ttM27 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, Z.ZuniM5 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimattm Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche Unlverfitätsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und GeschSftsftelle: Schulstrahe ? 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Aus allen Teilen des Gaugebietes waren zu dieser Tagung mit den planmäßigen Zügen, mit zahlreichen Sonderzügen, aber auch mit Kraftfahrzeugen aller Art und aus der Nähe von Darmstadt zu Fuß unendlich große Menschenmassen zusammengeströmt, die Zeuge dieses gewaltigen Geschehens sein wollten. Vorweg sei betont, daß der Gauparteitag in allen Teilen ein überragendes Ereignis für das Gaugebiet Hessen-Nassau und ein erneutes wuchtiges Bekenntnis der Liebe und Treue zu dem Führer Adolf Hitler und das von ihm geschaffene nationalsozialistische Deutschland war, zugleich auch alle Erwartungen der Tagungsteilnehmer in vollstem Ausmaße erfüllte, ja noch übertraf. Die Sonntagstagung vor dem Großappell vereinigte in der Festhalle sämtliche politischen Leiter des Gaues mit den Ehrengästen des Gautages zu einer grundsätzlichen Betrachtung der Gegenwartsaufgaben der Partei durch den Gauleiter. Die Stärke dieser Tagung lag nicht nur in den grundlegenden Worten des höchsten politischen Leiters unseres Gaues, sondern nicht minder im Schulter-an-Schulter der Aktivisten und Unterführer sämtlicher Gliederungen, wie sie das große Gefüge eines Parteigaues heute umschließt. Hier kam die im täglichen Dienst nicht immer sichtbar zu machende feste Verbundenheit und Weltanschauungsgemeinschaft aller Formationen und Gliederungen der Bewegung zugleich mit der, Größe der Kraft und Zahl der für die nationalsozialistische Idee tätigen Männer stärkstens zum Ausdruck. Jeder aus der den Riesenraum völlig füllenden großen Männerkameradschaft sah hier einmal das in unmittelbarer Wirklichkeit, was er sonst draußen auf seinem Posten nur fühlen und ahnen kann: Die in innerlich gleicher Richtung wirkende und das Reich bauende Kraft der großen Gemeinschaft aller unbekannten Amtsträger der Bewegung. Der Groß-Appell ans b.em Festhallengelande. Mitlerweile erfolgte auf allen zum Festhallengelände führenden Straßen der Anmarsch der riesigen Kolonnen, die sich zu dem Großappell vor der Festhalle versammelten. Ueberall herrschte bei den Marschierenden, wie auch bei den großen Menschenmassen in den Straßen ausgezeichnete Stimmung, die auch durch einen kurze Zeit anhaltenden leichten Regen nicht beeinträchtigt werden tonnte. Mit schneidiger Marschmusik zogen die unübersehbar langen Kolonnen daher und bauten sich in großen Säulen auf dem Aufmarschgelände auf. Es war ein überwältigend eindrucksvolles Bild, wenn man den Blick über diese riesenhafte Menschenmenge schweifen ließ. Zum Glück hörte der Regen bald wieder auf, so daß die Kundgebung, zu der rund 75 000 Uniformierte und daneben noch weitere 30 000 Parteigenossen, insgesamt also rurb 100 000 Menschen, angetreten waren, in bester Weise vor sich gehen konnte. Balo nachdem der Aufmarsch in allen Teilen abgeschlossen war, erschien der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, der von der Riesenversamm- lung mit aller Aufmerksamkeit und von einem Mu- sikzug mit dem Präfentiermarsch begrüßt wurde. Nachdem der Gauleiter die Front der Standarten und Fahnen abqeschritten hatte, begab er sich auf die hohe Rednertribüne, wo ihm der Aufmarsch der Hunderttausend gemeldet wurde. Unter größter Spannung hörte die Versammlung dann die Rede des Gauleiters. Der Gauleiter spricht zu den Hunderttausend. Parteigenossen, Volksgenossen! Der erste Ruf des Führers wandte sich nicht an eine Allgemeinheit, sondern an wenige, und zwar an Die Wenigen, von denen er von Beginn an die höchsten Opfer fordern konnte. Diese opfer- mutige Kämpferschar zog immer aufs neue Menschen bester Qualität in ihren Kreis. So waren es naturgemäß auch im Gau Hessen-NassauZunächst nur wenige, die sich schon im Jahre 192-/1.3 m die Kämpferschar einreihten und die es stchZUr Aufgabe gestellt hatten, die nationalsozialistische Weltanschauung zum Siege zu führen. Damals gab es noch keine scharfen Abgrenzungen von Gauen und Kreisen, sondern die Bewegung faßte überall da Fuß, wo sich kampfbereite, opferwillige Menschen fanden, Die bereit waren, das Letzte für die Bewegung zu geben. . .. In Frankfurt entstand zu jener Zeit die erste Gruppe der NSDAP., die der Ortsgruppe München angeschlossen war. Von hier aus trugen mir den Kampf hinaus ins Land. . Zuerst faßten wir in Darmstadt Fuß; in Worms fanden sich mutige Kameraden. Neue Kraft gaben uns immer und immer wieder die neuen Männer, die Öen Glauben an d a s ewige Deutschland in sich trugen unb Die begeistert waren, als die nationalsozialistische Welle an sie herangetragen wurde. 1924 zu den Mai-Wahlen des Reichstags fanden sich bereits soviel Anhänger im Wahlkreis Hessen-Nassau, daß ein Abgeordneter in den Reichstag einziehen konnte. Es fanden sich aber auch bereits soviele Kämpfer in der Partei zusammen, daß während des Wahlkampfes zahlreiche Ortsgruppen gegründet werden konnten. Auf dem Westerwald und in Rheinhessen, in Starkenburg, wie im Kinzigtal gegen Fulda zu, im Nassauerland, kurz überall im Rahmen des heutigen Gaues konnten Stützpunkte und Ortsgruppen gebildet werden. Vielfach Drangen wir damals schon in die Gemeindevertretungen ein und auch der Rückschlag der Dezember-Wahlen 1924 konnte den Kern der Partei nicht mehr zerstören. Die politische Organisation in der Verbotszeit, getarnt unter dem Namen „Deutsche P arte i" und in den Sportgruppen aufgeteilt, die SA. unter den verschiedensten Bezeichnungen. hielten allen Verfolgungen stand. Der Glaube an die Wiederaufrichtung des deutschen Volkes und die Treue zum Führer waren der kitt, der jene zu allem entschlossenen Wanner zusammenhielt. Waren es auch in jenen schweren Zeiten manchmal nur kleine Scharen, häufig nur wenige Kämpfer, sie hielten allen Anfechtungen stand. Ich danke heute besonders denen, die in jenen schwersten Tagen mit mir zum Führer standen und drücke ihnen die Hand. Bei der Wiedergründung der Partei stand dem Führer im gesamten Gau der Sauerteig zur Verfügung, der notwendig war, jene Gärung hervorzurufen, die der Widerspiegel des ungeheuren Kampfes gewesen ist. Der Einzelkampf wurde zähe geführt; ohne Rücksicht auf politische Konjunktur wurden immer wieder in neuen Ortschaften Einzelperfönlichkeiten gesucht, die bereit waren, den Kampf aufzunehmen. Wir suchten und sanden sie in den Betrieben, in den Amtsstuben, auf der Straße, überall, wo wir gingen und standen. Und so oft das damalige System im Rahmen des Parlamentarismus das Volk zu Wahlen auf = rief, gingen wir mit der Welle und nutzten sie aus. Jeder Wahlkampf war von nun an ein neuer Erfolg. Es war eben in dieser Zeit der politischen Aufwallung der deutsche Mensch am empfänglichsten auch für neue, für unsere Gedan- tengänge, unsere Weltanschauung. In Abständen wurden damals schon die Unter- führer zu Tagungen z u s a m m e n g e z o- qen, die zum Austausch der Erfahrungen dienten, und die dazu benutzt wurden, die einzelnen Kämpfer, die meist auf sich allein gestellt waren, in nationalsozialistischer Weltanschauung zu schulen und ihnen den Rücken zu stärken für die schweren Zeiten, in denen sie draußen wieder allein auf sich angewiesen waren — die ersten Gautage. Freilich waren diese Tagungen nach außen hin kaum sichtbar. Vielfach wußte von einer solchen Tagung außer der Kriminalpolizei und Den wenigen Mitkämpfern kaum jemand etwas. Wenn die Presse uns entdeckte, überhäufte sie uns mit Schmähungen. Immer größer wurde trotzdem der Kreis. Es kam die Zeit, da wir uns aus eigener Kraft eine Presse geschaffen hatten: unseren Frankfurter Beobachter. Mochte man uns nun totzuschweigen versuchen, mundtot waren wir nicht mehr. . In Frankfurt war es uns 1924 gelungen, 4 Stadtverordnete ins Rathaus zu bringen. Auch von dieser Zelle aus verstanden wir es immer wieder dem Volk zu zeigen, daß unser Kampfeswille unerbittlich, unfer Glaube unübertrefflich und unsere Treue zum Führer unerschütterlich war. Ich verspreche, die Partei mit allen meinen Kräften zu fördern." Diese Verpflichtung, die die alten Parteigenossen auf der Ausnahmeerklarung unterschrieben haben, haben sie auch treulich gehalten In jenen schweren Zeiten war jeder Parteigenosse wirklich ein Kamvf geführte und nur Kampfgenossen konnten Parteigenossen bleiben, denn die Lauen spuckten wir aus. So wuchs und wuchs die braune Front. Bei der Reichstagswahl 1930 hatte diese entschlossene Kampferschar der alten Parteigenossen entgegen unseren eigenen Erwartungen soviel Anhänger in tue Front Adolf Hitlers hineingezogen, daß wir für alle Zeiten stolz auf jenen Wahlsieg blicken können Hessen-Nassau marschierte mit an der Spitze im ganzen Reich. Den Höhepunkt bildete bann jener Gautag, an bem im Oktober 1930 ber Führer zum zweitenmal in unserem Gau unter uns weilte, jener erste Sübwestdeutsche Hitlertag in ber Frankfurter Fest- holle. Der Ruf des Führers an das deutsche Volk wurde nach jeder Welle vervielfältigt weitergetragen. Jeder Gautag brachte neue Form und größere Massen. Kurz vor der Machtübernahme, im November 1932 war die riesige Kuppel der Frankfurter Festhalle angefüllt mit kampfentschlossenen Braunhemdenträgern: Politische Leiter, SA. und SS. Im gesamten Kampf, das erwähne ich hier mit besonderem Stolz, haben alle Parteigenos- sen jederzeit in treuer Kameradschaft ohne Sonderegoismus zufammenge- standen. Die Grundlage unseres Kampfes war der Glaube an die Sendung Adolf Hitlers, der Glaube an die Sendung der nationalsozialistischen Weltanschauung; Grundlage unseres Kampfes war Disziplin, die uns freiwillig zusammenstehen ließ, in unverbrücklichem Gehorsam zu Adolf Hitler, dem Führer der Partei. So stand denn bei der Machtübernahme am 30. Januar 1933, dem Führer eine Kämpferschar zur Verfügung, die in der Lage war, allen Anforderungen gerecht zu werden. Der Führer sagte gelegentlich auf einer Führertagung von Der Partei: „Wenn Die Partei ihre Pflicht erfüllen soll, muß sie jeDerzeit in Der Lage fein, nach Dem Willen Des Führers zu marschieren unD zu schwenken; sie muß sein ein willenloses Werkzeug in seiner Hand". Alle Zeit habe ich es mir zur Pflicht gemacht, die Par- teigenossenschaft des Gaues so zu erziehen unb zu formen, daß sie dieses Höchstmaß an S e l b st l o s i g k e i t und D i s z i p l i n , das der Führer forderte, freudig auf sich nehmen konnte. So war es denn nach den Marzwahlen 1933, in denen der größte Teil des deutschen Volkes vertrauensvoll sein Schicksal in die Hände des Führers legte, gerade in unserem Gau möglich, rasch die Welle Der nationalsozialistischen Revolution weiter- zutragen oDer festzuhalten, immer noch Dem Willen Adolf Hitlers. Diese Revolution war auch in unserem Gau ein Triumph ber Disziplin. Nachdem uns am 6. Wärz 1933 bereits die Polizeigewalt in Hessen durch den Reichsinnenminister übergeben war, nahm ich am 13. Würz mit jener Sicherheit aber auch mit jener Entschlossenheit und jenem Geist, mit dem wir den Wahlkampf geführt hatten, die hessische Regierung an mich und übertrug sie Parteigenossen: im preußischen Teil des Gaues folgten wir Zug um Zug der Linie, die durch den Ministerpräsidenten Pg. Göring vorgezeichnet wurde. Die Schaffung einer starken Zentral- gemalt des Reiches war des Führers erste Tat. Verordnungen und Gesetze zur Durchführung dieses Programmpunktes Der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei folgten nun den Erfordernissen, Die Der Führer erkannte unD Den Männern seiner Regierung zur Erledigung auftrug. Neben der Verordnung zum Schutze des Deutschen Volkes und der zum Schutz von Volk und Staat, sind am markantesten Die Verordnung gegen Verrat am Deutschen Volk und gegen Hochverrate rische Umtriebe. Das Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich gewährleistete eine vorläufige Sicherung der einheitlichen Führung. Einschneidend war das Reichsstatt- h a l t e r g e s e tz , das die absolute einheitliche Staatsführung über alle noch bestehenden Länderregierungen hinweg gewährleistete. In Hessen begann mit seiner Auswirkung eine Vereinfachung ber Staatsverwaltung in ihrer Spitze, deren Ausstrahlungen auch heute noch fort- Dauern und nach nicht abgeschlossen sind. Allen denen, die in treuer Selbstaufopferung ohne jeden Eigennutz und Eigendünkel an diesem Werk mitgearbeitet haben unb tätig finb, gebührt der Dank des Volkes. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Das Äeuegelöbnis des Gaues Hesseu-Aaffau. Ein Telegramm des Gauleiters an den Führer. Gauleiter Sprenger hat vom Gautag in Darmstadt folgendes Telegramm an den Führer gesandt: „Mein Führer! Die aus Anlaß des Gautages Hessen-Aassau in Darmstadt angetretenen politischen Leiter und Führer a 1er Gliederungen der Bewegung geloben, stets einsatzbereit, treue Gefolgschaft ihrem Führer. Heü! Sprenger. Illllllllllllllllillllllllllllllllw Das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. Dezember 1933 schuf die Grundlage zur organischen Weiterentwicklung des Staatsaufbaues. Der Glaube des deutschen Volkes an seine Neugeburl, der Glaube der Parteigenossen an ihre Weltanschauung, der Glaube an den Führer Adolf Hitler halten gesiegt. Der unerbittliche Wille des Führers wirkte weiter, er blieb wie ehedem der Wotor der NSDAP, und damit der des Staates. Die Staatsfeinde mußten nieöergerungen werden und wurden in der Zwischenzeit niedergerungen. Das war die Voraussetzung zum Aufbau Wenn man bedenkt, daß es damals 7,5 Millionen gezählte Erwerbslose gab und 36000 Selbst- morde jährlich, daß der Verwaltungsapp a- rat vielfach angefault und korrupt war; wenn man bedenkt, daß wir zu jener Zeit eine Jugend hatten, die niemals arbeiten gelernt hatte, wenn man bedenkt, daß das deutsche Volk ohne Wehr war und das ganze Volk unter Dem wirtschaftlichen unD Dem Machtterror Des Aus- lanDes ftanD, Dann wirD jeDer einsehen, welch übermen schlichen Willens es beDurfte, Diese Probleme erst aufzuzeigen unD Dann aufzubauen. Wir forbern, daß sich ber Staat verpflichtet, f ü r bie Lebensbedürfnisse der Staatsbürger zu sorgen, so sagt Punkt 7 des Parteiprogramms. Getreu dieser Forderung mar die Programmgestaltung der nationalsozialistischen Regierung. Die Schaffung der Arbeitsmöglichkei-- t e n der öffentlichen Hand zog die Arbeitsmöglichkeiten in der freien Wirtschaft nach sich. Dabei war die Sorge um Die Erhaltung Der äußeren ßebensbeDingungen wie der Wohnungen und dergleichen ebenso wichtig m'-e die Sorge um die Erhaltung Der Kaufkraft. Dieser ganze Auftrieb wprde planmäßig durch die Gesetze und Verordnungen der Reichsregierung in die Wege geleitet und Durchgeführt. Auch Die Fortsetzung Des Lebens Derer, Die nicht mehr arbeiten können, rourDe getreu Dem Punkt 15 des Parteiprogramms, Der eine großzügige Altersversorgung vorsieht, sichergestellt, obwohl Die Kassen aller Versicherungen leer unD ihre Reserven geplünDert waren. Von Der Verordnung zur Milderung von Härten in der Sozialversicherung über das Gesetz zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Invaliden- und Knappschaftsversicherungeu führt ein einheitlicher Weg zum Gesetz über die Kleinrentnerhilfe. Der Bauernstand wurde gesichert. Der landwirtschaftliche Vollstreckungsschutz mar Dabei zunächst ein Anfang. Die NeubilDung Des Deutschen Bauerntums, Das Reichsnährstandsgesttz sind Marksteine in Der Entwicklung Des deutschen Bauern. Den Eckstein bildet nach wie vor das Erbhofgesetz, dessen weittragende Bedeutung nicht unter Dem Gesichtswinkel zeitlichen persönlichen Vor- unD Nachteils betrachtet werden Darf, Dessen Wirken vielmehr erst fnmmenDe Geschlechter zu würdigen wissen mcrDen. Der Bauer muß mit Der Scholle verbunden bleiben, wenn er der Quell ewig jungen Volks- tums bleiben will, als der er sich in der Geschichte bewährt hat. Handwerk, Gewerbe und Mittel st and blühen auf. Wenn es dem Volke in seiner Gesamtheit gut geht, geht es jedem einzelnen, der tätig schaffend am Werk ist, gut. Die Masse des schassenden deutschen Volkes, Das deutsche Arbeitertum findet sich in der deutschen Arbeitsfront. Der Kamps aller aegen alle von früher ist verschwunden. Alle schassenden Menschen stehen in einer Front, genullt und bereit, den Nationalsozialismus nach Den Wegzeichen des Führer zu verwirklichen: in der deutschen Arbeitsfront. Deutsches Recht wird neu geschaffen. Die deutsche Kultur, zurückgeführt auf ihre mähren Werte, findet ihre Weiterentwicklung im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung. Dieses neue Werden von Volk und 5faaf unterlag einer ständigen Vedrobung. W"s nußte alles Werken, was nutzte alles Schaffen tmb Tun, wenn wir jederzeit fremder Willkür preisgeaeben schienen. Darum d«?nkt das yanie deutsche Volk dem Führer, daß er ihm wieder eine Wehr, das Valksbeer gegeben hat. Jeder junge Deutsche. dem hie Natur die Kraft dazu gegeben bat, darf wied-r has Recht für sich in Anlvrnch nehmen, für fein Volk in Tagen der Not m't Leib "nd Leben -inzuftehen. Vieles Recht ist in die TiflidbL die Wehrpflicht umaewandelt und ieder junge Deutsche zieht freiwillig ein in diese b e fi e Hochschule für Ordnung, Zucht unb Sauberkeit. Um so freudiger aber ist dies-s (tzesek, insbesondere bei uns ausgenommen worben, bie wir in den Jahren ber Besatzung, b’e Schmach unb die Knechtschaft Manheim zu fühlen bekamen. Die beste deutsche We^- ist -,uol"ich auch der beste Garant des Friedens. Die Forderung ber Gleichberechtigung des deut- schen Volkes allen anberen Nationen gegenüber ist nicht mehr ein Traum, sonbern eine Selbstverständlichkeit geworben. Wieberum ein Triumph des Willens unseres Führers. 28 Monate sind vergangen, seit der Führer die Macht übernahm. An dieser kurzen Zeit gemessen, sind die Leistungen geradezu unfaßbar groß, und doch stehen wir e rst am Anfang der nationalsozialistischen Gestaltung des Reiches. Viele, allzu viele sehen trotz des gigantischen Ausmaßes des bisher Erreichten die Wirklichkeit nicht. Sie können nicht die Größe des neuen Baues schauen, weil sie nur den Schutt sehen, der noch nicht weggeräumt werden konnte. Nun kommt es darauf an, deutsche Volksgenossen, angesichts des ungeheuren Geschehens in Deutschland dem Führer bedingungslos die Treue zu bewahren. Ihr, Parteigenossen, müßt wissen, die Partei soll das s ch ä r f st e Schwert des Führers bleiben, das niemals schartig werden darf. Wo sich aber die Untreue von außen her an uns heranmacht, schlagen wir sie. Gleichgültig unter welchem Deckmantel Untreue und Verrat sich auch heranzuwagen suchen. Wer gegen Staat und Partei hetzt, verfällt dem Gesetz. Wir lassen nicht zu, daß sich Hetze unter irgendeinem konfessionellen Gewand zu verbergen sucht. Das Bekenntnis des nationalsozialistischen Programms zum positiven Christentum stellt es jedem frei, nach seiner Fasson selig zu werden. Diese Grundhaltung der Partei gibt jedem Bekenntnis die Freiheit, die es füglich für sich in Anspruch nehmen kann. Wenn aber ein Bekenntnis um derentwillen gewählt wird, den Kampf gegen den heutigen Staat, gegen d i e Partei und damit gegen den Führer zu tragen, dann spreche ich offen aus: Wer sich so betätigt, ist ein 5 t a a 15 f e i n b. Damit will ich kurz Stellung nehmen zu bet Behauptung, in Hessen ober im Gau Hessen- Bassau würben Pfarrer um ihres B e- kenntnisses willen verfolgt, kein einziger Pfarrer, gleichviel welcher Konfession, ist seines Bekenntnisses wegen angefaßt, keinem einzigen ist beswegen auch nur ein haar gekrümmt worben. Ls gab unter ihnen aber einige wenige Elemente, bie entroebet bie Kanzel mißbrauchten, bie gegen bie Gesetze verstießen ober aber bie Anorbnungen ber obersten staatlichen Macht nicht befolgten. Sie muhten im Interesse von Volk unb Staat aus ber Gemeinschaft herausgenommen werben. Vor bem Gesetz gibt es nicht Pfarrer unb Arbeiter, hanbwerker unb Unioerfitäteprofefforen, Bauern unb Sol- baten. Vor bem Gesetz gibt es nur Deutsche, bie sich ben Gesehen fügen unb bie ihre höchste Pflicht barin sehen, bah sie sich an Gesetz unb Orbnung halten. Vor bem Gesetz finb alle gleich. Der sich als Verbrecher betätigt, muh es sich gefallen lassen, als Verbrecher behandelt zu werben. Dabei kann kein Unterschieb gemacht werben zwischen benen, bie unter blauer Fahne gegen bie Grunbsähe von Partei unb Staat Hetzen, unb benen, bie in schwarzem Gewanbe währenb ber Hebe bes Führers bie Glocken läuten lassen unb burch eigene Prebigt bas beutsche Volk baran Hinbern wollen, ben Führer zu hören. Gleiche Strafe für gleiches vergehen, gleiches Hecht forbert bie Gerechtigkeit. Diesem Grunbsah freu zn bleiben bin ich als Statthalter bes Führers in Hessen verpflichtet. Der Führer hat uns das Programm gegeben, dessen Grundsätze die Bestandteile der nationalsozialistischen Weltanschauung sind. Der Führer spricht von Zeit zu Zeit zu uns und zeigt uns an, wie der Stand des organischen Werdens des nationalsozialistischen Volkstums und Staates ist. Was der Führer sagt, ist Wegweiser und Richtschnur unseres handelns. Unser handeln aber steht alle Zeit unter der Macht der Treue. Alles, was der Führer tut, tut er für Deutschland, alles was wir wollen, wollen wir für Deutschland. heil Hitler! Die Rede des Gauleiters wurde von der Versammlung mit außerordentlich starkem Beifall ausgenommen. Während der Rede erfolgte wiederholt starke Zustimmung, insbesondere bei dem Teil, der Dem Verhältnis von Staat und Kirche und in diesem Zusammenhang der Betätigung der Pfarrer gewidmet war. Am Schlüsse der außerordentlich eindrucksvollen Rede brachte die Versammlung dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler mit begeisterten dreimaligen Sieg-Heil-Rufen ein erneutes rückhaltloses Treuebekenntnis dar, sodann wurden die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horft-Wessel-Liedes gesungen. Damit fand der Groß-Appell seinen Abschluß. * Die Veranstaltungen am Sonntag. Die Veranstaltungen am Sonntag eröffnete die HI., die auf dem Polizeisportplatz Turn- und Spielbewegungen vorführte. Trotz des frühen Beginns dieser Spiele, um 7 Uhr in der Frühe, hatte sich schon eine große Menschenmenge eingefunden, um diesen Vorführungen zu folgen. Inzwischen hatte sich bereits die große Festhalle bis auf den letzten Platz gefüllt zur Tagung der Velnebszellen- obmanner, Vettrauensrals- männerundVettiebssührer, zu denen Landesobmann Pg. Willi Becker, sprach. Nachdem er den Stellvertreter Dr. Ley s, Pg. Schmeer begrüßt hatte, führte er u. a. aus: Wenn wir an einem solchen Tage zusammenkommen, so kann es sich nur um eine Heerschau handeln. Wir dürfen von unserem Gau mit Stolz sagen, bah wir harmonisch zusammengearbeitet haben unb bah baher unsere Erfolge auch nicht gering gewesen finb. Bei biefer Gelegenheit will ich auch anerkennen, bah bie Betriebsführer unseres Gaues viel bazu beigetragen haben, bah noch zusätzliche Arbeit beschafft werben konnte, fo bah bie Arbeitslosigkeit weiter stark zurückgegangen ist. Darin erblicke ich ben Willen, mitzuarbeiten an bem grohen Aufbauwillen bes Führers. Die Arbeit des Führers stellt einen vollkommen neuen Gedanken dar, und es ist unsere Pflicht, diese Arbeit des Führers nach jeder Richtung hin zu unterstützen. In der Vergangenheit ist es leider so gewesen, daß gerade diejenigen, die eigentlich zu- sammenhalten mußten, auseinandergelaufen sind. Aus diesen Zuständen der Vergangenheit müssen wir lernen. Wir müssen lernen, ein neues Deutschland aufzubauen. Vor allen Dingen haben wir viel gutzumachen an dem deutschen Arbeiter, denn er ist treu und der beste Mensch, den man sich denken kann. Betriebsführer, Vertrauensleute und Obmänner müssen zusammenhalten, und es gibt keine Ueberschneidung der Kompetenzen. Sie müssen sich nur über das Ziel klar sein, bann können sie niemals auseinanderfallen. Einen Wunsch und eine Bitte möchte ich Ihnen noch aussprechen, nämlich die, daß, wenn wir im nächsten Jahre wieder zusammenkommen, wir uns mit Stolz in die Augen schauen können. Bis dahin aber müssen wir zusammenstehen als Kämpfer der Bewegung als Kämpfer für das neue deutsche Arbei- tertum und als Kämpfer einer neuen deutschen Wirtschaft. (Stürmischer Beifall). Der Stellvertreter Dr. Leys, Pg. Schmeer, nahm das Wort zu einer kurzen Rede, in der er sagte: Die Arbeitsfront muß nunmehr auch noch die Selbstverwaltung des schaffenden deutschen Volkes in die Hand nehmen. So will es der Führer. Damit will die Arbeitsfront keine Volkswirtschaftspolitik treiben, denn die Wirtschaft hat ihre eigenen Gesetze, nur will die nationalsozialistische Bewegung einen neuen Geist in die Wirtschaft hin- einbringen. 3n ber Wirtschaft erblickt bie nationalsozialistische Bewegung nicht bas Enbziel an sich, fonbern bas Enbziel ist für bie Bewegung bas Wohlergehen bes Volkes. Jedenfalls ist bereits jetzt ein vollkommen neuer Geist in bie Wirtschaft eingezogen, ein Geist, wie wir ihn so schnell selbst nicht erwartet haben, ein Geist, wie ihn bie Auhenstehenben nie für möglich gehalten haben. Der Gemeinfchaftsgebanke hat sich burchgeseht unb bamit hat sich erwiesen, baß ber von uns eingeschlagene Weg ber richtige gewesen ist. Die Vertrauensleute haben die Aufgabe, sich des Vertrauens würdig zu erweisen, Treuhänder zu sein. So sehr der Treuhänder auch das Interesse der Belegschaft zu vertreten hat, so sehr muß er auch auf das Wohl des Betriebes bedacht fein. Das ist nicht leicht in einer Zeit, in der viele Betriebe noch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu schaffen haben. Es ist noch viel zu tun, sowohl in sozialpolitischer,, als auch in wirtschaftspolitischer Beziehung. Wir dürfen aber nichts überstürzen. Wir haben in der Vergangenheit die Geduld nicht verloren, und wir werden sie auch jetzt nicht verlieren. Darum verlangen mir das Vertrauen, das notwendig ist, und Rücksicht auf das Wohlergehen der ganzen Nation. (Beifall.) Der Vorbeimarsch vor hem Gauleiter. Unmittelbar anschließend an den Groß-Appell formierten sich die Gliederungen auf dem Festhallengelände und Die Rheinstrahe entlang zu dem Vorbeimarsch vor dem Gauleiter. Etwa zwei Stunden lang währte dieser an vielen packenden Einzelbildern reiche Marsch der Formationen. Immer wieder rückten neue riesige Verbände heran, die in Zwölferreihen marschierten. An der Spitze dieses denkwürdigen Marsches, der für alle Teilnehmer und für die riesige Zuschauermenge in den Marsch- straßen ein unvergeßliches Erlebnis war, schritt die alte Garde im schlichten Braunhemd ohne jedes Abzeichen, wodurch auf die Zuschauer ein besonders starker Eindruck ausgelöst wurde. Dann folgten in vielfachem Wechsel die einzelnen Gliederungen, wobei natürlich die großen Gruppen der Politischen Leiter das Kernstück des ganzen Aufmarsches bildeten. Mit gespanntester Aufmerksamkeit folgte die riesige Menschenmenge diesem gewaltiaen Ereignis, und sie versäumte nicht, den Marschierenden immer und immer wieder ihre herzliche Sympathie zu bekunden. Zu dem Vorbeimarsch hatten sich um den Gauleiter und Reichsstatthalter zahlreiche Ehrengäste versammelt, zu denen noch während des Vorbeimarsches eine Anzahl Führer von der Spitze ihrer Kolonnen hinweg zum (Bauleiter berufen würden. Erfreulicherweise war diesem großartigen Ereignis gutes Wetter beschert, so daß der Marsch in allen Teilen in der besten Weise verlief. Nach dem Vorbeimarsch und der Abfahrt des Gauleiters, sowie der übrigen führenden Männer zerstreute sich die Menschenmenge in Gemeinschaft mit den mittlerweile weggetretenen Formationen in alle Straßen, wo man zunächst einmal nach einer Stärkung beim Mittagessen strebte. Neben dem starken Betrieb in allen Gaststätten verabfolgte der Hilfszug allein rund 15 000 Portionen Essen, das von allen Empfängern mit bestem Appetit verzehrt wurde. • Ausklang. Der (Bauparteitag 1935 gehört der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung und unserer engeren Heimat an. Wer diese Tagung miterlebt hat, besonders am gestrigen Haupttage, wird für alle Zeit ein unvergleichliches Erlebnis besitzen. Es war geradezu überwältigend, zu bemerken, mit welcher Begeisterung und Hingabe nicht nur die Hunderttausend der Aufmarschierten und Marschierenden, sondern auch die riesige Menge der übrigen Volksgenossen an diesem großartigen Geschehen Anteil nahm. Die begeisterte Stimmung herrschte aber nicht nur in allen Einzeltagungen, die sämtlich mit einem erneuten freudigen Gelöbnis der Liebe und Treue zum Führer und Reichskanzler Adolf Hitler abschlossen, nicht nur bei dem Groß-Appell und bei dem wuchtigen Vorbeimarsch, sondern auch noch im weiteren Verlaufe des Nachmittags und des Abends bei dem frohgeftimmten Dolkstreiben, das bie große Menschenmenge frohgestimmt beisammenhielt. UeberaU konnte man nur freudige unb begeisterte Gesichter sehen, benen bie innere Bereicherung durch diesen denkwürdigen Tag beut- Uh aus bem Gesicht sprach. Zum Glück nahm auch der Nachmittag, abgesehen von einem kräftigen Regenschauer, im Wetter einen guten Verlauf, so °aß die Feststimmung keinerlei Beeinträchtigung "'luhr. Am Abenb rückten bann bie auswärtigen Formationen in ber Hauptsache geschlossen zum Bahnhof, um mit ihren Sonberzügen wieder in die Heimat zurückzukehren. Ein litauischer Täuschungsversuch. Der litauische Außenminister über Memel und das Verhältnis zu Deutschland. K o w n o , 1. Juni. (DNB.) Der litauische Außenminister Lozoraitis kam in einem Vortrag vor dem Ottiziersverband auch auf die deutsch-litauischen Beziehungen zu sprechen. Er behauptete, Litauen habe stets große Anstrengungen zur Herbeiführung gutnachbarlicher Beziehungen gemacht. An dem ergebnislosen Erfolg treffe Litauen nicht die Schuld. Deutschlands Ablehnung, mit Litauen politische Verträge zu schließen, sei ohne jeden Grund, und bie diesbezüglichen Vorwürfe zwängen ihn zu folgender Erklärung: Litauen erfülle in feiner Eigenschaft als Mitglied des Völkerbundes alle internationalen Verpflichtungen. Von dieser Seite seien Litauen keinerlei Vorwürfe gemacht worden, daß es seine Verträge nicht einhalte. Andere seien für derartige Vorwürfe nicht zuständig. Wenn Deutschland erklär, die Rechte von 14 0 0 0 0 Deutschen im Memelgebiet wahrnehmen zu müssen, so müsse demgegenüber auf die deutschen Volkszählungen von 1905 unb 1925 hinge- wiesen werben, wo nur von 60 000 Deutschen die Rede sei. Die Rechte der Deutschen im Memelgebiet feien durch ben beutsch-litauischen Vertrag von 1928 unb burch bas Memelstatut geschützt. Litauen halte bie M e m e l k o n v e n t i o n e i n unb habe nicht bie Absicht, Abänberungen durch einseitige Maßnahmen vorzunehmen. Litauen sei nach wie vor bereit, für feine Handlungen f i ch vor den zuständigen internationalen Instanzen z u verantworten. Unter den heutigen Zivilisationsbedingungen biete der Völkerbund die einzige Möglichkeit zur Beilegung von Meinungsverschiedenheiten. Litauen bekämpfe nicht das Deutschtum im Memelgebiet, sondern bie staatsfeinblichen Um« triebe, unb zwar auch nur mit gesetzlichen Mitteln. Deutschlanb habe gegen Litauen bie stärksten Druckmittel in wirtschaftlicher, politischer unb moralischer Beziehung angeroanbt. Der Handel sei auf ein Minimum gebrosselt worben. Es richte unberechtigterweise feine ganze Propaganba durch Runbfunk, Presse unb bergl. gegen Litauen. Dies sei aber überflüssig; benn Litauen sei bereit, jeden Spruch einer zuständigen internationalen Instanz z u erfüllen, wie auch ein solcher Spruch ausfallen möge. Die deutschen Vorwürfe müsse er allgemein ablehnen. Immerhin enthielten die nationalsozialistischen Grundsätze auch Grundsätze, bie von j e b e m A n - Hänger des Friedens gebilligt werden müßten. Lozoraitis zitierte eine Reihe von Sätzen aus den.13 Punkten des Führers und Reichskanzlers. Sie enthielten die selbstverständlichen Voraussetzungen für eine gutnachbarliche Zusammenarbeit zwischen den Völkern und seien eine geeignete Grundlage für gutnachbarliche Beziehungen nicht nur zwischen Litauen und Deutschland, sondern für ganz Europa. Zum Schluß ging Lozoraitis auf die litau i f ch- polnischen Beziehungen über und erklärte, Litauen wolle auch mit diesem Nachbarn gute Beziehungen. Er bedauerte, daß es Marschall Pil-- sudski zu seinen Lebzeiten nicht gelungen sei, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu regeln. Litauen vertrete nach wie vor den Standpunkt, daß weiter nach Mitteln und Wegen für eine Normalisierung der Beziehungen mit Polen gesucht werden müsse. Die Ausführungen des litauischen Außenministers, insbesondere seine Darlegungen über die angebliche litauische Vertragstreue, bedürfen kaum eines Kommentars, denn die Verletzungen des Memel st atuts durch die litauische Regierung sind allgemein bekannt. Leider sind d i e Schritte der Unterzeichnermächte wegen der Verletzungen des Memelstatuts bisher erfolg- l o s geblieben. Auch der von Lozoraitis unternommene Versuch, bie ftatutroibrigen Gewaltmaßnahmen ber litauischen Regierung burch bie Behauptung angeblich staatsfeinblicherUmtriebe ber memellänbischen Bevölkerung zu rechtfertigen, ist burch ben Gang bes Kownver Prozesses vor aller Welt bereits als haltlos dargetan worden. Die vom litauischen Außenminister gegebenen Zahlen sind irreführend und tendenziös. Wenn die von Lozoraitis angegebenen Bevölkerungsziffern richtig wären, fo ständen hinter den memellänbt» fchen Parteien nur 40 v. H. der Bevölkerung des Memelgebietes. Demgegenüber braucht nur auf die letzte Landtagswahl vom Jahre 1932 hin- geroiefen zu werden, in der die memelländischen Parteien 24 von 29 Sitzen bes Lanbtages errungen haben. Die Litauer konnten trotz Wahlterror unb ftatutroibriger Einbürgerung von mehreren taufenb Großlitauern nicht mehr als fünf Sitze erringen. Bei ber Wahl zur Memellänbischen Lanbwirtschaftskammer im Oktober 1933 gelang es ben Litauern, von runb 30 Sitzen nur einen einzigen S i tz zu erhalten. Gegenüber biefen Zahlen können bie Ausführungen bes litauischen Außenministers nur als grotesker Versuch angesehen werben, die Weltöffentlichkeit über ben politischen Willen ber memellänbischen Bevölkerung zu täuschen. Die Führerschule derDeutscheuAerzteschastfeierlich eröffnet. Neustrelitz, 1. Juni. (DNB.) Die erste Führerschule der Deutschen Aerzteschaft wurde in Alt- Re h s e bei Neustrelitz mit einem festlichen Staatsakt durch ben Stellvertreter des Führers Rudolf Heß feierlich eröffnet. Die Aerzteschule ist in ihrer Einrichtung und Lage inmitten der herrlichen mecklenburgischen Hügel- und Seenlandschaft geradezu ideal. Sie soll in 151 ä gi g e n Schulungskursen je 10 0 in der Praxis stehenden Aerzten über ihr bisheriges fachliches Wissen hinaus das Rüstzeug geben, welches sie als Aerzte im nationalsozialistischen Deutschland in volks- aesundheitspolitischer Beziehung unbedingt haben müssen. Außerdem bient die Schule der hohen Aufgabe und unbedingten Notwendigkeit, hochqualifizierten Führernachwuchs aus ber Jungärzteschaft heranzubilden. Zu ber Eröffnungsfeier waren mit Reichsärzteführer Dr. Wagner an der Spitze erschienen die Dekane fast aller medizinischen Fakultäten, Vertreter der medizinischen Fachschaften der Universitäten und hervorragende Vertreter der medizinischen Wissenschaft, der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der N^DAP Dr. Groß, Staatssekretär Dr. Krohn, der Leiter des Sanitätswesens der SA., SA.-Obergruppenführer Hocheisen, der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Dr. Reiter, Vertreter von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe. Auf dem weiten Rasenplatz vor dem Gemeinschaftshaus der Schule waren SS., SA., PO., Arbeitsdienst, HI. und BDM. sowie die 150 Teilnehmer des ersten Lehrganges der Schule, in erster Linie die Gauamtsleiter und Verwaltungsstellenleiter des Amtes für Volksgesundheit, angetreten. Veichsärzteführer Dr. Wagner begrüßte den Stellvertreter des Führers, den Reichsstatthalter von Mecklenburg unb die anderen Gäste. Der Name „Führerschule der Deutschen Aerzteschaft", fo führte Dr. Wagner dann unter anderem aus, umreißt schon bas Programm dieser Schule. Es sollen hier arzt- licke Führer herangebildet werden, die vorher schon ihre weltanschauliche Schulung in d e r Partei erhalten haben. In dem überwundenen Zeitalter entsprach dem krassen individualistischen Grundsatz vom Recht des Einzelnen auf den eigenen Körper eine individualistische Berufsauffassung bes Arztes unb ber gesamten Medizin, die über der Krankheit ben Kranken, über ber Gesunbheit bes Einzelnen bie Gesunbheit bes ganzen Volkes, über der Behandlung des leidenden Einzelwesens bie Gesundheits- führung der Nation vergaß. Inhalt unb Träger ber Nation ist im nationalsozialistischen Deutschlanb bas beutsche Volk. Ihm hat ber Arzt in erster Linie zu bienen. Dieser geistige Umschwung aber ist nur zu erzielen burch ein ärztliches Führerkorps, bas fest unb unbeirrt auf bem Boden unserer nationalsozialistischen Weltanschauung steht; diese ärztliche Führerschaft soll in Alt-Rehse herangebildet werden. Medizinisches Wissen unb bie Beherrschung ber Technik unserer vielgestaltigen Berufstätigkeit'zu vermitteln ist auch m Zukunft Aufgabe der Hochschule und der Klinik. Wenn wir heute ein gutes Werk beginnen können verdanken wir dies neben der Opferwilligkeit un- serer Berufskameraden der Tatkraft meines Stellvertreters und alten Feundes Dr. Deuschl. Ihm übergebe ich ihre Leitung zu treuen Händen. Dr. Deutsch!, führte u. a. aus: Wir wollen in S^le unsere Ideenwelt auf die kommenden Geschachter weiter verpflanzen unb die Jugend zu noch fanatischeren Kämpfern für unsere Idee ^ziehen, als wir es selber finb. Nach Möglichkeit fotlen frer auch sonstige akabemische unb nichtakademische, im Volksgesund. heitsdienst tätige Personen geschult werden. Nicht die besten Fachleute, sondern b i e besten Charaktere werden ausgesucht werden. Wir nationalsozialistischen Aerzte wollen Vorkämpfer fein für neue biologische Grundsätze in Medizin und Naturwissenschaft, die aufs engste mit Blut und Boden unseres Volkes und Vaterlandes verbunden sind. 0er Stellvertreter des Führers/ Reichsminifter Rudolf Heß führte u. a. aus, die Vorstellung, die wir vom rechten nationalsozialistischen Arzt haben, ist einfach zu umreißen. Im Mittelpunkt feiner Lebensaufgabe steht das Volk, dessen Gesundheitszustand zu bessern bzw. gut zu erhalten ist sein Streben. Im Patienten sieht er selbstverständlich seinen Volks- genossen und nicht so sehr ein medizinisches Problem oder eine Einnahmequelle. An seinem Teil unterstützt der Arzt das nationalsozialistische Streben nach rassischer Sauberkeit des Volkes. Seine wissenschaftliche Fachbildung ergänzt er durch eine weltanschauliche und charakterliche Haltung, die sich aus der nationalsozialistischen Idee ergibt. In Alt-Rehse rooüen wir geistig gesunde Menschen sehen, die voller Verantwortung ihrem Volke und ihrer Wissenschaft gegenüber wirken unb die ihre Lebensaufgabe in neuer nationalsozialistischer Gestaltung meistern. Eine beutsche Aerzteschaft, wie sie heran- aezogen werben soll, wirb nicht mehr das starre Schema und bas Dogma höher stellen als manche otte Ueberlieferung ber Volksbeilkunst unb so eine Kluft aufkommen lassen zwischen Arzt und Volk. Diese Aerzteschaft weiß, daß ein Volk nicht allein mit Medikamenten unb Instrumenten ge- funb erhalten warben Fann. Sie weiß, daß Medikamente und Instrumente notwendige Hilfsmittel einer ärztlichen Kunst sind, die — wenn sie Erfolg haben unb wirklich Gesundung bringen soll — ausqeübt werben muß von Menschen mit seelischem unb geiftigen Einfluß auf ben Patienten unb auf bas ganze Volk. Gin solcher Einfluß kann aber nur ber ausüben, oer in ber Verbunbenbeit mit feinem Volke unb nicht in her Abgeschlossenheit eines Studierzimmers die ärztliche Kunst erlernte. Rudolf Heß schloß mit einem Dank an den Führer, b^r auch den Aerzt-n die aroße und schwierige Aufaabe gestellt hat, über die Betreuung bes Einzelmenschen hinaus im Geiste ber allumfassenden nationalsozialistischen Idee das deutsche Volk in seiner Gesamtheit weiter gesunden zu lassen und aefunh in erhalten. MU ->'nem Sieci'.fteil grüßten her ©teffnt'rfreter bes Führers und die Teilnehmer ber Einmeibungsfeier in Alt-R-bse Adolf .fairer nie; den Mann, her allen neue W"ae mies unh auf diesen Wegen Führer wurde. Im Anschluß h^ran nahmen alle G^lle die Formationen die (Buhmrb?iter unb h»e Kursusteilnebmer aemeinsam im Dark aus ber Felbküche das Essen ein. Klnberrazzien in ber SoroiefuniotL — Ittörber im kinbesatter. Nachbem bie Sowjetregierung befonbere Maßnahmen zur Bekämpfung bes Unwesens ber oer« wahrlosten Kinber getroffen hat, würben in Moskau, ßeningrab unb anberen großen Stäbten ber Sowjetunion Razzien auf verwahrloste Kinder unternommen. Nach ben bisherigen Mitteilungen wurden in Leningrad über 800 Kinder aufgegriffen, ins Moskau über 600. Aus Öen anderen Städten liegen noch keine zahlenmäßigen Angabe« vor. Unter ben in Leningrad inhaftierten verwahrlosten Kindern befinden sich 21 im Alter von 12 bis 15 Jahren, die wegen Mordes und anderer Verbrechen von der Kriminalpolizei gesucht werden. Volk und Kunst gehören zusammen spricht in Weimar über nationalsozialistische Kulturpolitik r. Eine Weltanschauung, ein Volk, ein Staat Reichsminister Frick und Reichsleiter Rosenberg auf dem Thüringer Gautag. Reichsleiler Alfred Rosenberg •I.'. < i 4 f Die Mflmmg und Aushebung der Wehrdienstpflichtigen 193Z 1 anni Das SRWtoMatt Den. Verzieh, .ein Dienstpflichtiger ^während der L«s- MJ Äl tbet s> s iolf- üben, nem eines ulf die )en. ior» b. n- in* mb ut. len gen lg- ah. ip- !rs, iche um en Rein, ier en. nen enn fern nbi» des die hin- iar« sei, re- nd° für mit p । ahl- nef)* als nel- 933 ur iber * tau«, such den ung rech- h zu gäbe ' zu Im lks- sches Teil' Sire- >lkes. 1 er- und der teh(e eben, ihrer iens- ltung eran- ’tarre anche eine Volk, licht i ge- lstedi- lls- m sie ifott mit gäbe sein, die von ihnen verwalteten und betreuten Güter an das Volk heranzubringen. Auch der Künstler fühlt sich heute wieder a l s Diener an seinem Volkstum. Die großen Meister waren uns immer Leitstern. Die enge Verbindung zwischen Kunst und Volk wieder au knüpfen, das wird die große und die entschei- oende Aufgabe unserer kulturellen Führung sein. Denn die Kunst muß zum Volk zurückfinden, damit das Volk zur Kunst findet, sie gewinne und als kostbarsten Besitz fest in seinen Händen halte. mit Hypermodernismus zu tun, wie er zu tun hat mit reaktionären Bestrebungen. Die Kultur ist für den Nationalsozialisten ein Ausdruck seines Volkstums, ja sie ist der plastische Ausdruck seines Volkstums. Deshalb muß an Kunst und Kultur das ganze Volk teil- haben. Deutsche Kunst und deutsche Kultur kennen überhaupt nur von Deutschen repräsentiert werden. Deutsche aber, die Kunst und Kultur verwalten, sind damit Hüter des heilig st en Gutes der Nation. Es muß ihre edelste Auf. Oie deutsche Abordnung in London eingeiroffen. London, 2. Juni. (DNB.) Die deutsche Abord- nung für die Flottenbesprechunqen mit der britischen Regierung unter Führung des Bot» schaiters von Ribbentrop traf in zwei Sonderflugzeugen der Lufthansa am Sonntag gegen 17 Uhr auf dem Flugplatz Croydon bei London ein. Zu ihrer Begrüßung hatten sich auf dem Flugplatz der stellvertretende Unterstaatssekretär im Foreign Office Craigie sowie Kapitän Danckwerts und von der deutschen Botschaft in London Botschaftsrat Fürst Bismarck und Marineattachö Kapitän W a ß n e r eingefunden. Die Delegation besteht aus Botschafter von Rippentrop, Konteradmiral Schuster, Kapitän zur See Kid er len, Präses, sor Graf von Dürckheim-Mont Martin, Regierungsrat Schmidt, Attache Dr. K o r d t und dem Adjutanten von Ribbentrops, Tomer. Ministerpräsident Gömbös von Tibor Eckhardt gefordert. Budapest, 1. Juni. (DNB.) Nachdem am Freitag zwischen den beiden Oppositionsführern Graf Bethlen und Tibor Eckhardt eine Einigung zustandegekommen war, hat der Füh- rer der Klemlandwirtepartei Tibor Eckhardt dem Ministerpräsidenten G ö m b ö s eine Forderung v den und iiunfl llrnn- Me lasten nriiiy Teil' Wlf ivies schl'iß , die iusakN ch- rte, 8e. Das Kabinett Bouiffon geht an die Arbeit. Caillaux übernimmt dasAinanzministerium Paris, 1. Juni (DNB.) Die Zusammensetzung des Kabinetts Bouisson hat eine wichtige Verände- rung erfahren. Der Radikalsozialist Palmade, der sich bereiterklärt hatte, das Finanzmini. st e r i u m zu übernehmen, hat später seine Mitarbeit verweigert. An seiner Stelle übernimmt Staatsminister C a i l l a u x das Amt. Der neue Finanzminister hat betont, daß er entschlossen sei, die Goldparität des Franken mit allen Mitteln zu verteidigen, der Spekulation unerbittlich zu Leibe zu rücken und jede Abwertung stendenz zu bekämpfen. Der frühere Arbeitsminister im Kabinett Flandin, I a c q u i e r, hat das Ländwirtschaftsminsterium übernommen. C a t h a l a , der Unterstaatssekretär im Ministerpräsidium, ist mit der Führung des Innen- ministeriums und der elsaß-lothringischen Angelegenheiten beauftragt worden. Von den neuen Ministern des Kabinetts Buif- fon ist wohl die interessanteste Persönlichkeit Finanzminister Caillaux. Er ist bereits 72 Jahre alt und blickt auf eine ungemein wechselvolle Laufbahn zurück. Schon 1899 war er Finanzminister. Als Ministerpräsident hat er bei der Auseinandersetzung mit Deutschland in der Marokkoaffäre eine besondere Rolle gespielt. Im Frühjahr 1914 wurde sein Name durch das Re- volverattentat seiner Frau auf d»n Figaro-R"dak- teur Calmette genannt. Während des Krieges wurde Calliaux verdächtigt, einen Frieden mit Deutschland anzustreben. 1920 verurteilte ihn der Senat wegen leichtfertig mit Untertanen feindlicher Länder aepflogenen Verkehrs zu drei Jahren Gefängnis. Caillaux blieb bis zum Wahlsieg der Linken im Mai 1924 der Politik fern. 1925 wurde er im Kabinett Painleve wiederum Finanzminister. Als solcher verhandelte er in der Schuldenfrage mit Amerika. Auch mit England gelang ihm eine aünffiae Schuld^nrege- lung. Seit dem Sturz des Kabinetts Briand 1926 hat er keinen Ministerposten mehr bekleidet. M Dienstpflichtige, die ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt im Ausland haben, werden zum Wehrdienst im Jahre 1935 noch nicht heran - gezogen werden. Ein Dienstpflichtiger, der seiner Gestellungspflicht nicht rechtzeitig nachkommt, kann mit polizeilichen Zwangsmaßnahmen hierzu angehalten werden. ..... . Die Erfüllung der aktiven Dienstpflicht der im Herbst 1935 in das Heer und die Luft- waffe einzustellenden Dienstpflichtigen rechnet vom 1 Oktober 1935 ab mit der Maßgabe, daß auch Dienstpflichtige, die noch bis zum 31. Dezem- 1935 eingestellt werden, als am 1. Oktober 1935 eingestellt gelten. Im Küstendienst (Land) gilt bie aktive Dienstpflicht durch die neunmonatige Dienstzeit als erfüllt. Dienstpflichtige der fliegerischen Bevölkerung werden zur Dienstpflicht in der Erfurt, 1. Juni (DNB.) Zu einer gewaltigen Festtagung vereinten sich 20 000 politische Leiter aus dem Gau Thüringen. Nach einer feierlichen Helden- ehrung sprach Reichsminister Dr. Goebbels. Das Meistersinger-Vorspiel leitete über zur Ansprache des Gauleiters S a u ck e l. Dann führte Reichs- innenminifter D r. Frick u. a. folgendes aus: Nicht Aeußerlichkeiten bestimmen den Wert eines Mannes, sondern lediglich treue Pflichterfüllung und die Leistung. Wir lehnen jedes Bonzentum, jede Kliquenwirtschaft ab, weil wir wissen, daß das der Tod jedes Gemeinwesens ist. Gerechtigkeit ist immer noch das Fundament jedes Staatswesens. Es wurde schon gesagt, daß mancher Parteigenosse glaubte, daß es zu langsam gehe mit der nationalsozialistischen Revolution, daß das Tempo ein schnelleres sein müsse, daß radikalere Maßnahmen getroffen werden müßten. Deutsche Volksgenossen! Ich warne vor den 150prozentigen National s o z i a l i st e n. Wenn Sie sich diese Leute ansehen, so findet man oft, daß sie in der Zeit des Kamvfes nicht in unseren Reihen standen, sondern daß sie da entweder bei den Gegnern waren oder der Bewegung überhaupt gleichgültig gegenüberstanden. Nicht das Erheben möglichst radikaler Forderungen qualifiziert zu einem echten Nationalsozialisten. Ich behaupte, daß in diesen Leuten eine große Gefahr liegt. Sie sind wirkliche Saboteure der national- sozialistischen Revolution. Wir selbst wissen genau, daß noch große Probleme gelöst werden müssen und daß wir vieles e r st a n - gepackt, aber noch nicht vollendet haben. Aber wir wissen auch, daß Rom nicht an einem Tage erbaut worden ist. So wenig die Juden frage mit eingeworfenen Fensterscheiben gelöst werden kann, so wenig läßt sich Musterung in einen Bezirk, in dem die Musterung schon durchgeführt ist, so beantragt die polizeiliche Meldebehörde seine außerzeitllche Musterung. Em d u r ch K r a n k h e i t an der Gestaltung zur Musterung verhinderter Dienstpflichtiger hat em Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. Die Versäumung einer Gestellungsfrist entbindet nicht von der Gestellungspflicht. Die Kreispolizeibehorde kann völlig Wehruntaugliche (Geistes- kranke, Krüppel usw.) auf Grund eines Amtsarzt- Zeugnisses von der Gestellung zur Musterung bestärkt. Die Mächte, die uns einmal Platz machen mußten, versuchen nun alles, diese entscheidenden Gedanken wieder zu zernagen, um unter der Parole, daß dieser nationale Staat nunmehr die Konfessionen knebele, den nationalsozialistischen Staatsgedanken wieder zu Fall zu bringen. Wir haben innerpolitisch diese Revolution dadurch gewönnen, daß wir kompromißlos geblieben sind, und wir werden unsere Stellung auch außenpolitisch in der Welt nur dann festigen, wenn wir auf allen diesen Prinzipien beharren und niemals weltanschaulich grundsätzliche Kompromisse machen. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß, wenn auch der Nationalsozialismus niemals Propaganda im Auslande machen wird, die Tatsache, daß er ein Beispiel gegeben hat, sich in der Weltgeschichte nicht mehr streichen läßt. Weil hier eine eherne Tatsache unserer Epoche vorliegt und weil aus dieser Tatsache Folgerungen auf allen Gebieten gezogen werden, müssen Dinge durchaesetzt werden in einem Jahr, wofür die anderen Völker zehn Jahre brauchen oder damit überhaupt nicht fertig werden. Da könnte unter Umständen auch in den anderen Staaten der Gedanke groß werden, daß, wenn dieses verlästerte nationalsozialistische Prinzip mit Fragen fertig wird, mit denen die anderen Staatsmänner nicht fertig werden können, ein logischer Menschenverstand sich sagen muß, daß dieses nationalsozialistische Prinzip gut und gesund sei. Der Nationalsozialismus ist Deutschlands Schicksal geworden. Es kann ihm niemand entgehen, und deshalb ist es klüger und erfolgversprechender für die deutsche Nation, wenn sie sich möglichst einmütig zum tragenden Grundgedanken bekennt. Und erst dann, wenn diese Einheit zwischen Weltanschauung, Volk und Staat vollzogen ist, dann ist Deutschland so sundamentiert und gesichert, daß die kommende Burg des Deutschen Reiches hier aufgebaut werden kann. Und unsere Pflicht ist es, diesem Schicksal zu dienen bis an unser Ende. Der Film war in die Hände von Geschäftsleuten geraten, die im Film nur ein Geschäftsobjekt sahen. Durch die Reichsfilmkammer haben war eine neue Basis geschaffen. Wir haben auch hier durch Einrichtung einer Reichsfilmdra- m atur g i e die geistigen Anregungen zu konzentrieren versucht, die von Staat und Bewegung an den Film herangetragen werden sollen. Auf der anderen Seite aber haben wir versucht, wenigstens in einigen Standard werken den Willen des neuen Deutschlands auch filmkünstlerisch in Erscheinung treten zu lassen. Wir wissen, daß erst in dem Augenblick, in dem die junge Generation auch in die Filmateliers einbricht, erst bann, wenn die jungen Dichter sich der Filmstoffe bemächtigen, überhaupt erst die Möglichkeit gegeben ist, dem Fism das Gesicht zu geben, das heute Deutschland insgesamt trägt. Am allerschwierigsten lagert die Dinge auf dem Gebiete der bildenden Kunst und der Musik. So scharf wir uns verwahren g e g e p k u l- turbolschewistische Versuche, die sich des Nationalsozialismus bedienen wollen, um damit unter falscher Flagge ihre alten Scheimdeale wieder in die Oeffentltchkeit hineinzuschmuggeln, ebenso energisch müssen wir uns verwahren gegen muffig-reaktionäre Ehrgeizlinge, dte sich ungerufen an unsere Rockschöße hängen, sich mit uns identifizieren in der Hoffnung, daß mir uns mit ihnen identifizieren wollen. (Lebhafter Beifall.) Der Nationalsozialismus ist eine m o - berne Lebensauffassun g. So modern er in seinen Ideen ist, so modern müssen die Formen sein, in denen er seine Ideen zur Darstellung bringt. Der Nationalsozialismus hat ebensowenig Berlin 1. Juni. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt vom l.Jun'i 1935 enthält die »Verordnung Uber die Musterung und Aushebung 1935 , die nach, folgend auszugsweise wiedergegeben wird: Zur Erfüllung der aktiv en Di e nft • pflicht werden die Dienstpflichtigen des Jahrganges 1914, in Ostpreußen auch die des Jahrganges 1910 herangezogen werden. Zum Arbeitsdienst sind die Dienstpflichtigen des Jahrganges 1915 bestimmt. Die Dienstpflichtigen werden in der Zeit von Anfang Juni bis 15. August, in der entmilitarisierten Zone bis 31. August, gemustert. Die wehrfähigen Dtenjb pflichtigen des Jahrganges 1915, die noch n i cy l 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet haben, stehen in der Zeit vom Herbst 1935 bis zum Herbst 1936 dem Arbeitsdienst zur Verfügung. Heber ihr Heranziehen zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht wird durch die Aushebung tm Jahre 1936 entschieden Von der Verpflichtung, sich zur Musterung zu gestellen, sind die Dienstpflichtigen befreit, die zur Zeit der Musterung in der Wehrmacht ober Landespolizei aktiv dienen oder freiwilligen Arbeitsdienst leisten Em Dienstpflichtiger, der vor der endgültigen Ent chei- duna über die Heranziehung zum Wehrdienst s ei - nen Wohnsitz wechselt, muß dies zur Be- richtiauna des Personalblattes bet der polizeilichen Meldebehörde innerhalb von drei Tagen anmel- fterung eine Erklärung über ihre Ab-< st a m m u n g schriftlich abzugeben. Z u r ü ck st e l l u n g ist möglich a) wegen lieber- zähligkeit: b) wegen zeitlicher Untauglichkeit; c) wegen schwebenden Verfahrens, das von Einfluß auf die Wehrwürdigkeit fein kann; d) aus besonderen häuslichen Gründen, wirtschaftlichen oder be* ruflichen Gründen. Der Wehrbezirkskommandeur hat nach den Feststellungen und Vorschlägen der Kreispolizeibehörde und nach dem Ergebnis der ärztlichen Untersuchung über Wehrfähigkeit, zeitliche Untauglichkeit oder Zurückstellung aus anderen Gründen sowie Untauglichkeit zu entscheiden. — Die wehrfähigen Dienstpflichtigen des Jahrganges 1914 (in Ostpreußen auch 1910) erhalten den vorläufigen Bescheid, daß über die Heranziehung zum aktiven Wehrdienst er st durch die Aushebung entschieden wird, und daß sie hierüber s p ä t e st e n s Anfang Oktober schriftlich benachrichtigt werden. Gehören sie jedoch der seemännischen und halbseemännischen Bevölkerung an, so werden sie schon bei der Musterung als zunächst überzählig zurückgestellt, da der Bedarf der Kriegsmarine für den Herbst 1935 bereits gedeckt ist. Die wehrfähigen Dienstpflichtigen des Jahres 1915, die noch nicht 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet haben, erhalten außerdem einen Bescheid über ihre Heranziehung zum Arbeitsdienst vom Leiter des Meldeamtes für den Arbeitsdienst. Lautet der ärztliche Entscheid auf ..tauglich I", „tauglich II" oder „bedingt tauglich", so ist unter Berücksichtigung des Vorschlages des ersten Arztes und des Berufes in der Personalkarte die besondere Eignung oder Nichteignunq für einen ober mehrere Wehrmachtsteile ober Waffengattungen beizufügen. Der tauglich befunbcne Dienstpflichtige kann sich freiwillig zur Aushebung unter Angabe eines Wehrmachtsteiles unb einer Waffengattung melben. Ein Recht auf eine feinem Antrag entsprechende Einteilung erwächst ihm dadurch nicht. Der Wunsch ist vorzumerken. — Gegen die Entscheidungen des Wehrbezirkskommandeurs mit Ausnahme derjenigen, die sich auf bie Tauglichkeit unb bie Verteilung auf Wehrmachtsteile unb Waffengattungen beziehen, kann ber Dienstpflichtige schriftlich Beschwerbe bei ber Kreispolizeibehörbe einlegen, bie mit einer Stellungnahme bem Wehrersatz- i n f p e f t e u r zur Entscheibung im Einvernehmen mit ber höheren Verwaltungsbehörbe zuzuleiten ist. Höhere Instanz ist ber Wehrkreisbefehls. Haber, die letzte Entscheidung trifft ber Reichs- innenminlfter gemeinsam mit bem Reichskriegsmini st er. — Außerzeitliche Musterungen können ftattfinben für Dienstpflichtige, bie in ben Musterungsbezirk neu zuziehen, die sich zur ordentlichen Musterung wegen Krankheit ober anderer Gründe nicht gestellt hatten, für Dienstpflichtige, bie von See ober aus dem Ausland kommen, unb bei unvorhergesehenem Ersatzbebarf. Der gesamte Ersatzbebarf für bie Wehrmacht wirb unter Berücksichtigung der zum 1. September vorzulegen- ben Nachweisungen über bie Ergebnisse ber Musterung burch bas Reichskriegsministerium auf bie Wehrkreise verteilt. Diese Ersatzverteilung geht dem Wehrkreiskommando zum 8. September zu. Angehörigen des Deutschen Luftsportoerbandes, das Personal der Luftverkehrsgesellschaften unb ber Luftfahrtinbustrie. Die Ersatzreserve gliedert sich in bie Ersatz- reserve I unb II. In die Ersatzreseroe I werden die als überzählig zurückgestellten Tauglichen übergeführt, über die dahin entschieden ist, baß sie nicht mehr zum aktiven Wehr- bienst herangezogen werben. Der Ersatzreserve II sind die beschränkt Tauglichen unb alle übrigen Wehrpflichtigen zuzuweisen. Wehrfähig ist ber Dienstpflichtige, ber a) wehrwürbig ist, b) tauglich I, tauglich II ober bedingt tauglich ist ober c) nicht unter Wehrpflichtausnahmen fällt, d) nicht zurückzustellen ist. Ausgenommen von ber Wehrpflicht sinb: a) völlig untaugliche Dienstpflichtige, b) Dienstpflichtige römisch- katholischen Bekenntnisses, die die Subdiakonats- weihe erhalten haben. ' ... ArischeAbstammuna ist Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst unb Arbeitsbienst. Als nichtarisch gilt, wer von nichtarischen Mischen Eltern unb Großeltern abstammt. Wehrfähige Dienstpflichtige nichtarischer Abstammung, die innerhalb von zwei Wochen nach dem Musterungstage keinen Antrag auf Heranziehung zum aktiven Wehrdienst einretchen, sind der Ersatzreserve II zu überweisen. Dienstpflichtige arischer Abstammung haben bei der Mu- Reichsminister Dr. Goebbels Weimar, 1. Juni. (DNB.) Mit einer feierlichen Kundgebung für deutsche Kunst und Kultur wurde der 10. Gautag der NSDAP. Thüringens eröffnet. Aus der Kundgebung, die im Weimarer Nationaltheater stattfand, führte Reichspropaganba- Minister Dr. Goebbels u. a. aus: Wir stehen jetzt nahezu 2'/- Jahre im Neubauprozeß. Es ist allzu natürlich, daß er auf kulturellem Gebiet ähnlich wie auch im Wirtschaftlichen viel behutsamer vor sich gehen mußte, als das auf anderen Gebieten der Fall ist. Im kulturellen Leben mußten wir den Neubau durchführen, ohne die Fundamente des kulturellen Lebens zu zerstören; denn wir hatten gewisse traditionelle Reichtümer in Deutschland verantwortlich zu verwalten. Auch mußten wir mit dem Personenvorrat haushälterisch vorgehen. Trotzdem, glaube ich, kann man heute bei objektiver Betrachtung des geistig-kulturellen Lebens in dem Vergleich zu dem, was wir vorfanden, von einem grundsätzlichen Wandel sprechen. Die deutsche Presse fanden wir in einem vollkommen anarchischen Zustand vor. Wir haben durch ein grundsätzliches Gesetz hier Wandel geschaffen, wobei wir den Presseberuf an den Staat banden. Er hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, die er mit dem höchsten Verantwortlichkeitsgefühl zu erfüllen hat. Man kann heute mit Kühnheit behaupten, es gibt wieder eine deutsche Presse, die Organ der deutschen Öffentlichen Meinung ist, und diese deutsche Presse wird von Deutschen geschrieben, um die Interessen des deutschen Volkes ganz allein zu vertreten. Das Theater hatte die innere Verbindung mit den breiten Massen des Volkstums vollkommen verloren. Auch hier vertraten wir den Standpunkt, daß das Theater der Öffentlichkeit auch verantwortlich gemacht werden mußte. Wir haben deshalb durch ein modern gesehenes Theatergesetz diese innere Beziehung zwischen Volk und Theater, zwischen Theater und Volksführung wiederhergestellt. Darüber hinaus hielten wir es für heuchlerisch, der Kunst große grundsätzliche Anregungen zu geben, ihr aber nicht die geldlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, um diese Anregkingen nun in die Wirklichkeit zu übersetzen. Durch die Einrichtung einer Reichsdramaturgie haben wir eine Konzentrierung des geistigen Schaffens in Deutschland einzuleiten versucht. Man kann mir hier entgegenhalten, daß wir leider noch nicht die Bühnendichter haben, die die visionäre Kraft besitzen, den seelischen Gehalt unserer Zeit in dramatische Formen zu genießen. Das ist richtig. Aber das kann man der nationalsozialistischen Regierung nicht zum Vorwurf machen. Sie kann Reichsautobahnen bauen; sie kann die Wirtschaft ankurbeln; sie kann eine Armee aufstellen. Aber sie kann keine Dichter fabrizieren. (Heiterkeit.) Sie ist aber der Ueberzeugung, daß, wie bisher in der Geschichte, großen politischen Blütezeiten auch große geistige und kulturelle Blütezeiten folgen gerben, so daß wir also hoffen dürfen, auf die großen dichterischen Talente, die die Kraft besitzen, den großen Schwung und ben seelischen Rhythmus unserer Zeit in dichterische Formen umzugießen. auch der K i r d) e n ft r e i t mit dem Polizeiknüppel lösen. Wir brauchen zu all diesen Fragen Zeit. Das Wichtigste ist, daß unser Jugend im nationalsozialistischen Geiste erzogen wird. Ich sprach eben von der Kirche, es ist dies eine schwierige innerpolitische Frage. Aber ich darf Sie versichern, auch sie wird gelöst werden, so ober so. Grunbsätzlich möchte ich sagen: Partei unb Staat mischen s i ch nicht ein in Glaubensangelegenheiten. Es ist absolut bas fribe- rizianische Rezept maßgebend, daß jeder nach seiner Fasson selig werden kann. Aber eifersüchtig werden wir darüber wachen, baß bie Kirche ihren Kirchenbezi-rk nicht überschreitet. Die Aufgabe ber Kirche ist bie Seelsorge, nicht aber ist es ihre Aufgabe, auf bas politische Gebiet überzugreifen. Hier werben wir unerbittlich sein, unb je stärker unser Staat ist, befto weniger werden auch solche Machtansprüche irgendeinen Boden im deutschen Volke finden. Man kann dem nationalsozialistischen Staate nicht vorwerfen, daß er seinem Grundsatz in dem Parteiprogramm vom Jahre 1920 untreu geworden sei, der da lautet, daß die Partei eintritt für ein positives Christentum. Der nationalsozialistische Staat ist absolut bereit, mit den christlichenKirchen zusammenzuarbeiten, aber es ist eine Selbstverständlichkeit, baß auch bie Vvlksverbunbenheit ber Kirchen ba sein muß, d. h., auch bie Kirche muß sich volksverbunben fühlen unb barf niemals in einen Gegensatz zur nationalsozialistischen Staatsführung kommen, benn wenn sich bie Kirche nicht volksverbunben fühlt, bann besteht kein Grunb mehr bafür, daß ber Staat nach in bem so engen Verhältnis zur Kirche bleibt, wie bas bisher der Fall ist. Das bedeutet aber bann eine klare ©(Reibung von Kirche und Staat. ging dann davon aus, daß die Kämpfe im vergangenen Jahr nicht nachgelassen hätten. Es zeigt sich ba die Tatsache, daß die Gruppen unb Mächte, Die sich machtpolitisch mit bem nationalsozialistischen Staat abgefunben haben, versuchen, bie Gedankenwelt, bie diesen Staat gewonnen hat, zu zersetzen. Besonders charakteristisch ist, daß der Führer unb seine Worte gerade von unseren Gegnern am meisten zitiert werden. Es heißt, der Nationalsozialismus fei nur eine politische Kampf- bemegung. Der Führer habe es ausdrücklich a b g e l e h n t, auf dem Umwege über eine politische Partei etwa eine religiöse Reformation durchführen zu wollen. Er hat den Standpunkt vertreten, baß bie religiöse Ueberzeugung bes Volkes jebem politischen Führer heilig zu sein habe. Das ist genau bas, was der Führer gesagt hat. Aber er hat noch einiges andere gejagt. Er hat nie einen Zweifel darüber gelassen, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht nur eine politische Kampfbewegung, sondern auch eine neue Weltanschauung darstellt. Er hat ausge- sprochen, daß in der heutigen Epoche gerade bie weltanschauliche Erziehung ber Bewe- Sbas Entscheibende ihrer Tätigkeit ist. Eine lution ist zwar am Anfang ein Akt der Macht. Aber in künftigen Zeiten barf ihre Stärke nicht barin liegen, nun täglich diese Macht zur Anwen- bung zu bringen, sondern darin, alle Menschen innerlich z u gewinnen, und hier erleben mir die lleberroinbung des liberalen Zeitalters. Eine einzigartige Tat ist es, daß mit der national» sozialisti chen Revolution endlich ein für allemal bas Mittelalter sein Ende erreicht hat. Mit dem Z e n t r u m fiel nicht nur eine politische Partei, sondern fiel auch die S t a a t s a u f - fafung des 15. und 16. Jahrhunderts Wir glauben heute nicht, bie Nation ist em Mittel Mm Zweck konfessioneller Herrschaft, sondern genau umgekehrt. Eine Konfession ist gerabe so viel wert, wie sie die edelsten Werte einer Nation fordert unb ols' Mbit'1 eil»"' 1« löerej 2 bif <ßtt' Die Erdbebenkatastrophe in Vrilisch-Velnkschistan. Ein amtlicher englischer Bericht. Ein englischer Nachrichtenoffizier gab dem Vertreter des DNB. einen amtlichen Bericht über die Lage im Erdbebengebiet. Danach dauerte der erste Erdstoß am Freitag 30 Sekunden; er brachte die ganze Innenstadt und die im Süden liegenden Nachbardörfer zum Einsturz. Außerdem stürzten das außerhalb liegende Krankenhaus, das Gebäude des Kommissars des Generalgouverneurs sowie die Häuser seines Stabes ein. Zerstört wurde auch das Stadtviertel, in dem sich die Militärluftfahrtanlagen befanden. Es blieb da kein Stein über dem anderen. Das Glück wollte es, daß zur Zeit des Bebens annähernd die Hälfte der Garnison von Quetta Nachtübungen abhielt. Sofort wurde die Nachtübung abgebrochen und das Militär zur Hilfeleistung eingesetzt. Das Feuer, das beim Eintreffen der Soldaten sich erheblich ausgedehnt hatte, war nicht mehr zu löschen. Beim ersten Erdstoß wurde der größte Teil der städtischen Polizei, etwa 160 Mann, getötet. Auch das Gefängnis fiel zusammen. Don den Insassen hat sich anscheinend niemand retten können. Bei den R e t t u n g s a r b e i t e n vollbrachten die Soldaten, die unermüdlich wirkten, erstaunliche Taten. Ein britischer Offizier konnte zum Beispiel am ersten Tage 42 Lebende aus den Trümmern heroorziehen. Die Erkundung ergab weiter, daß alle Dörfer bis nach Chalat z e r st ö r t sind einschließlich der Stadt Mästung, wo die Toten nach Tausenden zählen. Etwa 200 Lastwagen hatten am ersten Tage voll damit zu tun, die Verwundeten und Ueberlebenden fortzuschaffen. Gleichzeitig wurden von vielen hundert Mauleselwagen des Heeres die Toten aus der Stadt gebracht. Die Verluste der britischen Luft- st r e i t m a ch t an Toten betragen einen Offizier und 49 Mann. Außerdem wurde ein Kind eines Offiziers getötet. Bis Samstagabend hatten die Truppen 2277 Einheimische beerdigt oder verbrannt. Hinzu kommen noch ungefähr 3000 Zivilisten, die von ihren Landsleuten als Leichen geborgen wurden. Das indische Militärlazarett behandelte nm ersten Tage rund 3600 Personen, obwohl es nur eine Aufnahmefähigkeit für 400 Personen hat. Am Sonntag um 15 Uhr erfolgte wiederein l ch w e r e r Stoß, der aber keinen Schaden mehr anrichten konnte, da alles zerstört ist. Die elektrische Stromversorgung ist wieder hergestellt. Obwohl die Wasserleitungen geborsten sind, halten Pioniere die Wasserversorgung aufrecht. Die Zahl der Toten wird in Quetta allein auf 2 6 000 geschätzt. übermittelt. Tibor Eckhardt begründet diesen Schritt mit dem Hinweis auf eine Erklärung des Grafen Bethlen, daß er feine früheren scharfen Angriffe gegen Tibor Eckhardt auf gewisse Mitteilungen des Ministerpräsidenten Gömbös gestützt habe. Ueber diese will Tibor Eckhardt auf dem Wege einer Forderung Aufklärung oder ritterliche Genugtuung erhalten. Das Vorgehen ist mit Befremden ausgenommen worden, da Tibor Eckhardt bis zur Auflösung des Parlaments die Regierung Gömbös auf der ganzen Linie unterstützt und sich an die Spitze des Kampfes gegen den Grafen Bethlen gestellt hatte. Der Frontwechsel wird mit dem für die Kleinlandwirtepartei wenig günstigen Ausgang der Parlamentswahlen in Zusammenhang gebracht. Anschlag auf den uruguayischen Staatspräsidenten. Montevideo, 3. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auf den Präsidenten von Uruguay, Terra, wurde ein Anschlag verübt, als er einer Rennveranstaltung zu Ehren des in der uruguayischen Hauptstadt weilenden brasilianischen Präsidenten Vargas beiwohnte. Terra kam mit einer Beinverletzung davon. Der Täter, Bernardo Garcia, ein Anhänger der unabhängigen nationalistischen Partei, näherte sich dem Präsidenten, als dieser Dr. Vargas zu einem Büfett begleitete, und feuerte aus unmittelbarer Nähe mit einem Revolver einen Schuß auf ihn ab. Terra stürzte sich sofort auf den Täter und riß ihm die Waffe aus der Hand. Garcia versuchte Selbstmord zu verüben, wobei er sich verwundete Die Verletzung des Präsidenten erwies sich als ungefährlich, er konnte bereits einem Festessen zu Ehren des brasilianischen Präsidenten beiwohnen. Das Volksbegehren über die Krisemnitiative vom Schweizer Volk verworfen. Bern, 2. Juni. (DNB.) Das Schweizer Volk verwarf in der heutigen Abstimmung mit rund 566000 Neinstimmen gegen 426000 Jastimmen das von sozialistischen und gewerkschaftlichen Kreisen ausgegangene Volksbegehren, das die Aufnahme eines neuen Artikels in die Bundesverfassung forderte. Die Gegner der sog. Kriseninitiative bekämpften die Vorlage hauptsächlich mit dem Hinweis darauf, daß die Durchführung aller geforderten Maßnahmen d i e finanzielle Tragfähigkeit des Staates überschreiten und die Oberhoheit der Kantone beeinträchtigen würde. 18 Kantone verwarfen die Vorlage, 4 Kantone nahmen sie an. Die Stimmbeteiligung betrug 84 v. H. Mit der Ablehnung der Vorlage entfallen alle an das Problem Währung und Preisbildung in der Schweiz geknüpften Kombinationen. Sowjetrußlands Pläne in der äußeren Mongolei. Tokio, 2. Juni. (DNB.) Die japanische Zeitung „Nitschi Nitschi" meldet, daß die Sowjets die größten Anstrengungen unternehmen, um nach dem Verlust ihres Einflusses in der Mandschurei durch die Aufgabe der Ostchinabahn nunmehr in der an Sibirien grenzenden äußeren Mongolei festen Fuß zu fassen. Die Sowjetregierung habe alle Fabriken, staatliche Landwirtschaftsbetriebe und die Rohstoffvorräte in Sibirien unter die Kontrolle der Heeresverwaltung gestellt. Mkt dem Barerlös aus dem Verkauf der Ostchinabahn hätten die Sowjetbehörden ein Kavalleriekorps aufgestellt und bauten strategische Eisenbahnlinien. Besonders werde der Bau der Strecke zwischen dem wichtigen sibirischen Zentrum Tschita und der Hauptstadt der äußeren Mongolei U l e n - B a t e r (das ehemalige Urga) fortgesetzt. Die Garnison von Tschita habe bereits 500 Rotarmisten, viele Angestellte der ehemaligen Ostchinabahn, sowie 3000 Sowjetarbeiter entsandt. Kleine politische Nachrichten. Der Landrat des Kreises Fulda, Gauleiter-Stellvertreter Dr. Burkhardt, hat an den Verlag der „Fuldaer Z e i t u n g", die bis 5. Juni verboten worden war, folgendes Schreiben gerichtet: „Nachdem durch eine Umstellung im Schrist- leiterpersonal und namentlich durch die Berufung des Gaupresseamtsleiters Pg. Meinardi zum kommissarischen Hauptschriftleiter der „Fuldaer Zeitung" die Sicherheit gegeben ist, daß künftig Angriffe gegen den nationalsozialistischen Staat von sciten der „Fuldaer Zeitung" nicht mehr erfolgen können, hat der Regierungspräsident auf Vorschlag des Gauleiters sich bereit erklärt, das am 29. Mai d. I. erlassene Verbot der „Fuldaer Zeitung" mit sofortiger Wirkung wieder aufzuheben." Die am 2. Juni 1935 erscheinende Ausgabe des „Kladderadatsch wurde auf Veranlassung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda beschlagnahmt, weil sie eine Karikatur des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini enthält, die geeignet ist, die Beziehungen zwischen Deutschland und Italien zu stören, * Der deutsche Gesandte in Bogota (Kolumbien), von H e n t i g , ist bei einem Ausflug in die Umgegend von Bogota von Banditen überfallen und schwer verletzt worden. Lebensgefahr besteht nicht. Die kolumbianische Regierung hat ihr Bedauern ausgesprochen und die strenge Bestrafung der Täter zugesichert. Diese sind inzwischen ermittelt worden. Aus aller Wett. Der Führer der TNotorbrigade Südwest tödlich verunglückt. Der Führer der Motorbrigade Südwest des NSKK., Obersturmführer Schweyer, ist auf der Fahrt nach Stuttgart mit seinem Kraftwagen tödlich verunglückt. Hinter Kornwestheim bei Stuttgart kam dem Wagen Schweyers ein Kraftwagen entgegen, der nach links in eine Seitenstraße einbieqen wollte. Beim Ausweichen geriet der Wagen Schweyers auf den aufgelockerten Boden einer Baustelle und überschlug sich. Obersturmführer Schweyer war auf der Stelle tot, während sein Begleiter, Brigadeadjutant K u b e r, nur leicht verletzt wurde. INoiorradfahrer fährt in eine HJ.-Kolonne. Auf der Chaussee zwischen Glasow und Lichtenrade bei Berlin fuhr in der Nacht ein Motorradfahrer in eine ihm entgegenkommende Radfahrkolonne der HI. Ein Hitlerjunge trug dabei schwere Unterleibsverletzungen, der andere einen Beinbruch und der Motorradfahrer eine Kieferverletzung davon. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Vlütlererholungsfürforge in Heimen. — 200 000 2Rf. zur Verfügung gestellt. Zur Förderung der Müttererholungsfür- sorge in Heimen hat der Reichs- und preußische Arbeitsminister einen Betrag von mehr als 200000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Mittel sind ausschließlich für die Durchführung von Kuren bestimmt. Verheerende Ileberschwemmungen im amerikanischen Staate Nebraska. — 250 Todesopfer? Hochwasser des Flusses Republikan verursachte verheerende Ueberschwernrnungen in großen Teilen von Nebraska. Die Fluten spülten zwei kleine Orte in Südwest-Nebraska fort. Auch wurde eine Brücke fortgerifsen; dabei sind sechs Menschen ertrunken. Viele Wohnhäuser treiben den Republikan hinunter. Die Ortschaft McCook wurde gleichzeitig mit den Ueberschwernrnungen von einem Tornado heimgesucht, dem 16 Menschen zum Opfer fielen. Der größte Teil des Ortes ist zerstört. Aus dem Nachbarort Benkleman werden 12 Ertrunkene gemeldet. Sämtliche Verbindungen mit Nebraska find unterbrochen. Der Schaden, Den die Wolkenbrüche und Stürme angerichtet haben, ist unabsehbar. Die Leiter des Hilfswerkes für das Ueberfchwemmungsgebiet in Nebraska und Kansas schätzen die Zahl der Todesopfer auf 250. Die beiden Orte Max und Parks wurden von den Fluten völlig vernichtet. Augenzeugen berichten, daß sie allein in den überfluteten Straßen von St. Francis (Kansas) 23 Leichen treibend sichteten. Viele Menschen klammerten sich tagelang an den aus dem Wasser ragenden Hauedächern, Bäumen und Felsen an, bis sie schließlich die Kraft verloren und von der Flut fortgerissen wurden. Schweres Vootsunglück auf der Wolga. — Zwölf Menschen ertrunken. Auf der Wolga bei Jaroslaw ereignete sich ein Bootsunglück, dem 12 Menschen zum Opfer fielen. Ein Motorboot kenterte mit 28 Fahrgästen, die sich übersetzen lassen wollten. Nur 16 Personen gelang es, sich zu retten, die übrigen 12 gingen unter. Bisher konnte eine Leiche geborgen werden. Die Untersuchung hat ein geradezu verbrecherisches Verhalten der Wassertransportorganisation auf der Wolga festgestellt. Der Führer des Motorbootes, der erst vor einem Monat in Dienst gestellt worden war, hatte nicht die geringste Ahnung von der Steuerung eines Motorfahrzeuges. Die (Bereiteten berichten, daß der an der Unglücksstelle vorbeifahrende Dampfer „Bir- jusa", dessen Kapitän und Bootsmann Augenzeuge der Katastrophe waren, nicht die geringsten Anstalten zur Rettung unternommen habe. Sie sind verhaftet worden. Der Tod in der Düste. — Furchtbares Lude einer Sahara-Expedition. Einen furchtbaren Ausgang nahm eine Kraftwagen-Expedition in die Wüste Sahara. Wie aus Tamanraffit gemeldet wird, hatten am 22. Mai vier Automobilisten Agadez in Französisch-Ostafrika in der Richtung auf Hoggar verlassen. Als sie nach einigen Tagen nicht an ihrem Bestimmungsort angekommen waren, machte man sich auf die Suche. Nach vieler Mühe gelang es, den Wagen auf einem nicht mehr benutzten Wüstenpfad zu entdecken. Unter dem Wagen lagen zu Skeletten abgemagert und halb wahnsinnig vor Hitze und Durst zwei Reisende. Die anderen beiden hatten zu Fuß eine menschliche Siedlung zu erreichen versucht, sind aber in der Wüste verdurstet. Ihre Leichen wurden gefunden. Es handelt sich um eine 25jäyrige Engländerin, Witwe eines Fliegers, der erst vor einem Monat gestorben ist, und um einen in der Schweiz wohnenden Engländer, Vater von drei Kindern. George Deyershäufer von seinen Entführern in Freiheit gesetzt. — „Abteilung 9“ nimmt die Verfolgung auf. Der vor einigen Tagen von Verbrechern entführte neunjährige George Weyerhäuser ist nach Zahlung der 200 000 Dollar Pöfegelb von seinen Entführern in dem unwirtliche n Maidgebiet bei Jssaquah (25 Meilen nordöstlich von Tacoma) in Freiheit gesetzt worden. Der Knabe kam nach stundenlanger Wanderung in die Nähe eines Farmhauses. Der Farmer nahm sich des Kindes an und brachte es zur Polizeistation Jssaquah. Eine große Zahl von Polizeibeamten hat jetzt die Verfolgung der Entführer aufgenommen. Die Nachricht von der Wiederauffindung des Knaben hat in den Vereinigten Staaten größtes Aufsehen erregt. George Weyerhäuser teilte der Polizei mit, daß er von den Entführern vier Tage in einem einsamen Haus gefangengehalten worden fei. Er vermutet, daß das Haus in der Nähe von Jffaquah liegt. Die Entführer hätten mehrere Autofahrten mit ihm unternommen, vermutlich nach Oregon und Aberdeen. Auf diesen Fahrten habe man ihn mit verbundenen Augen in einen Koffer gesperrt, der Luftlöcher hatte. Die Kriminalpolizei schließt aus den Vornamen, mit denen sich die Entführer gegenseitig anredeten, daß es sich um die gleichen Verbrecher handelt, die vor einigen Monaten den Brauereibesitzer Edward G. Bremer aus St. Pauli entführten und gleichfalls gegen 200 000 Dollar Lösegeld freiließen. Die Anführer dieser Bande sind die länggesuchten Aloin K a r p i s und Harry Campbell, die zur Zeit die Rolle Dillingers als Staatsfeinde Nr. 1 einnehmen. Das Justizministerium hat die in der Verbrecherwelt besonders gefürchtete „Abteilung G" zur Verfolgung der Kindesentführer eingesetzt. Allein 25 Beamte waren Tag und Nacht damit beschäftigt, die Nummern der Banknoten aufzunotieren, die den Verbrechern als Lösegeld übermittelt wurden. Internationales Tonkünstlerfest in Hamburg. ' Das 65. Tonkünstlerfest des Allgemeinen deutschen Musikoereins, das zugleich das erste Musikfest des Ständigen Rates für internationale Zusammenarbeit der Komponisten darstellt, wurde in Hamburg mit einem Orchesterkonzert eingeleitet. Die Vortragsfolge begann mit einer Huldigung an Franz Liszt, der 1861 den Allgemeinen deutschen Musikverein gründete. Sein gegenwärtiger Präsident, Geheimrat Prof. Dr. Siegmund von Hausegger (München), dirigierte Liszt's „Dante-Symphonie". Im übrigen spiegelte das Programm den Sinn des Musikfestes wider: Repräsentative Werke lebender Komponisten aus allen im Ständigen Rat vertretenen Nationen, die als Zeugnisse völkisch gebundener Kunst kulturelle Brücken schlugen und die Eigenart der Völker durch ihre Musik bewußt machen. Auf einem Empfang im Rathaus teilte der Regierende Bürgermeister K r o g - mann mit, daß der Senat beschlossen habe, die Brahms-Medaille an folgende Mitglieder des Musikoereins und des Ständigen Rates zu verleihen: Adriano Lu al di (Italien), Albert R o u f f e l (Frankreich), Jean Sibelius (Finnland), Kurt A 11 e r b e r g (Schweden), Herbert Bedford (England), Siegmund von Haufeg- g e r (Deutschland), Hans Pfitzner (Deutschland), von Recznicek (Deutschland) und Josef Haas (Deutschland). -£________- Frankfurter Schlachkviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 951 Rinder (126 Ochsen, 95 Bullen, 464 Kühe, 266 Färsen), 833 Kälber, 16 Schafe, 4154 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 34 bis 42 Mark, Bullen 34 bis 42, Kühe 20 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 34 bis 42, Kälber 34 bis 63, Schweine 38 bis 52 Mark. Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber und Schweine mittelmäßig. Wetterbericht des Reichswetierdienstes Ausgabeorl Frankfurt. Die Wetterlage hat sich vollkommen umgeftaltet. Vom Ostatlantik erstreckt sich eine breite Rinne Tiefdruck über.Südskandinavien hinweg nach dem Weißen Meer, in der fortgesetzt Störungen nordostwärts wandern. Wir verbleiben dabei im Bereich suptropischer bis ozeanischer Luftmassen, so daß große Regenbereitschaft herrscht. Aufheiterung tritt nur gelegentlich vorübergehend ein, begünstigt aber tagsüber von gewittrigen Niederschlägen. Aussichten bis Montagabend: Leicht bewölkt und zeitweise Regen, teilweise gewittriger Natur, mäßig warm, doch etwas schwül, südwestliche Winde. Aussichten für Dienstag: Bei Luftzufuhr aus Südwesten bis Westen Fortdauer der zu Reqenfällen neigenden Witterung. Lufttemperaturen am 2. Juni: mitags 17,9 Grad, abends 13,5 Grad; am 3. Juni: morgens 13 Grad. Maximum 18,9 Grad, Minimum 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juni: abends 17,7 Grad; am 3. Juni: morgens 15 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: BrühUsche Universitäts-Buch- und Steindruckerel R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Todesanzeige. Heute entschlief nach langem schweren mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Helene BraunWw., geb. Grölz im Alter von 83 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Staufenberg, den 2. Juni 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. Juni, nachmittags 2 Uhr statt. _______________________________ 3323 D 55 fff- Möbliertes Wohn-u.Srhlaf- zirnmer,2Betten und Küche sofort zu verm. 023« Marktplatz 15. Mietgesuche Moderne 5-7-Zim.-Wohnung rn.Badu.Leizg. in ruhig. Wohnlage mögt, mit Garten v.alsbald oderOktobervon Dauermiet. ges. Schr.Angeb.unt. S319Da.d.G.A. Zum 1. Oft. ev. früh., sonn. ca. Hitt-Wng. ges., mögt., mit Gart. Ang. unt. 02374 a.d.G.A. 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Sorten und Fahnen beim Vorbeimarsch oor dem Gauleiter. ^lche Ausnahmen: Photo-Psasf, i? 1 K < K K H W I B 3 W Ä M •I "MM < /; ' EVÄ M W Die Sondertagungen vom Samstag. Sie Tagung der Soheitsträger eröffnete die stattliche Reibe der Sondersitzungen. Es war ein erhebendes Bild, im Städtischen Saal» bau Junge und Alte, Hand- und Kopfarbeiter Schulter an Schulter sitzen zu sehen. Wie e i n Mann standen sie auf zum freudigen Gruß, als chr Gauletter als Vertreter des Führers zu ihnen kam und die Tagung der Hoheitsträger als die erste des Gautages nach einleitenden Worten des stellvertretenden Gauleiters, Regierungsrat Reiner, mit einem donnernd aufgenommenen Heil auf den Führer eröffnete. Ernste Worte zu grundsätzlichen Aufgaben und mit lauter Zustimmung aufgenommene neue Parolen zum Dienst ließen die Rede des Gauleiters zu einer erhebenden politischen Feierstunde für alle Teilnehmer werden. Eingehend behandelte der Gauleiter vor allen Dingen die Fragen unserer weltanschaulichen Festigung und die ständig inniger werdende Verflechtung der Beziehungen von Partei und Staat. In der Begleitung des Gauleiters hatte auch SA.-Gruppenführer Polizeipräsident B e ck e r l e es sich nicht nehmen lassen, die Tagung der Hoheits- träger mit zu besuchen, um die Verbundenheit der SA. mit den politischen Leitern damit zu unterstreichen. Reichsschulungsletter pg. Dr. Frauendorfer. Zwei Jahre nationalsozialistischer Arbeit sind geschichtlich und historisch gesehen eine sehr kurze Zeit, und dennoch haben sie eine ungeheure Umwandlung in Deutschland gebracht. Die Träger der nationalsozialistischen Revolution konnten dieie Leistung vollbringen aus der Kraft ihrer Idee yeraus, die eine geistige Umwälzung und ein neues Denken auf allen Gebieten des Lebens in sich trug. Nicht Bürgerkrieg und Barrikaden waren der Sinn des nationalsozialistischen Kampfes, sondern die Eroberung des deutschen Menschen und die Durchdringung des Volkes mit einheitlichen Grundsätzen. Führertum und Leistungsprinzip, Gemeinnutz vor Eigennutz sind Grundlagen jener Weltanschauung, aus deren Glauben wir gesiegt haben. Der nationalsozialistische Ehrenstandpunkt, das Bekenntnis zu Blut und Boden, als den ewigen Werten, sie bestimmen das Tun und die Arbeit des einzelnen und der Nation. Die Revolution hat den Bauplatz gewonnen, der Bau selbst muß in Häher, jahrelanger Arbeit Stück für Stück erstehen. Dazu brauchen wir das gesamte Volk, das uns so- lange gehört, als wir die Alten bleiben. Die Erfolge bis zum heutigen Tag geben uns den Gläu- ben an die Zukunft, ein großes Ziel ist als Grundlage erreicht, daß ein ganzes Volk gelernt hat, daß wir ein gemeinsames Schicksal haben, und daher lebt die Nation in der Kameradschaft und im gemeinsamen Dienst. Die uns nicht verstehen in diesem Kampf, sind entweder zu alt in ihren Idealen, daß sie uns nicht verstehen können, oder sie gehören zu jenen unverbesserlichen Materialisten, die aus marxistischem und liberalistischem Denken heraus uns niemals verstehen werden, und schließlich aus jener Gruppe, die unter dem Deckmantel einer Religion uns bekämpft und in deren Reihen Menschen stehen, die vor kurzer Zeit noch nicht wußten, zu welcher Konfession sie gehörten. „Ihr Reich ist nicht von dieser Welt" behaupten sie und mischen sich doch täglich in die Arbeiten, die der Nationalsozialismus gerade auf dieser Welt vor sich sieht. Klare Fronten wollen wir schaffen, darum unser Bekenntnis: Unser Reich ist von dieser Welt. Restlos unerwünscht sind uns jene Menschen, die unseren Nationalsozialismus zu einer Wissenschaft und damit zum Streitobjekt einiger Universitätsprofessoren machen. Nicht an Wissen und Logik appellieren wir, sondern an das Gefühl und an das Herz. 3n ihren Erfolgen kann die nationalsozialistische Weltanschauung den Beweis ihrer Richtigkeit antreten, sie braucht nicht wissenschaftlich verteidigt zu werden von Menschen, die noch vor kurzem mit der gleichen Wissenschaft diese Weltanschauung ablehnten. Eins ist nötig zum Aufbau der Nation, das seither dem deutschen Volke fehlte, die Tradition der Politik und das politische Führerkorps, das Volk und Staat nach den ewig gültigen nationalsozialistischen Grundsätzen ausrichtet und erzieht. Mit dieser Führerschaft als Auslese des Volkes fetzt der Nationalsozialismus sein Ziel durch. Nationalsozialismus ist Wille zur Hochwertigkeit auf allen Gebieten des Lebens, biologisch, körperlich, seelisch, charakterlich. Treue, Disziplin, Tapferkeit und Opfermut und die Leistung als nationalsozialistische Tat sind hochwerte, die das Leben des einzelnen und der Nation bestimmen sollen. Der Weg des Nationalsozialismus wird der Weg zum echten Sozialismus sein, den wir vom ersten Tag unseres Kampfes an predigten. Wenn jeder Deutsche aus dem Platz steht, auf den er gehört, dann ist dies Sozialismus. Wenn das ganze Volk die Sorgen und Die Freude teilt, wenn jeder einzelne nach feiner Leistung Anteil an den Gütern der Nation nimmt, so ist das unser Sozialismus. Auf dem Wege zu diesem Ideal sind viele Hindernisse, und nie werden wir dieses Ideal aanz er- reichen. Wenn jede Generation eine Stufe höher steht als die vorangegangene, wenn jeder Führer auf dem Wege einen Schritt weiterkommt als der vorhergehende, wenn wir nach dem ewigen Grundsatz, daß das Leben für uns Kampf bedeutet und wir diesen Kampf bejahen, handeln, wenn wir die alten nationalsozialistischen Kämpfer bleiben, dann wird auch das Ideal der nationalsozialistischen Weltanschauung kein allzu fernes für uns sein, und für ewige Zeiten wird der Nationalsozialismus das Volk zu seiner Größe führen. Die erhebende politische Feierstunde schloß mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied. Die Tagung der Propagandaletter. Gaupropaqandaleiter Pg. Müller-Scheld hatte seine Propagandaleiter im Landestheater zusammengerufen. Das Theater war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Gaupropagandaleiter schilderte zunächst die außerordentlich schwierige außenpolitische Situation, die durch das Friedensdiktat von Versailles geschaffen war und unter deren Einfluß Adolf Hitler fein Werk beginnen mußte. Der Weltkrieg hatte die Bedeutung, Deutschland ein für allemal im Rahmen des großen Weltgeschehens auszuschalten. Fast hatte man sein Ziel erreicht. Deutschland lag waffenlos und durch innere Gegensätze zerschlagen am Boden. Gewiß, hätte der Führer nach der Machtübernahme auch als erstes eine völlige soziale Neuordnung durchführen können. Jedoch hätte dies allein auf die Welt keinen Eindruck gemacht. Zunächst einmal mußte die Achtung Deutschlands in der Welt wiederhergestellt werden, und dies ist durch die geniale Tat des Führers buchstäblich vor den Kanonenmündungen und unter den Schatten der Geschwader der Welt geschehen! Ein phantastisches Wunder ohne Beispiel in der Weltgeschichte. Diese Aufaabe war und ist so riesengroß, daß naturnotwendig zunächst andere Fragen, die allein betrachtet gewiß auch wichtig sind (Judenfrage, Kirchenstreit), vorerst zurückstehen. So wie der Führer das kaum Glaubliche fertigbrachle und in einer kurzen Zeitspanne 36 deutsche Divisionen aufstellte, so wird er auch mit derselben Zauberkraft alle anderen Fragen lösen, wenn die Zeil reif ist. Wir alle müssen in unerschütterlichem Glauben und felsenfester Treue zu ihm stehen und ihm so helfen, das Werk vollenden, das unser Deutschland zu einem mächtigen, freien und stolzen Staat gemacht hat. Anschließend an diese Ausführungen wurde von ersten Kräften des Hessischen Landestheaters seine Szene „Schach dem Zaren" von Wilhelm Müller- Scheld gegeben. Mit begeistertem Beifall dankten die Propagandaleiter am Schluß dem Autor und den Schauspielern für die beispiellos ergreifende Szene. Die Arbeitstagung der RSV. In der Arbeitstagung der NSV. überbrachte Gauämtsleiter Pg. Haug zunächst allen Amtswaltern der NSV. und des WHW. den Dank des Führers für die in Treue und uneigennütziger Weise zum Wohl der Volksgemeinschaft geleistete Arbeit. Von lebhaftem Beifall unterbrochen, führte Pg. Ha utz in seiner Ansprache u. a. folgendes aus: Nachdem die NSV. auf eine unermüdliche und aufopferungsvolle zweijährige Tätigkeit zurückblicken kann, hat sie bewiesen, daß der nationale Sozialismus kein Lippenbekenntnis ist, sondern vielmehr den Sozialismus der Tat verkörpert. In klarer und treffender Weife stellt Pg. Haug die Aufgaben der NSV. und die der karitativen Verbände heraus, wobei er durch Aufzeichnen der Leistungen beweisen konnte, daß wirkliches und praktisches deutsches Christentum nicht durch Dogmen und konfessionelle Kompetenzstreitigkeiten verwirklicht werden könne. Die nationalsozialistische Dolks- wohlfahrt stellt kein übertriebenes Fürsorgeprinzip dar, sie fördere in erster Linie Selbst- und Familienhilfe und erst, wenn diese versagt, überwindet sie durch die Volksgemeinschaft die vorhandenen Nöte. Abschließend richtete Pg. Haug einen eindringlichen Appell an seine Amtswalter. Don den Amtswaltern begeistert begrüßt, erschien später Gauleiter Sprenger. In markanten Worten von anhaltendem Beifall wiederholt unterbrochen, sprach er den Amtswaltern für die geleistete aufopferungsvolle Arbeit seinen Dank aus. Unter kurzer Voranstellung der Aufgaben der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, als eine der Partei angeschlossene Organisation unter Führung von Parteigenossen, betonte er, daß der Gau Hessen-Nassau bezüglich seiner Leistungen mit an der Spitze der deutschen Gaue marschiere. Der Gauleiter konnte aus eigener Erfahrung auf eine ersprießliche Zusammenarbeit mit der PO. Hinweisen und gab seinem Wunsche Ausdruck, daß dies auch in Zukunft der Fall sein möge. Die Tagung der Beamten. In der Sondertagung des Amtes für Beamte sprach zunächst Pg. Bachmann über Fragen der Kleinarbeit. Im Mittelpunkt stand die Rede des Gauamtsleiters Pg. K r e m m e r, der einen Ueber- blick über den Aufgabenkreis des Amtes für Beamte gab und die Richtlinien für die kommende Arbeit aufzeichnete. Die Anforderungen, die an die politischen Leiter des Amtes gestellt werden müßten, feien heute umfangreicher und vielgestaltiger. Die Beamtenschaft des Gaues Hessen-Nassau habe eine besondere Trädition zu wahren, da in unserem Gau durch den Gauleiter Pg. Sprenger der Grundstein gelegt worden sei für die nationalsozialistische Beamtenbewegung in Deutschland. Pg. Kremmer schilderte dann in großen Zügen die Entwicklung der NS.'Beamtenbewegung und betonte, daß erst durch das Wirken des Führers dem Volk der Glaube an seine Zukunft wiedergegeben worden fet. Diesen Glauben gelte es zu erfüllen. Tagung der Kreiswirtschastsberater. In der Arbeitstagung der Kreiswirtschaftsberater und Mitglieder dieser Dienstgemeinschaft sprach Pg. SS.-Standartenführer und Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen Schwarz über die nationalsozialistische Sozialpolitik und ihre Aufgaben, die besonders der Treuhänder der Arbeit wahrzunehmen hat. Unter großem Beifall stellte Pg. Schwarz die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der DAF. fest. Trotz der kurzen, erst einjährigen Anlaufzeit des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit ist, dank der Gesinnungswandlung bei Betriebsführer und Gefolgschaft, seine segensreiche Auswirkung rasch Tatsache geworden. So ist z. B. seit mehr als vier Monaten kein Ehrengerichtsverfahren wegen asozialer Betriebsführung notwendig geworden. Pg. Schwarz bezeichnete es als besondere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die Tarifhoheit auch praktische Wahrheit wird, was sie niemals war. Die Notlage der Heimarbeiter zu mildern, bildet eine weitere Sorge und Zielsetzung des Treuhänders. Anschließend sprach der Gauwirtschaftsberater Pg. E ck a r d t über die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, wobei er u. a. ausführte: Das Ziel des Nationalsozialismus ist eine Leistungsgemein- schaft aller Schaffenden. Nachdem im Innern Deutschlands die Arbeitsbeschaffung stark in Schwung gekommen ist, ist unsere vordringlichste Aufgabe die Förderung des Außenhandels. Der Nationalsozialismus stellt sich als Ideal keine Autarkie vor. Iedoch ] auch für den Außenhandel gilt der Grundsatz: Nicht mehr kaufen, als wir bezahlen können, also nicht mehr einführen, als wir ausführen. Auch im Außenhandel will der Nationalsozialismus Unternehmer im wahrsten Sinne des Wortes fördern, nämlich solche, die etwas unternehmen und die nach dem Leistungsprinzip gewertet werden. Gewisse Kreise glauben den Gedanken einer mehr oder weniger starken Abwertung propagieren zu müssen, um dadurch entweder dem Nationalsozialismus zu schaden, oder auf Kosten des Volkes wieder Jnflationsgewinne zu machen. Solchem albernen Geschwätz ist auf das schärfste entgegenzutreten. Wer derartige Gedanken weiterträgt, schädigt das Ansehen der Partei und wird zur Verantwortung gezogen werden. Amt für Technik. Die Tagung des Amts.für Technik fand in Gegenwart der Kreisamtsleiter und Kreisdienststellenleiter des NS. Bundes Deutscher Technik, sowie der fachlichen Mitarbeiter statt. Gauamtsleiter Pg. S ch ö n b e i n zeigte die Obliegenheiten auf, die heute in den Bereich des Amtes für Technik fallen. Den Ausführungen schloffen sich Referate der Sachbearbeiter Dr. Moldenhauser, Kurz, Lennartz, Lächoldt, Harsch, F e i s s e l und Schumacher an. Behandelt wurden Fragen der Landesplanung und der Siedlung. Umfassend sind die Erhebungen, welche den Stand der Wasserversorgung für alle Ortschaften des ganzen Gaues zum Ziele hatten. Der Obmann der technischen Verbände und des NS. Bundes Deutscher Technik, Pg. Dr. Scholz, sprach über die Ziele, Aufgaben und Organisation des NSVDT. RS-Studentenbund. Zur Tagung des NS.-Studentenbundes waren über 250 Kameradinnen und Kameraden aus allen Teilen des Gaugebiets gekommen und folgten mit größtem Interesse den für das nächste Semester grundlegenden Ausführungen des Gaustudentenbundsführers Pg. Walch er. Der NSDStB. werde sich in feinen Lagern und Arbeitsgemeinschaften Menschen schaffen müssen, die frei von allen überkommenen Ueberlieferungen nur die Ideen des Führers vertreten. Als lebendige Kraft auf den Hoch- und Fachschulen werde der Studentenbund wirken und im richtigen Verständnis der Regierungsmaßnahmen das Programm der NSDAP, zu verwirklichen suchen. Nur durch die restlose Konsequenz in der Haltung des Studierenden könne der Studentenbund jenen Typ des neuen Studenten schaffen, der allen vorschwebe. Genau sy wie die Partei Schrittmacher des Staates sei, so sei auch der NS.-Studentenbund Vorkämpfer für den Nationalsozialismus auf Deutschlands hohen Schulen. Anschließend referierten die Gaustellenleiter über die Gebiete: Schulung, Presse und Kulturarbeit. Tagung des Raffenpolitischen Amtes. Die Tagung des Rassenpolitischen Amtes der Gauleitung vereinigte sämtliche parteiamtlichen Rassenredner unseres Gaues mit einer stattlichen Zahl von fachlich interessierten Vertretern anderer Gliederungen, wie des NS.° Lehrerbundes, der Frauenfchaft und zahlreicher Führerinnen des BdM. Der Beauftragte für Raffenfragen der Gauleitung, Gauamtsleiter Dr. med Kranz (Gießen), hielt einen Vortrag über den reichen Aufgabenkreis des Raffenredners und die wichtige Aufklärungsarbeit, die von den im Dienste dieses Amtes stehenden fachlich vorgebildeten Parteigenossen in engster Zusammenarbeit mit dem Schulungsamt und Der Parteiorganisation zu leisten ist. An Hand einer genauen Zusammenstellung konnte mit Befriedigung darauf hingewiesen werden, wie weitgehend die seitherige Arbeit bereits organisatorisch in unserem Gau auf- und ausgebaut werden konnte. Einwandfrei konnte der Redner auszeigen, wie gerade die nationalsozialistische Rassenlehre nicht zum trennenden, sondern zum verbindenden Glied der Völker wird, zumal wir damit ja keinerlei Werturteil über die einzelnen Rassen verbinden, sondern nur die Andersartigkeit fremder Rassen unh damit den offensichtlich göttlichen Willen zur Reinhaltung zum Ausdruck bringen. Sauamt für Volksgesundheit und RS.DAerztebund. In einem Generalmitgliederappell des NS. D. Aerztebundes und der Aerzte im Amt für Volksgesundheit, Gau Hessen-Nassau, zeigte Gauamtsleiter Dr. Behrens den in großer Zahl versammelten Aerzten der Bewegung im einleitenden Vortrag in großen Zügen Richtung und Inhalt der Ar- beit auf, die dem aus dem NS. D. Aerztebund her- Dorgegangenen Amt für Volksgesundheit obliegt. Das Ziel dieser Organisation der Bewegung ist die gesundheitliche Betreuung der rassisch und erbbiologisch wertvollen Volksgenossen durch den ethisch hoch- stehenden Haus- und Volksarzt, der feine Tätigkeit nicht auf das Heilen von Kranken beschränkt, sondern seine wichtigste Aufgabe in der Krankheitsverhütung erblickt. Im weiteren Verlauf der Tagung sprach Pg. Dr. Kranz (Gießen) über die rassenpolitischen Aufgaben der Aerzteschaft. Tagung des Amtes für Erzieher. 3n der Tagung des Amtes für Erzieher wies der stellvertretende Leiter des Amtes für Erzieher Pg- Oberschulrat Großmann, zunächst auf das 3iel der nationalsozialistischen Erziehung hin und gedachte in Dankbarkeit des verstorbenen Reichs- amtsleiters Pg. Hans Schemm. Pg. Professor Ziegler (Friedberg) hielt dann einen Vortrag über „Wehrerziehung im neuen Geist". Nach dem Hinweis auf die Wiedergewinnung unserer Wehrmacht durch die Proklamation Der allgemeinen Wehrpflicht sprach der Redner von den Aufgaben, die sich auch für den Erzieher auf dem Gebiete der Wehrerziehung ergeben. Nicht allein die Wehrmacht sei der Träger des Wehrgedankens, sondern das ganze deutsche Volk. Don Beifall begrüßt sprach dann der Gauamts- lelter Ringshausen. Der Nationalsozialismus wolle den ganzen Menschen, der fein Leben in den Dienst der Gemeinschaft stelle. Nur in der Har- mome des geistigen, soldatischen und seelischen Momentes liegt die Voraussetzung für Heranbil- duna des kämpferischen deutschen Gemeinschafts- menschen. Volk und Gott sind nicht voneinander zu trennen. Dienst am Volk ist Gottesdienst. Nur der heldische Mensch ist an die Ewigkeit gebunden. Ein §0lk mit Ewigkeitsstreben gebiert immer wieder Helden. Volker ohne dieses hehre Ziel haben feine Helden, wie das Judentum, dessen Streben nur auf das Materielle gerichtet ist. Denn wir auch arm sind an Devisen, so haben wir uns erhalten die Schöpferkraft, den Glauben an die ewigen Quellen unserer Kraft. Versailles hat uns nicht alt gemacht. Der Füh- ter gab unserem Leben einen neuen Inhalt. Die Leistungskraft gilt es immer mehr zu steigern. Der Erzieher hat eine verantwortungsvolle Aufgabe in unserem Volke. Es muß wieder erstehen der hochgeachtete Meister der Schule. Der Erzieher muß teilnehmen an allem Geschehen und unermüdlich an sich selbst arbeiten, um jederzeit freudig anerkannt zu werden. Tagung der ASKOV. In der Tagung der politischen Leiter des Kriegsopferamtes und der Obmänner der NSKOV. des Gaues Hessen-Nassau sprach der Reichskriegsopferführer Pg. Hanns Oberlindober. Er stellte in den Vordergrund seiner Ausführungen die Pflichten, die der NSKOV.-Amtswalter zu erfüllen hat. In eindringlichen Worten ermahnte Pg. Oberlindober seine Amtswalter, so einfach und bescheiden ihre Pflicht zu erfüllen, wie der Führer selbst. Scharf wurde mit denen abgerechnet, die als Frontsoldaten während des Kampfes um die Wiedergewinnung der deutschen Ehre abseits gestanden haben, und denen nunmehr die Entwicklung der neuen Heeresoersor- B zu langsam vorwärts geht. Die nationalsozia- , he Regierung wird im Zuge des Wiederaufbaues auch in dieser Beziehung schrittweise Wandel schaffen. Gläubiges Vertrauen zu dem Führer und zu den Maßnahmen seiner Regierung ist oberstes Gebot für die Betreuer der Kriegsopfer. Der Redner schloß seine wiederholt von Beifall lebhaft unterbrochenen Ausführungen mit der Mahnung, bei jeder Handlung des Mannes zu gedenken, der Deutschland aus feiner tiefsten Erniedrigung herausgeführt hat. Der Gauamtsleiter des Kriegsopferamtes, Pg. Ziegler, sprach über organisatorische Aufgaben des Kriegsopferamtes und der NSKOV. Die alte Garde des Gaues Hessen-Nassau hatte beim Gautag alle Dienstabzeichen und Dienstanzüge abgelegt, utji einer wie der andere zu erscheinen. Einfach im gleichen alten Braunhemd der ersten Uniform. Alle mit dem ihnen vom Führer gestifteten goldenen Ehrenzeichen und meist auch mit Dem alten Garde-Kreuz als äußeres Zeichen ihrer kühnen Pionierarbeit für die Idee und den Führer. Bei der Zusammenkunft im ältesten Parteilokal Darmstadts erinnerte der Gaureferent der alten Garde Kreisleiter z. b. V. Gimbel, MdR., daran, daß nur blinde Disziplin und bedingungsloseste Unterordnung die Ehre der alten Kämpfer sei. Pg. Schilling (Frankfurt a. M.) betonte als Wortführer der alten Kämpfer, daß gerade die Angehörigen der alten Garde der Bewegung nach wie vor durch ihr Auftreten die stärksten Werber für das Ziel des Führers fein sollten, nämlich das ganze Volk zu gewinnen. Jeder alte Kämpfer solle durch feine persönliche Haltung ein Garant dieser Haltung sein und damit auch des Ruhmes der ersten Bahnbrecher des Nationalsozialismus bleiben. v Mit großer Begeisterung wurde der Gauleiter empfangen, der jeden der ihm feit Jahren bekannten Getreuen persönlich die Hand drückte und dabei mit den alten Kämpfern herzliche Worte der Kameradschaft wechselte. Nach dem gemeinsamen schlichten Abendessen nahm der Gauleiter militärisch kurz, aber deutlich und eindeutig das Wort. „Ohne Rücksicht auf das persönliche Wohlergehen wurde die Idee gegen härtesten Widerstand vorwärts getrieben. Als wir unseren (Eintritt in die Bewegung unterschrieben, taten wir es bedingungslos und ohne ein Versprechen zu erhalten. Was wir beim Eintritt in die NSDAP, unterschrieben haben, wollen und werden wir bedingungslos und selbstlos weiter treiben und beibehalten, komme was da mag.“ ♦ Die Ehrengäste. Als Ehrengäste hatten sich zu dem Gautag, und auch zu dem Generalappell, als Vertreter der Wehrmacht die Generäle D o l l m a n n und fanden, als Vertreter der Reichsleitung Reichsleiter Dr. Frauendorfer, Stellvertr. Reichsorgani- Reichsleiter Dr. Frauendorfer, Reichsorganisationsleiter Schmeer, Gebietsinspekteur Manderbach- Köln, Reichshandelsführer Dr. L ü e r • Frankfurt a. M., als Vertreter der hessischen Regierung u. a. Verwaltungsdirektor Löwer- Darmstadt, Ministerialrat Ringshausen, Ministerialrat v. Z e n g e n , der Landesforstmeister, der Gaujägermeister, die Kreisdirektoren der hessischen Kreise, sowie die Landräte aus den preußischen Kreisen des Gaues, als Vertreter der Poli- zeit Landespolizeigeneral P o t h e n - Frankfurt a. M., Oberst Pfeffer-Wildenbru ch-Frank, furt a. M., sowie der Kommandeur der hessischen Landespolizei Oberst Jacobsen, als Vertreter der SA. Gruppenführer B e ck e r l e - Frankfurt a. Main, Gruppe Hessen, Gruppenführer Luyken- Mannheim, Gruppe Kurpfalz, Gruppenführer S t e i n h o f f - Koblenz, Gruppe Westmark, sowie ämtliche Brigadeführer der im Gaubereich liegenden Grupen, von der SS. Brigadeführer Hildebrand als Vertreter des SS.-Abschnittes Rhein mb SS.-Oberführer Unger- Kassel für den Ab- chnitt 30, vom Arbeitsdienst sämtliche Gruppen- ührer des Arbeitsgaues 25 mit dem Gauarbeits- ührer F a a tz , von der Fliegerlandesgruppe 11 Zandesgruppenführer Schädel. Ferner waren die Hinterbliebenen der im Dienst der Bewegung im Bereich des Gaues Hessen-Nassau Gefallenen Ehrengäste des Gautages. Auch das NSKK., das Luftamt und die preußischen Regierungsbehörden innerhalb des Gaues hatten Vertreter entsandt. 9 * Eine Riesenarbeit der Gauleitung und der Darm- tädter Parteigenossen war geleistet, damit Auf- narsch, Unterbringung und Verpflegung der Mas- en reibungslos und auf die Minute klappte. Es gab nur wenige Haushalte in Darmstadt, in denen keine Einquartierung lag. Die Darmstädter Einwohner haben sich wieder einmal als freudige Gastgeber erwiesen. In ununterbrochener Folge liefen am Samstag und in der Nacht zum Sonntag 78 Sonderzüge ein. Musik und Gesang kündete immer neue Gäste an. Darmstadt wurde beherrscht vom braunen Ehrenkleid der politischen Soldaten Adolf Hitlers. Die Uniformen der SS., der Abzeichen anbietenden Flieger, der Landespolizei verschwanden ast unter dem Braun der politischen Leiter, der SA. und der HI. Hr.127 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag, 3. Zum 1935 Die Abenteuer des Autos. Oie aufregenden Erlebnisse seiner Erfinder und seiner ersten Meister. — Von der Benzinkutsche bis zum Grand prir!914. Von Lldo Wolter. iil Die „rasende Petroleumlampe". Der fünfte Automobilbesitzer überhaupt und erste Autofahrer der Reichshauptstandt war der Begründer der Firma Hertzog. Noch heute führt der Wagen des jetzigen Besitzers die Nummer I A 1, die man ihm aus Gründen der Pietät gelassen hat. Es war auch wirklich nicht so einfach, damals das Auto in Berlin einzuführen. Schon als Hertzog die Absicht verlauten ließ, sich einen Wagen zuzulegen, beschworen ihn Freunde und Bekannte, davonn abzustehen. Man hielt es für Mord, sich so einem Gefährt anzuvertrauen. Niemand glaubte ernsthaft daran, daß diese knatternden, stinkenden Kasten jemals die vornehme Kutsche, auf keinen Fall aber die Dier- und Sechsspänner verdrängen würden. Außerdem hatte das Fahren noch seine Schwierigkeiten. Selbst die Erfinder glaubten nicht, daß ein Fahren mit dem Motorwagen bei starkem Winde möglich sei. Schon die hohen Aufbauten boten den Böen starken Widerstand. Hinzu kamen die primitiven technischen Einrichtungen. Das Steuerrad war unbekannt, ein Steuerknüppel, der infolge des hohen Kutschbaues eine beträchtliche Länge aufwies, bewegte die Vorderräder. Bei starken Kurven kostete es Mühe genug, ihn schnell genug herumzuwerfen, damit man nicht von der Straße geriet, Brüche waren nicht selten. Die ver- schiedenen Geschwindigkeiten wurden nur durch einen einzigen Hebel geregelt, der einen Riemen über einer Riemenscheibe bewegte und dadurch schaltete. Da der Riemen oft genug riß, beschränkten sich die Fahrer meist auf eine Geschwindigkeit. Am schlimmsten war es mit der Zündung. Sie war das Haupthindernis für eine Fahrt im Winde. Gezündet wurde mit einer kleinen Petroleumlampe, die einen Porzellanzylinder zum Glühen brachte. War die Geschwindigkeit mäßig, ging alles in Ordnung. In dem Augenblick, wo ein Berg erreicht wurde, mußte man aussteigen und die Motorkutsche hinaufschieben. Bei der sausenden Talfahrt, bei der sich oft genug die Lederbremsen aufrieben, erlosch die Lampe. Dann begann die Arbeit des Zündens von neuem. Bei starkem Wind oder böigem Wetter war diese Lampe nun überhaupt nicht in Brand zu bekommen. Selbst die größten Automobiltechniker jener Zeit waren überzeugt, daß ein Fahren bei Wind ein Ding der Unmöglichkeit bleiben würde. Als H e r tz o g seinen Teufelskarren nach Berlin brachte, ging es ihm, wie allen anderen zuvor. Ein Riesenauflauf, Gelächter, Zurufe, Kopfschütteln, wohlmeinende Ratschläge, wieder zur Kutsche zurückzukehren, Todesängste innerhalb der Familie und eine Reihe von weiteren Annehmlichkeiten. Der Berliner Witz hatte bald einen Namen für das Vehikel. In kurzer Zeit wußte ganz Berlin um die „Rasende Petroleumlampe" Bescheid. Die Berliner Gesellschaft verhielt sich ablehnend. Entweder man hielt sich feine Pferde oder man lief zu Fuß. Anderes wurde nicht anerkannt. Auto galt als nicht gesellschaftsfähig. Trotzdem blieb der erste Berliner Fahrer seinem Wagen treu. An einem Sonntag holte er einen Freund zu einer Spazierfahrt ab. Zischend, fauchend und rasselnd fuhr das Gefährt in die stille Straße „Am Karlsbad" ein. Fenster wurden aufgerissen, alles sah dem Ungeheuer nach. Hertzog hielt. Mit ungeheurem Getöse kam das Gefährt vor dem Haufe des Freundes zum Stehen. Bald ging die Fahrt zu Zweien weiter. Niemand ahnte die Folgen, die sie haben sollte. Am nächsten Tage erschien der Wirt in der Wohnung. Stumm legte er einen Brief auf den Tisch und verschwand. Er enthielt die Kündigung, weil durch den Wohnunasinhaber eine „derartige sittenwidrige Maschine" in die Straße gelockt worden war. Anschließend kam es dann zur Räumungsklage. Noch heute befinden sich die Akten einer ähnlichen Angelegenheit im Archiv des Berliner Kammergerichtes, in denen einer Exmission stattgegeben wurde, weil „der pestartige Gestank und der furchtbare Lärm" der Petroleumkutsche den guten Ruf und das bürgerliche Ansehen des Mietsherrn für immer schädige... Matter von Molo kann nicht mehr hatten. Zu den ersten Fahrern gehörte auch der Dichter und damalige Ingenieur Walter von Molo. Ausgerüstet mit bis unter das Kinn geschlossenem Staubmantel, Sturmhaube und Brillenmaske jagte er durch die Berliner Straßen. Irgendwie hatte er die damals noch äußerst geheimnisvollen und sich widersprechenden Vorschriften für Höchstgeschwindigkeiten überschritten. Ein Schutzmann forderte zum Halten auf. Als der Verkehrssünder dem Befehl nicht nachkam, griffen zwei berittene Schutzleute, denen bei der wilden Jagd einige weitere folgten in das Geschehen ein. Zuletzt raste eine ganze Kavalkade dunkelblauer Gestalten mit Pickelhaube und geschwungenem Säbel hinter dem unglückseligen Opfer her. Vergeblich, daß der Verfolgte zu halten suchte. Fluchend mußte er bei der wilden Jagd feststellen, daß irgendetwas nicht in Ordnung und der Wagen nicht zum Stehen zu bringen war. Keine Schaltung half. Schließlich riß sogar noch die Steuerübertragung. In wilden Kurven, dicht an dem Bürgersteig vorbei, ging die tolle Fahrt zur Stadt hinaus. Entsetzt drängten sich die Spaziergänger an die Mauer. Kutschpferde wurden wild. Vorüber an den derben Flüchen der Lenker raste der Wagen mit seinem ihm hilflos ausgelieferten Opfer davon. Erft draußen vor der Stadt, im heutigen Char- lottenburg, brachte dann der Gegenwind das Gefährt langsam zum Stehen ... Daß der Wagen durchging und dem Fahrer nicht gehorchte, kam mehr als einmal vor. Am Boden der meisten Typen befand sich eine Schraube, die immerfort nachgestellt werden mußte, damit der Wagen in Fahrt blieb. Auch der Luft- und Gas- Hebel mußte stets bedient und neu eingestellt werden, damit keine Stockungen eintraten. Die ersten Wagen verfügten über vier bis sechs PS. Gerieten sie in Schwung, kamen sie an die Vierzig-Kilometer-Grenze heran. Explosionen waren nicht allzu selten. Manche Fahrer hatten darin bereits ihre Erfahrungen. Wurde es gefährlich, so sprangen sie ab, nicht ohne vorher die Brennstoffzuleitung abgesperrt zu haben. Während die ersten Wagen auf Dollgummi liefen, kamen mit der allgemeinen Verbesserung von Motor und Chassis die Luftreifen auf. Der schlechte Zustand der Chausseen, die auf keinen Kraftverkehr eingerichtet waren, brachte unzählige Reifenpannen mit sich. Zu einer gewöhnlichen Ausfahrt wurden zwei bis vier Refervefchläuche mitgeführt. Die Beleuchtung war Karbid. Da die Lampen noch sehr unvollkommen und halboffen waren, flackerten und stanken sie entsetzlich. Der Karbidgeruch machte die Pferde scheu. Oft genug hatte der Hotelgast in Japan. Von Alfred Wiedenbrück. Die blühenden Kirschbäume an den Ufern kleiner, stiller Gewässer, die Tempel und alten Pagoden durch einen zarten unerklärlichen Schleier der Gegenwart fremd geworden, das Geheimnisvolle der schmalen Gäßchen, der Häuser, stehen geblieben aus einer großen Vergangenheit, und überall der Schatten von Jahrhunderten, das alles ließ uns, eine runde Stunde hinter Kyoto, in einem japanischen Hotel Rast machen. Es gab kein anderes in Nara. Vielleicht auch haben wir uns nicht erst bemüht, eines zu suchen. Und warum sollten wir nicht auch einmal das gastliche Heim der reisenden Japaner kennenlernen? Gab es denn da einen so großen Unterschied, von dem man uns des öfteren erzählte? Obwohl sich die Einrichtungen und die Art der Bedienung von den Anforderungen anderer europäischer Länder deutlich unterscheiden, ist es doch nicht schwer, die Vorschriften eines japanischen Hotels einzuhalten. Was gab es da schon? Bei der Ankunft wurde uns sofort das beste Zimmer gezeigt, das uns zur Verfügung gestellt wurde. Die Schuhe wurden ausgezogen; sie find in japanischen Häusern nicht erlaubt, also auch nicht in den Hotels. Die Hausschuhe, die bereitstehen, dürfen aber auch wieder nur auf den Gängen benützt werden, während es streng verboten ist, mit ihnen das Zimmer zu betreten. Schuld daran sind die Tatami. Die feinen, zarten, geflochtenen Matten, die man in allen japanischen Häusern findet, und die den spiegelnden, sauberen Boden bedecken. Das kleine Handgepäck kann mitgenommen werden, während das große Gepäck unweigerlich auf dem Flur seinen Platz findet, wieder um die berühmten Tatami nicht zu beschädigen. Dann wird das Nadochi gebracht. Es ist das Hotelbuch, in das man feinen Namen, fein Alter, feine Herkunft unb feinen Beruf einträgt. Der Preis wird sofort für das Zimmer ausgemacht, und auch die Dauer des Aufenthaltes. Damit wären die Formalitäten erledigt. Nun haben wir unser Zimmer. Es ist das schönste des Hotels. Wir sehen durch die breiten offenen Schiebefenster auf die Hügel, über die Dächer, und die blühenden Kirschbäume, das Heranwachsen einer Pagode und eines Tempels bringt uns den ganzen Zauber dieses Tages im fremden Haus. Das Zimmer ist hell und freundlich, obwohl es den Eindruck eines Gartenzimmers macht, das man in einem aus dünnen Gerten geflochtenen Hause bewohnt. Am besten ist es, den spiegelnden Boden nicht zu betreten und selbst auf den Matten lang' sam und fürsorglich zu gehen. Auch haben wir einen „heiligen Platz", wie er in jedem Zimmer zu finden ist. Es ist der „Tokonoma" und sieht wie ein Podium aus, das aus einem wundervollen kostbaren Holz an der einen Seite des Zimmers errichtet ist. Das Behüten dieses heiligen Platzes wird jedem Gast zur Psiicht gemacht. Auf dem Boden finden wir die feinenen, weichen Polster statt der Stühle, und es bleibt schließlich dem Gast überlassen, in welcher Art und Weise er sich auf diese Seide setzt. Das Klatschen der Hände erfüllt den Wunsch des Gastes, die Zimmermädchen herbeizurufen; das Klatschen ist zweifellos reizvoller als der Druck auf die elektrische Klingel. Das Bett wird gebracht, „wann immer es der Gast wünscht", es ist ein zierliches dünnes Geflecht, aber es schläft sich gut darin; es wird weg- getragen, wann der Gast ausgeruht hat; dafür dürfen aber die Türen und Fenster während der Nacht nicht geöffnet werden, welche Anordnung man „zu respektieren" ersucht. Die Häuser in Japan sind deshalb so gebaut, daß troß der geschlossenen Türen und Fenster niemand um seine Gssundhoit besorgt zu sein braucht, wie uns der Besitzer treu versicherte. Die angebotenen Nachtgewänder können angenommen ober ab gelehnt werben; die Japaner nehmen sie an, die Europäer lehnen sie entschieden ab. Das Frühstück wird europäisch dargereicht, kann aber auch nach der Sitte des Landes bestellt werden, was auch von den übrigen Mahlzeiten gilt; der Unterschied liegt bloß darin, daß die europäischen Speisen meist erst von einem Restaurant geholt werden müssen, wofür man den Weg und einen diesbezüglichen Aufschlag zu zahlen hat. Der Waschraum ist gemeinschaftlich; es macht keinen guten Eindruck, wenn man sich allein wäscht, auf feinem Zimmer. Wohl darf man sich auf feinem Zimmer rasieren. Das gemeinsame Bad ist üblich, kann aber auf dringendes Ersuchen beim Stubenmädchen für eine halbe Stunde reserviert werden. Die Badewanne ist nicht da, um sich darin zu waschen; das ist ein besonderes Kapitel. Der Japaner wäscht sich außerhalb der Badewanne, benützt bann bie Wanne, beim das Bad dient nur dazu, um sich „zu er- wärmen". Auf keinen Fall darf eine Seife in der Wanne benützt werden, da sie von allen übrigen Gästen benützt wird. Das Wasser bleibt bann immer gleich heiß, denn der Japaner liebt das heiße Bad. Die Bezahlung der Rechnung kann täglich geschehen. Frühstück und Abendbrot ist üblich; das Mittagessen wird eigens berechnet. Nach einem allen Brauch bekommt der Geschäftsführer ein Tee- gelb, „Chaida", was ungefähr breißig vom Hundert 1 ausmacht, und das Stubenmädchen zehn vom Hun- Fahrer Zusammenstöße mit rabiaten Kutschern, die mit der Peitsche nach den Wageninsassen schlugen, sich hinterdrein noch bei dem Gendarmen beschwerten und den Fahrer wegen Ueberschreitung der Höchstgeschwindigkeit anzeigten. Eine Anklage, der auch meistens stattgegeben wurde, da die Landjäger sehr wenig von Geschwindigkeit verstanden. Auffallend war die ungewöhnliche Höhe der ersten Kraftdroschken. Das ging auf eine polizeiliche Vorschrift zurück, nach der „ein großer Offizier" mit Helm oder ein großer Kavalier mit Zylinder" darin fitzen können mußte, ohne an die Decke zu stoßen. Die Vorschrift hielt sich sehr lange, bis die neue Wagenkonstruktion sie einfach über den Haufen warf. Erste Remisahtt 1894. Das erfte Autorennen der Welt wurde von Paris nach Rouen gefahren. Es wies eine Besetzung auf, wie sie später nie mehr bei einem Autorennen erreicht wurde. Gegen hundert Wagen stellten sich zum Start... Im Frühling 1894 hatte „Le petit Journal“, eine vielgelesene Zeitung, die bereits einige Jahre vorher eine Reihe von Preisen für das erste Straßenrennen von Fahrrädern gestiftet hatte, einen Aufruf erlassen, in dem Nennungen für ein Straßenrennen von Motorwagen, das von Paris nach einem noch näher festzulegenden Ziel und wieder nach der Hauptstadt zurückführen sollte, angefordert wurden. Fünftausend, zweitausend, tau- senfünfhundert und tausend Franken, sowie eine Reihe von kleineren Barpreisen winkten dem Sieger. Der Erfolg war ungeheuer. Don allen Teilen Frankreichs, sowie aus dem Auslände liefen Schreiben ein, in dem die Besitzer von Motorwagen ihre Teilnahme an dem Rennen ankündigten. Schwierige Verhandlungen mit den Behörden begannen. Als Gegenziel wurde schließlich, trotz des Protestes vieler Stadtbewohner, die sich gegen eine Invasion der Teufelskarren wehrten, Rouen bestimmt. Die zuerst geforderte Durchschnittsgeschwindigkeit von siebzehn Kilometern mußte auf Betreiben des Magistrats von Paris auf zwölf herabgesetzt werden, da die anfänglich geforderte Renngeschwindigkeit den Behörden für Straßen, Wagen und Menschen zu gefähr - l i ch erschien. Am frühen Morgen des achtundzwanzigsten Juli wimmelte es auf der Straße zur Porte Maillot bei Paris von Menschen. Zurufe und Gelächter gingen hin und her, man versprach sich einen ungeheuren Spaß. Einige Aengstliche hielten sich zurück. Sie wollten dem Start nur aus der Ferne zusehen. Zwischen der Menge rannten Heine Zeitungsverkäufer umher und riefen das „Petit Journal“ aus, dessen Verkauf ein Bombengeschäft für den geschäftstüchtigen Verlag wurde. Wie Schwärme weißer Tauben flatterten da unb bort, von winken- ben Händen lebhaft bewegt, Taschentücher durch die Luft. Paris, wie es sich auf dem Rennplatz von Auteuil uxid im Parterre der (Broten Oper zusam- menfanb, gab sich hier ein Stellbichein. Nicht all" der gemeldeten Fahrzeuge waren ein- getroffen. Aber was sich hier zusammenfand, war bunt genug. 26 Dampfwagen, darunter uralte Konstruktionen, sowie eine grobe Anzahl von Elektromobilen, Hybrowobilen. Wooen mit Gas- unb Preßluftmotoren, bie ersten Benzinbroschken und mechanisch betriebene Konftruktiansungetüme füllten den Platz. Bewunderung der Menge erregte ein Wagen, der mit „komprimiertem Was - f e r" getrieben wurde. Mehrere Stunden vergingen, bis die Wagen startfertig waren. Die Mmge wurde ungeduldig. Drei Leute wurden abgeführt, weil sie mit Steinen nach den Lenkern geworfen hatten. Endlich konnte dann der Start vonstatten gehen. Raffelnd, fauchend und zischend setzten sich bie Ungetüme langsam in Bewegung. Ohrenbetäu- bendesGetöselag über dem Platze. Ueberängst- liche zogen sich zurück. Sie befürchteten Explosionen. bert. Das Mäbchen kassiert ein. Da biefes Teegeld aber als unangenehm empfunden wurde, soll es abgeschafft werden. Das alles sieht etwas sonderbar aus; in Wirklichkeit aber verlieren sich diese sonderbaren Wünsche und Anordnungen; man lebt sich bald ein in dem fremden Haus. Man lernt die ganze Poesie dieses reizvollen Lebens kennen, man fühlt sich wohl in dem spiegelnden, leeren Zimmer, macht einen Umweg um die heilige Ecke, schreitet langsam über die weichen Matten, spürt die Behaglichkeit der Polster, die Gäste kommen, und man lernt die uralten Sitten des Anrichtens und Servierens des Tees, läßt sich das Einstellen der Blumen in die hohen, feinen, zarten Vasen erklären, was alles nach einem uralten Brauch vor sich geht. Und man empfindet schließlich die Harmonie, die von diesem Zimmer ausgeht, im Verein mit der Landschaft draußen, dem Blühen der Bäume, dem zwitschernden Sprechen junger Japanerinnen. Man sitzt da und läßt alles dieses Sonderbare auf sich zukommen, man kommt heim von Entdeckungsfahrten durch diese geheimnisvolle uralte Stadt, aus den sonderbaren Tempeln. Das hölzerne Geläut von Glocken hören wir, und vergessen es nimmer, den Gesang der Vögel, das Aufflattern der Wildenten aus dem Schilf. Und dann sind wir in der stillen Nacht allein, in diesem japanischen Hotel; allein, wie in einem privaten Zimmer. Und haben deutlich das Gefühl, daß es so sein muß, alles, wie man es von uns verlangt, wie sich dieser Tag abspielt, damit wir die Seele dieses Landes, das Fremde so verspüren, wie es uns am angenehmsten ist und am sichersten in uns zur schönen Erinnerung wird. Diese Tage in einem japanischen Hotel. Tlamensimerftoürbigfeifen in der Literatur. Bei vielen primitiven Völkern geht vom Namen eine geheimnisvolle Kraft aus, und er ist in ihrer Dorstellungswelt ebenso verletzlich wie der Mensch selber. Man darf ihn nicht ungestraft aussprechen, wenn man. Böses im Schilde führt. Aber auch die Menschen unseres Zeitalters hegen noch im Unbewußten den Glauben an eine magische Verbundenheit von Namen und Namensträger. Fontane sagte einmal: „,Es ist merkwürdig, daß manchem Namen etwas wie eine mystische Macht innewohnt, eine Art geistiges Fluidum, das in rätselhafter Weise weiterwirkt." Bekannt ist Goethes Ausspruch, daß der Name um den Menschen nicht bloß wie ein Mantel sei, „an dem man allenfalls noch zupfen und zerren kann, sondern ein vollkommen passendes Kleid, ja wie die Haut selbst Manchmal sah es wirklich so aus, als ob einer dieser Rennwagen indieLuftgehen wollte. Ein großer Teil blieb nach den ersten hundert Meter liegen. Die anderen ächzten, in Staub- und Dampfwolken gehüllt, durch die Landschaft. Mit an= spornenden Zurufen lief die Jugend neben den fauchenden Ungetümen her. In vielen Dörfern, durch die die Fahrt ging, hatten die Bauern Türen und Fenster verschlossen und sich indieHäuserverkrochen. An anderer Stelle waren vor dem Dorfeingang Steinbarrikaden errichtet, die erst beiseite geräumt werden mußten. Ein Dampfwagen, der sich tapfer hielt, leistete gute Dienste. Mit seiner ungeheuren Zentnerlast fuhr er knirschend über jeden Widerstand hinweg. 126 Kilometer betrug die Rennstrecke. Von den gestarteten Fahrzeugen erreichten fünfzehn das Ziel. Sieger wurden zwei französische Wagen. In fünf Stunden und fünfzig Minuten bewältigten sie mit einem Stundendurchschnitt von über zwanzig Kilometer die Strecke und teilten sich den Preis. Der Erfolg für die langsam aufblühende deutsche Automobilindustrie war ungeheuer. Beide Firmen Panhard-Levassor und Peugeot, die die Siegerwagen stellten,, hatten Daimler- Motoren in ihren Wagen. Der errungene Sieg wurde entscheidend für den Aufstieg des Daimler- Motors. An fünfter Stelle lag ein deutscher Benzwagen. Sowohl die Wagen und Motoren von Daimler als auch von Benz fanden jetzt mehr noch als in ihrem Vaterlande, wo man sich ablehnend verhielt^» ungeheuer schnellen Eingang in Frankreich. Beide Werke wuchsen. Mit der immer stärker werdenden wirtschaftlichen Kraft konnten sie auch den Kampf gegen das deutsche Vorurteil gegenüber dem Motorwagen aufnehmen. Kehrten zuerst die Benzwagen über Frankreich und England nach Deutschland zurück, so hatte das Werk solche Tarnung bald nicht mehr nötig. Wer weiß, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn das Rennen von Paris nach Rouen unb der damit verbundene ungeheuere Verkaufserfolg nicht gewesen wäre ... (Fortsetzung folgt!) Aus der Pwvinzialhauptstadi. Die Fliegers« als Erzieher. Als Element des Kampfes wird die Fliegerei nur die als wertvollste Träger sehen, denen höchste männliche und menschliche Eigenschaften die Grundlagen ihrer Leistungen bilden. Sorgfalt in der Erstellung der Segelflugzeuge ist die Grundvoraussetzung, rein materiell gesehen, guter Flugeigenschaften des gebauten Flugzeuges. Aus der Sorgfalt gepaart mit der Verantwortung für das Leben der fliegenden Kameraden wächst der Wille zur wirklichen Leistung, auf der sich die fliegerische Leistung aufbaut. Darum wird der selbstlose Bau von Segelflugzeugen stets erzieherisch auf den Menschen einwirken, wie der Flugbetrieb Mut und Entschlossenheit erfordert und schult. Die Eigenschaften des Fliegers, die ihn zu feinem Kampf mit den Elementen der Natur befähigen, find keine anderen als die, die bas deutsche Volk in letzter Minute vor dem Abgrund retteten, und die es aufwärts führen werden, wenn es sich zu ihnen bekennt. Die Luftfahrt-Werbewoche ist nur ein Mittel, dem Volksgenossen die Bedeutung der Fliegerei vor Augen zu führen, damit es weiß, daß feine Opfer für hohe nationale Zwecke gegeben werden. Ausstellung „Gießen und die Lustfahrt". Die Ausstellung „Gießen und die Luftfahrt" im Saale des Cafe Leib ist feit gestern zum freien Besuch geöffnet. Eintritt ist frei für jedermann. Bornottien. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Aufforderung zum Tanz". ihm über und über angewachsen, an der man nicht schaben unb schinden b'arf, ohne ihn selbst zu verletzen." Es gibt Beispiele einer auffaüenb harmonischen Uebereinstimmung von Eigennamen unb ßebensumftänben, wie bei bem Chirurgen Zange- meister, bei bem Erfinber der Farbenphotographie ßumiere (Licht) ober bei dem Petroleumkönig Rockefeller (-Felsenspalter). Demgegenüber kennen wir auch komisch wirkende Widersprüche zwischen Namen unb Werk oder Lebensstellung eines Menschen, so bei dem Berliner Arzt Malade (-krank), ober bei der in der Goethezeit in Jena weitbekannten Köchin Henriette Hunger. In einem Aufsatz im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel zählt Hans B e i l h a ck eine Reihe solcher Zufälligkeiten auf unb erwähnt bie englische Bibliographie über bie Baumarten ber Welt von G. P. Ahorn (Washington 1926), eine Lutherbibliographie von Joh. Luther (Weimar 1910), bie Untersuchung über bie „Reform bes Fleisch-Verkaufes" von Eisbein (Danzig 1876), die „Wcmberungen burch Schwaben" von Gustav Schwab (Leipzig 1840), bas Werk von A. R e i b m a y r über bie Massage (Wien 1898), bie „Werkzeuglehre" von Beil, bie Untersuchungen über bip „Schallwirkuno" von Rodau (München 1870), bas „Lexikon ber Münzen" von R. Klimpert (Berlin 1896) unb den Pri- vatdruck von E. C. Bank über die Notenpresse (Leipzig 1923). Maria Apfelmann hat 1914 in Oranienburg bie „Vegetarische Hausmannskost" herausgegeben, unb F. W. Neger hat 1902 ben „Ursprung der Kokosnuß" untersucht. A. Wurm hat 1901 über „Blumenkohl unb Verwanbtes" geschrieben, unb Herta Kokott über „Liebesleben unb Sternenmacht" (Berlin 1925). Befonbers luftig wirken natürlich bie Fälle, in benen sich Verfaffername unb Werk in oft ironischer Weise wibersprech-m, so wenn der Direktor ber Würzburger Singschule Raimund Heuler seinem Beruf entsprechend Schrift m über Gesang erscheinen läßt. Nicht minder komisch kommt es uns vor, wenn ein M^nn nanrn* F. Ohnmacht ausgerechnet eine Schrift über „Gesunde Menschen" (Troppau 1926) veröffentlicht. Es mutet auch nicht sehr vertrauenerweckend an, wenn ein Verfasser mit dem Namen P. Zweifel ein Buch „Pläne und Hoffnungen für das neue Jahrhundert" drucken läßt. HochschuSnachrichten Professor Dr. Hans Bartels, Extraordinarius für Physik an der Universität Breslau, ist zum ordentlichen Professor in ber Falultcck für allgemeine Wissenschaften an ber Technischen Hochschule Hannover ernannt worden. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der Ausgabe vom Samstag die Veröffentlichung des Romans „Und dennoch, nur du ..von Charlotte Prenzel zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers mit dem Abdruck eines neuen großen Romanwerkes, das bei allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land ungeteilten Beifall finden dürfte. Es handelt sich um das neueste Werk einer Autorin, die sich aus dem Gebiete des Zeitungsromans bereits einen vorzüglichen Namen gemacht hat, und deren Arbeiten sich bei einem sehr großen Leserkreise in ganz Deutschland ständig steigender Beliebtheit erfreuen: „Warum verkennst du mich, Barbara?" von Liane Sanden so heißt unser neuer Roman, der jedermann vom ersten bis zum letzten Kapitel in seinen Bann schlagen wird — ein groß angelegter Liebesroman, den besonders unsere weibliche Leserschaft mit der größten Anteilnahme verfolgen wird. Die allgemein geschätzte Verfasserin weiß genau, worauf es gerade bei einem in Fortsetzungen erscheinenden Roman ankommt, und sie versteht es, in einer dramatisch aufgebauten Handlung, in packenden Szenen und zu Herzen gehenden Schilderungen den Kampf um das schwer errungene Glück einer echten Leidenschaft eindringlich und überzeugend lebendig zu machen. Liane Sanden ist es gelungen, Phantasie und Wirk- lichkeitssinn, flüssigen Stil und geschickte Handlungsführung ihrem jüngsten Werk so zu verbinden, daß der Roman zu einer überaus genußreichen und fesselnden Lektüre wird; wir sind gewiß, daß er überall gefallen und den starken Erfolg haben wird, den er verdient. Veränderung in der Deutschen Arbeitsfront in Gießen. Mit Wirkung vom 1. Juni an ist der bisherige stellv. Kreiswalter der Deuschen Arbeitsfront in Gießen, Pg. Hahn von hier, als Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront und Kreisbetriebszellenobmann der NSBO. nach St. Goarshausen versetzt worden. Pg. Hahn tritt sein neues Amt sofort an. Er ist der jüngste Kreiswalter der DAF. im Gau Hessen-Nassau und wohl auch in ganz Deutschland. USD., Ortsgruppe Mitte. Lebensmillelsammlung. Im Bereich der Ortsgruppe Mitte wird am Mittwoch, 5. Juni, die Lebensmittelopferringsammlung durchgeführt. Die Sammlerinnen werden die erhaltenen Spenden in die Mitgliedskarten vom Lebensmittelopferring quittieren. Wir bitten deshalb die Hausfrauen, die Spenden sowohl als die Mitgliedskarten ab Mittwoch, vormittags 9 Uhr, bereitzuhalten. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemelnschast „Kraft durch Jreube“. Am Mittwoch und Donnerstag, 5. und 6. Juni, kommt das Kabarett der Komiker! Arbeitskameraden, sichert euch im Vorverkauf bei Musikhaus Challier, Frau Huntemann, der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, und bei den Orts- waltern der DAF. schnell noch Eintrittskarten. Ihr werdet es nicht bereuen, diese Veranstaltung besucht zu haben. Diese Veranstaltung wird das Gastspiel des Schumanntheaters noch übertreffen. Ganz Gießen wird wieder wochenlang von diesem großen Ereignis reden. Deutsches Lugendfest 1935. Gemeinsam mit dem Reichsminister des Innern, dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, dem Jugendführer des Deutschen Reiches und dem Reichssportführer findet auf Veranlassung des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und 1624 Höfe in Hessen-Darmstadt als Erbhöfe anerkannt. Nach einer in der „Deutschen Justiz" 1935, Seite 624, von Erbhofgerichtsrat im Reichsjustizministerium Dr. Hopp gegebenen Uebersicht über den Stand der Arbeiten an der Erbhöferolle sind im Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt in die von den Gemeindebehörden angelegten Verzeichnisse der Erbhöfe insgesamt 10604 Höfe eingestellt worden. Bei 8134 davon haben die Vorsitzenden der 48 Anerbengerichte im Anlegungsverfahren bis zum 1. Januar 1935 die Erbhofeigenschaft bejaht und diese Höfe in das sogenannte Gerichtliche Verzeichnis ausgenommen; bei 308 Höfen war bis dahin über diese Aufnahme noch nicht entschieden. Wegen mangelnder Bauernfähigkeit, insbesondere mangels Ehrbarkeit, Wirtschaftsfähigkeit, Reichsangehörigkeit und Deutschblütigkeit des Hofeitzen- tümers ist bei 7 Höfen die Aufnahme in das Gerichtliche Verzeichnis abgelehnt worden; diese Höfe werden mit dem Uebergang in das Eigentum einer bauernfähigen Person Erbhöfe. 2207 Höfe sind als zur Zeit nicht eintragungsfähig befunden worden, z. B. wegen Miteigentums mehrerer Personen; auch diese Höfe, die in einer besonderen Liste geführt und unter ständiger Beobachtung gehalten werden, werden Erbhöfe, sobald der Hinderungsgrund weg- gefallen ist. Gegen die Aufnahme bzw. Nichtaufnahme in das Gerichtliche Verzeichnis war bis zum 1. Januar 1935 in 1636 Fällen Einspruch eingelegt und Über 711 dieser Einsprüche noch nicht entschieden. 3n die Erbhöferolle eingetragen und damit endgültig als Erbhöfe anerkannt waren am 1. Ianuar 1935 im Bezirk Darmstadt 1624 Erbhöfe, davon 974 Ehegattenerbhöfe. In den 26 Oberlandesgerichtsbezirken des Deutschen Reiches mit 1543 Anerbengerichten sind 956 027 Höfe in das Gemeindeverzeichnis eingestellt und davon bis zum 1. Januar 1935 665 644 in das Gerichtliche Verzeichnis ausgenommen worden, während bei 65 372 bis dahin über diese Aufnahme noch nicht entschieden war. Wegen mangelnder Bauernfähigkeit wurde die Aufnahme abgelehnt in 5294 Fällen, und in die Liste der zur Zeit nicht eintragungsfähigen Höfe wurden 223 076 Höfe eingestellt. 3n die Erbhöferolle eingetragen und damit endgültig als Erbhof anerkannt waren bis zum 1. 3anuar 1935 322 437 Erbhöfe, davon 91 759 Ehegattenerbhöfe. Dr. Hop p schätzt — mit näherer Begründung — die endgültige Gesamtzahl der deutschen Erbhöfe auf etwas unter 700 000. Bei Anwendung seiner Schätzungsweise ergeben sich für den Oberlandesgerichts- bezirk Darmstadt voraussichtlich rund 8500 Erbhöfe. Volksbildung am 22. 6. und 23. 6. das Deutsche Jugendfest statt. Die gesamte 10- bis 18jährige Jugend soll sich an diesen Tagen zu sportlichen Wettkämpfen und Sonnenwendfeiern zusammenfinden. Zum Zwecke der Vorbereitung für diese Veranstaltung hatte der Oberbürgermeister der Stadt Gießen am Freitagabend zu einer Sitzung zusammengerufen. Die Leitung lag in Händen von Schulrat N e b e l i n g. Es waren erschienen Vertreter der Hitlerjugend und ihrer Unterorganisationen, Vertreter des Reichssportführers und der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen, ein Vertreter der Stadt und der einzelnen Schulgattungen. Der Kreispropagandaleiter mußte leider wegen Erkrankung absagen. In großen Zügen, gemäß den Richtlinien der Reichsministerien, wurde folgendes beschlossen: 1. Die Oberleitung für Stadt und Kreis Gießen hat Schulrat N e b e l i n g. 2. Die technische Durchführung der Wettkämpfe (Zusammensetzung des Kampfgerichtes usw.) tätigt für die Stadt die Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübunaen (Dr. M ö ck e l- m a n n), für den Landkreis Gießen der Kreisvertrauensmann des Reichssportführers (W. Mohr). 3. Die Kämpfe, an denen sich ausnahmslos alle nichtjüdischen Schüler beteiligen müssen, finden für das Jungvolk und alle anderen Zehn- bis Vierzehnjährigen am Samstag, 22. 6., für die Hitlerjugend und alle übrigen Fünfzehn- bis Achtzehnjährigen am Sonntag, 23. 6. statt. 4. Alle Jugendlichen in Gießen sind in Gießen auf verschiedenen Sportplätzen vereinigt. 5. Die Kämpfe des Landkreises finden voraussichtlich an folgenden Orten, die ungefähr den Sitzen der Gefolgschaften der HI. entsprechen, statt: a) Lollar, b) Großen-Buseck, c) Londorf, d) Beltershain, e) Grünberg, f) Lich, g) Hungen, h) Watzenborn, i) Leihgestern. An den genannten Orten bilden sich zur Vorbereitung baldmöglichst Ortsausschüsse, denen angehören 1 Vertreter der Partei, der Gemeinde, der HI., der Schule und der Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen. Die betr. Gemeinde ruft den Ausschuß zusammen. 6. Eine Sonnenwendfeier am Samstagabend wird von der HI. durchgeführt. 7. Nähere Anweisungen folgen im Laufe dieser Woche. Sportamt „Kraft durch Freude". In dieser Woche finden folgende Kurse statt: Montag: 21—22 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs. Dienstag: 19—21 Uhr: Fröhl. Sport- und Spielbetrieb, Universitätssportplatz. 21—22 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs. Mittwoch: 20—21 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs. 20—21 Uhr: Schwimmen, Volksbad. 21—22 Uhr: Schwimmen, Volksbad. Donnerstag: 20—21 Uhr: Fröhl. Gymnastik und Spiele nur für Frauen, Lyzeum, Dammstraße. 21—22 Uhr: Fröhl. Gymnastik und Spiele nur für Frauen, Lyzeum, Dammstraße. Freitag: 20—21 Uhr: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer, Lyzeum. 20—21 Uhr: Fröhl. Gymnastik und Spiele nur für Frauen, Heilanstalt. Samstag: 17—19 Uhr: Leichtathletik (Reichssportabzeichen), Universitätssportplatz am Kugelberg. . Die Kurse für Fröhliche Gymnastik und Spiele sind nur den Frauen vorbehalten. An allen anderen Kursen können Frauen und Männer gemeinsam teilnehmen. Erwerbt die Jahressportkarte zum Preise von —,30 RM. (einschl. Versicherung) bei der Sportlehrerin oder dem Sportlehrer in der Uebungsstätte oder auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, Tel. 2919, Sprechstunden von 10—13 und 15—17 Uhr. Kommt alle und seht Euch die Sportkurse „Kraft durch Freude" an, dann macht mit! Es ist niemand zu alt dazu! Linns-Feier. Nach mehrjähriger Unterbrechung wurde am Sonntagvormittag wieder eine Linn6-Feier im Botanischen Institut abgehalten, ßu der die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde e'mgeladen hatte. Mit 'einführenden Worten sprach Herr Universitätsprofessor Dr. K ü st e r über die Bedeutung Linnes und seiner Leistungen für die Botanik. Er sprach von Linnäs Stellung zur Systematik, seinem Bemühen und Streben nach einem natürlichen System und von dem Erfolge, das sein Bemühen um ein künstliches System gefunden hat. Professor K ü st e r kennzeichnete Sinne als den Mann und Forscher, der an der Wende der alten und der neuen Zeit stand: zur alten Zeit gewendet, betonte er die Unveränderlichkeit der Arten und schuf er das letzte und beste künstliche System; zur neuen Zeit gewendet, stellte er die Forderung eines natürlichen Systems und fand er Gedanken, die ihn mit Goethe und dessen Methamorphoselehre verbinden. Der Redner kam ferner auf die Eröffnung des neuen Gewächshauses zu sprechen, die vor wenigen Wochen stattgefunden hatte, lieber sie ist an dieser Stelle bereits eingehend berichtet worden. Herr Garteninspektor Nessel führte hierauf die in großer Zahl erschienenen Hörer durch die neu- eingerichteten Kalt- und Warmhäuser. ** 44 Jahre im Staatsdienst. Am 1. Juni d. I. ist der langjährige Hausmeister des Realgymnasiums Gießen, Herr Adolf Börner, infolge Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhe st and getreten. Herr Börner hat 13 Jahre dem Dragoner-Regiment Nr. 23 in Darmstadt angehört und wurde am 1. Mai 1904 als Pedell der obengenannten Schule eingestellt; hat also 44 Jahre dem Staate gegenüber seine Pflicht erfüllt. Lehrkörper und Schüler werden sich dieses pflichtbewußten Beamten stets gerne erinnern. Herr Börner ist seit seinem Dienstantritt Bezieher des Gießener Anzeigers. ** 25jähriges Mieterjubiläum. Ein schönes Verhältnis von Mieter und Hausbesitzer besteht im Hause Mühlstraße 32, Besitzer Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier. Oberpostschaffner i. R. Gräf konnte am Samstag, 1. Juni, auf ein 25jähriges Mietjubiläum zurückblicken. Auch ist Herr Gräf feit dieser Zeit Leser seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. Rundfunkprogramm. Dienstag, 4.3uni. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Von Köln: Frühkonzert. 8.10: Don Stuttgart: Gymnastik. 8.30: Von Bad Salzschlirf: Frühkonzert. 10.15: Schulfunk. Wunder der Pflanzenwelt. Von Werner Reichardt. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Von Leipzig: Mittagskonzert I. 13.15: Von Leipzig: Mittagskonzert II. 14.15: Wirt- fchaftsbericht. 14.45: Sendepause. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. Lieder von Roderich von Mojsisovicz. 16.30: Die Türkei, die Pforte nach Groß-Asien. Ein Wirtschaftsbild von Dr. K. Kling- hardt, Frankfurt a. M. 16.45: Glas, ein wichtiger junger Werkstoff. Ein Zwiegespräch. 17: Von Königsberg: Nachmittagskonzert. 18.30: Meister Eckhardt. Ein Gottsucher der deutschen Mystik. Von Dr. H. Braun^ Frankfurt a. M. 18.45: Die deutsche Technik arbeitet an der Lösung des Rohstoffproblems. 19: Von Stuttgart: „Im Frühjahr, wenn die Vögel fingen". Eine bunte Stunde Volksmusik. 19.50: Politische Rundfunkwirtschaft. Vortrag von Dr. Otte von der Reichsrundfunkkammer. 20.15: Don Leipzig: Reichssendung: Stunde der Nation. Zum 125. Geburtstag Robert Schumanns. 21: 1 Humor der Faulheit. 2. Wenn man eine Reife tut — kann jeder etwas anderes erzählen. 21.30: Chor-Konzert. Altdeutsche Lieder. 22.20: Kleines Virtuosen-Konzert. 23: Von München: Volksmusik. 24: Auf den deutschen Kurzwellensender und Stuttgart: Sonne im Glas — Die Mosel singt. 1 bis 2: Nachtkonzert. Spreamunoen oer Redaktion. ' 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Zamslagnach- mittag geschlossen. Wamm verkennst du mich, Barbara? Vornan von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (S.) Nachdruck verboten. 1. Kapitel. Die großen weißen Flügeltüren nach dem Park waren weit geöffnet. Draußen lag die helle blaue Sommernacht. Die Umrisse der großen Kastanien im Park zeichneten sich schwach ab. Die weißen Blütenkerzen standen hoch und feierlich. Es sah aus, als wollten sie wetteifern mit den Kerzen, die hier im Saal in verschwenderischer Fülle brannten. Barbara von Stechow war sonst in allen Dingen eine sehr moderne Frau. Aber hier in dem großen Ahnensaale hatte sie kein elektrisches Licht geduldet. Auch heute, bei dem ersten Fest, das sie seit dem Tode ihres Mannes gab, war der Saal von diesem warmen, stillen Licht erhellt. Kerzen brannten in den kristallenen Wandleuchtern, die zwischen den Ahnenbildern der Stechows befestigt waren. Ihr Schein ergoß sich über die schweren alten Goldrahmen, aus denen die rassigen Frauengesichter unter den weißen Perücken sahen. Die herrischen Männer auf den alten Bildern schienen freundlicher du blicken in dem gedämpften Licht. Alle, wie sie da von den Wänden herabschauten, die Männer der Stechows aus fünf Generationen, sie hatten alle eins gemeinsam: den üppigen, lebensgenießerischen Zug um den stark ausgeprägten Mund. Eckehard von Mackenroth saß ganz am Ende der langen Festtafel. Er hatte zur Tischdame eine Penfionsfreundin der Hausfrau, Magdalena Ger- wig, ein zartes, scheues Geschöpfchen, das offenbar über die Kraft und den Glanz des Hauses hier in Erstaunen und Verwirrung geraten war. Magdalena gab auf Eckehards Fragen nur verlegen Antwort. Es kam kein richtiges Gespräch zustande. Eckehard war darüber nicht böse. Ihm war es am liebsten so. So konnte er doch still dasitzen und Barbara von Stechow beobachten. Sie saß am anderen Ende der Tafel. Er konnte sie gerade zwischen den großen sechsarmigen Leuchtern sehen. Ihr rostbraunes Haar leuchtete im Schein der Kerzen wie gesponnenes Gold. Ihr schmaler Kopf hob sich in seinen schönen reinen Linien wunderbar ab von dem Hintergrund der schneeweißen Wandtäfelung, die bis hoch zur Hälfte der Wand emporging. Schönste, du Schönste!, dachte er bei sich in einer heißen, schmerzlichen Sehnsucht. Traumverloren starrte er hinüber. Barbara von Stechow sah diesen Blick nicht. Sie sprach in ihrer etwas kühlen Liebenswürdigkeit mit ihrem Tischnachbar, einem hohen Beamten. Ihr schneeweißes Kleid verschwamm in eins mit dem Hintergrund. Ein einziger schwerer Brillant an einer schmalen Platinkette hing um ihren Hals und sprühte ein leuchtendes Feuer aus. „Raffiniert!" flüsterte ein magere, ältere Dame, Frau von Tschewnick, ihrem Tischherrn zu. „Sie weiß ganz genau, daß sie im Kerzenlicht mit ihrem roten Hexenhaar am besten aussieht!" „Ich finde, daß unsere schöne Gastgeberin immer am besten aussieht, gnädige Frau! Daß sie es gar nicht nötig hat, sich in Szene zu setzen!" Der Herr widersprach anscheinend harmlos. Aber er wußte, wie er die eitle, verblühte Frau damit traf. So setzte er hinzu: „Frau von Stechow ist in allen Beleuchtungen gleich reizend!" Franzka von Tschewnick lachte hart auf: „Nun ja, man weiß ja, Sie haben eine Schwäche für sie, mein lieber Direktor! Man kennt Ihre Schwäche für die Deutschen!" Direktor Geczy sah feine Nachbarin scharf an. Sollte das von dieser abscheulichen Tschewnick nur so dahingesagt sein? Oder verbarg sich dahinter eine tiefere Absicht? Er hatte schon so einiges gehört, daß man ihm höheren Orts mißtraute. Schon sah auch Direktor Geczys Frau mahnend herüber. Sie hatte nur einen Teil des Gesprächs gehört. Aber sie kannte ihren Mann. Dem saß das Herz leicht auf der Zunge. Das war in Zeiten wie den jetzigen gefährlich. Geczys Gesicht wurde ablehnend: „Gnädige Frau, ich bin ein Mensch, der sein Lebtag nichts mit Politik zu tun haben wollte! 2ch bin ein ebenso guter Patriot wie viele andere Leute, die das Wort »Patriotismus^ dauernd im Munde führen. Ich sehe mir die Menschen daraufhin an, was sie wert sind und was sie leisten." „Aber Frau von Stechow scheint anderer Meinung zu sein. Warum beschäftigt sie denn auf ihren Gütern nur Deutsche?" „Wirklich?" fragte Geczy ironisch zurück. „Ich habe immer gedacht, daß zum Beispiel der Ober- mspektor Rockesch ein echter Tscheche wäre." Er wies mit einem Kopfnicken dorthin, wo der Kopf Rockeschs auftauchte. „Dafür ist der Zweite Inspektor wieder deutsch. Man munkelt sogar, ehemaliger Offizier, Herr von Geczy! Man munkelt weiter, daß unsere Wirtin, Frau von Stechow, mit diesem Mackenroth..." Herr von Geczy setzte hart sein Glas hin: „Was man munkelt, meine Gnädigste, sollte uns nicht bekümmern! lieber Klatsch sind wir doch erhaben nicht wahr? Uns würde es doch niemals emfollen, im Hause der Gastgeberin selbst über sie zu sprechen?" Frau von Tschewnick war feuerrot geworden. Sie hatte den ironischen Tadel in den Worten Geczys wohl verstanden. „Also sind wir uns ja einig", meinte Geczy gemütlich. Er hob sein Glas und trank mit einem ironischen Lächeln Frau non Tschewnick zu. Auch sie erhob ihr Glas. Aber in ihren Augen lag Aerger. Sie schwieg während der ganzen Tafel beharrlich. Geczy war darüber gar nicht böse. Wenigstens brauchte er sich mit dieser Giftspinne, wie er sie bei sich nannte, nicht weiter herumzuärgern. So gab er sich behaglich den Freuden der Tafel hin. Das Essen war bei Barbara von Stechow wieder einmal exquisit. Er kannte wenige Häuser, die so tadellos geführt waren. Gerade traf Barbara von Stechows umherschweifender Blick den seinen. Er hob mit einer verbindlichen Bewegung sein Glas. Barbara ergriff den Sektkelch und trank Geczy lächelnd zu. Er war einer der wenigen treuen Freunde, die sie hier hatte. Sie freute sich, ihn heute bei sich zu sehen. Es war ja das erstemal, daß sie seit dem Tode ihres Mannes Gäste in einem größeren Kreise bei sich versammelte. Frau von Tschewnick ließ ihren scharfen Blick umherwandern. Lächerlich, daß Geczy ihre Bemerkung über Barbara von Stechow und diesen Inspektor Mackenroth so als ein leeres Gerede abgetan hatte. Das sah ja doch ein Blinder, daß zwischen Mackenroth und der Stechow etwas war. Wie selbstvergessen die Blicke des jungen Deutschen an Barbara hingen! Die beachtete es nicht. Aber das war wohl nur eine Finte. Sie war eben vorsichtig und gewitzt. Sie wollte durch ihre scheinbare Nichtbeachtung Mackenroths das Verhältnis zwischen ihnen beiden vertuschen. Lächerlich, zu glauben, daß zwischen einer jungen Frau wie Barbara von Stechow, die seit zwei Jahren verwitwet war, und einem jungen Manne wie dem Mackenroth nichts sein sollte. Sie hat es ja ihrem Neffen, dem jungen Grafen Josef Bannosch, schon lange gesagt, daß er sich um Barbara bewerben sollte. Der dumme Junge hatte ihr niemals geglaubt. Schon zu Lebzeiten Albert von Stechows hatte sie ja überschaut, wie die Dinge werden mußten. Niemals konnte ein Mensch wie Albert von Stechow auf die Dauer in den Fesseln einer Ehe aushalten. Josef hätte sich beizeiten Barbara nähern müssen. Aber er hatte immer geglaubt, er käme noch zurecht. Inzwischen war ihm dieser Mackenroth in den Weg gekommen. Dabei hatte Josef es jetzt wirklich nötig, sich durch eine reiche Heirat zu rangieren. Sie wollte ihm gleich heute noch gehörig den Standpunkt klarmachen. Er mußte doch jetzt einsehen, daß Barbaras Besitztum in die Hand zu bekommen ein erstrebenswertes Ziel war. Schließlich wurde es einem ja auch zuviel, immer wieder für den leichtsinnigen Neffen pekuniär einzusprin» gen. Besaß Josef durch die Ehe mit Barbara Schloß und Gut Schedlowitz, so waren zwei Dinge erreicht: man war selbst entlastet, und Joses war Herr über eins der größten Güter des Landes. Höheren Orts würde man sich sicher auch dankbar zeigen, wenn es der Familie von Tschewnick gelang, diesen Besitz durch Heirat wieder in die Hände einer alteingesessenen Familie zu bringen. 2. ’ Kapitel. Barbara von Stechow ahnte nichts von den Gedanken Frau von Tschewnicks. Sie saß schön, hochmütig und ganz große Dame oben am Kopfende der glänzenden Tafel. Es klappte alles tadellos. Die Speisen, von ihrer alten böhmischen KScynr, der Marpha, angerichtet, konnten jeden Wettbewerb aufnehmen. Die Diener und Stubenmädchen servierten lautlos. Die Tafel war geschmückt mit dem alten Porzellan der Stechows. Zwischen dem Dunkelblau und Gold des Randes war das Wappen der Stechows aufgeprägt. Das gleiche Wappen trugen die kristallenen Gläser mit den goldenen Rändern und das schwere Tafelsilber. Zwischen all den schimmernden Geräten in Kristall und Silber schlangen sich duftige Ranken von frisch erblühten Sommerblumen. Der Gärtner hatte seine ganze Kunst aufgeboten, um die Tafel zu schmücken. In bunten Büscheln waren immer abwechselnd rote, lichtblaue und zartgelbe Blumensorten aneinander gebunden. In gleich breiten Girlanden lagen sie auf dem schneeigen Weiß des Damasts. Barbara von Stechow sah die Tafel entlang. Da faßen sie alle, die zu den Zeiten ihrer Ehe mit Albert von Stechow hier im Hause verkehrt hatten. Sie hatten die Jagden mitgeritten, sie batten die Gastfreundschaft von Schloß Schedlowitz in vollem Maße genossen. Albert von Stechow konnte nie genug Menschen und nie genug Betrieb um sich haben. Je lauter und lustiger es in seinem Hause zuging, um so wohler fühlte er sich. Barbara hatte es sich anders gedacht, als sie, kaum zwanzigjährig, Albert von Stechow die Hand reichte. Sie hatte sich in ihn verliebt — blind, ohne zu denken. Sie hatte ihm ihr ganzes heißes Herz und ihre ganze gläubige Jugend entgegengebracht. Auf einer Schiffsreise, die sie mit ihren Eltern machte, hatte sie Stechow kennengelernt. Drei Tage waren sie zusammen, als er schon um sie geworben hatte. Bei dem ersten Worte schon hatte sie zitternd, erglühend vor Seligkeit und Liebe sich ihm ergeben. Die Welt um sie schien verwandelt zu sein. Sie sah, sie horte nichts mehr als diesen großen, schön gewachsenen Menschen mit den sprühenden, dunklen Augen, die so eigentümlich zu dem fast weißen Blond des Haares kontrastierten, (Fortsetzung folgt!) In Berlin beginnt die Gommerspielzeit. Theaterbrief aus der Neichshauptftadt. In einem der letzten Theaterbriefe wurde bereits angebeutet, wie sich in der zweiten Hälfte der Spielzeit, nämlich seit Beginn dieses Jahres, eine allgemeine Lähmung über die Theater legte, die sich in der verantwortungslosen Unentschlossenheit der Direktoren und in einem Spiel» plan ausdrückte, der immer unzeitgemäßer wurde, weil er sich von den „Erfolgen" der letzten Jahrzehnte nährte. Dieser Zustand hält an, denn das Plakat „S o m m e r s p i e l z e i t" kann nun erst recht allem Mangel an Wagemut zum Vorwand dienen. Da ist das Renaissance-Theater. Es hat vom Septemberanfang bis jetzt nur eine Aufführung gebraucht („Lady Windermeres Fächer" von Wilde) und eine solche Erfolgsserie sollte dazu verpflichten, auch einmal etwas zu wagen und einen jungen deutschen Autor aufzuführen? Keineswegs. Man sucht die alte „Pension S ch ö l l e r" aus der Mottenkiste, einen bewährten Schwank, dessen „Handlung" darin besteht, daß ein abenteuerlustiger Prooinzonkel die Bewohner des harmlosen Pensionats für eine Schar von Irren hält, dessen „Geist" sich darin erschöpft, daß Im Kurfürstendamm-Theater taucht eine Art Volksstück auf: „Die elf Teufel" von Georg Fraser. Das sind die Elf einer Fußballmannschaft, an ihrer Spitze der Mittelläufer Franz Vogl, der Führer im kommenden Olympiaspiel. Wenn nun dargestellt wird, wie sich die Tochter des Sportkantinenpächters und Franz lieben, wie sich Franz verlassen glaubt und daher seine Mannschaft verläßt, um im letzten Augenblick doch wiederzukommen und das große Spiel zu retten, so mischt sich in das sportlich-frische Element des Stücks noch allerlei Alt-Heidelberg-Sentimentalität, so kommen noch Töne vor, die dem Geist des Sportplatzes und des Kampffeldes sehr fremd sind. Der Beifall gilt dem Spielleiter Jürgen von Alten und den Darstellern Hans Brausewetter und Maria P a u d l e r. * Einen ebenso ernsthaften wie mutigen Vorstoß in das Reich zeitgenössischer Dramatik unternahm wenige Tage vor Schluß seiner Spielzeit nur das Staatstheater. Die Uraufführung des Schauspiels „Stimme km Stürm" von Friedrich W i f ch m a n n ist in ihrem dichterischen Ergebnis gewiß kein großer Gewinn für das deutsche Drama; aber das Bekenntnis der besten Sprechbühne des Reiches zum ehrlichen Ringen der jungen Dramatiker ist allein schon Tat, Verdienst und Beispiel. — Wischmanns dramatischer Erstling stellt den Versuch dar, Theodor Storms „Schimmelreiter" aus den epischen Bezirken ins Drama hinaufzusteigern. Das mißlingt. Die Bauern aber, die fünf Akte lang ihre sturmflutbedrohte Hallig verlassen wollen, dann doch bleiben, weil der knorrige Deichvogt durch Selbstmord die Insel entsühnt hat und damit erreichte, was seine Ueberredungskünste in vier Akten nicht durchsetzten: auszuharren im gefährlichen Leben auf der angestammten Scholle — sie haben alle echte Farbe, ihre Welt ist atmosphärisck dicht. Der Autor entgeht auch der ideologischen Behandlung des Themas von Blut und Boden, wie sie heute Mode ist. Wenn die Aufführung trotz der dramatischen Schwächen und der bühnenmäßigen Unerfahrenheit des Dichters zu einem Achtungserfolg für ehrliches Bemühen wird, fo darf fick der Autor vor allem bei dem Deichvogt Friedrich K a y ß l e r s bedanken, der aus feiner schauspielerischen Substanz der Rolle alles gibt, was der Dichter in Andeutungen stecken bleiben läßt. Jac. ein Schauspieleleve einen Sprachfehler hat, dessen Höhepunkt erreicht ist, wenn zwei in Leopardenfelle gehüllte Hunde auf die Bühne gebracht werden. Es gibt bekanntlich Theaterabend, an denen nicht der Autor durchfällt, sondern das Publikum: das war ein solcher. * Auch das Theater in der Behren st raße unter der Leitung des filmbekannten Ralph Archur Roberts ist mit einem einzigen Stück („Ehe in Dosen"), über den Winter gekommen, aber auch hier denkt man nicht an Erneuerung und Auffrischung, sondern fährt im ausgeleierten Gleise weiter. Dabei entsteht denn ein so zweideutiger Schwank wie „Meine Tochter — deine Tochter" von Leo Lenz und R. A. R o b e r t s , eine jener Don-Juan- und Schwerenöterkomödien, die schon 1914 keinen Zusammenhang mit der Zeit hatten, die heute vollends unter jeder Kritik liegen. Diese Posse erreicht ihren Gipfel, wenn am Ende des zweiten Aktes auf der Bühne ein Dutzend Vasen zerschmettert wird. Auch dort ist das Publikum durchgefallen. * Ganz anders steht es im Theater des Volkes. Hier wird „Frau Luna" neu herausgebracht, die Operette von Paul L i n ck e, deren Melodien. einst die Schlager des Berlin von 1900 waren, und die auch heute noch nicht vergessen sind, wie sich denn „Frau Luna" immer als der Begriff der fast schon klassisch gewordenen Berliner Operette erhalten hat. Wenn sie jetzt unter der Leitung des Komponisten und unter der theatralisch glänzenden Verwaltung Walther Brügmanns aufersteht, wenn sie sich als große Revue vorstellt mit prunkenden Auszügen, farbenprächtigen Tänzen und sprühenden Bühnenbildern, so kehrt sie in ein Dasein zurück, aus dem sie niemals geschieden war, und ihre Wiedergeburt wird mit berechtigtem Jubel begrüßt, an dem auch die Mitwirkenden ihren Teil haben: Friedel Schuster, Hans Brausewetter, Lotte Werkmeister, Friedel P i s e 11 a, Curt Vespermann. Gewagter ist schon der Versuch des Deutschen Theaters, Restroys alte Zauberposse „L u m- pacivagabundus" wieder aufzuführen, wenn auch die Bühne einen neuen Vorhang erhalten hat, der mit einem Motiv aus Restroys Zauberwelt bemalt ist, wenn auch die Musiker Biedermeierfräcke tragen, wenn sich auch die liebenswürdige Spielleitung Hans Hilperts bemüht uns in das Wiener Zaubergötterreich von 1830 einzuführen — der Versuch gelingt nur kraft einer komödiantisch beschwingten Darstellung: Heinz Rühmann, den man vom Film kennt, Otto Wernicke, der sich nach seinem Michael Kohlhaas als saftiger Komiker erweist, und Günter Langenbeck bilden ein treffliches liederliches Kleeblatt. * Im Komödienhaus sehen wir ein Schauspiel, dessen Handlung durch den gleichnamigen Film bekannt wurde: „Die Insel" von Harald B r a 11. Mit der Insel ist die Washingtoner Botschaft eines europäischen Staates gemeint, deren Mitglieder im fremden Lande als geschlossenes Ganzes dazustehen und das Ansehen ihres Volkes zu verkörpern haben; wer das nicht vermag, hat sich aus dieser Gesellschaft selbst auszuschließen. Fünf spannende Akte, deren Unwahrscheinlichkeiten freilich im Film besser verdeckt werden als im Bühnenspiel, aber dennoch ein gepflegtes Theaterstück mit gehaltvollen Dialogen und scharf umrittenen Gestalten, die durch Theodor Loos, Alexander Go Hing und Heinz von Cleve dargestellt werden — in der Wüstenei dieser Sommerspielzeit immerhin eine Oase. * Wirtschaft. * Anbietung der 4,5 v. H. rumänischen Konsolidierungs-Anleihe von 193 4. Wie die Reichsbank mitteilt, brauchen die gegen den unbezahlt gebliebenen Teil der 4,5 v. H. Rumänen-Rente von 1913 (Schroederstücke) eingetauschten Stücke der obengenannten Anleihe nicht angeboten zu werden. * Der Zementabsatz im April. Der Absatz der gesamten deutschen Zementindustrie stellte sich im April auf 716 000 Tonnen, gegenüber 606 000 Tonnen im März, 365 000 Tonnen im Februar und 277 000 Tonnen im Januar. Die vorgenannten Zahlen sind mit früheren Versandmeldungen nicht vergleichbar, da diese nur den Absatz der verbandsmäßig zusammengeschlvssenen Zementindustrie umfaßten. Nhein-Mainische Mittagsbörse. Aktien fest. Frankfurt a. M., 1. Juni. Die Wochenschluß- börfe war nach etwas uneinheitlichem Beginn nach den ersten Kursen auf den Aktienmärkten weiter befestigt. Von der Kundschaft lagen in größerem Umfange Aufträge vor, denen sich auch die Kulisse, die zunächst etwa realisiert hatte, mit neuen Käufen anschloß. Das Geschäft war recht lebhaft, und in einzelnen Spezialwerten war die Umsatz- tätigteit sehr beachtlich. Aus der Wirtschaft lagen einige günstige Nachrichten vor, so die Dividenden- wiederaufnahme bei Voltohm mit 4 v. H. Die schwache Haltung der Goldvaluten und die erneute holländische Diskonterhöhung wurden viel beachtet. Sehr lebhaftes Geschäft wiesen am Elektromarkt AEG. mit 40,25 (39,50) auf, ferner gewannen Gef- fürel und Schuckert je 1,50 v. H. Lahmeyer eröffneten mit unverändert 132. Don Montanwerten setzten Harpener 1 v. H., Mannesmann und Buderus bis 0,75 v. H. höher, Stahlverein und Klöcknerwerke behauptet ein. Otavi-Minen gaben 0,50 RM. auf 18,50 nach. Größeres Geschäft hatten IG. Farben mit 151,25 bis 152,25 (151,75), Deutsche Erdöl lagen 2,25 v. H. niedriger, waren aber bald wieder 1 o. H. höher. Fest lagen Zement Heidelberg mit 121,50 (119,90), außerdem eröffneten Zellstoff- und Papier- aktien bis 0,75 v. H. fester. Sonst kamen zunächst zur Notiz: Eßlingen-Maschinen 86 (85,25), Westdeutsche Kaufhof 37,65 (37,50), Reichsbank 179,90 (180,75), Kunstseide AKU. 58,75 (59,40) und Schifffahrtswerte mit Rückgängen bis 0,65 v. H. Der deutsche Rentenmarkt lag weiterhin stark vernachlässigt und kursmäßig kaum verändert. Altbesitz incl. Ziehung nannte man mit 115,25, excl. Ziehung mit 114. Kommunal - Umschuldung mit 89,35, Zinsvergütungsscheine mit 90,10 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,25 lagen ebenfalls unverändert. Am Auslandsrentenmarkt setzten Ungarn bei lebhaften Umsätzen ihre Steigerung fort, vierprozentige Goldrente 13,50 (12,25), auch mexikanische und rumänische Anleihen notierten bis 0,40 v. H. fester. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark zusammen und die Kurse lagen infolge von einigen Gewinnmitnahmen etwas leichter. Die Grundtendenz blieb aber fest, und das Niveau lag zumeist über gestern Abend. Recht fest zur Notiz kamen noch Siemens mit 173,25 (170,75), RWE. mit 129 bis 128,25 (126,65), außerdem zogen Hanfwerke Füssen, Gebr. Junghans und Ilse Genuß je 1,50 v. H. an. Niedriger lagen Holzmann mit 97 (99). JG.-Farben gingen auf 151,50 nach 152,25 zurück, ferner brök- felten einige Montanaktien leicht ab. Höher waren noch AEG., Gesfürel und Deutsche Erdöl. Am Kassamarkt war die Haltung fest. Renten blieben sehr ruhig. Am Pfandbriefmarkt bröckelten einzelne Gold- und Liquidationspfandbriefe sowie Kommunal-Obligationen bis 0,25 v. H. ab. Stadtanleihen notierten bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Von fremden Werten lagen Ungarn später etwas leichter. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. S.A.-'SpoTt VfN.-N. Gießen siegt mit allen Mannschaften. vsS.-R. I — Sportfreunde Wehlar I 3:2 (1:0). Die für Gießener Verhältnisse zahlreich erschienenen Zuschauer erlebten am Samstagabend einen rassigen und sehr spannenden Kampf zweier fast gleichwertigen Mannschaften. Die Wetzlarer Sportfreunde spielten den Fußball, den man von ihnen erwartet hatte, und bewiesen, daß sie in der Spielkultur keiner Bezirksklassenmannschaft nachstehen. Die Ballbehandlung, besonders das Stoppen und die Körpertäuschung, trat bei ihnen sehr stark in Erscheinung und zeigte deutlich die Mängel der Gießener in dieser Beziehung. Die Gießener Mannschaft war bis auf Erben in gewohnter Aufstellung erschienen und zeigte besonders in der ersten Halbzeit guten Fußball. Bei größerer Entschlossenheit des Sturms hätte dieses Spiel schon in der ersten Halbzeit entschieden sein müssen. Man sah immer wieder gut vorgetragene Angriffe. Die Kunst des Gießener Jnnensturms hörte aber im Strafraum auf. Der Schiedsrichter fand mit feinen Entscheidungen nicht immer Anklang bei dem Publikum. Spielverlauf: Die Gießener haben Anstoß und spielen zuetst gegen die tiefstehende Sonne. Beide Mannschaften beginnen das Spiel mit einem ungeheuren Tempo. Hierdurch wechseln die Kampfbilder ständig, aber vorerst können die beiden Hintermannschaften ihren Strafraum noch erfolgreich verteidigen. Ein plötzlicher Vorstoß des rechten Wetzlarer Flügels bringt ihren schußgewaltigen Halblinken in Schußstellung. Sein direkter Schuß prallt aber von der Latte ins Aus. Gleich darauf erzielen beide Mannschaften je eine Ecke, die aber ergebnislos verlaufen. Ein Zusammenspiel zwischen Wlv- d a r e ck und Szpvnik, Heß eilt dazwischen und sein Schrägschutz landet unhaltbar in der rechten Ecke. Die Gießener sind jetzt im Angriff. Ein Schuß von Erben und ein Kopfstoß von Heß hält der Wetzlarer Tormann glänzend. Die Gießener erzielen zwei weitere Ecken, die aber nicht verwertet werden. Dann rettet Hechler durch energisches Fausten in letzter Sekunde. Nachdem Leutheuser zur Ecke abgewehrt hat, ist Halbzeit. Sofort nach Wiederbeginn läuft Szpo - n i k durch, seine Flanke kommt zu Erb, der den Ball wuchtig an die Latte schießt. Den zurück- springenden Ball lenkt W l o d a r e ck zur 2:0-Füh- rung ein. Bei beiden Mannschaften macht sich das Tempo der ersten Halbzeit stark bemerkbar und das Spiel verliert für kurze Zeit an Niveau. Aber als die Wetzlarer nach guter Vorarbeit des Rechtsaußen und einer mißglückten Abwehr der Gießener Verteidigung auf 2:1 herankommen, ändert sich das Kampfbild vollkommen. In dem Maße, wie dis Gießener abfallen, kommen die Wetzlarer auf. Angriff auf Angriff rollt jetzt auf das Tor der Hiesigen, und der Mittelstürmer der Wetzlarer schießt zum Ausgleich ein. Die Führung der Wetzlarer schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Und wie lange die Gießener Hintermannschaft dem Druck der Wetzlarer standhalten könnte. Es war bitter für die Gäste, daß gerade in ihrer Drangperiode die Gießener überraschend das Siegestor schossen. Eine Vorlage des Mittelstürmers nahm Erb in vollem Lauf auf und schoß von 15 Meter auf das Tor der Gäste. Der scharfgeschossene Ball sprang von dem Fuße eines Verteidigers an dem verdutzten Tormann vorbei ins Netz. An diesem Ergebnis wurde bis xum Schlüsse nichts mehr geändert. Beide Mannschaften spielten sehr fair und blieben, trotzdem sie mit letztem Einsatz kämpften in den Grenzen des Erlaubten. VfB.R. Liga — DL. Wallau 4:2 (2:1). Die Wallauer haben in diesem Spiele gezeigt, daß sie von ihrer früheren Spielstärke nichts eingebüßt haben. In manchen Spielphasen konnte man feststellen, daß die Mannschaft in technischer Beziehung seit ihrem letzten Auftreten in Gießen noch vieles dazugelernt hat. Die Stärke von iynen lag in der einheitlichen Mannschaftsleistung. Besonders stark ausgeprägt war das Flügelspiel und die Schußfertigkeit eines jeden Stürmers. Zu Beginn des Spieles standen die Gießener mit: Hechler; Leutheuser I., Leutheuser II.; Lehrmund, Mund, Hauptfeld; Gräber, Szponick, Knaus, Erb, Heß. Hechler erledigte seine Aufgabe in gewohnt sicherer Weise. Die Verteidigung dürfte durch die Mitwirkung von Leutheuser I. erheblich gewonnen haben. Mund als Mittelläufer fehlt noch die nötige Spielübersicht, um diesen wichtigen Posten voll ausfüllen zu können. Die Außerläufer waren gut. Wenn auch durch die Umgruppierung des Sturmes das Verständnis untereinander öfter mangelte, so war er doch äußerst gefährlich. Dem Schiedsrichter unterliefen einige Fehler, die doch feine gute Leistung nicht beeinträchtigen können. Spielverlauf: Vom Anstoß an finden sich die Gäste überraschend schnell zusammen und können sofort eine Ecke erzielen. Der Halbrechte spielt den Rechtsaußen frei, dessen Schuß kann jedoch Hechler halten. Auf der Gegenseite schießt Szponick wider die Latte. Ein plötzlicher Flänkenwechsel der Gäste von rechts nach links, und der Linksaußen schießt in vollem Lauf unhaltbar in die äußerste rechte Ecke. Wallau führt mit 1:0. Jetzt werden die Gießener aggressiver. Aber vorerst können sie den gegnerischen Torhüter nicht überwinden. Als der Halblinke überraschend aufs Tor schießt, hält H e ch- l e r diesen Ball in großer Manier. Dann geht Erb allein durch, sein Schuß ist aber zu schwach und wird gehalten. Einen schonen Kombinationszug des Sturmes schließt Heß mit Kopfball ab, der aber über die Latte streift. Im Wallauer Strafraum setzt sich Heß gegen zwei Gegner durch, und gegen seinen Schuß ist der Tormann machtlos. Gießen hat ausgeglichen. Dann eilt Szponick auf halbrechts und erzielt die 2:1-Führung. Der Halbzeitpfiff unterbricht das Spiel im Mittelfeld. Nach Wiederbeginn spielt Lehrmund Mittelläufer, eine Maßnahme, durch die die Hiesigen an Spielstärke gewinnen. Wieder ist es Heß, der durch Kopfball ein weiteres Tor erzielt. Aber schon im Gegenangriff verkürzen die Gäste durch ihren Halblinken auf 3:2. In der letzten Viertelstunde setzt sich K n a u ß erfolgreich durch und stellt das Endergebnis 4:2 her. Weitere Torchancen werden von beiden Parteien nicht ausgenutzt. Mit dem Schlußpfiff ging ein Spiel zu Ende, das sowohl in seinen Leistungen, als auch in der Art der Austragung befriedigen konnte. VfB.R. Ila — Londorf I 5:2 (4:1). Die Gießener konnten sich mit der hohen Spiel- weise der Gäste nicht abfinden und hatten zeitweise schwer zu kämpfen, um der stürmischen Angriffe der Gäste Herr zu werden. Das Endergebnis entspricht dem Spielverlauf. Die Hiesigen verschossen einen Elfmeter. VfB.'R. Ilb — Mendorf I 8:2 (2:1). Die Allendorfer, Meister ihrer Klasse, wurden von den Hiesigen regelrecht überfahren. Sie konnten während des ganzen Spieles nie, zur Entfaltung kommen und wurden, nachdem sie durch das flache Spiel der Hiesigen zermürbt worden waren, auch in dieser Hohe verdient geschlagen. VfB.-R. I. 3gb. — Leihgestern I. 3gb. 3:1 (0:0). Die Gastgeber stellten auch in diesem Spiel den verdienten Sieger. Das Gegentor der Gäste fiel durch einen Elfmeter. Die Hiesigen spielten nicht in gewohnter Form. Die neuaufgestellte 3. Mannschaft errang gegen Vetzberg ein Unentschieden. Ein guter Anfang für die Gießener. Datum 6% Deutsche Reichsanleihe V. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6,/z% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4l/«% Deutsche Reichspostschatzanweisungen von 1934, I....... 6% ehem.8°/<, Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ V/i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6/t% ehem. Hess. Landes-Hypo- lhekenbank Darmstadt Lioui ... * y2% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.»Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. tov leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4y2% ehem.8% Franks. Hyp.°Bank Golvpse. 15 unkündbar bis 1985 t»y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp.. Bank'Ligu.'Psandbriese....... ey2% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.'Bank'Ligu.-Goldpfe..... < y2% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 < y2% ehem. 7% Pr.Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% desgl. von 1913.......... 6% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie ...................... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Berlin Frankfurt a.M. tur* börse 1.6. 31 5 1-6. 31.5 100,5 100,5 100,65 100,65 98,75 98,75 96,5 96,5 100,6 100,5 92,25 92,25 124 124 97,75 115,75 115,75 115,4 115,4 96,13 96,25 100,55 100,75 101,13 101 101 100,75 96,75 96,75 96,75 96,75 0 112 110,75 M;75 12,5 12,5 die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Die hinter den 96,75 106,25 96,75 106,25 119,13 170,5 131,75 112,13 103,25 96,75 106,25 96,75 106,25 5 6 132 99,9 89,9 32,5 1,45 12,65 12,5 12,75 14,5 7 7 107,5 115 164 133,5 100 89,25 133,5 99,4 88,75 108 113,9 97 121 134 . O . 0 . 0 . 6 . 6 »N .. 0 0 0 0 0 7 0 6 O 0 0 12 8 110,75 104 39,5 136 117,25 131,5 104,5 125,5 130,75 126,65 118,5 170,75 132 164 132 100,5 89 108 113,75 41,4 134 116,75 134 103 128,75 130,5 128,75 121 176 131,75 Schluß!. Abend« börse 107 114,75 100,13 97 103,4 100,13 97 103 100,25 97 104 100,13 97 103,25 41 136,65 116,4 135,25 104 127,75 131 128,25 120,25 173,25 132,25 Schluß« kurs 39,4 136 117,5 132,25 104 125,5 132 1,6 13 13,25 13 14,5 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co....... Siemens L Halske... LahmeyerLCo...... Schultheis Patzenhoser ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) . 33,75 1,5 13,13 13 13 14,5 99 I 119,9 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. s 33 1,6 12,25 12,4 12,5 14,65 Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cemantwerk Karlstadt.. A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschast... 5 Licht und Krast ........... 6y2 Felten & Guilleaume.........O Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren ... Deutsche Linoleum... Orenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade .............. Accumulatoren-Fabrik Conti-Gumml....... Grttzner....................01 Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zucker.........91 Buderus ................. Deutsche Erdöl ............ Gelsenkirchener............ Harpener................. Hoesch Eisen—Köln^leuesseo Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse...... Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhrea •••••« Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Schluß« kurs Schlußk. Abend- börte Schlußkurs Scblußk. Mittag« börse Datum 31 5 12,5 7,3 6,13 39,25 33,25 35,5 91 121 92 93,75 93,75 180,75 1.6 12,5 7,5 10,4 6,3 39,75 33,13 35 91 120 92,5 94 94 179,9 31 -5 7,5 10,3 6,25 39,25 33,4 27 35,5 90,9 121 92 93,5 93,5 180 1.6. 7,25 10,25 6,13 39,9 33,4 27,25 35,13 90,5 120 92,25 94 94 179 Datum Mansselder Bergbau......... 8 31 5 119,5 1-6. 229 115,75 86 18,65 127,5 127 179 152 224,9 108,5 122,25 108,75 31 5 119,5 124 228,5 114,25 85,25 19 127,9 127 179,5 151 108 123 105,75 1.6 118 125,4 228,25 115,5 85,4 18,25 127,75 127,65 177,75 152,5 108,75 122,75 108 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . - 01/0/ Dlnntolier ............... Kokswerke ............••••.. 6 — Phönix Bergbau.............O — Rheinische Braunkohlen ..... 12 229 Rheinstahl................3 y2 114,75 Hamburg-Amerika-Paket ..... O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................O Dresdner Bank..............O Reichsbank ................12 Vereinigte Stahlwerke........o Ltavt Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....iy2 I. G. Färben-Industrie....... 7 Scheideanstalt............ 9 Goldschmidt ............. O Rütgerswerke........ 4 MetaUgelellschaft.......... 4 85,75 19 128 127 178 151,75 224 106,75 123,5 108,5 31.Mai 1 .Funi Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos SHtre-- 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,149 0,151 0,149 0,151 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,77 54,87 54,41 54,51 Danzig..... 46,65 46,75 46,71 46,81 London ..... 12,265 12,295 12,185 12,215 HelstngsorS.. 5,41 5,42 5,375 5,385 Paris ...... 16,35 16,39 16,325 16,365 Holland .... 166,93 167,27 166,98 167,32 Italien..... 20,51 20,55 20,51 20,55 Javan ...... 0,722 0,724 0,717 0,719 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,65 61,77 61,25 61,37 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,135 11,155 1L06 1LÖ8 Stockholm... 63,25 63,37 62,84 62,96 Schweiz .... 80,05 80,21 80,12 80,28 Spanien.... 33,76 33,82 33,83 33,89 Prag....... 10,325 10,34 10,36 Budapest ... Neuyork... 2,479 2,483 2,475 2,479 59,4 124 58,65 123 110,25 59,4 123,25 111,5 58 123 Banknoten. Berlin, 1 .Juns Geld Brief 121,75 122,5 122,13 122 Amerikanische Noten.............. 2,427 2,447 90 90,75 90,75 90,5 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 — — 133,9 136,5 Dänische Noten ................. 54,20 54,42 12,19 93 92,75 93,4 93 Englische Noten ................. 12,15 167,5 169,5 168 170,5 Französische Noten............... 16,265 16,325 — — 91,25 90,25 Holländische Noten............... 166,57 167,23 37,5 37,75 36,13 38 Italienische Noten................ 19,92 20,00 298 295,5 298 292,5 Norwegische Noten .............. 61,04 61,28 175 174 174 173,5 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling —— — 157,25 158 159 157 Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 62-,62 62,88 44,75 46 45,5 Schweizer Noten................. 79,89 80,21 94,5 - Spanische Noten................. 33,36 33,50 180 - 180 Ungarische Noten................ — — Abschluß des Äeutschlandfluges 1935. Oie Danziger Klemm-Kette siegreich. — Hervorragende Gesamtleistung. Der Deutschland flug 1935 ist zu Ende. Mit diesem Flug hat ein Wettbewerb seinen Abschluß gefunden, der der Geschichte der deutschen Fliegerei ein weiteres Ruhmesblatt hinzufügt. 154 Maschinen, eine Gesamtflugstrecke von 5534 Kilometer und 20 000 freiwillige Helfer — das sind Zahlen, wie sie in der ganzen Welt bisher einzig dastehen. Und einzig sind auch die Leistungen aller. Von 3 0 Verbänden m i f 154 Maschinen ist auf dem ganzen Flug nur ein einziger Verband, Weimar, ausgeschieden, 29 Verbände mit 138 Flugzeugen erreichten wieder den Startort. Sieger und Gewinner des Wanderpreises des Reichsluftfahrtministers Göring ist die Danziger klemm-kette, die mit vier Maschinen über die Strecke kam: nach ihr belegten die Reuner-Staffel Stuttgart und die Fünfer-Kette des Vorjahrssiegers Hannover die ersten Plätze. Auf dem letzten Teil der fünften Tagesstrecke am Samstag waren noch zwei Maschinen aus den Verbänden von Danzig und Halberstadt a u s geschieden. Die Strecke am Sonntag führte von Erfurt über Chemnitz zum Flughafen Halle-Schkeuditz. Don dort ging es im Gemeinschaftsflug unter Führung von Oberst L o e r z e r über Magdeburg nach Tempelhof. Von 154 hier vor sechs Tagen gestarteten Flugzeugen kehrten 139 über das Zielband zurück, nachdem sie eine fast 6000 Kilometer lange Fahrt hinter sich hatten — eine hervorragende deutsche Leistung. Das Ergebnis: 1. Flog. Danzig (Klemm L 25) 2. Flugr. Stuttgart (Klemm L 25) 3. Flog. Hannover (Klemm L 25) 4. Flog. Dresden (Klemm L 25) 5. Flog. Breslau (Klemm L 25) 6. Flog. Osnabrück 7. Flog. Bremen 8. Flog. Hamburg 9. Flugr. Essen 10. Flog. München 11. Flog. Halberstadt 12. Flog. Danzig-Langfuhr 13. Flugr. Gleiwitz 14. Reichsgruppe Lufthansa 15. Flog. Braunschweig 16. Reichsluftfahrtministerium 17. Flog. Darmstadt 18. Flugr. Staaken 19. Flog. Nordhausen 20. Reichsluftfahrtministerium 21. Flog. Karlsruhe 22. Flugr. Essen 23. Flugr. Dortmund 24. Flugr. Berlin-Staaken 25. Flugr. Mannheim 26. Reichsluftfahrtministerium 27. Flog. Königsberg 28. Flugr. Münster 29. Flog. Nürnberg 2396 Punkte 2376 „ 2348 „ 2330 „ 2315 „ 2312 „ 2285 „ 2190 „ 2129 „ 2123 „ 2108 „ 2091 „ 2088 „ 2086 „ 2054 „ 2052 „ 2001 „ 2001 „ 1960 „ 1959 „ 1923 „ 1923 „ 1891 „ 1854 „ 1826 „. 1780 „ 1749 „ 1747 „ 1740 „ M. Stuttgart unh Schalke im Endspiel. Brachte der erste Junisonntag „ausnahmsweise" auch kein Länderspiel, so gab es doch zwei überragende Ereignisse, die ganz Fußball-Deutschland in ihren Bann zogen: die in Leipzig und Düsseldorf ausgetragenen Spiele der Vorschlußrunde zur Deutschen Fußball-Meisterschaft. Die in diesen beiden Treffen entschiedene Paarung des am kommenden Sonntag stattfindenden Endspieles entspricht nicht ganz den Erwartungen, denn man hatte in der überwiegenden Mehrzahl der deutschen Fußballanhänger mit einer westdeutschen Paarung Schalke—Benrath gerechnet, die beiden Letzten heißen aber Schalke und VfB. Stuttgart. Der deutsche Meister des Vorjahres, Schalke 04, traf vor 45 000 Zuschauern in Düsseldorf auf den Sachsenmeister Polizei Chemnitz, der nach einem spannenden und für die „Knappen" schweren Kampfe knapp mit 3:2 (3:1) geschlagen wurde. Schalkes Führungstreffer durch Kallwitzki setzte H e l m ch e n den Ausgleich entgegen. Bis zur Pause stand es dann durch K u z o r r a und K a l l w i tz k i 3:1, und nach dem Wechsel holten die zeitweise stark drängenden Mitteldeutschen durch einen von Heimchen verwandelten Elfmeter noch einen Treffer auf. In dem am nächsten Sonntag statt find end en End- spiel treffen nun die „Knappen" auf den württem- bergische Meister VfB. Stuttgart. Die Schwaben trafen vor 20 000 Zuschauern in Leipzig auf den Niederrhein-Meister VfL. Benrath, der ohne Hohmann antreten mußte und von den Südddeut- schen mit 4:2 (2:1) geschlagen wurde. Die Stuttgar- ter lieferten ein gutes und überlegtes Spiel und gewannen den Kampf nicht unverdient, zumal sie in der zweiten Halbzeit das Pech hatten, ihren guten Verteidiger Weidner durch Verletzung zu verlieren und so über eine halbe Stunde lang mit zehn Mann zu spielen. Die Schwaben glichen die von L e n z k i vorgelegte Führung durch Rutz aus. Bis Halbzeit stand es durch Lehmann 2:1 und bald nach Wiederbeginn 3:1. Dann schied Weidner aus, R a s s e l b e r g verwandelte einen Elfmeter zum 3:2, aber B ö k l e, der auch den dritten Treffer erzielt hatte, war noch mit einem vierten Tore erfolgreich. Gau Nordheffen. Nord: In der Gruppe Nord wird wahrscheinlich Kur- Hessen Marburg zur Gauliga aufsteigen. Am Sonntag bezwang Marburg auf eigenem Platz den BV. 06 Kassel 3:1 (0:0) und befestigte durch diesen neuen Punktgewinn seine Position. Die zweite Begegnung FC. Groß-Almerode — SV. 1900 Neuhof 1:0 (0:0) ist für den Aufstieg ohne Bedeutung. Die Tabelle. Spiele Tore Punkte Kurhessen Marburg 5 18: 9 8:2 BD. Kassel 06 4 9: 8 5:3 FC. Groß-Almerode 4 6: 7 3:5 TSD. Neuhof 1910 5 8:17 2:8 Handballergebniffe von gestern Tv. Herborn — Tv. Dorlar 2:9. Tv. Garbenheim — Katzenfurt 12:3. Tv. Burggemünden — Mtv. Gießen 6:7. Münchholzhausen I — Breidenbach 13:12. Münchholzhausen Jugend — Wetzlar Jugend 12?7. Tv. Holzheim — Büdesheim 9:7. Holzheim Jugend — Büdesheim Jugend 3:1. Tv. Grüningen — Tv. Lich 7:6. Tv. Staufenberg — Tv. Dutenhofen 3:6. Allendorf (Lahn) — Garbenteich 12:5. Allendorf (Lahn) Jugend — Garbenteich Jugend 10:1. DfB.-Reichsbahn Gießen — Heuchelheim 11:5. Garbenheim Jugend — Heuchelheim Jugend 5:2. Deutscher Handbattsieg über Holland. Dor 5000 Zuschauern schlug gestern im Haag die deutsche Handball - Nationalmannschaft die holländische Nationalmannschaft nach überlegen geführtem Kampfe mit 15:2 (8:1). Aordhessische Meisterschasi im 30-KiIomeier-Lausen und -Gehen. Guter Verlauf und ausgezeichnete Leistungen. Von der Spieloereinigung 1900 wurden gestern vormittag die Meisterschaften des Gaues XII. im 30-Kilometer-Laufen und -Gehen ausgerichtet. Wenn es auch keine sehr große Anzahl Sportler war, die sich diesen schweren Prüfungen unterzogen, so wurden doch einer Meisterschaft in jeder Hinsicht würdige Leistungen gezeigt. Gute Organisation und eine landschaftlich schöne Strecke (1900 Sportplatz — Rödgen — Großen-Buseck — Oppenrod — Steinbach — Garbenteich — Hausen — Stadtwaldschneise 1 — 190'0 Sportplatz) waren weitere wichtige Voraussetzungen für ein gutes Gelingen der Veranstaltung. Nach etwa acht Bahnrunden verließ das Feld der Läufer noch geschlossen den Platz. Allmählich liefen R e u s.ch e r (VfB. Diez) und F a u l s e i t (Gießen 1900) einen Vorsprung heraus. An dritter Stelle laa der Weilburger G o ß m a n n, während Berg- Höfer (VfB.-Reichsbahn Gießen) und Butzbach (Reichsbahn Limburg) den Schluß bildeten. Vor Garbenteich fiel die Entscheidung. Auf abschüssigem Gelände konnte der 1900er dem sehr gleichmäßig laufenden kleinen Re usch e r nicht mehr recht folgen. Dieser hatte auch zum Schluß noch sehr viele Reserven und siegte in der ausgezeichneten Zeit von 1:56:44 Std. Faulseits Leistung von 1:59:11 Stunden verdient auch noch alle Beachtung. In der Gehermeisterschaftsklasse war ebenfalls ein fünf Mann starkes Feld am Start. Der stark favorisierte Wilhelm (Hessen-Preußen Kassel) war infolge Kursusbeorderung nach Berlin nicht zur Stelle. Es stellte sich jedoch heraus, daß in dem zur Olympia-Kernmannschaft zählenden Errlich (Kasseler Turngemeinde) ein großer Könner am Start war. Errlich erwies sich schon bei den acht Bahnrunden als seinen Mitkonkurrenten überlegen. Am nächsten kamen ihm im ersten Teil der Strecke sein Klubkamerad H a u ß und Niemann (Kurh. Kassel). Dieser fiel aber dann ab, und Schloßhahn (Hofgeismar) lief auf. Errlich holte sich die Gaumeisterschaft in gutem Stil und bester körperlicher Verfassung in der tadellosen Zeit von 2:50:09 Ständen. Auch zwei Altersgeher waren am Start. Mit ihren 46 (Wenninger) bzw. 56 (H i e r o n y - m i e) Jahren lieferten sie ein bewundernswertes Beispiel bewahrter körperlicher Frische. Die Jugend kam auch zu Wort und zwar in einem Gehen über 15 Kilometer. Hier siegte Wenningers Schüler B ü s ch i n g (Turn- und Sportgemeinde Hochstadt) vor seinem Klubkameraden Krämer und dem Hanauer Winter. Die Ergebnisse: 30-Kilometer-Lauf: 1. Reuscher (VfB. Diez) 1:56:44 Std.; 2. Faulseit (Gießen 1900) 1:59:11 Std.; 3. Goßmann (Weilburger FD.) 2: 05:30 Std.; 4. Berghöfer (DfB.-Reichsbahn Gießen) 2:13:34 Stunden. Butzbach (Reichsbahn Limburg) weit zurück. 30-Kilometer-Gehen (Aktive): 1. Errlich (Kasseler Tgmde.) 2:50:09 Std.; 2. Hauß (Kasseler Tgmde.) 2:54:23 Std.; 3. Schloßhahn (Tgmde. 1863 Hofgeismar) 2:54:29 Std. 4. Niemann (Kurhessen Kassel) 3:01:35 Stunden. Miebach (Arbeitsdienst) aufgegeben. 30-Kilometer-Gehen (Altersklasse 2): 1. Wennin- ger (Turn- und Sportaemeinde Hochstadt) 3:07:5 Std.; 2. Hieronymie (Hessen-Preußen Kassel) 3:27:03 Stunden. 15-Kilometer-Gehen für Jugendliche: 1. Büsching (Turn- und Sportgemeinde Hochstadt), l:26:3o Std.— 2. Krämer (Turn- und Sportgemeinde Hochstadt 1:31:57 Std.; 3. Winter (FC. Viktoria Hanau) 1:33:20 Stunden. lAaroc-Druckt la« Grunde Mattkrepp. Druck te ""brt.. «Par. Rj.*anz neue Blumenmuster WM WM we.&ntwm-Sfofle ta küfeock, -oo waWtiC! 33 8 A Die Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Oipl.-Hütieningenieur Dr. Wilhelm Völker und Frau Dörte, geb. König Husum, den 30. Mai 1935 3315 D Alleinverkauf! lakßhSchiiDD Gießen Bahnhofstr.27 Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Statt Karten! Oie Geburt eines gesundenIungen zeigen an Wilhelm Knetsch Oberleutnant und Kompaniechef (Srica Knetsch, geb. Ettel Gießen, den l.Juni 1935 3325 D jBade- Mäntel, W Anzüge | C.Röhr&Co. = 30'7 A ^IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIOli™ Am Freitag, dem 14. Juni 1935, abends 8 Uhr, findet im Gebäude der Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H. (Krausmüllersaal) die General -Versammlung statt, wozu wir unsere Mitglieder einladen. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht für 1934 2. Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates 4. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat 5. Bericht des Verbandsrevisors 6. Verschiedenes. BieBenerWoiinnnSsiiao-Genofleiiicöalt e. G. m. b. H. --------- -------- . .. , i ____________3326 A Froh hinein ins Pfingstfest — zu Oma u. Tante Mi, dortgibts das feinePfingst- gebäck und den guten Emmericher Pfingstkaffee Festkaffee lPfd.^Ä2.20 Pfingstkaffee 1 „ „ 2.60 Hochl.-Kaffeel „ „ 3 — Pfingstgebäck — Waffel- Mischung, erfrischend V< Pfd. OUt 0.25 Emmericher Seltersweg 49. 3238 D TV (fowupf UW, 'aWtäUqtUkt NS-VOLKSWOHLFAHRT st- ÄtvatlHsVLvftekÄkVUNA Dienstag, den 4. Juni, 14Uhr, sollen im „Löwen" hier, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 3314D Hans-, Laden- und Büromövel aller Art, Bohr-, Schreib-, Näh- und Rechenmaschine, 1 Motor, Radios, 2 Kassenschränke, 1 Teppich, Auzugstoffe,Spiegel,Regenmützen, m. Spangen- und Ueberschuhe, Eisschränke, 2Registrierladenkassen, 1 Grammophon, 1 Pritschenwagen, 2 Steppdecken, 1 Oelgemälde, eine Friseur-Ladeneinrichtung,IStand- uhr, 1 Schleifbank, 1 Ausstellungsschrank, 17 Bde. Brockhaus, 2Oefen Bestimmt: mehr. Flurgarderoben. Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wernerwall 33, Tel. 3108 Fettsucht verkürzt das Leben. Merkliche Gewichtsabnahme schon ineiner Woche hergestellt u. V. durch „JldJlUl v.D.Reichspatent Nr. 505893. Garantiert unschädlich, Herz, Leber, Niere, Darm arbeiten besser. rmI.75, Kurpackung rm 4.50. In allen Apotheken erhältlich. Bestimmt: Engel-Apotheke. Das Kochwunder im Heißluftherd Einladung zum Besuch der öffentlichen Kodi-, Brat-u.Back-VortDbnmgen mit erläuterndem Vortrag. Warum wählt man in Stadt and Land als Küchenherd den „Immerbrand“? DieserHeißluftherd ,Immerbrand‘brenntTagund N acht ohne Holz, ohne Steinkohlen, ohne Briketts, ohne Gas, ohne Strom. Kein Rauch, kein Ruß, keine schwarzen Töpfe. 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