Ur. 155 Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 4-Juli 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eieyener FamilienblStter Heimatvn Bild - Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe »nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfttStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Siehen. 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Man fragt sich, welchen Nutzen die vielen Konferenzen, an denen sich England beteiligt hat, eigentlich gebracht haben und welche Er- l folge der Reiseminister Eden von seinen Besuchen »in Warschau, Moskau, Prag, Paris und Rom mit- ■ gebracht habe. Wenn dieses Mißvergnügen zur Zeit * auch einen besonderen und aktuellen Anlaß hat, so Zeichnet sich darin doch auch eine ganz allgemeine i und nicht neue Erfahrung ab, die die „Objekte der Diplomatie und Politik" gemacht haben, nämlich die, daß der wirkliche Wille der Völker durch die beauftragten Politiker und Diplomaten nur sehru.nvollkommen, jedenfalls sehr l a n g- Ia m und vielfach zu spät in politische Handlungen und Entschlüsse umgesetzt wird. Die Maschine der Diplomatie und der internationalen Beziehungen läuft unaufhörlich, meist sehr geräuschvoll, aber was sie produziert, ist entweder nicht das, was die ! Völker wirklich wollen, oder es ist so wenig, daß es die Sehnsucht der nach Versöhnung und Erleichterung ihrer Aengste und Lasten verlangenden Welt nicht befriedigt. Es sind immer wieder Versuche gemacht worden, l dieses anscheinend schicksalhafte Unvermögen der offiziellen Politik und Diplomatie dadurch ju er» ; gärigen, daß neue treibende Kräfte in i den Völkern sich direkt miteinander in Verbindung setzen und versuchen, die wichtigen Lebensfragen ihrer Beziehungen von innen heraus weiter zu treiben und zu lösen. Daraus find die vielen internationalen Verständigungs-Komitees aller Arten auf politischem, wirtschaftlichem und geistigem Gebiet entstanden, deren Nutzen und Leistung von der ! zünftigen Diplomatie meist sehr skeptisch betrachtet ; wird, wenn sie sie nicht gerade benützen kann, die aber bud) manchmal c»uch ersprießliche Arbeit geleistet haben. Eine neue Note in diese alte Erscheinung ist aber erst dadurch gekommen, daß nach dem Kriege in den daran beteiligten Ländern d i e Frontgeneration, die Leute, die den Krieg dm eigenen Leibe und Geist erfahren haben, immer lauter die Forderung erhob, in den Fragen der Zukunft der Nation selbst und direkt mitzureden. Diese Männer des Krieges fühlen sich in zunehmendem Maße dafür verantwortlich, selbst für ! die Aufrechterhaltung des Friedens zu sorgen, an ; dem die Diplomatie mit geringem Erfolg seit Jahren herumkuriert. Der stärkste Impuls zu dieser neuen Bewegung ist von Deutschland ausge- : gangen, als mit der nationalsozialistischen Revolu- ; tion nicht nur die aktive Politik in die Hände dieser Frontgeneration gelegt wurde, sondern aus dieser Frontgeneration heraus auch ganz neue konstruktive Ideen und fruchtbare Gedanken für die Lösung der internationalen ! Probleme erwuchsen. Daß es möglich sein müsse, den in den Frontkämpferoereinigungen aller Länder lebendigen Willen zur Aufrechterhaltung und Sicherung des Friedens als Triebstoff für die lang- । fam und schwerfällig laufende Maschinerie der Po- ; litik und Diplomatie zu benützen, war einer der ersten Gedanken, die von Adolf Hitler und seinem ! Stellvertreter Rudolf Heß immer wieder zu inter- i nationaler Diskussion und Anregung gestellt wurde. Der Gedanke ist bei den Frontkämpfern aller i Länder sofort verstanden und sympathisch aufge- i nommen worden, aber es hat lange gedauert, bis ■ er sich gegen diplomatische Bedenklichkeiten, gegen Mißdeutung der Parteipolitik und gegen die Dor- ■ urteile eines eingefressenen Nationalhasses einigermaßen durchsetzen konnte. Den Bann hat jene hochherzige Ansprache des englischen Thronfolgers gebrochen, der die Frontkämpfer seines Landes ermutigte und aufforderte, die von 1 Deutschland entgegengestreckte Hand zu ergreifen. Die direkte Folge war der Austausch von Besuchen deutscher und englischer Frontsoldaten, dem nun auch solche zwischen Deutschland und Frankreich ; — und hier lag die Hauptschwierigkeit — gefolgt sind. Zum ersten Mal nahmen die in Frankreich ' zur Zeit weilenden Vertreter der deutschen Knegs- teilnehmer an einem europäischen Kongreß der I Frontkämpfer teil, der elf Mitgliedsstaaten mit im Ganzen zehn Millionen Mitgliedern umfaßt, zu denen nun die hinter der deutschen Vertretung stehenden fünf Millionen deutscher Frontkämpfer und Kriegsopfer hinzutreten. Wir wollen die ergreifende Bedeutung dieses Ereignisses, das die Männer zusammenfichrte, die sich einst in schwerer Zeit auf dem Schlachtfeld und im Schützengraben als Todfeinde gegenüber« standen, nicht dadurch herabwürdigen, daß wir auf mißvergnügte und auch gehässige Stimmen Hinweisen, die aus einem Teil der französischen Blätter zu uns gekommen sind, wir sind auch bereit, in Herrn Herriot, der als j Bürgermeister von Lyon die deutschen Fron^ Kämpfer mit, wie die Teilnehmer versichern, sichtlich innerer und echter Bewegung begrübe, einen wahren Freund der AussöhnSng unserer beiden Länder zu sehen, in ihm den Staatsmann wieder \ $u erkennen, der sich rühmte, einst die ersten Schritte zu einer Annäherung getan zu haben, und in vergessen, daß er in den letzten Jahren mit dafür verantwortlich war, wenn die französische Pott- tif wieder in ihre Vorkriegstendenz einer militärischen und diplomatischen Einkreisung Deutschlands lirürffiel. Wir wissen, daß auch nach diesem er- lleulichen Fortschritt, den der Gedanke der Versah- bei einer VermMungsaktion im Abessmientonfliki. ß o n b o n , 4. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im Mittelpunkt bes Interesses ber Morgenblätter steht bie gestrige Wochenenbsitzung bes Kabinetts, in ber bie brohenbe Gefahr eines italienisch - abessinischen Krieges mit all seinen Folgen ben Hauptgegenstanb ber Erörterungen gebildet haben soll. Allgemein wirb berichtet, baß bie nächste Bemühung ber Regierung bahin gehen werbe, sich mit Frank r.e ich ins Benehmen zu setzen. Allerbings wirb bezweifelt, baß Frankreich bereit sein werbe, sich in Gegensatz zu Italien zu setzen, besonbers nachbem ber Abschluß bes beutsch-englischen Flottenabkommens unb aubere Dinge so große Erbitterung in Paris her- oorgerufen hätten. Die rechtskonservative „Morning Po st" schreibt, ber Gebaute, baß Englanb ben Völ- ferbunb im Falle einer Fortbauer bes italienischabessinischen Streites z u einem Wirtschaftskrieg gegen Italien aufforbern solle, habe in internationalen Kreisen Erstaunen her- oorgerufen. Amtlich werbe be {tritt en, baß ein berartiger Beschluß bisher gefaßt worben sei. Die britische Regierung werbe Frankreich jetzt fragen, ob es ben Völkerbunb bei bem Wiberstanb gegen Italien unter st ützen werbe. Die französische Antwort werbe voraussichtlich eine glatte Weigerung sein. Der französische Korresponbent bes „Daily Telegraph" (Pertinax) melbet aus Paris, ber Generalsekretär bes Völkerbunbes A v e n o l werbe nächste Woche Lonbon besuchen, um bie abessinische Frage zu erörtern. I n Paris empfinbe man großes Unbehagen über bie Beschlüsse, zu benen, wie man glaubt, bie britische Regierung in biesem Streit gelangt fei. Laval werbe sein äußer st es tun, um s i ch Italien nicht zu entfremben. Es besteht Grunb zu ber Annahme, so berichtet Pertinax weiter, baß Großbritannien vor einigen Tagen Frankreich benachrichtigt hat, baß ber wahrscheinliche Flottenbauplan Deutschlanbs ihm nicht mitgeteilt werben könne, wenn es'nicht seinerseits Großbritannien und Deutschlanb sein eigenes Bauprogramm mitteile. In Paris besteht keine Neigung, einem solchen Ersuchen zu willfahren, 1. weil Frankreich ber Ansicht ist, baß es auf Grunb ber englisch- französischen Vereinbarung vom Februar ein Recht darauf hat, über jeden Gedankenaustausch zwischen London unb Berlin unterrichtet zu werben, 2. weil bie französischen Flottenerforbernisse von bem Tempo des beutfdjen Bauprogrammes abhängig sinb, unb 3. weil ber britische Stanbpunkt, wenn er anerkannt würbe, tatsächlich barauf hinaus käme, daß Frankreich zu einem Systein der oerhältnisrnäßigenStärke nach Washingtoner Muster zurückgebracht würde, einem System, das Frankreich nicht fortzusetzen wünscht. Schließlich bleibt noch das Problem des Völkerbundes, bas von Laval sehr ernst genommen wirb. Aber bie größere Wahrscheinlichkeit ist, baß er barauf verzichten wirb, Italien zu kränken, benn Frankreich ist genötigt, alle seine Hilfsquellen an seiner europäischen Grenze zu sammeln, unb es würde sie nicht verzetteln, um eine Aktion des Völkerbundes zu unterstützen. Das liberale Blakt „News C h r o n i c l e" hört, bas Kabinett sei einstimmig der Meinung gewesen, baß bie Autorität bes Völkerbunbes im italienisch-abessinischen Streit aufrechter- h alten werben müsse. Enbgültige Beschlüsse hinsichtlich ber Schritte, bie im Falle eines italienischen Einmarsches in Abessinien getan werben sollten, seien nicht gefaßt worben. Der Gebaute, baß im äußersten Notfall' kollektive wirtschaftliche Sanktionen einem Versagen des Völkerbundes vorzuziehen wären, habe einige Unterstützung im Kabinett gefunden, doch feien bie Minister in biesem Punkt keineswegs einer Meinung. Großbritannien werbe wohl Laval gegenüber ben Standpunkt vertreten, daß die Stresafront nur solange bie einhellige Unterstützung ber britischen öffentlichen Meinung finben werbe, wie sie ben Angriffen jebes Laubes entgegentrete. Frankreich wisse, baß bie britische öffentliche Meinung nicht für eine Politik ber Bündnisse sei. Eine Isolierungspolitik Englands würde von Frankreich nicht gewünscht werden. Die Politik Frankreichs werde aber wohl von dem Charakter der Zusage beeinflußt werden, die Laval im Januar Mussolini in Rom gegeben habe. Diele ausländische Diplomaten in Loudon wollten es nicht glauben, daß Italien ein so gefährliches Wagnis unternehmen würde, wenn es nicht Zusicherungen erhalten hätte, daß Frankreich und wahrscheinlich auch Großbritannien nicht e i n g r e i f e n würden. Laval soll Mussolini ein schriftliches Versprechen gegeben haben. Wahrscheinlicher allerdings sei ein Mißoer st äuduis, nämlich, daß Laval Italien freie Hand in wirtschaftlicher Beziehung gegeben habe, während Mussoloni glaube, daß sich die freie Hand auch auf militärische Maßnahmen erstrecke. Kühle ZurüOallimg in Paris. Frankreich stellt Bedingungen. Paris, 4. Juli (DNB. Fuukspruch). Im Mittelpunkt ber Presseerörterungen steht ber Beschluß ber englischen Regierung, Frankreich für eine Aktion zur Beilegung bes italienisch- abessinischen Streitfalles zu gewinnen. Die Blätter bleiben auscheiueub auf Weisung bes Außenministeriums sehr zurückhaltend Man hält ben Englänbem vor, baß sie im Falle Abessinien jetzt ben Völkerbunb fast anwenben möchten, dessen Geist unb Inhalt sie selbst, wenn es um ihre eigenen Belange gehe, nicht g e r a b e pfleglich behanbelten. Wenn Englanb jetzt Frankreich für bie Anwenbung ber Volkerbunbs- beftimmungen gegen Italien zu gewinnen suche, sei zunächst eine Klärung ber gesamten Atmosphäre notmenbig. — So gewinnt man ben beuttichen Einbruck, baß man Englanb im Ungewissen lassen mochte, um es zur Stellungnahme in an» bereu Fragen zu ziehen. Das gibt übrigens „Oeuvre" einbeutig zu verstehen. Das Blatt schreibt: Englanb will zunächst um jeben Preis bie abessinische Frage regeln. Da bies ohne Frankreich nicht möglich ist, würbe Lonbon jetzt wohl geneigt sein, bie Bedingungen in Erwägung zu ziehen, bie wir an unsere Vermittlung knüpfen müßten, sogar bie Bedingung, daß England sich verpflichte, an ben Abschluß eines Luftpaktes mit Deutschlanb nur z u benken, wenn b a m i t ber Abschluß bes Ost - unb bes Donaupaktes verbunben wirb. Sollten bie Verhanblungen zwischen Paris unb Lonbon zu keiner befriebigenben Lösung führen, bann würbe Englanb erneut nachbenken, unb vielleicht sogar brohen, Frankreich die volle Verantwortung für ben italienisch-abessinischen Krieg auf- zuhalsen. Englanb benft bereits jetzt an bie Folgen, bie ein solcher Schritt auf bie gesamte europäische Lage haben könnte. Glücklicherweise kennen bie Mächte ben Schriftwechsel zwischen ber englischen und italienischen Regierung um bie Jahreswenbe 1925/26, in bem Englanb ben Italienern einen Vorschlag über bie Austeilung Abessiniens gemacht hat. Damals brachte eine Beschwerbe bes Negus beim Dölker- bunb bie Weiterverfolgung biefes Planes zum Stillstanb. „Oeuvre" weist auch barauf hin, daß bie englische Regierung über bie französisch- italienischen Militärbesprechungen, bie nur Italiens Abessinien-Pläne begünstigen könnten, aufgebracht sei. Im „Echo be Paris" macht Pertinax ebenfalls Englanb ben Vorwurf, sich keineswegs i mm er an die Völkerbundsbeftimmungen gehalten zu haben, für bie es jetzt Frankreich im Falle Abessinien einspannen wollte. Wenn Englanb Frankreich in bie Klemme bringen wollte, wäre vielleicht bie Erinnerung an jene Unterhaus-Rebe angebracht, in ber Sir Austen Chamberlain, von Balbwin beeinflußt, ausbrückkich bargelegt habe, baß ber Völkerbunbspakt sich wohl nicht in aller Welt anwenben lasse. Italien wünscht keine Einmischung. Scharfe Preffeangriffe gegen Edens Vermittlungspolitik. Mailanb, 4. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die norditalienischen Blätter beschäftigen sich weiter sehr eingehend mit ber Haltung Englands unb melben, daß die Vorschläge zur italienisch-abessinischen Streifrage schärfsten Widerspruch i n Italien und in ber ganzen Wett- hervorgerufen hätten. Wenn bie englische öffentliche Meinung einhellig hinter ben urnstürzenden Versuchen ber englischen Regierung, sich in bie gerechte italienische Mission in Ostafrika einzumischen, stände, schreibt „Corriere della Sera", bann müßte man wirklich über die Zukunft ber Beziehungen zwischen ben beiden Staaten Besorgnis hegen. Aber glücklicherweise sei ber Widerstand eines großen Teiles ber britischen Presse gegen bie sonberbare Diplomatie bes Herrn Eden so stark, daß er Italien erlaube, eine klare Unterscheidung zwischen Land unb Regierung zu machen. Sogar in ber englischen Regierung scheine keine Einigkeit zu herrschen, denn es bestehe ein beträchtlicher Gegensatz über bie Gesta11ung ber Beziehungen zum Völkerbunb zwischen Hoare und Eben. Der Gebaute, Abessinien einen äußerst wichtigen Streifen ber Somaliküste gegen die Anerkennung der italienischen Oberherrschaft über die Wüste von Ogaben zu überlassen, scheine ber Welt ber Träume zu entstammen. Es hieße, bem W e g ber Zivilisation ein Hinbernis bereiten, wollte man Gens zwischen Italien und die Lösung ber abessinischen Frage setzen. In London möge man sich nicht einbilden, daß Drohungen, wie die Sperrung bes Suez-Kanals ober bie Bildung eines wirtschaftlichen Blocks gegen Italien, geeignet feien, Italien von einer Aktion abzubringen, zu der es durch bie Ehre feiner Fahne verpflichtet sei. Es gebe Grenzen, über bie hinaus bie Einmischung einer anderen Macht, wenn sie sich auch in ben Mantel ber Scheinheiligkeit bes Völkerbunbes einhülle, durchaus unzulässig sei. nung von Volk zu Volk zu machen scheint, noch viele und schwere Hindernisse zu überwinden sein werden. Die Frontkämpfer und ihre Abordnungen sind, wie ihr deutscher Sprecher Dberlinbober sagte, keine Diplomaten. Aber in Deutschland stehen hinterihnenderFührer, bas ganze deutsche Volk und seine offizielle Diplomatie. Wenn es möglich wäre daß diese Einheit sich auch in anderen Ländern durchsetzte, so wäre wohl Hoffnung gegeben daß bie ungebulbige Erwartung ber Völker nicht länger auf bie Probe gestellt würbe. Aufhebung der Ausnahmegesetze für das HausHabsburg CinBeschlutzdesösterreichischenMinisterrats Wien 3. Juli. (DNB.) Ein Ministerrat, unter bem Vorsitz bes Bunbeskcmzlers, hat beschlossen, ber vorbereitenben gesetzgebenben Körperschaft ein Bunbesgesetz über bie Abanberung ber bas ftaus Habsburg - Lothringen betreffenden Ausnahmegesetze (Gesetz vom 3. April 1918 unb vom 30. Oktober 1919) vorzulegen. Amtlich wirb bazu erklärt, es hanbele sich um bie Beseitigung ber „roeber sachlich noch rechtlich begrunbe- ten Ausnahmebestimmungen gegen bie Habsburger, soweit eine solche Aufhebung mit bem Staats- intereffe vereinbar sei. Die gegen bie Mitglieder des Hauses Habsburg ausgesprochene Landesverweisung soll grundsätzlich außer Kraft gesetzt werden. Ferner wird bie Regierung nach ihrem Ermessen unb unter ben von ihr festzustellen- ben Bebingungen Vermögenswerte, bie nachweisbar privates Eigentum bes vormals regierenben Hauses barstellen, zu r ü d er» statten. Hiervon nicht betroffen sinb jeboch alle ©egenftänbe künstlerischen, archäologischen, wissenschaftlichen ober historischen Charakters, bie einen Teil von Sammlungen bilden, z. B. Kunsthistorisches Museum, Nationalbibliothek unb begleichen. Der Ministerrat erklärt, daß die vorgeschlagene Aenderung, die einem gesunden Rechtsempfinden entsprechende Lösung unb eine wenigstens teilweise „Wiebergutmachung zweifellos begangenen unb von ber allgemeinen öffentlichen Meinung als solches empfunbenen Unrechtes bar» stelle." Verhaftungen in Danzig wegen staatsfeindlicher Umtriebe. Danzig, 4. Juli. (DNB.) Die Pressestelle des Danziger Senats teilt mit: „Im Verlauf bes gestrigen Tages sinb durch bie Politische Polizei folgende Personen in Haft genommen worben: Kriminalsekretär a. W. Chall, Oberregierungsrat j. R. Weber, Staatsanwaltschaftsrat Dr. j)ü(ff, Kriminalsekretär a. W. Rompza, Landgerichtsbirektor Kuhn, Zollassistent Puttkammer, Landgerichts- bireftor Zaehle, Polizeihauptwachtmeister Felske. Bei einem Teil ber Festgenommenen ist eine staatsseinbliche Betätigung bereits nachgewiesen, während bei einem anderen Teil bringenber Verbacht besteht. Weitere Fe st nahmen stehen bevor. Im Interesse ber Untersuchung kann weiteres zunächst nicht rrrifgeteilt werden." * Aus Litauen wurden acht polnische Staatsangehörige ausgewiesen, bie bort seit längerer Zeit ansässig waren und sich in ben kulturellen Verbänben ber bärtigen polnischen Minberheit betätigten. Allgemeines Sammelverbot bis 30. September. Berlin, 3. Juli (DNB.) Der Reichs- unb preußische Minister bes Innern, Dr. Frick, hat im Benehmen mit bem Reichsminister für Propaganba unb Volksaufklärung, Dr. Goebbels, und dem Reichsschatzmeister, Pg. Schwarz, für bie Zeit vom 1. Juli bis 30. September 1935 ein allgemeines Sammelverbot erlassen. Im Sinne biefes Erlasses wird auch bie in einer Zeitungsnotiz gestern angekünbigte Sammlung für bie Hitler -I«reiplatzspenbe nicht burchgeführt. Jas Mchsnaturschutzgeseh. Lavals Kampf Von Professor Or. Walter Schoenichen, Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Durch das Reichsnaturschutzgesetz, das am 26. Juni 1935 vom Reichskabinett beschlossen worden ist, ist eine Lücke in der deutschen Gesetzgebung ausgefüllt worden, die in. den Kreisen aller Heimat- und Naturfreunde seit Jahren schwer empfunden worden ist. Bei ihren Maßnahmen zum Schutze der heimischen Natur konnten gerade die größeren der deutschen Länder — so Preußen, Bayern, Württemberg und Baden — sich bisher nur auf gesetzgeberische Notbehelfe stützen, und oft genug mußte man dem Untergang wertvoller Teile der deutschen Land' schäft und bedeutungsvoller Naturdenkmale mit ver- schräVlkten Armen zusehen, weil eben die Gesetzgebung keine Handhabe zur Rettung bot. Dazu kommt, daß die Naturschutzbestimmungen in den einzelnen deutschen Ländern nicht bloß unvollkommen, sondern auch durchaus uneinheitlich waren, ein Zustand, der einer gleichmäßigen und gleichsinnigen Entwicklung der Naturschutzbelange . hemmend im Wege stand. Durch das soeben verkündete Reichsnaturschutzgesetz werden diese Mißstände mit einem Schlage ausgeräumt, und die deutsche Naturschuhbewegung hat mit ihm ein Werkzeug in die Hand bekommen, das es ihr ermöglichen wird, die Belange des deutschen Naturschutzes künftig in vollem Umfang so wahrzunehmen,wie es ihrer großen kulturellen Bedeutung entspricht. Nach mancherlei Vorarbeiten von anderer Seite hat letzthin der Herr Ministerpräsident Hermann Göring sich der Frage des Naturschutzgesetzes angenommen, und seinem machtvollen Eintreten ist es in erster Linie zu danken, daß das Gesetz schon nach wenigen Wochen fertig vorliegen konnte. In dem Reichsnaturschutzgesetz vom 26. Ium 1935 wird zunächst sein Anwendungsbereich umschrieben. Demnach erstreckt es sich auf den Schutz von Planzen und nichtjagdbaren Tieren, auf den Schutz von Naturdenkmälern aller Art einschließlich ihrer Umgebung auf die Einrichtung von Naturschutzgebieten sowie auf den Schutz der freien Landschaft, soweit es sich darum handelt, störende oder verunstaltende Eingriffe von ihr fernzuhalten. Unter Naturdenkmalen sind im Sinne des Gesetzes Einzelschöpfungen der Natur zu verstehen, die zu erhalten aus völkischen, wissenschaftlichen, geschichtlichen Gründen oder wegen ihrer Eigenart im öffentlichen Interesse liegt. Es gehören hierher also beispielweise Felsen, Wanderblöcke, Gletscherspuren, Quellen, Wasserläufe, Bäume, Baumgruppen und dergleichen mehr. Naturschutzgebiete sind demgegenüber flächenhaft ausgedehnte Bezirke, in denen die Natur entweder in allen ihren Erscheinungen oder in einzelnen ihrer Teile unter Schutz gestellt ist. Demnach kann man wohl unterscheiden zwischen Dollnaturschutzgebieten oder Banngebieten sowie Teilnaturschutzgebieten, zu denen etwa Dogelfreistatten, Pflanzenschonbezirke usw. zu rechnen wären. Besonders wichtig ist, daß das Gesetz die Möglichkeit bietet, ganz allgemein verunstaltende Eingriffe in das Lands chaftsbild auszuschließen. Die bisherigen in Preußen und einer Reihe von anderen Ländern geltenden sogenannten Verunstaltungsgesetze waren in dieser Beziehung völlig unzureichend, besonders auch deshalb, weil sie nur für sogenannte landschaftlich hervorragende Gegenden Anwendung finden durften. Das neue Gesetz bietet die Möglichkeit, die deutsche Landschaft überall und nicht bloß in ihren Schlagern und Glanzpunkten dem deutschen Volke unverfälscht und unverdorben zu erhalten. Neu geregelt ist in dem Reichsnaturschutzgesetz auch die Frage der Z u st ä n d i g k e i t. Künftig wird an Stelle des Reichserziehungsministers der Reichsforstmeister ober st e Natur- schutzbehörde für das ganze Reich sein. Die Nachgeordneten Naturschutzbehörden sollen nach dem in Preußen bewährten Muster einheitlich über das ganze Reich organisiert werden. Jede Naturschutzbehörde wird für ihren Amtsbereich eine besondere „Stelle für Naturschutz" einrichten, deren Aufgabe es ist, innerhalb ihres Wirkungskreises alle schützenswerten Naturerscheinungen zu ermitteln, zu erforschen und dauernd zu beobachten sowie für deren Sicherung die erforderlichen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Daneben gehört es zu ihren Pflichten, in der Allgemeinheit für die Förderung des Naturschutzgedankens zu werben. Der obersten Naturschutzbehörde steht als Beraterin eine „Reichsstelle für Naturschutz" zur Seite, die u. a. auch den Auftrag hat, für eine einheitliche Wirksamkeit aller übrigen Naturschutzstellen zu sorgen. Bis zur Errichtung dieser Reichsstelle werden ihre Aufgaben der schon seit 1906 bestehenden „Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen" übertragen. Aeußerst wichtig für die Tätigkeit der Naturschutzstellen ist der § 2Ö des Gesetzes, der es allen Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden auferlegt, vor Genehmigung von Maßnahmen oder Planungen, die zu wesentlichen Veränderungen der freien Landschaft führen können, die zuständige Naturschutzbehörde rechtzeitig zu beteiligen. Damit ist die bisher schmerzlich entbehrte Grundlage dafür geschaffen, daß der Naturschutz seine im Interesse der deutschen Volksgesamtheit erhobenen Ansprüche überall und zu jeder Zeit geltend machen kann. Für den Einbau dieser Bestimmung in das Reichsnaturschutzgesetz werden alle Natur- und Heimatschützer, insbesondere aber auch die heimatliebende wandernde deutsche Jugend und Jungmannschaft, besonders dankbar sein. Noch zahlreiche Einzelheiten werden in dem Gesetzeswerk, das insgesamt 28 Paragraphen umfaßt, behandelt, so z. B. die Führung eines Natur- d e n k m a l b u ch e s bei den unteren Naturschutzbehörden, Vorschriften über Eintragungen und Löschungen in diesen Naturschutzbüchern, Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen für Naturdenkmale und Naturschutzgebiete, Vorschriften über einstweilige Sicherstellung, über Begründung von Reichsnaturschutzgebieten sowie Straf- und Üebergangsvorschrif- ten. Völlig in Kraft tritt das Gesetz am 1. Oktober 1935. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß diese neue Schöpfung sich würdig anreiht den ihr vorangegangenen, in ähnlicher Richtung liegenden Gesetzeswerken des nationalsozialistischen Staates. Meine politische Nachrichten. Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, nimmt vom 7. bis 9.Juli an der Kraftwagensport' Übung des Wehrkreises IV (Dresden) teil. um innerpolitische Festigung in Frankreich Vor kritischen Tagen. Frankreich besindet sich offenbar nicht nur immer noch in einer akuten parlamentarischen Krise, die durch die Bildung des Kabinetts Laval einstweilen nur notdürftig überbrückt worden ist, sondern darüber hinaus scheinbar auch in einer schleichenden innerpolitischen Krise. Die brennende Frage ist heute: Was wird der 14. Juli, der N-ationalfeiertag, bringen? Don der Linken, die inzwischen soweit unter einen Hut gebracht werden konnte, als es sich um den Kampf gegen rechts handelt, werden große D e - m o n st r a t i o n e n für den 14. Juli vorbereitet, an denen alles teilnehmen soll, was irgendwie unter der Flagge republikanischer Parteien und Verbände segelt, von den Kommunisten und der sozialistischen Partei angefangen bis zu den Neusozialisten und Sozialrepublikanern, Nadikalsozia- listen, der Liga für Menschenrechte, dem Allgemeinen Gewerkschaftsbund usw., eine Demonstration für die republikanischen Menschenrechte und gegen angebliche Putschpläne der patriotischen Verbände. Diese wiederum behaupten, daß die Linke ihrerseits zur Machtübernahme in Frankreich rüste. Das Parlament ist zwar inzwischen in die Ferien gegangen, so daß von dieser Seite her der Regierung Laval wenigstens bis zum Herbst keine Gefahr drohen würde. Die Frage ist nur, wieweit im Augenblick noch das Sein oder Nichtsein der Regierung lediglich durch das Parlament bestimmt wird und nicht etwa von der Straße. Von dem Ermächtigungsgesetz zur Sanierung der Staatsfinanzen hat die Regierung bisher nur einen sehr beschränkten Gebrauch gemacht. Einen wesentlichen Teil ihrer Vorlagen hat sie zunächst wieder zu rückgezogen, um vor den Parlamentsferien auf jeden Fall der Gefahr einer neuen Regierungskrise entgehen zu können. Dieser Aktionsmangel wird der Regierung allerdings in weiten Kreisen stark verübelt, die darauf warten, daß endlich etwas geschehe. Von der Frank-Krise ist zwar seit der Neubildung der Regierung durch Laval wenigstens im Parlament kaum noch die Rede gewesen, ohne daß damit jedoch die Gefahr für die französische Währung als überwunden gelten könnte. Mindestens läßt die Kursentwicklung der Staatsrenten erkennen, daß gerade in den Börsen- und Wirtschaftskreisen der Finanz- und Währungsfrage nach wie vor die größte Aufmerksamkeit geschenkt und noch immer eine drohende Gefahr für die Währung erblickt wird. Inzwischen hat allerdings nach Entlassung des Parlaments in die Ferien eine erste Beratung der Regierung über die zu ergreifenden Sparmaßnahmen stattgefunden, doch ist die erwartete Veröffentlichung der beschlossenen S p a r v r- ordnungen noch ausgeblieben. Hatte die Regierung zunächst die Parlamentsferien herankommen lassen wollen, bevor sie mit ihren nicht eben populären Maßnahmen herausrückte, so hat sie deren Veröffentlichung nunmehr offenbar im Hinblick auf den 14. Juli nochmals hinausgeschoben, um die für diesen Tag geplante Demonstration „gegen den Faschismus" nicht den Charakter einer Demonstration gegen die Regierung annehmen zu lassen. Diese Gefahr liegt immerhin nahe, da sich auch Neue Fronten ii Von unserem (— (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Chardin, Juni 1935. Während im fernen europäischen Westen — dem „Herd aller Unruhe", sagen die Chinesen — die politischen Leidenschaften in Wallung sind und die Gegensätze mit unverminderter Gewalt aufeinanderprallen, beginnt im asiatischen Osten eine Jahreszeit, in der sich das Blut langsam und träge durch die Adern wälzt, in der die Sonne die mandschurischen und mongolischen Steppen unbarmherzig ausdörrt und in der man also weniger denn je geneigt ist, an herannahende politische und militärische Umwälzungen zu glauben. Die heraufziehende kontinentale Hitze in der Mandschurei und in der Mongolei müßte, so sollte man meinen, jeden Willen zu neuen Aktionen im Keime ersticken und die Hirne der Menschen zu einem neuen Entschluß unfähig machen. Und dennoch — und dennoch ... Liest man nicht jede Woche von Grenzverletzungen hüben und drüben der mandschurisch-mongolischen und der mandschurisch-sowjetrussischen Grenze, von Reibungen der Chinesen in der Inneren Mongolei und der Japaner mit den Chinesen in der Mandschurei, von neuen Verhandlungen über Grenzfestsetzungen, von Bestrebungen, sich über den Kopf anderer mit drtt- ten zu verständigen, von Besetzungen fremder Städte, Einrichtungen von Kraftverkehrslinien und Flugplätzen auf fremdem Gebiet, von neuen Kämpfen und Schlachten? Freilich muß man an die Berichte aus Oftafien, die in der Weltpresse als „entscheidende Auseinandersetzungen" erscheinen, einen sehr verkleinerten Maßstab anlegen. Die Mühlen im Asiatischen Osten mahlen sehr, sehr langsam, und wegen eines zur Unzeit losgegangenen Gewehrschusses an irgendeiner Grenze in Ostasien pflegt noch kein Weltkrieg auszubrechen! Auch wenn ein kleines Flüßchen, das zufällig die Grenze zwischen der Mandschurei und der Mongolei bildet, sich plötzlich im Wüstensande einen anderen Weg sucht und mandschurisches Gebiet auf diese Weise — denn es ist doch die „Grenze"? — der Mongolei zuschlägt, auch wenn es darob zu einer Schießerei kommt, in der ein japanischer Unteroffizier getötet wird, wird die Kriegsgefahr kaum erhöht. Denn es genügen einige japanische Tanks und mehrere schwere Bomber, um die Mongolen wieder zurückzutreiben, trotz der launenhaften Willkür dieses Wüstenflüß- chens, das sich einbildete, Weltgeschichte zu machen. Die japanischen Bomber und Tanks sind überhaupt ein Faktor, der auf viele erhitzte Gemüter, die militärischen und sonstigen Abenteuern nicht abhold sind, einen sehr abkühlenden Einfluß ausüben. Die Achtung vor ihnen ist ungeheuer groß, und sie könnten sogar ein Element der Stetigkeit der gegenwärtigen Entwicklung, d. h. der Fortdauer der japanischen Expansion, bilden, wenn — ja, wenn nicht jenseits der Mandschurei ebensolche Tanks und ebensolche Bomber sow- setrussischen Ursprungs stünden! Bisher zeigten diese roten Kriegsmaschinen eine gewisse Beharrungstendenz, sie wirkten durch ihr die bürgerliche Linke, die einen wesentlichen Bestandteil der Regierungsmehrheit bildet, an dieser Demonstration beteiligen wird, nachdem der für das Linkskartell eingenommene D a l a d i e r die Gelegenheit einer vorübergehenden Abwesenheit des radikalsozialistischen Parteiführers Herriot benutzt hat, diesen Beteiligungsbeschluß der bürgerlichen Linken herbeizuführen. Während also über die Sparmaßnahmen der Regierung noch keine absolute Klarheit besteht, hat Laval doch auf Befragen andeutungsweise zugegeben, daß sein Plan auf eine Kürzung der Beamtengehälter und des Dien st es der Staatsanleihen hinauslaufe, wobei angenommen wird, daß diese Kürzung etwa 10 bis 15 v. H. ausmachen werde. Da es aber zwischen dem Wege in die Frankabwertung und Inflation und dem energischer Sparmaßnßahmen zwecks Sanierung der Staatsfinanzen einen anderen Ausweg nicht gibt und das Kabinett Laval ja ausdrücklich zur Rettung der Währung berufen wurde, wird sich Frankreich wohl oder übel mit den zwar unpopulären aber allein wirksamen Sparmaßnahmen ab- finden müssen. Dabei ist natürlich für eine erfolgreiche Arbeit der Regierung das Vertrauen des Parlaments und der Oeffentlichkeit, um das Laval bei der Negierungsübernahme inständig gebeten hatte, eine wesentliche Voraussetzung. Von unserem Standpunkt aus können wir jedenfalls nur wünschen, daß die stanzösische Regierung die gegenwärtige schwere Krise überwinden möge, da wir gerade im Hinblick auf die notwendige Klärung unserer außen- und handelspolitischen Beziehungen zu Frankreich e i n besonderes Interesse an einer fest - gegründeten Regierung in Frankreich haben müssen. Hemot bleibt. Der Ritz bei den Radikalsozialisten noch einmal verkleistert. P a r i s , 3. Juli. (DNB.) Der Vorstand des Vollzugsausschusses der Radikalsozialistischen Partei stimmte geschlossen einer Erklärung zu, die der Vorsitzende der Partei Staatsminister Herriot in der mit Spannung erwarteten Sitzung des Vollzugsausschusses am Mittwochabend verlas. Die Erklärung besagt, daß im Vorstand des Vollzugsausschusses eine Einigung zwischen den verschiedenen Tendenzen innerhalb der Partei erzielt worden sei Er, Herriot, fordere als Parteivorsitzender, daß die Partei jeder Art von Diktatur gegenüber ablehnend bleibe und ihre Unabhängigkeit ebenso wie die anderen Parteien bewahre. Man werde weder auf dem linken noch auf dem rechten Flügel der Partei irgendjemanden ausschließen, der die Republik verteidigen wolle. Herriot selbst wolle für seinen Teil für die Republik kämpfen, aber unter sämtlichen drei Farben ihrer Fahne. Aus dem Schlußwort der Erklärung Her- riots scheint hervorzugehen, daß er nicht vorzeitig den Parteivorsitz niederlegen, sondern den normalen Ablauf seines Amtes im Herbst dieses Jahres abwarten wird. Herriot erklärte allerdings, daß er zum letzten M a l die Arbeit des Vollzugsausschusses leite, und daß er in die Reihen der Partei zurücktreten werde. n Fernen Osten. fS) Berichterstatter. bloßes Dasein. Jetzt scheinen aber Umgruppierungen im Gange zu sein, neue Stellungen werden bezogen, neue Fronten bilden sich und in das ganze Bild kommt Bewegung. Die Sowjetrussen haben Verträge der gegenseitigen Unterstützung abgeschlossen, um durch diesen geschickten Schachzug die japanische Mandschurei von drei Seiten zu umklammern. Und während die Japaner mit verdächtigen Vorbereitungen in Nordchina beschäftigt find, finden sie im Norden ihrer Stellung auf dein asiatischen Kontinent eine neue Lage vor. Nach dem Verkauf der chinesischen Ostbahn an Mandschukuo-Japan haben die Roten nicht die Hände in den Schoß gelegt. Auf javanischer Seite will man Beweise dafür haben, daß ein bedeutender Teil des Erlöses für die Bahn von ihnen zu Zwecken der Bolschewisle- rung Chinas und zu einer Verstärkung der Propaganda in der Mandschurei selbst verwendet wird. In Charbin ist es offenes Geheimnis, daß nicht alle diejenigen ehemaligen Angestellten der Sowjets bei der Bahn, die auf eine Rückkehr n^ach der Heimat verzichtet haben, zu den sogenannten „Nichtheimkehrern" gehören, die aus politischen Gründen die Rückkehr scheuen, sondern daß viele von ihnen vielmehr mit Wissen und Billigung der Moskauer Regierung ihren Wohnsitz nach China verlegt haben. Mit diesen Versuchen, „die revolutionäre Situation" von innen heraus zu schaffen, begnügt man sich aber nicht. In diesen Wachen wird in der ganzen fernöstlichen Presse eine Meldung viel besprochen, die davon wissen will, daß es dem sagenhaften Sowjetgeneral Blücher gelungen fei, in der Aeußeren Mongolei durch einen Vertrag des gegenseitigen Beistandes — ganz nach berühmten Mustern — sich weitgehenden Einfluß in Ulan B a t o r (dem ehemaligen Urga) zu sichern. Gegen die Hergabe eines Rüstungskredits von 10 Millionen Goldrubel sei ihm non der Regierung der Aeußeren Mongolei die Zusage eine Intensivierung der kommunistischen Propaganda, die Genehmigung zum Bau einer Eisenbahnlinie Ulan Bator — Tschita und das Versprechen erteilt worden, sowjetrussischen Truppen „im Ernstfälle" freien Durchzug zu gewähren. Also auch ein Durchmarschartikel — ebenfalls nach berühmten Mustern! Die mongolische Armee soll schließlich eine weitere Anzahl, von Sowjetinstrukteuren erhalten und mongolische Truppen sollen für diesen „Ernstfall" den sowjetischen „Beistand" leisten. Soweit dieser Bericht. Will man mandschurischen Blättern glauben, so hat diese Meldung auch in der Weltpresse großes Aufsehen erregt. So großes, daß eine der bedeutendsten westeuropäischen Agenturen sich mit einer Anfrage an das Moskauer Auswärtige Amt gewandt und dort — natürlich! — ein Dementi erhalten hat. So natürlich diese Ableugnung ist, so selbstverständlich kann sie aber auch falsch sein. Denn erstens liegt den Sowjets nichts daran, ihre sämtlichen Karten schon jetzt aufzu- decken, und zum zweiten braucht dieses Abkommen gar nicht in der Form eines hohen „Staatsver- träges" unter Dach gebracht worden zu fein, wie es die erwähnte Meldung geschehen sein lassen wollte. Man schlage in einem Geschichtsbuch nach und man wird dort finden, daß die Aeuhere Mongolei ohnehin sowjetische Einfluß. phare ist. Seit 1921 besteht dort die Bolsche- wiken-Herrschaft-, die Verfassung der Mongolei ist der kommunistischen nachgebildet, der Kommums» mus herrscht in allen Aemtern und Behörden 1 kurz, die Aeußere Mongolei ist ein Sowjet- t a a t. Drei Jahre später wurde zwar die djine* fische Oberhoheit anerkannt und die Zurückziehung der bolschewistischen Truppen zugesagt — ausgefuhrt wurde dieses Versprechen aber bis heute nicht. Soll Moskau die Notwendigkeit zu einem Staatsvertrag einsehen, wo alles auf dem Wegs einer bloßen Verwaltungsmaßnahme erreicht werden kann? Natürlich nicht, und so stimmt auch das Dementi... Gleichwohl werden diese Pläne sehr bald Tatsachen werden. Und dann wird sich Japan folgender Lage gegenüberjehen: im Osten grenzt die Mandschurei an die russische Küstenprovinz mit ihrem erstklassigen Kriegshafen W l a d i w o st o k (in der. Uebersetzung: Beherrsche den Osten!). Im Norden wird die Sowjeteisenbahn am großen Amurbogen zweigleisig ausgebaut. Bis zum Baikalsee im Nordwesten sind über 300 000 Mann konzentriert, dazu über 1000 Flugzeuge, zum Teil mit außerordentlich weitreichendem Aktionsradius, etwa 800 Tanks und Panzerwagen und Artillerie schwersten Kalibers. Durch den Bau der Bahnlinie Ulan Bator—Tschita aber wird diese Umklamme, rung der Mandschurei auch auf die Aeußere.- Mongolei ausgedehnt. Ein neues Sprungs brett ist hier geschaffen worden, von dem aus nichts nur die Mandschurei und die von den Japanern besetzten Gebiete von Dschehol und Tschachar, sondern auch die nordchinesischen Provinzen bedroht werden können. Wie reagiert Japan auf diese neue Lage? SeiÜ einigen Wochen werden die Verhandlungen-, mit den mongolischen Fürsten besonders intensiv von den Vertretern der Mandschurei (lies Japans) geführt. Es ist das Bestreben Japans, mit der Eroberung Dschehols, einer Provinz der Inneren Mongolei, und der Besetzung Tschachars nicht Schluß zu machen, sondern' die ganze Innere Mongolei — so oder anders — unter seinen Einfluß zu bekommen. Mit Geld und guten Worten sucht man sich die Sympathien der Mongolen zu erwerben, denn der mongolische Korridor wird -einst das Aufmarschgebiet der beiderseitigen Heere sein, wen der Kampf um die Vorherrschaft in diesem Teil Asiens zwischen der roten und der gelben Macht ausbricht. Schon wurde D o l o n N o r — mitten in der Inneren Mongolei— von den Japanern erobert, das seither von der japanischen Kwantungarrnee als Sprungbrett erkannt und festgehalten wird. Japan unterhält dort 5000 Mann, es hat eine eigene Autostraße nach Dschehol ge- baut, eine Funkstation, ein Flugplatz u. a. m. wurden errichtet. „Um die Kommunisten zu vertreiben", hieß es in der amtlichen japanischen Begründung, wurde Dolon Nor erobert, ebenso wie die Besetzung Dschehols — die von wenig über 200 Mann durchgeführt wurde, vor denen eine chinesische 30 000 Mann-Armee die Waffen streckte — mit der bolschewistischen Gefahr begründet wurde. Den Hauptschlag aber gedenkt Japan durch die schließliche Angliederung der Inneren Mongolei an feine Einflußsphäre zu führen. Im Kloster Pailingmiao, weit in der Binnenmongolei, hat der junge, ccker energische mon- gotlische Fürst Teh - wang die mongolische Autonomiepartei begründet, die die Einigung der Stämme erstrebt. Ihre politische Linie ist zwar noch nicht restlos, geklärt, — einerseits hat Teh-wang den mandschurischen Kaiser zu einem mongolischen „Ehrenfürsten" ernannt, andererseits verhandelt er mit der Nankinger Regierung über die Gewährung der Autonomie — aber es hat allerorts das größte Aufsehen erregt, daß in diesen Wochen ein hoher japanischer Militär in einem Sonderflugzeug in der Nähe des Klosters landete und dem Fürsten die Bildung eines selbständigen Staates „M o n g u k u o" versprach, wenn er einwilligt, ein Bündnis mit Mandschukuo abzuschließen, japanische Ratgeber aufzunehmen, Bahnen zu bauen, die Grenze gegen die sowjetische Aeußere Mongolei zu verstärken usw. So sind die Agenten und die Gelder sowohl der gelben wie der roten Macht gleichermaßen in der Aeußeren und in der Inneren Mongolei tätig. Und ein Blick auf die Karte bestätigt die Auffassung des japanischen Generals Dohihara, der nach einer Inspektionsreise durch die Mandschurei, Nordchina und die von Japanern besetzten mongolischen Provinzen erklärte, keine der beiden Seiten wünsche zwar den Krieg, aber die Entwicklung dazu sei unaufhaltsam. Der diesjährige Reichsbauerntag. Aus Mnorbnung des Reichsbauernführers findet der diesjährige Reichsbauerntaq in der Zeit vom 10. bis 17. Neblung (November) 19 3 5 in der Reichsbauernstadt Goslar statt. Um den Reichsbauerntag besonders herauszuheben, und die Führerschaft des Reichsnährstandes auf biefe Tagung genügenb vorzubereiten, hat der Reichsbauernführer eine Sperre aller Kundgebungen und Arbeitstagungen des Reichsnährstandes bis zum Reichsbauerntag verfügt. Von dieser Anorbnung sind allein die Vorbereitungen zum diesjährigen Erntedanktag ausgenommen. Kurheffenschau des Reichsnährstandes In der Woche vom 12. bis 20. Gilbharb (Oktober) 1935 wirb in Kassel bie Kurhessenschau bes Reichsnährstanbes burchgeführt. Die Ausstellung wirb in ber neuerbauten Kurhessenhalle, bie für Woll-Auktionen unb Viehoersteigerungen geschaffen worben ist, errichtet. In ber Abteilung ber Lehrschauen werben bie Maßnahmen ber Reichsregierung zur Errettung bes beutschen Bauern gezeigt, insbefonbere bie agrarpolitischen Maßnah' men. Weiterhin werben bie kulturellen Zusam« menhänge unb bie kulturelle Vebeutunq unseres Bauerntums bargestellt, wobei bas Kur hessische Bauerntum besonbere Berücksichtigung finben wirb. Einen großen Platz werben bie Abteilungen Viehzucht, Ackerbau, Betriebsführung unb Genossenschaftswesen im Kurhessenlanb ein« nehmen. Hanbel unb Hanbwerk, — unter befonberer Berücksichtigung ihrer Verbinbung zur Lanbwirtschaft —, werben ebenfalls in ber Ausstellung an bie Oeffentlichkeit treten. Auf bem Freigelände vor ben Ausstellungshallen wird eine umfangreiche Schau lanbwirtschaft« licher Maschinen ihren Platz finben. Ferna» wirb auf bem Freigelänbe bie Vorführung von Zuchttieren erfolgen. Des weiteren ist ! eine Kleintierschau geplant. Reichseinheitliche Prüfungsanforderungen für Kaufmannslehrlinge. Vom Sozialen Amt der Reichsjugendführung wird geschrieben: Die bisherigen Erfahrungen, die von den In- dustrie- und Handelskammern bei den K a u s - manysgehilfenprüfungen gemacht werden konnten, haben nicht nur die Notwendigkeit der Prüfungen selbst bestätigt, sondern immer wieder auch oie Einheitlichkeit der Prüfungsordnungen und Prüfungsan- forderunaen als erforderlich erwiesen. Der Wert einer Leistungsprüfung erscheint fragwürdig, wenn weitgehend auf Art und Umfang des Lehrbetriebes Rücksicht genommen werden muß. Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin hat nun neue Prüfungsanforderungen an Verkaufslehrlinge des Kolonialwareneinzelhandels der Oef- fentlichkeit übergeben. Sie stellen einen Versuch dar, die Grundlage einer objektiven Leist ungsbewertuny zu schaffen und die Kauf- mannsgehilfenpflichtvrüfungen loszulösen von den Bedingungen des Lehrbetriebes. Die Anforderungen, die eingehend die Gebiete Einkauf, Lager, Warenkunde, Verkauf, Kaffe, Expedition, Korrespondenz, Registratur, Buchhaltung, Geldverkehr, Handelsrecht, Sozialrecht und nationalsozialistisches Allgemeinwissen behandeln, sollen dazu dienen, den Prüfungsbewerber rechtzeitig zu belehren, welches Maß an kaufmännischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten er in der Kaufmannsgehilfenpflichtprüfung nachzuweisen hat. Wenn der Lehrling also zu Beginn der Lehrzeit dies Heftchen erwirbt, dann hat er Gelegenheit, sich im Laufe seiner drei Lehrjahre auf die Prüfungsanforderungen systematisch v o r z u - bereiten. Dem Lehrherrn sollen die Prü- Deutschlands Oelbilanz. Auf der in diesen Tagen in Hamburg abgehaltenen Kraft- und Brennstoff-Tagung hielt u. a. der Generaldirektor der Rhenania-Ossag Mineralölwerke A. G. Hamburg, Dr. K r u s p i g, ein aufschlußreiches Referat über das Thema „Fremde Oele in der deutschen Wirtschaf t", das darum ein besonderes Interesse beanspruchen darf, weil diese Ausführungen eine im weiteren Sinne volkswirtschaftliche Frage behandeln. Dem Problem der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Oelen hat sich in letzter Zeit in besonderem Maße das Interesse der politischen und wirtschaftlichen Führung, der Fachkreise und darüber hinaus weitester Kreise der gesamten Öffentlichkeit zugewandt. Es ist in stärkerem Maße akut geworden durch die außerordentlich schnell fortschreitende Motorisierung, die notwendige Einschränkung jeder Einfuhr, die irgendwie durch Eigenproduktion ersetzt werden kann und schließlich durch die Ueberlegung, daß überhaupt auf diesem wie anderen Gebieten eine möglichst weitgehende Unabhängigkeit vom Auslande zu erstreben ist. Trotz der — absolut betrachtet — großen Mengen- und Wertzahlen, um die es sich bei dem Oel- problem handelt, erscheinen diese doch zum Teil stark verkleinert, wenn man sie am Maßstab des gesamten deutschen Außenhandels und selbst an dem einzelner anderer Einfuhrwaren mißt. Wenn auch 116 Millionen Mark als einzelner Einfuhrposten heute mehr denn je einen Betrag darstellen, der schon eine Rolle spielt, so mag diese Summe, die den Gegenwert der gesamten deutschen Mineralöl- Einfuhr in Höhe von 2,9 Millionen Tonnen (nach Abzug des Re-Exports) ausmacht, doch wieder relativ niedriger erscheinen, wenn man berücksichtigt, daß wir mit dieser überwiegend in Deutschland erst verarbeiteten Oelmenge fast '3 ro e i Drittel unserer Kraftwagen, Zehntausende von Zugmaschinen, Tausende von großen und kleinen Dieselmotoren betreiben, rund vier Fünftel unserer Maschinen schmieren, Straßen asphaltieren, Dächer decken und anderes mehr machen, daß diese 116 Millionen immerhin er st 2,6 Prozent der gesamten deutschen Einfuhr ausmachen, daß die deutsche Obsteinfuhr nur um 7 Millionen Mark geringer war, und daß schließlich diese Oelein- fuhr bereits mit Ausfuhrerlösen bezahlt werden konnte, die 1934 nur 2,8 Prozent des Gesamterlöses unserer Ausfuhr ausgemacht haben. Don besonderem Interesse mag die in dem erwähnten Referat geäußerte Annahme fein, daß wir mit unserem Verbrauch von leichtem Treibstoff voraussichtlich nicht mehr weit von unserem Gipfelpunkt entfernt sind, weil trotz der stark zunehmen- fungsanforderungen als Richtlinien für die Ausbildung seiner Lehrlinge dienen, so daß er sich mit Abschluß eines Lehrverhältnisses auf eine Ausbildung verpflichtet, die nicht mehr allein dem eigenen Ermessen unterworfen ist. Die B e - ruf s» und Fachschulen werden gleichzeitig über die 'Wünsche der Wirtschaft hinsichtlich der Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses unterrichtet, während die Wirtschaft ihrerseits von der Notwendigkeit und dem erforderlichen Maß der schulischen Berufserziehungsarbeit Kenntnis hat. Der Vorstoß der Berliner Industrie- und Handelskammer unterbindet automatisch jede Spezialisierung des Lehrlings während der Lehrzeit, weist' den Lehrling vielmehr an, zunächst die erforderlichen kaufmännischen und fachlichen -Kenntnisse zu erwerben. Ebenso automatisch wird daher die Lehrlingsausbildung in Spezialbetrieben des Einzelhandels, in Einheitspreisgeschäften usw. beseitigt. Der Lehrherr ist selbst dann nicht zur einseitigen Ausbildung des Lehrlings — etwa nur in der Buchhaltung oder in der Kasse — berechtigt, wenn die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigte des Lehrlings ihre Zustimmung dazu geben. Es soll für alle Zukunft verhindert werden, daß dem Lehrling die Fortkommensmöglichkeiten bereits während der Lehre auf ein bestimmtes Fachgebiet beschränkt werden. Don der Reichswirtschaftskammer wurde nun ein Ausschuß ins Leben gerufen, der mit der Ausarbeitung reichseinheitlicher Richtlinien für die übrigen Fachgruppen des Lebensund Genußmitteleinzelhandels beauftragt worden ist den Motorisierung die ebenfalls in aussichtsreicher Entwicklung begriffene Verwendung von festen und gasförmigen Treibstoffen die Steigerung des Benzinverbrauches voraussichtlich in viel engeren Grenzen halten wird, als man im Hinblick auf die zunehmende Motorisierung zunächst anzunehmen geneigt fein könnte. Ueberhaupt ist heute schon die deutsche Bedarfsdeckung an leichten Treibstoffen in nicht mehr so hohem Maße von der Auslandseinsuhr abhängig; denn von dem vorjährigen Bedarf in Höhe von 1 650 000 Tonnen wurden rund 650 000 Tonnen durch Eigen- erzeugung gedeckt. Auch die Eigenerzeugung an Schmieröl konnte im letzten Jahre bereits von 20 auf 24 0. H. des heimischen Bedarfs gesteigert werden. Dafür haben wir allerdings auf anderen Gebieten noch eine wesentlich größere Abhängigkeit vom Auslande. So konnte beispielsweise 1934 von dem Asphaltbedarf erst ein Anteil von 4 0. H. durch die deutsche Erdöl-Produktion gedeckt werden. Diese großen Unterschiede ergeben sich in der Hauptsache daraus, daß naturgemäß die deutsche Industrie in erster Linie diejenigen Oele herstellt, mit denen sie mit den Preisen am günstigsten liegt. In diesem Zusammenhänge dürfen schließlich noch die Angaben ein besonderes Interesse beanspruchen, daß von den im Jahre 1934 insgesamt von der deutschen Wirtschaft für die Oel- versorguna aus dem In- und Ausland ausgegebenen 700 Millonen Mark etwa 500 Millionen auf Zölle und Mehrkosten der inländischen Herstellung, insbesondere auf die zusätzliche Belastung des Treibstoffpreises aus der S pritbeimischung entfallen und daß die Frage des T r e i b st 0 f f p r e i f e s und seiner Zusammensetzung aus den eigenb lichen Kosten der Ware und staatlichen Abgaben von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung der Motorisierung in Deutschland sein werde. Trotz der zwingenden Notwendigkeit, für die Deckung unseres Oelbedarfs jede mögliche heimische Quelle zu erschließen, ergeben sich naturgemäß hierfür auch gewisse Grenzen, die sowohl von der Wirtschaftlichkeit her wie von handelspolitischen Erwägungen gezogen werden, da die Oeleinfuhr schon heute im Warenverkehr mit einigen Ländern e i n wichtiges Kompensationsobjekt für zusätzliche deutsche Ausfuhrmöglichkeiten bildet. Hierauf bezog sich insbesondere die Schlußbemerkung Dr. Krrrspigs, daß die gegenwärtige anormale Lage des Welthandels nicht zu überstürzten, von einer extrem autrakifchen Einstellung diktierten Investitionen führen dürfe. Geistige Wehrbereiffchast. Die jungen Wehrpflichtigen Haben die ersten Musterungen hinter sich. Die Berichte darüber besagen, daß die deutsche waffenfähige Jugend mit Freude und Eifer die Aushebungen verfolge. Die Feststellung dieser Tatsache erscheint vielleicht manchem in unserer Zeit überflüssig, weil sie nur eine Selbstverständlichkeit bestätigt. Die Wehrbereitschaft unserer Jugend ist ein im deutschen Volkscharakter beruhender Schatz, dessen Hebung und neu erstrahlender Glanz ein unbestreitbares Verdienst des Dritten Reiches ist. Vielfach aus den Scharen Adolf Hitlers hervorgegangen, die Blut und Leben für die Wiedererstarkung des Reiches opferten, treten diese jungen Männer nun in das graue Heer und werden im Sinne ihres Führers bewußte Träger der ruhmvollen "Tradition deutschen Soldatentums, das feine höchste Vollendung im Weltkriege fand. Aus jener Zeit wissen wir, welche Bedeutung neben der Wehrpflicht b i e Wehrwilligkeit' besitzt. Im Kriege erfuhren wir ferner, daß Heer und Heimat erfüllt sein müssen von ein und demselben Geist. Diese Erfahrung, ditz sich die nationalsozialistische Bewegung zu eigen gemacht hat, ist eine der Kraftquellen unserer Zeit. Von besonderer Bedeutung ist sie im Hinblick auf die Landesverteidigung. Hier muß schon in Friedenszeiten die Vorarbeit geleistet sein, auf der sich im Ernstfall der weitere Aufbau zur seelischen Erstarkung des Volkes vollziehen kann. Man mag dieses Fundament nennen, wie man will — es muß ein Ziel und einen Erfolg zeitigen: d i e geistige Wehrbereitschaft. Wie ist diese zu schaffen, und was gehört zu ihr? Der Nationalsozialismus kann mit Recht von sich sagen, daß.er in allen Teilen der Volksgemeinschaft weitestgehendes Verständnis für Wehrfragen aller Art findet. Eine Hauptaufgabe der Gegenwart ist es darum, dieses Verständnis mit allen Mitteln zu fördern und auszubauen. Es gilt das Erkennen unseres Volkes für die eigenen Wehrprobleme an Hand derjenigen unserer Nachbarländer und des übrigen Auslandes zu vertiefen. Mit Recht kann eine solche Aufklärungsarbeit Wehrpropaganda genannt werden. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von jeder Art Kriegspropaganda und bezweckt stattdessen das wehrhafte Denk en in der Volksgemein s ch a f t als ein lebensnotwendiges Gebot unserer Tage. Sie ist also eine völlig ideelle Angelegenheit eines Volkes, das sich auf wehrpolitischem Gebiet mit Fragen und Problemen beschäftigt, die eines Tages akut werden könnten. Der moderne Landesschutz erfordert von der ganzen Bevölkerung größtes Verständnis und völligen Einsatz. Dafür die rechte geistige Einstellung zu erwecken und zu pflegen und so eine ständige Wehrbereitschaft zu garantieren, ist ein wehrpolitisches Gebot, das in den hochgerüsteten Staaten eifrig befolgt wird Wehrpropaganda vermittelt dementsprechend die Kenntnis von dem Rüstungsstand der Nachbarn und des sonstigen Auslandes, sie unterrichtet objektiv über das militärische Vorhaben anderer Staaten, sie berichtet über den Stand der Kriegstechnik — kurz; sie gibt im Hinblick auf die eigene Lage und deren Erfordernisse genaue Kunde oon dem militärischen und wehrpolitischen Geschehen der Umwelt, damit dadurch der eigene Blick geschult und die Wehrbereitschaft wachgehalten wird. Diese Wachsamkeit und Bereitschaft kann mehr als früher als ein besonderes wehrpolitisches Kennzeichen der Gegenwart angesprochen werden. Denn infolge des in Zukunft dreidimensionalen Kampfes, bei dem die Heeresmotorisierung sowie die Luftstreitkräfte eine wesentliche Rolle spielen dürften, wird das Moment der plötzlichen Entscheidung so wie der Ueberraschung in den Vordergrund treten. Hierfür muß heutzutage ein Volk innerlich gewappnet sein. Das ist aber nur möglich durch die allgemeine geistige Wehrbereitscbast des Volkes, das sich beizeiten über diese Pflichten klargeworden ist und diesen Anforderungen unerschrocken ins Auge blickt. Es genügt heute nicht mehr die Ableistung des Waffendienstes des einzelnen Wehrpflichtigen. Erforderlich ist vielmehr die Wehrbe- reitfchaft des ganzen Volkes, das im Ernstfall einmal in feiner Gesamtheit den Folgen eines Maf- fenganges ausgesetzt ist. Das alte Soldatenwort „Bereit sein ist alles!" hat darum heute ebenso Geltung wie die Forderung, daß die geistige Wehrbereitschaft einen festen Platz innehaben muß im deutschen Gedankengut des Dritten Reiches! Helgoland. 45 ,3obre in deutschem Besitz. „Grün in das Land, Rot ist die Kant, Weiß ist der Sand. Das sind die Farben Von Helgoland!" Der 1. Juli 1890 war für Helgoland ein historischer Tag. Damals, also von 45 Jahren, wurde der deutsch-englische Vertrag abgeschlossen, der dem Deutschen Reich diese Insel, den „Schlüssel zur Deutschen Bucht", sicherte, unter Verzicht auf Teile des neuerworbenen ostasrika- nischen Kolonialgebietes. Es war politischer Wen- blick, der damals auf wertvolles Kolonialland verzichtete; aber der Besitz von Helgoland war noch wertvoller, noch entscheidender für Deutschlands Zukunft. Das hat Helgoland im Weltkriege bewiesen, kein Feind wagte die stark befestigte Insel anzugreifen, die für sämtliche Unternehmungen unserer Flotte in der Nordsee ein unschätzbarer Stützpunkt war. Tragik des Schicksals, daß damals, als am 28. August 1914 bei der Insel leichte deutsche Streitkräfte in schwerem Kampf gegen englische' Schlachtkreuzer standen, wobei die Kreuzer „Mainz", „Köln , „Ariadne" und das Torpedoboot „V. 187" versenkt wurden, die Batterien der Insel wegen Nebels nicht hatten eingreifen können. Welche Bedeutung der Feind der Festung Helgoland beimaß, geht zur Genüge daraus hervor, daß die Entente im Versailler Diktat festlegte, sämtliche Befestigungsanlagen und Hafenbauten müßten gesprengt werden. So dient Helgoland heute friedlichen Zwecken, es hat eine Biologische Anstalt, ein stattliches, 1892 gegründetes M e e re s l a b 0 ra t 0 r i u m. Es ist vielleicht von Interesse, darauf hinzuweisen, daß Ern st Haeckel bereits 1854 auf Helgoland Meeresforschung betrieb. Seit 1910 hat die Insel eine Vogelwarte, die, ähnlich wie die von Rossitten auf der Kurischen Nehrung, an der Feststellung des Vogelfluges arbeitet und durchziehende Vögel beringt. Weltbekannt ist Helgoland als Seebad. Im Jahre 1826, angesichts der Not und des Elends unter der Bevölkerung in der Zeit nach den napoleonischen Kriegen — damals gehörte die Insel bereits England, das sie 1807 den Dänen abgenommen hatte — hat ein Helgoländer, Siemens, sich dafür eingesetzt, daß man auf der Insel Einrichtungen für die Ausnahme von Badegästen traf. Das Badeleben selbst vollzieht sich auf der 1500 m von der Insel entfernt liegenden sogenannten Düne, die noch bis zum älnfcr.g des 18. Jahrhunderts mit der Hauprlnsel in unmittelbarer Verbindung, durch einen Sleinwall, Len „Waal" stand. Eine Hochflut hat dann 1711 diesen Steinwall weggerissen, wie ja überhaupt Helgoland im Laufe der Jahrhunderte durch die stürmische See und durch die Verwitterung des Felsens immer kleiner wird. Heute hat die Insel bei einer Einwohnerzahl von etwa 2500 Menschen eine Größe von 0,64 qkm. Auch für die deutsche Fischerei ist Helgoland von großer Bedeutung. Wie oft suchen bei stürmischem Wetter besonders die Kutter aus Finkenwärder und Cuxhaven den kleinen Schutzhafen auf, wie oft gehen im Schutz der Insel Handelsdampfer vor Anker, um besseres Wetter abzuwarten. Zäh halten die Inselbewohner an ihren alten Rechten, an den „B e l i e b u n g e n" fest, die man ihnen auch nach Möglichkeit belassen hat. So ist Helgoland auch heute noch Zollausland, es bildet einen eigenen Kreis, den ein dreigliedriger Jnselausschuß leitet. Schließlich wird das Gemeindewahlrecht nur dem verliehen, der mindestens fünf Jahre auf der Insel seinen Wohnsiß hat. Rot grüßt Helgolands Felsen über die Wasser der Nordsee, jedem unvergeßlich, der einmal die Insel besucht hat. Dankbar müssen wir aber des Tages gedenken, der von 45 Juhren die Insel mit Deutschland vereinigt hat. Weitere Förderung der Kleinsiedlung. Berlin, 3. Juli. (DNB.) Die Reichsregierung hält die tatkräftige Förderung der Kleinsiedlung für eine der wichtigsten und vordringlichsten Aufgaben. Nachdem erst kürzlich ein Betrag von zunächst 70 Millionen RM. für die Gewährung von Reichsdarlehen für Kleinsiedlungen verteilt worden ist, hat der Reichs- und Arbeitsminister einen weiteren Runderlaß an die zuständigen Behörden gerichtet, der die Möglichkeit gibt, die beträchtlichen Vergünstigungen und Erleichterungen steuerlicher, baupolizeilicher und sonstiger Art, die für Kleinsiedlungen gewährt werden, auch solchen Siedlungsvorhaben zuzuwenden, für die k e i n e R e i ch s - darlehen oder Reichsbürgschaften in Anspruch genommen werden. Bei dieser privat finanzierten Kleinsiedlung kann dem Siedler eine größere Bewegungsfreiheit eingeräumt werden als sonst im Darlehens- und Bürgschaftsverfahren. Insbesondere sind auch hinsichtlich der Grundstücksgröße und der Bau- und Einrichtungskosten weitere Grenzen gezogen als dort. So ist der A u s - bau eines zweiten Vollgeschosses für die eigenen Bedürfnisse des Siedlers, und unter gewissen Voraussetzungen der Einbau einer Einliegerwohnung zugelassen. Die strengen Bestimmungen des Darlehens- und Bürgschaftsverfahrens über die Einschaltung von Verfahrensträ- gern, über die Beschränkung des Personenkreises (auf Minderbemittelte mit nicht mehr als 200 RM. Monatseinkommen), über die Eigenleistung der Siedler, über die dreijährige Bewährungsfrist u. a. brauchen hier nicht angewandt zu werden. Auch die Daukostengrenzen sind aufgelockert worden. Danach können jetzt auch solche Vorhaben noch als Kleinsiedlungen anerkannt werden, bei denen die Kosten für Ausbau und Einrichtung, ausschließlich der Kosten des Grunderwerbs und der Geländeerschließung, äußerstenfalls bis zu 6000 Reichsmark betragen. Anträge auf Anerkennung von Siedlungsvorhaben als Kleinsiedlung sind unmittelbar an die Anerkennungsbehörden (in Preu- ßen die Regierungspräsidenten, die Verbandspräsidenten in Hessen, in den übrigen Ländern durchweg die obersten Landesbehörden — Ressort für die Kleinsiedlung) zu richten. Außenminister Beck Gast des Führers. Berlin, 3. Juli. (DNB.) Der polnische Außenminister Oberst Beck stattete um 10.45 Uhr in Begleitung des polnischen Botschafter Lipski im Auswärtigen Amt dem Reichsaußenminister Frhrn. v. Neurath einen Besuch von etwa 15 Minuten Dauer ab. Anschließend begab sich Minister Beck, vom Botschafter und vom Reichsaußenminister begleitet, zu Fuß in d i e Reichskanzlei, wo die Wachen das Gewehr präsentierten. Der Adjutant des Führers und Reichskanzlers, ObergruppenfühOberst Beck beim Verlassen der Reichskanzlei; - neben ihm Obergruppenführer Brückner. — (Scherl-M.) I VA rer Brückner, empfing die Gäste am Eingang und geleitete sie zum Führer. Außenminister Beck und Frau Beck nahmen dann an einem Frühstück teil, das Freiherr v. Neurath zu ihren Ehren veranstaltete. Bei dem Frühstück waren zugegen von deutscher Seite der Staatssekretär v. Bülow, der deutsche Botschafter in Warschau, v. M 0 ltke, Ministerialdirektor Meyer mit Gattin, sowie der Protokollchef Graf Bassewitz und einige Herren des Auswärtigen Amtes. Der Führer und 'Reichskanzler gab abends in seinem Hause zu Ehren des polnischen Außenministers und seiner Gattin ein Abendessen, an dem auch der polnische Botschafter Lipski, der deutsche Botschafter in Warschau v. Moltke und die Herren der Begleitung des Außenministers Beck, sowie mehrere Mitglieder der Reichsregierung u. a. führende Persönlichkeiten des politischen Lebens mit ihren Damen teilnahmen. Im Anschluß an das Essen fand ein Konzert statt, bei dem die Damen Luise Willer, Maria Müller und die Herren Wilhelm Rode, Max Lorenz, Julius Patzak, Professor Wilhelm Kempff und Michael Raucheisen mit vollendeten Darbietungen die Gäste des Führers erfreuten. Kunst und Wissenschaft. 48. Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker. Die allgemeine Sitzung der 4 8. Hauptversammlung des Verein deutscher Chemiker in Königsberg, wurde durch den Vorsitzenden des Vereins, Prof. Dr. Paul Duden (Frankfurt a. M.) mit einer Begrüßung eröffnet. Prof. Dr. Duden erläuterte die Aufgaben des Vereins im Dienste an der Volksgemeinschaft. Es handele sich darum, den Verein deutscher Chemiker durch die Sammlung aller Berufsgenossen immer vollständiger in die Aufbauarbeit des Führers hineinzustellen, ferner allgemein für chemische Arbeit Verständnis und Wertschätzung zu gewinnen und neue nützliche Ar. beitsmöglichkeiten zu schaffen. Professor Dr. Duden gab dann Kenntnis von einer neuen Stiftung, die dem Verein deutscher Chemiker von der IG. Farbenindustrie A. G. zur Verfügung gestellt worden ift. Sie gilt dem An» denken des Geheimrats Professor Dr. Karl Suis- berg, dessen bahnbrechendes Wirken der deutschen Chemie Weltruf verschafft hat, und bezweckt, den Nachwuchs zu fördern. Die Stiftung erbringt jährlich ein Stipendium von 1000 Mark für denjenigen Chemiker, der in Göttingen, Jena oder München studiert und die beste wissenschaftliche Jahresleistung vollbracht hat. Professor Dr. Duden überreichte dann im Namen des Vereins deutscher Chemiker die Emil-Fischer-Denkmünze an Professor Dr. Adolf Butenandt (Danzig) für hervorragende Forschungen auf dem Gebiete der Keimdrüsenhormone und die Liebig-Denk, münze an Professor Karl Ziegler (Heidelberg), sowie an den Professor für physikalische Chemie Dr. Roth (Braunschweig). Oer „Ford Frankreichs". Der französische Autoindustrielle Andre Citroen •)*. Wir erinnern uns: im vorigen Jahre erst war der Name Citroen in aller Munde, als sein Unternehmen zusammengebrochen war. Den Untergang seines Geschäftes hat der Großindustrielle nicht mehr lange überlebt, er ist eben an einer Krebskrankheit gestorben. Wenn man Citroen als den „Fort Frankreichs" bezeichnete, so darum, weil er nicht nur wie der amerikanische Autokönig ins Große strebte, sondern weil auch seine wirtschaftlichen Ansichten denen Fords glichen. Jedem sein Auto! war auch seine Parole, er sah in dem Auto das wichtigste Zubehör der kommenden Jahre. Darum forcierte er dis Autoerzeugung ins Unermeßliche, und waren int Jahre 1924 noch 400 Automobile in feiner Fabrik hergestellt worden, so verließen 1930 schon 200 000 und im Jahre 1931 300 000 Wagen die Werkstätten. Eine weitere Steigerung wäre zwar möglich ge< wesen, doch ging schon damals der Umsatz zurück, so daß sich Citroen zur Vorsicht gezwungen sah. Als die allgemeine Krise ausbrach, kamen auch über das Unternehmen des französischen Autokönigs größere Schwierigkeiten. Mehrere Stützungsaktionen brachten die Fabriken noch über die nächsten Jahrs hinweg, bis vor ganz kurzer Zeit in der Gläubigevt Versammlung die endgültige Sanierung ber Citroen- Werke beschlossen wurde. Das Kapital soll zunächst herabgesetzt und später wieder erhöht werden. Es war aber nicht so sehr die Krise, an der Citroen scheiterte, sondern seine eigene kaufmännische Un- fähigkeit. In einem wahren Expansionswahn mußte er immer neue Unternehmen gründen, ohne ihnen die finanzielle Grundlage geben zu können. So gründete er die Pariser Taxi-Gesellschaft, an die 2500 Autodroschken angeschlossen waren. 500 Omnibusse im Pariser Vorortverkehr gehörten ihm. er besaß kostspielige Bauten und riesige Ausstel- lungshallen, die sich sämtlich nicht rentierten, sondern nur eine Mehrbelastung waren. Alles in allem war Citroen eine Ausnahmeerscheinung in der französischen Unternehmerwelt. Der Franzose spekulierte nicht, sondern baut langsam und zähe auf, er liebt die Solidität und scheut allzu gewagte Aktionen. Die Bezeichnung der „Ford Frankreichs" war also durchaus kein Lob, sondern eher eine Andeutung des Fremdartigen, Amerikanischen, das Citroen anhaftete. Aus aller Welt. Ein glücklicher Griff: 10 000 Mark in der Arbeitsbeschaffungslotterie gezogen. Einer der Hauptgewinne der 5. Serie der Arbeitsbeschaffungslotterie wurde m Halle gezogen. In einem Lokal im Stadtzentrum hatte ein 44 Jahre alter Kellner zwei Lose von einem braunen Glücksmann gekauft. Eines davon war ein Freilos, auf das andere entfiel ein Gewinn von 10 000 Mark. Interessant sind die Begleitumstände dieses glücklichen Griffs. Bevor der Kellner sich zum Kauf entschloß, hatte ein Gast eine größere Anzahl Lose gekauft; keines davon brachte aber einen Gewinn. Kurze Zeit später wurde dem Kellner von einem Kollegen 1,50 Mark zurückgezahlt, die er diesem geliehen hatte. Er entschloß sich, dieses Geld, auf das er nicht mehr gerechnet hatte, für Lose auszugeben. Dabei hatte er den Einfall, die Lose nach seinem Geburtsdatum, den 14. 7., so auszuwählen, daß er sich das 14. von links und das 7. von rechts im Kasten des Losoerkäufers geben ließ. Tödlicher Absturz eines berühmten österreichischen Hochtouristen. Der auf der Roßkuppenkante in Steiermark t ö d- li ch Abgestürzte — wir haben über das Unglück bereits kurz berichtet — ist einer der berühmtesten österreichischen Hochtouristen, namens Kurt Reif- s ch n e i d e r. Er war als ein Pionier der Hochtouristik bekannt. Seine letzte alpinistische Großtat, die erst vor wenigen Tagen erfolgte, war die bisher als unmöglich angesehene Bezwingung der Westseite der Trisselwand, die fast 1000 Meter über dem Außersee im Salzkammergut aufragt. Aeberfchwemmungen am Vierwaldstätter-See. Die S ch n e e s ch m e l z e in den Alpen hat am Dierwaldstätter-See starke U e b e r s ch w e m m u n- g e n hervorgerufen. In Luzern ist nie Kaimauer bereits im Wasser. Die Anlagen am See sind überflutet. Man befürchtet eine Wiederholung der furchtbaren Ueberschwernrmmgen vom Jahre 1910. Das Stansstader Ried liegt bereits tief im Wasser. In das Dorf Stansstad ist das Wasser bis zum Bahnhof vorgedrungen. Ein dortiger Gasthof mußte geschlossen werden. Auch bei Gersau und anderen Orten des Dierwaldstätter-Sees wird Hochwasser gemeldet. Die Reuß führt auch nach dem Ausfluß aus dem See Hochwasser. Besonders schlimm sieht es in Emmenbrücke aus, wo die kleine Enn als Wildwasser der Reuß zuströmt. Im Kanton Freiburg haben Unwetter gehaust. Der Blitz schlug in drei Anwesen ein, die niederbrannten. Eine durch einen Blitzschlag ohnmächtig gewordene Frau konnte noch im letzten Augenblick aus ihrem brennenden Hause geborgen werden. Im Neuenburger Weinbaugebiet haben ebenfalls schwere Unwetter Reben und Bäume entwurzelt und Wohnhäuser überschwemmt. Drei Todesopfer des Unwetters in Oberitalien. Die Hitzewelle hat auch in Oberitalien ihr Ende gefunden. Schwere Wolkenbrüche haben eine starke Abkühlung mit sich gebracht. Auf dem Garda-See wurden etwa 30 Fischerbarken von dem Unwetter überrascht. 28 Boote konnten sich, allerdings nur mit Mühe, rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwei Fischerboote sind gefüllten. Drei Fischer ertranken. Auch in den Wohnhäusern zahlreicher Orte haben die schweren Regengüsse Beschädigungen hervorgerufen. In Novara schlug der Blitz in einen fahrenden Kraftwagen, dessen Lenker schwere Verletzungen davontrug. Die Stadt Toronto meldet einen Temperatur stürz von 37 auf 18 Grad infolge des Niedergehens von Hagelschauern, die der Landwirtschaft großen Schaden zugefügt haben. Ein Vesuv-Ausbruch. In der Nacht zum Mittwoch hat der Vesuv, der schon seit einiger Zeit in Tätigkeit war, plötzlich einen starken Ausbruch gemacht, bei dem sich durch die Explosion von Kratergasen eine Höhlung in der Kraterwand bildete. Die Ausbrüche waren von einem starken inneren Grollen begleitet. Großes Glück hatte eine italienisch-amerikanische Rundfunkgesellschaft, die schon feit Monaten daran arbeitet, eine Hörsendung aus dem . Innern des Kraters zuftandezubringen. Bei der jetzt vorgenommenen ersten Uebertragung, die nach Italien, Amerika, Frankreich, die Schweiz, Oesterreich, Portugal, Spanien und Belgien gesendet wurde, hat sich somit der Hauptbeteiligte, in diesem Falle der Vesuv, von feiner interessantesten Seite hören lassen. Zwölfjähriger Junge ertrunken. — Der Vater verunglückt. Beim Baden in der Nahe ertrank der zwölf Jahre alte Schüler Jakob Schmitt aus Bingen- Büdesheim. Als der Vater von dem Tode seines Sohnes in Kenntnis gesetzt wurde, wollte er sich auf feinem Fahrrad an die Unfallstelle begeben. Arn Ausgang des Stadtteils Büdesheim ft ü r z t e er jedoch infolge der Aufregung so unglücklich auf die Straße, daß er sich neben Schulterverletzungen einen Armbruch zuzog. Trotz der Schmerzen ließ er sich aber von einem oorbeifommenben Motorradfahrer an die Stelle bringen, wo sein Kind lag. Dann wurde er ins Krankenhaus gebracht. Französisches Lastauto verunglückt. — Sechs Fahrgäste ertrunken. Auf dem Wege nach Bayonne ist ein Lastkraftwagen, der außer dem Wagenlenker sechs Fahrgäste beförderte, infolge Bruchs der Steuerung eine B ö - s ch u n g h i n a b g e ft ü r 3 t und in den Adourfluß gefallen. Sämtliche Fahrgäste ertranken, der Wagenlenker konnte sich retten. Die Leichen der sechs Opfer sind noch nicht geborgen worden. Zwischen Lastwagenanhängern zu Tode gequetscht. Im Hofe einer Kalkbrennerei in Somborn bei Gelsenkirchen geriet der 25jährige Franz Schmitt zwischen die Anhänger eines Lastwagenzuges. Er erlitt hierbei so schwere Quetschungen, daß er bereits kurze Zeit später v e r st a r b. Vootsunglück in Ostindien. — 14 Personen ertrunken. Auf dem Indus (Ostindien) ereignete sich unweit des Dorfes Raj ein schweres Bootsunglück, bei dem 14 Menschen ums Leben tarnen, ein mit 40 Bauern besetztes Boot schlug plötzlich um, und sämtliche Insassen stürzten ins Wasser. 26 tonnten sich retten, während die übrigen ertranken. Einer der Bauern tonnte, obwohl er des Schwimmens unfunbig war, gerettet werden, weil er sich, bis Hilfe nahte, an einer im Fluß schwimmenden großen Wassermelone festhielt. Das Schiffsunglück in der japanifchen Jnlandfee. — Bisher 12 Tote geborgen. Zu dem bereits gemeldeten Zusammenstoß zwischen dem Ausflugsdampfer „Midori Maru" und dem Frachtdampfer „Senzan Maru" in der japanischen Jnlandsee wird noch betannt, daß sich das Unglück 60 Kilometer westlich von Kobe ereignet hat. 1 Die „Midori Maru", auf der sich insgesamt 230 Fahrgäste und Besatzung befanden, ist innerhalb von 3 Minuten gefunten. 12 Tote tonnten bisher geborgen werden. 89 Personen werden noch vermißt. Es muß befürchtet werden, daß sie sämtlich den Tod in den Wellen gefunden haben. Nach den bisherigen Meldungen befinden sich unter den Opfern feine Europäer. Einfamilienhaus bei Paris In die Lust geflogen. In Le Vefinet, einem westlichen Vorort von Paris, ereignete sich in einem Einfamilenhaus aus bisher unbefannten Gründen eine Explosion, die das Haus völlig auseinanderriß. Die Feuerwehr hat bisher einen Schwerverletzten aus den Trümmern des Hauses geborgen, der taum verständliche Worte vor sich hinlallte. Aus einigen Wortstücken glaubt man entnehmen zu fönnen, daß noch zwei weitere Personen unter den Trümmern begraben liegen. Die Bergungsarbeiten hatten aber bisher noch keinen Erfolg. Der französische Staat erhalt ein Schloß geschenkt. Das Schloß Champs-fur-Marne, das von feinem Besitzer dem französischen Staat geschenkt wurde, damit es dem Präsidenten der Republik oder dem Ministerpräsidenten als Wochenendsitz diene, wurde fetzt vom Unterstaatsfekretar des Ministerpräsidenten in amtlichen Besitz übernommen. Das Schloß wurde im Jahre 1694 er* baut und verdankt der berühmten Marquise de Pompadour besondere Verschönerungen. Wäh. renb der Revolution wurde die Einrichtung des Schlosses stark beschädigt, zum Teil sogar zerstört, aber der letzte Besitzer hat als eifriger Sammler die Einrichtung wieder ersetzt. Von schönen Parkanlagen umgeben, gilt das Schloß als eine Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Paris. Es soll vor allem zur Aufnahme ausländischer Staatsgäste Verwendung finden. Scheidungsklage der ehemaligen Königin von Griechenland. Der Bukarester Staatsanzeiger veröffentlicht eine Vorladung an den ehemaligen König Georg II. von Griechenland, der durch die griechische Revolution am 25. März 1924 feines Thrones für verlustig erklärt wurde, am 6. Juli vor dem Bu- karester Appellationsgericht zu erscheinen, wo eine von seiner Gattin, der ehemaligen Königin Elisabeth, einer Schwester des Königs von Rumänien, eingebrachte Scheidungsklage verhandelt werden soll. Die Vorladung enthält gleichzeitig den Hinweis, daß im Falle eines Nicht- erscheinens ein Abwesenheitsurteil gefällt werden würde. Als Wohnsitz des ehemaligen Königs wird London angegeben. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das Azoren-Hoch entwickelt sich auf das Festland hin, doch ist gleichzeitig über Nordeuropa für die Jahreszeit sehr lebhafte Wirbeltätigkeit in Gang gekommen. Unser Bezirk liegt auf der Grenze zwischen den beiden Einflüssen, so daß bei Luftzufuhr aus Westen nach Norden hin leichte Unbeständigkeit gegeben ist. Doch ist nennenswerte Niederschlags- tätigteit nicht zu erwarten. Die Gesamtentwicklung steuert zunächst wieder auf eine Besserung hin. Aussichten für Freitag: Häufig aufhei« ternd und trocken, bei wieder abflauenden westlichen Winden. Tagestemperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Aussichten für Samstag: Vielfach heiter und trocken, tagsüber warm. Lufttemperaturen am 3. Juli: mittags 22,7 Grad Celsius, abends 18,6 Grad; am 4. Juli: morgens 16,3 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum 14 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juli: abends 22,8 Grad; am 4. Juli: morgens 19,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2 Stunden. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Tbpriot, für Den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen. Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag? Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. MlAwWesHe aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums des Staatsbades vom 6. bis 14. Jnli 1935 I. Teil: Kreis-Turnfest Samstag, 6. Juli, Turnerische Wettkämpfe des 15 Uhr, und Turnkr. Wetterau -Vogels- Sonntag, 7. Juli: berg auf der v. Tschammer und Osten-Kampfbahn. Samstag, 6. Juli, Kreis • Schwhnmlest in dem 15 Uhr: Städtischen Schwimmbad. Sonntag, 7. Juli, Großer Festzug — Massen- 14 Uhr: darbietungen. Samstag, 6. Juli, Bezirks-Tennisturnier a. den 15 Uhr, und Staatlichen Tennisplätzen. Sonntag, 7. Juli: Eintrittspreise: Samstag 30 Pf., Sonntag 50 Pf. Dauerkarte Mk. 1.- (im Vorverk. 80 Pf.), Sitzplätze 20 Pf. Aufschi. Tanz an allenTagen frei 3916V Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur ZeugniS- abschriften dem Be werbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungöuntev lagen müffen zur Ber- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I Jüngere Verkäuferin für Haushalt.- Geschäft gesucht. Schr. Stngebote unter 02830 an den Gießen. Anzeiger erbeten. Tüchtiges,solides lltaidctei für Mitte August od.l.Sept. sucht I Verkäufe 1 Gut erhalt. 02837 liotagtii 02834 and.G.A. oder zu erfragen zu verk. Wiefeck, im Gieß. Anzeig. > Gießener Str. 83 Ml MM IXtmt H. Nauch Nahrungsberg 2. 1-2 mW. Zimmer m.Küchenbenutz. in besser. Hause zu vermiet. Schr. Anfr. unt. 02836 andenGietz.Anz. von 16 bis 18 Iahren alsWerkstattschreiber gesucht Für unseren uniitzertrostenen Mater-Leim suchen wir einen bei Maler- u. Farbwarengeichäften gut eingeführten, rührigen VERTRETER gegen hohe Vergütung. 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Unkosten werd.vergüt/"'^ WAMLIDWIEIBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mähen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischemGanzleinenb., Gr.: 20 x26cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde ZmuttMO A »»««.«»WS M K -. . z'' L | ! r / I« - -.- - >D » - ' ■ >- • M ■•:' Nr. ,53 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstags. Zmi Gaben des Frauenbundes in Gießen für Deutsche in Afrika. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) 1. 2. 3. 4. 5. F. C 6. E: 15 Pf.-RM 1.00 / ÖL: 35 Pf.-RM 1.20 Am findet und im Aus- Rech- Aus- Rech- Ser provmzialta Oer Provinz Oberhesieü nungsjahr 1935. Voranschlag über die Einnahmen gaben des Wasserwerks Inheiden nungsjahr 1935. und für beete rechts und links vom Ausgang. Rotdorn und Kastanien haben freilich ausgeblüht, aber schon bilden hohe Dahlien die ersteh Knospen, wie bald werden sie die Reisenden mit ihrer Farbenpracht erfreuen! Äeteranin aus vier Krieaen. Aus den alten Indianer- und Trappergeschichten ist uns die Gestalt der mutigen und tüchtigen weißen Frau bekannt, die im Wilden Westen ebenso ihren „Mann stand" wie ihre männlichen Gefährten und die Lasso und Büchse ausgezeichnet handhaben konnte. Daß sich solche Menschen aber noch unter uns befinden, berührt uns wie eine Botschaft aus einer längst verklungenen Zeit. Zu den wenigen Veteranen dieser Vergangenheit gehört Minerva Hartmann von „Fort Minerva", die ungefähr zehn Kilometer südlich von San Franzisko nach einem wechselvollen Dasein in aller Rübe ihren Lebensabend zu beschließen gedenkt. „Mutter Minerva", wie die Greisin allgemein genannt wird, hat gerade ihren 103. Geburtstag gefeiert und eine große Anzahl von Freunden und Bekannten von'Rah und Fern um sich gesehen, die sich von der alten Frau noch einmal die schicksalsvollen Ereignisse ihres Lebens erzählen ließen. Mutter Minerva war eine gute Freundin der berühmten Florence Nightingale, der englischen Krankenpflegerin, die während des Krim-Krieges bie freiwillige Krankenpflege orga- nifierte, und sie bat nicht weniger als vier Kriege mitgemacht, nämlich die amerikanischen Bürgerkriege, den Kampf gegen die Indianer unter General Custer, den amerikanisch-spanischen Krieg und den Aufstand auf den Philippinen. UebcraÜ war Mutter Minerva in ihrem Dienst an den Kranken und Verwundeten an erster Stelle und darf heute mit Recht auf eine ruhmreiche Vergangenheit zu. ruckblicken. u arbeiten) der Eisenbetonbrücke über die Lumda im Zuge der Lumdastraße öffentlich vergeben werden sollen. Die Bedingungen liegen beim Kulturbauamt zur Einsicht offen. Dort sind auch die Angebote kostenlos zu haben. Die Eröffnung der Angebote erfolgt am 10. Juli 1935, vormittags 9 Uhr. Kilmvonükrunqen für d e Gchu r 3m Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße wurde am Dienstagvor- und -nachmittag den Schülern aller Schularten unserer Stadt und der Nachbarorte der Film „Triumph des Willens", der Film vom Parteitag der NSDAP. 1934 in Nürnberg, vor Augen geführt. Mit größtem Interesse verfolgten die aufmerksamen Besucher die Vorführungen und „Viola" dem frechsten der Jungen. Der griff zu und bewies uns damit, daß er vorher nur neidisch gewesen war. Nach zwei Tagen war die „Viola" wasserdicht, nach einer Woche hatte sie bereits eine Schwester, die auf den Namen „Harry Piel" getauft wurde und dem Muster der „Viola" haargenau nachgebildet worden war. Die Altstadtjungen hatten das „Seefahren" und Teeren besser heraus als wir. Uns aber umstrahlte der Ruhm genialen Erfindergeistes. Bis eines Tags ein Schiffer einen kleinen Jungen aus dem Main fischte, der nur durch Anwendung der Sauerstoffpumpe ins Leben zurückgerufen werden konnte. Man fischte auch das Boot heraus. Die Uferpolizei ließ es photographieren und reihte das Bild ihrer Sammlung verbotener Wasserfahrzeuge ein. Wenn man genau hinsieht, kann man noch die Beschriftung erkennen, in wehmütig anklagenden halbverwaschenen Lettern: Viola. des Frauenbundes zu fördern. Frau Scholz- Klink betonte in einer großen Ansprache, die sie an die beiden kolonialen Frauen-Verbände richtete, daß die Frau nicht nur hier bei uns in Deutsch- lanb das Wesen und den Geist der Familie bestimme, sondern daß dies auch ganz genau drüben [o sei. Die deutsche Frau hier bei uns gibt durch ujre geistige Haltung mitbestimmend der deutschen Frau drüben die seelische Kraft für ihr hartes und einsames Leben. Die Ausstellung des Inhalts der Weihnachtskiste für die Abteilung Kilimandjaro bewies die stille und zielbewußte Arbeit des Frauenbundes. Mögen sich immer'weitere Frauenkreise dieser Arbeit anschließen. und begann eine Schulstunde abzuhalten, und zwar mit allen Schikanen. Klassenbucheintragungen. Arrest und so Gegen diefe Art der Unterhaltung empfand' ich eme unwiderstehliche Abneigung. Ich kannte das ja zur Genüge aus der Praxis! Ich nahm Viola die Puppen weg und feuerte sie in sämtliche Ecken des Stübchens. Darob erregte Einsprüche, Püffe, Verbalinjurien aus dem Reiche der Zoologie und schließlich eine ganz ernsthafte Hauerei, während der mir stets „zufällig" die Schweineschwänzchen in die Hande gerieten Viola vergaß in solchen Augenblicken alle damenhafte Zurückhaltung und brüllte los Dann erschien „Mutti" im Türrahmen, warf entsetzt die langen dünnen Arme in die Höhe und nahm die Schweineschwänzchen wieder in den Besitz der Familie Meyer — Als Viola vierzehn Jahre alt war, fing ich, der Fünfzehnjährige, an, bei meinen Klassenkameraden mit ihrer Zuneigung zu prahlen. Auf meiner Schulbank war ihr Name zu sehen, umgeben von den Konturen eines dickbäuchigen Herzens,' und in meinem Portemonnaie trug ich, in einen alten Straßenbahnfahrschein eingewickelt, die letzten Endchen eines der beiden, nunmehr längst zum Knoten aufgesteckten Schwänzchen. — Nicht lange darauf ging unsere Freundschaft etwas plötzlich zu Ende Und das kam so- Ich beschloß eines Tages, gemem|am mit einem Klassenkameraden ein Paddelbot zu erbauen und auf dem Main zu erproben. Die Konstruktion dieses Bootes war einzigartig und verdient in die Geschichte der Technik einzugehen; sie bestand nämlich im wesentlichen aus den Latten einer entzwei gegangenen spanischen Wand und deren Leinwandbespannung. Da diese Bespannung der ansehnlichen Größe des Bootes wegen aber nicht ausreichte, eroberten wir einen Ballen Bettleinwand, „Kriegsqualität", der schon seit Jahren wegen Unbrauchbarkeit auf der Mansarde schlummerte. Wir fügten zwei lange und etliche kurze Latten zu einem leiterähnlichen Gestell zusammen, nagelten daran eine „Heckspitze" und einen „Bug", führten seitlich senkrechte Stäbe hoch und verbanden ihre oberen Enden wiederum mit zwei langen Latten und nach unten gebogenen Heck- und Bug-Winkeln. Jetzt wurde die miserable Baumwolldecke übergezogen, mit Kupferstiften befestigt und schließlich, nachdem nur noch ein rechteckiger Raum in der Mitte des Bootes als Sitzgeleaenheit herausschaute, mit einer dreifachen Firnisschicht versehen. Als wir die Ueberzeugung gewonnen hatten, daß die Baumwolldecke nun endlich wasserdicht war, strichen wir das Ganze noch mit dicker Oelfarbe und Rechnungsabschluß über die Verwaltung des Ueberlandwerkes Oberhessen für das Rechnungsjahr 1935. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Ueberlandwerkes Oberhessen im Rechnungsjahr 1935. Arbettsvergebunq Samstag, 6. Juli 1935, vormittags 11 Uhr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes Landgraf-Philipp-Platz 3, die diesjährige' ordentliche Tagung des Provinzialtages der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: Verwaltungsbericht des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen über den Stand der Provinzialoerbandsangelegenheiten und Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr 1933. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr'1935. Rechenschaftsbericht des Prooinzialausschusfes über die Verwaltung des Wasserwerks Inheiden und Rechnung über die Einnahmen gaben des Wasserwerks Inheiden Eine Sommerfahrt mit der Bahn durch das deutsche Land birgt soviel Abwechslung und so viel Reize, daß es sinnlos ist, sich ohne Teilnahme an die umgebende Natur auf seinen Platz zu setzen und zu schlafen. Wir sollten mehr zum Fenster hinausschauen und die weite deutsche Landschaft und ihre Schönheit bewundern, bann aber auch nicht die schmucken Blumengärtchen bei den Bahnwärterhäuschen und den blühenden Eisenbahndamm vergessen. Wir werden uns eine lange Eisenbahn- fabrt auf das schönste verkürzen und aroße Freude haben DieArbeif des Frauenbundes derOeufschen Kolonialgesellschast Mitgliederversammlung der Gießener Abteilung. Die Gießener Abteilung des Frauenbundes der Deutschen K o l o n i a l g e s e l l s ch a f t veranstaltete am Mittwoch ihren ersten Mitgliedernachmittag dieses Jahres. Der Jahresbericht bewies, wie viele, gute Vorträge und Veranstaltungen der Fauenbund im letzten Jahr gehalten hat, die leider nur vom Gießener Publikum immer noch üitl zu wenig besucht werden. Der Frauenbund setzt seine ganze Kraft ein, um durch Aufbringung von Geldmitteln, Versand von guten Büchern und Zeitschriften und einer jährlichen Weihnachskiste das Deutschtum drüben in unseren früheren Kolonien wachzuhalten und zu vertiefen und die Bindungen der deutschen Volksgenossen in Ueberfee mit ihrem Mutterland zu festigen. Durch Zusammenarbeit mit der NS.-Frauenschast ist es gelungen, auch die arbeitende Frau für diese wichtigen Belange zu interessieren, und das Mitsorgen und das Mitfühlen für die hart um ihr Dasein kämpsende Familie drüben zu wecken. Der Kassenbericht zeigte, daß die Interessen des Frauenbundes noch viel weitere Kreise ziehen müßten, daß es gelingen müßte, im kommenden Jahr eine weit größere Anzahl von Mitgliedern zu gewinnen, und es möglich wird, daß auch die Gießener Abteilung immer mehr zur Förderung des Deutschtums in Ueberfee beitragen kann Das hiesige Schättler-Quartett spielte zwei Sätze aus dem ^-Moll-Quartett von Schubert und trug einen wesentlichen Teil zur Unterhaltung und Erbauung bei. Bevor die Vorsitzende ihren großen Bericht über die Reichs-Kolonialtagung in Freiburg brachte, warb sie unter' vielem anderen für die Verwendung von deutschem Kaffee und deutschen Bananen und kündigte an, daß in Zukunft öfter die Mitgliederversammlungen abends stattfinden würden, um auch den arbeitenden Volkskreisen die Teilnahme daran zu ermöglichen. Die Vortragende gab sodann den Bericht über die Freiburger Tagung, der einen kleinen, aber doch abgerundeten Ausschnitt über die mannigfaltigen Versammlungen und erhebenden Kundgebungen jener Tage brachte Aus den unendlich vielseitigen Vorträgen, einem gut aufgeführten Theaterstück von Paul Keding „Deutsch-Südwest", aus den großen Ansprachen von Gouverneur Schnee General Ritter von Epp und vielen anderen und der in großem Stil aufgezogenen Werbekundgebung auf be-rn Münsterplatz ging immer wieder eindeutig folgendes hervor: Uns Deutschen ist durch das Versailler Diktat und den Raub unserer Kolonien ein bitteres Unrecht zu- gefügt worden. Es gibt keine Gleichberechtigung ohne Gleichberechtigung auch auf dem Gebiet unserer Kolonien. Die Frage der Rückgabe unserer Kolonien ist für uns Deutsche eine Frage des täglichen Brotes, für die wir handeln müssen, bevor es ZU spät ist. Unser deutsches Volk braucht Kolonien so gut wie jedes andere Volk" Deshalb muß das Wissen von unseren Kolonien, das Kämpfen um unsere Kolonien und das Sorgen für unsere deutschen Volksgenossen drüben eine Sache des ganzen Volkes sein. Jeder einzelne von uns muß sich dafür persönlich einsetzen. Und nur durch den persönlichen Einsatz kann es gelingen, die das Deutschtum erhaltenden Einrichtungen und Bestrebungen Aus Der Provinzialhaupistadl. Der blühende Gsenbahndamm. Die Wiesen sind gemäht, duftendes Heu wurde auf hochbeladenen Wagen zur Scheune gefahren. Blumen und Gräser fünfen unter dem Schnitt der unbarmherzigen Sensen oder der Mähmaschinen. Einige Tage nur lagen die Gräser welk und dürr auf der weiten Fläche, dann hatte die Sonne ihr Werk getan Nun sind die Wiesen leer. Wohl sproßt wieder junges Grün — nach den letzten Gewitterregen ■— gor kräftig aus dem Boden, wohl werden wieder einige Blumen blühen, aber es find nicht gar Zu viele Die Hauptblumenpracht der Wiesen ist zu Ende Eine ernste Mahnung, daß der schönste Teil des Sommers, der kaum erst zu uns kam, aeschwunden ist. Wenn der Wind über die kahlen Wiesen weht, dann ist die Höhe des Jahres überschritten, dann geht es, wenn auch langsam, abwärts. Die Tage werden kürzer. Wenn wir durch die weiten deutschen Gaue sab- ren, dann grüßen uns nicht mehr die bunten Wie? senteppiche in den Tälern und auf den Höhen. Auch die wogenden Getreidefelder fangen an und werden gelb Wie lange wirds dauern, und auch hier werden Sensen und Sicheln ihr Werk beginnen können. Und doch gibt es noch gar schöne' Plätzchen mit blühenden Blumen und Sträuchern, mit grünem Laubdach und köstlichem Schatten Das 'ist der deutsche Wald, der eben im hohen Sommer der schönste Aufenthalt ist. Er lädt uns ein, und gern folgen wir seinem Ruf. Aber Blumen und blühende Sträucher grüßen uns auch, wenn^ uns der Zug durch die deutschen Lande trägt Sensen und Sicheln mußten hier Halt machen an dem blühenden Eisenbahndamm. Schon im Frühjahr fing es an, das Blühen links und rechts von den Schienen. An den steinigen Abhängen leuchteten die goldgelben Ginsterbüsche, wilde Kirschbäumchen, blühender Weißdorn. Hahnenfuß und Gänseblümchen. Dann aber kamen neue Arten und hellere Farben Und so stehen eben ZU beiden Seiten der Eisenbahnschienen die wilden Lupinen neben der stolzen Königskerze, ausdauernde Blumen, die jedes Jahr wiederkehren und hier an den Abhängen des Bahngeländes einen geschützten Platz haben Labkraut, breite Wucherblumen, die rosafarbene Hauhechel und viele, viele andere Blumen und Stauden geben sich an dem Eisenbahndamm und an den Böschungen links und rechts der Schienen ein Stelldichein Und wenn der Zug an einem Stellwerk, an einem Bahnwärterbäuschen vorbeifährt, wird man jedesmal aufs neue überrascht von der Farbenpracht, die uns aus den kleinen Anlagen und Gärtchen entgegenleuchtet. Welche Liebe und welche Geduld sitzen uns Deutschen doch im Blut, daß wir jedes Plätzchen, das uns anvertraut wird mit Blumen bepflanzen und sie treulich pflegen. Da hört am Ende des Bahnhofes ein Schienen- ftrang auf Ein Erdhügel ist aufgeworfen worden. Aber darauf pflanzte der Bahnwärter einen Kranz blauer Stiefmütterchen, dahinter Rittersporn, Levkojen und Nelken. Ein kleines Gärtchen mitten in dem Wirrwarr der Schienenanlagen. Das ist etwas für unser Auge, das erfreut uns immer wieder, wenn eine solche freundliche Abwechslung die lange Bahnfahrt abkürzt. Und wir werden unwillkürlich an den schweren Dienst der Eisenbahner erinnert, wie sie Tag und Nacht auf ihrem Dosten fein müs- fen Dann aber, in jeder freien Minute, eilen sie bin zu ihren Blumen, zu ihrem kleinen Gärtchen! Weiter saust der Zug durch die Landschaft, weite Wiesenflächen und wogende Kornfelder dehnen sich vor unfern Augen aus, dahinter der deutsche Wald. Nun macht die Bahn einen Bogen, durchfährt eine tiefe Schlucht, wieder leuchten links und rechts die hohen, schönen Lupinen Dann begleitet uns ein Bächlein An seinen Ufern blühen Schwertlilien, Dotterblumen, Vergißmeinnicht Lustig plätschert das Wasser durch die Blumenstraße. Aber wir sind schneller Der Zug fährt in den kleinen Bahnhof. Auch hier grüßen uns Blumen vor den Fenstern des Stationsgebäudes Auch hier sind Blumen- Vrota Xton Mario Heil de Brentan Wir waren die besten Freunde und die ärgsten Feinde. Je nach der Witterung. Schien die liebe Sonne in den Garten, so hockten wir einträchtig vor einem halbmannshohen Berg von Gartenerde, bastelten mit kleinen Schippen und allerlei Werkzeugen dar n herum und sprachen möglichst wenig dabei. Denn wir bauten ja den Märchenberg, dessen Gipfel eine stolze Ritterburg zierte, und der von phantastischen Serpentinen umzogen war. Der Märchenbertz stammte aus einem Kinderbuch Violas. Die Zehnjährige hatte ihn unter meiner Mithilfe in die Wirklichkeit versetzt und mit phantasievoll ausgesuchten Zutaten versehen. So standen an den Serpentinen Tische, Bänke, sogar Bettchen aus einem außer Dienst gefetzten Puppenhaus, und es war den müden, den Berg hinaufkriechenden Ritterrössern auch die vom hygienischen Standpunkte höchst begrüßenswerte Möglichkeiten gegeben, flugs ein erfrischendes Bad in einer am Wege aufgepflanzten Puppenbadewanne zu nehmen. Ich erhob Protest gegen diese allzu hausmütterliche Betreuung der rauhen Rittersmänner und schloß schließlich, als ich auf eisernen Widerstand stieß, einen Kompromiß dergestalt, daß neben der unritterlichen Badewanne ein Schild zur Aufstellung kam: „Trinkwasser für Raubritter und Rösser" Viola runzelte die Stirn, nahm, wie immer, wenn sie Nachdenklichkeit markierte, die beiden hellbraunen, wie Schweineschwänzchen vom Kopfe abstehenden Zöpfe in die Hände, brummelte etwas daher und griff wieder friedfertig zur Schippe. Wir waren die besten Freunde, wenn die Sonne schien. Bei schlechtem Wetter aber guckten wir aus Violas mit Puppen und Blechspielwaren vollgepfropften Zimmerchen in unfern Garten und sahen die Ritterburg mit den Elementen kämpfen. Die graugelben Regenbächlein ranr^n die Serpentinen herab und nahmen Roß und Reisige, Tische, Bänke, Kanonen und — ach, auch die Errungenschaft raub- ritterlicher Hygiene mit. Dann waren wir übler Laune, und es wäre besser gewesen, ich wäre zu meinen Geschwistern gegangen und hätte die Spielkameradin allein bei ihren Puppen gelassen; aber bann kam Mama Meyer und bat mich, doch bei ihrem Mädelchen zu bleiben, ich sei ja ihr einziger Freund und könne auch so artig mit den Puppen spielen! Das sah dann immer so aus: Viola stellte ihre ;uckUng Da zerbrach die Mauer des Stolzes, der Abwehr. Da zerriß Die Decke Des Mißtrauens, Die Durch Das Unglück ihrer Ehe alles verhüllt hatte. Tri- umphierenD in reiner Flamme glühte Die Liebe zu EckeharD Mackenroth in ihr auf. Noch immer stand er so tief über ihre Hand gebeugt. Da wollte sie die andere Hand heben, wollte schon weich unb zart über fein Haar streichen. Doch braußen vor bem Gange tönten Schritte. „Man kommt!" flüsterte sie hastig. Der Mann richtete sich auf. Schon klopfte es leise an bie Tür. Schwester Mechthildis kam herein. „Verzeihung, gnädige Frau, der Arzt ist soeben gekommen!" Eckehard von Mackenroth faßte sich sehr mühsam. Er konnte sich gar nicht so schnell in die Wirklichkeit zurückfinden. „Ja, dann muß ich wohl...!" sagte er stockend. Ein sehnsüchtiger, flehender Blick traf Barbara. Die lächelte ihm gütig zu: „'Ja, Herr von Mackenroth, nun müssen Sie wohl gehen! Aber ich hoffe. Sie kommen bald, bald wieder!" Unendliche Zärtlichkeit schwang in ihrer dunkel gewordenen Stimme. Er schaute sie an. Er glaubte, durch ihre Augen in ihr Herz zu schauen. Und was er dort sah, ließ ihn im Glück erzittern. Wie Eckehard aus dem Schloß kam, fuhr gerade wieder der Wagen des Grafen Josef Bannosch vor. „Ah, guten Tag!" sagte er nachlässig und legte die Hand knapp an die Mütze. „Wie geht's der gnädigen Frau?" „Ich denke besser!" erwiderte Eckehard ebenso knapp. Er konnte Bannosch auf einmal nicht ertragen. „Na, bann wirb man vielleicht enblich mal vorgelassen werben!" „Ausgeschlossen!" Es kam heftiger, als Eckehard beabsichtigt hatte. Bannosch sah ihn verletzt und erstaunt an: „Haben Sie vielleicht darüber zu bestimmen?" In Eckehard kochte es. Dieser Ton des Grafen Bannosch hatte etwas so Unverschämtes, als wäre man fein Untergebener. Er antwortete nicht. Er drehte sich einfad^um und entfernte sich. Bannosch sah iyrn wütend nach. Was fiel denn diesem Inspektor ein? Na, wenn er erst hier der Herr war, bann flog ber Junge! Das war sicher! Er klingelte am Portal. Enblich kam ber Diener öffnen: „Wie geht es ber gnäbigen Frau?" fragte Bannosch. „Ich höre, sie ist schon zeitweilig auf. Kann man sie vielleicht begrüßen?" „Ich weiß nicht. Eure Gräfliche ©naben! Der Herr Doktor ist gerabe oben. Wenn Eure Gräf« liche ©naben vielleicht warten mürben!" Josef Bannosch folgte dem Diener in ben Sa« Ion, ber mit feinen vergolbeten Möbeln im letzten Licht ber Abendsonne lag. (Fortsetzung folgt.) Eportkurse des Sportamts Gießen „Kraft durch Freude". Mit dem 1. Juli setzt das neue Vierteljahres- Programm des Sportamts „Kraft durch Freude" ein. Kurse aller Art geben allen Volksgenossen die Möglichkeit, billig und bequem unter Anlei- tuna von geprüften Lehrkräften Leibesübung zu treiben. Niemand ist zu alt oder zu ungelenk zu den KdF.-Sportkursen! Die Gebühren für die Kurse sind so niedrig gehalten, daß ein Jeder daran teilnehmen kann. Auskunft aller Art erteilt das Sportamt Gießen, Schanzenstraße 18, , Tel. 2919. Sprechstunden täglich von 8—13 Uhr. Bisher hat das Sportamt Gießen folgende Kurse aufgestellt: Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit möglich. Ab 2. 7. Dienstags von 19—21 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg); ab 4. 7. Donnerstags von 16—18 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg); ab 5. 7. Freitags, von 20—21,15 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Eintritt jederzeit möglich. Ab 4. 7. Donnerstags, von 20—21 Uhr, für Jüngere, Lyzeum, Dammstraße; ab 4. 7. Donnerstags, von 21—22 Uhr, für Aeltere, Lyzeum, Dammstraße; ab 5. 7. Freitags, von 20,30—21,30 Uhr, Lollar, Gasthaus zur Linde. Reichssporkabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab 4. 7. Donnerstags, von 18.30—20.30 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg). Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab 8. 7. Montags, von 21—22 Uhr jeweils Reitschule Schömbs, Brandplatz; ab 2. 7. Dienstags, von 21—22 Uhr; ab 10. 7. Mittwochs, von 20—21 Uhr; ab 5. 7. Freitags, von 20—21 Uhr. Zu diesen Kursen werden noch Anmeldungen, schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungs- zeiten, entgegengenommen. Weitere Kurse für Reiten können nach Bedarf als Frühkurse von 6.30 bis 7.30 Uhr und als Abendkurse von 21—22 Uhr eingerichtet werden. Auch hierzu ist baldige schriftliche Anmeldung an das Sportamt erforderlich. Leichtathletik. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit möglich. Ab 6. 7. Samstags, von 17—19 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg). Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Ab 3. Juli Mittwochs, von 20 bis 21 Uhr, im Volksbad; ab 3. Juli Mittwochs, von 21 bis 22 Uhr, im Volksbad; ab 1. Juli Montags, von 18 bis 19.30 Uhr, Badeanstalt des Männerbadevereins; ab 6. Juli Samstags, von 16 bis 17.30 Uhr, Lollar, Lahnbadeanstalt. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Für Anfänger, Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab l.Juli Montags, von 18 bis 19 Uhr; ab 1. Juli Montags, von 19 bis 20 Uhr; ab 2. Juli Dienstags, von 6.30 bis 7.30 Uhr (Tennisplätze am Schützenhaus). Für Fortgeschrittene (Uebungsstunde ohne Lehrer) Eintritt jederzeit möglich. Nach Vereinbarung. Städtische Tennisplätze am Schützenhaus. Zu den Tenniskursen ist ebenfalls baldige schriftliche Anmeldung mit Angabe der gewünschten Uebungs- zeiten an das Sportamt erforderlich. Für die Anfängerkurse werden Schläger und Bälle vom Sportamt gestellt, für Fortgeschrittene werden Bälle gestellt. Sporffurfe in Lollar. Wie schon oben angegeben, laufen in Lollar vorerst folgende Kurse: Ab 5. Juli Fröhliche Gymnastik und Spiele, Freitags von 20.30 bis 21.30 Uhr, Gasthaus zur Linde. Ab 6. Juli Schwimmen, von 16 bis 17.30 Uhr, im Lahnbad. Boxen. Für einen Boxkursus liegen schon Anmeldungen vor, so daß in der nächsten Woche begonnen werden kann. Wer noch teilnehmen will, melde sich baldigst beim Sportamt! Kurse in Großen-Vuseck, Wieseck, Heuchelheim und Großen-Linden. In den vorgenannten Orten werden in nächster Zeit KdF.-Sportkurse verschiedener Art eingerichtet. Interessenten erhalten Auskunft bei den zuständigen Orts- oder Betriebswarten „Kraft durch Freude" oder beim Sportamt Gießen, Schanzenstraße 18. Daten für den 5. Juli. 1884: Gründung deutscher Kolonien (Nachtigal hißt an der Togoküste die deutsche Fahne); — 1929: der Forschungsreisende und Kolonialgeograph Hans Mayer in Leipzig gestorben (geboren 1858). Daten für den 6. Juli. 1415: Johann hus wird in Konstanz als Ketzer verbrannt (geboren wahrscheinlich 1369). — 1535: der Großkanzler, Staatsmann und Humanist Sir Thomas More (Merus) in London enthauptet (geboren 1478). — 1808: der Historiker Johann Gustav Droysen in Treptow geboren (gestorben 1884); — 1832: Ferdinand Maximilian in Schönbrunn, Kaiser von Mexiko, geboren (1867 in Querstaro erschossen). — 1853: der Hygieniker Max o. Gruber in Wien geboren (gestorben 1927); — 1887: der Dichter Walter Flex in Eisenach geboren (gefallen 1917 im Kampf um Oesel). Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 4. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 140 bis 142 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, grün, 12 bis 15, Weißkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben, Bündel 8 bis 10, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 25 bis 40, Ersen 25 (Zuckerschoten 35), Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 40 bis 50, Zwiebel, das Bündel 10 bis 12, das Pfund 15 bis 18,Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln, alte, das Pfund 4S, der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 15 bis 22, Pfirsiche 50 bis 55, Himbeeren 35 bis 40, Aprikosen 50, Kirschen 35 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 45, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 20, Erdbeeren 35 bis 50, junge Hahnen, das Pfund 90 bis 100, Suppenhühner, das Pfund 70 bis 80, Tauben, das Stück 50, Nüsse 45, Eier, inländische 10, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salataurken 20 bis 40, Oberkohlrabi, das Stück 8 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr für jüngere Holzheim, 3. Juli. Am gestrigen Mittwoch fand die Musterung der Gestellungspflichtigen aus Holzheim in Gießen statt. Mit geschmücktem Leiterwagen fuhren sie morgens durch das Dorf nach Gießen. Als sie wieder zurückkehrten, war fast die gesamte Einwohnerschaft auf den Beinen. Die zukünftigen Rekruten zogen mit Gesang durch das Dorf, um bei Dorfschönen und Bekannten Speck und Eier zu sammeln. Abends wurde dann in der Wirtschaft das Gesammelte verzehrt, und bei Bier und Tanz verlebten sie unter Beteiligung der Dorfjugend einige schöne Stunden. oo Eberstadt, 3. Juli. Die Heuernte geht hier schon ihrem Ende entgegen. Durch das schöne Wetter, das in der vergangenen Woche einsetzte, gingen die Arbeiten rasch vonstatten. Die Ernte ist quantitativ und qualitativ sehr gut ausgefallen. Der Wunsch unserer Gemeinde, wieder eine eigene Hebamme zu haben, ist nun in Erfüllung gegangen. Unsere neue Hebamme Frau Hedwig G o r r ist jetzt von ihrem einjährigen Lehrkursus in Mainz zurückgekehrt. Sie wird in Zukunft dieses verantwortungsvolle Amt in unserer Gemeinde bekleiden. Seither wurde der Hebammendienst durch die Hebamme von Dorf-Gill versehen. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 3. Juli. Gestern wurde hier das Heugras von den Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert. Die Angebote lagen allgemein niedriger als im Vorjahr, angesichts des besseren Heuertrages auf den eigenen Wiesen der Bauern. Die Preise waren unterschiedlich, je nach Größe, Lage und Futterart der einzelnen Stücke. Durchschnittlich stellte sich eine Pferdefuhre auf 10 bis 20 Mark. Starkenburg. Tödlicher Verkehrsunfall. * Lich, 4. Juli. In der vergangenen Nacht ereignete sich hier, am Ortsausgang nach Gießen zu, ein Verkehrsunfall, der schwerste Folgen nach sich zog. Der Geschäftsreisende Otto Römer aus Gießen, der sich auf der Fahrt von Lich nach Gießen befand, aber aus irgendeinem Grunde nach Lich zurückfuhr, stieß mit seinem Kraftwagen auf dem höchsten Punkt der Straße, unweit des Amtsgerichts, gegen ein anderes Auto, das dort etwa in der Mitte der Fahrbahn stand. Der Zusammenstoß war sehr heftig. Der Gießener Wagen überschlug sich. Die beiden Insassen, der Geschäftsreisende Otto Römer und ein Fahrgast namens Kneipp, ebenfalls aus Gießen, erlitten schwere Verletzungen und wurden sofort in das Licher Krankenhaus gebracht. Römer hatte schwere Schnittwunden an der rechten Halsseite erlitten. Noch im Laufe der Nacht wurde er in die Klinik nach Gießen gebracht, wo er bald nach seiner Einlieferung starb. Der Fahrgast erlitt eine Gehirnerschütterung und mußte ebenfalls in ärztliche Behandlung gebracht werden. Der Lenker des anderen Kraftwagens erlitt nur unwesentliche Verletzungen. Die Gendarmerie nahm sofort die Ermittlungen über die Ursache des Unfalles auf. Landkreis Gießen. ch Lollar, 3. Juli. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) hielt eine Besichtigung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und der Werksfeuerwehr der Buderusschen Eisenwerke ab. Beide Wehren zeigten zunächst Fuß- und Geräteübungen. Dann folgte ein Brandangriff auf die Schulgebäude. Diesem lag die Annahme zugrunde, die neue Schule sei durch Blitzschlag in Brand geraten. Die Freiwillige Feuerwehr bekämpfte das Feuer mit sechs Schläuchen und rettete die im Schulhaus befindlichen Kinder. Weiter wurde angenommen, das Feuer fei auf die alte Schule übergesprungen, so daß die Freiwillige Feuerwehr des Feuers nicht allein Herr werden konnte und deshalb die Werksfeuerwehr zu Hilfe rufen mußte. Plötzlich ertönte die Sirene der Main-Weser-Hütte. Auf dem Werk selber war der Annahme nach im Wohlfahrtsgebäude ein Brand entstanden, zu dessen Bekämp- ung die Werkswehr nun sofort eilte, da die Gefahr an der Schule beseitigt war. Als die Freiwillige Feuerwehr einrücken wollte, wurde auch sie zur Hilfe auf das Werk gerufen, um den dortigen Brand zu bekämpfen. Die außerordentlich interessante lebung wurde dann abgebrochen. Der Kreisfeuerwehrinspektor hielt Kritik, wobei er betonte, daß beide Wehre» Hand in Hand arbeiten müßten. Alsdann rückte die Freiwillige Feuerwehr unter den Klängen der Kapelle ins Vereinslokal Nuhn, wo sich ein gemütliches Beisammensein anschloß. — Die Ferienkinder, die vier Wochen zur Erholung hier waren, reiften vor einigen Tagen wieder in ihre Heimat Bottrop zurück. Insgesamt waren 30 Ferienkinder in der hiesigen Ortsgruppe untergebracht, davon 19 in Lollar. Die Kinder haben sich durchweg gut erholt. wg. Großen-Buseck, 3. Juli.. Durch den Abschluß der Notstandsarbeiten der Feldbereinigung sind viele Veränderungen in der Gemarkung entstanden. Der ca. 60 bis 70 Morgen große Untere Schwalbenwald wurde im Laufe der letzten Winter sowie ein kleiner Teil des Schliebergs und der Oberstruth abgeholzt. Der hierdurch gewonnene Boden wurde zu Ackerland angerodet. Als Ersatz für den Wald wurde das steinige Ackergelände auf der Hessen und dem Galgenberg der Gemeinde übergeben. Ein Teil dieses Geländes wurde schon im Laufe des letzten Frühjahrs aufgeforstet. Weiterhin wurden noch alle links von der Wieseck liegenden neue und alte Wege fahrbar ausgebaut, hierdurch ist jedem Landwirt die Möglichkeit gegeben, sein Grundstück von beiden Seiten befahren zu können. Eine größere Anzahl neu angelegter Entwässerungsgräben haben sich auch bei den letzten niedergehenden schweren Gewittern sehr gut bewährt. Wo sonst das Wasser ganze Stücke Land mittriß, ist der Schaden nunmehr verhütet worden. An sehr stark abschüssigen Stellen wurden diese Gräben sogar mit Steinen ausgestellt, um auch hier größere Wasserschäden zu verhindern. Dieselben Arbeiten wurden auch auf dem Gelände rechts der Wieseck ausgeführt, hier elbst wurde noch der Welsbach von der Quelle an n ein neues Bett verlegt. An dem Bach selbst ührt ein sechs Meter breiter Weg, der sogenannte Weidwea entlang, der den hauptverkehrsweg in diesem Gelände darstellt. Durch diese Arbeiten, die etwa ein halbes Jahr andauerten, hatten 50 bis 60 Mann Arbeit gefunden. Die Planung lag in den Händen des hessischen Kulturbauamtes Gießen. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde noch im Rahmen des Arbeitsbeschaf- ungsprogramms verschiedene Hauptfeldwege chaus- iert und die Regulierueng der Wieseck und der Krebsbach ausgeführt. — Bei der im Laufe der vergangenen Woche abgehaltenen Grasverftei- g e r u n g kamen 27 Morgen Gemeindewiesen zum Ausgebot. Einige Morgen Heugras blieben für das Gemeindefaselvieh zurück. Es wurde je nach Qualität und Quantität je Morgen 5 bis 20 Mark geboten. Die Heuernte ist in unserer Gemarkung soweit vollendet. Quantitativ ist sie als sehr befriedigend zu bezeichnen. Da aber infolge der vorausgegangenen ungünstigen Witterung der Beginn des Grasschnitts um ca. zwei bis drei Wochen hinausgeschoben werden mußte, ist der Nährwert des geernteten Futters erheblich geringer. — Die diesjährige Obsternte fällt nicht so aus, wie es der Blütenansatz des Frühjahrs versprach. Nur einzelne Obstsorten bringen eine Mittelernte. Es ist dies darauf zurückzuführen, daß der anhaltende und verspätete Frost die in der Blüte stehenden Bäume schwer geschädigt hat. — Durch das schwere Wetter in der Freitagnacht ist ein großer Teil des Getreides in Lagerfrucht umgewandelt worden. Dieses bedeutet für unsere Landwirtschaft Mehrarbeit. — Beim Baden in der Wieseck zwischen Großen-Buseck und Trohe machten Jungens einen eigenartigen Fund. Oberhalb des Wehres förderten sie an einer verhältnismäßig tiefen Stelle eine größere Anzahl Fahrraddynamos und andere Fahrradteile zu Tage. Die Dynamos, anscheinend neu, waren noch brauchbar. Man nimmt an, daß diese Sachen gestohlen und aus Angst vor der Entdeckung des Diebstahls in die Wieseck geworfen worden sind. = Steinbach, 3. Juli. Die Heuernte ist bei den meisten Landwirten beendigt und das Heu sehr gut eingebracht. Nicht nur der Güte, sondern auch der Menge nach ist das Heu sehr gut ausgefallen. Es wurde ungefähr soviel Heu geerntet, wie im vergangenen Jahre Heu und Grummet zusammen. — Am gestrigen Mittwoch fand die Musterung der hiesigen Rekruten statt. Die zukünftigen Soldaten hatten schon am Tage vorher das nötige Waldesgrün zum Schmücken ihres Wagens eingehakt und gestern früh fuhren sie in dem mit frischem Grün und den Fahnen des neuen Reiches geschmückten Wagen zur Musterung nach Gießen. * Lang-Göns, 4. Juli. In der vergangenen Nacht ereignete sich unweit unseres Ortes ein Der- Das Kunstwerk des Monats im Hessischen Landesmuseum. LPD. D a r m st a d t, 3. Juli. Als Kunstwerk des Monats hat das hessische Landesmuseum eine mittelrheinische Tonplastik, fliegender Engel, herausgestellt. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammt das Kunstwerk aus der Binger Pfarrkirche und ist um die Wende des 14. Jahrhunderts in einer Mainzer Werkstatt entstanden.' Wegen betrügerischer Lieferung von NSV.-Koh!en verurteilt. Darmstadt, 3. Juli (LPD.) Auf die NSV.. Scheine war von den Kohlenhändlern Ruhrkohle zu liefern, aber eine Pfungstädter Kohlenhändlerin und ihre beiden Söhne hatten die einige Pfennige billigere schlesische Kohle an die Betreuten geliefert. Dazu fehlten, als das Gewicht kontrolliert wurde, am Zentner zwei bis drei Pfund, einmal sogar ein halber Zentner. Wegen Schädigung des Volksvermögens und Betrugs standen die drei Beschuldigten jetzt vor der Großen Strafkammer. Der Staatsanwalt beantragte gegen alle Angeklagten je ein Jahr Zuchthaus. Das Gericht sah jedoch nur fortgesetzten Betrug als gegeben an und verurteilte die Händlerin und. einen Sohn zu vier Monaten, den anderen Sohn zu drei Monaten Gefängnis. ♦ Lpd. Darmstadt, 3. Juli. Unter der Anklage der fortgesetzten Abtreibung hatte sich vor dem Schwurgericht die 42jährige Frau Elisabeth Alex aus Darmstadt zu verantworten. Mit ihr waren über ein Dutzend Frauen und Mädchen im Gerichtssaal erschienen, um verhört zu werden. Die Angeklagte ist bereits wegen des gleichen Verbrechens zweimal vorbestraft; dennoch nahm sie im Jahre 1932 ihre „Praxis" wieder auf, die sie bis Ende des vergangenen Jahres betrieb, angeblich aus wirtschaftlicher Not, obwohl ihr Mann wöchentlich bis zu 60 Mark verdient. Nach eingehender Beweisaufnahme erkannten die Geschworenen auf sechs Jahre ein Monat Zuchthaus; fünf Monate Untersuchungshaft wurden angerechnet. Zuchtfohlenmarkt in Nieder-Weisel. Nieder-Weisel, 3. Juli. Der bekannte Zuchtfohlenmarkt der Pferdezüchter-Vereinigung Oberhessen im Landesverband der Pferdezüchter in Hessen-Nassau war auch in diesem Jahre sehr gut besucht und ausgezeichnet beschickt. Die Veranstaltung wurde für Nieder-Weisel zu einem fdst- lichen Ereignis. Bereits in den Morgenstunden begannen die Schauvorführungen, hierzu hatten sich der bekannte Förderer der oberhessischen Tierzucht, der Leiter des . Tierzuchtamtes Oberhessen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, der frühere Direktor des Tierzuchtinstituts der Landesuniversität, Professor Dr. Craemer, Dr. Wagner von der Landesbauernschaft Frankfurt a. M. u. a. eingefunden. Während der Schau traf auch der Kreisbauernführer Ott- Usingen ein. Der Ortsbauernführer, Beigeordneter h a u b , begrüßte die Erschienenen mit einem Hinweis auf die Erfolge der Nieder-Weiseler Pferdezucht. Das Preisgericht hatte schwierige Arbeit zu leisten. In der Gruppe der Kaltbluttiere standen die Tiere des letzten Jahrganges des vorzüglichen Fuchshengstes „Wrangel" und nur vereinzelt die Fohlen des bekannten Schimmelhengstes „Caligula" zur Schau, während in der Gruppe der Warmblutfohlen zum ersten Male solche des schwarzbraunen Oldenburger Hengstes „Emigrant" erschienen. Das Material der Kaltblutfohlen, und zwar das der Stuten und der Hengste war durchgehend besser als das der Warmblutgruppe. Es wurden wieder eine Reihe von Prämien ausbezahlt. Anschließend an die Prämiierung nahm der Landesstallmeister Dr. Dender die Versteigerung vor, die verhältnismäßig gute Preise erzielte, aber nur einen langsamen Verlauf nahm. Es wurden nur die prämiierten Tiere umgesetzt. Für Kaltblut Stut- und Hengstabsatzfohlen fand sich gleiches reges Interesse. Warmblut war weniger gefragt. Die Begründung für den geringeren Absatz lag daran, daß die hier aufgetriebenen Tiere noch verhältnismäßig sehr jung waren und daß durch den, namentlich von Odenwälder und rheinhessischen Züchtern und Bauern stark besuchten Reichelsheimer Fohlenmarkt, das Interesse nicht mehr so groß war. Im Ganzen reihte sich der Erfolg dieser Veranstaltung würdig an die der Vorgänger an. Die Preise bewegten sich zwischen 300 und 580 Mark. Nach der Versteigerung wurde für den Ueberftanb der freie Verkauf zugelassen. Am Nachmittag wurde durch einen Umzug noch einmal das ausgezeichnete Nieder-Weiseler Pferdematerial zur Schau gestellt. An dem Umzug schloß sich eine Kundgebung an, bei der Kreisbauernführer Ott- Usingen sprach'. Oie prämiierungsergebnisse. Kaltblut. Für Stut fohlen: la-Preis: Heinrich Adam Ohly, Gambach; 1b: Wilhelm Ohly, Nieder-Weisel; 2a: Joh. Heinrich Hildebrand, Nieder-Weisel; 2b: A. I. Bill, Nieder-Weisel; 3a: Karl Weisel, Gambach; 3b: Joh. heinr. Adami II., Nieder-Weisel; 3c: Konr. haub III., Nieder-Weisel; 3d: Ernst Knorr, Eberstadt; 3e: hch. Heinz III., Nieder-Weisel; Anerkennungen: hch. Daemon, Pohl-Göns; Konrad haub III., Nieder-Weisel; Jak. Knipper, Nieder- Weisel; Fr. I. Langstroff, Oppershofen; I. K. Langstroff, Oppershofen; Karl Studt III., Nieder- Weisel; Albin Wilhelm, Münster; heinr. Bock IV., Münzenberg. Für Heng st fohlen: 1. Preis: Jakob Krausgrill VIII., Nieder-Weisel; 2a: Aug. Schneider III., Ostheim; 2b: Jan. Wild, Rockenberg; 3a: Karl Huber, Ostheim; 3b: Konr. Daemon, Hochweisel; 3c: hch. Hasser I., Nieder-Weisel; 3d: Wilhelm Reul, Ober-Hörgern; 3e: Wilh. Wagner, Kirch-Göns; Anerkennungen: hch. Beier VII., Oppershofen; Georg Bill III., Nieder-Weisel; Rudolf Dueringer, Ober- Hörgern; PH. Krausgrill, Karl Maß, Karl Studt II., sämtlich aus Nieder-Weisel. Warmblut. Für Stu tf oh len: la-Preis: Gustav Weber, Ober-Hörgern; 1b: I. G. Langstorff, Rockenberg; le: Paul Buß, Gambach; 2a: Arthur haub, Nieder- Weisel; 2b: Alb. Straßheim, Griedel; 2c: hch. Ldw. Dreut, Griedel; 2d: August Weil II., Lang-Göns; 3a: Alb. Troester, Griedel; 3b: Alb. Troester, Griedel; 3c: Georg Hildebrand VI., Nieder-Weisel; 3d: E. Werner, Ostheim; 3e: Ehr. Häuser, Ostheim; Anerkennungen Aug. Müller, Ostheim; Gustav Weber, Ober-Hörgern; August Weil II., Lang-Göns; Fr. Winter, Nieder-Weisel; Aug. Klink, Rockenberg. Für Hengstfohlen: 1. Preis: Rudolf Koch, Trais-Münzenberg; 2a: Gg. Bill II., Nieder-Weisel; 2b: Jul. Buhlmann, Westerfeld; 3a: Albert Bopp, Griedel; 3b: Eugen Dietz, Griedel; 3c: Gustav Reimer, Gambach; Anerkennungen: Ernst Bill, Nieder- Weisel; Wilhelm Alles II., Ober-Hörgern; W. Otto Dietz, Griedel; Gustav Schmidt, Griedel; Alberk Brückel, Lang-Göns. Die SJ.-fpor/ 7.10. 34 Lichtspielhaus* Gießen ver- not- 4:0 3:2 3:1 6:1 3:1 1:2 27. 17. 17. 28. 8. 12. 26. 27. 30. Wenn eine, so hat die nunmehr beendete Saison 1934/35 an die Nationalspieler des deutschen Fußballsports große Anforderungen gestellt. Abgesehen von den Balkanspielen einer Auswahlmannschaft, die ebenso wie die Starts im Juli auf Island nicht als offizielle Länderkämpfe gelten, wurden elf Länderspiele ausgetragen, unter den Gegnern waren anerkannt starke und berühmte Ländermannschaften. Das Ergebnis sieht so aus: acht Siege, davon der bedeutendste gegen den Weltmeisterschafts-Zweiten Tschechoslowakei, ein Unentschieden und zwei Niederlagen. Otto Wahl, der bekannte thüringische Skiläufer, ist in Jena im Alter von nur 32 Jahren gestorben. Die Ergebnisse der Nordlandreise haben das positive Gesamtergebnis leider etwas abgeschwächt — unsere Nationalspieler hatten es eben schon in den Gliedern, daß nun Saisonschluß ist —, aber der deutsche Fußballsport kann auch diesmal zufrieden auf das ereignisreiche Spieljahr zurückblicken, fein internationaler Ruf und feine europäische Stellung unter den besten Mannschaften des Kontinents, alles in allem genommen, feine Stellung an der Spitze der europäischen Amateur-Mannschaften, blieben gewahrt. Die Länderspiele dienten gleichzeitig der Suche und der Auswahl von Talenten für die Beschickung werden muß, um in einiger Zeit den Zustand zeichnen zu können, der im Gesamtinteresse wendig und wünschenswert ist. Oer Besuch des Re chsbischofs in Marburg. 1.35 2. 35 3.35 4. 35 5. 35 5. 35 5.35 6. 35 6. 35 * Zum diesjährigen Gordon-Bennet- Rennen für Freiballone sind dem veranstaltenden polnischen Luftsport-Verband bisher Meldungen von fünf Nationen und zwar von Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen und der Schweiz zugegangen. Zu der am morgigen 5. Juli in Marburg stattfindenden Kundgebung mit dem Reichsbischof werden, wie die Fahrkartenausgabe Bahnhof Gießen mitteilt, von fast allen oberhessischen Bahnhöfen aus Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Karten gelten von 0.00 Uhr bis ^4.00 Uhr. kreises zu werden verspricht, wickelt sich nach folgendem Festplan ab: Samstag nachmittag: Kampfrichtersitzung, feierliche Flaggenhissung und Sondervorsührungen der Turner und Turnerinnen. Anschließend Treffen der Turnschulteilnehmer. Sonntag vormittag: Morgenfeier, Wettkämpfe, völkische Aussprache und Probe der Kreisvorführung für das Gaufest in Gießen. Sonntag nachmittag: Festzug. Allgemeine Freiübungen, Volkstänze der Turnerinnen, Riegenturnen, Faustballspiele. Siegerehrung. An den Wettkämpfen nehmen insgesamt annähernd 600 Turner und Turnerinnen teil. An Meldungen liegen vor: Zum Zwölfkampf (Turner) Oberstufe 25, Mittelstufe 50, Unterstufe 91. Dreikampf (Turner) Oberstufe 90, Unterstufe 120. Meldungen zum Neun- k a m p f (Turnerinnen) Oberstufe 31, Unterstufe 107. Dreikampf (Turnerinnen) Oberstufe 15, Unterstufe 40. Zum Riegenturnen am Sonntagnachmittag sind 21 Riegen gemeldet. Man darf überzeugt sein, daß nicht nur die Turner von Sinn, sondern auch die ganze Bevölkerung des Ortes, die als sehr turnfreudig bekannt ist, alles aufbieten werden, um dem Turnfest des Kreises 8 Lahn-Dill zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Kreisturnfest Wetterau in Bad-Nauheim. Turnfeste sind immer Volksfeste im besten Sinne des Wortes gewesen. Das soll auch wieder der Fall sein beim Kreisturnfest des Turnkreises Wetterau- Vogelsberg am 6. und 7. Juli in Bad-Nauheim. Ein Jahr Fußball-Länderspiele Acht Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen. des Olympia-Turniers, die für die deutsche Amateursportbewegung ja nach denselben Gesichtspunkten wie die Aufstellung der Nationalmannschaften für die jeweiligen Länderspiele erfolgt. In den 26 Nationalspielern, die die elf Länderkämpfe der abgeschlossenen Spielzeit bestritten, ist nach der heutigen Sachlage auch die Stammtruppe für die Olympiamannschaft zu erblicken, für die eine weitere Reihe von Anwärtern in noch jüngeren Spielen steckt, die u. a. bereits die Auswahlspiele auf dem Balkan bestritten haben und jetzt die Jslandreise im Juli mitmachen. Diese Stammtruppe der 26 „offiziellen" Ratio- nalspieler setzt sich wie folgt zusammen: Torwärter: Buch loh (VfB. Speldorf); Jacob (Jahn Re- gensburg). Verteidiger: Janes (Fortuna Düsseldorf); Busch (Duis- bürg 99); liefe! (Eintracht Frankfurt); Stührk (Eimsbüttel); Schwartz (Viktoria-Hamburg): M u n k e r t (1. FC. Nürnberg). Läufer: Münzenberg (Al. Aachen); Goldbrunner (Bayern München); Grämlich (Eintracht Frankfurt); Z i e l i n k f i (Hamborn 07); Bender (Fortuna Düsseldorf); Appel (Berliner SV.); Schulz (Arm. Hannover). Stürmer: Lehner (Schwaben-Augsburg); S i f f l i n g (SV. Waldhof); Conen (FV. Saarbrücken); Fath (Wormatia Worms); Hohmann (VfL. Benrath); K o b i e r s k i (Fortuna Düsseldorf); Rohwedder (Eimsbüttel); Lenz (Bor. Dortmund): Dämmt n g e r (Karlsruher FV.); Szepan (Schalke 04); Raffeln berg (VfL. Benrath). Preußen. Frankfurts Haushaltsjahr 1934 ausgeglichen. LPD. Frankfurt a. M., 2. Juli. In einer Pressebesprechung machte Frankfurts Stadtkämme- Voraussetzung dafür ist, daß die Eintrittsvreise zum Festplatz so volkstümlich wie nur möglich gehalten sind. Es sei auf die heutige Anzeige verwiesen. LSZahre Radklub „Teutonia" Krofdorf Der Radklub „Teutonia" Krofdorf, einer der rührigsten Radfahrervereine des Bezirks, begeht am 6. und 7. Juli d. I. die Feier feines 25. Stiftungsfestes. Aus diesem Anlaß wurde ihm die Ausrichtung der „Bezirksmeisterschaft im ler Streckenfahren übertragen, während weiterhin noch ein 30-Iie bereits fälligen Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Mai 1935 können noch bis zum 15. 3uti 1935 ohne Kosten bezahlt werden. 3918D Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. Gießen, den 2. Juli 1935. __________Direktion der städtischen Betriebe. Stuttgart: Deutschland — Schweiz Amsterdam: Deutschland — Holland Paris: Deutschland — Frankreich Brüssel: Deutschland — Belgien Dortmund: Deutschland — Irland Köln: Deutschland — Spanien Dresden: Deutschland—Tschechoslowakei 2:1 Oslo: Deutschland — Norwegen 1:1 Stockholm: Deutschland — Schweden 1:3 rer Dr. Lehmann am Dienstag interessante Ausführungen über das abgelaufene Haushaltsjahr 1934 der Stadt Frankfurt a. M. Zunächst stellte er mit Genugtuung fest, daß seit dem Jahre 1928 der Haushalt er ft malig wieder voll ausgeglichen ist, obwohl der Voranschlag ein Defizit von drei Millionen auswies. Es ist dies immerhin eine beachtliche Leistung, die jedoch nur dadurch erzielt werden konnte, daß eine langsame, stete Besserung der Wirtschaftslage zu verzeichnen war, und daß man andererseits auf allen Gebieten äußerste Sparsamkeit walten ließ. Diese Tatsache geht auch eindeutig aus der Jahresrechnung 1934 hervor, die deutlich eine gleichmäßige und nicht etwa sprunghafte Gesundung zeigt. Im Steuerhaushalt haben sich die Einnahmen von 55,8 auf 58,9 Millionen erhöht. Aber auch beispielsweise der Etat für die Wohlfahrtserwerbslosen spiegelt deutlich die wirtschaftliche Besserung wider. Während die Ausgaben für die Wohlfahrtserwerbslosen im Jahre 1933 noch rund 18 Millionen Mark betrugen, beliefen sie sich in diesem Rechnungsjahr nur noch auf rund 11,9 Millionen Mark. Der Schuldenhaushalt weift eine Neuverfchuldung von 8,5 Millionen Mark auf, der eine Tilgung von 10,1 Millionen gegenübersteht. Die Neuverschuldung ist im wesentlichen auf Wertberichtigungen bei Beteiligungen usw. zurückzuführen. Die Auslandsschulden der Stadt Frankfurt a. M. belaufen sich auf insgesamt rund 22,28 Millionen Mark. Davon sind 19,57 Millionen kurz- und mittelfristige Kredite und rund 2,7 Millionen langfristige Schulden. Die Finanzlage der Stadt Frankfurt a. M. stellt sich nun also so dar, daß jetzt erst einmal eine gesunde Plattform geschaffen ist, auf der langsam und stetig aufgebaut IL5.11oltemohltahtl FIRMEN MITGLIED SCHAFT 9. 9.34 Warschau: Deutschland — Polen 5:2 Kopenhagen: Deutschland — Dänemark 5:2 Kindesentführung durch den Vater. LPD. Darmstadt, 2. Juli. Die kleine Strafkammer hatte eine nicht alltägliche Sache, eine Kindesentführung zu verhandeln. Ein junges Ehepaar aus Beerfelden lebte getrennt, d. h. die Frau wollte von dem Mann nichts mehr wissen. Der Mann war damit nicht einverstanden und versuchte alles mögliche, um wieder zu seiner Frau zu kommen. So kam er auf den Gedanken, das Kind zu entführen, denn, so sagte er sich, das Kind bringe die Mutter. Er ging der Frau auf der Straße nach, entlockte ihr das Kind und brachte es zu feiner Schwester. Die Frau rannte mit ihrer Tante vor die Wohnung der Schwägerin, wo sie die Rückgabe des Kindes verlangten. Statt dessen erschien der Mann nach einiger Zeit und traktierte Frau und Tanke mit seinen Fäusten. Mit dem Kind fuhr er nach einigen Tagen zu einer anderen Schwester nach Offenbach, wo er einige Zeit blieb. Später mußte ihm das Kind, dessen Pflege gerichtlich der Frau zu gesprochen war, mit Polizeigewalt wieder entrissen werden. Der Amtsrichter hatte ihn seinerzeit wegen der Kindesentführung zu vier Wochen Gefäng- n i s und wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 25 Mark verurteilt. Ihm schien das unbillig, und er hatte Berufung verfolgt, die jedoch von der Kleinen Strafkammer verworfen wurde. 40 Morgen Kartoffeln abgestorben. Lampertheim, 3. Juli. (LPD.) Eine h ö ch st unerfreuliche Feststellung machten in letzter Zeit mehrere Landwirte. Auf ihren Kartoffeläckern starben die Kartoffelstauden ab, ohne daß zunächst die Ursache zu erkennen war. Insgesamt waren es 40 Morgen, auf denen dieser Ausfall eintrat. Bei einem Nundgang stellte der Direktor des Landwirtschaftsamtes Heppenheim, Dr. Keil, fest, daß es sich nicht um eine Erkrankung der Pflanzen handelt, sondern um eine abgebaute Kartoffelsorte. Mit einer Ernte auf diesen Aeckern ist kaum zu rechnen. Die Pflanzen entwickeln sich schwach und gedeihen nicht zu vollen Stauden. Daraufhin haben die Bauern beschlossen, die Aecker umzupflügen und neu zu bestellen, vor allem aber Saatkartoffeln von einer anerkannten Zuchtstelle zu beziehen. Erhöhte Strafe für rückfällige „Ernste Bibelforscher". Lpd. Worms, 3. Juli. Obwohl zwei „Ernste Bibelforscher" bereits wegen ihrer verbotenen Tätigkeit zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden waren, hatten sie nach ihrer Entlassung ihre Propagandatätigkeit wieder ausgenommen. Sie standen deshalb vor dem Sondergericht, vor dem sie die Strafbarkeit ihrer Handlungen eingestanden. Das Sondergericht verurteilte sie zu je zwei Jahren Gefängnis. Ein dritter Angeklagter hatte bei seiner Propaganda noch gehässige Redensarten gegen den Staat gerichtet und wurde zu l4/2 Jahren Gefängnis verurteilt, während ein vierter Angeklagter mit einem Jahr Gefängnis davonkam. Ergebnis wieder. Nur selten sah man das geschlossene Vorgehen von früher und auch die Hintermannschaft konnte nicht gefallen. Ganz anderes dagegen waren die Gäste aufgelegt. Sie spielten Handball, der begeistern konnte und schlossen so das alte Spieljahr mit einem Doppelerfolg ab. To. Katzensurt Jugend — Spv. Wetzlar Jgd. 11:6. Wieder zwei neue Jugendmannschaften, die sich hier gegenüberstanden und die, obwohl noch Neulinge, ein recht flottes Spiel hinlegten, das die körperlich überlegenen Platzbesitzer ziemlich sicher für sich entscheiden konnten. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Grotzen-Vuseck I — Bad-Nauheim I und II kornb. 5:3. Am Sonntag trugen beide Mannschaften von Großen-Buseck Gesellschaftsspiele aus. Zuerst spielte die 2. Mannschaft gegen die Zweite von Großen- Linden und errang mit 3:0 Toren einen Sieg. Die Mannschaft hatte schon lange nicht mehr gespielt. Im Kampf der ersten Mannschaften entwickelte sich sofort nach Anstoß ein flotter Kampf, und Großen-Buseck ging bald in Führung. Nach fünfzehn Minuten erzielten die Gäste den Ausgleich. Der Kampf gestaltete sich nun härter Die Gäste vermochten bann ihrerseits die Führung zu übernehmen, sie konnten sich ihrer aber nicht lange erfreuen, denn Großen-Buseck glich nun seinerseits aus. Mit 2:2 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause ging der Kampf unverändert hart weiter. Die Gelben zeigten ihr Können und gingen nun wieder in Führung. Nachdem die Gäste abermals ausgeglichen hatten, zogen die Einheimischen mit aller Energie los und stellten durch zwei weitere prachtvolle Tore den Sieg sicher. Allendorf a. d. Lumda — Treis a. d. Lumda 9:3. Die Allendorfer Mannschaft kopnte, nachdem sie am vergangenen Sonntag Londorf mit 6:5 schlug, ihren Sieaeszug am vergangenen Sonntag gegen Treis fortsetzen. In diesem Spiel war klar zu erkennen, daß die Siegesmannschaft dem Gegner in technischer Hinsicht weit überlegen war. Kurze Sportnotizen. Einen neuen deutschen Rekord über 110 Meter Hürden stellte Erwin Wegener mit 14,5 Sekunden am Dienstag in Weißenfels auf. Der bisherige Rekord stand auf 14,8 Sekunden. * D i e Europameisterschaften im modernen Fünfkampf wurden am Mittwoch in Budapest in Angriff genommen. Als erste Prüfung wurde der Geländeritt durchgeführt, der von dem Schweden fit. Gillenstierna in 6:56,7 Min. mit 100 Punkten vor Oblt. Handrick-Deutschland mit ebenfalls 100 Punkten aber 7:00,4 Min. gewonnen wurde. NapHIÜQQP von3 bis 20v'erhalten sle bei wieder- iiublllUuuü holten Veröffentlichungen einer AnzeigeI Bücherfürden Naturfreund und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. Von K.O.Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Waldweben.DieLebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext v.K.Gerhard u.G.Wolff. Ganzleinenband RM.4.80 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W.Schoemchen. Broschiert RM.3. -, gebunden RM.4.— Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg.... .................Broschiert RM. 2.-, gebunden RM. 3.- Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühlef Verlag • Berlin-Lichterfelde v Gramm im Wimbledon-Endspiel. Einen großen Erfolg für das deutsche Tennis gab es am Mittwoch bei den inoffiziellen Weltmeisterschaften in Wimbledon. Unserem Meister Gottfried v. Cramm gelang es, vor 18 000 Zuschauern — darunter auch der englischen Königin — im Vorschlußrundenkampf den Amerikaner Donald B u d g e sicher 4:6, 6:4, 6:3, 6:2 auszuschalten, so daß er ins Endspiel am Samstag kommt. Als erster Deutscher konnte sich 1914 Otto Froitzheim überraschend ins Wimbledon-Endspiel durchkämpfen, und erst nach 21 Jahren vermochte nun Gottfried von Cramm diesen Erfolg für den deutschen Tennissport zu wiederholen. Sein Gegner wird der englische Titelverteidiger Fred Perry sein, der den Australier Jack C r a w f o r d ebenfalls in vier Sätzen 6:2, 3:6, 6:4, 6:4 abfertigte. Auch im Gemischten Doppel siegte von Cramm mit Hilde Sperling als Partnerin über Farquharson- Hartwick 7:5, 6:4, und Frau Sperling kam im Frauendoppel mit der Französin Mathieu ebenfalls zu einem zweiten Erfolg. Das dänisch-französische Paar schlug Meulemeester-Howard 4:6, 6:3, 6:2. Sperling-v. Cramm befinden sich nun unter den „Letzten Acht", während Sperling-Mathieu bereits die Vorschlußrunde erreichten. Das Kreisturnfest in Sinn. Zum erstenmal sind auf dem Kreisfest zu Sinn die Wettkämpfe der Turnerinnen mit denen der Turner zusammengelegt, weil man das Kreisturnfest nach Möglichkeit dem großen Gaufest in Gießen anpassen will. Die Veranstaltung, die zu einem tur- nerischen Ereignis für die Angehörigen des Turn- Große Strafkammer Gießen. Die Kammer begab sich am Dienstag nach Lauterbach, um unter Ausschluß der Öffentlichkeit gegen den F. K. daselbst wegen Sittlichkeitsverbrechens zu verhandeln. Bekanntlich hatte es der Angeklagte verstanden, als Vorgesetzter in einer Fabrik, den Arbeiterinnen in unsittlicher Weise zu begegnen. In einem Falle sollte er Gewalt angewandt haben, was durch die fragliche Zeugin eidlich bestätigt wurde. Er wurde deshalb in erster Instanz zu einer Gefängnis st rafe v on einem Jahr verurteilt. In dem darauffolgenden Verfahren gegen die Zeugin wegen Meineids wurde diese vom hiesigen Schwurgericht freigesprochen. Es wurde jedoch festgestellt, daß sie schon vor den Angriffen des Angeklagten mit anderen Geschlechtsverkehr hatte. Das benutzte der Angeklagte, um ein Wiederaufnahmeverfahren einzuleiten. In der am Dienstag stattgefundenen Hauptoerhandlung wurde er f r e i = gesprochen und die Staatskasse mit den Kosten belastet. Mts DtuirthtGtrthäft Mm DtulfthiBtftitb tfmpftmi'l'iins fut: Die quecksilberige, scharmante AnnyOndra überbietet in diesem reizenden Lustspiel alle ihre bisherigen Lacherfolge. WolfAlbach-Retty, Hans Richter Friedl Haerlin, Fritz Odemar Vorher: 3B2oA Gutes Beiprogramm, Ufa-Ton-Woche Werktags 4,6,8.30, Sonntag 3,5.30,8.30 Uhr. Arbeitsvergebung. 2Iuf Grund der Reichsoerdingungsordnung sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Für Herstellen von Kleinpflaster auf der Landstraße I. Ordnung Selkers—Stockheim, km 81,250—83,306: Lieferung von zirka 1600 cbm Stücksteinen, 1200 cbm Schotter, 200 cbm Splitt, 80 cbm Basaltsand, 20001 Flußsand, 500 cbm Schlämmsand, 1200 Sack Zement. Ausführung von 2600 qm Packlage für Fahrbahn- verbr., 3600 qm Packlage für Kuroenüberhöhun- gen, 13 000 qm Vorprofilierung, 4000 m Bankettregulierungen, 3000 m Gräbenherstellung, 4120 m Randsteine versetze-i, 10 800 qm Kleinpflasterarbeiten, 2200 qm Mittelpflasterarbeiten. Angebote sind, soweit Vorrat reicht, ab Freitag, den 5. Juli, nur vormittags auf unserem Büro, Gießen, Hitlerwall 37 I, Z. 6, erhältlich, woselbst die Bedingungen einzusehen sind. 3914V Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submission Selters—Stockheim" bei uns bis zum Montag, dem 15. Juli 1935, vormittags 10 Uhr, portofrei einzureichen. Angebote ohne Aufschrift auf dem Umschlag werden nicht berücksichtigt. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbauamt. ™ Heute Donnerstag bis Sonntag einschl. der große Lach-Schlager: Großreinemachen 1 l e d h I! d u Nr. 153 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Donnerstag, 4. Zuli 1935 Sommertage in der Haustaube. Zur Geschichte von Balkon/ Veranda und Loggia. Von Or. Jürgen Schäfer. Wem an diesen strahlenden Sommertagen der Wea hinaus in die Wälder und an die Ufer der Flüsse und Seen zu weit oder auch zu beschwerlich ist, der braucht darum doch nicht hinter herabgelassene Vorhänge in halbdunkle Zimmer zu flüchten. Auch er kann sein Teil an Luft und Sonne haben, ohne den sich der Mensch des zwanzigsten Jahr- hunderts sein Leben überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Die Kunst der Baumeister hot einen Raum erdacht, der halb Haus und halb Garten ist und in den der volle Glanz der sommerlichen Tage unverwehrt eindringen kann: den Balkon. Wir suchen nach einem deutschen Wort für diesen Vorbau der Häuserfront und stellen fest, daß wir in jenem „balcon“ ein französisches Lehnwort vor uns haben, das einen gut deutschen Ursprung hat und aus dem germanischen Balken gebildet worden ist. Auch die Verwandten dieses Battons, die Veranda, die zumeist überdacht ist, und die Loggia, ein nach der Straße zu offener Raum, der aber nicht über die Häuserfront vorspringt, haben ihre sprachlichen Schicksale: während die Veranda über England aus Indien kommend — im Sanskrit findet sich das Wort „waranda“ — in der Mitte des vorigen Jahrhunderts bei uns ihren Einzug hielt, stammt der Name der Loggia, — der wie leicht zu erraten ist, mit Loge verwandt ist, — aus dem Italienischen, aber auch hier steht zuguter- leßt ein deutsches Wort am Anfang, nämlich die althochdeutsche „laubia“, die Laube. In dieser ganzen Namensreihe aber bringt jedes Wort und jeder Klang etwas von dem Zauber mit, der das frohe sommerliche Leben in unserem „Gartenhaus in der Wohnung" erfüllt, vom frühen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf den kleinen Blumengärten spielen, bis zum Abend, wenn Mond und Sterne über ihm hoch am Himmel schweben. Der ganze Sommertag spielt sich für die kleine Familie draußen in der „Hauslaube" ab. Durch die Taghelle früh geweckt, wandeln groß und klein, oft noch nicht ganz hoffähig gekleidet, die paar Schritte hinaus ins Freie, um nach dem Himmel zu spähen, ob er in unbegrenztem Lichtblau erstrahlt oder ob Regenwolken den Himmelsberg Heraufziehen. Dann wird ein paar mal tief Ätem geholt und die Müdigkeit abgeschüttelt. Derweilen hat sich auf dem kleinen Viereck des Balkons ein kleines Tischchen eingefunden, auf dem schon die Kaffeetassen blinken. So heißt es schnell ins Badezimmer eilen und wenn man alsdann fertig angekleidet wiederkommt, ist man mit einer Gießkanne bewaffnet. Erst müssen die Blumen versorgt werden, und die Kinder recken sich auf die Zehenspitzen, um zu sehen, ob auch „ihre" Blumen schon die Augen aufgetan haben. Das Geplapper mischt sich in die Lockrufe und Weisen der Vögel im Nachbargarten. Eine schönere Morgenmusik läßt 'sich gar nicht denken. Dann lockt der Duft des Morgen- trankes groß und klein und eine Weile ist's still. Sind alle Brote, in den hungrigen Mäulern verschwunden, gibt es einen überstürzten Abschied: denn der Tagbeginn ist hier draußen so beglückend schön, daß man darüber Arbeit und Schule fast vergißt und jeden Sommertaq gar für einen Sonntag hält. Nun herrscht einige Stunden Friede. Mutter tut ni aller Stille im Freien ihre Arbeit, um die Familie dann hier zu einem Mittagsmahl unterm Sonnenschirm zu empfangen, das nicht enden will. Das Hauslaubenidyll — wer es nicht selber erlebt, der braucht bloß ein wenig durch die Straßen zu gehen, um es mit eigenen Augen anzusehen — nimmt dann seinen Fortgang. Nirgends lassen sich Schularbeiten so gut machen wie hier u n - ter freiem Himmel, wenn man auch versucht ist, von Zeit zu Zeit einen Blick hinunter auf die * Straße zu werfen oder gar einen Ball aufzufangen, der aus einem Spiel hoch herauf in die offene Laube fällt, und nirgends kann man eine so gemütliche und ausgedehnte Vesperpause machen. Und dann das Sonnenbad! Da liegt man mucks- mäuschenstill und starrt durch eine dunkle Brille in den Himmel, jedes Wölkchen, das da oben lämmersanft vorbeizieht, als ein aufregendes Begebnis betrachtend. Und dabei wird die Haut braun und im Gegensatz dazu das Auge immer leuchtender und funkelnder und der ganze Mensch vom Scheitel bis zur Sohle völlig neu. Kommt dann die Dämmerung mit ihrer duftenden Kühle, so zögert man lange, die Lampe anzuzünden. Erst wenn das Nachtmahl eingenommen worden ist und die kleinen Barfüßer zu Bett gegangen sind, leuchtet eine sanfte gedampfte Lampenhelle auf. Vielleicht findet sich ein Gast ein, zu dessen Ehre eine Bowle gebraut wird und dann sinkt still die Nacht hernieder in nachdenkliche und frohgemute Gespräche, deren Abschluß der aus tiefstem Herzen kommende Spruch ist: Es war schön! Ist dies Idyll aber eine Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts? Wir müßten weit in der Geschichte zurückgehen und über die ganze Erde wandern, um die erste „Laube" ausfindig machen zu können, denn jede Terrasse, jeder Altan und jeder Söller sind Vorfahren unserer modernen Loggia. Im engeren Sinne verstand man darunter die im 12. und 13. Jahrhundert aufkommenden Bogengänge vor dem Erdgeschoß der Häuser, die von Mailand aus in Italien und Deutschland bekannt wurden. Im Süden wurden schließlich ganze Städte — wie die Königin der Adria, die Lagunenstadt Venedig — zu einem solchen Ort der Loggien. In Deutschland konnten die Häuser nicht ganz so luftig und zugänglich aussehen. Aber oben auf den schmalen, steil ansteigenden Giebeln wurde ein ZinnenWehrwiffenschast. -- Wolfgang von Gronau: Wie ich fliegen lernte. Erlebnisse und Erfahrungen als Schüler und Lehrer. Reclams Univerfal-Biblio- thef Nr. 7289. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. — (56) — Wolfgang von Gronau, der Weltum- fkreger, schildert an Hand seiner zwanzigjährigen Erfahrungen die Ausbildung des Fliegers. Er erzählt, wie er als junger Leutnant zur See während des Krieges zur Fliegerei kam, und gibt dann in der Schilderung seiner Ausbildungszeit und seiner Kriegserlebnisse gleichzeitig zahllose praktische Winke, was alles — auch heute noch — der Flieger berücksichtigen muß. Selbst der Segelflieger, der sonst in dem Buch nicht berücksichtigt werden konnte, wird aus diesen Erfahrungen großen Nutzen ziehen. Nach dem Kriege wird Gronau der Lehrer einer neuen Fliegergeneration — bis er sein Ziel erreicht hat: bis er, ohne Menschenleben aufs Spiel zu setzen, den Flug um die Welt mit seiner deutschen Mannschaft vornehmen kann. All dies schildert Gronau in seinem Bändchen schlicht und bescheiden, aber in lebendigster Anschaulichkeit, so daß jeder, auch der Laie, seinen Ausführungen mit Interesse und mit reichem praktischen Nutzen folgen kann. — Mathematik und Wehrsport. Aufgaben für Unterricht und Wehrerziehung. Von Studiendirektor E. Lampe und Studienassessor Dr. A. Wagner. Mit 20 Figuren im Text. (51 S.) Kart. kranz mit einem Türmchen erbaut, wo man dem Himmel auch etwas näher war, als in der engen dunklen Straße. Statt offener Galerien baute man Balkone, die durch Fenster verschlossen werden konnten, und in diesem Erker war wiederum ein entfernter Verwandter der Hauslaube entstanden. Dann entschied man sich an der Ziersront zu einem Bal- kon, und an der Rückseite des Hauses wurde eine Glasveranda an die Wohnungen angebaut. Schließlich kam dann bei Wohnhäusern, zunächst bei Siedlungsbauten und Landhäusern, später aber auch bei großen Reihenhäusern, die Loggia auf, der nach vorn und oft auch nach den Seiten offene, aber über» deckte Aufenthaltsraum, der nicht wie ein Balkon vor der Mauer liegt, sondern hinter die Mauerflucht zurückspringt. Hier läßt sich ohne Mühe etwas Schatten schaffen, wenn die Sommersonne allzu heiß herniederbrennt, und die Mauern spenden etwas Kühle. Eine Reihe von Blumenkästen aber schließt mit ihrer wuchernden Blütenpracht die Bewohner ganz für sich in ihren kleinen Sommerfrieden ein. Dieser kleine „5)0 us garten" ist das aller- schönste an der ganzen Hauslaube. Wie viele Freude macht es, zu verfolgen, wie sich die Pflanzen langsam aus der schwarzen Blumenerde hervorstrecken und ihre grünen Blätter entfalten. Wächst denn nicht jedes dieser kleinen Pflanzengeschöpfe hier auf eigenem Grund und Boden, auch wenn man keinen ©arten hat und entfaltet sich nicht jede Blume vertrauensvoll, daß man ihr Regen und Sonnenlicht gewährt, je nachdem, wonach es sie gelüstet. Hier sind es die leuchtendroten Geranien, die ihre Blütendolden über das Hellgrün der weichen Blätter stolz emporstrecken, dort entfalten violette Petunien ihre Kelche, und Nelken und Goldlack spenden ihren starken Duft. Weinlaub und Geißblatt ranken sich hoch empor und flechten einen durchsichtigen Vorhang vor die Loggia, durch den wundersame Sonnenkringel auf die leichten Möbel fallen, die sich frischgestrichen in der Mittagsstille einladend breiten. Noch ist der Sommer auf feiner Höhe, und in die Loggia werden noch viele Sonnentage ihren Einzug halten. Auch sie ist so ein Mittler zur Natur, aus der uns immer wieder neue Kräfte wie aus einem ewigen Jungbrunnen zufließen. 1,20 RM. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1935. — (73) — Das Büchlein wendet sich an alle, die sich und andere theoretisch über Wehrsport unterrichten wollen. Einen kleinen Beitrag zur geistigen Wehrerziehung wi. die Mathematik in diesem Büchlein geben. Die Anordnung des Büchleins ist nach sachlichen Gesichtspunkten (nicht nach Unter- richtsgebieten) erfolgt. Der nach mathematischen und physikalischen Stichworten geordnete Anhang ermöglicht dem Lehrer, zu den verschiedenen Unterrichtsgebieten sofort entsprechende Aufgaben zu finden. Sämtliche Aufgaben find mit Hilfe der Schulmathematik lösbar, viele schon von einem Tertianer zu bewältigen. — Jean Feuga : S. M. S. Emden. Ein deutscher Heldenkampf im Indischen Ozean. Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen von Fr. G u d e h u s. 154 Seiten. Brosch. 2,20, geb. 3 Mark. Verlag von Eugen Salzer, Heilbronn 1935. — (120) — Die historischen Ereignisse, die in diesem Buche berichtet werden, sind an sich bei uns längst bekannt und sozusagen Allgemeingut geworden: das Besondere ist dies, daß wir hier die heldenhaften Taten und den heroischen Untergang unseres berühmtesten Kreuzers von einem Franzosen nicht nur objektiv, sondern mit Verständnis und Wärme geschildert finden. — Gasschutz — Gashilfe gegen Giftgase! Merkbüchlein für Nothelfer bis zum Eingreifen des Arztes. In Frage und Antwort. Von Medizinalrat Dr. O. R u f f und Universitätsprofesfor Neues für den Bücheriisch Ostpreußische Störche als „Kolonisten^ Der große Storchreichtum Ostpreußens hat dis VogelwarteRossittenzu einem Versuch, die Störche nach anderen Teilen des Reiches zu verpflanzen, angeregt. Durch Vertrauensleute werden die Jungstörche aus den Nestern in Ostpreußen herausgenommen und an Vogelsreunde, besonders nach dem storcharmen Westen des Reichs, verfrachtet. Weit über 400 Störche werden die Reise nach den westlichen Gauen Deutschlands antreten. Ein Lastauto fährt von Ort zu Ort und sammelt die Jungstörche ein. — (Scherl-M.) Dr Feßler. Mit 60 Abbildungen. 60 Pf. Verlag von Alwin Fröhlich, Leipzig N 22. — (142). — Es ist gemeinnützige Pflicht, sich über alle wissenswerten Einzelheiten der Entstehungsursachen, Erkennungsmerkmale, Maßnahmen des wirksamen Schutzes und der ersten Hilfe gegen Giftgase zu unterrichten, um im Ernstfälle zu wissen, wie man sich selbst verhalten und anderen Helfer und Retter sein muß. In der vorliegenden, den neuesten Erkenntnissen und Erfahrungen angepaßten, verbesserten 5. Auflage ist u. a. auch der Gebrauch der neuen (Einheits-) 8-Maske in Wort und Bild berücksichtigt worden. — Ernst Ohliger: Bomben auf Kohle n st a d t. Mit einem Geleitwort von Major a. D. Otto Lehmann. — Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O., Preis 2,90 Mark. — (157) — Feind- liche Flieger über deutschem Land. Längst hätte dieses Bild grausige Wirklichkeit werden können. Ein abgerüstetes Deutschland müßte wehrloses Opfer feindlicher Willkür geworden sein. Das wehrhafte Deutschland ist doppelt gewappnet, einem solchen Angriff zu begegnen. Doppelt — denn jeder Deutsche ist Soldat, der eine in der Uniform, der andere im Straßenanzug, in der Arbeitskleidung, die Frau in der Schürze. Von diesem jede Stunde möglichen Ueberfall auf das deutsche Industriegebiet, von der assiven Abwehr, der dann der deutsche Gegenangriff folgt erzählt Ohliger mit packender Wirklichkeitsnähe, ohne sich in technische Phantastereien zu verlieren. I l| RASIERCREME (Mh/* II/) macht das Rasieren zum Genuß. Große, langreichende Tube 50 Pf 0er ferne ORuf. Wunderbare Begebenheiten aus dem Alltag Von Werner Schumann. Im Leben jedes Menschen gibt es des Wunderbaren und Unerklärlichen genug. Wir nehmen es als Fügung, Schicksal oder „Zufall", was nach geheimnisvollen Assoziationsgesetzen uns manchmal auf eine überirdische Weise zu lenken und unter einen höheren Willen zu stellen scheint. Mag mancher in solchen Phänomenen physikalische Erscheinungen sehen, ein anderer das Vorhandensein eines übergeordneten Kollektiosinns annehmen oder Gottes weise ordnende Hand in allem spüren — wir werden das Rätselhafte kaum jemals ganz mit Vernunftgründen enthüllen können. Eine alles Wunderbaren entkleidete Welt ist undenkbar. Uns soll hier nur das einfache, starke, charakteristische Beispiel beschäftigen, das gleichwohl den Stempel des Wunderbaren trägt und unsere Seele erschauern läßt. In den nachstehend erzählten Fällen sind nicht etwa besonders sensible oder gar medial veranlagte Menschen plötzlich vom „Schicksal" zum willfährigen Werkzeug erkoren worden, sondern an Geist und Körper durchaus gesunde, normale Naturen, deren Denken und Fühlen kaum jemals übersinnlichen Erscheinungen zuneigte. Ein guter'Bekannter berichtete mir einst folgendes: Er habe, als langjähriger Abonnent einer Besucherorganisation, mit seiner Frau eine Oper besucht, die beide außerordentlich gefesselt habe. Nach der Pause, als sich der Vorhang zum dritten Male hob, wurde er von einer unerklärlichen Unruhe ergriffen. Er folgte den Vorgängen auf der Bühne nur noch zerstreut, hörte Gesang und Musik, ohne wirklich an ihnen teilzunehmen, und wußte lange nicht, wie er sich die plötzliche Veränderung seines Wesens zu erklären habe. Nach wenigen Minuten verdichtete sich in ihm die allgemeine Ruhelosigkeit zu einem klaren Anruf. Er fühlte, daß er von daheim gerufen wurde, von feinem Kinde, und er machte seiner Frau davon Mitteilung. Sie war in keiner Weise berührt von ihres Mannes „innerem Gesicht" und versuchte zunächst, nach dem ersten leisen Erschrecken, den Erregten flüsternd zu beruhigen. Natürlich blieb es vergeblich, der Mann verließ noch während des Spiels die Oper und eilte auf dem kürzesten Wege nach Haufe. Was er dort, noch ehe er den Fuß auf die Schwelle gefetzt hatte, zu sehen bekam, fuhr ihm als lähmender Schrecken in die Glieder: im weit geöffneten Fenster ihres im dritten Stock gelegenen Spielzimmers faß seine dreijährige Tochter und rief ängstlich in die Nacht nach Vater und Mutter. Das Kind hatte, wahrscheinlich ohne völlig zu erwachen, das Bett verlassen und dann, als es die Eltern nicht fand, zu meinen begonnen. Schließlich hatte es einen Stuhl unters Fenster geschoben, war hinaufgeklettert, um es zu öffnen und in dieser lebensgefährlichen Lage eine halbe Stunde oder länger geblieben. Da das Haus abseits lag und die Straße in dieser Nachtstunde völlig menschenleer war, war das Kind von niemandem bemerkt worden. Kann man des Vaters Erschütterung begreifen? Vorsichtig, um es ja nicht zu erschrecken, rief er die Kleine an: sie solle nur ganz still sitzenbleiben, gleich werde er nachts unter solchen Umständen erhoben, niemals, bei ihr sein! Niemals zuvor hatte sich das Kind nachts unter solchen Umständen erhoben, niemals auch tagsüber nicht, sah man es in ähnlicher Situation. Denn sonst wäre es selbstverständlich gewesen, vor jedem Ausgang das Fenster gehörig zu sichern. Dieser Fall ist eines der sich immer wieder ereignenden telepathischen Phänomene, nur daß der Vater keine klare Vorstellung von der Gefahr hatte, in der fein Kindchen schwebe. Aber der Anruf war da, und er war ihm, zu seinem und feiner Familie Glück, unverzüglich gefolgt. Daß die unablässige Beschäftigung mit einem geliebten, fern weilenden Menschen sich bei einer Mutter zur Hellsichtigkeit steigern kann, ist oft genug erlebt worden. Die schlichte und arbeitsame Mutter, von der ich hier sprechen will, hatte im Weltkriege drei Söhne im Felde, mit denen Tag und Nacht ihr Herz in unendlicher Liebe wandelte. Eines nachts brannte das dem Wohnhaus gegenüberliegende Stallgebäude, Feueralarm rief das Dorf auf die Beine, Knechte und Mägde trieben das brüllende Vieh über den Hof auf die Straße. Verdrossen und mit zusammengekniffenen Lippen stand inmitten des allgemeinen Wirrwarrs der Besitzer des Anwesens und dirigierte die wachsende Schar der Helfer. Der tapfersten und umsichtigsten einer war der Großknecht. Nur des Besitzers Frau, die Mutter dreier Frontsoldaten, war heute auf eine sonst an ihr ungewohnte Weise unschlüssig. Ohne mit Hand anzulegen, hatte sie sich zitternd vor unbestimmter Angst in die zu den Gesindestuben führende Tür gedrückt und verfolgte dort mit abwesendem Blick die vordringende und die Flammen dämmende Feuerwehr. Sie sah, wie der Großknecht noch einmal in das hell brennende und knisternde Gebäude stürzte, um vielleicht noch ein vergessenes Kalb oder einen Ochsen vor dem Verderben zu retten. Mit wild fuchtelnden Armen hieb er sich durch den beißenden Qualm, er arbeitete mit rasender Hast wie einer, der, ringsum von Feuer- und Erstickungstod bedrängt, mit einer Winzigkeit Lust in den Lungen in kürzester Frist Großes zu vollbringen hatte. Und wie die Frau die Gestalt des Großknechts gespenstisch aus den wabernden und quellenden Qualmschwaden auf» und niedertauchen sah, sich einen Weg durch die undurchdringlichen Wolken bahnend, da verwandelte sich ihr der verzweifelt kämpfende Großknecht urplötzlich in die Gestalt ihres zweiten Sohnes, der bei einem Infanterie-Regiment im Westen stand. Sie mußte entsetzt, während wohl ihr Herz stillestand, miterleben, wir ihr Junge, die Gasmaske vor dem Gesicht, sich mit weitausgreifenden Gesten der Giftwolke zu entziehen suchte. In diesem grauenvollen Augenblick war sie wie gelähmt. Keinen Schritt vermochte sie vorwärts zu tun, kein Schrei wollte sich aus ihrer Brust lösen. Dann schwand mit dem Großknecht, der mit versengtem Haupthaar und rußigem Antlitz der brodelnden Hölle wieder glücklich entronnen war, auch die Erscheinung. Aber ihre Seele blieb fortan in Aufruhr. Ihr Mann, dem sie's noch in selbiger Nacht berichtete, schüttelte ungläubig, wenn auch erschrocken, den Kops. „Unmöglich, Frau", sagte er mit einem Unterton der Mißbilligung, „du siehst weiß Gott schon Hingespinste." Die Frau indessen tat am nächsten Tag schon, wozu ihr Erlebnis sie notwendig trieb: sie setzte alles in Bewegung, um auf schnellstem Wege Gewißheit über ihres Kindes Schicksal zu erlangen. Und die Antwort bestätigte ihre Ahnung vollkommen. Ihr Sohn war an jenem Spätabend, ungefähr auch zur gleichen Stunde, gasvergiftet worden und lag nun ernstlich, jedoch nicht lebensgefährlich, krank in dem und dem Lazarett. Aber auch zwischen Mensch und Sache gibt es seltsame Verbundenheiten, eine Art geheimer Anziehungskraft. Daß das Eigentum zu seinem Besitzer zurückzustreben scheint, hat niemand anschaulicher als Wilhelm von Scholz, der dichterische Erkunder und Deuter zwischenmenschlicher Phänomene, an vielen Beispielen gezeigt. Ich möchte hier nur zweier besonders typischer Fälle Erwähnung tun, die den Anstoß und Kern einiger Erzählungen bilden. Ein mir befreundeter, blinder Sprachlehrer hatte seine ihm lieb und unentbehrlich gewordene Schreibmaschine aus wirtschaftlicher Bedrängnis verkaufen müssen. Als es ihm später wieder besser ging, kaufte er sich eine neue, modernere wieder, die ihn jedoch nicht befriedigte. Sein Herz hing an der alten, verkauften, nun für immer verlorenen. Und an einem Sommerabend, als er jener ihm so teuren Maschine wieder ein wenig und beredt nachgetrauert hatte, findet er sie auf einem Spaziergang, der durch eine sonst nie betretene Seitengasse führte. Aus einem verschlossenen Fenster im ersten Stock bringt plötzlich das unverwechselbare Geräusch ihrer Tastatur an sein verfeinertes Ohr. Er ist tief berührt von der merkwürdigen Begegnung und kauft die Maschine, die er vor sieben Jahren aus der Hand gegeben und die den Besitzer seitdem wiederholt gewechselt hatte, auf der Stelle wieder zurück. Merkwürdig ist auch ein anderer Fall von Zu- einanberftreben bes Zusammengehörigen, ber sich vor gar nicht so langer Zeit ereignete Ein begüterter, auf großem Fuße lebenber Mann gerät in Not. Sein ehemals bebeutenbes Vermögen schrumpft zu einem Nichts zusammen. Stufe um Stufe geht es abwärts, in bie Nieberungen bes Elends, nichts bleibt ihm erspart. Er hat früher mit milder Hand der Not der Welt auf feine Weise zu steuern versucht. Nun ist er selbst auf öffentliche Unterstützung und gelegentliche Gaben Edeldenkender angewiesen. Da es ihm an einem ordentlichen Mantel mangelt, entschließt er sich, die Winterhilfe darum anzugehen. Der freundliche Beamte läßt ihn sieben Mäntel an» probieren. Keiner will recht sitzen. Jetzt wird ihm der achte hingehalten: Hier, sagt der Beamte, versuchen Sie's einmal mit dem da! Und wie ber Unglückliche ben Mantel entgegennimmt, erkennt er in ihm, fassungslos vor Ergriffenheit und mit Trä- nen in den Augen, feinen eigenen wieder, jenen schon ein wenig abgetragenen und nun säuberlich reparierten Ulster, den er vor vielen Jahren, weil er ihn nicht mehr tragen mochte wegen seiner unmodernen Form, einem notleidenden Verwandten geschenkt hatte, der ihn schließlich der Winterhilfe weitergab. So hatte jeder also, der Ulster wie sein ehemaliger Besitzer, eine lange und mühsame Reise zurücklegen müssen, um an einem fernen Punkte wieder zufammenzutreffen. Zeitschriften. — Das Juniheft von „Volk und Reich" ist vornehmlich ben großen Verschiebungen in ber inneren Politik ber Tschechoslowakei gewidmet. Von hervorragenden Sachbearbeitern wird die neue Lage dieses für die europäische Entwicklung so wichtigen Kleinstaates analysiert. Friedrich Hübner führt die Voraussetzungen für ben überraschenden Durchbruch der subetendeutschen Einheitsbewegung auf das ungeheure Arbeitslosenelend in ben beut» scheu Gebieten und auf die jahrelange Unter- drückungspolitik der Tschechen zurück. Die soziale Lage wird von Karl Viererbl an der Hand ber amtlichen tschechischen Zahlen besonders sorgfältig und aufschlußreich dargestellt, zu dem die anschließenden Ausführungen von Kurt Vorbach über den Leidensweg der Deutschen in Sowjetrußland eine erschütternde Ergänzung bilden. Die Wirkung die» ser Darstellungen wird unterstützt durch Karten über die Verteilung ber Arbeitslosigkeit in ber Tschechoslowakei, über bie Bevölkerungsdichte, die Häufigkeit der Selbstmorde und bie Expansion?- tenbenzen ber Tsechen: schließlich and) 'ein Bild vom Vertragssystem des Tschechenstaates, das non Werner Wächter beigefteuert und durch graphische Schaubilder ergänzt wird. Romane. — Nis Petersen: Verschüttete Milch. Roman. Berechtigte Uebertragung aus dem Dänischen von Peter Albert. Geh. 4,20 Mark, Leinen 5,80 Mark. Verlag von Albert Langen-Geora Muller, München. 1935. — (193) — Wie Petersen sich in seiner „Sandalenmachergasse", einem der großen Roma^-Erfolge aus den letzten Jahren, im alten Rom daheim zeigte, so lebendig weiß er in diesem neuen Roman das moderne Irland der Nachkriegszeit vor uns hinzustellen. Den Hinter- arund &6r fesselnden Erzählung bildet der irische Freiheitskampf anfangs der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts. Die Hauptsache aber sind dem Dichter das Land, das Volk und die Menschen, von denen er sagt: „Wie der Iren Felder, so der Iren Sinn — zu allem fähig, was ein guter Verstand ersinnen mag, und von allem Unnützen erfüllt, was eine üppige Phantasie erfinden kann". Aus diesem Satz klingt die Liebe Nis Petersens zu diesem hoch- begabten und wunderlichen, glühend heimatbegeisterten und seltsam verspielten Volk. Und wie der Dichter die Vorzüge der Iren zu schätzen weiß, so scharf sieht er auch ihre Fehler: ihren Hauptfehler sieht er in der Neigung, um „verschüttete Milch", um Vergangenes und Unwiederbringliches zu trauern und sich zu raufen — mit den Engländern und hernach gar untereinander. Die Lehre seines Buches ist also, daß es nichts fruchtet, wenn ewig nur gekämpft wird um des Kampfes willen, daß viel eher der Zeit des Kampfes die Zeit des Aufbaues folgen muß und daß eine Nation immer nur im Eintreten für eine große Idee unter Verzicht auf allen kleinlichen Hader ihr wahres Glück finden kann. — Edgar Maaß: Novemberschlacht. Mit 15 Federzeichnungen und farbigem Einband von Fritz Kredel. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./ Berlin. Gebunden 2,60 Mark. — (172) — In der kleinen Erzählung versucht der Verfasser, den Krieg zu schildern, ohne ihn zu lobpreisen, ohne ihn zu verdammen, jenseits aller moralischen Urteile, als eine der Erscheinungen des Lebens, ein dämonisches unbegreifliches Etwas, wie Geburt und Tod. Eine alte Erinnerung steigt aus, nicht viel mehr als eine Episode aus jener Zeit. In ihrem Mittelpunkt steht eine Jungfrau, unberuhr- bar, herb und doch voller Liebe, von Kindern umdrängt. Sie lebt und atmet und ist tätig in ihrem kleinen Kreis. Der Mann, der das Mädchen liebt, ein deutscher Soldat, wird von einem schrecklichen Traum zu ihr zurückgetrieben. Die Schlacht braust über Dorf und Mädchen dahin, die Verteidiger wer- zerstreut. Aber sie sammeln sich wieder und kommen zurück. Das Dorf liegt in Trümmern Der Keller, in dem sich das Mädchen mit den Klemen barg, 'ist verschüttet. Noch einmal lüftet das Schicksal 'die Schleier ein wenig. Aus den anscheinend sinnlosen Phantasien eines Verwundeten steigt die Wahrheit empor. So ist der Krieg. Eingesponnen in den großen Rhythmus der Jahreszeiten, in den Gang der Sterne, wie unser ganzes Leben, wie wir selbst, die wir viel mehr Schnittpunkte dämonischer Gewalten sind, als wir in ruhigen, selbstzufriedenen Zeiten ahnen. _ Paul Keller: Waldwinter. Roman aus den schlesischen Bergen. Volksausgabe. 433. Tausend. Ganzleinen RM. 2,85. Bergstadtverlag, Breslau. —(134)— Ein Städter flieht in die Waldeinsamkeit der schlesischen Berge und findet dort einen klaren Kopf und ein klares Herz wieder. Der Faden der Handlung bringt genug zu lösende Knoten. Aber Keller weiß alles zu einem guten Ende zu führen. Nichts Problematisches, Schwerverdauliches bleibt. Denn hier stehen gute, schlichte Menschen, die einfach und ohne viel Aufhebens das tun, was ihnen als Aufgabe im Alltag gegeben ist. Und darum gibt auch dieses Buch von Paul Keller dem Leser wieder ein gutes Stück fröhlicher Zuversicht mit auf den Weg. Wirtschaft. Oie Krastfahrzeugindustrie im Mai 1935. Erzeugung und Absatz der Kraftfahrzeugindustrie lagen im Mai für Personenkraftwagen etwa gleich hoch wie im April, für Liefer- und Lastkraftwagen und Automobilomnibusse dagegen höher als im Vormonat. Der Auslandabsatz hat sich in fast allen Kraftfahrzeugarten weiter gehoben. Die Produktion von Personenkraftwagen, die mit 18 260 im Mai fertiggestellten Wagen dem Erzeugungsergebnis des Vormonats nahezu entspricht, jedoch die Erzeugung des entsprechenden Vorjahresmonates um 14 v. H. überschreitet, hat sich in den Größeklassen verschieden entwickelt. Zurückgegangen ist die Herstellung von Personenkraftwagen mit einem Hubraum von 1 bis 1,5 Liter und mit über 4 Liter Hubraum, die Produktion in allen anderen Größeklassen ist dagegen gestiegen. Der Absatz von Personenkraftwagen hat sich mit insgesamt 18 976 Wagen gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Während im Mai 1934 die abgesetzte Menge um 2,2 v. H. hinter der Erzeugung zurückblieb, liegt im Mai dieses Jahres der Absatz von Personenkraftwagen um 4 v. H. höher als die Produktion. Der Auslandabsatz von Personenwagen hat sich weiter gebessert, insgesamt wurden im Mai 2232 fabrikneue Wagen gegen 1975 im April auf ausländischen Märkten untergebracht. Die Erzeugung von Liefer- und Last- kraftwagen war im Mai mit 3363 Wagen um 4B9 Stück höher als im Vormonat, 10 v. H. der insgesamt abgesetzten Liefer- und Lastkraftwagen wurden im Mai 1935 ausgeführt gegen nur 4,8 v. H. im Mai 1934. — Bei den Automobilomnibussen liegt die Erzeugungsziffer von 392 Wagen um ein Viertel höher als die Erzeugung im April 1935. Von insgesamt 100 abgesetzten Automobilomnibussen gingen 29 ins Ausland. In der K r a f t r a d p r o d u k t i o n ist die Erzeugung von Kleinkrafträdern von 6352 im April auf 7006 im Mai 1935 gestiegen, dagegen die Zahl der fertiggestellten Krafträder über 200 ccm Hub- raum von 4641 auf 4347 Stück zurückgegangen. Die Absatzzahlen lagen weit über den Erzeugungszahlen. Das Ergebnis der Schweinezählung vom 5. Juni 1935. Die vorläufigen Zusammenstellungen des Statistischen Reichsamtes haben als Ergebnis der Schweinezählung vom 5. Juni 1935 einen Gesamtschweinebestand von 20,03 (am 5. Juni v. I. 22,36) Millionen Stück ergeben. Von dem Gefamtbestand entfielen auf Schlachtschweine (über ein halbes Jahr alt) 3,91 (4,47) Millionen Stück, auf Jungschweine und Ferkel (unter einem halben Jahr alt) 14,07 (14,72) und auf trächtige Sauen 1,22 (1,29) Millionen Stück, von den letzteren waren 0,35 (0,34) Millionen Stück Jungsauen. Zu einer sachgemäßen Beurteilung des Rückganges gegenüber dem Juni 1934 muß berücksichtigt werden, daß der Vorjahresbestand überhöht war und besondere Entlastungsmaßnahmen erforderlich machte. Demgemäß wird das Schweineangebot zunächst zwar hinter dem Lieferangebot des Vorjahres Zurückbleiben, es wird jedoch in den Wintermonaten langsam wieder ansteigen. Die Zunahme der trächtigen Jungsauen läßt erkennen, daß eine Vergrößerung des Sauen- bestandes eingeleitet ist. * Förderung des Absatzes von Rübenkraut. Im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung- und Landwirtschaft und dem Reichskvmmissar für die Preisüberwachung hat der Vorsitzende der Hauptoereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft eine Anordnung über die Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft) erlassen. Die Aktton beschränkt sich auf die westlich der Weser liegenden Gebietsteile der preußischen Provinzen Westfalen und Hannover, auf die westlich der Fulda liegenden Gebietsteile der preußischen Provinz Hessen-Nassau und auf die Rheinprovinz, Oldenburg, Lippe-Detmold, Hessen, Baden, Württemberg sowie die bayerische Pfalz und das Saarland. In diesen Gebieten kann auf Grund der Anordnung vom 17. Juni und 30. September 1934 eine Vergütung zur Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft) gewährt werden. Bedingung ist dabei, daß das Erzeugnis den Vorschriften der Normativ- beftimmungen entspricht. Ab 25. Juni besteht die Verpflichtung, beim Absatz des verbilligten Rübenkrautes (Rübensaft) an den Verbraucher einen Kleinoerkaufshöchstpreis von 18 Pf. je lose ausgewogenes Pfund einzuhalten. Die Verbilligung gilt jedoch nur für den Absatz an Verbraucher und nicht für den Absatz zur gewerblichen Weiterverarbeitung. Mit der Durchführung dieser Maßnahme ist die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft betraut worden. * Die Konserveninduftrie gut d e - s ch ä f t i g t. Die Marktlage in Gemüsekonserven hat sich, wie die Fachgruppe Obst- und Gemüseoerwertungsindustrie berichtet, im Juni weiterhin günstig entwickelt. Unter diesen Umständen verfügen weder die Industrie noch der Groß- oder Kleinhandel über irgendwelche nennenswerte Bestände. In Erbsen und gemischtem Gemüse dürften die Läger restlos geräumt sein. Auch in Bohnen sind nur noch kleine Vorräte in Schnittbohnen vorhanden. Der Handel zeigt daher bessere Kaufneigung als in früheren Jahren für die neue Ernte. In Obstkonserven war der Absatz gut. Die Nachfrage hat im Verhältnis zu den Vorjahren länger angehalten, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, daß die frühen Obstsorten sehr stark unter Frost gelitten haben. Die Herstellung von Obstkonseroen ist in vollem Gange. Bei weiter anhaltender Ernte wird es möglich fein, zu normalen Preisen konservierte Erdbeeren zu liefern. Die zur Verfügung stehenden Mengen verbilligter Vierfrucht und gemischter Marmelade sind aufgebraucht. Zur Zeit sind die Schwierigkeiten der Ueberleitung wieder in das normale Geschäft zu überwinden. Bei einer Reihe von Fabriken neigen sich die Rohwarenbestände ihrem Ende zu. Nach dem ab 17. Juni freigegebenen verbilligten Pflaumenmus besteht rege Nachfrage. Da die neue Obsternte bereits angefangen hat, konnte die Gesamtmenge verbilligten Pflaumenmuses wesentlich geringer sein als die der verbilligten Marmeladen. In Obstsäften waren am Anfang des Monats noch erhebliche Bestände vorhanden, die aber infolge des warmen Wetters noch aufgebraucht werden. Die Industrie ist bis zur letzten Möglichkeit beschäftigt und zur Zeit kaum in der Lage, die eingehenden Aufträge restlos aufzuarbeiten. * Superphosphat-Preise für Herbst 1 9 3 5 unverändert. Laut Mitteilung der deutschen Superphosphat-Jndustrie bleiben die Super- phosphot-Preife für die laufende Herbstoersandzeit, d. h. bis zum 31. Oktober d. I. unverändert. Die Preise für stickstoffhaltige Mischungen richten sich wie üblich nach den neuen Stickstoffpreisen. — Auf alle Abrufe, die bis zum 25. Juli vorliegen und auf Lieferung im Juli lauten, werden Frühbezugsvergütungen in Höhe von 30 RM. je 15 Tonnen für Superphosphat und 15 RM. je 15 Tonnen für Mischungen. )ihein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz überwiegend fest. Frankfurt a. M., 3. Juli. Die Börse war erneut überwiegend leicht befestigt, ohne daß aber die Nachfrage des Publikums einen größeren Umfang gehabt hätte. Dagegen betätigte sich die Kulisse in manchen Spezialpapieren etwas lebhafter, so daß die Umsätze gegenüber gestern etwas größer waren. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, meist traten aber Erhöhungen bis zu 1 o. H. ein. Am Montanmarkt waren Har- pener Bergbau lebhafter gesucht, der Kurs stieg auf 114 bis 115 (113). Rheinstahl notierten ausschließlich Dividende 0,25 v. H. höher, ferner gewannen Buderus 0,25 v. H., Klöckner und Stahloerein gaben bis 0,25 v. H. nach. Hvefch lagen mit 107,75 unverändert. Für Elektrvaktien war die Entwicklung bei geringen Umsätzen uneinheitlich, die Veränderungen hielten sich nach beiden Seiten im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. Schuckert lagen 0,65 o. H. fester. Lebhafteres Geschäft hatten Daimler in Weiterwirkung der Ausführungen in der Hauptversammlung mit 95,75 (95), außerdem waren Kunstseide Aku auf die Entwicklung des deutschen Kunstseideaußenhandels weiter gesucht und auf 65,40 (64,25) erhöht. Chemische Werte lagen allgemein von 0,25 bis 0,50 v. H. fester, Scheideanstalt gewannen 1 v. H., Goldschmidt 0,65 v. H. Etwas fester eröffneten außerdem Reichsbank mit plus 1,50 v. H., Metallgesellschaft mit plus 1,13 v. H., Hanfwerke Füssen mit plus 1,25 v. H., Muag, Kaufhof und Deutscher Eisenhandel mit je plus 0,25 v. H. Schiffahrtsaktien lagen voll behauptet. Niedriger lagen Moenus Maschinen (minus 1 v. H.). Nach den ersten Kursen war die Haltung uneinheitlich. Deutsche Linoleum, die anfangs mit 167 (169,50) taxiert wurden, erholten sich auf etwa 168,50, während Aku und JG.-Farben nur knapp behauptet waren. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage für späte Reichsschuldbuchforderungen zu 96,75 (96,50), ferner setzten sich die Anlagekäufe in Reichs- bahn-VA. (123,50 nach 123,25) fort, dagegen gingen Altbesitz um 0,40 v. H. zurück. Von Industrie-Obligationen zogen Hoesch 0,50 v. H. an, 6proz. Stahlverein lagen unverändert. Don fremden Werten bröckelten Ungarn und 5proz. innere Mexikaner je 0,13 v. H. ab, Anatolier I und II lagen um 0,90 v. H. fester. In der zweiten Börsenstunde war die Haltung wieder meist fester und vielfach erfuhren die Kurse Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Das Geschäft blieb relativ lebhaft. Größer war der Umsatz in Kunstseide Aku, die unter mehrfachen Schwankungen auf 66,40 nach 65,40 bis 65,13 anzogen. Auch Daimler mit 96,40 nach 95,75 wurden lebhafter gehandelt. Deutsche Linoleum kamen mit 168 (169,50) zur Notiz und gingen später auf 167,50 zurück. Etwas leichter lagen außerdem Reichsbank mit 191 nach 191,50, ferner bröckelten Kaliaktien leicht ab. Am Kaffamarkt waren einige Brauereiaktien gesucht. Der variable Rentenmarkt blieb auch späterhin sehr still. Etwas fester lagen 1951er und 1947er Stahlverein-Bonds. Für Goldpfandbriefe erhielt sich Anlageinteresse bei unveränderten Kursen, ßiquibationspfanbbriefe und Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich. Kommunal-Obligationen blieben gut gehalten. Tagesgeld wurde auf 3 v. H. (3,25 o. H.) ermäßigt. Abendbörse behauptet. Bei freundlicher Grundstimmung verzeichnete die Abendbörse nur wenig Geschäft und auch die Kursveranderunge« hkelten sich in engen Grenzen. Im allgemeinen blieb das Niveau der Aktienkurse im Vergleich zum Berliner Schluß behauptet. Et» was Interesse erhielt sich für Motorenwerte, Daimler 96 (95,90), Motoren Darmstadt 102 (101) und Adlerwerke Kleyer im Freiverkehr 101,50 (100,50). Außerdem zeigte sich einige Nachfrage für Harpe- ner auf die bevorstehende Kapitaltransaktion zu 115 (114,50), auch Rheinstahl, Hoesch Eisen und Stahlverein lagen bis 0,25 o. H. höher. JG.-Farben blieben auf der Basis von Berlin mit 151,65 behauptet, etwas leichter lagen Reichsbankanteile mit 190,13 (190,50). Der Rentenmarkt wurde weiter stark vernachlässigt. Nachfrage zeigte sich nur nach zertifizierten Dollar-Bonds, von denen 6 und 6,5prozentige Preußen mit 65,25 bis 65,50 (64,50) bewertet wurden. Reichsbahn-VA. notierten unv. 123,50, ebenso Altbesitz mit 112,90. Auslandsrenten lagen still, Ungarn Gold weiter abbröckelnd auf 11,50 (11,6250). U. a. notierten: Altbesitz 112,90, 6proz. Stahlverein 101,75, IG. - Farben-Bvnds 128,25, Reichsbahn - DA. 123,50, Commerzbank 91,50, DD-Bank 93,50, Reichsbank 190,13, Harpe- ner 115, Mannesmann 89, Hoesch 107, Rheinstahl 113,13, Stahlverein 84,40, Aku 65,50, AEG. 47,75, Bekula 140,25, Daimler 96, Scheideanstalt 236,50, Deutsche Linoleum 166,75, Licht und Kraft 134, Eßlingen Maschinen 84, JG.-Farben 151,65, Ges- fürel 129,75, Goldschmidt 106, Metallgesellschaft 111,75, Schuckert 122,25, Siemens 180, Westd. Kaufhof 36,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Juli. Am Brotgetreidemarkt waren Weizen und Roggen hiesiger Gegend nur schwach angeboten, auch andere Herkünfte wurden nur wenig offeriert. Die Nachfrage der Mühlen bleibt gut. Von Futtergetreide wird Hafer vergeblich gefragt, für Futtergerste machte sich in Erwartung der neuen Wintergerste nur wenig Interesse bemerkbar. Auch am Futtermittelmarkt ist ein weiteres Nachlassen der Nachfrage zu beobachten, nur ölhaltige Artikel und Kleie bleiben begehrt. Das Mehlgeschäft liegt sehr ruhig. Boll- und Nachmehle waren reichlich angeboten, Weizennachmehl ging auf 17,00 (17,25) zurück. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 9 210, W13 214, W16 218, Roggen R 9 170, R 13 174, R 15 178 (Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets). Futtergerfte G 9 172, G 11 175, G 12 177, Hafer H 13 170, H 14 172 (Großhandelspreise ab Station). Bei Wasserverladung über 100 Tonnen RM. 3,00 mehr. Weizenmehl W13 27,70, W16 28,15, Roggenmehl R 13 (Type 997) 23,80, Type 815 R 13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R 15 24,70 (plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich). Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W 13 10,92, w 16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R15 10,44 (Mühlenfestpreise ab Mühlenstation). Soyaschrot m. M. 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50 (Fabrikpreise ab süddeutscher Fabrik- ftation). Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu —, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5,20 bis 5,30, gebündelt 5,10. Tendenz: sehr ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Juli. (Vorbericht.) Auftrieb: 29 Rinder, 3 Ochsen, 4 Kühe, 22 Färsen, 796 Kälber, 9 Schafe, 325 Schweine. Es kosteten: Kälber 28 bis 60, Hämmel 35 bis 38, Schweine 44 bis 51 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. JtunbfunfProgramm. Freitag, 5. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Baumwolle und hohe Politik. Aus der Geschichte eines Rohstoffes. 16.45: Japan, der Staat im Osten (I). Arbeiter und Wirtschafts-Struktur. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Für luft’ge Leut'. Volksmusik. 19.40: „Partei- Verlag und Rundfunk". Anläßlich des Erscheinens der Broschüre „Hitler erobert die Wirtschaft" von Eugen Hadamowsky, unterhalten sich Wilhelm Baur, Verlagsleiter im Franz-Eher-Verlag, und Dr. Kurt Berendt (Wachswiedergabe). 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Mufica buffa. 20.45: Zur Unterhaltung und zum Tanz. 22: Nachrichten. 22.30: Sportschau der Woche. 23: „An deutschen Brunnen". Funkfolge aus Dichtungen von Goethe, Hebbel, Gottfried Keller, Martin Greif und Arno Holz nebst Liedern von E. Th. A. Hoffmann, Hugo Wolf und Max v. Schillings. 24 bis 2: Sinfoniekonzert des Städtischen Orchesters Heidelberg. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a.M. Lcrlm Frankfurt a. M Serkin Schluß» kurs Schlußt. Abendbörse Schluß« kurö Schlußt. Mittag« börle Schluß« kurs Schlußl. Abcnd« börse Schluß« kurs Schlußt. Mtttag« Oafum 2.7 3.7. 2.7. 3.7. Datum 2-7. 3-7. 2-7. 3 7- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 6X2% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. **/«% Deutsche Reichspostschatz cm- 100,25 97,25 103,75 113,13 100,65 97,5 104 112,9 100,25 97,25 104,13 113,13 100,25 97,25 103,9 112,9 4% desgl. Serie lt ............. 6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4X2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^% Anatolier............... 8,13 10 6,2 8,3 10,25 6,25 39,9 11,75 8,25 10,4 6,3 39,75 12,1 7,9 10,5 6,3 40 Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 100,15 100,15 100,4 100,3 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 34,74 35 35 35,13 (rückzahlb. 102%)........... 97,75 97,75 97,2 97,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 29,65 33 4X1% ehem. Hessische LandeSbani Darmstadt Gold R. 12...... Norddeutscher Lloyd ....... 0 38,25 38,13 38,13 38,25 96,25 96,25 96,25 121 G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 90 90 90,25 89,5 6Xi% ehem. Hess. LandeS-Hypo- -oemner Handelsgesellschaft ... 5 116,5 115,75 115,75 115,75 thekenbank Darmstadt Lioui ... 100,5 100,5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 92,25 91,5 92,5 91,75 4Xi% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R.6 Deutsche Bank und Disconto- 92,25 92,5 Gesellschaft................ 0 94 93,5 94 93,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit dresdner Bank....... 0 94 93,5 94 93,5 Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Aw 127 127 — — Reichsbank ................ 12 190 190,13 190,75 190,5 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,9 115,9 116 116,5 A.E.G..................... Bekula.................... Dektr. Lieferungsgesellschaft'... 47,9 47,75 4X»% ehem.8% Franks. Hyp.-Vank 0 47,65 47,5 Goldpfe. 15 unkündbar biS 1935 6Xi% ehem. 4Xi% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 96,25 96,25 — — 10 5 141 117,5 140,25 118 140,75 117,5 140,13 118,5 100,9 100,8 ■uiuji uno straft ........... 8% 133,75 134 133,75 134,25 Wi% ehem. 4*4% Rheinische ucucn « vpuuieaume......... A^"!^4-Elektr.Unternehmung Rheinische Elektrizität ........ Rhein. Wests. Elekir.......... Schuckert & (jo............... Siemens L Halske............ Lahmeyer LEo.............. 0 104,75 105,5 104,75 105,75 Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 4Xi% ehem. 8% Pr. Landespfand. brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 101,25 101,5 100,5 101,5 5 5 130 129,75 129,5 133 129,9 135 96,75 96,75 96,75 96,75 6 132,25 132,5 132 132,75 4Xi% ehem. 7% Pr.Landespfand- 4 122,25 122,25 122,5 122,75 briefanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.BerrechnungSk. 85-89 96,75 107 107 96,75 107 107 7 7 180,5 131,75 180 132,5 180,75 132,5 180 132,25 4% Oesterretchische Goldrente.... 33,5 I 33 _ 33,25 Buderus ........••••••• 0 105,75 106 105,75 106,25 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,85 1,75 1,8 4 111 111,5 111,5 111,5 4% Ungarische Goldrente....... 11,75 11,5 11,75 11,4 0 — — —— — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 oesch Eisen—Köln-Neuesse» .. Ise Bergbau ............... Oe Bergbau Genüsse........ 0 0 8 8 113 158 131,25 115 107 159 131 113,5 107,65 159,5 130,9 114,5 106,75 161,5 130,5 Serie l..................... — — — — Mannesmann-Röhre»......... 102 89 101,75 89 101,75 89,4 100,75 89,13 Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schluß« kurs Schlußt. Abend« börse Schluß« kurs Schlußt. Mittag- börse 2-Juli 3-Zuli Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Datum 2.7- 3.1 2-7- 3.7. Mansfelder Bergbau.........8 Kokswerke..................6 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl............—8% Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ........ o Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln ........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G- Farben.Jnvustrte..... 7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ....... 0 Rütgerswerke ............... 4 Metallgesellschaft...... 4 Philipp Holzmann...... 0 Zementwerk Heidelberg ......5 Cementwerk Karlstadt.........* Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas......... 7 Daimler Motoren............0 116,75 230 115,9 84,4 17,5 127,5 125 186 152 235 106,25 121 110,65 94,25 118 135 64,25 119 120,25 88 94,75 169,5 36 295 174,5 161 40,5 90,75 190 117 113,13 84,4 17,75 127 124,5 186 151,65 236 106 122 111,75 94 119,25 135 65,5 119 120 88,75 96 166,75 36,25 175,5 158,5 41 91,25 190 116,75 125,13 230 116 84,13 17,9 127 124,5 186,5 151,65 106,5 121 110,65 94,25 114,5 63,9 118,75 120,25 89 141,65 94,13 170 91,13 36,25 295 174,5 160,75 403 190 117 126,4 230 113 84,13 17,9 127,5 124,75 186 151,65 106,25 122 111,75 93,75 114,75 65,4 119,5 120,75 89,5 142,25 95,9 166,5 91,4 36,5 295 175 158,5 £ 191 Buenos Atre- Brüssel ... Rio de Jan. Sofia .... Kopenhagen Danzig... London... Helstngfors Paris .... Holland .. Italien... Japan.... Jugostawien OSlo..... Wien..... Lissabon.. Stockholm. Schweiz .. Spanien.. Prag..... Budapest . Neuyort.. 0,658 41,885 0,139 3,047 54,48 46,87 12,20 5,38 16,39 168,72 20,42 0,717 5,649 61,32 48,95 11,07 62,92 81,09 33,99 10,34 2,470 2 0,662 41,965 0,141 3,053 54,58 46,97 12,23 5,39 16,43 169,06 20,46 0,719 5,661 61,44 49,05 11,09 63,04 81,25 34,05 10,36 2,474 Zanknoten. 0,658 41,885 0,139 3,047 54,50 46,89 12,205 5,38 16,40 168,76 20,42 0,717 5,649 61,35 48,95 11,075 62,94 81,11 34,00 10,345 2,472 0,662 41,965 0,141 3,053 54,60 46,99 12,235 5,39 16,44 169,10 20,46 0,719 5,661 61,47 49,05 11,095 63,06 81,27 34,06 10,365 2,476 Berlin, 3-3ull Geld Briet Amerikanische Stoteu.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. 2,424 41,72 54,29 12,17 16,35 168,34 19,86 61,14 62,72 80,88 33,64 . 2,444 41,88 54,51 12,21 16,41 169,02 19,94 61,38 62,98 81,20 33,78 OrensteinL Koppel .......... 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.................. 0 Accumulatoreu-Fabrik....... 12 Contt-Gummt...............8 Grttzner................... 0 Mainkraftwerke Höchst a.M...» 4 Süddeutscher Zucker.........9 Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Note«................