185. Jahrgang Giehener Anzeiger Hoares Zusammenkunft mit Laval Biegen oder Brechen? letzte d i e über Laval Mitteilungen Wien sammelt Gold Vaterländische Haltung der italienischen Kirchenfürsten. wiesen, seine Truppen schleunigst aus der Provinz bruar bis 1. Tembien heranzubringen und sich selbst zur Truppe denen Lehrjahren «Kajjas. frei Arnba Alagi zu begeben. Ururchgesührt, bei in vier Leistungsklasse^ den ungelernten IungarbeUeM Fühlungnahme mit Mussolini erhalten. Reuter teilt mit, man sei sich wohl bewußt, daß nur eine Regelung, die beträchtliche Zuge- itändnlsse an Italien vorsehe, von Erfolg gekrönt sein könne. Andererseits bestehe man aber nach wie vor darauf, daß ein Druck auf den Kaiser von Abessinien zur Annahme einer Regelung n i ch t i n Frage kommen könne. Die Unklarheiten über die ganze Härte dieser Alternative können in Rom nicht mehr bestehen, seit Laval auf englisches Drängen, sogar mit einer auffällig schnellen Bereitwilligkeit dort hat wissen lassen, daß ein italienischer Schuß im Mittelmeer das diplomatische französisch-englische Bündnis zu einem Kriegsbündnis machen würde. Es ist kein Ultimatum gestellt worden, mit dem sonst die Frage Krieg oder Frieden gestellt zu werden pflegt, aber die Lage ist so, daß sie ein Ultimatum bedeutet. Paris hofft aus größere Vollmachten des britischen Außenministers. würden. Hierfür lägen keine Anzeichen vor. Es sei höchst unwahrscheinlich, daß der Kurs der Bolker- bundsmächte durch die Erklärung Roms, es werde in der Oelsperre eine „unfreundliche Haltung erblicken, geändert werde. Keiner der 50 Staaten hege Feinseligkeit gegenüber Italien, die bereits unternommenen Maßnahmen seien durch Italien selbst herbeigeführt worden, das einen sorgfältig vorbereiteten gleichzeitigen Bruch mehrerer Verträge begangen habe. Da der Achtzehner-Ausschuß in Genf nicht vor dem 12. Dezember zusammentrete, glaubten die britischen Minister, daß eine Zwischenpause zweckmäßig verwandt werden könnte, um nach einer Friedensgrundlage Ausschau zu halten. „Daily Telegraph" schreibt, die britische Regierung werde in Genf den Vorschlag, die wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen gegen Italien durch eine Oelsperre zu verschärfen, vollauf unter- stützen. Die gestrige, beinahe drefftündige Kabinettssitzung habe zu einer erneuten Bekräftigung der Politik der Regierung geführt, die auf kollektive Maßnahmen durch den Völkerbund mit dem Ziel der Abkürzung des italienisch - abessinischen Krieges hinauslaufe. Wenn sich der Völkerbundsausschuß für die Oelsperre ausspreche, nachdem er die Folgen dieser Maßnahme für Italien reichlich erwogen habe, dann werde es sich zeigen, ob die britische Regierung mit diesem Beschluß völlig übereinstimme. Die Londoner Auffassung sei stets gewesen, daß Sühnemahnahmen, wenn sie erst einmal beschlossen seien, so wirksam wie möglich sein müssen. Unruhen und andere Gefahren in den Ländern um Deutschland noch immer nicht die volle deutsche Arbeitskraft zur Auswirkung kommen lassen, so wird auch der Winter 1936/37 wieder das ganze deutsche Volk in der gegenseitigen Hilfe und Opferbereitschaft einig und geschlossen sehen. Wir wissen, daß der Tag nicht mehr fern ist, an dem sich die Voraussage des Führers erfüllt, die dieser in seiner berühmten Rede vom 4. Februar 1933 gemacht hat, daß der Nationalsozialismus nicht ruhen und rasten darf, bis alle deutschen Volksgenossen in den Wirtschaftsprozeß wieder em- gegliedert sind. Das Ziel ist nahe, aber der Weg dahin hat uns immer wieder gezeigt, daß der Nationalsozialismus im deutschen Volke nicht nur das Gemeinschaftsgefühl wachgerufen und gestärkt hat, sondern auch, daß aus Not und Opfer, daß aus Kampf und Sieg ein neuer sozialer Gei st geboren worden ist. Und dieser Geist wird mit uns gehen, um aus der Volksgemeinschaft heraus die Nation zu gestalten, die für immer frei, groß und stark sein will. Oer Reichsberufswettkampf im Jahre 1936. Die Teilnahme der Studenten. London, 2. Dez. (DNB.) Die Nachricht, daß Sir Samuel Hoare in den nächsten Tagen einen längeren Erholungsurlaub antreten wird, den er in der Schweiz verbringen will, hat hier beträchtliches Aufsehen erregt. Die Blätter sagen, daß Sir Samuel Hoare gerade während des Zeitabschnittes abwesend sein wird, der wegen der Frage der Oelsperre gegen Italien kritischen Charakter trage. Es wird iaber darauf hingewiesen, daß der Besuch des englischen Außenmini st ers bei Laval Standard" meldet, daß von ftanzösi- große Hoffnungen auf den Be- Äbbröckeln geben wird. Wenn sich das neue Deutschland and) neue Formen des sozialen Seins schaffen muß, so wird dabei doch immer Wert darauf gelegt werden, daß in diesen neuen Formen wirklich ein echtes Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck kommt. Wenn unter dem Druck der internationalen Wirtschaft^ krise, wenn infolge der Ausplünderung des deutschen Volkes durch Tribute noch nicht alle deutschen Volksgenossen wieder in Reih und Glied der Arbeitsfront marschieren können, so weiß der Nationalsozialismus Mittel und Wege zu finden, um die Krisen-, opfer in die echte und gemeinsame Volksfront ein» zureihen. Das Winterhilfswerk ist eine Schöpfung des Nationalsozialismus, kann also auch in Aufbau und Wirkung ebenso wenig nachgeahmt werden, wie der Natiönalsoziattsmus selbst. Das Winterhilfswerk ist vielmehr dazu berufen und ausersehen, daß sich alle Volksgenossen ohne Unterschied für einander einsetzen. Am 7. Dezember, dem Tage der deutschen Gemeinbürgschaft gehen nicht etwa Würdenträger von hohem staatlichen und sozialen Rang auf die Straße, um zu sammeln, sondern an diesem Tage rufen deutsche Volksgenossen zum Opfer auf, zum Bekenntnis für die Volksgemeinschaft. Das Winterhilfswerk hat schon eine der großen sozialen Fragen gemeistert, vor die sich der Natio- nalsozialismüs bei der Machtübernahme gestellt sah'. Denn heute hat der Winter keine sozialen Schrecken mehr für das deutsche Volk, wie das in der Systemzeit Jahr für Jahr der Fall war. Erinnern wir uns doch, wie die Furcht und die Sorge vor den sozialen und politischen Gefahren eines Winters jede Regierung der Systemzeit hilflos zeigte, weil sie gar nicht wagte und wagen durfte, sich an das ganze deutsche Volk zu wenden. Wer zu gemeinsamem Opfer, wer zu gemeinsamer Leistung aufrufen will, der muß zunächst einmal fest davon überzeugt sein, daß das ganze Volk hinter ihm steht. Wenn das der Fall ist, so ist auch die Sicherheit gegeben, daß das Winterhilfswerk, immer gekrönt durch den Tag der deutschen Gemeinbürgschaft, ein überwältigendes Zeugnis für die Volksgemeinschaft ist. Das war im Schicksalswinter 1933/34 der Fall, das wiederholte sich im Winter 1934/35, das 1 wird noch einmal unter Beweis gestellt im Winter 1 1935/36. Und wenn es sein muß, wenn politische "In der Schärfe und Unentrinnbarkeit der Alternative liegt zugleich die einzige und Hoffnung. Niemand will im Grunde den Weltkonflikt, weder England, dem eine neue Kraftprobe nach so kurzer Erholungspause gegen den Rhythmus seiner Geschichte gehen würde. Noch Italien, das sehr hoch spielen müßte und kaum Aussicht hätte, zu gewinnen. Dies unterscheidet die heutige Laae von der von 1914, wo es immerhin bei den in ™ a a ...irxr___s.- k htö mtf nnnd m. such Hoares gesetzt werden. In Paris sei man über die geringen Fortschritte enttäuscht, die bei den Unterhandlungen mit dem englischen Sachverständigen Peterson erzielt worden seien. Die Franzosen hofften nunmehr, daß Hoare größere Vollmachten als Peterson mitbringen werde. — Der „Star" schreibt dem französischen Ministerpräsidenten Laval einen Vorschlag zu, der darauf hinausläuft, eine Art Waffenstillstand zwischen Italien, Abessinien und dem Völkerbund zu vereinbaren, noch bevor die Genfer Einrichtung am 12. Dezember ein Oelausfuhrverbot in die Tat umsetzen könne. Italien solle sich danach verpflichten, nicht über die jetzt erreichten Linien in Abessinien vorzurücken, wenn der Völkerbund für die Dauer der Friedensoerhandlungen die Verwirklichung des Oelausfuhrverbotes vertragen würde. Der „Star" bezweifelt jedoch die Zweckmäßigkeit dieses Planes, da er Italien in die Lage versetzen würde, weitere Del d orräte für die Wiederaufnahme des Feldzuges nach dem Zusammenbruch der Friedensverhandlungen zu sammeln. erzbischof von Genua hat die Geistlichkeit seiner Erzdiözese aufgefordert, die Bevölkerung zum Spenden von Metall zu ermuntern. Absallgelüste eines amhanschen Slammessürsten? Kundgebungen in Kairo. London, 3. Dez. (DNB. Funkspruch.) In Kairo unternahm am Montagvormittag eine Schar nationalistischer Studenten einen Angriff auf das Haus des Führers der Liberalen Partei, Mohamed Pascha und beschädigte es erheblich. Am Montagabend sammelten sich im europäischen Viertel mehrere hundert Leute, meist Studenten, und schrien „Nieder mit Nassirn! (der Ministerpräsident), hoch die Revolution, hoch lebe Nahas, der Führer der Revolution!" Abgesehen von mehreren zerbrochenen Straßenlaternen wurde jedoch kein Schaden angerichtet. IeMeGemembiirgschast. Hinter dem Führer und Reichskanzler steht das ganze deutsche Volk, — eine Feststellung, die immer wieder eine Bestätigung an dem Tage erhält, an dem das ganze deutsche Volk sich zu einer Tat erhebt, die im Sinne des Nationalsozialismus die wirkliche und echte Volksgemeinschaft will. Der Nationalsozialismus will nicht nur den Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft, der Nationalsozialismus will vor allem eine soziale und geiftige Erneuerung, als dessen stärkste Klammer das unbedingte Gemeinschaftsgefühl zu gelten hat. Im Gleichschritt geht der Nationalsozialismus vorwärts, immer von dem lebendigen Bewußtsein getragen, daß nicht nur neue politische Formen, sondern auch neue Formen des sozialen Seins geschaffen werden sollen und müssen. Im Ausland wird oft geraunt, der Nationalsozialismus könnte an irgend einer Stelle schwach werden, er könnte von der Unbedingtheit feines Willens an irgendeiner Stelle nachgeben oder gar Zugeständnisse machen. Diesem Geraune hat der Führer und Reichskanzler in der Rede vom 29. November in der Deutschlandhalle ein Ende gemacht, indem er ausdrücklich noch einmal feststellte, daß die Bewegung weiter wie bisher un- *• beirrt auf ihr Ziel losgehen wird. Das Ziel politisch gesehen die Nation, sozial gesehen die Volksgemeinschaft, die so fest und hart gefügt ist, daß es an keiner Stelle irgendwie em Abenteuer und für jeden zu Brandstiftungen geneigten Staat. Vielleicht würde es ein verzweifeltes Werkzeug der Moskauer Politik werden müssen, wenn es sein „Faschoda" nicht vergessen kann. Deutsche Spekulationen auf eine solche Gemutsstim- mung Italiens gibt es nid)L Wir wollen feine Abenteuer weder allein, noch mit Bundesgenossen. Wenn die Lage heute so aussieht, ate ob es nur biegen oder brechen gibt, dann wünschen wir, daß alle Beteiligten sich ihrer Verantwortung für den Frieden und der Tragweite ihrer Entschlüsse be- Berlin, 2. Dez. (DNB.) Zum Auftakt der Werbung für den Reichsberufswettkampf 1936 sprach der Leiter des Sozialamtes der RIF. und des Ju» gendamtes der DAF., Obergebietsführer Sljmann, Der Berufswettkampf fei freiwillig und wolls auch niemals die Gesellenprüfung ersetzen. DiS Teilnahme sei auf 1 Million Jugendliche aus 250 verschiedenen Berufszweigen beschränkt. Damit stelle schon die Teilnahme eine gewisse Auslese bar, Der Reichsberufswettkampf wird vom 1. Fe« bruar bis 1. Mai entsprechend den verschieß London, 3. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Reuter-Meldung aus Dschibuti sind hartnäckige Gerüchte im Umlauf, wonach Ras Kassa, ein Vetter des Negus, in seiner Treue zur Regierung in Addis Abeba schwankend geworden sei. Händler und Stammeshäuptlinge, die nach Französisch-Somaliland kämen, erzählten alle mit verschiedenen Abweichungen das gleiche. Sie behaupteten, als Großneffe des Negus Menelik habe Ras Kassa ein ebensogutes Anrecht auf d e n Thron wie Heile Selas sie. Das Verhältnis zwischen beiden sei in letzter Zeit schlecht gewesen. Ras Kassa trage sich mit dem Gedanken, sm ch den Italienern an- zuschließen. Angeblich seien bereits Boten in Amba Alagi eingetroffen, um zu erfahren, unter welchen Bedingungen feine Unterwerfung und die seiner Provinz in Mittelamhara angenommen werden würde. Der Negus habe Kenntnis von diesen Gerüchten erhalten und Ras S e y u m, der seit 50 Jahren ein alter Feind Italiens sei, ange- daß die Suche nach neuen wirtschaftlichen Hilfsquellen unb die Unterstützung des Abwehrkampfes gegen die Sühnenmaßnahmen nicht den Krieg verlängere, sondern zum Frieden beitrage. Es solle ferner nicht vergessen werden darauf hinzuweisen, daß i n D e r Front aeaen Italien auch der Bolschewismus 9 fehle, der unter dem Vorwand eines Kampfes für den Frieden und für die Einheit des PrUtariats in Wahrheit auf die Welt re v o - fufinn fr in arbeite unb bie Grundlagen oder Autorität erfchüttera wolle. Der KarLro-b Nr 282 Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 3. Dezember 1935 1 Ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer Ä W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▲ ▲ ▲ I ▲ ▲ ▲ bis 8'/,Uhr des Vormittags ZM (DiCnCnCi wiger ss von einzelnen Nummern * Stellen-, Vereins-, gemein- ZML General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen " w • behördliche Anzeigen 6Rpf. Ston^t^SnllGss Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfitäts-Vuch- und Steindruckerel «.Lange in Sieheu. Schristleitung und Seschästzftelle: Schulstraße 7 M-ngenabfchlM Staffel« Paris, 3.Dez. (DNB.) In französischen Kreisen mißt man der für Samstag angekündigten Zusammenkunft zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Laval und dem englischen Außenminister Hoare große Bedeutung bei. Man ist der Ansicht, daß am Vorabend des Zusammentritts des Achtzehner-Ausschusses in Genf, der sich mit der Frage der Erdölsperre nach Italien zu beschäftigen haben wird, ein weiterer Verständigungsversuch unternommen werden müsse. Die Tragweite der in Aussicht genommenen verschärften Sühnenmaßnahmen läßt hier die Befürchtung aufkommen, daß die Möglichkeiten einer friedlichen Regelung des italienisch-abessinischen Krieges dadurch s eh r viel schwieriger würden. Man rechnet deshalb schon jetzt damit, daß die Aussprache sich lediglich um die abessinische Frage drehen werde. Man werde versuchen, eine Grundlage für eine Einigung zu finden, um sowohl den Feindseligkeiten „aap »on oer uuh iuu « — ■ ; ,i Abessinien ein Ende zu machen, als auch eine Gegnern Deutschlands einige gab, die mit ganz weitere Verschärfung der Suhnemahnahmen zu ver- feften und lange gehegten Zielen in den Krieg gm- hindern, gen Die Atmosphäre ist vielleicht heute nicht we- „Evening Niger geladen, als damals, aber es hegt in ihr scher Seite doch noch die Erinnerung an die schrecklichen vier Jahre und an das, was nachher kam. Aber bis heute weiß niemand, rote der Ausweg gefunden werden kann. Die englische Formel. Befriedigung der berechtigten italientf^en An-1 ~ sprüche, aber unter Zustimmung des Volkerbunoes (DNB.) König Victor Ema- und Aufrechterhaltung der abessinischer Selbständig' R .'. m>..ssolini eine aroße Spende von G o l d- 5?^ ötrtMlHf fid1 uNdN be^r b> a"r /e"n für die Goldsammlung der Von dem Ausweg, der vor kurzem allen Seilen Des zu öffnen schien, Italien anderswo 3" ^tschadlgen Staatsb Berichte über große Erfolge der ?mb o fein Prestige zu fchouen, ist ruckst mehr d.e Laube-, komm°n ^richte Uber gr°8 j Rebe. Ober wirb in ben fehr stillen unb g-hermen n von ^alv. ^"0^ uno^ itwir - Verhanblungen, bie ber englische Sachbearbeiter m bere Leach 8 7i sN i ch k e i t im ganzen fianbe. Paris führt, b-wan g-fprachen? Das lst wog ich. kun g be r G f Palermo, Venedig, Jedenfalls war es bisher ber einzige Vorschlag, Die 2 -1 w l Städten haben bem Bader um bie sestgefrorene biplomatische Front herum- Triest und v ano > qolbene führen konnte. Aber bie Zeit beäugt denn wenn tedunbe h r e Bt u s ° j l l ° n u n d die Oelscmktionen beschlossen find und wirken, ist Kruzifixe, g Kirchen sch atz zur Berauch er nicht mehr brauchbar, weil dann em Em- Ketten aus Dem ^^rz bisch of von lenken Italiens die Niederlage bedeutet n9, ^ha ' t>en Klerus einer ErMözese auf- Niemand hat Ursache, sie und ihre folgen 3U 5 ° r e n 3 Den lem@ e b t% Ä a wünschen. Selbst bei Aufrechterhaltung seiner M- gefordert, dem D lke^den ^6” Gedächtnis gen staatlichen Ordnung würde Italien zu einem Her, m faschistische Regierung große unruhigen und aufrührerischen Element der euro- ZUg rusem D £ f% es Pflicht Pöstchen Politik, das oon England und dem als Schwier gkeiiten zu Christen, ihr bei- mitschuldig betrachteten Frankreich unter ständiger ledes guten Burg^L , « angewiesen, dem Bewachung gehalten werden mußte. Es wäre em zustehen. Die Prieiieriami- « ZlLg°Lsf°"und Helfer für jedes europäische Vchke klar zu machen,^daß Der Bestand und Zusammenhang der internationalen Beziehungen hat sich wieder einmal — zum wievielten Male in den letzten 15 Jahren? — so verdichtet und ineinander geschoben, daß er sich als schwere Gemütslast auf die friedensbedürftige Welt legt. Von Deutschland aus kann mit tiefer Befriedigung festgestellt werden, daß es nicht mehr im Mittelpunkt dieser neuen Kriegspsychose steht; seine Stelle ist sogar betont und nicht, ohne einigen Neid zu erregen, ganz an der Peripherie der gefährlichen Fragen, und man könnte fagcn, es Jet u 11 gänzlich unbeteiligt, wenn die politischen und w»rt- 9^ Ny e n y ' großer Bedeutung schaftlichen Verpflichtungen der modernen Staaten- «n öamsiag mogn^^^ » roelt eine solche völlige Einsamkeit Endiauna^de"s rungschef von der Kabinettsbesprechung über die Immerhin, zum erstenmal seit Beendigung oes anffionen unterrichten und gleichzeitig von Weltkrieges genießt Deut chland den Vorzug, nicht velsankti^en umerri^re 9 » Mittelpunkt und Zielscheibe eines internationalen1Mitteilungen über Die legre Konflikts erster Größenordnung zu fein. Er ist im Kreis Der Mächte selbst ausgebrochen, die sich sonst auf Kosten Deutschlands zu verständigen pflegten; Europa hat sich mit Italien, seinen Ansprüchen an die Zukunft und seiner Einfügung in die internationale Machtverteilung auseinanderzusetzen, und im Fernen Osten, auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und politischen Ueberftege- ba^bie* ©äro e°i 3,’In Der Hoare seinen ftaltung ist es Japan, auf das sich bie Pfeile der ^^ub verbringen werde, näher bei Rom diplomatischen Besorgnis und Gegnerschaft von !. 0 v^ $9 q ( a n b , erwecke Aufmerksamkeit. London, Washington Moskau u^ Varis richteten. tein Grund vorhanden zu sein, die- Die vom Völkerbund am 12. ®ß^rober 311 oe 1 u irgendeine diplomatische Bedeutung hangende Oelsperre gegen Italien und die 'em ' y Abendblätter melden, daß Sir am 6. Dezember m London Susamme^^ eigentlich erkrankt sei, daß jedoch Flotten konf er enz find die äußeren und tat- bauernde Beanspruchung durch die Bearbei- fachlichen Er-rgni fe' 'N denen sich alle Um* ! gnbiengc(e6e7un^ buard) bie au6enpo[itiWe die die Welt erfüllt, zusammenballt. ß eine Erholung wünschenswert er- Der Druck der Sanktionen, die schon in |cbeinen (a||e. In der Schweiz werde sich Hoare ihrer milderen Form in Italien die Stimmung ver-' hauptsächlich seinem Lieblingssport, dem Schlitt- zweifelter Gegenwehr erzeugt hat, würde sich nut h * u h l a u f e n widmen. Der AusDehnung auf Die Oelzufuhr nach englischen Berechnungen, Die wahrscheinlich richtig sind, sol SvCliPKlTi?* verstärken, Daß Der Augenblick kommen muß, in ^nnksvruck) Die tt “ “ ft“; ft.8; j'.wüii'-&, Verzicht. Es würde Die faschistische Regierung britische Regierung zu diesem bereit, wenn vielleicht — mit Sicherheit kann man dies nicht em entsprechender Beschluß Der BoU erjagen — in schwere innere Komplikationen stürzen, b und s machte zustande komme Eine ernste V Gewiß aber ist, daß in diesem Falle das Bild der zogerung wurde erst dann Eintreten, wenn die Vol- internationalen, besonders der europäischen Lage kerbundsmachte m ihrer Haltung schwank n Durch ein von Den Gefühlen Der Rache unD Dem Schrei nach Genugtuung beherrschten Italien grunD- legenD unD gefährlich veränDert roürDe. Das zweite wäre Der Krieg im Mittelmeer, vielleicht auch in Aegypten, vielleicht auch auf Dem Kontinent, Denn wer kann Die Lawine aufhalten oDer „lokalisieren", wenn sie sich einmal losgelöst hat? tn zwei Leistungsklassen. Die Aufgaben gliedern sich in einen berufspraktischen, berufstheoretischen und weltanschaulichen Teil. Die Sieger in den Ortsentscheiden haben dann in den Gauausscheidungskämpfen auch noch an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen, damit nicht durch Zufall etwa ein bloßer Schwächlings- und Strebertyp Reichssieger werde. Der Reichssieger, der am 1. Mai vor den Führer tritt, muß in sich sportliche, berufliche und weltanschauliche Tüchtigkeit vereinen. Der Berufswettkampf sei dem Auslande gegenüber ein erneuter Beweis der Friedensliebe der deutschen Jugend, die sich an den Stätten der Arbeit und des Sportes in friedlichem Wettkampf messe und dort ihre Probleme löse. Als bedeutsame Neuerung im dritten Reichsberufswettkampf führte der Obergebietsführer die erstmalige Teilnahme der Studenten an. In einer Zeit, in der an den Hochschulen die Korporationen aufgelöst werden, sei es am Platz, e i n neues Ideal herauszustellen, man könne sich kein besseres Ideal vorstellen, als das Ideal der Lei st un g. Deshalb sei es für die Vorkämpfer des Wettkampfes unter den Jungarbeitern eine große Freude, daß nun endlich die jungen Arbeiter der Faust und der Stirn sich gemeinsam die Tradition der Leistung schaffen. Die deutsche Jugend wolle beweisen, daß das deutsche Volk, wenn auch arm an natürlichen Gütern und Rohstoffen, unendlich reich sei an unermüdlichem Fleiß und schöpferischer Kraft. Die Rothelferschast der Technischen Nothilfe. Die „Technische N o t h i l f e" bittet uns um Veröffentlichung folgender Ausführungen: Wie ein roter Faden zieht sich das Fachprinzip durch die TN. hindurch. Die Einsatzkraft und die Schlagkräftigkeit liegen nicht in der zahlenmäßigen Stärke der TN., sondern in der fachlichen Leistungs- f ä h i g k e i t der Nothelferschaft und der Gliederungen der TN. Die TN. hat in ihrem Höchststand schon einen Bestand von beinahe einer halben Million Mitglieder gehabt. Aber fest verwachsen mit ihr war immer nur eine beschränkte Anzahl, wobei das Hauptinteresse auf die fachlich Vorgebildeten gelegt wird. Die Eigenart der Einsatzaufgabe schließt es aus, andere als politisch zuverlässige Volks- a e n o s s e n in die TN. aufzunehmen. Da die Nothelfer im Einsatzfalle an wichtigster Stelle in den lebenswichtigsten Betrieben oder im Luftschutzdienst stehen, so daß durch den Einsatz politisch völlig zuverlässiger Nothelfer jede Sabotage oder sonstige Störungaus- geschlossen sein muß. Es kann nicht Aufgabe der TN. sein, erst ihre Angehörigen weltanschaulich auszurichten und zu erziehen, sondern sie muß sich vielmehr von vornherein auf einwandfreie, politisch zuverlässige Personen stützen. Dennoch wird überall in der TN. die weltanschauliche Schulung mit allem Nachdruck gefördert und betrieben. Gleich- zeitia findet eine fachliche Ausbildung statt, die dem Ziele dient, die schlagfertige und fachliche Leistungsfähigkeit der TN. auf den"höchsten Stand au bringen. Nach den bestehenden Verordnungen der TN. ist die Zugehörigkeit zu ihr von jenen Grundsätzen abhängig gemacht, die allgemein bei der NSDAP, gelten. Nur Deutsche arischer Abstammung können ihr angehören. So ist gewährleistet, daß die TN. ein zuverlässiges und fachlich hochwertiges Instrument in der Hand der Staatsführung ist. Die Besoldung der Goldaien. B e r l i n, 2. Dez. (DNB.) Die a m 1. O k t o- ber in das Heer eingestellten Wehrpflichtigen (Ausgehobene und Freiwillige) erhalten neben freier Verpflegung, Unterkunft und Heilfürsorge als Schützen, Reiter usw. eine Löhnung v o n 0L0 M a r k t ä g l i ch. Sie steht jedem Rekruten vom Tage des Diensteintrittes zu und wird am 1., 11. und 21. Tage jedes Monats oder, wenn dieser auf einen Sonn- oder Festtag fällt, am vorhergehenden Werktag, vorausgezahlt. Bei Urlaub und Krankheit wird die Löhnung unverkürzt weitergewährt. Bei settrstver- schuldeter Krankheit, Untersuchungshaft oder Verbüßung von Freiheitsstrafen (Arrest bzw. Haft) verringert sich die Löhnung auf 0,35 Mark täglich. Während der Verbüßung anderer Freiheitsstrafen wird keine Löhnung gezahlt. Bei Entlassung wird f u r d en Entlassungstag Löhnung nur dann gewährt, wenn an diesem Tage noch Dienst geleistet wird oder Zehrkostenvergütung für die Entlassungsreise nicht zusteht. Befindet sich der Soldat bei der Entlassung in Lazarettbehandlung, so wird die Löhnung bis zum Tage der Entlassung aus dem Lazarett weitergeführt. Hinsichtlich der Löhnung für den Entlassungstag gelten für Lazarettkranke dieselben Bestimmungen wie für diensttuende Soldaten. Außerdem erhalten die eingestellten Rekruten zur erstmaligen Anschaffnung des Putzzeuges ein e i n m aliges Putzzeuggeld von 5 Mark. Die ab 1. November 1935 eingestellten Ergün- zungsmannschaften und zu Hebungen einberufenen Mannschaften des Beurlaubtenstandes erhalten ebenfalls eine Löhnung von 0,50 Mark täglich. Die Ersahreserve. Nach der Verordnung des Reichskriegsministenums gliedert sich die Ersatzreserve in die Ersatz- reseroe I, Marineersatzreserve I, Luftwaffenersatz- reseroe I und in die Ersatzreserve II. Der Ersatz- referoe I, Marine- und Luftwaffenersatzreserve I werden diejenigen wehrfähigen Dienstpflichtigen zu- geteilt, die bei der Aushebung überzählig bleiben. Die Angehörigen der Ersatzreserve I, Marine- und Luftwaffenersatzreserve I können im eqten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur Ersotzreserve I nachträglich zur Deckung von Ausfallen, ferner in den zwei nächsten Jahren b e i Sebarf noch zum aktiven Wehrdienst herangezogen werden. Im übrigen werden sie innerhalb der ersten drei Jahre zur kurzfristigen Ausbildung (Erfatzreserveausbildung) einberufen. Soweit die Angehörigen der Marineersatzreserve I im zweiten Jahr nicht zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht oder zur Ersatz- reserveausbildung in der Kriegsmarine einberufen werden, können sie hierzu im Heere herange- Zogen werden. Die im Heere Ausgebildeten stehen der Kriegsmarine im Mobilmachungsfall zur Verfügung. Dies gilt sinngemäß für die Angehörigen der L u f t w a f f e n e r f a tz r e f e r v e I und ihre Einberufung zur Luftwaffe. Soweit die Angehörigen der Ersatzreserve I, Marineersatzreserve I und Lustwaffenersatzreserve I des Jahrgangs 1914 noch nicht 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet haben, können sie bei Bedarf hierzu vom Line neue Verordnung des Reichskirchenministers Kerrl. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Das Reichsgesehblall veröffentlichte am Montag folgende Verordnung des Reichsministers für die kirchlichen Angelegenheiten pg. kerrl: „Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 (Reichsgesehblatt 1, Seite 1178) wird hiermit verordnet: 8 1. 1. Soweit auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 (Reichsgesehblatt 1, Seite 1178) mit der Durchführungsverordnung bei der Deutschen Evangelischen Kirche und den Landeskirchen die K i r ch e n l e i t u n g gebildet ist, ist die Ausübung kirchenregimentlicher und kirchenbehördlicher Befugnisse durch kirchliche Vereinigungen oder Gruppen unzulässig. 2. Zu den gemäß Absatz 1 unzulässigen Handlungen gehören insbesondere die Besetzung von pfarrstellen, die Berufung von geistlichen Hilfskräften, die Prüfung und Ordination von Kandidaten der evangelischen Landeskirchen, die Visitation in den Kirchengemeinden, die Verordnung von K a n z e l - A b - kündigungen, die Erhebung und Verwaltung von Kirchensteuern und Umlagen, die Ausschreibung von Kollekten und Sammlungen im Zusammenhang mit kirchengemeindlichen Veranstaltungen sowie die Berufung von Synoden. 3. Die Freiheit der kirchlichen Verkündung und die pflege der religiösen Gemeinschaft in kirchlichen Vereinigungen und Gruppen werden nicht berührt. 8 2. 1. Der Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten gibt die Kirchen und Kirchenprovinzen bekannt, für die der Fall des § 1 Absatz 1 gegeben ist. 2. Organe kirchlicher Vereinigungen oder Gruppen, die nach einer Bekanntmachung im Raume der betreffenden Kirche oder Kirchenprovinz noch kirchenregimentliche oder kirchenbehördliche Befugnisse ausüben, können a u f g e l ö st werden. 8 3. Die Ausübung kirchenregimentlicher oder klrchenbehördlicher Befugnisse durch Organe kirchlicher Vereinigungen oder Gruppen ist nach Inkrafttreten dieser Verordnung unzulässig. Die Vorschrift des § 2 Absatz 2 findet entsprechende Anwendung. 8 4. Diese Verordnung tritt an dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft. ♦ Reichsminister Kerrl gab zu der neuen Kirchenverordnung vor Pressevertretern nähere Erläuterungen. Schon bei der Bildung des Reichskirchenausschusses und der Landeskirchenausschüsse, so sagte er, habe er im Auge gehabt, daß diesen Organen die Möglichkeit gegeben werden solle, eine neue Deutsche Evangelische Kirche aufzubauen. Von einer Deutschen Evangelischen Kirche konnte keine Rede mehr fein, weil diese Kirche aufgespalten in drei verschiedene Gruppen war, von denen sich zwei untereinander auf das heftigste bekämpften. Die eine Gruppe fetzte sich zusammen aus , den Deutschen Christen und der Reichskirchenverwaltung, die zweite aus der Bekenntnis f r o n t und die dritte aus der Mitte, die verhältnismäßig sehr stark war und die durchaus nicht etwa aus Lauen, sondern zum größten Teil aus Leuten bestand, die auf beiden Seiten aus beachtlichen Gründen nicht mehr in der Lage waren, mitzumachen. Die Kirche selbst fühlte sich nicht mehr in der Lage, die Ordnung herzustellen, und aus diesem Grunde war an den Staat die Bitte herangetragen worden, von sich aus einzugreifen und Ordnung zu schaffen. Er habe es für unbedingte Pflicht gehalten, sich in keiner Weise in Glaubensfragen der Kirche einzumischen. Seine Aufgabe habe allein darin bestanden, eine Ordnung zu ermöglichen, in der in Würde und Ruhe alle Fragen bereinigt werden konnten. Deshalb seien auch der Reichskirchenausschuß und die Landeskirchenausschüsse in der Weife berufen worden, daß Männer der Kirche aus verschiedenen Gruppen zusammengesetzt wurden, um in gegenseitiger Aussprache zu prüfen, ob sie sich berufen fühlen. In einer Erklärung seien bi'e Grundlagen nieberge- legt worden, auf denen der Neubau der Kirche sich vollziehen konnte. Ein Aufruf des Reichs- kirchenausfchuffes an das Kirchenvolk fei von allen Seiten hoch begrüßt worden. Man fei sich darüber einig gewesen, daß mit diesem Aufruf eine Linie gefunden wurde, auf der a l l e d r e i G r u p - p e n in der evangelischen Kirche in gemeinsamer Richtung Zusammenarbeiten konnten. UeberaU im Lande, so sagte Reichsminister Kerrl weiter, habe er mit Freude feststellen können, daß das gesamte Kirchenvolk und auch die Geistlichkeit sich innerlich nach diesem Frieden sehn- t e n. Allenthalben kam der Wille zum Ausdruck, mitzuarbeiten an diesem großen Werk, eine i n - nerliche freie und in s i ch vollkommen selbständige Kirche zu schaffen, die schon aus innerer Meinung und Ueberzeugung mit dem Staat marschieren muß, in dem sie wirkt und lebt. Leider habe der Minister im Verlaufe der letzten Monate auch Unangenehmes erleben müssen: In mehreren Ländern nämlich, in denen Lan- deskirchenausschüsse ernannt worden waren, sind immer noch Leute gekommen, die behaupteten, die innenkirchliche Legitimation läge bei ihnen und nicht bei den vom Minister eingesetzten Ausschüssen. Eine solche Behauptung könne nicht anerkannt werden; denn wo solle denn heute die innenkirchliche Legitimation überhaupt Herkommen? Sie werde von den Herren der sogenannten „Bekenntniskirche" in Anspruch genommen aus einem Notrecht heraus, und trotzdem hätten sämtliche Gruppen, die miteinander in Streit lagen, von dem Staat gefordert, daß er ihnen erst d i e Möglichkeit gebe, Ordnung z u schaffen. Der Staat ist diesem Rufe gern gefolgt. Wenn er aber Ordnung schaffen wollte, mußte er einem Organ diese Aufgabe übertragen und damit auch die innenkirchliche Legitimation, sowohl in bezug auf das Kirchenregiment wie auf die geistliche Leitung. Dieses Organ, der Reichskirchenausschuß mit seinen Landesausschüssen, werde jene Uebergangslöfung schaffen, mit der eine Selbstverwaltung wieder ermöglicht wird. Die Arbeit der Ordnung ist also durch den Reichskirchenminister der Kirche selb st übertragen worden, und der Staat wacht jetzt nur noch darüber, daß die Okbnung, die entstehen soll, nicht mehr gefährdet werden kann. Es wäre ein Unfinn, wenn Männer der Bekenntniskirche jetzt kämen und sagen wollten, ihr Bekenntnis sei in Gefahr. Niemand werde in der Art, wie er feinen Glauben verkünden will, behindert werden. Wer so etwas sage, der verschleiere nur die Größe der Aufgabe, die sich vor der evangelischen Kirche erhoben hat und bei deren Lösung der Staat nach allen Kräften und bestem Wissen und Gewissen helfen will und soll. Erörterungen darüber hätten keinen Zweck. Wenn die Deutsche Evangelische Kirche sich in Ordnung bringen wolle, dann könne es sich nur um eine Ordnung handeln, der alle gehorchen müßten. Ganz klar und einfach ist deshalb in der neuen Verordnung festgelegt worden, daß dort, wo Ausschüsse gebildet sind, nicht mehr andere Organe, die irgendeiner Kirchenvereinigung oder Gruppe angeboren, berechtigt sind, Funktionen wahrzunehmen, Sie nur bei den Ausschüssen liegen können. Hierbei wird nicht etwa daran gedacht, die Bekenntniskirche als solche, als Gemeinschaft zu verbieten oder etwa die Bruderräte. Aber sichergestellt ist nunmehr, daß von keiner Seite mehr in das Kirchen- und das geistige Regiment hineingefunkt werden kann. Wird dieser Versuch trotzdem gemacht, dann muß selbstverständlich der Reichskirchenminister einschreiten. Ebenso selbstverständlich ist, daß es auch der K i r ch e n l e i t u n g für das Reichsgebiet nicht mehr möglich ist, von sich aus Anordnungen zu treffen. * Reichsminister Kerrl betonte zum Schluß, daß nicht bei ihm die geistige Autorität der evangelischen Kirche liege, sondern beim Reichskirchen« a u s f ch u ß , der auch das Kirchenregiment führe. Er selbst habe nur sein Augenmerk darauf gerichtet, daß die erforderliche Ordnung auch hergestellt wird. Daß niemand in seinem Gewissen vergewaltigt werde, darüber wachten die Landes« kirchenausschüsse. Da es um das Ganze gehe, dürfe niemand das Werk gefährden, sondern mit gutem und rechtem Willen diese Lösung anerkennen und also uneigennützig für die Kirche handeln. Der „Angriff" zu der neuen Kirchenverordnung. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Zu der Verordnung des Ministers Kerrl erfährt der „Angriff" von zuständiger Stelle u. a. folgendes: Bestimmend für das ganze Werk und die Maßnahme war die Tatsache, daß diejenigen Einrichtungen, für die die Verordnung gilt, keineswegs eine gesamtkirchliche Legitimation für sich in Anspruch nehmen können, sondern lediglich einen Bruchteil kirchlichen Lebens darstellen. Auf der anderen Seite kann gerade der Reichskirchenausschuß diese gesamtkirchliche Legitimierung allein auf sich beziehen. Die Männer dieses Ausschusses entstammen allen Teilen des kirchlichen Lebens. Als Minister Kerrl den Reichskirchenaus« schuß ernannt hat, handelte er als Treuhän « der des Staates für die Kirche. Dis evangelische Kirche war nicht mehr in der Lage, von sich aus auf der Grundlage der alten Verhältnisse zur äußeren Ordnung zu kommen. Hier hat, um ihren Bestand zu retten, der Staat den Anstoß zur Heberwindung dieses furchtbaren Notstandes gegeben. Die neue Verordnung bemerkt ausdrücklich, daß jede Bekenntnis gemeinschaft unberührt bleibt. Alle Möglichkeiten, sich zur Förderung einer bekenntnismäßigen Heberzeugung zusammenzufinden, bleiben erhalten. Gewissen und Gewissensfreiheit werden nicht angetastet. Diese Lösung war um so leichter zu finden, al> führende und sehr einflußreiche Männer gerade dieser Gruppen schon vor Ernennung des Reichskirchenausschusses und vor Veröffentlichung seines Aufrufes ihre Bereitwilligkeit in dem Ausschuß mitzuarbeiten, und ihre Zustimmung zu dem Inhalt des Aufrufes eindeutig erklärt hatten. Dazu kommt, daß sich gerade unter den Anhängern der „bekennenden Kirche" jene Stimmen vermehrten, die erkannten, daß es keinen Zweck hat, sich immer wieder auf ein Bekenntnis zu berufen, welches man nicht einmal in den eigenen Reihen hat zu feinem Rechte kommen lassen. Mit voller Absicht hat sich der Aufruf vom 17. Oktober an das Kirchenvolk unmittelbar gewandt. Das Kirchenvolk als Träger des gemeindlichen Lebens ist die Substanz der Kirche und will endlich Frieden in der Kirche und Freude in feiner Kirche. Hat es sich bisher an die Gruppen geklammert, weil bestimmte Teile dieser Gruppen proklamiert hatten, das Ehristentum fei in Gefahr, fo ist nunmehr die Lage von Grund auf verändert. Die entscheidende Wendung ist eingetreten. Heute überträgt das Kirchenvolk sein Ver- trauen auf den Minister in dem Bewußtsein, daß seinem Glauben vom Staate her keinerlei Gefahren drohen, wohl aber von einer Kirche, die im Streit um die Dogmen die kirchliche Tat vergißt. Dieses Vertrauen, das der Minister im Kirchenvolk genießt, ist eine Realität, die sich täalich und nachweisbar in sehr realer Weise äußert. Ihr real- ster Nachweis ist die Tatsache, daß man im Lager der Gruppen selbst mit dieser Realität zu rechnen beginnt. Der Vorgang der Berufung des Ausschusses hat gezeigt, in welch hohem Maße der Staat die Handlungsfreiheit der Kirche selbst überläßt. In dem Aufruf des Ausschusses wird für den evangelischen Christen der religiöse Gehalt des Lebens eindeutig durch das Evangelium bestimmt. Gleichzeitig aber wird herausgestellt, daß gerade der evangelische Glaube den Menschen a u f b i e W i r k- l' ch k e 11 seines Volkes hinweist. Diese Wirk- lichkeik ist das Volk, das in feiner Gesamtheit m i t öcm Führer marschiert, ist der natio- nalsozialistische Staat. Reichsarbeitsführer im Einvernehmen mit dem Reichskriegsminister noch herangezogen werden. Der Ersatzreserve II sind die beschränkt Tauglichen und alle übrigen Dienstpflichtigen mit Ausnahme der wehrunwürdigen und nicht zum Wehrdienst heranzuziehenden zuzuweifen. Die wehr- ähigen Dienstpflichtigen, die über den zu stellenden Ersatzbedarf hinaus überzählig bleiben, werden der Erfatzreserve I, Marine- und Luftwaffenersatz- reserve I zugeteilt. Oer Fußball-Länderkampf Deutschland-England. Der Reichssportführer und die deutsche Fußballmannschaft in London eingetroffen. London, 2. Dez. (DNB.) Auf dem Flugplatz Croydon trafen von Paris kommend im Olympia-Flugzeug der Reichssportführer von Tscham- mer uni) Dften, der Präsident des Deutschen Olympia-Ausschusses Exzellenz L e w a l d und der Generalsekretär des Internationalen Olympischen Ausschusses Dr. Diem ein, um am Mittwoch dem Fußball-Länderkampf England — Deutschland beizuwohnen. Kurz nach dem Olympia-Flugzeug kam die Junkers-Maschine „Wilhelm Cuno" mit der deutschen Fußballmannschaft und ihren Begleitern an. Der vom Deutschen Fußballbund zu einer Gesellschaftsreise zum Länderspiel in London । echarterte Schnelldampfer „Columbus" des lorddeutfchen Lloyd ist mit 1700 Fahrgästen an Bord nach London in See gegangen. Die Anglo-German-Fellowfhip, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das gegenseitige Verständnis zwischen dem deutschen und englischen Volk zu vertiefen, wird Mitte dieser Woche Reichssportführer von Tschammer und Osten in ihrer Mitte begrüßen. Zu Ehren des Reichssportführers findet ein Empfang statt, auf dem der Reichsfportführer einen Vortrag über d i e Berliner Olympischen Spiele halten wird An dem Empfang werden u. a. SA.-Gruppenführer Herzog Karl Eduard von Sa ch s en-Koburg und Gotha, der Präsident des Deutschen Olympia-Komitees, Exzellenz Lewald, das Präsidium des Britischen Olympia-Komitees, sowie namhafte Vertreter des englischen öffentlichen Lebens teilnehmen. Als Zwillingsgesellschaft der Anglo-German-Fel- lowshir ist in Berlin die D e u t sck) - E n g l i s ch e Gesellschaft gebildet worden, deren Präsidium der Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha übernommen hat Das Ziel dieser Gesellschaft ist ebenfalls die Vertiefung der deutsch-englischen Beziehungen auf kulturellem, wissenschaftlichem und sportlichem Gebiet. Oie Stadt Harrar „entmilitarisiert". Genf, 2. Dez. (DNB.) Der abessinische Außenminister hat dem Generalsekretär des Völkerbundes telegraphisch mitgeteilt, daß der Kaiser von Abessinien beschlossen habe, alle Truppen aus der a d t H a rr ar fofort z u r ü ck z u z i e h e n. Die Stadt soll künftig nur zur Unterbringung der 93 e r ro un beten von der Ogaben- front bestimmt sein und in keiner Weise irgendwelchen militärischen Zwecken dienen. Die abessinische Regierung hofft, auf diese Weise der Zivil- b e d o l k er un g und den in Harrar wohnenden Ausländern Bombenangriffe zu erfpa« r,ef n- Sw bittet den Generalsekretär, diesen Beschluß allen Mitgliedern des Völkerbundes mitzuteilen. Berlin 2. Dez. (DNB.) In der nächsten Num- Reichsgesetzblattes und des Reichsanzeigers rotrö bie 11. Verordnung zum Ausbau ber Sozial- v"°llentlicht. Nach bisherigem Recht mußte ,ebe Krankenkasse eine Rücklage ln he einer D r e i m o n a 15 a u s g a b e ha- bem!Dicfer betrag wirb durch die neue Verordnung, au.6baufl^ bi« gemeinfam'e Pnnh.« "ucklaq-n durch die W ru"95anftaIt «"Neführt bat, auf eine ^meimonatsausgabe — rin hmi nbnrm>^rf?^ten Krankenversicherung um Ufa? i-°r0 ?'"'°"en Mark - herabge- hnÄn Aese Herabsetzung liefert einen ersten sicht- bVe das Ausbaugesetz ge- u . A/Hohung ber L e i st u n g s - L A V/wL ?eitcrf,ln regelt bie Verordnung die durch die Abführung der Rücklage an die Gemein- schaftsabteilung bet der Lanbesversicherungsanstalt geschaffenen Rechtsbeziehungen zwischen ber einzelnen Krankenkasse unb ber Lanbesversicherungs- anstatt. Der Treueid des Bischofs von Eichstätt. M ü n ch e n , 3. Dez. (DNB. Funkspr.) Der neu- ernannte Bischof von Eichstätt, Dr. Michael Rackl sanb sich am Montag beim Reichsstatthalter von Bayern, Ritter von Epp, zur Leistung bes im Reichskonkorbat vorgesehenen Treueibes ein. Dabei erklärte ber Bischof in einer Ansprache u. a.: „Sowie es einem Bischof geziemt, soll unb will ich als Bischof b e m Deutschen Reich unb bem ßanbe Bayern in Treue bienen. Mein katholischer Glaube weist mir klar ben Weg. Klar unb freudig bejahe ich nach den Normen des Na- turrechtes und des positiven christlichen Sittengesetzes den Staat und die Staatsautorität und alles was dem Wohle und dem Schutz und der Wahrhaftigkeit des Staates dient." Der Reichs st atthal- ter drückte feine Befriedigung darüber aus, daß dem Bischof die Erfüllung ber ihm aus bem Eid erwachsenen Pflichten Herzens- und Gewifsenssache sei. Ein Kirchenfürst, der den auf dem Boden des positiven Christentums stehenden Staat bejaht unb dessen Autorität anerkennt, kann nicht in ernstlichen Gegensatz zu biesem Staat kommen, um so weniger, als bie Kirche in Deutschlanb bem Manne, ber in unermublichem Ringen unb mit eisernem Willen diesen Staat ber Volksgemeinschaft geschaffen hat, es bankt, baß sie nicht in ber atheistischen Sturmflut eines bolschewistischen Staates untergegangen Die Schwester des Königs von England f. Die unverheiratete älteste Schwester König Georgs V., Prinzessin Viktoria, ist gestorben. Der Bericht der Aerzte besagt, daß sie eii^ „friedliches Ende" hatte. Die Prinzessin hat ein Alter von 67 Jahren erreicht. Der König hat jetzt noch eine lebende Schwester, die K 8 n i g i n M a u d von Norwegen, bie gegenwärtig in Englanb weilt. Die Prinzessin war feit drei Wochen kränklich. Sie hatte weder der Hochzeit des Herzogs von Gloucester noch der Taufe des Sohnes des Herzogs von Kent beigewohnt. Vor ungefähr einer Woche trat eine Verschlimmerung ein. WirtschastsnSte der Schweiz Bürgerpartei. Frauenschicksal unterm Sowjetstern Der Marsch in die zweite Erzeugungsschlacht Aus aller Welt Die beiden Frauen sind heute morgen in der Klinik Bayerischen Diözesenverbandes. Insgesamt foltert etwa 120 000 Mark ohne Genehmigung der Devisenstelle zum Rückkauf von Ordensobligationen verwendet, worden fein. Weiter sollen die Angeklagten unbefugt über 260 000 französische Franken verfügt haben, die dem Orden in Gestalt von Zuwendungen ausländischer Niederlassungen zirflossen. Dem Gene-» enthaltungen der Sozialdemokraten seinen bisherigen Vizepräsidenten R e i ch l i n g von der Bauern» und Ämstalder (katholisch-konservativ), der National r a t mit 116 von 128 Stimmen bei 32 Stimm- reaelung" ist ein sinnentstellender Fehler unterlaufen. Es muß in der 7. Zeile des letzten Absatzes richtig heißen: ... bei einem um 30 v. 5). größeren Nutzeffekt des Dieselmotors usw. ihren Verletzungen erlegen. Ein Gendarmeriewachlmeisler und seine Frau ermordet. In Rostken im Kreise Lyck (Ostpreußen) wurde eine furchtbare Bluttat entdeckt. Man fand den Gendarmeriewachtmeister Rode und seine Ehefrau im Schlafzimmer ihrer Wohnung in einer großen Blutlache liegend t o t auf. Nach den bisherigen amtlichen Feststellungen handelt es sich um einen Doppelmord. Der Beamte und seine Ehefrau sind durch mehrere Messerstiche getötet worden. Die Ermittlungen nach dem mutmaßlichen Täter sind sofort ausgenommen worden. Nächtliche Verbrecherjagd in Bromberg. würden! Diese Behandlung der Frauen hat nun wieder zur Folge gehabt, daß werdende Mütter sich mit aller Gewalt dagegen auflehnen, ihre Kinder zur Welt zu bringen. Die „Prawda" vom 11. August schreibt: „Von 150 schwangeren Arbeiterinnen der Dedowsker Fabrik, die sich im Mai dieses Jahres an die Klinik um ärztliche Hilfe wandten, wollten nur 30 Mutter werden. 120 bestanden auf der Unterbrechung der Schwangerschaft. Als Grund gaben sie an: „Für mich finde ich einen Mann, aber für mein Kind einen Vater zu finden, ist schwer." „Ich will keinen Vaterlosen zur Welt bringen." „Hätte ich einen richtigen Ehemann, würde ich auch Kinder gebären." In dem gleichen Artikel, der sich mit dem Familienleben bolschewistischer Prägung beschäftigt, wird dann abschließend festgestellt, daß 40 Prozent der Arbeiterinnen, die Kinder zu ernähren haben, o h ne Ehemänner leben, weil die Väterdie Familie verlassen haben. So ließen sich noch zahllose andere Beispiele aus der russischen Presse nicht nur über das Los der Frau, sondern auch der Kinder, die man aus den Familien herausreißt und namentlich auf dem Lande zwingt, schwerste körperliche^ Arbeit in den Kollektivwirtschaften zu leisten, veröffentlichen. Jedoch diese kleine Auslese, typisch für die ganze Sowjetunion, läßt ahnen, was die russische Frau unter dem roten Stern zu leiden hat. Der kommissarische Dberbürgermeister der Stadt Memel, Lektor Ga.lius, hat dem Landesdirektorium mitaeteilt, daß er aus Person- Uchen Gründen s - i n A m t als Oberbürgermeister nied - rl - g -. Gailius ist schon der zweite der von dem statutwidrigen Direktorium Bruvela,t,s crnge- setzten kmnmissarM» 0berbürgerme.si^ Sein Die Mittelrheinische Volkszeitung" in Bingen hat mit dem 1.Dezember ihr Erscheinen eingestellt. * Der Führer und Reichskanzler hat nach Uebernahme des Tannenberg-Natlo- naldenkmals als Reichsehrenmal m Die Obhut und Verwaltung des Reiches dem srüheren Vor- likenden des Tannenberg-Nationald-nkmal-Vereins Generalmajor a. D. Kahns in Königsberg und dem letzten Vorsitzenden des D-r-ms, Landeshauptmann Dr. Blunck in Königsberg, für ihre Verdienste um das Tannenbergdenkmal durch persönliche Schreiben seinen Dank ausgesprochen. Leiters der Paßabteilung im 44. Moskauer Milizrevier zugeben. Seine Frau Christine, die in ihrer Ehe nichts als Prügel von ihm empfangen hatte, wurde eines Tages von ihm vor die Türe gesetzt. Jetzt forschte sie nach dem Vorleben ihres Mannes und stellte fest, daß sie bereits die siebente Ehefrau war. Sie wurde geschieden, erhielt aber keine Unterstützung. Dafür heiratete der Milizgewaltige die achte Frau. Selbst das Moskauer Blatt mußte zugeben, daß dieser Harem die Folge der Vollmachten sei, die dem Leiter einer Paßstelle Verfolger durch Revolverschüsse abzuschüt» teln. Einem der Verbrecher gelang es schließlich, in einer städtischen Parkanlage zu verschwinden, während der zweite gefaßt werden konnte. Kraftwagen mit vier Toten im Wasser aufgefunden. Schiffer fanden in Dorplein onder Weert bet Eindshoven (Holland) im Hafen einen Personenkraftwagen im Wasser. In dem Wagen befanden sich die Leichen von vier jungen Leuten. Es konnte noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, wann das Unglück geschehen ist, doch nimmt man an, daß der Wagen in der Nacht, von niemand bemerkt, vom Wege abgekommen und ins Wasser gestürzt ist. Devisenprozeß „Barmherziger Brüder". Vor dem Berliner Sonderaericht begann ein mehrtägiger Prozeß, der Deoisenschiebungen beim Orden der „Barmherzigen Brüder" in Trier zum Gegenstand hat. Die Anklage richtet sich in der Hauptsache gegen den Generalschafsner Ferdinand Hoffmann und den Generaloberen August Wolff. Mitangeklaat sind ferner wegen Begünstigung die beiden Laienbrüder Nikolaus Joseph Meiser und Johann Sauer sowie der Klostervorsteher Michael Thiel aus Trier. Sie haben dem Generaloberen Wolff zur Flucht ins Ausland verhalfen. Wolff konnte daher erst sestgenommen werden, als er wieder Deutschland betrat. Der Orden hatte bis zum Jahre 1929 in Holland A n - leihen im Betrage von 2,22 Millionen Gulden ausgenommen. Dazu kam in den Jahren 1932 und 1933 e i n Schweizer Darlehen von 102 000 Franken und ein Darlehen von 1,5 Millionen Mark als Anteil an einer Amerika-Anleihe des St* schweizerische Bundesrat hat weitgehende Vollmachten gefordert, um ein sehr umfangreiches ttnb schwieriges Finanzprogramm durchzusuhren. Es handelt sich dabei vor allem um die Aufbringung der Mittet für eint systematische Bekämpfung der Ärb titaloH aflit. Denn die Weltwirt- schast-kNse hat auch der schweizerischen Wirtschaft schwere Wunden geschlagen und der berufstätigen Devätteruno in zunehmendem Maße ihre Arbeitsund Eintommensgrundiage entzoaen. Die Wirtfchafts- Nöte der Schweiz haben ihren Ursprung vor allem in dem Rückgang d e r A u s f u h r Der innere Markt der schweizerischen Industrien ist eng. Die wichtigsten unter ihnen sind Ausfuhrindustrien. Schon im vorigen Jahre hat der Bundesrat einen großen Teil von thnen^ so insbesondere die hochentwickelte Metall- und Maschinenindu- st r i e, durch Uebernahme von Garantien für Exportkredite unterstützen müssen. Dadurch konnte erreicht werden, daß der schweizerischen Wirtschaft zahlreiche Exportaufträge erhalten wurden, die ihr ohne diese Förderungsmaßnahme verloren gegangen wären. Eines Schuttes bedarf in besonderem Maße die schweizerische Uhrenindustrie, die im Jahre 1934 noch Erzeugnisse im Gesamtwert von 109 Millionen Franc ausst'ihren konnte. Die Errichtung neuer Unternehmungen und auch die Erweiterung bestehender Betriebe wurde verboten. Den notleidenden kleineren und mittleren Uhrenfabriken wurden staatliche Darlehen gewährt, um ihnen die Weiterführung ihrer Betriebe zu ermöglichen. Zur Förderung der schweizerischen Stickereiindustrie wurde mit staatlichen Mitteln eine Treuhand - Genossenschaft begründet, die ihre Aufgabe vor allem in der Ausschaltung überzähliger Maschinen erblickte. Sie wollte hierdurch die Beschäftigung zusätz- gegeben sind! Doch zurück zu der Schwerarbeit der russischen Frau. „Molot" vom 14. September berichtet einiges über die Behandlung der Frauen in der Staatlichen Getreidewirtschaft Deloglinsk (Asow-Schwarzmeergebiet): Die Frauen werden gezwungen, Lasten bis zu 75 Kilogramm zu tragen. Aus Angst, die Arbeit zu verlieren, be- mühen sich die Frauen, ihre Schwangerschaft zu verbergen, und arbeiten bis zur Niederkunft. Die Frau des Traktoristen K. gebar während der Arbeit. Die O. brachte eine Totgeburt zur ®elt Die M. gebar auf einem Heuwagen, die W. in der Reparaturwerkstätte. Die Moskauer „Prawda" vom 29. Juni berichtet von einer Stoßbrigadlerin, die ein Kind während der Arbeit auf einem Rübenfeld zur Welt brachte. Ein wegen der bevorstehenden Entbindung beantragter Urlaub wurde ab- gelehnt, weil sie das ihr zugewiesene Stück Land restlos zu bearbeiten habe. Im gleichen Blatt wird aus einen anderen Fall aufmerksam gemacht, der sich dadurch auszeichnet, daß verschiedentlich die Frauen während der Schwangerschaft mit Strafe bedroht wurden, falls sie der Arbeit fern bleiben Mit der Beendigung des 3. Reichsbauerntages । liegt ein Jahr der landwirtschaftlichen Erzeugungs- fchlacht hinter uns. Die Bauernführer haben in Goslar die Richtlinien für die weitere Durchführung des Kampfes, den der Reichsnährstand um die Nahrungs- und Rohstofffreiheit unseres Dockes führt, erhalten und damit die Verpflichtung übernommen, diesen Kampf auch im zweiten Jahr mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu führen und solange fortzusetzen, bis das Ziel erreicht ist. Es liegt in der Eigenart der landwirtschaftlichen Erzeugung, daß als zweckmä ß i g erkannte Anbauverschiebungen nicht in kurzer Zeit durchgeführt werden und Maßnahmen zur Erzielung höherer Leistungen sich nicht von einem Jahr zum andern mit Sicherheit auswirken können. Man kann daher den bisher erzielten Erfolg der Erzeugungsschlacht auch nicht am Ernteertrag des vergangenen Jahres messen, jonbern muh dazu diejenigen Merkmale und Maßnahmen heranziehen, die die Fortschritte der Erzeugungsschlacht klar erkennen lassen. Die Kampftaktik der Erzeugungsschlacht besteht darin, durch Steigerung und Sicherung der Erträge der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, bei denen die Selbstversorgung bereits erreicht ist, (vor allem Brotgetreide und Kartoffeln) freie Flächen zum Anbau der fehlenden Früchte zu schaffen. Dabei soll die steigende Ertrags- leistung vor allem in den Betrieben erzielt werden, die bisher unter dem Gesamldurchschnilt standen. Daß wir in dieser Richtung weitergekornrnen sind, beweisen vor allem zwei Merkmale, in denen sich der Fortschritt der Erzeugungsschlacht äußert: Die e r - höhte Anwendung künstlicher Düngemittel und die allgemeine Verwendung hochwertigen Saatgutes. Der Verbrauch künstlicher Düngemittel ist in tausend Tonnen von 1933/34 gegenüber 1934/35 bei Stickstoff von 382 auf 425 bei Phosphorsäure „ 462 „ 542 und bei Kali 714 „ 817 ^Nachdem die Drotgetreideversoraung mengenmäßig sichergestellt ist, wurden Maßnahmen ersor- derlich, den Änbau von Qualitatswetzen zu fördern, um die Einfuhr ausländischen Wetzens, der bisher noch zum Verschneiden des Mehls aus tn- ländischen Sorten erforderlich war, restlos überflüssig zu machen. Die Festsetzung höherer Pretse für inländischen Qualitätsweizen hat diesem Umstand Rechnung getragen, sie werden den Anreiz zum vermehrten Anbau der hierfür in Frage kommenden Sorten geben und gleichzeitig die Züchter veranlassen, sich der Züchtung ertragreicher Werzensorten von guter Qualität mit erhöhtem Elfer zu widmen. 3m Vordergrund aller Maßnahmen der Erzen- gungsschlachl steht die Lösung des E iweiß- und Fettproblems und darüber hinaus die Selbstversorgung mit den von der Textilindustrie benötigten Rohstoffen. Auch hier kann der Erfolg, der die Fehler der Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte wieder gut machen soll, nicht in ein oder zwei Jahren erreicht werden, er muh vielmehr Schritt für Schrit undunter Ausnutzung aller gegebenen Möglichkeiten erkämpft werden. Die wirksamste Steigerung der Futtereiweihgewinnung wird zweifellos erreicht durch Erhöhung der Erträge von Viesen und Meiden mittels Renan saat, zweckmäßige und reichliche Düngung, gute Pflege und Verbesserung der Erntetechnik; daneben wird der Feldfutterban ausgedehnt und der Zwischenfruchtbau erweitert, wobei es wiederum die Aufgabe der Züchtung ist, hochwertiges, bodenständiges Zucht- faatgnt in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. Kunst und Wisienschast. Zur Weihnachts-Ausstellung der oberheffischen Künstler. In der gestrigen Besprechung der Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler ist der Name eines Ausstellers versehentlich unrichtig wiedergegeben: die erwähnte Harzlandschaft (Aquarell) stammt von W. Großhaus, Lützellinden, nicht Großmann, was hiermit berichtigt fei. Euwe führt im Schachweltmeisterfchaftskampf. Arn Sonntag und Montag wurde in Amsterdam die 25. Partie im Kampf um d i e Schach- Weltmeisterschaft zwischen A l j e ch i n und Euwe gespielt. Aljechin führte die weißen Steine und spielte ein Damengambit. Seine Angriffe wurden aber von Euwe vereitelt, der sich ein lieber« gewicht von zwei Bauern zu verschaffen wußte. Nach dem 40. Zuge wurde die Partie in Gewinnstellung für E u w e am Sonntag abgebrochen. Nach weiteren fünf Zügen am Montagabend gab A l = j e ch i n die Partie auf. Der Stand ist nunmehr 8:7 bei 10 Remis. Die nächste Partie wird in Zandvoort gespielt. nes Amtes enthobenen bisherigen Memeler Oberbürgermeister Brindlinger abgelöst hatte, muhte zurücktreten, weil fein Verhalten sogar den Unwillen seiner eigenen litauischen Parteigänger erregte. Eine Aufsehen erregende Verbrecherjagd spielte sich in einer der letzten Nächte in Brombera ab. Die Bromberger Polizei hatte erfahren, daß sich international gesuchte Verbrecher in Bromberg verborgen hielten. Als sechs Beamte in das mutmaßliche Versteck der Verbrecher eindringen wollten, prangen plötzlich zwei Männer, nur mit dem Hemd bet leibet, durch das Fenster auf die Straße. Es handelte sich nm die gesuchten Verbrecher, die mit Revolvern bewaffnet waren. Es begann nun eine nächtliche Jagd durch die Straßen ... „ . „______ etüi* wobck ta MchUmM «LjrrchtL» Ä» ratecherw WUÄ voMwort^ HMwrrS Diese Maßnahmen, die seit Beginn der Erzeugungsschlacht eingeleitet und in verstärktem Maße weiter durchgeführt werden, müssen — wenn auch nicht von heute auf morgen — dazu führen, den Einfuhrbedarf an verdaulichem Eiweiß der vor kurzem noch 25 v. H. des Gesamtbedarfs betrug, erheblich zu senken und schließlich völlig überflüfsig zu machen. In diesem Zusammenhang sind auch die Bestrebungen zur Gewinnung von gehaltreichem Eiweißfutter durch Ausdehnung der Gärfutterwirtschaft zu erwähnen, die dazu geführt haben, daß der zur Verfügung stehende Garfutterbehälterraum feit Beginn der Erzeugungs- schlacht mehr als verdoppelt wurde. Mit fortschreitender Schließung der Lücke in der Eiweißversor- gunq stiegen auch die Möglichkeiten, die Fettein- f u h r die bisher 50 v. H. und mehr des Gesamtverbrauchs betrug, zu vermindern bzw. schließlich in dieser „Errungenschaft" der Oktoberrevolution eine Ursache sieht, sich glücklicher als zuvor zu । schätzen, darf nach den Erfahrungen, die die russische Frau bisher zu sammeln Gelegenheit hatte, füglich ß u { n P r ii n rt h e 5 Anb 0 uesI bezweifelt werden. Denn schließlich ist sie trotz des entsprechenden St e i gerun gd es An b aue $0^1 Menschheitsbeglücker die Le- ?°n, Ä ^kM?ersorderttcken wären ist b e n s a e f ä h r t i n des Mannes geblieben, die, ®9 lind Wx glei^ihg mU °-rm-hr'-m An. was ist denn di- russisch- Frau non heute bau von Oelpflanzen alle Maßnahmen finge -n Wirklichkeit? Eines der unglücklichsten Geleitet, die notwendig sind, um auch über die I schöpfe, das, mag es auf dem Lande oder in der Milchfett - Erzeugung und die Stadt leben, rechtloser denn je ist und auf dessen Schweinemast die Rahrungsfetterzevgung Schultern eine Last gebürdet wurde, mit der sie von zu steigern. Am sichtbarsten treten die bis- einer Leidensstation zur anderen schleicht. Wie auf» heriqen Erfolge in den vergrößerten reibend wirken allein schon die Wohnverhältnisse in Anbauflächen von Raps und Rüb- den Städten. Zusammengepfercht Hausen die Fami- r Ooi n fioTfiaHrfi lien in abgewohnten Räumen, Personen, die Nichts !CIi \ VOn L herv ' miteinander gemein haben, müssen im gleichen Zim- der Maßnahmen zur Hebung der Fetterzeu- I mer wohnen. Jedes Familienleben muß allein gung auf dem Wege einer vermehrten darüber schon zu Bruch gehen. Daneben die Fülle Milchfett- und Schweineschmalz- der vor dem Ausbruch Der bolschewistischen Herr» gewlnnung sind in erster Linie die Bestre- lichkeit unbekannt gewesenen Alltagssorgen, wie bungen zu nennen durch stärkere Förderung sie allein schon aus dem Mangel an allen (siegender Leiftunqsz'ucht (körgefeh) zu einer ständen des täglichen Bedarfs und aus der mkel- höheren Cdftung der b°l »l-^b-nd-r n°m^V-rhaUn.-^u ^Ärbcn ®'* ober wirtfchaftseigener Futtergrund ge z I besser als allgemein gehaltene Schilderun- kommen. A6n vermögen jedoch gewisse' Mitteilungen in der Zur Deckung des Bedarfs an Textilr 0 h - sowjetrufsifchen Presse das Schicksal der russischen stoffen, die in der vergangenen Zeit von allen Frau unter dem Sowjetstern zu beleuchten. So landwirtschaftlichen Erzeugnissen am meisten ver- fand sich kürzlich in der „Jswestija", dem Regie- nachläss'.gt wurden, so daß sie nur etwa 10 n. H. des rungsblatt, eine erschütternde Schilde- Gesamtbedarfs decken konnten, kommen in erster rung d e r Wohnverhältnisse in der In- Linie Wolle, Flachs und Hanf in Betracht, dustriestadt Saporoschje am Dnjepr. 16000 Die Bestrebungen, die Schafhaltung durch Männer, Frauen und Kinder wohnen hier, wie das Festsetzung der Wollpreise und andere Maßnahmen genannte Blatt wörtlich sagt, in scheußlichen zu fördern, haben insofern bereits einen wesent- zwerghaften Hütten in der Umgebung der lichen Erfolg gezeigt, als die Schafhaltung nicht un- Stadt. Kein Licht, kein Wasser, keine Beseitigung wesentlich und zwar seit 19 3 4 um 6 00 000 des Unrats gibt es in dieser Waldhüttensiedlung. Stück, zugenommen hat, so daß der Bestand Nun stelle man sich das Schicksal der Frau und heute wieder etwas mehr als vier Millionen be- Mutter, ihre Lage und ihr Los unter diesen Um» , trägt. Auf d i e Vergrößerung der Lein- ständen vor. # bzw. Flachsfläche, die als Faser-, Del» und Die „Befreiung" der Frau hat ihr auch die (durch die bei der Delbereitung anfallenden Del- „(Segnung" gebracht, Arbeiten verrichten zu dürfen, kuchen) Eiweißlieferant in der Erzeugungsschlacht die im allgemeinen Sache stämmiger Männer zu eine dreifache Rolle spielt, wurde bereits hingewie- sein pflegen. Man sieht sie z. B. m Moskau im- sen so daß nur noch d i e Steigerung Der mer wieder bei Erdarbeiten. Sie muß diese Hanf fläche von 366 auf 3609 Hektar zu er- Arbeiten verrichten, wenn sie nicht verhungern wähnen bleibt. Da zur Deckung des Eigenbedarfs will oder wenn sie verhindern will, daß ihre Kinder der Leinenindustrie 24 000 Tonnen Faser bzw. 30 daheim den Hungertod sterben. Denn angesichts bis 35 Hektar Flachsanbau erforderlich sind, dürfte der leichten Ehescheidung und der Sittenverwilde- dank der getroffenen Maßnahmen die Flachs- rung gibt es heute in den russischen Städten hun- anbauff äche im kommenden Jahre zum ersten derttausende Frauen, die v 0 n ' h r em M a n n i n Male zur Fasergewinnung ausreichen. Stich gelassen worden sind Wie es m den Die 'Rabl der Flachsrösten wurde mit Unter- echt kommunistischen Ehen aussteht, muhte am 8. stützung des Reiches von 25 im Jahre 1933 auf 35 August die Moskauei^Zeitung„Wetscherniaia Mos- im Jahre 1934 und 68 im Jahre 1935 gesteigert, kwa" in einem Bericht über die Vielweiberei eines und wird naturgemäß weiterhin Der Zunahme Der Flachsanbaufläche anaepaßt werden, besonders, solange keine andere Flachsaufbearbeitungsverfahren zur Verfügung stehen, um das Röstverfahren in großem Umfange zu ersetzen. Die über die Deckung ^ÄbS5inLtni?1n°F°rÄI Furchtbare Bluttat in Heidelberg. Delle in der Steigerung der Fetterzeugung die- Montagabend wurde in einem Hause in der nen. Schon eine Fläche von 80 000 Hektar Lein, giiinckslraße in Heidelberg ein furchtbarer Raub- wovon i- 50 v. $). als Faser uni) Oellem ano-nom. überfnl( ausgesührk. Als gegen 20 Uhr der De- Faserb?dorf"jondern^d°rüber'^hinaus" noch "den L- L« der vllla n°ch h°u,e ,urückk-hr.° sand » darf an Leinsaat zur Speiseölgewinnung zu decken, seine F r a u u n D D a. s> $ i e n ft m a b ch e n i m wobei außerdem noch als Nebenprodukt etwa 65 000 Kellergeschoß blutüberströmt und begonnen Oelkuchen anfallen würden. wußttos am Boden liegen. Die sofort be- ------------ nachrichtigte Polizei stellte fest, daß die beiden , -w.xjäIam Frauen von einem Unbekannten anscheinend mit Kieme ponttswe NalyNivreN. einem Hammer niedergeschlagen wor- In der am Montag veröffentlichten Meldung des den waren Ms die Ueberfallenen um Hilfe riefen, Deutschen Nachrichtenbüros über die „Treibstoff- muß der Tater wohl die Flucht ergriffen haben. Im Lichthof des Reichskriegsministeriums wurde die Büste des Generals Ludendorff ausgestellt. Der Reichskriegsminister übergab mit licher Arbeitskräfte ermöglichen. Das Ziel ist aber I einer Ansprache, in Der er die Persönlichkeit und infolge der andauernden Verminderung des Absatzes Vve geschichtliche Leistung des Generals Ludendorff nur in sehr geringem Maße erreicht worden. Auch mürDigle, Die Büste Dem Oberbefehlshaber des Hee» den Schuhfabriken und dem Schuhmacher- res, General der Artillerie Frei Herrn von Handwerk versuchte man durch die Einführung Fritsch, in feine Obhut. Bei der Feier waren der des Bewilligungszwanges für die Neuerrichtung und | Chef des Generalstabes, General der Artillerie Beck (Erroeiterung von Bettieben zu helfen. Bekannt aus i und sämtliche Abteilungsleiter des Generalstabes häufigen Erörterungen ist der schweizerische Hotel- anwesend, p l a n , der dem Beherbergungsgewerbe in- und aus- * ländische Besucher aus weniger wohlhabenden Krei- Die Schweizer Bundesversammlung sen zuführen soll. trat zum ersten Male nach den Neuwahlen zusam- Alle diese Maßnahmen haben aber nicht aus- men. Der Ständerat wählte einstimmig zu gereicht, um die schweizerische Wirtschaftsnot zu be- seinem Präsidenten den bisherigen Vizepräsidenten heben, die sich im letzten Jahre vielmehr wesent-'^ " ' ' 1:“X m ‘ 11 ~ l i ch verschlimmert hat. Jetzt will es der Bundesrat mit der Durchführung eines umfangreichen Arbeitsbeschaffungs» und W i r t f ch a f t s - belebungsprogramms versuchen, wobei er sich vielfach in Deutschland erprobte Maßnahmen zum Vorbilde genommen hat. Es zeigt sich aber schon jetzt, daß die Finanzierung dieses Programmes mit Hilfe der parlamentarischen Maschinerie nicht möglich ist. Diese muß erst ausgeschaltet werden, wenn der Bundesrat für den Kampf gegen die Ar- Der Bolschewismus hat auch die „Befrei- beitslofigfeit und die Wirtschaftsnot freie Hand ung" der russischen Frau gebracht. Ob sie haben soll. I aber, abgesehen von den Fallschirmspringerinnen, .....- Iben weiblichen Offizieren, den Flintenträgerinnen lund anderen vom Frauentum abgefallenen Wesen, zum Rückkauf der Ordensobligationen angestiftet zu haben. Ferner hat er selbst 140 000 französische Franken und 45 000 belgische Franken auf seinen Auslandsreisen einkassiert und unzulässiger Weise |m Auslande wieder verbraucht sowie die Monatsberichte, aus denen sich die devisenrechtlichen Verfehlungen ergaben, beseitigen lassen. 5000 Gulden ins Ausland verschoben. Wegen schwerer Devisenvergehen und Verbrechen gegen das Volksoerratsgesetz wurden der jüdische Kaufmann Bernhard Wagner und seine Ehefrau aus Siegburg von der Zollfahndungsstelle Köln überführt und festgenommen. Wagner hat nach seinem eigenen Geständnis 5000 holländisch? Gulden ins Ausland verschoben, doch hat die Zollfahndungsstelle festgestellt, daß es sich um bedeutend höhere Beträge handelt. Wagner stand im Begriff, sein Herrenkonfektionsgeschäft in Siegburg gegen Barzahlung zu verkaufen. Wahrscheinlich hätte auch dieser Betrag nach dem Ausland 'verschoben werden sollen. Das Geschäft wurde geschlossen und alle greifbaren Vermögenswerte sichergestellt. Grohfeuer in einem Mofelorl. In dem Zell gegenüberliegenden Moselort Kaimt entstand aus noch ungeklärter Ursache ein Groß- feuer, dem drei Winzerhäuser und die vielen Moselbesuchern bekannte Kaimter Schule, ein spätgotischer Fachwerkbau aus dem Jahre 1572, zum Opfer fielen. Mehrere Nachbarhäuser wurden durch den Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ein zweites Todesopfer der Kohlenstaubexplosion in Senftenberg. Die Kohlenstaubexplosion im Betrieb der Senftenberger Kohlenwerke hat ein zweites Todesopfer gefordert. Im Senftenberger Knappschaftskrankenhaus verstarb der 48jährige Ofenwärter Eduard Strobel aus Senftenberg. Strobel war Vater von drei unversorgten Kindern. Das Befinden der beiden schwerverletzten Gefolgschaftsmitglieder W. Sitteck und K o st r a u ist besorgniserregend. Die Werksleitung der Senftenberger Kohlenwerke hat folgendes Telegramm erhalten: „Zu dem schweren Unglück, das Ihre Bri- kettfabrik betroffen hat, spreche ich Ihnen und der Gefolgschaft meine herzliche Anteilnahme aus und wünsche den Verletzten baldige Genesung. Der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister." Nächtlicher Zusammenstoß zwischen Schnellzug und Lastzug. Auf der Strecke zwischen Nordstemmen und Alfeld (Leine) ist in einer der vergangenen Nächte der Münchener D-Zug 75 auf der Fahrt nach Hannover bei Banteln mit einem Lastzug zusammenge- st o ß e n. Der Anhänger des Lastzuges wurde vollständig zertrümmert. Die Lokomotive erlitt derartige Beschädigungen, daß sie nicht weiterfahren tonnte. Der Lastzug war auf den Bahnkörper gefahren, als der beschrankte Bahnübergang nicht geschlossen war. Abgesehen vom Lokomotivführer, der durch Glassplitter erheblich verletzt worden ist, sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Der Ö-Zug hatte durch den Unfall erhebliche Verspätung. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Arlberg- und Flexenstraße wegen Schneeverwehung gesperrt. Wegen Schneeverwehungen sind, wie aus Innsbruck gemeldet wird, die Arlbergstraße und die Flexenstraße bis auf weiteres gesperrt. Die Arlbergstraße ist bis Stuben und von dort bis zur Alp Raütz noch offen. Die Schneehöhe beträgt im allgemeinen einen halben Meter. Wegbereiter des Deutschtums in Palästina vom Führer geehrt. Der Mitbegründer der deutschen Maschinenfabrik Gebrüder Wagner in Jaffa und Frau Wagner begingen das Fest der goldenen Hochzeit. Wagner ist ein Wegbereiter des Deutschtums in Palästina, zu dessen Aufschwung er von Jugend an entschieden beigetragen hat. Der Führer und Reichskanzler ehrte das Jubelpaar durch schriftliche Glückwünsche, die der deutsche Generalkonsul in Jerusalem, Dohle, persönlich nach Jaffa überbrachte. Anhaltende Dürre in Nordtransvaal. Aus Johannesburg wird berichtet, daß es im nördlichen Teile von Transvaal eine Dürre gegeben habe, wie sie seit Jahrzehnten nicht zu verzeichnen war. Das Vieh stürzt zusammen. Farmen, die früher wohlhabend waren, sind wasserlos geworden. Früher selbständige Farmer müssen jetzt von dem Mehl leben, das ihnen die Regierung gibt, auch in Johannesburg selbst hat es seit Monaten so gut wie keinen Regen gegeben. Die H i tz e ist außergewöhnlich groß. Infolge der reichen Wasservorräte des Staubeckens des Vaalflusfes herrscht dort jedoch glücklicherweise kein Wassermangel. Büchertisch. — Oskar Schwär: D i e Leineweber. Roman. Verlag Herbert Fischer, Berlin SW 61. — (470) — Der fesselnde Roman spielt in jener Zeit, die mit der Einführung der Maschine den Leinewebern immer neue Kämpfe und Nöte brachte. Wir erleben hier das Schicksal des kleinen Mannes, der sich dem Heimatboden und der von den Vätern überlieferten Arbeit treu verbunden fühlt. Noch zu Anfang haust er in einer armseligen Hütte, trägt er mit dem Koppelsack seine eigene Ware ins Land, aber durch unermüdlichen Fleiß bringt er es zum Fabrikanten und wird bald zum Wohltäter seiner Heimat. Das selbstverständliche Gemeinschaftsgefühl derer, die emporstiegen und doch schlicht blieben ihren Helfern gegenüber, findet in diesem Roman eine warmherzige Schilderung. — Marika Stiern st edt: Mattis Mut- t e r. Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Schwedischen. 238 Seiten. Hesse & Beckers Verlag, Leipzig. — (464.) — Der Roman der geschätzten schwedischen Erzählerin schildert zwei Welten: die Familie des Konzertmeisters Murius, in der Liebe, Güte und Frohsinn herrschen, und das freudlose Leben der alternden Elma Liwin, die infolge einer furchtbaren Enttäuschung den Glauben an die Menschen verloren hat. Matti (Mathilde) ist Shakespeares Cordelia verwandt: sie ist reich genug an Liebe, um nicht nur ihren vergrämten Pflegevater, sondern auch ihre leibliche Mutter von Trübsinn zu bewahren. Der Roman zeigt, ohne lehrhaft zu sein, welcher Segen von einem gutgearteten Kinde ausgeht. — D i e Straßen Adolf Hitlers. Baujahr 1933/34. Mit einem Geleitwort des Generalinspektors für das Deutsche Straßenwesen. Verlegt bei Koehler und Amelang in Leipzig. — (483) — Auf Veranlassung des Generalinspektors für das Deutsche Straßenwesen Dr.-Jng. Fritz Todt hat Ernst Vollbehr, der bekannte Schöpfer der farbigen Bilddokumente der ersten deutschen Kolonialepoche und des Weltkrieges, Bilder vom Bau der „Straßen Adolf Hitlers" aus allen Teilen des Reiches geschaffen. Von diesen wurden hier 60 ausgewählt und in diesem Buche mit einem Geleitwort und Text sowie einer eingehenden Beschreibung vom Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen oer- öfsentlicht. — Gefolgschaft. Der germanische Kampfbund. Herausgegeben von Horst Wagenführ. 78 Seiten mit vielen Abbildungen. Preis kart. 1,80 Mark, Leinen 2,80 Mark. Hanseatische Verlags- anftalt, Hamburg 1935. — (455) — Diese kleine Bändchen wird unserer Jugend viel Freude bereiten. Wagenführ will die Brücke zur Vergangenheit schlagen, in deren Leben der Gefolgschaftsgedanke seinen unübertroffenen Ausdruck gefunden hat. Aus dem alten unvergänglichen Gut der Sagas, aus den isländischen und frühgermanischen Geschichten und Heldenliedern hat er die Stellen vereint, die Sinn und Kraft einer echten Gefolgschaft ausdrücken. — LudwigRühle: Menschen zwischen Dorn und Stein. 112 Seiten. Oranienverlag, Herborn. Leinen 2 Mk. — (445) — Es sind herbe, wortkarge Menschen auf dem hohen Westerwald. Dem steinigen Boden das tägliche Brot abgewinnen, ist mühsam und macht früh alt. Der Verfasser gibt ein lebendiges Bild von dem Leben dieser Menschen, ihren Schicksalen und ihrer Gebundenheit an die heimatliche Scholle. Von den fünf Geschichten packt am stärksten „Hanntheise Allmoider", der Frau, die früh den Mann und dann zwei Kinder verlor, die ein Leben lang ihrem Hause Vorstand, als der Schwiegersohn fiel, wieder das Regiment übernahm und im hohen Alter aus Liebe zu der Enkelin zur Verbrecherin wird. Auch die andern Geschichten lieft man mit starker Anteilnahme. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der mit feinem Zentrum im Nordfeegebiet liegende ausgedehnte und kräftige Tiefdruckwirbel ift noch immer für die Witterung Deutschlands verantwortlich. lieber Frankreich stößt zur Zeit feuchtmilde Luft ostwärts vor, die zunächst wieder eine Verstärkung der Niederschlagstätigkeit bringen wird. Der Gesamtcharakter der Witterung bleibt aber auch anschließend sehr unbeständig und zu Niederschlägen (im Gebirge vielfach Schnee) geneigt. Aussichten für Mittwoch: Nach verbrei» teten Niederschlägen wieder mehr veränderliche Bewölkung mit Schauertätigkeit, bei lebhaften südwestlichen Winden vorübergehend etwas milder. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus Westen Fortdauer der unbeständigen und zu Niederschlägen geneigten Witerung, wieder etwas kälter. Lufttemperaturen am 2. Dezember: mittags 5,4 Grad Celsius, abends 2,8 Grad : am 3. Dezember: morgens 2,5 Grad. Maximum 5,9 Grad, Minimum 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Dezember: abends 3,6 Grad: am 3. Dezember: morgens 3,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1,5 Stunden. — Niederschläge 4,2 mm. DJinferfportmdbungeiL Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —2, 6 cm Schneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, keine Spvrtmöglichkeiten. Rhön (Wasserkuppe): Leichter Schneefall, minus 2 Grad, 8 cm Schneehöhe, 5 cm Neuschnee, verweht, Ski und Rodel mäßig. Vogelsberg (Hoherodskopf): Nebel, minus 3 Grad, 10 bis 15 cm Schneehöhe, fein Neuschnee, verweht, keine Sportmöglichkeiten. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pst Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Heute Dienstag, 3. Dez., 20.15 Uhr: Vortrag des Herrn Walther Benser von der Fa. Emst Leitz, Wetzlar, in der Neuen Aula der Universität -Vortrag: Die Leica erlebt den Alltag ca. 100 neue Bilder: Nahaufnahmen, herrliche Diapositive von Amateuren und Lichtbildnern, Leica-Tips und -Tricks, neue Zusatzgeräte Sonderbildschau von 40 Leica-Vergrößerungen verschiedener Autoren! E Eintritt frei ? D 6864 V £obenmäntd erfreuen sich bei jung und alt gleicher Beliebtheit und mit Recht, denn es gibt kaum einen Mantel, derpraktischer und dauerhafter ist, als ein Lodenmantel. 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Hier im Süden spielt ein ganzes Volk Lotterie, hier gibt es niemand in Stadt und Land, der nicht einmal sein Glück versuchte und nun immer wieder Pesetas und Duros opferte in der stillen Hoffnung auf den großen Gewinn. Auch in Spanien ist das Lotteriegeschäft Staatsmonopol. Aber der Staat kommt dem Spielbedürfnis seiner Bürger weitestgehend entgegen. Dreimal im Monat findet die Ziehung statt, dreimal im Monat hat der Spanier also die Spielchance in dieser Hauptlotterie, ganz abgesehen von vielen Wohltätigkeits- und Blindenlotterien, die darüber hinaus noch zugelassen sind. Es werden ungeheure Summen umgesetzt, und es werden auch ungeheure Summen gewonnen. Entsprechend dem Umsatz ist aber auch der Staatsverdienst! Man veranschlagt die Summen, die der spanische Staat jährlich durch die Lotterie einnimmt, auf rund 30 Millionen P.e s e t a s. Die Lotterie stellt also eine recht gute Einnahmequelle dar, eine angenehm verkleidete Steuer, die immer aufgebracht wird, ob die Zeiten gut oder schlecht sind. Das Glücksspiel hat sich in Spanien in der Tat als krisenfest erwiesen, ja, in außergewöhnlich hoch. Der Haupttreffer, vom Volksmund treffend „Der Dick e" genannt, beträgt bei der Weihnachtslotterie nicht weniger als 15 Millionen Pesetas, und auch die danach folgenden Gewinne können sich noch sehen lassen: 10 Millionen ... 5 Millionen ... aber dann geht es schnell abwärts. Der kleinste Gewinn ist nur wenige Silbermünzen „groß". Man muß dabei gewesen sein, wenn die Entscheidung fällt, um 3U ermessen, wie tief verwurzelt das Lotteriespiel im spanischen Volk und im spanischen Leben ist Eine unheimliche Spannung liegt über den letzten Tagen und Stunden vor der Ziehung. Millionen fiebern dieser Entscheidungsstunde entgegen. Der Ziehunastag ist der 22. Dezember. Dann stehen die Massen vor den eisernen Toren der Casa de la Moneda in Madrid zu Tausenden. Aber nur ein Bruchteil davon findet Einlaß, um Zeuge der großen und fast feierlich ernsten Stunde zu sein. Die übrigen warten draußen, an dem kalten Madrider Wintertag, bis das Ergebnis endlich vorliegt. Derweil wird drinnen die Entscheidung vorbereitet. Der Blick der anwesenden Massen geht fast ehrfürchtig auf die beiden drehbaren Trommeln, und in Gedanken ist das aanze spanische Volk hier. Numerierte Kügelchen, im ganzen 55000, werden in die größere der beiden Trommeln gezählt. Stunden, lange Stunden vergehen damit. Aber nur einige Minuten sind notwendig, die wenigen Gewinnlose dann in die kleinere Trommel gelangen zu lassen. Waisenknaben, feierlich gekleidet, entnehmen die Gewinn-Nummern der Trommel, enthüllen dann unter lautloser Stille das Geheimnis, wenn sie diel Glücksnummern verlesen. Gleich ist die Kunde ders wartenden Menge draußen unterbreitet; alle Telephonleitungen sind besetzt, der Telegraph arbeitet, die Redaktionen und Nachrichtenbüros haben alle Kräfte angespannt, der Rundfunk tritt in Tätigkeit, und wenig später ist das Ergebnis im ganzen Land bekannt, wenig später ist auch das Land um wenige Glückliche und viele Enttäuschte reicher. Aber für die vielen Enttäuschten gibt es bald neue Möglichkeiten. Und sie werden gebührend ausgenutzt. Die Losoerkäufer können wieder in Tätigkeit treten, und bis zur nächsten Ziehung erfüllt ihr melodisches „Loteria... Loteria..." wieder die Straßen! Falsche Fünfmarkstücke im Umlauf. Frankfurt a. M., 29. Nov. (LPD.) Vor kurzem wurde auf das Vorkommen falscher Fünf- mar k st ü ck e der neuen Ausprägung mit der Garnisonkirche zu Potsdam aufmerksam gemacht. Nun ist zu dieser Fälschungsart eine neue hinzugekommen. Diese ist besonders in den letzten Tagen im Frankfurter Gebiet aufgetaucht. Es handelt sich bei der neuen Fälschung um Fünfmarkstücke der alten Ausprägung mit dem Eichbaum auf derRück- feite. Diese Falschstücke, welche aus einer Messing- legieruna gegossen und stark versilbert sind, sind in ihrem Aussehen den echten Stücken täuschend ähnlich. Sie erscheinen aber in ihrer Stärke etwas dicker und sind durchweg VA bis 2 Gramm leichter als die echten Stücke Die Riffelung an der Umrandung ist weniger scharf und teilweise abgeschliffen; auch sind die Blätter des Eichbaumes unklarer und verschwommen. Es fehlt den Falschstücken auch der strahlenförmige Glanz, und beim Aufwerfen geben sie einen hohlen, mehr blechernen Ton von sich. Die bisher angehaltenen Falschstücke haben schlechten Zeiten wird gern ein Duro mehr geopfert in der stillen Hoffnung, daß so ein Weg geebnet wird, der endlich die Mittel zum Aufwärts schafft. Die hohen Gewinne und Prämien sind der einmalige Reiz, und die Möglichkeit — mag sie auch noch so begrenzt erscheinen —, aus der Armut schnell ' zum Millionär emporzuwachsen, wird niemand in Spanien unausgenutzt vorüberziehen lassen. So steht das Volk Schlange vor den Geschäften, die zum Losverkauf zugelassen sind. So stürzt sich das Volk begierig auf die Zeitungen und Extrablätter, die zuerst mit den Gewinnlisten herauskommen. So spielt ein ganzes Volk, so hofft ein ganzes Volk, Jahre und Jahrzehnte hindurch, bis das Glück sich einstellt, und wenn es auch dann kein Millionengewinn ist ... auch ein paar hundert Pesetas vermögen zu trösten. Der Abschluß des Jahres bringt den Höhepunkt im Glücksspiel. Es ist ein wahrer Taumel, der das Volk gepackt hält, wenn die Weihnachtslotterie beginnt. Und kaum hat die Ziehung ftattqefunben, da setzen die Vorbereitungen zur Neujayrslotterie ein. Sie steht an Umfang und Bedeutung kaum der Weihnachtslotterie nach. Man kann sagen, daß es in Spanien niemand gibt, der nicht an der Weihnachtslotterie teilhätte. Im ganzen werden 55 000 Voll-Lose ausgegeben, eine Ziffer, die gering erscheinen möchte, die aber sofort in das rechte Licht gerückt wird, wenn man berücksichtigt, daß jedes volle Los 2000 Pesetas kostet. Im ganzen werden dann also durch diese 55 000 Lose nicht weniger als 110 Millionen Pesetas eingenommen, die, auf das 20-Millionenvolk verteilt, mehr als fünf Pesetas auf den Kopf der Bevölkerung ergeben. Das ist dann auch ungefähr der Satz, der für den kleinsten Losanteil ausgegeben werden muß. Es kann also festgestellt werden, daß durchschnittlich jeder Spanier allein an der Weihnachtslotterie mit einem Losanteil beteiligt ist, ganz abgesehen von der großen Neujahrs-Lotterie, abgesehen auch von den regelmäßigen drei Ziehungen im Monat und den vielen kleinen Wohltätigkeitslotterien. Spanien ist tatsächlich ein spielfreudiges Land, und in jedem Jahr wird so die Zahl der Reichen um einige glückliche Millionäre verstärkt. Denn die Gewinne sind Beamte und Handwerker sammeln sür das WHW. ' wwbwm»----—t—.......-'•/ -~z < •> Wh f \ 1 /1 Originell war in Berlin die amerikanische Versteigerung von Hasen, von der wir hier ein Bild zeigen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Flagge des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine. Mit Wirkung vorn 1. Dezember ab führt der O b e r< befehlshaber der Kriegsmarine eine neue Flagge. Es ist ein weißes gleichseitiges Rechteck mit einem schwarzen Eisernen Kreuz. Unter dem Eisernen Kreuz liegen zwei im Rechtwinkel gekreuzte goldgelbe Schwerter, auf deren Parierstangen fich unklare Anker befinden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) durchweg das gleiche Münzzeichen 1931/E, die vermutlich aus ein und derselben Form hergestellt worden sind. Die Fälscher müssen eine gute, dauerhafte Schmelz- und Gießvorrichtung besitzen, denn eine Messinglegierung herzustellen, bedarf einer viel stärkeren Erhitzung als Weichmetall. Das Publikum wird gebeten, auf solche Einrichtungen besonders zu achten und gegebenenfalls der Polizei Mitteilung zu machen. Personen, welche bei der Verausgabung dieser Falschstücke betroffen werden, sind unbedingt festzuhalten und der nächsten Polizeidienststelle zu übergeben. Mißbrauch von Münzfernsprechern gefährlich! Noch immer gibt es Volksgenossen, welche die Deutsche Reichspost und damit die Allgemeinheit dadurch schädigen, daß sie versuchen, beim Sprechen an Münzfernsprechern ihre Groschen aus der Kriegs- und Vorkriegszeit an den Mann zu bringen. Abgesehen davon, daß derartige Volksgenossen sich mit solcher Tat selbst außerhalb der Volksgemeinschaft stellen, ist das Unterfangen auch gefährlich. Seit einiger Zeit läßt nämlich die Deutsche Reichspost die Münzfernsprecher zur Ermittlung solcher Betrüger mit einem besonderen Gerät überwachen. Zahlreiche Volksschädlinge sind auf diese Weise schon betroffen und den Strafgerichten übergeben worden. Nachdem letzthin durch die Aende- rung der Strafgesetze der Automatenbetrug unter Strafe gestellt ist, verhängen die Gerichte für solche Vergehen empfindliche Freiheitsstrafen. Hiernach mag sich jeder, der es bisher noch nicht fertiggebracht hat, auch in Kleinigkeiten ehrlich zu fein, ausmalen, welche Folgen sich für ihn ergeben, und mag erwägen, ob hier „Einsatz" und „Gewinn" in einem richtigen Verhältnis stehen. M ausgiebig und zahnpflegend, nachhaltig erfrischend von dem doch nur wenig zu sagen ist. Aus einem alten Geschlecht entsprossen, empfand er sich als den „Letzten", von dem er selbst dichtete: „Meine Mutter hat mich in die Welt hinaus / geboren .. Mit drei Zweigen hat mein Geschlecht geblüht / auf sieben Schlössern im Wald / und wurde seines Wappens müd / und war schon viel zu alt" . Er ist auf Wanderung gegangen, er hat die „Welt" heim- gesucht, allerorten Hal er sich umgesehen. Er war längere Zeit mit Auguste Rodin in Paris zusammen und hat über ihn ein Buch geschrieben. Er hat eine Zeit in der Künstlersiedlung zu Worpswede gelebt. Er hat Dänemark aufgesucht, wohin er seinen „Malte Laurids Brigge" verlegte. Immer war er, auch als sein Name schon genannt wurde, — „irgendwo" Nicht zu fassen, nicht zu feiern, nicht ins Leben zu zwingen. Als ein Namenloser ging er durch die Welt, gegen die er immer Abstand zu wahren wußte, scheu, zurückhaltend und sich zurückziehend . es gab keinen Verehrerkreis, der sich um ihn geschart hätte, es gab die Vortragsabende nicht, die ihn am Pult hätten sehen lassen. Er hat aus P l a t e n s Wort die Konsequenz gezogen: „Die Kunst ist keine Dienerin der Menge" War es darum, daß seine Kunst das Volk tiefer und breiter erfaßte, als die eines anderen Zeitgenossen? .Lieder, dem Volke geschenkt", war der Titel eines seiner frühesten Gedichthefte. Volkslieder wollte er ursprünglich dichten Er chat dann davon abgelassen, aber in anderem Sinne sind manche seiner Lieder dennoch zu Volksliedern geworden. Ob wir seine „Frühen Gedichte", sein „B u ch der Bilder", sein „Stunden buch, feine Neuen Gedichte" und welchen Band immer 'aufschlagen: es haucht uns eine Seele an, die so unmittelbar auszusprechen vermag, was sie bewegt, daß wir Verwandtes darin spüren und meinen, immer schon ähnlich bewegt gewesen zu sein Es ist eine Seele, die aufgeschlossen ist für die Natur, für die Stimme wie für alle Dinge der Natur, für die Weite von Landschaften, für die Stille der (Sterne Die arofjen Städte", kann darum diese Seele sagen, 7sind nicht wahr, sie täuschen . " Denn Herr, die großen Städte sind Verlorene und Mufaelöfte " Sie sind Unnatur, sie sind unkindlich, aber gerade der Dichter liebt ja die Kindlichkeit als einen der Wege zu Gott. Wie Schönheit em solcher Weg ist. Oder Armut, wahre Armut, Em- ^Den^'großen Reichtum seines Werkes hat Rilke in den Jahren vor dem Kriege ausgebreitet. Was wir von diesem Werke kennen, entstand großenteils bis zum Jahre 1914. Kurz vor seinem Tode nur erschienen neue Arbeiten von ihm, die ganz Rainer Maria CRilfe. 3u seinem 60. Geburtstag am 4 Dezember. Am 4. Dezember wäre Rainer Maria Rilke sechzig Jahre alt geworden. Aber er ist nun schon neun Jahre tot, und wir empfinden keinen Schmerz bei dem Gedanken, daß er nicht alt geworden ist. Denn das Werk, das er hinterließ, steht und besteht jenseits von Zeit und Alter. Es ist ein dichterisches Werk von jener Selbständigkeit, die ohne Bezug auf die Person des Urhebers bleiben kann. Die Persönlichkeit des Dichters ist so völlig im Werk aufgegangen, daß das Werk gleichsam ihre mythische, unsterbliche Existenz geworden ist. Ein Vorgang, der sich bereits im Leben vollzog; der Tod gab nur die Bestätigung. Zeitlebens war es eine der bedeutendsten Wesenseigentümlichkeiten Rilkes, daß er sich hinzugeben, daß er .aufzugehen vermochte, aufzugehen in den Dingen, in den Geschehnissen und Zuständen, die er erlebte. „Denn Verse sind nicht, wie die Leute meinen, Gefühle —- es sind Erfahrungen. Um eines Verses willen muh man viele Städte sehen, Menschen und Dinge, man muß die Tiere kennen, man muß fühlen, wie die Vögel fliegen, und die Gebärde wissen, mit welcher die kleinen Blumen sich auftun am Morgen Um dieser Erfahrungen willen, die eine Angelegenheit der Seele sind, war Rilke seinem Werk hingegeben, das viel weniger, als man glaubt, mit Künstlichkeit, mit artistischem Bemühen, mit der Musik des Wortes zu tun hat. Nur die zahllosen Nachahmer haben nichts anderes darin gesehen; nur sie haben ihn zu einem Wortspieler und Gaukler gestempelt. Die wichtigen Prosadichtungen, die wenigen, die er neben seinen reichen Gedichten schrieb, bezeugen es: „D i e Geschichten vom lieben Gott" und „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge". Freilich hat er um die Bedeutung des Handwerklichen gewußt, freilich hat er gewußt, daß es nötig ist, mit dem Erdachten oder Gewordenen in einer gültigen Form sich zu bewähren — und er hat diese Form beherrscht Denn ob etwas im Leben werden kann, das hängt nicht von den großen Ideen ab sondern davon, ob man sich ans ihnen ein Handwerk schafft, ein Tägliches, Etwas, was bei einem aushalt bis ans Ende." Er war ein Landsmann Adalbert Stifters, fein Vater war Offizier, er selbst hat kurze Zeit die Kadettenschule besucht. Prag ist der Ort seiner Ge- burt gewesen, der Ausgangspunkt dieses weithin sich dehnenden und vielfach sich spiegelnden Lebens, anders als die früheren waren, fo daß manche in ihnen eine neue Epoche meinten Vorhersagen zu dürfen. Es war das letzte Aufleuchten der Sonne, ehe sie hinunter und einem anderen Weltteil wieder auf geht. Und es fügte sich zum bestehenden Werk, krönte und überhöhte es. Der Dichtung Rainer Maria Rilkes möchte man wie ein Zeichen die Zeilen mitgeben, die zum Ausdruck bringen, wie der Dichter es mit feinem Werk gehalten hat: „Gib deine Schönheit immer hin ohne rechnen und reden. Du schweigst. Sie sagt für dich: Ich bin. Und kommt in tausendfachem Sinn, kommt endlich über jeden." W. K. „Ein Teufelskerl." Der Teufelskerl ist Gustav Fröhlich, diesmal Leutnant im Victoria-Regiment, London, der sich im Kasino ein paar freche Verse auf den Regimentskommandeur leistet, mit Stubenarrest bestraft wird und diese Gelegenheit zu einer Kette von erstaunlichen Streichen und Abenteuern ausnutzt; die sind fo phantasievoll wie das Kostümfest aus der Dickens- Zeit, mit dem die Handlung einfetzt; die unwahrscheinlichsten Geschichten rollen mit lustspielhafter Nonchalance vor den Augen des amüsierten Beschauers vorüber, fo daß man sich stellenweise aus der unberührbaren Sphäre der feudalsten englischen Gesellschaft in die Welt der Harry-Piel-Filme versetzt glaubt. Fröhlich ist nicht nur ein munterer Frechdachs von vielen Graden, sondern auch ein Reiter und Fallschirmspringer, der sich sehen lassen kann, er bewährt sich als Stallknecht ebenso wie beim Servieren und weiß so ziemlich aus jeder Situation, auch aus der verfahrensten, noch einen Ausweg; fein Wunder, daß er im letzten Moment noch feinem Obersten die Braut wegschnappt; es ist verblüffend, was in diesem Film (Siegel Monopol) alles passiert. Der Oberst ist Georg Al er and er, ein Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle; die Braut ist Lida B a a r o v a, die wir zuerst in „Barcarole", auch als Fröhlichs Partnerin, kennen gelernt haben: sie spricht noch immer ein etwas hartes Deutsch, aber sie findet sich von Szene zu Szene in die herzlicheren Töne einer Liebhaberin hinein. Adele S a n d r o ck spielt die Herzogin von Norfolk und wahrt die Würde von „old merry England" mit dem ihr eigenen, unwiderstehlichen Kommandoton. Vom übrigen Ensemble sind Lizzi H o l z s ch u h, Fritz Ode mar und Rudolf Carl hervorzuheben. Georg Jacoby führt Regie und zaubert mit wahrhaft großzügigen Bildern die aristokratische Szenerie dieser aufgeräumten Begebenheit, die von Willi Schmidt-Gentner musikalisch diskret begleitet wird. — Der Film läuft feit gestern im Gloria-Palast. Im Beiprogramm sieht man u. a. die Fox-Wochenschau, einen hübschen Kulturfilm „Pferde und Fohlen" und einen Vorspann zum „Himmel auf Erden". Auf der Bühne sieht man die „2 Günther s" als Parterre-Akrobaten saubere Arbeit leisten; der eine der beiden ist erstaun- licherweise erst ein Bübchen von vier Jahren; es macht feine Sache sehr ordentlich. —r— Zeitschriften. — „Das Innere R ei ch." Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul A l v e r d e s und K. B. v. Mechow. Preis 1,80 Mark, vierteljährlich 4,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München.— Das Dezemberheft bringt u. a. Josef Weinhebers Sonettenzyklus „Von der Kunst und vom Künstler", der den Gesang Michelangelos an Vittoria Colonna vollendet variiert und die göttliche Sendung des Künstlers, fein Lieben und Leiden um des Werkes willen zum Inhalt hat. Sehr aufschlußreich ist ein Aufsatz „Wie das Kaiserbuch entstand" von Else Ernst, der Witwe des Dichters Paul Ernst, dessen Hauptwerk „Das Kaiserbuch" soeben in einer Volksausgabe erscheint. Beachtenswert sind ferner zwei Erzählungen: „Der Blutbaum" von Eduard Lachmann und die frische Jugendgeschichte „Die Holzschuhe" von Willi Steinborn. Neben einer farbigen, gedankenvollen Land- schaftsbefchreibung „Nördliche Heimkehr" von Joachim von Helmersen, einer kurzen Betrachtung Hans Niedermeiers über „Biographie und Drama", einem kritischen Beitrag „Zur Lyrik der Zeit" von Hermann Pongs, bleibt noch hinzuweisen auf den menschlich schonen Bericht des Malers Rothenbücher über sich selbst, der in den gut gelungenen Wiedergaben einiger seiner besten Bilder eine vorzügliche Ergänzung findet. — Im neuen Heft der „I 11 u st r i r t e n Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) werden u. a. im Rahmen eines interessanten Leitartikels über Millionenstädte schone Aufnahmen von Budapest, der romantischen Stadt an der Donau, gezeigt. — Besonders reich ist diese Nummer an sehr lebendigen Bildberichten, von denen nur „Studentinnen als Fremdenführerinnen", „Ewiges Kolosseum" und „Die deutsche Seemannsschule in Altona" erwähnt seien. Daneben sind, äußer den verschiedensten Beiträgen, noch Kunst, Theater, Mode und Literatur ausführlich berücksichtigt worden. Wirtschaft. Oie Kartoffelpreise für Dezember. Die Landesregierung — Abt. III — veröffentlicht nachstehende Anordnung über die Regelung der Kartoffelpreise, die mit der Veröffentlichung im Hessischen Staatsanzeiger vorn 1. Dezember 1935 in Kraft getreten ist: Auf Grund der Ermächtigung des Herrn Reichsund Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 30. August 1935 setze ich hiermit im Einvernehmen mit dem für Hessen zuständigen Kartoffelwirtschaftsverband Hessen-Nassau für den Monat Dezember 1935 die Verkaufspreise für Speisekartoffeln im Gebiet der Preisüberwachungsstelle Hessen wie folgt fest: 1. Bei dem unmittelbaren Bezug von Speisekartoffeln zur Deckung des Winterbedarfs durch den Verbraucher bei dem Erzeuger dürfen folgende Preise freiKeller nicht überschritten werden: a) in den Städten: Darmstadt, Offenbach, Mainz, Gießen und Bingen, weiß, rot, blau 2,80 bis 3 Mark per Zentner, gelbfleischig 3,10 bis 3,30 Mark per Zentner; b) in den übrigen Gemeinden: weiß, rot, blau 2,60 bis 2,80 Mark per Zentner; gelbfleischig 2,90 bis 3,10 Mark per Zentner. Der oberste Preis kommt nur für erstklassige, aus- aelesene Ware in Frage, alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweifen. Die Zuschläge für die Anfuhr und Abttagung seitens des Erzeugers zum Verbraucher find in den vorstehenden Preisen enthalten. Eine Sondervergütung kann hierfür nicht mehr gefordert werden. 2. Für den Bezug von Speisekartoffeln zur Deckung des Winterbedarfs beim Verteiler (H ä n d l e r s ch a f t) dürfen folgende Preise nicht überschritten werden: a) in den Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern: weih, rot, blau 3,10 bis 3,30 Mark per Zentner, gelbfleischig 3,40 bis 3,60 Mark per Zentner; b) in den übrigen Gemeinden mit Ausnahme des flachen Landes: weiß, rot, blau 3 bis 3,20 Mark per Zentner, gelbfleifchig 3,30 bis 3,50 Mark per Zentner; c) auf dem flachen Lande: 2,65 bis 2,85 Mark per Zentner, gelbfleischig 2,95 bis 3,15 Mark per Zentner. Der oberste Preis kommt nur für erstklassige, ausgelesene Ware in Frage, alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweisen. Die Zuschläge für die Abfuhr und Abtragung seitens des Verteilers zum Verbraucher sind in den vorstehenden Preisen enthalten. Eine Sondervergütung kann dafür nicht mehr gefordert werden. 3. Bei der Ausgabe von Speisekartoffeln im Kleinverkauf (pfundweise) darf der Kleinverkaufspreis bei Abgabe von 10 Pfund folgende Preise nicht überschreiten: a) in den Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern: weiß, rot, blau 0,37 bis 0,39 Mark; gelbfleischig 0,40 bis 0,42 Mark; b) in den übrigen Gemeinden mit Ausnahme des flachen Landes: weiß, rot, blau 0,36 bis 0,38 Mark, gelbfleifchig 0,39 bis 0,41 Mark; c) auf dem flachen Land: weiß, rot, blau 0,27 bis 0,29 Mark, gelbfleifchig 0,30 bis 0,32 Mark. Der oberste Preis kommt nur für erstklassige, ausgelesene Ware in Frage, alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweisen. Verstöße gegen die vorstehend festgesetzten Preise werden nach den besonderen gesetzlichen Bestimmungen durch die Preisüberwachungsstelle mit Ordnungsstrafen verfolgt. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1312: Wir bitten die Firmen, die mit der Tschechoslowakei in geschäftlichen Beziehungen stehen, aelegentlich bei unserer Kammer vorzusprechen. 1313: Neue italienische Zahlungs- und Abferti- aungsbestimmungen für die Warenausfuhr. 1314: Bekanntmachung KP 69 der Ueberwachungs- ftelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1315: Zur französischen Zolltarifänderung für zu elektrischen Zwecken bestimmte Kohle. 1316: Aufhebung des besonderen niederländischen Einfuhrzolls. 1317: Druck von Musterungsbüchern. Wir bitten die in dieser Angelegenheit interessierten Firmen aelegentlich bei uns vorzusprechen. 1318: Bekanntmachung KP 70 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1319: Neue Ausnahmetarife für die Ein- und Ausfuhr von Manganerz (Braunstein). 1320: Neue Anordnungen der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest; Verarbeitungskontingente für Dezember. 1321: Anordnung — W 18 — der Ueberwachunys- ftelle für Wolle und andere Tierhaare (Einkauf deutscher Schurwolle). 1322: Verordnung über öffentliche Aufträge auf den Gebieten der Spinnstoff- und der Felle- und Häutewirtschaft. 1323: Anordnung — BGS — der Ueberwachungsstelle für Baumwollgarne und -gewebe (Ein- kaufsbewilligung). * ♦ Die Reichskennziffer für die Lebenshaltungskosten im November. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten stellt sich für den Durchschnitt des Monats November auf 122,9 (1913/14 = 100); sie ist gegenüber dem Vormonat (122,8) leicht, um 0,1 v. H., gestiegen. Die Indexziffer für Ernährung hat sich um 0,3 v. H. auf 119,9 und die Indexziffer und Beleuchtung und Heizung um 0,2 v. H. auf 127,1 erhöht. Die Indexziffern für die übrigen Bedarfsgruppen sind nahezu oder ganz unverändert geblieben; es betrugen die Indexziffer für Bekleidung 118,3 (—0,1 v. H.), für „Verschiedenes" 141,0 (+0,1 v. H), für Wohnung 121,3 (unverändert). Innerhalb der Gruppe Ernährung haben sich die Preise für Kalbfleisch, Hammelfleisch, Schinken, Wurst, Speck und Käse erhöht; dagegen sind die Preise für Gemüse und Kartoffeln im Reichsdurchschnitt noch etwas zurückgegangen. * Konkurse und Vergleichsverfahren im November. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im November durch den Reichsanzeiger 267 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anttäge auf Konkurseröffnung — und 67 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 271 bzw. 42. Nhein-Mainische Börse. Mtlagsbörse fester. Frankfurt a. M., 2. Dez. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend setzte die Börse zum Wochen- und Monatsbeginn in überwiegend befestigter Haltung ein. Es lagen einige Kaufaufträge vor, auch der berufsmäßige Börsenhandel schritt zu Meinungskäufen, während Angebot kaum heraus- kam. Neben wirtschaftlichen Momenten gab vor allem die Rede Dr. Schachts zur Aktienrechts- rcform starke Anregung. Das Geschäft am Aktienmarkt war merklich belebter, als in den letzten Tagen. Im Durchschnitt stellten sich Kurserhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein, die nach den ersten Notierungen teilweise noch ausgedehnt wurden. Ziemlich lebhaft waren IG- Farben mit 150 bis 150,50 (149,50). Größere Umsätze hatten außerdem einige Montanpapiere unter Bevorzugung von Stahlverein mit 75,50 bis 76,25 (75,13), Mannesmann gewannen 1,13 v. H., Klöckner und Buderus lagen unverändert, nur Harpener bröckelten 0,50 v. H. ab. Von Elekttoaktien gewannen AEG. 0,40 v. H., Gesfürel 1 v. H. und Schuckert 0.50 v. H., RWE. und Siemens blieben behauptet, Lahmeyer gaben 0.75 v. H. nach. Im einzelnen eröffneten Deutsche Erdöl 0,75 v. H., Aku 0.75 v. H., Daimler 0,75 v. H, Muag 0,50 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 0,50 v. H. und Reichsbank 0,50 v. H. höher, dagegen bröckelten Schiffahrtswerte um 0,25 v. H. ab. Am Rentenmarkt hatten mexikanische Anleihen auf erneut feste Auslandskurse lebhaftes Geschäft; 5rpoz. Gold 13 (12,75), 4proz. Gold 7,85 (7,60), 5proz. innere Silber 5,80 (5,50). Ungarn Gold lagen ebenfalls höher mit 9.25 (9,10). Deutsche Anleihen lagen sehr still und zunächst ohne amtliche Notiz. Altbesitz er Ziehung etwa 111,13, also behauptet, sonst nannte man Kommunal-Umschuldung mit 88,75 (88,70), Zinsvergütungsscheine mit unv. 97.25. Reichsbahn-VA. waren weiter befestigt auf 123,25 (123). In der zweiten Börsenstunde wurde das Geschäft recht still, da weitere Aufträge ausblieben. Die feste Grundtendenz konnte sich jedoch erhalten, auch die erhöhten Anfangsnotierungen blieben zumeist behauptet, nur IG.-Farben bröckelten 0,25 v. H. auf 150,25 und Reichsbank um etwa 1 v. H. auf 179 ab. Die später erst zur Notiz gekommenen Werte lagen durchweg höher, sehr fest Iunghans mit 78 (75.50), ferner Deutscher Eisenhandel 104,13 (103). Renten blieben auch später sehr still. Sehr ruhig lagen vor allem die in den letzten Tagen lebhaften zertifizierten Dollar-Bonds. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen blieben behauptet, Liquidationspfandbriefe waren teilweise weiter gefragt und mäßig höher. Industrie-Obligationen lagen unverändert. In Mexikanern wurde das Geschäft bei behaupteten Kursen wesentlich ruhiger. Tagesgeld etwas leichter mit 2,75 (3) v. H. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse vermochte sich mangels nennenswerter Kundenaufträge zwar kein besonderes Geschäft zu entfalten, die feste Tendenz blieb aber erhalten. Zumeist lagen die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß gut behauptet, teilweise ergaben sich auch leichte Befestigungen von etwa 0,25 bis 0,75 vom Hundert, insbesondere für einige Elektrowerte. IG.-Farben lagen mit 150,25 unverändert. Von Montanwerten fliegen Ilse Bergbau Stamm auf 161,50 (160). Schwach tagen anderseits Kunstseide AKU. mit 51,25 bis 51 (52,65), wobei ein Schreiben der AKU.-Direktion an die holländischen Gewerkschaften zwecks Herbeiführung einer Lohnsenkung verstimmte, da in diesem Schreiben u. a. auf die andauernd schlechten Verhältnisie auf dem Kunstseidemarkt verwiesen wird und auch der Fortbestand des Unternehmens als bedroht erscheine, wenn keine Mittel gefunden würden, die in kurzer Zeit das finanzielle Gleichgewicht Herstellen. Am deutschen Rentenmarkt war das Geschäft gering und Kursveränderungen traten nicht ein. Von Ausländern fanden Mexikaner weitere Nachfrage, wobei sich die 5rozentige Goldrente an den erhöhten Berliner Schlußkurs von 13,60 (13) anglich, im übrigen blieben die höheren Mittagskurse behauptet. Von Schweizer Werten fliegen Jura-Simplon auf 149 (146). U. a. notierten: Altbesitz 111,25, 6proz. Stahlverein 102,25, 6proz. Krupp 103,50, AEG.-Obl. 5—6 95,75, 5proz. Silber-Mexikaner 5,80, 4)^proz. Irrigation 8, 5prozentige äußere Goldmexikaner 13,60, 4proz. Gold 8, 4proz. Rumänen 4,80, 3^proz. Iura- Simplon 149, Eommerzbank 84,25, Harpener 103, Ilse Stamm 161,50, Mannesmann 79,90, Rheinstahl stahl 103,25. Stahlverein 76,25, AKU. 51,25 bis 51, Betula 135,25, Bemberg 102,75, Zement Heidelberg 116, Conti Gummi 158, Scheideanstalt 214,50, Deutsche Linoleum 136,50, Licht und Kraft 133,75, IG.-Farben 150,25, Gesfürel 123, Goldschmidt 104,75 Hanfwerke Füssen 84, Iunghans 78,25, Metallgesellschaft 110,50, RWE. 130,50, Westdeutscher Kaufhof 26,25, Reichsbahn-VA. 123,13, Hapag 16, Nordd. Lloyd 17,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Dez. Der Getreidegroßmarkt hatte zum Monatsbeginn allgemein ruhiges Geschäft. Die Nachftage für Brotgetreide, insbesondere für Weizen, hat etwas nachgelassen; das Angebot blieb reichlich. Futtergetreide war nicht angeboten, die RfG. gab alten Hafer zu 18,50 Mk. per 100 Kilogramm an Frankfurt ab. Am Futtermittelmarkt erfolgten weiterhin Zuteilungen der RfG. in Trocken- und Steffenschnitzeln sowie in öl- halttgem Mischfutter mit 75 v. H. Trägern. Kleie war nicht angeboten. Das lebhafte Weizenmehlgeschäft wich am Monatsbeginn, die Nachfrage ist wieder normal, doch rechnet man im Laufe des Monats wieder mit einer Pelebung. Roggenmehl weiter sttll. Am Rauhfuttermarkt zogen die Preise für Stroh etwas an. Es notierten (Getreide per Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 205, W16 208, W 19 212, W 20 214. Roggen R 12 168, R15 171, R18 175, R19 177, Großhandelspreise her Mühlen der genannten Preisgebiete. Futter» qerste —, Sommergerste für Brauzwecke 220 bis 225, Hafer —. Weizenmehl W 13 28,05, W 16 28,30, W 19 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mart Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 12 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber —, Trockenschnitzel 8,80, Großhandelspreis ab Fabrikstatton, Heu 8,00 bis 8,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,40 bis 3,60, do., gebündelt 3,20 bis 3,40. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,90 bis 2,95, gelbfleischige hiesiger Gegend 2,80 bis 2,85, weiß-, rot- und blaufchalige hiesiger Gegend 2,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug, Frachtparität Frankfurt a. M. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.,2. Dez. Auftrieb: Rinder 820 (gegen 922 am letzten Montagsmarkt), darunter 129 Ochsen, 39 Dullen, 513 Kühe, 139 Färsen. Kälber 318 (423), Schafe 128 (85), Schweine 1938 (1849). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 (am 25. 11. 42), b) 43 (42), c) 42—43 (42), d) 36—41 (39—41). Bullen a) 43 (42), b) 43 (42), c) 43 (42), d) 41—42 (41—42). Kühe a) 43 (42), b) 40—43 (40—42), c) 32—39 (31—39), d) 25—31 (23—30). Färsen a) 43 (42), b) 43 (42), c) 43 (42), d) 41—43 (40—42). Kälber andere a) 71 bis 76 (73—76), b 64—70 (67—72), c) 57—63 (60 bis 66), d) 47—56 (50—59). Stimmer und Htimmel b2) 48 (47-48), c) 46—47 (45—46), d) 42—45 (43—44). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51) e) 51 (51). Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Markt- verlauf: Rinder sehr rege, ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Ueberftanb: 2 Kühe. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 942 Viertel Rindfleisch, 60 ganze Käl- ber, 24 ganze Htimmel, 999 halbe Schweine, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76—80, c) 68—76. Bullen- fleisch b) 74—78. Kuhfleisch b) 68—74, c) 58—68. Ftirsenfleisch b) 76—80, c) 68—76. Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74—84. Hammelfleisch b) 90—95. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren wurden nicht notiert Marktverlauf: ruhig. Schwelnemarkt in Hungen. ♦ Hungen, 2. Dez. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 267 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 14 bis 16 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 17 bis 22 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 22 bis 24 Mark, 10 bis 13 Wochen alte 25 bis 27 Mark. Das Handelsgeschäft verlief mittelmäßig, es verblieb lieber« stand. Aus den preußischen Nachbargebieten. Kreis Dehlar. <5 Odenhausen, 2. Dez. Der hiesige Ium« und Gesangverein hatte am Samstag zu einer Feierstunde in das Gasthaus Klinke! eingeladen, um die Gedächtnistafel für die 13 im Weltkriege gefallenen Turnbrüder feierlich zu weihen. Der Gesangverein trug einige ernste Lieder vor, die das Schauspiel „Verdun" umrahmten, das von den Mitgliedern der Vereine gespielt wurde. Es war ein ergreifendes Spiel, das an unseren Augen vorüberzog. Wir erlebten wieder den Heldenkampf unserer Feldgrauen und den stillen Heldenmut der deutschen Mütter, die ihre Kinder willig geopfert haben, da das Vaterland rief. Die Darsteller vollbrachten eine Leistung, wie sie wohl hier noch nicht erlebt wurde. An erster Stelle ist zu nennen Wilhelm Karber, der die Spielleitung hatte und den „toten Soldaten" erschütternd zu uns sprechen ließ. Leni B a st i a n verlieh der „Mutter Nolte", die ihre drei Kinder dem Vaterlande gibt, heldenhafte Größe und Opferbereitschaft. Auch die übrigen Darsteller, wie Hanna Rink, Anna Kraft, Gottfried Fritz gaben ihr Bestes. Die deutschen Soldaten erstanden vor uns in ihrem Heldenmut, dargestellt von Wilhelm Becker, Heinrich Röhrs- heim, Willi Simen, Wilhel" Spei er, Heinrich Schneider und Adam Becker. Den französischen Soldaten spielte Karl B e ch t h o l d , den französischen Bauern, der sich nicht von seiner zerschossenen Heimat trennen kann, gab ergreifend Karl Ufer wieder. Das Spiel schloß mit der Mahnung des toten Soldaten: „Erdenpilger im Sonnenlicht vergiß die toten Soldaten nicht!" Alle Anwesenden, unter denen man besonders die Angehörigen unserer Gefallenen bemerkte, waren von dem Spiel tief ergriffen. Nach Schlußworten von Heinrich Roth und Gottfried Fritz und dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horft-Wefsel-Liedes ging man schweigend heim. Einem Verbrechen auf die Spur gekommen? Wetzlar, 2. Dez. (LPD.) In den ersten Tagen des April 1924 wurde eine etwa 20 Jahre alte polnische Landarbeiterin, die auf dem Hofgut Altenberg bei Wetzlar beschäftigt war, bet der Altenberger Schleuse totausderLahnge- zogen. Das Mädchen befand sich in schwangerem Zustande, und die damalige Untersuchung der Leiche ergab, daß vermutlich ein Verbrechen im Sinne des § 218 begangen worden war, an dessen Folgen das Mädchen gestorben ist. Um sich der unbequem gewordenen Leiche zu entledigen, ist diese dann in die Lahn geworfen worden. Auch die Möglichkeit, daß es sich um einen Mord gehandelt hat, ist nicht unerörtert geblieben. Als der Tat verdächtig wurde damals der jetzt 41 Jahre alte Johann Ermen- traut festgenommen; nach mehrmonatiger Untersuchungshaft wurde er aber wieder in Freiheit gesetzt, da sich nähere Anhaltspunkte für eine Beteiligung an dem Verbrechen nicht ergaben. Jetzt, nach mehr als elf Jahren, erschien die Ehefrau Schwarzenböck aus Wetzlar bei der Wetzlarer Polizei und gab an, daß ihr Vater, der jetzt 46 Jahre alte Karl Befort, den Mord an der Landarbeiterin verübt habe. Als Zeugin nannte sie ihre Mutter, die Ehefrau des Karl Befort, die in Scheidung lebt. Auf Grund der stark belastenden Aussagen wurde Befort verhaftet; auch nahm die Polizei den damals bereits verdächtig gewesenen Ermen- traut wieder in Haft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankluri a. 2)1. Berun Sranffuri a.M. Berlin (Schluß- kurS (Schluß!. Abend« börse (Schluß« kurs Schluß!. Mittag- börse Schlußkurs Schluß». Abend- börfe Schluß- kurs Schluß». Mittag- bör'e Oatum 30-11 2.12. 30.11 2-12. 'Datum 30.11. 212- 30.11 2.12, 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,65 4% desgl. Serie II ............ _ _ _ _ 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 97,5 97,5 97,5 97,5 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,75 5,75 - 5,85 67i% Dvung-Anleihe von 1930 .. 102,25 102 —— 102 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,25 8,25 8,5 8,45 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSIos.-Rechten ............. 112,75 111,25 112,4 111,4 4% Rumänische vereinh. Rente .. r-N% Anatolier .............. 4,8 39,1 4,8 38,9 4,75 39 4,85 39 4’/»% Deutsche Reichspostschahan Weisungen von 1934, I....... 6% efjem.8% Hess. Bvlksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 100 97,75 100,13 97,75 100 100,1 97,25 Ham burg-A merika-P aket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 15,75 16 15,75 26 16,13 26,4 471% ehem.8% Hessische LandeS' banl Darmstadt Gold R. 12.... 96,25 96,25 96 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 17,25 86 17,5 86,5 17,4 86 17,75 86,65 67,% ehem. 4/,% (icff. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLiaui 100,5 101 Berliner Handelsgesellschaft . .. g Commerz, und Privat-Bank ... 0 112 84 84,25 112,5 84 112,75 84,25 47i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverkchr. R.6 93 93 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 83,5 83 83,5 83 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Dresdner Bank........ 0 Reichsbank ................ 12 84 179,5 84 179,25 84 179 84 179,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks. Hyv.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 113,4 96,25 113,25 96,25 113,6 113,5 AEG......................o Bekula.................... 10 35,65 134,5 36 135,25 35,65 135 36,25 134,9 67i% ehem. 47t% Franks. Hyv.- Bank-Ligu.-Psandbrtese....... 100,85 100,9 Elektr. LteferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft .•.......... 67i 111 132,75 111 133,75 111 132,9 111 133 b7i% ehem. 4 7i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 100,9 101 100,9 101 Selten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 103,25 122 104 123 103,25 121,75 104,25 122,75 47i% ehem. 8% Pr. Landeöpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 97 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 131,5 129,65 130,5 130,5 132,25 129 131 130,5 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl.Vl 97 97 97 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske............7 118 168,13 118,5 168 117,9 167,5 118,5 168,5 Steuergutsch.Berrechnungük. 34-38 107,7 107,7 107,7 107,7 Lahmeyer L Co..............7 121,5 120,75 122 121,25 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberrente 1,13 1,15 1,4 9,2 27 1,4 Buderus ...................4 Deutsche Erdöl ..............4 93 103,25 93,75 103,5 93 103,13 93,25 103,5 4% Ungarische Goldrente....... 9,1 9,25 9,1 Harpener...................0 103,5 103 103,25 103 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,9 9 9 9 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 82,5 82,5 82,4 82,5 47i% desgl. von 1913.......... 9 9 9,1 9,2 Ilse Bergbau ...............6 160 161,5 - 160,75 5% abgest. Goldmexikaner von 99 12,75 13,6 12,65 13,6 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 125,5 126 125,75 126 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l..................... — — Klöcknerwerke ...............3 Mannesmann-Röhren •••••••• 0 80,13 78,9 80,4 79,9 79,75 79 80,5 79,9 Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Schlußkurs Schluß». Abend- Schluß- kurs Schlußk. Mittag. 30.November 2. Dezember Datum 30-11- 2.12. 30.11 2.12. Amtliche Notierung Geld | »rief Amtliche Notierung Geld | Brief Mansselder Bergbau.........5 Kokswerke.................. e Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl..................4 Vereinigte Stahlwerke........0 Otovi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben......... Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7yt I G. Farben-Industrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswcrke ............... « Metallgesellschaft.............. Philipp Hol,mann............ Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... g Schultheis Patzenhofer .......4 ®!u (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg........ - Zellstoff Waldhos .......... 5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ................ Daimler Motoren...... 0 Deutsche Linoleum........... a Lrenslcin 8 Koppel..... .... g Westdeutsche Kaufhof.........0 Cha de.................... / Accumulatoren-Sabrik....... 10 Eontt-Gummi ..............g Gritzner.................. 0 Süddeutscher Zucker........ 10 117,75 210 102 75,13 18,13 187 149,5 213 102,75 113,25 110,13 87,5 115 129 51,9 102,25 113 75,25 90,25 136 25,75 169 156,5 26,13 87,75 200 118 103,25 76,25 18,25 189 150,25 204,5 104,75 113,75 110,5 iS 129 51 102,75 113,75 75,75 91 136,5 26,25 286 169 158 26,65 88 200 117,75 113,5 210 102 75 18 127,5 120,25 188 149,65 103,25 113,4 110,5 101,5 52,4 101,5 112 75,25 126,75 90 136 76,25 25,75 286,5 168 158 27 200 118,25 114,5 212 103,25 76 18 127,5 120,25 189 150,25 105 113,5 110 ’i 101,65 52,65 102 114 76,5 126,75 91,25 77 25,9 286,5 158 26,9 200 Buenos ölte-. Brüssel..... Rio de Jan. Sosta ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingsors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Fapan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schwei, .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Reuyork... ________Be Amerstanifche Belgische Not« Dänische Note Englische Note Französische 9 Holländische 9 Italienische N Norwegische 9 Deutsch Leste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No 0,682 42,02 0,140 3,047 54,70 46,80 12,25 5,40 16,365 168,13 20,13 0,714 5,634 61,51 48,95 11,11 63,16 80,32 33,92 10,27 2,486 rlln,2.Dezemb Noten....... n........... n .......... n .......... oten........ oten........ oten......... Zoten ....... rreich, ä 100 oten........ oten........ len.......... en.......... len......... 0,68 42,1 0,14 3,05 54,8 46,9 12,2 5,4 16,40 168,4 20,1 0,71 5,64 61,6 49,0 11,1 63,2 80,4 33,9 10,2 2,49 3anfno er Schilling len 0,682 42,05 0,140 3,047 54,75 46,80 12,26 5,40 16,37 168,25 20,13 0,714 5,634 61,56 48,95 11,12 63,21 80,33 33,93 19,265 2,486 Geld 2,438 41,91 54,56 12,225 16,32 167,83 19,46 61,40 63,04 80,15 33,57 - 0,686 42,13 0,142 3,053 54,85 46,90 12,29 5,41 16,41 168,59 20,17 0,716 5,646 61,68 49,05 11,14 63,33 80,49 33,99 10,285 2,490 Briet___ 2,458 42,07 54,78 12,265 16,38 168,51 19,54 61,64 63,30 80,47 33,71 Hr. 282 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen) Dienstag, 5. DezembeNM Zer Tag der nationalen Solidarität in Gießen. Aus der Provinzialhauptstadl. O Tannenbaum, o Tannenbaum ... Welcher Deutsche kennt nicht das schöne Lied vom Tannenbaum mit seinen immergrünen Blättern, das Mathias Claudius gedichtet hat. Der Dichter, der gewiß kein „gelernter Botaniker war, hat ganz richtig gesagt „Blätter", denn auch die spitzen Nadeln des Tannenbaums und anderer Nadelbäume sind in ihrem Wesen nach nichts anderes als Blätter, nur mit dem Unterschied gegenüber anderen Blättern, daß sie von viel derberer Beschaffenheit sind und den Winter überdauern. Die Pflanzenfamilie der Koniferen oder Zapfenträger, zu denen die Tanne gehört, ist in Deutschland, sofern es sich um wildwachsende Kinder Floras han- oelt, nur durch verhältnismäßig wenige Gattungen und Arten vertreten: Wacholder, Eibe, Kiefer, Fichte oder Rottanne, Weißtanne und Lärche, lauter immergrüne Bäume bis auf die Lärche, die im Winter chre Nadeln abwirft. Der Tannenbaum mit seinen immergrünen Blättern erschien gerade dem deutschen Gemüt in seiner von Urvätern ererbten Naturfreudigkeit als das geeignetste äußere Symbol der Weihnachtsfeier, ein Symbol, dessen Gebrauch in Deutschland seinen Ursprung hat. Der lichterprangende Weihnachtsbaum, dessen Kerzen am Heiligen Abend zur besonderen Weihe der Bescherung angezündet werden, hat von Deutschland aus seinen Siegeszug durch die ganze Welt angetreten. Eigentümlich ist nun, daß zwar immer von einem Tannenbaum zu Weihnachten die Rede ist, aber die eigentliche Tanne doch nur sehr selten als Weihnachtsbaum erscheint. Was man so gewöhnlich „Tanne" nennt, ist in Wahrheit die Fichte, die freilich auch den Namen „Rottanne" führt. Die eigentliche Tanne, die „Weißtanne" (Abies alba) kommt ja auch im ganzen viel seltener vor, als ihre Schwester, die Rottanne oder Fichte (Picea excelsa). Die Rinde der echten Tanne ist weißlich, die Zapfen stehen aufrecht, die Blätter sind kammförmig angeordnet und mit je zwei bläulichweiß schimmernden Harzgangstreifen versehen. Viel häufiger ist die Rottanne oder Fichte, die man als den eigentlichen deutschen Weihnachtsbaum ansprechen darf. Ihre Fruchtzapfen hängen, die Rinde ist dunkelbraun gefärbt und die einfach grünen Nadeln oder vielmehr Blätter stehen zweiseitig von den Aestchen ab. Die sogenannten „Doppeltannen", die zu Weihnachten verkauft werden und meist teuer bezahlt werden müssen, sind nichts anderes als die Wipfel alter Fichtenbäume, die sich somit neben dem Holzwert des Stammes noch besonders bezahlt machen. Hier sind die Nadeln derart dicht zusammengedrängt, daß tatsächlich eine Aehnlichkeit mit der Weißtanne I hervorgerufen wird. Außerdem macht es sich sehr hübsch, wenn an diesen Wipfeln Tannenzapfen, also eigentlich Fichtenzapfen, hängen. Die anspruchslose Kiefer sieht man als Weihnachtsbaum nur noch sehr selten. Wohl aber werden neuerdings eine ganze Anzahl Tannen- und Fichtenarten kultiviert und auch zum Weihnachtsfest als Weihnachtsbäume angeboten, deren Vaterland das Ausland ist, die aber in unserem Klima gut gedeihen. Die meisten dieser „Ausländer" stammen vus Nordamerika, China, Japan und dem Kaukasus. Die deutsche Tanne aber wird doch immer ihren Vorrang als Weihnachtsbaum behalten. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad: 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NS.-Studentenbund: 18 Uhr spricht im Gießener Studentenhaus der Gaustudentenbundsführer Pg. Conrad. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Mann mit den grauen Schläfen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Teufelskerl". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: G'schichten aus dem Wiener Wald". — NS.-Bund deutscher Techniker: 20.15 Uhr im großen Hörsaal des Ehern. Instituts: Vortrag von Geh. Reg.-Rat Dr. med. Schenk- Marburg. — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 18.15 Uhr im Physiologischen Institut: Filmvorführung über tierische Entwicklung. — Kriegerkameradschaft 1874: 20.30 Uhr im Cafe Ebel Kameradschaftsabend. 20.15: Uhr Leica-Vortrag in der Neuen Aula der Universität. — Evangelische Frauenhilfe, Gießen: 14.30 Uhr im Cafe Leib Versammlung der oberhessischen Frauenhilfen. — 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausstellung der oberhesstschen Künstler im Turmhaus am Brandplatz. Stadttheater Gießen. • Heute von 20 bis 22.15 Uhr das Gesellschaftslustspiel „Der Mann mit den grauen Schläfen" von Leo Lenz. Spielleitung Hans von Spallart. 10. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Heute, Dienstagabend, Vortrag von Professor Dr. Stoltenberg im Physiologischen Institut. (Näheres in der heutigen Anzeige.) Evangelischer Bund. Am kommenden Donnerstag veranstaltet der Evangelische Bund in Gießen einen Gemeindeabend in der Stadtkirche, bei dem Professor Lic. Stroh aus Friedberg über das Thema „Deutschglaube oder Christusglaube?" sprechen wird. (Siehe heutige Anzeige.) Winterhilsswerk des deutschen Volkes1935/36 Kreissührung Gietzen. Zn der Zeit vom 2. bis 5. Dezember 1935 findet in allen Orten des Kreises Gießen eine Lebensmittelsammlung zugunsten der Anstalten und Einrichtungen der Inneren Mission durch die evangelischen Pfarrämter gemäß einer Vereinbarung der evangelischen Dekanate Gießen, Grünberg, Hungen und der Kreisführung Gießen statt. Die Ortsbeauftragten werden auf die übersandte Vereinbarung und Anordnung verwiesen. Auf verschiedene Anfragen teilt die Kreisfüstrung des Winterhilfswerks öffentlich mit, daß sämtliche Einrichtungen der Inneren Mission, z. B. Bethel, Bielefeld, Nieder-Ramstadt, vom Winterhilfswerk betreut werden. Winterhilfswerk 1935/36 Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Dienstag, 3., Mittwoch, 4. und Donnerstag, 5. Dezember findet im Bereich der Ortsgruppe Gie- ßen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Pfund- sammlung für den Monat Dezember Als Auftakt zu dem Tage der nationalen Solidarität findet in Gießen am Freitag, 6. Dezember, um 20.15 Uhr, ein großes Konzert in der Volkshalle tatt Der gesamte Ertrag wird dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugeführt. Ausführende: Musikkorps des Infanterie-Regiments 3 6; Leitung: Obermusikmeister E. K r a u ß e; 300 Sänger der Gießener Männergesangvereine; Leitung: Chormeister Groß. Vortragsfolge: (Ausschneiden, aufheben.) 1. Marsch der Hessischen Grenadiere von Buchwald. 2. Fest-Ouvertüre von Lortzing. 3. Zwei Lieder für Männerchor: a) Mahnung von Heinrichs; b) Deutschlands heil'ger Name von Baußnern. 4. II. Polonaise von Liszt. 5. Szenen a. d. Oper „Der fliegende Holländer" von Wagner. 6. Zwei Lieder für Männerchor: a) Sonnenaufgang von Cornelius; b) Wo gen Himmel Eichen rauschen v. Heinrichs. 7. Rapsodie von Friedemann. 8. Angereihte Stücke a. d. Oper „Der Freischütz" von Weber 9. Zwei Märsche für Fanfarentrompeten: a) Adolf-Hitler-Fanfare von Blume; b) Reichsritter-Fanfare von Prager. 10. Erinnerung an dys Militär von Rekling. Die V o l k s h a l l e ist geheizt. Einlrittspreise: Numerierte Sitzplätze 1 Mark, Sitzplätze 0,50 Mark. Vorverkauf durch die Blockleiter der NSDAP., Kreisleitung der NSDAP., Kreiswaltung der NSV., Löberftraße 9, Geschäftsstellen der Gießener Ortsgruppen der NSDAP. Der Tag der nationalen Solidarität soll der ganzen Welt zeigen: „Die Kameradschaft des deutschen Volkes überwindet jede Not." Teilnahme an unserem Konzert zum Tag der nationalen Solidarität ist ein B e k e n n tn is zu dieser Kameradschaft des deutschen Volkes. kein Volksgenosse, der an dem Konzert teilnehmen kann, sollte daher den Vlockleiter der NSDAP., der ihm in den nächsten Tagen eine Eintrittskarte zum Kauf anbieten wird, wegschicken, ohne eine Eintrittskarte erworben zu haben. Jeder deutsche Haushalt kauft zum mindesten eine Eintrittskarte. Kreisleitung der NSDAP. Anordnungen für den 1. Dezember. An der Sammelaktion beteiligen sich: Sämtliche Politischen Leiter aus Gießen bis zum Blockleiter einschließlich; Die Führer aller Gliederungen: SA. bis zum Truppführer einschließlich, SS. bis zum Oberscharführer einschließlich, NSKK. bis zum Truppführer einschließlich, die Führer der HI., die Führer des Jungvolks, die Führerinnen des BDM., Jungmädel, die Führer des Luftschutzbundes (in Uniform); die Polizei, Polizeidirektor und die höheren Beamten der Polizei; Stadttheater: Intendant, Regisseure, Dramaturgen, Spielleiter, Sänger, Schauspieler; die Presse: die Schriftleiter; die Leiter und höheren Beamten sämtlicher Behörden, wie Provinzialdirektion, Kreisamt, Zollamt, Finanzamt, Post, Reichsbahn, Reichsbank, Hochbauamt, Leiter des Heeresbauamtes, Chemisches Untersuchungsamt, Oberstaatsanwalt, Staatsanwälte, Gerichtsdirektoren, Oberamtsrichter, Amtsrichter, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Beigeordnete, die Leiter der städtischen Werke, die Leiter der städtischen Behörden; Universität, sämtliche Professoren, der Rektor; sämtliche Schulleiter, Direktoren der höheren Schulen, der Volksschulen; sämtliche Aerzte, die an Krankenhäusern tätig sind, soweit sie entbehrlich sind, (auf Sonderwünsche bezüglich der Zeit wird Rücksicht genommen); sämtliche Rechtsanwälte; die Direktoren sämtlicher Fabriken und Werke in Gießen; die Direktoren aller Banken; Reichsarbeitsdien st führe r. Die Führer der Gliederungen der Partei, die Leiter der oben aufgezählten Dienststellen, auch diejenigen, die bei der obigen Aufzählung etwa vergessen sein sollten, wollen dafür sorgen, daß für jeden Sammler bis spätestens Mittwoch, 4. Dezember, 18 Uhr, an die Kreisleitung Gießen, Amt für Propaganda, folgendes gemeldet wird: 1. Name des Sammlers, 2. Beruf, Dienststellung, 3. Dinge, die bei der Einteilung berücksichtigt werden müssen. Wir bitten alle oben angeführten, diese Meldung ebenfalls abzugeben. Soweit diese Meldungen nicht abgegeben werden, erfolgt am Donnerstag Erinnerung in der Presse. Antreten sämtlicher Sammler: 7. Dezember, 14 Uhr (punkt) im Cafe Leib, Walltorstraße. Dort werden auch die Sammelbüchsen ausgegeben. Anordnung für die Ortsgruppe Giehen-Süd: Die OG. Gießen-Süd übernimmt am 7. Dezember den Sammeldienst am Bahnhof Gießen mit zehn Politischen Leitern von 12 bis 16 Uhr. Die Sammelbüchsen dazu müssen auf der Kreiswaltung der NSV. rechtzeitig abgeholt werden. Anordnung für sämtliche Vlockleiter in Gießen: Sämtliche Blockleiter sind dafür verantwortlich, daß spätestens ab Dienstag, 3. Dezember, jedem Haushalt in ihrem Block Karten für das Konzert am Freitag angeboten werden. Die Ortsgruppenleiter sind dafür verantwortlich, daß keine Straße vergessen wird. Die Karten erhalten die Blockleiter von ihren zuständigen Ortsgruppen, diese von der Kreisleitung. Abrechnung des Vorverkaufs bis spätestens Freitag, 16 Uhr, Kreisleitung. keisleitung Gießen der NSDAP. I. A.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. Llnser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des Gie» jener Anzeigers den Abdruck des Kriminalromans „Schatten der Vergangenheit" von Frank F. Braun zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, mit dessen Erwerbung wir den München unserer Leserschaft in Stadt und Land in ganz besonderem Maße entsprochen zu haben glauben. Der heute beginnende Roman dürfte, auch wenn fein Verfasser bisher in unseren Spalten noch nicht zu Worte gekommen ist, mit der gleichen Anteilnahme, ja Begeisterung gelesen werden wie die beliebtesten und erfolgreichsten unter seinen zahlreichen Vorgängern, er nennt sich „Nicht müde werden, Annelies!" von Bernhard Lonzer und ist eine glänzend, mit hoher Spannung und zu Herzen gehender Lebenswahrheit geschriebene Liebesgeschichte; der Verfasser hat es mit feiner Einfühlungsgabe verstanden, die Schicksale zweier jungen Menschen zu schildern, die füreinander bestimmt und geschaffen scheinen, und deren Lebensglück durch das Dazwischentreten einer Fremden, die längst verjährte Ansprüche geltend machen möchte, fast für immer zerstört worden wäre. Bernhard L o n z e r hat die Handlung außerodentlich geschickt, mit packenden Steigerungen und dramatischen Ueberraschungen aufgebaut und Glück und Leid einer jungen Liebe mit Wärme und Feingefühl zu gestalten gewußt. So werden alle unsere Leserinnen und Leser an diesem unserem neuen Roman ihre helle Freude haben und mit Ungeduld auf jede neue Fortsetzung warten. Ans und Galatea. Pastoral für Soli, Chor und Orchester. Von G. $. Händel. Heber dieses Konzert des Sängerkranz-Gießen, das am kommenden Donnerstag in der Aula der Universität stattfindet, wird uns geschrieben: „Im Gegensatz zu der stolzen Reihe biblischer Oratorien hat Händel einige weltliche Oratorien mit mythologisch-pastoralem Inhalt geschaffen. Acis und Galatea gehört zu den letzteren und ist in seinem ersten Teil ganz auf den idyllisch, sonnig-heiteren Ton gestimmt. Schon die Einleitung und mehr noch der darauf folgende Chor „O du schöne Frühlingszeit" gibt ein Bild des Lachens und Tanzens, der Entzücktheit und Schelmerei, wie es mit dem Begriff arkadischen Schäferlebens untrennbar verbunden ist. Die Arie der Galatea „Fort du süßer Sängerchor" mit Flötengezwitscher und das in Form und Ausdruck gleich originelle, köstlich instrumentierte „Ich bin wie die Taube: sind Perlen unter Händels Anmut und Zartheit vereinenden Liebesgesängen. Auch die beiden Tenor-Arien des Acis illustrieren reizend die zarte Natur des liebesbangen Schäfers und sind typische Beispiele für Händels Ausdrucksfähigkeit in Melodie und Linienführung. Im Liebesduett „O glückselig" schildern beide, vereint mit dem Chor, die Seligkeit und Beglücktheit ihrer Liebe. Der zweite Teil beginnt mit scharfen Dissonanzen im Chor: „Ach ihr Armen", denn schon erscheint in der Ferne der dem Acis aus Eifersucht nachstellende Zyklop Polyphem. Sein Nahen wird durch Chor und Orchester in ebenso großartiger wie packend gesteigerter Schilderung angezeigt. Mit seiner Arie „O rosig wie die Pfir'sche" macht er Galatea eine Liebeserklärung. Die Abweisung derselben setzt den Riesen in höchste Wut. Acis, der sich dem Polyphem zum Kampf stellt, wird von ihm an einem Felsblock zerschmettert. Der Tod des Acis wird vom Chor mit dem stimmungsvollen „Weint all ihr Musen" betrauert. Während Galatea unter Begleitung einer Solo- Oboe den Gedanken an den geliebten Freund nachhängt, macht der Chor ihr den Vorschlag, kraft ihrer göttlichen Macht Acis in einen Silberquell zu verwandeln. Orchester und Chor illustrieren diesen Vorgang in wunderbarer Weise. Nach der letzten rührenden Arie der Galatea: „Herz der Liebe süßer Born" klingt das Werk mit dem lieblichen Chor „Galatea, stille den Schmerz" in stimmungsvoller Weise aus. — Stoff, musikalische Formgebung, Kolorit und Stimmungsreichtum dieses Pastorales machen es zu einer der anziehendsten Gaben der Händelschen Muse und lassen es bedauern, daß es das einzige feiner Art geblieben ist." K. * Es wird uns weiter mitgeteilt, daß Herr Paul B u ch w a l d sich durch eine Schnittwunde am Finger verletzt hat, so daß feine Mitwirkung am Donnerstag in „Acis und Galatea" in Frage gestellt ist. Herr Kapellmeister Bräuer vom Stadttheater hat deshalb den Cembalo-Part freundlicherweise übernommen. Kameradschastsabend in Gießen-Nord. Der heitere Kameradschaftsabend, den die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchast „Kraft durch Freude" am Samstag im Cafö Leib veranstaltete, fand starken Anklang. Der Saal langte wieder einmal nicht aus für den zahlreichen Besuch. Gauamtswalter Pg. Walther- Frankfurt a. M. vom Amt der Arbeitsopfer war als Gast erschienen. In seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung entbot Ortsgruppenleiter Pg. Thomas dem Kreisleiter Pg. SUo ft ermann besonderen Will- kammensgruß. Er gab seiner Freude über die große Anteilnahme der Parteigenossen Ausdruck, die ein guter Beweis für den Geist der Volksgemeinschaft innerhalb der Ortsgruppe fei. Heber den Rahmen eines Kameradschaftsabends hinaus, so sagte der Redner u. a., solle diese Veranstaltung aber auch die Feier des zweijährigen Bestehens der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" in Gießen sein. Dabei verwies er auf die Berliner Feier und auf die großen Leistungen, die dieses Amt der Deutschen Arbeitsfront in der kurzen Zeit seines Bestehens vollbrachte und an deren Erfolgen auch die Gießener Kreisamtsleitung in reichem Maße beteiligt fei. Es gezieme sich darum, den Dank für all die Freuden und Anregungen, die die aus dem Witten unseres Führers geschaffene NS.-Gemein- schäft allen Volksgenossen gebracht habe, bei dieser Feier auch zum Ausdruck zu bringen. Das von dem Redner auf den Führer und Reichskanzler ausgebrachte „Sieg-Heil" fand starken Widerhall. Die Kapelle K r e n g e l leitete über zu dem ersten Teil des Abends, der von Frankfurter Kräften der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" unter Leitung von Kreisamtswalter Pg. Bienengräber- Gießen bestritten wurde. Hierfür machte Rudi Mor- 1935 statt. Es wird gebeten, die Pfundpakete zur Abholung bereitzuhalten. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Mittwoch, 4. Dezember, von 19 bis 20 Hhr auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Psundfammlung für WH2V. in der Ortsgruppe Gießen-Ost. Die Pfundsammlung wird Montag, 2., und Dienstag, 3. Dezember, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlengutscheine bis zum Donnerstag, 5. Dezember, in der Zeit von 14.30 bis 19 Hhr auf der NSV.-Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, mit den entsprechenden Rechnungen einzureichen. Spätere Einreichung ist zwecklos. NSV., Ortsgruppe Mitte. Vetr. Psundfammlung. Am Mittwoch, 4. Dezember 1935, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Hmhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittungseinzeichnung bereit zu halten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum Mittwoch, 4. Dezember, auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 16, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. SA -Sportabzeichen in der Wehrmacht. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat verfügt: Das SA.-Sportabzeichen darf während der Dienstzeit im Heere nicht erworben werden. Vor der Dienstzeit erworbene SA.-Sportabzeichen dürfen zur Uniform getragen werden. Der Stabschef der SA. hat auf Anfrage nutge- teilt, daß fein Erlaß über die Kontrolle der Träger des SA.-Sportabzeichens auf Angehörige der Wehrmacht keine Anwendung findet. Die Berechtigung zum Tragen des SA.-Sportabzeichens ist bei Wehrmachtsangehörigen durch die Truppe nachzuprüfen und zu überwachen. Kundgebungen der Studentenschaft. Die Pressestelle der Studentenschaft teilt Dienstag, 3. Dezember, wird der Gaustudentenbundsführer Pg. Conrad abends 6 Uhr vor den NS.-Studenten im Gießener Kameradschaftshaus sprechen. f . qu der Kundgebung am Mittwochabend wird noch bekanntgegeben, daß der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft, Pg. Feickert, abends um 8 Uhr im Cafe Leib sprechen wird. Reichskrastwagentarif darf nicht unterboten werden. Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung teilt mit: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Unternehmer und Spediteure von Ferntransporten mit Kraftwagen nach wie vor verpflichtet sind, bei Festsetzung des Beförderungspreises den Reichskraftwagentarif nicht zu unterschreiten. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Unternehmer und Spediteure, die nachweislich sich Verstöße in dieser Beziehung zuschulden kommen lassen, werden als unzuverlässig im Sinne des § 7 des Gesetzes über Güterfernverkehr vom 26. Juni 1935 angesehen und haben damit zu rechnen, daß sie ihre bisherige Genehmigung zum Güterfernverkehr mit dcm 1. April 1936 verlieren. Baltikum- und Freikorpskämpfer! Sämtliche noch fehlenden Lichtbilder und Leu- mundzeugnisfe, welche nicht mit den Anträgen abgegeben wurden, find sofort an die unterzeichnete Stelle zu senden. Durch die Nichteinsendung ist eine unnötige Störung und ein Zeitverlust in der Ausfertigung der Urkunden entstanden. Sollten trotz dieser letzten Aufforderung die fehlenden Papiere nicht umgehend ermittelt werden, so werden die Anträge nicht fertiggestellt. Ferner sind die von den Kameraden des Reichsbundes der Baltikum- und Freikorpskämpfer noch nicht abgegebenen Ausweis- und Beitragskarten sofort abzuliefern, ebenso die ausgegebenen Antragsformulare „Einsatz für Deutschland", welche nicht ausgefüllt worden sind. Abwicklungsstelle Gießen, Hammstraße 4. Gez.: Euler, Abwicklungsleiter. Tag der Hausmusik. Zum „Tage der Hausmusik" veranstaltete — wie man uns gestern berichtete — auch die Goetheschule eine Feier, die besonderer Umstände halber erst in der vorigen Woche durchgeführt wurde. Sie stand unter dem Leitspruch „Himmel und Erde werden vergehn, aber die Musici bleiben bestehn", der als Kanon gesungen wurde. Der erste Teil der Feier war dem Gedächtnis I. S. Bachs und G. Fr. Händels gewidmet. Lehrer Dietrich schilderte den Lebensgang der beiden Meister und wies kurz auf ihre bekanntesten Werke hin. Umrahmt wurde die Ansprache mit Darbietungen von leichteren Bach- und Händelwerken, ausgeführt von kleinem Orchester und Einzelinstrumenten. Dazu fang Lehrer Dietrich eine Arie aus einer Bachkantate. Im zweiten Teil der Feier folgten dann Gesangsvor- träge und Darbietungen auf den verschiedensten Instrumenten. Kinder aller Altersklassen spielten mit größtem Eifer ihre Weisen, und die Buben und Mädchen standen im Banne der Musik. In einer Schlußansprache wurde den kleinen Künstlern Dank gesagt und der Wunsch ausgesprochen, daß die Hausmusik noch mehr gepflegt werde und die Zahl der Mitwirkenden am nächsten Tage der Hausmusik noch größer sei. gani den Ansager, der mit seinem „Frankforter Ge- pappet" sofort die notwendige Stimmung hervorrief. In humorvoller Weise stolperten Pepi und Emili mit ihrem Hurnsti-Burnsti-Akt auf die Bühne und ernteten für ihre heitere Spielerei reichen Beifall. Fred Marlo zeigte sich als Kunstpfeifer, der sogar einen „Tschardas" mit seltener Kunstfertigkeit zuwege brachte. Die Zuhörer lockten ihm dafür einige Zugaben ab. Mit äquilibristischen Leistungen wartete Eddi Blankel auf, der u. a. im Handstand auf einem Tisch die aus Klötzen gestellten Stützen ab- und aufbaute. Rudi Morgani brachte Humoresken In Frankfurter Mundart zum Vortrag, die beifällig ausgenommen wurden. Kunstpfeifer Fred Marlo mußte ein zweites Mal auftreten, wofür er aus „Gräfin Marizza" „Grüß mir mein Wien" und einen Marsch gewählt hatte, die wiederum stürmischen Anklang fanden. Der Meister der Enttäuschungskunst, der fröhliche „Arivan", beschloß den bunten Reigen der Darbietungen. Mit lächelnder Miene führte er wieder seine trickreichen Zauberkünste zum Erstaunen und Ergötzen seiner dankbaren Zuschauer vor. Nach einer kurzen Pause kam auch die tanzfreudige Jugend zu ihrem Recht. Bei den Klangen der eifrigen Kapelle K r e n g e l hielt die frohe Stimmung bis zum Schluß der Veranstaltung an. Sitzung der Obermeister des Kreises Gießen. Die Kreishandwerkerschaft Gießen hatte am gestrigen Montagnachmittag ihre Obermeister zu einer Sitzung in den Krausmüllersaal zu Gießen einberufen. Gegenstand der Besprechung war besonders die vom Reichsstand des deutschen Handwerks beschlossene Gemeinschaftswerbung zu Weihnachten, die auch im Kreise Gießen im Rahmen der besonderen Verhältnisse durchgeführt werden soll. Im Vordergründe wird die Werbung für den „Gutschein für Handwerks-Leistung" stehen. Unter dem Motto „Neue Wege weist das Handwerk, stille Wünsche zu erfüllen" wird das deutsche Handwerk zu Weihnachten 1935 nicht nur seine fertigen Erzeugnisse, sondern auch seine Leistungen bereitstellen. Der Gutschein wird in festlicher Ausstattung bei jedem Meister und in jeder Papierhandlung erhältlich sein. Die im Laufe dieser Woche folgende Sonderwerbung wird alles Nähere aufklären. ßmdrmtzmdwcck DcinLefchnck ..... •' 4?x In diesem Jahre bringt der Reichs st and des deutschen Handwerks Gutscheine zum Weihnachtsfest heraus, mit denen man Hanowerks- arbeiten schenken kann. Die Vorderseite zeigt die Nachbildung einer Holzschnitzerei von Tilman Riemenschneider vom Creglinger Altar. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Iachschastsabend der Gießener geographischen Fachschaft. In Gießen bestand schon seit jeher ein vorbildliches und kameradschaftliches Verhältnis zwischen den Professoren und ihren Studenten. So war es auch nicht anders zu erwarten, daß die Geographische Fachschaft unserer Universität den 50. Geburtstag ihres Professors, des Direktors des Geographischen Instituts Gießen, Dr. F. K l u t e zum Anlaß nahm, ihrem Lehrer an seinem Jubeltage eine Feierstunde zu bereiten. Heber 60 ehemalige und jetzige Hörer Prof. Klu- tes kalten sich am Samstagabend im Hotel Hindenburg zur gemeinsamen Geburtstagsfeier eingefunden. Der Leiter der geographischen Fachschaft Assistent Loew, begrüßte die Erschienenen und überbrachte die Glückwünsche seiner Kameraden. In seiner Ansprache streifte der Fachschaftsleiter kurz den Lebenslauf Prof. Klutes und betonte besonders dessen Verdienste als Wissenschaftler, Lehrer und als gute Kameraden. Neben den vielen Veröffentlichungen verdiene gerade das Handbuch der geographischen Wissenschaften als Standardwerk hervorgehoben zu werden. Auf den gemeinsamen Exkursionen sei neben den Vorlesungen und Seminaren ein mustergültiges Verhältnis zwischen Dozent und Student entstanden. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreichte Assistent Loew eine Glückwunschadresse, die von vielen ehemaligen und jetzigen Schülern Prof. Klutes unterschrieben war. In herzlichen Worten dankte Prof. Klute für die Ehrung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch fernerhin das gegenseitige gut Einvernehmen bestehen bleiben möge. Gerade das Studium der Geographie wecke die Liebe zur Landschaft und zur Heimat. Seine vornehmste Aufgabe sei, immer wieder seinen Studenten dieses Heimaterleben näher zu bringen. Am Schlüsse seiner Dankesworte gedachte Prof. Klute noch unseres Führers mit dreifachem Sieg-Heil. Im Laufe des Abends wurde noch manche nette Unterhaltung geboten, alte gemeinsame Erinnerungen aufgefrischt und gemeinsame Lieder gesungen. Drei Jahre in der Libyschen Wüste. Auf Anregung der Abteilung für Volksbildung der Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, erzählte am geftriaen Montagabend in der Aula des Gymnasiums Lehrer Pg. Falls von der Schillerschule über seine Erlebnisse und Eindrücke bei einem dreijährigen Aufenthalt in der Libyschen Wüste. Jugendlicher Wagemut und die Sehnsucht nach der Ferne hatten den Vortragenden vor 30 Jahren nach dem Lande im heißen Süden getrieben, wo ungestümem Wissensdrang neue verlockende Aufgaben winkten. Nach sorgfältigem Studium sämüichsr deutschen Nationale Solidarität wird sich am kommenden Samstag wiederum im ganzen Reiche in einer großen Sammlung für das Ninlerhilfswerk bekunden. Unter Führung des Gauleiters werden auch im Gau Hessen-Rassau alle Kräfte eingesetzt für das Hilfswerk der deutschen Volksgemeinschaft, lleberall werden Zfiänner des öffentlichen Lebens am Tage der nationalen Solidarität für unsere hilfsbedürftigen Volksgenossen als Sammler tätig fein. Jeder Volksgenosse hilft mit durch Spenden durch das WHW! Museen war der Grund zum Kulturhistoriker vorbereitet, und bei der praktischen Anwendung gelang dem jugendlichen Wissenschaftler, im Verein mit seinem Vetter, dem jetzigen Universitätsprofessor Dr. Karl Maria Kaufmann in Frankfurt a. M., eine Kulturtat: die Auffindung der heiligen Stadt von Menas, westlich von Alexandrien, nach der Männer von Ruf und Namen jahrhundertelang vergebens gejuckt hatten. 1905 unternahmen die beiden jungen Wissenschaftler, mit vielen Empfehlungen namhafter Gelehrter ausgestattet, den ersten Auslug über Italien nach Afrika, der ein vorzeitiges Ende nahm. Für die zweite Reise hatte Exzellenz W. von Bode, der damalige Generaldirektor der königlichen Museen, den Geleitbrief geschrieben, und nach einer abenteuerlichen Fahrt über Oesterreich, Italien und die griechischen Inseln tarnen die jungen Menschen nach Alexandrien, wo sie in Schieß- Pascha, dem Bürgermeister der Stadt und Chefarzt ür ganz Aegypten, einen wahren Freund und tatkräftigen Helfer fanden. Gleich die erste Reise in die Wüste führte sie auf die Spur der Trümmer von Menas, der christlichen Wunder- und Wall- ahrtsstadt des Mittelalters. Nach alter Heberlieferung war 296 nach Christus ein ägyptischer Offizier im Kampf getötet worden und dort, wo das die Leiche tragende Kamel, das von der Truppe abgeirrt, stehen geblieben war, wurde dem Ge- allenen ein Ehrenmal errichtet, das bald ein Wall- ahrtsort wurde. Hier geschahen viele wunderbare Heilungen, und so entstand wohl die heilige Stadt mit ihren herrlichen Kirchen und Bauten aus weißem Marmor in märchenhafter Pracht. Mit Hilfe der deutschen Regierung wurden Falls und Kaufmann Die Ausgrabungen übertragen. Der damalige Khedive von Aegypten, der König des Landes, und viele Wissenschaftler, Industrielle, Kaufleute besuchten die Ausgrabungsstätte. Einer dieser Besucher war auch Bindernagel aus Friedberg. Die Besuche brachten den Forschern auch Einladungen des Khedioen ein, mit dem dann Lehrer Falls einen Besuch der Oase Siwa unternahm. Hierbei konnte Lehrer Falls eine seltene Plastik des Löwen von Siwa für das Frankfurter Museum erwerben. Der in Wien erzogene und für die Kunst stark interessierte Khedive behielt die deutschen Forscher an seinem Hof und betraute sie mit besonderen Arbeiten. Heber diese Begegnungen mit dem König plauderte Pg. Falls eingehend, und er verstand es dabei ausgezeichnet, Land und Leute in anschaulicher Weise zu schildern und einen Einblick in die Kultur, das Leben und Treiben jener Menschen zu geben. An einigen Beispielen führte er in die Vorstellungen dieser von starkem Aberglauben beseelten Eingeborenen und ihre Poesie ein. Mit der Erledigung der Aufgabe trat die Sehnsucht nach der Heimat ein, aber nach kurzer wissenschaftlicher Ausbeute rief das Werk, dem das ganze Sinnen und Denken des Forschers nun einmal für immer gehört, Pg. Falls zur neuen Vortrugsreise nach Amerika. Zahlreiche Lichtbilder führten den Zuhörer in die Libysche Wüste und zu jenen Stätten Menas, von dessen märchenhafter Schönheit Aufnahmen einer Basilika, aufgefundene Säulen, Schmuckstücke und eine Hebersicht über die großartigen Anlagen einen kleinen Begriff vermittelten. Ansichten von Siwa, von den Bewohnern, der Riesenstadt Kairo und der Pyramiden ergänzt den Vortrag. Dem reichen Beiiall schloß Studienassessor Pg. Dr. Weber herzliche Worte des Dankes an den Redner an. SOjähriges Bestehen der Gießener Freiwilligen Feuerwehr. Am vergangenen Samstag hielt die Gießener Freiwillige Feuerwehr anläßlich ihres 80jährigen Bestehens in schlichter Weise einen Kameradschaftsabend mit Familien im Saale des Sckützenhaufes ab. Der Wehrführer hielt eine kurze Ansprache über den Werdegang der Wehr und gedachte der im Weltkrieg gefallenen Kameraden. Zum Schluß wurde auf den Führer und Reichskanzler ein Wehr- Heil ausgebracht. Gießener Wochenniarktpreije * Gießen, 3. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, holländische Kühlhauseier, Klasse A 12, Wirsing, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 7 Mk., Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 5 Mk., Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 18, Hnterkohlradi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Pf., Birnen 15 bis 25, Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45 Pf., Gänse 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 10 bis 60 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf. * ** Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterte. Die Ziehung der 3 Klasse der laufenden (467272.) Lotterie findet am 11. und 12. Dezember statt. Schluß der Erneuerung 4. Dezember ** Verlängerte Gültigkeit von Wintersport - Sonntags karten. Für die Zeit vom 30. November 1935 bis 31. März 1936 wird die Geltungsdauer der nach den Wintersportplätzen ständig aufliegenden Sonntagsrückfahrkarten verlängert. Die Sonntagsrückfahrkarten nach den Wintersport-Zielbahnhöfen gelten in dieser Zeit zur Hinfahrt schon von Samstag 0 Hhr bis Sonntag und zur Rückfahrt von Samstag bis Montag 24 Hhr (spätester Antritt der Rückreise). Don Gießen werden Sonntagsrückfahrkarten mit verlängerter Geltungsdauer nach folgenden Wintersport - Zielbahnhöfen ausgegeben: Bad Homburg, Gedern, Laubach und Schotts«. Oberheffen. Landkreis Gießen. X W i e f e cf, 1. Dez. Die heutige schon weihnachtliche Feier unseres Kindergartens war für jeden der vielen Besucher von einer tiefen Wehmut erfüllt, beschloß doch mit ihr unsere Kindergärtnerin, Frl. Becker (Alten-Buseck) eine vierjährige Tätigkeit. Es war herzerquickend, was die Kleinen an Sang und Klang gaben, und das Auge konnte sich freuen über die farbenreichen Bilder, die sich auf der Bühne boten. Die Kleinen überraschten ihre Eltern mit selbstgefertigten Weihnachtsarbeiten und wurden selbst reich beschenkt. Dem Dank der Eltern gab Bürgermeister Euler in herzlichen Worten Ausdruck und überreichte der scheidenden Kindergärtnerin, die an Weihnachten an den Traualtar treten wird, für ihr Heim ein praktisches Geschenk. Leider wird die Arbeit, die Jahre hindurch den Kleinen soviel Förderung gebracht, und bei der die Eltern ihre noch nicht schulpflichtigen Kinder in so guten Händen gewußt, eine Fortsetzung vorläufig nicht mehr finden. Bringt das nächste Jahr die Verwirklichung unserer Kriegerehrung, so darf man hoffen, daß das Ziel der Begründung, eine Kleinkinderschule, allerseits die Förderung erfährt, die er in unserer Gemeinde verdient. O Annerod, 1. Dez. Am Freitag fand in der Gastwirtschaft von Phil. Engelhardt ein Karne- radschaftsabend der Kriegerkameradschaft statt. Der Kameradschaftsführer H. Haas III. wies in kurzen Worten auf die Bedeutung des SAL. hin. Danach machte er Mitteilung über den Stand der Arbeiten am hiesigen Kleinkaliberschießstand. Nach Fertigstellung der Arbeiten ist Gelegenheit gegeben, den Schießsport am Orte eingehender als seither zu pflegen. Kamerad Rohweder sprach über die Pflege der Kameradschaft. Kamerad L. Schäfer IV. unterstrich die gute Zusammenarbeit der Kameradschaft mit der örtlichen politischen Leitung. Weiter mahnte er die jüngeren Kameraden, sich das Verhalten der älteren in bezug auf Versammlungsbesuch und Pünktlichkeit als Beispiel zu nehmen. Nach Schluß der Versammlung blieben die Kameraden noch einige Zeit gemütlich beisammen. wg. Großen-Buseck, 2. Dez. Innerhalb unserer Ortsgruppe wurden dieser Tage verschiedene Sammlungen und Spenden für das Winterhilfswerk durchgeführt. Bei der Frucht- und Kartoffelsammlung wurden 8,50 Mk., bei der Wäschesammlung 0,80 Mk. gezeichnet. Die hiesige Milchgenossenschaft spendete 10 Mk., der Fußballklub 9,85 Mk. Von Burkhardsfelden wurden 19,30 Mk. abgeliefert. Die Reichsgeldsammlung erbrachte in unserer Ortsgruppe 124,55 Mk. Davon entfielen auf Großen-Buseck 78,65, auf Burkhardsfelden 35,70, auf Oppenrod 10,20 Mk. — Heute wurde in unserer Gemeinde ein Mü11erschu - lungskursus eröffnet, an dem die Frauen der NS.-Frauenschast und des Alice-Frauenvereins teilnehmen. Als Kurfusleiterin wurde die Schwester Friedel Lüder verpflichtet. — Heute wurde in den hiesigen Gemeindewaldungen mit der Holz- Hauerei begonnen. 24 Mann nahmen in sechs Rotten die Arbeit auf. Außer einigen Erwerbslosen werden auch verschiedene Kleinlandwirte beschäftigt. 8 Alten-Buseck, 2. Dez. Anläßlich der Beendigung des Mütterschulungskurses veranstaltet die NS. - Frauenschaft gemeinsam mit der Frauenhilfe am Sonntagabend eine Abschiedsfeier, mit der gleichzeitig eine Adventsfeier verbunden war. Hierzu hatten sich indem mit Tannengrün, Adventskranz und Weihnachtskerzen geschmückten Rabenauschen Saal eine große Zahl Mitglieder eingefunden. Die Frauenschaftsleiterin begrüßte die Besucher und dankte der NS.-Schwester, Frl. Düb- l e r, für ihre segensreiche Arbeit. Hierauf hielt Pfarrer Naumann eine tiefempfundene Adventsrede, die einen starken Eindruck hinterließ. Sodann sprach die Kurfusleiterin noch einmal zusammenfassend über Ziel und Zweck des Mütterschulungskurses und dankte für die freundliche Aufnahme und das rege Interesse, das dieser Sache entgegengebracht wurde. Die Kursusteilnehmerinnen Überreichten der Leiterin als Zeichen des Dankes ein Bild. In dem Schlußwort faßte Bürgermeister Kahl die Bedeutung der Frau und Mutter im Dritten Reich in überzeugenden Ausführungen zusammen. Die stimmungsvolle Feier mürbe umrahmt durch passende Gedichte und Liedervorträge des Frauenchors. Bei Kqffee und Kuchen verlebte man dann einige frohe Stunden in echter Volksverbundenheit. A 2)aubringen, 2. Dez. Seit 1. Dezember erfolgt die Postbeförderung nach und von unserem Orte durch ein Postauto, das zweimal am Tage um 7 Hhr und um 18.30 Hhr, durch Daubringen kommt und von hier nach den übrigen Orten des Lumdatals fährt. § Daubringen, 2. Dez. Die hiesige Krieger- und Schützenkameradschaft veranstaltet am 1. Dezember an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen ein öffentliches Preisschießen zugunsten des Winterhilfswerks. 8 M a i n z l a r, 2. Dez. Bei den H o l z h a u e r« arbeiten im hiesigen Gemeindewald sind sechs Mann beschäftigt. Zum Fällen vorgesehen sind etwa 740 Festmeter Holz. § Main § lar, 3. Dez. Die hiesige NS.- Ge - meinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete am Samstag im Saale Müller einen Dorfgemeinschaftsabend, der sehr gut besucht war. Ein Marsch (Kvnzertverein Londorf) und ein Sprechchor der Hitler-Jugend leiteten den Abend ein. Der Ortswart der KdF., Karl Bolte legte sodann in einer kurzen Ansprache Zwecke und Ziele der NSG. „Kraft durch Freude" dar, ferner sprach er über den Sinn des Dorfgemeinschaftsabends. Im Verlaufe der Veranstaltung wechselten gemein em gesungene Volkslieder, Konzertstücke des Konzertvereins Londorf, Chordarbietungen des Gesangvereins Mainzlar sowie luftige Einlagen mit tiebern zur Laute miteinander ab. Ferner brachte ber Abend eine wohlgelungene Theateraufführung öer Laienspielschar der „Kraft durch Freude" Gie- Yen. Nach weiteren gesanglichen und musikalischen Darbietungen dankte Bürgermeister Kreiling allen Mitnurkenden und richtete mahnende Worte ™ 3"genb, Gesang und Sport zu pflegen. Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer und mit s^s?°^'We,sfel'Lied wurde die Veranstaltung beschlossen. In kameradschaftlicher Unterhaltung blieb man noch geraume Zeit beisammen. n f nnx "S' 2 Dez. Die H 0 lzhauer- arbeit e n sind nahezu beendet. Geschlagen wurde^ insgesamt etwa 1000 Festmeter Holz. a r ' D Dachpappe Karbolineum HappelS Go. Kl. Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Weihnachtsbäume große Sendung eingetroffewauch - Edeltannen. Verkauf Selterstor, gegenüb. von CafHHettler. 05159 Römer-Frosch Sonnenstraße 1. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Bieflener Anzeiger CARLhiowÄCK e/ mirl'hne>» Ihr DEIN. JNHABER = CARL HEINZ SCHLÜTER GIESSEN SELTERSWEG 81 1 großes Weihnachts-Sort.-Post-Paket echte feine Schmidts Nürnberger Lebkuchen! Fnhalt: 2Vr« echte feine runde a.Obl., 2V« tb echte feine weiße a.Oblat. u. 2V2 u fort.: feine sog. Basler, feine Schok.-Lebk., fdüie Gewürzvl., fein. Nürnb. 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