Nr.102 Erstes Blatt 185. Jahrgang 5reitag.Z.MlM5 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimattm Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ZernsprechanschlSfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruL und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Aus diesem Zufall wurde eine Gewohnheit. Man kam in periodischen Abständen immer wieder zusammen, zuerst zu „Kolonialkonferenzen", dann später — nach 1908 — zu „Reichskonferen- z e n". In dem Namenswandel allein deutet sich schon der Gestaltwandel des englischen Weltreiches an. Von der Reichskonferenz und vom Empire war es nur ein weiterer Schritt bis zum British Commonwealth o f Nations. 1926 wurde die Trennung zwischen dem Empire, das lediglich die Kronkolonien, die Mandate, die Einflußsphäre und Protektorate umfaßt, und dem Commonwealth, der Gemeinschaft von Mutterland und seinen Schwesternationen, vollzogen. Lord Balfour gab die berühmte Erklärung ab, daß England einerseits, Kanada, Australien, Neuseeland, Neufundland, Südafrika und Irland anderseits Schwesterstaaten geworden sind, daß sie alle gleiche Rechte besitzen und daß ihre Lehnspflicht gegenüber der britischen Krone auf freiem Beschluß beruht. Als „Statut von Westminster" ging diese Balfour-Erklärung im November 1931 in die Geschichte ein. König Georg V. war König in sieben (Staaten geworden! Das Parlament von Westminster hatte aufgehört, die Gesetzgebende Körperschaft des Weltreiches zu fein. Jetzt erst, nach Abschluß einer Halbjahrhundert langen Entwicklung, wurde die restlose Autonomisierung der britischen Reichsteile in die Form von Paragraphen gegossen, Bereits ein Jahr später wurde auf der Wirtschaftskonferenz des Commonwealths in Ottawa die Probe auf das Statut von Westminster gemacht, die entscheidende Probe: Denn nun mußte sich die neue Form im Schmelztiegel des wirtschaftlichen Eigennutzes bewähren. Und sie bewährte sich. Ein äußerst verschachteltes System von Präferenzzöllen löste das schwierige Problem der gegenseitigen zollmäßigen Bevorzugung innerhalb des Commonwealth. Von Präferenzzöllen für einzelne Warenklaffen bis zum einheitlichen Zollgebiet ist es indessen ein sehr weiter Weg, und niemand weiß sicher, ob dieser Weg bis zum Ende durchschritten wird. Auch das „Statut von Westminster" ist im Grunde bisher nur ein Rahmen, der der Ausfüllung harrt, besser noch: ein Band, das die einzelnen Reichsteile mit seidenen, aber dennoch festen Fäden verknüpft. Wieder ist es nun ein Regierungsjubiläum, das die Vertreter des „British Commonwealth" nach London führt. Wieder werden wie 1887 und in den nachfolgenden Jahren die großen politischen und wirtschaftlichen Fragen und Sorgen des Reiches und feiner Schwesterstaaten zur Debatte stehen. Getreu der englischen Tradition, die Entwicklung durch Paragraphen nicht von vornherein festzulegen, sondern erst nachträglich nach ihrem Abschluß theorettsch zu fixieren, vermeiden es Regierung und Presse, der Oeffentlichkeit ein Programm der diesjährigen „R e i ch s k o n f e r e n z" — der Name selbst wird absichtlich vermieden und mit Rücksicht auf das Regierungsjubiläum Georgs V. an der Fiktion einer sich zufällig ergebenden Aussprache festgehalten — vorzulegen. Dennoch sind sich sowohl die britische Regierung als auch die fast zwanzig leitenden Minister aller Teile des Weltreiches natürlich darüber klar, über was verhandelt werden soll. Seit Wochen und Monaten nimmt z. B. das „F le i s ch pr od l e m", d. h. die Frage, woher England seinen Bedarf an Speckschwarten, Hammelkeulen, Roastbeef usw. beziehen soll, in den Spalten der englischen Blätter einen erheblichen Raum ein. Dänemark und Argentinien waren bisher der bevorzugte Kunde. Australien und Südafrika weisen dagegen darauf hin, daß sie Dänemark und Argentinien sehr wohl ersetzen können. Kanada wartet mit seinen Weizen und seinem Holz aut Neuseeland mit Eiern, Obst und Hühnern, Neufund- l a n d mit Fischen. Selbstverständlich wollen die Engländer ihren Haushalt mit Erzeugnissen des Commonwealth versorgen. Misses Brown ist es schließlich gleich- gültia, ob der Schinken aus Südafrika oder Dänemark stammt; nicht aber gleichgültig ist es Mister Smith, ob er seine Plaids nach Dänemark oder Australien verkauft; denn in Australien würde er sie nicht loswerden und die Danen wurden nicht allzu kauflustig sein, wenn Misses Brown ihren Schinken nicht mehr von ihnen bezieht. Zollfreiheit innerhalb des Commonwealth und „Geschlossener Handelsstaat" nach außen sieht sich au dem Papier und in den Spalten der „Daily Mall sehr leicht und schön an. Die Wirklichkeit indessen ist weniger einfach. Rücksicht auf die ex- portierenbe Industrie und auf die eigene, nach jahrzehntelanger Vernachlässigung neu geforderte Landwirtschaft ist ebenso nötig wie sorgfältige Bedachtnahme auf die Interessen uno Wünsche der einzelnen Reichsteile. Außerdem liegt es den Briten nicht, sich wirtschaftlich von dem Güteraustausch- mit allen Völkern auszuschlietzen und sich auf sich selbst zurückzuziehen. Heber 50 v- H- der englischen Ausfuhr und über 25 v. H. der Aus fuhr der Dominien erstreckt sich noch immer au das übrige Ausland. Hier kann nur Schritt für Schritt eine Aenderung erfolgen. Daß eine solche angeftrebt wird, läßt sich daraus folgern, daß der Gedanke der Schaffung eines außenpolitischen Reichsamtes analog dem seit langem bestehenden Colonel Office aufgeworfen wurde. General Göring vor der ausländischen presse. Das Werden der Reichsluftwaffe. Berlin, 2. Mai (DNB.) Reichsluftfahrtminister General der Flieger Hermann Göring sprach auf einem vorn Verein der ausländischen Presse zu Berlin veranstalteten Essen über die neue deutsche Reichsluftwaffe. Als alter Soldat und leidenschaftlicher Flieger, so betonte er, habe er in den vergangenen Jahren unsagbar darunter gelitten, daß ein Vaterland unsicher und ohnmächtig im Herzen Europas lag. Er habe auch darunter gelitten, daß die Sprache der Diplomaten dazu zwang, zurückhaltend in Dingen zu fein, die nun einmal notwendigerweife, wie in jedem Lande, geheim bleiben mußten. Der Ministerpräsident stellte nachdrücklich fest, daß er in früheren Aeußerungen, wenn er erklärte, Deutschland besitze keine Luftwaffe, keinesfalls die Unwahrheit gesagt habe, denn tatsächlich seien beim Regierungsantritt Adolf Hitlers nur einige wenige veraltete Typen, die kaum als Versuchsflugzeuge ange- prochen werden konnten, vorhanden gewesen. (Er habe aber stets betont, daß Deutschland bemüht fein würde und es als ein absolutes Recht der Sicherheit verlange. eine defensive Luftwaffe zu bekommen. (Er habe auch nie einen Zweifel darüber offen- gelassen. daß Deutschland gezwungen fein würde, anfzurüsien, wenn die anderen Mächte sich nicht entschließen könnten, ihre Luftstreilkräfte abzurüsten; denn ihm sei vom Führer die Sicherheit der Ration in ihrem Luftraum überantwortet worden. Die Art und Weise, wie die deutsche Luftflotte geschaffen wurde, sei so originell und einzigartig, daß man es ohne Kenntnis der Unterlagen kaum glauben könne. Man fei vollständig neue Wege gegangen. Er habe es abgelehnt, den Weg einer langsamen, allmählichen Aufrüstung zu be- chreiten, weil dann die Gefahr bestand, daß beim Eintreten schwieriger Momente die Luftwaffe nicht ertiggewesen wäre. Er habe daher die techni - chen und industriellen Möglichkeiten bis zum äußer st en ausgebaut, die es bann gestatteten, schlagartig bie Luftwaffe zu schaffen. Die Flugzeuge seien vorher nicht unter ber Erbe ober in dichten Wälbern versteckt gewesen: sie waren einfach nicht ba! Richtlinie beim Aufbau der Luftstreitkräfte wird immer einzig und allein die Sicherheit der deutschen Ration bleiben. (Es hängt ausschließlich von den anderen Mächten ab. die höhe der deutschen Luftwaffe zu bestimmen. Die deutsche Luftwaffe ist so stark, daß derjenige, der Deutschland angreif<, einen sehr, sehr schweren Stand in der Luft haben wird. Denn die deutsche Luftwaffe verfügt über kein einziges altes Flugzeug! Sie verfügt über keinen einzigen alten Motor! Was die deutsche Luftwaffe heute an Motoren und Maschinen besitzt, ist das modernste, was überhaupt existiert. Die deutsche Fliegerei ist erzogen im Geiste von Boelcke und Richkhofen! Sie ist nicht Selbstzweck, sondern immer nur Diener am Werk! Deutschland hat auch bereits seinen Willen kund- gegeben, an Lu ft ko nve n ti o n en mitzu- arbeiten, und es wird sich nicht scheuen, gemäß übernommener Verpflichtungen seine Luftstreitkräfte im Rahmen ber gegebenen Möglichkeiten nicht nur zur Sicherung unb Verteibigung Deutsch- lanbs, fonbern auch zur Sicherung unb Verteibigung bes europäischen unb Weltfriedens einmsetzen. Die Reichsluftwaffe bestehe aus ber Luftflotte unb ber Fliegerabwehr.. Schon aus ber Einheit biefer beiben Waffengattungen könne man erkennen, baß bie beutsche Luftwaffe nur zum Zwecke ber Verteibigung unb Sicherheit aufgebaut sei. Die beutsche Luftwaffe fei auch nicht so riesengroß, wie man sich bas im Auslanbe hier unb ba ausmale. Entscheibenb sei nicht bie Anzahl ber Flugzeuge, fonbern ihre Güte, unb unb nicht bie Anzahl ber Flieger, fonbern ihre Charaktereigenschaften unb i h r Können. Deutschland braucht den Frieden, und es wird weder von sich aus den Frieden stören, noch sich provozieren lassen, weil es sich nicht in irgendwelche Abenteuer hineinstürzen wird, sondern weil seine Richtschnur immer bie Unantastbarkeit seiner Ehre als letztes und höchstes Gut sein wird. Deutschland wäre glücklich, wenn die anderen Völker nicht nur immer von Gleichberechtigung sprechen, sondern endlich aus der grauen Theorie in die gesunde Praxis gehen würden. General Göring betonte insbesondere, baß Deutschlanb gerabe burch feine Rüstungen etwas Positives für b e n Trieben geleistet habe. Nichts fei für den Frieben bedrohlicher gewesen als ein Deutschlanb in vollstän- biger Ohnmacht inmitten hochgerüsteter Völker. Ein Volk von 66 Millionen, bas im Herzen Europas liege, werbe immer ein Anreiz für anbere Völker fein, Ausgleiche für ihre Politik zu suchen. Nur wenn bas Herz eines Erbteiles stark schlage. Londoner pressestrmmen. Verstärkte englische Aufrüstung gefordert. Lonbon, 3. Mai. (DNB. Funkspruch,) Heber bie Erklärung Görings vor ber Auslanbspresse wirb in allen Morgenblättern ausführlich berichtet. „News Chronicle" ist ber Ansicht, baß sich Macbo- nalb unb General Göring in ihren Ausführungen ziemlich nahegekommen feien. Macbonalb habe Deutschlanb aufgeforbert, sich an einem Pakt zur Begrenzung ber europäischen Luftstreitmächte zu beteiligen unb Sämig habe erklärt, Deutschlanb sei bereit, sich an einem solchen Abkommen zu beteiligen. „Daily Mail" spricht bie Erwartung aus, baß bie britischen Minister roeber Mühe noch Gelb sparen würben, um bie Wehrkraft ber N a - ti o n von Grunb auf zu organisieren. „Daily Expreß" schreibt, niemanb wisse, gegen men bie nationalsozialistischen Flugzeuge gebaut würben. Jebe Nation habe ben Verbacht, baß s i e als Opfer auserkoren sei. Runb heraus gesagt, gelte bies auch vom englischen Volk. Balbwin habe im November mit feiner Erklärung über bie ßuftftärfe Deutschlanbs Englanb irregeführt. Churchill, ber feine Angaben erfolglos bestritten habe, habe recht behalten. Jetzt wolle man bas Versprechen Balbwins einlöfen, Englanb eine Luftmacht von ber gleichen Stärke wie bie feines mächtigsten Nachbarn zu geben. Es fragt sich nur wann. Deutschlanb baue unaufhörlich. Macbonalb werbe eines Morgens feien auch alle ©lieber gefunb. Die Aufgabe, bie Deutschland für den Frieden Europas unb zur Rettung bes Abenblanbes zu erfüllen habe, werbe erst von einem späteren Geschlecht klar unb beut= lief) erkannt werben. Im Rahmen ber europäischen Völker könne es nur ein gleichberechtigtes, gleichstarkes unb friedlich schaffendes Deutschland geben. Deutschlanb werde kein anderes Volk bedrohen, es verbitte sich aber auch, daß man Deutschland bedrohe und sich in Dinge einmische, für bie allein Deutschlanb zustänbig sei. Deutsche Geschichte wird von Deutschlanb gemacht werben, unb Deutschland wird der Welt beweisen, daß das ganze Volk hinter dem Wort des Führers steht: „Deutschland wünscht und braucht ben Frieben unb arbeitet bereitwillig an feiner Erhaltung mit!" Wir sind bereit, die Kräfte der anderen voll und ganz zu achten, denn nur so wird unter starken Völkern ein starker Friede möglich fein. 3n diesem Sinne nur fei bie deutsche Luftwaffe geschaffen worden, und sollten die Völker einmal ihrerseits Übereinkommen, bie Luftstreitkräfte abzufchaffen, so werde Deutschland .sich davon nicht ausschließen. Deutschland st e h e keiner Regelung im Wege, wenn sie von den anderen Völkern ehrlich betrieben werde, aber es komme nur eine Regelung in Frage, die auf vollständig gleichberechtigter Basis beruhe. Die ausländischen Pressevertreter waren sichtlich beeindruckt von den freimütigen unb offenen Worten ihres Gastes. Mit herzlichem Beifall schlossen sie sich seinem Trinkspruch auf gute Zusammenarbeit an, unb stimmten ihrem Dorsitzenben zu, als er bie Rebe bes Reichsluftfahrtministers eine ber behutsamsten Erklärungen nannte, bie je vor ber aus» limbischen Presse gegeben würben. beim Erwachen eine beutsche U. -Bootflotte oorfinben. Die britische Oeffentlichkeit werbe aber ben Mann zur Rechenschaft ziehen, ber für bie jetzige Schwäche bes Laubes hauptsächlich verantwortlich sei. Macbonalb habe es zugelassen, baß bie Nationalsozialisten eine Luftstreitmacht bauten, ein Heer aufstellten unb eine Kriegsflotte auf Stapel legten. Große VeachtMg in Paris. Entstellungen der Presse. Die Erklärung Görings finbet auch inbenPari f e r Morgenzeitungen sehr starken Wi- berhall. „Petit Pakisien" schreibt, währenb man in Lonbon über bie Verletzung ber Verträge burch Deutschlanb gesprochen habe, habe General Göring feftgefteüt, baß bas Reich über bie stärkste Luftflotte ber Welt verfügt. (?) „Le Jour" erklärt, man habe ganz besonders den zuversichtlichen Ton festgestellt, in dem General Göring feine Erklärung abgegeben habe. Wenn bie beutsche Militärluftfahrt wirklich so rasch geschaffen worben fei, so gäbe ber Stand ber beutschen Flugzeugbauindustrie zu ben größten Beunruhigungen Anlaß. „Petit Journal" ist ber Ansicht, baß General Göring absichtlich bie Schnelligkeit, mit ber bie beutsche Luftflotte geschaffen würbe, etwas übertrieben habe, um zu beweisen, baß er bie Wahrheit gesagt habe, als er noch wenige Monate vorher erklärte, Deutschlanb verfüge "über keine Militärluftfahrtzeuge. General Görings Grklämngen finden ledhafien Widerhall in Paris und London. Nun ist es richtig, baß für ein solches Amt bie eigentliche staats- unb völkerrechtliche Grunblage fehlt. Das Commonwealth ist kein Bunbesst a a t ,* a u ch kein Staatenbunb wie etwa bie ehemalige österreichisch-ungarische Monarchie, wo bie Einheit burch bas gemeinsame Heer unb bie gemeinsame Leitung ber Außenpolitik gesichert würbe, sondern allenfalls ein Staatenbündel, dessen Zusammenhalt allein durch die Krone garantiert wird. Kanada ist, um nur ein Beispiel zu nennen, politisch unb wirtschaftlich vollstänbig unabhängig. Sein König ist ein König von Kanaba, nicht von Englanb. Theoretisch könnte Georg V. zu besten Huldigung jetzt sich bas größte Weltreich, bas bie Erbe je gekannt hat, vereinigt, ebenso gut Ottawa, Canberra, Prätoria, Wellington, St. John wie in Lonbon residieren. Der König bzw. die Krone ist das einzige gemeinsame Organ des Commonwealth, aber bie politische Grunblage bes Königtums ist zu schmal, als baß man auf ihr ein außenpolitisches Reichsamt aufbauen könnte, bem bie Vertretung bes Commonwealth nach außen obliegen würbe. Wie groß aber bie Neigung ber Dominien ist, ihre glücklich gewonnene Autonomie burch ein neues Reichsorgan zu schmälern, läßt sich schwer ermessen. Don Irland, dessen Präsident de Dalera in London nicht vertreten sein wird, ist eine solche Bereitwilligkeit kaum zu erwarten. Don den übrigen Dominien ist Südafrika ebenfalls trotz aller der Krone erwiesenen Loyalität gern eigene Wege gegangen. Immerhin;, das Problem ist gestellt und ber gesunde Realismus der Briten wird ihm gewiß nicht ausweichen. Oie Umwertung des Danziger Guldens. Danzig, 2. Mai. (DNB.) Im Zusammenhang mit ber Neubewertung bes Gulbens hat ber Senat oerorbnet, baß Schulbner ihre bisher eingegangenen Verbinblichkeiten, sofern sie auf Gulben ober Golb- culben lauten, burch Zahlung bes gleichen Nennbetrages in Gulben tilgen können, so baß Aufschläge zum Nachteil ber Schulbner unzulässig finb. Dies gilt für Geschäfte bes täglichen Verkehrs, Darlehen unb Hypothekenschul- ben. Die Verorbnung regelt aleichzeitigbie Zahlung von Hypothekenschulben in frember Währung mit Golb ohne Golbklausel, wobei auch hier bie Interessen bes Schulbners gewahrt bleiben. Im Dolkstag erklärte Senatspräsibent Greiser u. a.: Die Neubewertung bes Gulbens stellt eine wirtfchastsrevolutionäre Maßnahme bar, bie ben Zweck hat, b i e Einfuhr von Waren tunlichst zu beschränken unb bie Wirtschaft zu einer gefteigerten Ausfuhr zu befähigen. Sie trägt ber Tatsache Rechnung, baß für bie Danziger Wirtschaft Förberung der devisen- schafsenben Ausfuhr eine vorbringliche Aufgabe ist. Jnsbesonbere wirb bie Regierung barauf bebacht fein, daß bie Lage ber werk -- tätigen Bevölkerung keine fühlbare Verschlechterung erfährt. In ber Au s - spräche versuchten bie Vertreter ber Oppositionsparteien, benen sich auch ber polnische Abgeordnete Bubzinsei anschloß, kleinliche unb völlig negative Kritik an ben Entschlüssen ber Regierung zu üben, wobei sich insbefonbere ber kommunistische Sprecher zu unerhörten Herausforderungen hinreißen ließ. Senatspräsibent Greiser ergriff darauf nochmals bas Wort, um ben Versuch ber Opposition, burch bemagogische Ausführungen bie Bevölkerung zu beunruhigen, entsprechenb abzufertigen. Unter stürmischem Beifall erklärte Greiser: „Wir werben in großen Versammlungen zum Volke sprechen, bas uns besser versteht als bie Marxisten, unb wir werben als beutsche Männer mutig unb entschlossen um bie Zukunft Danzigs kämpfen." Polnisch-Litauische Fühlungnahme? K o w n o , 2. Mai. Im Zusammenhang mit Mel- bungen über bie Anbahnung von polnisch- litauischenVerhanblungenistein Bericht bemerkenswert, nach bem Lepecki, bem persön- NchenAbjutantenPilsubskis, ein Einreisevisum nach Litauen erteilt worben ist. Diese Nachricht wirb vom litauischen Innenministerium auf Anfrage bestätigt. Es wirb angegeben, Lepecki wolle zum Besuch von Verwanbten nach Litauen kommen. Man geht aber wohl in bev Annahme nicht fehl, baß bie Reise einen poli- tischen Charakter trägt. Wo steht Englan- in -en Bemühungen um Sicherung -es Frie-ens? Mac-onal- und Sir John Simon sprechen im Llnterhaus über die englische Rüstungspolitik. London, 2. Mai (DNB.) Im Parlament, dessen Fassaden anläßlich des 25. Regierungsjubiläums Königs Georg V. festlich geschmückt sind, fand am Donnerstag die mit großer Spannung erwartete Aussprache über die außenpolitische Lage statt. Schon während der Fragezeit waren die Galerien dicht besetzt. Unter den diplomatischen Vertretern bemerkte man den sowjetrussischen und den französischen Botschafter. Die Abgeordneten waren ebenfalls zahlreicher als gewöhnlich erschienen. Besonders die Opposition war vollzählig aufmarschiert. Alle führenden Kabinettsmitglieder waren aus der Ministerbank versammelt. Kurz vor Beginn der Aussprache erschienen auch die Hauptredner der Konservativen, Sir Austen Chamberlain und Winston Churchill. Das Haus war mit größter Erwartung erfüllt, als sich Mmsierpräsident Mcdonald erhob. Das Londoner Protokoll habe, klar angedeutet, daß man sich vom Versailler Regime fortbewege und in europäische Beziehungen eintrete, deren Grundlage eine freie Verhandlung über die Sicherheit und die bewaffneten Kräfte sei. Wenn solche Aenderungen begonnen würden, dann müßten sie sich nach Maßgabe des gegenseitigen Vertrauens, das aus ihnen entstehe, erweitern. Äm 3. Februar hätten Regierungen wie die englische, die geduldig an der Wiederherstellung des Vertrauens zu arbeiten begonnen hätten, guten Grund für die Annahme gehabt, daß sich die Aussichten besserten, und als Deutschland das Protokoll zum mindesten als Erörterungsgrundlage angenommen habe, seien die Erwartungen weiter gestiegen. Es müsse sehr beklagt werden, daß die deutsche Regierund in jenem Augenblick ihre Absicht bekanntgab, die Wehrpflicht einzuführen und sofort Schritte zu tun, um die Friedensstärke auf 550 000 Mann zu vermehren und außerdem eine Militärluftflotte zu schaffen. Der Völkerbundsrat habe sich mit diesen Ereig- < nissen beschäftigt, und man brauche jetzt nicht darauf herumzureiten. Der Geschichtsforscher werde sich damit noch zu befassen haben: aber der Politiker müsse sich die tatsächliche Lage praktisch und objektiv vor Augen halten und, wie er hoffe, mit ruhigem gesundem Menschenverstand. Er müsse die Frage beantworten, ob er jetzt den Versuch, ein Friedenssystem auf einem allgemeinen Vertrauen aufzubauen, auf- aeben solle oder ob er seine Zuflucht bei jenen Kombinationen von bloßerKraft suchen solle, die ihn noch nie vor Krieg geschützt hätten und es auch nie tun würden. Denn er Erwägungen über die Zukunft anstelle, dann fei es gut, zu wissen, daß Hitler gesagt habe, obwohl er nichts unterzeichnen werde, was nach feiner Ansicht nicht durchgeführt werden könne, werde er eine einmal eingegangene Verpflichtung niemals brechen. Ls müsse ferner vermerkt werden, daß Hitler öffentlich die Bereitwilligkeit zum Ausdruck gebracht habe, sowohl den Geist als auch den Buchstaben des Locarno- Vertrages anzunehmen. Bezüglich Osteuropas sei es besonders in der Macht Deutschlands, einen wertvollen Beitrag zu dem Sicherheitssystem in jenem Gebiet zu leisten. Der Reichskanzler habe Simon in Berlin seine grundsätzliche Bereitwilligkeit erklärt, einen vielseitigen Nichtangriffspakt mit den Ländern Osteuropas auszuhandeln, und obgleich England gehofft habe, daß Deutschland gewillt sein werde, an einer umfassenderen Abmachung teilzunehmen, sollte nichtsdestoweniger ein von Hitler gemachter Vorschlag nicht einfach fallengelassen werden. England vertraue darauf, daß Deutschland selbst sofort Schritte tun werde, um in greifbarer Form den Gedanken zu fördern, den der Reichskanzler formuliert habe. Ein solcher Nichtangriffspakt könne den gegenseitigen Garantiepakt, über den Frankreich und die Sowjetregierung verhandelten, ergänzen und so zur Schaffung eines vollständigen Systemes kollektiver Sicherheit in Osteuropa beitragen. Es sei unbestreitbar, daß durch eine so gegenseitige Erklärung, wie sie soeben von Berlin hinsichtlich der Land-, Luft- und Flottenstreikräfte erfolgt sei, und zwar in einem Augenblick, wo alle Bemühungen auf die Errichtung eines Systemes der Zusammenarbeit und des Vertrauens unter deutscher Beteiligung gerichtet seien, die friedliche Gesinnung ganz Europa tief gestört werden müsse. (Beifall.) England sehe mit großem Bedauern die veränderten Umstände, aber der Grundgedanke des Protokolls bleibe nach wie vor das Ziel ' der unmittelbaren britischen Außenpolitik. Es wäre tief bedauerlich, wenn das Vertrauen, das zwischen Frankreich, Italien und England bestehe, gelockert würde. England werde alles tun, um dies zu verhindern. England wolle die Zahl der Mitwirkenden vermehren. „Will Deutschland nicht jetzt seine Bereitwilligkeit zeigen, zur Wiederherstellung des internationalen Vertrauens beizutragen, das kürzlich durch seine unabhängige Rüstungsaktion in so gröblicher Weise erschüttert worden ist?" Angesichts der neuen militärischen Lage beabsichtige die englische Regierung, seine v e r- teidigungsstreitkräfte in einen Zustand zu versehen, der der Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit gebe. Der englische Außenminister habe seinerzeit in Berlin deutsche Vertreter nach London zur Vorbesprechung eingeladen, die dem Abschluß eines künftigen Abkommens dienen sollten. Diese Einladung sei angenommen worden. Gegenwärtig sei Ditte Dai als Zeitpunkt für den Beginn der Vorbesprechungen in Aussicht genommen. Er müsse seine große lleberraschung darüber ausdrücken, daß Deutschland diesen Augenblick zur Ankündigung seines Schiffsbauprogrammes gewählt habe, das insbesondere Unterseeboote enthalte. Der deutsche Entschluß zum Bau von U-Booten sei unheilkündend. Er wollte die ernste Bedeutung dieser Tatsache nicht verkleinern. Aber England sei noch bereit, ohne irgendwie das Recht zu irgendeiner Vertragsaufkündigung zuzugestehen, die deutschen Vertreter in London für die beabsichtigten Vorbesprechungen zu empfangen. Diese Besprechungen würden unter genau denselben Bedingungen wie die mit Amerika und Japan stattfinden. Sowohl diese beiden Länder wie auch Frankreich und Italien würden auf dem Laufenden gehalten werden. Der Schluß der Rede war der Luftfahrt- frage gewidmet, wobei der Ministerpräsident von der im November v. I. von Baldwin abgegebenen Versicherung ausging, daß England unter keinen Umständen irgendeiner künftigen deutschen Luftstreitmacht unterlegen zu sein wünsche. Am 3. April sei dem Unterhaus mitgeteilt worden, daß zwischen Deutschland und Großbritannien Luftgleichheit bestehe. Wie auch immer diese Redewendung technisch ausgelegt werden möge, so deute sie' zweifellos an, daß die deutsche Luststreitkraft beträchtlich jenen Punkt überschritten habe, der die Grundlage der vorjährigen englischen Voranschläge gekennzeichnet habe. Die Regierung unternähme bereits die notwendigen Schritte für den weiteren, beschleunig- ten Ausbau der Streitkräfte, wie sie der Erklärung Baldwins entspreche. Dacdonald deutete die Möglichkeit eines A b - kommens über die Stärke der Luftstreitkräfte in Verbindung mit etwaigen Verhandlungen über den Luftpakt an. Die britische Regierung fordere mit allem ihr zu Gebote stehenden Einfluß die Einstellung eines kostspieligen und verderblichen Wettbewerbs in der Luft. Es fei notwendig, daß die fraglichen Dächte ihre Luftrüstungen innerhalb bestimmter Grenzen, die frei auszuhandeln seien, b e - schränken sollten. Er empfehle dies — und er sei so kühn, dies zu tun — besonders der deutschen Regierung. England suche zusammen mit den genannten Dächten einschließlich Deutschlands eine Verteidigungskom- binatlon gegen Angriffe aus der Luft. Die englische Politik ziele auf eine kombinierte Verteidigung, auf kollektive Sicherheit und auf ein internationales Abkommen über die Rüstungen hin. Er wiederhole, daß kein Dilitär bündnis, sondern weitgehende Zusammenarbeit ins Auge gefaßt fei. Das gegenwärtige gute Einvernehmen zwischen Frankreich, Italien und England werde in England als eine Friedensbürgschaft gewertet. Jede andere Ration, die den Frieden wolle, würde in dieser freien Kameradschaft begrüßt werden. Sir John Simon beschäftigte sich dann mit der Frage der Luftrüstungen und erklärte, es sei tat» ächlich so, daß der Umfang des deutschen Flugzeugbaues erheblich schneller zugenommen habe, als die englischen Berater im vergangenen Herbst für wahrscheinlich gehalten haben. Der Reichskanzler habe ihm und dem Lordsiegelbewahrer erklärt, daß Deutschland Luftparität mit England habe. Inzwischen sei größere Klarheit über die Bedeutung dieser Erklärung herbeige- ührt worden. Sie bedeute, daß die Stärke der deutschen Frontlinienflugzeuge einer britischen Frontlinienstärke von 800 oder 850 Flugzeugen entspreche. Diese Ziffer schließe nicht die Hilfslugzeuge und besondere Reserveeinheiten, wohl aber die britischen Ueberseezifsern ein. Der deutsche Kanzler erklärte, er wünsche Mitteilung über die endgültigen Bedürfnisse Deutschlands zu machen. Es hinterließ bei uns starken Eindruck, daß der Kanzler erklärte, es würde nach feiner Deinung falsch sein, gewisse Forderungen jetzt vorzubringen, um sie später zu erhöhen, ebenso wie es falsch sein würde, jetzt zu schweigen, um später ein völlig neues Thema aufzuwerfen. Das kam in der sehr eingehenden Aussprache über die Frage einer Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund zum Ausdruck. Ich gewann den Eindruck, daß es nach Deinung des Kanzlers für Deutschland ganz unmöglich fein würde, nach Genf zurückzukehren und da etwa neue Forderungen vorzubringen, die bis dahin der Welt verborgen geblieben waren. In einigen Fällen, bei denen er Ziffern über die künftige deutsche Flotte erwähnte, wies der Reichskanzler da- . rauf hin, daß ihre praktische Verwirklichung nicht sofort statkfinden könne, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Alles das legte der Kanzler mit dem Hinweis darauf dar, daß er die Haltung Deutschlands freimütig, ooll- ff ä n b i g und endgültig schildere. Wir drängen sehr stark auf die Rückkehr Deutschlands nach Genf. Ich muß bekennen, daß mich seine Haltung sehr enttäuschte. Seinen ersten Einwand konnten wir voll verstehen. Er lautete, daß der Völkerbund mit einem durch den Versailler Vertrag errichteten Sy st em verbunden sei und daß die Völkerbundssatzung einen Teil des Vertrages darftelle. Die einzige Antwort hierauf lautete, daß, wenn dies das wirkliche Hindernis sei, wir Zusammenarbeiten müßten, um sie zu trennen und die Völkerbundssatzung zu einem völlig unabhängigen Dokument zu machen, obwohl sie ursprünglich ein Bestandteil des Vertrages war. Hitlers Hauptargument war, daß Deutschland in mancher Hinsicht ein a n b minderen Rechts sei. Wir wiesen darauf hin, daß dem Locarno-Vertrag die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund als Mitglied des Rates folgte. Japan, so wurde dagegen erklärt, habe den Völkerbund verlassen und übe nichtsdestoweniger die Verwaltung einer früheren deutschen Kolonie aus. Falls Deutschland als nicht geeignet für die Verwaltung irgendeiner Kolonie angesehen werde, wo bleibe da die Gleichberechtigung? Eden und er hätten klar zum Ausdruck gebracht, daß die Uebertragung von Mandaten eine nicht zur Erörterung stehende Frage fei. Der deutsche Kanzler sei über die englische Haltung in dieser Angelegenheit nicht im Unklaren gelassen worden. Diese Frage sei kein Grund, warum Deutschland glaube, sich in einem Zustande der Inferiorität sehen zu müssen. Es ist, erklärte Simon weiter, keineswegs so, daß R ü st u n g e n an sich eine endgültige Lösung bieten, aber sie sind eine Vorbedingung für den Kurs, dem wir jetzt zuzustimmen bitten. Wir sagen dies Deutschland in aller Freundlichkeit. Deutschland verhilft sich selbst zur Gleichberechtigung durch einseitige Maßnahmen. Jawohl. Aber Deutschland war eine von den Mächten, die die Fünfmächteerklärung über die Gleichberechtigung in einem Snstern der Sicherheit unterzeichneten. Was ist Deutschland jetzt zu tun gewillt, um bis zu einem gewissen Grade jenes Gefühl der Sicherheit wiederherzustellen, das durch die kürzlichen Ereignisse so ernstlich berührt, wenn nicht erschüttert worden ist? England hat die Tür offen gelassen und versucht, die Hindernisse zu beseitigen. Wir wollen uns nicht an einem sinnlosen, endlosen und hoffnungslosen Rüstungswettlauf bis in alle Ewigkeit beteiligen, sondern wir sind verpflichtet, im Interesse der Sicherheit und des Friedens in Europa und der Welt die Sicherheit dieses Landes gegen alle herbeizuführen. Niemand kann uns in der Welt verdächtigen, in der wir eine große Aufgabe als Mittler haben, und in der wir Deutschland beschwören, zu zeigen, daß es bereit ist, seine Rolle nicht nur in Worten, sondern auch in der Tat 3U spielen. (Beifall.) — Damit war die Aussprache beendet. Die presse zurMerhausdebatte. London, 3. Mai. (DNB. Funkspruch.) Zur Unterhausaussprache schreibt der „Daily H e r a I d" (Arbeiterpartei), es sei erfreulich und erleichternd, daß der Premierminister eine weniger leidenschaftliche Haltung eingenommen habe. Festigkeit gegenüber Deutschland sei begreiflich und vielleicht notwendig, aber die einseitigen Z u - rechtweisungen der letzten Wochen hätten zu einer fortschreitenden Verschlimmerung der europäischen Lage geführt. Die gestrige Debatte werde dazu beitragen, diesen Vorgang auf» zuhalten. Leider habe sich die Regierung noch immer nicht zu einem kühnen und mutigen Schritt zum Schutze des Friedens entschlossen. Sie mache den Eindruck, als ob sie selb st nicht wisse, was s i e w o l l e. England müsse jedem Zweifel ein Ende machen und von vornherein erklären, daß es alle in der Völkerbundssatzung erwähnten Sanktionen gegen einen Angreifer restlos unterstützen werde. Wenn der Angreifer sicher sei, keinem überwältigenden Widerstand zu begegnen, werde er unter Umständen das Risiko eines Krieges wagen. England könne keinen Frieden haben, ohne den entschlossenen Willen, gemeinsam mit allen anderen Nationen den Frieden zu beschützen. „Feiglinge können keinen Frieden haben", erklärt das Arbeiterblatt. „News Chronicle" (Liberal) bezeichnete die von Macdonald angekündigte Erhöhung der britischen Wehrmacht als unvermeidlich, erklärte aber, die Regierung sei keineswegs frei von Schuld an der internationalen Lage, die diesen bedauerlichen Schritt nötig gemacht habe. Die britische Oef- fentlichkeit werde sich nur bann damit abfinden, wenn die Regierung ihre oft betonte Politik des Aufbaues eines Systems kollektiver Sicherheit fort» fetze, in dem ein Platz für Deutschland Die Kritik der Opposition am Kurs Macdonalds. Oer Führer der Arbeiteropposition, Lansbury, erklärte, er sei außerordentlich enttäuscht darüber, daß sich die Ausführungen des Ministerpräsidenten in der Hauptsache auf eine Erhöhung der Rüstungen als Vorbedingung für den Frieden bezogen hätten. Der Außenminister möge mitteilen, ob die englische Regierung bereit sei, zusammen mit anderen Regierungen den Luftkrieg abzuschaffen. (Beifall.) Hitler habe erklärt, daß Deutschland zur Abschaffung jeder Waffe bereit sei, die von den anderen Mächten abgeschafft werde. Die englische Regierung antworte ihm jedoch nur, daß man sich nicht auf sein Wort verlassen könne. Der Angelpunkt der ganzen Lage sei die Tatsache, daß der Versailler Vertrag nicht ein verhandelter, "sondern ein aufgezwungener Vertrag sei. Die Verletzung einer solchen Abmachung sei nicht dasselbe, wie die Verletzung einer wirklichen Vereinbarung. England sollte edel genug sein, die Schwierigkeiten zu erkennen, gegen die Deutschland in den vergangenen 18 Jahren gekämpft hab?. Er beglückwünsche die englische Regierung, daß sie d i e „T ü r weit offen" für Deutschland gelassen habe. Oer Führer der Liberalen, Sir Herbert Samuel, erklärte u. a.» es bestünden zwei Gründe dafür, warum die öffentliche Meinung Englands nicht von ganzem herzen eine Z u - fammenarbeit der anderen Mächte gegen Deutschland unterstütze. Erstens hätten alle anderen Mächte ein schlechtes Gewissen, da ein Teil der deutschen Beschwerden berechtigt sei. (Beifall.) Wenn tatsächlich eine juristische Vertragsverletzung aus der einen Seite vorliege — habe nicht auf der anderen Seite eine moralische Vertragsverletzung stattgefunden? Zweitens kenne jedermann die Gefahr, daß die Worte „kollektives System", „Heiligkeit der Verträge" und andere vielleicht nur ein Deckmantel für die Beibehaltung des Status quo und für die Ablehnung einer europäischen Revision seien. Wir arbeiten auch nicht mit großer Begeisterung mit Staaten zusammen, die berechtigten Beschwerden gewisser europäischer Mächte nicht entgegenkommen wollen. Wir fürchten sehr, daß sich aus dem System der kollektiven Sicherheit im Laufe der Zeit schrittweise ein System der Bündnisse entwickeln könnte. Ist England automatisch zur Intervention verpflichtet, wenn Deutschland und Sowjetrußland durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall in Osteuropa in Streit geraten und hierdurch die militärischen Bestimmungen des französisch-sowjetrussischen Vertrages in Kraft treten? Ministerpräsident Macdanald schüttelte den Kopf. Samuel fuhr foi . „Der Ministerpräsident hat eine Verneinung dieser Frage angebeutet. Ich hoffe, baß eine berartige Intervention unter keinen Um stäuben ftattfinbet." Im zweiten Teil seiner Ausführungen richtet Sir Herbert Samuel scharfe Angriffe gegen bas neue Deutschland, gegen seinen angeblich militari- England und der neue Pakt zwischen Paris und Moskau. Außenminister Sir John Simon schloß bie Aussprache. Englanbs Verantwortlichkeit aus bem Locarno-Vertrag sehe nach bem frcinzö- sisch-sowjetrussischen Abkommen so aus: Sollten Sowjetrußlanb unb Deutschland in einen Konflikt geraten und Frankreich in Deutschland einmarschieren, um Sowjetrußland Hilfe zu leisten, so würde dies England nicht automatisch in den Streit v e r w i ck e l n. Greife Deutschland Sowjetrußland an und Frankreich eile in Erfüllung des französisch-sowjetrussischsn Vertrages den Russen zu Hilfe, indem es Deutschland angreift, bann lege der Locarno-Vertrag England stischen Geist und seine „kriegerische Stellungnahme" in Fragen von internationaler Bedeutung. Man solle Deutschland zu verstehen geben, daß es eine einstimmige Entrüstung in England Hervorrufen würde, „wenn es feinen Kurs weiter verfolge, und wenn es zu keiner Rüstungsvereinbarung komme". Oer Vertreter der Konservativen »Oiehards^, Winston Churchill, lehnte die Auffassung ab, daß die alllliierten Mächte ihrerseits den Versailler Vertrag gebrochen hätten. England habe in den letzten zehn Jahren viel getan, um freundschaftliche Beziehungen mit Deutschland herzu st eilen und Deutschland zu einer Stellung zu verhelfen, bie feiner Würbe entspreche, ohne eine Gefahr für anbere Nationen zu sein. Er stimme b e r Regierungspolitik z v, wie sie in ber Entschließung des Völkerbundes über die deutsche Ausrüstung, in der Er- klärung von Stresa und schließlich in dem Artikel Macdonalds in der Zeitschrift „News Letter" zum Ausdruck komme. Er bedauere jedoch, daß die Regierung diese Maßnahmen zu spät ergriffen habe. Deutschland erstrebe in der Luft, zu Land und zu Wasser eine Vorherrschaft über das übrige Europa. Alle früheren Erklärungen englischer Minister über die deutsche Luftstärke seien völlig unrichtig gewesen. Churchill befürwortete dann eine Z u - sammenarbeitEnglandsmitdenande- r en freundlich gesinnten Mächten, die den Frieden bewahren wollen. Die Mitarbeit irgendeiner anderen Regierung solle nicht abgelehnt werden, falls sie sich der Autorität des Völkerbundes unterwerfe. Sir Austen Chamberlain erklärte, daß ihn ebenso wie Churchill die Unkenntnis ber Regierung über bie Ereignisse in Deutschlanb überrasche. Er hoffe, baß bie englischen Wehrmaßnahmen auf bas ft ä r t ft e beschleunigt würden, wie es den Gefahren des Augenblicks entspreche. In gewissen Kreisen werde immer wieder gesagt, daß der Versailler Vertrag ein diktierter und nicht ein verhandelter Frieden sei. „Meiner Ansicht nach wäre es jedoch sehr schwierig, die Grenzen der europäischen Staaten gerechter zu ziehen, als sie durch den Versailler Vertrag gezogen wurden. Ich will jedoch damit nicht sagen, daß keine Zugeständnisse mehr zu machen wären, ober baß wir alle Hoffnungen erfüllt hätten. Wenn man mich fragt, ob man erwarten könne, baß Deutschlanb für alle Zeiten burch eine einseitige Abrüstung gebunden bleiben solle, dann sage ich: ,N e i n‘." Der wirkliche Ernst der Lage sei in dem Zeitpunkt zu sehen, den Deutschland gewählt habe, um sich den Abrüstungsbestimmungen zu entziehen. Deutschland dürfe sich nicht über eine Einkreisung beklagen, wenn es sich weigere, den Einladungen der anderen Mächte zu folgen. Es sei nicht überraschend, wenn die anderen Staaten sich zusammentun, um für ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Wenn Deutschland als friedfertiger Partner beitreten wolle, sei es willkommen. Wolle es sich aber nicht der Staatenfamilie anschließen, sondern den anderen seinen Willen aufzwingen, dann werde ihm wiederum England im Wege st ehe n. In England unb bem britischen Weltreich werbe Deutschlanb auf eine Macht stoßen, bie seiner roieberum Herr werben werbe. — Das Haus spenbete Sir Austen Chamberlain lauten unb anhaltenden Beifall. unter diesen Umständen keine Verpflichtung auf, Deutschland Hilfe zu leisten. Natürlich müsse die Hilfeleistung Frankreichs für Sowjetrußland gewissen Bestimmungen des Völkerbundpaktes entsprechen, auf die im Locarno-Vertrag selbst Bezug genommen sei. Die Bestimmungen des französischsowjetrussischen Paktes seien den Funktionen des Locarno-Vertrages untergeordnet. Daraus folge, daß die britischen Verpflichtungen heute unter dem Locarno-Vertrag ebensowenig vermehrt worden seien, wie damals, als Frankreich gleichzeitig mit Polen und der Tschechoslowakei Vertrage auf der Grundlage gegenseitiger Unterstützung abgeschlossen habe. n rr i - 1 ERNTEN 30 BIS 32 + MUSTERCIGARETTEN + MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M 'ti H. ff. & PH. ff. REEMTSMA CIGARETTENFABRIKEN LD Die Cigaretten sjj methoden. die zu. !k ’C Diese Cigaretten werden in den Paprika betriebes in Altona-Bahrenfeld nacr^H Oer ungewöhnlich zarte und reine Cha? Belten I ahtd 'te Ma isatflagen unseres technischen Muster* völlig neuen Methoden hergestellt ter dieser Mischung beruht darauf, daß t It *5 dC Berlin, 2. Mai. Seit zwei Jahren sind an der deutschen Nordseeküste, insbesondere in S ch l e s - w i g - H o l st e i n, Landgewinnungsanlagen, Deich- und Dammbauten, Küstenschutzarbeiten usw. in Ausführung begriffen, die ihre Ausgestaltung zu einem die gesamte Küste umfassenden Landgewin- nungs- und Landerhaltungswerk größten Ausmaßes erfahren werden. Zwischen der deutschen Nord- Scherl-Bildmaterndienst seeküste und den vorgelagerten nordfriesischen und ostfriesischen Inseln dehnt sich das Wattenmeer aus, das in früheren Jahrhunderten größtenteils fruchtbares Marschland war. Im Laufe der Zeit ist dieses weit über 200 000 Hektar umfassende Gebiet den Naturgewalten zum Opfer gefallen. Seit Anfang dieses Jahrhunderts sind durch besondere Buhnenanlagen an der 240 Kilometer langen schleswig-holsteinischen Küste über 4200 Hektar Vorländereien entstanden. Endziel der Landgewinnungsarbeiten ist die Eindeichung des gewonnene^ Landes. Der Begeisterung auszulösen, mit der seiner- Zeit die Ankunft der russischen Matrosen in Toulon begrüßt wurde. „Journee Industrielle" schreibt ebenfalls, man könne nicht erwarten, daß die französische Oeffentlichkeit das Abkommen mit Begeisterung aufnehme. Man könne sich ihm angesichts der Erfordernisse der augenblicklichen Lage resigniert anschließen, dürfe aber von der französischen Oeffentlichkeit nicht mehr verlangen, denn sie habe noch nicht die Haltung Rußlands 1917 und die Schädigung der r n n 5« '1)1 ÄÄm ^inausgedonnert^ Lehen ZrLeck r'ung' fite $ hn«e , ?n?e J?ll^.^e5o®lrnun^ kam- leicht werde es bald eine bessere Aussicht auf men, das einem beinahe jebe Woche einen neuen I Rüstungsbegrenzung geben als je zuvor Der „Daily Telegraph" (Kons.) erklärt, oer Premierminister habe die Tür weit offen gelassen. Großbritannien wünsche noch immer eine Rüstungsbegrenzung, aber die Zeit für diese Politik laufe ab, wenn jeder Verständigungs- schritt mit einer Mitteilung Deutschlands über eine Vermehrung seiner bewaffneten Macht beantwortet werde. Man müsse der Gefahr ins Auge sehen und ohne weiteres Zögern in einem der Größe der Ge- fahr entsprechenden Umfang und Tempo für die eigene Verteidigung sorgen. Das Haltsignal könne nur durch die volle Annahme einer Rüstungsbegrenzung durch Deutschland gegeben werden. „Time s" sagt, der Ministerpräsident habe die aufeinanderfolgenden Aufrüstungsmaßnahmen Deutschlands zu Lande, tn der Luft und auf der See in würdigen Worten mit Mißbilligung, aber ohne zwecklose Vorwürfe erwähnt, um dem natürlichen Aerger Englands, besonders wegen der Mitteilung über die U-Boote unmittelbar vor dem Beginn geplanter Besprechungen Ausdruck zu geben. Trotz dieser offenbaren Unhöflichkeit fei die Regierung mit Recht nach wie vor bereit, die deutschen Vertreter zu empfangen, die Erklärung, die der Ministerpräsident über diesen Punkt abgegeben habe, zeige, daß zum mindesten die britische Regie- Die Unterzeichnung -es Beistandspakts zwischen Paris und Moskau. Kühle Aufnahme in einem großen Teil' der französischen presse. W mid) Ein« daß it | NI 'N em lung Zige Mitten, jung tu» ein aupt- r nsicht Wir ) die Mit- jegen übe ner Falls r die oerbe, Eden iß die zur Der g in iffen rum der Neubildung deutschen Bauerntums an der Nordseeküste. Ein Zehnjahresplan Oarres zur Landgewinnung in Schleswig-Holstein. Bild-Schema im Durchleuchtungsapparat Von den Rändern undderSpitzederTabakblätterher schreitet die Klärung langsam fort, bis jede Blattzelle von allen Geschmacks-Unebenheiten völlig befreit ist 7. unfermentiertes Blatt 2. während der Fermentation 3. doppelt fermentiertes Blatt wie es für die » R 6 « Cigarette verwendet wird. 0ffen bleiben müsse. General Göring habe versichert, daß die Reichsregierung nicht davor Auruckschrecken werde, die deutsche Luftstreitmacht auf Grund eines internationalen Äer- träges zu vermindern, daß sie ferner bereit sei, sich an einem Luftabkommen zu beteiligen und ihre Luftstreitkräfte zur Verteidigung nicht des Friedens Deutschlands, sondern Europas und der Welt zu verwenden. Diese Erklärungen bewiesen, daß die Reichsregierung das Kollektiv- f y st e m nicht a b l e h n e. Die britische Regierung müsse unablässig auf eine Vereinbarung hinarbeiten von der vielleicht das künftige Schicksal der ganzen Welt abhänge. Die „Morn in g P o st" (konservativ) sagt, die Regierung müsse sich Kritik gefallen lassen, weil sie es zudelassen habe, daß die britischen Inseln beinahe über Nacht so gut wie wehrlos gegen einen Luftangriff eines „Festlandnachbarn" geworden seien. Der Nachdruck, den Macdonald auf die Elnigkelt mit Frankreich und Italien m der Frage der Festigung des Friedens gelegt E' st' befnedlgend. Der Hinweis, daß die Tur für Deutschland offenbleibe, sei am Platze gewesen, aber bedauerlich sei, daß ein neuer Ruf an Deutschland gerichtet wurde. Die Stirn- Deutschlands sei in dem „bewundernswerten" Aussatz des Premierministers treffend dargestellt worden. Als ob er diese Stimmung noch nachdrücklichst heroorheben wollte, habe Göring zur gleichen Zeit, als Macdonald von Versöhnung sprach, Her- franzosischen Sparer durch die rote Diktatur vergessen. „Q u o t i b i e n" bezeichnet den gestrigen Donnerstag für Frankreich als einen Trauertag. Der Pakt verpflichte nur Frankreich, denn Sowjetrußland könne, selbst wenn es wolle, seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, weil es keine gemeinsame Grenze mit Deutschland habe. „ Excelsior " sieht die Bedeutung des Paktes weniger in feinem juristischen Gewinn an Bauernland wird in den ersten vier Jahren nach dem Umbruch 2570 Hektar betragen, Zn den neuen Kögen werden etwa 200 Bauern- Irr tn ^richtet. Die für die Beschleunigung der Anlandung unentbehrliche Landfestmachung der In- sein und Halligen, d. h. der Bau von'Dämmen zwischen diesen und der Küste, ist ebenfalls in verstärktem Maße durchgeführt worden. Besondere Erwähnung verdient das große Unter- nehmen zur Abdämmung der Eider. Durch diese Arbeiten werden wertvollste, bisher dem unheilvollen Einfluß der Sturmfluten der Nordsee ausgesetzte und jetzt nur als Grünland nutzbare M a r s ch l ä n d e r e i e n in einer Größe von 35 000 Hektar vor der drohenden Versumpfung bewahrt. Die Abdämmung, deren Kosten sieben Millionen RM. betragen, wird 1936 fertiggestellt fein. Dann werden die „pontinischen Sümpfe der Nordmark" endgültig vor Ueberflutungen geschützt fein und die Möglichkeit zur Schaffung neuen Bauerntums bieten. Größte Bedeutung kommt den gesamten Arbeiten an der Küste auch insofern zu, als ihre Kosten zu 60 bis 80 v. H. aus Lohnen bestehen und somit hierbei zahlreiche Erwerbslose nutzbringende Beschäftigung finden können. In den Jahren 1933 und 1934 konnten an per schleswig-holsteinischen Küste etwa 8000 Arbeitslose und 1500 Männer des Arbeitsdienstes eingesetzt werden. Insgesamt wurden in diesen beiden fahren vom Preußischen Staat rund 22 Millionen RM. bereitgestellt. Im Reichsernährungministerium ist ein Zehn- Jahresplan für die schleswigholsteinische Küste aufgestellt worden, der den B a u o o n ro e i t e r e n Dämmen zur Verbindung der Halligen und In- fein mit dem Festlande, die Ergänzung der Sch Utz bauten für die im Abbruch liegenden Ufer, die verstärkte Durchführung der Anlandungsarbeiten und die Eindeichung der gewonnenen Vorländereien vorsieht. Die K o st e n sind mit 85 Millionen Mark veranschlagt worden. In den ersten Jahren werden etwa 10000 Arbeitslose dabei Beschäftigung finden. In etwa 70 bis 80 Jahren wird der nördliche Teil der Küste bis zur inneren Reihe der Inseln und Halligen vorgerückt sein. Im Lause der nächsten sieben bis acht Jahrzehnte werden mit dem Fortschreiten der- Anlandung allmählich durch schrittweise Eindeichung eine große Zahl von neuen Kögen entstehen, deren Gesamtgröße zu etwa 35 000 Hektar zu schätzen ist. Bei einer durchschnittlichen Größe 6er zu errichtenden Bauernstellen von 15 Hektar ergeben sich rund 2000 neue Bauernhöfe. An der ost friesischen Küste liegen die Der- k $ a jJj3'Mai. (DNB.) Der sowjetrussisch- sranzosische Pakt wurde heute abend in Paris durch Den französischen Außenminister Laval und den sowjetrussischen Botschafter Potemkin unterzeichnet. Ueber die Unterzeichnung ist folgende V e rlautbarung ausgegeben worden: „Außen- mimfter Laval und der sowjetrussische Botschafter Potemkin haben einen französisch-sowjetrussischen gegenseitigen Beistandspakt unterzeichnet. Dieses Dokument besteht aus 5 Artikeln und einem Protokoll. Die Pflichten, die aufgezählt werden, beruhen auf Artikel 10, 15 und 16 der Volkerbundssatzungen. Sie bestimmen, daß sich beide Parteien im Falle einer A n g r i f f s g e f a h r beraten und daß fie sich l m Falle eines nicht herausgeforderten Angriffes unterstützen. Sie bezwecken die Wirksamkeit der Bestimmungen der Völkerbundssatzung und der Empfehlungen, die der Volkerbundsrat erteilen wird, zu sichern. Diese Verpflichtungen, die dazu bestimmt sind, den Frieden in Europa aufrechtzuerhalten und sich i n o ob lerUebereinftimmung befinden mit den früher von den beiden Regierungen e i n gegangenen Verbindlichkeiten, schließen für die beiden Regierungen in keiner Weise die Möglichkeit aus, sich im gegenseitigen Einvernehmen an einem regionalen Pakt z u beteiligen, dessen Abschluß wünschenswert bleibt." — Die Reise Lavals nach Moskau ist auf den 9. Mai anberaumt. Der Minister wird am Man- Mundstück hergestellt aus folgenden Distrikten: j a^^ro avRla. >E5ii. AkSeilr. K*Wrgi|FXlemlh. sCun. tag, den 13. Mai, in Moskau ankommen, nachdem er den Samstag in Warschau verbracht hat. Die Blätter weisen besonders daraus hin, daß der Pakt im Rahmen des Völkerbundes abgeschlossen wurde, daß er gegen keine dritte Macht gerichtet sei, und daß er schließlich allen anderen Staaten offen stehe. "Deuore meint, das politische Gleichgewicht in Europa hätte zwar einen regionalen Beistandspakt verlangt, der den Rhein mit der Moskwa verbinde und wobei Frankreich der Garant im Osten und Rußland derjenige für Locarno geworden wäre. Der Ausschluß Deutschlands und Polens hätte aber die Verwirklichung eines solchen regionalen Abkommens verhindert'. Der „Mat in" unterstreicht, daß das neue Abkommen in vollkommener Harmonie mit den aus dem Völkerbundspakt heroorgehenden Verpflichtungen und mit dem Locarnopakt stehe. Laval werde übrigens in Moskau auch die Frage der kommunistischen Propaganda in Frankreich aufwerfen. Das „Echo des Paris" stellt fest, daß man in der französischen Oeffentlichkeit weit von der Begeisterung entfernt fei, mit der vor 45 Jahren das französisch-russische B ü n b n i s aufgenommen worden fei. Für die Diplomaten sei das Zustandekommen des gegenwärtigen Paktes zwar bedeutungsvoll, es fei aber nichtgeeignet, inderV olksmaffe jene Vertragsbruch ins Gesicht schleudere und täglich über die Gewalt seiner Krieasausrüstungen frohlocke? Das Blatt fordert, daß England sich selbst erst st a r k mache und dann abwarte, ob Deutschland komme und verhandeln wolle. I^W^atioli und npuer Fabrikations* auf so, sung für itten. djteit. eutfdj» Füns- ig in . Was einem cher- ch die i nicht r of* sse zu ilosen, uf bis ) ver- Frie- dieses kann große eutsch' , seine -r Tat prache itte. F.S 11>* id) u"d »Zu- tten zu nine- seW i9 au|' imin-r itt »un> ch-d-" > ma5 in Endes »E- cki-n-n werde. »c Jl'S । keine" di- >ni« fe (die uei iii! ü» eil same Grenze mit , sieht die Bedeutung des Paktes weniger in seinem juristischen Teil als in seinen politischen und psychologischen Auswirkungen. X*-) r 0 OfaMl TÖNNING &RUNSBUTTEL CUXHAVEN^, e • NIEBÜLL • flENSBUHQ DACEBUU HUSUM HMnisse nlcht |o günstig wie in Schleswig- Holstein. Größere Anlandungsarbeiten können dort mit Aussicht auf Erfolg nur an wenigen Stellen, insbesondere in der Leybucht westlich der Stadt Norden und vielleicht auch iqi Dollart durchgeführt werden. Eine Verbindung der ostfriesischen Inseln mit dem Festland kommt in absehbarer Zeit kaum in Betracht, weil einmal die Verbindungsdämme in viel stärkerem Maße den Weststür- men ausgesetzt sein würden als an der nordfriesischen Küste und weil zudem ein vermehrtes A n s ch li ck e n durch solche Dämme nicht zu erwarten ist. Oie Ehrenbezeugungen beimOeutschland-undHorst-Weffel-Lied B e r l i n, 30. April. (DNB.) Zur Beseitigung von Meinungsverschiedenheiten wird amtlich mitgeteilt, daß beim Spielen oder Singen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes anläßlich öffentlicher Veranstaltungen im Freien von den n i ch t u n i f o r m i e r t e n männlichen Teilnehmern neben der Er- Weisung des deutschen Grußes auch die Kopfbedeckung abzunehmen ist. Die uni- formte rten Teilnehmer grüßen durch Heben des rechten Armes. Wer kann Mitglied der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung sein? In vielen Kreisen der Frontsoldaten herrscht vielfach immer noch die Meinung, daß nicht kriegsbeschädigte Frontsoldaten nicht Mitglieder der NSKL^V. werden können. Dem wird entgegengehalten, daß selbstverständlich jeder Frontsoldat Mitglied der NSKOV. sein kann. Gerade die Frontsoldaten, die das Glück gehabt haben, ohne käxperlichs Folgen den Weltkrieg zu überstehen, sollten sich ganz besonders zu ihren verletzten und kranken Kameraden in kameradschaftlicher Verbundenheit hingezogen fühlen und damit beitragen, daß der gesunde Kamerad für den beschädigten eintritt. Anmeldungen erfolgen bei den örtlichen Gliederungen der NSKOV. Verbote und Beschlagnahmungen deutscher Bücher in Polen. Bromberg, 30. April. (DNB.) Nachdem aus Kattowitz und Lodz Meldungen eingelassen sind, daß das Buch des Führers „M ein Kampf" dort erneut polizeilich beschlagnahmt wird, sind in diesen Tagen auch in deutschen Buchhandlungen Westpolens Durchsuchungen angestellt worden. Es wurde in erster Linie jede mit S ch l a g e t e r verbundene 'Literatur beschlagnahmt oder verboten. Außerdem sind noch folgende deutsche Bücher in Polen verboten: Knaurs Konversationslexikon, Ausgabe 1934, Knaurs Weltatlas, Hansa- Weltatlas von Prof. Dr. Muris und Wald, weiter „Fragen der deutschen Ostgrenze" von Karl Werner und schließlich Westermanns Taschenweltatlas. Das Verbot der deutschen Weltatlanten ist nach den Aeußerungen der polnischen Presse darauf zurückzuführen, daß darin neben den neuen deutsch-polnischen Grenzziehungen durch besondere Kennzeichnungen die alten Grenzen vom Jahre 1914 vermerkt sind. Nach polnischer Auffassung trägt diese Art der Kennzeichnung dazu bei, daß Polen als Saisonstaat angesehen werd,en könnte. Kunst und Wissenschaft. Der deutsche Röntgen-Kongreß in Berlin. Am zweiten Kongreßtage des Deutschen Röntgen-Kongresses in Berlin sprach der Berliner Professor Chaoul über eine Methode der Röntgen-Bestrahlung (konzentriert fraktionierte Nahbestrahlunoi). Privatoozent Sch a e f e r - Greifswald berichtete über eine ähnliche Bestrahlungsmethode. Zweites Hauptthema der Tagung war ein Referat von Professor Friedrichs- Berlin über den heutigen Stand der Radium-Dosimetrie, während Professor Holthusen-Hamburg über die praktische Durchführung und über die klinische Erfahrung darin referierte. Professor Holf elder- Fränksvrt zeigte in einer Reihe von Röntgenbildern die Möglichkeit der Röntgenbestrahlung bei Asthma. Dr. Adam- Berlin und Dr. Hummel- Leipzig berichteten über die radiologische Behandlung des Speiseröhrenkrebses. Die Nachmittagssitzung wurde durch ein Referat von Oberarzt Dr. Ott-Berlin über eine bedeutsame technische Neuerung, die Körperschichtdarstellung, eröffnet. Besondere Beachtung sanden die Dikussionsdemerkungen und Vorschläge des Utrechter Professors Dr. Z i e d s e s des P l a n- t e s, der sich mit dem Ausbau der Körperschichtdarstellung größte Verdienste erworben hat. Dr. Janker- Bonn berichtete in einem Demonstrationsvortrag über photographische Aufnahmen des Durchleuchtungsbildes. Deutsche Volksheilkunde in Nürnberg. Die Ausstellung „Deutsche Volksheilkunde" und die Reichstagung aller Verbände auf- dem Gebiet der deutschen Volksheilweise in Nürnberg im Mai wird die erste Kundgebung dieser Art nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt sein. Unter zuverlässiger Führung steht die Deutsche Volksheilbewegung in geeinter Front vor der Oeffentlichkeit. Die in Nürnberg zur Gründung gelangende Reichsarbeitsgemeinschaft der deutschen Volksyeilverbände, die dem Amt für Volksgesundheit der NSDAP, unterstehen soll, wird dieser neuen Einheit den äußeren Ausdruck verschaffen. Fernsehgemeinschaft in der Reichsrundfunkkammer. In Berlin wurde durch den Präsidenten der Reichsrundfunkkammer Dreßler-Andreß die Fernsehgemeinschaft bei der Reichs- rundfunkkammer gegründet; der 74jährige deutsche Fernseherfinder Paul N i p k o w wurde zum Ehrenpräsidenten und Reichssendeleiter H a - d a m o w s k i zum Vorsitzenden ernannt. Die Fernsehgemeinschaft wird die führenden Männer des Rundfunks, der Wissenschaft und der Wirtschaft umfassen, um Richtlinien und Grundsätze für die gemeinsame Arbeit zu entwickeln. Der Präsident der Reichsrundfunkkammer D r e ß l e r - A n d r e ß hat ein Telegramm an Paul Nipkow gerichtet, in dem er seiner Freude Ausdruck gibt, am nationalen Feiertag des deutschen Volkes in ihm vor der ganzen Welt einen unserer genialsten Arbeiter auszeichnen zu können, dessen Erfindungen der in diesen Tagen und Wochen begonnene Siegeslauf des deutschen Fernsehens zu danken sei. Oie Kleinsiedlung als Weg zum eigenen Heim für den deutschenIndustriearbeiter. Reichsarbeitsminister Seldte über die Zukunstsaufgaben des Siedlungswesen. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Vor dem Berliner Freundeskreis der Deutschen Akademie sprach Reichsarbeitsminister Seldte über die Weiterentwicklung des Siedelungswesens. Der Minister erklärte, daß der Siedlungsgedanke bis ins einzelne durchgearbeitet worden sei und daß eine Planung, d i e sich über das ganze Reich e r st r e ck e, die beste und richtigste Art der Lage der Wohnungen und Siedlungen berücksichtige. Vor allen Dingen solle der Industriearbeiter wieder mit dem Boden vertraut werden. Er solle mit seiner Familie in seiner Wohnstätte leben, die Luft, Licht und Sonne habe. Damit werde man ein Geschlecht gewinnen, das Volk und Vaterland liebe. Für eine minderbemittelte Bevölkerung sei die Klei'nsied- lungdie beste Siedlungsform, da sie der Familie eine Zusatznahrung schaffe. Ursprünglich habe man 600 Quadratmeter für eine Siedlung für ausreichend gehalten, man sei aber nun dazu übergegangen, neben der Bau st eile 1000 Quadratmeter und vielleicht noch etwas mehr zu fordern, um den Mann und seine Familie k r i s e n f e st zu machen. Von. dem Siedler müsse verlangt werden, daß er ehrbar, national zuverlässig und erbgesund sei. Der Siedler müsse e i n kleines aber festes Einkommen haben. Die Kosten für den Bau und die Einrichtungen sollten 3000 bis 4000 Mark und die monatliche Gesamtbelastung des Siedlers 20 bis 25 Mark nicht überschreiten. Bei dem Vorwärtsschreiten der Siedlung, durch die die Bauindustrie als wichtige Schlüsselindustrie außerordentliche Vorteile habe, wolle die Reichsregierung auf dem Finanzierungsgebiet neue Wege gehen. Die Finanzierung solle auf lange Sicht gemacht werden. Dazu werde man die Hilfe des Privat kapital s in Anspruch nehmen und notfalls auch mit Reichs- bürgfchaften für zweite Hypotheken arbeiten. Es fei überlegt worden, die früher investierten Reichsdarlehen von 195 Millionen Mark für Kleinsiedlungen durch eine Ablösungsaktion wieder frei zu machen und diese freiwerdenden Gelder neuen Siedlern zur Verfügung zu stellen. Das Reich habe außerdem im neuen Haushalt weitere Mittel für Kleinsiedlungen bereitgestellt. Der Minister richtete an die Gesamtwirtschaft den Appell, bei diesem Werk der Kleinsiedlung zu helfen. Verschiedene Jndustriekreise hätten sich schon bereiterklärt, zu dem aufgebrachten Kapital noch 20 v. H. hinzuzubringen, so daß die Siedlertätigkeit ganz erheblich gesteigert werden könne. Grundsätzlich solle der Siedler 20 v. H. des Boden- und Bauwertes selbst bei- ft e u e r n. Er könne auch durch unentgeltliche M i t- arbeit aus der eigenen Familie und aus Freundeskreisen gewissermaßen einen Personalkredit ein- bringen. Auf dem Wege über die Siedlung helfe das Reich Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Auf dem Gebiete des Baurechtes und der Baupolizei sollten alle Unübersichtlichkeiten und Zersplitterungen durch ein einheitliches Baurecht für das ganze Reich beseitigt werden. Auch das Siedlungsprojekt sei ein Teil des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit, der niemals aufgegeben, sondern durchgeführt werde, bis-möglichst jeder deutsche Volksgenosse seinen Arbeitsplatz habe. Der schaffenswillige deutsche Mensch solle in Zukunft neben seiner Arbeitsstätte aber auch eine Wohnstä11e haben, ein Heim, an dem er hänge. Aus aller Wett. Fast 10 Millionen Brandschaden innerhalb eines Vierteljahres. Die deutschen öffentlich-rechtlichen Feueroersiche- rungsanstalten verzeichnen für das erste Vierteljahr 1935 eine Gesamtschadensumme von 9 8 6 7 9 9 1 Mark. In diesen drei Monaten wurden insgesamt 22 487 Brandschadenfälle angemeldet. Es sind also allein im Bereich der deutschen öffentlich-rechtlichen Feueroersicherungsanstal- ten Verluste in einer Höhe von rund 10 Millionen Mark in einem Zeitraum von nur drei Monaten zu verzeichnen. Die Höhe dieses Verlustes tritt noch sinnfälliger in Erscheinung, wenn man bedenkt, daß für die gleiche Summe 1000 Häuser von einem Bauwerte von je 10 000 Mark errichtet werden könnten. Die genannte Brandschadensumme umfaßt aber noch nicht die gesamten Brandschäden, die in dem Zeitraum im ganzen Deutschen Reich eingetreten sind. Diese Statistik zeugt von den verheerenden Schäden, die der „Rote Hahn" am gesamten deutschen Volksvermögen anrichtet. Es wäre möglich, drei Viertel aller dieser unersetzlichen Verluste der deutschen Volkswirtschaft zu ersparen, da allein drei Viertel aller Brandschäden lediglich durch Böswilligkeit und Fahrlässigkeit verursacht werden. Dies sollte jedem Volksgenossen eine Mahnung sein, mitzuwirken am Gerne in - schaftswerk der Brandverhütung. Tag der deutschen Technik. Anfang Juni findet in Breslau unter dem Vorsitz des Beauftragten für Technik und deren Organisationen, Generalinspektor Dr.-Jng. Todt, der erste „Tag der deutschen Technik" statt in Verbindung mit der 25-Jahrseier der Technischen Hochschule Breslau und der 73. Hauptversammlung des „Vereins deutscher Ingenieure". Ziel der Tagung ist, die hohe Bedeutung der deutschen Jnge- nieurarbeit für die Lösung der staats-, wirtschafts- und sozialpolitischen Probleme unserer Zeit darzulegen. Kundgebungen sollen zeigen, wie eng Volkswohlstand und technischer Fortschritt miteinander verflochten sind. Vom Spiel in den Tod. — Zwei Schüler gelötet, vier andere verletzt. Der Stamm „Seeteufel" des Danziger Jungvolks veranstaltete in Neufahrwasser eine Art römisches Wagenrennen. Zur Ausführung dieses Rennens benutzten die Knaben schwere Lastfuhrwerke, die ein Eigengewicht von 30 bis 35 Zentner haben. Kurz nach dem Start kam einer der Wagen zu nahe an den anderen heran, so daß die Knaben anscheinend befürchteten, überfahren zu werden. Sie liefen davon, jedoch kam einer von ihnen zu Fall, und die anderen stürzten über ihn hinweg. Einem 11 Jahre alten Schüler ging das linke Rad des schweren Lastfuhrwerks über den Kopf, so daß er sofort tot. war. Ein gleichaltriger Schüler erlitt schwere innere Verletzungen, denen er wenig später im Krankenhaus erlegen ist. Ferner wurden vier weitere Schüler teils schwer, teils leichter verletzt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Mai. (Varbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 766 Kälber, 39 Schafe, 308 Schweine. Es kosteten: Kälber 32 bis 60 Mark, Härnrnel 31 bis 40, Schweine 44 bis 51 Mark. — Marktverkauf bei allen Gattungen mittelmäßig. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das durch einen Kaltlufteinbruch entstandene mitteldeutsche Hochdruckgebiet beherrscht noch immer unsere Witterung. Dabei kam es auch in der Nacht zum Freitag bei heiterem Himmel wieder zu verbreiteten Strahlungsfrösten, lieber der Biskaya entwickelt sich ein starker Tiefdruckwirbel, der späterhin auch uns Neigung zu gewittrigen Niederschlägen bringt, vorerst aber ohne nennenswerten Einfluß auf das freundliche Wetter bleiben wird. Vorhersage für Samstag: Zeitweise wolkig, doch im ganzen freundliches Wetter, ansteigende Tagestemperaturen, östliche und südwestliche Winde. Vorhersage für Sonntag: Im ganzen freundlich, tagsüber warm, doch Neigung zu gewitterigen Störungen. Lufttemperaturen am 2. Mai: mittags 11,1 Grad Celsius, abends 5,4 Grad; am 3. Mai: morgens 1,8 Grad. Maximum 12,3 Grad, Minimum —2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Mai: abends 10,8 Grad; am 3. Mai: morgens 6,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch^ und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. 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Das salomonische ttrieil. den Im in den Erdteil Jahre, Ruhet, ihr Knaben vor Langemarck und wartet den Frühling ab, die treibende Erde sprengt euren Sarg und der warme Wind euer Grab. Wenn nur die Wolken nach Osten stehn und der Acker sich wieder benarbt, werdet ihr Deutschland Wiedersehn und die Wälder, für die ihr starbt. In den Gärten, für die ihr gingt, blüht ihr dann im Gerank, und der Sommer darüber singt euern Ruhm und unfern Dank. jetzt in der luftleeren Dose stets frisch wie am Tage der Röstung n l, 8'. cei a i- r« in d. ib ,8 >b. li: ib der Akropolis in Athen vor einem begeisterten griechischen Publikum aufzuführen. Seinem Kopfe entsprang auch der Plan zu einer geistigen „Olympiade" der Völker auf dramatischem Gebiet. Dieses Ziel verfolgt die Delphische Union, deren Präsident der griechische Dichter Angelos Sikelianos ist, dem Leyhausen als Vizepräsident zur Seite steht. Als ein Anfang dieses zukunftreichen Plans ist es zu betrachten, daß das griechische Nationaltheater zu Ehren seiner Gäste damals der deutschen Aufführung der „Perser" eine griechische, folgen ließ. Auf dem Boden deutscher Bühnentradition nimmt sich Leyhausens Versuch zur Erweckung des antiken Dramas von der chorischen Seite her wesentlich anders aus. Zweifellos hat er sich ein Instrument herangebildet, das über eine große Skala an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, die durch sparsame Gestik noch erhöht werden. Aber grundsätzliche Bedenken lassen an diesen mit viel Liebe und zäher Hingabe verfolgten Versuchen keine rechte Freude Film zuwandte. Zu ihren ersten Erfolgen auf der Leinwand gehören die im Hochgebirge spielenden Filme „D e r h e i l i g e B e r g" und „Die weiße Hölle vom Piz Palü", zu dem die von Dr. Fanck geleitete Expedition fünf Monate in der winterlichen Gletscherwelt über den Wolken blieb. Anschaulich berichtete Leni Riefenstahl von dieser Zeit damals: „Eine ungeheure psychische Belastung, monatelang fern von aller Menschheit der Schnee- und Gletscherwüste ausgesetzt zu sein. Wenn der Winter nicht weichen will, wenn immer neue Schneestürme über die Grate dahinbrausen, wenn man nur aus dem Kalender erfährt, daß es in der Ebene nun schon Primeln gibt, daß dort die Obstbäume blühen und die Wiesen grün werden." Die Strapazen waren schlimmer, als man geahnt hatte. Schon der tägliche Marsch über die Eisfelder zur Arbeitsstätte. „Solange die Sonne auf ihm lag, strömte der Gletscher eine unmäßige Hitze aus, kaum hatte sich jedoch die Sonne hinter die nächsten Spitzen verkrochen, als plötzlich die gewohnte sibirische Kälte über das Eis wehte." Wenig Angenehm muß es gewesen sein, wenn sie bei bitterer Kälte und bei Windstärke 9 an mehreren Abenden hintereinander für Stunden in den Schnee eingegraben wurde. Vom Besuch in einer Gletscherspalte erzählt sie: „Am Seil wurde ich, zum Zwecke einer Filmaufnahme, vierzig Meter tief hinabgelassen. Die blaue, grüne, nach unten unabsehbar verdämmernde Tiefe eines solchen Eisblocks ist unheimlich. Man fühlt, daß hier jedes Leben rettungslos verloren fein muß. Kein Seil, kein Mensch, kein Licht vermag bis zum letzten Ende dieser Tiefe zu dringen. Der Rachen der Hölle kann nicht unheimlicher weißen Schaumwall der Brandung, wuchs großen Umriffen aufstrebender Gebirge der auf, der nun für Monate, vielleicht für unser Schicksal werden sollte: Asien. wurde. Sein Vater ist Bildhauer, die Vorfahren waren Thüringer Bauern. Als Primaner schrieb er sein erstes Stück „Bauern"; diesem Versuch folgten das Schauspiel „Aufbruch in Körnte n", das Heimkehrerftück „Douaumont oder die Heimkehr des Soldaten Odysseus", die Dramen „Kalifornische Tragödie" und „Panama-Skandal", das Lutherspiel „Diehölli- s ch e Reis e" und als letztes das oft aufgeführte Monaten ein abendfüllender Film von rund 3200 Meter geschaffen, der den Geist des Tages spüren läßt und ein wichtiges Dokument bleiben wird. Eberhard Wolfgang Möller. Schauspiel „Rothschild sieat bei Water- l o o". Zwischendurch schrieb Möller die „I n st e r - burger Ordensfeie r", ein Heroldspiel von der Üeberroinbung des Todes, das „S ü d e n d e r Weihnachtsspie l", Kantaten und Sprechchöre, gesammelt in „Berufung der jungen Zei t", und eine Szenenreihe für ein bald erscheinendes Jugendbuch, in dem er Gestalten und Geschichten aus Preußens vergangenen Tagen lebendig werden läßt; bemerkenswert ist eine Szene, in der Friedrich I. sich mit seinen Generälen nach dem Prozeß gegen seinen Sohn und Katte bespricht, weil Möller hier den Soldatenkönig als tragische Figur erscheinen läßt. Weit bekannt wurde der Dichter auch durch seine Funkspiele. Kürzlich erschienen seine Gedichte, „Die e r ft e Ernt e", die meist erzählen „von den stillen Freuden heimatlichen Lebens" und wie Idyllen anmuten. In dem Gedicht „Hieronymus oder Der Einsame und sein Buch" verrät Möller eine heute sehr selten gewordene Beherrschung des deutschen Hexameters, dis neben einigen allzu bekümmerten Versen angenehm auffällt. Ma'nches Gedicht aus dem Zyklus „Die Briefe der Gefallenen" mutet den, der diese Zeit miterlebt hat (Möller war bei Kriegsausbruch acht Jahre alt), ein wenig fremd an, viele dagegen bekunden des jungen Dichters starkes seelisches Nacherleben und Nachgestal- ten der Grundstimmungen dieser großen und schweren Zeit; am stärksten wirkt er dort, wo er in hie Zukunft schaut, so, wenn er den „Chor der Sehenden" sagen läßt: Dann erwartet Gott mit unbewegter Miene, bis die Tore sich in ihren Angeln drehn. Schweigend stehen seine blanken Paladine, wenn die Knaben durch die Pforte gehn. Und er hebt sich mächtig auf und steigt vom Throne, einem jeden in das Angesicht zu sehn, während feierlich vom himmlischen Balkone ungeheure Purpurbanner wehn. Alle Glocken fangen dunkel an zu fingen. Mond und Sterne selbst verhalten ihren Lauf, und die Himmel, welche sich darüber schwingen, schluchzen tief und überwältigt auf. Waren bei diesem zeitgenössischen Versuch, Volks- schicksal mit den Mitteln neuen Theaterwillens dar- zustellen, die Sprechchöre darauf beschränkt, durch Aufmarsch und Ausruf das Spiel an markanten Stellen zu gliedern und zu steigern, so war die Aufführung der „Perser" des Aischylos, mit denen die Berliner Universität im Theater am Hör st-Wessel-Platz (Volksbühne) den Geburtstag des Führers feierte, ganz auf den Sprechchor als Träger der Dichtung abgefteüt. In fanatischem Bestreben, das dramatische Erbe der oriechischen Antike durch den modernen Sprechchor für die deutsche Bühne zurückzugewinnen, arbeitet Wilhelm Leyhausen feit anderthalb Jahrzehnten Am Nationalfeiertag erhielt, wie bereits gemeldet, Leni Rief en stahl den nationalen Filmpreis und Eberhard Wolfgang Möller den nationalen Buchpreis. Leni MsensW. Was mochten diese Herzen bedeuten? Sie bedeuteten die Liebe. Und als jener Frühling kam, da Gerold vierzehn Jahre alt wurde, verliebte er sich. Er liebte ein Mädchen mit schwarzen Haaren. Nie sprach er mit ihr. Mit ihr sprechen, gehörte wohl nicht zur Liebe. Eines Tages, als man wieder im „anderen Garten" war, stieg er in eine der Pappeln und schnitt die Anfangsbuchstaben ihres Namens in die Baumrinde ein. Den beiden Brüdern, die ihn beobachtet hatten und hernach in die Pappel klettern wollten, um zu spionieren, schenkte er feine kleine Kanone mit Bleisoldaten, wenn sie von ihrem Vorhaben abließen. Sie versprachen es und nahmen die Geschenke an. Und nun würde der Name oben in her Pappel in die Breite wachsen und die erste und unvergängliche Liebe bedeuten. Einmal erlaubte der Sanitätsrat, daß die Junten hier ein Lagerfeuer machten. Es war ein W- jeben sehr, ploh' )iescw jte o» roasser lhMch cganZ siüller (fjone: Iß* 0,^ h* Ausführungen der Tragödien des Aischylos. . vorigen Jahre gelang es Leyhausen, mit seinem Sprechchor und deutschen Schauspielern die „Perser" im antiken Theater des Herodes Attikos am Fuße ausfehen." Voller Strapazen war auch die Arbeit an einem anderen Film Dr. F a n ck s , in dem sie mitwirkte, „8 0 8 (Sieber g". Erwähnt sei der volkskundlich wertvolle Film „Das blaue L i ch t", den sie schrieb und selbst inszenierte. In dieser verfilmten Legende aus dem südtiroler Sarntal weist sie der Natur die Hauptrolle zu und läßt die Bauern selbst mitspielen. Vorher mußte sie von Gehöft zu Gehöft, gehen und jedem die Scheu ausreden, bann fand j sie allerdings vortreffliche Darsteller in den einfachen Menschen. Sie bewies mit diesem Film, daß der Laiendarstellung im Film noch große Aufgaben harren. Eine Riesenarbeit war der Parteitag-Film „Triumph des Willens, mit dessen Gestaltung und Oberleitung sie betraut wurde. Aus 128 000 Meter belichtetem Film wurde in sieben Den Gefallenen von Langemarck singt der „Chor Engel" dieses Lied: Die Preisträger vom -I.Mai Äon Johannes Gunda!. Die schönste Liebe. Äon Georg von der Dring. Meine ich dich? Meine ich mich?... Es gilt für uns alle. Es war ein Knabe, er hieß Gerold. Gerold besaß zwei Freunde, sie waren Brüder. Die Brüder sprachen immer von dem „anderen Garten". Der „andere Garten" gehörte ihrem Großvater, dem alten Sanitätsrat. Besonders im beginnenden Frühling fiel er ihnen ein, und dann sagten sie: Komm, Gerold, wir gehen in den „anderen Garten". Und Gerold ging mit ihnen. Der Garten lag in einem entfernten Teil der kleinen Stadt. Er war durch ein Eisentor gesichert, das immer verschlossen war. Da man keinen Schlüssel besaß, kletterte man heimlich hinüber. Sie wußten die Stellen, wo man die ersten Veilchen finden konnte. Sie vergaßen diese Stellen nicht über das lange Jahr. Sie sanden sie wieder und entdeckten, daß die Veilchen wieder blühten. Es war das Zeichen, das man erhofft und erwartet hatte. Sie knieten an solchen Stellen nieder und atmeten den Duft ein; sie pflückten sie nicht, sondern ließen sie ausblühen. Sodann gab es im „anderen Garten" ein Laube mit einem steinernen Tisch. Unter dem Tisch saß man bei Regenwetter. In die Tischplatte waren viele Namen eingeritzt, aus früheren Zeiten; und um die Namen herum waren Herzen gezeichnet. Zeitgenössisches und klassisches Lhochiel Theaterbrief aus der Neichshauptstadt. Der Geburtstag des Führers wurde dieses Jahr in Berlin zum Anlaß für zwei Theaterereignisse, ' die zu den wichtigsten Eindrücken der laufenden Spielzeit gezählt werden müssen. Im Theater des Volkes erlebte Berlin die erste Aufführung eines Thingspiels: die „Deutsche Passion 1933" von Richard Euringer. lieber den Wert dieser Dichtung braucht aus diesem Anlaß nichts Neues gesagt zu werden, denn sie ist nach ihrer Uebersetzung vom Hörspiel ins Schaubare mit großem Ersolg anläßlich der vorjährigen Reichssest- spiele im Heidelberger Schloßhof aufgesuhrt worden, erwies sich zwar auf der Thingftätte bei Halle nicht als durchschlagskräftig genug, wanderte aber bann durch das ganze Reich in zahllosen Aufführungen von berufenen und unberufenen Laienkräften und vermittelte breitesten Befucherschichten zum ersten Male eine ungefähre Vorstellung von dem, was von dem neuen Thingspiel zu erwarten ist. Für Berlin stand. zwar kein Thingplatz unter freiem Himmel zur Verfügung. Aber das „Theater des Volkes", ein ehemaliger Zirkus, der fast 4000 Menschen in feinem amphitheatralisch ansteigenden Raum faßt, bot mit seiner Riesenbühne, die durch eine schiefe Ebene weit in den Zuschauerraum verbreitert war, eine überraschende Möglichkeit, die ins Weite zielenden Wirkungen von Euringers Staatspassion auch im geschlossenen Jnnentheater mit allen Mitteln eines filmisch gesteigerten Bühnenbildes und einer raumgliedernden Beleuchtung zur Geltung zu bringen. In diesem Rahmen nahm auch das Wort des Dichters seinen gebührenden Platz ein, so daß eine gerade für dieses Werk wesentliche Wirkungsbedingung besser erfüllt war, als es auf dem Thingplatz möglich ist, wo das Wort verhallt und Aufmarsch und weithin ragendes Symbol die wichtigsten Ausdrucksträger sein müssen. Denn das ist kennzeichnend für Euringers „Passion", daß überall da, wo des Dichters bildkräftige Sprache Klage und Anklage ruft, die aufrüttelnde Wirkung stark ist; wo aber der Aufbruch des neugegliederten Volkes, die Auswirkungen der Parole des auferstan- benen unbekannten Solbaten bie Forberung nach bühnenmäßig überzeugenber Symbolgestaltung erheben, ba verschwimmt bie Dichtung im Rhetoririschen. Karl Zauber, her Regisseur, hatte alses getan, um bennoch ben Einbruck des Gesamtwertes wuchtig unb bekenntnishaft zu machen. 1000 Werkleute aus Berliner Betrieben waren zu Sprechchören vereinigt, aus benen Anthes Kienbl eine erstaunliche Kraft unb Klarheit bes Ausbruckes herausholte. Sprecher von höchsten Graben, wie Paul Wagner, Heinrich George, (Serba Müller, Franziska K i n z, Alexanber Engel unb Otto Collin neben vielen anderen, gaben ben Stationen her Passion klares Profil, so baß es ben Zuschauern nicht schwer fiel, sich von her psychologischen Hanb- lungsentwicklung eines inbividualistischen Dramas auf den statuarischen Stil einer im Nebeneinander sich vollziehenben Schicksalsbichtung her Gemein- Auftakt. Äon Fritz peier Buch. Das Gießener Stabttheater bringt bas Schauspiel „Vertrag um Karakat" von Fritz Peter Buch zur Aufführung. An einem Hellen Dezembermittag bes Jahres 1915 stand ich mit etwa 30 Kameraben in her Schreibstube bes Artillerie-Sonberkommanbos der Militärmission in Konstantinopel. Wir waren überraschend ,3um Appell befohlen worden: lauter Kriegsfreiwillige, junge Kaufleute, Handwerker, Studenten wie ich, — kaum einer über zwanzig Jahre alt. Der' Kommandeur hatte seine kurze Ansprache beendet Es war totenstill in dem kleinen holzgetäfelten Raum, an dessen Wänden noch die rotgepolsterten türkifchen Dioanbänke standen. Keiner wagte zu atmen. So erregend war das, was wir gehört hatten. Wir waren schon m Deutschland gus einer großen Zahl von Freiwilligen für den Dienst auf asiatischen Kriegsschauplätzen, ausgesucht worden. Jetzt sollten sich aus unseren Reihen Freiwillige zur Verwenbung in Persien, Afghanistan und an der indischen Grenze melden. Es dauerte Sekunden, bis mir begriffen hatten. Dann brach ein Sturm los. Alle wollten mit. Der Kommandeur sah sich die Junsensgesichter an d.e vor Abenteuerlust brannten und hatte Einsehen alle durften mit. Wir mußten Ver^wiegenheit über das Ziel her Expedition geloben. Dann waren n)l&irtüefen wie im Traum durch die Perastraße, die steinernen Winkelgassen des alten Galata hm ab, ans Meer. Indien! Persien! Afghanistan! Was hatten wir nicht schon in den letzten drei Monaten erlebt, - von dem Morgen in der Doberitzer Baracke angefangen, als das Lastauto der Firm Leineweber beladen mit Zivilanzügen und Mänteln anrollte und wir uns aus einem.Kommando junger Soldaten, von denen manche schon in Flandern uno Rußland die Kugeln hgtten pfeifen hören, m einen Haufen ziemlich schäbiger Zivilisten zuruckverwanbeln mußten. Am Alexanderplatz im Polizeipräsidium gab es bie Auslanbspässe mit ben Durchreisevisen für alle Länber zwischen Spree und Bosporus. Ein paar Tage später wurden wir in kleinen Gruppen zu dreien und vieren, die sich untereinander nicht kennen durften, — als stellenlose Munter Kellner, Kaufleute getarnt — auf die Schnellzüge nach Wien verteilt. Es ging über Budapest unb Kronstadt in das neutrale Rumänien. Im Hotel Trajan in Bukarest saßen mir die Nacht burch wach auf unseren Betten. Eine Polizei- vatrouille hatte uns die Pässe abgenommen. Es war die Nacht, in b^r Mackensen bei Belarab über btp Donau ging. Bulgarien war als unser Verbun__ Künstlerin, lange als Filmschauspielerin unb Regisseurin großer Naturfilme unb her Parteitag- Filme bekannt, begann vor etwa zehn Jahren als Tänzerin, unb zwar in München, Köln, Innsbruck, Prag unb ihrer Daterftabt Berlin. Die Tanzkritiker waren entzückt von her „vollkommenen starken Anmut, her beispiellosen Schönheit" bes jungen Mäb- chens; von ihren. Tänzen schrieb einer: „ ... es grübelt in biefen Tänzen ein kühner Wille, es ringt ein Mensch mit bem Engel." Diese Worte charakterisieren bie Tänzerin unb behielten ihre Gültigkeit auch, als Leni R i e f e n st a h l sich halb barauf bem beter in ben Krieg eingetreten. Es war eine Frage von Stunben, baß Rumänien sich auf bie Seite unserer Feinbe schlug. Dann saßen wir als Solbaten in Zivilkleibung in her Hauptstabt eines feinblichen Laubes. Das Frühstück am anbern Morgen schmeckte uns erst, als her Oberkellner unsere Pässe wortlos auf den Kaffeetisch legte. Am Mittag schwammen wir auf der Donaufähre bei Ruftschuck dem befreundeten bulgarischen Ufer zu. In den balkanischen Bergen war die Mobilmachung im Gange. Die Gleise waren verstopft mit Güterzügen voll junger Burschen. Auf den Bahnhöfen standen lachend und weinend die Mädchen, schwarzhaarig, mit roten Blüten überm Ohr. Sofia war voll von der Begeisterung über die ersten Siege. Adrianopel flog vorüber, die türkische Grenze und schließlich, am achten Reisetage, standen wir auf dem Bahnsteig in Sirkedschi-Stambul. Wochen folgten, in denen wir uns in einer fremden Welt zurechtfinden lernten. Wir zogen die Uniform der Türken an, lernten ihre Sprache sprechen, ihre Gebräuche achten. Auf ben kahlen Steppenhügeln am oberen Teil bes Golbenen Horns, nicht weit von her heiligen ©räberftabt Ejub unterwiesen wir anatolische Bauern in her Kunst bes Schießens mit Kanonen. An ben Abenben unb Sonntags burchwanberten wir biese rounberbare Stabt, in her sich Europa unb Asien im Schatten von Jahrtausenben begegnen. Wir ftanben vor ben Mosaiken her Kahrije-Moschee unb benen her Hagia Sofia, folgten ben Trümmern her gewaltigen Mauern vom Golbenen Horn zum Marmarameer. Wir sahen von ben Gebetstürmen her großen Moscheen, bie wie sieben gewaltige Festungen bes göttlichen Friebens bie sieben Hügel bes alten Byzanz krönen, auf bas Gewimmel in ben hölzernen Gassen her türkischen Stabtviertel hinab. Wir burchstreiften bie Basare Jstambuls, ben Sumpf her Hafengaffen bes alten ©enueferftabtteils Galata, wir saßen in ben levantinischen Kaffeehäusern Peras mit ihrer Talmi-Eleganz, ihren Gästen aus allen Rassen bes Mittelmeers. Wir waren in ben kleinen Teestuben her Hafenstäbtchen unb Fischerbörfer zu Hause, bie bie Ufer bes Bosporus vom Schwarzen Meer bis zum Marmarameer besetzen unb biese Meerenge mit ihrem Schmuck von Gärten unb Palästen zu einem her schönsten Teile her bewohnten Erbe machen. Unb jetzt also ftanben wir am Gelänber her großen Galatabrücke über bem lärmenben Gewimmel von Fischkuttern, Schleppern, Pinassen — einen Strom von hupenben Autos, Hingelnben Straßenbahnen hinter uns, Wolken schreienber Möwen über uns unb vor uns — unter bem stahlblauen Winterhimmel — das Meer besonnt unb ftraM'no. > Drüben über her jenseitigen Küste, aus bem schnee- aufkommen. Es bebeutet bereits eine Sinnwibrigkeit, wenn bie Klagen unb Wahrsprüche her Greise unb Frauen von Susa von jungen Menschen vorgetragen werben. Da her einzelne Sprecher künstlerischen Ausbrucks nicht fähig ist, wirb bie Wirkung burch klangliche Summierung der Stimmen erzwungen. Das ausbrucksmäßige Differenzierungsbestreben verführt zu einem Stil, her zwischen Rezitation unb Gesang unsicher entlanggleitet unb bie erhabene Dichtung halb zum Singsang, halb zu opernhasten Wirkungen verflüchtigt. Das ist um so bebauerlicher, als baburch bie Inhaltsschwere unb Sprachkraft bes Dramas, bie gerabe Leyhausens meisterliche Uebersetzung voll eingefangen hat, bem unvorbereiteten Theaterbesucher nicht zum Bewußtsein kommt. So werben wohl nur wenige Zuschauer ber Aufführungen begriffen haben, daß in dieser epischen Tragödie Aischylos, der Mitkämpfer bei Salamis auf der Siegerseite, dem unterlegenen Gegner ein Denkmal gefetzt hat, das einzigartig in der Weltliteratur ist, weil es dem Feinde die Ehre nicht nur nicht raubt, sondern seine Tapferkeit geradezu feiert und von menschlich tiefem Mitgefühl durch- ftrömt ist. Diese Ritterlichkeit des Siegers gibt dem Drama über seine künstlerische Ewigkeitsgeltung hinaus eine unheimliche politische Aktualität. Es ist ist in seiner Haltung eine einzige Anklage gegen die Siegermoral in unserer Zeit. Kezn vernichtenderes Urteil über den Geist von Versailles unb Genf läßt sich benten als bas Ethos biefer aischyleischen Tra- göbie! Jacobi. Paulus Krüger, ber berühmte sübafrikanische Staatsmann, genoß nicht nur im engeren Kreise ber Freunbe unb" Bekannten ben Ruf unbebingtefter Rechtlichkeit, fonbern in ber Welt erzählt man sich von seiner Zuverlässigkeit unb von seiner weisen unb unoerbilbeten Menschlichkeit. Deshalb forberte man ihn auch häufig zur Schlichtung von Streitigkeiten auf, bie eigentlich nicht Sache eines großen und viel beschäftigten Staatsmannes find. Einst kamen zwei Verwandte zu ihm. Es handelte sich um Meinungsverschiedenheiten über ein Besitztum, das ihnen bisher gemeinsam gehört hatt, bas jetzt jeboch geteilt werben sollte, ohne daß man sich darüber einigen konnte. Ohm Paul, wie der Präsident im Volksmunde genannt wurde, saß unter dem Schutzdach seines Hauses und ließ die Rauchwolken seiner niemals ausgehenden Pfeife zum Himmel steigen. Während die beiden ihren Standpunkt heftig streitend vertraten, schwieg Krüger eine lange Zeit, bis er plötzlich zu bem einen sagte: „Du wirst bas Gut nach bciner Idee in zwei Teile teilen." unb zu bem anberen bemerkte er: „Du wirst von ben beiben Teilen ben nehmen, ber bir am besten -usagt" Der eine Kläger, ber natürlich bamit rechnen 'mußte, baß sein Verwanbter bei einer ungleichen Teilung bas beste Stück nehmen würbe, bemühte sich nun um eine wirklich gerechte Losung, nier em -Nv!-- M P-ul d-r sprichwörtlichen fiiüer Abend, als, es abgebrannt wurde. Auch die. Wejsheit eme= Saio.no würdig. Eltern waren gekommen und noch andere Gäste. Das Feuer prasselte, und bie Flammen beleuchteten bie Gesichter unb ben weißen Bart bes Sanitätsrates. Unb — war es ein Wunber? — auch bas Mäbchen mit ben schwarzen Locken war gekommen unb stanb mit im Kreis, genau unter ber Pappel, in bie ihr Name eingeschnitten war, unb wußte nichts bavon. Unb was geschah an biesem Abend? Dies geschah, daß Gerold sich ein Herz nahm, zu dem Mädchen trat und mit ihr sprach. Sie kannten sich ja gut, denn sie besuchten seit Jahren die gleiche Klasse. Sie würden bald miteinander konfirmiert werden. Und weiter stellte sich heraus, daß die kleine Schwarzgelockte eine große Düte Bonbons mitgebracht hatte und Gerold davon abgab; unb baß sie an biesem Abend immer dort auftauchte, wo er gerade stand und immer die offene Düte mit den Bonbons für ihn bereithielt. Das ist geschehen im „anderen Garten", am lodernden und nieberbrennenben Lagerfeuer, unb weiter weiß ich nichts. Unb eine schönere Liebe mag es wohl nicht geben, als biese. Aus aller Welt Staat e n Wirtschaft De- unb den Stellung von Feinsplitt sind voll beschäftigt. der wurden. Immerhin war die am Aktienmarkt, etwas Kulisse auf Grund einiger kleine Käufe vornahm. Die fester, zumal auch die Wirtschaftsnachrichten Abwertung des Dan- diskutiert. Ieder Junge spart für die Zeltlager der HI.! t e i l i g t. Es konnten in der Zeit vom November 1934 bis 1. April 1935 an das Winterhilfswerk 148144,57 RM. abgeliefert werden, hierin sind enthalten 101229,88 RM. aus Barspenden, 23951,14 RM. aus Erlös von Eintopfgekauft wird. 706: Einzelheiten der Lockerung der belgischen visenzwangswirtschaft. 707: Neue Umrechnungskurse in den Güter- Tierverkehren mit dem Auslande. 708: Schaffung einer Touristenkarte für Montanmarkt in Eisen- und Stahlwerten, insbeson- dere Klöcknerwerke und Stahlverein fanden bei bis 1 o. H. festeren Kursen größere Nachfrage, Rhein- stahl waren auf 104,50 (102,50) befestigt, ferner gewannen Buderus 0,50, Mannesmann 0,90 v. H. Schwach lagen dagegen auf kleines Angebot Rhein. Braunkohlen mit ‘207 (210). IG. Farben konnten sich bei lebhafterer Nachfrage zunächst um 1 v. $). befestigen und zogen nach dem ersten Kurs weitere 0,50 v. H. an-, die übrigen chemischen Papiere lagen gut behauptet. Bon Elektroaktien verbesserten sich Siemens um 1,50 v. H., AEG-, Gesfürel um je 0,50 v.h., während Schuckert und Licht & Kraft je 0,25 d. 5). verloren. Aschaffenburger Zellstoff zogen auf den Abschluß hin um 1 o. H. an, Zellstoff Waldhof lagen unverändert. Don sonstigen Werten eröffneten Cement Heidelberg 1 v. h., Kunstseide AKU. 0,50 v. h. leichter, Schiffahrtswerte und der Reichsbank-Anteil lagen behauptet, Deutsche Linoleum gewannen 0,65 v. h. Der Rentenmarkt lag sehr still und kursmäßig kaum verändert. Don deutschen Anleihen zogen Altbesitz um 7,50 Pf. an, späte Schuldbuchforderungen und Zinsoergütungsscheine lagen unverändert, dagegen büßten Kommunal-Umschuldung 0,10 d. h. ein. Mexikanische Anleihen hatten bei kleinem Geschäft leicht erhöhte Kurse, so 3 v. h. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Etwas fester. Oie Indusine- unö Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 705: Richtpreise für Leimleder, das zum Zwecke der Herstellung von Hautleim ver- bzw. ge- ziger Gulden wurde lebhaft Etwas lebhafteres Geschäft entwickelte sich am Frankfurt a. M., 2. Mai. Auch nach U. Ueberwindung des Ultimos konnte sich das Geschäft noch nicht nennenswert beleben, da von der Kundschaft nur in kleinem Umfange Kauforders gegeben 1' Tendenz, insbesondere alten Kämpfers der Partei, der im September 1933 das Opfer eines tragischen Unfalls wurde, hat eine unersetzliche Lücke in die Führergarde der NSBO. gerissen. Bei der Gedenkfeier bildeten die Angehörigen der PO. und der Deutschen Arbeitsfront mit 600 Fahnen der Gaubetriebszellenabteilung Groß-Berlin Spalier. Der Feier wohnten der stellvertretende Gauleiter Staatsrat G ö r l i tz e r, Staatsrat Schumann, der stellvertretende Obmann der NSBO. Claus Selzner, Stabsobmann Dr. Kupfhauer vom Hauptamt der NSBO. sowie Vertreter aller Gliederungen der Partei bei. Claus Selzner widmete in Vertretung des verhinderten Reichsorganisationsleiters und Leiters der Arbeitsfront Dr. Ley dem toten Kameraden Worte ehrenden Gedenkens. WinterhilfSwerkdesWehrkreisesKaffel. LPD Kassel, 30. April. An dem zum Abschluß gebrachten Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/35 hat sich die Truppe des Wehrkreises Kassel in vorbildlicher Weise be- * Felten & Guilleaume Carlswerk A G. Köln-Mühlheim. Nach erhöhten Abschreibungen (i. V. 1,85 Mill. Mark) und reichlichen Wertberichtigungen und Rückstellungen steht bei der Felten & Guilleaume Carlswerk AG., Köln-Mühl- heim, für 1934 bei Tilgung des restlichen Verlustvortrages von 872 502 Mark ein Gewinn von 2 866 746 Mark zur Verfügung (i. V. wurde der Jahresgewinn von 2,16 Mill, zur Verlustminderung verwendet). Der Hauptversammlung am.28. Mai soll die Verteilung einer Dividende von 4 v. h. vorgeschlagen werden. Der. bisherige Verlauf des neuen Geschäftsjahres ist befriedigend. Grenzübertritt nach Belgien. 709: Neuregelung des Zahlungsverkehrs mit der Schweiz. 710: Neue Einfuhrbestimmungen in Griechenland. 711: Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle „Chemie". (Neue Fassung vom 30. April 1935). 712: Bezeichnungsoorschriften für Papiersorten RAL 470 A. Der Syndikus der Kammer, Herr Dr.G.C.Keim, hat nach Durchführung einer Sonderausgabe, für die er während der letzten Monate zum Rhein- Mainischen Industrie- und Handelstag nach Frankfurt a. M. beurlaubt war, die Geschäftsführung mit Wirkung vom 1. Mai wieder übernommen. Neue Bestimmungen über Mehllypen. Von der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen wird eine Anordnung Nr. 20 herausgegeben, die eine Aenderung der Bestimmungen über Mehltypen enthält. Mit Zustimmung des Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft und im Einvernehmen mit dem Reichskommissar für Preisüberwachung und mit dem Vorsitzenden der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft wird darin angeordnet, daß mit Wirkung vom 1. Mai 1935 neben den in der Anordnung Nr. 13 vom 7. August 1934 festgesetzten Mehl-, Grieß- und Backschrottypen eine weitere Type Roggenmehl hergestellt und in Verkehr gebracht werden darf, die den folgenden Gütevorschriften entspricht: Type 815, vorgeschriebener Aschegehalt 0,815 v. h., zulässiger Mindestaschegehalt 0,790 v. h., zulässiger höchstaschegehalt 0,860 v. h. Auf die Basistype 997 erfolgt ein Aufschlag von 0,50 RM. für 100 Kilogramm. Die Vorschriften des Reichsmühlenschlußscheines „IX Mängelrüge" in der Fassung der Anordnung Nr. 13 vom 7. August 1934 gelten für die Type 815 mit der Maßgabe, daß die Höchstminderwertsgrenze auf 0,960 v. h. (Latitüde bis 0,860 v. h.) festgesetzt wird. Gleichzeitig hat die Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft eine Neufestsetzung der Kleiepreise vorgenommen, die im Zusammenhang mit der neuen Roggenmehltype steht. Der preisschuh für Markenartikel soll bleiben. Auf Grund der gegen den Markenartikel als Begriff von einigen Seiten erhobenen Angriffe wird von der Industrie- und Handelskammer zu Berlin ein Gutachten veröffentlicht, das sowohl für die Industrie als auch für den gesamten handel von Bedeutung ist. Die Kammer ist der Ansicht, daß an der bisherigen Rechtsprechung hinsichtlich der Preisbindung bei Markenartikeln festzuhalten ist und daß auch gemäß den geläuterten Anschauungen nach der nationalsozialistischen Erhebung die folgenden Gesichtspunkte Rechtsgeltung haben: Markenartikel ge- richten und 22963,55 RM. aus Konzerten. Unter Verzicht auf die ihr zustehende Verpflegung wurden von der Truppe 114 000 EssenPortionen ausgegeben. Zu Weihnachten wurden durch Bescherungen und Speisungen über 1000 Kinderherzen erfreut. An Naturalien wurden rund 500 Kilogramm Konserven- und Hülsenfrüchte zur Speisung bedürftiger Volksgenossen gespendet. 2277 Fahrzeuge und Feldküchen sowie 2091 Soldaten wurden zum A b - fahren von L e b e n s m i t t e l n , Holz und zu Sammelzwecken zur Verfügung gestellt. Dieses hervorragende Ergebnis ist durch freudige und opferbereite Hingabe von Offizier und Mann an den großen Gedanken des nationalsozialistischen Hilfswerks für unsere notleidenden Brüder und Schwestern erzielt worden und hat die enge Verbundenheit der Wehrmacht^mit dem nationalsozialistisch wieder augenscheinlich bewiesen. nießen den Preisschutz derart, daß jeder, der sie vertreibt, an die Innehaltung der vom Fabrikanten vorgeschriebenen Preise gebunden ist, allerdings nur dann, wenn ein lückenloses Vertragssystem garantiert, daß die Ware bei Vertragstreue aller Beteiligten jedem Händler nur ausgehändigt wird, wenn er die Verpflichtung zur Preisinnehaltung übernimmt. Ein derartiges lückenloses Vertragssystem liegt dann vor, wenn der Fabrikant die Ware an den Großhändler stets mit der Verpflichtung abgibt, der Großhändler dürfe sie nur mit der Abrede an den Einzelhändler weitergeben, daß dieser gebunden ist, den vorgeschriebenen Preis innezuhalten. Weiter muß der Fabrikant darüber wachen, daß gegen diese Verpflichtung nicht verstoßen wird und muß Verstöße verfolgen. Wird das Preissystem von einem Händler durchbrochen, so verstößt dieser damit gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, weil er nur durch eigenen Vertragsbruch oder unter Ausnutzung fremden Vertragsbruches schleudern kann und ihm diese Tatsache schon infolge seiner Branchekenntnis bekannt ist. Gegen die rechtliche Gültigkeit der vertraglichen Bestimmung, nach der der Fabrikant dem Großhändler untersagt, bestimmte Geschäfte oder Geschäftszweige mit der Ware zu beliefern, sind Bedenken nicht zu erheben. Vielmehr muß die Entscheidung hierüber im freien Ermessen des Fabrikanten stehen. Es ist mit dem Ehrbegriff des ordentlichen Kaufmannes unvereinbar, Packungen von Markenartikeln zu beschädigen, z. B. durch Abschneiden oder Zerkratzen von Packungsteilen, um die Kontrollmöglichkeit zu beseitigen, oder derart von anderer Seite beschädigte Packungen weiterzuvertreiben. ♦ Dolerit-Basalt AG., Köln. Bei der Gesellschaft verbleibt für 1934 nach 0,24 (0,26) Millionen Mark Abschreibungen einschl. 13 301 Mark Vortrag ein vorzutragender Reingewinn von 13 707 Mark, so daß rund 400 Mark verdient worden sind. In 1934 sei eine leicht rückläufige Beschäftigung eingetreten. Im neuen Geschäftsjahr wurden die größeren Werke des Westerwaldes und des Kasseler Bezirkes im März-April in Betrieb genommen. Der Auftragseingang an Schotter ist zur Zeit schleppend, daaegen herrscht in Pflastersteinen rege Nachfrage. Auch die Anlagen zur her- Der Führer über die Bedeutung des Films. Der Führer und Reichskanzler empfing die Delegationsführer des Internationalen F i l m- kongreffes in der Reichskanzlei in Anwesenheit von Reichsminister Dr. Goebbels und Staatssekretär Funk. Der Präsident der Reichsfilmkammer Dr. Scheuermann, der als Präsident des Filmkongresses fungiert hatte, machte dem Führer Meldung von den erfolgreichen Arbeiten des Kongresses. Der Führer und Reichskanzler dankte dem Präsidenten und den Kongreßteilnehmern für die geleistete Arbeit und betonte in längeren Ausführungen die Bedeutung des Films für die internationale kulturelle Zusammen- arbeit. In der Volksaufklärung und Dolkserziehung sei dem Film eine besonders wichtige Aufgabe zu- aewiesen. Im nationalsozialistischen Deutschland habe Reichsminister Dr. Goebbels die Führung dieser Aufgabe übernommen und einen fast hundertprozentigen Erfolg schon in den beiden ersten Jahren erreicht. Die nationalsozialistische Kulturpolitik habe dem Filmschaffen neue Wege gewiesen, und es sind in den letzten beiden Jahren in Deutschland zahlreiche Filmwerke entstanden, deren hohes künstlerisches Niveau und richtunggebende Bedeutung allgemein Anerkennung gefunden habe. Der Führer betonte weiterhin, daß er den Besuch der Filmschaffenden aus der ganzen Welt in Deutschland auch aus dem Grund dankbar begrüße, weil auf diese Weise dem Ausland ein wahres Bild von den Zuständen in Deutschland übermittelt werde, dessen kulturelles und künstlerisches Leben keinem anderen Lande nachstehe. Der Fübrer gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß die Teilnehmer des Internationalen Filmkongrejjes mit den besten Eindrücken und zufrieden mit ihren sachlichen Arbeiten Deutschland wieder verlassen und daß diese bedeutungsvolle internationale Tagung die gemeinsame Kulturarbeit und die Verständigung unter den Völkern nachhaltig fördern möge. Reichsminister Dr. Goebbels dankte den Delegationsführern herzlich für ihre so überaus erfreuliche und harmonische Zusammenarbeit. Türkische Pressevertreter beim Führer. Der Führer und Reichskanzler empfing in Gegenwart des Reichsministers Dr. Goebbels türkische Abgeordnete und Pressevertreter, die sich zur Zeit auf einer Deutschlandreise befinden. Der Führer betonte, daß eine Presse, die nicht der Wahrheit diene, sich die Grundlagen ihrer eigenen Existenz entzöge. Die Presse könne niemals aus einer Unwahrheit eine Wahrheit machen. Diese breche sich doch früher oder später Bahn. Er fretie sich, feststellen zu können, daß gerade die türkische Presse um eine objektive Beurteilung der deutschen Verhältnisse bemüht gewesen sei. Der stelloertre- tendr Generaldirektor der türkischen Pressedirektion, Burhan Belge, erwiderte, daß Völker, die von einer jungen revolutionären Kraft erfüllt seien und autoritär regiert würden, am ehesten eine Presse im Sinne der Ausführungen des Führers schaffen könnten und daß solche Nationen besonders geeignet seien, sich gegenseitig zu verstehen. Die Türkei habe daher den Wiederaufstieg des deutschen Volkes mit stärkster Anteilnahme und Sympathie verfolgt. ■ab S. Mm keine Schallplatte« mehr im Rundfunk. Auf Grund der am 5. April erhobenen Klage der S ch a l l p l a t t e n k o n z e r n e gegen den R e i ch s r u n d f u n k hat die Reichsrundfunkgesellschaft nunmehr ab 5. Mai ein allgemeines Sendeverbot von Schallplatten für den Rundfunk erlassen. Sie wird in Zukunft keine Schallplatten mehr von Firmen senden, die nicht mit dem Rundfunk im Vertragsverhältms stehen. Am 5. Mai werden sämtliche Schallplatten- Archive des Rundfunks versiegelt. Damit hört die Sendung von Jndustrieplatten auf. Die ausfallenden Schallplattensendungen werden ausnahmslos durch Musik, insbesondere gute und abwechslungsreiche Unterhaltungskonzerte ersetzt werden. Wie der Reichssendeleiter bereits anläßlich der letzten Jntendantentagung ausführte, wird also der internationale Schallplattenkrieg nicht zu einer Störung des ' deutschen Rundfunkprogramms, sondern für die Hörer nur zu einer Vermehrung der guten Unterhaltungsmusik im Rundfunk führen. Ein Gedenkstein für Reinhold Muchow. Am Donnerstag fand auf dem Luifenstädtischen Friedhof zu Berlin die feierliche Enthüllung eines Gedenksteins für Reinhold Muchow, den Begründer der NSBO. statt. Der Tod dieses Silber mit 5,40 (5,30), 5 v. H. äußere Gold 14,13 (13,90), 5 v. j). Silber lagen mit 6,20 unverändert. Im Verlauf blieb das Geschäft in seinem Gesamtausmaß klein und nur in den anfangs schon bevorzugten Papieren ergaben sich weitere Kursgewinne und auch der Umsatz war lebhafter. So zogen Rheinstahl auf 105,75 (104,75), Stahlverein auf 79,25 (78,50), Klöckner auf 90,75 ' 9,50), Mannes- mann auf 77,75 (77,40), IG. Farben auf 139,50 (138,75) und Siemens auf 151,25 (150,50) an. Der Kassamarkt läge still und wenig verändert. Am Rentenmarkt bröckelten späte Schuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung weiter etwas ab, sonst ergaben sich keine Veränderungen. Pfandbriefe lagen ruhig und ziemlich behauptet, lediglich einige Liquidationspfandbriefe gaben etwas nach. Ferner waren die Mehrzahl der Stadtanleihen nur knapp gehalten. Von fremden Werten blieben Mexikaner gut gehalten, fest lagen ungarische Anleihen, 4 d. H. Gold 7,85 (7,70), 1914er und 1913er Staatsrente 7,70 (7,50), ferner erhöhten sich Anatolier auf 34,90 (34,55). Tagesgeld war nach dem Ultimo etwas leichter und wurde auf 3 v. 5). (3,25) ermäßigt. Abendbörse: behauptet. Da auch für die Abendbörse von der Kundschaft kaum Aufträge vorlagen, ist auch die Kulisse nach den Käufen im Mittagsbörsenverkehr wieder zurückhaltend geworden, so daß das Geschäft auf allen Marktgebieten nur sehr geringes Ausmaß hatte. Die freundlichere Stimmung konnte sich jedoch aufrechterhalten, und die etwas ermäßigten Schlußkurse der Mittaasbörse blieben behauptet. Farben-Jndustrie bröckelten zunächst um 0,25 v. H. ab, vermochten sich aber im Verlaufe um 0,40 v. H. zu bessern. Etwas fester lagen außerdem Stahlverein mit 78,90 (78,50) und Rheinstahl mit 104,25 bis 104,75 (104), dagegen zeigten die übrigen Marktgebiete nur ganz geringfügige Abweichungen gegen den Berliner Schluß. Felten blieben vor erwarteten vierprozentigen Dividendenzahlung ebenso wie Aschaffenburger Zellstoff von der günstigen Bilanz heute abend unberührt, doch konnten beide Papiere ihre festen Mittagskurse gut behaupten. Großbank- aktien lagen uneinheitlich; während Commerzbank 0,13 v. 5). und DD-Bank 0,25 v. 5). nachgaben, zogen Dresdner Bank 0,25 v. H. an, auch Reichsbank lagen 0,13 v. H. freundlicher. Es notierten: Altbesitzanleihe 113,75, 6 v. H. Stahlverein 101,13, 4,5 v. H. Frankfurter Hypo- theken-Bank Gold R 1—4 96, 4,5 v. H. Ungarn Gold 7,85, 5 o. S). innere Mexikaner 6,15, 5 v. H. äußere Gold 14,10, 4,5 v. H. Irrigation 9, Adca 81, Commerzbank 93,40, DD - Bank 94,75, Dresdner Bank 94,75, Reichsbank 158,50, Harpener 103,25, Rheinstahl 104,25 bis 104,75, Stahlverein 78,90, AKU. 52,90, AEG. 37,90, Bekula 134, Bemberg 113,25, Deutsche Erdöl 105,50, Scheideanstalt 213, Deutsche Linoleum 153, Licht und Kraft 121,50, IG. Farben 138,50 bis 138,90, Goldschmidt 98, Holzmann 90, Metallgesellschaft 96,75, Schuckert 104, Zellstoff Waldhof 113,50, Süddeutscher Zucker 166, Reichsbahn-VA. 122,75, Hapag 32,50. Schwelnemarkt in Butzbach. * Butzbach, 2. Mai. Zum heutigen Schweinemarkt wurden 226 Schweine aufgetrieben. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel 18 bis 22 Mark, sechs bis acht Wochen alte Tiere 22 bis 26 Mark, für ältere Tiere wurden bis zu 32 Mark gezahlt. Der Handel war flott, es verblieb nur geringer Ueberftand. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejchlofsenen Dividende an. — Reichsbankdisckont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß». Mittag- börse Datum 30.4- 2.5- 30 4 2 5 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 100,25 100,13 100,25 100,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97 97 97,13 97,13 5>/2% Doung-Anlcihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit 102 — 102 102 Auslos.»Rechten ............. 113,3 113,75 113,3 113,65 4*/,% Deutsche ReichSpostschahan. Weisungen von 1934, I....... ■ - 100,4 100,2 6% e^em.8% Hess. Bolksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) ............ 98 98 98 98,25 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96,25 55i% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioui ... 4y»% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverlchr. R.6 100,4 100,4 — — 92 —— — _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit 118,5 Deutsche Komm. Sammelabl. QIn* leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4y,% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 116 116 116,4 116 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- 96 96 — — 100,75 100,5 _ 6y2% ehem. 4ya% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 100,75 100,9 100,75 100,75 96,5 96,5 96,25 96,25 4yx% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Obl.VI — 96,5 —» i 96,25 Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 4% Oesterretchische Golbrente.... 4,30% Oesterretchische Stlberrente 26,75 1,15 26,75 1,13 26,25 1,2 27 1,13 8,05 7,7 7,15 7,85 7,65 7,65 4% Ungarische SlaatSrente v. 1910 7,4 7,7 4y2% desgl. von 1913.......... 7 13,9 7,7 14,1 7,55 13,8 7,85 5% abgestt Goldmexikaner von 99 4i% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 14 Serie 1..................... Frankfurt a. M SJerlln Schlußkurs Schluß». Abendbörse Schluß- lurs Schluß». Mittag- börse Datum 30 4 2-5 30 4 2-5 4% veögl. Serie 11 ............ 8,5 8,5 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 — 4,4 4,5 — 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 — 6,5 6,5 6,35 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,05 4,1 4,05 4,13 2Vi% Anatolier ............... 34.55 34,9 34.4 35,25 Hamburg-Amertka-Paket .....0 32 32,5 32,13 32,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — —— 27,9 Norddeutscher Lloyd .........0 34,25 34,4 34,13 34,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 84,13 84,5 83,75 84,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 109,5 109 109,25 110 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- 92,25 93,4 92,4 93,5 Gesellschaft................0 94 94,75 94 94,5 Dresdner Bank..............0 94 94,75 94 94,25 Reichsbank ................12 158 158,5 158,5 158,4 A 37,5 37,9 37,25 37,5 Bekula.................... 10 135,25 134 135,4 134 (Sieht. Lieferungsgesellschaft... 5 104,5 105 105,25 104,5 Licht und Kraft ........... 6% 120,75 121,5 120,5 121,5 y eiten & Guilleaume.........0 89 91,5 89 91,9 G esellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 121,5 122,5 122 122,75 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 122,75 122,5 — 123,5 —— — —— — Schuckert L Co............... 4 _ 104 103,75 104,5 Siemens 8 Halske............7 149 150,25 149 149,75 LahmeyerLCo.............. 7 121,25 121 121 121 Buderus .............. 0 95,75 96,75 95,65 96,25 Deutsche Erdöl.......... 4 105 105,5 105 105,75 Gelsenkirchener..............0 — — —— — •£ arpener...................C 102,75 103,25 103,25 103,5 £ oesch Eisen—Köln-Neuessea .. C —— 91,13 92,75 l(e Bergbau ............... € —— 147 147,75 145,5 lse Bergbau Genüsse........ k 118,65 119 118,65 119 klöcknerwerke.............IV« 88,25 90,13 88,5 90,13 Mannesmann-Röhre» ........ 0 76,5 77,7ö 76,25 77,4 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß». Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 30 4 2 5 30-4 2-5 Mansselder Bergbau ........ . 8 104,5 104,5 104,75 104,75 Kokswerke................ . 6 — — 111.4 114,9 Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... - o 18 210 207,5 208,5 208 Rheinstahl ................ 8'/2' 102,75 104,75 102,5 104 Vereinigte Stahlwerke...... . 0 77,5 78,9 77,25 78,5 Otavi Minen ............. . 0 17 17,13 17,13 17,13 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 112,75 112,25 113 113,25 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 112,75 113 112,75 113,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y2 160 160,5 160 161,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 137,75 138,9 138 138,75 Scheideanstalt............. . 9 213 213 — —— Goldschmidt .............. . 0 97 98 98,65 97,9 Rütgerswerke ............. .. 4 110 111,25 109 111,5 Metallgesellschaft........... -. 4 97 96,75 97 96,75 Philipp Holzmann......... .. 0 88,5 90 89 90,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 6 121 120 Cementwerk Karlstadt....... .. 4 Schultheis Patzenhofer..... .. 4 — — 105,75 106 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,75 52,9 52,75 53,25 Bemberg................. .. 0 112 113,25 112 113 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 112,5 113,5 112,25 113,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 80,25 81,25 80,13 81,13 Dessauer Gas............. .. 7 —— —— 123 122,75 Daimler Motoren.......... .. 0 91,75 92 91,25 91,65 Deutsche Linoleum......... .. 6 152 153,5 152,75 154 Orenstetn & Koppel ........ .. 0 —• —— 85,5 86 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 34,5 34,4 34,13 34,4 Chade .................... .. 0 — 255 247,5 257 Accumulatoren-Fabrtk...... . 19 159 159 159,75 160 Conti-Gummi............. .. 8 147,25 146 147 146 Grttzner................- .. 0 1 36,5 1 36,5 36,25 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. < 92,5 - Süddeutscher Zucke, ......... 1 166,25 1 166 1 167 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 30. April 2. Mai Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Airs 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,42 53,52 53'52 53,62 Danzig..... 81,10 81,26 47,04 47,14 London ..... 11,965 11,995 11,985 12,015 Helsingfors.. 5,285 5,295 5,295 5,305 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,83 168,17 167,63 167,97 Italien..... 20,68 20,72 20,68 20,72 Javan ...... 0,703 0,705 0,705 0,707 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,12 60,24 60,24 60,36 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,86 10,88 10,88 10,90 Stockholm... 61,69 61,81 61,80 61,92 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 33,95 34,01 33,90 33,96 Prag....... 10,35 10,37 10,35 10,37 Budapest ... — — — Neuyork... 2,476 2,480 Bantnoten 2,480 2,484 Berlin,2.Mal Geld Brie' Amerikanische Noten.............. 2,432 2,452 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 Dänische Noten ................. 53,46 53,68 Englische Noten ................. 11,95 11,99 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 167,21 167,89 20,56 20,64 Norwegische Noten .............. 60,03 60,27 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 61,59 61,83 Schweizer Noten................. 80,24 80,56 Spanische Noten................. 3143 33,57 Ungarische Note« ................ Ur. 102 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag.Z. Mai 1035 I I >0 >r t« Ö5 lb> >ch ch. ur P in, ts- Uf ter »oft >ach ück- Ilen tte. lus. irse i). -h. rein bis irkt- gen ten oie nz ire nt- mt zm gen .h. WO" garn v. ch. a 81, sdner 03,25, 78,90, nberg 213, M t 98, [ 104, ■ 166, ine« . Es z bis 2 bis Mark ir ge- L erung ■^662 42,06 0,203 3,053 53-62 47,14 12,015 5,305 16,42 167,97 20,72 0,707 5,661 60,36 49,05 ,90 61-92 SO,}8 33,96 10^7 2,484 4 ,98 53,g fbg 1 -g 167-g 20,A 60,27 61,g 80,g 33,57 Aus der Provinzialhauptstadt. Tierschutz! Vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen, wird uns geschrieben: Jetzt kommen die schönen Tage, wo der Mensch nach dem oft nur zu schlechten Aprilwetter sich wieder freier in Gottes schöner Natur bewegen kann. Wenn aber vom wolkenlosen blauen Himmel die Frühlingssonne lacht, dann denke auch einmal an den treuen Wächter deines Hauses und Hofes, deinen Hund, und gönne ihm, sich einmal tüchtig im Freien auszutummeln. Zu hart ist sein Los, wenn er, um dich vor Schaden zu bewahren, den größten Teil seines Lebens an der Kette zubringen soll. Laßt ihn und eure anderen Haustiere auch teilnehmen an eurer Freude an der erwachenden Natur, indem ihr ihnen soviel als möglich das freie Tummeln in Licht und Sonne gönnt. Und wenn ihr jetzt hinauswandert in die grünende, blühende Welt, dann vergeßt nicht, daß ihr geweihtes Land durchzieht! Eure Pflicht ist es, alles Lebendige zu schonen und der bedrohten Kreatur Helfer und Beschützer zu sein. Zertretet nicht achtlos den harmlosen Käfer. Laßt dem buntschillernden Falter sein kurzes Leben in Licht und Sonne. Nehmt der flinken Eidechse nicht die sonnigen Raine und laßt Frösche, Salamander und Molche in ihren moorigen Gründen unter natürlichen Lebensbedingungen sich ihres Daseins freuen! Gar manchen treibt verkehrter Sammeleifer zu sinnlosen Raubzügen unter Insekten und sonstigen Tierarten. So kommt es, daß unsere belebte Natur immer mehr verarmt. Wehret diesen unnutzen Sammlern! Habt überall ein offenes ermahnet, wo immer es nötig ist! Besonderen Schutz haben in diesem Monat unsere gefiederten Sänger nötig. Sie sind jetzt eifrig bei ihren Brutgeschäften tätig. Haltet daher alle Störungen von ihren Brutplatzen fern. Stark gefährdet sind die am Boden brütenden Vogelarten. Wie manches Nest wird wohl durch einen unbedachten Fußtritt zerstört. Auch gegen kleinere Raubtiere und wildernde Katzen sind diese gefiederten Sänger oft wenig geschützt. Daher lasse man unter den Bäumen und Sträuchern möglichst das alte Laub liegen, weil es dadurch heranschleichendem Raubzeug erschwert wird, geräuschlos die am Boden oder auf niedrigen Zweigen brütenden Vögel zu überraschen. Ein wirksamer Schutz für sie sind mit dem sog. Franzosenöl getränkte Lappen, die in der Umgebung des Nestes angebracht, Katzen und Raubzeug, fernhalten. Vogelnester auf Bäumen schützt man wirksam vor Raubzeug durch den Katzenschutzgürtel. Mit ihm umwindet man den Stamm des Baumes. Da der Gürtel elastisch, rostfrei und dehnbar ist, wird jeder Nachteil für den Baum verhindert. Der Katzenschutzgürtel ist beim Fachamt Tierschutz des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, „Landschaft Rhein- franken-Nassau-Hessen", Darmstadt, Neckarstraße 3, gegen geringes Entgelt zu beziehen. C. W. Sonderurlaub zur Tagung des Reichstreubundes. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt folgendes bekannt: 1. Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten e. V. hält seine diesjährige Führertagung, die mit einer großen öffentlichen Kundgebung verbunden ist, am 4. und 5. 5. 1935 in Saarbrücken ab. 2. Um den Beamten, Behördenangestellten und -arbeitern, soweit sie Mitglieder des genannten Verbandes sind, die Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen, kann vom 4. einschließlich 6. 5. 1935 Urlaub, ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub und unter Fortzahlung der Bezüge, gewährt werden, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen. 3. Ansprüche auf Erstattung von Kosten aus Mitteln der Landesregierung können nicht anerkannt werden. Oer nationale Feiertag des deutschen Volkes. Aus zahlreichen Orten Oberhessens und der angrenzenden preußischen Gebiete liegen uns ausführliche Berichte über die Feiern aus Anlaß des nationalen Feiertages vor. Aus den Berichten geht hervor, daß dieser Tag überall in sehr würdiger und eindrucksvoller Weise begangen wurde. In manchen Orten fand der festliche Tag schon um Mitternacht seinen ersten Auftakt. Verschiedentlich zogen Kapellen durch die nächtlichen Straßen und spielten das Lied „Der Mai ist gekommen!" Meist gaben die Hitler-Jugend und das Jungvolk dem Tag den Auftakt, indem sie zu früher Morgenstunde mit ihren Spielmannszügen durch die Straßen zogen und die Bevölkerung weckten. Und während in Häusern und Straßen das Leben erwachte, machte sich die Jugend auf den Weg zu den Festplätzen, um die Uebertragung der Feier aus dem Berliner Lustgarten zu hören. Ueberall waren die Feiern sorgfältig vorbereitet worden. Gute Lautsprecheranlagen sorgten dafür, daß die Uebertragung aus Berlin gut verständlich wurde. Die Festplätze waren schön hergerichtet und prangten im Schmucke der Hakenkreuzfahnen und des frischen Grün. In vielen Dörfern wurden nach alter Sitte M a i b ä u m e errichtet. Auf manchen Höhen hatte die Jugend am Vorabend des Tages helle Feuer entzündet. In manchen Orten fanden außerdem Platzkonzerte statt, die von örtlichen Kapellen bestritten wurden. Auch die Kirche nahm stärksten Anteil am Ehrentag der deutschen Arbeit; in sehr vielen Orten wurden F e st g 0 t t e s d i e n st e abgehalten, die Predigten der Geistlichen standen im Zeichen des Tages. Gegen 11 Uhr waren die Straßen in den Städten und Dörfern von regstem Leben erfüllt. Alles strebte den Sammelplätzen zu, die für die Aufstellung des Festzuges vorgesehen waren. Unter Musikklängen bewegten sich die Festzüge durch die geschmückten Straßen. Auf den Festplätzen wurden die Kundgebungen mit gemeinsam gesungenen Liedern, Gedichtvorträgen, Sprechchören der Jugend eingeleitet. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter hielten kurze einleitende Ansprachen. Den Höhepunkt des Tages stellte die Uebertragung der Kundgebung vom Tempelhofer Feld dar. Mit den begeistert gesungenen Nationalhymnen und mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer fanden die Kundgebungen nach kurzen Schlußworten ihren Abschluß. Der Nachmittag und der Abend waren durchweg der Volksbelustigung und der kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Auf die örtlichen Feiern im einzelnen einzuachen, müssen wir uns aus technischen Gründen versagen. Oer Gesundheitsdienst in Hessen. LPD. Zur einheitlichen Durchführung des Gesundheitsdienstes in Hessen ist, wie durch Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — bestimmt wird, für jeden Kreis ein staatliches Gesundheitsamt eingerichtet werden. Die staatlichen Gesundheitsämter führen die Bezeichnung „Staatliches Gesundheitsamt des Kreises ..ihre Leiter sind die seitherigen Kreisärzte. Deutsche Arbeitsfront. NSG. „Kraft durch Freude". Professor Dr. Temesvary hält in den kommenden Wochen eine Anzahl Vorträge über das Wesen der deutschen Musik, erläutert an instrumentalen und gesanglichen Darbietungen verschiedener Art. Diese Vorträge sind allen Volksgenossen unentgeltlich zugänglich. Der erste Vortrag findet heute, Freitag, 3. Mai, 20.15 Uhr im großen Hörsaal der Universität statt, die folgenden bis auf weiteres jeden Freitag um die gleiche Zeit. Volksgenossen, besucht diese Vorträge, sie sind allesamt leicht verständlich, und jeder nimmt etwas davon mit zur Kraft für den Alltag! Sonderzug nach Heidelberg am 5. Mai. Die Fahrkarten sind da und müssen bis spätestens heute abend abgeholt werden. Es fahren zwei Züge, der erste für die Teilnehmer mit den gelben Platzkarten mit rotem Strich ab Wetzlar 7 Uhr, ab Gießen 7.27, ab Großen-Linden 7.39, ab Lang-Göns 7.47, Heidelberg an 9.56 Uhr. Er fährt ab in Heidelberg 19.55, kommt an in Lang-Göns 22.17, Großen-Linden 22.24, Gießen 22.34, Wetzlar 23.01 Uhr. Der zweite Zug, für die T e i l n e h m e r mit den roten Platzkarten mit weißen Strichen, fährt ab Atzbach 7.08, Kinzenbach 7.12, Abendstern 7.16, Krofdorf-Gleiberg 7.22, Launsbach 7.26, Wißmar 7.33, Lollar 7.37, Gießen 8.00 Uhr, an Heidelberg 10.37 Uhr. Dieser Zug fährt ab Heidelberg 20.20, er kommt an in Gießen 22.52, Lollar 23.05, Wißmar 23.19, Launsbach 23.26, Krofdorf 23.31, Abendstern 23.37, Kinzenbach 23.40, Atzbach 23.44. Achtung! Genau auf die Farbe der Platzkarten achten, ebenso auf die Nummer des Wagens, die auf der Platzkarte aufgedruckt ist und jedem seinen Platz garantieren. Die ausgegebenen Herzchen gelten als Ausweis für den Besuch des Heidelberger Fasses. Weiteren ütifes neues Roman Gut, dM Du du dift —! von Friedrich Cisenlohr erscheint heute in den Gretzenev SamttienbSatievn 1IIW.8KH.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „'n Tag, Kleinchen — man sieht dich ja gar nicht mehr! Es wird dir halt gehen wie mir jetzt, keine Minute gehört einem allein. In drei Wochen bin ich endlich so weit. Gott sei Dank! Bin ganz nervös geworden vor lauter Besorgungen. Warum habt ihr aber abgesagt und wollt nicht an meiner Hochzeit teilnehmen?" „Du weißt doch, ich habe noch Trauer!" „Nun, das Jahr ist bald vorüber — so genau brauchst du es doch nicht zu nehmen." „Und Herr Morland ist immer noch auf seiner Geschäftsreise." Herr Morland!, sagte Liane, es fiel Irene auf. Hahaha, das mußte ein merkwürdiges Verhältnis sein. „Er ist doch jeden Samstag und Sonntag hier", sprach sie schnell weiter, „da ließe es sich gewiß einrichten." „Er ist hier?" entfuhr es Liane ungläubig. „Ich bitte dich, spiele nicht die Unwissende. Ich weiß es doch von Kurt, der ja geschäftlich mit ihm zu tun hat." „Ja! Aber nur... nur, um im Geschäft nach dem Rechten zu sehen." , .. „Sprich nur noch einmal mit ihm. Ich wuröe es ganz einfach von meinem Bräutigam verlangen, und wie ich Kurt kenne, würde er mir den Gefallen tun. Auf Wiedersehen, Liane! Zu deiner Hochzeit werde ich wohl nicht da fein. Wir haben eine große Reise vor. Wohin fahrt ihr eigentlich? „Ich weiß es nicht!" erwiderte Liane geyuatt. Irene lachte. „Du weißt auch nichts. Also weiter viel Glück, und auf Wiedersehen!" — Fred verbrachte jeden Sonnabend und Sonntag in Frankfurt! Und sie wußte nichts davon. Er wollte erst kurz vor der Hochzeit zurückkommen — und nun war er fast jede Woche hier. Ob1 esi ipm noch ernst war mit seinem Versprechen? Vielleicht kam er überhaupt nicht mehr zu ihr. Würde das nicht das beste sein? Dann hätte sie eben noch einmal den ganzen Spott ihrer Mitwelt zu ertragen; wurde sie dagegen seine Frau, ging das Gerede weiter, fand immer neuen Boden, horte nie Mit ihrer Ruhe war es nun plötzlich vorbei; sie begann vor einer Nachricht von ihm zu zittern, sie bangte vor feinem Kommen und wartete doch mit jedem Tage sehnsüchtiger auf ihn. — , Fred dachte gar nicht daran, sein Wort nicht einzulösen. Er war wirklich die ganzen vergangenen Monate auf der Reise gewesen, hatte dabei doch nie den Geschäftsgang zu Hause aus den Augen verloren, halte alles geordnet, oorgerichtet, glaubte. sich die vier Wochen Hochzeitsreise, die seine Erholung bilden sollten, wirklich erlauben zu dürfen. Das Geschäft war und blieb schwer; er fühlte sich abgespannt und nervös. Die Ausspannung, die er sich nach so vielen Jahren endlich einmal gönnte, mußte ihm gut tun. Er wollte sich den Urlaub so angenehm wie möglich machen, und Liane sollte ihn dabei nicht stören. Pünktlich zur festgesetzten Zeit erschien er wieder bei Liane, und nun nahmen alle Dinge den Gang, den sie nehmen mußten.. Wie im Fieber erlebte Liane die letzten Vorbereitungen und die standesamtliche Trauung. Wie durch einen Schleier sah sie sich im Spiegel als Braut. War sie es wirklich! Ganz farblos war ihr Gesicht, große Ränder lagen unter ihren Augen. Hatte die schwarze Kleidung, die sie im letzten Jahre Getragen, fie stets blaß erscheinen lassen — jetzt schien überhaupt kein Leben mehr in ihr zu sein. „Wie kannst du dich nur so aufregen, Liane!" sagte die Tante. „Alles ist weit weniger schlimm, als man denkt. Du gehst doch schließlich deinem Glück entgegen und bekommst einen Mann, um den dich die meisten beneiden. Fred ist kein Jüngling mehr — du kannst wirklich nicht von ihm verlangen, daß er bis über die Ohren in dich verliebt ist; aber glaube mir, solche Ehen werden die glücklichsten. Aber da kommt Fred schon." Fred stand auf der^Schwelle. Kein Zug seines Gesichts zeigte die geringste Erregung, seine Augen sahen ihr ebenso höflich-kühl entgegen wie stets, seine schlanke Erscheinung wirkte, wie immer, tadellos in dem eleganten Frack, den er trug. Liane fühlte ihr Herz laut klopfen. Wenn ich nun noch zurück könnte, würde ich es tun?, fragte fie sich erzitternd und erschrak fast vor dem klaren, deutlichen „Nein!", das in ihrem Innern widerklang. Wie ein Schwur stieg der Gedanke in ihr auf: Er soll nie bereuen, mich zu feiner Frau gemacht zu haben. Er verschmäht, er verachtet mich... und dennoch nur du gehörst an meine Seite, nur dich werde ich immer lieben. Langsam, mit sicheren Schritten ging sie ihm entgegen. Fred erging es seltsam bei ihrem Anblick. Er war sich bewußt, ganz kalt und nüchtern die Ereignisse dieses Tages an sich vorübergehen zu lassen, und doch rührte ihn etwas in ihrer Erscheinung. Wie immer sie dieser Stunde gegenüber« stand — einmal hatte sie doch geglaubt, den Weg zu dem Altar an dem Arme eines Mannes gehen zu können, von dem sie alle Seligkeiten des jungen Weibes erwartete. Und nun? Betrog das Leben fie nicht um das Köstlichste? Aber war es möglich, daß ein Mädchen wie sie, jung, hübsch, wohlerzogen, sich um ein bißchen Wohlstand verkaufte? Er sah ihre Lippen beben, sah ihren angstvollen Blick, und dachte mit spöttischem Lächeln: Sie hat Engst, Angst vor mir, well sie glaubt, den Kaust preis zahlen zu müssen! Da warf er mit der ihm eigenen stolzen Bewegung den Kopf zurück, und Oie paar guten Worte, die er ihr hatte sagen wollen, blieben unausgesprochen. So traten sie an den Altar ohne ein Wort der inneren Annäherung. Liane den Kopf tief gesenkt, jedes Wort des Priesters wie einen Schlag empfindend, Fred sich gewaltsam den Worten verschließend, in derselben höflich-kühlen Haltung, die er immer bewahrte. — Aeußerste Energie und Kraftanspannung, worin sie sich von Kindheit an geübt hatte, ließen Liane den Weg nach Venedig ohne Unterbrechung und ohne jeden Zwischenfall überstehen. Sie kehrten nach vier Wochen heim, Fred wirklich erholt, nun schon voller Ungeduld den Geschäften entgegenfehend, die feiner harrten, Liane blaß, mit traurigen Augen, sehr still geworden. — Frau Widemann holte sie vom Bahnhof ab, Fred begrüßte sie höflich wie stets, Liane aber schlang beide Arme um den Hals der Tante und küßte sie leidenschaftlich. Frau Widemann fühlte das Zittern, das Lianes Körper durchlief, und war betroffen; sie sah die Bläffe in dem feinen Gesichtchen und den leidvollen Blick der Augen, und wußte zum ersten Male nicht, was sie sagen sollte. Freds gutes Aussehen aber beruhigte sie; es kam ja zuweilen vor, daß junge Frauen blaß und schmal aussahen, das würde wieder vorübergehen. Liane hielt sich krampfhaft an die Tante geklammert, und Frau Widemann fuhr mit dem jungen Paar heim. Sie zeigte nicht ohne Stolz das nun ganz fertige, behagliche Heim, in dem zahlreiche Blumen das junge Paar erwarteten. Liane hatte den Arm in den der Tante gelegt und ging stumm mit ihr, nicht mehr fähig, die Tränen zu unterdrücken. Wieviel Liebe empfing sie von feiten der Tante, wie glücklich glaubte fie diese, wie behaglich war nun alles eingerichtet, recht dazu angetan, daß ein junges Paar sich wohl fühlen konnte! Empfand Fred nichts von der Traulichkeit dieses Hauses? Aber Fred dachte fast in derselben Minute: Wenn die Führung noch lange dauert, komme ich nicht mehr zur rechten Zeit nach Offenbach, und sobald als möglich verabschiedete er sich. „Aber Kind", sagte die Tante, „wie siehst du denn aus? Bei dem schönen Wetter in so wundervoller Lust habe ich dich anders zurückerwartet!" Liane schwieg, als aber die Tante nun gehen wollte, hielt sie sie, fast flehend, zurück. Ganz undenkbar schien ihr, wie sie hier im eigenen Zimmer allein mit Fred sitzen sollte. Sie hatte Angst vor dieser furchtbaren Zweisamkeit. — Fred kam noch gerade recht in das Offenbacher Geschäftshaus, um Ernst anzutreffen. Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung auf beiden Seiten ging Fred sofort auf das Geschäftliche über. genauen Plan über den Verlauf der Fahrt geben wir morgen in die Presse, auch darauf achten und ausschneiden. Es sind noch einige Karten für die Heidelbergsahrt frei geworden; diese werden heute und morgen noch auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer Nr. 8, verkauft. Preis 5,30 Mark mit Mittagessen. In Heidelberg erfolgt eine kurze Begrüßung durch die dortigen Dienststellen und die Einteilung für die Stadtführung auf dem Wredeplatz. 500 Eoarkinder kommen in den Kreis Gießen. Wer erinnert sich nicht der frohen Stunden, die wir mit den Kindern von der Saar während ihres fünfwöchigen Aufenthaltes im Kreise Gießen und besonders bei dem Abschiedsfest im Cafs Leib erlebt haben. Die herzliche Aufnahme im Kreise Gießen hat im Saargebiet den Wunsch aufkommen lassen, in diesem Jahr wieder einige Hundert Kinder in unseren Kreis zu verschicken. Deutsche Volksgenossen, laßt diesen Wunsch zur Wahrheit werden und beweist Euere Verbundenheit mit der Saar aufs neue. Meldet Euch zur Aufnahme eines Saarkindes bei der Ortsgruppe der NSV. Keiner darf fehlen! Von der Kreisamtsleitung der NSV. wird noch mitgeteilt, daß die bereits gemeldeten 700 Kinderpflegestellen nicht mit Kindern von der Saar, sondern aus anderen Gauen belegt werden. Ein Nachklang zu dem KauLstvtzer Gaitenmord-prozrß. Mitte Dezember vorigen Jahres verurteilte das Oberhessische Schwurgericht die Frau Karoline Ortwein aus Kaulstoß (Kreis Schotten) wegen Mordes an ihrem Ehemann zum Tode. Die von der Verurteilten gegen dieses Urteil eingelegte Revision beim Reichsgericht wurde Ende März dieses Jahres als unbegründet verworfen, womit das Todesurteil Rechtskraft erlangte. In der Verhandlung vor dem Oberhessischen Schwurgericht ergaben sich starke Verdachtsmomente gegen den Zeugen Otto Henkel aus Hartmannshain, mit dem die Angeklagte zu Lebzeiten ihres Mannes unerlaubte Beziehungen unterhielt, wegen Anstiftung zu der Mordtat. Henkel wurde in Untersuchungshaft genommen und wird sich nunmehr am Freitag nächster Woche vor dem Oberhessischen Schwurgericht wegen Beihilfe zum Morde zu verantworten haben. Das Schwurgericht, das vom kommenden Dienstag bis einschließlich nächsten Samstag tagen wird, verhandelt außerdem zwei Anklagen wegen Meineids, eine Anklage wegen Kindestötung und eine Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Erheblicher Frostschaden in Garten und Feld. Der außerordentlich starke Temperaturrückgang in der Nacht zum gestrigen Donnerstag aus minus 5 Grad, in manchen Gebietslagen sogar auf minus 6 Grad, hat an den Kulturen in den Gärten und an den Obstbäumen in Garten und Feld erheblichen Schaden angerichtet. Aus Kreisen der sachverständigen Obst- und Gartenbauer wird uns berichtet, daß das Edelsteinobst am stärksten gelitten hat. Obwohl die Aprikosen schon über 14 Tage abgeblüht hatten — der Fruchtansatz war außerordentlich stark — sind die schon bis zu Daumendicke gewachsenen Früchte völlig erfroren, und selbst an günstigen Spalieren nach der Südseite hin ist der Schaden fast hundertprozentig. Auch die teilweise noch im Blühen stehenden, zum Teil im Abblühen begriffenen Pfirsiche wurden von dem Frost schwer betroffen, die kleinen Fruchtknoten sind selbst in der filzigen Hülle und umgeben von Kron- und Kelchblättern schwarz, ein Zeichen dafür, daß sie der „Du hast mich merkwürdig knapp mit deinen Berichten gehalten!" sagte Fred. „Kaum, daß ich noch auf dem laufenden bin." „Du solltest einmal völlige Ruhe haben, und ich sehe, es hat dir gut getan. Hier hat sich nicht viel ereignet. Wenig Erfreuliches, über die stille Zeit hinwegzukommen, ist keine Kleinigkeit." „Wir werden's schon schaffen! Oder hast du große Verluste zu melden?" „Nagel ist in Konkurs." „Das weiß ich bereits und habe schon lange mit dem Verlust gerechnet — ist bereits abgetrieben.^ „Die Unannehmlichkeiten mit dem amerikanischen Vertreter mehren sich; ich habe das Gefühl, daß da drüben etwas nicht stimmt." „Welche Beobachtungen hast du gemacht?" „Er will zwei Sendungen nicht erhalten haben." „Die amerikanische Verbindung gefällt mir schon lange nicht. Scholz schenkte dem Manne großes Vertrauen; ich verließ mich auf seine Menschenkenntnis, kannte ja auch den Vertreter nicht. Das beste wird sein, sobald als möglich einmal hinüber zu fahren. In diesem Jahre werde ich nicht mehr dazu kommen, aber nächstes Frühjahr muß es gehen." Ernst sah den Freund nachdenklich an. „Du hast Mut, ich bewundere dich. Jetzt, da ich durch deine Abwesenheit den ganzen Betrieb erst richtig kennengelernt habe, staune ich über deine Zuversicht. Ich begreife überhaupt nicht, wie du dir die Sorgen auferlegen konntest. Unser Geschäft hat uns beide gut ernährt. Was war mehr nötig?" „Glaubst du, ich wäre stehengeblieben? Stillstand bedeutet Rückgang, Ernst! Unser Kundenkreis hat sich immer mehr erweitert, Aufgaben aller Art traten an uns heran. Die Firma Morland hätte in vier,' fünf Jahren nicht mehr hinter der Firma Scholz zurückgestanden. Den Aufbau habe ich mir erspart, als ich das Geschäft übernahm. Ich habe mit den alten Beziehungen dieses Hauses Weiterarbeiten können." Ernst zuckte die Achseln, Fred aber lachte. „Laß gut sein! Ich weiß ganz genau, was ich will. Noch kann ich das Geschäft sehr gut übersehen, noch soll es größer werden. Die Firma Scholz war immer eine der ersten; sie kommt schon jetzt wieder in den Ruf, eine der führenden in der Branche zu sein. Und wenn mir einmal das alles hier ganz allein gehört, kannst du mich wieder fragen, wie weit ich noch kommen will." „Fred", klang es fast entsetzt zurück, „du hast die Absicht, Fräulein... deine Frau auszuzahlen?" „Ich hatte die Absicht! Die Heirat hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch werde ich immer genau zu unterscheiden wissen, was mir und was ihr gehört. Aber sag: Ist eigentlich die Auskunft über van Zoomen gekommen?" „Hier ist sie." (Fortsetzung folgt!) I i 1 i . I VA > I l-1 II Die Geologie auf der Suche nach Erdöl Ein weiterer Vortrag in der Reihe „Wissenschaft im Dienst des Volkes". Stadtratssihung in Lauterbach. Oet fände. M. Die Lag- im Mai gar 'erg- _________ _.j neuen Postgebäudes gab Beigeordneter Gürtler Auskunft. Dor 1936 fei mit dem Beginn des Baues nicht zu rechnen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung beschäftigte sich der Stadtrat mit verschiedenen Grunderwerbungsge- uchen. Die Errichtung eines Kühlraumes im Schlachthaus, entsprechend einem Gesuch der Fleischerinnung, wurde vorläufig zurückgestellt. Um die Schafzucht weiter zu heben, wurde der Schäfereigesellschaft Gelände der früheren Jungviehweide überlassen. Dem Studentenwerk Gießen soll eine einmalige Beihilfe von fünfzig Mark überwiesen werden. Für den Umbau der ß, Lauterbach, 2. Mai. In der jüngsten Stadtratssitzung wurden die Steuer- ausschlagsätze für das Rechnungsjahr 1935 festgesetzt. Die Ausschlagssätze zu den Umlagen Die Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst des Volkes" wurde gestern abend mit einem Vortrag von pg. Prof. Dr. Hummel ortgesetzt, der über „Die Geologie auf der Suche nach Erdöl" sprach. Seinen sehr interessanten Ausführungen entnehmen wir u. a. olgendes: Besonders wichtig für die Technik und Industrie eien heute die Lehren der Naturwissenschaften, weil ie als Grundlagen der Technik anzusprechen seien. Wenn wir heute in der Lage seien, Auto, Eisenbahn, Flugzeug und Radio zu bauen, dann beruhe dies nicht auf unserer besonderen Klugheit, sondern nur darauf, weil vor einigen Jahrhunderten sich Menschen mit der Natur und ihrer Lehre beschäftigt hätten. Nur aus der systematischen naturwissenschaftlichen Untersuchung sei das erwachsen, was wir heute in der Technik hätten. Nun solle gezeigt werden, welche Bedeutung die Geologie bei dieser Entwicklung habe. Heute, wo es gelte, zuerst die inländischen Erzeugungsmöglichkeiten auszunuhen, fei es auch auf dem Gebiete der Technik nötig, die vorhandenen Bodenschätze auszunuhen und neue zu erschließen. (LPD.) Die Justizpressestelle Frankfurt a. teilt mit: Gerichtsreferendare können nunmehr, gemäß Verordnung des Reichsjustizministers vom 13. April 1935, die Verwaltungsstation bei anderen geeigneten Verwaltungsstellen als den in der Justizausbildungsordnung vorgesehenen ableisten, insbesondere in einer staatlichen Sonderverwaltung, bei der Reichsleitung, den Gau, und Kreisleitungen der NSDAP., bei sonstigen Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts, oder in großen Wirtschaftsbetrieben oder Klein-Verbänden. Die Genehmigung hierzu erfolgt durch den die Gesamtausbildung der Referendare leitenden Beamten und soll nur erteilt werden, wenn eine ordnungsmäßige Ausbildung des Referendars durch fachkundige Anleitung sichergestellt ist. Hierdurch tritt, wie der „Völkische Beobachter" in seiner Ausgabe vom 30. April 1935 ausführt, erneut die Einheit von Staat und Partei deutlich in Erscheinung. Der künftige Richter und Anwalt wird, wenn er einen Teil seines Vorbereitungsdienstes bei einer Dienststelle der Partei ableistet, Einblicke in das Leben seines Volkes gewinnen, die ihn Volksgemeinschaft mehr erleben lassen, als die Tätigkeit bei manchen Artverderber, wie Knopfböcke usw. erstrecken. Wer mit der Auswahl dieser Böcke erst am 1. Juni beginnt, wird erleben, wie sie sehr bald im Halmenmeer des Feldes verschwinden, um dann zur Brunft wieder aufzutauchen und ihre schlechte Veranlagung zu vererben. Deswegen ist es notwendig, daß der Jäger sich im Mai bereits diese abkömmlichen Böcke und ihren Einstand merkt und nicht am 1. Juni danach trachtet, den starken Bock auf die Decke zu legen, sondern dieses Krojzpzeug. Der gute Bock soll sich vererben und dann als Weidmannslohn dem Heger seine Krone lassen. Diese Grundsätze sind nicht neu, aber das selbstsüchtige und schrankenlose Schalten und Walten vieler Jäger hat sie in der Praxis gerade umgekehrt handeln lassen. Heute, wo der Abschuß nach vorgeschriebenem Plan erfolgt, ist es Aufgabe der Jägermeister, diese Art des Abschusses zu erzwingen. Nur dann kann das erreicht werden, was das Gesetz will. Damit bekommen auch die Reviergänge im Mai eine ganz bestimmte Aufgabe und ein bestimmtes Ziel. Darüber hinaus kommt es vor allem auf den Schutz des Mutterwildes und der Jungtiere an. Endlich hat der Jäger nun eine größere Handlungsfreiheit gegenüber dem schlimmsten Feind unserer Jagden bekommen, dem jagenden Hund. So wie der Jagdpächter heute durch das Gesetz verpflichtet ist, Jagdschutz auszuüben, so muß er nun auch die Folgerungen ziehen und rücksichtslos krumm machen, wenn streunende Hunde, außerhalb der Einwirkung ihres Besitzers, den Wildstand bedrohen. Denn das Wild gehört nicht ihm, er ist aber Sachwalter des deutschen Volkes und als solcher verpflichtet, alles zu tun, um Gefahren von dem Wild als einem Teil unseres Volksvermögens abzuwehren. Es ist der Standpunkt der Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit, der an dieser Stelle schon seit Jahren verfochten wird, und der endlich gesetzlich verankert ist. Ebenso gefährlich werden mut wieder die Katzen. Als die Felder noch kahl waren, hielten sie sich zurück. Jetzt finden sie Deckung, suchen die Felder ab, jagen nach Jungvögeln und Jungwild und machen das zunichte, was Jäger und Vogelfchutzer zu schützen versuchten. Jede Katze die über 200 Meter vom nächsten bewohnten Hause entfernt ist, kann abgeschossen werden. Darüber hinaus kann heute jeder Katzenbesitzer, der seine Katze draußen stromern läßt, genau so in Strafe genommen werden wie der Besitzer eines jagenden Hundes. Selbstverständlich ist beim Rechtskräftigwerden einer solchen Strafe auch die Möglichkeit des Verlangens nach Schadenersatz gegeben. Würde ein Jäger einem Katzen- oder Hundebesitzer einen Gegenstand im Werte von 3 Mark wegnehmen oder zerstören, fo wäre das Verlangen nach Schadenersatz für jeden selbstverständlich (siehe von Jagdhunden gerißene Haushühner u. ä.). Soll da der Jäger stillschweigen, wenn das Tier jenes Besitzers ihm einen Junghasen aus der Jagd wegholt oder ein Rehkitz reißt, die den gleichen oder einen höheren Wert darstellen. In Kiefern- und Eichenbeständen ist es gut, jetzt nach Krähennestern zu suchen. Da in diesem Jahre noch nicht allgemein mit Gifteiern gearbeitet werden konnte, erscheint diese Maßnahme besonders wichtig. Zu verwerfen ist der Schuß in jeden Horst, ohne daß vorher eine Bestätigung dafür er-. „Der Mai ist gekommen", Licht und Wärme gießt die Maiensonne über Wald und Flur aus und weckt Sprießen und Blühen, wohin sie trifft. Wiesen und Felder sind in sattes Grün getaucht, hell leuchtet der Buchen junges Laub, und bald wird auch der Eichenwald sein neues Kleid anlegen. Das Maiglöckchen duftet, das Weih des Sauerklees und des Waldmeisters schimmert aus dem Grün her Blätter, indes Schaumkraut und Hahnenfuß aus der Wiese einen bunten Teppich wirken, lieber Wald und Feld aber schwebt das Lied unserer kleinen Sänger, indes der Ringeltauber auf der hohen Fichte heult und der Kuckuck im Buchenaltholz ruft und sein kicherndes Weibchen jagt. Wen es als deutschen Jäger dann — wenn es auch nichts zu schießen gibt — nicht mit allen Fasern seines Herzens hinauszieht in sein Revier, dem fehlt das Gefühl der Verbundenheit mit der Natur unserer Heimat, die den deutschen Weidmann so unterscheidet von „Sportjäger" anderer Länder. Auf leisen Sohlen pirscht er vor Tau und Tag, still sitzt er, wenn die Sonne sinkt, am Waldesrand und nimmt freudigen Herzens und trunkenen Blickes alle das in sich auf, was das kundige Auge ihm schaut. Wohl ruht der brave Hund zu seinen Füßen oder folgt ihm wie sein Schatten, wohl trägt die Schulter den Drilling oder die Büchse, aber nicht ums Jagen zog der Jäger hinaus ins Revier, sondern um Heger und Schützer seines Wildes zu sein. Jetzt, wo überall das Federwild sein Gelege macht, wo Junghäschen sich im alten Grase drücken, die Ricke setzt, ist Schutz des Wildes erste Hegerpflicht. Früher war der erste Mai der „große Tag", wo der erste Bock des Jahres auf feine noch graue, oft von „Engerlingen" (Larven der Dasselfliege) durchsetzte Decke gelegt wurde. Heute beginnt in ganz Deutschland einheitlich der Abschuß des Rehbockes am 1. Juni. Dieser Abschuß muß sich aber, wenn das Ziel des Reichsjagdgesetzes einer Aufartung der Rehstände erreicht werden soll, vor allem auf Kälte zum Opfer gefallen sind. Die vor einigen Tagen noch im schönsten Blütenschnee prangenden . Sauerkirschen sehen jetzt wie verbrannt aus bet näherem Zuschauen muß man feststellen, daß die Staub- und Stempelblätter vernichtet sind. Nur die Schattenmorelle ist bisher gut davongekommen, da sie ihre Blüten noch nicht entfaltet hat. Bei den Süßkirschen läßt sich der Schaden noch nicht uber- fehen, es hat aber den Anschein, als ob einige Schwarzkirschsorten verhältnismäßig frostwiderstandsfähig seien. Die Befruchtungswerkzeuge der Frühäpfel sind nur zum Teil beschädigt, das gleiche gilt für Frühbirnen. Es fällt dabei die merkwürdige Tatsache auf, daß an dem gleichet! Blütenbüschel die eine Fruchtanlage erfroren ist, während die andere noch gesund aus der Blütenkrone herausleuchtet. Bei der frühen Mirabelle von Flotow sind die Ernteaussichten vollständig zunichte geworden, während die Metzer und die Nanziger Mirabelle nur teilweise zu Schaden gekommen sind. Gering scheint der Schaden bei Frühzwetschen und Renekloden. Soweit sich bis gestern mittag übersehen ließ, haben die Stachel- und Johannisbeeren dem Frost standgehalten. Im Blumengarten ist der Schaden sehr groß. Ganz erfroren sind die zarten Triebe des gebrochenen Herzes. Von den Frühsaaten sind Sammetblümchen vernichtet, Balsaminen und Astern stark beschädigt. Tulpen und Akelei hatten bis zum gestrigen Mittag ihre Köpfchen noch nicht erhoben. Die bereits erblühten Fruh- erbbeeren (Früheste aller Frühen und Deutsch- Evern) sind gleichfalls ein Opfer der Kälte geworden. Sogar die Ziersträucher und die Schlinggewächse haben allerlei abbekommen. Die gerade in der Entwicklung begriffenen Blütentrauben der Glyzine sind erfroren, und zwar sind es gerade die grüßten, die welk herunterhängen. Ferner trauern die Triebspitzen der Rosenstämme im Sonnenschein. Im Laufe der Nacht zum heutiaen Freitag hat es wiederum Frost gegeben, der allerdings nicht fo stark gewesen sein soll, wie der Kälteeinbruch in der Nacht zu gestern. Jedoch auch die neue Kälte in der letzten Nacht soll nach Auskunft von fachmännischer Seite, die wir heute früh einholten, wiederum mancherlei Schaden in den Gärten und auf den Feldern, insbesondere an der Obstbaumblüte, angerichtet haben. Ein näherer Tatbestandsbericht lag uns bis zum Redaktionsschluß noch nicht vor. Dir hätten also alles Interesse, die Rohölproduktion zu steigern. Rohöl sei eine schwarze dickflüssige Masse und nicht dasselbe wie Petroleum. Weil man es im Erdinnern fände, werde es auch Erdöl genannt. Besonders sei es in porösen Steinen, wie Sandsteinen, zu finden. Kämen nun solche Steine an die Oberfläche, bann könnte es Vorkommen, bah es ans Tageslicht heraustrete. Natürliche Oelquellen kämen vor, aber sie feien meistens nicht sehr rentabel. Durch Bohrungen versuche man bann festzustellen, ob eine weitere Verfolgung solcher Erb- ölquellen noch wertvoll sei. Der Bohrturm sei heute bie gebräuchlichste Methobe zur Oelgewin- nung. Reiche Erbälfelber hätten einen Walb solcher Türme aufzuweisen. Die erste erfolgreiche Bei bieser Aufgabe habe bie Geologie ein wichtiges Wort mitzusprechen. Die praktische Aufgabe ber Geologie sei besonbers bie Beschäftigung mit Erz- unb Minerallagern gewesen. Bergbau unb Geologie ußten auf berselben Wurzel, bie ältesten Geologen eien meist Bergleute gewesen. Die praktische unb )ie wissenschaftliche Seite ber Technik ließen sich nicht trennen. Die wissenschaftliche Seite bes Bl ~ baues müsse ergänzt werben burch die Praxis, anderseits richte sich die Praxis nach den Ergebnissen der Wissenschaft. Eine große Rolle fpiele gerade die Geologie bei der Aufsuchung der Erdöle. Die wirtschaftliche Bedeutung der brennbaren Stoffe sei bekannt. In Deutschland hätten wir einen ge- wissen Mangel an flüssigen Brennstoffen. ** E i n dreifaches Jubiläum. Der Kriminalsekretär Gustav H o l z i g e l, Asterweg 48, und Frau Marie, geb. Ruhl, können am morgigen Samstag, 4. Mai, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. An diesem Tage sind es auch 25 Jahre, daß das Jubelpaar in dem Hause Asterweg 48 wohnt, ferner ist Herr Holzigel an seinem Silber-Hochzeitstage 25 Jahre treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Berufsjubiläum. Frau Dora Derz - b a ch, Inhaberin des Schuhhauses Derzbach, Bahnhofstraße, war am 2. Mai 30 Jahre in ihrem Berufe tätig. Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Samstag, 4. Mai, begeht der Brauer (früher Post- aushelfer) Wilhelm R e n t m e i st e r, Großer Stein- weg 14, in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar lebt im Ruhestand. habe di- Geologie -in- w-iie"°AufgL'n°ml?ch ÄXaVeucrbin35 roWentoaft,id,e 9Der®tolo™ fdlnber£age, mH großer Sich--- U-ä/ die Nochsolge ist noch k-in- Entfche.dung g°- Helt große Gebiete anzugeben, wo man kein tro''eJL . , staatlichen Verwaltungsstellen. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr: „Vertrag um Karakat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zigeunerbaron". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Jäger aus Kurpfalz". — Flak- und Scheinwerfer-Kameraden, 20.30 Uhr: Zusammenkunft im „Augustiner". — Stadttheater Gießen: Heute, 20 Uhr, Erstaufführung des Schauspiels „Vertrag um Karakal" von Fritz Peter Buch: Spielleitung hat Kurt Lüpke. Mitwirkende: Damen: Decker, Pflug; Herren: Dieten, Geiger, Goebel, Kühne, Löser, Neuhaus, Nieren, Quadflieg, Schorn, Tank. Ende: 22.30 Uhr. miedozenten statt. Die Tagung ist in drei sehr mter- essante Dortragssitzungen eingeteilt, außerdem sind eine Besichtigung des Liebigmuseums und eine Autobusfahrt in die schöne Umgebung Gießens vorgesehen. **DersammlungbesNatianalsozia- listischen Deutschen Studentenbundes Hochschulgruppe Gieße n Gestern abend fand im Gießener Studentenhaus die erste Vollversammlung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Hochschulgruppe Gießen statt. Die Mitglieder bes ©tubentenbunbes mürben m Arbeitsgemeinschaften eingeteilt, in denen in diesem Semester unter bem Thema „Volk unb Staat gearbeitet werben soll. . ,, ** Oes fentliche Bucherhalle. Im April mürben 1525 Bänbe ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 65, Gebichte unb Dramen 10, Erzählenbe Literatur 966, Jugenbschriften 203, Lander- und Völkerkunde 75, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 125, .Kunstgeschichte 2 Naturwissenschaft unb Technologie 32, Heer- unb Seewesen 5, Haus- unb Lanbwirtschaft 2, Gesund- heitslehre 4, Religion unb Philosophie 8, Staats- Wissenschaft 22, Sport 3 Bänbe. Nach auswärts ** Arbeitsvergebung. Das städtische Hoch- unb Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil bie Lieferung von Mobiliar und Cin= richtungen (Schreinerarbeiten) für den Neubau ber Pestalozzischule aus. Interessenten seien auf Die Bekanntmachung besonbers hingewiesen. ** D i e NS.-Kultur gerne mb e macht im heutigen Anzeigenteil auf den Spielplan unb bie Kartenausgabe für ben Monat Mai aufmerksam. Es sei besonbers barauf hingewiesen. . ** Der Sanitätsbien st am 1. Mai. Bei ben Veranstaltungen am 1. Mai, bem nationalen Feiertag bes deutschen Volkes, hatte bie Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in umfaffenber Weise für ben Sanitätsbienst gesorgt. Etwa 80 Mitglieder ber Kolonne unb bazu 12 Helferinnen aus bem Kreise bes Alicefrauenvereins hatten sich für diesen Dienst zur Verfügung gestellt. Glücklicherweise sind alle Veranstaltungen ohne ernsteren Unfall verlaufen. Einige kleinere Hilfeleistungen, wie sie bei derart großen Aufmärschen wie am' 1 Mai alltäglich sind, waren natürlich erforderlich, blieben aber auf eine ganz geringe Anzahl beschränkt. Bei der großen Kundgebung auf Oswaldsgarten konnte man auch die Sanitätsmannschaften der SA. mehrfach beim Helferdienst sehen. All diesen Männern und Frauen im Dienste bes Roten Kreuzes gebührt für ihre selbstlose unb tatkräftige Arbeit im Dienste bes Nächsten volle Anerkennung. t , ** Tagung ber Sübwe st beutschen Chemie-Dozenten in Gießen. Am 11. unb 12. Mai finbet in Gießen im Chemischen Institut ber Universität eine Tagung ber Sübwestbeutschen Che- bäuerlichen Werkschule, ber nach bem Dor- chlag 4000 Mark kosten soll, würben bie Arbeiten vergeben. Die Kosten ber Verlegung von Kanal unb Wasserleitung in zwei Straßen in Höhe von 11316,50 Mark mürben genehmigt unb bie Arbeiten vergeben. Außerbem würbe auch bie Arbeit ber Verlängerung ber Wasserleitung in weiteren zwei Straßen vergeben. Beibe Arbeitsvarhaben sollen im Wege ber Notstands- arbeit ausgeführt werben. Glückstreffer inderHessischenpferde-Losbrieflotterie. Zur Zeit wirb eine Pferde-Losbrieflotterie zugunsten ber Hessischen Pferbezucht gespielt, welche auch in biesem Jahre roieber allseitigen Anklang inbet. Die Pferbe-Losbriefe werben auf ben Bürgermeistereien unb ben Hengststationen angeboten. In ber letzten Woche würbe ein Glückstreffer von 100 Mark bar in Larbenbach (Kreis Schotten) gezogen, ber vom Lanbespferdezuchtverein sofort bem glücklichen Gewinner zur Auszahlung gebracht werben konnte. Landkreis Gießen. I Lollar, 2. Mai. Am Montag fanb hier bie Aufnahme ber Schulrekruten statt, nach- bem am Sonntag für biefe, ihre Eltern, Paten unb Lehrer ein ©ottesbienft in ber Kirche zu Kirchberg abgehalten worben war. Es würben 31 Kinber in bie Schule ausgenommen, nämlich 17 Mäbchen und 14 Knaben. Eine Anzahl Kinder des schulpflichtigen Jahrganges konnte nicht aufgenommen werden, da sie der Schularzt wegen körperlicher Schwäche noch nicht reif für den Schulbesuch erachtete. 'X Watzenborn-Steinberg, 2. Mai. Am gestrigen Tage konnte Sophie Jung von hier, in Firma Zigarrenfabrik Ch. F. Noll, Inh. Adolf Stark Gießen, Filiale Watzenborn, ihr 3 O j ä h r i - g e s Arbeitsjubiläum begehen. Im Anschluß an ben Betriebsappell würbe bie Jubilarin vom Betriebsführer geehrt unb ihr ein Gelbgeschenk überreicht. Auch ihre Mitarbeiterinnen überreichten ein Geschenk. # Grüningen, 2. Mai. Dieser Tage wurde unser Kirchenbiener Christian Heinrich Hudeler zu Grabe getragen. Neununbzwanzig Jahre hat er biefen Dienst versehen. Wer ihn als Pfarrer bes Dorfes ober als Spezialvikar erlebt unb mit ihm gearbeitet hat, weiß, mit welch seltener Treue unb Pünktlichkeit ber Entschlafene jederzeit auf bem Posten war, unb wie er in ber feit fünf Jahren verwaisten Pfarrei, auch ohne dazu unmittelbar beauftragt zu sein, sich im Interesse bes kirchlichen Lebens ganz in ber Stille betätigt hat^ Sein Dienst war ihm eben Herzens- unb EhreM Fast immer seien es Meeresablagerungen gewesen, wo wir Del zu erwarten gehabt hätten. Gerabe bie Vorlänber unserer Kettengebirge seien es befon- bers, weil man dort mit einigem Erfolg Del ge- lc.Ifle.enL zius|a;iug»|uöe öu um u..uuMm roinne. (Karpathen, usw.) Auch bie Geophysik ar» merben jin Vorjahre erhoben. Hinsichtlich ber beite heute mit Messungen usw., um bas Auffinben ($rbauunq bes neuen Postgebäubes gab biefes Deles zu erleichtern. Es gebe keine Methode, ~ mor. die einwandfrei feststellen könnte, hier sei mit Bestimmtheit Del zu finden. Auch mit der Wünschelrute hätte man nachgewiesenermaßen keinen größeren Erfolg bei der Auffindung von Delguellen gehabt. Nun sei es die Aufgabe der Geologie einmal ganz Deutschland nach Dellagerftätten zu untersuchen. Die ersten Delfunbe in Deutschland seien Delaustritte gewesen und meistens Zufallsfunde. (Delheim bei Hannover u. a. m.) Eigentlich erst seit Bestehen des Dritten Reiches fcFbie wissenschaftliche Erforschung Deutschlands in dieser Richtung in Gang gekommen. Sehr gute Anfänge seien vorhanden. Aus seinen Ausführungen ersehe man, daß der Arbeiter der Stirn und der Faust immer Zusammenarbeiten müßten, wenn sie für das Vaterland dienliche Arbeit leisten wollten. Die Ausführungen würden mit großem Beifall ausgenommen. Prof. Hummel zeigte dann noch sehr interessante Bilder und Karten, die seinen Vortrag näher erklärten. ta™n™bCrot morgen tot". An diele- Horst.ohne daß vorder eine Seftätigung bafür er- om -der R°Lg^ Gesetz klar zum Ausdruck. Es empfiehlt sich aber nicht nur, diese Gelege deswegen durch ausreichenden Jagdschutz zu schützen, sondern darüber hinaus auch vor dem Vermähen zu bewahren. Denn die größte Feindin unseres Jungwildes ist heute die Mähmaschine. Wir wissen aber, wie leid es man- c s. ehern Bauern tut, wenn er ungewollt eine Brut- Deldohrung sei in ber Mitte bes vorigen Jahr- Um g roirb bei rascher Benachrichtig hunberts in ber Nähe von Hannover gewesen Eine > ^trnas zu retten sein. Mitunter aber wirb, anbere Methobe zur Gewinnung dieses kostbaren $?bebeim ^hen mit ber Sense, ber Mäher Stoffes sei ber Abau in Schachten Diese Art bes gerade b aufmerksam. Macht er sich „Delbergbaues fei aber sehr gefährlich wegen ber f bie nötige Deckung stehen unb hilft bauernben Explosionsgefahr Das Ansetzen ber Mcklich zum Ausfallen kommt, bann oll Bohrungen setze wissenschaftliche geologische Ar- daß es glücklich zum g j Mahnung nicht beiten voraus. Der .Geologe werbe festzustellen ha- ™ 4 9 besten wirb biefe vorher ausgelobt, ben wo man mit einiger Aussicht auf erfolg eine ^9^ P^er unb Jäger verständnisvoll zusammen- Bohrung vornehmen tonne, arbeiten, nicht achtlos aneinander vorübergehen, rung selbst zu überwachen und festzustellen, ob un ronsern einanber kennen und gewohnt sind, sich wo weiter gebohrt werden könne. Man müsse die ' Menschen zu betrachten, die die Liebe zur Regeln des Delvorkommens genau kennen, da das «ls M Miteinander verbindet, bann wirb Del nicht in allen Gesteinen, sondern vornehmlich elBen 01ie J"" . Uiqen Verstehen und Helsen in den „Schichtgesteinen" vorkomme Dagu komme » gegenfeitigen Bergrey rtus. noch, daß Schichtverbiegun^en und die Wanderung uicyl seyien. ________ des Dels eine große Schwierigkeit bei ber Aussin- bung bereiten würden. Gute Ansatzpunkte habe ObtnltuttL der Geologe in den Versteinerungen, und die Del- . , , ?? Paläontologie beschäftigte sich heute vornehmlich mit BürgeNNelsterwechsel lNBad-AaUyerlN. ^Sden'bie^&queaen einmal erschöpf., dann WD. Bad-Nauheim, 2, Mai. Bürger- „Gießener Allerlei" Stadttheater - Mikrophon. „Gießener Allerlei" — lautet der Titel eines „Heiteren Abends" im Stadttheater Gießen, den Paul Nieren und Konzertmeister Franz K e r z i s n i k in Form eines heiteren Reigens bunter Abwechslung als Gesang, Musik, Tanz unb Artistischer Überraschung zum Ablauf bringen werben. Stabttheater — unb Rundfunksprecher lautet die Parole am Samstag, 4. Mai, 20 Uhr. Mikrophon — marschiert auf, diesmal zwar nicht als Uebertragungsgerät für ben Frankfurter Senber, unb boch spielt bas Mikrophon an biesem Abend im Rahmen bes Programms keine unwesentliche Rolle. Denn in ber gleichen Veranstaltung treten bie Volksgenossen, bie sich zum Runbfunk- sprecher-Wettbewerb gemelbet haben, in die sog. Vorentscheibungskämpfe. Gilt es boch, aus ber Zahl ber Gemelbeten bie brei besten Sprecher herauszufinben, bie ber Kreis Gießen zu ben Auswahlkämpfen nach Frankfurt entfenben foll. Jeber Befucher soll mittels eines Stimmzettels selbst ent- scheiben, wen er für ben besten unb geeignetsten Sprecher hält. Die Melbeliste läßt auf interessante unb spannenbe Kämpfe schließen. Da jeber Volksgenosse seinen Funksprecher selbst bestimmen unb wählen soll, sinb bie Eintrittspreise so festgesetzt, baß auch jeber biefen Abenb besuchen kann. Drum helfe jeber bei bem großen Preisausschreiben: „Wir juchen ben besten Runbfunksprecher!" (Man beachte Die heutige Anzeige!) Die Verwaltungsstation für die Gerichtsreferendare. Der die fache. Ein Aschmaleiden, das ihm die Ausübung seines Amtes oft schwer machte, hat diesem arbeitsreichen Leben innerhalb weniger Tage ein Ende gesetzt. „Ein treuer Mann wird viel gesegnet". Sprüche XXVIII 20 waren die Worte, die ihm tn der Trauerfeier als letzter Abschiedsgruß nachgerufen wurden. * L i ch, 3. Mai. Aus Anlaß des Nationalen Feiertags des Deutschen Volkes wurde der Holzhauer Johannes Arnold aus Steinbach, der feit dreißig Jahren im Dienste der Stadt L i ch steht, besonders geehrt. Dem Jubilar wurde eine Ehrenurkunde und ein Geldgeschenk übermittelt. Kreis Friedberg. * Bad-Nauheim, 3. Mai. Am heutigen Freitage gelangt hier die zweiaktige Oper „Die Zauberflöte" von W. A. Mozart in einem Gastspiel des MainzerStadttheaters zur Aufführung. Auf die gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Kreis Alsfeld. ♦ 1* Ruppertenrod, 2.Mai. Heute fand un- Märkten; es standen 136 Ferkel zum Verkauf. Die Nachfrage war sehr rege, der Absatz flott. Geringe Tiere bezahlte man mit 20 bis 22 Mark, die Mittelsorte erbrachte 23 bis 25 Mark, während die stärksten bis zu 30 Mark im Preise standen. Auch der Krämermarkt zeigte bei gutem Frühlingswetter regen Besuch und flottes Geschäft. # Ober-Ohmen, 2. Mai. Dieser Tage ereignete sich hier ein Unylücksfall. Einem jungen Arbeiter, der an einer Holzschneidemaschine beschäftigt war, geriet beim Hantieren mit der Lötlampe die Lampe in Brand. Der bedauernswerte Mann erlitt st arte Brandwunden im Gesicht und an den Händen und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. — In die hiesige Schule wurden in diesem Jahre 15 Kinder, 7 Knaben und 8 Mädchen, eingeführt. Der Aufnahme in die Schule ging ein Gottesdienst für Eltern und Kinder voraus. ss Grebenau, 2. Mai. Am vergangenen Sonntag wurden in unserer Kirche 29 Kinder konfirmiert, und zwar aus Grebenau 9 Mädchen und 4 Knaben, aus Wallersdorf 4 Mädchen und 1 Knabe, aus Eulersdorf 1 Mädchen und 4 Knaben, aus Bieben 2 Knaben und aus Reimenrod 4 Mädchen. Pfarrer Müller nahm die Einsegnung vor. Die Feier wurde durch einige von den Konfirmanden mehrstimmig vorgetragene Chöre verschönt. — Nachdem die von der Bürgermeisterei beantragten Notstandsarbeiten vom Arbeitsamt Gießen genehmigt worden sind, konnte nun mit den Arbeiten begonnen werden. Es handelt sich ausschließlich um Wegebauten, und zwar um die Chaussierung zweier öffentlicher Wege im Ort und um die Chaussierung eines Feldweges. Genehmigt sind rund 2000 Tagewerke mit einer 48stündigen Arbeitswoche. Die Bauaufsicht über sämtliche Arbeiten führt das Forstamt. Grebenau. fer diesjähriger Frühjahrsmarkt statt. Auftrieb auf den Ferkelmarkt war gering, Preise lagen bedeutend höher als auf den früheren KoninilmalpMsche Tagung in Alsfeld. A Alsfeld, 2. Mai. Hier hielt die Kreis- abteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetages unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Völsing wieder eine Arbeitstagung ab, an der fast alle Bürgermeister des Kreises teilnahmen. Die Tagung wurde eröffnet mit der Verleihung einer Ehrenurkunde an Bürgermeister Meß- Schwabenrod für feine 25jährige Tätigkeit als Bürgermeister. Im Auftrage des Deutschen Gemeindetages übermittelte Bürgermeister Dr. Völsing dem Jubilar die Glückwünsche des Deutschen Gemeindetages und die Anerkennung für fein fegensreiches Wirken zum Wohl der ihm anvertrauten Gemeinde. Kreisarzt Medizinalrat Dr. G ö r i f ch erstattete hierauf ein Referat über das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Der Vortragende trat der Ansicht entgegen, als ob jede Person, die unter das Gesetz falle, innerhalb der menschlichen Gesellschaft als minderwertig anzu- sehen sei. Dies brauche nicht notwendig der Fall zu sein. Medizinalrat Dr. Görisch gab sodann einen Ueberblick über die im Gesetz aufgeführten Krankheiten, die ausschließlich als positive Erbkrankheiten gelten. Personen, die nicht unter diese Krankheitsarten fallen, kommen für dieses Gesetz nicht in Betracht. Der Vortragende erläuterte anschließend den Gang des Verfahrens an Hand einzelner Beispiele und wies am Schlüsse seiner Ausführungen auf die große Bedeutung des Gesetzes zur Verhütung eines erbkranken Nachwuchses für die Verbesserung der Rasse hin. lieber die Jagdverpachtungen sprach Kreisjägermeister R i ch t b e r g. Dieser gab auf zahlreiche Einzelfragen Auskunft. Von Interesse war dabei die Mitteilung, daß in dem neuen Verpachtungsprotokoll eine Bestimmung in Aussicht genommen sei, wonach die vereinbarte Jagdpacht für die 'ganze Jagdzeit gelten soll und das Pachteinigungsamt nicht angerufen werden darf. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß die Wildschadensregelung eine Aenderung erfahren werde, wobei auch eine Mitwirkung der Bürgermeister vorgesehen fei. Es werde für mehrere Jagdbezirke ein Schätzer bestimmt werden. Beachtlich war auch die Mitteilung, daß künftig die Jagdpachtprotokolle 14 Tage offen liegen müssen. Unter Mitteilungen gab der Kreisobmann verschiedene Erlasse des Deutschen Gemeindetages bekannt, darunter auch die Anordnung über die «Schulung der Kommunalpolitiker und über richtung des Hauptamtes für Kom- m u n a l p o l i t i k. In einem Werbeschreiben des Deutschen Gemeindetages über die Hitler- Freiplatz-Spende für das Jahr 1935 wird an alle Gemeinden die dringende Bitte gerichtet, der Hitler-Freiplatz-Spende als Erholungswerk des deutschen Volkes besonderes Interesse zuzuwenden und, wie im vergangenen Jahre, Freiplätze in möglichst großem Umfange zur Verfügung zu stellen. Hierauf folgte durch die verschiedenen Sachbearbeiter des Kreisamtes die Bekanntgabe der allgemeinen Verfügungen auf den verschiedenen Verwaltungsgebieten, worunter besonders zu erwähnen wäre die neue Flaggenordnung, sowie das Verbot der Hiffung von Hakenkreuzfahnen durch Juden. Zur Besprechung gelangten ferner die Bestimmungen über die Bekämpfung des Plakatunwefens, über die Förderung des Kleinwohnung s- b o u e s und über die Aenderung des Gemein- deumfchuldungsgefetzes. Kreisobmann Bürgermeister Dr. Völsing schloß die anregend verlaufene Tagung mit Dan- kesworten an die Erschienenen und mit einem Treugelöbnis an den Führer. S.Jl.-fpOTt Um die Zugendmeisterschast des OFB. im Kreise Gießen. Der bevorstehende Sonntag bringt nun die erste Begegnung der beiden Jugendmannschaften der Spieloereinigung 1900 Gießen und des Sportvereins 05 Wetzlar. Das Vorspiel um die Meisterschaft der Jugend unseres Sportkreises Gießen findet in Wetzlar statt, das Rückspiel und somit die endgültige Ermittlung des Jugendmeisters erfolgt in Gießen am 12. Mai. 1900 Gießen hat am vergangenen Sonntag vor einer großen Zuschauermenge seine derzeitige gute Form bewiesen und gegen eine aus Jungligisten ^usammengestellte Mannschaft in Hanau ehrenvoll abgeschnitten. Auch Wetzlar spielt gegenwärtig in großer Form, so daß man diesen beiden Begegnungen alles Interesse entgegenbringen dürfte. Der Meister aus diesen Spielen muß unsere engere Heimat weiterhin vertreten. Gerätemannschaft in Großen-Linden. Zum dritten Male wird am Sonntag in Gro- ßen-Linden ein Gerätewettkampf von je acht Turnern der Turn-Vereine Lollar, Wieseck und Großen- Linden ausgetragen. Die erste Begegnung dieser Mannschaften in Lollar sah die Turner van Gro- hen-Linden siegreich vor Wieseck und Lollar, bei der zweiten Austragung in Wieseck siegte Wieseck vor Großen-Linden und Lollar. Wer der Sieger am kommenden Sonntag sein wird, läßt sich nicht voraussagen. Ein äußerst spannender Kampf, bei dem hervorragende Leistungen gezeigt werden, ist zu erwarten. Die Mannschaften treten in folgender Ausstellung an: Lollar: Hch. Bodes, W. Moos, A. Drescher, W. Grote, E. Deibel, O. Müller, L. Hettche, W. Bierau. Wieseck: Hans Mank, Willi Werner, Otto Kreiling, Heinrich Römer, Alfred Oswald, Adolf Kreiling, Karl Lettin, Ernst Schöffmann. Großen-Linden: Kurt Faber, Otto Weiß, Fritz Weitershaus, Albert Leun, Heinrich Jung, Karl Keßler, Karl Seipp, Richard Seth. Das Kampfgericht fetzt sich zusammen aus dem Kreisoberturnwart Schüler- Wetzlar als Obmann, sowie den Herren S i n n w e l l - Bad-Nauheim und Jansen- Sinn als Kampfrichter. Fußballabteilung des 2fo.l 846 Gießen. Tv. 1846 — FL. Großen-Vuseck. Am Sonntag empfängt die Fußballabteilung des Tv. 1846 Gießen auf dem Universitätssportplatz die 1. und 2. Mannschaft des FC. Großen-Buseck zu Freundschaftsspielen. Die 2. Mannschaft der Turner, die ihr zweites Spiel absolviert, dürfte wohl kaum gegen die gleiche ihres Gegners, die weit mehr Spielerfahrung besitzt, bestehen können. Dagegen sollte die 1. Elf, wenn sie vollzählig antritt und etwas lebhafter kämpft als am vergangenen Sonntag gegen 1900, gewinnen können. Die Großen-Bufecker stellen eine kampferprobte und gut eingespielte Mannschaft ins Feld. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Tv. Kinzenbach — VfB.-R. Gießen. Am kommenden Sonntag weilt die erste Mannschaft sowie die Jugend zu Gesellschaftsspielen in Gießen beim VfB.-Reichsbahn zu Gast. Während die Jugendmannschaft bereits morgens gegen die 2. Jugend des Platzvereins antreten muß, spielt die erste Mannschaft mittags gegen die 3. Mannschaft der Gastgeber. In beiden Spielen sind Voraussagen schwer zu treffen, da es sich um die erste Begegnung handelt. Trotzdem kann man mit einem ehrenvollen Abschneiden der beiden Mannschaften rechnen, zumal die Erste erstmals wieder komplett antritt. Oie Nationalmannschaft der Straße. Nach zwei Prüfungen der Nationalmannschaft der Straße des Deutschen Radfahrer-Verbandes lautet die Punktliste: 1. Weiß (Berlin), 23 P.; 2. Reichel (Chemnitz), 21 P.; 3. Krückl (München), 20 P.; 4. Schultenjohann (Dortmund), 20 P.; 5. R. Wölkert (Schweinfurt), 15 P.; 6. A. Blankenburg (Berlin), 15 P.; 7. Wendel (Schweinfurt), 15 P.; 8. Scheller (Bielefeld), 14 P.; 9. E. Meier (Berlin), 11 P.; 10. O. Figay (Bielefeld), 10 P.; 11. Böhm (Berlin), 10 P.; 12. K. Gänßler (Frankfurt a. M.), 10 P. „Der erste Schritt 1935. „Suche nach dem unbekannten Radfahrer.- Der Deutsche Radfahrerverband führt auch in diesem Jahre wieder eine Prüfung auf der Landstraße zum Zwecke der Suche nach dem „unbekannten Radfahrer" durch. Ausrichter der Ver- anstaltung sind die Bezirke und Vereine des DRV. Gefahren wird in zwei Gruppen, und zwar in der Gruppe A, in der jugendliche Fahrer bis zu 18 Jahren starten und in der Gruppe B, die für Fahrer über 18 Jahre alt vorgesehen ist. Die Veranstaltungen der Gruppe A und b finden zu gleicher Zeit und jeweils auch am gleichen Orte statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Radfahrer arischer Abstammung und deutscher Nationalität ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zum Deutschen Radfahreroerband, sofern sie nicht schon an früheren Rennen teilgenommen haben. Die Art der Kleidung und des Fahrrades sind nicht vorgeschrieben. In jeder Gruppe erfolgt Massenstart, und nur bei sehr starker Beetiligung kann der Gruppenstart vorgesehen werden. Die Teilnehmer auf Fahrrädern mit Wulstbereifung erhalten 30 Sekunden Vorgabe, und die Fahrer mit Drahtreifen 15 Sekunden für je zehn Kilometer, gegenüber den Fahrern mit Schlauchreifenrädern. Dem Sieger jeder Vorentscheidung werden Blumengebinde mit gestickter Schleife und Ehrenurkunde überreicht. Gefahren wird nach den Wettfahrbestimmungen des DRV. Jeder Teilnehmer fährt auf eigene Rechnung und Gefahr. Die Einhaltung polizeilicher Bestimmungen des Verkehrs wird natürlich tiUen Teilnehmern zur Pflicht gemacht. In Gießen findet der „Erste Schritt" am kommenden Sonntag, 5. Mai, statt. Startplatz ist an der Grünberger Straße, am Schützenhaus. Der Start der Gruppe B erfolgt um 7 Uhr, für die Gruppe A um 8 Uhr. Die Fahrtstrecke führt über Kaiserallee, Moltkestraße, Marburger Straße, über Saubringen, Mainzlar, Trais, Allendorf, Londorf, Geilshausen, Grünberg, Lindenstruth und Reiskirchen nach Gießen zurück. Die Gruppe B hat die Strecke zweimal, die Gruppe A (Jugend) einmal zu fahren. Die Meldungen zur Teilnahme sind an den Bezirksstraßenfahrwart August Deibel, Gießen, Neuenweg 50, zu richten. Die Gruppe B hat damit 100 Kilometer, die Gruppe A 50 Kilometer zurückzulegen. Kurze Sportnotizen. Das internationale Wiesbadener Tennisturnier nahm am Donnerstag seinen Anfang. Der erste Tag brachte durchweg Favoritensiege. Der deutscke Meister Gottfried von (Tramm schlug den Wiesbadener Crones 6:0, 6:2; Heinrich Henkel schaltete den Frankfurter Dohnal 6:3, 6:2 aus; Denker schlug Beutner 6:3, 6:1; der Amerikaner Hines besiegte Dr. Kleinschroth 6:3, 6:2, und sein Landsmann Culley warf den Berliner Harth mit 6:4, 6:3 aus dem Rennen. Jean Földeak (Hamburg), der Weltergewichts-Europameister im Freistilringen, hat von der Führung des polnischen Ringer-Verbandes ein Angebot erhalten, in Polen als Trainer tätig zu fein. Der Abschluß der Verhandlungen soll bereits dicht bevorstehen. „Potsdam — Berlin", der traditionelle Groß-Staffellauf, wird am 16. Juni zum 28. Male abgewickelt. Verteidiger des wertvollen, vom Reichssportführer gestifteten Wanderpreises ist der Polizeisportverein Berlin. Die deutsche Jacht „Elisabeth" wird sich unter der Führung von Kapitän Schlimbach an der Hochsee - Segelwettfahrt USA. — Norwegen, die am 8. Juni im Hafen von Newport beginnt, beteiligen. Außer ihr nehmen an der Fahrt noch acht Jachten aus USA., Norwegen und England teil. Ueber 100 Meldungen wurden für das am Sonntag stattfindende Straßen - Radrennen „Rund um Frankfurt" über 160 Kilometer abgegeben. Neben den besten Frankfurter Amateuren erscheinen in der A-Klasse gute Fahrer aus Nürnberg, Schweinfurt und München am Start. Eine wichtige Etappe im Luftverkehr. Eröffnung der Fluglinie Amsterdam—Frankfurt—Mailand. LPD. Frankfurt a. M., 2. Mai. In Anwesenheit der am internationalen Luftverkehr interessierten deutschen, holländischen und italienischen Behörden und Verwaltungen wurde am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes die neue Fluglinie Arnsterda m—F r a n f u r t—M ailand eröffnet. Es war ein großer Tag für die Deut- che Lufthansa, die Holländische Luftverkehrsgesell- chaft (KLM.) und nicht zuletzt auch für Frank- urt und das gesamte Rhein-Maingebiet. Der Wichtigkeit des Ereignisses entsprechend, hatten sich staatliche und private Vertreter aus den drei Ländern auf dem Flugplatz eingefunden. Das Neichsminifterium für Volksaufklärung und Propaganda war vertreten durch den Leiter der Lan- desstelle, Müller-Scheld, die Stadt Frankfurt durch Bürgermeister Linder, von der Deutschen Lufthansa war aus Berlin erschienen Direktor von Gablenz, von holländischer Seite nahmen an dem großen Verkehrsereignis u. a. teil Direktor d e Vries von der Koninklijke Luchtvaart My., für Italien der Frankfurter Generalkonsul Pascale, sowie von der Deutsch-Italienischen Handelskammer Herr von Weinberg und Geschäftsführer I v i g l i a. Mit flugplanmäßiger Pünktlichkeit setzte etwa um 14 Uhr das Sonderflugzeug der Deutschen Lufthansa auf, das die Gäste aus Berlin zur Eröffnung der neuen Linie brachte. Kurze Zei danach wurde von den Sirenen der Luftaufsicht oa; aus Amsterdam kommende Verkehrsflugzeug der KLM. angekündigt. Der große fluggescbichtliche Augenblick der Landung und Begrüßung Der holländischen Gäste und damit der Eröffnung der Linie spielte sich in Minutenkürze ab. Bürgermeister L i n- der hieß für die Stadt Frankfurt die holländischen und italienischen Gäste herzlich willkommen; ein neuer Abschnitt der Zusammenarbeit der Völker sei damit gekommen. Von besonderer Bedeutung sei die Stellung Frankfurts als weiterer internationaler Knotenpunkt. Man dürfe hoffen, daß die Beziehungen unter den Völkern damit weiter gefördert würden. Direktor von Gab lenz-Berlin von der Deutschen Lufthansa wies darauf hin, daß die neue Linie nach der bisherigen österreichischen und italienischen die dritte Alpenüberquerung für die Lufthansa bringe. Direktor de Vries von der KLM. dankte für die herzliche Begrüßung in Frankfurt und machte daraus aufmerksam, daß die Lufthansa und die KLM. die ältesten Luftbeziehungen europäischer Länder miteinander unterhielten. Dann wurde der Weiterflug nach Mailand angetreten, das in einer Flugdauer von 2V- Stunden erreicht wurde. Preußen. Englische Schüler als Gäste der Hitlerjugend. Frankfurt a. TO., 2. Mai. (LPD.) Fünfzig Schüler einer südenglischen Schule sind unter Führung von vier Lehrern auf einer Ferienfahrt durch den Westen Deutschlands begriffen. Ein Student der Akademischen Auslandstelle ist ihnen als deutscher Reisebegleiter zugestellt worden. Köln war die erste deutsche Stadt, die sie ant 29. April besichtigten. Die von der HI. betreuten deutschen Jugendherbergen mit ihren vorbildlichen und zweckmäßigen Einrichtungen und ihrer schönen Lage haben es ihnen besonders angetan. Sie waren begeistert von Burg Stahleck, die als Jugendherberge seiner Zeit durch den Stabsführer der Reichsjugendführung, Hartmann Lauterbacher, der deutschen Jugend übergeben wurde. Eine Woche lang sind sie nun Gäste der hessen-nassauischen Hitlerjugend. In Rüdesheim verlebten sie mit der dortigen HI. einen Kameradschaftsabend, der seinen Eindruck auf die wißbegierigen englischen Schüler nicht verfehlte. Die Führerschulen der Hitlerjugend in Niedernhausen (Taunus) und bei Eltville überraschten sie durch ihren für sie neuartigen kameradschaftlichen Lehrbetrieb, ihre landschaftlich schöne Lage und ihre praktische Einrichtung. Im Anschluß daran weilten die Gäste in Wiesbaden, dem Sitz der Gebietsführung der HI. Den Tag der Nationalen Arbeit begingen sie in Darmstadt, wo sie Zeugen der gewaltigen Kundgebung im Beisein des Gauleiters waren. Hier begrüßte sie der Gebietsführer der HI., Oberbannführer P o 11 h o f f. Ein kurzer Marsch brachte sie an die Reichsautobahn, die sie staunend bewunderten. In Zwingenberg a. d. B. verbrachten sie dann einen Ruhetag. Am Freitag geht es quer durch den Odenwald mit Auerbach als Ziel. In Bensheim werden sie am Samstag die Arbeitsdienstlager aufsuchen, über deren Bedeutung sie sich schon eingehend unterrichten ließen. Den Sonntag werden sie in Heidelberg verbringen und am Montag dann in Frankfurt zu einer ausgiebigen Stadtbesichti- gung eintreffen. Ein Kameradschaftsabend in Gemeinschaft mit der Frankfurter HI. wird den Abschluß ihrer Deutschlandfahrt bilden. Einbrecherpaar verhaftet. LPD. Frankfurt a. M., 2. Mai. Während der letzten sechs Wochen wurden in Frankfurt eine Anzahl größere Mansarden- und Büroeinbrüche ausgeführt? Don dem Täter fehlte zunächst jede Spur. Es ist nunmehr der Frankfurter Kriminalpolizei gelungen, den Täter fest» zunehmen und ihn zu überführen. Bei dem yeftgenommenen handelt es sich um den E. F a - b i a n aus Nordenburg, der bei der Kriminalpolizei kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Fabian konnten im Jahre 1929 über 100 Einbrüche nachgewiesen werden; er wurde zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Er hat aber bald nach dem Verlassen der Zuchthausmauern seine Tätigkeit zunächst in Königsberg, wahrscheinlich auch in anderen Städten und insbesondere in Frankfurt a. M. wieder aufgenommen. Auf sein Konto kommen alle größeren Büro- und Mansardeneinbrüche in der letzten Zeit, insbesondere die Einbrüche in Krankenhäuser und andere öffentliche An st alten. Die Polizei nimmt an, daß das Schuldkonto des Festgenommenen noch nicht feststeht und daß noch weitere größere Einbruchsdiebstähle geklärt werden. Fabian und auch seine Geliebte B. Adorf wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der gegen das Paar Haftbefehl erlassen hat. Unter Mordverdacht verhaftet. LPD. Frankfurt a. M., 2. Mai. Am 27. April verschwand in Marktkraitz in Oberfranken die ledige 27jähriae Elisabeth G e ß l e i n. Gleichzeitig wurde auch Der 36 Jahre alte Rudolf Brand, der mit der G. ein Verhältnis unterhielt, vermißt. Nach umfangreichen Ermittlungen der Frankfurter Kriminalpolizei gelang es, Brand schon am 28. April in der Frankfurter Altstadt aufzusvüren und fest zunehmen. Bei feiner Verneymung gab Brand an, daß er von dem Ver- SEIFE StOdc MPfg. I SfOdi 83 Pf» CREME In Dosen und Tuben von RM 0.13 bis schwinden der G. nichts wisse, denn er habe vor seinem Fortgang noch Abschied von ihr genommen und sei dann vom Bahnhof Redwitz aus nach Würzburg gefahren. Bei einem längeren Verhör mußte sich Brand aber zu dem Geständnis bequemen, daß er sich am 27. April abends zwischen Redwitz und Marktkraitz an der Rodach mit der G. getroffen habe, um von ihr Abschied zu nehmen. Sie hätten dann beide eine Wirtschaft in Redwitz aufgesucht. Anschließend habe er sie ein Sück Wegs an der Rodach entlang in Richtung Marktkraitz begleitet. Auf diesem Wege habe ihm die G. immer wieder Vorwürfe gemacht, weil er sie verlassen wolle, nachdem sie Mutterfreuden ent- geaensehe. Auf einmal sei die G. von ihm fortgelaufen und in die hochgehende Rodach gesprungen. Er habe zweimal erfolglos versucht, die G. festzuhalten. Er will sich noch ca. IV2 Stunden am Wasser aufgehalten haben, aber er habe bei der dunklen Nacht nichts mehr gesehen. Die Angaben des Brand über diesen Vorgang sind derart Zweifelhaft, daß angenommen werden muß, daß Brand die G. in die Rodach geworfen hat, um sie los zu werden. Verdächtig ist weiter, daß er keinem Menschen Mitteilung von dem angeblichen Freitod der G. gemacht hat. Brand wurde in Haft genommen. Die Marburger Studenten begrüßen den ^.Mai. LPD. Marburg, 2. Mai. Wenn auch diesmal ein recht kühles Mailüfterl wehte und manchmal sogar Schneeschauer auf das Blütenmeer und frische Grün herunterrieselten, in welchem gegenwärtig die Gärten und Waldberge ringsum die Stadt prangen, so ließ es sich die Marburger Studentenschaft doch nicht nehmen, den Wonnemonat in althergebrachter feucht-fröhlicher Weise zu begrüßen. Aus den meist an den Berghängen gelegenen, zum Teil illuminierten Verbindungshäusern erschallte bereits in den Abendstunden froher Gesang und Becherklang. Als die Mitternachtsstunde herannahte, stiegen die Hessen- Nassauer im traditionellen schweigsamen Gänsemarsch mit Bierglas und Kerze von ihrem Haus in der Lutherstraße auf den Marktplatz herab. Als der Hahnenschrei der Rathausuhr den Beginn des Wonnemonats ankündigte, schallte begeistert der Gesang des Mailiedes in die Nacht hinaus. Die allgemeine Maifeier der Studentenschaft fand im äußeren Schloßhof statt, wo sich die mit Lampions oder Fackeln von allen Seiten heranrückenden Verbindungen um das lodernde Flammenmeer eines dort angefahrenen Holzhaufens versammelten. Nach kurzen Ansprachen des Studentenschaftssüh- rers Todenhöfer und Unioersitätsrektors Prof. L a u r verschwanden die Lampionzüge der Studenten mit dem Gesang des Mailiedes wieder in dem Dankel der Nacht, um auf ihren Verbindungshäusern bis in die frühen Morgenstunden weiterzufeiern. Opfer ihres Berufs. LPD. Frankfurt a. M., 2. Mai. Am 1. Mai, dem Tage der Nationalen Arbeit, sind zwei Bahnbedienstete Opfer ihres Berufs geworden. Vormittags 4.20 Uhr wurde im Frankfurter Hauptbahnhof der Rangierarbeiter Wilhelm Lotz neben einem Gleis liegend t 0 t aufgefunden. Die linke Hand war ihm abgefahren, der Tod ist anscheinend durch Verblutung eingetreten. Heber den Unglücksfall ist Näheres noch nicht ermittelt. Im Bahnhof Friedberg wurde kurze Zeit später der Wagenputzer Jakob Volz tot aufgefunden. Der linke Fuß war abgefahren, außerdem hatte er Verletzungen am Kopf. Volz scheint während seiner Arbeit von einem Zug erfaßt und üverfahren worden zu sein. Kreis Dehlar. , T Waldgirmes, 2. Mai. Mit dem heutigen Tage wurde hier eine Kleinkinderschule mit 70 Zöglingen eröffnet. Lehrerin ist Fräulein Schürmann aus Hamborn bei Duisburg. O Aus dem Kreise Wetzlar, 2. Mai. Durch den anhaltenden Regen der letzten Wochen sind die Bestellungsarbeiten sehr zurückgeblieben. Während im vorigen Jahre die Kartoffeln restlos im Monat April gesetzt werden konnten, ist jetzt mit dem Kartoffelsetzen in den meisten Orten unseres Kreises kaum ein Anfang gemacht. Das erste Grünfutter (Raps und Roggens ist zwar nicht schlecht, jedoch wird durch die naßkalte Witterung das Wechstum außerordentlich behindert. Die Frühjahrssaaten sind gut aufgelaufen. Die Baumblüte ist sehr zurück und bedarf mehr Sonnenschein und Wärme. Der älteste Mann von Lauterbach. *äW- Aufnahme: Orth, Lauterbach. Karl Heinrich Vollmöller von Lauterbach, der unter dem Namen „Schlagmüller" weit und breit bekannt ist, feiert am heutigen Freitag, 3. Mai, seinen 9 7. Geburtstag. (Wir berichteten gestern bereits kurz darüber.) Unser Bild zeigt den geistig und körperlich noch sehr rüstigen Mann vor seinem Bienenstand. Aus aller Wett. Abschluß des deutsch-englischen Zugendlagers. In den Ostertagen war eine der schönsten Seestädte an der englischen Südküste, Bournemouth, Zeuge des deutsch-englischen Verständi- gungsgedankens. Der Bürgermeister von Bournemouth hatte die -Teilnehmer des vierten deutsch-englischen Jugendlagers zum Besuch seiner Stadt eingeladen. Die Einladung nach Bournemouth bedeutete eine neue Bekräftigung der freundschaftlichen Gesinnung, die in weiten Kreisen des englischen Volkes für Deutschland und seine Jugend besteht. Bürgermeister Edgecombe begrüßte die deutschen und englischen Gäste im Rathaus. Beim Mittagessen kamen außer dem Bürgermeister die Vertreter verschiedener Verbände zu Wort, die ihrer Freude über den Besuch der deutschen Jungoolkführer. Ausdruck gaben. Alle Redner versicherten, daß England den Frieden erhalten wolle. Der deutsche Lagerführer erklärte in seinen Dankesworten, daß hie deutsche Jugend von einem tiefen Friedenswillen beseelt sei und sich ganz besonders freue, dieses Bekenntnis auch im stammverwandten England ablegen zu können. An die Empfänge schlossen sich verschiedene Besichtigungen an. Das deutsch-englische Jugendlager hat durch den Besuch in Bournemouth einen würdigen Abschluß gefunden. 30 Jungen von jedem der beiden Länder kehren jetzt in ihre Schulen und Arbeitsstätten zurück und können ihren Kameraden berichten, daß Engländer und Deutsche sich in Arbeit und Freizeit kennen und schätzen gelernt haben. Großer Erfolg emes Marburger Glasmalers. Der Marburger Glasmaler Erhard K l 0 n k hat bei dem Wettbewerb um das 3X14 Meter große Glasgemälde für das Reichsmarine - Ehrenmal in Laboe unter dreißig zum engeren Wettbewerb aufgeforderten Künstlern den e r ft e n Preis errungen. Klonk ist auch an dem Wettbewerb für die neuen Glasgemälde für den Landgrafenchor der Elisabeth-Kirche in Marburg beteiligt. PREISE: 4.80 u.3.35 .%> Liter. 5.40 SÄ"SEBALDS HAARHNKTUR sie sorgt für volles Haar PREISE;: 1.80 u. 3.35 V2 Liter 5.40 Am Mittwochabend verschied nach schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Bruder und Schwager sdiönenMai im 67. Lebensjahr. t nuten. viel Neues In tiefem Schmerz schick und fesch Gießen, den 2. Mai 1935. Trauerfeier Samstag vormittag 11 Uhr. 01877 in besserer Ausführung nerarbeiten) vergeben werden. 2628D Wieseck. Steinbach, Alten-Buseck, den 2. Mai 1935. Vertrauen über alles 2^3' D i. eleganterer Ausführung Sport-Anzüg und bessere Modellstücke mit lang. Hose 0. Knickerb. 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Damen in guten Mittelqualitäten Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bremmer und die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen unseren innigsten Dank. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind verschlossen und mit entsprechenden Aufschriften versehen bis zum Verdingungstermin am Dienstag, dem 14. Mai 1935, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Gießen, den 2. Mai 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. 1868-1918 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Herrn Georg Leitner in Kenntnis zu setzen. - Trauerfeier Samstag vormittag 11 Uhr Neuer Friedhof. Der Vorstand. _ 2637 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Aff, geb. Lindenstruth nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 76 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Arbeitsvergebung. Für den Neubau der Pestalozzischule soll die Lieferung des Mobiliars, wie Sammlungsschränke für Physik, Tische, Bänke, Einrichtungen für Samm- lungs- und Lehrmittelräume und dergleichen (Schrei- Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft Hermann Stern in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 2632D Gießen, den 18. April 1935. Amtsgericht Mäntel Jugendlich in entzückenden Stoffen und Formen Gebrauchter ein- unb zweitüriger MiMMWk zu verkauf. Ois9i Seltersweg 54H.I. Unsere innigstgeliebte Mutter Frau Auguste Kleinmann verwitwete Schreiber, geb. 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