Nr.206 Erstes Blatt Mittwoch. September 1935 185. Jahrgang Erscheint täglich, außer Lonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im BUd • Die Scholle titonatS‘Be$ug$prei$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse Unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gietzea Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche UnioerfilStr-vuch- «nd Steindruckerei 8. Lange in Sietzen. 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Eine Zeitlang war Nordamerika der Aufnahmeraum für den europäischen Menschenüberschuß. Der im 20. Jahrhundert allenthalben gesteigerte Nationalismus, das Erwachen der Völker zu sich selber, läßt es aber nicht mehr zu, eigenes Volkstum zu verlieren. Außerdem ist Amerika durch die dort geübte Raubbauwirtschaft längst „übersetzt", anscheinend überfüllt. Es beginnt also das Ringen um die noch leeren oder dünn besiedelten Lebensräume: Japan in China und in der Mandschurei, in der Mongolei sogar, neuerdings versuchsweise in britischen Gebieten, Italien in Afrika. Frankreich, das am Gegenteil von Uebervölke- tung leidet, hat in dem Drange nach „Sicherheit" ine Raumdurchdringung mit seiner Militärmacht und seinem Geld auf Nordafrika gerichtet und dabei die „Farbigen" als Staatsbürger hereingenommen. Man findet dort nichts dabei, daß sich so eine Mischrasse vor allem im Süden bildet. Hierin ist das heutige Frankreich eine — schwächere — Nachbildung des spätrömischen Imperiums. In Den weiten Räumen, die die Sowjets unter M)re Zwangsherrschaft gebracht haben, herrscht alles andere als Uebervölkerung. Hier herrscht nur Mangel an allem, was eine auch nur geringe Bevölkerung am Leben erhalten könnte. Daher scheidet das Sowjetreich für diese Betrachtung aus. Es könnte unter anderer Herrschaft aber der Aufnahmeraum großer Menschenmassen werden. Und Deutsch 1 and? In der englischen Zeitung E,Sunday Dispatch" wurde dieser Tage an die englische Regierung die Aufforderung gerichtet, in der Frage der Neuverteilung der Kolonialgebiete die Snitiatwe zu ergreifen und Deutschland seine afrikanischen Gebiete zurückzugeben. Hier hat England nun das Wort. Betrachten wir allgemein den Stand der Dinge auf feine machtpolitische Perspektive hin, so müssen wir erkennen, daß sich hier große Verschiebungen vorbereiten. Der „statische", starre Zustand, den Frankreich mit dem Versailler Vertrag zu seinen Gunsten festlegen wollte, ist zweifellos schon gebrochen. Wenn sich hinter dieser Kulisse von Der- sailles ein leicht zufriedenes, kurzsichtiges Genießer- tum und „Chinesentum" (um in Nietzsches Sinne mi sprechen) zur Ruhe gesetzt hatte, so muß bie Zukunft diese Spezies von Europäern enttäuschen. Denn diese Zukunft verspricht nicht allzu friedlich M! werden. Die große Auseinandersetzung um die Verteilung der Erdräume an die fruchtbaren und lebens ft arten Dol- ler und Rassen wird viele Spannungen her- Vorbringen. Erinnern wir uns einmal an die größte Bewegung unserer Rasse um Lebensraum, hie Völkerwanderung: das war em Zeitalter der höchsten Kraftentfaltung, denn — es wird einem Volke nichts geschenkt... Die eben auf dem Kongreß m Berlin erörterten Fragen der Bevölkerungspolitik, der Volks- und Rassenhygiene haben Ziele und Methoden geklart die gleichfalls in diese Richtung weisen: es gibt letzt feine Unklarheit mehr über Heil und Ziel gesunder Völker. Hier zeigt sich auf geistigem Gebiet der elementare Durchbruch neuen Lebens: dieH och st - Schätzung des gesunden Nachwuchses hat zur notwendigen Folge und Fol- ferung die Forderung nach dem ent- prechenden Lebensraum! Mit Macht drängen diese Fragen auf eme Losung hin. Die Geschichte der kommenden Zeiten wird von den Kämpfen um diese Lösung «rsüllt sein. Kein Volk kann sich heute, bei der Enge der Beziehungen, diesen großen Fragen mehr entziehen. Es wird aber auch mit eben derselben Notwendigkeit nun au einer klaren Sonderung der jungen, fruchtbaren und zu- kunftsträchtigen Völker von den alten, absterbenden Völkern kommen. Es werden einmal Folgerungen aus solchen Erkenntnissen gezogen werden müssen, die kein machtpolittsches Ausweichen mehr gestatten. Macht" bedeutet in diesem Sinne: Raumbestim- m u n g. Wenn es möglich sei wird, für die e neuen politischen Begriffe allgemeines Befftandmffe- und daraus ein allgemein anerkanntes R echt zu schaffen dann werden den Völkern große Schwiengkei- ten und vielleicht große Opfer erspart bleibem Nie Kolonialfrage. Eine mahnende englische Stimme. London, 3. Sept. (DNB.) Der »Daily Herald", das Organ der englischen Arbeiter- Fartei, nimmt heute ausführlich zur Kolonial- rage Stellung. Das Blatt schreibt u a.: „Wir würden es gerne sehen, wenn Großbritannien als Teil seines Beitrages für die Regelung des italienisch-abessinischen Konfliktes seine Bereitwilligkeit zum Ausdruck bringen wollte, die Welt- Probleme der Gebiets-, Material - und Marktverteilung zu überprüfen, die an der Wurzel dieses Konfliktes liegen. Die Notwendigkeit einer3 solchen Überprüfung wird heute tn meiten Kreisen betont. Irgendwann muh diesem Problem ins Auge gesehen werden, uni) es scheint, daß von einer formalen britischen Erklärung auf der Genfer Ratstagung viel gewonnen werben kann. Das natürliche Verfahren wurde zur gegebenen Zeit n der Anwendung >des Artikels" 19 der Dol- Genf im Entfchei-ungskampf. Oer italienifch-abefsinisch-englifche Streitfall als letzter Prüfstein. Der Aufmarsch der Nationen am Genfer See ist beendet. Arn heutigen Nachmittag soll programmmäßig die erste Sitzung des Völkerbundsrates beginnen. Fünf Tage später wird dann die Völkerbundsversammlung selber zusammentreten, um sich mit verschiedenen nebensächlichen Themen zu beschäftigen. Der September war für den Völkerbund stets der Monat der Hochkunjunk- tur. Im September wurden die großen Pläne zur Sicherung des europäischen Fnedenssystems geboren, aber der daran verschwendete Aufwand an geistigen und materiellen Mitteln hat sich niemals gelohnt. Die Verwirklichung der Wilsonschen Idee von der Völkergemeinschaft scheiterte immer wieder an der Tatsache, daß die Gründer der Liga, die Väter des Versailler Vertrages, gar feine echte Gemeinschaft mit den ehemaligen Gegnern wollten. Als dann Deutschland sich dieses jammervolle Schauspiel nicht länger mehr mitansehen wollte und kurzerhand die Gen- er Versammlung verließ, da geriet der Völkerbund vollends in eine Sackgasse. Seit zwei Jahren fällt diese Einrichtung von Stufe zu Stufe, und schließlich ließ sie sich sogar herbei, den grimmigsten Feind eines allgemeinen Völkerfriedens, die bol- chewistische Räterepublik, in ihre Reihen aufzunehmen. Noch einmal lebte sie auf, als es darum ging, den Schritt zu verurteilen, mit dem Deutschland seine Wehrfreiheit endlich zurückgewann. An positiven Leistungen aber wurde die Liga der Nationen immer ärmer. So war die Situation schon mehr als hoffnungslos, als das Dölkerbundsmitglied Italien mit der Absicht auf den Plan trat, gegen das Dölkerbundsmitglied Abessinien Krieg zu führen und es zu erobern. Hatte schon die Kraft des Bundes in den vergangenen fünfzehn Jahren nicht ausgereicht, um sich gegen diL. Verletzung seiner Satzungen aus den eigenen Reihen des Bundes durch den Ausbau eines wirkungsvollen Sanktionssystems zu schützen, so wird sie jetzt erst recht versagen, wo es gilt, den italienisch-abessinischen Konflikt mit friedlichen Mitteln beizulegen. Wie man es auch betrachtet und welche „Lösung" die Ratsmächte auch ausknobeln mögen, um dem italienischen Krieg in irgendeiner Form die Billigung des Völkerbundes zu verschaffen: das internationale Ansehen der Genfer Liga ist endgültig dahin! Alle beteiligten Nationen haben bereits deutlich zu verstehen gegeben, daß es sich für sie nicht mehr darum handeln kann, einen Krieg zwischen zwei Völkerbundsstaaten überhaupt zu verhindern — was doch nach der Satzung eigentlich ihre Pflicht wäre — sondern nur darum, eine Formel zu finden, die sich notdürftig mit den allgemeinen Moralbegriffen deckt und die die Interessen der großen Kolonialmächte nicht in einen Widerspruch zueinander bringt. Es wird kaum Schwierigkeiten machen, wenigstens vorläufig gemeinsam die Grenzen abzustecken, in denen sich der faschistische Ausdehnungsdrang betätigen soll. Unmöglich aber wird es fein, die Regeln Des Völkerbundspaktes, der ja das A und O der europäischen Politik nach dem Weltkriege war, sinngemäß auf den vorliegenden Streitfall an» zuwenden. Würde man sich trotz des französischen und italienischen Widerstandes äu solchen Maßnahmen entschließen, die das kollektive Friedenssystem mit Hilfe von Sanktionen verteidigen sollen, so würde das Resultat so um so fruchtbarer fein. Denn Mussolini hat bereits erklärt, daß er dann den Genfer Ratstifch verlassen werde, um sich ir- gendwelchen Sühnemaßnahmen mit Gewalt zu widersetzen. Genf st eh tim Entscheidungskampf. Die Uhr des Völkerbundes ist abgelaufen. Ein neues, besseres System der internationalen Beziehungen wird an seine Stelle treten müssen. Heute öffentliche Sitzung. Genf, 3. Sept. (DNB.) Dom Völker- bunbsfefretariat wurde Dienstagnachmittag die Tagesordnung für die erste Sitzung der am Mittwoch beginnenden Tagung des Völkerbundsrates bekanntgegeben. Nach der üblichen geheimen Eröffnungssitzung, die auf 16 Uhr angesetzt ist und der die Annahme der Tagesordnung für die gegenwärtige Tagung obliegt, ist eine öffentliche Sitzung vorgesehen, als deren einziger Punkt die Behandlung des italienisch-abessim- schen Streitfalles angekündigt wurde. Getrennte Berichte. Paris, 3. Sept. (DNB.) Der Genfer Sonderberichterstatter der halbamtlichen französischen Nachrichtenagentur Havas bestätigt am Dienstagabend die Information einiger Pariser Blätter, wonach Eden und Laval voneinander g e - trennt über die Pariser Dreierkonferenz berichten würden. Aloisi im Kurort Baldwins. Paris, 3. Sept. (DNB.) Wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, ist Baron Aloisi in der vergangenen Nacht in Aix-les-Bains etngetroffen, wo sich bekanntlich der englische Ministerpräsident Baldwin 3ur Kur aufhält. Eden wird sich im Laufe des Nachmittags ebenfalls nach Aix-les- Bains begeben. Keine Unterredung. London, 4. Sept. (DNB. Funkfpruck.) Eine in Genf verbreitete Nachricht, daß Baron Aloisi in Aix-les-Bains bei Baldwin einen Besuch abgeplattet habe, wird von Reuter für unzutreffend erklärt. Der italienische Delegierte habe nur die Nacht in Aix-les-Bains zugebracht und sei vormittags 10.30 Uhr nach Genf weitergereist. Baldwin habe erst am Nachmittag Kenntnis davon erhalten, daß Baron Aloisi in der Stadt geweilt habe. Paris erwartet einen Vergleich. Eine neue Formel für England, Frankreich und Italien? Paris, 4. Sept. (DNB. Funkspr.) Nach dem „E x c e l s i o r" soll Ministerpräsident Laval in Genf erklärt haben: „Ich bin für den Frieden und für die Dölfer- bundssahungen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Völkerbundssahungen, also ein Jrte- denswerkzeug, zum Kriege führen sollen. Der notwendige Vergleich erscheint möglich, wenn man sich vor verletzender Polemik hütet, die der Ruhe und Sachlichkeit der Sache Edens schaden könnte." Dem „D e u d r e" wird aus Genf berichtet, die englische Regierung wünsche in Genf den italienisch-abessinischen Streitfall durch einen Vergleich beizulegen, der Mussolini genehm wäre. Der „F i g a r o", der eine Regelung innerhalb des Völkerbundes befürwortet, schreibt, Abessinien habe seine internationalen Verpflichtungen nicht eingehalten und Italien fei in* vieler Hinsicht geradezu vorbeftimmt. In Abessinien Ordnung zu schaffen. Aber das könne ohne Krieg vonstatten gehen, ohne Verletzung der völkerbundssahungen und ohne Verletzung der französisch-englischen Belange. Wahrscheinlich wünsche sich der Völkerbundsrat nichts sehnlicher, als England, Frankreich und 3fallen zu beauftragen, eine neue endgültige, auf Abessinien anwendbare Formel zu fitibeiL Das „Journal" weift darauf hin, daß Frankreich zwar 1923 Abessinien in den Völkerbund eingeführt habe, daß aber der italienische Vertreter sich damals sehr warm für Abessinien eingesetzt und damit hie Bedenken zerstreut habe, die England, die Schweiz und Australien gegen die Aufnahme vorgebracht hätten. Italien habe Abessinien einen großen Kredit eingeräumt und sehe jetzt seinen Irrtum ein. Wenn der Völkerbund diesmal versagl Gedämpfte Töne in der englischen presse. London, 4. Sept. (DNB.-Funspruch.) lieber die heute beginnende Völkerbundsratstagung wird in der Morgenpresse in gewohntem Umfang berichtet. Nur wenige Blätter äußern sich in Leit- aufsätzen. „Time s“ sagt u. a„ wenn der Völkerbund diesmal versage, könne ihm in Zukunft nicht mehrdasvertrauen geschenkt werden, daß er befriedigende Arbeit für die Regelung größerer Streitigkellen leisten könne. 3n England herrsche die Empfindung, es werde ie Europa noch nicht vollkommen verstanden, daß gewählt werden müsse zwi- I schen der Regelung internationaler Streitigkeiten durch Beratungen und Versöh- nungsmaßnahmen, oder durch den Schiedsspruch des Krieges. Das Kollektiv-System trete für das erstgenannte Verfahren ein, Mussolini für das letztere. Er Habs sich jedoch immerhin bereit gefunden, feinen Standpunkt in Genf zu erklären. Das Blatt rechnet damit, daß sich die Behandlung der Streitfrage verzögern werde. Die Fähigkeit des Völkerbundes, endgültige Empfehlungen zu fällen, werde dadurch gehemmt, daß noch keine Angriffshandlung in Afrika erfolgt fei. Immerhin erkläre Artikel 11 der Satzung, daß die bloße Gefahr biefes Krieges den ganzen Völkerbund an- ge h e und daß er jeden wirksamen Schritt zum Schutze des Friedens tun sollte. Auch werde sich die bald zusammentretende Völkerbundsversammlung wahrscheinlich sehr entschieden gegen Gewaltsanwendung äußern. Zum Schluß spricht „Times" von der Herzlichkeit der gegenwärtigen englisch-fran» zöslschen Beziehungen und sagt, London und Paris seien sich einig, daß alle ver- kerbundsfatzungen bestehen, der erklärt: „Die Dölkerbundsversammlung kann die Ueber« Prüfung internationaler Zustände anraten, deren Fortdauer geeignet ist, den Frieden der Welt zu gefährden". Daß die derzeitige ungerechte Verteilung kolonialer Gebiete den Frieden der Welt gefährdet, ist offenkundig genug. Es ist ferner offenkundig, daß für die Einleitung einer so bedeutsamen Entwicklung Großbritannien sowohl besonders verantwortlich, als auch im höchsten Grade geeignet ist. Das Problem eines gleichberechtigten Zutritts zu Gebieten und Rohmaterialien wird, wie der Erzbischof von York Dr. Temple sagte, das schwierigste sein, dem die Staatsmänner je gegenüber» gestanden haben. Gruß an den Führer. München, 2. Sept. (DNB.) Die 79. Hauptversammlung des G u st a v - A d o l f - V e r e i n s, die heute hier eröffnet wurde, hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm ge« richtet: „Dem Führer und Reichskanzler entbietet die 79. Hauptversammlung des Gustao-Adolf-Dereins aus der Hauptstadt der Bewegung ehrerbietigen Gruß, aus tiefem Vertrauen in feine Führung des deutschen Volkes und mit dem Gelöbnis, bet seiner eigenen Arbeit für die Glaubens- und Volksgenossen in der weiten Welt immer das große Ziel im Auge zu behalten, das der Führer dem deutschen Doll gesteckt hat." Arbeiter und Soldaten. Glückwunsch Dr. Leys an Blomberg. Saarbrücken, 3. Sept. (DNB.) Dr. Ley hat an Reichskriegsminister von Blomberg das nachstehende Telegramm gerichtet: „An Ihrem 5 7. Geburtstage sehen mit dem ganzen deutschen Volke auch die Deutsche Arbeitsfront, meine Mitarbeiter und ich voll aufrichtiger Bewunderung auf den herrlichen Erfolg Ihrer unter Adolf Hitler geleisteten Arbeit. Meine Glückwünsche kommen aus dem Herzen des Soldaten, der Ihrem Tun und Handeln unverbrüchlich verbunden ist. Wenn die deutsche Wehrmacht heute in der Welt im Mittelpunkt achtungsvollen Interesses steht und in Deutschland selbst der Treue und Liebe aller Volks- genossen sicher sein darf, dann ist das nach den Jahren der Schmach ein Triumph, auf den Sie unter unserem Führer Adolf H i t l e r stolz sein dürfen. Gerade in den Tagen des schweren Berliner Schachtunglücks hat die Deutsche Wehrmacht gezeigt, daß Soldat und Arbeiter eine gemeinsame Ehre haben. Heil Hitler! Dr. Robert Ley. Oer „Krieg" in der Lüneburger Heide. Celle, 3. Sept. (DNB.) Die Her bst Übungen des VI. Armeekorps in der Lüneburger Heids haben sich entgegen der ursprünglichen Annahme, daß die angreifende rote Partei den Schwer* punkt ihres Angriffes auf ihren rechten Flügel verlegen würde, so entwickelt, daß die rote Führung zu dem Entschluß kam, den Schwerpunkt vom rechten Flügel in die Mitte ihrer Front zu verlegen. Die hier vorgehenden Teile der 2. Division hatten ungeachtet des wolkenbruchartigen Gewitters, das am späten Nachmittag und Abend des M o n« t a g niederging, aus eigener Initiative ihren Angriff bereits über dieWietze vorgetragen. Trotz aller heftigen Gegenstöße der blauen Verteidiger hatten sie den Brückenkopf halten und erweitern können. Durch diesen Erfolg von Rot wurden starke Teile der blauen Artillerie zu einem sehr schwierigen Stellungswechsel weiter rückwärts gezwungen und damit für Rot wesentlich günstigere Vorbedingungen für seinen Angriff am Dienstagfrüh geschaffen. Im Laufe des Dienstagvormittags würbe an dieser Stelle nun mit Einsatz aller verfügbaren Kräfte von der roten Partei angegriffen, doch hatte die blaue Division das Gefährliche der Lage erkannt und nun auch ihrerseits alle Abwehrmaßnahmen getroffen. Der rote Angriff, Bef unter Einsatz von Nebel und motorisierten Kräfte» einen überraschenden Einbruch in die blaue Stellunversuchte, konnte in der Tiefe der blauen Verteidigung von starken rückwärtigen Kräften auf gefangen und zum Stehen gebracht wewen. Die Uebung wurde zu diesem Zeitpunkt für einige Stunden unterbrochen, um den feit 24 Stunden ununterbrochen in schwersten Bewegungsgefechten liegenden Truppen eine Erholungspause gftefc Handlungen des Völkerbundes voll zur Anwendung gebracht werden müßten. Beide Länder seien allerdings nicht in der gleichen Lage. Zwischen Frankreich und Italien bestehe ein enges militärisches Einver- nehmen, das es ermöglicht habe, die gemeinsame Grenze von Truppen zu entblößen. Das letzte, was Laval wünschen könne, wäre die Preisgabe dieser Zusammenarbeit. Sicherheit sei seine Hauvtsorge, und hierzu kämen noch politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Das private Geschäft habe die britische Diplomatie für einen Augenblick in Verlegenheit gebracht, was schon eine genügende Antwort aus die Anschuldigungen von Festlandskritikern sei. Das Geschäft könne keinen Einfluß auf die britische Politik und keine Bedeutung für die wirklich entscheidenden Fragen haben. Die britische Abordnung habe die Aufgabe, die Lache des Völkerbundes zu vertreten, der Streitigkeiten ohne Krieg regeln solle. „Daily Mail" warnt vor der „wahnsinnigen Idee von S ü h n e m a ß n a h m e n" Die konservative „M o r n i n g Po st" wendet sich erbittert gegen die von den Liberalen und Sozialisten und auch vom Erzbischof von York befürwortete Erwägung der Neuverteilung von Kolonialgebieten und Rohstoffen, deren sich der liberale „News Chronicle" in einem Leitaufsatz annimmt. Im „D a i l y Telegraph" wird gesagt, Laval wird den britischen Bericht „in wesentlichen Einzelheiten" unterstützen. Der Abschluß des abessinischen Oelgeschäfts wird von den meisten Blättern als erledigt betrachtet. Nur „News Chronicle" verlangt von der Regierung einen Beweis ihrer Ehrlichkeit, notfalls durch Einbringung eines kurzen Gesetzes, das die Regierung ermächtigt, jedem britischen Staatsangehörigen Anteilscheine an dem Unternehmen zu entziehen. In einem Genfer Bericht des „Daily Herold" heißt es, daß die in den französisch-englischen Beziehungen eingetretene Spannung glücklicherweise aufgehört habe. Auf französischer Seite werde völlig begriffen, daß die britische Regierung mit der Oel- konzession nicht im geringsten zu tun habe. Das Blatt schreibt, von der heutigen Ratssitzung sei nichts Entscheidendes zu erwarten. Venn der Välkerbundsrat sich durch übliche Beweisgründe aus Seitenwege bringen lasse, dann würden die Verhandlungen ebenso grotesk werden, wie im chinesisch-japanischen Streitfall. Komme keine friedliche Regelung zustande, so sei nicht abzufehen, wie eine Entscheidung vermieden werden könne, die den ganzen Völkerbund in Stücke brechen müßte. „Daily Mirror" klagt darüber, daß der Völkerbund von Anfang an „durch den infamen Friedensvertrag" entwertet und ein Werkzeug der Politiker geworden sei. Das Blatt sagt, wenn Sühnemaßnahmen einen allgemeinen Krieg bedeuten, dann sei es die Pflicht ge- wisser Staatsmänner, sie nicht zur Anwendung zu bringen. „Weder Abessinien, noch Italien schuldig." Paris, 3. Sept. (DNB.) Der italienifch- abessinische Schiedsausschuß hat seine Arbeiten Dienstagvormittag abgeschlossen. »Paris Sok*4 glaubt zu wissen, daß sich die fünf Schiedsrichter im italienisch-abessinischen Schllchtungs- und Schiedsgerichtsausschuß für den Grenzzwischenfatl bei Aal-Aal weder nach der einen, noch nach der anderen Seite ausgesprochen haben. 2Uan sei vielmehr zu der Ansicht gekommen, daß weder Italien, noch Abessinien eine internationale Verantwortung an diesem Zwischenfall trügen. In gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen glaubt man diese Information betätigen zu können. Man sagt, die Schiedsrichter hätten weder Italien, noch Abessinien irgendeine internationale Verantwortung an dem Zwischenfall zugeschoben. Wie ferner verlautet, ist die Entscheidung des Schiedsgerichts den Vertretern der beiden Länder überreicht worden. Die Schiedsrichter und die beiden Vertreter haben sich verpflichtet, das Urteil so lange geheim zu halten, bis der Völkerbund davon Kenntnis genommen hat. Das Urteil ist von allen Schiedsrichtern unterzeichnet worden. Der griechische Gesandte, P o l i t i s , der als fünfter Schiedsrichter teilgenommen hat, wird sich in zwei bis drei Tagen nach Genf begeben, um über die Arbeiten zu berichten. Doch Einmarsch? Reuter wiederholt die dementierten' Bormarsch-Gerüchte. London, 3. Sept. (DNB.) Reuter meldet am Dienstagabend: Nachrichten aus D1 redawa scheinen die gestrige Meldung zu bestätigen, daß eine italienische Vorhut von 2500 Mann die abessinische Grenze von Eritrea aus überschritten hat und die dort wohnhaften Danakilen in die Flucht treibt. In den Dörfern nicht weit Diredawa entfernt treffen fort- gesehtFlüchtlingeein, und es wird mit aller Bestimmtheit versichert, daß die Grenzüberschreitung erfolgt sei. Reuter fügt hinzu, daß dieser Bericht in Rom amtlich dementiert werde. Englische Vorbereitungen auf Matta. London, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Malta: Aus nicht amtlicher, aber zu- verlässiaer Quelle verlautet, daß die Besatzung des britischen Vermessungsschiffes „Ormond e", das letzten Montag in Malta eingetroffen ist, sofort ihre Löhnung erhalten hat und jetzt an Bord von Minensuchschiffen gegangen ist. Am Dienstagnachmittag sind polizeiliche Bestimmun- gen veröffentlicht worden, die es jedem Kraftwagen- oesitzer zur Pflicht machen, bis zum 12. September der Polizei Nummer und Art seines Wagens mitzuteilen. Man glaubt, daß sich die Bestimmung auf die Möglichkeit einer Requirierung der Kraftwagen durch die Regierung bezieht. Auf der ganzen Insel werden Gottesdienste für den Frieden gehalten. In bet St.-Pauls-Kathedrale wurde am Dienstagabend ein solcher Gottesdienst vom stellvertretenden Gouverneur Sir Harry Luke veranstaltet. Ferner wird berichtet, daß binnen einer Woche an die 6000 Dockarbeiter in Malta Gasmaskin verteilt werde« folle». , , Verordnungen über Fleisch-, Wurst- und Eierpreise. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Die bereits ange- kündigte Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, die die Preise für die w i ch t i g st e n Fleisch- und Wurst- waren auf den Stand von Ende März 1935 zu- rückführt, tritt jetzt in Kraft. In dieser Verordnung heißt es u. a.: Die Kleinhandelspreise für Rindfleisch und Rindertalg (roh und ausgelassen) dürfen die Preise nicht überschreiten, die Ende März 1935 ortsüblich waren. Dies gilt nicht für Filet und Lende (Roastbeef). Als Lende gilt der Teil des Tieres vom Schlußknochen dis zur dritten Rippe. In Gemeinden mit Diehgroßmärkten können Fleischer, die 70 d. $). ihres Frischfleischbedarfes mit Tieren der Schlachtwertklasse A oder höher bewertete Tiere decken und nachweisen, daß sie dies bereits seit dem 1. Januar 1935 getan haben, mit Genehmigung der Preisüberwachungsstelle beim Verkauf von Fleisch aus den Hintervierteln einen Zuschlag bis zu 7 Pf. je Pfund bei Knochenbeilage und bis 10 Pf. je Pfund ohne Knochenbeilage fordern. Für Bauchlappen und Haxe darf dieser Auf- chlag nicht erhoben werden. Diese Vorschrift gilt auch für Fleischer in den übrigen Gemeinden mit mehr als 20 000 Einwohnern, wenn die Fleischer zur Deckung von 70 v. H. ihres Frischfleischbedarfes für die Tiere Preise zahlen, die seit dem 1. Januar 1935 gezahlt werden und die den Preisen für Tiere der Schlachtwertklasse A oder für höher bewertete Tiere entsprechen. Für Kurorte und für Dorortsgemeinden mit weniger als 20 000 Einwohnern kann die Preisüberwachungsstelle die gleiche Regelung treffen. Soweit Fleischer Rinder der Schlachtwertklasse C oder D auf Schlachtviehmärkten oder Rinder zu entfprechenden Preisen außerhalb von Schlachtviehmärkten gekauft haben, sind sie verpflichtet, in ihren Läden Rindfleisch zu Preisen feilzuhalten, die unter den Preisen für Rindfleisch erster Güte liegen. Die Preisüberwachungsstelle kann in besonderen Fällen Ausnahmen zulassen. Die Kleinhandelspreise für Schweinefleisch und Schweineschmalz dürfen die Preise nicht überschreiten, die Ende März 1935 ortsüblich waren. Schweinespeck und Flomen (Liesen) gelten als Schweinefleisch im Sinne dieser Vorschrift. Die Preisüberwachungsstelle kann mit Rücksicht auf jahreszeitliche Unterschiede im Verbrauch für Einzelteile höhere Preise genehmigen, sofern die Preise für andere Einzelteile wertmäßig so gesenkt werden, daß der Durchschnittspreis sich nicht erhöht. Die Preise für Bäuche, Pfoten (Spitzbein) und Kopf mit Backen dürfen auch in diesem Fall nicht erhöht werden. Die preise für IDurffforlen, die für die Dolksernährung von besonderer Bedeutung sind, dürfen die Preise nicht überschreiten, die Ende März 1935 ortsüblich waren. Die Preisüberwachungsstellen bestimmen die Wurstsorten, für die diese Bestimmung gilt. Die Fleischer sind verpflichtet, diese Wurstsorten soweit zu führen, als sie sie bisher geführt haben. Die Preisüberwachungsstellen können bestimmen, daß an Stelle der obengenannten ortsüblichen Preise die Preise treten, die Ende März 1935 in den einzelnen Verkaufsstellen üblich waren. Als Fleischer im Sinne dieser Verordnung gelten auch die Verkaufsstellen von Fleischwarenfabriken. Die obersten Landesbehörden, in Preußen die Oberpräsidenten, können in besonderen Fällen mit vorheriger Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft Ausnahmen bei diesen Vorschriften zulassen. Bei Zuwiderhandlungen findet die Verordnung über Ordnungsstrafen bei Zuwiderhandlungen gegen Preisschildervorschriften und Preisfestsetzungen vom 8. Januar 1935 Anwendung. Gleichzeitig hat der Vorsitzende der Hauptvereini- gung der deutschen Eierwirtschaft eine Anordnung über Erzeugerpreise, Großhandels- einkaufshöchslprelfe, sowie Verbraucherpreise für Hühnereier erlassen, in der es u. a. heißt: Mit Wirkung vom 5. September wird für den Aufkauf von Hühnereiern beim Erzeuger durch Wiederverkäufer ein Erzeugermindestpreis von 1,40 Mark je Kilogramm und ein Erzeugerhöchstpreis von 1,50 Mark je Kilo- Berlin, 3. Sept. (DNB.) In den Verhandlungen, die in der vergangenen Woche im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit den Preisüberwachungsstellen stattgefunden haben, sind allseitig die Notwendigkeit und der Nutzen einer engen Zusammenarbeit zwischen den Preisüderwachungs st eilen und dem Reichsnährstand betont worden. Dabei hat sich als zweckmäßig erwiesen, daß den Preis- überwachungs stellen zur wirksamen Durchführung ihrer Aufgabe der Preisüberwachung ausnahmslos ein Ordnungsstrafrecht auch dann zustehen muß, wenn die Preisregelung vom Reichsnährstand ausgeht. Das Ordnungsstrafrecht der Ueberwachungsstel- len ist bisher nur für Preisfestsetzungen gegeben, die vom Reichskommissar für Preisüberwachung erlassen worden sind. Im Wege der Rechtsauslegung ist daran festgehalten worden, daß das Ordnungs- strafrecht der Preisüberwachungsstellen auch dann gegeben ist, wenn die Preisfestsetzung zwar von einer anderen Stelle erlassen wurde, aber eine Zustimmung des Reichskommissars für Preisüberwachung ausdrücklich festgestellt ist. gramm festgesetzt. Die Preise verstehen sich ab Hof des Erzeugers. Der stückweise Aufkauf ist nicht gestattet. Der festgesetzte Erzeugermindestpreis darf nicht unterschritten, der Erzeugerhöchstpreis nicht überschritten werden. In der Anordnung werden weiter die Großhandelseinkaufspreise für Hühnereier als Höchstpreise nach den Handelsklassen genau festgesetzt. Die Preisfestsetzung erfolgt in Pfennig je Stück. Die Großhandelseinkaufshöchstpreise gelten frachtfrei Empfangs- ftation, versteuert, einschließlich Unterschiedsbetrag, Kennzeichnung, Verpackung und Banderolierung, bei Auslandeiern auch verzollt. Bei Abgabe an Verbraucher dürfen die Preise für Hühnereier die Großhandelseinkaufshöchstpreise bei Kühlhauseiern höchstens um 2,25 Pfennig je Stuck und bei den übrigen Eiern höchstens um 2 Pfennig übersteigen. Bei ungekennzeichneten Hühnereiern, die im In- lande erzeugt sind, werden folgende Derbraucherhöchstpreise festgesetzt: Für Eier im Gewicht bis zu 55 Gramm 10 Pfennig, über 55 Gramm 11 Pfennig. Soweit bisher die Spanne zwischen Großeinkaufhöchstpreis und Verbraucherpreis geringer war als die sich aus obiger Anordnung ergebende, darf die Spanne nicht erhöht werden. Zuwiderhandlungen werden mit einer Ordnungsstrafe bis zu 1000 Mark in jedem einzelnen Falle unbeschadet der Strafbarkeit nach § 6 der Verordnung über die Regelung des Eiermarktes vom 21. Dezember 1933 bestraft. Nach Ablauf des Gesetzes über die Bestellung des Reichskommissars sind dessen Befugnisse wieder auf die zuständigen Reichsminister übergegangen. Preisfestsetzungen durch den Reichskommissar, oder mit seiner Zustimmung ergehen daher nicht mehr. Um das Bestehen des Ordnungs st rafyechtes auch für Preisfestsetzungen sicherzustellen, die jetzt vom Reichsnährstand mit Zustimmung des Reichsmini st ers für Ernährung und Landwirtschaft getroffen werden, ist eine entsprechende Regelung durch besondere Verordnungen erfolgt, deren Verkündung unmittelbar bevorsteht. Soweit der Reichsnährstand oder Zusammenschlüsse das Recht zur Festsetzung von Preisen besitzen, haben sie regelmäßig ein eigenes Ordnungsstrafrecht. Es wäre also im Falle des Erlasses der erwähnten Verordnung ein doppeltes Ordnungsstrafrecht gegeben. Da dies untunlich ist, ist es notwendig, zu bestimmen, daß das Ordnungsstrafrecht des Reichsnährstandes und der Zusammenschlüsse solange und insoweit ruht, als die Preisüberwachungsstellen auf gleichem Gebiete ein Ordnungsstrafrecht besitzen. Unberührt dabei bleibt das Ordnungsstrafrecht des Reichsnährstandes gegenüber anderen Verstößen gegen die Marktordnung. Ordmingssirasiecht der preisiiberwachungsstellen Die Haltung Amerikas. Zur Erhaltung des Friedens jedes Land bat Erde verpflichtet. Washington, 4. Sept. (DNB.) In der presse- konferenz erklärte Staatssekretär f) u 11 am Dienstag, daß die Einräumung von Konzessionen an die African Exploitation and Development Corporation keinen Einfluß auf die Haltung der Vereinigten Staaten im italienifch- abefsinifchen Konflikt habe. lleber die offizielle amerikanische Stellungnahme befragt, erklärte Hüll, daß es bisher noch nicht möglich gewesen sei, über die abessinischen Oelkonzefsionen eingehende Tatsachen in Erfahrung zu bringen. Der Staatssekretär betonte, daß, soweit er im Besitz von Informationen sei, die Stellungnahme und Politik der Vereinigten Staaten ohne Rücksicht darauf, ob diese Transaktion kommerzieller oder politischer Natur sei, beibehalten werde. Der Hauptpunkt in der Politik der amerikanischen Regierung im italienischabessinischen Konflikt sei die Erhaltung des Friedens. Zu einer derartigen Politik sei jedes Land der Erde durch einen oder mehrere Verträge verpflichtet. Er hoffe daher ernstlich, daß sich keine Nation von diesem höchsten Ziel ab lenk en lassen werde. Staatssekretär Hüll erklärte hierauf zu den kürzlich erfolgten Aeußerungen von Senator pope, daß niemand außer den Angehörigen des diplomatischen Korps der Vereinigten Staaten vom Staatsdepartement ermächtigt worden sei, direkt ober indirekt in irgendeiner Form die Haltung der Vereinigten Staaten darzulegen. Das Rüstungskomitee des Senats kündigte gleichzeitig eine Sondersitzung an, um festzustellen, welche privatlnteressen hinter der African Exploitation and Development Corporation stehen. äurüdflefreten Washington, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf dringende Vorstellungen des Staatsdepartements beschloß oie Standard Vacuum Oil Company den Rücktritt vom abessinischen Konzessionsvertrag. Nach wiederholten Besprechungen mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der Standard Vacuum Oil Company gab Außenminister Hüll die Rückgängigmachung des Pachtvertrages bekannt. Sine Erklärung des Argus. »Unser Land hat niemand bedroht und bedroht auch niemanden.'' Paris, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter des „Journal*4 in Addis Abeba wurde vom Kaiser von Abessinien empfangen, der ihm folgende Erklärung übergab: „Wir find der franzöfifchen und der britischen Regierung für die von ihnen zugunsten des Friedens entfalteten Anstrengungen dankbar. Wir freuen uns auch, die beim französischen und beim englischen Volk vorhandenen Strömungen zugunst en Abessiniens feststellen zu können. Unser Land hat niemand bedroht und bedroht auch niemanden. Alls seine Anstrengungen zielten auf die A u f r e ch t e r h a l - tung des Friedens hin. Dir werden unsere friedliche Haltung bis zum letzten Augenblick aufrechterhallen. Wenn wir aber auf unserem Gebiet angegriffen werden, dann werden wir uns auch bis zum äußersten verteidigen.*4 Eine Rede des abessinischen Gesandten in London. London, 4. Sept. (DNB.) Der abessinische Gesandte in London Dr. Martin, hielt am Dienstagabend auf einer Tagung der N i l g e s e l l s ch a s t eine Rede. Er sagte u. a.: Laßt uns 20 Jahre in Frieden leben und gewährt uns eine Anleihe von — sagen wir — 20 Millionen Pfund. Diese Summe würde uns in die Lage versetzen, im ganzen Lande Schu- l e n zu errichten und unsere Hilfsquellen zu entwickeln. Am Ende dieses Abschnittes, so kann ich ihnen versichern, würden die Abessinier soweit vorwärts gekommen sein, wie es nur jemand wünschen kann. Indessen scheint Mussolini zu glauben, die sofortige Tötung der meisten von uns fei die beste Methode, uns zu erziehen und zu zivilisieren. Ich persönliche zum mindesten gestatte mir unter- tänigft, diesen Standpunkt nicht teilen zu können. Und wenn das Schlimmste zum Schlimmen kommt, bann würde mein Volk, so glaube ich, lieber unter der gerechten und durchdachten Verwaltung Großbritanniens als unter der Italiens leben. Wenn Italien durchaus noch eine Kolonie haben muß, so muß man fragen, warum die Italiener nicht den Mut aufbringen, sich die Kolonie von denen zu holen, die davon im Ueberfluß haben. Auf keinen Fall aber werden sie Abessinien als Kolonie erhalten. Im übrigen, so sagte Dr. Martin weiter, sei nicht der geringste Beweis für die italienischen Beschuldigungen vorhanden, daß die italienische Kolonie der Gefahr eines Angriffs durch die Abessinier ausgesetzt sei. Was die Vergebung von Konzessionen und die Beschäftigung von Ausländern angehe, so findet keinerlei Diskriminierung statt. Tatsächlich habe ein Italiener bereits eine wertvolle Konzession für die Erschließung von Gold und Platin erhalten, während Engländer und andere keine derartigen Konzessionen besäßen. Alles, was Abessinien wünsche, sei Unparteilichkeit und Gerechtigkeit. Außerdem verlange es die Erlaubnis zur Einfuhr von Waffen zur Verteidigung. Abessinien wolle seinetwegen keine andere Nation in einen Krieg oder ln andere Schwierigkeiten verwickeln, denn die Abessinier seien überzeugt, daß sie mit Gottes Hilfe jedes Land schlagen würden, das völlig ungerechtfertigt von Abessinien und seiner Unabhängigkeit Besitz zu ergreifen versuche. „Gelingt uns das nicht, so werden wir gewiß nicht als Sklave« irgendeines Landes leben." Konzessionen gegen Anleihe. London, 3. Sept. (DNB.) Wie Reuter von der abessinischen Gesandschast in London erfährt, hat der Gesandte Dr. Martin am 19. Juli an den Neuyorker Makler Leo D. S ch e r t o k ein Schreiben gerichtet, in dem eine Abrede beitätigt wird, wonach der Makler für einen Zeitraum von 90 Tagen vom 19. Juli an gerechnet das ausschließlich Recht der Ausbringung einer Anleihe f ü r Abessinien im Betrage von nicht weniger als einer Million Dollar erhält. Als Sicherheit für diese Anleihe erklärt sich die abessinische Regierung bereit, eine 5 0 jäh - rige Konzession für die Gewinnung von Gold, Platin, Oel und sonstigen Bodenschätzen in Gebieten zu gewähren, die noch näher bestimmt werden und die unter absoluter abessinischer Kontrolle stehen. Wie verlautet, sind bisher auf Grund dieser Abmachung noch keine Beträge an die abessinische Regierung gezahlt worden. Aus Neuyork ist inzwischen ein Bericht eingetroffen, in dem es heißt, daß sich Aeußerungen des Maklers Schertok mit den Mitteilungen des Londoner abessinischen Gesandten im wesentlichen deckten. Schertok behauptet, den Anleihebetrag von 1 Million Dollar inzwischen aufgebracht zu haben. Wer ist Leo y. Ehertok? Neuyork, 3. Sept. (DNB.) Bei dem Neuyorker Makler Leo N. Ehertok haben jetzt in Zusammenhang mit den Verhandlungen, die der abessinische Gesandte in London mit ihm über die Ausbringung einer Dollaranleihe für Abessinien gegen Hergabe einer 50jährigen Konzession geführt hat, Pressevertreter vorgesprochen. In der Besprechung bezeichnete sich Ehertok als Makler der großen amerikanischen chemischen Werke und Munitionsfabrik E. I. Dupont 6r E y., und zwar als deren Vertreter für den russischen Markt. Heber die Kcknzessionsangelegenheit erklärte er sich dahin, daß es seine volle Absicht sei, die 50jährige Konzession für die Gewinnung von Mineralien auf abessinischem Boden auszu- üben. Er soll dann weiter gesagt haben, daß es sich bei der ganzen Konzessionsangelegenheit um eine rein private Sache handele, die in keinem Zusammenhang mit den Interessen der Firma E. I. Dupont & Ey. stehe. Hierbei habe er sich auch über seinen Londoner Geschäftsfreund ausgelassen und habe betont, daß dieser die Frage der Konzession bearbeite. Auf entsprechende Fragen hin habe dann Ehertok die finanzielle Seite angeschnitten und sich bereit erklärt, die 1 Million Dollar, die vertraglich innerhalb von 90 Tagen an Abessinien zahlbar wäre, jederzeit zu hinterlegen. Interessant ist ferner die Tatsache, daß Ehertok gleichzeitig Vertreter der Seagrave Manufacturing Ey., National Meter Ey. und der Black and Elaw- son Ey. ist, und zwar auch für diese Firmen für den russischen Markt. Abessiniens Standvnntt. Addis Abeba, 3. Sept. (DNB.) Wie in zuständigen abessinischen Kreisen verlautet, soll die italienische Gesandtschaft von der voraesehenen Demarche in der Angelegenheit des Rknkett-Oelvertrages Abstand genommen haben. Zu diesem Vertrag erklärt die abessinische Regierung offiziell, daß sie den Technikern und Finanzkreisen eines jeden Landes, blt ehrlich und ohne politische Hintergedanken arbeiten wollen, eine Betätigungsmöglichkeit freigestellt habe. Durch die Erteilung von Konzessionen werden die Jntegritätsrechtö des Landes nicht verletzte . HM WM ■ '' Vf W Die Beisetzung -er Königin -er Belgier Auf diesem Bildtelegramm sieht man den Leichenwagen mit dem hohen Baldachin auf der ftabrt zur Kirche von St. Gudula. — (Scherl-Bilderdienst-M.) deren Vorhalle liefen Setzmajchinen und Druckmaschinen, außerdem wurde die Wanderausstellung „Deutsche Druckkunst" gezeigt. Die feierliche Eröffnung der Tagung fand in der Universität statt. Der Vereinsoorsitzende Albert Frisch- Berlin begrüßte die Versammlung und betonte, wie sehr das geistige Leben gerade mit der Buchdruckerkunst verbunden sei. Den Hauptoortrag hielt Stadtrat a. D. Leiste über „Sinn und Ziele der neuen Ordnung für das graphische Gewerbe". Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat die Anordnung zur Schaffung einer neuen Ordnung für das graphische Gewerbe ergehen lassen, die in weitgehender Selbstverwaltung von den drei Spitzenverbänden des graphischen Gewerbes geschaffen werden soll. Dadurch soll das Angebot auf Grund einer klar kalkulierten Leistung dem Grundsatz des lauteren Wettbewerbs entsprechen, der Betrieb aber jederzeit in der Lage bleiben, seinen Verpflichtungen voll nachzukommen. Der Buchdrucker-Verein kann Richtlinien und Richtpreise aufstellen und von einem Anbieter, der diese Preise unterschreitet, den Nachweis verlangen, daß er seinen laufenden Verpflichtungen ordnungsgemäß nachzukommen in der Lage ist. Bei Verstößen sind Redner fort, dann müssen wir uns vor Augen halten, daß die rassische Sauberkeit des Volkes immer die Vorbedingung für einen völkischen Staat ist. Das deutsche Volk hat keine Vlutauffrischung nötig. Dr. Blohme gab dann ein instruktives Bild von den großen Fragen der Bevölkerungspolitik und wies besonders auf die G e f a h r e n d e s Geburtenrückganges hin. Erfreulicherweise sei bereits im letzten Jahr infolge der nationalsozialisti- stischen Aufklärungsarbeit eine Wendung zum besseren eingetreten. Der Staat habe durch gesetzliche Maßnahmen, die der Redner im einzelnen erläuterte, fördernd eingegriffen. Ganitätsstandartenführee Or. Büttner behandelte das Thema „Das Gastvolk der Juden — ein Parasit im Volkskörper". Er erklärte, daß das jüdische Volk Eigenschaften besitze, die es absolut untauglich dazu machten, mit ande- ren Völkern z u s a m m e n z u l e b e n und zusammenzuarbeiten. Es sei ein parasi- täres Volk. Ihm fehle, was im Leben der Menschen nötig sei, damit Völker nebeneinander leben und miteinander arbeiten könnten: Das Ehrgefühl, das Gefühl der Treue und jedes Verständnis für die Lebensbedürfnisse und Lebensnotwendigkeilen anderer Völker. Darüber müsse man sich jedoch klar sein, daß der Kampf gegen die Juden nicht auf der Straße aus- gefochten werden könne, sondern nur mit der geistigen Waffe. Obergruppenführer von Zagow verwies in seinem Schlußwort noch einmal auf die Bedeutung der Rassenfrage für unser Volk. Die Gesetzgebung des Reiches werde es zu verhindern wissen, daß Juden unser Volk ausplündern und deutsche Mädchen in Besitz nehmen können. Immer müsse die weltanschauliche Ausbildung der SA. wie ihre körperliche Ertüchtigung überstrahlt sein von dem Ideal, daß einst die SA. befähigt habe, den harten Kampf des Führers durchzufechten getreu dem Wort des Führers: „Wichtiger als unser eigenes Leben ist das Leben unseres Volkes, ist der Bestand Deutsch- lanbs“. Diesen Idealismus des alten SA.-Manne s habe auch der Reichswettkampf der SA. erneut in den Vordergrund gestellt. Der Obergruppenführer gab dann die Sieger der Gruppe Berlin-Brandenburg bekannt. Gegen Mitternacht nahm er auf dem Wittenbergplatz noch den Vorbeimarsch der gesamten im Sportpalast auf« marschierten SA. ab. Äeichsleistungskampf der deutschen Studierenden Gin Aufruf -er Reichsschast. — Bekundung des Aufbauwittens der deutschen Jugend. Massenpolitische Kundgebung -er Berliner E>A. »Rassische Sauberkeit des Volkes ist die Vorbedingung für einen völkischen Staats Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg ist nach der Ruhe- pause des Sommers am Dienstagabend mit einer machtvollen Sportpalastkundgebung auf den Plan getreten. Die Veranstaltung, die von 15000 SA- Mannern besucht war, galt rassen- und be° v o l k e r u n g s p o l i t i s ch e n Fragen, denen Die SA. im Rahmen ihrer weltanschaulichen Schu- lungs. und Aufklärungsarbeit jetzt ganz besondere Aufmerksamkeit widmet. Dor dem Sportpalast war der Andrang so groß, daß Absperrungen in weitem Umfange oorgenommen werden mußten Nachdem Obergruppenführer von Jaaow mit stmem Stab m Begleitung des stellvertretenden Gauleiters unter Hellrufen den Saal betreten Ate, S°Sen die Feldzeichen und Fahnen in den ä200 Sturmfahnen 3 Abschluß zwölf Standarten der NSKK - Motorbrigade Berlin. «,riinlrrnfl?lUng3rei,e ber Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg Obergruppenführer von Zagow. Er betonte die SA. sollte nach dem Willen des Führers neben der körperlichen Ertüchti- g u n g auch eine umfassende weltanschauliche äusbilbung erhalten. Mit ganz besonderer Freude begrüßte er außer den Gästen aus Partei ™b™a™-bie Kameraden des NSKK., nicht zuletzt 29 SA.-Manner des SA.-Landsturms Hamburg, die m einem Fußmarsch nach Berlin gekommen waren. Die SA., so hob der Obergruppenführer yeroor, sei nicht dazu da, eine Hetze gegen den Ju- 7^n unternehmen, sondern sie betrachte es als ihre Aufgabe, sich selbst und dadurch wiederum das Volk auszubilden, damit das Verständnis für die Notwendigkeiten der Rassenpolitik sich weiter und weiter verstärke. Ganitätsoberführer Or. Blohme sprach sodann über nationalsozialistische Rassenpflege und Bevölkerungspoli- t i k. Er erklärte u. a., der Führer Adolf Hitler habe als erster klar und deutlich erkannt, daß nicht die Wirtschaft, sondern die Rasse das Schick- sal eines Volkes bedeute. Diese Erkennt- *?ts s^he in krassem Gegensatz zu der Parole des ^uden Walter R a t h e n a u , wonach angeblich die Wirtschaft das Schicksal eines Volkes sei. Die Frage der Rasse und der Bevölkerung stehe als unkersies Fundament im Programm der NSDAP. Gerade die führenden Schichten des deutschen Volkes hätten sich dazu hergegeben, ihre Töchter und Söhne um des schnöden' Mammons willen mit Juden zu verheiraten. Das Volk selbst habe von jeher primitiv und anständig gedacht. Wenn wir die Ziele der nationalsozialistischen Weltanschauung verwirklichen wollen, so fuhr der Brüssel, 3. Sept. (DNB.) Punkt 10.15 Uhr öffnete sich das Portal des Brüsseler Stadtschlosses und die großen Trauerfeierlichkeiten, mit denen K ö n t g i n Astrid in die Königsgruft von Laeken übergeführt wurde, nahmen ihren Anfang. bis zum 15. Oktober 1935 bei dem Amtsle-iter für Fachschaften der örtlichen Studentenschaft zu erfolgen. Bei den Meldungen ist anzugeben, in welchen der unter Punkt 5 genannten Sparten der Bewerber oder die Mannschaft arbeiten will. 5. Eine Bearbeitung folgender Sparten ist möglich: 1. Landesforschung, Reichsplanung; 2. Volksdeutsche Arbeit; 3. Auslandskunde, Kulturpolitik; 4. Weltanschauung; 5. Deutsche Geschichte und Vorgeschichte; 6. Biologie; 7. Rassenhygiene, Gesundheitswesen; 8. Sozialismus, Arbeitsrecht, Sozialrecht; 9. Judenfrage; 10. Presse, Film, Rundfunk, Theater; 11. Musik, musische Erziehung, Dichtung; 12. Erziehung, körperliche Erziehung; 13. Bildende Künste, Architektur; 14. Technik. 6. Zum Schluß des Semesters wird die beste Mannschaft einer Hoch- bzw. Fachschule herausae- stellt, sodann die beste Mannschaft eines Kreises der Deutschen Studentenschaft bzw. der Deutschen Fachschulschaft. Als Preise für die besten Arbeitsgruppen werden Inlands- und einjährige Auslands st ipendien verteilt. 7. Anfragen betreffs des Reichsleistungskampfes der Deutschen Studentenschaft und der Deutschen Fachschulschaft können an die Einzelstudentenschaften oder an die Reichsschaft der Studierenden, Abteilung Reichsleistungskampf, Berlin SW 68, Friedrichstraße 235, gerichtet werden. Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen: gez. Feickert. Oie Kanzlei des Führers während des Parteitages. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Reichsleiter und Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP., B o u h l e r, gibt bekannt: Die einzelnen Sachbearbeitern der Kanzlei des Führers sind während des Reichsparteitages in Nürnberg dort dienstlich benötigt und eingeteilt. Die Räume der Kanzlei des Führers bleiben daher in der Zeit vom 7. bis 17. September 1935 für jeden Parteiverkehr geschlossen. Ferner wird gebeten, von Schreiben und Eingaben jeder Art an die Kanzlei des Führers während dieser Zeit Abstand zu nehmen, da eine Bearbeitung und umgehende Erledigung keinesfalls gewährleistet werden kann. Der Schriftwechsel mit der Reichsleitung. München, 3. Sept. (DNB.) Im „Völkischen Beobachter" veröffentlicht der Reichsschatzmeister Schwarz folgende Bekanntmachung: Während der Dauer des Reichsparteitages 1935 ersuche ich, den gesamten Schriftwechsel mit der Reichsleitung der NSDAP, emzuschränken oder nach Möglichkeit zurückzustellen, soweit es sich nicht um dringende Ausnahmefälle handelt. Mitgliederversammlung des Deutschen Buchdruckervereins in Heidelberg. Der Deutsche Buchdruckerve re in hielt seine Hauptversammlung in Heidelberg ab. In der Wandelhalle der Neuen Universität und einer an- Der König im Leichenzug mit dem Arm in der Binde und Wundpflastern am Kopf. (Scherl-Bilderdienst-M.) Eine vieltausendköpfige Menschenmenge umsäumte die Straßen. Von 8 Unteroffizieren wurde der schmucklose und mit einem großen schwarzen Tuch bedeckte Sarg der Königin auf den mit einem hohen Baldachin gekrönten Leichenwagen gehoben, den acht mit schwarzen Schabracken uno großen schwarzen Federbüschen geschmückte Pferde zogen. In diesem Augenblick ertönten 33 Kanonenschüsse. Ein Fanfarensignal klang auf, die Truppen präsentierten das Gewehr, die Fahnen der Veteranen und Kriegsopfer senkten sich und schweigend verneigte sich die Menge. Die Königin der Belgier trat ihre letzte Fahrt an. Der Sarg wurde von der Geistlichkeit aus dem Schloß geleitet. Voran schritt der Erzbischof von Mecheln, Kardinal van R o e y, begleitet von sämtlichen belgischen Bischöfen. Beim Einbiegen vom Schloßplatz in die Rue royale setzten sich Truppen in feldmarschmäßiger Ausrüstung an die Spitze des Zuges. Es folgten Abordnungen der Veteranen Berlin, 3. Sept. (DNB.) Die Reichsschast der Studierenden an deutschen Hoch- und Fachschulen veröffentlicht.folgenden Aufruf: Die schaffende Jugend Deutschlands hat zweimal im Rahmen des Reichsberufswettkamp- f e s ihren Leiftungswillen und ihre Leiftungskraft bezeugt. Im letzten Jahr waren zum erstenmal an diesem Kampf die Studenten der deutschen Fachschulen beteiligt. Für das Jahr 1936 wird es darauf ankommen, daß die gesamte an den deutschen Hoch- und Fachschulen studierende Jugend ge- Kim Rahmen eines Leistungskampfes fbauwillen der deutschen Jugend bekundet. Ich rufe daher die Deutsche Studentenschaft und Deutsche Fachschulschaft zu einem Reichslei - stungskamps der studierenden Jugend Deutschlands im Rahmen des Reichsberufswettkampfes auf. Lehrer und Lernende beteiligen sich während des fommenben Winterhalbjahres zum erstenmal an einem allgemeinen geistigen Leistungskampf ber deutschen Jugend. Dieser Kampf wird Probleme aufgreifen, die durch wissenschaftliche, körperliche und musische Leistungen zu leisten sind, und gleichzeitig Zeugnis von der politischen Haltung ber Studentenschaft ablegen. Studenten Deutschlands! Die geistige Jungmann- schaft des Dritten Reiches muß in Front. Stellt unter Beweis, daß ihr Reihe in Reihe mit Deutschlands Arbeiterjugend der Faust auf eurem Gebiet kämpfen wollt! Bekundet euren Willen und zeigt eure Fähigkeiten durch Beteiligung am Reichsleistungskampf der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen! Me wird der Wettkampf durchgeführi? Für den Reichsleistungskampf 1935/36 der Reichsschaft ber Stubierenden an ben deutschen Hoch- und Fachschulen gelten die folgenden Bestimmungen: 1. Der Reichslei st unaskampf ber Stu- bentenschaft wird erstmalig burchgeführt während des Wintersemesters 1935/36, beginnend mit dem 15 November 1935, abschließend mit dem 1. April 1936. 2. Die Wettkampfleitung Übernehmen ber Führer ber Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen sowie in seinem Auftrag örtliche Wettkampfleiter. Die Entscheidung der Bewertungsausschüsse ist nicht anfechtbar. Die Arbeiten müssen bis spätestens 15. März 1936 bei dem örtlichen Amtsleiter für Fachschaften eingereicht ^3. Der Leistungskampf wird m a n n s ch a f ts- mäßig gestaltet, beteiligen können sich a) bereits bestehende Gruppen (Arbeitsaemeinschaften der Fachschaften, Gemeinschaften, Korporationen und dergleichen), b) einzelne Studenten, die ihren Mel- düngen zufolge vom örtlichen Amtsleiter für Fach- schäften zu Arbeitsgruppen in Starke von fünf bis acht Mann zusammengefaßt werden, softrn die NSDAP, gegen ihre Teilnahme keinen Einspruch erbdbt 4. Dis Mannschafts- und Einzelmeldungen haben und Invaliden und sonstigen Militär- und Käme- radschaftsoereine, Vertretungen der verschiedenen Truppenteile und die gesamten Fahnen der belgischen Armee. Zu beiden Seiten des Sarges gingen hohe Offiziere. Die Enden des Leichentuches wurden getragen von den Präsidenten der beiden Kammern, dem Ministerpräsidenten, dem Justizminister, dem Innenminister, dem Präsidenten des Kassationshofes und zwei mit dem Leopoldsorden ausgezeichneten Generälen. Hinter dem Sarg schritt allein der König entblößten Hauptes in Generalsuniform. Er trug den Arm in der Binde. Halbrechts hinter ihm schritt der Vater ber toten Königin, Prinz Karl von Schweden. Halblinks begleitete der Graf von Flandern feinen Bruder. Die weiblichen Angehörigen der königlichen Familie hatten sich direkt im Wagen zur Kirche begeben. Eine Reihe von Fürsten und Prinzen aus mehreren europäischen Häusern, z. T. Verwandte des Königshoses, folgten. Man sah u. a. Kronprinz Umberto von Italien, den Herzog von Port, die Thronerben von Schweden, Dänemark und Norwegen, Prinzen Cyrill von Bulgarien, Prinz Felix von Luxemburg, Prinz Napoleon, Otto von Habsburg und zahlreiche andere Fürstlichkeiten. In kurzem Abstand schlossen sich dann die Chefs' der Sondermissionen an, geführt vom Apostolischen Nuntius M i c a r a, unter ihnen ging als Vertreter des Führers und Reichskanzlers der Botschafter in besonderer Mission vonKeller. Den Sondermissionen folgten die Mitglieder des Brüsseler Diplomatischen Korps und die in Brüssel be- glaubigten Militärattaches, darunter der deutsche Militärattache Oberst Frhr. v. Geyer-Schwep- p en bürg. Weiter sah man die Mitglieder des belgischen Kabinetts, die Staatsminister, Abgeordneten und Senatoren der beiden Kammern, die Ge- neralität und die Spitzen der Behörden. Den Abschluß bildeten wieder Truppenabteilungen. Der Trauerzug bewegte sich zunächst zur St.- Gudula-Kirche, wo eine feierliche Seelenmesse gelesen wurde. In der K o l l e g i a l - K i r ch e fand ein feierliches Requiem für die Königin statt. Das Requiem wurde von Kardinal van Roey zelebriert. Links vom Hochaltar folgte der König auf einem besonders errichteten Thron der feierlichen Handlung, die von mehrstimmigen Gesängen oes Domchors von Mecheln begleitet wurde. Als nach Beendigung des Trauergottesdienstes der Sarg wieder hinausgetragen wurde, spielte die Orgel im gedämpften Ton die „Braban?onne", die belgische Nationalhymne. In das nunmehr ein- setzende Trauergeläut stimmten sämtliche Kirchen Brüssels ein. Auf dem letzten Wege der Königin Astrid von der Kollegial-Kirche zur Kirche in Laeken, wo die Tote ihre letzte Ruhestatt finden soll, folgte der König dem Sarge zu Fuß, während bas' übrige Trauergefolge bis zur Kirche in Laeken im Wagen fuhr. Schulkinber, Truppen unb Kriegsteilnehmer- verbänbe bildeten auf dem ganzen Wege Spalier. Um 13.30 Uhr kündigte Glockengeläut die Ankunft des Trauerzuges, dem sich von der St.-Gudula- Kirche auch die Königin-Mutter Elisabeth, ihre Tochter, die Kronprinzessin von Italien, und die Mutter der verstorbenen Königin, Prinzessin Inge- borg von Schweden, angeschlossen hatten, vor ber Kirche in Laeken an. Unbeweglich, aber mit schmerzvollen Blicken ftanb ber König, als ber Sarg von Solbaten vom Leichenwagen gehoben würbe. Trommelwirbel ertönte und zum letzten Male spielte die Musik die „Brabanxonne". Unter Belehrung, Verwarnung, Abberufung als Betriebs- leitet oder Schließung des Betriebes vorgesehen. Der Redner betonte, daß die Richtlinien in Zukunft weder nach oben noch nach unten verbindend fein dürfen. Die neue Marktordnung werde ein wirksames Instrument sein, um den Auftragsbestand in gesunder Preisstellung zu halten. Darüber hinaus müsse die vornehmste Aufgabe der Verbandsleitung bleiben, den Auftragsbestand zu heben. Ein begeistert aufgenommenes Sieg-Heil auf ben Führer beenbete bie Tagung. Rücktritt des japanischen Kriegsministers. Tokio, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Sonderausgaben ber Zeitungen melben, baß Kriegsminister H a y a s ch i durch em Gesuch dem Ministerpräsidenten seinen Rücktritt angemeldet hat. Nach einer amtlichen Verlautbarung wurde der zurück- getretene Kriegsminister H a y a s ch i zum Mitglied des Kriegsrates ernannt. Gleichzeitig erfolgte die Ernennung des Generals K a w a s ch i n a zum Kriegsminister. Außer Hayaschi ist auch der parlamentarische Vizeminister T o k i zurückgetreten. den Klängen der belgischen Nationalhymne wurde der Sarg in die Krypta gebracht. Dem Schlußakt im Innern der Kirche wohnten nur der König und seine nächsten Anverwandten bei. Um 14 Uhr war die Feier zu Ende. Königin Astrid hat ihre letzte Ruhestätte in der Nähe des Sarkophags von König Albert gefunden. Feierliches Requiem in Berlin. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Zur selben Stunde, da in Brüssel für die so jäh aus dem Leben gerissene junge Königin der Belgier die Trauer» feieruchkeiten begannen, wurde in der St.-Hedwigs- Kathedrale in Berlin im Beisein des Bischofs von Berlin Dr. Conrad von Preysing, Vertretern des Reiches und zahlreicher Mitglieder des Diplomatischen Korps, von Nuntius Orsenigo ein feierliches Pontifikalrequiem zelebriert. Eine Ehrenabordnung des preußischen Feldjägerkorps in Paradeuniform bildete am Eingang und an den Außenseiten der Bänke Spalier. Zur Rechten füllten die Bänke fast sämtliche Mitglieder des Diplomatischen Korps unter Führung der Botschafter von Frankreich, Polen, Spanien und der Türkei. Unmittelbar vor den Bankreihen saß zur Rechten der belgische Gesandte Graf d e K e r d? o d e, während zur Linken Reichskriegsminister und voer- befehlshaber der Wehrmacht Generaloberst vo n Blomberg Platz genommen hatte, der im Auftrage des Führers dem Pontifikalamt beiwohnte. Außerdem waren anwesend Relchsmimster Freiherr v. E l tz - R ü b e n a ch , als Vertreter des preu ßischen Ministerpräsidenten General Goring Staats rat Neumann. Außerdem waren u. a hohe Offiziere des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe sowie hohe Vertreter der Parteiorgamsa» ^Puntt "11 Uhr erschien Reichskriegsminister o o n B l o m b e r g und sprach im Auftrage des Führers dem belgischen Gesandten das Beileid aus. Gleich darauf traf Nuntius Orsenigo em und wurde vom Domkapitel in die Kirche geleitet Dann begann das feierliche Requiem, das der Nuntius Örseniqo unter Assistenz der Domgeistllchkeit zelebrierte, im Anschluß nahm der Nuntius die Absolution ad tumbam vor. Aus aller Welt. Zunehmender Fremdenverkehr — auch aus dem Auslande. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts war derFremdenverkehrimJulr — einem Der wichtigsten Ferien» und Urlaubsmonate — erheb - lich größer als im gleichen Monat des Vorjahres. In 500 wichtigen Fremdenverkehrsorten des Deutschen Reiches ist die Zahl der Fremdenmeldun» gen um 10,5 o. S). auf 2,21 Millionen und die Zahl der Fremdenübernachtungen um 9,4 v. 5). aus 12,Ul Millionen gestiegen. Der in diesen Zahlen mitent- haltene Fremdenverkehr aus dem Auslande weist eine erheblich größere Steigerung auf, und »war waren die Meldungen der Auslandsfremden (253 587) um 21,3 v. H. und ihre Uebernachtungen (748 430) um 26,5 vH. größer als im Juli 1934. Don den Hauptgebieten wies Norddeutschland, das alle Nordseebäder und die wichtigsten Östseebäder umfaßt, die günstigste Entwicklung auf. Die Gesamt- -whl der Fremdenübernachtungen hat sich hier gegen» über dem Juli 1934 um 12,3 v. H. auf fast 4 Millionen erhöht, darunter die Zahl der Uebernachtungen der Auslandsfremden um fast zwei Drittel auf rund 171000. In den 50 erfaßten Seebädern wurden 3,45 Millionen Fremdenübernachtungen gezählt. Die Uebernachtungen der Auslandsfremden find gegenüber dem Juli 1934 in den Seebädern um 61 v. H., in den Großstädten um 40 v. H. gestiegen. Sn den erfaßten 200 Bädern und Kurorten wurden 6,25 Millionen Fremdenübernachtungen, darunter 327 196 Uebernachtungen von Auslandsfremden ge» zählt, das sind 9 bzw. 1 0 v. H. mehr als im Monat Suli 1934. Vrand auf einem Ozeandampfer In Kopenhagen. Auf dem dänischen Ozeandampfer „United States", der zum Abwracken nach Italien verkauft ist, brach in Kopenhagen ein Brand aus, der von der Feuerwehr nach zwei Stunden auf seinen Herd beschränkt werden konnte. In den Kabinen erster Klasse wurde beträchtlicher Schaden angerichtet. Der Rumpf des Schiffes wurde jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Nach den Ermittlungen neigt man zu der Annahme, daß Brandstiftung vorliegt. Vas Gewinnlos in der gestohlenen Handlasche. Eine merkwürdige Begebenheit hat sich in Bielefeld zugetragen. Bei der letzten Ziehung der Preu- ßisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 50000 Mark auf das Los 387863, das zu einem Achtel in Bielefeld gespielt wird. Der Gewinner bewahrte das Los in einer Handtasche auf, die eines Tages gestohlen wurde. Während aber die Tasche mit dem übrigen InhaU bald darauf wieder aufgefunden wurde — der Dieb hatte sie beiseite geworfen — blieb bislang das Glückslos verschollen. Ob der rechtmäßige Besitzer noch m den Genuß seines Gewinnanteils gelangt? Sowjetrufsifches Kriegsgericht verurteilt drei zaristische Offiziere zum Tode. Das Kriegsgericht in Irkutsk hat drei ehemalige Offiziere der zaristischen Armee, die der amtliche Bericht als „Weißgardisten" bezeichnet, zum Tode durch Erschießen verurteilt. Wie die offizielle Sowjetagentur „Taß" berichtet, sei im Verlauf des Prozesses die terroristische Störungstätigkeit dieser Weißgardisten und ihrer ausländischen Auftraggeber aufgedeckt worden. Es konnten angeblich Verbindungen mit der Militärmisiion eines bestimmten ausländischen Staates aufgedeckt werden. Zwei spanische heeresflieger zum Tode verurteilt. Das Kriegsgericht in Leon (Spanien) verurteilte zwei Armeeflieger, die während der Oktoberrevolution mit den Aufständischen sympathisierten und das Einsetzen der Luftstreitkräfte gegen die Revolutionäre verhindern wollten, zum Tode. Nächtliche Feuersbrunst in Voulogne-sur-Mer. Ein Feuer in der Möbelfabrik in Boulogne- sur-Mer zündete in einer der letzten Nächte durch Funkenflug trotz sofortigen Eingreifens der Feuerwehr die benachbarten Wobnhäuser an. Bald stand ein Block von zehn Wohnhäusern in Hellen Flammen. Die Bewohner mußten unter Zurücklassung ihrer gesamten Habe im Nachthemd fliehen. Glücklicherweise sind Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen. Die Sachverluste belaufen sich auf mehrere Millionen Franken. Französischer Boxer von seiner früheren Geliebten niedergeschossen. Der ehemalige französische Halbschwergewichtsmeister im Boxen, Emile Le Bri ce, wurde mit zwei schweren Bauchschüssen in ein Pariser Krankenhaus eingeliefert. In seiner Wohnung war es zwischen ihm und feinem früheren Arbeitgeber und dessen Frau zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf die Frau auf den Boxer, der ehemals ihr Geliebter war, schoß. Trotz einer schweren Bauchoerletzung hatte Le Brice noch die Kraft, der Frau den Revolver zu entreißen und sie durch einen Brustschuß niederzu- strecken. Zahlreiche Todesopfer eines Orkans in Florida. Ein schwerer Sturm in Florida (USA.) verursachte nicht nur großen Sackschaden, sondern auch den Verlust zahlreicher Menschenleben. Nach noch unbestätigten Meldungen sollen in einem Lager der American Legion allein über 70 Tote und viele Verletzte zu beklagen sein. Amerikanischer Dampfer an der Küste Floridas gestrandet. Bei schwerem Sturm ist der amerikanische Dampfer „D i x i e" Dienstagfrüh mit 269 Gästen und 140 Mann Besatzung an der Küste Floridas auf Carysport-Riff aufgelaufen. Verstümmelten Funksprüchen zufolge ist der auf dem Fel en festsitzende Dampfer von starkem Wellengang bedroht. Mehrere in der Nähe befindliche Dampfer und Küstenwachtschiffe sind zur Hilfeleistung nach der Unfallstelle abgegangen. Streikende Textilarbeiter schießen auf Arbeitswillige. Ein Todesopfer, 22 Verletzte in Südkarolina. Aus N e u y o r k, 3. Sept., wird gemeldet: Im Fabrikviertel von Pelzer (Südkarolina) kam es am Montag zu blutigen Streikunruhen. Ende der Woche war die Nationalgarde, die feit fünf Wochen die Arbeit in den bestreikten Textilwerken'ermöglichte, zurückgezogen worden. Am Montag gingen daraufhin die Streikenden gegen die Arbeitswilligen vor. Bei einem regelrechten Feuerüberfall, den die streikenden Textilarbeiter auf die Arbeitswilligen eröffneten, wurde eine Frau getötet und 22 Personen verwundet. Der Gouverneur hat den Belagerungszustand erklärt und erneut zwei Kompanien Nationalgarde in den Unruhebezirk entsandt. Kunst und Wissenschaft. Dichlerlag auf der Wartburg. Auf der Wartburg, versammelte sich dieser Tage ein etwa hundert Personen umfassender Festeskreis. Unter ihnen Vertreter des Staates, Offiziere, Persönlichkeiten der Partei, Mitglieder der Wartburg- Stiftung, Gelehrte und Dichter. Als 1932 deutsche Dichter zuerst auf Anregung des Freiherrn Börries von Münchhausen zusammengerufen wurden, waren es nur wenige. Heute ist der Kreis stark erweitert; man begegnete u. a. Hans Friedrich Blunck, Heinrich Lilienfein, Max Dreyer, Münchhausen, Hans Grimm, Otto Erker, Jakob Schaffner, von den Jüngeren Heinrich An acker, Richard Euringer, Kurt Geucke und Heinz S t e a u ro e i L Staatsrat Dr. Ziegler pries die Wartburg als das Symbol des deutschen Glaubens, der deutschen Tat und der deutschen Seele. Hans Friedrich Blunck sprach über das Thema: „Ehret die Väter!" .Lein Volk", so sagte er, „kann auf die Dauer ohne Liebe zu seinen Vätern leben, und die Andacht vor den Vätern ist das Heiligste nächst der Andacht vor Gott. Hier erwächst den Dichtern unserer Zeit die schicksalsgegebene Aufgabe. Hütet Euch, zu denen zu gehören, die ohne Tugend von den Ahnen sprechen! Ehret die Väter, und Ihr findet, was uns alle Hand.zu Hand und Herz zu Herz geschwisterlich verbindet!" Lin Wafferiunn im Dienste der Bewegung. LPD. Groß-Gerau, 3. Sept. Der Wasserturm Groß-Geraus, der gleichzeitig sieben Riedgemeinden mit Wasser versorgt, erhält nun, nachdem die Verwendung seiner Jnnenräume lange Zeit — der Turm wurde im Jahre 1930 gebaut und erhielt den Namen Hindenburg-Turm — eine heiß umstrittene Frage war, seine besondere Bestimmung. Fleißig sind zur Zeit die Handwerker im Innern beschäftigt, um die Räume sämtlicher Stockwerke her« zurichten Im Erdgeschoß soll die NS.» Volk s- Wohlfahrt Unterkunft finden, tm 1. Stock die Nähstube der N S.» F r a u e n s ch a f t und NSD., im 2. und 3. Stockwerk die Kreisschule der NSDAP., im 4. Stockwerk das H e i m des B D M., im 5. Stock das Heim der HI. und im 6. Stockwerk das Heim des Jungvolks. So wird der das Groß-Gerauer Land, weit überragende Turm, der als ein Wahrzeichen der Kreisstadt Groß- Gerau anzusprechen ist, eine vielfache Verwendung finden. Wie verlautet, werden die neugeschaffenen Räume am 15. Oktober d. I. für ihre zukünftige De- stimmung eingeweiht. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 5. September. 6 Uhr: Choral, Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30; Morgenmusik. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10t Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.15: Schulfunk. Dolksliedersingen. 10.45: Praktische Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittags« konzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk>. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten, Wetter« bericht der Reichswetterdienststellen Frankfurt und Aachen. 14.10: Mitten im Werktag. Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. Lieder von Emil Mattiefen. 16.30: „Was bringen die Zeitschriften des Monats?" (August). 16.40: Wie Filme übersetzt werden. Don Carl Kurt Wolter. 16.55: Kunstbericht der Woche. 17: Nachmtt- tagskonzert. 18.30: Deutsche Gespräche. „Dom Sinn und Frohsinn der Arbeit". Don Dr. Fritz Michel. 19r Süddeutscher Ringelreihen. Eine bunte Stunde Volksmusik. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichs- senders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Deutschland liegt immer noch im Zufuhrbereich feuchtwarmer Meeresluft. Daher besteht bei überwiegend freundlichem Wittsrungscharakter fortgesetzte Geneigtheit zur Ausbildung teilweise gewittriger Regenfälle, die vorerst noch erhalten bleibt. Aussichten für Donnerstag: Abgesehen von Nebelbildung überwiegend freundlich, doch nicht regensicher, bei südwestlichen Winden Temperaturen wenig verändert. Aussichten für Freitag: Fortdauer der im ganzen freundlichen aber nicht ganz beständigen Witterung. Lufttemperaturen am 3. September: mittags 21,6 Grad Celsius, abends 14,3 Grad; am 4. September: morgens 12,7 Grad. Maximum 22,7 Grad, Minimum 12,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. September: abends 18,7 Grad; am 4. September- morgens 16,8 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauee 3,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Fr. W. Lange; stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Tbyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck; verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor KümmeL DA. VII. 35: 9945. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Df. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sage ich im Namen der Hinterbliebenen herzlichen Dank. Ph. Hch. Klein, Architekt. Treis a. d. Lumda, im August 1935. _______________________4995 D bereitet mir immer wieder Freude..schreibt uns einer unserer Kunden. — Auch Sie können diese unermüdliche Das Schreiben auf meiner bildschönen Klein-Torpedo Eine 2-, 3- und Mimnerwolmg per 1. Oktober oder früher zu vermieten. 03726 Adolf Schmidt, Licher Str. 5 v. leine Ursprungszeugnisse, lonbent nur Zeugnis- Äen dem Be- ^-schreiben beilegen! — Lichtbilder lmdBewerbungSunter» lagen müfien *ur Ver. metdung von Verlusten auf der Rückfette Na. men und Anschrift deS Bewerbers tragen 1 Suche für mein MQöM Stelle in Privatoder Geschäfts- Haushalt. 4&97D Frau Dürrer Blockstraße 3 Telefon 3928. | Kaufgesuche"] Guterbaltener Ofen zu kaufen gesucht. Schr.Angeb.unt. 5002V a.d.G.A. leerer tarn heizbar,möglichst Nähe Bahnhof, als Lager gesucht Schr.Angeb.unt. 03730 a.d.G.A. Deine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Den»: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den •Meier Anzeiger lllllllllllllllllllllllllllll GroUtaM sow. feuersicher. Sattel-oder Mer Want gegen Barzahlg. zukausengesucht. Schriftliche Angebote mit Preisen unter 4989V an den Gießener Anzeig, erbeten. IIIIIIIIIIIIIIIII!IIIII1IIIIII Gut erhaltener Wintermantel für lOi. Jungen zu tauf, gesucht. 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Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden ____________Abteilungen 1 und H_____________ 23. Ziehungstag 3. September 1935 lln der heutigen Vormittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne |u 20000 M. 156648 4 Gewinne zu 3000 M. 129546 292079 24 Gewinne zu 2000 M. 9123 22646 50860 54093 138321 151354 163363 175073 240421 316642 827076 392481 104 Gewinne zu 1000 M. 18755 20187 22387 37812 45246 47156 58062 69886 72872 80508 85787 85826 87719 98506 111390 114740 116088 124622 129232 87307 91466 99138 104502 113322 117561 395633 399680 35253 138146 209932 260342 327033 172583 227980 273282 342177 157589 222479 299443 322178 370186 132562 169278 230931 313494 332875 377698 163877 213399 265111 335470 204305 241672 281346 347302 161494 229067 310510 323682 374927 166484 224722 267809 339573 48604 58353 77227 93064 208970 258653 291195 353008 143411 186340 262580 313554 362595 381936 143697 190112 269047 317496 363065 396499 106666 115986 137900 147367 154646 166605 177518 187660 194631 206772 215513 233879 241075 248228 263310 282970 296495 309597 321720 330461 342934 357784 372349 379631 887712 367383 146163 192080 287082 321424 366004 398599 27248 42948 55716 61653 80184 28255 44342 56010 64687 82323 28806 44809 57607 67761 84107 107021 121951 138041 149176 156179 168476 178241 188112 197511 206572 218037 237102 242378 250327 263704 285780 299211 311760 324944 330887 344951 358909 374932 383598 390383 32643 46649 58285 76510 86123 26049 39282 54890 59962 79939 105293 114015 123361 141870 153852 164948 175497 184306 193077 201038 213060 226794 239712 246763 259653 272386 294697 305105 316163 329452 338893 347229 364885 377100 386429 397,106 53745 59021 78762 96088 113648 122963 141605 151737 163460 171082 181783 190233 200269 209183 226687 238115 245920 259277 269155 292349 301948 313793 327285 336948 346592 364750 376025 385971 396041 109921 122398 140877 150633 156273 170473 179172 189723 197572 208228 225036 237875 245132 252977 269053 289622 299699 311941 325465 333417 346552 362669 375648 384148 392029 106434 115100 125762 142440 154631 165369 176629 185448 193183 202354 215258 233735 240787 247126 262627 278733 295959 308013 318720 330229 342391 351452 367893 377206 386818 397222 W GewinnHü 5Öö'M" 2887"26859 41454 58846 61012 65553 68308 73260 74958 77047 84710 362433 395633 399680 400 Gewinne zu 300 M. 1792 2349 2397 4592 5760 9318 9454 20789 21061 22286 22801 23015 ----- ----- ----- ----- --------— 39018 8n der heutigen RachmittcHszichung ^^en Gewinne über 150 M. gezogen 9 Gewinne zu 50000 M. 114328 4 Gewinne zu 10000 Ä. 126674 151774 2 Gewinne zu 5000 M. 27284 14 Gewinne zu 3000 M. 26719 93668 Fl SS« 760019 270687 315283 348408 16 Gewinne zu 2000 M. 64147 73788 478415 .180582 205672 206265 315169 393498 62 Gewinne zu 1000 M. 5435 12806 15568 43159 48616 51822 66720 70782 91697 109909 141753 144054 163269 167921 169242 173910 200028 106406 112949 132493 144933 162244 180781 202435 210397 221664 239067 255002 277353 289903 307202 316630 330420 349333 358183 384115 106555 113670 135367 145055 168200 181730 206014 210835 221670 242667 256227 279686 299017 307671 318991 333116 351401 361266 390482 107971 116743 136367 147048 170649 183697 206105 212488 224436 246395 261462 282482 300556 310015 321471 334704 351978 372084 392719 111168 126127 142670 149977- 173206 196206 209098 216697 230365 2513611 26347» 286894 392023 311694 327087 339835 366306 383808 395885 104622 111338 128422 143413 168892 178176 198300 209279 218978 237941 254954 276658 287145 306770 313179 327625 346161 357528 383960 106888 118999 142552 147939 171782 188201 207226 215973 229763 250966 262484 283792 301363 310272 325310 336406 362129 376227 396272 203138 220894 221416 241060 249761 264938 269330 276704 283249 66 Gewinne zu 500 M. 1208 20663 39173 47406 60679 51300 94938 145104 161632 175882 180185 180191 183108 202764 213609 230478 232491 263462 268147 291844 304675 314219 345378 369999 379816 390000 396069 399483 292 Gewinne zu 300 M. 1210 4773 6263 7831 8317 10714 12108 13729 16931 16630 16686 25235 29470 30560 31751 33103 36891 40897 41844 42290 43259 51008 56779 67674 59319 60043 60601 73765 73991 76967 82177 10322t Im Gewinnrade verblieben: 2 _____ _ Gewinne zu m ?0^000' 2 zu je 30000, 24 zu je 10000, 88 zu je 6000, 00 3U je 3000, 206 zu je 2000, 628 zu je 1000, -n »p 5nn ?giq ty)Q yA, Bekanntmachung. Die bereits fälligen Strom- und Gasgelder tm Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat 3ull 1935 können noch bis zum 15. September 1935 ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. 5004D Postscheckkonto jetzt: Kasse der städtisch*« Betriebs Nr. 27707 Frankfurt a. M. Gießen, den 3. September 1935. Direktion der städtischen Betriebe. f Einspaltige | Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die MII Ilmeterzelleveröffentlk?ht4 I I L 2 2 bi s-h wi stc ur N tei [oi 0el mi m Hl lei teh ihr l her her da! Ar Bl leji Sc bei brc Au dc ge mi the hei, stet koir r wir r wat tiich her nes, der nah Lu mit § in । rinx r> firai lich auf. T Offii flenn «ehe! 2)i fletüf Al Oeutl Still Dk Di Serie „3 eine nich 'Ni 8. , jifre vor । N : h"1 oen Öls' Ilr.206 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Mittwoch, 4. September 1955 Aus der Provinzialhauptstadt. Die Hausapotheke. ftousfjatt, ob klein oder groß, ob auf feMen ufr?. Stadt, sollte ein- Apotheke L?„r Schränkchen mit einigen Abteilungen «ch dazu verwenden. Sauber §äif j mit 8,rn15 oder Oelfarbe gestrichen, er- farirfit nph.Jk6“6!' ^^undliches Aussehen und ent- SeiSi* faiih.r' 6en Forderungen der Hygiene her K» gereinigt, ist es nun zur Ausnahme Weid una bereu Verbandzeuges für erste ta »ZJn»S ' Vtan raume es nach beftimm- menn man Pb1±n Sm' •3tid,t5 ist ärgerlicher, als m l °der jenes Mittel braucht und Auerft bur*Ä?eS Schränkchens in höchster Eile fneinem ® um bas Gesuchte endlich wenigftens uermutd & bem ™" « ™ inmnMCmÄen seigert natürlich die Aufregung, sowohl auf selten des Helfers, wie der des Patienten und kann besonders in Fällen schwerer Der- letzungen bedenkliche Folgen nach sich ziehen weil das notige Verbandzeug nicht gleich zur Stelle ist. Werberin für den Gedanken des Luftschutzes muh jede Frau und jedes Mädchen werden! Daher räume man diesem ein eigenes Fach ein E sehe darauf daß Mullbinden, Leinen- und Wollflicken in verschiedenen Größen vorhanden sind. Watte, gewöhnliche und blutstillende Gaze, sowie ?lJL rerld)leblIlen Fflaster gehören ebenfalls hier- her Gebrauchtes Verbandzeug darf immer nur w'H gewaschen wieder in das Schränkchen kommen! ' ’ .^ac^ biene zur Aufnahme der verschiedenen Desinfektions-, d. h. Entseuchungsmittel, wie Jodtinktur, essigsaure Tonerde, Lysol, Wasserstoffsuperoxyd; alle Fläschchen müssen gut verkorkt <5 deutlichen Aufschriften versehen sein. Auch Flaschen Mit Leinöl und Kalkwasser, den bewährten Heil- und Linderungsmitteln bei Brandwunden, sowie anderen äußerlich anzuwendenden Arzneien gebe man hier ihren Platz. Ein anderes Abteil wird die altbewährten Hausmittel aufnehmen, die eingenommen werden, also meist den Vermerk: „Innerlich;" tragen Es sind: Hoffmannstropfen, Rizinusöl, Baldrian- und Choleratropfen; auch die so oft beanspruchten Schächtelchen mit Aspirin und Pyramidon bekommen hier ihren Platz. Ein ganz eigenes Fach gebe man den verschiedenen Kräutertees; sie nehmen sonst den Geruch der scharfriechenden Medikamente an; sie verlieren dadurch zwar nicht die Wirkung, wohl aber das Aroma. Man kann zu ihrer Aufbewahrung auch Blech- oder Porzellandosen verwenden; mit gut leserlichen Aufschriften versehen, geben sie dem Schränkchen ein geordnetes Aussehen und bewahren den Kräutern ihren eigenen Geschmack. Zu warnen ist davor, alle nur teilweise aufgebrauchten Medikamente und Pulver zur längeren Aufbewahrung wieder in die Hausapotheke zu stellen, sie wird sonst im Laufe der Zeit überfüllt und dadurch unübersichtlich Da sich viele Arzneien nach gewisser Zeit zersetzen, können sie schädlich, ja sogar giftig bei neuerlichem Gebrauch wirken Man wird also besser daran tun, von einem erprobten Heilmittel das Rezept frisch machen zu lassen. Dann fehle auch nie ein Fach für das Fieberthermometer. für die Pinzette, Schere und Sicherheitsnadeln. Man sehe strenge darauf, daß das Schränkchen stets verschlossen ist, um, falls Kinder in die Nähe kommen, ein Unglück zu verhindern. Bei sachgemäßer Behandlung der Hausapotheke wird sie allen ein Trost und eine wertvolle Hilfe Die Verkehrswerbung in Gießen. Oer Verkehrs- und Derfchönerungsverein berichtet über seine Arbeit im Geschäftsjahr 1934/35. Der Verkehrs- und Verschönerunas- oerein Gießen legt soeben seinen Bericht über das Geschäftsjahr 1934/35 vor, das die Zeit vom 1. Januar 1934 bis 31. März 1935 umlaßt. Dem Bericht entnehmen wir folgendes: Mitgliederbestand. Ende des Geschäftsjahres 1933 gehörten dem Verein 319 Mitglieder an. Durch Wegzug, Aufgabe des Geschäftes, Tod und Austrittserklärunaen war der Mitgliederbestand am Ende des Geschäftsjahres 1934/35 auf 254 Personen gesunken Fremdenverkehr. Der Fremdenverkehr weist im Jahre 1934 = 25452 Fremde mit 47 387 Uebernachtungen auf. Aus die- fen Zahlen ergibt sich, daß die Zahl der Fremden und Die Zahl der Uebernachtungen gegenüber dem Jahre 1933 zugenommen hat. Die Zahlen des Jahres 1933 waren 21761 Fremde mit 37 879 Uebernachtungen. Verkehrswerbung. Gemäß den für die Tätigkeit der Organe des Fremdenverkehrs neu gegebenen Weisungen galt die Tätigkeit des Vereins im Geschäftsjahr 1934/35 in erster Linie der Werbung des Fremdenverkehrs. Für diese Werbung stehen zur Verfügung: 1 kleiner und 1 großer Führer von Gießen, 1 Führer durch die Grünanlagen der Stadt, 1 Bildheft von Oberhessen, 1 Bildyeft vom Lahntal, 1 Oberhessenführer, Hefte für Kultur und Wirtschaft im Rhein-Main- Gebiet, 1 Führer für Wanderungen, Reliefkarten von Oberhessen, vom Lahntal und vom Rhein- Main-Gebiet. Außerdem wird für den Besuch durch ansprechende Plakate geworben. Als weitere Werbeschrift wird in Kürze ein Faltblatt vom Lahntal erscheinen. Ein Teil der genannten Werbeschriften wird von dem Landesverkehrsoerband, dem unser Verein als Mitglied angehört, herausgegeben und im In- und Ausland zum Versand gebracht. Die Werbungen des Vereins wurden noch unterstützt durch Aufgabe von Anzeigen usw. Für den Besuch unserer Stadt durch die Bewohner der näheren Umgebung wurde durch die im Frühjahr 1934 und 1935 im Anschluß an die Pferdemärkte stattgefundenen reitsportlichen Veranstaltungen, an denen Angehörige und Formationen des Reichsheeres in hervorragendem Maße beteiligt waren, in anerkannt guter Weise geworben. Die Veranstaltungen haben beide eine große Anziehungskraft auf die Bewohner der näheren Umgebung ausgeübt. Verkehrswerbende Veranstaltungen Gießener Vereine ufw. wurden von dem Verein durch unentgeltliche Abgabe von Werbematerial, Druckstöcken und Photos unterstützt. Finanzielle Unterstützungen erfuhren einige Veranstaltungen, darunter auch das von der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" veranstaltete Winzerfest. In Gemeinschaft mit dem Hausbesitzerverein wurden 2 Vorträge des Majors S ö d i n g und in Gemeinschaft mit dem Stadttheater die Oberhessische Kulturwoche zur Durchführung gebracht. Die Unterstützung des Vereins fanden ferner Veranstaltungen der Landes - Universität wie Wissenschaftliche Kongresse usw Das im Interesse der Fremdenverkehrswerbung vor Jahren eingerichtete Auskunftsbüro unseres Vereins erfreut sich nach wie vor einer guten Inanspruchnahme aller Kreise. Die im Jahre 1933 getroffene Regelung, wonach das Büro in Personalunion mit der NS.-Hago betrieben wurde, hat am 1. Juni 1934 eine Aenderung erfahren. Am 1. Juni 1934 übernahm der Inhaber des Hapag-Reisebüros, Herr Dr. K r e g e r die Leitung des Auskunftsbüros auf Grund einer mit ihm getroffenen vertraglichen Abmachung. Die im Jahre 1933 erfolgte Neuorganisation der der Fremdenverkehrswerbung dienenden Organe im Rhein-Main - Gebiet hat inzwischen eine Aenderung dahingehend erfahren, daß die eingesetzten elf Gebietsausschüsse aufgelöst wurden. Das Rhein-Main- Gebiet wurde in sechs Gebiete aufgeteilt und für jedes Gebiet ein Gebietsreferent eingesetzt. Zum Gebietsreferenten für Oberheffen wurde Bürgermeister Dr. Hamm von dem Landesverkehrsverband Rhein-Main eingesetzt. Verschiedenes. Der im Geschäftsjahr durchgeführte Blumen» schmuckwettbewerb brachte eine Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung. 76 Teilnehmer konnten mit Preisen bedacht werden. Dank gebührt an dieser Stelle den Herren Rehnelt, Schwarz und Ernst, die sich als Preisrichter für den Wettbewerb zur Verfügung gestellt hatten. Die dem Verein gehörige, am Bahnhofsplatz angebrachte große Stadtplantafel wurde im Geschäftsjahr auf den neuesten Stand ergänzt. Eine Anzahl der aufgestellten Ruhebänke wurde einer durchgreifenden Instandsetzung unterzogen. Das Gaststättenverzeichnis wurde im Frühjahr 1934 und 1935 ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht, in Neudruck gegeben und mit dem Werbe- material versandt. Rechnungsbericht für das Geschäftsjahr 1934/35. Die Einnahmen betrugen 7396,16 Mark, die Ausgaben 6169,84 Mark, Ueberfchuß mithin 1226,32 Mark. Vorhanden war bei Abschluß des vorhergehenden Geschäftsjahres ein laufendes Vermögen von 4257,83 Mark, fo daß sich am Schlüsse des Berichtsjahres ein laufendes Vermögen von 5484,15 Mark ergibt. Die Rechnung mit den dazu gehörigen Belegen ist von den Herren Röder und Schulze geprüft worden. Der Prüfungsvermerk lautete: „Die Bücher mit den Belegen geprüft und in Ordnung befunden. Anstände haben sich nicht ergeben." Dank für die Mitarbeit. Der Verein dankt allxn Behörden, den Vertretern der Presse und den Privatversonen, die die Arbeit des Vereins im Laufe des Berichtsjahres unterstützt haben. Besonderen Dank spricht er der Stadt Gießen für das Interesse, das er stets bei der Verwaltung gefunden hat, aus. Der Verein dankt den Mitgliedern des Gesamtvorstandes und den Rechnungsprüfern für die wertvolle Mitarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die ordentliche Mitgliederversammlung findet im Laufe des Monats September statt. Anträge von Mitgliedern, die in der Mitgliederversammlung beraten werden sollen, müssen gemäß § 16 der Satzung rechtzeitig eingereicht roeroen. bei Krankheit und Unfällen sein. Wenn, wie es auf dem Lande meist der Fall ist, Apotheke und Arzt weit entfernt sind, zählt sie zu den unentbehrlichsten Dingen eines geordneten Hauswesens. Sicherung dss Schriftgutes der Handwerker-Znnungen. Das Handwerk besitzt in großer Zahl Urkunden, Bücher und Akten aus alter Zeit, die nicht bloß für das Handwerk als stolze Traditionsgüter wichtig find, sondern auch der Heimat-, Geschichts- und Sippenforschung wertvolle Aufschlüsse geben. Dieses Schriftgut der Handwerker-Innungen ist jetzt unter öffentlichen Schutz gestellt worden. Der Reichswirtschaftsminister hat den Handwerks- und Gewerbekammern genaue Vorschriften darüber zugeleitet, wie diese Jnnungsarchivalien gesammelt, gesichtet, verzeichnet und aufbewahrt werden sollen. Soweit die Innungen das Schriftgut nicht selbst aufbewahren, wird es in Staats-, Kreis- oder Stadtarchiven untergebracht. Und morgen gehts in Urlaub. Das Septemberheft der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" vermittelt durch Te^te und Bilder die Vorfreude auf die letzten Urlaubstage. Wir fahren nach dem Schwarzwald, zur Kieler Bucht, nach Büsum, nach Norwegen, in den Harz, ins Weserbergland, in den Bayrischen Wald, ins - 4 <2? ft Allgäu, zuletzt zum Münchner Oktoberfest vom 27. September bis 1. Oktober 1935. Das Heft enthält eine Fülle von Mitteilungen über Wanderzüge und Fußwanderungen, über allerlei Vorstellungen, wie Theater, Kino, Konzerte, Variete ufw. Das reich illustrierte Heftchen sagt auf den 40 Seiten alles, was man wissen muh, um im Monat September nicht nur den Urlaub, sondern auch die Feierabendstunden höchst angenehm und billig zu gestalten. Jeder Betriebswart und jede Dienststelle der DAF. ist gern bereit, allen Volksgenossen das Monatsheft zu verkaufen. Bund deutscher Mädel i. d. HL. Untergau 116 Gießen. Wir danken allen denen, die uns bei unserem Sportfest bereitwilligst geholfen haben, und besonders denen, die unseren auswärtigen Mädeln ein Quartier zur Verfügung gestellt hoben. Heil Hitler! Die Mädel- und Jungmädeluntergauführerinnen 116. NGLB., Kreis Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung". Betr. Fuhschlagball- und Grenzballspiel 193 5. Die Vorrunde der Spiele muß bis zum 12. September beendet sein. Ort und Zeit der Spiele gehen den einzelnen Schulen durch die einzelnen Kreisgebietsleiter in Kürze zu: Dies find: Bezirk Gießen: Studienassessor Fontius, Oberrealschule Gießen; Bezirk Londorf: Lehrer Heil, NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack Kikiriki. Eine Geschichte von Friedrich Ziffer. Die Erziehung in einer deutschen Kadettenanstalt war kein Pappenstiel. Die jungen Leute sollten zu tüchtigen Offizieren herangebildet werden, und daher wurden selbst kleinere Verstöße gegen die Manneszucht scharf geahndet. Bei dem strengen Geist, der dort herrschte, muhten komische Begebenheiten naturgemäß desto stärker wirken. Man beeilte sich zu lachen — zwar nur vorschriftsmäßig kurz und militärisch, dafür aber um so herzlicher. So geschah es auch einige Jahre vor dem Kriege in einer rheinischen Anstalt unweit Kölns. Und das ging folgendermaßen zu: Die Kadetten lernten eifrig und verrichteten stramm ihren Dienst, und abends suchten sie ehrlich ermüdet zur festgesetzten Stunde die „Falle" auf. Eines Morgens trat wie immer der diensttuende Offizier in den Schlafsaal, um zu wecken. „Aufstehen!", rief er mit kräftiger Stimme — aewöhnt, sich alles wie am Schnürchen abspielen zu sehen. Diesmal ereignete sich jedoch etwas noch nie Dagewesenes. Als Erwiderung stach ein zwar gedämpftes, doch deutlich hörbares „Kikiriki" in die morgendliche Stille. Der Offizier stutzte „Wer war das?" Die jungen Leute hatten sich in ihren Betten aufgerichtet und sahen sich stumm an. „Nun roirb’s bald! Ich erwarte augenblicklich eine Antwort", brauste der Vorgesetzte. „Kikiriki — Kikiriki!" ertönte es aufrührerisch. „Das ist ja unerhört! Wenn sich der Betreffende nicht sofort meldet ..." „Kikiriki" unterbrach die aufsässige Stimme. Der Offizier rang nach Luft. Unter den Kerlen mußte ein Bauchredner fein. Eine solche freche Disziplinlosigkeit war feit Menschengedenken in der Anstalt nicht vorgekommen „Sofort anziehen! Das weitere wird sich finden", war alles, was der Gestrenge herauszubringen vermochte. Dann eilte er zornschnaubend hinweg. „Kikiriki" jubelte es noch zuchtlos hinter ihm her. Bald darauf mußte die Belegschaft des Saales zum Verhör antreten Sämtliche Lehrer und Offiziere hatten sich versammelt, und alle waren bleich vor Erregung. Wiederum blieb die Frage nach dem Missetäter ohne Antwort. ~rr. . „Das ist ja schmachvoll! Ihr wollt Offiziere werden, und trotzdem ist einer unter euch zu feige, sich als der Schuldige zu bekennen. Da sich niemanD melden will, werdet ihr alle gemeinsam büßen. Und die Strafe kann angesichts dieser Verstocktheit nicht gering fein." Wie Hammerschläge fielen die Worte des Direktors auf die jungen Leute nieder Das Kollegium zog sich zur Beratung zurück, und betretenen Gesichts harrten die Unglücklichen des Urteilsfpnuhes. Mit todernsten Mienen erschienen nach einer Weile die hohen Herren wieder auf der Bildfläche. Bei ihrem Anblick überlief es die Angeklagten kalt. Unheilkündend räusperte sich das Oberhaupt der Anstalt. Zum Reden kam es aber nicht; denn jemand klopfte nachdrücklich an die Tür. Man öffnete, und zum Erstaunen aller schob sich mit freundlichem Lächeln und sanfter Gewalt die Frau Direktor ins Zimmer. Ihr folgte ein Mädchen, das auf den Händen unter einem weißen Tuch ein geheimnisvolles Etwas trug. „Mir scheint, ich komme gerade zuu rechten Zeit", erklärte die Dame mit Schalksgesicht, „der Sünder will sich nicht melden? ... Das ist begreiflich. Da ist er." Damit zog sie die Hülle weg, und auf einer Schüssel bot sich wohlgerupft em feistes Hähnchen gar anmutig den Blicken der Umstehenden dar. „Der Hahn", fuhr die Retterin in der Not fort, „wurde gestern abend ziemlich spät bei uns abgeliefert und in der Eile vom Hausdiener in den Abstellraum gebracht, der zwischen unserer Wohnung und dem Schlafsaal der Kadetten liegt. Am Morgen ließ das Tier pflichtschuldig seine Stimme vernehmen, ohne zu ahnen, welche Verwirrung es damit jenseits der Tür anrichtete." Es währte einige Sekunden, bis sich Richter und Beklagte in die so unerwartete Lage gefunden hatten. Dann aber brandete erlösende Heiterkeit empor. Und sie lachten alle — zwar nur vorschriftsmäßig kurz und militärisch, dafür aber um so inbrünstiger. Wozu Famittenforschuna? Lange Zeit hat man in alten Aufzeichnungen zur Familiengeschichte, in vergilbten Chroniken und schwer entzifferbaren Urkunden nur verstaubtes Material gesehen, das meistens achtlos in irgendeiner vererbten Truhe ober einem dunklen Winkel der Rumpelkammer liegenblieb, wenn es nicht gar einer Generalsäuberung zum Opfer fiel. Erst neuerdings ist das Verständnis für diesen Zeugen der Vergangenheit wieder reger geworden, zum Teil aus ganz praktischen Erwägungen, zum Teil aber auch aus dem wachgewordenen Gefühl für die großen geistigen Werte, die in dem Rückblick auf die Kette der Vorfahren lebendig werden. Immer mehr werden wir uns bewußt, daß der einzelne nicht in selbstherrlicher Isoliertheit im gesellschaftlichen Raum steht, sondern daß er naturnotwendig und schicksalsmäßig mit der Reihe feiner Ahnen ebenso verbunden ist, wie er in feiner Gegenwart verpflichtet und verpflichtend im Kreise der Familie, der Freunde und des Volkes lebt. Jeder von uns trägt die Ueberliefe» rung von Jahrhunderten in sich und gibt sie an die Zukunft weiter. Wie wir unser Schicksal von Wohl und Wehe unserer Umgebung abhängig sehen, so besinnen wir uns auch auf die große Aufgabe, die wir der Nation und kommenden Geschlechtern gegenüber zu erfüllen haben. Das ist der tiefere Sinn der Fa- milienforfchung. Zuerst möchten wir den Weg in die Vergangenheit unseres Geschlechts zurückgehen und das Bild unserer Vorfahren heraufbeschwören, vielleicht in der Hoffnung, daraus Aufschlüsse über Gegenwärtiges zu erhalten. Dieser Wunsch liegt uns am nächsten. Aber wer mit Bedacht zu lesen versteht und hinter dem Einzelgeschehen die überperfönlichen historischen Zusammenhänge aufleuchten läßt, wird die Familienkunde überhaupt mit viel Gewinn betreiben können. Manche bescheiden als Hauschronik angelegte Familiengeschichte erweitert sich dann unserem Blick zu der Geschichte einer Stadt, eines Landes, ja des Reiches. Nehmen wir ein so aufschlußreiches Werk in die Hand wie das Deutsche Geschlechter- buch, so zieht mit dem Werdegang der Geschlechter der Geist der Jahrhunderte, der Auf- und Abstieg von Ständen und Berufsschichten an unserem Auge vorüber. Der Urstand jedes Volkes ist der Bauernstand, und er ist die Grundlage der Volkskraft. An der Chronik der Bauernfamilien können wir eine wichtige Beobachtung machen. Wenn sich ein Bauerngeschlecht vermehrt, muß der väterliche Erbhof entweder durch Austeilung an die Kinder zerstückelt werden ober die nachgeborenen Kinder müssen die Heimat verlassen, es sei denn, sie heiraten in ein anderes BauerngesMecht des Dorfes ober feiner nächsten Umgebung. Von hier aus beginnt bann eine häufig bis ins einzelne nicht mehr aufzufpürenbe Verzweigung in anbere Gegenben unb ßänber, ebenso in anbere Berufe. In manchen Fällen können wir auch verfolgen, baß ein Bauerngeschlecht, bas einst burch wirtschaftliche Not von ber Scholle ver- trieben würbe, später roieber in bie alte Heimat zurückkehrte. Die Geschlechterbücher erzählen uns, wie stark sich oft Berufe vererben, so baß sie einem ganzen Geschlecht ihr Gepräge geben ober sie berichten vom Absterben alter Führergeschlechter im Mannesstamm, die jahrhundertelang in leitenden Stellungen waren. Dafür ist die Geschichte des Geschlechts Wetzell beispielhaft, die in dem oben erwähnten Geschlechterbuch ausführlich aufgezeichnet ist und die bemerkenswert viele Fälle von Akademikern und Pastoren aufweist. Nach der Matrikel der Universität Marburg haben in der Zeit von 1580 bis 1644 allein über zwanzig Glieder der Wetzells auf dieser Hochschule studiert, und auch in den folgenden Jahrhunderten stoßen wir immer wieder auf Professoren und Pastoren. Versteht man es, die zuerst trocken anmutenbe Aufstellung solcher Geschlechtertafeln mit ihren kurz- gehaltenen Angaben über Geburt unb Tob, Stand unb Beruf mit Phantasie und einem geschulten Blick für die großen geschichtlichen Zusammenhänge zu beleben, so tut sich ein gewaltiges Panorama menschlicher Schicksale auf, die aus dem Erbgang der Vergangenheit hervorwachsen und die selber wieder — sofern sie nicht Endpunkt einer Geschlechterreihe sind — Erbgut an die Zukunft vermitteln. „Aussterben" und „Niedergang" werden uns dann mit einem Mal ju inhaltsschweren Begriffen, die zu Besinnung und Aufschwung mahnen. Sochschulnachrichien. Aus den feit dem 1. April 1935 verwaisten Lehr- stuhl für Kinderheilkunde an der Universität Frankfurt ist der ordentliche Professor an ber Universität Greif swalb unb Direktor ber borkigen Kinberklinik Dr. b e Rubber berufen worden. Zugleich ist er zum Direktor der Kinderklinik und Poliklinik ber Universität. Frankfurt ernannt worben; er wirb feine neue Tätigkeit am 1. Oktober 1935 aufnehmen. Professor Dr. Herbert Siegmunb in Stuttgart hat einen Ruf auf ben orbentlichen Lehrstuhl für Pathologie an ber Universität Kiel erhalten und zum 1. Oktober d. I. angenommen. Professor Dr. Max K. A. Henkel, Ordina- rius für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Jena, tritt am 1. Oktober d. I. wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand. An der Unversität Göttingen wurden mit Ablauf des Sommersemesters die folgenden Professoren von den amtlichen Verpflichtungen entbunden: Dr Max Borp (Theoretische Physik), Dr. Robert v. Hippel (Straf- und Prozeßrecht), Dr. Jahann Meyer (Praktische Theologie), Dr. Er- Hard Ri ecke (Haut- und Geschlechtskrankheiten) und Geh. Justizrat Dr Paul Schoen (Oeffent- liches Recht). J k ” geklagte 5. Großhandel, 13. son- Oberheffen ganze Geld abg hielt sich dafür Am Tage do 2. 3. 4. 6. 7. 8. 9. LPD. Frankfurt a. M., 3. Sept. Dieser Tage erschien, wie der Polizeibericht meldet, bei einem jü- dischen Ehepaar ein gewisser Hermann 5). und bat umEssen. Er erhielt auch Mittagessen, Kaffee und Brot, zog dann aber beim Weggehen die Schlüssel von der Zimmertüre ab und erklärte unter dem Rufe „Heil Hitler", daß er ein „Kriminal- s p i tz e l" sei. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, daß er von der Schußwaffe Gebrauch mache, falls er an seinen weiteren Handlungen gehindert werde, denn er tue nur seine Pflicht. Nun durchsuchte er alle Behältnisse und fand unter der Wäsche die Geldbörse der Hausfrau mit einem Betrage von 7 Mark, die er an sich nahm. Aus der Handtasche der Frau nahm er dann noch den Betrag von 1,80 Mark. Von einer Festnahme des Ehepaars nahm er schließlich großmütig Abstand, verlangte aberweitere fünf Mark. Dies war dem Ehepaar jedoch unmöglich, da man ihm das ganze Geld abgenommen hatte. Der „Kriminalspitzel" hielt sich dafür an einem goldenen Ring schadlos. Am Tage daraus erschien er wieder bei dem Ehepaar und verlangte zehn Mark, denn er habe einen Rüffel bekommen, weil er sie beide nicht mitgenommen habe. Nun sei er nach Stettin strafversetzt worden. Da er jedoch nur 21 Mark zur Fahrt habe, aber 31 Mark benötige, müßten sie ihm unbedingt den Restbetrag geben. Den Ermittlungen der Kriminalpolizei gelang es, diesen gefährlichen Erpresser und Provokateur festzunehmen und der Staatsanwaltschaft vorzuführen, die ihn gleich in Hast behielt. H. gehört weder der NSDAP., noch irgendeiner Formation der Par- Auch die deutsche Frau ist lustschuhdienstpflichtig 11. Kautschuk, und Asbest-Industrie, 12. Baugewerbe und Baunebengewerbe, waren, Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei), Elektrotechnische Industrie, Optische und feinmechanische Industrie, Chemische Industrie, Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mitgeteilt: Das Arbeitsamt hat wiederholt um die betriebsweise Einreichung der Anträge auf Ausstellung eines Arbeitsbuches für folgende Betriebsgruppen nach- Arbeitsbücher anfordern! Mehr Sorgfalt bei der Einreichung! adio • Photo 4630 D Seltersweg 61 Telephon 31/0 _. Papierindustrie, 10. Leder- und Linoleum-Industrie, rin war im Nu von vielen Menschen umstarülen. Ueber die Schuldsrage begann em eifriges Disputieren, das ziemlich heftige Formen annahim ^m übrigen verlief der Verkehrsunfall sehr gllmpstrch, denn es wurde nur das Hinterrad des Fahrrades beschädigt. OberhesMeS Schwurgericht. Vor den Schranken des Gerichts stand gestern der 34jährige. Heinrich Beck aus Gelnhaar wegen ^D°r"AngeIl°gt- betrieb in Gelnhaar ein Geschäft. Die Spar, und Darlehnskafse in Wenings gewahrte ibm im Jahre 1924 einen Kredit von 500 RM. oeaen einen Bürgschein und im ^hre 1925 emen weiteren Kredit in Höhe von 15 000 RM., gesichert burA eine Höchstbetragshypothek. Im Jahre 1930 war der Kredit um 2000 RM überschritten In dieser Zeit befand sich der Angeschuldigte in äußerst chlechter Vermögenslage. Auf Antrag mehrerer Firmen wurde er zum Offenbarunaseid geladen. Im Termin vom 22. August 1930 leistete er vor dem Amtsgericht Ortenberg den Offenbarunaseid. In dem beschworenen Vermägensverzeichnis hat der An- weder mehr Bargeld als 6,30 Mark, noch recht gut werden. * Lich, 3. Sept. Der großzügige Autostraßenbau, der auf Anregung des Führers durch ganz Deutschland vorgenommen wird, gibt den einzelnen Kreisverwaltungen Veranlassung, auch ihrerseits Verbesserungen schon vorhandener Straßen: Verbreiterungen, Kurvenerhöhungen, Neudeckungen der Fahrbahn u. a. ausführen zu lassen, um so dem Nah- und Fernverkehr ,chie Wege zu ebnen". An der Rampe des hiesigen Staatsbahnhofes ist eine Mischmaschine aufgestellt. Hunderte von Fässern mit Bindemittel lagern dort, jedes über 4 Zentner schwer, von denen täglich etwa 40 zur Verarbeitung entleert werden. Damit können bei günstigem Wetter jeden Tag ungefähr 200 Meter Straße fertiggestellt werden. War das Bindemittel anfangs flüssig, das aus den Fässern in die Bottiche gegossen wurde, so befindet es sich jetzt in festem Zustande und die Tonnen werden mit Aexten aufgehauen. Die Straßenbaugesellschaft Königswinter a. Rh. ist seit Mitte Juli hier tätig. Bisher wurde die Verbindung Hungen — Langsdorf und die Ortsdurchfahrt des genannten Dorfes einer gründlichen Ausbesserung unterzogen und gegenwärtig wird an der Kreisstraße L i ch — Langsdorf gearbeitet, die deshalb für den Durchgangsverkehr gesperrt ist, so daß eine Umleitung über Niederbessingen—Zigeunerstraße nach dem Nachbardorfe und weiterhin stattfinden muß. Steinsplitt aus Basalt, liefert für unsere Gegend der Steinbruch Nickel in Oberwiddersheim bei Nidda, in dem durch diese und andere Bauausführungen Dutzende von Volksgenossen Beschäftigung und Brot finden. Den Flußsand, der der Mischung beigegeben wird, för- dern fleißige Mainschiffer und Arbeiter der Gemeinde Wieseck schaffen den ebenfalls notwendigen weißen Grubensand herbei. An der Straße Lich— Steinbach ist dieselbe Firma damit beschäftigt, die Neuherstellung im Kaltverfahren auszuführen. Das vollständig fertige Material dazu wird von Frickhofen im Tale des Elbbaches, einem vom Westerwald kommenden rechten Zufkuß der Lahn, hierhergesandt und dann mit Wagen an die Arbeitsstelle gebracht. csd Bettenhausen, 3. Sept. Im Zuge des Straßenbauprogramms erfuhr auch unsere Orts- durch fahrt eine wesentliche Verbesserung. Die Dorfstraße weist im Unterdorf eine fast rechtwinklige, unübersichtliche Biegung auf. An dieser Stelle wurde die Straße etwas gehoben und wesentlich verbreitert, so daß ein Derkehrshemmnis beseitigt I wurde. — Unsere Schule ist z. Zt. für zwei Monate verwaist, da Lehrer A r ch zu einer militari- 1 schen Uebung einberufen wurde. Schulamtskandidat 1 Fay aus Langsdorf versieht den Dienst. — Unsere : Kirche erhält gegenwärtig im Innern ein neues । Gewand, Sie hatte m 40 Jahren leine Erneuerung tei an. Oie Marmorgewinnung im Lahntal. Seil Jahrhunderten ein bodenständiges Gewerbe. LPD. Wetzlar, 3. Sept. Im schönen Lahntal, zwischen Wetzlar und Balduinstein, finden sich Gesteinsmussen, die sich in Urzeiten aus den A b - lagerungen kleiner M u s ch e l t i e r ch e n gebildet haben. Dieser Stein, der hier in einer schönen Farbenpracht, von hellgrau über rotbraun und dunkelrot bis schwarz vorkommt, ist unter der Bezeichnung „Nassauer Marmor" seit Jahrhunderten bekannt. Im alten Märchenschloß zu Weilburg finden wir ihn ebenso wie im größten Gebäude der Welt, im „Empire-State-Building Neuyork". Der graue Stein, besonders im Wirbelcmer Bruch vorkommend, wird wegen seines geringen Eisengehaltes gerne au technischen Zwecken, wie Schalttafeln, Isolierplatten usw., verwendet, aber auch zu Türfüllungen, Fensterbänken, Waschtischen, Badewannen usw. findet er häufig Benutzung. Die Gewinnung selbst erfolgt im Tagebau, doch müssen häufig viele Meter Oberschicht abgehoben werden, bis der Marmor zutage tritt. Ist die Ge- steinsmasse erst einmal freigelegt, dann bieten sich dem Auge Blöcke von mehreren hundert Zentnern Gewicht. Die ältere Art der Loslösung ist nun das Abteilen, aber in modern eingerichteten Brüchen wird der Stein gleich in der benötigten Größe aus dem Felsblock geschnitten, d. h. ein Drahtseil, das über Rollen läuft, wird an der zu teilenden Stelle an den Stein gepreßt. Durch ständiges Zurieseln von einem Gemisch aus Flußsand und Wasser vollzieht sich an den Reibungspunkten nun ein Mahlprozeß, durch den der Block nach und nach zersägt wird. Je nach der Größe rechnet man hier 1 bis 2 Zentimeter pro Stunde. Nach der Freilegung wandert der Marmorblock in die Derarbeitungswerkstätten, wo er je nach dem Verwendungszweck mittels Gatter — ähnlich wie in einer Holzschneiderei — in Platten geteilt oder vom Steinmetz in die gewünschte Form gebracht wird. Der Beruf des Marmorarbeiters ist seit Jahrhunderten im Lahntal bodenständig, und es dürfte kaum ein Marmorwerk der Erde geben, in dem nicht ein Sohn des Nassauer Landes auf Grund seiner guten Kenntnisse tätig ist. Die Marmorindustrie hat erfreulicherweise in letzter Zeit wieder einen Aufschwung zu verzeichnen, der zahlreichen Marmorarbeitern Lohn und Brot geben wird und somit zum Gelingen der großen Werkes des Führers beiträgt. mehrstündigen Rundgang die große Ausstellung „Die Rhein-Mainische Wirtschaft" auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M. unter Führung der Herren Dr. N i e c z und Dr. S ch n o r r. Die Herren äußerten sich wiederholt sehr anerkennend über den Aufbau der Ausstellung und das Gebotene. Einem Provokateur das Handwerk gelegt. triebsführer, auch an die Handwerksmeister und Einzelhändler, die ihrer Verpflichtung bisher nicht nachgekommen sind, die Aufforderung, sofort Antragsformulare für ihren Betrieb beim Arbeitsamt Gießen, Bahnhofstraße 90/92, Abteilung Arbeitsbuch, anzufordern. Weiter stellt das Arbeitsamt fest, daß bei den bisher eingereichten Anträgen in vielen Fällen die notwendige Genauigkeit und Vollständigkeit der Anträge gefehlt hat. Es weist nochmals darauf hin, daß die Betriebsführer die Verpflichtung haben, darauf zu achten, daß die Ausfüllung der Anträge ordnungsgemäß geschieht. Bei unleserlicher Handschrift ist der Vor- und Zuname, bei Frauen auch der Ge- burtsname mit Maschinenschrift einzusetzen. Es müssen weiterhin die Angaben über die Person des Antragstellers, über seine berufliche Ausbildung und die bisherige Beschäftigung mit den in der Hand des Betriebsführers befindlichen Unterlagen übereinstim- men. ein Sparkonto, noch Vermögen seiner Frau, an dem er Nutzungen hatte, angegeben. Tatsächlich hatte jedoch die Ehefrau des Angeklagten bereits im Jahre 1930 800 RM. auf die Spar- und Darlehnskafse nach Wenings gebracht. p . Der Angeklagte bestritt in der gestrigen Hauptverhandlung, sich strafbar gemacht zu haben. Das Geld habe seiner Frau gehört. Die Beweisaufnahme ergab jedoch eindeutig die Schuld des Angeklagten. Das Gericht verurteilte ihn demgemäß zu einem JahrunddreiMonatenZuchthaus unter Anrechnung von fünf Monaten erlittener Untersuchungshaft. Dem Angeklagten wurden außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von vier Jahren aberkannt, und er für dauernd unfähig erklärt, als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. Amtsgericht Gießen. Drei junge Leute aus Treis erhielten Strafbefehle von je 2 RM., weil sie von einem Nußbaum Nüsse entwendeten. Gegen die Strafbefehle verfolgten die Angeklagten Einspruch, den sie jedoch vor Eintritt in die gestrige Hauptverhandlung Zurücknahmen. vorgebracht hat, legte der Redner vor allem dar, welche Hunde unter allen Umständen bei der Prüfung zu verwerfen seien. Dahin gehören alle nach- weißlich feigen Hunde, die im Jagdgebrauch nicht geduldet werden können, ferner Hunde, die keinerlei Neigung zu Spur- und Schweißarbeit zeigen und das krankgeschossene Wild nicht vor dem Ludertode bewahren. Hunde, die nicht vorstehen, oder die geschossenes Wild vergraben oder anschneiden, sind ebensowenig als brauchbare Waidgesellen des deutschen Jägers zu bezeichnen. Es wird sich nun darum handeln, diese Auslese zu treffen. Die seitherigen Vorführungen wollten aber auch Arbeit am Jäger . selbst leisten. Denn der Hund muß von seinem Besitzer selbst vorgeführt werden, und viele Jäger höben leider von der richtigen Führung des Hundes recht wenig Ahnung. Nunmehr findet am 27. und 28. September das Hauptereignis im Vereinsjahre des „Hubertus" statt, die diesjährige (12.) Derbands- gebrauchsprüfung, die in Revieren um Gießen abgehalten wird. Jäger, die ihre Kenntnis über den deutschen Gebrauchshund und seine Führung vertiefen wollen, finden dort Gelegenheit dazu. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im August wurden 1623 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 15, Gedichte und Dramen 7, Erzählende Literatur 1101, Jugendschriften 224, Länder- und Völkerkunde 50, Kulturgeschichte 1, Geschichte und Biographien 121, Kunstgeschichte 3, Naturwissenschaft und Technologie 41, Heer- und Seewesen 13, Haus- und Landwirtschaft 9, Gesundheitslehre 7, Religion und Philosophie 9, Staatswissenschaft 18, Sport 2 Bände. ** Rückständige Strom-.und Gasgel - der vom Monat Juli können bis zum 15. September noch ohne weitere Kosten bezahlt werden. Nach diesem Termin folgen Zwangsmaßnahmen. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe. ** Verkehrsunsall. Gestern nachmittag kam es an der Ecke Sonnenstrahe und Schulstraße zu einem Zusammenstoß zwischen einem Kraftwagen und einer Frau, die mit dem Fahrrad unterwegs war. Glücklicherweise erlitt sie keinerlei Verletzung. Der Vorfall Kraftwagen und Radfahrs« Allendorf a. d. Lda.; Bezirk Grünberg: Rektor Weisel, Grünberg-, Bezirk Lich: Lehrer Schon, Lich: Bezirk Hungen: Lehrer Sommerlad, Rodheim bei Hungen. Es wird noch einmal darauf hingewiefen, datz die Teilnahme an den Wettspielrunden für jede Schule verbindlich ist. Gemeindetag der Matthäusgemeinde. In unserem heutigen Anzeigenteil lädt der Vereinsführer der Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde au dem Familientag am kommenden Sonntag, 8. September, nachmittags auf dem Schisfenberg ein. Diese Stätte des Familientages wurde gewählt, weil andere räumlich ausreichende Plätze für die Durchführung dieser Feier nicht zur Verfügung standen. Außerdem soll mit dieser Veranstaltung erprobt werden, ob sich der Schiffenberg als ständige Stätte für den Matthäus-Gemeindetag eignen wird. Ausreichende Fahrgelegenheiten für die Hin- und Rückfahrt sind vorgesehen. Näheres in der heutigen Anzeige. Sippenforschung im Standesamt. Die Benutzung des Standesamtsregisters zu Ahnenaufitellungen für Dritte und zu ähnlichen Nachforschungen soll nur solchen Personen erlaubt werden, die von der Reichsstelle für Sippenforschung als dazu geeignet anerkannt sind. Schriftliche Auskunft aus dem Standesamtsregister kann niemand für private Zwecke verlangen. Erteilt sie der Standesbeamte, so kann er außer den Portokosten auch die für Einsicht angesetzte Gebühr fordern. Steuerermäßigung für alte Personenkraftwagen. In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will in Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 9) lesen wir folgendes: Für alte Personenkraftwagen mit Antrieb durch Verbrennungsmaschinen und nicht mehr als 3500 ccm Hubraum bestand bereits auf Grund der Verordnung vom 27.3.1931 eine Ermäßigungsmoglich- feit, wenn der Steuerpflichtige nachwies, daß das Fahrzeug bereits vor mehr als fünf Jahren vor Beginn der Gültigkeitsdauer der beantragten Steuerkarte erstmalig im Deutschen Reich nach den ver- kehrspolizeilichen Bestimmunaen zugelassen war. Diese Vergünstigung ist durch die Durchführungsbestimmungen vom 5.7.1935 in der Weise erweitert worden, daß sie künftig auch Anwendung findet auf solche Kraftwagen, die einen Hubraum von mehr als 2400 ccm haben; Voraussetzung ist dabei, daß der Personenkraftwagen mit flüssigen Brennstoffen angetrieben wird, daß es sich nicht um Kraftomnibusse und Personenkraftwagen handelt, die nach dem Eigengewicht versteuert werden, und schließlich, daß das Fahrzeug bereits vor mehr als fünf Jahren vor Beginn der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte erstmalig im deutschen Zulassungsoerfahren zugelassen war. Die Ermäßigung tritt nur auf Antrag ein, und zwar ermäßigt sich die Kraftfahrzeugsteuer um ein Drittel; jedoch ist mindestens die Steuer für einen Personenkraftwagen mit einem Hubraum von 2400 ccm zu entrichten. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: DAF., Ortsgruppe Gießen-Nord: Zellenversammlung der Zellen 1 und 2 im „Aquarium", Walltor- strahe. — NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 22 Uhr Schwimmen im Dolksbad; 20 bis 21. Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Petterson & Bendel". — ** Der „Hubertus" Gießen (im R D H.) beendete am vergangenen Samstag seine Sommerarbeit. Nachdem im Juni Kreisdirektor i. R. Dr. Michel die „Stubendressur" des Jagdhundes praktisch vorgeführt hatte, zeigte er im Juli zusammen mit Oberst a. D Kock im Revier Dutenhofen „Schweißarbeit" des Hundes in den verschiedenen Formen der reinen Riemenarbeit, des Totoerweisens und Totoerbellens und anschließend „Wasserarbeit". Nunmehr sprach abschließend der Vereinsführer August Pascoe, zugleich als Fachberater des Gau- jägermeisters für die Provinz Oberhessen, an Hand zahlreicher Lichtbilder über den „Deutschen Gebrauchshund". Dem Vortrag kam deswegen erhöhte Bedeutung zu, weil sämtliche Kreisjägermeister und zahlreiche Hegeringleiter des Jagdgaues Oberhessen anwesend waren. Denn es galt, mit dem Vortrag die verständnisvolle Grundlage für die Hundeprüfungen au schaffen, denen sämtliche auf der Jagd verwendete Hunde im Besitz von Jagdpächtern, Eigenjagdbesitzern, Forstschutzbeamten und Jagdaufsehern im Oktober unterworfen werden müssen. Es handelt sich darum, daß nur jagdlich wirklich brauchbare Hunde geführt werden. Nach einer Darstellung der vielseitigen Leistungen des Gebrauchshundes, den in her bei uns vorhandenen Form kein anderes Land her- Canbfreis Gießen. wg. Großen-Buseck, ß. Sept. Mit dem vergangenen Sonntag schied unsere Krankenschwester Ischen aus dem Krankenpflegedienst unserer Gemeinde aus. Ihre Nachfolgerin ist Krankenschwester Hopfenmüller. — Die Grummeternte in unserer Gemarkung ist bis auf wenige Ausnahmen vollendet. In diesem Jahre gaben freilich nur die feuchten Wiesen einen einigermaßen befriedigenden Ertrag. An den Hängen und auf trockenen Grasflächen lohnte sich kaum das Mähen. Der ergiebige Regen der letzten Tage kam für das Gras zu spät. Bei den übrigen Futterpflanzen wirkte er Wunder. Der Mais hat sich wieder aufgerollt, und der Klee, auch der junge, der mit dem Getreide gesät wurde, zeigt wieder neues Grün. Trotzdem ist Die Futterknappheit noch lange nicht behoben. Recht gut hat sich in diesem Sommer wieder der sog. „Ewige Klee" bewährt. Der Regen hat den Spätkartoffeln In guten Lagen noch viel genützt. Verhältnismäßig gut entwickeln sich die D i ckw ur z. Kohlrabi und auch das Spätgemüse können noch gesucht: 1. Industrie der Steine und Erden, " Eisen- und Stahlgewinnung, Metallhütten- und Metallhalbaeugwerke, Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metall- Das Arbeitsamt weist ferner darauf hin, daß von einem Zeitpunkt, der vom Reichsarbeitsminister bestimmt wird, in den oben angeführten 16 Betriebsgruppen niemand mehr ohne Arbeitsbuch beschäftigt werden darf. Es liegt daher im Interesse des . Betriebsführers und der Gefolgschaft, dafür zu sor- , gen, daß die Anträge sofort und sorgfältig einge- e- reicht werden. abhalten. * Hungen, 3. Sept. Am vergangenen Sonntag weilten viele Kirchenvorsteher und Gemeindeglieder von hier und der Umgebung in unserer Stadt, um am Bischofstag teilzunehmen. Viele der Erschienenen hörten den Landesbischof Lic. Dr. Dietrich zum ersten Male. Seine Predigt über Kap. 2, Vers 1 bis 5, aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther nJar geeignet, die christliche Erkenntnis darüber zu vertiefen, worauf es unserem Heiland ankommt, wenn er uns frohe Botschaft verkündigen ließ. Nach dem Gottesdienst fand noch ein Aufklärungsvortrag statt, den ebenfalls der Landesbischof hielt. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 3. Sept. Schon seit einigen Jahren ist Homberg mit Umgebung in postali- cher Hinsicht dem Po st amt Grünberg-Land zugeteilt. Ein Postauto verkehrt hier täglich zweimal, wobei es bei seiner Her- und Rückfahrt die Dörfer der Umgegend mit versieht. Personen, Pakete, Briefe, Zeitungen usw. werden dabei abgeliefert bzw. mitgenommen. Mit dem 1. September verkehrt nun von Kirchhain aus noch ein zweites P o st a u t o hierher. Nieder-Ofleiden war schon die Jahre her dem Postamt Schweinsberg zugeteilt, also einem preußischen Postamt. Diese Tatsache wird weiter ausgedehnt durch Erfassung der Orte Ober- Ofleiden, Gontershausen und Haarhausen. Auch das Kirchhainer Postauto verkehrt zweimal täglich und trifft zu derselben Zeit wie das Grünberger Auto ein. Diese Maßnahme bedeutet unstreitig eine Verbesserung im Verkehrswesen auf dem Gebiete der Z u st e l l u n g. Während bisher alle Postsachen erst nach Grünberg gebracht wurden, werden jetzt solche, die über Kirchhain einen kürzeren Weg zurückzulegen haben, dorthin geleitet. Viele Pakete, Briefe und Zeitungen erreichen ihren Bestimmungsort infolgedessen früher, was im allgemeinen Interesse, besonders des Kaufmanns, sehr zu begrüßen ist. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 3. Sept. An der Straßenkreuzung Steinweg-Kanalstrahe ereignete sich ein schwerer Zusammen st oß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Personenauto. Der schwer beladene Lastkraftwagen fuhr dem Privatauto in hie Flanke. Der Lenker des Personenwagens wurde gegen die Windschutzscheibe geschleudert und erlitt Kopfverletzungen, die seine Uebersührung in das Krankenhaus notwendig machten. Das Personenauto muhte schwer beschädigt abgeschleppt werden. Preußen. 14 Nationen bei der S3- Ausländerbesuch Im HJ.-Zelklager Obersotzbach. LPD. Frankfurt a. M., 3. Sept. Auf Anregung der Kurdirektion Bad-Nauheim besuchten heute 300 Kurgäste, die 14 verschiedenen Nationen angehörten, das Zeltlager des Bannes 81/186 (Frankfurt a. M.) bei Obersotzbach. Acht große Reiseomnibusse und einige Privatwagen starteten um 15 Uhr in Bad-Nauheim. Um 13 Uhr war bereits ein Lastwagen mit Geschirr, Kaffee, Kuchen und sonstigen guten Sachen vorausgesahren. Die Kurdirektiön hatte sowohl die Kurgäste als auch die Lagermannschaft eingeladen, was auf beiden Seiten ; eine wahrhaft „international«" Freude auslöfte. 3m erlebt und war durch eine verfehlte Heizungsanlage in weitgehendem Maße verräuchert. Es zeigt sich jetzt, daß viel mehr Bauschäden vorhanden sind, als man wußte. Weißbinder, Schreiner und Elektro- monteure sind daoei, das künstlerisch sehr bedeutsame Baudenkmal wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. Die Kirchengemeinde muß während der Bauzeit ihre Gottesdienste im Schulsaal Lager empfingen Gebietsführer Potthoff und SannfüDrer di- Säfte. Sprachgewandte Hitlerjimgen geleiteten sie bann truppweise als Fuh- rer und Dolmetscher durch das Lager, was banfbar anerkannt wurde. Dann stieg die gemeinsame Kaffeetafel. Zwanglos saßen Ausländer und Hitlenun- aen Zusammen und unterhielten sich lebhaft, wech- stlten Fragen und Antworten. Einladungen und Anschriften hagelten nur so. Für Photographen war Hochbetrieb; fast alle Ausländer ließen sich mit „ihren" Hitlerjungen photographieren. Nur zu schnell folgte der Abschied; allem gegen Kurvorschriften kämpfen Götter selbst vergeben^ Die jungen Kameraden gaben den Gasten das Geleit zu ihren Wagen, und es war eine Freude zu sehen, wie sich die Ausländer fast alle mit dem deutschen Gruß verabschiedeten. Sie hatten keine Rede gehört, keine Potemkinschen Dörfer gesehen aber die Wahrheit über Deutschlands 3ugend. Da sich auch hohe Persönlichkeiten unter den Gasten befanden — Minister und Parlamentsmitglieder fremder Nationen — ist der Wert dieser lebendigen Aufklärung doppelt zu schätzen. Im nächsten Jahr wird wahrscheinlich in erhöhtem Maße durch die Kurgäste von dieser Gelegenheit Gebrauch gemacht werden. Staatssekretär Posse in der Wirtschafts-Ausstellung. * Frankfurt a. M., 3. Sept. Staatssekretär Posse besuchte am Dienstag in Begleitung von Ministerialrat Freiherr von Maas in einem 14. Einzelhandel, 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und fttge Hittsgewerbe des Handels, 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Trotz dieser Aufforderung haben noch nicht alle Bettiebsführer Anträge für ihre Gefolgschaft angefordert. Es ergeht deshalb nochmals an alle Bk 5. 6. 7. aus. 8. S. 1. Reichsbank. Preußische Staatsbank (Seehandlung). 2. eine Barvergütung von 1 % % erhalten. 3. 4. im Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen. Im September 1935. Berlin, Altona, Bochum, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Essen, Frankfurt (Main), Halle (Saale), Hamburg, Karlsruhe (Baden), Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Schwerin (Meckl.), Weimar. Die am 1. Oktober d. J. fälligen Zinsscheine der umzutauschenden 5% Postschatzanweisungen verbleiben den Einreichern und werden wie üblich bei Fälligkeit eingelöst. Die zum Umtausch gelangenden 5 % Schatzanweisungen sind mit einem nach Abschnitten und Nummern geordneten Verzeichnis einzureichen. Die Zuteilung auf die Umtauschanmeldungen erfolgt nach Maßgabe der für den Umtausch zur Verfügung stehenden Stücke baldmöglichst nach Ablauf der Umtauschfrist und bleibt dem Ermessen der Umtauschstellen überlassen. Ein Anspruch auf Zuteilung auf eine Umtauschanmeldung kann aus der Einreichung der 5 % Postschatzanweisungen zum Umtausch nicht hergeleitet werden. Ueber die zum Umtausch eingereichten 5 % Postschatzanweisungen werden den Einreichern nichtübertragbare Quittungen erteilt, gegen deren Rückgabe die neuen Schatzanweisungen von den Stellen, welche die Quittungen ausgestellt haben, nach Erscheinen ausgehändigt werden. Soweit den Umtauschanmeldungen etwa nicht voll entsprochen werden kann, erfolgt die Rückgabe der 5 % Postschatzanweisungen an die Anmeldenden zwecks Einlösung bei Fälligkeit. Die Lieferung der neuen Schatzanweisungen erfolgt baldmöglichst, und zwar in der gleichen Stückelung, in welcher die alten Schatzanweisungen eingereicht werden. Abweichende Wünsche werden jedoch nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die Einführung der neuen 4% % Postschatzanweisungen an den deutschen Börsen wird alsbald nach Erscheinen der Stücke veranlaßt werden. Die neuen 4% % Schatzanweisungen sind als verbriefte Schuldverbindlichkeiten des Reichs gemäß § 1807 BGB. mündelsicher. Sie können im Lombardverkehr der Reichsbank belieben werden und sind auch L. Behrens Nach der endgültigen Trennung zog Carolinens ( Vater nach Hannover. Sie kränkelte. Und eines , Tages lagen alle Anzeichen des Ablebens vor. Sie j wurde aufgebahrt, mit Blumen und Kränzen be- ; deckt und alle Vorbereitungen zur Beisetzung getrof- , fen. Nur ein junger Art, Dr. M e i n e k e, war von । dem Tod nicht überzeugt, sondern veranlaßte, die , Beerdigung hinauszuschieben. Nach geraumer Zeit schlug Caroline, aus einem Starrkrampf er- ] wachend, die Augen auf, der Atem kehrte zuruck und , das Herz begann zu schlagen. Caroline hatte alle Entscheidungen der Aerzte vernommen, auch bie , Vorbereitungen zur Beisetzung sowie das energische ; Eintreten des Dr. M e i n e k e zu ihren Gunsten gehört. v v Als nach Monaten der junge Arzt um die Hand Carolinens bat, gab sie das Jawort. Ob aus Dank- barfeit? Die Frage bleibt offen, da eine große Anzahl Bewerber abgewiesen waren. Aber über dieser neuen Ehe lastete ein Schatten, der nicht zu bannen war. Caroline konnte ihren ersten Gatten nicht vergessen. Davon zeugt ein Brief aus dem Jahre 1795, worin sie dem Prinzen mitteilt, daß sie sich mit ihrem Lebensretter für immer verbunden habe: „Jetzt scheide ich von allen Ansprüchen auf Glück — ich lebe nur noch für und in Anderen — ich trete ab und bin von heute ab tot für Dich. Lebewohl! Mann meiner einzigen — meiner ewigen Liebe. William, Heinrich, Bruder, Gatte, Freund — o, es gibt keine Namen, Dich zu nennen, wie mein Herz Dich nennt — William — nichts trennt unsere Seelen — aber zum letzten Mal — Himmel — zum letzten Male — sagt es Dir Deine Caroline." Schmerzlicher Austlang. Der Prinz hatte ihr zuvor, als er von ihrem Bruder Ernst erfahren hatte, daß sie beabsichtige, Dr. M e i n e k e zu heiraten, geschrieben: „Du liebst nicht jenen Mann. Drei Jahre töten Deine Liebe nicyt. — Du bist nur dankend, willst nicht zwei Unglückliche machen und vergißt mein Elend. Kannst Du das? — Weib, dem kein anderes gleicht, Weib, das allein mein Herz füllt und ewig füllen wird, Weib mit der Feuerseele, Du liebst für die Ewigkeit, und nur William, nur Deine erste Liebe kann Dir genügen. — Nein, nein, mein Weib liebt ewig. — Wonnetrunken fühlten wir oft, daß wir nur ein Herz, eine Seele hatten, daß wir nur Eins waren — bis in die größten Kleinigkeiten. — Löse meine Bande — sei mein — oder ich fluche der Tugend selbst. Ich fluche Dir, der Heiligkeit unserer Liebe — ich fluche Deiner Gewalt über mich, ich fluche mir, daß ich meine gesetzmäßigen Rechte an Dich nicht geltend machte, und nahm, was mein war, um es nie wieder verlieren zu können. O Weib, Weib! Ewig bin ich Dein — nie nennt eine Andere Deinen William den ihren!" Ob die Treuschwüre des Prinzen unter Berücksichtigung der Beziehungen zu der Schauspielerin Jordans gar so tragisch zu nehmen waren? Die Biographen Wilhelm IV. berichten, daß das Ver- hältnis zu der Jordans von 1790 bis 1811 gewährt habe und aus dieser Verbindung zehn Kinder hervorgingen, deren Vaterschaft der Prinz anerkannte. Caroline war die Gattin ihres Lebensretters ge- insqesamt 1,25, Licht und Kraft 1,75 v. H. niedriger. Don den später notierten Werten verloren Elsen- handel 2,25, Hoesch 2, Hanfwerke Fussen 1,13, Main« fratt 1 v H Mannesmann gaben nochmals 0,40 nach. 3®. Farben schloffen bei 154 ebenfalls unerholt. Schwächer lagen durchweg Hhpotheken- Am Rentenmartt blieb das Geschäft bei ebenfalls nicht erholten Kursen still. - Tagesgeld etwas leichter und 3,25 v. H. Abendbörse etwa behauptet. Die Abendbörse ließ einen etwas freundlicheren Grundton erkennen, die Berliner Schlußkurse waren zumeist gut gehalten. Das bisherige an.sich geringe Angebot wurde noch kleiner. Eine Kleinigkeit gaben noch JG -Farden um 0,13, Aku 0,13, Mannesmann 0,25 v. H. nach, dagegen Stahlverein, Harpener gut gehalten, AEG. fester. Auch Daimler 0,13 v. H. höher genannt. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 3. Sept. Am Gemüse- markt herrschte zunehmendes Angebot in Blumenkohl, Eskarol und Tomaten, dageaen ließ es in Bohnen, Gurken und Kopfsalat, sowie Zwiebeln nach. Ausreichend am Markt waren Kartoffeln, Rotkraut, Weißkraut, Karotten und Wirsing. Außer Tomaten konnte der Geschäftsgang zufriedenstellen. Für Stangenbohnen und Zwiebeln zogen die Preise etwas an, dagegen waren sie für Kohlgemüse und Kartoffeln leicht nachgebend, sonst unverändert. Ausländische Tomaten hatten zufriedenstellendes Geschäft und genügend Angebot. Es notierten: Blumenkohl 10 bis 45, Buschbohnen 9 bis 12, Stangenbohnen 18 bis 20, Eskarol 4 bis 7, Böhms Kartoffeln 3,50, Pauls-Juli 5,50, Mäuschen (gelb) 11, Kopfsalat 5 bis 10, Radieschen 4 bis 5, Rettich 4 bis 8, Rote Rüben 5 bis 7, Rotkraut 6,5 bis 8. Sellerie 15 bis 30, Blätter- spinat 15 bis 16, Wurzelspinat 16 bis 18, Tomaten 1. Sorte 8 bis 10, 2. Sorte 5 bis 7, Weißkraut 4,5 bis 5,5, Wirsing 7 bis 8, Gärtnerzwiebeln 5,5, Pfälzer 4,5 bis 5, Einmachzwiebeln 12 bis 15, Steinpilze 30 bis 40, Aepfel 1. Sorte 15 bis 18, 2. Sorte 9 bis 12, Falläpfel 3 bis 5, Birnen 1. Sorte 16 bis 25, 2. Sorte 10 bis 14, Kochbirnen 5 bis 8, Brombeeren 30 bis 35. Hindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmartt in Gießen standen 455 Stück Großvieh, 94 Fresser und 105 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 380 bis 490 Mark, 2. Qualität 270 bis 350, 3. Qualität 150 bis 250; Rinder, bis 5Ljährig 90 bis 150, %• bis zweijährig 150 bis 230, tragend 200 bis 410; Kälber bis zu zwei Wochen 34, bis zu vier Wochen 49, bis zu sechs Wochen 64 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf mittelmäßig. — Nächster Markt am 17. September. LPD. Frank furt a. M., 3. Sept. Im Plenarsaal der Industrie- und Handelskammer traten die Prüfungsausschüsse für die Durchführung der Kauf- mannsgehilfenprüfunA zu einer Beratung zusammen, zu der 80 Vertreter von Handelskammern und Berufsschulen, Betriebsführer aus Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Mainz, Worms, Wiesbaden, Bingen, Gießen, Wetzlar, Fulda, Friedberg, Hanau, Schlüchtern, Limburg und Königstein und der Leiter des Amtes für Arbeitsführung und Berufserziehung erschienen waren. Der Leiter Dr. Mettenheimer hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß die Verhandlungen dem Wohle des kaufmännischen Nachwuchses dienen, für dessen Ausbildung eine Reihe vorbildlicher Maßnahmen getroffen wurden. Geschäftsführer D e t t m e r erstattete einen ausführlichen Bericht, der die mühevolle, aber erfprieß- liche Arbeit des Amtes für Arbeitsführung und Berufserziehung erkennen ließ. 3m rhein mainischen Wirtschaftsgebiet ist es dank der Mitarbeit zielbewußter Männer der Wirtschaft und der Deutschen Arbeitsfront zuerst im ganzen Reich gelungen, in der Frage der Ausbildung der Kaufmannsjugend zu praktischen Ergebnissen zu gelangen (Einführung des einheitlichen Lehrvertrags, Lehrlingsrolle, Lehrlingswarte, Lehrtingsüberwachungsstellen). Der Versammlung lagen ferner neue Richtlinien über die Auswahl und Ausbildung der kaufmännischen.Lehrlinge vor. Der Redner konnte in seinem Rückblick im allgemeinen eine Steigerung der Leistungen feststellen, während sich andererseits aber auch große Mängel zeigten. Die Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1092: Abtragung der belgischen Zahlungsrückstände aus dem alten Zahlungsabkommen mit Deutschland. 1093: Erhöhung der rumänischen Devisenzuteilung für das dritte Vierteljahr. 1094: Umsatzsteuerumrechnungssätze für August 1935. 1095: Bekanntmachung KP 19 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. Das finanzielle Ergebnis der Konkurse und Vergleichsverfahren 1934. Fwd. Nach einer Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts in „Wirtschaft und Statistik" betrug die Gesamtsumme der Jnsolvenzoerluste im Jahre 1934 rund 201 Millionen Mark gegenüber 341 Millionen Mark im Jahre 1933 und 815 Millionen Mark im Jahre 1932. Da in dieser Zahl die statistisch nicht erfaßten gerichtlichen Insolvenzen (mangels Masse abgelehnte Konkurse und nicht abgeschlossene Verfahren), sowie die außergerichtlichen Erlaßvereinbarungen, Zwangsversteigerungen und bergt nicht enthalten sind, sind die tatsächlichen Ausfälle größer. Jedoch dürfte auch die Gesamtsumme der Jnsolvenzoerluste im gleichen Umfang gesunken sein wie der feststellbare Betrag. Die ermittelten Jnsolvenzoerluste umfassen das voraussichtliche finanzielle Ergebnis von 2705 eröffneten Konkursverfahren (98,5 v. H. aller Konkurseröffnungen). Bei diesen Verfahren sind insgesamt 187 Millionen Mark Forderungen angemeldet worden, wovon 13 Millionen Mark bevorrechtigt waren. Soweit sich der Gang der Verfahren übersehen läßt, werden von der gesamten Schuldenmasse 8,7 v. H. gedeckt sein, und zwar von den nichtbevorrechtigten Forderungen 5,9 v. H. und von den Vorrechtsforderungen 49,6 v. H. Insgesamt werden die Gläubiger der im Jahre 1934 eröffneten Konkursverfahren rund 171 Millionen Mark ihrer Forderungen verlieren. Die Verluste, die die Gläubiger bei den mangels Masse abgelehnten Konkursanträgen erlitten haben, sind in dieser Zahl nicht enthalten. Bei den im Jahre 1934 beendeten 527 Erlaßvergleichen mit finanziellem Ergebnis waren Forderungen in Höhe von 55,7 Millionen Mark angemeldet. Davon entfaÄen 5,4 Millionen Mark auf Stundungsoergleiche. Bei 492 Vergleichsverfahren, für die Forderungen in Höhe von 50,2 Millionen Mark bestanden, wurde im Durchschnitt eine Vergleichsquote von 40,5 d. H. vereinbart. Die Gläubiger dieser Insolvenzen haben somit auf 29,9 Millionen Mark (= 59,5 v. H. der Forderungen) verzichten müssen. Verarbeitungsquoten der Roggen- und Weizenmühlen. Ursachen bei einem Versagen nach Beendigung der Lehrzeit seien zu einem großen Prozentsatz auf die mangelhafte Auslese zurückzuführen. Der Geschäftsführer erörterte dann die Durchführung dor Kausmannsgehilfenprüfung im hiesigen Bezirk, bei der Unternehmer, Kaufmannsgehilfen und Diplomhandelslehrer ihre Erfahrungen in den Dienst der Sache stellten. Bei der folgenden Aussprache wurde von zahlreichen Vertretern eine Reihe praktischer Vorschläge und Anregungen gegeben. Im weiteren Verlauf der Tagung erschien auch Professor Dr. Lu er, um sein großes Interesse an der Frage der Ausbildung der kaufmännischen Jugend zu bekunden. In seiner Ansprache wies er darauf hin, wie wichtig nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch die Ausbildung eines geeigneten kaufmännischen Nachwuchses sei. Die Erziehung der Kaufmannsjugend fei eine Gemeinschaftsaufgabe der Ministerien, der Deutschen Arbeitsfront und der Organisation der wirtschaft. Dr. L u e r gab seiner festen Ueberzeugung Ausdruck, daß das Zusammenschweißen der sozialpolitischen und wirtschastspolittschen Ordnung gute Früchte zeitigen werde. Jedenfalls stehe fest, daß im rheinmainischen Wirtschaftsgebiet in dem bisherigen Rahmen weitergearbeitet werde. In einer Nachmittagssitzung wurden u. a. Fragen der Berufsberatung, der Nichtzulassung von Nicht- ariern, des Kurzschrift- und Schreibmaschinen-Unter- richts und verschiedene Mißstände erwähnt, die sich bei der Lehrlingsausbildung in einzelnen Geschäftszweigen infolge ihrer Struktur ergeben. Frankfurt a. M., 3. Sept. Die Börse „ _ unter dem Eindruck der anhaltenden Unsicherheit im abessinischen Konflikt weiterhin Zurückhaltung und Kursabschwächungen. Die fehlende Aufnahmewilligkeit gegenüber dem nur sehr geringen Angebote führte teilweise zu stärkeren Kurseinbußen. Bankenkundschaft fehlte wiederum fast ganz, der berufsmäßige Börsenhandel hielt stärker zurück. Farbenindustrie gingen auf 154,25 (155) zurück, Rütgers- roerfe wurden etwa 3 v. H. schwächer genannt. Montanwerte allgemein niedriger, so Stahlverein um 1,90, Rheinstahl 1, Mannesmann 0,90, Buderus etwa 2, Harpener etwa 1 v. H. Auch Mafchinen- aktten heute schwächer, so Daimler um 1 v. H. Am Elekttomarkt verloren AEG. insgesamt 1,13, Gesfü- tingentsmengen ist nicht gestattet. 5. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß auch Lohn- und Umtauschmüllerei für Selbstversorger, Deputatempfänger und Empfänger eines Leibgedinges, sowie Vermahlungen für Heeresverpflegungsämter und Marine-Intendanturen Kontingent liegen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ___________________________Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.2)1. Berlin Frankfurt a. M «Berlin Frankfurt a. M. Serkin Devisenmarkt Berlin — 3 'ranffurt a. M. Schlußkurs Abendbörse Schluß« kurs Mittag« börse Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse 2. September Z. September Amtliche Notierung Geld | Brief 'Datum 2-9. 3 9. 2 9. 3.9. Datum 2.9. 3.9. 2.9- 3 9. Datum 2 9. 3-9. 2-9. 3-9. Geld Srief 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche ReichSanl. von 1984 6)4% Doung-Änleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«Ablbs.»Schuld mit AuSlos.-Rechien ............. 4*/,% Deutsche ReichSpostschatzan« Weisungen von 1934, 1....... 6% ehern.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4)4% ehern. Hessische Laude-bant Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehern. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Staut ... 4)4% ehern. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4)4% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar dir 1935 iV4% ehern. 4)4% Franks. Hyp^ Vank-Liau.-Pfandbricse....... 6)4% ehern. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 4)4% ehern. 8% Pr. LandeSpsand- briefanstalt, Pfandbriese R. 19 4)4% ehern. 7% Pr. LandeSpsand- bnesansk., Gold Komm. Cbl.VI Steuerkkutsch.BerrechnungSk. 35-89 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Sllberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4)4% deSgl. von 1913.......... 5% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdabbahn-Anleihe 101 97,5 111 100,25 97,5 96,75 100,65 93 115 96,75 100,75 100,5 97 97 107,4 29 9,7 9,4 9,65 11,25 T 101 97,5 102,4 110,65 100,13 97,5 96,75 100,75 93 115 96,75 100,5 100,5 97 97 107,4 28,5 9,5 9,5 9,65 11 T 101,13 97,7 102,4 111 100,5 115 101 97 97 107,4 1,6 9,7 9J Tt kvJä 101,13 97,7 102,13 110,75 100,2 115 100,9 97 97 107,4 29,1 1,45 9,5 9,55 9,6 11,25 tr- 4% desgl. Serie II ............. 6% Rumün. vereinh- Rente v. 1903 4)4%Rumän.vereinh.Rentev.lSi3 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bant und DiSconio- Gesellschaft................0 ReichSbank ................12 A.E.S...... 0 Bekula.................... 10 Clektr. LieferungSgefellschast... 6 Licht und Kraft ........... 6)4 Felten L Guilleaume.........0 Geselisch.f.Elettt.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........b Rhein. Wests. Clektr..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L HalSke............7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus ..... C Deutsche @rbM ........... 4 Gelsenkirchener............... Harpener...................0 Hoesch Eisen—KSIn-Reuesse» .. 0 FIse Bergbau ............... 6 alle Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............. 5,9 4,75 41.4 15,75 17,5 85,5 117,25 91,75 91,5 91,5 185 39,5 143,5 113 133,5 108,25 126 129,5 127,25 176,25 131,5 102 111,5 111,75 96,75 129,75 93 i Mito 5,75 4,7 41,25 17,25 84 116,75 90,5 90,5 90,5 183 39 143,5 131,75 132 107,5 124 128,25 125,5 174,5 132,25 100 109,5 109,5 95 130,25 91,5 86,to 8,05 4J 16,13 26,5 17,25 85,4 117 91,75 91,5 91,5 184,5 39,25 143,9 113 132,75 108 125,75 129,65 127,75 176,75 132 102,25 111 112,25 96,4 158 128,75 93 M4 5,5 7,6 4,7 40,75 15,9 16,9 83,65 116,25 90,5 90,5 90,5 183,25 38,65 143,9 111,4 132,75 107 124 141 127,9 125,13 174,5 131,25 | 100 109,75 109,5 94,5 159,5 1 129 92,25 87,25 ManSfelder Bergbau.........I Phönix Bergbau....... 0 Rheinische Braunkohlen .....18 Rheinstahl................8)4 Bereinigte Stahlwerte........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7)4 9. G. Farben-Jnvustrir ....... 7 Scheideanstalt......... 9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke...... 4 Metallgelellschast..... * Philipp Hohmann......... C Zementwerk Heidelberg ......1 Cemeutwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhofer . . . ... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg..........*........0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer @a5 ...............7 Daimler Motoren........ 0 Deutsche Linoleum....... 6 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cha de................... 0 Secumulatoren-Fabrik.......12 Conti-Gumm, ................ Gritzner................... g 114,5 215 110,5 82,5 19,13 136,5 128,5 155 236 107,5 116,25 111,5 95 120,5 59 116,5 116,5 84,5 99 162 29,65 278 156,25 I 34,25 97,25 4 M-b 114,5 212,5 109,5 81,13 18,65 134 154,13 236 105,25 110,25 92,25 119,75 — 57,4 116 114,25 82,5 98,25 160,5 28,25 277 154,75 ! 96,25 1 M 115 117 213 111 82,5 18,9 136,5 128,5 185 155,5 107 116,4 111,75 109,65 59,5 116,13 115,5 83,5 132 98,75 162 86,5 29,13 278,25 155,5 | 35,25 I M. 114,25 115,75 212,5 109,25 81,13 18,5 134 128,5 184 154,25 105,65 114,25 110 93 107,25 57,5 114 114 81,5 130,4 98,25 160 85,75 28,13 277,5 175 155 34 l W Buenos Atree Brüssel..... Rio de Jan.. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz ... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuyork... _______Le Amerikanische Belgische Not Dänische Not Englische Not Französische 9 Holländische 9 Italienische N Norwegische Deutsch Lestk Rumänische ss Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Utiflarifdje Nl 0,668 41,79 0,139 3,047 55,05 46,91 12,33 5,435 16,405 168,25 20,36 0,729 5,684 61,94 48,95 11,18 63,58 81,01 34,00 10,29 2,487 r1ln,3 Septem Noten....... en........... n .......... en .......... loten........ toten........ oten......... toten ....... rreich, * 100 oten........ oten........ ten.......... len.......... 0,672 41,87 0,141 3,053 55,17 47,01 12,3k 5,44! 16,44! 168,5! 20,4t 0,73 5,69 62,0k 49,0 11,2t 63,7 81,1 34,0 10,3 2,49 Banfno her Schilling en 0,668 41,79 0,139 3,047 55,05 46,91 12,33 5.435 16,405 168,31 20,36 0,729 5,684 61,92 48,95 11,18 63,58 81,01 34,00 10,29 2,487 Geld 2,439 41,72 54,85 12,295 16,355 167,89 19,46 61,71 63,36 80,78 33^4 0,672 41,87 0,141 3,053 55,17 47,01 12,36 5,445 16,445 168,65 20,40 0,731 5,696 62,04 49,05 11,20 63,70 61,17 34,06 10,31 2,491 ” »rfcT ' 2,459 41,88 55,07 12,335 16,415 168,57 19,51 61,95 63,62 81,10 33^8