Rt. 250 Erster vlatt 185. ZahkMg Mittwoch, 2. G«»berM5 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle MonalL-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühl'sche Uuiverfitätr-Buch- und Steindruckerei ».Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70 mm Breite 50 Rpf. ,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rps. Mengenabschlüsse Staffel B An Hindenburgs Geburistag. Die Gedächtnisfeier im Tannenberg-Denkmal Geschichte wieder gelehnt. Aber er war sich bewußt, daß ein Volk auf den ungesunden Gedanken der Revanche nur verzichten kann, wenn es seine wahre Stärke kennt. Und daß diese Stärke in der Einheit liegt — das dem ihm anvertrauten Volk einzuhämmern, ist er nicht müde geworden von Beginn seiner Amtszeit an. Sein Nachfolger hat uns diese Einheit verwirklicht, und weniger denn zuvor brauchen wir dem schillernden Irrlicht der Revanche nachzujagen. An der Einheit freilich, die auch über trennende Grenzen hinweg Ostpreußen dem Reiche verbindet, lassen wir um so weniger rütteln! Als ein Mahnmal dafür ragt über die ostpreußische Erde das Tannenberg-Denkmal, und im Tannenberg- Denkmal der Hindenburg-Turm. Das ganze, das ewige Deutschland, weit über die Grenzen des Reiches hinaus, fühlt sich dem Sieger von Tannenberg unlösbar und für immer verbunden in der Stunde, wo heute am 88. Geburtstag des Feldmarschalls fein Sarg in die ihm bestimmte Gruft Auf der Fahrt nach Tannenberg. Hohenstein (Ostpr.), 2. Okt. (DRV. Funkspr.) Von Norden fahren wir an einem wundervoll übersonnten Herbstmorgen denselben Weg, den wir in jener herrlichen ostpreußischen Sommernacht fuhren, als wir den toten Feldmarschall auf seinen letzten Weg geleiteten. In uns ist noch jene Erinnerung aus der Nacht der Ueberführung, m uns leben noch als die ergreifenden Bilder des ostpreußischen Volkes, das seinem Herold die letzte Ehre gab. Durch Rosenberg kommen wir, Deutsch- Eylau, Osterode. Dann klingen Schlachtnamen auf und schließlich kündet der Namen Mühlen, bekannt aus dem großen Gefecht im August 1914, daß Tannenberg nicht mehr weit ist. In unserem Zuge fährt Generalfeldmarschall v. Mackensen, trotz seines hohen Alters eine sportlich gestreckte Reitergestalt. Er hat es sich nicht nehmen lassen, zu dieser Feier nach Tannenberg zu fahren. Minister und Staatssekretäre sind im Zuge, die kommandierenden Generale, Admirale, Gauleiter. Wundervoll ist diese ostpreußische Landschaft und unbeschreiblich schön ist dieser Morgen. Zwischen leichten Wölkchen lugt blauer Himmel hervor. Die Sonne ist wie eine mattgoldene Scheibe. An der Strecke stehen hohe Tannen im dunklen Grün wie eine Trauerparade. In Sträuchern und Bäumen, die noch das fahle Herbstlaub zeigen, hängt Altweibersommer. Auf den Feldern sind die Bauern dabei, die Kartoffeln herauszunehmen. Blaue Seen liegen an der Strecke, umrahmt von Laubwäldern, überhöht von grünen Hügeln. Nun tauchen d i e Zinnen von Tannenberg aus dem Hügelland, und dann läuft unser Zug in Hohen st ein ein. der Reichspräsident dem Staat Adolf Hitlers zu vermachen hatte. Ihre erste Feuerprobe hatte diese Autorität einst bestanden in den schweren Kriegsstürmen Ostpreußens auf dem Schlacht selbe von Tannenberg. Und das Dritte Reich bewies nur sein seines Gefühl für geschichtlichen Zusammenhang, als es den toten Reichspräsidenten im Tannenbergdenkmal zur letzten Ruhe bettete. Um die Türme dieses Denkmals wehen die Geister deutscher Geschichte, die emporragen als eine Mahnung an die bösartige Willkür des schlechtesten Friedensschlusses, den die Menschheit hat erdulden müssen, in dem er die Grenzmark vom hat. Das war die erste Tat des Mannes, als er 67 Jahre alt war: die Rettung der Ostprovinzen des Reiches und damit der Schuh des ganzen Landes vor einem rücksichtslosen Feinde ... Wenn man sich entsinnt, dann geschieht es, daß uns die Erinnerung nicht wieder loslätzt. Und sie setzt einen mitten nach Frankreich hinein... wo? das ist fast gleichgültig heute, denn Frankreich wat überall Schicksal. Es ist an einem dämmerigen Herbstabend, noch »weit hinter der Front. Aber man hört sie bi» hier- Die HZ gedenkt Hindenburgs. Tagesbefehl des Reichsjugendführers. Berlin, 1.Off. (DBB.) Der Reichsjugendfüh. ter Baldur von Schirach erläßt an die Lin- helfen der HZ. den nachstehenden Tagesbefehl: Berlin, 1. Oktober 1935. Die deutsche Jugend gedenkfam 2. Oktober in Treue und Dankbarkeit des großen Generalfeldmarschalls. An allen Standorten der Hitler-Jugend legen, daher im Laufe des Mittwochs Abordnungen der Hitler-Jugend, des BdM. und des Deutschen Jungvolkes Blumensträuße oder Kränze zum Gedächtnis Paul von Hindenburgs am Ehrenmal der Gefallenen des Weltkrieges nieder. Der Iugendführet des Deutschen Reiches: gez.: Baldur von Schirach. Heer und Volk. Auf solche Weise ist Hindenburg, als Führer und Persönlichkeit von Größe des Charakters, ins Bewußtsein des Volkes getreten. Er lebt im deutschen Volke, und darüber hinaus ist die Persönlichkeit, die mit dem Namen „Hindenburg" verbunden Der Feldherr. Von Kranz Schauwecker. Das Altertum, das Mittelalter und vielfach auch Vordem EingangzurGruftin dem tiefen, mit riesigen Granitplatten ausgelegten Hof, ist ein Blumenbeet angelegt worden. Einige Stühle sind bestimmt für den Führer, die Reichsminister, die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, die alten Generale der Tannenbergschlacht, die Familie des verewigten Feldmarschalls und die Gauleiter. Aufmarsch der Abordnungen. Die Aufstellung der Einheiten erfolgt reibungslos und schnell. Die Fahnen geben dem Bild einen farbigen Hintergrund. Aus den Wehrgängen der Mauern ziehen wieder Soldaten auf, die dort Gewehr bei Fuß mit ausgepflanztem Seitengewehr stehen. Dor dem Denkmal wehen halbmast die Reichskriegsflagge und die Fahne des Deutschen Reiches, die Hakenkreuzfahne. Die Türme des Denkmals tragen gleichfalls Reichskrieysflagge und Hakenkreuzflagge mit langen Trauerwimpeln. Die Ehrengäste. Als Ehrengäste werden an der Feier teilnehmen: der Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Admiral Dr. Raed er, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, und General der Flieger Göring, als Oberbefehlshaber der Reichsluftwaffe, mit ihm Staatssekretär Generalleutnant Milch. Es folgen die Oberbefehlshaber der Gruppe I bis III, die Kommandierenden Generäle und Admirale und die Er war, wie die Fürsten selbst, reichsunmittelbar. Und als das Land Ostpreußen, der Rest des Ordensstaates, ein weltliches Herzogtum geworden war, da kam es alsbald an das deutsche Fürstenhaus, dem die Aufgabe der staatlichen Zusammenfassung des zersplitterten Reiches vorbehalten war, an die Hohenzollern. In seinem Herzogtum Preußen ließ der Sohn des Großen Kurfürsten sich zum König krönen und legte damit seinem Hause eine Verpflichtung auf, deren die Nachkommen sich wohl bewußt gewesen sind. Als dann die Hochflut des französischen Imperialismus auch über den Staat des Großen Friedrich hereinbrach, da ward Ostpreußen die letzte Zuflucht des Königshauses der Hohenzollern. Die Flucht nach Königsberg hat auch der nachmalige erste Kaiser des neuen Deutschen Reiches als Knabe mitgemacht. Und von Ostpreußen ging dann, schon wenige Jahre später, der erste tatkräftige Anstoß zur Befreiung Deutschlands von der Fremdherrschaft aus. Ein Jahrhundert später aber ward Ostpreußen der Eckpfeiler, woran der Ansturm des russischen Imperialismus zerbrach. Der damals die Führung hatte, Paul von Hindenburg, fühlte sich als Sohn der ostpreu- tzischen Erde, auf der sein Geschlecht ansässig war, wenn der Zufall der Geburt ihn auch in Posen zur Welt kommen ließ. Und schicksalhaft seltsam, wie Ostpreußen mit der deutschen Geschichte verbunden war, war Hindenburgs Leben in den Werdegang des neuen Reiches verflochten. Drei Jahre vor der „Schmach von Olmütz", jenem umstrittenen Abkommen, das den Hohenzollernstaat außenpolitisch wieder der Führung der Habsburger unterstellte, war Hindenburg, am 2. Oktober 1847, geboren. Als junger Leutnant aber focht er schon mit in der Schlacht von Königgrätz, die zwischen der Interessensphäre der Hohenzollern und der Habsburger den scharfen Schnitt machte. Und dann hat er, im deutschen Einigungskrieg gegen Frankreich, seinem König die deutsche Kaiserkrone erstreiken helfen und stand dabei, als in Versailles zum zweiten Mal das Reich der Deutschen gegründet wurde. Dasselbe Reich, dessen Zusammenbruch nach beispiellosem Widerstand er als 71jähriger erleben muhte! Da aber sollte sich zugleich zeigen wie wurzelecht tief dieser Mann mit deutschem Wesen und deutscher Geschichte verwachsen war. Er gab das Vorbild unbeirrbarer Pflichterfüllung, indem er sich dem Staate, dessen Form Zerbrochen war, mcht versagte. Daß er damals an der Spitze des deutschen Volksheeres ausgehalten hat, das gab ihm die Anwartschaft auf die große Zukunft, die noch vor ihm lag. Hindenburg sollte die Klammer werden, die das zweite Reich der Deutschen mit dem dritten verband! Vielleicht muß man im Grenzland groß geworden sein, um so sicher uitb tief zu empfinden, was der Einzelne der Volksgemeinschaft schuldig ist. Um der Volksgemeinschaft ihr letztes und höchstes Gut: die Einheit des Staates, zu erhalten, war Hindenburg im November 1918 auf dem Posten geblieben. Um diese Einheit im wild und wilder werdenden Widerstreit der Parteien mcht gefährden zu lassen, stellte der 77jährige sich 192) für die Präsidentenwahl zur Verfügung. Und von Hindenburgs Wahl zum Reichspräsidenten datiert die Rückkehr des Deutschtums zur Selbstbesinnung, beginnt die langsame Festigung, zeichnet sich die gerade Linie ab, die zum Einheitsstaat Adolf Hitlers führt. Sie mußten einmal zusammenkommen, der alte Feldherr des Kaiserreiches und der junge Gefreite des großen Krieges, der „unbekannte Soldat", in bem das Frontsoldatentum sich zu schöpferischer Staatsmannschaft entwickeln sollte. Es gab noch schwere Irrungen und Wirrungen, wie sie leider uns Deutschen von jeher geläufiger gewesen sind, als das Vordringen auf gerader Linie zum einzig vernünftigen Ziel. Aber als dann am 30. Januar 1933 die beiden ihre Hände ineinander legten, der alte Reichspräsident und der junge Kanzler da vollma sich eins der Wunder deutscher Geschichte, die uns im Glauben an unseres Volkes Zukunft nicht wankend werden lassen. Anderthalb Jahre sind sie dann noch zusammengegangen der Feldmarschall und der Frontsoldat, und °ls Hindenburg sich nach völlig erfülltem Leben zur letzten Ruhe legte, und Hitler tief erschüttert von seinem Sterbelager kam, ÄnnteVbeibe wissen, daß das Werk zu dem sie sich an jenem 30.Januar verbündet hatten, auf ^A^iL des Namens Hinden- bürg war es gewesen, die den inallen Fugen krachenden Staat von Weimar umhre, s letzten Jahre allein noch zusammengehalten hatte. Diese Autorität war die kostbare Morgengabe, die noch die neuere Zeit sahen ihre großen Feldherren oft inmitten der Schlachtreihen ihrer Soldaten, im Getümmel des Kampfes, am Lagerfeuer, auf den Märschen. Die geringe Reichweite der damaligen Kampfmittel, die beschränkte Größe der Heere, der eng begrenzte Raum der einzelnen Kriegsschauplätze uno nun gar der Schlachtfelder, die Unmöglichkeit aller Fernverbindungen zwangen den Feldherrn dicht an das Heer heran, wenn anders der Krieg nicht unmöglich werden sollte. Auch war noch nicht jene Entfernung der Menschen voneinander, jene Unpersönlichkeit und Mittelbarkeit des Führertums eingetreten, die für unsere Zeit so charakteristisch ist. Damals stand der Führer mitten unter den Geführten, Blick, Wort, Stimme, Gebärde, Gestillt wirkten unmittelbar — heute sitzt der Führer in einem Raum, weit hinter der Linie der Entscheidung, sitzt er in einem Gebäude für sich, das alle Entfernungen überbrückt und sie heranholt mit den kupfernen Nervenbündeln der Telephon- und Telegraphendrähte, mit rasenden Autos und Flugzeugen; heute lenkt er eine unendlich ausgedehnte Front im notwendigen Abstande des Ueberblicks; heute verhindert die Millionenzahl der Heere notwendig die persönliche Bekanntschaft und Vertrautheit mit dem Führer. Mit anderen Worten: Heute ist es unendlich viel schwieriger, das persönliche, durch nichts zu ersetzende Band zwischen Feldherren und Heer zu schlingen. Aber die Hilfsmittel der Zeit helfen auf ihre Weise, jene Verbindung herzustellen: Photographie, Zeitung, Bildbeilagen verbreiten im Nu Rede und Bild, schaffen und verbreiten überall die Atmosphäre des Mannes und bringen ihn unter Befehlshaber der Luftkreise. Von den Familienangehörigen, persönlichen Freunden und Mitarbeitern des verewigten Generalfeldmarschalls sind Generalmajor a. D. v o n Hindenburg mit seiner Gattin erschienen. Die Töchter des Generalfeldmarschalls, Frau v. Pentz und Frau v. B r o ck h u s e n , die Enkelkinder des Feldmarschalls, Generalfeldmarschall v. Mackensen, der General der Infanterie a. D. Franke, die Generalleutnants a. D. vonKrahmer, von Unger und Nehbel. Es erscheinen ferner der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, der Reichsund Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, die Staatssekretäre Körner, Dr. Lammers, Funk, und Reichsarbeitsführer Hier!, weiter Staatssekretär Meißner, der Oberpräsident und Gauleiter Erich Koch, Oberpräsident und Gauleiter Schwede, Senatspräsident Greiser und Gauleiter Forster, Vorstand und Abordnungen des Reichsverbandes deutscher Offiziere des Reichstreubundes, des Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Abordnungen der Offiziers- und Regimentsvereine des ehemaligen 3. Garde-Regiments zu Fuß, der Infanterie- Regimenter 91 und 147, des Verbandes der Ostpreußischen Regimentsvereine Berlin, der Kommandant des früheren Panzerkreuzers „Hindenburg", Konteradmiral a. D. von Arpff, Abordnungen des Landeskriegeroerbandes Saargebiet, die Stützen der Wehrmacht, Partei und Behörden Ostpreußens. Das Städtchen Hohenstein steht schon seit Tagen im Zeichen der Feier. Schon gestern haben die Truppen für die heutige Trauerfeier geübt, ist die Aufstellung geprobt worden. Im Denkmal wurde die letzte Hand angelegt, wurden die Gerüste herausgeräumt, die Gruft unter dem großen Mittelturm würdig gerichtet. Das ganze Denkmal hat nun ein anderes Gesicht bekommen. Das große Grab in der Mitte mit den zwanzia unbekannten Soldaten ist verschwunden. Je zehn Der toten Soldaten werden nun z u beiden Seiten der Hindenburg-Gruft ruhen, so daß der Feldherr auch im Tode mit seinen Soldaten verbunden ist. Das große Kreuz, das über dem Grab der unbekannten Soldaten stand, ragt nun gewaltig an der Mauer des Hindenburgturmes. Stufen führen vom Umgänge herunter in die Mitte d e s Denkmals, die mit großen Platten ausgelegt ist. Ueberall Fahnen und Grün. An den Denkmälern der Regimenter, in den Arkaden hängen grüne Kränze. Auch die übrigen Turme sind fertiggestellt und das ganze Denkmal bietet nun ein geschlossenes Bild. Am Denkmal. Durch die reich geschmückte Stadt vom Bahnhof her wo die Ehrengäste aus Berlin und schließlich der Sonderzug des Führers aus Allen- ftein erwartet werden, zieht sich e t n langes 6 n alt er der SS. bis zum Dentmal; bart wirb es von dem Spalier des Heere s abge. löst Mann neben Mann steht, bas Gewehr mit aufaepflanztem Bajonett oor sich unbeweglich unb fteinern. Die Stabt Hohenstein ist in em Flaggen- ^Alle^Häukr sind mit Girlanben geschmückt. Vom frühen Morgen an vollzieht,sich der A nm a r s ch her Einheiten zur Ausstellung am Denkmal. In langen Sonberziigen unb mit Lastkraftwagen Kolonnen sind die Einheiten herangeschafst worb^i. Rechts und links vom Haupteingang des Denkmals sind NSKK SA., SS. unb HI. ausgestellt. An bie SA. schließen sich ber Kysihauser-Bunb bann bie Wehrmacht: an bie HI. ber Reichstreubunb ber Ar- beitsbienst unb bie Politischen Leiter an. Neben bem Gruftraum haben die Ehrengäste, die schon zum großen Teil mit zwei Sonberzugen aus Berlin eingetroffen sind, Ausstellung genommen. Die Wehrmacht flankiert bie anbere Seite bes Turmes. sogleich dasteht, eine fest bestimmte. Im deutschen Heere des Weltkrieges, d. h. im besten Teile des Volkes, im eigentlichen Volk begann die Gestalt Hindenburgs zuerst lebendig zu werden. Nach langen Friedensjahren war hier zu- erst wieder ein Mann der Tat. Das war unerhört in Deutschland. Hier war ein Mann, der Verantwortung in bet sichtbarsten, schwersten Form auf sich nahm und diese Verantwortung erfüllte. Hier war zum ersten Male lebendig für das lebende Geschlecht ein Mann mit einem Werk der Tat für die ganze Nation. Wann war das je zuvor erlebt! Die Tat Hindenburgs, die feinen Namen sogleich bei seinem ersten Auftreten unauslöschbar tief in das Herz gebrannt hat, war die zweimalige Errettung deutschen Landes vor einem schonungslos hausenden Feind. Diese heimatschützende Tat gab ihm den Glanz eines Vaters des Vaterlandes. Aus tiefster Dankbarkeit eines geretteten Landes erwuchsen ihm Verehrung und Liebe. Ein uneingeschränktes Vertrauen des gesamten Volkes legte den Oberbefehl über die Wehrkraft des Reiches so gläubig und beruhigt in die Hand des Feldherrn, wie ein Kind seine Hand in die seines Vaters legt. Von diesem Augenblick an waren Heer, Volk und Hindenburg persönlich verbunden miteinander. Von diesem Augenblick an waren Heer und Volk von dem Genie seines Heerführers so unbedingt überzeugt, daß sie jeden Zweifel daran verlacht oder mit Empörung zurückgewiesen hätten. Und auch heute noch ist dieser Glaube zwar wohl gewandelt, nicht aber erschüttert worden, denn man hat in Deutschland die Ueberzeugung, daß am Der- tust des Krieges andere Dinge als die Persönlichkeit Hindenburgs schuld gewesen sind, Dinge, die zu überwinden ihm nicht gegeben sein konnte. Zugleich trat aus dem Laufe der Geschichte wieder ein deutsches Gesicht neben die deutschen Köpfe Luthers und Bismarcks — ein Gesicht, das wieder Symbol zu sein vermochte: das Ge- sicht und die Gestalt Hindenburgs. Das ist nicht zu unterschätzen. In Gesicht, Wort und Blick drückt sich ein Inneres aus, das hier sichtbar wird. Die Men- scheu verlangen nach solchen sichtbaren Dingen, und am Ende lebt neben der Tat das Aeußere eines Mannes am stärksten in dem Herzen des Volkes und spricht zu ihm, wie das Gesicht Bismarcks Dinge ausdrückt, die kein anderes Gesicht zu verkünden vermag. Heer und Vckk kennen Hindenburgs Gesicht, das die besinnliche Ruhe und die eherne Tatkraft selbst ist, kennen seine Gestalt, die riesig ist wie die Gestalt Bismarcks, kennen fein Wort, das sich nur selten hören läßt, das aber immer gütig ist von der zuredenden Sicherheit des Ueber» legenen und zuweilen durcharollt von der leisen Mahnung dessen, der lieber lobte als grollte, und dessen, der lange Jahre reichen Lebens zurückgelegt Reiche abtrennte. Die Erinnerung an den großen Toten, der dort inmitten alter Ostpreußenkämpfer ruht, mahnt uns, daß unsere größte Stärke, zugleich aber auch das teuerste Gut. das wir zu verteidigen haben, die Einheit ist, und daß wir diese Einheit fesitz a l t e n sollen, auch über die Willkür trennender Grettzen hinweg. Hindenburg, der drei schwere . , Kriege miterlebt hatte, hat den 'Revanchekrieg ab- übergeführt wird. Oer (Staatsmann. Von Dr. Paul Harms. Ostpreußen ist deutsches Schicksalsland. Als der Hochmeister Hermann von Salza das Gesicht des deutschen Ritterordens von der Mittelmeerwelt nach Osten wandte, da hat er tiefer in den Gang der Geschichte eingeariffen, als er selbst ahnen konnte. Der überschüssigen Volkskraft des Deutschtums wurde hier, östlich der Weichsel, eine Aufgabe gewiesen, gerade zu der Zeit, als für das Deutschtum in der Mittelmeerwelt nichts Rechtes mehr zu holen war. Der O r d e n s st a a t, der in der Folge gegründet wurde, unterstand keinem Landesfürsten. her, ein düstere- Gemurmel, ein schweres Gewitter, das hinter den Horizonten unbeweglich herabhängt und stöhnt und knurrt und glüht. e Die Division ist aus dem Vormarsch und pflügt sich durch die überfüllten Straßen und Wege langsam nach vorn. Die Landschaft ist in Bewegung geraten und wandert mit. Alle Wege haben sich in Bewegung gesetzt, alle haben nur ein Ziel, auf das sie eintönig losstreben. Der verdunkelte Himmelsrand glimmt ununterbrochen auf und scheint sich mitunter zu winden und hochzuspringen, wenn das Licht heller zuckt und höher aufbrennt und fahl erlischt und keuchend hinkriecht. Das Regiment marschiert durch eine kleine Stadt und gleich danach an einem großen schloßartigen Gebäude vorüber. Plötzlich kommt eine sonderbar erregte Bewegung in die Kolonnen. Rufe flattern dort an der Spitze hoch, Arme recken sich in die Höhe. An der Wegbiegung hält ein Auto, dem das olles gilt. Zn dem Wagen steht ein großer, breitschultriger Mann aufrecht und sieht unbeweglich auf die Marschkolonne. Manchmal führt die rechte Hand an den Mützenrand. Es ist Hindenburg. Er kommt wohl von einer Inspektionsreise zurück, und nun begegnet er den Truppen, die nach vorn marschieren in die Schlacht, die er leitet. Er steht eine Zeitlang, ohne eine Miene zu bewegen, und blickt nur auf die Soldaten. Es ist merkwürdig: wenn man bei einem General oorbei- marschiert, marschiert man mit Ehrenbezeugungen im Exerziermarsch vorbei, aber hier ist kein Befehl zum Exerziermarsch gegeben. Die Soldaten gehen in Marschordnung vorbei. Sie erkennen den Feldherrn und winken aus dem Augenblick, aus dem plötzlich hochquellenden Gefühl für diesen Mann zu ihm herüber, und manche rufen ihm völlig unmilitärisch zu. Hindenburg betrachtet den Marsch der in die Schlacht Ziehenden. Sein Gesicht ist nicht eigentlich ernst zu nennen, denn es ist viel mehr, was sich in diesen breiten, großen Zügen ausprägt. Die Stirn über den Augen ist fast finster, der Mund schwermütig und hart zugleich, der Blick drückt irgendwie eine ins. Innerste sonst zurückgedrängte Verlorenheit aus, in der ein tiefer Schatten liegt — und so sieht er zu den Soldaten hinüber, die in die Schlacht marschieren. Er ist in diesem Augenblick ein Vater, der mit einem schmerzlichen Stolz auf feine Söhne blickt und dann in die Zukunft, in das Schicksal starrt, das er nicht zu kommandieren vermag und das da in der beschatteten Ferne hängt und die Luft erzittern läßt. Die Kolonnen verschwinden in der beginnenden Nacht, und der Feldherr bleibt zurück. Die Erinnerung an diese große, in der Dämmerung riesenhaft wirkende Gestalt und an das vom Zwielicht entrückte Gesicht ging mit den Soldaten in die Schlacht, aus der nicht Die Hälfte zurückkehrte. Ein feindlicher Großangriff vernichtete sie in drei lagen, aber sie ließen an ihren Leibern den Angriff zerschellen. Aus dem demnächst erscheinenden Buch „Hindenburg, Feldherr und Soldat". (Verlag Karl Siegismund, Berlin SW 11.) Thir noch eine Flagge. Berlin, 1. Oft. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Durch das Reichsflaggengesetz vom 15. September 1935 ist d i e Hakenkreuzflagge zur alleinig en Reichs- und Nationalflagge bestimmt worden. Auf Grund des Art. 4 dieses Gesetzes hat der Reichsminister des Innern durch Erlaß vom 16. September 1935 angeordnet, haß sämtliche öffentlichen Gebäude des Reiches, der Länder und der Körperschaften des öffentlichen Rechts künftig allein mit der Hakenkreuzflagge flaggen und daß von ihnen die Flagge Schwarzweißrot sowie die Flaggen der Länder und Provinzialverbände nicht mehr zu zeigen sind. Es wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß sich b'ie Bevölkerung diesem Vorgehen anschließt und nur noch die Hakenkreuzflagge zeigt. Verboten ist das Zeigen der schwarzweißroten Flagge mfr für Juden. Beamtenernennungen unter Beteiligung des Stellvertreters des Führers. Berlin, 2. Oft. (DNB. Funkspruch.) Das Neichsgefetzolatt Teil 1 Nr. 107 vom 1. Oktober 1935 enthält einen vom Führer und Reichskanzler, vom Stellvertreter des Führers und vom Reichs- mintfter des Innern unterzeichneten „Erlaß über die Beteiligung des Stellvertreters Des Führers bei der Ernennung von Beamten" vom 24. September 1935, in dem bestimmt wird, daß der Stellvertreter des Führers bei der Ernennung der Beamten $u beteiligen ist, die vom Führer und Reichskanzler persönlich ernannt werden. Die Beteiligung des Stellvertreters des Führers hat in Der Weife zu erfolgen, Daß Dieser einen A b - Druck Des BeförDerungsvorfchlages erhält, Der nähere Angaben über Den zu beförbern» Den Beamten enthalten muß. Dem Stellvertreter Des Führers ist eine angemessene Frist zur Stellungnahme zu lassen. Eine zweite Verordnung zur Durchführung desNeichsarbeitsdienstgesehes Berlin, 2. Ott. (DNB. Funkspruch). Im Reichsgesetzblatt Teil I Nr. 108 vom 1. Oktober 1935 wirb eine „Zweite Derorbnung zur Durchführung und Ergänzung Des Reichsarbeitsbienstgesetzes" veröffentlicht, Die am 1. Oktober 1935 in Kraft tritt. Die DerorDnung enthält in 25 Artikeln u. a. Bestimmungen über die Erfüllung Der Ar- beitsdien st pflicht, Die Einberufung, Gründe für Zurück st ellung, Verpflichtung von freiwillig länger Dienenden, Tagesleistung, Genehmigung zur Verheiratung und zur Uebernahme des Betriebes eines Gewerbes und Versorgung der aus Dem Dienst AusscheiDenden. Der neue Gaupreffeamtsleiter in Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 1. Okt. (LPD.) Für Den nach Berlin berufenen bisherigen Gaupresseamtsleiter Pg. W o w e r i e s hat der Gauleiter den Referenten I der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, P g. G. W. Müller, zum Gaupresseamtsleiter ernannt. Pg. G. W. Müller wird also in Zukunft außer Der Prefseabteilung Der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda auch Das Gau- presfeamt leiten. Gelbstauflösung des Kösener SC.-Verbandes. Hamburg, 1. Oft. (DNB) In einer Verlautbarung Der Pressestelle Des Kösener SC.-VerbanDes wird mitgeteilt, daß die derzeitige Verbands- fuhrung des Kösener SC.-Verbandes nach Anhörung des Mitarbeiterkreises im Einvernehmen mit der früheren Derbandsführung die Auf- löfuug d^S Kösener. .SL.-DerbnnDes verfügt hat. Frankreich hat noch keine Entscheidung getroffen. Die britische Anfrage nach Frankreichs Haltung im Falle eines Mittelmeerkonflikts „erfordert Zeit zur Lteberlegung". Paris, 2. Oft. (DNB.) Die Antwort der französischen Regierung auf die britische Anfrage wegen Der Haltung der französischen Regierung b e i einem Streitfall im Mittelrneer wird voraussichtlich im nächsten Ministerrat am Freitag feftgelegt werden. Ministerpräsident und Außenminister Laval wird dem Ministerrat außerdem über die Genfer Tagung und den abessinischen Streitfall Bericht erstatten. Die von der britischen Regierung gestellten Fragen werden von Dem französischen Außenministerium geprüft. Die britische Anfrage wird als nuancierter bezeichnet, als die verschiedenen Pressemeldungen vermuten lassen. Ueberdnffimmenb berichten die großen Pariser Morgenblätter, daß die englische Anfrage an Frankreich wie folgt lautet: „Wird Frankreich gemäß Absatz 3 des Artikels 16 der Hälfet- bundsfahung England gegenüber nicht nur neutral bleiben, sondern darüber hinaus ihm gegen Italien Beistand leisten, wenn dessen Schiffe im Mittelmeer die britische Flagge ohne Herausforderung angreifen sollten?" Manche Blätter, wie beispielweise das „Oeuvre", kleiden diese Frage in eine noch etwas aufregendere Form, sie schreiben England verlange von Frankreich, daß es ihm d i e Mittelmeerhäfen Marseille und Toulon zur Verfügung stelle und die französischen Geschwader mit den englischen vereinige. Wenn sich die Blätter auch über die Fragestellung ungefähr einig sind, so weichen ihre Ansichten hinsichtlich der französischen Antwort ab. Erst der Ministerrat am Freitag, dem Besprechungen mit dem englischen und dem italienischen Botschafter in Paris oorausaehen werden, wird über die Richtung der französischen Politik Beschluß fassen. „Petit Parisien" hebt hervor, daß die englische Anfrage in Paris nicht so ohne weiteres beantwortet werden könne, sondern Zeit zur Ueberlegung und ernstlichen Prüfung erheische. Denn man Dürfe nicht vergessen, daß der Staat, der im Sinne Der englischen Anfrage als des Verstoßes gegen Die Völkerbundssatzungen schuldig vorausgesetzt wird, Italien sei, dessen Freundschaft Frankreich wertvoll sei. „Malin" erklärt, die englische Annahme, daß Frankreich die Anfrage bereits bejahend, d. h. entsprechend dem Wunsch der Engländer beantwortet habe, fei unzutreffend. Darüber sei in Paris noch keine Entscheidung getroffen worden. ..Echo des Paris" glaubt an eine bejahende französische Antwort, weil das, was England von Frankreich verlange, sich mit den Pflichten decke, die biesem schon als Dölkerbunds- rnitglied zugunsten eines nicht herausgefordert angegriffenen Englands obliegen. Wie „Oeuvre" erfährt, soll man in Rom wie in London bemüht fein, jede Möglichkeit eines Z u - sammenstoßes beider Flotten zu vermeiden. Der italienischen Kriegsmarine seien ftrepge Vorsichtsmaßnahmen vorgeschrieben, damit sie nie mit den englischen Kriegsschiffen zusarnrnen- gerate, selbst wenn diese, wie dies bereits der Fall zu sein scheine, Frachtdampfer mit Waffen und Munition für Abessinien begleiten. England wird nm im Auftrag des Völkerbundes handeln. London, 2. Okt. (DNB. Funkspr.). Der Innenminister Sir John Simon sagte in einer Rede, ausländische Beobachter würden einen schweren Irrtum begehen, wenn sie glaubten, daß die öffentliche Meinung Englands in der Frage feiner Pflichten gegenüber dem Völkerbund ernstlich geteilt sei. Der Außenminister Hoare habe d i e Ansichten eines einigen Kabinetts zum Ausdruck gebracht. Die Morgenblätter erklären, an einem italienischen Angriff auf Abessinien fei nicht mehr zu zweifeln. Die Blätter heben die Schwierigkeiten kollektiven Vorgehens hervor, weisen aber den Gedanken eines isolierten Eingreifens Großbritanniens von der Hand. Die kürzliche britische Anfrage an Frankreich wird mit einer Lücke in der Völkerbunbssatzuna begründet, der italienische Vorwurf, daß London seinen Standpunkt in der abessinischen Frage nicht rechtzeitig mitgeteilt habe, wird entschieden bestritten, die Bedeutung der Haltung Deutschlands und Amerikas bei wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen wird hervorgehoben. „Morning Post" bemerkt, daß vorbeugende Maßnahmen gegenwärtig nicht möglich seien. Die Regierung warte daher ab, bis Italien seinen Feldzug eröffne. Hierdurch würde sich Italien automatisch zum Angreifer machen und jedes Völkerbundsmitglied würde verpflichtet fein, an wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen teilzunehmen. Manches deute darauf hin, daß die anti-italienische Stimmung in den Vereinigten Staaten schnell zunehme; man hoffe deshalb, daß Präsident Roosevelt bereit sein werde, Zusicherungen zu geben, daß die Maßnahmen des Völkerbundes von den Vereinigten Staaten nicht unwirksam gemacht werden würden. Wenn jedes Völkerbundsmitglied das {einige tue, werde es möglich fein, ausreichend wirksame Sühnemaßnahmen zur Anwendung zu bringen, um Mussolini zu zwingen, seinen Feldzug — vielleicht nach einem Anfangssieg auf dem Schlachtfeld von Adua — zu beenden. Wenn dann die Gefahr Des italienischen Vorgehens beseitigt sei, werde die britische Regierung wahrscheinlich auf das Zustandekommen einer internationalen Konferenz für die Verteilung kolonialer Rohstoffe hinarbeiten, die in der Rede Hoares vorgeschlagen wurde. Es regnet noch. Addis Abeba, 1. Okt. (DNB.) Militärische Kreise Abessiniens äußern sich dahin, daß die f a st achttägige Verlängerung der Regen- zeit die militärischen Entschlüsse Italiens kaum ändern würde, da die Provinzen 0 g a d e n, Danakilund Westtigre nur noch kleine Regenfälle aufzuweisen hätten, die der Boden jofort aufnehme. Im abessinischen Hochland bis nach Gondar hinein regnet es noch immer. Die abessinischen Truppenbewegungen werden hier als noch gering geschildert. Die Ansichten über den Zeitpunkt des italienischen Vorgehens schwanken zwischen dem 5. und 10. Oktober. Als erste Aktion wird das Bombardement der Eisenbahn und der Funkstationen in Harrar und Addis Abeba erwartet. Amerikanische Journalisten haben außerhalb von Addis Abeba in der Nähe des Gefanbfchaftsviertels Häuser belegt. Zehn amerikanische Journalisten rüsten Karawanen aus, um d.i e Front zu besuchen. Die Regierung wird kaum die Bewilligung für dieses Vorhaben erteilen. Japanische Offiziere für Abessinien. London, 2. Oft. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Addis Abeba, ein unbestätigtes Gerücht besage, daß mehr als husidert japanische Offiziere aufdemWeg nach Abessinien in Britisch-Somaliland eingetroffen feien Wiens Recht ans Kolonien. Nom fordert Wiedergutmachung für seine Nichtberücksichtigung bei der Verteilung der Mandate. Appell an Frankreich. Mailand, 2. Okt. (DNB. Funkspruch.) In einem anscheinend von hoher Stelle selbst verfaßten Leitartikel setzt der „P v p v l o d'Italia" das „Recht des italienischen Volkes" auseinander. In Dem Aufsatz wird betont, daß Die Ankündigung Der Mobilisierung in Abessinien Die bereits bestehende bedrohliche Lage noch verschärfe. Italien habe „freiwillig" einen heroischen und entscheidenden Beitrag für den Sieg Der Alliierten geliefert, aber man ljabe ihm als EntfchäDigung nicht eine einzige Kolonie gegeben. Der Grundsatz, daß Die Welt nicht statisch sein könne, sei immer von allen Italienern und Der italienischen Regierung verfochten worden. Das statische Prinzip könne also auch nicht auf Italien angewendet werden, indem man Die ihm in Abessinien schon zuerkannten Rechte verleugne, nachdem man d i e Erteilung eines Mandats über Die ehemals feindlichen Kolonien verweigert hatte. Das italienische Volk frage ferner, warum ihm Die Uebertragung einer befonbers hohen zivilisatorischen Aufgabe in Abessinien verweigert werbe. Das italienische Volk habe ein volles Recht auf Die W i e D e r g u t m a d) u n g Der bei Der Mandats- verteilung begangenen Irrtümer. Das Verbleiben Italiens im Völkerbund fei eine Notwendigkeit für Die Zusammenarbeit in Europa und für das Leben des Völkerbundes. Die Anwendung von „Maßnahmen" Italien gegenüber würde es aber zwingen, den Völkerbund zu verlassen. Die Turiner „Stomp a" fordert in einem ge« gen die englische Methode gerichteten Aufsatz eine entschiedene Anstrengung zur Befreiung aus b em Netz, bas Die Politik ßonbons gesponnen habe, unb mit bem sie versuche, alle ßänber in eine Art moralischer und militärischer Kreuzung gegen Italien z u verstricken. Dieser Ausruf gilt befonbers Frankreich, benn es heißt weiter: Nun sei die Stunbe für Frankreich gekommen, klar und kräftig zu sprechen. — „(Sortiere Della Sera" ist ziemlich erregt über Die Anfrage (Eng» lanbs an Frankreich, wie sich Dieses im Falle eines nicht provozierten Angriffes Der italienischen Flotte gegen Die englischen Mittelmeer-Streitkräfte verhalten würbe, unb sieht barin ein neues, sehr ver- wunberliches antiitalienisches Manöver. „Was gibt Herrn Hoare bas Recht, an einen evtl. Angriff Italiens zu benfen?" fragt bas Blatt. Note Verbrüderung in Frankreich. Kommunistisch-sozialistische Zusammenarbeit auch auf dem Lande. Moskau hochbefriedigt. Moskau, 1. Oft. (DNB.) Nachdem erst vor einigen Tagen in Frankreich eine Einigung über das Zusammengehen zwischen Den Gewerkschafts- Derbänben ber oerschiebenen Richtungen unter kommunistischer Führung zustanbegekommen ist, berichtet heute Die sowsetamtliche Telegraphenagentur über einen neuen Erfolg Der kommunistischen Politik in Frankreich. Auf bem Kongreß ber Sozialistischen Partei sei offiziell mitgeteilt worden, daß das Angebot Der Kommunisten über ein gemeinsames Vorgehen in der Frage der Bauernpolitik angenommen worden sei. Man sei übereingekommen, die kommunistisch-sozialistische Einheitsfront auch auf bem Dorfe herzustellen, Da Die kommunistischen Forderungen auf diesem Gebiete Dem Programm Der Sozialisten entsprächen. Die Vereinigung Der beiDen Parteien zum gemeinsamen Handeln sei erfolgt unter Der ßofung: Für Die Demokratie und den Sozialismus. Der neue Erfolg Der kommunistischen Politik in Frankreich hat in Moskau lebhafte Genugtuung ausgelöst. Seitdem in Italien der Faschismus und in Deutschland Der Nationalsozialismus zur Herrschaft gelangt ist, sieht sich Der internationale Marxismus um Die Früchte feiner Wühlarbeit betrogen. Seine Drahtzieher mußten Deshalb nach neuen Kampfmethoden und neuen Schlagworten suchen, wenn sie Die Scharte roieDer auswetzen wollten. So wurde in diesem Sommer auf dem 7. Weltkongreß Der Komintern in Moskau Die neue Parole aus- gegeben, Die Zweite und Dritte Internationale in Den einzelnen ßänbern zum Kampfe gegen Faschismus und Kriegsgefahr z u - sammenzuschließen. Man glaubt in der Hauptstadt Der Sowjetunion, daß der kleine taktische Umweg sich lohnen wird und daß Das große Ziel Der Weltrevolution auch unter Zuhilfenahme Der rosaroten Bundesgenossen erreicht werDen kann. Wie hat nun Die sozialistische Internationale auf Das bolschewistische Angebot geantwortet? Die Partei Der Zweiten und Dritten Internationale haben langwierige Kämpfe gegeneinander ausgefochten, aber sie haben auch immer miteinander geüebäugelt und zusammen- gearbeitet, wenn es galt, irgendwo die nationalen Kräfte eines Volkes zu unterdrücken. Der Marxismus hat in Mitteleuropa feine wichtigsten Bastionen verloren, er muß feine Kräfte zusammennehmen und Ausschau halten nach anderen ßänberrt, deren demokratisch-parlamentarische Verfassung ein leichteres Arbeiten ermöglicht als das autoritäre Regime der modernen Führerstaaten. Das nächste Angriffsziel war Frankreich, des, sen innerpolitische Schwierigkeiten eine erfolgreiche Zerfetzungsarbeit verhießen. Deshalb schloß die Sowjetunion mit dem hilfesuchenden Frankreich einen militärischen Bündnispakt ab und gab damit ihren Agenten neue, unerhörte Propagandamöglichkeiten in der Dritten Republik. Die erste Folge der bolschewistischen Aktivität war die Schaffung der sogenannten „Front popu- l a i r e", der Volksfront. Damit fanden sich zum ersten Male in der Geschichte der beiden politischen Internationalen (die Zweite Internationale wurde ■1889, die Dritte Internationale 1919 gegründet) die Sozialisten und Kommunisten auf französischem Boden zu einer gemeinsamen Angriffsfront gegen Die nationalen Organisationen und Parteien zusammen. Daneben aber bestand der Gegensatz zwischen den sozialistischen und kommunistischen G e - werkschaften wenigstens zunächst auch weiterhin fort. Seit fünfzehn Jahren wird zwischen der sogenannten Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale unter der Führung von Iouhaux, einer Spitzenorganisation, in der seit 1913 die sozialistischen Gewerkschaften zusammengeschlossen sind (in Paris: CGT. = Confädäration gön^rale du Travail), und der bisher bedeutungslosen kommu- n i st i s ch e n G e we r k s ch a f t (CGTU = Conf&te- ration g^närale du Travail Unitaire) ein erbitterter Kleinkrieg geführt. Unter dem Drucke Moskaus ist es nunmehr auch gelungen, die beiden feindlichen Gewerkschaftsbrüder miteinander zu versöhnen. Der Pariser Einigungskongreß ist unter Dem Jubel der Delegierten abgeschlossen worden, und es bleibt nur noch die Frage, welcher von den roten Brüdern in dieser Fusion schließlich die Oberhand behalten wird. Feierliche Eröffnung des Museums für deutsche Volkskunde. Berlin, 1. Okt. (DNB.) Im S ch l o ß B e l l e- oue fand in Gegenwart hervorragender volkskundlicher Wissenschaftler des In- und Auslandes die feierliche Eröffnung des Staatlichen Museums für Deutsche Volkskunde statt. Generaldirektor Professor Dr. Kümmel begrüßte Die Gäste. Dann nahm Der preußische Finanzminister Prof. Dr. P o p i tz das Wort, um nach einem Hinweis auf die bisher völlig unzulänglich untergebrachte Vvlkskundesammlung u. a. auszuführen: „Als nach dem Umbruch eine neue preußische ©taatstegierung zusammentrat, waren der zur Zeit leider erkrankte Kultusminister R u st und ich uns alsbald darüber einig, daß es gelte, hier ein Versäumnis der Vergangenheit gutzumachen. Es kam darauf an, eine wahre Vvlkserziehungsstätte zu f ch aff e n. Der Entschluß wurde durchführbar, als die Wahl auf dieses Schloß fiel, das, in einem der schönsten Parke Berlins gelegen, nicht nur der Sammlung eine ausreichend entwicklungsfähige Stätte darbot, sondern auch seinerseits als Kunst- und Kulturdenkmal eine Wiederbelebung erfahren konnte. So haben wir eine Stätte Der Erziehung von jung und alt bereitet. Sie soll zugleich sein Vorbild und Ansporn für die deutschen Heimatmuseen, die in kleinerem Rahmen vor ähnliche Ausgaben gestellt sind. Als ein erstes Zeichen dafür mag Die Ausstellung deutscher Bauernkunst gelten. mit der das Museum heute eröffnet wird, und Du eine lebendige Anschauung von der alten Kultur des deutschen Bauerntums vermittelt, das in wenigen Tagen auf dem Bückeberg bei Hameln fein größtes Jahresfest, bas Fest des Erntedankes, feiert. Reichsminister Dr. Frick überbrachte Die Grüße und Glückwünsche des Führers. Der Minister führte etwa folgendes aus: Der Führer und Reichskanzler hat mich beauftragt, fein lebhaftes Interesse für die deutsche Volkskunde und seine guten Wünsche für die Entwicklung des Museums zum Ausdruck zu bringen. Die nationalsozialistische Regierung hat das völkische Kulturgut der Nation an die erste Stelle des nationalen Bildungswesens gesetzt. Sie will vor allem die Kräfte pflegen und fördern, die aus der völkischen Erbanlage, aus den Charakterwerten der Nation entspringen. Darum ist auch die Wissenschaft vom Volke, die deutsche Volkskunde, für das nationalsozialistische Deutschland eine Grundwissenschaft. Die Ahnen der deutschen Volkskunde sind auch Die Ahnen Des völkischen GeDankengutes. Was Die Männer ber Deutschen Einheits- unb Freiheitsbewegung Herber unb Grimm, Jahn, Arnbt, Fichte unD Der Freiherr vom Stein begriinbet haben, bas hat ADolf Hitler und bie nationalsozialistische Bewegung vollstreckt unb zum Staatsprinzip erhoben. Auch Die Geschichte bieses Museums ist mit Der Geschichte Des völkischen BilDungs- unb Staatsgedankens aufs enfl* aus, vird iley. tl. llen Reiben f für kben M« i®in» 3 eint Äe, litil em sie r unb n zu inf. die Har 1 itlla i 6nq. ■ eines Flotte e ner« )r Der« öd er. n eotl. |t das ch im» men» nativ- > i. Der ijtiaften zusam- anberen le 3er« As bas taaten. >. des» ; otz die ankreich ab und \e Pro« fit. Die Dar die popu- ch zum Mischen ’ wurde ldet) die chsischem it gegen 'ien zu« ,atz zwi- en Ge« weiter« chen btt iftsintä» baül, die so« chlossen rale du mmu- "onfödö- bitterter >kaus ist indlichen ien. Der übel der leibt nur Irüdern nd be« De und d" , «ult“1 5 in »*• nein -« es,t«« i» Gruße ter M h-E - f“t» Ä Än iL-b tion »iso«; ->E Jd)o[L di« be--S- „oö-- Ä Mitteilung. * in den ameri. Der oon wurde durch Neuwahlen fin« Kleine politische Nachrichten. Zum Befehlshaber im Luftkreis V, München, ift an Stelle des am 31. August mit dem Charakter als General der Flieger ausgeschle« denen bisherigen Befehlshabers General Eberth Generalmajor Hugo Sperrte, bisher höherer Fliegerkommandeur im Luftkreis II ernannt worden. noch keine feste Gestalt angenommen, dies werde auch nicht geschehen, bevor die Besprechungen zwischen Großbritannien und den anderen Mächten eine klare Lage geschaffen hätten. Don der einen Seite werde darauf hingewlesen, daß angesichts der gefährlichen Knappheit an Kriegsschiffen ür den Handelsschutz keine Zeit verloren werden dürfe, um viele neue Kriegsschiffe zu bauen und die Neubauten von Zerstörernvon neun auf achtzehn zu erhöhen. Die Kiellegung von fünf oder sechs Kreuzern im nächsten Jahre würde eine Berufung an die Erhöhung der Schweineeinfuhr sind im Gange. Außerdem wird aus verschiedenen Ländern in gewissem Umfange eine zusätzliche Einfuhr von Schweinespeck, und zwar zunächst aus Holland, erfolgen. Das dänische Folketing königlichen Erlaß a u f g e l ö st. Die den am 22. Oktober statt. Oer Reichsbauernführer zum Erntedanktag. Am Lrnledanklag sind wieder die Blicke Deutschlands auf den deutschen Bauern gerichtet, und mit Stolz kann er an diesem Tage vor aller Welt bekennen, daß er die große Aufgabe, die ihm der 1. Abschnitt der Erzeugung» schlacht stellte, die Versorgung Deutsch» t a n d s mit den lebensnotwendigen Nghrungsmit- teln aus eigener Scholle sicherzustellen, erfüllt hat. Das ganze Volk, das die lebenswichtige Bedeutung eines gesunden Bauerntums anerkannt hat, dankt an diesem Tage unserem Führer A d o l f H i t l e r, der den deutschen Bauern vor der Vernichtung bewahrte und ihn sich wieder seiner hohen Pflichten für das Vaterland bewußt werden lieh. Walter Darr 6. Reichsleiter der NSDAP. Reichsminister und Relchsbauernführer. ,»Gleittlaufel" des Londoner Flottenvertrages not« wendig machen, die sich auf den Fall bezieht, daß andere Mächte als die Signatarmächte eine un« gewöhnlich große Bautätigkeit entwickeln. Die Gegner dieser Politik vertreten den Standpunkt, daß Großbritannien dadurch nicht nur gegen die Bereinigten ©taten treten, sondern vielleicht auch die Vereinigten Staaten und Japan zwingen würde, ihre Flotten entsprechend zu verstärken. Falls Großbritannien bis zum Ablauf der Flottenverträye warte, werde es feine Seemacht vor 19 4 0 nicht wesent» lich verstärken können und auch dann nur in dem Falle, daß es für 1937/38 ungewöhnlich große Baupläne ausstellt. Ostpreußen huldigt dem Führer Besuch bei der Wehrmacht in pillau und Allenstein. Die Regierung von Südaustralien hat anläßlich der im nächsten Jahre stattfindenden Hundertjahrfeier der Provinz ein Gesetz beschlossen, wonach vier Städten ihre deut- chen Namen zurück gegeben werden sollen. Es handelt sich um die Städte Klemzig, Hahndorf, Lobetal und Herrgott. Die vier Städte wurden während des Weltkrieges umgetauft und erhielten englische Namen. Königsberg, 1.Okt. (DNB.) Am Dienstag- 1 früh verließ der Führer Königsberg, um die Festung Pillau zu besichtigen. Schon am frü- 1 hen Morgen hatte sich die Bevölkerung auf den fahnengeschmückten Straßen eingefunden, um den Führer zu begrüßen. In den Dörfern waren die Volksgenossen nicht nur aus den Orten selbst, sondern auch aus der näheren und weiteren Umgebung herbeigeeilt. Ueberall wurde dem Führer ein heget- . fterter Empfang zuteil. Die Straßen waren mit Blumen Übersät. Ganz besonders stark war natürlich die Jugend vertreten. In der Begleitung des Führers befand sich wie- berum Reichskriegsmmister Generaloberst v. Blom - berg, und der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch sowie der Staatssekretär der Luftfahrt, Generalleutnant Milch und der Befehlshaber im Luftkreis I, Generalmajor Schweickhardt. In Pillau begab sich der Führer zunächst zur Kommandantur der Festung, wo er von dem Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, empfangen wurde. Der Kommandant von Pillau hielt dem Führer Vortrag. Anschließend begab sich der Führer in die Kaserne d e r Marineartillerie-Abteilung, wo er die Front der in Paradeaufstellung angetretenen Abtei- lung abschritt. Nach Besichtigung verschiedener Einrichtungen des Standortes fuhr die Autokolonne wieder nach Königsberg zurück. Auf den Straßen war nun die Menschenansammlung noch größer geworden, so daß die Wagen sich kaum vorwärts bewegen konnten. Immer wieder mußte der Führer die sich ihm entgegenstreckenden Hände drücken und Blumen- sträuße entgegennehmen. Erst in den Mittagsstunden wurde Königsberg wieder erreicht. Nach kurzem Auf- enthalt in Rothe nstei n begab sich der Führer weiter nach Neuhausen, wo die Flugabteilungen aus Königsberg und Umgegend aufmarschiert waren. Von Neuhausen begab sich der Führer im Sonderzug, nach A l l e n st e i n. Auch hier waren die Stra- Berlin, 1. Off. (DNB.) Der Bezug der für eine hinreichende Versorgung der Bevölkerung mit Margarine erforderlichen Rohstoffe ist nunmehr von der Devifenfeite her sichergestellt. Das bedeutet praktisch, daß die Margarineindustrie im laufenden Vierteljahr erheblich größere Mengen an Margarine her stet len und in den Verkehr bringen wird, als in dem abgelaufenen Vierteljahr. Außerdem hat heute die Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette aus Anordnung des Reichsernährungsministers aus ihren Beständen Butter und Schmalz in erheblichem Umfange zur Verteilung gebracht. Einfuhr von Schweinen und Schweinespeck nach Deutschland. Fwd; Berlin, 1. DH. Auf Grund von Vereinbarungen mit verschiedenen Landern werden wie der DHL. erfährt, von Anfang Oktober ab wöchentlich etwa 5000 Schweine ein- geführt werden. Verhandlungen über etne w------ Das Wiener Militärgericht verurteilte Personen, die beschuldigt waren, an Dorbereitungs- Verhandlungen zu den Ereignissen des 25. Juli v. I. beteiligt gewesen zu sein, zu schweren Kerker- strafen. Der Hauptangeklagte Richard Kühnel wurde zu zwanzig Jahren, ein zweiter Angeklagter zu zwölf Jahren und ein dritter Angeklagter zu fünf Jahren schweren Kerkers oerurteilt. Die An- geklagte Frau Irene Rubik wurde freigesprochen. Auf Grund der Bestimmung der neuen Gemeinde- ordnung verlieh der Oberpräswent der Rheinprovinz der S t a d t K ö l n den Ehrentitel „H a n s e st a d t . In einer feierlichen Sitzung machte Oberbürgermeister Dr. Riesen von dieser Ehrung der Stadt Der Hafenarbeiter st reik konischen Häfen am Golf von Mexiko, New Orleans, Mobile, Gulsport und Pensacola, führte zu Un- ruhen. In Mobile bewarfen die Streikenden die Polizei mit Steinen und schlugen mit Knüppeln auf die Beamten ein, um zu versuchen, einen verhafte- ten Hafenarbeiter zu befreien. Die Unruhestifter wurden mit Tränengasbomben zurückgetrieben. Die Streikenden verlangen eine Lohnerhöhung sowie die Anerkennung ihrer Geben Versorgungsgebührnisse für den bezeichnetet! Personenkreis durch die Versorgungsabteilungen der Wehrbezirkskommandos übernommen. Ebenso zahlt die neue Dienststelle im Oktober fällig werdende Abwesenheitszuschüsse. In der Zahlungsart tritt für Empfänger oon Beschädigten- und Hinterbliebenenrenten insofern eine Aenderung ein, als ab 1. Nov. 1935 diese Gebührnisse für Versorgungsberechtigte der neuen Wehrmacht nicht mehr an den üblichen Zahltagen am Postschalter, sondern durch lieber- Weisung auf dem Postfcheckwege gezahlt werden. Jeder Empfänger oon Versorgungsgebühr- niffen aus der neuen Wehrmacht erhält im Monat Oktober oon der zuständigen Dersorgungsabteilung eine Nachricht, aus der die neue zuständige Stelle zu ersehen ist. In der entmilitarisierten Zone übernimmt die Versorgung und Fürsorge für die Angehörigen der neuen Wehrmacht und ihre Hinterbliebenen die allgemeine und innere Verwaltung; die Aufgaben der Versorgungsabteilung beim Wehrbezirkskommando werden in der entmilitarisierten Zone von den Versorgungsabteilun- 8en beim Regierungspräsidenten in Koblenz und Düsseldorf und beim San- deskommissär in Karlsruhe erfüllt. Auch diese Dienststellen geben jedem von ihnen zu betreuenden Versorgungsberechtigten tm Oktober eine besondere Nachricht. Entspannung amFettmarktzu erwarten. „Memel gehört von rechts- wegen zu Deutschland." Englische Schlußfolgerungen aus der Memelwahl. L o n b o n , 2. Okt. (DNB. Funkspruch.) Jrn „Daily Expreß" heißt es: Unsere natürliche Ernpfinbung für ehrliches Spiel macht uns klar, baß Memel von b e n Litauern in einer Zeit gestohlen ist, wo Deutfchlanb wehrlos war. Daß ber Völkerbunb barauf bem Diebstahl seinen Segen erteilt, macht die Sache nicht weniger schlimm, denn Memel gehört von Rechts wegen zu Deutschland. In dem Augenblick, wo Deutschland die Möglichkeit sieht, werde es seine Staatsangehörigen von den Litauern befreien, und wenn es dazu komme, dann brauchen wir keine Tränen z u vergießen, sondern können den Vorfall als vollendete Tatsache betrachten, dieunsnichtsangeht. „Times" sagt, daß der ruhige Verlauf des Wahltages weniger das Verdienst der litauischen Regierung als das der Memelländer und der drei Garantiemächte fei. Es fei ein Glück, daß die Memelländer geduldige, gefällige und gefetzestreue Leute feien, und daß die große Mehrheit die Zeitvergeudung und die Aergerlichkeiten einer verpfuschten Wahlorganisation mit erstaunlicher Ruhe ertragen haben. Die örtliche Verwaltungsbehörde habe keinerlei Voraussicht bewiesen. Die Lage am Wahltage wäre noch unglückseliger geworden, wenn nicht die drei Garantiemachte die litauische Regierung überredet hätten, einige ihrer Pläne aufzugeben, durch die eine noch größere Spannung in den deutsch - litauischen Beziehungen hervorgerufen worden wäre. GömböswiedernachBudapest zurückgekehrt Höchst befriedigt über seinenBerlinerBesuch de r S-ch orfheide und hatte Gelegenheit, Dienstagfrüh noch einen kapitalen Sechszehn- enber zu schießen, dessen Geweih sich der ungarische Ministerpräsident als Andenken mitnahm. Besonderes Interesse erweckte bei ihm die vorbildlich angelegten Wisent- und Elchgehege. Er war als leidenschaftlicher Jäger und Forstfachmann voll des Lobes über die Anlagen in der Schorfheide. Ministerpräsident Gömbös traf kurz nach 17 Uhr auf dem Budapester Flughafen ein. Zum Empfang hatten sich u. a. der deutsche Gesandte oon Mackensen, der Außenminister von Kanya und der Dbertommanbierenbe ber Honved, General Svoy eingefunden. Der Ministerpräsident sowie die Herren seiner Begleitung gaben in herrlichen Worten ihrer Freude und Befriedigung über den Empfang Ausdruck, ber ihnen in Deutfchlanb überall bei ben maßgebenben Persönlichkeiten unb bei ber Bevölkerung zuteil geworben ist. Die Herren betonten über» einftimmenb, baß ber Aufenthalt in Berlin unvergeßliche Einbrücke zurückgelassen habe unb die Tage reich an äußerst wertvollen unb schönen Erlebnissen gewesen seien. Ministerpräsibent Gömbös wirb unmittelbar nach seiner Rückkehr dem Reichs Verweser von Horty unb bem Kabinett Bericht über seine Berliner Besprechungen mit bem Führer unb ben übrigen Kabinettsmitaliebern erstatten. In politischen Kreisen verlautet, baß Ministerpräsibent Gömbös Mitte ober Ende Oktober der italienischen Regierung einen Besuch abstatten wird. Um Englands künftige Flottenpolitik. ßen mit einer erwartungsvollen Menae gefüllt. Die i Fahrt ging die ganze Stadt hindurch durch einen ! einzigen Jubel und ein einziges begeistertes Grüßen. 1 Ein ganz kleines rosenrot gekleidetes Mädelchen ift zwischen ben Beinen eines absperrenden SA.-Man- nes hindurch über die Straße gelaufen. Der Wagen des Führer hält, und das Kind reicht dem Führer einen Blumenstrauß hinein. Als der Wagen des .Führers an dem fchönen Allensteiner Rathaus vor- beitommt, setzt das Glockenspiel ein: „Die Fahnen hoch, die Reihen fest geschlossen." Auf bem Flugplatz Deuthen waren bie Truppen bes Stanbortes Allenstein zum Vorbeimarsch angetreten. Um 17 Uhr betrat ber Führer zusammen mit Generaloberst von Blomberg, General Freiherrn von Fritsch und dem Kommandierenden General und Befehlshaber im Wehrkreis I, Generalleutnant von B r a u ch i t f ch , eine mit der Hakenkreuzflagge und der Reichskriegsflagge geschmückte, mit Tannenreisig umwundene Tribüne. Dann erfolgt unter dem Jnfanterieführer I, General von Niebelschütz, der Vorbeimarsch. Ringsum war das weite Feld von Zehntausenden von Zuschauern umstanden, die den Führer bei seinem Eintreffen begeistert begrüßten. Zunächst marschierte bie Infanterie vorbei, es folgten bie Artillerieabteilung unb bas Reiterregiment unb zum Schluß bie motorisierten Einheiten. Nach bem Vorbeimarsch erhebt sich auf ber ber Tribüne gegenüberliegenben Seite des Platzes lautes Heilrufen unb ein Spreckchor ruft hallenb über ben Platz: „Wir wollen unseren Führer sehen!" Der Führer winkt hinüber unb gibt burch Zeichen zu verstehen, baß er vorbeikommen würbe. Die Autos bewegen sich über bas Parabefelb auf bie anbere (Seite unb langsam fährt b e r Führer an der begeisterten und jubelnden Menge vorüber. Indessen ist die Dunkelheit hereingebrochen. An allen Fenstern ber Straßen finb Kerzen entzünbet. Glühlampen leuchten aus ben ©irlanben, unb burch bie strahlende, jubelnde Stadt fährt das Auto des Führers, der am spaten Abend auf dem Hof der Reiterkaserne an bem feier» ■ liehen Großen Zapfenstreich teilnahm. tte verbunden, auch seine Gründungsideen wurzeln in Ideen der deutschen Freiheitskämpfer im Kampf um völkische Selbsterkenntnis und in ber Liebe zum ewigen Volksleben. Die nationalsozialistische Regierung hat sich zu ben Aufgaben bes Museums mit aller Entschiebenheit bekannt, unb ihm einen weithin sichtbaren Platz in ber Reichshauptstabt angewiesen. Möge es hier wirken als lebenbtges Organ deutscher ’ Selbsterkennung, als ein völkischer Arbeitsplatz für den Aufbau des Dritten Reiches im Geiste unseres Führer Adolf Hitler! Für bie außerbeutfchen Dolkskunbemufeen sprachen u. a. Direktor Riviöre (Frankreich), Prof. Erixon (Schweben) unb Prof. Tsigara-Sa- m u r f a s (Rumänien). Zum Schluß sprach Direktor Hahn über bie Aufgaben bes neu gestalteten beut- schen Volkskunbemuseums im völkischen Staat. Versorgung ehemaliger Angehöriger der neuen Wehrmacht. Uebernahme auf Versorgungs- und Für- sorgedienststetten der Wehrmacht. Berlin, 1. Okt. (DNB.) Der Führer unb Reichska n z l e r hat die Uebernahme ber Versorgung unb Fürsorge für ausgeschiedene Soldaten unb Beamte der neuen Wehrmacht und deren Hinterbliebene auf Dienststellen der Wehrmacht befohlen. Es wurden daher bei den Wehrbezirkskommandos, Wehrersatzinspektionen unb Wehrkreiskommanbos (für bie ehemaligen Angehörigen der Kriegsmarine bei den Marinestationskommandos) Versorgungs- unb Fürsor - Abteilungen eingerichtet, welche mit W i r- u n g vom 1. Oktober 1 935 ab bas gesamte Versorgungs- unb Fürsorgewesen der Wehrmacht Iübernehmen. Dersorgungsabteilungen erhalten zunächst nur eine kleinere Anzahl von Wehrbezirkskommandos, welche jeweils die Versorgung mehrerer anderer Wehrbezirke mit übernehmen. Jede der neuen Versorgungs- und Fürsorgeabteilungen wird in ber lokalen Presse ihren Versorgungs- bzw. Fürsorgebezirk bekanntgeben. Die Empfänger laufender Versorgungsgebührnisse nach dem Wehrmachtversorgungsgesetz (Soldaten unb Beamte, bie seit bem 1. Januar 1921 aus der Wehrmacht ausgeschieben sind unb deren Hinterbliebene) erhalten ihre Bezüge für den Monat Oktober noch von der bisherigen Versorgungs dien st st eile unb zwar, soweit die Auszahlung in zwei Teilbeträgen vorgesehen ist, ausnahmsweise am ersten Zahltage in einer Summe. Die Zusatzrenten werben für Oktober noch durch die bisher zuständigen Fürsorgestellen gezahlt. Ab 1. November 1935 wird die Zahlung der laufen- London, 2. Oktober (DNB. Funkspruch). Marinemitarbeiter des „Daily Telegraph" meldet, daß in amtlichen Kreisen hinsichtlich der Flotten- Politik, die Großbritannien in unmittelbarer Zukunft betreiben soll, zwei verschiedene Ansichten vertreten würden. Die Frage sei, ob Großbritannien sofort feine Seemacht ordnen oder ob es bis zum Ablauf der Flottenverträge von Washington und London warten wolle. Die britische Regie- rung habe grundsätzlich ein umfassendes Programm Neubguten gebilligt. Die Einzelheiten hatten keine feste Gestalt angenommen, dies werde werkschast. _______________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber An« zeigen: Theobor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stern- brutferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. wehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ift Preisliste Nr. 3 vom 1. Ium 1935 gültig. Berlin, 1. Okt. (DNB.) Ministerpräsident Gom- bös verließ am Dienstag gegen 13.15 Uhr Berlin mit dem Flugzeug „Manfred von Richthofen . Zum Abschied hatte sich u. a. Reichsaußenminister F r e i - Herr von Neurath und der stellv. Chef des Protokolls von L e v e tz o w eingefunden. Mmi- „ p...- fterpräfibent Gömbös weilte seit gestern nachmittag weitere als Gast des preußischen Ministerpräsidenten in OSRAM 10» W !«<- durch mehr Licht, aber durch gutes, blendungsfreies Licht. Dein Kind wird es Dir tote SMS immer danken. Jede Mutter sollte darauf achten, daß die Kinder bei der Schularbeit, beim Lesen, bei Handarbeiten und auch beim Spiel ihren Augen den zu betrachtenden Gegenstand nie zu nahe bringen. Wenn sie es doch tun, fehlt meist genügende und gute Beleuchtung. Fehlt Licht, so kann dem, leicht abgeholfen werden, denn elektrisches Licht ist ja billig. Die neuen Osram-^-Lampen geben, je nach Größe, bis 20 % mehr Licht. Sie sind zu 40,60, 75 und 1OO Watt in allen Elektro-Fachgeschäften zu haben. Md Osram-^-Lampen zu besserem Luhtl ■Usiü> - c M p T? R I TN O 17 Senden Sie mir kosten- k 4 B .4.11 c h . r B- g OSRAM 5612D Am 29. September entschlief in Betzdorf unser lieber Alter Herr Bibliotheksdirektor i. R. Geh. Heirat Prof. Dr. Herman Haupt Ehrensenator der Universität Gießen. Gießen, den 2. Oktober 1935. Die G. B. Germania I A.: Karl Weigand J2c>- F.-V. Oer Bückeberg Kunst und Wissenschaft lerer wieder- Men [ Mietgesuche"| {Empfehlungen 2-4-Zimm | Vermietungen I . ^ioöeme, ' 14-ta-Wn. todne jonntge in n&hmaschine Oer deutsche Bauer beteiligt sich | am 6. Oktober am Erntedanktag I auf dem Bückeberg bei Hameln. I 9!och stehen mir unter dem gewaltigen Eindruck des Reichsparteitages — dem Fest unserer wiedererrungenen Wehrfreiheit. Und schon wieder rüstet sich das deutsche Volk zu einem großen Staatsakt — zu dem Erntedankfest auf dem Bückeberg, das unter dem Zeichen unserer N ähr frei - Helt stehen wird. Die große Erzeugungsschlacht unseres Bauerntums ist siegreich geschlagen worden. Unabhängig und in seinen wichtigsten Lebensbelangen gesichert, steht das neue Deutschland im Vollgefühl seiner Kraft, um der Gottheit und dem von ihr geschenkten Führer für das Befreiungswerk zu danken. Mtiirpeiiide Vorstellungsring: Deutsche Bühne Beginn der Wintersvielzeit am 21. Oktober. Die Borstell. am 5. u. 7. Oft. find, noch nicht statt. Svrelplan: Montag, 21. Oft. Samstag,26.Ok. DerPrinzvonöomhurg So ist aus dem uralten und schlichten Erntedankfest unserer Bauern der große oolksumfassende Feiertag der Nation erstanden, der nun zum dritten Male auf dem Bückeberg seinen kul- kenhanfes mußte von den kranken geräumt werden. Erst in den Morgenstunden gelang es, des Feuers Herr zu werden. Der Einsatz fast aller Warschauer Feuerwehrzüge Hal ein Ueberspringen der Flammen auf die übrigen Gebäude der Universität und auf das Rochus-Krankenhaus verhindert. Die Deutfchlandreife polnischer Skudenlenführer. Die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft veranstaltete für die zum Abschluß ihrer Deutschlandreise in Berlin weilenden Vertreter der Polnischen Studentenliga einen Empfangsabend, auf dem Rkichsführer Feickert und Staatssekretär K u n i s ch die ausländischen Gäste begrüßten. Die polnischen Studentenführer haben nach Besichtigungen in Breslau und Dresden an einem fünftägigen deutsch-polnischen Gemeinschaftslager in Blankenburg (Thüringen) teilgenommen und dann Weimar, Nürnberg, München, Oberbayern und Wittenberg Besuche abgestattet. In Berlin sind nach einer Kranzniederlegung am Ehrenmal für die nächsten Tage Besichtigungen von Arbeitsdienstlagern und HJ.-Einrichtungen sowie ein Ausflug "ach Potsdam vorgesehen. Die polnischen Studentenführer sprechen sich höchst anerkennend über die Aufnahme durch ihre deutschen Kameraden aus. Die Höhepunkte der Reise bedeuteten für sie neben dem gemeinsamen Lagerleben mit ihren deutschen Kameraden der Besuch im Thüringischen Landes- rasseamt in Weimar und die Besichtigung der so- Hochfchulnachrlchlen. Infolge Erreichung der Altersgrenze wurden die folgenden ordentlichen Professoren von ihren amt- llchen Verpflichtungen entbunden: an der Univer- sttät Berlin Geheimer Hofrat Prof. Dr. O n ck e n (Neuere Geschichte), ferner Prof. Dr. Schöttler (Veterinärklinik), Prof. Dr. S ch r o e t e r (Chemie) unb Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Schumacher (Volkswirtschaftslehre); an der Universität Bonn Prof. Dr. Pflüger (Physik), Geheimer Regierungsrat Dr. Remy (Boden- und Pflanzenbaulehre) und Prof. Dr. Sobotta (Anatomie); an der Universität Breslau Professor D. Dr. S t e u ernagel (Altes Testament); an der Uni- versttat Frankfurt Prof. Dr. Schnaudigel Augenheilkunde) und Prof. Dr. zur Straßen (Zoologie); an der Universität Göttingen Prof. Dr. R l e ck e (Dermatologie) und Geheimer Justiz- rat Prof. Dr. Schoen (Oeffentliches Recht); an der Universität Hamburg Prof. Dr. Schott- ($!lncrce Medizin); an der Universität Munster Prof. Dr. Rosenfeld (Strafrecht) und PiDf. Dr. Schone (Klassische Philologie); an der Technischen Hochschule Berlin Prof. Dr.-Jna. P o l z l g (Hochbau); an der Technischen Hochschule m Braunschweig Prof. Dr. Stubbe (Baukunst). Anno 1284 Am Sage Johannis et Pauli War der 26. Junii Dorch einen Piper mit allerley Farwe beklebet Gewesen Kinder verledet Binen Hameln geborn To Calvarie bi ien Koppen verloren. Dor 651 Jahren war es, als die waffenfähige Jugend von Hameln in der furchtbaren Schlacht am D e ift e r von den Landsknechten des Mindener Bischofs niedergeschlagen wurde. Am frühen Morgen waren sie frohgemut mit einem flötespielenden, buntgekleideten Spielmann aus den Toren der Stadt gezogen, und schon am Abend färbte sich die deutsche Heimaterde rot von ihrem Blute. Reiche deutsche Muttererde, vollgesogen mit einer Flut vom Herzblut deiner besten Söhne — du bist in Wahrheit das Heilige Land der Deutschen. Die Märchen sind ein fließender Born, aus denen das heilige Vermächtnis der Vergangenheit hervorquillt. Hier ist es der um seinen Lohn geprellte Rattenfänger, der die geschichtlich erschlagene Jugend in der Sage als Kinder in die dunkle Bergestiefe verbannt. Aber nur verbannt sind sie im Schoße des Berges und warten auf den Tag ihrer Wiederkehr — auf die Zeit der Reife, wenn der Samen aus dem Herzblut deutscher Söhne aufbricht zu der letzten großen — zu der endlichen Befreiungstat. Die Sage ist in Erfüllung gegangen — Deutfchland ist frei! Der Berg hat sich aufgetan und die eingeschlossenen Hoffnungen freigegeben. In Deutschlands Größe und Einheit finden sie ihre volle Erfüllung. Jedes Jahr werden neue junge Geschlechter am Bückeberg antreten und den Treuschwur für Volk und Heimat ablegen. Geschlecht um Geschlecht. lannen- * MuiMch abAugeb. Bestell, erb. wir v. Vostk. DamplsägewerkLollar B.NuhnA.G.,Lollar. Geige sehr gut erhalten, preiswert zu verkaufen. Schriftl. Angebote unter 5594V a.d. Gieß. Anzeiger erbet. Das Warschauer Zoologische Museum eingeäschert. Auf dem Grundstück der Warschauer Universität brach Feuer aus, das in kurzer Zeit großen Umfang annahm. Das. Gebäude des Zoologischen Museums, das eine Fülle außerordentlich wertvoller Sammlungen und viele Präparate enthält, ist fast völlig ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer, das vermutlich in der Trocknerei ausgebrochen ist, in der sich etwa 30000 Tierhäute befanden, fand reiche Nahrung an den holzgestellen, Regalen, Tischen, Schränken ufw. Als die Flammen den Dachboden erreichten, explodierten die zahllosen Spiritnsgesäße mit Präparaten. 3n dem neben dem brennenden Zoologischen Museum gelegenen Rochus-Krankenhaus entstand unter den Kranken e i n e p a n i k, da sie unmittelbar vor ihrem Fenster gewaltige Flammen empor- schlagen sahen. Eine Reihe von Sälen des Kran- ■Ruft* ? 6l'O(4wbsM^ m kaufen gesucht. Samstag,2.Nov. Schr. Ang. unter Montag, 4. Noo. 04222 cm d.G.A. Cosi fan tutte Aus aller Wett. Tüchtiger Außenbeamter gegen Gehalt, Spesen und Provision von bedeutender Versiche- fofortgesucht. Auch Mchtmchleute, die eingear- beitet werden, sinden Berücksich- tlgung Eilangebote unter 5530D an den Gießener Anzeiger erbeten. Belgische Autohändler besuchen Rüsselsheim. 1 Die deutsche Automobilindustrie pflegt ihre Am, 1 landsoerbindungen besonders durch planmäßige Festigung des persönlichen Kontaktes mit ihren Händlern. Muß doch der Händler im Ausland nicht nur von dem Fabrikat, das er vertreibt, son. bern vok allem auch von dessen Heimatland üben ts gar nichts. Aber es war sehr traurig, daß N»? di- Gewißheit so weh tat, benn niemals hatte k baran Ät er könne sie..vielleicht einmal begehen. Behüte, ber Wnn,ch wäre chr über alle gefahren.^ bag chanbkösferchen beutenb: „Sie wollen schon nach Hause?" Sie nickte: „Ja, bas will ich. Er fragte kurz: „Mein Betragen hat Sie vertrieben, nicht wahr, Bettina?" Sie verneinte. „Wenn Sie mein Spiel störte, hatten Sie ja ein Recht fortzugehen, aber ich glaube Sie finb lieber mit Ihrer Familie allem unb zu Hause braucht man mich." Er sah sie forschenb an. Im Grunbe fühlen Sie sich also doch etwas gekränkt Bettina. Aber Sie haben allen Grunb ba- ,u doch ich fühlte mich außerstanbe noch länger bie Musik mitanzuhören." Er bämpfte bie Stimme. „Es oibt Dinge, ba kann man sich einfach nicht mehr msammennehmen, ba überwältigt einen bie Stirn- mung und man verliert die Haltung. Ihre Augen blickten ihn groß an. Schone Auaen waren es, aber es waren nicht bie schonen 2Iuaen Wally Walbs, bie ein jäher Tod für immer zugedrückt. Flüchtig dachte er an Bettinas Errö- ten als Großmama Jutta zu ihr gesagt: So viel wir wissen, ist dein Herz noch frei. Er dachte sollte das Mädel vielleicht in mich verliebt sein, will ich sie gleich kurieren, er wollte nicht; zu sein. Das deutsche Volk besitze nunmehr eine neue Gemeindeordnung. Das Gemeinwohl stehe über dem Einzelschicksal. Auf dem Boden des neuen Gemeinde-Grundgesetzes werde ein neuer Geist und ein neues Ziel aufgebaut. Richtunggebend für Alles, was geschehe, sei der Führer und die Partei. Eine ungeheure Verantwortung bei der Vergebung von Stellen, bet der Berufung von Gepieinderäten trage der Beauftragte der Partei. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Kreisleiter über die Rechte und Pflichten der Gemeiyderäte, deren keiner der Jnteressenvertreter irgendeines Standes fein dürfe. Alles Persönliche und Kleinliche müsse ausscheiden. „Gemeinnutz geht vor Eiaennutz" müsse stets die Losuna sein. Nicht das „Verdienen", sondern das „Dienern' sei wichtig. Alsdann nahm der Kreisleiter einzeln die Berufung der neuen Gemeinderäte vor und überreichte ihnen unter Handschlag die entsprechenden Berufungsurkunden. Zum Abschluß mahnte er zu treuer Pflichterfüllung im Geiste des Wortes: „Nicht für mich, alles für mein Volk!" Ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg-Heil auf den Führer, die beiden deutschen Nationalhymnen und der Badenweiler Marsch beschlossen die gewaltige und eindrucksvolle Kundgebung. Die 36jährige M. B. in Großen-Buseck schüttete am 23. unb 27. Juni, um ihren Nachbarn zu schikanieren, Lysolmischuna in ihren Hof, bespritzte hierbei besten Haus, so oaß Lysolmischung auch in ein Fenster bes Nachbarhauses gelangte. Mit Strafbefehl wurde sie in Geldstrafen von 20 Mark unb 20 Mark, hilfsweise 4 unb 4 Tage Haft, genommen. wogegen sie Einspruch einlegte. In ber gestrigen Hauptoerhanblung ermäßigte bas Gericht die Gelbstrafe auf insgesamt 30 Mark, bie im Nicht- einbrinHungsfalle mit 6 Tagen Haft zu verbüßen ist, ba im zweiten Falle bie Angeklagte die Lysolmischung erst nach 23 Uhr in ben Hof schüttete unb hierin erheblicher Unfug nicht erblickt werben konnte. Die Kosten bes Verfahrens würben ber Angeklagten auferlegt. Bettina konnte sogar lächeln, als sie erklärte: Ich will wieber nach Hause gehen, Frau Gräfin, unb gleich, sonst wirb es Abend." „ „Der Kutscher soll bich fahren, Bettina. Die wehrte lebhaft ab. , Bitte, nein, ich möchte lieber zu Fuß nach Hause gehen. Ich freue mich barauf, es wirb mir gut tun. Das Wetter ist herrlich und der werte Spaziergang wird mir wirklich gut tun. Ich hole mir rasch mein Handköfferchen von oben unb trolle mich ganz still unb heimlich. .. „Du bist ein ganz famoser Kerl! lobte die Gräfin unb bachte, sie hätte nichts dagegen gehabt, wenn Hans so sehr Gefallen an Bettina gesunden, r°ß -r fie ur tzrau begehrt hätte. Aber daran dachte der nicht, die grauen bie ihm ge telen, mufc- ten wohl von ganz anderer Art sem, als eine Bet- *in(5r$iette das Blendende, ins Auge Fallende, und er hatte einmal geäußert, wenn er einmal heirate, könne es sich nur um eine ungewöhnliche Schönheit handeln. . .... ~ Bettina erhob sich. „Nehmen Sie Dank für alle Güte und Freundlichkeit, Frau Gräfin, ich verschwinde lautlos, aber ich möchte, es soll mich niemand für unhöflich halten, weil ich ohne Gruß fortgegangen." . Ich werde das schon in Ordnung bringen, Bettina," versprach Jutta Syden und begleitete Bettina bis zur Tür. 9. Kapitel. Nicht zuviel Mitleid, nicht zuviel Liebe. ber letzte Veteran von 1870/71. — Am Mittwoch, 2. Oktober, können ber Lanbwirt Heinr. Mootz IX., Bismarckstraße, unb Frau Margarethe, geb Wagenbach, bas Fest berSilbernenHochzeit feiern. -j- Wirberg, 30. Sept. Die evangelischen Frauenhilfen von G ö b e l n r o b unb 9t e t n- harbshain machten gestern, am letzten Sep- temberfonntag, einen Ausflug. Um 8 Uhr ging es unter Beteiligung von 39 Frauen über Winnerob, Reiskirchen, Staufenberg nach Marburg. Dort „Ich gönne bich feinem hier auf Erben, Du barfft nicht bas Weib bes anderen werden. Laß ihn und die Mutter unb schau nicht zurück. Wir beibe fliehen ins seligste Glück!" Er neigte ben Kopf. „Ja, bas fangen Sie unb bas riß meine Wunden wieber auf. Deshalb lief ich bavon." Sie fühlte jetzt nur noch Erbarmen, nur. noch bas, ganz klein unb wunschlos schob sich ihre Liebe beiseite. Sie sah ihn mit warmem Blick an. „Schabe, baß Ihnen fein Mensch Helsen kann, Hans. Hätte ich geahnt, ich würbe Ihnen weh tun, wäre ich bestimmt nicht gekommen." Ganz bemütig war ihre Haltung, es ärgerte ihn fast. Er lachte kurz. „Nun, entschulbigen brauchen Sie sich wirklich nicht, Bettina, was können Sie bafür, baß es schöne Mädchen, große Liebe unb Unheil auf ber Welt gibt. Aber ich gebe Ihnen ben guten Rat, verlieben Sie sich einmal glücklicher als ich, unb bann bitte ich Sie, bewahren Sie mein Geheimnis gut. Jetzt aber möchte ich Kehrt machen, bie Großmamas unb bas Schwesterchen finb vielleicht schon in Sorge um mich." Er reichte ihr bas Köfferchen, vergaß es aber, ihr zum Abschieb bie Hand zu geben und lief einfach davon, wie er heute bei ihrem Gesang aus bem Zimmer gelaufen war. Sie schaute ihm nicht nach. Sie hätte ihn auch wohl kaum sehen können vor Tränen. Und dann stand er plötzlich wieder vor ihr, fragte leise, fast sanft: „Warum meinen Sie, Bettina?" Sie brachte feine Antwort über bie Lippen. Er lächelte. „Kleines Mädelchen muß meinen, weil ein selbstsüchtiger Kerl wie ich nicht behalten durfte, was er einem anderen Menschen widerrechtlich fortgenommen." Er schüttelte heftig ben Kopf. „Nicht zuviel Mitleib für mich sollten Sie haben unb nicht zu viel Liebe, .Bettina, für feins von beiben würbe ich Ihnen befonberen Danf missen." Er roanbte roieber ben Schritt unb biesmal sah Bettina seiner hohen Gestalt nach. Solange bis sie ihren Blicken entschmand. Nicht ein einziges Mal schaute der Mann zurück. Langsam ging 'Bettina roeiter. Wie harte Hammerschläge mar fein letzter Satz auf sie niedergesaust: Nicht zu viel Mitleid für mich sollen Sie haben und nicht zu viel Liebe, für feins von beiden mürbe ich Ihnen befonberen Danf missen! Unter ben harten Worten bieses Satzes waren ihre Tränen jäh versiegt. Sie hatte verstanben, sie hatte klar unb beutlich verstauben. Hans Syben wußte um Ihre Siebe zu ihm, bie ihn störte unb er hatte sie möglichst kurz unb schroff abkühlen wollen. ' . (Fortsetzung folgt!) seines Glücks. , Bettina atmete beklommen. Wie weh ihr Hans Sybens Vertrauen tat! Dennoch brach Mitleib in ihr burch, Mitleib, bas immer stärker würbe, bas langsam anwuchs zu großem Erbarmen. Er schloß: „Nun können Sie sich vielleicht an» nähernb vorstellen, Bettina, wie mir zumute war, als Sie fangen —" Er besann sich vergebens, er fand ben Text nicht, ben er boch vorhin noch gewußt. Sie half ihm, sagte leise; Aus Anlaß Ihrer am heutigen Tage vollendeten i 51jährigen Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuer- l wehr Grünberg spreche ich Ihnen meine herzlichsten t Glückwünsche unb zugleich meine besonbere Auer- i kennung für bie treuen Dienste aus, bie Sie mit i vorbildlichem Pflichtbewußtsein und in hingehender < Arbeit für das Gemeinwohl geleistet haben. Mit deutschem Gruß! (gez.) Adolf Hitler. An Herrn Anton K r e u d e r, Signalist ber Freiwilligen Feuerwehr Grünberg in Grünberg (Hessen). (Einführung der neuen zweiten Beigeordneten und Gemeinderäte imKreise Schotten. x Schotten, 29. Sept. Der Kreisleiter des Kreises Schotten der NSDAP. Pg. Krornm hatte, um die feierliche Einführung der in allen Gemeinden des Kreises Schotten neu berufenen zweiten Beigeordneten und Gemeinderäte vorzunehmen, alle Bürgermeister, alle ersten und zweiten Beigeordneten sowie alle Ortsgruppenleiter unb ©emeinberäte — insgesamt etwa 500 Personen — zu einer gemeinsamen Feier in bie Schottener Turnhalle eingelaben. Die Beamtenschaft bes Kreisamtes sowie verschiedene gelabene Gäste nahmen teil. Die Saal war festlich geschmückt. Die Teilnehmer waren im braunen Ehrenfleibe ober im ipmklen Anzug erschienen. Feierliche Stille lag über ber Versammlung, als zur roürbigen Einleitung bas Largo von Hänbel erklang. Worte bes Führers vom Nürnberger Reichspartei, tag ber Freiheit (roiebergegeben von Pg. Steinhauer), sowie zwei Lieber „Deutschlanb,, bu darfst nicht untergehen" und „Deutschland, blüh' auf" (in Interpretationen von Franz Völker) folgten. Mit treffenden Worten begrüßte sodann Regie- rungsfat Dr. Krüger vom Kreisamt das „Führer- Korps" im Kreise Schotten. Führerprinzip und Selbstverwaltung seien, so führte er u. a. aus, im neuen Staate auf das glücklichste vereint. Dienstbereitschaft für Volk und Staat, Treue, Tatkraft, 93er. antwortungsfreudigkeit, diese Eigenschaften müsse jeder Führer in besonderem Maße in sich vereinigen. Jeder müsse nach dem Grundsatz handeln: „Gemein- nutz geht vor Eigennutz". — An die neuen zweiten Beigeordneten richtete Regierungsrat Dr. Kruger mahnende Worte und forderte sie dazu auf, sich im- Gange. Die Ernte fällt besser aus, als der Bauer zu hoffen wagte. Die Zwetfchen erbrachten gute Preise. Für den Zentner wurden bis zu zehn Mark bezahlt. Auch Aepfel unb Birnen würben gut bezahlt. . oo Eberstabt, 1. Okt. Die Kartoffel- ernte ist in unserer Gemarkung in vollem Gange. Bei den Speisekartoffeln ist der Ertrag gegenüber dem Vorjahre geringer. Die weniger empfindlichen Futterkartoffelsorten liefern eine Mittelernte. Da in unserer Gemeinde fast jeder Bauer eine Kartoffelrodemaschine besitzt, wird nur noch selten gehackt. Futterrüben und Kraut haben sich tn der letzten Zeit dank der Niederschläge üppig entwickelt und versprechen einen guten Ertrag. # Muschenheim, 1. Oft. Die hiesige Kne- gerkameradschaft hielt auf dem neuerbauten Schiehstcmd ein Preisschießen ab. Bei reger Beteiligung wurden gute Ergebnisse erzielt. Kreis Bübingen. * Ober-Widdersheim, 1. Oft. Der etwa 36Jahre alte Schießmeister Karl Gambach von hier erlitt bei feiner Arbeit im Steinbruch einen schweren Unfall. Der bedauernswerte Mann zag sich einen Schädelbruch zu und mußte in die Chirurgische Klinif nach Gießen gebracht werden. Autobahn Darmstadt - Mannheim - Heidelberg ab 3 Oktober frei. LPD. Fr an f f ur t a. M., I.Oft. Die Oberste Bauleitung der Reichsautobahn gibt bekannt, daß am Donnerstag, 3. Oktober 1935, ab 11 Uhr, bie jReichsautobahn st recke Darrnftabt - scheu nunmehr seinen Abschluß ge-1 Mannheim — Heibelberg an sämtlichen An- Kartoffelernte ist in vollem I schlußstellen bem Verkehr übergeben roirb. Auszeichnung eines Grünberger Feuerwehrmannes durch den Führer. + Grünberg, 1. Okt. Am 1. Oktober erhielt Stabtbiener i. R. Anton Äreuber, ber viele Jahre als Signalist bei ber Freiwilligen Feuerwehr tätig war, folgendes eigenhändig unterzeichnetes Schreiben aus der Kanzlei des Führers unb Reichskanzlers: Der Führer unb Reichskanzler. Berlin, ben 1. Oktober 1935. Sehr geehrter Herr Kreuber! 3wiWlnloMM Roman von Anny von panhuyö Urheberrechtsschutz Aufwärts-Derlag G. m. b. H., Berlin SW 68. Strafbefehl erkannten Strafe unter Auferlegung der Kosten. Der 24 Jahre alte F. H. in Alten-Buseck erhielt durch Strafbefehle bes Amtsgerichts Gießen wegen unbefugten Weidenlassens einer Schafherde Geldstrafen von insgesamt 25 Mark, evtl. 5 Tage Haft, auferlegt. Außerdem wurde eine Schadensersatzleistung von 20 Mark gegen ihn ausgesprochen. Das Gericht ermäßigte in ber geftriaen Hauvtverhanblung, bie auf seinen Einspruch hin ftattfanb, bie Gelbstrafen auf insgesamt 15 Mark, evtl, drei Tage Haft; ben Schabenersatz auf 2 Mark. Es würbe festgestellt, baß ber burch bas Weiben der Schafe angerichtete Schaben kein höherer war, sowie baß ihm ein Fall bes Weibenlassens nicht LLchgewiesen werben konnte. bem man nicht seine helle Freube haben konnte. Wenn ba einer plötzlich in unheimlich scharfem Enbspurt seinen Kameraden wie ber Winb baoon- eilte, ober rooanbers wieber bie Weitspringer in hoheyr, elanvollem Bogen burch bie Luft sausten, ba mußten auch bie Augen eines Anti-Sportlers in freubiger Zustimmung aufblitzen. In allen Lauf-, Wurf-, Stoß- unb Sprungkonkurrenzen waren bie Leistungen vortrefflich. Auch ein Handballspiel, ausgetragen zwischen Polizei Mainz unb einer HI.- Mannschaft bes Bannes 117 (Mainz), wußte zu gefallen; es enbete 3:1 zugunsten ber HI. Zum Schluffe noch einmal stürmisches Hanbe- klatschen: Die Motor-HI. rüstete sich zur tempobeschwingten Motorrab - Hinbernisfahrt Frankfurt— Wiesbaben. In manchmal halsbrecherischer Fahrt bonnerten bie Motore über ben Platz, unb als es bann galt, in voller Fahrt einen kleinen bunten Ballon von hohem Maste herabzuschießen, ba spen- bete bie Menge riesigen Beifall. Dieser Vorführung voraufgegangen war ber weniger geräuschvolle Start eines Segelflugzeuges, bas in gewohnter Weise an zwei Seilen hochgeschnellt würbe, eine kurze Strecke flog unb bann roieber glatt lanbete. Zu einem Akt von ganz besonderer Eindringlichkeit gestaltete sich die den Tag beschließende Siegerehrung. Gauleiter Sprenger ergriff das Wort zu einer kurzen Rede. Gebietsführer Potthoff dankte dem Gauleiter anschließend für feinen Besuch und sein Interesse an den Darbietungen. Dann schritt man zur Preisverteilung, wobei es dem Mainzer Bann 117 vorbehalten war, den Ehrenpreis des Reichs st atthalters für die beste Mannschaftsleistung in Form einer Führerbüste unter dem tosenden Beifall der Zuschauer unb ber jungen Kämpfer in Empfang zu nehmen. (Bauleiter Sprenger brückte jebem ber erfolgreichen Athleten persönlich bie Hanb. Sie schlafen schlecht? .. auf Kaffee Hag umstellen 1 S.Jl.-tfpoTi Reit- und Kahrturnier in Gießen. Der Verkehrsoerein Gießen, die Reiterstandarte 147 Gießen und der SA.-Reitersturm 6/147 Gießen veranstalten am Samstag, 12. Oktober, und am Sonntag, 13. Oktober, ein großes Reit- und Fahr- turnier. Die Beranstaltung bringt eine Reihe interessanter und zum Teil schwieriger Wettbewerbe. Das Programm sieht folgende Prüfungen vor: Eine Vielseitigkeitsprüfung, offen für Angehörige der Wehrmacht, SA., SS., 5)3., sowie für die Reit- und Fahrvereine. Die Prüfung besteht aus einem Geländeritt, einer Dressurprüfung und einem Jagdspringen. Das Programm sieht ferner eine Dressurprüfung der Klasse L und rtn Jagdspringen der Klasse L vor. Bei einem Schaufahren wird Gelegenheit gegeben sein, Ein-, Zwei- und Mehrspänner vorgeführt zu sehen. Das Schaufahren ist offen für die Wehrmacht, für SA., SS., HI. und die Reit- und Fahrvereine. Für die gleichen Gruppen ist auch das Gruppenspringen (je drei Reiter) offen. Eine Kinder-Reitprüfung wird voraussichtlich Kinder bis zu und über 12 Jahren im Wettbewerb sehen. Reben einem Abteilungs- reiten als weiteren Wettbewerb find auch Schaunummern vorgesehen. Für verschiedene Wettbewerbe finden Vorprüfungen bereits am Samstag statt. Nennungsschluß-Termin ist der 7. Oktober. Am Samstagabend treffen sich die Reiter kameradschaftlich und zwanglos im Frankfurter Hof. Kußball-Ergebniffe der Bezirksklaffe. Auch dieser der vergangene Spielsonntag ging nicht ohne Ueberraschungen ab und zeigte, daß innerhalb der Gruppe die Spielstarke der einzelnen Mannschaften fast die gleiche ist. Wetzlar ließ sich auf eigenem Platze von den Raunheimern, die in ihrer augenblicklichen Form die spielstarkste Mannschaft der Gruppe sind, mit 3:1 nach einem sehr harten Kampfe schlagen. 1900 Gießen konnte trotz überlegenem Spiel in der zweiten Halbzeit den 3.^0-Vorsprung des Gastgebers nicht ausholen und mußte die Punkte mit 3:2 Toren in Bissenberg lassen. Sinn schlug die Steinberger mit 6:1 Toren auch in dieser Höhe verdient. Die Steinberger Mannschaft befindet sich zur Zeit in einer Krise. Niedergirmes wurde eindeutig in Frohnhausen mit 3:0 geschlagen. Der VsB.-R Gießen stieß bei den Dillenburgern auf energischen Widerstand und hätte ohne ihre Hintermannschaft wohl kaum mit 3:1 Toren das bessere Ende für sich behauptet. , KCTeutonia" Watzenborn-Steinberg Im Pflichtspiel stand die 1. Schülermannschaft der gleichen der Spielvereinigung 1900 Gießen gegenüber. 1:1 lautete das Ergebnis. Die erste Mannschaft der Teutonen fuhr nach Sinn und hatte einen schwarzen Tag. Nichts wollte klappen. Jeder Mannschaftsteil ließ zu wünschen übrig, und dies hauptsächlich in der zweiten Halbzeit, als Sinn zu einem dritten, recht billigen Tor kam. Schiri Zitz er, Gießen, leitete überaus sicher. Auf eigenem Platz spielte die Jugendmannschaft gegen die Jugend von Leihgestern. Hier sah man nur etwa die ersten 20 Minuten entsprechende Leistungen der Einheimischen. Mit 4:1 Toren mußten sie sich denn auch verdient geschlagen bekennen. Die Ehre des Tages rettete die 2. Mannschaft, die anschließend gegen die 3. her Spielvereinigung Gießen um die Punkte kämpfte. Nach spannendem Kampf blieben die Einheimischechn zwar knapper, aber verdienter Sieger. Mit 2:1 für Watzenborn- Steinberg fiel das Resultat sehr niedrig aus, doch war die einheimische Mannschaft meist tonangebend. Zu allem Ueberfluß wurde noch ein Elfmeterball verschossen und von den von der Platzmannschaft geschossenen 20 Eckbällen wurde ebenfalls nicht einer verwandelt.Eckenverhältnis 20:3 für die Platzmannschaft. Schiedsrichter Holzappel war sehr gut. Kußball der Kreisklaffen. 1. Kreisklasse: Rodheim — 1900 II 1:1; Grünberg — BfB.-R. II 1:0; Heuchelheim — Lollar 4:5; Großen-Buseck — Leihgestern 2:0; Burgsolms gegen Spfr. Wetzlar 2:2; Oberbiel — Philippstein 10:2; Steindorf — Leun 1:4; Ulm — Wetzlar II, Wetzlar nicht angetreten; Albshausen — Stockhausen ausgefallen; Werdors — Holzhausen 1:0; Nauborn — Ehringshausen 2:3; Aßlar — Hermannstein 7:1. 2. Kreisklasse: Steinbach — Garbenteich 3:4; Lich — Großen-Linden 5:3; Grüningen gegen Lich II 8:2; Steinberg II — 1900 III 2:1; DsB.- Reichsbahn III — Allendorf (Lahn) 1:2; Wißmar gegen Alten-Buseck 2:2; Launsbach — Vetzberg 3:4; Krofdorf — Tv. 1846 Gießen 7:2; Heuchelheim II — Lollar II 3:2; Geilshausen — Grünberg II 8:0; Großen-Buseck II — Treis 1:8; Lollar III — Saubringen 1:3; Naunheim II — Spfr. Wetzlar II 3:1; Wetzlar III — Waldgirmes 3:2. VfB. Krofdorf-Gleiberg. Krofdorf-Gleiberg I — Tv. 1846 Gießen I 7:2 (3:1). Nach diesem Sviel zu urteilen, scheint Krofdorf- Gleiberg endlich seine Krise überwunden zu haben. Ein schwacher Punkt war in der Elf nicht festzustellen. Der Sturm war in Hochform, es wurde gut kombiniert und aus allen Lagen geschossen. In der ersten Viertelstunde sah es allerdings noch nicht nach einem Siege des Gastgebers aus, Gießen war andauernd überlegen und konnte auch das Führungstor erzielen. Nachdem aber der Mittelstürmer von Krofdorf den Ausgleich erzielte, klappte es wie am Schnürchen, fo daß der hohe Sieg gerechtfertigt ist. Gießen versuchte wohl beim Halbzeitstand von 1:3 seine Mannschaft durch Umstellen zu verbessern, welches sich aber doch als ein Fehlgriff zeigte. Sportverein 1920 Lollar. Lollar III — Saubringen I 1:3. Lollar 1. Jugend — 1900 Gießen 1. Jugend 2:3. Alten-Buseck 1. Schüler — Lollar 1. Schüler 0:1. Am Sonntag kämpften die Mannschaften des Sportvereins 1920 Lollar mit wechselndem Erfolge. Die 1. Mannschaft traf in Heuchelheim auf den erwarteten starken Gegner, konnte aber einen knappen Sieg erringen. Die 2. Mannschaft, die stark ersatzgeschwächt ebenfalls in Heuchelheim antreten mußte, verlor durch ein Eigentor knapp mit 3:2 Toren. Die 3. Mannschaft leistete der 1. Elf von Daub- ringen den stärksten Widerstand. Die Gästeelf konnte froh fein, am Ende als knapper Sieger (1:3) das Feld verlassen zu können. Die 1. Jugend hielt sich auf eigenem Platze überraschend gut gegen die als sehr spielstark bekannte erste Jugend der Spielvereinigung 1900 Gießen. 2:3 lautete das Ergebnis für Gießen. Die Schüler-Elf, die ursprünglich auch gegen 1900 Gießen auf eigenem Platze spielen sollte, wurde noch im letzten Augenblick einer anderen Gruppe zugeteilt. Sie mußte demgemäß in Alten- Buseck antreten, gewann aber trotzdem mit 1:0 Toren. Sportverein 1920 Heuchelheim. Bei den Spielen am vergangenen Sonntag schnitten die Mannschaften des SV. 1920 Heuchelheim sehr ungünstig ab. Die zweite Jugend kehrte aus Wißmar mit einer 5:1-Niederlage zurück, die an sich nicht überrascht. Die Heuchelheimer sind in ihrer Gruppe bei weitem die körperlich schwächste Mannschaft, der es außerdem noch an der nötigen Spielerfahrung fehlt. Die erste Jugend unterlag der gleichen vom VfB.- Reichsbahn Gießen mit 3:1. Bei Halbzeit führten die Heuchelheimer noch mit 1:0. Die zweite Mannschaft überraschte nach der angenehmen Seite. Sie siegte gegen die gleiche von Lollar nach hartem Kampf mit 3:2 Toren. Heuchelheim I — Lollar I 4:5. Der Hauptkampf des Tages endete mit einem Siege der Gäste. Daß dieser mit 5:4 ziemlich knapp ausfiel, war das Verdienst der stark ersatzgeschwächten, mit letztem Einsatz kämpfenden Heuchelheimer. Schon kurz nach Beginn führte Lollar 3:0, und erst zehn Minuten vor Halbzeit konnte Heuchelheim auf 3:2 herankommen. Lollar mußte bis zur Pause stark verteidigen, um den Ausgleich zu verhindern. Nach Wiederbeginn setzte sich das bessere Zusammenspiel der Lollarer erfolgreich durch. 5:2 hieß es bis wenige Minuten vor Schluß, als Heuchelheim im Endspurt noch zwei Tore aufholen konnte. Zum Ausgleich langte es allerdings nicht mehr. Die Lollarer hatten den Sieg dank der besseren Technik und besonders durch das ausgezeichnete Zusammenspiel verdient gewonnen. Heuchelheim kann mit dem Resultat mehr als zufrieden sein. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Spielvereinigung 1900 Gießen II 1:1 (0:0). Beide Mannschaften trafen sich in Rodheim zum Verbandsspiel. 1900 hatte nur 10 Mann zur Stelle. Rodheim zog sofort mächtig los und vermochte auch bald aus dem Gedränge heraus ein Tor zu schießen. Der Schiedsrichter entschied jedoch anders. Der Kampf wurde in der Folge härter. Heftig wurde um den Ball gekämpft. Jedoch kam keine Partei zu Erfolgen. Nach der Pause verschärfte die Platzmannschaft das Tempo und konnte schon in der ersten Minute erfolgreich sein. Die Rodheimer drehten nun mächtig auf. 1900 hatte alle Hände voll zu tun. Glückliche Abwehr verhinderte weitere Torerfolge der Gastgeber. Die Gäste machten sich bann vorübergehend frei und vermochten durch einen Fehler der einheimischen Hintermannschaft einen Treffer zu erzielen. Bei dem Unentschieden blieb es bis zum Schluß des rassigen Kampfes. Vorher spielten die Jugendmannschaften von Rodheim und Fellingshausen. Rodheim, technisch besser, brachte den Gästen mit 7:0 eine empfindliche Niederlage bei. Kußball im Tv. Launsbach. * Launsbach I — Vetzberg I 3:5 (1:3). Am vorigen Sonntag war die Vetzberger Elf in Launsbach zu Gast. Schon in den ersten zehn Minuten konnten die Platzbesitzer überraschend in Führung gehen, aber die Vetzberger Elf zeigte, daß sie auch zu spielen versteht. Durch gutes Zusammenspiel konnten die Gäste nach wenigen Minuten den Ausgleich erzielen. Ein Elfmeter wurde von dem guten Tormann der Vetzberger gehalten. Gleich zu Anfang der zweiten Spielhälfte zeigten beide Mannschaften ihr Können, aber die Gäste waren schneller und alsbald mußte der Tormann trotz aller Bemühungen zum vierten Male den Ball aus dem Netz holen. Zwar konnten die Platzbesitzer noch zwei weitere Tore erzielen, kurz vor Schluß erhöhte aber der Rechtsaußen der Vetzberger auf 5:3. Kußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Der vergangene Sonntag brachte der Jugendmannschaft gegen die gleiche von Launsbach den erwarteten ersten Sieg. Dieser fiel mit 3:1 Toren (Halbzeit 2:1) wohl recht knapp aus, war aber verdient. Die erste Hälfte des Spieles verlief ziemlich ausgeglichen, trotzdem war hier schon die Gästemannschaft die technisch bessere Elf. Nach dem Wechsel wurde die Ueberlegenheit der Gäste noch stärker. Kegelwettkampf Launsbach - Wißmar Arn Sonntag traten der Kegelklub „Gut Holz" Launsbach mit dem Kegelklub „Bahnfrei" Wißmar auf der Kegelbahn des Gastwirts Wilhelm Bittendorf zu Wißmar zu einem Klubkampfkegeln zusammen. Jede Mannschaft stellte zu diesem Kampfe zehn Kegler, deren jeder 20 Kugeln zu werfen hatte. Als Sieger ging die Mannschaft des Kegelklubs „Bahnfrei" Wißmar mit insgesamt 1243 Kegeln hervor, Launsbach unterlag mit 1218 Kegeln. Der beste Einzelkegler der Launsbacher war Otto Pfeiffer- Launsbach mit 141 Kegeln, der Beste von Wißmar war Hermann Mandler mit 139 Kegel. Am Schluß dankte der Vereinsführer H. Todt- Wißmar dem Kegelklub „Gut Holz" Launsbach für das Zustandekommen dieses Kampfes und sprach die Hoffnung aus, daß derartige Veranstaltungen noch öfters ftattfinben möchten. Wieder ein Mercedes-Sieg in Argentinien. In Tucaman, etwa taufend Kilometer nordwestlich von Buenos-Aires, fand am Sonntag ein Auto- rennen über 200 Meilen statt, dem etwa 50 000 Zuschauer beiwohnten. Trotz stärkster Konkurrenz gewann der Fahrer Karl Zatuszek auf Mercedes- Benz, der während des ganzen über 58 Runden führenden Rennens führte und die Spitze bis zum Schluß nicht mehr abgab. Kurze Sportnotizen. 24 0 Teilnehmer wurden für das Feldberg- rennen im Taunus eingeschrieben, das am 6. Oft. als letzte deutsche Motorsportveranstaltung abge» halten wird und in der Wagenklasse letzter Lauf zu der bereits von Hans Stuck gewonnenen Berg- meisterschaft ist. Auch in diesem Jahre wird es wieder zu einem Duell der beiden besten deutschen Tennis« spieler der Amateure und Berufsspieler, Gottfried von Cramm und Hans N ü ß l e i n , kommen und zwar im Rahmen eines am 16. Oktober in Berlin beginnenden Kursus der deutschen Davis« pokalspieler, zu dem Nüßlein und Tilden als Lehrer verpflichtet wurden. Einen deutschen Handballsieg gab es am Samstag im ersten Spiel der Polenreise. Die aus Berliner und Breslauer Spielern gestellte Mannschaft gewann in Krakau gegen eine einheimische Stadtmannschaft verdient mit 14:2 (6:1) Toren. Am Vormittag legte der Führer der deutschen Handballsportler, Brigadeführer Herrmann, am Grabe des Marschalls Pilsudski einen Kranz nieder. Einen Weltrekord im Kugel st oßen erzielte in Budapest der bekannte ungarische Wurfathlet Dr. Daranyi. Der Ungar verbesserte den von dem Amerikaner Torrance gehaltenen Weltrekord im beidarmigen Stoßen auf 29,46 Meter (rechts 15,77, links 13,69 Meter). Mit 15,77 Meter erzielte Daranyi gleichzeitig einen neuen ungarischen Landesrekord. Tennismeister der Wehrmacht wurde erwartungsgemäß wieder Oblt. Pachaly, der im Endspiel den Grenadier Bergholtz mit 7:5, 6:3, 3:6, 6:3 besiegte. Im Doppel unterlagen die Titelverteidiger Oblt. Pachaly-Major Burghard 4:6, 5:7 Oblt. v. Tippelskirch-Kraftfahrer Ühl, die damit neue Titelhalter wurden. In Düsseldorf gelangte vor 7000 Zuschauern ein international besetztes Leichtathletik-Sportfest zur Durchführung. Doppelsieger über 100 und 200 Meter wurde der Holländer O s e n d a r p , der Borchmeyer bzw. Hornberger hinter sich ließ. Ueber 800 Meter schlug der Stuttgarter Fink den Finnen Mikkeli mit der ausgezeichneten Zeit von 1:57,8 Minuten. Die GaueWestfalen undNiederrhein trugen am Sonntag zwei Fußballkämpfe miteinander aus. In Gelsenkirchen schlug vor 40 000 Zuschauern die Schalke-Elf, die den Gau Westfalen vertrat, die „Nationalmannschaft vom Ninderrhein" mit 4:2 (2:2) Toren und in Düsseldorf trennten sich die zweiten Garnituren mit 1:1 (1:0). Rundfunkprogramm. Donnerstag, 3. Oktober. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30t Musik am Morgen. In Ber Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. Volkssingen. Chor: RJF.-Rundfunkspielschar. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werktag. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Kon« zert. Kompositionen für Violine und Klavier. 16.30: „Hundert Jahre Eisenbahnfähren". Plauderei von F. Schneider. 16.45: Friedrich Lienhard zum 70. Geburtstag. 17: Nachmittagskonzert der Dresdner Philharmonie. 18.30: Das aktuelle Buch. 18.35: Büffeljagd in Abessinien. Aus dem Buch „Abessinien" von Graf Ludwig Huyn — Ludwig Kalmer. 18.45: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde (I). Text: Dr. Paul Neumair. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Ende gut — alles gut. Schlußszenen aus modernen und klassischen Operetten. Verbindender Text: Irmgard Zehner. 21.30: Kammermusik für Violincello und Klavier. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebe« zirk. 22.20: Weltpolitischer Monatsbericht von Karl Haushofer. Wer seine Handwerkerrechnungen sofort bezahlt, hilft beim Aufbau! Neichsstand des Deutschen Handwerks. Handwerkskammer Kreishandwerkerschaft Darmstadt Gießen. 5478 V KNEIPP-BEWEGUNG tHiiÄiilelitalItt UokortenbeiUM SO Pf. Br.erb.lo3s mit Ausweis 1 WMeMW am Donnerstag, dem 3. Oktober 1935, abends 8.15 Uhr im Hotel Schütz Vauwirtring AG., Bremen Eigenheim-Schau, Dietzen Marktplatz 8 5529 V „Aquastrella“-Fertigmäntel führen nur erstrangige Fachgeschäfte tooeD In Gießen: Jfrever t ÄÄ? 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Burgstr.4 SUa Anzeigen-Attiengesellfchast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Q Gletzen / Schulftrratze Z 8«. | S Nr.230 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 2. Oktober 1935 str.i iuerit rtfest 1200 der lebet nnen :57,8 rer- top- Beins, jUft' ierz- fene eit - 561»0 fklä- ’ es Die Et, ein. 6:1) eut. nn, N 1? Met 3U nis. rieb ’nen ■ in IDis. hrer lein itein» >3u. faleit Hein" 1 sich M schrien 3 en urf. den Seit, eiet :eter chen 5.30/ hten. 'Yen. tische simk. - dem Nach- idjten Kon« 5.30: von Ge- -dner 18.35: Ibeffi- ilmer. e ffl. nzert. franf- 5 gUt. peret« 21.30: . 22: Me» . tat ■urbe • im 3:6. feer. 5:7 amil ern. Vkt. j’öe. ' du er9. Lunge deutsche Nation. - R Die Trommel gerührt Der Uiegerpimps Don Wilhelm Sieberi. Heber allem aber stand die Forderung: Ordnung und Zucht halten, genaues Ausfuhren der Befehle! Wir wußten: Was wir tun, tun wir als Deutsche, als Nationalsozialisten, die zu jeder Zeit, mit jeder Handlung Deutschland vertreten und propagieren. Der Tag, der mit der Blockflöte angekundigt wurde, begann mit Frühsport, bei dem Körper und Sinne gründlich geweckt wurden. Die Morgenfeier war der Ersatz für die Fahnenhissung und hatte zum Mittelpunkt die Tageslosung, die uns bei allem Tun begleiten sollte. Frische, deutsche Lieder waren der Anfang der Schulung, die uns zuerst durch die deutsche Landschaft führte. Daraufhin betrach eten wir uns den deutschen Menschen in der deutschen Landschaft und lasen dazu die Dichtungen von Hermann Löns. An keinem schöneren Ort hatten wir feine Schilderungen besser verstehen und Mitempfinden können als in der blühenden Herde, in der wir uns befanden. Der nahe Laubwald mit feinen Birken, der ferne hügelige, bewaldete Hon- zont ließ uns ganz vergessen,, daß mir m England waren. Man meinte, mitten auf einem Fleckchen Deutschland zu liegen, so schön war es. Nach dieser Betrachtung kamen wir zum Hauptthema: die Rasse. Wir wurden uns klar darüber daß wir die verschiedenen Rassen nicht darum kennenlernen, um sie nachher. abzuurteilen und ihren Wert zu messen. Nein, jeder Deutsche soll etwas wissen von der seelischen und körperlichen ursachtes Geräusch durch das Schweigen. Ein vereinzeltes Pfauenauge gaukelt dicht an seiner Rast vorbei, er denkt an dies und das, und schließlich fallen ihm langsam die Augen zu. Plötzlich fährt er hoch und reibt sich verwundert die Augen. Sollte er etwa geschlafen haben? Das ist doch wohl ausgeschlossen! Aber was ist das? Wo sind denn all die Stiefel geblieben? Er springt auf und blickt um sich, aber nur em Paar steht noch da und grient ihn höhnisch an. Von dem Platz, wo sie vorhin alle standen, führt eine deutliche Spur m den Wald hinein. Wütend rennt Fritz auf der Wiese hm muß das zeigen, was wir Haltung nennen und leben. Unsere Arbeit wollen wir vor euren Augen aus- breiten, und diese soll stumm, aber um so eindringlicher werben. Wenn wir öffentlich singen, dann sollen unsere Lieder, die unser Ausdruck sind, alle im Innersten packen. Was wir heute noch nicht verstehen oder in Worte kleiden können, das sollen doch alle fühlen. In dieser Generation muß sich der Kampf um die deutsche Zukunft und die Einheit der Nation entscheiden, das ist unser fester Wille, daß wir siegen — unser Glaube! Harmonie eines gesunden Volksstammes. Hat er die Verschiedenheiten der Rassen kennengelernt, viel- leicht die Eigenheiten seines Volksstammes an sich selbst gefunden, dann wird er sie erhalten wollen. Und dies geschieht nur durch Schutz vor rassestem- dem Einfluß. Dieses Gebiet war den meisten noch unbekannt, so daß wir am Ende der Schulung recht stolz auf die geleistete Arbeit zurückschauen konnten. Während nun unser Geist mit Wissen und nationalsozialistischem Gedankengut „gefüttert" wurde, brauchte unser Körper tüchttge Betättgung. Das erhielt er auch auf der Sportwiese, beim Volkstanz und den Wanderungen, die einen gesunden und kräftigen Hunger zur Folge hatten, so daß die „Küchenmutter^ oft gar nicht wußte, wohin all das Brot verschwand. 3 Nach einer halben Stunde, sie wollen gerade los- ziehen, um ihr Backobst wiederzuerobern, denn wer es hat, ist ja klar, erscheint ein Unterhändler der Alemannen" auf der Bildfläche und verkündet, daß bei der ersten feindseligen Handlung und falls Die Herta unterhielt sich inzwischen auf eigene Faust: Ilse", rief sie auf einmal aufgeregt, „ich kann schon den Anfang von Mach Ostland geht unser Ritt!« Hör' doch!" — „Pfüü!" — „Nein, bei dem Ton kann ich nicht anfangen! — Aber jetzt! — Achtung!" — „Nach Ostland geht ..." Weiter kam sie allerdings noch nicht, aber Ilse sagte ganz zufrieden: „Na, also! Es wird ja schon!" Und nach sechs Wochen haben wir Ilse an einem Sonntagmorgen mit einem vollkommen einwandfreien Ständchen überrascht. Wir Jungmädel. Sa« wohl! T-L- 3m G1Mchr«t-marM Don Hans $att, lGebietsführung Aesien-Nassau). Ein tausendfach, ein millionenfach gehörtes Kommando, dieses: im Gleichschritt — marsch! Und immer zuckt es wie ein elektrischer Schlag durch die Glieder, strafft die Haltung, läßt den Blick aufleuchten. Nur die wenigsten denken aber daran, daß es eine geschichtliche Sekunde für Deutschland gewesen ist, als der alte Dessauer, nachdem er den Gleichschritt angeordnet hatte, zum erstenmal dieses Kommando gab. War es nicht ein Symbol dafür, daß die unendliche Kraft unseres Volkes, die sich auf tausend Wegen zersplittert hatte, einmal den einen und rechten Wea zum Heil der Nation finden würde? Dieses erste Kommando Schulung, Sport und Singen Das erste BOM.-Lager in England. war Verheißung und Auftakt zugleich einer neuen Zeit. Aber herrlicher noch ist die Tatsache, daß eben dieses Kommando seit Jahrhunderten mit derselben elektrisierenden Kraft durch die Glieder fährt. Denn \ das ist nur möglich bei einer edlen Rasse. Niemals ' wird etwa bei einem Kaffern ein Kommando ' „zünden". ■ Welche Vergangenheit läge hinter uns, wenn schon immer nur einer zu einem Ziel kommandiert hatte, statt Tausende gegeneinander! Die gesammelte Kraft unseres Volkes ist imstande, Berge zu versetzen! Wenn uns einer sagt, dies sei „heidnischer" Hochmut, so bitten wir ihn nur, uns eine Nation zu nennen, die es etwa wie das deutsche Volk fertiggebracht hätte, 4V2 Jahre lang unbesiegt gegen die ganze Welt zu kämpfen. Es gibt keine! Das konnten nur Deutsche! Darum wollen wir die Jugend bewußt zu einem unerhörten Stolz auf ihr Volk und Land erziehen, zu einem Stolz, der weit entfernt ist von hochmütiger Unfehlbarkeit derer, die uns Hochmut vorwerfen! Wenn wir aber schon dieses Kriegswunder vollbrachten, trotzdem die überragende Idee fehlte, die unsere Zeit regiert, trotzdem Parlamentarier schwätzten, während die Front stumm und verbissen kämpfte, trotzdem Tausende von Verrätern nur ein Ziel hatten: Der Front den Dolch in den Rücken zu stoßen — was können wir nun erst vollbringen, nachdem nicht mehr geschwätzt, sondern befohlen wird, Verräter an die Wand gestellt werden und nicht nur alle Kraft, sondern auch die Liebe und das Vertrauen von 100 Millionen einem Führer gehören? Ein aufrüttelnder Gedanke! Und diese Große erstand aus der Front. „Front" — das ist eines her heiligsten Worte, die unsere Sprache kennt. Die Front ist immer da, wo um Deutschland gerungen wird. Da wir immer ringen, gehören wir ^Wenn^die^Hitler-Jugend in diesen Tagen unter der Parole: „HI. an die Front! den Gleichschritt aufnimmt, dann weiß sie, was sie Damit auf sich nimmt. Die Front: das sind noch Hunderttausende von Herzen und Hirnen, um Die wir rin- aen Wir wollen sie und werden sie überzeugen, wenn sie ehrlich sind. Sind sie es aber nicht dann werden wir sie zum Bekenntnis zwingen, ob sie für oder gegen uns sind. Lange haben wir geduldig zugesehen, weil unsere jungen Herzen nicht glauben wollten daß es noch Menschen geben könne, die dem offenen Wirken bes Führers für Deutschland ihr Dunkeles für sich entgegensetzen. Menschen, die wit falschen Worten und Veieblen, mit Bitten und Beschwörungen Zwölf paar Stiesel. tfnb eine Tüte Backobst Die Alemannen-Jungenschaft hat Rast gemacht. D'e Affen fliegen ms Gras, und bald liegt alles wohlig ausgestreckt auf dem Rucken. Emer zieht die aus- Die Füße sollen doch auch etwas von U ultravioletten Strahlen abkriegen " Der Mensch- liche Nachahmungstrieb ist groß, und bald liegen alle "^l7nk?hW^ sie nicht so; der Tag ist zu lomria die srischgrüne Wiese lockt zum Spiel. Her- bet" springt auf: „3n Linie zu einem Glieds an- »frih du packst dich wieder ins Gras und paßt aus^^daß^si^h die^ Sachen nicht selbständig machen!" Dann stürmt er mit den anderen um eine Waldecke vackt sich wieder ins Gras, blinzelt in die Sonne und sieht ihnen ein klein wenig neidisch nach. Es ist ganz still um ihn her, nur dann und wann tönt ein9fernes, wohl von den Kameraden ver- dichein einer flugbegeisterten Jugend sind. Jetzt haben die Luftsportlandesgruppe 4 und die Schulverwaltung Berlins einen nachahmenswerten RunD- funkunterricht für den Flugzeugmodellbau m Angriff genommen. Es handelt sich zwar nur um ein paar Stunden, die über den Reichssender Berlin erteilt werden und die in allen Schulen Arbeitsgemeinschaften in eifriger Arbeit nach den aus dem Lautsprecher kommenden Anweisungen sehen werden. Aber es ist ja auch gar nicht mehr beabsichtigt als die Abseitsstehenden aufzurutteln und m ihnen auch die Lust an der Fliegerei ZU wecken, den Fliegerpimpfen aber ein paar sachgemäße Anweisungen zu geben. Don der Hitler-Jugend, die m der Pflege handwerklicher Eigenschaften unserer Jungen mehr tut, als allgemein bekannt ist, sind an die HJAl^öer- fcharen Berlin und Kurmark Anweisungen für diese Modellbaukurse gegeben. Mehr als einen Preis können die Jungen erwerben, da alle Tüchtigen Aussicht haben, ausgezeichnet zu werden. Denn die Berliner Ortsgruppen des Deutschen Luftsportverbandes, das Reichsministerium für Erziehung die Stadt Berlin und die Hitler-Jugend haben Preise bereitgestellt. Hoffentlich macht diese Veranstaltung bald Schule, damit im ganzen Reiche alle flugbegeisterten Jungen aufmarschieren und zeigen können was sie mit wenigen Mitteln, aber mit sicherem Griff, gesundem Sinn und der notigen Portion Besessenheit zustande bringen. Und wer keinen Preis nach Hause bringt, der sagt sich: JRun erst recht' Denn mit diesem „Nun erst rech! hat der Führer allen Widerständen zum Trotz fernen Sieg errungen. Jungens, macht es ihm gleich, damit mir ein Volk von Fliegern werden! die Natton und deren junge Mannschaft am Dor- wärtsmarschieren im Gleichschritt hindern wollen. An unserer Disziplin werden sie scheitern, denn wir sind auf die Fahne vereidigt. Wenn wir auch heut noch warten, Bald hebt sich unsre Zeit. Schon rauschen die Standarten: Ihr Jungen, seid bereit! W i r sind es! Daß wir es alle sind, wollen wir allen während unserer Aktion beweisen. Sie soll eine unerhörte Anspannung aller Kräfte sein, gelenkt und geformt von äußerster Disziplin. Auch der letzte Junge und her. ‘ . Dann kommen die anderen zuruck, und es gibt ein furchtbares „Hallo". Fritz hat gehofft, sie hätten die Schuhe versteckt, um ihm einen Streich zu spielen, aber angesichts eines solchen Entrüstungssturmes muß die Hoffnung zusammenfallen. Fritz weiß, daß die anderen es von ihm er- warten, und daß es feine verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, die Sache, die er verbockt hat, wieder in Ordnung zu bringen. Er zieht sich also „das" Paar Stiefel an und macht sich an die Arbeit. Die Spur ist überall deutlich zu verfolgen. Sttefelabdrucke im weichen Waldboden, zerbrochene Aeste und zerknickte Ranken zeigen, daß die Gegner sich sehr sicher üblen müssen. Nachdem er etwa zwanzig Minuten der Spur nachgegangen ist, hört er vor sich Gesang. Er geht dem Schall nach, es wird lichter, der Waldrand ist erreicht. Vorsichtig robbt er so weit vor daß er freien Ausblick hat. Etwa dreißig Mann sitzen dort im Kreis und fingen, ein Ende davon ab fitzen noch drei an einer Kochstelle und heizen, daß ihnen die Augen tränen. . . Natürlich die „Wölsungen"! Und mitten tm Kreis stehen die Stiefel! Fritz duckt sich, denn dauernd blicken die da grinsenden Gesichts den Waldrand entlang, als erwarteten sie irgend jemand, auf dessen Ankunft sie sich sehr freuen. „Kunststück, mit dreißig Mann gegen zwölf!", denkt Fritz wütend. Dann fängt er an zu grübeln. „Die anderen holen? Zwecklos, darauf wartet diese Bande ja gerade; — nein man müßte ihnen irgend etwas Unentbehrliches flauen und es dann gegen die Stiefel austauschen. Die „Wöl ungen" haben gerade laut und gefühlvoll begonnen: „Zehn der Brüder " da spring plötzlich am Waldrand eme Gestalt auf, fauft auf die Kochstelle zu, packt die große, sorgsam gehütete Tüte mit dem Backobst, das es zu Mittag zum Reis geben sollte, und ist blitzartig wieder verschwunden. Die „Wölsungen" springen auf, rennen hinterher und suchen die ganze Gegend ab, doch ohne etwas Im Ausland hat ein Schulungslager weit größere Bedeutung als innerhalb der Reichsgrenzen. Lebt man dauernd im deutschen Vaterland, dann wird man so leicht nicht vergessen, was National- sozialisrnus heißt, da hört man allenthalben von den notwendigen Dingen, die ein Deutscher braucht und wissen muß. Ein Lager im Ausland ermöglicht es, Schritt zu halten mit dem jungen Deutschland, wach zu bleiben an Körper und Geist. Eine geeignete Schulungskraft war vorhanden, was ja im Ausland nicht unbedingt selbstverständlich ist; ein Landheim in Kent stellte uns das Anglo-German-Bureau zur Verfügung — also stand uns nichts mehr im Wege, Vorbereitungen für ein BDM. - Lager zu treffen. Mit großer Freude ging man ans Packen, und am 27. August trafen sich acht Mädels in Toys Hill, gewillt, m strammer Zucht und gemeinfamer Freude em sechstägiges Lager zu erleben. Rechte und Pflichten waren bald verteilt. Die Hauptpunkte des Programms lauteten: Schulung, Sp ort, Singen. Etwas Schöneres konnten wir junge Madels nicht wünschen. Schuhe nicht umgehend ausgeliefert würden, das Backobst von ihnen verzehrt würde. Der Führer der „Wölsungen" überlegt einen Augenblick, dann erklärt er sich einverstanden, und bald ziehen die „Alemannen" erleichtert ihre unentbehrliche Fußbekleidung wieder an. Hans Brandt. ZungMdel mit her Muhharuwmka. Unsere Jungmädelschar sollte Mundharmonikas bekommen. Wir freuten uns schon mächtig auf die erste Uebungsstunde und waren vollzählig beim nächsten Heimnachmittag vertreten. Ilse brachte auch wirklich 15 Päckchen, wvhlverschnürt und verpackt, mit. Aber bevor es wirklich losging, ließ sie zuerst einen kleinen Vortrag über „Tremolo" und andere schöne Dinge vom Stapel. „Wozu denn das nur!" dachten die Jungmädel ungeduldig. Mundharmonika spielen ist doch kinderleicht! Ja, die Sgche schien ganz einfach. Aber m Wirklichkeit ...! „Hört zu!" Ich hatte also voller Freude meine Harmonika in Empfang genommen und wollte sie gleich probieren. Also feste hineingeblasen! Verflixt, da kamen ja gleich vier Töne auf einmal! Harmonisch klang das gerade nicht! . Ilse lachte: „Du mußt deine Zunge auf Die Drei vorhergehenden Kanäle legen und Dann die Luft durch den rechten Mundwinkel in den vierten Kanal blasen!" Ja, das war leichter gesagt als getan! Ich versuchte gehorsam, die Luft durch den Mundwinkel in die Harmonika zu blasen. Wohlgemerkt, ich versuchte. Denn, obwohl ich die Backen furchtbar aufblies und Luft hervorstieß, soviel ich konnte, die Harmonika blieb stumm wie ein Fisch. Fünfzehn Jungmädel pusteten aus Leibeskräften in die Harmonika. Trudl hatte eben einen Ton zustandegebracht. Aber es schien noch immer nicht ganz das Richtige zu fein, denn Ilse lachte wieder: „Das war der An- fang des Liedes vom heulenden Hund!" Trudl warf ihr einen wütenden Blick zu. Kaum fängt der Junge zu basteln an, da hat er sich auch schon das Flugzeug als Vorlage ausgesucht. Ja, viel früher noch, bevor er seinen ersten Schulgang antritt, herrscht tn L^em kindlichen Sviel bereits alles vor, was echteste Neuzeit ist. Nicht nur die Eisenbahn, die Straßenbahn, der Autobus, der Kraftwagen oder das Fahrrad ba^n es ihm angetan, auch das Flugzeug ist m den Mit telvunkt seines Treibens auf dem Spielplatz geruckt^ Hnb damit hat eigentlich schon die bis dahm noch unausgesprochene Sehnsucht eingesetzt, einmal durch bastelnden Jungen anzieU und ihn zum d bes Wort--: er ist der alleriünafte Nachwuchs unserer Fliegerei, er hat unbn3ui"aIIemrnBrumU7nb9s7an «reift, was nötig ist, um ein richtiges, kleines ^^elftugzeug zurech zuzimmern. Welche Freude, wenn nach allem Gru beln und emsigem Hämmern dieses Flugzeug vo nächsten Hang herab im wirk ich en Gleltflug einig Meter weit durch die Lüfte schießt. Ja, der Hem Mann ist ein richtiger Held in den Augen s Schulkameraden, wenn es ihm gelingt, emen Alls wind zu erwischen und sein Modellflugzeug Minute in den Lüften zu halten, wo es dann einen ickönen Bogen schlägt oder gar, woran man nur tn ben kühnsten Träumen zu glauben wagte, noch einmal die Spitze nach oben richtet, zwanzig Zent meter an Höhe gewinnt, um nun sanft austusetzen. Wunderbar! Aber Kleinholz gibt es auch. Da fplit- tert manches Modell, löst sich in seine Bestandteile nuf Keine Angst, das kommt bei den Großen ebenfalls vor Denn unter den Fliegern ist bisher auch nock kein Meister vom Himmel gefallen. Nur zeigt fick angesichts des kleinen Trümmerhaufens erst der reckte Kerh wenn er, mit zusammengebissenen Zah- rechte zrert, aufhebt, nach Hause ge£t, N-N'A Walrt unb nun getrost unb mit ub»l°gt, ™s Qn5 fficrt g,ht. In biesem ft offenbart sich die Zielstrebigkeit, der Augenblick ff n» f^ooIIe Entschlossenheit des SÄÄften, bk ihm im späteren Leben einmal nützlich sem werden Modellbauern Die Kameradschaft und der Wille zur Gemeinschaft aber waren das Schönste von allem. Bald waren die einzelnen Fähigkeiten entdeckt, schnell hatte auch jeder seinen Spitznamen. Es gab dann immer ein großes Gelächter, wenn der „Pottlecker" bei seiner Arbeit entdeckt wurde, oder die „Lagerhenne" gackernd wieder ein Dutzend Eier brachte. Am Sonntag, dem Besuchstag, kamen Kameradinnen aus London und ließen deutlich merken, wie wir ob unserer schönen Zeit beneidet wurden. Jede bedauerte, daß sie nicht hatte dabei sein können und fuhr nur ungern am Abend wieder zurück. Doch jede schöne Zeit hat auch ein Ende So mußten auch wir am Montag an den Aufbruch denken. Ein letzter Gruß unserem geliebten Heide- platz, ein Heidestrauß fürs Stübchen daheim, unsere letzte Losung: Ihr sollt tapfer (ein — unb bann hieß es: Die Lagerzeit ist zu Ende, Gepäck zur Hand, bereit zum Abmarsch. Tapfer fein im Weiterkämpfen für unsere Bewe- », tapfer in der täglichen Arbeit und den Ent- ungen, an die wir vom Leben gestellt werden. Aber das erscheint nach einer so frohen Zeit gar nicht so schwer. Neugestärkt an Leib und Seele meint man, alle Hemmung überwinden zu können. Ich denke, ein Lager kann keinen schöneren Erfolg haben als dieses Gefühl. Singend gings wieder zurück in die graue Millionenstadt Englands. Mit frohem Heil trennten mir uns. Glücklich in dem Bewußtsein, mitgeholfen zu haben am Gelingen des ersten BDM.-Lagers in England. Marie Seim, Gießen. Ein Rührtrommelfchläger der HI. wartet auf den Einsatz. — (Weltbild-M.) HZ. aus hem Sportplatz. ... Vorübung zum 3000-Meter-Lauf. Im Anfang geht alles prächtig. Nach vier Bahnen — eine Bahn mißt 250 Meter — kommt bei den meisten „der tote Punkt", denn wir sind zum ersten Male wieder auf dem Rasen. Einige machen schlapp. Es fehlt eben noch die Kraft, den inneren „Schweinehund klein- zukriegen. Weiter nichts. Meine Knie zittern etwas. Aber mein Atem bleibt ruhig. Und das ist die Hauptsache. Wir reißen uns zusammen. Hans zischt: Endspurt! Es fehlt uns beinahe die Kraft. Der Endspurt fällt sehr schwer. Wir rasen die letzten 100 Meter entlang. Aber dann ist es auch aus. Doch Hans läßt keine Ruhe. Keulenwerfen. Wir werden erst weitwerfen. Eigentlich ist das meine schwache Seite. Ich habe mich aber etwas gebessert. 40 Meter beruhigen mich chon. Hans wirft etwas mehr. Keule auf Keule fauft durch die Luft. Bei einigen ist immer unb immer wieder der Absprung falsch. Heini kann offenbar nicht begreifen, daß Kernwurf Vorschrift ist. Aber er gibt sich Mühe, und das ist die Hauptsache. Zielwerfen ist schwieriger. Ich mache nicht mit, denn ich muß inzwischen die Sprunggrube in Dränung bringen. Sand war überhauptnicht zu finden. Obenauf dicke Steine, der Absprung ist vollkommen versaut, die Grube hart. Da sind wir aber ränge- gangen. Steine raus, Gras weg, mit Schippe und Hacke. Tatsächlich lag unten und an den Rändern auch doch noch etwas Sand. Schnell ist alles losgewühlt und nach hinten geschafft. Von 4 bis 6 Meter, bas wirb wohl genügen. Gut umgegraben unb fein geharkt, das war eine helle Freude. Drüben vom Platz scholl das Lachen und Toben der Kameraden. Die drei Zielwürfe müssen vollbracht werden, sonst wird es nichts mit dem Leistungsabzeichen. Dann kommen sie rüber zum Springen. Schar springt gegen Schar. Der Gefolgschaftsführer, der Geldfack und ick bildeten die Gruppe „Stab". 4,40 Meter, das geht schon an. Aber auch hier fehlt noch wie so oft die ausgefeilte Technik. Heini konnte wieder iiverhaupt nicht mit. Er macht uns große Sorgen. Er springt mit Todesverachtung, hat aber weder Kraft noch Geschick. Das muß anders werden. Dann laufen wir noch eine Stafette. Wie die Wilden sausen wir über den Platz. Ausgepumpt japsen wir am Ziel herum. Und dann nochmal. Aber da ist es aus mit uns. Noch viel, viel Dienst wird nötig sein, bis alles zur Zufriedenheit klappt. Kahrmann. Kirche und Schule. Kreisverbandstreffen Evangelischer Frauenhilfen in Hungen. i Hungen, 30. Sept. Der gestrige Sonntag vereinte die Evangelischen Frauenhilfen von Muschenheim, Birklar, Langsdorf, Hungen, Münzenberg, Eberstadt, Lick, Nieder ■ Bessingen, Garbenteich, Hausen, Bellersyeim, Ober«Widdersheim, Treis • Horloff, Utphe und der Matthäus- gemeinde Gießen in unserer Stadt. Die Zahl der erschienenen Frauen war so groß, daß unsere geräumige Kirche die vielen Teilnehmer kaum faßen konnte. Der Gottesdienst begann um 14.30 Uhr und wurde von einem Lied des hiesigen Kirchenchores eingeleitet. Als Festprediger sprach Pfarrer Göbels (Frankfurt a. M.), der an Hand von Apostelgeschichte 16, Vers 13 bis 15, die Frauen eindringlich mahnte, in ihren örtlichen Vereinen das hohe Ziel, unserem Gott zu dienen, stets vor Augen zu halten. Nach kurzer Kaffeepause, bei der die auswärtigen Teilnehmer Gäste unserer evangelischen Gemeindeglieder waren, begann die Nachversammlung im „Darmstädter Hof". Sie wurde mit dem Lied „Mir nach, spricht Christus, unser Held ..eröffnet. Die Kreisvorsitzende, Frau Kreuder (Gießen), begrüßte die Tagungsteilnehmer, besonders herzlich die Frauenhilfe von Trais-Horloff, die zum ersten Male nach ihrem Anschluß an den Hauptverband Nassau-Hessen einer Tagung beiwohnte. Frau Kreuder gab auch den Jahresbericht. Sodann sprach Frau Ohly (Alsbach a. d. B.) vom Hauptverband über „Die volksmissionarische Aufgabe der Evangelischen Frauenhilfe". Frau Kreuder dankte der Rednerin herzlich für ihre Ausführungen. Für den örtlichen Kirchenvorstand wünsckte Pfarrer Bock der Tagung reichen Segen. Mit dem gemeinsam gesungenen Choral „Lobe den Herrn, meine Seele..." fand die Kreisverbandsversammlung ihren Abschluß. Einweihung -er wiederhergestellten Kirche zu Sellnrod. (D Sellnrod, 1. Okt. Unsere Kirchengemeinde hatte am Sonntag ihren großen Tag. Nach Beendigung der fast ein Vierteljahr währenden Arbeiten der Wiederherstellung des Kircheninneren wurde das nunmehr in neuem schmucken Gewände sich darbietende Gotteshaus, das bereits im Jahre 1698 errichtet wurde, wieder einge- weiht und dem gottesdienstlichen Gebrauche neu übergeben. Zur großen Freude der Ortskirchengemeinde, wie auch zahlreicher Gemeindeglieder aus den Nachbar- aemeinden war Landesbischof Lic. Dr. Dietrich selbst erschienen, um die Weihehandlung vorzunehmen; in tiefer Andacht und ergriffen von der Bedeutung der Stunde lauschte die Menge seiner erhebenden Weiherede. Der Ortsgeislliche, Pfarrverwalter Z u l a u f, der sich mit seinem Kirchenvor- stand um das Zustandekommen der Wiederherstellung sehr verdient gemacht hatte, hielt dann im Weihegottesdienst die Predigt. Nachmittags fand noch ein Festgottesdienst statt, in welchem der Landesbischof predigte und der Dekan des Evangelischen Dekanats Schotten, Dekan Widmann- Schotten, die Festansprache hielt. In beiden Gottesdiensten wirkten mit der Kirchenchor und der Posaunenchor. Die Beteiligung der Bevölkerung war derart groß, daß die Gottesdienste durch Mikrophon übertragen werden mußten, damit sie auch von der Menge auf dem Kirchenplatz gehört werden konnten, da nur ein Teil in der völlig überfüllten Kirche unterkommen konnte. Nach dem Festgottesdienst richtete der Landesbischof vom Fenster des Pfarrhauses aus noch eine Ansprache an die Gemeinde. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden fast durchweg von einheimischen Meistern ausgeführt. Die Ausmalung hatte in vollendet künstlerischer Weise Kirchenmaler Veite vorgenommen. Die Bauleitung hatte die Zweigstelle Schotten des Hochbauamtes Büdingen. Rühmend darf hervorgehoben werden die große Opferwilligkeit der Gemeindeglieder, ohne die die Wiederherstellung nicht möglich gewesen wäre. Aus den preußischen Nachvargebieten. V-Zug überfährt zwei Binder. Marburg, 1. Okt. (LPD.) Auf der Main— Weser-Bahn zwischen den Stationen Niederwalgern und Niederweimar liefen nachts einige aus der Viehkoppel ausgebrochene Rinder zwischen den Geleisen herum. Ein heranbrausender D-Zug tötete ein Tier auf der Stelle, während ein zweites so schwere Verletzungen davontrua, daß es nach kurzer Zeit verendete. Der Zug mußte auf freier Strecke halten und erlitt dadurch, ebenso wie einige nachfolgende Züge, Verspätung. Kampf zwischen zwei Hirschen LPD. Biedenkopf, 1. Okt. In der Nähe des Kreisortes Bellingshausen fand man einen verendeten Zehnender-Hirsch. Wie die nähere Untersuchung ergab, wurde der Zehnender anscheinend durch einen anderen Brunfthirsch beim Zweikampf durch einen Stoß ins Herz tödlich gettoffen. kreis Wehlar. O Wetzlar, 2. Okt. An der Provinzialstraße Wetzlar — Butzbach fand die Versteigerung des Obstes statt. Der Ertrag war gering. Lediglich einzelne Bäume waren stark behangen. Die Preise für Aepfel und Birnen lagen zwischen 10 und 12 Mark je Zentner am Baum. O Krofdorf-Gleiberg, 1. Okt. Am heutigen 1. Oktober traten infolge Erreichung der Altersgrenze zwei Beamte unserer Gemeinde in den Ruhestand: Rektor Adolf Echternacht und Gemeinde-Revierförster Walter Möller. Ersterer aus einer Hunsrücker Lehrerfamilie stammend, kam mit jungen Jahren in den hiesigen Kreis. Er stand zunächst in Lützellinden, dann lange Jahre in Vetzberg. Als im Jahre 1925 durch die Pensionierung des damaligen Leiters unserer Schule, des Rektors P. Hoffmann, dessen Stelle frei wurde, siedelte Rektor Echternacht nach hier über, um die Leitung des siebenklassigen Systems zu übernehmen. Zu. Ehren des jetzt aus dem Amte Scheidenden fand am letzten Schultag vor Beginn der Ferien eine schlichte Aoschiedsfeier der Schule statt, an der Kreisschulrat D e i ß, Vertreter der Gemeinde und des Schulvorstandes teilnahmen. Aus den ehrenden Worten, die an Rektor Echternacht gerichtet wurden, klang die Wertschätzung seiner Persönlichkeit und seiner Arbeit. — Revierförster Walter Möller stammt vom Niederrhein. Schon als junger Forstmann in der Oberförsterei Krofdorf beschäftigt, wählte er sich seine Lebensgefährtin aus unserem Dorfe, was ihn wohl mit bewog, im Jahre 1905 die hiesige vakante Gemeindeförsterstelle zu übernehmen, in der er nunmehr rund drei Jahrzehnte gewirkt hat. Seine hohen forstlichen und jagdlichen Eigenschaften ließen ihn zu einem guten Heger und Pfleger von Wald und Wild werden. Wie sehr beide Pensionäre mit ihrem Wirkungsort verbunden sind, beweist, daß sie ihren Lebensabend hier verbringen wollen. Während ein Nachfolger für Rektor Echternacht, dessen Stelle durch einen Hauptlehrer besetzt wird, noch nicht ernannt ist, ist die Entscheidung über den neuen Gemeinde-Revierförster bereits getroffen. Von den 30 Bewerbern um die ausgeschriebene Stelle wurde Revierförster K. Meyer in Vollnkirchen, Kreis Wetzlar, in Aussicht genommen und zur Bestätigung der Regierung in Wiesbaden vorgeschlagen. Rodheim a. d. Bieber, 1. Okt. Sein fünfundzwanzigjähriges Ortsjubiläum beging heute der Lehrer Karl I ö ck e l von hier. Herr Jöckel war vor seiner Uebersicdelung nach Rodheim auf dem Westerwald tätig. Die Ueber- nahme seines Dienstes an unserer Schule fällt zusammen mit der feierliche Weihe und Inbetriebnahme des neuen Schulgebäudes, das — nach den damaligen Verhältnissen gerechnet — Anspruch darauf erheben konnte, ein moderner Schülhausbau zu sein. Die Uebernahme des Neubaues durch die Gemeinde aus der Hand des Landrats Daniels zu Biedenkopf erfolgte am 10. Oktober 1910 durch den damaligen Ortsbürgermeister Bechtold. Die Schulleitung lag damals in der Hand des verstorbenen Hauptlehrers H e y m a n n. Inzwischen sind 25 Jahre ins Land gegangen, Jahre von geschichtlichem Geschehen, wie es selten einem Volke beschie- den war. Das steinerne Haus, die Zierde unseres Dorfes, stand und steht unerschütterlich und gereicht, wie es der Sinnspruch' über dem Portal sagt, „den Jungen zur Lehre, der Alten zur Ehre". Wirtschaft. Preisklarheit auf dem Gpeisekartoffelmarkt. Nach der am 1. September erfolgten Kartoffelmarktregelung sind die Speisekartoffelpreise für die Liefermonate September, Oktober und November dieses Jahres auf einer einheitlichen Höhe gehalten. Für jeden späteren Liefermonat ist dagegen ein Zuschlag von 10 Reichspfennig je Zentner vorgesehen, der sich bei Berücksichtigung des Schwundes, der Einmietung- und Lagerungskosten und dergleichen ergibt. Dieser Zuschlag wird also erstmalig für die Lieferungen im Dezember in Anrechnung gebracht und ist bereits bis März 1936 festgelegt. Hierdurch wird dem Erzeuger eine angemessene Entschädigung bei späterer Lieferung gewährleistet, während die Verbraucherschaft dazu angeregt wird, den Winterbedarf möglichst bis Ende November zu decken. Damit wird die in den Vorkriegsjahren allgemein übliche Einkellerung der Winterkartoffel in den städtischen Haushalt gefördert. Es liegt also im Interesse der Haushaltungen, den für die Wintermonate nötigen Kartoffelvorrat zentnerweise einzukaufen, wodurch die Erzeuger von dem Lagerungsrisiko für die eingekellerten Kartoffelmengen entlastet werden. Die Begrenzung der Zuschläge bis vorläufig März 1936 ist deshalb vorgenommen worden, um die Zuschlagsberechnung ab 1. April 1936 den dann herrschenden Marktverhältnissen anzupassen. Diese Regelung schafft auf dem Speisekartoffel, markt eine Preisübersicht, die bis Ende März 1936 festliegt und den am Kartoffelgeschäft beteiligten Erzeugern, Verteilern und Verbrauchern zugute kommt. Die damit verbundene Preisklarheit legt von vornherein unlauteren Elementen das Handwerk und gibt dem gesamten Kartoffelmarkt, sowie seiner Entwicklung die feste Unterlage, die zur Sicherstellung der Deckung des Kartoffelbedarfs erforderlich ist. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1136: Herabsetzung des rumän. Dalutazuschlages gegenüber Deutschland. 1137: Einschneidende wirtschaftliche Maßnahmen der estnischen Regierung. 1138: Allgemeine Einkaufsgenehmigungen für Felle und Häute für die Zeit vom 1.10.1935 bis 31. 3.1936. 1139: Zulassung von Luftpostanweisungen nach und aus Australien. 1140: Keine Antwortsckeine nach Brasilien. 1141: Festsetzung der französ. industriellen Kontingente für das 4. Vierteljahr 1935. 1142: Erteilung von Ein- und Ausfuhrbewilligungen für das 4. Vierteljahr 1935 in Oesterreich. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 427 Stück Großvieh, 112 Fresser und 109 Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 380 bis 490 Mark, z. Qualität 280 bis 360 Mark, 3. Qualität 150 bis 250 Mark; Rinder Xjährig 100 bis 160 Mark, 2jährig 160 bis 240 Mark, tragend 220 bis 430 Mark; Kalber bis zu 2 Wochen 36 Mark, bis zu 4 Wochen 51 Mark, bis zu 6 Wochen 66 Mark. Marktoerlauf: schleppend. Nächster Markt: 15. Okt. * * Konkurse und Vergleichsverfahren im September. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im September durch den Reichsanzeiger 202 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 49 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 209 bzw. 82. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse: 'Aktien schwach. Frankfurt a. M., 1. Okt. Die Börse brachte am Aktienmarkt zum Teil empfindliche Rückgänge. Die unruhige internationale Lage verursacht weiterhin stärkste Zurückhaltung. Infolgedessen stand dem herauskommenden Angebot fast keine Aufnahme gegenüber. Bei kleinen Umsätzen ergaben sich durchschnittliche Einbußen von 1 bis 1,50 v. H., einige Spezialpapiere büßten darüber hinaus 3 bis 5 v. H. ein. Die vorliegenden günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft, so zum Beispiel höhere Einzelhandelsumsätze und eine weitere Steigerung der Sparkasseneinlagen, blieben ohne Wirkung. Schwach lagen besonders Siemens mit etwa 166 (171,50), ferner Licht & Kraft mit 131,25 (134,50) und Deutsche Erdöl mit 103,50 bis 104 (107). Montanaktien gingen durchweg zurück, Rheinstahl um 1,13, v. H., Stahlverein, Buderus und Mannesmann um fe f v, H,, Hoesch verloren etwa 2,25 o. H. und Kali Westeregeln 2,50 v. H. Am Elektromarkt waren noch Schuckert mit minus 1,75 v. H. stärker ermäßigt, während Felten mit 104,75 bis 104,50 verhältnismäßig behauptet lagen. IG. Farben gingen auf 149,65 bis 149,40 (150) zurück, Scheideanstalt blieben mit 236 unverändert. Von sonstigen Werten eröffneten Metallgesellschaft 0,90 o. H., AKU. 0,50 v. H., Deutscher Eisenhandel 0,40 v. H., Aschaffenburger Zellstoff 0,90 v. H., Daimler Motoren 1,50 v. H. und Nordd. Lloyd 0,75 v. H. schwacher. Fester lagen nur Reichsbankanteile mit 173,50 (172,75), Bayr. Motoren blieben auf der ermäßigten Abendbörsenbasis gehalten. Am Rentenmarkt war die Haltung freundlich, wenngleich größere Umsätze nicht beobachtet wurden. Altbesitz plus 0,13 v. H., 6 v. H. zert. Preußen plus 0,50 v. H., ferner lagen verschiedene (Serien* der Stahlvereins-Obligationen 0,25 bis 0,50 v. H. höher, dagegen gingen 6 v. H. um 0,25 v. H. auf 101,40 o. H. zurück. Späte Schuldbuckforderungen und Kornmunal-Urnschuldung lagen behauptet. Don fremden Werten waren Rumänen gedrückt, 5 v. H. 6 (6,40), 4 v. H. 5,20 (5,25). Im Verlaufe schwächten sich die Kurse am Aktienmarkt weiter um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab, insbesondere am Montanmarkt, außerdem gingen IG. Farben auf 149, AKU. auf 51,75, AEG. auf 37,65 und BMW. auf 121 zurück. Siemens blieben zu 166 behauptet. Von den später notierten Werten verloren Zellstoff Waldhof 2,75 o. Sy, Allg. Lokalbahn 1,25 v. H. und RWE. 1 v. Sy Die Umsätze bewegten sich in engsten Grenzen. Abendbörse schwächer. Obwohl das Angebot auch heute abend keinen besonderen Umfang hatte, setzten sich die Abschwächungen fort, da dem herauskommenden Material weiterhin keine Aufnahmeneigung gegenüberstand. In Anpassung an die zum Teil wesentlich niedrigeren Berliner Schlußnotierungen überwogen Rückgänge von 0,50 bis 1 o. H., darüber hinaus wurden diese Kurse noch um durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. Sy unterschritten. Lahrneyer ermäßigten sich auf 126 (127), Harpener auf 111,75 (112,65) und IG.-Farben auf 148,75 bis 148,40 (148,75). Die Umsätze blieben allgemein sehr gering. Von Bankaktien gaben Bayr. Hypptheken-Bank auf 85,75 (86) und DD-Bank auf 87,25 (87,50) nach. Der Rentenmarkt hatte bei allerdings nur kleinem Geschäft eine durchaus freundliche Haltung, wobei sich insbesondere wieder für Kom- munal-Umschuldung etwas Interesse zeigte. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 110, 6proz. Stahlverein 101,65, Reichsbahn-VA. 122,65, 5,5prozentige Frankfurter Hypothekenbank Liquidation 100,50, 4proz. Rumänen 5,13, Bayrische Hypothekenbank 85,75, Commerzbank 87,75, DD-Bank 87,25, Dresdner Bank 87,50, Reichsbank 171, Harpener 111,75, Mansfeld 116,25, Hoesch 90, Rheinstahl 105,50, Stahlverein 77,50, Aku 51,50 (Nachbörse 51), Bekula 142,50, JG.-Chemte Basel volleinbezahlte 171. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 1. Okt. Für Gemüse blieben die Zufuhren stark, besonders von Blumenkohl, Escariol, Spinat, Tomaten, Weißkraut und Wirsing. Das Geschäft konnte im allgemeinen befriedigen, nur Tomaten, Escariol und Weißkraut sind schwer verkäuflich, hierin verblieben auch ziemliche Ueberftänbe. Die Preise haben sich kaum verändert, Weißkraut gab weiter nach. U. a. notierten: Blumenkohl, Stück 15 bis 40, Busch-Bohnen 14 bis 15, Stangen-Bohnen 17 bis 20, Escariol 4 bis 8, Karotten 4 bis 6, Kopfsalat 4 bis 10, Steinpilze 22 bis 25, Pfifferlinge 50, Römischkohl 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 6, Sellerie 10 bis 30, Spinat 4 bis 10, Tomaten I 7 bis 10, II 4 bis 5, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 4 bis 6, Zckiebeln 5 bis 6. Der O b st m a r k t verzeichnete gute Zufuhren von Aepfeln und Birnen, Zwetfchen sind ausreichend angeboten. Bei unveränderten Preisen war die Nachfrage befriedigend. Besonders gute Auslesen erzielten Preise über Notiz. U. a. notierten: Aepfel I 18 bis 25, II 12 bis 16, Falläpfel 5,5, Goldparmänen I 22 bis 25, Alexander 18 bis 20, Schafsnase 10 bis 14, Tiroler Goldparmänen 28 bis 33, Birnen I 18 bis 22, II 12 bis 16, Kochbirnen 5 bis 8, Gellert I 22 bis 25, Dr. Lucius 22 bis 25, Gute Luise 16 bis 22, Pfirsiche 15 bis 25, Preißel- beeren 30 bis 35, Quitten 12 bis 18, Trauben 13 bis 14, holländische 37 bis 40, italienische 15,5 bis 17, spanische 20 bis 24, griechische 24, Walnüsse 28 bis 40, Paranüsse 45, Zwetscyen 18 bis 20. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Donnerstag, den 3. Oktober. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte; 18: Rosenkranz- andacht. Freitag, den 4. Oktober. Gießen. 6.45 Uhr: Segensamt; 20: Rosenkranz- andacyt. — Dich. 6.15: Segensmesse. Samstag, den 5. Oktober. Gießen. 18 Uhr: Rofenkranzandacht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Frankfurt a. M Berlin Datum 30.9. 30 9. 1.10. Banknoten. o 10,25 7 7 0 , 0 12 , 0 10 0 0 0 0 5 0 62,99 81,00 33,71 Schluß« hirt SchuckertLCo. ... Siemens L Halske. Lahmeyer L Lo. .. A.E.». Bekula Schluß- hird Buderus Deutsche Erdöl Geilenkirchen« *% beegl. Serie II............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V,°/i>Rumän.vereinh.Ren«ev.lSlö 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 V«% Anatolier .............. 27,25 1,4 9,15 9 Elektr. Lieferungögesellschaft... 5 Licht und Kraft ...........6% Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 Rhein. Wests. Elektr 6 27 1,4 S 8,8 9 10,25 Echlußk. Mittag- börse 1,4 9 Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Storddeutscher Lloyd ......... A.G. für Berkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und DtSconto- Gesellschaft...... ...... Dresdner Bank Reichsbank .......... : 27 1,4 9 8,8 8,9 10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 4% Oösterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichlsche SUberrente 4% Ungarische Goldrente----- . 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V,% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Harpener...................O Hoesch Eisen—Köla-Neuess« .. O Äse Bergbau ...............6 ylje Bergbau Genüsse 6 Klöckner»erke....... tH Mannesmann-Röhrea ....... 6 ZS 2,458 42,00 54,49 12,205 16,385 168,50 19,54 61,31 Schlüße Abend- börse 1.10. Frankfurt O.5JL Berlin Schlußkurs Schloßt. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittagbörse Datum 30-9 1.10. 30 9 1.10. 6% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 100,13 100 100,25 100,25 4% Deutsche ReichSanl. von 1984 96,75 96,75 96,75 96,75 bVt% Doung-Anleihe von 1930 .. 100,75 100,5 101 101,5 Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 110 110 110 110 4l/i% Deutfche Reichspostfchatzan- Weisungen von 1934, I....... 100,25 100,3 100,25 100,25 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 trückzahlb. 102%)............ 96 96 _ 96,5 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,13 96,13 96 6y,% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltaui ... 100,13 100,5 — — iW/o ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 91,75 _ __ Oberhessen Provtnz-Anlethe mit AuSlos.-Rechten ............. -____ _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mü Auslos.-Rechten 113,5 113,25 113,25 113,5 *¥2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 ehem. 4y,% Franks. Hyp^ Bank-Ltqu.-Psondbriefe....... 100,4 100,5 6Vi% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 100,65 101 100,75 101 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 87 97 97 97 <¥>% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. C6LV1 Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-89 97 107,3 97 107,25 97 107,3 97 107,25 Frankfurt a. TR. Serfln Schluß. kurS Gchlußk. Abendbörse Schluß- kurS Gchlußk. Mittag, börse Datum 30 9. 1.10. 30-9. 1.10. Marisfelder Bergbau .. M M M » M .. 8 118,25 116,25 117,75 116,5 Kokswerke........... .. 6 116 112,5 Phönix Bergbau...... .. O —— Rheinische Braunkohlen * • * e . 12 216 215 215 215 Rheinstahl........... 8 V, 107,65 105,5 107,5 106 Vereinigte Stahlwerke. .. O 80 77,5 80,25 77,9 Otavt Minen ........ .. 0 19 18,75 18,65 18,5 Kaliwerke Aschersleben. .. 6 131,5 130,5 Kaliwerke Westeregeln. .. 5 122,5 — 103 Kaliwerke Salzdetfurth 1¥i — 184,75 184,75 9- G. Farben-Jndustrie .. r 150 148,5 149,9 148,75 Scheideanstall........ .. e 236 236 -1— —— Goldschmidt ......... ■ * Ä ■ ■ .. 0 106,75 106 106,75 105,5 Rütgerswerle ........ .. 4 114,5 114 114,13 112,5 .. 4 105,9 104 105,5 104 Philipp Holzmann .... •• 0 90,75 91 91 90,5 Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. fr 116 116,25 — - .. 4 132 131,75 — *— Schultheis Patzenhoser •• 4 __ — 105,65 103,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,5 51,5 52,65 51,5 Bemberg............ .. 0 107 107 107 107,5 Zellstoff Waldho,..... .. 0 111,75 109 111 108 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 82,9 82 82,75 81,5 Daimler Motoren..... .. 7 .. 0 95,75 94 127 95,5 125,5 94 Deutsche Linoleum .... .. t 147,5 147 148,25 147 Orenstein L Koppel ... .. 0 80,13 79 Westdeutsche Kaufhof.. .. 0 26,5 25,5 25,9 25 285 Chade ............... .. 0 285 285 285,5 Aerumulatoren-Fabrik. . 12 — 176 175 Conti-Gummi........ .. 8 152,25 150,5 — 151 Gritzner............. .. O 28,65 28 29 28,5 Mainkraftwerke Höchst a,®L. •• 4 94 — — Süddeutscher Zucker .. .. • 208 208 — 208,5 30. September 1 .Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld I Brief Buenos Lire- 0,681 0,685 0,681 0,685 Brüssel ... 41,99 42,07 42,00 42,08 Rio de Jan 0,142 0,144 0,139 0,141 Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,50 54,60 54,48 54,58 Dgnzig... 46,82 46,92 46,82 46,92 London... 12,205 12,235 12,20 12,23 HelsingforS 5,375 5,385 5,375 5,385 Paris ..., 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .. 168,28 168,62 168,24 168,58 Italien... 20,30 20.34 20,30 20,34 Japan.... 0,719 0,721 0,715 0,717 Jugoslawie 5,654 5,666 5,664 5,676 Oslo..... 61,28 61,40 61,26 81,38 Wien..... 48,95 49,05 48 95 Lissabon.. 11,06 11,08 11,06 1L 08 Stockholm. 62,92 63,04 62,90 63,02 Schweiz .. 80,61 80,97 80,86 81,02 Spanien.. 33,93 33,99 33,93 33,99 Prag..... 10,275 10,295 10,285 10,305 Budapest . —— —— Reuyork.. 2,486 2,490 2,486 2,490 — 6,05 6,4 6,1 —- 9,65 9,85 9,75 5,25 5,13 5,25 5,13 39,25 39,75 39 37,75 15,25 15 15,5 15 —— —— 27,13 27,25 17 16,4 16,75 1 ) 77 75 76,75 75,25 110,75 110,25 110,25 110 88,75 87,75 88,75 87,75 89 87,25 89 87,5 89 87,5 89 87,5 172,75 171 173,5 171,65 38,9 37 38,65 36,65 143-5 142,5 143,4 142,65 112 110 111.75 108,75 134,5 131,25 135,25 131,5 104,75 104,25 104,9 102,25 123 120,5 123 121,13 — 135 —— 135 123,25 120,75 123,75 120,65 121 118 120,75 118,4 171,5 166 170,25 165 128 126 128 .127 101,25 100,4 101,25 99,75 107 103 106,75 103,5 112,5 111,75 112,65 112,65 93,25 90 93,25 90,25 - -- — « 1 ■« 125,5 123,5 125,25 123 91,25 88,75 91,25 88,75 86,13 84,75 86,13 84,25 Berlin, 1 .Oktober Geld Amerikanische Noten.............. 2,438 Belgische Noten.................. 41,84 Dänische Noten ................. 54'27 Englische Noten ................. 12,165 Französische Noten............... 16,325 Holländische Noten............... 167,82 Italienische Noten................ 19,46 Norwegische Noten .............. 61,10 Deullch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedischs Noten............... 62,73 Schweizer Noten................. 80,68 33,57 Ungarische Note»................