Nr. 2 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, Z.Ianuar 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Buch- und Zteindruckerei R.Lange in Giehen. schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ser Soldat und die nationale Revolution. Das folgende ist von einem Offizier für Offiziere geschrieben. Somit erübrigen sich weitausholende Begründungen, Rechtfertigungen und sonstige Umschweife. Doktrinäre Absicht liegt fern. Es geht nicht an, daß ein jeder zu diesem Thema seine eigene Einstellung hat. Das deutsche Offizierkorps führte einst die schlagkräftigste Armee der Welt, weil es in seiner geistigen Einstellung des einheitlichste der Welt war. Eine solche Einheitlichkeit aber beruht letzthin auf einer gemeinsamen Lebens- und Weltauffassung. Führergeist und Unterordnungsvermögen (auch in bezug auf sich selbst) sind nebst sonstigen grundlegenden Voraussetzungen die Pfeiler unseres Berufes, der so ideal und groß ist, daß für ihn das Wort „Beruf" kaum noch paßt. Die folgenden Zeilen rechnen mit diesen Grundbegriffen als Grundlage jeden gemeinsamen Gedankenganges. — Von den Revolutionen der Weltgeschichte unterscheidet sich die deutsche Revolution 1933 u. a. dadurch, daß sie ohne jede Aktivität der Wehrmacht vollzogen wurde. Daß dies möglich war, ist nebst der Starke der revolutionären Kräfte nicht etwa einer Schwäche, sondern gerade der Stärke der Stellung der Wehrmacht zu verdanken gewesen. Die Revolution 1933 war letzthin nichts anderes als eine Wiedergutmachung des 1918 von Deutschen an uns selbst begangenen Unrechts. Das deutsche Volk ist im Grunde niemals schlecht gewesen. Es war krank und wurde verführt. Man hat es zur Gesundung geführt. Nun ist es wieder das deutsche Volk. Wem das klar ist, dem leuchtet ein, daß man vom Ausland nicht erwarten kann, daß es diese unsere innere Umgestaltung sogleich versteht, ja verstehen will. Daraus folgt, daß wir erst im Anfänge der deutschen Erhebung stehen. Je weiter diese führt, desto ausgeglichener wird es im Innern werden und desto mehr wird der Mehrmacht wieder ihre entscheidende Bedeutung zufallen. Immerhin mag es für den Soldaten derzeitig nicht immer ganz einfach sein, sich zurechtzufinden. Es ist eine schlechte Sache für den Soldaten, mit Gewehr bei Fuß zu stehen, wenn entscheidende Schlachten geschlagen werden. Der Braune Soldat ist derzeitig der Liebling der Nation — und der „wirkliche" Soldat? Es wohnt manches Kleinliche bekanntlich selbst in der stärksten Brust! Vom Offizier muß man verlangen, daß er die Zusammenhänge genügend überblickt, um ein nüchternes, einsichtiges Urteil zu haben. Er kann dies freilich nur dann, wenn er die tieferen Grundzüge dieser Bewegung verstanden hat. Deshalb ist ein Verständnis des Nationalsozialismus für jeden Offizier eine Notwendigkeit. Dies beruht, wie jedes Verständnis, auf Kenntnis. Ansichten sind keine Kenntnis, solange sie nicht durchdacht, überprüft und mit sich selbst durchgefochten sind. Es würde eine Unmöglichkeit bedeuten, wenn heute noch ein Offizier nicht einmal das grundlegende Buch „Mein Kampf" des Führers gelesen haben sollte. Aber das Lesen allein genügt natürlich nicht. Es ist typisch zu beobachten, daß heute die Offiziere nach klaren Befehlen, die Leute nach Aufklärung verlangen. Man denkt in „Fällen". Da hat sich das ereignet, dort das. Das wird besprochen. Daraus werden Folgerungen gezogen. Unklarheiten als Ergebnis. Die Führung soll helfen. Alle diese Debatten sind überflüssig, wenn man eine klare Grundeinstellung hat. Man macht nicht irgendein kleines Disziplinarvergehen zum Gegenstand einer Unterhaltung über die mangelnde Güte der Disziplinarstrafordnung. Ebensowenig sollte man aus einzelnen Vorkommnissen den Wert der nationalen Revolution anzweifeln wollen. Eine Grundeinstellung wird aber nur durch eine wirkliche Kenntnis vom Nationalsozialismus vermittelt. Die wichtigsten Punkte des Nationalsozialismus sind folgende: 1. Der Nationalsozialismus ist kein politisches Programm, sondern eine Weltanschauung. Damit haben alle althergewohnten Begriffe wie „Staat", „Kirche", „Volk", „Kultur", usw. einen neuen, subjektiven Sinn erhalten. Erst aus dem Gestaltungswillen dieses Sinnes ergaben sich Proqrammpunkte. Die Grundlagen dieser Weltanschauung sind in der Hauptsache: , 6 . . , _ 2. Erweckung eines völkischen Gemeinschaftssinnes, nicht beruhend auf sozia- . lem d. h. almosenbereitem Denken, sondern auf sozialistischer, b. h. grundsätzlich anerkennender, menschlich voll achtender, sich selbst rückhaltlos eingliedernder Solidarität. . 3. Wertschätzung der P e r s ö n l l ch k e l t im Gegensatz zur Einschätzung als „Gememschafts- nummer". Damit verbunden Bruch mit der rechtmäßigen Anerkennung zahlenmäßiger Ma- 4. B^chunq aller Vorurteile die auf nicht se l b st v e r d i e n t e n Voraussetzungen beruhen. Dies sowohl von „Hoch" ZU „Niedrig . als umgekehrt. .___ 5. Anerkennung des unlöslichen Zusammenhanges von Volk Rasse — Staat, somit der Notwendigkeit edler Menschenzucht und deshalb Bekämpfung alles Rassefremden und -schadi- 6. Als^ Ziel d er „totale Staat" als Höchstform raffe- und damit weltanschaulich verwandter Menschen, in der kein ehrlicher Lebenskamerad oder Volksgenosse verachtet werden und jeder ehrlich tüchtige anerkannt werden (äo°roenig Menschen es gibt, die eine solche insgesamt betrachtete Zielsetzung bekämpfen mochten, sooiele gab und gibt es, die die D u r ch f ü h r - Laval reist heute abend zu dreitägigem Besuch nach Rom. Das Programm. Auch ein Besuch beim Papst vorgesehen. Paris, 2. Jan. (DRV.) Der Qual d'Orsay veröffentlicht nachstehende amtliche Verlautbarung: „Auf Einladung der italienischen Regierung wird sich Außenminister Laval am Donnerstag um 20.30 Uhr nach Rom begeben, wo er wichtige Besprechungen haben wird, die beide Länder interessieren und die sich auf allgemeine politische Fragen als Abschluß der Besprechungen beziehen, die in der letzten Zeit auf diplomatischem Wege gepflogen worden sind." Heber das Programm der Reife wird folgendes bekannt: Laval trifft am Freitag um 17 Uhr in Rom ein. Er wird auf seiner Reife von dem Generalsekretär des Quai d'Orsay Leger, dem Hnterdirektor für Afrikanische und Orient-Angelegenheiten de St. Quentin und seinem Kabinettschef R o ch a t begleitet werden. An der französisch-italienischen Grenze wird er im Namen der italienischen Regierung von einem hohen Beamten des Protokolls begrüßt werden. Bei feiner Ankunft in Rom wird Laval von Mussolini persönlich auf dem Bahnhof empfangen werden. Der Samstag wird in erster Linie für die Verhandlungen zwischen Laval und Mussolini bestimmt sein. Nötigenfalls werden die Besprechungen am Sonntag fortgesetzt werden. Samstagabend gibt Mussolini zu Ehren Lavals und seiner Mitarbeiter ein Essen. Am Sonntag findet ein Essen in der französischen Botschaft statt. Den Besuch beim Papst wird Laval höchstwahrscheinlich am Montag machen. Dienstagmittag verläßt Laval Rom und trifft am Mittwoch um 9.20 Uhr wieder in Paris ein. Am Donnerstag wird er voraussichtlich nach Genf zur Teilnahme an der Völkerbundsratssihung abreifen. Paris sehr erfreut Wie man sich das Abkommen über Mitteleuropa denkt. Paris, 3. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Ankündigung der Reise des französischen Außenministers nach Rom und seine Fühlungnahme nicht nur mit Mussolini, sondern auch mit dem Papst, veranlassen die Pariser Morgenblätter zu begeisterten Beteuerungen der französisch-italienischen Freundschaft. Natürlich wird hervorgehoben, daß z u m e r st e.n Male seit dem Kriege ein französischer Außenminister im Amt die Hauptstadt Italiens zu Verhandlungen auftucht. Es wird auch betont, daß zum ersten Male seit Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der französischen Republik und dem Heiligen Stuhl ein französischer Außenminister dem Papst einen Besuch abstattet. Der „Petit Parisien" wartet bereits mit einer Kennzeichnung des Abkommens auf, das das Ergebnis des Aufenthaltes des französischen Außenministers in Rom sein werde. Danach würden Mussolini und Laval ein Abkommen unterzeichnen das es für angebracht erkläre, wenn die Länder Mitteleuropas die Sicherheit Europas vertraglich verankern und gleichzeitig die Unabhängigkeit O e st e r r e i ch s gewähr- l ei st en. 'Alle N a ch b a r st a a t e n Oesterreichs (mit Ausnahme der neutralen Schweiz) würden zu diesem Abkommen zugelassen. Frankreich, Rumänien und Polen würden als „Inaktive (Adherents) daran teilnehmen. Das Abkommen würde die Billigung Englands als Völker- barf eit bestreiten. Für Pessimisten ist im Nationalsozialismus wenig Platz. Man hat in den bitteren Jahren nach dem Kriege die Kranken dadurch zu heilen versucht, daß man Mitleid mit ihnen hatte und ihnen Schwächen verzieh. Der Führer Adolf Hitler hat vom Anbeginn seiner Bewegung an die andere Heilmethode gewählt: dem Kranken seine Krankheit offen zu sagen und über ihm d a s Ideal seiner reinsten Gesundung als erreichbar zu entfalten. Weil das deutsche Volk niemals todkrank war, gesundete es daran. Es soll nun nicht nur wieder aufstehen können, sondern voran- kommen und kräftiger werden, als es jemals war. Das hat der Offizier, als der vom Staat eingesetzte Führer für die letzten Entscheidungen, zu bedenken. Und allerdings: daraus erwachsen ihm die Aufgaben. Es ist deshalb gut, zu obigen Punkten der nationalsozialistischen Anschauung von unserem Standpunkte aus klare Stellung zu nehmen. Zu 1.: Der Offizier muß sich klar darüber sein, daß er seine eigenen Auffassungen, soweit sie etwa im Widerspruch mit der nationalsozialistischen stehen sollten, zu revidieren hat. Nichts kann heute falscher und törichter sein, als ein starres Festhalten am „Alten". Wer nicht geistig wendig genug ist, um die Umwandlung vom übertriebenen Objektivismus zum freudigen Subjektlvis- mus mitmachen zu können, schadet der Wehrmacht und dem Staate. . .... .. Zu 2.: „Sozialnationalist" ist ieder anständige Deutsche schon immer gewesen. Um Nationalsozialist zu werden, dazu bedarf es einer gewissen Gedankenarbeit und — S e l b st k r i t i k! Sozial kann man sich um so leichter betätigen, je reicher man ift. So- bundsmitglied und Unterzeichner der Dreimächte- Erklärung zugunsten ^er Unversehrtheit Oesterreichs erhalten. Durch das Abkommen würden sich Oesterreich und seine Nachbarn gegen- und wechselseitig die Achtung ihrer politischen Unabhängigkeit und ihres Gebiets st andes aewährleisten. Bis alle Nachbarn Oesterreichs dem Abkommen beiträten — was Deutschland und Ungarn tun würden, sei noch nicht bekannt — würden Frankreich und Italien mit englischer Unterstützung das Versprechen abgeben, in dem Falle untereinander zu beraten, daß die Unabhängiakeit Oesterreichs plötzlich bedroht werden sollte. Diese Umfrage würde sich übrigens auf alle Staaten ausdehnen, die geneigt seien, dem Abkommen beizutreten, also auch die Freunde und Verbündeten Frankreichs in Mitteleuropa. „Echo de Paris" erklärt, die beabsichtigte gegenseitige Grenzgarantierung werde nur eine ziemlich lockere Umschreibung des Artikels 10 der Völkerbundssatzungen sein: Die Unterzeichner verpflichten sich, in die inneren Angelegenheiten der anderen Staaten nicht einzugreifen. Außerdem werde das Protokoll auf den am 18. März in Rom zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn unterzeichneten reoisionsfreundlichen Pakt Bezug nehmen, dem andere Staaten unter gewissen Bedingungen beitreten könnten. Diese Bezugnahme erfolge zugunsten Ungarns, während tne gegenseitige G r e n z g a r a n t i e r u n g z u- gunsten der Kleinen Entente gedacht sei. „F i g a r o" ist optimistisch. Wenn Laval und Mussolini zusammenkämen, könne es ihnen nicht entgehen, daß sie sich innerlich nahe stehen, denn sie hätten die gleiche geistige Ausbildung. Sie seien oazu geschaffen, sich zu verstehen, und da ein jeder von ihnen in so typischer Weise sein Land vertrete, so seien auch beide Länder in eben solcher Weise auf einander angewiesen. Das „Petit Journal" veröffentlicht die Stellungnahme einiger Persönlichkeiten, die in der französisch-italienischen Politik eine Rolle spielen. Darunter befinden sich der frühere Außenminister Senator Paul-Boncour, der frühere französische Botschafter in Rom Senator B e s n a r d , der frühere französische Botschafter in Rom Senator Henri de Jouvenel und der frühere Minister Senator de M o n z i e. Monzie erklärt, die Verhandlungen in Rom feien etwa zehn Jahre im Rückstand. Jetzt hätten sie keine weiteren zehn Tage mehr hinausgeschoben tberben dürfen. Frankreich dürfe nicht mehr gegen das Interesse Europas und gegen seine eigenen Interessen mit einer Regierung schmollen, mit der das mit Frankreich befreundete Moskau ausgezeichnete Beziehungen unterhalte. Was erwarletEnglandvonderAussprache inRom? Ideal in uns tragen: d i e Frau als starke, edle Vervollkommnung, das Kind als Heiligtum unseres Eigenlebens, der Glaube an Fortschritt, Reinheit, Lebenssinn. Und alles Unreine wird wieder unrein — trotz jahrzehntelanger Bemühungen, es als geschminktes Ideal hinzustellen. Zu 6.: Dazu ist nichts zu sagen. Das ist die Ideenwelt der nationalen Revolution, die ihr Führer Adolf Hitler nicht schuf, sondern erweckte. Es leuchtet ein, daß die Gedankengänge dieser Bewegung bei kaum einer Gemeinschaft mehr Bejahung finden kann als beim Offizierkorps. (Somit gibt es denn auch nichts, was die Staatsführung und die Wehrmacht irgendwie trennen könnte. An uns ist es, zu verstehen und so zu führen, wie die Führung es will. Wer begriffen hat, worum es sich handelt, kann nicht fehlgreifen, mögen sich noch so drastische „Fälle" ereignen. Dem Offizier, der davon überzeugt seine Stellung ausfüllt, bieten sich durch den Sieg des Nationalsozialismus nirgendwo Schwierigkeiten, sondern nur Erleichterungen. Er wird ehrlich bekennen können und müssen, daß die zum Siege geführten Ideen auch seine eigenen find. Es ist wahr, wenn behauptet wird, daß mit dem Auszuge der deutschen Wehrmacht im August 1914 der Schritt zum „Dritten Reich" getan wurde. Denn was im Weltkriege von den deutschen Truppen an Heldentum geleistet wurde, das geschah auf Grund eben der Welt- und Lebensanschauung, die der Nationalsozialismus vertritt. Die Zukunft steht uns Deutschen wieder offen. Es ist auch an uns, sie herbeizuführen. London, 3. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Nachricht, daß Außenminister Laval das Wochenende in Rom verbringen wird, hat in London große Ueberraschung hervorgerufen. Amtliche Kreisen äußern Genugtuung darüber, daß zum erstenmal seit Kriegsende ein französischer Außenminister die Hauptstadt Italiens besuchen wird. Man vermutet, daß die Vereinbarung über Oesterreich, auf die sich Frankreich und Italien angeblich am Samstag geeinigt hätten, in dem Sinne abgeändert wurde, daß die Vereinbarung eine g e - ringere Reichweite erhält, als Frankreich ursprünglich wünschte. Der Pariser Korrespondent der „Times" meint, obwohl in der afrikanischen Frage noch nicht alles geregelt sei und hinsichtlich der österreichischen Unabhängigkeit noch viel zu tun bleibe, bestehe aller Grund, der Zusammenkunft mit Hoffnung entgegen zu blicken. Wenn die französisch-italienischen Beziehungen auf einer festen Grundlage beruhten und die Frage der österreichischen Unabhängigkeit mindestens kein so drohendes Gesicht mehr habe, würden andere psychologische und praktische Probleme mit großer Hoffnung in Angriff genommen werden können. Die Hauptfrage des Tages, die der deutschen Aufrüstung, bedürfe noch viel geduldiger und beharrlicher Behandlung. Aber es fei zu hoffen, daß nunmehr die Möglichkeit entstehen werde, sich diesem bisher beinahe unnahbaren Gegenstand anzunähern. Wie der Pariser Korrespondent der „Morning Post" hört, hat Italien fid) gegen eine endgültige Festlegung der Grenzen in Mitteleuropa erklärt und angeboten, Süd- slawien durch die Erklärung zu beruhigen, daß die Einheit der südslawischen Nation ein wesentliches Element der Festig- keit Europas bilde. Dies würde ein Abrücken Roms von den kroatischen Separatisten bedeuten. Italien und Oesterreich hätten sich anscheinend mit der Beteiligung Rumäniens einverstanden erklärt, falls Polen ebenfalls ein- geladen werde. Diese Bedingung habe Laval angenommen. Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" in Rom bemerkt, Mussolini beabsichtige, das Gewicht seines Ansehens in die Wagschale der A b r ü - stungsverhand^ingen zu werfen. Er hoffe, daß diese jetzt wieder aufgenommen wer- den könnten. Es verlaute, daß feine Vorschläge sich in Richtung der italienischen Denkschrift vom Januar 1934 bewegen würden. „Daily Herald" behauptet, Mussolini habe angesichts der entstandenen Schwierigkeiten geraten, alle ehrgeizigen Pläne für einen mitteleuropäischen Pakt aufzugeben und sich auf die rein französisch-italienischen Fragen in Afrika zu beschränken. Wenn dies in persönlicher Aussprache geregelt werden würde, dann müßte nach Erledigung der Saarabstimmung die mitteleuropäische Frage vorgenommen werden. Des guten Eindrucks wegen würde Frankreich und Italien vielleicht eine ge- gemeinsame Erklärung abgeben, in der sie van neuem ihre Hingabe an den Grundsatz der österreichischen Unabhängigkeit versichern würden. Laval wünsche natürlich vor allem, fein Ansehen zu retten und sei daher bereit, beinahe unter jeder Bedingung nach Rom zu gehen. Somit feien die großartigen Pläne auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden, wo sie vielleicht in klügerer Weise behandelt werden würden. Laval gehe nach Rom zu dem bescheidenen, aber vielleicht praktischen Zweck, mit Mussolini über fremde Gebietsteile und die Stellung der Italiener in Tunis zu verhandeln. Wegen Somaliland und der dortigen Eisenbahn werde es noch ein hartnäckiges Feilschen geben, da die Franzosen den von Italien verlangten Preis nicht gern ohne eine Gegenleistung in Europa bezahlen würden. Der französische Besuch inLondon London, 3. Jan. (DNB.) Das Auswärtige Amt teilt mit: Bei seinen Besprechungen mit Flan- din und Laval über die europäische Lage gab Staatssekretär Sir John Simon in Paris am 22. Dezember der Hoffnung Ausdruck, daß die Besprechungen in London in nächster Zeit wieder ausgenommen würden. Während seines Aufenthaltes in Südfrankreich hielt sich Simon in enger Verbindung mit den Erörterungen zwischen der französischen und der italienischen Regierung, deren Ergebnis die Reise Lavals nach Rom am 3. Januar ist. Wan hatte gehofft. zialistisch kann man nur denken und handeln, wenn man eine volle Ehrlichkeit in den Begriffen „Volk", „Kameradschaft" und „Eigenwert" hat. Hieraus ist das Leitwort „Gemeinnutz vor Eigennutz" entstanden. v Zu 3.: Der Wert einer Persönlichkeit wird durch Charakter st ärke und Können bestimmt. Nicht darauf, was man ist, sondern darauf, w i e man das i ft, was man i ft, kommt es an. Der Kriegsoffizier lernte das im feindlichen Trommelfeuer recht schnell. Der Friedensoffizier muß das in der schwierigen Schule der Selbstkritik erlernen. Daß in der Armee nach dem Dienstalter befördert wird, hat feinen guten Grund. Die Armee ist gottlob immer reich an starken Persönlichkeiten gewesen. Zu 4.: Nichts ist heute lächerlicher und zugleich verderblicher als Standesdünkel oder gar Feudali- tät. So Reste spuken, soll man sie verlachen. Wo das nicht genügt, muß mit aller Schärfe durchgegriffen werden. Feudalität ist nicht vom Himmel gefallen, sondern war eben gerade die Anerkennung des Persönlichkeitswertes, die auch der Nationalsozialist will. Eine Bezugnahme aber auf ererbte Vorrechte ist nur bei sachlicher und charakterlicher Berechtigung gestattet. In keiner Zeit hat das Wort noblesse oblige" einen tieferen Sinn — aber auch eine günstigere Basis für wahre Betätigung gehabt als heute. , . r , ... Zu 5.: Wir alle wissen, wie sehr gegen dieses Prinzip verstoßen worden ist. Man braucht nur einen Augenblick darüber nachzudenken und man wird — schweigen. Nunmehr wird all das Gute wieder lebendig, was wir von Kindesbeinen an als .iBistpvul ms non uhRha sondere Unterabteilung für Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft eingerichtet worden, mit deren Leitung Ministerialdirigent Dr. Bose betraut wurde), Abteilung III (Holzwirtschaftspolitik): Ministerialrat Parchmann, Abteilung IV (Bauern- und Bodenrecht): Ministerialdirektor Dr. H a r m e n i n g, Abteilung V (Zoll- und Handelspolitik): Ministerialdirektor Dr. Köhler, Abteilung VI (Landeskultur- und Wasserwirtschaft): Ministerialdirektor Ni ermann, Abteilung VII (bäuerliche Siedlung und staatseigener Grundbesitz): Ministerialdirektor Dr. Runte (in dieser Abteilung ist eine Unterabteilung für bäuerliche Siedlung eingerichtet worden, mit deren Leitung Ministerialrat Dr. Kummer beauftragt wurde), Abteilung VIII (Gestütwesen): Oberlandstallmeister Dr. S e n f f e r t, Abteilung IX (Preußische Veterinärverwaltung): Ministerialdirigent Prof. Dr. M ü s f e m e i e r. Die Llebernahme der süddeutschen Justizverwaltungen aus das Reid). Berlin, 2. Jan. (DNB.) Wie bereits mitgeteilt wurde steht seit dem 1. Januar 1935 dem Reich d i e unmittelbare Führung der^ustiz in allen deutschen Ländern zu. In den süddeutschen Ländern wird die Uebernahme der Justiz auf das Reich in den ersten Tagen des Januar in feierlicher Form durch Reichsjustizminister Dr. Gärtner erfolgen. Zu diesem Zweck begeben sich Reichsminister Dr. Gürtner und Staatssekretär Dr. Schlegelberger am 3. Januar abends nach München, von da nach Stuttgart und Karlsruhe. Die Uebernahme findet in Verbindung mit der Einführung der Be- auftragten des Reichsjustizministers statt. Katholische Geistlichkeit undIugendsührer gegen den Status quo. Entschiedenes Abrücken von der separatistischen Propaganda der „Neuen Saarpost" und des Volksbundes. daß der Besuch der französischen Minister in London unmittelbar nach dieser Reise statt- finden könnte. Wegen des Mangels an Zeit wurde es jedoch für nolwendig befunden, den Besuch zu verschieben, der sobald wie möglich nach dem Zusammentritt des Völkerbundsrates am 11. Januar erfolgen wird. Nichteinmischung statt Garantie. Oesterreichs Wünsche werden berücksichtigt. Wien, 2. Jan. (DRB.) Den Vertretern der Auslandsagenturen wurde im österreichischen Außenministerium am Ballhausplatz u. a folgendes erklärt: Die Romreife des französischen Außenministers ist der Ausdruck dafür, daß die Schwierigkeiten in der Frage des Nichteinmischungspaktes bereinigt werden konnten. Die österreichischen Vertreter in Rom und Paris hatten wiederholt Gelegenheit, die Wünsche Oesterreichs darzulegen; sie haben nun eine weitgehende Berücksichtigung gefunden. Der Pakt wird a u f Gegenseitigkeit beruhen und die gegenseitige Verpflichtung der Teilnehmer enthalten, sich nicht in die Politik eines anderen Staates einzumengen und gewaltsame U m st u r z b e w e g u n g e n , die sich gegen einen oder den anderen der vertragschließenden Teile richten, nicht zu u n t e rstü tz e n. In diesem Vertrag kann tatsächlich die Befriedung Mitteleuropas erblickt werden. Man kann der Hoffnung Ausdruck geben, daß alle am mitteleuropäischen Raum interessierten Staaten, die guten Willens sind, sich diesem Nichteinmischungspakt a n s ch l i e - ß e n werden. Die Einladung zur Teilnahme wird möglich st weit gezogen werden. Sie wird an Oe st erreich und alle Nachbar st aa- ten, darunter auch an das Deutsche Reich und wahrscheinlich auch an Frankreich, England, Rumänien und Polen ergehen. Während der Anwesenheit des französischen Außenministers in Rom wird Oesterreich selbstverständlich durch seine Vertretung in Rom Über die weiteren Abschnitte der Besprechungen unterrichtet werden. Zahlreiche Aeujahrswimsche für den Führer und Reichskanzler. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Anläßlich des Jahreswechsels haben zahlreiche Staatsoberhäupter mit dem Führer und Reichskanzler drahtlich Glückwünsche ausgetauscht. So sand ein Telegrammwechsel statt mit den Königen von Bulgarien, Dänemark, England, Italien, S üd s l a w i e n , Norwegen und Schweden, ferner mit dem öfter- reichischen Bundespräsidenten und dem Reichsoerweser des Königreichs Ungarn. Außerdem haben Glückwünsche übersandt der Kaiser von Abessinien, der König von Afghanistan und der Schah von Persien. Ebenso sind dem Führer und Reichskanzler Glückwünsche von den Reichs statthaltern, den Mitgliedern der Landesregierungen, dem Reichsbischof, dem Präsidenten des Reichs- g e r i ch t s und dem Oberreichsanwalt und anderer obersten Reichs- und Landesbehörden, von Oberbürügermeistern und Bürgermeistern deutscher Städte, den Organisationen und Gliederungen lder NSDAP., von Verbänden und Vereinigungen sowie von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, von Deutschen und deutschen Vereinigungen im Ausland und von Privatpersonen des Jn- und Auslandes zugegangen. Besonders zahlreich waren die Glückwünsche aus dem Saargebiet, wo Verbände, Vereine und viele Einzelpersonen aus allen Kreisen der deutschen Volksgenossen an der Saar des Führers in Treue und Zuversicht gedachten. * Die Glückwünsche der Wehrmacht DNB. Berlin, 2. Jan. Am Vormittag des Neujahrstages überbrachte, wie schon kurz gemeldet, der Reichswehrminister, begleitet vom Chef der Heeresleitung und dem Chef der Marineleitung, dem Führer die Glückwünsche der deutschen Wehrmacht. Generaloberst von Blomberg führte dabei aus, daß die Wehrmacht voll Dankbarkeit zum Führer aufblicke und mit Genugtuung auf die eigenen Leistungen im Jahre 1934 zurückschaue. Er gedachte der Niederschlagung der Revolte im Juni des vergangenen Jahres durch die starke Hand des Führers, eines Aufstandes, der i n er st er Linie gegen die Wehrmacht gerichtet war als gegen eine der beiden Säulen, die das Gewölbe des neuen Reiches tragen. Die deutsche Wehrmacht fühle, daß sie hinein- gewachsen sei in den wärmenden Bereich der Achtung, des Vertrauens und der Liebe des deutschen Volkes. Die Wehrmacht könne nur gedeihen in engster Volksverbundenheit. Der Reichswehrminister schloß seine Glückwunschansprache mit folgenden Worten: „Mein Führer! Die Tatsachen, die ich aus dem angefüllten Fluß der Ereignisse hervorhob, sind untrennbar mit Ihrem Tun, Ihrer Kraft, Ihrem Soldatentum verbunden. Der greife Feldmarschall zog nach Walhall. Sie wurden unser Oberbefehlshaber. Wir sind stolz darauf, aber ebenso bewegen uns die Gefühle der Liebe, des Vertrauens und innigster Kameradschaft. Wir bieten sie Ihnen als Dank dar und fügen die heilige Versicherung hinzu, daß so wie für Sie auch für uns nur ein Wahlspruch gilt: Alles für Deutschland!" Einheitliches Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Berlin, 2. Jan, (DNB.) Mit Wirkung vom 1. Januar werden das Reichsmini st erium für Ernährung und Landwirtschaft und das Preußische Landwirtschaftsministerium zu gemeinschaftlicher Arbeit vereinigt. Die Behörde führt die Bezeichnung: „Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft". Als Dienstsiegel wird ausschließlich das Reichssiegel verwendet. Die gesonderten Haushaltspläne bleiben bis auf weiteres bestehen. Die beamtenrechtlichen Verhältnisse bleiben zunächst unberührt, jedoch sind die Reichsbeamten verpflichtet, auch in Ange- leg'enheiten des preußischen Dienstes die preußischen Beamten auch in Angelegenheiten des Reichsdienstes tätig zu werden. Das gleiche gilt auch für die Angestellten und Arbeiter. Das einheitliche Ministerium umfaßt folgende Fackabteilungen: Abteilung I (Verwaltung): Ministerialdirigent Dr. H e l l i ch, Abteilung II (Wirtschaftspolitik): Ministerialdirektor Dr. Moritz (in dieser Abteilung ist eine be- Saarbrücken, 3. Ian. (DNB.-Funkspruch.) 3n der „Saarbrücker Landeszeitung" findet sich eine Erklärung sämtlicher Dechanten des S a a r g e b i e t e s. Sie wendet sich mit entschiedenen und klaren Worten gegen die von den Status-quolern ausgesprengte Behauptung, ein großer Teil, ja sogar 80 bis 90 v. H. der G e i st l i ch e n stünden hinter der „Neuen Saarpa st" und dem Volksbund und würden somit am 13. Ianuar für die Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes im Saargebiet stimmen. Dies entspricht durchaus nicht den Tatsachen. Gemäß dem Erlaß der Bischöfe von Trier und Speyer vom 12. November 1934 werde von den Geistlichen die Liebe und Treue zu unserem deutschen Volke und Vater- landalsfittlicheTugend betrachtet. Danach werde sie pflichtgemäß handeln. Ferner wird eine Erklärung der Führerschaft der katholischen Saarjugend veröfsentlicht, in der u. a. feslgeslellt wird, daß die Führung der katholischen Jugendverbände weder mit dem Deutschen Volksbund, noch mit der „Neuen Saarposl" irgendwelche Beziehungen unterhalten habe. Das gleiche habe sie auch den örtlichen Vereinsleikungen zur Pflicht gemacht. In der Führung der katholischen Iugendverbände im Saargebiet sei der Wille zur Rückkehr zum Vaterlande der gleiche geblieben. Die deutschen Bischöfe zur Saarabstimmung. WK. Köln, 3. Jan. Der Erzbischof von Köln sowie die Bischöfe von Osnabrück, Trier, Limburg, Aachen und Münster hatten am 26. Dezember an die deutschen Katholiken eine Kundgebung gerichtet, der sich inzwischen alle Bischöfe der übrigen Kirchenprovinzen angefchlosfen haben. Sie hatte folgenden Wortlaut: „Geliebte Diözesanen! Am Sonntag, 13. Januar 1935, wird im Saargebiet d i e Volks- a b st i m m u n g stattfinden über die Frage, ob dieses deutsche Land und seine Bewohner in der durch den Versailler Gewaltfrieden aufgezwungenen Trennung vom Deutschen Reich verbleiben sollen oder nicht. Der für die Zukunft unseres Vaterlandes so folgenschweren Entscheidung, die in einigen Tagen an der Saar fallen wird, kann kein wahrhaft Deutscher gleichgültig geaenüberstehen. Als deutsche Katholiken sind wir verpflichtet, für d i e Größe, die Wohlfahrt und den Frieden unseres Vaterlandes uns einzusetzen. Unsere wirksamste Hilfe ist das Gebet. Deshalb verordnen wir, daß am genannten Sonntag in allen Kirchen nach dem allgemeinen Gebet drei Vaterunser und Ave-Maria mit den Gläubigen gebetet werden, um einen für unser deutsches Vo l k segensreichen Ausgang der Saarabstimmung zu erflehen. Sine Kundgebung des proiestanttschenLandeskirchenrais Speyer, 3. Jan. (WK.) Der protestantische Landeskirchenrat in Speyer erklärt in einer Neujahrskundgebung an die evangelischen Christen der deutschen Westmark u. a.: Am 13. Januar soll es sich entscheiden, ob die Grenzpfähle, die menschliche Macht und Willkür aufgerichtet hat, stehen bleiben, oder ob ein Volksteil, der nach Blut und Boden zu uns gehört, endlich zurückkehren darf zur Heimat. Wir roiffertt Auch Volkstum und Nation, Heimat und Vaterland sind g o 11 g e - fetzte Ordnungen, die niemand ungestraft übertreten darf. So wenden wir uns an euch, Brüder und Schwestern an der Saar: Tut das, wozu die Stimme des Gewissens und des Blutes euch treibt, bekennt euch offen und frei zu eurem Volk und Vaterland! Ihr habt es geliebt zu einer Zeit, da es geknebelt und inner- l'ch Zerrissen am Boden lag. Ihr liebt es auch jetzt, da es in Einigkeit und Brüderlichkeit über die Grenze hinweg euch die Hand entgegenstreckt zu froher Heimkehr. Wir wenden uns' an euch, ihr Protestanten in der pfälzischen Heimat. Steht euren Blutsbrüdern getreulich zur Seite in entscheidender Stunde! Wir als Christen wissen etwas von der Macht des ernstlichen Gebets und der Kraft der Fürbitte. So laßt uns denn zusammen- stehen in treuer Fürbitte in der Gemeinde und im stillen Kämmerlein mit der freudigen Gewißheit: „Gott sitzt im Regirnente und führet alles wohl". Disziplinarverfahren gegen den Eisenbahnpräsidenten Nickkaus beantragt. Saarbrücken, 2. Jan. (DNB.) Die Verteidiger Dr. Savelkouls in dem Prozeß um den Separatismus des Saarbrücker Eisenbahnpräsidenten Nicklaus, Prof. Grimm, Dr. Dietz und Portz, haben an den Präsidenten der Regierungskommission Knox das Ersuchen auf Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Nicklaus, verbunden mit dem Antrag, ihn bis zur Erledigung des Verfahrens vom Dienst zu dispensieren, gerichtet, da die Verhandlungen vor dem Obersten Abstimmungsgerichtsho den Beweis erbracht haben, daß Nicklaus d i e i h m auferlegte Neutralitätspflicht verletzt hat. Er hat bei feiner eidlichen Vernehmung als Zeuge zugegeben, daß er sich öfters mit Herren wie Max Braun, Johannes Hoffmann, Prinz Löwenstein, Pater Dörr und ähnlichen Separatisten, mit denen er dienstlich keine Beziehungen hatte, in seinen Dien st räumen getroffen und. über separatistische Fragen unterhalten hat. Seiner ihm dienstlich zur Verfügung stehenden Sekretärin hat er politische Artikel zum Kopieren gegeben. Dabei wurden sogar Dienstpapier und die amtliche Schreibmaschine benutzt. Nicklaus hat seinerzeit gegen ihm unter ft eilte Beamte, die nur im Verdacht standen, im Dienst sich politisch für Deutsch- land zu betätigen, sofort das Diszipli. narv er fahren eröffnet und sie vom Dienst suspendiert. Gegen Regierungsrat Dr. Schell hat Nicklaus sogar die Dienstentlassung ausgesprochen, obwohl damals die Verordnungen über die Neutralitätspflicht der Beamten noch nicht erlassen waren. Die Verteidiger verweisen darauf, daß Nicklaus nicht abstimmungsberechtigt ist. Immer neue Geparaiisten- überfälle. DNB. Saarbrücken, 2. Jan. Immer unerträglicher werden die planmäßigen Heberfälle des meist landfremden separatistischen Gesindels auf Mitglieder der Deutschen Front. So wurde der Saarbrücker Kaufmann Otto Nathanael vor seiner eigenen Wohnung von zwei Separatisten überfallen und mitschwerenFau st schlügen ins Gesicht mißhandelt, die ihn fast em Auge t o ft e t e n. Als er sich zur Wehr setzte, zogen die beiden Banditen P i st o l e n aus der Tasche und setzten sie ihm auf die Brust. Die am Fenster stehende Frau Nathanaels erlitt, als sie M, in welcher lebensgefährlichen Lage sich ihr Mann befand, schwere Herzkrämpfe. Nathanael griff blitzschnell in feine Tasche, um unter Zuhilfenahme bnnes Hausschlüssels vorzutäuschen, gleichfalls einen Revolver bei sich zu haben, und dadurch die Burschen zu verhindern, selbst abzudrücken. Sein Sohn benachrichtigte sofort das Ueberfall- kommando, das schnell eintraf, jedoch zu spät, umdieSeparatistennochzuerwischen, die sich bereits ins Dunkle geflüchtet hatten. Nathanael erkannte einen der beiden Leute als einen feiner Kunden, der sich öfters im Laden gebrüstet hatte, Emigrant zu fein; fein Name ist 'hm jedoch nicht bekannt. — In Ueberhern pöbelte der berüchtigte Emigrant Seidt mehrere Leute an und schlug einige Passanten nieder, um damit den Auftakt zu einem allgemeinen Tumult zu geben, bei dem er die verdienten Prügel bezog. Bei einer von separatistischem Gesindel organisierten und durchgeführten schweren Schießerei wurde das Mitglied der Deutschen Front Hans Loch durch einen Bauchschuß lebensgefähr- i i ch verletzt. Als am Neujahrstag, früh um 6 Uhr einige Mitglieder der Deutschen Front eine Wirtschaft besuchen wollten, wurden sie von 20 bis 25 meist auswärtigen Ztatus-quo-Anhängem mit Gummiknüppeln, Eisen st angen und Revolvern empfangen. Die Separatisten gaben mehrere Schüsse ab, durch die außer Loch noch zwei andere Mitglieder der Deutschen Front durch schweren Beinschuß und einen Streifschuß verletzt wurden. Nach Anrücken des Ueberfallkom- mandos wurden drei Kommunisten verhaftet. — In Dudweiler wurden auf die Wohnung der Frauenschaftsleiterin, Frau Sander, neun scharfe Schüsse abgegeben. Ein Mitglied der Deutschen Front wurde von einer Anzahl (Emigranten überfallen. Mit einem Pickelstiel wurde fein rechter Oberarm durchschlagen. Dtt Mmellander-prozeß in Kowno. Kowno, 2. Jan. (DNB.) Im Memelländer Prozeß wurde der langjährige Präsident des Memelländischen Landtags, Rittergutsbesitzer von Dreß l er, verhört. Er erflärte kurz, an keiner geheimen Organisation teil- genommen zu haben, sondern an einer erlaub» ton Partei. Deshalb seien ihm auch keine Ziele einer Geheimorganisatidn bekannt. Das Verhör erstreckte sich bei ihm vor allem auf die politische Betätigung der Memeler Banken, die laut Anklage im Dienste der Neumann- Partei gestanden hätten. Der Angeklagte verneinte entschieden diese Annahme, lieber seine Beziehungen zur Neumann-Partei befragt, sagte er, daß er verpflichtet gewesen sei, den Führer einer der groß» ten Parteien des Gebietes über die Tätigkeit des Landtages auf dem Laufenden zu halten. Fünf Kreisleiter der Neumann- Partei bekundeten den absolut legalen Charakter ihrer Tätigkeit. Es sei niemals auch nur von der Absicht eines bewaffneten Aufstandes gesprochen worden, ja, es hätten sogar Mitglieder des Litauischen Schützenverbandes und Großlitauer der Partei angehört, von denen man doch sicherlich nicht annehmen könne, daß sie einer Organisation angehören würden, die zum Ziel hätte, das Memelgebiet von Litauen loszulösen. Militärische Waffen habe man nicht gehabt, mit den bei der Haussuchung gefundenen 50 bis 70 Jagdgewehren einen Aufstand auch nur zu versuchen, wäre Heller Wahnsinn gewesen. Der sog. Freiwillige Arbeitsdienst, dem die Anklage militärischen Charakter vorwerfe, lei lediglich eine Einrichtung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gewesen und habe niemals m i - l i t ä r i s ch e Hebungen abgehalten. Dieser Freiwillige Arbeitsdienst sei seinerzeit von dem Kom- manbanten selbst genehmigt worden. Landtagssitzung in Memel verhindert. Tilsit, 2. Jan. (DNB.) Der Schriftführer des Memelländischen Landtages Riechert hatte für Samstag, 29. Dezember, eine Landtagssitzung einberufen. Der Präsident des Memeldirektoriums B r u o e I a i t i s hatte daraufhin den Landtagsabgeordneten in einem Schreiben mit- geteilt, eine (Einberufung des Landtages könne nur durch das Präsidium des Landtages erfolgen oder aber, da dieses im Augenblick nicht vorhanden fei, nur durch den Gouverneur des Memelgebietes. Schriftführer Riechert erklärte dagegen, daß diese Auffassung irrig sei. Die Session des Landtages sei durch den Gouverneur eröffnet worden, es handele sich also nicht um die (Einberufung einer Session, sondern nur um d i e Anberaumung einer Sitzung, die er als Schriftführer auf Wunschvon zehn Abgeordneten vorgenommen habe. 21 Abge- ordnete fanden sich am Samstagvormittag vor dem Sitzungssaal des Landtages ein, fanden aber den Sitzungssaal auf Veranlassung des litauischen Oberbürgermeisters Simonaitis verschlossen. Riechert begab sich zum Gouverneur, der die Einberufung einer neuen Sitzung auf den 4. Januar zusagte. Die Abgeordneten unterzeichneten dann mit Einschluß der beiden Sozialdemokraten eine Entschließung, in der sie gegen die Vergewaltigung des Landtages protestieren. Der Kurzschristunierricht an den Schulen. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Erhebungen über ben Kurzschriftunterricht an ben höheren Schulen in Preußen haben, wie der Reichserziehung s- m i n i ft e r in einem Erlaß an bis Unterrichtsver- roaltunaen mitteilt, ergeben, baß die sogenannte Deutsche Kurzschrift nicht den Anforderungen entspricht, die an eine in den Schulen zu lehrende Dolkskurzschrift zu stellen sind. Da die Jugend heute durch die Schule, HI.-Dienst, Leibesübungen und Sport stark in Anspruch genommen wird, legt der Reichserziehungsminister Wert darauf, daß bei der (Erlernung der Kurzschrift der Aufwand an Zeit und Mühe in einem a n gern e f f e n e n Verhältnis z u dem (Erfolg £ef)t und jede unnötige Belastung der Schüler und Schülerinnen vermieden wird. Darum erscheine es angezeigt, daß die Frage nach der Wahl des S y st e m s , das dem Schulunterricht zugrunde zu legen ist, noch einmal gründlich überprüft werde. Dazu bedürfe es aber, zumal sich die stenographische Entwicklung in Deutschland noch in völligem Fluß befinde, einer geraumen Zeit. Deshalb ordnet der Reichser- ziehungsminister für d i e Hebergangszeit an, daß an allen Schulen von jedem Zwange, den Lehrgängen in Kurzschrift ausschließlich die söge- nannte Deutsche Kurzschrift zugrunde zu legen, a b - zusehen ist. Gegen die Abhaltung von Lehrgängen in bewährten anderenSystemen, insbesondere dem System Stolze-Schrey ober (Babelsberger beständen keine Bedenken. Im übrigen könne der Kurzschriftunterricht nur außerhalb des Rahmens des planmäßigen Hnterrichts als wahlfreies Fach erteilt werden. Bessere Berufsaussichten für Dossschullehrer. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Nach der national- ozialistischen Revolution bessern sich auch die Be- rufsaussichten für die Volksschullehrer, vor allem auf evangelischer Seite. Diese Lage gestattet es, Oftcrn 19 3 5 etwa 2000 Studierende an den preußischen Hochschulen für Lehrerbildung aufzunehmen. In erster Linie werden Abiturienten (-innen) des Jahrgangs 19 3 4 berücksichtigt, die ihrer studentischen Arbeitsdienstpflicht genügt haben. Darüber hinaus wird aber auch bereits der Jahrgang 19 3 5 aufgerufen. Abiturienten (»innen) des Jahrganges 1935, die bereits für das Sommerhalbjahr 1935 aufgenommen werden, werden den Arbeitsdienst voraussichtlich später ableisten müssen. Voraussetzung für das Studium an den Hochschulen für Lehrerbildung ist wiederum die Er- langung der Hochschulreife. Aufnahme- gefuche sind bis späte st e n s zum 15. I a - nuar 19 3 5 bei den Direktoren der Hochschulen für Lehrerbildung in Beuthen O. S., Bonn, Cottbus, Dortmund, Elbing, Frankfurt a. d. £)., Hannover, Hirschberg i Rgb., Kiel, Lauenburg i. P. ober Weilburg einzureichen. In Hannover werden evan- gelische Bewerberinnen, in Beuthen O. S. katholi- che männliche und weibliche Bewerber, in Bonn katholische männliche Bewerber, an allen übrigen Hochschulen männliche Bewerber aufgenommen. Jeder Bewerber darf sich nur an einer Hochschule für Lehrerbildung anmelben. Neichsrechtswart der NSDAP. Berlin, 3. Jan. (DNB.) Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet: Ab 1. Januar 1935 ist die Amtsbezeichnung der Rechtabteilung- Reichsleitung: Reichsrechtsamt derNSDAP. Die Post ist zu richten an bas Reichsrechtsamt ber NSDAP., München, Braunes Haus. Die Amtsbezeichnung ber Gau- bzw. Kreisrechtsstellen ist ab 1. Januar 1935 Rechtsamt des Gaues bzw. Rechtsamt des Kreises. Eine Namensverwechslung. DNB. Berlin, 2. Jan. Zu den im Leningrader Konsularkorps aufgetauchten Gerüchten, wonach die Abberufung des bisherigen lettischen Generalkonsuls in Leningrad, Alexander Birsniek, mit der Angelegenheit des sog. „Leningrader Zentrums" zu tun habe, aus dem auch der Mörder von Kirow stammt, legt die Berliner lettische Ge- s a n d 11 ch a f t Wert auf folgende Feststellungen: Birsniek sei zwar früher in Rußland tätig gewesen, habe aber vor a ch t Jahren Sowjetruß land verlassen und sei gegenwärtig seit einigen Jahren lettischer Konsul in Danzig. Der, wie gemeldet, auf Wunsch der Sowjetregierung aus Leningrad abberufene lettische Generalkonsul heißt B i s s e n i e k s. Es dürfte alfo eine Namens» oerwechslung vorliegen. Die beiden N Älrrw wrpflitfn Pinien zu z >uxd) g e 3 e i 51al zu suchen In der italier kartenskizze li m englisch Über wo liegt. Das Territ mischen Nom prechen nicht iunkten, soni von 6täm' stehen bet ri Herrschaft. R einen Land, »v andern/ ,’iwf > ""ur >H: ^isl ■ IJfgtali U^erun." ititDir». AK „,,5von ir L^tschlan EL Mandats L d°r Bis e"911' - biropml^1 i km, »en« > 1 LlfritaWW' tum au<§ Das wird den picht entgehen chimbar M War das Tut zahlt es natu ols Sie minöi läge für Sie innte bie useinanderjel cht unberührt he Grenze u W Expansw : Luch aus d< »omit rechnen, l»nter der \v Tor Kamerw . Misse Konz in den angel w als i den lateinisck Ar muffen' i f'f’n daß TOS «uf afrif A wichtige Pjia. Ron .Augen, i Maben auc ’«w0; Sn QUl Sv.' |CTe A IK aus! (k- TudllF nicht 1 kn iu,.w 11 U, nHna: trieg und der N man weit er britischen j slugzeuge un Sümpf ein. Angefangen Andere. Lei Ä:ben, wenn t Werer noch, ; ^sprechen sol Geschick w Mopäischen § Dchnien selb I "nicht aus den I jnb Frankreich | Heren gibt es Len Weg zun ■pmmt das ä «Jemine und h | Das sichtlich I Mi ms Feui I Diplomaten lä der Aus aller Wett erteilt enLr. >. Ja O oder evan« katholi- i Bonn übrigen nen. 3?' n. Dar- Jahr« ten) des nge, den ’ie joge» in, a ö • i Lehr- lernen, ey oder Beben- on t>en -ie §r. genannte forberun- ' P lei). - die 5u< . Leibes- Miali' Januar Wertung* gen über ^Schulen yUNgs- Dert dar- christ der h ange. Erfolg ng der n wird, rage nach chulunter- einmal edürfe es cklung in de, einer Neichser. Wettervoraussage. Don der Biskaya nach Finnland erstreckt sich ein Hochdruckrücken, an seinem Südrand sind kältere Luftmassen aus Nordosteuropa nach Deutschland vorgedrungen und haben beträchtliche Abkühlung im Osten bis zu Frost herbeigeführt. Der Hochdruck- rücken wird bereits durch einen neuen isländischen Tiefdruckwirbel von Norden her angegriffen, so daß fiu, voraussichtlich zunächst wieder ein Zustrom milderer Ozeanluft bis zu uns bemerkbar machen wird. Aussichten für Freitag: Vielfach nebelig und besonders nach Norden zu auch leichter Regen, bei westlichen Winden etwas milder. Aussichten für Samstag: Vielfach nebelig, im wesentlichen aber trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 2. Januar: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 3. Januar: morgens 0,3 Grad. Maximum 7 Grad, Minimum 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Januar: abends 5,3 Grad ; am 3. Januar: morgens 3,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,1 Stunden. Eine albanische Richtigstellung. Tirana, 3. Jan. (DNB.) Das Albanische Pressebüro nimmt in einer Erklärung zu den Auslandsmeldungen über angebliche U n ruhen in Albanien Stellung. Diese Gerüchte seien dadurch hervorgerufen worden, daß Muharrem B a j r a k t a r i sich weigerte, einige von der Polizei gesuchte Personen, denen er in seinem Hause im Dorf Ulmischte Zuflucht gewährt hatte, den Behörden auszuliefern. Die Behörden hätten infolgedessen bestimmte Maßnahmen gegen Bajr'aktari ergreifen müssen, der die Flucht ergriffen habe. Abgesehen von diesem belanglosen Vorfall sei es nirgends zu Unruhen gekommen. Ueberall im ganzen Lande herrsche vielmehr völlige Ruhe. Meldungen, wonach im königlichen Palast Bomben explodiert seien und Schaden angerichtet hätten, seien vollkommen phantastisch und in jeder Beziehung erfunden. Ebenso seien alle Mitteilungen über eine angebliche revolutionäre Bewegung in Albanien falsch und böswillig. Die innere Lage Albaniens sei vollkommen normal. national- die Be- ior allem tattet es, nbe an r Leh. inie wer- Mr- j5. Die W- ar * -reifes- Italien in Afrika. Zum Atlantischen oder zum Indischen Ozean? Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Duce gewiß nicht bezahlen. Abessinien im Spie! der Großmächte. Italien für alles gerüstet. te* Senut °taa°« ingraW nach/"* ,1 nns p Alton) e Gelungen! ätig r & Konsul Kom, ;°hen "schert r^0 lei ^ouver. °ls° nicht fn nur l6Una “JVVn " Ibnti aber ben chen Ober. Rie. Einbe. auf ben Zeichne, lbemokra. die 3er- Brotmangel am ersten Tag des freien Brothandels in Sowjetrußland. Moskau, 2. Jan. (DNB.) Die „Prawda" widmet dem ersten Tag des freien Brothandels einen Leitartikel und weist dabei aüf die Steigerung des Vertrauens der Bevölkerung in die sowjetrussische Regierung hin. Der erste Tag des freien Brot- handels ist nicht ganz ohne Schwierigkeiten verlaufen. Sofort nach Oeffnung der Läden bildeten sich lange Schlangen, denn die Käufer waren überzeugt, daß das vorhandene Brot nicht ausre i,ch e n würde. Tatsächlich wird auch aus einer Reihe von Städten gemeldet, daß das Brot nicht ausreichte. An mehreren Stellen kam es zu Ausschreitungen wegen des hohen Brotpreises. Große Aufgebote der Miliz standen bereit, um Demonstrationen im Keime zu e r st i ck e n. Deutsch-südafrikanisches Handelsabkommen über die Einfuhr von Wolle. Zwischen der deutschen und der südafrikanischen Regierung ist ein Abkommen geschlossen worden, das es der deutschen Regierung ermöglicht, bis zum 30. Mai 1935 südafrikanische Wolle bis zum Werte von 30 Millionen M k. ein^uf auf en. Die Bezahlung erfolgt ausschließlich durch deutsche Waren. Einkaufsgenehmigungen für südafrikanische Wolle auf Grund des Abkommens erteilt die Reichsftelle für Wolle und andere Tierhaare. Weitere Auskünfte find bei den Außenhandels stellen erhältlich. Oer Prozeß um die Entführung des Lindbergh-Kindes beginnt. Die kleine Stadt Flemington im Staate Neu- jevsey wird durch den jetzt beginnenden Prozeß um die Entführung des Lindbergh- Kindes voraussichtlich monatelang im Mittelpunkt des Weltinteresses stehen. Der Gerichtssaal wurde in aller Eile für den Riesenprozeß vorbereitet. 132 neugelegte Telephonleitungen verbinden ihn mit allen Großstädten Amerikas und mit dem Auslande. Das kleine Gasthaus des Städtchens ist ebenso wie alle anderen Unterkunftsräume völlig überfüllt. Der ständig steigende Zustrom von Neugierigen schasst Verkehrsprobleme, von denen die kleine Stadt bisher völlig frei war. Erhebliche Sorge bereiten auch die großen Kosten des Prozesses. Der Staat wird jedoch in dieser Angelegenheit der Gemeindeverwaltung zu Hilfe kommen. Rund 200 Zeugen werden im Verlauf des Prozesses vernommen werden. Die Prozeßeröffnung dürfte ebenso wie die Verhandlungen in den nächsten Tagen nur Förmlichkeiten bringen, vor allem die Wahl der zwölf Geschworenen. Sie werden gewählt aus 150 vorgeladenen Bürgern und Bürgerinnen Flemingtons. Unter ihnen befindet sich eine erhebliche Zahl von Deut sch stämmigen. Unter den Zeugen sind außer dem Ehepaar ßinbb er gfj und Frau Hauptmann besonders zu nennen die Pflegerin Betty G o w sowie der häufig ermähnte London. Beide Seiten haben sich die Vernehmung weiterer bisher noch ungenannter Zeuaen Vorbehalten. Die Blätter, die sich bereits spaltenlang mit dem Prozeß beschästigen, erwarten von den Aussagen dieser Zeugen besondere Ueberraschungen. Der Raubmord im Viebricher Schloßpark. Die Ermittlungen über den Raubmord im Schloßpark von Biebrich haben ergeben, daß der Mörder Rost wegen Einbruchs und Diebstahls im d e r e und den Frankreich freundlichen Donaublock gegen „nationalistische Ausdehnungsbestrebungen" (!) unterstütze. Es sei offenbar, daß Großbritannien sorgfältig darauf Bedacht nehme, sich von allen Intrigen fernzuhalten, die au einer derartigen Verständigung führten. Allerdings sei Großbritannien interessiert, weil der Blaue Nil am Tana-See in Abessinien entspringt. Ein dort errichteter Damm würde zur Bewässerung der Dnanskil-Wüste führen, aber Aegypten gleichzeitig landwirtschaftlich zugrunde rich - t e n. Die Abessinier sagten, Großbritannien marschiere auf der Stelle und drücke sich an der Streitfrage vorbei. Großbritannien sei eine unbekannte Größe. Wer Hal angefangen? Neue Vorstellungen Abessiniens in Genf. Genf, 2. Jan. (DNB.) Das Dölkerbundssekre- tariat gibt ein neues Telegramm der abessinischen Regierung bekannt. Italien habe kürzlich wieder einen Punkt besetzt, der selbst nach den italienischen Karten zu abessinischem Gebiet gehöre. Italien wolle offenbar immer weiter Vordringen. Dabei seien die italienischen Truppen von Offizieren der italienischen Ar- meebefehligt. Die abessinische Regierung habe Italien schon am 12. Dezember vorgeschlagen, so schnell wie möglich eine genaue Festlegung der Grenzen entsprechend dem Vertrag von 1908 durchzuführen. Abessinien nehme Kenntnis von der Erklärung der italienischen Regierung, wonach diese bereit sei, diese Festlegung in Angriff zu nehmen, wende sich aber gegen die Bedingung, daß vor jeder Untersuchung von der abessinischen Regierung eine Genugtuung gegeben werden müsse. Abessinien erklärt feierlich, daß es bereit fei, die italienischen Forderungen zu erfüllen, wenn seine Verantwortung festgestellt werden sollte. Rückfall und zuletzt wegen Tierquälerei vorbestraft ist. In Gegenwart des Oberstaatsanwaltes Dr. Meißner wurde der Mörder am Tatort verhört. Als die den Park absuchenden Beamten die Mütze der Erschlagenen und das Beil fanden (er wollte die Tat mit einem Schusterhammer ausgeführt haben), bequemte er sich zu einem weiteren Geständnis. Die Obduktion der Leiche hat ergeben, daß der Tod durch Zertrümmerung des Hinteren Teils des Schädels eingetreten ist. Zwei Todesfchüffe in der Silvesternacht. In St. Goarshausen ereignete sich am Siloestertag ein Unglücksfall. Mehrere Jungen spielten mit einer Luftbüchse, wobei einer von ihnen durch einen unglücklichen Schuß ins Auge getroffen wurde. Der Junge wurde in ein Koblenzer Krankenhaus gebracht, wo er nach einigen Stunden seinen Verletzungen erlegen ist. Lage mit einem Ernst, der verfrüht scheint, wenn man an die Macht des Völkerbunds, dem ja der letzte unabhängige Staat Afrikas in ahnungsvoller Berechnung beigetreten ist, glaubt. Einer der Abgesandten des Negus, die kürzlich in Rom waren, oll auf einen solchen Hinweis allerdings mit einer bis nach China reichenden Gebärde geantwortet haben, aber die Frage ist eben, ob die Mächte, die in Genf etwas zu sagen Haden, die Politik des Geschehenlassens auch für Afrika opportun finden, lieber Abessinien wird in Paris und London entschieden. Ein italienisches Reich von den Alpen bis zum Indischen Ozean? Eine Linie Mailand—Mogadiscio? Das sieht so bestechend und phantastisch aus wie vor 1914 der britische Traum von der Landbrücke nach Indien und der Linie Kapstadt—Kairo. Wohl wurde er plötzlich Wirklichkeit, jedoch um den Preis eines Weltkrieges. Und einen solchen Preis möchte London, 2. Jan. (DNB.) Dem „Daily Telegraph" schreibt sein Berichterstatter in Addis Abeba: Die Abessinier behaupten, daß Italien eine ä u - ßerst feindliche Haltung gegenüber Abessinien einnehme. Wegen der Landung gewaltiger italienischer Kriegsvorräte in Erythrea und Somalkland hegt man große Sorge. Gegen- roärtia sind die beiden italienischen Gebiete nahezu für alle Personen mit Ausnahme von italienischen Regierungsbeamten gesperrt. Offiziere eines Handelsdampfers, der kürzlich in dem Hafen Mogadiscio (Jtalienifch-Somaliland) anlegte, haben aber erzählt, daß sie das Ausladen von Tanks, Geschützen und Kisten voller Gewehre und Munition beobachtet hätten. Französische Kaufleute, die Masfaua (Erythrea) besucht haben, teilten mit, daß dort ähnliche militärische Vorbereitungen im Gange seien und eine überraschend große Luftstreitmacht versammelt sei. Abessinische Kundschafter berichten, daß in beiden italienischen Gebieten Straßen in Richtung auf die abessinische Grenze i m B a u seien. Der Berichterstatter will bei einem Besuche von Französisch-Somaliland festgestellt haben, daß man dort glaube, Italien und Frankreich hätten ein geheimes Abkommen g e - schlossen, wonach sich Italien durch Gewalt die Schutzherrfchaft über Abessinien verschaffe und dadurch ein Bindeglied zwischen Erythrea und Somaliland erlange, wofür Italien seine Haltung gegenüber Oesterreich ä n - Am Silvesterabend ereignete sich in Ludwigshafen ein Unglücksfall. Der 15jährige Fortbildungsschüler Vogel hantierte in der Küche der elterlichen Wohnung im Beisein einiger Freunde mit einer Pistole, die er seinem Vater heimlich weggenommen hatte. Dabei löste sich ein Schuß und die Kugel drang dem gleichaltrigen Gerber durch den linken Oberarm tn den Brustkorb. Der junge Mann ft a r b auf dem Transport in das Krankenhaus. (Ein aller Kapitän in den Rhein gestürzt und ertrunken. Ein sechzigjähriger Kapitän von Oberwesel, der bereits seine Pensionierung beantragt hatte, fuhr mit seinem Schiff eine seiner letzten Fahrten nach Straßburg. Dabei ist der Kapitän aus dis jetzt unbekannter Ursache von Bord des Schiffes in den Rhein gestürzt und ertrunken, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Alter Illann ermordet aufgefunden. In Hamburg wurde der Inhaber eines Brotgeschäftes, der 76jährige Adolf Wegner in feiner Wohnung t o t aufgefunden. Es wurde festgestellt, daß der Tod infolge Schädelbruchs eingetreten ist. Außerdem wies die Leiche Würgemale am Hals sowie Verletzungen an den Händen und Armen auf. Nachbarn wollen verdächtige Geräusche in der Wohnung vernommen haben. Unter dringendem Tatverdacht wurde der Sohn des Toten, Alfred Wegner, feftgenommen. ' Merkwürdiges Autounglück. — (Ein Kind getötet, zwei Schwerverletzte. In Neunkirchen (Saar) ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück. Ein schwerbeladener Lieferwagen, der vor einer Schlächterei stand, geriet nach rückwärts immer schneller in Bewegung.. Er sauste die abschüssige Straße hinab. Dabei wurde ein sechsjähriges Kind überfah - ren. Es war auf der Stelle tot. Der Wagen fuhr dann gegen ein Schaufenster, an dem eine Mutter mit ihrem vierjährigen Kinde stand. Dieses Kind wurde schwer verletzt. Die Mutter fiel in Ohnmacht. Ein Mann, der die Bremsen anziehen wollte, wurde ebenfalls schwer verletzt. Er und das vierjährige Kind schweben in Lebens- gefahr. Schwere Zuchthausstrafe für einen gewissenlosen Arzt. Nach mehrwöchiger Verhandlung beendete das Hamburger Schwurgericht einen umfangreichen A b - treibungsprozeß, in dessen Mittelpunkt der 56jährige Arzt Dr. Richard Berckel stand. Der An. geklagte wurde wegen gewerbsmäßiger Abtreibung, versuchter und vollendeter Erpressung und wegen versuchten und vollendeten Betrugs zu einer Zucht- Hausstrafe von sieben Jahren und zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Berufsaus- übung wurde ihm auf die Dauer von fünf Jahren untersagt. Bluttat eines Dienflentlassenen. Im Chemnitzer Städtischen Elektrizitätswerk kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Direktor S ch o s und dem entlassenen Kraftwagenführer Albert Rabe. Dabei gab Rabe einen Schuß auf den Direktor ab, der jedoch fehlging. Bei einem zweiten Versuch versagte der Revolver. Der Täter schlug darauf auf den Direktor ein und verletzte ihn so erheblich, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Rabe flüchtete nun in ein Nachbargebäude, wo er einen Selbstmordversuch verübte, indem er eine ätzende Flüssigkeit trank. Er wurde in bedenklichem Zustand gleichfalls ins Krankenhaus gebracht. Zwei Arbeiter von einer Maschine gelötet. Ein schwerer Betriebsunfall, der zwei Menschenleben forderte, ereignete sich im Walzwerk der August Thnssen-Hütte in Hamborn. Der 30jäh- rige Rohrschlosser Konrad Sundermeier und der 62 Jahre alte Vorarbeiter Jakob H o l waren mit Jnstandsetzungsarbeiten an der Warmsäge der Walzenstraße beschäftigt. Plötzlich schnellte aus unbekannter Ursache das Sägebett der vorgefahrenen Säge zurück. Beide Arbeiter wurden zwischen Sägebett und Puffer gedrückt. Sundermeier trug eine schwere Brustverletzung davon, die seinen sofortigen Tod herbeiführte, Hol erlitt schwere Arm- und Beinbrüche. Er st a r b nach einigen Stunden. Zwei Feuerwehrleute in brennendem Gebäude gelötet. In einem von sieben Negerfamilien und einer weißen Familie bewohnten vierstöckigen Hause in Neuyork entstand aus unbekannter Ursache Großfeuer. Alle Bewohner konnten jedoch gerettet werden. Nachdem die Feuerwehrleute das Feuer eingekreist hatten, betraten sie das Gebäude, um eine Untersuchung vorzunehmen. In diesem Augenblick st ü r z t e d a s H a u s ein. Zwei Feuerwehrleute wurden getötet und 14 zum Teil schwer verletzt. Streikende Bergleute in einer überfluteten Grube in Oberschlesien. Vor einer Woche hatte die Bergbaubehörde in Kattowitz die Stillegung der Baska-Grube bei Sos- nowitz angeordnet, da sie durch einen Wasser- einbruch größten Ausmaßes stark gefährdet und inzwischen fast völlig ersoffen ist. 60 von den 110 Bergleuten der Grube traten, als die Stillegung des Betriebes bekannt wurde, unter Tage in den Ausstand, um die Weiterführung der Arbeit zu erzwingen. Alle Bemühungen der Behörden, die Bergleute zum Verlassen des Schachtes zu beroegen, waren bisher ergebnislos. Seit sieben Tagen sind die Bergleute in der Grude, ständig auf der Flucht vor den eindringenden Wassermassen, die mit großer Schnelligkeit die Strecke überfluten. Seit kurzem ist die Sage der streikenden Bergleute geradezu verzweifelt. Sie haben« sich auf die höchftgelegenen Stellen der Grube geflüchtet, wo sie im Dunkeln ohne Nahrung in dem eiskalten Wasser ausharren. Die Lust ist fast gänzlich verbraucht und mit Grubengasen geschwängert. Die Erregung unter der Bevölkerung ist sehr groß. Das Grubengelände über Tage ist von der Polizei besetzt, da man Unruhen befürchtet. Amerikanischer Küstendampfer bei Reuyork gerammt und gesunken. Der 1249 Tonnen große Küstendampfer „Lexing- ton" der Colonial-Line, der sich auf der Ausfahrt oon Neuyork nach Providence (Rhode Island) befand, wurde im East River von einem Tankdampfec gerammt. Nach dem ersten Zusammenstoß rammte ein zweiter Tankdampfer die „Lexington", wahrscheinlich infolge mißverstandener Signale. Die Insassen der „Lexington" wurden von den zu Hilfe eilenden Schleppern gerettet. Anscheinend ist niemand ums Leben gekommen. Der Zusammenstoß erfolgte dicht bei der die Stadtteile Manhattan und Brooklyn verbindenden Manhattan-Brücke mitten im Strom. Nur die Schornsteine der gesunkenen „Lexington" ragen noch aus dem Wasser heraus. Zwei Stunden nach dem Untergang der „Lexington" betrug die Zahl der von den zu Hilfe geeilten Schiffen übernommenen bzw. der aus dem eisigen Wasser gezogenen Personen über 150. Die Nachforschungen sind infolge des Umstandes, daß die Schiffsliste mit untergegangen ist, sehr erschwert. Der Kapitän der „Lexington" teilte indessen mit, daß alle Passagiere und d i e Besatzung gerettet morgen seien. Bankraub in Budapest. In Budapest überfielen zwei Räuber die Filiale der Ungarischen Commeroialbank. Sie konnten kurz nach der Tat von der Polizei verhaftet werden. Es handelt sich um zwei berüchtigte Kraft- magenbiebe, die von der Polizei seit längerer Zeit gesucht werden. Sie haben ihre Tat bereits einge- standen. Die Reise des Kreuzers „Emden". Kreuzer „Emden", der Kapstadt verlassen hat, wird anschließend folgende ostafrikanische Häfen besuchen: East London vom 4. bis 12. Januar, Port Amelia vom 19. bis 28. Januar, Mombassa vom 1. bis 7. Februar, Port Victoria vom 11. bis 21. Februar, Trinkomali vom 1. bis 12. März, Cochim vom 15. bis 21. März. Am 3. April wird der Kreuzer zu einem mehrtägigen Aufenthalt in A le x a n - d r i e n einlaufen. Rom, im Januar. [! Um aus der Mittelmeerfalle herauszukommen, ' hleibt Italien nur der Weg über Afrika. Von 1 Tripolis aus kann es eniroeber die Straße über den Tschadsee einschlagen, die durch jamerun an den Atlantischen Ozean führt, oder die Straße über Abessinien, die iu m Indischen Ozean führt. So lautet die tufgabe, wenn man sie auf die denkbar einfachste (Kormel bringt. Der Diplomatie oder den Waffen bleibt es überlassen, die denkbar größten Hindernisse vegzuräumen. Wir stehen vor der letzten großen kolonialen Etappe in dem zweitausendjährigen Feldzug, der um die Aufteilung des dunklen Erdteils ' geführt wird. Welche von den beiden Straßen die römischen Ldler schließlich wählen werden, weiß man auch in Rom noch nicht. Die südwestliche ist mit rund 4000 Kilometer um etwa die Hälfte kürzer | ols die südöstliche, die infolge des Zwischenfalls von i ial=Ual gegenwärtig wieder einmal viel von sich reben macht. Sie hätte überbies ben Vorzug, baß sie | nur von Frankreich unb vielleicht von Deutfchlanb — burch Aufrollen der kamerunischen Mandatsfrage — bestritten wird, während der Marsch zum Indischen Ozean, abgesehen lon Frankreich unb Abessinien, ohne Erlaubnis je s englischen ^chlüsselherrn nicht lenkbar wäre. Die afrikanische Frage, wenn man sie so nennen will, ist also im Grunbe eine europäische, unb es barf baher nicht verwundern, wenn sie sowohl in ben Komplex ber französisch-italienischen Annäherung, wie in bie Wirt- | schaftszone, vor allem in ben Baumwollsektor, bei i iem auch Japan mitsprechen möchte, hineinragt, j Das wirb dem aufmerksamen Beobachter in Genf richt entgehen, wenn dort das Gefecht, das sich h scheinbar bloß wegen einiger Wasserstellen abspielte, i tor das Tribunal kommt. Als blutiges Ereignis 4 zählt es natürlich für die hohe Politik nicht mehr, l ils die mindestens ebenfooielen Toten der letzten I tage für die bolschewistische Revolution. Dagegen | lönnte die Grenzstreitigkeit den Auftakt zu einer I lluseinandersetzung abgeben, die uns in Europa nicht unberührt lassen würde. Denn wo ist die poli- nsche Grenze und damit die Grenze für die italienische Expansion? Auch auf den neuesten und besten italienischen - Aorten sind die Landesgrenzen zwischen Eritrea, Mbessinien und Jtalienisch-Somaliland nicht urchgezeichnet. Gerade dort, wo man Hab | Hal zu suchen hat, hören sie einfach auf. Nach einer * n der italienischen Presse erschienenen winzigen Kartenskizze liegen die umstrittenen Brunnen an em englisch-abessinisch-italienischen Kreuzpunkt, jf Iber wo liegt der Kreuzpunkt? Und wem gehört as Territorium? Die letzten Abmachungen I wischen Rom und Addis Abeba vom 16. Mai 1908 | prechen nicht von trigonometrisch feststehenden «punkten, sondern von Stammgebieten, weniger, von Stämmen schlechthin. Die einen unterstehen der römischen, die andern der abessinischen Herrschaft. Nun gibt es bekanntlich nichts, was für tinen Landmesser weniger brauchbar wäre, als vandernde Stämme, und daher haben sich Ne beiden Regierungen auch in dem gleichen 23er» trog verpflichtet, in „möglichst kurzer Zeit" feste ^Linien zu ziehen. Darüber gingen der Tripolis- . stieg und der Weltkrieg hin, über 26 Jahre, ohne . baß man weiterkam, und gerade bei einem Besuch I ber britischen Landmesser entluden sich die Flinten, | Flugzeuge und Panzerwagen griffen in den s Kampf ein. Angefangen hat natürlich, wie immer, d e r Itanbere. Der Völkerbund wird es nicht leicht haben, wenn er die Schuldfrage klären will, und schwerer noch, wenn er sich über Urteil und Sühne aussprechen soll. Man möchte ihm die Weisheit und h das Geschick wünschen, das er in den letzten beiden . europäischen Streitfällen gezeigt hat; aber freilich, Ubessinien selber kann er den drei Großmächten nicht aus den Händen spielen. Sollten sich England unb Frankreich aus irgenbwelchen Gründen — unb deren gibt es ja einige — bahin einigen, Italien den Weg zum Indischen Ozean freizugeben, so kommt bas äthiopische Kaiserreich in eine böse k Klemme unb hätte es tausendmal Recht. i Das sichtliche Bemühen der italienischen Presse, r nicht ins Feuer zu blasen, die kühle Haltung der Diplomaten läßt darauf schließen, daß sich Musiolini seiner Sache ziemlich sicher fühlt. Er darf damit rechnen, daß Frankreich seine Legionen lieber hinter ber französischen Hafenzone in Eritrea, als vor Kamerun sieht, und in der Tat wurden ja gewisse Konzessionen, die in dieser Richtung liegen, in den angeblichen Wunschzettel ausgenommen, den । Rom als Grundlage für einen Ausgleich zwischen ben lateinischen Schwestern aufgestellt haben soll. Wir müssen aber an dieser Stelle sofort wieder betonen, daß die berühmte Annäherung niemals bloß auf afrikanischem Boden erreicht werden kann. Viel wichtiger ist der Gegensatz in der Adria. Rom macht beinahe übermenschliche Anstrengungen, um ihn zu überwinden, seine Zeitun- gen haben auch über italienfeindliche Kundgebungen in Belgrad geflissentlich hinweggesehen, Frankreich tut gewiß auch sein Mögliches, um den erregten Bundesgenossen zu besänftigen, aber was hilft das alles, wenn man nun einmal in Serbien mchts von Italien wissen will? Und so wenig Frankreich Jugoslawien der Annäherung opfern will, so wenig kann Italien die Freundschaft mit Ungarn preis» geben. Ein grundsätzlicher Wandel konnte nur em» treten, wenn es zu dem d e u t s ch - f r a nz o s i - ichen Ausgleich kommen wurde, wie ihn die Vesten der beiden Nationen anstreben. Denn dann würden auch die Ewigängstlichen in Pans Italien nicht mehr so nötig zu haben glauben. Dann konnte die Unabhängigkeit Abessiniens tatsächlich eine koloniale Angelegenheit bleiben. Rätselhaft bleibt auf jeden Fall d i e H a l tu n g Englands. Es ist fast symptomatisch, wie sich die britische Dermessungstruppe aus den Linien herausgeschlängelt hat: Macht eure Sch allein aus! Es gibt Politiker, die daraus und aus der sibyllinischen Erklärung, die im Unterhaus av- gegeden wurde, den Schluß ziehen, der britische Löwe werde beide Augen zumachen, sow e £5 Ernst würde. Warum wohl? Mußten denn die Italiener nicht auch durch den britisch-ägyptischen Sudan? Gewiß, meinen andere, aber es fei für Die englische Seegeltung immer noch besser, wenn Italien zur hafenarmen Küste am Indischen Ozean Vorstöße, als wenn es den dritten Weg wähle unb Tripolis „nur" mit Eritrea am Roten Meer verbinde. Fragt man (Englänber in Rom, bie es wissen könnten, so lächeln sie das Lächeln der Japaner. Und Abessinien f e l b ft ? Es betrachtet bie t »yv«n von ein madjtigfr Oberheffen. Kreis Büdingen. II. Büdingen, 2. Jan. Die NSD. Ortsgruppe Büdingen veranstaltete im „Hotel Fürstenhof" ein Konzert zum Besten der Winterhilfe. Die Darbietungen bestritten die beiden Kölner Künstler Paul B u r g w i n k e l (Bariton) und Ernst Ludwig Zauber (Klavier). Die Künstler fanden aufmerksame Zuhörer und reichen Beifall. — Im vollen Saale des Hotels Für- ft e n h o f hielt die Sängervereinigung „Liederkranz- Sängerlust" ihren diesjährigen Familienabend ab. Als Ansagerin fungierte Frl. Neuwirth- Frankfurt. Es gelangten zwei Theaterstücke zur Aufführung. Außerdem verschönten die Sänger unter Leitung von Chormeister Georg den Abend. Kreis Schotten. * Groß-Eichen, 2. Jan. Bon zuständiger Seite wird berichtet, daß der gemeldete Unfall des Landwirts R e i n i n g von hier an der Schrotmühle nicht auf einen Defekt an der Dampfmaschine zurückzuführen sei, sondern die M a h l- st e i n e der Schrotmühle seien schadhaft gewesen. Die Untersuchung der Steine habe eine alte B r u ch st e l l e ergeben. Kreis Alsfeld. 1L Nieder-Ohmen, 2. Jan. Gestern nachmittag veranstaltete die N S. - G e m e i n s ch a f t Olympiavorarbeit - Das vierte Jahr der X. Olympiade steigt herauf und damit die Zeitspanne, in der die eigentliche Vorbereitung des großen Weltfestes der XI. Olympischen Spiele zu leisten ist. Alles was der deutsche Veranstalter und die teilnehmenden Nationen der Welt in diesem Vorjahre säen, werden sie im Festjahr 1936, dem ersten Jahre der XI. Olympiade, ernten. Alle großen Rationen der Erde haben ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen zugesagt, die wenigen, die ihre Zustimmung noch nicht ausgesprochen haben, sind gleichwohl in die sportliche Vorarbeit eingetreten, und auf ihre Zusage darf in den nächsten Monaten gerechnet werden. Alle Völker, die Wintersport treiben, werden im Februar 1936 sich in Garmisch-Partenkirchen treffen, wo das Eisstadion für Eishockey und Kunstlauf, die Olympia-Sprungschanze und die Olympia-Bobbahn schon für den Januar 1935 bereitstehen. Soweit die Länder dem Organisationskomitee die Zahl ihrer Teilnehmer mitgeteilt haben, gehen sie erheblich über die auf Grund früherer Olympischer Spiele berechneten Annahmen hinaus. Deutschland war sich der großen Verantwortung bewußt, die es mit der Durchführung der Spiele übernommen hat, und der Wille seines. Führers und Kanzlers Adolf Hitler, den Spielen die schönste und würdigste Gestaltung zu geben, erfüllt jeden Mitarbeiter mit Hingabe, ja Enthusiasmus in der Arbeit. Tausende von fleißigen Händen regen sich Tag um Tag, ja auch in den Nachtstunden auf dem gewaltigen Reichssportfeld. Große Neubauten sind aus der Erde gewachsen, weite Sportflächen eingeebnet und mit Rasen belegt, neue Laufbahnen gestreckt, breite Straßenzüge und Brücken vorgesehen, neue Bahnhöfe, die den unmittelbaren Zugang zu dem Spielfeld vermitteln, begonnen, und schon steigen die steinernen Stützen auf, die den Hochbau des Stadions tragen werden, die beiden Schwimm- und Sprungstadien sind ummauert, die Grundfesten des 75 Meter hohen Führerturms gelegt, die gewaltige Glocke, die die Spiele einläuten wird, für den Guß vorbereitet. Auf der Ruderregattastrecke in Grünau find neue Bootshäuser entstanden, das Ufer ist begradigt und erweitert, in Kiel ist für die Segelwettbewerbe der Olympia- Hafen ausgebaut, neue Schießstände in Wannsee für Klein-Kaliber- und Pistolenschießen sind errichtet, und auf dem Gelände bei Döberitz, neben den Resten eines Dorfes aus germanischer Steinzeit, erheben sich die ersten Häuser des Olympischen Dorfes, das mehr als 3000 Wettkämpfern seine gastliche Pforte öffnet. Eine genaue Festlegung der Zeiten für jeden Bauabschnitt gewährleistet ihre rechtzeitige Fertigstellung und macht damit eine gründliche vorherige Erprobung möglich. „Kraft durch Freude" im Saale von Ziegenhain ein großes Militärkonzert. Es wurde von dem Musikkorps der Gießener Garnison unter Leitung pon Obermusikmeister K r a u ß e ausgeführt. Die Darbietungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. w Rieder-Gemünden, 2. Jan. Dieser Tage versteigerte ein hiesiger Bauer etwa zehn Morgen Land freiwillig. Nach den Versteigerungsbedingungen muß ein Drittel des Kaufpreises bei Auflassung, der Restbetrag zu gleichen Teilen am 1. Januar 1936 und 1. Januar 1937 entrichtet werden. Da kein erstklassiges Land zur Versteigerung kam, tann der Erlös von zirka 350 RM. pro Morgen als gut bezeichnet werden. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 2. Jan. Die hiesige Segelflieger-Ortsgruppe hat sich trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens in außerordentlich erfreulicher Weife entwickelt. Die Mitglieder der Ortsgruppe haben sich nach der Fertigstellung ihres ersten Schulungsflugzeugs in eifriger Weise dem Segelflugsport gewidmet. Dabei war es möglich, daß vier Mitglieder die ^.-Prüfung b e st e h e n konnten. Der ausgezeichnete sportliche und kameradschaftliche Geist in der Ortsgruppe läßt auch für das neue Jahr erfreuliche Erfolge erhoffen. diepflichtfürHS3S. Auch die Vorbereitungen der inneren Organisation stehen vor dem Abschluß. Das Gesamtprogramm ist der letzten Beratung unterzogen und wird zusammen mit den Ausschreibungen für die Wettkämpfe dem Internationalen Olympischen Komitee auf seiner Februar-Tagung in Oslo vorgelegt werden. Unmittelbar daran wird die gesamte Sportwelt die Regelhefte der Olympischen Spiele in Händen haben. Fußball, Baskettball und Polo, die in Los Angeles und, Fußball ausgenommen, auch in Amsterdam fehlten, werden sich unter die olympischen Sportarten einreihen; Segelfliegen, Baseball und hoffentlich auch Lacrosse werden zu den Demonstrationen gehören. Weil über die eigentlichen Sportkreise hinaus wird die Jugend auf den olympischen Gedanken vorbereitet und mit seinem Geiste erfüllt. Man hofft, daß sich die Wettkämpfe vor vollbesetzten Tribünen abspielen werden und sucht ihre Fassungskraft auf das höchste zu steigern. Der Verkauf von Eintrittskarten, für die schon Vorbestellungen und Anmeldungen in großer Zahl vorliegen, wird mit dem 1. Januar 1935 beginnen. Jeder kann sich rechtzeitig einen Platz für die kommenden Spiele sichern. Die Preise sind, wie auch das Ausland anerkennt, in angemessener Höhe festgesetzt. Nicht nur die Reichen, sondern auch die große Zahl mit bescheidenen Mitteln Ausgestatteter sollen durch eigene Anschauung den Spielen beiwohnen können. Den Spielen wird ein festliches Gewand gegeben. Don dem Mittelpunkt Berlins, von dem alten Schloß und dem Dom aus wird sich als eine Via triumphalis der große Straßenzug bis zum Olympischen Stadion in reichem Schmuck erstrecken. Die Preise für Unterkunft und Verpflegung werden behördlich geregelt werden, die Kunstschätze und Altertümer Berlins, seine Opernhäuser und Theater, seine Museen, aber auch die schöne Berliner Umgebung mit ihren Wäldern und Seen warten auf die Gäste. Ein besonderes Kunstprogramm wird die Spiele umrahmen, so daß sie nicht nur ein Treffen aller Meister des Sports, sondern auch aller Freunde der Kultur in der friedlichen Verständigung der Völker sein werden. Der Ruf geht an alle olympischen Nationen, das beginnende Jahr zu ernster Vorbereitung zu verwenden und mit dem Organisationskomitee in voller Eintracht zusammenzuarbeiten, damit die Spiele das erfüllen, was nach ihrem Erneuerer, Baron Pierre de Coubertin, ihr Sinn ist: ein Fest des Frohsinns und der Eintracht, und daß nach seinen Worten „die olympische Flamme", die zum ersten Male durch sieben Länder von der alten olympischen Tempelstätte in einem gewaltigen Staffellauf von mehr als 3000 jungen Sportlern überbracht wird, „durch alle Geschlechter leuchten möge zum Wohle einer immer höher strebenden mutigeren und reineren Menschheit." Büchertisch. — Fritz Hippler: Jugend fordert. Junge Generation zwischen Gestern und Morgen. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Berlin. Kart. 1,80 Mark. — (614) — In würdiger Form werden verschiedene Erscheinungen der Jugendbewegung dargestellt und vom Standpunkt des jungen nationalsozialistischen Kämpfers aus der „alten Garde" an der Wurzel die Waffen der Kritik angesetzt. In grundsätzlichen Darstellungen wird die Stellung und Bedeutung der Jugend überhaupt geklärt, und in abschließenden Kapiteln nimmt Dr. Hippler, der jetzt als Oberbannführer dem Stab der Reichsjugendführung angehört, Stellung zu den Problemen der Wirtschaft und Sozialpolitik, sowie zu grundsätzlichen Fragen des Geistes-, Kulturlebens, der Erziehung, Schule und Hochschule, endlich zur Geschlechterfrage und dem Problem der Koedukation. Eine Schlußbetrachtung rundet die fesselnd geschriebene Arbeit ab, indem sie versucht, den Achtung Saarabstimmungsberechtigte i Jeder Saarabstimmungsberechtigte muß im Be- sitz eines vorschriftsmäßigen Reisepasses sein, hast du schon deinen Reisepaß? Wenn nicht, beantrage ihn sofort bei der nächsten Polizeibehörde. Kampf der Jugend wie den Kampf der nationalsozialistischen Bewegung auf ein Grundmotiv zurückzuführen: auf das der Gerechtigkeit. — Handbuch f ü r den Jungsegelflieger von F. S t a m e r und A. Lippisch. Teil I: Ausbildung — Maschinen — Werkzeuge — Instrumente, mit 87 Abbildungen. 70 Seiten. "2,80 Mark. — Gleit- und Segelflugschulung von F. S t a m e r. Mit 23 Abbildungen. 55 Seiten. 2 Mark. — (622) — Das Heft 13, Handbuch für den Jungsegelflieger berücksichtigt die Entwicklung des Segelfluges bis zur jüngsten Gegenwart und behandelt die Ausbildung des Segelfliegers, feine Ausrüstung und Lebensführung, Geländeauswahl, Schulung, Maschinen, Werkzeuge, Meßgeräte. In der „Gleit- und Segelflugschulung" werden die we- Niger gebräuchlichen Schulungsmethoden erörtert. Von besonderem praktischen Wert sind die Merkregeln für den Lehrer und Ratschläge für die Schulung. — Paul Daehne: Liebesgeschichten aus alten Schlössern. Mit 80 Bildern in Tiefdruck. In Ganzleinen 5,20 Mk. Grethlein & Co. Nachf., G. m. b. H., Leipzig. — (624) — Paul Da eh ne schildert die Schönheiten unserer deutschen Schlösser und die zarten Liebesgeschichten, von denen sie umwittert werden. Die Zaubergewalt der Poesie macht die Schatten historischer Gestalten lebendig; verliebte Paare aus allen Jahrhunderten, aus dem bunten Mittelalter, dem galanten Rokoko, aus klassischer Zeit, reichen sich mit Grazie die Hände. Neben dem kühnen Erbauer der Wartburg taucht seine Herzenskönigin, Adelheid von Gosek, neben Kaiser Ludwig dem Bayer sein Schätzchen vom Pfalzgrafenstein im Rheine auf. Zu dem ritterlichen Sickingen gesellt sich eine bergamaskische Abenteuerin, die im Banne Dr. Fausts stand. So ziehe vorbei die schöne Gießerin aus dem Grünewald, die Winzerin von Runkel, Bellomos Geliebte in Lauchstädt, fesselnde Gestalten aus Hirschhorn, Dornburg, dem stolzen Ranis im Orlagau und schließlich der Homburger Landgraf mit dem Silberbein, die Kameliendame und die Schöne Frau von Amorbach. — Friede H. Krage: Mei st er Brüggern a n n. Novelle. 128 Seiten. Geb. 1,30 Mark. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (606) — Das ist die Geschichte vom Bildschneider Brüggemann und seiner Elsebeth, vom Schicksal der weißen Wiebe und ihrem Manne Anselm, geschehen in Husum zur Zeit, da der Doktor Kallstadt die Bilder stürzte und Friesland Konfession ablegte zum neuen Glauben. — Fritz Müller-Partenkirchen: Die alte U f) r. 76 Seiten. Geb. 1,10 Mark. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh. — (608). — Müller-Par- tenkirchen gehört zu jenen echten Humoristen, die über die Unzulänglichkeit alles Menschlichen lächeln und zugleich meinen können; in diesen Geschichten versteht er es, den Leser mit Humor zum Nachdenken zu bringen über die Welt in uns und um uns. — Dr. E. H. P o f s e: „Umschichtung der Wirtschaft und der W i r t s ch a f t s a u f - Meldepflicht der 9onoei5oeriretet und Soodtlsoiallet Lfnter Hinweis auf den redaktionellen Teil in der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung ist die Meldestelle für (Siesten mit Kreis Diesten: bei Ludwig Gravelius, Gießen, Moltkestraße 281; für Alsfeld mit Kreis Alsfeld: bei Wilhelm Stein, Alsfeld, Hindenburgstraße 7; für Schotten mit Kreis Schotten: bei August Iägle, Schotten. 019 | Vermietungen | EWlll.-tzaus (Südv.)7Zimm., Küche, 2 Mans., all.Zub.,Zentr.- Hciz.,gr.Terrafs., gr. Obstgart, zum 15.Jan. ob. spät, für 135 Mk. mtl. zuverm.Schr.A. u. 014 a. d. G.A. Frenndl. möbliert. Zimmer nir sofort 6U vermiet. 02S Lehnstraße 18 L cn. 100 bis 150 qm mit Kraft- und Gasanschluß und kleinemBüro und Lagerraum sowie Anfahrtsmög- ichkeit für Autos sofort gesucht. Eilofferten mit Preisangebote unt. F. M. 1001 an Ala 'Anzeig en- A.-G., Frankfurt a. Main. rsv •WM rur i. 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Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30; Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gym» nastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mil» tagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirt» schaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Fran! 16: Nachmittagskonzert des Funkorchesters. In der I Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Jugendfunk. 18.15: Christoph Lichtenberg, Professor — uni Spötter dazu. Plauderei. 18.30: Die deutsche Win» schäft an der Jahreswende. Ein Bericht. 18.50t Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Die, Maare brüllen. Winter in der Eifel. 20.40: Orchester» > konzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem 1 Sendebezirk. 22.15: Saarländer sprechen. 22.30: Der Zeitfunk bringt die Sportvorschau. 23: „Skiheil, Kamerad!" Fröhliche Funkfolge aus der Welt der weißen Sports. Mit Dichtungen und Schilderungen. 24 bis 2: Nachtkonzert. Samstag, 5. Januar: \ 6 Uhr: Bauernfuk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: I Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30 Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10 Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskon- zert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittags- * konzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durck die Wirtschaft. 15: Nachrichten. 15.15: Jugend- Stunde. Blick in die Führerschule des Gebietes 13 Hessen-Nassau der HI. „Christian Croeßmann". Eltville a. Rh. 16: Der frohe Samstag-Nachmittag 18: Stimme der Grenze. 18.20: Stegreifsendung, i 18.35: Wir schalten ein! Das Mikrofon unterwegs.1 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.30: Volkslieder der i Saar. 20: Nachrichten. 20.05: Saar-Umschau. 20.15: Lustiger Abtznd. „lieber „Zwei Brücken" zur deut» schen Fröhlichkeit!" 22: Nachrichten. 22.15: Nachrich» 1 ten aus dem Sendebezirk. 22.30: Fortsetzung des, Lustigen Abends. 24 bis 2: Nachmusik. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. , Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XI. 34: 11500. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich' 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, J mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. I Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. faffung ". Mit 20 Abbildungen. Preis kartonier 2,80 RM. Hanseatische Verlaysanstalt, Hamburg — (619) — Dieses Werk gibt einen ausgezeichnete Ueberblick über die Wandlung von Wirtschaft ur Gesellschaft im Zeitalter des Hochkapitalismus. Di Gefahren, die die Großgebilde der Wirtschaft, bi Frauenarbeit, die Verstaatlichung und Vergreisun für unser Volk bedeuten, werden eindringlich bar gestellt. Der Verfasser meint, daß der Neubau de Wirtschaft des 20. Jahrhunderts keine überorgani fierte und überbürokratisierte Staatsplanwirtscha fein wird, sondern eine vernünftige Wirtschaft lenkung durch den Staat, die dem Wettbewerb und der Tüchtigkeit einen weiten Spielraum läßt. — D r. Gerhard Herrmann: Handels» Politik. Reclams Univerfal-Bibliothek Nr. 7277, Nr. 2 Zweites Blatt Donnerstag, Z.Zannar 1935 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Der große Diplomatenempsang beim Führer im Saargebiet im Der Vorbeimarsch der SA. vor dem Führer Der Aemahrsgruß der Wehrmacht Der Führer grüßt stehend vom Auto aus. über die Aufgaben der HI. zu 6000 Führern unv Führerinnen der nationalsozialistischen Jugend. Die Führertagung beginnt um 19 Uhr und wird durch eine eindrucksvolle Feierstunde eröffnet. Der Führer und Reichskanzler im Gefpräch mit dem englischen Botschafter Sir Eric Phipps. — Links neben diesem der italienische Botschafter C e r u t t i. — Links vom Führer der Chef des Protokolls Graf B a s f e w i tz. Der Schauplatz eines kommunistischen Feuerüberfalls gegen Mitglieder der Deutschen Front war ein kleines Lokal im Saarbrücker Stadtteil M a l st a t t. Hier wurden zahlreiche Mitglieder der Deutschen Front durch Tür und Fenster hindurch mit etwa 30 bis 40 Schuß beschossen. Wie durch ein Wunder wurde nur der Kellner durch einen Kmeschuß verletzt. nstags 15 nel)t. li 1934 ßültij. Im Dezember 1929 beginnen die Arbeiten der Technischen Nothilfe zur Hilfeleistung bet Gaskatastrophen, zu denen sich später, und zwar im Laufe der zweiten Hälfte des Jahres 1931, die vorbereiteden Arbeiten für den zivilen Luftschutz gesellen. Die Betätigung der Technischen Nothilfe im Luftschutz datiert tatsächlich von jener Zeit, obwohl diese Aufgabe erst in den Richtlinien vom Oktober 1933 fest verankert ist. Zwischendurch stoßen wir auf die Aufziehung eines Hilfspionierdienstes, der dem Katastrophenschutz dienen und ihm praktisch nutzbar gemacht werden sollte. Ab 1933 verschwindet diese Aufgabe wieder. Mit der Einführung des Freiwilligen Arbeitsdien- ft e s in Deutschland setzte auch die Pionierarbeit der Technischen Nothilfe auf diesem Gebiete ein. Sie dauerte vom Sommer 1931 bis Anfang des Jahres 1934. In Fortsetzung der Beteiligung der TN. an den früheren sozialen Hilfswerken für die notleidenden Volksgenossen wirkt sie an dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 und 1934/35 mit. „Mädchen für alles" ist die Bezeichnung, die der Technischen Nothilfe oft wegen ihrer vielseitigen Betätigung zugelegt wurde. Bei näherer Betrachtung ergibt sich, daß sich wie ein roter Faden der Gedanke der Hilfe bei Notständen durch die TN. hindurchzieht. Alle Dienste und Hilfeleistungen, sowie alle Arbeiten sind darauf abgestellt, mögen sie benannt sein, wie sie wollen. Man aus vielen Teilen der Vereinigten Staaten verschwinden." Dr. Baker schloß mit einem Hinweis darauf, daß es Deutschland unter nationalsozialistischer Führung innerhalb kürzester Frist gelungen sei, die Geburtenziffer nicht unbeträchtlich zu heben. Er entnehme daraus die Hoffnung, daß durch eine Aenderung in der weltanschaulichen Haltung des Volkes auch in der Bevölkerungsentwicklung eine Umkehr erzielt werden kann. Zührertagung der HI. Hessen-Nassaus GPA. Als Auftakt für die Arbeit der HI. im Jahre 1935 hat die Reichsjugendführung für Samstag, 5. Januar 1935, eine Führertagung des Gebietes Hessen-Nassau einberufen. Der Stellvertreter des Reichsjugendführers Hartmann Lauer b a ch e r spricht in der Stadthalle zu Mainz Weder die Identifizierung der Technischen Nothilfe (TN.) mit dem Technischen Dienst (TD.), also der ihr in bezug auf Beseitigung von Notständen in lebenswichtigen Betrieben gestellten Aufgabe, noch mit dem Luftschutz, in dem sie mitwirkt, noch gar mit Aufgaben des Katastrophenschutzes, der durch erfolgreiche Betätigung der TN. in der Praxis weit und breit bekannt ist, noch etwa mit anderen Aufgaben, die im Laufe der Zeit von der TN. bearbeitet wurden oder an denen sie noch mitwirkt, wird den tatsächlichen Verhältnissen gerecht. Vom Standpunkt der Eiilsatztätigkeit aus gesehen, behauptet die ursprüngliche Aufgabe des TD. ihre Vorrangstellung bis etwa in das Jahr 1926, dann aber tritt der ebenfalls von Anfang an der TN. übertragene und auch öfters wirksam gewordene Katastrophenschutz stärker in den Vordergrund. In der eigentlichen Aufgabenstellung, die sich aus den Richtlinien der Technischen Nothilfe ergibt und demgemäß auch Art und Umfang der inneren Arbeiten beherrscht. laufen die beiden 2Äifgaben des Technischen Dienstes und des Katastrophenschuhes von 1919 bis 1933 nebeneinander her. sich nicht störend, sondern ergänzend und die Technische Nothilfe insgesamt stärkend. Als „Zwillingsbrüder" werden sie von der TN. genährt und werden ihnen alle Möglichkeiten der Förderung und des Ausbaues in gleicher Weise erschlossen, wenngleich die praktischen Notwendigkeiten und Bedürfnisse bewirken, daß die Nahrungs- und Luftzufuhr dosiert und ausgeglichen wird. Falsche Saar-Obleute. Hanau, 2. Jan. (LPD.) Wie aus einer Veröffentlichung des Hanauer Polizeidirektors hervorgeht, sollen Personen, die sich unberechtigter Weise als Saar-Obleute ausgeben, in Hanau-Stadt und -Land den Versuch machen, abstimmungsberechtigten Personen die endgültigen Abstimmungsausweise abzunehmen. Der Polizeidirektor macht darauf aufmerksam, daß niemand berechtigt ist, einen derartigen Ausweis abzunehmen. Die Bevölkerung wird ersucht, beim Auftauchen falscher Saar-Obleute die Polizeidirektion in Kenntnis zu setzen. Industriestaaten verursacht wird. Entmutigend ist die Tatsache, daß die sog. intellektuellen Elemente nicht auf Nachkommenschaft bedacht sind. Sie begnügen sich mit ein oder zwei Kindern, wenn sie nicht gar völlige Kinderlosigkeit vorziehen. D i e Gefahr i st erkannt. Viele Regierungen haben Maßnahmen gegen sie ergriffen. Jedenfalls ist dieses Problem für Italien wie für die meisten Länder der weißen Rasse eine Frage a u f Leben und Tod. Zu bedenken bleibt dabei, ob angesichts der Zunahme und Ausbreitung der gelben und schwarzen Rasse die Zivilisation der Weißen überhaupt zum Untergang verurteilt ist. In den Vereinigten Staaten ist eine Vernegerung trotz der vielen Millionen schwarzen amerikanischen Staatsbürger ganz undenkbar. Das gleiche Problem wurde auch auf der in Bad Eilsen abgehaltenen Agrarkonferenz behandelt. Zwei amerikanische Gelehrte von Ruf, Professor P. W h e l p t o n und Dr. O. E. B a k e r , gaben ein erschütterndes Bild von dem verheerenden B e - völkerungsrückgang, der auf Grund der neuen Entwicklung der Geburtenziffern zu erwarten ist. Baker suchte die Folgerungen, die sich daraus für die Landwirtschaft der Vereinigten Staaten ergeben, zu erkennen. Für fast alle westeuropäischen Staaten ist für die nächsten Jahrzehnte, wenn nicht wieder eine größere Geburtenfreudigkeit einsetzte, ein Rückgang in der Bevölkerungsziffer zu erwarten. Daraus wird sich eine ganz erhebliche Verschiebung in der Verteilung der Altersklassen ergeben; die westeuropäischen Völker werden mehr und mehr vergreisen. Aber auch Nordamerika, das doch sicher nicht unter mangelnden Rohstoffquellen zu leiben hat und wo noch Platz für Millionen von Menschen ist, wird wahrscheinlich schon nach einigen Jahrzehnten eine abnehmende Bevölkerung aufweisen. Aus den Untersuchungen von Professor Whelpton ging hervor, daß es sich bei der Geburteneinschränkung nicht um eine Auswirkung der Wirtschaftskrise handele, daß vielmehr die Bequemlichkeit und das Streben nach Wohlleben diese Entwicklung verursache. In Beurteilung der Auswirkungen einer rückläufigen Bevölkerungsentwicklung auf die Landwirtschaft der Vereinigten Staaten sagte der zweite Redner „Felder, die dem Wald mit unsagbarer Mühe abgerungen wurden, Farmhäu- ser, die als Denkmäler der Hoffnungen und Mühen tapferer Männer und Frauen Zurückbleiben, leere, nicht mehr gebrauchte Kixchen und Schulen werden langsam im andrängenden Wald ver- schinden, und eine ländliche Kultur, so wertvoll vielleicht wie je eine, die die Welt gekannt hat, wird üele| s Sonntag M jersS Ipiilaanns ■ r Ufa B nicht ireigni8' 20Ä n-Woche ), 8.3«!$: Die Gesamtausgabe der Technischen Aothilse. Oer Hilfsgedanke und die Hilfeleistung'. Von Dr. Ludwig ^öthenmeier, Abteilungsleiter bei der Reichsführung der Technischen Nothilfe. PÄ SÄ Ie®Ä(W EbiL 1 sgy M" Ä* Der Führer beim Abschreiten der Front. Zu seiner Rechten der Berliner Stadtkommandant Der tut) re I uevm i ) Generalmajor Schaumburg. N'f l. 6.55: Morgen 8.15 bis 8M Konzert. M •• MtagskoM 13.15: Mittag» , !0: Quer burd j 5.15: Jugend-, es Gebietes 13a efemann", (EIK,! lg-MchmittaW teyeiftenbuw M unterwegs,1 Volkslieder frfrr Umschau. 20.1e den" zur bei» 22.15: Nacheit" Fortsetzung ta „Die weiße Raffe stirbt!" Ein Warnruf Mussolinis. lhelm Lange, rich W. Langt, ir Den übriger er: Hans M eigen: Theodor ck und Verlags । Steindruckerei | Ziehen. i M Ka K5- li" *. f'Aen ? LNe. p Mr Uep.J W ®tf Wilf r„ y’tata te,ien «■! Bonnin j I. 6) . M Ö5: Morel ■'s 8.30: SL Dche Ratschg Mnst. 12-i Duchten. 13h. ',.?4.30: A 6ur die FrÄ *5. 3n : 3ugenbfJ •fl°r - ul deutsche 2Bin. bricht. 18.5-1 n. 20.10: 040: Orchestms ichlen aus b«. )en. 22.30: M 23: der Welt dii| Schilderung^., Unter dem Titel „D r e weiße Rasse st i r b t" hat Mussolini einen Artikel veröffentlicht, der sehr aufschlußreich ist. Er führt u. a. aus: In Ungarn ist das Einkindersystem stark verbreitet. In Argentinien, wo 80 bis 100 Millionen bequem leben könnten, ist der Geburtenrückgang vernichtend, es wäre vorauszusehen, daß das Land 1939 nur noch 12 Millionen Einwohner haben werde. In Frankreich sind die Geburten im letzten Jahre um 40 000 zurückgegangen; sie betrugen 682 000 gegenüber 1 Million im Jahre 1870. Die Entvölkerung hat heute bereits viele Departements, wo Dörfer verfallen, Bauernhäuser zugrundegehen, der Verarmung preisgegeben. Die heutige Generation ist es, die schon durch den Geburtenrückgang in ihrem Besitz, ja in ihrem Leben bedroht wird. Die Zahl der Geburten in Frankreich ist innerhalb der letzten 50 Jahre um ein Drittel gesunken. Sie betrug im Jahre 1868 1 034 000 und 722 000 im Jahre 1932. Geht es in diesem Tempo weiter, wird Frankreich innerhalb von 10 Jahren kaum 500 000 Geburten haben, d. h. es wird 150 000 bis 200 000 Bewohner jährlich verlieren. Frankreich hat den höchsten Prozentsatz an alten Menschen aufzuweisen, nämlich 14 o. H. Es folgen Deutschland mit 9 und Rußland mit 7 v. H. Kein Rückgang der Sterblichen vermag den Geburtenrückgang aufzuwiegen. Selbst in Großbritannien beginnt der demographische Verfall der Gemüter zu beunruhigen. Es ist schwer, ein Imperium zu erhalten, wenn das Mutterland altert und stirbt. Auch Roms Untergang setzte ein, als es durch den Geburtenrückgang gezwungen war, Söldnertruppen anzuwerben. In Frankreich müssen Schulen aus Schülermangel geschlossen werden, dagegen für die Kinder der Ausländer (hauptsächlich Italiener und Polen) gegründet werden. Es gibt Nationen, in denen ein Fünfzigjähriger als junger Mann gilt. Der Geburtenrückgang hat keinen Zusammenhang mit der Wirtschaftslage. Die Erde ist imstande, eine Bevölkerung von der zwanzigfachen Stärke der heutigen zu ernähren. Die Bodenschätze der Vereinigten Staaten allein genügen, um das Fünffache der heutigen Bevölkerung zu ernähren. Kanada vermag die zwanzigfache Anzahl seiner heutigen Bewohner zu ernähren. Riesige Gebiete Südamerikas sind heute noch fast ganz unausgebeutet. Und solche Gebiete gibt es in Afrika, Australien, ja selbst in Europa und in viel größerem Maße in Asien. Die Weltkrise ist eine Krise des Ueberfluffes, die hauptsächlich durch die Bevölkerungsabnahme in den großen yii niiiw u.'1 'm» * w «ytun wcyutfl-iugTe uuri em macytign- Aus der Provinzialhauptsia-i OerLnventurverkauf 1935 dann die in ' 0 ftrafe von 6 Monaten. Wegen Verächtlichmachung der wurde der Bernhard B r a n d u s Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Sießen-Glid. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Gardinen: Teppiche und sonstiger Fußbodenbelag, einfarbige Gardinen, Vorhang- und Möbelstoffe. — e) Manufakturwaren: einfarbige Stoffe jeder Art, gemusterte Kammgarnstoffe, einfarbige Wäschestoffe jeder Art. — l) W ä s ch e : weiße Leib- und Oberwäsche jeder Art, Erstlingswäsche, Bettwäsche, Küchenwäsche und Handtücher. — g) Trikotagen: Trikot-Unterkleidung jeder Art. — h) Handarbeiten: Handarbeitsgarne, Stick- und Strickmaterialien. — i) Kurzwaren: Kurzwaren jeder Art. — j) B e t t w a r e n : Inletts, Stepp- und Daunendecken, Reife- und Schlafdecken, Bettfedern, Kapok und sonstiges Betten- Füllmaterial, Matratzen, Reformbetten, Matratzenschoner, Bettstellen. — k) Fahnen und Fahne n st o f f e : Fahnen und Fahnenstoffe jeder Art. 2. Schirme und Stöcke. , 3. Schuhwaren. 4. Luxus-, Galanterie- und Lederwaren. 5. Reiseartikel. 6. Glas-, Porzellan- und Steingutwaren. 7. Haus- und Küchengeräte. 8. Pelze und Pelzwaren. Gefängnis- Reichsregierung aus Gießen zu ren, oft wochenlangen Betätigungen zu nennen. Im Juli 1921 erfolgte der erste Großeinsatz im Katastrophenschutz anläßlich des 4 Wochen dauernden gefährlichen Moorbrandes bei Elsterwerda und dann später die schnell aufeinanderfolgenden Hilfeleistungen anläßlich von Naturkatastrophen, die ihren Höhepunkt in dem Großeinsatz bei der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge August 1927 und den zahlreichen Einsätzen bei Ueberschwemmungen und Bränden im Verlauf der nächsten Jahre hatten. Der die Technische Jtotfjilfe beherrschende Httfs- gedanke und seine erfolgreiche praktische Auswirkung sind unverkennbar. Zu wissen, daß für jede Not Hilfe steht, beruhigt, und noch mehr, wenn man der Ueberzeugung sein kann, daß die organisatorischen Vorbereitungen eine schnelle und sachgemäße Hilfeleistung gewährleisten. Ortsgruppe Gießen des Bundes der Gaarvereine. Leiter: Polizeihauptwachtmeister Thum, Tleuen Baue 4, II. Sämtliche Anfragen von Abstimmungsberechtigten sind an die Saarobleute zu richten, die zu jeder Auskunft und Unterstützung gerne bereitstehen. Saarobleute sind: 1.Oberarzt Dr. Rauh, Gießen, Universitäts- Augenklinik, 2.Verwaltungs-Oberinspektor Hentschel, Gießen, Velckerskraße 12, 3. Gerichtsreferendar koch, Gießen, hitlerwall 51. Anfragen wegen des Transportes zur Abstimmung sind an den Transportierter Thum oder den stellvertretenden Transportleiter k o ch zu richten (Anschriften siehe oben). Abfahrt und Rückkunft des Sonderzuges Tlr. 15, der von Gießen aus fährt, wird jedem rechtzeitig bekanntgegeben werden. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (frische) 12 bis 13, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat, 12, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 25 bis 50, Schwarz, wurzeln 22 bis 25, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., Birnen 10, Honig 45 bis 50, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 75 bis 80, Gänse 80 bis 85, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 50, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. Bornotizen. — Tage Skalen der für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Grüß' mir die Lore noch einmal". — Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „F. P. 1 antwortet nicht". unsere Nachbarn nur fleißig genug üben lassen — haben wir allesamt den Dreh heraus, und geht es erst richtig los ... denburg" ein zu einem Lichtbildervortrag von Stadtbaurat G r a v e r t über „Die Entwicklung der hessischen Stadt". Eintritt frei! Deutsche Arbeitsfront. AS.-Gemeinschast „Kraft durch Areude". „Freischütz"- Aufführung am 6. Januar. Die bestellten Theaterkarten sind bis spätestens Freitag, 4. Januar, auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10 und 11, abzuholen. Daten für Freitag, 4. Januar. 1643: der englische Mathematiker, Physiker und Astronom Sir Isaak Newton in Woolsthorpe geboren (gestorben 1727); — 1785: der Sprach- und Altertumsforscher Jakob Grimm in Hanau geboren (gestorben 1863); — 1839: Karl Humann, Leiter der Ausgrabung von Pergamon, in Steele im Rheinland geboren (gestorben 1896); — 1849: der Begründer der deutschen Kurzschrift, Franz Taver Gabelsberger, in München gestorben (geboren 1789); — 1880: der Maler Anselm Feuerbach in Venedig gestorben (geboren 1829); — 1913: der preußische Generalseldmarschall Alfred Graf von Schliessen in Berlin gestorben (geboren 1833); — 1915: der Historienmaler Anton von Werner in Berlin gestorben (geboren 1843). Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 3. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei junge Männer aus Gießen wurden wegen Widerstandes und Beleidigung zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Bruder der Angeklagten versäumte wiederholt die Fortbildungsschule. Als er schließlich von einem Beamten vorgeführt werden sollte, setzten die Angeklagten dem Beamten erheblichen Widerstand entgegen und ergingen sich ihm gegenüber in schweren Beleidigungen. fall, wie überhaupt bei irgendwie auftretenden Notständen auf die Einsatzbereitschaft jederzeit zurückgegriffen werden kann. Ihre Hilfeleistung ist die zwangsläufige Folge bzw. Auswirkung des in der Technischen Nothilfe gepflegten Geistes der Hilfs- und Opferbereitschafk. In vieler Hinsicht interessant sind die bei Durchführung der Aufgaben infolge der wechselnden Veränderungen des Charakters der Notstände hervorgerufenen Schwergewichtsverschiebungen und -Verlagerungen. Nachlassende Einsatztätigkeit in lebenswichtigen Betrieben bewirkte nicht etwa einen Zustand idyllischer Ruhe für die Technische Nothilfe, sondern die Atempause wurde benutzt, um den Apparat zu überholen und die Auf- und Ausbauarbeit systematisch und planvoll durchzuführen. Währenddessen sorgte die zufälligerweise oder auf „höhere Gewalt" oder auf andere Gründe zurückzuführende stärkere Aktivität im Katastrophenschutz für den Pulsschlag der Organisation. Von einer Seite zur anderen schlägt das von den Verhältnissen in seiner Bewegung abhängige Pendel aus, immer aber um den Punkt herum, an dem steht: Beseitigung von Notständen. Schnell stellt sich der TR.-Apparat auf die Notwendigkeiten ein und um. Keine merklichen Spannungen entstehen, alles vollzieht sich in Ordnung. Oft genug hat dies Bewunderung erregt und oft genug ist die Organisations- kunst anerkannt worden. Nicht zuletzt ist das Geheimnis dieser „Kunst" darin zu erblicken, daß die verschiedenartige und verschieden starke Beanspruchung der Technischen Nothilfe bzw. ihrer Dienste den notwendigen Ausgleich geschaffen, aber auch für immer neues Leben und für einen lebhaften Pulsschlag gesorgt hat. In der Praxis äußerte sich der Hilfsgedanke klar und eindeutig in der tatsächlichen Hilfeleistung. Wir Das Schifferklavier. „Wumtata, wut wut mut, wumtata ..." Werner hat eine Ziehharmonika zu Weihnachten bekommen, hält sie den ganzen Tag vor den Bauch geschnallt und spielt, daß der Christbaum zu wackeln anfängt. Es ist doch etwas Herrliches um ein Schifferklavier. Hat es eben noch mit vollen Akkorden gedröhnt wie ein Leierkasten und unsere Unterbewohner rebellisch gemacht, dann kann es im nächsten Augenblick die lieblichste Melodie säuseln, mit zarten Flötenstimmen, daß einem ordentlich weich ums Herz wird. Unermüdlich spazieren die Finger der rechten Hand über die Klaviertasten, während die linke Hand die Baßknöpfe drückt. Manchmal stimmt es sogar schon harmonisch zusammen, und wenn ein Ton so richtig voll und schön aufklingt, dann wird er begeistert in die Länge gezogen, und die „Quetschkommode" schnauft und muß immer noch mehr Puste hergeben. Man kann sich tatsächlich in so einen prachtvollen Akkord verlieben und ihn immer wieder hervorholen. Falls es einmal glückt, dem seligen Besitzer das Instrument zu entreißen, dann geht die Ziehharmonika bei allen Familienmitgliedern reihum. Schließlich wird sie stundenweise gepachtet, gegen einen Pfefferkuchen, oder eine Nuß, die an Werner zu zahlen sind, natürlich vor Gebrauch. Auch der Vater hat das Schifferklavier schon lange mit sehnsüchtigen Augen angeguckt, und endlich erwischt er es. Selbstverständlich versteht er eben so wenig wie die anderen etwas vom Ziehharmonikaspielen. Die Kinder wenigstens sind der Ansicht, er stelle sich furchtbar dumm an. So wollen sie ihn mit ihren eben erst erworbenen Kenntnissen unterstützen und teilen sich brüderlich darein. Das sieht dann so aus: Der eine fingert die Melodie, der andere preßt die Akkorde heraus, während der unglückliche Vater dem Schifferklavier die Luft einpumpen darf. Das Bild ist zum Heulen schön, und die Mutter setzt sich auch richtig auf den Stuhl und weint dicke Tränen — vor Lachen ... Hausmusik, Herrschaften! Noch stümpern wir an dem Instrument herum, aber bald — wenn uns erinnern uns der großen Einsätze anläßlich de- Kapp-Putsches im März, des Binnenschifferstreiks im Mai, des Königsberger Generalstreiks im Juli und August, des Steuergeneralstreiks in Württem- bertz August-September und des Hafenarbeiterstreiks in Hamburg September 1920, der Landarbeiterstreiks 1921, des großen Eisenbahnerstreiks und des Kommunalarbeiterstreiks in Berlin im Februar 1922, des Müllfahrerstreiks März-April 1922 und der zahlreichen folgenden landwirtschaftlichen Streiks, die sich vom April bis in den Herbst 1922 hinzogen, dann der Einsätze infolge des See- fchiffahrtsstreikes August 1923, des Buchdruckerstreiks in Berlin November 1923 mit dem von der Technischen Nothilfe durchgeführten Druck der Rentenmark, des zweiten Hafenarbeiterstreiks in Nordseehäfen März 1924, des Landarbeiterstreiks in Ostpreußen April bis Mai 1924 und schließlich des mitteldeutschen Gemeindearbeiterstreiks Oktober 1924, um einige von den zahllosen erfolgreichen und größe- Ein Mann aus der Umgegend kam zwecks Verkaufs von Kartoffeln nach Gießen. Der Angeklagte benutzte die Gelegenheit, beim Einkauf in einem hiesigen Warenhaus eine ganze Anzahl Gegenstände zu entwenden. Das Gericht erkannte wegen Diebstahls im Rückfall auf eine ~ ** Umsatzsteuer - Schonfrist. In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuelle Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 1) lesen wir: Laut Erlaß des Reichs- stnanzministeriums vom 7. Dezember 1934 Seite 4030 bis 4050III fällt die Umfatzsteuer-Schonfrist ab 1. Januar 1935 fort. Die Finanzämter können Unternehmern, die die Voranmeldungen bis 10. d. Monats nicht abgeben können, die Frist auf Antrag bis Widerruf wie bisher bis 17. verlängern. In Betracht kommen solche Unternehmer, die mehrere räumlich getrente Betriebe haben, oder die die Durchschnittskurse für die in Berlin nicht notierten ausländischen Währungen bei ihren Voranmeldungen berücksichtigen müssen. Amtsgericht Gießen. versteht die Technische Nothilfe nur richtig, wenn man sie und ihre Arbeiten von dieser hohen Warte aus beurteilt. Helfen in der Not macht ihr Programm aus, das der TN. auch ihren treffenden Namen gab. In ihren Richtlinien ist. ihr Zweck mit „Beseitigung von öffentlichen Notständen" umschrie- den. Mit vielen anderen Organisationen und Einrichtungen, die ähnliche oder gleiche Zwecke verfolgen, hat sie den Hilfsgedanken gemein, doch sind die Einzelausgaben voneinander verschieden und Siegeneinander abgegrenzt. Die Technische Nothilfe oll einen Sonderzweck im Rahmen der zur Be- eitigung von öffentlichen Notständen vorgesehenen Maßnahmen dienen, nämlich den die lebenswichtigen Betriebe betreffenden, und beim Luftschutz ganz bestimmte Aufgaben durchführen. Im Katastrophenschutz ergibt sich ihre Aufgabe im Einzel- Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist nochmals darauf hin, daß der Beginn des Jnven- turoerkaufs auf den 28. Januar 1935 festgesetzt ist und daß der Jnventurverkauf die Dauer von 12 Werktagen nicht überschreiten darf. Als zulässig hat die Industrie- und Handelskammer Gießen für ihren Kammerbezirk (Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach) nachstehende Warengrupve i für die Jnventurverkäufe anerkannt: 1. Textilwaren, mit Ausnahme von a) Herren- und Knabenkleidung: Berufskleidung, Gabardinemäntel, Gesellschaftskleidung, blaue und schwarze Anzüge, Konfirmanden- an^üge-, Gummi- und Lederolmäntel, Lodenkleidung, Leoerkleidung, Uniformen und Trachten, Skisportkleidung, Hausjoppen, Schlafröcke. — b) Damen- und Mädchenkleidung: Gabardinemäntel, Gummi- und Lederolmäntel, Kamelhaarmäntel, Lodenmäntel, Batistmäntel, Twillkostüme (schwarze und marine), Sportkleidung, Kieler Mädchenkleidung, BdM.-Artikel, Kletterwesten, Wasch- und Hauskleider aus bedrucktem Baumwollstoff. — c) Herrenhüte:. Velourhüte, schwarze Hüte, blaue Mützen. — d) Teppiche, Möbelstoffe und Freitag, 4. Januar, zwischen 15 und 18 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Reichsbund Volkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Die Deutsche Angestelltenschaft lädt unsere Mitglie- der für Samstag, 5. Januar, 20 Uhr, ins Hotel „Hin- Hornbostel fliegt nach Kanada Eine heitere Geschichte von HannsW. Kappler Zwei Meilen hinter dem Güterbahnhof von Pitts- burg liegen die großen Wasserbehälter, vor denen die Lokomotiven der Züge tanken. Am Fuße des grasbewachsenen Bahndamms ist der Lagerplatz der „Hobos": aus allen Teilen der Staaten finden sich hier die Leute zusammen, um bei einer günstigen Gelegenheit eine für sie kostenlose Eisenbahnfahrt zu unternehmen, die den einen, je nach Vorhaben, Lust oder Laune, nach Süden, den anderen nach Norden, Osten oder dem auch nicht goldeneren Westen bringen soll. Unter den Hobos gibt es Grünhörner und Spezialisten ihres Faches. Die ersteren begnügen sich mit einer bequemen Unterkunft auf den Güterwagen, die letzteren indessen suchen sich schon die dahinrasenden Schnellzüge aus. Obwohl der wasch- echte und geübte Hobo von allen guten Dingen des irdischen Daseins zumeist in erster Linie über ein beträchtliches Maß an Zeit verfügt, ist ihm das alte Pankeewort „Time ist money!“ doch schon zu sehr in Fleisch und Blut ubergegangen, als daß er sich gern einem träge dahinrollenden Güterzuge anvertraut. Es war ein schöner, warmer Sommerabend, als Sam Hornbostel, einer der Zünftigsten unter den Hobos, am Fuße des Bahndammes hockte, in einer leeren Konservenbüchse seinen Kakao kochte und allerlei seltsamen Dingen des menschlichen Lebens in grüblerischem Sinnen auf den Grund zu kommen suchte. Jumping-Jack, sein Freund und Genosse zahlloser Streifzüge, lag neben ihm im hohen Gras und schaute träumerischen Blickes in den blauen Himmel. „An der Ferne ertönte ein sich der Tankstelle näherndes Rollen, und einige Minuten später hielt einer der nach dem Westen gehenden, langen Güter- züge auf dem Bahndamm. Ein rußiger Heizer lehnte sich aus dem Maschinenraum und grinste zu den beiden Männern hinab. „Hallo — Bo!" rief er mit einer bezeichnenden Kopfbeweaung nach den Waggons. „Wie ist's? Haben kühle Gemächer in der Reihe!" Sam Hornbostel warf einen verächtlichen Blick auf die hellangestrichenen Wagen der Farmer, in denen diese ihre Früchte nach den großen Städten lieferten. Jeder dieser Wagen war mit einem Eisfach versehen, das jetzt, bei der Rückfahrt leer, von den Hobos, allerdings nur von den Anfängern unter ihnen, als willkommener Aufenthaltsort während der Fahrt angesehen wurde. „Wollen Euren scops (Bahndetektiven) die Nachtruhe nicht rauben", entgegnete ^am Hornbostel und kostete seinen Kakao. Die Maschine zog an und dampfte nach Westen. „Bist du dir nun über ein Ziel schlüssig geworden?" fragte Jack. „Yes.“ „Wohin?" „Nach Kanada." 0 Jack fuhr hoch und starrte den Gefährten an, als zweifle er an dessen geistiger Spannkraft. „Ka — na —da?" „Well. Und das auf dem schnellsten Wege." Jack legte sich wieder zurück in das Gras. „Wirst dir noch manchen black-river kochen müssen, ehe du im Norden landest." „Landest—? Landest—?" wiederholte Sam Hornbostel. „Allright, habe da eine feine Idee. Morgen bin ich in Montreal. Verlaß dich darauf." „Wetten?" „Yes.“ „Wieviel?" „Zähl' erst nach, wieviel der Neffe deiner Tante noch besitzt." Jack suchte in den Taschen seiner Hose. „Einen Dollar zwei Cents." „Very well.“ „Und wie willst du das machen?" „Du sagtest, daß ich in Kanada landen solle. Allright! Dann muß ich fchon ein Flugzeug benutzen." „Ein — Flugzeug? stieß Jack hervor. „Yes.“ „Und woher willst du das Geld zur Flugkarte nehmen?" Sam betrachtete seinen Freund mit einem mitleidigen Blick. „Als Flug-Hobo brauche ich kaum einen Cent." Jack kroch näher und ließ sich nun dicht neben Sam nieder. „Als Hobo — unter einem Flugzeug? Wenn dir das gelingt, Sam, kommst du ins Magazin. Als neueste Sensation. Der letzte Schrei der Hobos! Fabelhaft!" „Trink aus, dann wollen wir gehen. Der Flugplatz ift in der Nähe. Vor Mitternacht starten die kanadischen Apparate. Sieh' zu, daß wir uns wieder zusammen am Hoboplatz in Montreal treffen." Zwei Stunden später erwies es sich, daß im grellen Licht der Scheinwerfer unbemerkt an eines der Flugzeuge nicht heranzukommen war. „Man muß für eine große Sache auch einmal einen Cent ober zwei opfern können", murmelte Sam Hornbostel und machte sich an den Boy heran. Die schmutzigen Cent? imponierten dem Jungen gar nicht, dafür erweckte eine verlockend aussehende Flasche, die Sam, nachdem er sich vorsichtig nach allen Seiten umgeschaut hatte, einer verborgenen Tasche seiner Jacke entnahm, das Interesse des Boys. Nach kurzen Unterhandlungen war man einig. Sam schlüpfte in die schmucke Uniform des Boys, stülpte sich die ihm zu kleine Mütze verwegen auf den wirren Haarschopf und verabschiedete sich von Jack. Stolz stand er dann neben dem Apparat und waltete seines Amtes. Ein Hobo, der im Westen Heilmittel verkauft, im Süden Baumwolle gepflückt und im Norden Geschirr gewaschen hatte, muß sich auf alles verstehen. Der Propeller heulte durch die Luft, die Räder drehten sich. Mit kühnem Schwung saß Sam auf dem Gestänge, kroch dicht unter dem Flugzeugrumpf und zog einen Lederriemen aus der Tasche, mit dem er sich durch eine Schlinge über der Brust an dem starken Gestänge befestigte. Als Sam damit fertig war, warf er einen Blick zur Erde, und stellte vergnügt fest, daß man sich schon einige hundert Meter von dem Flugplatz entfernt hatte; vielleicht würde man sein Verschwinden gar nicht bemerkt haben. Aber eine Anstrengung würde dieser Freiflug für ihn sein, denn wenn er auch unter den dahinrasenden Pullm an wagen der Pacific einer bemerkenswerten Luftströmung ausgesetzt war, so wurde sie hier oben doch um ein bedeutendes übertroffen. Der Morgen graute, als sich der Apparat zur Erde senkte. Sam war durchfroren und hatte Mühe, die Lederschlinge zu lösen. Montreal lag dort unten, er kannte es nur zu gut, wenn es auch von oben ganz anders aussah als aus der Perspektive des Bahndamms. Flink war Sam abgesprungen. Einige Schritte eilte er dem Apparat nach und riß dann die Tür auf. Ansehnliche Trinkgelder ließen ihn den Verlust der geliebten Flasche überwinden. Sam verließ rasch den Flugplatz, aber als er sich der Mütze und der schmucken Jacke entledigen wollte, um in Hemdsärmeln die Straßen der Stadt zu betreten, hatte ihn schon ein findiger Reporter erwischt, und nun ging es zur Office. Sam Hornbvstel war das Tagesgespräch der Staaten. Der erste Lust-Hobo! Das war ein Coup, auf den man in USA. gewartet hatte und auf den doch niemand zuvor verfallen war. Sam aber lag drei Tage am Bahndamm, ehe sein alter Genosse Jack vom Trittbrett eines Güterwagens herabsprang. „Bleibst ein Greenhorn, Jack", bemerkte Sam Hornbostel und roch in seine Konservendose. „Einen Dollar zwei Cents macht der Spaß. Gib schon her!" Erstaunliche Rezepte in alter Zeit. Viele Jahrhunderte lang war der Aderlaß das A und O der ärztlichen Kunst. Ob der Kranke ein Greis oder ein Säugling war, er mußte bluten, nach der Regel des großen B o t a I, einer vielgerühmten ärztlichen Autorität des 17. Jahrhunderts: Je mehr fauliges Wasser man aus einem Brunnen zieht, desto mehr gutes tritt an feine Stelle. Das gleiche gilt vom menschlichen Blut und vom Aderlaß. — In einem einzigen Jahre öffnete man Ludwig XIII. 47 mal die Adern, und verabfolgte dem unglücklichen König während derselben Zeit noch 294 starke Abführmittel. Dieser angeblich kränklich König muß eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit gehabt haben, um eine solche Behandlung zu überstehen. Guy Patin, einer der führenden Aerzte Frankreichs, rühmte sich, einem Herrn dou- finet 64mal zur Ader gelassen zu haben, um ihn vom Rheumatismus zu befreien. Das geschwollene Bein des Kardinals M a z a r i n erhielt einen rie- senaroßen Breiumschlag, wobei die Umschlag- maste aus Pferdekot hergestellt war. Der Begründer der Chirurgie, Androise P a r ö, hatte besonders „von Tieren genommene Heilmittel" empfohlen, daher kamen im 17. Jahrhundert die seltsamsten Mittel in die Rezeptierkunst. Um von der Gelbsucht geheilt zu werden, muß man neun Tage lang Gänsedreck in fein Getränk mischen; sehr gut ist es noch, wenn man Erdwürmer, die in Weißwein gewaschen sind, verzehrt. Man nimmt selbst zu den unappetitlichsten Dingen seine Zuflucht. Um das Asthma zu heilen, verordnen die Aerzte Fuchslunge in Wein zubersitet, Nagelstückchen gelten als ein „ausgezeichnetes Brechmittel"; man kann vielleicht begreifen, daß sich bei ihrem Herunterschlucken, rote es heißt, „das Herz hebt". Der Kahlkopf erhält seinen üppigen Haarwuchs wieder, wenn er seinen Schädel mit einer Brühe bearbeitet, bei der 300 gekochte fette nackte Schnecken in Lorbeer, Honig, Olivenöl und Seife gekocht sind. Auch der Gebrauch von lebenden Tieren wird in den Rezepten verschrieben. Die Wassersucht soll geheilt werden, wenn man einen Gürtel von Kröten trägt, die den Leid und die Hüsten kratzen; gegen die Lethargie ist das beste Mittel, in das Bett des Schlafsüchtigen eine möglichst fette lebende Sau zu legen, sie wird ihn schon aus seiner Erstarrung erwecken. Schlangen sind das Allheilmittel. So schreibt Mme. de S 6 vign 6 e ihrem Sohn: „Herr von Boissy hat mir zehn Dutzend Schlangen von Poitou geschickt. Nimm jeden Morgen zwei davon, schneide ihnen die Köpfe ab, laß sie abziehen, in Stücke hacken und zur Füllung für einen Hühnerbraten verwenden. Den Schlangen verdanke ich die glänzende Gesundheit, die ich genieße." Der Leibarzt König Franz' I. gibt gegen die Gicht folgendes Rezept: um sich davon zu befreien, muß man eine reichliche Mahlzeit von einem Gericht einnehmen, das aus dem Ragout einer fetten Gans mit kleinen Katzen besteht. Was von diesem unverdaulichen Gericht übrig bleibt, soll zu Einreibungen an den schmerzhaften Zehen verwendet werden. — All diese Rezente gaben nickt etwa Quacksalber, sondern die gelehrtesten Aerzte ihrer Zeit. Oie Religionszugehörigkeit in Hessen. Die Mitteilungen des Hessischen Landesstatistischen Amtes bringen interessante Angaben über die religiöse Gliederung der hessischen Einwohnerschaft, wie sie sich auf Grund der Volkszählung vom 16. Juni 1933 ergeben hat, bei der, ähnlich wie bei der 1925er Volkszählung, noch der Reliaionszugehörigkeit gefragt wurde. Hierbei wurde lediglich die äußere, rein rechtliche Zugehörigkeit zu einer Kirche, Religions- Gesellschaft oder Weltanschauungsgemeinschaft er- forscht. Hiernach wurden in der vom Landesstatistischen Amt bearbeiteten Tabelle die Bevölkerung gegliedert in: a) Evangelische Christen, und diese wieder 1. in Angehörige der evangelischen Landeskirchen; 2. in Altlutheraner, Reformierte und Herren- huter und 3. in Angehörige sonstiger evangelischer Religionsgemeinschaften; b) Römisch-katholische Christen (einschließlich der uniierten); c) Andere Christen (orthodoxe und andere morgen- ländische Christen, Altkatholiken und verwandte Christen); d) Israeliten; e) Angehörige anderer nichtchristlicher Religionsgesellschaften; f) Angehörige von lediglich Weltanschauungsgemeinschaften; g) und h) Gemeinschaftslose und solche ohne Angabe. Die Statistik ergibt, daß sich von Zählung zu Zählung die Zahl der Gemeinden in Hessen verringert, deren Einwohnerschaft nur einem Bekenntnis angehört und daß die Zahl der konfessionell stärker gemischten Gemeinden größer wird. Don wenigen Ausnahmen abgesehen, gehörten die heute noch überwiegend katholischen Gebiete bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts dem Kurbistum Mainz an. Es zeigt sich auch, daß die Wanderungsbewegung wohl mit der handarbeitenden Bevölkerung eine ständig voranschreitende Mischung der Konfessionen bewirkt. Gemeinden ohne evangelische Einwohner, die der Landeskirche angehören, gab es nach der Statistik nicht, wohl aber 143 Gemeinden in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen ohne Römisch-katholische. In früher fast rein evangelischen Bezirken hat sich die katholische Minderheit wesentlich verstärkt, z. B. in Darmstadt und Gießen. In Mainz dagegen hat die evangelische Minderheit stark zugenommen. Der Rückgang im Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung ist sehr deutlich. Die Zahl der „Gemeinschaftslosen" findet ihre Ursache in der jetzt wohl mehr zurückgehenden Kirchenaustrittsbewegung in den Industriezentren, so daß die beiden großen Konfessionen in den letzten zwanzig Jahren kleine Rückgänge zu verzeichnen hatten. Wie sich die Religionszugehörigkeit der beiden großen Bekenntnisse und der Juden im letzten Jahrhundert im jetzigen Hessen absolut und relativ, wie auch im Vergleich zum Reich entwickelt hat, zeigt die nachstehende Uebersicht. Hessen, absolute Zohlen. Gliederungszahlen in Hessen. Volkszählungsjahr Evang. Röm.-Kath. Israeliten 1828 482 745 181 559 21236 1871 584 391 239 088 25 373 1880 635 474 269 384 26 746 1890 666 118 293 651 25 531 1900 746 201 341 570 24 486 1910 848 004 397 549 24 063 1925 891 867 415 685 20 401 1933 933 473 439 048 17 888 Volkszählungsjahr 1828 Evang. 70,3 Röm.-Kath. 26,4 Israeliten 3,1 1871 68,6 27,9 3,0 1880 67,4 28,8 2,8 1890 67,1 29,6 2,6 1900 66,6 30,5 2,2 *1910 66,1 31,0 1,9 1925 66,2 30,8 1,5 1933 65,3 30,8 1,2 Gliederungszahlen im Reich*. Evangelische. Römisch-Katholische. Israeliten. 1871 1905 Sonstige. 1910 1925 1933 1871 1905 1828 3,2 1,6 2,5 2,7 2,7 1,0 2,1 Kreis Kreis Kreis Kreis Kreis Kreis Kreis Kreis Kreis Kreis Alsfeld Büdingen Friedberg Lauterbach Schotten Stadt Gießen übr. Kreis Gießen 3,7 2,3 3,0 3,2 3,7 0,5 2,6 1910 85,7 96,7 92,4 94,4 74,7 92,8 96,8 1910 10,1 1,5 5,3 2,2 22,7 6,3 0,8 1910 3,3 1,5 2,3 2,6 2,4 0,9 2,0 Stadt Gießen übr. Kreis Gießen Kreis Alsfeld Kreis Büdingen Kreis Friedberg Kreis Lauterbach Kreis Schotten Stadt Gießen übr. Kreis Gießen 1871 6,0 0,3 4,7 1,3 21,0 6,1 0,3 1925 84,9 96,8 92,8 94,1 74,0 92,8 97,2 1925 3,0 1,2 1,8 2,1 1,8 0,8 1,6 1933 9,8 1,3 5,1 2,8 22,4 5,8 0,1 1933 2,4 1,0 1,4 1,9 1,6 0,8 1,1 1905 9,5 1,3 5,2 2,3 22,2 5,9 0,6 1828 2,7 2,8 2,4 3,1 3,5 0,1 2,5 Alsfeld Büdingen Friedberg Lauterbach Schotten Stadt Darmstadt übr. Kreis Darmstadt Stadt Gießen übr. Kreis Gießen wir bezüglich der konfessionellen Gliederung einzelner hessischer Kreise und Städte folgende Zahlen (in Prozenten) seit 1828: 1925 9,9 1,2 5,1 2,9 23,1 6,3 0,7 Stadt Darmstadt übrig. Kreis Darmstadt Stadt Gießen übr. Kreis Gießen Stadt Mainz übr. Kreis Mainz Stadt Mainz übr. Kreis Mainz 1871 90,1 97,3 92,2 95,1 75,2 93,4 97,0 1828 5,5 0,3 5,0 1,1 21,5 6,4 0,3 1828 91,8 96,8 92,5 95,3 75,0 93,5 97,1 1933 85,9 97,4 93,3 95,1 74,8 93,4 97,6 1905 86,7 96,9 92,3 94,7 74,9 93,1 97,1 Die konfessionelle Entwicklung und Gliederung von Ob er Hessen in den Jahren 1828, 1871, 1905, 1910, 1925 und 1933 weist folgende Zahlen auf: Volkszählungsjahr Evang. Röm.-Kath. Israeliten 1828 — — _ 1871 62,3 36,2 1,2 1880 62,6 35,9 1,2 1890 62,8 35,8 1,1 1900 62,5 36,1 1,0 1910 61,6 36,7 0,9 1925 64,1 32,4 0,9 1933 62,7 32,5 0,8 Den landesstatistischen Mitteilungen entnehmen Evang. Röm.-Koth. 1828 1933 1828 1933 88,6 77,8 9,0 17,5 t 95,6 91,1 1,0 5,0 91,8 85,9 5,5 9,8 96,8 97,4 0,3 1,3 14,5 36,4 80,7 56,6 14,6 18,7 83,3 78,9 Israeliten Sonstige 1828 1933 1828 1933 2,4 1,5 — 3,2 3,3 0,8 0,1 3,1 2,7 2,4 — 1,5 2,8 1,0 0,1 0,3 4,8 2,0 ■— 5,0 2,1 0,6 — 1,8 Stadt Gießen 0,0 übr. Kreis Gießen 0,1 Kreis Alsfeld 0,1 Kreis Büdingen 0,5 Kreis Friedberg 0,0 Kreis Lauterbach 0,0 Kreis Schotten 0,1 0,2 0,6 0,9 2,2 1,5 0,1 0,2 0,3 0,8 0,3 0,1 0,0 0,0 0,3 0,1 0,4 0,3 0,8 0,9 0,2 0,1 0,2 0,2 1,1 1,2 0,0 0,0 0,0 0,1 0,1 0,1 0,2 0,4 0,5 0,2 Die Volkszählung vom 16. Juni 1933 ergab für die fünf größten Gemeinden des Kreises Gießen folgende Zahlen: Gießen: Wohnbevölkerung: 35 913. Hiervon waren 30 305 Angehörige der Evangelischen Landeskirche, 9 Altlutheraner, 668 evangelische Sekten, 3534 Römisch-katholische, 3 Orthodoxe, 5 Altkatho- * Rach dem jeweiligen Gebietsumfang. Rechnet man die Zahlen für 1910 auf den Gebietsstand von 1925 um, so waren 66,0 v. H. evangelisch, 32,6 v. H. römisch-katholisch und 0,9 H. israelitisch. lische, 855 Israeliten, 56 andere Nichtchristen, 436 Gemeinschaftslose, 42 ohne Angabe. Wieseck: Wohnbevölkerung: 3832. Die entsprechenden Zahlen sind: 3590 Evangelische, 27 evangelische Sekten, 68 Katholiken, 39 Israeliten, 32 andere Nichtchristen, 58 Gemeinschaftslose, 18 ohne Angabe. Heuchelheim: Wohnbevölkerung: 2964. 2885 Evangelische, 11 evangelische Sekten, 33 Katholiken, 12 Israeliten, 2 andere Nichtchristen, 21 Gemeinschaftslose. L i ch : Wohnbevölkerung: 2926. 2632 Evangelische, 41 evangelische Sekten, 173 Katholiken, 73 Israeliten, 2 andere Nichtchristen, 1 Gemeinschafts« loser, 4 ohne Angabe. Grohen-Linden: Wohnbevölkerung: 2581. 2531 Evangelische, 10 evangelische Sekten, 7 Katholiken, 28 Israeliten, 5 Gemeinschaftslose. Obecheffen. Neue Bürgermeister und Beigeordnete im Streife Lauterbach. Das Personalamt des Hessischen Staatsministers gibt bekannt: Ernannt wurden zu Bürger- meistern: Heinrich Lerch in Allmenrod, Johannes Fischer VIII. in Bernshausen, Thomas Stock in Blitzenrod, August Rasch in Freiensteinau, Heinrich Lind VII. in Grebenhain, Georg Wilhelm Weißgerber in Heblos, Heinrich G r e b in Hörgenau, Heinrich Weller II. in Maar, Heinrich Eifert II. in Metzlos-Gehaag, Heinrich Flach III. in Radmühl, Georg Geisel in Reuters, Johannes Hofmann in Reichlos, Heinrich Konrad W i e n o l d in Stockhausen, Theodor W i l l m a n n in Steinfurt, Joh. Beyer I. in Schlechtenwegen, Konrad Lips V. in Unter- Schwarz, sämtlich im Kreise Lauterbach; zu Bei - geordnet en: Johannes Habermehl V. in Allmenrod, Karl Roth in Engelrod, Theodor Schaaf in Eichenrod, Konrad Schultheiß in Freiensteinau, Georg Fölsing II. in Heblos, Johannes Lachmann II. in Hemmen, Heinrich Seibert in Heisters, Konrad Wiegel in Rimlos, Georg Karl Habermehl in Rixfeld, Karl F a u ft in Rudlos, Karl Bloch in Schlechtenwegen, Johannes Alles in Unter-Schwarz, Heinrich Diehl in Wernges, sämtlich im Kreise Lauterbach. Landkreis Gießen. cf Heuchelheim, 2. Jan. Das Gießener S t a d t t h e a t e r, das schon öfter in Heuchelheim mit großem Erfolg gastierte, gab am Neujahrstag hier wieder eine Vorstellung. Der Turnverein hatte die Turnhalle zur Verfügung gestellt, die durch ihre geräumige Bühne und durch die gute Akustik die Aufführung sehr gut zur Wirkung kommen ließ. Etwa 800 Besucher hatten sich eingefunden; bereits eine Stunde vor Beginn war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Zur Aufführung gelangte die Operette „Das Land des Lächelns", die unter der Spielleitung von Heinrich Hub gegeben wurde. Die Aufführung fand lebhaften Beifall. * W i e s e ck, 2. Jan. Die Mitglieder des Tur n- Vereins und deren Angehörige hatten sich zahlreich zur Siloesterfeier bei Gastwirt Braun eingefunden. Diese zur Tradition gewordene Feier nahm auch in diesem Jahre einen ansprechenden Verlauf. Eine gut besetzte Musik-Kapelle war um die Unterhaltung der Besucher besorgt. Ein Schwank in drei Akten wurde mit viel Geschick zur Aufführung gebracht. Das folgende Singspiel war für die Darstellenden ebenfalls ein voller Erfolg. Vereinsführer D a u p e r t begrüßte Mitglieder und Gäste und umriß kurz die turnerischen Begebenheiten des Jahres 1934. Er wies u. a. darauf hin, daß in dem verflossenen Jahr nicht nur ein Wiederaufstieg im deutschen Volke, sondern auch in den Vereinen Platz gegriffen hätte. Auch der hiesige Turnverein habe in turnerischer Hinsicht große Leistungen vollbracht. Für die reibungslose Durchführung der vielen Veranstaltungen sei auch den Mitarbeitern,sowie Turnern und Turnerinnen, die sich in den Dienst der guten Sache stellten, gedankt. Die geleistete Arbeit gelte nicht nur der DT., sondern in erster Linie unserem Vaterland, denn die Aufgaben des Vaterlandes stünden über denen des Verbandes. So solle auch im kommenden Jahr im Sinne des Turnvaters Jahn weitergearbeitet werden. Verdienten Mitgliedern des Vereins konnte eine besondere Ehrung zuteil werden. Es erhielten mit Worten des Dankes Karl Schäfer für 50jährige, sowie Heinrich Schreiner, K. Wehrum und Hch. Deibel für 25jährige treue Mitgliedschaft je ein Ehrendiplom. Desgleichen konnten an 46 Teilnehmer der Saartreuestaffel kleinere Urkunden ausgegeben werden. Eine große Anzahl Wetturner und -Turnerinnen, die an Bezirks-, Kreisfesten usw. teilnahmen und preisgekrönt heimkehren konnten, wurden ebenfalls durch Ueberreichung von Diplomen geehrt. Die Turner S ch ö f f m a n n und Lettin, die sich auf dem Gebiet des Kunstturnens einen Namen gemacht haben, wurden besonders gefeiert. Turner S ch ö f f m a n n konnte mit der Meisterschafts-Plakette des Vereins ausgezeichnet werden. Der Verein kann stolz darauf sein, daß auch diese beiden Turner, die bei dem Bezirks-Kunstturnwettkampf in Bad-Nauheim glänzend abschnitten, als Anwärter für die Olympiade 1936 in Berlin verpflichtet wurden. Das ausgebrachte „Gut Heil" auf unseren Führer, unser Volk und Vaterland wurde begeistert aufgenommen. Unter der Stabführung von Chormeister Meyer brachte die Gesangs-Abteilung noch zwei schöne Lieder zu Gehör. § Mainzlar, 2. Jan. Seit einigen Wochen ist man in unserer Gemeinde mit Wegebauarbei- t e n unterhalb der Bahngleise der Strecke Lollar— Grünberg beschäftigt. Die Arbeiten schreiten gut vorwärts. Ferner wird der Weg vom ersten Bahnübergang oberhalb der Bahn bis direkt zum Werk (Di- dier-Werk) chaussiert, für diese Strecke ist auch ein Bürgersteig vorgesehen. Mit der Gangbarmachung dieser Wege wird besonders den auf dem hiesigen Werk beschäftigten Arbeitskameraden sowie den Anwohnern des Werkes ein langgehegter Wunsch erfüllt. Ferner dürfte die Instandsetzung auch für die übrige Dorfbevölkerung von großem Nutzen sein. 4- Grünberg, 2. Jan. Am Samstagabend veranstaltete der Sturm 3/116 im Gasthaus „Zum Taunus" einen Kamera dschafts- abenb. Sturmführer Dapper sprach Begrüßungsworte und gedachte der Gefallenen. Weiterhin sprach noch Unterfeldmeister Rockel, der auch das Sieg-Heil auf Führer und Vaterland ausbrachte. Große Heiterkeit brachte der Nikolaus, der einzelnen kleine Scherzgeschenke mit dazu passenden Gedichten überreichte. Gemeinsame Lieder, ernste und humoristische Gedichte, sowie Musikvorträge schufen einen Wend, der recht geeignet war, den Kameradschaftsgeist zu pflegen. 4- Grünberg, 2. Jan. Am Neujahrstage gab der hiesige Musikverein (Feuerwehrkapelle) ein Konzert in der Turnhalle, das recht gut besucht war. Die Kapelle, verstärkt durch einige Mitglieder der Musikvereine Laubach und Stangenrod, spielte unter Leitung ihres Kapellmeisters Walter Horst in Stärke von 28 Mann. Ihre Darbietungen, die auf beachtlicher Höhe standen und von guter Schulung zeugten, fanden starken Beifall, was sie zu manchen Zugaben veranlaßte. Besonders gut gefielen auch zwei Fanfarenmärsche für Kesselpauken und Heroldstrompeten. An das Konzert schloß sich ein Ball an. ch Lauter, 2. Jan. Die Gemeindeobst- anlagen waren in den letzten Jahren etwas in Unordnung geraten Diese ist aber nicht auf Vernachlässigung seitens der Gemeindeverwaltung zurückzuführen, wie man aus einem kürzlichen Bericht schließen könnte, sondern sie ist in erster Linie der Feldbereinigung zuzuschreiben, die in den letzten gegen spröde Haut Die Eichelhäher Haffen mich. Von Paul Eipper. Eigentlich habe ich überhaupt keine Veranlassung, dem Eichelhäher gut zu sein. Er ist einer der schlimmsten Schädlinge unserer Wälder, zerstört rücksichtslos fremde Nester und hat viele Singvogel- Junge auf dem Gewissen. Aber ich kann mir nicht helfen, sein Aussehen gefällt mir immer wieder, und ich bewundere auch seinen Mut, wenn er beispielsweise den Kampf mit der Kreuzotter aufnimmt, der kleine, weinrote Raufbold mit dem wunderschönen, schwarz-blau-weißen Spiegelschild auf den Schwingen. Doch selbst wenn der Singvogelschutz-Gedanke nicht so tief eingewurzelt wäre in mir, hätte ich einen persönlichen Grund zur Verärgerung über den Eichelhäher. Er verdarb mir so manche geruhsame Pirsch im Wald; zuweilen frage ich mich, ob es denn wirklich so sein kann, daß der Eichelhäher aus boshafter Freude am Unfug meine Wege stört. Verdorbene Pirsch. Da habe ich mich einmal im vergangenen Sommer in langsamstem Zeitlupentempo durch den Forst getastet, wie ein indianischer Kundschafter jeden Zentimeter Boden abgesucht, ehe ich den Fuß zum nächsten Schritt vorsetzte, damit kein Aestchen knackt und jedes Geräusch unterbleibt. Ich wollte nämlich zur Waldwiese kommen, wo um diese Zeit die Reh- kitzen mit ihren Müttern spielen, wollte still unter einem Strauch liegen und zuschauen. E^lohnt sich schon, auf zwölfhundert Meter Weg eine Stunde des Anschleichens zu verwenden. Alles scheint auch zu glücken; schon sehe ich durch die lichter stehenden Päume auf das Grün der Wiese; noch fünf behutsame Schritte, im Haken nach rechts, denn qradeaus liegt ein dürrer Zweig, nun unterscheide^ ich mehrere rötliche Punkte, ^ M?ewegen. das zur Abendäsung ausgetretene Rehwlld. In ganz kleinen Rucken bucke ich mich, gleich werde ich den Busch erreicht haben, kann> mich un- besorgt ausftrecfen. Da lärmt es meinem Kops, schreit gellend wie Holzheim, 1. Jan. Im Saale des Gastwirts Sarnes fand die neunte Lokalausstel- lung des Kaninchen- und Geflügelzuchtoereins Holzheim statt, die sehr gut mit erstklassigem Zuchtmaterial beschickt war. 112 Nummern waren .zur Schau gestellt. Als Preisrichter fungierten die Herren Wilh. Ulrich von Gießen für Kaninchen und Philipp von Watzenborn-Steinberg für Geflügel. Es folgen hier die ersten Preisträger, Abteilung Kaninchen, Belgische Riesen: Karl Müller II., 1. Pr., drei 2. Pr. und 3. Pr. Weiße Riesen: Albert Kuhl, Ehrenpreis und 3. Pr. Blaue Wiener: Heinrich Zeiß, zwei Ehrenpreise und 1. Pr. Weiße Wiener: Heinr. Mehl, Ehrenpreis und zwei 1. Pr. Japaner: Wilh. Jung IX., 2. Pr.; Heinr. Klee II., 3. Pr. Hasenkaninchen: Wilhelm Röhrich, Ehrenpreis, 1. Pr. und 3. Pr.; Heinr. Jung, 2. Pr. und zwei 3. Pr.; Karl Reitz, 2. Pr. Alaska: Karl Klee II., 1. Pr.; Heinr. Müller II., 3. Pr. Klein-Chinchilla: Heinr. Jäger V., zwei 2. Pr. Kleinsilber-braun: Wilh. Friedr. Laux, zwei 3. Pr. Angora: Heinrich Klotz, 1. Pr. Schwarzloh: Karl Bingel, Ehrenpreis und zwei 1. Pr. Abteilung Geflügel (Z bedeutet immer Zusatzpreis, 1,0 Hahn und 0,1 Henne): Rhodeländer: Heinr. Wilh. Görlach, 1,0 fg 1 Z; 0,1 sg 1 Z, zweimal fg. 2, fg 3. Sussex (bunt): Karl Reitz, 0,1 fg 1. Italiener (schwarz): Karl Buß, 1,0 sg; Heinr. Klotz, 1,0 sg; Heinr. Alles, 1,0 sg, 0,1 fg 1 Z, zweimal sg 2 und fg 3. Italiener (weiß): Heinrich Jung IX., 0,1 fg 1 Z, sg 1 fg 2, sg 3 und sg. Rheinländer (schwarz): Heinrich Zeiß, 1,2 sz, 1,0 sg 1 und fg; Karl Reitz, 0,1 fg 2, 0,1 fg 3; Ernst Jung, 0,1 sg 1 Z. Silberbrackel: Karl Bingel, 1,0 fg 1, 0,1 fg 1 Z. Zwerge (porzellanfarbige, federfüßige): Heinr. Konr. Görlach, 1,0 fg 1; Heinr. Klotz, 0,1 fg 1. Tauben: Hessische Kröpfer (blau): Karl Buß, 1,0 fg 1 und 1,0 fg 1 Z. Elsterkröpfer: Otto Arch, 1,0 sg 1. Der Kaninchen- und Geflügelzuchtverein Holzheim hat mit feinem guten Zuchtmateriak auch auf größeren Ausstellungen schon viele fg 1 und Ehrenpreise errungen. Kreis Büdingen. * Stockheim, 2. Jan. Bei dem Versuche, in der Scheune eines hiesigen Landwirts, bei dem er früher in Arbeit gestanden hatte, für die Nacht Unterkommen zu finden, stürzte ein Wanderer von dem Scheunengerüst ab und erlitt dabei einen schweren Schädelbruch. Der Verunglückte ist im Krankenhaus zu Büdingen an feiner schweren Verletzung g e st o r b e n. G.Jl.-fport Deutsche Wintersporl-Meisterschasten. In Garmisch-Partenkirchen ist es am Mittwoch kälter geworden, und es fing an zu schneien. Bis ins Tal hinab reicht jetzt schon eine geschlossene Schneedecke. Da für die nächsten Tage weitere Schneefälle vorhergesagt wurden, kann die Durchführung der Deutschen Wintersportmeisterschaften als endgültig gesichert angesehen werden. * 250 Journalisten werden bei den Titelkämpfen in Garmisch vertreten sein, darunter allein 40 Ausländer, die die Weltpresse vertreten. Japan, Spanien, Frankreich, die Schweiz, England, Südslawien, die Tschechoslowakei, Italien und vor allem Norwegen wird durch eigene Berichterstatter bei den Deutschen Wintersportmeisterschaften vertreten sein. * Jetzt hat auch Italien seine Beteiligung an den deutschen Titelkämpfen zugesagt. Der Italienische Ski-Verband wird in Garmisch durch 30 Mann, davon acht Lang-, acht Abfahrts- und Slalomläufer, vier Teilnehmer am Kombinationslauf, vier Spezialspringer sowie sechs Damen vertreten sein. Wintersport des kommenden Sonntags Die Durchführung des angefetzten Winterfport- programms hängt von der Wetter- und Schneelage ab, die sich noch nicht allgemein gebessert hat. Vorgesehen sind zahlreiche Veranstaltungen im Ski- und Eissport. Im Skisport fei das internationale Springen in Partenkirchen genannt, der Allgäuer Verbands- Sprunglauf in Oberstaufen, der Schlesische Ad- fahrts- und Slalomlauf in Krummhübel, der 40- Kilometer-Staffellauf Brocken—Altenau und der 40- Kilometer-Dauerlauf am Schauinsland. Außerdem stehen -schon die Fränkischen Meisterschaften in Bischofsgrün auf dem Programm. Im Eishockey wird der Kampf um die bayrische Meisterschaft zwischen Riessersee und Füssen fortgesetzt. Im Wettbewerb um den Europapokal stehen sich Stade Frankens und Streatham London in Paris und Wembley London gegen LTC. Prag in London gegenüber. In Haarlem ist ein Kampf Holland gegen Belgien vorgesehen und die Winnipeg Monarchs sind in Bukarest zu Gast. Da diese Wettbewerbe meist auf Kunsteisbahnen ausgetragen werden, steht der Durchführung des Programms kaum etwas im Wege. In Altona ist ein Wettbewerb im Eisschnellläufen vorgesehen. Im Bob-Sport steht schon eine deutsche Meisterschaft, die der Junioren im Zweierbob, auf dem Programm, sie soll in Schierke ausgetragen werden. Das Programm der §ZS-7iennen in der Tatra. Die Zeitfolge der FI8-Rennen in der Hohen Tatra vom 13. bis 18. Februar wurde jetzt wie folgt festgelegt: Mittwoch, 13. Februar, 10 Uhr: 4X10-Kilometer-Staffel; Freitag, 15. Februar, 10 Uhr: 18 - Kilometer - Langlauf (Einzelwertung und Kombination); Samstag, 16. Februar, 14.30 Uhr: Kombinationssprunglauf; Sonntag, 17. Februar, 12.30 Uhr: Spezialsprunglauf; Montag, 18. Februar, 9 Uhr: 50-Kilometer-Dauerlauf. Zugendfußball der (Spiefog. 4900. Treis a. d. £ba. I und 1. Jugend komb. gegen 1. Jugend 1900 1:5. Die 1. Jugend von 1900 folgte am letzten Sonntag einer Einladung des Turn- und Sportvereins Treis a. d. Lda. Die Mannschaft von Treis war in guter Form und sehr eifrig. 1900 stellte die technisch bessere Elf. Es war das schönste Spiel, das die Mannschaft in dieser Saison zeigte. Gleich zu Beginn legten die Treiser ein schnelles Tempo vor. Nach 10 Minuten ging 1900 in Führung. Kurz darauf schoß der Mittelstürmer das zweite Tor. Von da ab war 1900 ständig überlegen und zeigte den Zuschauern ein schönes Kombinationsspiel. Zur Halbzeit führten die 1900er mit 4:0. Nach der Pause wurde das Spiel sehr hart. Durch ein Eigentor kam Treis zum verdienten Ehrentreffer. 1900 erzielte noch ein Tor und so blieb es bis zum Schluß des Spieles. Schiri Offenbacher war dem Spiel ein gerechter Leiter. Treis 1. Schüler — 1900 1. Schüler 0:3. Die Kleinsten des Vereins gewannen dank des guten Zusammenspiels verdient. Alle drei Tore schoß der Mittelstürmer. Handball im Lahn-Dillkreis (San XII) In der Bezirksklasse kamen folgende wichtige Kämpfe zur Durchführung: To. Lützellinden — Tv. Kirchgöns 6:5 (3:4): Ein erbittertes Ringen erlebten zahlreiche Zuschauer in Lützellinden. Während die Gäste bis zur Pause durch entschlossenes Stürmerspiel eine knappe Führung von 4:3 inne hatten, kam die Platzmannschaft in der zweiten Hälfte besser heraus und erzwang schließlich den verdienten Ausgleich und durch ein weiteres Tor noch einen viel bejubelten Sieg. Die Platzmannschaft konnte sich damit für die im Vorspiel erlittene knappe Niederlage, durch einen ebenso knappen Sieg revanchieren. Tv. Goßfelden — Tv. Münchholzhau- s e n 5:6 (2:2): Münchholzhausen brachte aus Goßfelden zwei wichtige Punkte mit, die der Mannschaft wieder zur Tabellenführung verhalfen. Die Mannschaft mußte aber um diesen Sieg schwer kämpfen. Die erste Hälfte sah zunächst die Platzmannschaft mit zwei Toren in Führung gehen, die die Gäste erst kurz vor der Pause wieder wettgemacht hatte. Die zweite Halbzeit sah zunächst Goßfelden überlegen. Mit drei weiteren Toren stand die Partie bis 10 Minuten vor Schluß schon 5:2 für die Platzbesitzer. Erst jetzt wachten die Gäste auf und warfen die ganze Mannschaft nach vorn. In einem gewaltigen Endspurt kam die Mannschaft zum Ausgleich und fast mit dem Schlußpfiff zusammen zum Sieg. Nachstehend der Tabellen st and der Bezirksklasse: Spiele Punkte Tore Tv. Münchholzhausen 10 14:6 64:56 Tv. Kirchgöns 10 13:7 53:41 Kurhessen Marburg 6 10:2 60:30 Tv. Lützellinden 9 10:8 48:39 Tv. Roth 9 10:8 41:47 Tv. Goßfelden 10 7:13 47:63 Mtv. Gießen 9 6:12 37:38 Tuspo. Marburg 8 2:14 36:62 Weitere E r g e b n i s s e der Bezirk s klasse: Tg. Friedberg — To. Büdesheim 5:8 (3:4); Tuspo. Butzbach — Tv. Nieder-Eschbach 3:3; Tv. Harheim — Dunlop Hanau 15:6; To. Bruchköbel — Tv. Pohl- göns 4:5; Tuspo. 1860 Hanau — Kesselstadt 4:11. Kreisklasie I. VfB.-R eichsbahn Gießen — Tv. Lang- Göns 13:4 (4:4). Die Platzmannschaft errang den Sieg, der allerdings hoch ausfiel. Das Spiel war in der ersten Hälfte ausgeglichen. In der 2. Hälfte spielten die Gäste reichlich zerfahren und gaben damit den Platzbesitzern Gelegenheit zu weiteren Toren. Der Sieg wurde sogar zweistellig. Sp. 05 Wetzlar — Tv. Groß-Rechten- b a ch 8:12 (4:8). Die erste Hälfte sah die Gästemannschaft überlegen und bereits in der zweiten Minute zum ersten Erfolg kommen. Obwohl die Platzmannschaft sofort ausglich, ging der Gast weiter in Führung und stellte das Resultat in kurzer Zeit auf 4:1. Wetzlar kam dann mehr auf, konnte aber an dem Halbzeitergebnis, 8:4 für den Gast, wenig ändern. In der zweiten Halbzeit war zunächst Wetzlar gut im Zug und durch drei Tore an den Vorsprung der Gäste herangekommen, die aber nunmehr ihrerseits wieder loszogen und bis zum Schluß einen hohen Sieg errangen. Tv. Dornholzhaus en — Tv. A tz b a ch 4:6 (abgebrochen) 3:2. Das Spiel war ein harter Kampf und sah in der ersten Hälfte die Platzmannschaft knapp im Vorteil. Die Mannschaft konnte bis zu dieser Zeit eine knappe 3:2-Führung erringen. Nach der Pause waren es die Gäste, die besser ins Spiel kamen und auch bald den Ausgleich herstellten. Die Mannschaft konnte dann durch weitere zwei Tore in Führung gelM, die Platzmannschaft erzielte gleichfalls noch ein weiteres Tor und brach bann aber ben Kampf ohne jeden Grund ab. kreisklaffe IL Tv. Dorlar — Tv. Wißmar 14:2 (8:0). Eine recht deutliche Niederlage erhielt die gewiß nicht schlechte Mannschaft der Gäste bei dem Tabellenführer Dorlar. Schon in der ersten Hälfte waren es muntere Dinger, ine die Dorlarer den Gästen ins Netz gesetzt hatten. Nach dem Wechsel kamen diese wohl etwas mehr ins Spiel und konnten auch zwei Tore erreichen, damit war jedoch die Kunst vorbei und die Platzmannschaft wieder an der Reihe. Die Platzmannschaft hat nunmehr eine Plustorzahl von nahezu 100. Tv. Dutenhofen — Tv. Wetzlar II 3:12 (2:4). Die Gäste hatten die Mannschaft durch einige Spieler der ersten Mannschaft verstärkt und kamen daher zu diesem hohen Sieg. Während die erste Hälfte noch ziemlich ausgeglichen verlief, war es nach dem Wechsel vorbei. Dutenhofen verlor auch hier noch zwei Spieler durch Herausstellung und brachte eine etwas harte Note ins Spiel. Wetzlar hatte gleichfalls ben Verlust eines Spielers durch Verletzung zu verzeichnen. Trotzdem merkte man bas ber Mannschaft weiter nicht an, sie gewann beshalb boch hoch. Kurze Gportnotizen. Der für Dberftborf vorgesehene Eiskunstlauf-Lehrgang für Jugenbliche ist mit Rücksicht auf die Witterung nach Garmisch verlegt worden, wo bereits an die 50 Jugendliche aus allen Teilen des Reiches eingetroffen find. * Das Gestüt Mansbach in Hessen-Nassau wurde vom Union Klub verkauft und der Erlös von 300 000 Mark zur Erhöhung der Rennpreise für Hoppegarten verwendet. * Der Gießener Segelflieger Fritz Schmidt hat — wie wir unserem Jahresrückblick vom 27. Dezember nachtragen — im Rhön-Segel- flug-Wettbewerb 1934 auf seinem Segelflugzeug „D — Deutsche Saar" drei Tagespreise, darunter den Preis der Stadt Darmstadt, gewonnen. Ferner erhielt er den Ehrenpreis des Reichswehrministers v. Blomberg für die erflogene Höhensumme. Er führte von der Wasserkuppe folgende Streckenflüge aus: 23 Kilometer nach der Geba, 35 Kilometer nach Meiningen, 55 Kilometer nach Schleusingen und 82 Kilometer nach Koburg mit 960 Meter Startüberhöhung. Gesarntflugdauer im Rhönwettbewerb 25 Stunden. * Einen knappen 3:2-Sieg landete die Fußballmannschaft des Gaues Südwest am Neujahrstage vor 15 000 Zuschauern in Berlin über den Gau Brandenburg, der bei der Pause noch 1:0 in Führung lag. Zahlreiche Städtespiele wurden am Neujahrstag im Fußball ausgetragen. U. a. siegte in Kassel eine einheimische Stadtelf mit 5:2 über Frankfurt. * Hob espiele für den DFB.-Pokal wurden an Neujahr in einigen Gauen ausgetragen. In Nürnberg wurde die bayerische Gauelf von einer Nürnberg-Fürther Stadtelf 4:2 geschlagen, in Ulm trennten sich zwei württembergische Auswahlmannschaften mit 2:8 und in Köln gewann Mittelrheins ^.-Mannschaft gegen eine B-Mannschaft 6:2. * Der „C l u d" mußte in seinem zweiten Spanienspiel eine knappe Niederlage mit 1:2 einstecken, der VfB. Friedberg beendete seine Frankreichreise mit einem l:0-Sieg in Brest und die Stuttgarter Kickers kamen beim Neujahrsturnier in Rom nicht über den letzten Platz hinaus, sie verloren gegen den FC. Bern mit 1:5. * Süddeutsche Rugby-Gaumannschaf- t e n weilten am Neujahrstage in Frankreich. Der Gau Südwest spielte in Dijon gegen das 'Comite Bourgogne und wurde 19:3 (8:0) geschlagen, wäh- renb der Gau Baden in Avignon vom Comite Provence 6:5 (3:0) geschlagen wurde. Am 30. Dezember verschied nach erlittenem Schlaganfall Schwager Heinrich Spengler 31 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 1. Januar, abends um 7.50 Uhr, unseren lieben einzigen Sohn, unseren guten Bruder und Aliendorf a d. Lahn, den 3. Januar 1935. Die Beerdigung findet Freitag, den 4. Januar, nachm. 2 Uhr statt. nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden im vollendeten 27. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Traue : Familie Heinrich Spengler nebst allen Angehörigen. Alle Volksgenossen über 35 Zahle die sich im Ernstfälle der Technischen Nothilfe zur Verfügung stellen wollen, geben ihre An- fchrist der hiesigen Ortsgruppe, Stephanstraße 16 pari, bekannt. Fernruf Nr. 2034. 21D Achtung Gelegenheitskäufe! Freitag, den 4. Januar, verkaufe ich im Löwen, Neuenweg 28: 1 Schlafzimmer (Eiche), 1 Küche (modern), mehr.Kleiderschränke, Büfetts, Waschtische, eiserne Bettstellen mit Keil, 1 eisernes Kinderbett, Fahrräder, 1 Kassen- fchrank, Sofas, 2 leichte landwirtschaftliche Wagen. 2ba Lrrdw.Hartmetz, Neuenw. 18 u.28. Höhere Privatschule Gieften Wernerwall 15 Oberrealschullehrplan; realgymnasiale und gymnasiale Kurse. — Gründliche Vorbereitung auf alle Schulprüfungen (Obersekundareife, Reifeprüfung). Beste Prüfungserfolge. Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. Sprechstunden täglich von 11V? —1 Uhr. Fernsprecher 2129. 7719 D Bekanntmachung betreffend den Besuch der Berufsschule zu Gießen durch auswärtige Schüler. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß alle in Gießen beschäftigten Berufsschulpflichtigen, einerlei ob sie aus benachbarten hessischen oder preußischen Orten kommen, die Berufsschule zu Gießen zu besuchen haben. (Art. 17 Abs. III des Volksschulgesetzes). Die Arbeitgeber werden gemäß Artikel 24 und 25 des Volksschulgesetzes aufgefordert, die in Frage kommenden Schüler(innen) zum Besuche der Fort- bildungsschule Gießen abzuhalten. Arbeitgeber, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, unterliegen der Bestrafung gemäß Artikel 25 Abs. III des Volksschulgesetzes. 7576D Gießen, den 20. Dezember 1934. Stadtschulamt. I. V.: N e b e l i n g. Holzversteigerung. rNonlag, den 7. Januar 1935, werden aus dem Gemeindwald zu Obbornhofen versteigert: 23D 301,2 rm Buchen-Scheiter, 2,8 Eiche, 3 Esche, 7,8 Fichte. 328,4 „ Buchen-Knüppel, 30,5 Eiche, 3 Esche, 3,1 Fichte. 567,0 „ Buchen-Reisig 2. Klasse. 124,0 „ Buche 3. Klaff* 10,0 „ Fichten-Schlagreisig. 82,2 „ Buchen-Stöcke. Zusammenkunft am Waldeingang von ObborW Hofen her um 9 Uhr. Obbornhofen, den 31. Dezember 1934. Hessische Bürgermeisterei Obbornhofen, Kammsr, Heute morgen 3% Uhr verschied plötzlich und unerwartet nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Berta Kern, geb. Hoofs kurz vor ihrem vollendeten 56. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Kern. Gießen (Frankfurter Str. 132), Wieseck, Kassel, Forsthaus Hausen, Ludweiler (Saar), Hermannstein, Berghausen, Steindorf, 3. Jan. 1935. Die Beerdigung findet Samstag, den 5. Januar, vormittags 11% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 026 ", unsere er am Tage der Einäscherung Nachricht 24 D Frau Emilie verw. Orbig geb. Schaum kurz vor Vollendung ihres 85. Lebensjahres. Im Namen der Hinterbliebenen.- Frau Agnes Krebs, geb. Orbig. Döbeln (Hindenburgplatz 24), den 2. Januar 1935. Auf Wunsch der Verstorbenen geben wir hiervon erst Danksagung. Füralle wohltuende Teilnahme an unserem schmerzlichen Verlust sagen wir herzlichen Dank, Frau Hedwig Strack Witwe Erika Strack. Gießen, den 3. Januar 1935. 22 D VlfE DD E DRUCKSACHEN IV Cb IX D KmBrUhl'sche Druckerei Nr. 2 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)Donnerstag, Z.Zanuar (935 Die Eva, die unverändert geblieben ist — was würden Sie dann sagen?" Friedrich Borgloh schüttelte den Kopf: ,^Ich verstehe Sie nicht, Mac Lean!" „Borgloh, die Frau, die zwei Jahre neben Ihnen gelebt hat, war nicht Eva van Koster — das war eine andere!" Borgloh fuhr auf, legte die S)anb aufs Herz: „Eine andere!" flüsterte er. „Um Gottes willen! Und wo ist Eva? Wo ist Eva van Koster? Ich bitte Sie, Mac Lean, sagen Sie es mir!" „Einen Augenblick!" sagte Mac Lean. Er ging zur Tür, öffnete sie. „Miß Evg", sagte er, „hier ist jemand, der Sie schrecklich gern sehen möchte!" Friedrich Borglohs Augen wurden groß. Boll ungläubiger Seligkeit starrten sie auf das junge Mädchen' mit dem zarten Gesichtchen und den rührenden blauen Augen, das nun zögernd ins Zimmer kam. Mac Lean nahm Eva van Koster bei der Hand: „So, Borgloh", sagte er, „das ist nun die rich- tinc Eva van Kolter. Die falsche — erschrecken S»e nicht —, die falsche Eva van Koster weilt nicht mehr unter den Lebenden. Sie hat ihre Schuld mit dem Tode gesühnt. Sie hat den Weg frei gemacht für Sie und Eva van Koster. Ich denke, diese Eva van Koster wird in jeder Beziehung die richtige sein." Er nickte den beiden zu und ging schnell zur Tür. Er sah gerade noch, wie Friedrich Borgloh mit einer sehnsüchtigen und zarten Gebärde Eva van Kosters braunen Kopf an seine Brust zog. Erst nach einer langen, langen Zeit wagte Mac Lean wieder zu klopfen: „Kommen Sie nur herein, lieber Freund!" rief Friedrich Borgloh. Er saß strahlend im Bett, Eva in dem kleinen Korbstuhl neben ihm. Sie hatte ihr« Hand in die Friedrich Borglohs gelegt. Ihr Gesicht strahlte vor Glück. Und nun saßen diese drei Menschen zusammen und erzählten von allem, was sie erlebt hatten. Mae Lean schilderte, wie er auf die Spur all dieser Verbrechen gekommen wäre. (Schluß folgt.) 1 ■t. 1 "VW Ä: HW WW Wi ' - WM $ ■ M M. Der Prozeß gegen den Hauber des Lindbergh-Vabhs Den vollen Nutzen der Kurzschrift wird die große Masse der Schreibenden erst bann merken, wenn einmal jeber hinreichenb begabte Schüler bie Kurzschrift ebenso erlernt wie bie gewöhnliche Schrift. Schon in ber Schule selbst wirb sich bie Erleichterung fühlbar machen, insbesonbere in ben höheren Schulen, wo viel biktiert werben muß; denn bie Kurzschrift schränkt ben Zeitaufwanb minbe- stens um die Hälfte ein. Aber auch ber Stubent, wie ber geistige Arbeiter überhaupt, wird die Kurzschrift als Wohltäterin kennen lernen. Vormerkungen jeder Art, Auszüge aus Büchern, plötzlich aufsteigende Gedanken lassen sich mit wenigen Schriftzügen in kürzester Zeit und auf kleinstem Raum festhalten. Das im vorigen Jahrhundert geprägte Wort vom „tintenklecksenden Säkulum" hat sicher auch im 20. Jahrhundert nicht an Berechtigung verloren. Wenn auch die Schreibmaschine einen erheblichen Teil der Schreibarbeit an sich gezogen Hat, so bleibt doch immer noch ein erklecklicher Rest übrig, der nur handschriftlich erledigt werden kann. Deshalb muß der „schreibende Mensch" froh sein um jedes Hilfsmittel, das ihm seine Arbeit erleichtert, wie es z. B. die Kurzschrift tut. So sagt der bekannte Schriftsteller und Literaturgeschichtsschreiber Eduard Engel in seiner „Deutschen Stilkunst": „Wohl dem Schreiber, der in jungen Jahren gründlich die Stenographie erlernt und geübt hat; sie ist eine Mitarbeiterin ohnegleichen." In den Zeiten, da noch im Winter der Muff regierte, saßen unsere Großeltern bei klirrender Kälte meist um den wärmenden Ofen. Das harte Körpertraining unserer heutigen Jugend war nicht nach dem Geschmack der „guten alten Zeit". Trotzdem gab es schon damals einige unentwegte Sportler, die auch den Winter in vollen Zügen genossen und selbst vor dem grimmigsten Frost nicht zurück- * schreckten. Schlittschuhrennen vor fünfzig Jahren. Vor 48 Jahren fand in Friesland ein internationales Schlittschuhwettlaufen statt. Es gab also schon damals unternehmungslustige Manager, die der Sensationslust des Publikums Rechnung zu tragen wußten. Eine dichtgedrängte Zuschauermenge umsäumte die Rennbahn. Der Kampfplatz des Wettlaufens, ein See von 1000 Meter Länge und 600 Meter Breite, war mit Hunderten von Fahnen aller Länder geschmückt. Wenn wir die Berichte der Reporter aus jener Zeit verfolgen, werden wir unwillkürlich an die Atmosphäre erinnert, die heute die Massen bei einem Fußball- Länderkampf ober bei einem Eishockeyspiel in Aufruhr versetzt. An dem Rennen beteiligten sich Eng- länber, Deutsche, Amerikaner unb Norweger, lieber« all waren Tribünen, Musikpavillons, Restaurationen, Caf6s unb Blumenzelte errichtet. Auf bem Eis tummelten sich Tausende von Menschen in den verschiedensten Trachten, unter denen besonders die der friesischen Damen mit ihrem goldgeschmückten Kopf- putze die Augen der Fremden auf sich zogen. Die Männer trugen kurze Hosen, blaue Strümpfe und ausgeschnittene Schuhe. Da sah man einen holländischen Soldaten auf Schlittschuhen, und eine ganze Kompanie Infanterie sorgte für die Ordnung auf dem Eise. Auch die Schutzleute hatten Schlittschuhe angeschnallt. Die Favoriten waren ein Engländer und ein Friese. Selbstverständlich fehlte auch ein Pressezeichner nicht, der sich bemühte, die aufregendsten Kampfphasen darzustellen. Damen verlassen bie Richtertribüne, um bem spannenben Enbspurt so nahe wie möglich zuzusehen. Der Pressezeichner sitzt warm zugedeckt in seinem eigenen Schlitten und verfolgt jede kleinste Bewegung mit größtem Interesse. Der Engländer'und der Friese sind auf gleicher Höhe. Es geht hart auf hart. Atemlose Stille, bis plötzlich der Ruf ertönt: Friesland hat gewonnen! 3n München auf der Wiesen. Die berühmte Münchener Theresen- wiese, die auf ber ganzen Welt als Schauplatz des Oktoberfestes wohlbekannt ist, diente den Münchenern noch vor einigen Jahrzehnten im Winter als Sportplatz. Der Schlittensport gehört bei den Süddeutschen zu ben beliebtesten Sportarten. Besonders in Niederbayern, wo jeder Bauer «seinen Schlitten besaß und Schlittenrennen das Sonntagsvergnügen der Dauern im Winter bildeten. „Und am Sonntag auf d' Wies'n!" war das Losungswort ber Münchener vor 50 Jahren. „Am 15. Januar nachmittags 2 Uhr", so berichtet eine zeitgenössische Schilderung, „setzte sich ein Zug in Bewegung, eröffnet mit seinem Dorreiter. Daran schloß sich ein Musikkorps in einem Jagdwagen, ber von vier Pferben gezogen würbe, barauf zu Pferbe in Schlitten das Rennkomitee und endlich in langer Reihe die Helden des Tages, die elf angemelbeten Renner. Fast in ihrer ganzen Länge durchquerte der Zug bie Stadt, und immer größer wurden die Massen, 'bie sich ihm anschlossen, während auf ber Oktoberwiese schon Tausende unb aber Tausenbe in schneidenber Kälte des eigenartigen Schauspiels harrten. Das Renen dauerte 6,75 Minuten. Unter dem Jubel der tausendköpfigen Menge zogen bie Sieger zur Empfangnahme ihrer Preise von 20 bis 200 Mark. In langer Prozession verzog sich ber Menschenschwarm in bie in nächster Nähe gelegenen Bierkeller, wo es so viele schöne Dinge gab, um ben inneren unb äußeren Menschen zu erwärmen." Schlittenkorso mit Lllanenmusik. Der Kalenber zeigt ben 19. Februar bes Jahres 1881. In ben Kachelöfen prasseln sprühenbe Scheite, intersport von anno dazumal Dokumente aus vergilbten Blättern. Von Dr. Theodor Biegler. Prinz Wilhelm von Baben leitet eigen« hänbig feine beiben mächtigen Braunen. Sechzig Schlitten zählt ber Zug. Im scharfen Trab aeht es burch bie Stabt, vorbei an Sanssouci, ber historischen Mühle, ber Orangerie, um bas Neue Palais herum, nach Wilbpark, burch ben schneebelabenen Kiefernwalb bis zum Werberschen See unb wieber zurück. Eine herrliche Fahrt! Die ersten Segelschlitten. Ein altes Zeitungsblatt aus bem Jahre 1885 stellt mit einem gewissen Stolz fest: „Die Sport- vergnügungen haben in ben letzten Jahren immer weitere Kreise gezogen. In kühnen Regatten messen Segler unb Ruderer ihre Geschicklichkeit, die Rollschuhläufer gewinnen immer mehr Boden, Radfahrgesellschaften geben glänzende Feste, allenthalben wird trainiert, gestartet, geschwommen, geturnt, gefochten und gerannt." Was heute selbstverständlich ist, war damals eine große Sensation. Vor einem halben Jahrhundert gehörte das Eisjachtfahren zum Vergnügen der oberen Zehntausend. Es war aus England und Amerika importiert worden, wo schon damals die Rekordsucht seltsame Blüten trieb. So sanden z. B. in Amerika Wettfahrten zwischen Segelschlitten und Eisenbahnzügen statt, deren Gleise lange Strecken neben den Flüssen herliefen. „Die Eisjacht", heißt es in einer alten Zeitung, „sauft bei entsprechendem Winde mit Schnellzuggeschwindigkeit über die spiegelglatte Fläche dahin." Damals hat es freilich weder einen „Fliegenden Schotten", noch einen „rasenden Hamburger" gegeben ... bie Fenster ber Wohnungen sind dicht verhängt. Draußen bläst ein kalter, grimmiger Wind, der unbarmherzig durch alle Ritzen bringt. Der Winter hat bie wunberlichsten Eisblumen an bie Fenster gemalt. Man bleibt an solchen Tagen zu Hause und legt sich eine Patience oder schmökert in alten Briesen. „Brrr!" sagt Fräulein Emmy und hüllt sich fröstelnd in ihren Schal, „in Potsdam ist heute S ch l i t t e n k o r s o !" Ja, wenn man damals ein Radio gekannt hätte! So aber hört man nichts von dem luftigen Schlittengeklingel, das im Berliner Lustgarten ertönt. Dort sammeln sich bei den schmetternden Klängen einer schneidigen Ulanen- musik die eleganten Schlitten. Ein dickvermummter Journalist notiert sich, während sein Atem wie eine Rauchwolke in die Luft steigt, die Namen der prominenten Herrschaften, die da angefahren kommen. „Die Sonne blitzt und flimmert", so schreibt er, „auf den dampfenden, prächtigen Pferden und den originellen Geschirren. Hier ein eleganter ,Hart- traber‘, an allen Seiten mit Fuchsschwänzen geschmückt, dort blendende Schneedecken, bunte Bänder im Kammhaar und Schweif der Pferde, wehende Haarbüschel, reiche Livreen und Pelze." Plötzlich recken die Zuschauer die Hälse. Erb- Links: Oberst Lindbergh, der unglückliche Vater des geraubten Kindes, betritt bei einer seiner früheren Vernehmungen das Gerichtsgebäude. — Oben rechts: Das 1 ^jährige Söhnchen des Ozeanfliegers, das im März 1932 entführt und zwei Monate später als Leiche aufgefunden wurde. — Unten rechts: Bruno Richard Hauptmann, der des Raubes und der Ermordung des Kindes angeflagt ist. Kurzschrift und Volkswirtschaft. Ihre hauptsächlichste Verbreitung und Anwendung hat die Kurzschrift heute in Handel und Industrie gefunden. Nicht wenig hat dazu die Erfindung der Schreibmaschine beigetragen. Kurzschrift unb Schreibmaschine wetteifern unb ergänzen sich im mobernen Büro, bas ohne bie beiben gar nicht benkbar ist. 3m Beruf bes Stenotypisten ober ber Stenotypistin finden fjunbertfaufenbe ihr Brot. Eine besondere Bedeutung hat die Kurzschrift auch im modernen Zeitungs-Betrieb. Der Schriftleiter braucht sie ebenso notwendig wie der Berichterstatter. Am meisten aber verwendet sie der Telephonstenograph, der am Fernsprecher die ihm zu- gesprochenen Nachrichten aufnimmt. Je schneller geschrieben und daher gesprochen werden kann, desto geringer sind für den Verlag die Ausgaben ür den Fernsprechdienst. Hier zeigt sich der unmittelbare wirtschaftliche Nutzen der Kurzschrift besonders deutlich. Großen Vorteil hat auch der Berufsredner von der Kurzschrift, indem er sich z. B. den Gedankengang seiner Rede mit geringstem Zeitaufwand auf einem kleinen Blatt vermerken kann. Daß der Handwerksmeister sich die besonderen Wünsche seiner Auftraggeber so schnell wie sie ausgesprochen werden stenographisch aufzeichnet, wird bald keine Seltenheit mehr sein. Die Mühe, die er sich mit der Erlernung der Kurzschrift gab, wird sich durch die Zuverlässigkeit seiner Arbeiten und Lieferungen und die damit erreichte vollste Zufriedenheit seiner Kunden reichlich lohnen. Aber nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch in der öffentlichen Verwaltung vermag die Kurzschrift wertvolle Dienste zu leisten. Der Reichsminister bes Innern hat bereits angeorbnet, baß alle brutschen Beamten, bie mit Schreibarbeiten beschäftigt sinb, sich unverzüglich bie Kenntnis ber „Deutschen Kurzschrift" anzueignen unb sie bis zum 1. April 1935 nachzuweifen haben. Allenthalben sinb zur Zeit schon Kurzschriftlehr- gänge für Beamte im Gange. Künftig wird bei Einstellung des Nachwuchses nicht nur Kennen, sondern auch Können der Deutschen Kurzschrift verlangt werden. So arbeitet die Regierung in enger Fühlungnahme mit der Deutschen Stenographenschaft an der Ertüchtigung unseres Volkes auch auf diesem fachlichen Gebiet. Schwere Derkehrsunfätte. Ein Todesopfer, zwei Verletzte in Frankfurt. Frankfurt a. M., 2. Jan. (LPD.) Mittwoch um 17.15 Uhr ereignete sich in der Schloßstraße an ber Einmündung der Mühlenstraße ein schwerer Verkehrsunfall. Ein F e r n l a st z u g aus Osnabrück geriet beim Ueberholen eines Pferdefuhrwerks zu weit auf die linke Straßenseite, als von der entgegengesetzten Seite ein Straßen- bahnzug der Linie 2 kam. Der Anhänger des Fernlastzugs fuhr mit voller Wucht gegen den Triebwagen und riß diesen seitlich auf. Dabei wurde eine Insassin des Triebwagens tödlich verletzt, zwei weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Die Schuld an dem bedauerlichen Unfall trifft allein den Führer des Fernlaftzuges. Lin Toter in Mainz. Mainz, 2. Jan. (LPD.) Auf der Straßenbrücke ereignete sich auf der südlichen Rampe ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem ein fünfzigjähriger Arbeiter aus Mainz-Kaste! fein Leben einbüfjte. Von der Rheinstraße, aus Richtung Stadthalle, kam ein Lastkraftwagen und nahm den Weg nach der Einbahnstraße, die unter der Brücke durchführt. Kurz vor dem Einbiegen in die Einbahnstraße überholte er zwei Kastenfuhrwerke. Rechts vor diesen bewegte sich ein Radfahrer in gleicher Richtung. Der Laftwagenführer konnte den Radfahrer erst im letzten Augenblick sehen, da ihm die hohen Pferdefuhrwerke die Aussicht versperrten. Trotzdem hätte er feinen Wagen angesichts der Gefahr ab= stoppen können. Er fuhr aber weiter, wobei er den Radfahrer erfaßte und mit der rechten Seite seines Wagens zu Boden schleuderte. Der Radfahrer wurde am Kopf schwer verletzt und blieb bewußtlos am Boden liegen. Der Führer eines zufällig vorbeifahrenden Personenwagens brachte den Nachdruck verboten! 29 Fortsetzung 3os 6tWs iim 6h. Vornan von Rainer Helden Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) „Also, Miß Eva, wenn ich jetzt hier im Nebenzimmer'bleibe — werden Sie dann gut und ruhig einschlafen? Ich möchte Sie nicht bei Nacht und Nebel hier fortholen. Sie sind zu zart, Miß Eva — Sie müssen erst Kräfte sammeln. Und ich — er gähnte ostentativ -, „ich, Miß Eva, offen gestanden, ich würde auch gern wieder einmal eine Nacht in einem richtigen Bett schlafen Wollen Sie um meinetwillen bis morgen früh warten? Ich verspreche Ihnen: Morgen früh fahren wir beide von hier fort." Da sah ihn Eva van Koster bang an. „Aber wohin fahren wir? Ich habe ja keinen Menschen mehr auf der Welt, seitdem mein Vater tot ist Und die Parkins ..." Sie schauerte zusammen — ihre Zähne klirrten wie im Frost aufeinander. Mac Lean hielt immer noch Evas Hande: „Wohin, Miß Eva? Zu Friedrich Borgloh, der auf Sie wartet." Da kam ein Ausdruck oon überirdischem Muck auf das elende Gesichtchen Eva van Kosters. W ein Kind legte sie sich in ihre »ffen ju«gUM die Augen. Bald verkündeten ruhige Atem dem still lauschenden Mac Lean, daß Eva emg lchlafen. Es war ein strahlender Morgen, als Eva van Koster mit Mac Lean und Inspektor Bruce zusam men im Auto London zufuhr. Sie ß die Ecke des Wagens gebettet und schaute mit u gläubigen Augen um sich. Es schien ihr uoch iw alles wie ein Traum — ihre Rettung, ihr Abscheo KS'SM'Sy"!!:'«" SS Mac Lean sah mit Freude, wie die erste zarte Farbe auf Evas bleichen Wangen wieder erblühte. Gott sei Dank, daß es ihm gelungen war, alles zu einem guten Ende zu führen! Das Auto fuhr durch das blühende Land. Einmal wurde Rast gemacht zu einem Lunch. Eva aß und trank gehorsam, was Mac Lean ihr vorsetzte. „Sie müssen jetzt wieder zu Kräften kommen, Miß Eva. Was soll Friedrich Borgloh sonst mit Ihnen anfangeu? Er wird Ihre Kraft und Ihre Gesundheit jetzt sehr brauchen. Denn auch ihm hat man böse mitgespielt. Ich habe es Ihnen ja er- zählt." Eva nickte ernst. Ja, Mac Lean hatte ihr er« zählt, welch furchtbares Spiel man mit Friedrich Borgloh getrieben. Nun waren die Parkins verhaftet, und jenes Mädchen, das Friedrich Borglohs Frau geworden, hatte sich selbst gerichtet Wie furchtbar war das alles, was hinter ihr und Friedrich lag! . Mac Lean schien zu fühlen, was in Eva oorgmg. „Tapfer fein, Miß Eva!" sagte er herzlich. „Nicht mehr rückwärts schauen, nur vorwärts!" Da nickte sie ihm zu, und ihre blauen Augen strahlten in Dankbarkeit und neu erwachtem Mut. ♦ Friedrich Borgloh war inzwischen im Hospital zum vollen Bewußtsein erwacht. Es war gerade die Zeit der ersten Visite, als Mac Lean mit Eva van Koster vor dem Hospital vorfuhr. Er hatte vom Sanatorium Professor Gershwins aus schon mit dem Chefarzt des Hospitals gesprochen und alles mit ihm verabredet. Der Chefarzt, bei dem sie sich melden ließen, kam ihnen sofort entgegen. „Unferm Patienten geht es gut, Mister Mac Lean" sagte er nach herzlicher Begrüßung. „Und das ist wohl die kleine Miß Eva? Nun, kommen Sie nur, bitte. Ich glaube, Ihr Besuch wirb für unfern Patienten das beste Genesungsmittel fern. Eva folgte neben Mac Lean dem freundlichen Arzte. Ihr Herz schlug bang und schwer. Nun würde sie endlich Friedrich Borgloh Wiedersehen, der ihr Lebensinhalt seit Jahren gewesen. Wie würde sie ihn finden? Wie würde er all das er« ag n vas Lean ihm zu sagen hatte? Und wie würde er ihr gegenüberstehen? „Warten Sie bitte hier draußen!" sagte der Chefarzt. „Ich möchte den Patienten erst vorbereiten." Dann ging er rasch in dessen Zimmer und schloß die Tür hinter sich. Friedrich Borgloh saß etwas bleich, aber sonst gesund in seinem Bett. „Guten Morgen, Professor. Nun, wie ist's heute mit uns? fragte der Chefarzt. „Fühlen Sie sich kräftig genug,'um Besuch zu empfangen?" „O ja, Herr Doktor! Wer ist es denn?" „Ihr Freund Mac Lean. Er hat Ihnen vieles zu erzählen. Aber ich erlaube es nur unter der Bedingung, daß Sie ganz vernünftig find und sich nicht unnütz aufregen. Habe ich Ihr Wort? Ja? Also dann bitte." Der Chefarzt öffnete die Tür, winkte Mac Lean und verließ dann selbst eilig das Zimmer. Eva van Koster saß zitternd draußen vor der Tür. Der Chefarzt nickt ihr zu: „Ein bißchen Geduld noch, kleine Miß Eva. Ich glaube, Mister Mac Lean wird schon alles richtig machen." Drinnen im Zimmer sagte Friedrich Borgloh erregt zu Mac Lean: „Lieber Freund, endlich! Was ist nur geschehen? Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, daß man mich überfallen hat, und daß ich hier aufwachte. Was bringen Sie mir? Gutes ober Schlimmes?' „Ich denke, Gutes, lieber Borgloh ..." Mac Lean fetzte sich ans Bett Borglohs. „So habe ich gestern nacht schon einmal an einem Bett gesessen, Borgloh, und mit jemandem von Ihnen gesprochen. Und wissen Sie, mit wem? Mit Eva van Koster." ■ r w „Also mit meiner Frau. Warum sagen 0 77,75 76,13 Mansfelder Bergbau.........0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....1« Rheinstahl ..................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ......... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7/. F. G. Farben-Zndustrte....... 7 Scheldeanstalt...............9 Goldschmidt ........ 0 Rütgerswerke ............ 0 MetoUgeiellschaft.............0 Pb'ckivp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt......... 0 Schu'thets Patzenhofer ....... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Beinberg...................0 Zellstoss Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Ggs ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 0 Lrenstein & Koppel ..........0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................10 Aeeumulatoren-Fabrlk........0 Conti-Gumm»............... 0 Grttznor.............. 0 Maurkrastwerke Höchst cuM.... 4 Süddeutscher Zucker......... 8 81 48,25 213 87,75 40,5 12,5 105,5 106,5 147 135,75 202 89,5 97,4 82 78 106,5 130 46,5 113 49,5 67 48,25 64,65 32 181 147,5 138,4 1 26,5. I 84 159 83 48,75 214 87,75 41 12,25 108,5 146 134,75 202 89 98 82,5 80 107,5 128 44,75 118 50,25 68,25 49,25 64,5 33 174 150 141,5 26,4 164,25 82 96 48,25 214,75 87,13 40,4 12 107 107,5 146,5 135,65 90 97,9 81,65 ,8'7z 102,75 45,75 116 49,75 67 119,25 48,9 64,5 88,25 32 180,5 145,5 139 ! '65 1 160 83,25 96.4 49 214 87,5 40,9 12,5 110,5 111 134,65 89,5 97,9 82 80 I 103 45.13 117,5 50,25 63,9 119,5 48,9 64,5 88,5 33 174 150 142 26,75 164 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. zu. 31 .Dezember 2-Zanuor Amtliche Notierung Amtliche Notierung G ld »rief Geld Brief Buenos Aire. 0628 0,632 0,628 0,632 Brüssel_____ 58,25 58,37 58,27 58,39 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,67 54,77 54,70 54,80 Danzig..... 81,25 81,41 81,25 81,41 London ..... 12,245 12,275 12,25 12,28 HelfingforS.. 5,405 5,415 5,405 5,415 Paris ...... 16,405 16,445 16,405 16,445 Holland ... 168,07 168,41 168,13 168,47 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ...... 0,713 0,715 0,713 0,715 Jngoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,54 61,66 61,57 61.M Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 1L11 11,13 11,115 11,135 Stockholm... 63,14 63.26 63,17 63,29 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 34,02 34,08 34,02 34,08 Prag....... 10,39 10,41 10,39 10,41 Budapest ... —— — — — Reuyork... 2,483 2,487 2,481 2,485 Banknoten. Berlin,2.Januar Geld Sri? Amerikanyche Roten.............. 2,433 2,453 Belgische Roten.................. 58,06 58,30 Dänische Noten ................. 54,49 54,71 Englische Noten ................. 12,215 12,255 Französische Noten............... 16,365 16,425 Holländische Noten .............. 167,71 168,39 Italienische Noten................ 21,11 21,19 Norwegische Noten .............. 61,41 61,65 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62.95 63,21 Schweizer Noten................. 80,44 80,76 Spanische Noten... ............. 33,78 33,92 Ungarische Roten................