Nr. 53 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, 4. März 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrLhI'jche Univerfilätrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Sieben. 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Sie soll die deutsche Volkswirtschaft stärken durch weitere Belebung des inneren Marktes und durch Wiedergewinnung der Auslandsmärkte und dadurch zu erneuter Verringerung der Arbeitslosigkeit in Deutschland beitragen! Gez.: Adolf Hitler." schasfungsmittel abzubauen. Eine Preisüberwachung, die solche Wirkung hätte, sei also schon der Anstrengung wert. Die Mittel dazu dürfen aber nur rein organisch sein und müssen sehr vorsichtig angewendet werden. Man müsse die organischen Bestandteile der Preise prüfen und erfassen. Ls kann sich aber immer nur darum handeln, die Gleichwertigkeit der Lei st ungen untereinander zu sichern. Dabei ist darauf hinzuweifen, wie wenig Preisbindungen aller Art dem Leistungsprin- z i p entsprechen. Sie hindern vor allem die Ausnutzung der besten Betriebe zur höchsten Leistungsfähigkeit. Das Bekenntnis zur L e i st u n g ist immer ein Bekenntnis zum Mut, zur Selbständigkeit und zur Verantwortung. Das sind die königlichen Kaufleute, die Jndustrieführer und die stolzen Handwerker, die das richtige Urteil für das, was man zweckmäßig tut, und das, was man zweckmähig läht, in sich tragen, die mit dem Risiko nicht spielen, aber auch das Risiko nicht scheuen. Solcher Naturen bedürfen wir heute mehr denn je. Auch der Weltmarkt, auf den die Leipziger Messe wieder einmal aller Augen richtet, wird beherrscht von L e i st u n g e n, und er wird erschlossen, wenn die Völker gegenseitig ihre Leistungen a n - erkennen, denn nur dann kehren Achtung und Vertrauen zurück. Die Leipziger Messe des Frühjahres 1935 hat die besondere Aufgabe, den Blick auf das gemeinsam und durch Leistung zu Erreichende xu richten. Die Leipziger Messe, aus deutschem Unternehmergeist aeboren, stellt sich freudig in den Dienst der sinnfälligen Aufklärung und der intuitiven Erkenntnis. OerZug derSalzburger Ein Jubiläum deutscher Siedlung. In der ostpreußischen Stadt Gumbinnen steht ein Bronzedenkmal von der Meisterhand Rauchs, das im Jahre 1835 errichtet wurde; es erinnert an die Besiedlung O st Preußens durch 20000 Salzburger Bauern und Handwerker, die hundert Jahre vorher, 1735, durch den religiösen Verfolgungswahn des Erzbischofs Firmian um ihres protestantischen Glaubens willen aus ihrer Heimat vertrieben wurden und auf Einladung des preußischen Königs Friedrich Wilhelms L, des Soldatenkönigs, in einem mühevollen Marsch durch ganz Deutschland zogen, um sich in der östlichsten Provinz Preußens anzusiedeln, sich eine neue Heimat zu schaffen und dem werdenden preußischen Staat wertvolles Menschenmaterial zu seinem Aufbau zu liefern. Fünfzig Jahre später wurde im Potsdamer Lu st garten demselben Geschehnis ein zweites Denkmal errichtet, zugleich am Orte und zum Gedächtnis des Wirkens jenes preußischen Königs, dessen Geschichtsbild lange im Schatten seines genialen Sohnes, des großen Friedrichs, stand; erst die Gegenwart, die Ostpreußen aufs neue wie damals vom Körper des preußischen Staates und des Reiches losgetrennt sieht, in der die preußische und deutsche Staatsführung vor ähnliche wirt- schaftliche und politische Probleme gestellt ist wie vor 200 Jahren, beginnt der Persönlichkeit des „Baumeisters des preußischen Staates" volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. In seinem Lebenswerke bildet die deutsche Besiedelung Ostpreußens eine der kühnsten und am weitesten in die Zukunft schauenden Taten, der sich die heute lebende Generation aller Deutschen in diesem 200. Jubiläumsjahre in Dankbarkeit erinnert: die Erhaltung dieses deutschen Landes im großen Zusammenbruch des Jahres 1918 ist nur möalich gewesen, weil die Nachkommen der von Friedrich Wilhelm ins Land gerufenen Siedler es so zäh festgehalten haben, daß es auch die Unersättlichkeit und Skrupellosigkeit der Gegner nicht anzutasten wagten. Ostpreußen war seit dem schwedisch - polnischen Kriege (1644) zu einer menschenleerenWüste geworden. Die im Solde Polens stehenden T a r - tarenhorden hatten 13 Städte und 250 Dörfer und Flecken in Asche gelegt, 23 000 Menschen er» schlagen und 24 000 in die Sklaverei verschleppt; zugleich aber hatten sie die Pest ins Land gebracht, die unter der Bevölkerung noch ärger hauste, als sie selber. Allein in Königsberg raffte sie 10 000, in der ganzen Provinz 20 000 Menschen hinweg; auch der Viehbestand in dem rein bäuerlichen Lande war durch eingeschleppte Viehpest so gut wie vollständig vernichtet. Das „Retablissement Ostpreußens" war daher eine der dringendsten Aufgaben, die der Soldatenkönig bei seinem Regierungsantritt vor- fand. „Ich denke Tag und Nacht, wie das schöne Land wieder florissant gemacht werden kann", schrieb er 1722 an seinen Freund und Ratgeber in allen Staatsgeschäften, den Fürsten und Feldmarschall Leopold von Anhalt, und „M e n s ch e n halte ich für den größten Reichtum eines Landes". Diese konnten in den übrigen Provinzen Preußens nicht gefunden werden, das selbst damals nur etwa 2,5 Millionen Einwohner zählte und in vielen seinen Teilen siedelungsbedürftig war. Als die Vertreibung der Salzburger Protestanten einsetzte, lud der König sie durch öffentliche Kundgebungen in sein Land ein, stellte sie unter seinen Schutz und erkämpfte ihnen durch diplomatische Vorstellungen und Drohungen den Durchzug durch die katholischen Länder. Als er hörte, daß statt der von ihm erwarteten 5000 bis 6000 deren 20 000 kämen, schrieb er: „Sehr gut! Gottlob! Was tut Gott dem Brandenburgischen Hause für Gnade!" In seinem Werke „Der Baumeister des preußischen Staates", das dem Andenken an den großen Realisten unter den Königen gewidmet ist, erzählt Friedrich von Oppeln-Bronikowski interessante Einzelheiten von dieser deutschen Völkerwanderung, die ja auch die Anregung zu einem der schönsten Denkmäler der deutschen Literatur, zu Goethes „Hermann und Dorothea" gegeben hat. Zwanzig, ja zweiunddreißig Zuge sollen es gewesen sein, ein ganzes Volk auf Wanderung, wie jene frühgeschichtlichen Heerzüge germanischer Stämme auf der Suche nach neuen Wohnsitzen aber in einer Zeit, die solche elementaren Ereignisse tm Völkerleben nicht mehr gewöhnt war. Freilich waren über 800 Auswanderer, meist Kinder, den furchtbaren Anstrengungen des winterlichen Fußmariches erlegen. In Potsdam empfing der König selbst die ersten, ließ sie von dem Hosprediger Cochius aus ihren Glauben prüfen, befragte sie selbst, und da er ihre Antworten bescheiden und evangelisch befand, ließ er reichlich Geld unter sie verteilen, sprach viele an und sagte immerfort: „Ihr sollt s gut bei mir haben, Kinder." Ein anderer Zug begegnete ihm auf der Landstraße bei Zehlendorf. (Er forderte sie auf, ein Kirchenlied zu singen, und da sie die Melodie nicht kannten, fing er selber mit lauter Stimme zu singen an, und die Menge stimmte ergriffen ein. In Berlin wurden sie von der Königin empfangen und von den Einwohnern beherbergt; vollends in Königsberg wurde ihnen ein großer Empfang zuteil. Ein Teil der neuen Landeskinder wurde auf dem Seewege über Stettin befördert, doch der Anblick des Meeres und die stürmische Ueberfahrt erfüllte sie mit Grauen. Noch schwerer fügten sich dte Kinder des südlichen Alpenlandes in die neuen Verhältnisse, in das rauhe nordische Klima und die norddeutsche Tiefebene. Es war kein Land Kanaan, in das sie kamen, sondern der preußische Staat mit seiner ganzen jugendlichen Strenge. Doch auch dies rst zur Lehre und Mahnung für unsere Tage zu sagen: dieses wohl größte Sied- lunsswerk der neueren Geschichte, das in der jüng- Leipzig, 3. März. (DNB.) Die große Frühjahrsschau des deutschen Volksfleißes, die Leipziger Frühjahrsmesse 1935, wurde am Sonntag eröffnet. In den Messehäusern und draußen auf der großen Technischen Messe war fast jeder Stand besetzt. Der Messesonntag brachte bereits auf vielen Gebieten ganz beträchtliche Abschlüsse. Im einzelnen ist festzustellen, daß gute Reise- und Kraftwagenkoffer viel gefragt sind. Auch Spielwaren in guter Ausstattung wurden bereits in ganz ansehnlichen Mengen bestellt. Geräte und Gegenstände für den Hausbedarf sind sehr viel gefragt und diese Nachfrage erstreckt sich nicht nur auf reine Einrichtungsgegenstände, sondern auch auf Gebrauchsgegenstände im weiteren Ausmaß. Bemerkenswert ist das Angebot von Warmwasserspeichern kleineren Umfanges, sowohl für elektrische, wie Gas- als auch für Kohlenheizung. Wie immer bringt die Messe eine Reihe von Sonderausstellungen im Rahmen einzelner Gebiete. So hat das deutsche G a s f a ch eine Betriebs-Musterschau in Halle 20 eingerichtet, in der das Gas sowohl als Werkzeug- und H e i z st o f f für die Industrie, wie auch a l s Wärmequelle für alle Arten der Verwendung im Haushalt dargestellt ist. Holz hat ebenfalls eine Sonderschau, bei der aller Verwendungsmöglichkeiten des Holzes gedacht ist und bei der eine Bonbonniere mit „Konfekt a u s H o l z", also Erzeugnisse der Holzoerzuckerung, besonders auffällt. Bei manchen dieser Sonderausstellungen, wie beim Stahl, tritt deutlich der Gesamtantrieb der deutschen Wirtschaft durch die Maßnahmen der Reichsregierung in Erscheinung. Im Städtischen Kaufhaus hat der deutsche Großhandel eine Aufklärungsstelle eingerichtet, in der jeder Besucher durch eindringliche Bilder und Aufzeichnungen über die Aufgaben und die wirtschaftliche Notwendigkeit des Großhandels zur Verteilung der Erzeugnisse unterrichtet wird. Im Ringmessehaus befindet sich die Werbe- stelle der Deutschen Arbeitsfront mit ihren weitläufigen Einrichtungen, hauptsächlich bei der Stellenvermittluna in den Berufen der kaufmännischen und technischen Angestellten. Das Ring- messehaus beherbergt ferner zwei Auslandsausstellungen, die staatliche Ausstellung der Erzeugnisse Japans und die der Erzeugnisse Italiens. Einen großen Raum hat die Technische Not- Hilfe für sich belegt, der von allen Gruppen der Technischen Nothilfe aus ganz Deutschland mit Schaustücken beschickt worden ist. Der Besuch der T e x t i l m e s s e war sehr gut. Aus dem A u s l a n d e waren zahlreiche Inter» essenten erschienen, so aus Holland, der Schweiz, den nordischen Staaten, England und Ungarn. Es befinden sich darunter Vertreter yroßer Konzerne, die teilweise Probebestellungen ausgeben. Die Aus- sten Zeit vielleicht nur eine Parallele gefunden hat in der Ansiedelung der kleinasiatischen Griechen m Thrazien nach der Niederlage der Griechen gegen die Türkei Kemal Paschas, stellte an Staat und Siedler die größten Anforderungen an Opfer und Geduld, die auch Enttäuschungen und Schwierigkeiten zu überwinden hatten. Der vom König mit der Leitung des Siedlungswesens betraute Minister d. Goerne klagte, daß die Tagelöhner nicht arbeiten wollten, daß die Bauern die Vereinbarungen nicht hielten und behaupteten, nicht bestehen zu können. Der König selbst hatte Krisen der Niedergeschlagenheit, in denen ihm die ganze Kolonisationsidee verfehlt erschien. Trotzdem blieb er unermüdlich tätig, befriedigte alle billigen Forderungen der Kolonisten, und die schonende und staatskluge Art seiner Beamten zerstreute allgemach alle Miß- Helligkeiten. Der Grundgedanke der Anfüllung eines national und wirtschaftlich exponierten Landes mit Menschen erwies sich als richtig und fruchtbar. Mit ihnen strömten große Geldsummen ins Land. Der größte Reichtum aber, den die Siedler mitbrachten, war ihr Fleiß. Industrie und Landwirtschaft blühten auf, und nach Ablauf einiger Jahre begännen die neuen Landeskinder, wenn auch anfangs mit Murren, Steuern zu zahlen und wehrfähige Männer zu stellen In der Folge hat Ostpreußen seine Dankesschuld reichlich abgetragen; es hat Korn und Soldaten geliefert, wie keine Provinz, aber auch aufrechte echte Männer genug in Kunst. Wissenschaft und Politik. Schon im Jahre 1734, also ganz kurze Zeit nach der Einwanderung der Salzburger, schrieb der Kronprinz Friedrich, der mit seinem Vater das Land bereist hatte, an seinen Freund Voltaire: „Litauen war durch die Pest verheert. Zwölf bis fünfzehn entvölkerte Städte und 400 bis 500 unbewohnte Dörfer boten ein trauriges Schauspiel. Die Aecker wurden urbar gemacht, das Land bevölkert, der Handel hoch gebracht, und jetzt herrscht mehr denn je Ueberfluß in dieser Provinz, die zu den fruchtbarsten Deutschlands gehört. In dieser hochherzigen Arbeit, durch die der König eine Wüstenei bevölkert, sie fruchtbar und glücklich gemacht hat, finde ich etwas Heroisches../ Die moderne wirtschaftliche Entwicklung und die politischen Veränderungen des Versailler Vertrags haben Preußen und das ganze Deutschtum aufs neue vor eine ostpreußische Frage, die Ausgabe der „Retablierung" gestellt. Die I n d u st r i a li s i e » r u n g Deutschlands und die gesetzgeberische Der» nachlässigung der Landwirtschaft treibenden Bevöl- terun-g und Landesteile haben schon vor dem Kriegs steller sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden, weil sich erwarten läßt, daß die geschäftlichen Ergebnisse in den nächsten Tagen weitere Fortschritte auf- weisen werden. Auf der großen Technischen Messe und Baumesse erreichte der Besucherstrom eine fast beängstigende Größe. Bis 13 Uhr hatten 46 000 Besucher allein das Ausstellungsgelände der Technischen Messe betreten. Man kam oftmals nur mit Mühe an die Stände heran. In Halle 12 der Technischen Messe waren in den Haupt- verkehrsstunden die Besucher genötigt, sich, bevor sie Zulaß fanden, am Eingang anzustellen. Bei einem Presseabend, den das Leipziger Messeamt den zur Messe zusammengekommenen Berichterstattern aus aller Welt gab, sprach der Reichskommissar für die Preisüberwachung Oberbürgermeister Dr. Goerdeler über seinen Aufgabenkreis. Das erste Ziel des Reichskommissars für die Preisüberwachung konnte nur fein, zunächst alle weiteren Preis st eigerungen abzu- st o p p e n. Es fragte sich, ob es im Augenblick noch andere Ziele der Preisüberwachung geben kann und ob man sie jetzt in Angriff nehmen will. Die erste Frage ist zu bejahen. Die Antwort auf die zweite Frage ist und bleibt sowohl politisch wie wirtschaftspolitisch. Wenn es nämlich gelänge, die Preise nicht nur zu halten, sondern durch verständige Maßnahmen zu senken, so wäre das ein doppelter Vorteil. Vor allem würde die Kaufkraft immer lebendiger werden. Heute wird ja durch das Maß der öffentlichen Aufträge und durch andere Maßnahmen die Kaufkraft der breitesten Verbraucherschichten möglichst erhalten, so daß ein sinkender Preis sofort zu steigender Nachfrage irgendwelcher Axt führen müßte. Selbst wenn die überschüssige Kaufkraft nur gespart würde, wäre das ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil Von besonderer Bedeutung aber würde eine solche Bewegung der Preise für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmärkte sein, dessen Waren in der Welt, der teuren Erzeugung wegen, schwer abgesetzt werden können, nämlich dort, wo andere Völker als Wettbewerber auftreten. Ein niedriger Preisstand würde außerdem auch der Erhaltung des Gleichgewichtes der öffentlichen Haushalte dienen. Durch die Senkung ihrer Ausgaben würde eine Senkung der öffentlichen L a st e n eintreten. Dies wiederum würde zur Stärkung der natürlichen Lebenskräfte der Volkswirtschaft führen, und es wäre dem Staate möglich, allmählich den Umfang der öffentlichen Arbeitsbe- eine immer mehr zunehmende Abwanderung aus Ostpreußen in die westlichen Industriegebiete und Großstädte zur Folge gehabt. Als dann der polnische Korridor zwischen das Reich und seine östlichste Provinz gelegt wurde, das allgemeine wirtschaftliche Elend auch die deutsche Ueberseewande- rung wieder antrieb und die Landwirtschaft nach dem Milliardentraum der Inflation völlig zusammenbrach, nahm die Entvölkerung Ostpreußens so deutliche Formen an, daß sich auch die früheren Regierungen diesem nationalen Problem nicht verschließen konnten. Aber die Geschichte der ersten ostpreußischen Siedelung durch Friedrich Wilhelm I., die wir hier ins Gedächtnis zurückgerufen haben, zeigt, daß ein solches Werk nur gelingen kann, wenn ein einziger großer und gläubiger Wille hinter ihm steht. In den vergangenen zweihundert Jahren mag sich viel verändert haben, was für die jetzt gestellte Aufgabe andere Lösungen fordert. Aber die grundlegenden Gesichtspunkte sind noch immer Dr. Ley sprach im Leipziger Rathaus vor geladenen Wirtschaft- und Betriebsführern sowie vor Pressevertretern über die Bedeutung der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Ley ging dabei davon aus, daß für den neuen deutschen Menschen das Leben nur Sinn und Zweck habe, wenn es sich in die Gemeinschaft einordne. Der Nationalsozialist bringe seine Haltung in Einklang mit den gemeinsamen Zielen seines Volkes. Dabei achte er die anderen Völker; denn jedes Volk sei für die Gesamtzeit der Nationen notwendig. Der deutsche Arbeiter habe den Gedanken der Gemeinschaft voll in sich ausgenommen und werde den Klassenkampf niemals mehr mitmachen. Jedoch auch der Arbeitgeber reihe sich voll und ganz in die Arbeitsfront ein. Dann fuhr Dr. Ley fort: Im Betrieb gehören B e- triebsführer und Gefolgschaft zusammen. Wir müssen diese Gemeinsamkeit solange exerzieren, bis die Betriebsgemeinschaft n i e mehr aufzulösen ist. Nun sind weit über 90 v. H. aller schaffenden Deutschen in der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossen. Heute wagt es kein deutscher Unternehmer mehr, fein Geld über die Menschen zu setzen. Er ist überzeugt, daß das dieselben: alles nur wirtschaftlich Nützliche wird überragt durch die nationale Notwendigkeit, den deutschen Osten durch eine dichte, an die Scholle gebundene deutsche Menschenschicht vor dem Einbrechen fremder Herrschaft zu schützen und das mittelalterliche Kolonisationswerk zu halten. Dafür aber gilt noch immer das Wort des Soldatenkönigs als das beste Mittel: „Menschen halte ich für den größten Reichtum eines Lande s", nachdem es der deutschen Wiedergeburt gelungen ist, jenen Wahn auszurotten, daß ein Volk durch Kontrolle und Beschränkung seines Nachwuchses sich eine mathematisch ausrechenbare Wohlfahrt sichern könne. Mit einer solchen Einstellung wäre freilich die neue Besiedlung des Ostens nicht glücklich durchzuführen gewesen. Es möge aber von guter Vorbedeutung sein, daß das Werk, dessen Geist und Willen uns richtig führen und leiten kann, gerade jetzt durch den Äblauf einer großen geschlossenen Zeitspanne lebendig vor uns ersteht. wertvoll st e Kapital in seinem Unternehmen b i e Menschen sind. So ist der Umbau auf dem Gebiete der Wirtschaft und der Sozialpolitik durchgeführt. Allerdings haben wir auch heute noch auf anderen Gebieten zuviele Organisationen, welche aber bald verschwinden werden; denn Organisationen haben nur Zweck, wenn sie allen Menschen Glück und Vorteile bringen, nicht aber nur einzelnen. Die Deutsche Arbeitsfront soll in Zukunft die Selb st Verwaltung der schaffenden Menschen werden. Jeder Deutsche soll seinen Arbeitsplatz haben. Sozialismus ist ausgerichtete Gemeinschaft, ein nationalsozialistisches Bataillon, in dem jeder nur soviel fordern darf, wie er bereit ist, für die Gemeinschaft zu geben. Vor der Forderung steht aber das Opfern, um eine zufriedene, glückliche Nation zu schaffen. Wer etwas leistet, hat das Recht und die Pflicht, zu fordern. Der Fordernde und der Ablehnende sollen aber ehrlich und wahrhaftig zu einander fein. Die bisherigen Erfolge Adolf Hitlers sind die besten Garanten dafür, daß Deutschland groß und stark und glücklich sein wird. Die Selbstverwaltung der schaffenden Menschen Dr. Ley über die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront. Wie gericht 1 oerratss Gesandt klagte g einer 2 wegen begründ Rinteler den ihm ge5 a 25. Juli er sich Bildung fügung Rintelei anwalt erste 9i Dr. Do! Geschäst in das pörer h Dr. Rii Bundes worden, telen hc men." 2 auf wl Set rung V Vesu« Vesu' stea eial/k die telen- hat, du auch gei ab nicht daß die Halles b Der ei fufo und standen hc len aus i er die 211 nichts ge sichern. 9 gesagt, d nennen worden daß mai er tatjäi zu einer daß die gehe da enger $ movdvei ordentli Eicherh wissen < onmalt: gegen : Sum ( tur fii Jen, -a in eine möglich reicht e Dr. 9 Entsend mit Dr auf den ®r. Hin einetn bt tooröen. honoifo^i ""sche In ein sekretäl, aßt, s-Z abgel? Ein Sei1 Lage e > del letzt viele l Pans, u Schaupla Oer we! Berlin b ZU können. im hes- zuverlässigen Reservisten durchsetzen General prastrras aus Cannes abgereist? Die Vorgänge in Athen. Eine Regierungsdarstellung über den Ausbruch des Aufruhrs. Die Regierungsstugzeugemeldenschwere Verluste der aufständischen Marine. Nacht, in der der Putsch unternommen wurde, wurden von der D e n i z e l o s gehörenden Villa in Athen Lichtsignale beobachtet, auf die ein anderes Haus antwortete. In der Villa wurde bei einer Haussuchung ein wahres Waffenlager entdeckt. — Bei der Beerdigung eines Todesopfers der Athener Kämpfe spielten sich erregte Szenen ab. Die wütende Menge forderte durch laute Rufe den Tod am Galgen für die Meuterer. Ihre gesamte Kraft zur Verfügung zu stellen. Ich bin davon überzeugt, daß Sie auch in der Zukunft Ihre Pflicht erfüllen und daß Sie dem leuchtenden Vorbild, das Ihnen der Führer gibt, nacheifern werden. gez. Jung, Staatsminister." Thronentsagung des Königs von Giam Athen, 4. März. (DRV. Funkspruch.) Die Verhandlungen, die Admiral Typaldos im Auftrage der Regierung mit den bei der Insel Milos ankern- den Aufständischen eingeleilet hatte, sind gescheitert. Die Kriegsschiffe der Aufständischen wurden von den zur Verfolgung ausgefandten Regiegierungsflugzeugen mit insgesamt 25 Kilo Bomben belegt. Auf den Schiffen wurde großer Schaden angerichtet, und unter der Besatzung brach eine Panik aus. Die Schiffe trennten sich voneinander, um den Fliegern den Angriff zu erschweren. Außer der schweren Beschädigung des Panzerkreuzers „Georgios Awer off in der Suda-Bucht (Kreta) melden die nach Athen zurückgekehrten Flugzeuge, daß in der Nähe von Kythera ein Zerstörer und bei der Insel Antkythera ein Torpedoboot durch Flugbomben schwer beschädigt worden sei. Ferner wird bereichtet, daß ein Torpedoboot von dem Kreuzer „Georgios Aweroff" geschleppt worden sei, ein Torpedoboot habe angeblich ein sinkendes Unterseeboot von psara nach Kanea geschleppt. Sieben Marinefahrzeuge, die von den Empörern im Arsenal von Salamis zurückgelassen wurden, werden in aller Eile a u s g e b e s f e r t. Sie scheinen also von den Aufrührern beschädigt worden zu sein. Ferner spricht der amtliche Bericht davon, daß in Ost Mazedonien die Rebellen durch Regierungstruppen angegrif- f e n wurden und sich in östlicher Richtung zurück- Ziehen. Bisher war von dem Auftreten größerer | ,,-ß a ri,s'4' M^z. (DNB. Funkspruch.) Der griechische General P l a st i r a s hat Cannes am Sonntagfrüh in Begleitung von Freunden verlassen und sich im Laufe des Tages nicht wieder gezeigt. Da der General aber seine Koffer 'm. tel zurückgelassen hat. besteht die Möglichkeit, daß er nur vorübergehend Cannes verlassen hat. Er hat einem Pressevertreter erklärt daß er über die Ereignisse in seiner Heimat u J ö u r d) d i e Presse unterrichtet sei. Er lei durch die Bewegung, die jetzt ausgebrochen sei, durchaus nicht überrascht und sei bereit, sich denjenigen, die sich an ihn wenden sollten, zur Verfügung zu stellen. Er wolle mit niemanden die Autorität teilen. — Nach einer Meldung des Motin" soll sich die Zahl der Toten in Athen auf 62 belaufen, aber auch in anderen Städten seien Tote zu beklagen. DieLleberuahme der Regierung in Hessen durch Reichsstatthalter Sprenger. Slaattmimfler 3ung Regie- rungspäsi-ent desSaargebieles. Darmstadt, 2. März. (LPD.) Der Reichsinnenminister hat auf Vorschlag des Saarbevoll- mächtigten Gauleiter B ü r ck e l den hessischen Staatsminister Iung zum Regierungspräsidenten des Saargebietes mit dem Sitz in Saarbrücken ernannt. Regierungspräsident Iung ist der erste Regierungspräsident. Er wird sein Amt am kommenden Montag antreten. 13 verschiedenen veniselistischen Offiziere gelang es zusammen mit zivilen Mitgliedern der republika- mschen Liga sich der Kriegsschule zu bemächtigen. Nach kurzer Zeit wurden sie jedoch gezwun- gen sich zu ergeben. Plastiras-Anhänger bemächtigten sich ferner auch der Kaserne eines Le ibgarde-Bataillons, sie wurden zur Waffenstreckung aufgefordert. Als das verweigert wurde, eröffnete die Regierungsartillerie das Feuer. Um 1.30 Uhr morgens verzichteten die Aufruhrer auf weiteren Widerstand, nachdem die Kämpfe bis dahin drei Tote und etwa zehn Verwundete gekostet hatten. Gegen 7 Uhr mordens gelang es den Regierungstruppen, sich auch des Arsenals wieder zu bemächtigen. Die fünf von den Aufrührern besetzten Kriegsschiffe yatten jedoch die hohe See gewinnen können. Sie werden von Fliegern verfolgt. Die Luftstreitkräfte stehen wie das gesamte Landheer restlos auf feiten der Regierung. Bemelos schließt sich den Aufständischen an. A l h e n, 3. März. (DNB.) Der Aufstand in Griechenland Hal entgegen den beruhigenden Erklärungen der Regierung eine Verschärfung erfahren. Der alte Gegner der jetzigen griechischen Regierung, Venizelos, der sich zur Zeit auf Kreta aufhält, ist offen zu den Aufständischen übergegangen und hat bei einer großen Kundgebung eine aufrührerische Rede gepalten. In der Athener Wohnung von Venize- los wurde eine Haussuchung vorgenommen. Man fand mehrere Gewehre, 200 Schutz Munition unb niete Handgranaten. Außerdem aber fielen den Behörden zahlreiche wichtige Briefe und andere belastende Dokumente in die Hände. In Athen, Piräus und Saloniki wurden zahlreiche Militärperso- Säften verhaftet, die unter dem Erdacht stehen, an dem Aufstand beteilig! zu sein. "Achtete man in Saloniki u. a. fast sämtliche Abgeordnete und Senatoren der Opposition. In A k h e n sucht man die Führer der Oppositions- partel sowie den Senatspräsidenten, die anscheinend gefluchtet sind. Umbesetzung des Kabinetts. In der Zusammensetzung der Regie, r u n g wurden einige Veränderungen vorgenom- ? ?lt Schlagkraft des Kabinetts ver- starkt und fein Ansehen im Volke erhöht werden ^ll Der Mmisterrat beschloß, den Führer der Regierungspartei, General Metaxas, als Minister ohne Geschäftsbereich in das Kabinett aufzunehmen und Metaxas hat dieses Angebot bereits angenommen. Seine Mitarbeit hat die Stellung der Regierung wesentlich verstärkt. Ferner hat die Re- glerung das bereits vor zwei Monaten eingereichte Rucktrlttsgefuch des Außenministers M a x , m o s a n g e n o m m e n. Der bisherige Ma- r.nemm.ster H ads ch i k y r i a k o s ist zurückgetreten. An seiner Stelle übernahm Admiral D u s - manis, der während der Balkankriege Chef des Generalstabs der griechischen Marine war, das Ma- rinemmifterium. Für das Luftfahrtmini st e- rium, das bisher von Ministerpräsident Tsal- d a r i s mitverwaltet wurde, wurde S ch i n a s zum Minister bestellt, der bisher Unterstaatssekretär in diesem Ministerium war. Ueber den Kampf gegen das meuternde Gardereglment der Efzonen in Athen werden folgende Einzelheiten bekannt: Ein Tank der regierungstreuen Truppen, der in das Tor der Kaserne einfuhr, sah sich gegen das Kasernentor gerichteten Kanonen gegenüber, die den Tank durch ihr Feuer ziemlich schwer beschädigten. Daraufhin wurden nach einigen Schreckschüssen gegen die Kaserne scharfe" Schüsse abgegeben, die eine Bresche in die Umfassungsmauer legten. Die Meuterer, die i n den Keller geflüchtet waren, ergaben s i ch nunmehr den Truppen der Regierung. In der fischen Staatsministerium, um dann im September 1933 zum hessischen Staatsminister ernannt zu werden. Unter seiner Leistung ist die hessische Verwaltung den Erfordernissen der Zeit angepaßt und das Finanzwesen wieder auf eine gesunde Grundlage gestellt worden. 1 n»?,ÜL^I?6r.feiner Berufung nach Saarbrücken verabschledete sich der bisherige Staatsminister von den Beamten, Angestellten und Arbeitern des Lan- npm Egendem Schreiben: „Bei mei- cK «~?!rc$e.i?en aus den Diensten des Landes '"h e lch mich verpflichtet, den Beamten, 2In= AEen und Arbeitern des Landes Hessen m e i - Dnnp^"^'^?en und aufrichtigsten ®°n‘rnu r tue treue Mitarbeit in Denner. R,.,?*.'” T1"!1 Tätigkeit auszusprechen, äbtonu h " 141 diesem entscheidenden waren, an dem Werk mitzuarbeiten und Außenminister Laval feierte die Bedeutung der römischen Abkommen und die Waffentaten der Garibaldiner in Frankreich. Unsere beiden Völker haben als Wächter des alten Rom unsere alte Zivi- isation verteidigen wollen. Mussolini und ich Italien und Frankreich, waren bemüht, gemeinsam für die Versöhnung der Völker zu arbeiten H?nsichtüch des S a a r p r ob le m s dürfe nichts zwischen den beiden großen Volkern, die sich sooft im Laute der Jahrhunderte gemessen hätten, Vorfällen. Ebenso- wenlg dürfe m Mitteleuropa Unordnung ein- teeten, denn eine Gefahr auf irgend einem Punkte Europas bedeute eine allgemeine Gefahr. Nach den römischen Abkommen, fuhr Laval fort, ist das Vertrauen großer geworden. Ich fühle mich weniger allem. Ich fühle, daß wir mit Hilfe Italiens, mit Hilfe des guten Willens und mit Hilfe des Mutes unserer lateinischen Nation sicherer auf dem Wege des Friedens marschieren können. 7er Friede ist noch nicht fest begründet. Noch gibt es zuviel Vtißtrauen, aber die Völker wollen den Frieden. Man muß den Frieden in Europa o r g a- nrnnl-6 hCn" 3?rei Pakte sind in diesem Sinne ge- » ^^^"^päische Pakt und der Ostpakt, ho« c? das Jahr 1935 ein großes Jahr für dnk nr,fben uln mirö- Diejenigen, die da wollen le ^uHur weiterbesteht, müssen sich zusammenschließen. Die Söhne des alten Rom versagen. Ich werde für Frank! reich, Mussolini wird für Italien arbeiten. Gemein« sam werden wir für den Frieden wirken. Laval feiert den Pakt von Rom Poris 3. März (DNB.) Dem von Mussolini und Laval unterzeichneten Abkommen galt ein Festessen m Pans unter dem Vorsitz des franzö« Ischen Außenministers. Hauptmann Marabini oer Führer der in Frankreich wohnenden Gari- Erklärte dabei u. a.: Mussolini und Laval sind und bleiben für uns immer die großen Staatsmänner die zwischen dem Frankreich Fr°""ampfer unb dem Italien Sjontfamp^r die Bande wieder- »r &e?C P Oaben, die in einem Augenblick der Blindheit und des Wahnsinns nachdem Kriege 3 e r i s f e n worden waren. Wir sind Italiener durch oas ererbte, Franzosen durch das vergossene Blut, veneral Ezio Garibaldi unterstrich die gemein- amen geschichtlichen, geistigen und kulturellen Schick- sale beider Völker. Streitkräfte der Regierungsgegner auf dem griechischen Festland außer den Vorfällen in Athen nichts bekannt. Ilm die Ruhe schnellstens wiederherzustellen, hat die Regierung zwei I a h - resklassen der Marine zu denFahuen gerufen. Im Heer und in der Marine wurden ferner erhebliche Umbesetzungen in den Kommando stellen vorgenommen. Auch zwei Iahresklassen der heeresreserve in Alt-Griechenland sollen wahrscheinlich einberufen werden, um heeresableilungen, deren Gesinnung zweifelhaft ist, mit Zinssenkung und Gemeinden. Berlin, 2.März. (DNB.) Der Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages, Oberbürgermeister F i eh le r (München), hat zu den Zinssenkungsmaßnahmen der Reichsregierung folgende Erklärung abgegeben: Die Zinsermäßigungsgesetze vom 24. Januar und 27. Februar 1935 sind auch für die deutschen Ge- wkinden von hervorragender Bedeutung. Die folgerichtige und geschickte Kapitalmarktpolitik der Reichsregierung hat es mit sich gebracht, daß die Zins- jenkung bei den Kreditanstalten in einem noch bei feiner in- und ausländischen Konversion erreichten Vusrnaß das Einverständnis der Gläubiger gefunden hat. Ich habe keinen Zweifel, daß die nunmehr emgeleitete Zinssenkung bei den öffentlichen Anleihen zu einem großen Erfolge uhren wird. Die Zinssenkung hat die Gemeinden, Kreise und Provinzen in den Stand gesetzt, in kommenden Dohren ihren großen Aufgaben auf sozialem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete mit er-, h ö h t er Leistungsfähigkeit gegenüberzu- treten. Sie wird dazu beitragen, das Ziel des ausgeglichenen Haushaltes auch da zu erreichen, wo das bisher trotz aller Anstrengungen noch nicht möglich gewesen ist. Sie wird so die gesamte Wirtschaftspolitik der Reichsregierung in wirksamster Weise unterstützen. Miliiä'rausstand in Griechenland. Venizelistische Empörer haben sich der Flotte bemächtigt. — Regierungsfluazeuge bombardieren die Kriegsschiffe. — Kämpfe in Offmazedonien Die Wetterführung der Aeichsresorm. Berlin, 2. März. (DNB.) Das am 30. Januar 1935 ergangene Reichs st atthaltergesetz ermöglicht die Beauftragung der Reichsstatthalter mit der Führung einer Landesregierung. Von dieser Möglichkeit hat der Führer und Reichskanzler Gebrauch gemacht, indem er den Reichsstatthalter Mutsch- mann in Sachsen mit der Führung der sächsischen Landesregierung und den Reichsstatthalter S p r e n g e r in Hessen mit der Führung der hes- s 11 ch e n Landesregierung beauftragt hat. Den bisherigen Ministerpräsidenten von K i l l i n - ger in Sachsen und den bisherigen Staatsminister I u n g in Hessen hat der Führer und Reichskanzler mit dem Ausdruck des Dankes für die geleisteten Dienste aus ihren Aemtern entlassen. Ein Erlaß des Gauleiters. An die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Landes Hessen! An den bisherigen Staatsmini st er in Hessen! Der Führer hat mich am 1. März 1935 mit der Führung der Landesregierung beauftragt. Die Beamten, Angestellten und Arbeiter der hessischen Staaksregierung waren seither !n ^"ohnt, die Anweisungen, die ich als Gau- .Mw "und Reichsstan Haller über die hef- S gegeben habe, getreu im «elfte bes Fahrers Adolf Hiller auszuführen Sa 7°*.hCs,aal5fi>f)rung in ihrer Liu- gütHg'* anb Sparsamkeit muffet- len BtHnn J i -bem>. 1S,“alsminifter und dem gefam- " Personal f ur d ie hi n ge b uu g svo l le Ar- ""b. ,b,n, »ew'b, daß jeder an seiner Stelle " m ®ienffe ber nationalsozialistischen tos f"i*ntUB9fH*(afl5 ®e,0'gsmann Adots Hit- r9 ' e>ne Pflicht tun wird. Dem scheidenden Staats mi nister wünsche ich für seine neue Tätigkeit vollen Lrfolg. Frankfurt a. l.INärz 1935. gez. Sprenger. ßonöon, 3. Marz. (DNB.) Nach einer amt- - lichen Mitteilung hat der seit vielen Monaten a u f i einem englischen Landsitz lebende und Er- I holung suchende König Prajadhipok von • Siam in aller Form dem Throne entsagt. 1 Der in der siamesischen Gesandtschaft weilende Präsident der siamesischen National- Versammlung erhielt die Abdankungs- urkunde am Nachmittag ausgehändigt. Der König wird den Titel Fürst von Sukhodaya annehmen. Die ausführliche Erklärung, die der König anläßlich feines Rücktritts abgefaßt hat, schildert u. a. die Entwicklung der politischen Lage seit 1932 und betont, seine (des Königs) Forderung nach einer Verfassungsänderung im wahren d e - rnokratischen Gei st sei von der Regierung und der Regierungspartei verworfen worden. Ueberdies habe die Regierung ein Gesetz für politische Vergehen erlassen, das den allgemeinen geltenden Rechtsgrundsätzen widerspreche. Dieses Gesetz habe keine Möglichkeit geboten, einen solchen Fall vor Gericht auszutragen, denn es habe geheime Verhandlung vor einem besonderen Ausschuß vorgesehen, ein Versah- ren, das er selbst, als er die absolute Herrschaft be- saß, niemals angewandt habe. Er sei der Meinung, daß die Regierung und ihre Partei mit Methoden bas Land verwalteten, die unvereinbar mit der persönlichen Freiheit der Einzelperson und mit den Grundsätzen der Billigkeit seien. Er sei bereit, seine früheren Machtlie- ugmsse zugunsten des Volkes aufzugeben, nicht aber für eine Einzelperson oder eine einzelne Partei, die von der Macht in autokratischer Weise Gebrauch zu machen entschlossen sei. Da er einfehe, daß ihm keine Möglichkeit mehr gegeben sei, künftig für den Schutz eines Volkes zu sorgen, v e r z i ch t e e r a u f olle seine Rechte. Er wünsche, von seinem Recht einen Nachfolger zu ernennen, keinen Ge- brauij zu machen. Er wünsche ferner nicht, daß irgenö jemanö in seinem Namen in Siam Unruhen verursache. Ueber seine Zukunftspläne befragt, erklärte der König, er werde bis Ende Juni auf feinem Land- Ntz bleiben und dann vielleicht eine Reise nach dem europäischen Festland unternehmen. Im übrigen habe er noch keine bestimmten Pläne gefaßt. Pra» ladhipok wurde 1893 in Bangkok geboren Er be- stieg den Thron im Februar 1926. Athen, 2. März (DNB.) Ministerpräsident Tsaldaris hat folgenden Aufruf an das griechische Volk gerichtet: Eine Anzahl von Wirrköpfen im Marinearsenal, in zwei Gardekompanien und in der Kadettenschule haben sich gegen die rechtmäßige Regierung des Landes erhoben. Die Regierung hat den landesfeindlichen Aufstand mit ihrer bewaffneten Macht, die mit Treue und Hingabe den Kampf aufnahm, unterdrückt und ist völlig Herr der Lage. Das griechische Volk kann vollkommen ruhig sein. Die Regierung, die in den vergangenen zwei Jahren alle Anstrengungen gemacht hat, die Reaktion niederzuhalten, hat sich letzt gezwungen gesehen, mit aller Schärfe d u r chzugreifen gegen Agitatoren, um die Ordnung und die Ruhe der griechischen Bürger für alle Zeit sicherzustellen. Wir schulden den Toten und Verwundeten dieses Kampfes tiefen Dank, ebenso wie der ganzen bewaffneten Macht des Landes. Die griechische Telegraphenagentur veröffentlicht einen Rückblick auf den Umsturzversuch. Die Darstellung besagt u. a.: Schon seit zwei Monaten war es der Regierung bekannt, daß gewisse verabschiedete Offiziere aus dem Lager der V e n i f e l i st e n einen Aufstand vorbereiteten. Sie gehorchten dabei Anweisungen des früheren Generals P l a ft i r a s. Zeitungsmeldungen behaupten, daß Plaftiras sich in aller Heimlichkeit an der griechisch-bulgarischen Grenze aufhalte, um die Bewegung zu leiten. Erst als er einsehen mußte, daß die Aufstandsoorbereitungen unzulänglich waren, soll er seinen bisherigen Wohnsitz in C a n - nes an der Riviera wieder aufgesucht haben. In den, letzten Tagen betätigten sich oeniselistische Kreise auch lebhaft an der Börse, wo sie bestrebt waren, eine Baissebewegung hervorzurufen. Der Umsturzversuch begann am Freitagabend im Arsenal von Salamis. Dreißig Aimee- und Marineoffizieren gelang es nach kurzem Kampf, die Wachen zu überwältigen und sich i n öen Besitz von fünf Kriegsschiffen zu setzen. Das Kriegsministerium ließ nun einen dem Arsenal gegenüber liegenden Hügel besetzen, zwei Batterien machten sich bereit, sofort das Feuer zu eröffnen. Ein Ministerrat beschloß, den Be- lagerungszustandüberganzGriechen- l and zu verhängen. Gleichzeitig trafen Nachrichten em, wonach sämtliche Garnisonen in der Provinz der Regierung treu geblieben seien. ^lipp Wilhelm Jung wurde 1884 in Nieder- Florsheim bei «Worms als Sohn eines Bolksschul- !ehrers geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Worms studierte er in Heidelberg, München und Gießen Rechtswissenschaft. 1912 ließ er sich als Rechtsanwalt in Worms nieder. Nach dem Krieg, den er zuletzt als Batterieführer im Landwehr-Feldartillerieregiment 13 mitmachte, trat er wahrend der Besatzungszeit im Kampfe gegen die Separatisten hervor. Der nationalsozialistischen Bewegung hat Jung seit einer ganzen Reihe von Jahren treue Dienste geleistet. Am Aufbau der Partei in Hessen war er führend beteiligt. Auch alsVerteidiger von Nationalsozialisten hat er sich inzahl- relchen Prozessen zur Verfügung gestellt. Im März 1933 wurde er Staatskommissar der Stadt -Ui a i n 3, im Mai Staatssekretär Sir John Simon kommt am Donnerstag nach Berlin. Berlin, 2. März. (DJIB.) Die britische Regierung hat die Reichsregierung wissen lassen, daß d e r Besuch des britischen S taatssekr tärs Besuch des britischen Staatssekretärs sten Woche stattfinden wird. Sir John Simon wird am Donnerstag, 7. Rlärz, abends hier e i n t r e f f e n. Die beiden folgenden Tage find für die in Aussicht genommenen Besprechungen bestimmt. * In einem Leitaufsatz sagt „Time 5": Der Staatssekretär des Aeußeren hat den weisen Beschluß gefaßt, seinen Berliner Besuch zu einem in sich abgeschlossenenUnternehmen zu machen. Ein Besuch in Berlin ist bei der gegenwärtigen Lage ein Akt der Diplomatie. Während der letzten zwei oder drei Monate haben sehr viele diplomatische Reisen stattgefunden. Rom, Paris, London, von Genf ganz zu schweigen, sind Schauplätze wichtiger Zusammenkünfte gewesen. Aber weder französische noch britische Minister haben Berlin besucht. Mehr durch den Zwang der Umstände und den Zufall der Geographie als durch Absicht ist der Anschein entstanden, als ob Berlin mit Kälte behandelt wird. Unter normalen Umständen würde dies nicht soviel bedeuten. Aber gegenwärtig fühlt sich Deutschland isoliert und vernachlässigt, denn es hat sicher an den gegenwärtigen europäischen Verhandlungen ein mindestens ebenso starkes Interesse wie jedes andere Land. Sir John Simons Besuch ist somit geeignet, Verlegenheiten zu beseitigen und Berlin in den diplomatischen Kreislauf heineinzubringen, wobei Gleichheit bei den Verhandlungen für Deutschland wieder her.gestellt wird. Sir John Simons Besuch wird nicht nur ein reiner Höflichkeitsbesuch sein. Beide Länder können natürlich keine bindenden Beschlüsse über Angelegenheiten fassen, die mehrere andere Länder berühren. Aber angemessene Vorbereitungen haben die Besuche der französischen Minister in Rom und in London sehr ertragreich gemacht und auch für den Berliner Besuch hat reichlich Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung gestanden. In einem bestimmten Augenblick nur einen Schritt zu tun, ist eine schlechte Methode in der Diplomatie. Wenn Berlin auf dem Wege nach Moskau besucht worden wäre, dann würde die Reise viel zu viel von ihrer Bedeutung und ihrem psychologischen Wert verloren haben. Der Hochverratsprozeß Mntslen in Wien Wien, 2. März (DNB.) Im Wiener Landesgericht I begann vor einem Militärgericht der Hochverratsprozeß gegen den ehemaligen österreichischen Gesandten in Rom, Dr. Rintelen. Der Angeklagte geht am Stock und trägt den linken Arm in einer Binde. Der Staatsanwalt klagte Rintelen wegen des Verbrechens des Hochverrates an und begründet diese Anklage u. a. folgendermaßen: Dr. Rintelen habe im Juli 1934 in Rom und Wien den ihm bekannt gewordenen Plan des Anschlages auf das Bundeskanzleramt vom 25. Juli 1934 gebilligt und dadurch gefördert, daß er sich den Rädelsführern dieses Anschlages für die Bildung einer revolutionären Regierung zur Verfügung stellte. Zum Beweis der Verbindung Dr. Rintelens mit den Aufständischen führt der Staatsanwalt zunächst die Tatsache an, daß seinerzeit die erste Rundfunknachricht lautete: „Die Regierung Dr. Dollfuß ist zurückgetreten, Dr. Rintelen hat die Geschäfte der Regierung übernommen." Auch die in das Bundeskanzleramt eingedrungenen Empörer hätten gleichfalls auf eine Parole den Namen Dr. Rintelen genannt. Auch fei den Beamten des Bundeskanzleramtes eine Proklamation verlesen worden, in der es wieder geheißen habe: „Dr. Rintelen habe die Geschäfte der Regierung übernommen." Man habe allerdings nicht feststellen können, auf wen diese Nennung Dr. Rintelens zurück- g e h e. Der Anklagevertreter gibt zu, daß Rintelens Urlaub, den er am 21. Juli angetreten hat, durchaus korrekt gewesen sei und daß auch gegen seinen Aufenthalt in Wien vom 23. Juli ab nichts einzuwenden sei. Er sei aber der Ansicht, daß die Aufständischen die Tatsache dieses Aufenthaltes benutzt haben, um loszuschlagen. Der Staatsanwalt behauptete, daß zwischen Dollfuß und Rintelen ein steter Antagonismus bestanden habe, der auch zum Ausscheiden von Rmte- len aus der Regierung führte. Rintelen habe, als er die Rundfunknachricht mit seinem Namen hörte, nichts getan, um Dollfuß seiner Loyalität zu versichern. Bei seiner ersten Vernehmung habe er aus- besagt, daß er von jemand, dessen Namen er nicht nennen wolle, um Vermittlung gebeten worden sei. Später habe er aber bestritten, daß man ihn um Vermittlung gebeten habe. Wenn er tatsächlich um Vermittlung gebeten worden sei zu einer Zeit, wo sonst noch niemand davon wußte, daß die Lage im Bundeskanzleramt schlecht sei, so gehe daraus hervor, daß er mit diesen Leuten in enger Verbindung gestanden habe. Auch der Selbstmordversuch entspreche in keiner Weise der außerordentlichen Energie, der geistigen Klarheit und Sicherheit des Angeklagten, wenn er ein reines Gewissen gehabt habe. Wörtlich sagte dann der Staatsanwalt: „Es sind das die wichtigsten Beweise, die ich gegen Dr. Rintelen vorbringe. Ich gebe zu, daß sie zum größten Teil psychologischer Natur sind. Nach der Sachlage ist es kaum zu erwarten, daß sich Dr. Rintelen irgendwelche Mitwisser in einer Weise schaffte, die einen leichten Verrat möglich gemacht hätten. Aber meiner Ansicht nach reicht es aus. Dr. Rintelen erklärte nachdrücklich, daß seine Entsendung nach Rom in vollem Einvernehmen mit Dr. Dollfuß erfolgt sei. Es kommt die Sprache auf den Verkehr mit einem Studenten S p i tz Y. Dr. Rintelen sagt, ihm sei Spitzy von dessen Vater, einem berühmten Wiener Arzt besonders empfohlen worden. Er habe niemals gewußt, daß dieser Nationalsozialist gewesen sei, habe sich auch gar nicht veranlaßt gefühlt, mit einem so jungen Mann politische Gespräche zu führen. Es sei selbstverständliche Loyalitätspflicht gewesen, daß er für die Regierung Dollfuß eingestellt gewesen sei. Was den Nationalsozialismus betreffe, jo fei er der Meinung gewesen, man solle trachten, einen Ausgleich zu schaffen unter voller Wahrung des österreichischen Standpunktes. Er habe deshalb auch im Einvernehmen mit Dr. Dollfuß mit den Nationalsozialisten verhandelt und wiederholt den Standpunkt vertreten, die Opposition die Verantwortung teilen zu lassen. Auch habe er sich erboten, eine Loyalitätserklärung für die Regierung Dollfuß abzugeben. Die vielfachen Bestrebungen, das Verhältnis zwischen ihm und Dollfuß zu vergiften, hätten ihn mehr und mehr aufgeregt. Noch drei Wochen vor seinem Tode habe Dollfuß ihn gefragt, ob er den Gesandtenposten in Berlin zu übernehmen bereit wäre. Dr. Funder, Chefredakteur der „Reichspost", hat angegeben, Rintelen habe ihm erklärt, er würde nichts gegen Dr. Dollfuß unternehmen; sollte dieser aber versagen, dann würde er in die Bresche springen. Der Beschuldigte bestreitet nachdrücklich, jemals eine solche Aeußerung getan zu haben. Das erste große Windkrastwerk im Dan Die Windkraftwerk-Gesellschaft m. b. H. Berlin hat mit dem Bau des ersten Windkraftwerkes „Te über t" begonnen. Der Bau wird etwa eine halbe Stunde von Berlin bei Cladow an der Havel errichtet; am Bau seiner verschiedenen Teile sind acht bekannte Firmen beteiligt. Bei dieser ersten Großausführung eines Windkraftwerkes von 1000 Kilowattleistung erfolgt die Entnahme der im Winde enthaltenen Energie nicht durch Windturbinen oder gegenläufige Räder, sondern durch vier Flügel, die nach Art großer Flugzeugtragdecken freitragend gebaut sind. Dank der automatischen Steuerung iyrer Anstellwinkel halten sie bei allen Windgeschwindigkeiten bestimmte Raddrehzahlen ein und bleiben auch bei Sturm in Betrieb. Die alle phantastischen Uebertreibungen vermeidende Wahl der Höhen- und Größenmaße hat zusammen mit der durch neuartige Speicherverfahren gelungenen Ueberbrückung windschwacher Zeiten zur Folge, daß dieses Windkrastwerk im Reihenbau des größeren Normaltypes nur etwa 10 0 Mark je Kilowatt eingebauter Leistung kosten wird. Durch eine neue Schaltungsanordnung wird eine von den Schwankungen der Windstärke unabhängige Stetigkeit der Kilowattstunden-Jahresleistung gewährleistet, bei der das Verhältnis zwischen stetiger und schwankender Kraftabnahme den wirtschaftlichen Bedingungen der Abnehmer der im Windkraftwerk erzeugten Kraft (elektrischer Strom, Druckluft, Wasserstoff) anzupassen ist. Unter diesen Umständen kann mit Stromerzeugungskosten von 1 bis 2 Pfennig je Kilowatt st unde gerechnet werden. Dabei ist für den Vergleich dieses Windkraftwerkes mit Wasser- oder Dampfgroßkraftwerken zu berücksichtigen, daß infolge der Nebeneinander-Anordnung solcher Einzelwindradwerke von 1000 bis 5000 Kilowatt die unmittelbar an dem Ort des Stromverbrauchs gebaut werden können, die hohen Stromoerteilungskosten fast ganz erspart werden. Windkraftwerke dieser Konstruktion eignen sich besonders auch in kleineren Ausführungen für Einzelwirtschaften und landwirtschaftliche bzw. Wassergenossenschaften. Dieser neue Zweig der Kraftwirt- schaft braucht, wie von beteiligter Seite versichert wird, keineswegs mit den vorhandenen deutschen Elektrizitätswerken in Wettbewerb zu treten, denn hier steht in der Landwirtschaft Neuland offen. Fasching 1935 auf -em Höhepunkt. Vei strenger Kalle und Schneegestöber in München... Der plötzliche Witterungsumschlag, der empfindlichste Kälte und dichtes Schneegestöber, brachte, konnte der gehobenen Stimmung der Münchener Bevölkerung und der zehntausende fremder Gäste keinen Abbruch tun, die sich am Faschingssonntag zusammengefunden hatten, um in dem Faschingszug den Höhepunkt des diesjährigen Faschings mitzuerlebtzn. Alle Straßen, die der Zug durchmaß, waren schon vor der Mittagsstunde von Menschenmauern umsäumt. Auf der Tribüne in der Neuhauserstraße hätten sich auch Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsstatthalter Ritter von Epp eingefunden, die von den begeisterten Münchenern mit nicht endenwollendem Jubel begrüßt wurden. Reichsminister General G ö - ring sah sich den Zug vom Rathaus aus an und empfing ebenfalls begeisterte Huldigungen der vielen Tausende, die vor dem Rathaus Aufstellung genommen hatten. Bis zum Eintreffen der Spitze des Zuges verkürzten die Schäffler mit ihrem historischen Tanz und Abteilungen der Reichswehr, die in originellen Masken als Wanderzirkus durch die Straßen zogen, die Wartezeit. Als dann der Vortrupp des Zuges in Sicht kam, erreichte die jubelnde Faschingsstimmung der Hunderttausende ihren Höhepunkt. An die 150 Gruppen zogen über 2V2 Stunden an den Zuschauern vorüber. Begeisterter Jubel empfing den Wagen der mit München verbrüderten Kölner Karnevalsgesellschaft, auf dem der Fürst vom Rhein in einem riesigen Römer thronte und seine Münchener Getreuen mit Blumensträußchen und Konfetti bedachte. Alles in allem: ein Zug, der von der hohen künstlerischen Tradition der Stadt München erfüllt war und ebenso in seiner Durchführung von einem vorbildlichen Geist der Volksgemeinschaft Zeugnis ablegte, die Zugteilnehmer und Zuschauer überall auf der langen Marschstrecke zu einer einzigen Gemeinschaft des Frohsinns werden ließ. Die narrische Parade in Düsseldorf. Der rheinische Karneval ist nun in die drei tollen Tage eingetreten und strebt seinem Höhepunkt, dem Rosenmontag, zu. Düsseldorf hat sich mit vollen Segeln in die drei tollen Tage gestürzt, man kann sagen, regelrecht hineingelacht, geschunkelt und getanzt, denn am Samstagabend hatte wohl jeder Düsseldorfer irgendwie und irgendwo Teil am Karnevalstreiben. Nicht nur das traditionelle Fest des Künstlervereins „Malkasten", sondern auch das Fest der Feste, das FE-DE-FE, sowie die Maskenbälle und Redouten sämtlicher Kar- nevalsvereine hatten eine Ueberfülle von Volksgenossen zu fröhlichem Karnevalstreiben vereint. Am Sonntagnachmittaa war alles wieder auf den Beinen, um sich Die närrische Parade, den großen Zug der Narren und Gecken, anzusehen. Auf dem Hindenburgwall hatte Prinz Karneval und sein Gefolge Aufstellung genommen, um die Parade abzunehmen. Bald füllten sich dann wieder alle Gaststätten, und man lachte und tanzte bei froher Laune in den Rosenmontag hinein; überall konnte man echten rheinischen Volkskarneval miterleben. Zum Rosenmontag erwartet man einen gewaltigen Menschenstrom von auswärts, der sich den prächtigen Düsseldorfer Rosenmontagszug nicht entgehen lassen will. Aus aller Wett. Sturm und Lleberschwemmung an der Ostseeküste. Än der Nacht zum Sonntag tobte an der pom- merschen Küste und der Swinemünder Bucht ein Nordoststurm von außergewöhnlicher Heftigkeit. Zeitweise herrschte Windstärke 10. Zahlreiche Schiffe konnten die Ausreise nicht antreten, einige mußten Swinemünde als Nothafen aufsuchen. Der Sturm treibt gewaltige Wassermassen in die Bucht. In verschiedenen Ortschaften der Insel Wollin sind Felder und Wiesen weithin überflutet. Einige Gehöfte im östlichen Teil der Insel Usedom sind ernstlich bedroht. Der Deich in der Nähe von Barge- schow ist stark beschädigt, so daß innerhalb kurzer Zeit ein mehrere tausend Morgen umfassendes Kulturgelände unter Wasser gesetzt wurde. Am Sonntagvormittag wurde der Freiwillige Arbeitsdienst zu Hilfeleistung eingesetzt. Ebenso wurde die Anklamer Dorstadt Peendamm im Lause des Sonntags unter Wasser gesetzt. Das Niederungsgebiet um Anklam gleicht einem einzigen See. In den Abendstunden des Sonntags war ein Abflauen der Flut zu bemerken. Glückliche Gewinner auf der Berliner Aulomobilausstellung. Der Chauffeur Max Rohde aus Mecklenburg hatte das Glück, der 7 7 5 0 0 0. B e f u ch e r der Berliner Automobil-Ausstellung und damit der Gewinner der für diesen als Preis ausgesetzten 250er NSU.-Sportmaschine zu sein. Rohde ist Mitglied des NSKK; er f)at zwar einen Führerschein für Motorräder, aber bisher besaß er noch keine eigene Maschine. Der glückliche Gewinner des für den 800 00 0. Besucher ausgesetzten Zündapp-Bei- wagengespannes ist ein Lagermeister aus Berlin. Er wurde von Geheimrat A l l m e r s, dem Präsidenten des Reichsverbandes der Automobilindustrie, im Triumphzug bis in die Halle IV geleitet, wo ihm die 500-ccm-Seitenwagenmaschine übergeben wurde. Der Gewinner ist Vater zweier Kinder. Er nahm sich sofort vor, Motorradfahren zu lernen, was seine Frau und seine Kinder lebhaft begrüßten. * Die Internationale Automobil- und Motorrad- Ausstellung hat um 20 Uhr mit dem traditionellen „Hupenkonzert" ihren Abschluß gefunden. Insgesamt haben rund 880 000 Personen die Ausstellung besucht. 2huch am letzten Sonntag war die Ausstellung wieder überfüllt; nicht weniger als 80 000 Besucher haben am letzten Tage die Ausstellung besucht. Das Edelweiß im Sonntagsbild. Als letzte der Anstecknadeln und Plaketten im Rahmen der Sammeltätigkeit für das Winterhilfswerk 1934/35 wurde am Sonntag im ganzen Reich ein geschnitztes Edelweiß verkauft. Es hat ein altes deutsches Kun st Handwerk, das besonders in dem kleinen Städtchen Erbach im Odenwald beheimatet ist, vielen näher gebracht. Das Erbacher Schnitzhandwerk kann auf eine 150- jährige Tradition in feiner Kunst zurückblicken. Dank der kleinen Edelweißnadel konnten fast 1200 Menschen für längere Zeit Arbeit erhalten. In Berlin wurde 1 Million Edelweiß-Plaketten a b g e s e tz t. Der in der Reichshauptstadt erbrachte Erlös beläuft sich auf etwas über 200 0 0 0 Mark. Gülerzug überrennt einen Kraftwagen. — Zwei SA.-Fiihrer tödlich verunglückt. Ein Güterzug überfuhr an einem Heb er gang für 3 vor dem Bahnhof Buer-Nord (Westf.) einen Kraftwagen. Von den drei Insassen wurden der Standartenführer Arthur Wagner aus Dorsten und dessen Adjutant, SA.-Truppführer E. Wiederhopf getötet und der Kaufmann Jos. Hütter aus Hörde schwer verletzt. Das Unglück ist durch Nichtschließen der Eisenbahnschranken entstanden. Der Schrankenwärter wurde sofort vom Dienst zurückgezogen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß der Kraftwagen auf die Puffer geriet und etwa 400 Meter weit mitgeschleift wurde. Jünf italienische Alpinisten von einer Lawine getötet. Drei Studenten aus Florenz und zwei Träger, die sich auf dem Wege von Daltournanche nach Breuil befanden, wurden im Cervinotal (Westalpen) von einer riesigen Lawine verschüttet. Alle fünf wurden getötet. Drei weitere Studenten und zwei Studentinnen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Den zur Bergung der Verunglückten herbeigerufenen Führern und Carabinieri gelang es, die Leiche des einen Trägers freizulegen. Furchtbare Bluttat — Drei Tote, eine Schwerverletzte. Eine furchtbare in ihren Einzelheiten noch nicht aufgeklärte Bluttat hat sich in Gronau (Westf.) abgespielt. In seiner Wohnung wurde der fünfzig Jahre alte Vorsteher der Gronauer Volksbank, Z e t s ch i n g , seine Ehefrau und sein 23jähriger Sohn durch Schüsse niebergeftrecft. Zetsching und sein Sohn waren sofort tot, die Ehefrau ist schwer verletzt. Man glaubt, daß ein neun- zeyn Jahre alter junger Mann namens Linge aus Gronau der Täter ist, da er kurz nach der Tat in seiner Wohnung Selb st mord verübte. Die Mordkommission aus Recklinghausen weilt am Tatort. Ob es sich bei dem Linge tatsächlich um den Mörder handelt, muß die Untersuchung erst ergeben. Die schwerverletzte Frau ist noch nicht vernehmungsfähig. Hauptschriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr^ Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Ozean Die eTsten deutschen Köhl und Hüneteld Ohne Mühe kein Erfolg! Nirgendwo kann mehr Liebe und Sorgfalt aufgewendet werden, als bei der Herstellung der Ecksteins ohne Mdst., dick u. rund, 31/a Pf. Verdientermaßen die erfolgreichste deutsche Marke. Milliarden werden jährl. geraucht. So sind auch die neuen Sammelbilder „Die Nachkriegszeit 1918 bis 1934“ ein Werk voll Mühe und Arbeit. Dafür bieten sie aber auch etwas Ungewöhnliches; eine Zeitgeschichte von dramatischer Gestaltungskraft, ein Nachschlagebuch von bleibendem Wert. wii Schwere Zuchthausstrafen im Höfeld-Prozeß. Vater und Mutter je 15 Jahre Zuchthaus, die Tochter freigesprochen. LPD. Frankfurt a. W.» 2. TNärz. 3m Hofeld-Prozeh beantragte Staatsanwatt- schaftsral Dr. Reiners nach dreieinhalbstündigem Plädoyer gegen die Eheleute Wilhelm und TNinna Hofeld wegen versuchten TNordes j e 15 3ahre Zuchthaus, je 10 3ahre Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. 3n der gegen höfeld beantragten Strafe befindet sich eine fünfjährige Zuchthausstrafe wegen schwerer Kindes- mihhandlung. Der Staatsanwalt ersuchte das Gericht, höfeld die Untersuchungshaft anzurechnen, feine Ehefrau aber fei dieses Gnadenerweises unwürdig. Gegen Winni höfeld lieh der Anklagevertreter die Anklage wegen Beihilfe zum Mordversuch fallen und stellte es dem Gericht anheim, zu prüfen, ob das Mädchen wegen Vergehens gegen § 139 des StGB. (Richlanzeige eines zur Kenntnis gelangten Verbrechens) zu bestrafen fei. Rach zweistündiger Beratung wurde das Urteil aktion des Körpers. Das schlechte Gewissen der Eltern, besondern das der Mutter, geht daraus hervor, daß sie nachher der Minni einschärft, wie sie sich verhalten solle. Offenbar ist der verbrecherische Wille. ' Beide Eltern sind nach dem Gutachten des Professor Hey, dessen Ausführungen das Gericht sich voll und ganz zu eigen machte, voll verantwortlich. Die Mutter unbedingt, der Vater auch, obwohl er Psychopath ist. Milderungsgründe hat das Gericht nicht finden können gegenüber der furchtbaren Verworfenheit dieses ^Verbrechens. Der Ehemann ist vielleicht nicht ganz so schlimm zu verurteilen, als feine Frau. Die Frau hat auch in der Hauptverhandlung noch zu behaupten gewagt, sie fühle sich unschuldig, und sie berief sich in frivoler Weise auf ein höheres Gericht. Bei dem Ehemann hat sich Reue gezeigt, bei der Frau war nicht die geringste Reue wahrzunehmen. Es wäre völlig angebracht gewesen, die Frau noch höher zu bestrafen, wenn das Gesetz die Möglichkeit dazu gegeben hätte. Bezüglich der angeklagten Tochter Minni hat sich das Gericht aus zweckmäßigen Gründen für zuständig erklärt. Minni ist Jugendliche. Das Gericht hat in Uebereinstimmung mit dem Gutachter Professor Hey die Ansicht vertreten, daß zur Zeit der Tat die Minni auf Grund ihrer geistigen Ent- Wicklung fähig war, die Tragweite der Tat zu beurteilen. Das Gericht war der Ansicht, daß sie von der Beihilfe zum Mordversuch freizusprechen ist, denn der Vorsatz Minnis ging nicht dahin, die Eltern zu unterstützen. Es blieb nur die Frage, ob sie nicht wegen Unterlassung der Anzeige zu bestrafen war. Sie konnte der Ansicht sein, daß sich die Hilde schon retten würde durch Fortlaufen, anderseits konnte sie sehr leicht annehmen, daß das ganze nur ein furchtbarer Einschüchterungsakt der Eltern darstellte, um besonders nachhaltig auf Hilde einzuwirken. Nach der Verkündung des Urteils gaben die Verurteilten eine Erklärung nicht ab. Der (Sternhimmel im März. gefällt. Das Schwurgericht verurteilte die Eltern Wilhelm und Minna Höfeld wegen gemeinsamen Mordversuchs und den Angeklagten Wilhelm höfeld auch wegen fortgesetzter schwerer Kinder- mihhandlung zu je 15.Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Die mitangeklagte Tochter Minni höfeld wurde freigesprochen. Sonnenaufgang von 6.50 bis 5.40 Uhr, Sonnenuntergang von 17.40 bis 18.30 Uhr.— Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 12. um 2 Uhr, Vollmond am 20. um 7 Uhr, letztes Viertel am 27. um 22 Uhr. Der hellste Fixstern des Himmels, der Sirius, ist in diesem Monat noch voll sichtbar, und wir erfreuen uns an seinem Gefunkel, das das aller in Kilometer ausgedrückt. Er erstrahlt etwa 25mal so hell wie unsere Sonne und gehört zur Gruppe der sogenannten ^-Sterne, in deren Spektrum die Wasserstofflinien eine beherrschende Stellung einnehmen. Die Wärme seiner Oberfläche mag 10 000 Grad betragen gegen etwa 6000 der Sonnenoberfläche. Dies alles sind an sich keine auffallenden Eigenschaften, aber trotzdem ist die Rolle, die dieser Die Urteilsbegründung. In der Urteilsbegründung betonte Landgerichtsdirektor Goltermann u. a.: Der vorliegende Fall stelle ein Verbrechen dar, das in Deutschland in der Rechtsgeschichte noch nie dagewesen sei, ein Verbrechen, das der wiedererweckten deutschen Volksseele vollkommen fremd sei. Die Volksseele könne sich nicht erklären, wie ein solches Verbrechen in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich sei. Die Wurzeln der Tat lägen nicht in der jetzigen Zeit, sondern sie gingen viel weiter zurück und seien auf Veranlagung und Vererbung zurückzuführen. Der Vorsitzende betonte dann, daß wir zur Erziehung der Jugend auch die Züchtigung brauchten, ober was hier geschehen sei, gehe über den Rahmen des Erlaubten weit hinaus, es handele sich nur um Roheiten. Was geschehen sei, verlange strenge Sühne nach dem Volksempfinden. Es fei Sache des deutschen Richters, dem gesunden Menschenverstand im Volksempfinden Rechnung zu tragen. Es könne hier keine Rede von einem straflosen Selbstmord, oder von einer straflosen Selbsthilfe sein. Die Tat der Eltern sei vielmehr schwer strafbar. Das Gericht sei der Ansicht, daß die 14jährige Hildegard kein Engel ist, aber manches was sie tat, sei auf ihren Geschlechtstrieb zurückzuführen. Sie hätte keine Erziehung gehabt und sei auf Abwege geraten. Ihr eigener Wille sei aber völlig ausgeschaltet gewesen. Das Gericht war an das Gesetz gebunden und konnte Bestrafung nur wegen Mordversuchs eintreten lassen. Nach der eigenen Ansicht der Eltern mußte ihre Handlung den Tod der Hilde herbeiführen. Sie wußten, daß die Hilde mit ihren mangelhaften Schwimmkenntnissen sich nicht retten konnte. Die Eltern wollten ihren Tod haben. Der Vater rechnete auch mit der Möglichkeit des Todes, das beweisen seine Aeußerungen, die er nach der Rückkehr in seine Wohnung seiner Frau gegenüber machte. Alle Handlungen der Angeklagten liegen in einer Linie. Der Vater treibt der Hilde mit der Peitsche jeden eigenen Willen aus. Die Tat wird noch verschlimmert durch die Untätigkeit des Vaters, der nichts zur Rettung der Hilde unternimmt, als er hört, wie sie ins Wasser springt. Wenn das Kind beim Hineinspringen in das Wasser oder beim Wiederauftauchen erstmals gegen das väterliche Verbot handelt und schreit, so ist dies eine natürliche ReSTERNBILDER; jo. STABEN 18 '22, Mars (§) Jupiter Saturn 4> Mond: D1 Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel ■vA —I Sterne: Kleine Buch- < staben anderen Sterne weit hinter sich läßt. Er ist der einzige Fixstern, der sogar im Kalender eine gewisse Rolle gespielt hat, woran jetzt noch der Name der „Hundstage" erinnert. Das sind die Tage, an denen dieser Hauptstern des „Hundes" am Morgenhimmel sichtbar wird. Allerdings verdankt er diesen Ruhm des hellsten aller Fixsterne nicht einer ihn selbst auszeichnenden Eigenschaft, sondern lediglich dem Umstand, daß er von den bei uns mit bloßem Auge sichtbaren Sternen der nächststehende ist. Da er zu den etwa 2000 Sternen gehört, deren Entfernung von uns wirklich gemessen ist, läßt sich mit aller Sicherheit sagen, daß er knapp 9 Lichtjahre entfernt ist, das heißt, das Licht braucht 9 Jahre, um von ihm bis zu uns zu gelangen. Wer große Zahlen liebt, kann eine 8 hinschreiben und ihr 13 Nullen anhängen, dann hat er die Entfernung des Sterns Der die 24 Stundenzahlen von Mittel* nacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest• stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei- ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt* Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht• baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo• natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobacht ungs stunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin- eingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil ’z» Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte */» Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht» gestalt zeigt. Stern in der neueren auf die Physik gegründeten Himmelskunde spielt, nicht geringer als die in der alten. Seitdem der große Beste! aus einigen Unregelmäßigkeiten seiner Bewegung auf einen unsichtbaren Begleiterstern schloß, der sich dann später als einer der sonderbarsten Sterne des Himmels entpuppte, hat der Sirius für den Sternfreund sozusagen etwas Ehrwürdiges bekommen. Am 21. um 14.18 Uhr schneidet der Sonnenmittelpunkt den Himmelsgleicher, der Frühling im Sinne der Himmelskunde und des Kalenders beginnt. Zu keiner Zeit des Jahres werden die Tage so schnell länger als jetzt. Daher auch die starken Aenderungen am Sternhimmel! Zu Beginn des Monats ist er bei dem noch frühen Eintritt der Dunkelheit noch recht winterlich; gegen Ende, wo es ja eine Stunde später dunkel wird, sehen sich die Winterfternbikver ganz tn den Westen gedrängt, während im Nordosten der große Bär hochsteigt, der zuerst den Arctur und weiterhin das ganze „Frühlingsdreieck" Arctur, Wega und Spica nach sich zieht. Don den Wandlern eilt der Mars seiner Gegen- stellung zur Sonne (der sogenannten „Opposition") entgegen; er ist daher rückläufig, erst langsam, dann schneller, was an der unter ihm stehenden Spica leicht erkannt werden kann. Erst in später Nacht erscheint der Jupiter zwischen der Waage und dem Skorpion. Besonders erfreulich ist die Venus, die als glänzender Abendstern immer heller erstrahlt und gegen Monatsende etwa zweieinhalb Stunden lang sichtbar bleibt. Fortschreitende Genesung des Bischofs von Mainz. LPD. Mainz, 3. März. Im Befinden des Bischofs Dr. Ludwig Maria Hugo hat sich eine zunehmende Besserung eingestellt. Zur Erlangung der völligen Wiederherstellung begab sich der Bischof nach Ludwigshafen in das St. Marien-Krankenhaus. Oie Bottenhorner Heide wird urbar gemacht. Biedenkopf, 2. März. (LPD.) Die bekannte Bottenhorner Heide zwischen Bottenhorn und Hülshof wird jetzt urbar gemacht werden. Das Projekt umfatzt etwa 2000 Tagewerke; etwa 40 arbeitslose Volksgenossen werden hier auf längere Zeit Arbeit und Brot finden. Milchbändler vom Auto tödlich verletzt. LPD. Frankfurt a. M., 2. März. In den frühen Morgenstunden des Samstag wurde der 63 Jahre alte Milchhändler Funk, der mit feinem Milchkarren die Mainzer Landstraße überqueren wollte, von einem Auto angefahren und mit großer Wucht zur Seite geschleudert. Funk erlitt einen schweren Schädelbruch und starb noch bevor er ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Wetterbericht des Reichswetlerdiensies. Ausgabeort Frankfurt. Das nordeuropäische Hochdruckgebiet hat sich kräftig weiter verstärkt und sich uns genähert. Damit hat die Zufuhr kalter polarer Luft stärker? Ausmaße angenommen, so daß allgemein über dem Kontinent die Temperaturen noch zurückgeganqen sind. Da es in Mittel-, Nord- und Ostdeutschland vielfach zum Auftreten einer Schneedecke gekommen ist, haben die Fröste in diesen Gebieten besonders starke Ausmaße angenommen, während sie bei uns bisher noch gering blieben. Der Einfluß des Hochdruckgebietes auf unser Wetter wird weiter zunehmen. Aussichten für Dienstag: Wolkig bis heiter, vereinzelt leichte Schneefälle, Fröste weiter zunehmend, lebhafte östliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des zeitweise heiteren Frostwetters. Lufttemperaturen am 3. März: mittags 3,5 Grad Celsius, abends 0,8 Grad; am 4. März: morgens — 0,7 Grad. Maximum 3,7 Grad, Minimum —1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. März: abends 3 Grad; am 4. März: morgens 1,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden. Wintersport. Schwarzwald: Feldberg: Nebel, —7 Grad, 200 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 18 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen: Garmisch-Partenkirchen: Schneefall, — 2 Grad, 35 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 18 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Harz: Schierke: Bewölkt, —9 Grad, 53 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 8 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Restaurant Stadt Lauterbach Lieber Straße 57 1277d Morgen ab end: Fasdiinosrummel mitKonzert Keine Preiserhöhung! Restaurant DM (Am OswaldNgarten) Fastnacht-Dienstag 8.01!! Die Musik wird ausgeführt von Mitglied, der Reichswehr-Kapelle »INS LOTZE« Fastnachtdienstag das traditionelle Frühschoppeo-Konzert Anfang 11.11 Uhr 0898 WIESECK Fastnacht-Dienstag: TANZ i bei Wilhelm Dorfeld MeMeiWöMkelt! Bahnbrechende, patentierte Umwälzung in der Autobranche. - Bezirksmitarb. zu verg. Angebote erb. ii. G.B. 622 an'Öeinr.EiSle r Nachf., Frankfurt a. M. 1270V Mündlichkönnen (Sie ee nur wenig en sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (sie e§ allen Vermietungen Groh. leer. Zimmer zu vermiet. 0893 Kugelberg 25. 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Gewinnauszug 5. Klaffe 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 20. Ziehungstag 2. März 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 14754 6 Gewinne zu 3000 M. 55621 155515 368724 8 Gewinne zu 2000 M. 27171 28579 131577 196463 46 Gewinne zu 1000 M 32346 51259 60202 62285 77335 144329 146493 150618 165993 176000 202554 207396 221064 222852 228611 231055 237329 266951 281091 319085 322336 389664 5711 9317 36752 53810 60941 78213 98673 115128 135873 213328 255926 305960 357404 11938 36891 54022 61575 82163 100403 112988 131240 147193 165693 175456 191502 202529 212362 235017 253367 262555 278552 291247 305554 320827 330470 341742 353358 366039 379863 388620 150526 219003 257605 306058 365929 42860 57573 66582 82963 155618 223925 284829 315038 384631 26086 49282 69806 69017 91186 131344 201814 238594 289265 332347 393586 36907 57382 63507 82427 ! 101605 115103 132010 149615 168316 176719 191717 205172 223565 235593 253522 262645 285863 294135 311560 321008 330681 344672 354289 366397 880361 110890 120236 140573 161236 169419 183365 196603 208335 227408 248316 260884 274309 286163 299430 315590 326790 334824 352205 360418 372405 386983 134521 209350 247432 305076 332522 395177 112366 120812 146032 165630 174601 184596 199413 211419 230315 252237 262150 278142 290555 304523 317222 328979 337326 353055 364090 379002 388333 128294 189619 232012 287407 323200 389612 300 M 111924 120740 143074 164269 171170 184163 197152 209212 227630 251677 261489 275492 289242 303010 316877 327116 336572 352640 362334 378751 387904 I 6317 36037 62657 60565 69830 93323 21688 49211 58528 67782 85429 105573 115339 132217 152492 168566 183118 196553 207538 223727 236338 254546 264324 286077 295512 313932 325331 333757 350734 356183 371807 385929 330 Gewinne zu 13661 20693 ' „92 fötroinne zu 500 M. 19868 21701 29081 34027 35383 ^Oö4 48233 51471 86843 98038 124233 125779 ------ ------ ------ In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 20000 M. 399002 6 Gewinne zu 5000 M. 54109 146627 161854 2 Gewinne zu 3000 M. 314877 8 Gewinne «1 2000 M. 79596 142522 306024 839386 32 Gewinne zu 1000 M. 6759 42726 51912 52324 73945 84620 157282 173970 252699 56617 275809 282120 284125 304823 368309 78584 90 Gewinne zu 500 M. 17153 35981 39084 49159 64654 71868 75837 79523 90294 98109 100674 118102 122661 123218 124230 126060 146333 150474 160361 163614 175476 196106 196292 221762 248084 268758 273740 275962 306675 319200 320781 346859 347358 365897 379505 382140 391738 391764 397778 398197 302 Gewinne zu 300 M. 922 2064 15090 16719 19638 22635 26606 26839 28770 30164 33497 39894 41022 41713 42230 42892 43189 44763 44841 45665 55156 57941 63647 64737 64785 66918 67390 69179 71778 76194 77275 79380 81059 87960 89531 91446 92838 94770 99679 110519 115039 116618 117568 126246 130545 132591 132972 147902 148225 158520 161264 161619 162683 163901 165958 170164 170856 172197 173787 173953 174115 175173 175247 175571 177432 178375 180348 180970 181378 183200 186257 191859 193203 193559 196845 203345 205848 212697 213783 215121 217123 21843? 226909 234760 245915 253229 255017 260426 260956 268393 271400 281814 282722 284040 289891 291296 296759 307485 309441 311315 314693 320026 328668 332216 337946 339708 346869 347124 349216 353043 353587 356137 357619 360729 362105 372694 374338 378208 385603 389279 389399 390446 392856 395239 397796 398076 398852 131872 176475 271973 324762 386618 15371 29485 42442 56755 67781 87067 109540 127166 156394 164866 173894 176474 182556 195897 214069 241299 268353 286570 310172 336567 349594 360760 387053 396318 20 Tagesprämten. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 35988 48205 80635 97744 129203 150436 163548 259473 273736 357192 Im Gewinnrade verblieben: 200 Tagesprämien -u je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 100000, 2 zu je 60000, 2 zu je 30000, 4 zu e 20000, 26 zu je 10000, 58 zu je 5000, 146 zu e 3000, 298 zu je 2000, 612 zu je 1000, 1570 zu je 600, 6004 zu je 300 Mark. Bekanntmachung. Die im Februar d. I. stattgefundenen Brennholz» Versteigerungen (Nr. 10 bis 17) wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 10. Wörz 1935 in Empfang zu nehmen. 1268C Gießen, den 27. Februar 1935. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Lichtspielhaus Gießen Ab heute Montag: Ein heiterer herrlicher Spielfilm, über den man 2 Stunden herzlich lachen kann I Jungfrau gegen Mönch Ein lustiger Krieg zwischen zwei Hotels in den Schweizer Bergen mit Dorit Kreysler, Paul Richter Ida Wüst - Hugo Fischer-Köppe Eric Ode, Gustl Stark-Gstetten- bauer, Werner Finck Dazu: Lottchens Geburtstag Lustspiel -Kulturfilm - und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. 1266a Nr. 55 Zweites vlaü Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, §.Mrzl935 Der letzte Tag der Saarbefreiungsfeiern. Rudolf Heß fährt durch das Saarland. Saarbrücken, 2. März. (DNB.) Die Rundfahrt, die der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und die noch anwesenden R e i ch s l e i t e r mehrere Stunden lang durch das zur Heimat zurückgekehrte Saarland führte, brachte sie zunächst nach Bürbach. Nach dem Regen des Vortages war endlich die Sonne strahlend hervorgebrochen und lag über der Landschaft. Schon in Bürbach, das früher eine Hochburg des Kommunismus war, bekam man einen Eindruck von der Stimmung im Saarland. Kein Haus ohne Fahnen und Girlandenschmuck. Ueberall werden die Hoheitszeichen der Bewegung gezeigt. Den Straßenrand säumen dichtgedrängt die Men- W «MN 'HAv ,^7"X •Off ‘ . zx* W ; X > • . / H * ... M Der Führer begrüßt den Reichskommissar Gauleiter B ü r ck e l. schen, Jugend mit Fähnchen in der. Hand. Lieder ertönen beim Eintreffen des Stellvertreters des Führers. Von den Hochöfen herab heulen die Sirenen. In Obervölklingen sind die Arbeiter aus den Betrieben gekommen. In ihren braunen Kitteln mit rußigen Gesichtern stehen sie an der Straße und grüßen den Stellvertreter des Führers. Immer wieder hört man den Ruf: „W o i st der Führer?" In Völklingen ist es das Jungvolk, das besonders aufzieht. Der Reichtum dieses Landes liegt in seinen Kindern mit ihren blanken Augen auf lächelnden Gesichtern. In Völklingen wird auch Kommerzienrat Röchling vom Stellvertreter des Führers begrüßt. Weiter geht es nach Saarlouis. In langer Front ist der Arbeitsdienst angetreten, den der Reichsminister abschreitet. An der Saar entlang geht es dann nach Fremersdorf. Hier weichen die Leute nicht von den Straßen. Der Wagen des Stellvertreters des Führers ist fest eingekeilt, und erst der Ordnungsdienst der Deutschen Front mußte ihm durch die begeisterte Menge den Weg bahnen. Kurzer Aufenthalt ist wieder in Merzig. Hier wurde kein Aufmarsch vorbereitet oder die Bevölkerung informiert, da erst am Abend vorher bekannt wurde, daß der Stellvertrete des Führers die Reise durch das Saarland beabsichtige. Um so eindrucksvoller war der Empfang durch die Bevölkerung. Niemand kommandiert, sondern alles war spontan auf die Straße geeilt, um seiner Freude Ausdruck zu geben über des Saarlandes Heimkehr zum Vaterland. In D i l l i n g e n wird der Stellvertreter des Führers mit Böllerschüssen empfangen. Hier sind auch die Hochöfen, die Schornsteine festlich geschmückt. Es gibt wohl keine Mauer, keine Häuserwand, die nicht Grün und Fahnen träat. In Beckingen sperrt das Jungvolk, die kleinsten Pimpfe von 9 bis 12 Jahren, mit Schulterriemen die Straße, ganz so, wie sie es von den Alten gesehen haben, man muß sagen, daß das Jungvolk seinen Ordnungsdienst mit Umsicht und mit großem Eifer versieht. Die Jungen sind sehr stolz darauf, daß man ihnen dies überlassen hat und die Diszi- plin der Bevöllkerung ist so groß, daß dieses Spalier der Pimpfe auch an keiner Stelle eingedrückt wird, obwohl die Begeisterung ungeheuer ist. In Beckingen steht plötzlich an der Straße e i n Brautpaar, das erste Brautpaar im freien Saargebiet. Der Stellvertreter des Führers ruft den beiden herzliche Glückwünsche zu. Heber Diefflen aeht dann die Fahrt nach Nalbach, wo der Bund Deutscher Mädel den Wagen von Rudolf Heß umringt, eine freudige Ueberraschung, die sich der Stellvertreter des Führers gern gefallen läßt. Er kann nicht weiterfahren, ehe er nicht jedem der etwa 50 Mädel die Hand gedrückt hat. Jetzt geht die Fahrt durch eine Reihe von saarländischen Bauerndörfern, wo in seiner Bauerntracht überall das Landvolk an den Straßen steht, überall kleine Musikkapellen, die Reiter- vereine zu Pferd an der Straße aufgestellt. Die ganzen Dörfer sind in Bewegung und auf allen Nachbardörfern ist das Landvolk ebenfalls zur Straße geströmt. An vielen Stellen sehen wir die alten Giebelinschriften, die seinerzeit auf Anordnung der Regierungskommission überstrichen werden mußten und jetzt wieder freigelegt sind. Auf einem Transparent lesen wir dann: „Fließ Thel- bach hin zum deutschen Rhein. Nimm Botschaft mit: Wir kehren heim!" In St. Wendel ist wiederum Arbeitsdienst mit Musikkapellen angetreten. Der Stellvertreter des Führers geht durch die Menge hindurch, die ihn auf die Schultern heben will, hinüber zum Arbeitsdienst, dessen Front er abschreitet. In Ottweiler sind es genau so wie in Neunkirchen, Sulzbach und Dudweiler gerade die Arbeiterhäuser, die ziegelroten Fronten der Wohnungen der Saarkumpels, die am allerschönsten, mit außerordentlich viel Liebe, geschmückt sind. Riesige Bilder des Führers, mit schwerer Hand, aber doch mit Sorgfalt und Liebe gemalt, verdecken oft ganze Fensterfronten. Sulzbach, früher oft verschrien als Hochburg des Marxismus, bietet sich dar als eine Symphonie von Fahnen und Grün, eine Stadt, die ganz erobert ist für die Idee des Nationalsozialismus. Einige Häuser sehen wir, an denen die Läden völlig heruntergelassen sind. Mit Kreide steht an der Fassade geschrieben: „Verzogen nach Frankreich!" Das sind auch die letzten Zeichen, die uns auf der ganzen Fahrt von jenen Volksverrätern noch begegnet find, die sich einst als Herren des Saargebiets dünkten. An einem Haus Studen- ten mit Burschenband. Wie sich dann ergibt, hat eine deutsche Burschenschaft in jedem Jahre aus Sulzbach eine Reihe von Arbeiterkindern ins Reich hinübergenommen und ihnen eine längere Erholungszeit ermöglicht, während in den Ferien die Studenten in Sulzbach auf den Gruben arbeiteten und so die Verbindung herstellten von Arbeitern und Studenten. Die Uebergabe des Saarlandes durch die Vertreter des Völkerbundes an den Vertreter des Reiches. Reichsinnenminister Dr. Frick, im Kreisständehaus. Links Reichsinnenminister Dr. Frick, der Dritte von rechts ist der Vorsitzende des Dreierausschusses, Baron A l o i s i. Der Sreierausschuß verläßt das Saargebiet. Saarbrücken, 3. März. (DNB.) Die Mitglieder des Dreier-Ausschusses, Baron A l o i s i und Lopez Olivan, haben mit ihrer Begleitung und mit dem Saarreferenten des Völkerbundssekretariats, Krabbe, von Schloß Halberg kommend, in St. Ingbert den Sonderwagen der Reichsbahn bestiegen und das Saargebiet verlassen. Das dritte Mitglied des Dreierausschusses, der argentinische Botschafter C a n t i l o , war bereits Samstagfrüh aus dem Saargebiet abgereist. Die übrigen Herren machten noch im Laufe des Tages eine ausgedehnte Kraftwagenfahrt durch das Saargebiet, die sie auch nach Trier führte. Dort besichtigten sie unter Führung von Professor Krüger vom Provinzialmuseum den Dom, die Frauenkirche, sowie die römischen Altertümer, besonders die porta nigra und die Thermen. In ihrer Begleitung befanden sich Regierungspräsident S a a s ° s e n und Mitglieder der Familie von Stumm, in deren Haus sie als Gäste der Reichsregierung während der letzten Tage wohnten. Der Vorsitzende des Dreier-Ausschusses, Baron A l o i s i, hat sich einem Berliner Berichterstatter gegenüber sehr befriedigt über die Eindrücke geäußert, die er während seines Aufenthalts im Saargebiet erhalten hat. Aloisi erklärte u. a., er fei vom Führer auf das herzlichste empfangen worden. Während der Unterhaltung mit dem Führer t)abe die Menschenmenge auf dem Rathausplatz den Führer auf den Balkon gerufen. Dieser habe dar- auf Aloisi und die beiden anderen Mitglieder des Dreier-Ausschusses ge- beten, zu ihm auf den Balkon zu treten. Aloisi versicherte, daß der I.März für ihn eine unvergleichliche Erinnerung bleiben werde. Er habe Gelegenheit gehabt, sich von der tiefen Verehrung zu überzeugen, die das deutsche Volk für feinen Führer empfinde. Ueber die außenpolitischen Auswirkungen der Rückgliederung des Saargebietes erklärte Aloisi recht zuversichtlich: „Es bestehen heute starke Tendenzen zur Verständigung unter den Völkern Europas. Diese Tendenzen sind mit hervorgerufen worden durch das erfreuliche Ergebnis der Abstimmung und der heute erfolgten Rückgliederung des Saargebietes in das Reich." Vereidigung des Landesverbandes Saar des Stahlhelms. Saarbrücken, 2. März. (DNB.) Der aus Anlaß des Führerbesuches und der Saarrückgliederung in Saarbrücken weilende Bundesführer des Stahlhelms, Reichsminister Frang S e I b t e , hat am Samstag, den jetzt den NSDFB. eingegliederten Landesverband Saar auf den Führer Adolf Hitler und die Bundessatzung vereidigt. Sämtliche ins Saargebiet gekommenen Verbände marschierten mit den saarländischen Stahlhelmkameraden unter den Klängen zahlreicher Musikkapellen zum Waldhaus, wo die Feier stattfand. Nach kurzen Worten des Führers des Landesverbandes Saar, Altenburg, sprachen ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher. Dann nahm Reichsminister S e l d t e die Vereidigung vor. Die Fahnen der saarländischen Stahlhelmgliederungen wurden mit den Farben des Reiches geschmückt. Den Abschluß U ,v Brüssel..... Mo de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelstngforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. ffiten Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 27 1,2 8,1 7,6 7.75 10,9 8,5 30,65 34 86,9 116,5 84,25 84,5 84,5 168 27 1,2 8,1 7,6 7,6 10,65 8,65 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Leslerreichtsche.Sllberrente 4% Ungarische Gvldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'2% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... Kaufhof 0,50 v. H., Metallgesellscha^t 0,65 v. H., IG. Farben 0,25 v. Sj. höher, andererseits Zellstoff Waldhof nach dem stärkeren Anstieg von gestern mit 106,50 0,40 v. 5). leichter. Scheideanstalt, Deutsche Erdöl, Hapag und Deutsche Linoleum lagen unverändert. Am Rentenmarkt war die Haltung ebenfalls freundlich, aber ohne größeres Geschäft. Altbesitz 112,75 (112,65), Stahlverein-Bonds 97,90 (97,40), Zinsvergütungsscheine unverändert 90,45 ebenso späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,40. Kom- munal-Umschuldung zogen geringfügig an. Im Verlaufe blieb die Haltung fest, das Geschäft erfuhr aber, von wenigen Spezialwerten abgesehen, keine Ausdehnung. Stark gesucht blieben Hanfwerke Füssen mit 78 (76,50), ferner zogen Daimler auf 52,65 (52,25) und Adlerwerke Kleyer auf 89 (88,501 an. Etwas schwächer lagen dagegen Reichsbank mit 168 (168,50), IG. Farben mit 141,13 (141,40), auch Kunstseide AKU. gaben 0,40 v. H., .Conti Linoleum -Zürich 1 v. H. nach. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die Kurse gegen den Anfang meist unverändert. Am Rentenmarkt zeigten die variablen Werte keine Aenderung, Altbesitz wieder 112,65 nach 112,75. Stadtanleihen blieben stark gesucht und erhöhten sich durchschnittlich um 0,50 bis 1 o. H. Dagegen lagen Länderanleihen weiter ruhig und unverändert. Goldpfandbriefe lagen bei kleinem Geschäft behauptet, Liquidationspfandbriefe und Kommunal- Obligationen zogen teilweise bis 0,25 v. H. an. Auslandsrenten lagen still. — Tagesgeld war zu 3,5 (4 v. H.) etwas leichter. Frankfurter Schlachlviehmarkt. 27 1,2 8,1 7,75 7,75 7 9 0 4 4. 0 Datum ....... 3 .......5 0 12, .....ayj .......o .......o 5 6 .....7y, Oer Mann mit den fünf Pässen. LPD. Frankfurt a. M., 3. März. Der Zollfahndungsstelle Frankfurt ist in engster Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Wiesbaden in den letzten Tagen ein guter Fang geglückt. Sie hat den seit langem gesuchten Th. aus Straßburg verhaftet. Th., ein geborener Elsässer, hat bisher in Baden- Baden, Bad-Ems, Koblenz und Wiesbaden seine schmutzigen Geschäfte mit Registermark- Schiebungen betrieben. Er arbeitete unter verschiedenen Namen mit fünf französischen Pässen. Bei den Grenzübertritten be- • o 99,25 0 — . C — ■ « 122,75 2y, 86 •• 01 77,13 Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpen er................. Voesch Eisen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse...... Klöcknerwerke ............. ManneSmann-Röhren.....’ Besondere Beachtung ist jagenden Hunden und wildernden Katzen zu schenken. Letztere dürfen ja heute schon abgeschossen werden, wenn sie weiter als 200 Meter vom nächsten bewohnten Hause entfernt sind. Ab 1. April kommt hinzu, daß Katzenbesitzer, deren Katzen in einer solchen Entfernung angetroffen werden, genau so mit Geldstrafe belegt werden können wie das seither mit denen wildernder oder wenigstens freilaufender Hunde der Fall war. Auch der Hundeplage kann nun endlich wirksamer entgegengetreten werden. Der 'Jagdausübungsberechtigte darf ab 1. April jeden Hund abschießen, der sich außerhalb der Einwirkung seines Herrn im Revier herumtreibt, mag er nun gerade hetzen oder nicht. Welchen Schaden einzelne dieser Räuber anrichten können, zeigt der Fall eines aus der Stadt Gießen stammenden Schäferhundes, der bis heute nachweislich 2 Rehe, 3 Hafen und ein in einer Feldscheune eingesperrtes Schaf gerissen hat. Wieviel aber weiß man nicht? Das Reichsjagdgesetz erwartet oom Jagdausübungsberechtigten, daß er diesen Jagdschutz tatsächlich ausübt und das Gesetz anwendet und sieht unter Umständen die Einsetzung von Berufsjägern vor, wenn der Jagd- Mansfelder Bergbau .. Kokswerke.......... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rhetnstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavt Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-Jndustrie Schetdeanstalt......... Goldschmidt Rütgerswerke . Metallgesellschast . Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt... A.E.G Bekula io Eiektr. LteserungSgesellschaft . ’. 6 Licht und Kraft ........... ey Selten & Guilleaume o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5 Rhein. Wests. Eleklr g Schuckcct L Co............... 4 Siemens L Halske 7 Lahmeiier LCo............ 7 zum Abschluß rotes Magnesiumsicht an den Ufern der Saar entzündet wird, singt die Menge alle Strophen des Deutschlandliedes. An den Ufern der Saar haben indessen SA.-Männer tausende von Fackeln dicht nebeneinandergesteckt und sie jetzt angezündet. Die Saar in Flammen. Die Menschen können sich nicht trennen von diesem Anblick. Nur langsam strömen sie zur Stadt zurück. Abschiedskonzert der Leibstandar.e. Die Kapelle der Leibstandarte veranstaltete zum Abschied von der Saarbrücker Bevölkerung am Sonntag auf dem Platz vor dem St. Johan- n e r Rathaus einen Zapfenstreich. Das Rathaus, die angrenzenden Gebäude, die Johanniskirche und das Telegraphenamt erstrahlten im Hellen Glanz von vielen Tausenden Glühbirnen. Auf dem Rathausplatz und in den umliegenden Straßen standen die Menschen Kopf an Kopf. Die Menge benutzte jede Pause, um Beifall zu spenden. Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied wurden am Schluß begeistert mitgesungen. Die Kapelle fügte das Saarlied hinzu. Dann kam der Vorbeimarsch unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung. Obergruppenführer Dietrich bringt ein dreifaches Sieg-Heil aus auf den Führer Adolf Hitler. Er verabschiedet sich von den Saarbrückern mit einem herzlichen „Auf Wieder- sehenl". schlagen oder zu anderen abgegeben. Denn seine Aufgabe besteht darin, „die Gestaltung der Jagdbezirke mit den Erfordernissen der Jagdpflege in Einklang zu bringen". Ehe dieses geschehen ist, kann an eine Neuverpachtung nicht herangegangen werden. Zur Vorbereitung des neuen Jagdjahres gehört eine Aufnahme des Bestandes an Schalenwild, die sog. Wildzählung. Sie ist am leichtesten, wenn das Wild noch in stärkeren Sprüngen zusammensteht. Drum sei jedem Revierinhaber geraten, auch ohne Aufforderung sich schon möglichst bald diese Zahlen zu verschaffen und darauf den Adschußvorschlag aufzubauen, den er dem Kreisjägermeister einzureichen hat. Sobald es erst einmal anfängt, im Walde grün zu werden, ist es mit dem Zählen vorbei. Man macht allgemein die Beobachtung, daß die Kenntnis des Reichsjagdgesetzes noch sehr im Argen liegt. Dabei ist sie doch für den Jäger von so enormer Be-deutung. Unkenntnis kann ihn in die unangenehmsten Lagen bringen. Es gibt ganz billige Ausgaben davon, deren Anschaffung jedem Jäger gar nicht dringend genug empfohlen werden kann. Hubertus. Wenn die Tage länger werden und die Sonne ihre Leben erweckenden Strahlen zur Erde sendet, dann beginnt es überall zu blühen und zu sprießen. Am Waldbach zeigt sich frisches Grün, das Geißblatt treibt schwellende Knospen, junge Blättchen der Wildstachelbeere, Silberkätzchen schmücken die Weide und betäubend duftet das Frühlingskleinod des Bergwaldes, der Seidelbast. Graugänse und Kraniche streben in großen Keilen laut rufend der nordischen Heimat zu, auf dem Gartenzaun knickst das Rotschwänzchen, am Bachufer wippt die Bachstelze wieder, und Amsel, Fink und Meise begrüßen mit munterem Sang den jungen Tag — der Frühling hält seinen Einzug. Dann zieht es den Waidmann hinaus in fein Revier. Er freut sich des Bockes, der schon brav geschoben hat, reinigt und erneuert seine Salzlecken, bessert Kanzeln und Leitern aus, beobachtet das Rehwild, das auf die Saaten tritt, und überschlägt sich den Bestand, um daraufhin den Abschußplan zu gründen, den er seinem Jägermeister einreichen muß. Abends aber zieht es ihn dorthin, wo durch junges Holz der Waldgraben murmelt. Denn dort streicht, wenn die Sonne sinkt, des Waidmanns Frühlingsbote, der Vogel mit dem langen Gesicht, die Waldschnepfe. Der März ist ein Hegermonat, in dem es nur wenig zu Schießen gibt. Das Rotwild hat gleich Dam- und Rehwild Schonzeit. Schwarzwild kann zwar an sich das ganze Jahr hindurch besagt werden, doch gewährt ja das neue Jagdgesetz der führenden Bache ebenso seinen Schutz wie der säugenden Fähe irgend welcher Raubwildarten. Der günstige Verlauf des Winters hat die Rammelzeit der Hasen schon früh beginnen lassen, so daß schon bald mit Junghafen zu rechnen sein wird. Dom Verlauf der Märzwitterung hängt der Hasenbesatz des Jahres in starkem Maße ab. Denn diese Hasen des ersten Satzes sind deswegen so wertvoll, weil sie selbst in diesem Jahre noch zur Fortpflanzung schreiten. ist. Am 1. April 1935 tritt das Reichsjagdgesetz in vollem Ausmaße in Wirkung. Dieses Gesetz verpflichtet den Jäger zur Hege, d. h. zu Handlungen, die seither nur von einem Teil der Jägerei mehr oder weniger vollständig durchgeführt wurden. Sie müssen im März vor allem im Schutze von Jungwild und brütenden Tieren bestehen. Eine besondere Gefahr droht hier immer oom Menschen selbst, der im Mürz und April anfing, feine Hecken zu schneiden oder gar zu roden und die Raine zu sengen. Alle diese Arbeiten sind seit Inkrafttreten des Naturschutzgesetzes nach dem 1. März verboten. Die Kreisämter haben an das Verbot noch einmal in den Amtsblättern erinnert, also besteht kein Grund, auf Zuwiderhandelnde Rücksicht zu nehmen. Wir empfehlen den Jagdberechtigten, unbedingt zur Anzeige zu schreiten, damit diesem die Vogelwelt und die Jagd in gleicher Weise schadenden Tun endlich Einhalt geboten wird. — Gelegentlich des schlechten Ausfalles der Hasenstrecken in vielen Teilen Deutschlands ist in der Jagdpresse wieder in verstärktem Maße auf das große Wiesel hingewiesen worden, das in unseren Revieren in viel größerer Zahl sein Wesen treibt als die meisten Jäger wissen. In ein gepflegtes Revier gehören Wieselfallen, die nicht teuer und leicht zu handhaben sind. Das Jagdgesetz sieht vor, daß die Krähen auf Anordnung oder mit Genehmigung des Kreisjägermeisters mit Phosphoreiern bekämpft werden müssen oder dürfen. Es ist bis jetzt bei uns nur in vereinzelten Revieren regelmäßig in jedem Frühjahr geschehen, aber dort auch immer mit sichtbarem Erfolg bei den Niederwildstrecken. Erhöhte Niederwildstrecken zu erzielen, ist aber ein Teil der Arbeit des Jägers, die er im Kampf um die Nahrungsfreiheit Deutschlands leisten soll. Es können also solche Maßnahmen heute dem Jäger auferlegt werden, sie sind nicht mehr allein der Ausfluß seines Wollens. Der diesjährige Saatenstand läßt erwarten, daß das Wild bald zur Grünäsung Übergehen wird. Damit sind bekanntlich oft Erkrankungen verbunden. Sehr günstig wirkt dabei als Diätmittel Kochsalz. Daher gehören Salzlecken in jedes Nevier mit Schalenwild. In ihrer Nähe Eicheln zu schütten, ist vorteilhaft, denn ihr Gerbstoffgehalt wirkt dem Durchfall entgegen, den die Grünäsung leicht heroorruft. Die Wurst in der Gckkupfhose. Schlank kam sie — vollschlank ging sie. LPD. Frankfurt a. M., 2. März. Bei einem hiesigen Metzger verschwanden seit geraumer Zeit aus dem Verkaufsraum größere Mengen Wurstwaren. Den Dieb konnte man lange nicht fassen. Schließlich führten die Ermittlungen aber doch zur Ueberfühmng des Täters. Es fiel auf, .daß eine bei dem Metzger beschäftigte Frau stets beweglich und schlank auf ihrer Arbeitsstelle erschien, während ihr Leibesumfang nach Beendigung der Arbeit umfangreicher geworden war, so daß sie sich nur schwerfällig fortbewegen konnte. Dieses plötzliche Stärker- werden fiel ihren Arbeitskolleginnen auf und man schöpfte Verdacht. Bei einer körperlichen Durchsuchung der Frau wurden aus ihren prallgefüllten Scylupfhosen Würste aller Art und gesalzene Haspel oorejefunöen. Nach Abnahme der Ware hatte sie ihre natürliche Schlankheit wieder er halten. Hainburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd ....... To. W erreicht lerlu wurde fl Ergebnis Turne tAs e: htt,. Deutung te Sz Men Handball im Gau XII. Im Gau Nordhessen führte das wichtigste Treffen des Tages die beiden Kasseler Spitzenreiter zusammen. Durch einen Sieg mit 9:7 (7:4) konnte Tuspo. 86/09 den knappen Vorsprung der Turn- gemeinde aufholen, und beide Mannschaften stehen nun mit je 22:6 Punkten und einem fast gleichen Torverhältnis an der Spitze. Die übrigen Mannschaften auf den vorderen Plätzen sind weiter zurückgefallen, da der Sonntag sonst im Zeichen von Erfolgen der am Ende stehenden Vereine stand. Tuspo Bettenhausen, noch vor drei Wochen ernsthaftester Anwärter auf dem Meistertitel, unterlag auf eigenem Platze dem vorjährigen Gaumeister Tv. Wetzlar 4:6 (2:1), Kurhessen Kassel erreichte gegen die an letzter Stelle stehende Kasseler iura nur ein 4:4 (2:1) und Gießen 1900 wurde auf eigenem Platze mit dem sensationellen Ergebnis von 15:7 (8:2) von den E s ch w e g e r Turnern überfahren. Die Ergebnisse des Sonntags. Bezirksklasse. Pflichtspiel: Kurhessen Marburg — Tv. Goßfelden'7:7 (0:2). Freundschaftsspiele: Tv. Lützellinden I — Tv. Hochelheim I 8:5 (4:1); To. Lüetzelinden II — Tv. Hochelheim II 11:4(2:0); To. Garbenheim — Tv. Groß-Rechtenbach 2:6 (1:3); Tv. Dorlar — Tv. Münchholzhausen komb. 11:3 (3:1); Tv. Dorlar Jgd.— Tv. MünchholzhausenJgd. 8:3 (3:1). 1900 verliert gegen TV. 61 Efchwege 7:15 (2:8). Wer geglaubt hatte, die 1900er könnten auf eigenem Platz gegen TV. 61 Efchwege einen Sieg landen, wurde bitter enttäuscht. Die Gäste warteten mit einer geschlossenen Leistung auf, denen eine ebenso uneinheitliche der Platzbesitzer gegenüberstand. Allerdings muß zugutegehalten werden, daß die Gießener Mannschaft stark mit Ersatz durchsetzt war. Es spielten: Enders; Birkenstock, Funke; Koch I., Schott I., Johannesmeier; Schüler, Wlodarek, Steines, Schott II., Herbert. Anfangs waren die Nollen verteilt. Efchwege ging durch einen Strafwurf in Führung, doch glich Schüler bald durch einen schönen Schrägwurf aus. Kurz darauf hieß es wieder 2:1 für die Turner. Jetzt holte Steines auf 2:2 auf. Der Kampf wogte immer noch hin und her, allmählich kristallisierte sich jedoch eine leichte Ueber- legenheit der Gastmannschaft heraus, die mit einem sotten Spiel aufwartete. Diese Ueberlegenheit wäre aber bis zur Pause nicht in weiteren sechs Toren zum Ausdruck gekommen, wenn in 1900s Hintermannschaft nicht einige grobe Deckungsfehler gemacht worden wären. Nach dem Wechsel erschienen die Spielervereinigungsleute mit umgestellter Mannschaft. Schüler nahm den Mittelstürmerposten und Funke später den Mittelläuferposten ein. Es wurde dadurch insofern eine kleine Besserung erzielt, als der Sturm seine Angriffe nicht mehr ganz so zusammengeballt wie in der ersten Halbzeit vortrug. Den sieben weiteren, zum Teil aus Prachtwürfen resultierenden Toren der Eschweger konnten wenigstens noch fünf (Wlodarek, Steines, Funke) entgegengesetzt werden. Zur Mannschaftskritik ist zu sagen, daß Eschwege ohne jeden Zweifel verdient gewann. Die besten Leute waren Torwart, linker Verteidiger und das Jnnentrio des Sturmes. Bei 1900 wollte wieder nichts klappen. Die Mannschaft muß wieder von Grund auf anfangen, ein System zu spielen. Enders im Tor tat vollauf seine Schuldigkeit. Er hielt, was zu halten war. Bei dem Verteidigerpaar Birkenstock—Funke haperte es am notwendigen Verständnis untereinander. In der Läuferreihe konnte Schott I. den Mittelläufer Cremers nicht voll ersetzen. Die beiden Außenläufer Johannesmeier und Koch I. waren eminent fleißig und hielten sich tapfer. Jrn Sturm sah man nur selten Ansätze zu erfolgversprechenden Kombinationen. Verschiedene gute Einzelleistungen wurden von Schüler, Wlodarek, Schott II. und Steines gezeigt. Herbert fiel jedoch ziemlich aus. Schiedsrichter D r o l s b a ch amtierte korrekt. Sport Kassel steigt ab. Fußball-Punkiespiele im Gau Nordhesfen. Am Sonntag wurde bei den Fußball-Meisterschaftsspielen im Gau Nordhessen der erste Verein ermittelt, der in die zweite Klasse absteigt: Sport Kassel. Der Altmeister Kurhessen Kassel, der der Abstiegsgefahr auch noch nicht ganz entronnen ist, schlug „Sport" in überzeugendem Stil glatt 6:0 (1:0). Trotz ihres 3:2-(l:2)-Sieges über SC. 03 Kassel dürste die in der Tabelle an vorletzter Stelle stehende Spvgg. Langenselbold die Kasseler in die Bezirksklasse begleiten, dSnn Langenselbold hat nur noch ein Spiel auszutragen und kann höchstenfalls noch auf 12 Punkte kommen, während das auch noch nicht ganz gerettete Kurhessen Kassel bereits elf Punkte aufweisen kann und noch zwei Spiele ausstehen hat. Zudem hat „Kurhessen" ein weitaus besseres Torverhältnis wie Langenselbold. Das dritte Treffen des Sonntags, Hessen Hersfeld gegen Spielverein Kassel 2:4 (0:2), war weder für den Abstieg noch für die Meisterschaft von Bedeutung. Nur ein Fußball-Meisterschastsspiel im Gau Südwest Das einzige Gauligcrspiel im Gau Südwest, das Treffen FK. Pirmasens — FSV. Frankfurt, war für die Meisterschaft insofern von Bedeutung, als der FK. Pirmasens noch die einzige Mannschaft ist, die den führenden Ludwigshafener Phönix noch einholen oder überholen kann. Die an sich schon geringen Chancen der Pirmasenser find am „Bornheimer Hang" weiter geschmälert worden, da in einem torlosen Spiel nur ein Punkt gerettet werden konnte. Pflichtspiel: Dillenburg—1900 4:4. Das einzige Punktespiel in der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen, das am gestrigen Sonntag ausgetragen wurde, fand in Dillenburg statt und führte die ersten Mannschaften der Spiewereinigung 1900 Gießen und des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins Dillenburg zusammen. Der Kampf endete mit einem Unentschieden. Das Ergebnis lautete 4:4. VfB.-Reichsbahn Gießen. vfV.-Reichsbahn I — Frohnhausen I 1:4 (0:3). Die Mannschaft des VfB.-Reichsbahn, die zu dem gestrigen Kampf gegen Frohnhausen mit mehrfachem Ersatz antreten mußte, bereitete den Zuschauern eine Enttäuschung. Die Elf schwamm fast während der ganzen Spielzeit, raffte sich zu keiner einheitlichen Leistung auf. Der ersten Torchancen für die Hiesigen waren in der ersten Halbzeit wenige, und in der zweiten fast keine. Das Spiel war im übrigen ein typisches Freundschaftsspiel, das wohltemperiert verlief. Der Spielverlauf sah die Gäste fast stets den Ton angeben. Sie operierten mit einer außerordentlichen Fixigkeit und während der ersten 15 Minuten. mit einem Eifer, der geradezu vorbildlich zu nennen war. Sie gaben auch das Tempo an und forderten die Gastgeber heftig heraus. Das Tempo wurde zwar nicht das ganze Spiel über durchgehalten, bis zur Halbzeit konnte man aber feine helle Freude an dem Spiel der Landmannschaft haben. Böllig verdient fiel in der 15. Minute das erste Tor durch den Halbrechten der Gäste. Der Tormann der Grünweißen mußte den Ball, der ihm über die Hand entglitt, passieren lassen. In lebendigem Wechsel ging das Spiel weiter. Die Grünweißen gingen nun etwas mehr ins Zeug, brachten einige Angriffe gut vor das Tor der Gäste, fetzten einige Male zu aussichtsreichen Torschüssen an, aber die Verteidigung von Frohnhausen wußte die Erfolge immer im letzten Bruchteil der Sekunden zu verhindern. Die VsBer mußten in der 25. Minute das zweite Tor hinnehmen. Der Rechtsaußen der Gäste setzte den Ball tadellos und unhaltbar dicht unter die Querlatte. Der Kampf ließ nun etwas nach, die Gäste waren aber immer noch eifriger, als die Platzbesitzer. Bei den Hiesigen ließ die Arbeit der Läuferreihe zu wünschen übrig, die den Sturm, der auch seinerseits wenig glücklich operierte, zu wenig unterstützte. In der 40. Minute fiel das dritte Tor, das wiederum der Halbrechte der Gäste mit einem ausgezeichnet placierten Schuß in die rechte untere Ecke erzielte. Nach der Pause gab es einen ohne besonderen Anlaß vom Schiedsrichter verhängten Elfmeterball, den die Gießener aber absichtlich nicht verwandelten. Fast die ganze zweite Spielhälfte verlief in ziemlich ruhiger Kamp- eshandlung. Man sah auf beiden Seiten keine großen Aktionen mehr. In der 35. Minute fiel das Ehrentor für die Grünweißen, das fast ein Selbsttor (durch den Torwart der Frohnhäuser) zu nennen war. Wenige Minuten später fiel dann das vierte Tor des Tages. Die Gäste hatten das Tor Der erste Märzfonntag brachte den deutschen Fußballern die beiden Vorschlußrunden-Spiele um den Fußballpvkal. Man hatte sich dabei schon auf die Sensation gefreut, daß die beiden Außenseiter Baden und Mitte, die zwei „Nationalmannschaften" auf dem Gewissen haben, auch die letzten Hürden nehmen würden. Dem Gau Mitte gelang dies durch einen kaum glaublichen 4:2 Sieg in Hamburg gegen Nordmark, und das, obwohl Nordmark bei Halbzeit 2:0 führte! Die Badener dagegen strauchelten in Berlin. Sie verloren nach gleichwerttgem Kampf 1:0. Demnach werden Gau Brandenburg und Gau Mitte das Endspiel am 23. Juni bestreiten. Brandenburg — Vaden 1:0 (1:0). Der Sieg der Berliner war glücklich, denn die badische Mannschaft stand ihrem Gegner in nichts nach. Die Badener spielten von der ersten Minute an sehr gut. Das einzige Tor fiel in der 37. Minute durch Ballendat, der einen Paßball Daudas aus kürzester Entfernung unhaltbar einlenkte. Nur zu Beginn der zweiten Halbzeit konnten die Berliner dominieren, gar bald wieder nahm Baden das Heft in die Hand; die letzten 20 Minuten dürften den bangenden Berlinern noch geraume Zeit in Erinnerung bleiben. Nach dem siegbringenden Treffer wurde die Verteidigung noch mehr verstärkt. Gegen dieses Bollwerk rannten die Badener vergebens an. Korbmarf — Mitte 2:4 (2:0). Der Sieg des Gaues Mitte kann als die lieber» raschung des Tages angesprochen werden. Er brachte es fertig, die mit vier Nationalspielern antretende Nordmark klar auszuschalten, obwohl er selbst nicht einen einzigen Mann in seinen Reihen besitzt, der als Einzelspieler überragend wäre. Die Elf des Gaues Mitte bewies es wieder einmal, daß Können allein nicht maßgebend ist, sie zeigte, daß der Geist sehr oft allein den Ausschlag zu geben vermag. 10 000 Zuschauer wohnten dem Spiel in Ham- der Hiesigen heftig bedrängt, ein guter Torschuß war abgewehrt worden, im Nachschuß aber wurde der Gießener Torhüter doch überrascht und die Niederlage klar besiegelt. Es war interessant festzustellen, daß sich die Gäste in ihrer Technik wesentlich verbessert haben und ein schönes flüssiges und flaches Kombinationsspiel zeigten. Die Gießener Elf litt, wie schon erwähnt, unter dem mangelnden gegenseitigen Verständnis. — Schiedsrichter Miller- Wetzlar korrekt. Die 2. Mannschaft konnte, trotzdem sie gezwungen war, da ein Mann unentschuldigt ausblieb, mit zehn Mann anzutreten, ein Unentschieden in Krofdorf erzielen. Nach anfänglicher Führung der Gießener glich Krofdorf aus. Alle weiteren Anstrengungen beider Mannschaften waren vergeblich. Die dritte Mannschaft kehrte mit einem ll:l-Sieg aus Langgöns heim. Das ganze Spiel stand im Zeichen einer eindeutigen Ueberlegenheit der Gäste, die, nachdem sie die Widerstandskraft der Gastgeber durch ihr Kombinationsspiel zermürbt hatten, ein Tor nach dem andern erzielten. Fußballabteilung des Tumvereins Wieseck. Lollar I — Wieseck I 6:1. Zu einem Freundschaftsspiele sollten sich diese Mannschaften am Sonntag in Lollar gegenübertreten. Der Beginn des Spieles verzögerte sich sehr. Lollar war komplett, während Wieseck nur sechs Mann zur Stelle hatte, die sich noch durch drei anwesende Spieler der zweiten Mannschaft ergänzten und mit neun Mann das Spiel durchführten. Wieseck hielt sich trotzdem sehr gut und konnte auch durch einen Elfmeter in Führung gehen. Lange dauerte es, bis Lollar zum Ausgleichstor (kurz vor Halbzeit) kam. In dieser Zeit zeigte der Ersatzhüter der Gäste sehr gute Leistungen. Nach dem Seitenwechsel drückte Lollar mehr und kam auch bald zum Führungstor. Das harte Spiel der Gastgeber brachte Wieseck mehr in die Defensive. Die wenigen gefährlichen Durchbrüche der Gäste fielen den Entscheidungen des Unparteiischen zum Opfer. Lollar kam dann noch zu vier weiteren Treffern, die der Ersatzhüter nicht verhindern konnte. So kam Lollar zu einem eindeutigen Siege, der dem Spielverläufe allerdings nicht ganz entspricht. Das vorgesehene Spiel der zweiten Mannschaften kam nicht zum Austrag, da Lollar nur mit sechs und Wieseck nur mit acht Mann zur Stelle war. bürg bei, die mit Begeisterung der ersten Halbzeit folgten, in der die Einheimischen in jeder Beziehung dominierten und einen verdienten 2:0 Vorsprung durch Rohwodder und Panse herausholten. Nach dem Seitenwechsel gab es jedoch immer längere Gesichter. Rohde-Eimsbüttel, Verteidiger in der Nordmark- Mannschaft, schied verletzt aus, der Torhüter Kath beging einige Fehler und schon hatten die stark auf- tommenben Vertreter des Gaues Mitte den Ausgleich erzielt. Schlag und Reinmann waren die Torschützen. Die Stimmung sank bei den Zuschauern noch mehr, als Reinmann gar noch der Führungstreffer glückte. Mit feiner 2:3-Führung beherrschte der Gau Mitte das Feld und konnte durch Schlag sogar noch einen vierten Treffer buchen. Westdeutschland-Ostholland 1 :l(O:l) 10 000 Zuschauer erlebten in Düsseldorf einen recht unglücklichen Kampf ihrer westdeutschen Elf. Sie war den Holländern überlegen, hatte aber das Pech, dem Gegner ein Tor zu schenken und brachte dann gegen die raffinierte Verteidigung nicht mehr die Energie für den Siegestreffer auf. Das Spiel begann wenig erfreulich. Auf beiben Seiten vermißte man die Durchschlagskraft, die Angriffe blieben meist schon bei den gegnerischen Läufern hängen. Die Holländer operierten wieder sehr geschickt mit ihrer Abseitsfalle. Zuerst erholten sich die Westdeutschen. .Zahlreiche Gelegenheiten wurden verpaßt. Ein Eigentor verhalf dann den Holländern kurz vor der Pause zum Führungstreffer. Nach der Pause wurde die Ueberlegenheit des Westens noch deutlicher. In der 20. Minute fiel dann durch Graf der Ausgleichstreffer. Die westdeutsche Elf erwies sich zwar den Holländern überlegen, ihr Spiel enttäuschte aber dennoch in gar mancher Beziehung. Auf beiden Seiten entpuppten sich die Hintermannschaften als sehr gut. 18. August: 25jährlges Bestehen von „Nassovia Limburg. 50-Kilometer-Straßenrennen in Limburg. Veranstalter: Nassovia Limburg. 25. August: Wanderfahrt (Kreis Wetterau-Taunus) nach Griedel. Wanderfahrt (Kreis Rhein-Lahn) nach Hohlenfels. 1. September: Großer Jubiläumspreis über 210 Kilometer und Bahnrennen in Gießen. Veranstalter: 1885 Gießen. 8. September: Wanderfahrt (Kreis Gießen) nach dem Schiffenberg. 15. September: Bezirksjugendfest in Wieseck. 22. September: Bergmeisterschaft in Crcmsderg-Ts. Drei neue Rekorde beim Schwimmfest in Magdeburg. Am Samstag begann das große nationale Schwimmfest von Magdeburg 96, in dessen Mittelpunkt der Klubkampf zwischen Berlin 89, Bremischer SV. und Magdeburg 96 steht. In der 4X200-M- Kraulstaffel stellten die Magdeburger mit 9:22,2 einen neuen Europarekord auf und unterboten die alte Bestleistung der Ungarn ganz beträchtlich. Der veranstaltende Verein konnte außerdem noch zwei weitere deutsche Staffelbestleistungen erzielen. In der 4X50-m-Kraulstaffel schlugen die Magdeburger zusammen mit dem Bremischen SV. in der neuen Rekordzeit von 1:48,7 (alte Bestleistung 1:48,8) und in der 10X50-m-Kraulstaffel erzielten die 96er mit 4:41,2 (bisher 4:43,3) ebenfalls eine neue deutsche Höchstleistung. Die 4X200-m-Bruststaffel gewann der 1. Frankfurter SC. sicher gegen Hellas Magdeburg. Ueber 100-m-Kraul war Fischer (Bremen) in 59,2 der Schnellste. Auch die 10X200-m-Kraul- staffel gewann Bremen. Deiters (Magdeburg) 96 war über 850-m-Kraul der Beste. Im Schwimm- Dreiklubkampf führt Magdeburg 96 am ersten Tage mit 51 Punkten vor Bremen mit 46 und Berlin mit 33 Punkten. 12=km=£ang(äufe in Holmenkollen. Bogner im Kombinattonslauf auf dem 9. Platz. Zehntausende von Zuschauern hatten sich am Samstag beim Holmenkollen-17-km-Langlauf für Einzel- und Kombinationswertung eingefunoen. Auch hier waren die Norweger wieder ganz eindeutig überlegen. Im Spezial-Langlauf, den Arne Rud- ftabftuen mit drei Minuten Vorsprung in 1:15:04 Std. von Arne Larsen gewann, belegten die Norweger die ersten vier Plätze. Der Finne M. Lähds als schnellster Ausländer wurde Fünfter. Die Deutschen hatten großes Pech, denn drei Mann gaben auf. Leupold und Ponn kamen auf einen Zatschen Weg und verloren wertvolle Minuten, so daß sie aufgaben. Ebenso streckte Dr. Ziegler die Waffen. Bester Deutscher war so Friedl D ä u - der in 1:26:35 ungefähr auf dem 55. Platz. .Zellev kam zwischen den 70. und 80. Rang und Rieke, der ich einen Ski brach, das Rennen aber tapfer zu Ende lief, war nicht unter den ersten Hundert. Dagegen schnitten wir im Kombinationslauf weit besser ab. Der ausgezeichnete Willi Bogner (München) war in der guten Zeit von 1:22:24 Std. bester Ausländer und belegte einen sehr schönen 9. Platz. Schnellster war der FIS=Sieger O. Hagen mit 1:18:10 Std. vor O. Hoffsbakken und S. Brodahl. Alle anderen Deutschen, mit Ausnahme von Walter Motz, der, sehr günstig im Rennen liegend, einen schweren Sturz tat und aufgeben mußte, waren unter den ersten Fünfzig zu finden. OIympia-Fechter-KurS abgeschlossen. Der achttägige Olympia-Kurs der Fechter unter Leitung des Führers der deutschen Fechter, Erwin C a s m i r (Frankfurt a. M.), wurde am Sonntag zu Enhe geführt. Am letzten Tage mußten sich die Teilnehmer den Prüfungen im Degenfechten unterziehen. Der Frankfurter Rosenbauer erwies sich hier als der Beste mit 14 Punkten, nachdem er im Stichkampf Röthig (Hamburg) besiegt hatte. Polizei-Oberleutnant Lerdon kam auf den dritten Platz vor Adam (Wiesbaden). Kurze Sporinoiizen. Der bisherige Preffereferent des Reichssportführers Herbert Obscherningkat ist einer Berufung an den deutschen Kurzwellensender gefolgt. An seiner Stelle wurde Guido von M e n g- den, der Pressereferent des DFB., mit der Leitung der Pressestelle des Reichssportführers beauftragt« * Beim Tennisturnier in Monte Carlo schlug in der Vorschlußrunde der Italiener Palmieri Gottfried von Cramm überraschend' in fünf Sätzen 6:4, 0:6, 2:6, 7:5, 8:6. * D i e „letzten Vier" im Kampf um den englischen Fußball-Pokal sind: Bolton Wanderers, Westbromwich-Albion, Sheffield-Wednesday und Burnley. Ausgeschieden sind: Everton, Preston- Northend, Arsenal und Birmingham. * Zum Schwell ng-Hamas = Kampf am 10. März in Hamburg liegt jetzt die genaue Kampffolge fest. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr mit dem Kampf Heuser - Carvill (England), bann folgt -die Begegnung Witt-Simons (England). Anschließend steigt der Hauptkampf Schmeling - Hamas und zum Schluß stehen sich Bälck und der Engländer Moody gegenüber. Die Arbeiten in der Halls sind soweit gediehen, daß der Bau am Freitag, 8. März, den Veranstaltern zur Verfügung gestellt werden kann. ♦ Eine Eishockey - Sensation gab es in London. Der unvergleichliche Siegeszug des Wellmeisters wurde dort gestoppt. Die Winnipeg-Monarchs schlugen zwar noch Streatham mit 14:3, von den Wembley Lions wurden sie aber mit 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) geschlagen. * In Hamar wurde bas internationale Turnier! im Eisschnelläufen bei starker Kälte beenbet. Unsere beiden Vertreter waren auch diesmal der norwegischen Klasse nicht gewachsen. Ueber 1500 und 3000 Meter konnte sich wieder der Berliner Sarnes vor dem deutschen Meister Sandtner (München) placieren. lieber 1500 Meter kam Sarnes auf den 11., Sandtner auf den 16. Platz; über 3000 Meter wurdS Sarnes Zehnter, Sandtner Fünfzehnter. Gegen spröde Haut Leo krem mit Sonnen - Vitamin Sportprogramm 1935 der Radfahrer im Bezirk Gießen. Der Bezirk Gießen im Gau XII des Deutschen Radfahrerbundes hat nunmehr fein (Sportprogramm für das Jahr 1935 zusammengestellt. Das Programm bringt eine Reihe von Veranstaltungen, die von den Freunden des Radsportes mit besonderem Interesse verfolgt werden dürften. Für Gießen sind neben großen Streckenrennen auch wieder verschiedene Bahnveranstaltungen vorgesehen, die der Radfahrerverein 1885 trägt und damit eine Hebung fortsetzt, die sich in unserer Stadt schon zahlreiche Freunde erworben hat. Das nachstehende Programm ist dem Studium der Sportfreunde in allen Lagern empfohlen. 10. März: Opfer tag in Gießen. Querfeldeinrennen in Gießen. (Start 9 Uhr Karlsruhe.) 24. März: Punktespiele im Sechser-Rasenradball in Wieseck. Beginn 9 Uhr. 85 Gießen—Krofdorf, 85 Gießen — Wieseck, Wieseck — Krofdorf. 31. März: Bezirksmeifterschaften im Saalfahren in Niedergirmes. 7. April: Punktespiele im Rasenradball in Aßlar. 14. April: 50 - Kilometer - Bezirksrennen, 30 - Kilometer-Jugendrennen, 100 Kilometer Unbekannter Sportsmann in Gießen, 50 Kilometer Erster Schritt in Gießen, Limburg, Alsfeld. 22. April: Eröffnungsbahnrennen in Gießen. (Veranstalter 1885 Gießen.) Punktespiele im Rasenradball in Gießen. Aßlar — Wieseck; Krofdorf — Aßlar. 5. Mai: Gaumeisterschaften im Saalfahren in Kassel. Wanderfahrt (Kreis Vogelsberg) nach Homberg (Ohm). Wanderfahrt (Kreis Rhein/Lahn) nach Schaumburg. 12. Mai: Bahnrennen in Gießen. (Veranstalter 1885.) 19. Mai: Wanderfahrt '(Kreis Gießen) nach Niedergirmes. Punktspiele im Rasenradball in Niedergirmes. 1885 Gießen — Niedergirmes, 1885 Gießen — Aßlar. 26. Mai: Waldesluftpokal im Zweier-Radball in Wieseck. Sternbezirkswanderfahrt zur Waldeslust. 30. Mai: Wanderfahrt (Kreis Wetterau/Taunus) nach Anspach (Taunus). 2. Juni: Rund um Alsfeld. 240 Kilometer. (Reichsoffen.) Veranstalter: 1890 Alsfeld. Punktespiele im Rasenradball in Krofdorf. Krofdorf — Niedergirmes, Krofdorf — Wieseck. 8. bis 10. Juni: Pfingstwandersahrt der Jugend nach der Herchenhainer Höhe mit Abstecher nach Hohe- rodskopf usw. 16. Juni: „Rund um Cransberg". 125 Kilometer. (Gauoffen.) Wanderfahrt (Kreis Vogelsberg) nach dem Herzberg. 23. Juni: Erster Schritt Zwischenlauf in Kassel. 29. Juni: 50jähriges Bestehen von 1885 Gießen. 30.Juni: Bahnrennen in Gießen. (Veranstalter 1885 Gießen.) 6. Juli: 25jähriges Bestehen in Krofdorf. 7. Juli: 100 Kilometer Bezirksrennen um die Meisterschaft, in Krofdorf. 30 Kilometer Jugendrennen in Krofdorf. 14. Juli: 100-Kilometer-Gaurennen um die Meisterschaft in Kassel. Wanderfahrt (Kreis Gießen) ins Salzbödetal (Wißmar). Wanderfahrt (Kreis Wet- terau-Taunus) nach Oberroßbach. 21. Juli: Bezirksmeisterschaften im Vierer - Mannschaftsfahren in Wölfersheim. Wanderfahrt (Kreis Rhein-Lahn) nach (Samberg. Wanderfahrt (Kreis Vogelsberg) nach Schloß Eisenbach. 4. August: ©aufportfeft des R f L. in Gießen. Bahnrennen in Gießen. Veranstalter: 1885 Gießen. 11. August: 150-Kilometer-Bezirksrennen (gauoffen) in Alsfeld. 30-Kilometer-Jugendrennen in Alsfeld. tim den deutschen Fußballpvkal. Brandenburg und Mitte qualifizieren sich für das Endspiel. Oberhessen. Belebung im Braunsteinbei-gbau. * Großen-Linden, 4. März. Die Gießener Braun st etnbergwerke in der Gemarkung Großen-Linden haben in der jüngsten Zeit einen sehr erfreulichen Aufschwung erlebt. Die Belegschaft, die bis vor einiger Zeit nur 50 Mann betrug, konnte auf über 2 0 0 Mann gestei - gert werden. Es besteht die Möglichkeit, daß der Betrieb der Braunsteinbergwerke in der Gemarkung Großen-Linden in nächster Zeit eine weitere Ausdehnung erfährt. Es ist geplant, einen T a g b a u anzulegen. Landkreis Gießen. ~y~ Großen-Linden, 3. März. Am gestrigen Samstag fand in der schön geschmückten Turnhalle die diesjährige Winterfeier des Turnvereins statt. Nach flottem Eröffnungsmarsch begrüßte der Vereinsleiter Dr. Ernst Römer die Besucher. Dabei wies er u. a. auf die hohen Aufgaben hin, die die Deutsche Turnerschaft in der jetzigen Zeit der Neugestaltung und Volkwerdung zu erfüllen habe. Anschließend wurden Ehrennadeln überreicht für 40jährige Mitgliedschaft die goldene Heinrich D e - gen sen., Ludwig Weber und Wilhelm Weiß sen., für 25jährige Mitgliedschaft die silberne Heinrich Faber, Friedrich Römer, Ernst P i r r, Ludwig Keßler, Heinrich Magnus und Heinrich Zörb. Der Vereinsleiter dankte den Jubilaren für die dem Verein gehaltene Treue und ermahnte die jungen Turner, ebenso treu zum Verein zu stehen. Gemeinsam wurde dann das Lied „Ein Ruf ist erklungen" gesungen. Es folgten hierauf turnerische Darbietungen, Keulenübungen, Tänze usw., von Turnern und Turnerinnen vorgeführt: hierbei gefielen besonders die von den gesamten Turnerinnen unter Musikbegleitung ausgeführten rhythmischen Freiübungen. Im Verlaufe des Abends sprach der als Gast erschienene neuernannte Bürgermeister Michel über Kameradschaft und Volksgemeinschaft in den Turn- und Sportvereinen und wies darauf hin, daß auch hier unser Führer und Volkskanzler Vorbild und Wegweiser sein solle. Der zweite Teil der Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Humors und des Frohsinns; ein lustiges Theaterstück, Schattenbilder, komisches Turnen und der Tanz „3ung und Alt" erweckten große Heiterkeit. Bei Tanz und froher Stimmung blieb man noch lange beisammen. Sehr zum Gelingen der Veranstaltung trug die unter Leitung des Vereinsmitgliedes Karl Degen stehende Musikkapelle bei. (D Grüningen, 2. März. Der Gesangver- e i n „Eintracht" hielt dieser Tage im Vereinslokal Bender seine Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer, Wagnermeister Buß, begrüßte die Teilnehmer und gedachte zunächst der beiden im letzten Jahre verstorbenen Ehrenmitglieder und Gründer des Vereins Wilhelm Arnold und Martin Euler. Die Mitglieder ehrten die Verstorbenen, indem sie sich von den Plätzen erhoben und eine Minute schweigend verharrten. Sodann gab der Dereinsführer einen Ueberblick des abgelaufenen Geschäftsjahres und dankte besonders dem unermüdlichen und tüchtigen Dirigenten Robert Häuser- Steinberg. Mit Befriedigung kann der Verein auf das vergangene Jahr zurückblicken. Das Wertungssingen des Gaues Gießen-Stadt und -Land, an dem der Verein teilnahm, konnte als ein schöner Erfolg bezeichnet werden. Auch das Sängerfest in Gambach brachte dem Verein viel Ehre. Weiterhin hat der Verein an sämtlichen vaterländischen und kirchlichen Veranstaltungen teilgenommen und zur Verschönerung beiaetragen. Anschließend berichtete der Schriftführer K. Dem über den Geschäftsbericht. Der Rechner Karl L e i d i ch erstattete die Jahresrechnung 1934. Der Kassenbestand, der ein größeres Guthaben auswies, kann als sehr gut bezeichnet werden. Der Dereinsführer Buß gab sodann die Jahresbilanz zur allgemeinen Aussprache. Er forderte dazu auf, zwei Rechnungsprüfer zu bestimmen. Das wurde jedoch von sämtlichen Anwesenden abgelehnt. Dadurch brachten die Mitglieder dem Vorstand und Rechner vollstes Vertrauen entgegen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Unter „Verschiedenes" ermahnte der Dereinsführer die Sänger, stets Disziplin zu wahren und die Singstunden regelmäßig zu besuchen. Mit einem deutschen Liede und mit einem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Nach dem offiziellen Teil traten die Humoristen im Verein, Marsteller, Stumpf und Heß, in den Vordergrund und hielten die Anwesenden mit ihren Vorträgen noch einige Stunden zusammen. (D Grüningen, 4. März. Bei der hiesigen Reichsgeldsammluna wurden 10,45 Mark für das Winterhilfswerk gespendet. — Der Verkauf der Winterhilfe-Abzeichen „das Edelweiß aus dem Odenwald" erbrachte hier den Betrag von 20 Mark. > Holzheim, 3. März. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht fand hier durch die Ortsbauernschaft eine weitere Bauernoersammlung statt. Es sprach Oberlandwirtschaftsrat Dr. Lung von der Bäuerlichen Werkschule in Gießen über das Thema: „Schweinezucht und Rindviehhaltung". Ortsbauernführer Wilh. A r ch leitete die Versammlung. Der Redner wies zunächst darauf hin, bei der Schweinezucht unter allen Umständen zur Leistungszucht zu schreiten. Ferner müsse die reine Zucht beibehalten werden, denn Kreuzungen führen zu Minderwertigkeit und gehen in den Leistungen zurück. Er sprach dann noch über die Fütterung der Mastschweine. Bei der Rindviehhaltung wies er hauptsächlich auf die Kälberaufzucht hin. Sie seien nicht in dunkle Ecken zu stellen, wie es vielfach üblich ist, sondern müßten freien Auslauf haben. Dies fei die Grundbedingung bei der Nutz- und Zuchtoiehaufzucht. Bei der Fütterung des Rindviehes wies der Vortragende auf die Vorteile des Silofutters hin. Die Menge des Kraftfutters solle sich nur nach der Milchleistung richten. Von der anschließenden Aussprache wurde rege Gebrauch gemacht; über viele Gebiete der Landwirtschaft, insbesondere über den Anbau von Flachs, wurde gesprochen. Eine Anzahl Landwirte hat sich zum Anbau von Flachs bereitgefunden. Am Schluffe dankte der Ortsbauernführer dem Redner für feine vortrefflichen Ausführungen, sowie für den zahlreichen Besuch und ermahnte alle, dazu beizutragen, daß das Ziel, das sich der Führer gesteckt hat, verwirklicht werden kann. Die Versammlung wurde in Der üblichen Weise geschlossen. — Bei der zweiten Reichsgeldsammlung für das Winterhilfswerk wurde hier der ansehnliche Betrag von 88,60 Mark gesammelt. — Am Samstagabend veranstaltete der VdM. Gruppe 12/116 im Saale von Pg. Games einen gutbesuchten Eltern- und Werbeabend. Nach dem Einmarsch, bei dem sich der BdM. von Watzenborn-Steinberg, Grüningen, Hausen und Holzheim mit ihren Wimpeln beteiligten, wechselten im ersten Teile des Abends Lieder und Sprechchorspiele in bunter Reihenfolge ab. Im zweiten Teil wurden Volkstänze, Sprechchöre und ein Theaterstück gezeigt, wofür den Darstellern reicher Beifall gespendet wurde. Bei der Schlußansprache wies die BdM.-Führerin Lina H o ck auf die Bedeutung solcher Abende hin und forderte alle noch abseitsstehenden Mädels auf, sich in die Reihen des BdM. einzugliedern. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf H i t.l e r, den Reichsjugendführer Baldur von Schirach und mit dem HJ.-Lied wurde die wohlgelungene Veranstaltung geschloffen. * Hattenrod, 4. März. Der etwa 44 Jahre alte Landwirt August Petri von hier mürbe im Stall von einer Kuh mit den Hörnern verletzt. Er erlitt Quetschungen und Verletzungen in der Lendengegend und mußte nach Gießen in ärztliche Behandlung gebracht werden. * Stangenrod, 4. März. Der 60 Jahre alte Landwirt Karl Theiß erlitt durch einen Unfall eine schwere Kopfverletzung und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. + Grünberg, 3. März. Am heutigen Sonntag wurde hier unter überaus zahlreicher Beteiligung der Beigeordnete Karl Möller zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der ein Alter von 58 Jahren erreicht hat, war seit 1900 beim hiesigen Dorschußverein tätig, zuerst als Kontrolleur, seit 1922 als Rechner. Seine Betätigung im öffentlichen Leben, u. a. als langjähriger Vorsitzender des Männergesangvereins und als eifriger Wanderer im Vogelsberger Höhenklub sowie in anderen Vereinen, machten ihn weit über seine Heimatstadt hinaus bekannt. Der nationalsozialistischen Bewegung schloß er sich schon früh an. 1933 kam er als Mitglied der NSDAP, in den Gemeinderat, war hier Fraktionsführer: im vorigen Jahre übernahm er dann das Amt eines Beigeordneten. Dekan Schmidt gab in feiner Grabrede an der Hand des Textwortes „Ich muß wirken so lange es Tag ist" ein Charakterbild des arbeitsfrohen, durch Pflichteifer und Treue ausgezeichneten Mannes. Auch die zahlreichen Nachrufe und Kranzniederlegungen legten Zeugnis ab von der allgemeinen Wertschätzung, die der Verstorbene im öffentlichen Leben genoß. oo Langsdorf, 3. März. Gestern veranstaltete der Standort Langsdorf des jetzigen Fähnleins 9 vom Jungvolk unter Führung von Albert Glück einen Kulturabend, zu dem die Eltern und Freunde des Jungvolks eingeladen waren. Es sollte ihnen ein Einblick gewährt werden in Geist und Arbeitsweise der Jugend Adolf Hitlers. Der erste Teil des Abends stand unter der Ueberfdirift „Wir" und diente dazu, mit dem Geist des Fähnleins vertraut zu machen. Lieder und Sprechchöre wechselten ab. Das Hauptstück dieses Teils war das frisch und wirkungsvoll dargestellte Spiel „Kameraden". Der zweite Teil des Abends galt dem „Bauerntum", um die Bodenverbundenheit der Jungen zu erhärten. Zum Beginn wurde ein Ausschnitt aus der Führerrede vom Bückeberg vorgetragen. Auch jetzt folgten Lieder und Sprechchöre. Dann gingen die „Bauern- ührer" des unvergeßlichen Walter Flex über die Bühne. Den Abschluß bildete das Lied der Hitler- fügend „Vorwärts, vorwärts". Der Abend war trefflich dazu angetan, den frischen, kräftigen Geist erkennen zu lasten, in den unser Jungvolk hinein« wächst. Kreis Schotten. rl. Gedern, 2. März. Die Ortsgruppe Gedern des Dolksbundes für das Deutschtum im Ausland veranstaltete einen Volksdeutschen Abend im großen Saal des hiesigen Schlosses. Es beteiligten sich die Angehörigen des Arbeitsdienstlagers in Gedern, der SA. und SA.-Reserve, der Frauenschaft und zahlreiche Mitglieder der PO. Bezirkswart Lehrer S ch n i e r l e (Gedern) sprach einleitend über das Volkstum als Fundament des neuen Staates sowie über den VDA. als Treuhänder der Dolkstumsarbeit. Er betonte insbesondere die Notwendigkeit der Ausbreitung des volksdeutschen Gedankens auf dem Lande und in allen Gliederungen der PO. und Vereinen, damit der VDA. als der vom Führer gewollte Volksbund dis ihm gesteckten großen Ziele erreichen könne. Es gilt viel mehr als früher, Verbindung zu halten mit allen deutschen Brüdern im Ausland, damit sie ihr Deutschtum erhalten können und. nicht untergehen im schweren wirtschaftlichen Kampfe. Darauf brach» ten die Lehrer Becker und I n t e r t h a l (Gedern) den Zuhörern an Hand zahlreicher großer Lichtbilder das Leben und die kampfreiche Geschichte unserer Dolksbrüder in Siebenbürgen nahe. Sie zeigten eindrucksvoll, wie sich erst in der Gemeinschaft das Volkstum äußert und die Volkheit gestaltet. So ist das verhältnismäßig weni'g zahlreiche Volk der Siebenbürger Sachsen eine Nation für sich geworden, die schon seit achthundert Jahren ihrem Volke die Treue gehalten hat und halten wird, so daß ein Siebenbürger Dichter sagen kann: „Hier stirbt der Deutsche nicht, darauf vertraut!" Deutschs Soldaten, die im rumänischen Feldzug erstaunt und erfreut diese Tatsache erlebten, halten dort geschlossene Freundschaften bis auf den heutigen Tag^ Lehrer S ch n i e r l e bewies das, indem er einen Brief aus jüngster Zeit verlas, den eine Siebenbürger Familie an einen Volksgenossen in Eichelsdorf schrieb. Er zeigte eindrucksvoller als jeder Vortrag die treue Verbundenheit dieser Menschen mit ihrem Muttervolke, besonders auch mit dem Führer, den am Rundfunk zu hören sie jede Gelegenheit benutzen. Mit einem Aufruf zur Mitarbeit am Werks des VDA. wurde der Abend geschloffen. iRunDfunfprogramm. Dienstag, 5. März. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.45: Gymnastik. 6.55: Morgenfpruch. Choral. 7: Frühkonzert.8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Schall und Platt im Konfetti-Regen. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. In der Pause: Hörbericht von der Mainzer Kappenfahrt. Italienischer Sprachunterricht. 18: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.15: Karneval im alten Frankfurt am Main. 18.50: „Heut ist Fasching!" Tanzmusik mit luftigen Einlagen. 19.50: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.10: „Drunter und drüber." Fastnacht in unseren Gauen. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: „Drunter und drüber." „Der Reichssender ist närrisch!" 24 bis 2: Nachtmusik. Cläre Froelich im Alter von 33 Jahren. Walter Froelich. Gießen (Im Gartfeld 8), den 2. März 1935. C. Röhr & Co Großen-Linden. den 3. März 1935. 1275 D 0892 wu Maskenkostüme verleiht 0896 MrskenhMr Der entscheidende Ronakl Dein Opsermonatt Torfstreu = Torfmull - Kunstdünger stets auf Lager. 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Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Herum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Siebener Anzeigei Heute verschied in Deutscher Gotterkenntnis nach eintägigem Kranksein unerwartet meine inniggeliebte Frau, mein treuer Kamerad Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Velten, Postassistent Gießen (Kugelberg 18), den 4. März 1935. 12/8 D Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. März, nachmittags 31/, Uhr, statt 0:94 Trauerfeier: Mittwoch, 3 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sage ich auf diesem Wege herzlichen Dank. Namens der trauernd Hinterbliebenen: Marie Debus Wwe. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Alfred Zanger. Gießen, den 4. März 1935. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag 41/, Uhr meine innigstgeliebte unvergeßliche Frau,unsere herzensgute treusorgendeMut- ter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Luise Velten, geb. Wagner Im 61. Lebensjahr nach schwerer Krankheit in die Ewigkeit abzurufen.