Ur. 152 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 3. Juli 1935 Erscheint tftgltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©iegener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Monats-Vezügspretz: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt -ternfprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Stonffurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche Untverfitüts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. 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Der polnische Außenminister Oberst Beck. (Scherl-M.) Minister Freiherr von Neurath, Staatssekretär von Bülow, der deutsche Botschafter in Warschau Don Moltke, der Chef des Protokolls Graf von Baffewih und der Ministerialdirektor der Oslabteilung des auswärtigen Amtes Meyer. Von polnischer Seite waren sämtliche Herren der polnischen Botschaft in Berlin unter Führung des Botschafters Joseph L i p s k i sowie zahlreiche Mitglieder der Berliner polnischen Kolonie anwesend. Nach der Ankunft unterhielt sich der Außenminister in angeregtem Gespräch mit dem Reichsauhen- minister und begab sich dann durch das Fürsten- zimmer auf den Bahnhofsvorplatz, wo gegenüber dem Bahnhof eine Ehrenkompanie de rLeib - standarte Adolf Hitler mit präsentiertem Gewehr den polnischen Auhenminister ehrte. Nach einem kurzen Dank verabschiedete sich der pol- Nische Auhenminister von den deutschen Herren und fuhr in Begleitung des polnischen Botschafters nach der polnischen Botschaft, wo er während seines zweitägigen Berliner Aufenthaltes Wohnung nehmen wird. Zahlreiche Mitglieder der polnischen Kolonie und viele Berliner wohnten der Ankunft des Gastes bei. Paris, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Mit der Frage der deutsch-französischen Beziehungen beschäftigt sich in der radikalsozialistischen „Republique" der Abgeordnete V a st i d, Vorsitzender des auswärtigen Kammerausschusses. Lr schreibt u. a.: Die Atmosphäre scheint heute etwas besser zu sein. Un- ere Oeffentlichkeit steht vielleicht einer freien Aus- prache mit Deutschland nicht mehr ganz so fern wie noch vor einiger Zeit. Ob die Bedingungen für diese Aussprache für uns günstiger sind, ist eine andere Frage. Ich glaube im Gegenteil, dah wir das gröhte Interesse daran gehabt hätten, o schnell wie möglich schon bei der Machtübernahme durch das nationalsozialistische Regime, mit dessen baldigen Sturz zu rechnen eine Vermessenheit war, die Verhandlung anzubahnen. Ich habe nicht das Gefühl, dah ein heute verwirklichtes Abkommen genau denselben Wert haben könnte, wie eine gestern erzielte Verständigung. Wir haben wieder einmal Zeit verloren. Aber nicht desto weniger können wir immer noch aus freien Stücken verhandeln. Jedoch möchte ich zwei Fragen stellen: Können wir eines Tages nicht doch gezwungen werden, zu verhandeln und schwächt die oblaufende Zeit nicht auf jeden Fall die Vorteile unserer Lage? Die Ereignisse der letzten Wochen bezeugten mit unwiderstehlicher Gewalt, dah jede Politik, die selbst den flüchtigen und trügerischen Anschein einer diplomatischen Li n - kreisung Deutschland besitzt, zum Miherfolg verurteilt ist. England und Italien geben uns vielleicht die mündliche Genugtuung, auf die unsere Eigenliebe Wert legt. Man wird weiterhin von der Unteilbarkeit des Friedens und der Einheitsfront zwischen ihnen und uns sprechen. Aber wenn es darauf ankommt, was bleibt dann von diesen harmonischen Erklärungen? Inzwischen wächst das Ansehen Deutschlands. Das ist eine Tatsache. Deutschlands Anziehungskraft dehnt sich aus, sogar bis in die Valkangegenden, die bisher überlieferungs- gemäh der französischen Sache zugetan waren. Ich stelle das mit größter Traurigkeit fest. Soll man aber warten, bis die Ereignisse sich vollendet haben? heute braucht Deutschland uns noch: wird das aber immer der Fall fein? Vom Standpunkt un- seres heiligen Egoismus aus — keine Formel trifft heute besser zu als diese — steht nichts der Anbahnung von Besprechungen im Wege. Und was die allgemeine Friedenspolitik anlangt, die wir verfolgen — bisweilen unter Ausschluß und zum Schaden von anderen Gedanken — braucht man da noch zu beweisen, dah sie dadurch keinen Schaden nehmen könnte? Die Frontkämpfer-Aussprache. Die deutschen Frontkämpfer am Grabe des unbekannten Soldaten. i Bei der ersten Vollversammlung der von dem ; Interalliierten Frontkämpferverband veranstalteten , internationalen Konferenz der Frontkämpfer waren i zugegen die Vertreter von elf Mitgliederstaaten, . die im ganzen 10 Millionen Mitglieder umfaßt und die Vertreter von 5 Millionen Frontkämpfern und In feiner Begleitung befinden sich feine Gattin, seine Tochter, fein Kabinettschef Graf Lubienski sowie der Privatsekretär. Zur Begrühung der polnischen Gäste hat sich auf dem Bahnsteig eingefunden: Staatssekretär Meißner alsvertreter des Führers und Reichskanzlers, Auhen- Kriegsopfern Deutschlands. Präsident Jean Des« bons wies besonders auf die Tatsache hin, daß die Vollversammlung der alliierten Frontkämpfer zum erstenmal mit den berufenen Vertretern aller deutschen Frontkämpfer zusammentreffe. Der Führer der deutschen Abordnung, Reichskriegsopferführer Oberlindober gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, die persönliche Fühlung aufneh- Die Reichshauptstadl empfängt den Besuch eines der jüngsten und hervorragendsten Diplomaten des nachkriegszeitlichen Europa. Der polnische Außenminister, Oberst Beck, Hausherr des „Palais Brühl" in Warschau und engster Vertrauter des verstorbenen Marschalls Pilsudski, erwidert die Besuche, die deutsche Minister in diesem und im vergangenen Jahr in Polen gemacht haben. Er trifft zum ersten Male Adolf Hitler, den Mann, der mit Marschall Pilsudski jenes Verständigungsabkommen vom 26. Januar 1934 schloß, das seitdem eine der festesten Stützen des europäischen Friedens und des Aufstiegs Polens zur Großmacht geworden ist. Wie sehr Oberst Beck berufen ist, den außenpolitischen Willen des toten Führers des polnischen Volkes zu vollstrecken, das zeigt die Geschichte seines Lebens und das Vertrauen, das ihm vor allen anderen vom Marschall Pilsudski geschenkt men zu können. Diese Fühlungnahme diene dazu, das gegenseitiae Kennenlernen und ein besseres Verstehen zwischen den vertretenen Nationen zu fördern. Daran schloß sich eine allgemeine Aussprache, die den Wunsch aller Natwnen bewies, gemeinsam zu arbeiten, um den Wunsch der alten Frontkämpfer nach Aufrechterhaltung des Friedens in der Welt zu verwirklichen. Ein Redaktionsausschuß von 9 Mitgliedern wird der Vollversammlung einen Entschlreßungsentwurf unterbreiten. Im Anschluß an die Vollversammlung fand am Abend ein geselliges Beisammensein statt. Die Abordnung der deutschen Frontkämpfer legte am Grabe des unbekannten Soldaten einen großen Kranz nieder. Die Schleife trug die Inschrift „Dem unbekannten französischen Soldaten — die deutschen Frontkämpfer". Als der Führer der deutschen Abordnung Oberlindober den Kranz niederlegte, senkten sich die spalierbildenden Fahnen mehrerer ausländischer Kriegsteilnehmer-Verbände (Frankreich, Italien, Portugal, England und Amerika) über der ewigen Flamme. Die Deutschen verharrten mit erhobener Hand einen Augenblick vor dem Grabe. Herriol empfängt die deutschen Frontkämpfer. Paris, 2. Juli. (DNB.) Die 50 deutschen Frontkämpfer, die, wie schon gemeldet, ihre französischen Kameraden von der Vereinigung lungenverletzter französischer Frontkämpfer nach ihrem Besuch in Stuttgart nach Frankreich begleitet hatten, wurden im Rathaus von Lyon von Staatsmi- nist er und Oberbürgermeister herriot herzlich willkommen geheißen. Der Leiter der deutschen Kriegsteilnehmer-Abordnung gab dem Wunsch nach einer Versöhnung, nicht allein zwischen den deutschen und französischen Frontkämpfern, sondern zwischen den beiden großen Völkern Ausdruck. Staatsminister herriot erklärte, daß auch er die Annäherung der beiden großen Völker wünsche. Er fuhr dann fort: „Wenn unsere beiden großen Länder noch einmal versuchen würden, sich gegenseitig zu zerfleischen, so würde das den Untergang bedeuten. Wenn ein altes Sprichwort sagt „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", so müssen wir bedenken, dah die erste Schwalbe Mut benötigt, um die anderen mit sich hu ziehen. Ich begrüße in Ihnen, die erste Schwalbe des Frühlings." Die Fühlungnahme zwischen deutschen und französischen Frontkämpfern findet in der Presse geteilte Aufnahme. „L'Jnformation" schreibt: Wir zweifeln nicht an dem guten Glauben derer, die auf dem Schlachtfeld unsere Gegner waren und heute mit versöhnlichen Worten zu uns kommen. Aber um wievieles glücklicher wären wir, wenn wir wüßten, daß sich ihre friedliche Haltung verallgemeinern und ihre Aktion in Deutschland selbst ihre Früchte tragen würde. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Frankreich sich mit Deutschland zu verständigen wünscht. Der Wille zur Zusammenarbeit am Werke des Friedens muß aber beiderseits gleich stark sein und in allen Dingen zum Ausdruck kommen. — „Liberty" schreibt: Die französischen Frontkämpfer glauben, sie arbeiten an der deutsch-französischen Annäherung. Wir müssen ihnen entgegenhalten, daß sie sich da auf dem Holzwege befinden. Die Verbände französischer ehemaliger Frontkämpfer haben weder die erforderliche Eignung noch die notwendige Autorität, um bei den Verhandlungen mit Deutschland die Stelle der Regierung einzunehmen. Sie sind in Wirklichkeit Privatleute. Die Deutschen sind Partner, die man fürchten mußt, einmal, weil sie verschlagen sind, und bann, weil sie einig sind. Möge man französischerseits doch so vorsichtig sein und mit ihnen über internationale Fragen durch den einzig zulässigen Vermittler sprechen, nämlich die Regierung der Republik. „E x c e 1 s i o r" erklärt, zum erstenmal finden sich offiziell die Frontkämpfer beider Lager zusam- men. Die ehemaligen alliierten Frontkämpfer wollen der Vergangenheit nicht Rechnung tragen, heben jedoch folgende beiden Punkte heraus: 1. Die Verträge müssen als unantastbar gelten. Ihre volle oder teilweise Aenderung kann nur mit Zustimmung der Kontrahenten erfolgen. 2. Der Krieg ist keine Lösung für entstehende Streitigkeiten. Das Schiedsgerichts verfahren ist für alle schwebenden Fragen geboten. Sind die ehemaligen deutschen Frontkämpfer entschlossen, diesen beiden Punkten vorbehaltlos zuzustimmen? Abessinien ans -er Tagesordnung der heutigen Kabinettssihung in London. Ernste Gorge der britischen presse um die Stellung des Völkerbundes. London, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Kabinett wird am heutigen Mittwoch seine erste Vollsitzung feit der Rückkehr Edens von seiner Reife nach Paris und Rom abhalten. Verschiedene Blätter erwarten, daß das Kabinett heute grundsätzliche Schlußfolgerungen ziehen und über seinen künftigen politischen Kurs entscheiden wird. Die Schlußfolgerungen und Entscheidungen dürften die Grundlage der für Donnerstag nächster Woche erwarteten außenpolitischen Unter« Haus-Erklärung bilden. Das Organ der Arbeiterpartei „Daily Herold" schreibt: Das Kabinett hat heute der ungemein ernsten abessinischen Lage gegenüberzutreten. Die vorherrschende Ansicht ist, daß der Völkerbund in entscheidender Weise vorgehen muß, um einen Friedensbruch durch Italien.zu verhindern, falls nicht der Völkerbund selbst und das System der kollektiven Sicherheit endgültig aufgegeben werden sollen. Da Mussolini jede Anregung eines Kompromisses verworfen hat, ist der einzig mögliche Kurs der, Italien zu warnen, dah wirtschaftliche Sanktionen zur Anwendung gebracht werden würden, falls es unter Verletzung der Völkerbundssahung zum Kriege schreitet. Line solche Warnung kann natürlich nicht von einer einzigen Macht ausgehen, sie muß vom Völkerbundsrat kommen, und dies kann nur geschehen, wenn feststeht, dah die Hauptmitglieder bereit sind, gegebenenfalls der Warnung entsprechend zu handeln. Der erste Schritt besteht somit in der Feststellung, ob die anderen Vötkerbundsmachte, besonders Frankreich/ bereit sind, der Völkerbundssahung gesetzliche Gültigkeit zu.geben. Das Kabinett wird also heute zu entscheiden haben, ob diese schicksats- rourbe. den folgenden Jahren führen atische Missionen nach Rurnä- damaligen polnischen Regierung. Als dann 1926 Pilsudski sich anschickt, den durch die Parteien verwirtschafteten Staat zu erobern, ist Josef Beck wieder an seiner Seite. Bei der Einnahme Warschaus durch die revoluttonären Truppen spielt er eine hervorragende Rolle. Von diesem Zeitpunkt an genießt Beck das volle Vertrauen Pilsudskis. In der sogenannten Obersten-Gruppe, die nunmehr im Auftrage Pilsudskis die Leitung des Staates übernimmt, ist er einer der markantesten Kopfe. 1926 wird Beck Kabinettschef im Kriegsministerium, 1930 Vizepremier und noch im selben Jahre Unterstaatssekretär des Aeußern, 1932 löst er endlich den bisherigen Außenminister Z a l e s k i ab, den letzten Vertreter der franzosenhörigen Richtung des vergangenen Regimes. Damit ist die Periode der polnischen Unter- werfuna unter den Willen des französischen Bundesgenossen endgültig abgeschlossen. Es tritt eine neue Grundauffassung der polnischen Außenpolitik in Erscheinung, die Pilsudski auf einer ßegionars- taqung im Jahre 1922 einmal so formuliert ha: Man muß den Wert Polens unter fernen gärtnern erhöhen, man muß überall hoch spielen, niemals niedrig." Diese Konzeption, nach der Oberst Josef Beck ist wohl schon von Geburt her für eine politische Laufbahn bestimmt gewesen. Sem Vater war Vizeminister des polnischen Innenministeriums. Im Jahre 1894 im ehemaligen österreichischen Kronlande Galizien geboren, besuchte Josef Beck die Schule in Krakau und studierte dann in Lemberg und Wien. Als der Weltkrieg ihn in der Hauptstadt der österreich-ungarischen Monarchie überraschte, trat der Zwanzigjährige sofort in die polnische Legion ein. Er gehört zu den Männern der ersten Brigade Pilsudskis. Bei Kriegsende steht er auf gefährlichem Posten in der Ukraine, wo er insgeheim das Polentum für den kommenden grohpolnifchen Staat organisiert. Nach Errichtung des selbständigen polnischen Staates kehrt er heim, um kurze Zeit darauf als Kommandant einer Reitenden Batterie in den Krieg zu ziehen gegen Sowjetrußland. Es folgt dann eme Tätigkeit im Generalstab, und in t' C1~‘* "" ihn besondere diplomatische nien, nach Frankreich und Belgien. Aber seine Tätigkeit als Militärattache in Paris dauert nicht sehr lange Er kehrt 1923 nad) Warschau zurück, quittiert den Dienst und begibt sich in eine entbehrungsreiche Opposition zu der Beck zäh und klug gearbeitet hat, ist gekennzeichnet durch soldatischen Mut wie durch nüchterne Realpolitik. Sie sand ihren klarsten Ausdruck in dem polnisch-russischen Nichtangriffspakt und in dem deutsch-polnischen V e r st ä n - digungsabkommen, an dessen Zustandekommen der jetzige polnische Außenminister maßgebendsten Anteil hatte. Wenn Josef Beck nun zu feinem ersten offiziellen Staatsbesuch in Berlin weilt, so begrüßt das deutsche Volk in ihm einen tapferen Soldaten, einen kluaen Politiker und den Schrittmacher einer friedlichen deutsch-polnischen Verständigung, die ihre Früchte für die beiden Nachbarvölker wie für den Frieden Europas bereits getragen hat. Man weiß, daß die Engländer den Franzosen die selbständige Anknüpfung von deutsch-französischen Gesprächen nahegelegt haben. Wenn die Franzosen den Fall in absehbarer Zeit ernsthaft ine Auge fas- fen sollten, so werden sie uns zunächst natürlich mit der Frage kommen: Wie habt ihr's nun mit dem Oft patt? Die Oeffentlichkeit weiß, welche Bedenken wir im Hinblick auf die Kompliziertheit und Unübersichtlichkeit der Dinge im Osten, die ja bis zum Stillen Ozean reichen, gegen regionale Beistandspakte haben, selbst wenn durch den Druck der Westmächte die litauische Frage in ein anderes Licht gerückt werden könnte. Der polnische Außenminister steht ebenfalls auf dem deutschen Standpunkt, daß der Frieden im Osten am besten gesichert ist, wenn die verschiedenen Nachbarn in zweiseitiger Verständigung die zwischen ihnen schwebenden Fragen bereinigen und die gegenseitige Nichtangriffsverpflichtung übernehmen. Die Aussprache in Berlin wird sicher der Vertiefung dieser Grundgedanken dienen und darüber hinaus die wirtschaftliche Verankerung des politischen Vertrages fördern. Die Probleme, die durch die Londoner Abmachung vom 3. Februar und die daran anschließende Entwicklung aufgerollt wurden, können die deutschen und die polnischen Staatsmänner ganz ohne Leidenschaft und beinahe akademisch behandeln, wenn sie in der Ostpaktfrage einig sind und einig bleiben wollen. Gerade in diesen Tagen, kurz nach dem Abschluß in Lon- don, werden wir uns anläßlich des polnischen Be* suches gerne der Tatsache erinnern, daß die Aufgeschlossenheit und Beweglichkeit entschlußfreudiger polnischer Staatsmänner die erste Bresche schlagen hals- V, n b b a Berlin. hingerichtet worden. Ferner ist durch 2 k ti 11 Aus aller Welt 1 k i n u D a t ( ll d b u d d v b r 5 L 2 o L a r n Moskaus Protest in Tokio Scharfe Sprache der sowjetrussischen presse. b f o r 2 11 Verstimmung in Paris. Sorge um die Zukunst des französischen Ostafrika-Hafens Dschibuti. erforderlichen Kenntnisse durch zunächst versuchsweisen Anbau kleinerer Flächen für den eigenen Hausgebrauch erlangt sind, und wenn der Absatz vor dem Anbau durch Anbauverträge sichergestellt wurde. Nur auf diese Weise ist die heimische Drogen- und Gewürzversorgung sia>erzu- stellen. Die Anbauer wurden ermahnt, nur ganz erstklassige Ware zu erzeugen, weil nur für diese Verwendung vorhanden ist. Besichtigungsfahrten führten in Gemeinden mit starken Pfefferminz- und Baldriananbau, ferner rn Gegenden mit Anbau von Alant, Angelika und Liebstöckl und in die Gemeinden Schloßvippach (Anbau von Artemisia) und Groß- und Kleinrudestedt (Anbau von Koriander). Bei Jena und Dornburg konnte man Melisse, römische Kamille, Benediktenkraut, Ringelblumen, Königskerzen, Weinraute, Majoran, Stechapfel, Bilsenkraut usw. sehen. Bei Löberschütz und Jena-Löbnitz findet starker Anbau von Pfingstrosen statt. Weiter waren zu sehen Löffelkraut, Erberreis, Kerbel, Mariendistel, Partinaken, Salbei, Malven usw. Der dritte Tag wurde für eine Fahrt in das Fenchel- anbaugebiet bei Lützen ausgenützt. Deutsche Wertarbeit im Ausland. — Ein Salon- wagenzug für den türkischen Staatspräsidenten. Die Hauptverwaltung der türkischen Staatsbahnen und Häfen in Ankara hat bei dem deutschen Industriekonsortium einen Salonwagenzug für den türkischen Staatspräsidenten Kemal Atatürk bestellt. An diesem Auftrag waren beteiligt die MAN=$ßerfe Nürnberg, das Linke-Hofmann-Werk Dresden-Breslau, die Firma Wegmann Kassel, die Maschinenfabrik Eßlingen und die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg. Die Wagen find fertlggestellt und verlassen bereits das Werk, um nach Sirekeci, der Abnahmestation in der Tür» zutasten, dann wird er auf eine solche Abwehr stoßen, daß ihm aüf lange Zeit die Lust zu ähn- lichen Abenteuern vergehen wird. Japans Heer und Mar.ne weisen die Beschuldigungen zurück. Tokio, 2. Juli. (DNB.) In japanischen Armeekreisen hält man den sowjetrussischen Protestschritt für gänzlich unbegründet und erklärt, die japanischen Truppen seien zu diszipliniert und im übrigen auch zu schwach, um diese angeblichen Grenzverletzungen begehen zu können. Wenn der Sowjetregierung etwas daran liege, den gegenwärtigen Zustand zu beendigen, so können sie dies nur durch eine klare Grenzziehung erreichen. — In Marinekreisen wird der sowjetrussi- sche Protest wegen des angeblichen Eindringens mandschurischer Kanonenboote in Sowjetgewässer ebenfalls zurückaewiesen. Man erklärt, Sowjetrußland habe sich bisher stets geweigert, zu einer Verständigung über den Verkehr auf dem Amur zu gelangen und damit klare Verhältnisse zu schaffen. 200 Aufständische bei peiping gefangen genommen. P e i p i n g, 2. Juli. (DNB.) Auf der Verfolgung der Aufständischen, die vor einigen Tagen in Peiping mit einem Panzerzug einfielen, wurden bisher über 200 in der entmilitarisierten Zone von der chinesischen Sonderpolizoi gefangengenommen. Unter ihnen auch der Kommandant des Panzerzuges, Tuan Ehunchih, und sein Stellvertreter, Chia Puyen. Beide wurden zum Tode verurteilt und bereits erschossen Die gefangenen Soldaten sagten aus, sie seien vom Komandanten getäuscht worden. Er habe den Panzerzug unter dem Vorwand, in Peiping seien Unruhen ausgebrochen, zu deren Unterdrückung der Panzerzug eingesetzt werden sollte, in Fahrt gesetzt. zösisch-enalisch-italienische Solidarität auswirken müßten, sondern auch, auf die kollektive Sicherheit, die England doch ebenso wie Frankreich unter dem Schutz des Völkerbundes herzustellen versuche? „Ordre" wirft England vor, nur an seine eigenen Belange zu denken. England sei jetzt nur noch um die Lösung des abessinischen Streites besorgt. Es wolle einen Keil zwischen Frankreich und Italien treiben, um Italien kalt zu stellen. Die Folge aber würde die gleichzeitige Isolierung Frankreichs sein. Das Scho in Rom. Rom, 2. Juli (DNB.) Die römische Presse nimmt energisch protestierend zu den Unterhaus-Erklärungen Edens Stellung. „Giornale d'Italia" betont, die englischen Vorschläge hätten in keiner Weise der italienischen Auffassung Rechnung getragen. Vor allem sei nichts in den Vorschlägen, was Italien eine dauerhafte Sicherheit an seinen Grenzen nach Abessinien verbürge. Abessinien würde auch trotz aller seiner Beleidigungen und Verletzungen italienischer Rechte unbehelligt und ungestraft bleiben. In den Rang eines Mitarbeiters Englands erhoben, würde es foaar ermutigt und belohnt. Der Streit zwischen Italien und Abessinien würde dann nur aufgeschoben sein. Ein Aufschub aber bedeute für Abessinien einen Vorteil, da es Zeit zu weiteren Kriegsvorbereitungen gewinne. Ein abessinischer Hafen in Zaila würde weiter einen offensichtlichen wirtschaftlichen Vorteil für England und eine wirtschaftliche Benachteiliyung für Italien bedeuten. Hinsichtlich der gebietlichen Angebote Englands bedanke sich Italien, etwa durch Zuteilung von Ogaden einen neuen unfruchtbaren und wüstenartigen Landstrich zu bekommen, dessen wirtschaftlicher Wert gleich Null sei. Italien habe genügend wertlose, unfruchtbare Gebiete. Derartige Gebiete schüfen kein neues, nutzbares Arbeitsfeld, sondern vermehrten nur die Last nutzloser und hinderlicher Landstriche. „Tribuna" spricht von „hinterhältigen" Vorschlägen Edens an Mussolini, die jeden möglichen Verdacht über die wahren Beweggründe Englands auftauchen ließen. Moskau, 2. Juli. (DNB.) Die Sowjetpresse beschäftigt sich in scharfen Wendungen mit der Entwicklung im Fernen Osten. Die „Jswestija" schreibt u. a.: Die letzten Ereignisse besagen, daß einige aggressive Militärkreise der Mandschu- r e i nach Regelung der sehr wichtigen Fragen der o st chinesisch en Bahnen um jeden Preis die friedlichen politischen und Handelsbeziehungen zwischen Japan und der Sowjetunion sprengen wollen. Wir erklären noch einmal, daß die Völker der Sowjetunion und unsere Regierung in Frieden mit dem japanischen Volk leben wollen und daß unsere Regierung alle möglichen Maßnahmen für die Entwicklung friedlicher politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen trifft. Mit um so größerer Energie protestieren sie gegen das B e t r a g en gewisser japanischer Mili- tärbehörden , welche die Sache des Friedens offensichtlich stören wollen. Wir hoffen, daß in Japan der Verstand über die geistige Blindheit und die Politik des Friedens über die Politik wahnsinniger Abenteuer siegen werden. — „Prawda" erklärt: Sowjetöffentlichkeit und Regierung sind nicht gewillt, zuzulassen, daß die sowjetrussisch-mandschurische Grenze Gegenstand „unaufhörlicher treubrüchiger und provokatorischer Handlungen japanischer Militaristen ist, die den Kopf verloren haben und ihren mandschurischen Söldlingen dienen". Wenn die japanische Regierung tatsächlich an der Erhaltung oes Friedens im Fernen Osten interessiert ist, so muh sie rasche und energische Maßnahmen treffen, um abenteuerliche Handlungen japanischer Behörden an der Grenze zu verhüten. — „Krasnaja Swesda", das Organ des Verteidigungs- kommisiariats betont, daß es sich nicht um vereinzelte Fälle von Verantwortungslosigkeit lokaler japanisch-mandschurischer Militärbehörden handele, sondern um ein System von Herausforderungen, die den Zweck verfolgten, ernste Verwicklungen zwischen Japan und der Sowjetunion hervor^urufen. Wenn iraend jemand es wagen sollte, die Grenze unserer sozialistischen Heimat anheftige Unwetter im Rhein-Maingebiet. lieber dem Rhein-Maingebiet ging ein schweres Unwetter nieder. In Frankfurt wurden zahlreiche Bäume umgerissen. Schlimmer wütete das Unwetter im hessischen Ried und an der Bergstraße. Dort wurde zum Teil erheblicher Schaden in den Gärten und auf den Feldern angerichtet. Es setzte ein Sandsturm ein, der innerhalb weniger Minuten die Kulturen mit einer zentimeterhohen Sandschicht bedeckte und erheblichen Schaden anrichtete. Selbst starke Bäume wurden entwurzelt. Der anschließend niedergehende wolkenbruchartige Regen hat vielfach die Feldfrucht völlig zu Boden gewalzt. In Darmstadt mußte die Feuerwehr mehrfach ausrücken, um umaerissene Bäume zu beseitigen. Auch über Rü- desheim und dem unteren Rheingau tobte ein schweres Gewitter, begleitet von H a g e l s ch l a g und wirbelartigem Sturm. Der Sturm riß starke Bäume um und drehte anderen die Kronen vollständig ab. Der wolkenbruchartige Regen richtete an den Kul- turen größeren Schaden an. Der Hagel vernichtete viel reifendes Obst. Lehrgang für Arzneipflanzenanbauer. Der Reichsnährstand hielt in Erfurt einen Lehrgang für den Anbau von Heil- und Gewürz- pslanzen ab. Es sprachen Landesbauernführer Staatsrat Eg geling über „Die Notwendigkeit oes Arznei- und Gewürzpflanzenanbaues im na- klonalsozialistischen Staat" und Reichssachbearbeiter Dr Li mb ach über „Richtlinien des Reichsnähr- standes zum Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen . Nicht planlos, sondern planmäßig soll angebaut werden, da bereits ein Ueberschuß einzelner Drogen vorhanden sei, während andere Heil- und Gewürzpflanzen noch in größerer Menge eingeführt werden müssen. Der Anbau zum Erwerb ist nur dann zu empfehlen, wenn die kei, übergeführt zu werden. Mit Rücksicht darauf, daß der Salonwagenzug dem Präsidenten der Tür« kei und seinem Gefolge für Inspektionsreisen oft einige Wochen als Unterkunft dient, wurde die Raumaufteilung der Wagen sorgfältig erwogen und alles vorgesehen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Salonwagenzug enthält Arbeitsräume, Konferenzzimmer, Speiseräume, Küchen und Vorratsräume sowie auch Wasch-, Bade- und Schlafräume in der erforderlichen Zahl. Eine eigene Fernsprechanlage verbindet alle Wagen des Auges. Die Wagen sind 21 Meter lang. In die beiden Wagen für das Gefolge sind acht Abteile für je vier Personen eingebaut worden. Die Wagen besitzen Warmwasserheizung, elektrische Beleuchtung und einen Ventilator zur Belüftung der Salons. ) Vollstreckung eines Todesurteils. Am 2. Juli sind in Landsbera (Warthe) der am 19. Dezember 1904 geborene Stefan Kern und der am 20. Juni 1914 geborene Wilhelm Beucher hingerichtet worden, die vom. Schwurgericht in Landsberg (Warthe) wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilt worden sind. Die Verurteilten hatten am 28. März 1933 den Arbeiter Albert Speick aus Woldenberg, zu dessen Ehefrau Kern in Beziehungen stand, dadurch ermordet, daß sie Speick in den Abendstunden in den Wald lockten und dort erdrosselten. Bei den schon mehrfach vorbestraften Verurteilten handelt es sich um ungewöhnlich rohe Menschen von unverbesserlicher, verbrecherischer Gesinnung, die den Plan zur Tat aus eigennützigen Gründen erdacht und in heimtückischer und brutaler Weise ausgeführt haben. Zwei Verräter hingerichtet. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der Volksgerichtshof hat am 29. November 1934 den 63 Jahre alten Bruno L i n d e n a u aus Perleberg wegen Verrates militärischer Geheimnisse und am 1. Februar 1935 den 28 Jahre alten Egon B r e s z aus Wilhelmshaven wegen Erforschung militärischer Geheimnisse zum Tode verurteilt. Die beiden Verurteilten sind jetzt in Paris, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Edens Ausführungen im Unterhaus über den englischen Vorschlag, Abessinien durch einen Gebietsstrei- fen in Englisch-Somaliland einen Zugangzum Meer zu verschaffen, haben in der Pariser Presse eine ziemlich lebhafte Erörterung ausgelöst. Die französische Regierung sei davon amtlich nicht in Kenntnis gesetzt worden. Eden habe bei seinen Besprechungen mit Laval nicht im geringsten darauf angespielt. Das sei um so befremdender, als sich der Hase S e i l a, den England an Abessinien ob treten wollte, in unmittelbarer Nähe von Dschibuti, dem französischen Hafen, befinde, der mit Addis Abeba durch die bisher einzige Eisenbahnlinie in Abessinien verbunden sei. Der französische Hafen Dschibuti, der somit den gesamten abessinischen Warenverkehr aufnehme, sei also unmittelbar durch den von Mussolini abgelehnten englischen Plan bedroht worden. Nun seien in dem von Frankreich, England und Italien 1906 abgeschlossenen Abessinien-Vertrag Vorkehrungen gegen eine solche Konkurrenz getroffen worden, mit der Bestimmung aus Artikel 9, daß neue Anschlußlinien an das abessinische Verkehrsnetz nicht ohne vorherige Ver- ständigung zwischen den Unterzeichnern gebaut werden dürfen. Unter diesen Umständen hätte die französische Regierung um ihre Ansicht gefragt, zum mindesten aber unterrichtet werden müssen, umso mehr als ein solcher Schritt dem Geist der Zusammenarbeit entsprochen haben würde. Aus dieser französischen Darstellung läßt sich unschwer die V e r st i m m u n g über das Vorgehen Englands herauslesen. Man gibt unzweideutig zu verstehen, daß England nicht mehr im Geist von Stresa arbeite, eine Behauptung, die auch in vielen Blattern ihren Niederschlag findet. So schreibt das halbamtliche „Petit P a r i f i e n", die Londoner Regierung versichere, daß sie dem Programm vom 3. Februar und der Entschließung von Stresa treubleiben wolle. Seit einiger Zeit jedoch ließen ihre Handlungen diese feierlich verkündete englisch-französisch-italienische Solidarität vermissen. Erst das deutsch-englische Flottenabkommen, dann der Vorschlag eines abessinischen Korridors. Begreife man in London nicht, daß sich derartige Verhandlungsmethoden nicht nur unangenehm auf die fran- Urteil des Volksgerichtshofes vom 28. Juni d. I. der 49 Jahre alte Wilhelm B a t t e f ch aus Camminke wegen Verrates militärischer Geheimnisse und wegen versuchter landesverräterischer Fälschung und gewinnsüchtiger Privaturkundenfälschung zu l e- benslangem Zuchthaus verurteilt worden. Sowjetflugzeug mif elf Insassen verschollen. Die Sowjetfliegerei ist von einem neuen schweren Unglück betroffen worden. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist das sowjetrussische Wasserflugzeug „L 840", das bereits am 26. Juni von Alexandrowsk auf der Insel Sachalin nach Chabarowsk abgeflogen war, um dort auf dem Amur zu wassern, verschollen. An Bord des Flugzeuges befanden sich außer der dreiköpfigen Besatzung acht Fluggäste. Vier Flugzeuge, die im Tatarensund, der Wasserstraße zwischen Sachalin und dem Küstengebiet liegen, sind zur Suche aufgestiegen. Man glaubt, daß der Flugzeugführer S w j a t o g o r o w , der ein erfahrener . Flieger sei, im dichten Nebel habe notwassern müssen. Eisenbahnunglück in Sibirien. — Sechs Tote, zwei Schwerverletzte. In der Nähe von Omsk in Westsibirien ereignete sich ein folgenschweres Eisenbahnunglück, bei dem sechs Personen getötet und zwei schwer verletzt wurden. Unter den Opfern befinden sich — eine Ironie des Schicksals — mehrere Eisenbahnkontrollbeamte, die auf Beseh! des Verkehrskommissars, Kaganowitsch, die ständigen Unglücksfälle auf den sowjetrussifchen Bahnen zu bekämpfen hatten. Die „Prawda" meldet dazu folgende Einzelheiten. Bei dem Bahnhof Moskalenka wurde ein Triebwagen mit einer Eisenbahnkontrollkommission, die aus sechs Mann bestand, auf die Strecke geschickt, nachdem kurz vorher ein Güterzug abgelassen worden war. Da der Güterzug eine starke Steigung nicht nehmen konnte, fuhr er mit 40 Kilometer Geschwindigkeit rückwärts und stieß in voller Fahrt mit dem nachfolgenden Triebwagen zusammen, dessen Führer im letzten Augenblick abgesprungen war, ohne den Motor abzustellen. Der Motor und der Benzintank des Triebwagens flogen in die Luft. Es entstand ein Brand, der auch den letzten Wagen des Güterzuges erfaßte. In den Flammen kam der Maschinist des Güterzuges und seine mitfahrende dreiköpfige Familie ums Leben. Ferner wurden zwei Efenbahnkontrollbeamte auf der Stelle getötet und zwei weitere lebensgefährlich verletzt. Drei Bergsteiger tödlich abgestürzt. In den Gesäusebergen (Steiermark) unternahmen zwei Kletterer aus Graz eine Besteigung der Rotwand, von der sie nicht zurückkeyrten. Eine alpine Rettungsstelle fand beide als Leichen auf. — Drei unbekannte Hochtouristen machten eine Klettertour auf die Roßkuppenkante. Alle drei waren angeseilt. Plötzlich trat ein Kletterer fehl und verlor den Halt. Er stürzte in eine Schlucht, wo er tot liegen blieb. Vorbildlicher Flugsicherungsdienst auf der Luftpostlinie Deutschland—Südamerika. Auf. wie sorgfältige Weise der Flugsicherung s d i e n st der Deutschen Lufthansa auf der schwierigsten aller Luftverkehrsstrecken, nämlich dem Transozeanabschnitt des Luftpostdienstes Deutschland —Südamerika arbeitet, zeigt deutlich ein Vorfall, der sich auf dem letzten Postflug Südamerika— Europa ereignete. Am Samstagnachmittag startete vom Motorschiff „Schwabenland", das zur Zeit in der Nähe der Insel Fernando Noronha stationiert ist, der D o r n i e r w a I „Tornado" zum Flug nach Bathurst in Britisch-Gambien an der Küste Westafrikas. Bereits in der ersten Morgenstunde des Sonntag meldete das Flugboot, daß der Kühler des Hinteren Motors leck geworden fei. Auf diesen Funkspruch hin nahm die „Schwabenland" sofort Kurs in der Richtung auf den „Tornado", der seinen Flug mit einem Motor fortsetzte. Erst um 6 Uhr sah sich Flugkapitän Blume genötigt, zu einer Außenlandung anzusetzen, die glatt durchgeführt wurde. Nachdem sie funkentelegraphisch dem vor Bathurst liegenden zweiten Flugstützpunkt „Westfalen" mitgeteilt worden war, setzte sich dieser in Marsch, während zwischen dem gewasserten Flug, boot und dem Dampfer ständig Funksprüche ge- wechselt wurden. Da das Luftschiff „Graf Zeppelin" sich gerade auf einer seiner planmäßigen Fahrten nach Südamerika befand, nahm es ebenfalls Kurs auf das Flugboot, erreichte es in der Nacht zum Dienstag und blieb solange in seiner Nähe, bis der Dampfer „Westfalen" auftauchte und um 23 Uhr Post, Besatzung und auch das Flugboot wohlbehalten an Bord nehmen konnte. Die für Europa bestimmte Postsendung wurde unverzüglich auf das an Bord der „Westfalen" befindliche Re- ferveflugboot „Snum" übernommen und dieses zum ichwcre Frage an die anderen Regierungen gestellt werden soll. „Daily Telegraph" führt aus, bei der für Donnerstag nächster Woche zu erwartenden außen- voNtischen Erklärung des Staatssekretärs des Aeuhern, Sir Samuel Hoare, werde wahrscheinlich der Wunsch im Vordergrund stehen, das st a r k e Mißtrauen, das in Paris infolge der letz- ten Handlungen der britischen Regierung entstanden sei, zu beseitigen. Laval, der anfangs geneigt gewesen sei, Großbritannien einseitiges Vorgehen beim Abschluß des Flottenabkommens mit Deutschland nachsichtig zu beurteilen, sei inzwischen zu Der Ansicht gekommen, daß sein Vertrauen in die ehrliche Absicht Großbritanniens nicht am Platze gewesen sei. Zwei Tatsachen hätten den französischen Außenminister und den ständigen Leiter des französischen Außenministeriums, Leger, gründlich erschüttert: 1. der Beschluß der britischen Regierung, in Rom einen Plan zur Regelung der abessinischen Frage vorzulegen, ohne seinen Inhalt Frankreich mitzuteilen, dessen Interessen dadurch, hätten wesentlich berührt werden können; 2. die Weigerung der britischen Regierung, ihrer Zusage entsprechend Frankreich die Einzelheiten des deutschen Flo^tenbouprogramms mitzuteilen, die bei den englisch-deutschen Besprechungen in London vereinbart worden seien. Es werde also das erste Ziel der britischen Regierung sein, den angerichteten Schaden soweit wie möglich wieder gut zu machen. Der Grundsatz des Zusammenhanges der europäischen Fragen untereinander werde sicher als Hauptpunkt der britischen Außenpolitik bestätigt und die falsche Vorstellung beseitigt werden, als ob Großbritannien der Ansicht sei, es könne einer Störung des, Friedens in Osteuropa gegenüber gleichgültig bleiben, solange es durch Vereinbarungen im Westen eine starke Garantie besitze. Wahrscheinlich werde das Kabinett sich auch mit dem französischen Standpunkt befassen, daß Luft- und Landrüstungen nicht als voneinander unabhängige Werkzeuge der Kriegsführung erwogen werden könnten. Dies würde bedeuten, daß der Versuch, über ein Abkommen zur Begrenzung der Luftstreitkräfte zu verhandeln, mit Verhandlungen über eine Begrenzung der Landrüslungen Hand in Hand gehen sollte. — Was Abessinien betreffe, so schienen die britischen Minister deutlich zu erkennen, daß die vollste britisch-französische Zusammenarbeit in dieser Frage notwendig sei, wenn der Völkerbund trotz der bald zu erwarlenden Herausforderung als wirksames Werkzeug zur Verhinderung eines Krieges erhallen bleiben solle. Im liberalen „News C h r o n i c l e" schreibt Vernon Bartlett, eine Konferenz für R ü - stungsbegrenzung würde jetzt viel größere Aussicht auf Erfolg haben, als früher. Laval fei weitblickender als irgendein anderer französischer Außenminister seit Briand. Deutschland, das die Entwaffnungsklauseln von Versailles für nichtig erklärt und sich damit von einem gefährlichen Minderwertigkeitsgefühl befreit habe, sei jetzt viel bereitwilliger, eine Begrenzung seiner Rüstungen anzunehmen und ehrlich durchzuführen. Großbritannien habe eine entschiedenere Außenpolitik als vor einem Jahre. Aber über allen europäischen Erörterungen hänge die Wolke des italienisch-abessinischen Streites. Man könne sich der lieber» zeugung nicht erwehren, daß Italien zu einem Eroberungsfeldzug entschlossen sei. Die schlimmste Lösung von allen würde sein, einen italienischen Angriff zu verurteilen und dann nichts zu tun, um ihm Einhalt zu gebieten. Dieser Streit in Afrika berühre alle europäischen Länder unmittelbar. Wehr als irgendeine andere Tatsache werde er über Deutschlands zukünftige Politik entscheiden. Deutschland werde niemals durch Worte und Beschwörungen in den Völkerbund zurückgebracht werden, wohl aber vielleicht durch Tatsachen. Deutschland werde nicht denken, wieder in einen Völkerbund einzutreten, der Angriffe ungehindert zuläßt. Es sei unter diesen Umständen niederdrückend zu sehen, wie viele französische Zeitungen, die immer damit prahlen, daß die Politik ihres Landes sich auf den Völkerbund gründe, einen britischen versuch, für die | Durchführung der Völkerbundssahung zu sorgen, 1 kritisiert haben, nur well sie sich darüber ärgern, daß das deutsch-englische Floltenabkommen, das doch schließlich eine Begrenzung der deutschen Flotte sichert, mit einem ziemlich unüberlegten Mangel an Fühlungnahme zwischen London und Paris abgeschlossen worden sei. Die Heuchelei könne kaum weiter getrieben werden. „Dailn Mail" meldet, die britischen Minister seien entschlossen, für ein Kompromiß im italienisch- abessinischen Streit alles Menschenmögliche zu tun. Einige Minister verlangten sogar, Großbritannien solle bei einem Fehlschlag dieser Bemühungen irgendeine Form wirtschaftlicher Maßnahmen gegen Italien durch den Völkerbund vorschlagen. Es seien aber keine Anzeichen vorhanden, daß eine derartige Politik die einhellige Unterstützung des ganzen Kabinetts haben würde. Die Regierung begreife, daß Italiens Drohung mit dem Austritt aus dem Völkerbund keineswegs nichtig sei, und die Minister wünschen daher, vorsichtig aufzutreten. Im Augenblick stellten sie die A u f r e ch t e r h a l° tung des Einflusses des Völkerbundes über jede Erwägung. „Daily Expreß" schreibt, das Kabinett prüfe die Frage, ob a n° bete Länder wegen der Frage gemeinsamen wirtschaftlichen Vorgehens gegen Italien son- diert werden sollten, falls Italien entschlossen bleibe, Krieg gegen Abessinien zu führen. Eine kollektive wirtschaftliche Aktion werde nur auf Grund eines Beschlusses des Völkerbundes erfolgen. In den Wandelgängen des Parlaments werde die Befürchtung ausgedrückt, daß die Regierung viel- leicht Großbritannien zum Vorgehen verpflichten werde, ohne vorher das Parlament zu befragen. Die Minister seien sich über den Ernst der ins Auge gefaßten Aktion klar, offizielle Ableugnungen, daß em solcher Plan auch nur erwogen werde, seien wahrscheinlich. »pflege b e- | q tz. Ist also lrbeit, während Riesige Ueberschwemmungen in China. !oraussichtlich wird DVNLOP Reifen die noch über und näch- Der- Verbefserung der Wochenhilfe in der Krankenversicherung. Berlin, 2. Juli (DNB.) In der nächsten Num- mer des Reichsgesetzblattes wird das von der Reichs- regierung verabschiedete Gesetz über Wochenhilse und Genesendenfürsorge in der Krankenversicherung herausgefahren. Die beiden Knaben wurden von dem Lieferwagen erfaßt, der über die beiden Jun- aen hinwegging. Beide st a r b e n bald darauf im Krankenhaus an den erlittenen schweren Verletzungen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. werden kann. Aussichten für Donnerstag: Vielfach aufgeheitert und trocken, -tagsüber wieder stärkere Erwärmung, schwache Luftbewegung. Aussichten für Freitag: Meist heiter und trocken, tagsüber recht warm. Lufttemperaturen am 2. Juli: mittags 25,2 Grad, abends 19,3 Grad; am 3. Juli: morgens 17,7 Grad. Maximum 25,6 Grad, Minimum 16 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juli: abends 23,4 Grad; am 3. Juli: morgens 20,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4,4 Stunden. — Niederschläge 2,2 mm. OasAusgeboteinesAnersmiteinerIüdin verweigert. Eine grundsätzlich wichtige Entscheidung des Wetzlarer Amtsgerichts. Geeignete Arbeitsplätze für gediente Soldaten. Der militärische Fürsorgcdienst. Die Wehrmacht hat eigene Fürsorge- bi en(t (teilen. Fürsorgeorgane (mb: Die Für- orgeleiter, die Fürsorgereferenten und die Fur- orgeoffiziere. Diese beraten und betreuen die aus- cheidenden Soldaten, damit sie bald in den erstrebten Zivilberufen unterkommen. Die Fürsorgedienst- stellen der Wehrmacht sind deshalb im Sinne des Gesetzes über Arbeitsvermittlung ausdrücklich anerkannt als nicht gewerbsmäßige Einrichtungen zur Arbeitsvermittlung und Berufsberatung außerhalb der Reichsanstalt. , , , v . Sowweit es sich um Aus scheid ende mit Berechtigungsschein für bevorzugte Arbeitsvermittlung handelt, ist es notwendig, mit den Landesarbeitsämtern und Arbeits- ämtern zusammenzuarbeiten. Das Ueberleiten dieser Soldaten in geeignete Arbeitsplätze liegt deniemgen Arbeitsämtern ob, die für den künftigen Wohnsitz der ausscheidenden Soldaten (Kurzdienenden) zu- ständia werden. Die Vorbereitungen' dazu, wie: Aufklaren der Soldaten, Feststellen der Berufszugehörigkeit nach Berufsgruppen, Ausfullen der Be° Ein mit 29 Schwestern und Zöglingen des St. Julian-Instituts in Mailand besetztes Pferdefuhrwerk wurde von einem Ausflügler-Autobus angefahren. Der Wagen stürzte in einen Straßen- graben, wobei sämtliche Teilnehmer herausgeschleudert wurden. Ein Knabe erlag sofort seinen schweren Verletzungen, eine Schwester wurde schwer verletzt, eine andere Schwester und 15 Kinder trugen leichtere Verletzungen davon. Verkehrsunglück in Augsburg. — Zwei Kinder getötet. In Augsburg ereignete sich ein folgenschwerer V e rt e h rs u n f a l l, bei dem Zwei zehnjährige Gymnasiasten den Tod fanden. Der 30 Jahre alte Kraftwagenführer Alois G r l e ch m a n Stadtbergen fuhr mit seinem^ferkraftwagen durch die Perzheim-Straße. Plötzlich kamen aus einer Seitenstraße die beiden Gymnasiasten Rudolf Mauser und Heinz Stöcker, die gemein f am auf einem Fahrrad saßen, mit großer Geschwindigkeit Mit dem Luftdruckanstieg über Westeuropa hat sich bei uns die Zufuhr feuchter Meeresluft fortge. fetzt. Sie bedingt trotz Abkühlung Schwüle und noch Auftreten vereinzelter Schauer. Dorausfich ' jetzt wieder absteigende Luftbewegung aufkommen, so daß mit neuer Witterungsbesserung gerechnet In der Nähe von Hankau wurden durch Hochwasser des Yangtsekiang, die einen nicht fertiggestellten Deich durchbrachen, 300 000 Morgen Land überschwemmt Tausende von Häusern unter Wasser gesetzt, lieber die Zahl der Menschenverluste ist noch nichts bekannt. Eine Brücke in einer der Vorstädte Lankaus wurde fortgerissen. Der Autoverkehr und der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Bei Wuhu erreichte der Fluhstand die höchste Marke seit drei Jahren; die Lage ist sehr gefährlich. — Die vier Hauptflusse der Provinz Honan sind über 6 Meter gestiegen. Auch in Kwantung und Tschingkiang sind infolge der durch die Regengüsse stark angeschwollenen Flüsse große Ueberschwemmungen ausgetreten. In der Provinz Hopei ist der Kaiser- Widerspruch. Eine solche Eheschließung kann daher nicht mehr zugelassen werden, und der Standesbeamte hat mit Recht den Erlaß des vom Antragsteller begehrten Aufgebotes abgelehnt. Der Antrag des Antragstellers, den Standesbeamten zum Erlaß des begehrten Aufgebotes anzuweisen, war daher, wie geschehen, abzulehnen. gelehnt. In der Begründung führte das Gericht aus: „Der Antragsteller, der nach seinen eigenen Angaben deutschen Blutes ist, unterhält seit dem Jahre 1930 ein Liebesverhältnis mit der Jüdin Martha Mayer aus Osthofen und hat ihr die Ehe versprochen. Am 26. Mai 1935 beantragte er bei dem für seinen Wohnsitz zuständigen Standesamt in Hohensolms unter Vorlage der erforderlichen Standesurkunden das Aufgebot zur Eheschließung zwischen ihm und der Martha Mayer. Der Standesbeamte lehnte den Erlaß des beantragten Aufgebotes ab mit der Begründung, zur Eheschließung zwischen einem deutschblütigen Manne und einer Jüdin könne er als Nationalsozialist keine Amts- h i l f e l e i st e n. Der Antragsteller beruft sich darauf, daß die Weigerung des Standesbeamten in den b e - stehenden gesetzlichen Bestimmungen keine Grundlage finde, und hat beantragt, den Standesbeamten anzuweisen, das begehrte Aufgebot zu erlassen. Es ist richtig, daß die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen die Eheschließung zwischen einem deutschblütigen Manne und einer Jüdin nicht verbieten, dieser formalgesetzliche Zu st and vermag aber den Antrag des Antragstellers nicht zu stützen. w , Mit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus in Deutschland sind die Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung zugleich die Grundlagen für den völkisch-staatlichen Neuaufbau des Deutschen Reiches geworden. Dieser wird durchgeführt und im Tiefsten getragen aus der Erkenntnis der unlöslichen naturgesetzlichen Einheit von Rasse, Seele und Recht. Die Wiederbefreiung des deutschen Menschen von allen schädigenden Einflüssen artfremder Rassen, die Wiedererstarkung Berlin, 2. Juli. (DNB.) Das in der sten Nummer des Reichsgesetzblattes zur öffentlichung kommende neue Gesetz in der Krankenversicherung mildert die Vorschriften der Notverordnung vom 8. Dezember 1931. Hiernach dürfen Krankenkassen, deren Beitrags- satz mehr als 5 v. S). betrug, keine Mehrleistungen gewähren. Zu diesen Mehrleistungen gehören auch die Fürsorge für Genesende und die Maßnahmen zur D e r h u - tung von Erkrankungen der einzelnen Kassenmitglieder (§ 187, Nr. 2, Nr. 4 der Reichs- Versicherungsordnung). Bei Krankenkassen mit einem Beitragssatz von 5 o. H. handelt es sich oft um Kassen in Großstädten und in Industriegebieten, für deren Versicherte gerade diese Leist ungen besonders wichtig sind. Der Reichsregierung lag daran, hier helfend einzugreifen. Nach dem neuen Gesetz dürfen in Zukunft auch Kassen mit einem Beitragssatz von über 5. v. H. diese Leistungen nach Maßgabe ihrer verfügbaren Mittel gewähren. Selbstoer- stündlich soll hierdurch keine Erhöhung der Beiträge, die eine Neubelastung der Versicherten und so eine Senkung ihres Realeinkommens bedeuten würde, eintreten. Es wird jedoch möglich sein, auch innerhalb der jetziaen finanziellen Gegebenheiten Mittel für die gesundheitsfürsorgerisch io wichtigen Leistungen freizubekommcn und den Nutzen dieser Leistungen den Versicherten der ge- nannten Kassen zukommen zu lassen. veröffentlicht werden. Das Gesetz enthält eine bedeutende Verbesserung der Vorschriften über Wochenhilse und Familienwochenhilfe. Aus oersicherungstech- ni dien Gründen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, wenn die Leistungen der werbungsbogen durch die Soldaten, Zusenden der Bewerbungsbogen durch die Fürsorgeoffiziere an das nächste Arbeitsamt, sind im Sommer 1934 im Einvernehmen mit dem Herrn Präsidenten der Reichsanstalt für AV. und AD. vereinbart wor- den. Die Fürsorgeorgane müssen also enge Fühlung mit den zuständigen Dienst stel - len Der Reichsan st alt halten — insbesondere die Fürsorgeoff iziere mit den Arbeitsämtern. Gutes Vorbereiten trägt sehr viel dazu bei, daß die Ausscheidenden auf die ihren Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsplätze bald durch die Arbeitsämter angesetzt werden. Mit dem Präsidenten der Reichsanstalt ist deshalb noch vereinbart worden, daß zum Aufklären und Beraten dieser Soldaten auch leitende Beamte des nächsten Arbeitsamtes herangezogen werden können. Genesendenfürsoi-ge in der Krankenversicherung. hergestellt werden. Sechs Todesurteile in der Sowjetunion. Das Militärkolleaium des Obersten Gerichts in Nischni Tagil im Uralgebiet verurteilte sechs Per» jonen zum Tode, darunter den Instrukteur des Stadtsowjets von Nischni Tagil, P e st o w , den das Gericht als „Klassenfeind, mit der Parteimit- gliedskarte in der Tasche", bezeichnete. Die Der- urteilten wurden beschuldigt, zwei sog. „Dorfkorrespondenten", deren Ausgabe es ist, im Sinne des Sowjetregimes vom flachen Lande aus zu berichten, getötet zu haben. Grohfeuer in einem Neuyorker Vergnügungspark. Durch ein Großfeuer wurden Teile des berühmten Neuyorker Vergnügungsparkes „Pali- fades-Park" am Hudson-Ufer in New Yersey zer- stört Der Schießstand wurde von den Flammen völlig zerstört. Die Gewehrmunition flog in die Luft. Eine Person wurde verwundet. Etwa 2000 Kinder konnten wohlbehalten aus dem jsart geleitet werden. Die Opfer der Unwetterkatastrophe in Japan. — 90 Tote, 130 verletzte. Heber die furchtbare Unwetter- und Ueder- schwemmungskatastrophe in Japan wurde nunmehr ein amtlicher Bericht ausgegeben. Danach wurden in den 17 Provinzen der Insel Kiuschu und Westjapans 90 Personen getötet unb 130 Der letzt. 1700 Häuser sind ganz oder teilweise zerstört. 192 000 Gebäude wurden überflutet. Verkehrsunglück in Mailand. Kanal über feine Ufer getreten. Drei Millionen Voll im Laboratorium. 21uf Einladung der Siemens-Schuckert-Werke Nürnberg besuchten Vertreter der aefamten deutschen Presse und Fachpresse die Anlagen der Sie- mens-Schuckert-Werke Nürnberg. Der Besuch galt vornehmlich • dem neuen Blitzlaboratorium zur Erzeugung von Spannungen von drei Millionen Volt, wie es im Transformatorenwerk der genannten Gesellschaft errichtetwurde. Diese Anlage dient dazu, durch künstliche Blitze alle Transformatoren einer sicheren Prüfung zu unterziehen. Die Vertreter der Presse hatten Gelegen- beit, der Erzeugung eines solchen künstlichen Blitzes von drei Millionen Volt Spannung beizu- wohnen. An diese Vorführung schloß sich ein Gang durch die Anlagen des Werkes an. meinschaft leben. Keine Reichsmschüffe mehr für Znstandsetzungsarbeiien. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Der Reichs- und preußische Arbeitsminister weist darauf hin, daß Reichszuschüsse für Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten, sowie für Umbauten nicht mehr gewährt werden. Soweit endgültige B e • scheide noch nicht erteilt sind, werden die Antragsteller aufgefordert, die Rechnungen den örtlichen Stellen zwecks Abrechnung und Auszahlung der Reichszuschüsse sofort e inzureichen, da die Aktion abgeschlossen wird. Tieichsbischof Müller in Marbura. Wie schon kurz gemeldet, wird Reichsbischof Müller am Freitag, dem 5. Juli, auf feiner Be- suchsreise durch Westfalen und Kurhessen in Marburg eintreffen. Nach einer Mitteilung in der Ober- hessischen Zeitung wird der Reichsbischof 20.30 Uhr in einer Feierstunde in der reformierten Kirche sprechen. der deutschen Seele und ihre Reinerhaltung für । alle Zukunft ist hierbei das unverrückbare höchste Ziel. In dieser völkisch gerichteten Grundhaltung wurzelt das Nechtsdenken und die Rechtsfindung im neuen Deutschland ebenso wie das bereits vorliegende Gesetzgebungswerk des Dritten Reiches. Hierfür sind unter anderen insbesondere das G e • s e tz zur Bereinigung des Berufsbeamtentums nebst Durchführungsverordnungen, so- wie das R e i ch s e r b h o s g e s e tz, das G e • meindeversassungsgesetz und das W e h r-' gesetz die eindeutigsten Bekundungen. Diese grundlegenden Gesetze sind durchdrungen von der Einsicht in die seelisch und körperlich schädigenden Wirkun- gen der Blutsmischung deutschstämmiger Menschen mit Angehörigen artfremder Rassen oder Blutsgemeinschaften, insbesondere mit Juden; sie erstreben folgerichtig das Ziel, die durch Rassemischung einge- tretene Entartung des deutschen Volkes nach allen Richtungen hin zu sichern. Diesem auf allen Gebieten der Gesetzgebung wie auch in dem gesamten | amtlichen und halbamtlichen Schrifttum des Staates und der NSDAP, zu Tage tretenden Streben wäre es ein Schlag ins Gesicht, wollte der nationalsozialistische Staat gleichzeitig weiterhin Ehen zwischen Deutschblütigen und Juden zulassen. Der Einwand, daß trotz alledem solche Mischehen bisher gesetzlich noch nicht verboten seien, schlägt nicht durch. Dieser Einwand entspringt typisch jüdisch - liberalistischem Moralund Rechtsdenken; letzteres hatte mit dem Grundsatz: „Was nicht verboten ist, ist erlaubt", deutsches Recht und deutsche Sitte bereits fast völlig instinkt- los und wurzellocker gemacht. Nationalsozialistische — d. i. arteigene — Rechtsanschauung hat demgegenüber wieder das artmäßige Gesetz des Sollens aufgerichtet als Anforderung an jeden Einzelnen: feine innere Haltung und äußere . Lebensführung allein a u f das ©of) Meines : Volkes auszurichten und dessen Belangen । sich unterzuordnen. Dieser Satz ist bindendes, ael- : tendes Recht des Dritten Reiches und, wie oben bargelegt, bereits in grundlegenden Gesetzen ein« . heutig zum Ausdruck gekommen. Mit diesem Rechts- - satz steht die Eheschließung eines deutschblütigen » Mannes mit einer Jüdin in unlösbarem LPD. Frankfurt a. M., 1. Juli. Das Wetz- larer Amtsgericht hat, wie das „Frankfurter Volksblatt" berichtet, auf die Klage eines Ariers hin, dem der zuständige Standesbeamte das Aufgebot mit einer Jüdin verweigerte, das nachstehende Urteil gefällt, das Beachtung in allen Kreisen verdient: Der Antrag des Karl Gelzenleuchter in Mudersbach, Kreis Wetzlar, den Standesbeamten in Hohensolms anzuweisen, das von dem Antragsteller bei dem Standesamt Hohensolms beantragte Aufgebot zur Schließung der Ehe zwischen dem Antragsteller und der Jüdin Martha Mayer aus Osthofen, Kreis Worms, zu erlassen, wird a b - Kunst und Wissenschaft. Zum 60. Geburtstag des Chirurgen Geh. Rat Sauerbruch. Am 3. Juli begeht einer der berühmtesten beut- schon Aerzte, Geh. Rat Professor Dr. Ferdinand Sauerbruch, Direktor der Chirurgischen Klinik an der Charite in Berlin, seinen 60. Geburtstag. Sauerbruch, geboren am 3. Juli 1875 in Elberfeld, habilitierte sich 1905 in Breslau, arbeitete unter Friedrich in Greifswald, kam 1907 nach Marburg, wurde 1911 nach Zürich als Ordinarius auf den Lehrstuhl von Krönlein berufen von dort 1913 nach Halle, 1915 nach München als Nach- folger von v. Angerer. 1928 kam er an die Berliner Charite auf den durch Hildebrandts Abgang erledigten Lehrstuhl der Chirurgie. Sauerbruch gehört zu den hervorragenden Aerzten, die durch die Auffindung neuer Möglichkeiten und Operationsmethoden wahrhaft bahnbrechende Wirkungen erzielten. Besonders auf dem Gebiete der Lungen- und Brustraumchirurgie hat Sauerbrüch erstaunliche Erfolge erzielt. Eine segensreiche Erfindung sinnreich konstruierter Armprothesen für Kriegsoerstümmelte hat seinen Namen weit über die Grenzen Deutschlands getragen. 1931 erhielt Sauerbruch vom englischen König den Betrag von einer Million Mark zur Ausgestaltung der Berliner Kliniken. Diese Spende war Des Königs Dank für Sauerbruch, der ihn, wäh- rend feiner lebensgefährlichen Krankheit 1929, durch eine schwierige Operation wieder der Gesundung zugeführt hatte. Der Führer und Reichskanzler hat an Professor Sauerbruch am Dienstag folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „In herzlichem Gedenken spreche ich Ihnen zu Ihrem morgigen 60. Geburtstag meine besten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für Ihre weitere Arbeit im Dienste leidender Menschheit aus. Mit deutschem Gruß Adolf Hitler." der Niederkunst mindestens sechs Monate hindurch gegen Krankheit versichert gewesen sein. Bei den von der Arbeitslosigkeit betroffenen Volksgenossen, die nach Ausscheiden aus der Arbeitslosenversiche- rung von der öffentlichen Fürsorge betreut werden, ist in vielen Fällen die Versicherung gegen Krankheit nicht aufrecht erhalten worden. Entsteht dann kurz nach dem Wiedereintritt in die Arbeit ein Wochenhilfefall, so besteht u. U. noch kein Anspruch auf die Leistungen der Krankenver- icherung, weil die Anwartschaftszeiten wegen der Interbrechung der Versicherung nicht mehr erfüllt ind. . Das Wochenhilfegesetz beseitigt diese Härte. Nach ihm bleibt der Zeitraum, in dem ein Versicherter von der Wohlfahrtspflege betreut worden ist, außer Ansatz. Ist also jenjanb etwa seit vier Monaten in Arbeit, während er vorher zwei Jahre von der öffentlichen Fürsorge betreut wurde und vorher als Leistungsempfänger aus der Arbeitslosenversicherung und davor als Beschäftigter gegen Krankheit versichert war, so scheiden für die Ein- bzw. Zweijahresfrist der Reichsversicherungsordnung die zwei Jahre, in denen der Versicherte Fürsoraelei st ungen bezogen hat, völlig aus. Die Anwartschaftszeit ist dadurch erfüllt. Dies gilt auch für Ehefrauen sowie solche Tochter, Sties- und Pflegetöchter der Versicherten, welche mit diesen in häuslicher Ge- Weiterflug nach Bathurst gestartet. Die durch die Außenlandung verlorene Zeit dürfte zum größten Teil auf der Strecke Bathurst—Las Palmas—-Se. villa—Stuttgart wieder aufgeholt werden. Der Zwischenfall des „Tornado" beweist, wie gut gefiebert der Transozean-Luftpostbienst der Deutschen Lufthansa ist, denn dank der vorbildlichen Funk- ausrüftung und des Zusammenwirkens der Flug- stützpunkte — in diesem Falle auch des „Grafen Zeppelin" —• befanden sich Flugboot und Besatzung keinen Augenblick in Gefahr. Es hat sich auch erneut gezeigt, daß der in diesem Dienst verwandte Flugboottyp durchaus hochseefähig ist. Orkan auf dem weißen Meere. — Bisher 20 Todesopfer. Auf dem Weißen Meer und der Halbinsel Kola wütet nach einer Meldung aus Murmansk ein schwerer Orkan. Die Wracks von drei Fischer- boten wurden ans Land gespült. Die Besatzung ist umgekommen. Mehrere weitere Fischerboote, die vom Sturm in der offenen See überrascht wurden, sind verschollen. Man fürchtet, daß auch sie verloren sind. Zwei große Motorboote wurden von einem Schlevper, der zur Hilfeleistung ausgesandt wurde, kieloben treibend hn Weihen Meer aufgefunden. Auch die Besatzung dieser beiden Boote ist ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesovfer wird bisher mit mindestens 20 angegeben, doch dürste mit einer Erhöhung dieser Zahl zu rechnen fein. Wirbelstürme über Rorddakola. Don verheerenden Wir del stürmen wurde der nordwestliche Teil des amerikanischen Staates Norddakota heimgesucht. Mer Personen kamen dabei ums Leben. Die Zahl her Verletzten soll sehr groß Jein. Der durch die Wirbelstürme angerichtete Sachschaden ist sehr beträchtlich. Schweres Schiffsunglück in Japan. — 118 Todesopfer. Der japanische Ausflugsdampfer „Midori Maru" ist in der japanischen Jnlandssee mit dem Frachtdampfer „Senzan Maru" zusammenge stoßen und kurz daraus gesunken. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind dabei 118 Personen ums Leben gekommen. Aufsehenerregender Bankraub im Staate Reuyork. Die Zweigstelle der Merchants Nationalbank in dem Städtchen Dunkirk im Staate Neuyork wurde von sechs mit zwei Maschinengewehren bewaffneten Banditen überfallen, die 20000 Dollar raubten und unerkannt entkommen konnten. Der Bankraub hat trotz der geringen Höhe der erbeuteten Summe großes Aufsehen erregt, weil die Räuber, ehe sie die Bank betraten, die Straße vor dem Gebäude mit ihren Maschinengewehren von Passanten säuberten. kommunistische Demonstration in Kanada. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Ibnnoi lur Den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, oerantroortlid) für Den Jnhon d , Anzeigen Ihcuöcr Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl iche Umoerüiäts Buch- rnd öieinörurferei R. Lange, K -G , sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprets RM 2,05 einschließlick 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. WodchenhllsV'gewahrt werden sollen. Die' Versicherte Einzeloerkaufspreis: 10 Pf und Samstags 15 Pf-, muß in den letzten zwei Jahren vor der Niederkunft s mit der Illustrierten 5 Pf mehr ..... mindestens zehn Monate und im letzten Jahr vor Zur Zelt ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. In Regina im Staate Sasketschewan (Kanada) kam es zu schweren Zusammen st ößen zwischen her Polizei und Kommunisten. Dreitausend streikende Arbeiter hatten ihr Arbeitslager in Bri- tisch-Kolumbien verlassen und wollten in der Hauptstadt Ottawa demonstrieren. Sie haben bereits die Reise nach Ottawa angetreten und waren bis nach Regina, einem rund 1000 Kilometer von Britisch- Kolumbien entfernten Eisenbahnknotenpunkt gekommen. Dort gingen die Polizisten zu Pferde und zu Fuß gegen die Demonstranten vor. Die Demonstranten leisteten Widerstand und bewarfen die Polizei mit Steinbrocken und anderen Wurfgeschossen. Ein Polizeihauptmann wurde von der Menge ergriffen und mit Stöcken zu Tode geprügelt; 50 weitere Personen wurden verletzt. Die berittenen Schutzleute zerstreuten schließlich die Demonstranten und nahmen zahlreiche Verhaftungen vor. Die Ruhe und Ordnung konnte später wieder- Die neue Uniform der deutschen Lustwaffe. Nur wenige werden beim Anblick der Fliegeruniform einmal darüber nachgedacht haben, wie sie entstanden ist und woher ihre charakteristischen Merkmale herrühren. Hcrgeleitet vom Dienstanzug des Deutschen Luftsportverbandes besitzt sie nunmehr alle typisch-militärischen Kennzeichen, wodurch die Zugehörigkeit ihres Trägers zur deutschen Wehrmacht legitimiert wird. Die Luftwaffe trägt aber in deutlicher Unterscheidung zum Luftsportverband an Mütze, Kragen und den Achselklappen Vorstöße (Biesen) in Farbe der Kragenspiegel. Diese Farben bezeichnen die verschiedenen Waffengattungen der Luftstreitkräfte. So werden gelbe Spiegel von den Fliegertruppen geführt, r o t wie bei der Armee von der Flak-Artillerie, braun von den Luftnachrichtentruppen und dunkelblau vom Sanitätspersonal. Schwarz ist die Kennfarbe des Reichsluftfahrtministeriums, dem die Leitung und Verwaltung der militärischen und zivilen Lustfahrt obliegt, wie es übrigens auch im britischen Lustministerium (Royal Air Ministry) der Fall ist. Die weiße Farbe mit goldener Stickerei ist den Generalen der Flieger vorbehalten und grau den Luftfahrtbeamten sowie der Luftaufsicht. Als S e i - tenwafse dient in der Regel das kurze Jnfan- terieseitengewehr. Dom Portepöeträger aufwärts ist der Fliegerüolch vorgeschrieben, dessen Tragweise und Portepee dem der Seeofiziere entspricht. Reben dem Dolch führen die Offiziere noch das Fliegerschwert und Generale den Stichdegen. Schon aus diesen wenigen Erläuterungen zur Fliegeruniform ist zu ersehen, daß sowohl die Hee- res- wie die Kriegsmarineuniform die Gestaltung der neuen Uniform unserer Luftwaffe stark beeinflußt haben. Eine Verbindung dieser beiden Uniformen gab es bisher — auch in der alten Armee — nicht. Es ist darum von Interesse, den Werdegang dieser Uniform, die zweifellos für die künftige Uniformentwicklung der Wehrmacht wie für die spätere Uniformforschung von Bedeutung ist, zu verfolgen. Rach dem Weltkrieg, als alle übrigen Staaten ihre Luftflotten schufen, entstand der Typ der international ähnlichen Fliegeruniform. Wir können beim Vergleich der englischen, amerikanischen, italienischen und z. T. auch der französischen Fliegeruniform mit der deutschen ebenso übereinstimmende Grundzüge feststellen wie bei den Uniformen der Kriegsmarinen der Welt, die sämtlich denselben Charakter, ja sogar dieselbe Farbe besitzen. Die Farbe der Fliegeruniform schwankt bei den meisten Staaten zwischen blau und grau. Die deutschen Flieger tragen ein sehr geschmackvolles b l a u - ar a u, aus dem man herauslesen könnte, daß ihre Träger weder zum Heere noch zur Kriegsmarine zählen, sondern einer selbständigen Waffe a n g e h ö r e n, die mit den beiden anderen Hand in Hand arbeitet. Diese Verbundenheit mit den beiden anderen Waffen kann man im symbolischen Sinne wiederholt an der Fliegeruniform feststellen. Die D i e n st m ü tz e der Flieger hat künden Teller mit dunklem Ripsband wie die Kriegsmarine. Die Vorstöße daran weisen aber auf die Heeres- uniform hin. Im Sommer wird statt dieser Tuchmütze eine solche aus Leinen getragen, wie sie mit entsprechenden Abzeichen für die Seeoffiziere vorgeschrieben ist. Die Rangabzeichen auf den Schultern und bei den Unteroffizieren auch des Kragens (mit Ausnahme der Spiegel) sind die gleichen wie für das Heer. Bis hierher ist die Entwicklung der neuen Uniform obwohl „eigenwillig" so doch durchaus folgerichtig. Reue Wege beschreitet sie aber bezüglich der Kragen spie- g e l und die Dienstgradabzeichen auf diesen. Diese Ruerung tritt bei der Uniform der Unteroffiziere und vor allem der Offiziere deutlich zutage. Im Gegensatz zur Heeres- und zur Kriegsmarineuniform bezeichnet der Kragenspiegel der Flieger genau so den Rang des Trägers wie dessen Schulterstücke. Diesen entsprechen bei den Fliegern vom Leutnant bis zum Hauptmann die „Spiegel mit kleinem Eichenlaub". Während nun das glattsilberne Schulterstück des Leutnants der Flieger wie bei den Heeres- und Kriegsmarineoffizieren keinen Stern aufweist, trägt der Kragenspiegel über dem Eichenlaub eine „Schwinge", d. i. den silbergestickten Umriß eines fliegenden Vogels. Der Oberleutnant wird durch zwei und der Hauptmann der Flieger durch drei Schwingen auf dem Spiegel gekennzeichnet. Die Fliegeroffiziere tragen also im Kragenspiegel stets eine Schwinge mehr als Sterne auf dem Schulterstück. Die Ungleichheit zweier denselben Dienstgrad aufweisenden Rangabzeichen finden wir aber mit gewissen Einschränkungen auch bei den Seeoffizieren, die an den Unterarmen die bekannten goldenen Streifen tragen, deren Skala ebenfalls selbständig ist. Vom Stabsoffizier aufwärts wird auf dem Kragenspiegel das große Eichenlaub getragen. Ein Major trägt daher am Kragen großes Eichenlaub mit einer Schwinge und Majorachselstücke ohne Stern, ein Oberst im großen Eichenlaub drei Schwingen und auf den geflochtenen Achselstücken zwei Sterne. Die Abzeichen eines Generalmajors der Flieger sind dementsprechend: weiße Kragenspiegel mit großem goldenen Eichenlaub und einer goldenen Schwinge sowie den Generalsschulter- stücken. Außer den weißen Aufschlägen am Mantel trägt der General der Flieger als besonderes Rangabzeichen noch an Mütze und Kragen goldene Vorstöße. Unser Alltag wird heute von der Zahl beherrscht. Kein Vorgang im Volksganzen, der nicht von einer statistischen Zahlenreihe wider gespiegelt wird. Im Verkehrswesen und in der Finanzwirtschaft, in der Telephontechnik ebenso wie beim Verlauf einer Krankheitswelle zählen wir die Einzelereignisse, um ein klares Bild von ihrem Verlauf zu haben, um das Gesetz im Zufall zu finden. Wie können aber Einzelereignisse — etwa die Ferngespräche auf einer Vermittlungsstelle zu einer bestimmten Tageszeit — in ihrer Gesamtheit einem Gesetz unterliegen, wenn — wie in unferm Beispiel — jedes Gespräch von tausend Zufälligkeiten bedingt wird? Die Antwort gibt uns die Statistik: Wir müssen nur eine recht große Zahl solcher Einzelereignisfe beobachten, um zu einer statistischen Gesetzmäßigkeit zu gelangen. Ein kleiner Versuch soll uns das näher erläutern. Wenn wir in ein Glas Wasser etwas chinesische Tusche hineintun, alles gut vermischen, so werden wir nach einigen Stunden, manchmal erst nach Tagen, in dem Glas verschiedene Farbschichtungen beobachten: vom Boden des Glases nach oben nimmt die Tiefe der schwarzen Farben in den einzelnen Schichten allmählich ab. Wiederholen wir den Versuch mit einem anderen Glas, aber demselben Mengenverhältnis von Wasser und Tusche, so werden die einzelnen Farbschichten sich auch hier im gleichen Verhältnis herausbilden. Dem bloßen Auge erscheint alles in Ruhe, im Gleichgewicht. Bringt man aber einen Tropfen von unserem Gemisch unter ein gutes Mikroskop, so beobachten wir, daß all die kleinen Rußteilchen, aus denen Tusche besteht und die in ihrer Gesamtheit die Färbung des Wassers ergeben, sich in lebhaft zitternder, unregelmäßiger Bewegung befinden. Fortgesetzt verändert solch ein Stäubchen Ruß seine Bahn, die in ihrer Unregelmäßigkeit gar nicht in eine Formel zu fassen ist. Und doch existiert eine Gesetzmäßigkeit! Zählt man nämlich die einzelnen Teilchen, die sich in einem Tropfen unseres Gemisches befinden, so wird man im Durchschnitt in jedem Tropfen dieselbe Zahl finden, wenn wir nur darauf achten, daß die einzelnen Tropfen ein und derselben Farbschicht entstammen. Das, was sich unter dem Mikroskop als fester Durchschnittswert der Teilchenanzahl entpuppt, erscheint im Großen dem bloßen Auge als gleiche Farbtönung einer Schicht. Während jedes Rußkorn sich in ständiger Bewegung befindet, herrscht im Großen doch ein Gleichgewicht, ein dynamisches Gleichgewicht. Genau so ergeben die gesellschaftlichen Statistiken ein Abbild von dem dynamischen Gleichgewicht der Um der engen Verbundenheit mit den Beam - t e n in gemeinsamer Aufbauarbeit auch äußerlich sichtbaren Ausdruck zu verleihen, ist ihnen dieselbe Uniform verliehen wie den Soldaten, nur tragen sie als Waffenfarbe dunkelgrün (auf den Schulterstücken hochrote Zwischeneinlagen als Nebenfarbe) und auf den Spiegeln statt der Schwingen dreieckige Sterne. Neu ist der vom Oberbefehlshaber der Luftwaffe persönlich entworfene große und kleine Abend- g e s e l l s ch a f t s a n z u g für Offiziere, die dem zivilen Frack und Smoking gleichzusetzen sind. Zum großen Abendgesellschaftsanzug trägt der Offizier Frackhemd und weiße Weste, Fangschnur und breite Metallborte an den Hosen. Für die Generale ist ferner der „kleine N o ck" eingeführt. Zum Dienst wird eine Fliegerbluse und Fliegermütze getragen. Statt der alten Flugzeugführer-, Beobachter- Abzeichen sind gleichartige, ebenfalls auf der linken Brustseite zu tragende Abzeichen für Flugzeugführer und Beobachter sowie für Bordfunker ein- geführt. Flugzeugführeranwärter tragen auf dem linken Unterarm einen geflügelten Propeller aus hellgrauer Stickerei, Flugzeugpersonal ein gleiches Abzeichen mit einem geflügelten Sternmotor. Schützen- und Sportabzeichen lehnen sich an die des Heeres an. menschlichen Gesellschaft. In vorderster Reihe stehen hier die Bevölkerungsstatistiken. Der Alterszustand der Bewohner einer großen Stadt, die unter gleichbleibenden Verhältnissen leben, zeigt eine solche Konstanz. Betrachtet man die Bevölkerung einer Stadt „mikroskopisch", d. h. fragt man nach dem Schicksal jedes einzelnen Bewohners, so bietet sich ein stets wechselndes Bild dar: einer stirbt, andere werden geboren, manche ziehen fort, andere wandern zu. Beobachtet man aber die Bevölkerung als Ganzes, ohne Rücksicht auf die verschiedenen Individuen und ihren Einzelschicksalen, so bietet sich uns stets das gleiche Bild: wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß von etwa hunderttausend Bewohnern unserer Stadt ca. 76 000 das erste Lebensjahr erreichen, 69 000 das fünfte, 67400 das zehnte usw. Es ist bei alledem nur wichtig, daß man feine Beobachtungen nicht in einem zu kleinen Rahmen anstellt. Aus der Bevölkerungskurve eines einzelnen Hauses kann man sicher nicht statistische Gesetze ableiten! Die Bevölkerungsstatistik verdient deshalb besondere Beachtung, weil hier mit Hilfe der Mathematik die Grundlage eines wichtigen Teiles des gesellschaftlichen Lebens geschaffen wurde: d t e Basis der Lebensversicherung. Der Grundgedanke ist von genialer Einfachheit: Für jeden einzelnen ist die Todesstunde ungewiß. Aber unsere Bevölkerungsstatistik zeigt, wie der Zusammenschluß vieler trotzdem eine Aufhebung Des Risikos ermöglicht, das der einzelne in seiner vollen Schwere tragen muß. Man hat nämlich festgestellt, daß für Menschen gleichen Alters, gleicher Gesundheit, gleicher sozialen Lage usw. ein aleichge- a r t e t e s Risiko besteht, was sich in Der gleichen Lebenswahrscheinlichkeit zahlenmäßig wiederspiegelt. Denn wenn von fünfhundert Neunzigjährigen nur noch zwei das hundertste Jahr erreichen, so ist die Erlebenswahrscheinlichkeit der Neunzigjährigen für das hundertste Jahr gleich 0,004, d. h. von tausend Neunzigjährigen werden im Durchschnitt nur vier hundert Jahre alt. Ebenso berechnet sich die Wahrscheinlichkeit eines Dreißigjährigen, das 31. Lebensjahr zu erreichen, auf 0,993, d. h. von taufend Menschen im Alter von dreißig Jahren erreichen durchschnittlich 993 das 31. Lebensjahr. Während dem einzelnen die Aufhebung des Riifi- kos nicht gelingt, so kann doch der Zusammenschluß vieler durch regelmäßige Prämienzahlungen einen Fonds schaffen, aus dem der einzelne oder seine Angehörigen Hilfe erhalten. Einer für alle— alle für einen! Dieser Grundsatz läßt sich hier durchführen, weil nie Gesamtheit die Unsicherheit ausgleicht. Etwas vom Gesetz -er großen Zahlen. Oie Bevölkerungsstatistik als Basis -er Lebensversicherung. Wichtig ist dabei die sorgfältige Berechnung der Prämiensätze, die der indiviiduellen Unsicherheit angepaßt sind, die der individuellen Unsicherheit an« ihren zahlenmäßigen Ausdruck findet. Die Berechnung der Prämien stellt einen mathematischen Präzisionsmechanismus dar, in dem das individuelle Risiko und die auf den einzelnen entfallenden Verwaltungsunkosten genau errechnet werden. Wir sehen. Statistiken sind nicht zur Spielerei da. Sie bilden einen wichtigen Pfeiler moderner Lebensführung. Buntes Allerlei. Oer gefeffelte Liebhaber. Die Liebe geht oft seltsame Wege, und Eifersucht erdenkt sich zuweilen Qualen, die manchen Kriminalroman in den Schatten stellen. So wurde kürzlich in Camborne in der Grafschaft Cornwall ein junger Mann namens William Thomas Chirgwin einem Verhör unterzogen, der gefesselt in der Straße aufgefunden wurde. Seine Braut hatte ihn in diesem Zustand auf ihrem Heimweg vorgefunden und so- ort die Polizei herbeigerufen, damit sie den frechen leberfaü auf den bedauernswerten Mann rächen ollte. Zehn Stunden lang beharrte der Bräutigam bei seinen Erzählungen, daß er von blutgierigen Räubern überfallen, niedergeschlagen, beraubt und gefesselt worden fei, und die Braut vergoß manche Träne der Rührung und zitterte in stolzem Mitgefühl für die von ihm geschilderte hartnäckige Gegenwehr, bis ihn die Uebermacht besiegte. Als die Beamten aber nun seine Angaben überprüften, mußte sie erkennen, daß alles glatter Schwindel war. Der junge Mann hatte sich selbst, kunstvoll gefesselt, als ein hilfloses Paket in den Rinnstein gelegt, um der Geliebten einen tüchtigen Schreck einzujagen. Ihr Benehmen ihm gegenüber in einer solch spannungsreichen Lage sollte ihm verraten, ob sie ihn „wirklich" liebte. Diese seltsame Liebesprobe hatte sie nun glänzend bestanden; ihr Mitgefühl und ihre Teilnahme wurden als „echt" empfunden. So wird William Thomas Chirgwin sich denn auch nicht zieren, den Preis für dieses Abenteuer zu zahlen, nämlich ein eindrucksvolles Strafmandat wegen Erregung öffentlichen Aergernifses. Kampf mit einem Schwertfisch. Auf Neuseeland hat man einen neuen Jagdsport entdeckt, der offensichtlich nicht ganz so ungefährlich ist, wie man ihn 'bislang bezeichnete. Dem Fremden wird von den erfahrenen Fischern der Vorschlag gemacht, sich an der Jagd auf Tiefseefische zu beteiligen, und so mancher Sonntagsjäger glaubte nun die Romantik des Kampfes mit geheimnisvollen Seeungeheuern ohne Schaden erleben und triumphierend mit einer exotischen Beute nach Hause zurückkehren zu können. So mietete sich kürzlich ein Tourist mit Namen T. Moreton eine kleine Barkasse und ließ sich in das Jagdrevier hinausfahren. Als er einen Schwertfisch erspähte, war er in seinem Jagd eifer nicht mehr zu zügeln. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen gelang es ihm denn auch, das Tier an den Angelhaken zu bekommen. Aber mit dem nun folgenden Vorfall hatte er offenbar nicht gerechnet. Das gereizte und verletzte Tier ging nämlich, da es keine Möglichkeit zur Flucht mehr sah, zum Angriff über.'Es stieß durch die dicken Planken der Barkasse und kam dem Angler mit seiner gefährlichen Waffe in so bedrohliche Nähe, daß er sein letztes Stündlein schlagen hörte. Wenn nicht der den Motor bedienende Fischer im letzten Augenblick aeistesgegen- roärtig den Motor angeworfen hätte, so hätte der Analer seinen Jagdsport mit dem Leben bezahlen müssen. So suchte er denn sein Heil in der Flucht, aber der Schwertfisch verfolgte ihn und bedrohte ihn auch weiterhin, und erst nach einem Kampf von nahezu zwei Stunden gelang es dem Jäger mit Hilfe des Fischers das Tier zu töten und die Beute abzuschleppen. Wenn Moreton nun auch sicherlich nicht genug darin tun kann, sein gefährliches Abenteuer zu verherrlichen und die Jagd auf Tiefseefische jedem Touristen aufs wärmste zu empfehlen, jo wird er sicher bei einer zweiten Ausfahrt etwas bedächtiger zu Werke gehen. Denn das gefährliche „Schwert" des Fisches soll nach den Berichten des Fischers zuweilen nur um einige Zentimeter vom Körper des Anglers entfernt gewesen sein. I. Gaufest des ReichsbundesfürLeibesübungen Gau Xli (Hessen) Tausende von 21 bis 41 August in Turnern und Sportlern werden erwartet, stellt Unterkünfte zur Verfügung __3902 D Gießen Donnerstag, den 4. Juli 1935, nachm 2 Hüt, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal im „Löwen", Neuenweg 28 dahier- zwangstveise gegen Barzahlung: 6 Schreibmasch., 1 Sessel, 2 Vertikos^ 2 Chaiselongues, 2 Kühlschränke, 4 Bufetts, 1 Klavier, 3 Schreibtische, 1 Kredenz, eine Radioanlüge, 1 Bohner, einen Staubsauger, 1 Backofen, 1 Eiskonservator, 2 Grammophone, 5 Diwans, 2 Warenschr., 2 Nähmaschinen, 100 Topfpflanzen, 1000 Säcke, 1 Ballen Halbleinen, 2 Tische, 1 Blumenkrippe, einen Kassenschrank, 1 Registraturschr., 1 Teppich, 1 Opelwagen, verseh. 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Die Sommermonate werden von Behörden, Parteien und Jnter- essenverbänden zur Vorbereitung der wichtigen Entscheidungen benutzt werden, die dann getroffen werden müssen und die teils politischer, teils finanzieller und wirtschaftlicher Art sind. Noch vor Eröffnung des Parlaments, nämlich auf den 8. September, ist die Volksabstim- mung über die T o t a l r e o i s i o n der Bundesverfassung angesetzt. Die schweizerische Bundesverfassung besteht in ihrer jetzigen Fassung seit dem Jahre 1874; ein großer Teil ihres Inhalts ist aber unverändert aus der Verfassung von 1848 übernommen worden. Obschon gewisse unvermeidliche Anpassungen an die neue Zeit im Laufe der letzten Jahre vorgenommen worden sind, ist der Wunsch nach gründlicher Verfassungsänderung besonders von der jüngeren Generation immer dringender geworden und hat letzten Sommer in einer Volksinitiative seinen Ausdruck gefunden. Die zur Veranlassung einer Abstimmung über eine Verfassungsänderung oorgeschriebenen 50 000 Unterschriften sind innerhalb kurzer Zeit leicht erreicht worden, und damit wurde das in der Verfassung für eine Totalrevision vorgesehene Verfahren ausgelöst. Demzufolge wird der Bundesrat, falls die Mehrheit der Abstimmenden sich über die Vorfrage bejahend aussprechen wird, die Neuwahl des National- und des Ständerates verfügen. Diesem sogenannten Verfassungsparlament wird die Ausarbeitung der neuen Verfassung obliegen. Man rechnet damit, daß wenigsten ein Jahr vergehen wird, ehe die abgeänderte Bundesverfassung dem Volk zur Abstimmung vor- gelegt werden kann. Sie tritt erst dann in Kraft, wenn sie nicht nur von der Mehrheit der Abstimmenden, sondern auch von der Mehrheit der Kantone angenommen worden ist. Augenblicklich ist noch nicht abzusehen, wie die Aussichten für die Volksabstimmung liegen. Für den Fall der Ablehnung der Vorfrage bleibt immer noch die Möglichkeit der Teilrevision offen, worüber ebenfalls das Volk zu entscheiden hätte. Sehr wenig Klarheit besteht auch über den Sinn der eventuellen Verfassungsänderung und die Richtung, in der sich die Erneuerungsbxstrebun- gen auswirken werden. Die Mehrzahl der großen Parteien, aber auch die Behörden selbst haben noch nicht Stellung genommen. Man kann aber jetzt schon sagen, daß, wahrend es den jungen Parteien mit vaterländischem Charakter, vor allem den sogenannten Fronten, darauf anzukommen scheint, gewisse Uebel stände der Demokratie aus der gegenwärtigen Verfassung auszuschalten und sie deshalb die Totalrevision befürworten, sowohl die großen b ü r g e r l i ch^ n Parteien, aber andererseits auch die Sozialdemokraten der Revision feindlich gegenüberstehen. Auch die großen 'Jnteressenverbände, die in der Schweiz ausschlaggebende Bedeutung haben, sind im großen und ganzen den Revisionsbestrebungen abgeneigt, um so mehr, als diese sich zum Teil gerade gegen den Einfluß dieser stark auf ihr Privatinteresse eingestellten Verbände richten. NB MW Vom Erdbeben im MrliemberMen Oberland. Es wird auch hier in der letzten Zeit verschiedentlich die Frage erörtert, ob nicht die Eingliederung der Berufsinteressen in den Staat auch in der Schweiz angezeigt wäre. Dagegen wenden sich freisinnige und konservative Kreise, die schon jetzt die Schweiz als einen inoffiziellen Korporationen st aat bezeichnen und alles vermeiden möchten, was die Verwirklichung solcher Pläne fördern könnte. Zwar ist bei den Berufskörperschaften selbst die Tendenz zu erkennen, die berufsständische Ordnung auszubauen, jedoch soll die Mitwirkung des Staates dabei auf ein Minimum beschränkt werden. In diesem Sinne hat dieser Tage der schweizerische Gewerbeverband eine Entschließung angenommen, die sich grundsätzlich zur berufs ständischen Ordnung bekannte, wobei dem Staat aber einzig die Rolle zugedacht ist, die Beschlüsse der Berufsgruppen, „falls sie den berechtigten Interessen des Gesamtwohles nicht zuwiderlaufen", für verbindlich zu erklären. Don den Gegnern der Verfassungsänderung hat sich bis jetzt nur der Schweizerische Bauernverband endgültig ausgesprochen. Er macht geltend, daß im Landvolk ein Bedürfnis nach Totalrevision nicht besteht, daß die Vorschläge der Initianten große einheitliche Richtlinien nicht erkennen lassen und daß angesichts der Verschiedenheit der Ziele der Initianten wenig Aussicht für die Annahme einer neuen Verfassung durch das Volk besteht. Auch würden die Bundesbehörden durch die Vorbereitung der Verfassungsänderung an der Lösung anderer dringlicher Aufgaben während langer Zeit gehindert. Diesen Argumenten dürften sich'auch die anderen bürgerlichen Parteien in der Hauptsache anschließen. Eine Ausnahme macht hier die ebenfalls auf demokratischem Boden stehende jungliberale Bewegung, die für die Verfassungsänderung eintritt und sogar bereits einen Verfassungs- entwurf ausgearbeitet hat, dessen wichtigste Grundzüge folgende sind: Beibehaltung des Prin- verordnet, die sofort in Kraft getreten sind und die ihm recht wenig Sympathien im Volke gebracht haben. Auch ein Finanzprogramm aus weitere Sicht, das der Bundesversammlung im Herbst vorgelegt werden soll, findet keine Zustimmung. Es handelt sich dabei im wesentlichen um eine Vermehrung der Bundeseinnahmen durch Coupon- und Stempelsteuer sowie durch Erhöhung der Zollsätze auf ausländisches Brotgetreide. Ferner soll die Frage einer weiteren ErhaOung der ursprünglich nur vorübergehend gedachten Krisen» steuer und einer eidgenössischen Erbschafts- (teuer erwogen werden. Diesem Programm wird vorgeworfen, daß es zu sehr aus Steuerhöhung und zu wenig auf Sparmaßnahmen aufgebaut ist. Obwohl gewisse Einsparungen im Staatshaushalt ebenfalls in Aussicht gestellt werden, besteht in den Kreisen der Wirtschaft allgemein der Eindruck, daß hier, in Anbetracht der schwierigen Lage durch Vereinfachung der Bundesverwaltung und Herabsetzung der Gehälter der Bundesangestellten erhebliche Einschränkungen am Platze wären. Gegen die Ausdehnung der Bundessteuern wird auch im Namen des Föderalismus Einspruch erhoben. Wie in allen Bundesstaaten sind die Finanzverhältnisse in der Schweiz wenig übersichtlich. Der Bund konnte bisher verfassungsmäßig keine eigenen Steuern einziehen. Seine Ausgaben mußte er aus dem Ertrag der Zölle und gewissen indirekten Abgaben decken. Davon machte die K r i s e n st e u e r eine Ausnahme, die, während des Weltkrieges unter der Bezeichnung „Kriegssteuer" eingeführt, dann noch über die Nachkriegszeit hinweghelfen und wieder endgültig verschwinden sollte. Sie müßte, falls sie nur dauernden Charakter annehmen sollte, durch Volksabstimmung sanktioniert werden. Hier aber ist mit dem energischen Wider st and der Kantone zu rechnen, die jede direkte Bundessteuer als Eingriff in ihre Rechte betrachten und darin eine Schmälerung ihrer eigenen Einnahmen sehen. Jeder Kanton treibt nämlich seine eigene Finan.molitik und bat für die Gesunderhaltung feines Staatshaushaltes zu sorgen. Amtsgericht Gießen. Wegen Rückfalldiebstahls wurde der L. B. «ms Gießen vorgeführt. Der Angeklagte entwendete beim hiesigen Gaswerk eine Kohlenschaufel sowie einem Beamten des Gaswerks einen Flobert, den dieser dem Angeklagten einmal vorgeführt hatte. Das Gericht erkannte auf eine Gesamtgefängnis strafe von 4 Monaten. Der W. G. aus Dutenhofen fuhr anläßlich der Gießener Messe in unsere Stadt. Nachdem er tüchtig gezecht hatte, fuhr er wieder zurück, obwohl er infolge Alkoholgenusses zum Führen eines Motorrads ungeeignet war. Durch Strafbefehl wurde der Angeklagte zu 20 RM. Geldstrafe oerur- > teilt, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit 4 Tagen Haft zu verbüßen find. Nach der gestrigen Be- weisaufnahme blieb es bei der verhängten Strafe. In einem weiteren Fall wegen Pfandverschlep- puna wurde der gegen den Strafbefehl eingelegte Einspruch vor Eintritt in die Hauptoerhandlung zurückgenommen. haben ihren ersten Ausdruck in der Krisen- initiative .gefunden, die, obschon sie in der Abstimmung vom 2. Juni abgelehnt worden ist, als ernstes Sturmzeichen angesehen worden ist und bet allen verantwortungsbewußten Kreisen den Eindruck hinterlassen hat, daß eine aktive Krifen- bekämpfung dringend gefördert werden muß. Die Hauptsorge bildet der dauer n'de Ausgleich des Staatshaushaltes, da nur auf diese Weise die spekulativen Angriffe gegen den Franken erfolgreich und endgültig abgewehrt werden können. Zu diesem Zwecke hat der Bundesrat auf Grund seiner besonderen Vollmachten auf wirtschaftlichem Gebiete dieser Tage auf dem Wege des dringlichen Bundesbeschlusses, das heißt ohne Befragung des Parlaments, wesentliche Steuer- erhöhungen auf Zucker und Benzin Das Erdbeben, das in der vergangenen Woche das südliche Deutschland heimsuchte, hat im württember- gischen Oberland beträchtlichen Schaden angerichtet. In Kappel bei Buchau erschütterten die ersten Erdstöße die Kirche so stark, daß Teile des Turms einstürzten und das Kirchendach des Hauptschiffes durchschlugen. — Unser Bild zeigt die Erdbebenzerstörungen an der Kirche von Kappel-Buchau. — (Scherl-M.) zips des Bundesstaates, Erschwerung der Volksinitiatsve durch Erhöhung der dafür erforderlichen Stimmenzahl, Einschränkung des Vereinsreckts durch Verbote staatsfeindlicher Vereine, Ausbau der Bundeskompetenzen gegenüber den Kantonen auf dem Gebiete der Landesverteidigung und des Straf rechts, vor allem aber auch auf dem Gebiete der Wirtschaft. Hier ist vorgesehen, daß der Bund, wenn nötig, vom Grundsätze der Wirtschaftsfreiheit abweichen kann. Die Korporationenidee soll durch Bestimmungen gefördert werden, die es dem Bunde ermöglichen, die Berufsoerbände nicht nur, wie das bis jetzt in beschränktem Maße auch der Fall war, zur Mitwirkung heranzuziehen, sondern sie auch öffentlich anzuerkennen, ihre Beschlüsse allgemein verbindlich zu erklären, ja sogar den Beitritt zu solchen Verbänden obligatorisch zu machen. In kultureller Beziehung legt der Entwurf Wert auf die Sicherung einer hinreichenden natlona - len Erziehung der jungen Staatsbürger. Gewisse Anpassungen im Finanz- und Steuerwesen bringen wenig Neues. Unter den verwaltungsmäßigen Neuerungsvorschlägen verdient die Verlängerung der Amtsdauer des Bundespräsidenten von einem auf zwei Jahre, sowie die Möglichkeit der Wiederwählbarkeit, und die Neuschaffung einer Presse- und Propagandastelle ,im Bundesrat Erwähnung. Der geschilderte Verfassungsentwurf gibt ungefähr ein Bild davon, in welchem Sinne sich die öffentliche Meinung mit den Abänderungsmöglichkeiten beschäftigt. Anzufügen wären noch der Wunsch der Rechtskreise nach einer gewissen Einschränkung der Pressefreiheit sowie verschiedene Sonderanliegen einzelner Kantone, die ihr Verhältnis zum Bund berühren. Die tiefe Ursache dieser Bewegung, die die vorhandenen Formen zu ändern bestrebt ist, liegt auf wirtschaftlichem Gebiete. Die ernsten Schwierigkeiten dieser Art Letzter Garten. 13on Will Scheller Tausendfältiger Lärm der großen Stadt ringsum! Von den Straßen das Rattern und Puffen, das Knattern und Tuten der Kraftwagen vor allem und immer aufs Neue; das metallische Trappeln der Pferde auf dem Asphalt; Hundegebell hier und dorten. Dann, aus den Rückfronten und Höfen der Häuser im engen Geviert, Kindergeschrei, Klingeln der Fernsprecher, Klappern der Schreibmaschinen, Klopfen der Teppiche, Gröhlen der Händler, keifendes Weibergeschwätz. Dies nämlich ist der Rahmen, dessen das Öhr inne wird, wie das Auge ihn wahrnimmt an weiß getünchten und roh gebliebenen, gleichsam hautlos-roten Wänden und Mauern — den Rahmen des letzten Gartens, der Relique einer ruhevollern, friedlicher auf die Sinne wirkenden Zeit. Eines verspäteten Ueberbleibsels, dem das Stigma des Todes aufgeprägt ist, obwohl es noch leibt und lebt und grünt und blüht. Ein Stückchen farbigen, naturbunten Lebens inmitten eines Bezirks aus Stein und Staub! Ein Erdenrest, auf den die Sonne scheint, nicht, um erbarmungslos zurückgeworfen, sondern um aufge= sogen und dankbar vergolten zu werden in duftendem,, fruchtendem Gedeihen! Ein Weltwinkel aus Rasen und Beeten, Büschen und Bäumen, wo Vogel und Schmetterlinge ihr Wesen treiben wie draußen in Wiese und Wald, wenn es auch nur ein paar Kohlweißlinge sind und etliche Familien vom Geschlecht der Amseln, der Meisen und der Spatzen. Aber sie sind doch da, lieblichere Gefährten immer noch des Lebens als die grobschlächtigen Mechanismen des Fortschritts draußen vor der Tür Festgetretene, von Generationen festgetretene Wege teilen den Garten kreuzförmig in fast gleich große Gevierte, die aber nicht gleichartig erscheinen, obwohl die Wege sie auch nach außen hin umgrenzen und selber ganz regelmäßig durch Lauben und andere Ruheplätze unterbrochen sind. Mit der Anmut der Unregelmäßigkeit aber wirkt die Bepflanzung Da drüben beispielsweise, da steht ein Goldregen, schirmartig gezogen, wenn auch vom Alter schief, neben dem Rhabarberbeet mit den großen, saftigen Blättern; nahebei, mitten im Rasen, der Hügel von Grottensteinen mit dem rostfarbenen Farnkraut, und am Rande der greisenhafte Zwet- schenbaum, dessen Früchte von Jahr zu Jahr weniger und kleiner werden. Im benachbarten Nasen aber, jenseits des Weges, wurzelt die schlank? hohe Eiche, deren Grün so spät kommt und so früh ver- gilbt neben einem Boskett von Zwergsyrmgen; dann ist da noch ein wilder, junger Aepselschößling zu sehen, daneben der astlose Stumpf eines^ gestorbenen Baumes und das runde Beet der Stiefmütterchen, zur Hälfte immer von Hühnern zerwühlt. Den dritten Rasen, der sich an einem Zipsel hügelartig wölbt, zum „Berg" mit einem ehedem bevorzugten Platz beim Nachmittagskaffee und sommerlichen Abendbrot, überwuchern schier zur Hälfte die Ausläufer eines Miniaturwaldes von Kastanien, Rotdorn, Fichten und wildem Buschwerk, aber er besitzt, wie der letzte neben ihm, an der Schmalseite ein Beet mit hochstämmigen, spät blühenden und früh welkenden Rosen, mit Himmelsschlüsseln und stachligem Ziergesträuch. Nach allen Seiten sind, jenseits der Wege, Syringen, Jasmin und anderes Gebüsch, Buchen, Birken und Akazien dazwischen, bemüht, fremden Häusern den Einblick in dieses Schutzgebiet der Vergangenheit zu wehren, wie die dem Blick feiner Bewohner hinwiederum das trifte Bild neuzeitlicher Häuserrücken freundlich zu verbergen trachten. Und sie scheinen sich auch ihrer Aufgabe bewußt zu sein, da sie, merkbarer Lebensmüdigkeit unerachtet, nicht ohne die Geste eines gewissen Stolzes dastehen und sich den Tribut des Sommers, strahlende Sonne und wiegenden Wind, mit Anmut gefallen lassen. Unten auf dem Rasen aber wiegen sich gelbe Wildblumen auf hohen, dünnen Stengeln und schwanken, wenn ein Schmetterling oder eine Biene auf ihnen rastet. Der hölzerne Zaun aber, der den Garten vom Hof trennt, ist morsch und zittert, wenn die in ihren Angeln kreischende Tür geöffnet ""^wei alte Damen in Schwarz, in Liegestühlen wohlgeborgen, lassen sich indes von Romanen, die sie schon als junge Mädchen lasen, aus einer Zeit hinwegtrügen, die sie nicht mehr verstehen und die auch sie nicht mehr versteht. Ein kleines blondes Mädchen geht still umher und legt den Finger an bie etroa^ blassen Lippen, als zwei Buben hereinstürmen und eine Katze jagen wollen, ein drolliges graues Geschöpf, so winzig, daß die Vögel, die am Boden umherhüpfen, es kaum für nötig halten, sich zu ereifern, geschweige aufzufliegen. Das Gras ist im übrigen, seit Jahren sachkundiger Pflege ermangelnd, kurzhaarig und verfilzt. Das Buschobst, grüne Stachelbeeren und rote Johannisbeeren, bringt nur noch spärliche und saure Früchte. Die Aepfel fallen, wie die Birnen, vor dem Herbst mit dumpfem Laut zur Erde und taugen unreif wie sie sind, lediglich zum Kochen. Ein wenig Gemüse, Bohnen, Sellerie, Tomaten, ist Gegenstand anhaltender Besorgnis. Denn das Erd- reich ist verbraucht und zum Ersticken beengt. So neigt sich die Dauer des letzten Gartens dem Ende zu. Vielen Geschlechtern ist er Brunnquell des Behagens gewesen, viel Glück hat er gehegt und vielen Kummer gestreichelt, und mancher Kindheit hat er mit seinem geringen Umfang Raum geschaffen für unendliches Träumen. So hat er seine Bestimmung vollauf erfüllt, und mit einer Würde, die auch das nüchternste Gemüt mit Rührung erfüllen muß, begeht er seinen Lebensabend. Und es ist wie ein traumverlorenes Lächeln der Schöpfung, wenn im abendlichen Sonnenglanz ein Falter durch den Garten taumelt, über dem, vom Lärm der Welt ganz unversehrt, ein Amsellied in seligen Kadenzen flötet .-ietffchriften — Der Künstler, der sich umstellen kann, ist kein Künstler, sondern ein Dilettant. Ist denn der Künstler nicht derjenige, welcher sich jeden Tag, jede Stunde immer wieder auss neue beweisen und sich rechtfertigen muß durch sein Werk? Hat er aber einmal diesen Weg des inneren Gerichts als Künstler gewählt, so hat sich das Volk um seiner eigenen Würde willen um ihn zu kümmern; auch bann, wenn sein Werk nicht nach dem Geschmack derer ist. die in mü- figer Bequemlichkeit von der Kunst nichts anderes als die Bereicherung des Daseins durch den „Luxus der Phantasie" fordern. Da heute so viel davon die Rede ist, die Kunst müsse wieder volkhaft werden, so sei denn gesagt: der wirkliche Künstler hat in allen Zeiten nichts anderes geschaffen alß solche Kunst, aber nicht er war es, der versagt, sondern das Volk, das ihn in seiner innersten, schöpferischen Einsamkeit oft genug im Stich ließ mitsamt seinem Werk — Wir entnehmen diese Sätze einem Gespräch über „Künstler und Dilettant" von Friedrich Rießner im Juni/Juli-Heft der „D e u t s ch e n Z e i t- s ch r i f t", des früheren Kunstworts (Verlag Callwey, München), worin das eigentliche Wesen des Dilettanten, oder besser des Freundes aller Künste, und seine Bedeutung für die Förderung des Künstlers und der Künste in fesselnder Dialektik geklärt werden. Aus dem sonstigen Inhalt des- Heftes nennen wir einen Aufsatz von Heinrich Weinstock über den „Volksdienst der Bildung", eine Monographie über „Die Kathedrale von Sevilla" von Ulrich Christoffel, die Novelle „Der Teufel an der Wand" des Öester- reichers Franz Nabl, Worte des verstorbenen geistvollen Essayisten Josef Hofmiller und in der „Um- schau" Berichte über neue Bücher, über den deutschen und den ausländischen Film, eine Glosse über die Verbiedermeierung des Theaters von Hanns Braun, Bemerkungen zu neuen Opern von Alexander Berrfche u. a. m. Sieben Bilder nach Werken von Schoenleber und Karl Rottmann sowie zum Aufsatz von Christoffel schmücken das Heft. — „Die Kunst", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. 36. Jahrgang Nr. 9/1935. Eine in deutschen Städten stattfindende Wanderausstellung wirkt mit leidenschaftlichem Eifer für die Erneuerung und Anerkennung der polnischen Kunst. Dr. Alfred Kuhn bringt eine interessante Betrachtung über die Entwicklung der polnischen Kunstformen. Ausgezeichnetes Bildmaterial ist zur klaren Veranschaulichung des Textes beigegeben. „Bodenständig und naturhaft" ist ein Aufsatz von Fritz Hellwag zu Bildern von Hans Weidemann übep schrieben. Von besonderer Eigenart sind die Schöpfungen des jungen Wiener Bildhauers Fritz Wotruba. Seinen Werdegang und feine künstlerische Bedeutung behandelt Dr. Wolfgang Born in sachverständigen Ausführungen. Originell und reizvoll sind auch die Pempaur-Karikaturen" von Professor Dr. Max Lange, München, die von Karl Übe erläutert unb geroürbigt werben. Der zweite Teil bes Heftes bringt schöne Bilbbeispiele aus bem Buch „Wochen- enbe" von Architekt W.- von Breunig. Bewundern wir hier bie kulturellen Fortschritte moberner Wohngestaltung, so fesselt uns im nächsten Artikel „Wie wohnte man um 1800" ber altväterliche unb boch geschmackvolle Stil einer längst vergangenen Zeitepoche. „Ein Ferienhaus an ber Donau" von Architekt Fritz Groß (Wien), sobann bie Fortsetzung bes Aufsatzes „Mietwohnung" von Architekt Otto Völckers unb ferner viele Abbilbungen von Zier- aeräten unb künstlerischen Schmuckstücken beschließen bie Fülle ber Darbietungen. ^ncbfchiilfiddhriirhten. Der bisher schon vertretungsweise an ber Universität Frankfurt lehrende Professor Dr. phil. Paul Kirn ist mit Rückwirkung vom 1. April b. I. ab zum orbentlichen Professor für mittlere unb neuere Geschichte sowie historische Hilfswissenschaften ernannt worben. Dem Frankfurter Chemiker Professor Dr. phil. Dr.-Jng. e. h. Albrecht Schmidt ist von ber Universität Frankfurtdie Würde des E h r e n b ü r- g e r 5 in Anerkennung seiner großen Verdienste um die chemischen Wissenschaften und seiner tatkräftigen Förderung der studentischen Arbeit an der Universität verliehen worden. Professor Dr. Schmidt ist auch Ehrenbürger der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin und Vorstandsmitglied der IG -Farbenin»m. ftrie. Seine Erfindung des künstlichen Nebel" b jein Werk „Die industrielle Chemie in ihrer B tung im Weltbild" haben ihn weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gemacht. '4. M | Mp' ,;x ■' x .< Xr j# < > ■'■ ',- h, ’.- ** \ >> -"^ x> I ** . JJ3£ DeuWands größte Eisenbahn-Lokomotive. Die Reichsbahn hat auf der Strecke München—Stuttgart die neueste und leistungsfähigste Lokomotive ausprobiert. — Unser Bild zeigt die neue elektrische Lokomotive neben einem älteren, aber kleineren ..Bruder". — (Scherl-M.) Mageres Fazit der Internationalen Arbeitskonferenz. Von unserem Rbst.-Äerichterstatter (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Genf, 25. Juni 1935 Nach dreiwöchiger Dauer ist die 19. Internationale Arbeitskonferenz unter weitgehender Interessenlosigkeit ihrer Teilnehmer, soweit sie in- der sommerlichen Hitze bis zum Ende ausgehalten haben, auseinanbergegangen. Die offiziellen Schlußreden beweisen, daß sich über die Ergebnisse der Konferenz nur wenig Positives sagen läßt. Es klang wie eine Ironie, wenn der italienische Delegierte de Michelis feststellte, die Konferenz habe weder Schwäche noch Schüchternheit gezeigt, sie habe die Vierzig st unden- Woche grundsätzlich angenommen und die Anwendung des Grundsatzes auf das nächste Jahr verschoben, und wenn demgegenüber der französische Arbeitnehmerdelegierte I o u h a u x bedauernd meinte, er könne den Optimismus des Herrn de Michelis hinsichtlich der Einschränkung der Arbeitszeit nicht teilen. Trotzdem wird der nun zu Ende gegangenen Konferenz in einem vom Internationalen Arbeitsamt veröffentlichten Rückblick eine „historische Bedeutung" beigemefsen. Gerade wegen ihres Beschlusses über die Vierzigstunden-Woche wird sie in eine Reihe mit der ersten Tagung der Internationalen Arbeitsorganisation gestellt, die tm Jahre 1919 in Washington stattfand und bekanntlich das Abkommen über den Acht- stunden-Tag ausgearbeitet hat. Dabei sind jedoch die Aussichten für die allgemeine Durchführung der Dierzigstunden-Woche heute viel schlechter als seinerzeit diejenigen des Achtstun- ven-Toges. Bezeichnenderweise konnte man sich bisher nur über eine einzige Spezialkonoention einigen, nämlich diejenige über die Flafchenglasher- Wellung, einem Industriezweig also, der bekanntlich mit so hohen Temperaturen arbeitet, daß schon seit langer Zeit und ohne daß es einer internationalen Vereinbarung bedurft hätte, feine tägliche Arbeitszeit in allen. Ländern wefent- lieh kürzer lst als in anderen Betrieben. Dort, wo es sich nicht darum handelte, offene Türen einzurennen, traten sofort Schwierigkeiten auf, die sich in diesem Jahre wenigstens nicht überwinden ließen. Die öffentlichen Arbeiten, der Hoch- und Tiefbau, die Eisen- und Stahlindustrie sowie der Kohlenbergbau sollten gleichfalls für die Vierzigstunden-Woche in Betracht kommen. Hierüber wurde nichts entschieden, doch ist wenigstens für das nächste Jahr ein umfangreicher Beratungsstoff „gesichert", zumal auf Antrag verschie- dener Arbeitnehmervertreter auch die Textilindustrie, das graphische Gewerbe und die chemische Industrie im nächsten Jahr unter diesem Gesichtspunkte geprüft werden sollen. Ein großes Schweizer Blatt, das der übernationalen Arbeitsorganisation keineswegs unfreundlich gegenübersteht, hat dieser Tage mit Recht davon gesprochen, daß auf ihren Tagungen z u Diel Propagandabedürfnis hauptsächlich bei der Arbeitnehmergruppe herrschte. Zu dieser Schwäche geselle sich der weitere Mißstand, daß in einem falschen Nnioersalitätsstreben die Verschiedenartigkeit der Voraussetzungen in den einzelnen Ländern übersehen werde. Das Internationale Arbeitsamt rühmt sich der erstmaligen Teilnahme von Afghanistan, Ecuador, der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion auf der gegenwärtigen Tagung Es ist aber selbstverständlich, daß die Ratifikation eines sozialpolitischen Abkommens etwa durch Afghanistan höchstens den Ausdruck eines sozialen Fortschrittwittens bedeutet, während sie in höher entwickelten Ländern eine unmittelbare, vor allem wirtschaftliche Bedeutuna hot. Ferner darf nicht übersehen werden, daß die Haltung der Regierungen sich nicht immer mit den Genfer Erklärungen ihrer Delegierten deckt Ein Beispiel dafür ist die Nachricht aus Moskau, wonach die Sowjetunion die Frage der Vierzigstunden-Woche nicht für aktuell hält, während ihr Genfer Vertreter gerade zu dem Zweck aus feiner Reserve heraustrat, um im Plenum der Konferenz „im Interesse der arbeitenden Massen" eine noch radikalere Verkürzung der Arbeitszeit mit dem vorläufigen Ziel des Sechsstunden-Tages zu fordern. Man hat den Eindruck, daß die Leitung des In- ternationalen Arbeitsamts, die auch die Regie der Konferenzen führt, inmitten und trotz dieser offenbaren Unstimmigkeiten mit Erfolg de- müht ist. Debatten über allzu grundsätzliche qen zu vermeiden und auf diese Weise eine Maschinerie in Sana zu halten, die vielleicht »ter günstigeren wirtschaftlichen Bedingungen und bet einem besser entwickelten Solidaritatsgesuhl der Kulturstaaten eine wichtige technische Arbeit leisten könnte. „Glückstein", Zigaretienbild und Streichholzschachtel. Lieber die Sammelleidenschaft im Zugendalter. Man betrachte sich einmal den Inhalt der Hosentasche eines durchschnittlichen Schuljungen von 7 bis 14 Jahren, und man wird über die Fülle der seltsamsten Gegenstände erstaunt sein, die des Sammelns und Aufbewahrens wert befunden wurden. Neben dem unvermeidlichen Taschenmesser, meistens schon verrostet oder mit abgebrochener Klinge, und einem oft nicht sehr ansehnlichen Taschentuch stoßen wir auf Bleistiftstummel, Nägel, „Glücksteine", Zigarettenbildchen, Briefmarken, Straßenbahnscheine und leere Streichholzschachteln ober andere Dinge, deren Wert für den glücklichen Eigentümer durchaus nicht immer auf die praktische Verwendbarkeit zurückgeführt werden kann. Die S a rn rn e 11 e i d e n f ch a f t, die bei Kindern von einem bestimmten Alter an sehr verbreitet ist, entspricht häufig natürlich dem einfachen Wunsche nach Besitz, der größte Teil der so sorgfältig zusammengetragenen Gegenstände wird aber vor allem, wie Prof. Dr. Charlotte Bühler in „Westermanns Monatsheften" auseinandersetzt, wegen seines Beschäftigungswertes geschätzt. In einer Wiener Untersuchung an einer größeren Anzahl von Kindern wurde auch nach den Gründen des Sammelns gefragt, wobei in den Antworten behauptet wurde, daß die Dinge zum Teil wegen ihres Wertes, zum Teil aus Interesse für den Gegenstand ober auch aus reiner Freube am Sammeln aufbewahrt würben. Interesse unb Sammellust überwogen bei weitem. Ebenso aufschlußreich sinb bie Angaben, die über bas Tauschen gemacht würben, bas bei den Knaben eine viel größere Rolle spielt als bei den Mädchen. Das Tauschen erscheint vielen Jungen als außerordentlich reizvoll, und nicht selten läßt sich bei Elf- unb Zwölfjährigen eine ausgesprochene Geschäftstüchtigkeit feststellen, die sich gern an bas berühmte Dorbilb ber Jndianerschläue in Abenteuerromanen hält. Diese Eigenschaft erinnert stark an bie Vorgänge bei Naturvölkern. Der bekannte Forschungsreisende Abolf Bernatzik gibt von ben Sübsee-Jnsula- nern als Beispiel folgenbe Beschreibung: Zwei Eingeborene verhandeln um ein Schwein. Der augenblickliche Besitzer verlangt bafür einen Hammer, ben er nach längerem Feilschen auch erhält. Aber halb kehrt er zurück unb forbert sein Schwein mieber, nachbem er ben Hammer ausgehänbigt hat. Nach einer weiteren Zeit ist er nochmals am Ort ber Tauschhandlung unb möchte für sein Tier ein Gewehr haben. Das kann sich auf biese Weise mehrmals wieberholen. Dieses Verhalten ist nicht der Ausdruck einer Launenhaftigkeit, sondern dahinter steht bas Bedürfnis, zu erproben, welches Gefühl ber Besitz jedes der erworbenen Gegenstände verschafft: diese Probetauschhandlungen — fo könnte man sagen — erfüllen also den Wunsch nach zahlreichen Möglichkeiten des Besitzes und Besitzwechsels. Das gilt für das Kind anscheinend ebenso wie für den ursprünglichen Menschen. Bei den Untersuchungen wurde ebenfalls beobachtet, daß bie Mäbchen mehr Sammlungen als bie Knaben anlegen, baß sie sich mit ihnen aber weniger befassen. Bei ben Elf- unb Zwölfjährigen spielt bas Sammeln aus reiner Sammel- leibenschaft eine befonbers große Rolle, bei ben Dreizehn- unb Vierzehnjährigen wirb schon ein anberer Gesichtspunkt maßgebend. Sie sammeln beispielsweise Ansichtsvostkarten, Bilder von Sportgröhen und Schauspielern ober gar Konzert- unb Theaterprogramme. Hier ist ber eigentliche Grunb also bas Interesse an bestimmten Gebieten und Personen, die in ber Vorstellungswelt des Kindes einen bedeutenden Platz einzunehmen beginnen." Die selbständige Beschaffung von Dingen, an denen und mit denen man sich betätigen tann, ist eine der wichtigsten Leistungen des Kindes im Schulalter. Die planmäßige Handhabung unb Orb» nung ber selbstgesammelten ©egenftänbe ist eine erste Art geistiger Bewältigung, zu ber bas Kinb felbftänbig gelangt, unb bie es über ben rein praktischen Gebrauch von Dingen hinausführt. Schließlich ist bie Herstellung einer Beziehung ber Sammlung zum eigenen Innenleben unb bie persönliche Bedeutung, bie bie ©egenftänbe gewinnen, für bie persönliche Entwicklung im Jugenbalter von Bebeutung. Es ist eine Art Vergegenstänblichung ber eignen Neigungen, wie sie bann später in Tagebüchern ober auch in fortgesetzten Sammlungen ihren Ausbau finbet. Bei einem Iugenblichen finbet man bann oft große Sammlungen von Zeitungsausschnitten, Photographien, Dichtungen, bte alle baburch für ihn bebeutfam sinb, baß er sie ich selbst zusammengetragen hat unb baß sie in einer persönlichen Jnteressenentwicklung eine Rolle pielen. Nach allen diesen Ueberlegunaen kann man sagen, daß bie Sammlungen von Kindern unb Iugenblichen, wie töricht immer sie in ber Wahl ber ©egenftänbe aussehen mögen, boch eine große er» zieherische Bebeutung haben. Man soll sie daher unterstützen, ohne sie natürlich bet solchen Kinbern zu erzwingen, bie keine Neigung dafür zeigen unb bie besmegen noch keine schlechte geistige Entwicklung zu haben brauchen." ■ ' 4 i j |W| EB SSI Der bekannte Segelflieger Peter R i e b e I konnte, wie bereits gemeloet, einen neuen beutschen Segel« flugroeltreforb im Zielflug aufstellen, inbem er in einer Flugzeit von 6 Stunben 40 Minuten bie Strecke Berlin—Hamburg, bie 270 Kilometer beträgt, zurücklegte. — (Scherl-M.) Leben auf anderen Sternen? Von Dr. Erwin Kossina Die Frage nach der Bewohnbarkeit der Welten hat die Menschen seit Jahrtausenden beschäftigt. Daß die Erbe in der ungeheuren Weite des Alls der einzige mit lebenden Wesen bevölkerte Weltköiper sein soll, um sich herum aber nur leblose Obe, ist eine Vor- stellung, die der auf Geselligkeit eingestellten menschlichen dlatur widerstrebt. Wie weit die Anschauung von der Bewohnbarkeit der Welten im Altertum verbreitet war, beweisen die Schriften von Plutarch, Lukian und Origenes. Als Beispiel der hemmungslosen Phantasie Lukians sei erwähnt, daß er in einer Satire den Mond mit sechzig Millionen Männern bevölkert sein läßt, während es Frauen nach seiner Meinung dort überhaupt nicht geben sollte. Ernster zu nehmen sind die Ansichten Giordano Brunos und Galileis. Bruno verfocht mit heroischer Leidenschaft den Gedanken der Gleichartigkeit aller Planeten und ihrer Übereinstimmung mit der Erde als Wohnstätte des Lebens, wie er gleichzeitig die Ansicht vertrat, daß die Fixsterne Sonnen im unendlichen Raum sind wie unsere Sonne. Vorsichtiger war Galilei, wenn er seine Auf- faffung in die Worte kleidete: „3n den Augen derer, die nicht an eine Vielzahl bewohnter Welten glauben wollen, müsien die Planeten ungeheure und unselige Wüsteneien sein, die von allen Tieren, Gewächsen, Menschen, Städten unb Bauten entblößt und einsamem Schweigen ausgeliefert sind " Mit den Fortschritten der Astronomie seit der Gr» findung bes Fernrohrs nahmen die Spekulationen über das Leben auf anderen Sternen überhand. Es seien nur die (Hamen Gassendi, Kepler, Lambert, Swedenborg und Kant erwähnt. Diese Spekulationen lesen sich heute wie phantastische Romane, wurden aber zu ihrer Zeit als der Wahrheit nahe kommende Schilderungen angesehen. Mit der Erfindung der Spektralanalyse im Jahre 1862 wurden endlich die Voraussetzungen für die chemische Untersuchung der Himmelskörper geschaffen. Doch haben gerade bei den Planeten erst die verfeinerten Methoden der letzten Jahre verläßliche Ergebnisie gezeitigt, da es außerordentlich schwer ist, die Spektrallinien der einzelnen chemischen Bestandtelle, die die Pla- netenatmvsphäre zusammensetzen, zu trennen und richtig zu beuien. Aul ber Erdoberfläche zeigt das Leben eine sehr weitgehende Anpaffung an die Verhältnisse seiner Umgebung. Wir finden es in ber ewig bunflen Tiefsee der Ozeane wie auf den lichtumfluteten Gipfeln der Hochgebirge. Aber höhere Lebensformen meiden die kalten Gebiete des ewigen Eises ebenso wie die Glut und Trockenheit großer Sandwüsten. Die Bedingungen. unter denen sich organisches Leben auf einem Planeten entwickeln kann, sind nach Lundmark folgende der Weltkörper muß eine feste Rinde haben, auf der Wasser in flüssiger Form vorhanden ist. Gr muß von einer Atmosphäre umgeben sein und durch eine Sonne in angemessener Stärke erwärmt werden. Seine Oberflächentemperatur darf nur in gewissen mäßigen Grenzen schwanken. Die feste Rinde muh beftimmfe Rährstoffe enthalten. Ferner müffen auf dem Weltkörper über sehr lange Zeiten hier unverändert gleichartige Verhältnisse bestehen. Das Vorkommen von Sauerstoff in der Atmv- phäre ist nicht unbedingt notwendig. Auf der Erde gibt es nämlich Eisen- und Schwefelbakterien, für die Sauerstoff tödliches Gift ist. Ob aber eine Entwicklung zu höheren Lebensformen ohne Sauerstoff möglich ist, bleibt eine offene Frage. Bekanntlich besteht zwischen der Tier- uub Pflanzenwelt eine Wechselwirkung derart, daß die Pflanzen bie von den Tieren ausgeatmete Kohlensäure mit Hilfe des Sonnenlichts in ihre Bestandteile, Kohlenstoff und Sauerstoff, zerlegen und den Sauerstoff größtenteils wieder an die Luft zurückgeben. Vielleicht ist der jetzige Sauerstoffgehalt der Luft hauptsächlich dieser Tätigkeit der Pflanzen zuzuschreiben. Die Pflanzenwelt ist ferner die Voraussetzung für tierisches Leben. Ohne Pflanzen kann kein Tierleben bestehen, da ein Teil der Tierwelt Pflanzenfreffer sein muh und die Pflanzen allein imstande sind, die notwendigen Rährstoffe aus der anorganischen Ratur zu entnehmen. Vergleichen wir nun die Verhältnisse der Erde mit denen auf den übrigen Planeten, so ergibt sich sofort, dah kein Weltkörper dem Leben auch nur annähernd so günstige Bedingungen gewährt wie die Erde, Merkur und Mond sind lebensleindlich. Ihre Maffe ist zu klein, ihre Anziehungskraft zu gering, um eine Atmosphäre festzuhalten. Ihre Oberflächen sind wildzerriffene Steinwüsten von schauerlicher Ode und enormen Temperaturgegensätzen zwischen Tag unb Rächt. — Anders die Venus Dieser der Erde an Gröhe fast gleichkommende Planet ist von einer dichten kohlensäurehaltigen Atmosphäre umgeben, deren Entstehung wahrscheinlich auf starke vulkanische Tätigkeit zurückzuführen ist. Offenbar fehlt auf der Venusoberfläche die Vegetation, die den Sauerstoff aus der Kohlensäure abscheidet. Die Auhen- schicht bet Denusatmosphäre hat bereits eine Temperatur von 50 Grad, am Boden sind daher noch höhere Temperaturen zu erwarten. Im Vergleich dazu beträgt die mittlere Lufttemperatur an der Erdoberfläche nur 15 Grad. Es ist denkbar, dah Venus niederen Lebewesen etwa von der Art der Echwefel- batterien, eine Existenzmöglichkeit gewährt. Höhere Lebensformen dürften aber erst in ferner Zukunft auf ihr zur Entwicklung gelangen, wenn die Temperatur um einige Zehner von Graden zurückgegangen ist und die starken Kohlensäureausströmungen aufgehört haben. Mars ist nur halb so grvh wie die Erde, dreht sich in 24 Stunden 38 Minuten um seine Achse und zeigt einen ähnlichen Wechsel der Jahreszeiten wie die Erde, allerdings in langsamerem Rhythmus. Gr wird von einer wasserdampfhaltigen, aber nur sehr dünnen Atmosphäre umgeben, die nur äußerst wenig Sauerstoff enthält. Wahrscheinlich ist der ehemals vorhanden gewesene Sauerstoff durch Oxydation eisenhaltiger Sandsteinschichten verbraucht worden. Darauf deutet die ausgesprochen rote Farbe weiter Gebiete der Marsoberfläche, die hochgelegene Wüsten darstellen. Die dunklen Flächen sind sicher keine Meere in unserm Sinne, wie schon der rasche Wechsel ihrer Gestalt beweist, sondern Riederungen. Sie sind um 15 bis 20 Grad wärmer als die roten Wüstenflächen und zeigen außer Formänderungen auch eine mit den Jahreszeiten wechselnde Farbe. Vermutlich wird dieser Farbenwechsel durch das Vorhandensein von Vegetation verursacht, die in jedem Frühjahr mit der Zufuhr von Feuchtigkeit wieder auflebt. Große Temperaturgegensähe beherrschen die Marsoberfläche auch in der Tropenzone. Während auf der Erde die Tropen sich durch gleichförmige hohe Wärme auszeichnen, sinkt in der Tropenzone des Mars die Temperatur während der Rächt auf 30 Grad unter Rull, um am Tage bis auf 25 Grad über Rull zu steigen. Dabei handelt es sich allerdings um Doden- temperaturen, deren Schwankungen größer sind als die der Atmosphäre. Alles in allem stellt Mars eine für unsere Begriffe äußerst rauhe Welt dar, auf der höheres Leben sich nicht entwickeln kann. Die Sonnenfernen großen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Reptun sind lebensfeindlich. Ihre Atmosphäre enthält Ammoniak und Grubengas in großen Mengen, also giftige Gase, die jedes Leben unmöglich machen, während von Sauerstoff und Wasserdampf keine Spur nachgewiesen werden konnte. Die Dichte der großen Planeten ist so gering, dah sie sehr wahrscheinlich keine feste Oberfläche besitzen, sondern Gasbälle sind. Zu der enormen Kälte von 130 bis 200 Grad unter Aull kommt noch die geringe Leuchtkraft der Sonne, die auf Reptun 900 mal schwächer ist als auf der Erde. Der Tag bringt keine Helligkeit, nur bleiches Dämmerlicht. So bietet gegenwärtig das Planetensystem dem Leben nur sehr beschränkte Entwicklungsmöglich. leiten. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dah Mars in well zurückliegender Vergangenheit dem Leben viel günstigere Bedingungen bot als heute. Andererseits war die Erde durch ungeheure Zeiträume wüst und leer. Auf zwei Milliarden Jahre schätzen die Geologen das Alter der Erde, während es Leben erst seit höchstens 500 Millionen Jahren gibt und das Alter des Menschengeschlechts kaum eine Million Jahre beträgt. Außerhalb des Planetensystems können ferner die dunklen Begleiter von Fixsternen unter günstigen Bedingungen als Schauplatz deS Lebens in Betracht kommen. Alle Beobachtungen und Untersuchungen führen immer wieder zu dem Ergebnis, dah weder der Erde noch der Sonne eine Ausnahmestellung im Weltall zukommt. Unter den Milliarden Sonnen des Milchstraßensystems gibt es gewiß zahllose, die von Planeten umkreist werden. Daß wir die dunklen Begleiter der Fixsterne wegen der enormen Entfernung auch im größten Fernrohr nicht sehen, spricht nicht gegen ihr Vorhandensein. Wo aber solch ein Weltkörper ähnliche physikalische und chemische Bedingungen aufweist wie die Erdoberfläche, dürfte auf ihm auch Leben zur Entwicklung gelangen. Elefantenschule im Kongo. Nach einem Bericht aus ©angara na Bodio, das im Belgischen Kongo gelegen lst, besteht bei dey dortigen Farmern eine große Nachfrage nach geschulten Arbeitselefanten. Auch die Wünsche der fremden zoologischen Gärten können nicht immer erfüllt werden, weil sieh geeignete Tiere nicht in genügender Anzahl oorftnden. So haben sich einige Elefantenjäger zusammengetan und eine richtige Schule aufgetan, in der sie die von ihnen eingefangenen und aufgekauften Elefanten zu Arbeitsleistungen erziehen. Geeignet sind dazu am besten Tiere im Alter von etwa zwölf bis fünfzehn Jahren. Der Unterricht erfordert eine Zeitspanne von einem ganzen Jahr und ist sehr mühsam und keineswegs ungefährlich, da die sonst so gutmütigen Tiere zuweilen den Versuch machen, sich aus der Lehre sortzustehlen oder den Erziehungsmaßnahmen Widerstand entgegenzusetzen. Der Gewinn, den ein abgerichteter Elefant als Arbeitstier einbringt, ist allerdings sehr beträchtlich. Er kann nämlich die Arbeit von fünfzehn bis sechzehn Ochsen leisten und ist viel billiger zu halten. Auch einem Motortraktor von der gleichen Leistungsfähigkeit macht er durch den Aufwand von nur einem Fünftel der Unterhaltskosten erhebliche Konkurrenz. Zur Zeit befinden sich vierzig Elefanten auf der Station und lernen hier Lasten tragen und Wagen ziehen. t e i e ti i« r e X |e te, d« in btt be« :er* >üst die den jnö Üil- •mi nett deS iten xde [tatt Ich* !la- Be* ing icht leit« bin* auf das dey ge' der Bel i in nige )tige ijan« >e!tS' eften hren- inein ll>eö^ -ehre ider* ibge» iller; durch Inter' indeli ernen Nr. !5Z Drittes Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien)Mittwoch, 3. Juli 1935 Gnmdenverbsteuerireiheit bet Erwerb von Grundstücken zum Bau der Reichsauiobahnen. Aus der Provinzialhauptstadl. Brauchtum erzieht. Seit der Einführung fremden Rechtes durch die Karolinger in Deutschland konnten wir bet uns zweierlei Rechtspflege unterscheiden: die ..amtliche" und die „volkstümliche". Auch das bis in dieses Jahrhundert hinein in Oberbayern übliche „Haber- fcldtreiben" war nichts anderes als Volksgericht gegen Vergehen und Verhaltungsweisen, gegen welche die amtliche Justiz entweder keine Handhabe besaß oder gegen die sie nicht einschreiten wollte. Weniger bekannt ist das in der Eifel übliche ..Sensenschleifen", das übrigens ähnlich auch im niedersächsischen vorkam und bei dem vermummte Gestalten in der Nacht unter dem Lärm zahlreichen Sensenschleisens vor die Häuser unverträglicher Nachbarn zogen, diese zur Verträglichkeit auffordernd. Sensenschleifen war auch üblich vor den Fenstern lasterhafter Personen, die zu moralischem Lebenswandel ermahnt wurden. Im Bergischen wird vor den Häusern solcher Personen „gerappelt". Es ist für den Betroffenen zwar wohl eine Schande, das Dolksgericht herausgefordert zu haben, aber in fast jedem Falle wird durch seine Besserung diese Schande für getilgt angesehen. Der erzieherische Einfluß solchen Brauchtums ist also ganz offensichtlich. Kleinere Vergehen gegen die Moral oder die Sitte werden entsprechend geringer geahndet und durch einfachere Mittel gerügt. Einem untreuen Mädchen wird im Badischen der Melkschemel in den Baum gehängt, im Askanischen findet es am Pfingstmorgen einen Brei aus Asche und Wasser vor der Tür. In Baden setzt man vor der Pfingst- nacht unsozial handelnden Personen Ackergerät oder Wagen aufs Dach ober man verschleppt ihnen Karren und Wagen. In Altenkirchen setzt man solchen Leuten einen „Schandmai" in der Mainacht, den Trägen einen Faulbaum, den Eitlen eine Tanne, den Klatschbasen und Ohrenbläsern eine Weide oder eine Pappel, den Widerborstigen und Streitsüchtigen eine Distel. In der Eifel, im Bergischen und in Baden wird /Zanksüchtigen Eheleuten des Nachts das „Tier gejagt" oder aus Stall- und Hausgerät ein „Sckand- haufen" errichtet. Dem Mann, Der sich von seiner Frau verprügeln läßt, stellt man im Fränkischen über Nacht eine Eichenkeule vor die Tür Habilitationen an derLanbesuniversität Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Während des letzten Semesters haben sich folgende Personen dem Habilitationsverfahren mit dem Ziel der Verleihung des Dr. habil, erfolg- reich unterzogen: Bei der Theologischen Fakultät: Lic. theol. Karl Friedrich Euler in Gießen. Bei der Medizinischen Fakultät: Dr. med. Heinz Dombrowsky in Gießen. Bei der Veterinärmedizinischen Fakultät: Schlachthofdirektor Veterinärrat Dr. med. vet. Hugo Keller in Gießen; Dr. med. vet. Joh. Schaaf in Gießen; Dr. med. vet. Felix Schmid in Gießen. Bei der Philosophifchen Fakultät, l. Abtl.: Dr. phil. Helmut Arntz in Gießen. Bei der Philosophischen Fakultät, II. Abtl.: Dr rer. tech. Arnold S ch e i b e in Gießen; Dr phil. Florian Heller in Gießen: Dr phil. Siegfried Koller in Bad-Nauheim. HZ -Führertagung in Heffen-Aassau. Die H I. - P r e s s e st e l l e des Gebietes Hessen-Nassau teilt mit: < Die Bann- und Jungbannführer der HI. des Gebietes Hessen-Nassau waren dieser Tage auf der Mit dieser, bei dem beträchtlichen Umfang des zur Erbauung der Reichsautobahnen erforderlichen Geländeerwerbes bedeutsamen Frage hat sich kürzlich der Reichsfinanzhof in einer grundlegenden Entscheidung befaßt. (Juristische Wochenschrift, 64. Jahrgang, Heft 25, Seite 1814.) Der erkennende Gerichtshof hat dahin entschieden, daß der Erwerb von Grundstücken zum Bau der Reichsautobahnen ein Erwerb für Zwecke öffentlicher Straßen und daher nach § 8 Ziffer 10 des Grunderwerbsteuergesetzes grunderwerbsteuerfrei ist. Aus der ausführlichen Urteilsbegründung sind die nachfolgenden Erwägungen von besonderem Interesse: Nach § 8 Ziffer 10 des Grunderwerbsteuergesetzes vom 11. März 1927 wird die Grunderwerbsteuer nicht erhoben bei dem Erwerb von Grundstücken zwecks Schaffung ober Erweiterung öffentlicher Erholungs-, Wald- und sonstiger Grünanlagen sowie für Zwecke öffentlicher Straßen und Plätze. Straße ist ein Unterbegriff des Wegs. Unter „Straßen" werden dauerhaft befestigte, regelmäßig benutzbare Wege verstanden, die vornehmlich dem nichtschienengebundenen Verkehr (Krast- und andere Wagen und Räder, Reiter und Fußgänger) dienen Die Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs hat den Begriff der Straße im Sinne der vorerwähnten Befreiungsvorschrift nicht eng gefaßt, vielmehr in den Begriff der Straße Wege mit einbezogen. So werden bereits in einer Entscheidung vom 6. Juni 1922 unter öffentlichen Straßen, die für den allgemeinen Verkehr von Fuhrwerken, Fußgängern usw. bestimmten Wege verstanden und nach der Entscheidung vom 6. Februar 1923 tritt Steuerfreiheit ein, wenn das Grundstück unmittelbar der Anlegung ober Erweiterung eines öffentlichen Weges bient. Nach §2 bes Gesetzes über bie Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahnen vom 27. Juni 1933 finb bie Kraftfahrbahnen öffentliche Wege. Selbst wenn man ben Begriff ber Straße im Sinne ber Steuerbefreiungsvorschrift eng fassen will, sinb beren Merkmale als eines dauerhaft befestigten Weges gegeben. In einer jeben Zweifel ausschlietzenben Weise aber wirb ber Charakter ber Reichsautobahnen als Straßen festgestellt in § 1 bes Gesetzes über bie einstweilige Neuregelung bes Straßenwesens unb ber Strahenverwaltung vom 26. März 1934, ber unter anberem bestimmt: Die beutschen Straßen, soweit sie bem Verkehr von Ort zu Ort bienen, werben in folgenbe Straßengruppen eingeteilt: 1. Kraftfahrbahnen usw. Auch ist in bem §£a bes Gesetzes zur Aenberung bes Gesetzes über bie Errichtung eines Unternehmens „Reichsautobahnen" Gebietsführerschule „Christian Größmann" bei Eltville zu einer Arbeitstagung zusammengekommen. Neben ber Besprechung aller sich in bet Jugend arbeit im Augenblick ergebenben Fragen sollte in persönlicher Aussprache unb kameradschaftlichem Zusammensein das Band der Führerschaft noch enger geknüpft und in gemeinsamer Front die Schwierigkeiten erkannt und ihnen begegnet werden Gebietsführer P o 11 h o f f, der mit einem Treue- gelöbnis zum Führer die Tagung eröffnete, ging zunächst in kurzen Worten auf den künftigen Arbeitsabschnitt ein. — Ueber die verschiedenen Arbeitsgebiete referierten dann die Abteilungsleiter des Gebietsstabes. Im Mittelpunkt ber Besprechungen stauben bie Zeltlager, bie tausenben Jungen, bie sie bisher besuchten, ein Erlebnis unb eine Erholung sonbergleichen geworben sinb. Die Belebung vom 18. Dezember 1933 von bem Straßenköter ber Reichsautobahnen bie Rebe Das Finanzgericht in ber Vorinstanz hatte bie Reichsautobahnen als Öffentliche Straßen deswegen nicht anerkannt, weil sie nach § 2 bes Gesetzes vom 27. Juni 1933 ausschließlich für ben allgemeinen Verkehr mit Kraftfahrzeugen bestimmt sinb, baher feiner Ansicht nach ber Verkehr auf ihnen fein allgemeiner sei. Der Begriff bes allgemeinen Verkehrs unb ber Offen!- lichkeit fetzt jedoch keineswegs voraus, bah bie Straße für oerschiebene Verkehrsarten angelegt ist. Der Begriff bes allgemeinen Verkehrs wirb jeben- falls burch eine Beschränkung bes allgemeinen Gebrauchs nach Art unb Zweck bes Weges nicht ausgeschlossen, sofern ber Weg für biefen in Frage stehenben Zweck jebermann offensteht. Dies trifft aber für bie Autobahnen hinsichtlich bes Verkehrs mit Kraftfahrzeugen zu. Im übrigen finb auch bie Reichsautobahnen Straßen, bie in bie oorhanbenen Wegeverbinbungen organisch eingegliebert werben, inbem sie burch zahlreiche Anschlußstellen mit bem vorhanbenen Straßensystem oerbunben werben. An bem Charakter ber Öffentlichkeit ber Reichsautobahnen änbert auch nichts her Umftanb, baß nach §7 bes Gesetzes vom 27. Juni 1933 bem Unternehmen Reichsautobahnen bas Recht zusteht, Benutzungsgebühren zu erheben. Der Begriff ber Öffentlichkeit einer Einrichtung setzt nicht notwenbig eine Unentgeltlichkeit ber Benutzung voraus. Ausschlaggebenb ist nicht, ob bie Anlage jebermann ohne Erfüllung bfonberer Voraussetzungen, b. h. unentgeltlich, sonbern, baß sie jebermann unter ben gleichen Voraussetzungen unb Bebingungen zugänglich ist. Auch wenn baher für bie Benutzung ber Reichsautobahnen eine Gebühr erhoben werben sollte, so wirb auch bann geaen Entrichtung ber tarifmäßigen Gebühren bie Benutzung ber Anlagen in gleicher Weife jebem Kraftfahrzeug offen stehen. Da hiernach für ben Erwerb ber Grunbstücke zum Bau der Reichsautobahnen die Voraussetzungen der Be- freiungsvorschrift des §8 Ziffer 10 des Grunderwerbsteuergesetzes gegeben sind, ist die Beschwerdeführerin unter Aufhebung der Vorentscheidungen von der Orunberroerbfteuer frei zu stellen. Anbers wäre bie Rechtslage, wenn bie Grunbstücke nicht zum Bau ber Autostraßen, fonberp z. B. zur Schaffung von Dienst- ober Verwaltungsgebäu- ben erworben würben. Ein solcher Erwerb würbe, ba nach ber ftänbigen Rechtsprechung bes Reichsfinanzhofs Steuerfreiheit nur eintritt, wenn bas Grunbstück unmittelbar ber Anlegung einer öffentlichen Straße bient, nicht von ber Steuer befreit sein. bes Sportbetriebes, bie Gefunbheitsführung, bie Urlaubsregelung usw. würben in biesem Zusammen- Hang erörtert. Am zweiten Tage sprach LanDesbauernführer Wagner über aktuelle Fragen bes Reichs- nährstanbes unb über bie soziale Frage, bie sich burch bie Lösung bes Bckdenproblems automatisch erlebige. Nach Abschluß ber eigentlichen Arbeitstagung gewährte eine Führung burch bie Opel- werke in Rüsselsheim Einblick in bie einzelnen Phasen ber Autoherstellung. Ein Besuch bes Lan- bestheaters in Darmstabt beenbete bie Tagung. Daten für den 3. Juli 1676: Leopolb I., Fürst von Anhalt-Dessau, tn Dessau geboren (gestorben 1747). — 1709: Mark- Neue Zwei- unb Fimf-Marl-Stücke. Die Staatliche Münze in Berlin ist mit ber Prägung neuer Zwei- unb Fünfmarkstücke beschäftigt, bie auf ber Schauseite in ber Mitte ben Kopf bes verewigten Reichspräsibenten von Hinbenburg im Profil tragen. Die Wertfeite ber Münzen gleicht benen ber Münzen mit ber Potsbamer Garnisonkirche, jeboch tragen sie in ber unteren Hälfte bie Bezeichnung „Reichs 2 mark" ober „Reichs 5 mark". (Preffe-Bilb-Zentrale-M.) gräfin Wilhelmine von Bayreuth, Schwester Frieb- richs bes Großen, in Berlin geboren (gestorben 1758). — 1792: ber Felbherr Prinz Ferbinanb von Braunschweig in Braunschweig gestorben (geboren 1721). — 1866: Schlacht bei KÖnigarätz (Sabowa). — 1890: ber Schriftsteller Hans Iahst in Seerhausen i. Sa. geboren. — 1926: Beginn bes zweiten Reichsparteitages ber NSDAP, in Weimar. Auf biesem Parteitag wirb bie Hitlerjugenb gegrünbet. Daten für den 4. Juli. 1715: ber Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Hainichen (Sachsen) geboren (gestorben 1769); — 1776: Unabhängigkeitserklärung Norbamerikas; — 1807: ber italienische Nationalhelb Giuseppe Gari- balbi in Nizza geboren (gestorben 1882); — 1877: ber Dichter Bogislaw von Selchow in Köslin geboren; — 1888: ber Dichter Theobor Storm in Ha- bemarschen gestorben (geboren 1817); — 1920: ber Bilbhauer, Maler unb Rabierer Max Klinger in Grohjena gestorben (geboren 1857). Gutes Ergebnis der Straßen- und Haussammlung für das Jtote Kreuz. Enbe ber vergangenen Woche würbe nunmehr auch bie Haussammlung für bas Rote Kreuz, bie aus Anlaß bes Rotkreuztaaes burchgführt worben war, abgeschlossen. In Gießen unb in ben bem Roten Kreuz in Gießen zugesprochenen Orten ber näheren Umgebung erbrachte bie Straßensammlung insge- Nachbruck verboten! 25 Fortiestung gegeben 29. Kapitel. die vom schon aufgeben?" fragte konnten? Eckehard freundlich. „Jetzt zum Abendessen beißen ie doch an." „Ich mach' dann schon weiter, Herr Inspektor! Ich wollte nur mal fragen, wann kommt denn die Polizei? Ist denn da noch nichts 'raus wegen des verflüchtigen Giftes?" Eckehard überlegte. Sollte er ben Jungen in einen Plan einweihen ober nicht? Aber er mußte hier eine Hilfe haben Gegen Rockefch kam man boch nicht an. „Hör mal, Emil, ich muß bir was erzählen, unb ich rechne so auf beine Verschwiegenheit wie in anberen Dingen, bie bas Wohl ber gnäbigen Frau betreffend „Darauf können Sie sich verlassen, Herr Inspektor!" „Also hör mal, Emil, bie Tüte mit bem Gift, bie bu ba gefunben hast, bu weißt boch, bie habe ich boch in' meinen Schreibtisch geschlossen." „War ich ja selber babei, Herr Inspektor!" „Die Tüte ist nun weg." „Verflüchtige Zucht!" sagte Emil unb vergaß ganz ben Respekt vor feinem Vorgesetzten. „Das hat ber Kerl geflaut, ber bie Liese umgebracht hat. Der unb kein anberer!" „Still, Emil, nicht so laut! Es bars uns nie- manb hören. Ich bin ganz beiner Meinung. Aber wir müssen biese Meinung für uns behalten. Mir ist so, als hätten gewisse Leute ein großes Interesse baran, baß bie Untersuchung nicht.vorankäme." „Na, wenn ber Genbarm erst kommt, bann werbe ich es ihm schon stecken!" sagte Emil heftig. Aber als er Mackenroths Gesicht sah, fragte er ängstlich: „Ober soll ich's lieber nicht, Herr Inspektor! Wär' bas eine Dummheit?" „Vielleicht, Emil! Sieh mal, es könnte boch sein, baß irgenb jemanb ben Polizisten auf eine falsche Spur führt ober ihm Schwierigkeiten in ben Weg legt Kurz: baß bie Untersuchung nicht so geht, wie wir es wünschen. Darum wollen wir vorläufig bie Geschichte mit bem Gift noch ganz für uns behalten. Ich werbe bir schon einen Wink geben, wann bu es sagen kannst. Vielleicht kommen wir selber ber Geschichte eher auf bie Spur als ber gute Genbarm aus ber Kreisstabt." Da strahlte Emil über bas ganze Gesicht. Seine leibenschaftliche Freube waren bie kleinen Detektivgeschichten, bie man für ein paar Kupfermünzen beim Krämer im Dorfe kaufen konnte. Detektiv spielen war sein Ehrgeiz unb sein Traum. Er sah sich schon als Entbecker bieser ganzen geheimnisvollen Dinge unb versprach Eckeharb, so lange still zu schweigen, wie er es wünschte. Beruhigter ging Eckeharb nun burch den Park dem Schloß zu. Das Gefühl, einen Bundesgenossen zu haben, und wenn es auch nur Emil Perschke wäre, war schon etwas wert. Emil Perschke saß inzwischen wieder auf bem Brückengelänber unb fünfte feine Angel ins Eine rafenbe Ungebulb war in ihm. Ihm war heute selbst bie Arbeit gleichgültig, obwohl er sonst die Pflicht über alles stellte. Rockefch schien nicht zu sehen, baß er wie auf Kohlen ftanb. Er lieh sich genau über jebe Kleinigkeit braufeen auf per Äar- pener Wiese berichten, bis Eckeharb schließlich sagte: „Verzeihen Sie, Herr Oberinspektor, kann ich Ihnen nicht vielleicht barüber abenbs Auskunft geben? Ich mochte mich gern umziehen unb mich bann bei Fraulein Gerung nach bem Befinben ber gnäbigen Frau erfimb g^üi ?" Rockefch. Unb ein höhnischer Blick traf Eckeharb. „Dann interessiert es Sie wohl auch gar nicht, was ich bei ber Polizei Warum verkeimst du mich, Barbara? Noman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.) Eckeharb war gerabe an ber Brücke, Wirtschaftshofe herüber zum Schloßpark führte. Auf bem Brückengelänber saß Emil Perschke unb hielt bie Angelschnur ins Wasser. Aber als er Eckeharb sah, holte er schnell bie Angel, an ber noch fein Fisch gefangen war, her- Eckeharb schwieg. Was sollte er Rockesch auch agen? Dieses Argument bes Dberinfpeftors war nicht einmal so ohne weiteres abzutun. Er wußte genau, baß. bie Zigeunerbanben, bie hier bie Ge- genb unsicher machten, alles aßen, was ihnen unter bie Hänbe fam. Ob bas Gänse, Hühner, ob es Wilb- ober Saatfrähen waren, bas war alles gleich. Warum sollten sie nicht auch Pferbefleisch essen? Im Kriege hatte sich ja bie Bevölferung ber eroberten Gebiete auf Pferbefleisch wie auf einen Leckerbissen gestürzt. Unb boch: er fonnte ein Mißtrauen nicht loswerben! Die Grflarungen jes Oberinspektors kamen zu schnell, waren mit einer solchen Sicherheit vorgebracht, als käme gar feine anbere Ueberlegung in Frage. Vor allem, er hatte ja ben untrüglichen Beweis gehabt, baß ba etwas nicht mit richtigen Dingen zugegangen war. Er hatte ja burch Emil Perschfe bieses Stückchen Tüte mit ben Kleesalzfristallen befom- men Aber wie fonnte er biefen Fund als Beweisobjekt heranziehen, ba er ihn boch nicht mehr befaß? Irgenb jemanb hatte ihn gestohlen. Er ftanb nun ba unb konnte feine Behauptung burch nichts belegen. Schon hatte er es auf ben Lippen, bem Oberinspektor von feinem Funb zu erzählen. Aber er bezwang sich roieberum. Als er bas Funbstück noch besessen, hatte er geschwiegen. Wieviel mehr mußte er jetzt schweigen, ba ein unbekannter Täter es ihm fortgenommen hatte. Kurz sagte er: --Unb bennoch würbe ich es für gut halten, Herr Oberinspektor, bie polizeilichen Untersuchungen würben sehr halb unb sehr grünblich gemacht. Im Interesse Frau von Stechows unb in unserem eigenen. Denn schließlich finb wir für all bas le- benbe unb tote Inventar auf Gut Scheblgwitz verantwortlich. Ich möchte nicht, baß schließlich ein Mensch uns verbächtigen könnte, baß wir nicht sorgsam genug gewesen sinb." Rockesch lachte aus: Mas für ein Gebanke, trgenbeinen von uns zu verbächtigen! Nun, wenn bie Polizei kommt, fönnen wir ja bas Genauere bereben. Gegen Sie jetzt nur ruhig!" Auf ber Treppenstufe blieb Rockefch stehen. Er sah Eckeharb nach. Einen von uns verbächtigen", hatte Eckeharb ; gejagt. Ein feines Stichwort hatte er ihm ba ausgerichtet habe." „ „Doch interessiert mich bas, Herr Oberinspektor. „Nun benn", sagte Rockesch, „ich habe alles zu Protokoll gegeben. Man wirb bemnachst einen Genbarm zur Untersuchung herausschicken. „Demnächst?" fragte Eckeharb erstaunt. ,,3d) dächte boch, es wäre sehr nötig, die Spuren hier halb zu verfolgen. Wie soll man denn des Schurken habhaft werden, wenn man auch nur wenige Tage verstreichen läßt? Ich bereife, offen gestanden, die Langsamkeit der Polizei nicht. Bis dahin kann ber Verbrecher über alle Berge sein. Rockesch lächelte bünn: „Wenn bieser Verbrecher nur nicht in >Mer Phantasie existiert, lieber Mackenroth." Mackenroth fuhr auf: , 9 „Was meinen Sie bamlt, Herr Oberinspektor. In meiner Phantasie? Aber bas Tier ich boch tot „Natürlich ist es tot. Aber es ist ja bannt noch gar nicht gesagt, baß es umgebracht worben sit. Eine bunfle Rote stieg in Eckeharbs Gesicht. „Unb baß ber Kabaver fortgeschafft worben sit, ehe ber Tierarzt Gelegenheit hatte, bie Tobesursache festzustellen, ist bas vielleicht nichts, Herr Oberinspektor? Spielt mir ba auch meine Phantasie einen Streich, wenn ich behaupte, baß sieht sehr nach Schulbbewußtsein aus?" Rockesch zuckte bie Achseln: . Schulbbewußtsein muß bas nicht gerabe fein, fjerr von Mackenroth! Ich denke viel eher, ein paar arme Teufel hoben in bem Pferd einen will- iS.' SL I“iSÄ™•' Wasser. Aber fein Arm zitterte vor lauter Aufregung so stark, daß er diesmal keinen einzigen Fisch fing. Aber das machte nichts aus. Er hatte ja viel, viel Wichtigeres zu denken, als Fische zu fangen. Drei Tage später herrschte auf Gut Schedlowitz unter den Leuten eine heftige Aufregung. Ein Gendarm aus der Kreisstadt war dagewesen und hatte ein langes Protokoll über ben Tob ber Zuchtstute ausgenommen. Alle Angestellten waren befragt worben, aber niemanb hatte natürlich etwas befunben können. Emil Perschke hatte bem Genbarm umstänblich erzählt, wann er ben Verbacht auf Krankheit ber Stute gehabt hätte, unb wie sich alles Weitere zugetragen. Von bem Funb ber Gifttüte ließ er nichts verlauten. Auch Eckeharb, ber vernommen würbe, sagte nichts weiter aus als bas, was Oberinspektor Rockesch schon wußte. Darüber befragt, ob er irgenb jemanb in Verbacht hätte, ben Tier- kabaver weggefchafft zu haben, ehe ber Tierarzt Genaueres feftftellen konnte, gab Eckeharb eine oerneinenbe Antwort. Er hätte niemanb in Derbacht. Es könnte ja auch fein, wie Herr Oberinspektor Rockefch zu Protokoll gegeben, baß bie Zigeuner auf irgenbwelche Weise von bem Tobe ber Zuchtstute Kenntnis bekommen unb ben Leichnam nachts fortgeschafft hätten. Nach zwei Stunben war bie Vernehmung be- enbet. Der bicke Genbarm klappte sein schwarzes Notizbuch zu unb fuhr auf bem Fahrrab ber Kreisstabt zu. Sehr nachbenklich ging Cckeharb von ber Vernehmung fort. Er hatte bie Mienen aller Leute scharf beobachtet, hatte aber bei niemanb etwas von unterbrücktem Schulbbewußtsein merken können. Die ganze Angelegenheit war heute noch genau so geheimnisvoll wie bamals. Auf Wunsch bes Arztes würbe Barbara von ber amtlichen Vernehmung nichts gesagt. Sie sollte sich auf keinen Fall erregen. Es ging ihr besser. Die Wunbe am Hinterkopfe heilte ohne Komplikationen. Die Temperatur war normal. Unb auch bie Rippenbrüche heilten überraschenb schnell aus. Täglich liefen auf Schloß Scheblowitz Erkunbigungen nach Barbaras Befinben ein. Alle Bekannten konnten sich mit Genefungswünschen nicht genug tun. Die kostbarsten Blumen würben von ben oerschiebensten Gütern für Barbara abgegeben. Der junge Graf Joses Bonnosch vor allen Dingen ließ es sich nicht nehmen, täglich vom Gut seiner Derwanbten herüberzukommen, um sich persönlich nach Barbaras Ergehen zu erkunbigen. Zu seinem Kummer aber würbe er niemals vor- gelassen. Barbara hatte Schwester Mechthilbis energisch erklärt: „Ich bin vorberhanb für niemanden zu Ivrecyen, Schwester Mechthildis! Ich bin noch viel zu schwach. Das alles reat mich viel zu sehr auf." (Fortsetzung folgt!! MM MM" < > >-> 130 Kisten - 6500 Dosen 90 25 25 15 15 = 4500 - 1250 -- 1250 - 750 - 750 Gießen Marburg Friedberg Alsfeld Büdingen Schotten Die Qualität, so führte Obermeister P i r r weiter aus, sei ausgezeichnet. Die Fleischerinnung habe be- reits einen Versuch damit gemacht und feststellen müssen, daß nur erstklassiges Fleisch verwendet wor- den sei. Der Inhalt der Dosen betrage etwa 860 bis 865 Gramm gedünsteten Fleisches, das ungefähr einer Menge von zwei Pfund Frischfleisch ohne samt 2366,99 Mark. Die Haussammlung ergab 2340,41 Mark Insgesamt wurden also aus beiden Sammlungen und aus dem Bildhefteoerkauf 4751,22 Mark aufgebracht. Die Sammlung, die tm vorigen Jahre durch- geführt worden war. ergab den Gesamtbetrag von 3828,71 Mark. Aus dem Vergleich der beiden Zahlen Seht hervor, daß die einheimische Bevölkerung die Arbeit des Roten Kreuzes zu würdigen weiß. 1100 alte Soldaten aus dem Kreis Gießen fahren zum Reichskriegertag. Wie wir von unterrichteter Seite hören, liegen aus dem Kreise Gießen viele Anmeldungen zur Teilnahme am Reichskriegertag des Kyffhäuser- bundes in Kassel vor. Richt weniger denn etwa 1100 Kameraden wollen an dem großen Treffen teil» nehmen. Ein Geldbrief wartet! Der Briefträger hat eine schöne Nachricht hinterlassen, ein Geldbries wartet auf Siel Wer eilt da nicht gern und läßt alles übrige warten, um das Geld in Empfang zu nehmen Jetzt ist nun aber das Unglaubliche eingetreten, viele Geldbriefe warten auf ihre Abnehmer! Und zwar scheinen sie zum Teil sogar vergeblich zu war- ten, da die Geldbriefempfänger nicht auf die Aufforderung des Briefträgers hören. Man hält es nicht M möglich, und dabei sind so viele unter uns, die zu den Tauben gehören. Tagtäglich begegnen wir auf der Straße unserem „Glücksbriefträger" und hören ihn Glücksbriefe an* preisen und scheinen doch taub auf diesen Glücksruf hin zu sein. Manch einer denkt zwar, ach, da sind wieder die Glücksmänner vom Winter, nur sind sie jetzt braun eingekleidet, aber weiter denkt er nicht... Und dabei steht nicht nur für ihn, sondern für seine Volksgenossen mit dem Kauf dieser Briefe ein sonderlich großes Glück hervor: Arbeitsbeschaffung für alle.' Aber nicht nur ein edles Ziel verfolgt diese Briefabgabe, sie will auch Geld sofort aushändigen, d. h. natürlich von Fall zu Fall, wenn Fortuna sich in das Briefchen einschrieb. War sie besonders hold gesinnt, so malte sie die Zahl „Zehntausend Mark" Und damit heimgehen zu können, ist doch gewiß keine kleine Freude! Und noch etwas: jedem Brief liegt ein Prämienschein bei, der bis zum 31. August aufgehoben werden muß, da an diesem Tage noch 400 Prämien im Gesamtbetrag von 210 000 Mark ausgelost werden. Wer wird da noch diesen gewichtigen und inhaltsreichen Glücks - Geldbrief länger im Kasten des braunen Glücksmannes auf Abnahme warten lassen. GastspielOttoGebührimGtadttheater! Am Samstag, 6. Juli findet das zweite Gastspiel dieser Sommerspielzeit statt. Kein Zufall, daß die Intendanz auf die Gastspielverpflichtung Otto G e - b ü h r s verfiel. Der von Bühne und Film beliebte Darsteller wird mit seinem Berliner Ensemble das Schauspiel „Zwischen Abend und Morgen" von Zdenko von Kraft zur Aufführung bringen. Man ist fasziniert, wenn Gebühr als „Friedrich der Große", leibhaftig wie einem Bild von Mentzel entstiegen, die Bühne betritt. Zerknittert, mit gichtigen Beinen und von Feldzugsstrapazen zermürbtem Körper, aber Feuerbrand in den Augen, von Witz und Energie geladen, so füllt er den Bühnenraum und die Atmosphäre, überragt die Stattlichkeit eines Kammerherrn und eines Grenadierhauptmanns durch seelisches Format. Das Schauspiel „Zwischen Abend und Morgen" ist eine reizvolle Novelle um den alten Fritz, die der Dichter in die bühnengerechte Form eines Schauspiels gegossen hat. Da der Kartenverkauf bereits sehr lebhaft eipgesetzt hat, werden die Gießener Theaterbesucher gebeten, die vorbestellten Karten bis spätestens Samstagmittag 13 Uhr abzuholen, da sonst anderweitig über die Karten verfügt werden muß. Gaufest und Wohnungsfrage. Das erste Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen (2. bis 4. August) rückt näher. Es wird das große Fest der Turner und Sportler werden. Gießen wird in der Wohnungsbeschaffungsfrage vor eine große Aufgabe gestellt werden. Unterstützung und tätige Mithilfe aller Volksgenossen ist dringend erforderlich. In den nächsten Tagen kommen die Werber, um in allen Gießener Familien Rücksprache wegen zur Verfügungstellung von Unterkünften zu nehmen. Schon der erste Angriff muß zu einem Erfolg führen. Gießens Bevölkerung war immer turn- und sportfreundlich eingestellt. Auch dieses Mal — in den ersten Augusttagen — wird Gießen und seine Einwohnerschaft einen Beweis liefern, der erneut zeigt, daß die Stadt Gießen wohl in der Lage ist, Festveranstaltungen aller- größten Ausmaßes zu feiern. (Wir weifen auf bte Anzeige in der heutigen Nummer unseres Blattes hin!) Das frische Fleischgericht des Sommers. „Rindfleisch Im eigenen Saft“ Die Einführung des frischen Fleischgerichtes im Sommer, des „Rindfleisches im eigenen Saft" soll nun auch in Gießen erfolgen. Der Aufklärung diente eine Besprechung des Obermeisters P i r r der Fleischerinnung mit den Vertretern der Großverbraucher-Organisationen und der Presse im „Krausmüller-Saal" der Handwerkskammer. Der Obermeister erläuterte die Anfänge dieser Neuerscheinung in den Fleischerläden und betonte die große volkswirtschaftliche Aufgabe diefes Vorgehens. Im Rahmen der Marktordnung des Reichsnährstandes stelle, so führte er u. a. aus, das in den Büchsen aufgehobene Fleisch das Ausgleichsmittel der für den gleichmäßigen Absatz und für die gleichbleibende Versorgung, sowie für den gleichbleibenden Preis für Erzeuger und Verbraucher. Den in jedem Herbst überschüssigen Be- stand an Rindern habe die Reichsstelle für Tiere unb tierische Erzeugnisse im Reichsnährstanb in planvoller Voraussicht aufgehoben. So werbe nur bas beste Vieh zu Fleischkonserven verarbeitet und die Fleischerinnun- gen, die diese Arbeit ausgeführt haben, träten nun als Mittlerin auf. Der Gießener Fleischerinnuno seien 15 000 Dosen zugewiesen, die auf die Nachbar- ftäbte wie folgt verteilt werden sollten: Ein teures Mittagessen. Die Leiter ich sage, daß ich ist ein kultivierter, eigenartige das Beste vom Betten bietet, bi bas von Heer- und 4, Gesund» 3, Staats- Naturwissenschaft und Technologie 46, Seewesen 6, Haus- und Landwirtschaft heitslehre 2, Religion und Philosophie Wissenschaft 28, Sport 2 Bände. sammenkommt. Sonderzug an den Nürburgring. Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring Entscheidungsrennen um den großen Preis . ier versteht, das Haus unwiderruflich in feinen Bann zu ziehen. Wie schon gesagt, mehr Genie als Artist. Der Vorhang geht auf. Ein silbergrauer Mozart- kopf auf der Bühne. Instrumente klingen und fingen. Ein Stück alter Kunstgeschichte lebt auf: Wenn die alte Geige singt, wenn die Tuba dröhnt, wenn die Flöte zwitschert und dem Cello das „Ave Maria" Deutschland statt. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkosten einschl. Eintrittspreis betragen nur 5 Mark. Wir bitten die Kameraden, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, damit wir einen Ueberblicf bekommen. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. NSG. .Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad. 20 bis 21 Uhr Reiten (Reitschule Schömbs, Brandplatz). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Kampf mit dem Drachen". Allen Ausflüglern, die trotz der mehrfach erlassenen Verbote leichtsinnig mit Feuer umgehen, sollte dieses Bild eine Warnung sein. Unnachsichtig werden jetzt Strafen über die Sünder verhängt. — (Scherl-M.) 92. Hauptversammlung des Heff.Hauplverems der Gustav-Adols-Stlstung. Knochen bester Sorte entspreche, und dem dazu gehörigen eigenen Saft. Der Preis betrage 1,50 Mark pro Kilodose. Bei genügender Durchkühlung biete sich eine vielfältige Verwendungsmöglichkeit für das Fleisch, das besonders jetzt im Sommer immer schnell tischfertig sei. Es eigne sich zum Aufschnitt mit Mayonäse, als sehr schönen Brotbelag, aber auch zum schmackhaften Gulasch und als Zusatz zu jeder Gemüsesuppe und zu jedem jungen Gemüse. Auswahl und Abwechslung seien mannigfaltig genug. Es wird darum nicht nur an den Sommertagen in der Küche, sondern auch bei den Wochenendfahrern im Zelt oder Boot ein schnell gereichtes schmackhaftes Fleischgericht darstellen. Für die Hausfrau bedeute darum „Fleisch im eigenen Saft" eine neue Gelegenheit zum Einkauf einer guten Fleischsorte. Diese Neuerscheinung im Fleischerladen werde auch in Zukunft neben dem Frischfleisch seinen Platz behaupten Es sei bereits in den Fleischerläden zu haben. Kreishandwerksmeister S t ü h l e r unterstrich die Ausführungen des Obermeisters und empfahl neben den Hausfrauen auch den Großverbrauchern die rege Verwendung dieses Fleisches. Eine polizeiliche Erinnerung aus meiner Jugendzeit« Lon Louis Frech, Gießen Rheinfahrt am 14. Juli. Der für den 23. Juni geplante Sonderzug an den Rhein ist, wie schon bekannt, auf den 14. Juli verlegt worden. Die Fahrt mit dem Schiff geht nun, wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen. Es können sich noch einige Volksgenossen melden Sonderzug zu dem Motorradrennen nach Schotten am 21. Juli. Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteil' nehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonderzug zu dem bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis einschl. Eintrittspreis beträgt 2,35 Mark Wir fordern die Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Rundfrage aufstellen zu wollen, damit in kurzer Zeit die nötige Teilnehmerzahl zu- Lpd. Bingen, 2. Juli. Der Hessische Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung hatte seine Mitglieder aus dem ganzen Hessenlande nach Bingen gerufen. Aus allen Teilen des Landes war man zahlreich der Einladung gefolgt. Der erste lag. Die 92. Jahresversammlung des Gustav-Adolf- Vereins wurde am (Sonntagmorgen mit zahlreichen Festgottesdiensten in Bingen eingeleitet, bei denen die auslandsdeutschen Theologen und hessischen Gustav-Adolf-Pfarrer die Bedeutung des Gustav - Adolf - Werkes für Glaube und Volkstum nachwiesen. — Ein stattlicher Festzug bewegte sich am Nachmittag des ersten Festtages nach der am Rhein gelegenen Festhalle zu der Volksversammlung, in welcher der hochverdiente Vorsitzende des Hessischen Gustav-Adolf- Vereins, Pfarrer D. Wagner- Bensheim, die Festgemeinde und die Gäste begrüßte, auf die Bedeutung des Glaubens für Volkstum in eindrücklichen Worten hinwies. Es sprachen dann nacheinander zu einer zahlreiche Hörerschar Pfarrer Ellenberger- Banjaluca (Südslawien) über „Nöte und Erfolge des Deutschtums in Bosnien"; ferner Minister a. D. Dr. Boelitz - Wiesbaden über das Thema „Deutsches Volkstum und evangelischer Glaube in Brasilien". Besonderem Interesse begegneten die Ausführungen von Pfarrer Meyer- Lüneburg, früher Leoben (Deutsch-Oesterreich), über die gegenwärtige Lage und die ernste Verantwortung der evangelischen Kirche Oesterreichs. Die Reihe der Redner schloß ein gebürtiger Siebenbürger Sachse, Pfarrer T h u 11 n e r, der den Gedanken ausführte, in wie hohem Maße die Siebenbürger evangelische Dolkskirche in alter und in neuer Zeit ein Hort für Glaube und heimatliches deutsches Volkstum war und ist. Mit einem Treuegelöbnis für „Glaube und Volk", abgelegt im Namen der großen Festgemeinde durch Oberkirchenrat Dr. H o r r e - Darmstadt, einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler und dem Gesang der beiden nationalen Lieder schloß die eindrucksvolle Volksversammlung, bei der zahlreiche Kirchen- und Posaunenchöre von Bingen und Umgebung mitwirkten. Den Beschluß des ersten Festtages machte ein großer Gemeindeabend in der Festhalle. entflingt — eine Revue der Instreumente im romantischen Zauber aller Zeit: Gespielt von. nur einem Mann. Das alles klingt aus in einer luftigen Parodie auf bas heutige Tempo — die heutige Jazz mtt ihren Irrungen. Doch warum erzählen ... „Reka" muß man ge- sehen haben, schrieb die Frankfurter Presse, und sie hat recht. Sendet Silber und Berichte von .Krafldurch-Freude-Fahrten". Mehr Gente als Artist. Ein Altmeister der Musik, Besitzer der größten Instrumentensammlung der Welt, 3000! Keine Angst, er spielt sie nicht alle, er " [er Künstler, der nur *♦ Wildhandelsbücher. Von der Poli- zeidirektion Gießen wird mitgeteilt. Zur Führung von Wildhandelsbüchern sind auf Grund des Abschnittes A/III der Wildhandelsordnung vom 1. April 1935 (RGBl. I S. 494) alle Gewerbetreibende (Wildhändler, Gastwirte, Kaufhäuser, Feinkostgeschäfte usw.) verpflichtet, die Schalenwild (Hirsche, Rehe usw.) unzerlegt oder zerlegt, aber noch nicht zum Genuß fertig zubereitet erwerben. Die Bücher sind genau nach dem vorgeschriebenen Muster zu führen und vor Ingebrauchnahme der Polizeidirektion Gießen zur Beglaubigung vorzulegen. Jeder Erwerb von Schalenwild ist sofort einzutragen. Die Bücher sind den Kontrollbeamten jederzeit auf Verlangen vorzulegen. ** Oeffen11iche Vücherhalle. Im Juni wurden 1698 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf Literatur 1, Zeitschriften 21, Gedichte und Dramen 9, Erzählende Literatur 1103, Jugendschriften 221, Länder- und Völkerkunde 97, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographien 140, Kunstgeschichte 7, Der zweite Tag war mehr der Arbeit nach innen, geschäftlichen Beratungen über Wohl und Wehe des Werkes gewidmet. So tagten am Montag, dem 1. Juli, nacheinander im Gemeindesaal der evangelischen Gemeinde Bingen die Vorstände-Konferenz pes Landesverbandes der Gustav-Adolf-Frauenvereine in Hessen, danach der Vorstand des Hauptvereins und dann der Verwaltungsrat des Vereins, gebildet aus Abgeordneten sämtlicher hessischen Zweigvereine. Mit Dank und Freude nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß dem Verein auch im abgelaufenen Jahre vom Reichsministerium des Innern die Erlaubnis zur Vornahme feiner gewohnten Haussammlung erteilt worden war, so daß der Verein feiner gegenwärtigen hessischen Hauptaufgabe, der Erbauung einer evangelischen Kirche in' Bieber bei Offenbach, und auch feinen Auslandspflichten nachkommen konnte. Es konnten außerhalb Hessens Unterstützungen bewilligt werden, z. B. für evangelisch-kirchliche Zwecke in Oesterreich und der Tscheche!, im abgetretenen Posen und Oberschlesien, in Galizien und Wolhynien, im Baltenland und Ungarn, in Südslawien und Rumänien und in Uebersee vor allem in Brasilien. Dem Jahresbericht des Vereins-Schriftführers war die erfreuliche Tatsache zu entnehmen, daß trotz mancherlei Schwierigkeiten das Sammelergebnis nicht hinter dem der letzten Jahre zurückgeblieben ist, sondern mancherorts sogar eine Steigerung aufzuweisen hat. Den Abschluß der Binger Festtage machte am Montagnachmittag auf der herrlich gelegenen Burg Klopp die große Frauenversammlung. Zu den sehr zahlreich versammelten Frauen sprach Fräulein Leni Z ö ck 1 e r aus Stanislau (Polen) über das dortige deutsche Kinderheim. Außerdem schilderte unter dem Thema „Brudernot und Bruderhilfe Pfarrer Ellenberger - Banjaluca (Südslawien) die Nöte der dorttgen Volks- und Glaubensgenossen in ergreifenden Bildern. So wurde aus allem, was im großen oder kleinen Kreise gesprochen und beraten wurde, die Notwendigkeit ausgiebiger brüderlicher Hilfe drinnen und draußen deutlich. Alle Volksgenossen, die schon an einer Fahrt «Kraft durch Freude" teilgenommen haben und bei dieser Gelegenheit die Schönheit der Landschaft mit lhrern Photoapparat festhielten, bitten wir, solche Büder für uns zur Verfügug zu stellen. Wir wollen aus dem besten Bildmaterial Diapositive Herstellen, um im Winter allen, die noch keine Gelegenheit hatten, an einer „Kraft-durch-Freude"-Fahrt teilzunehmen, zu zeigen, daß diese Fahrten eine wirklich gute und billige Erholung bedeuten. Es werden auch Stimmungsberichte und Berichte über fröhliche Er- eignisse entgegengenommen. Unterstütze auch du die NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude", und du hilfst mit am Aufbauwerk des Führers. Geschäftsstelle der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude- Gießen, Schanzensiraße IS. keinen Umständen erscheinen. Man übergab mir sogar, in Anbetracht meiner Erfahrungen, bas Kommando. Und so befahl ich denn: „Leiter hoch; Köpfe rin"! Prompt wurde das Ungetüm von Dachdeckerleiter hochgehoben und jeder bemühte sich, möglichst schonend seinen Kopf durch die Sprossen zu stecken. Und nun traten wir den Marsch durch die nur hier und da spärlich beleuchteten Gassen an. So glatt ging das aber nun gerade nicht, denn wir waren nicht gleich groß; daher saßen den großen die Sprossen am Hals und den kleinen rieben sie im Gesicht und an der Nase herum und wir waren froh, wie wir endlich im Polizeihof in der „Weid- gaf}" landeten. Es ist mir heute noch schleierhaft, wie wir den Weg, ohne einem Wächter der Nacht begegnet zu sein, unbehelligt zurücklegen konnten, zumal es keineswegs ohne Spektakel herging, namentlich wenn um eine Straßenecke herumbalanciert werden mußte. Das Gebäude der helligen Herman» hab, welches vorher ben zarten Vorzug genoß, eine höhere Töchterschule beherbergt zu haben, zierte an seiner Vorberfront eine zweiseitige, stockwerkhohe Steintreppe mit eisernem Geländer, bie man ersteigen mußte, wenn man an bie Haustüre gelangen wollte, lieber biefer brannte eine Gaslaterne, bie durch eine Scheibe auch ben Hausgang beleuchtete. 3m Parterre rechts waren zwei Fenster, bie ber Wachtstube, erhellt, sonst tag bas Gebäube in tiefem Dunkel Die Leiter hatten wir in ben Hof gelegt unb hielten leise einen kleinen Kriegsrat ab, demzufolge unter Vermeidung des geringsten Geräu» fches die Leiter in das Haus hineingeschoben werden sollte. Zuerst mußte einer die Haustüre leise öffnen und offen halten. Dann wurde bas lange Ungetüm hochgehoben unb mit größter Vorsicht in ben Haus» gang hinein unb hinten über bie Treppe nach bem ersten Stockwerk hinaufgeschoben Das ließ sich nun boch nicht so ganz geräuschlos machen, unb als wir vorn, in bem neben ber Haustüre liegenben Wachtraum einen Stuhl rücken hörten, klopfte ich schnell an der Türe an. Eine schnarrende Stimme rief: .Herrrrein!" „Guten Morgen!" sagte ich. Es waren zwei uniformierte Herren drin, die offenbar ein kleines Nickerchen gemacht hatten, denn sie wischten sich die Augen, mit denen sie mich etwas verwundert ansahen. „Na, was is los?" fragte der eine. »Wir wollen einen gefundenen Gegenstand abliefern!" „Na, wo haben Sie ihn dann?" „Draußen!" „Ja, warum bringen S'en bann nett rin?" «Herr Wachtmeister, bas geht so ei'fach nett* —- „Sooo!" — Beide sahen sich an und es schien ihnen etwas zu dämmern. nungsmäßig abliefern wollte. Ich hatte nämlich vor vielen Jahren mit noch Zweien in später Stunde auf der Frankfurter Straße eine Kuh gefunden und führte diese in meiner, soviel ich mich erinnere, bis dahin durch nichts getrübten Unschuld, auf die Polizeiwache. Ein, du lieber Gott, da kam ich aber schön an! Man hielt mir eine Vorlesung, infolge welcher ich mit meiner Kuh und der Ueberzeugung das Lokal verließ, daß ich einer der niederträchtigsten Menschen wäre, die Gottes schöne Erde bis in den Grund hinein verschandelten. Daß ich mir von da ab vornahm, nie wieder etwas zu finden, wird man mir ohne weiteres glauben, und dennoch ist mir gar nicht so lange danach ein ähnliches Mißgeschick passiert: Wir waren damals, ein unsortiertes Dutzend junger Leute, bis gegen 2 Uhr nachts auf der Pulvermühle, jenseits der Lahn, hängengeblieben und hatten in diesem alten bürgerlichen Stammlokal ber Starkenburger, ohne irgendwelche, etwa auf nächtlichen Tatenbrang gerichtete Hintergebanken, tüchtig gezecht. Arm in Arm in einer Reihe unb bas Lieb fingenb: „Es zogen brei Burschen wohl über ben Rhein", schoben wir Zwölfe über bie Lahnbrücke, unter bem Bahnviadukt hinburch, in bie Neustabt. Stichbunkle Finsternis lag auf ber Erbe unb man sah bie Hanb nicht vor ben Augen. Als wir gerabe an bem Vers waren: „Der zweite beckte ben Schleier zu unb roanbte sich ab unb meinte bazu", fiel die ganze Gesellschaft vornüber auf bie Straße. Wie sich im Lichte rasch entzünbeter Streichhölzer herausstellte, hatten wir biefe jähe Unterbrechung unseres gefühlvollen Gesangs einer langen, quer unb hochkantig über bas Pflaster gelegten, hüben unb brüben an ben Häusern festgeklemmten Dachbeckerleiter zu verbauten. Einen befonbers geistreichen Ulk konnte man diese Hindernisbereitung nicht gerade nennen. Aber so schlimm, wie man das wohl nach heutigen Begriffen bewerten würde, war es damals bei weitem nicht, denn vor 60 Jahren gab es noch keine Autos und keine Motorräder. Es hätte also höchstens ein Fußgänger den Hals brechen können. Von uns hatte sich keiner beschädigt; nur erschrocken waren wir. Es stellte sich aber auch sofort die Lust zu einem losen Streich ein. Wir überließen das wiederzugedeckte Wirtin- töchterlein seinem Schicksal und beschlossen unter Lachen und einem prickelnden Vorgefühl des Kommenden, die Leiter auf die Polizei zu schleppen und als F u n d st ü ck a b z u g e b e n. Ich, für meine Person, hatte einen Kampf mit meinem Gewissen zu bestehen, denn die Kuh lag mir noch schwer auf dem. Herzen. Aber ich machte natürlich mit, denn als Kneifer wollte ich unter Gastspiel des Schumann-Theaters im Stadttheater. Arn Freitag, dem 5. Juli, gastiert das von seiner letzten Tournee in bester Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M. mit vollkommen neuem und großem Varietöprogramm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1,— 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vorverkauf im Musikhaus Challier, Schokoladenhaus H u n t e m a n n , auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18. bei Ortswart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstraße 10, und bei sämtlichen Be- triebswarten der NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Freude" Line der Glanznummern ist Reka, von dem die ganze Dell spricht. Es hört sich grotesk an, wenn einmal beinahe bestraft worden roäre,~ weil ich einen gefundenen Gegenstand auf der Polizei ord- Pe bi [Pi bif bei fta Die deutsche Arbeitsfront N.9.-6emeinschaft „Kraft durch freute" er mn an. Morgenfrühstück in Gestalt von recht ansehnlichen Preußen Obecheffen An- Frankfurt a. M., 2. Mi. (LPD.) In Die gestorben. Kreis Schotten. Hj: O b e r - O h m e n, 30. Juni. Heute fand hier im Forellen für seine Jungen zu holen, die im nahen Rahmen der Besichtigung der Freiwilligen und 1 Zeilwald ihre Kinderstube haben. „Äei Protokoll? M'r müsse doch so viel ich weiß, e Protokoll mache. Schließlich laufe drauß die fort ,un ich allei' kann die Leiter nett in die Neustadt schleppe!" Der Wachtmann strafte mich mit Verachtung; er drehte mir den Rücken zu und ließ mich stehen. Sein Kamerad winkte mir ab und so drückte ich mich «rücklings zur Türe hinaus. Draußen schienen sie gehorcht zu haben, denn es war mäuschenstill. Ich zischte ihnen zu: „Raus mit der Leiter und dann fort mit ihr in die Neustadt!" Leise schlichen einige in den Hausgang, um den gefundenen Gegenstand wieder heraus zu schaffen. Aber er wankte und wich nicht. Das lange Ungetüm hing unten am eisernen Geländer der Stern- treppe fest und oben, am anderen Ende, hatte es sich, durch seine eigene Schwere durchgebogen, unter der Schwelle eines Trepplings festgeklemmt. Alles Ziehen und Drücken war vergebliche Mühe. Mit dummen, von der Nachtlaterne über der Haustüre beschienenen Gesichtern, sahen wir uns an. Da kam mir ein rettender Gedanke. Ich klopfte an der Wachtstubentüre an. Auf ein bissiges „Herein!" steckte ich diesmal nur den Kopf durch die Türe. „Nanu; was soll's dann noch? fragte sehr ungnädig der Wachtmann. „AH, Herr Wachtmeister, nemme S' es uns nett iwwel, daß mer noch emal stör'n; m'r bringe die Leiter nett los; se hat sich festgeklemmt un wankt un weicht nett. Hawwe Se nett vielleicht e Säg?" „Lasse Se se nur ruhig lie'; da sieht auch der Herr Polizeirat emal die Bescherrung. Das wird en sehr interessier'n! Säg gibt's nett!" („Teufel noch einmal, das kann fa gut wern", dachte ich und nahm mir einen Augenblick lang vor, nie wieder. .!) Im Hinaustreten sah ich, daß die Flottmachung der Leiter inzwischen doch gelungen war. Innerhalb fünf Minuten lag sie wieder im Hof. Die Köpfe wurden durch die Sprossen gesteckt und fort ging's in die Neustadt, woselbst wir sie in ihrer ganzen Länge in einen Winkel hineinschoben. — Nach einiger Zeit erhielt ich eine Polizeistrafe, aber nicht wegen des geschilderten Ulks, sondern weil ohne unser Vorwissen zwei meiner Kameraden die Polizeilampe über der Haustüre ausgedreht hatten. Die beiden Wachtleute waren ©entfernen; sie hatten die Leitergeschichte nicht gemeldet. Wir lohnten dieses einsichtsvolle Verhalten der beiden Herren, die schon lange der grüne Rasen deckt, dadurch, daß wir ihnen alljährlich zu Weihnachten je eine Flasche Kognak zusandten, ohne daß sie aber jemals erfahren haben, wer die Spender waren. sprach dann über die Bedeutung der NS.-Volks- Wohlfahrt. Der BdM. Lardenbach-Klein-Eichen ^ erfreute durch eine ganze Anzahl Volkstänze und Volkslieder. Der Jungvolkpimpfe Hofmann (Freienseen) gab in gelungener Weise einige Mund- artgedichte zum besten. Die Bergmannskapelle spielte flotte Weisen. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Verlosung einer wertvollen Armbanduhr unter die Mitglieder der NSV. Glücklicher Gewinner war Beigeordneter L. aus Freienseen. Alles in allem war es eine wohlgelungene Veranstaltung. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß eine Anzahl Mitglieder der NSV. und der SAR. aus Groß-Eichen trotz weiter Entfernung und Heu- ernte per Lastauto zu der Veranstaltung erschienen waren. „!" R u p p e r t s b u r g, 30. Juni. Vor einiger Zeit wurde am Bachufer der Horrloff oberhalb Fried- richshütte ein neugeborenes Kitzchen gefunden, welches sehr schwach war und nicht laufen konnte. Ein kinderloses Ehepaar von Friedrichshütte nahm sich des Tierchens an. Die Frau fütterte es mit Milch aus einer Flasche. Nun ist das Tierchen mit seiner Pflegemutter so vertraut, daß es in den Garten und überall hin ihr nachläuft. Von einer anderen Person aber als der Pflegemutter nimmt es die Flasche nicht an. Kreis Alsfeld. # Nieder-Gemünden, 2. Juli. Begünstigt durch das herrliche Sommerwetter hat die Heuernte rasche Fortschritte gemacht. Viele Landwirte haben innerhalb acht Tagen ihr Heu einbringen können. — Bei dem letzten schweren Gewitter schlug der Blitz in eine Pappel unterhalb des Bahnhofs. Der Baum wurde völlig zerschlagen. sau. Mehr als 10 000 Mitglieder der Feuerwehren der Provinz weilten als Abordnungen in Fulda. Mitgliederversammlung nahm den Haushaltsplan für das neue Rechnungsjahr entgegen. Der ordentliche Haushaltsplan weist in Einnahme und Pflicht - Feuerwehr durch den Kreisfeuerwehrinspektor die Verpflichtung der neuen Freiwilligen Wehr statt. Nach anerkennenden Worten für das uneigennützige Wollen der vierzig jungen Männer, die sich zu einer Frei« willigen Wehr zusammengeschlossen haben, und der Aufforderung, als deutsche Männer jederzeit ihre Pflicht im Interesse des Vaterlandes und der Nation au tun, wurde jeder einzelne Wehrmann durch Handschlag verpflichtet. Brandmeister Hartmann (Lauterbach) unterzog dann die Freiwillige Wehr einer Uebungsbesichtigung am Gerät usw., wäh- rend der Kreisfeuerwehrinspektor sich der Pflichtfeuerwehr widmete. Die Besichtigung verlief sehr befriedigend. — Bei den letzten Gewittern schlug der Blitz an drei verschiedenen Stellen in die Lichtleitung, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. In einem Falle riß er in einer Wohnung ein Stück aus der Wand. # Aus dem oberen Ohmtal, 1. Juli. Der letzte ergiebige Gewitterregen hat das Wachstum allenthalben gut gefördert. Die noch unter der hochsommerlichen Hitze leidenden Dickwurzpflan- z e n haben die Krisis nunmehr überstanden und beginnen sich gut zu entwickeln. Sehr gut stehen die Kartoffeln, die überall in die Blüte treten. Leider macht die Beseitigung des reichlichen Unkrautes viel Arbeit, welche durch die schon großen Sträucher mitunter recht beschwerlich ist. Der Stand aller Fe l d f r ü ch t e ist so, daß mit einer befriedigenden Gesamternte auf allen Gebieten gerechnet werden kann, wenn keine unvorhergesehenen Zwischenfälle auftreten. — Der Frühaufsteher kann gegenwärtig einen Fischreiher beobachten, welcher der Ohm seinen Besuch abstattet, um hier das sen-Nassau statt. Gauschulungsleiter Demmer begrüßte die Gäste und wies in seiner Ansprache darauf hin, daß hier ein Haus eingeweiht werden solle, in dem zum ersten Male in unserem Gau Betriebsführer mit den Arbeitern des Geistes und der Faust zusammen wie eine Familie die Kameradschaft der deutschen Arbeit erleben sollten. In seiner Rede erklärte Landesobmann Becker, daß man alles, was einmal mit Liberalismus und Marxismus verbunden gewesen sei, als ausgelöscht betrachten könne, wenn nun zum ersten Male auch Betriebsführer zu dieser Schulung hinzugezogen würden. Gauleiter Sprenger sprach anschließend seine Glückwünsche zur Einweihung dieser ersten Schule der Deutschen Arbeitsfront im Gau Hessen-Nassau aus und dankte dann Landesobmann Becker für ferne bisher geleistete vorbildliche Arbeit. Alle, die hier geschult würden, müßten gelehrt werden, die Dinge in ihrer Gesamtheit zu sehen. Aus der Welt- arrschauung heraus müsse dann jeder sein Teilgebiet erfassen. Er streifte kurz die gewaltige Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung und wies darauf hin, daß es nicht möglich gewesen wäre, in dieser kurzen Zeit etwas so Gigantisches zu schaffen, wenn nicht der deutsche Mensch schon in sich die Veranlagung zur Weltanschauung des Nationalsozialismus trage, die ihn zu dieser Einheit zusammenführe. Im Geiste und nach dem Willen Adolf Hitlers und im Rahmen der nationalsozialistischen Weltanschauung, so schloß der Gauleiter, übergebe ich diese Schule hiermit ihrer Bestimmung. Abschließend sprach noch Stabsobmann Dr. H u p f a u e r. Nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer fand dann im Garten der Gauschule die feierliche Flaggenhissung statt. Anschließend besichtigten die Gäste die Räumlichkeiten der Schule, die sich durch Einfachheit und Zweckmäßigkeit auszeichnet. Das große deutscheGtenographentreffen hundert Schreibmaschinen als Ehrenpreise. LPD. Frankfurt a. M., 1. Juli. Die Arbeit innerhalb der Deutschen Stenographenschaft ist feit einigen Monaten ganz auf den großen deutschen Stenographentag abgestellt, der in der Zeit vom 2. bis 5. August in Frankfurt a. M. stattfindet und der erste Stenographentag im Dritten Reick ist. Als Tagungsort wurde die Festhalle gewählt. Deren # Freienseen, 30.Juni. Gestern abend fand in der Turnhalle eine Werbeveranstaltung öer NS. -Volkswohlfahrt der Ortsgruppen Freienseen und Sellnrod statt. Angesichts der großen Bedeutung der NSV. hätte der Besuch besser sein dürfen (namentlich aus Freienseen selbst!). Nach einem schneidigen Marsch der Bergmannskapelle der Grube Luise (Weickartshain) eröffnete der Ortsgruppenamtsleiter der Ortsgruppe Freienseen, Lehrer Bickel (Altenhain), die Versammlung Und begrüßte die Teilnehmer. Dann hielt er einen Lichtbildervortrag über wehrpolitische Fragen. Ortsgruppenleiter E. Hofmann (Freienfeen) Neuer Bahnbau Haiger - Breitscheid - Gusternhain. 200 000 Tagewerke sind zu leisten, davon 135 000 von Arbeitslosen. LPD Dillenburg, 2.Juli. Der schon seit vielen Jahren erstrebte Bahnbau Haiger—Breitscheid—Gusternhain, zu dessen Durchführung die Reichsbahnhauptverwaltung kürzlich ihre Zustimmung erteilte unter der Voraussetzung, daß auch die Finanzfrage eine günstige Regelung erfahre, ist nunmehr endgültig gesichert. Das Reichsfinanzministerium hat nach einer Mitteilung an die Geschäftsstelle Dillenburg der Industrie- und Handelskammer Siegen-Olpe-Dillenburg die erforderlichen Mittel in Höhe von 2650000 Mark bewilligt. Die Arbeiten werden noch im Laufe dieses Herbstes beginnen. Es sind ungefähr 200 000 Tagewerke zu leisten, davon 135 000 Tagewerke zur Beschäftigung von bisher arbeitslosen Volksgenossen. Der Arbeitsmarkt des Dillkreises wird durch diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme großen Stils eine wesentliche Erleichterung erfahren. Die zuständige Dienststelle der NS^)AP. sowie die Industrie- und Handelskammer und die staatlichen Behöroen haben sich in gleicher Weise verdient gemacht um die Genehmigung dieses Bahnbaues, der zunächst auf vielseitige Schwierigkeiten gestoßen war, nach der Machtübernahme aber durch die nationalsozialistische Regierung nachdrücklichst gefördert wurde. Die neue Bahnlinie wird ein an Bodenschätzen reiches Gebiet dem Verkehr erschließen und von Haiger aus eine Verbindung des östlichen Westerwaldes mit der Bahnlinie Gießen —Haiger —Betzdorf —Köln bzw. Haiger—Siegen—Hagen Herstellen. Feierliche Einweihung der Gauschule der Deutschen Arbeitsfront. Gauleiter Sprenger übergibt die Schule ihrer Bestimmung. Oer Heffen-Naffauische provinzial« Feuerwehrverband in Fulda. Nachdem vor 60 Jahren der Kurhessische Feuerwehrverband in Fulda gegründet worden war, wurde Fulda zum Tagungsort der 1. Arbeitstagung des Hessen-Nassauischen Prooinzial-Feuerwehroer- bandes. Den Vorsitz der Tagung führte Provin- zial-Feuerwehrführer Bürgermeister Kilian- Rotenburg in Anwesenheit von 40 Kreisfeuerwehrführern, 7 Mitgliedern des Führerrats, des Landrats von Kruse-Rotenburg als Vertreter der Landkreise, und Brandingenieur Pauli-Frankfurt a. M. als Vertreter der Städte der Provinz Hessen-Nas- „E Leiter" fagte ich kleinlaut. „So, e Leiter", wiederholte er höhnisch. „Guck emol a, e Leiter!" „Wir wollte se erm schaffe, awwer m'r hawwe se nur bis zum erschte Stock de Trepp enauf schiewe könne." — „Wir wollten doch auch keinen Lärm machen", sagte ich bescheiden auf Hochdeutsch. — Ein Hohngelächter war die Antwort. „Hastes dann gehört, Schorsch?" wandte sich unser Examinator an seinen Kameraden, der nicht wußte, ob er lachen, ober auch schimpfen sollte. „Se wollte nett stör'n! Haste dann schon emol e größer Unverschämtheit erlebt?" Dann zu mir: ,Hch will Ihne emol was sage; glawe Se dann, m'r roär’n so dumm, daß m'r nett wißte, daß es Ihne un der Blas' drauße en Dreck um die Leiter zu tu' is! Nur Widder so en Kuh- witz wolle Se mache, damit die Stadt Widder 8 Tag lang ebbes zu lache hat! M'r kenn Ihne! Un nu enaus; sofort enaus und die Leiter hi'getrage, wo se geholt worde is!" Der Mann war wirklich zornig, dennn die Stimme war ihm übergeschnappt. „Bitte, Herr Wachtmeister", sagte ich noch, „die Leiter war in der Neustadt quer über die Straß gelegt worde; die Sprosse senkrecht. Da hätt' doch e Unglück passiere könne. Wir selbst sin ja doch auch in der Dunkelheit driwwer gestolwert!" „Un da warn Se so freundlich", fuhr er im gleichen Tonfall fort, un brachte se ausgerechnet hier her, un schowe se hibsch leis durch de Hausgang bis enauf in der erschte Stock; nett wahr? M'r kenne Ihne, Herr F., des sag' ich Ihne noch emal!" „Ja, awwer ..." „Nix, ja awwer!" ,^)ör*n Se emal, Herr F., Sie war'n doch ber- jeniate, der schon emal e Kuh gefunne halt'. Wenn es sich Widder um so etwas hannelt, dann wer'n Se diesmal fei' Glück damit hawwe!" — „Sin' Se •Hei’?" „Nei', m'r sin noch einige!" „Solle erln komme!" Ich machte die Türe auf und rief: „Reinkommen!" Und alle kamen; einer nach dem andern, leise und anständig, wie sich das für Leute, die akademisches Bier getrunken und Universitätsluft geatmet haben, gehört. Aber das wurde schnöderweise nicht gewürdigt, denn der eine der beiden Herren, der Sprecher, rief erbost: „Sofort Widder enaus!" Dann brummelte er etwas vor sich hin. Als alle draußen waren, schien die Sache doch einen ernsteren Anstrich zu bekommen. „Was hawwe Se, nu endlich, gefunne?" herrschte Wesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, des Landesobmannes Becker, des Stabsobmannes Dr. Hupfauer, des Gauschu- lungswalters Demmer sowie zahlreicher Vertreter der einzelnen Gliederungen der Partei, der Behörden und der Wirtschaft fand am Dienstagabend in der Nähe des Hauses der Arbeit in Frankfurt am Main die feierliche Einweihung der neuen Schule der Deutschen Arbeitsfront des Gaues Hef- Jahrhundertfeier des Gesangvereins „Liederkranz" Friedberg. LPD. Friedberg, 1. Juli. Friedberg hatte anläßlich der Jahrhundertfeier des „Liederkranz" ein prächtiges Festkleid angelegt. Schon in der Frühe trafen die etwa 20 Gesangvereine des Taunuskreises zum Wertungssingen ein, das von Universitäts-Musikdirektor Temesvary - Gießen geleitet wurde. Gegen Mittag folgten weiter zahlreiche Gastvereine, die sich dann um 13 Uhr zu einem großen Festzug formierten. Die Deutsche Arbeitsfront hatte den Zug mit Wirtschaftsgruppen und Festwagen ausgestattet. Der Jubiläumsfestzug, in dem besonders „Das deutsche Lied" die ihm gebührende Stelle einnahm, marschierte am Krieger- Ehrenmal an den Ehrengästen vorbei. Nach der Ankunft in der Burg fand eine Kundgebung des Hessischen Sängerbundes statt. Sie wurde von Massenchören der 1500 Taunussänger umrahmt. Der Gauführer im Deutschen Sängerbund, Ministerialrat Ringshausen - Darmstadt, hielt die Festrede, die mit einem Treugelöbnis für Heimat, Volk und Führer ausklang. Auf dem Festplatz „Seewiese" schloß sich die Weihe der neuen Fahne für den „Liederkranz" durch Ministerialrat R i n g s h a u s e n an, der zugleich dem Vereinsführer, Kaufmann Michel, die Urkunde zur Hundertjahrfeier überreichte. Gauführer, Gauchormeister, Gaurechner und Bürgermeister Vieth erhielten die Ehrennadel. Die neue Fahne wurde mit dem Hakenkreuzwimpel geschmückt. Der umfangreiche Juxplatz und die große Festhalle nahmen sodann die Massen auf. Graf Wilhelm von Schlitz gestorben. Lpd. Schlitz, 2. Juli. Am Sonntagmittag verstarb in Frankfurt a. M. in der Klinik von Noor- den nach schwerem Leiden Graf Wilhelm von Schlitz, genannt von Goertz, im Alter von 53 Jahren. Er wurde im Jahre 1882 in Schlitz als Sohn des Grafen Emil von Schlitz genannt von Goertz geboren. Aus Anlaß des Todes des Grafen Wilhelm hat die ganze Stadt Schlitz Trauer angelegt. Mit dem Städtchen trauert das ganze Schlitzerland. Sportkundgebung des Arbeitsdienstes in Alsfeld. X Alsfeld, 2. Juli. Eine große Sport- funbgebung veranstaltete ber Arbeits- b i e n ft ber Gruppe 223 am vergangenen Samstag unb Sonntag in Alsfelb. An biefer nahmen bie Abteilungen ber Gruppe mit runb 1000 Mann teil. Diese waren zum Teil in Alsfeld unb in ben umliegenben Ortschaften einquartiert. Als- balb nach ber feierlichen Flaggenhissung auf ber Festhalle begannen am Samstagmorgen bie Wettkämpfe, beginnenb mit ben Sechskämpfen. Anschließend wurden die Fußball- und Handballwettspiele erledigt, mnb in dem schönen, modernen Schwimmbad zeigten die Arbeitsdienstmänner ihr Können in schwimmtechnischer Hinsicht. Abends sand auf dem Marktplatz ein großer Zapfe n - st r e i ch unter Mitwirkung ber Gruppenkapelle und der Arbeitsdienstabteilung Alsfeld statt. Der mit zahlreichen Fackeln erleuchtete Marktplatz und der im Hintergrund in buntem Lickt erstrahlende mächtige Turm der Walpurgiskirche boten ein unvergleichlich schönes Bild. Am ©onntagmorgen nahmen die Sportwettkämpfe ihren Fortgang, unter denen besonders der Gepäckmarsch interessierte, der die Arbeitsdienstmänner in einer ausgezeichneten Verfassung zeigte. Am Nachmittag um 14 Uhr fand eine Kundgebung auf dem Lindenplatz statt in Anwesenheit des Gauarbeitsführers Neuerburg -Kassel. Zu der Kundgebung waren sämtliche Abteilungen der Gruppe 223 angetreten. Nach Begrüßungsworten des Arbeitsfichrers Zim- p el-Alsfeld überbrachte Gauarbeitsführer Neuerburg die Grüße des Reichsarbeitsführers und sprach über Ziele und Aufgaben des Arbeits- dienstes im nationalsozialistischen Staat. Der Ar- beüsbienft werbe sich immer mehr zu einer ber stärksten Säulen des Nationalsozialismus und der Riesenraum für die Aufnahme der zehntausend Stenographen, die aus allen Gauen des Reiches und aus dem Ausland erwartet werden, Platz bietet. — In einem Nebensaal der Festhalle wird eine Ausstellung veranstaltet, die eine lückenlose Uebersicht bieten wird. Mehrere Dutzend historische Schreibmaschinen werden in der Abteilung „Geschichte der Schreibmaschine" zu sehen sein. Auch die „Geschichte der Kurzschrift" nimmt einen großen Platz im Rahmen der Ausstellung ein. Das Kurzschrift-Leistungsschreiben und das Maschinen-Leistungsschreiben sind die wichtigsten Programmpunkte der Tagung. Den Siegern der Leistungsschreiben winken als Ehrenpreise hundert Schreibmaschinen. Das weitere umfangreiche Programm der Tagung sieht u. a. Sondertagungen der einzelnen Fachgruppen, einen Presse-Empfang durch den Reichsführer der Deutschen Stenographenschaft, einen Rhein-Mainischen Abend in der Festhalle, eine Sondervorstellung der Römerbergfestspiele — „Götz von Berlichingen^ — sowie Sonderfahrten an ben Rhein, an ben Neckar, an bie Bergstraße, ben Oben- wald, nach Heibelberg, an bie Mosel, in bie Eifel unb Stabtrunbfahrten vor. Bei ber öffentlichen funbgebung werben Vertreter ber Partei unb des Staates sprechen. Dillkreis. LPD. Dillenburg, 2. Juli. Der Bergmann Richarb E i ch e r t aus Nanzenbach geriet heute vormittag im Untertagebetrieb ber Grube Königszug unter herabfallendes Gestein unb würbe schwer verletzt. Um bie Mittagszeit ist ber Verunglückte im Dillenburger Krankenhaus an ben Folgen eines Wirbelsäulenbruchs gestorben. Volksgemeinschaft entwickeln. Alsbann erfolgte ein Vorbeimarsch ber Formationen auf bem Marktplatz. Anschließenb fanben auf bem Sportplatz die weiteren Sportkämpfe statt. Der von der Stadt Alsfeld für eine 10X250-Meter-Staffel gestiftete Wanderpokal kam in den Besitz des Alsfelder Turnvereins. Siegerverkündung und Schlußworte des Gauführers beendeten gegen Abend die sportlichen Vorführungen. Den Abschluß der Kundgebung bildeten Kameradschaftsabende in den einzelnen Ortschaften in geselligem Beisammensein mit der Bevölkerung. An dem in Alsfeld im „Deutschen Haus" stattgefundenen Kameradschaftsabend nahm auch Gauarbeitsführer Neuerburg teil. Die von dem Arbeitsdienst gezeigten sportlichen Leistungen wiesen einen ausgezeichneten Sportgeist auf und boten em Bild echter Kameradschaftlichkeit, an der auch die Bevölkerung regen Anteil nahm. Landkreis Gießen < Holzheim, 2. Juli. Am Sonntag feierte unsere Hebamme Frau Margarete Schneider ihr 50jähriges Berufsjubiläum. Alle Einwohner von Holzheim waren zu dieser Feier einaelaben. Nicht nur von Holzheim, sondern weit Darüber hinaus, gingen ber Jubilarin viel Ehrungen und Gratulationen zu. Als äußeres Zeichen wurden ihr viele Geschenke und Blumenspenden überreicht. Von ber Gemeinde Holzheim überreichte Bürgermeister B u ß im Beisein des gesamten Gemeinderats der Jubilarin ein Diplom, sowie ein Geldgeschenk von 50 Mark. Im Namen der Kirchen- aemeinbe überreichte Pfarrer Launhardt ein Andachtsbuch. Die Frauenschaft von Holzheim brachte ein Ständchen dar unb überreichte ein wun- bervolles Bild, das eine Mutter in ihrem größten Glücke darstellt. Alle Anwesenden sangen bann gemeinschaftlich einige Lieber. Frau Schneider war von dieser Ehrung, die ihr zuteil wurde, sichtlich gerührt. Alle Gratulanten wurden bann zu einer Tasse Kaffee unb Kuchen einaelaben. Man blieb einige Stunden herzlich mit Der Jubilarin vereint. Die Gemeinde Holzheim wünsch? ber Jubilarin einen gesegneten Lebensabend. Kreis Iriedberg. + Butzbach, 1. Juli. Heute fand in der städtischen Reithalle eine Nutzviehversteigerung durch ben Neichsnährstanb Frankfurt, Abteilung Nutzviehbeschaffung, statt, bie von Dr. Christiani - Frankfurt geleitet würbe. Es waren in ber Hauptsache Vogelsberger, Simmentaler unb Frankenberger Rassen vertreten, unb innerhalb dieser Gattungen sowohl frischmelkende Tiere, als auch solche, bie erst vor kurzer ober längerer Zeit gekalbt haben, außerbem hochtragende Rinder. Dazu waren Kühe und Rinder angeboten, die als fahrsicher bezeichnet wurden. Die Kaufinteressenten waren Bauersleute aus der näheren und weiteren Umgegend, sogar aus dem entlegenen preußischen Hinterlande waren Käufer anwesend. Die Preise, die für die einzelnen Tiere aller Altersstufen geboten unb bezahlt würben, waren für beibe Teile angemessen. Die höchstbezahlte frischmelkenbe Kuh mit Kalb galt 510 RM. Anbere Tiere fanben Gebote zu 500 Mark unb barunter. ♦ Rockenberg, 2. Juli. Das achtjährige Töchterchen eines hiesigen Metzgermeifters fiel so unglücklich vom Rabe, baß es schwere innere Verletzungen erlitt. An ben Folgen biefer Verletzungen ist bas Kinb nach mehrtägigem Schmerzenslager Ausgabe 95 400 Mark aus. Ein Betrag von 1800 Mark wirb als vorbeugenber Feuerschutz bereüge- halten. Zur besonderen Unterstützung der Kreis- feuerwehrverbände sind 4600 Mark vorgesehen und im Rahmen eines außerordentlichen Haushaltsplans von 250 000 Mark zum Bau einer in Kürze zu errichtenden Provinz ial-Feuerwehr» schule in Kassel zur Verfügung gestellt. Als Jahresbeitrag werben von ben Kreisfeuerwehroer» bänben wieder 70 Pf. pro Feuerwehrmann erhoben. Die Jahresrechnung 1934 schließt in Einnahme unb Ausgabe mit 69 752 Mark ab. Im Vorbergrunb ber Arbeitstagung standen zwei Referate, in denen Branddirektor Dr. L a n g • deck- Frankfurt a. M. über die Normung im Feuerlöschwesen unb ihre Bebeutung für die Freiwilligen Feuerwehren, und Prooinzial-Feuerwehr- führer Schnell- Hannover über bie Dreiteilung bes Löschangriffs sprachen. Eine Schul- unb Angriffsübung ber gesamten Fulbaer Feuerwehren veranschaulichte in mustergültiger Weise die Ausbildung der Feuerwehren und deren Eingreifen bei Großbränden. . Besonders bie Angriffsübung, ber eine glänzenb ausgearbeitete Jbee in Serbin» bung mit bem Luftschutz zugrundegelegt war, fand größtes Interesse. Auf einem Karneradschaftsabenb überreichte Kunstakademiebirektor Dr. N o l l a u « Kassel im Auftrag bes Oberpräsidenten bem seitherigen Provinzial - Feuerwehrführer Oberbaurat G o lb b a ch-Hannover das neugeschaffene Staatliche Er i nn e r u ng s k r e u z; Oberbaurat Gold- b a ch und der seitherige Presseleiter Branddirektor S ch ü ß l e r - Hersfeld wurden durch Verleihung des Ehrenkreuzes des Prooinzialfeuerwehrverban» des geehrt. Sonntag fand ein Appell aller Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Fulda und ein umfangreiches Uebungsprogramm, sowie eine Helden» ehrung durch den Führerrat des Provinzial-Feuer- wehrverbandes statt. Gaupropagandaleiter Ger- n a n b (Kassel) sprach über nationalsozialistische Weltanschauung, Branddirektor Becker (Kassel) über „Freiwillige Feuerwehren und Luftschutz". Konzerte im Schloßpark, eine große Illumination des Fuldaer Barockoiertels und ein Kameradschaftsabend beschlossen die Tagung. 9Jl.-tfport mit 6:1, 9:7 hinter sich. In der Vorschlußrunde treffen nunmehr Sperling und Jacobs sowie Moody und Hartigan aufeinander. Kurze Sportnotizen. Mercedes-Benz wird am 14. Juli beim Großen Preis von Belgien mit zwei Wagen, die von Caracciola und Fagioli gesteuert werden, an den Start gehen. Den Aufstieg zur Gauliga in Süd- und Südwestdeutschland haben sich folgende Vereine erkämpft: FV. Saarbrücken und Opel Rüsselsheim im Gau Südwest, Amicitia Viernheim und Germania Brötzingen im Gau Baden, FV. Zuffenhausen und Spvgg. Bad Cannstatt im Gau Württemberg, SD. Bad-Nauheim und Kurhessen Marburg im Gau Nordhessen, TSV. Neuendorf und Tura Bonn im Gau Mittelrhein. * Rumänien wurde vom DFB. eingeladen, noch in diesem Jahre einen Fußball-Länder- kampf gegen Deutschland auf deutschem Boden auszutragen. In Wimbledon wurden am Samstag die „Letzten Acht" im Herren-Einzel ermittelt. Perry, Menzel, Crawford, Wood, Budge, Austin, McGrath und Gottfried von Gramm werden um den Eintritt in die Vorschlußrunde kämpfen. Im Gemischten Doppel verloren Horn - Henkel gegen Harvey - Max Bertram 1:6, 8:7, 6:2, dagegen siegten Lucas- Lund über Montgomery-Sherwood 6:4, 6:4. Gramm - Sperling fertigten Peters - Kingsley überlegen mit 6:2, 6:0 ab. Der Französische Ski-Verband hat beschlossen, trotz der Differenzen mit dem IOK. die Olympischen Winterspiele 1936 zu beschicken. * Der Mainzer Ruderverein startete bei der Ruderregatta in Pallanza (Oberitalien) und errang im Achter einen schönen Sieg vor dem UG. Livorno Das Berufsspieler-Tennisturnier von Straßburg ergab im Herreneinzel einen Sieg des Deutschen Hans Nüßlein, der Ramillon im Endspiel 8.6, 6:1, 6:3 schlug. ♦ D i e Tennismeisterschaften der Studenten ergaben folgende Titelträger: Hans Denker im Männereinzel, Frl. Kröhling im Fraueneinzel, Ernst-Walch im Männerdoppel. Neuer oeuffcher Fünfkampf-Weltrekord. Stöck vom Eharlottenburger SEE. konnte bei den Hochschulmeisterschaften in Jena einen neuen Fünfkampf-Weltrekord aufstellen. — (Scherl-M.) Fußball der heimischen Mannschaften. Sportplätze für die SA. zum Reichswettkampf. Der Reichssportführer von Tscharnrner und Osten hat zur einwandfreien Durchführung des Reichswettkampfes der SA. der Obersten SA.-Führung alle vorhandenen Plätze, Einrichtungen und Geräte des Reichsbundes für Leibesübungen zur Verfügung gestellt Hierzu wird folgende Mitteilung bekanntgegeben.' „Der Führer hat für den Sommer 1935 einen Reichswettkampf der SA. angeordnet. Im Rahmen dieses Reichswettkampfes wird die gesamte SA. auch einer Prüfung in den Leibesübungen unterzogen, und zwar in den nachfolgenden Hebungen des SA.» Sportabzeichens: 1 0 0 - Meter - Lauf, W e i t s p r u n g, Kugel st oßen, Keulenweitwurf, 3000-Meter-Lauf. Der Wettkampf soll sofort beginnen und bis September beendet sein. Damit diese große Leistungsprüfung im ganzen Reich einheitlich und einwandfrei durchgeführt werden kann, habe ich der Obersten SA.-Führung für den jeweiligen Tag der Prüfung die vorhandenen und erforderlichen Plätze, Einrichtungen und Geräte des Reichsbundes für Leibesübungen zur Verfügung gestellt. Die Führer der örtlichen Einheiten der SA. werden sich mit den Leitern der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen bzw. mit den Vereinsführern in Verbindung setzen. Ich erwarte, daß in kameradschaftlichem Einvernehmen, unter Abwägung der beiderseitigen Interessen, in bezug auf die Festsetzung des Termins im ganzen Reich eine tatkräftige Zusammenarbeit zu dem Zwecke der erfolgreichen Durchführung des Neichswettkampfes der SÄ. erfolgt. Reichssportführer von Tscharnrner Sportreferent der Obersten SA.-Führung. Kreisturnfest in Bad-Nauheim. Die schöne festliche Badestadt, die zur Zeit im schönsten Schmucke steht, veranstaltet aus Anlaß der Jahrhundertfeier des Staatsbades auf der herrlich gelegenen von - Tscharnrner - und - Osten - Kampfbahn eine große Dolksfestwoche, die nächsten Samstag und Sonntag mit dem Kreisturnfest des Turnkreises Wetterau-Vogelsberg im Gau XII Hessen ihren Anfang nimmt. Zu dieser großen Veranstaltung der Turnerschaft aus den Unterkreisen Friedberg, Büdingen und Schotten sind von der Turnkreisführung und von den örtlichen Festausschüssen die Vorbereitungen mit« so viel Hingabe und Sorgfalt getroffen, daß man, wenn das Wetter günstig ist, ein Turn- und V o l k s f e st erwarten darf, wie es Bad-Nauheim schöner und belebter lange nicht gesehen hat. Die Wettkämpfe der über 600 Turner und Turnerinnen auf dem Waldsportfelde, die schwimmerischen Kämpfe im städtischen Schwimmbade, das Bezirkstennisturnier des Bezirks Gießen auf den Tennisplätzen des Staatsbades, Morgenfeier, Festzug und Massendarbietungen auf dem Festplatze am Sonntagnachmittag werden jeden Besucher auf feine Rechnung kommen lassen. Gchwimmveranstaltung in Lollar. Arn vergangenen Sonntag sand im Lollarer Frei- schwimmbÄ ein Wettschwimmen statt, das von schönstem Wetter begünstigt war Es beteiligten sich daran die SA und der Turn- und Sportverein Lollar. Als Sieger gingen hervor: im 50- Meter - Brustschwimmen : 1 A. Komp (To.), 2. E Deibel (SA.), 3. R. Sehrt (SA).; im 50- Meter-Freistilschwimmen: 1 H ßemner (SA), 2 F. Zück (SA), 3. A Komp (Tv.); im 50- Meter-Brustschwimmen der Jugend: 1. A Schilling (HI.), 2 W Nuhn (Tv.), 3. W Parlow (Tv.); im 50-Meter-Freistilschwimmen der Jugend: 1. E Wissemann (Tv.), 2 F Pfaff und W. Komp (Tv.); im 50-Meter-Brustschwimmen für Frauen. 1. S. Wagner. 2. M Bromacher, 3. E Mayer; im Streckentauchen: 1. W. Jung und W. Jungjohann 2. A Klinket, 3. O. Dietz; in der 4X50-Meter-Staffel: 1. Sieg: 1. Mannschaft der SA. 11/116 Lollar, 2. Sieg: 1. Mannschaft des Tv. Lollar Die Veranstaltung hatte viele Zuschauer angelockt. Tennis der Damen in Wimbledon. Sperling, Jacobs, Moody und Hartigan find die „letzten Vier" des Frauen-Einzels in Wimbledon. Dorothy Round wurde überraschend von der Australierin Hartigan mit 4:6, 6:4, 6:3 geschlagen Frau Sperling fertigte Frl Stammers 7:5, 7:5 ab, Helen Moody blieb über Frau Mathieu 6:3, 6:0 erfolgreich, und Helen Jacobs ließ die Polin Jedrzejowska ^§6. Teutonia" Watzenborn-Steinberg IBahenborn- Steinberg Jugend — Buhbach Jugend 3:2 (1:1). Erfolgreich mit sämtlichen Mannschaften endigte der letzte Spielsonntag vor der Sperre. Dazu Siege gegen Gegner, die vorher nicht so ohne weiteres sicher standen. Dies gilt besonders für die 2. und für die Jugendmannschaft. Letztere sorgte wohl für die größere Ueberraschung, da sie den Kreismeister, die Jugendmannschaft von Butzbach in Butzbach verdient mit 3:2 Toren schlagen konnte. In abwechslungsvollem und zähem Ringen kämpften beide Mannschaften mit letzter Hingabe trotz des heißen Wetters. Udenborn-Steinberg II. — Grüningen 1 3:1 (0:1). Auf eigenem Platze stand die 2. Mannschaft der 1 Mannschaft aus Grüningen gegenüber. Bis zur Pause zeigte die Platzmannschaft recht schwache Leistungen und das Resultat von 1:0 war für die Gäste verdient. In der zweiten Spielhälfte hielten die Teutonen mehr auf Kombinationsspiel und drei Treffer waren die Ausbeute. Das Spiel wurde von der 1. bis zur letzten Minute sehr hart durchgeführt Der Schiri übersah beiderseits manches Watzenborn-Steinberg i — Leihgestern 1 3:0 (2:0). Mit größter Spannung sah man dem Spiel der 1. Mannschaft gegen die gleiche der Spielvereinigung Leihgestern entgegen, da es beiden Vereins- leitiingen gelungen war. die stärkste Vertretung in den Kampf zu schicken. Leihgestern: Fischer; Peuker, Laux K.; Gremm, Brunotte, Textor; Väth, Funk, Wede- mann, Laux Gg., Reitz. Watzenborn-Steinberg: Happel; Fett, K. Schmandt; E. Burger, H. Schmandt, Schäfer; Haas, Buß, Jung Lang, O. Burger Das Spiel war in jeder Beziehung von Anfang bis Schluß fesselnd. Es wurde unter der Leitung des korrekten Schiedsrichters R ü s p e l e r durchgeführt. Die 1. Viertelstunde zeigte fast gleichwertige Leistungen, bald aber kamen die Einheimischen besser ins Spiel und übernahmen durch Lang die Führung. Zeichen von Sommerfußball machten sich während des ganzen Spieles nicht bemerkbar, im Gegenteil, das Tempo steigerte sich von Minute zu Minute. Die Teutonen kamen oft in den Strafraum der Gäste, aber bis zur Pause konnte nur noch 1 Treffer durch Lang angebracht werden — ein tadelloser Schuß aus fast aussichtsloser Stellung. Nach der Pause dasselbe Bild. Bessere Technik und Durchstehen der Platzbesitzer und schwache Stürmerreihe der Leihgesterner brachten es mit sich, daß die Hintermannschaft der Gäste schwere Arbeit zu leisten hatte. Nur Fischer im Gästetor war es zuzuschreiben, daß das Endresultat nur 3:0 für die Teutonen lautet. Buß war der Schütze des dritten Tores. Bei den Einheimischen setzte sich jeder einzelne voll ein. Die Mannschaft zeigte keinen Versager. Die Gäste standen an Kampf- und Einsatzbereitschaft den Einheimischen fast nicht nach, mußten sich aber deren besserem Können beugen. Kreisklassenspiele des Sonntags. Steinberg — Leihgestern 3:0; Steinberg II — Grüningen 3:1; Großen-Buseck — Bad-Nauheim komb 5:3; Großen-Buseck II — Großen-Linden II 3:0; Wieseck — Aßlar; Aßlar nicht angetreten; Heuchelheim — Allendorf (Lahn) 3:2; Alten-Buseck gegen Daubringen 1:3; Rodheim — Großen-Linden 4:2; Lich — Steinbach 3:2. Pokalturnier in Fellingshausen. Der Turn- und Sportverein Fellingshausen hatte viele Vereine zu den Pokalspielen eingeladen. Neunzehn Vereine ließen nichts von sich hören. Erda, Krofdorf, Launsbach und Vetzberg nahmen an dem Turnier teil. Die Aufsicht über die Spiele hatte der Fußballfachwart Zitz er (Gießen). Die Verlosung brachte die Paarung Vetzberg—Fellingshausen zustande, während Krofdorf das Freilos zog. Fellingshausen wehrte sich tapfer gegen die besseren Detzberger, mußte aber den Sieg an Vetzberg abgeben. Anschließend mußte Vetzberg gegen Krofdorf antreten. Es war vorauszusehen, daß Krofdorf das bessere Ende für sich behielt, da Vetzberg durch das Spiel vorher stark ermüdet war. Wer mit einer hohen Niederlage Vetzbergs gerechnet hatte, hatte die Rechnung ohne die Mannschaft gemacht. Obwohl Krofdorf in den letzten Minuten stark drückte, konnte der Sieg nur durch Elfmeter errungen werden. Das Programm des Tages wäre damit schon zu Ende gewesen, aber die Mannschaften erklärten sich bereit, am Nachmittag noch ein Propagandaspiel auszutragen. Es spielten zwei kombinierte Mannschaften gegeneinander. Die Zuschauer konnten befriedigt den Heimweg antreten. Das Spiel war ein wirkliches Werbespiel, es war kaum ein Freistoß nötig. Nach Beendigung des Spieles, daß mit 4:4 endete, nahm der Fußball- fachwart die Preisverteilung vor. Noch lange blieben die Gäste in Fellingshausen und verlebten ein paar Stunden echter Sportkameradschaft Tv.« Kinzenbach — Spv. 1929 Bieber. Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Kinzenbach. Trotz des hohen Re- fultates tämpften die Säfte stets aufopfernd, hatten aber Pech in ihren Schüssen. Die Platzmannschaft war sehr schußfreudig. Sie war stets überlegen und diktierte das Geschehen auf dem Felde in jeder Phase des Spieles. Die Jugend gewann gegen die Jugend des gleichen Vereins mit 9:0 (4:0) Toren. Garbenteich I — Wißmar I 3:4. Wißmar weilte am vergangenen Sonntag in Garbenteich, zum fälligen Rückspiel. Wißmar hatte schon bei 20 Minuten Spielzeit mit einer Niederlage gerechnet, da Garbenteich bis dahin schon nut 2:0 in Führung lag, aber dann kamen die Wiß> marer stark auf, konnten den Ausgleich Herstellen und sogar den Sieg mit nach Hause nehmen. Vorher spielte Garbenteich Jugend gegen Wißmar Jugend. Wißmar konnte mit 4:1 als Sieger den Platz verlassen. Alten-Buseck 1 — Daubringen I 1:3 (1:2). Saubringen weilte am Sonntag in Alten-Buseck, um anläßlich des dort stattfindenden Sportwerbetages das fällige Rückspiel auszutragen. Mit einem ungewöhnlich schnellen Tempo versuchten beide Mannschaften schon in den ersten Minuten die Entscheidung herbeizuführen, jedoch gelang vorerst nichts. Nach einem schönen Durchspiel des Daubringer Sturmes fiel der erste Treffer. Alten- Buseck, unentmutigt, griff weiter herzhaft an und erzielte bald den Ausgleich. Kurz vor Halbzeit schoß Saubringen zum zweiten Treffer ein. Nach Wiederbeginn kamen beide Tore oft in Gefahr. Bei Alten-Buseck rettete zweimal die Torlatte. Ein gut vom Mittelläufer an den freistehenden Halblinken gegebener Freistoß wurde von diesem direkt zum dritten Treffer eingeschossen, so daß Saubringen als Sieger den gefürchteten Alten- Busecker Platz verlassen konnte. Vor dem Spiel trafen sich die beiden Jugendmannschaften und trennten sich mit einem 2:2. Eberstadt an das Fernsprechnetz angeschloffen. LPD. Darmstadt, 1. Juli. Im Jahre 1899 wurde in Eberstadt ein Gaswerk für die Eigenversorgung der Stadt und ihrer industriellen Anlagen errichtet. Nach 36jähriger Tätigkeit wird nunmehr der Betrieb eingestellt und die Gaskammer-Anlage abmontiert, da Eberstadt an das Darmstädter Ferngasnetz angeschlossen worden ift Büchertisch. — Lexikon der A r b e i t s geri ch tsb ar- feit (Arbeitsgerichtsgesetz in der Fassung vom 10. April 1934) mit Musterentwürfen von Paul Hart, Berlin-Eharlottenburg. Verlag Heckner, Wolfenbüttel. Preis 1,85 RM. — (59) — Der Aufbau der Arbeitsgerichtsbarkeit ist nicht einfach. Durchweg ist sie noch heute dem rechtsunkundigen Laien ein Buch mit sieben Siegeln, obwohl — gerade im Interesse der Erhaltung des sozialen Friedens — ihrs weitgehende Kenntnis erwünscht wäre. Harts Lexikon der Arbeitsgerichtsbarkeit gibt allen, die mit der Durchführung der neuen sozialen Gesetze irgendwie betraut sind, eine Darstellung, die in erster Linie dem Laien — Führer und Gefolgschaft — auf bestimmte gestellte Fragen schnell und einfach Antwort erteilt und ihm das Herumfuchen in Paragraphen und Sachverzeichnissen erspart. Sein Buch enthält in lexikalischer Anordnung die wichtigsten Begriffe und Bestimmungen mit erläuternden Stichworten und Hinweisen. — Werner Sombart: Deutscher Sozialismus im Urteil derPresse. Ein Zeitbild zusammengestellt vom Verlag Buchholz & Weißwange, Berlin-Eharlottenburg 2. — Das Schristchen enthalt alle dem Verlag bekanntgewordenen Besprechungen des seinerzeit auch im Gießener Anzeiger angezeigten Buches. — (210) — Schweizer Reise — Almanach 1935. Herausgegeben vom Publizitätsdienst der Schweizerischen Bundesbahnen. Gedruckt und verlegt bei Art. Institut Drell Füßli, Zürich. — (11) — Dieser Almanach spricht zu allen Kreisen der Reiselustigen mit gediegenen Beiträgen und künstlerisch-zeitgemäßem Bildschmuck. Die Absicht zu werben ist in dem Almanach nirgends betont, doch wird der Leser durch Text und Bild in feinsinniger Weise *ür das Land gewonnen. Abhandlungen beschäftigen sich zum Teil reich illustriert, etwa mit der Kunst in St. Gallen, mit den Leistungen der Bundesbahnen, mit den Richard-Wagner-Stätten der Schweiz und mit der kulturhistorisch so eigenartigen Gesellschaftsform des Aeußeren Standes in Bern, der der Vorbereitung auf die Staatsführung diente. Die Bildaus- ftattung wird durch Photos, Zeichnungen und Originalholzschnitte des Kalendariums bestritten, welche die zwölf Tessiner Monate darstellen. SpreiDuiHioen oer rtteoaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach» mittag geschlossen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen -. Familie August Bernd Maria Meixner. Gießen, den 3. Juli 1935. __<91/ D Wohnungswechsel Umzug, Wegzug, Zuzug Personenstands-Veränderungen Haushaltungsgründungen, Todesfälle Samstag, 6., und Sonntag, 7. Juli 1935 Ruder-Regatta Spannende Rennen I Volkstümliche Preise Konzert-Übertragung Alles Nähere auf den Plakatenl Gießener Rudergesellschaft 1877 e.V. 3900 0 sowie alle übrigen Aenderungen, die gegenüber den eingeholten Angaben für das Adreßbuch 1935 entstanden sind,bitten wir uns sofort mitzuteilen ,894d Oberhessischer Adreßbuchverlag Ärühl'sche Universitäts-Äuch' und Steindruckerei, N. Lange, Gießen, Schulstraße 7/9 — Nus 2251 Äla Anzetserr-LMtengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gietzen / Schulst»«»« Z BAD SlEILTIEIRS (Oberhessen). 3694d Benediktns-Sprudel, radioaktive Quelle, hervorragender Heilerfolg bei Rheuma, Gicht. Ischias, Herz-, Gallen- und Leberleiden. Im KURHAUS beste Küche - Diäten - vegetarisch. Pension: Mk. 5- bis Mk. 5.75 Tagespreis. Prospekte durch die Badeverwaltung. Tel. 250 Ortenberg. . Nuhn A.G.,Lollar. 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Die Sohlen fangen an zu brennen, das Fußblatt schmerzt, und hat man dazu noch unbequeme Schuhe an, so hat man bald über Druckstellen oder Blasen zu klagen, die das Vergnügen am Ausflug keineswegs erhöhen. Es ist gar nicht nötig, daß man sich so viele Sommerfreuden entgehen läßt. Der Fuß sollte in der heißen Zeit womöglich noch liebevoller und sorglicher gepflegt werden als im Winter. Jeden Tag badet man die Füße in lauwarmem Wasser, in dem ein Stückchen Seife aufgelöst wird. Ist der Fuß sehr müde, dann gibt man dem Wasser Salmiakgeist zu oder irgendein anderes Stärkungsmit- rel. Harte Haut sollte man gar nicht erst aufkommen lassen, weil der Fuß gerade im Sommer soviel wie möglich atmen soll. Ist dieser Schönheitsund Gesundheitsfehler aber schon vorhanden, dann lasse man ihn aber nur vom Fachmann beseitigen. Nur nicht aufs Geratewohl daran herumschneiden! Man ahnt meist nicht, was für Gefahren mit solchen Eingriffen verbunden sind. Den Nägeln wende man besondere Sorgfalt zu. Sie dürfen nicht einwachsen. Fußnägel müssen kürzer gehalten werden als die Nägel der Hand, sie verlaufen gerade und dürfen an den Seiten nicht ausgeschnitten werden. Allabendlich werden die Füße frottiert. Nach dem Fußbad behandelt man die Füße mit kaltem Wasser, dem man einen Eßlöffel Toilettenessig beifügt, und frottiert anschließend. Danach verteilt man ein wenig Oel über den ganzen Fuß, wartet, bis es eingezogen ist, und bestreut dann den Fuß mit Puder. Diese ganze Behandlung wirkt nicht nur herrlich erfrischend, sondern auch stärkend und abhärtend. Die Füße bleiben gesund, das unangenehme Brennen hört auf, und dazu werden die Strümpfe geschont. Die Fußbekleidung spielt bei der Pflege des Fußes natürlich ebenfalls eine große Rolle. Wer viel wandert — und das soll man im Sommer auf jeden Fall tun! — soll sich vor allem feste Sohlen unter den Schuhen anbringen lassen. Der Schuh selbst kann ja seicht und porös sein. Sandalen und Leinenschuhe sind durchaus geeignet, uns bei Wanderungen zu begleiten, wenn sie nur feste Sohlen haben. Der Absatz muß im Verhältnis zum Fuß und zum Körper die richtige Höhe und Breite haben. $ür die Einmachzeit. — Neuzeitliches Einkochen. Erprobte Anweisungen für die häusliche Obst- und Gemüseverwertung, für Herstellung von Gemüse- und Früchtekonserven, Fruchtsäften, Süßmost, Marmeladen, Gelees und Fruchtpasten. Don Käte Birke, mit vielen Bildern auf Kunstdrucktafeln. Süddeutsches Derlagshaus GmbH., Stuttgart N, Kart. 1,80 Mark, Ganzleinenband 3 Mark. — Die neue Auflage dieses Buches mag ein Beweis dafür fein, wie sehr es von den aufs Sparen bedachten Hausfrauen geschätzt wird. Die heutige Hausfrau will ohne teuere Geräte und Zutaten, mit wenig Aufwand an Zeit und Mühe ihre Vorräte an Gemüsen, Früchten, Säften, Marmeladen aller Art herstellen. Hierzu ist ihr dieses Buch der unentbehrliche Ratgeber; denn hier ist größter Wert darauf gelegt, daß alle Konserven lange Zeit haltbar bleiben, daß durch das Einkochen der reine natürliche Geschmack nicht zerstört und am Nährwert nichts eingebüßt wird. Damit sind die Forderungen der neuzeitlichen Ernährungslehre erfüllt; denn täglich soll reichlich Obst und Gemüse auf den Tisch kommen. Das kann in den erntelosen Monaten aber nur mit Zuhilfenahme einwandfreier Konserven Nr.l52 viertes Blatt Gietzener .Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, Z.Zuli 1955 Aus dem Reiche der Krau. Leinen im Zeitgeschmack. Von Hans Rochus, Berlin. Die Käuferschaft in aller Welt bevorzugt heute wieder das edle, dauerhafte Gewebe, das bei uns von altersher einen guten Namen hat: Leinen. Für den langfristigen Haushaltsgebrauch ist das haltbare Leinen als Tisch-, Bett- und Haus- wasche besonders geschätzt. Auch in der Mode ist das Leinen wiedergekehrt, und zwar nicht etwa nur als eine modische Laune. Leinen ist da und bleibt. In den Kleiderschränken aller Länder behauptet es ebenso beständig seinen Platz wie Wolle und Kunstseide. Die Kundschaft, die einmal Leinen getragen hat, will das schöne, echte Leinen nicht mehr entbehren. Das größte englische Textilfachblatt bezeichnet naturfarbiges Leinen und Halbleinen als das charakteristische Merkmal des Sommers, und eine sehr beachtete Londoner Modenschau brachte ausschließlich Kleider aus Leinen st offen. Die Verwendungsmöglichkeit der Leinengewebe — vom naturhaften, groben Bauernleinen mit den unregelmäßigen Fäden bis zur feinsten, fast durchsichtigen Webeart — ist außerordentlich vielseitig. Leinengewebe eignen sich ebenso für den Sport wie für die Gesellschaftskleidung. Selbst für den modernen Herrenanzug, der leicht und haltbar ist und dabei elegant aussieht, sind für den Sommer knitterfeste, leinene Gewebe in zartem Silbergrau verarbeitet worden und haben sich gut eingeführt. Es ist zu verstehen, wenn das gute alte Leinengewebe auch bei der deutschen Käuferschaft wieder zu Ehren gekommen ist. In den A u s st e u e r - truhen nahmen die leinennen Wäschestücke zu allen Zeiten einen bevorzugten Platz ein. Manch eine Familie konnte sogar so ein dauerhaftes hundertjähriges leinenes Erbstück aufweisen und bewahrte es mit Stolz. In dem weißen Leinen bäuerlicher Hausmacher tunst kommt die arteigene Schönheit des Gewebes am besten zum Ausdruck. Man hat bei uns, besonders auf dem Lande, nicht vergessen, daß Leinen gut waschbar ist, ja, daß es sogar nach mehrmaligem Waschen noch schöner wird. Als Arbeitskleid kann man Leinen richtig „schleppen", und aus diesem Grunde ist ,,Leinen tragen" ein billiges Tragen. Trotz aller Vernachlässigung durch die Mode in früheren Jahren war Leinen dennoch immer das bevorzugte Gewebe für ländliche Trachten, und jeder Bayernfahrer kennt die kräftig- blaue Leinenjacke, die unentwegt in der Gegend von Franken bis Oberbayern getragen wird. Leinenkleidung entspricht in ihrer gediegenen Einfachheit so recht dem deutschen Geschmack. Dem erweiterten Erzeugungsumfange, der durch die verstärkte Nachfrage des Handels bedingt wird, entspricht auch ein gesteigerter Bedarf an Rohstoffen. Der hauptsächlichste Flachslieferant der Welt ist Rußland. Auch unter der Einfuhrbewirtschaftung hat sich bei uns die Flachseinfuhr gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Wenn man nun aber bedenkt, in welcher Weife Rußland feine Monopolstellung auf den Flachsmärkten ausnutzt und durch künstlich herbeigeführte Knappheit den Flachspreis gegenüber der Vorkriegszeit bereits um 40 v. H hochgetrieben hat, so wird man einsehen, daß die natürliche Ausweitung der Erzeugungsgrundlage in der eigenen Landwirtschaft für dieses Erzeugnis eine zwingende Notwendigkeit ist. Die von der Reichsregierung und dem Reichsnährstand im Rahmen der Erzeugungsschlacht tatkräftig unterstützte Vergrößerung der deutschen Flachsanbauflächen ist daher von größter Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Wenn wir hören, daß schon im vergangenen Jahr der heimische Flachsanbau nahezu verdoppelt wurde, daß weiterhin in diesem Jahr die Ertragssteigerung das Fünffache umfassen wird, so mag man überzeugt sein, daß die Aufrechterhaltung eines hohen Erzeu- gunqsstandes in der Leinenindustrie schon jetzt erheblich auf der Leistung unserer Bauern beruht und daß der Ertrag der Flachserzeugung aus eigener Scholle in Zukunft den Einfuhrbedarf wesentlich entlasten wird. Zeitgeschmack und natürliche Gegebenheit der Rohstoffquelle führen uns zurück zum Flachs, dem deutschen Spinnstoff. Erfrischende Getränke für juna und alt. Erfrischende Getränke sind in der warmen Jahreszeit etwas Angenehmes und Schönes, und die Kunst, sie herzustellen, ist nicht minder erfreulich. B i e r b o w l e , ein sehr erfrischendes und bekömmliches Getränk. Es werden obergäriges Bier und Milch zu gleichen Teilen gemischt und so lange geschlagen, bis sie eine einzige Mischung bilden. Dann kommen Zucker, eine Prise gestoßener Zimt und ein Glas Weinbrand dazu. Auf jedes Glas wird eine Scheibe Zitrone gelegt, sehr kalt aufzutragen. Rhabarbertrank, der auch für Kranke geeignet ift: Rhabarber wird mit viel Wasser, Zucker, Zitronensaft und Zimt gekocht, durch ein Sieb gegossen und zum Erkalten gestellt. Zu jedem Glas kann man einen Schuß süße Sahne schütten. Ein erfrischendes, wohlschmeckendes Getränk für Kinder und Kranke ist H a f e r m i l ch. Hafermehl wird mit kaltem Wasser angerührt, mit kochendem Wasser übergossen, in dem man ein Stück Ingwer hat aufkochen lassen. Nach zehn Minuten schmecke man das Getränk ab, gebe Zucker dazu, und fülle es in eine Kanne, damit es auf Eis gestellt werden kann. Es wird in hohe Gläser gegossen, und je nach Geschmack kalt ober lauwarm genossen. Auch warm wirkt es erfrischend. Auf die gleiche Art läßt sich Gerstenmilch bereiten. Dazu verwendet man weihe Graupen, die vor dem Kochen mit dem Saft einer Zitrone übergossen werden, damit sie weiß bleiben. Sie werden durch ein Sieb gerührt, gesüßt und mit süßer Sahne vermischt. Buttermilchlimonade. Buttermilch und saure Milch werden zu gleichen Teilen genommen und geschlagen, bis sie sich vermischt haben. Pumpernickel wird fein gerieben, mit Zucker, Zimt und gestoßenem Ingwer vermischt und in das Getränk gerührt. Kalt kommt es in breite Schalen. Buttermilchlimonade ist sehr durststillend und außerordentlich nahrhaft für jung und alt. Als hochsommerliche Straßenkleidung schlagen wir heute drei einfache Waschkleider vor, von denen das erste aus naturfarbenem, ganz weichem Leinen, das zweite aus rot-weiß gestreiftem P i q u 6 - V o i l e und das dritte aus weißem P i q u ö ist. Das Leinenkleid ist schräg geschnitten, den Raglanärmeln sind die Aufschläge an Hals und Aermel angeschnitten. Dazu wird ein großer weißer L e i n e n h u t und ein breiter weißer Leinengürtel mit brauner Holzschließe getragen. Das zweite Kleid ist in verschiedenem Streifenlauf mit durchgehender Mittelbahn Heißer Tee wird als durstlöschendes, erfrischendes Getränk sehr- geschätzt. Mit einem Zusatz von Zucker und Zitrone ist er ebenso bekömmlich wie anregend. Die Eigentemperatur steigt wohl im Augenblick etwas an, ganz kurze Zeit darauf aber bekommt man das Gefühl der Kühle und des Neubelebtseins. Natürlich ist der Entschluß, in der warmen Jahreszeit heißen Tee zu trinken, schwer. Ein Versuch jedoch wird sich immer als lohnend Herausstellen. Außerordentlich wohlschmeckend ist Vanille- Milch, die durststillend und nahrhaft ist. Für Kinder und Nervöse bedeutet sie eine wahre Erquickung. Sie ist sehr einfach herzustellen. Die Milch wird gekocht, mit gekochtem Wasser verdünnt und kalt gestellt. Es kommt ein roenig Vanille-Zucker dazu, und die Vanille-Milch ist fertig. Schü. gearbeitet, die geteilten kleinen Umschläge wiederholen sich am Halse, an den Aermeln und Taschen. Der Hut ist weißes P a n a m a st r o h mit rotem Waschlederband, ebenso ist der Gürtel aus rotem Waschleder mit weißer Perlmutterspange. Das Pia ue kleid mit dem kurzen Schoß hat halblange Aermel mit angeschnittenen Schulterteilen; Schoß und Rock sind im Bahnenverlauf geschlitzt. Der breite, hintengeschnürteGürtel und die Aermelaufschläge sind dunkelblau durchsteppt; dunkelblau, weißgetupft ist auch das Halstuch. (Sonnenbaden — aber mit Verstand. Nicht zuviel des Guten! „Hinaus in Luft und Sonne!" heißt die Parole heute. Kinder müssen sonnenbaden, Kinder müssen ihre Haut der Luft aussetzen, wenn sie gesund bleiben wollen! Immer und immer wieder wird das gepredigt, und Mütter, die noch mit Schrecken daran denken, daß man die Säuglinge früher „bündelte" und unter hoch aufgetürmten Federbetten versteckte, können heute gar nicht genug tun, um ihre Kinder im Badeanzug im Freien herumlaufen zu lassen! Schon das Baby von vier Wochen wird dem Luft-Strampelbad ausgesetzt — aber halt, hier liegt neben allem Guten auch die Gefahr! Sonnenbaden muß gelernt sein, wenn nicht mehr Schaden als Nutzen daraus erwachsen soll! Die Aerzte hatten noch vor dem Kriege eine traurige Statistik au verzeichnen: 75 o. H. aller deutschen Kinder hatten Rachitis, d. h. englische Krankheit. Knochenverkrümmungen waren die Folge davon, daß die lebenswichtigen ultravioletten Strahlen nicht an den Kinderkörper heran konnten, daß man versäumte, möglichst viel Frischkost zu reichen, daß man durch Milchüberfütterung die Entwicklung des Säuglings erheblich schädigte! Die Entwicklung der modernen Säuglings- und Kinderpflege hat einen neuen Wind wehen lassen! Beengende Kleidung fällt fort; hinaus ins Freie, das ist heute selbstverständlich! GanA falsch ist es natürlich, die Kinder und besonders oas Kleinkind, ungeschützt den blendenden Sonnenstrahlen auszusetzen. Besonnte Luft ist nur gesund — nicht die Sonnenstrahlen. Abgesehen davon, daß direkte Sonnenstrahlung zu bösartigen Verbrennungen und Zerstörungen der Haut führen kann, es können sich auch Erbrechen und Blutleere im Gehirn einstellen, die bis zum Hitzschlag führen können. Daneben stellen sich beim Säugling bei direkter Sonnenbestrahlung schwere Entzündungen der Augenbindehaut ein. Immer wieder kann man beobachten, daß Mütter Säuglinge im Wagen direkt ins Sonnenlicht blicken lassen. Die Kinder kneifen die Augen zusammen, die Mütter merken es nicht, erst wenn man die Mutter auffordert, doch selbst einmal mit ungeschützten Auaen in den gleichen Himmel zu schauen, dann merkt sie, was sie eigentlich ihrem Kind zumutet! Mit bedecktem Kopf, die Haut eingefettet mit Oel oder Creme, in besonnter Luft, d. h. im Schatten, der durch Sonnenlicht erwärmt wurde, so ist es richtig! In den ersten Wochen darf das Kleinkind nicht länger als Minuten dem Sonnenbad ausgesetzt werden. Zu achten ist auf das Entstehen von Hitzpickeln, nicht zu verwechseln mit Ausschlägen, die von einer Entzündung der Schleimhäute yer- stammen! Hier muß ärztlicher Beistand geholt werden, denn der lästige Juckreiz, das Nässen des Ausschlages ist denkbar störend für die Entwicklung des Kindes. Hitzpickelchen lassen sich mit Puder und Creme entfernen und sind völlig unschädlich. Soll das Sonnenbaden gut anschlagen, dann muß die Ernährung damit Hand in Hand gehen! Leichte vegetarische Kost im Sommer, nichts, was den Magen beschwert, denn im Sommer neigt das Kind besonders leicht zu Magen- und Darm- ftörungen! Wenig Milch, viel frisches Obst, Salate und grünes Gemüse, Obstsäfte in jeder Form, nicht mit zuviel Zucker, der im Kinderdarm leicht Gärungen hervorruft! Tritt Durchfall ein, dann sofort die Milch fortlassen, den Zucker durch Milchzucker bzw. bei größeren Kindern durch Saccharin ersetzen! Sehr erfrischend und bekömmlich ist im Sommer für die Kinder — und die Erwachsenen sollten auch Gebrauch davon machen — frisch zubereitete Mandelmilch. Es ist nicht nötig, daß das Kind rein vegetarisch ernährt wird, doch ist der Fleischgenuß im Vergleich zu den Wintermonaten einzuschränken! Hinaus in Licht und Sonne — aber lernt erst richtig sonnenbaden! Dr. W. as fallen wir tragen ? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS u JKU Oyekia ahm! MaWMtad* iittiyeb! • 31 h Pfund Erdbeeren, sehr gut zerdrückt, 3Vr Pfund Zucker zum Kochen gebracht und 10 Minuten durchgekocht. Hierauf rührt man 1 Flasche Opekta zu 86 Pfennig und nach Belieben den Saft einer Zitrone hinein und füllt in Gläser. — Ausführliche Rezepte für alle Früchte liegen jeder Packung bei. Trocken-Opekta (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für Tortenüberguß oder etwa 2 Pfund Marmelade 22 Pfennig, für 3l/a Pfund Marmelade 43 Pfennig und für 7 Pfund Marmelade 82 Pfennig. Genaue Rezepte sind allen Päckchen oufgedruckL Mit 0fiekta au* 3'1* Md. Eidbaareo o. 3lh Md. Zucket etwa Md. ÖA*e Qftdzta aus 3X/2 Pfd. Erdbeeren u. 2*/r Pfd. Zucker nur etwa 31/: Pfd. etwa 2»/r Pfund Zucker, das waren zusammen 6 Pfund. Sie mußte jedoch fast immer eine Stunde und oft noch länger kochen; dann war aber ein Drittel bis fast die Hälfte verkocht. Sie erhielt also aus den 6 Pfund Frucht und Zucker nur etwa 3Va bis 4 Pfund Marmelade. Heute jedoch mit Opekta bekommt die Hausfrau aus 31/3 Pfund Erdbeeren und 31/» Pfund Zucker auch das volle Gewicht von 7 Pfund Marmelade in die Gläser, da ja In 10 Minuten fast nichts verkocht. Mit Opekta gibt es also ungefähr 3 Pfund Marmelade mehr. Dadurch hat man nicht nur das Opekta umsonst, sondern die Marmelade wird außerdem noch biUigerl geschehen, soll nicht der Speisezettel in ein ödes Einerlei verfallen oder die Hausfrau gezwungen fein, teure Auslandsware au kaufen. Dieses Buch von Käthe Birke ist ein modernes Emkochbuch, das jede Hausfrau braucht und besitzen sollte. Alle Anweisungen sind klar und leicht verständlich, jahrelang erprobt und bewährt, so daß selbst der Anfängerin alles gelingen muß. Maria H. Vorräte in der warmen Jahreszeit. Leider verderben Vorräte schon bei verhältnismäßig geringer Temperatursteigerung — falls man ihnen nicht genügend Sorgfalt schenkt. Damit aber nichts umkommt, muß die Hausfrau sich einiger kleiner Tricks bedienen. Zwar verursachen sie em wenig Mühe. Dafür aber sparen sie Geld und Verdrießlichkeiten. Butter, die in der Sommerwärme flüssig geworden ist, gehört nicht gerade zu den angenehmen Begleiterscheinungen im Haushalt. Sie dient ebenso wenig dazu, die häusliche Stimmung zu verbessern. Also bewahren wir sie folgendermaßen auf: Ein Steintopf wird kalt ausgespült. Die Butter wird hineingelegt. Dann stellen rotr den Tops m eine Schüssel mit kaltem Wasser, fügen dem Wasser etwas Salpeter zu, bedecken den Topf mit einem Leinentuch und hängen zwei Zipfel tn das Wasser der Schüssel. Es wird von Zeit zu Zeit erneuert, in das frische Wasser kommt stets wieder eine Messerspitze Salpeter. Die Butter bleibt frisch und hart. Alle Getränke, die man kühl reichen will, werden in Tonflaschen gefüllt. Bleiben die Ton- flaschen oder »trüge in einem Gefäß mit kaltem Wasser stehen, so kommen die Getränke angenehm durchgekühlt in das Trinkglas. Sonstfalls man die Getränke nicht umfüllen kann, oder Tonflaschen nicht vorhanden sind — umhülle man die Glasflaschen mit kalten Tüchern und setze sie dem Luftzug aus. Die Tücher werden von Zeit zu Zeit neu angefeuchtet. Teigwaren, Hülsenfrüchte werden in Porzellangefäße geschüttet, mit einem losen Deckel verschlossen und jede Woche einmal nachgesehen, geschüttelt und für eine Viertelstunde ohne Deckel in Zugluft gestellt. Sie bleiben so am besten vor Verderbnis geschützt. * Milch macht der Hausfrau in den heißen Tagen manchen Kummer. Bei einem plötzlich eintretenden Gewitter schlägt die Milch um, und die größte Ver- legenheit kann entstehen, wenn man sie als Nah- rungsmittel für Kinder und ältere Leute braucht. Sobald die Temperatur ansteigt, muß die Hausfrau möglichst Vorbeugen, wen sie unangenehmen Ueber- raschungen ausweichen möchte. Bevor sie die Milch auf das Feuer bringt, gebe sie ihr ein Löffelspitze doppelkohlensaures Natron. Ist die Milch erst einmal geronnen, dann hilft ihr freilich nichts mehr. Doch, wenn man das „Zusammenlaufen" verhindern will, so versäume man nicht, sich zur gegebenen Zeit mit dem Natron zu versorgen, damit man es dann bei der Hand hat, wenn man es braucht. Der Geschmack leidet bei einer richtigen Dosis nicht. * Am schwierigsten ist die Aufbewahrung von Fleisch. Es zersetzt sich bei großer Temperaturschwankung sehr schnell. Kalbfleisch leidet noch rascher als kräftiges Rind- und Ochfenfleifch. Der richtigste Aufbewahrungsort ist der Keller. Es ist besser, nur geringe Vorräte von Fleisch liegen zu haben, und zwar unter einem Fliegennetz. Die Luft soll Zutritt haben, jedoch muß das Fleisch vor der Berührung mit Fliegen und anderen Insekten geschützt werden. Sie sind Fäulniserreger und Krankheitsüberträger. Hat das Fleisch durch die Hitze gelitten, so ist eine Verwendung noch möglich, wenn es entsprechend vorbereietet wird. In einer hellrosa Lösung von übermangansaurem Kali wird das Fleisch gewaschen. Alsdann bekommt es ein Bad mit kaltem Wasser, unmittelbar darauf muß es auf das Feuer gesetzt werden. * Gebäck wird im Sommer rasch trocken und ge- schmacklos. Am besten läßt es sich in einem Porzellangefäß aufbewahren, wenn eine große Por- zellandose nicht vorhanden ist, in einer Suppenterrine oder in einer Porzellanschüssel, die zugedeckt werden muß. Auch in einer gutschließenden Blech- dose kann man jede Art von Gebäck ziemlich lange frisch erhalten, allerdings ist dann immer daraus zu achten, daß die Büchse vorher gelüstet und gereinigt wird. Das Gebäck nimmt Aroma und Geschmack von anderen Nahrungsm^ttelgegenständen, die sich vorher darin befunden hatten, sehr rasch an. Schü. Wirtschaft. Oie Zndusirie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 940: Verrechnungszertifitate für ine Ausfuhr von niederländischen chemischen Produkten nach Deutschland. 941: Bestimmungen über nicht in der Schweiz verbrauchte Beträge aus deutschen Reisekreditbriefen. 942: Umsatzsteuerumrechnungssätze für Juni 1935. 943: Die Luftpostzuschläge für Sendungen nach Deutschland. 944: Die industriellen französischen Einfuhrkontingente für das 3. Vierteljahr 1935. 945: Anordnung 8 der Ueberwachungsstelle für Tabak. Freigegebene Verarbeitungsmengen von Rohtabak ab 1.7.1935. 946: Verbrauchsregeln für unedle Metalle ab 1. 7.1935. Die Reichsbank am HalbjahreSuttimo. Der Ausweis der Reichsbank vom 29. Juni 1935 steht im Zeichen des Halbjahresfchluffes, der be- kannllich immer höhere Anforderungen als Fälligkeitstermin für Zinsen usw. stellt. Die Beanspruchung liegt im normalen Rahmen und bewegt sich etwa in der Höhe der gleichen Zeit des Vorjahres. Die gesamte Kapitalanlage der Bank ist in der Ultimowoche um 589,2 Millionen auf 4682,1 Millionen RM. gestiegen. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 483,2 auf 3878,7 Mill. RM. an Lombardsorde- rungen um 54,2 auf 89,5 Mill. RM., an deckunas- fähigen Wertpapieren um 0,1 auf 336,6 Mill. RM., an Reichsschatzwechseln um 51,7 Mill, auf 53 Mill. RM. zugenommen; die sonstigen Wertpapiere blieben bei einer Zunahme um 16 000 RM. mit 324,4 Millionen RM. nahezu unverändert. Der Umlauf an Scheidemünzen hat eine Zunahme um 98,5 Millionen RM. erfahren, da diese Münzen bei auftretendem starken Bedarf bevorzugt ausgegeben werden. Insgesamt stellt sich der Zahlungsmittelumlaus Ende Juni auf 5984 Mill. RM. gegenüber 5910 Millionen RM. Ende Mai d. Js. und 5781 Mill. RM. Ende Juni 1934. Die im Ausweis zum Ausdruck kommende höhere Beanspruchung beruht z. T. auch daraus, daß dem Stichtag ein Lohnzahlungs- tag voranging. Die fremden Gelder haben um 64,5 Mill, auf 819 Mill. RM. zugenommen. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen stellen sich bei einer Zunahme um 874 000 RM. auf 85,6 Mill. RM. Festsetzung der Stickstoffpreise für das neue Düngejahr. Das Stickstoff-Syndikat teilt in seinem Rundschreiben an seine Abnehmer u. a. mit: Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat in seiner Bekannmachung über einen Sonderabschlag auf den Stickstoffpreis — veröffentlicht im Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger vom 1. Februar 1935 — auf den Zusammenhang zwischen dem von uns für die Erzeugungs- schlacht des Düngejahres 1934/35 gewährten Sonderabschlag und der Absatzhöhe der Stickstoffdüngemittel im gleichen Düngejahr hingewiesen und erklärt, daß nur bei einer wesentlichen Absatzsteigerung auf die Weitergewährung der Preisverbilligung für das Düngewirtschaftsjahr 1935/36 gerechnet werden könnte. Bei der Festsetzung des Sonderabschlages ging der Reichskommissar davon aus, daß die durch den Sonderabschlag beabsichtigte Herabsetzung der Stickstoffpreise für das neue Düngejahr 1935'36 nur verlangt werden könnte, wenn der Mehrabsatz des Düngejahres 1934/35 groß genug fein würde, um durch entsprechende Produktionserhöhung eine Verbilligung der Gestehungskosten erreichbar erscheinen zu lassen. Die unterste Grenze der — auch nur für eine teilweise Beibehaltung des Sonderabschlages — erforderlichen Absatzsteigerung war mit 25 v. H. festgesetzt. Dagegen hat die tatsächliche Absatzsteigerung 9 v. H. betragen. Die Voraussetzung für eine Senkung der Stickstoffpreise ist somit, wie zwischen den beteiligten Instanzen ausdrücklich festgestellt wurde, nicht erfüllt, so daß der Sonderabschlag leider nicht beibehalten werden kann. Es gelten demnach die Stickstoffpreise des abgelaufenen Düngejahres in ihrer ursprünglichen Höhe unabänderlich auch für das kommende Düngejahr. Frühkarioffel-tzreisfestsehung. Auf Grund des § 7 der Satzung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft ordnet der Vorsitzende des Kartoffelwirtschaftsoerbandes für die Landesbauernschaft Hessen-Nassau folgendes an: Die Preise für Speise-Frühkartoffeln werden bis auf weiteres als Erzeuger-Höchstpreise festgesetzt. Die Erzeugerhöchstpreise betragen bis einschließlich 6. Juli 1935 7,50 Mark für lange, gelbe Sorten, 7,10 Mark für runde, gelbe Sorten und 6,70 Mark für blaue, rote und weiße Sorten. Diese Preise verstehen sich je Zentner, und zwar in geschlossenen Anbaugebieten waggonfrei Verladestation oder frei Bezirksabgabestelle, in nicht geschlossenen Anbaugebieten waggonfrei Verladestation oder frei lieber« gabestelle am Erzeugungsort. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hält bei diesen Preisen einen Abgabepreis des Klein- Handels an die Verbraucher für die teuerste Preisgruppe von höchstens 11 Pf. je Pfund für angemessen. Diese Anordnung trat mit dem 1. Juli 1935 in Kraft. Hhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: freundlich. Frankfurt a. M., 2. Juli. Infolge der nur kleinen Publikumsbeteiligung verzeichnete die heutige Mittagsbörse wieder nur sehr kleines Geschäft, zumal auch irgendwelche Anregungen nicht vorlagen. Die Kulisse verharrte weiterhin in ihrer ab- wartenden Haltung. Die Kurse erfuhren im allgemeinen nur minimale Veränderungen, wobei aber weiterhin leichte Befestigungen überwogen. Spezialbewegungen größeren Formats waren heute nicht zu beobachten. Am Aktienmarkt waren lediglich Deutscher Eisenhandel mit 101 (98,50) stärker erhöht. Einige Nachfrage zeigte sich für Montanpapiere bei durchschnittlichen Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H., nur Marisfelder setzten 0,25 v. H. leichter ein. Elektroaktien lagen recht still; fester lagen u. a. Schuckert, RWE., Siemens und Mainkraftwerke und zwar bis 0,50 v. H., während AEG. auf kleines Angebot 0,25 v. H. verloren. Schiffahrtsaktien notierten voll behauptet, ebenso Kunstseidenpapiere. Von chemischen Werten eröffneten JG.-Farben 0,13 v. H., Deutsche Erdöl 0,75 niedriger, Scheideanstalt blieben mit 235 unverändert. Reichsban5anteile bröckelten 0,75 v. H. ab, wogegen Bank für Brauindustrie 1 v. H. anzogen. Von sonstigen Werten lagen Metallgesellschaft 1 v. H., Deutsche Linoleum 0,75 v. H., Feldmühle Papier und Gebr. Junghans je 0,25 v. H. freundlicher, dagegen gingen Daimler und Hanfwerke Füssen je 0,25 v. H. zurück. Am Rentenmarkt war das Geschäft in den variablen Papieren bei minimalen Veränderungen sehr klein. Altbesitzanleihe gaben 0,25 v. H. nach, auch Zinsvergütung lagen mit 90,25 (90,30) nur knapp gehalten. Weitere Nachfrage zeigte sich für Reichsbahn-VA. mit plus 0,25 v. H. auf 123,25. Von fremden Werten notierten Ungarn Gold mit 11,85 (11,80). Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark zusammen, da Aufträge fehlten. Infolge der Geschäftsstille bröckelten die Kurse zumeist um Bruchteile eines Prozents ab, die Grundtendenz blieb jedoch fest. Von Bauwerten kamen Holzmann 1 v. H. und Berger Tiefbau 0,50 v. H. höher zum Kurs, ferner lagen Ilse Genuß 1,75 v. H. über gestern mittag. Der variable Rentenmarkt lag auch späterhin geschäftslos. Für Pfandbriefe erhielt sich weiteres Än- lageinteresse bei unveränderten Kursen, Kommunal- Obligationen und Liquidationspfandbriefe zogen teilweise etwas an. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, aber überwiegend unverändert. Industrie-Obligationen wiesen nur geringe Veränderungen auf. Von Auslandrenten zogen Ungarn Gold auf 11,90 nach 11,85 an. Von unnotierten Werten erhöhten sich Usa-Aktten auf 77 (74), Adlerwerke Kleyer lagen mit 99,50 bis 100 wenig verändert. Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. wie gestern. Abendbörse: fest. An der Abendbörse war die Haltung weiter fest, wenn auch den Notierungen in den meisten Fällen kein nennenswertes Geschäft zugrunde lag. Indes schien das Publikum weitere Nachfrag für Aktien zu bekunden, die Kulisse betätigte sich nur in kleinem Maße. Im Vergleich mit den Berliner Schlußkursen waren überwiegend Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. zu verzeichnen. Auf die Mitteilungen in der Hauptversammlung waren Daimler mit 94,50 bis 95 (94,13) mehr gefragt, auch IG. Farben mit 151,65 bis 152 (151,65) traten später mehr hervor. Fester lagen außerdem u. a. AKU. mit 64,25 (63,90), RWE. mit 132 bis 132,25 (132), Gesfürel mit 130 (129,50) und Stahlverein mit 84,13 bis 84,40 (84,13). Dagegen kamen Deutsche Linoleum mit 169,50 ri70), Deutsche Erdöl mit 111 (111,50), Har- pener mit 113 (113,50) und Mannesmann mit 89 (89,40) etwas niedriger zur Notiz. Der Rentenmarkt wurde stark vernachlässigt, die Kurse konnten sich indes behaupten. U. a. notierten: Altbesitz 113,13, IG. Farben-Bonds 127,25, Reichsbahn-VA. 123,25, 4 v.H. Defterr. Gold 33,50, 4 v.H. Ungar. Gold 11,75, 5 v. H. Rumänen 8,25, 4,50 v. H. Gold 10,25, 4 v. H. Einheitsrumänen 6,20, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 191, Braubank 126,50, Commerzbank 92,25, Reichsbank 190, Harpener 113, Mannesmann 89, Hoesch 107,75, Rheinstahl 115,90, Stahlverein 84,13 bis 84,40, AKU. 64,25, AEG. 47,90, Bekula 141,25, Conti Gummi 161, Daimler 94,50 bis 95, Deutsche Linoleum 169,50, Eisenhandel 100,50, Licht und Kraft 133,75, IG. Farben 151,65 bis 152, Gesfürel 130, Metallgesellschaft 100,65, RWE. 132 bis 132,25, Schuckert 122,25, Siemens 180,50, Norddeutscher Lloyd 38,25. Frankfurter Obff- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 2. Juli. Am Gemüse« markt bestand reichliches Angebot >on Gurken, Karotten, Kohlrabi und Kopfsalat. Frühkartoffelangebot noch gering, ebenso von deutschen Tomaten. Geschäft ziemlich lebhaft. Preise für Erbsen etwas höher, für Karotten, Kohlrabi und Salat leicht nachgebend, im übrigen unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl (Treibh.) 10 bis 40, Bohnen (Treibh.) 38 bis 40, Freiland 35, Erbsen 8 bis 12, Salatgurken (Treibh.) 15 bis 60, Karotten Bdl. 3 bis 4 Pf., Kartoffeln alte 4,50, neue 9.50 Mk., Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 3 bis 6, Pfifferlinge 38 bis 40, Rettich 6 bis 15, Rotkraut 14 bis 16, Spinat 10, Tomaten (Treibh.) 30 bis 40, Weißkraut 7 bis 9, Wirsing 7 bis 9, Zwiebeln Bdl. 5 bis 8, ital. 8,5 bis 11 Pfennig. Obst: Zufuhren von Erdbeeren noch sehr reichlich, von Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren genügend. Nachfrage zufriedenstellend. Preise für Erdbeeren und Kirschen unverändert, im übrigen nachgebend. 11. a. notierten: Aprikosen 30 bis 35 span., Erdbeeren la 32 bis 35, I 28 bis 30, II 22 bis 26, III 18 bis 20, Heidelbeeren 26 bis 28, Himbeeren 25 bis 30, Johannisbeeren 17 bis 20, Kirschen I 32 bis 38, II 20 bis 28, Pfirsiche 25 bis 45 ital., 30 bis 32 span., Stachelbeeren, reife 18 bis 22, do. unreife 10 bis 12 Pfennig. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 2. Juli. Auftrieb: 10 Ochsen (zum Diehhof direkt 2), 21 (1) Bullen, 241 (10) Kühe, 93 (8) Färsen, 277 (30) Kälber, 2 Schafe, 702 (40) Schweine. Notiert wurden pro 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42, b) 40 bis 41. Bullen a) 42, b) 40 bis 41, c) 38 bis 39. Kühe a) 40 bis 42, b) 35 bis 39, c) 30 bis 34, d) 21 bis 29. Färsen a) 42, b) 40 bis 41, c) 37 bis 39. Kälber b) 50 bis 55, c) 41 bis 48, d) 30 bis 40. Schweine b) 49 bis 51, c) 49 bis 50, d) 45 bis 48. Marktverlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft. Kälber ruhig, geräumt Schweine lebhaft, ausverkauft. Hunhfunfprogramm. Donnerstag, 4. Juli. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 7: Morgenmusik. In der Pause: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. „Der Spreewald". Don Theodor Fontane. 16.45: Deutsche Gespräche: Ein Kunstwerk als Sinnbild rheinischer Landschaft. Don Lily Biermer. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: „Am Rande Europas". Aus dem Tagebuch einer Reise durch Polen. Heinrich Koitz liest aus seinem neuen gleichnamigen Buch. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Volkstümliche Baßlieder. 20.45: Das große Los. Wir gehen dem Glück nach. 21.20: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Zeitgenössische Musik (11). Kurt von Wolfurt: Klavierkonzert. 23.25: „Tanz ins Blaue". Eine lustige Reise nach Noten. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Mdaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 2l. W. in k. Ihre Anfrage ist ungenau, um sie zweifelsfrei beantworten zu können. Wahrscheinlich ist es in Ihrer Gemeinde so, daß die dort früher bestehende sogenannte Gemeindeschäferei, die offenbar ein eingetragener Verein war, eigenes Weideland hatte, das bei der Zusammenlegung der Allgemeinheit zugute kam. Infolgedessen steht der Ausmessung von neuem Weideland nichts entgegen. Die Schäferei ist in der Regel ein Verein; ihre Gründung geschieht durch Vertrag zwischen den Mitgliedern. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskom 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.Dl. Lerlm Schiuß- furt Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 1 7 2 7 1.7 2.7. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,65 100,25 100,25 100,25 4% Deutjche Reichsanl. von 1984 97 97,25 97,25 97,25 6¥t% Doung-Anlethe von 1930 .. 104 103,75 104,13 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 113,4 113,13 113,4 113,13 Vl»% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934. 1....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 100,15 100,15 100 100,4 (rückzahlb. 102%) ........... 97,75 97,75 97,5 97,2 *Yi% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold N. 12........ 96,25 96,25 96,25 96,25 614% ehem. Hess. Landes^ypo- thekenban! Darmstadt Liaüi ... 100,5 100,5 —- *Yi% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 92,25 92,25 - - vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 127 127 —— — Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,9 115,9 116,13 116 4Yi% ehemL% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 —— 5Yt% ehern. 4Yt% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Psandbriese....... 100,9 100,9 _ _ 6Y3% ehern. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 101,4 101,25 101,5 100,5 4Yi% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefan stall, Psandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4Yi°/o ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Obl.Vl 96,75 96,75 96,75 96,75 Steuergutsch.VerrechnungSk. 35-39 107 107 107 107 *% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreicyische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ...... 34,65 33,5 34,5 1,75 1,85 1,8 1,8 11,8 11,75 11,9 11,75 11,65 4% Ungarische Slaatscente v. 1910 11,25 11,5 11,6 4V,% desgl. von 1913........ 11,5 11,65 11,4 11,5 5% abgest. Goldmexilaner von 9i 13 12,5 12,8 12,65 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... — —- — — Frankfurt a. M Serlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse 'Datum 1.7 2.7 1.7 2 7 4% veögl. Serie II ........... — — — 11,75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 8,1 8,13 8,2 8,25 4^.%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,75 10 10,2 10,4 4% Rumänische vereinh. Rente 6,2 6,2 6,25 6,3 2^% Anatolier ............. 38,75 — — 39,75 Hamburg-A merika-P aket ..... 0 35 34,74 35 35 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — —— 28,75 29,65 Norddeutscher Lloyd ......... 0 38,25 38,25 38,25 38,13 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 90 90 89,5 90,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 116,75 116,5 116,25 115,75 Commerz- und Privat-Bank ... O 92 92,25 91,75 92,5 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ 0 93,5 94 93,5 94 Dresdner Bank.............. 0 93,5 94 93,5 94 Reichsbank ................ 12 190,75 190 190,75 190,75 A.E.G...................... 0 48 47,9 47,9 47,65 Bekula............... 10 141 141 140,75 140,75 Eleklr. Lieferungigesellschaft... 5 116,75 117,5 117 117,5 Licht und Kraft ........... 6 V« 133,75 133,75 134,65 133,75 Feiten L Guilleaume......... 0 104 104,75 104,13 104,75 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 129 130 128,9 129,5 Rheinische Elektrizität ........ 5 — 133 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 130,75 132,25 130,75 132 Schuckert & (So............... 4 122 122,25 122 122,5 Siemens & Halske............ 7 180 180,5 180,25 180,75 Lahmeyer L Co.............. 7 132 131,75 132,5 132,5 Buderus ................... O 105,75 105,75 105,5 105,75 Deutsche ($rbM ............. 4 111 111 110,75 111,5 Gelsenkirchener...»......... O Harpener ................ t >12,5 113 112,5 113,5 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen . 0 107,5 107,65 Ilse Bergbau......... 6 158 158 159,5 Ilse Bergbau Genüsse....... Klöcknerwerke ............. 6 ; >29,5 131,25 131,25 130,9 \Yi 102,4 102 101,75 101,75 ManneSmann-Röhre» ....... 6 1 88,9 89 89,13 89,4 Frankfurt a. M. Sertln Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 1 7 2 7 1 7 2-7 Mansselder Bergbau....... .. 8 117 116,75 117 116,75 Kokswerke ............... .. 5 —— —— 123 125,13 Phönix Bergbau........... .. O — —— — — Rheinische Braunkohlen .... 12 230 230 229,75 230 Rheinstahl ................ B*/i 115,25 115,9 115,25 116 Vereinigte Stahlwerke...... .. O 84 84,4 - 84 84,13 Olavi Minen ............ .. O 17,9 17,5 17,9 17,9 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 127 127,5 127,25 127 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 123,75 125 124,25 124,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 184 186 184 186,5 I. ®. Farben-Jndustrie..... Schetdeanstalt............. .. 7 151,75 152 151,75 151,65 .. 9 235 235 — — Goldschmidt .............. .. O >05,75 106,25 105,75 106,5 Rütgerswerke ............. .. 4 120,5 121 121 121 Metällgeiellschaft........... .. 4 109 110,65 109 110,65 Philipp Holz mann ......... .. O 93,5 94,25 93,9 94,25 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 6 .. * 119 135 118 135 - Schultheis Patzenhoser ..... .. 4 _ — 113 114,5 Aku tAllgemeine Kunstseide) .. O 62,75 64,25 62,75 63,9 Bemberg................. .. O 119,5 119 119 118,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 119,75 120,25 120 120,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 87 88 88 89 Dessauer Gas ............ .. 7 — — 141 141,65 Daimler Motoren....... ... .. c 94,25 94,75 93,65 94,13 Deutsche Linoleum......... .. « 169 169,5 169 170 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — 90,13 91,13 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 35,9 36 35,9 36,25 Cbade.................... .. 0 ! 295 295 295,25 295 Accumulaloren-Fabrik...... 12 174,25 174,5 174,25 174,5 Conti-Aumm, .......... 8 I 160 161 160 160,75 Gritzner.................. .. O 1 40 40,5 40,4 40,9 Mainlrastwerke Höchst a.M.. .. 4 90 90,75 — — Süddeutscher Zucker....... .. • I 189,5 190 189,25 190 Devifenmarkl Berlin — Frankfurt a. M I.Zuli 2-Juli Amtliche Notierung Amtliche Notieiuna Geld Lriei Geld Aries Buenos Lire 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Jan. 0,139 z 0,141 0,139 0,141 Soria ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,55 54,65 54,48 54,58 Danzig..... 46,87 46,97 46,87 46,97 London ..... 12,215 12,245 12,20 12,23 Helnngfors.. 5,385 5,395 5,38 5,39 Paris ...... 16,39 16,43 16,39 16,43 Holland .... 168,80 169,14 168,72 169,06 Italien..... 20,42 20,46 20,42 20,46 Iaoan ...... 0,718 0,720 0,717 0,719 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,40 61,52 61,32 61,44 Wien....... 48,95 da.ns 48,95 Lissabon.... 11,09 11,1 11,07 11,09 Stockholm... 63,00 63,12 62,92 63,04 Schweiz .... 81,10 81,2 81,09 81,25 Spanten.... 33,97 34,03 33,99 34,05 Prag....... IO Budapest ... _ _ Neuyork ... 2,471 2,475 2,470 2,474 Bantnoten Berlin, 2 3uli Seid Lrie> ’-'lmprifanlirfip Noten.............. 2,422 2,442 Belgische Noten........... 41,72 41,88 9?nfpn ......... 54.27 54,49 12,175 12,215 Französische Noten........ e ■ » • • ä - 16,33 16,39 AnllnnhUrhe Noten ________ 168,30 168 93 15J26 19'94 Norwegische Noten ....... 61,11 61,3$ Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten........ — __ Sdimehiftfip Noten .....___ 62 70 Schweizer Noten................. 80,86 gl'ig Spanische Noten................. 33^52 3ilß6 Ungarische Note» ................