Nr.M Erstes Blatt 185. Jahrgang Samsfag, 4. Mal 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttatr Such- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 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Obwohl das Abkommen in seinen Grundzügen bereits vor der Apriltagung des Völkerbundsrats festgelegt worden war, hatten sich noch Schwierigkeiten eingestellt, die weit über das rein Formale hinaus grundsätzliche Fragen der politischen Auffassung, aber auch der politischen Taktik berührten und deshalb noch ungeahnt langwierige Verhandlungen verursacht hatten. Das Abkommen trägt den Charakter eines Kompromisses, bei dem namentlich Moskau feine ursprünglich aufs Ganze gehenden Wünsche hat stark reduzieren müssen. Schuld daran dürfte wohl in der Hauptsache die englische Politik der letzten Wochen tragen, die bestrebt war, unter allen Umständen zu verhindern, daß Frankreich sich unter dem Eindruck der Reibungen mit Deutschland dem russischen Bolschewismus in die Arme warf. England wollte keinesfalls die enge Fühlung mit Frankreich und Italien verlieren. Noch in seiner Unterhausrede am Donnerstag hat ja Macdonald unter dem besonders starken Beifall der Abgeordneten das gute Einvernehmen zwischen England, Frankreich und Italien als beste Friedensbürgschaft gewürdigt und jeden Versuch einer Lockerung des Vertrauens zwischen den genannten drei Mächten als tief bedauerlich bezeichnet. England glaubte, dieses Vertrauensverhältnis nur durch eine Politik retten zu können, die in Stresa und Genf durch die englische Unterschrift unter die bekannte Entschließung des Völkerbundsrats gegen die Verkündung der deutschen Wehrhoheit zweifellos eine erhebliche Distanzierung von dem bisherigen Kurs eines ehrlichen Maklers bedeutete. Englands Haltung in Stresa und Genf hat sicherlich nicht zur Entspannung der politischen Lage in Europa beigetragen, aber sie hat anscheinend doch ihr unmittelbares Ziel erreicht, Frankreich von einem engen und ausschließlichen Bündnis mit Sowjetrußland zurückzuhalten. Der britischen Politik kam dabei zustatten, daß in der öffentlichen Meinung Frankreichs, ja innerhalb des französischen Kabinetts durchaus geteilte Auffassungen über die Zweckmäßigkeit eines Bundes mit Moskau überhaupt wie jedenfalls über die Modalitäten im einzelnen herrschten. Der Ministerpräsident Flandin war offenbar mit den Heeresministern und den Kreisen des Generalstabs der Meinung, daß ein offenes Militärbündnis beider Mpchte am besten dem Gebot der Stunde entspräche, auch auf die Gefahr hin, daß man sich mit einer solchen radikalen Abkehr von dem Gedanken eines kollektiven Sicherheitssystems England entfremden werde. Dank der ausgezeichneten Beziehungen zum britischen Generalstab und zur hohen Bürokratie des Foreign Office hoffte man, daß über kurz oder lang der Erneuerung der französisch-russischen Allianz ähnlich wie einst in den Jahren um die Jahrhundertwende auch die Erneuerung der französisch-britischen Entente cordiale folgen werde. Diese Hoffnung ist selbstverständlich auch heute noch keineswegs aufgegeben, ebensowenig wie der entschlossene Wille, den französisch-sowjetrussischen Beistandspakt, gleick- gültig in welchem Ausmaße er auch aus Rücksichten innen- roje außenpolitischer Art verwässert sein möge, durch enge militärische Zusammenarbeit wirksam zu ergänzen. Die Rußlandreise französischer Ingenieure, die beim Ausbau des Eisenbahnnetzes in den westrussischen Grenzgebieten beratend mitwirken sollen, hat in der Geschichte des französischrussischen Vorkriegsbündnisses seine bedenkliche Parallele, die allerdings auch für den französischen Rentner einen üblen Beigeschmack hat, denn damals wurden die strategischen Bahnen in Russisch- Polen mit seinen Spargroschen gebaut, denen er dank der Ablehnung Moskaus, für die Schulden der Zarenregierung aufzukommen, heute noch nachtrauert. Im Augenblick haben sich in Paris tue vorsichtigeren Politiker durchgesetzt. Außenminister L a - v a l möchte nicht die Fühlung mit England verlieren und nicht alles auf eine Karte setzen, von der es überdies noch recht ungewiß ist, ob sie im gegebenen Augenblick auch stechen wird. Laval hat die Bedeutung der britischen Sekundantendienste in Stresa und Genf richtig verstanden und sucht sein Ziel erhöhter Sicherheit oder vielmehr das, was man in Frankreich' darunter versteht, unter Benutzung des Völkerbundsapparats zu erreichen, dessen Ausschaltung, wie -er weiß, wenigstens zm nächst noch die Trennung von England nach sich ziehen müßte. Laval weiß zudem, daß in weiten Kreisen des französischen Volkes von der klerikalen Rechten bis weit hinein in die Radikalsozialistische Partei Herriots, der selber allerdings seit Jahren einer der eifrigsten Fürsprecher eines Bündnisses mit Moskau ist, ein allzu herzliches und ausschließliches tete A tete mit dem Bolschewismus aus Furcht vor der zunehmenden kommunistischen Propaganda im eigenen Lande wie aus begreiflicher Abneigung, nach den Erfahrungen von 1917 noch einmal sein gutes Geld in ein höchst zweifelhaftes Unternehmen zu stecken, wenig Sympathie genießt. Der Widerhall, den der Abschluß des Paktes in der französischen Presse gefunden hat, zeigt ja die durchaus zwiespältigen Gefühle, die das französische Bürgertum bei der politischen Freundschaft seiner Regierung mit dem revolutionären Bolschewismus empfindet. Laval hat, um all diesem Rechnung zu tragen, recht viel Wasser in den Wein Moskaus gießen müssen, Litwinow und Stalin hätten wohl am liebsten auf die weitschweifige und umständliche Bezugnahme auf die Dölkerbunds- satzung verzichtet. Aber sie haben sich den franzö- Europa am Scheidewege. „Times" fordert offene Aussprache mit Deutschland.—Andere konservative Blätter suchen Deutschland die Entscheidung zuzuschieben. London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse findet trotz des vor der Tür stehenden Jubiläums Zeit, sich mit der Entwicklung der politischen Lage zu befassen, wie sie sich nach Macdonalds Erklärung im Unterhaus abzeichnet. Zunächst erklärt der „Daily Telegraph", daß die Kommentare der deutschen Presse zur Macdonald-Rede zum größten Teil ein „ch a r a k- teristisches Mißverständnis" aufwiesen. Den Aeußerungen der deutschen Blätter, daß Macdonald versuche, zu seiner Vermittlerrolle zurückzukehren, sei entgegenzuhalten, daß keine britische Regierung jemals nachgelassen habe, den Geist der Verständigung in die europäische Politik zu bringen. Ferner sei der angebliche Gegensatz zwischen dem Ton des Macdonalds-Artikels in der Zeitschrift „News Letter" und seiner Unterhaus-Rede in Wirklichkeit nicht vorhanden. Tatsache sei, daß die beiden Erklärungen Macdonalds sich gegenseitig ergänzten. Die deutschen Zeitungsschreiber wurden daher, so meint das Blatt weiter, ihrem eigenen Volk besser dienen, wenn sie erkennten, daß sich Europa an einem Scheidewege befinde. 3m gegenwärtigen Augenblick liege die Entscheidung bei Deutschland, ob, ein Rüstungswettlauf oder aber bessere und billigere Mittet zur Sicherung des Friedens erstrebt werden sollen. England sei jedenfalls unter keinen Umständen bereit, eine Rüstungsunterlegenheit anzunehmen. Das Blatt schließt mit den drohenden Aeußerungen: „Die Bitte an Deutschland, seine Poli- tif neu zu erwägen ist von der deutlichen Erklärung begleitet, daß wir entschlossen sind, Deutschlands Stärkezuwachs Schritt um Schritt zu erwidern. Diö britische Produktionstätigkeit ist einer ebenso schnellen Ausdehnung fähig, wie die deutsche. Diese Fähigkeit muh ausgenuht werden, um zu zeigen, daß das Scheitern einer Vermittlung uns voll und ganz vorbereitet für die Verteidigung finden wird. „Times" schreibt u. a.. „Die deutschen Siele seien offen durch Hitler mitgeteilt worden. Es sei daher eine um so größere Pflicht für die anderen Regierungen, mit Deutschland unter gleicher Offenheit die Bedingungen zu erörtern, unter denen sie zu einer Regelung bereit seien. Der deutsche Luftfahrtminister Göring sei in seiner Rede dem von Macdonald in der Unterhaus-Aus- sprache gemachten Vorschlag, das Luftlocarno durch ein Abkommen über die Luftstärken zu ergänzen, in befriedigender Weise entgegengekommen. Göring habe von sich aus seine völlige Uebereinstimmung mit diesem Vorschlag ausgedrückt und erklärt, daß es an den anderen Mächten liege, die endgültige Stärke der deutschen Luftflotte zu bestimmen. Göring habe mehrmals die Bereitschaft Deutschlands wiederholt, seine Luftstreitkräfte f ü r Verteidigungszwecke einzusetzen. Eine offene Besprechung mit diesem „schneidigen Flieger" könne die Grundlage einer nützlichen Verständigung abgeben. Tatsächlich sei die größtmögliche Offenheit auf allen Seiten von ausschlaggebender Bedeutung. Die Hälfte der Mißverständnisse zwischen Deutschland und dem übrigen Europa sei auf die Geheimhaltung der deutschen Rüstungsvorbereitungen zurückzufüh- rcn. Die Deutschen feien indessen zu der Erwiderung berechtigt, daß man ihnen zwar die Gleichberechtigung versprochen hatte, daß sie diese aber nicht offen durchführen durften. Die konservative „M 0 r n i n g P 0 st" glaubt der deutschen Politik eine bemerkenswerte Einmütigkeit der englischen öffentlichen Meinung gegenüberstellen zu können und versteift sich zu dem drohenden Hinweis, daß Deutschland die Engländer aller Parteien zu einer einmütigen Entschlossenheit zusammengeschweißt habe, den Frieden durch die einzigen Mittel sicherzustellen, die Deutschland offenlasse. (!) Italien mißvergnügt. Italienische Blätter als Scharfmacher gegen Deutschland. Mailand, 4. Mai (DNB. Funkspruch). Jrn Vordergrund der Betrachtungen der norditalienischen Presse steht die Aussprache im englischen Unterhaus. Die Blätter machen keinen Hehl aus ihrem ausgesprochenen Mißvergnügen über die nachgiebige Haltung der Engländer. Die Turiner „ Stampa " ist außerordentlich unbefriedigt. Sie spricht von der Unsicherheit der britischen Politik, während Deutschland seine Aufrüstungspläne fortsetze, und fühlt sich veranlaßt, England zu einer schärferen Haltung gegenüber Deutschland Zu mahnen. Macdonald habe zwar einen schönen Artikel geschrieben und zweifellos seien auch Fortschritte erzielt worden. Aber trotz der Ankündigung der Wiederaufnahme der Kriegsschiffbauten durch Deutschland, trotz der Uebermacht, die die deutsche Luftflotte bereits gewonnen habe, verharrten die Leiter der englischen Politik auf ihrer Ablehnung, weitere Verpflichtungen über Locarno hinaus einzugehen. Das Blatt fordert schließlich wieder einmal gemeinsame Schritte, wofür in Stresa die unerläßlichen Richtlinien aufgestellt worden seien. Auch „C 0 r r i e r e della Sera" ist sehr mißgestimmt darüber, daß die englische Regierung ihre persönliche Haltung gegenüber Deutschland nicht aufzugeben beabsichtige. Nicht einmal die Ankündi- gung der Seeaufrüstung Deutschlands habe den gemäßigten Ton der englischen Sprache ändern können^ Französische Verstimmung. Paris, 4. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Zahlreiche Pariser Morgenblätter geben ihrer Mißstimmung über die Ausführungen des englischen Ministerprä- fibenten vor dem Unterhaus Ausdruck. Man wirft Macdonald vor, sich Deutschland gegenüber z u nachsichtig gezeigt zu haben. Man habe von ihm einen energischen Entschluß erwartet und habe nur eine Predigt gehört, so schreibt die radikal- sozialistische „Ere Nouvelle". — „Homme libre" ist der Auffassung, daß der englische Ministerpräsident sich durch nichts entmutigen lasse, weder durch die Kündigung der Militärklausel des Versailler Vertrages noch durch die Schaffung einer deutschen Mi- litärluftflotte oder die Kiellegung von Unterseebooten. — „Journal" wirft Macdonald vor, kein Worte gefunden zu haben, um Deutschland an die Verletzung des Versailler Vertrages zu erinnern. Er habe im Gegenteil dem Führer ein neues Zeugnis feines guten Willens ausgestellt. Macdonald klammere sich an die Hoffnung einer Verständigung mit Berlin. Seine Erklärungen erschienen noch schwächer, wenn man sie den Aeußerungen General Görings gegenüberstelle, der sich zu gleicher Zeit gerühmt habe, die modernste Luftflotte der Welt zu besitzen. Oie Unterzeichnung -es Pakts zwischen Paris und Moskau. Scherl-Bildmatern dienst Die Unterzeichnung des französisch - sowjetrussischen Vertrages wurde von dem französischen Außenminister Laval (rechts stehend) und dem Sowjetbotschafter in Paris P 01emkin (sitzend) vollzogen. fischen Wünschen fügen müssen, die wohl eine Beratung der beiden Vertragspartner im Falle einer Angriffsgefahr und eine gegenseitige Unterstützung im Falle eines mchtherausgeforderten Angriffs zulasten, aber alle Aktionen in Uebereinstimmung mit der Völkerbundssatzung gebracht wissen wollten. Zudem hat Frankreich natürlich besonderen Wert darauf legen müssen, mit dem neuen Beistandspakt nicht in Kollision mit seinen im Locarno- vertrag übernommenen Verpflichtungen zu geraten, um nicht die Garantie Englands und Italiens für den Schutz feiner Ostgrenze gegen einen deutschen Angriff zu verlieren, die den Franzosen sicherlich wertvoller ist als eine Unterstützung Sowjetrußlands, die ja, da Rußland nicht unmittelbarer Nachbar des Deutschen Reiches ist, nur unter Verletzung polnischen Gebiets wirksam werden könnte. Wie wichtig diese Rücksicht auf das Locarnoabkommen ist, mag man aus den Anfragen in der letzten Sitzung des britischen Unterhauses ersehen, die von Sir John Simon dahin beantwortet wurden, daß der neue französisch-sowjetrussische Beistandspakt Englands Verpflichtungen aus dem Locarnovertrag nicht vermehrt habe. England fei nicht zur Hilfeleistung für Deutschland verpflichtet, falls Frankreich auf Grund des neuen Paktes Sowjetrußland gegen einen deutschen Angriff beifpringe, vorausgesetzt, daß die französische Hilfe den Bestimmungen des Völkerbundsvertrages entspreche. Neben dieser Abstimmung auf Locarno und Völkerbund hat Laval ferner dafür gesorgt, daß der neue Beistandspakt englischen Wünschen entsprechend die Möglichkeit der Erweiterung zu einem System regionaler Pakte durch den Hinzutritt anderer Mächte bietet. Laval möchte wohl ebensowenig wie die britischen Staatsmänner eine Fortsetzung des G e - sprächsmitDeutschland dadurch erschweren, daß sich unter der Aegide Frankreichs ein Mächteblock bildet, von dem Deutschland bewußt und absichtlich ausgeschlossen bleibt, ja der feine antideutsche Tendenz nicht verleugnen könnte, sobald die Sowjets die Hauptrolle in einer solchen Kombination spielen würden. So hatten also Franzosen vom Schlage Lavals sicherlich beträchtliche innere Hemmungen zu überwinden, bis es zu dem von Moskau so eifrig betriebenen Pakt kam und nicht zuletzt mag die Rücksicht auf die verbündete Kleine Entente mitgesprochen haben, die im Abschluß des französisch-sowjetrussischen Beistandspakts die Voraussetzung für ihre eigene Teilnahme an dem von Frankreich und Italien für die bevorstehende Konferenz in Rom in Aussicht genommenen Donaupakt sehen. England hat bereits erklärt, daß es in Rom nur durch einen Beobachter vertreten fein werde und auch nicht an eine eigene Beteiligung an dem unter der Flagge „Nichteinmischung in Oesterreich" segelnden neuen Pakt denke. Während also die britischen Staatsmänner allen anderen Mächten, besonders natürlich Deutschland, den Beitritt zu möglichst vielen Sicherheitspakten nicht warm genug empfehlen können, ohne Rücksicht darauf, daß aus den daraus entstehenden Verschachtelungen sehr wohl auch Jnteressenkollisionen erwachsen können, die die Kriegsgefahr eher vergrößern als abschwächen, sehen wir überall das Bestreben Englands, sich selber sehr sorgfältig aus einem System herauszuhalten, das auch nur die Möglichkeit einer Verwicklung in einen kontinentaleuropäischen Streit tn sich birgt ober gar in einen Konflikt mit Sowjetrußland, der Englands asiatische Interessen empfindlich berühren müßte. Auf eine solche Politik äußerster Reserve sehen schon die britischen Dominions, die nicht noch einmal in einen europäischen Krieg hineingezogen werden möchten, der für die meisten von ihnen zweifellos einen Kampf um die eigene Existenz aufrollen würde. Mit den zu den Jubiläumsfeierlichkeiten bereits in London eingetroffenen Ministerpräsidenten von Kanada, Australien und Südafrika hatte das britische Kabinett bereits Anfang der Woche eine Aussprache über die politische Lage in Europa, und man wird gewiß nicht fehl gehen in der Annahme, daß die Dominionminister ihre britischen Kollegen in ihrer Zurückhaltung gegenüber neuen Bindungen auf dem Festland werden bestärkt haben. Andererseits scheint man sich indessen auch darüber einig geworden zu sein, durch erhöhte Aufwendungen der Dominions für ihrs eigenen Rüstungen England die Möglichkeit erheblicher Rüstungsverstärkung in der Heimat zu geben. England wird von dieser Möglichkeit den weitgehendsten Gebrauch machen und namentlich alles daransetzen, um seine Luftwaffe auf den Stand zu bringen, der dem erst kürzlich von Baldwin verkündeten Grundsatz entspricht, daß Großbritanniens Luftwaffe mindestens so stark sein muß wie die Der Wortlaut des stanzösisch-sotvjetruUchen Beistandspakts Ein ergänzendes Protokoll Das Echo des neuen Pakts des Völkerbundes zur Ergreifung geeigneter Maßnahmen zwecks wirksamer Sicherung des Welt- friedens oder als Beeinträchtigung der aus den Dölkerbundssatzungen für die hohen vertragsschließenden Parteien sich ergebenden Verpflichtungen ausgelegt werden. Artikel 5. Der vorliegende Vertrag, dessen französischer und russischer Wortlaut gleichmäßig maßgebend ist, wird ratifiziert werden, und die Ratifizierungsurkunden werden in Moskau sobald als möglich ausgetauscht werden. Er wird beim Gleichzeitig mit der Unterzeichnung des gegenseitigen französisch-sowjetrussischen Beistandspaktes haben die Bevollmächtigten folgendes Protokoll unterzeichnet, das in den Austausch der Ratisizie- rungsurkunden des Vertrages mit einbegriffen wird: 1. Es gilt als verabredet, daß Artikel 3 jede der vertragsschließenden Parteien verpflichtet, der anderen 's o f o r t B e i st a n d zu gewahren, indem sie sich sofort nach den Empfehlungen des Völkerbundsrates richtet, sobald diese auf Grund des Artikels 16 der Völkerbundssahun- gen erlassen worden sind. Es gilt gleichfalls als verabredet, daß die beiden vertragsschließenden Parteien geme infam handeln werden, u m zu erreichen, daß der Völkerbundsrat seine Empfehlungen mit der ganzen Schnelligkeit erläßt, die die Umstände erfordern werden, und daß, wenn der Völkerbundsrat nichtsdestoweniger aus irgendeinem Grunde k e i - nerlei Empfehlungen erläßt, oder kein einstimmiger Beschluß zustandekommt, die Beistandspflicht deshalb nicht weniger zur Anwendung kommt. Es gilt als verabredet, daß die in dem vorliegenden Vertrag vorgesehenen Beistandsverpflichtungen sich nur auf den Fall beziehen, daß ein Angriff gegen das eigene Gebiet der einen oder der anderen vertragsschließenden Partei erfolgt. 2. Da beide Regierungen gemeinsam die Absicht haben, durch den vorliegenden Vertrag den früher dritten Staaten gegenüber durch Frankreich oder die Sowjetunion auf Grund veröffentlichter Verträge übernommenen Verpflichtungen in keiner Weise zu widersprechen, so gilt als verabredet, daß die Bestimmungen des vorliegenden Vertrages keine Anwendung erfahren können, die unvereinbar wäre mit den von einer der vertragschließenden Parteien übernommenen Verpflichtungen und die vertragschließenden Sanktionen internationalen Charakters aussetzen würde. 3. Da die beiden Regierungen den Abschluß eines regionalen Abkommens für wünschenswert erachten, das auf die Organisierung der Sicherheit zwischen den vertragschließenden Staaten abzielt und das von anderer Seite Verpflichtungen des gegenseitigen Beistandes zur Folge haben könnte, so räumen sich beide Regierungen die Befugnis ein, mit ihrer gegenseitigen Zustirn- Völkerbundssekretariat eingetragen werden. Er wird in Kraft treten, sobald die Ratifizierungsur- künden ausgetauscht sind und fü n f Jahre in Kraft bleiben. Wenn er nicht von einer der hohen vertragsschließenden Parteien mit einer Vorankündigung von mindestens einem Jahr vor Ablauf dieses Abschnittes gekündigt ist wird er ohne zeitliche Beschränkung in Kraft bleiben, wobei lebe der hohen vertragsschließenden Parteien ihn dann durch eine entsprechende Erklärung mit einjähriger Frist aufkündigen kann. P a r i s, 3. Mai (DNB.) Der französisch-sowjetrussische Pakt ist heute veröffentlicht worden. Er hat folgenden Wortlaut: Der Vollzugsausschuß der Sowjetunion und der Präsident der französischen Republik, beseelt von dem Wunsch, den Frieden in Europa zu festigen und seine Wohltaten ihren Ländern zu garantieren, durch vollständigere Gewährleistung der genauen Anwenduna der Bestim- mungenderDölkerbundssatzungen über die Aufrechterhaltung der nationalen S i ch e r h e i t, der gebietsmäßigen 11 n a n t a st barkeit und der politischen Unabhängigkei t der Staaten, entschlossen, ihre Anstrengungen der Vorbereitung und dem Abschluß eines europäischen Abkommens mit diesem Ziele zu widmen, und inzwischen, soweit es von ihnen abhängt, zu der wirksamen Anwendung der Bestimmungen der Vol- kerbundssatzung beizutragen, haben beschlossen, zu diesem Zweck folgendes Abkommen abzuschließen: Artikel 1. Für den Fall, daß Frankreich oder die Sowjetunion Gegenstand einer Drohung oder einer Angriffsgefahr von Seiten eines europäischen Staates sein soll, verpflichten sich die Sowjetunion bzw. Frankreich gegenseitig, eine sofortige Konsul t i e - rung (Beratung) vorzunehmen über die zur Einhaltung der Bestimmungen des Artikels 10 der Völkerbundssatzungen zu ergreifenden Maßnahmen. Artikel 2. Im Fall, daß — unter den im Artikel 15, Absatz 7 der Dölkerbunds- satzung vorgesehenen Bedingungen — Frankreich oder Sowjetrußland trotz ihrer aufrichtig friedfertigen Absichten Gegen st and eines nicht herausgeforderten Angriffes von Seiten eines europäischen Staates sein sollten, werden die Sowjetunion bzw. Frankreick) s i ch sofort Hilfe und Beistand gewähren. Artikel 3. Unter Berücksichtigung, daß laut Artikel 16 der Völkerbundssatzungen jedes Mitglied des Völkerbundes, das im Gegensatz zu den laut Artikel 12, 13 oder 15 der Völkerbundssatzungen übernommenen Verpflichtungen zum Kriege schreitet, ipso facto als eine Macht gilt, die eine Kriegshandlung gegen alle anderen Völkerbundsmitglieder vorgenommen hat, verpflichten sich Frankreich bzw. die Sowjetunion, für den Fall, daß eines von ihnen unter diesen Bedingungen und trotz der aufrichtig friedfertigen Absichten beider Länder Gegenstand eines nicht herausgeforderten Angriffes von Seiten eines europäischen Staates wäre, sich sofort Hilfe undBeistanddurchAnwendungdesAr- tikels 16 der Völkerbundssatzungen zu gewähren. Dieselbe Verpflichtung -ist für den Fall übernommen, daß Frankreich oder die Sowjetunion Gegenstand eines Angriffes von Seiten eines europäischen Staates unter den im Artikel 17 Absatz 1 und 3 der Völkerbundssatzungen vorgesehenen Bedingungen wäre. Artikel 4. Da die oben festgesetzten Verpflichtungen mit den Pflichten der hohen vertragsschließenden Parteien als Mitglieder des Völkerbundes übereinstimmen, wird nichts in dem vorliegenden Vertrag als Einschränkuno der Mission mung gegebenenfalls an solchen Abkommen in einer unmittelbaren oder mittelbaren Form, je nachdem, wie sie geignet erscheint, teilzunehmen, wobei die Verpflichtungen dieser verschiedenen Abkommen an die Stelle der aus dem vorliegenden Vertrag folgenden Verpflichtungen treten. 4. Beide Regierungen stellen fest, daß die Verhandlungen, die zur Unterzeichnung des vorliegenden Vertrages geführt haben, anfänglich ausgenommen wurden, um ein Sicherheitsabkommen zu vervollständigen, das die S t a a- ten von Nordosteuropa, nämlich die Sowjetunion, Deutschland, die Tschechoslowa- fei, Polen und die der Sowjetunion benachbarten baltischen Staaten umfaßt und das neben diesem Abkommen ein B e i st a n d s v e r - trag zwischen der Sowjetunion, Frankreich und Deutschland abgeschlossen werden sollte, durch den sich jeder dieser drei Staaten Der- pflichten sollte, demjenigen unter ihnen Beistand zu gewähren, der Gegenstand eines Angriffes von Seiten eines dieser drei Staaten wäre. Obgleich die Umstände bisher den Abschluß dieser Abkommen, die beide Parteien weiterhin als wünschenswert erachten, noch nicht gestattet haben, sind die in dem französsisch-sowjetrussischen Beistandsabkommen ent- haltenen Verpflichtungen nichtsdestoweniger so zu verstehen, daß sie nur in den in dem früher geplanten Dreierabfo m m en vorgesehenen Grenzen angewandt werden sollen. Unabhängig von den aus dem vorliegenden Abkommen folgenden Verpflichtungen wird gleichzeitig daran erinnert, daß gemäß dem am 29. November 1932 unterzeichneten französisch - sowjetrussischen Nichtangriffspakt und ohne Beeinträchtigung der Universalität der Verpflichtungen dieses Paktes im Falle, daß eine der beiden Parteien Gegenstand eines Angriffes von feiten einer oder mehrerer dritter europäischer in dem oben erwähnten Dreierabkommen nicht genannten Mächte wäre, die andere ver- tragschließende Partei sich während der Dauer des Konfliktes jeder mittelbaren oder unmittelbaren Hilfe oder Beistands» leistung an den Angreifer oder die Angreifer zu enthalten hat, wobei im übrigen beide Parteien erklären, daß sie durch keinerlei Beistandsabkommen gebunden sind, das im Gegensatz zu dieser Verpflichtung stünde. jeder anderen Macht in Kampfentfernung der britischen Inseln. Die Unterhausdebatte am Donnerstag und der Widerhall, den sie in der Presse gefunden hat, zeigen, daß die britische Regierung bei der Durchführung ihrer gegenüber früheren Plänen beträchtlich verstärkten Aufrüstungsprogramms das Volk hinter sich hat und seiner Bereitwilligkeit sicher sein kann, die aus der Rüstungsvermehrung erwachsenden höheren Lasten auf sich zu nehmen. Die Reden Churchills und Austen Chamberlains zeigen sogar, daß das Programm der Nationalregieruna den konservativen Ultras noch nicht auszureichen scheint. Sie fordern Beschleunigung der Rüstungen und folgerichtig auch enges politisches Zusammengehen mit Frankreich. Ihnen war der vielbesprochene Aufsatz Macdonalds mit seinen schulmeisterlichen Ermahnungen an Deutschland und seinen kaum noch verhüllten Drohungen mit der gemeinsamen Front aller „Friedliebenden" so recht aus dem Herzen geschrieben. Aber dem Schreiber selbst scheinen inzwischen über die Zweckmäßigkeit seiner Belehrungen Zweifel gekommen zu sein, obwohl er sich der Zustimmung des Gesamtkabinetts zu seinem journalistischen Kunstwerk versichern konnte. Seine letzte Unterhausrede klang jedenfalls weit sachlicher, sie vermied es, weiter Del in das Feuer zu gießen, sondern suchte die Diskussion wieder auf das Londoner Protokoll vom 13. Februar zurückzulenken, das ja der Ausgangspunkt des Gespräches mit Deutschland war und an den wieder angeknüpft werden muh, wenn man mit Deutschland zu iraend- welchen Vereinbarungen auf rüstungspolitischem Gebiet kommen will. Daß in Deutschland trotz des neuerlichen Affronts in Genf und der kalten Duschen aus London der Wille zu einer Verständigung keineswegs erloschen ist, dafür legte erst am Donnerstagabend General Göring vor den Berliner Vertretern der ausländischen Presse in beredten und eindrucksvollen Worten Zeugnis ab. Er ließ darüber keinen Zweifel, daß Deutschland sich zwar eine starke Luftwaffe geschaffen habe, um die Nation gegen jeden Angriff zu sichern, daß Deutschland aber nach wie vor bereit sei zu jeder Rüstungsbegrenzung, auch der Luftstreitkräfte, die ehrlich betrieben werde und auf vollständiger Gleichberechtigung beruhe. Es steht also von Deutschland aus sicher nichts im Wege, sich zu Verhandlungen über den in Macdonalds Unterhausrede wieder herausgestellten Luftpakt, dem Deutschland ja bereits in seiner Antwort auf das Londoner Protokoll vom 13. Februar dem Grundsatz nach zugestimmt hat, und über ein Abkommen zur Begrenzung der Lust- streitkräfte zusammenzusetzen. Görings Rede wiederholt nur die vom Führer und Reichskanzler ausgesprochene Bereitwilligkeit Deutschlands, zur Zusammenarbeit mit den andern Nationen am Aufbau eines sich auf gleichem Recht für alle gründenden Systems der Sicherheit und des Friedens. Der britische Außenminister Sir John Simon hat die Debatte im Unterhaus nut Ausführungen über fein Berliner Gespräch m i t dem Führer beschlossen. Er schien sichtlich beeindruckt von der Freimütigkeit, mit der der Reichskanzler seinen englischen Gästen Deutschlands Notwendigkeiten schilderte mit dem Hmweis, daß e-r ihnen ein vollständiges Bild des deutschen Programmes gebe und später nicht mit Nach- fordrrungen kommen werde. Ist diese Ofsen- hpit des deutschen Reichskanzlers nicht der stärkste Beitrag zur Wiederherstellung des Vertrauens, den Sir John Simon von Deutschland fordert? Er und Macdonald haben betont, daß England die Tür offen gelassen habe. Deutschland ist nach wie vor bereit, als gleichberechtigter Partner das Verhandlungszimmer zu betreten, wenn man von vornherein davon absieht, ihcki moralische oder materielle Fesseln anlegen zu wollen, die der Ehre einer souveränen Nation und der Sicherheit des deutschen Volkes zuwiderlaufen. „Wir wollen nicht Krieg und nicht Unfrieden. So wie wir den Frieden im eigenen Volke hergestellt haben, wollen wir nichts anderes als den Frieden mit der Welt... Das Höchste aber, was mir Gott auf dieser Welt gegeben hat, ist mein Volk!" Spricht so em beute- lüsterner Eroberer wie hier Adolf Hitler am Nationalen Feiertag des 1. Mai zu seinem Volke gesprochen hat? Nein, Deutschland will in Frieden seiner Arbeit nachgehen. Dazu braucht es des Schutzes eines starken Schwertes, weil es in ferner tausendjährigen Geschichte am eigenen Leibe allzu oft schon erfahren hat, daß der Schwache die Beute seiner mächtigeren Nachbarn wird. Aber als Starker unter Starken wird Deutschland sich niemals weigern, seinen Beitrag für eine dauernde Sicherung des Friedens zu leisten. Litauen provoziert die Gignatarmächte Die Vorstellungen zurückgewiesen, weil „nicht imEinklang mit der tatsächlichen Lage". Memel, 3. Mai. (DNB.) Die litauische Telegraphenagentur meldet, daß der Alterspräsident des memelländischen Landtages, Hilpert, den an ihn gerichteten Vorschlag des Präsidenten des Direktoriums Bruweleitis auf Beteiligung an der Umbildung des Direktoriums abgelebt habe. Die litauische Telegraphenagentur bestätigt ferner die Nachricht, daß der litauische Außenmiinister am 2. Mai d. I. den Kownoer Vertretern Englands, Frankreichs und Italiens die Antwort der litauischen Regierung auf die am 19. April 1935 erfolgten Vorstellungen der Signatar m ä ch t e der Memelkonvention überreicht habe. Aus dem Inhalt der litauischen Antwort ist noch nichts näheres bekannt. Es heißt jedoch, daß \bie litauische Regierung alle Einwände der Signatarmächte als nicht im E i n- klang mit der tatsächlichen Lage im Memelqebiet stehend zuriickweise. „Daily Telegraph" teilt mit, daß die Antwort der litauischen Regierung als unbefriedigend betrachtet werde. Die litauische Antwort werde daher zu weiteren diplomatischen Erörterungen zu Beginn der nächsten Woche Anlaß geben. Litauen seit mit aller Deutlichkeit angekündigt worden, daß es vor dem Völkerbund a n g e k l a g t würde, wenn die von der litauischen Regierung ergriffenen Schritte die Signatarstaaten nicht befriedigen. Die Signatarstaaten seien der Ansicht, daß es durchaus möglich sei, die deutsch- sprechende Bevölkerung des Memelgebietes in angemessener Weise an der Führung der Geschäfte zu beteiligen, ohne die litauische Souveränität zu gefährden. Die Frage werde von den Mächten dringlich behandelt und es würden sofortige Schritte von Litauen verlangt. Der Prozeß um die Echtheit der Protokolle der Weifen von Zion. Bern, 3. Mai. (DNB.) Der Prozeß, den der Israelitische Gemeindebund der Schweiz und die Jüdische Kulturgemeinde Bern vor dem Amtsgericht in Bern gegen 4 Angehörige des inzwischen aufgelösten Vereins nationalsozialistischer Eidgenossen und ein Mitglied der Nationalen Front in Bern angestrengt hatten, weil diese ein gegen die Juden gerichtetes Flugblatt über die sog. „Protokolle der Weisen von Zion" vertrieben haben, wurde fortgesetzt, nachdem er im Oktober v. I. unterbrochen worden war. Es handelte sich darum, die Entstehung eines Dokuments aufzuklären, das die Pläne des Judentums zur Erringung der Weltmacht kennzeichnet und von Kennern als das Ergebnis des Baseler Zionistenkongresses 1897 bezeichnet wird. Zu der neuen Verhandlung sind neben dem schon in der ersten Verhandlung aufgetretenen Schriftsteller Loozli als weitere Sachverständige Professor B a u m g a r- t e n (Basel) und Oberstleutnant Fleischhauer (Erfurt) geladen worden. Prof. Baumgarten (Basel) behauptete, die Protokolle seien nicht nur Märchen, sondern auch eine Fälschung, und es sei kein Anhaltspunkt dafür vorhanden, daß sie beim Zionistenkongreß in Basel 1897 auf Grund von Geheimsitzungen verfaßt worden feien. Aus der Annahme, daß die Protokolle der Unechtheit „aufs dringlichste verdächtig" sind, glaubte Prof. Baumgarten die an ihn vom Gericht gestellte Frage, ob die Protokolle unter den Begriff der Schundliteratur fielen, bejahen zu müssen. Der Sachverständige Oberstleutnant a. D. Fleischhaue r erklärte zum Schluß seines mehrstündigen Gutachtens: 1. Alle bereits vernommenen Zeugen, die behauptet haben, die „Protokolle" entsprächen nicht dem Geiste des Judentums, haben objektiv Unrichtiges gesagt. 2. Diejenigen, die über Freimaurer aussagten, haben eine Aussage gemacht, die objektiv nicht dem Material entspricht, das ihm vorliege. Das gleiche gilt von denjenigen, die über die Beziehungen von Judentum und Bolschewismus sich geäußert hätten. Soweit diese Leute Geschichtsforscher sind, muß geprüft werden, ob ihnen der gute Glaube zuzubilligen ist. Wir haben aegen den einzelnen Juden nichts.' Aber wir müssen ihn für seine Führer verantwortlich machen und von ihm verlangen, daß er für andere Zustände kämpft. Wir aber wollen unser Schicksal allein in die Hand nehmen. Zu der Frage der Unterstellung der „Protokolle" unter Artikel 14 des Gesetzes gegen b i e Schundliteratur führte Fleischhauer aus: Diese Gesetze lassen überall dem richterlichen Ermessen weitesten Spielraum, so daß bei engherziger Auslegung ein großer Teil der Weltliteratur unter den Begriff der Schundliteratur fallen würde. Er wandte sich dann u. a. mit scharfen Worten gegen die Kläger, die als Vertreter eines Volkes eine solche Klage einreichen, obwohl gerade dieses Volk einen geradezu erdrückenden Beitrag zur wirklichen Schundliteratur geliefert habe. Fleischhauer widerlegte bann die Möglichkeit, aus anderen im Gesetz angegebenen Gründen die „Protokolle" unter ben Begriff bes Schunbes zu rechnen, unb wanbte sich insbesondere dagegen, daß sie die Ursache von Pogromen in Rußland gewesen seien. Bisher seien sie überhaupt keine wesentliche Waffe gegen die Juden gewesen. Zwiespältige Gefühle in Paris Paris, 4. Mai (DNB. Funkspruch). Nach der Veröffentlichung des Wortlautes des. franzöfisch- sowietrussischen Beistandspaktes zeigen sich die französischen Blätter sehrvielzurückhaltender. Auf die Genugtuung, die man mit einigen Ausnahmen am Freitag feststellen konnte, folgt jetzt offene Kritik. Der „Jour" bezeichnet das Abkommen als eine traurige Vernunftehe. Man dürfe nie vergessen, daß mit dem Tage, an dem Frankreich einen Kilometer deutschen Gebietes betrete, um Sowjetrußland zu Hilfe zu eilen, es als Anstifter eines Krieges angesehen werde und damit alle Rechte auf die Hilfe der Mitgliedsstaaten des Völkerbundes verliere. Der Verrat von Breft-Litowsk (der Friedensschluh mit Deutschland 1917) und die franzosenfeindliche Propaganda Sowjetrutzlands, die noch nicht aufgehört habe, erlaubten es nicht, Vertrauen zu der Unterschrift Potemkins zu haben. — „Ami du Peuple" meint, die zivilisierte Welt könne dieses Bündnis der ältesten Demokratie Europas mit dem diktatorischen Regime des Bolschewismus nur bedauern. Selbst „Oeuvre", das sich am wärmsten für den Abschluß des Paktes eingesetzt hat, muß zugeben, daß der Wortlaut in gewissen Punkten etwas unklar erscheine. Das Blatt entschuldigt dies, aber mit den diplomatischen Feinheiten, die notwendig seien, um niemandem eine Angriffsfläche zu bieten. Der „F i g a r o" ist der Ansicht, daß das Abkommen je nach den auf dem Spiel stehenden Interessen sehr verschie - den ausgelegt werden könne, da gewisse Artikel äußer st unklar ab gefaxt seien. Vielleicht liege aber darin eine Absicht, um alle Welt zufrieden zu stellen. Die „Repudlique" meint, man müsse Deutschland und andere Länder davon überzeugen, daß Frankreich nicht daran denke, das Deutsche Reich isolieren zu wollen, sondern daß es im Gegenteil bereit sei, sofort die Verhandlungen wieder aufzunehmen, um den Wunsch nach einer Verständigung unter Beweis zu stellen. Befriedigung in l Moskau, 4. Mai. (DNB. - Funkspruch.) „Js- westya" bezeichnet den französisch-sowjetrussischen Vertrag, als einen neuen Abschnitt in der Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen. Der Vertrag müsse jede Macht, die eine Angriffspolitik verfolge, überzeugen, daß die Hoffnung auf eine Trennung der friedlichen Mächte vergeblich sei und daß der Angreifer einem vereinten Widerstand begegnen werde. Die Tatsache, daß die Regierungen der Sowjet-Union und Frankreich trotz der Verschiedenheit ihrer sozialen Systeme übereingekommen seien, sich gegenseitig im Falle eines Ueberfalles Hilfe $u leisten, werde jedem ernsten Menschen zeigen, w t e teuer beiden Partnern der Friede sei und wie groß ihre Entschlossenheit, diesen Frieden gemeinfam zu schützen. polnische Zweifel. Warschau, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die national-demokratische „Gazeta Warszawska" schreibt, beim französisch-sowjetrussischen Vertrag handele es sich nicht um ein Bündnis in der eigentlichen Bedeutung dieses Wortes, sondern nur um eine Verständigung, die sich natürlich im Laufe der Zeit in ein engeres Bündnis verwandeln könne. Der französisch-sowjetrussi- sche Vertrag fei. zweifellos ein neuer Persuch, den europäischen Frieden zu festigen. Etwas anderes sei es, daß die Hoffnungen mancher politischen Kreise Frankreichs auf eine wirkliche forojet- russische Hilfe sehr übertrieben feien. Eine Teilnahme der Sowjetunion an wirtschaftlichen Maßnahmen gegen einen Angreifer sei ohne Bedeutung und die .Möglichkeit einer militärischen Hilfeleistung durch die Sowjetunion für den Fall eines Krieges im Westen werde angesichts der Lage im Fernen Osten außerordentlich befchränkt sein. Paktverhandlungen zwischen Prag und Moskau. Prag, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Prager Presse meldet: Außenminister Dr. B e n e s ch empfing am Freitag denSowjetgesandtenA lexan» d r o w f k y, mit dem er im Hinblick auf die Unterzeichnung des SranzösiSch-sowjetrufsischen Vertrages in Paris über einen tfchechoflowa- kisch-sowjetrufsifchen Vertrag verhandelte. Die Verhandlungen werden auf diplomatischem Wege zwischen Prag und Moskau fortgesetzt werden. England und der baltische Pakt. London, 4. Mai (DNB. Funkspruch). Die G e • sandten der baltischen Staaten in London haben bei der englischen Regierung ungefragt, wie sie sich zu einem baltischen Pakt mit Einschluß Sowjetrußlands nach dem Vorbilde des französisch-sowjetrufsiSchen Paktes stellen würde. Man habe ihnen mitgeteilt, daß England kein unmittelbares Intereffe an der Angelegenheit habe, die von den in Frage kommenden Ländern nach ihrem Gutdünken behandelt werden müsse. Gleichzeitig habe die englische Regierung jedoch zum Ausdruck gebracht, daß sie sowohl den Plan als auch den Grundfatz, der im sranzösisch-sowjetrussischey Vertrag zum Ausdruck komme, begrüße. Kommunistischer Aufstand auf den Philippinen unterdrückt. Manila, 3. Mai. (DNB.) Ein auf den Philippinen ausgebrochener Aufstand Scheint im Abflauen begriffen zu fein. Die Kommunisten, die Sakdalistas, hatten zu Terrorakten gegen die Regierung aufgerufen, mit der Parole, gegen die am 11. Ätai stattfindende Volksabstimmung über die neue Verfassung der Philippinnen deutlichen P r o t e ft abzulegen. Telephon- und Telegraphenleitungen, die Manila mit dem Hinterland verbinden, wurden durchschnitten. An mehreren Orten kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Sakdalistas. Der Polizei und dem Militär gelang es, die Aufständischen zurückzudrängen. Das Zentrum der Aufstandsbewegung, der Ort C a I a m b a, ist allerdings noch in den Händen der Aufrührer. Dorthin ist auch die Hauptmacht der geschlagenen Sakdalistas geflohen. Oer nationalsozialistische Staat schützt die Landhelfer. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Die I ust i zp r e f f e- ftelle Berlin teilt mit: Nach neunstündiger, unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit geführter Verhandlung wurde der Landwirt Paul G r a e b e r aus Glasow (Kreis Teltow) von der VII. Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin wegen fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens, zum Teil in Tateinheit mit fortgesetzter Notzucht und wegen Mißhandlung Pflegebefohlener zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Der Angeklagte hatte sich im Sommer v. I. an einer ihm zugewiesenen 17jährigen Landhelferin unsittlich vergangen und sie bei ihrer Entlassung obendrein noch roh mißhandelt. Der Vorsitzende wies in der mündlichen Urteilsbegründung darauf hin, daß die Handlungsweise des Angeklagten eine um so strengere Bestrafung verlangt habe, als er das ihm vom nationalsozialisti- fchen Staate entgegengebrachte Vertrauen in schwerster Weise enttäuscht habe. Die Landhilfe habe die Aufgabe, nicht nur bef wirtschaftlich bedrängten Landwirtschaft eine Entlastung zu verschaffen, sondern vor allen Dingen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung der heutigen Stadtjugend wieder das Erlebnis der Verbundenheit von Blut und Boden zu vermitteln. Dieses harte, aber gerechte Urteil bekundet den unbeugsamen Willen der Staatsführung, die deutsche Jugend, die ein Jahr ihres Lebens der Landhilfe opfert, mit unnachsichtiger Strenge vor den Nachstellungen ihrer Arbeitgeber, die ihnen nach dem Willen des Gesetz- aebers den Halt des Elternhauses zu ersetzen haben, zu schützen. Ein derart schamloses Verhalten, wie es der Angeklagte an den Tag gelegt hat, mußte als Sabotage an dem Aufbauwerk des nationalsozialistischen Deutschlands bezeichnet und im Interesse der Abschreckung und vor allen Dingen einer Beruhigung der Jugendlichen und der Eltern mit einer besonders harten Strafe belegt werden. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Tatsache, daß dem Urteil der § 174, Ziff. 1 StGB, zugrunde gelegt wurde, der für Vormünder, die mit ihren Pflegebefohlenen, Adoptiv- und Pflegeeltern, die mit ihren Kindern, G e i st- l i ch e , L e h r e r und Erzieher, die mit ihren minderjährigen Schülern »der Zöglingen unzüchtige Handlungen vornehmen, eine Zuchthausstrafe bis zu 5 Jahren vorsieht. Das vorstehende Urteil, das als erstes dieser Art bekannt wird und auf einen bedauerlichen Einzelfall zurückgreift, zeigt, daß der heutige Staat gewillt ist, mit unnachsichtiger Strenge die von ihm getroffenen Maßnahmen und Einrichtungen vor jedem Mißbrauch zu schützen. Verschiedene katholische Kirchenblätter beschlagnahmt. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Verschiedene katholische Kirchenblätter, die das Datum vom kommenden Sonntag, den 5. Mai, tragen, darunter auch das Kirchenblatt für das Bistum Berlin, mußten beschlagnahmt werden, weil sie einen Hirtenbrief der preußischen Bischöfe zum Erziehungssonntag veröffentlichen, der in einzelnen Wendungen eine untragbare Kritik an der Einrichtung des Landjahres enthält. Wegen Beleidigung eines Ausländers verhastet. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Der 22jährige Paul Sternkiker, der am 30. April dieses Jahres einen ausländischen Delegierten zum Internationalen Filmkongreß in gröblich st er Weise beleidigt und damit das Ansehen des Reiches auf das schwerste gefährdet hat, wurde heute von der Polizei in Haft genommen. Dieses Beispiel zeigt, daß der nationalsozialistische Staat gewillt ist, die als G ä st e im Dritten Reich weilenden Ausländer gegen jegliche Beleidigung mit allen Mitteln zu schützen. Deutscher Emigrant beim Grenzübertritt verhastet. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Vor einigen Tagen ist an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze beim Bahnhof Eisenstein ein deutscher Emigrant, der in der Tschechoslowakei i m D i e n st e der deutschfeindlichen Propaganda tätig war, in dem Augenblick verhaftet worden, als er einen deutschen Vertrauensmann er» wartete. Gegenüber den in der ausländischen Presse verbreiteten Nachrichten, die Verhaftung wäre auf tschechoslowakischem Boden erfolgt, ist festzustellen» daß die inzwischen angestellten Ermittlungen einwandfrei ergeben haben, daß der Emigrant auf deutschem Gebiet fe st genommen worden ist. OieGolddeckung besOanzigerGulden. Danzig, 3. Mai. (DNB.) Die Bank von Danzig hat auf Grund der Neubewertung des Gulden einen Ausweis veröffentlicht, aus dem hervor- geht, daß die Golddeckung des Danziger Gulden sich durch die Umwertung von 34.3 v. H. auf 5 6,6 v. H. erhöht hat. Der Preiskommissar hat eine Anordnung erlassen, wonach sämtliche Ladengeschäfte in der üblichen Geschäftszeit offenzuhalten sind. Preiserhöhungen sind nur mit der schriftlichen Einwilligung des Preiskommissars zulässig. Die Bevölkerung hat, abgesehen von stärkeren Einkäufen ängstlicher Gemüter, weiterhin völlige Disziplin bewahrt. Nur in vereinzelten Fallen mußte gegen Elemente eingeschritten werden, die entweder die Bevölkerung zu beunruhigen versuchten, oder aber die Preisvorschriften verletzten. So wurde der evangelische Pfarrer Eichel verhaftet, weil er bei Bekanntgabe der Aufrufe der Regierung auf der Straße Hetzreden hielt. Verhaftet wurde ferner ein jüdischer Kaufmann namens Mendelsohn, weil er von Kunden, die bestellte Waren bei ihm abholen wollten, den doppelten Preis verlangte. Oie Schweiz wehrt sich gegen Angriffe auf den Franken. Basel, 3. Mai. (DNB.) Die Schweizerische Nationalbank hat zur Unterbindung der Angriffe auf den Schweizer Franken an die Banken ein Rundschreiben gerichtet, worin sie darauf aufmerksam macht, daß seit Wochen eine internationale Spekulation gegen bie Golbwährung ber kleineren Län - de r im Gange sei. Ihr Erfola in Belgien habe den Druck auf Holland und die Schweiz verstärkt. Ohne Unterstützung aus dem Lande selbst könne diese Bewegung nicht zum Ziele führen. Die Nationalbank sieht sich, um die Angriffe abzu- wehren, veranlaßt, den Banken mitzuteilen, daß sie in all den Fällen ihre Kreditgewährung versagen müsse, wo Spekulationszwecke verfolgt werden. Valutaoperationen, die in anscheinend geschäftlich legitime Transaktionen ge- kleidet seien, sollten die Banken besonders genau beobachten und Zurückhaltung üben. Dem Justiz- und Polneioepartement hat der Bundesrat bereits einen durch die Nationalbank ausgearbeireten Entwurf Überreicht, der Straf- be ft immun g*en gegen solche Personen und Handlungen enthält, die die gesetzliche Landeswährung schädigen ober gesährben können. Diese Strafbestimmungen werben bem eidgenössischen Parlament in ben Junitagen zur Genehmigung unterbreitet werben. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Frank hat als Präsident der Akademie für Deutsches Recht die Leitung des Strafrechtsausschusses dieser Einrichtung selbst übernommn. Der Führer und Reichskanzler empfing unter bem üblichen Zeremoniell ben neuen königlich bulgarischen Gesanbten Dr. Christofs zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Bei bieser Gelegenheit wechselten ber neue Gesandte unb ber Reichskanzler Ansprachen, in benen sie ber harten Prüfungen unb ferneren Opfer, bie beibe Völker in ben Jahren feit bem Kriege zu überstehen hatten, ebenso aber auch der traditionellen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien gedachten. Der Reichskommissar für bie Rück- glieberung bes Saarlandes hat anläß- lich bes nationalen Feiertages bes beutschen Volkes in ber bestimmten Erwartung, daß alsbald die letzten politischen Gegner zur Einsicht kommen, die Entlassung sämtlicher aus politischen Gründen in Schutz haft befindlichen Personen verfügt. Generalfeldmarschall von Mackensen wird im Mai in Budapest eintreffen, um seinen Sohn Hans Georg von Mackensen, der als Gesandter Deutschland in Budapest vertritt, zu besuchen. Sein Budapester Besuch ist rein privaten Charakters. ♦ Der erwählte BischofderAlt-Katholiken des Deutschen Reiches, Erwin Kreuzer, wird am 8. Mai in der Schloßkirche zu Mannheim durch den Bischof der Altkatholischen Kirche der Schweiz, D. theol. Adolf Kürvy, Die Bischofsweihe erhalten. Bei der Konsekration werden die Bischöfe von Haarlem und Deventer (Holland) assistieren. Die Weihepredigt im Pontifikalamt hält Bischof Johannes B e r e n d s von Deventer. * Das spanische Kabinett Lerroux ist zurückgetreten. Der Staatspräsident hat das Rücktrittsgesuch angenommen und Lerroux für feine Arbeit gedankt. Wie sieht es in -er Wirtschaft aus? Aus der Jndustrieberichterstattung des Statistischen Reichsamts ergibt sich, daß sich die Zahl der beschäftigten Industriearbeiter im Monat März weiter von 59,3 auf 61,3 Prozent der Arbeiterplatzkapazität erhöht hat. Gleichzeitig ist auch die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit auf 7,34 Stunden gestiegen, d. h. die Arbeitskraft der beschäftigten Arbeiter konnte in höherem Maße ausgewertet werden. Am stärksten ist der Wirtschaftsauftrieb noch immer in den P r o d u k- tionsgüterinbuftrien. Namentlich bas Baugewerbe hat nach Ueberwinbung ber winterlichen Arbeitspause sehr zahlreiche Neueinstellungen vorgenommen. Im Zusammenhänge mit bem roieber in Gang fommenben Außenarbeiten hat auch in einer Reihe von Baustoffinbu- st r i e n, so z. B. in ber Pflasterstein- unb Schotter-, in ber Ziegel- unb Dachpappenindustrie bie Beschäftigung m fühlbarer Weise zugenommen. Im Fahrzeugbau wirb bereits mit Hochbruck gearbeitet, um bie neueingegangenen Aufträge bewältigen zu können. Andererseits gibt es natürlich auch Wirtschaftsgebiete, auf benen bie Aufwärtsentwicklung zurzeit stockt, unb bie Beschäftigung sogar etwas zurückgegangen ist, so z. B. im Kohlenbergbau, im Dampfkesselbau sowie in ber Seiben - unb Wollindu - ft r i e. Aber im großen unb ganzen hat sich bie Geschäftstätigkeit sowohl in ben Produktions- wie in ben Verbrauchsgüterindustrien bis in bie jüngste Zeit hinein in zunehmenbem Tempo belebt. Der Führer hat in seiner Festtagsrebe am 1. Mai an» gekünbigt, baß nunmehr bie zweite Million ber Erwerbslosen angegriffen werben soll, und daß es noch in diesem Jahre gelingen werden, unter die Zahl von einer Million Arbeitsloser herunterzugehen. So wird die deutsche Wirtschaft dem ihr gesetzten Ziele, daß jeder Deutsche, der arbeiten will, auch die Möglichkeit hat, sich ehrlich fein Brot zu verdienen, immer näher und näher kommen. ♦ In der Generalversammlung der I G- F a r b e n i n d u st r i e hat der Vorsitzende Geheimrat Schmitz bie Ausschüttung einer unoeränberten 7-v. H.-Divibenbe bamit begrünbet, baß bie Gesellschaft auf bem Gebiete ber Arbeitsbeschaffung und des Exports das Höchstmögliche leisten, zugleich aber allen damit verbundenen Risiken Rechnung tragen wolle. Bei diesem Anlaß wies der Redner darauf hin, daß das Unternehmen die Zunahme feiner Umsätze den technischen Leistungen seiner Betriebe und, soweit das Auslandsgeschäft in Frage kommt, feiner gut eingearbeiteten Weltverkaufsorganisation verdanke. Ein großer Teil der erzielten Ueberschüsse ist zur Finanzierung neuer Investitionen sowie zur Erweiterung der sozialpolitischen Fürsorge verwandt worden. Daß die Aufrechterhaltung der geschäftlichen Auslandsbeziehungen und der Außenhandelsorganisationen erhebliche finanzielle Opfer erfordert, ist auch in der Generalversammlung der Deutschen Kabelwerke stark betont worden. Diese Opfer werden sich erst bei Eintritt geordneter Weltwirtschaftsverhältnisse wieder voll bezahlt machen. * Seitdem durch das Versailler Diktat die Freie Stadt Danzig geschaffen und aus dem Wirt- fchaftskörper Deutschlands herausgeschnitten wurde, haben die Danziger einen heroischen Kampf gegen die Verschlimmerung der Wirtschaftslage geführt, und insbesondere war die Konkurrenz des polnischen Hafens Gdingen für die Danziger besonders fühlbar. Der Danziger Gulden wurde unter großen Opfern stabil gehalten, während der polnische Zloty zweimal eine Abwertung erfuhr. Aber diese Opfer hatten eine Grenze. Die Spekulation bemächtigte sich des Danziger Guldens und zog die Guthaben bei Danziger Stellen in Gulden zurück, um sie gegen Zloty, skandinavische und englische Währung einzutauschen. Dadurch wurde der Währungsrückhalt immer geringer. Es heißt, -aß am 30. April allein eine Million Danziger Gulden abgehoben wurden, diesem spekulativen Treiben das Wasser abzugraben, und energische Maßnahmen waren notwendig, um Es blieb nach Lage der Dinge nichts anderes übrig, als -die Spekulation schachmatt zu setzen und mit einem Schlag den Danziger Gulden so umzuwerten, daß er den konkurrierenden entwerteten Währungen ebenbürtig wurde. Durch fünf Verordnungen des Danziger Senats ist diese Umwertung in ihrem Verlauf so geregelt, daß die Danziger Bevölkerung keinen Schaden erleidet und zugleich die Spekulanten das Nachsehen haben. Der Danziger Gulden folgt dem englischen Pfund und den damit zusammenhängenden skandinavischen Währungen, wenn auch nicht ganz der Entwertung der polnischen Zloty, indem sein Wert um 42,37 Prozent herabgesetzt wird, wonach also 10 0 Reichsmark nunmehr 212 Danziger Gulden wert sind. Damit werden die Abzüge von Danziger Gulden illusorisch und gleichzeitig die Währungsdecke verstärkt. Die außerordentlich schlechte Wirtschaftslage Danzigs aber kann verbessert werden, wenn die Deutschen mehr als bisher ihren Sommexaufenthalt im schönen Danzig und seiner Umgebung nehmen, denn einmal ist der Aufenthalt dort sehr billig und zweitens unterstützen wir unsere notleidenden Brüder im Kampfe um ihre Existenz. * Die Neuorientierung der amerikanischen Handelspolitik hat jetzt auch zu dem Abschluß eines neuen deutsch-amerikanischen Handelsvertrags geführt, nachdem der mit Frankreich vor einigen Tagen abgeschlossen wurde. In den USA. sind die Rohstoffproduzenten, also die Farmer und Baumwollanbauer, durchaus f ü r e i n e Senkung der überhöhten Zollsätze, während die Industrie dem lebhaft widerspricht. In der letzten Zeit sind die stimulierenden Tendenzen der amerikanischen Wirtschaft immer seltener geworden und vor allem herrscht über die Linie der künftigen Wirtschaftspolitik noch immer ein großer Streit, wenn auch Roosevelt mit der Annahme seines Arbeitsbeschaffungsprogramms Sieger geblieben ist und neuerdings die Arbeitslosenversicherung und die Altersversicherung der Arbeiter dem Senat und Kongreß zugegangen sind. Wenn man bedenkt, daß in der amerikanischen Wirtschaft noch rund 21 Millionen Menschen von der staatlichen Erwerbslosenfürsorge abhängig sind, dann spricht das für die Notwendigkeit eines entschiedenen Wirtschaftskurses. Bergbau und Textilindustrie liegen sehr schwach, die Eisen - und Stahlindustrie ist um einige Prozent weniger beschäftigt als im Vorjahre. Die Eisenbahnen haben trotz aller staatlichen Unterstützung keinen Ertrag aufzuweisen, die Landwirtschaft wird vom Staate gestützt, aber die staatliche Durchführung aller Stützungsmahnahmen erfordert geraume Zeit, und die Baumwollpolitik hat insofern ein Fiasko gemacht, als heute noch über sieben Millionen Bal - len in staatlichem Besitz sind. Die kapitalistischen Einflüsse und Reibungen können in diesem riesenhaften Wirtschaftsgebiet nicht von heute auf morgen beseitigt werden, und daher ist Roosevelts Aufgabe um so schwieriger: allerdings hat der Präsident schonungslos die Feinde der amerikanischen Wohlfahrt gebranbmarft, die ihr Sonderinteresse auf Kosten der allgemeinen Wohlfahrt verfolgen. ♦ Die Heraufsetzung des S i l b e r p r e i s e s in den Vereinigten Staaten, zunächst auf 71 Cents, einige Wochen später auf 77,75 für die Unze, hat die stärkste Verwirrung auf den Silbermärkten aus- gelöst. Roosevelt hat diese Steigerung des Silberpreises durchgeführt, um sich die weitere Unterstützung der Silberinteressenten zu erkaufen. Er brauchte sie besonders für die Annahme der Arbeitslosenbill durch den Senat, die bekanntlich 4,88 Milliarden Dollar für die Arbeitsbeschaffung vorsieht. Neben den Interessen der einheimischen Silberproduzenten liegt aber der amerikanischen Silberpolitik die gleiche Tendenz wie ihrer Goldpolitik zu Grunde. Durch eine Heraufsetzung des Goldpreises hat Amerika seit der Abwertung des Dollars stets das Ziel verfolgt, das Preisniveau zu heben. Nun wird aber in weiten Teilen der Welt die Währung nicht von dem Goldpreis, sondern von dem Silber preis bestimmt. Mexiko, Indien und China haben heute noch eine Silberwährung. Durch eine Steigerung des Silberpreises verfolgt die amerikanische Regierung die Politik, die Kaufkraft dieser Länder, und dabei handelt es sich gerade um eine ungeheure Massenkaufkraft, zu stärken, und so auch im Ausland der amerikanischen Produktion neue Absatzwege mit Hilfe währungstechnischer Maßnahmen zu erschließen. Es zeigte sich aber, daß die Länder mit Silberwährung keineswegs über diePreissteige- rungen des Silbers erfreut waren. Denn für sie bedeutete ja die Erhöhung des Silberpreises eine Verteuerung der Produktion. Sie haben sich daher auch gegen die amerikanischen Maßnahmen zur Wehr gesetzt. Die chinesische Regierung hat ein S i l b e r a u s f u h r v e r b o t erlassen. Das gleiche hat Mexiko getan. Darüber hinaus hat Mexiko sogar praktisch die Silberwährung aufgehoben und die Banknoten zum alleinigen Zahlungsmittel erklärt. Auch Indien hat Abwehrmahnahmen getroffen. Die Nachrichten aus Amerika lauten jedoch unverändert dahin, daß Amerika gewillt ist, die bisherige Silberpolitik fortzusetzen. Das würde bedeuten, daß der Silberpreis noch auf 129 Cents für die Unze steigen würde ober aber das Schatzamt den Ankauf von Silber erst einstellen würde, wenn die gesamten Silbervorräte e i n Drittel ber Golbvorräte ausmacht. Die hierin enthaltene Möglichkeit weiterer recht beträchtlicher Steigerungen bes Silberpreises haben auch zu umfangreichen Spekulationen in Silber geführt. Führenb ist hier ber ßonboner Markt. Dort hat ber Silberpreis bie Höhe von 35 Pence erreicht, nachbem er noch Enbe 1933 18,5 Pence betrug. Neben ben großen Spekulanten hat sich gerade in London auch das Publikum an einer Versilberung der Gewinne beteiligt, im großen Umfange ist in den letzten Tagen Familiensilber zu bisher nicht für möglich gehaltenen Preisen verkauft worden. Kunst und Wissenschaft. Intendant König verläßt Gießen. Mit Ablauf des Monats Mai endet die Spielzeit 1934/35 am Gießener Stadttheater; zum gleichen Zeitpunkt endet, wie bei früherer Gelegenheit schon mitgeteilt wurde, die hiesige Tätigkeit des Intendanten Hanns König, der bereits einen Urlaub angetreten und Gießen verlassen hat. Die Leitung des Theaters hat einstweilen bis zum Ende der Spielzeit Oberspielleiter W r e d e übernommen. Wenn die Vorstellungen beendet sind, wird sich Gelegenheit bieten, in einem Rückblick auf die Tätigkeit unserer Bühne in dem nun ausklingenden Theaterwinter unter der Leitung des Intendanten König noch einmal zusammenfassend zu überschauen. Der scheidende Intendant hat im Juli 1933, vom Städtebundtheater in Neuß kommend, die Nachfolge des nach Darmstadt berufenen Intendanten Dr. Rolf Prasch übernommen. Die Entscheidung über die Wahl des neuen Gießener Theaterleiters ist noch nicht gefallen, dürfte aber für die nächste Zeit zu erwarten fein. Aus aller Welt. Schweres Erdbeben an der lürkifch-fowjetrnfsischen Grenze. — lieber 200 Tote. In der türkischen Provinz Kars in der Nähe der sowjetrussischen Grenze ereignete sich ein schweres Erdbeben, dessen Mittelpunkt die kleine Stadt Gijor war. Ungefähr 15 Dörfer wurden zerstört. Bis jetzt wurden über 200 lote festgestellt, doch wird befürchtet, daß diese Zahl sich noch bedeutend erhöhen wird. Die Zahl der Schwerverletz- t e n beträgt über 500. Die Hilfsmaßnahmen werden durch die zum großen Teil verschütteten Straßen außerordentlich erschwert. Die Erdstöße dauern mit unverminderter Heftigkeit weiter an. Die internationale Nlarokko-Fahrt. 3750 Kilometer lang war die europäische Strecke, die die in Berlin gestarteten Teilnehmer an der internationalen Marokko-Fahrt bis Gibraltar zurückzulegen hatten. Am 26. April, vor ihrer Sollzeit, um 4.30 Uhr, kam das deutsche Adler-Team, bestehend aus Schweder, Hase und von Guilleaume, vor Gibraltar an. Außer dem Adler-Team sind von deutschen Teilnehmern noch Klinke auf BMW. und Sauerwein auf Adler, der als Einzelfahrer fährt, angekommen. Schweder, der vor Bad Köfen mit feinem kleinen Trumpf-Junior die Bekanntschaft mit einer Telegraphenstange machen mußte, trotzdem aber weiterfuhr, konnte die 3750 Kilometer lange Strecke mühelos zurücklegen. Die 28 Teilnehmer wurden nach Tanger übergesetzt, wo der zweite, schwierigere Teil der internationalen Marokko-Fabrt begann. Am 27. April, früh, fand die erste Prüfung auf afrikanischem Boden der Rallye Marokko, die in ihrem zweiten Teil eine Art Hochleistungsprüfung darstellt, statt. Der Held des Tages war der französische Langstreckenfahrer T r 4 v o u x auf feinem Bugatti, der auf der drei Kilometer langen Bergstrecke mit Steigungen zwischen 7 und 12 v. H. einen neuen Rekord aufstellte. Die pausenlose und ziemlich scharfe Hinfahrt nach Gibraltar hat die meisten Teilnehmer, die fast ununterbrochen fahren mußten und selten oder fast nie zum Schlafen kamen, sehr übermüdet und ihre Widerstandsfähigkeit geschwächt. Die Hitze in Marokko und das ungewohnte Klima tun das übrige, um sie zu behindern. Trotz aller dieser Widrigkeiten halten sich die deutschen Fahrer gut. Durch das B e r g • rennen in Tanger haben fast alle Teilnehmer Strafpunkte erhalten, weil jedem Teilnehmer, der die Zeit des besten Fahrers nicht erreicht hat, für jede Sekunde Vi Strafpunkt verbucht worden ist. Eine Beschleunigungs- und Bremsprüfung brachte in Meknes, dem Ziel der ersten Etappe, interessante Resultate. Es waren 500 Meter mit stehendem Start, 50 Meter Rückwärtsfahrt, Anhalten und erneutes Anfahren zum Ziel mit abermaligem Halt zurückzulegen. Der 5-Liter-Buick-Hamptines schnitt am besten ab. Die deutsche Adler-Mannschaft konnte durchweg gute Vorderplätze belegen. Trevoux, der auf seinem Bugatti schon das Bergrennen bei Tanger gewonnen hatte, war Bester der 3-Liter-Klasse vor da Massa und von Guilleaume. Hasse und Sauerwein belegten den 5. und 6. Platz. Die nächste Etappe führt nach Marrakesch und beträgt 557 Kilometer und soll mit einem Durchschnitt von 68 Stundenkilometer durchfahren werden. Leider ist der Trumpf-Fahrer Hasse erkrankt und hat die Weiterfahrt aufgegeben. Von Guilleaume und Frau Lotte Bahr auf Diplomat haben gleichfalls Schwierigkeiten. Fünf Tote bei einem Dohnhausbrand in 21S9L In Poughkeepsie (Staat Neuyork) zerstörte ein Großfeuer ein Wohnhaus und zwei Nachbargebäude. Fünf Personen verbrannten, sieben wurden verletzt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche ansteigender Luftbewegung hat die Aufheiterungszone in Deutschland an Ausdehnung gewonnen. Die Temperaturen zeigen dabei infolge der starken Ein- und Ausstrahlung große Gegensätze zwischen Tag und Nacht. Doch ist es bereits in der vergangenen Nacht nur ausnahmsweise noch zu leichtem Frost gekommen. Die über Westeuropa entwickelten Störungen bleiben auf unser Wetter vorerst ohne wesentlichen Einfluß, wenn sich auch die Bewölkungszone zeitweilig bis zu uns hin verschieben wird. Aussichten für Sonntag: Heiter bis wolkig, trocken, mittags warm, vorwiegend östliche Winde. Aussichten für Montag: Fortdauer der überwiegend freundlichen und tagsüber warmen Witterung. Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 16,2 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 4. Mai: morgens 4,7 Grad. Maximum 17,6 Grad, Minimum —0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Mai: abends 12,3 Grad; am 4. Mai: morgens 8,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11 229. Druck und Verlag: Brühl'schk Universitäts-Buch- and Stemdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkausspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Ps. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Gleibergverein. Zu der am Samstag, dem 11. Mai 1935, 16 Uhr, auf Burg Gleiberg stattfindenden ordentlichen ÄMlllllklsllMlW werden d. Mitglied, hiermit freundlichst eingeladen. rssrv Tagesordnung: Geschäftsbericht 1934 Kassenbericht 1934 Entlastung des Kassenwartes Voranschlag 1935 Verschiedenes. Anschließend gemütl. Beisammensein mit den Familienangehörigen. Der Vorstand. Postomn. abOslvaldsgart.,Gieß.: 15^ Uhr bis zur Gleiberg. Linde, 17.-M.WNM während der Sparzeit Dieses Eigenheim mit 5 Zimmern,Küche, Bad und 2 Kammern kostet 10000.- RM. 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B. dazu sagen, daß in der alten Stadt Saragossa in Spanien ein Rechtsanwalt namens Eugento Laskaris lebt, der auf Grund emsiger Familienforschungen der rechtmäßige Herrscher von Griechenland zu sein behauptet? Es heißt sogar, griechische Monarchisten hätten ihm die dornenreiche Krone der Hellenen bereits in aller Form angeboten, und seine Ansprüche seien von den beiden' zuständigen Patriarchen von Jerusalem und Konstantinopel auch anerkannt worden. Laskaris führt seine Abstammung in gerader Linie auf jenen heldenmütigen Theodor Laskg- r i s zurück, der nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahre 1204 die Reste der byzantinischen Herrschaft in Kleinasien sammelte, i n N i c a e a ein neues legitimes Kaisertum auf den Thron hob und eine Dynastie gründete, die allerdings schon im dritten Gliede ausstarb, indem der ehrgeizige Feldherr Michael Palaeologus den letzten Laskaris beseitigte, selbst den Purpur nahm und durch die glorreiche Wiedereroberung der Reichshauptstadt am Goldenen Horn im Jahre 1261 dem bis zum Türkensturm blühenden Herrscherhause der Palaeologen den Namen gab Da nun Hellas zur Zeit der Laskaris staatsrechtlich, wenn auch nicht faktisch ein Glied des Kaisertums Nicaea war, sieht der spanische Anwalt, falls die Ahnenkette überhaupt stimmt, in seinen kühnen Träumen wirklich nicht ganz ohne einen Schein von Recht das Diadem Constantins des Großen über seinem Haupte funkeln, wenn auch nicht anzunehmen ist, daß sich die derzeitige griechische Regierung dadurch beunruhigen lassen wird. — Uebrigens gab es schon einmal einen Prätendenten auf den erledigten Thron von Byzanz, nur daß er klug genug war, sich durch Anmeldung unerfüllbarer' Ansprüche nicht vor aller Welt lächerlich zu machen. Er hieß Maurice Paleologue, weiland französischer Botschafter am Hofe von St. Petersburg. Seine für Deutschland unheilvolle Rolle im Weltkrieg ist noch in aller Gedächtnis Der Kun st besitz der Bereinigten Staaten von Amerika macht seit dem Kriege eine volkswirtschaftlich recht interessante Wandlung durch, die darin besteht, daß die Kaufkraft der Trustmagnaten und Dollarkönige abnimmt, die der staatlichen und kommunalen Kunstinstitute aber dementsprechend wächst. War vor dem Kriege der Privatbesitz unbedingt führend, so kann heute keine Rede mehr davon sein. Jede halbwegs größere Stadt in USA. hat heute ihr Museum, und da im allgemeinen, besonders im Vergleich mit Europa, noch immer recht beträchtliche Mittel zur Verfügung stehen, sind die öffentlichen S a m m langen in der letzten Zeit zahlenmäßig, aber auch qualitativ dergestalt bereichert worden, daß der Privatbesitz schon deshalb immer mehr zurückbleibt, weil gerade er es ist, der seine in den glücklichen Zeiten der „prosperity“ angehäuften Schätze jetzt zu verkaufen genötigt ist. Wenn festgestellt werden kann, daß eine der großen Privatgalerien nach der anderen — Pierpont, Morgan, Wanemaker — sich auflöst und ihr Bestand in der Hauptsache von den amerikanischen Museen erworben wird, so scheint das doch ein Zeichen dafür zu sein, daß sich nun auch Amerika von dem bislang herrschenden individualistischen Prinzip ab- wendet und die Pflege der Kunst fortan dem Staate und den Gemeinden anvertrout wissen will. Mellon und sein noch immer riesiger Vrivatbesitz an Kunstgegenständen ist kein Gegenbeweis. Auch'er hat bereits einen großen Teil seiner Erwerbungen dem Staate geschenkt, um, wie man sagt, dessen Steuernachforderungen zu mildern. Jedenfalls scheint auch in Amerika das Museum immer mehr ein Instrument der öffentlichen Erziehung werden zu wollen. Das Gedächtnis ist eine Gottesgabe, vorausgesetzt, daß sie nicht mißbraucht wird. Ueberbürdung des Gedächtnisses hat zur Folge, daß der Mensch nicht allein sein persönliches Ich verliert, sondern auch die Fähigkeit des zusammenhängenden Denkens, die dann durch das spezifische Gewicht des angesammelten Wissensstoffes gleichsam außer K r a ft gesetzt wird. Von Schopenhauer stammt die Beobachtung, daß unter Schauspielern der Wahnsinn am weitesten verbreitet sei, was dieser Philosoph auf die Nötigung des Schauspielers zu- rückführt, dauernd einen ungeheuren Gedächtnisstoff in sich aufstapeln und sich die Psyche der aller- verschiedensten Menschen aneignen müssen- ein Der- fahren, das in besonders krassen Fällen mit dem Verluste des Ichbewußtseins, d. h. dem Wahnsinn ende. Aehnlich scheint es sich mit dem Sprachstudium zu verhalten: wird es übertrieben, so kann es schlimme Folgen haben. So wird jetzt von einem Professor an der Pariser Sorbonne gemeldet, daß er nach der Erlernung der 45 fremden Sprache unheilbar erkrankt sei, weil er das Erinnerungsvermögen so vollständig verloren hat, daß er sich nicht einmal mehr in der Muttersprache verständlich ausdrücken kann. Durchaus glaubhaft: unter dem Zwange, sich mit 45 fremden Idiomen ständig identifizieren zu müssen, hat das.Ich die Herrschaft über sich selber verloren-, es ist seinem Besitzer buchstäblich abhanden gekommen. Ein bündiger Beweis dafür, daß Geisteskrankboit in Wirklichkeit Geistesabwesenheit ift In Chikago ist em Geschäftsmann aus eine Idee verfallen, die festgenagelt zu werden verdient, weil sie zeigt, zu welchen Ungeheuerlichkeiten die zeitgemäße Sucht, immer neue Geldquellen zu erschließen, einmal führen muß. Dieser kundige The- baner hat nämlich von sterbenden Menschen in den Krankenhäusern — G r o m m o p h o n p l a t t e n besprechen lassen, die dann in den Grabstein eingebaut werden. Die Hinterbliebenen haben nur einen kleinen Hebel in Bewegung zu setzen, um noch lange über das Grab hinaus die Stimme der Entschlafenen zu vernehmen. Mit einer solchen Erhebung der Technik zum „Sieger über den Tod", die sozusagen die menschliche Stimme mumifiziert, scheint uns allerdings der Tief st and der seelischen Kultur erreicht worden zu sein. Man wendet sich mit Grauen von diesem abgeschmackten Spiel mit dem Geheimnis des Sterbens. In einer osteuropäischen Großstadt wurde vor kurzem der Schadenersatzklage einer bekannten Bühnenkünstlerin stattgegeben, die in Sportkreisen lebhafte Beunruhigung hervorgerufen hat, weil man befürchtet, die Auffassung dieses Gerichtes könne möglicherweise auch von anderen Gerichtshöfen geteilt werden. Die Dame hatte den Besitzer eines Rennstalls verklagt, weil er eins feiner Pferde n ach ihr benannt, dabei aber nicht bedacht hatte, daß der Gaul von der Natur mit einem trägen Temperament ausgestattet worden war, also gerade der Untugend, die man der betreffenden Schauspielerin am wenigsten nachsagen konnte. Kein Wunder, daß sie sich durch ihren vierbeinigen Namensträger in ihrer Berufsehre beträchtlich gekränkt fühlte und durch eine Schadensersatzklage, die schon um ihrer Originalität willen den so' leichtfertig geschändeten Namen in aller Mund zu bringen geeignet war, ihren guten Ruf, immer als erste durchs Ziel zu gehen, wiederherzustellen suchte. Somit wäre alles wieder in schönster Ordnung, wenn es nicht unter den französischen Rennpferden so viele „Greta Garbos" und „Lilian Harveys" gäbe, die sich nun alle ganz gewaltig an- strengen müssen, sollen ihre Eigentümer nicht Gefahr laufen, ihre darin ausgedrückte Bewunderung für berühmte Filmschauspielerinnen gleichfalls mit einer Klage auf Schadenersatz belohnt zu sehen.-Es scheint also, als ob Undank auch hier der Welt Lohn sei. Zwei Lahre NG.-Volkswohlsahri. Ein neues Oienstgebäude in Berlin eingeweiht. * e EMI |f * . ?‘ Ci NM fe ' J : L £ L S. .W MW M ■ r 8 ie WGM MWGM i /ML Scherl-Bildmatemdienst Anläßlich des zweiten Jahrestages der Gründung der NSV. fand am Freitagmittag die feierliche Einweihung des neuen Gebäudes der Hauptamtsleitung der NSV. in Berlin-Neukölln, May- bachufer 48 bis 51 statt. Nach einem Konzertstück von Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Stange eröffnete der Reichsoberrevisor der NSV., Parteigenosse I a n o w s k l, die Feierstunde. Er betonte, daß die zu lösenden Aufgaben der NSV. vollständig neuartige gewesen seien, da man ohne Beispiel, lediglich aus dem Geist des Nationalsozialismus heraus, ein gewaltiges Werk habe aufbauen müssen. Vor zwei Jahren sei aus dem Nichts heraus eine Organisation geschaffen worden, die heute mit vier Millionen Mitgliedern neben der NSDAP, und der Arbeitsfront eine der groß» t en Organisationen Deutschlands sei. Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t legte dann dar, wie die NSV. im Sommer und Winter f ü r das Wohl des ganzen Volkes gearbeitet hat. Er erwähnte das Hilfswerk „Mutter und Kind", die Kinder-Landoerschickung, die Müt- tererholungsfürsorge, die Tuberkulose- und Diph» theritisbekämpfung, die Schadenverhütungsaktion und andere Betätigungsgebiete der NSV. An die Feierstunde schloß sich eine Besichtigung aller Einrichtungen des Hauses und ein gemeinsames Eintopfessen an. Italiens Eintritt in den" eltkrieg. Die Werbung der Entente um Italien im Licht der russischen Akten. Don Universiicitsprofessor Dr. Gustav JRotoff, Gießen. Die russischen Akten über die Vorgeschichte des Weltkrieges brachten in ihrem letzten hier vor einigen Monaten besprochenen Bande weniger Enthüllungen über die Politik Rußlands und seiner Bundesgenossen als über die Haltung Italiens in den letzten. Friedenswochen. Danach hatte sich Italien vom ersten Auftauchen des serbisch-österreichischen Streites an so ententefreundlich gezeigt, daß man die Frage aufwerfen konnte, warum die römische Regierung bei dieser Gesinnung sich nicht sogleich den Feinden der Mittelmächte anschloß, sondern noch ungefähr drei Vierteljahr mit dem Entschluß wartete. Hierüber gibt nun die Fortsetzung des russischen Aktenwerkes, das die Zeit vom August bis Dezember 1914 in zwei Bänden umfaßt, ziemliche Aufklärung. Es ist verständlich, daß die Entente mit Italiens Anschluß in absehbarer Zeit rechnete, und namentlich war es der russische Minister Sasonow, der, sanguinischer und beweglicher als seine Kollegen Grey und Delcasse in London und Paris, die Umwerbung Italiens mit Eifer betrieb. Er drängte 1 unmittelbar nach Kriegsbeginn darauf, daß die Entente den Italienern den Erwerb des Trentino, Triests, Valonas und der Vormachtstellung tm Adriatischen Meere anbieten solle, unter der Bedingung, daß sie sogleich den Krieg an Oesterreich- Ungarn erklärten, in Tirol einbrächen und die österreichische Flotte im Adriatischen Meere blockierten. Mit großen Worten suchte Sasonow Italien vorwärts zu treiben: wenn es zögere, würde die Entente mit den Mittelmächten allein fertig werden, und von den Siegern werde Italien keine Zugeständnisse erhalten. In Wahrheit war der russische Minister weniger zuversichtlich. Er besorgte, österreichische Geschwader könnten, solange die französische Mittelmeerflotte mit der Deckung der Truppentransporte von Algier nach Frankreich und die englische mit der Verfolgung deutscher Kreuzer beschäftig sei, unter Duldung der Türkei ins Schwarze Meer ein- dringen, wo sie verstärkt durch türkische und deutsche Schiffe — das Einlaufen der „Gäben" und der „Breslau" in die Dardanellen stand bevor — den Russen den größten Schaden tun würden. Bulgarien und Rumänien, ließ er in London und Paris lich unvorj Zeit Gestaltung. Fal- ohne nannt worden Professor Dr. für Mathematik zum Ordinarius nannt worden. Professor Dr. Georg F e i g 1, Extraordinarius an der Universität Berlin, ist an der Universität Breslau ernt Winkler, Extraordinarius des Vaterlandes ft^bt üb<*r dem Schicksal des einzelnen Die Aufführung wurde vom Spielleiter, Herrn L ü p k e , in einer Form herausgebracht, welche die Qualitäten des Schauspieles ins beste Licht rückte. Man sah ein federndes, fesselndes, Beteiligung forderndes Theaterstück, das von einem Kenner der Bühne gebaut ist. (Die Szenen mit dem Eingeborenen Assis streifen übrigens fast an die Grenzen des reißerisch Sensationellen.) Daß sie von unheimlicher Wirkung waren, versteht sich von selbst-, das ungleich höhere spezifische Gewicht haben freilich die Szenen der großen Auseinandersetzung zwischen Keßler und Eggerth, zwischen Eggerth und Agar, und die entscheidende letzte Szene. Daß die Regie gerade hier über das bloß Effektvolle hinaus zum Kern der Ereignisse vorstieß und die Idee des Stückes bloßlegte, ist allein für die Bewertung maßgebend. — Von den Szenenentwürfen des Herrn Löffler darf der Gesandtschaftsraum mit besonderer Anerkennung hervorgehoben werden Herr Löser spielte den Gesandten, wie wir glauben, ganz im Sinne des Autors: als geschickten und verbindlichen Diplomaten, vor allem aber als einen Mann von Klugheit, Ehrenhaftigkeit und hohem Derantwortungsbewußtsein, der einen guten und schweren Kampf führt auf seiner einsamen Insel inmitten der fremden und feindlichen Welt. Herr Mieten als Keßler wirkte in feiner Offenheit, seiner mannhaften Haltung nicht minder überzeugend als in den Augenblicken, wo seine Gestalt zweideutig und schwankend erscheint. Frl. Decker zeichnete die Umrisse der abenteuerlichen und innerlich entwurzelten Frau von Larski interessant und mit geschmeidigen Uebergängen. Herr Kühne (Agar Khan) entwickelte die erschreckenden und abgründigen Wesenszüge des gefährlichsten Gegenspielers mit einer unerschütterlichen und undurchdringlichen Kälte, Herr Neuhaus gab den Risa Khan klar und bestimmt, dennoch gleichsam auf der schmalen M'tte zwischen den feindlichen Fronten Die sichere Hand des erfahrenen Theatermannes erkennt man nicht zuletzt an der Formung der minder wichtigen Figuren-, auch die meisten der kleineren Rollen find für einen gewandten Darsteller nicht unergiebig und nicht ohne Reiz. Herr Nieren (Holzmann) und Herr Tank (Schubert), auch Fräulein PUua (Ellen) und Herr Göbel (Assis) für Religionsphilosophie an der Universität Heidelberg, ist zum Ordinarius an der Universität Breslau ernannt worden Professor Dr. H. Bartels, Extraordinarius für theoretische Physik an der Universität Breslau, wurde zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Hannover ernannt. Professor Dr P. A. Thiessen, Extraordinarius für anorganische Chemie an der Universität Göttingen, wurde zum ordentlichen Profesior an der Universität Münster ernannt. Daß der Vertrag zuletzt dennoch unterzeichnet wird, ist an sich erfreulich; erfreulicher die Erkenntnis des Preises, die Würdigung des Opfers, das hier gebracht wird; das aus einer sehr deutschen Gesinnung kommende Bewußtsein: die Sache das ' gilt mrhr al? der M^nn. c" daß selbst Unschuld überzeugt ist und Q u a d f l i e g fügten sich ebenfalls gewandt dem sauber zusammenwirkenden Ensemble ein — Für den kräftigen Beifall konnte sich zuletzt mit den Hauptdarstellern auch der Spielleiter bedanken, hth. Zeitschristen. — Zum 25jährigen Regierungsjubiläum des englischen Königs bringt die „Leipziger Jllu- st r i r t e Zeitung" in ihrem neuen Heft einen großen Sonderbeitrag, der in interessanten, wenig bekannten Bildern und einem aufschlußreichen Text einen Rückblick über die Vergangenheit des englischen Herrschers gibt. Außerdem enthält die Nummer einen sehr bemerkenswerten Artikel über altgermanischen Schiffsbau. Ein mit treffenden Zeichnungen illustrierter Artikel „Gefahren im Haushalt" wird ebenso wie die Modeseite der Frauenwelt besondere Anregungen bieten. Dazu schöne Bilder aus einem alten Zerbster Park, aus Aegypten und von der Konradsburg im Ostharz. Hochschulnachnchten. Professor Dr. H Faßbender, Extraordinarius für Maschinenwesen an der Technischen Hochschule Berlin, wurde daselbst zum Ordinarius ernannt. Professor Dr. C K r a u s p e , Extraordinarius für Pathologie an der Universität Berlin ist zum Ordinarius an der Universität Königsberg erste stückweise Entwicklung und Lösung des les würde übrigens dem späteren Besucher Not vieles vorwegnehmen — nicht nur an äußerer Spannung. Uns genügt es, die Voraussetzungen angedeutet zu haben und den eigentlichen Sinn der Vorgänge begreiflich zu machen: in dem Zusammenstoß zweier Erdteile zugleich, wie Buch sich ausdrückt, den Zusammenstoß von Charakter und Schicksal — als ein Grundelement jeder dramatischen Vom Ausgang des Prozesses hängt aber natürlich auch der Abschluß des Vertrages ab — und zwar auf eine Weise, die dem Deutschen und dem Europäer überhaupt schwer begreiflich ist. Buchs Schauspiel schildert ungemein fesselnd und mit einer ganz unmittelbaren Spannung den Zusammenstoß zweier Welten: Europa und Asien stehen einander mit unüberbrückbaren Gegensätzen gegenüber. Und diese Konfrontierung scheint uns wesentlicher, als den Ablauf der Ereignisse im einzelnen zu verfolgen. Sie spielen wiederum auf jener „Insel , auf dem exponierten, gefährdeten, mit ungeheurer Verantwortung belasteten Außenposten in einem fremden Erdteil, wie dies ähnlich vor einiaer im Film aeftoftef worden ist und praktisch der Ingenieur Keßler führt, stehen kurz vor dem Abschluß; die Verhandlungen sind so weit gediehen, daß sie hoffen dürfen, der gefährlichen japanischen Konkurrenz zuvorzukommen. Da kommt ein unerwarteter Zwischenfall, der die Sachlage verhängnisvoll kompliziert "vd h»n Abschluß de? Vertran»« in Frane ft1,1,4 Gießener Giadttheater. Fritz Peter Buck: „Vertrag nm Karakal' Der Autor dieses Schauspiels, den wir unseren Lesern gestern mit einer kleinen Erzählung im Feuilleton vorgestellt haben, war vor einigen Jahren als Spielleiter am Frankfurter Schauspielhaus tätig, und wir erinnern uns aus dieser seiner Tätigkeit beispielsweise heute noch gerne der von ihm' geleiteten ausgezeichneten Inszenierung des „Gneisenau" von Wolfgang Goetz. Wir erwähnen das in diesem Zusammenhang nur, um B u ch als einen sehr begabten und erfahrenen Mann vom Bau zu kennzeichnen, und weil man dem Schauspiel, das mir gestern sahen, bald anmerkt, daß es aus der Hand eines vollblütigen Theatermenschen kommt Dos ist ohne Zweifel ein großer Vorzug, oder noch nicht entscheidend für den Kern der Sache, Buch selber legt, in etlichen Anmerkungen tm Pro- qrammhest, vor allem Wert auf den Umstand daß sein Stuck nicht am Schreibtisch entstanden ist; er hat vielmehr die fremde und abenteuerliche Welt, welche den Schauplatz der sieben Bilder ausmacht, mit eigenen Augen gesehen: als Kriegsfreiwilliger und spater als Offizier in der türkischen Armee an den Fronten zwischen Persien und dem Roten Meer. (Einige persönliche Erlebnisse und Eindrücke aus diesen Jahren enthielt die bereits erwähnte kleine Schilderung, die wir gestern brachten^ Auch die Urbilder der Gestalten, die das Drama bewegen, sind dem Autor auf diesen Fahrten im Orient leibhaftig begegnet; die Umrisse der Fabel gehen ebenfalls auf tatsächliche Begebenheiten zurück. Für uns ist wichtig, was unter den Händen des Dramatikers daraus' entstand, wie Spiel und Gegenspiel entwickelt, die Fronten abgesteckt und die Fäden geknüpft wurden, damit die Handlung den Sinn erhielt, der über den einmaligen Anlaß und Sonderfall hinaus bedeutsam ersch°int Im Äriegsmini)ieriuni .|i emgebroujin worden; Papiere von größter Wichtigkeit wurdkn entwendet. Keßler wird auf Grund bedenklicher Indizien verhaftet; der Ausgang des Prozesses scheint mindestens zweifelhaft, zumal Keßler, obwohl völlig unschuldig, aus persönlichen Motiven ein leicht zu beschaffendes Alibi verweigert und sich durch ziem- -sichtige Angaben noch mehr belastet, so der Gesandte nicht mehr völlia von seiner Professor Dr. K. vom Hofe, (Ertraorbinarius epOodiichc.n Szenen recht kbendin und i für Augenheilkunde an der Universität Köln ist t.ix i . s;» Korrtm * n r n cA n - /j zum Ordinarius inG reifswald ernannt worden. Das Stück spielt in der Hauptstadt eines nicht näher gezeichneten, kleinen mittelasiatischen Landes. Es handelt sich um die Ratifizierung eines Konzessionsoertrages, der Deutschland als dem einen Vertragspartner die Erschließung großer Oelquellen glatten und wirtschaftlich von weittragender Be- UrS SaT’arche konnte' ihr; . , bipÄtito" b”“®Ä Dr''Eggerth techn.fch l Ganze, die P-m-insch-ft, das Wohl des Staates und i P-rMich g«st°ü°n; die Herren Schorn, Geiger z unter Laut alles übi me land reich scha Jahr den blies: und Millionär und um die Ohren herum schon Wacht auf, ihr Schläfer groß und Mn, Es wacht schon längst der Kapitem, Er ruft euch guten Morgen zu. Wacht auf, ihr Schläfer, aus der Ruh! von dessen Ursprung wir nur soviel wissen, daß es nicht in uns selber liegt. Hat aber ein Werk die Kraft, das Chaos m uns nicht zu stillen, sondern uns vielmehr in den härtesten Knoten unserer Verworfenheit zusammenzupressen, selber aber vor uns zu stehen als stray- lende Offenbarung der reinen Gesetze, als Erfüllung des Möglichen: so bist du — aber w'.e ich konntest du sein! — hat es diese Kraft, uns zu spalten daß wir, uns selbst in der Tiefe wissend, dennoch Die Höhe des Reinsten sehen —, was ist das? Das wissen wir alle sehr gut das ist sie. Denn ich sah, was ich hundertmal gesehen hatte: die seit Kindheit mir vertraute Madonna in Blau und Rot, ein tiefäugiges Kind im Arm, stehend zwischen knienden Heiligen, — Raffaels Sixtinische Madonna. ,, , Was im nächsten Augenblick geschah, kann ich wiederzugeben versuchen, ohne zu wissen, ob ich es begreiflich machen kann. , n . Das Bild, das ich sah, wurde durchsichtig — aber nicht wie Glas, sondern wie ein Zeugstoff, der fadenscheinig ist, gegen das Licht gehalten So wurde es durchlässig und zerflackerte, wahrend zugleich von links her ein anderes Bild hinter das vergehende geschoben wurde. Dies war so wirklich, daß mir die Augen davon flimmerten, und daß ich, erschrocken, den Vorgang nicht mehr wahr haben roollk. Da war es schon vorüber. Das erste Bild war verschwunden und nur noch das zweite sichtbar, das wahre. gestellt oder im bequemen Deckftuhl die ewig wechselnde Schönheit der unvergleichlichen Natur ge- * Vergleiche auch den ersten Bericht in Nr. 100 des „Gießener Anzeigers" vom 30. April. Sehr schlecht kann ich nur angeben, was es in mir bewirkte. Es war etwas, das bis dahin nichts m der Welt in mir bewirkt hatte durch Größe oder Kraft oder Erhabenheit oder Schönheit. Was ich sah, das vernichtete; es erhob sich selber zugleich über mir; es zerknirschte mich, indem es unerreichbar neben mir glänzte, so daß mir, dem religiöse Sprache nur aus der Kindheit erinnerlich war, die Worte ins Innere trafen: Ich elender Sünder. Nach einer Weile, da wir still blieben, fuhr der angeblich jeder in den Staaten ist. Tellerwäscher, Liftboy, Kindermädchen, Lehrer für deutsche Sprache und Strahensänger; bis er den fand, nach dem er so lange suchte, einen mit viel Geld und wenig Verstand, einen mit Oelkonzessionen in Mexiko. An den hängte er sich wie Schusterpech. Und nach zwei Jahren hatte der Gustav Häcker, das Bauernbüble aus dem Unterland, das Geld und die Oelkonzeffion, und der andere allerdings noch keinen Verstand. Und wie er reich war, da wurde er bald sehr reich und schließlich ganz reich. Da hieß er Mister Haker und war vierzig Jahre vorstellen, könnten durch eine solche Kräfteäußerung i Oesterreichs zum Anschluß an die Mittelmächte und Rußland infolgdessen zur Schwächung seiner Westfront gezwungen werden. Italien schleunige Kriegserklärung könne alle diese Gefahren aufheben und werde von bester Wirkung auf die Politik Rum^ niens, der Pforte und Bulgariens sein. Endlich hoffte er, Serbiens Politik günstig zu beinflussen: es werde sich, sagte er vertraulich, vor der italienischen Rivalität in Dalmatien fürchten und daher zu größerer Botmäßigkeit gegen Rußland genötigt sehen. ri.. ... _. Seine Verbündeten waren weniger stürmisch. Sie verkannten die Wichtigkeit einer baldigen Teilnahme Italiens keineswegs und waren gern bereit, der ita- lienischen Regierung in freundschaftlichen Bespre- chungen die vorgeschlagenen Vorteile in Aussicht zu stellen, aber die von Sasonow gewünschte gemeinsame Aufforderung zur Kriegs- erklärung lehnten sie ab, weil Italien darin einen diplomatischen Druck und eine Kränkung seines Selbstgefühls erblicken werde. Man müsse, sagten sie, den Italienern schon für ihre Neutralität sehr dankbar sein und versuchen, sie ganz allmählich durch Hinweise auf den in Aussicht stehenden Gewinn vorsichtig weiter zu fuhren. Bei diesem Verfahren werde man bald Hilfe von der öffentlichen Meinung erhalten. Den von Sasonow befürchteten Besuch der österreichischen Flotte im Schwarzen Meere versprach man, durch die französische zu verhindern. v t ... Sasonow mußte sich seinen Verbündeten fugen und auf ein gemeinsames Drängen in Rom verzichten, aber er setzte die Verhandlungen fort und erlangte wenigstens bald die Zusicherung, daß Italien niemals das Schwert gegen die Entente ziehen werde Aber er war damit noch nicht zufrieden. Nach dem Siege in Polen und Galizien (Mitte September) hielt er dem italienischen Botschafter von neuem vor, der deutsche Widerstand werde sich binnen kurzem an den unerschöpflichen Mitteln Rußlands und Englands brechen, die Alliierten würden mit den Waffen in der Hand den Frieden diktieren, und ein neutrales Italien werde leer ausgehen. „Nichts für nichts", hätten die Verbündeten bei der Festlegung ihrer Politik in London (4. Septpember) Begegnung in Dresden. Don Albrecht Schaeffer. Der Maler sagte: • Es gibt eine Art von Malerei — und es gibt eine andere. Die eine malt das Sichtbare, wie Monet oder am höchsten Velasquez, von dem em Blumenstrauß die Seele so erhellt wie ^" Sonnenaufgang. Die andere Art malt das Unsichtbare. Um eine Aufklärung hierfür gebeten, fmg der nicht reichen werde. Aber gerade vor dem untersten Knopf, in Ludwigsburg, drehte sich der Amerikaner um, schrieb ein paar deutsche Worte auf einen Notizblock und gab ihm dem Sekretär: „Telegraphieren Sie das . Das Telegramm hieß so: An Karolme gacker, Bäuerin, Iäcklingen, hinter dem Goldenen Ochsen. Komme um acht Uhr. Wart' mit dem Abendessen. Koch' geschmelzte Spätzle und Apfelbrei. Dein Gustav Deutsche Arbeiter auf hoher See! Bordleben auf dem KdI.-llrlauberschiff. - Erlebnis der Semeinschast. Oer Eindruck im Ausland. Von unserem Sonderberichterstatter? Scherl-BHdmatemdienet Der bekannte deutsche Tondichter Emil Nikolaus v o n R e z n i c e k, der in Wien geboren wurde, begeht am 4. Mai seinen 75. Geburtstag. Die Opernbühne verdankt ihm eine Reihe häufig aufgeführter Werke. beschlossen. v . War ts diese Drohung, war es der Eindruck der österreichischen Niederlage in Galizien und des deutschen Rückzuges von der Marne: jedenfalls begann sich Italien jetzt der Entente zu nähern. Bald darauf (Ende September) berichtete der russische Botschafter aus Rom, die italienische Regierung habe jetzt endgültig die Kriegserklärung für das kommende Frühjahr beschlaf- e n. Vorher sei sie mit ihren Rüstungen nicht fertig und im Winter würde überdies die militärische Aktion zum völligen Stillstände verurteilt sein. Man wolle daher die Zeit „bis zum Frühjahr ausnutzen, um die starken Lücken im militärischen Organismus, besonders in der Artillerie, auszufüllen und sich so mit dem geringsten Risiko die tiefe Dankbarkeit der Sieger und eine große Zukunft zu sichern. Sofort begann Italien mit dem Versuche, sich die „Dankbarkeit" der künftigen Sieger zu sichern, denselben Weg betrat Rumänien, der andere abgefallene Bundesgenosse der Mittelmächte. Beide verhandelten über ein gemeinsames Eintreten m den Krieg und stellten zugleich ihre Forderungen: Rumänien begehrte von Rußland die Auslieferung des Stückes Bessarabien, das ihm im Jahre 1878 abgenommen worden war, und Italien von Frankreich eine Grenzberichtigung bei Nizza und die Abtretung von Tunis ganz oder zum Teil (Sept.- Okt.). Beide zogen sich eine scharfe Zuruckweisung zu. Er werde keinen Fetzen russischer Erde an Rumänien abtreten, erklärte der Zar, und Italien erhielt von Frankreich auf die erste inoffizielle Andeutung seiner Wünsche eine nicht weniger deutliche Antwort. .. ... . , , Die Zeit war in der Tat ungünstig für solche Forderungen. In Frankreich hielt die alliierte Front, wenn auch unter blutigsten Kämpfen, fest, in England begannen neue große Rüstungen, und in Rußland erwartete man gar von der bevorstehenden Ankunft neuer Massen, „der Darnpf- 75. Geburtstag des Komponisten E. 71 von Veznicek« nassen. Der erste Abend aber auf offener See, wo es bald nicht mehr viel zu schauen gab, brachte auch das erste Bordfest, einen Rheinischen Abend, improvisiert von einigen Fahrtteilnehmern, die sich auf Deck oder auch in den Kabinen kennengelernt hatten, und diese Abende häuften sich in einer Fülle und mit einer Abwechslung in den Programmen, daß man glauben mochte, jeder der 32 Gaue habe seinen besonderen Unterhaltungskunstler mit- gebracht. Ernste und heitere Vorträge, Dialektdich- tungen, gemeinsame Lieder wechselten in bunter Folge, die Bayern tanzten ihre Schuhplattler, und schon nach wenigen Tagen hatte sich ein eigener Gesangverein „Äzoren-Ozeana" gebildet, der über ein ganz ausgezeichnetes Stimmenmatenal verfügte und vor allem in Ponta Delgada und Horta mitreißenden Anklang fand. Diese Bordfeste mit den Deutschen waren über- Haupt unvergeßliche Erlebnisse. An beiden Abenden waren die Vizegouverneure der Inseln San Miguel und Fayal, der deutsche Vizekonsul und zahlreiche portugiesische Deutschenfreunde an Bord des Pracht- vollen deutschen KdF.-Urlauberschiffes und alle konnten sich nicht genug darüber verwundern datz aus den Reihen der Fahrtteilnehmer em solch an- regenber, von allen Plattitüden freier, auf wirk- lieber Volkskunst aufgebauter Abend zustande gebracht wurde, der Teilnehmer und Gäste für einige Stunden in beschwingteste Laune versetzte. An beiden Landeplätzen gaben zwei Azorenfahrerinnen Konzerte b e ft e r deutscher Musik (Kia- vier und Geige), zu denen auch die gastgebenden Vortugiesen Zutritt hatten, die der reifen Kunst der beiden Künstlerinnen dankbaren Beifall Zollten und erklärten, daß die deutsche Musik der beste Mittler zwischen den Völkern sei. 21 m Karfreitag gab es in der Halle mit Lautsprecherübertragun- auf allen Decks eine Feierstunde, die aus klassisthen Musikvorträgen und der Lesung hochwertiger Dichtungen bestand. Daß der Geburtstag des Führers ein Festtag allererster Ordnung war, bedarf nicht der besonderen Erwähnung. Es fehlt an Raum, um alle die zahlreichen lieber- raschungen aufzuzählen, die gewissermaßen außerhalb dieses feststehenden Programms an der Tages- ordnung waren. Nicht nur die Portugiesen, die Ge- = legenheit hatten, an den Bordfesten hllzunehmsn, - sondern auch die Besatzungen und Passagiere vor- , beifahrender Schiffe, die den prächtigen deutschen = Urlauberdampfer begrüßten und gespannt das sroy Geschichte vom reichen Schwaben Von Walter -Gnch (Schäfer. Ja, die Schwaben sind ein komischer Schlag. Wenn einer von Leonverg nach Ravensberg muß, da bricht ihm das Herz, da ist er nimmer daheim. Aber nach Pernambuco, das geht schon besser.. Und wo man hinkommt draußen in der Welt, von der Wolga bis nach Sao Paulo, da findet man Schwaben, und überall sind sie was, weil sie zäh und fleißig und bauernschlau sind, obwohl sie nicht viel für einen Groschen reden und man sie deshalb gern für dumm verkauft. Auch der Gustave Haker ist ein Schwabe. Jawohl, der Haker, der reiche, der ganz reiche Haker. Natürlich heißt er eigentlich Gustav Häcker. Ein Bauernsohn irgendwo aus dem Unterland, wo die Mädchen braune Augen haben und der Weizen wie Grenadiere dasteht. Aber dem Gustav gehörte nicht viel von diesem Weizen, sozusagen gar nichts, sondern er war Schlosserlehrling und bekam von einem Meister immer drei Ohrfeigen auf ein Vesperbrot. Und eines Tages sagte der kleine Häcker, was man in diesem Fall in Schwaben sagt, packte fein Sach zusammen und rückte aus. Er war damals neunzehn Jahre alt, braun und munter, und er fand von Stuttgart bis Hamburg hinauf jeden Tag fein Essen und Nachtquartier und in Hamburg einen Frachtkapitän, der ihn nach den Staaten hinübernahm, weniger seiner Schlosserkenntnisse wegen, als wegen seiner lustigen schwäbischen Lieder und seiner frechen Zähne im Mund Drüben war er eine Zeitlang alles, was walze", die Entscheidung auf dem polnischen Kriegsschauplätze. Die militärischen Ereignisse waren maßgebend für die politischen. SBie anders hätten Italien und Rumänien ihre Politik gestaltet, wenn der vorzeitige Ruckzug an der Marne nicht geschehen wäre, und wenn die Mittelmächte im Osten einige Armeekorps mehr besessen und Die österreichische Niederlage im September oermieDen hätten. Daß in Galizien eine größere Truppenzahl bei anoerer Oekonomie der Kräfte erst aus dem serbischen und später auf dem westlichen Kriegsschauplätze hätte vorhanden fern können, isi oft erörtert worden. Das anfängliche Vordringen der Armee des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch in Polen (Oktober, Anfang November) erweckte m Petersburg die stolzesten Hoffnungen. Italiens Teilnahme am Kriege sei jetzt, nach dem Zusammenbruch Oesterreich-Ungarns, ganz gleichgültig, vielleicht könne es sogar als Mitbewerber im Orient unbequem werden, heißt es in einer Aufzeichnung des Ministeriums des Auswärtigen (8. November). Aber Italien hatte Glück. Denn nun begann sich EnglanD für feine Beteiligung zu interessieren, da es nach der Kriegserklärung der Türken italienische Truppen zur Verteidigung des Suezkanals und Aegyptens heranzuziehen beabsichtigte. Und bald zog auch Rußland wieder andere Saiten auf. Die Niederlage im Weichselbogen in der zweiten No- Maler an: . A . Als ich Dresden vor einer Reihe von Jahren das erste Mal besuchte, sagten mir Freunde zuvor, daß ich in der dortigen Gemäldegalerie ja einige besonders schöne Werke sehen würde; Giorgiones 23enus, auch das Familienbild von Mantegna. Auch die Madonna von Raffael wohl? fragte ich, und sie sagten: Ja, die auch. Wenn ich dann in der Galerie bald die Richtung zu dieser Madonna nahm, geschah es.sozusagen m Der Neugier, nun selber zu sehen, wie die Wirklichkeit dieses Bildes stimmen würde — einerseits zu seinem Ungeheuern Ruhm; denn es ist in Kopien das verbreitetste in allen fünf Erdteilen, an= oererseits zu eben diesen unzählbaren Wiedergaben, die mir nie großartig zu sein schienen; em frommes Bild in schwachen Farben und einfacher Austeilung und etwas süß. . _... So kam ich auch durch den Vorsaal zu der Tur, deren seitlich geraffter Vorhang mir wie jedem hier einen besonderen Raum verhieß; und ich sah eln- tretenb zuerst an der dem Bilde gegenüber befindlichen Wand eine Anzahl Menschen stehen und sitzen, die mir den Eindruck machten, als ob ich sie störte, weil sie da mit sich selbst beschäftigt waren. Aber ich wandte mich schon rechts und sah das Bild übergroß voll im Licht und dachte: Ja — ein bißchen grau. „ .___x Aber auf einmal packte es ihn doch; memano wußte, wieso, aber auf einmal, an einem schonen blauen Sommermorgen, läutete er nach seinem Sekretär und sagte: „Well, wir reisen nach uer- many!" Er sagte ein paar Dutzend Konferenzen, Tagungen und'Wohltätigkeitsfeste ab, bestieg einen deutschen Dampfer, den schnellsten der Weltbund raste in sechs Tagen über den Atlantik. Dabei sah er nicht sechsmal auf das Meer, das unter Regen und Sonne wechselte, stürzte in Bremen tn Den nächsten Schnellzug und fuhr nach Süden. Bor den breiten Fenstern glitten Dörfer, Windmühlen, Kuhherden vorbei, ein Stück Deutschland. Aber Haker schlief oder las. Köln. Der Rhein. Frankfurt. Darmstadt. Heilbronn. Da stand er auf. „Well, wir steigen aus Der Sekretär meinte: „Dieser Zug fahrt bis Stuttgart". „Ich weiß", sagte Gustave Haker und stieg aus. Stieg in einen langen Personenzug, dritte Klasse, ließ das Fenster herunter und lehnte sich hinaus, soweit es ging. Als ob wir über den Grand Canon fahren, dachte der Sekretär und wunderte sich. Denn was er da draußen sah, Der Fluß, das war kein Mississippi und kein Rhein, und die Hügel und Berge keine Alpen, d,e Felder klein, die Dörfer eng und alt und die Leute sahen auch nicht viel gleich. Aber der Gustav Hacker schaute hinaus, daß seine beiden Kniee sich voll Vergnügen durch die strammen Bügelfalten bohrten, er kannte die Bauern auf den kleinen Feldern, die wie ein großes welliges Schachbrett lagen, die alten Dörfer unter den Kirschbäumen, den Neckar, die Brücke die gewundenen Weae, er roch den kräftigen Duft von Heu und Mist, und er hatte die Luft gern und das Licht und den Staub, er winkte den Kindern zu, die am Bahndamm standen und mit offenen Mäulern dem Zug nachstarrten, als ob der nicht jeden Tag um ein Uhr fünfzehn da vorbeiführe. Und auf einmal beaann er sich mit dem Zugführer in einer fremden Sprache zu unterhalten, von der der Sekretär kein Wort verst-ind, obwohl er auf der Schule Deutsch gelernt hatte. Auf jeder Station, auf der das Zügle 1)1611, und das Zügle hielt auf jeder Station, knöpfte sich der Häcker einen Knopf von feiner Weste auf, und der Sekretär hatte Angst, daß die Weste schließlich II. Drei Wochen auf hoher See! Das muß, meinen die Unkundigen, doch langweilig fein, zumal, wenn man dabei fast 14 Tage lang nichts als Wolken und Wasser, ja nicht einmal andere Schiffe sieht. Und wie anders ist es doch in Wirklichkeit. Jeder der 640 Azorenfahrer wird bestätigen, daß der Tag viel, viel zu kurz war, wie die ganze Reife. Als an einem der Bvrdabende im Scherze eine Mitteilung der NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude", Amt für Reisen, Wandern und Urlaub, verlautbar wurde, daß die Reise wegen der gluc^ haften Fahrt um drei Wochen verlängert, nach Amerika und durch den Stillen Ozean bis nach Indien ausgedehnt würde, da erhob sich ein Jubel, dessen Ausmaß mehr als deutlich zeigte, daß Tage und Reise leider nur zu kurz bemessen waren. Und vielleicht darf man auch den Umstand, daß es mehrfacher ernster Hinweise bedurfte, wenigstens in der Zeit vor 7 Uhr und nach 24 Uhr Ruhe im Schiff zu bewahren, anführen als Beweis dafür, wie allen Azorenfahrern die Zeit im Fluge verstrich. Ruhe haben die Unentwegten zwar bewahrt, aber niemand konnte sie hindern, um 4 Uhr in der Frühe dem Sonnenaufgang beizuwohnen oder bis tief in die Nacht in den gestirnten Himmel zu schauen. In vollen Zügen tranken die KdF.-Urlauber die herrliche, reine Luft, so als wollten sie, ehe es heimwärts in die Mauern der Städte ging, noch einen recht ansehnlichen Vorrat mitnehmen. Wenn es auch leider, mehr als heb, diesig war, wenn die See unaufhörlich gegen Den stolzen Schiffsrumpf dröhnte oder die schnellsegeln- den Wolken unerwünschtes Naß schickten, eines konnten alle Widrigkeiten nicht wegnehmen: Die herrliche, erfrischende, bräunende und verjüngende Brise, die aus 640 bleichen Landratten in wenigen Tagen frische, gebräunte Seefahrer machte. Wenn der Trompeter morgens feinen Weckruf vemberhälfte stimmten seinen Hochmut herab und riefen neue Aufforderungen an fallen zum schleunigen Eingreifen hervor. Italien liefe bch nach wie vor Zeit in der Gewißheit, daß die Mttelmachte so rasch nicht überwältigt werden wurden, und daß eine Hilfe desto höher bewertet werden wurde je größer die Not der Entente sei Mit zym cher Offenheit sprach sich ein italienischer Diplomat zu einem russischen darüber aus: „Je langer der Krieg dauere, desto schwächer wurden m qualitativer und quantitativer Hinsicht die Armeen der Parteien werden. Folglich werde die Stimme Italiens und Rumäniens um so mehr an Bedeutung gewinnen, je später diese Lander ihre Kräfte in die Waagschale werfen würden. Das Bekenntnis läßt an Offenheit nichts zu wünschen übrig, zeigt aber zugleich, w-lche En11 au- schunq der Verlauf der Ereignisse den toben Rechnern bringen mußte: anstatt eines leichten Sieges stand ihnen ein mehrjähriges opferreiches Ringen und eine schwer e N i e der la g e bevor, und der endliche Sieg wurde nicht durch sie, sondern durch di- Amerikaner errungen. Sv konnte der Ausgang des Krieges auch nicht die Hoffnungen, die er geweckt hatte, erfüllen. Der politische und militärische Ehrgeiz der Nation blieb unbefriedigt und mußte nach dem Kriege eine Entladung suchen. dann waren die meisten Urlauber schon auf Beinen. Um 7 Uhr aber turnten unter fachlicher . Anleitung die Männer auch bei Wind und Regen ; auf dem Vorschiff, die Frauen mit einer Gymnastik- lehrerin auf dem Promenadendeck oder in der Halle, um sich den rechten Appetit für das umfangreiche erste Frühstück zu verschaffen, soweit das bet Der hungermachenden Seeluft überhaupt notwendig war. Um 8 Uhr fanden sie sich auf dem Achterschiff zur Flaggenparade ein, zu der jeDes- mal neben den Nationalliedern auch Das Saar- und das FlottenlieÄ gespielt wurden. Eine halbe Stunde später gab es dann den großen 100- Kilometer-Marsch rund um das Promenadendeck mit der Bordkapelle und der des Reichs- luftschutzbundes Hamburg und vielen humoristischen Einlagen. Dieser Marsch hatte bald ungewöhnlichen Anklang gefunden und viele Teilnehmer haben ihre Seefestigkeit dadurch erhalten aber erworben, daß sie den ersten und wichtigsten Grundsatz für alle Seefahrenden beherzigten: Viel Bewegung und noch mehr frische Luft. Mit sanftem Zwange wurden die allzu Verzärtelten mitgezogen und bald marschierten, liefen und fangen sie mit den anderen um die Wette und hatten bald ganz vergessen, daß sie ja eigentlich seekrank werden oder sein wollten. Diel Zeit blieb nicht einmal für Die Deckspiele, dann blies es schon zum Mittagessen. Die ersten Nachmittagsstunden gehörten dem Sonnenbad oder einem Verdauungsspaziergang oder -schläfchen. Die Unentwegten aber stürzten sich wieder auf das geliebte Schauf e I - spiel; das Ringewerfen, den Boxball oder beteiligten sich am Eselrennen, bei dem der Letzte ft6§)ann gab ‘es die ersten Tagesnachrichten, Mit- teilungen über Standort des Schiffes, Windstärke, Wetteraussichten und anschließend auch ein Kapitel aus der Ozeanographie. Zur Kaffeestunde konzertierte die Bordkapelle, und es darf getrost ver- raten werden, daß der selbstgebackene Kuchen in geradezu unwahrscheinlichen Mengen vertilgt wurde. War das Wetter schlecht, gab es in der Halle Vorträge oder Musik, im Speisesaal große Tonfilm- nachmittage. Um 18 Uhr blies der Trompeter wie- I der zum ersten Abendtisch. Solange es hell blieb, wurden schnell noch die letzten Beobachtungen an- Maler fort: Ein Bild, meint ihr? Gemaltes? Menschenwerk? Nein, es war eine Erscheinung, nach deren Stofflichkeit ich nicht fragte. Später habe ich die auch gesehen, aber sie unterschied sich nicht wesentlich von den gedruckten Wiedergaben. Nur in der Haltung der heranschwebend stehenden Jungfrau erkannte ich eine andere Hoheit, die Himmelskönigin, ■ und deren Ursache auch, den Schwung der Kontur. Vieles war deutlich sichtbar, aber mit meiner Erschütterung hatte es nichts zu tun. Höchste Schöne? Höchste Wahrheit? Was für ein Wort soll ich nennen? Wir haben heute nur noch eine etwas widerwillige Erinnerung an eine „klast sische Schönheit", deren Wiederholung mit Recht für uns abgetan fein mag, weil wir andere sind, die anderes bedürfen — das, was wir Wahrheit nennen, was alfo gewiß unsere Wahrheit ist. Genaue Beobachtung und Wiedergabe der Wirklichkeit, das heißt denn Wahrheit, die dann mitunter als Häßlichkeit erscheint — ähnlich wie schon einmal im gotischen Zeitalter, wo freilich die Ursachen ehr andere waren. Zu bemerken ist aber, daß heutige Maler, die den Menschen malend nach allen Regeln der Häßlichkeit verfälschen, dies durchaus nicht tuen, wenn sie Blumen malen ober eme Land- chaft. Wäre die Landschaft also schön? So schon, daß ihr Häßlichkeitsverlangen davor Halt machen muß? Keineswegs; sondern die Natur ist weiter nichts, und wenn ein Maler sie so malt, daß wir schön" sagen, so hat er sie geliebt, — den Men- ab« i>at er gehaßt. Mik der Schönheit, aber ist es so, daß wir nicht daran denken dürfen, auch wenn wir sie haben. Wenn der Maler jedoch eine Landschaft oder Blume schon sieht, so denkt er nicht an seine eigene Schönheit; denn vom Menschen vermag er zu denken: ich hätte ihn anders gemacht, aber von der Natur nicht. Schönheit — eines Menschen, eines Kunstwerks, einer Landschaft — hat die Wirkung auf uns daß wir unsere Unschönheit vergessen und sroy darüber sind, daß es in der Welt wirklich Schon- heit gibt. Je größer und vollkommener sie ist um so mehr bewirkt sie, daß unsere Zerstreutheit sich sammelt, unsere Verworrenheit sich klärt, unsere Be- ladenheit sich löst,unsere Trübe zu Helle und Freudigkeit wird. Wir werden umschlossen und gesichert; wir fügen uns dankbar in die Macht des Gesetzes, bewegte Leden an Bord der „Ozeana" verfolgten, wurden so zum Zeugen der deutschen Gemeinscyo't Die Portugiesen konnten und konnten es n.chi fassen, daß es sich bei den Urlaubern um einfache deutsche Arbeiter handelte, die sonst tagaus, tagein in der Fabrik, an den Kontorpulten, in den Werkstätten stehen und denen hier durch ihren Führer und seine Beauftragten die Teilnahme an den Freuden beschert wurde, die bisher einer kleinen Schicht der Besitzenden Vorbehalten war und in allen anderen Ländern dieser Erde auch noch ist. Sie konnten es nicht verstehen, daß gerade das so verlästerte nationalsozialistische Deutsch- land das hat zur Wirklichkeit werden lassen, was bei den Weltverbesserern aller Kategorien in allen Ländern nichts als graue Theorie und eine schöne Utopie geblieben ist. Darf es wundernehmen, wenn sie, als sie sich von der Richtigkeit persönlich überzeugt hatten, in staunender Ehrfurcht den Arm zum deutschen Gruße hoben, als das schöne und stolze deutsche Urlauberschiff unter den Klängen seiner Hymnen die Heimreise in das Land antraten, das seinen Söhnen und Töchtern solches Erlebnis zu schenken vermag? Neuer deutscher Ostasien Dampfer in Dienst gestellt. Scherl-Bildmaterndienst W MW W Der Mitte Dezember v. I. in Anwesenheit des Führers vom Stapel gelaufene neue Ostasien- Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd „ S ch a r n h o r st" wurde nach seiner Abnahmefahrt von der Reederei in D i e nst g e st e l l t. Die „Scharnhorst", die einen Rauminhalt von etwa 18 300 Tonnen hat, ist das erste deutsche Seeschiff mit turbo-elektrischem Antrieb. Sie kann eine G e - schwindigkeit von etwa 20 Seemeilen t n der Stunde entwickeln und wird die Strecke Genua—Schanghai in einer Fahrzeit von 23 Tagen zurücklegen, das bedeutet eine erhebliche Beschleunigung des Ostasienverkehrs. Freitag verließ das Schiff die Kaifer-Schleufe m Bremerhaven zu feiner Abnahmefahrt. Die ganze Fahrt verlief bei strahlendem Frühlinaswetter und ruhiger See. An Bord befanden sich zahlreiche Vertreter der Regierung, der Wehrmacht und der Partei sowie der Wirtschaft. Um 12 Uhr erfolgte die feierliche Uebergabe des Schiffes von der herstellenden Werft an den Norddeutschen Lloyd. Dor der auf dem Sportdeck angetretenen Mannschaft übergab der Vorsitzende des Vorstandes des Norddeutschen Lloyd, Dr. F i r l e, das Schiff sodann dem Kapitän Stein. Dr. Firle erinnerte daran, daß die „Scharnhorst" Gewässer und Meere durchfurchen werde, auf denen viele Kameraden im Weltkrieg für Deutschlands See- und Auslandsgeltung geblieben seien. Er gedachte des Mannes, dessen Namen das Schiff trägt und der nach dem Niederbruch Preußens durch die Schaffung eines Heeres der wahren Volksgemeinschaft die Voraussetzung für die Befreiung Preußens gegeben habe. Der Name „Scharnhorst" sei von dem Flaggschiff des letzten deutschen Kreuzergeschwaders in Ostasien getragen worden, das mit wehender Flagge und 1200 deutschen Männern dem Fahneneid getreu im Südatlantikt auf der Walstatt geblieben sei. In dem Neuaufbau des Passage- und Frachtdienstes nach Ostasien mit den Schiffen „Scharnhorst", „Gneisenau" und „Potsdam" beginne die erste Etappe eines erfreulichen Aufstieges. Diese drei Schiffe, die die traditionsreiche Reedereiflagge noch in diesem Jahre gen Osten tragen würden, gäben in Verbindung mit den Spitzenschiffen im Nordatlantik dem Lloyd seine alte Vorkriegsstelluna als internationale Passagereederei auf den beiden von Europa ausgehenden Hauptverkehrsrichtungen nach Osten und Westen wieder zurück. Gireifzüge im Mittelmeer Don Dr. Paul Rohrbach Malta, April 1935. IV. Sine Znselsestung. Man kennt Malta als Station des englischen Mittelmeergeschwaders, deswegen ist es ja international so wichtig, aber auch sonst ist es ein merkwürdiges Stück Erde. Seine Bevölkerungsdichte beträgt, ohne alle Industrie, über 600 Seelen auf den Quadratkilometer, ist also bedeutend höher als in Industrieländer» wie Sachsen oder Belgien. Das wird erreicht durch eine sehr intensivierte Landwirtschaft, mit mehrfacher Fruchtfolge im Lauf des Jahres: viel Frühgemüse, Futtergewächse und der- ?leichen. Höchst interessant sind die vorgeschicht - ichen Denkmäler: ein in den Fels gehauenes unterirdisches Labyrinth und verwickelte oberirdische Bauten aus großen behauenen Blöcken und Platten, alles noch in der Steinzeit ohne Hilfe metallener * Vgl. den letzten Bericht in Nr. 98 des Gießener Anzeigers vom 27. April. Werkzeuge vollendet. Wahrscheinlich handelt es sich um Begräbnis- und zugleich Kultusstätten, die ebenso alt sind, wenn nicht älter, wie die ägyptischen Pyramiden. Seltsam ist auch die maltesische Sprache. Sie ist aus dem Arabischen entstanden, mit verstümmelten griechischen und italienischen Worten durchsetzt; außerhalb Maltas wird sie von keinem Menschen verstanden. Die Hauptstadt von Malta ist La Valetta. An der Front der Hauptwache verkündet eine lateinische Inschrift, Malta sei „durch das Vertrauen Europas und gemäß dem Wunsch seiner dankbaren Einwohner" im Jahre 1814 an England übergeben worden. Hier haben Phönizier, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Franzosen und Spanier geherrscht — bis Kaiser Karl V. die Insel den Johannitern schenkte, die sich in Rhodus nicht gegen die Türken halten konnten. Napoleon nahm sie auf feiner Fahrt nach Aegypten dem altersschwach gewordenen Orden weg, verlor sie aber schon nach wenigen Jahren an die Eng- l ä n d e r, denen ein solcher Stützpunkt im Mittel- meer höchst erwünscht war. Don Englands Mittelmeerstellungen — Gibraltar, Malta Suez — hat jede ihren eigentümlichen Wert. Ursprünglich wünschte England nur deshalb Mittelmeermacht zu werden, weil es Frankreich von Süden her flankieren und den Orient beobachten wollte Seit der Erbauung des Suezkanals ist aber das Mittelmeer in noch ganz anderem Sinne lebenswichtig für England geworden. England könnte heute Gibraltar zur Not entbehren, weil bei der Schnelligkeit und dem großen Aktionsradius moderner Schiffe es nicht mehr soviel wie früher auf Zwischenetappen antommt. Absolut wichtig ist die Beherrschung des Suezkanals, aber weder Port Said noch das Aegypten benachbarte Haifa an der palästinensischen Küste sind Flottenstationen. Sie können auch kaum zu solchen gemacht werden. Malta ist die große befestigte Station, der Heimathafen für Englands Seestreitkräste im Mittelmeer. Der Hafen von La Valetta gilt feit Alters als uneinnehmbar, hier lagert darum alles, was die .Flotte braucht: Oel, Kohlen, Munition Proviant. Hier find auch mächtige Dockanlagen errichtet. Ich habe eine Fahrt durch die Insel gemacht, die Frühkartoffelfelder und die vorgeschichtlichen Monumente besucht, auch den St. Paulsdom in Citta Vecchia, der „alten" Stadt — Paulus erlitt ja auf der Fahrt nach Rom an der Küste von Malta Schiffbruch und mußte den Winter hier zubringen — und zuletzt den Großmeifterpalaft in La Valetta, der jetzt dem englischen Gouverneur als repräsentativer Wohnsitz zur Verfügung steht. Die Stadt liegt hoch oben auf den Felsen, die das doppelte Hafenbecken umgeben und mit den schwersten Geschützen armiert sind. Unangreifbarer kann ein Hafen sein — wenn man die Begriffe früherer Kriegführung anwendet. Aber wie, wenn eines Tages die stolze Mittelmeerflotte Englands hier versammelt liegt, und es kommt ein überraschen« der Luftangriff? Dann wären die Riesenpanzer wie eine Herde im Pferch, der geschlossene Hafen mit seiner engen Ein- und Ausfahrt eine richtige Falle! Auf die dicht beieinander liegenden Schiffe, die keine Fahrt aufnehmen könnten, gäbe es vernichtende Treffer. Der Luftkampf hat die Begriffe von dem, was früher Kriegführung war, gewandelt. Heute hat es von allen Seiten Nachrichten über Deutschlands „Verurteilung" in Stresa und Genf geregnet. Aber was will das gegen die geopolitische und geschichtliche Logik der Dinge sagen? Lloyd George teilt in seinen Kriegserinnerungen mit, der englische Generalstabschef Robertson habe mitten im Weltkrieg, vom Ministerpräsidenten zu einem Memorandum über die Friedensbedingungen aufgefordert, darin erklärt, im Interesse Englands müsse eine ftarfe deutsche Macht in Mitteleuropa erhalten bleiben! Die Gefährdung der englischen Flotte in Malta bei einem Luftangriff ist auch eine Predigt von dem jetzt so schwer zu verbessernden Fehler Englands, daß es durch die Entwaffnung Deutschlands sich selbst an Frankreich auslieferte. Wäre Lloyd George in Versailles dem General Robertson gefolgt — England brauchte heute keinem mit Rußland und Italien verbündeten Frankreich die Schleppe zu tragen, brauchte keine Sorgen gleich der um die Gefährdung Maltas zu haben und brauchte nicht mit feinen eigenen wirk- lichen Interessen gegenüber Deutschland — Versteck zu spielen! Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die gestohlene Kanone. (ma) Schanghai. Kennzeichnend für die hohe vaterländische Gesinnung, die auch das japanische Bauerntum beseelt, ist folgende Begebenheit, die soeben von Schanghaier Blättern aus dem Lande der Kirschblüte berichtet wird: In der Nähe eines japanischen Dorfes bezogen kürzlich während eines Divifionsmanövers japanische Truppen, darunter auch Feldartillerie, ein Feldlager. Die Geschütze werden nachts nicht durch Posten bewacht, da sie unter dem Schutz der einheimischen Götter stehen. (Allerdings auch nur, solange es sich um Friedensübungen handelt, denn im Felde reicht der Schutz dieser Götter offenbar doch nicht aus!) Diesen Umstand machten sich zwei Brüder, Bewohner des nahen Dorfes, zunutze und stahlen eine leichte Kanone. Der Entdeckung des Diebstahls folgte die der Täter am nächsten Morgen auf Dem Fuße. Sie wurden also verhaftet. Damit aber gab sich die Dorfbevölkerung nicht zufrieden. Sie zog unter Lärm und Drohungen gemeinsam vor das Haus der beiden Brüder, die schon längst abgeführt waren und wollte die aus siebzehn Köpfen bestehende Familie der beiden Uebeltäter zwingen, sofort ihre „Sachen zu packen" und für ewig den heimatlichen Landstrich zu verlassen. Eine Verbannung also gleichsam durch einen Spruch der Lynchjustiz. Militär und Polizei mußten einschreiten, um die Familie vor diesem Los zu bewahren. Daraufhin beschloß das Dorf folgende Strafe für die siebzehn Angehörigen der beiden Geschützdiebe: Zahlung einer Buhe von 500 Pen an die japanische Armee, Verpflichtung jedes Familienmitgliedes, täglich fünf Jahre lang zwei Stunden im Tempel des Dorfes eine Sühnegebet zu verrichten und unentgeltliche Uebernahme der Pflege und Beaufsichtigung des Dorffriedhofs auf Lebenszeit. Die Familie ging — während die beiden Diebe inzwischen bereits zu Zwangsarbeit verurteilt worden waren — auf diese schweren Bedingungen ein und wird nun jeden Tag im Tempel durch Beauftragte des Dorfes in ihren Sühnegebeten gewissenhaft kontrolliert. Sie zahlte auch sofort die 500 Pen für die Armee ein, erhielt sie aber übrigens post- wendend und mit bestem Dank zurück. — Was die beiden Diebe eigentlich mit der Kanone wollten, wird leider nicht gesagt. Auch ein Rekord. (ur) Melbourne. Welche Blüten doch die Rekordsucht treibt! Da hatte ein etwas komischer Uhrmacher in Brisbane (Australien) eine gewöhnliche Nähnadel genommen, sie in sieben gleiche Teile gespalten und diese Teile dann auf einen sehr feinen Draht aufgespannt. Ein Kollege in Melbourne wollte ihn übertreffen und bohrte in eine soche Nadel ein Loch in der ganzen Länge und brachte daran eine andere Nadel unter. Der erste Rekordjäger fühlte sich darob gekränkt. Er opferte nun vier Monate, um drei Nadeln jede in der anderen unterzubringen und in der dritten eine vierte verschwinden zu lassen, die mit einem bloßen Auge überhaupt nicht mehr wahrzunehmen ist. Der Sinn dieser Experimente ist leider unbekannt. Gummikragen verboten! (th) Neuyork. In den Verordnungen des Staates Wisconsin (USA.) gibt es eine höchst kuriose Verfügung, die besagt, daß Elektrotechnikern und Mechanikern, die an Hochspannungsleitungen arbeiten, das Tragen von Gummikragen strengstens verboten ift Eine solche, in der ganzen Welt wohl einzigartige Verfügung reizt natürlich, nach dem Ursprung zu fahnden. Diese Ermittlungen hat nun jemand, der viel Zeit hatte, durchgeführt. Er ist auf folgenden Tatbestand gestoßen: Dor vielen Jahren arbeitete einmal ein Mechaniker an einem Motor, der sich als bockbeinig erwies. Der Mechaniker trug einen hohen und schön eenden Kragen aus Zelluloid. Als er sich im •eifer feines Berufes zu tief über den Motor beugte, kam er mit einer Starkstromwelle in Berührung, fein Zelluloidkragen fing Feuer und der Mechaniker lief mit einer brennenden Halsbinde einige Sekunden im Kreise... Seitdem ist der Gummikragen zu einem Schreckgespenst in Wisconsin geworden, wie sich aus der vorstehenden zitierten Arbeitsbestimmung einwandfrei ergibt. Der Fisch im Kerzenhalter. (ku) Philadelphia. Weil sich seit einigen Monaten die Kerzenfabrikanten Amerikas darüber wundern, daß der Verbrauch an diesen alten und so traulichen Lichtern selbst in den entlegensten Indianerreservationen so stark zurückgegangen ist, spürte man den Ursachen nach. Und entdeckte schließlich den Grund dieses Rückganges: ein alter Indianer, dem die Krise nicht mehr genug Geld gelassen statte, um sich die notwendigen Kerzen kaufen zu können, besann sich auf ein altes Stammesgeheimnis, das einfach darin bestand, einen bestimmten Fisch, der an der Küste von Westamerika auftaucht, zu fangen, einen Docht hindurchzuziehen und ihn wegen seiner überaus großen Fetthaltigkeit wie eine Kerze zu verbrennen. Wenn man von dem Geruch absieht, soll diese „Kerze" allen Anforderungen entsprechen und vor allem den Vorteil haben, billiger zu sein. Denn man braucht sie sich schließlich nur mit der Angel- rufe aus dem Fluß zu fischen... Eine Schule demonstriert für ihren Schutzmann. (h) Pittsburg (Pennsylvania). Der Schutzmann, der vor der großen Staatsschule in Pittsburg Verkehrsdienst tat, war der Freund aller Schüler. Zu ihrem Erstaunen sahen sie nun vor einigen Tagen einen anderen Polizisten auf» tauchen, der ihnen offenbar weniger sympathisch war. Die Kinder begannen sofort ihre Nachforschungen einzuleiten und erfuhren, daß „ihr" Schutzmann versetzt worden war, weil er einen Schüler nicht ausgeschrieben hatte, der einen Verstoß gegen die Derkehrsgesetze beging. Hur OPEL bietet Ihnen... Die »Opel Synchron-feberung« verschluckt alle Unebenheiten der fahrbahn und macht aus dem schlechtesten LDeg eine gute Autostrasse MM Der ungeiDöhnlüh grosse und bequem zugängliche Kofferraum, in einem Stüch mit dem Karosserie-Körper verbunden, fasst reichliches bepack für grosse Reifen. Die zugfreie Entlüftung liefert stets die gewünscht« menge frifchluft, ohne dass Regen, lästiger Zug od— tobahrauch die Insassen behelligen. 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Roosevelt intervenierte persönlich. Und heute steht der Polizeibeamte wieder vor der Schule in Pittsburg und regelt den Verkehr! Der Bezwinger des „Löwen von Odessa" starb. (im) Bukarest. In Simeni im Bezirk von Baltzi starb im beglaubigten Alter von 117 Jahren Grigorj Hojman, der älteste Bewohner Bessarabiens. Noch einen Tag vor seinem Tode bestellte er das Feld, das nominell seinem ältesten Sohne gehört, der schon das hohe Alter von 91 Jahren auf dem Rücken hat. Nachhause zurückgekehrt, klagte der Alte über eine kleine Unpäßlichkeit, legte sich hin und starb. Wenige Jahre vor dem Weltkrieg war dieser Grigorj Hojman übrigens einmal auf dem Balkan für vierundzwanzig Stunden der „Held des Tages". Es gelang ihm damals, im Alter von 92 Jahren auf Grund einer Herausforderung im griechisch- römischen Ringkampf den russischen Schwergewichtsringer Petrow, der seinerzeit Weltmeister war und den Beinamen „Löwe von Odessa" trug, in wenigen Minuten einwandfrei „auf den Teppich zu legen", obwohl Petrow genau ein halbes Jahrhundert jünger war! An Hojmans Begräbnis nahmen nicht weniger als hundertundachtunddreißig Söhne, Enkel und Enkelkinder teil ... Die Warnung im Traum. (ns) Budapest. Man wird wohl in Zukunft allen ungarischen Steuerbeamten anraten, auf ihre Täume zu achten. Denn kürzlich hat der Direktor des Steueramtes in Pefter Zfeoet, Michael Zaruba, mit einem Traum der Staatskasse rund 100 000 Pengö gerettet. Als Zaruba zuerst im Traum eine aufgebrochene Tür und einen gesprengten Geldschrank sah, hielt er das für einen Albdruck, der vielleicht durch eine zu kräftige Mahlzeit am vorhergehenden Abend hervorgerufen wurde. Aber der Traum kehrte wieder, auch als Zaruba Diät hielt. Und als er zum dritten Mal von einem aufgebrochenen Schrank geträumt hatte, hatte er keine Ruhe mehr. Seitdem schickte er jeden Abend postwendend das eingenommene Geld an die Staatskasse nach Budapest. In Pester Zsebet behielt er immer nur ein paar Pengö zurück. Nachdem er viermal allabendlich die Kasse geleert und nach Budapest geschickt hatte, holte man ihn eines Nachts aus dem Bett: der Geldschrank des Steueramtes sei beraubt worden! Nichts, aber auch keinen Pengö hatten die Diebe zurückgelassen! Zaruba schmunzelte und erstattete Bericht nach Budapest, wo man den aufmerksamen Beamten belobigte, obwohl es sonst nicht Sitte ist, eine direkte Beziehung zwischen Steueramt und Träumen herzustellen. Fachkräfte werden eingestellt. Der Arbeitseinsatz der Angestellten hat sich im Monat April besonders günstig entwickelt. Die Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung, kann aus dem ganzen Reichsgebiet eine erfreuliche Steigerung des Vermittlungsergebnisses gegenüber dem Vormonat melden. Der Zugang an offenen Posten reicht zwar nicht an das außerordentlich günstige Ergebnis des Monats März heran, ist aber trotzdem gut. Verlangt werden durchweg Fachkräfte mit besonderen Spezialkenntnissen. Der Bestand an Bewerbern ist zurückgegangen. Im Neuzugang befinden sich mehr Bewerber in ungekündigter Stellung als im Vormonat. Die Zahl der gekündigten Bewerber ist erfreulich zurückgegangen. Sie beträgt noch nicht 50 o. H. des entsprechenden Zuganges des Monats März. Die Lehrstellenvermittlung und die Vermittlung von Arbeitsdienstkameraden berichten ebenfalls von guten Ergebnissen. Der Arbeitseinsatz für Kaufmannsgehil- f e n geigte einen befriedigenden Verlauf. Besonders aufnahmefähib waren: Eisen- und Metallindustrie, Fahrzeuglndustrie, Lebens- und Genuß- mittel-, Oel-, Bauindustrie. Im Großhandel war die Beschäftigung je nach Geschäftszweig verschieden. Der Einzelhandel hat laufend Bedarf an guten Verkaufskräften und Dekorateuren. Für geprüfte Drogisten mit Photokenntnissen sind die Vermittlungsmöglichkeiten sehr gut. Das Verkehrsgewerbe, sowie Hotels und Kurhäuser waren gut aufnahmefähig. Vermittelt wurden in erster Linie gute Kontoristen, ferner Stenotypisten, Korrespondenten, Buchhalter und Verkäufer. Auch die Vermittlung der weiblichen Ange- st eilten meldet einen Aufstieg. Nach wie vor herrscht fühlbarer Mangel an guten Stenotypistinnen. Auch für gute Verkäuferinnen bestehen Vermittlungsmöglichkeiten. Leider kann die Nachfrage nach diesen Kräften kaum noch befriedigt werden. Für Angestellte für Haus, Garten, Landwirtschaft war die Vermittlung saisonbedingt gut. Die Nachfrage nach Kindergärtnerinnen und Volkspflegerinnen war gering. Die Behörden - Stellenvermittlung konnte das Vermittlungsergebnis des Vormonats halten, in einigen Bezirken sogar verbessern. Einstellungen erfolgten durch Behörden- und Partei- Dienststellen und Wirtschaftsorganisationen. In der Techniker-Stellenvermittlung war ebenfalls eine Steigerung des Vermittlungsergebnisses festzustellen. Geeignete Fachkräfte wurden vornehmlich auf folgenden Gebieten gesucht:- Verbrennungskrastmaschinen, Werkzeugmaschinen, Dampfkessel- und Feüerungsbaü, Metallbearbeitungsmaschinen, Baumaschinen und Armaturen. Gesucht wurden Diplom-Ingenieure für den Elektro- Ofenbau und Hochspannungs-Einrichtungen. Teilweiser Mangel an geeigneten Fachkräften war im Tiefbau, Schiffsbau, in der Automobil-Fabrikation festzustellen. Angesordert wurden auch Diplom- Ingenieure als Dozenten an Technischen Hochschulen. Teilweise bestand Nachfrage nach Chemikern mit guten Kenntnissen auf pharmazeutischem Gebiet. In der Werkmeister-Vermittlung meldeten sich auffallend viele Bewerber, die in Arbeit stehen und sich verändern wollen. Gesucht werden tüchtige Kräfte für den Vorrichtungs- und Werkzeugmaschinenbau sowie Kalkulatoren, die das Refa-System beherrschen. Die Einsatzmöglichkeiten von Spezialisten für Leichtmetallgießereien und Hüttenwerke waren gut. Die Radioindustrie sucht Spezialkräfte. In der Kunstseidenindustrie besteht Nachfrage nach tüchtigen Kräften. Im Baugewerbe hält die Nachfrage nach Fachkräften an. Es fehlen Spezialisten für Eisenbeton- und Fachkräfte für den Straßenbau, insbesondere Bagaermeister. In der landwirtschaftlichen Stellenvermittlung besteht gesteigerte Nachfrage nach jüngeren, unverheirateten Angestellten und Fachkräften, während ältere und verheiratete Angestellte weniger gesucht, aber als Bewerber oorgemerkt sind. Aus aller Wett. Deutsches Reiseflugzeug vermißt. Eine Reiseflugzeug des Musters Junkers W 34, das mit einigen Fluggästen, darunter einer Frau und einem Kinde, am 30. April von Böblingen bei Stuttgart nach Breslau abgeflogen war, ist seither verschwunden. Trotz aller Nachforschungen ist es bisher nicht gelungen, etwas über den Verbleib des Flugzeuges und seiner Insassen zu erfahren. Nachdem alle Ermittlungen aus deutschem Boden ergebnislos waren, ist Verbindung mit tschechoslowakischen und polnischen Behörden ausgenommen worden. Bis zum Augenblick haben jedoch auch die dankenswerterweise von den zuständigen Behörden dieser Länder angestellten Nachforschungen zu keinem Ergebnis geführt. Hinweise, die für die Suche nach dem vermißten Flugzeug von Bedeutung sind, werden^ an die Pressestelle des Reichsluftfahrtministeriums erbeten. Erpresser und Einbrecher beim Versuch eines Kindesraubes verhaftet. Auf eine geradezu phantastische Weise glaubte ein 23jähriger junger Mann aus- Rheydt, der erst im vergangenen Jahr aus dem Gefängnis entlassen worden war, sich Geld verschaffen zu können. Als er sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in der Gegend von Löhne zwischen Bad Oeynhausen und Herford umhertrieb, wollte er aus dem Schloß des Gutsbesitzers Beek das Kind des Besitzers entführen, um auf diese Weise 20000 Mark z u erpressen. Er trieb sich längere Zeit in der Umgegend des Schlosses herum, um die Oertlich- feiten genau kennenzulernen und nächtigte auch mehrmals unbeobachtet in den Bodenräumen des Schlosses. Dabei verstand er sehr geschickt, sich von den Lebensmitteloorräten im Schlosse zu ernähren. Als er aber seinen Plan ausführen wollte, wurde er von dem Gutsbesitzer beobachtet und angerufen. Der Gutsbesitzer schoß auf den geheimnisvollen Eindringling, der jedoch zunächst entfliehen konnte. Auf der Flucht warf er einen vorbereiteten, mühselig auf einer gestohlenen Schreibmaschine zusammengestümperten Erpresserbrief fort, nachdem er ihn zerrissen hatte. Die Schnitzel wurden jedoch von Polizeibeamten bei der Verfolgung gefunden und wieder zusammengesetzt. Der Inhalt des Briefes enthüllte den Plan des Entführers, der sogar mit der Tötung des Kindes gedroht hatte, falls er die geforderten 20 000 Mark nicht bekäme. Den Nachforschungen der Polizei gelang es sehr bald, den Erpresser f e st z u n e h m e n , der bei seiner Vernehmung nicht nur den geplanten Kindesraub, sondern auch eine Reihe von Einbrüchen eingestand. Blutige Stammesfehden in Rordwestindlen. Vor einigen Tagen wurden in Scherani in Britisch-Jndien unweit der afghanischen Grenze der Führer des nordindischen Maddakhel-Stammes Zangi Khan, dessen Bruder Aahibjan und mehrere andere Verwandte getötet. Es stellte sich heraus, daß ein anderer Bruder Zangi Khans, Habib Khan, mit seinen Leuten das Haus des Stammesführers gestürmt und die Bewohner ermordet hatte. Die Tat hat nun zu weiteren blutigen Vorfällen geführt. Die Anhänger Zangi Khans zogen gegen Habib Khan zu Felde, um ihren ermordeten Führer zu rächen. Es kam zu einem erbitterten Gefecht, in dessen Verlauf die Anhänger Zangi Khans 15 Mann verloren. Sie blieben jedoch schließlich siegreich und schlachteten Habib Khan mit seiner ganzen Familie einschließlich aller Frauen und Kinder — insgesamt 25 Menschen — rücksichtslos ab. Die blutigen Auseinandersetzungen haben insofern einen ernsteren politischen Hintergrund, als Zangi Khan, der Führer des Maddakhel-Stammes, englandfreundlich eingestellt war, während sein Bruder Habib Khan zu Afghanistan hinneigte. Schwere Stürme in Kentucky. — Drei Todesopfer. Die Stadt Louisville in Kentucky (USA.) sowie mehrere Nachbarstädte wurden von schweren Stürmen heimaesucht. Die Straßen sind mit Trümmern bedeckt. Zahlreiche Stromleitungen wurden zerstört. Bisher werden drei Tote gemeldet. Arbeitsvergebung (Halter Kröll vorgesehenen 2667D etwa 4500 qm Gießen. den 4. Mai 1935. 2£i90D Statt Karten. 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Künste _________________________________________________________01880 Weihbinderarbeiten im Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden. Es kommen u. a. zur Vergebung: Die Beerdigung findet Montag, den 6. Mai, nachmittags 2'/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Erstlingsrnehlü.KüKenHörnerfuHer MWlllMIlM lassen Sie nur vom Plattenfachgeschäft ausführen. — Dauernde Garantie wird übernommen. Y.V.zsrWls großhandlung Allcndorf an der Lumda. Verl. Sie unverbindliches Angeb ot. Käthe Ott Wwe., geb. Thomas im 63. Lebensjahr. Gebraucbsqrapbiher 6*e89Cn 1 plochstrasM io tausendfach bewährt. Elektr. Hörapparate mit reinster Sprachwiedergabe, für jeden Grad von Schwerhörigkeit. - Unauffällig i.Tragen. - Fordern Sie Probelieferung und Druckschriften. Auf Wunsch Teilzahlung. — Vielhörer-Anlagen für Schwerhörigen vereine, Taubstummenanstalten. Kirchen und Theater Siemens-Reiniger-Werke AG. Frankfurt am Main, Kaiserstraße 60 »664V Unter Zugrundelegung der vom Reichs-Verdingungsausschuß aufgestellten Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB.; neueste Ausgabe) sollen die in der Provinzial-Pflegeanstalt in Gießen Das orthopädische Fußbett nach Gipsabdruck gegen Senk-, Hohl-, Spreizfuß usw. Hierbei keine Beschädigung an Schuhen, kann in jedes Paar fest eingebaut od. auch zum Wechseln fürverschiedene hergestellt werden. Anfertig. auch für Krankenkassen nach ärztl. Verordnung. Karl Scheuerlein Schuhmachermstr. Gießen, Brandgasse 5, Tel. 4368 _______________________________01933 Es bleibt vorbehalten, die Arbeiten in beliebig vielen Losen getrennt zu vergeben, so können einzelne Gebäude für sich oder auch einzelne Arbeiten, wie Verputz- und Anstreicherarbeiten eines Gebäudes getrennt vergeben werden; es hat somit kein Bieter Anspruch auf den Gesamtauftrag oder auf Preiserhöhung bei einem Teilauftrag. Verdingungsunterlagen werden, soweit der Vorrat reicht, auf der Registratur der Provinzialdirektion, Hitlerwall Nr. 37, kostenlos abgegeben. Die Angebote müssen portofrei und verschlossen, mit der Aufschrift „Angebot auf die Weißbinderarbeiten in der Provinzial-Pflegeanstalt in Gießen" bis zum Dienstag, dem 14. d. 21L, vormittags 9 Uhr, bei uns eingereicht werden, woselbst in Gegenwart etwa erschienener Bewerber die Oeffnung der Angebote erfolgt. Auskunft wird täglich durch die bautechnische Abteilung des Ueberlandwerks Oberhessen in Friedberg, Hanauer Straße Nr. 9, erteilt oder Dienstags und Freitags, vormittags von 10 bis 12 Uhr, in Gießen auf unserem Amt. Zuschlagsfrist 2 Wochen. ___________Provinzialdirektion Oberhessen.___________ Bekanntmachung. Der Herbstmarkt (Schau- und Verkaufsmesse) in Gießen findet vom 5. bis einschließlich 13. Oktober 1935 statt. Plätze für erstklassige Fahr- und Schau- aeschäfte. Schieß- und Verkaufsbuden (letztere in beschränktem Umfange) werden im Wege schriftlichen Angebots vergeben. Bedingungen nebst Angebotschein sind im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer ftc. 18, erhältlich. Dort sind auch die Angebotscheine bis spätestens zum 31. Mai 1935 einzureichen. Der Markt ist in der Zulassung von Geschäften ein beschränkter Markt. Grundsätzlich werden nur die Geschäfte (auch Spezialisten) zugelassen, die sich rechtzeitig um Plätze bewerben und die Zulassunas- genehmigung vor Beginn des Marktes schriftlich erhalten haben. Die Vergebung der Plätze geschieht nur durch uns. Eine Verlängerung des Marktes findet nicht statt. 2647C Gießen, den 2. Mai 1935. Bürgermeisterei Gießen. Dr. Hamm, Bürgermeister. Mündlich können Sieesnurvsnigsn sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Erhsenreiser Bohnenstangen Tomatenpfähle Rosenpfähle J 8, Msler Steinstr. 73, Tel. 3581 Verschiedenes] Nutz- und Ziergarten m. 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Der Maikäfer. Oer Krühlingsenzian bei Rödgen. Abreißen und Berkaus verboten! Der Frühlingsenzian auf der Wiese bei Rödgen. | / i K Ja ' 7 < > ,vy< ' 7* MH VÄL | W / Nun ist sie wieder da, die holde Zeit, der »wunderschöne Monat Mai", da der Jüngling „Liebe" reimt auf „Triebe", da „Blümlein blühen zu Häuf", die Studenten jubeln „Der Mai ist gekommen" und die Kinder fröhlich singen: „Maikäfer flieg, Dein Vater ist im Krieg, Die Mutter ist im Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg!" Ja, nun ist er wieder da, der lustige Bursche im braunen Röcklein, nachdem schon im Winter vereinzelte vorwitzige Exemplare den Schriftleitern überbracht wurden. Aber jetzt erscheint er nicht mehr einzeln, nein, in Gesellschaft guter Freunde burrt er lustig umher; nun — „Jeder weiß, was so ein Mai- Käfer für ein Bogel sei." Und nicht nur Max und Moritz bedienen sich seiner heimtückisch für ihre bösen Streiche, es gibt auch andere schlimme Buben, die sich respektlos an würdigen Onkels vergreifen und nicht bedenken, das; der Maikäfer, den sie zum Helfershelfer ihres schwarzen Tuns machen, früher gleich der Schwalbe und dem Storch bei feinem ersten Erscheinen feierlich aus dem Wald eingeholt wurde. Noch im 17. Jahrhundert geschah das in Schleswig durch die spinnenden Mädchen. Eine alle Beschreibung des „maygravenfestes" von Ulrich Petersen besagt: „Ein sonderbarer Auszug der vormaligen schleswigschen Spinnradamazonen, einen cantharidem oder Maykäfer mit grünen Zweigen einzuholen, wobei denn hiesiges Rathaus mit grünem Busche ausgezieret." Später holten dann Kinder den ersten Maikäfer in die mit jungem Grün geschmückt Stadt ein. (Heute aber bereitet man dem armen Braunkittel einen ganz anderen Empfang: schon im März konnte man in der Zeitung lesen, welche Maßregeln zu ergreifen seien, um der in diesem Jahr drohenden starken Maikäfergefahr wirksam zu begegnen.) Der Maikäfer kündet ein fruchtbares Jahr. So heißt es 1625: „Item, wann es viel Maykäffer gibt, Helt man es auch für gute Jahr." Besonders ein gutes W e i n j a h r steht dann bevor: „Ein jeder Maikäfer hat ein Gläslein Wein auf dem Rücken", ober, meint der Elfäffer: „E jeder Maikäfer bringt e Ohme Win, awer mer muß'm e abnehme " Trotz dieser günstigen Vorbedeutung wurde auch in früheren Zeiten der Maikäfer nicht immer gern gesehen, und das mit gutem Grund Denn wie Hebel sagt: „Im Frühjahr kommt alsdann der Maikäfer, frißt euch die Bäume kahl wie Befen- reis." Im Frühjahr 1481 suchte der Bischof von Chur der Plage dadurch Herr zu werden, daß er die Maikäfer in ein ödes Tal verbannte, allwo sie verhungern sollten. Heute ziehen die Kinder in Scharen aus, um den „brummigen Braunrock", wie ihn Peter Dörfler nennt, von den Bäumen zu schütteln. Nur in einem Wäldchen bei Bafel hat er eine Freistatt, wo er nicht gefangen werden darf. Anderwärts dienen die Tiere, die nicht ein unrühmliches Ende als Hühnerfutter nehmen, zum beliebten Kinderspiel. Schon Aristophanes spricht in den „Wolken" von den Knaben, die den Käfer zum Spiel an einen Faden banden. Im 16. Jahrhundert heißt es: „Die Maiokefer band ist an Feden und mueften mir zuer Hand fluegen oder kreisen." Bei diesem Spiel fingen die Kinder verschiedene Reime. So das vorhin bereits angeführte: „Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg", dessen zweite Hälfte im Jahr 1848 folgendermaßen abgewandelt wurde: „Der Hecker ist im Oberland Und macht die Republik bekannt". Im Schwäbischen singt das kleine Volk unter anderem: „Mojakäfer predige, Moara kommt der Schwedige, Moara kommt der Dilldilldumm, Bringt alle alten Weiber um." Im Elsaß heißt's: „Maikäfer, flij uf! Mach dinre Mueder d' Schir uf! D' Judde kumme, d' Heide kumme, Welle mit dr reche, Welle dich un dini Herne Kinder alli zfamme ze dodt steche", oder aber: „Maikäfer, flieg o, flieg o, di Suppele kocht, di Hüseli brennt, dr Vater un d' Mueter fin ' Steg (Treppe) aroe gheit". Hält das Kind den Maikäfer in der Hand, so spricht«es im Schwäbischen: „Mo- jaküele, siz aufs Stüele, daß heint oder moara guet Weadder wird", während es in der Wetterau aufforbert: „Mennche, Weibche, weis mer emal bei Spiegelche"! Auch zu mancherlei Lebensarten gibt ber '„Eckernschäfer", wie er im Ravensburgi- fchen heißt, Anlaß: Der Elfäffer sagt als Kosewort: „Du herzgebob- belter Maikäfer"! ober er spricht bavon, baß em Mensch lache wie ein Maikäufer. In Schwaben heißt's: „Der hat Sonntag un Werktag ei Kleid a wie e Maikäfer", ober „In sich hinein vergnügt sein, wie ein Maikäfer" unb „Das steht Dem cm, wie einem Maikäfer ber Sabel". Sich unnötige Arbeit machen heißt im Schwäbischen: „Maikäfer nummriere" „ Allgemein sagt man: „Er matfafert -wenn einer über einer Rebe brütet, bas heißt, sich zum Reben vorbereitet, wie ber Maikäfer zum ?ylteqen. In Leipzig sagt man: „Er'hat ä Paar Maikäfer unter ber Nase", unb meint bamit einen Schmrrr- bart mit fehr klein gehaltenen Flügeln. Eine Benennung, bie offenbar recht alt ist, ba sie schon der Satiriker Philanber von Sittewalb zu Anfang des 17. Jahrhunberts bezeugt. Dem Sprachschatz bes Volkes ist, wie wir sahen, ber Maikäfer lieb unb vertraut. Auf weniger vertrautem Fuß mit ihm steht bie hohe Dichtung; gibt es buch auf „Käser" keinen anberen Reim als .„Schäfer", unb wer könnte ben Maikäfer in jambische ober trochäische Verse einstigen! Da bleibt nichts anberes übrig, als ben „Maikäfer in einen „Maienkäfer" zu roanbeln; so kann er auch im Dichterwalb surren: Maikäfer flieg! E. B. Heidelberg-Fahrt mit „Kraft durch Freude". Die NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" teilt uns mit: Nachstehenb geben wir noch einmal bas genaue Programm unb bie Abfahrtzeiten. Wir bitten alle Fahrtteilnehmer, bas Nachstehenbe auszuschneiben. Es fahren zwei Züge. Der erste Zug für bie Teilnehmer mit ben gelben Platzkarten mit r o - lern Strich geht ab Wetzlar 7 Uhr, ab Gießen 7.27, ab Großen-Linben 7.39, ab Lang-Göns 7.47, Die Wiese ist Pflanzenschutzgebiet. GWW - \ V; fc Wenn hier von btefer eigenartigen Pflanze unserer heimatlichen Flora bie Rebe ist, so muß zunächst ein weitverbreiteter Irrtum berichtigt werben: Der Frühlingsenzian Gentiana verna ber Röbger Wiesen ist nicht berjenige, ber im Frühling unb Vorsommer innerhalb bes Alpengebiets bie grasigen Abhänge unb Talwiesen als ber stengellose Enzian Gentiana acaulis mit seinen großen dunkelblauen Blumen schmückt. Unsere heimische Art, bie im Hochgebirge über ber Baumgrenze bis zu 2500 Meter Höhe vorkommt, ist in allen Teilen kleiner. Auch bie in ber Sonne flach ausgebreiteten Blüten sinb kleiner unb stehen über ben ganz niebrigen Polstern meist kissenförmig zusammen Es ist auch ein Irrtum, baß bie Pflanze von Professor Hofmann burch Aussaat bei Röbgen angefiebelt worben sei, benn ber En- ztan war viel früher ba, als ber volkstümliche Botaniker, ber um 1850 als Nachfolger von Alexan- ber Braun ben Lehrstuhl für Botanik an ber hiesigen Universität einnahm. D i 11 e n i u 5 , ber Verfasser ber ersten Flora von Gießen, bie 1718 gebrückt würbe unb bamit zur ersten beutschen Flora würbe, erwähnt zwar bie Pflanze nicht. Heibelberg an 9.56 Uhr. Dieser Zug fährt ab in Heibelberg 19.55 Uhr, kommt an in Lang-Göns 22.17, Großen-Linben 22.24, Gießen 22.34, Wetzlar 23.01 Uhr. Der zweite Zug für bie Teilnehmer mit ben roten Platzkarten mit weißen Strichen fährt ab Atzbach 7.08 Uhr, Kinzenbach 7.12, Abenb- ftern 7.16, Krosborf-Gleiberg 7.22, Launsbach 7.26, Wißmar 7.33, Lollar 7.47, Gießen 8.00, Heibelberg an 10.37 Uhr. Dieser Zug fährt ab Heibelberg 20.20, er kommt an in Gießen 22.52, Lollar 23.05, Wißmar 23.19, Launsbach 23.26, Krofborf 23.31, Abenb- ftern 23.37, Kinzenbach 23.40, Atzbach 23.44 Uhr. Die Teilnehmer mit ben gelben Platzkarten können nur in bem ersten Zug nach Heibelberg fahren unb müssen mit bem gleichen Zug ab Heibelberg 19.55 zurückfahren. Die Teilnehmer mit ben roten Platzkarten mit weißen Strichen können nur mit bem zweiten Zug nach Heibelberg fahren unb müssen um 20.20 Uhr roieber in Heibelberg abfahren Achtung! Genau auf bie Farbe ber Platzkarten achten, ebenso auf bie Nummer bes Wagens, bie auf der Platzkarte aufgedruckt ist und jedem feinen Platz garantiert. Die ausgegebenen Herzchen gelten als Ausweis für den Besuch des Heidelberger Fasses. Im Preis einbegriffen ist dieser Besuch, außerdem auch eine Führung durch die Stadt und aufs Schloß. In Heidelberg erfolgt eine kurze Begrüßung durch die dortigen Dienststellen unb die Einteilung für bie Stabtführung auf bem Wrebeplatz Vornotizen — Tageskalenber für Samstag: Stabttheater, 20 Uhr: Gießener Allerlei. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zigeunerbaron". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Jäger aus ' Kurpfalz". — Artillerie-Derein: 20.30 Uhr im aber bas beweist nichts, benn biefe Flora ist bei aller Fülle ihres Inhalts auch in anberer Hinsicht burchaus lückenhaft. Es ist anzunehmen, bah der Frühlingsenzian zu den wenigen Gewachsen zählt, die man als Ueberbleibfel der Eiszeit bezeichnet. Die Flora von Heyer-Roßmann (gedruckt bei Keller in Gießen, 1861) erwähnt ben Frühlingsenzian als eine merkwürbige Erscheinung, bie auf allen Wiesen östlich bes Stolzenmorgens noch ziemlich reichlich vorkomme. Anbere beutsche Florenwerke geben bis in bie neueste Zeit außer bei Gießen noch folgenbe beutsche Stanborte des Enzian in ber Ebene an: Homberg in Hessen, Umgebung von Eichsfelb, Schleiz unb Französisch- Buchholz bei Berlin. Diese Stanborte existieren aber nur noch auf bem Papier. Die kleine Wiese bei ber Hugenotten-Nieberlassung Französisch-Buchholz ist längst im Häusermeer von Großberlin, im Stabtteil Neu-Kölln, untergegangen unb trug schon vor 50 Jahren keine Enzianpflanze mehr. Ebenso lange ist es her, baß bei Schleiz ber Frühlings- Hess. Hof, Frankfurter Straße, Kamerabschasts- abenb mit Vortrag. — Tageskalenber für Sonntag: Stabttheater, 19,30 bis 22,15 Uhr: „Der Graf von Luxemburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zigeunerbaron". — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Der Jäger aus Kurpfalz". — Heimatvereinigung Schiffenberg, 16 Uhr: Jahresversammlung auf bem Schiffenberg. — Gesangverein „Frohsinn", 16 Uhr: Ausflug zur „Karlsruhe" — — Stabtheater Gießen. Heute 20 Uhr unter Leitung von Paul Nieren unb Franz Ker- zisnik, sowie unter Mitwirkung von Mitgliebern bes Ensembles, bes Stabtheater-Orchesters unb sonstiger Gäste Bunter Abenb „Gießener Allerlei, ein Abenb Humor in Gesang, Wort, Tanz unb sonst noch was ..!?" Außerbem währenb bes Programms Runbfunksprecher-Wettbewerb unter Stimm- entscheibung bes Publikums Enbe gegen 23 Uhr. — Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Sonntag, 5. Mai, 19.30 Uhr, außer Abonnement, bie Operette: „Der Graf von Luxemburg" von Lehar. Leitung: Wrebe-Cuje-von Rabenau; Enbe 22.15 Uhr. — Dienstag, 7. Mai, geschloffen wegen Vorbereitung zur Oper „Mabame Butterfly"; bie Dienstag - Abonnementsvorstellung wirb auf Donnerstag, 9. Mai. verlegt. — Mittwoch, 8. Mai, 19.30 Uhr: Erstaufführung ber Oper „Madame Butterfly" von Puccini; Leitung: Wrebe- E u i e. Enbe 22.15 Uhr. — Donnerstag, 9. Mai, die Operette „Der Graf von Luxemburg" von Lehar; Leitung und Besetzung wie bie ber Erstaufführung. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. — Freitag, 10. Mai- Wieberholung ber Oper „Mabame Butterfly" von Puccini; Leitung: W r e b e - C u j e. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. — Sonntag. 12. Mai, eibzige Sonn- tagsDorftellung mit ber Aufführung der Oper „Ma- enzian bis auf kümmerliche Reste ausgerottet war. In der Umgebung von Homberg an der Ohm aber ist nach Mitteilung von Herrn Apotheker L. Sus» fert daselbst der Frühlingsenzian gänzlich unbekannt. Auch der Rödger Standort bei Gießen würde schon der Vergangenheit angehören, wenn der systg» matischen Ausrottung des Enzians durch übereifrige und unbedachte Blumensammler nicht Einhalt geboten worden wäre, indem man den handel mit Enzianstraußen unter Strafe stellte. Weil nämlich die Blumenpflücker die Blüten nicht anders fassen können, als an dem nur wenige Zentimeter lange Blattrosettchen, waren die sonst zur Blütezeit blauen Wiesen mit der Zeit leer geworden. Man mußte lange suchen, bis man ein roieber aufkommenbes Plänzchen entbecken konnte. Auch bas Düngen ber Wiesen mit Stickstoffmitteln mag zum Derschroinben der Pflanze beigetragen haben. Um so erfreulicher ist es nun, daß in diesem Jahre der Enzian nach vielen Jahren wieder reichlicher vorhanden ist. Die Pflanze ist unter Naturschutz gestellt. Die Schuhbestimmungen gelten allgemein, besonders aber für die durch Warnungstafeln bezeichneten Stellen. Ein Standort des Enzianvorkommens bei Rödgen ist jetzt durch einen Notzaun aus Stangen umfriedet, es wird aber schon in nächster Zeit ein kleinerer Teil der Wiese, auf dem der Frühlingsenzian befon- ders reichlich wächst, von der Forftbehörde mit einem dauerhaften Drahtzaun umgeben unb bamit gegen jeben Zugriff gesichert werben. Zu ben nicht unerheblichen Unkosten, bie zum größten Teil vom Forftamt Gießen übernommen werben, haben in banfensroerter Weife ber hiesige Verkehrs-, wie auch ber Obst- unb Gartenbauverein nach Kräften beigesteuert. Bemerkt fei noch folgendes: Gewissenhaft ausgeführte Versuche haben ergeben, daß der Frühlingsenzian von Rödgen sich weher in den Garten verpflanzen läßt (auch wenn dies unter Mitnahme von Erde geschieht, wie sie sich am Standort findet) noch aus dort gesammeltem Samen gezogen werden kann. Die Pflanzen vegetieren in beiden Fällen eine Zeitlang unb gehen, ohne zur Blüte zu gelangen, halb roieber ein Jeder versuch, auf billige Art zu einer Bereicherung des Steingartens mit Enzian zu kommen, ist also vergeblich. Wer dennoch den versuch wagen sollte, seht sich schwerer ve- strafung aus, ebenso derjenige, der die Enzianwiesen unbefugt betritt, oder die Blumen pflückt oder pflücken läßt. bame Butterfly" in ber Besetzung ber, Erstaufführung. Dauer von 19.30 bis 22.15 Uhr. Oberhessiiche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde Man berichtet uns: Arn Freitag, 26. April, hielt bie Oberhessische Gesellschaft für Natur- unb Heil- funbe eine gemeinsame Sitzung beiber Abteilungen im Zoologischen Institut ber Universität ab. Herr Professor W. I. S ch m i b t berichtete über seine polarisations-optischen Untersuchungen betr. den Weinbau des Außengliedes der S e h z e 11 e n. Bis in die neueste Zeit hinein beuten bie einen bas Außenglieb als eine Säule feinster übereinanber geschichteter Plättchen, bie anberen als eine flach anfteigenbe Spirale. Eine Analyse ber Doppelbrechung gestattet, biefe Streitfrage einroanbfrei zu entfcheiben, ja sie führt barüber hinaus zu einer tief einbringenben Kenntnis bes Feinbaues. Die positiv einachsige Doppelbrechung bes frischen Außengliebes beruht auf ber gerichteten Einlagerung eines ßipoibes; burch Vergleich mit ber Markfcheibe ber Nervenfaser läßt sich bartun, baß die Lipoidmolekeln parallel der Länge des Außengliedes gerichtet find. Die noch Behebung der Doppelbrechung des Lipoides zutage tretende negativ-einachsige Formdoppelbrechung aber verlangt nach ber Wienerfchen Theorie die Anwesenheit feinster, quer im Außenglied verlaufender Platten. DasAußenglied zeigt fernerD i ch r o i s- m u s infolge ber gerichteten Einlagerung bes Sehpurpurs. Künstlicher Dichroismus läßt sich am lipoibfreien Außenglieb burch Einlagerung von kolloidem Gold und Silber erzielen. Da er umgekehrt ist roie bei Fibrillen, muß die Länge des Äußengliedes feinbaulich der Quere einer Fibrille - J * W * <,<5,a ' iE I <1 .4 MM L Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger) Häufig besuchen Schulklaffen im Frühling die Enzianwiefe. entsprechen, d. h. die Molekeln der nicht ttpolden Bestandteile des Außengliedes verlaufen quer zu seiner Länge. Dafür forschen auch die Erscheinungen der thermischen und chemischen Streckung des Außengliedes. Lipoide und nicht- lipoide Anteile des Außengliedes wechseln als Scheiben submikroskopischer Dicke miteinander ab und der Sehpurpur liegt, wie sich zeigen läßt, in den nichtlipoiden Scheiben. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 4. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark. Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8Vt bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 20 bis 25, neuer 30, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 25, Römischkohl 15, Spargel 90 Pf. bis 1,10 Mark, Unterkohlrabi 8 bis 10 Pf., Mischgemüse 15 bis 20, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln (neue) 25 bis 30, Meerrettich 50 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 15, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Honig 45 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 25 bis 30, Salatgurken 50 bis 70, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich (neue), Bündel 15 bis 45, Radieschen 10 bis 15 Pf. * ** Geschäftsjubiläum. Am gestrigen Freitag konnte der Friseurmeister Georg Wahl, Neustaot 23, auf das 45jährige Bestehen seines Geschäftes ^urückblicken. Seit 45 Jahren ist Herr W a h l, der sich bei zahlreichen Gießener Einwohnern großer Wertschätzung erfreut, auch treuer Bezieher seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. ** 7 6. Geburtstag. Am heutigen Samstag, 4. Mai, kann Herr Christian Staffel, Aster- weg 63 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 76. Geburtstag begehen. Herr Staffel ist seit vielen Jahren Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Arbeitsvergebung. Die Provingial- direktion Oberhessen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Weißbinderarbeiten in der Provinzial-Pflegeanstalt in Gießen aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Der Sanitätsdienst am 1. Mai. Unserem gestrigen Bericht über den Sanitätsdienst bei den großen Veranstaltungen am 1. Mai in Gießen ist ergänzend uno berichtigend nachzutragen, daß der Sanitätsdienst von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und den Sanitätsmannschaften der SA. nach vorheriger Vereinbarung gemeinsam versehen wurde. Alle Hilfsstellen waren mit Mitgliedern der Sanitätskolonne und mit SA.-Sanitätern gemeinsam besetzt, die in vorbildlicher kameradschaftlicher Zusammenarbeit ihrer freudig übernommenen freiwilligen Helferpflicht genügten und sich dadurch den Anspruch auf volle Anerkennung erwarben. ** Spielplanänderung im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Wegen der Vorbereitungen zur Oper „Madame Butterfly" bleibt das Theater am Diens- tag, 7. Mai, geschlossen. Die für diesen Abend fällige Vorstellung „Der Graf von Luxemburg" wird auf Donnerstag, 9. Mai, verschoben. Außerdem macht die Theaterleitung darauf aufmerksam, daß die Sonntag-Aufführung der Oper „Madame Butterfly" am Sonntag, 12. Mai, die einzige Sonntogauffüh- rung dieser Oper ist, da das Orchester ab Donnerstag, 16. Mai, als Kurorchester Bad Hombürg anderweitig künstlerisch tätig ist. ** Das Museum im Alten und im Reuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstärken in Gießen in der Zeit vom 16. bis 30. April: 16. Max Weißbäcker, Elektrotechniker, 63 Jahre alt, Hinoenburgwall 23; 16. Eduard Seibert, Buchdruckereibesitzer, 48 Jahre alt, Ederstraße 3; 17. Katharine Kirschbaum, geb. Wahl, 54 Jahre alt, Hindenburgwall 5; 18. Heinrich Münch, Postassistent, 61 Jahre alt, Ebelstraße 24; 19. Else Steih, geb. Schütz, 38 Jahre alt, Wilhelmstraße 40; 20. Elisabeth Krell, geb. Germetong, 79 Jahre alt, Schiffenberger Weg 33; 20. Dr. Wilhelm Wodaege, Oberstaatsanwalt, 49 Jahre alt, Senckenbergstr. 23; 20. Marie Appel, geb. Schneider, 74 Jahre alt, An- neröder Weg 23; 22. August Fourier, Reichsbahn- Oberladeschaffner, 64 Jahre alt, Buddestraße 7; 25. Friedrich Heinrich Balser, Uhrmacher, 28 Jahre alt, Danziger Straße 3; 25. Peter Jakob Ries, Händler, 72 Jahre alt, Katharinengasse 8; 26. Jeremias Wolf, Reichsbahn-Assistent i. R., 88 Jahre alt, Bkeichstraße 28; 26. Konrad Rodamer, Schneider, 53 Jahre alt, Asterwea 44; 26. Adolf Fischer, Kaufmann, 71 Jahre alt, Alicenstrahe 4o; 27. Susanne Johanna Günther, 6 Jahre alt, Anneröder Weg 43; 28. Martin Heinrich Müller, Bergmann, 79 Jahre alt, Aulweg 100; 28. Johannes Singer, 7 Jahre alt, Schiffenberger Weg 24; 30. Antonie Luise Katharine Andrae, geb. Weller, 41 Jahre alt, Schillerstraße 13. ** Der Herb st markt (Schau - und Verkaufsmesse) in Gießen wird in einer Be- kanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil von der Bürgermeisterei für die Zeit vom 5. bis einschließlich 13. Oktober angekündigt. Die Bekanntmachung bezweckt die Vergebung der Plätze für die Schausteller. Näheres in der Bekanntmachung. ** Zwei Bunte Gas-Abende. Man schreibt uns: Die von der Gießener Gas-Gemeinschaft mit Edeka und Metzgerinnung am 8. und 9. Mai im Cafe Leib veranstalteten Bunten Gas- Abende stehen nach dem von der Gas-Gemeinschaft geschaffenen Bühnenbild im Zeichen der „Entrüm- Jielung der Küchen" und weiteren Arüeitsbeschaf- ung von Jnstallationshandwerk, Handel und Industrie. Die Veranstaltungen werden eingeleitet von Frau Johanna Kalbfleisch von der Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen durch einen interessanten, wie auch gerade in diesem Monat volkswirtschaftlich wichtigen Vortrag, um den Hausfrauen „Neue Wege zur billigen Küche", Anregungen auf dem Gebiete der Kochkunst und der neuen Gaskücne zu geben. Während der Verteilung der verschiedenartigen Koch- und Kostproben, die von Frau Kalbfleisch mit ihrem Stab von Helferinnen auf modernen Gasherden zubereitet und von den Firmen der Edeka und der Metzgerinnung dargeboten werden, bestreiten vom hiesigen Stadttheater Hansi S a l z m a n n , Luise Decker, Gert Geiger, Hans Seitz sowie Maja von Rabenau mit ihrem Kinderballett in Mundart und Gesang, in Tanz und Schwank unter Ansaae von Paul Nieren und flotten Klängen der Kapelle E i n b r o d den unterhaltenden Teil der Bunten Gas-Abende. Um eine Ueberfülluna des Saales zu vermeiden und den Besuchern Platz zu bieten, hat die Gas-Gemeinschaft zwei Abende vorgesehen. Die Nachfrage nach den km Vorverkauf (Edeka-Gesckäste, bei den Mitgliedern der Gas-Gemeinschaft und im Städtischen Gaswerk, Technisches Büro) erhältlichen Einlaßkarten hat bereits stark eingesetzt. (Siehe heutige Anzeige.) Schöffengericht Gießen. Der 39 Jahre alte Walter Kunze von Algermissen, der im Weltkriege als Gefreiter abgegangen war, machte sich der Urkundenfälschung schuldig, indem er Besitzzeugnisse über Orden und Ehrenzeichen fälschte. Außerdem führte er unbefugt eine inländische Dienstbezeichnung, indem er sich als Oberleutnant a. D. ausgab und sein Besitzzeugnis als Gefreiter in Oberleutnant a. D. umänderte. Der Angeklagte wurde zu sechs Monaten Gefängnis und Kostentragung verurteilt. Der Kaufmann Siegmund Rothschild in Alsfeld erhielt eine Gefängnis ft rafe von zwei Wochen, da er am Silbernen Sonntag einem Arbeitsdienstmann mit dem Knie ins Gesäß getreten hat. Der Angeklagte will geglaubt haben, daß einige Arbeitsdienstmänner, die sich vor feinem Hause unterhaltend aufhielten, sich als Boykottposten aufgestellt hätten und wollte diese zum Weggehen veranlassen. Außer der Gefängnisstrafe von zwei Wochen und Auferlegung der Kosten wurde dem be- leibigten Aroeitsoienstmann Publikationsbefugnis zugesprochen. Im August 1934 hatte der H. M. von Nieder- Breidenbach eine Urkunde (Quittung)) gefälscht und verwandte diese gelegentlich eines gerichtlichen Termins als Beweismittel. Der Angeklagte wurde zu zehn Tagen Gefängnis und Kostentragung verurteilt. Strafmindernd kam in Betracht, daß der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich ein Kraftfahrer zu verantworten. Der Angeklagte verursachte beim Befahren der Landstraße Angenrod— Dbergleen mit seinem Personenkraftwagen durch unvorschriftsmäßiges Fahren einen Zusammenstoß mit einem ihm entgegenkommenden Motorradfahrer, der tödlich verunglückte. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von vier Monaten; außerdem wurde der Angeklagte mit den Kosten des Verfahrens belastet. Die SiedlerheimWe eine sichere Kapitalanlage. Das Reichsheimstättenamt der NSDAP, und der DAF. schreibt uns: Für die Durchführung des Heimstätten- sledlungs-Program ms soll die Initiative Der freien Wirtschaft stärker angeregt werden als bisher, da auf die Dauer mit dem Einsatz öffentlicher Mittel in großem Umfang nicht zu rechnen ist. Die Errichtung von Siedlerheimstätten ist eine Arbellsbeschaffungsmögllchkeit ersten Ranges. Der Kapitalmarkt hat ole Ausgabe, diese Möglichkeit in größerem Umfange als bisher für die Wirtschaftstätigkeit zu erschließen. Die Realkreditinstitute haben die Zusage gemacht, der für die Heimstättensiedlung wichtigen Ausleihung von Kleinhypotheken in Form der unkündbaren Tilgungshypothek stärkeres Interesse zuzuwenden. Dieser Beschluß fiel ihnen um so leichter, als die bisher gesammelten Erfahrungen außerordentlich zufriedenstellend sind. Gerade die Kleinhypothek für Siedlerheunstätten hat ihre Krisenfestigkeit vollauf bewiesen. Hypothekeninstitute und Pfandbriefanstalten berichten, daß die Ausfälle gerade bei den Klein-Hypothekendarlehen sehr gering sind. So teilt die Deutsche Wohnstätten- Hypothekenbank, die den größten £eU ihrer Dek- kungshypotheken im Klein-Realkredit angelegt hat, in ihrem Geschäftsbericht mit, daß ihre Zinsrückstände am Ende des Geschäftsjahres 1934 sich nur auf 0,94 v. H. beliefen! Diese Erfahrungen werden durch den Geschäftsbericht der Preußischen Landespfandbriefanstalt bestätigt. Die Sicherheit der Kapitalsanlage ist neuerdings dadurch verbessert worden, daß für zweite Hypotheken Reichsbürgschaften zur Verfügung stehen. Der Zinsendienst ist dadurch doppelt gesichert, daß bei der Heimstättensiedlung zum Barlohn des Arbeitersiedlers der Wirtschaftsgewinn aus der Siedlung noch hinzutritt. Es besteht Anlaß, in diesem Zusammenhang an die Tätigkeit der Gauheim st ättenämter zu erinnern. Diese führen eine Siedlerauswahl durch und scheiden dabei solche Bewerber aus, deren persönliche Eigenschaften nicht die unbedingte Gewähr geben, daß sie es mit der Erfüllung der zu übernehmenden Verpflichtungen ernst nehmen. Zu der dinglichen Sicherung kommt damit noch die Gewähr für die Zuverlässigkeit des persönlichen Schuldners. Gleiche Bedeutung hat die ebenfalls von den Gauyeimstattenämtern durchgeführte Stellenplanung. Es wird Dafür Sorge getragen, daß ausreichende Landzulage und zweckmäßige Bewirtschaftungsmethoden dem Siedler eine Erhöhung feiner Lebenshaltung ermöglichen und ihm eine Sicherung für Zeiten der Krise schaffen. Daraus folgt natürlich auch eine entsprechende Sicherung der für die Finanzierung von Siedlerheimstätten gegebenen Mittel. Fügt man noch hinzu, daß der Mangel an Kleinwohnungen gegenwärtig und in absehbarer Zukunft und Der überall sehr starke Siedlerwille zusammenwirken, um die Heimstätte zu einer begehrten Wohnsorm zu machen, so ist der Beweis wohl vollständig. Die Sledlerheimslätte Ist eine besonders sichere Kapitalanlage, sowohl für den, der als Siedler fein Ligengeld in den Ban steckt, als auch für jeden Darlehensgeber, der nach einwandfreien Anlagemöglichkeiten sucht. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Leihgestern, 3. Mai. Durch einen U n - glückssail erlitt der 24 Jahre alte Feinmechaniker Ferdinand Walter von hier schwere Verletzungen am reckten Bein, die seine Ueberführung nach der Gießener Klinik erforderlich machten. I Hungen, 3. Mai. In die hiesige Schule wurden 2 9 Abcschützen (14 Jungen und 15 Mädchen) ausgenommen, nachdem am Nachmittag vorher ein Gottesdienst stattgefunden hatte, zu dem die mit Blumen geschmückten Kleinen von den diesjährigen Konfirmanden in feierlichem Zuge zur Kirche geleitet worden waren. — Ein zum Glück noch glimpflich verlaufener Unfall ereignete sich hier dadurch, daß ein kleines Kind plötzlich einem Motorradfahrer in den Weg lief. Der Motorradler hatte die Geistesgegenwart und die nötige Entfernung, um seine Maschine rechtzeitig zu stellen, so Daß das Kind zum Glück nur mit geringen Verletzungen davonkam. Der Vorfall sollte aber Den Eltern ein neuer Anlaß sein, ihre Kleinen nickt unbeaufsichtigt auf der Straße spielen zu lassen. = Langd, 3.Mai. Dieser Tage verstarb hier der Altbürgermeister Otto R o n t h a l e r im 89. Lebensjahre. * Utphe, 4. Mai. In einer der letzten Nächte wurden hier in einem Kolonialwarengeschäft durch Einbruch 200 RM. gestohlen. Dem Täter gelang es, unerkannt zu entkommen. Die Ermittlungen der Gendarmerie sind im Gange. kreis Büdingen. 8 Nidda, 3. Mai. An Stelle des freiwillig zurückgetretenen Schutzmannes Heil wurde Kurt Bangert von hier ernannt und vom Kreisamt Büdingen verpflichtet. — Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden in die hiesige Realschule 34 Schüler aufgenommen. Die Gesamtzahl der Schüler beträgt im laufenden Jahr rund 160. Dem verflossenen Schuljahr gegenüber ändert sich der Besuch unwesentlich. In die Volksschule wurden 60 Abcschützen eingeführt. An Ostern wurden 33 Konfirmanden, 21 Knaben und 12 Mädchen, aus der Schule entlassen. In die gewerbliche Berufsschule erfolgte die Neuaufnahme von etwa 60 jungen Handwerkern, die zum größten Teil bei einem Meister eine Lehrstelle gefunden haben; ein kleiner Prozentsatz hofft noch, bei einem Handwerksmeister unterzukommen. Damit erreicht diese Schule unter Hinzurechnung der oberen zwei Jahrgänge die stattliche Zahl von annähernd 120 Schülern. K Bad Salzhausen, 3.Mai. Der Bahebe t r i e b ist seit gestern voll ausgenommen. Die Badezeiten sind zunächst an Wochentagen von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, am Sonntag von 8 bis 12 Uhr. Kreis Schotten. □ ßaubacf), 3. Mai. Dieser Tage machte eine hiesige, im 55. Lebensjahr stehende Einwohnerin, die mehrere Jahre hindurch nervenlei - d e n d war, im Tiergärtner-Teich durch Erttinken ihrem Leben ein Ende. Die Leiche konnte geborgen werden. * Rudingshain, 3. Mai. Der frühere langjährige Beigeordnete und Kirchendiener Landwirt Heinrich Deubel kann am Samstag, 4. Mai, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 9 0. Geburtstag begehen. Der alte Herr beschäftigt sich noch in seiner Landwirtschaft und nimmt auch an den öffentlichen Angelegenheiten im Dorfe und im deutschen Vaterlands regen Anteil. Kreis Alsfeld. * Flensungen, 3 Mai. Der 30 Jahre alte Bergmann Heinrich Denker von hier verunglückte so erheblich, daß er mit einer schweren Verletzung des linken Beins nach Gießen in das Krankenhaus gebracht werden mußte. *1* Ruppertenrod, 2. Mai. Heute gegen 20 Uhr wollte der Fuhrmann Karl Loch seinem Vferd noch etwas Heu geben. Die Familienmitglieder hatten sich bereits zur Ruhe gelegt, als Loch die Scheune betrat. Plötzlich hörten die Im Bette liegenden Angehörigen einen dumpfen Aufschlag. Der Sohn eilte hinaus und fand den Vater tot In der Tenne liegen. Der Verunglückte war beim Besteigen des Heubodens ausgeglitten und abge stürzt. An unten befindlichem Mauerwerk hat sich der bedauernswerte Mann das Genick gebrochen. Er stand im Alter von 66 Jahren. Preußen. Tödlicher Verkehrsunfall in Naunheim. Der kraflwagenführer geflüchtet. LPD. Wetzlar, 3. Mai. In Naunheim bei Wetzlar wurde aeftern um 21.30 Uhr die Ehefrau Luise Koch von einem Kraftwagen überfahren und schwer verletzt Die Frau befand sich am Ortsausgang nach Waldgirmes. Der Kraftwagen kam aus der gleichen Richtung. Es handelt sich um eine rotbraune Limousine; es wird Marke Opel vermutet. Der Wagen war anscheinend nur mit dem Fahrer besetzt. Nach dem Unfall blendete der Fahrer ab und schaltete wahrscheinlich auch das Schlußlicht aus; das Kennzeichen konnte nicht ermittelt werden. Lediglich der Anfang mit IT war zu sehen. Es handelt sich demnach um ein Fahrzeug des Regierungsbezirks Wiesbaden. Frau Koch wurde in das Wetzlarer Krankenhaus gebracht, wo sie an den Folgen eines schweren Sckädelbruchs heute früh v e r ft a r b. Alle Wahr- nepmungen über diesen Kraftwagen sind an die nächsten Polizei- oder Gendarmeriestationen weiterzugeben, die gebeten werden, sich mit der Gendarmeriestation in Waldgirmes in Verbindung zu setzen. Kreis Wetzlar. < Lützellinden, 3. Mai. Die seit dem Tode des Ortsdieners Johannes Will verwaiste Orts- blenerftelle ist dem Zimmermann Wilhelm Spengler übertragen worden. Bisher wurde der Ortsdienerdienst von Dem Flurhüter Friedrich Luh vertretungsweise versehen. & Dornholzhausen, 3. Mai. Dem von der NS.-Volkswohlsahrt gebildeten Lebensmittelopferring schlossen sich in der hiesigen Gemeinde 50 Haushaltungen an. Die für den Monat April durchgeführte Sammlung erbrachte folgendes Ergebnis: 33,5 Pfd. Mehl, 6 Pfd. Reis, 4 Pfd. Wurst, 2,5 Pfd. Speck, 1 Pfd. Erbsen, 1 Pfd. Grieß, 1 Pfd. Nudeln, 1 Pfd. Zucker, 1 Pfd. Aepfel, 1 Pfd. Fett, 1 Pfd. Käfe, 2 Pfd. Gerste und 1 Pfd. Bienenhonig, zusammen 56 Pfd. Lebensrnittel. Die Lebensrnittel werden sämtlich dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zugute kommen. cxd Dornholzhausen, 3. Mai. Dieser Tage fand in der Gastwirtschaft Karl Rühl die Generalversammlung der hiesigen Spar- und Darlehenskasse statt. Etwa 60 Mitglieder hatten sich eingefunden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Landwirt Wilhelm S t r a ß h e i m , leitete die Versammlung. Der Rechner, Lehrer Watz, erstattete den Geschäftsbericht. Anschließend folgte die Rechnungsablage, die Bilanz wurde vorgetragen. Der Warenumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahre verdoppelt. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Das statutengemäß aus- fcheidende Vorstandsmitglied Wilhelm Müller wurde einstimmig wiedergewählt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Wilhelm S t r a ß h e i m, legte sein Amt fteiwillig nieder. An seine Stelle wurde der Landwirt Karl Braun II. einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt. An Stelle des bisherigen (Statuts wurde die Annahme des neuen Zukunft und Stärke unseres Staates sind bedingt durch die Kraft und Gesundheit einer geeinten Jugend. Die Zeltlager der Hiller-Jugend legen den Grundstein dazu! Einheitsstatuts einstimmig beschlossen. Im übrigen hat sich der Geschäftsbericht im vergangenen Jahre günstig gestaltet. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil fand noch ein gemütliches Zusammensein statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates schloß die Versammlung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer. 0 Bischoffen, 3. Mai. Nach der Pensionierung des früheren Lehrers Ott ist der Lehrer Fritz Vater, seither in Braubach am Rhein tätig, mit Beginn des neuen Schuljahres an die hiesige Volksschule versetzt worden. Die Lehrerstelle ist mit dem Organistendienst in Bischoffen verbunden. — Die Bautätigkeit in unserem Orte ist jetzt wieder in vollem Gange, so daß die hiesigen Bauhandwerker voll beschäftigt sind. Es stehen zurzeit vier Neubauten in Arbeit. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 5. Mai. Miserikordias Domini. Gießen. Stadlkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirnuerten der Mat- thäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Johannes- kirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Müller; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Müller; 20: Missionsstunde im Johannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wleseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesoienft; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte; 13.30: Schulanfängerandacht. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst; Kollekte; 13: Gottesdienst für die ganze Gemeinde aus Anlaß des Schulbeginns und Aufnahme der Kinder in die Schule. — Grohen- Bufeck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Beichte und hl. Abendmahl. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Albach. 9.30: Beichte mit anschließendem Gottesdienst und Abendmahl; 1. Kollekte. — Steinbach. 13.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Klein-Lln- den. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für die ausländische Diaspora; 11: Beichte und Abendmahl für die Jungverheirateten bis zum 40. Lebensjahre; 13: Kindergottesdienst (1. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte für die Auslandsdiaspora; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Staufenberg. — Lollar. 13.30: Feierliche Ingebrauchnahme der innen erneuerten Kapelle; Kollekte; 14.30: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Lollar. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienft; Kollekte ; 13: Katechismuslehre. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — Haufen. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Watzenborn-Steinberg. 9.30: Gottesdienst, anschließend heiliges Abendmahl für junge Eheleute. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Bessingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Hungen. 9.45: Gottesdienst und schließend Christenlehre für die Jungen und die Mädchen; 20.30: Frauenhilfe. — Langd. 13: Gottesdienst mit Feier aus Anlaß der Neuaufnahmen in die Schule; Christenlehre. — Langsdorf. 10: Christenlehre^; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Rlünzenberg. 10.30: Gottesdienst; 20: Frauenabend. — Trais-Münzen- berg. 8.30: Gottesdienst; Eröffnung des Schuljahres. — Kirtorf. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. — Ober-Gleen. 13: Hauptgottesdienst; Eröffnung des Konfirmandenunterrichts; 14: Kindergottesdienst. — IBirberg. 9.30: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Jungverheirateten. — Beltershain. 13: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Jungverheirateten. Evangelische Sladlmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 5. Mai. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, den 8. Mai. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Reuaposlolifche Gemeinden Gießen. Händelftraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 5. Mai. 9.30 Uhr: Gottesdienste 16: Gottesdienste. Mittwoch, den 8. Mal. 20.30 Uhr: Gottesdienste. katholische Gemeinden. Samstag, den 4. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 5. Mai. 2. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer 8: Kommunion 9: Hochamt mit Predigt 11: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 13.30: Andacht. — Laubach. 9.15: Hoch, amt mit Predigt; Erstkommunion; 15.30: Gelübde- Erneuerung. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 6. Mal. Laubach. 8 Uhr: Dankamt. Dienstag, den 7. Mal. Gießen. 20 Uhr: Malandacht. Freitag, den 10. Mal. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Vesfentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in bringenden Notfällen Telefon ul. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamtr Für Echließfachadhoter 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Neumann-Spengel; Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Schott. Apotheker Engelapothstk 'Zwei volkstümliche, preiswerte ^llog e [Bestimmung s6ücfier/ Oie heimischen Singvogel Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen^ Mit 14 farbigen Tafeln. 60 Abbildungen auf Kunstdrucktafela 5 Karten und 11 Abbildungen im Text. Preis gebunden Reichsmark 4,80. Der Text enthält kurz und übersichtlich Vorkommen. Kennzeichen, Größe, Stimm«, Nest und Nistplatz, Eier, ferne, Angaben ob Standvogel oder mcht und inwieweit geschützt. Di« Tafeln bringen naturgetreue farbige Abbildungen der Vogel selbst, so» wie photographische Aufnahmen von besonder» charakteristischen Nestern u. Gelegen. Die heimischen RaubvSsel Don Dr. Martin Löpelmann. Herausaegeben von der Staatlichen Lttll« für Naturdenkmalpflege in Preußen. Mit S farbigen und 16 SdnDawtaftfn, 9 Flug» tafeln und 26 Abbildungen im Text. Prei» gebunden Reichsmark 4,-. Der Verfasser gibt ein umfasiende» Lebensbild aller in Deutschland hämischen Arten, schildert ihre Bedeutung im Haushalt der Nawr. Kürperba^ G-fi-der, Lebensweise, ihre geistige Derfasiung und vor allem den Flug. Ein« Desttmmuna»- tabelle für Rauboogelfänge und Abbildungen von Federn bringen ein« Will» kommen« Ergänzung de» Texte». 3U beziehen durch fed« Buchhandlung! 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Illllllllllllllllllllllll Süditalien—Marokko—Südspanien 6734 km Ins westliche Mittelmeer 10371 km Norwegische Fjorde-Nordkap 6602 km 8882 km Fahrpreis | A von RM. lOV ballsportes wach und zeigt Schwierigkeiten auf, die es ; Der Fußballsport war immer die Hemmnisse und zu überwinden galt. ■ eine Bewegung der an einschl. voller Verpflegung von 14 bis 15 Jahre mit einer Mindestzeit von 15 Minuten, bis 16 Jahre mit einer Mindestzeit von 14,3 Minuten, bis 17 Jahre mit einer Mindestzeit von 14 Minuten. Kostenlose Auskunft und Drucksachen durch die Vertretung: Reisebüro Kreger, Seltersweg 89 Aandalsnes, Olden/Loen, Gudvangen, Baiholm, Nordkap — Spitzbergen 31. Mai ab Genua — 19. Juni in Hamburg über Ajaccio, Neapel, (Capri, Pompeji, Paestum, Vesuv, Amalfi, Sorrento, Rom), Palermo, Cagliari, Palma de Mallorca, Alicante (Palmenhain von Eldie), Gibraltar, Casablanca (Rabat), Cädiz (Sevilla). 2.Juli ab — 26.Juli in Hamburg über Antwerpen (Weltausstellung Brüssel). Gibraltar, Palma de Mallorca, Villefranche (Nizza, Monte Carlo, Mentone), Ajaccio/Corsica, Neapel (Capri, Pompeji, Vesuv, Sorrento, Rom), Ceuta (Tetuän), Cowes (Insel Wight). Olympia-TrainingSgemeinschast der Gießener Leichtathleten. Mannsch-ftskamps gegen TRG. Weilburg. 3. Juli ab — 18. Juli in Hamburg über Eidfjord, Bergen, Hellesylt, Merok, Svartisen, Nordkap, Hammerfest, Lyngseidet, Trollfjord, 3. August ab — 22. August in Hamburg über Bergen, Aandalsnes, Tromse, Eisgrenze, Magdalena-, Königs-, Tempelbucht, Nordkap, Hammerfest, Merok, Olden/Loen, Gudvangen, Baiholm, Eidfjord. Jugend — die er auch geblieben ist —, was durch nichts besser unterstrichen wird, als durch den Umstand, daß ein großer Teil der Gründer und früheren Führer dieser Bewegung heute noch inmitten des Fußball-Lebens stehen oder gar noch für die Fußball-Bewegung tätig sind. Manches heitere Erlebnis ließe sich berichten, mancher Kampf „um Grundsätze" in der jungen Bewegung stimmt heute lustig, wenn man sieht, wie der Fußballsport gewachsen ist und wie die gesunde Kraft, die in ihm steckt, alles überrannte. Zuerst gab es das Spiel, dann die ernsten, aber sportlich einwandfreien Wettkämpfe in der losen Begegnung der Vereine untereinander. Dann kamen die INeisterschaften, der Spielverkehr über die Grenzen der Vaterstadt hinweg und schließlich als Krönung der internationale Spielverkehr der Vereine und die Cänber- kämpse. Zuerst ging es um Medaillen, bann gab es Diplome, ober zuletzt fand man doch wieder, daß der Sieg um des Sieges willen, mit ehrlichen, sportlichen Mitteln erkämpft, der schönste Erfolg ist. Ihren Idealen ist die Fußballbewegung treu geblieben, ihr Karnpf hatte immer das große Ziel, die Jugend zur Eingabe an die Gemeinschaft, zur Einsatzbereitschaft für den Erfolg der Mannschaft, für das gegenseitige Verstehen und das Unterordnen unter das Ganze zu erziehen. In diesen Tagen feiert der deutsche Fußballsport l das Jubiläum der 50. Wiederkehr des Tages, an < dem in Deutschland der er sie Fuhballver- ! ein gegründet würbe. Am 5. Mai 1885 gab - Georg Leux in Berlin den Anstoß zur Gründung i des Berliner Fußball-Club „Frankfurt", nachdem 1 er in zweijähriger Werbearbeit den Boden vorberei- ; tet hatte. Die wenigen damals vorhandenen Svort- । vereine in Deutschland pflegten andere Leibesübungen, Radfahren, Rudern, Segeln, Tauziehen usw., „Frankfurt" war der erste Verein, der in der Haupt- fache Fußball spielte. Es war schwer, einen geregelten Spielbetrieb zu schaffen. Zwei Jahre später wurde versucht, die Turner für den Fußballsport zu gewinnen, indem der Turn- und Sportclub „Germania" ins Leben gerufen wurde. Dieser Versuch gelang aber nur bedingt: als später die Fußball- vereine „Germania" 1888, Victoria 89 und Stern 89 entstanden, die übrigens heute noch bestehen, ent- schlief die Turnergründung. Das Fußballspiel aber zog immer weitere Greife, die Werbearbeit der ersten Pioniere die- ses schönen Volkssports war nicht vergebens. So entstanden an weiteren Vereinen in Berlin $eb las, Arcona, Borussia, Tasmania, Alemannia und andere. Auch im Reich fand die Bewegung Boden und durch die Gründung von reinen Fußballver- einen einen sichtbaren Ausdruck. 1890 kommt es bereits zur ersten Verbands- gründung: Georg Leux ruft den „Bund Deutscher Fußballspieler" ins Leben, dem 1891 der ..Deutsche Fußball- und Ericket-Bund", 1894 der „Tor- und Jußball-Bund Berlin", der ..Allgemeine Deutsche Sportbund" und schließlich 1897 der „Verband Berliner Bollspielvereine" folgen. Mehr oder weniger beschrankten sie sich alle auf Berlin, waren aber wenig lebenskräftig und gingen bann auch wieder ein, bis auf ben letzteren, ber heute bas Gaufachamt Fußball im Deutschen Reichsbunb für Leibesübungen bilbet. Auch in ben anberen beutschen Gauen rührt es sich, und es kommt zur Grünbung der Süddeutschen Fußball-Union, des Hamburg- Altonaer Fußball-Bundes und anderer Landesver- bände. Aus all diesen formt sich im Laufe der fünf Jahrzehnte die heutige Gestalt des deutschen Fußballsportes, der im Deutschen Fußball-Bund mit über 10 000 Vereinen und über eine Million Mitgliedern eine volksverbundene Grundlage hat. Mit der Entwicklung der Fußballbewegung als solcher hält die pressemäßige Unterstützung durch - Fußballfachblätter Schritt. Die Deutsche Ballspiel-Zeitung, Sport im Wort, Spiel und Sport, Deutsche Sportnachrichten, Neue Sportwoche, Der Rasen- sport sind nur einige von vielen, die zwar alle wieder entschliefen, aber dem deutschen Fußballsport : doch gute Dienste und Unterstützung bei der Werbe- t arbeit im Laufe -der Jahre geleistet haben. Ein Blättern in diesen fast vergilbten Dokumen- i ten ruft Erinnerungen an die Frühzelt des Fuß- Vor dem Ligaspiel hat sich die Reserveelf 1900s abermals einen Gegner nach hier verpflichtet, dem man recht gute Spielstärke voraussagt. Bei den Blauweißen hat sich die spielerische Leistung wieder etwas gehoben. Aus Grund des eigenen Platzvorteils erwartet man 1900 erneut in Front. gen Jugendmannschaften dagegen muß als offen bezeichnet werden. . Tv. Ruttershausen Jgd. — Mtv. Jugend. Die Gießener Jungens haben das Zeug in sich, ihren Gastgebern, die erst seit kurzem als geschlossene Mannschaft spielen, ein Lehrspiel zu liefern. Der Turnverein Münchholzhausen veranstaltet am kommenden Sonntag ein Blitzturnier, an dem eine große Anzahl von Mannschaften beteiligt ist. Saar-Mosel-Rheinfahrt der deutschen Ruderer. Eine Beteiligung wie nie zuvor hat die diesjährige Verbands-Wanderfahrt des Deutschen Ruderverbandes gefunden, die vom 26. Mai bis 2. Juni über Saar, Mosel und Rhein nach Köln führt. Aus 58 Städten aller deutschen Gaue wurden 62 Ruderinnen und 251 Ruderer, zusammen also 313 Teilnehmer, gemeldet. Aeltester Teilnehmer ist der schon 72jährige Heinrich Latwesen (Berlin RC.). jüngster eine 19jäbrige auslandsdeutsche Ruderin. Die Fahrt wird in Saarbrücken mit einer Trainingsgemeinschaft Weilburg. Die Weilburger sind auch ehr rührig gewesen und haben eine starke Mannscha t ausgestellt. Ein wertvoller Zustrom hat durch die dortige Hochschule für Lehrerbildung statt- gefunden. Die bekanntesten Leute sind Kermer (seither Hessen-Preußen Kassel), Werner (Weilmünster), Schranke! (Diez), K e t t e r (Weilburg) u. a. m. In der Gießener Mannschaft stellt zunächst die Spielvereinigung 1900 einen großen Teil der Mitwirkenden. Leider muß auf die wertvollste Kraft, Feldwebel Gugel, der durch eine Knieverletzung vorläufig außer Gefecht gesetzt ist, verzichtet werden. Im übrigen stützt man sich auf gute Könner wie Hill (Mtv.), Acker (Universität), Gebrüder Reidel (Heuchelheim), Lepper (Alten-Buseck) usw. Tag des 3000-Meter-Laufes der HL. Jeder gesunde Hitlerjunge soll die Prüfunaen für das HJ.-Leistungsabzeichen erfüllen und diese Aus- Äg erringen. In allen Einheiten der HI. ist ist in der körperlichen Ertüchtigung auf die Hebungen des Hitler - Jugend - Leistungsabzeichens abgestimmt, damit am Ende des Jahres jeder Bann und jede Gefolgschaft eine möglichst große Zahl von Trägern des HJ.-Leistungsabzeichens aufweisen kann. Der 3000-Meter-Lauf und der Gepäckmarsch werden an den nächsten beiden Sonntagen einheitlich im Gesamtgebiet Hessen-Nassau von allen Angehörigen der HI. über 14 Jahre einschließlich aller Führer abgenommen, und zwar in folgenden Altersstufen: ' VfB. Kurhesten 05 - Marburg A. H. — 1900 A. H. Die Marburger begehen morgen ihr 30. Stif- tungsfeft und haben sich baju die Gießener „Alten Herren" zu einem Freundschaftsspiel verschrieben. VfB Kurhesten 05-THarburg 1. Jugend — 1900 1. Jugend. Das angesagte Kreismeisterschaftsspiel gegen Wetzlar 05 wurde auf den 19. Mai verlegt. Dafür spielen die Gießener Jungens ebenfalls in Marburg zum Jubiläumsfest. Dabei wird es wohl zu einem schönen Spiel kommen. Die Parteien sollten sich gleichwertig sein. Sporfoetein Bieber 1. Jugend — 1900 2. Jugend. Die Biederer haben mit einer Jugendelf den Spielbetrieb wieder ausgenommen. Die Blauweißen sollten das besiere Ende für sich behalten. 1900 Schüler — Garbenteich Schüler. Dieses Spiel findet nach dem Ligaspiel statt und dürfte mit einem einwandfreien Sieg der Einhei- mischen enden. DfV.-Neichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn Liga — Reichsbahn Bad Homburg Liga. Die Bad Homburger, die am Sonntag zum ersten Male auf dem Waldsportplatz zu Gast sind, wurden im Vorspiel geschlagen. Da aus dem Spiele des vergangenen Sonntags zu schließen ist, daß die Hie- sigen leider immer noch nicht eine konstante»Form aufzuweisen haben, muß der Ausgang dieses Spieles als offen bezeichnet werden. Die Homburger verfügen über eine Mannschaft, die neben technischem Können auch die körperlichen Voraussetzungen erfüllen,-um sich durchzusetzen. Die Gießener brin- gen elfte Mannschaft heraus, die in der Besetzung mit: Janz: Schwarz, LehrmundHeß, Knauß, Hauptfeld: Erb, Ranft, Wlodareck, Erben, Szponik; endgültig einmal stehen bleiben sollte, da die dauernden Aenderungen der Mannschaft keinesfalls förderlich sein kann und die Mißerfolge au diese Erscheinung zum größten Teil zurückzuführen sind. Man erwartet von den Hiesigen, daß sie auch auf eigenem Platze endlich wieder einmal ein Spiel liefern, das sich nicht in Durchschnittsleistungen erschöpft. VfB.-Reichsbahn Ila — Kinzenbach I. Bekanntlich sind die im Kreisgebiet Gießen süssigen Leichtathletik-Spitzenkönner in einer Trat- ningsgemeinschaft vereinigt. Der größte Teil von ihnen ist auch als Olympia-Anwärter verpflichtet. Nach intensiv durchgeführtem Wintertraining hat schon seit einiger Zeit der Freiluftbetrieb eingesetzt. Eine Anzahl der Trainingsgemeinschaftsmitglieder befindet sich bereits in beachtlicher Form. Morgen vormittag werden nun die einzelnen Leichtathleten auf dem 1900-Sportplatz ihr Können unter Beweis zu stellen haben, und zwar geschieht dies in Form eines Mannschaftskampfes gegen die Rundfunkproaramm Sonntag, 5. Mai. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.25: Sendepause. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein: „Der Sonntag des Kalendermanns", Betrachtungen und Lieder Johann Peter Hebels. 10.30: Heinrich-Schützfeier. 11.30: Bekenntnisse zur Zeit: „Das politische Flugzeug". Von Hans Schwarz van Berk. 11.45: Dichter im Dritten Reich. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderstunde. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.30: Lustiger Sonntagnachmittag. 19.20: Abends auf der Dorfstraße. Funkfolge. 19.50: Sportbericht. 20: Operettenkonzert. 21: Die Maibowle. Eine Funkhumoreske. 21.30: Operettenkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 6. Mai. 6 Uhr: Morgenspruch, Choral. Anschließend: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst: Wir geben Auskunft! Antwort an die Hörer. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Von London: 25 jähriges Regierungs-Jubiläum des englischen. Die Erfolge der Kinzenbacher innerhalb ihrer Verbandsrunde haben ihnen den Ruf einer spielstarken Mannschaft eingebracht. Trotzdem werden sie sich in diesem Spiel dem technisch reiferen Kön- nen der Platzbesitzer beugen müssen. Ein interessantes Treffen ist zu erwarten. VfB.-Reichsbahn Ilb — Gröningen I. Zwei gleichstarke Gegner stehen sich in diesem Kampfe gegenüber. Der Glücklichere sollte den Sieger stellen. VfB.-Reichsbahn II. Jgd. — Kinzenbach I. Jgd. Vielleicht ist es hier ben Hiesigen möglich, endlich wieder einmal einen Sieg zu erringen. Die Kämpfe der letzten Sonntage gegen namhafte Gegner dürften das Leistungsniveau der Platzbesitzer gehoben haben und sie befähigen, mit ihrem Gegner fertig zu werden. Kreisklaffenspiele des Sonntags A u f st i e g s p i e l: Langenaubach—Albshausen. Gesellschaftsspiele: 1900 II — Nieder- Ohmen (Gerhardt, Steinbach): VfB. Ila — Kinzenbach (Seitz, Heuchelheim): VfB. Ilb — Gröningen (Lotz, Launsbach): TV. 1846 — Großen-Buseck (Post, Wieseck): TV. 1846 II — Großen-Buseck II (Weil, Vetzberg): Steinbach — Rodheim (Deibel, Gießen); Londorf — Lich (Hillebrecht, Großen- Buseck): Lollar II — Lohra (Bernhardt, Wieseck): Krofdorf — Allendorf (Bender, Fellingshausen); Alten-Buseck — Laubach (Rüspeler, Gießen); Rüd- dingshausen — Treis (Wissemann, Lollar); VfB. Jugend — Kinzenbach Jugend; Wieseck Jugend — Gladenbach Jugend; Londorf Jgd. — Lich Jgd. Handball der Sp.-Vg. 1900. Treis I — 1900 II. bester eingespielte Turnermannschaft einen schweren Stand bekommen. Handball im Kreis Lahn-Nill (Gau XII) Aufsttegspiele der II. Kreisklasfe. Auf dem Programm der Aufstiegspiele stehen am kommenden Sonntag nur 2 Begegnungen. Der Tv. Burggemünden empfängt ben Tv. Dorlar. Die Einheimischen werden beweisen müssen, ob ihre bisher behauptete ungeschlagene Position Zufall ist ober nicht. Es ist ein interessantes Tresen zu erwarten, bei dem beide Mannschaften gleich große Chancen haben. Der Ausgang ist für die Gestaltung der Tabelle von großer Wichtigkeit. In Gießen stoßen Mtv. Gießen II und ber Tv. Katzenfurt aufeinanber. Die Katzenfurter büren als bie schwächste Mannschaft der Runde an- gesprochen werden, so daß es den Gießenern nicht chwer fallen wird, den im Vorspiel errungenen Sieg zu wiederholen. Freundschaftsspiele. Dieser Lauf ist eine Demonstration deutscher Jugend für .gesunden Sport im Rahmen einer gleichmäßigen körperlichen Ausbildung. Der 5. Mai steht im Zeichen des 3000-Meter-Laufes, auf etwa 300 Strecken messen die Läufer ihre Kräfte. Einzel- letftung im Dienste der Gesamtheit! Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I hat Olympia Frankfurt a. 21t. I zu Gast. Nach den Niederrädern und Sportfreunden kommt jetzt die Frankfurter „Olympia" wieder einmal zu einem Gastspiel nach Gießen. Auch diese Mannschaft wird ein schönes und faires Spiel liefern und die Blauweißen zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen. Die Frankfurter haben, neben bewährten alten Kräften, eine ganze Anzahl guter junger Spieler in ihren Reihen, die es sich zur Aufgabe machen, ein technisch hochstehendes Spiel vorzuführen. 1900 wird voraussichtlich in der bewährten Aufstellung vom Vorsonntag antreten, so daß es auch diesmal zu einem interessanten und spannenden Treffen kommen wird. Die Ausgeglichenheit zwischen beiden Mannschaften dokumentieren die seither erzielten Ergebnisse. Der Sieger ist nicht vorauszusagen. 1900 II — SpV. Rieberohmen I. "^Flnenauf ’Sees* mit M. S. »Monte Rosa« und M. S. »Monte Pascoal« verwendet man heute das kombinierte Haarstärkungswasser ENTRUPAL, das den Haaren die ehemalige Farbe wiedergibt. Fehlfarben ausgeschlossen. Stärkt den Haarwuchs. Beseitigt Kopfschuppen und Kopfjucken. FI.Mk.4.80. Prospekt kostenlos. Erhältlich in allen Apotheken, Drogerien u. Parfümerien. Bestimmt vorrätig: Drogerie Winterhoff, Kreuzpl. 10 Spay a. Rhein b.Boppard Pension Wirth Volle Pension 3.25 bis 3.50 Mark. 4 Mahlzeiten-keine Nebenkosten Herrliche Lage - Rheinterrasse Bad und WC. im Hause. mtsD Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! | Tv. Holzheim — Tv. Lich. In biesem Spiel werben bie Gäste keine Gewinnchance haben. Denn sie haben bis heute immer noch nicht ihre alte , Form wieber erlangt. Das Spiel der beiderseiti- großen Saarkundgebung eingeleitet werden. Nach langer Pause tritt morgen 1900‘s zweite r Handballelf wieder mal auf den Plan. Sie folgt - einer Einladung des Turnvereins Treis (Lumda). 1 Die 1900er dürften gegen die eifrige und jedenfalls Urlaub aufSee Reifen e«f beotfd)en Schiffe« find Reife« auf beutfchem Bade« »wfchige Ferlenreteen nech Amerika joden Donnerstag ab Hamberg ca RM 400.- etnschlWMich Hotel und Besichtigungen 14.5.- 2.6. Weati.Mtttelm.ab RM 385.- 4.6.-14^.Pfingstfahrt. England - Schottland - Norwegen ab RM 200.- 28.6.-13.7. 1. Nordkapf. ab RM 300.- 14.7.-30.7. 2. Nonkapf. ab RM 320.- 15.7.- 7A. Schottland-, Wand-Splti- bergen- n. Norwegenfahrt ab RM 475.- 10.8.-25.8. Schottland-. Notwegeo- ond Dänemarkfahrt ab RM 300,- Herbatfahrten nach der* Süden Auguat bis Oktober Es reift sich gtrt mit den Schiffen der eambttrg-JLmtriNrt gtei« W Vertretung io Gießen: Hapag- Reisebüro Kreger, Deltersweg 89 Ergrauen BadSalzhausen Das nervenberuhigende Heilbad Herz-u.Gefäßleiden - Rheuma Erschöpfungsz usfände -Katarrhe PAUSCHAL-U. VE RGÜNSTIGUNS KUREN ! AUSKÜNFTE ERTEILT; HESSISCHE BADEDIREKTION KVntaS. Augenzeugenverscht aus einem Londoner Studio von dem königlichen Zug nach der Pauls- Kathedrale, von dem Gottesdienst in der St.-Pauls- Kathedrale und Abfahrt des Königs aus der Kathedrale. 13.15: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.25: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Eine Großstadt wird umgebaut. Altstadtsanierung. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Neue deutsche Dichtung. 15.50: Wanderer auf Gottes Strom. Don Carl Oskar Jatho. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Leben und Werkstatt der Gegenwartsdichtung. Don Privatdozent Dr. Sy Gumbel, Frankfurt a. M. 16.45: Kunst und Glaube. 17: Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg-Hohenzollern. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Kammermusik. 21.15: Eine Begegnung mit dem Hakenkreuz im hohen Norden. Ein Reisebericht mit Schallplatten von Dipl.-Jng. Vitalis Pantenburg, Köln. 21.30: Herzblättchens Zeitvertreib. Eine yeiter-satirisch-musikalische Plauderei. 22: Nachrichten. 22.20: Pfälzer im Osten I. 23: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Kammermusik. Schützt -en Wald vor Feuer! Don Oberförster Grubel, Ami für Serufserziehung der Deutschen Arbeitsfront Mit dem Eintreten von warmem und trockenem Frühjahrswetter erhöht sich die Gefahr der Waldbrände. Wertvollste Teile unseres Volksvermögens sind hierdurch gefährdet. Noch immer ist Deutschland auf die Einfuhr erheblicher Mengen von Holz aus dem Auslande angewiesen. Es kann daher nicht oft und nicht eindringlich genug gemahnt werden, alles zu tun, was dazu beiträgt, die Feuersgefahr in unseren Wäldern zu vermindern. Aufgestellte Statistiken über die Ursachen von Waldbränden beweisen mit erschreckender Deutlichkeit, daß etwa zwei Drittel aller Waldbrände auf die Fahrlässigkeit der Menschen zurückzuführen sind. Aus diesem Grunde ist es erklärlich, daß die Umgebung beliebter Ausflugsorte ganz besonders gefährdet ist. Das im Frühjahr noch überall im Walde vorhandene trockene Gras gewährt dem kleinsten Funken, etwa einem achtlos weggeworfenen Aigarettenrest, reichlich Nahrung. Wenn das Unglück bemerkt wird, dann hat der Schaden meist schon beträchtliche Ausmaße angenommen. In klarer Erkenntnis dieser großen Gefahren sind Gesetze erlassen worden, welche in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober das Rauchen, sowie das Anzünden von Feuer usw. im Walde verbieten. Der Ausflügler, der von dem aufsichtsführenden Beamten bei der Uebertretung dieser Gesetze betroffen und zur Rechenschaft gezogen wird, soll sich darüber klar sein, daß der Beamte in Ausübung seiner schweren Dienstpflicht handelt, und deshalb alle unliebsamen persönlichen Auseinandersetzungen unterlassen. Bei Automobilisten kann man noch sehr oft die Unsitte beobachten, daß sie Zigarren- oder Zigarettenreste mit elegantem Schwung aus dem Wagen befördern, ohne zu bedenken, daß der brennende Rest schon am Straßenrand im dürren Gras Nahrung finden kann und von dort aus in den Waldbestand hineinläuft. _____________________________• Während diese Zeilen auf der einen Seite den Leser ermahnen sollen, beim Betreten des Waldes weitestgehende Vorsicht walten zu lassen, sollen gleichzeitig auch Verhaltungsmaßregeln gegeben werden für den Fall, daß ein Brand trotzdem ausgekommen ist. Jeder Waldbrand beginnt als Bodenfeuer, d. h. das Feuer nährt sich zunächst nur von trockenem Gras, Nadeksireu usw. Gelangt ein solches Bodenfeuer jedoch in eine Schonung, so schlagen die Flammen sehr bald hoch und werden zum Dipfel- seuer. Dieses ist selbstverständlich ungleich schwerer zu bekämpfen und vernichtet meistens beträchtliche Werte. Es kommt daher alles darauf an, einen Waldbrand im Keime zu ersticken, d. h. ihn zu löschen, so lange es sich noch um ein Bodenfeuer handelt. Jeder Ausflügler beachte daher, wenn er einen Waldbrand bemerkt, folgende Verhaltungsmaßregeln: 1. Wan sorge auf dem fchnellsten Wege für Feueralarm und versuche möglichst rasch, Leute zur Hilfeleistung zur Brandstelle zu bringen. Wer diese Hilfeleistung ohne ganz dringenden Grund verweigert, macht sich strafbar. 2. Ein entstandenes Bodenfeuer löscht man am besten durch Ausrühren oder Ausschlagen mit grünen Zweigen, hat das Feuer bereits größere Ausdehnung angenommen, so versuche man, es besonders an der Front zu bekämpfen, die auf eine Schonung zuläuft, wo das Feuer aller Voraussicht nach reichlich Nahrung finden wird und die Gefahr für das Entstehen eines Wipfelfeuers gegeben ist. 3. Den Anordnungen der an der Brandstelle eintreffenden Forst- oder Polizeibeamten ist selbstverständlich unbedingt Folge zu leisten. 4. hak man einen Spaten zur Hand, so versuche man, in einem möglichst großen Abstand vom Feuer einen breiten Streifen von dem brennbaren Bodenüberzug zu befreien. Es ist hierzu gar nicht nötig, daß der Streifen sehr tief aufgegraben wird, das würde nur unnötig Zeit beanspruchen. Ls genügt vielmehr, wenn der Vodenüberzug, d. h. Reisig und Nadelstreu, auf ein bis zwei Meter Breite entfernt wird, kommt das Bodenfeuer an solch einen Streifen an, so kann es nicht weiterbrennen. Dort, wo es überspringt lösche man es durch Ausschlagen mit grünen Zweigen. Waldbrände erkennt man auf größere Entfernungen meist an dem sehr dunklen und- mit Unterbrechung, gleichsam ruckartig aufsteigendem Rauch. Will man einen solchen festgestellten Brandherd weiter melden, so beachte man die hierzu erforderlichen Angaben für die möglichst genaue Bestimmung des Ortes, also: wo stand ich und in welcher Richtung von diesem Standpunkt aus stieg der Rauch auf? Kraftwagen können ohne weiteres angehalten werden, um Hilfspersonal an die Brandstelle zu schaffen oder Alarmmeldungen zu befördern. Wird man zur Hilfeleistung zu einem Waldbrand gerufen, so bewaffne man sich entweder mit einem Spaten oder mit einem (möglichst eisernen) Rechen. Die Zweckmäßigkeit eiserner Rechen bei der Her. ftellung von Wundstreifen wird noch immer unter« schätzt. Man kann hiermit viel schneller den Boden- Überzug gründlich zur Seite bringen, als mit einem Spaten. Eine Axt zum Abhauen grüner Aeste kann ebenfalls gute Dienste leisten. So tue in den kommenden Monaten jeder deutsche Volksgenosse seine Pflicht, einmal indem er sorgfältig vermeidet, eine Feuergefahr für unseren Wald zu schassen, zum anderen indem er dort, wo ein Waldbrand ausgebrochen ist, tatkräftig Hilfe leistet, um das Feuer auf einen möglichst kleinen Raum zu beschränken, denn durch die Verhütung und Bekämpfung von Gefahren steigern wir die Produktion und damit das Vermögen unseres Volkes. SenehmgungspfliOtzge Personenbeförderung. Vom Landratsamt in Wetzlar wird uns folgendes mitgeteilt: Am 1. April 1935 ist das Gesetz über die Beförderung von Personen zu Lande vom 4. Dezember 1934 in Kraft getreten, das durch die Durchführungsverordnung vom 26. März 1935 ergänzt worden ist. Hierbei sind folgende Vorschriften hervorzuheben: Nach §2 bedarf einer Genehmigung, wer gewerbsmäßig Personen 1. mit Straßenbahnen befördern will (Unternehmer von Straßenbahnen); 2. mit Kraftomnibus linienmäßig befördern will (Unternehmer von Linienoerkehr); 3. mit Landfahrzeugen nicht linienrnäßig befördern will (Unternehmer von Gelegenheitsverkehr). Als Gelegenheitsverkehr gilt der Verkehr mit Droschken, Ausflugswagen, Ueberlandwagen oder Mietwagen. Die Genehmigung kann einem Unternehmer nur für eine dieser Verkehrsarten erteilt werden. In besonderen Fällen find Ausnahmen zulässig. Droschken sind Personenwagen, die auf öffentlichen Wegen oder Plätzen für den öffentlichen Verkehr bereitgehalten werden. Ausflugswagen sind Omnibusse, die auf öffentlichen Wegen oder Plätzen für den öffentlichen Verkehr bereitgehalten werden. Ueberlandwagen sind Omnibusse, Personenwagen und Lastwagen, die auf öffentlichen Wegen oder Plätzen für den öffentlichen Verkehr bereitgehalten werden und zwischen bestimmten Punkten verkehren. Mietwagen sind Omnibusse, Personenwagen und Lastwagen, die für den Verkehr nicht auf öffentlichen Wegen oder Plätzen bereitgehalten werden, sondern lediglich Fahrgäste auf Bestellung befördern. Die Genehmigung für den Gelegenheitsverkehr (Ueberlandwagen- oder Mietwagenverkehr) ist auch dann erforderlich, wenn die in der Ausführungsanweisung zu § 30 Abs. 1 der Reichsstraßen-Der- kehrsordnung vom 29. September 1934 vorgesehene Erlaubnis der Verwaltungsbehörde zur Beförderung von Personen mit Lastwagen erteilt ist. Der Antrag soll insbesondere enthalten: a) bei Linienoerkehr: 1. Angaben über die Zahl der Fahrzeuge und der Anhänger, über ihre Inneneinrichtung nebst einer maßstäblichen Zeichnung des Grundrisses; bei Kraftfahrzeugen ist der Kraftfahrzeugbrief beizufügen; 2. die Länge der Linie, gegebenenfalls auch der Teilstrecken, in Kilometer; 3. Fahrplan und mittlere Reisegeschwindigkeit; 4. eine Übersichtskarte, in der die beantragte Verkehrsstrecke und alle in dem Derkehrsgebiet bereits vorhandenen öffentlichen Verkehrsunternehmen eingezeichnet sind. b) bei Gelegenheitsverkehr: 1. die vorstehend unter a) aufgeführten Angaben; 2. Angaben über die Art des Gelegenheitsverkehrs und über das Gebiet, in welchem der Verkehr bedient werden soll. Die Genehmigungsanträge sind bis zum 15. Mai dieses Jahres mit den vorgeschriebenen Unterlagen der Kreispolizeibehörde — Landrat — durch die Ortspolizeibehörden einzureichen, in deren Bezirk das Unternehmen feinen Sitz hat. Mai jhfr Schön wie der Mai Gas-Abende Donnerstag Mittwoch sind die Farben der Mode Gießen, Marktstraße 4-8 2648 A Statt Karten! Gas-Gemeinschaft Gießen Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen 2650 A Konzert Dipl.-Jng. Hans König 2651 D und Frau Friedet, geb. Oecheri Gießen sLiebigstraße 681), den 4. M a i 193 5. Efl 01903 ■Lichtspielhaus Gießen K Nur noch heute und morgen Sonntag B Der große Ü!a-Operetten-Eriolg 2657 D Ihre Verlobung geben bekannt Sonntag, 5. Mai Käthe Löh iiiiiiiiiiTiII7 aufder II mu Ludwigsburg (Telefon 2979) 2052D Herbert Faber 2680A Beiprogramm undneue Ufa-Ton-Woche ) 2052^ ( 01905 Ä Hochwertiges, vornehmes Damen - Hule Schlafzimmer Täglich geöffnet! 2697 D TEXTILHAUSj fHAU5 DERGUTENj kostet weniger! Garten-,Terrassen-Restaurant. 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STIMMUNG Nr. 103 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) §ani8tag,4.MN035 Das Tierzuchtinstitut in Gießen. Ein Jahrzehnt erfolgreicher Aufbauarbeit. — Oie Tierzucht-Wissenschaft im Dienste der Volksernährung. Gänsekücken im Gras. Die Frau Mama sieht es nicht gern, wenn man ihren Kleinen zu nahe tritt. < - vS1*" Auf der westlich der Lahn gelegenen, dem Gleiberg südlich vorgelagerten Terrasse liegt in unmittelbarer Nähe des Bismarckturms der Obere Hardthof, heute das Tierzucht-Institut der Universität Gießen. Es sind im vergangenen Herbst bereits zehn Jahre gewesen, daß der im Eigentum der Stadt Gießen befindliche Hof an die Universität verpachtet worden ist, um im Rahmen der Verbesserung der Grundlagen für das Studium der Landwirtschaft und Tierheilkunde die Aufgaben zu übernehmen, die sich auf Forschung und Lehre in der Tierzucht erstrecken. Diese Tatsache ist Grund genug, einmal einen kurzen Rückblick zu halten. Schon immer war der Obere Hardthof eine Stätte deutschen Bauerntums. Bei den älteren Landwirten des Kreises Gießen und der Provinz Oberhessen ist der Name Schiente sicherlich noch hinreichend bekannt, um dies zu dokumentieren. Damals sollen zu dem Hof etwa 360 Morgen Land, z. T. auch beste Böden und Feldscheunen im Lahntal, gehört haben. Später wurde der Hof von der Union-Brauerei (B i ch l e r), jetzt Unterer Hardthof, übernommen und je nach der allgemeinen Wirtschaftslage — Krieg usw. — der Landwirtschaft stärkere oder schwächere Beachtung geschenkt. Es darf nicht wundernehmen, daß in Verbindung mit der Brauerei, zumal in Stadtnähe, eine besonders starke reine Abmelkwirtschaft (ohne Iungviehaufzucht) anzutreffen war und daß außerdem in der Zeit des Liberalismus es auch mit einer Konjunkturwirtschaft bei der Schweinemast versucht wurde. Als Beispiel für diese auch noch später wirksame allgemeine Einstellung sei hier festgehalten, daß das Tierzuchtinstitut im Jahre 1924, abgesehen von dem Hofraum, dem drei Morgen umfassenden Gutsgarten, desgleichen Naturpark und 6000 Quadratmeter Obststück, ohne Land, also ohne eigene Ernährungsbasis, aus der Taufe gehoben worden ist. Es gab ja damals auch auf ausschließlichen Kraftfuttermittelzukauf eingestellte sogenannte Milchfabriken in den Städten und desgleichen Schweinemästereien als Industrie-Unternehmen. Die Entwicklung führte aber von selbst zum Verschwinden dieser Wirtschaftstypen und zwang auch im Tierzuchtinstitut zur Umstellung vom ausschließlichen Futtermittelkauf zur eigenen Futtermittelerzeugung. Diese wurde bereits im Jahre 1926 in HM MW 5 r ■M: ch MW ■ V/. ^333^ V .. ■****' -*,)£ . -i*'... .... Der Obere Hardthof. Ein Blick aus dem Garten zum Wohnhaus und zum Wasserturm. HAMM ' ■ ' Stürmisch umdrängen die stets hungrigen Ferkel das Muttertier. — Links Erkennungsmarken versehen und buchmäßig eingetragen. — Rechts unten: Links oben: Kleine Zwiesprache auf der Weide. — Rechts oben: “TÄWÄ ^gÄWner"auf die Weide bringt Förderung der mitteldeutschen Rotviehzucht auszu- nützen. In der Schweinezucht wird Wert darauf ge« legt, daß für Demonstrationszwecke für die Studierenden der Landwirtschaft und Tierheilkunde, dann aber auch für die Schüler der ländlichen Fortbildungsschulen und bäuerlichen Werkschulen, sowie 'für die landwirtschaftlichen Vereine Tiere verschiedener Rassen vorhanden sind. Diese werden auch für Kreüzungsversuche benutzt, die neuerdings, verursacht durch das Fettprvgramm der Reichsregierung, erhöhte Bedeutung gewonnen haben. Auf dem Gebiet der Schweinezucht wurden weiterhin vom Tierzucht-Institut erstmalig für die frühere Landwirtschaftskammer Darmstadt Schweinemast- leistungsprüfungen durchgeführt. Gegenwärtig bestehen im Bereich der Landesbauernschaft Hesfen-Nassau zwei Prüfungsstellen, nämlich die Lehr- und Versuchsanstalt für Schweinezucht Wesch- nitzmühle und nach wie vor das Tierzucht-Institut, wohin die praktischen Züchter einen Teil der Nachzucht ihrer besten ins Herdbuch eingetragenen Tiers schicken, um sie auf Mastfähigkeit und Futterdankbarkeit prüfen zu lassen. In der Schweinehaltung dienen neu errichtete Gruben-Silos zur Speicherung und Einsäuerung von Kartoffeln und damit zur Sicherstellung wirtschaftseigener Futtermittel für den Winter, genau so wie die Saftfutterbereitung in verschiedenen modernen Silos das Grünfutter für das Rindvieh über die eigentliche Weidezeit hinaus aufbewahren und zur Verfügung halten läßt. Das Tierzucht-Institut hat von der Gründung an auch den Fragen der Kleintierzucht feine Aufmerksamkeit zugewendet. Es geschah dies nicht allein deshalb, weil die Kleintiere infolge ihrer zahlreichen Nachkommenschaft und Schnellwüchsig- bzw. -lebigkeit ein ausgezeichnetes V->rsuchsmat r- i[ für mancherlei Untersuchungen, besonders auch für Vererbungsversuche, abgeben, sondern weil hier die Verhältnisse in der breiten bäuerlichen Praxis am meisten im Argen liegen. Gerade deshalb mußten aber hier Erfahrungen und feftfunbierte Erkenntnisse gewonnen werden. Die Einfuhrzahlen, die neben Molkereiprodukten, Deien und Fetten, bann Wolle, insbesondre für bie Erzeugnisse der Geflügelwirtschaft ber Tatkraft ber Tierzüchter noch einen genügenb großen Spielraum lassen, sprechen eine sehr beutliche Sprache. Betrug doch ber Wert ber Eiereinfuhr, die im letzten Jabre auf etwa die Hälfte herabgedrückt werden konnte, immer noch 120 Millionen Mark. Die tierzüchtenden Nachbarn in Holland und Dänemark hatten jedenfalls zu ihrem eigenen Vorteil schon frühzeitig auch die Kleintierzucht als vollwertigen Betriebszweig anerkannt und danach gehandelt. Dem Institut wurde eine planvoll aufgebaute Putt! — Putt! — Putt! Es gibt gutes Hühnerfutter! — Im Hintergrund sieht man einen der vorbildlichen Hühnerställe W 1 (Aufnahmen; Neuner, Gießener Anzeiger) den I für die Praxis überaus i in । wichtigen Dinge wird in die Wege geleitet durch Ueberführung des um i Hof gelegenen Ackerlandes von ca. 50 Morgen in Dauerweiden. Dabei galt es bei dem nährstoff- armen und wasserdurchlässigen Grauwackeverwitterungsboden, der nur eine jährliche Niederschlagsmenge im Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre von etwa 570 mm aufweist, zunächst die damit ge- Zukunft an Stelle des für Demonstrationszwecke seither noch beibehaltenen Rindviehrasselstalles auf dem Tierzucht - Institut eine kleinere Rotviehzucht betrieben werden, wozu bereits durch einige besonders gute Tiere aus dem Versuchsgut der Landesbauernschaft Selgenhof und aus dem Bezirk des Tierzuchtamtes Biedenkopf die ersten erfolgversprechenden Grundlagen gelegt sind. Dabei wird es sich gewissermaßen um einen Vorposten für das Mitteldeutsche Rotvieh als Hinweis auf das benachbarte Zuchtgebiet der Vogelsberger handeln. Es wird damit nicht nur Gelegen- heit geboten sein, Freud und Leid mit den Züchtern dieser Rasse, der heute wie den übrigen Landschlägen eine ganz besondere Bedeutung zukommt, zu teilen, sondern auch wissenschaftliche Ergebenen Schwierigkeiten zu überwinden. In dem Zeitabschnitt, der unserer gesamten deutschen Landwirtschaft die Grünlandbewegung brachte, war Gelegenheit genug, allen damit in Verbindung stehenden Fragen' versuchsmäßig auch in dem Institut, z. T. in Verbindung mit der damaligen Landwirtschaftskammer Darmstadt und der dortigen Landwirtschaftlichen Versuchsstation, nachzugehen. Diese erstreckten sich sowohl auf die Anlage der Weiden, als auch auf die Saat (Saatzeiten, Saatmischungen, evtl. Deckfrucht), Düngung, Beregnung, Pflege, insbesondere aber auch auf die Nutzung (Koppelgröße); außerdem wurden verschiedene Einzäunungsarten für alle Gattungen des Weideviehes geprüft. Die Ergebnisse wurden nicht nur z. B. bei bestimmten Tagungen (Freunde der Feldberegnung, Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) bekanntgegeben, sondern die Anlagen auch bei größeren Veranstaltungen (deutsche Grünlandfahrt und hessische Grünlandfahrt 1929) und kleineren Besichtigungen den praktischen Landwirten der weiteren und engeren Umgebung gezeigt. Belebt waren diese Grünflächen seither mit den Tieren des R i n d v i e h - R a s s e st a 11 e s des Instituts, der Tiere der verschiedenen deutschen und ausländischen Rinder-Rassen aufwies, bei denen den Fragen nachgegangen wurde, mie die hiesigen Ver- hältn’Ü'e den Tierpn zusagen, insbejmMce wie sich».keyichnn.e .zu 9^ | die Nachzucht dabei entwickelt. Nach Klärung dieser j und diese zur praktischen ♦ O AM - A MX ' ■- Md 4 MAM A v * .1 ■ 3- Schöne Tiere auf der Wejde. Das Fell «der gut gepflegten Kuh glänzt im Sonnenlicht wie Seide. Wirtschaft L. L. in G. Frankfurt a. Dl. | Serkin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M Frankfurt O.DL Berlin Gchlußk. börfe 2 5 | 3 5 Datum | 3.5 25 113,75 Banknoten. 5 6 4 7 7 98 96,25 100,4 118,5 116 116,4 96 0 0 5 0 Ü . 0 12 0 10 « 6 96,75 105,5 103,25 147 37,9 134 105 121,5 91,5 122,5 122,5 104 150,25 121 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektt. Schuckert L Co....... SiemensL Halske... LahmeyerLLo...... Buderus .......... Deutsche Erddl ..... Gelsenkirchener..... A.E.G. Bekula Schriftleitung.) Die Ziehung der Prämien der Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschloffen. 116 96 100,5 100,9 96,5 96,5 105,9 26,75 1,13 7,85 7,65 7,7 14,1 8,5 der mit Recht fb gefürchteten Kückenruhr festgesteltt werden konnten. Die Praxis und nicht zuletzt die bäuerlichen Geflügelhalter werden die Vorteile davon haben, wenn auf diese Weise die Gewähr geboten wird, gesundes, lebenskräftiges und leistungsfähiges Tiermaterial an die Stelle der alten, nach mancherlei Richtung nicht befriedigenden Bestände zu setzen, wozu die im Jahre 1935 in erheblich erweiterten Umfang von Reichs wegen durchgeführte Derbilligungsaktion für Junggeflügel eine ausgezeichnete Handhabe bietet. Da — abgesehen von der Haltung — insbesondere dann die Fütterungsfragen ausschlaggebend für die endgültigen Leistungen der Tiere sind, ließ man es sich auf dem Gebiete der Versuchstätigkeit besonders angelegen sein, unter ausschließlicher Verwendung der in den bäuerlichen Betrieben vorhandenen wirtschaftseigenen Futtermittel für die dortigen Verhältnisse eine zweckmäßige Futterzusammenstellung ausfindig zu machen. Rach den Gießener Untersuchungen, die von Prof. Hunger» Kiel an vier Stellen in Deutschland nachgepruft worden sind, hat man in der dicksauren Magermilch in genügender Menge (250 Gramm je Tier und Tag) die ideale wirtschaftseigene Eiweißquelle zur Hebung des Gesundheitszustandes und der Leistungsfähigkeit der Hühnerbestände. Wir die Zeit im Großen gebieterisch verlangt, daß an Stelle der Einseitigkeit, die immer ein hohes Risiko bedeutet, ein organisch vielseitiger Betriebsaufbau mit vermindertem Risiko tritt, so haben der Obst- und Gartenbau, dann aber auch die Schaf- und Ziegenhaltung, sowie die übrigen Zweige der Kleintierzucht einen gewissen Raum zu finden. Es konnte dies umso mehr geschehen, als der ursprünglich bäuerliche Charakter des Oberen Hardthofs mit dem bereits erwähnten Gutsgarten die entsprechende Voraussetzung dazu bot. Dem Tierzucht-Institut der Landesuniversitat wünschen mit uns die Volksgenossen in Stadt und Land eine gedeihliche Weiterentwicklung nach den ersten zehn Jahren seines Bestandes, um die ihm im neuen Reich gestellten großen Aufgaben erfolgreich lösen zu können. noch sehr gering. Bei rückläufigen Preisen konnte der Geschäftsgang nicht befriedigen. Gurken, Kohlrabi, Rettich und Radieschen waren reichlich angeboten, Geschäft lebhaft, Preise wenig verändert. Spinat und Kopfsalat hatten ausreichendes Angebot. Absatz in Spinat zu erhöhten Preisen sehr flott, in Kopfsalat bei nachgebenden Preisen nicht durchweg befriedigend. Das geringe Ange- bot in ägyptischen Zwiebeln war bald vergriffen. Es notierten Feldsalat 45—50, Gurken, Treibsalat 30—50, Karotten 10—12, Kopfsalat Mistbeet 15—25, Lattich 60—80, Schlüpfer 40—60, Freiland 10, Radieschen Bündel 6—7, Rettich 15—60, Rhabarber 5—6, Sellerie je nach Größe des Bündels 10—40, Spargel 1 10—15, dto. II 60—70, dto. III 40—45, Spinat 16—20, Zwiebeln ägypt. 12 bis 16, Weißkraut holl. 7—10, Wirsing holl 8, Aepfel I 35—42, dto. II 30—35, Apfelsinen, Kiste 40 Pfund, netto, rot 17,50—19 RM., amerikanisch, dto. gelb 19—20 RM., Apfelsinen blond, spanisch 16—20 RM., dto. Blut 17—26 RM., Kiste 100, 120, 150 Stück 15—16 RM., Jaffa. Bananen Kiste ä 25 Stück 7,50 RM., Zitronen Kiste ä 200 Stück, Ilse Bergbau ........... Ille Bergbau Genüsse...... Klöcknerwerke............. Mannesmann-Röhren...... 101 96,25 96,25 105,9 27 1,13 8,1 7,85 8,05 14,3 8,85 Winterhilfslotterie ist am 20. März vorgenommen worden. Die bis zum 20. April nicht abgeholten Gewinne sind zum Besten des Winterhilfswerkes am 20. April verfallen. — Die Zigaretten-Automa» ten der Zigarrenhändler unterliegen dem Urkundenstempel für Warenverkaufsautomaten. Näheres über die Staffelung der Abgabesätze erfahren Sie bei der Stempelstelle des Kreisamtes in Gießen. 118,5 116 96 100,65 100,9 96,5 96,5 105.9 27,25 8,1 7,9 8 14 8,5 Oie Indusirie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 8,5 4,4 6,5 4,1 34,9 32,5 34,4 84,5 109 93,4 94,75 94,75 158,5 fuhren von geringerer 715: Bewilligungsfreie Einfuhr von 100,75 96,25 96,25 105,9 | 27 1,13 8,05 7,7 7,85 ! Qualität 145—148. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 3. Mai. Bei weiter sehr reichlichen Zufuhren von deutschen Eiern konnte sich das Geschäft bislang noch nicht stärker beleben, wenngleich im Kleinhandel der Absatz besser als beim'Großhandel ist. Man rechnet aber in den nächsten Tagen mit stärkerer Nachfrage zur Auffüllung der gelichteten Lager. Ausländische Eier kommen nur in kleinen Mengen und da hauptsächlich Holländer an den Markt. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Pfg. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Handelsklasjeneier S 9,75 bis 10, A 9,25—9,50, B 8,75, C 8,25, D 7,75. Holländer Kl. S 9,50—9,75, Kl. A 9—9,25, Kl. B 8,50 bis 8,75. Flandern Kl. S 9,50—9,75, Kl. A 9—9,25, Kl. B 8,50—8,75. Dänen Kl. S 9,75, Kl. A 9,25, Kl. B 8,75. Frankfurter Schlachtviehmartt. Frankfurt a. M., 3. Mai. Auftrieb: Rinder 29 (gegen 6 am letzten Donnerstagsmarkt, den 25. April), darunter 17 Ochsen, 8 Bullen und 4 Kühe. Kälber 766 (657), Schafe 39 (unv.), Schweine 308 (458). Notiert wurden pro 1 Ztr. Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 60 (am 25. 4. 60), b) 54—59 (54—59), c) 47—53 (46—53), d) 37—46 (35—45). Hämmel b2) Weidemast 40 (39 bis 40), c) mittlere 38—39 (36—38). Schafe e) beste 35—36 (—), f) mittlere 33—34 (—). Schweine b) 46—50 (47—51), c) 46—49 (47—50), d) 40 bis 48 (44—49). — Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe rege, ausverkauft. Schweine ruhig, etwas Ueberstand (6). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettware n. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1130 Viertel Rindfleisch, 235 ganze Kälber, 1 Hammel, 855 halbe Schweine, 8 Kleinvi"b. Preise pro 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch b) 70—76, c) 62—70. Bullenfleisch b) 66—70. Kubfleisch b) 54—60, c) 40—52. Färsenfleisch b) 70 bis 76, c) 62—70. Kalbfleisch b) 74—82, c) 68—72. Hammelfleisch b) 75—78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen 80—85. Marktverkauf: rege. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der *% Oesterretchtfche Goldrente.... 4,LO% Oestcrreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 6% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an.'— Reichsbankdiskont 4 vH., Lombardzinsfuß 5 v. H. o 4 _______________________________0 Harpener...................0 Hocsch Eisen—Köln-Reuefte« .. 0 713: Regelung der Bezahlung ausstehender Warenschulden an England. 714: Bezahlung von Nebenkosten, die bei Einfuhren von geringerer Bedeutung entstehen. 715: Bewilligungsfreie Einfuhr von Büchern in Lettland. 716: Umsatzsteuerumrechnungssätze für April 1935. 717: Neue Bestimmungen über den Eisenbahn- Nachnahmeverkehr mit dem Auslande. 718: Anordnung 26 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 24. April 1935, bett. Verwendung von Kupfer, Nickel, Blei, Zinn, Quecksilber, Chrom und Kobalt. Durch die Bestimmungen dieser Anordnung wird der Kreis der bereits bestehenden Verwendungsverbote für Kupfer, Nickel, Zinn und Quecksilber sowie deren Legierungen erweitert und auf Blei und dessen Legierungen sowie Chrom und Kobalt ausgedehnt. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Die seit einigen Wochen zu verzeichnende lebhaftere Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlachtoieh- markt setzte sich auch in der abgelaufenen Berichtswoche fort. Auch in dieser Woche war der Großvieh m a r k t nur mit 748 Tieren beschickt, während für den normalen Bedarf im hiesigen Wirtschaftsgebiet rund 1200 Tiere benötigt werden. Die Folge war wieder ein sehr lebhaftes Geschäft; trotz der annähernd 300 geschlachteten, von der Reichsstelle zur Verfügung gestellten Tiere konnte der Bedarf der Metzger nicht befriedigt werden. Es kam hinzu, daß die noch in der Vorwoche vorhandenen Bestände auf dem Fleischgroßmarkt überraschend schnell abgerufen wurden. Da indes der Richtpreis für Großvieh von 42 Mark je Zentner Lebendgewicht nicht überschritten werden darf, haben sich die Preise besonders in sich um weitere 2 bis 3 Mark befestigt. Darüber hinaus erzielten Ausstichtiere Preise Über Notiz, und zwar 44 Mark. Am Kälbermarkt standen insgesamt 1430 (1115) Stück zum Verkauf, die nach mittlerem bis lebhaftem Geschäft geräumt wurden. Zunächst gingen die Preise für geringe Qualitäten bis zu 4 Mk. zurück, später konnten sie sich wieder an den Vorwochenstand angleichen. Hämmel und Schafe hatten mittelmäßiges Geschäft, die etwas erhöhte Zufuhr von 58 (45) Nachrichten Beachtung. Besonders lebhaftes Geschäft hatten IG. Farben mit 140,75 bis 141,50 (138,90), außerdem gewannen Scheideanstalt 1,50 v. H., Deutsche Erdöl 1,25 v. H. Elektroaktien eröffneten fast durchweg von 0,50 bis 1 v. H. höher, Felten auf die vierprozentlge Dividendenerklärung 1,25 v.H. fester, daneben waren Gessürel mit plus 1,50 o. H. und Schuckert nut plus 1,50 v. H. stärker erhöht. Am Montanmarkt traten besonders Harpener mit plus 2,75 v. H. hervor, jedoch gewannen auch Stahlverein 1,75 v. H. Rhein- tahl 1,25 v. H. und Mannesmann 1,13 v. H. Schiffahrtswerte lagen uneinheitlich, Hapag gaben 0,25 o. H. nach, Nordd. Lloyd zogen 0,40 v. H. an. Von onftigen Werten gewannen Moenus Maschinen 1,75 v.H., Daimler 0,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof, Kunstseide AM., Zellstoff Walhof und AG. für Verkehrswesen je 0,75 v.H. Löwenbräu München kamen nach kurzer Pause mit 205,25 (202) zur Notiz. Don Bankaktien zogen Braubank 0,75 v. H. und Reichsbank 0,50 v. H. an. Der R e n t e n m a r k t war im großen und gan- Geskügekzüchtabtellung imgeschlossen, die bereits im Jahre 1927 seitens der damaligen Landwirtschaftskammer Darmstadt als Lehr- und Versuchswirtschaft für diesen Tierzuchtzweig und 1931 seitens der damaligen Regierung als staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Geflügelzucht in Hessen anerkannt wurde. Die Ausbildung von Lehrlingen zu Gehilfen, von Gehilfen zu Meistern und Zuchtleitern und von Studenten als späteren Landwirt» schaftslehren und von Studenten als späteren Landschaftslehrern usw. auf diesem Fachgebiet schasst die Voraussetzung für die Verbreitung der in der Praxis so dringend notwendigen Kenntnisse, wie sie jetzt durch das im Dritten Reich neugegründete Beratungswesen noch zusätzlich gefördert wird. Eine weitere grundlegende Aufgabe betraf die eigentliche Züchtung. Hier galt es einmal, in engster Gemeinschaftsarbeit mit den anderen seitens des Reichsverbands für Kleintierzüchter anerkannten Vermeh- rungs- und Reichsherdbuchzuchten das Tiermaterial zu schaffen, das an die Stelle der bisherigen Bestände zu treten hat, um die Erzeugungsschlacht auch auf diesem Gebiete erfolgreich durchführen zu können. Dann war es aber auch nötig, für die Landesbauernschaft, in gemeinsamer Arbeit besonders mit dem Tierseucheninstitut unserer Universität, stark interessierenden Fragen auf dem Gebiet der Geflügelkrankheiten nachzugehen. Daneben wurde die Überprüfung der anerkannten Geflügelbestände nach der gesundheitlichen Seite durch das Tierseucheninstitut, nach der Leistungsseite in einer eigens dazu errichteten Leistungsprüfung vom Tierzucht-Institut übernommen. In jahrelangen Arbeiten (seit 1928) waren vorher die verschiedenen Prüfungsmethoden, von dem sog. Wettlegen bis zur Kontrollhofprüfung, mit Unterstützung der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft im Tierzuchtinstitut auf ihre praktische Brauchbarkeit durchgeprobt und die sich immer mehr durchsetzende Gießener Methode geschaffen worden. Es ist ein ganz großer Erfolg, wenn im Bereich unserer Landesbauernschaft seitens des Gießener Tierseucheninstituts gesagt werden kann, daß in keinem einzigen Falle bei der augenblicklich laufenden Prüfung in den Bruteiermustern die Erreger Stück wurde bei unveränderten Preisen ausverkauft. Der Schweinemarkt wies mit 4718 (3043) Tieren eine sehr starke Beschickung auf, die mit Rücksicht auf den 1. Mai seitens der Metzgerinnung veranlaßt worden war. Es zeigte sich dann leider, daß der Bedarf bei weitem nicht der aufgetriebenen Menge entsprach, so daß die Preise, wenn auch nicht für beste Tiere, so doch im Durchschnitt um 2 Mark nachgaben. Nach schleppendem Handel verblieb ein Ueberstand von 429 Tieren, außerdem wurden vor Marktbeginn 125 Tiere weggelegt. Oie Deutsche Reichsbahn im März. Die gesamten Betriebseinnahmen der Deutschen Reichsbahn betragen im März'286,53 (im Vormonat 245,04) Millionen RM. Gegenüber dem März des Vorjayres waren die Gesamteinnahmen um 15 Millionen RM. höher. Die Gesamtausgaben erforderten 299,85 (271,96) Millionen RM., wovon 274,50 (247,43) Millionen RM. auf die reine Betriebsrechnung entfallen. Der Personalbestand war im März 645 867 gegen 632 444 im Vormonat. Die Erhöhung ist in der Hauptsache auf den Perfonal- zugang mit der Rückgliederung des Saarlandes zurückzuführen. * Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 7 v. H. bei Jlfeder Hütte. Der Aufsichtsrat der Jlfeder Hütte, Groß-Ilsede, beschloß, der Hauptversammlung am 28. Mai aus einem Reingewinn von 3180 677 RM. die Verteilung einer Dividende von 7 (0) v. H. vorzuschlaaen. Von der Dividende wird ein Prozent an den Anleihestock abgeführt. Der derzeitige Geschäftsgang ist weiterhin befriedigend. (Für 1933 wurde nach stark erhöhten Abschreibungen von 7,50 Millionen RM. ein Reingewinn von 126 500 RM. ausgewiesen, der auf neue Rechnung übernommen wurde.) * Elektrizitäts-AG. norm. Schuckert & Co., Nürnberg. Die Gesellschaft erzielte in 1934/35 einen Reingewinn von 2 151003 (1189 608) RM.,der sich durch den Gewinnvortrag auf 2 503 344 (2 375 706) RM. erhöht. Der Hauptversammlung soll oorgeschlagen werden, 4 v. H. Dividende (unv.) auf 50 584100 RM. dividendenberechtigtes Aktienkapital zu verteilen, für Tilgung und Verzinsung der Penußrechte für Altbesitz an Markanleihen 144180 RM. zu verwenden und den Rest von 335 790 RM. vorzutragen. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Aktien fest. Frankfurt a. M., 3. Mai. Die Börse eröffnete am Aktienmarkt in recht fester Haltung, erhöht. Renten lagen auch späterhin sehr ruhig und gegen den Anfang behauptet. Nur Städte-Altbesitz gewannen erneut 0,50 v. H. aus 109,50. Goldppsand- briese und Kommunal-Obligationen blieben unverändert, Liquidationspfandbriefe zogen zumeist bis 0,25 v. H. an. Stadtanleihen lagen recht uneinheitlich bei Abweichungen bis 0,40 v. H. Von Industrie- Obligationen zogen 4,75 v. H. (1951er) Stahlverein auf 93,75 (93,40) an. Van fremden Werten blieben Türken und Ungarn fest. Tagesgeld war zu 3 v. H. zwar unverändert, aber noch etwas gefragt. Abendbörse: gut behauptet. Obgleich die leichte Publikumsnachftage an den Aktienmärkten kursmäßig keine stärkere Wirkung zeigte, blieb die Tendenz auch an der Abendbörse fest. Das Geschäft erreichte indes keinen nennenswerten Umfang, zumal die Kulisse nach den größeren Käufen an der Mittagsbörse etwas zurückhielt. Jmmeryin stellten sich gegen den Berliner Schluß vielfach weitere Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Am Kassamarkt lagen Großbankaktien auf der erhöhten Mittagsbasis behauptet, Deutsche Ueberseebank zogen aber auf 89,25 (88,65) und Frankfurter Hypotheken-Bank auf 93,75 (93) an; sonst lag der Kassamarkt still. Von Auslandsaktien waren Aluminium Neuhausen auf Grund der festen Schweizer Börsen wieder stark gesucht, Taxe 295 (heute mittag amtlich 286), aus dem gleichen Grunde zogen Chade A—C auf 265 (264) an. Es notierten: Altbesitz 114,40, 6 v. H. Stahlverein 101, JG.-Farben-Bvnds 125,50, 4,5 v. H. Ungarn von 1913 8, 1914 8, 5 v. H. Silbermexikaner 6,20, 4,5 v. H. Irrigation 9,10, AKU. 54,13, AEG. 38,25, Zement Heidelberg 116, Chade A—C 265, Scheideanstalt 215, Licht und Kraft 123,50, IG. Farben 141,75 bis 141,90, Geffürel 123,75 bis 124,50, Harpener 106,25, Junghans 90,25, Klöckner 92,40,, Mannesmann 79,25, Metallgesellschaft 97,75, Rheinstahl 106,50, Schuckert 103, Siemens 153, Stahlverein 81, Reichsbank 159,50, Hapag 33, Otavi Minen 18,50. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. F r a n k f u r t a. M., 3. Mai. Am O b st m a r k t war das Angebot in deutschen und amerikanischen Aepseln gering. Bei schleppendem Geschäft lagen die Preise für deutsche Aepfel unverändert, jedoch konnten sie für amerikanische etwas anziehen. Bei ausreichendem Angebot und unveränderten Preisen in Apfelsinen war der Verkauf langsam. Zitronen hatten nur sehr kleines Angebot bei weiter steigenden Preisen. Bananen waren genügend am Markt, Preise rückläufig, Geschäft zufriedenstellend. börsc 3.5 100,13 97,25 102 114,4 100,4 98,25 96,25 100,25 2.5. 100,13 97 italien. 10,50—11,00 RM. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 3. Mai. Das Butterge- schäft nimmt weiterhin einen zufriedenstellenden Verlauf, es hat selbst vor dem Monatsende kaum eine Einschränkung erfahren. Infolgedessen werden die, allerdings auch nur kleinen, Eingänge sowohl von deutscher wie von holländischer Butter glatt geräumt. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 143—145, feine deutsche Molkereibutter 142—145, deutsche Molkereibutter 140—142, Landbutter 125—130, Kochbutter 120. Holländische Markenbutter je nach Schluß- hird 2 5 100,25 97,13 102 113,65 100,2 98,25 EUß» ÄT Schlußkurs 2 5 zen vernachlässigt, nur Altbesitzanleihe setzten ihre Befestigung um 0,65 v.H. fort, ferner waren Städte-Altbesitz gesucht und bis 0,75 v.H. fester. Späte Reichsschuldbuchforderungen, Zinsvergutungs- cheine und Kommunal-Umschuldung blieben behauptet. Von Auslandsrenten lagen Ungarn bis 0,50 v.H. höher, ferner blieben Türken im Freiverkehr gesucht, anderseits gaben Mexikaner auf weitere Gewinnmitnahmen bis 0,25 v. H. nach. Im Verlaufe war das Geschäft zunächst etwas ruhiger, später zog es für einige Spezialwerte wieder an. Besonders Montanwerte blieben gefragt, wobei Rheinstahl auf 107 (105,90), Stahlverein auf 81,50 (81) und Harpener auf 106,50 (106) anzogen. Auch sonst traten gegen die Anfangsnotierungen zumeist nochmals Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Gut erholt waren nach dem gestrigen Rückgang Rhein. Braunkohlen mit 210 (207,50), ferner waren Rütgerswerke mit 114 (111,25) kräftig Schluß». Mittag- börse 3.5. 100,25 97 101,75 114,2 100,5 Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Prlvat-Bank ... Deutsche Bank und Diskonts» Gesellschaft................ Dresdner Bank.............. Retchsbank .............. ' ... - 119 .. SH 90,13 ... o| 77,75 Elektt. Lteferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6ft Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.s.Elektt.Unternehmung. 5 e** Nr lur* börfe Scblußk. Mittag« börse 3.5 Gchlußl. Abend« börse 3.5 Schluß« kurs 25 Datum 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 s^r9s>Ruinän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente .. Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 und besonders nach den ersten Kursen erfuhr dass Am Gemüsemarkt war das Sparg-Iang-bot Kursnioeau -inen kräftigen Anstieg. Zunächst taufte ----------- «•’ die Kulisse etwas vor, später war aber auch eine stärkere Beteiligung der Kundschaft festzustellen, so daß das Geschäft nach der langen Geschäftsstille ein recht lebhaftes Ausmaß annahm. Allerdings begünstigte die Marktleere den Kursauftrieb, da Verkaufe nicht vorgenommen wurden. Einen guten Eindruck machte die geftrige Unterhausdebatte, außerdem fanden aus der deutschen Wirtschaft vorliegende 'M-ML- Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 67i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt Auslos.-Rechten ............. 4l/i% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102°/«,) ............ *7i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 57i% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Lioui ... *7i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *7i% efiem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 67i% ehem. *7i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbrtese....... 57i% ehem. 47i% Rheinische Hhp.-Bank>Ltgu.-Goldpse..... *7i% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 *7i% ehem. 7% Pr. Landespfand. oriesanst., Gold Komm. Obl.Vl Steuerguksch.VerrechnungSk. 35-39| 2.mal Z. Mai Amtliche Notierung Amtliche Geld Dotierung Brief Geld Brief Buenos Atre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Ian. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53'52 53,62 53,65 53,75 Danzig .... 47,04 47,14 46,97 47,07 London ..... 11,985 12,015 12,015 12,045 Helsingfors.. 5,295 5,305 5,305 5,315 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,63 167,97 167,73 168,07 Italien..... 20,68 20,72 20,68 20,72 Japan ...... 0,705 0,707 0,707 0 709 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,24 60,36 60,39 60,51 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 10,88 10,90 61,92 10,91 10,93 Stockholm... 61,80 61,96 62,08 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanten.... 33,90 33,96 33,92 33,98 Prag....... 10,35 10,37 10,35 10,37 Budapest ... — — — — Neu york ... 2,480 2,484 2,483 2,487 8,5 4,4 6,5 4,1 6,35 4,13 4,4 6,35 4,05 Mansselder Bergbau....... Kvkswerke ................ . 8 :J 104,5 105,75 104,75 114,9 106 117,25 Rheinische Braunkohlen .... 12 207,5 210 208 212 36 35,25 36,25 Rheinstahl ................ 87, 104,75 106,5 104 106,25 Vereinigte Stahlwerke...... . 0 78,9 81 78>5 80,65 32,65 27,13 35 85,13 Otavi Minen ............. .. 0 17,13 18,5 17,13 18,65 2L9 34,25 84,9 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 112,25 114,25 113,25 114,5 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 113 114,5 113,25 115 85/25 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 7, 160,5 — 161,5 162,5 109,75 110 110,5 .. 7 141,5 94,5 93,5 95 I. G. Farben-Jndustrte..... 138,9 141,9 138,75 Schetdeanstalt............. .. 9 213 215 — —— 95,25 94,5 95,25 Goldschmidt .............. .. O 98 99,25 97,9 99,75 95,25 94,25 95,25 Rütgerswerke ............. .. * 111,25 96,75 114 111,5 113,75 159,5 158,4 159,9 Melallgeiellschaft........... .. * 97,75 96,75 97,75 38,25 133,75 106 37,5 134 104,5 38.25 Philipp Holz mann......... .. 0 90 90,25 90,25 90,5 133,9 106 Zementwerk Heidelberg .... Eementwerk Karlstadt....... .. b .. 4 120 116 - 123,5 121,5 123,5 105 108,25 93 91,9 92,75 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 —— — 124,25 122,75 124 '21 tu . •• 4 — 93 — — 79,25 77,4 79,25 Süddeutscher Zucker....... .. » 166 1 166,75 Berlins.Mai Geld Brie' Amerikanische Noten.............. 2,435 2,455 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 Dänische Noten ................ 53,54 53,76 Englische Noten ................. 10,98 11,02 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 167,31 167,99 Italienische Noten................ 20,46 20,54 Norwegische Noten .............. 60,18 60,42 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... —• — 61,75 61,99 80,24 80,56 Spanische Noten................. 33,45 33,59 — — Mr den Bücheriisch Geschichte I Geschichte Rußlands von Pauli, bis MolausI Mk. Vach und die deuWe MW Wehrpolitik. 3m $ neuen Deutschland haben wir jetzt viel nach-Unteres!-, ja. der Leser und AM- ioit» H .u mien der genommen abgeholten Merkes n-Automa- Urkunden- Meres fahren &e Sieben. 'M- 41,98 ,76 *s 16,38 ,67.98 20,54 60.62 61,99 80/, 33-59 ter sehr konnte beleben, sser als in den ir Auf. ie Eier uptsäch. blieben fld* frei an den S 9,75 5. Hol- B 8,50 9-9,25, A 9,25, . ig, Oldenburg i. O., Ganzleinen 5,80 Mk. 'trieb: igsmarkt, itten und (unn.), 0 1 Ztr. n 25. 4. (46—53), st 40 (39 Schafe e) Schweine I, d) 40 fiämmel ! ruhig, ch und ischgroß- nze Köl« ^cinDi-’h. Mfleilch -70. Ruh. lfch b) 70 c) 68-72. ch b) 70 7 cm 60 rege. l. 'eit der M_____ Ä-nwA । 3nd_, -—0?662 42,06 0,203 3,053 53.75 47,07 12,045 5,315 16,2 168,7 20,72 0 709 5,661 60.51 49, 10, 3 62. 8 80,88 33.8 10,37 2,487 Men kaum ! wer- !8C f°3 Butter inöert [ frei se an 1-145, utsche >-130, fe nach gebot Okinte Wen, Hich ttan, indes 'eisen U. lreib. lftheet itei. MO, dtv. 12 >ll, 8, 1 Kiste anisch anisch 100, Kiste Stück, ten Harmonie." — Datz Atlantis-Buch der Musik. Herausgegeben von Dr. Fred Hamel.unb Dr. Martin Hürlimann. In Lernen RM. 9,60. Atlantis-Verlag, Berlin. — (644) — „Dieses Buch will den praktischen Zweck erfüllen, ein Lestbuch und Nachschlagewerk für alle zu sein, denen Musrk etwas bedeutet. Und es will dies in dem Gerst tun, der dem erhabenen Vermächtnis unserer großen Meister entspricht." Dazu haben sich Gelehrte, ausübende Künstler, Musikerzieher und Kritiker nut den Herausgebern zusammengetan und die unab- sehbare Fülle des für den geistig lebendigen Men- schen musikalisch Wissenswerten m einer Form dargestellt, die einem jeden zugänglich ist und wohl keiner Frage aus irgendeinem die Musik betreffen- den Gebiete die Antwort schuldig bleibt. Es ist erstaunlich, welch eine Menge von Stoff hier in den über 1000 Seiten Text einheitlich zusammengefaht wurde. Jeder der Mitarbeiter kann als angesehene, ja, in den meisten Fällen sogar als erste Autorität seines Faches gelten, und jeder gibt das, was ihm von seinem Blickpunkt aus und nach seiner Er- fahrung wertvoll und wesentlich erscheint. Selbst wenn, wie es bei der vielseitigen Beleuchtung des Stoffes nicht anders möglich ist, sich einzelne Ge- biete überschneiden sollten, so gewinnt das vielleicht schon von anderer Seite Gesagte durch die veran- . . an besonderem Aufklärung Suchende — Christian Röck: Die Festung im Gletscher. Dom Heldentum Im Alpenkrieg. Mit vielen Bildern. Kart. 2 Mk.: Ganzleinen 2,85 Mk. Verlag Ullstein, Berlin. — (102) — Dieses Buch schildert lebenswahr Kampfszenen und Lebensab« scynitte österreichischer Gebirgssoldaten im ewigen Eise der Marmolata und in besonders spannenden Geschehnissen die harte, selbstverständliche, bis in den Tod währende Kameradschaft und Treue einiger in den Flanken des Ortlers kämpfender Kaiserjäger. In unterirdischen Festungen, die in das Eis Der Gletscher eingesprengt waren, lagen sich österreichische und italienische Truppen gegenüber. Sie hatten nicht nur gegen den Feind zu kämpfen, sondern auch gegen all die Schrecknisse der Hochgebirgsnatur; gegen Schneesturm, Lawinen, Absturzgefahr und den sie ständig bedrohenden Tod — Wilhelm Schäfer: Johann «Sebastian Bach. Eine Rede. Kart. 80 Pf. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1935. — (62) — Unter den vielen Schriften zum Bach-Jubi- läum nimmt die Rede des Dichters Wilhelm Schäfer eine besondere Stellung ein. Schäfer gibt keine Biographie und keine Werkdeutung, der Dichter deutet Bach als den größten Künstler des abendländischen Kulturkreises. Schäfer spannt den erhabenen Bogen unseres geschichtlichen Werdens vor uns aus, um des großen Thomas-Kantors Stelle darin aufzuzeigen. Bach rettete in seinem Werk die Gottgläubigkeit des deutschen Menschen über die Zeitwende der Renaissance hinaus in die Zeit des Persönlichkeitsglaubens, die ihn und sein Werk besonders im 19. Jahrhundert nicht mehr verstand. Erst das Kunstgefühl der Zeitenwende, die unsere Tage erfüllt, vermag Bach wieder richtig zu sehen, seine Kunst wieder richtig zu werten, erst unserer Zeit offenbart sich wieder das letzte Geheimnis ihrer Schönheit. Es aeht Schäfer in seiner Rede nicht um die Künstlerschaft Bachs als solche, sondern um die Lebensmacht seiner Kunst. Sie sieht Schäfer in dem, was über die Persönlichkeit hinausführt. „Die höchste Möglichkeit der Musik ist nicht, zu sagen, was ich leide; damit bleiben wir mit unserem Ich in der Sinnenwirklichkeit, die uns chauerlich fremd ist und hinter der wir das Sem als die Heimat unserer Seele suchen; die höchste Möglichkeit der Musik ist, daß uns aus ihren Klängen das Sein selber anblickt, das unserer Seele nirgends so nah, so deutlich, so gewiß wird wie m ihrer — um mit Leibniz zu reden — prästabilier- — Herbert Blank: Gott, Reich und Brot. Zweite neubearbeitete, neuausgestattete Auflage. Verlag Gerhard Stalling Preis broschiert 4,80 Mark, in < — (93) _ Herbert Blank darf als einer der besten Chronisten des deutschen Bauernkrieges von 1525 bis 1530 gelten. Es ist deshalb sehr zu begrüßen, daß der Verlag von diesem Werke, das in der Erstauflage unter dem Titel „Karschans, Die Bauern marscyieren" erschien, nunmehr eine neubearbeitete und neuausgestattete Auflage veröffentlicht hat. Dieses Werk vom deutschen Bauernkriege versucht, unter Wahrung wissenschaftlicher Treue, das Schicksal der deutschen Bauernbewegung um 1525 mit dem Schicksal des deutschen Bauern während der gärenden Zeit von 1918 bis 1932 in Beziehung zu bringen. Dreihunderttausend arme Kunze standen 1525 unter den Waffen und warfen in letzter Minute für das Selbstverständliche wie das Größte: „ein freies Volk auf freiem Grunde" ihre Seelen und Leiber in die Bresche. Herbert Blank wählt für seine Schilderung die Form packender Charakter- und Zustandsbilder. Er zeigt uns die Seele des mißhandelten Bauern selbst und die Parallelität der Probleme von einst mit denen von 1918 bis 1932. — Gräfin Alexandrine Keyserling: Um eine deutsche Prinzessin. Preis kart. 2,80 Mark, Leinenband 4,20 Mark. Hans Köhler, Verlag, Hamburg 39. — (103) — „Es handelt sich um keine Kleinigkeit, Madame, sondern darum, ob eine Ihrer Töchter den Thron von Rußland besteigt oder nicht", schreibt Friedrich der Große an die Landgräsin Karoline von Hessen. Ihm galt es, den deutschen Einfluß am russischen Hof zu festigen, der ihm im Siebenjährigen Kriege noch feindlich gesinnt gewesen war. Der Einsatz: eine deutsche Prinzessin, der Gewinn: die Sicherung seines Staates an den Ostgrenzen. Die Landgräfin als Mutter dreier junger Töchter antwortet, sie würde „eine so glänzende Stellung" für eine ihrer Prinzessinnen „nicht ablehnen", aber in der Folge ist sie im Zweifel, ob Reiz und Anmut ihrer Töchter siegen werden. Der große König antwortet: „Wenn ich irgendwelchen Kredit habe, so heiratet eine Ihrer Töchter den Großfürsten" und „Entweder die Sache gelingt oder ich verstehe nichts davon". Noch blldet der russisch-türkische Krieg ein Hindernis, aber bald ist es soweit: Katharina II. lädt die Landgräfin mit ihren drei Töchtern ein, sie an ihrem Hof zu besuchen. Fieberhafte Reisevorbereitungen in Darmstadt: „Jetzt schreibe ich Brief auf Brief nach Paris und Lyon um Stoffe, Spitzen und Gold- und Silberstickereien. Es ist schlimmer als eine Aussteuer", berichtet die Landgräfin. Dann beginnt die langwierige Reise, als genauer Bericht bewahrt in schaulichen Briefen der Landgräfin. Tausend Kleinigkeiten persönlicher und kultureller Art sind in diesen Briefen aufbewahrt, die Tage bei Friedrich dem Großen, die Schiffsreise, der Empfang in Reval, das erste überraschende Zusammentreffen mit Katharina II., die Begegnung mit dem jungen Großfürsten — kein Roman kann so sorgfältig schil- dern wie diese persönlichen und intimen Briese. Die Landgräfin selbst tritt uns darin als ein warmherziger Mensch entgegen, offen für alle Dinge Der Welt und mit feinem Humor begabt. Ueber Die Wahl des jungen Großfürsten, die Verlobung und die prunkvolle Hochzeit in Petersburg berichten die Briefe in allen Einzelheiten. Wenn der Landgraf im Spiel der Intrigen feststellt: „Mein einziger Trost ist, daß ich in dieser Sache als em ehrlicher Mann gehandelt habe", so müssen wir bekennen, daß die „große Landgräfin" ebenso ehrlich als eine echte Frau gehandelt hat. der Bewegung das ganze Buch durchzieht, so zeichnet der italienische General hiermit die tvpiiche Eigenschaft des deutschen Soldaten. Eine Offensive mit den heutigen Mitteln der Technik zu führen ist ein Problem, um das der Meinungsstreit nicht eher ruhen wird, bis die Praxis des nächsten Krieges selbst darüber entschieden hat. Aber das Problem, eine konkrete Form des Entscheidungskrieges zu finden, wird manchen überkommenen Begriff umformen und im künftigen Kriege dem Volke den Sieg verheißen, das aus seiner Mitte den Mann stellt, der es am vortrefflichsten zu lösen versteht. genspieler Napoleon und dem Winterfeldzug von 1812 gipfelt. Die Befreiungskriege und die Politik , der Heiligen Allianz, die immer mehr auf die reaktionären Pfade Metternichs gleitet, stellen in der Darstellung Staehlins überall die Verbindung zur deutschen Geschichte dieser Zeit her, die wir hier von einer neuen Seite schauen lernen. Auf den zwiespältigen, aber ideenreichen und geistvollen Alexander folgt mit dessen um zwanzig Jahre jüngeren Bruder Nikolaus eine ganz andersgeartete Persönlichkeit, nüchtern und praktisch, mit Der aus Der Erbschaft Des Vaters und Großvaters überkommenen einseitigen Vorliebe für das Neußer- liche des Soldatenberufs, aber auch von einem tiefen Bewußtsein seiner sittlichen Verpflichtung gegen den Staat und einer ebenso hohen Meinung von seiner Herrscherwürde. Die Liquidierung des noch aus der Regierungszeit seines Bruders übernommenen Dekabristenaufstands zeigt die tiefe innere Gärung im russischen Volk, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Spannungen, die weder durch Nikolaus, den letzten Herrscher eines dogmatischen Absolutismus, noch durch seine Nachfolger eine befriedigende Lösung finden und nach manchem Auf und Ab zwischen liberalen Reformversuchen und ftraffer Selbstherrschaft während des Weltkriegs in die große Revolution von 1917 einmünden. Ein weiteres Problem, das ebenfalls erst im Weltkrieg feine radikale Lösung finden sollte, ist Polen. Staehlins ausgezeichnete Schilderung des Polenaufstands von 1830 berührt auch die interessanten Beziehungen zu Preußen. Die Niederschlagung des polnischen Aufstands, wie das Eingreifen Rußlands gegen die nationale Erhebung der Ungarn, zeigen Nikolaus als Seele der reaktionären Kräfte in Europa auf der Höhe feiner Macht, der Krimkrieg, der die drei Westmächte England, Frankreich und Sardinien für die Erhaltung der Türkei gegen die auf Erfüllung des ewigen ruffi- schen Traums vom orthodoxen Kreuz auf der Hagia Sophia gerichteten Aspirationen des Zaren §usani- mengeführt hat, ist für Rußlands außenpolitisches Ansehen ein schwerer Schlag. Nikolaus hat den Verlust Sebastopols nicht mehr erlebt. Der auf- gehende Stern Napoleons III. loste den russischen Selbstherrscher für das nächste Jahrzehnt als arbi- ter mundi ab. So stellt Staehlin die Geschichte Rußlands in die große weltpolitische Entwicklung, er spinnt aber auch in seiner sehr eindrucksvollen Dar- > stellung des sozialen und kulturellen Lebens dieser Zeit die Fäden zu den Parallelerscheinungen in Westeuropa. — „Die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland und in der Welt". Don Hauptmann Dr. Gerhard Scholtz. Kart. 0,80 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (111) — In wenigen, die historischen Tatsachen behandelnden Kapiteln gibt Hauptmann Dr. Scholtz eine Darstellung des Entstehens der allgemeinen Wehrpflicht, der Entwicklung der deutschen Wehrverfassung von 1733 bis zur Erneuerung des Reiches und der verschiedenen Ausprägungen bet ihrer Durchführung. Der Abschnitt über die allgemeine Wehrpflicht bei den Fremdstaaten läßt uns erst ganz die Größe der Gefahr erkennen, in der ein wehrloses Deutschland sich befunden hat. Die letzten Abschnitte dieser knappen aber aufschlußreichen Schrift behandeln das Wehrgesetz vom 16. Marz 1935. Besonders wichtig ist der Anhang, der Heber- sichten über den deutschen Wehraufbau, die Wehrpflichtheere und Wehrformen in Europa und andere, zur Beurteilung der wehrpolitischen Situation unerläßliche Angaben enthält. — H e r b e r t B l a n k: Soldaten. P r e u ß i- sch es Führ er tum von Waterloo bis Tinern, Idee, Geschichte und Gestalt des Offiziers. 13__17 Tsd., 3., neubearbeitete Auflage. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i O kartoniert zu 4,80 Mark, in Ganzleinen zu 5,80 Mark. — (91) — Es ist zu begrüßen, daß der Verlag von diesem Buch eine Neuauflage veranstaltet hat die vom Verfasser neu bearbeitet, m einer neuen Ausstattung erscheint. Es ist ein prächtiges und zeitgemäßes Buch, das gerade in dem Augenblick wieder m tue Öffentlichkeit tritt, da das deutsche Volk von neuem im Kampfe um seine militärische Gleichberechtigung und Sicherheit steht. Herbert Blanks vaterlandi che Wärme muß jeden Deutschen, dem der soldatische Kerngehalt unserer Geschichte Herzenssache ist, packen und fesseln. Die großen preußischen Soldaten des vorigen Jahrhunderts sind mit Liebe zeichnet und das Werden unserer Wehr ist mit treffendem Blick für die großen gestaltenden Zusammenhänge der liberalen Epoche klargelegt. Ein wertvolles Buch spricht hier zur jungen Generation. — General Sebastiano 23 1 s conti- Prasca: Der Entscheidungskrieg, ueber- setzung aus dem Italienischen von Dr. Adolph Caspary. Mit einer Einführung von Major a.£). George Soldan. Verlag Gerhard Stallmg, uh benburg i. O. Preis broschiert 4 Mark, Ganzleinenband 4,80 Mark. — (92) — Dor dem Weltkrieg nahm Deutschland vor allem auch auf militärischem Gebiet eine führende Stellung in der Welt ein. Das Diktat von Versailles hat uns in ein kleines, waffentechnisch unvollkommenes Heer eingeengt, um selbst die geistige Arbeit des deutschen Soldaten ist vielfach gefesselt und lückenhaft geworden. Das geschah in einer Zeit, da alle anderen Staaten versuchten, die umwälzenden Erfahrungen des Welt- „Ferien vom Ich" machen. — Ludwig Thoma: „ßausbubenge« schichten". Aus meiner Jugendzeit. Verbilligte Ncuausgabe mit 35 Zeichnungen von Olaf Gul- branffon. Preis in Leinen gebunden 2,80 Mart. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (129) — Es hat feine guten Gründe, daß die „Lausbubengefchicyten" Ludwig Thomas verbreitetstes Buch geworden sind. Einen neuen Reiz ae- winnen die „Lausbubengeschichten" durch die vielen Bilder, die Olaf Gulbransson äu der Neuausgabe beigesteuert hat. Sie sind an Lustigkeit und reifer Kunst Thomas Geschichten kongenial. So ist aus der Zusammenarbeit von zwei echten Künstlern ein kleines Meisterwerk entstanden, so sehr aus einem Guß, wie es nicht viele gibt zuholen, was durch eigene Schuld und unter äußerem Zwange versäumt worden ist. Daß wir dabei auch auf die Literatur des Auslandes zurückgreifen müssen, ist unerläßlich, da wir uns mit der Wirkung und Ausgestaltung der uns verbotenen Waffen vertraut machen müssen, denn gerade sie haben Wesen und Führung des modernen Krieges von Grund auf gewandelt. Die in diesem Buche behandelten Probleme gehen daher alle an, die dereinst einmal berufen sein könnten, für Deutschlands Leben die Waffen zu führen. Wenn der Osfensiogedanke, der Wille zum rücksichtslosen Angriff und zur Stetigkeit wird so nicht nur vor Einseitigkeit bewahrt, sondern vielmehr zu eigenem Nachdenken und selber gebildetem Urteil angeregt. Denn durchweg handelt es sich nicht um irgendwie nur für den Zweck des Buches zurechtgemachte Artikel, sondern meist finb die Darstellungen das Ergebnis bewußten wissenschaftlichen Forschens und beruflicher Ausübungspraxis. Abweichend von der Art des Lexikons, das durch die Registrierung des Stoffes zu belehren und Lücken zu füllen vermag und wohl für viele Fälle durchaus nützlich ist, wird hier die wirkliche Fruchtbarmachung und Duchdringung des Wissens durch den lebendigen Zusammenhang, der das Wesentliche in seiner vielfachen Beziehung und Verankerung erkennen läßt, vermittelt. Das Eingangskapitel führt in grundlegende Fragen ein: Vom Klang zum Kunstwerk, Musikästhetik, Musikerziehung (hier wohl von der berufensten Seite: Dr. R. M ü n n i ch). Im Mittelpunkt steht Fred Hamels 300 Seiten umfassende „Geschichte der Musik im europäischen Kulturkreis". Ein Genuß, diese in sich geschlossene, tief eindringende Darstellung zu lesen, überaus fesselnd durch die klare, gegliederte Stoffbeherrschung, die in dieser straffen und doch umfassenden Form z.Z. einzig dastehen durste; abgesehen von einigen mehrbändigen, größeren Veröffentlichungen. Der Abschnitt Instrumentalmusik gibt den einzelnen Meistern das Wort; u. a. legen hier Professor Walter Georgii (Klaviermusik), Professor Edwin Fischer (Interpretation am Klavier), Professor Georg Kulenkamp ff (Interpretation auf der Geige) ihre reichen Erfahrungen nieder. Den Fragen des Zusammenspiels wenden ich Sonderabhandlungen über Symphonie, Konzert, Ouvertüre und Kammermusik mit Werkeinführungen zu; Richard Strauß urteilt über Jnftrumen- tationsprobleme, und Furtwängler beleuchtet die Interpretation als eine musikalische Schicksalsfrage. Als Sachkundige des Gesangfaches sprechen neben anderen Lula Mysz-Gmein er über Lied- qestaltung, Prof. Kittel über Chorgesang. Unter „Musik und Theater" führt Erwin Kroll sehr ausführlich durch die Geschichte der Oper; Anna Bahr- Mi l D e n b u r ggeht anregungsreich auf „Buhnen- darstellung und Musik" ein. Unter dem Gesichtspunkt Musik und Gesellschaft" finden grundlegende Fragen über evangelische und katholische Kirchenmusik, Volksgesang und Hausmusik, Militärmusik (Heeres- musikinspizient Hermann Schmidt) u. a. m. ihre Erörterung. Die Musik der außereuropäischen Volker wie auch die Organisation des Musikbetriebs werden ebenfalls in den Betracktungskreis ein- bezogen. Recht brauchbar erscheint em Musikverzeich. nis (mit kurzen Daten). Dor allem aber seien die geradezu hervorragenden Bilderbeilaaen hervor- gehoben, einmal wegen der vorbildlichen Ausfüh- rung, bann aber wegen ber typischen Auswahl; ba wirb selbst dem Fachkundigen manches Gute begeg- ; nen. Wenn man den Vergleich zu anderen Der- . äffentlichungen zieht, so mochte einem in Anbetracht I der reichhaltigen Fülle der gebotenen Werte der , Preis als nieorig erscheinen. ur. n. Fremde Literatur. — Felix Timmermans: Kleine Leute in Flandern. Erzählungen. Mit einer autobiographischen Skizze. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7292. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf.; Ganzleinen 1,— Mark. — (57) — Dieses Bändchen Der- einigt einige der schönsten Erzählungen von Timmermans. Die Novellen sind untereinander verwandt. Alle spielen sie in den stillen flandrischen Kleinstädten und Dörfern, die Timmermans mit einer Fülle ureigener, köstlicher, aus dem Leben gegriffener Gestalten bevölkert, mit seinem tiefen und liebevollen Humor durchwärmt und mit dem Zauber ihrer verttäumten Atmosphäre umspinnt. — Richard Boleslawski: „Polnische Ulanen" Aus dem Englischen von Paul Fohr. Broschiert 3,80 Mark, Ganzleinen 4,80 Mark. Pro- pyläen-Verlag, Berlin. — (101) — Boleslawski hat ben Weltkrieg als Leutnant im Regiment „Polnische Ulanen" mitgemacht, bas in ben russischen Armee- verbänben gekämpft hat für bie Unabhängigkeit Polens, bie ihnen ber Großfürst Nikolai Nikolajewitsch für ben Fall eines Sieges ber Alliierten zugesichert hatte. Aus biesem Grunbe blieben bie Polen unberührt von ber großen Katastrophe, bie im britten Kriegsjahr zum Zerfall ber russischen Armee führte. Sie waren Pattioten unb Soldaten oon guter Disziplin und sahen mit Entsetzen in bas ungeheure Chaos, bas bie politische Zersetzung ber russischen Truppen hervorgerufen hatte. Die polnischen Ulanen, unter ber Führung ihres Pracht- vollen Obersten, haben sich gegen Die Feindschaft der revolutionären Soldaten zu wehren, bie in ben Polen Leute von antirevolutionärer Gesinnung sehen. Das Regiment hält eisern zusammen, es ver- steckt sich in Wäldern unb zerstörten Schlossern. Ader chließlich wirb bie Uebermacht zu groß, bie Polen entschließen sich, ihre Pferbe zurückzulassen unb sich einzeln in bie Heimat durchzuschlagen. — AinoKallas: SanktThomasnacht. Eine Erzählung. Berechtigte Uebersetzung aus Dem Finnischen von Rita Oe hq ui st. 60 Seiten. (Die Kleine Bücherei Nr. 48.) Albert Langen/Georg Mul- (er, München 1935. — (97) — Mit bieser schlcksals- schweren Erzählung aus ber Frühzeit bes Deutschen Orbens stellt bie „Kleine Bücherei" eine finnische Dichterin vor. Die beutschen Drbensrittcr kämpfen um ben Raum ber baltischen Provinzen, ihnen gegenüber steht heibnisches Volkstum, bas zugleich um seine Heimat unb um seinen alten Glauben kämpft. Die uralten heibnischen Mächte ber östlichen Welt wehren sich gegen bas junge kampferi che Christentum. Es wird erzählt von verzweifelter Mutterliebe, bie sich vermißt, ben letzten Sohn M retten durch Verrat des eigenen Volkes unb von schwerer, bitterer Buße für Untat unb Unheil. In der Brust der einen Mutter ringt ber alte Helden- sinn eines kriegerischen Volkes mit dem ursprünglichen Instinkt jedes mütterlichen Wesens, um leben Preis zu erhalten, was feinem Schoß entwuchs. Es ist ein starkes Werk einer echten Dichterin, der Atem ber großen Helbengesänge aller jungen Volker weht darin, wir hören einen Klang zu uns bringen, der uns vertraut ist, und den zu hören unser Dolk gerade jetzt bereit ist. — Karl Staehlin: Geschichte Ruß- l lanb 5 von ben Anfängern bis zur G e - : genmart. Bcmb III. Don Kaiser Paul bis zum l Ende des Krimkrieges. 552 Seiten unb 2 Karten. I Preis kart. 13,50 Mark, in Halbleinen 16,— Mark. - Ost-Europa-Derlag in Königsberg i. Pr. — (12) — ' Der schnelle Fortgang bes mobernen Stanbarb- 1 werks russischer Geschichte füllt eine schmerzlich empfunbene Lücke aus, bie bislang weniger bem Historiker vom Fach als vor allem bem politisch interessierten Laien es wesentlich erschwerte, sich 1 die solide untermauerten Grundlagen zum rechten : Verständnis der großen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungslinien in dem unermeßlich weiten und deshalb uns leicht nebelhaft verschwommen und undurchsichtig erscheinenden osteuropäischen Raum zu verschaffen. Die vielen, meist nur knapp unter die Oberfläche eindringenden Reiseberichte, soziologischen Betrachtun» gen und politischen Schriften über den heutigen russischen Rätestaat können kein vollständiges Bild geben von den tief in der Eigenart unb geschichtlichen Entwicklung des russischen Volkes begründeten großen Problemen Osteuropas und den aus ihnen sich ableitenden politischen Zielen ohne genaue Kenntnis der früheren Epochen der russischen Geschichte. Hierzu ist Staehlins. großartiges Werk der beste Weg. Es fußt auf einer Reihe erst jüngst er- fchlofsener Quellen, die namentlich für die inner- politischen Verhältnisse des Zarenreiches in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderks ganz neue Einblicke geben. Zudem ist die Darstellung des 23er- faffers, der als Professor für osteuropäische Ge- schichte an der Berliner Universität vielleicht in Deutschland der beste Kenner der Materie ist, so flüssig und fesselnd geschrieben, daß es ein ästheti- scher Genuß ist, das umfangreiche Werk zu lesen. Der eben erschienene Band enthält die Zeit Pauls I. und seiner beiden so verschiedenartigen Söhne Alex- ander I. und Nikolaus I. Kaiser Paul, in dem sich weltfremde romantische Vorstellungen mit einer zu. geistlosem Gamaschendienst ausgearteten Vorliebe für das Soldatenhandwerk zu einem wunder- lichen Gemisch finsterer Willkürherrschaft vereinten, spielt in der großen Epoche des geistigen Umbruchs, der sich von Frankreich aus vorbereitet, eine singuläre Rolle. Wichtiger wird die Persönlichkeit Alexanders, unter ixem die politische Romantik zu den ersten großen sozialen Reformversuchen in Rußland führt. Ein Höhepunkt in diesem Buch ist die ungemein fesselnde Darstellung der Außenpolitik Alexanders, die in seinem in allen Schattierungen wechselnden Verhältnis zu dem großen Ge- Deutsche Erzähler. — Paul Keller: „Ferien vom Volksausgabe, 391. Tausend, Ganzlwd. 2,85 Mark. Bergstadtverlag, Breslau. — (132) -- Dn Film gleichen Namens hat diese wunderliche Geschichte von dem Landsanatorium, in dem jeder Namen, Titel, Kleider, Geld abgeben muß, um wirklich einmal radikal den „alten Adam abzulegen", bekannt genug gemacht. Aber man lese das Buch, und man wird spüren, wie weit das Wort eines Dichters mächtiger ist als der Film. Besonders bei einem solch lachenden Weisen wie Paul Keller, dessen blühende Phantasie, ursprüngliche Erzählergabe und aus gläubiger Zuversicht erwachsende Lebenskraft uns allein schon das Leben seines Buches zu des Erfrierens. — Käte Kestien: Als bie Männer im Graben lagen. Ein autobiographischer Roman. Preis kartoniert 3,80 Mark. Ganzleinen 4,80 Mark. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. — (100) — Dies sind die Kriegserinnerungen einer Frau. Sie hat aufgeschrieben, was sie an der anderen Front, an der Front der in der Heimat Gebliebenen, erlebt hat. Sie hat das niedergeschrieben, was Millionen mit ihr erlebt haben: Frauen und Kinder und alternde Männer. Es ist Die Geschichte dessen, was eine deutsche Familie vom Beginn des Krieges an bis zu seinem tragischen Ende in Geduld und Armut und Tapferkeit erlebt hat. Aber es ist auch der Roman der jungen deutschen Frau, die, um das eigene Kind und die Mutter unb bie Geschwister zu erhalten, Munitionsarbeiterin wird unb an all ben harten, hoffnungslosen Tagen ihre Schicht abarbeitet. So unerbittlich biese (Erinnerungen auch finb, wenn in ihnen bie Schrecken bes Krieges ge- schildert werben, so schrieb sie boch eine Frau mit empfinbfamem Herzen unb regen Sinnen. - — - - 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 0» y ,tb Modefarb.,p.m 2658 A Zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen! | übernommen habe. Mit freundlicher Empfehlung und deutfchem Gruß Franz Neidert. Achtung! Samstag, den 4. Mai, abends, Künftlerkonzert 2649 D lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll 2683 A iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiii Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Der verehrten Einwohnerfchaft von Gießen und Umg. zur gefL Kenntnis, daß ich ab Samstag, den 4. Mai 1935, das Meine langjährige Tätigkeit als Küchenchef, Konditor und zuletzt als Galt- ftätteninhaber bietet meinen verehrten Gälten befte Gewähr für gute Bedienung. DEERING Älbad-Grasmäher mit Zentralschmierung herrschende nung must ßen die L Löwen, di Die St.-P Nacht sorc °nen dara liin 4 llh {•nunter Wern Mls-Kath Mn die ihre ZM Fred las; die Auskunft war gut, das Ehepaar van Zoomen sollte in den denkbar besten Verhältnissen leben — das Geschäft kam allen Verpflichtungen prompt nach. Fred ließ den Zettel sinken. „Ich kann mir nicht helfen, mir gefallen die Leute nicht; er schon gar nicht. Wir haben nämlich das Ehepaar auf der Hochzeitsreise in Venedig getroffen. Sie ist schließlich nur sein Spielball. Und was nützt das groß« Vermögen, wenn es ihr allein gehört? Bei der Lebensweise des Mannes wird bald nichts mehr von dem Geld übrig sein. Auch habe ich nichts gemerkt, daß er seinen Verpflichtungen prompt nachkommt. Er bezahlt nur mit Akzepten, die selten eingelöst werden. Es heißt, in dem Falle äußerst vorsichtig zu sein. Hast du weitere Sendungen zurückgehalten?" „Der Rest der Waren war gerade abgegangen, als deine Depesche eintraf." „Das ist fatal. Hätte ich die Depesche nur gleich aufgegeben und mich nicht erst schlafen gelegt. Er schuldet uns jetzt annähernd dreißig Mille, das wäre ein schlimmer Verlust. Ich wundere mich nur Über die mangelnde Menschenkenntnis des Herrn Scholz. Hätte ich den Mann gekannt, ich hätte gern auf die Verbindung verzichtet." „Vielleicht siehst du zu schwarz. Es gibt, nach der Auskunft zu urteilen, mehr Leute, die ihn für gut halten." „Möchten die anderen recht haben, ich glaube es nicht. Ich halte ihn für einen ganz geriebenen Gauner. Ich hätte mir nur gewünscht, mehr aus ihm heraushorchen zu können. Trotz seiner Weinseligkeit war er nämlich sehr vorsichtig, und ich habe mir drei Nächte seinetwegen um die Ohren geschlagen. Die Frau mag ja Geld haben, sie trug wenigstens stets ein Vermögen spazieren, vorausgesetzt, daß die Edelsteine echt waren." Er seufzte leicht auf. „Morgen mehr davon", fuhr er fort, sich zum Weggehen rüstend. Es war Nacht, als sie das Geschäft verließen. „Wie war's in Venedig?" fragte Ernst, als das Auto sie nach Frankfurt brachte. „Schön! Aber nach dem stets blauen Himmel habe ich fast Sehnsucht nach Regen, wie ich mich nach dem Nichtstuerleben überhaupt auf die Arbeit gefreut habe. Du glaubst auch nicht, wie gut mir ein frisches Glas Bier heute munden wird." Er 'beugte sich vor, gab dem Chauffeur Anweisung, nach dem „Kaiserkeller" zu fahren. „Aber Fred, heute gehörst du doch deiner Frau!" „Komm mir nicht immer mit meiner Frau. Der !n°“' oCS Geschäftsverlegung Mein Friseur-Geschäft (früher Ludwigstraße 36) befindet sich jetzt 01898 Otto Ritsert. In |t das führende Haus MODEL WAMLOWIEIBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele za Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Ganzleinenband, Größe: 20 x26cm, nur RM. 4.80. — Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag • Bln.-Lichterfelde WIE Müll.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Funf-Türme-Derlag, Halle (S.). Zu! ?“fMe ,ei i* ®ienta SU-ta ™ hakt , ,Nrenb l’nbt n w «4 W N M W* r-eOtU fb iiplor Men b 11 Konic En »»Der; und Ai be Sm' Glas und Porzellan Eß-, Kaffee- u. Teeservice, mehrere hundert Teller u. Tassen aller Art. 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Ich habe mein Zimmer gewechselt, das ist alles." „Und sie?^ fragte er wie vorher. „Ich habe ihr kein Härchen gekrümmt. Zur Liebe kann ich mich nicht zwingen." „Aber zur Kameradschaft." „Kameradschaft! Das ist ein leeres Wort zwischen Mann und Frau. Frauen schließen keine Kompromisse dieser Art. Sie wollen den Mann ganz, wollen ihn sich untertan machen. In demselben Maße, wie der Mann sie umschmeichelt, wächst ihr Wert. Alle wissen das, auch Liane. Sie spielt jetzt die Gekränkte, die Beleidigte, weil sie für mich nichts bedeutet." „Sie könnte aber die Leidende nicht nur spielen, sie könnte es sein." „Ach, du denkst viel zu hoch von den Frauen, obwohl du sie nicht kennst." „Da hast du recht — ich kenne sie nicht." „Sei froh drum. Hätte ich sie nie kennengelernt, mir wäre wohler." Das Auto hielt vor dem Restaurant. Fred zögerte kurz, dann gab er dem Chauffeur Anweisung, zu warten. „Nett von dir, daß du doch heimfährst!" sagte Ernst, als sie eintraten. „Sie kann sich bei dir dafür bedanken; aber es ist nur das eine Mal." — ’ Die Damen warteten schon mit dem Nachtmahl auf ihn. Frau Widemann hatte sich nicht lange zum Bleiben nötigen lassen; sie war viel zu sehr von der echt weiblichen Neugierde erfüllt, zu wissen, wie die Ehe sich anließ. Daß Liane blaß und elend aussah, war für die Tante kein Grund, die Ehe für unglücklich zu halten. Schade, daß aus Liane nicht das geringste herauszubekommen war. Fred war viel lebhafter, er erzählte allerlei von der Reise, lobte Hotels und das Essen, tadelte anderes, sprach auch von Reisebekanntschaften, von dem herrlichen Wetter und dem schönen Baden am Lido. Frau Widemann konnte sich nicht helfen, ihr gefiel Lianes Mann außerordentlich gut, und wie angenehm berührte es sie, daß er sich auch als junger Ehemann nicht gehen ließ, daß er auch jetzt durch und durch Kavalier war. Frau Widemann berichtete ihrerseits von allen möglichen Klatschereien: Irene führe ein großes Textil waren Strümpfe, Socken, Sport- Strümpfe, Kniestrümpfe, Taghemden u.Nachthemd., Prinzeßröcke, Schlüpfer, Sporthemden und Oberhemden,Normalhosen,Unterhosen, Kragen, Hosenträger, Handarb , Kinderwäsche, Erstlingsausstatt., Stickereien.Gardin.,Tischdecken, Kolter usw. usw. Spielwaren Bälle, Puppenwag., Sportwagen, Puppen. Bären, Stofftiere, Sandwagen und Sandspiele, Kindergartengeräte, Holzpferde, Schaukelpferde, Puppenmöbel, Aufziehsachen, Autos, Eisenbahnen, Turngeräte, Springseile, Schaukeln usw. ganz besonders billig BRAND-PLATZ Telefon 2208 — Früher Brück herrl neuc die 'm.- 'Ur-