegenheiten einer Umkleidegarderobe bieten. Die Empore, die über der Fläche der Saal-Logen angeordnet ist, enthält in amphitheatralischer Anordnung die Plätze der Rang-Besucher bzw. die Balkon-Logen; eine bequeme und breite Treppe führt aus dem Dorraum hinauf zu diesen Plätzen. Der ganze Bau ist mit modernen Heiz- und Entlüftungsanlagen versehen, durch die jederzeit ausreichende Wärme in die Räume gebracht werden kann, zugleich aber auch bas ständige Absaugen der verbrauchten Luft möglich ist. Durch dieses sinnreiche System der Beheizung und der Entlüftung wird erreicht werden, daß den Besuchern zu allen Stunden ein angenehmer Aufenthalt bereitet wird. Die Konstruktion des Deckenbaues, die dem Beschauer jenes Teils des Bauwerkes eine geradezu verwirrende Fülle von Trägern, Balken und Streben zeigt, ist ebenfalls auf Grund von neuzeitlichen praktischen Erfahrungen in den Gesamtrahmen des Baues eingefpannt und hat die zweckentsprechende Raumgestaltung ermöglicht, die dem großen Saal ihr besonderes, eindrucksvolles Gepräge gibt. Um allen Erfodernissen der Gegenwart und auch der künftigen Zeit von vornherein Rechnung zu tragen, ist ferner die Einrichtung von zweckmäßigen Luftschutz-Kellern vorgesehen, wie sie bei allen neuen und größeren Bauten zur Plicht gemacht wird. Zusammenfassend kann man feststellen, daß mit diesem Bau eine Unterhaltungsstätte geschaffen ist, der man wohl einen guten Weg im Rahmen unserer Stadt voraussagen kann. Für den Seltersweg bedeutet dieser Neubau unzweifelhaft eine ansehnliche Verschönerung, ferner darf darauf hingewiesen werden, daß er auch im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und bei den Bemühungen der Wiederbelebung unserer heimischen Wirtschaft einen sehr bedeutungsvollen Faktor darstellt. Walter Aeusel gab aus... 3m Aeuyorker Madison Square Garden fand am Freitagabend ein Ausscheidungskampf zur Schwergewichts - Boxweltmeisterschaft zwischen dem Westfalen Walter Aeusel und dem italienischen Exweltmeister Primo (Samer a stakt. Die Begegnung nahm ein vorzeitiges Ende, denn schon in der vierten Runde muhte der Deutsche wegen einer stark blutenden Verletzung über dem rechten Auge den für ihn aussichtslos gewordenen Kampf gegen den italienischen Riesen aufgeben. Walter Aeusel erlitt damit feine vierte Aiederlage als Berufsboxer. Deutscher Aoxstaffel-Sieg gegen Frankreich. In der Kölner Rheinlqnd-Halle trugen am Sonntagabend die Box-Länderstaffeln von Deutschland und Frankreich ihren dritten Länderkampf aus. Wie schon in den beiden voraufgegangenen Begegnungen, so konnten die deutschen Boxer auch diesmal wieder einen schönen Sieg erringen. Mit 11:5 Punkten wurden die Franzosen, die nach Polen unsere schärfsten Gegner sind, überzeugend und sicher geschlagen. Nach der Begrüßung der Mannschaften lieferten sich im Fliegengewicht Färber (Augsburg) und Gaston Fayaud (Frankreich) den ersten Kampf des Abends Gaston Fayaud wurde von vornherein als Frankreichs stärkste Waffe angesehen. Er siegte klar nach Punkten. Im Bantamgewicht holte R a p p s i l b e r (Frankfurt a. M.) den Gleichstand für Deutschland heraus. Der Frankfurter boxte gegen Gabriel Fayaud. Federgewicht: Der Federgewichtskampf zwischen Ahrens (Osnabrück) und Au petit (Frankreich) endete unentschieden. Im Leichtgewicht errang der Kölner Fluß über den Franzosen Henri Walter einen haushohen Punktsieg. Im Weltergewicht standen sich Henri A n d r e o 11 i (Frankreich) und M u - rach (Schalke) gegenüber. Der Westfale war in allen drei Punkten der bessere Boxer. Der Punktsieg Murachs stand nie in Frage. Im Mittelgewicht lieferten sich Blum (Altena) und Jean Despeaux (Frankreich) einen farbigen Kampf, der mit einem etwas schmeichelhaften Punktsieg des Deutschen endete. Im Halbschwergewicht fiel der Punktsieg an Roger Michelot, dem der Stuttgarter Bernlöher gegenüberstand. Im Schwergewicht gab es.einen einseitigen Kampf, denn der Franzose N a v a i l l e s hatte nicht das Zeug dazu, Runge einen Teil seines Könnens abzufordern. Runge wurde Sieger durch technischen k. o. Adolf Kiefer, USA. schwamm 400 m iiücken in 5:22,6. Am zweiten Tag des Amerikaner-Schwimmfestes auf der Budapester Margarethen-Insel siegten die Schwimmer des Lake Shore-AC Chikago diesmal auf der ganzen Linie, wobei es auch einen neuen Weltrekord gab. Adolf Kiefer startete über 400 Meter Rücken, um der erst kürzlich von dem Magdeburger Kurt Gerstenberg erzielten neuen Welthöchst- Leistung von 5:30 Min. und natürlich erst recht der offiziell seit dem Jahre 1933 noch anerkannten Höchstmarke des Japaners Kiyokawa den Garaus zu machen. Obwohl der junge Amerikaner kaum nennenswerte Gegnerschaft hatte, gelang ihm sein Vorhaben. Er legte die 4 0 0 Meter in 5 :22,6 M i n. zurück. Seine Zwischenzeiten sind bemerkenswert. Die ersten 100 Meter wurden in^.142 glatt geschwommen, für die zweiten 10O brauchte der Amerikaner 1:21,8 Min., für die dritte Teilstrecke 1:25,0 und für die letzten 100 Meter 1:23,8 Minuten. Die deutsche Waldlauf-Meisterschaft. TRaj Syrings Sieg. Zum 18. Mal wurde am Sonntag die Deutsche Meisterschaft im Waldlauf ausgetragen. Ausrichter war der Kursächsische To. Wittenberg, für den dieser Wettbewerb in jeder Hinsicht zu einem großartigen Erfolg wurde. Einmal waren die Vorbereitung des Laufes und die Organisation auf bet Strecke selbst ausgezeichnet, zum anderen feierten die Läufer Wittenbergs wahre Triumphe. Max Syring gewann ganz überlegen den Einzellauf, die KT V.-Mannschaft Böttcher, Schönrock, K a l m wurde im Mannschaftslauf mit klarem Abstand Deutscher Meister. Und damit nicht genug, belegte der KTD. Wittenberg noch mit seiner zweiten Mannschaft, für die auch Syring gemeldet war, nur um zwei Punkte vom Hamburger AC. geschlagen den dritten Platz. — Die genannten Wittenberger wurden damit natürlich auch Meister des Gaues Mitte, da dieser Wettbewerb zusammen mit der Deutschen Meisterschaft durchgeführt wurde. Gießener Werbeabend für Olympia 1936. Gin interessanter Lichtbilder-Vortrag. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen hielt am Samstag im Saale des Caf6 Leib eine große Werbeveranstaltung für die Olympiade 1936 ab. Aus allen Lagern des Sportes in unserer Stadt fanden sich Sportlerinnen und Sportler, Turnerinnen und Turner ein. Dr Möckelmanu, Der Leiter der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen, hieß die zahlreichen Teilnehmer an diesem Abend willkommen und begrüßte besonders die Gäste aus den Reihen der Partei und ihrer Gliederungen, der staatlichen und städti- scken Behörden und nicht zuletzt der Wehrmacht. Anschließend sprach Dr. Möckelmann kurz über die Bedeutung der olympischen Spiele, erinnerte zunächst an die für das Jahr 1916 in Deutschland erwarteten Spiele, die der Weltkrieg verhinderte und stellte dem den friedlichen Wettkampf gegenüber, den wir im Jahre 1936 in Berlin erwarten. 1936 werde dem deutschen Volke Gelegenheit gegeben fein, der Wett zu zeigen, daß in Deutschland nicht nur der geistig schaffende Mensch ttiumphiert, sondern auch der Stäylung des Körpers des jungen deutschen Menschen alle Aufmerksamkeit zugewandt werde. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Lichtbildervortrag des Gaugeschästsführers Beuermann, Kassel, der an Hand von vielen ausgezeichneten Lichtbildern einen Ueberblicf über das Ausmaß der für die Olympia 1936 in Berlin geschaffenen Bauten gab und diese Bauten in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien zeigte. Eine glückliche Einleitung für diesen Vortrag stellten die Bilder dar, die über den Guß der Olympiaglocke berichteten, die die zweitgrößte Glocke der Welt sein wird. Die Glocke wird, so führte der Redner u. a. aus, in dem 76 Meter Hohen Führerturm im Stadion aufgehängt werden und zum ersten Male beim Eintritt des Führers Adolf Hitler in die Deutsche Kampfbahn erklingen. Ihr Schall wird bei ruhigem Wetter 10 Kilometer weit im Umkreis zu hören sein. Die Glocke wurde aus 15 000 Kilogramm Erz gegossen. Mit großem Interesse sah man die aufschlußreichen zum Teil bunten Bilder, die der Redner zeigte. In eindrucksvoller künstlerischer Darstellung gewann man hier den Ueberblicf über die gigantischen Anlagen. So lernte man das gewaltige Rund der Deutschen Kampfbahn kennen, das nicht weniger denn über 100 000 Zuschauer zu fassen vermag, 64 000 Sitzplätze und 50 000 Stehplätze aufzuweisen hat, sich in 80 Sitzplatzstufen überhöht und von der Kampfbahn bis zum höchst- gelegenen Platze aus einen Höhenunterschied von 30 Meter aufweist. Interessant war es zu hören, daß für den Bau nach einem Wunsche des Führers nur deutscher Werkstein verwandt wurde. Dann sah man das vorbildliche Schwimmstadiock mit seinen 20 000 Zuschauerplätzen, der 50 Meter langen und 20 Meter breiten Schwimmbahn und der 20 mal 20 Meter großen Sprungkampfbahn. Nicht weniger starke Eindrücke gewann man von dem in diesen Tagen seiner Vollendung entgeaengehenden „Haus des deutschen Sportes", das einer Reihe von Sportarten die Möglichkeit gibt, sich aktiv in geschlossenem Raume vor vielen Zuschauern zu betätigen. In schönen Bildern lernte man die Dietrich- Eckart-Freilichtbühne kennen, jenes Amphitheater, das der Schauplatz der Turnwettkämpfe an den Geräten fein wird. Die Zuschauer gewannen gleichzeitig ein Bild von der einzigartigen landschaftlichen Lage dieses Freilichttheaters, das für die Zukunft eine Feststätte des deutschen Volkes sein wird. Die Großzügigkeit, mit der Deutschland die Gäste aus aller Welt zu empfangen beabsichtigt, tarn in ihrem ganzen Ausmaß in den Bildern vom Olympischen Dorf bei Döberitz zum Ausdruck. Man sah die für die Wettkämpfer geschaffenen Häuser, mit Gemeinschaftsraum, mit Veranden und schönen Einzelzimmern, sah ferner bas große Restaurationsgebäude mit feinen 40 verschiedenen Küchen und seinen 40 Eßsälen, lernte and) die in unmittelbarem Zusammenhang mif bem Olympischen Dorf geschaffenen Trainingsstätten kennen, die es den Wettkämpfern gestatten werden, in herrlichster Umgebung für die schweren Entscheidungen zu trainieren. Nicht weniger interessant waren die Anlagen, die für die Ruderwettkämpfe auf der Havel geschaffen wurden und die Bilder von der Kieler Innen- und Außenförde, den Schauplätzen der Olympia-Segelwettkämpfe. Der Vortrag fand einen schönen symbolischen Abschluß mit der Darstellung des großen Staffellaufes, der das olympische Feuer von Athen nach Berlin bringen und am 20. Juni über eine Strecke von 3000 Kilometern gestartet werden soll. Der Vorttag fand anhaltenden Beifall. Der weitere Verlauf des Abends brachte in geschickter Beschränkung der Darbietungen einige sportliche Vorführungen, die mit großer Freude ausgenommen wurden. So wartete zunächst die Barrenriege unter der Leitung von Turnwart Müller mit ausgezeichneten Uebungen auf, die erneut den hohen Stand des Geräteturnens im Turnverein 1846 bewiesen. Jugendturnerinnen des MTV. zeigten in ihrer kleidsamen Gleichtracht einen schönen Reigen. Von der Fechterriege — Fechterinnen und Fechter — des Turnvereins 1846 sah man einige Gefechte in Florett, Kampfdegen und leichten Säbeln. Schließlich bot der hiesige Militärsportverein „Generalfeldmarschall von Hindenburg" Bodenübungen besonders interessanter Art. Mit einer kurzen Ansprache, und mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler schloß Dr. Möckelmann den schönen Abend. Unter der Begleitung eines Musikzuges der Wehrmacht, die den Abend mit guter Musik verschönte, wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschlandliedes gesungen. Kurze Sporirwiizen. Die Europameisterschaften im Gewichtheben, die am 9. und 10. November in Paris ausgetragen werden, haben ein ausgezeichnetes Meldeergebnis erhalten. 45 Athleten aus acht Nationen, darunter sämtliche fünf Titelverteidiger, werden den Wettbewerb bestreiten. * Rudolf Steinmeg, der bekannte Münchener Rennfahrer, ist im Verlauf einer Trainingsfahrt in Budapest mit seinem Bugatti tödlich verunglückt. ♦ Italiens angeblicher Verzicht auf die Durchführung der Olympischen Spiele 1940 hat sich nicht bestätigt. Das italienische OK. gab jetzt ein offizielles Dementi dieser aus Japan stammenden „Berzichtsmeldung" heraus. ch 16 Nationen werden am Olympia-Eishockey- Turnier teilnehmen, nachdem jetzt auch Holland die Entsendung einer Mannschaft beschlossen hat. Lieber 2 Minuten später zu Bett, als einen Abend ohne Chlorodont; Fußball der heimischen Mannschaften. Fußball-Meisterschaftsspiele der Gauliga Nordhessen. Das wichtigste Treffen der sonntäglichen Fußball-Meisterschaftsspiele im Gau Nordhessen war die Begegnung zwischen dem Gaumeister Hanau 93 und dem Altmeister Borussia Fulda, das die Hanauer zu Hause knapp mit 3:2 (3:1) für sich entschieden. Beide Vereine stehen nunmehr punktgleich in der Tabelle hinter Hessen Hersfeld und Germania Fulda auf dem dritten bzw. vierten Platz. VfB. Friedberg konnte durch einen neuen 3:0 (2:0)» Sieg über Spielverein Kassel feine Position weiter verbessern. Im Kasseler Lokalkampf kam 03 bei Kurhessen zu einem knappen 2:1 (2:0)-Erfolg, durch den 03 einen Rang nach oben rückte, während Kur- hessen Kassel auf den 7. Platz zurückfiel. Der Stand der Fußballspiele in der Bezirkskiaffe. 1900 Gießen — Niedergirmes 2:0. Watzenborn-Steinberg — Dillenburg 3:3. Sinn — Frohnhausen 3:1. Bissenberg — DfB.-R. Gießen 4:1. In Watzenborn-Steinberg gelang es den Dillenburgern einen Punkt in einem sehr harten Spiele zu erringen. Ueberraschend ist der klare Sieg der ©inner gegen Orohnhausen. Man hatte nicht erwartet, daß die rohnhäuser sich so eindeutig schlagen lassen würden. In Gießen sah man ein ausgeglichenes Spiel, Bissenberg setzte seinen Siegeszug fort. Sp»elvereinigung 1900 gewinnt gegen Wetzlar-Niedergirmes 2:0 (2:0). Dor einer stattlichen Anzahl Zuschauer wurde gestern auf dem Platz an der Liebigshöhe das Spiel der Liga der Spielvereinigung gegen die Mannschaft von Niedergirmes ausgetragen. Das Spiel endete mit einem glücklichen, wenn auch nicht unverdienten Sieg der Gastgeber, der, genau besehen, Lippert zu verdanken ist. Die Gäste hätten mindestens ein Tor als Ergebnis ihrer Bemühungen erzielen müssen. Sie hätten es bei weitem verdient. Für die Spieloereinigung bedeutet der Sieg zwei sehr wertvolle Punkte. Die Platzbesitzer traten mit folgender Mannschaft an: Fischer; Schäfer, Lippert; Herf, Heilmann, Mank; Dörr, Hammer, Jäger, Schalch, Henkelmann. Die Gäste hatten ihre stärkste Vertretung zur Stelle. Im Spielverlauf mußten die Blauweißen schon in den ersten Minuten erkennen, daß gegen diese Elf nicht im Handgalopp zu siegen war. Die Nieder- airmeser spielten in den ersten 20 Minuten feldüber- fegen, trugen manchen gefährlich aussehenden Angriff vor das Tor der Gastgeber, vermochten sich aber in den entscheidenden Situationen nicht durchzusetzen. Obwohl die Gäste überlegen spielten, war es den Blauweißen vergönnt, in der 15. Minute den ersten Erfolg zu erringen. Nach einem kurzen Geplänkel, unmittelbar vor dem Tor der Gäste, konnte Henkelmann den Ball eindrücken. Die Gäste kämpften forsch und unentmutigt weiter. Immer wieder warfen sie ihre Stürmer nach vorne. Fischer bekam einige Male gefährliche Bälle zu halten. Er hielt mit großer Sicherheit. Andererseits griff Lppert verschiedene Male in einer geradezu blendenden Manier ein. Allgemein fiel die Ruhe auf, mit der er arbeitete. Die Gäste vergaben dann zwei zwingende Chancen. Die Unsicherheit des Gästesturmes war offenbar. Die Blauweißen gewannen in der Folge durch die Initiative Heilmanns, der den Sturm mit guten Vorlagen immer wieder nach vorne riß, an Boden, und der gegnerische Tormann mußte eingreifen. Einige Male stand ihm das Glück zur Seite. Andererseits war auch die Verteidigung Der Gäste sehr auf dem Posten und entledigte sich geschickt ihrer Aufgaben. Weitere Erfolge biteben en Platzbesitzern unter diesen Umständen zunächst auch versagt. In einem prächtigen Feldspiel wurden die Zuschauer Zeugen guter Kombinationszüge auf beiden Seiten Erst wenige Minuten vor Halbzeit konnte Dörr das zweite Tor für 1900 schießen. Bei 2:0 sollte es bleiben. War der Kampf schon während der ganzen ersten Hälfte in einem- schnellen Tempo geführt worden, so hielten beide Mannschaften das Tempo auch nach der Pause durch. Der Kampf nach der Pause gestaltete sich aber sehr ausgeglichen. Auf beiden Seiten wurden immer wieder Torchancen heraus- gearbeitet, aber — nicht verwertet. Die aufopfernd arbeitenden Verteidigungen wußten jeden Erfolg zu verhindern. Allerdings, die Gäste hätten in der zweiten Halbzeit zwei Tore schießen können, wenn nicht beide Male Lippert den schußbereiten Stürmern im letzten Sekundenbruchteil den Ball von den Füßen geschlagen hätte. Sein rascher entschlossener Start in beiden Fällen rettete den Gießenern die Punkte. So blieb es denn beim 2:0 und beim Sieg der Platzmannschaft. Der Kampf wurde erfreulich fair ausgetragen. Die Gäste überraschten mit ihrem sorgfältigen Kombinationsspiel, mit ihren flachen Ballabgaben, die jeweils sehr genau an den Mann kamen. Hier waren die Gäste fast etwas besser wie die Einheimischen. Einen ausgezeichneten Mann hatten sie in ihrem Mittelläufer zur Verfügung. Der Sturm zeigte allerdings nicht die geschlossene Leistung, die genügt hätte, um die Verteidigung der Gießener zu überwinden. Bei den Blauweißen überragte, wie schon erwähnt, Lippert. Er mar der beste Mann auf dem Platze. Schäfer, an Zeilers Stelle, ließ sich sehr gut an. Fischer im Tor war sehr sicher. Die Läuferreihe arbeitete gut zusammen. Im Sturm herrschte nicht das völlige Einverständnis untereinander. Gleichwohl waren sie alle auf dem Posten. Wenn auch die Gäste sehr guten Fußball zeigten, so entscheiden doch die Tore — der Sieg der Spielvereinigung war deshalb nicht unverdient. Man hätte dem Spiel eine bessere Leitung gewünscht. 28f8.=2R. verliert in Biffenberg. Die erste Mannschaft wurde in Bissenberg mit 4:1 Toren geschlagen. Dieses Spiel war nur in der ersten Halbzeit interessant. Die Bissenberger spielten den Fußball, den man von ihnen erwartete. Sie waren sehr schnell und auch wuchtig und verrieten auch im Nahkampf eine große Härte, ohne unfair zu sein. Die Gießener Mannschaft hatte ihre besten Leute in der Läuferreihe und in der Hintermannschaft. Ein großes Spiel lieferte auch der erstmalig wieder mitwirkende Lehrmund. Große Schwächen verriet diesmal wieder der Sturm. Bissenberg hatte Platzwahl und spielte erst auf dem abfallenden Platze bergauf. Beide Mannschaften fanden sich sofort. In der 25. Spielminute fiel das Tor für die Gäste. Lehrmund wehrte einen Angriff des rechten Flügels ab, gab den Ball zu Knauß, der steil durch die Verteidigung den Ball Heß vorlegte. Diesem gelang es, den Ball von der Linie schräg bis zu Szpomck zu flanken, der, vor dem Tore stehend, den Ball entschlossen eindrückte. Das Spiel wurde zusehends härter. Kurz vor Halbzeit wehrte Haas einen scharf geschossenen Ball ab. Der startende Bissenberger Mittelstürmer trat aus nächster Entfernung Haas vor den Kopf, so daß dieser besinnungslos vom Platze getragen werden muhte. Leutheuser I. ging ins Tor, und es gelang ihm bis zur Halbzeit weitere Erfolge des Gastgebers zu verhindern. Nach Wiederbeginn sah man verteiltes Spiel im Mittelfeld. Die Gastgeber versuchten mit allen Mitteln, den Ausgleich zu erzwingen. Ein plötzlicher Angriff der Bissenberger, der Mittelstürmer schoß aufs Tor, Haas faustete den Ball an die Latte und fing ihn wieder. Der Schiedsrichter entschied Tor. Ein erneuter Angriff der Bissenberger von links folgte, der Ball kam zu dem klar in Abseits stehenden Halbrechten, der aufs Tor schoß. Hauptfeld wehrte den Ball mit der Hand, und als der Schiedsrichter Elfmeter entschied, muhte Hauptfeld, der sich hiermit nicht einverstanden erklärte, vom Platze. Der Elfmeter wurde verwandelt. Die Gießener drehten noch einmal mächtig auf, mußten sich aber, nachdem Szponick bei einem Zusammenprall sich einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte, endgültig geschlagen bekennen. Trotz oer zahlenmäßigen Ueberlegenheit drückten sie noch einmal mit aller Kraft. Ein plötzlicher Vorstoß des Gastgebers und es stand 3:1. Einen verwirkten Strafstoß nutzten die Bissenberger zum vierten Tore aus. VfV.R. III — Watzenborn-Steinberg II 2:0. Die Gießener siegten in einem schönen und auch fairen Spiel über Die guten Steinberger verdient. Biffenberg 1. Jugend — VfB.-R. 1. Jugend 1:3. Die erste Jugend lieferte in Bissenberg gegen den Tabellenführer der Gruppe Wetzlar ein großes Spiel. Sie waren den Gastgebern sowohl an Schnelligkeit als auch an Spielauffassung überlegen. Wenn sie nur mit 3:1 siegten, so lag bas daran, daß man gezwungen war, nur 2 mal 20 Minuten zu spielen. SUlkMSWWWl Vornan von Frank F. Braun. 2 Fortsetzung Nachdruck verboten! Bassenberg zuckte die Achseln. „Gegen diese Gartendiebe gibt es keinen Schutz. Hat man einen Hund, so vergiften sie ihn und stehlen die Blumen doch. Der Kerl macht heute nacht wahrscheinlich in Sankt Pauli ein gutes Geschäft mit meinen Rosen. Die hellen Bengalen waren gerade aufgegangen." Farrenkorn meinte schnaufend: „Der Mann, den ich beobachtete, wollte keine Blumen, das sage ich dir." „Was wollte er?" „Da fragen Sie mich zuviel, Herr Zerni". Farrenkorn stand wieder auf. „Gute Nacht", sagte er. „Äann ich gleich durch den Garten gehen?" Zerny öffnet ihm die Tür zur Veranda. Farrenkorn stand noch einen Augenblick bei Bassenberg. ,/fiena ist schon zur Ruhe gegangen?" „Ja, vor kurzem". Der Rechtsanwalt ging. „Das ist gut", sagte er, ,dann ist wenigstens nach hinten heraus in eurem Schlafzimmer auch Licht. Wenn wirklich jemand einbrechen wollte, wird es ihn verscheuchen." „Du siehst Gespenster!" Farrenkorn drehte sich in der Tür nochmals um. „Der Mann war aus Fleisch und Knochen", sagte er trocken. Zerny schloß mit einer Verbeugung die Tür hinter ihm. „Soll man etwas unternehmen?", meinte der Konsul zögernd. Der Sekretär lächelte und schüttelte den Kopf. „Das Personal ist noch auf, Herr Konsul. In das Haus wird sich niemand wagen. Wenn Sie wünschen, gehe ich einmal durch den Garten." Der Konsul wehrte ab. „Das tut ja nun Doktor Farrenkorn schon. Spielen mir unsere Partie erstmal zu Ende". Sie nahmen wieder Platz. „Gardez , sagte Zer» ni), Ihre Dame ist sehr bedroht, Herr Konsul. Ja, Ich glaube fast, sie ist verloren." Er lächelte erfreut. Er hatte keine Ahnung von der unheilvollen Prophetie seiner Worte. In dieser Minute geschah es. Basilius und Jolly waren schon seit Einbruch der Dunkelheit auf der Lauer. Sie beobachteten durch das Fenster — selbst im Dunkel und gedeckt —, wie Frau Lena Bassenberg sich von den Männern verabschiedete. Jolly behielt den Beobachtungsposten im Vordergarten bei. Er hatte dafür zu sorgen, daß der Konsul seiner Gattin nicht zu bald in das Schlafzimmer folgte. Zur Not mußte er die Männer in den Garten locken und aufhalten. Basilius entfernte sich. Er hatte das Haus gut ausgekundschaftet. Bestimmt würde er hineinkommen. Das Schlafzimmer des Ehepaares lag nach hinten heraus im ersten Stock. Er umschlich das Haus. Das matte Licht der verhängten Fenster gab ihm die Richtung. Hier im Garten war er ganz sicher. Von der Straße aus konnte ihn niemand beobachten. Trotzdem näherte er sich vorsichtig, auf Überraschungen gefaßt, dem Haus. Alles blieb still. Würde diese Hintertür ihm Schwierigkeiten bereiten? Er war seiner Sache nicht ganz gewiß. Aber sein Material war erstklassig. Die Tür öffnete sich, als sei sie soeben geölt worden. Basilius trat ein. Er stand im Korridor zur ebenen Erde. Aus dem Kellergeschoß klang Stimmengewirr. Zwei, drei Hausangestellte und der Diener waren noch beschäftigt. Er brauchte nicht einmal besonders leise aufzutreten. Kein Fußboden knarrte. Den Flur deckten Steinsliesen, auf die seine Gummisohlen lautlos wie Katzenpfoten traten. Sichernd stieg er die Treppe in den ersten Stock. Er war sich klar: wurde er jetzt auf dem Wege zu Lena noch erwischt, war er ein Einbrecher. Diese Überlegung beschleunigte seine Schritte. Oben angelangt wußte er sofort die richtige Tür zu finden. Dies mußte das Schlafzimmer fein. Er pochte nicht an, sondern drückte einfach die Klinke herab; sie gab nach, und er trat ein. Rasch zog er die Tür hinter sich wieder zu. „Guten Abend" sagte er, und seine Stimme klang ganz ruhig. Die Frau fuhr herum. Sie hatte vor dem Frisierspiegel gesessen. Ihr Kimono flatterte. Mit fassungslosem Gesicht starrte sie den Eindringling an. Ihr Mund öffnete sich zu einem Schrei, aber der Ton Die brüte Jugend verlor gegen Launsbach verdient. Die Gäste waren hier den nur mit zehn Mann spielenden Gießenern überlegen. Die Schülermannschaft spielte gegen Garbenteich unentschieden 2:2. Daubringeu 1 — Rüddingshausen I 6:3. Am Sonntag weilte die erste Mannschaft Rüd- dingshausens, begleitet von einer großen Anzahl Anhänger zum fälligen Verbandsspiel in Daub- ringen. Beide Mannschaften führten bisher ungeschlagen die Tabelle an, so daß die Vorentscheidung zur Meisterschaft fallen mußte. Daubringen blieb mit 6:3 Sieger Nach dem Anpfiff Drängte sofort Rüddingshausen und suchte anfangs schon die Entscheidung zu erreichen. Die Verteidigung und die Läuferreihe von Daubringen wehrten jedoch sehr gut ab Nach zehn Minuten kam jedoch der Angriff der Gastgeber in Schwung und schoß innerhalb weniger Minuten zwei Tore. Rüddingshausen kämpfte unverdrossen weiter, mußte sich jedoch bis zur Halbzeit noch zwei weitere Tore gefallen lassen. Erst nach einer Verletzung des Tormanns von Daubringen holte der Sturm ein Tor auf. Nach der Pause war der Tormann der Gastgeber nur noch Statist und konnte nur unter Aufbietung aller Kräfte das Tor hüten. Rüddingshausen kam' dadurch zu zwei Toren. Die Platzbesitzer verteidigten nun stärker und konnten im Endspurt trotzdem noch zwei Tore schießen. Das Spiel begeisterte alle Zuschauer. Die Zwischenrunde um den Bundes-Fußballpokal. Die drei Zwischenrundenspiele um den Fußball- Bundespokal am ersten November-Sonntag brachten einen sicheren 5:2- (1:2=) Sieg des Gaues Südwest über Niedersachsen, einen 3:0-Erfolg Der Bayern über Den Gau Mittelrhein unD eine hohe 3:7- Schlappe Des Gaues BaDen bei den Sachsen in Dresden. Handball für die Winterhilfe. Die Ergebnisse der Spiele im kreis 8 (Lahn-Dill). Dorlar — W.-Niedergirmes 5:13 (1:6); Dutenhofen — Allendorf (Lahn)-Münchholzhaufen 9:11 (6:5); Heuchelheim — Atzbach 6:12 (3:4); Lützellinden — 1900 Gießen 7:13 (2:6); Holzheim gegen Hausen-Garbenteich 7:8 (5:4); ©rüningen — Hau- sen-Garbenteich-Lich 6:3 (3:2); Hochelheim — Horns- heim-Groß-Rechtenbach 9:5 (2:2); Dutenhofen Jgd. gegen Allendorf (Lahn) Jgd. 14:3 (8:2); Katzen- furt I — Katzenfurt AH. 14:5 (5:3); Katzenfurt Jgd. gegen Herbornseelbach Jgd. 7:2 (4:0). Hauptversammlung des Gießener Eisvereins. Die heute abend ftattfinDenDe Versammlung ist gegenüber den in früheren Jahren von besonderer Bedeutung, weil durch die Umgestaltung der Platzanlage völlig neue Gesichtspunkte zur Verhandlung stehen. Sie reiht sich insofern an die Versammlung von vor vier Jahren an, in Der Der Bau Des Sport- Die Jagd in Novemberjagd! Der Wald trägt sein schönstes Kleid. Wie lauteres Gold leuchtet das Herbstlaub Der Buchen im Lichte Der Mittagssonne, ernst unD Dunkel stehen Fichten unD Kiefern Daneben. Büchsenschuß und Flintenknall, Das Geläut Der HunDe unD der Ruf des Jagdhornes, die schönste Melodie für das Weidmannsohr, die den Jäger wünschen läßt: „O könnt' es Herbst im ganzen Jahre bleiben, bas wär' es, was mein Herz begehrt!" Im R o t w i l d r e v i e r ist der Abschuß Der starken Hirsche, soweit er in Diesem Jahre überhaupt gestattet war, beenDet. Abschußhirsche unD vor allem Kahlwild bilDen Den GegenstanD Des Jagens. Wer Den eDlen Hirsch Der deutschen Wildbahn erhalten will, der muß mit allen Mitteln danach streben, den Bestand an KahlwilD entsprechen!) seinem Abschußplan herabzusetzen. Nur so werben RotwilD unD Forst- unD Landwirtschaft auf Die Dauer neben» einanDer bestehen können. , Die Brunft Des DamwilDes, für Dessen Jagd ähnliche GrunDsätze gelten wie für Die Des Rot- roilDes, ging zu Ende. Der R e h b o ck hat Schonzeit/ starke Bocke werfen ab. Zur Jagd freigegeben sind nur weibliche Stücke und Kitze beiderlei Geschlechtes. Der Jäger wird gut tun, die noch bevorstehenden acht Wochen Häuschens beschlossen wurde. Wie Der Verein mit diesem Bau Der Gießener Bevölkerung einen angenehmen Aufenthalt an Der Eisbahn schaffen wollte, so mirD er auch jetzt bemüht sein, Die neue Anlage in einwandfreier Herrichtung den Eissport- treibenden zugänglich zu machen. Auch dem Rollschuhsport wird eine eingehende Aussprache gewidmet sein, Da nunmehr Der Verein während des ganzen Jahres seinen Mitgliedern sportliche Betätigung bieten kann. Neben diesen, Die Sporttreibenden besonders angehenden, Punkten der Tagesordnung werden natürlich noch die üblichen Berichte, Wahlen und dergleichen erfolgen. Kurze Sportnotizen. Das Schweizer Olympische Komitee fc-’aann nm Freitaaabend in Zürich feine Herbstsitzung. Nach Exz. Lewald, Der über Den Vormarsch uvd uii)mpi|O)en Gedankens besonders in Deutschland und über Die technischen Vorbereitungen für Die Spiele sprach, hielt Der GrünDer Des moDernen Olympia, Baron de Coubertin, eine bedeutungsvolle Ansprache. Nach einem Rückblick auf das Werden Des modernen Olympia gab er unter starkem Beifall seiner Meinung über Olympia 1936 Dahin AusDruck, Daß sowohl in Garmisch-Partenkirchen als auch in Berlin Die Olympischen Spiele einen grandiosen, durchschlagenden Erfolg haben würden, * I m Kampf um den Vereins-Pokal spielten in Mannheim vor 8000 Zuschauern der AfR. Mannheim und VfL. Benrath. Die Benrather errangen einen knappen 3:2-Sieg und qualifizierten sich Damit als achter Verein für Die nächste Runde. Bei einem RaDball-Turnier in Zürich, Das eine sehr gute internationale Besetzung aufzuweisen hatte, ging Das Weltmeisterschaftspaar Schreiber-Blersch (Frankfurt a. M.) als Sieger hervor. Auf Dem zweiten Platz endeten Die bekannten Schweizer OsterwalDer-Gabler (St. Gallen). ♦ I n Karlshorst fanben am Sonntag Die letzten PserDerennen Der diesjährigen Karlshorster Saison statt. Im Mittelpunkt stand ein Parforce- JagDrennen, Das von Oblt. von Both auf Jubel vor Horos unD Inga gewonnen wurde. ♦ Sin Hallen-Handball-Turnier fand am Samstagabend in Mainz statt. Im Beisein von 2000 Zuschauern wurde die Frankfurter Sportgemeinde Eintracht Turniersieger. Im Endspiel schlugen die Frankfurter die TSG. Sprendlingen mit 9:1 Toren. ♦ I n Berlin siegte eine Städtemannschaft Der Reichshauptstadt vor 20 000 Zuschauern über eine Vertretung Oslos mü 2:1 (0:0) Toren. * Schweiz unD Norwegen ftanDen sich in Zürich vor 25 000 Zuschauern in einem Fußball- Länderkampf gegenüber. Die Schweizer zeigten Die etwas bessere Gesamt-Mannschaftsleiftung unD siegten oerDient mit 2:0 (0:0) Toren. i November. balD zum Abschuß Des weiblichen WilDes im Rahmen seines Beschußplanes zu benutzen. Schlechtes Wetter unD kurze Tage, Dazu die Inanspruchnahme durch Treibjagden können ihm sonst Schwierigkeiten bereiten. Es wird aber von feiten Der oberen Jagd- behörDen mit allem NachDruck verlangt, Daß Der vorgesehene Abschuß auch erfüllt wirb. SchulDhafte Nichterfüllung kann für Die betreffenDen Revierinhaber unangenehme Folgen haben. Das SchwarzwilD ist feist. Seine Durch Die schneelosen Winter Der letzten Jahre beDingte stärkere Vermehrung unD Ausbreitung läßt seine Be- jagung bei jeDer sich bietenDen Gelegenheit, vor allem bei Schneefall, zur Notwendigkeit werben. Des Hasen gute Zeit ist vorüber, benn nun setzen bie Walbtreiben ein, bei benen Mümmelmann Das HauptwilD bilDet. Die Zierde Der WalDstrecke aber ist immer wieder der Fuchs, der rote Freibeuter, dessen Balg Schlecht gelaunt, nervös ? . .auf Kaffee Hag umstellen! kam nicht heraus. Entsetzt preßte sie Die Faust vor Die Zähne. Hatte sie Den Mann erkannt oDer hielt sie ihn einfach für einen Einbrecher? Ihre Augen weiteten sich unnatürlich. Sicherlich war ihr jeder Weg zu einer Flucht abgeschnitten, aber sie tat nicht einmal eine Beweaung danach. Um Basilius' Mund legte sich ein Lächeln, Das nicht in sein Gesicht paßte. „Ich brauche mich wohl nicht mehr vorzustellen, Frau Konsul Bassenberg?" meinte er, spöttelnD Die AnreDe hervorhebenD. „Alte Liebe rostet nicht. Du hast mich gleich erkannt? Das ist gut; es vereinfacht Den Fall wesentlich." Sie versuchte sich zu beherrschen. Ihr Herz saß im Halse unD pochte hämmernD. Sie mußte sich hinsetzen. Die Knie versagten Den Dienst. „Um Gottes willen", sagte sie, unD noch einmal ganz zwecklos: „Um Gottes willen ..." Sie nahm Die HanD vom Gesicht, aber ihr Körper bebte so, daß sie Die Fäuste ballen mußte, mit beiben Händen einen imaginären Halt packend. Basilius' Lächeln breitete sich aus. „Ich begreife Deine Ueberraschung. Wir haben uns zwölf Jahre nicht gesehen." Er trat einen Schritt näher. Sein Blick überprüfte sie abschätzend. „Du hast dich zu deinem Vorteil verändert, wirklich; wer hätte das damals gedacht. Damals warft du zu mager." Die Frau kam zu sich. Diese Worte, anmaßend und zynisch, empfand sie wie eine geistige Besitzergreifung. Sofort wehrte sie sich. Er rührte an ihren Stolz. Ein fremder Mensch, fremd geworden, seit langem und längst vergessen, wollte wie selbstverständlich eine Beziehung neu knüpfen, an die sie sich kaum jemals noch erinnert hatte. Ihr lag eine knappe Hinausweisung auf der Zunge, sie war bereit, die Bewegung nach der Klingel zu tun und Hilfe herbeizurufen, — da sah sie fein Gesicht. Es war noch dasselbe Gesicht, das sie gekannt hatte. Die gleichen kalten und harten Züge, der böse Blick. Und noch etwas kam hinzu: ein Zug von Entschlossenheit stand um feinen Mund, der sie erschreckte und warnte. Sie verstand ganz plötzlich. Ihre Lage wurde ihr klar. Ein neuer Schreck überfiel sie. Der dort war nicht gekommen, um' alte Verbindungen aufzugreifen, weil es sich just so fügte. Der dort wollte etwas von ihr; und daß es nichts Gutes fein würde, was fein Auftauchen für sie brachte, bewies ihr die Art feines Eindringens. Basilius scheute den geraden Weg durch eine Tür, die ein Diener geöffnet haben würde. Er kam nachts, er schlich sich ein. „Was willst du von mir?", stieß sie heraus. Ihre Stimme klang heiser. „Du kannst hier nicht bleiben. Jeden Augenblick muß mein Mann kommen. Wie kamst Du herein?" Er tat eine Gebärde, die sie beruhigen sollte. Selber schien er vollkommen erregungslos. „Viele Fragen. Zunächst, sei ohne Sorge; Der Konsul kommt vorläufig nicht heraus." Dabei verzog'sich sein MunD höhnisch. „Du könntest ihn ja auch einfach roieDer hinausschicken. Da Dein Mann bei Dir ist." Sie spürte, wie sie zusammensank, aber mit einer Willensanstrengung hielt sie sich aufrecht. „Was sprichst Du! Du bist nicht mein Mann! Weißt Du nicht, Daß ich roieDer geheiratet habe!" „Doch", sagte er. Sonst nichts. Aber sie begriff. „Was willst Du von mir?" fragte sie nochmals. „Mich erpressen? Das roürDe Dir ähnlich sehen!" „Du machst Da einen Vorschlag", sagte er und beenDefe Den Satz nicht, sah sie nur finnenD an. Sie stanD vor ihm. „Geh jetzt!", rief sie. „Laß mich in FrieDen. Ich habe nichts mehr mit Dir zu schaffen." Er rührte sich nicht von Der Stelle. UnoerroanDt fa^ pr siv an. Der Blick brachte sie mehr unD mehr auf. „Ich war Deine Frau, ja! Ich muß verrückt gewesen fein. Daß ich Damals einwilligte. Du hast mich überrumpelt. Das war immer Deine Art!" Ruhig unterbrach er ihre Hast. „Es war eine Kriegstrauung", sagte er, „aber es ist alles orDent- lief) unD nach Dem Gesetz vor sich gegangen. Das streitest Du wohl nicht ab? Ich hätte sonst natürlich alle Beweise bereit." Sie fuhr auf. „Beweise? Gar nichts nützen sie Dir! Warum kamst Du 1918 nicht zurück, als alle anDeren SolDaten heimkamen? Ich habe zwei volle Jahre gewartet. Man hat Dich für verschollen erklärt." „Sieh an." Er pfiff Dünn durch die Zähne. „So klug warst du. Hast du auch meine Briefe vor» gelegt, die ich dir in der Zeit aus Rußland schrieb?* „Ich habe keine Briefe von dir bekommen." (Fortsetzung folgt!) allmählich gut wird, vor allem wenn nun die Kälte kommt. Grimbart, der Dachs, ist feist. Er hat sich vor- oesehen für den Winter, der ihm knappe Tage bringen kann. Der Bau ist frisch mit Laub und Moos gepolstert worden, die kleinen Sommerbaue sind meist aufgegeben, der Dachs nimmt wieder regelmäßig den alten, tiefen Mutterbau an. Nun ist es an der Zeit, hinauszuziehen mit „Waldmann" und „Erda", mit Hacke und Spaten, um den Dachs zu graben. Eine andere Art der Bejaguna kommt in der jetzigen Zeit kaum noch in Frage. Aber be- jagt muß er werden, denn seine in vielen Revieren jahrelange fast völlige Schonung läßt den Dachs sonst zu einer Gefahr für die Niederjagd werden. Das Rebhuhn hat aroar noch Schußzeit, aber anstatt es zu bejagen, sollte der Weidmann nun lieber darauf sinnen, wie er seine Hühner mit möglichst geringen Verlusten durch den Winter bringen wird. Anders der F a s a n , der bei Waldtreiben und in hecken, oder schilfreichen Feldrevieren immer öfter dank der Hegearbeit vieler Reoierinhaber vorkommt. Der bunte Hahn soll den Weidmann erfreuen, wenn ihn nach gutem Schuß der brave Hund bringt. Auf die graue Henne aber laßt den Finger gerade! Wer absichtlich Hennen schießt oder zum Abschuß freigibt, gefährdet die Aufbauarbeit, die in unseren oberhessischen Jagdrevieren noch zu leisten ist. Deswegen hat auch der Landesjägermeister die hessischen Jäger aufgefordert, der Henne besondere Schonung auch ohne gesetzlichen Zwang anqedeihen zu lassen. Die Schnepfe ist auf dem Zuge nach Süden und wurde in den letzten Wochen schon oft beobachtet. Neben dem Abschuß auf Treibjagd kommt auch jetzt wie im Frühjahr der Strich in Frage, im Herbst sicher vom jagdhegerischen Standpunkte aus viel einwandfreier als im Frühjahr vor der Brutzeit. Wo die Buchen Mast tragen, findet sich die Ringeltaube in starken Flügen. In den Abendstunden streichen über den Flußtälern und Bachläufen die Enten, die jetzt vollwertig sind. Während seither nur Habicht und Sperber als Feinde der Niederjagd und der Singvogelwelt geschossen werden durften, hat während der Herbst- und Wintermonate auch der Mäusebussard Schußzeit. Seine jahrelange Schonung hat zu einer außerordentlich starken Vermehrung geführt, die ja dem aufmerksamen Beobachter unverkennbar ist. Mögen die meisten dieser Räuber ihrem Namen „Mauser" auch Ehre machen und mag es bestimmt falsch sein, den Räubern der Luft wegen jedes einzelnen „Mißgriffes" gleich das Lebensrecht abzu- sprechen, so sind doch gewisse „Spezialisten" um so gefährlicher, weil sie mit Vorliebe an Fasanen- fütterungen und Hühnerschüttungen aufhaken und lauern und oft ganze Ketten und Gesperre vernichten. In der Schußzeit, die deswegen eingeführt wurde, hat der Jäger ein Mittel, diesen Räubern das Handwerk zu legen. Hubertus. Die Leoniden kommen. Oer Sternenhimmel im November. Von Dr. Erwin Kossinna. Als Alexander von Humboldt im Jahre 1799 Südamerika bereiste, beobachtete er am 12. November in Cumana einen außergewöhnlich starken Sternschnuppenfall. Das glänzende Schauspiel der den Himmel zu Tausenden durchzuckenden Feuerkugeln und Sternschnuppen war dem großen Naturforscher ein überwältigendes Erlebnis, das ihn tief erschütterte. Humboldt erfuhr von den Eingeborenen, daß auch 1766 um dieselbe Jahreszeit ein ähnlicher Sternschnuppenregen stattgefunden hatte. Die Jahre 1833 und 1866 brachten dann Wiederholungen dieser großartigen Naturerscheinung. Die Meteore schienen sämtlich aus dem Sternbild des Löwen auszustrahlen, weshalb man sie Leoni- d e n nannte. Als erster berechnete der italienische Astronom Schiaparelli die Bahn der Leoniden um die Sonne, auf der sie alle dreiunddreißig Jahre die Erdbahn kreuzen. Man erkannte bald die lieber* einstimmung der Leonidenbahn mit der des Tem- pelschen Kometen von 1866. Offenbar hatten sich die Meteore von dem Kometen losgelöst und waren zurückgeblieben. Merkwürdigerweise blieben die für die Jahre 1899 und 1932 erwarteten großen Sternschnuppenfälle aus. Der Riesenplanet Jupiter hatte die Leoniden durch seine starke Anziehungskraft aus ihrer Bahn gedrängt. Der Hauptschwarm kam daher in den erwähnten Jahren nicht mit der Erde in Berührung. Aber die Meteore verteilen sich über einen so großen Raum ihrer Bahn, daß fast in jedem Jahre in der Zeit zwischen dem 10. und 17. November eine auffallende Häufung von Sternschnuppen zu beobachten ist. Nach zahlreichen Messungen beträgt die mittlere Höhe ihres Aufleuchtens 133 Kilometer, die des Erlöschens 89 Kilometer. Ihre Geschwindigkeit ist mit 77 Kilometer in der Sekunde etwa fünfzigmal so groß wie die des schnellsten Geschosses, und nur eine Sekunde dauert gewöhnlich ihr Aufleuchten. Da das Sternbild des Löwen Mitte November erst gegen Mitternacht aufgeht, kommt für die Beobachtung der Leoniden hauptsächlich die zweite Nachthälfte in Betracht. Der abendliche Novemberhimmel läßt wieder die glanzvollen Wintersternbilder aufsteigen. Gegen 22 Uhr erscheint im Südosten der Orion, das einzige Sternbild, welches zwei Sterne erster Größe aufweist: die rötliche Beteigeuze links oben und den weißfunkelnden Rigel rechts unten. Heber dem Orion finden wir die Zwillinge Castor und Pollux und den Stier mit dem rötlichen Aldebaran und dem Sternhaufen der Plejaden, welcher im Fernglas einen reizvollen Anblick gewährt. Den Süd- himmel erfüllen die ausgedehnten Sternbilder Eri- danus, Walfisch, Fische, Südlicher Fisch mit Fomal- haut, dem südlichsten in Deutschland sichtbaren Fixstern, sowie der Wassermann. In dieser „feuchten" Himmelsgegend interessiert den Sternkundigen kn diesem Monat besonders der Walfisch, da voraussichtlich der merkwürdige veränderliche Mira im Walfisch wieder aufleuchten und mit freiem Auge sichtbar werden wird. Er ist ein roter Riesenstern, der gewöhnlich nur im Fernrohr sichtbar ist, aber alle elf Monate vorübergehend zu größerer Helligkeit aufflammt. Die Milchstraße läßt sich am günstigsten in den frühen Abendstunden beobachten. Sie zieht dann von Nordosten nach Südwesten durch die Sternbilder Fuhrmann, Perseus, Cassiopeia, Cepheus, Schwan, Adler und Schütze. Besonders hell erscheint die Milchstraße im kreuzförmigen Schwan, wo schon ein gutes Fernglas den unermeßlichen Sternreichtum und die reiche Gliederung der Milchstraße erkennen läßt, in der Helle und dunkle Wolken dicht nebeneinander liegen. Am südlichen Rande der Milchstraße bemerken wir Algol, den Veränderlichen im Perseus, der am 9. November 23.30 Uhr und am 12. November 20.30 Uhr günstig zu beobachtende Lichtminima aufweist. Oestlich schließt sich die Sternreihe der Andromeda an, über welcher als matter Lichtfleck der berühmte Spiralnebel mit freiem Auge sichtbar ist, sowie weiter im Osten das große Pegasusbild. Am Nordhimmel nähert sich A r k t u r u 5<"kin gelber Riese von dreißigfachem Sonnendurchmesser und einer der hellsten Fixsterne, mehr und mehr dem Horizont, während die ebenso Helle Capella im Fuhrmann schon merklich höher steigt. Der Große Bär erscheint in seiner tiefsten Lage am Nordhimmel besonders groß. In stets gleich bleibender Höhe funkelt der Polarstern, an dem das Sternbild des Kleinen Bären gewissermaßen hängt. Unter demselben bemerken wir die gewundene Sternreihe des Drachen, dessen Kopf auf die Helle, blauweiß strahlende Wega gerichtet ist. Der Mond steigt jetzt erheblich höher empor als im Sommer. Im Gegensatz zu dem milden gelben Sommermond ist der winterliche Vollmond glän- zerck) weiß. Die Hauptphasen fallen auf folgende Tage: erstes Viertel 4. November, Vollmond 10., letztes Viertel 18., Neumond 26. November. Todesanzeige Heinrich Haas Rentner Curt von Münchow nach kurzem schweren Krankenlager im blühenden Alter von 27 Jahren Um stilles Beileid bittens In tiefer Trauer Gießen, den 4 November 1935 Gießen, den 4. November 1935 04751 Die Einäscherung findet aut Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt 04749 Ehre seinem Andenken! Gießen (Walltorstraße 22), den 4. November 1935. Gießen, den 4. November 1935. 04745 6369 D Eberftadt, den 4 November 1935, 6368 D 04754 Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. November, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Nach schwerem Leiden entschlief gestern im 86. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater An den Folgen eines Unfalls verschied am Samstag, dem 2. Nov. 1935, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Johannes Haas und Frau Elisabeth, geb. Naumann Wilhelm Haas und Frau Eiesel, geb. Balser Hermann Neher und Frau Elisabeth, geb. Haas Minna von Münchow, geb. Bertram Gyda ^on Münchow, geb. Larsen Dr. Ludwig Krieg und Frau Emmy, geb. von Münchow Hugo Kaestner und Frau Frieda, geb von Münchow Kurt von Münchow Direktor Otto Seipelu- brau Hanny.geb.von Münchow Direktor Dr. Heim und Frau Klara, geb. von Münchow Carola Hartmann, geb. von Münchow 11 Enkel und 3 Urenkel Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Bruders sagen wir allen unseren innigsten Dank. «la Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Leitungen u. Bettictinfteit Gießen / Schulstraße Z Wir verlieren in ihm einen treuen Kämpfer von lauterem Charakter, der in Dienstauffassung und Verhalten stets ein muster gültiges Vorbild war. Bürobedarfshaus Franz Vogt & Co Gießen » Seltersweg 44 Ruf: 2464 Nationalsoz. Kraftfahrkorps Motorsturm 4/M 147. Tn tiefem Schmerz: Marie Bien, geb. Schäfer Familie Konrad Bien nebst allen Angehörigen. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 6. November, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Heinrich Görlach XI. Dankfagung Für die unsbeim Heimgang unterer lieben Entfchlafenen in fo reichem Maße erwiefene Teilnahme lagen wir herzlichen Dank. Plötzlich und unerwartet verschied am Freitagabend mein herzensguter, treusorgender Mann, unser braver, unvergeßlicher Sohn, Schwiegersohn, mein lieber Bruder und Schwager Karl Bien im blühenden Alter von 29 Jahren. Reisender(Arier) für Kurz-, Weiß- und Wollwaren- GroßHandlung gesucht. Führerschein erforderlich. Schriftliche Bewerbungen mit Gehaltsansprüchen und Bild unter 6372D an oen Gießener Anzeiger. Am Samstag, dem 2. November, verschied an den Folgen eines Unglücksfalls unser NSKK-Kamerad Sturm mann Heinrich Haas Geschwister Rinn Familie K. List Gießen, den 4. November 1935. Zur Vornahme eines monat- lrchen kleinen Inkassos, das an mehr. 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