Donnerstag, 3. Moder 1935 185. Jahrgang Hr. 231 Erstes Blatt Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81 /,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/a mehr. ' Ermäßigte Grundpreise: Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Sietzener Anzeiger »» General-Anzeiger für Oberhessen Sran&dÄ‘nll686 Druck unbVerlag: vriihl'sche Unioerfitätrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Eiehen.Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M-ng-nabschlüffe Staffel 8 Der Führer an der Grust Hindenburgs. Oie Beisetzung des Feldmarschalls im Hindenburgturm des Tannenberg-Oenkmals. WMMM Wo Hindenburg ruht i?.T ä'”“" S?e nehmen Aufstellung auf dem Wege zu der Zeichen zum Gruß senken. _ öte nevmcii " I, : ck fc r » r tritt ir Grabstätte des Generalfeldmarschalls und der neben ihm ruhenden 20 unbekannten Soldaten soll es für alle Zeit dem dankbaren Gedenken an die ruhmreichen Leistungen und heldenmütigen Opfer des deutschen Volkes im Weltkriege geweiht sein. Das Deutsche Reich übernimmt das „Reichsehrenmal Tannenberg" mit dem heutigen Tage in seine Obhut und wird es als Wahrzeichen deutscher Treue. Kameradschaft und Opferwil- l i g k e i t in aller Zukunft zu wahren und zu schir- men wissen. Deutsche Wanner haben in schwerer Zeit dies Denkmal geschaffen, weite Kreise der deutschen Bevölkerung haben mit freiwilligen Gaben zu seinem Ausbau beigetragen. Ihnen allen dafür in dieser Stunde aufrichtig zu danken, ist mir Pflicht und Die Ehrengäste haben nach und nach das Denkmal verlassen. Die Verbände, und die Einheiten der Wehrmacht marschieren aus dem Denkmal. Von den 24stufigen Treppen, die vom Umgang an Mauern und Türmen zum Hof fuhren, steigen wir hinab über den mit Granitplatten belegten Hof und schreiten nun an den beiden riesigen Wachters,gu- ren vorbei, den fast 4 Meter hohen Soldatenstand- ,, die vor den beiden mächtigen Mauer- oben ab. Die starke eichene Tür, die den Gruftraum abschließt, steht weit geöffnet. Sechs Stufen steigen wir zur gewölbten Vorhalle der Gruft hinab, von der erneut drei Stufen zur eigentlichen Gruft fuhren, die aus dunkelgrünem Diabas hergestellt ist. Den Eingang der Gruft ziert das Wappen der Hindenburg. Eine schlichte schmiedeeiserne Tur schließt sie ab und gibt den Blick auf den mit der Reichskriegsflagge bedeckten Sarg frei. Mit entblößtem Haupt treten die Trauergaste ein, Die Offiziere haben den Stahlhelm abgenommen. Rachem- ander treten sie heran, erheben die Hand zum Gruß. zungen stehen, die den Grufteingang bilden. Ein riesiger 60 Tonnen schwerer ostpreußischer Findling, der in schlichten Lettern die Aufschrift „H i n • denburg" trägt, schließt den Grufteinaana nach Eine Kundgebung des Führers. Berlin, 2. Oft. (DRV.) Der Führer und Reichskanzler erläßt folgende Kundgebung: Die sterbliche hülle des im vorigen Jahre Heimgegangenen Generalfeldmarfchatl^s von Hindenburg ist heute an dem Tage, an dem er vor 88 Jahren geboren ist, in die für ihn im Tannenbergdenkmal errichtete Gruft übergeführt worden, hier, an der Stätte des Sieges von Tannenberg, umgeben von feinen in der Schlacht gefallenen Soldaten. hat der Feldherr nun feinelehteRuhe- ft ä 11 e gefunden. Die Bettung dieses großen Deutschen in den Mauern des gewaltigen Schlachten- denkmals gibt diesem eine besondere Weihe und erhebt es zu seinem heiligtumder Ration. Um dieser Bedeutung des Tannenberg-Denkmals sichtbaren Ausdruck zu verleihen, erkläre ich es zum ..Reichsehrenmal" und lege ihm den Ramen '.'.Reichsehrenmal Tannenberg" bei. Als Herzensbedürfnis zugleich. Berlin. 2. Oktober 1935. Der Führer und Reichskanzler. A d o 1 f h i 11 e r. Feierliche Stille überall. Die Trauergäste wenden sich den benachbarten Grabkammern zu und gelangen über eine Treppe in den Turm, der über der Gruft steht und in der ein hohes Standbild Hindenburgs ausgestellt werden soll. Bis zur Fertigstellung der Figur erhebt sich an dieser Stelle das in gleicher Große ausgeführte Tonmodell. Eine Bronzetur schließt einen Sonderzugang zum Hindenburgturm ab. Bedeutsame Worte Hindenburgs und dessen Geburts- und Todesdatum zieren sie, wahrend aus der Innenseite der Wahlspruch des Feldmarschalls: ora et labora angebracht ist. Ein hinter dem Grust- turm liegender kleiner gemauerter Garten dient der Familie des Toten. An den beiden Seiten des Turms find Soldatengräber angelegt. Hier ruhen zwanzig unbekannte deutsche Krieger aus der Tannenbergschlacht, die bisher ihre Ruhestätte in der Mitte des Hofes unter dem früher dort aufragenden Kreuz gefunden hatten. Dieses Kreuz ist jetzt am Hindenburgturm angebracht und schmückt in seiner grünen Patina d,e schlichte Front des Turms. Auch die übrigen Turme des Denkmals werden jetzt fertiggestellt. Zunächst wird der Soldatenturm ausgebaut, ein weiterer Turm wird zu einem Weiheraum ausgestaltet. Im Feldherrnturm werden Büsten der fünfzehn an den Schlachten im Osten beteiligten Gene- rale aufgestellt werden. Wir fahren hinaus in dieses herrliche Land. Im Norden blauen dunkle Wälder, sielberne Seen grüßen wie Gottesaugen aus dunklem Grün. Am fpä- ten Nachmittag kehren wir noch einmal zurück ins Denkmal. Die'große Masse hat sich nun verlaufen. Die Kränze sind in die Gruft getragen, und die Bronzetüren sind nun angelehnt. Einfache Landarbeiter in ihrer Arbeitstracht, so wie sie vom Felde kamen, gehen nun, Feldblumensträuße in den Hän- den, an der Gruft vorbei und legen die Blumen i nieder. So schläft der große Feldmarschall, bewacht : von steinernen Sinnbildern, inmitten seiner toten » Kameraden, umgeben aber von jenem Volk, das fei» ' nen Namen mit Ehrfurcht und Liebe nennt und ihn nie vergessen wird bis in die fernsten Zeiten. Lebensmitielsarnmlurigen des Winierhilfswerks. Berlin, 2. Off. (DRB.) Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk hilgenfeldt feilt mit: Auf Grund einer mit der Inneren Wisst o n. dem Deutschen Laritasverband und dem Deutschen Roten kreuz getroffenen Vereinbarung verzichten diese Verbände auf ihre üblichen Herbstsammlungen. Der Wortlaut der Aufrufe, mit denen sich die genannten verbände an die Oeffentlichfeit wenden, wird noch der Eröffnung des Winterhilfswerkes bekanntgegeben. Die Raturaliensammlungen werden in diesem Jahr ausschließlich vom Winterhilfswerk des deutschen Volkes durchgeführt. Das „Winterhilfswerk des deutschen Volkes" stellt den Anstalten und Einrichtungen der genannten Verbände vereinbarungsgemäß die Lebensmittelmengen zur Verfügung, die sie bisher aus ihren eigenen Lebensmittelsammlungen erhielten. g" trägt, schließt den Grufteinaana nach Die starke eichene Tür, die den Grustraum Der Hindenburgturm mit dem Eingang zur Grust. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) „Reichsehrenmal Tannenberg." Wahrzeichen deutscher Treue, Kameradschaft und OpferwiNigkeit. Der' Führer tritt in die Gruft, gefolgt von den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile und von den Angehörigen des Feldmarschalls. Tiefes Schweigen liegt über dem Ehrenhof; von den Türmen hört man im Winde das Knattern der Fahnen. Kränze werden in die Gruft getragen. Minuten ver- gehen. Dann kommen die Angehörigen zuruck Der Führer verweilt noch einige Minuten in stillem Gedenken allein am Sarge. Dann steigt er entblößten Hauptes die Stufen herauf. Em Kommando ertönt, die Fahnenkompanie setzt sich in Marsch und verläßt den Ehrenhof. Dann nimmt der Führer Abschied und begibt sich mit seiner Begleitung ebenfalls aus dem Denkmal. Hohenstein, 2.Oft. (DNB.) Unser gestriger Funkbericht von der Gedächtnisfeier für Hindenburg im Tannenbergdenkmal endete mit dem Augenblick, wo punkt 10 Uhr der Führer den Ehrenhof betritt. Dann erklingt ein Choral und unter leisem Trommelwirbel wird der Sarg Hin- denburgs, während sich die Häupter entblößten, von Offizieren des Heeres, der Flieger und der Marine aus dem Turm herausgetragen. Zwei Generäle des Heeres, ein Fliegergeneral und ein Admiral mit gezogenem Degen umgeben den Sarg als Ehrenwache. Unter Trommelwirbel wird er bis zum Haupteingang getragen und hier auf eine mit Tannengrün geschmückte Bahre gelegt. Der Sarg ist bedeckt von der Reichskriegsflagge. Darauf liegen Helm und Degen des Feldmarschalls. Den Marschallstab trägt ein Generalstabsoffizier dem Sarge voran. Langsam wird der Sarg dann an den präsentierenden Ehrenkompanien vorbei zur Gruft getragen und vor der Gruft auf ein Blumenbett abgesetzt. Der Feldgottesdienst. Dann'spricht Feldbischof Dr. Dohrmann. Er stellte seiner Predigt die Textworte voraus: „Glaubet an Gott, so werdet ihr sicher sein, und glaubet seinen Propheten, so werdet ihr Glück haben". Daß der Glaube an den lebendigen Gott, fuhr der Feldbischof fort, das Herz- stück im Leben des verewigten Feldmarschalls war, ist über jeden Zweifel erhaben. Dos Wort vom Beten und Arbeiten, das täglich vor ihm auf seinem Schreibtisch stand, ist das Schlüsselwort für sein Wesen und sein Wirken. Aus dieser Gemeinschaft mit Gott erwuchs ihm jene Sicherheit der Ueberzeugung, lene Freiheit den Menschen gegenüber, daß ihm der Beifall der Welt nicht das Maßgebende war. Aus dem Glauben, der vor Gott in Demut und Gehorsam sich beugt, erstand ihm ebenso das sichere Pflichtgefühl wie das feine Fingerspitzengefühl für das was fein muß. Aus diesem Glauben gewann er seine Geduld mit den Menschen, die Stellung zu den schwersten Dingen, zu den bittersten Entscheidungen, zu der sicheren Führung unseres Heeres und Volkes. .x k ' Im Licht des Christenglaubens, in dem fein kleines „Ich" vor dem gewaltigen „Du" des persönlichen lebendigen Gottes stand, will sein Wort verstanden sein: Bis zu meinem letzten Atemzuge wird die Wiedergeburt Deutschlands meine einzige Sorge und der Inhalt meines Bangens und Betens sein. Der Feldherr wußte, wiedergeboren werden können Menschen n u r v o n oben her durch Gottes Wort und Gottes Sohn und Gottes Geist. Die Wiedergeburt eines । Menschen und eines Volkes ist ein G n a d e n a k t Gottes Wo Gottes Wort uns ins Gewissen trifft, wo Gottes Liebe, die im Kreuztod Jesus ihren gewaltigen Ausdruck gefunden hat, unser Herz er- , greift, da werden wir Menschen wiedergeboren, um- qewandelt, erneuert. Freilich, man kann auch zu diesem Gotteswort „Nein" sagen, man kann sich dem Willen Gottes verschließen, man kann die Propheten Gottes verwerfen, man kann sich von Jesus Christus bewußt abwenden. Darum war es das Bang en und das Beten des 5 e I b- marschalls, daß dies in unserem V o lk e nicht geschehe. Darum ist es eine seiner letzten ernstesten Sorgen gewesen, daß Christus, wie ihn Gottes ewiges Wort uns vor die Augen malt, unserem Volke gepredigt werde und erhalten bleib e. Denn der Verewigte wollte em Leben lang nichts anderes als unseres Volkes Sicherheit und unseres Vaterlandes Gluck. Das ist die Herrlichkeit unseres Christenglaubens daß wir reden dürfen zu Gatt der Himmel und Erd- geschahen hat, der M-n,chen- gefchicke und unsere Geschichte lenkt der der Well und den Menschen in ihr in I-d-m Augenblick mächtig ist und seine Absichten durchfuhrt mitten ,m freien Spiel der menschlichen Kräfte, Wir dürfen zu ihm reden, wie die Helden des Schl acht- seldes von Tannenberg zu ihm gebetet haben: „Unser Vater, der Du bist im Dann werden Menschen und Manner wirklich un wahrhaft zu Brüdern, weil sie sich als Kinder eines Vaters im Hi mm e l wissen. Auf diesem Felsengrund des Christenglaubens st h ohne Wanken die Gesinnung, auf die alles an- kommt: nämlich, daß wir restlos einer Jur Den anderen da sind. Wo dieser Geist der Kraft und der Liebe und der Zucht m emem Volke und in einer Wehrmacht lebendig ift da ist Die Sicherheit, ba ist das Gluck. Der Feld- marschall von Hindenburg und der Führer unseres Volkes haben in jenen erfolgreichen Tagen des Jahres 1933 den Weg beschritten, der unser Volk berausführen soll aus der Zerrissenheit, der Arbelts- loliakeit der Ehrlosigkeit, der Wehrlosigkeit, hmem in eine neue Zeit. So sei diese Gruft geweiht zum Grabmal für den toten scher Soldatentreue, Zum Mahnmal für £)eut\a) lands Volk und Wehrmacht Die Versetzung in der Grust. (Ä5... LÄ-.« Dank des ungarischen Ministerpräsidenten. Berlin, 2. Okt. (DNB.) Der königlich-unga- rische Ministerpräsident General von Gömbös hat an d e n Führer und Reichskanzler folgendes Abschiedstelegramm gerichtet: Beim Verlassen des Reichsgebietes drängt es mich, der aufrichtigen Bewunderung Ausdruck zu verleihen, mit welcher ich die großen Fortschritte beobachtet habe, die das deutsche Volk unter d e r zielbewußten Führung Eurer Exzellenz seit meinem letzten Besuch auf jedem Gebiet des öffentlichen L eb e n s sich zu erkämpfen gewußt hat. Zu den Gefühlen wärmster und aufrichtigster Sympathie, mit denen Ungarn diese friedliche Aufbauarbeit ver- folgt, gesellen sich meine i n n i g ft e n W u n ch e für das persönliche Wohlergehen Eurer Exzel^nz sowie für den weiteren Aufstieg des Deutschen Reiches. Grabkammer. Es sind Fahnen des 3. Garderegiments zu Fuß, des Oldenburgischen Infanterieregiments Nr. 91 und des 2. Masurischen Infanterieregiments Nr. 147 Generalfeldmarschall von Hindenburg. Nachdem die Regimentsfahnen Aufstellung genommen haben und dem Deutschlandlied das Horst-Wessel-Lied gefolgt ist, erklingt der Parademarsch des 3. Garderegiments zu tfufc, und dre Außerhalb des Denkmals aufgestellte Salutbatterie feuert 21 Schuß Ehrensalut. Bei den Hellen Klängen des Parademarsches und dem dumpfen Dröhnen der Kanonenschüsse heben die Offiziere den Sarg wieder an, um ihn lang- Srhritte5 in d i e Gruft zu tragen. Dorrn^ scheitet ' der Chef des Generalstabs des I Armeekorps, Oberst Hollidt, der den M ar - f cha H ft a b des Generalfeldmarschalls tragt Den Sarg begleitet eine Ehrenwache zwei Generale des Heeres ein General der Luftwaffe und em Admiral. Langsam verschwindet der Sarg den Blicken der ihm mH zum Gruß erhobener Hand nachsehenden Trauergemeinde. In der Gruft wird der Sarg Vier Stabsoffiziere treten als Ehren- n ihn Die Salutschüße und die Musik V h*Vrfhmacn nur der Trommelwirbel dröhnt ’ ’nod; le se über den Platz. Der Sarg ist niedergesetzt, > bildern, Italiens letztes Wort. Mussolini verkündet auf dem Generalappell der Gchwarzhemden den Marschbefehl. Das faschistische Italien fordert Gerechtigkeit. Ganz Rom strömt zusammen. Rom, 2. Ott (DRB.) Der faschistische Generalappell, seit langem erwartet, dann immer wieder vertagt, ist nun Tatsache geworden. Um 15.30 Uhr vernimmt man plötzlich durch den brausenden Mittagsverkehr der Großstadt von ferne her das dünne Heulen einer entfernten Sirene. Der Ton geht noch im Straßenlärm beinahe verloren. Aber unmittelbar darauf setzen überall ringsum Sirenen ein, die den Alarm aufnehmen und weitertragen. Aufhorchend bleiben überall die Menschen stehen, sie zweifeln noch eine Sekunde lang. Dann aber gibt es keinen Zweifel mehr. Ueberall sieht man Menschen nach Hause eilen, die schnell ihre Uniform anlegen wollen, um sich auf den großen Plätzen und vor den Dienstgebäuden der Partei einzufinden. Ueberall werden Fahnen gehißt. Das Heulen der Eirenen dauert immer noch fort. Auch die Kirchenglocken stimmen mit ein. Den mächtigen Auftakt gab die Glocke des Kapitols. Rasch fielen Hunderte von Glocken in Rom und Abertausende im Lande mit ein. Alle öffentlichen Gebäude sind illuminiert sämtliche Straßenfronten und Plätze sind beflaggt, die Geschäfte geschlossen. Flugzeugstaffeln kreisen über der Stadt. Militär marschiert in voller Kriegs- ausrüstung durch die Straßen. Der Rundfunk gibt Anweisungen bekannt und läßt in Straßen und Häusern die Gesänge der faschistischen Revolution ertönen. Alle Straßenbahnen und Verkehrsmittel find überfüllt. Man sieht Miliz, Avanguardisten und zahlreiche Balilla. Ueberall sieht man Bilder des Duce. Plakate werden angeschlagen, auf denen Worte Mussolinis wiedergegeben sind. So liest man z. B.: „Ein Regime, das keine Episode, sondern eine Epoche darstellt, beugt s i ch nicht vor übersattem Hochmut." Auf der Piazza Venezia, wo die größte Kundgebung stattfindet, erschienen gegen 17 Uhr die ersten geschlossenen Kolonnen der faschistischen Miliz. Unübersehbare Menschenkolonnen haben sich unter den Klängen von Fanfaren und unter Trommelwirbeln in Bewegung gesetzt, während riesige Lautsprecher die singenden Kolonnen übertönen. Der Sprecher am Radio verkündet: „Der Generalappell muß allen die Augen offnen, auch denen, die sich in ihren Interessen verletzt glauben und Italien den Weg versperren wollen. Das italienische Volk ist zu groß für sein kleines Land, und das ist fein einziger Reichtum. Ganz Italien ist jetzt", so schließt der Sprecher, „in Erwartung der Worte Mussolinis." Mussolini spricht. „Die feierliche Stunde in der Geschichte des Vaterlandes bricht an", so begann Mussolini. „Zwanzig Millionen Italiener sind in diesem Augenblick auf allen Plätzen Italiens bei der gewaltigsten Dolkskundgebung versammelt, die die Geschichte Roms kennt. Zwanzig Millionen, ein Herz, e i n einziger entschlossener Wille! Diese Kundgebung will besagen, daß Italien und der Fa- schismus ein und dasselbe sind und bleiben werden. Seit vielen Wochen läuft das Rad der Geschichte unter dem Antrieb unseres ruhigen und festen Entschlusses auf das Ziel zu. In diesen letzten Stunden ist das Tempo noch rascher und geradezu unaufhaltbar geworden. Es ist nicht nur ein Heer, das feinen Zielen entgegenmarschiert, es sind 44 Millionen Italiener, die geschlossen und gemeinsam mit diesem Heer marschieren, während man versucht, gegen sie d i e schwärzeste Ungerechtigkeit zu begehen und uns den Platz an der Sonne zu nehmen. Als es im Jahre 1915 fein Schicksal mit dem der Alliierten verband, wieviel Schreie der Bewunderung, wieviel Versprechungen! Als man jedoch nach dem gemeinsamen Sieg, zu dem Italien mit 670 000 Toten, 1 Million Verwundeter und 400 000 kriegsverstümmelten beigetragen hat, am Verhandlungstisch eines erbärmlichen Friedens zu- sammenkam, da fielen für Italien nur die Brosamen einer großen, von anderen Staaten stammenden Kolonialbeute ab. 13 Jahre lang haben wir geduldig gewartet, während um uns herum ein immer stärkerer Ring geschlossen wurde, mit dem man unsere überquellende Lebenskraft e r st i ck e n will. Mit Abessinien haben wir 40 Jahre lang ruhig gewartet. Anstatt das gerechte Recht Italiens anzuerkennen, wagt man, im Völkerbund von Sanktionen zu sprechen. Bis zum Beweis des Gegenteils weigere ich mich zu glauben, daß das fr an- z o f i s ch e Volk sich Sanktionen gegen Italien anschließen könne. Die 6000 Italiener, die beim Sturmangriff bei Bligny den Heldentod starben und sogar vom Feind bewundert wurden, würden sich im Grabe dagegen aufbäumen. Bis zum Beweis des Gegenteils weigere ich mich auch zu glauben, daß das englische Volk sein Blut'vergießen und Europa auf den Weg der Ka- tastrophe bringen wolle, um ein afrikanisches Land zu verteidigen, das als barbarisch und der Gemeinschaft der zivilisierten Völker unwürdig ge- brandmarkt wird. Trotzdem dürfen wir aber nicht so tun, als ob wir die Möglichkeiten in der nahen Zukunst nicht sähen. Auf Sanf Honen wirtschaftlichen Charakters werden wir mit Disziplin, Gleichmut und Opferbereltschaft antworten. Auf Sanktionen militärischen Charak- kers antworten wir mit militärischen Maßnahmen, auf Kriegshandlungen mit Kriegshandlungen. Niemand täusche sich darüber, uns klein zu kriegen, denn er wird einen harten Kampf bestehen müssen. Ein Volk, das eifersüchtig ist auf seine Ehre und seinen Hamen, kann und wird niemals eine andere Haltung einnehmen. Aber noch einmal sei es in der kategorischsten Meise und als eine heilige Verpflichtung wiederholt, die ich an diesem Abend vor allen Italienern übernehme: wir werden allesMoglichetun, umzuvermeiden, daß der koloniale Konflikt den Charakter und die Bedeutung eines europäischen Konfliktes annimmt, wie das mit Lachen jene hoffen, die für den Untergang ihrer Zeiten, Rache nehmen möchten. Roch nie hat das italienische Volk die Stärke seines Geistes und seines Charakters so bekundet wie in dieser geschichtlichen Epoche. Gegen dieses Volk, dem die Menschheit ihre größten Leistungen verdankt, gegen dieses Volk von Dichtern, Künstlern, Gelehrten und Seefahrern wagt man von Sanktionen zu sprechen. „Darum marsch!", Italien von Vittorio Veneto und Italien von der faschistischen Revolution, auf daß der Ruf seiner bis aufs äußerste unerschütterlichen Entschlossenheit gen Himmel steige und unsere Soldaten in Ostafrika erreiche, die Soldaten, die im Begriff sind, in den Kampf zu gehen, ein Trost, seinen Freunden ein Ansporn, den Feinden zur Warnung. Das ist das Wort Italiens, das über die Berge und über die Meere hallt. Dieser Aufschrei ist ein Ruf der Gerechtigkeit und des Sieges. Die Rede Mussolinis wurde von der nach Zehn- tausenden zählenden Menge auf der Piazza Venezia immer wieder von stürmischen Beifalls-Rufen unterbrochen. Am Schluß brachte die Menge Mussolini, der immer wieder von neuem auf dem Balkon erscheinen mußte, nicht endenwollende Kundgebungen dar. Rach den Klängen der Giovinezza erklärte Parteisekretär Starace über den Rundfunk den Generalappell für beendet. Langsam und geordnet wie der Aufmarsch vollzog sich auch der Abmarsch. Die Straßen in der Nähe der englischen Botschaft waren für den Verkehr völlig gesperrt. Bersaglieri und Kavallerie umstanden in größeren Abteilungen die Botschaft, zu der niemand Zutritt hatte. Auch in der Nähe der abessinischen Gesandtschaft, die in einem Vorort Roms liegt, waren einige Wachtposten aufgestellt. Roosevelt malmt zmn Frieden. Amerika will ohne jede Verwicklung in überseeische Konflikte bleiben. San Diego, 3. Okt. (DNB.) Vor Antritt einer Kreuzerfahrt durch den Stillen Ozean hielt Präsident Roosevelt vor über 60 000 Zuhörern im San-Diego-Hochschulstadion eine Ansprache, in der er erklärte, die Vereinigten Staaten seien fest entschlossen, alle Gefahren zu vermeiden, die den Frieden Amerikas gefährden könnten, er hoffe, daß die anderen Nationen Amerikas Politik „des guten Nachbarn" befolgen würden. — Dor Jahrhunderten bezeichnete der größte Schriftsteller unserer Geschichte James Madison die beiden drohendsten Wolken, die über unserer menschlichen Regierung und menschlichen Gesellschaft hängen, mit „d a s heimische Hebel" und „b i e 21 n g ft vor einem ausländischen Krie g". Niemals bestand für die Amerikaner mehr Veranlassung, diesen beiden Ursachen zur Besorgnis entgegenzutreten. Das „heimische Hebel" tritt von Zeit zu Zeit in Gestalt von Leuten auf, die falsche Behauptungen aufstellen, die Tatsachen verdrehen, Haß predigen und die Bedeutung öffentlicher Maßnahmen zur Sicherung der Menschenrechte oder geistiger Ideale verkleinern wollen. Eure Antwort für sie ist die Kenntnis der nackten Tatsachen unserer jetzigen Lage. Die zweite Wolke, die des „ausländischen Krieges" ist eine mächtigere Gefahr in diesem Augenblick für die Zukunft der Zivilisation. Es ist nicht überraschend, daß viele unserer Bürger starke Befürchtungen hegen, daß einige Nationen der Welt die Torheit von vor 20 Jahren wiederholen und die Zivilisation auf einen Tiefstand bringen, von dem eine völlige Wiedererholung fast unmöglich sein mag. Angesichts dieser Befürchtung kann das amerikanische Volk nur ein Interesse haben und nur eine Meinung äußern: Ungeachtet der Vorgänge auf den überseeischen Festländern werden und müssen die Vereinig- ten Staaten ohne jede Verwicklung bleiben und frei sein. Dieses Land erstrebt keine Eroberung, wir haben keine imperialistischen Absichten. Von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr stellen wir eine vollkommenere Friedenswirtschaft mit unseren Nachbarn her. Dir freuen uns besonders Über das Wohlergehen, die Gefestigtheit und die Unabhängigkeit aller amerikanischen Republiken. Dir wünschen nicht nur ernsthaft den Frieden, sondern wir sind beseelt von dem ernsten Entschluß, jene Gefahren zu vermeiden, die unseren Frieden mit der Delt gefährden. Als Präsident der Vereinigten Staaten wiederhole ich mit allem Ernst, daß das amerikanische Volk und seine Regierung beabsichtigen und erwarten, mit der ganzen Delt im Friedens- zustand zu verbleiben. Präsident Roosevelt begab sich dann an Bord des Kreuzers „H o u st o n", um dem mehrtägigen Flottenmanöver an der südkalifornischen Küste beizuwohnen,' eine Parade über bie Flotte abzunehmen und anschließend die Rück - fahrtdurch den Panamakanal anzutreten. In Marinekreisen wird hierzu bemerkt, daß es bas erste Mal ist, daß ein Präsident der Vereinigten Staaten an einem großangelegten Flottenmanöver tetlnimmt. Minettssitzung in London. England bereitet sich vor für alle Fälle. London, 2. Okt. (DNB.) Das englische Kabinett befaßte sich am Mittwoch mit der Haltung, bie ber Vertreter Englands im Genfer Dreizehner-Ausschuß einnehmen soll, ber am Donnerstag Zusammentritt, um einen Bericht über bie Anwendung bes Artikels 15 im abessinischen Konflikt zu entwerfen. Vor ber Kabinettssitzung waren ber Außenminister Sir Samuel Hoare unb ber Kriegsmini st er Lorb Halifax vom König in Aubienz empfangen worb'en. Die Bevölkerung hatte sich in großen Scharen in ber Umgebung ber Downingstreet eingefunben unb barhit ihre lebhafte Anteilnahme am politischen Geschehen be« tunbet. In ber Sitzung erklärten sich bie Minister einmütig mit ber Vertretung ber britischen Politik in Genf durch Eben einverstanden. Man war einstimmig entschlossen, das Kollektivsystem, für das sich der Völkerbund einsetzt, aufrechtzuerhalten. Eden fährt ohne irgendwelche neue Anweisungen nach Genf zurück. Er wird am Donnerstagabend mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval Zusammentreffen. Nach Beendigung der Kabinettssitzung am Vormittag, die rund zwei Stunden dauerte, berief der Ministerpräsident für den Nachmittag eine weitere Sitzung seiner engeren Kabinettskollegen ein, deren Ressorts hauptsächlich mit dem abessinischen Streitfall und den sich aus ihm ergebenden möglichen Weiterungen befaßt sind. An dieser Sitzung nahm außer dem Schatzkanzler, dem Außenminister, dem Handelsminister und dem Kolonialminister auch die Chefs der drei Wehrministerien teil. Von Nichtmitgliedern des Kabinetts waren der Erste Seelord Sir Emle Chatfield unb ber ständige Unterftaatsfefre- tär im Foreign Office Sir Robert San« f i tta r t anwesend. Heber das Ergebnis verlautet, daß die Regierung die weitere Entwickelung in Genf abzuwarten wünscht. Die Mitglieder ber Regierung finb aufgefordert worben, sich für bie Einberufung einer etwa notwendig werdenden Sondersitzung bereitzuhalten. Die für bie ßanbesoerteibigung verantwortlichen Stellen haben Vollmacht erhalten, im Benehmen mit bem Ministerpräsidenten diejenigen Maßnahmen zu treffen, bie bie Umftänbe erfordern. Abessinien meldet in Genf erneute Grenzverletzung italienischer Truppen. Genf, 2. Okt. (DNB.) Dem Generalsekretär des Völkerbundes ist folgendes Telegramm des Kaisers von Abessinien zugegangen: Teilen Ihnen zwecks Bekanntgabe an den Rat und die Völkerbundsmit- glieder mit, daß italienische Truppen in der Gegend südlich des Berges Mouffa Ali in der Provinz Ausia die abessinische Grenze zwischen diesem Berg unb Französisch-Somaliland verletzt, sich auf abessinischem Gebiet f e st g e s e tz t ha- den und einen großangelegten Angriff vorbereiten. Die Nähe des Meeres in dieser Gegend und ber leichte Zugang zu ihm durch das Gebiet ber französischen Somaliküste ermöglichen es dem Völkerbund, entweder Beobachter zu entsenden, oder eine Bestätigung dieser Verletzung des abessinischen Hoheitsgebietes durch die Regierung der französischen Somali- k ü st e zu erlangen. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat sich nach Eingang des Telegramms mit dem Vorsitzenden des Dreizehner-Ausschusses, Madariaga, dem Ratspräsidenten G u i n a z u und dem Präsi- deuten der Völkerbundsversammlung, Dr. Bett e s ch , in Verbindung gesetzt. Andere Maßnahmen als der bereits vorgesehene Zusammentritt des Dreizehner-Ausschusses am Donnerstagvormittag sind nicht angefünbigt. Es wirb erwartet, baß der Bericht an den Völkerbundsrat nur eine Formsache bleiben unb sich bas Hauptinteresse auf bie Frage etwaiger Vorbeugungsmaßnahmen richten wirb. Man hält es für wahrscheinlich, daß der englisch- Delegierte dieses Problem aufwerfen wird. Spricht sich ber Ausschuß für berartige Maßnahmen aus, so ist damit ber Sanktionsappa- rat praktisch in Bewegung gesetzt. Heute wird Abessiniens Mobil- machuna erwattet London, 2. Oft. (DNB.) Wie Reuter aus Adbis Abeba meldet, wird die allgemeine Mobilmachung der abessinischen Streitkräfte nach einer amtlichen Mitteiluna am Donners- tag um 11 Uyr angeordnet werden. Der abessinische Kronprinz trifft Vorbereitungen, um den italienischen Truppen, die beim Berg Mo u ff a 211 i auf abessinisches Gebiet einmarschiert sein sollen, entgegenzutreten. Der Kronprinz ist Oberbefehlshaber oer abessinischen Streitkräfte bei Dessye. Der Reuterbericht besagt weiter, baß bie italienische Gesandtschaft ihre Archive zum Bahnhof sende und ihre Schriftstücke und Papiere im Garten der Gesandtschaft verbrenne. Die abessinische Kaiserin sei nach Dessye abgereist. Rom ettlätt: „Lediglich gewisse italienische Lrrchperr- bewegungen." Rom, 2. Oft. (DNB.) An zuständiger italienischer Stelle wird entschieden in Abrede gestellt, baß bie Feinbfeligfeiten zwischen Italien und Abessinien bereits eröffnet wor. Großer Abend der Reichskulturkanirner im SauHeffen-Aaffau am r. November Samstag, den 2. November, findet der erste Große Abend der Reichskulturkammer im Opernhaus in Frankfurt a. M. statt. Das Programm wird eine Art Leistungsschau der verschiedenen in der Reichskulturkammer organisierten Künstler darstellen. Der gesamte Reingewinn wird zur Förderung besonders talentierter Künstler der einzelnen Kammern verwandt werden. Heber den Abend erfolgen weitere Veröffent- lichungen in ber Presse. Mitglieder der sieben Einzelkammern der Reichskulturkammer können in den Büros ihrer Landesleitung Karlen zu fünf und drei Reichsmark erhalten und zwar: die Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste: Frankfurt a. M.. Buchgasse 11; die Mitglieder der Reichsmusikkammer bei der Landesstelle in Darmstadt, Mackensen- strahe 21, sowie im Büro der Ortsmusikerschast in Frankfurt a. M., Große Gallusskraße 17; die Mitglieder der Reichsfilmkammer im Büro des Landesverbandes Hessen-Nassau im Reichsverband Deutscher Filmtheater L. V„ Frankfurt a. M.» Kaiserstrahe 60; die Mitglieder der Reichsschriftlumskam- mer im Büro des Stellvertretenden Landesleiters Dr. Meridies, Frankfurt a. M., Reichssender. Eschersheimer Landstraße 31/33. den seien. Ein Sprecher des italienischen Außen^ mtnifteriums weist ausdrücklich darauf hin, daß lediglich gewisse italienische Truppenbewegungen ftattgefunben haben, um bessere Der- teidigungsstellen einzunehmen. Diese Truppenbewegungen werben mit ber aggressiven und herausfordernden Haltung der Abessinier begründet. Die Abessinier hätten sich nicht, wie sie in Genf glauben zu machen suchen, 30 Kilometer von der Grenze zurückgezogen. Die italienischen Vorposten können an vielen Stellen in nächster Nähe abessinische Soldaten sehen. Weiter wirb entschieben in Abrede gestellt, baß Zusammenstöße mit abessinischen Truppen erfolgt finb. Italien sichert rein defensive Haltung im Mittelmeer zu. Bei finanziellen oder wirtschaftlichen Sanktionen. Paris, 3. Oft. (DNB. Funfspruch.) Minister- präsibent Laval hatte am Mittwochnachmittag mit dem italienischen Botschafter eine Unterrebung, in ber Cerruti erneut versichert haben soll, bie italienische Regierung denke keinesfalls bar» an, offensive Schritte in Europa zu unternehmen. Im Mittelmeer gebenfe sie sich streng befensiv zu verhalten, sie werbe nichts unterne hm e n , wenn bie etwa gegen Italien ergriffenen Sühnemaßnahmen sich auf bas wirtschaftliche unb finanzielle Gebiet beschränken. In Paris verlautet, baß bie englische unb bie französische Völkerbunbsaborbnung sich in Genf bereits über bie Sühnemaßnahmen unb ihre Staffelung ins Benehmen gesetzt hätten. Sie könnten beispielsweise in Form von Krebitverwei- gerungen beginnen, bann könnte bas Der- 6ot ber Rohstoff-Lieferungen folgen. Mussolini bürste von bem ins Auge gefaßten Me- chanismus unterrichtet worben fein. Die englische Regierung habe wissen lassen, sie würde gegen Italien feine anderen Sühnemaßnahmen ergreifen als kolleftive. Das Scho der Mffolini-Rede in London. London, 3. Ott. (DNB. Funfspruch.) Heber me italienische Probemobilmachung und Mussolinis Rede schreibt „Times", man könne nur bedauern, daß so viel Energie nicht zu besseren Zwecken ver- wandt worden sei. Die Rede des Duce zeige von neuem, daß sich die ganze Unternehmung auf den großen Irrtum gründe, es gebe eine Verschwörung anderer Mächte, die Italien feine Gerechtigkeit zuteil werden lassen wollten. In seinem Aufruf an die Völker Frankreichs und Englands habe Musso- lini wiederum eine vollständige und vielleicht absichtliche Unfähigkeit gezeigt, bie Treue biefer Länder Zum Völkerbund und zu Völkerbundsgrundsätzen zu verstehen. Auch wenn der angebliche Einfall italie- nischer Truppen in Abessinien in einem Gebiet ohne feste Grenzen erfolgt sei, sei nach der Rede des Duce nicht mehr daran zu zweifeln, daß der Beginn der Feindseligkeiten nicht lange auf sich warten lassen werde. In diesem Falle würde ein formeller Bruch der Völkerbundssatzungen oorliegen und statt der Vorbereitung eines Berichtes werde der Völkerbundsrat Maßnahmen gegen den Angreifer vorbereiten. Der Duce habe es klargemacht, daß nur „militärische Sühnemaßnahmen" als Kriegshandlung betrachtet werden sollen. Diese Unterscheidung sei klug vom Standpunkt Italiens unb werde ganz Europa willkommen fein. DieSeestreittraste im Mittelmeer Paris, 2. Ott. (DNB.) Die Anfrage der englischen Regierung über eine etwaige Zusammenarbeit ber französischen unb ber englischen Flotte im Mittelmeer veranlaßt ben „Paris Mibi" zu einer Gegenüberstellung ber Seestreitkräfte Eng- lanbs, Frankreichs unb Italiens im Mittelmeer. Das Blatt kommt zu bem Schluß baß Frankreich ben Ausschlag geben dürste unb ben Ausgang eines etwaigen Seekrieges ent- scheibenb beeinflussen würbe, je n a ch b e m es sich auf bie Seite Englanbs ober Italiens fteHe. ®s stützt sich auf bie letzten Nachrichtey über englische Flottenbewegungen im Mittelmeer, "betont aber, daß es bei den fortwährenden Verschiebungen der englischen Flotte zwischen Gibraltar und Aden unmöglich fei, eine unbedingt genaue Uebersicht zu Am 1. Oktober sollen nach Ansicht des Blattes folgende Streitkräfte ber brei Mächte im Mittel- meer vorhanben gewesen fein: Schlachtkreuzer: Englanb 5, Frankreich 3, Qtai lien 3; Linienschiffe England 2, Frankreich 0. Italien O| reits an dem vorjährigen Staatsstreich vom 19. Mai 1934 beteiligt hatte. Die Verschwörer hatten den! verurteilt. Eng- Eng. Sofia, 2. Okt. (DNB.) Die Regierung hat den Ausnahmezustand über das ganze Land verhängt, nachdem ein Umsturzversuch ausgedeckt wor- den ist, zu dem bereits sämtliche Vorbereitungen getroffen waren. Der Umsturz ging von Anhängern des Sweno-Kreises aus, der sich be- Der Tod in den Bergen. DieLeiche des seit dem 19. September im Hohen Göll vermißten 40jährigen Postsekretärs Hermann Holtmann aus Bonn a. Rh. wurde jetzt an der Nordseite des Hohen Göll aufgefunden. Holtmann war auf dem Rückweg zum Purtschellerhaus sechzig Meter tief ab gestürzt und mit zertrümmertem Schädel tot liegen geblieben. Die Leiche wurde geborgen. lien 69. Gescheiterter Umsturzversuch in Bulgarien. Weltscheff, Georgieff und 27 Offiziere verhaftet. lien 0; Flugzeugmutterschiffe: England 0, Frankreich 1, Italien 1; Kreuzer von 10 000 Tonnen und darüber: England 1, Frankreich 6, Italien 7; Kreuzer von weniger als 10 000 Tonnen: land 11, Frankreich 1, Italien 18; Torpedobootszerstörer und Torpedoboote: land 29, Frankreich 33, Italien 88; Unterseeboote: England 8, Frankreich 50, Ita- Aus aller Welt. Der Organisator des geplanten Staatsstreiches,! der Referveoberst Weltscheff, konnte von benl Militärbehörden in dem Grenzdorf Sliwnitza ver- haftet werden, als er versuchte, sich nach Sofia zu begeben. Gegen Abend wurde auch der frühere Ministerpräsident Georgieff in Burgas am Schwarten Meer festgenommen. Auch 27 aktive Offiziere waren in die Verschwörung verwickelt, darunter ein Oberst und mehrere Oberstleutnants,^ sie sind verhaftet worden. Aus den Schriftstücken, die bei den Haussuchungen beschlagnahmt wurden, geht hervor, daß die Beschwörer Anschläge gegen das Leben des Königs, der Königin, der Mitglieder der Regierung sowie von etwa 40 Offizieren beabsichtigten. Im ganzen Lande herrscht vollkommene Ruhe. Die energischen Maßnah. men der Regierung finden überall den Beifall der Bevölkerung, die einmütig das geplante Verbrechen Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich sür Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange- für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der An- keinen Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35 : 9838. Druck undDerlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stern- druckerei R. Lange, K.-G-, sämtlich in Gießen. MonatsbugspreisRM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Nellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Mnzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., 3 mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Frau Goebbels, die Gattin des Reichs- ( Ministers Dr. Goebbels, wurde am Mittwochnach- , mittag von einem Sohn entbunden. i „Graf Zeppelin" wieder in Friedrichshafen• i „Graf Zeppelin" ist am Mittwoch um 21 Uhr von seiner 13. diesjährigen Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt Die Führung des Schiffes hatte Kapitän von S ch l l l e r Um 21.25 Uhr landete es glatt. Am 7. Oktober wird das Luftschiff seine nächste Fahrt nach Pernambuco antreten. Riesiger Schaden beim Warschauer Museumsbrand. Bei dem Brande des Warschauer Zoologischen Museums, dessen Sammlungen tm Laufe von rund 150 Jahren zufammengebracht wurden, sind etwa 60 000 Schaustucke und 30 000 zum Ausstopfen vorbereitete Vogelbalge vernichtet worden Insbesondere wurde die be^hmte Vogel- sammlung des Museums völlig vernichte^, die einen sehr hohen Wert darstellte. Die 50 000 Bande umfassende Bibliothek erlitt schwere Wasserschaden, konnte aber vor der Vernichtung gerettet werden. Das Feuer ist vermutlich durch Kurzschluß entstan' den und wurde, da in dem Museum niemand übernachtet, erst vom benachbarten Krankenhaus aus entdeckt. Ein wasier-Segelflugzeug auf dem Chiemsee. In der vergangenen Woche machte das Deutsche Forschungsinstitut für Segelflug unter Leitung des Professors Georgii und unter Anwesenheit des Konstrukteurs Jakobs interessante Versuche mit einem W a s s e r - S e g e l f l u g z e u g auf dem Chiemsee. Dieses eigenartige Flugzeug ist gebaut von dem bekannten Ingenieur Jakobs, dessen letzter Konstruktionstyp, der „Rhönsegler", erstaunliche Leistungen während des Rhönwettbewerbs vollbrachte und auch den Entfernungsweltrekord hielt. t«nächst wurde das Segelflugzeug, dessen Pilottn anna Reitsch war, von einem Motorboot geschleppt, um die Kufeneignung des Bootskörpers zu erproben. Das Segelflugzeug selbst, das sich auch beim Schleppen durch em Motorboot mehrmals aus d-m Waller erhob, bietet einen außerordentlich netten Anblick mit feinen geknickten Flügeln, ähnlich einem riesigen Wasservogel. Nachdem Ingenieur Jakobs noch einige Aenderungen an den Wasser aleitkufen durchgeführt haben wird, sollen demnächst mit Hilfe eines Wasser-Motorlugzeugesdie Versuche fortgesetzt werden. Der Zweck der Konstruktion ist, die über dem Meer zahlreich vor- Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während über Nordeuropa in großer Ausdehnung Luftdruckanstieg eingetreten ist, entwickelt sich unter Luftdruckfall der mit seinem Kern bei England liegende Wirbel auf das Festland. Nach viel- ach aufgeklärter und recht frischer Nacht haben am Donnerstag morgen unter Zufuhr feucht-milder Meeresluft vorerst Regensälle eingesetzt, die sich zunächst noch weiter verstärken werden. Späterhin kommen wir mehr und mehr in den Bereich kalter, ursprünglich arkttscher Lustmassen. Der Gesamt- charakter der Witterung bleibt zunächst unbeständig. Aussichten für Freitag: Zunächst bedeckt und zeitweise Regenfälle, später Auflockerung der Bewölkung, aber noch unbeständiges Wetter, über Westen nach Norden und Osten drehende Winde Tagestemperaturen um 12 Grad. Aussichten für Samstag: Zeitweilig auf- heiternd, aber immer noch unbeständig und Ab- ^Lufttemperaturen am 2. Oktober: mittags 15 Grad Celsius abends 9,1 Grad; am 3. Oktober: morgens 7.5 Grad Maximum 15,4 Grad, Minimum 5,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Oktober: abends 11,8 Grad; am 3. Oktober: morgens 9,8 Grad Celsius — Sonnenscheindauer 4,9 Stunden._______ Dr. Goebbels j zur „Woche des deutschen Buches-'. 1 Reichsminister D r. Goebbels erläßt zur 1 „Woche des deutschen Buches" folgenden Auf- 1 ruf: Die „Woche des deutschen Buches 1935" , wird den Blick des gesamten Volkes erneut auf eines feiner wichtigsten Kulturgüter lenken. Sie hat es sich zur besonderen Ausgabe gemacht, dem deutschen Arbeiter der Faust die Werte zu erschließen, die, aus Rasse und Scholle geboren, im deutschen Buch Ge- stultaeworden sind. Das gute Buch ist aus dem Volke gekommen; es dem Volke zurückzugeben, ist Pflicht aller, die am Aufbau der Volks- gemeinfchgft mithelfen. Darum ist jeder deutsche Volksgenosse aufgerufen, zu seinem Teil dazu beizutragen, daß das gute Buch wahrhaft äußerer und innerer Besitz des Volkes in allen seinen Schichten werde. Dr. Goebbels. Oie Freigabe der Tieichsautobahnstrecke Darmstadt—Heidelberg. LPD. Berlin, 2. Okt. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen gibt bekannt: „Die Oberste Bauleitung Frankfurt a. M. hat in angestrengter Arbeit — teilweise in Doppelschichtenbetrieb — die Bauarbeiten für die Teilstrecke Darmstadt — Mannheim — Heidelberg in den Sommermonaten sowett gefördert» daß schon am 23. Sept., am Jahrestag des ersten Spatenstichs, die Strecke für eine Dorbesichtigung befahrbar war. Inzwischen hat am 26. Sept, der Führer und Reichskanzler selbst den fertiggestellten Bauabschnitt eingehend besichtigt. Durch die Anerkennung des Führers hat die Derkehrsbereitschaft der Strecke ihre schönste Würdigung gefunden. Ich a e b e s i e daher ab Donnerstag, dem 3. Oktober, 11 Uhr, der deutschen Kraft fahrt frei. Damit übernimmt die Autobahn mit ihrer ersten zusammenhängenden Strecke von 85 Kilometer die Verbindung der beiden großen Wirtschaftsgebiete Rhein-Main und Rhein-Neckar. Tagung des gesamtdeutschen Martin-Luther-Bundes in Erlangen. In Erlangen hält im Rahmen des vom 13. bis 20. Oktober in Paris tagenden Lutherischen Welt- konvents der gesamtdeutsche Martin-Luther- Dun d seine 52. Haupttagung ab, bei der das neu- errichtete Auslands- und Diaspora-Theologenheim eingeweiht wird. Die Einweihung erfolgt in Gegen- wart hoher Staatsvertreter und Abgesandter des Luthertums der ganzen Welt. Für diese Tagungen sind u. a. Referate der Kirchenführer aus Südafrika, der Ukraine, Australien und Westpolen, die aus diesem Anlaß alle feierlich in den großen Martm- Luther-Bund ausgenommen werden, vorgesehen. Frau Goebbels von einem Sohn entbunden. handenen Wolkenstrahen dem Segelflug nutzbar zu! machen, wozu eine besonders schwimmfähige Segel-! maschine erforderlich ist. Die eigenartigen Versuche I dürften die ersten sein, die überhaupt bisher oon | einem Wasser-Segelflugzeug unternommen mürben. | Chinesische Fluhboote von Banditen überfallen. —I Mehr als hundert Menschen getötet. In den Gewässern der südchinesischen Provinz I Kwangtung unternahmen Banditen Ueberfätte I auf zwei Flußboote. Hierbei fanden 110 Menschen I den To d. Der erste Ueberfall ereignete sich auf der! Strecke Swatau—Tschantschau. Dort überfielen die I Banditen ein planmäßig verkehrendes Motorboot, I chleppten es nach der Tfchaoan-Bucht und ver-1 enkten es. Zehn Passagiere kamen dabei in den I Fluten um. Bei dem zweiten Ueberfall hatten es I die Banditen auf ein zwischen Kanton und Schilung I verkehrendes Fluhboot abgesehen. Aus noch un-1 bekannter Ursache brach auf dem Schiff plötzlich I Feuer aus, und im gleichen Augenblick eröffneten I die Banditen vom Ufer her ein mörderisches Ma-1 schinengewehrfeuer, bei dem die gesamte Besatzung I und alle Fahrgäste, insgesamt 100 Menschen, g e • I tötet wurden. Der Mörder der Frau Farcasauu festgestellt. Der Mord an der Frau Farcas anu, deren I Leiche, wie bereits gemeldet, auf der Österreichischen I Strecke der Linie Bukarest—Paris aufgefunden I worden war, ist nunmehr aufgeklärt. Als Mörder I wurde ein rumänischer Staatsangehöriger namens | Trajan Teodorescu festgestellt, oer wegen I Eisenbabndiebstähle schon wiederholt mit den inter-1 nationalen Kriminalbehörden in Konflikt geraten war. Er hat sein Opfer offenbar ganz plötzlich angepackt und mit großer Wucht durch das Zugfenster geschleudert. Der Tod der Frau muß durch den Sturz auf den Bahndamm eingetreten sein. Dem Mörder gelang es, französischen Boden zu er» reichen. Kindesmörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Insterburg (Ostpreußen) verurteilte den wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagten Hans Bacher zum Tode und erkannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit ab. Die. Mitangeklagte Elisabeth I e r o s ch k a t wurde unter Zubilligung von § 51 zu fünf Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Die beiden ‘ Verurteilten hatten ihr Kind Haus Eberhard i Jeroschkat mit Opium vergiftet. Starker Schneefall im Allgäu. 1 Während es im Tal bei starkem Temperaturrück- 1 gang 24 Stunden lang regnete, fiel in den Allgäuer ' Bergen in der letzten Nacht Schnee. Der Schnee ' reicht bis über die Waldgrenze herab. Alle Berg- : gipfel glänzen im Winterfchnee. Flugzeugträger: England 2, Frankreich 1, Ita- Staat sfeiertag am 3. Oktober zur Verwirklichung ihrer Pläne, die u. a. auch auf eine B e • feitigung des Staatsoberhauptes hin- zielten, ausersehen, um die Tatsache, daß die ganze Garnison der Hauptstadt vor dem König aufmarschiert war, zunutze zu machen, da sie darin eine Schwächung Der Widerstandskraft der Staatsexeku- tive erblickten. Mm Name Senden Sie mir kostenlos und portofrei ein Exemplar der ausführlichen Darstellung des Fermentationsprozesses. Wie die kleinen pflanzlichen Lebewesen - die Fermente - zur Veredelung des Tabaks führen, ist in dem illustrierten Büchlein über die Fermentation beschrieben, das wir allen Interessenten zusenden. An die Firma H.F.A Ph.F. Reemtsma, Altona-Bahrenfeld Postfach 21 fcn-wbei 'n *Hw .6111 reu.« MWo*» kergeiUM Ow ong«-eh"*c>> rerw »6 UxVfl Wu'1 l •leujkhe late*, ntmtavviui*». KM fl' —d Oe dgerene. Muii«- «ee«eie» »e»lefe«e •'To6 - W V I ■ BL I - Wlrbitten, diesen Abschnitt ausgefüllt als Drucksache einzusenden. (Porto 3 Pfg.) Wohnort Straße Für die zahlreichen herzlichen Glückwünsche und Ehrungen, die wir bei unserer silbernen Hochzeitsfeier erhielten, sagen wir hierdurch allen herzlichen Dank. Familie Karl Zftau. Gießen, den 3. Oktober 1935. 04206 Oktobevßeft verbunden mitSrntedanksest ab beute bis Samstag, 5. Okt., im Spezialität: Rostbratwürste. Kapelle Daubertshäuser. Feinste Fischfilets O Forellenstör G Heilbutt, Schollen, Limandes Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 Telefon 2417 5642 D Wir haben alle Handwerker vervslichtet, auf die schleunige Begleichung ihrer ausstehenden Forderungen zu drängen! Reichsstand des Deutschen Handwerks. Handwerkskammer Kreishandwerkerschaft Darmstadt. 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Hilfsbereite Hände aus Mitgliederkreisen hatten die Sckau in geradezu mustergültiger Weise aufgebaut, so daß das Ausstellungsgut trefflich zur Wirkung kam. lieber dem Mitteltisch hing eine mächtige Erntekrone, deren Fruchtbehang sich in farbiger Beleuchtung ausgezeichnet ausnahm. Den Glanzpunkt der Ausstellung bildete die geschmackvolle Herrichtung der Bühne. Zimmerlinden, Begonien, Korallenbäume, Koniferen und Blütenpflanzen umstanden das Bild des Führers, vor dem von Schülerhand (Kümmel) eine Springbrunnenanlage ihren silbrigglitzernden Wasserstrahl aufwarf und dann in eine Steingrotte mit Felsenpflanzen verschiedenster Art überging. Jeder der 44 Aussteller der Dereinsmitglieder hatte sein Bestes zum Gelingen der Schau getan, so daß die Wertung der Stände durch die Kommissionsmitglieder, Kreisobstbauinspektor K i l p (Wetzlar), Rektor Petry (Dorsitzenber des Obst- und Garten- bauvereins Wetzlar), Wilhelm Steinbach (Wetzlar), H. Henkelmann (Vorsitzender des Obst- unü Gartenbauoereins Aßlar) und Hauptlehrer Wagner (Wißmar), keine leichte Arbeit darstellte. Nach folgenden Gesichtspunkten wurde die Wertung vorgenommen: Güte des Ausstellungsgutes, Menge, Aufmachung, Benennung und Gesamteindruck. Die Höchstpunktzahl betrug 25. Die Eröffnung der Schau fand im benachbarten Saale von B i t t e n d o r f statt. Es hatten sich 350 bis 400 Volksgenossen eingefunden. Der Vorsitzende des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins, T h ä r n e r, begrüßte die stattliche Versammlung und gab einen Rückblick über die Tätigkeit des Vereins. Er wurde im Januar 1933 mit 13 Mitgliedern gegründet und zählt nach Durchführung der Werbewoche in der Mitte dieses Monats, die allein einen Zuwachs von 40 neuen Mitgliedern erbrachte, insgesamt 208 Dereinsmitglieder. Er zeichnete im Weiteren die geleistete Arbeit auf (Anschaffung einer Rückenspritze, Beschaffung von Wühlmausfallen) und legte das Arbeitsprogramm in der nahen Zukunft vor, wonach eine neuzeitliche Obstdarre und ein Mostgerät vereinsseitig anaeschafft werden soll, um die Wirtschaftlichkeit Des heimischen Obstbaues zu heben und in Zeiten guter Obsternten Dauerware für knappe Jahre zu schaffen. Weiterhin ist die Anlage eines Versuchs- und Musterobstgartens geplant. In Verfolg dieses Zieles soll an die Gemeindeverwaltung um Ueberlassung eines geeigneten Stück Landes herangetreten werden. Nach herzlichen Worten der Begrüßung und Beglückwünschung durch Stabsleiter Dr. F i sch e r vom Reichsnährstand Frankfurt a. M. ergriff Kreisobst- bauinspektor Kilp (Wetzlar) das Wort zu seinem Dortrage: Die Anpflanzung der Obstbäume. Er führte u. a. qüs, daß das Setzen der Bäume die wichtigste Arbeit in der Kultur der Obstbäume sei und gab dabei Anweisung über die Vorbereitungen, die Zeit des Pflanzens, den Schnitt, die Pflanzweite, die Sortenwahl in Beziehung zu den Boden- oerhältniffen, die Reservedüngung mit Kalk, Kali, Stickstoff und Superphosphat und wies auf die neueingeführte Markenetikette des Reichsnährstandes hin, die wirkliche Qualitätsware an Jungbäumen garantiere. Herr Engels (Wetzlar) führte in feinem Lichtbildervortrag „Eine heitere Reife durch das Thüringer Land" die Versammlung in. ein herrliches Stück deutscher Erde und brachte auch noch eigene Aufnahmen einer KdF.-Fahrt nach Schwetzingen. Reicher Beifall lohnte die Schilderungen. Zur Ausgestaltung des Abends trug auch noch der hiesige Mandolinenklub bei, der mit mehreren einwandfrei vorgetragenen Musikstücken aufwartete. Die Dankesworte des Vorsitzenden Thörner endigten mit dem Gedenken unseres Führers und Reichskanzlers mit einem dreifachen Siegheil und dem Gesang der beiden Nationallieder. Vas Werlungsergebnls. Mit sehr gut wurden ausgezeichnet Ldw. Stroh, Heinrich Wagner, Wilh. Wagner, Gottfried Speier, Georg Thörner, Georg Wagner und die Schule Wiß- mar, deren Bastelarbeiten (Einfamilienhaus mit Gartenanlage, Erntekranz und Gartenhütte) viel bewundert wurden und von dem lebensnahen Unterricht der Schule zeuge. Mit der Auszeichnung g u t wurden bedacht Ludwig Best, Heinr. Mülich, Ludw. Forbach, Wilhelm Klar, Karl Wagner, Ehr. Fönges, Rich. Baumbach, Wilh. Mandler, Ludw. Ufer, Friedr. Stroh, Heinr. Speier, Friedr. Rau, Hermann Speier, Ed. Bechtold, Friedrich Speier, Georg Klinke!, Hch. Mandler, Robert Wagner, Heinr. Kümmel, Heinr. Will, Wilhelm Bepperling, Ludw. Mülich, Wilh. Bittendorf, Wilh. Kraft, Heinr. Mandler (Krofdorfer Straße), Karl Kraft, Hermann Ulrich, Wilh. Zick, Wilh. Kraft und Louis Schieferstein. Heimische, Wetzlarer und Gießener Firmen zeigten Gartengerätschaften, Sämerei- und Schädlingsbekämpfungs-Werkzeuge und -mittel auf. Eine Verlosung von Haushaltsgerätschaften, Obst, Topfpflanzen und Baumpflege-Werkzeugen half die Vereins- Unkosten decken. Der Obst- und Gartenbauverein Wißmar kann mit Stolz auf die heurige Schau zurückblicken, die als ein bedeutender Höhepunkt seiner Vereinstätigkeit gewertet werden muß. Nach einem arbeitsreichen Leben wurde gestern unser verehrter Senior-Chef W eifibindermeister Herr Emst Dinslage nach kurzer Krankheit in die Ewigkeit abberufen. Gießen, den 2. Oktober 1935. 5646 D Wir betrauern das Ableben unseres Bundesbruders / 5647 D Die Gießener Burschenschaft Frankonia Der Bundesleiter: Fischer. 5641 D Großen-Buseck, Wiesede, Lollar, den 1. Oktober 1935. Herr Karl Hannawacker aus Gießen. 5633 D Herrn Heinrich Junker, Lehrer i.R, 5640 D Lieh, den 2. Oktober 1935. 5635 D Gießen, den 2. Oktober 1935. 5631 D Die Beerdigung findet Freitag, den 4. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus, Wieseck, Kirch Straße 39, aus statt Die Beerdigung findet Freitag, den 4. Oktober, nachmittags 3 Uhr statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Heute morgen entschlief sanft nach langem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater und Schwiegervater Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, unvergeßlichen Mann, unseren guten, treusorgenden Vater und Großvater, Sohn, Bruder und Schwager gestorben am 29 September 1935 zu Betzdorf (Sieg) im Alter von 82 Jahren. Wir haben ihn in langjähriger Tätigkeit und Zusammenarbeit als einen tüchtigen, unermüdlichen Mitarbeiter und guten Kameraden kennen gelernt und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden plötzlich abzurufen. Wir verlieren in ihm einen allezeit wohlwollenden und gerechten Vorgesetzten, der uns durch seine unermüdliche Tätigkeit stets ein leuchtendes Vorbild gewesen ist. Wir werden ihm jederzeit ein ehrendes Angedenken bewahren. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene innige Teilnahme sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Meta Junker, geb. Bechthold. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Louise Wagner, geb. Schäfer Frieda Weinern, geb. Wagner Friedrich Weinern. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 5. Oktober, vormittags 11.30 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Geh. Hof rat Prof. Dr. Herman Haupt (glz. Arminia Würzburg, Germania Gießen, Saxonia Hann.-Münden) Direktor der Universitätsbibliothek LR. Ehrensenator der Universität Gießen Inhaber des Ehrenbandes der Deutschen Burschenschaft Gießen, den 2. Oktober 1935. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma POPPE halten, sondern riß sich wahrend des schnellsten rener Züricher, ist aus den Lehrstuhl der Phbsio- Reitens die Kleider vom Oberkörper und kam logie an der Universität Bern berufen worden, halbnackt nach Hanse. Gießener Giadiiheaier. Paul Vulpius und R. A. Roberts ‘ „Hau—ruck!" Diese Geschichte, um es vorweg zu sagen, würde heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich fein, denn das Problem der Arbeitsbeschaffung, darum handelt es sich, wird heute auf andere und bessere Weise gelost. Es ist aber noch gar nicht jo lange her, da hätte dergleichen, wenn auch vielleicht nicht genau so in allen Einzelheiten und nicht mit allen Konsequenzen, passieren können. Unter diesen Voraussetzungen kann man sich die Sache, die ja allerdings einen sehr ernsten Kern hat, auch m Form eines unverbindlichen Lustspiels einmal an- fehen und sich daran ergötzen, wie das die Leute gestern abend im Theater getan haben. -i- Das ist also die Geschichte von dem Mann, der sich die Arbeit geflaut hat, weisi er sonst kerne bekommen konnte; ein radikaler, überdies gewitzter und recht tüchtiger Selbstversorger; em Helles Köpfchen. Das geht so vor sich: der beschäftigungslose Zeitgenosse sieht eines Tages auf der Straße einen Umzug vor sich gehen, er sieht die Modelmanner die schwersten Stücke mit dem befeuernden Zuruf „Hau-ruck!" auf die Schulter schwingen und davonschleppen. Das gefällt ihm gut, dem Zeitgenossen, er zieht seinen Rock aus, sagt auch „$)au=ru . , packt zu, schleppt mit und bekommt zum Schluß eine Mark vom Trinkgeld geschenkt. * Der Ruf „Hau-ruck!" hat Zauberkräfte, denkt sich der Mann, man muß ihn nur rrchtig anwenden, nämlich auf dem Gebiet, wo man fettft 3UJjau|e ist. Er geht also in em großes Bankhaus, wo em alter Bekannter von ihm als Hemer ©etretar angestellt ist, macht einen Schreibtisch frei, etzt sich hin und beginnt eine angeregte Tätigkeit. Wir möchten ja die Bank sehen, wo sich em wildfremder Herr plötzlich ohne Anstellungsvertrag, Personalbogen und übrigens auch ohne Gehalt an den ersten besten leeren Platz setzt und anfangt Briefe zu diktieren, als ob er schon, seit Jahren iw Bau wäre — aber wenn man sich erst mal mit der Lus spiel idee befreundet hat, dann ist es immerhin amufant zu betrachten, wie sich das anfpmnt und wie weitergeht. * der Bank mehr als dunkel erinnern kann. Der Zeitgenosse Dr. Wiesinger hat diese Sache zufällig aus einem aufs Geratewohl aufgeschlagenen alten Briefordner herausgepickt und rüstig zu neuem Leben erweckt. Hübsch ist auch, rnitanzujehen, wie der begabte Doktor sich in sein neues Ressort einführt — als alten Bekannten, dessen Existenz im Handumdrehen jedermann, vom Bürodiener über die Sekretärin bis zum Generaldirektor, geläufig und sogar willkommen ist. Kein Mensch weiß nämlich m der verzwickten „Angelegenheit" Bescheid, aber alle tun so, als ob sie es wüßten, und sind mächtig froh, daß sie einen da haben, der wirklich mit der Materie vertraut zu sein scheint. Diktiert ol(o einen Brief und denkt, aus dem nun folgenden Briefwechsel wird.fch^n»^-twa- heü»'mi?der^diefer°B7ieNich befaßt, m g°r keine ünd lmmir mit einem etwas ernsthaften öb« bo» nnad,benUid,en Unterton, ber ja dem Ein- Brahms. Kreisleitung Gießen der NSDAP.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. Gchöffenqer t Gießen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit dem Arthur R u s k e und verurteilte ihn wegen widernatürlicher Unzucht zu feiner G e • fängnisstrafe von einem Jahr zwei Monaten und in die Kosten des Verfahrens. Wegen Beleidigung im Sinne der Paragraphen 185, 47 StGB, wurden der H. R. und der H. W. Z. aus Ostheim zu je 70 RM. Geldstrafe verurteilt, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit einem Tag Gefängnis für je 5 RM. zu verbüßen ist. R. schrieb am 23. April einen Brief, in dem er behauptete, der Polizeidiener Schäfer aus Heldenbergen habe in der Nacht zum 23. April einen Arbeiter mißhandelt. In einem weiteren Brief warfen beide Angeklagte dem Polizeidiener Freiheitsberaubung, Sachbeschädigung usw. vor. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Behauptungen vollkommen unwahr waren. Der S). S). aus Michelbach und der K. St. aus Dresden wurden zu je 150 R M. Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten mißhandelten am 20. Februar in einer Wirtschaft in Schlitz einen Mann, indem H. ihm ein Bierglas auf den Kopf schlug und der andere ihn mit den Fäusten bearbeitete, so daß sich der Verletzte in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der Erntedanktag i 935 wird das er« neute Bekenntnis der deutschen Volksgemeinschaft zu Adolf Hitler und seiner Idee sein. der lange Winter kommt, sind es willkommene Spielsachen für große und kleine Kinder. Die alten Kastanienbäume scheinen tot zu sein. Aber inwendig in ihnen pulst und schwillt es. An jeder Stelle, an der ein Blatt vom Baum fiel, sitzt schon die neue Knospe für das kommende Jahr. Die Bäume stehen und warten, schlummern ein wenig, lassen sich vom kalten Sturmwind umtosen, aber tief innen fühlen sie, daß sie leben, daß sie wieder Früchte bringen werden, wenn ihre Zeit da ist. Z. GA.-Gruppenführer pgprinzAugustWilhelm vonpreußen spricht in Gießen in der Volkshalle, am Mittwoch, 9. Oktober, 20 llhr. Dec Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt am Mittwoch, 2. Oktober, ab 14 llhr. Vorverkaufsfkellen in Gießen: Kreisleitung Gießen der NSDAP., Ludwigstraße. Kreiswaltung der DAA^ Schanzenstraße. Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Mitte, kaplansgasse. Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Nord, Dalltorstrahe. 3m Bereich der Ortsgruppen Gießen-Süd und -Ost durch die zuständigen Vlockleiter. Die Gliederungen werden gebeten, Karten aus der Kreisleitung abzuholen. Eintritt: 0,20 RM. Rundfunkprogramm Freitag, 4. Oktober. 6 Uhr: Choral, Moraenspruch — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Funkwerbung und Nachrichten. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10.15: Schulfunk. 10.45: Prak- tische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bau- ernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten, Wetterbericht der Reichswetter- dienstftellen Frankfurt und Aachen. 14.15: Mitten im Werktag. Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15: Nachrichten. 15.15: Stunde der Frau. Willkommen und Abschied. Eine Funkfolge. 16: Kleines Konzert. 16.30: Kampf um das Reich. Glaubensspaltung und Gegenreformation. 16.45: John Gläser singt. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jugendfunk. Jochen findet zur Gemeinschaft. Hörfolge von Walter Uhl. 18.45: Das Leben spricht! 19: Militärkonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. „Die Rose vom Liebesgarten". 1. Akt der romantischen Oper. 21.15: Heitere Kurzhörspiele. 22: Nachrichten, auch aus dem Sende- bezirk. 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: Unter- Haltungskonzert. 23.30: Bild eines Flußlaufes. 24 gönnen. Da der Bedarf an diesen Wohnungen dringend ist, sollen die Bauarbeiten mit Beschleunigung durchgeführt werden. ** Eine Betriebsfahrt ins Blaus der Stempelfabrik Kreuter. Man berichtet uns: Am Samstag unternahm die Gefola- schäft der Fa. Gießener Stempel- und Farbenfabrik Joseph Kreuter eine Fahrt ins Blaue. Nach einem kurzen Appell des Betriebsführers ging die Fahrt dem ersten Ziele, Bad-Nauheim, zu. Nach einem Bummel durch die herrlichen Parkanlagen wurde Vie Reife fortgesetzt und führte zunächst nach Bad Homburg. Im Anschluß an eine tune Besichtigung ging die Fahrt weiter zur Saal- bura; großes Interesse fand dort das Römerkastell, das einer eingehenden Besichtigung unterzogen wurde. Bei herrlichem Sonnenschein traf man auf der Weiterfahrt in Usingen ein; dort erwartete alle Teilnehmer ein kräftiges Mittagsmahl. Nach der Rede des Betriebsführers, in der er den Wert solcher Gemeinschaftsfahrten hervorhob und den Führer ehrte, schlossen sich unterhaltsame Stunden bei Gesang und Tanz an. Am Spätnachmittag wurde die Fahrt fortgesetzt durch das herrliche Ufa» tal nach Butzbach, wo nochmals eine Rast bei Kaffee und Kuchen gemacht wurde, die die Gefolgschaft in froher Stimmung bis gegen 20 Uhr zusammenhielt. Ein Abschiedswort des Betriebsführers und der Dank des Vertrauensrates ließen den herrlichen Tag ausklingen, der allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben und ihnen Kraft durch Freude vermitteln wird. ** Unfall bei der Arbeit. Beim Steineabladen an dem Neubau in der Neuen Bäue fiel gestern nachmittag einem Arbeiter ein Backstein so unglücklich auf den Kopf, daß der bedauernswerte Mann erhebliche Verletzungen davontrug. Nach erster Hilfeleistung durch die Sanitätskolonne wurde der Verunglückte mit dem Sanitätsauto nach der Chirurgischen Klinik verbrämt. Müller, Wwe., 81 Jahre alt, Walltorstraße 63; 30. Marie Fischer, geb. Pfeffer, Schneiderin, 73 Jahre alt, Asterweg 9. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Strahenbauarbeiten wird dieLicher Straße zwischen den Straßen „An der Kaserne" und „Am Kugelberg" für die Zeit vom 2. bis 6. Oktober für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Umleitung erfolgt durch Georg-Philipp-Gail-Strahe- Kaiserallee-Am Kugelberg. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Die Bautätigkeit im Schwarzlach- aebiet. In der Schwarzlachstrahe, zwischen Weser- straße und Schottstraße, werden jetzt die Wasserleitungsrohre für die Wasserversorgung der im Rohbau fertiggestellten Wohnungsbauten verlegt. Oestlich der Schottstraße, im Zuge des Schwarzlachweges nach der Marburger Straße führend, hat man mit der Erbauung von Zweiblock-Kleinstwohnungen be- tennis, Kleinkaliberschießen) gibt das neue Sportprogramm Auskunft. Dasselbe ist auf^bem Sportamt, Schanzenstraße 18, erhältlich und^wird kostenlos ausgegeben. Gesund und frohdurch Leibesübun» gen mit „Kraft durch Freude"! An alle Sporlwerbewarke der Ortsgruppen und Betriebe! Das neue KdF.-Sportprogvamm für das Vierteljahr Oktober—Dezember ist von allen Sportwerbewarten auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, abzuholen und in den Ortsgruppen und Betrieben zur Verteilung zu bringen bis spätestens 5. Oktober. Die baulichen Veränderungen auf dem Hoherodskopf. Der Führer des Vogelsberger Höhen-Clubs, Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein), hat im Namen des Gesamtvorstandes des VHC. eine außerordentliche Hauptversammlung des VHC. auf Samstag, 26. Oktober, nach Gießen einberufen, in der die geplanten baulichen Veränderungen auf dem Hoherodskopf auf der Tagesordnung stehen. In dieser außerordentlichen Tagung soll bekanntlich die Entscheidung darüber getroffen werden, ob der VHC. auf dem Hoherodskopf ein völlig neues Klubhaus mit neuzeitlichen Einrichtungen schaffen soll oder nicht, bzw. wie die jetzigen Klubhäuser verwandt werden sollen. * ** Dienstjubiläum bei der Reichs- bank. Am 2. Oktober konnte der zweite Vorstandsbeamte der hiesigen Reichsbankstelle, Direktor bei der Reichsbank, R e h b o ck, auf eine 40jährige Tätigkeit im Dienste des Staates zurückblicken. Aus diesem Anlaß ging dem Jubilar ein Dank- und AnErntedank! Jahrtausende alt ist das Bauerntum. Und nicht minder alt der Brauch des Erntedankfestes in deut- schen Landen. Nur einmal im Jahr erntet der Landmann seiner Mühe Lohn. Dabei ist in keinem anderen Beruf der Erfolg der Arbeit so sehr von höheren Gewalten abhängig, wie in der Landwirtschaft. Mag der Bauer alles noch so wohl bestellt haben — wenn nicht ein gütiges Geschick über seiner Arbeit ruht und seinen Saaten Regen und Sonne im richtigen Maß spendet, ihn vor Unwetter und Schaden be- wahrt, so ist alles umsonst. „An Gottes Segen ist alles gelegen" — darin liegt der tiefe Sinn der alten Bräuche, daß der Bauer feinem Schöpfer dankt, wenn er feine Ernte glücklich eingebracht hat. Erntedank und Erntefest gehören zusammen und mußten wieder Gemeingut in unserem Volksleben werden. Der schöne alte Brauch wird sehr verschieden in den einzelnen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes gefeiert. Aber gemeinsam die Arbeit, gemeinsam die Freude, so wird es gehalten seit Urväter Zeiten in deutschen Bauernfamilien. Mit Stolz wird das letzte Fuder auf den Hof gefahren. Die Pferde sind mit Blumen und bunten Bändern ge- ichmückt und oben auf dem schwankenden Wagen itzen die fröhlichen Mägde mit der Erntekrone oder •em großen Erntekranz. Mit einem Erntespruch an die Familie überreicht die Großmagd oder der Großknecht den Erntekranz. Inzwischen sind auf der blankgefegten Tenne ober gar im Freien Tische und Bänke aufgeschlagen war- den und beim fröhlichen Erntebier sind Arbeit und Mühe rasch vergessen, vergessen die Sonnenglut und der Hände brennende Schwielen. Am Sonntag aber rufen die Glocken zum Erntedank. Festlich ziehen die Dorfbewohner zur Kirche, die zur Feier des Tages mit den Früchten des Feldes geschmückt ist. Alle finden sich zusammen, dem Herrgott zu danken. Und — wie der Bauer Erntedank feiert, so auch der Städter, denn am Erntedankfest kommt uns die Wahrheit des Wortes „Stadt und Land, Hand in Hand" mehr als je zum Bewußtsein. In diesem Sinn richten sich aller Augen nach dem Bückeberg, wo der deutsche Bauer ini Mittelpunkt der großen, nationalen Erntedankfeier steht und wo ihm vom Führer und von der gesamten Nation die Ehre zuteil wird, die er durch seine Arbeit für das deutsche Volk, feine Selbstbehauptung und Freiheit, und seine rassische Forterhaltunch verdient! Ein freier, in Besitz und Existenz gesicherter Bauernstand kann heute wieder frohen Herzens das Erntedankfest feiern. Mit ihm aber feiert ein ganzes Volk, das erkannt hat, wie fein eigenes Wohl und Wehe untrennbar verbunden ist mit dem Sein oder Nichtsein des deutschen Bauern! Lehrgang für Modellbau und Segelfliegen in Aieder-Ofleiden. Die Landesregierung — Abteilung II — hat den Direktionen der höheren Knabenschulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und den Kreis- und Stadtschulämtern folgendes mitgeteilt: Dom 20. Oktober bis 16. November 1935 veranstaltet die hessische Landesregierung in Zusammenarbeit mit der Luftsport-Landesgruppe 11 Darmstadt einen Lehrgana für Modellbau und Segelfliegen für solche Lehrer, die bereits mit Erfolg an einer derartigen Ausbildung teilgenommen haben. Zu diesem Fortgeschrittenen-Lehrgang müssen die Meldungen bis spätestens 12. Oktober 1935 vor- liegen. Die Teilnahmegebühr beträgt bei freier Verpflegung und Unterkunft 10 Mark. Ein besonderes Einberufungsschreiben, das zur Lösung der Fahrkarte auf der Reichsbahn zum halben Preis berechtigt, geht den Teilnehmern zu. Der erforderliche Urlaub ist zu bewilligen, wenn keine Dertretungskosten entstehen und der Schul- betrieb keine untragbaren Störungen erfährt. Diese Voraussetzungen müssen bei den Einzelmeldungen vermerkt werden. Vogelschutz im Herbst. Man ist gewöhnt, schädliche Insekten in Wald, Feld und Garten mit Giftstoffen und Leimringen zu bekämpfen. Diel billiger und vorteilhafter ist es, ihrer Uebervermehrung durch Vogelschutz vorzubeu- gen. Die Biologische Reichsanstalt hat nachgewiesen, daß beispielsweise ein Meisenpaar mit seiner Nachkommenschaft im Laufe eines Jahres anderthalb' Zentner lebende Insekten vertilgt. Vogelschutz ist also keine müßige Spielerei, Vogelschutz ist eine . wirksame wirtschaftliche Maßnahme zur Schädlings- bekämpfung. Schon sind unsere Zugvögel in war- mere Lande verstrichen. Nur die winterharten Vögel beleben noch unsere Fluren, so die nützlichen Meisen. Sollen sie tm kommenden Jahr in unseren Gärten nisten, bann müssen wir jetzt schon Nistgeräte besorgen und aufhängen, daß sie im Winter Zuflucht nehmen können und sich daran gewöhnen. Aus Nisthöhlen, die im Sommer bewohnt waren, müssen wir das alte Genist entfernen. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß tiefer Schnee die Vögel ihrer natürlichen Nahrung berauot Kerbtierfressende Kleinvögel können aber höchstens einen Tag ohne Nahrung bleiben. Wir sind dann gezwungen, sie , zu füttern. Die Vorbereitungen dazu müssen jetzt ! schon getroffen werden. Man reinigt und füllt die Futtergeräte. Das Meisenfutterholz wird mit Hanf- famen und Rindertalg ausgegossen. Für die Singvögel sammelt man Beeren und Sonnenblumen- ! ferne, um sie im Winter getrocknet ausstreuen zu । können. Wie nützlich sind derartige Maßnahmen für | jeden Landwirt, wenn sie sachgemäß durchgeführt und wenn erprobte Geräte verwendet werden! Männer« und Krauenvereinigung der Matthäusgemeinde. Im Mattbäussaal des Gemeindehauses in der Kirchstraße fand am gestrigen Mittwochabend die Jahresversammluna der Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde unter Leitung des Vereinsführers I ö ck e l statt. Der Vereins- führer gab zunächst einen Ueberblicf über die Tätigkeit der Vereinsführung seit der vorigen Hauptversammlung, gedachte der verstorbenen Ge- meinbeglieber, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde, und wies sodann auf das Wirken des früheren Gemeindepfarrers Mahr und des seinerzeit in der Gemeinde wirkenden Pfarrver- walters Balz zum Wohle der Matthäusgemeinde hin. Hierauf begrüßte er den jetzigen Seelsorger der Matthäusgemeinde Propst Knodt, dessen eifriges Wirken und Streben für die Ziele der Matthäus- Vereinigung zum Wohle der Gemeinde er besonders hervorhob. Der Rechenschaftsbericht des Vereinsführers wurde von der Versammlung zustimmend und mit Dank zur Kenntnis genommen. Anschließend folgte die Rechnungsablage. Die Rechnung der Männer- und Frauenvereinigung für 1934 schließt in Einnahme mit 1261,50 Mark, in Ausgabe mit 1235,88 Mark, also mit einem Ueberschuß von 25,62 Mark ab. Die Rechnung der Sterbekasse für das Jahr 1934 verzeichnet als Endsumme der Einnahmen und Ausgaben den Betrag von 1457,90 Mark, wobei zu bemerken ist, daß die Ausgabe einen Betrag von 457 Mark als Zuweisung an die Kapitalreserve einschließlich der kapitalisierten Zinsen enthält. Das Kapitalvermögen der Sterbekasse belief sich nach dem Stande von Ende Dezember 1934 auf 10 838,04 Mark. Da die Zinsen des Kapitals seither nicht in Anspruch genommen wurden, hat sich der Ver- möaensoorrat bis zum heutigen Tage weiterhin verstärkt; es ist nun beabsichtigt, die Kapitalisierung der Zinsen vvrzunehmen. Dem Vereinsrechner Kirchner wurde auf Antrag der Rechnungsprüfer, die beide Rechnungen in bester Ordnung oorfanden, einstimmig Entlastung erteilt. Der Beitraa zur Sterbekaffe soll nach einstimmigem Beschluß der Versammlung in der bisherigen Höhe von 1,20 Mark jährlich pro Person weiter erhoben werden. Das bisher gezahlte Sterbegeld von 50 Mark wird ebenfalls vewehalten und kann nach der mittlerweile abgeschlossenen Neuordnung der ganzen Finanzwirtschaft der Sterbekasse in der Höhe von 50 Mark für alle Mitglieder der Kasse als unbedingt gesichert angesehen werden. Mit dieser klaren und eindeutigen Feststellung des Vereinsführers werden einwandfrei die unzutreffenden Behauptungen widerlegt, die hinsichtlich des Sterbegeldes in der letzten Zeit hier und da laut geworden waren. Die Voranschläge für 1935 wurden einstimmig wie folgt gutgeheißen: für die Männer- und Frauenoereinigung in Einnahme und Ausgabe mit je 1100 Mark, für die S t e r b e k a s s e in Einnahme und Ausgabe mit je 862 Mark. Als Rechnungsprüfer für das neue Geschäftsjahr wurden die Mitglieder Schüllermann und Bender einstimmig wiedergewählt. Am Schluffe der Versammlung wies der Gemeindepfarrer, Propst Knodt, dankbar und an- erkennend auf die Unterstützung von hilfsbedürftigen Konfirmanden durch die Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde, ebenso auf die übrige stete Fürsorgebereitschaft der Vereinigung für charitative Zwecke hin, ferner dankte er dem Dereinssührer Jäckel für die opferfreudige und tatfrohe Führung der Vereinigung, und ermahnte schließlich, die Männer- und Frauenvereinigung stets als lebendiges Gewissen der Gemeinde, als ein Stück guter Werbearbeit für unsere evangelische Kirche anzusehen und wirken zu lassen. Dereinssührer I ö ck e l machte noch einige kurze Mitteilungen im Hinblick auf die nächstjährige Hauptversammlung, ermahnte die Mitglieder der Vereinigung zu festem Zusammenstehen für die Aufgaben, denen sie dienen, dankte herzlich dem Gemeindepfarrer Propst Knodt, den Mitgliedern des Führerrates und den Helfern der Vereinigung für die bisherige treue Mitarbeit, und schloß sodann den Abend mit dreimaligem Sieg-Heil-Gruß an den Führer. vornollzen. — Tageskalender für Donnerstag: NSG. „Kraft durch Freude : 16 bis 18 Uhr: allgemeine Körperschule, 18.15 bis 19.45 Uhr: Reichs- svortabzeichen auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen: fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum, Dammstraße; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Episode". — Bauwirtring-AG. Bremen: 20.15 Uhr, Lichtbildervortrag im Hotel Schütz. Sportamt „Kraft durch Freude". Kostenlose KdF.'Sportkurse in dieser Woche! Ab 1. Oktober setzt das neue Vierteljahres-Sportprogramm des Sportamts Kraft durch Freude ein. Es laufen Kurse aller Art auf fast allen Gebieten der Leibesübungen. Zur Einführung finden in dieser Woche alle offenen Sportkurse kosten- l o s statt. Allen Volksgenossen ist daher in dieser Woche Gelegenheit gegeben, sich die KdF. - Kurse kostenlos anzusehen und in froher Gemeinschaft unter Volksgenossen jeglichen Alters zu üben und zu spielen. Folgende Kurse sind in dieser Woche g e» bührenfrei: AllgemeineKörperschule fürFrauen und Männer: Donnerstag, 3. DEL, von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz; Freitag, 4. Okt., von 20.30 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Reichssportabzefchen: Von 18 bis 19.15 Uhr, Universitätssportplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele: nur für Frauen! Donnerstag, 3. Okt., von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Dammstraße; Donnerstag, 3. Okt., von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Freitag, 4. Okt., von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar. Kantine der Firma Buderus. Waldlauf, für Frauen und Männer. Samstag, 5. Okt., von 17 bis 18.30 Uhr, Universitätssportplatz. Heber die weiteren KdF.-Sportkurse (Schwimmen, Reiten, Ski-Gymnastik, Ski-Trockenkursus, Hallen- erkennungsschreiben des Führers und Reichskanzlers für feine treuen Dienste zu. Ebenso hat ihn Reichsbankpräsident Dr. Schacht in einem persönlichen Schreiben warm beglückwünscht. Die beiden Urkunden mürbem dem Jubilar in Gegenwart der gesamten Beamtenschaft vom Leiter der hiesigen Reichsbankstelle, Direktor A n tz, in einer würdigen Feier überreicht. ** © t e r b € f ä I [ e in Gießen. Es verstorben in der Zeit vom 16. bis 30. September in Gießen: 16. Heinrich Mootz, Zugführer, 47 Jahre alt, Bruch- straße 6; 17. Heinrich Ehrhardt, Grenadier, 23 Jahre alt, Eichgärtenweg 40; 17. Ludwig Adoll Haubach, Schlossermeister, 71 Jahre alt, Löberstraße 2; 18. Bernhard Weidenhaus, Reichsbahnschlosser i. R., 72 Jahre alt. Buddestraße 5; 19. Andreas Block, Invalide, 71 Jahre alt, Rodheimer Straße 40; 19. Margarete Morgolf, geb. Wirth, Wwe., 59 Jahre alt, Dammstraße 26; 20. Lina Pitz, geb. Hauff- mann, 53 Jahre alt, Walltorstraße 58; 20. Heinrich Karl Lerch, Steuerassistent, 47 Sabre alt, Schloß- gcisse 16; 24. Philipp Jakobi, Glasermeister, 71 Jahre alt, Liebigstraße 20; 28. Mathilde Flimm, geb. bis 2: Mozart — Beethoven Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGIS Würze u*d achten Sie genau darauf, daß Ihr Fläschchen aus MAGGI5 großer Originalflasche gefüllt wird. In dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehal/en werden als ■ 7Tto0gi‘ Jh U>wi. MAGGI* WÜRZE „MAGGI" ist nicht eine allgemeine Bezeichnung für Suppenwürzen,sondern die gesetzlich geschützte Fabrikmarke für alleMAGGI-Produkte KyMäuser-Kreisverbandstagimg in Gießen Obecheffen >ge, schloß er mit den Eigennutz", „Gott zur Nachdruck verboten! 7 Fortsetzung des Turnvereins Lollar wurden mit großem Beifall ausgenommen. Die Sängervereinigung Lollar (Chorleiter Meyer) erfreute mit verschiedenen, zum Teil mit Musikbegleitung voryetra- genen Chören. Im Schlußwort sprach der Führer der Werkschar allen Mitwirkenden herzlichen Dank Wiedersehensfeier der „Frideririaner" in Laubach. der dortigen neuen Generalvertretung. Die Wochen aber waren von einschneidender Bedeutung für sein Leben geworden. Für das seine und noch viel mehr für das des Arztes Gerhard Diendorf und das feiner Mutter, die beide einsame, traurige Tage verbrachten, seit Wally Walb für immer fortgegangen. Frau Diendorf trauerte aufrichtig und still, aber in ihrem Sohn brannte die Flamme des Hasses. Er fieberte danach, zu erfahren, wer war der Mann, der ihm Glauben, Hoffnung und Liebe mit einem einzigen Schlag genommen und ihn bettelarm gemacht an Glück? Was sollte er ihn suchen? Er wußte ja den Na- men des Mannes nicht, der ihm Wallys Liebe genommen, er wußte nicht, ob er hier in der Millionenstadt Berlin lebte oder anderswo. Dessen aber war er sicher, es war der Mann gewesen, den er an Wallys frischem Hügel getroffen, mit dem er erregte flüchtige Worte gewechselt. Aber die Welt war riesengroß und selbst, wenn er in Berlin lebte, konnte ihm nur ein Zufall dazu verhelfen, ihm einmal zu begegnen. Er sehnte den Zufall herbei, doch war er stch klar darüber, wie wenig Aussicht seine Sehnsucht auf Erfüllung hatte. .. Seine Mutter beobachtete, wie er täglich schmaler wurde und wie abwesend er immer mit seinen Oe- Landkreis Gießen. © Lollar, 2. Oft. Die hiesige neugegründete Werkschar der Deutschen Arbeitsfront hielt einen kameradschaftlichen Abe n d ab. Die Kapelle L y n ck e r verschönte den Abend mit guter Musik. Der Führer der Werkschar, Z y m e ck, begrüßte die Teilnehmer. In bunter Folge gelangten dann verschiedene Darbietungen zum Vortrag. Der BDM. Lollar (Führerin Fr. Fink) wartete mit einiaen Volkstänzen auf. Keulenschwingen und gymnastische Hebungen einer Mädchenriege sowie Barrenturnen einer Männerriege (Turnwart Achel) zu viel Liebe, Bettina Hochwald, für (eins von beiden würde ich Ihnen besonderen Dank wi sen! Jetzt aber weinte sie doch, weinte bitterlich. 10. Kapitel. Gretels Angst wird still. Gottesdienste am Erniedank- tag am Bückeberg. Am Samstag, 5. Oktober, finden in dem Münster und in der INarkkirche in H a m e t n a. d. Weser um 18 Ilhr evangelische Abendfeiern statt. 3n denselben Gotteshäusern werden am Sonntag, um 17 Uhr, Abendseiern abgehatten. Diese Feierstunden haben vor allem Gesänge und Erntedanklieder, kirchenmusikalische Darbietungen von Kirchenchören und eine kurze Ansprache zum Inhalt. Feldgottes- dienste finden am Sonntag, 6. Oktober, statt in Tündern, in Kirchohsen und in G r o h - Berkel um 7 Uhr, in Klein-Berkel und Asferde um 6.30 Uhr. die.Lippen gesetzt hatte. Er empfand mit fröstelndem Zusammenschauern die Wahrheit der Zeilen: Zwischen Lipp und Kelchesrand, Schwebt der dunklen Mächte Hand! Gretel zog ihn vorwärts. „Komm, wollen ins Haus gehen, wollen die Großchens nicht so lange allein lassen." 11. Kapitel. An den Rhein. Ackt Tage waren seit dem Tage vergangen, an dem Bettina hier gewesen, acht stille, emformige Tage aber Hans Syden schien es eine viel längere Seit Sein seelisches Gleichgewicht kehrte allmählich Lieder und er hasste in weiteren acht Tagen so weit zu sein, daß er nach Frankfurt am Mam zu. ruckkehren konnte, zu seiner Firma, wo viel Arbeit aU3n%”ün,etmo er Wally Walb kennengelernt, hatte er nur wenige Wochen zugebracht, als Helfer Er nickte. „Ja, etwas ähnliches habe ich erlebt und —" Er brach ab. „Laß dir daran genügen und wenn du das den Großchen andeuten willst, wäre ich dir dankbar, damit ie mich nicht auch noch mit Fragen quälen. Ich möchte im Waldschlohchen ein wenig Ruhe finden. Die Musik heute war Quälerei. ., , , Gretel drückte fest und zärtlich seinen Arm. Wie konnte ich das ahnen! Ich Dummkopf glaubte, dir mit Bettinas Besuch eine Freude zu bereiten. Du warst doch immer ein großer Freund ihres Gesangs. Und sie kann wirklich viel', fuhr sie eifrig fort. „Sie hat diesen Winter in Wiesbaden und Mainz zu guten Zwecken mitgewirkt und bei der Gelegenheit hat sie einen glänzenden En- gagementantrag bekommen. Der Direktor eines großen Berliner Varietes wollte sie vom Fleck weg mitnehmen." m v e . Er vergaß flüchtig die marternden Gedanken und stellte sich Bettina Hochwald auf der Bühne eines erstklassigen Variete vor. Bettina Hochwalds Können durfte für die große Öffentlichkeit ernstlich kaum in Frage kommen. Meinst du, Hans? Na ja, du verstehst das na- türlich besser, als wir hier, aber es ist auch gleich- gültig, Bettina trägt gar kein Verlangen nach der großen Oeffentlichkeit." Sein Denken glitt zurück zu seinem Zusammentreffen vorhin mit Bettina und er schämte sich, well er sich häßlich gegen sie benommen, weil er ihr wehe getan. Armes Dina - arme Bettina, sie hatte das nicht verdient. Aber wenn sie Liebe für ihn empfand, hatte er die Liebe wohl nur getötet und nur darauf war es angekommen. Wally Walbs Schönheit ttand wieder vor ihm wie von einem funkelnden Glorienschein umgeben, mm bl-ichen Schatten wurde das Bild der schlanken Goldschmiedstochter. Er dachte mit inbrünstiger Sehnsucht und pochendem Herzen an das Gluck, das er so heiß begehrt und das ihm das Schicksal im letzten Augenblick aus der Hand geschlagen wie einen köstlichen Becher Weines, den er schon an '°Es "bedrückte ihn sehr, daß die Schwester etwas gehört, was von niemand hatte gehört werden ^fJr^ächelte müde: „Liebe kleine Schwester, du hast nicht alles gehört. Ich habe auch g°I°gt, ich iei ein Mörder, aber das war in ganz anderem S tint nemeint. Ungefähr so: Nimm an, du wurdest das Hausmädchen in die Stadt schicken, recht scknell etwas für dich zu holen und sie eilt sich auch ehr achttt aber unterwegs, weil sie es gar zu ettia hat kaum darauf, was um sie herum geschieht, >? mirh überfahren. Dann bist du natürlich Mne Mördern Ä wahr? Kein Gericht der Welt wird^dlch'zur Verantwortung ziehen, du selbst aber fn (eicht nicht über den Gedanken weg, du trAt doch die Schuld, weil du so dringend zur ^Gie^aMhn mit öerftehenben Hugen an. Etwas ähnliches hat du also erlebt unb bas quält dich? D, jetzt verstehe ich dich, Hans, jetzt verstehe ich dich." danken war. ~ , Sie riet: „Verreise für einige Zeit, lieber Junge: Dr. Falk vertritt dich sicher sehr gern. Laß dir die Fühlingsluft draußen um den müden Kopf wehen. Das wird dir gut tun. Fahre an den Rhein! Fahre zu meinem alten Vetter Konrad Wilderling, der in einem der schönsten alten Rheinstädchen wohnt und vergiß ein wenig deine Kümmernis unter frohen Rheinlandmenschen. Kommst dann ruhiger, ergebener zurück, Gerhard, und arbeitsfreudiger. Schon hatte Dr. Diendorf ein ,Nein' bereit da wa es ihm mit einem Male, als sähe er Deutschlands Stolz, den grünen Rheinstrom und eine ma- lerischen Ufer. Eine schwache Hoffnung blühte in ihm auf, vielleicht könne er dort ein wenig das Em- setzen vergessen, das jener Brief in ihm ausgeloft, m dem ihm Wally mitgeteilt, daß sie einen anderen Mann liebte und dem folgen wollte. Die Mutter hob Wallys Hochzeitskleid auf wie em Heiligtum, er aber hob einen Brief auf, der feine Siebe zu Wally Walb getötet wie scharfes Gift, und der feinen Haß gegen einen für ihn namenlosen Fremden immer aufs neue erhitzte. Er erwiderte: „Dein Rat scheint mir gut, Mutter, ich werde eine Reise machen. An den Rhein. Uno will auch ein paar Tage Rast halten in dem Stadt, chen, wo dein Vetter wohnt. Ich sah ihn ja seit zehn Jahren nicht mehr." Frau Diendorf war sehr zufrieden, weil sich ihiü Sohn so rasch mit ihrem Vorschlag ehwerftanbett erklärte, unb schon drei Tage später begleitete sie ihn an den Zug. , , iix (Fortsetzung folgt!) Rührige Arbeit der Alsfelder Segelflieger. 8 Alsfeld, 2. Oft Die Alsfelder Segel- flteger des hiesigen Fliegerstützpunktes sind gegenwärtig mit dem Bau einer neuen Maschine vom Typ „Zögling" beschäftigt, die bis Mitte November start- und schulserttg sein wird. Da man auch schon mit dem Bau eines dritten Flugzeuges begonnen hat, stehen dem hiesigen Fliegerstützpunkt bis Ende des Jahres drei moderne Segel- flugmaschinen zur Verfügung, das kürzlich getaufte Flugzeug „Stadt Alsfeld" mit eingerechnet Die rührigen Alsfelder Segelflieger Haden damit den Beweis erbracht, daß sie eine der eifrigsten Ortsgruppen in Oberhessen sind, die in zielbewußter Arbeit für den Gedanken des deutschen Luftsports eintreten. Soweit es die Witterungsverhältnisse noch zulassen, wird noch jeden Samstag und Sonntag auf den Hängen vor dem Stadtwald Homberg ein reger Schulungsbetrieb durchgeführt. Nach weiterer technischer Durchbildung der neuen Flugschüler soll der Flugbetrieb dann auf dem Müncheberg und dem Bechtelsderg, die auch größere Strecken- und Höhenflüge gestatten, fortgesetzt werden. dacht fiel auf die seit etwa drei Wochen auf dem Hof tätige 22 Jahre alte Anna Dietrich, die schließlich auch nach mehrmaligen Kreuzverhören die Tat ein gestand. Während ihr Arbeitgeber auf dem Felde war, legte sie in der Scheuer den Brand an, warum, will sie nicht sagen. Da sie auf dem Hof gut behandelt wurde, kann die Tat nicht als Racheakt angesehen werden. Die Brandstifterin gestand aber im Verlauf der Vernehmung, daß sie bereits früher im Kreis Lauterbach einmal das Gehöft ihres Arbeitgebers angesteckt und einen Dienstknecht der Tat bezichtigt habe. Es scheint sich also bei der Dietrich um eine abgefeimte, skrupellose Verbrecherin zu handeln. Tagung. Oberft a. Ö. Köttschau sagte dem Kreisführer im Auftrag des Landesverbandsführers herzlichen Dank für seine der Kyff» Häuserbewegung geleiftete Arbeit. Der Kreis Gießen sei in Kassel zahlenmäßig am stärksten vertreten gewesen und habe den besten Eindruck hinterlassen. Oberst Köttschau betonte, daß der Bezirk den Kreisführer Bonhard höchst ungern scheiden sehe, und stellte sich dann selbst als der vom Bezirk bestimmte Kreisführer vor. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß ihm dieselbe Gefolgschaftstreue gehalten werden möge, wie seinem Vorgänger. 3um Schluß seiner Ansprache brachte Oberst Köttschau ein Sieg-Heil auf den Kreisverband aus. Kamerad Post überreichte dem scheidenden Kreis- sichrer im Auftrag des Kreisverbandes ein Geschenk. Aus der Versammlung heraus widmeten die Karne- roden Glaub (Reiskirchen) und Klein (Klein- Linden) dem scheidenden Kreisführer herzliche Worte des Dankes. Kamerad Klein begrüßte den neuen Kreisführer mit der Erinnerung an eine heitere Episode aus dem Weltkrieg. Im Verlaufe des geschäftlichen Teiles der Versammlung wurde zunächst festgestellt daß em Kreis- Unterverbandsführer und zwei Kameradschafts- führer um die Enthebung von ihren Aemtern baten. Diese Führerstellen sollen durch den neuen Kreis- führet besetzt werden. Kamerad Bonhard streifte kurz das Unterstützungswesen und forderte dazu auf, Meldungen unbedingt nur dann anzubringen, wenn tatsächliche Not vorhanden sei. Nach einer kurzen Pause sprach der Kreispr^a- aanbaobmann Oberregierungsrat S chm i b t (Metzen) über die Werbetätigkeit und über die Ausgestal- Allo mußten sie lügen. Sie erklärte: „Ich hatte aar kei7e Ruhe im Waldschlößchen, mir war es, muffe ick nach Hause und da bin ich eben los- gegangen Gräfin Jutta meinte auch wenn es einen % nach Hause ziehe, solle man der inneren Stimme folgen." Die Eltern lachten und Frau Hochwald meinte hängst doch an unserem Haus rote ne Klette. Mußt dir also mal einen Mann suchen, der dich nicht fortholt, sondern hierher ins Haus zieht. Der Vater schmunzelte: „So einen müßtest du mir bringen, der mir als Nachfolger recht ist. Einen Goldschmied, h-ndwerksecht, k-m-n bloßen G-schästsmaim/' Er wurde ernst „Ich bin latett eht paar Jahrhunderten der erste Goldschmied Hoch wäld der keinen Sohn und Handwerkserben hat. Frau Käte lenkte ab, da- Thema stimmte ihren Mann meist traurig. Er beneidete alle Vater, d tung von Veranstaltungen während des Winters. Der Kreisfechtwart Saunspach sprach über das Fechtwesen. Eine Büchsensammlung zugunsten der Kriegerwaisen erbrachte den Betrag von 21,65 RM. lieber das Versicherungswesen und über die Rückvergütungen sprach Kamerad Schimpf (Bad-Nauheim). Zum Schluß referierte der Kreisschiehleiter Kamerad Klein (Gießen) über das Schießwesen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich so viele Kameraden am Wettschiehen beteiligten. Dann sprach Kamerad Klein über die hohe Bedeutung des Schiehwesens im Kyffhäuserbund. Kreis Friedberg. -- Butzbach, 2. Okt. Im Saale des „Deutschen Hauses" hielt dieOrtsgruppeder N S D A P. ihre Bersammlung erstmalig unter dem Vorsitz von Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Dr M o r - schel ab. Nach einem gemeinsamen Sieb sprach ber Ortsgruppen-Pressewart über seine Eindrücke Sorgen um Herz und Nerven? .. auf Kaffee Hag umstellen 1 6°M°ich°nach dem Nacktesten uerließ Bettina^di- Eltern. Sie erklärte sehr mube zu s n froh, sich endlich aüei” ,3U „I%öüig zu sammeln, früh hatte sie nun, Zeit Nicht z7°i-l °Mitl7id" sür mich lallen Sie haben und nicht Er litt darunter, daß seine Siebe unglücklich geworden unb bachte nicht baran, baß auch anbere Menschen leiben könnten. Sein eigener Schmerz macht? ihn hart, nein, grausam. Denn grausami war er eben gegen sie gerne en. Aber ihre xranen waren versiegt. Mit wehem Herzen mit pochenden Sckläfen aber stolz getragenem Kopf ging fic n,J1’ tt? Balb lag'der Wald hinter, ihr, fern blinkte der Rhein und ein ganz feines Dammern sank schon nieder? Abend war es, als Bettina über den alten Ritterplatz fchritt, vorüber an der riesigen stei nernen Statue mit dem breiten Schwert. Die Eltern blickten erstaunt auf die Tochter, die in die Wohnstube hinter dem Laben trat, als m sich eben zum Nachtmahl niedergelassen. Frau Kate Hochwald legte ihrem Mann eben em leckeres Schnitzel vor. Beide hatten fragende Aug . Bettina war in diesem Moment Zumute als müsse sie zwischen den Eltern nteberfnien und bit ten- Fragt nichts, ich bin rote zerbrochen. Ich nab einen lieb, unb roeil er es gemerkt und es ihn start, war er hart zu mir rote em böser Feind. Aber sie wußte, das könnten die Eltern nicht verstehen und würden sie deshalb mit Fragen Gretel hatte den Bruder überall im Hause gesucht, bann traf sie ihn dort, wo bie Mauer Park unb Walb trennte, als er zurückkam, von seinem zufälligen Zusammentreffen mit Bettina Hochwald. Er überlegte, wie er ihren Fragen begegnen sollte. Er hatte eben einem Menschen sem Unglück erzählt unb bas eine Mal genügte. „Ach, Mäbel, frag mich nicht zuviel. 3d) bm überarbeitet, eine Art Nervenzusammenbruch. Daß paßt natürlich nicht zu bem »ruber ben bu m mir siehst. Doch je ruhiger ich hier leben kann,, desto rascher kommt bas alles roieber m Drbnung. Er faßte sie unter ben Arm, lenkte ab: „Bettina Hochwald ist ja wieder heimgegangen, ich ttas sie unterwegs. Warum hast du sie nicht em Stückchen begleitet?" Gretel begriff nicht, was er sagte. , Das kann doch nicht möglich sein, sie wollte doch ein paar Tage hierbleiben." Sie stutzte, unterbrach sich: „Aber natürlich, bu liefst, währenb sie fang, hinaus unb Großchen Seonore ebenfalls, bann verließ auch ich das Zimmer und das alles zusammen mußte sie natürlich kränken." Sie zuckte die Achseln, bedauerte: „Es tut mir leib, baß wir Bettina beleidigt haben, aber sie wird wieder gut werden. Darum handelt es sich zunächst nicht, Hans, sondern um dich. Ich möchte dir helfen, denn an die Verarbeitung allein glaube ich nicht. Sie 3oa ihn mit sich in einen Seitenweg des ^Sar- kes fragte plötzlich leise, aber sehr betont: „Wer hat jäh unb grausig sterben müssen? Er sah bie zierliche Schwester erschrocken an. fiaftiq9 fuhr sie fort: „Als sie gestern bem Zim- i mer verlassen hatte, hörte ich bich zu bir selbst nen Reichspräsibenten Generalfelbmarschalls von Hindenburg unb ber Gefallenen bes Weltkrieges. Der Kreisführer erinnerte bann an bas Fronterlebnis, aus bem auch der Führer bes neuen Deutschlands herausgewachsen sei, der uns ben Glauben an Deutschland) und mit ber Schaffung der Wehrmacht auch die Ehre roiebergegeben habe. Er erinnerte ferner an die Stunden beim Reichs- triegertag in Kassel unb brachte bann ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und das Vaterland aus. Gemeinsam wurden dann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst- Wessel-Siedes gesungen. Inzwischen traf der Bezirksverbandsführer, Oberst Köttschau, ein, ber von ber Versammlung stür- misch begrüßt würbe. Major K i n b I als Vertreter des Sandesverbandsführers Exzellenz Fett, überbrachte die besten Wünsche für den Verlaus ber aU£ Londorf, 1. Okt. Am Sonntag fand in Anwesenheit von Regierungsrat Grein und Kreis- feuerwehrinspektor B o u f f i e r bie erste Inspektion ber neugegrünbeten Freiwilligen Feuerwehr statt. Die Wehr war in ihrer neuen Uniform angetreten und macht einen guten Einbruck. Die Exerzier- unb Geräteübung klappte vorzüglich, ebenso ber Brandangriff. Regierungsrat Grein erkannte in seiner Ansprache bie vorzüglichen Seiftungen der noch sehr jungen Wehr an unb hofft, daß die Wehr in diesem Geiste weiter arbeite. Auch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier fand kaum Anlaß zu einer Kritik. Er betonte nochmals den Gedanken der Freiwilligkeit unb hob hervor, bah nur burch größte Einsatzbereitschaft aller etwas Großes geleistet werben könne. In ber Hoffnung, baß bie Wehr im Geiste unseres großen Führers Weiterarbeiten möge, schloß er mit den Worten „Gemeinnutz vor Eigennutz", „Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr" seine Aussuhrun- gen, bei denen er auch der guten Unterstützung von feiten des Gemeinbevorstandes gedachte. Sauter, 2. Okt. In diesem Jahre kann der hiesige Gesangverein „Germania" aus ein Zöjähriges Bestehen zurückblicken. Diese Tat- ache gab der Vereinsführung Veranlassung, den (hon lange gehegten Wunsch, eine Fahne anzuschaffen, in die Tat umzusetzen. Die Weihe soll mit einem großen Jubelfest, das voraussichtlich am ersten Juli-Sonntag nächsten Jahres stattfindet, vor- genommen werden. Mit bem Fest wird der San» gerkreisOhm-Lumdatal ein Wertungs- fingen veranstalten, das in ben Vormittagsstunden im Hockfchen Saale vor sich gehen wird. Vertreter vom Sängerkreis Ohm-Lumdatal waren bereits hier, um eine Besichtigung ber Sale vor- zunehmen und mit bem Dereinsführer die ersten Vorbesprechungen in bie Wege zu leiten. Da die vorhandenen Räumlichkeiten zu klein sein. werden, dürfte voraussichtlich nur ein Teil der 40 Kre'«-. vereine zum Wertungssingen nach hier kommeu. Näheres wird auf der Sängertagung des ftreih®, die in Flensungen stattfindet, besprochen werden. Am Sonntagoormittag besuchten die Teilnehmer, deren Zahl sich im Laufe des Tages noch bedeutend vergrößerte, den von Pfarrer Wahl (Butzbach), einem früheren Laubacher Gymnasiasten, geholte- nen Gottesdienst. Die Predigt hinterließ einen tiefen Eindruck. Anschließend fand m der Aula des alten Gymnasiums eine Gefallenenehrung statt, bei der Dr. Blanck die Ansprache hielt. Das Lied vom guten Kameraden beschloß die erhebende Feier. Am Nachmittag wurde ein Spaziergang durch den Schlohpark nach dem nahegelegenen Ramsoerg unternommen ober man traf sich bei einem schonen Konzert in der „Traube". Abends folgte noch em gemütliches Beisammensein im „Solmser Hof mit Tanz, womit bie schön verlaufene Wiedersehensfeier ihren Abschluß fand. Brandstifterin verhaftet. Friedberg, 2.Okt. (LPD.) Vor einigen Ta- gen wurde bas Anwesen ber Witwe ®9- S a h m im Kreisort Schwalheim burch ein Schabe n- feuer heimgesucht, dessen Ursache sehr unklar war. Es wurde Brand st iftung vermutet. Der Ver- 3m großen Saal des katholischen Vereinshauses fand am Sonntag bie Herbsttagung bes Kysfhauser- Kreisverbanbes statt. Die Veranstaltung war gleich- zeitig eine Abschiedsfeier für ben Kreisfuhrer Kamerab Oberleutnant a. D. Bonhard. Don 78 Kameradschaften des Kreisverbandes nahmen 77 teil. Nach einem einleitenden Musikvortrag begrüßte der Kreisführer Kamerad Bonhard die Teilnehmer, insbesondere den Ehrenkreisvor- sitzenden Prof. Dr. Krämer und den Vertreter des Landes- unb Bezirksverbandsführers Major Kindl (Bad-Nauheim). Kamerad Bonhard betonte zunächst, daß er zum letzten Male als Kreisführer den Vorsitz halte. Ueberlaftung im Beruf habe diesen Entschluß verlangt. In kurzen Worten erinnerte er an seine Tätigkeit in ber Kyffhäuser- Bewegung, ber er seit 1919 biene, unb an seine Tätigkeit als Kreisführer in Gießen seit bem Jahre 1928. Nachbem im weiteren Verlauf ber Versammlung sechs neue K y f f h ä u s e r f a h n e n feierlich geweiht worden waren, gedachte man unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden in einer Minute der Andacht des verstorbe- SmeiWinloiiWLi Vornan von Anny von panhnyö Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 92 v. H., Inheiden mit 100 o. H. seiner Kameraden. Daubringen erzielte in der Klasse 2 ben ersten Preis, Dors-Gill würbe zweiter Sieger. Selbe Vereine würben mit je einem Kleinkalibergewehr aus« gezeichnet. Den brüten Preis erhielt Annerob, ben vierten Staufenberg, ben fünften Leihgestern usw. Alle am Wettschießen beteiligten Vereine erhielten je ein Diplom unb etwas Munition. Kamerab Klein bat anschließend bas Schießwesen auch weiterhin zu förbern. Kamerab Bonharb bankte bem Kreisschiehleiter wie auch ben Dereinsschießwarten für bie geleistete Arbeit. Der Bezirksführer, Oberst Äött- schau, gab anschliehenb bie Stiftung pon zwei Wanberpreisen je für bie beftschie- ßenbe Gruppe unb ben besten Einzelschutzen des Kreisverbandes bekannt. Mit herzlichen Worten des Dankes an alle diejenigen Kameraden, die in uneigennütziger Weise der Sache dienten, fand der offizielle Teil der Tagung feinen Abschluß. Unterhaltung und gute Musik hielt die Kameraden noch geraume Zeit beisammen. * Saubach, 1. Okt. Am Samstag unb Sonntag fand hier eine Wiedersehensfeier ber Sehr er und Schüler des vor 60 Jahren gegründeten Gymnasiums „Fridericianum", das im Jahre 1922 in eine Realschule umgeroanbelt wurde, statt. Eine stattliche Anzahl „Frideririaner" von nah unb fern hatte sich am Samstagabend im Saale des „Solmser Hofs" zusammengefunden, als Bürgermeister Högy den Kommers eröffnete und als Seiter ber Altpennäler-Dereinigung, wie auch in seiner Eigenschaft als Vertreter Der Stadt Saubach nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer die Besucher herzlich begrüßte. An dem Feste nahmen auch Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach sowie Prof. Dr. Wer- n e r (Darmstadt) teil, der für die ehemaligen Sehrer der Anstalt in seiner bekannten Art sinnige heitere und ernste Worte sprach. Oberschulrat Dr. S l a n cf (Kassel) gab dem Gefühl herzlichen Dankes für die einstigen Sehrer Ausdruck, die in den Schulen den Grund für «die ideale Gesinnung gelegt haben, ohne bie ein humanistisches Gymnasium nicht zu denken sei. Alte Freunde trafen sich nach vielen Jahren wieder und knüpften neue Verbindungen an. Unter heiteren und ernsten Reden und Siebern nahm der Kommers einen harmonischen Verlauf. In ber ersten Schießklasse habe bie Krieger- kameradschaft Gießen 32 Mannschaften gestellt, bie nahezu 8000 Ringe erzielten. Die Siegermannschaft steht mit 575 Ringen an ber Spitze. Als Siegespreis würbe ihr ein Kleinkalibergewehr übermittelt. In ber zweiten Schiehklasie, in ber vornehmlich Sanboereine schießen, würbe eine rege Tätigkeit entfaltet. Dorf-Gill beteiligte sich mit SJL-fport Garmisch-Partenkirchen ist gerüstet. bunt im irtschast" in Darmstadt modisch und schick Praktiziere wieder nachweisen. 5563 V MM Kaufgesuche S568A GIESSEN'MÄÜteUR G1O avru ßnatxö Nahbeize »Ceresan« Nabbeize »Germisan« In einer der zahlreichen Ausstellungsgruppen der Ausstellung „Volk und Wirtschaft" in Darmstadt wird besonders auf das Zusammenwirken von Industrie und Landwirtschaft durch aufschlußreiche Einblicke in die Arbeitsgebiete hingewiesen. der Geld will: empfiehlt Samenhaus Jung. 27jähr. Kaufmann K. 8. als Buchhalter und Reisender in einem industriellen Werk tätig, mit eigenem Kleinauto, sucht sich sofort oder ab 1. XI. bei bescheid. Ansprüchen zu verändern. Schriftl. Ang. unt. 04227 an den Gieß. Anz. „Volk und Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei I n München verschied am Mittwoch der bekannte frühere Linksaußen der deutschen Fußball- Reichsmannschaft, Wiggerl Hofmann, im Alter von nur 35 Jahren, an einer Gehirnhautentzündung. In der Städtischen Festhalle in Darmstadt wird bis zum 13. Oktober die große Schau „Volk und Wirtschaft" gezeigt. Ihre Veranstalter sind die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, der Verein deutscher Ingenieure und die Stadt Darmstadt. 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Durch Deckungsfehler in der Garben- iricher Hintermannschaft gelang es den Einheimischen auf 2:2 auszugleichen. Durch einen Handelfmeter, den der Steinbacher rechte Verteidiger verschuldete, kamen die Gäste zu ihrem dritten Tor. In der 29. Minute der zweiten Halbzeit konnte der Linksaußen Garbenteichs auf 4:2 erhöhen. Wenig später holten die Gastgeber auf 3:4 auf. Nachdem die Steinbacher ihren rechten Läufer durch Herausstellen verloren hatten, spielte die Mannschaft lustlos. Bis zum Schluß änderte sich nichts mehr am Ergebnis. Schiedsrichter Keller- Naunheim amtierte sicher. Sportverein 1928 Garbenteich Die erste Jugendmannschaft des Sportvereins Garbenteich verlor auf eigenem Platz ihr Pflichtspiel gegen Großen-Buseck mit 4:1 Toren. Die Gäste gewannen verdient. Die Schülermannschaft kam kampflos zum Sieg. Die Kleinsten von Großen- Buseck traten nicht an. Die erste Mannschaft gewann den Lokalkampf in Steinbach mit 4:3 Toren. Ergebnisse im Zugendtuhball. Jugend: Heuchelheim I — DfB.-Reichsbahn I 1:3; Steinberg — Leihgestern 1:4; Lollar gegen 1900 I 2:3; Wieseck — Alten-Buseck 6:0; Klein- Wir haben im hiesigen Bezirk noch einige Inspektorate zu vergeben und bitten vorwärtsstrebende, erfolgreiche Großlebens-Fachleute um baldige Zuschrift mit Lebenslauf, Lichtbild und Erfolgs- Dr.Wilh. Klein Neuen Baue 29 für den Herrn, sich für wenig elegant kleiden Geländestrecke zu bewältigen, für die der Vogelsberg die besten Vorbedingungen bietet. Eine besondere Note erhält die Vogelsberggeländefahrt durch die zahlreiche Beteiligung der Reichswehr. Die Motorgruppe Hessen hat die Vorarbeiten abgeschlossen, und eine vorbildliche Organisation wird einen reibungslosen Verlauf der Fahrt gewährleisten und besten Motor-Geländesport zeigen. Marathonlauf in Diez (Lahn) gut beseht. Der vom Leichtathleükgau Nordhessen am kommenden Sonntag in Diez an der Lahn veranstaltete Marathonlauf hat eine ausgezeichnete Besetzung erhalten. Aus dem Reich werden u. a. die Berliner Gerhardt (früher 1900 Gießen), Otto Kohn, Schöbel, Groß und Gregor, die Stuttgarter Jahn und Bertsch, die Dresdner Müller und Orbanz sowie Türke (Wittenberg), Kreglinger (Wilhelmshaven) und Wirth (Karlsruhe) an den Start gehen. Fußball im Gau Aordheffen. Im Gau Nordhessen steht am kommenden Sonntag dem Meister Hanau 93 eine sehr schwere Aufgabe bevor. Germania Fulda ist Heuer eine der ge- sürchtesten Mannschaften und auf eigenem Platz kaum zu besiegen. Die Hanauer müßten daher schon in bester Verfassung antreten, wenn sie eine weitere Punkteinbuße vermeiden wollen. Hessen Hersfeld, der verlustpunktlose Tabellenerste, sollte seine Stellung weiter behaupten. Der VfB. Friedberg, der gegen die Hessen anzutreten hat, ist heuer nicht in der Lage, auswärts viel ausrichten zu können. Der Neuling Bad-Nauheim kam am vergangenen Sonntag zu feinem ersten Punkt. Diesmal können zwei weitere dazu errungen werden, denn der Spiel- verein Kassel ist in Nauheim wirklich nicht ein unschlagbarer Gegner. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck I — Leihgestern I 2:0 (1:0). Im Spiel gegen Leihgestern I zeigten sich die Einheimischen, obwohl sie nochmals mit Ersatz antreten mußten, durchweg als die Ueberlegenen. Leihgestern, das mit einer sehr verjüngten Mannschaft die der- zeittgen Verbandsspiele bestreitet, leistete hartnäckigen Widerstand. Großen-Buseck konnte in der ersten Halbzeit durch einen wunderbaren Schuß des Halblinken 1:0 in Führung gehen. Auch nach der Pause hielt die Ueberlegenheit der Einheimischen an. Der Sturm, dessen Leistungen jedoch immer noch nicht befriedigten, konnte im Anschluß an einen Eckball ein zweites Tor erzielen und damit den Sieg ficherstellen. Das Spiel wurde fehr fair ausgetragen. Die zweite Mannschaft — mit nur zehn Mann — konnte einen hohen Sieg der Gäste aus Treis nicht verhindern. Bis zur Halbzeit war das Spiel jederzeit offen. Nach der Pause ließen die Einheimischen merklich nach, so daß die Gäste sichere Sieger wurden. Die Jugend muhte ihr Spiel in Garbenteich ebenfalls ersatzgeschwächt bestreiten. Trotzdem konnte sie, bei überlegenem Spiel, einen 4:1-Sieg mit nach Hause bringen. F.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Steinbach I — Garbenteich I 3:4. Das Lokaltreffen der beiden Nachbarn endete vor etwa 400 Zuschauern und nach hartem aber rassigem Kampf mit einem knappen Sieg der Gäste aus Gar- benteich. Die Steinbacher präsentierten sich nicht in vergangenen Winter ihre Leistunasprobe abgelegt, und wo Verbesserungen erforderlich waren, wurden sie oorgenommen. Garmisch-Partenkirchen ist gerüstet! Die Sportanlagen sind gebaut! Die Unterbringung und Verpflegung aller Gäste sind organisiert! Der Verkehr nach Garmisch - Partenkirchen und zu den Kampfstätten ist geregelt! Alle Maßnahmen, die ein reibungsloses Abwickeln der Spiele gewährleisten, sind getroffen. Der Olympiaort wird einen der Bedeutung der Veranstaltung entsprechenden glanzvollen Festschmuck anlegen. Er wird alle Kämpfer und Zuschauer freudig begrüßen. Er ist sich der Ehre bewußt, die besten Wintersportler der Welt in seiner Gemeinde zu beherbergen. Die einheimische Bevölkerung freut sich auf das Winterolympia und mit ihr alle jene Männer, die die Spiele vorbereiten. Alle Kämpfer und alle Gäste sind uns herzlich willkommen." Wieder deutscherReitersieg in Warschau Der dritte Turniertag beim internationalen Reitturnier in Warschau brachte den dritten deutschen Sieg. Nachdem Oberleutnant Brandt am Samstag auf „Derby" das Eröffnungs-Springen und am Sonntag auf „Baron IV" das Kanonen-Springen gewonnen hatte, fetzte er sich am Dienstag ebenfalls auf „Baron IV" im Zeitspringen um den „Preis Friedrich Jurjewicz" erfolgreich durch, so daß die bisherigen großen Prüfungen des Warschauer Turniers jeweils mit deutschen Siegen endeten, dazu noch durch den gleichen Reiter. Oie Dogeisberg-Geländefahrt 1935 Die Motorgruppe Hessen des NSKK. veranstaltet zum Abschluß der Motorsportsaison am 20. Oktober 1935 die Vogelsberg-Geländefahrt. Diese Fahrt wird nach den Sportgesetzen der Obersten Nationalen Sportbehörde durchgeführt. Die Ausschreibungen sind soeben erschienen und bei der Motorgruppe Hessen, Frankfurt a. M., Lindenstraße 7, erhältlich. Wieder wird Schotten im Vogelsberg der Treffpunkt der Motorsportler sein. Diesmal gilt es eine Vertreter an allen Plätzen gesucht! CONCORDIA Lebens -Verslcherungs - Bank Akt - Ges., Köln am Rhein, Marla-AblaB-Platz 15. | Verkäufe Gebrauchtes Plüschsofa oval.Tisch.lBett LelektrischLam- ven, iWaschtisch zu verkauf. 04234 Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß.Anzeig. Dr. v .halt zu den Olympischen Winterspielen. Der Präsident des Organisations-Kornrnitees für die IV. Olympischen Winterspiele, Dr. Karl Ritter v. Halt, gibt der großen Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen nachstehendes Vorwort: „Das olympische Jahr 1936 wird mit den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen eingeleitet. Auf dem Gudiberg, zu dessen Füßen das Skistadion liegt, wird das olympische Feuer brennen, und seine Flamme wird zehn Tage weithin sichtbar leuchten und verkünden, daß fast 30 Nationen zum olympischen Wettkampf im Werdenfelser Lande vereinigt find. Die Fahne mit dem Symbol der fünf ineinandergeschlungenen Ringe wird am Eröffnungstage feierlich im Skistadion gehißt. Um sie herum werden Winde die Flaggen aller zum Kampfe anwesenden Nationen flattern. Das Skistadion ist bereits fertiggestellt. Die Gesamtanlage ist das Ziel vieler in- und ausländischer Besucher, die angesichts der Schönheit und Wucht der Schanzen und des gewaltigen Rundes in helle Begeisterung geraten. Das Eisstadion ist ebenfalls vollendet. Der geschmackvolle Holzbau fügt sich besonders schön in das Gelände ein. Im Taleinschnitt, am Fuße des Kreuzeckhanges, liegt die Bobbahn. Ihre Linienführung macht sie zu einer der modernsten und fchönften Bahnen der Welt. Alle Anlagen haben im oder nass mit der billigen , Universa I- r/»//. . Nassbeize ' D Uspulun « Universal Besser.Etagenbaus mit grotzemObst- Sorten besonder. Umstände halber sehr billig zu verkaufen. Schriftl Ang. unt. 04236 anoenGieß.Anr. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgeg Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.f wirtschaftlichen Y Seresarm Linden — Steinbach 4:0, Rüddmgshausen — Flensungen 0:1; VfB.-Reichsdahn II — Großen-Linden 0:4; Garbenteich — Großen-Buseck 1:4; Daubringen gegen 1900 II 1:1; Rodheim — Fellingshausen 7:0; Wißmar — Heuchelheim II 5:1; Launsbach gegen Kinzenbach 1:3; Nieder-Ohmen — Londorf verlegt. Schüler: Klein-Linden — VfB.-Reichsbahn 0:5; 1900 — Steinberg 1:1; Alten-Buseck — Lollar 0:1; Garbenteich — Großen-Buseck, Großen-Buseck nicht angetreten. Erfolge des T. S. Groß-Eichen. Der Turnverein. Groß-Eichen war am Samstag und am Sonntag in Ober-Seemen zu Gast. Dort fanden am Samstagabend turnerische Vorführungen und am Sonntag ein volkstümlicher Vierkampf (Steinstoßen, 100-Meter-Lauf, Keulenweitwurf und Weitsprung) statt. Die. hiesigen Turner beteiligten sich an den Vorführungen sowie am Wettkampf und errangen: Otto Peter den 1. Sieg mit 59 Punkten, Gg. Rahn den 3. Sieg mit 47 Pkt., Albert Phillippi den 4. Sieg mit 40 Pkt. Bei der 4X100-Meter-Staffel wurde ebenfalls Groß- Eichen Erster mit etwa 30 Meter Vorsprung vor Ober-Seemen. Die Staffel liefen Gg. Rahn, Hch. Schuchmann, Albert Phillippi und Otto Peter. Kurze Sportnotizen. In Meran buchte Gottfried von Gramm am Mittwoch zwei schnelle Siege. Er schlug den Italiener Loewi mit 6:0, 6:2 und dessen Landsmann Perani mit 6:1, 6:3. ligen Volks- und Weltwirtschaft hineingestellt, übersieht nicht mehr die einfachen Zusammenhänge die- ser Wirtschaft, von deren Gedeihen das Schicksal eines Volkes und des einzelnen Menschen abhängt. Es ist deshalb außerordentlich zu begrüßen, daß einmal in ganz einfachen leicht verständlichen Darstellungen, die vielfach den Humor nicht entbehren, die Grundlagen und wichtigen Zusammenhänge der Wirtschaft gezeigt werden. Aber nicht nur die in Handwerk und Industrie Beschäftigten finden reiche Anregungen, sondern auch der Bauer findet die Fragen, die ihn besonders bewegen, in den einzel- nen Gruppen immer wieder behandelt. Die Lehrausstellung ist täglich von 9 bis 19 Uhr durchgehend geöffnet. i)er Eintritt kostet 30 Pfg. Kinder und Organisationen haben Ermäßigung. vom jüngsten Reichspartettag der Freiheit. Anschließend sprach Dr. Zinsser über den heutigen Stand der Erbbesundheits-Gesetzgebung und über den Kongreß für Erbgesundheit und Strafrechtspflege. Ortsgruppenleiter Dr. Mörschel sprach kurz über das Gesetz zur Ausartung des deutschen Volkes. Ferner sprach er über die während des Reichsparteitages 1935 verabschiedeten Gesetze. Nach der Kenntnisgabe verschiedener Rundschreiben fand der Abend in der üblichen Weise feinen Abschluß. — Am Sonntag unternahm der hiesige Zweig- oerein des VHE. eine Taunuswanderung, die von schönem Wetter begünstigt war. Vom Schren- 3er aus bot sich eine herrliche Fernsicht. Mit dem Ausflug war auch in diesem Jahre wieder das traditionell gewordene Kartoffelbraten am Forsthaus Lammersdorf verbunden. Der Reichswanderführer Prof. Dr. Werner, der Ehren- füher des Zweigvereins Butzbach des DHC., nahm an der Wanderung teil und gab in einer kurzen Ansprache seiner Verbundenheit mit seinem früheren Wirkungskreis Ausdruck Oxlordhemden, solide ft qe Qualität, mod. Muster Oxfordhemden, elegante A cn Dessins, tadell. Verarb. ^■OU Oberhemden,weiß durch- n nn geniust., Bielef.Fabrik. u.uU Oberhemden, farb.Pope- E nr line, mit 1 Kragen.... Oberhemden, färb.Popeline. mit 2 Kragen und 7 Eft Ersatzmanschetten... I »UM Herren-Normal-Hosen * nn strapazierfäh. 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Oktober (935 Die ganze Nation feiert auf dem Bückeberg Die Hauptstadt. tionen, hier gibt es Auch heute ist. wie in den früheren Jahren, eine bis ins letzte sorgfältig durchgearbeitete Organisation am Werk gewesen, um den Riesen- aufmarsch am Bückeberg reibungslos zu gestalten und den hunderttausenden von Volksgenossen. die an diesem Tage des Dankes für die eingebrachte Ernte dem Führer nahe fein wollen, ihre Fahrt zu einem wirklich eindrucksvollen Erlebnis werden zu lassen. $en Bergen nach Osten und Süden kein Fluß das Meer erreicht, weil die sengende Sonne alles Wasser verdunsten läßt. Da kann man wohl ermessen, daß es schon ausgezeichnet geschulter Truppen und einer glänzenden Technik bedarf, um dieses kriegerische Volk zu besiegen. Aber die Durchschlagskraft eines modernen, technisch ausgerüsteten Heeres ist stärker als die größte Einsatzbereitschaft eines schlecht bewaffneten Volkes. Die abessinische Staatskasse hat noch nie an Fülle gelitten, denn in normalen Zeiten ist der Zoll die einzige Einnahme- quelle. Anderseits ist gerade in letzter Zeit für die Bewaffnung der Bevölkerung viel getan worden. Die Schwierigkeiten der Ernährung und der Wasserbeschaffung dürften wohl von beiden Gegnern durch angeborene Anspruchslosigkeit und durch Tech- nik überwunden werden. Schaffen in den vergangenen Monaten sein. So ist es eine Ehrenpflicht des deutschen Bauern und Landarbeiters, am 6. Oktober sich mit hunderttausenden von Volksgenossen aller Stände auf dem Bückeberg einzufinden, um hier gmeinsam mit dem Führer das Fest der Ernte zu feiern und ihm Dank zu sagen, durch dessen Weitblick und Tatkraft das deutsche Bauerntum sich aus größter Not wieder hat erheben können. w a l t u n g erkenntlich ist. An Stelle ehemaliger Staats-, Minister- und sonstiger Präsidenten wie auch der früheren Minister der Weimarer Republik, läuft heute die gesamte Regierung in der Hand des Reichsstatthalters und Gauleiters zusammen. Die Regierung Hessens ist damit die denkbar ein« a chst e, das Land Hessen das erste und einzige ohne Mini st er. Die Bevölkerung möge aus den vorstehenden eng umrissenen Angaben mit aller Deutlichkeit erkennen, daß die Landesregierung alle Maßnahmen mit Entschlossenheit und Energie ergriffen hat, die Das Programm für den feierlichen Staatsakt auf dem Bückeberg sieht in diesem Jahre der uns durch die kühne Tat des Führers wieder geschenkten Wehrfreiheit eine großartige Vorführung der Wehrmacht vor. für die bereits auf dem Gelände des Bückebergs alle Vorbereitungen getroffen worden find. Namentlich für diejenigen Volksgenossen, die auf dem Parteitag der Freiheit in Nürnberg nicht anwesend sein konnten und auch keine Gelegenheit der Danakil; das allerdings mit den Somali in dauernder Fehde steht. Nur die niederste Klasse, die Shankals, sind Neger und fast durchweg Sklaven. Außer den Shankals sind die Guraggi die geplagte Volksschicht; sie sind es, die alle Arbeit zu verrichten haben, die wartend am Markte stehen, bis von trgeb- woher der Ruf „Guraggi — Guraggi — Guraggi erschallt und sie in wildem Rennen ihre Dienste anzubieten eilen. Meist sind sie auch noch Leibeigene eines Reichen und müssen ihren kümmerlichen Verdienst abliefern. So bleibt für sie nur etwa ein Pesa, d. h. die niedrigste Werteinheit, für den Tag übrig; armselig und zerlumpt laufen sie umher. Nachts wickeln sie sich in ihre Schaama, den Umhang, rollen sich gleich einem Hunde zusammen und schlafen in einer Ecke, wo sie kein „Sawania" (Polizist) erwischt. Wie froh sind sie, wenn sie das Glück haben, einmal eine feste Stellung zu bekommen. Sie sind die zuverlässigsten Diener, die bei guter Behandlung für den Weißen durchs Feuer gehen. Die Somali sind selbstständiger und heftiger, und wo sie zahlreicher auftreten — wie in Dir6 Daoua, der abessinischen Eisenbahn-Zollstation — nehmen sie dem Europäer gegenüber oft eine drohende Haltung an, die nicht 'selten zu Tätlichkeiten führt. Sie sind ein schöner Menschenschlag, aufrecht und wohl, gewachsen, auch mit meist vorzüglicher Schadelbil- düng. Besonders die Frauen mit ihrer angeborenen zierlichen Anmut machen auf jeden Europäer großen Eindruck. Die Somali sind Mohammedaner. Die Amharen sind recht intelligente und meist große, gutgewachsene Menschen; ihr weibliches Schönheitsideal ist klein und rundlich. Wie sie leben. Die Lebensweise der Eingeborenen ist, je nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen, so verschieden wie möglich. Die armen Guraggi und Shankals leben gleich den Kulis in China von den billigsten Nahrungsmitteln des Landes, einer Wilderbsenart, die überdies noch Blausäurehaltig ist und erst durch Röhren von ihrem Gift befreit werden muß. Für Kunst und Wissenschaft- Hanns Iahst zum Präsidenten der Reichsfchrifttums- kammer ernannt. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichs- Minister Dr. Goebbels, hat den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Dr. Hans Friedrich Blunck mit' der Wahrnehmung der Auslandsbeziehungen der Kammer beauftragt und ihn zu- gleich ehrenhalber zum Altpräsidenten der Kam- mer ernannt. Dr. Goebbels hat «taatsrat Hanns Johft, der dem Präsidialrat der Kammer seit ihrer Gründung angehört, zum Präsidenten der Reichsschrifttumskammer ernannt Altpräsident Blunck wird auch weiterhin dem Präsidialrat der Reichsschrifttumskammer an- gehören. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, empfing den neuernannten Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st und besprach mit ihm aktuelle Fragen des deutschen Schrifttums. In der Unterredung betonte Reichsminister Dr. Goebbels die große Bedeutung der diesjährigen Buch- woche, die er durch eine grundlegende Rede an» läßlich der Eröffnungskundgebung in Weimar em- leiten wird. Dr. Goebbels besprach ferner mit dem Präsidenten I o h st organisatorische Fragen der Reichsschrifttumskammer und kulturpolitisch notwendige Maßnahmen zur Förderung des deutschen Buchschaffens. Mainzer Musikleben unter neuer Leitung. Mit Herbstbeginn hat sich bte Stadt Mainz veranlaßt gesehen, die gesamten musikkulturellen Belange — die Leitung der Oper, der Musikhochschule, die Betreuung der Symphoniekonzerte, der Schloßkonzerte, der Liedertafel usw. — in einer Hand zu vereinigen. Die Leitung wurde dem Generalmusikdirektor K. Fischer übertragen, der zum Kultur- beauftragten der Stadt Mainz ernannt wurde. Haltsergebnis zu gefährden So glaubte man auch, daß sich der Abschluß des Haushaltsplanes von 1935 ohne große Muhe vollziehen ließe; allein, dem war nicht ganz. so. Die Reichsregierung konnte es im Jahre 1935 nicht mehr ermöglichen, den Ländern die Senkung der Grundsteuer weiter zu gewahren, und für den dem Lande bei der Sonderge- bäudesteuer entstehenden Ausfall den entsprechenden Ersatz zu leisten. Damit entgingen dem hessischen Staate rund 8 Millionen Mark an Deckungsmitteln Dieser Verlust konnte allerdings zum Teil ™urd) die W-hrzahlung von 4,8 Millra- Mark Reichs st eueruberwelsungen ausgeaNchen werden. Die restlichen 3,2 Millionen mihubrinqen war nicht leicht und letzten. Endes nur -inen rücksichtslosen Willen zur Snarsamkeit zu erreichen. Die sachlichen Aus- L so gedrosselt worden, daß eine Unter- bbreituna der bafür norgcfebmen Minimalgrenze ch -chterdings einfach unmöglich ist, was auch schon duchL äußere Bereinsachung der Vor- Abessinien - das afrikanische Pulverfaß Äon 3 S> Goerke die alle angehen. Der deutsche Staatsbürger hat ein Anrecht darauf, ja darüber hinaus die Pflicht, dieses Anrecht mit einem so großen Interesse an den Belangen der Allgemeinheit zu verbinden, wie es notwendig ist,um die inneren Zusammenhänge »einer (in diesem Falle Landes-) Verwaltung zu erkennen. Wenn so Regierung und Volk aufrichtig miteinander verkehren und sich verstehen, wird die Giftpflanze blödsinniger Meckerei nur noch auf dem Miste dekadenter Zeit- und sonstiger Genossen gedeihen können, deren Existenz von keinem Menschen mehr beachtet wird. Die nationalsozialistische Staatsführung legt es aber grundsätzlich darauf ab, jeden anständigen Volksgenossen zum Mitarbeiter zu gewinnen. Wohl dem, daß das nationalsozialistische Regiment im Großen wie im Kleinen stets mit offenem Visier und Herzen vor die von ihm Betreuten treten kann, ist doch und wird doch das Menschenmöglichste zu Nutz und Frommen aller geschehen; so auch in Hessen, was sich anläßlich der Veröffentlichung seines Haushaltgesetzes von 1935 ergibt. Diese Veröffentlichung lautet an und für sich kurz und trocken, daß der hessische Haushaltsplan von 1935 in Einnahmen und Ausgaben sowohl im ordentlichen wie im außerordentlichen Plan mit dem Betrage von insgesamt 101 531 551 Mark ausgeglichen ist. Mit wieviel Mühe und Arbeit, besonders aber mit welcher Sparsamkeit dieser immerhin beachtliche Erfolg verbunden war, vermag nur der zu ermessen, der die b e s o n d e r 5 unglücklich gelagerten Verhältnisse Hessens im Verlauf der letzten Jahrzehnte kennt. Sicherlich blutete ganz Deutschland an den Folgen des durch Verrat verlorengegangenen Krieges; wieviel mehr aber mußte dies der Fall sein bet einem Lande, das darüber hinaus noch mehr als ein Jahrzehnt dem brutalen Zugriff fremder Besatzungstruppen ausgeliefert war. 40 v. H. des Landes gehörten zum besetzten Gebiet, der Rest größtenteils zur sogenannten neutrale n Z o n e. Die mit der Besetzung verbundene Abtrennung eines großen Teiles des Landes vom Mutter-'und Hinterlande, zog automatisch eme Abdrosselung von Handel, Wirtschaft und Verkehr nach sich und führte beinahe zu deren restloser Auflösung. Die katastrophalen. Folgen eines derartigen allgemeinen Zusammenbruches bedürfen keiner näheren Erörterung in steuer- und finanztechnischer Hinsicht. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß auf Grund dieses Tatbestcmdes Hessen ohne Zweifel am ersten und nachdrücklichsten mit dem Fluche der A r b e i t s l o s i g k e i t geschlagen wurde. So hat auch heute noch die Stadt Offenbach a. M. mehr als doppelt so viel Wohlfahrtsempfänger wie zu gleicher Zeit das ganze Land Württemberg überhaupt. Hand in Hand mit jener verhängnisvollen Entwicklung marschierte dazu noch eine oft verantwortungslose Ausgabenwirtschaft, hervorgerufen durch Parlamentsbeschlüsse jeder Art die oar- auf hinausgingen, mit allerlei Mätzchen die Gunst des Volkes und die staatlichen Pfründen für wenige zu erhalten, ohne bei solchen anreißerischen Beschlüssen nach der Leistungsfähigkeit des Staates zu fragen. Von beinahe noch größerer Bedeutung für die mcht ganz einfache Lage des hessischen Haushalts ist der um das Jahr 1920 abgeschlossene Fin anz- ausaleich, der den Staat verpslichtet, säst allem die gesamten Kosten für die Volk-schulen zu tragen und die Gemeinden nur mit einem Bruchteile zu belasten. Die nationalsozialistische Regierung konnte auch hieran nichts mehr ändern waren doch die Gemeinden inzwischen so mit Schulden und Verpflichtungen beladen, daß sie weitere Zahlungen gar nicht mehr hätten auf sich nehmen können. So brachte es Hessen auf immerhin 91 Millionen Mark Schulden, denen allerdings e in »eit höheres L a n d e s v e r m ö g e n gegenubersteht. Hält man sich diese wenigen, nur willkürlich. herausgegriffenen Argumente von Augen, dann haben Volk und Regierung allen Grund sich> der Tatsache zu erfreuen, daß bereits d as Jahr 193 3 seit der Inflation den ersten Abschluß ohne Fehlbetrag sah. Diese günstige Entwicklung setzte sich im Jahre 1934 fort und zwar in einem Ausmaße, daß in Einnahmen und Ausgaben -ts e r= befferungen erzielt werden konnten dergestalt, daß im Jahre 1934 noch ein 13. Monat an Gehaltsbezügen — der im Jahre 1933 infolge des sogenannten Vorrollens der Gehälter ausgefallen mar — verrechnet werden konnte, ohne das Haus- Es ist insbesondere in jeder Beziehung dafür gesorgt, daß auch die Leib- und Magenfrage ebenso wie die Unterkunft zu aller Zufriedenheit gelost werden kann. Für die Volksgenoffen, die schon in der Nacht vom 5 zum 6. Oktober mit den Sonderügen auf den verschiedenen Bahnhöfen um den Sückebera ankommen, werden Privat- und Massen- quartiere in ausreichender Anzahl und Güte bereit- aehalten. In Hameln und einigen Dörfern der Umgebung werden die Volksgenossen in Schulen, Fabriken und Scheunen untergebracht, in Tündern, Emerchal und Asferde sind große Zeltstädte errichtet worden, die so fabelhaft und gut eingerichtet sind, daß ein bequemes und ungestör - tes Ausruhen der Sonderzugteilnehmer sicher- gestellt ist. Selbstverständlich ist auch für eine ausreichende Verpflegung sowohl in den Quartieren als auch auf dem Festplatz Sorge getragen. Der Hilfszug Bayern wird, wie bei so vielen früheren Gelegenheiten, auch diesmal wieder ein chmackhaftes und billiges Essen bereithalten. Außerdem werden bei den Ankunfts-Bahnhöfen und in der Nähe der Quartiere große Verpflegungs-, Wirt- fchafts. und Vergnügungszelte errichtet. Jeder Volksgenosse kann überzeugt sein, daß alles getan wird, um ihm den Aufenthalt auf dem Dückeberg, besonders auch während der nun einmal nicht zu vermeidenden Wartezeit, so angenehm wie nur irgendmöglich gestaltet werden will). So wird schon während des Aufmarsches am Sonntagvormittag für anregende und vielseitige Unterhaltung gesorgt werden. Besonders auch die Vorführungen der Spiel- und Tanzgruppen, über die wir bereits berichtet haben, sowie Konzerte von Massenchören und Musikkorps werden den wartenden Festteilnehmern die Zeit verkürzen helfen. Die glühende Sonne. Heiß scheint die Sonne im vierten Grad nördlicher Breite; das muß jeder erleben, der sich nach Aethiopien begibt. Will man auf normalem Wege dorthin gelangen, so muh man nämlich durch das Fegefeuer des Hitzepols der Erde hindurch. 75 Grad Celsius mißt das Thermometer zur heißesten Heiti m Sonnenschein von Djibouty! Diese unbarmherzige Sonne, die bis weit in die Berge hinein — unterstützt von vollkommener Trockenheit und den fressenden Ausdünstungen des Salzmeeres — jebe Vegetation verhindert, ist der tatsächliche Grund für bas Bestehen des heute noch selbständigen „schwarzen" Kaiserreichs im Herzen des Erdteils. Als man das sagenhafte Land der Königin non Saba naher ksnnenlernte, seinen ungeheuren Reichtum, sein säst europäisches Bergklima entdeckte, interessierten sich die Großmächte dafür. Aber da war es zu spat; wegen der Rivalität der einzelnen Machte und weil das Land stets unter straffer Führung seines Herrschers stand. ' Die Eingeborenen. Die Abessinier sind kein- Neger, sondern Farbige: Kanuten Iaphetiten und andere. Die Amhara, die den herrschenden Volksstamm bilden behaupten, die ältesten Christen zu sein. Ein Erzbischof, der sturen Wohnsitz auf dem 3200 Meter hohen heiligen Serge SouquaL hat, steht der Geistlichkeit vor Dl- G-,s - ttchkeit ist die Trägerin der meisten ,n das Privateben eingreifenden Amtshandlungen und ubt da- durch eine große Macht über dl- Bevölkerung aus. Allerdings hat gerade in den letzten Jahrzehnten die Miistonstätigkeit der Europäer und Amerikaner, namüalich der Adventisten, einen großen Aufschwung genommen, weil ihr Erscheinen mit tu In- r70en Einrichtungen (Schulen, Krankenhäusern usw.) °°Di7Ämh°ren haben eigene Sprache und Schrift Neben ihnen leben Galla, Somali und Guraggi aus b mietben Raum An der Oststite des Landes bet setzt gefährdeten, lebt das sehr kriegerische Volk einen Rennplatz — Zivilisation. Auch her Guvvi befindet sich hier, er ist von fünf ringförmigen Mauern umschlossen, durch die der Besucher sich erst hindurch legitimieren muß, bevor er in den eigentlichen Palast eingeht. Es gibt dort nur eine einzige Baumart (mit Ausnahme der zehn uralten Bergwacholder und Feigenbäume), den schlanken Eucalyptus. Das Wahrzeichen aber ist die Kirche des St. Georg, des Schutzheiligen dieses Reiter- Volkes. Die Stadt heißt übrigens gar nicht „Addis Abeba", wie sie von den Europäern in Nachahmung der englischen Aussprache genannt wird, sondern Adis Ähaba, d. h. neue Blume. Negus Menelik I. nannte sie fo als Nachfolgerin der alten Hauptstadt ! Harar, die im Südosten liegt und die von sich behauptet, die älteste Stadt Afrikas zu sein. hatten, an den großen Herbstübungen in der Lüneburger Heide oder der Bayrischen Ostmark teilzunehmen, bietet sich hier die Möglichkeit besonders auch die modernen Waffen unseres jungen Volksheeres, Tanks, Flakbatterien, schwere Artillerie und motorisierte Truppen aller Waffengattungen, zu einer großartigen Schauübung vereint, kennenzulernen. Auch die Luftwaffe wird durch Geschwader von Aufklärungsflugzeugen, Kampfflugzeugen und Bombern vertreten fein. So wird sich vor den Zuschauern das packende Bild einer modernen Kampfhandlung durch das Zufam- HeffensHaushaltsp1an193S. HLR. Es gibt bekanntlich keine undankbarere Aufgabe als die, finanzpolitische Angelegenheiten in der Öffentlichkeit zu behandeln. Jeder einzelne von uns ist sicher mit feinen eigenen Sorgen so beladen, daß er nicht gerne auch noch mit denen des Staates belästigt fein möchte. Möge sich der Staat gefälligst allein mit dem Ausgleich seines Haushaltsplanes, feinen Zinsverpflichtungen und Schulden, und was Der schönen Sachen mehr sind, herumärgern und sich zustandigkeitshalber seinen eigenen Kopf zerbrechen, denkt wohl mancher ober gar viele Staatsbürger. Man möchte seine Ruhe haben unb damit basta! Ist diese Auffassung auch rein menschlich zu verstehen, so kann sie jedoch nationalpolitisch gesehen heute nicht mehr stillschweigend hingenommen werden, da der Nationalsozialismus in Staat und Regierung nur ein dienendes Glied in der Kette der Gesamtheit erblickt. So steht auch die hessische Regierung auf dem Standpunkt, daß die Basis gemeinschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Volk und Führung es geradezu verlangt, den steuerzahlenden Volksgenossen gegenüber offen und ehrlich Auskunft zu geben über Dinge, Nur noch wenige Tage trennen uns vom Erntedanktag, den die deutsche Nation mit ihrem Führer auf dem historischen Festplatz am Bückeberg begehen wird. Schon sind bis in die letzten Einzelheiten alle Planungen für die Sonderzüae vorbereitet, die am 5. und 6. Oktober Hunderttausende deutscher Volksgenossen aus allen Teilen des Reiches zum Bückeberg bringen werden. Manch einer mag wohl angesichts dieser ungeheuren Menschenmassen, die dort am Bückeberg für wenige Stunden zusammenströmen werden, sich gefragt haben, wie die schwierige Frage der Unterkunft und Verpflegung für fo große Menschenmassen gelöst worden ist. Die vielen Volksgenossen, die bereits in früheren Jahren den eindrucksvollen Festakt auf dem Bückeberg miterlebt haben, werden am besten solche Befürchtungen vor irgend welchen Strapazen einer Fahrt zum Bückeberg zerstreuen können. einer dauernden Gesunderhaltung berlben Guraggi ergeben nur die zahlreichen Fantasia- finanziellen Grundlagen des hessischen Volksfeste eme Aenderung und Ergänzung f^ne5 Staates dienen, sind doch gesunde Finanzen ein Küchenzettels. Dann wird rohes Fleisch gegessen, wichtiger Baustein für die Neu-Errichtung des Rei- und zwar in erftaunenerregenber Menge denn zu dies %ie Landesregierung wird auch fürderhin diesen Festen gibt es solche Kost im Gubbi, dem jedes Opfer i n' K a u f nehmen, das das Palast des Negus, frei. Dort hangen ganze Rinder- Reich in die Lage versetzt, auf dem bisher fo erfolg- hälften an überdachten Angeln, daran er steht ein reich beschrittenen Wege der Wirtschaftsbele- Topf mit Pfeffertunke die für europäische Begrife buna weiterzugehen, können doch geordnete Der- ungenießbar scharf ist In diesen Topf wird der hältnisse in Ländern und Kommunen nur durch lange Streifen Rohfleisch getan,, den man sich ab- eine umfassende Liquidation der Schäden der Der- schnitt, dann wird die „leckere Speise auf der gangenbeit auf breitester Front erzielt werden. Stelle verzehrt. Pfeffer spselt überhaupt eine große gangenyeu uui i u Rolle, besonders in der Küche der Reichen. Dieses Gewürz ist in Anbetracht des Klimas ein unbedirlgt notwendiger Ausgleich. In Addis Abeba, das auf großem Raume an 100 000 Einwohner beherbergt, pulst das Leben am stärksten. Von hier aus geht die einzige, die franko-äthiopische Eisenbahn in drei Tage währender Fahrt nach Djibouty. Hier, 2700 Meter hoch m den Bergen, ist der Sitz der ausländischen Sega- tionen, hier gibt es Hotels, ein Kaffee, ein Kino, einen Rennplatz — Zivilisation. Auch der Gübbi . Die Wirtschaft. 1 Die Stellung der Europäer ist In diesem Lande, t < - MM das erst in den letzten Jahren Anstrengungen ' 1 machte, das Mittelalter zu überwinden, das heute 1 noch ein Feudalstaat ist, ganz außergewohn ch. "C'l Bereits durch seine weiße Haut ist man als „Gstta IwF i — Herr — legitimiert. Immerhin gibt man dem • Weißen — vorzugsweise behördlicherseits — zu oer- ||H stehen, daß er nur Gast im Lande sei. Die Erwerbszweige der Bevölkerung sind Land» : und Diehwirtschaft, noch mittelalterlich- primitiv sind; den Eisenpflug kennt der Aethiopier noch nicht. Die guten Wachstumsbedingungen kam- MDMMW men ihm aber zu Hilfe. Es gibt zwei Regenzeiten: die kleine, von Februar bis April, und die große von Juni bis Ende August. An Feldfrüchten wird A vorzugsweise Gerste, Hirse, Schimbora und Weizen angebaut, an Obst: Bananen, Zitronen, Papoia, Drangen. Seit altersher blüht die Vieh-, Pferde- unb Maultierzucht, alles sind harte und edle Tiere. Während des Erntedankfestes wstd der Führer Auch Esel und Kamele werden gezüchtet Die Pro- und Reichskanzler den 70 Jahre alten Land- vinz Kaffa ist das Ursprungsland unseres hoch- arbeiter Robert Föhrenbach aus Rötenbach tm geschätzten Getränks. Außerdem wird von Euro Schwarzwald empfangen. Obwohl Föhrenbach Halb- päern und Japanern der Baumwollbau mit großem invalide ist, ist er heute noch im Sommer und Erfolg gepflegt. Auch haben amerikanische“! Winter als Tagelöhner bzw. Waldarbeiter tätig. Er päische und ;apamsche Unternehmungen Kouzessio war dreimal verheiratet und hat trotz seines kargen nen zur Ausbeutung der Bodenschätze: Glimmer Einkommens 32 Kinder ausgezogen. und Kupfer. Gold und Silber wird von den Herren (Weltbild-M.) des Landes noch in alter Weife gewonnen. । Abessinien ist eines der wildreichsten Lander. Es hier zum erstenmal in Erscheinung treten werden, welt. Möglichkeiten. Der Höhepunkt des Festes ist mdesseu die @in ^nb von der dreifachen Größe Deutschlands Rede des Führers und Reichskanz- I erobern, das an seinen küstennahen Gebieten ters an die deutsche Nation und an ben erbarmungslos heiß und trocken, im Innern teil- Vauern, dessen zähe Arbeit seinem Volke die weise schwer zugänglich, gebirgig und fteberschwan- Nahrungsfreiheit erkämpft hat. ger ist, dürfte keine Kleinigkeit sem. Die Bevolke- Daß der Führer f e, b st den Erntetag A^^fchätzung.we.fe^zehn Mll.anen zahtt^steht sam mit den deutschen Bauern hier oben auf dem Mnter ihrem Negus Negiste, dem Bückeberg begehen wird, wird Bauern und Land. 9 ) der Könige" Dazu die Tatsache, daß aus arbeitern der schönste Lohn für ihr Muhen und 9 nächsten und Süden kein Fluß das Briefmarken erzählen Geschichte Zur Ausgabe der neuen Postwertzeichen. Zum Tage von Bückebery gibt die Deutsche Reichspost eine neue Reihe von Wohl- fahrtsbriefmarken heraus, auf denen Bilder von den noch lebendigen alten deutschen Volkstrachten gezeigt werden. Mit dielen wie auch mit den verschiedenartigen Postwertzeichen der letzten Jahre hat die Bedeutung der Briefmarken als Ausdruck des Zeitgeschehens und der die Gegenwart bewegenden Kräfte ihre höchste Vollendung erfahren; in ihr spiegeln sich Geschichte und Kultur unseres Volkes so unmittelbar anschaulich, wie das bisher noch nicht geschehen ist. Die kleinen bunten Marken, die erst auf eine Vergangenheit von kaum hundert Jahren zurück- blicken, erhalten immer mehr den Rang eines Dokuments, in dsm wir lesen können wie in einem Geschichtsbuch und an dem nicht nur der leidenschaftliche Sammler Interesse findet. Alle Gebiete des öffentlichen Lebens, Kunst und Wissenschaft, Technik und Wirtschaft, Sport und Erdkunde sind bereits auf Markenbildern erschienen. — Auf sämtlichen zum Erntedankfest herauskommenden Werten sind Frauenköpfe dargestellt. Die Frau hat in der Geschichte der Briefmarke keine geringe Rolle gespielt, aber noch nie ist sie so eindringlich-volkhaft verkörpert worden. Das Thema ist jedoch, wie Mar Büttner in dem soeben im Bibliographischen Institut, Leipzig, erscheinenden Büchlein „Die Briefmarke als Welt» spieael" ausführt, bemerkenswert oft angeschlagen worden. In erster Linie mürben natürlich die Abbildungen gekrönter Häupter gewählt, wie der Maria Theresia von Oesterreich, der Viktoria von England, der Wilhelmina von Holland, der Katharina und Elisabeth von Rußland und mancher Fürstin oder Herzogin. „Da finden sich die sinnbildlichen Köpfe der verschiedensten Göttinnen, die den Frieden, die Freiheit, die Gerechtigkeit und sonstige Tugenden zu betreuen haben. Da lächeln uns anmutige Töchter des Landes in ihren heimischen Volkstrachten entgegen, in welcher Beziehung sich besonders die Schweizer Post mit der bunten Schönheit ihrer Juventute-Wohlfahrtsmarken hervorgetan hat. Wohl die sinnvollste Ehrung hat 1935 die türkische Post der Frauenarbeit erwiesen; sie gab aus Anlaß einer Frauentagung einen langen Markensatz heraus, der den weiblichen Berufen von der Bäuerin, der Lehrerin und dem Mädchen an der Schreibmaschine bis zur Fliegerin und neuzeitlichen Polizeibeamtin Anerkennung zollt und ferner die weiblichen Träger der Nobelpreise für den Frieden, für Wissenschaft und Literatur abbildet. Daß die Frau in ihrer hohen mütterlichen Eigenschaft überall durch gemütvolle Marken verehrt morben ist, bedarf wohl iaum der Erwähnung." Die Briefmarke ist uns in jeder Beziehung Führer durch die Weltgeschichte, und es gibt kaum eine bedeutsame Neuerung, eine Erfindung oder Entdeckung, ein großes Ereignis aber eine hervorragende Gestalt, die nicht auf ihr dargestellt worden wären. In den griechischen, persischen und italienischen Marken gewinnt der Ruhm des alten Hellas, die Macht des Persischen Reiches und der Glanz des römischen Imperiums neue Gestalt, die Entdeckungstat des Kolumbus erkennen wir auf Markenbildern Spaniens und zahlreicher amerikanischer Länder wieder, und die Fahrten des englischen Forschers James E o o k leben in den Postwertzeichen Neuseelands und Ozeaniens weiter. Der Afrikareisende Stanley, der spanische Feldherr Pizarro und der Freiheits- Held George Washington sind auf Briefmarken ebenso festgehalten worden wie der Befreier der südamerikanischen Staaten Simon Bolivar und die Seehelden Admiral de Ruyter oder Nelson. Friedrich der Große und Hindenburg, Garibaldi und Pilsudski gehören zu den auf diese Weise überlieferten Persönlichkeiten der Geschichte. Kriegerische Ereignisse, wie der Tod Gustav Adolfs bei Lützen,' sind ebenso vertreten wie große Gestalten auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung. Kant und P i c - card, Galilei und Pasteur sind auf Briefmarken ab gebildet worden. Die Eroberung der Luft hat naturgemäß zu zahlreichen Darstellungen gereizt, und Leonardo da Vincis Flugmaschine, „Graf Zeppelins" Fahrten und Balbos Atlantik-Geschwaderflug sind Gegenstand der Briefmarkenkunst geworden. Selbstverständlich ist auch die Technik nicht vergessen worden; der Briefmarkensammler kennt das Bild der Eisenhüttenwerke Bürbach, die Darstellung von Fultons erstem Dampfschiff auf dem Hudson und das russische Stück vom Stau- und Kraftwerk am Dnjepr. Aus der Wirtschaft und Schiffahrt gibt es Marken über die Getreideernte (Deutschland), Kaffee und Kakao (Ekuador), Fischerei (Niederlande) und über Kautschukgewinnung (Kamerun). Auch der Sport hat auf Briefmarken zahlreiche Gestaltungen gefunden; von Ungarn ist eine Marke über den Eislauf, von Belgien eine über einen Diskuswerfer und von Oesterreich über den Schneeschuhlauf herausgebracht worden. — So haben nahezu alle Gebiete der Geschichte und des öffentlichen Lebens in der Gegenwart ihre Darstellung gefunden, und mit Recht kann man sagen, daß die Briefmarkenkunde immer mehr zu der großen Lehrmeisterin geworden ist, die uns über die wichtigsten Erscheinungen und Ereignisse unterrichtet. C. K. Wirtschaft. Bhem-Mamische Börse. Mittagsbörse: Aktien weiter schwach. Frankfurt a. M., 2. Ott. Die Börse war bei wieder nur sehr ruhiaem Geschäft im Aktienmarkt weiter schwach, da angeblich weitere Auswandererabgaben oorgenommen wurden, denen infolge der fortbestehenden weltpolitischen Spannung keine Aufnahmeneigung gegenüberstand. Angesichts der starken Zurückhaltung blieben günstige Nachrichten aus der Wirtschaft wieder ohne Einfluß. Die durchschnittlichen Abschwächungen betrugen 1,50 v. H. Don chemischen Werten notierten IG. Farben mit 146,50 bis 146,75 bis 146,25 (148,40), Scheideanstart und Rütgerswerke büßten je 2 v. H., und Deutsche Erdöl 1 v. H. ein. Am Elektromarkt erlitten Siemens einen weiteren eMpfiMichen Rückgang mit minus 3,50 v. H., ferner verloren Schuckert und Elektrische Lieferungen je 2 v. H., AEG., Bekula, RWE. und Lahmeyer bis 2 v. H. Von Montanwerten lagen besonders Mannesmann und Rheinstahl mit je minus 1,75 v. H. schwach, im übrigen ergaben sich Verluste bis au 1 v. H. Matt lagen außerdem Conti Gummi (— 2 v. H.), Bemderg, Deutsche Linoleum und Holzmann ließen je 1,50 v. H., Muag 2 v. H., Daimler, Gement Heidelberg und AKU. bis 1 v. H. nach. Schiffahrtsaktten konnten sich behaupten, auch Reichsbank lagen mit 171 unverändert. Arn Rentenmarkt war die Grundstimmung freundlich, das Geschäft hielt sich aber weiterhin in engen Bahnen, auch war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Etwas höher lagen Altbesitz, Städte. Altbesitz, während späte Schuldbuchforderungen, Wiederaufbauzuschläge, Zinsvergütungsscheine und Kommunal-Umschilldung nur knapp gehalten eröffneten. Don fremden Werten ermäßigten sich 4pro» genüge Rumänen auf 5 (5,13) v. H. Auch in der zweiten Börsenstunde schwächten sich die Kurse am Aktienmarkt nochmals um etwa 0,50 bis 1 v. H. ab, so Hoesch, AKU., Reichsbank, Moe- nus Maschinen und Gement Heidelberg. Don später notierten Werten lagen Felten mit 101 (104,25), Zellstoff Waldhof mit 107 (109) und Buderus Eisen mit 98,25 (100,40) schwach. IG. Farben schwankten zwischen 145,75 bis 146,25, Siemens wurden mit 162 (166) notiert, verloren also erneut 4 v. H. Das Rentengeschäft blieb bei eher abbröckelnden Kursen sehr klein. Der Kassarentenmarkt wies dagegen nur minimale Veränderungen auf, gut behauptet blieben vor allem Gold- und Liquidationspfandbriefe, während Stadtanleihen keine einheitliche Haltung aufwiesen. Von fremden Werten notierten: 4 v. H. Ungarn Gold 8,90 (9), 5 v. H. innere Mexikaner 4,50 (4,65), 5 v. H. äußere Mexikaner mro. 10 v. H. Abendbörse leicht erholt. An der Abendbörse kam die nach unten gerichtete Bewegung der Aktienkurse zum Stillstand. Angebot lag nicht mehr vor, vielmehr zeigte sich auf der ermäßigten Basis etwas Rückkaufsneigung sowohl der Kundschaft, als auch der Börsenkreise selbst. Das Geschäft war aber ziemlich klein, da die Zurückhaltung im Zusammenhang mit der weltpolitischen Lage fortbestand. Die Berliner Schlußkurse waren größtenteils um 0,25 bis 0,50 v. H. erholt, so u. a. JG.-Farben mit 146,25 bis 146,75 (146,25), Stahlverein mit 76,40 bis 77 (76,50), Rheinstahl mit 104,13 (103,75), Schuckert mit 116,50 (115,75), Daimler mit 93,25 (92,90) und Deutsche Linoleum mit 145 (144,65). Der Rentenmarkt lag ruhig und kaum verändert, Altbesitz vermochten sich allerdings auf 110 (109,80) zu verbessern, auch 6proz. Stahlverein-Bonds notierten mit 101,90 um 0,13 v. H. freundlicher. Don Auslandwerten erhöhten sich 4proz. Schweizer Bundesbahn auf 186 (185,50). 11. a. notierten: Altbesitzanleihe 110, 6proz. Stahlverein 101,90, JG.-Farben-Bonds 124,25, Reichs- bahn-DA. 122,65, 5^proz. Frankf. Hyp. Bank Liquid. 100,75, Schutzgebietsanleihen 10, 4proz. SBB. 186, Eommerzbank 86,75, DD-Bank 86, Dresdner Bank 86, Reichsbank 170, Harpener 111,50, Klöckner 87,50, Hoesch 89,25, Rheinstahl 104,13, Stahloerein 76,40 bis 77, Allgemeine Kunstseide (Aku) 51. Bekula 141,50, Gonti Gummi 149,50, Daimler 93,25, Scheideanstalt 234, Deutsche Linoleum 145, Licht und Kraft 130, Gebr. Fahr 123, JG.-Farben 146,25 bis 146,75, Gesfürel 119,50, Goldschmidt 103, Hanfwerke Füssen 81, Holzmann 88,25, Junghans 82, Metallgesellschaft 101, RWE. 120,25, Schuckert 116,50, AG. für Verkehrswesen 74,50, Hapag 15. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Oft. Der Getreidegroßmarkt wies nur kleines Geschäft auf, da die Mühlen im Einkauf von Brotgetreide etwas zurückhalten und bei Weizen nur kleoerreiche Sorten aufnehmen. Abschlüsse in kontingentsfreier Ware scheitern an der schwer zu überbrückenden Spannung zwischen Forderungen und Geboten. Hafer und Gersten sind nicht am Markt. Futtermittel liegen still, auch das Mehlgeschäft ist sehr klein. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 201, W 16 204, W19 208, W 20 210; Roggen R 12 164, R 15 167, R18 171, R19 173, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl W13 27,85, w 16 28,10, W19 28,10, W20 48,45; Roggenmehl R 12 22,65, R 15 23, R 18 23,45, R 19 23,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17-10 bis 17,25; Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10; Rvggenkleie R12 9,95, R15 10,15, RÄ 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Müh- lenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20; Palmkuchen m. M. 16,80; Erdnuhkuchen m. M. 18,30; Heu 7,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Okt. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlaae: Vorauftrieb: 34 Rinder (2 Ochsen, 7 Bullen, 23 Kühe, 2 Färsen), 617 Kälber, 145 Schafe, 105 Schweine. Es kosteten: Kälber 42 bis 70 Mark, Hämmel 32 bis 42, Schafe 33 bis 37, Schweine 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber langsam, Hümmel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zugeteilt. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 3. Ott. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 11 bis 11 Vs, (inländische) Handelsklasse C 11, un- gezssichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 12, Gelbe Rüben 7 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 18 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 20 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 20 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirfische (deutsche) 38, (italie- nifche) 50, Brombeeren 40 bis 45, Preiselbeeren 40 bis 45, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 12, Nüsse 35 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40*, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Die Jagd im Oktober. Oktoberjagd — die Hauptjaadzeit des Jahres beginnt. Im R o tw ild revier ist die Brunft noch im Gange, um geaen Monatsmitte allmählich zu Ende zu gehen. Hirsche und Kahlwild haben Schuhzeit. Die Regelung des Abschusses durch die Kreisjägermeister hat dafür gesorgt, daß die gut veranlagten Hirsche vom Abschuß verschont bleiben, damit wir in einigen Jahren wieder einmal wirklich starke Hirsche, die das Jägerherz höher schlagen lassen, in unseren Revieren fahrten können. Neben dem Ausmerzen von schlecht veranlaaten Hirschen ist das Hauptziel des diesjährigen Abschusses eine Minderung der Kahlwildbestände, die aus Gründen der Landeskultur unbedingt erfolgen muß. Die Erlasse des Reichsjägermeisters sprechen hierin eine ganz klare Sprache. Es muß erreicht werden, daß der Abschuß an weiblichem Wild tatsächlich erfüllt wird. Schwarzwild findet überall einen gedeckten Tisch. Das massenweise 21 uftreten von Engerlingen, über das geklagt wird, veranlaßt das Schwarzwild zum Brechen auf Wiesen und Feldern. Angesichts dieser wichtigen Tätigkeit unserer Sauen, die der Forstmann schon immer als Schädlingsbekämpfer hochgeschätzt hat, sollte der Landmann eigentlich den ihm dabei entstehenden Schaden weniger stark betonen. Die Bejagung kann zur Zeit nur zu Ein^el- strecken führen, wähsend zum Jagen mit Aussicht auf größere Strecken Schnee gehört. Am 15. Oktober endigt die Schußzeit des Reh - d o cke s. Im Sinn des Jagdgesetzes ist ein männliches Kitz noch kein Rehbock, sondern wird es erst im nächsten Jagdjahr. Wenn also der Abschuß von Kitzen freigegeben ist, so bezieht sich dies auf männliche und weibliche Kitze. In der Abschußmeldung sind allerdings entsprechend der zu führenden amtlichen Abschußliste Bockkitze besonders aufzuführen. Denn alle Versuche, unsere Rehbestände besser zu gliedern, müssen natürlich zu einem negativen Ergebnis führen, wenn wahllos Bockkitze und weibliche Kitze geschossen, werden. Der Herbstabschuß soll vor allem die Ueberzahl weiblichen Rehwildes treffen. Wenn dabei auch Bockkitze freigegeben sind, so hat dies nur den einen Sinn, daß ausgesprochen geringe Kitze unter allen Umständen geschossen werden können, mögen sie nun männlich oder weiblich sein. Denn die Grundforderung muß vor allem sein, alles schwächliche Wild, von dem wir infolge falschen Abschusses und fehlender strenger Winter All viel haben, abzuschießen. Die Schußzeit für weibliches Rehwild ist jetzt mit 3V- Monate so lange, daß der angesetzte Abschuß durchgeführt werden kann und muß. Jagdausübungsberechtigte, die dieser Forderung nicht nachkommen, müssen damit rechnen, daß gegen sie im nächsten Jahre mit besonderen Maßnahmen eingeschritten werden wird. Es sei übrigens noch auf folgendes hingewiesen: Wenn ein Jagdausübungsberechtigter seinen Abschuß an Bocken nicht erfüllt hat, so darf er, wenn er es im Interesse feines Reviers für richtig hält, für jedes nicht geschossene männliche Stück ein weibliches strecken (siehe Vorbemerkung zum Abschußplan). Am 1. Oktober beginnt die tiagb auf den Hasen. Es kann gar nicht dringend genug davor gewarnt werden, zu früh mit diesem Abschuß zu beginnen. Es gibt noch außerordentlich viele geringe Hasen, die wirtschaftlich unterwertig sind. Die warme Witterung ist ferner der Verwertung der Hasen auf dem Wildmarkt auch nicht günstig. Schließlich ist eine Häsin, deren Gesäuge voller Milch ist, auch nicht nach jedermanns Geschmack. Wir müssen uns aber immer wieder vor Augen halten, daß unsere Wildbestände in der kalten Jahreszeit dazu berufen sind, den Nahrungsbedarf unseres Volkes decken zu helfen. Abschuß minderwertigen, dem Verderben ausgesetzten Wildes widerspricht daher den Volks- interessen ebensosehr, wie es im Hinblick auf die Jagdkasse eine Dummheit ist. In der zweiten Monatshälfte, wenn es kälter zu werden pflegt, setzen bann allmählich die Waldtreiben auf Hasen ein. Die Jagd auf das Feldhuhn ist noch offen. Wenn Ende September die Hühner meist schlecht zu hatten pflegen, bann kommen gegen bie Mitte bes Oktober Tage, wo bie maufernben Hühner hatten „wie bie Klotze". Es können bann noch einmal recht gute Strecken mit sehr starken Hühnern erzielt werben. Auch bie Fasanenjagb geht am 1. Oktober auf. Der Jäger sollte bei uns unb bem lückenhaften Fasanenbesatz nur vollkommen ausgefärbte Hähne schießen unb Hennen schonen. Wünschenswert wäre, wenn bie absolute Hennenschonung für biefes Jahr burch bie Jagbbehorben erzwungen würbe. Die Walbschnepfe ist auf bem Zug nach ©üben. Währenb ber Frühjahrsstrich ber Schnepfe allgemein bekannt ist unb von vielen Jägern mit Leibenschaft zum Abschuß benutzt wirb, ist der Herbststrich fast unbekannt, obwohl er oft viel bessere Strecke liefert unb bazu Schnepfen, bie wesentlich besser an Wilbbret finb. Die Mauser ber Enten ist vorüber, unser W i l b e r p e l trägt sein Prachtkleib unb ist so bem Schützen eine befonbers willkommene Beute. Ringeltauben finb noch ba unb können geschossen werden. Der Dachs ist feist. Seine Zahl bürste in vielen oberhessischen Revieren größer sein, als ber Nieber- jagb gut ist. Dazu kommt, daß auch verschiebentlich Wilbschäben durch Dachse aufgetreten sind. Es dürfte daher angezeigt sein, durch Graben der Baue oder Abschießen am Bau ihre Zahl zu verringern. Der F u ch s b a l g ist noch nicht gut. Später wird der rote Schelm eine willkommene Abwechslung in bie Strecke ber Treibjagb bringen. Während der Weidmann so im Gilb Hardt Jagd- freuben in Fülle genießen kann, muß sein Denken weitergehen, wenn er ein rechter Weidmann sein will. Rasch gehen bie schönen Herbsttage bahin, ber Winter kommt, von bem wir nicht wissen, ob er unserem Wilb nicht bittere Not bringen wirb. Drum muß alles vorbereitet werden, so daß es nur eines raschen Entschlusses bedarf, um an Schüttungen und Fütterungen dem Wild einen Tisch zu decken, den es bereits kennt und dankbar an» nehmen wird — zu des Hegers Freude. Hubertus. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankbiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.271. Lerlm Schluß, furd Schluß!. Abendbörse Schluß« fürs Echlußf. Mittag- börse Datum 1.10. 2.10- 110. 2.10. 8% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5yt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 100 96,75 100,5 110 100,3 96 96,13 100,5 113,25 96,25 100,5 101 97 97 107,25 27 1,4 9 8,8 8,9 10 100 96,75 110 96 96,13 100,25 91,5 114 96,25 100,75 101 97 97 107,25 27 8,9 8,85 8,9 10 100,25 96,75 101,5 110 100,25 96,5 113,5 101 97 97 107,25 27 1,4 9 8,8 9 10,25 * 99,9 96,65 101 109,8 100,2 113,75 101 97 97 107,25 28 1,4 8,85 8,75 8,9 9,75 w» 4*/,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% ef)em.8% Hess. BolÜstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6Yi% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provtnz-Anleihe mü Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. 8bu leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 V/i% ehem. 414% Franks. Hyp.- Bank.Liqu.-Dsandbriese....... 6y,% ehem. 414% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... i¥i% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- vnefanstalt, Pfandbriefe R. 19 414% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- briefanst., Gold Komm. O6I.VI Steuergutsch.DerrechnungSk. 35-39 4% Oesterretchifche Goldrrnte.... 4,20% Oesterreichtsche SUberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 454% vesgl. von 1913 ....... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe i•••eeeee,13 5,85 5 37,25 15 16,13 74,5 110 86,75 86 86 170 36,25 141,5 107,5 130 101 119,5 133 120,25 116,5 162 126 98,25 102,13 6,1 9,75 5,13 37,75 15 27,25 1 ) 75,25 110 87,75 87,5 87,5 1/1,65 36,65 142,65 108,75 131,5 102,25 121,13 135 120,65 118,4 165 127 99,75 103,5 5,9 9,5 4,9 37,5 14,75 26,25 16,25 74,5 110,75 86,5 86 86 170 36,13 141,9 107,5 129,75 100 119,5 133 120,13 115,75 162,5 125 97,5 102 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prioat-Bank... O Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Retchsbank ................ 12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus .................... Deutsche Erdöl ............ 4 Gelsenkirchener..............0 15 16,4 75 110,25 87,75 87,25 87,5 171 37 142,5 110 131,25 104,25 120,5 135 120,75 118 166 126 100,4 103 Harpener.................. O Hoesch Eisen—Köln-Neuess« .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............. 111,75 90 123,5 88,75 84,36 111,5 89,25 122,5 87,5 82,75 112,65 90,25 123 88,75 84,25 111,5 89 120,75 87,5 8M Mannesmann-Röhrn» —... Ü Frankfurt a. M. Berkin Schluß- kurS Schlußf. Abendbörse Schluß- fürs Schlußf. Mittag, börse Datum 1.10. 2.10. 1.10. 2.10. ManSselder Bergbau .. ....... । 116,25 — 116,5 114,5 KokSwerke ........... .......6 — — 112,5 112 Phönix Bergbau...... .......O —— — Rheinische Braunkohlen .....12 215 213 215 213,5 Rheinstahl ........... .....s ya 105,5 104,13 106 103,75 Bereinigte Stahlwerke. .......0 77,5 77 77,9 76,5 Otavi Minen ........ .......0 18,75 18,4 18,5 18,25 Kaliwerke Aschersleben. .......5 131,5 130,25 130,5 129,4 Kaliwerke Westeregeln. .......6 122,5 121,5 103 121 Kaliwerke Salzdetfurth .....?y« 184,75 182 3- ®. Farben-Jndustrte .......7 148,5 146,75 148,75 146,25 Schetdeanstalt........ .......i 236 234 — Goldschmidt ......... .......0 106 103 105,5 103 Rütgerswerke........ .......4 114 110 112,5 104 110,25 Metallgesellschaft...... .......4 104 101 101 Mtpp Holz mann...........O| 91 I 88,25 I 90,5 I 88,25 iementwerl Heidelberg ......S 116,25 114,5 — — ementwerk Karlstadt......... *, 131,75 I — I —I — Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................O Hellstoff Waldhos............O Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........6 Orenstein L Koppel ........— O Westdeutsche Kaufhof.........O Ehade................. o Aecumulatoren-Fabrü....... 12 Eonti-Gummi ..............8 Grttzncr.................... Mainkraftwerke Höchst a,SL... Süddeutscher Liuler,nMMH — — 103,25 101,4 51,5 51 51,5 50,75 107 105,5 107,5 105,5 109 107 108 107,25 82 79 81,5 78,5 125,5 124 94 93,25 94 92,9 147 145 147 144,65 — 79 78,5 25,5 24,75 25 24,75 285 282 285 281,5 — 175 173 150,5 149,5 151 149,5 28,5 I 28,25 208,51 208 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL Banknoten. 1 .Oktober 2.Oktober Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Buenos «tttr 0,681 0,685 0,680 0,684 Brüssel ..... 42,00 42,08 41,96 ■ 42,04 Rio de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,48 54,58 54,40 54,50 Danzig..... 46,82 46,92 46,82 46,92 London ..... 12,20 12,23 12,185 12,215 Helüngsor».. 5,375 5,385 5,365 5,375 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 168,24 168,58 168,18 168,52 Italien..... 20,30 20,34 20,30 20,34 Iavan ...... 0,716 5,686 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,674 Oslo..... : 61,26 61,38 61,18 61,30 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49.05 Lissabon.... 11,06 11,08 11,045 11,0. 5 Stockholm... 62,90 63,02 62,81 62,93 Schweiz .... 80,86 81,02 80,96 81,12 Spanien.... 33,93 33,99 33,93 33,99 Prag....... Budapest ... 10,285 10,305 10,285 10,305 Reuyork.... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin,2.Oktober Geld irlel Amerikanische Rot«............ 2,438 2,458 Belgische Noten.............. 41,80 41,96 Dänische Noten ............... 54,19 54,41 Englische Noten ................. 12,15 12,19 Französische Noten............... Holländische Noten ............. Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling 16,325 167,76 19,46 61,02 16,385 168,44 19,54 61,26 Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............. 62,64 62,90 Schweizer Noten................. 80,78 81,10 Spanische Noten................. Ungarische Noto» ................ 33,57 33,71