5reitag,§.Zanuar 1935 185. Jahrgang Sie uns länqst vor der Machtergreifung zum In- einft frfjon gemeinsam bewahrt m der Front des luna Deutschlands in den zwei Jahren Ihrer gemeinsam grüßen die P tz fiLnprnle °ihre Xi» ess. - ft st» SSS rum Verbundenheit, welche gemeinsam getragenes Leid, gemeinsam erlebte Freude und gemeinsam errungene Erfolge erzeugen — und die Ihnen die Gewißheit gibt, daß Ihre Führer in unerschütterlicher Treue auch in der kommenden Zeit für Sie und Ihr Werk, d h für das neue Deutschland der Ehre und Größe Ihre Befehle zu Taten werden Eine Demonstration eindrucksvoller Geschlossenheit. °Zu Ihren alten Getreuen treten als ebenso feste Stützen des Staates die Führer der Wehrmacht. Die Gemeinsamkeit unserer Arbeit sur Deutschland und unsere Liebe zu Deutschland — Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8si,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70 mm Brette 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Minister - Sie als den Führer Deutschlands in Dankbarkeit und Verehrung. Adolf Sie sollen nicht denken, daß sie einen von uns allein vor sich haben., sondern sie müssen alle wissen, in der Verteidigung der deutschen Ehre und in der Verteidigung des Friedens und der Lebensinteressen der Nation haben sie die ganze deutsche Nation, den ganzen heutigen Staat als eine verschworene Gemeinschaft sich gegenüber." In packenden Worten, immer wieder von Beifallsstürmen des gesamten deutschen Fuh- rerkorps unterbrochen, sprach der Führer von der unlösbaren Schicksalsverbundenheit aller, die- durch gemeinsame Arbeit im Vertrauen zueinander an der großen Ausgabe des nationalsozialistischen Deutschland der Nation und ihrer Zukunft dienen. Keine Schwierigkeit werde jemals größer sein als unser Wille, unser Glaube, unsere Anständigkeit, unser Zusammenhalt und unsere gemeinschaft- Ur. 5 Erster Blatt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewall Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Marn llo86 Oer Dank des Führers für die Neujahrsglückwünsche. Berlin, 3. 3an. (DJtß.) Dem Führer und Reichskanzler ist zum Jahreswechsel aus allen Teilen des Reiches, b es o n d er s au dj au s dem Saargebiet, eine Fülle von brieflichen und telegraphischen Glückwünschen aus allen Ve- völkerungskreifen zugegangen Auch zahlreiche Deutsche imAusland haben ihre treue Anhänglichkeit an die alte Heimat durch Gruße und Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Da^es dem Führer und Reichskanzler bei der großenl Zahl die- ser Kundgebungen und seiner starken dienstlichen sehen, um durch Standhaftigkeit, Aufklärung und Durchgreifen diesen Verleumdungen ein rasches und gründliches Lnde zu bereiten. Der Versuch, uns durch diese raffinierte, systematische Pressekampagne mürbe zu machen, soll und wird an unseren eisernen Nerven und unserer gegenseitigen Treue und Verschworenheit scheitern. In blindem Gehorsam werden wir alle auch in diesem Jahre Ihnen als unserem Führer folgen, erfüllt von dem unerschütterlichen Vertrauen, daß all Ihr Fühlen und Denken, Ihre rastlose Arbeit nur dem Blühen und Gedeihen des deutschen Volkes gewidmet ist, eines Volkes, das nichts anderes will, als in friedlicher Gleichberechtigung mit allen anderen Völkern zu leben unter Vertretung ferner Ehre und seiner Freiheit." Sie alle fordere ich auf, dieses Gelöbnis zu bekräftigen mit dem Rufe: Unserem heißgeliebten Führer ein dreifaches Siegheil! Wie ein geschloffener Block erhoben sich spontan die Anwesenden und stimmten voll lubelnder Begel- sterung in das Siegheil ein. Dann schloß der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Kundgebung der deutschen Führerschaft. Eine Fesivorsiellung in der Oper. Durch die ganze Wilhelmstraße und die Straße Unter den Linden bis zur Staatsoper stand vom frühen Nachmittag ab ein Ehr e n s p a l i er d er S S. für den Führer, dahinter m dichten Reihen die Berliner Bevölkerung. Vor der Staatsoper stand eine Ehrenformation der B e rline r S A. mit der Fahne horst Wessels. Als dann der Führer begleitet vom Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß, durch die Straßen fuhr da kannte der Jubel keine Grenzen. Am Abend fuhr der Führer noch einmal durch dieses dichte Spalier zu der großen F e stv o r st e llu n g in der St aat s- oper, an der wiederum die gesamte deutsche Führerschaft teilnahm. Als Festvorstellung wurde unter der Stabführung Don Generalmusikdirektor Kleiber „Xannfjaufer in einer ausgezeichneten Besetzung gegeben. Max Lorenz als Tannhäuser, Maria Muller als Elisabeth, Heinrich Schlußnus als Wolfram von Eschenbach, Hiller als Landgraf und Gertrud Rünger als Venus und die anderen Mtt- wirkenden boten eine Leistung von einer solch wundervollen Geschlossenheit, wie man sie trotz aller Höhepunkte im musikalischen Leben nur selten erleben kann. Eine organisatorische Leistung. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ^aÄeSieghei( auf den Führer erteilte Pg. Rudolf Heß dem preußischen Ministerpräsidenten Pg. Hermann Göring das Wort, der m seiner Eigenschaft a l s h a u s h e r r den Fuhre und die Ver ammelten begrüßte und dem Führer die Neujahrsglückwünsche für die Reichs- regierung, die Reichsstatthalter die ^^reter Länderregierungen, die Befehlshaber und Offiziere der Landespolizei, die Führer des Arbeitsdienstes und des Feldjägerkorps überbrachte. ^Am0l3.^Januar sei es notwendig, daß unsere Brüder die nach ISjährigem tapferes Widerstand in die Heimat zurückwollten, wissen, daß sie in eine würdige Heimat zurückkehrten. Und der Gegner werde erst recht wissen müssen, daß leder Ge- d a n k «de r S p e k u l a t i o n auf das Erbübel das Deutschland noch immer geschlagen habe, a u f 3n unerschütterlicher Treue zum Mm und seinem Werk. - »ÄSSfiS - Das Vertrauen, das Sie uns ausgesprochen haben, erfüllt uns mit tiefem S^olz. Eine ebenso unverantwortliche wie durchsichtige gehe im Auslande hofft angesichts der bevorstehenden Abstimmung an der Saar, die unsere deutschen Bruder ins Heimatland zurückführen wird, vergeblich durch erfundene sinnlose Lugen und Gerüchte im Ausland wie in der Heimat Unruhe und Mißtrauen zu stiften, um die Heimattreuen Saarländer in ihrer festen ha tunq schwankend zu machen. WilAbscheuundEmpörung wenden wir UNS gegen diese non interessierter Seite stammenden Machen,chasten. Die durch 3f>r vertrauen berufe- neu 3nhaber höchster Reichs-, Staats- unb Parteiämter, sowie Generale und Offnere der Wehrmacht und candespotizei, der altbewährten Führer der und SS.-Einheiten, sowie alle anderen An- hervorragender Stelle im öffentlichen Nach den Begrüßungsworten des preußischen Mi- > nisterpräsidenten nahm der Führer das Wort zu einer von mitreißender Kraft und innerer Zuversicht getragenen Rede. Er gab zunächst einen Rückblick auf das, was hinter uns liegt, auf das Werk und die Leistungen des vergangenen Jahres au die wir stolz sein könnten, und einen Ausblick aus die Arbeit des kommenden Jahres. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Saarabstimmung ging der Führer des näheren auf die Lüg en flut ein, die neuerdings wieder gegen das Reich in Szene gefetzt wird. Dieselben Elemente, die die nationalsozialistische Bewegung 1 4 I a h r e lang i n D e u t s ch l a n d mit Lügen und Verleumdungen verfolgt und überschüttet hätten, kehrten heute draußen i m A u s - lande zu den gleichen Methoden zurück, da ihnen andere Mittel gegen das neue Deutschland nicht zur Verfügung ftavnbnei}22)anum der Anwesenden verlas und ausfuhrte: Mein Führer! Noch erschüttert von den gewal- tiaen Worten, die Sie eben zu uns gesprochen haben darf ich Ihnen in dieser Adresse versichern, daß wir alle bis aufs letzte unb bis ins tief He ergriffen sind, daß wir bereit sind, als geschlossenes Ganze, als Kameraden auf L e den und Tod Ihnen zu f 0 l g en. In vielem Geiste und in diesem Sinne hat die hier versam- deutsch^ Führerschaft Ihnen folgende MbDieihierioeriammeitenn Mitglieder der Reichs- re'gierung und der Reichstettung der Jla- tionatfozialiftifchen Deutschen Arbeiterpartei, d.e Reichs st althaNer und die Vertreter der Länderrcgiernngcn, die Chefs und Offiziere Stellern, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rps., Familienanzei- gen, Bäder-,Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rps. «rüHIW WÄS.B* «»» MM« >» »■ Innerhalb 24 Stunden das gesamte Führerkorps in Berlin versammelt. B e r [ i n , 3. Jan. (DNB.) Die NSK. meldet: Die in ihrer Geschlossenheit so unerhört eindrucksvolle Kundgebung des deutschen Führerkorps in der preußischen Staatsoper verdient auch i n o r g a n i - ja torischer Hinsicht UstZ besondere Beachtung, wenn man die Vorgeschichte dieses bedeutsamen nationalen Aktes kennt. Am Reujahrstage trafen in der Reichskanzlei Nachrichten u b e r eine neue Lügekampagne im Ausland e aus Anlaß der bevorstehenden SaarabftlM- mung ein. Als Gegenmaßnahm e wurde die sofortige Zusammenberufung , der g e - amteu Führerschast von Partei, 6taat unb iWehrnuuht zu dieser Kundgebung befdjtoffen- Innerhalb van 24 Stunden kannte dieser Ent^ Muß in die Tat um gesetzt werden Noch 24 Stunden wir aus allen Teilen Deutschlands das gesamte Führerkarps des Reiches in Berlmver. sammelt und jede Maßnahme, die zur Durchsuh eines (o wichtigen Aktes notwendig ist- ae- troffen. Eine Leistung, die ihresgleichen sucht! Die Organisation dieser einzigartgen Kundgebung hat funttoniert wie das Räderwerk einer Maschine. Bis ins einzelne war für alles Vorsorge getroffen. Der Hausherr der preußischen Staatsoper sident Göring hatte m seiner Eigenschaft als Reichsluftfahrtminister sogar Luftschutzmaßnahme n v e r a n l a ß t und Luftsperre über Ker- lin verhängt! Die ausgezeichnete Durchführung dieser Führerkundgebung war so nicht Mletzt auch eine organisatorische Leistung, auf die wir stolz sein können. Line Lrgedenheilsadnsse für den Wer. Schluß mit allen Verleumdungen ! Zn unerschütterlichemVertrauen zum Führer. Im Anschluß an die Rede d--Führers erteilte Ru- ps "und'der^h NI eVj'ug^cn d sanken 3hnen n?ftooräfiab5en®nrfi"°*mCännmn @ ö r in in™- füt 3hre eiudrui-svollen und hinreißenden warte, nisterpr s nid hoher nationalso- tiag 'nerfrnuen. das Sie uns ausgesprochen ha- Die Spitzen von Partei, Staat und Wehrmacht um den Führer versammelt. DNB Berlin, 3. Jan. Die NSK. teilt mit: In feierlichem Rahmen fand in der festlich geschmückten Preußischen Staatsoper Unter b e n Linden heute nachmittag eine denkwürdige Kundgebung d e r gesamten deutschen Führerschaft statt,die in eindrucksvoller,einzigartiger Weise die Einheitund Geschl off en - heit in d e r Führung der deutschen Natron gegenüber den neuerlichen Lügen und Verleumdungen im Auslande dokumentierte. Das Führerkorps der Partei, des Staates und der Wehrmacht war zu dieser Stunde m Berlin zusammengekommen, um dem Führer die Gefolgschaftstreue und dem ganzen deutschen Volke und der Welt die unerschütterliche Einigkeit all derer zu bekunden, die zur Führerschaft der deutschen Nation berufen: find. Diese feierliche Demonstration zeigte schon rem äußerlich ein imposantes Bild: In Parkett und Rängen des festlichen Raumes die Fuhrerkopfe sämtlicher Gliederungen und Organisationen des neuen Deutschlands vereint! Ein einziger geschlossener Eindruck der unter der Führung Adolf Hitlers konzentrierten Kraft der deutschen Nation! In den ersten Reihen neben dem Führer und seinem bell- nertreter die R e i ch s m i n i st er die Reichs- l eiter der Partei, die R e i ch s st a t t h a l t e r , die Führer und Befehlshaber der deutschen Wehr- inacht. Dahinter und auf den Rangen die Gruppenführer der SA., ber 66. und des Nationalsozialistischen K r a f t f ah rt orp s und Amtsleiter der Reichsleitung derPar- t ei, die hohen Offiziere der Wehrmacht und , der Polizei, die Führer der Deutschen Ar- > beitsfront, des Deutschen Ar b ei ts d l.e liste s, der Hitlerjugend und all der zahlreichen anderen Gliederungen. Das ganze deutsche Volk war hier in einem Raum in seiner Führerschaft vor seinem oberstevf Führer versammelt, um in einer überwältigenden Kund- aebuna angesichts der bevorstehenden Saar-Abstimmung der Lügenhetze gegen das nationalsozialistische Deutschland und seim- Führer e n t q e g e n 3 u t r e t e n ; denn die Skrupellosigkeit dieser Lügenhetze, die von ^'6ranten- -»entralen im Auslande organisiert und von ihnen svstematisch genährt wird, ist nicht zu überbieten. Tag für Tag werden Führerkämpfe aller gegen alle, Putschaktionen, Massenhinrichtungen und Re- volten angekündigt. Einmal heißt es Himmler gegen Blomberg, dann Blomberg und ^^nto gegen Lutze Göring gegen Goebbels und ieue im FjärÄ? % b^;"u7r7r'der 5« ® SS?beV« S L-. -eben stehenden Wanner erNaren, alles daran zu m»r,hnina zu Ihnen, der ie>, J lei^/Dr"f-'/n Ä' Reichsorgamsations- geplänke! beurteilt werden. Irgendwelche Gefahr in MUMVMW LLLLrM-MZ S ÄS«sB«:; ss «sä äA PA Pinne 9fm...• v ' noi • TV Q«« gez.: Dr. Ley. Laval nach Rom abgereist Hochgespannte Erwartungen der pariser preffe. Paris, 3. Jan. (DNB.) Außenminister Laval ist am Donnerstag um 20.20 Uhr mit dem Rorn- expreß nach Italien abgereist. Auf dem Bahnhof hatten sich eine große Anzahl französischer Minister, der apostolische Nuntius und zahlreiche ausländische Vertreter der Frankreich befreundeten Machte eingefunden. Der italienische Botschafter in Paris begibt sich mit demselben Zuge nach Rom. Laval erklärte kurz vor der Abfahrt des Zuges, er fei glücklich, nach Rom zu fahren, um einen dauerhaften Frieden zwischen Frankreich und Italien zu besiegeln und mit Mussolini an dem mehr denn je notwendigen Werk der Wieder- aussohnung der Völker arbeiten zu können. Wenn es gelingt, mit Hilfe einer erweiterten Reichsgarantie privates Kapital für den zweitstel- ligen Realkredit in ausreichendem Umfange heranzuholen, so wird die Finanzierungsfrage für das Wohnungsbauprogramm des Jahres 1935 in der Hauptsache gelöst sein. Dann wird das kommende Baujahr in keiner Weise hinter seinem Vorgänger Zurückbleiben. Welche Bedeutung diese Sicherung ausreichender Bautätigkeit für den deutschen Arbeitsmarkt und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat, braucht heute nicht mehr auseinandergefetzt zu werden. Die Zusammenhänge zwischen dem Wohnungsneubau und dem Arbeitsmarkt liegen ebenso klar zutage wie die zwischen Wohnungsbau und Kapitalmarkt. Von diesem aus soll und wird die Arbeitsschlacht auch durch Finanzierung des Wohnungsbaus zu einem erfolgreichen Ausgang geführt werden. ® ‘ r U n, 4. Ian. (DNB.) Unter der Heben m riP "®lne geschichtliche Stunde" würdigt Alfred Rosenberg im „V. B." die Kundgebung der Deutschen Führerschaft in der Staatsoper. In dem 2lufsatz Rosenbergs heißt es u. a.: Keiner von denen. Die am 3. Januar 1935 die Rede des Führers in der Staatsoper zu Berlin miterleben durften, wird diese Stunde jemals vergessen. Alles, was deutsche Führun ' " ' - versammelt, um ein Pflichterfüllung und Mitarbeit meinen Weidmannsdank und Weidmannsheil für die gesteigerten Aufgaben des Jahres 1935 in unerschütterlicher Treue zu unserem geliebten Führer. Heil Hitler! Her- "sann Göring, Reichsforstmeister und preußischer Ministerpräsident." Arbeitseinsatz der Metallfacharbeiter. Berlin, 3. Jan. (DNB.) Die Wirtschaftsbelebung hat in mehreren Bezirken zu einem Mangel an guten Fachkräften geführt. Dadurch ist in einzelnen Gewerben eine starke Wander- bewegung der Arbeitskräfte eingetreten, der im Interesse eines einheitlichen planvollen Arbeitseinsatzes entgegengetreten werden muß, da sie zu einer Beeinträchtigung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe wie zu einer sozial und beruflich unerwünschten Störung der Zusammensetzung der Be- tnebsgefolgschaften sowie endlich zu einer Belastung der beteiligten Gemeinden führt. Deshalb hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung angeordnet, daß in privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen aller Art gelernte Metallarbeiter, die am 15. Januar 1935 nicht im Bezirk des für den Betrieb zuständigen Arbeitsamtes ihren Wohnort haben, nur eingestellt werden dürfen, wenn eine der Möglichkeit Erträge auf Grund von Das neue Wohnungsbaujahr wird sich vor die schwierige Aufgabe gestellt sehen, die Erstellung fD-'Ü* ??!^ouwohnungen ohne nennenswerte staat- üche Zu chusse im bisherigen Rahmen fortzuführen. Bekanntlich sind im Jahre 1934 etwa um die Hälfte mehr Wohnungen dem Markt zugeführt worden als im vorangegangenen. Das war aber m erster Linie der außerordentlich lebhaften, durch Relchsmittel systematisch und zielbewußt geförder- ten Wo hnungsbautätigkeit zu verdanken. Man darf nicht damit rechnen, daß dieser Umbau von Altwohnungen und namentlich die Erstellung von Wohnungen durch Teilung von Altwohnunqen beliebig fortgesetzt werden kann. Im Gegenteil: es ist sogar wahrscheinlich, daß die Umbautätigkeit im wesentlichen durchgeführt ist oder wenigstens sehr bald so wett durchgeführt sein wird, daß eine Befriedigung des steigenden Umsatzbedarfs auf dem Wege des Wohnungsumbaus und der Wohnunqs- teuung nicht mehr erhofft werden kann. Auf der anderen Seite darf man nicht außer acht lassen, daß die erfreuliche Zunahme der Eheschließungen einen vermehrten Mehrbedarf an Neuwohnungen erzeugt. Alle Berechnungen, durch die bewiesen werden soll, daß der Wohnungsbedarf m Deutschland im wesentlichen befriedigt sei oder sich zum mindesten sehr stark vermindert habe, sind falsch, weil sie die Erfordernisse der neuen natio- a Bevölkerungspolitik nicht berück- ftchtigen. Man wird sicher nicht fehlgehen, wenn man den Wohnungsbedarf, der im Jahre 1935 vor- Die Wahlvorsteher im Saargebiet. Saarbrücken, 3. Jan. (DNB.) Die neu- traten Wahlvorsteher für die etwa 860 Wahlbüros im Saargebiet sind nunmehr endgültig ernannt. Es sind dafür 364 Holländer, 300 Schwei- 3er, 220 Luxemburger, 3 Dänen, 4 Engländer, 2 Amerikaner, 3 Italiener, 1 Schwede und 1 Portugiese in Aussicht genommen worden. Die Herren haben als Vorsitzende die gesamte Wahlhandlung am 13. Januar 12 Stunden lang ununterbrochen zu überwachen und für d e n Abtransport der Urne jedes einzelnen Lokals nach der nächstgelegenen Sammelstelle zu sor- gen. Als Entschädigung für ihre hiesige Tätigkeit erhalten sie 1000 französische Franken. Außerdem werden ihnen ihre Reiseunkosten ersetzt. Bereitet Gandhi einen neuen,/Feldzug des bürgerlichen Widerstands" vor? schriftliche Z u st! m m ü n g V e s A r ö e k k s ä m k e 's vorliegt. Gelernte Metallarbeiter im Sinne dieser Anordnung sind Arbeiter, Betriebsbeamte, Werkmeister und Techniker, soweit sie eine ordnungs- mäßige Lehre als Fachkräfte der Me- tallindustrie abgeschlossen haben. Die Zustimmung ist von dem Arbeitsamt zu erteilen, in dessen Bezirk der gelernte Metallarbeiter bisher seinen Wohnort hatte. Die Anordnung tritt mit dem 15. Januar 1935 in Kraft. Die Rechtsberatungsstelle der OAF. DNB. Berlin, 3. Jan. Das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit, daß in der Angestelltenversicherung d i e Einrichtung der Vertrauensmänner sofort f o r t f ä l l t. Ihr Aufgabengebiet, das sich insbesondere auf die Beratung der Versicherten über ihre Rentenansprüche und Entgegennahme von Rentenantragen erstreckte, ist auf die Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront übergegangen. Angestellte, die Auskünfte über ihre Rechte und Pflichten in der Angestelltenoersicherung einziehen oder Anträge auf Gewährung von Ruhegeld stellen wollen, haben sich daher mit der örtlich zuständigen Rechtsberatungsstelle der DAF. in Verbindung zu setzen. k a n n t werden müßten.Die auf Revision der Vertrage abgestellte Politik würde damit ihrer aggressiven Eigenschaften entkleidet, gleichzeitig sei damit aber auch eine für Ungarn annehmbare Zwischenlösung auf der Grundlage der bestehenden Zustände gefunden. Gömbös sei bereit zuzustimmen. Er stelle nur zwei Bedingungen- 1. eine Art Bestätigung der Möglichkeit Revision der Verträge auf Grund von Artikel 19 des Völkerbundsstatuts und 2. die praktische Anwendung des Genfer Minderheitenoertrages. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und Reichsminister Pg. Göring gaben in ihren Worten das wieder, was alle beseelte und was dem ganzen deutschen Volke jene unerschöpfliche Kruft gegeben hat, ein scheinbar unbesiegbares Schicksal doch durch Arbeit und Opfer zu zwingen. Die B r u d e r a n d e r S a a r, die sich am 13. Januar zu Deutschland bekennen, werden wissen, daß sie sich zu einem würdigen und kraftvollen Deutschen Reich b e f e nn en und ihrer Pflicht !° J?erL E"^egen allen schädigenden Zersetzungsver- suchen werden sie ihre Einheit mit dem gesamten deutschen Volk dokumentieren. Der Führer hat keinen Zweifel gelassen, daß dieses wieder erstarkende und gesunde Deutschland nicht etwa nur Freunde hat, sondern daß viele nun erst redjt bemüht fein werden, dieses arbeitsame und friedliebende deutsche Volk einzukreisen. In der Verteidigung aller erschaffenen Werte und ihrer Frei- ^e..,.Q)*rb die ganze deutsche Nation aber heute ein= mutig dastehen, stolz, in dieser geschichtlichen Stunde einen Führer zu kennen, der das Notwendige unserer Zelt mit dem unbändigen Glauben an das deutsche Volk und mit der unbezwingbaren Energie emes Menschen vollbringt, der weiß, daß diese Mission seines Lebens auch die Sendung seines ganzen Volkes ist. So grüßt die Bewegung so grüßt ganz Deutschland heute in unverbrüchlicher Gefolgschaftstreue Adolf Hitler a l s Den Herzog feines Reiches, als den wahrhaftigen Führer Deutschlands. Die englische preffe würdigt Dr. Goebbels. Der Hausarchitekt der deutschen Revolution. Inanspruchnahme nicht möglich ist, die Glückwünsche einzeln zu beantworten, läßt er aus diesem Wege allen, die seiner in Treue gedacht haben, seinen herzlichen Dank übermitteln. „Sine geschichtliche Stunde". Eine Betrachtung Alfred Rosenbergs zu der Kundgebung in der Staatsoper. Die Reise wird von der Presse unter den hoffnungsfreudigsten Vorzeichen behandelt. Die Presse eilt den Ereignissen voraus. Sie spricht nicht nur von Annäherung, sondern von Einigung nicht nur von Sympathie, sondern von F r e u n d s ch a f t und von der E r f ü l l u n g einer a l t e n S e h n- sucht. „Matin" will wissen, daß bei den Vorverhandlungen Wien hinsichtlich der praktischen Anwendung der für Oesterreich bestimmten Garantie verlangt habe, daß Frankreich und Italien in jedem ü-au sich darüber verständigen müssen, ob ein Eingreifen zum Schutz Oesterreichs angebracht erscheine und in welcher Form. Der Schutz Oesterreichs wurde damit ausschließlich den Großmächten anvertraut werden. Wenn die Unterzeichner des geplanten Paktes sich zur Achtung der gegenseitigen Grenzen verpflichten sollen, so sei dies so zu verstehen, dgß sie gehalten find, feine gewaltsamen Grenzver- anöerungen zu versuchen. Keineswegs soll damit gemeint sein, daß die durch die Friedensvertrage gezogenen Grenzen für immer aner- Kleine politische Nachrichten. Außer dem bereits bekanntgegebenen Austausch von Neujahrswünschen mit fremden Staatsoberhäuptern hat ein gleicher Telegrammwechsel zwischen dem Führer und Reichskanzler und dem König von Rumänien stattgefunden. * Hm Zusammenhang mit den Veränderungen in der Zusammensetzung des Danziger Senats wird die Danziger Regierung am 7. Januar e ,l " ! ,n offiziellen Besuch in Warschau abftatten. ÖelegenHicf) dieses Besuches wird sich die Möglichkeit ergeben, verschiedene schwebende Anqe- legenheiten zu besprechen. Es wird im Frühjahr ein Gegenbesuch der polnischen Regierung in Danzig stattfinden. Höchstes Ziel der deutschen Wirtschaft und der deutschen Sozialpolitik im neuen Jahre ist es, alle noch arbeitslosen Deutschen wieder z u A r b e i t und Brot zu bringen. Aus der eteüung, Die der Kampf des abgelaufenen Jahres erringen ließ nnrb ber Angriff gegen bie k - k tslosigkelt bis zur letzten Ent- Icheidung vorgetragen werben. Die neue Orbnung ber Gemeinschaft aller Schaf- senben, Die bas vergangene Jahr uns brachte, möge sich auch im fommenben Jahre bewähren S'e mit echtem Gemeinschaftsgeist zu erfüllen, ist die große Aufgabe aller, der Führer und der Gefolgschaften der Arbeit. Wenn jeder an dem Platz auf den er gestellt ist, feine Pflicht erfüllt, wenn leder aber auch in jedem Volksgenossen seinen Nächsten und Bruder sieht, dann wachsen die Gemeinschaftskräfte, die unser Vaterland weiter auf- fteigen lassen. gez.: Dr. Krohn, Staatssekretär des Reichsarbeitsministeriums. Die deutsche Wirtschaft amIahresbeginn Kundgebungen von Dr. Ley und Staatssefretär Krohn. Der Wohnungsbau im Jahre 1935 Don unserer Berliner Redaktion. Der polnische Außenminister, Oberst Beck, hat Stockholm in Begleitung feiner Gemahlin mit bem Berliner Zug verlassen. Währenb seines viertägigen Aufenthaltes in ber schwebifchen Hauptstabt würbe ber Minister vom König empfangen. Ferner fanb ein Essen beim Außenminister Sandler unö em Empfang beim polnischen Gesandten statt. * Unter dem Vorsitz des Sekretärs der Faschist!. Ken Partei trat in Turin der Faschistische R a t zusammen. Der Rat nahm zwei Entschließun- gen an, von denen die erste alle im Ausland faschistischen Italiener be- grüßt. In der zweiten Entschließung wird die innere Stärke des korporativen Sy. tems betont, das ein hohes Maß sozialer Ge- rechtigkeit bedeute: besonders hervorgehoben wird der Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit und ferner die Bemühungen, eine bessere Verteilung ber Arbeit zu erreichen. * ?erm^eÖD- Vorsitzende des Obersten Kriegsrates und Generalinspekteur des französischen Heeres, es eines Anlassers, um ihn wieder in Gang zu ^'"gen-Das Wirtschaftsleben Deutschlands stand bis zur Machtübernahme Adolf Hitlers restlos still Die Regierung des Führers ergriff tatkräftige Maßnahmen, um diese stillstehende Wirtschaft 'N Gang zu setzen. Großzügige Arbeit ten und Projekte wie das gewaltige Werk der Autobahn, Straßenausbesserungen usw. wurden in Zlngrtff genommen. Die Feinde des neuen Deutschlands höhnten und erklärten, dieses Anlassen wird verpuffen! Der Wirtschaftsmotor Deutschlands wird nicht wieder m Gang kommen, die breiten Mallen Kjen teilnahmslos, bestenfalls neugierig, zu. Wir ledoch wußten, es wirb und muß gelinqen und es gelang tatsächlich. Die Wirtschaft C rff 1 n ® a.ng; Schornsteine rauchten ? ? ^Ueb(?!-aU toar eme gesunde Konjunktur zu beobachten. Heute hoffen und glauben wir nicht mehr, sondern mit uns weiß es das ganze Deutsch- land und auch die übrige Welt: Deutschland '" " b erben Berg. Neue Devisen- und Roh- stofffchwiengkeiten können höchstens noch als Nach- Händen fern wird, auf 250 000 bis 300 000 Wohnungen veranschlagt. Und dieser Bedarf wird, nachdem die Wohnungsumbautätigkeit im wesentlichen erschöpft ist, fast ausschließlich durch Neubau- t e n befriedigt werden müssen. Der Wohnungsbau ist heute vor allem eine Frage der Aufbringung des erforder- l i ch e n B a u k r e d i t s. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Bautätigkeit und der Hohe des Landeszinsfußes. Natürlich sind auch die Baukosten von erheblicher Bedeutung. Denn wenn man die Gesamtkosten des Baues von 250 000 bis 300 000 neuen Wohnungen auf 1,7 bis 2 Milliarden Mark beziffert, so bedeutet eine fünf- prozentige Erhöhung der Baukosten, wie sie seit einem Jahre aus verschiedenen Gründen eingetreten sein Dürfte, schon einen Mehrbedarf von 90 bis 100 Millionen Mark Baukapital. Vom -Standpunkt der künftigen Mietpreisbildung aus liegt hierin keine Gefahr; denn den Mehrerforber- rnffen an Baukapital steht ja eine Ermäßigung ? e. rn 3 1 n s f ä fce gegenüber, so daß eine Mehrbelastung der Mieter nicht eintreten wird. Dagegen muß die Frage aufgeworfen werden, ob der ohnehin zu schmale deutsche Kapitalmarkt überhaupt eme so große Belastung durch die Wohnungs- neubautatigfeit wird tragen können, ohne daß etwa in dem Prozeß der fortschreitenden Zinsver- bllligung em Stillstand ober gar eine Rückbildung emtritt. Dies muß aber natürlich unter allen Umständen fortgeführt werden. Die Aufgabe, die gelöst Genf in Verlegenheit über den Schritt Abessiniens. London 4 Ian. (DNB. Funkspruch). Der „Mornmg Post teilt ihr Genfer Berichterstatter mit, es herrsche am Sitz des Völkerbundes, seit Abessimen in den Streit mit Italien unter Bezugnahme auf Artikel 11 der Völkerbundssatzung öen Völkerbund an gerufen habe, ein allgemeines Gefühl der Unruhe. Artikel 11 erflare, daß ein Krieg ober eine Kriegsgefahr Sache des ganzen Völkerbundes fei und daß der Völkerbund jeden Schritt unternehmen soll, der zur Er- haltung des Friedens geeignet erscheine. Der Bericht- erstatter findet es bedauerlich, daß ein internationaler Streit in dieser Art an den Völkerbund ver- wiejen werde in einem Augenblick, wo der Völkerbund m l t der Saar-Abstimmung alle ?Qn j11 tun habe. Die Schwierigkeit sei vielleicht auf Fehler der Leute an Ort und Stelle zuruckzu Uhren, aber bas SelbftgefÜhl der italienischen Regierung werde es ihr praktisch unmöglich machen, die von ihr eingenommene Stellung aufzugeben, selbft wenn sie sachlich unhaltbar sei. ; werden soll, besteht also darin genügend p r!» ' oate Mittel für den Wohnungsneubau flüssig ; zu machen, ohne daß etwa fühlbare Störungen : am deutschen Kapitalmarkt hervorgerufen werden. Nun stehen der öffentlichen Hand heute bereit» nicht unerhebliche Mittel aus der Verzinsung und Rückzahlung von Hauszins st euer» hypotheken zur Verfügung. Sie werden im nächsten Jahre voraussichtlich noch zunehmen. Man schätzt den Gesamtbetrag der Forderungen, der der öffentlichen Hand aus der Vergebung von Haus- unssteuerdarlehen zusteht, auf mindestens 5 Mil- liaröen Mark. Natürlich hat diese Ziffer nur theo- retische Bedeutung. Aber wenn auch der Ertrag aus diesen Forderungen, der den Ländern und Kommunen zusteht, zunächst noch recht gering ist, so besteht doch die Möglichkeit, die Hauszinssteuer- Hypotheken zur Grundlage eines erwei- tert en Realkredits zu machen, der zur Finanzierung des Wohnungsneubaues verwendet werden könnte. Ob hierzu die Gründung eines neuen Realkreditinstituts notwendig wäre, wird mit Recht angezweifelt. Wohl aber wird für Die Heranziehung neuer privater Mittel zur Finanzierung des Wohnungsbaues eine Erweiterung der R e i ch s g grantien erforderlich sein, die bisher bekanntlich auf den Kleinwohnungsbau und auf einen Höchstbetrag von 100 Millionen Mark beschränkt waren. Es wird vor allem darauf ankommen, für die zweit st eiligen Hypotheken auf Neubauhäuser private Kapitalgeber zu gewinnen. Das wird wohl ohne eine hinter diesen Hypotheken stehende Reichsgarantie nicht möglich sein. Aber die Einkünfte der öffentlichen Hand aus den Zins- und Rückzahlungen der Hauszinssteuerhypotheken, die zu gering sind, um unmittelbar für Die Finanzierung des Wohnungsneubaues mit wesentlichem Nutzen herangezogen zu werden, könnten ausreichen, um einer Reichsausfallbürgschaft für zweitstellige Neubauhypotheken die erforderliche finanzielle Grundlage zu geben. ßonbon 4. Jan. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Herald meldet aus Bombay, die indische Regierung habe den Provinzialregierunqen mitgeteilt, ba^ Gandhi, obwohl er sich öffentlich von der Politik losgesagt habe, tatsächlich mit Geschicklichkeit und insgeheim die Volksmassen organisiere, um einen neuen „Feldzug d e s bürger- lichen Widerstandes" zu eröffnen. Es werde behauptet, daß Gandhi harmlos erscheinende i n b u > i eile Dorfverbände gründe, die in Wirk- uchkeit Organisationen für die eben erwähnte poli- tstche Bewegung seien. Die Bezirksbeamten sollen von der Regierung angewiesen worden fein, Aandhis Schritte sorgfältig zu beobachten und die Dorfbewohner durch Gründung von Konkurrenzverbänden dem Einfluß des Nationalkongresses zu entziehen. Den Provinzialregierungen sei auch Auf- trag gegeben worden, das Strafgesetz zur Unter« drückung ber Kongreßpropaganda rücksichtslos zur Anwendung zu bringen. London, 4. Ion. (DNB.-Funkfpruch.) In der Morgenpresse wird die heute unter dem Titel „Tie m Anteil an Deutschlands Kampf" erscheinende U ebersetzung des Tagebuchs e bb e l s besprochen. In der „Daily Mail schreibt Ward Price, Geschichtsschreiber der Zukunft wurden besonders von der Gestalt des Dr. Goebbels angezogen werden. Unter der kleinen die jetzt das deutsche Volk beherrschen, sei seine Arbeit und feine Persönlich- feU eben unentbehrlich. Einzigartig als 3 a "de r k u n ft I e r des gesprochenen W o r- tes stunden er und Herr Hitler allein und neben ferner glanzenden Rednergabe sei Goebbels auch ein Meist er ber Publizität und Pro - Än ber Morning Post" wird gesagt, Cr -1? ""rd Dr. Goebbels in ber Geschichte bezeichnet werden als Hausarchitekt der deutschen Revolution. Es fei vor aUem ber Energie und dem fanatischen Eifer dieses Minijters der Propaganda zu danken, daß die natlonalsoziallstische Bewegung die Schwung- ?at die sie durch das stürmische Jahr 1932 hindurch am Anfang des Jahres 1933 zum Siege geführt hat. Ein Aufruf des lieichsforstmeisters. ■ Berlin, 3 Ion. (DNB.) Reichoforstmeister und Ministerpräsident Goring hat an Die deutschen Waldbesitzer- Waldarbeiter und Forstbearnten folgenden Aufruf erlassen: „Große und vielseitige Anforderungen: Arbeitsbeschaffung, gesteigerter Bedarf der Verbraucher veränderte.Wirtschaftsgrunbsätze, brachte bas Jahr 1934 für jeden Pfleger deutschen Waldes. Für a heißt, war in diesem Saal . ....... Bekenntnis zur deut - fchen Ehre und Freiheit abzulegen und vom Führer jene entscheidenden Ausführungen zu Horen, die uns r i ch t u n g w e i s e n d sein sollen für dieses und für kommende Jahre. Seinen Kampf wirklich beginnen und durchhalten konnte der Führer in den 15 Jahren nur dank eines unerschütterlichen Glaubens an die deutsche Nation. Dieser Glaube hat dem Führer im vergangenen Hahre vor der ganzen Weltgeschichte Recht gegeben, und das gleiche Bekenntnis zu diesem Glauben horte die gesamte Führerschaft Deutschlands am 3. Januar 1935; das Bekenntnis 3 vm Frieden, aber auch die Forderung ber Verteidigung ber beutfchen Ehre unb Freiheit ber deutschen Nation waren die tragenden Elemente der leidenschaftlichen Rede des Führers, die alle jene Menschen und Organisationen durch diese Worte innerlich zusammenführte und in allen das lebendige Bewußtsein hervorrief, unzertrennbar miteinander verbunden, das gleiche Schicksal tragen und durchkämpfen zu müssen. Vor allem galt das für die beiden tragenden Säulen des deutschen Hauses: für die Bewegung und die junge deutsche Wehrmacht. Beide haben in diesen fünfzehn Jahren eine riesige Aufgabe geleistet: die Bewegung gründete auf den Trümmern einer alten Welt ein neues Reich und Die Armee gestaltete aus dem zersplitterten Gefüge der Novembertage ein kleines, aber straffes und bewußtes Werkzeug ber beutfchen Volksverteibigung. Die Entwicklung bicfer beiden Gruppen ist in den vergangenen Jahren parallel gegangen; im Zeichen des nationalsozialistischen Staates sind sie unlös- l i ch mitein cvi der verbunden worden: die Bewegung als die unumftritfete politische Herr in, die Wehrmacht als Schutz und Schirm und einzige Sßaffenträgerin der Nation. Sie sind beide aufeinander angewiesen in der Verteidigung der deutschen Arbeit, in der Lösung der schweren wirtschaftlichen und sozialen Fragen unserer Zeit. Was vielleicht noch an Vergangenem und Mißverstandenem übrig geblieben sein mochte, das wurde hier durch die Mäch- tigleit der Rede des Führers hinweggeschmolzen, und die tätige Arbeit in seinem Sinne muB und wird das Ergebnis dieser geschichtlichen Stunde in der Preußischen Staatsoper sein. Die Welt wird angesichts der neuen, immer wieder entfachten Lügenhetze vieler Verleumderzentren doch einmal einsehen müssen, daß sie es in Deutschland "icht mit irgendwie getrennten politischen Gruppen ZU tun hat, sondern mit einer einzigen Einheit von Bewegung, Weltanschauung und Staat. LLiLA M le • '-,t ' k i , MM seldzug ' vor? ) „Daily Regierung eilt, daß ?r Politik )keit und ürger« Ls werde eindu« in Wirk« inte polt* ?n sollen ?n lein, und die kurrenz- ■e^es zu Lid) Auf« r Unter« 5105 zur )ten. lustausch latsober- l Zwi' mzler n statt' ebiet. ie neu« ima 860 mdgültig Schwei- iglänber, ) 1 Por« e Herren Handlung i u n t e r- ir den Inen ßo« 5U lor• Tätigkeit u^erdem ngen in ts wird Januar r,chau > sich die x? Ange- ijahr em ■ung in D LSti ff1 Uns It e u e r Ä n 5 Wn, ^Ertrag 2? 4 ler,nq >s. !'"ssteuer.' °?tvej. >r: n9 eines ?'kd mit an* ^er* Qn3ieruna ?g ber "e bisher und aus ^arf be! rQ“f an. Wo. Kapital, we eine Garantie ?r öffent. 'ngen der M um l0*)nungs= 8°s°n zu Reichs. Neubau. Grundlage veiterten Zweitstel, >e heran. fiir das 5 in der ommenöc Vorgänger Sicherung chen Ar. 'eitslosig. dergefetzt en dem :t liegen mngsbau md wird ■ung des Ausgang djlieK f'V ,1er hlin mit nes S auptltatl en. 3et* Sandler i statt- Gchiffsuntergang mitten in Tteuyork Aus aller Welt Buntes Allerlei Line amerikanische TNodehochfchule. Richtlinien für den Kraftfahrzeug-Grenzverkehr ins Saargebiet während der Abstimmung. Todesstrafe im Hauptmann-Prozeß beantragt. Die in Klammern eingesetzten Zahlen entsprechen den Nummern der Streckenkarten, die der DDAC. den Abstimmungsberechtigten auf Wunsch kostenlos überläßt. „ Geschäftsstelle des Gaues 3 des DDAC. Frankfurt a. M., Goetheplatz 5, Telephon 24 516 Geschäftsstelle in Saarbrücken, Königin-Luisen- Straße 23, Telephon 20738/39. der Partei erklärt und wurde wieder in Gnaden ausgenommen. Nunmehr ist er zum .zweitenmal aus der Partei ausgeschlossen worden. Kunst und Wissenschast. Slaatsschauspieler Paul Hartmann kommt nach Berlin. Die Verwaltung des Wiener Burgtheaters hat den Vertrag mit dem Burgschauspieler Paul Hartmann in beiderseitigem Einverständnis gelöst. Hartmann, der wie erinnerlich vor einiger Zeit vom Ministerpräsidenten Göring zum Staatsschauspieler ernannt worden ist, geht nach Berlin. Heidelberger Reichsfestspiele unter der Schirmherrschaft von Dr. Goebbels. Reichsminister Dr. Goebbels hat für die in Heidelberg stattfindenden Reichsfestspiele 19 35 die Schirmherrschaft übernommen. Die Durchführung liegt bei dem Reichsbund der deutschen Freilicht- und Dolksschauspiele. 1934 hatten die Reichsfestspiele in Heidelberg einen außerordentlichen Erfolg. Das Schachturnier In Hastings. Die letzten Ergebnisse des internationalen Schach- turniers in Hastings lauten: Euwe gegen Mi l - ner-Barry: Euwe gewinnt. — Botwinn > k gegen Lilienthal: Unentschieden. — Capa- b l a n c a gegen Michell: Eapablanca gewinnt. — Sir George Thomas gegen Fräulein Men. schick: Thomas gewinnt. — Flohr gegen Nor- man : Flohr gewinnt. — Das vertagte Spiel Thomas gegen Flohr endete Unentschieden. Bisheriges Gesamtergebnis: Thomas und Euwe je 4V2 Punkte, Lilienthal' 4, Capablanca und Flohr je 3'/r Punkte. dürfte. Zwanzig eftländifche Fischer auf treibender Eisscholle. Als dieser Tage über 200 Fischer in der Nähe von Pernau auf dem zugefrorenen Rigaischen Meerbusen fischten, setzte plötzlich ein Nordoststurm ein, der die Eisdecke vom Lande abloste. Die Fischer wurden in die offene See hinan s g e t r i e b en . Etwa 180 Fischer konnten gerettet werden. 20 Fischer blieben jedoch verschollen da der Sturm weitere Rettungsmaßnahmen unmöglich machte. Estländische Eisbrecher suchen die vermißten Fischer, die wahrscheinlich noch auf Eisschollen treiben. Fünf Kinder auf dem Life eingebrochen. — Drei Todesopfer. meter gemeldet. Die Schneekoppe meldet 11 Grad Kälte. Es ist mit weiteren Schneefällen zu rechnen. Starker Lrdstoh im Ruhrrevier. Ein ziemlich kräftiger Erdstoß von zwei Sekunden Dauer wurde am Freitag, etwa um 5.07 Uhr, im Gebiet des Ruhrbergbaues verspürt. Feststehende Gegenstände wurden nicht erschüttert. Es handelt sich offenbar um ein Nahbeben, das durch den Einsturz von hohlräumen in einem stillgelegten Bergwerk verursacht sem Geständnis eines Vatermörders. Zu dem bereits gemeldeten Mord an dem ^jährigen Geschäftsinhaber Adolf Wegner in Hamburg teilt die Polizeibehörde mit: Der Sohn des Toten, der 32jährige Alfred Wegner, den die Kriminalpolizei bereits wegen dringenden Tatverdachtes festgenommen hatte, hat jetzt nach stundenlangem Verhör ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der Täter ist danach in der Mordnacht in die gemeinschaftliche Wohnung gekommen und hat mit seinem im Bett liegenden Vater Streit angefangen. Im Verlauf der Streitigkeiten hat der alte Mann durch Fausthiebe ins Gesicht und gegen die Brust schwere Verletzungen erlitten, die feinen Tod zur Folge hatten. Nach der Tat hat Alfred Wegner das Haus verlassen und bei einer Bekannten erzählt, fein Vater sei an einem Herzschlag gestorben. Beiträge der Arbeitsfront unterschlagen. — 1% Jahre Zuchthaus. Par der Großen Strafkammer in Kassel hatte sich wegen Untreue und Unterschlagung der 50jährige Karl Grebe aus Kassel zu verantworten. Grebe war für die Deutsche Arbeitsfront mit der Einziehung von Beiträgen beauftragt worden. In dieser ehrenamtlichen Stellung veruntreute er etwa 200 Mark. Vor dem Gericht gestand er feine Xat ein. Das Gericht hob den großen Vertrauensbruch hervor und führte an, daß hier ein schwerer Fall der Schädigung des Volkes vorliege. Es ging über die Mindeftftrafe erheblich hinaus und verurteilte Grebe wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung zu einem Jahr sechs Monaten Z u ch t - h a u s und drei Jahre Ehrverlust. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Jeder Amerikaner oder jede Amerikanerin aus der Modebranche kennt die „Amos parrisd"-Mode- I klinik in Neuyork. Sie hat mit einer Klinik nichts : zu tun, sondern stellt eine Hochschule für die Mode । dar, zu deren Studientagungen, die zweimal im Jahr stattfinden, die „Studierenden" aus den entferntesten Teilen der Union nach Neuyork eilen. Jede Tagung dauert nur einige Stunden, kostet aber 500 Mark. Kein Kaufhaus in den Vereinigten Staaten, das etwas auf sich hält, wird es ver- fäumen, einen Vertreter zu jeder Tagung zu ent- enden, denn die Kosten werden reichlich durch die dort gesammelten Kenntnisse und Tips eingebracht. Die große Bedeutung der Modehochschule besteht darin, daß sie ihren Teilnehmern sehr eingehende Angaben über die Mode der nächsten Saison machen kann, da die „Klinik" mit den maßgebendsten Modeinstituten der Welt in laufender Verbindung steht. Nicht nur die neuen Modeformen werden in den Vorträgen ausgiebig erörtert, sondern auch die Stoffe und Zutaten für die nächste Mode finden stärkste Beachtung. Durch die Vermittlung dieser Hochschule ist jedes Kaufhaus der USA. imstande, feine Kunden stets mit der modernsten Garderobe zu versorgen, rechtzeitig seine Kalkulationen zu treffen und der Kundschaft in allen Modeangelegenheiten ein kompetenter Berater zu fein. Es wird den Kursusteilnehmern ferner auseinandergesetzt, in welcher Weise für die neue Mode am besten Propaganda zu machen ist, wie man den jugendlichen und den reiferen Kunden die Mode schmackhaft machen kann. Eine der wichtigsten Vorlesungen ist die über Verkaufspsychologie, die Kunst, jeden Kunden nach seiner Eigenheit zu behandeln und ihn so zu bedienen, daß er zum Dauerkunden wird. Der amerikanische Kunde, der meistens von Modesachen nichts oder nur wenig versteht, vertraut sich sorglos seinem Kaufhaus an, in der Ueberzeugung, dort nicht nur nach der Mode eingekleidet zu werden, sondern auch in einer Weise, die seine Persönlichkeit am gefälligsten zum Ausdruck bringt. Die Modehochschule erfüllt somit in der amerikanischen Bekleidungsindustrie eine sehr wichtige Aufgabe und ist für alle modischen Angelegenheiten maßgebend. Zustand geistiger Verwirrung die Frau erschlug. Das Ehepaar hatte fünf Kinder im Alter bis zu echs Jahren. Drei Jahre Zuchthaus für einen Heiratsschwindler. Das Heidelberger Schöffengericht verurteilte d"n mit mehreren Jahren Gefängnis vorbestraften 29 Jahre alten Walter M. aus Heidelberg zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte, Vater von fast einem halben Dutzend unehelicher Kinder, machte sich an weibliche Hausangestellte heran, nannte sich von Bülow und betrog feine Opfer auf jede Weife. Nach Verbüßung der Freiheitsstrafe wird M. in eine heil- und Pflegeanstalt verbracht. t i k s ober Carnet bes Pasiages finb, können diese Papieren, für die Einreise nach dem Saargebiet benutzen. Die Regierungskommission des Saargebietes hat genehmigt, daß die zur Abstimmung berechtigten Kraftfahrer den sonst vorgeschriebenen Internationalen Führer- und internationalen Zulassungsschein nicht benötigen. Selbstverständlich muß jeder Kraftfahrer den deutschen Führerschein und den deutschen Zulassungsschein (Kraftfahrzeugschein) für das benutzte Fahrzeug bei sich führen. . In jedem Falle muß an der Rückseite des Fahrzeugs vorschriftgemäß das deutsche Nationalitätsabzeichen „D" geführt werden. Das Nationalitätsabzeichen „D" und das polizeiliche Kennzeichen müssen bei eintretender Dunkelheit beleuchtet sein. Die Erleichterung gilt nur für die Abstimmungsberechtigten für die Fahrt innerhalb des Saargebietes; auf französischem Gebiet müssen Internationaler Führer- und Internationaler Zulassungsschein vorhanden sein. Nachstehend -eine Uebersicht über die nach dem Saargebiet führenden sieben h a u p t st r a ß e n: Strecke 1: Kaiserslautern — Saarbrücken: Ueber- gang Bruchhof-Homburg (114). Strecke 2: Karlsruhe — Zweibrücken — Homburg: Uebergang Kaplaneihof-Einöd (115). Strecke 3: Bingen — Oberstein — Saarbrücken: Uebergang: Selbach-Tholey (120). Strecke 4: Bingen — Homburg — Saarbrücken: Uebergang: Waldmohr- Jägersburg (120a) Strecke 5: Trier — Saarburg — Saarbrücken: Uebergang: Weiten-Keuchingen (129). Strecke 6: Trier — Zerf — Saarbrücken: Ueber- ganq: Michelbach-Bettingen (484) Strecke 7: Kreuznach — Turkismuhle — Hirstein — St. Wendel: Uebergang: Hirftern-St. Wen- General W e y g a n d , wird sich nach Korsika begeben, um die dortigen Truppen und Befestigungen zu besichtigen. * In Tunis kam es bei einem Besuch des Beys in der Moschee zu konimunistischen Radauszenen, um von dem Herrscher die Aufhebung der Verbannung einiger Agitatoren zu erlangen, die nach den blutigen Erhebungen im letzten Sommer nach Südtunis abgeschoben worden waren. Der französische Generalresident hat zehn tunesische Eingeborene — Rechtsanwälte und Kaufleute — mit Aufenthaltsverbot bestraft. * Im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Opposition in Sowjetrußland wurde Smirnow aus d e r Kommuni st ischen Partei ausgeschlossen. Smirnow war früher Sekretär der Partei und Volkskommissar für Landwirtschaft; er gehörte der rechtsgerichteten Opposition an, wurde seinerzeit nach Frunse (Kirgisien) verbannt und aus der Partei ausgeschlossen, da er die Bekämpfung der Großbauern (Kulaken) sabotiert haben sollte. Er hatte damals Treue zur Generallinie Dreister Raubüberfall auf eine englische Bank. In Manchester wurde ein Ueberfall a u f eine Bank verübt. Der Leiter und ein Angestellter wurden kurz vor Geschäftsschluß von zwei maskierten, mit Revolvern bewaffneten Mannern angegriffen, gebunden und geknebelt. Die Verbrecher nahmen dann ungefähr 600 Pfund Sterling an sich und entkamen in einem Kraftwagen. Schwere Bluttat eines Betrunkenen. Eine schwere Bluttat ereignete sich in Oppeln in einer der letzten Nächte. Auf der Falkenberger Straße wollte der Kriegsinvalide Grötz dem betrunkenen Walther König behilflich fein. König schlug ohne irgendeine Veranlassung mit einem stumpfen Gegenstand auf den Invaliden ein, bis dieser blutüberströmt zusammenbrach. Der auf der andern Straßenseite wohnende Fleischer Josef Ledwig bemerkte den Vorfall und ei-Ite dem Grötz zu Hilfe. König zog ein großes feststehendes Messer und stach auf Ledwig ein. Ledwig erhielt u. a. einen Stich ins Herz, der seinen sofortigen T o d zur Folge hatte. Der Kriegsinvalide Grotz hat schwere Schädelverletzungen davonge- tragen. König wurde verhaftet. Erdstöße in Westindien. Auf der britischen Insel Montserrat (Kleine Antillen) ereigneten sich mehrere heftige Erdstöße. Eine Anzahl öffentlicher und privater Gebäude, darunter das Gericht und eine Kirche, wurden leicht beschädigt. Das Haus der königlichen Bank von Kanada wurde dagegen so schwer mitgenommen, daß die Regierung einen dreitägigen Bank- feiertag anordnete', um die Ueberführung der Bu- eher, Dokumente, des Geldes usw. nach einem an- ■ deren Gebäude zu erleichtern. Es sind noch immer leichte Erderschütterungen zu spüren. In Heidelberg erschien der dreißigjährige Ernst Böhm auf der Polizei und gab an seine vierundzwanzigjährige Frau ermordet zu ^beu. Man schenkte den Angaben des Mannes zunächst keinen Glauben, trotzdem begaben sich mehrere Beamte in die Wohnung des Bohm. Dort fand man die Frau mit zerschmettertem Schädel tot in ihrem Bett liegen. Was den Mann zu der ungluckse igen Tat veranlaßt hat, steht noch nicht fest. Er selbst gibt an, aus Eifersucht gehandelt zu haben. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, daß er m einem In der kleinen Ortschaft Ptakowitz, Kreis Beuchen, ereignete sich ein furchtbares Unglück. Auf dem Dorfteich, der nur eine dünne Eisdecke trug, vergnügten sich fünf Kinder mit ihren Rodelschlitten Plötzlich brach das Eis, und die Kinder stur z- ten ins Wasser. Auf ihre Hilferufe eilten eine 67jährige Frau Köhler und der 15jahrige hitler- junge Kremer herbei und versuchten die Kinder aus dem Wasser zu ziehen Die beiden Retter brachen dabei selbst ein. Wahrend der Hitler,unge mit einem Kind das Ufer erreichen konnte, ging Die fVrau unter Der Bergmann Keintoch und em anderer Mann, die an der Unglücksstelle vorüber kamen, setzten das Rettungswerk fort. Kemtoch konnte die Frau und die Kinder aus dem Wasser ziehen. Die alte Frau und zwei vier- und funsiah- riae Kinder waren bereits tot. Die anderen Kinder wurden nach stundenlangen Bemühungen wieder ins Leben zurückgerufen. Familiendrama in Heidelberg. - Die eigene Frau erschlagen. Aufenthalt rechnen. Die Triptiks sind rnitdern2 0. Janua r 1935 befriftet, daher müssen die Fahrzeuge bis zu diesem Zeitpunkt nach Deutschland z u ruckbefördert fein. Die Triptiks sind vom französischen Grenzzollbeamten endgültig löschen zu lassen und schnellstens dem DDAC. zurückzusenden. Diejenigen Abstimmungsberechtigten, die am 13. und 14. Januar 1935 zurückkehren, haben die Triptiks endgültig gelöscht dem Beamten des DDAC. am deutschen Grenzzollamt abzullefern. Für Lastautos, Lieferautos, Omnibusse, Taxameter oder sonstige Geschäftsfahrzeuge können französische Triptiks nach dem Saargebiet grundsätzlich nicht ausgestellt werden. Mitglieder des DDAC., die bereits im Besitz eines gültigen französischen Trip- Was wird 1935 bringen? So lange es eine Geschichte der Menschheit gibt, so lange ist der Mensch nachweislich bemüht gewesen, in die Zukunft zu blicken, und die Zunft der S t e r n e n d e u t e r ist gewiß die älteste aller Zünfte. Noch immer gelten die alten Regeln der Lehre der Astrologie trotz der gewaltigen Erweiterung unserer Kenntnisse von der Sternenwelt. Noch immer erscheinen jahraus, jahrein die a st r o l o - gischen Kalender, von denen das Wort Mephistos gilt: „Am besten ists auch hier, wenn ihr nur Einen hört, Und auf des Meisters Worte schwört." So oft ist schon das Experiment gemacht worden, die verschiedenen Kalender miteinander zu vergleichen, und da ergab es sich, daß der Inhalt, also die Prophezeiungen stark auseinandergingen. Es mag daran liegen, daß es verschiedene modernisierte Systeme der Astrologie gibt, da tue Astrologen glaubten, der Zeit einige Konzessionen machen zu müssen. Unterhaltsam ist es auch, zu prüfen, inwieweit die Prophezeiungen für das abgelaufene Jahr eingetroffen finb. Es wird sich dabei zeigen, daß sie zum Teil tatsächlich sich verwirklicht haben, eben weil gewisse Ereignisse sich alljährlich einzustellen pflegen. So wird es auch 1935 nicht an Naturkatastrophen fehlen, Eisenbahn-, Flugzeug- und Schiffsunfalle werden sich nicht vermeiden lassen, die Weltwirtschaft wirb sich weiter von ber schweren Krise erholen, es werben große Erfinbungen gemacht werden — um all bas zu prophezeien, braucht man fein Prophet zu fein. Auch politische Prophezeiungen finb keineswegs für ben politisch gut Informierten überaus schwierig, unb in ber Tat gehören die politischen Prophezeiungen zu benjemgen, Die noch am ehesten zutreffen. So hat eine ber berühmten Pariser Prophetinnen für Frankreich vorausgesagt, es werbe im nächsten Jahre eine Diktatur erhalten unb ber Diktator werbe ein noch vor- hältnismäßig junger Mann sein. Kriegsgefahr . drohe, doch werde sie noch in letzter Stunde be- : feitiqt. Daß die astrologischen Kalender für bas eigene Lanb unb Volk weiteren Ausstieg proppe- • zeien ist alte unb bewährte Trabition. Der tüchtige - Mensch bebarf keiner Prophezeiungen, er wird. was auch kommen mag, feinen Mann stehen; Den ffnff Winer ber bie Neuyorker Stabtteile Manhattan unb Brooklyn trennt, war ber Schauplatz einer Schiffskatastrophe. Ein Personendampfer würbe im Nebel von einem Frachtbampser gerammt un sank innerhalb weniger Minuten. Am zweiten Verhandlungstag im Hauptmann - Prozeß wurde die Wahl ber Geschworenen beenbet. Insgesamt würben zwölf Geschworene, unter ihnen vier Frauen, bestellt. Lind- b e r a h war mit seiner Frau unb dem Kinderfrau- lein erschienen. Nach kurzer Unterbrechung ber Sitzung begann ber Staatsanwalt Wielentz mit ber Verlesung ber Anklageschrift. Dann heißt es, Hauptmann habe am 1. März 1932 nach liger Erkunbung bes Geländes mit einer .selbstverfertigten Leiter einen Einbruch in bas im ersten Stock gelegene Kinderzimmer ber Wohnung Lind- berghs verübt unb bas Kind geraubt. Die ßeiter f bann beim Herabsteigen unter der schweren Last zusammengebrochen. Dabei sei bas Kind durch Her- abfallen getötet worben. Hauptmann habe Die Leiter unb bas Kinb mitgenommen. Die Leiter habe er nach kurzer Zeit zurückgelassen. Das tote- Kinb sei vvn ihm in einer Entfernung von ^Kilometer verscharrt worben, nachbem er ihm feine Kseibungs ftüde ausgezogen hatte. Die Kleidungsstücke habe Hauptmann zur Erpressung des Lösegeldes verwendet Abschließend beantragte der Staatsanwalt b i e Tvbesstrafe für Hauptmann. ftrau ßinbbergl) faate über Einzelheiten bes Tages aus an bem ihr Kinb entführt worben war d°r Entführungsnacht um 2125 Uh 6nb gekommen unb \a) löerte oi 99 $ erklärte, bedang ber Entführung um 22! W. ur vor ber Entdeckung. habe " em Geraus das sich anhorte wie das m^ er entdeckte, rnenbrechen einer ßeiter. © b Polizei daß das Kind verschwunden waroson +> benachrichtigt, ein Gewehr 9 ft , jedoch die dunkle Landstraße hlnausgeeilt, .^vyne ÄS-’. IS?: die Post zugegangen war. — Dann w Handlung vertagt. Dinierweiter in den schlesischen Q • 3m Saufe ber 8um «taj. ti che Kaltlustmassen in Sch s Niederschläge in Auch im Flachland M “ die Temperaturen Schnee Überlangen unb bi e X „ "rmer7en bis zu 2° Ä-ntlmet-r Neuschnee unb Gesamt,chneehahe bis zu 40 Senti Berlin, 3. Jan. (DNB.) Der Deutsche A u - tornobil-Club (DDAC.) stellt jedem Abstimmungsberechtigten, der mit seinem eigenen Kraftfahrzeug zur Abstimmung nach dem Saargebiet reisen will, das Triptlk gebührenfrei aus. Die gesamten Unkosten sowie Rückversicherungsgebühren werden vvn DDAC. gemeinsam mit der „Agrippina" als Rückversicherungsgesellschaft übernommen. Nachstehende Richtlinien sind besonders zu beachten: Die Triptiks gelten nur für bie Reise zur Abstimmung ins Saargebiet, keinesfalls aber für eine Einreise nach Frankreich. Abstimmungsberechtigte haben bis zum 10. ^unuar 1935 Triptiks bet ber Hauptgefch a f t s - stelle bes DDAC., Abteilung Grenzverkehr, München, Koniginstraße 11a, sowie bei ben Gaugeschäftsstellen zu beantragen. Die Beantragung mutz auf einem vom DDAC. vorgeschriebenen Formular erfolgen; außerbem muß ber Nachweis erbracht werben, baß ber Antragsteller abstimmungsberechtigt ist. Wo eine rechtzeitige Beantragung nicht erfolgen konnte, besteht bie Möglichkeit, bie Triptiks an ben b e u t f d) e n Grenzzollämtern durch Beamte des DDAC. ausgestellt zu erhalten Der DDAC. wird am 11., 12. bis 14. Januar 1935 bei nachstehend bezeichneten deutschen Grenzzollämtern vertreten sein: Bruchhof — Kaplaneihof Selbach — Waldmohr — Weiten — Michelbach — Hirstein. Der Kraftfahrer, der sich das Triptik erst an der Grenze ausstellen läßt, muß mit einigem Schwachen und Abergläubischen schaden Prophezeiungen vielmehr, als daß sie nutzen, weil sie Einfluß auf die eigenen Entschlüsse gewinnen und die Tatkraft lähmen. Küsse, die Geschichte machten. Dem weisen Sokrates werden die Aussprüche zu- geschrieben, daß man einem geküßten Weibe ein Jahr fang aus dem Weg gehen solle und daß es gefährlicher sei, eine schöne Frau zu küssen, als einem blanken Schwert entgegenzugehen. Aber um diese Mahnungen hat sich die Nachwelt nicht gekümmert, und bei allen Völkern der Erde, mit Ausnahme tor Eskimos und Chinesen, der Hottentotten und Südseeinsufaner, ist der Kuß als Zeichen der Liebe weit verbreitet. Gewöhnlich sind bei diesen Zärtlichkeitsbeweisen allerdings Zeugen höchst unerwünscht, aber es gab doch auch Küsse, die als Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine. Leiter: Polizeihauptwachtmeister Thum, Neuen Baue 4, II. Sämtliche Anfragen von Abstimmungsberechtigten sind an die Saarobleute zu richten, die zu jeder Auskunft und Unterstützung gerne bereitstehen. Saarobleute sind: 1. Oberarzt Dr. Rau h, Gießen, Universitäts- Augenklinik, 2. Verwaltungs-Oberinspektor Hentschel, Gießen, Delckerstraße 12, 3. Gerichtsreferendar koch, Gießen, hitlerwall 51. Anfragen wegen des Transportes zur Abstimmung sind an den Transportleiter Thum oder den stellvertretenden Transportleiter koch zu richten (Anschriften siehe oben). Abfahrt und Rückkunft des Sonderzuges Rr. 15, der von Gießen aus fährt, wird jedem rechtzeitig bekanntgegeben werden. allen sichtbares Zeichen der Huld und Bewunderung öffentlich gewährt wurden und die in die Annalen der Geschichte eingetragen worden sind. Ein solch berühmter Kuß war es, den Königin Elisabeth von England am 22. November 1581 in der Galerie des Greenwich-Palastes dem Herzog von Alen^on gab, der sich um ihre Gunst bewarb. In Gegenwart der Lords von Walsing- ham und Leicester neigte sie sich vor ihm, küßte ihn auf die Lippen und steckte ihm zum nicht geringen Aerger der beiden anderen Bewerber ihren Ring an den Finger, ihm so den Höflingen als den Bevorzugten ihres Herzens vorstellend. Andere Bedeutung kam einem Kuß zu, den eine künftige Königin einem armen und nicht einmal schönen französischen Poeten gab. Eines Tages hatte Al la in Chartier sich auf einem öffentlichen Platz auf eine Bank niedergesetzt und war sanft eingeschlummert. Da kam zufällig Margarete von Schottland, die Frau des Dauphins und späteren Königs Ludwig XI., mit ihren Gesellschafterinnen vorbei. Sie blieb stehen, und als sie in dem schlafenden jungen Mann den Dichter erkannte, dessen Verse sie so sehr liebte, trat sie leise auf ihn zu und drückte ihm einen Kuß auf die Lippen. Das war zwar eine ungewöhnliche Huldigung, aber keineswegs eine ungehörige, so daß der Gatte sich nicht über diese öffentlich» Gunstbezeugung der Dauphine zu erregen brauchte. Verhängnisvoller war der Kuß, den im Jahre 1716 Prinz Ferdi nand von Bayern einer schönen Prinzessin gab, als er an einem anderen Hof zu Besuch weilte. Der allzu temperamentvolle Gruß erregte unter den Begleitern der Fürstin großes Aergernis, und es kam mit dem Gefolge des Prinzen zu Streitigkeiten, ja zu einer Schlägerei, die den Auftakt zu einem sechs Wochen langen Krieg zwischen den beiden Staaten gebildet haben soll. In dieser Reihe der politischen Küsse gehört auch ein königlicher Kuß. Es war nach dem Ende des Krimkrieges, als die Königin Viktoria einen Besuch in Paris machte. Bei der Begegnung mit ihrem Verbündeten, Napoleon III., drückte sie ihm ihre Achtung und Freundschaft dadurch aus, daß sie, jede zeremonielle Form vergessend, den Kaiser küßte. Dieses deutliche Zeichen ihres warmen Gefühls rief lauten Jubel hervor. Ein Kuß ist bisweilen auch aus anderen politischen Gründen verschenkt worden. Die schöne Herzogin Georgiana von Devonshire war eine begeisterte Anhängerin des Neues für -ei — Hermann Okraß: Das Ende einer Parole „Hamburg bleibt ro t". Mit einem Geleitwort des Reichsstatthalters und Gauleiters der NSDAP. Karl Kaufmann. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 36. — (637) — Diese Geschichte des Kampfes der NSDAP, in Hamburg läßt mit dramatischer Spannung jene tollen und blutigen Ereignisse, die während der Zeit vom Waffenstillstand bis zur nationalsozialistischen Revolution Deutschland erschütterten, noch einmal an uns vorüberziehen. Wir erleben die Rückkehr der Fronttruppen, wir erfahren, wie immer wieder diese Soldaten des Krieges die rasende rote Flut, die Deutschland überschwemmt, aufzuhalten versuchen, und wir erleben die Geschichte der Freikorps und der Uneinigkeit und Ohnmacht der nationalen Verbände, bis endlich Adolf Hitler die widerstreitenden Geister zu einer Front zusammenballt. Der Weg zum Sieg, der zum Opfergang der braunen Soldaten wurde, erfährt hier eine meisterliche Darstellung. — Äugust ©innig: Der Arbeiter im Dritten Reich. Preis 90 Pf. Verlag Buchholz & Weißwange, GmbH., Berlin-Charlottenburg II. —(636) — Wem stände es nicht mit in erster Linie zu, die Entwicklungsgeschichte des arbeitertümlichen Menschen darzustellen, als August Winnig, dem ehemaligen Maurer? Hier wird die geschichtliche Darstellung zu einer solchen der Persönlichkeit des Verfassers selbst. Und darin liegt der Reiz des Büchleins. Sein Inhalt wurde erlebt; so stellt sich auch die eigene Flucht des Verfassers aus dem Marxismus als ein Spiegelbild der gleichen Abkehr des Arbeiters bar. — Ferdinand Ehm: Die Insel. Erlebnisse auf Korsika. 173 Seiten. Ganzleinen 3 Mark. Verlag Ferdinand Ehm, Komotau, Auslieferung Otto Klemm, Leipzig, 1935. — (634) — Da die meisten Leser mit der Vorstellung der Insel Korsika außer dem Namen Napoleons nicht viel verbinden werden, dürfte es interessieren, aus persönlichen Eindrücken einiges auch über Land und Leute dort zu erfahren. Eine Reihe von Zeichnungen (nach Photographien) ist in den Text verstreut und geeignet, die Lektüre sinnfällig zu beleben. — Aus der Jnngdeutschland-Bücherei der Verlagsanstalt Edard Mager, Donauwörth, liegen uns (zum Preise von je 20 Pf.) die folgenden Hefte vor: „Adolf Hitler o. W. Albert; "„$) o r ft Wessel" von Wilhelm Albert; „Franz Ritter von Epp" von Wilh. Albert; Hermann Göring" von B. Gärtner; „Dr. Joseph Goebbels" von Dr. Kurt Hinze; „Dr. Wilhelm Frick" von Maximilian Strack; „Rudolf kühnen Staatsmannes Fox und versuchte im Jahre 1784 mit allen Mitteln seine Wahl ins Parlament durchzusetzen. Viele Abstimmungsberechtigte hatte sie bereits durch ihre Ueberrebungskunst und ihre glänzenden Augen dazu gebracht, aber ein Schlächter, der bei der Wahl eine wichtige Stimme hatte, zeigte sich stumm gegen ihre Bitten und ließ sich nicht überreden. Da griff die Herzogin zu einem letzten Mittel: sie bot dem Mann für seine Stimme einen Kuß an, und diesem Geschenk konnte er nicht widerstehen. Einen noch höheren Lohn freilich für einen Kuß forderte die liebliche Herzogin von Gordon, als sie im Jahre 1794 die berühmte Schar der „Govdon-Hochlünder" zum Kampf für das Vaterland zusammenbrachte. Sie verhieß jedem der tausend Freiwilligen, die sich melden würden, eine Guinee und einen Kuß von ihren Lippen. Viele dieser Küsse waren todbringend, denn mehr als zweihundert Hochländer wurden getötet oder schwer verwundet. i Büchertisch. H e ß" von Dr. Franz Lüdtke; „Alfred Rosenberg" von Dr. Franz Lüdtke; „Franz S e l d t e" von Otto Mevs; „Reichspräsident vonHin- d en bürg" von Wilhelm Albert; „Fliegerhauptmann Rudolf Berthold" von Alfred Becker; „Als Spion erschossen. Das Leben und Sterben des deutschen Marineoffiziers Carl- Hans Lody" von Alfred Becker; „Hermann Löns" von Dr. W. Deimann; „Eine tolle U-Boot-Reife", Erlebnis von E. Freihr. von Spiegel. — Die Bücherei will der deutschen Jugend einen billigen und dabei wertvollen Lesestoff bieten, der eine lebensvoll geschilderte Geschichte des deutschen Volkes von der Urzeit bis zum heutigen Tage bildet. — (627) — — Waldemar Glaser: Schar 6. HI. in Kampf und Spionage. Mit 42 Bildern. Geb. 2 Mk. Ferdinand Hirt, Breslau. — (638) — Wir hören hier von dem Kampf, den eine kleine Gemeinschaft von jungen Arbeitern, Handwerkerlehrlingen und Schülern gegen den Bolschewismus führt, und von den abenteuerlichen Erlebnissen des Scharführers Gerhard Wienecke. Das Wort Kameradschaft steht leuchtend über diesem Buch. Waldemar Glaser hat sich mit seinen früheren Werken „Ein Trupp SA." und „Stahlkreuz an der Ruhr" einen Namen gemacht. , — Fliegerschulung in Bildern. Von Klaus G e t t w a r t. 96 Seiten. Mit 340 Abbildungen. Kartoniert 3,00 RM. Verlag C. I. E. Volck- mann Nachf., G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (642)— Daß jeder Mensch mit durchschnittlicher Beobachtungsgabe und Geistesgegenwart in kurzer Zeit fliegen lernen kann, zeigt Gettwart in seinem Buch. Er führt uns auf den Flugplatz und läßt uns den Zwiegesprächen zwischen Fluglehrer und Flugschüler zuhören. Dabei wird jeder Handgriff, jede Tätigkeit vom Hinausrollen aus der Halle bis zum Kunstflug durch klare, das Wesentliche zeigende Abbildungen sinn- und augenfällig erläutert. Der Präsident des Deutschen Luftsportverbandes, Lo e r- 3er, weist in seinem Geleitwort mit Recht darauf hin, daß die „Fliegerschulung in Bildern" auch für die flugbegeisterte Jugend geeignet sei. — „Karlsruhe, d i e junge b e u t s ch e Grenz st ad t." Unter diesem Titel wird ein Werk über Karlsruhe vorgelegt, das in frischer und lebendiger Art über alles Wissenswerte der badischen Landeshauptstadt unterrichtet. (183 Seiten.) —656 — Das Buch gibt insbesondere auch ein klares Bild von den umfassenden Aufgaben, die Karlsruhe als Hauptstadt des badischen Grenzlandes zugefallen sind. Das Werk ist nach amtlichen Stoffen, die von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt worden sind, von Professor Dr. Albert Schneider in Karlsruhe verfaßt und in flüssiger Form geschrieben. Es bietet auch denen Rat und Auskunft, die sich über die für industrielle Ansiedlungen und sonstige Nieder- lassunaen in Karlsruhe in Betracht kommenden Verhältnisse unterrichten wollen. Zn Trockenschniheln erstickt. LPD. D f f ft e i n , 3. Jan. Beim Verladen von Trockenschnitzeln in der hiesigen Zucker- fadrik setzte der Kompressor, der die Schnitzeln ansaugt, aus. Beim Nachsehen verschwand der bereits seit 30 Jahren im Werk tätige Arbeiter Wilh. Schaub in den Schnitzeln. Trotz tatkräftiger Mithilfe der Feuerwehr konnte der Verunglückte nur als Leiche geborgen werden. Daten für Samstag, 5. Januar. 1842: der Chemiker Karl Engler in Weißweil am Rhein geboren (gestorben 1925); — 1846: der Philosoph Rudolf Eucken in Aurich geboren (gestorben 1926); — 1858: ber österreichische Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky be Radetz in Mailand gestorben (geboren 1766); — 1919: Gründung der NSDAP, als „Deutsche Arbeiterpartei"; — 1922: der englische Südpolarforscher Ernest Henry Shackle- ton im Südpolargebiet gestorben (geboren 1874). Wettervoraussage. Durch den mächtigen Skandinavien-Sturmwirbel sind über ganz Europa gewaltige Luftveränderungen in Gang gekommen. Dabei sind über Osteuropa wieder strenge Fröste (vielfach mehr als minus 20 Grad Celsius) eingetreten, die sich bis Ostdeutschland bemerkbar machen. Im Westen ist dagegen mit auffrischenden Westwinden milde ozeanische Luft ein- gebrungen, die auch bei uns feit Donnerstagabend Anlaß zu verbreiteten Regensällen gibt. Don der Rückseite bes Sturmwirbels sind aber kältere polarmaritime Luftmassen in Gang gesetzt, bie sehr rasch bis zu uns vorstoßen und neue Abkühlung, vielfach unter Schneeschauern, bringen werben. Aussichten für Samstag: Wechselnde Bewölkung mit Niederschlagsschauern (vielfach Schnee), bei lebhaften nordwestlichen Winden kälter. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Norden voraussichtlich weitere Abkühlung. Lufttemperaturen am 3. Januar: mittags 3,6 Grad Celsius, abends 3,1 Grad; am 4. Januar: morgens 4,5 Grad. Maximum 4,6 Grad, Minimum 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Januar: abends 5,9 Grad; am 4. Januar: morgens 4,1 Grad. — Niederschläge 2,4 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XI. 34: 11500. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Wieseck, den 4. Januar 1935. Die Beerdigung findet am Samstag, 5. Januar, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause Philosophenstra&e 2 aus statt Mittwoch nacht 11.30 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet unser innigstgeliebtes Töchterchen Helga im Alter von 1% Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Wilhelm Krombach nebst allen Angehörigen. im Alter von 40 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Frankfurt a. M., Lollar, den 3. Januar 1935. torf 39D 10 bis 15 Zentr Stroh11 । Verschiedenes] per Pfd. 65 4 zeigen in dieHi matzeitung, bi empfiehlt 045 »eigenm dteHet- für alle Zeitungen u. ZeMchrnten Seitz, Neuenweg 52 I Gießen / Schulstraße 2 Kopfsalat per Stück 18 4 Endivien ver St. 5-20*) Feldsalat VornehmI Geschmackvoll! Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Älla Anzeigen-Aktiengesellschaft Gestern entschlief sanft unsere liebe unvergeßliche Schwiegertochter, Schwägerin, Nichte, Cousine und Tante 1 leferoeraö zu einem Lastwagen zwischen Butzbach u. Kir- verloren. Geg. Belohnung abzugeben in der Großschlächterei Niederweisel. Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Die Einäscherung findet Samstag, den 5. Januar, mittags 12 Uhr in Gießen statt Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinan- Vermeiden Sie den „Waschtag“ Mangelwäsche Pfd. 25^ Naßwäsche... Pfd.18^ (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen 6ud Ruf 3487 Marie Wenzel, geb. Müller verwitwete Tränkner Bekanntmachung betreffend den Besuch der Berufsschule zu Gießen durch auswärtige Schüler. Es besteht Veranlassung daraus hinzuweisen, daß alle in Gießen beschäftigten Berufsschulpflichtigen, einerlei ob sie aus benachbarten hessischen oder preußischen Orten kommen, die Berufsschule zu Gießen zu besuchen haben. (Art. 17 Abs. III des Volksschulgesetzes). Die Arbeitgeber werden gemäß Artikel 24 und 25 des Volksschulgesetzes aufgefordert, die in Frage kommenden Schüler(innen) zum Besuche der Fortbildungsschule Gießen anzuhalten. Arbeitgeber, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, unterliegen der Bestrafung gemäß Artikel 25 Abs. III des Volksschulgesetzes. 7576D Gießen, den 20. Dezember 1934. _________Stadtschulamt. I. V.: Nebeling._________ Motö 4l'itzig.Limousine in sehr gut. Zustand preisgümt. zu verkaufen. 03$ Anzusehen bei Neils & Kraft. zu verkaufen. »37 öeinrid) moht iv. Annerod HamenerStr.lO. MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden bpocfitet und nelek-n. 1869 Vereinigung 1919 Wir erfüllen die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unsres lieben Alterskollegen Heinr. Anbei geziemend inKenntnis zu setzen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand. Gießen, 4. J anuar 1935. 62d i iimnnTrnimw Neue Lehrgänge für Anfänger u. Fortgeschrittene i. Maschinenschreiben 10-Fin ger-B lin ds ehr ei b en Gebühr: RM. 5.—. 2. Deutsche Kurzschrift Gebühr: RM. 7.-. Beginn 8. Januar 1935 in Tagesund Abendkursen. Dauer: Januar bis April, Zeit nach Vereinbarung. Erwerbslose 50% Ermäßigung! Vogtsche Gießen, Goethestraße 32. 4iA Anmeldung v. 8-12 und 15-18 Uhr und Dienstag und Freitag, 20 Uhr. Brennholz-Bersteigerung. Freitag, den 11. d. ITC., 9Vi Uhr, in der Turnhalle zu Grüningen aus den Forstorten Danielskopf, Fliegenstall, Judenwäldchen, Hardwiese, Weißedriesch und Schlernperwald des Markwaldes Grüningen- Dorf-Gill: 40D Scheiter rm: Buche 183 1. Kl., 28 2. Kl.; Eiche 9; Esche 7; Ahorn 1,4; Erle 5; Kiefer 50; Fichte 33 2. Kl. Knüppel rm: Buche 84; Hainbuche 10; Eiche 19; Esche 5; Linde 1; Erle 2; Kiefer 26; Lärche 10; Fichte 8 2. Kl. Knüppelreisig rm: Fichte 5. Reisig 2. Kl. (Stammreisig) rm: 141 Buche; Hainbuche 95; Eiche 390; Esche 5; Kiefer 5; Weymouthskiefer 69; Lärche 32. Reisig 3. Kl. (Astteisig) rm: Buche 169, Eiche 20; Esche 12; Erle 6; Kiefer 207. Stöcke rm: Buche 37; Eiche 2; Esche 5; Kiefer 16. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Gießen, den 3. Januar 1935. Der Vorsitzende des Markvorstandesr Nicolaus, Oberforstmeister. Gießen. 7766D Samst., 5. Jan., 16 bis 18.45 Uhr Autz. Abonnem. Kl.Pr.0,30-1,50 Väterchens Mondfahrt. Märch. v. Bassewitz. Musik von Schmalstich. NS.- Kullurgemeinde Ring Deutsche Bühne SvlelWn Uanuar Donnerstag, 17., und Samstag, 19. Januar: ,Was vNir wollt' vonShakespeare. Donnerstag, 31. Januar, und Samstag,2.Feb. „Der 6önig" von Bötticher. Kartenausgabe für Januar: Donnerst.-Mitglieder Samstag,5.Jan. Samstags-Mitglieder Montag,7.Jan., jewetlsvonlßbis 19 Uhr an der Theaterkasse. J7 o Verkäufe Zwangsversteigerung K l33 Arn Montag, dem 7. Januar 1935, vormittags 11 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, zweites Obergeschoß, Zimmer 221, die den a) Roll, Ernst, Drogist, zu H, b) Roll, Martha, geb. Günther, dessen Ehefrau, zu % in Gießen zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band 79, Blatt 4578: Flur I, Nr. 1216, hosreite Lindenplah 5-100 qm. Schähungsbetrag 21 000,— RM. Das Erdgeschoß ist zum Betrieb eines Ladengeschäftes geeignet. 7549D Gießen, den 7. November 1934. Im Auftrage des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsoorsteher. Zwangsversteigerung Am Montag, dem 21. Januar 1935, vormittags 10 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleifchstraße Nr. 1, zweites Obergeschoß, Zimmer Nr. 221, das auf den Namen Gewerkfchaflshaus Fritz & Co. in Gießen eingetragene Grundstück versteigert: Grundbuch für Gießen, Band 14, Blatt 679: jhir I, Nr. 10128/io, hofreite (Schanzenstraße 18) in der Mühlgasfe, 1221 qm, Schätzungsbetrag ' = 95 210,— RM. 34D Gießen, den 29. November 1934. Im Auftrage des Hessischen Amtsgerichts Gießen: __________Karle, Ortsgerichtsvorsteher._________ Zwangsversteigerung Ki3J134 Am Montag, dem 7. Januar 1935, vormittags 10.30 Uhr, werden im Amtsgevichtsgebäude in Gießen, Gutfleifchstraße 1, zweites Obergeschoß, Zimmer 221, die der Witwe des Frauenarztes Dr. med. Julius Mack, Bertie, geb. Delfoffe, in Gießen zugeschriebene Grundstücke versteigert: 7547D Grundbuch für Gießen, Band 29, Blatt 1338: Jlur IV, Rr. 174, 1/io Grabgarten am kleinen Steinweg, rechts, 3330 qm. Schähungsbetrag 16 650,— RM. Jlur IV, Rr. 175, hofreite Gartenftraße 10 = 1169 qm. Schähungsbetrag 46 150,— RM. Gießen, den 3. November 1934. Im Auftrage des Hessischen Amtsgerichts Gießen: __________Karle, Ortsgerichtsvorfteher.__________ ^Wangsversteigerung ” Am Montag, dem 21. Januar 1935, vormittags 10.30 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleifchstraße Nr. 1, zweites Obergeschoß, Zimmer Nr. 221, das Gesamtgut der Erbengemeinschaft Grundbuch für Gießen Band 75, Blatt 4368: a) Petri, Theodor, Vergassessor a. D., und b) Selm, Karl, Oberleutnant a. D. in Gotha, versteigert: jlur XIV, Rr. 27, Acker bei der Alten Sandkauth 3019 qm, Schätzungsbetrag = 1510,— RM., desgl. Wiese bei der Alten Sandkaute, 7066 qm, Schätzungsbetrag = 1410,— RM., zusammen - 2920_ RM. Gießen, den 19. November 1934. 33D Im Auftrage des Hessischen Amtsgerichts Gießen. Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Keitag,4.MuaN935 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr.Z Zweiter Blatt L°'^eud-!DaTn~n ja r‘S ben ‘ 3u9' mid) daraufhin als Bahn-An,chlußmann °mt°il°n ließ! Denn ich wiege immerhin 190 Pfund oder laut Hungunsen-Tarif 50 000 Mandschukuo-Dollar! Nie gedacht, daß ich armes Würstchen hier so im Werte steigen würde! „Na also! Dann los!" Etwa vier Kilometer ist die Schützenlinie lang, je vier Schützen rechts und links der Bahn. Wundervolles, klares, schneefreies Winterwetter, trotzdem ist das Gehen nicht leicht. Die spitzen, abgehauenen Kauliang-Stümpfe stechen wie Speere, steinhart gefrorene Ackerfurchen, weite Strecken von fast undurchdringlichem, übermannshohem Erlengebüsch, müssen durchschritten werden. ...so kommt man ins Schwitzen ... uff! — Da! Pau! Pau! ... die ersten Schüsse. Auch links von der Bahn wird geknallt, und unwillkürlich denkt man an die Felddienstübungen vergangener Tage. Plötzlich ein schmaler Dschungelweg ... darauf zwei Chinesen! Verdammt ... was nun? Man kann doch nicht jetzt „so ganz einfach" den Leutchen ein Loch in den Bauch schießen? Die beiden Chinesen starren mich mit unbeweglichen Gesichtern an, die Hände kreuzweise in den weiten Aermel verschränkt. Sicher keine Räuber oder höchstens in ..Zivil" ... immerhin sehr beruhigend, daß gerade in diesem Augenblick ein zweiter Patrouillen-Pan- zerzug Richtung Charbin die Strecke passierte. Das Schützenfeuer wird lebhafter ... brrr! Unmittelbar vor mir steigt, wie ein Kolibri im Sonnenlicht schimmernd, ein Fasan auf, ich jage ihm einen Schnappschuß mit der Kamera hinterher und mache „Winke! Winke" Es gibt schon genug Fasanen auf den Speisekarten in Mandschukuo! „Mit Panzerzügen" — das klingt ungemein krie- i gerifch, aber in Wirklichkeit war es nur halb so schlimm: Genau genommen hat an der Expedition nur e t n Panzerzug teilgenommen und was die „Fasane n" anbetrifft, so handelt es sich hier nicht um einen mandschurischen Räuber-Stamm a la Hungusen oder um Genossenschaften wie die „Ro t e n - S p e e r - B r ü d e r", sondern nur um Fasanen! Um schlichte, richtige Fasanen, jene appetitlichen Vögel, öle so leicht zu essen und so schwer zu schießen sind. „Mit Panzerzügen gegen die Fasanen" war nichts weiter als ein sonntäglicher Jagdausflug des Charbiner deutschen Jagdvereins in die weitere Umgebung der Stadt, ein Ausflug, wie man ihn daheim alle Augenblicke zu veranstalten pflegt, allerdings mit dem einen Unterschied, daß man hier sozusagen auf die Begleitung eines Panzerzuges angewiesen ist. Und nur dieses Zanzerzuges wegen liefere ich — noch dazu als Nicht-Jäger! — diesen Jagd- und Streckenrapport, well ich — Halali! — aus Erfahrung weiß, daß „solche und ähnliche Geschichten" von allen richtigen Jägern ganz besonders gern gelesen werden. Zu diesem Behufe gebe ich auch die ausdrückliche und feierliche Versicherung zuvor ab, daß ich nach richtiger Jägerart genau bei der Wahrheit bleiben, nichts erfinden, nichts hinzusetzen und nichts schießen werde, was wir in Wirklichkeit nicht geschossen haben. Also: Treffpunkt der Jäger — wegen des etwas lang geratenen samstäglichen Kegelabends waren nur acht „Aufrechte" erschienen — 7 Uhr morgens am Hauptbahnhof Charbin. Wegzehrung: acht Flaschen Wodka. Bewaffnung: ein Militärgewehr, sieben Pistolen. Jagdausrüstung: sieben Flinten und ein Photo-Apparat, fünf Hunde und ein langer Strick. Daran sollten die, sagen wir hundert Fasanen gebunden werden, die nach Hause zu bringen Ehrensache war. Ernsthaft gesprochen: hier in der Mandschurei laufen die Fasanen auf den Feldern herum wie bei uns die Spatzen, das Paar kostet in den Delikateßgefchäften fünfzig Pfennige und in der „Saison" kann man sich vor Fasanen- braten nicht retten, weil dieser Vogel hier sozusagen die Rolle des Klippfisches in der Inflation Vorbei an verstreuten Chinesengehöften, mit Ge- spenster-Schutzmauern, mit kleinen Altären am Dorfrand und frei auf den Aeckern stehenden Särgen, geht das Treiben weiter. Stunde um Stunde! Fast mit einem Stein hätte man die in Massen aufsteigenden Fasanen totschmeißen können! Sonst kosteten ja diese appetitlichen, bis zu drei Kilo schweren Vögel in der Halbmillionenstadt Mit panzerzügen gegen die Fasanen! Ein sonntäglicher Zagdausflug im Räuberlande Mandschukuo. Von Hans Tröbst. Charbin nicht 25 Pfennig das Stück! Herrlich das Herumftromern in dieser freien, wilden, ungebundenen Natur! Stunde um Stunde vergeht, eine scharfe Biegung der Bahn und Erzandiandse, Sammelpunkt und Heimkehrstation der Expedition ist erreicht. Wie die „Rosse von Mars la Tours" finden sich „zu zweien und dreien" die tapferen Jäger und Kulis ein, hundert Fafcmen find es zwar nicht ge- worden, aber immerhin: in einer deutschen Kleinstadt würde unsere „Masse" bestimmt die Marktpreise gedrückt haben. Im Häuschen des Kosakenoffiziers, der hier als Hundezüchter und Berufsjäger über den Glanz und Untergang des Zarenreichs nachdenkt, findet das große I a g d f r ü h - stück statt. Der Samowar summt, die Wodka-Pullen kreisen, sichtbarlich biegen sich die Balken, und als im Westen fahlgelb die Sonne sinkt, wird in Siegerlaune der Weg zur Station angetreten. Maßloses Staunen der Chinesen; der Kommandant der Bahnschutzwache kommt uns ganz entsetzt entgegengestürzt. „Was? Habt ihr denn gar feine Angst vor den Hungusen?" — „Nee!" sagte trocken Mister Schulze in Firma Soja-Bohnen en gros, „nicht soviel wie Ihr!" — Hahahahaha!" — der Herr Leutnant will sich ausschütten vor Lachen über diesen kleinen Scherz und exerziert uns als Gegenbe- weis seine zwölf Krieger vor. Aufmärsche, Ehrenbezeugungen ... alles mit kindlicher Freude und unter Heiterkeit aller Beteiligten ausgeführt. Den Leu- scheint das Soldatenfpielen Spaß zu machen! Gleich darauf läuft der Panzerzug ein, mit 10 Minuten Abstand folgt der Schnellzug von Wladiwostok, und im Sturm' wird der große Speisewagen genommen. Kaviar und Wodka — die Riesenportion zu 30 Pfennigen — wird angefahren, und mit dem erhebenden Bewußtsein, wieder mal einen langweilen mandschurischen Sonntag angenehm er- : schlagen zu haben, geht es im Schutze des Pan- i zerzuges — Halali! — den heimischen Penaten ent« t gegen .... wird geköpft und dann geht es los: „Wissen Sie, als ich 33 Fasanen schoß ... Sie erinnern sich doch noch an die Sache mit dem Tiger? ... Da! Mensch, da draußen! Nun sehen Sie doch mal bloß! ... Tatsächlich! Keine zwanzig Meter vom Bahndamm entfernt, auf dem abgeernteten Kauliang-Feld ein Volk von 15 Fasanen und mehr! Selbst der Laie wundert sich, während die Fachmänner am liebsten gleich durch die Doppelfenster losgeballert hätten. Sogar die Hunde unter der Bank beginnen vor Jagdleidenschaft zu zittern und zu jaulen und mißbilligend blicken die Gelben mit steinernen Gesichtern auf die lärmenden weißen Barbaren. Schon nach zweistündiger Fahrt sind di/ Jagdgründe der 100 000 Fasanen erreicht, auf der Station werden ein paar Kulis als Träger „gedingt", ein ehemaliger Kofakenoffizier, der 'sich hier eine kleine Hundezucht angelegt hat, stößt als ortskundiger Führer zur Expedition und entwickelt den K r i e g s p l a n : „Also, meine Herrn, ausschwärmen rechts und links der Bahnlinie, die inneren Flügel immer „an der selben", Chinesendörfer umgehen, Augenverbindung halten und . auf die Hungusen Ächt geben!" — „Aber klar! sagt Mister Schulze, in Firma Soja-Bohnen en gros und heizt den Karabiner 98. Auch die andern sehen die Pistolen nach, und nur der Neuling — in diesem Falle ich — stellt die naheliegende Frage: „Tja ... und woran erkennt man denn nun so einen Bahn-Banditen? Hier sieht doch ein Chinese wie ein anderer aus?" „Daran, daß er zuerst auf einen schießt!" — „So! So! Und dann darf man also wiederfchießen?" — „Nee! Vorher müssen natürlich Sie schießen!" „Hm! Und wenn man dabei nun so einen harmlosen chinesischen Bauern ankratzt?" „Das ist natürlich Pech, aber nicht weiter tragisch. Kommt doch auch bei jeder Treibjagd zu Hause vor! Hier sind eben die Verhältnisse anders — im Allgemeinen werden aber die Jäger in Ruhe gelassen. Denn die Banditen wissen genau, daß bei uns nicht viel zu holen ist. Außerdem rauben sie immer mit Vorliebe nur die dicken Leute, weil „dick" und „reich" hier — ohne Scherz! — ein Begriff ist!" — „So! So!. . das ist ja recht erfreulich!" Kein Wunder, wenn ich 1 r. s._____£t.:— SUflkv.-OfMfrkfit&mrtrtrt pinfpilPTI heit betont werden, daß die Christenheit, wenn sie nicht Mission triebe, sich versündigen würde an dem klaren Auftrag Gottes. Nur der ist das Entschei- dende und Richtunggebende. Wer das nicht erkennen kann und sich nicht beugen will unter diesen Gotteswillen, oder wer gar mit falschen und unsachlichen Urteilen Sturm läuft wider die Mission, weil ihm die Vertiefung in ihren Grund, Zweck und Ziel fehlt, dem ist freilich nicht zu helfen. Unwandelbar bleibt das Wort bestehen: „Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." Weil Gott es will, darum muß Mission sein: Verkündigung der Heilsbotschaft an alle Welt. Die Basler Mission, die seit langer Zeit fest verbunden ist mit Hunderten von Gemeinden unseres Landes und für die am Landesmiffivnsfest alljährlich eine allgemeine Kirchenkollekte erhoben wird, bittet diesmal besonders eindringlich um Unterstützung ihres Werkes, das sie auf ihren fünf Arbeitsgebieten treibt. Trotz großer Schwierigkeiten ist es draußen überall vorwärts gegangen, und Gott hat reichlich gesegnet das Tun seiner Zeugen. In Indien durfte die Basler Mission unter Beteiligung von Tausenden und Abertausenden eingeborener Christen den Tag feiern, an dem sie vor hundert Jahren dort ihre Arbeit begann. Es war ein feierlicher Augenblick, als in Calicut alle Gottesboten das heilige Gelöbnis ablegten, das Gottesfeuer weiter zu tragen in ihrem Volk, und zugleich ihre Gemeinden verpflichteten und weihten zum Miffionsdienst an den eigenen Volksgenossen. Auch schritt erfreulich weiter die Arbeit der Liebe an den Millionen der Angehörigen der niederen Kasten und der Kastenlosen. Ein Erwachen für das Evangelium geht durch die indische Welt. Daß in China Mission und Kirche Schweres durchzumachen haben, infolge des Kampfes der Bolschewisten ge- ~ den die praktische Brauchbarkeit des Verfahrens bereits bewiesen. „Die Möglichkeit, charakteristische Abweichungen der Herztöne von der Norm jederzeit unabhängig von den Kranken zu Gehör zu bringen, ist nicht nur für Unterrichtszwecke von Bedeutung, sondern auch für die Kontrolle des Krankheitsverlaufes und zur objektiven Beurteilung der Behandlungserfolge. Kann man doch nunmehr die Herztöne des Kranken in den verschiedenen Krankheitsstadien : festhalten und durch Reproduktion des Tonfilmes den früheren Hörbefund mit den gegenwärtigen । Herztönen direkt vergleichen. Einschlägige Versuche > an dem Bad-Nauheimer Universitätsinstitut er« . gaben weiter, daß die Phvtvzelle zur Registrierung des Venenvustes und auch sonst in der Medizin wertvolle Dienst» zu leisten berufen ist." Hannes Ems tarn wieder mit dem ersten Flocken- qemirbel. Als er kam, fand er Anneliese van de Lund nicht mehr allein im fiaufe. (Eine Verwandte con ihr war da. Beate hieß fte. In der Art war sie aanz das Gegenteil ihrer Verwandten: Ämdlich unbekümmert: alles, was sie tat schien sie ahne Ueberlegung zu tum Ihre Art, heb zu fern und zu lachen, war schön. . Je mehr er mit Beate zusammenkam, um so mehr bekam er diesen unbändigen Wunsch: Jung zu sein! Auf jeden Fall — jung fein und heben können... , . —.e. An einem Abend, als sie zu dreien bei Tische saßen und als er die beiden Frauen unauffällig beobachtete, mußte er es sich doch gestehen. Er liebte Beate... n In seiner Angst, daß er nun zum Lumpen an Anneliese van de Lund werden könne, bat er diese Beate doch wegzuschicken Aber die Frau erwiderte ihm nur mit einem Lächeln: „Beate bleibt hier. Dieses sonderbare Lächeln! Er dachte bekümmert an den Tag, da er seine Koffer hier würde packen müssen. B-at- fühlt-, daß Anneliese einmal zu Em- so gestanden haben müsse, wie sie I-tzt. Und da ta er ihr leid, daß sie den Unsrieden ms Haus ge- tragen. Bis dann ein Tag kam... Als sich das herumsprach, daß Ems und Beate sich verlobt hatten, gab es verwunderte Gesichter. Mit einer gewissen barschen Griesgrämigkeit fragte man: „Warum hat sie Ems dann ins Haus genommen?" ,, . Ja! Es war wirklich so, obwohl es manchen unverständlich blieb. Denn man kann die Menschen zählen und unter tausend nicht zehn finden, die geben... . „ Geben! Ohne an sich selbst zu denken... Oer Tonfilm des Herzens. Die auf vielen Gebieten der Technik gute Dienste leistende Photozelle, die Licht in elektrische Energie ummanteln kann und der man den Namen „elektrisches Auge" gegeben hat, wind jetzt auch mit gutem Erfolg in der Medizin verwendet. Am Balneologi- schen Universitätsinstitut in Bad-Nauheim hat Dr. B Co Hatz die Töne und Geräusche des menschlichen Herzschlages durch einen Kinofilm festgeha- ten. Die Herztöne wurden mit dem Mikrophon ausgenommen, dann verstärkt und mit Hil'e eines fog. Wellenschreibers (Oszillographen) auf einen Filrm streifen in Gestalt von Schattenkurven graphisch übertragen, wie in der Frankfurter Wochenschrift Die Umschau" mitgeteilt wird. Bei der lautlichen Darstellung ter Herzschläge wird der laufende Film mit einem Lichtbüntel durchleuchtet, das dann aus eine Photozelle fällt, die mit einem Verstärker und Lautsprecher so verbunden wird, daß die Herztone in ihrem ursprünglichen Klangbild ganz naturgetreu zu hören sind, als ob man sie an der Brust des Menschen abhorchte. Klebt man die beiden Film- «ränder zusammen, so kann ter Herzton ilm beliebig oft abgespielt werden. Die von Dr. Collatz an einer Reihe von Kranken durchgeführten Aufnahmen ha- Das Landesmisfionssest Von Dekan Widmann, Schotten. Oie tiefsten Bergwerke der Welt. Bei den Bemühungen, immer tiefer ins Innere der Erde oorzustoßen, ist man am weitesten mit den Bohrlöchern gelangt, die auf der Suche nach Del angelegt wurden. Während lange Zeit das Bohrloch von Zcuchow II in Oberschlesien mit 2240 Meter das tiefste war, ist man seitdem in den Vereinigten Staaten viel weiter ins Erdinnere eingedrungen; bas tiefste Bohrloch befindet sich jetzt in Kaliformen und weist eine Tiefe von 3254 Meter auf. Bei der Anlage von Bergwerken ist man nicht so weit unter die Erdoberfläche vorgestoßen. Die tiefsten Bergwerke, die es heutzutage gibt, sind nach einer Mitteilung von Joachim H. Schultze in der Geograph!- chen Wochenschrift die Goldminen am Witwaters- rand in Südafrika. Bisher wurde der Rekord von dem Turk-incline-Schacht der Village Leep-Grude gehalten, der 1931 bis zu 2500 Meter herabgefuhrt worden war. Seitdem aber ist man in dem Turf- Schacht der Robinson Deep Limited noch tiefer gelangt. Die unterste Sohle erreichte dort im Oktober 1933 2554 Meter und dürfte jetzt wohl schon bis 2600 Meter geführt sein. Der Schacht ist nicht senkrecht angelegt, sondern besteht aus einer Verbindung von senkrechten mit „tonnlägigen" Schachten, die parallel mit der Lagerung des Goldriffs, in einem Winkel von 33 Grad nach Süden verlaufen. Das Arbeiten in solchen Tiefen ist nur dadurch möglich, baß die Temperatur dort nicht in demselben Maß mit der Zunahme der Erdtiefe steigt wie tn Deutschland. Aber die Hitze beträgt bei 2300 Meter boch immerhin schon 37,5 Grad Celsius, und m dieser tropischen Temperatur können nur Schwarze arbeiten. Natürlich muß dabei für gute Ventilation gesorgt werden. Die Ventilationsanlage der Oovern- ment'Gold Mining Acres soll die größte ter Wett jein. übernommen hat. Jagdscheine find nicht nötig, weil es keine Schonzeit gibt, außerdem: je größer die Zahl der f o z i a- I e n Elemente ist, die mit einer Knarre auf dem Rücken in der „Gegend" Herumlaufen, desto besser für die Sicherheit des Staates. Denn die Hungusen— doch damit komme ich bereits auf den besagten Panzerzug zu sprechen! Natürlich hat der Staat Mandschukuo nicht uns acht Jägersmannern zu Liebe diesen Zug gestellt, sondern der paar übrigen Nichtjäger wegen, rund 800 Personen, die mit uns im Personenzug Nr. 414 am gleichen Morgen allgemeine Richtung foreani- s ch e Grenze zu fahren gedachten. Wir, wir haben diesen Panzerzug natürlich auf uns allein bezogen; „Panzerzug" war übrigens ein Euphemismus, aber man sieht daran, was für ein ehrlicher Jäger ich bin: er bestand aus einer ungepanzerten Lokomotive, einem offenen, aber seitlich gepanzerten Güterwagen mit Schieß-Scharten und einem ungepanzerten Wohnwagen, von dem stolz eine grüne Flagge im Morgenwinde wehte. Die Besatzung: Chinesen, in dick mattierten, funkelnagelneuen Üniformen mit mächtigen Pelzmützen auf den Köpfen... gutaussehende junge, kräftige Burschen, denen bis auf die militärische Ausbildung nichts zu fehlen schien. Natürlich wollte ich den Zug photographieren, aber meine Bedenken — Spionage ist in Mandschukuo ein weites Feld — wurde von der Besatzung selbst zerstreut. Kaum erblickten die Kerle die Kamera, als ich schon tm Triumphe zum Zuge geleitet wurde ... jeder wollte unbedingt in die Siegelmattscheibe blicken ... nein! „Gehet hin in alle Welt und predigt bas 1 Evangelium aller Kreatur." Markus 16, Vers 15. Das Landesmissionsfest, das nach altem Brauch in unsrer Landeskirche am kommenden Sonntag, 6. Januar, gefeiert wird und wiederum unsere Gemeinden aufruft zur Besinnung auf das große Reichsgotteswerk der Mission, fällt diesmal mit dem Epiphaniastag, dem altkirchlichen Fest der Erscheinung Christi, zusammen. Helle, göttliches Licht ist aufgegangen über der ganzen Welt und über allen Völkern, als jene Frohbotschaft erklang: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids." Mission aber ist nichts anderes als das Hinaustragen dieses in der Erscheinung des Weltheilandes offenbar gewordenen Lichtes überall dahin auf Erden, wo Millionen unerlöfter Menschen noch sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und wo aus gequälten und sehnenden Herzen an die Christenheit der Ruf erklingt: „Komm herüber und hilf uns!" Darum i ft und bleibt Mission eine gewaltige Verantwortung und eine heilige Verpflichtung der christlichen Welt gegenüber der noch nicht ch r i st l i ch e n Welt. Das Hell Gottes in Jesus Christus der Menschheit zu bringen ist ihre unverrückbare Ausgabe und treuer Gehor- am qeqen den Befehl des himmlischen Führers, der geboten hat: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur!" Daran hilft kein Drehen und Deuteln, kein Kritteln und Rütteln, kein Abschwächen und Verkleinern der göttlich gebotenen Pflicht. Und wenn es als Ziel der Kirche bezeichnet werden darf, der Königsherrschaft Jesu den Weg zu bereiten, so muß mit aller Bestimmt- Ems malte. Da huschte Beate zu ihm ins Atelier. Sofort legte Ems den Pinsel weg. Und mit spitz' bübisch vorgeschobenen Lippen langte er zuruck und holte ein Bild: Es war ein Bild Beates. Beate war keine große Kunstsachverständige. Sie war schön gemalt, wenigstens genau. Der gute Kerl, dachte Beate. Der gute Kerl, was für Arbeit er sich wegen mir macht. Und sie schlang heb ihren Arm um seinen Hals. Und wie es gekommen war? Nun, das hat nachher wohl noch niemand gewußt. Aber sie küßten sich Mit zitternden Lippen. Küßten ihre Jugend und ihre Schönheit. Da stand Anneliese van de Lund im Türrahmen, lächelte ihnen aufmunternd zu und neigte in Zustimmung leicht den Kops. „Recht so, Kinder! So wollte ich es haben! Hand zu hatten verstand. Langsam, in mühevoller Kleinarbeit, wuchs er so zu Anneliese van de Lund hinauf. Als sie da ihre hohen, inneren Werte erkannte, da wäre es anders unnatürlich gewesen, daß sie sich beide nicht auch hätten lieben lernen. Ems von feiner Seite aus, mußte diese ernste und gereifte Frau wirklich erst heben lernen, denn Anneliese van de Lund lebte nicht von Augenblicksgefühlen. Sie war sehr beherrscht in all dem, was aus ihrer Seele strömte. * Als Hannes Ems so weit war, daß er die Frau lieben konnte, lachte draußen im Garten ein neuer Sommer in vielfältiger Buntheit aus Rosen und Tulpen und Nelken... Da saßen sie einmal beite sich gegenüber. Längst hatten sie das vertraute Du" gefunden. „Du wirst deine Ausbildung bei Professor Oldenburg vollenden", sagte die Frau. Ein Gefühl ungestümer Freude kam über Ems. Er wollte etwas sagen, fand aber keine Worte. „Bis nächsten Sommer kannst du wieder hier fein! Bei dir!" rief er da endlich begeistert aus. Sie lächelte. Aber es fchi-n ihr schwer zu fallen So sagte sie nur hastig: „Du bist noch jung. Manchmal bist du wie ein Kind!" * Vom Geben ist die Vede. 23cm Erich Klaila Erst sollte es sein, als es Herbst werden wollte. 1 Dann aber war es geworden, als es schon Herbst । war und der weite Garten aufgehört hatte zu । buhen und zu blühen. Da Astern standen und Georginen. Und da schillernder Altweibersommer । in kalter Sonne sich wand. Da war es, daß das Haus Anneliese van de Lund sich rüstete zum Empfang eines seltsamen Gastes. Seltsam deswegen, weil der, welcher kam, in sehr ärmlicher, schlotternder Kleidung kam. Was doch so ganz und gar nicht zu dem ruhigen und vornehmen Ton des Hauses passen wollte — Der Fremde, der jung und blaß war, schritt sehr langsam über breite Kieswege, zupfte an gelben und roten und braunen Blättern, die ihm die Straucher ^Dann^ stand^'er in der Diele und glaubte immer noch draußen zu fein. Derweil stand schon die Frau des Hauses vor ihm. Indem sie ihn lächelnd mutterte faate ihre Stimme, die warm und weich E1 S%rs sä ss s Ä”. alles sehr hebevoll. Bis ^nnene, fremden kam, und sie sich bette freuten, dürfen. Lande als Landsleute die Hand schul ^3rau beim „Kommen Sie zu mir! hatte mm helfen!" — Abschiede gesagt. „Ich will Ihnen 9 „j. Dorl Angenehm ist es nicht für emen Mann, sichln einer Frau helfen zu lassen. $ Anneliese" nachgegeben. Und war sc»nach „H ernsthafter gekommen. Und er malte borh fchaf^en All- fc T-TSKs k G.rX'S..w K'SS“?i, ««"S Wnrtaleichmaß der Frau tm Und fein:ui Streben nahm ei M)*«s □ Frau, die bas Geschehen um sich her 1° in barin sehen! Im Hanbumbrehen stürmten die Krieger ihren Wagen, rissen die Gewehre heraus, pflanzten Seitengewehre auf und nahmen eine Haltung ein, als hätten sie ihren eigenen Zug eben richtig „erobert". Nicht einmal Tigerjäger hätten eine stolzere Photohaltung einnehmen können! Ein Pfiff der Maschine machte dem Idyll leider ein vorzeitiges Ende, der Panzerzug fetzte sich als Vorhut in Bewegung und wenn ihn die Hungusen nicht geschnappt haben, dann werden sie ihn b e ft i m m t das näch ste M a l erwischen. Denn mehr als dekorativen Beruhigungswert scheint mir das „Zügle" nicht zu haben ... Sturm auf den einlaufenden Persvnenzug; hier fehlte der Aufnahme-Operateur des deutschen Films „Flüchtling e", der ja, wie erinnerlich, auch in diesem Charbin spielt! lieber- und untereinanter» weg geht es mit jaulenden Hunden in den Zug hinein, und im Augenblick sind die Abteile mit schweigenden Japanern, spuckenden Chinesen und lärmenden Russen aller politischen Schattierungen gefüllt. Alle Wohlgerüsche des Fernen Ostens sind hier vereint; gemischte Billet-Kommissiv- nen (Chinesen, Russen, Japaner) in Stärke von neun Mann kontrollieren „laufend" die Fahrkarten, wobei jeder Kontroll-Hintermann argwöhnisch auf seinen Vordermann aufpaßt. Wir Europäer müssen außerdem noch unsere Visitenkarte abgeben, die hier eine Art „Paß - Ersa tz" bildet. Endlich hat jeder ein Plätzchen erwischt, tu-hut! macht die Maschine, und langsam geht es hinter dem Panzerzug her ... ins Fafanengelände hinein. „Na ... also! Dann wollen wir mal!" Die erste Wodka-Pulle Aus der Provinzialhauptstadt B. gen das Christentum, ist nur zu natürlich. Aber die Leidenszeit vieler in Gefangenschaft schmachtenden Missionare hat neuen Zeugenmut erweckt, und chinesische Evangelisten erwiesen sich, gerade in der Leidensschule bewährt, als heldenhafte Bekenner Jesu Christi, wie z. B. jener Silas Wong, der nach furchtbarer Kerkerhaft unermüdlich eilt von Gemeinde zu Gemeinde und durch die Botschaft des Evangeliums als Erwecker seines Volkes wirkt. Bon Borneo wird ebenfalls berichtet, daß die vor drei Jahren entstandene Erweckungsbewegung einen gesegneten Fortgang nimmt. Ein Blick auf Kamerun — unsere einstige Kolonie, deren Rückgabe an Deutschland unbedingt erfolgen muß, zumal sie auch stürmisch gefordert wird von den eingeborenen Führern — läßt das Werden einer lebendigen christlichen Kirche erkennen; freilich ist zu bedauern, daß diese Vorwärtsbewegung durch Der Kaiser, gereizt mit dem Fuße stampfend, wandte sich: Er war allein. Ohne dessen innezuwerden,. hatte er alle Offiziere des Gefolges weggeschickt. Er blickte in die Dorfstraße hinab: sie war leer. Die Bewohner waren geflüchtet oder hatten sich in den Häusern verkrochen, und ein mißverstandener Befehl hatte die ganze Bedeckung des Kaisers ins Gefecht entführt. Unten vor der Kirchentür stand einsam, an einen Baum gebunden, Napoleons Pferd. Heber den Platz vor der Kirche aber kam mit zögernden Schritten, mißtrauisch nach allen Seiten spähend, ein Mann. Napoleon entsann sich, daß sein Blick vorhin in raschem Vorbei diesen Mann gestreift hatte, der vor dem Küsterhause stand und mit wilden Augen voll Haß und Bauerntrotz den Kaiser und sein Gefolge betrachtete. Er mußte den Apfelschimmel des Kaisers wiedererkennen; mit einem scheuen Griff faßte er in die Mähne des Tieres und sah dann aufmerksam am Kirchturm empor. Napoleon schoß seine Pistole auf ihn ab — aber der Schuß ging fehl, und der Lärm des Gefechts schlang den schwachen Knall des Schusses. Wütend warf er die Waffe fort. Dies war der Augenblick, da drüben Murats Reiter sich zur Flucht wandten, das planlos knatternde Abwehrfeuer der französischen Infanterie zu beiden Seiten des Dorfes allmählich erstarb und den Kosaken die Dorfstraße offenstand. Als der Kaiser sich der Turmtreppe zuwandte, erkannte er, daß in diesen Minuten das Geschick der Welt im Kopfe des Dorfküsters von Eylau entschieden wurde. Wille, Macht, Herrschgier, Pläne Furcht der Völker, alle steil aufsteigende Maßlosigkeit und gewaltig schreitende Sicherheit seines schicksalformenden Daseins — sie sanken zusammen und waren ein jämmerliches Nichts, wenn dieses Nichts da unten, der schwere, langsame Bauer, den Mut fand, die Kirchentür zu verschließen und den Kaiser der Franzosen wie eine Ratte in der Falle Zu fangen. Ueberwältigt von einem schneidenden Gefühl der Machtlosigkeit, geblendet vom jäh ihm zum Kopfe schießenden Blut, taumelte Napoleon einen Augenblick, ehe er die Treppe fand und polternd die Stufen hinabtastete. Der Küster, geduckt, hin- und hergeschüttelt von Furcht und Trieb zur Tat, ließ den entscheidenden Augenblick ungenutzt aus den Händen. Gleich darauf sah er, zurückweichend, aus der zur Seite geschleuderten Kirchentür den Kaiser treten. Er sah nicht einen kleinen, schon etwas beleibten Mann, im lässig geöffneten Mantel, unter dem ein grüner Rock und eine über rundlichem Leibe straff sich spannende weiße Hose sichtbar waren; er sah nicht den in der Hast schief aufgestülpten Dreispitz, die kleinen, vom Staube der Turmtreppe beschmutzten Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd. . Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Jreitag, 4. Januar, zwischen 15 und 18 Uhr, ' aus unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzu- ! reichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht - mehr angenommen werden. Gestundete Hypotheken. Der deutsche Kapitalmarkt ist sicherlich noch nicht stark genug, um einer Belastung standhalten zu können, wie sie die Rückzahlung aller fälligen, bisher gestundeten Hypotheken mit sich gebracht hätte. Ebenso gewiß ist aber auch, daß die meisten Hypothekenschuldner nicht in der Lage sind, ihre Schulden zurückzuzahlen, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, neue Hypotheken aufzunehmen. Unter diesen Umständen hat sich die Reichsregierung, wie zu erwarten war, dazu entschlossen, die Rückzahlung der Hypotheken abermals um ein Jahr zu verlängern. Nach der bisherigen Gesetzgebung durften Hypotheken an einem inländischen Grundstück bis zum 1. April 1935 nicht zurückgefordert werden. Nur in Ausnahmefällen konnte der Gläubiger beim Amtsgericht die vorzeitige Rückzahlung feiner Forderung, oder eines Teiles derselben beantragen. Nun ist durch ein neues Gesetz die Stundung der Hypotheken bis zum 1. Juli 1936 verlängert worden. Bis zu diesem Termin bleibt also die bisherige Regelung bestehen, nach der Hypotheken nur in ganz besonderen Fällen durch Beschluß des Amtsgerichts rückzahlbar gemacht werden können. Das Moratorium ist diesmal um 1V4 Jahre verlängert worden, um das Zusammenfallen der künftigen Rückzahlungstermine mit denen anderer, ebenfalls gestundeter Forderungen zu vermeiden. Einer besonderen Behandlung unterliegen Aufwertungsforderungen sowie solche Hypothekenforderungen, deren Zinssätze durch die Notverordnung vom Jahre 1931 gesenkt worden find. Nach dem sogenannten Aufwertungsschlußgesetz sollten die Aufwertungshypotheken nicht mehr über das Jahr 1934 hinaus gestundet werden. Durch das neue Gesetz ist trotzdem aus den oben erwähnten Gründen die Rückzahlungsfrist für die Aufwertungshypotheken nochmals bis zum Ende des Jahres 1936 verlängert worden. Von der Fristverlängerung ausgeschlossen sind nur solche Aufwertungshypotheken, d-e bereits vor dem 31. Dezember 1934 rückzahlbar waren, oder von denen schon mehr als zwei Drittel der ursprünglichen Forderung zurückgezahlt sind, bzw. die zurzeit den Betrag von 300 Mark nicht wehr erreichen. Die zinsgesenkten Hypothekenforderungen endlich sind ebenfalls bis zum Ende des Jahres 1935, in besonderen Fällen sogar bis zum Ende des Jahres 1936, weiter gestundet worden. Durch die Auseinanderlegung der Ablauftermine der Stundungen für die verschiedenen Gruppen von Hypothekenforderungen auf den 1. Juli 1936, den 31. Dezember 1935 und den 31. Dezember 1936 wird die künftige Abwicklung der gestundeten Hypotheken wesentlich erleichtert. Man darf daher wohl damit rechnen, daß das jetzt angeordnete Hypothekenmoratorium das letzte feiner Art fein wird. Die fortschreitende Gesundung des deutschen Kavi- talmarkts wird hoffentlich im Jahre 1936 die ^Beendigung der Moratorien ermöglichen. Oer Spihenrosettenverkauf für das WHW. im Kreise Gießen. Die Bevölkerung unseres Kreises und der Stadt Gießen hat bei der jüngsten Winterhilfesammlung erneut ihre stetige Opferbereitschaft bewiesen. Der Spitzenrosettenverkauf erbrachte in Stadt und Kreis Gießen den Gesamtbetrag von rund 5000 Mark. In Gießen wurden 2350 Mark aufgebracht. Der Er- trag der Sammlung liegt um etwa 1000 Mk. höher als der Ertrag der vorausgegangenen Sammlung. Von 30 000 zur Verfügung gestellten Rosetten wurden 25 000 verkauft. Vornoiizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater von 20 bis 22.15 Uhr: „Christa, ich erwarte dich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Ich tanze Hochschulnachrichten. Professor Dr. Fritz G i e s e ck e, Extraordinarius für Agrikulturchemie an der Universität Göttingen, ist zum ordentlichen Professor in der Land» Wirtschaftlich-Tierärztlichen Fakultät der Universität Berlin ernannt worden. Der Küster von preußisch-Eylau. Eine Anekdote von Karl Lerbs Als der erste Napoleon herrisch und kalt, dennoch brennend im Feuer eines ungeheuerlichen Willens, mit schnellen Schlägen die durch Ueberlieferung geheiligte Form Mitteleuropas in Trümmer hieb, Erfolge rücksichtslos nutzend, aus Mißerfolgen unglaubhaft schnell sich wieder aufrichtend, legte eine Laune der Fügung einmal das Geschick der Welt für wenige Minuten in die Hände eines für uns Heutige namenlosen Mannes, des Dorfküsters von Eylau. Es war das am Tage vor jener seltsamen Schlacht bei Pr-ußisch-Eylau, die den Russen unter Bennigsen verlorenzugehen drohte und dann durch das rechtzeitige Eingreifen des preußischen Generals Leftocq in eine Remispartie verwandelt wurde. Die Franzosen hatten die schwache Besatzung des Dorfes übermannt und standen nun jenseits des Ortes mit den Russen im Kampf. Der Kaiser, der dies Gefecht nur als Vorpoftengeplänkel ansah, ritt mit seinem Gefolge und kleiner Bedeckung in das Dorf und bestieg den Kirchturm, um dort oben den Plan für die Schlacht des kommenden Tages zu entwerfen. Er stand, nachdem er sich auf der Karte orientiert hatte, stumm, unempfindlich gegen die Kälte, die rechte Hand nach feiner Gewohnheit zwischen zwei Brustknöpfe des Rockes gehakt, mit der Linken zuweilen den Feldstecher handhabend, und überblickte mit kurzen Wendungen des Kopfes das Gelände, dessen Bild sich sogleich unverwischbar in sein stets empfangsbereites Gedächtnis grub; der Blick feiner kalten blauen Augen unter gefurchten Brauen war dem Gegenwärtigen entrückt und suchte das Kommende planmäßig berechnend zu erfassen. Indessen seine Vorstellungskraft auf dem weiten Schneefeld wie auf einem Schachbrett das kommende Entscheidungsspiel entwarf, hatte er das belanglose Spiel der Vorhuten eine kurze Weile vergessen — bis er plötzlich bemerkte, daß die Russen im Vordringen waren. Aergerlich über die Störung, mit ein paar rasch über die Schulter geworfenen Befehlsworten, entsandte er einige Offiziere seines Gefolges als Ordonnanzen und bemerkte bald darauf, daß der Einsatz der letzten noch im Dorfe stehenden französischen Infanterie und das Eingreifen der Reitertruppen Murats das Gefecht wiederherstellten. Die zähe Angriffslust der Russen macht indessen alsbald die Entsendung weiterer Ordonnanzen erforderlich; bald waren die Franzosen durch einen geschickten Flankenangriff von Kosaken und Kürassieren in Gefahr, vo, Dorfe abgedrängt zu werden Jupp Jupp hat neulich zum Heimabend einen Soldatenkopf mitgebracht. Wie eine weiße Totenmaske mit einem Stahlhelm darauf, so sieht das Ding aus. Wortlos hat er ein langes Stück schwarzen Tuches an die Wand des kleinen niedrigen Heimes gespannt und den toten Soldaten dort befestigt. Darunter brennen zwei Wachskerzen. Vor jedem Heimabend zündet Jupp sie an. Ich habe Jupp gefragt: „Von wem habt Ihr den Kopf?" Da hat er knapp geantwortet: „Den hab ich selbst gemacht." Und als ob er darin nichts besonderes gesehen haben wollte, fügte er trocken hinzu: „ ... aus Gips". Die Jungen verehren ihren Jupp. Kann auch gar nicht anders sein. Wenn er dasitzt mitten in ihrem geschlossenen Kreise, wenn die Lichter auf dem Kerzenhalter ihr flackerndes Licht über die Gesichter sprühen, alles auf ihn hört, und er zu sprechen beginnt, ruhig, abwägend; kurz: Das ist ein Bild! Manchmal lieft er den Jungen etwas vor. Er macht es ihnen nicht leicht. Er nimmt keinen Karl May oder sonst einen spannenden Schmöker, wo viel geschossen, ermordet und erdolcht wird. Ich kam einmal hinzu, da las er Gorch Focks Nordseegeschichten. Wie herbe, fräftige*<5eeluft lag es in dem kleinen Raum, und schwere Schiffergestalten schienen zwischen den vier Wänden umherzugehen; man glaubte, die Segel an den Seinen niederrauschen zu hören. Das kann Jupp alles hervorzaubern, wenn er vorliest. „Den Karl May, Frank So wie hier in den Erzählungen, so steht die Großmutter auch in unseren Bauernhäusern im Mittelpunkt des Geschehens. Wenn sie dann im höchsten Alter auf den Sessel beim Ofen gebannt ist, ober gar wachen- oder monatelang siech im Bett liegen muß, so lebt sie, damit die Jungen ihre Dankbarkeit und Liebe erzeigen können. ~ Allan und Genossen könnt ihr zu Hause genug lesen, aber so etwas Triftiges, das gehört auf den Heimabend." Wenn er ins Heim kommt, fragen sie mit Er- Wartung in den Blicken: „Jupp, was erzählst du heute?" Neulich hat er den kleinen Schemel, den sie in einer Ecke stehen haben, in die Mitte gerückt, hat schwarzrotes Tuch darübergelegt, den alten selbstgeschnitzten Kerzenständer daraus gestellt, und unter den Wachslichtern marschierte eine ganze Gruppe bunter Soldateska aus dem Dreißigjährigen Krieg mit flatternden Fahnen und Feldobristen zu Pferde einher — aus Zinn. „Wir hören heute etwas vom Dreißigjährigen Kriege", sagte Jupp bedeutungsvoll, und fünfzehn Jungen drehten sich voller Erwartung ihm zu. Jupp kennt auch keinen Dienstschluß. Er ist immer im Dienst. In seiner Freizeit steht er mit der Säge in der Hand und tischlert. Zwei oder drei Jungen helfen ihm immer. Als sie das Heim bekamen, war es ein muffiger Keller, aus dessen Mauern der Kalk rieselte. Jetzt haben sie die Wände unten mit Holz verschalt, oben gestrichen. Von der Decke hängt ein selbstgeschnitzter, dreiarmiger „Kronleuchter" herab, saubere Gardinen sind vor den Fenstern. Bilder machen den Raum warm und freundlich. Das ist alles das Werk Jupps und feiner Jungen. Unb möglich ist es nur gewesen, weil... ja, weil Jupp immer im Dienst ist. .Es gibt auch Heimabenbe, bie gehen nach bem Dienstschluß noch weiter. Die Kleinen schickt Jupp bann „ber besorgten Eltern wegen" nach Hause. Die anberen bleiben zusammen. Jupp holt ein Buch aus ber Tasche, läßt jebe große Einleitung fort unb beginnt zu lesen. Er las einmal aus Balbur von Schirachs „Fahne ber Verfolgten", wie ich es noch nie vorher gehört hatte. Wir, bie wir an jenem Abend dabei waren, nahmen es als ein Vermächtnis mit in die kommenden Zeiten. Das ist Jupp. Ich wollte eigentlich von ganz anderem sprechen. Jupp wird sagen, ich hätte überhaut schweigen sollen. Es wird schon viel zu viel erzählt auf der Welt. Man sollte nur handeln, einfach handeln. Das ist nun auch wieder Jupp. Und er hat recht! Hände, das vom beginnenden Leberleiden gelblich gefärbte Gesicht; er sah nur zwei von einem ungeheuren Willen geweitete blaue Augen, deren Blick mit feiner furchtbaren Kälte ihn lähmte und seine Glieder zu Eis gefror. So ließ er es geschehen, daß der Kaiser ihm den Züael entriß und sich aufs Pferd schwang, und daß die Hufe des im Schmerz des Sporenstichs bäumenden Tieres ihn mit kotigem Schnee überschütteten. Reglos starrte er dem Kaiser nad) und hatte wenige Minuten darauf gerade noch Zeit, zur Seite zu springen, um nicht von den heranpreschenden Kosaken überritten zu werden. „Am Tage darauf, als die Franzosen Eylau zurückerobert und verwüstet hatten, war der Mann, der ein paar Herzschläge lang das Schicksal der Welt in Händen hielt, nur noch ein vernichteter, jämmerlicher Mensch, der vor den schwelenden Trümmern seines kleinen Wohlstandes die in ohnmächtiger Wut verkrampften Fäuste schüttelte. 1 Arbeitern der hierzu erforderliche Urlaub ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub und unter Fortzahlung der Bezüge zu gewähren ist. Aufruf au die Arbeitgeber von Hessen und Hessen-Nassau! Nur noch wenige Tage trennen uns von der Abstimmung im Saargebiet. Die Abstimmungs- berechtigten im Reiche rüsten schon zur Fahrt auch in Hessen unb Hessen-Nassau, wo mehrere 1000 Abstimmungberechtigte wohnen. Niemanb will Zurückbleiben. Arbeitslose, Wohlfahrtsempfänger, Kranke, Gebrechliche, Wöchnerinnen, die ihrer Niederkunft entgegensehen, alte Leute über 80 Jahre: sie alle wollen am 13. Januar für die Freiheit der Saar ihre Stimme abgegeben. Sogar ein Kriegsblinder aus Frankfurt a. M., der für fein Vaterland fein Augenlicht hergegeben hat, will auch am 13. Januar nicht fehlen, um feine Stimme für fein deutsches Vaterland abzugeben. Bei soviel Dpferfinn, auf den wir Saarländer stolz sind, darf ich auch an die Arbeitgeber von Hessen und Hessen-Nassau die herzliche Bitte richten, ihren abftimmupgsbered)tigten Arbeitern und Angestellten die Tage, die sie zur Abstimmung im Saargebiet weilen, nicht auf den Erholungsurlaub anzurechnen unb ihnen ben Lohn für die Tage ro e i t e r 3 u = zahlen. Die Arbeitgeber von Hessen und Hessen-Nassau sind stets vorbildlich gewesen, wenn es sich darum handelte, soziale und vaterländische Taten zu beweisen. Ich weiß daher, daß sie auch jetzt nicht versagen werden. Hugo A n s ch ü tz, Postamtmann. Landesgruppenleiter des Bundes der Saarvereine in Hessen und Hessen-Nassau. Fastnachtsveranstaltungen äml2.u.l3.3onuortn Hessen verboten Der Hessische Staatsminister Jung ordnet soeben an, daß mit Rücksicht auf die Saarabstimmung am 12. und 13. Januar Fastnachtsveranstaltungen in Hessen zu unterbleiben haben. NSBDT. (früher KOAZ). 1. Die „Deutsche Angestelltenschaft" in der DAF. lädt die Mitglieder des NSBDT. zu einem Lichtbildervortrag von Herrn Stadtbaurat Gravert am Samstag, 5. Januar, um 20.30 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut ein. Das Thema lautet: „Die Entwicklung der hessischen Stadt". Der Besuch des interessanten Vortrages wird bestens empfohlen. Unkostenbeitrag wird nicht erhoben. 2. Die Beiträge für ben NSBDT. finb zunächst wie bisher weiterzuzahlen. Die Neuglieberung ber beutschen Technik wirb vor 1. April 1935 nicht erfolgen. Bis bahin änbert sich roeber an ber Mit- gliedschaft, noch an den Beiträgen etwas. Die Mitglieder des NSBDT. werden rechtzeitig unterrichtet. innerer Zufriedenheit schuf. Seine Großmutter war es, die ihm fein Leben gestaltete. Sie hat in ihrem ganzen Leben nur ein Buch gelesen, die Heilige Schrift, aus ber sie ganze Kapitel auswenbig konnte. Der Schweizer Gotthelf, ber beste Bauernfchilberer, hat ber Großmutter sogar ein ganzes Buch gewid- met, „Käti, bie Großmutter". Käti erzählt ihrem Enkel bie Jesusgefchichte, von ber Geburt bes Christ- kinbleins in Bethlehem, von ber Anbetung der Hirten, dem Chor der himmlischen Heerscharen, den Weisen aus dem Morgenlande und der Flucht nach Aegypten, und wie bann ber grausame König Hero- bes alle Knäblein unter zwei Jahren habe töten lassen, bas Jesuskind aber wohlgeborgen in Aegypten weilte. So hort es der kleine Johannes und ist von heiligem Zorn ergriffen und meint, wenn er schon dagewesen wäre, hätte er dem bösen König den Kopf abgeschlagen und den kleinen Heiland zum König gemacht. Im „Vierten Gebot" von Anzengruber wird als Folge schlechter Erziehung ber Zusammenbruch zweier Familien geschilbert. Die Großmutter ber einen Familie gibt sich bie größte Mühe, bas böse Beispiel ber Eltern roieber gutzumachen. Alle Ermahnungen an ihre Kinber blieben erfolglos. Mit den Worten: „Hört nicht auf bie Alte!" treiben sie ihr Wiberspiel. Als bie Großmutter bie Erfolglosigkeit ihres Tuns einsieht, packt sie ihre Sachen und geht aus dem Hause fort. Beim Weggehen sagt der noch nicht schulpflichtige kleine Philipp zur Mutter: „Ich weiß nicht, ob's gut ist, daß die Großmutter von uns fortgeht." den Mangel an missionarischen Kräften eine Hemmung erfährt. Auf der G 0 l d k ü st e, wo eine blühende selbständige heidenchristliche Kirche mit über 60 000 Seelen besteht, ist bie Sage gekennzeichnet durch bas Wort einer maßgeblichen Persönlichkeit von bort: „Die Seele Afrikas hungert nach Christus unb sie sucht eine neue Heimat in ber Kirche Christi.", ferner burch bie Tatsache eines gerabezu verzweifelten Kampfes ber Chriftengemeinben gegen verweltlichenben Geist, ber von Europa kommt. Mission in Not, Mission im Kampf! Möge barum ihr Ruf an Epiphanias uns Heimatchristen bereit finben zur Hilfe im Gebet unb im Opfer! Unb laßt uns glauben unb bekennen: „Die Sach ist dein, Herr Jesu. Christ, die Sach, an ber wir stehn, unb weil es betne Sache ist, kann sie nicht untergehn!" Oie Großmutter auf dem Lande. Wir kennen sie alle, die nimmermüde, immertätige, fürforgenbe Oma. Wenn sie hier unb ba auch Großi genannt wirb, so brückt sich barin ihr ganzes Wesen aus — ein Herz voller Liebe. Gar nicht mehr hört man sie „Eller" nennen, eine Bezeichnung, bie noch vor zwei Geschlechtern gang unb gäbe war. Noch mehr als früher brauchen wir heute in unseren Bauernhäusern bie Großmutter. Von ihr sagt ein Sprichwort: „Eine gute Großmutter ist wie ein Zaun ums Haus." Ein Zaun hält bas Frembe ab unb auch bas Böse, bas nicht ins Haus gehört, unb schützt bas Umhegte unb hält es fest zusammen. Die Großmutter ist es, bie in ber Dämmerftunbe ben Kleinen unb Kleinsten bie immer schöne Geschichte vom Christkinblein erzählt, die die Phantasie der Enkelkinder anregt, die uns heillosen Respekt vor dem „Buz" einflößte und in uns ben Haß gegen ben bösen Wolf weckte. Bei ihr haben bie Brüber Grimm gelauscht unb bie herrlichen beutschen Märchen ausgeschrieben. Ihr Arbeitsfelb ist vornehmlich bas Haus. Sie macht den täglichen Küchenzettel, sie führt unermüdlich ben Strickstock unb, wenn sie nach ber letzten abenblichen Küchenarbeit bie sauberen Tassen unb Teller im Schranke aufgestellt hat, wirb ihr gern von ben übrigen Familienmitgliebern „ein Viertelstünbchen" gegönnt. Schlafen tut sie ba nicht, sie „boaft" nur, bemerkt sie bann lächelnb beim Wiebererwachen. Nur Sonntags genießt sie geistige Speise. Nach bem Kirchgang, sofern er ihr nicht burch ein körperliches Gebrechen unmöglich gemacht wirb ober Glatteis unb schlechtes Wetter sie bavon abhalten, lieft sie im Buche ber Bücher ober hat Starcks Gebetbuch zur Hanb. Wie gern erinnern wir Aelteren uns noch unserer Jugenbzeit, wenn bei düsterem Oel- oder Steinöllicht das Spinnrad schnurrte und wir knieend davorsaßen, das Trittbrett bewegen halfen, am Leiermann traten ober auch Wolle zausten. Unb welche Gebulb brachte bann bie Großmutter auf. Dutzenb- mal würben wir gewarnt, würbe uns gebroht, boch dabei blieb es auch, bie Elle, bie nebenbei auch „Klopfbienfte" versah, blieb am Ofengelänber hängen unb trat nicht in Tätigkeit. Kam man burchfroren unb mit fingelnben Fingern heulenb von ber Schlittenbahn heim, bie Großmutter wußte Trostworte unb streichelte unb blies bie Schmerzstellen. Wenn einmal ber Vater hanbgreiflich zu werben drohte, so suchte man an der Schürze der „Eller" Schutz — unb fanb ihn. Kein Wunber, baß unsere besten Bauernbichter das hohe Lied auf die Großmutter fingen. Wir alle haben in unserer Schulzeit bas Gebicht „Das Gewitter" gelernt, wo es heißt: Großmutter spricht: „Morgen ift's Feiertag, Großmutter hat keinen Feiertag, sie kochet bas Mahl unb spinnet bas Kleid, das Leben ist Sorg' und viel Arbeit, wohl dem, der tat, was er sollt'!" Adalbert Stifter, der auslandsdeutsche Wäldler- dichter aus dem böhmischen Grenzlande, schildert m seinem „Heidedorf" einen Hütejungen, der sich : trotz großer Armut ein Leben voll Schönheit und i Große Saarkundgebung am Sonntag, 6. Januar. Am Sonntag, 6. Januar, findet im Berliner Sportpalast eine große Saarkundgebung statt. Voraussichtlich werden Reichsminister pg. h eß und Gauleker B ü r ck e l sprechen. Die Kundgebung wird über alle deutschen Sen- der übertragen. Der Gemeiuschafksemp- sang findet für die Gießener Ortsgruppen im Saale des Cafe Leib statt. Alle Volksgenossen sind zu diesem Gemeinschafts- empfang elngeladent Beginn 20 Uhr! heil Hitler! Schmelz, Kreispropagandaleiter. Beurlaubung zur Saarabstimmung bei voller Gehaltszahlung. Alle staatlichen Behörden, die Gemeinden, Gemeindeverbände unb sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts werden vom Hessischen Staatsminister Jung angewiesen, daß für die am 13.Januar stattfindende Volksabstimmung im Saargebiet den stimmberechtigten Beamten, Angestellten und Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Der Gießener Konzertverein hat- uns Karten zu 0,50 RM. für das 2. Solistenkonzert Adelheid A r m = hold am 6. Januar, um 17 Uhr, in der Aula der Universität zur Verfügung gestellt. Die Karten sind auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, zu haben. » Berufsgruppe der Techniker. Am Samstag, 5. Januar, abends 8.30 Uhr, spricht im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Stadtbaurat Gravert über „Die Entwicklung der hessischen Stadt". Zu diesem Vortrag sind die Mitglieder des Reichsbundes Volkstum und Heimat, des Reichsbundes Deutscher Baumeister und des NS.-Bundes Deutscher Techniker herzlichst eingeladen. Wintersportfahrt nach dem Schwarzwald fällt aus. LPD. Die Wintersportfahrt vom 6. bis 13. Januar 1935 in den Schwarzwald (Kniebisgebiet) des Sportamts der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, muß wegen schlechter Schneeverhältnisse ausfallen. 2> Oberheffen Amt den Kopf. WWkiWlSVM * (S.) •'1 Ihre nicht 1 »f ’Wn. er Stadt rsen. Der unb Kreis Mark. In Der Er- Mk. höher Sammlung, rtten wur- Beim Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. G o e r d e l e r find von verschiedenen amtlichen und privaten Stellen Beschwerden darüber eingelaufen, daß in einzelnen Orten, namentlich in solchen, in denen ein starker Zuzug stattgefunden hat, starke Mietprei s st eigerungen vorge- kommen seien. Der Reichskommissar hat daraufhin mit dem Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzervereine Fühlung genommen und die Zusicherung erhalten, daß diese Mißstände sofort abgestellt werden würden. Die obersten Landesbehörden sind hiervon unterrichtet und gebeten worden, in derartigen Gemeinden unter Zuhilfenahme der Unterorganisationen des Verbandes unverzüglich seit dem einmal in die rechte Weihnachtsstimmung. Alles in allem ein erhebender Abend, den leider sehr viele versäumten. g: Stadt- ch erwarte Ich tanze Vornan von Rainer Helden. Urheberrechtsschutz: Funf-Türme-Verlag, Halle (Schluß.) ** Kulturbauamtspersonalie. Dem Kulturinspektor Franz Sauer, Gießen, Großer Steinweg 14, wurde vom Hessischen Staatsministerium der Titel „Baumeister" zuerkannt. ** Justizpersonalie. Ernannt wurde durch Urkunde des Herrn Staatsministers der Kanzlist bei dem Amtsgericht Friedberg Hermann Barth zum Kanzlisten bei dem Amtsgericht Butzbach. ** For st Personalien. Versetzt wurden der Förster Adolf Schmidt der Försterei Thomas- hütte des Forftamts Langen in die Försterei Buchenbusch des Forstamts Isenburg, und der Förster Heinrich H e u s e l der Försterei Hainbach des Forstamts Homberg in die Försterei Thomas- hütte des Forstamts Langen, beide in gleicher Kn Auf. 'kenforde. lordnuna lach dem iten bie Ach neue @e= ©rünben "gshypo, res 1936 ung aus- potheken, ckzahlbar n Drittel chlt sind, lark nicht rkensorbe- Ende bes bis zum Darben, luftermine ippen van 1936, den 6er 1936 en Hypo- Her wohl ie hypa- ein wirb. )en Kavi» ) bie Be« Diensteigenschaft und mit Wirkung vom 1. März 1935. ** D i e NS. - Kulturgemeinde (Ring Deutsche Bühne), Ortsverband Gießen, veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil den Spielplan für Januar und die Zeiten der Kartenausgabe. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Be>sitzwechsel beim Turm auf d e m Tausstein. Zwischen Ministerialrat Ringshausen, dem Leiter der Provinzialdirektion Ober- Hessen Pg. Klo st er mann und Regierungsrat Schwan vom Kreisamt Schotten, sowie dem Führer des Gesamt-BHC. Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein) und Rektor Dern (Offenbach) fanden am dritten Weihnachtsfeiertag auf dem Hoherodskopf Besprechungen statt, die das Ziel verfolgten, den Aussichtsturm auf dem Taufstein in den Besitz und die Betreuung der öffentlichen Hand zu übernehmen. Es kam dabei eine Vereinbarung zustande, nach der der Turm entweder in den Besitz des Staates, oder des Reichsbundes Volkstum und, Heimat übergehen soll. Der Zeitpunkt der Besitzübergabe steht bis jetzt noch nicht fest, jedoch ist der Besitzwechsel selbst als gewiß zu betrachten. ; blt in rihr, en Nicht ser Sitte liegt. m , £ Kestrich, 3. Jan. Bürgermeister Weifenbach hat aus gesundheitlichen Rücksichten sein n i e d e r g e l e g t. i\e genug t aus beit mit Er- -zahlst du mel, den e gerückt, >en alten jtettt, unb ne ganze eißigjäh"' elbabristen ören heute igk W rehten sich ist immer her Säge >j Jungen men, war luern der unten mi ecke hängt nleuchter Fenstern, freundlich- r Jungem j0( weil nach dem sickt Jupp ch f)* ijolt ein (EinleiW nm«' ’ ■ (W. - ®, t bie ®. i als em len- van JÖ lätte u6 n^'unb w räumen." . 1 Alle drei schwiegen eine Weile. Dann sagte Fried- । rich Borgloh zögernd: „Aber woher hatte man die falsche Eva van Koster? Sie sah meiner wirklichen kleinen Eva ähnlich, sehr ähnlich. Sie müssen es selbst zugeben, Mac Lean!" „Wer und was die falsche Eva van Koster oder vielmehr Lolotte Dawis, denn so wird sie wohl geheißen haben, war, wissen wir nicht. Ob die Parkins sprechen werden, ist noch ungewiß. Lolotte Dawis jedenfalls hat ihr Geheimnis mit ins Grab genommen — und Sie sollen ihrer nicht, rnchr in Bitterkeit gedenken, Friedrich! Ein Grab ist Sühne für vieles." „ , ,. Friedrich Borgloh sah vor sich hm: „So leicht kann ich nicht vergessen und vergeben, Mac Lean! Diese Jahre der Qual — diese schrecklichen Jahre für Eva und mich." l £ Da legte Eva van Koster ihre Hand zart auf die Stirn des geliebten Mannes. In ihren Augen standen ein 'Versprechen und eine Verheißung: Unsere Liebe soll uns vergessen machen!, sagte der gläubige Blick. „Und was wird nun?" fragte Mac Lean. „Schließlich können Sie doch hier nicht ewig sktzen- bleiben, Miß Eva van Koster! Ich furchte, der Chefarzt wird ohnehin mit der langen Dauer unseres Gesprächs im Interesse seines Patienten mcht zufrieden sein." ~ v m . „Ich schlage vor", sagte Friedrich Borgloh nach kurzer Unberlegung, „daß wir für Eva bald eine zuverlässige ältere Dame engagieren. Können Sie mir da vielleicht helfen. Mac Lean? Ich bin ja in London in diesen Dingen etwas ungewandt. „Doch!" sagte Mac Lean. „Ich habe da eine Verwandte, eine ältere, verwitwete Dame: sie lebt auf der Insel Wight und würde sich sicherlich freuen, für ein paar Wochen nach London kommen zu können. Wenn Sie wollen, telegraphiere ich. Sie kann bereits heute abend da sein." „Ja, tun Sie das, Mac Lean! Wirklich — Sie sind unser Rettungsengel! Allerdings, das Engagement kann nur so lange dauern, bis wir alle । Formalitäten zu unserer Heirat erfüllt haben; denn ich will nicht einen Tag länger als notig auf meine , Eva verzichten. Oder bist du anderer Meinung, i Eva?" Die Familie Both hatte vergeblich auf die Rück- kehr des Monteurs gewartet. Nur Bob machte, wenn die Rede darauf kam, ein verschmitztes Ge- sicht und sagte: „Wartet nur ab, er wird sich schon wieder melden!" Und eines Tages brachte der Landbrieftrager einen Brief folgenden Inhalts: Lieber Mister Both, liebes Fräulein Kate, liebe Mistreß Both und lieber Bob! Ich bitte um Entschuldigung, daß ich nichts mehr habe von mir hören lassen. Aber meine Geschäfte haben mich nach London geführt und halten mich hier auch fest. Ich hoffe, Miß Kate wird mir nicht böse sein, wenn ich ihr jetzt sage, daß ich nicht der Monteur Archie, sondern der Detektiv Mac Lean bin. Meinen Freund Bob ermächtige ich, zu erzählen, warum ich in Lominghton Aufenthalt genommen und was wir erreicht haben. Wir haben ein unglückliches junges Mädchen netten können und ihren Lebensweg wieder hell und glücklich gemacht. Bob ist mir dabei sehr behilflich gewesen.' Wenn er Lust hat, kann er spater zu mir nach London kommen. Und ich will versuchen, einen tüchtigen Detektiv aus ihm zu machen. Bis dahin aber wird es noch eine Weile dauern. Und ich möchte Sie alle Wiedersehen Mein Freund Friedrich Borgloh, dessen Braut jenes unglückliche, verfolgte Mädchen ist, ladt die ganze Familie Both freundlichst ein, an seiner Verlobungsseier teilzunehmen. Bob soll mir chreiben, ob er mit Ihnen allen am Sonntag nach London herüberkommen kann. Ich werde dann am Bahnhof fein, um Sie alle abzuholen und in das Haus von Mister Borgloh und Miß Eva van Koster zu führen. Herzliche Gruße Ihr Mac Lean. Die Familie Both sah sich stumm an: „Das ist doch —", sagte Mistreß Both, und dann unterbrach sie sich. Denn sie sah in Kates hübschen blauen Augen etwas verdächtig Feuchtes. „Na, Kate", sagte sie, „hast doch nicht etwa dein Herz an den Mister Mac Lean gehängt?" Da lachte Kate und wischte sich über die Augen: An den Detektiv Mac Lean nicht, Mutter! Nur ein bißchen an den Monteur Archie. Aber jetzt, wo ich weiß, daß er ein Detektiv ist — nein danke chön, da käm' ich ja aus der Angst nicht raus. Nein — mit einem Detektiv will ich nichts zu tun aber um so mehr!" sagte Bob stolz und sah sich triumphierend im Kreise um. — Ende. — nur für Dich". — Astoria-Lichtspiele, Selterweg: „F. P. 1 antwortet nicht". — VHC., 20.30 Uhr, Jahreshauptversammlung. — Stadttheater Gießen. Das Lustspiel „Christa, ich erwarte dich" von Möller unb Lorenz kommt heute abend unter der Spielleitung von Kurt L ü p k e erstmalig zur Aufführung. Gegen unberechtigte Mietsteigerung Die Hausbesitzer werden verantwortlich gemacht. krank" ,Ab»r wie kamen Sie überhaupt in die Gewalt der Parkins?" fragte Mac Lean. Eva schauerte zusammen: , „Ich war nach dem Tode meines Vaters sehr elend und verzweifelt. Die Verwandten überredeten mich, mit ihnen nach Italien zu fahren. Sie waren so freundlich zu mir, daß ich nichts Boses vermuten konnte. Eines Abends fuhr ich mit den beiden Parkins noch in ein kleines Fischerdorf nahe Neapel. Wir aßen und tranken in einer kleinen Ostena und wollten über Nacht dort bleiben. Was in der Nacht mit mir geschehen ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß ich mich plötzlich in einem Eisenbahnzuge wieder- faüd — daß ich betäubt war wie eine Schwerkranke, und daß ich dann erst ganz zu Bewußtsein im Turm von Black Castle erwachte. An meinem Arm entdeckte ich ein paar Einstichstellen." Ahai" sagte Mac Lean. „Vermutlich Morphium oder Opium. Damit hat man Ihre geistige und körperliche Kraft gelähmt und konnte Sie ohne Aufsehen zu erregen, nach England und Black Castle bringen. Jetzt wird mir alles klar." „Sber wie kamen Sie auf meine Fährte, (ter Mac Lean?" fragte Eva. Sie Jagten doch selbst, der Turm wäre leer gewesen." . „Das war er auch! Aber ich fand zunächst em Büschel goldbraune Haare, die man offenbar einer Frau ausgerissen hatte." Tatsächlich! Ich habe mich ja mit allen Kräften gewehrt. Schließlich riß mich dieser unbekannte Verbrecher an den Haaren. Ich fühlte einen wahnsinnigen Schmerz. Vermutlich hat man mir dabei die Haare ausgerissen." Und dann fand ich noch etwas anderes" sagte Mac Lean, „nämlich das Telegramm der Irrenanstalt, in dem man die Nachricht der Parkms über Ihre Ankunft, Miß Eva bestätigte. In der Eile, mit Ihnen fortzukommen, und in der Furcht vor einer । Entdeckung hat einer der Verbrecher wohl das Telearamm verloren." _ Nun ist alles klar", sagte Friedrich Borgloh; „nur , zwei Dinge noch nicht. Warum wollte man auch i mir ans Leben?" ... ... Weil man fürchtete, daß Sie, mißtrauisch ge- worden, nicht rasten und ruhen würden, bis Sie 3.* 1*?' bis‘ N bätte. Ikn h,. Mt- Mcht-jt * bie. 9' mie in ’Mlung ZU Der. reiten W bis gerben. Mubiaer n9 feiner fragen. ?bunq l3 1936 "n bleibt ' dadurch Be. Q£f)l wer. 1 um ivt Unfällen >enen Qn, zu Der. genbe Zahlen: Geburten 15, Trauungen 12, Sterbefälle 6. f Dorf-Güll, 3. Jan. Dieser Tage wurde das von der hiesigen Ortsbauernschaft gespendete Getreide gesammelt und an den Mühlenbesitzer Helmes (Ober-Hörgern) zum Vermahlen weitergeleitet. Insgesamt wurden über 11 Zentner Korn und 16,75 Zentner Weizen geliefert. Kreis Büdingen. tz. Nidda, 3. Jan. Beachtlich ist die Unternehmungslust des hiesigen 75jährigen Landwirtes Heinrich Ludwig O r t h, der vor einigen Tagen bie Reise nach Los Angeles in Kalifornien an- trat, um seinen schon viele Jahre dort weilenden Sohn und seine einige Jahre später nachgefolgte Tochter zu besuchen. Er zieht die längere Strecke durch den Panamakanal dem kürzeren Weg über Neuyork und die Pazifik-Bahn vor. Seinen Aufenthalt in Los Angeles will er bis zu Mitte Mai dieses Jahres ausdehnen. Kreis Schotten. □ Laubach, 3. Jan. Im abgelaufenen Jahre wurden in die hiesigen Standesamtsregister 46 Geburten (im Jahre 1933: 34), 23 Eheschließungen (10) und 41 Sterbefälle (32) eingetragen. Es entfallen von den Geburten 16 (9) und den Sterbefällen 14 (6) von auswärts auf das hiesige Krankenhaus. — Heute kann der gräfliche Diener F. K n a u auf eine vierzigjährige Dienstzeit in dem hiesigen Grafenhaus zurückblicken. Kreis Alsfeld. Noch sind die Tage der Rosen ... = Bad-Nauheim, 3. Jan. Es wurde im Verlaufe dieses Nichtwinters schon über manche außergewöhnliche Naturerscheinung berichtet, lieber» all sah und sieht man in Garten, Flur und Feld Pflanzen „außer der Zeit" blühen und grünen, ob es sich nun um sog. Spätblüher handelt, die m Jahren normaler Witteruna nur bis zu den ersten Frösten im November ihr Leben behalten, oder um „Wunderbäume" oder Sträucher, die zum zweiten Male blühen oder gar Früchte zeigen, oder auch um Frühblüher — wie beispielsweise das Gänseblümchen, das Schneeglöckchen und unsere Kätzchenträger —, die die Zeit bis zum kalendermäßigen Beginn des Frühlings nicht abwarten können und jetzt schon blühen. Zu den Spätblühern gehört tn diesem Winter auch die Königin der Blume, die Rose. Hier und dort in unseren Gärten leuchten aus dem nicht abgestorbenen Laub noch ihre zarten Farben hervor. Heute früh war Schreiber dieser Zeilen Beobachter eines Geschehnisses, wie es nur dieser Ausnahmewinter 1934/35 verzeichnen kann, und das deshalb als Merkwürdigkeit auch in der Erinnerung festgehalten werden soll: Em Kurgast hat seine Kur beendet und ist zur Abreise gerüstet. Im Garten der Pension steht der Wagen, mit Gepäck beladen, zur Abfahrt nach dem Bahnhof bereit. Den Gast sieht man in froher Stimmung im Garten. Die Pensionsinhaberm eilt geschäftig von Rosenstock zu Rosenstock schnöbet hier eine Blume, dort eme Knospe und vereinigt sie zu einem schönen, vollen Rosenstrauß. Der Kurgast nimmt diesen Ab- schiedsgruß freudig und dankbar entgegen als eine liebe Erinnerung an feinen Bad-Nauheimer Auf- 1. April d. I. vorgekommene unberechtigte Mietpreis ft ei gerungen sofort zu beseitigen. Sollte dies auf bie Einsicht, baß Verantwortungsgefühl und die nationale Disziplin aller Beteiligten abgestellte Verfahren nicht zum Ziele führen, so ist den obersten Landesbehörden der Erlaß einer Ermächtigung zugesichert worden, die ihnen die erforderlichen rechtlichen Handhaben bietet. Es ist aber zu erwarten, daß es solcher Ermächtigungen nicht bedarf, sondern daß sich alle Beteiligten klar sind, daß der gegenwärtige Zustand der Mietpreisbildung seinerzeit nach schweren wirtschaftlichen Kämpfen' und Enttäuschungen errungen ist und daher nicht durch wucherische Disziplinlosigkeit aufs Spiel gesetzt werden darf. Burg-Gemünden, 3. Jan. Einen wohlgelungenen Theaterabend veranstaltete der Gesangverein „Eintracht" im „Felsenkeller". Zur Aufführung gelangten zwei Theaterstücke mit ernstem Inhalt, denen sich ein Lustspiel anschloß. Alle Mitwirkenden gaben ihr Bestes und ernteten für ihr uneigennütziges Wirken wohlverdienten Beifall. Zwei Chöre des Vereins unter Leitung des Dirigenten Graulich trugen zur Verschönerung des Abends wesentlich bei. Den musikalischen Teil bestritt der Musikverein $urg» Gemünden. Tanz hielt dann jung und alt noch einige Stunden gemütlich beisammen. /Groß-Felda, 3. Jan. Eine merkwürdige Sitte hat sich in unserem Dorfe wohl noch aus heidnischer Zeit bewahrt. In der Neujahrsnacht geht die „N e u j o h r s d o n s e l" umher m ähnlichen Vermummungen als der Nikolaus. Er unter- cheidet sich von ihm in der Hauptsache dann, daß er nur Schläge austeilt. Es wäre einmal wissenswert zu erfahren, welche Bedeutung in die- enthalt im Mittwinter 1934/35. So geschehen am 3. Eismonds 1935! Nächtlicher Ueberfall in Nidda. tz. Nidda, 3. Jan. Ein f r e ch e r U e b e r f a l l wurde auf den Turnroart Willi Stadler dahier ausgeführt. Gegen 0.30 Uhr wurde er von einem Mann mit den Worten „Kerl, da hab' ich dich endlich einmal" angepackt und kurzer Hand der schrägen Mauerböschung hinunter in die hoch angeschwollene Nidda geworfen. Auf einen Pfiff regten sich im Hintergründe noch zwei Gesellen. Glücklicherweise konnte sich der lieber» fallene, der ahnungslos des Weges am Niddaufer entlang nach feiner Wohnung in der Turnhalle ging, durch Schwimmen nach dem andern Ufer retten und dann mühevoll emporklettern. Durch Aufschlagen auf Steine trug er einige zum Glück nicht erhebliche Verwundungen am Rücken und an der Seite davon. Leider konnten der Rohling und seine Kumpane infolge der stockfinsteren Nacht unerkannt entkommen. Man vermutet, daß St. das Opfer einer Verwechselung geworden ist, da er nach allgemeiner Ansicht als äußerst sriedlieben- der Mensch gilt. Landkreis Gießen. (D Grüningen, 3. Jan. Im Rahmen des Winterhilfswerks wurden hier 3 6 Zentner Brotgetreide .abgeliefert. Das Getreide wurde an die Mühle zum Vermahlen gegeben und wird im Laufe des Monats Januar zur Versorgung der vom Winterhilfswerk betreuten Familien der Großstädte zum Versand kommen. — Aus der standesamtlichen Statistik des vergangenen Jahres entnehmen wir für unseren Ort fol- „Als Sie mir erzählten, lieber Borgloh, Frau Eva wäre so verändert, als wäre sie derselbe Mensch, da gaben Sie mir unbewußt das erste Stichwort. Ich sagte mir: Wie, wenn Eva , Borgloh wirklich nicht identisch mit Eva van Koster wäre? Sie hatten die Tochter Professor van Kosters verlassen, als sie ein Kind war. 3“Jd)en : vierzehn und siebzehn Jahren verändern sich gerade junge Mädchen auch äußerlich oft vollkommen. Sie erzählten mir weiter, daß Eva van Koster Ihnen in den ganzen Jahren mcht geschrieben hatte und alle Nachrichten nur durch die Verwandten Parkins gekommen wären. Ich wußte nun, daß Professor van Koster ein außerordentlich großes Vermögen hinterlassen hatte. 3rnmer mehr verstärkte sich der Gedanke in mir, daß hier irgend etwas nicht stimmen konnte. Ich nahm also meine ^nrhfnrfdiunaen auf. Das erste, was mich stutzig maPtas Zusammentreffen der angeblichen ff™? nan Koster mit jenem unbekannten dunklen Stann” folgte her M°rd°nsthl°g auf mid). Der Xe mir besser als alles andere daß hier e n zeigie mir i, geplant war. Denn um emes ^mLre5min n Der acht man nicht, einen Menschen au/la heimtückische Weise umzubringen. Die Appa- fen hatte. 34 “ur?*ffHkrten SSert geenbei Hütte, der unter diesem raff merten^ gd) (am Nun erkannte ich, Vorsichl srßirton in Ihr also unter der Maske eines Doktor W'Non^ Haus. Sie beftnnen ich, daß ch 'ont Qn 3n dem Augenblickindemsichdie ^rchm^er Ihnen und mir geschlossen hatte, s y üan der beiden Parkms und deri angeblia)en Koster zusammen; die drei tuschelten fsM was. Es schien, als ob die P°"ws^ch einen Verdacht g^ßt hatten. Ich __ sofort folgende abgerissenen Worte: .Black Eastle l ^ZXber ÄgL7m*nTurgm zu entdecken. Aber r-SLraW-i fand ich den Turm leer. Hier fiel Eva lebhaft ein: „Ja, man holte mich eines Nachts plötzlich heraus, sagte mir, daß ich fort müßte, daß man mich m eine Heilanstalt bringen mühte. Ich tobte. Ich flehte den dunklen, jungen Mann, der mich hingebracht hatte, an, mich endlich freizulassen. Nichts half mir. Irgend jemand warf mir eine Decke über den Stopf. Dann wurde ich verschnürt und wie ein Paket in den Wagen getragen. Als ich in der Heilanstalt an- kam, dachte natürlich der Professor, ich wäre gelstes- (xd Langsdorf, 3. Jan. Die kirchlichen Jahres-Abfchlüffe ergeben für unsere Gemeinde folgendes Bild: Wir verzeichneten 12 Taufen, 20 Konfirmanden, 6 Trauungen, 6 Beerdigungen. Gottesdienstliche Veranstaltungen fanden 119 statt. Sie wurden im Durchschnitt der 52 Wochen besucht von 174 männlichen, 204 weiblichen Gemeindegliedern und 102 Kindern, insgesamt von 480 Einwohnern. Das ist etwas mehr als 50 v. H. aller Evangelischen. Daß eine kleine Zunahme des Kir- chenbesuches zu verzeichnen ist, fällt gar nicht ins Gewicht gegenüber der bemerkenswerten Tatsache, daß diese ungebrochene kirchliche Gesinnung in unserer Gemeinde seit Jahrhunderten besteht und die allerschwersten Stürme überdauert hat. Es mutz also in ihr eine nicht zu unterschätzende Kraft liegen. Die reformierten Väter des 16. Jahrhunderts, die dieses Kirchenwesen im Geiste Calvins begründeten, haben wirklich für die Jahrhunderte gebaut. Dasselbe zeigt sich in der Teilnahme am Sakrament des Altars, es wurden 1197 Abendmahlsgäste gezählt, d. h. etwa 165 o. H. der Erwachsenen. Derselbe Eindruck eines mitten im Dorfleben stehenden Kir- chentums vertieft sich, wenn man die von kirchlicher Seite aufgebrachten Gaben der Liebestätigkeit betrachtet. Insgesamt wurden 3161 Mark gebucht. Das ist pro Kopf etwa 3,45 Mark oder pro evangelische Familie etwa 15,50 Mark. Darunter flössen die größten Beträge der Gemeindepflege zu, etwa 1130 Mark, der Heidenmission etwa 270 Mark, den Werken der Inneren Mission etwa 550 Mark. Auch bie Pflege des evangelischen Auslandsdeutschtums hat unter uns ihre bewährten Freunde. oo Bettenhausen, 3. Jan. Aus der statistischen Erfassung des kirchlichen Lebens eien folgende Angaben aus unserer Gemeinde mit- geteilt: Wir hatten 7 Taufen, einen Konfirmand, 4 Trauungen, 8 Beerdigungen. 81 Haupt- und Nebengottesdienste wurden besucht im Wochendurchschnitt von 33 männlichen, 39 weiblichen Teilnehmern und 28 Kindern, zusammen von 100 Evangelischen oder von etwa 29 v. H. der Bewohner. Am heiligen Abendmahl nahmen 363 Gemeindeglieder teil, d. h. etwa 130 v. H. der Erwachsenen. An Gaben christlicher Liebestätigkeit wurden gesammelt 361 Mark. Grober Unfug beim Silvesterschießen. LPD. Frankfurt a. M., 3. Jan. Am Silve- fterabenö schossen in der Oppenheimer Landstraße ein Mansardenbewohner und sein Freund aus der dunklen Mansarde heraus das neue Jahr em. Hierzu hatte der Mansardenbewohner Platzpatronen gekauft. Beim Laden der Waffe hatte er die Platzpatronen mit scharfer Munition verwechselt, die er in der gleichen Schublade aufbewahrte. Einige von den in Richtung Bonifazi u s k i r ch e abgegebenen Schüsse verursachten an der Kirche Einschläge. Ein Schuß durchschlug das Kirchenfenster über der Orgel, prallte gegen die Kirchendecke, schlug zurück und traf eine Kir- chenbesucherin an der Stirn. Die Verletzung ist geringerer Natur. Der Tater wurde ermittelt. An der Schweizer Srenze erwischi. LPD. Frankfurt a. M., 3. Jan. An der Schweizer Grenze wurde der aus Ungarn stammende, zuletzt in Frankfurt ansässige Geza Grünberger angehalten, als er sich in Die Schweiz begeben wollte. Er behauptete nur 20 Mark bei sich zu haben. Als man in den Fahndungsblättern nachschlug, entdeckte man, daß ein William Grünberger zur Festnahme aufgegeben war. Es handelt sich um einen Bruder des Geza. Man hielt es "unter diesen Umständen geraten, den Geza nicht so ohne weiteres in die Schweiz ab» dampfen zu lassen, und es wurde seine Leibesvisitation angeordnet. Als man feinen Koffer durchsuchte, entdeckte man an Bargeld 43076 Mark, außerdem Zinsscheine im W e r t e von 13 000 Mark. Diese Werte wurden letzt vom Schöffengericht Frankfurt im objektiven Verfahren eingezogen. Beträchtlich erleichtert konnte Geza sich nach dem Süden begeben. Eva van Koster errötete und schüttelte lächelnd Kirche und Schule. Landkreis Gießen. )( L i ch , 3. Jan. Eine schöne k i r ch e n m u s i - kalische Weihnachtsfeier wurde unserer Gemeinde am Abend des Neujahrstages in der Marienstiftskirche geboten. Organist Stein eröffnete die Feier mit dem Orgelchoral „in dulci jubilo" von I. S. Bach. Im Verlaufe des Abends spielte er noch „Heilige Nacht", Hirtenmusik von Bartmuhs, „Andante Pastorale" von Herzog, „Pastorale" von Bartmuhs und zuletzt „Pastorella" von I. S. Bach. Das prachtvolle Orgelwerk unserer Kirche kam unter den Händen eines Meisters auf der Königin der Instrumente zur vollen Geltung. Die Chorschule und der Kirchenchor sangen unter Leitung von Chormeister Stein alte Weihnachtslieder unb hinterließen infolge der ausgezeichneten Wiedergabe einen tiefen Eindruck. Als Solisten wirkte Frau M. Wagner mit, bie, von Organist Stein begleitet, mit ihrer anfprechenben, reinen, ben großen Raum ber Kirche bis in ben letzten Winkel füUenben unb in jebem Wort verstänblichen Stimme Lieber von Joh. Wolfgang Frank, von Max Reger unb von Cornelius zu Gehör brachte. Im Chor ber Kirche brannten zwei große Chnst- bäume mit ihren vielen Lichtern unb versetzten im Verein mit ben wunbervollen Darbietungen von Organist, Solistin und Chören die Gemeinbe noch hinter bas Geheimnis gekommen sein würben — unb weil man bie Erbschaft unter allen Umftänben für sich sichern wollte. Die Faschmünzerwerkstatte, an ber bie Parkins beteiligt waren, konnte ja eines Tages entbetft werben. Dann war es mit dem Reichtum aus. So war bas Vermögen, bas Professor van Koster hinterlassen hatte, Den Verbrechern wert genug, um selbst Sie aus dem Wege zu SJL-tfpott ver- Die Ereignisse im Wintersport 1935 für [Vermietungen Herren-Konfektion (Klavier) aus Wiesbaden. 7800D RM 1.05, 1.95 in Apotheken und Drogerien, Gebrauchten, Out erhaltenen WellbH-M-Ücliiippeii preiswert zu kauten besucht Schriftliche Angebote unter 54D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erbeten. Fürdiese Abteilung wirdein hervorragend tüchtiger, äußerst branchekundiger lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllill Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzeile veröffentlicht llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll erhalten diejenigen Volksgenossen, die sich von ihrem Bank- oder Postscheckkonto einen festen Spendenbetrag abbuchen lassen. in in in in in in in Eine besondere Erwähnung verdienen noch das Wintersportfest des Deutschen Ostens in Schreiber- Hau, das für den 8. bis 12. Februar geplant ist, sowie die Großveranstaltung der Eissegler, die im Rahmen der 7. Deutschen Eissegelwoche vom 19. bis 24. Februar in Angerburg (Ostpreußen) ihre Meisterschaften austragen. um fol- Würzburg: Bayern — Baden, Köln: Mittelrhein — Nordmark, Elberfeld: Niederrhein — Württemberg, Fulda: Nordhessen — Brandenburg, Danzig: Ostpreußen — Niedersachsen, Gelsenkirchen: Westfalen — Pommern, Chemnitz: Sachsen — Schlesien. Leichtathletik ist in das Winterprogramm ein Mannschafts-Querfeldeinlauf aufzunehmen. Dieser findet für das Kreisgebiet Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Schotten und Wetzlar) am Sonntag, 13. Januar 1935, vormittags 10.30 Uhr vom Sportplatz der Spielvereinigung 1900 Gießen aus statt. Es wird gelaufen in einer 5 = k m = Klaffe, einer 3 - km - Klafse sowie einer Jugendklasse (Jahrgänge 1917/18) über 2 km. Es findet nur Mannschaftswertung statt, und zwar müssen jeweils mindestens vier Läufer geschloffen das Ziel passieren. Meldungen (unter namentlicher Aufführung der Läufer) bis zum 10. Januar 1935 an Kreisfachamtsleiter Georg R i ch t b e r g , Gießen, Mühlstraße 32. Handball im Lahn-Oillkreiö (Gau XII) Tv. Heuchelheim I — Spvg. 1900 Gießen komb. 6:7. Obige Mannschaften standen sich am Neujahrstage in Heuchelheim im Gesellschaftsspiel gegenüber und lieferten sich einen spannenden Kampf, der, mit etwas Glück, in der gleichen Höhe auch von den Einheimischen hätte gewonnen werden können. Eine Faltbootfahrt ins neue Jahr. Der Werbewarl der Paddlergilde erzählt... Es war so um die Mitte November, als man bei einer Monatsversammlung der Paddlergilde beschloß, zu Neujahr eine gemeinsame Skifahrt auf den Hoherodskopf zu veranstalten. Allein der Mensch denkt und Gott lenkt — also drehte man die Bretter auf die andere Seite um und ergab sich dem Schicksal. Urplötzlich erschien aber am Tag vor Silvester im G. A. eine Anzeige, daß die geplante Skifahrt in eine Faltbootfahrt Gießen — Braunfels umgewandelt sei. So etwas Ungewöhnliches war für die Paddler noch nicht da. Eine Fahrt zur Badenburg, dort Kaffee trinken und dann heim zu Muttern wäre noch denkbar gewesen, aber eine richtige Tagesfahrt mit Selbstoerpflegung, Eisenbahnfahrt — diesen Gedanken schrieb man zunächst einer verfrühten Silvesterfeier zu. Immerhin war es eine einzigartige Gelegenheit zur Eröffnung des 10. Vereinsjahres der Paddlergilde. Am Neujahrsmorgen in der Frühe ging es tatsächlich los. Petrus zeigte sich auch mit dem Vorhaben einverstanden und machte ein freundliches Gesicht. Durch den vorhergehenden Regen war das Wasser „gut". Nach den ersten Schlägen saß man wieder im Sattel, das Uebertragen war an beiden Gießener Wehren schnell wieder gelernt. Dann ging es hinaus in den ersten Morgen des neuen Jahres. Wie anders gibt sich doch die Lahn im Winter! Das menschliche Leben an ihr ist fast erstorben, unwillkürlich widmet man deshalb seine ganze Aufmerksamkeit der Tierwelt. Wir glaubten, so viel Enten und Reiher vorher noch nie angetroffen zu haben. Vor Dutenhofen zählten wir über 40 Wildenten und sahen einen Zug von 8 Reihern. Hinter Naunheim, wo die Lahn den rechten großen Bogen macht, gab uns Petrus nochmals seine Sympathie zu erkennen. In einigen hundert Meter Entfernung zog eine finstere, fast undurchsichtige Regenwand vorüber, ohne uns auch nur mit einem Tropfen zu belästigen. In Wetzlar ging es durch die Schleuse und bald waren wir in dem kurzen Stück Lahnkanal, das aus Anlaß der Regulierung der Dill- Mündung bereits in Angriff genommen ist. Hinter der Eisenbahnbrücke der Koblenzer Strecke schneidet das neue Flußbett den riesigen Linksbogen ab und mit wenigen Schlägen schwimmt man vor dem Altbekannte, gut ein geführte Ver- sicherungs - Gesellschaft sucht <ür Gießen und Umgegend gut eingeführten Vertreter der befähigt ist, in allen Kreisen zu werben. Direktions-Vertrag und Reisespesen, Nicht branchekundige Herren werden eingearbeitet. Sehr Angeb.u.42va.d.Gieß.Anz. Gesänge von Händel, Sarti. 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Vereinsjahr der Paddlergilde war verheißungs» voll eröffnet. bringt der kommende Sonntag die Vorrunde den DFB.-Pokal. Die sieben Spiele führen gende Gaue zusammen: Freundschaftsspiel Epielvgg.1900 - Spielverein Kassel. Am kommenden Sonntag gelangt auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 ein Spiel zum Austrag, das außerhalb des üblichen Spielprogrammes steht. Die 1. Mannschaft des Spielvereins Kassel tritt hier gegen die Elf der Spieloereinigung 1900 im Freund- sck)aftsspiel an. Spielverein Kassel steht in der Tabelle der Gauliga mit Borussia Fulda punktgleich an zweiter Stelle. Lippert, der in der Gaumannschaft Nordhessen gegen Gau Brandenburg in Fulda spielt, wird voraussichtlich durch einen neuen Mann ersetzt. Die Vorrunde um den OFA.-Pokal. Bis auf das Treffen der Gaue Mitte und Südwest, das erst am 13. Januar ausgetragen wird. taslotliler kinderlieb, i.bess. Haushalt gesucht Ausführliche Be- werbullgen mit Lichtbild unt.036 an d. Gieß. Anz. 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Leben doch eine hervorragende Rolle zu spielen stand. Mannschasts-Querfeldeinlauf am 13. Januar 1935. Gemäß den Richtlinien des Gaufachamtes -und schöner Dinge wohl >zu- schätzen. Gerade jetzt wieder bieten die Fenster manches was die Herrenwelt interessiert. Leupin-Lreme uns Seife vorzügliches Hautpflegemittel, seit langen Jahren bewährt bei Flechte-HMjucken Ausschlag, Wundsein usw. Drog.Winterbofs.Kreuzvl.10.-;7k-.«v Die viereckige Hausiürpiatetle (Monat Januar) B Lichtspielhaus Gießen ■ Ab heute Freitag Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am vorigen Sonntag empfing die erste Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die Reserve von 1900 Gießen zum Verbandsspiel. Die Gäste gingen gleich mächtig aus sich heraus. Bald aber fanden sich die Leihgesterner und durch den Halblinken Funk kamen die Einheimischen zum Führungstor. Einige Minuten später verursachten die Gäste einen Elfmeter, den derselbe Spieler zur 2:0-Führung einschoß. Nachdem der Linksaußen durch einen schönen Schuß das 3:0 fertig gemacht hatte, ging es in die Pause. Nach der Pause war das Spiel ausgeglichener und nicht mehr so schnell wie in der ersten Halbzeit. 1900 drängte verschiedene Male, aber ihr ehemaliger Vereinskamerad Fischer konnte sämtliche gutgemeinten Schüsse bannen. Leihgestern siegte verdient. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei. — Vor diesem Spiel trafen sich die zweiten Mannschaften von Leihgestern und Wieseck. Das Spiel endete 1:1. — Die Jugend, die auf dem besten Wege zur Meisterschaft ist, fuhr nach Großen- Buseck, um auf dem gefürchteten Platz des FC. Großen-Buseck das fällige Verbandsspiel auszutragen. Das Spiel endete torlos. Ein Treffer, den der kleine Mittelstürmer der Leihgesterner schoß, wurde nicht gegeben. * Wißmar I — Allen-Buseck I 2:4 (1:1). Am Sonntag weilte die 1. Mannschaft von Alten- Buseck zum fälligen Verbandsspiel in Wißmar. Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an. Nach kurzer Zeit konnte der Halblinke der Gäste seine Mannschaft in Führung bringen. Die Freude dauerte aber nicht lange, denn bald hieß es 1:1. Nach der Pause trugen die Gäste Angriff auf Angriff vor des Gegners Tor und konnten zwei Tore vorlegen. Die Einheimischen ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen und verkürzten auf 2:3. Kurz vor Schluß fiel dann der vierte Treffer für die Gäste. Finnland will die Olympischen Spiele 1940. In der finnischen Oeffentlichkeit wird lebhaft für den Gedanken geworben, die nächsten Olympischen Spiele im Land der tausend Seen auszutragen. Finnland erwartet von den Mitbewerbern Japan und Italien, daß sie als sportliche Gentlemen handeln und ihre eigenen Wünsche zurückstellen gegenüber einer Nation, die zwar klein ist, aber im sportlichen Altenburger Wehr. In Altenburg überreichte uns die Lahn ihr Neujahrsgeschenk. Der Wasserstand ließ gerade noch ein Befahren des Wehres zu und mit Juchhe ging es darüber hinweg. Sogar der versammelten Dorfjugend gefiel dieser Spaß so gut, daß sie im Sprechchor verlangte, „Dasselbe noch einmal!" Eine Viertelstunde später wurde das Oberbieler Wehr übertragen, die „Katarakte", eine | Mietgesuche | 4-5-Zim.-Wohnung mitBad,l.Stck. zum 1. 4. oder später von 3 Erwachs. ges. Evtl. Tausch 3 Z.Altw. Schr.Angeb.unt. 042 a. d. G. A. KOHLER Gießen Seltersweg 17 [Stellenangebote) Slonntn- Sorflemln Betelfttlo zu sofortig. Eintritt gesucht. 033 Kltngspor Dammstraße 37. teiligen können. Auch die Eisfchützen haben sich neue Meisterschaften zugelegt, nämlich solche für Frauen. Mit einer besonders starken Beteiligung rechnet man diesmal im Eishockeyturnier. Titelverteidiger ist hier der VfL. Brandenburg-Berlin, der bei den Deutschen Kampfspiel-Meisterschaften Ende Januar in Schierke (Harz) zusammen mit dem Titel des Kampfspielsiegers auch den eines Deutschen Meisters im Eishockey errang. Die deutsche Nationalmannschaft hat ihrerseits in Davos den Europatitel zu verteidigen, eine zweifellos außerordentlich schwierige Aufgabe angesichts der Hebung der Spielstärke, die in fast allen Ländern zu verzeichnen ist. Für die Kunstläufer sind als Termine wichtig die Europameisterschaften in St. Moritz, die dort vom 24. bis 26. Januar sowohl für Herren, Damen als auch Paare ausgeträgen werden, während die Weltmeisterschaften für Damen am 8. und 9. Februar in Wien, die für Herren und Paare acht Tage darauf, am 16. und 17. Februar in Budapest stattfinden. Die Schnelläufer treffen sich diesmal im Kampf um die Europatitel am 2. und 3. Februar in Helsingfors und zu den Weltmeisterschaften am 23. und 24. Februar in Oslo. Erstmalig tragen wir im Eisschnelläufen mit Polen einen Länderkampf aus, und zwar in Zakopane, wo sich Deutschland und Polen auch im Eishockey gegenüberstehen sollen, während zu gleicher Zeit im polnischen Wintersportplatz Krynica die Europameisterschaften im Rodeln ausgetragen werden, bei denen Deutschland sowohl den Titel im Herreneinsitzer wie im Zweisitzer für Herren zu verteidigen hat. Das grötzke Programm haben die Skiläufer. Die Deutschen Skimeisterschaften sollen in diesem Jahr zum letztenmal international ausgetragen werden. Der Ort der Wettkämpfe, Garmisch-Partenkirchen, reizt natürlich die meisten Länder zur Teilnahme, um sich früh genug mit dem Gelände der Olympischen Winterspiele vertraut zu machen. So werden wir voraussichtlich eine Überaus starke internationale Besetzung zu verzeichnen haben, und die Deutschen Skimeisterschaften werden in diesem Jahr nach den PIS-Rennen das wichtigste Ereignis im Schneelaufsport sein. Der Deutsche Skiverband wird eine starke Expedition zu den Holmenkol- rennen schicken. Die vorjährige Teilnahme an den PIS-Rennen, die diesmal in der Tatra, dort jedoch nur mit den sogenannten nordischen Disziplinen, im Slalom und Äbfahrtslaufen dagegen vom 22. bis 25. Februar in Mürren durch den veranstaltenden englischen Skiverband stattfinden, brachte uns außerordentliche Erfolge. Franz P f n ü r gewann den Slalomlauf für Herren, Christel Cranz wurde Siegerin in der Kombination des Damen-Abfahrts- und Slalom-Rennens, und Deutschland gewann durch seine Damen außerdem beide Mannschafts- Wettbewerbe. Auch Auslandtitel haben wir im Skilauf zu verteidigen, wurde doch Alfred Stoll ungarischer Skimeister, der Schlesier L e u p 0 l d jugoslawischer Titelträger und Franz Pfnür (Schellenberg) französischer Meister im Abfahrtslauf und Kombination. Sehr gut hat sich die Wintersaison 1934/35 nicht eingeführt, denn mit Ausnahme der Schweiz und einiger Teile Skandinaviens hat es noch nirgends rechten Schnee gegeben, so daß die Skiläufer bisher zum größten Teil zur Untätigkeit verurteilt waren und so manches schöne Vorhaben ins Wasser fiel. Nicht einmal der Neujahrstag konnte mit einer sausenden Abfahrt begangen werden, und alle noch inbrünstig zu Petrus hinaufgeschickten Schnee-Gebete haben bisher wenig genutzt. Ein wenig besser haben es die Eissportler gehabt, aber nur deshalb, weil menschliche Kunst hier die Natur schon etwas korrigieren kann und die künstlichen Eisbahnen im Freien wie in der Halle wenigstens denen Gelegenheit zu Training und Wettkampf geben konnten, denen räumlich günstige Lage oder der Geldbeutel das Aufsuchen dieser Sportstätten ermöglicht. So haben wir denn im zu Ende gegangenen Jahr schon eine Reihe feiner Eishockeyspiele gehabt. Die wertvollsten davon waren die um den Europapokal, an denen mit Ausnahme der Schweizer Mannschaften alle im Eishockey in Europa führenden Clubs teilnehmen: Das andere belebende Element waren die Winnipeg Monarchs, die kanadische Mannschaft, die bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz den Titel für ihr Land verteidigen soll und wohl auch erfolgreich verteidigen wird. Der Winter 1935, von dem allein man also jetzt noch sprechen bracht, bringt zusammengedrängt auf etwa 10 Wochen eine Fülle von Großereignifsen, die eine besondere Bedeutung dadurch gewinnen, daß es der letzte Winter vor den Olympischen Spielen 19 3 6 ist, daß also jedes Land eine Art Generalmusterung und Generalprobe für seine Auserwählten abhalten will, um möglichst gut gerüstet zu sein, wenn es nun in den Kampf um die Medaillen geht. Unter diesem Gesichtswinkel wird man also die meisten Großveranstaltungen zu betrachten haben und aus den Ergebnissen gewisse Schlußfolgerungen für Garmisch-Partenkirchen, die Schaustätte der Olympischen Winterspiele, ziehen. Die Dobfahrer. Das Programm hatte eigentlich mit der Harzer Zweier-Bobmeisterschaft in Schierke anfangen und durch die Deutsche Junior-Meisterschaft in Schrei- berhau am 5. und 6. Januar fortgesetzt werden sollen, aber damit ist es nichts, denn gerade zur Ausübung des Bobsports bedarf es einer längeren Kälteperiode, um brauchbare Bahnen zu haben. Im Rahmen der Deutschen Wintersport-Woche, die in der zweiten Januarhälfte in Garmisch-Partenkirchen stattfindet, geht es um die Deutsche Zweierund Viererbob-Meisterschaft, die gleichzeitig die Ausscheidungsrennen bilden für die Entsendung unserer Vertreter zu der Weltmeisterschaft im Zweierbob, die am 2. und 3. Februar in Jgls (Tirol) stattfindet, und für die Weltmeisterschaft im Viererbob, die 14 Tage darauf in St. Moritz ausgetragen wird. Hier "hat Kilian (Garmisch) den Titel zu verteidigen, den er sich Ende Januar 1934 auf der Olympiabahn in Garmisch mit Bob „Deutschland I" holte. Die Eisläufer. Die Deutsche Wintersportwoche in Garmisch ist auch für die Eisläufer Termin und Ort ihrer Meisterschaften. Kunstlaufen, Schnellaufen, Eis* schießen und Eishockey ermitteln dort ihre neuen Meister, und die gezeigten Leistungen werden dafür ausschlaggebend sein, ob und in welchem Umfang wir uns an Veranstaltungen des Auslandes be- I.Verkäufer gesucht. Schriftliche Bewerbungen unt. Beifügung von Lichtbild und Zeugnis-Abschriften unter 36D an den Gießener Anzeiger. Gieftener Konzertverein Sonntag. 6. Januar 1935, 17 Uhr, Universitäts-Aula 2. Solistenkonzert. Adelheid Armhold v (Sopran) aus Berlin Albert Hofmann MM 7//Z W/. 7///, 32A ' sind Qu 7 in St ?r !°vohs >3>in ’"»nu«b ; uebruar HM** \tcI am 2 den Welt, r in Oslo. W Polen Äpone, 5l5bo(fen Ä" Seit le (Europa, 'erden, bei ^errenein, verteidigen te# L'?A B _ra"9. 7 $«oos Käufer. in diesem ^getragen ^-'Parten. Zur Teil, blande der achen. So U5 starke oben, und in diesem e Ereignis -kiverband holmenkol- ne an den dort jedoch pfinen, im ii 22. bis istaltenden ms außer- nann den iz wurde -Abfahrts- ) gewann annschasts- ' wir im d Stoll eupolb P fn ür aV)rte\au\ noch das Schreiber- leplant ist, er, die im vom 19. ißenj ihre lenl ■ and ■ tag- ■ 38 a ■ I ;he ■ ichej bei wieder* «rlnWL I-0-- rbet«1 ttr.3 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesfen) Freitag, 4. )anuariyZ5 HF «666* 7 MWWM <7 77:7, 7'^ : ;7 ;77-7- Eindruck vermittelt von I' ß.< 7‘ ■ M7W M OK HO 'M 7^ • ■ .- ’■ 7*.- 7 W „ MjM' ’» .. der Der Schauplatz des römischen Gesprächs Die Armee des roten Zaren Aus der Hochburg der Saarindustrie Wozu Tanks im Saargebiet? Faschismus eine Verbrechergesellschaft sei, gut, so sei 1 er das Haupt dieser Gesellschaft, er, er allein habe die Voraussetzung für sie geschaffen, sein Werk sei es von damals bis heute — „und , jo frage ich in aller Form, ob innerhalb oder außerhalb dieses Hauses niemand ist, der diesen Gesetzesartikel angewendet wissen will?!" Was nun folgte nach dieser seit dem alten Rom wohl kaum mehr gehörten Kühnheit, läßt sich nicht beschreiben. Ich sah den greisen Giolitti zum ersten Male seine berühmte Haltung verlieren, die früheren Minister, an der Spitze die Annunziaten- ritter hoben beschwörend die Arme... und dann ging alles unter in einer Explosion, in der sich die wochenlange unerträgliche Spannung Luft machte. So ein Kraftgefühl wirkte unwiderstehlich, die Frauen waren in eleganter Kleidung erschienen und gerieten nun außer sich, die Tribünen heulten auf vor Entsetzen und Jubel, die Faschisten aber, alle ohne^ Außnahme, hatten nun wieder ihren vergötterten Duce, sie schienen ihn auf den Schild heben zu wollen, er brachte den Orkan kaum zur Ruhe. Niemand meldete sich, der den Verfassungsartikel angewendet wissen wollte, die Linke war wie versteinert. Und der rasende Cäsar spricht: „Die Lösung der Krisis liegt in der Gewalt. Vinnen 48 Stunden wird die Lage geklärt sein!" Ein letzter parlamentarischer Empörungsversuch erstickt im Keim, wie eine Brandungswoge wuchtet die Menschenmasse hinaus auf die Straße, ein Mann wird mir über den Kopf geworfen und von fanatischen Armen davongetragen — es ist Farinacci. Sein Geist hat den Erfolg bewirkt. Binnen 48 Stunden ist die Lage geklärt. Die Opposition verboten, die feindliche Presse verboten — Mussolinis Alleinherrschaft gesichert. Die historische Treue gebietet allerdings Nach dem „Ostpakt" soll die Rote Armee der Sowjet-Union den Schutz der deutschen Grenzen übernehmen. Würde es sich um die Armee eines Nationalstaates handeln, so ließe sich über eine solche Garantie immerhin reden, zumal sie doch nur einen mehr theoretischen Wert hätte. Die Rote Armee ist jedoch ein ausgesprochenes Werkzeug der Weltrevolution, und es würde geradezu Selbstmord für ganz Europa bedeuten, wenn man Rußland seine Grenzen gewissermaßen bis an den Rhein vorzuschieben gestattete. Don besonderer Seite wird uns ein Aufsatz zur Verfügung gestellt, der sich mit der Armee des roten Zaren befaßt und dem klar zu entnehmen ist, welche Möglichkeiten und Un- revolutionären Weltproletariats. Die „Prawda, das russische Regierungsorgan, schrieb kürzlich: „Wenn die Zeit herannaht, wo die Trommeln der großen Roten Armee schlagen, wenn das Rasseln der Trommeln der Internationale weit und breit widertönt, wenn unsere Bajonette und die roten Flugzeuge den Schlachtruf der sozialistischen Revolution und der Menschen- befreiung in die Welt hinaustragen, dann kommt der Tag des Gerichts und der Vergeltung für das tausendjährige Verbrechen, welches allen Unterdrückten angetan worden ist. In diesem Geiste findet die Erziehung des Soldaten statt. Der Soldat ist der Träger dieser Idee, sein Dienst ist die Vorbereitung für den heiligen Krieg der Unterdrückten gegen die Unwerden. Die Bewaffnung ist trotz größter Anstrengung noch nicht überall so, wie es gewünscht wird. Es darf aber nicht verkannt werden, daß die Führung mit allen Mitteln in der Bildung einer eigenen Waffenindustrie vorgeht und daß m dieser Hinsicht manches schon erreicht ist. Der berühmte Funf- jahresplan ist nichts anderes als em Rustungsplan, in dem die Forderung für eine eigene unabhängige Schwerindustrie für die Rüstung das Ziel ist. In der Beschaffung modemerWaffen sind große Fortschritte gemacht worden. Mit Sicherheit bestehen heute'schon 18 Panzerkraftwagen-Abtellun- gen und fünf Kraftwagenregimenter mit insgesamt Möglichkeiten einer solchen Armee innewoh neu. D. Red. Rote Arbeiter- und Bauern-Armee, so nennt sich stolz die Sowjet-Armee, und damit ist auch die Eigenart dieser Armee umschrieben. In der Beurteilung des russischen Soldaten und der Armee wird man immer fehlgehen, wenn die Grundtatsache, daß die Armee eine politische ist, nicht bedacht wird. Ihre innere Struktur und Haltung ist eine ganz andere als bei allen anderen Armeen der Welt und damit auch der einzelne Soldat. Die Armee und der Soldat sind nicht als das Erbe der alten russischen Armee zu betrachten, ist auch nicht eine beliebige nationale Armee, sondern ihrer Bestimmung nach international — die Vorhut des terdrücker." Dieser politische Charakter der Roten Armee findet seinen bezeichnenden Ausdruck im politischen Apparat des Heeres, in der politischen Arbeit innerhalb der Armee, in der Einbeziehung der Politik als Kampfmittel bei allen militärischen Unternehmungen und in der sozialen Zusammensetzung des Führerkorps. Die Anerkennung der politischen Propaganda als militärisches Kampfmittel wird in Felddinstordnung ausgedrückt: Die politische Zuverlässigkeit der eigenen Truppe, die Erschütterung der Kampfkraft des Gegners, das Herüberziehen der Arbeiter und Bauernmassen seiner Armee und der Arbeiterbevölkerung des Kriegsschauplatzes auf die Sette der proletarischen Revolution bilden die wichtigsten Vorbedingungen für den Sieg." Die personelle Zusammensetzung entspricht diesen politischen Voraussetzungen. Der Dienst mit der Waffe ist das alleinige Vorrecht der Werktätigen; die Nichtwerktätigen sind von dieser Ehrenpflicht ausge chlossen und werden nur zum Arbeitsdienst herangezogen. Auch das Führerpersonal wird aus- chließlich vom Proletariat gebildet. In der Roten Armee gibt es weder die Bezeichnung „Ostizier noch Rangklassen. Die Anrede ist „Kamerad . , In den obersten Stellen befinden sich Verhältnis- mäßig junge Offiziere, die ihren Aufstieg Person- lieber Tüchtigkeit verdanken. Mit Fleiß und Energie und großen theoretischen Kenntnissen ausge- tattet, sind sie ausgesprochene Führerpersönlich- 'eiten. Dieser dünnen Führerauslese gegenüber steht die Masse der mittleren Kommandeure, die weder durch eine lange Friedensschule gegangen sind, noch sonstwie durch Erziehung und Schulung die Qualitäten eines Führers mitbringen. Besser scheint es mit dem Nachwuchs zu werden, der durch eine Reihe von Schulungen hindurchgeht und durch ein enges Prüfungssieb ausgewählt wird. Die organisatorische Gliederung der Armee ist ein Zwischending von allgemeiner Wehrpflicht und Miliz. Die Dienstpflicht umfaßt 21 Jahre. Ausbildung vor der Einberufung zwei Jahre, aktive Dienstzeit und Beurlaubtenstand fünf Jahre Reservedienst 14 Jahre. Man unterscheidet zwischen dem stehenden Heer und den Territorialtruppen. Im tchenden Heer werden die Mannschaften nach zwei- ähriqer Dienstzeit in den „langfristigen Urlaub entlassen. Bei den Territorialtruppen betragt die Dienstzeit innerhalb von fünf Jahren acht bis elf Monate. Da die Friedensverbände nicht ansreichen, um den jährlichen Rekrutenzugang (800 000) auf- zunehmen, müssen sich alle übrigbleibenden ~aug» lichen der Ausbildung „außerhalb der Armee unterziehen. Dauer insgesamt sechs Monate, in jedem Jahr nicht länger als zwei Monate. Fast ein Drittel der Roten Armee befindet sich in den der russisch-polnischen Grenze gegenüberliegenden Militärbezirken: in Weißrußland — zehn Schützendivisionen, vier Kavalleriedivisionen. Etwa ein Sechstel steht im Asiatischen Rußland; im Bezirk der fernöstlichen Armee Blücher — sechs Schützendivisionen, eine Kavalleriedivison; im Bezirk Mittelasien drei und eine halbe Schützendivisionen, drei Kavallerie-Brigaden. Gesamtfriedensstärke 563 000 Mann. Bei Einrechnung der Terri- torialformationen 1300 000 Mann Kriegsstarke. - Spätestens in vier Wochen kann im Mobilmachungsfall eine Verdoppelung der Friedensstärke erreicht Der Palazzo Venezia in Rom, in dem der Regierungschef Italiens und der französische Außenminister ihre Unterredungen führen werden. er heute noch steht. Erst am 3. Januar 25 schritt er zur Gewalt, indem er alles auf eine Karte sttste, und gelangte glücklich zur Alleinherrschaft, ohne mehr den tarpejischen Fels neben dem Kapitol fürchten zu müssen. Es wäre nicht einmal falsch, wenn man die Revolution erst von diesem Tage an datieren würde, sofern man unter dem Wort nur eine solche Handlung verstehen will, die unter Gesetzesbruch die bestehende Verfassung umstößt und Gewalt vor Recht setzt. Denn bisher regierte der Ministerpräsident Benito Mussolini durchaus gesetzmäßig, er nahm nach dem Einzug in Rom, vom König gerufen und ins Amt gesetzt, sein Portefeuille und ging gemessenen Schrittes ins Parlament, wo feine Schwarzhemdenpartei in fast hoffnungsloser Minderheit saß und noch so lange sitzen sollte. Er rief zwar in seiner berühmten Einführungsrede aus, daß er ein B i w a ck aus diesem grauen und trostlosen Hause machen hätte können, aber bei diesen Worten konnte ein Sozialistenführer aufspringen und Hochrufe auf das Parlament ausbringen. Mussolini regierte, indem er sich wie seine Kollegen im übrigen demokratischen Europa Tag und Nacht mit den Parteien herumschlug und innerhalb seiner eigenen d i e schwersten Kämpfe führen mußte. Besonders der radikale Flügel machte ihm die Hölle heiß und als zwei Jahre später, im Sommer 24, der Sozialistenführer Ma11eotti (übrigens ein sehr reicher Salonsozialist) ermordet wurde, klagte er, nur seine schlimmsten Feinde hätten ihm diesen Streich spielen können. Das war natürlich Wasser auf die Mühlen der Oppositionulne im gleichen Maße erstarkte, wie die faschistische Partei unsicher wurde. Mussolini wollte und brauchte wegen der ständig sinkenden Valuta den Frieden, er machte heroische Anstrengungen dazu, er erklärte sich zu einer Wahlreform bereit und betrieb die „Normalisierung der Verhältnisse, aber gerade diese versöhnliche Haltung brachte ihn der Opposition, die unbedingt seinen Kopf wollte, nicht näher und mit den Radikalen in einen so bedenklichen Streit, daß in diesem Lager das böse Wort umging, die Revolution sei wohl einen Mussolini wert. Das sollte heißen cne Revolution müsse auch gegen den Führer gerettet werden. Einer der Unterführer schwang sich über die Quadrumvirn des Marsches auf Rom hoch, der Vizeduce" F a r i n a c c i, und Mussolini schien den "Kopf schon in einer doppelten Schlinge zu haben, als er plötzlich zeigte, was wirklich m ihm steckte an Kraft und staatsmännischer Entschlossenheit. Jetzt galt es den Kampf um Rom, jetzt erst! Die „zweite Welle" rollte heran, als er versprach, am 3. Januar 25 eine revolutionäre Rede m der Kammer zu halten. Diese Kammersitzung wird niemand vergessen, der sie erleben durfte. Er verteidigte nicht seinen Kopf, er sprach nicht als Angeklagter, er war Staatsanwalt, nein, ein Sulla, nein, ein rächender Gott des Mythos. Quos ego Er arbeitete mit zermalmenden Fäusten, mit speer- schleuderndem Armen, mit cäsanschen Gebärden — immer den Daumen nach unten gedreht. „Wie habt ihr euch getäuscht, o Signori als ihr den Ichchis- mus schwach glaubtet, weil ich ihn niederhielt! Er wühlt nun mit wutverzerrtem Gesicht buchstäblich unter dem Tisch, um anzudeuten rote niederträchtig man gegen ihn gewühlt habe, indem man angeblich nach der Leiche Matteottis suchte. Und dann, unter atemloser Stille, greift er nach der goldgeranderten Verfassung, er hebt das Buch hoch und lieft daraus Imit lauter Stimme den Artikel vor, der der Kammer das Recht gibt, die Minister des Königs in Anklagezustand zu versetzen. Er bekennt sich als Führer schuldig der politischen, moralischen, historischen Verantwortung für alles, was vor- gefallen fei, für alle Gewalttaten, und wenn der Zehn Zahre Memhmschast. Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Januar. Für die meisten Zeitgenossen beginnt die Herrschaft Mussolinis mit dem Marsch auf Rom, für nicht wenige deckt sich dieses Bild mit dem Begriff der faschistischen Staatsumwälzung. Das ist begreiflich, denn in unserer erlebnisreichen Zeit braucht das Empfinden für Zeitgeschichte eine plastische Vorstellung, irgendeinen eindrucksvollen Vorgang zur Unterstützung des Gedächtnisses. Historisch sieht es anders aus: Die faschistische Bewegung ging (wie in meiner faschistischen Revolutionsgeschichte ,Der Weg zum Kapitol" ausgeführt) im Hochsommer des Jahres 21, kurz nach den letzten Giolittiwahlen, in offene Erhebung gegen die Staatsgewalt und damit in Revolution über, aber erst zwei Jahre nach dem Marsch auf Rom (Oktober 22) trägt die Revo- : lutionswelle Mussolini auf die steile Höhe, auf der festzustellen, daß bei jener denkwürdigen Sitzung nur noch die halbzahme Opposition anwesend war, denn die Marxisten waren schon vorher wie seinerzeit die Plebs auf den Mons Sacer oder Aventin ausgezogen und hatten dort ihr Parlamentino oder Parlamentlein, während im Montecitorio nur noch ein Rumpfparlament tagte. Wichtiger als der Triumph über die Gegner war ja aber der Sieg über die Lauen und Schwankenden und Feinde im eigenen Lager, und es war kein Sieg einer Partei, kein Sieg des Faschismus, sondern einzig und allein ein Sieg der Persönlichkeit, des alle überragenden Duce. Die Parteien machten ihm jetzt keine Sorge mehr. Riese, der er geworden, konnte er eine nach der andern wie ein Stück Brot hochheben und zwischen den Fingern zerkrümeln. Der bisher neutrale Frontkämpferbund wurde aufgelöst und ging später unter den faschistischen Wimpeln zu Mussolini über. So stark fühlte sich der Duce, daß er sogar die Kommunisten zu einem letzten- Satyrspiel ins Parlament ließ, wo sie das Bürgertum fürchten machen wollten und grausige Rache schworen. Da Uesen natürlich die Bürger auch zum Faschismus über. Allmählich brach dann der letzte Block der drei Annunziatenritter, Giolitti, Orlando und Salandra, auseinander, als Mussolini bekannte, er stelle sich hinter König und Heer, wenn der König es verlangen sollte, würde er die Hacken zusammenschlagen, salutieren und abtreten. Der König verlangte es nicht. Der letzte Gegner war die Kirche. Sie wurde mit den Lateranverträgen versöhnt. Und auch den Dämon der Unzufriedenheit warf der Diktator zu Boden, als er sein Wort für die Aufrechterhaltung der Währung verpfändete. Um sich an der Macht । zu halten, gibt es nur ein Mittel: den Erfolg. Jffier möchte ihn dem Duce absprechen? Der Präsident der SnnrkommilUn, der n8om= di- da- §-mrtruPP°, der englische Genern. Br.nd. zc-M aus bem Röchling-Werk in Völklingen, der einen e der gewaltigen industriellen Kraft des Saargebiets. m«vov. ivieviigem tyeijotj ragte dort ein mächtiger 1500 Kraftwagen, 300 Tanks. Ferner 20 Fllegerbrigaden, 52 Fliegergeschwader, 75 Fliegerstaffeln mit zusammen ca. 3500 Flugzeugen. Die Ausbildung der Truppe lehnt sich an die der deutschen an. Auffallend ist dabei die Schematisierung und das Bestreben, von oben her Anweisungen bis in die kleinsten Kleinigkeiten zu geben. Dies muß aus dem niedrigen Bildungsstand von Führer und Mannschaft erklärt werden. Was kann über die Kampfkraft der Roten Armee gesagt werden? Diel ist darüber geschrieben worden. Einmal wird sie als eine der schlagkräftigsten Armeen angesprochen und dann auch wieder wird ihr jeder Kampfwert abgesprochen. Es wird von der Unsicherheit der Führung geredet, als wäre sie außen rot und innen weiß. Demgegenüber muß gesagt werden: die Rote Armee kann weder so noch so beurteilt werden. Die Führung hat gar keinen Grund, sich gegen das Regime aufzulehnen; denn sie hat alles, was sie gebraucht und steht lm Höch- sten Ansehen. Soweit die Mannschaft aus dem Proletariat gebildet ist, muß die Frage ebenso be- antwortet werden. Was Len russischen Bauern angeht, muß festgestellt werden, daß auch hier jede Spekulation verfehlt ist. Der Dauer ist wie früher passiv, von unmenschlicher Ausdauer im Ertragen von Elend, aber indolent und aktionsunfähig; er wird sich ebenso wie unter dem Zaren in der Hand von brutalen Führern in jeden Kampf treiben lassen. Zusammengefaßt kann gesagt werden: Was die Rote Armee ist, wird erst eine zukünftige Kampf- Handlung beweisen. Durch ihre Organisation, Ausbildung, Taktik, Disziplin und Ausrüstung hat sie trotz mancherlei Mängel einen hohen Kampfwert, der durch ihre zahlenmäßige Stärke noch vergrößert wird. Ilhein-Mainische Mittagsbörse. Renken fest, Aktien freundlich. Frankfurt a. M., 3. Jan. Das Hauptinteresse der Privatkundschaft richtete sich auch an der heutigen Börse, angesichts der Auswirkung des Kupon- termins, auf den Rentenmarkt, während der Aktienmarkt zwar freundlich, aber doch ziemlich vernachlässigt lag. Einige günstige wirtschaftliche und wirt- schaftspolltische Meldungen fanden wohl Beachtung, infolge des nur geringen Ordereinganges blieben sie auf die Kursentwickluna aber ohne stärkeren Einfluß. Die Kulisse betätigte sich vorwiegend in f e st v e r- zinslichen Werten, so daß sich hier lebhafte Umsätze abwickelten. Im Vordergrund standen Korn- munal-Umschuldung, die bei großen Umsätzen um 45 Pf. anzogen. Zinsvergütungsscheine erhöhten sich um 5 Pf., Stahlverein-Bonds und Reichsmark- Anleihen bis zu 0,50 v. H. und Reichsbahn-Dorzugsaktien um 0,25 v. H. Altbesitz lagen mit 105,40 o H. unverändert, während späte Reichsschuldbuch, forderungen infolge von Realisationen auf 98,40 (98,75) v. H. zurückgingen. An den Aktienmärkten ergaben sich zumeist noch Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H., wobei weiterhin die mittleren Werte bevorzugt wurden. IG. Farbenindüstrie bröckelten nach behauptetem Beginn leicht ab, andere chemische Werte, wie Deutsche Erdöl und Rütgerswerke lagen unverändert. Am Elektromarkt setzten AEG., Gesfürel und Mainkraftwerke je 0,25 v. H., Licht 8z Kraft 1 v. H. höher, Betula und Siemens behauptet ein. Montanaktien lagen außerordentlich still und zumeist kaum verändert. Etwas fester waren Stahlverein (plus 0,65 v. H.), Klöcknerwerke (plus 0,25 v. H.), ferner waren Laurahütte gesucht und um 1 o. H. auf 19,50 v. H. erhöht. Don Kaliaktien gewannen Aschersleben 2 v. H. Don Einzelwerten setzten Feinmechanik Jetter ihre Befestigung um 1,13 v. H. und Deutsche Linoleum um 1 v. H. fort. Ferner eröffneten Reichsbank 1 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H., AKU. 0,75 v. H., Moenus Maschinen 0,25 v. H-, Zellstoffaktien bis 0,90 v. H. fester. Schiffahrts- papiere lagen gut behauptet. Schwächer notierten Bemberg mit minus 1,40 v. H. und Hanfwerke Füssen mit minus 1 v. H. Auch nach den ersten Kursen blieb der Rentenmarkt unter leichten Schwankungen im Vordergrund, während Aktien, von wenigen Ausnahmen abgesehen, vernachlässigt wurden. Im Verlaufe war der Aktienmarkt'etwas uneinheitlich bei im ganzen nur kleinen Derände- rungen und kleinem Geschäft. IG. Farben gaben bis auf 134 (134,75) nach, zogen aber später auf 135,75 an. Scheideanstalt lagen excl. Dividende von netto 7,2 v. H. etwa 1,25 v. H. fester. Weiter be- festigt lagen Feinmechanik Jetter und Deutsche Li' noleum, dagegen bröckelten AEG., Mannesmann und Daimler um je 0,25 v. H. ab. Am Kassamarkt war die Haltung fest, mit plus-Zeichen erschienen: Ludwigshafener Aktienbrauerei, 10 v. H. Großkraft Mannheim Dorzugs-Aktien und Deutsche Verlags- anstatt. Am Rentenmarkt blieb die Umsatztätigkeit bei schwankenden Kursen lebhaft, insbesondere für Kommunal-Umschuldung und Reichsmark-Anleihen. Pfandbriefe waren ebenso wie Stadtanleihen weiter gesucht und bis 0,50 v. H., teilweise bis 1 v. H. fester. Auch Staatsanleihen waren vereinzelt gefragt und höher. Von fremden Werten blieben Mexikaner gut behauptet, im Freiverkehr lagen Serben von 1895 und 1909 mit 8,25 bzw. 6,25 v. H. je 1 v. H. fester. Tagesgeld war zu 3,50 v. H. etwas leichter. Abendbörse fest. An der Abendbörse erhielt sich die feste Haltung, da von der Kundschaft einige Aufträge sowohl für Aktien, als auch für Renten vorlagen. Das Geschäft war etwas lebhafter. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich verschiedentlich noch Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. H., zumeist blieben die Kurse aber unverändert. Gefragt waren u. a. JG.-Farben- industrie, einige Montan- und Elektroaktien, ferner Westdeutsche Kaufhof und Scheideanstalt. Fein- Mechanik Jetter bröckelten dagegen weiter leicht ab. Am Rentenmarkt blieben Kommunal-Umschuldung bei leicht erhöhtem Kurs bevorzugt, daneben waren 6pro^. Stcchlverein-Bonds sowie einige Pfandbriefe und Stadtanleihen gefragt. Don letzteren kamen 6proz. Nürnberg mit 96,25 (gestern 93,50) zur Notiz. Am Markt der Auslandswerte lagen besonders Schweizer Bahnanleihen sehr fest, ferner zogen Kunstseide Aku um 1,25 v. H. an. Auch Mexikaner waren weiter leicht erhöht und im Freiverkehr entwickelte sich in Serben wieder lebhafteres Geschäft. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 105, 6proz. Stahlverein 93,13, Dekosoma I 104,90, 6proz. Stadt Nürnberg 96,25, 6proz. Stadt Mainz von 1928 92, 6proz. Stadt Pirmasens 92, 6proz. Franks. Hyp. Bank Gold, Reihe 1 bis 15, 95,75, 4proz. Herrenmühle vormals C. Genz von 1897 73, 5proz. Silbermexikaner 5, 4proz. Goldmexikaner 8, 4,5proz. Irrigation 7,75, 4proz. Schweizer Bundesbahn von 1912 Wo es keine Winterhilfe gibt. Bei den sudetendeutfchen Heimarbeitern. — Schulnot in Siebenbürgen. Im A d l e r g e b i r g e auf der böhmischen Seite des Glatzer Berglandes, nur durch die politische Grenze und nicht durch eine Verschiedenartigkeit des Volkstums, der Sprache und der Sitte vom reichsdeutschen Bruder getrennt, lebt ein ärmliches, genügsames, stilles Völkchen von kleinen Häuslern. Der Bodenbesitz ist schmal und der Boden ist mager, und er reicht kaum für die paar Stück dürren Federviehs, die struppige Milchziege und beim „Großbauern" für die einzige Kuh, geschweige denn, daß für die Menschen etwas abfiele. So betreiben sie dort seit Menschengedenken eine Heimindustrie aus den Rohstoffen selbstgebauten Flachses und der umliegenden Wälder. In der einen Familie sitzt alles am Webstuhl aus Urväterzeit, in der anderen fügen drei Generationen zwischen 70 und sieben Lebensjahren Holzschachteln, wie sie für die Verpackung von Käsereiprodukten verwendet werden. Den Achtstundentag kennen sie nicht. Sie arbeiten 14 Stunden lang des Tages und sie würden länger arbeiten, wenn die Sonne nicht unterginge. So schaffen sie mit Kind und Kegel in emsigem Fleiß 110 Meter Handwebe in einer Woche oder 10 000 Stück Holzschachteln. Wahrlich, eine. ungeheure Leistung! Und was erhalten sie dafür? Für die 110 Meter Handwebe — 65 Kronen; in deutschem Gelds: 8 Mark! Oder 1 Mark 15 Pfennige für die vierzehnstündige Tagesleistung einer ganzen Familie! Und sie erhalten für die 10 000 Holzschachteln 110 Kronen; in deutschem Gelds 14 Mark oder zwei Mark für die vierzehnstündige Tagesleistung einer Familie. Das nennt man im Adlergebirge — im Segen der Arbeit stehen. Die Menschen arbeiten dort für den Preis des Hungers. Im Erzgebirge und im Böhmerwald stehen die deutschen Heimarbeiterfamilien kaum noch im Segen der Arbeit. Sie waren immer arm, wie alles Volk in Gebirgstälern, aber wenn sie für ihre Wirtschaft. Normaler Zahresulttmo bei der Reichsbank. DNB. Der Reichsbankausweis vom 31. Dezember 19 3 4 zeigt, daß bei dem Noteninstitut der Jahresuttimo, der in Anbetracht des Weihnachtsfestes und der verstärkten Bedürfnisse der Wirtschaft erhöhte Anforderungen stellte, normal verlaufen ist. Die Erhöhung der gesamten Kapitalanlage um 496,1 Millionen Mark auf 4974,6 Millionen Mark ist nicht ungewöhnlich stark, wenn man bedenkt, daß die Zunahme der gesamten Kapitalanlage in der letzten Dezemberwoche 1933 422,7 Millionen Mark betrug und sich am Halbjahresultimo 1934 auf 585,8 Millionen Mark be- zifferte. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 415,3 auf 4020,6 Millionen Mark, an Lombardsorderungen um 44,1 auf 145,7 Millionen Mark, an deckungsfähigen Wertpapieren um 8,3 auf 444,8 Millionen Mark und an Reichsschatzwechseln um 28,5 auf 44,9 Millionen Mark zugenommen, dagegen die Bestände an sonstigen Wertpapieren um 0,1 Millionen Mark auf 318,7 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 226,8 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 176,3 Millionen Mark auf 3900,6 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 50,5 Millionen Mark aus 384,9 Millionen Mark erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 51,6 Millionen auf 1522,8 Millionen Mark zu. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellt sich am Jahresende auf 5986 Millionen Mark, gegen 5957 Millionen Mk. im Vormonat, 5781 Millionen am 30. Juni v. I. und 5722 Millionen Mark Ende 1933. Die Vermehrung der Giroguthaben um 219,3 Millionen Mark auf 983,6 Millionen Mark entfällt auf die privaten Konten, bei denen aus bilanzmäßigen Gründen — im Interesse eines guten Liquiditätsstatuts — zu diesem Termin eine Anhäufung stattzufinden pflegt, wobei natürlich auch eine echte Vorsorge für bevorstehende Januarzahlungen eine Rolle spielt. Die sonstigen Passiva sind mit 378,3 Millionen Mark um 46,5 Millionen Mark erhöht. Die Entwicklung der Deckungsbestände hält sich in dem üblichen Rahmen. Insgesamt sind die Gold- und, Devisenbestände um 0,5 Millionen Mark auf 83,7 Millionen Mark gestiegen, und zwar haben die Goldbestände durch Käufe auf dem Jnlandsmarkt um 0,3 auf 79,1 Millionen Mark zugenommen. Von den Abrechnungsstellen wurden im Dezember 3,66 Millionen Stück über 5086 Millionen Mark abgerechnet; die Giroumsätze betrugen in Einnahme und Ausgabe 4,13 Millionen Stück im Gesamtbeträge von 50 494 Millionen Mark. ♦ * Odenwälder Hartstein-Jndustrie A G., D a r m st a d t. Während im allgemeinen die Lage in der Steinindustrie 1934 nicht besonders günstig war, verlief bei der Odenwälder Hartstein- Jndustrie AG., Darmstadt, das soeben abgelaufene Geschäftsjahr normal. Der Auftragsbestand war, wie der Fwd. hört, etwas größer als im Vorjahre. Die Finanzlage der Gesellschaft hat sich weiterhin gebessert. Aeber die Ertragsaussichten werden Angaben noch nicht gemacht, doch dürften sie nicht höher als im Vorjahr (5 v. H. Dividende) fein. heimischen Produkte auch einen Bettel erhiellen, so waren diese Produkte doch berühmt: die Spitzen, die geschnitzten Spielsachen, die kunstvoll handgenähten Handschuhe ... das wurde gekauft bis nach Schottland hinauf. Damit ist es jetzt vorbei. Sie können nicht mehr arbeiten, selbst wenn sie es umsonst täten. Sie sind auch nirgendwo „organisiert", und es kümmert sich keiner um sie. Bis auf den Tschechenstaat. Der erfüllt seine sozialen Verpflichtungen. Man darf es nicht verschweigen: er gibt dem kinderreichen Heimarbeiter die große Unterstützung von 1 Mark und fünfzig Pfennigen in der Woche. Davon leben sie. Sie leben ohne Zweifel. Die Mehrzahl von ihnen ist noch nicht verhungert. * Von hundert tschechischen Familienerhaltern sind in der Tschechoslowakei 3,8 erwerbslos. Don hundert Deutschen sind aber 8,2 erwerbslos. Auf einen tschechischen Selbstmörder kommen immer zwei deutsche. Im Prager Parlament sagen sie, das käme von der Weltwirtschaftskrise. Das ist aber eine sonderbare Wirtschaftskrise, die sich die Deutschen aussucht ... In Siebenbürgen sind die deutschen Bauern manchmal so weit, daß sie ihre Kinder nicht mehr in die deutsche Schule schicken können. Da werden sie dann in die rumänische Schule gesteckt, denn es herrscht ja Schulzwang. Die rumänische Schule k o - st e t nichts. Die deutsche Schule kostet Schulgeld. Das fehlt den deutschen Bauern. Und so fehlt es wiederum der deutschen Landeskirche, die ihre Lehrer nicht bezahlen kann. Der Staat schuldet der Kirche viele Millionen Lei. Er zahlt sie nicht, weil er sie nicht hat. Er hat sie aber für die rumänischen Schulen. Im übrigen ist er ein guter Staat, der die Minderheitsschulen nicht unterdrückt. Es wird der Tag kommen, an dem er diese Unterdrückung auch gar nicht mehr nötig hätte. 149,50, 3,5proz. Schweizer Bundesbahn von lOllgr 139,50, 4proz. Zentralbahn von 1880 147, 3,5pro|> r Jura-Simplon 134,50, 3,5proz. Gotthardbahn 135/V Aku 48,25 bis 48,50, AEG. 28,25, Bekula 134,51!]’' Deutsche Erdöl 101,75, Scheideanstalt 197, Deutsche Linoleum 66, Durlacber Hof 60, Licht & Kraft 111 JG.-Farben 135,75 bis 136 bis 135,50, Feinmechanik \i Jetter 65,25, Gelsenkirchen 62,50, Gesfürel 110,75, W Holzmann 80, Kleinlein Heidelberg 77, Lahmeyer » 112,25, Mannesmann 76,25, Odenwald Hartstein j| 90,25, Phönix 49,50, Pfälz. Mühlenwerke 110, Pfälzische Preßhefe 106, Rheag 103, RheinstaHM 87,75, Rheinmühlenwerke 68, ©inner 86, Schlickert II 94,25, Siemens 138, Stahlverein 42, Westdeutsche I Kaufhof 33,50 bis 33,75, Zellstoff Waldhof 50,50,11 Reichsbank 148,75, Reichsbahn-VA. 114,25, ^apagwK 24,25, Nordd. Lloyd 29,25, Badische AG. für Rhein-M sch if fahrt 49, Badische Assekuranz 37, 2Bürttember«Ez ger Transport-Versicherung 36. W Holzversteigerungeit. 1 Laubach, Montag, 7. Januar, 10.30 Uhr, im ® „Schützenhof": Nutzscheiter: Buche 4,2 rm. j|L Brennholz: Scheiter: Buche 1. Kl. 5,41,1, 2. Kl. ß ‘ 107,8, Hainbuche 43,3, Eiche 26, Fichte 2. Kl. 11,6,11 Birke 3,2 rm. Knüppel: Buche 462,7, Hainbuche tt 149,9, Eiche 89, Fichte 4,8, Kiefer 4,6, Lärche 3,2, ■ Elsbeere 2,6, Birke 1,1 rm. Stockholz: Buche 2,3 rm. I Reiserholz: Buche 1. Kl. 29,9, 3. Kl. (Astreiser) 50, ■ Hainbuche 1. Kl. 24, Eiche 1. Kl. 6 rm. Hungen, Dienstag, 8. Januar, 9.30 Uhr, auf der Straße Hungen—Nonnenvoth am Eingang zum Gemeindewald: Eichen-Derb st angen: 100 St., zu Deichseln und Langwieden geeignet. Fichten» Derb st angen: 23 St. 1. Kl., 61 St. 2. Kl. und 162 St. 3. Kl. E i ch e n - N u tz s ch e i t: 6,8 rm. L ä r ch e n - N u tz s ch e i t: 1,2 rm (Eichen- und Lärchen-Nutzscheit 2,2 m lang, zu Gartenpfosten ge» eignet). Fichten-Nutzreisig: 12 rm. Schei» ter: Buche 162, Hainbuche 20, Eiche 80, Kiefer 6, Fichte 3 rm. Knüppel: Buche 87, Hainbuche 33, Eiche 44, Aspe 3, Kiefer 6, Fichte 3 rm. Stamm- reisig: Buche 54, Hainbuche 103, Eiche 359 rm. Astreisig: Eiche 53 rm und zirka 6 Lose Schlagreinigung. Stöcke: Buche 33, Hainbuche 4, Eiche 20 rm. Ortenberg, Montag, 7. Januar, 10 Uhr, im Gasthaus „Zur Post": Nutzhölzer: Eiche 2,80fm Stammholz (Wagner- und Bauholz); Esche: 0,30 fm Stammholz; Fichte: 0,25 fm Stammholz, 6,45 fm Derbstangen, 2,82 fm Reisstangen; Kiefer, Weymouthskiefer, Lärche: 1,25 fm Stammholz, 0,06 fm Derbstangen. Brennhol,z: Eiche 27 rm Scheit, j 40 rm Knüppel, 50 rm Reiserknüppel, 50 rm Schlagreisig; Buche: 110 rm Scheit 1. Kl., 130 rm Scheit 1. Kl. (rund), 25 rm Scheit 2. Kl., 55 rm Stamm- t knüppel, 130 rm Astknüppel, 20 rm Reiserknüppel, ’■ 160 rm Stammreisig, 500 rm Astreisig; Weißbuche, \ Kirschbaum, Erle: 1,5 rm Knüppel, 2 rm Reiser- knüppel, 3 rm Astreisig; Fichte, Kiefer, Lärche: 4 rm 1 Scheit, 15 rm Knüppel, 10 rm Reiserknüppel, 30 rm Pli Schlagreisig. Hilferufe aus einem Auto. Der kann nähere Angaben machen? LPD. Frankfurt a.M., 3.Jan. Das Frank- I furter Polizeipräsidium teilt mit: Am 31. Dezember n gegen 23.05 Uhr ist ein Kraftwagen, Kennzeichen I IT 11593 mit Linkssteuerung, besetzt mit einem il älteren Mann als Führer und zwei Frauensper- Ir fönen, in schnellem Tempo durch Mainz in ■ Richtung Rheinbrücke gefahren. Die eine dieser K Frauenspersonen rief fortgesetzt um Hilfe und U versuchte, aus dem Wagen zu flüchten. Die andere M Frauensperson hat der Hilferufenden — es soll ■ sich um ein Mädchen handeln — fortgesetzt den I Mund zugehatten. Das Kennzeichen des Wagens 1 war offenbar gefälscht. Es handelt sich wahrschein- ■ lich um eine Adler-Limousine älterer Bauart, hell- | blau, führte ein Reserverad mit sich. Personen, die I Angaben machen können, werden gebeten, diese an I die Kriminalpolizei in Mainz ober in Frankfurt I a. M. schriftlich oder mündlich gelangen zu lassen. Brückenwärter von Autofahrer £, tödlich verletzt. LPD. Raunheim a. M., 3. Jan. Gestern abend B befand sich der 36 Jahre alte Brückenwärter Peter M Hahn, der an der Staustufe Eddersheim seinen ■ Dienst versehen^ hatte, mit seinem Rade auf der fV Heimfahrt, als er kurz vor der Blockstelle Raun- lr: heim von einem mit 80 Kilometer Geschwindigkeit nf daherbrausenden Auto rücklings angefah- fl.t r e n wurde und etwa 35 Meter mitgeschleift wurde. |i’ Der Tod muß auf der Stelle eingetreten fein. Die Schuld trägt allein der Autofahrer, ein Raunheimer Chauffeur, der von der Polizei sofort verhaftet wurde. Das Unglück ist um fo tragischer, als Hahn nur aus Gefälligkeit den Dienst für einen Kollegen übernommen hatte. h. 4> c® Die hinter Öen Papieren Frani'ur. u. 2h. Zern.. Schluß« furt Gchlußt. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Wittag. börse Datum 2.1. 3.1. 21. 3.1. 8% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 96-9 97 97-4 97,65 8% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 — 6Vi% Doung-Anleihe von 1980 .. Deutsche Aul^Ablös.-Schuld mit 98 — — 98,25 Auslos.-Rechten ............. 105.4 105 105 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 8% ehem.8% Hess. Volksstaat 1989 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt 98.13 98-25 98,13 98,25 Gold R. 12............... 95,5 95,5 95-75 95,5 95,75 6%% Hess. Landes^Hypotheken. bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provtnz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 106.5 106.5 Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 104.75 104.9 101,5 104,65 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 95,5 95-75 95,25 95,75 Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6Vi% ehem. 4ya% Franks. Hyp^ Batlk-Liqu.-Pfandoriefe....... 95,5 96 95-75 96.5 — — 8¥i% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe..... 8% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. — 96,5 96,5 -96,5 96,75 97 97-5 briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 _ Steuergutfd). Verrechnungskurs.. 104.3 104,4 104,3 104,4 4% Oesterretchttche Goldrente.... 4,20% Österreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Vi% deSgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 %ertel S°SdadbahwÄnIeHe 23.5 1.1 6,3 6.4 6,25 11 7,75 23,5 — 24,75 1.1 1,05 6.25 6,4 6,6 6,3 6.4 6,4 6.13 w 6,05 11.13 11.25 11,25 — •— —• 7*9 ■» — Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt vejchlossenen Dividende an. — Relchsbcmkdtskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. .yrannui u. .ul äerlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Wittag- börse Datum 2-1. 3-1. 2-1- 3-1. 4% üesgi. Serie 11 ............. 7,75 3,9 6,1 3,75 30,25 24,75 29,9 80,5 94,25 73 76 76,5 148 28,25 134,5 101,5 112 81,5 110,25 94,75 136 112 87 101 61,75 100 151,5 119,75 78,25 n 7,9 4 6,3 3,8 29,75 24,25 29,25 80,5 94,75 74 77,25 78 148,75 28,25 134,5 102,13 113 80,5 110,75 103 94,25 138 112,25 86,9 101,75 62,5 121,5 78,5 76,25 4,25 6,3 3,95 29,5 24,75 23 29.75 81 95 73 75,5 76,5 148,25 28,25 134,65 102,5 112 80,75 110,4 102 95 136 112 87,65 100,5 61,9 100,25 81,25 151,5 120 77,75 76,131 7,6 6,3 3,9 29,75 24 24 29,25 80,5 95,5 73,75 77 78 148,5 28,5 134,65 102,25 113 80,5 110,65 103,5 94,25 138,5 112,75 87,25 101,9 62,5 100,5 82,13 148,5 121,5 78,25 76,5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/4%Rumän.veretnh.Rentev.l918 4% Rumänische vereinh. Rente .. ay4% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Pakel .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prtvat-Bcmk... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................o Dresdner Bank............ o Reichsbank ............... 12 A.C.G....................... Bekula...................... Clektr. Ltefervngsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Selten & Guilleaume.........o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elekwtzttät ........6 Schmiert L Co...............5 Siemens L Halske............7 LahmeyerLLo......... in Buderus .............. 0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener............... Harpener...................5 Hoesch Eisen—Köln-Neu essen .. 0 Ilse Bergbau ...............« Ilse Bergbau Genüsse......... Klöcknerwerke .......... © Mannesmann-Rohr« ........ 0 Frankfun a.M. Äerlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. mittag- börte Datum 2-1-' 3.1. 21. 3-1. Mansfelder Bergbau.........0 Kokswerke..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl..................O Vereinigte Stahlwerke........O Olavi Minen ............. 0 Kaliwerke Aschersleben......... Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farben-Jndustrie.......1 Scheideanstalt.......... 9 Goldschmidt ......... 0 Rütgerswerke...... O Metallgesellschaft.............0 Pbiltpp Holzmann...... O Zementwerk Heidelberg ......O Zementwerk Karlstadt.........p Schultheis Patzenhofer .......O Aku tAUgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................O Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas......... 7 Daimler Motoren...... O Deutsche Linoleum...........O Orenstetn & Koppel ..........0 Leonhard Tietz........ O Thade......................10 Aeeumulatoren-FabrÜ........ O Conti-Gummi......... 0 Grttzner........ 0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker MMMM. 8 83 48,75 214 87,75 41 12,25 108,5 146 134,75 202 89 98 82,5 80 107,5 128 44,75 118 50,25 68,25 49,25 64,5 33 174 150 141,5 264 164,25 83 49,5 214 87,75 41,75 13 110,4 111 135,5 197 90 98 83 iS 126 48,5 116 50,5 69 49 66 33,75 175 148 142 26-65 84,75 1631 83,25 96.4 49 214 87,5 40,9 12,5 110,5 111 134,65 89,5 97,9 82 : 103 45.13 117,5 50,25 68,9 119,5 48,9 64,5 88,5 33 174 150 142 26,75 1641 83 96,75 49,5 214,25 87,75 41,5 13,13 109-9 110 145 135,4 90,5 97,5 83 80 102 47,25 116 50,13 69 121,65 49 66,25 89,25 33,4 175 147,25 142 27 1Ü Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL 2.Januar 3.Januar Amtliche JleHerung Amtliche Notierung Geld | Dries Geld Brief Buenos Atrev 0,628 0,632 0.628 0,632 Brüssel..... 58,27 58,39 58,19 58,31 Rio de Jan. . 0,204 0,206 0,194 0,196 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,70 54,80 54,50 54,60 Danzig..... 81,25 81,41 81,27 81,43 London ..... 12,25 12,28 12,205 12,235 HelsingforS.. 5,405 5,415 5,385 5,395 Paris ...... 16,405 16,445 16,41 16,45 Holland ... 168,13 168,47 168,21 168,55 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ...... 0,713 0,715 0,710 0,712 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo.....: 61,57 61,69 61,35 61,47 Wien....... 48,95 iq nL Lissabon.... Illi 15 11,135 11'08 11,10 Stockholm... 63,17 63,29 62,94 63,06 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spant«».... 34,02 34,08 34,02 34,08 Prag....... 10,39 10,41 10,39 10,41 Budapest ... —— Nenyork... 2,481 2,485 2,476 2,480 Banknoten. ÄerlinL.Januar Geld sMef 1 Amerikamiche äioten.............. 2,428 2,448 Belgische Noten.................. 57,98 54,29 58,22 54,51 Dänische Noten Englische Noten ................. 12,17 16,37 167,79 21,11 12,21 16,43 168,47 21,19 61,43 Französische Noten........—... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling 61,19 Rumänische Noten............... Schwedische Note»............... 62,72 80,44 33,78 62,98 80,76 33,92 Schweizer Noten................. Spanische Noten......—....... Ungarische Note- c w e-5 ; c § sC $$ E W et £*• 2 2 TH. 2 “>2 «s * hi vL